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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 32 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Kaiſerin iſt geſtern nachmittag 3 Uhr in Korfu
eingetroffen.
Die franzöſiſche Kammer lehnte die Eröffnung
einer richterlichen Unterſuchung der Rochetteaffäre
und die Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens gegen
Caillaux und Monis ab. Kammer und Senat
vertagten ſich bis zum 2. Junt.
Wie jetzt feſtgeſtellt worden iſt, hatte der Dampfer
„Neufundland” eine Beſatzung von 189 Mann,
von denen 77 umgekommen ſind. 69 Leichen ſind
geborgen worden.
Wie amtlich mitgeteilt wird, iſt Koritza von den
auf=
ſtändiſchen Epiroten eingenommen worden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Politiſche Wochenſchau.
** Seitdem Reichstag und Landtag die Oſterferien
angetreten haben, iſt in der inneren Politik eine
zeitwei=
lige Ruhe eingetreten, die um ſo wohltuender berührt,
je länger ſie entbehrt worden iſt. Nur das Parteileben
macht inſofern eine Ausnahme, als der Beſchluß des
Zentralvorſtandes der
Nationallibera=
len Partei, ſowohl die Auflöſung des jungliberalen
wie des altnationalliberalen Verbandes herbeizuführen,
von Freund und Feind lebhaft erörtert wird. Im
jung=
liberalen Lager, namentlich Badens, ſperrt man ſich gegen
die Auflöſung, und auch auf alinationalliberaler Seite
werden Stimmen des Widerſpruchs laut Wenn dabei
die Jungliberalen behaupten, daß ihre Organiſation im
Gegenſatz zur altnationalliberalen keine politiſche
ſon=
dern nur eine Altersorganiſation ſei, die ſich mit der
Partei ſtets im beſten Einvernehmen befunden habe, ſo
beißt das doch die Dinge allzu formaliſtiſch behandeln.
Der Jungliberalismus hat wahrlich oft genug den Zug
nach links unter Umſtänden betätigt, die für die
Geſamt=
partei Schwierigkeiten bedeuteten, und ſchließlich zur
Sonderorganiſation der entgegengeſetzten Richtung
ge=
führt. Keine einzige der anderen großen Parteien kennt
in ihrem Schoße ſolche Sonderorganiſationen. Daß es bei
der Nationalliberalen Partei anders beſtellt iſt, hat die
Stellung der Geſamtpartei häufig genug erſchwert,
um den Wunſch zu rechtfertigen, daß die
National=
liberale Geſamtpartei in dieſer wichtigen
organiſa=
toriſchen Angelegenheit wieder ebenſo geſtellt werde, wie
die übrigen Parteien. Die unverkennbare Freude, mit
der geſchworene Feinde der Nationalliberalen jede
Aeu=
ßerung des Widerſpruchs gegen die Wiederherſtellung
der orgeniſatoriſchen Einigkeit aufgreifen, redet eine ſo
deutliche Sprache, daß ſie überall da verſtanden werden
muß, wo der ernſte Wille vorhanden iſt, das Wohl der
Geſamtpartei über örtliche Bedürfniſſe, perſönliche
Wün=
ſche und einſeitige Theorien zu ſtellen.
Die engliſche Kriſis iſt durch einen
mannhaf=
ten Entſchluß des Premierminiſters Asquith
anſchei=
nend der Löſung erheblich nahe gebracht worden Der
Rücktritt des Kriegsminiſters Seely und die Uebernahme
ſeines Poſtens durch Asquith ſelbſt bezeugt den
entſchie=
denen Willen des lberalen Parteiführers, die Breſche, die
das iriſche Offizierkorpsein die granitene Mauer engliſcher
Parlamentsherrſchaft geriſſen hat, von Grund aus
wie=
derherzuſtellen. Der Eindruck davon iſt weder bei der
Regierungspartei noch bei der Oppoſition ausgeblieben.
Das zeigt ſich nicht nur in der geſteigerten
Bereitwillig=
keit der Unioniſten, ein Kompromiß über die
Homerule=
frage zu ſchließen, ſondern auch in ihrem Verzicht auf die
Aufſtellung eines eigenen Kandidaten gegen Asquith, der
ſich wegen der Uebernahme des neuen miniſteriellen
Am=
tes einer Neuwahl unterzieht. Bildet das energiſche
Vor=
gehen in der Tat den Ausgangspunkt für die ſchließliche
Beilegung der Ulſterkriſis, dann hat Asguith ſowohl
ſei=
nem Lande wie der liberalen Partei einen großen Dienſt
geleiſtet. Denn der urſprüngliche Rückzug des
Kriegs=
miniſters Seely vor dem ſtreikenden Offizierkorps konnte
die engliſche Wählerſchaft unmöglich für die liberale
Par=
tei einnehmen.
Die innere Kriſis, die Frankreich durchmacht,
ſteht ſchwerlich vor der organiſchen Heilung. Die
Tätig=
keit des Rochette=Ausſchuſſes hat hauptſächlich in der
Anwendung des alten Rezeptes beſtanden, den Pelz zu
waſchen, ohne ihn naß zu machen Schandenhalber kam
der Rochette=Ausſchuß um den Tadel der früheren
Mini=
ſter Monis und Caillaux wegen ihrer Einmiſchung in die
Rechtspflege nicht herum. Aber der Tadel fiel ſo
zurück=
haltend aus und bleibt ſo vollſtändig ohne weitere
Fol=
gen, daß ſich der Eindruck aufdrängt, es werde trotz der
großſpurigen Einſetzung des Rochette=Ausſchuſſes an dem
verderbten Syſtem der Einmiſchung franzöſiſcher
Macht=
haber in die Rechtspflege auch in Zukunft nichts geändert
werden. Nimmt man binzu, daß ſelbſt der unmittelbar
bevorſtehende Ablauf der Legislaturperiode die Kammer
nicht beſtimmt hat das Budget zu erledigen, dann lernt
man die Schattenſeiten der franzöſiſchen Demokratie auf
das gründlichſte kennen.
Am Balkan hält die Aufſäſſigkeit der Epiroten
gegen Albanien an. Die hieraus für den jüngſten
Balkan=
ſtaat hervorgehenden Schwierigkeiten werden von der
Preſſe in Paris und in Belgrad in den ſchwärzeſten
Far=
ben geſchildert Da Albanien die Großmächte um Hilfe
anging, die Griechen die Zurückziehung ihrer Truppen
wieder hinauszuzögern ſcheinen, haben die Diplomaten
der Großmächte neue Arbeit. Vielleicht vereinfacht ſie
ſich, wenn zwiſchen Griechenland und der Türkei über
Chios und Mytilene wirklich der Ausgleich
zuſtande=
kommt, den Rumänien vermittelt haben ſoll.
In Mexiko, das für ſeine ausländiſchen Anleihen
den Zinſendienſt wieder aufgenommen hat, dauert der
Bürgerkrieg fort. Die Nachricht von einer entſcheidenden
Niederlage der Rebellen unter Villa hat ſich nicht
be=
ſtätigt, vielmehr ſcheint Villa bei Torreon im Vorteil zu
ſein. Eine reinere Freude als hieran kann der Präſident
der Vereinigten Staaten von Amerika an
der Beſeitigung der Gebührenfreiheit für amerikaniſche
Schiffe im Panamakanal haben. Für den deutſchen
Han=
del iſt dieſe Wendung zu begrüßen; ihm wird auch der
glänzende Empfang zugute kommen, den Prinz
Hein=
rich beim Beſuch ſüdamerikaniſcher Staaten gefunden
hat,
Die Lage in Albanien.
*⁎* Wer geglaubt hatte, die Bewegung in
Nord=
epirus gegen die Einverleibung in das neue Fürſtentum
Albanien werde abflauen und ſchließlich im Sande
ver=
laufen, wird ſich durch die letzten Nachrichten von dem
Angriff der Aufſtändiſchen gegen die Stadt Koritza ſeines
Irrtums bewußt geworden ſein. Dieſer Angriff bedeutet,
daß die Nordepiroten noch längſt nicht daran denken,
ſich in das ihnen von den Großmächten bereitete Geſchick
zu fügen, ſondern ihren Aktionskreis weiter in Albanien
hinein auszudehnen beginnen. Soweit ſich überſehen
läßt, iſt der ihrem Vordringen entgegengeſetzte Widerſtand
zu ſchwach, und wenn es ſich beſtätigt, daß der beim
Kampfe vor Koritza verwundete Kommandeur der
alba=
niſchen Gendarmerie, der holländiſche Major Rueller,
den Oberbefehl niederlegen mußte, ſo iſt das für die
Epi=
roten ein anſehnlicher Erfolg, und immer dringender wird
die Frage, was denn geſchehen ſoll, wenn die der
alba=
niſchen Regierung zu Gebote ſtehenden Streitkräfte nicht
genügen, der Rebellen Herr zu werden.
Man ſpricht davon, daß die Regierung in Durazzo
nunmehr energiſche Maßregeln gegen die Aufſtändiſchen
ergreifen wolle, was in Wien und in Rom volle
Billi=
gung finde. Wir meinen, eine kräftigere Offenſive ſeitens
der Albaner wäre ſchon längſt an der Zeit geweſen, ehe
der Aufſtand den heutigen Umfang angenommen hatte.
Aber zur Entfaltung der nötigen Machtmittel konnte
man wohl noch nicht kommen, da ja in dem jungen
Staatsweſen alles erſt im Entſtehen und Werden
begrif=
fen iſt. Die Bildung einer nach abendländiſchem Muſter
organiſierten Armee wird dem Fürſten ſicherlich als eine
der vornehmſten Pflichten ſeiner Herrſchertätigkelt am
Herzen liegen, aber dazu gehört Zeit und — Geld.
Letz=
teres iſt vorläufig noch ſehr rar in Albanien, und mit den
auf die künſtigen Anleihen gezahlten Vorſchüſſen läßt ſich
nicht viel beginnen. Dieſe reichen kaum zur erſten
In=
ſtallierung der Verwaltung, geſchweige denn zu einer
um=
fangreicheren militäriſchen Aktion. Daß die Großmächte
ihre jüngſte Schöpfung nicht im Stich laſſen können und
Albanien ſo oder ſo in den Sattel helfen müſſen, iſt klar.
Zunächſt wollen ſie es mit einer Einwirkung auf
Griechen=
land verſuchen, damit auch jegliche indirekte Unterſtützung
der Epiroten unterbleibt. Reicht das zur Unterdrückung
des Aufſtandes nicht aus, ſo müſſen weitere Schritte
ge=
ſchehen.
Wie man ſieht, iſt die Aufgabe, an welche der Prinz
zu Wied mit der Annahme der albaniſchen Fürſtenwürde
herangetreten iſt, ſchwerer, als er vielleicht gedacht hat.
Aber deshalb braucht an dem Gelingen ſeiner Miſſion
noch nicht gezweifelt zu werden. Auch andere fürſtliche
Pioniere abendländiſcher Kultur, wie Carol I. von
Ru=
mänien, Alexander und Ferdinand von Bulgarien, haben
in der neuen Heimat Schwierigkeiten aller Art
vorge=
funden, und ſie waren ebenſowenig auf Roſen gebettet
wie jetzt Wilhelm von Albanien. Dieſer darf alſo hoffen,
gleichfalls ſein Ziel zu erreichen, wenn er Tatkraft und
Ausdauer genug behält, auf ſeinem Platz auszuharren
und ſeine Pläne durchzuſetzen.
Der Beſchluß der franzöſiſchen
Kammer über die Rochettes
angelegenheit.
* Nach einer Erklärung des Miniſterpräſidenten
Doumergue, der nochmals nachdrücklich verſicherte,
daß er den Bericht des Oberſtaatsanwalts Fabre vor
deſ=
ſen Verleſung durch Barthou nicht gekannt habe, beſchloß
die Kammer, zur Erledigung der Rochette=Angelegenheit
eine Nachtſitzung abzuhalten.
Die Abſtimmung am Schluß der Nachtſitzung der
Kammer geſtaltete ſich ſehr bewegt. Nach der einſtimmig
erfolgten Annahme des Hauptſatzes der
Tagesord=
nung Renard, in der die Kammer die Feſtſtellungen
des Unterſuchungsausſchuſſes zur Kenntnis nimmt und
ihre Mißbilligung über die mißbräuchliche Einmiſchung
der Finanz in die Politik und der Politik in die
Juſtiz=
verwaltung ausſpricht, hatte man ziemlich allgemein
an=
genommen, daß die Sache nunmehr erledigt ſei. Auf
An=
trag des Sozialiſten Sembat wurden jedoch die
Schluß=
worte der Tagesordnung, durch die jeder Zuſatz abgelehnt
werden ſollte, mit 254 gegen 208 Stimmen verworfen,
was lebhafte Erregung hervorrief. Hierauf wurden vier
verſchiedene Zuſatzanträge eingebracht; zunächſt der
Zu=
ſatzantrag der Sozialiſten Sembat und Colly, daß
Monis, Caillaux, de I'Isle, Briand und Barthou der
zu=
ſtändigen Gerichtsbarkeit überwieſen werden ſollen, dann
der Zuſatzantrag Hubert, in dem die Regierung
aufge=
fordert wird, eine gerichtliche Unterſuchung über die
Be=
weggründe anzuordnen, welche Monis und Caillaux zur
Behinderung der Tätigkeit der Juſtiz veranlaßt hätten.
ferner ein Zuſatzantrag des Nationaliſten Berry, der
Monis und Caillaux der Juſtiz überantwortet wiſſen
will, und ſchließlich der von den Radikalen Renard und
Deloncle beantragte Zuſatzantrag, daß die Kammer
ihren Entſchluß bekunde, die Trennung der Gewalten in
wirkſamerer Weiſe zu verbürgen Der Zuſatzantrag
Sembat und Colly wurde mit 359 Stimmen
ge=
gen 103 Stimmen abgelehnt und ſodann der
Zuſatzantrag Renard und Deloncle mit 265 gegen
120 Stimmen angenommen. Die geſamte
Ta=
gesordnung wurde hierauf durch Händeauſheben
geneh=
migt. Unter lebhafter Bewegung wurde alsdann die
Le=
gislaturperiode um 2 Uhr nachts mit einer Rede des
Präſidenten Deschanel geſchloſſen, welcher die Tätigkeit
der Kammer rühmend hervorhob und die von ihr
be=
ſchloſſenen wichtigen Geſetze aufzählte. Als Deschanel auch
das Dreijahrgeſetz erwähnte, riefen die Sozialiſten:
Nie=
der mit den drei Jahren! Deschanel entgegnete daxauf
mit erhobener Stimme: Die Kammer wollte, daß die
Ar=
mee verſtärkt und die Grenze beſſer geſchützt werde; ſie
ſind es. Dieſe Worte riefen bei einem Teil des Hauſes
lebhaften Beifall hervor.
Darauf vertagte ſich die Kammer bis zum 2. Juni.
* Paris, 4. April Da die Kammerſitzung erſt um
2 Uhr morgens ihr Ende erreichte, ſo ſind die
Kommen=
tare noch ſehr zurückhaltend und ſpärlich. Trotzdem läßt
ſich bereits erkennen, daß der Sieg der Radikalſozialiſten
und infolgedeſſen der Regierung im Lager der Gegner den
größten Sturm erregen wird. Die Feinde der ehemaligen
Miniſter Monis und Gaillaur hatten offenbar gehoft,
in der Kammerſitzung einen ernſten Schlag gegen die
Re=
gierung führen zu können, was ihnen jedoch nicht
ge=
lungen iſt. Beſonders heftige Worte gebraucht der
Gau=
lois. Das Blatt erklärt, daß das jetzige Regime
voll=
kommen verfault ſei, und ſchlägt als einziges Hilfsmittel
in Anlehnung an den bekannten Satz Sembachs vor, wenn
nicht einen König, ſo doch mindeſtens einen Führer zu
wählen, da im anderen Falle ein Bügerkrieg zu
befürch=
ten ſei. Die Autorité ſchreibt: Der jetzige Konflikt
über=
trifft die Skandale Rochettes, Monisk, Caillaux’ bei
wei=
tem. In dem ganzen Moraſt iſt nur die Beſtechlichkeit,
Ohnmacht und Bankrott des augenblicklichen Regimes zu
erkennen. Jedem Unparteiiſchen, jedem Ausländer müſſe
das klar ins Auge ſtechen.
Deutſches Reich.
— Wehrbeitrag und Statiſtik. In einer
der letzten Sitzungen des Bundesrats iſt deſſen
Aus=
ſchüſſen, wie bereits gemeldet wurde, der Entwurf von
Beſtimmungen über die Wehrbeitragsſtatiſtik überwieſen
worden. Dieſer Entwurf wird den Gegenſtand
eingehen=
der Beratungen bilden. Es handelt ſich bei dieſer Statiſtik
beſonders darum, die verſchiedenen Noten des im
Deut=
ſchen Reiche vorhandenen Vermögens feſtzuſtellen, um an
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Nummer 95.
der Hand dieſer Ergebniſſe die bisherige und die
künf=
tige Steuerpolitik des Reiches mitteilen zu können.
Da=
gegen iſt von dieſer Statiſtik nicht zu erwarten die
Be=
friedigung der Neugier mancher Kreiſe, wieviel in dieſem
oder jenem Ort an Wehrbeitrag eingekommen ſei. Der
Oeffentlichkeit wird der Geſamtbetrag des Wehrbeitrages
mitgeteilt werden, der in den einzelnen Bundesſtaaten ein
gekommen iſt oder einkommen ſoll, andere Offenbarungen
aber werden nicht erfolgen. Namentlich wird eine
Aus=
kunft darüber, was die Bundesfürſten an Wehrbeitrag
entrichtet haben, nicht gegeben werden. Die Höhe dieſes
Wehrbeitrages werden nur die oberſten Finanzbehörden
der einzelnen Bundesſtaaten erfahren.
— Die Wiederaufnahme im
Diſziplinar=
verfahren. Auf Grund der Beſchlüſſe des Reichstags
zu der Vorlage über die Wiederaufnahme im
Diſziplinar=
verfahren ſind die Bundesregierungen zu einer nochmaligen
Beratung zuſammengetreten. Dem Vernehmen nach wurde
einſtimmig beſchloſſen, der Vorlage in der vom Reichstag
gegebenen Faſſung nicht zuzuſtimmen, falls der beſchloſſene
Zuſatz über die zu gewährende Einſicht in die
Perſonal=
akten aufrecht erhalten bleibt.
— Der Kaiſerbrief. Die Germania führt
fol=
gende Mitteilung der Katholiſchen Weltkorreſpondenz an:
Durch verſchiedene deutſche Zeitungen ging die Nachricht,
der ſogenannte Kaiſerbrief (den der Kaiſer an die
Land=
gräfin von Heſſen bei ihrem Uebertritt zum
Katholizis=
mus geſchrieben hat) befinde ſich in Rom in den Händen
des Papſtes oder ſei auf dem Wege nach Rom.
Dem=
gegenüber können wir feſtſtellen: Im Vatikan weiß man
von dem ſogenannten Kaiſerbrief nichts, da er nie in die
Hände des Papſtes kam und ſich auch dort nicht befindet;
auch weiß man im Vatikan von dem wahren Inhalt dieſes
Briefes nichts. Damit entfallen alle an dieſe Meldung
ge=
knüpften Kombinationen.
Fiſchereigeſetz in Preußen. Dem
preu=
ßiſchen Abgeordnetenhauſe iſt das neue Fiſchereigeſetz
zu=
gegangen. Der Entwurf zerfällt in 11 Abſchnitte mit 127
Paragraphen. Er will für die von ihm als offene
Ge=
wäſſer bezeichneten Fiſchgewäſſer die Möglichkeit ſchaffen,
zielbewußte Maßnahmen zur Verbeſſerung des
Fiſchbe=
ſtandes und zur vollen Ausnutzung der Gewäſſer zu treffen
und hierdurch namentlich den öſtlichen Landesteilen eine
Bewirtſchaftungsweiſe eröffnen, die zu einer Vermehrung
und Verbeſſerung der für die Bevölkerung immer
unent=
behrlicher werdenden Fiſchnahrung führt.
Ausland.
Frankreich.
Aus Marokko. Einer Blättermeldung zufolge
wird General Mangin demnächſt nach Marokko
zurück=
kehren, um den Befehl über die am Fuße des Atlas
ſtehen=
den Truppen zu übernehmen. Mangin ſoll im Hinblick
auf die geplante Expedition nach Tazza die Aufgabe haben
die Bergſtämme in Schach zu halten und dieſe zu
verhin=
dern, ſich den aufſtändiſchen Stämmen der Muluja=Gegend
und der Umgegend von Fez anzuſchließen. — Wie aus
Udſchda gemeldet wird, fand bei Marmiſſa auf dem Wege
nach Tazza ein Kampf zwiſchen der Kolonne des Oberſten
Bolleux und dem Tſulſtamme ſtatt. Die Marokkaner
wur=
den geſchlagen und ließen zwei Tote zurück. Die
Fran=
zoſen hatten einen Toten und acht Verwundete. — Wie
aus Rabat gemeldet wird, hat der Prätendent El Hiba
ſich in das Atlasgebirge zurückgezogen. Er hat alle ſeine
Brüder zu ſich berufen, um darüber zu beraten, ob er ſich
Frankreich unterwerfen oder ein Bündnis mit den
an=
deren Führern der Aufſtändiſchen ſchließen ſoll.
Rußland.
Das Budget. Die Budgetkommiſſion der
Reichs=
duma hat in einer außerordentlichen Sitzung, welcher der
Verweſer des Finanzminiſteriums, Bark, beiwohnte, die
Einnahmen des Budgets angenommen. Auf eine Anfrage
erklärte Bark, die Herabſetzung des ruſſiſchen Goldvorrats
im Auslande ſei leider unmöglich, da die bei
ausländi=
ſchen Bankiers befindlichen Summen für
Anleihebezahlun=
gen, Kronbeſtellungen, für die Handelsbilanz uſw.
not=
wendig ſeien.
Das Tabakmonopol. Aus Anlaß des Gerüchts
über die Einführung eines Staatstabakmonopols in
Ruß=
land gibt das Finanzminiſterium bekannt, daß die
gegen=
wärtige Lage der geſamten Tabakinduſtrie einer genauen
Prüfung unterzogen werde, welche vorausſichtlich Mitte
1915 abgeſchloſſen ſein werde. Erſt dann, wenn die
Er=
gebniſſe dieſer Prüfung vorliegen, werde über die Frage
nd damit über die Tabakabgaben endgültig beſchloſſen
werden. Sollte ſich das Miniſterium für das
Tabakmono=
pol entſcheiden, ſo würde dieſes nicht vor dem 14. Januar
1918 eingeführt werden.
Balkanſtaaten.
Die Antwort der Mächte auf die
grie=
chiſche Note. Aus diplomatiſchen Kreiſen wird
mit=
geteilt, daß die Mächte die Note Griechenlands umgehend
beantworten werden, und zwar in dem Sinne, daß die
ſofortige Räumung des Epirus durch die griechiſchen
Truppen gefordert wird. Von einer Verlängerung des
Termins könne gar keine Rede ſein, da es nicht Aufgabe
Griechenlands ſei, über die Vorgänge in Epirus zu
wachen. Dies ſei vielmehr die Pflicht der Großmächte,
die das Schickſal des Landes beſtimmt haben.
Das Handelsabkommen zwiſchen
Ru=
mänien und Griechenland iſt von der
rumäni=
ſchen Kammer angenommen worden.
Aus Albanien. Die Nachrichten aus dem Süden
des Landes ſind fortdauernd ernſt. Verläßlichen
Meldun=
gen zufolge befinden ſich unter den aus epirotiſchen
Ban=
den und heiligen Bataillonen beſtehenden Aufſtändiſchen
zum großen Teile verkleidete griechiſche Offiziere und
Sol=
daten. Die Banden verfügen über Kanonen und
Mi=
trailleuſen, über deren Herkunft aus Griechenland wenig
Zweiſel beſteht. In den letzten Tagen ſind die
Aufſtän=
diſchen von dem Süden über Kolonia und Leskowiki gegen
Norden vorgedrungen, wobei ſie die auf dem Wege
liegen=
den Dörfer plünderten und durch Kanonenſchüſſe
zerſtör=
ten. Die Albaniſche Korreſpondenz meldet aus Valona:
Eine große griechiſche Bande, durch verkleidete griechiſche
Soldaten verſtärkt, überfiel Koritza und richtete mehrere
heftige Angriffe gegen die Stadt. Koritza ſteht in
Flam=
men. Griechiſche Banden plünderten ſerner die Ortſchaft
Fraſari und einige Dörfer in der Umgebung. Sie haben
viele Häuſer niedergebrannt und eine größere Anzahl
Per=
ſonen getötet. Viele Menſchen ſollen in den Häuſern
lebendig verbrannt ſein.
Ching.
Der „Weiße Wolf‟. Die Times melden aus
Peking vom 3. April: Ein Telegramm aus Sinanfu von
heute abend beſagt, daß die Räuberbanden des „Weißen
Wolſs” 17 Meilen von der Stadt entfernt ſind. Die
Miſ=
ſionare ſind in die Stadt gerufen worden, wo ſie unter
militäriſchem Schutz ſtehen. Man erwartet, daß die
Re=
gierungstruppen von Tungkwan an der Grenze der
Pro=
vinz Schanſi die Lage erleichtern. Augenblicklich hegt man
wegen der Fremden in Sianfu Beſorgnis.
* Santiago de Chile, 4. April. Das
Prin=
zenpaar Heinrich von Preußen hat geſtern die
Beſuche der Stadt fortgeſetzt. Abends fand die
Beſich=
tigung der Militärſchule ſtatt. Die Parade auf dem
Exer=
zierplatz wurde in Gegenwart des Präſidenten, der
Mi=
niſter und des diplomatiſchen Korps vor einer ungeheuren
Zuſchauermenge abgebalten. Konteradmiral von Rebeur=
Paſchwitz, ſowie die Offiziere und 300 Matroſen des
deut=
ſchen Geſchwaders kamen in einem Extrazuge von
Valpa=
raiſo, um an der Parade teilzunehmen. Wähend des
militäriſchen Schauſpiels kreuzten fünf
Militärflugzeuge=
über dem Felde. Das Publikum jubelte dem
Prinzen=
paare zu und brachte Hochrufe auf Deutſchland aus. Das=
Prinzenpaar reiſt nach Valparaiſo ab, wo Prinz Heinrich
über das deutſche und chileniſche Geſchwader eine Parade
abnimmt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. April.
Die Arbeir der Großh. Zentrale für Mutter=
und Säuglingsfürſorge in Heſſen.
Man ſchreibt uns: Die Arbeit der Großh.
Zentrale=
für Mutler= und Säuglingsfürſorge bezweckt die hohe
Sterblichkeit der Kinder in den erſten Lebensjahren zu
bekämpfen und die Mütter nach Möglichkeit vor
nach=
teiligen Folgen der Entbindung zu bewahren. Ihre
Tätigkeit gilt in erſter Linie nicht den kranken, ſondern
den geſunden, lebensfähigen Kindern, die ſie vor
Krank=
heit bewahren will Die Statiſtik zeigt, daß die Arbeit
der Großh. Zentrale nicht umſonſt geleiſtet worden iſt.
An den meiſten Orten, an denen ſich Beratungsſtellen
be=
finden, werden mehr als die Hälfte der ihrer ſozialen
Stellung nach in Betracht kommenden Säuglinge zur
Be=
ratung gebracht, vielfach mehr als 75 Prozent, ja 90
Pro=
zent. Von den zur Beratung gebrachten Kindern ſtarben
im Jahre 1912 4,9 Prozent, von den anderen dagegen
16 Prozent im erſten Lebensjahre. Im ganzen
Groß=
herzogtum ſtarben im Jahre 1912 von 32000
Lebendgebo=
renen 3247 im erſten Lebensjahre, im Jahre 1880 dagegen
bei ungefähr gleicher Geburtenziffer 6340. Dieſer
Rück=
gang der Säuglingsſterblichkeit tritt namentlich in den
letzten vier Jahren, ſeit dem Beginn der Tätigkeit der
Großh. Zentrale und in den von ihr beſonders intenſiv
be=
arbeiteten Gegenden, ſtark zutage. So ſind z. B. in den
Stadt Darmſtadt im Jahre 1912 an
Magendarm=
krankheiten 42 Säuglinge geſtorben gegen 112 im Jahre
1909, im Landkreiſe Darmſtadt 44 gegen 109. Ueber den
Rückgang der Säuglingsſterblichkeit in den einzelnen
Ge=
meinden des Kreiſes gibt folgende Ueberſicht Aufſchluß=
Von 100 Lebendgeborenen ſtarben:
1906/10 1912 1913
Darmſtadt
. 13,7 9,8. 7,8.
10,0 4,5
Arheilgen
16,6 10,4
Elberſtadt
18,6 14,3
Pfungſtadt
Griesheim
15,8 8,6
Ober=Ramſtadt
14,6 14,4
Nieder=Ramſtadt
14,1 4,1
Roßdorf
11,6 7,0
Auffallend iſt die Verminderung der Sterblichkeit auch
in den beiden ungünſtigſten Bezirken des
Großherzog=
tums, im Ried und im Landkreiſe Mainz.
Ried:
1906/10 1912
Lampertheim
25,3. 14,3
Viernheim
18,7 13,5
Bensheim
19,3 11,9
Bürſtadt
17,8 8,9
Lorſch
21,5 14,8
Biblis
„ 18,4 8,0
Landkreis Mainz:
Weiſenau
19,1 9,8
Koſtheim
21,6 15,9
Bretzenheim
24,8 14,9
Gonſenheim
15,8 12,3
Hechtsheim
. 21,1 18,0
In manchen Orten des Kreiſes Mainz ſtarben ſogar
in dem abnorm heißen Sommer 1911, in dem ſich die
Sterblichkeit in anderen Gegenden Deutſchlands
verviel=
facht hat, weniger als in den vorhergehenden Jahren.
Für das Jahr 1913 liegt eine umfaſſende Statiſtik noch
nicht vor, aber die für einzelne Gemeinden bereits
feſt=
geſtellten Ziffern ſind größtenteils über alles Erwarten
Buße.
C) Das Wort Buße hat für viele Menſchen einen
un=
angenehmen Klang. Sie denken an eine düſtere Zumutung
und ein finſteres Gebaren, das ihre Seele ſchreckt und
lähmt, ohne ihr etwas Großes und Befreiendes zu
ſchen=
ken. Und doch iſt Buße eines der fruchtbarſten Erlebniſſe,
die es gibt. Buße heißt Sinnesänderung, Wiedergeburt,
Lebenserneuerung. Die Seele, auf die der Staub des
Lebens gefallen iſt, die müde und alt geworden iſt, ſoll
von neuem geboren werden. Neue Kräfte ſollen in ſie
einfließen, die ſie verjüngen und fröhlich machen. Dies
aber iſt nur möglich durch einen Anſchluß an Gott, den
Quell alles Lebens. Und das iſt keine kleine Sache. Alles
Edle auf Erden muß mit heißer Mühe erworben werden.
Das Höchſte aber, das einem Menſchen werden kann, der
Beſitz Gottes, koſtet die größte Anſtrengung: die
Selbſt=
überwindung. Der Menſch kann keine neue Schöpfung
werden, wenn er nicht den alten, engen, kleinlichen
Men=
ſchen zerbricht, auf den kurzſichtigen, ſelbſtſüchtigen
Eigen=
willen verzichtet und ſich Gott hingibt. Das aber wagt er
für gewöhnlich nicht. Er hat nicht den Mut, ſich ſelbſt
aufzugeben, um Gottes Geiſt zu erlangen. Deshalb ſcheut
er ſich vor der Buße. Der tiefgründige Menſch aber weiß,
daß er ſich erſt dann ſelbſt findet, wenn Gottes Finger
ſeine Seele berührt. Deshalb beugt er ſich vor Gott in
dem ganzen Ernſt heiliger Demut und ahnendem
Er=
ſchauern vor kommendem Glück.
Der letzte Palmeſel.
— Wenn am Palmſonntag die Uhr am maleriſchen
Turm der Pfarrkirche im Dorfe Taur bei
Inns=
bruck mit zwölf feierlichen Schlägen den Mittag verkündigt
hat, dann brauſt von neuem nach dem Gottesdienſt das
liebliche Glockengeläut über das ſtille Tal, und ein
merk=
würdiger Zug ſetzt ſich in Bewegung. Eine dichtgedrängte
Kinderſchar, wohl an 26—30, im feſttäglichen Putz, an
einer Strickleiter paarweiſe hintereinander angeſpannt,
zieht ein vierrädriges, niedriges Wagengeſtell dahin, auf
dem die Holzgeſtalt Chriſti, den Eſel reitend, faſt in
Le=
bensgröße ſteht. Der Herr iſt mit einem wirklichen
braun=
roten Rocke angetan, über den ein hochroter Mantel fällt;
die Rechte iſt ſegnend erhoben, während die Linke einen
Palmenzweig hält. Auch das ſtattliche Grautier, das ihn
trägt, iſt im Vollgefühl ſeines hohen Amtes und ſehr
atürlich dargeſtellt. Hinter dem Palmeſel zieht dann in
langer Reihe die Prozeſſion dahin; zuerſt Knaben, die mit
Boldflitter, buntfarbigen Seidenbändern und allerlei
anderem farbigen Schmuck reich verzierten Palmſtöcke
tra=
gend oder auch mit blühenden Palmweidenzweigen in den
Händen, dann die ernſten Männer und zuletzt der Prieſter,
der das Kreuz hält.
So wallt der feierlich ſtille und doch freudig helle Zug,
von der mitziehenden Volksmenge der Frauen und
Kin=
der umrahmt, von der Pfarrkirche zu Taur über die im
jungen Grün prangenden Hügel durch die blühende
Früh=
lingsherrlichkeit bis hinauf zum Taurer Schloß. Hier
wird der Palmeſel, d. h. die Chriſtusfigur auf dem
Grau=
tier, in dem einſamen St. Romedikirchlein eingeſtellt und
vom Meßner mit den zwei Miniſtranten ein frommes
Salve regina angeſtimmt. Der Prieſter erteilt der
Pro=
zeſſion den Segen, und dann ziehen die Palmträger laut
betend und mit ihren Gebeten in der Menge ein
vielſtim=
miges Echo erweckend, zu dem Dorf Rum herab. Dort iſt
ſchon ſeit langem alles in ungeduldiger Erwarkung und
freudiger Erregung. Alle Feldraine, alle Hügel am Weg,
den die Prozeſſion entlang kommen muß, ſind mit
Bur=
ſchen und Mädchen im Sonntagsſchmuck beſetzt und das
reizendſte Bild fröhlichen Empfangsjubels winkt dem
nahenden Zuge von weitem. Mit wehenden Palmbüſchen
wandert man der Palmeſelprozeſſion entgegen; der
Prie=
ſter von Rum begrüßt den nachbarlichen Amtskollegen,
und unter Glockengeläut findet dann der Einzug in das
Nachbardorf ſtatt. In der Kirche wird ein geiſtliches
deut=
ſches Lied geſungen und der Segen erteilt; im Schulhaus
aber hat unterdeſſen ein luſtiges Treiben begonnen. Da
tehen nämlich zwei große Säcke mit „Palmbretzen” die
unter die „Eſelzier” und die anderen Kinder verteilt
wer=
den. Die Abfütterung der hungrigen und durcheinander
drängenden Kleinen gibt zu manch komiſchen
Zwiſchen=
ſpielen Anlaß. Am ſpäten Nachmittag ordnet ſich dann
der Zug wieder in der alten Weiſe und kehrt in der
ſanf=
ten Dämmerung des Frühlingsabends nach Taur zurück..
Das iſt der letzte Palmeſel, der noch in
deut=
ſchen Landen ſeine vergnügte und doch rührend
bedeu=
tungsvolle Fahrt zur Erinnerung an den Einzug des
Herrn in Jeruſalem antritt. Sonſt iſt dieſer
Palmſonn=
tagbrauch, der dem Volke einſt ſo lieb und teuer war, wohl
völlig ausgeſtorben; nur die buntbemalten,
reichgeſchmück=
ten hölzernen Palneſel, gar manche darunter Meiſter=
werke gotiſcher Bildſchnitzkunſt, erzählen noch in den
Mu=
ſeen von dem Jubel, den ſie vor Jahrhunderten erweckten,
und in manchen Teilen Deutſchlands nennt man noch den
Burſchen, der zur Palmweihe zuletzt in der Kirche
ein=
trifft, in Erinnerung an den alten Brauch den Palmeſel”
Ludwig von Hörmann, der uns in ſeinem ſchönen Buch
über das Tiroler Volksleben die letzte Palmeſelprozeſſion
die des Dorfes Taur, eingehend geſchildert, erinnert
dar=
an, daß in dieſer chriſtlichen Zeremonie noch ein Reſt der
altheidniſchen „Flurbegehung” erhalten iſt, durch die bei
den alten Germanen die Fruchtbarkeit der Felder von den
Göttern erfleht wurde. Jedenfalls iſt dieſer
Frühlings=
umzug ſchon ſehr bald von der Kirche in eine Darſtellung
des Einzuges Jeſu auf der Eſelin umgewandelt worden.
Die erſte genaue Mitteilung über ſolch eine
Palmeſelpro=
zeſſion findet ſich bereits im frühen Mittelalter in der
Vita S. Udalrici. Der Heiland wurde zunächſt durch einen
reichgekleideten Geiſtlichen verkörpert, der auf dem
hölzer=
nen Eſel gezogen wurde. Später ritt wohl noch ein
Knabe als Erlöſer auf dem Eſel; ſo iſt es uns noch von
1830 aus Kaſtl in der Oberpfalz überliefert. Das Ziehen
des Grautieres, vor dem Palmenzweige geſtreut wurden,
galt anfänglich für eine hohe Ehre und ein frommes
Ver=
dienſt, ſo daß es von den angeſehenſten Bürgern und
Rats=
herren ausgeführt wurde; ſpäter beſorgten es auf Koſten
des Stadtſäckels die Torwärtel und Stadtknechte oder gar
die Schulbuben, die dafür mit Palmwecken belohnt
wur=
den. Schon gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde der
heilige Vorgang aber allmählich ins Wüſte und derb
Aus=
elaſſene herabgezogen. Schon Sebaſtian Brand klagt in
ſeinem Narrenſchiff: „Den Eſel wüſte Rotten tragen, mit
ihm die ganze Stadt durchjagen‟. Die Chorknaben zogen
mit dem Palmeſel von Haus zu Haus und ſammelten
Gaben ein, Eier Würſte Brot, Kleingeld und Bier, das
ſie reichlich vertilgten. Man ſetzte kleine Kinder mit dem
Schnuller vorn und hinten auf den Eſel, wofür der
Kir=
chendiener eine Gebühr erhob er ward nicht mehr mit
Blumen verziert, ſondern mit Wurſt= und Eierkränzen
dicht behängt. und oft mag es vorgekommen ſein, wie es
von einer Prozeſſion aus Landshut berichtet wird daß
„keiner außer dem Palmeſel nüchtern nach Hauſe kam”.
Daher wurde der alte Brauch zu Ende des 18.
Jahr=
hunderts nicht nur in Hirtenbriefen eifrig bekämpft,
ſon=
dern ausdrücklich „von Kirchen= und Polizeiwegen”
ab=
geſchafft, hat ſich im 19. Jahrhundert nur noch hie
und da erhalten und lebt im 20. nur noch fort in Dem
letzten Palmeſel von Taur.
Nummer 95.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Seite 3.
tering. So iſt z. B. die Sterblichkeit in Pfungſtadt auf
6.8 Prozent, in Hechtsheim auf 2,8 Prozent geſunken.
Was in Heſſen geleiſtet worden iſt, ergibt am
deut=
lichſten ein Vergleich mit der Säuglingsſterblichkeit in
anderen Teilen Deutſchlands.
1909 1910 1911
1912
18,7 (noch nicht zu=
Greuß. Rheinprovinz . 14,4 13,4
ſammengeſtellt)
Bayern links d. Rheins
14,7 13,9 17,1
(Pfalz)
12,6
Mecklenburg=Schwerin 14,8 17,6 19,8
16,3
Großherzogt. Sachſen 14,8 14,2 17,9
13,1
14,7 15,4 22,5
14,5
Anhalt
14,0 14,7 15,6
12,7
Hamburg
14,7 12,2 14,5
Starkenburg
10,9
14,0 13,0 13,7
Rheinheſſen
11,1
17,0 16,2 19,2
Deutſches Reich
19,7
21,7 20,2 22,3
Bayern insgeſamt
17,7
Großherzogtum Heſſen 13,0 11,3 12,9
10,0
Die Großh Zentralſtelle für die Landesſtatiſtik ſchreibt
uns hierzu: Aufgeführt ſind ſämtliche Bundesſtaaten bezw.
Provinzen, die ähnlich wie Starkenburg und Rheinheſſen
im Jahre 1909 ca. 14 bis 15 Prozent
Säuglingsſterblich=
leit hatten. Die heſſiſchen Provinzen zeigen einen weit
bedeutenderen Rückgang der Säuglingsſterblichkeit als die
zum Vergleich herangezogenen Gebiete. Das ungünſtigſte
Jahr 1911 weiſt überall weit höhere Sterblichkeit auf als
1910 und 1909, ausgenommen unſere zwei heſſiſchen
Pro=
vinzen, die ſich glänzend gehalten haben.
Die Statiſtik von 1912 zeigt, daß Heſſen von allen
deutſchen Bundesſtaaten am günſtigſten abſchließt.
Deutſches Reich überhaupt
14,7
Preußen
14,6
Bayern
17,7
Sachſen
15,6
Württemberg...
13,8
Baden
, ,
13,8
Heſſen
10,0
* Erblicher Adel. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Fabrikdirektor Dr. Auguſt Clemm
zu Mannheim den erblichen Adel des Großherzogtums
mit dem Familiennamen „Clemm von Hohenberg”
verliehen.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
Freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs an Lorenz Kölſch in
Gau=Algesheim.
* Ernannt wurde der Geometer 2. Klaſſe Heinrich
Schlitt aus Ober=Gleen zum Zeichner des
Forſtver=
meſſungs= und Taxationsbureaus.
* Erledigte Stellen. Eine mit einem evangeliſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Romrod, Kreis Alsfeld. — An der Volksſchule zu
Heubach eine mit einem evangeliſchen Lehrer zu
beſetzende Stelle, mit der Organiſtendienſt verbunden iſt.
g. Provinzialausſchuß. Der Gemeinde=Einnehmer zu
Groß=Bieberau erhielt ſeit 1905 von den
ordent=
lichen Einnahmen der Gemeinde in Höhe von 71800 Mark
1.,4 Prozent, alſo ungefähr 1000 Mark. Bei der
Neurege=
ung der Einkommensverhältniſſe der Gemeindebeamten
durch das Kreisamt wurden die Bezüge des Gemeinde=
Einnehmers von Groß=Bieberau auf 1000 Mark, ſteigend
bis zu 1500 Mark, feſtgeſetzt, derart, daß dieſer zurzeit 1300
Mark zu erhalten hat, vom 1. Juli 1915 ab 1400 Mark und
vom 1. Juli 1917 ab 1500 Mark. Der Gemeinderat
bewil=
ligte nur 1200 Mark, beſtimmte aber gleichzeitig, daß die
Hebgebühren, die etwa 135 Mark betragen, in die
Ge=
meindekaſſe fließen. Die von der Gemeinde eingelegte
Klage gegen die kreisamtliche Feſtſetzung der Gebühren
wurde geſtern vom Provinzialausſchuß als unbegründet
verworfen. — Die Gemeinde Reichelsheim klagt
gegen die Gemeinde Ober=Schönmattenwag
auf Erſatz von Arzt= und Arzneikoſten in Höhe von 57,35
Mark. Die Witwe Julius Antonioli hatte
unbeſtrit=
tenermaßen den Unterſtützungswohnſitz in Ober=
Schön=
mattenwag, und dieſe Gemeinde ſtellte, da die Witwe
Ausländerin iſt, in Ausſicht, die Ausweiſung bei weiterer
Hilfsbedürftigkeit zu beantragen. Daraufhin verzichtete
die Witwe am 15. April 1912 auf weitere Unterſtützung:
ſie wurde jedoch wieder unterſtützungsbedürftig, als ſich
ihre Verhältniſſe änderten. Die Frau iſt am 15. März
geſtorben. Reichelsheim verlangt zunächſt Erſatz der
Arzt=
ind Arzneikoſten, vorbehaltlich weiterer Erſatzanſprüche.
Die beklagte Gemeinde verweigert die Erſtattung mit der
Begründung, eine Bedürftigkeit habe nicht vorgelegen.
Der Provinzialausſchuß gibt der Klage ſtatt und
ver=
urteilt die Gemeinde Ober=Schönmattenwag zur Zahlung
der 57,35 Mark. — Am 22. September v. J. erfolgte die
Beigeordnetenwahl in Seckmauern. Der Landwirt
Leonhard Walter II. erhielt 68, der Landwirt Johann
Joſeph Hillrich II. 62 Stimmen. Der unterlegene H.
erhob Einwendung gegen die Wahl, da erſtens die
acht=
tägige Offenlegung der Wählerliſte nicht erfolgte, ferner
nachträglich nach der Offenlegungsfriſt noch zwei Wähler
in die Wählerliſte eingetragen wurden. Der Kreisaus=
ſchuß erklärte die Einwendung für unerheblich für den
Ausgang, doch der Provinzialausſchuß gab der
Be=
rufung des Hillrich ſtatt und erklärte die Wahl für
ungültig.
g. Strafkammer. Ein Schwindler, der mit der
Neu=
zeit geht, und ſich auch des Telephons bei ſeinen
Betrü=
gereien bedient, iſt der 41jährige Taglöhner Georg
Ger=
mann von Laudenau. Der Angeklagte, der rückfällig iſt,
war früher bei einem hieſigen Fuhrunternehmer
beſchäf=
tigt geweſen und dadurch hatte er Kenntnis von den
Ge=
ſchäftsbeziehungen ſeines früheren Brotgebers zu einem
Metzger. Er telephonierte nun, als er ſich hier arbeitslos
aufhielt, den Metzger an und ſtellte ſich als der
Fuhr=
unternehmer vor und bat um ein Darlehen von 12 Mark;
der Kutſcher Germann käme ſofort und nehme die Summe
in Empfang. Der Betrug glückte vortrefflich. Weiter ging
der Angeklagte zu der Frau eines Arbeiters, der bei
dem=
ſelben Fuhrunternehmer beſchäftigt war und ſtellte ſich
dort ebenfalls als der Arbeitgeber vor. Er hielt der Frau
vor, ihr Mann habe ihm 8 Mark veruntreut und ſie ſolle
dieſe ſofort erſetzen. Da er keinen Erfolg ſah, verſuchte
Germann, allerdings vergeblich, mit Anzeige zu drohen.
In der geſtrigen Verhandlung beruft er ſich auf
Not=
betrug. Dieſer wird jedoch nur in letzterem Falle
ange=
nommen, wo auch gleichzeitig ein Erpreſſungsverſuch
vor=
liegt. Das Gericht erkannte auf drei Monate zwei
Wochen Gefängnis, abzüglich vier Wochen der
Unterſuchungshaft. — Der Gemeinderat von
Gräfen=
hauſen hatte durch Gemeinderatsbeſchluß in Auslegung
der Feuerlöſchordnung beſtimmt, daß die zu der
Pflichtfeuerwehr Herangezogenen in einer Liſte aufgeführt
werden ſollten, die offengelegt wurde. Paragraph 11 der
Feuerlöſchordnung ſchreibt jedoch vor, daß
Neuhinzuge=
zogene ſchriftlich zu benachrichtigen ſind. Ein neu
Eingereihter kam nun nicht zu der Uebung, weshalb ihm
vom Schöffengericht eine Geldſtrafe zudiktiert wurde. Auf
ſeine Berufung ſprach ihn die Strafkammer frei, da die
vorgeſchriebene ſchriftliche Benachrichtigung nicht erfolgte.
* Landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsbank. Wie
die Darmſt. Ztg. hört, wurde Direktor Mager von
der Zentralkaſſe der heſſiſchen landwirtſchaftlichen
Ge=
noſſenſchaften, der es verſtanden hat, ſich in kurzer
Zeit das Vertrauen vieler Genoſſenſchaften zu erwerben,
einſtimmig in den Vorſtand der
Landwirtſchaft=
lichen Genoſſenſchaftsbank gewählt. Da ſich die Bank,
wie bekannt, in ſtiller Liquidation befindet und neue
Geſchäfte nicht mehr abſchließt, werde Direktor Mager
zugleich die Leitung der Zentralkaſſe beibehalten können.
Seine Mitwirkung bei der Liquidation der
Landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank laſſe eine ruhige und
dem heſſiſchen Genoſſenſchaftsweſen vorteilhafte
Ab=
wickelung der Geſchäfte erhoffen.
* Eröffnung der neuen Depoſitenkaſſe der Bank für
Handel und Induſtrie. Geſtern mittag 12 Uhr fand die
feierliche Eröffnung der Depoſitenkaſſe der
Bank für Handel und Induſtrie (Wilhelminenſtraße) ſtatt.
Sie begann mit einer Beſichtigung der Räume unter
Füh=
rung des Direktors Geh. Juſtizrats v. Heſſert und der
beiden Herren vom Vorſtand der Bank, v. Olberg und
Wolf. Von der Wilhelminenſtraße aus betritt man die
Eingangshalle, an die ſich drei Schalterabteilungen zur
Ein= und Auszahlung anſchließen. In der Eingangshalle
befinden ſich Schreibpulte und einige abgeſchloſſene
Räume, in denen dem Publikum Gelegenheit geboten iſt,
mit den Beamten ungeſtört zu ſprechen. Vom
Schalter=
raum gelangt man links zu einem Treppenhaus, an das
ſich links das Vorſteherzimmer, rechts die Regiſtratur.
dann die Buchhalterei und Toiletten für das Perſonal
an=
ſchließen. In der Buchhalterei ſteht ein feuerſicherer
Schrank, in dem die Bücher während der Nacht aufgehoben
werden. Die Buchhalterei iſt mit dem etwa anderthalb
Meter tiefergelegenen Schalterraum verbunden. Von dem
Treppenhaus führt eine Treppe nach den
Treſorräumlich=
keiten, die zum Teil unter dem auf dem Gartengelände
errichteten neuen Anbau liegen. Sie enthalten das
Warte=
zimmer mit den anliegenden Einzelkabinen für die
Be=
ſucher, die dieſe von innen abſchließen können. Daneben
befinden ſich die eigentlichen Safes. Sie liegen in
feuer=
ſicherer Armierung mit einer 60 Zentimeter dicken
Eiſen=
betonanlage, die nach außen von einer 75 Zentimeter dicken
Klinkerſteinummauerung umgeben iſt. Decke und
Fuß=
boden ſind aus dem gleichen, nach den neueſten
Grund=
ſätzen gearbeiteten Beton= und Eiſenſchienenanlagen der
Firma Mahr & Markwort hergeſtellt. Dieſen eigentlichen
Saferaum trennt ein 65 Zentner ſchweres Gußſtahltor
ab. Ein durch ein feſtes Gitter abgeteilter Raum iſt
be=
ſtimmt, Wertpakete aufzunehmen, für deren Sicherheit die
Bank jede Garantie übernimmt. Im erſten Stockwerk
be=
finden ſich die Direktorenzimmer, ein kleiner Saal und
Warteräume für das Publikum. Das ganze Gebäude
macht in ſeiner ſchlichten Vornehmheit einen
außerordent=
lich geſchmackvollen Eindruck. Die von anerkannten
Fir=
nen gelieferten Sicherheitseinrichtungen bieten die
größ=
mögliche Gewähr. Die Bauleitung hatte die Firma
Mahr & Markwort; an dem Bau und ſeiner Einrichtung
waren im ganzen 44 Darmſtädter Firmen, eine Ludwigs=
burger und eine Berliner beteiligt. — Bei der Eröffnung
waren unter anderem anweſend: Geheimerat Römheld,
Miniſterialrat Hölzinger, Regierungsrat Gennes, der
Rek=
tor der Techn. Hochſchule Geh. Hofrat Prof. Dr. Müller,
der Direktor der Hypothekenbank Geh. Finanzrat Baſtian,
Bürgermeiſter Mueller, Finanzrat Dr. Michel und
Stadt=
baurat Buxbaum. Im Anſchluß an den Rundgang bot
die Bank ihren Gäſten eine Erfriſchung dar.
nn. Von der Gewerbeſchule. Durch einen von dem
Ortsgewerbeverein Darmſtadt aus den Zinſen der
Eck=
hardt=Stiftung zur Verfügung geſtellten Betrag von 100
Mark war es auch in dieſem Jahre wieder möglich, 38
tüchtige Schüler der Gewerbeſchule und des
Anna=
ſtiftes Beſſungen mit Prämien zu bedenken.
Von den aus der Schule entlaſſenen Schülern erhielten 13
und von den übrigen Schülern 25 Prämien
zuer=
kannt. Es war Bedacht darauf gelegt, den älteren
Schü=
lern hauptſächlich fachliche Werke zu geben; jedoch kamen
auch Werke unſerer Klaſſiker und für die jüngeren Schüler
gute Jugendſchriften zur Verteilung. — Mit dem Schluß
des Schuljahres ſind auch zwei verdienſtvolle Lehrer aus
dem Lehramt der Schule ausgeſchieden. Es ſind dieſes
Herr Hauptlehrer Backhaus welcher 22 Jahre mit
ausgezeichnetem Erfolge den Unterricht in Buchführung,
Wechſellehre uſw. in der oberen Abteilung der
Handwer=
kerſchule leitete, und Herr Reallehrer Guyot welcher
ebenfalls 22 Jahre lang den Unterricht im Rechnen, in
Deutſch und Mathematik und Phyſik in der unteren und
mittleren Abteilung der Handwerkerſchule erteilte. Den
beiden Lehrern wurde bei ihrem Scheiden von dem
Direk=
tor der Gewerbeſchule, Herrn Profeſſor Dr. Meiſel,
warme Worte des Dankes und der Anerkennung
ausge=
ſprochen. — Aus den Mitteln der Merck=Stiftung
konnten auch in dieſem Jahre wieder zwei talentierten und
im vierten Schuljahre ſtehenden Schülern der
Handwerker=
ſchule Annaſtift=Beſſungen und der Gewerbeſchule
Unter=
ſtützungen gewährt und dieſelben zur weiteren
Ausbild=
ung zum Beſuch des Deutſchen Muſeums nach München
geſchickt werden. — Die Winter=Tagesſchule für
Bauhandwerker und Metallarbeiter war von 45 Schülern
von hier und auswärts beſucht.
Treue Mieter. Heute ſind es 25 Jahre, daß
Frau Ratsdiener Peppler Wwe. und Sohn in dem
Hauſe des Herrn Kaufmann Caſtritius, Mühlſtraße 20
hier, wohnen. Dies iſt ein ſchönes Zeichen des guten
Einvernehmens zwiſchen Mieter und Vermieter.
* Gartenbauverein Darmſtadt. Der erſte Vorſitzende
Herr Profeſſor Völſing eröffnete die von 128
Mitglie=
dern und zahlreichen Gäſten beſuchte
Monatsver=
ſammlung mit der erfreulichen Mitteilung, daß der
Verein wieder einen Zuwachs von acht neuen Mitgliedern
erfahren habe und knüpfte daran die Bitte, es möchten die
Mitglieder eine vom Vorſtande verfaßte Werbeſchrift
ver=
breiten, damit der Verein weiter erſtarke und beſſer in der
Lage ſei, ſeine ſozialen Aufgaben zu löſen. Weiter wurde
bekannt gegeben, daß eine ſachgemäße Bekämpfung der
Reben= und Obſtbaumſchädlinge vom Verein aus gegen
eine mäßige Vergütung ausgeführt werden ſoll. Herr
Kreisobſtbautechniker Dorſch wird die Arbeiten
über=
wachen und von geſchulten Leuten ausführen laſſen. Alle
Gartenbeſitzer, welche von dieſer bequemen Einrichtung
Gebrauch machen wollen, werden gebeten, ſich beim
Vor=
ſtande zu melden. —In den nächſten Tagen ſoll eine
ge=
meinſame Beſichtigung der Frühkulturen in den
Gewächs=
häuſern des Großh. Orangeriegartens ſtattfinden; der
genaue Zeitpunkt wird in den Tagesblättern bekannt
ge=
geben. Vom Kreisobſtbauverbande iſt geplant, im
Som=
mer oder Nachſommer, je nach dem Ausfall der
Frühobſt=
ernte, eine Ausſtellung zu veranſtalten. Herr
Kreisobſt=
bautechniker Dorſch machte einſtweilen darauf aufmerkſam
und forderte zu lebhafter Beteiligung auf. — Im
Vor=
ſaale des Vereinslokals hatten die Handelsgärtner Rühl
und Schneider prachtvolle Exemplare von Azaleen,
Aura=
carien und Rhododendron ausgeſtellt; es wurde ihnen
da=
für der Monatspreis zuerkannt. Den Hauptteil des
Ver=
einsabends füllte der Lichtbildervortrag des Herrn
Ober=
rechnungsreviſors Klippert aus über deſſen 24tägige
Reiſe nach Schottland, Island, Spitzbergen und
Nor=
wegen. Die Ausführungen fanden den lebhafteſten
Bei=
fall. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden noch
allerlei Fragen aus der Gartenpraxis beſprochen. Dann
fand mit einer Verloſung wertvoller Pflanzen der
inter=
eſſante Abend ſeinen Abſchluß.
— Hermann Knispel=Abend. Im Reich des Humors!
Unter dieſem Titel hat der Künſtler auch in dieſem Jahre
vieder ein prächtiges Programm an hochdeutſchen und
mundartlichen Dichtungen zuſammengeſtellt. In der erſten
Abteilung kommen neben Goethe und Hauff der große
Schweizer Gottfried Keller, Otto Roquette, Gottfr. Schwab
u Gehör; ferner grotesk=komiſche Gedichte aus den „
Gal=
genliedern” und dem „Palmſtröm” von Chriſt.
Morgen=
ſtern, des vor wenigen Tagen in Meran verſtorbenen
Sprachvirtuoſen. — Die zweite Abteilung enthält die
Dialektſtücke in Pfälzer Mundart, die bekanntlich nie ihre
Wirkung verfehlen. Sie wird eingeleitet mit einer
Er=
zählung in Proſa von Lina Sommer (die Verfaſſerin iſt
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Darm=
ſtädter Künſtler auswärts. Unſere einheimiſche
Künſtlerin, Frau Schmidt=Illing, hat den Ruf des
Darmſtädter Konzertgeſanges in einer Reihe von Städten
aufs neue befeſtigt, wie Metz, Paderborn, Offenbach,
Eß=
lingen, Dortmund, Gießen, Braunſchweig u. a. Den
künſtleriſchen Höhepunkt bildete die Schöpfung” in der
Berliner Philharmonie unter Nikiſch, worüber hier
einige Urteile der Preſſe folgen mögen: Die Kreuz=Ztg.
ſchreibt: „Das Terzett war mit Frau Schmidt=Illing und
den Kammerſängern Kirchhoff und Siſtermanns
vortreff=
lich beſetzt. Die Dame eine grundmuſikaliſche Sängerin,
beſitzt eine ziemlich umfangreiche, gut gebildete Stimme‟
Die Deutſche Tageszeitung: In der Sopranpartie, die
neulich die Boſetti ſang, führte ſich Frau Sophie Schmidt=
Illing mit friſchen wie geſanglichen Mitteln anſprechend
ein‟ Die Berliner Börſen=Zeitung: „Auch die
ſo=
liſtiſchen Leiſtungen ſtanden auf achtunggebietender Höhe.
Frau Schmidt=Illing überwand mit ihrem ſchmiegſamen
Sopran ohne Mühe die koloriſtiſchen Schwierigkeiten der
beiden Arien, und wie ſie, zeigte ſich auch Herr Kirchhoff
mit dem Stil dieſer Muſik vertraut” Und endlich die
Poſt: „Die Aufführung ſelbſt verdient das höchſte Lob.
Frau Sophie Schmidt=Illing, die ich geſtern zum
erſten=
male hörte hat einen vollen, weichen und techniſch
vorzüg=
lich geſchulten Sopran, weiß außerdem mit feinem
Ge=
ſchmack zu ſingen und beſitzt einen ſeelenvollen Vortrag”
Für Karfreitag iſt die Künſtlerin zur „Matthäuspaſſion”
im Ulmer Münſter verpflichtet.— Aus Greiz meldet die
reußiſche Volkszeitung über ein Konzert des
Arbeiter=
bildungsausſchuſſes: Das D=Dur=Konzert für
Solo=
violine und Orcheſter von Beethoven war von Herrn
Kon=
gertmeiſter Stumpf eine Rieſenleiſtung. Er b=ältigte
asſelbe mit großer Virtuoſität und wurde den hohen
An=
forderungen Beethovens durchaus gerecht. Sein Spiel
frei von jeder Mach”, iſt techniſch ſo klar und durchſichtig,
die Bogenführung, welche auch nicht die kleinſte
über=
flüſſige Bewegung zuläßt, ſo gewandt, daß er ſich neben
jeder Größe hören laſſen kann. Am beſten gefiel der erſte
Satz mit der großen Kadenz. Wenn Herr Stumpf hier
und da noch etwas mehr Wärme und Leidenſchaft zugibt,
dann wird ihm ſo leicht keine Kritik mehr etwas anhaben
können — Engelbert Humperdincks neue
deutſche Spieloper „Die Marketenderin”
Text von Robert Miſch, wird nunmehr am Rhein, wo die
Handlung ſpielt, ihre Uraufführung erleben. Die Premiere
des Werkes findet beſtimmt noch in dieſer Saiſon am
Operntheater in Köln ſtatt und wird Herr Hofrat Fritz
Rémond perſönlich die Inſzenierung und Herr
Kapell=
meiſter Guſtav Brecher die muſikaliſche Einſtudierung und
Leitung der „Marketenderin” übernehmen.
— Wie Heyſe arbeitete. Heyſe ſtand vor dem geiſtigen
Auge Deutſchlands als der letzte „Dichter” im romantiſchen
Sinne, als der von den Niedrigkeiten des Lebens
abge=
wandte, in der Höhenwelt ſeiner Ideen lebende Poet, der
aus ſeiner unerſchöpflichen Phantaſie ſeine Werke
geſtal=
tet. Dadurch geriet er auch in den ſchroffſten Gegenſatz zu
den jungen Naturaliſten, die nichts aus dem eigenen
Buſen, alles aus der Wirklichkeit ſchöpfen wollten. Dieſe
Vorſtellung von Heyſe als einem Künſtler, der nicht die
Natur „abſchreibt” wird durch ſeine von ihm ſelbſt in
feinſinnigſter Weiſe zergliederte Art des Schaffens
be=
tätigt. Er hat es ausgeſprochen, daß faſt nie ein Ereignis,
as man ihm berichtete oder deſſen Zeuge er perſönlich
ge=
weſen ſeine Einbildungskraft angeregt habe; eher noch
ließen Bücher in ihm gewiſſe Ideen aufſteigen. Am
häu=
figſten aber wuchs ihm der Keim zu einer Dichtung aus
dem Unbewußten empor, aus jenem geheimnisvollen
Wal=
ten und Weben der Phantaſie, das mit realiſtiſcher Be=
obachtung und wirklichem Geſchehen nichts zu tun hat.
Es war eine Art Traumwelt, die nichts mit der den
Dich=
ter umgebenden Welt zu tun hatte und einmal hat er
ſo=
gar nach eigenem Geſtändnis eine Novelle „Die Frau
Marcheſa” genau ſo niedergeſchrieben, wie er ſie nachts
vorher geträumt hatte. Freilich ſind doch perſönliche
Er=
ebniſſe und Eindrücke in ſeine Stoffe verwebt; auch ihm
ſt das Köſtlichſte ſeiner Kunſt, wie die Totenklagen um
ſeine Kinder oder der Salamander” aus tiefſtem
Er=
zittern der eigenen Bruſt hervorgeſtrömt, aber das
Perſön=
liche iſt auch hier von einem goldenen Duft der viſionären
Ferne umhüllt. Deshalb darf man aber nicht meinen,
aß er einfach wie in einer willenloſen Verzückung
hinge=
ſchrieben, was ihm Phantaſie und Traum eingaben;
ge=
rade im Feilen und Formen, im ſtrengen Urteil der
eige=
nen Schöpfung gegenüber ſah er das Weſentliche des
Künſtlers. „Wer nichts ändern kann, iſt und bleibt ein
Dilettant,” hat er öfters geſagt. Er hat einzelne ſeiner
Werke drei= oder viermäl umgearbeitet, manche Novelle
nach jahrelanger innerer Geſtaltung zum Roman geweitet
und ſich mit ſeinen Anſprüchen an Klarheit und Reinheit
des Ausdruckes erſt nach langen Mühen ſelbſt Genüge
ge=
an. Man ahnt nichts von den Zweifeln und Kämpfen,
von der angeſtrengten Arbeit, die ſeine ſcheinbar ganz von
elbſt gewordenen Werke erſt ſo harmoniſch gemacht
haben. Seine Morgenſtunden waren ſtets dem Schaffen
gewidmet; ſchon ſein Frühſtück nahm er allein, um ſich in
die Geſichte, die ihn noch vom Schlaf her umwogten,
völlig einzuleben, und ſorgfältig mußten ihm alle
Stö=
rungen während dieſer „Muſezeit” ferngehalten werden.
ml. Eine Stadt ohne Dienſtmädchen. Alle Welt klagt
ber die ſtetig dringender werdende Dienſtbotennot. Aber
nirgends durfte dieſe Klage berechtigter ſein, als für die
irg geplagten Hausfrauen der engliſchen Stadt Haſtings,
in der ſeit vier Wochen auch nicht mehr der Schatten der
Spur eines Dienſtmädchens zu finden iſt. Schuld an dem
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Nummer 95.
den Leſern der Fliegenden Blätter längſt vorteilhaft bekannt)
und bringt weiter eine Reihe luſtiger Schnurren und
klei=
nerer Dialektſachen. — Es ſei wiederholt darauf
hinge=
wieſen, daß der Vortrag am Dienstag, den 7. April,
abends halb 9 Uhr, im Saale „Zur Traube” ſtattfindet.
N.=V. Kettengebetunfug. In letzter Zeit geht durch
Darmſtadt und auch andere heſſiſche Städte wieder
das „altengliſche Gebet” das ſchon vor etlichen
Jahren von ſich reden machte. Es werden Poſtkarten ohne
Unterſchrift zugeſandt, auf denen oben in mehr oder
weni=
ger ſchlechtem Engliſch einige Zeilen ſtehen. Darunter
fol=
gender Text: „Vorſtehenden altengliſchen Spruch erhielt
ich zur Weitergabe. Jeder, der es (!) bekommt, ſoll es
neun Tage hintereinander täglich einen (!) lieben
Men=
ſchen ſchicken, ohne Unterſchrift. Die Kette darf nicht
unter=
brochen werden. Es geht die Sage von dem Spruch, daß
der, der dies verſäumt, kein Glück mehr hat. Wer ihn aber
ſchickt, ſoll am neunten Tage eine große Freude erleben
und von allen Sorgen erlöſt werden.” (!) Deutſch heißt der
Spruch: „O Herr Jeſus, meine Seele fleht dich an, ſegne
alle guten Menſchen, hilf uns tragen alles Uebel und alles
Gute, um in dir zu ſein in alle Ewigkeit.‟ Die Sache iſt
ſchon älter, in verſchiedenen Faſſungen iſt das Gebet in
Deutſchland aufgetaucht, im weſentlichen mit gleichen
Grundgedanken. Obwohl es evangeliſcher Anſchauung
vom Beten ins Geſicht ſchlägt, haben ſich doch ängſtliche
Gemüter durch die Karte in Unruhe verſetzen laſſen und
durch Weiterſchreiben die Unruhe weitergetragen. Die
Sage” betr. Unglück wirkt ſuggeſtiv auf ſchwache Nerven.
Es ſei hiermit auf den Unfug hingewieſen. Das beſte iſt,
eine ſolche Karte ſofort zu vernichten. Die Geſchichte
dieſes „Gebetes” iſt alt, aber noch nicht genügend erforſcht.
Es wäre aber an der Zeit, daß die „Kette” einmal
gründ=
lich unterbrochen würde!
D Schwindelhafte Miſſionstätigkeit. Das Großh.
Polizeiamt hat folgende Bekanntmachung
er=
laſſen: Unerlaubtes Kollektieren. Im Januar
dieſes Jahres iſt in Frankfurt a. M. unter der
Bezeich=
nung „Internationale Schriftenmiſſion” ein Unternehmen
gegründet worden, das angeblich unentgeltliche
Kranken=
pflege bezweckt. Nach Angabe des Unternehmers
ſind=
ſieben ſogenannte Krankenſchweſtern engagiert, die von
Haus zu Haus gehen und das religiöſe Blättchen „Es
werde Licht” vertreiben. Die Schweſtern gebrauchen beim
Verkauf des Blättchens an den Türen die Worte: „Für
unentgeltliche Krankenpflege”, „Für Miſſion” „Für die
Armen”, „Zur Bekämpfung der Schundliteratur” und
der=
gleichen und haben bereits viele tauſend Stück ſolcher
Druckſchriften für 10 Pfg. das Stück abgeſetzt. Sie tragen
Schweſternkleidung (dunkelblaues Kleid mit weißen
Punk=
ten, ſchwarzen Mantel und ſchwarzes Häubchen mit
weißer Einfaſſung). Krankenpflege iſt noch nicht geleiſtet
worden; die Einnahmen ſind vielmehr zur Unterhaltung
der Unternehmer und des Perſonals verwendet worden
Es beſteht der dringende Verdacht, daß es ſich um eines
jener Inſtitute handelt, die jetzt überall auftauchen und
unter dem Vorwand ſozialer und religiöſer
Rettungs=
arbeit (Fürſorge für Obdachloſe, Krankenpflege, angeblich
Miſſionsdienſt) der Bereicherung der Inhaber dienen, die
teilweiſe erheblich vorbeſtraft und ungeeignet ſind.
Das=
ſelbe Geſchäft betreibt ein gewiſſer Willy Dietrich ſeit 1912
von Breslau aus mit den ſogenannten „Schweſtern vom
ſchwarzen Kreuz‟ Dietrich wurde von der Strafkammer
Breslau am 9. Juli 1912 wegen unerlaubten Kollektierens
verurteilt. Kürzlich wurde auch hier eine ſogenannte
Schweſter vom ſchwarzen Kreuz ermittelt, die die
Blätt=
chen „Friedensklänge” und „Es werde Licht” vertrieb und
den Erlös an das Dietrichſche Unternehmen ablieferte.
Wir empfehlen dringend, kollektierenden Perſonen
gegen=
über von der größten Vorſicht zu ſein und ſie nur dann
zu unterſtützen, wenn ſie eine von uns ausgeſtellte
polizei=
liche Genehmigungsurkunde vorzeigen können.
Schwindel=
unternehmungen vorbezeichneter Art ſchädigen die reelle
Miſſionstätigkeit, der durch die Spekulation Unberufener
eine Menge Werte entzogen wird.
D Straßenbahnen und Fuhrwerksverkehr. In letzter
Zeit mehren ſich wiederum die Klagen darüber, daß die
Leiter von Fuhrwerken die polizeilichen Vorſchriften über
den Straßenverkehr nicht befolgen und insbeſondere die
Warnungsſignale der Motorwagen und der Lokomotiven
der Straßenbahn außer Acht laſſen. Des öfteren verſuchen
die Fuhrleute, noch im letzten Augenblick vor den
Motor=
wagen oder den Lokomotiven über die Gleiſe zu kommen
ſo daß die Straßenbahn plötzlich zum Stehen gebracht
werden muß. Das Polizeiamt ſieht ſich deshalb
veran=
laßt, erneut auf die Polizeiverordnung, betr. Maßregeln
zur Verhütung von Unglücksfällen und Verkehrsſtörungen
aus Anlaß des Betriebs der Straßenbahn in der Stadt
Darmſtadt hinzuweiſen, und zwar namentlich auf die
Paragraphen 7 und 8 dieſer Verordnung, welche u. a.
beſtimmen, daß die Leiter von Fuhrwerken aller Art an
den Straßenkreuzungen der von Straßenbahnlinien
durch=
zogenen Straßen auf alle Fälle die Gangart ſo zu ver=
kürzen haben, daß ein Halten vor dem Gleis noch
mög=
ich iſt, ſowie, daß die Leiter von Fuhrwerken, wenn eine
Straßenbahn kommt, ſo rechtzeitig zu halten haben, daß
die Bahn in ihrer Fahrt nicht gehindert wird. Die
Schutz=
mannſchaft iſt angewieſen, auf das ſtrengſte auf die
Befol=
gung der Vorſchriften der Verordnung zu achten.
* Erbohrung einer neuen Quelle in Bad
Nau=
heim. In der Nähe des weithin bekannten
Karls=
brunnens wurde eine neue Quelle von vorzüglicher
Be=
ſchaffenheit erbohrt. Da die Arbeit unter ſachkundiger
Führung erfolgte, waren die Koſten verhältnismäßig
gering.
Einziehung von Fernſprechgebühren. Am
b. April wird mit der Einziehung der
Fernſprech=
gebühren begonnen werden. Es empfiehlt ſich, die
fälligen Beträge bereitzuhalten.
* Die Verſendung mehrerer Pakete mit einer
Poſtpaketadreſſe iſt für die Zeit vom 6. bis einſchließlich
11. April weder im inneren deutſchen Verkehr noch im
Verkehr mit dem Ausland — ausgenommen Argentinien —
geſtattet. Nach Argentinien können auch in dieſer Zeit
mehrere, jedoch höchſtens 3 Pakete, mit einer
Poſt=
paketadreſſe verſandt werden.
§ Aus dem Arbeitshaus Dieburg ſind während
des Monats März 15 Perſonen, welche daſelbſt
korrek=
tionelle Nachhaft verbüßten, entlaſſen worden. Die
längſte Dauer der Nachhaft betrug bei einer Perſon
730 Tage und die kürzeſte Dauer der Nachhaft bei einer
Perſon 147 Tage.
§ Aſyl für Obdachloſe. Im Monat März iſt in
dem im Lokale des zweiten Polizeireviers in der
Alexanderſtraße errichteten Aſyl für Obdachloſe 342
Per=
ſonen und in demjenigen im Lokale des fünften
Polizei=
reviers in der Ludwigshöhſtraße 94 Perſonen, zuſammen
436 Perſonen, Obdach gewährt worden.
§ Selbſtmordverſuch. Ein 22 Jahre altes Mädchen
prang am Freitag nachmittag gegen 1 Uhr in
ſelbſt=
mörderiſcher Abſicht in den Woog. Das Mädchen
wurde durch Paſſanten und den Woogspächter aus dem
Waſſer herausgezogen und in die elterliche Wohnung
verbracht.
— Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im
Monat März ergaben die fortlaufenden Reviſionen
der Nachtwachbeamten folgende Fälle: 408 offene
Haus=
türen und Tore vorgefunden; 62 mal brannte Licht
in Geſchäfts= und Bureaulokalitäten, Kellern und
Boden=
räumen, bezw. wurde rergeſſen, dasſelbe zu löſchen;
19 defekte Schlöſſer und Türen, ſowie ſteckengebliebene
Schlüſſel vorgefunden; 11 offenſtehende Parterrefenſter
ermittelt; 14 Hausbewohnern, die ihre Schlüſſel vergeſſen
hatten, geöffnet; 1 Waſſerrohrbruch entdeckt.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Ex=
pedition (Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder neu
ausgeſtellt: Begegnung des Kaiſers mit dem Erzherzog
Franz Ferdinand von Oeſterreich auf Schloß
Mica=
mare. — Die Hauptverſammlung des Deutſchen
Reichs=
usſchuſſes für olympiſche Spiele in Berlin. — Der erſte
deutſche Höhenweltrekord ohne Paſſagier. — Beſuch des
Kronprinzen von Rumänien mit ſeinem Sohn am
ruſſi=
ſchen Hof.
1. Dekorierungsfeſt der Turngemeinde
Darmſtadt.
* In den mit Tannengrün geſchmückten Kneipſaal
der Turnhalle am Woogsplatz hatte der Wanderausſchuß
ſeine Getreuen zum erſten Dekorierungsfeſt
ein=
geladen. Dieſer Einladung folgten nicht nur die Turner=
Wanderer, ſondern auch eine größere Anzahl Mitglieder.
Die Veranſtaltung nahm bei einem abwechſelungsreichen
Programm, das aus Konzertſtücken, Violinſoli, Geſangs=
und humoriſtiſchen Vorträgen beſtand, einen ſehr ſchönen
Verlauf. Der Vorſitzende des Wanderausſchuſſes begrüßte
die Erſchienenen, entwarf ein Bild der Wanderungen im
abgelaufenen Jahre und gab der Hoffnung Ausdruck, daß
bei den beginnenden Turngängen im gegenwärtigen
Wan=
derjahre die Zahl der Wanderer eine viel größere werden
möge, denn das Wandern gehöre zum Turnen. Der neue
Wanderplan enthalte ſehr ſchöne Gänge, die jedem Wunſch
entſprechen dürften.
Im abgelaufenen Jahre fanden 10 Turngänge ſtatt,
welche von durchſchnittlich 22 Turnern beſucht waren, von
dieſen konnten 8 Turner mit dem goldenen
Wanderab=
zeichen der Deutſchen Turnerſchaft ausgezeichnet werden.
Es ſind dies die Turner Emil Daum (als Senior der
Wanderer bekam er noch einen Tannenkranz), Biſchoff,
Weicker, Weitzel, Rohe, Becker, Wolff und Engel. Der
erſte Turnwart beglückwünſchte die Dekorierten und dankte
dem Ausſchuß für ſeine treue Arbeit und namentlich auch,
weil es ſeinen Bemühungen gelungen ſei, daß nunmehr
auch das Wandern in der Turngemeinde feſten Boden
gewonnen habe. Er hofft, daß die künftigen
Wanderun=
gen noch zahlreicher beſucht werden als bisher und ſchloß
ſeine Worte mit einem kräftigen „Gut Heil!” Nachdem
noch der neue Wanderplan bekannt gegeben worden war
ſchloß die ſchöne und eindrucksvolle Feier.
Der Wanderplan für 1914/15 enthält die
nachſtehenden Wanderungen: 1) 19. April: Weinheim=
Wachenberg—-Juhöhe-Bensheim; Führer: Guſtav Schä=. 2) 3. Mai: Erbach-Reichelsheim-Rodenſtein-
Ober=Ramſtadt; Führer: Krickſer. 3) 7. Juni:
Darm=
ſtadt-Meſſel-Roßdorf-Traiſa; Führer: Graf. 4) 19,
Juli: Darmſtadt-Lützelbach-Ober=Ramſtadt; Führer:
Daum. 5) 30. Auguſt: Darmſtadt-Burgwald-Ober=
Beerbach-Auerbach; Führer: Engel. 6) 13. September:
Wanderung des Main=Rhein=Gaues. 7) 18. Oktober:
Lengfeld-Otzberg-Lärmfeuer-Erbach: Führer: Hch,
Müller. 8) 1. November: Darmſtadt-Erfelden—
Kuh=
kopf-Oppenheim; Führer: Wolf. 9) 6. Dezember:
Bens=
heim-Knoden-Tromm-Mörlenbach; Führer: Meiſel,
10) 3. Januar 1915: Heppenheim-Kaiſerturm-
Lichten=
berg-Groß=Bieberau; Führer: Maurer. 11) 21. Februar:
Eberſtad-Frankenſtein-Jugenheim-Auerbach; Führer:
Biſchoff. 12) 14. März: Darmſtadt-Schloß
Philipps=
eiche-Dreieichenhain; Führer: Weicker. Die
Wanderun=
gen 3. 6 und 9 finden mit Turnerinnen ſtatt. Bei allen
Turngängn iſt Ruckſackverpflegung vorgeſehen. Näheres
wird jedesmal acht Tage vorher am ſchwarzen Brett im
Turnhauſe bekannt gegeben. Wer an elf Turnfahrten
teilnimmt, erhält das Wanderabzeichen der Deutſchen
Turnerſchaft.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 4. April 1914.
Butter, ½ kg1,35—1,40 M.
in Part., ½ kg1,20-1,30 M
Eier, Stück
7—9
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück . 4—10 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 2,50-3,00 M
Kumpf (10 Liter) 45—50 Pf
4 Pf.
½ kg
Mäuschen ½ kg. 12—14 Pf
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg . 12—25 Pf
Zitronen, Stück . 4—5 Pf.
Apfelſinen, Stück 6—7 Pf.
Birnen, ½ kg . 20—30 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 15—18 Pf
00 Pf.
Endivien, St.
„ kg
00 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 7—8 Pf.
Rettiche, Stück
5 P
Meerrettich, Stück 10—25 P
Roterüben, ½ kg . 10 P
Zwiebeln ½ kg 18—20 P
Tomaten, ½ kg 40—50 Pf
Spinat, ½ kg . 18—20 Pf.
Weißkraut, Stück 8—10 Pf.
Rotkraut, Stück 10—30 Pf
Blumenkohl, Stück 20—30 Pf.
Wirſing, Stück . . 00 Pf.
Grünkohl, Stück 5—6 Pf.
Roſenkohl, ½ kg 25—30 Pf
Geiberüben, ½ kg 5—6 Pf.
Schwarzwurz, ½ kg 20-25 Pf.
Weißerüben St. . . 3 Pf.
Kohlrabi St. . 10—15 Pf.
Topfſchnittlauch 20-25 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 85—90 Pf.
Enten, Stück 3,00—4,00 M.
Hahnen, Stück 2,50—3,50 M.
Hühner, Stück 2,50—3,00 M.
Tauben
. 65—70 Pf.
Lapins, Stück 1,10—1,20 M.
Zicklein
2,50—4 M.
Fiſche:
Hecht, ½ kg . 0,90—1 M.
1 M.
Aal, ½ kg
Karpfen, ½ kg . . 70 Pf.
Andere Rheinfiſche,
½ kg . . . . 35—60 Pf.
Rotzungen, ½ kg . 60 Pf.
Schollen, ½ kg . . 50 Pf.
Kabeljau, ½ kg 30—35 Pf.
Schellfiſche, ½ kg 30—35 Pf.
In den Fleiſchſtänden:
Rindfleiſch, ½ kg . 66 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf.
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg80 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
. 86 Pf.
½ kg
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
½ kg.
.70 Pf.
Ziegenfleiſch, ½ kg 60 Pf.
Offenbach, 4. April. (Einbruch.) Einbrecher
ſtat=
teten in verfloſſener Nacht dem Ruderhaus des Offenbacher
Rudervereins einen Beſuch ab. Sie ſtiegen durch ein
ein=
gedrücktes Fenſter ein, erbrachen Kiſten und Schränke und
entwendeten Sportkleidungsſtücke der Ruderer. — (
Auto=
mobilunfall.) Geſtern abend kam von der Höhe
der Sprendlinger Landſtraße ein offener, mit fünf
Perſonen beſetzter Wagen der Frankfurter Adlerwerke
herabgeſauſt, um im nächſten Augenblick gegenüber der
Keſſelfabrit Philipp Loos mit lautem Krachen und
Split=
tern gegen einen Laternenpfahl zu rennen,
ſich aufzubäumen und zu überſchlagen. Das
Unglück wickelte ſich mit einer Schnelligkeit ab, daß die von
allen Seiten auf den Anprall herbeieilenden Paſſanten
und Anwohner nur noch ſahen, wie aus einer ſich
lang=
ſam verziehenden dichten Staubwolke der umgeſtürzte
Wagen zum Vorſchein kam, unter dem die Inſaſſen ſich
mühſam herauszuarbeiten ſuchten. Hilfsbereite Hände
hatten den Wagen ſchnell hochgehoben und die Fahrer
be=
freit. Zwei der Automobiliſten, der Brotfabrikant
Dinges von Offenbach, und der 42 Jahre alte
Lohn=
kutſcher Otto Bleuel aus Frankfurt, hatten ſchwere
Ver=
letzungen erlitten. Der ſehr ſchwer verletzte Dinges wurde
mit dem Privatauto des Fabrikanten Andreas Schmitt
nach ſeiner Wohnung gebracht, während Bleuel mit dem
Krankenauto nach dem hieſigen ſtädtiſchen Krankenhauſe
transportiert wurde, Dinges wies ſchwere
Kopfverletz=
ungen, Bruch des Schlüſſelbeins und
Rückenverletz=
ungen auf, Bleuel hatte ſchwere Quetſchungen am Kopf.
Beide Verunglückte waren bewußtlos. Der Zuſtand
Bleuels war heute morgen befriedigend. Lebensgefahr
beſteht für ihn anſcheinend nicht mehr. Die übrigen
In=
ſaſſen kamen mit leichten Verletzungen und dem Schrecken
davon. Das Automobil wurde total zertrümmert und
ebenſo auch die Laterne, die vollſtändig abgebrochen
wurde. Der verunglückte Dinges war in Darmſtadt
geweſen und hatte dort die Fahrerprüfung abgelegk.
Die Rückfahrt, bei der einer der Mitfahrer ſteuerte, wurde
über Offenbach gemacht, da Dinges hier wohnt. Bei der
ſchnellen Fahrt verlor der Lenker die Gewalt über den
Wagen, der durch irgend einen Umſtand ins Schleudern
kam und im gleichen Augenblicke bei dem hohen Tempo
gegen die Laterne anprallte.
Mainz, 4. April. (Vom Pferde geſtürzt.) Einen
ſchweren Unfall erlitt heute morgen kurz nach 10 Uhr
ein Artillerie=Einjähriger Bei der Gaſtellſchen
Waggon=
fabrik in Mombach ſtürzte der Einjährig=Freiwillige
Ketſch, 1. Batterie des Feld=Artillerie=Regiments Nr. 27,
ſo unglücklich vom Pferde, daß er einen ſchweren
Schädel=
bruch erlitt. Einige Offiziere nahmen ſich des
Beſinnungs=
loſen an und veranlaßten ſeine Ueberführung nach dem
Garniſonlazarett. Sein Befinden iſt beſorgniserregend.
Gimbsheim, 4. April. (Einen ungewöhnlichen
Diebſtahl) vollführten Unbekannte hier. Die Witwe
M. hatte ihre Gänſe wie üblich, am Morgen auf die Straße
gelaſſen. Als die Frau am Mittag heim kam, ſtaunte ſie
nicht wenig, als ſie ihre ſämtlichen Gänſe
kahl=
gerupft vorfand. Der Dieb hatte es auf die Federn
der Tiere abgeſehen.
(*) Gießen, 3. April. (Das 2. Los der Güter=
Umgehungsbahn) bei Klein=Linden ſoll in Kürze
ebenfalls in Angriff genommen werden. Es handelt ſich
dabei um die gewaltige Erdbewegung von 570000
Kubik=
meter; dieſe Erdmaſſe iſt nötig zur Aufſchüttung eines
rieſigen Eiſenbahn=Dammes, der bis zu 17 Meter Höhe
Elend trägt die Beſitzerin eines Hotels der Stadt, die
un=
vorſichtigerweiſe im vorigen Jahr zwei ihrer
Dienſtmäd=
chen den guten Rat gab, in Auſtralien ihr Glück zu
ver=
ſuchen. Eines der auswandernden Mädchen lernte ſchon
auf dem Schiff den dritten Offizier kennen, der ſich in ſie
verliebte und ſie nach der Ankunft in Melbourne heiratete.
Das zweite Mädchen traf unmittelbar nach der Landung
in Auſtralien einen reichen Gutsbeſitzer, der ihr ſein
Ver=
mögen von einer Million für ein wenig Liebe als Entgelt
bot. Das Mädchen ließ ſich dies verlockende Anerbieten
nicht zweimal wiederholen. Als nach Haſtings die Kunde
des Glücks, das den beiden ausgewanderten Dienſtmädchen
in den Schoß gefallen, kam, verabſchiedeten ſich alle
weib=
lichen dienſtbaren Geiſter von ihrer Herrſchaft und
wan=
derten teils nach dem gelobten Land Auſtralien, teils
nach dem nicht minder gelobten Lande Kanada aus, in
der Hoffnung einen reichen Gutsbeſitzer als Gatten
ein=
zufangen. Ob dieſer Verſuch das erhoffte Ergebnis
ge=
habt hat, darüber verlautet noch nichts, in jedem Falle
aber ſind die Hausfrauen von Haſtings in die Zwangslage
verſetzt, ſich vorläufig ohne Dienſtmädchen behelfen zu
müſſen, bis Erſatz gekommen iſt.
C.K. Miſtrals Hund. Um Miſtral, den Sänger der
Provence, tcauert Südfrankreich; aber rührender und
größer als der Schmerz aller Freunde iſt die Trauer von
Miſtrals Hund Toutourle Er hat nun die letzte Probe
ſeiner Treue und ſeiner Anhänglichkeit gegeben, Toutourle
iſt vor Gram geſtorben iſt ſeinem Herrn gefolgt. Von
dem Augenblick an, da die irdiſchen Ueberreſte ſeines Herrn
davongetragen wurden, verkroch ſich Toutourle in einen
Winkel des Gartens. Alle Verſuche, ihn dazu zu bringen,
etwas zu freſſen, waren vergeblich, die ſchönſten
Lecker=
biſſen blieben unbeachtet liegen, Toutourle trauerte und
klagte um ſeinen Herrn, und ſein langgezogenes Heulen
klang Stunde um Stunde durch Tag und Nacht. Bis man
ihn am Mittwoch früh tot in ſeinem Winkel fand.
D’An=
munzio, der ſich rüſtet, in ſeinem Buch das „Leben
berühm=
iter Hunde” zu ſchildern, wird Toutourle, den treueſten
Freund Miſtrals, nicht vergeſſen dürfen.
Naturwiſſenſchaftlicher Verein
zu Darmſtadt.
292. Sitzung am 3. April 1914.
In ſeinem Vortrage „Ueber Platin” im
Natur=
wiſſenſchaftlichen Verein, dem ein reiches
Demonſtrations=
naterial der Platinſchmelze G. Siebert in Hanau zur
Ver=
fügung ſtand, beſprach Herr cand. chem. Georg
Sie=
bert jr. zuerſt die geographiſchen und geologiſchen
Ver=
hältniſſe der Hauptlagerſtätten des Platinerzes im Ural,
ging dann zur Erzgewinnung ſelbſt über, hier beſonders
die Waſcharbeit der „Staratelis” (umherziehende
Arbei=
tertrupps) und die der „Dragas” (Schwimmbagger)
her=
vorhebend, und verbreitete ſich ſodann an Hand
verſchie=
dener Erzproben über die Trennung und Scheidung des
Platins, die bekanntlich zu der ſchwierigſten Aufgabe in
der techniſchen Chemie gehört. Auch die übrigen Metalle
der Platingruppe erwähnte der Vortragende kurz. Sehr
ausführlich verbreitete er ſich ſodann über die Anwendung
des Platins in Technik und Induſtrie und erwähnte, daß
von dem jährlichen Platinumſatz von zirka 6000 Kilo ein
Drittel der chemiſchen und Elektroinduſtrie, ein Drittel der
Bijouterie und ein Drittel der Zahninduſtrie zufließe.
Beſonders intereſſant waren die vom Vortragenden
ge=
zeigten Platinſalze (Platinchlorid, Kaliumplatinchlorür
Bariumplatinchlorür) und verſchiedene Platindoppelſalze,
unter denen beſonders die farbenprächtigen Kriſtalle des
Ittriumplatincyanür, Kalium=Litiumplatincyanür und
Magneſiumplatincyanür gefielen. An Hand einer
exzen=
triſchen Preiskurve von dem Jahre 1880—1913 kam der
Vortragende zur Beſprechung der Preisverhältniſſe des
Platins und wies auch auf den in dieſem Sommer
bevor=
ſtehenden ruſſiſchen Ausfuhrzoll für Platinerze hin. Am
Schluſſe ſeiner intereſſanten Ausführungen erwähnte der
Vortragende die Nachrichten über die deutſchen
Platin=
funde und bemerkte hierzu, daß bis jetzt trotz
fachmänni=
ſcher Unterſuchungen der aus dem „Weſtfäliſchen Ural”
ſtammenden Platinerde keine definitiven Ergebniſſe
vor=
liegen.
Nummer 95.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Seite 5.
erreicht. Dazu kommen 9000 Kubikmeter Mauerwerke und
Brückenbauten 15000 Kubikmeter Packlage und 3000
Kubikmeter Chauſſierung. Leider verliert durch den
be=
abſichtigten Bahndamm das Dorf Klein=Linden ſeinen
Ausblick ins Lahntal.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 3. April. Eine
General=
reviſion der kleinen Wohnungen in Berlin
wird im nächſten Monat durchgeführt werden. Die ſog.
Wohnungskommiſſionen des Städtiſchen Wohnungsamtes
beginnen dann ihre ehrenamtliche Tätigkeit, um die
man=
nigfachen Mißſtände im Berliner Wohnungsweſen zu
er=
mitteln und für deren Abſtellung zu ſorgen. In Betracht
kommen insgeſamt 415000 Kleinwohnungen einſchließlich
900 auch für Wohnzwecke eingerichteter Küchen. Durch die
Beamten des Städtiſchen Wohnungsamtes ſind, wie geſtern
mitgeteilt, während des jetzt dreimonatigen Beſtehens des
Amtes etwa 800 mittlere und kleinere Wohnungen
beſich=
tigt worden. Direktor Dr. Laporte vom Städtiſchen
Wohnungsamt hofft, daß auch den Mitgliedern der
Woh=
nungskommiſſionen bei der Durchführung ihres nicht
ge=
rade leichten Amtes keine Schwierigkeiten in den Weg
ge=
legt werden. — Am 3. Mai wird der Beſuch der
ame=
rikaniſchen Hoteliers in Berlin erwartet. Für
die Begrüßung durch die Mitglieder der Stadtverwaltung
ſind 2000 Mark bewilligt worden. Ein Teil der
Per=
len, welche kürzlich der Frau Rudolf Hertzog geſtohlen
worden waren, iſt wiedergefunden worden. Man fand
in einem Gasrohr in der Wohnung des Bruders der vor
einiger Zeit unter dem Verdacht, die Perlen geſtohlen zu
haben, verhafteten Dienerin in einem kleinen
Leinenſäck=
chen 18 loſe Perlen des Geſchmeides. — Ein erſt wenige
Stunden verheiratetes Ehepaar wurde in ſeiner neuen
Wohnung in Steglitz vergiftet aufgefunden. Die
junge Frau war bereits tot. Der Mann, ein Buchhalter
namens Rieſch, konnte mit Mühe wieder zum Leben
ge=
bracht werden. Es iſt noch zweifelhaft, ob die Vergiftung
auf das Hochzeitsmahl, das in einer Reſtauration
einge=
nommen wurde, zurückgeführt werden muß.
4. April. Der Oberſtadtſekretär Paul Winkler in
Charlottenburg hat ſich heute nacht vom dritten Stockwerl
des Rathauſes herabgeſtürzt und wurde heute früh auf
der Plattform vor der großen Wendeltreppe im
Erd=
geſchoß tot aufgefunden. Er hätte in der nächſten Woche
ſein 25jähriges Jubiläum bei der Charlottenburger
Ver=
waltung feiern können. Winkler war bei ſeinen Kollegen
ſehr geſchätzt und arbeitete oft nach Bureauſchluß bis in
die ſpäte Nacht hinein. In der letzten Zeit zeigte er ein
zerſtreutes Weſen, und es wird angenommen, daß er in
geiſtiger Umnachtung gehandelt hat. — Die Verhandlungen
zur Sanierung der Firma Wertheim wurden
heute fortgeſetzt. Zu einer Zahlungseinſtellung iſt es nicht
gekommen. Im Laufe der nächſten Woche ſoll eine
Gläu=
bigerverſammlung ſtattfinden.
Mannheim, 4. April. (Der badiſche
Handels=
tag.) Am 6. und 7. Mai tagt hier der badiſche
Handels=
tag, auf dem auch die Frage der Schiffbarmachung des
Oberrheins erörtert wird.
Baden=Baden, 4. April. (Todesfall.) In
Can=
nes ſtarb im 58. Lebensjahre an doppelſeitiger
Lungen=
entzündung Camille Brenner, der Beſitzer des
weltbekann=
ten Hotels Stefanie.
Stuttgart, 4. April. (Der König und die
Kö=
nigin) ſind heute morgen nach Neuwied abgereiſt.
Kolmar, 4. April. (Erfundenes Attentat.)
Am 2. Februar d J. war ein Rekrut des hieſigen
Dra=
goner=Regiments Nr. 14 ins Lazarett gebracht worden,
weil ihm, wie er erzählte, in einer ziemlich unbelebten
Straße von einem Unbekannten, der Dialekt geſprochen
thabe, mit einem Revolver in die linke Hand geſchoſſen
wor=
den war. Der Vorfall, der damals nicht aufgeklärt
wer=
den konnte, iſt in auswärtigen Blättern vielfach
kommen=
tiert worden. Jetzt hat der Soldat, ein Rheinländer,
ge=
ſtanden, daß er ſich damals den Schuß ſelber beigebracht
habe und daß ſeine Erzählung erfunden geweſen ſei. Aus
welchem Grunde ſich der Soldat die Verletzung beibrachte,
konnte noch nicht feſtgeſtellt werden.
Köln, 4. April. (Stiftung.) Die kürzlich
ver=
ſtorbene Frau Luiſe von Faſtenrath hat zum Beſten der
Kölner Blumenſpiele eine Stiftung von 100000 Mark
hin=
terlaſſen.
Paris, 4. April. (Wiedergefundene
Wert=
papiere.) Der Staatsanwalt von Evreux fand in
ſei=
nem Briefkaſten ein Paket mit Wertpapieren im
Betrage von 60000 Francs. Wie feſtgeſtellt wurde,
rühr=
ten dieſe Papiere von einem Diebſtahl her, der bei einem
kürzlich verſtorbenen Rentner verübt worden war. Da
die Wertpapiere mit Verbot belegt worden waren, war
der Dieb außerſtande geweſen, ſie zu verkaufen.
Havre, 4. April. (Feuer) In einem
Baum=
wollmagazin der Lagerhäuſer brach geſtern abend
ein Brand aus, der raſch um ſich ariff. Erſt nach großen
Anſtrengungen konnte das Feuer lokaliſiert werden, doch
dauerten die Löſcharbeiten faſt noch die ganze Nacht fort.
Johannesburg, 3. April. (Bei einem
Zuſam=
menſtoß eines Bahnzuges) nach Natal bei der
Kralſtation in der Nähe von Heidelberg ſind drei
Per=
ſonen getötet und viele verletzt worden.
Konzerte.
* Der Richard=Wagner=Verein veranſtaltete
geſtern abend einen Abſchiedsliederabend von
Frl. Geyersbach unter Mitwirkung der Herren
Hof=
muſiker Andreae und Kapellmeiſter Hans Oppen
heim, hier. Der Saal war ſchon Tage vorher
ausver=
kauft und überfüllt. Frl. Geyersbach, die uns mit Ablauf
dieſer Saiſon verläßt, feierte einen vorzeitigen Abſchied
vom Konzertpublikum, das der beliebten Sängerin im
Verlaufe des Abends wärmſte Ovationen bereitete.
Auch das künſtleriſche Ergebnis des Abends
recht=
fertigte die Begeiſterung des Publikums. Frl. Geyersbach
war ſtimmlich aufs beſte disponiert und war als
Konzert=
ſängerin heute ebenſo erfolgreich, wie ſie als
Bühnen=
ſängerin immer geweſen iſt. Sie ſang Lieder von
Schu=
mann, Schubert, Hugo Wolf, Arnold Mendelsſohn, Wolff=
Ferrari, Pfitzner und Winterberger. Ueber Frl.
Geyers=
bachs ſtimmliche Vorzüge und Geſangskunſt können wir
neues nicht mehr ſagen. Am beſten liegen ihr die für
hohe Stimme geſchriebenen Lieder und ſolche bewegten
Charakters, der dem dramatiſchen verwandt iſt; doch
ge=
langen ihr auch die anderen heute nicht weniger gut.
Von den erſtgenannten ſeien beſonders hervorgehoben:
„Suleika” von Schubert, Hugo Wolfs prächtige Lieder
„Der Gärtner” und „Du denkſt mit einem Fädchen mich
zu fangen” die beide wiederholt werden mußten, das
herr=
liche Lied „Nun laß uns Frieden ſchließen” und das
köſt=
liche Liedchen Mausfallen=Sprüchlein‟ Dieſe mit
künſt=
leriſcher Intelligenz und entzückender Tonſchönheit
ge=
ſungenen Hugo Wolfſchen Lieder bedeuteten den
Höhe=
punkt des Abends. Der letzte Teil wurde mit einer Ver=
Fort Worth (Texas), 4. April. (Der Mann mit
16 Frauen) Hier begann geſtern die Verhandlung
gegen einen reichen Plantagenbeſitzer namens Arnold, der
im Laufe von 15 Jahren 16 Frauen geheiratet hat, ohne
auch nur von einer einzigen rechtmäßig geſchieden zu ſein
Pierth (Auſtralien), 3. April. Es wird gemeldet, daß
Eingeborene die Miſſion am Drysdalefluſſe zerſtört
und zwei Väter, ſechs Laienbrüder und eine Anzahl
Mit=
glieder der Miſſion getötet haben.
Reichstagsſchluß oder =Vertagung.
* Berlin, 4. April. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt zu den Preſſeerörterungen über die Frage
ob der Reichstag geſchloſſen oder vertagt
werde, daß die Verfaſſung die Schließung als Regel, die
Vertagung als Ausnahme hinſtelle. Es müſſe die Frage
geprüft werden, was etwa in dem gegenwärtigen Stande
der parlamentariſchen Arbeiten der Regel widerſpräche
und die Ausnahme empfehle. Seit der Vertagung vom
30. Juni 1913 bis zu den Oſterferien wurden 21
Geſetz=
entwürfe eingebracht und davon ſieben erledigt.
Gegen=
über dieſem Gang der Reichstagsgeſchäfte erſcheint der
Appell des Abgeordneten Baſſermann an
die Selbſtzucht der Fraktionen beachtenswert.
Der Reichstag habe die Verpflichtung, Selbſtbeſchränkung
zu üben und die Länge, ſowie auch die Zahl der Reden
einzuſchränken. Die Regierung treffe aber keine Schuld,
daß der Reichstag zu ſpät einberufen wurde und ſich dann
mit einer bunten Reihe von Geſetzentwürfen befaßte. Nach
Erledigung der Wehrvorlagen im Sommer 1913 entſprach
es dem eigenen begreiflichen Wunſche des Reichstages,
erſt Ende November wieder zuſammenzutreten. Was die
Geſetzentwürfe anlange, ſo hätten die Regierungen ſchon
lange auf ein langſameres Tempo in der Ausarbeitung
von Geſetzentwürfen hingewirkt. Würde der Reichstag zu
ſeiner alten Gewohnheit zurückkehren, den Etat vor dem
1. April fertigzuſtellen, ſo würde auch der Schluß der
Seſſion ſich meiſtens vor Pfingſten bewerkſtelligen laſſen
und die Einberufung zum Herbſt könnte dann früher
er=
folgen. In die Erörterungen der Frage, ob Vertagung
oder Schluß, ſpiele endlich auch die Frage der
Frei=
karten hinein. Dem Gedankengange könne die
Regie=
rung aber nicht folgen, daß durch das mit dem Schluß
es Reichstages eintretende Aufhören der Gültigkeit der
Freikarten der Reichstag beſtraft werden ſolle. So lange
das Poſtulat der dauernden Freikarten nicht beſtehe, müſſe
die Vertagung lediglich davon abhängen, ob ſie im
allge=
meinen Intereſſe zweckmäßig und notwendig erſcheine. Im
vorliegenden Falle wird der Reichskanzler die
Entſchei=
dung des Kaiſers erſt herbeiführen, wenn ſich das
Ergeb=
nis der Reichstagsverhandlungen genauer überſehen läßt.
Darüber, was nach Oſtern noch erledigt werden ſoll, wird
ſich hoffentlich eine Verſtändigung zwiſchen der Regierung
und den Parteien erzielen laſſen.
Gerichtszeitung.
* Berlin, 4. April. Im Prozeß gegen Dr.
Zep=
ler und den Redakteur Schneidt wegen
Beleidig=
ungdes Kronprinzen wurde während der Rede des
1. Staatsanwalts, Dr. Krauſe, auf deſſen Antrag die
Oeffentlichkeit ausgeſchloſſen. Er beantragte
gegen Dr. Zeplex zwei Monate und gegen Schneidt ſechs
Wochen Gefängnis. Die Verteidiger ſuchten nachzuweiſen,
daß eine böswilllige oder abſichtliche Ehrverletzung nicht
vorliege und beantragten Freiſprechung evtl. eine
Feſtungs=
ſtrafe.
* Metz 4. April. Von dem Kriegsgericht der
Ze Diviſion wurden geſtern von fünf Unteroffizieren,
vier Sergeanten und einem Gefreiten von der 10.
Kom=
pagnie des Grenadier=Regiments Nr. 2, die ſich wegen
Mißhandlungen von Soldaten zu verantworten hatten.
zwei freigeſprochen. Die übrigen wurden zu
Ge=
fängnisſtrafen von 10 Tagen bis 8 Monaten verurteilt.
Ein Sergeant erhielt 2 Tage Arreſt.
* Metz, 4. April. Vor dem Kriegsgericht der
33. Diviſion hatten ſich heute drei Dragoner von der 5.
Schwadron des Dragoner=Regiments Nr. 9 zu
verantwor=
ten, die angeklagt waren, zwei Rekruten der
Schwadron mißhandelt und den Tod eines
derſelben, des Dragoners Emeluth, verurſacht zu
haben, indem ſie ihn durch ihre Mißhandlungen zum
Selbſtmord trieben. Das Urteil lautete gegen die
Dra=
goner Korengel auf drei Monate Gefängnis,
Meinecke auf ſechs Monate Gefängnis und
Schwabedahl auf neun Monate Gefängnis, und
außerdem wurde der Wachtmeiſter der Schwadron,
Mül=
ler, wegen ungenügender Beauſſichtigung mit ſieben
Ta=
gen Arreſt beſtraft. Die Gutachten der Sachverſtändigen
erachteten als feſtgeſtellt, daß der Dragoner
Selbſt=
mord durch Erhängen verübt habe, daß aber dieſer
Selbſtmord in urſächlichem Zuſammenhang mit den
Miß=
handlungen ſtehe.
* Zweibrücken 4. April. Vor dem
Pfälzi=
ſchen Schwurgericht ging geſtern abend nach
zwei=
tägiger Dauer ein umfangreicher Konkursprozeß in
Sachen der Firma Pirmaſenſer Schuhfabrik zu Ende.
Wegen betrügeriſchen Bankerotts und Beihilfe zum Be=
tonung eines Liedes von Mathilde Merck durch Arnold
Mendelsſohn eröffnet, das, genial entworfen und
durch=
geführt, der Sängerin ſchwierige Aufgaben ſtellt, die von
Frl. Geyersbach ſpielend gelöſt wurden. Von den beiden
Liedern von Wolff=Ferrari mußte das zweite, „Als ich
dich ſah” wiederholt werden. Eine mehr im dramatiſchen
Balladenſtil gehaltene geniale, nüancen= und figurenreiche
Kompoſition iſt das Hans Pfitznerſche Lied „Sonſt”
wäh=
rend das letzte Lied von Winterberger „Im Maien” ſtark
ans Triviale ſtreift. Frl. Geyersbach wurde durch
be=
geiſterten Beifall und reiche und köſtliche Blumenſpenden
geehrt und mußte nach dem nicht enden wollenden Beifall
zum Schluß mehrere Lieder als Zugabe ſingen, darunter
ein Liedchen von Kleiber, „Brennende Liebe” von Brahms
u. a. So war ihr erſter Abſchied in höchſtem Maße
ehren=
voll für ſie.
Herr Hofmuſiker Andreae ſpielte als erſte Nummer
„Symphoniſche Variationen für Violoncello” von Léon
Boéllmann, eine gehaltvolle, von tüchtigem Können und
ehrlicher Kunſt Zeugnis ablegende Kompoſition, und
ſpäter noch drei kleinere Stücke, Cantabile von Céſar Cui,
das bekannte Menuett von Mozart und Tarantelle (Op. 33)
von David Popper, denen er als Zugabe „Wiegenlied”
von Klengel folgen ließ. Wie in dem erſtgenannten Stück
und dem empfindungstiefen Cantabile durch Schönheit
und Seele des Tones, zeichnete ſich ſein Spiel in den
letzt=
genannten Stücken durch virtuoſe und fließende Technik
aus, ſo daß auch ſeine Kunſt eine Quelle reinen und
reichen Genuſſes war. Die Klavierbegleitung zu allen
Nummern des Programms hatte Herr Kapellmeiſter Hans
Oppenheim übernommen, der ſich ſeiner Aufgabe mit
feinem künſtleriſchen Verſtändnis und Empfinden und
pianiſtiſcher Fertigkeit unterzog.
truge hatte ſich der 33 Jahre alte Schuhgroſſiſt Guſtav Baehr
und wegen Beihilfe zum betrügeriſchen Bankerott der
Schuhagent Wolfgang Daumenlang beide aus Pirmaſens,
zu verantworten. Bei Bekanntwerden der betrügeriſchen
Manipulationen flüchtete der Bruder Guſtav Baehr und
Fritz Baehr unter Mitnahme von mindeſtens 50000 Mark
nach Amerika, wobei ihm der Mitangeklagte Daumenlang
durch Abgabe ſeines Paſſes und ſeiner Militärpapiere die
Flucht ermöglichte Der zurückgebliebene Guſtav Baehr
wurde nach der Flucht ſeines Bruders am 28. Auguſt 1913
in Pirmaſens verhaftet, ebenſo Daumenlang, der aber nach
mehrmonatiger Unterſuchungshaft wieder auf freien Fuß
geſetzt wurde. Auf Grund des Wahrſpruches der
Ge=
ſchworenen wurde Guſtav Baehr zu 2 Jahren und 6
Monaten Gefängnis und Daumenlang zu 1 Jahr
3 Monaten Gefängnis verurteilt. Letzterer
wurde gleich im Gerichtsſaale verhaftet.
* Gleiwitz, 4. April In dem Saccharin=
Schmugglerprozeß wurde heute das Urteil
verkün=
det. Es erhielten der Spediteur Meyer aus Soldau und
der Kaufmann Rubin aus Eydtkuhnen je 6 Monate
Gefängnis, wegen Vergehens gegen das Süßſtoff= und
Zoll=
kontrollgeſetz, ſowie je 1500 Mark Geldſtrafe. Der
Butter=
händler Tiefbrunn aus Oswieczin wurde mit ſechs
Wochen Gefängnis verurteilt, die auf die Unterſuchung
ſoll angerechnet werden, der Stellenbeſitzer Kobier wegen
Vergehens gegen das Zollkontrollge,etz zu 1150 Mark
Gelltſtrafe, der Häusler Paſtuſchka wegen Vergehens
gegen das Süßſtoffgeſetz zu ſechs Wochen Gefängnis, der
Halbbauer Kommraus aus Wahlau im Kreiſe Pleß zu
vier Wochen Gefängnis. Die übrigen wurden
freige=
ſprochen.
Zum Tode Paul Heyſes.
* München, 3. April. Der Kaiſer hat an die
Witwe Paul Heyſes folgendes Telegramm
ge=
ſandt: Achilleion, 3. April. Mit der ganzen gebildeten
Welt nehme ich an dem Hinſcheiden Ihres Gatten, des
Neſtors der deutſchen Schriftſteller und Dichter, lebhaften
Anteil und ſpreche Ihnen zu dem ſchweren Verluſt meine
wärmſte Teilnahme aus. Das reiche Lebenswerk des
Ver=
ewigten ſichert ihm im Herzen des deutſchen Volkes ein
Denkmal ehrenvollen Gedenkens. Wilhelm, I. R. — Der
Reichskanzler hat nachſtehendes Telegramm geſandt:
Empfangen Sie, gnädige Frau, den Ausdruck meiner
auf=
richtigen Teilnahme an dem ſchweren Verluſt, den Sie
er=
litten haben. Paul Heyſe wird als Kämpfer für das
Ideale und Schöne, als Meiſter deutſcher Verskunſt und
als formvollendeter Interpret romaniſcher Dichtung
un=
vergeſſen bleiben.
* München, 4. April. Prinz Ernſt von
Mei=
ningen telegraphierte an Frau Heyſe: Tief erſchüttert
erfahre ich aus der Zeitung das Ableben Ihres Gemahls.
Trauernd mit vielen Verehrern des Entſchlafenen ſpreche
ich Ihnen in Ihrem großen Leid die herzlichſte Teilnahme
aus. — Ferner telegraphierten Ludwig Ganghofer, der
Lotta=Verlag, Hans von Zobeltitz, Paul Lindau, Joſeph
tüderer, Richard Voß, Max Halbe, die Stadt Rothenburg
d. Tauber, die Stadt Kolberg und der Wiener
Jour=
naliſten= und Schriftſtellerverein Konkordia.
Kranzſpen=
den haben geſandt die Stadt Berlin, Prinz Ludwig
Fer=
dinand, Lolo Lenbach, die Münchener Sezeſſion, der
Prä=
ſident der Akademie der Wiſſenſchaften, Exzellenz v. Heigel.
ſowie die Akademie.
Deutſch=öſterreichiſcher
Wirtſchafts=
verband.
* Berlin, 4. April. Der erſte Vizepräſident des
Reichstages Geh. Rat Dr. Paaſche, der Vorſitzende des
im September vorigen Jahres begründeten Verbandes,
hielt am Freitag in Magdeburg im Börſenſaal der
Handelskammer in einer aus allen Kreiſen der Induſtrie
und des Handels Magdeburgs und der Provinz Sachſen
beſuchten Verſammlung, der auch Vertreter der
Handels=
kammern von Magdeburg, Halle, Deſſau u. a. beiwohnten,
einen Vortrag über „Wirtſchaftliche
Bezieh=
ungen Deutſchlands zu Oeſterreich=Ungarn”,
zu dem auch die namhafteſten Vertreter der Induſtrie und
es Handels Magdeburgs und der Provinz Sachſen
ein=
geladen waren. Nach einleitenden Worten des
Präſiden=
ten der Magdeburger Handelskammer Geh. Rat
Zuck=
ſchwert über den Zweck doppelſtaatlicher Verbände
er=
innerte Geh. Rat Dr. Paaſche in ſeinem Vortrage an die
Gründung des Dreibundes, die für die wirtſchaftliche
Stellung Deutſchlands und die Erhaltung des Friedens
ſegensreich geweſen ſei. Er ſtreifte die politiſchen
Vor=
gänge, die bei der Gründung des Dreibundes zur Geltung
amen, insbeſondere die Bismarckſche Politik, und wies
darauf hin, daß vornehmlich das Bündnis mit Oeſterreich=
Ungarn das Rückgrat der Friedensbeſtrebungen in Europa
geweſen iſt. Eine dauernde politiſche Freundſchaft ſei nur
dann von Vorteil, wenn auch die wirtſchaftliche
Freund=
ſchaft herrſche, insbeſondere in einer Zeit, in der alles auf
die Wahrung wirtſchaftlicher Intereſſen hindrängt.
Ge=
rade die wirtſchaftlichen Beziehungen, die Deutſchland zu
Oeſterreich=Ungarn habe, zwinge die politiſch
befreunde=
ten Staaten, auch die wirtſchaftliche Freundſchaft zu
be=
tätigen. Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn ſeien
auf=
einander angewieſen. Man arbeite auf dem Gebiete des
Geiſteslebens und auf wiſſenſchaftlichem und kulturellem
Gebiete längſt Hand in Hand. Andererſeits müſſe man
aber auch immer mehr zu einer wirtſchaftlichen
Vereini=
gung kommen.
Dies zu fördern, ſei der Zweck des deutſch=
öſterreichiſch=
ngariſchen Würtſchaftsverbandes. Deutſchland habe ſelbſt
Intereſſe daran, daß Oeſterreichs und Ungarns Handel
und Induſtrie ſich entwickeln; denn man habe nur einen
Vorteil, wenn Oeſterreich=Ungarn ein zahlungsfähiger
Käufer ſei. Deshalb müſſe man ſich gegenſeitig
unter=
ſtützen. Dr. Paaſche erörterte die bevorſtehende
Erneue=
rung der Handelsverträge und erinnerte an die Erklärung
des Staatsſekretärs Dr. Delbrück, daß Deutſchland keinen
neuen Zolltarif aufſtelle, alſo keine neuen Waffen gegen
Oeſterreich=Ungarn ſchmiede. Er empfahl, daß man nicht
mit Oeſterreich=Ungarn einen neuen Vertrag zuerſt
ab=
ſchließen ſolle, ſondern befürwortete, daß ſolche Verträge
zuerſt zum Abſchluß kommen, die weniger wichtig für
Deutſchlands Handel und Induſtrie ſeien, denn der
Ge=
ſamthandel Oeſterreich=Ungarns in der Ausfuhr nach faſt
allen europäiſchen Ländern und Nordamerika zuſammen
ſei noch nicht ſo groß, wie der Verkehr nach Deutſchland
und umgekehrt. Ebenſo ſei die Einfuhr Oeſterreich=
Un=
garns aus Deutſchland größer, als die Geſamteinfuhr aus
allen europäiſchen Ländern zuſammen. Man dürfe
des=
halb nicht unvorbereitet an die Erneuerung des
Handels=
vertrages mit Oeſterreich=Ungarn herangehen, zumal es
unter einem Syſtem der blinden Meiſtbegünſtigung meiſt
hwieriger iſt als vorderm, für beide Teile günſtige
Ver=
räge abzuſchließen und beſtehende Gegenſätze zu
beſei=
tigen.
Unſere Beziehungen zu Oeſterreich=Ungarn ſeien enger
als mit anderen Staaten, deshalb müſſen wir auch ver=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Nummer 95.
ſuchen, trotz des Frankfurter Friedens zollpolitiſche
Aus=
nahmen zu ſchaffen. Das Syſtem der Meiſtbegünſtigung
habe ſich hinſichtlich des Handelsverkehrs mit Oeſterreich=
Ungarn überlebt. Schon früher ſei der Gedanke
aufge=
taucht, einen Zollverband mit Oeſterreich=Ungarn zu
ſchlie=
ßen. Wenn er ſich auch vorläufig noch nicht durchführen
laſſen dürfte, ſo müſſe man doch den Gedanken
auszufüh=
ren ſuchen, die Beziehungen zwiſchen Deutſchland und
Oeſterreich=Ungarn enger zu geſtalten; Beſtrebungen, die
auch im Kreiſe der Regierungen anerkannt würden. Ein
neuer Handelsvertrag mit Oeſterreich=Ungarn ſei ſo
ab=
zuſchließen, daß gewiſſe Zollſätze, die jetzt infolge des
Meiſtbegünſtigungsſyſtems beſtänden, aber für den
Han=
delsverkehr mit Oeſterreich=Ungarn weder auf der einen,
noch auf der anderen Seite irgend welche Berechtigung
hätten, richtiger feſtgeſetzt würden. Auch die Auslegung
des Zolltarifes ſchädige den Handelsverkehr. Allen dieſen,
eine Verſchärfung der Gegenſätze herbeiführenden
Hinder=
niſſen entgegenzuarbeiten, ſei die Aufgabe des
Verban=
des, der außerdem auch für den Einzelnen durch
prak=
tiſche Arbeiten Nutzen zu bringen ſucht. Dr. Paaſche gab
der Anſicht Ausdruck, daß durch die doppelſtaatlichen
Ver=
bände eine Spezialiſierung der Arbeiten erfolge, die
für Deutſchlands Machtſtellung nur von Nutzen iſt. In
längerer Rede empfahl der Präſident der Magdeburger
Handelskammer Geh. Rat Zuckſchwert, die Arbeiten des
Verbandes zu unterſtützen.
Luftfahrt.
Der Flug Hirths.
* Frankfurt a. M., 4. April. Der Flieger Hirth,
der heute früh 5 Uhr 28 Min. auf einem Albatros=
Doppel=
decker von Gotha abgeflogen war, iſt gegen 7.40 Uhr
auf dem hieſigen Flugplatz gelandet und nach
Ein=
nahme von Benzin um 8 Uhr 11 Min. nach Dijon (
Frank=
reich) weitergeflogen, um an dem Sternflug nach
Monaco teilzunehmen. Sein Begleiter iſt Schlieter.
* Marſeille, 4. April. Der Flieger Hirth iſt,
von Dijon kommend, um 4 Uhr 5 Minuten hier
einge=
troffen und trotz heftigen Windes glücklich gelandet.
* Marſeille, 4. April. Der Flieger Hirth und
ſein Paſſagier gerieten zwiſchen Gotha und
Frank=
furt in einen Schneeſturm und hatten von
Frank=
furt an bis Dijon Gegenwind. Nach einſtündigem
Auf=
enthalt in Dijon ſtiegen ſie trotz dichten Nebels wieder
auf. Im Rhonetal gerieten ſie in einen ſtarken Oſtwind
bis Marſeille. Die beiden Flieger beabſichtigen morgen in
der Frühe nach Monaco weiter zu fliegen. Das Meer iſt
heute ruhiger geworden. Hirth hat den Flieger
Brinde=
jonc um 1 Stunde 3 Minuten geſchlagen.
* Hamburg, 4. April. Die Polizei verbot
die für die Oſterfeiertage geplanten Schauflüge
Pé=
gouds, weil ein enormer Flurſchaden zu erwarten ſei.
Aus Korfu.
* Korfu, 4. April. Der Kaiſer wohnte heute
vor=
mittag einem Vortrag des Profeſſors Doerpfeld
im Muſeum zu Korfu bei, zu dem auch die Offiziere der
deutſchen Schiffe erſchienen waren. Mittags beſichtigte
der Kaiſer mit dem König von Griechenland das aus
dem letzten Balkankriege bekannte griechiſche Schlachtſchiff
„Aweroff” Um 1 Uhr war Frühſtückstafel an Bord des
„Goeben” an der der Kaiſer und der König von
Grie=
chenland teilnahmen. Der Kaiſer hat an die Offiziere
des „Aweroff” Ordensauszeichnungen verliehen.
* Korfu, 4. April. Die Kaiſerjacht „Hohenzollern”
mit der Kaiſerin und deren Gefolge an Bord iſt gegen
3 Uhr nachmittags unter Salut und Parade der
Mann=
ſchaften der deutſchen und griechiſchen Schiffe auf der
hieſigen Reede eingelaufen. Nachdem die
„Hohenzollern” feſtgemacht hatte, ging der Kaiſer und
gleich darauf auch der König von Griechenland von dem
„Goeben” an Bord der „Hohenzollern” ſpäter folgte die
griechiſche Königin mit Familie vom Lande aus. Als um
3.20 Uhr alle Herrſchaften an Land kamen, wurde die
Kaiſerin am Landungsplatze von den Spitzen der
Be=
hörden empfangen. Das Publikum bereitete den
Maje=
ſtäten einen herzlichen Empfang. Der Kaiſer und die
Kaiſerin nahmen den Tee bei der griechiſchen
Königs=
familie im Stadtſchloſſe ein und begaben ſich dann nach
dem Achilleion.
Zur Homerulefrage.
* London, 4. April. Die Unioniſten
veran=
ſtalteten heute nachmittag im Hydepark eine rieſ ige
Kundgebung, um gegen die Einverleibung Ulſters
in die Homerule zu proteſtieren. 229 Abteilungen, in
denen 76 Wahlkreiſe vertreten waren, marſchierten mit
Muſik und Fahnen nach dem Park.
* London, 4. April. Asquith hielt heute in
Ladybank eine mit großer Begeiſterung aufgenommene
Wahlrede, in der er ſagte, in den letzten Wochen ſei
ein albernes Märchen in Umlauf geſetzt worden,
demzu=
folge die Regierung den Augenblick, wo ſie die Vorſchläge
zu einer Verſtändigung in der Homeruleſtreitfrage
gemacht, dazu auserwählt habe, um ein Komplott zu
der Herausforderung Ulſters einzuleiten. Es
ſei auch die Vermutung ausgeſprochen worden, daß er das
Kriegsminiſterium übernommen habe, um nicht im
Parla=
ment mit der Oppoſition die Waffen kreuzen zu müſſen.
Ferner ſeien ſeine geſtrigen Reden als herausfordernd
bezeichnet worden; dies beſtreite er aber. — Asquith
wandte ſich darauf zur Armeefrage. Er zolle dem Eifer
und der Ergebenheit der Armee und Flotte wärmſte
An=
erkennung. Er ſei überzeugt, daß man darauf rechnen
könne, daß ſie vom Höchſten bis zum Unterſten ihre
Pflich=
ten erfüllen würden. Die Armee ſolle kein politiſches
Werkzeug werden. Er habe keine Stimme bei der
Geſtal=
tung der engliſchen Politik, aber der Formung der Geſetze.
Die Armee werde nichts Politiſches von ihm hören, und
er erwarte, auch von der Armee nichts Politiſches zu
hören. Die Verantwortung für die Erhaltung der Ruhe
und des Friedens liegt bei den Behörden und der Polizei.
Es komme nur in den allerdringendſten Notfällen vor,
daß die Armee von der Zivilgewalt angerufen würde.
Wenn aber ein ſolcher Fall eintritt, ſei es Pflicht jedes
„Soldaten und jedes Bürgers, der Aufforderung der
bür=
gerlichen Gewalt nachzukommen. Die gegenwärtige
Po=
litik der Unioniſten trifft die Diſziplin der Armee im
Innerſten. Dies führt zur Anarchie. Asquith kommt dann
auf die Homerulefrage zu ſprechen und gibt der Hoffnung
Ausdruck, daß man zu einem Abkommen gelange; das
liege im Intereſſe des Landes und der beiden Parteien. Er
wolle den Frieden, aber nur einen ehrenvollen Frieden.
Zum Schluß richtet Asquith einen Appell an die
Arbeiter=
partei, die Kraft des Fortſchrittes nicht zu zerſplittern.
Vom Balkan.
* Wien, 4. April. Die Albaniſche Korreſpondenz
meldet aus Durazzo: Die Nachrichten aus Epirus
haben hier große Erregung hervorgerufen, da die
grie=
chiſchen Banden einen regelrechten Vernichtungskrieg gegen
das albaneſiſche Regiment in Epirus führen ſollen. Der
Miniſterrat war geſtern den ganzen Tag verſammelt. Der
Kommandant der Gendarmerie, General de Veer, iſt hier
eingetroffen. Oberſt Thomſon iſt gegenwärtig bettlägerig
krank.
* Belgrad, 4. April. Nach amtlicher Darſtellung
entſpricht die Meldung von einer Mißhandlung des
engliſchen Konſuls in Monaſtir nicht den
Tatſachen. Der Konſul erbrach vielmehr die von der
Monopolverwaltung durchaus geſetzmäßig an einem
Kaufmannsladen angebrachten Siegel und erklärte den
be=
treffenden Kaufmann, der Serbe und nicht, wie es hieß,
Engländer iſt, als unter engliſchem Schutze ſtehend,
an=
geblich weil die Ware in dem Laden einem engliſchen
Fabrikanten gehöre. Die ſerbiſche Regierung proteſtierte
ſofort bei der engliſchen Regierung. Es ſind diplomatiſche
Verhandlungen im Zuge, die eine gütliche Beilegung
er=
warten laſſen.
Koritza in den Händen der Epiroten.
* Athen, 4. April. Koritza iſt in die Hände der
Epiroten gefallen. Der Kampf gegen die Stadt begann
am Mittwoch um Mitternacht. Donnerstag mittag wurde
Koritza nach heftigem Kampfe von den Auſſtändiſchen
ein=
genommen. Wie verlautet, ſind die Verluſte auf beiden
Seiten beträchtlich. Ein holländiſcher Offizier wurde
ver=
wundet. Auch die albaneſiſchen Ortſchaften Verliani und
Tſchipana haben ſich ergeben. Der albaniſche Major Emin
Reſchid verſuchte mit Gendarmen und anderen
Irregu=
lären Hotchiſta anzugreifen, wurde aber geſchlagen und
mit den Gendarmen gefangen.
* Durazzo, 4. April. Nach den ernſten Nachrichten
aus Koritza berief der Fürſt geſtern abend einen
Mi=
niſterrat ein, in dem er ſeine Abſicht äußerte, an die
Spitze der Truppen abzureiſen. Nach einer ſehr langen
Beratung entſchied ſich der Miniſterrat für die
allge=
meine Mobilmachung. Der holländiſche
Befehls=
haber meldet Schandtaten griechiſcher Offiziere. Der
hol=
ländiſche Befehlshaber in Koritza hat Beweiſe in der
Hand, daß die Bewegung in Epirus von dem griechiſchen
Metropoliten und griechiſchen Offizieren unterſtützt wird.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 4. April. Die Norddeutſche Allgemeine Ztg.
bezeichnet die Behauptung der Preſſe, die Regierung hätte
ihre grundſätzlich ablehnende Stellung gegen die
Er=
weiterungsanträge des Reichstages zur
Beſoldungs novelle zu ſpät ausgedrückt, als den
Tatſachen widerſprechend. Die Vertreter der Regierung
hatten ſchon bei den Vorbeſprechungen mit den Vertretern
der Parteien von vornherein keinen Zweifel darüber
ge=
laſſen, daß der Bundesrat den Anregungen auf
Aenderun=
gen der Beſoldungsnovelle von weſentlicher Bedeutung,
insbeſondere der Berückſichtigung von den in der Novelle
nicht bedachten Beamtenklaſſen gegenwärtig nicht
zuſtim=
men könne, und daß das Zuſtandekommen des Geſetzes
von dem Verzicht auf die weitergehenden Wünſche
ab=
hängig ſei.
* Berlin, 4. April. Die Novelle zum
Kali=
geſetz wurde der Norddeutſchen Allgemeinen Zeitung
zufolge vom Bundesrat den Ausſchüſſen überwieſen und
dort in erſter Leſung beraten, wobei ſie mehrfach geändert
wurde. Die zweite Leſung iſt nach Oſtern in Ausſicht
genommen, Danach ſoll der Entwurf dem Reichstag
zu=
gehen, der ihn vorausſichtlich nach ſeinem
Wiederzuſam=
mentritt vorfindet. Gegenüber den Anfragen der Preſſe
ſtellt die Norddeutſche Allgemeine Zeitung feſt, daß die
Veröffentlichung des Entwurfs in einer Berliner Zeitung
nur durch eine bedauerliche Indiskretion möglich geweſen
ſei, deren Urheberſchaft bisher noch nicht ermittelt ſei.
* Berlin, 4. April. Die Norddeutſche Allgemeine Ztg.
ſchreibt: Dem Vernehmen nach iſt für den von der
Budget=
krmmiſſion des Reichstages bewilligten neuen Poſten
eines vortragenden Rates in der politiſchen Abteilung des
Auswärtigen Amtes im Falle der endgültigen
Geneh=
migung dieſes Poſtens der Botſchaftsrat v. Radowitz
in Paris in Ausſicht genommen, an deſſen Stelle Leg.=Ra
Prinz zu Hatzfeld treten wird.
* Paris, 4. April. Der Miniſterrat beauftragte
in einer außerordentlichen Sitzung den Juſtizminiſter
den Grad der Verantwortlichkeiten der
Ge=
richtsperſonen in der Rochette=
Angelegen=
heit nachzuprüfen. Der Rücktritt des
Generalſtaats=
anwalts Fabre iſt ins Auge gefaßt.
* Paris, 4. April. Eine Anzahl Senatoren
verſchie=
dener republikaniſcher Parteien legte in einem
Zuſatz=
antrag zum Finanzgeſetz allgemeine Wünſche
von Handel und Induſtrie nieder, welche die
Erſetzung der Einkommenſteuer dur eine
Zuſchlags=
taxe zu den vier gegenwärtig beſtehenden Steuern
be=
zwecken. Die Taxe würde nur das Vermögen über 30000
Francs treffen. Die Antragſteller glauben, daß die
Zu=
ſchlagstaxe ohne inquiſitoriſche Maßnahmen ungefähr 100
Millionen liefern würde, alſo 30 Millionen Francs mehr,
als die im Finanzgeſetz einbegriffene Steuer.
* Paris, 4. April. Der Unterſuchungsrichter vernahm
heute Giraudieau, einen Redakteur des Figaro.
Die=
ſer ſagte aus, daß er, während ſeine Freunde Calmette
ihre Pflege angedeihen ließen, zu Frau Caillaux geſagt
habe: Was Sie getan haben, iſt ſchauderhaft. Darauf
habe Frau Caillaux geantwortet: Das war das einzige
Mittel, um ein Ende zu machen. Giraudieau fügte hinzu,
daß Calmette niemals die Abſicht gehabt habe,
Privat=
briefe zu veröffentlichen.
* Madrid, 4. April. Amtlich wird aus Ceuta
ge=
meldet: Eine ſpaniſche Abteilung griff in Rionegro
zahlreiche feindliche Gruppen an. Infolge von
Verſtär=
kungen ſchlugen die Spanier den Feind in die Fluchk.
Auf ſpaniſcher Seite wurden fünf Mann getötet und
neun verwundet.
* Petersburg, 4. April. Die Dumakommiſſion
für Krieg und Marine nahm den von der Regierung
unter=
breiteten geheimen Geſetzentwurf über die
na=
tionale Verteidigung ohne Abſtriche an.
* Petersburg, 4. April. Auf dem Platz vor dem
Winterpalais nahm der Kaiſer heute im Beiſein des
Prinzen von Rumänien und des Prinzen Carol die
Pa=
rade über die Rekruten der Garniſon Petersburg und
Umgebung ab. Von den Fenſtern des Palais aus ſahen
die Kaiſerin=Mutter, die Prinzeſſin von Rumänien und
alle Großfürſtinnen der Parade zu. Nach der Parade
be=
gaben ſich der Kaiſer, die Kaiſerin=Witwe, die rumäniſchen
Gäſte und die übrigen Fürſtlichkeiten in das Palais
Anitchkow zum Frühſtück.
* Riga, 4. April. In der Fabrik von Prowodnil
treiken 2000 Arbeiter, außer 4000 der
geſchloſſe=
nen Galoſchenabteilung. In der Maſchinenbaufabrik von
Richard Pole ſtreiken 300 Arbeiter, in der Rigaer
Draht=
fabrik 400.
* Paſadena (Kalifornien), 4. April. Der größte
ame=
rikaniſche Holzhändler Weyerhäuſer, geboren in
Nieder=Saulheim (Heſſen), iſt geſtorben.
Weyer=
häuſer wird nach Rockefeller als der reichſte Mann
ge=
ſchätzt.
* Juarez, 3. April. General Villa berichtet aus
Torreon, die Rebellen kämpften mit der Nachhut der
fliehenden Bundestruppen bei San Pedro. Hundert
Mann der Bundestruppen ſeien gefallen und 123 gefangen
genommen worden.
— Kaſſel, 4. April. Mit dem geladenen Jagdgewehr
des Vaters ſpielend erſchoß der 6 Jahre alte Sohn des
Jagdpächters Schwarz in Friedrichsaue ſeine 15
jäh=
rige Schweſter.
— Hildesheim, 4. April. Die Strafkammer
ver=
urteilte den Legationsſekretär a. D. Dr. Floeckher wegen
Zweikampfes zu drei Monaten Feſtungshaft,
Sein Duellgegner, der Gutspächter Koehne erhielt vom
Kriegsgericht die gleiche Strafe.
Der Kaiſerbrief an die Landgräfin von Heſſen.
* Berlin, 4. April. Die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
tung ſchreibt: Die Angelegenheit des Briefes Sr. Majes
ſtät des Kaiſers an die Landgräfin von
Heſſen bei deren Uebertritt zum Katholizismus iſt jetzt
aufgeklärt. Wir ſind ermächtigt, folgendes
mitzu=
teilen: Vom Kardinal Kopp dem die Frau Landgräfin
den Brief ſeinerzeit überlaſſen hatte, war Vorſorge dafür
getroffen, daß der Brief unmittelbar nach ſeinem Tode
durch Vermittlung des Biſchofs von Fulda der Frau
Land=
gräfin wieder zugeſtellt werde. Dies iſt jetzt geſchehen.
Die entſtandene Verzögerung erklärt ſich daraus, daß der
Biſchof von Fulda auf einer Romreiſe abweſend war. Der
Brief ſtellt ſich lediglich als eine Kundgebung des
Ober=
hauptes des Hohenzollerſchen Hauſes an eine dieſem Hauſe
entſproſſene Fürſtin dar, alſo als eine
Familienangelegen=
heit, die für die Oeffentlichkeit weder beſtimmt war, noch
beſtimmt iſt. Gegenüber den falſchen Mitteilungen, die
über den Inhalt des Brieſes verbreitet worden ſind, ſei
feſtgeſtellt, daß der Brief keinerlei Ausſpruch
irgend=
welcher Art über den katholiſchen Glauben, die
katholiſche Kirche oder die Katholiken und die Stellung
des Kaiſers zu ihnen enthält. Alle gegenteiligen, in der
Preſſe verbreiteten Angaben, ſind aus der Luft
ge=
griffen. Ihre Urheber trifft der ſchwere Vorwurf, eine
Privatangelegenheit unter gröbſter Entſtellung
des Sachverhalts an die Oeffentlichkeit gezerrt,
da=
mit den konfeſſionellen Frieden gefährdet und Seiner
Majeſtät dem Kaiſer leichtfertig eine ihm fremde,
feind=
ſelige Mißachtung des Katholizismus angedichtet zu haben.
Der Doppelmord am Teufelsſee.
Berlin, 4. April. Unter dem ſchweren Verdacht,
den Doppelmord am Teufelsſee verübt zu
haben, iſt der 39 Jahre alte Lackierer und Anſtreicher Albert
Bock aus Potsdam in Unterſuchungshaft
ge=
nommen worden. Bock leugnet die Tat, doch liegen ſo
ſchwere Indizien gegen ihn vor, daß der
Unterſuchungs=
richter ſich veranlaßt ſah, den Haftbefehl gegen ihn
auszu=
ſtellen. Heute mittag wurde er vom Unterſuchungsrichter
vernommen. Dabei gab er=zu, am Mordtage am
Teufels=
ſee geweſen zu ſein, was er bisher ſtets in Abrede geſtellt
hatte. Er fügte hinzu, daß er aber unmöglich der Mörder
ſein könne, da er ſich an dem Tage in Begleitung ſeines
Sohnes befunden habe. Nun wurde der Sohn geholt und
ebenfalls vernommen. Der Knabe beſtätigte die Angaben
ſeines Vaters und erſt, als der Unterſuchungsrichter weiter
in ihn drang, gab der Junge zu, daß er ſeinen Vater
erſt=
am Tage nach dem Morde nach dem Teufelsſee begleitet
habe, alſo am Samstag, während der Mord am
Frei=
tag verübt wurde. Der Junge entſinnt ſich deſſen genau,
da er natürlich auch von dem Morde gehört hatte. Eine
Verwechſelung iſt deshalb nicht möglich. Weiter kommt
hinzu, daß Bock verſchiedentlich unſittliche Attentate auf
Frauen in der Nähe des Teufelsſees verübt hat.
Der Fall Berliner.
* Petersburg, 4. April. Aus zuverläſſiger Quelle
ver=
lautet, daß in den erſten Tagen der nächſten Woche die
ge=
richtliche Unterſuchung gegen den Luftſchiffer
Berliner abgeſchloſſen und entſchieden werden
wird ob Anklage wegen Spionage oder nur wegen
Ueber=
fliegens der Grenze erhoben werden ſoll.
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
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Nordamerika: „Amerika”, von Neu=York kommend,
1 Uhr morgens Lizard paſſiert. „Batavia” 2. April
3 Uhr 30 Min. nachm. in Baltimore. „Imperator” nach
Neu=York, 2. April 2 Uhr 45 Min. nachm. Cuxhaven
paſſiert „Meltonian” 2. April nachm. in Port Arthur. —
Weſtindien=Mexiko: „Dania” nach Havanna und Mexiko,
2. April 7 Uhr abends von Cadiz. „Steigerwald‟
1. April in Veracruz. „Weſterwald” 1. April von
Vera=
cruz. „Ypiranga” nach Havanna und Mexiko, 2. April
7 Uhr abends in Santander. — Südamerika, Weſtküſte
Amerikas: „Blücher”, von dem La Plata kommend,
2. April 7 Uhr abends von Teneriffa. „Etruria” von
Braſilien kommend, 2. April 5 Uhr 50 Min. nachm.
Dungeneß paſſiert. „Granada” 2. April von Buenos
Aires über Montevideo nach Hamburg. „König
Wil=
helm II.‟ 2. April 10 Uhr morgens von Buenos Aires,
heimkehrend. „Navarra” nach dem La Plata, 2. April
7 Uhr 30 Min. abends Dover paſſiert. „Palatia”
1. April 5 Uhr nachm. von Rio de Janeiro, heimkehrend.
„Phönicia‟ 1. April 10 Uhr abends von Rio de Janeiro,
heimkehrend. „Pontos”, von der Weſtküſte Amerikas
kommend, 1. April von Montevideo über St. Vincent
und Las Palmas nach Hamburg. — Oſtaſien: „
Württem=
berg” 1. April nachm. Perim paſſiert, ausgehend. —
Verſchiedene Fahrten: „Lome” nach Weſtafrika, 1. April
von Las Palmas. Vergnügungsdampfer „Meteor”,
dritte Mittelmeerfahrt, 2. April 8 Uhr 30 Min. abends
von Malta. „Nordmark” nach Indien, 2. April von
Port Said.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 29. März 5 Uhr nachm. in Rotterdam
ein=
getroffen. „Nieuw. Amſterdam” 31. März vorm. von
Neu=York abgegangen mit 160 Kajüts= und 450
Paſſa=
gieren 3. Klaſſe. „Noordam” 1. April vorm. in Neu=
York angekommen. „Ryndam” 29. März 8 Uhr 30 Min.
Lizard paſſiert. „Potsdam” 24. März vorm. von Neu=
York abgegangen mit 60 Kajüts= und 650 Palſag. 3. Kl.
Dankſagung.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem ſchweren Verluſte bei dem Hinſcheiden
unſerer teuren, unvergeßlichen Tochter, Schweſter,
(6058
Schwägerin, Tante und Nichte
Sophie
ſagen wir Allen unſeren tiefgefühlteſten Dank.
Insbeſondere danken wir dem Herrn Kirchenrat
Widmann für ſeine troſtreiche Grabrede und ihren
Altersgenoſſen für die erwieſene letzte Ehre am
Grabe ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden.
Wir bitten, der teuren Entſchlafenen ein treues
Andenken bewahren zu wollen.
Familie Martin Quari.
Darmſtadt, Hannover, den 4. April 1914.
Für die wohltuenden Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem Heimgang meines innigſtgeliebten
Gatten, unſeres lieben, treuſorgenden Vaters
Herrn
Hermann Enderes
Kanzleidiener
ſagen wir auf dieſem Wege Allen unſeren
innig=
ſten Dank.
(B9029
Frau Katharina Enderes
und Kinder.
Darmſtadt, den 4. April 1914.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Im Bereiche des nach Nordoſten langſam vorrückenden
Hochdruckgebietes hatten wir Freitag bei nördlichen
Winden und bei wechſelnder Bewölkung trockenes Wetter
mit Gewittererſcheinungen. Der hohe Druck hat ſich über
ganz Deutſchland ausgedehnt; wir dürften daher heute
mit noch meiſt heiterem, trockenem Wetter zu rechnen
haben.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, den 5. April:
Vorwiegend heiter und trocken, Winde aus weſtlichen
Richtungen.
Tageskalender.
Sonntag, 5. April.
Feier des 25jährigen Beſtehens der Hauswirtſchaftlichen
Fortbildungsſchule um 3 Uhr im Schulhaus
Runde=
turmſtraße. Daſelbſt Ausſtellung von Schülerinnen=
Arbeiten von 3—5 Uhr.
Jugendweihe der Freireligiöſen Gemeinde um
5 Uhr in der Freimaurerloge (Sandſtraße).
Vortragsabend von Irene Trieſch um 8 Uhe im
„Mathildenhöhſaal” (Freie liter.=künſtl. Geſellſchaft).
Bibliſcher Vortrag um 5 Uhr im Reſtaurant
„Kaiſerſaal”
Generalverſammlung der Konſum= Spar=
und Produktionsgenoſſenſchaft um 3 Uhr im
Gewerk=
ſchaftshaus.
Ausflug des Deutſchen und öſterr. Alpenvereins nach
Michelſtadt (Abfahrt 8.09 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Montag, 6. April.
Uhren= und Goldwaren=Verſteigerung um
10 Uhr Grafenſtraße 25.
Altmaterial=Verſteigerung um 11 Uhr im
ſtädtiſchen Gaswerk.
Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr in der
Infan=
teriekaſerne.
Stammholz= und Nutzſcheiter=
Verſteige=
rung um 8½ Uhr im Reſtaurant „Zum Heiligen
Kreuz”.
Brennholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im
Rat=
haus zu Roßdorf.
Duck und Berlagt z. e. Bilichſiſe Soſtuchunſtel.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Jriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
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[ ← ][ ][ → ] Wir bringen den untenſtehenden Aufruf der
Deut=
iſchen Vereinigung vom Roten Kreuz und des
andesausſchuſſes für das Großherzog=
Zum Heſſen zur öffentlichen Kenntnis und machen
zu=
gleich auf die außerordentliche Bedeutung der
freiwilli=
gen Krankenpflege im Kriege aufmerkſam.
Darmſtadt, den 4. April 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Piſtor.
Aufruf an das Deutſche Volk
für eine Rote Kreuz=Sammlung 1914 zugunſten
der freiwilligen Krankenpflege im Kriege.
Zum Schutze des Vaterlandes mußte die Deutſche
Wehrmacht in außergewöhnlichem Maße verſtärkt werden.
Hieraus erwächſt dem Roten Kreuz die vaterländiſche
Pflicht, auch ſeine Kräfte und Mittel für die freiwillige
Krankenpflege im Kriege ſeiner hohen Beſtimmung gemäß
zur Ergänzung des ſtaatlichen Kriegsſanitätsdienſtes zu
vermehren.
Dieſe Vermehrung darf aber nicht aufgeſchoben
wer=
den, denn das Rote Kreuz muß jederzeit für die
Aus=
übung der freiwilligen Krankenpflege bereit ſein. Unge=
ir hchet deit Britnde fülte ehetr r tene=
und zu heilen.
Die Deutſchen Vereinigungen vom Roten Kreuz.
Im Anſchluß hieran ſind die Unterzeichneten unter
dem Protektorate Ihrer Königlichen
Hoheiten des Großherzogs und der
Groß=
herzogin zu einem Landesausſchuß
zuſammengetre=
ten. Sie richten in der ſicheren Hoffnung, daß der
vor=
ſtehende Aufruf auch in unſerer heſſiſchen Heimat volles
Verſtändnis findet, an die geſamte Bevölkerung die
herz=
liche Bitte, zur Verwirklichung des dargelegten Planes
beizutragen, ein jeder nach ſeinen Kräften.
Der Landesausſchuß für das Großherzogtum Heſſen:
Arzt, Beigeordneter, Groß=Umſtadt; Auler II., Louis,
Fabrikant, Landtagsabgeordneter, Bensheim; Avenarius,
Kommerzienrat, Gau=Algesheim; Dr. Bamberger, Geh.
Kommerzienrat, Handelskammerpräſident, Mitglied der
Erſten Kammer, Mainz; Dr. Baur, Profeſſor; von
Bech=
told, Kreisrat, Alzey: Dr. Bender, Juſtizrat; Dr.
Ben=
dix, Domkapitular, Mainz; Beſt, Geheimerat,
Provin=
zialdirektor, Mainz: Böckmann Geh. Regierungsrat,
Kreisrat, Büdingen; Böhm, Fabrikant, Offenbach;
Böh=
ringer, Kommerzienrat, Nieder=Ingelheim: Dr. Dr.=Ing.
Braun, Miniſter der Finanzen; Frau Oberamtsrichter
Breidenbach, Reinheim; v. Brentano di Tremezzo, Geh.
Juſtizrat, Landtagsabgeordneter, Offenbach; Frau Frieda
Bücking, Alsfeld; Dr Buſchmann, Hofrat, Chefredakteur;
ſäumt ſoll daher begonnen werden, den Mehrbedarf an! Cloos, Kommerzienrat, Nidda; Chriſtmann, Pfarrer,
Fra=
für Transport, Aufnahme und Pflege der Verwundeten Oberbürgermeiſter, Offenbach; Eckſtein, Kreisrat, Bens=
Schäden für die Volkskraft aus dem Mangel an rechtzei= konſiſtorialrat. Superintendent; Dr v. Ewald,
Staats=
tiger Kranken= und Verwundetenfürſorge entſtehen kön= miniſter: Ewald, Präſident der Oberrechnungskammer;
nen, haben die Schrecken und Folgen der letzten Balkan= Falk, Gewerberat, Vorſitzender der Handwerkskammer,
männlichem und weiblichem Perſonal, ſowie an Material mersheim; Doerr, Kommerzienrat, Worms; Dr. Dullo,
und Erkrankten zu decken. Welche ſchweren, dauernden hein: Dr. Elz, Ehren=Domkapitular; Euler, Geh. Ober=
kämpfe bewieſen. Mängel in der Kriegsvorbereitung des
Roten Kreuzes ſind im Laufe eines Krieges nicht wieder
gut zu machen; auch die größte Opferwilligkeit des
Vol=
kes kann dann nicht mehr rechtzeitig Hilfe ſchaffen.
Aber eine ſolche Kriegsvorbereitung erfordert
außer=
ordentlich große Mittel; die vorhandenen ſind hierzu
völlig unzureichend. Es iſt daher eine unerläßliche natio=
Mitglied der Erſten Kammer, Mainz; Feiſtmann, Louis,
Fabrikant, Offenbach; Fey, Provinzialdirektor; Dr. Fiſcher,
Geh. Juſtizrat, Lorſch; Fiſcher, C. A., Kommerzienrat,
Bingen; D. Dr. Flöring, Prälat; Friedrich, Oekonomierat,
Landtagsabgeordneter. Groß=Rohrheim; Dr. Gail. Geh.
Kommerzienrat, Mitglied der Erſten Kammer, Gießen;
Frau Geh. Juſtizrat Gebhardt, Gießen; Dr Gläſſing,
nale Pflicht, Geld für die Vorbereitung der Kriegserfor= Oberbürgermeiſter; Göbel, Kommerzienrat; Dr. Göttel=
derniſſe zu ſammeln.
In voller Erkenntnis dieſer Sachlage haben die
Ver=
einigungen vom Roten Kreuz beſchloſſen, ſich ſchon jetzt
an die Opferfreudikeit des deutſchen Volkes zu wenden
mann, Oberbürgermeiſter, Mitglied der Erſten Kammer,
Mainz; Profeſſor Dr. Groedel, Geh. Medizinalrat, Bad
Nauheim; Frau Kommerzienrat Grünewald, Alsfeld; Dr.
Güngerich, Landgerichtspräſident, Gießen; v. Hahn, Geh.
und es zu einer Sammlung für das Rote Kreuz aufzuru= Regierungsrat, Kreisrat, Heppenheim; Frau Geheime
fen. Unſer Kaiſer und unſere Kaiſerin, die Bundes= Regierungsrat von Hahn, Heppenheim: Hahn,
Bürger=
fürſten und Freien Städte unſeres Vaterlandes, die Pro=meiſter, Haßloch; Dr. Hangen. Landgerichtspräſident,
Mit=
tektoren und Protektorinnen der Landes= und Frauen= glied der Erſten Kammer, Mainz; Harth, Kommerzienrat,
vereine vom Roten Kreuz haben dieſen Entſchluß ge= Mainz: Heichelheim, Geh. Kommerzienrat,
Handelskam=
billigt, die Landesregierungen haben ihre Unterſtützung merpräſident, Gießen: Dr. Heinrichs, Kreisrat, Alsfeld;
v. Heſſert. Geh. Oberjuſtizrat, Bankdirektor; Freiherr von
zugeſagt.
Die Sammlung fällt in die Zeit der Jubelfeier des Heyl, Generalmajor à la suite; Freiherr von Heyl, Wirkl.
fünfzigjährigen Beſtehens des Roten Kreuzes, und ihr Geheimerai, Mitglied der Erſten Kammer, Worms;
Hin=
kel, Kommerzienrat. Offenbach; Dr. Höfling, Sanitätsrat,
Beginn iſt feſtgeſetzt auf den denkwürdigen 10. Mai, den
Tag des Frankfurter Friedens.
Wir vertrauen, daß das deutſche Volk, welches die
ſchwere Rüſtung für den Schutz ſeiner höchſten Güter
willig auf ſich genommen hat, nun auch unſere Bitte um
Unterſtützung der Kriegsvorbereitung des Roten Kreuzes
zum Beſten der verwundeten und erkrankten Krieger
ver=
ſtehen wird.
Jede, auch die beſcheidenſte Spende, wird dankbar
be=
grüßt werden und dazu beitragen, in Zeiten ſchwerer
Prüfung die Leiden der Söhne unſeres Volkes, die Leib
Alzey; Hölzinger, Miniſterialrat; v. Hombergk zu Vach,
Miniſter des Innern; Huff. Hauptlehrer; Adelheid. Fürſtin
zu Yſenburg und Büdingen, Büdingen; Wolfgang, Fürſt zu
Yſenburg und Büdingen; v. Kathen, General der Infanterie
und Gouverneur der Feſtung Mainz: Dr. Kayſer, Geh.
Regierungsrat, Kreisrat, Worms: Frau Bürgermeiſter
Kayſer, Bad Nauheim; Keller Bürgermeiſter, Gießen;
Dr. Kirſtein, Biſchof von Mainz; Klingſpor, Karl,
Fabri=
kant, Offenbach; Klingſpor, Kommerzienrat, Gießen;
Klump, Forſtmeiſter, Langen: Dr. Köhler, Oberbürgermei=
ſter, Präſident der Zweiten Kammer, Worms; Proſeſſor
Dr. Körte, Rektor der Landesuniverſität Gießen; Korell,
Oekonomierat, Landtagsabgeordneter, Angenrod; Krafft,
Geh. Kommerzienrat, Offenbach; Dr. Kranzbühler,
Kreis=
rat, Erbach; Kullmann, Oberlandesgerichtspräſident;
Landau, Kommerzienrat, Bingen; Laury, Präſident der
Eiſenbahndirektion, Mainz; Lochmann, Geh.
Regierungs=
rat, Kreisrat, Offenbach: Dr. Löslein, Bürgermeiſter,
Bensheim; Freiherr v Lüttwitz, Generalleutnant und
Diviſionskommandeur; Frau Sanitätsrat Dr. Maley,
Vil=
bel; Dr. Merck, E. A., Medizinalrat, Mitglied der Erſten
Kammer; Frau Dr. Willy Merck; Dr. Merck, Kreisrat,
Schotten; Meyer, Geh. Kommerzienrat, Offenbach;
Mil=
kau, Oberpoſtdirektor; Mohr, Kommerzienrat,
Handels=
kammerpräſident, Offenbach; Frau Bürgermeiſter Moller,
Wöllſtein; Mueller, Bürgermeiſter: Profeſſor Dr. Müller,
Geh. Hofrat, Rektor der Techniſchen Hochſchule; Nau,
Generalmajor z. D., Jugenheim; D. Nebel, Präſident des
Oberkonſiſtoriums; Frau Medizinalrat Nebel, Friedberg;
Neff, Bürgermeiſter, Bingen; Noell, Generalleutnant z. D.;
Nuß, Bürgermeiſter, Gernsheim; Offenberg,
Reichsbank=
direktor; Freiherr v. Oetinger, Kammerherr; Frau
Kom=
merzienrat Martha Opel, Rüſſelsheim; Dr. Oppenheim,
Geh. Juſtizrat, Mainz; Dr. Oſann, Juſtizrat,
Landtags=
abgeordneter; D. Peterſen, Geh. Oberkonſiſtorialrat,
Su=
perintendent; Rabenau, Geh. Juſtizrat, Büdingen; von
Randow. Generalmajor und Kommandant: Dr.
Reben=
tiſch, Medizinalrat, Direktor des Stadtkrankenhauſes,
Offenbach: Dr. Reinhardt, Generaloberarzt; Frau Dekan
Rheinfurth, Gau=Odernheim; Rinn, Fabrikant,
Heuchel=
heim; Römheld, Geheimerat; Sander. Hofrat; Dr. Selbſt,
Domdekan, Mainz: Dr. Sutor, Bürgermeiſter, Alzey;
Schätzel, Oekonomierat, Selzen; Freiherr Schenck zu
Schweinsberg, Kreisrat, Friedberg; Graf v. Schlitz gen.
v Görtz Präſident der Erſten Kammer, Schlitz; Frau
Maria Schmaltz=Böhm, Offenbach; Frau Bürgermeiſter
Schmidt, Oppenheim; Dr. Schmitt, Geh. Juſtizrat,
Land=
tagsabgeordneter, Mainz; Schorn, Lehrer, Mainz; Stahl,
Baurat, Bürgermeiſter, Friedberg: Dr. Sſtamm, Geh.
Schulrat, Präſident der Evangeliſchen Landesſynode,
Gießen; Dr. Steeg, Geh. Regierungsrat, Kreisrat,
Bin=
gen; Stöpler, Bürgermeiſter, Landtagsabgeordneter,
Lau=
terbach; Emma, Fürſtin zu Solms=Hohenſolms=Lich, Lich;
Gräfin Kuno zu Stolberg=Roßla, Prinzeſſin zu Yſenburg
und Büdingen, Ortenberg; Frau Geh. Kommerzienrat
Strecker, Mainz; Theobald, Landgerichtspräſident;
Traut=
mann, Oekonomierat, Bürgermeiſter, Rimbach; Trier,
Louis, Kommerzienrat; Uebel, Landtagsabgeordneter,
Dieburg; Dr. Uſinger, Geheimerat, Provinzialdirektor,
Gießen: Valkenberg, Geh. Kommerzienrat, Mitglied der
Erſten Kammer, Worms; Dr. Völſing, Bürgermeiſter,
Als=
feld: Dr. Vogt, Medizinalrat, Butzbach; Dr. Wagner, Geh.
Regierungsrat, Kreisrat, Dieburg; Wahl. Geh. Juſtizrat,
Schlitz; Dr. Waldaeſtel, Chefredakteur; Waldecker,
Haupt=
mann a. D., Dr. Wallau, Geh. Regierungsrat. Kreisrat,
Groß=Gerau; Walter, Oekonomierat, Vorſitzender der
Landwirtſchaftskammer, Mitglied der Erſten Kammer,
Lengfeld: Dr. Dr.=Ing. Weber, Präſident des
Verwal=
tungsgerichtshofs; Frau Margarete Weickhardt, Butzbach;
Weimer. Oberſt z. D., Nidda; v. Werner, Kreisrat,
Lauter=
bach; Wiener, Landgerichtsrat, Gießen; Wolff, Kreisrat,
Oppenheim.
(8984
Für den Heſſ. Landes= Für den Alice=
Frauen=
verein vom Roten Kreuz: verein für Krankenpflege:
Der Vorſitzende:
Korwan,
Generalleutnant
Der Generalſekretär:
Dr. Kratz,
Miniſterialrat
DAN Fer- PRMIWDEE UND RDUSTRE
(DARMSTADTER BANK).
Die bedeutend erweiterten Geschäftsräume unserer Bankstelle
WErIEEMIIINETWSTRF1SSE NNR 1
M
sind nunmehr vollständig fertiggestellt. Wir laden zu deren Besichtigung ergebenst ein.
Gleichzeitig machen wir bekannt, daß von jetzt ab täglich vormittags von 10 bis
12½ Uhr ein Mitglied der Direktion zur Besprechung geschäftlicher Angelegenheiten in
(P8965
den neuen Räumen anwesend sein wird.
DARMSTADT, den 4. April 1914.
DIE DIREKTION.
[ ← ][ ][ → ]Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Nummer 95.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier, 1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
(8986
Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Die hauptſächlich unter der Schuljugend verbreitete Unſitte,
Gebäude, Einfriedigungen ꝛc., namentlich ſolche mit friſchem
An=
ſtrich, durch Beſchmieren mit Kreide, Schmutz uſw. zu
verunreini=
gen, hat in letzter Zeit wieder überhand genommen.
Wir ſehen uns daher veranlaßt, vor ſolchen Ausſchreitungen
erneut eindringlichſt zu warnen, ſowie an Lehrer, Eltern,
Vormün=
der uſw. das dringende Erſuchen zu richten, die ihrer Obhut
unter=
ſtellten Kinder mit allen ihnen zu Gebote ſtehenden Mitteln von
der=
artigem Unfug abzuhalten.
Das Aufſichtsperſonal iſt angewieſen, die Schuldigen im
Be=
tretungsfalle unnachſichtlich zur Anzeige zu bringen, im Falle der
Strafunmündigkeit der betreffenden Kinder aber die Beſtrafung ihrer
Eltern, Vormünder uſw. nach §44 des Polizeiſtrafgeſetzes herbeizuführen
(8909sg
Darmſtadt, den 1. April 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Straßenbahnen und Fuhrwerksverkehr.
In letzter Zeit mehren ſich wieder die Klagen darüber, daß die
Leiter von Fuhrwerken die polizeilichen Vorſchriften über den
Straßen=
verkehr nicht befolgen und insbeſondere die Warnungsſignale der
Motorwagen und der Lokomotiven der Straßenbahn außer Acht
laſſen. Des öfteren verſuchen die Fuhrleute noch unmittelbar vor den
Motorwagen oder den Lokomotiven über die Geleiſe zu kommen,
ſo=
daß die Straßenbahn zum Stehen gebracht werden muß. Wir ſeher
uns daher veranlaßt, erneut hinzuweiſen auf die nachſtehend
abge=
druckte Polizeiverordnung vom 15. Auguſt 1899, insbeſondere auf
deren §§ 7 und 8. Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, auf das
Strengſte auf die Befolgung der Vorſchriften der Verordnung zu achten.
Darmſtadt, 1. April 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizei=Verordnung,
betreffend: Maßregeln zur Verhütung von Unglücksfällen und
Ver=
kehrsſtörungen aus Anlaß des Betriebs der
Straßen=
bahnen in der Stadt Darmſtadt.
Zur Verhütung von Unglücksfällen und Verkehrsſtörungen aus
Anlaß des Betriebs der Dampfſtraßenbahn und der Elektriſchen Bahn
auf den öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen der Haupt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt wird für deren Bezirk nach Anhörung der
Stadtverordneten=Verſammlung und mit Genehmigung des
Groß=
herzoglichen Miniſteriums des Innern d. d. 31. Juli 1899 zu Nr. M.
J. 21958 auf Grund des Art. 56 Abſ. 2 Ziff. 1 der Städte=Ordnung
hierdurch verordnet, was folgt:
§ 1. Beladenen Laſtfuhrwerken, ſowie ſolchen, welche wegen
ihrer Beſchaffenheit oder Ladung ſchwer lenkbar ſind, iſt das Befahren
der Schienen der Straßenbahnen in ihrer Längsrichtung, ſoweit der
Fahrdamm neben dem Gleiſe genügende Breite hat, um den
Bahn=
körper vermeiden zu laſſen, verboten.
§ 2. Soweit die Gleiſe der Straßenbahnen in der Mitte der
Straße liegen, haben die in der Bewegung befindlichen Reiter,
Rad=
fahrer, Fuhrwerke, Handwagen und ſonſtigen Fahrzeuge, ſowie
Vieh=
transporte ſich ſtets rechts zu halten, es ſei denn, daß die rechte Seite
des Fahrdamms auf irgend eine Art geſperrt iſt.
§ 3. Bei dem Ertönen der Signalglocke haben Fußgänger,
Fuhrwerke, Reiter, Radfahrer und Viehtransporte ſich rechtzeitig von
den Gleiſen zu entfernen und den Straßenbahnwagen vollſtändig
auszuweichen.
Solange ein Zug bzw. ein elektriſcher Straßenbahnwagen ſich
in Bewegung befindet, iſt das Ein= und Ausſteigen und der Verſuch
dazu verboten.
Es iſt verboten, Fuhrwerke oder Vieh in denjenigen Straßen,
durch welche die Straßenbahnen fahren, ohne Aufſicht oder unter
Aufſicht unerwachſener Perſonen frei ſtehen zu laſſen. Fuhrwerke
oder Vieh dürfen auch bei gehöriger Aufſicht nur dicht an der Kante
des Fußſteiges und müſſen mindeſtens ſo weit von dem Gleiſe der
Straßenbahn ſtehen bleiben, daß der Betrieb der letzteren nicht geſtört
wird. Andernfalls iſt das Anhalten in der Straße überhaupt unzuläſſig.
Es iſt ferner unterſagt, Vieh frei auf dem Bahnkörper laufen
zu laſſen, und es ſind Perſonen, welchen die Aufſicht über die
auf der Straße oder ſonſt in der Nähe der Bahn befindlichen
Tiere obliegt, dafür verantwortlich, daß der Bahnkörper von den
Tieren nicht betreten wird, ſowie daß dieſelben vorkommenden Falls
alsbald wieder von jenem weggetrieben werden.
Die Polizeibeamten, ſowie die Bahnbedienſteten ſind befugt
aufſichtslos daſtehendes Fuhrwerk und Vieh, ſowie ſonſtige
Gegen=
ſtände, welche die Gleiſe verſperren, zu entfernen.
§ 4. Das Hinüberſchaffen von Pflügen, Eggen und anderen
Geräten, ſowie von Baumſtämmen, Bauholz und anderen ſchweren
Gegenſtänden über die Schienen der Straßenbahnen darf, ſofern
jene Gegenſtände nicht getragen werden, nur auf Wagen oder
unter=
legten Walzen erfolgen.
Es iſt verboten, die Bahnanlagen, ſowie die Betriebsmittel zu
beſchädigen, feſte Gegenſtände auf die Fahrbahn zu legen oder ſonſtige
Fahrthinderniſſe anzubringen, Weichen umzuſtellen, falſchen Alarm
zu erregen, Signale nachzuahmen oder andere betriebsſtörende
Hand=
lungen (wie insbeſondere auch das Anhäufen oder Abwerfen von
Schnee, Eis uſw. auf das Bahnplanum) vorzunehmen.
Der Gebrauch ähnlicher Signalglocken, wie diejenigen der
Straßenbahnen, iſt verboten. Perſonen, welche beim Herumfahren
von Verkaufswagen ſich durch beſondere Signale dem Publikum
be=
merklich machen, haben hierzu vorher polizeiliche Genehmigung zu
erwirken und die dabei geſtellten Bedingungen einzuhalten.
§ 5. Das Klettern auf die für die elektriſche Bahn aufgeſtellten
Maſten, das Behängen der zu dieſer Bahn gehörigen Drähte mit
irgend welchen Gegenſtänden, ſowie das Anfaſſen der elektriſchen
Leitungen iſt verboten.
§ 6. Fahnen dürfen an Gebäuden oder an Maſten nur ſo
angebracht werden, daß ſie die Drähte der elektriſchen Bahn oder der
Telegraphen= und Telephonleitungen nicht berühren können.
§ 7. An Straßenkreuzungen oder Abzweigungen haben
Perſonen, Fuhrwerke, Handwagen und ſonſtige Fahrzeuge,
Reiter, Radfahrer, Viehtransporte uſw., welche das Gleis
überſchreiten wollen, ſo rechtzeitig zu halten, daß die Wagen
der Straßenbahnen in ihrer Fahrt nicht gehindert werden.
Fuhrwerke, Fahrzeuge, Reiter, Radfahrer,
Viehtrans=
porte uſw. haben, ſobald das Signal der Straßenbahnen ertönt,
wenn nicht beſondere Tafeln den Haltepunkt bezeichnen,
min=
deſtens 5 Meter vor der Straßenkrenzung bezw. Abzweigung
Halt zu machen.
§ 8. An den Straßenkreuzungen der von
Straßenbahn=
linien durchzogenen Straßen haben Leiter von Fuhrwerken,
Automobilen und ſonſtigen Fahrzeugen, Reiter, Radfahrer uſw.
die Gangart derart zu verkürzen, daß ein Halten vor dem
Gleis noch möglich iſt und der Straßenbahnwagen ungehindert
weiterfahren kann.
§ 9. Es iſt verboten, Kinder in oder unmittelbar neben den
Gleiſen der Straßenbahnen ſpielen zu laſſen. Ebenſo iſt verboten,
swiſchen dem Bahngleiſe mit Kinderwagen entlang zu fahren.
§ 10. Entſtehen Verkehrsſtörungen oder Gefährdungen durch
Zuſammentreffen der Straßenbahnen mit Fuhrwerk, größeren
Menſchen=
anſammlungen oder dergleichen, ſo iſt jedermann, insbeſondere auch=
das Bahnperſonal gehalten, ſich den Anweiſungen der einſchreitenden
Polizeibeamten unverzüglich zu fügen.
§ 11. Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Vorſchriften
werden, ſofern nicht im gegebenen Fall Strafvorſchriften des
Reichs=
ſtrafgeſetzbuchs, des Polizeiſtrafgeſetzbuchs oder der Bahn=Ordnung
für die Nebeneiſenbahnen Deutſchlands Anwendung zu finden haben,
mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
§ 12. Gegenwärtige Polizei=Verordnung tritt am Tag ihrer
Verkündigung in Kraft. Gleichzeitig wird die Polizei=Verordnung
gleichen Betreffs d. d. 23. 12. 1897 aufgehoben.
Darmſtadt, den 15. Auguſt 1899.
(8783sg
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Bekanntmachung
betreffend Gefährdung der Verkehrsſicherheit auf der Straße
durch Radfahrer.
Es ſind in letzter Zeit mehrfach Klagen darüber geführt worden
daß die Verkehrsſicherheit in den Straßen durch das Verhalten der
Radfahrer beeinträchtigt werde. Abgeſehen von dem zu ſchnellen
Fahren und dem Fahren ohne Laterne nach Einbruch der Dunkelheit
ſowie unrichtigem Ausweichen und Ueberholen wurde oftmals
bemerkt, daß auf den Fahrrädern größere Gegenſtände mitgeführ:
werden, welche entweder dem Fahrer den freien Ausblick benehmen
oder ihn nötigen, die eine Hand ſtändig zum Feſthalten des
Gegen=
ſtandes zu verwenden. Wenn auch geübte Fahrer im allgemeinen
ihr Rad mit einer Hand zu lenken vermögen, ſo kann an
verkehrs=
reichen Punkten im Innern der Stadt auch der geübteſte Fahrer in
Lagen kommen, in welchen er zum Lenken des Fahrrades beider
Hände bedarf. Iſt ihm in ſolchen Fällen der Gebrauch der einen
Hand durch Feſthalten des Gegenſtandes benommen, ſo iſt ein
Unglücksfall meiſt unvermeidlich. Dies kann ſowohl für den
Rad=
fahrer, als auch für das Publikum um ſo gefährlicher werden, je
größer und ſchwerer die mitgeführten Gegenſtände ſind; auch kann
es für den Radfahrer ſtrafrechtliche Verfolgung wegen fahrläſſiger
Körperverletzung oder Tötung, ſowie bedeutende zivilrechtliche Schadens
erſatzpflichten zur Folge haben.
Wir ſehen uns demgemäß veranlaßt, erneut auf genaues
Einhalten der für den Radfahrverkehr beſtehenden Vorſchriften,
insbeſondere auch in der Hinſicht hinzuweiſen, daß jeder Radfahrer
die gehörige Vorſicht beim Leiten ſeines Fahrrades beachtet.
Dieſe würde derjenige außer Acht laſſen, der in verkehrsreichen
Straßen größere Gegenſtände, die den freien Ausblick oder den
Ge=
brauch beider Hände zum Lenken des Fahrrades verhindern, auf dem
Rade mit ſich führt.
Unſere Beamten ſind zu ſcharfer Beaufſichtigung des
Rad=
fahrverkehrs und energiſchem Einſchreiten bei Zuwiderhandlungen
angewieſen.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
(8787sg
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneut mit
dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis, daß die Schutzmannſchaft
angewieſen iſt, auf den Befolg dieſer Vorſchrift beſonders zu achten.
Die Verkäufer der in § 1 bezeichneten Gegenſtände werden
er=
ſucht, nicht nur ihre Angeſtellten, ſondern auch die nicht in ihren
Dienſten ſtehenden Fuhrleute und Arbeiter, ſowie die Käufer
der=
rtiger Gegenſtände entſprechend zu verſtändigen.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
(8907
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
betr. das Auf= und Abladen, ſowie den Transport von
Metallgegenſtänden.
Auf Grund des § 366 Ziff. 10 St.=G.=B. und des Art. 56
Ziffer 1 der Städte=Ordnung wird nach Anhörung der
Stadtverord=
neten=Verſammlung mit Genehmigung Großherzoglichen Miniſteriums
des Innern und der Juſtiz vom 22. September 1893, zu Nr. M. J.
26979, für den Bezirk der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt
ver=
rdnet, was folgt:
§ 1. Bei dem Auf= und Abladen und bei dem Transport
von Gegenſtänden, welche bei dem Herabwerfen oder bei dem
Trans=
port auf Wagen ein ſtarkes Geräuſch verurſachen, wie eiſerne
Trag=
balken, Schienen, Metallröhren und Stangen, Bleche, Ketten
und dergleichen, ſind ſolche Einrichtungen zu treffen, daß beläſtigendes
Geräuſch vermieden wird. Namentlich müſſen derartige
Metallgegen=
ſtände, welche bei dem Transport durch Aneinanderſchlagen ein ſtarkes
Geräuſch verurſachen, in zweckentſprechender Weiſe mit Stroh oder
anderem geeigneten Material unterlegt oder ſo feſt mit einander
verbunden werden, daß der Lärm vermieden wird. Solche
Gegen=
ſtände dürfen beim Abladen nicht vom Wagen herabgeworfen,
ſondern müſſen, gegebenen Falles unter Anwendung geeigneter
Vor=
richtungen, langſam herabgelaſſen werden.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmung
wer=
den in Gemäßheit des § 366 Ziff. 10 des R.=Str.=B. mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 3. Dieſe Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver
kündigung in Kraft.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Bekanntmachung
betr. das Abladen von Schutt auf öffentliche Wege und Plätze,
ſowie auf Privatgrundſtücke.
I. Das Abladen von Schutt, Baugrund uſw. auf
öffent=
liche Wege oder Plätze iſt nur mit ſchriftlicher Erlaubnis des
Tief=
bauamts und nur an den in der Erlaubniskarte bezeichneten
Stellen zuläſſig.
Bei Zuwiderhandlungen wird die Beſtrafung des Schuldigen,
ſowie die Entfernung des unrechtmäßig verbrachten Schuttes,
Bau=
grundes uſw. auf Koſten des Verbringers veranlaßt werden.
II. Zum Abladen von Schutt auf Privatgrundſtücke iſt die
Erlaubnis des Grundeigentümers oder ſeines Vertreters erforderlich
Eigentümer von Bauplätzen, die eine Erlaubnis zum Abladen
von Schutt behufs Auffüllens dieſer Plätze erteilen, haben dafür
Sorge zu tragen, daß keine in Fäulnis übergehenden Abfallſtoffe,
die den Boden verunreinigen können, auf die Bauplätze verbracht
werden.
Falls eine die Geſundheit gefährdende Verunreinigung des
Bodens durch Verbringung derartiger Abfallſtoffe auf Baugelände
feſtgeſtellt wird, wird deren Beſeitigung auf Koſten des Eigentümers
angeordnet werden.
Darmſtadt, den 2. April 1914.
(8908
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
DieLieferung von Dienſtkleidern und Mützen.
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(Zimmer Nr. 39) abzugeben, wo auch die Lieferungsbedingungen
zur Einſicht offen liegen.
Darinſtedt, den 25. März 1914.
(8310a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.
Bekanntmachung.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Kaufmanns
Jakob Jakobſohn in Darmſtadt
wird an Stelle des verſtorbener
Kaufmanns Ernſt Wolff der
Kauf=
mann Heinrich Hilsdorf hier zun
Konkursverwalter beſtellt. (8967
Darmſtadt, 25. März 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.
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Nummer 95
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Seite 18.
F Veuh
aufgenommen
DF. DTTrTF
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Verkauf zu den von der Fabrik vorgeschriebenen Preisen.
Preisliste und Ansichtssendungen bereitwilligst.
T 22 DDT 35o
Bekanntmachung,
die Abzahlungsgeſchäfte betreffend.
Nachſtehend bringen wir das Reichsgeſetz, betreffend die Ab
zahlungsgeſchäfte, vom 16. Mai 1894, wiederholt zur Kenntnis.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
(8782
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutſcher
Kaiſer, König von Preußen ꝛc. ꝛc.
verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zuſtimmung des
Bundesrats und des Reichstags, was folgt:
§ 1. Hat bei dem Verkauf einer dem Käufer übergebenen
be=
weglichen Sache, deren Kaufpreis in Teilzahlungen berichtigt werden
ſoll, der Verkäufer ſich das Recht vorbehalten, wegen Nichterfüllung
der dem Käufer obliegenden Verpflichtungen von dem Vertrage
zurück=
zutreten, ſo iſt im Falle dieſes Rücktritts jeder Teil verpflichtet, dem
andern Teil die empfangenen Leiſtungen zurückzugewähren. Eine
entgegenſtehende Vereinbarung iſt nichtig.
Dem Vorbehalte des Rücktrittsrechts ſteht es gleich, wenn der
Verkäufer wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflich=
tungen kraft Geſetzes die Auflöſung des Vertrages verlangen kann.
§ 2. Der Käufer hat im Falle des Rücktritts dem Verkäufer
für die infolge des Vertrags gemachten Aufwendungen, ſowie für
ſolche Beſchädigungen der Sache Erſatz zu leiſten, welche durch ein
Verſchulden des Käufers oder durch einen ſonſtigen von ihm zu
ver=
tretenden Umſtand verurſacht ſind. Für die Ueberlaſſung des
Ge=
brauches oder der Benutzung iſt deren Wert zu vergüten, wobei auf
die inzwiſchen eingetretene Wertminderung der Sache Rückſicht zu
nehmen iſt. Eine entgegenſtehende Vereinbarung, insbeſondere die vor
Ausübung des Rücktrittsrechts erfolgte vertragsmäßige Feſtſetzung
einer höheren Vergütung, iſt nichtig.
Auf die Feſtſetzung der Höhe der Vergütung finden die
Vor=
ſchriften des § 260, Abſ. 1 der Zivilprozeßordnung entſprechende
An=
wendung.
§ 3. Die nach den Beſtimmungen der §§ 1, 2 begründeten
gegen=
ſeitigen Verpflichtungen ſind Zug um Zug zu erfüllen.
§ 4. Eine wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflichtungen verwirkte Vertragsſtrafe kann, wenn ſie
unverhältnis=
mäßie hoch iſt, auf Antrag des Käufers durch Urteil auf den
an=
gemeſſenen Betrag herabgeſetzt werden. Die Herabſetzung einer
ent=
richteten Strafe iſt ausgeſchloſſen.
Die Abrede, daß die Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflichtungen die Fälligkeit der Reſtſchuld zur Folge haben ſollte,
kann rechtsgültig nur für den Fall getroffen werden, daß der Käufer
mit mindeſtens zwei aufeinanderfolgenden Teilzahlungen ganz oder
teilweiſe im Verzug iſt und der Betrag, mit deſſen Zahlung er im
Verzug iſt, mindeſtens dem zehnten Teile des Kaufpreiſes der
über=
gebenen Sache gleichkommt.
§ 5. Hat der Verkäufer auf Grund des ihm vorbehaltenen
Eigen=
tums die verkaufte Sache wieder an ſich genommen, ſo gilt dies als
Ausübung des Rücktrittsrechts.
§ 6. Die Vorſchriften der §§ 1 bis 5 finden auf Verträge, welche
darauf abzielen, die Zwecke eines Abzahlungsgeſchäfts (§ 1) in einer
anderen Rechtsform, insbeſondere durch mietweiſe Ueberlaſſung der
Sache zu erreichen, entſprechende Anwendung, gleichviel ob dem
Empfänger der Sache ein Recht, ſpäter deren Eigentum zu erwerben,
eingeräumt iſt oder nicht.
§ 7. Wer Lotterieloſe, Inhaberpapiere mit Prämie (Geſetz vom
8. Juni 1871, Reichs=Geſetzblatt S. 210) oder Bezugs= oder
Anteil=
ſcheine auf ſolche Loſe oder Inhaberpapiere gegen Teilzahlung
ver=
kauft oder durch ſonſtige auf die gleichen Zwecke abzielenden Verträge
veräußert, wird mit Geldſtrafe bis zu fünfhundert Mark beſtraft.
Es begründet keinen Unterſchied, ob die Uebergabe des Papiers
vor oder nach der Zahlung des Preiſes erfolgt.
§ 8. Die Beſtimmungen dieſes Geſetzes finden keine Anwendung,
wenn der Empfänger der Ware als Kaufmann in das
Handels=
regiſter eingetragen iſt.
§ 9. Verträge, welche vor dem Inkrafttreten dieſes Geſetzes
ab=
geſchloſſen worden ſind, unterliegen den Vorſchriften desſelben nicht.
Urkundlich Unſerer Höchſteigenhändigen Unterſchrift und
bei=
gedrucktem Kaiſerlichen Inſiegel.
Gegeben Prökelwitz, den 16. Mai 1894.
(L. S.) Wilhelm.
Graf von Caprivi.
Unerlaudtes Kollektieren.
Im Januar ds. Js. iſt in Frankfurt a. M. unter der
Bezeich=
nung: „Internationale Schriftenmiſſion” ein Unternehmen gegründet
worden, das angeblich unentgeltliche Krankenpflege bezweckt. Nach
Angabe des Unternehmers ſind 7 ſogenannte Krankenſchweſtern
engagiert, die von Haus zu Haus gehen und das religiöſe Blättchen
„Es werde Licht” vertreiben. Die Schweſtern gebrauchen beim Verkauf
des Blättchens an den Türen die Worte: „Für unentgeltliche
Kranken=
pflege” „für Miſſion”, „für die Armen”, „zur Bekämpfung der
Schund=
literatur” und dergleichen und haben bereits viele tauſend Stück ſolcher
Druckſchriften für 10 Pfa. das Stück abgeſetzt.
Sie tragen Schweſternkleidung (dunkelblaues Kleid mit weißen
Punkten, ſchwarzen Mantel und ſchwarzes Häubchen mit weißer
Ein=
faſſung) Krankenpflege iſt noch nicht geleiſtet worden, die Einnahmen
ſind vielmehr zur Unterhaltung der Unternehmer und des Perſonals
verwendet worden. Es beſteht der dringende Verdacht, daß es ſich
um eines jener Inſtitute handelt, die jetzt überall auftauchen und
unter dem Vorwand ſozialer und religiöſer Rettungsarbeit (Fürſorge für
Obdachloſe, Krankenpflege, angeblich Miſſionsdienſt) der Bereicherung
der Inhaber dienen, die teilweiſe erheblich vorbeſtraft und
unge=
eignet ſind.
Dasſelbe Geſchäft betreibt ein gewiſſer Willy Dietrich ſeit 1912
von Breslau aus mit den ſogenannten „Schweſtern vom ſchwarzen
Kreuz‟. Dietrich wurde von der Strafkammer Breslau am 9. Juli
1912 wegen unerlaubten Kollektierens verurteilt. Kürzlich wurde auch
hier eine ſogenannte Schweſter vom ſchwarzen Kreuz ermittelt, die die
Blättchen „Friedensklänge” und „Es werde Licht” vertrieb und, den
Erlös an das Dietrich’ſche Unternehmen abiieferte.
Wir empfehlen dringend, kollektierenden Perſonen gegenüber von
der größten Vorſicht zu ſein, und ſie nur dann zu unterſtützen, wenn
ſie eine von uns ausgeſtellte polizeiliche Genehmigungsurkunde
vor=
zeigen können.
Schwindelunternehmungen vorbezeichneter Art ſchädigen die
reelle Miſſionstätigkeit, der durch die Spekulation Unberufener eine
Menge Werte entzogen wird.
Darmſtadt, den 31. März 1914.
(8985go
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Betreffend: Vorkehrungen gegen Beſchädigungen der Straßenpaſſanten
bei der Vornahme von Dachdecker=Arbeiten.
Wir haben wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß
Dach=
decker bei der Vornahme von Dacharbeiten, nachdem ſie an beiden
Enden des betreffenden Gebäudes die üblichen Warnungszeichen
(quer ausgelegte Latten) aufgeſtellt haben, ohne weiteres Ziegel= und
Schieferſtücke auf die Straße herunterwerfen, die nicht ſelten
außer=
halb des Abſperrungsgebietes niederfallen. Mit Rückſicht auf die
hierdurch hervorgerufene erhebliche Gefährdung der Vorübergehenden
ſehen wir uns veranlaßt, die betreffenden Handwerker darauf
auf=
merkſam zu machen, daß ſie bei Vornahme von Dach= und Haus=
Reparaturen verpflichtet ſind, nicht nur gemäß Art. 295 Pol.=
Straf=Geſ. Warnungszeichen aufzuſtellen, ſondern mit Rückſicht
auf § 386 Ziff. 8 R.=St.=G.=B. und Art. 292 Pol.=Straf.=Geſ. alle
Vorkehrungen zu treffen, um das Herabfallen von Ziegel= und
Schieferſtücken zu verhindern. Insbeſondere ſind während der
fraglichen Arbeiten an der unteren Dachkante Brettvorlagen
anzubringen; unter keinen Umſtänden dürfen, auch wenn
War=
nungszeichen ausgeſtellt ſind, Ziegel= oder Schieferſtücke
abſicht=
lich auf die Straße geworfen werden.
Solche Gegenſtände ſind vielmehr in Körben oder dergleichen
zu ſammeln und herunter zu tragen.
Zuwiderhandlungen haben die Beſtrafung auf Grund der
ge=
nannten Geſetzſtellen zur Folge.
Da es immerhin vorkommen kann, daß trotz aller
Vorſichts=
maßregeln Ziegel= und Schieferſtücke auf die Straße fallen, ſo
er=
ſuchen wir das Publikum, die Warnungszeichen gehörig zu
beachten.
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, die Beachtung obiger
Vorſchriften zu überwachen und gegen Zuwiderhandelnde Anzeige zu
erheben. Paſſanten, welche durch herabfallende Gegenſtände verletzt
oder gefährdet werden ſollten, wollen auf dem zuſtändigen
Polizei=
revier alsbald hiervon Anzeige machen, damit der Sachverhalt ſofort
feſtgeſtellt werden kann.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
(8911
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 6. April I. Js. und, wenn nötig, an den
folgenden drei Tagen, jedesmal vorm. 10 Uhr anfangend,
verſteigere ich auf freiwilliges Anſtehen der Frau Uhrmacher
Heußlein Witwe dahier, in ihrem Geſchäftslokale (Laden)
Grafenſtraße 25 wegen Geſchäftsaufgabe die ſämtlichen
Warenbeſtände, als:
Eine größere Partie gold. und ſilb. Herren= und
Damenuhren, Regulateure, Freiſchwinger, Stand= und
Wanduhren, Uhrketten, Broſchen, Ohr= u. Fingerringe;
ferner eine vollſtändige Ladeneinrichtung, beſtehend
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meiſtbietend gegen Barzahlung.
(8992
Verſteigerung beſtimmt.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Georgenſtraße 1.
Dr. Hof verreist
Die Vertretung haben gütigst
übernommen:
Herr Dr. Bönning, Mühlstr. 18,
Tel. 2020.
Herr San.-Rat Dr. Buchhold,
Victoriastr. 56, Tel. 805.
Herr Dr. Göring, Mühlstr. 64,
Tel. 1419.
Herr Dr. Kayser, Steinstr. 32.
Tel. 884.
Herr San.-R. Dr. Kolb,
Riedesel-
str. 23, Tel. 301.
Herr Dr. Langsdorf,
Hügel-
str. 11, Tel. 1757.
Herr San.-Rat Dr. Quetsch,
Bleichstr. 7, Tel. 789.
Herr San.-Rat Dr. Schefers,
Zimmerstr. 8, Tel. 2000. (*9232go
Allen
Schwerhörigen
teile umſonſt mit, wie ſie ſich
von dieſem läſtigen Uebel
be=
freien können.
(I,8977
Viele Dankſchreiben.
L. A. Clabes, Leipzig.
Bayerſche Straße 81, 2. Stock.
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Tiſche billig abzugeben (*9276
Friedrichſtraße 9, part.
Unterſtützungen aus der Karl Schloſſer’ſchen Stiftung.
Aus obiger Stiftung iſt eine Unterſtützung im Betrage von
171 Mk. 43 Pfg. jährlich, und zwar je nach Dauer der Lehrzeit auf
drei, zwei oder ein Jahr zu vergeben.
Als Bewerber können auftreten die Söhne hieſiger Bürger
und dahier unterſtützungswohnſitzberechtigter Einwohner, die in der
Schule durch Sittlichkeit und Fleiß ſich ausgezeichnet und zur
Er=
lernung eines ehrbaren Gewerbes oder einer Kunſt Anlage und
Neigung haben.
Schriftliche Bewerbungen ſind bis längſtens 20. April d. J.
bei mir einzureichen. Belege, aus denen das Vorhandenſein der oben
erwähnten Vorausſetzungen für die Vergebung der Unterſtützung
hervorgeht, ſind beizufügen.
(8966gg
Darmſtadt, den 2. April 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.
Altmaterial=Verſteigerung.
Montag, den 6. ds. Mts., vormittags 11 Uhr,
werden auf dem Grundſtück des ſtädtiſchen Gaswerks an der
Frank=
furterſtraße die nachverzeichneten Altmaterialien öffentlich meiſtbietend
verſteigert:
1. ca. 9360 kg Schmiedeiſen
2. „ 14070 „ Gußeiſen
90 „ Zink
3.
290 „ Meſſing
4.
5.
5 „ Kupfer.
Von dieſen Materialien lagern ca. 600 kg Schmied= und 4000 kg
Gußeiſen auf dem ſtädtiſchen Grundſtück Waldſtraße Nr. 19. Die
Verſteigerungs=Bedingungen werden im Termine bekannt gegeben.
Das Material kann an Ort und Stelle eingeſehen werden.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
(8446ms
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Ekert.
Verſteigerungs-Anzeige.
Dienstag, den 7. April 1914, nachmittags 6 Uhr,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag in der Gärtnerei Walter,
Arheilgerweg 130, wegen Abgabe einiger Aecker:
25 Ztr. echte norddeutſche Kaiſerkronen
abgeſackt in ½ und ¼ Zentner,
(70 Zentner ſind von dieſer Sorte vom Verkäufer ſelbſt gepflanzt)
meiſtbietend gegen bare Zahlung.
(8964
Johannes Krummeck,
Auktionator und Taxator.
Annahme von Verſteigerungen.
Telephon 1774.
Bekauntmachung.
Mittwoch, den 8. April 1914, vormittags 9 Uhr,
wird auf dem Hofe der Trainkaſerne in der Eſchollbrückerſtraße 24
die Matratzenſtreu der 1. Eskadron meiſtbietend verſteigert. (8958
Train=Abteilung Nr. 18.
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Nummer 95.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Seite 15.
Turnen, Spiele und Sport.
Der Sport am Sonntag.
sr. Die eigentliche Eröffnung der Berliner
Flachrenn=
tiſon iſt das Prägnante am Sport des erſten April=
Sonn=
ltags, denn die beiden vorangegangenen kleinen
Straus=
berger Konkurcenzen auf der Flachen waren doch nur
un=
bedeutender Natur. Auch im Reiche ſind mit Ausnahme
vom Freitag in Hannover noch keine größeren Flachrennen
Pentſchieden worden. Im Mittelpunkt der
Grunewald=
hennen ſteht das Sappho=Handikap. Für das mit 13000
Nark ausgeſtattete Meilen=Rennen werden verſchiedene
äute Pferde, wie Quicl, Diamant, Nachtſchatten, Lord
Dunlin und Saint Cloud, mobil gemacht. Namentlich
aint Clond erſcheint ſo günſtig im Gewicht, daß man
hm eine erſte Chance zuſprechen muß. Seine
gefährlich=
ſten Gegner ſtecken in Diamant und Quirl. Auf dem
leichtgewichteten Kröſus wird ſich der für das Königlich
Preußiſche Hauptgeſtüt Gradutz als Stalljockei engagierte
Engländer Winter dem Publikum vorſtellen. Die zweite
Hauptnummer bildet der Damenpreis, ein mit 12 000 Mark
Lausgeſtattetes Jagdrennen, aus deſſen ſtarken Felde
Cali=
ban, Talmont und Diamond Hill hervorragen. In den
lübrigen Rennen iſt auf die Chancen von Salut, Novibazar,
Street Arab, Adamant und Gerolſtein hinzuweiſen. Von
den Rennen in der Leineſtadt iſt nur das Große
Hanno=
verſche Handikap hervorzuheben, für deſſen Ausgang Black
Swan und das Paar des ungariſchen Rennſtallbeſitzers
Herrn E. v. David nämlich Szelmalom und Munſter, in
erſter Linie in Betracht kommen. Weitere Rennen finden
in Dortmund ſtatt. — In Paris bildet der Prix de
Sab=
llons, ein mit 30000 Francs ausgeſtattetes 2000
Meter=
rennen die Hauptnummer des Programms. — Der
Rad=
ſſport bringt die Eröffnungsrennen auf der Berliner
Olympiaparlbahn und damit den Berliner Freunden der
Kämpfe auf dem Zement die erſte Gelegenheit, Dauer=
Rennen mit Klaſſefahrern an Start zu ſehen. Der junge
Weltrekordfahrer Nettelbeck, der Sechstage=Sileger
Sal=
dow, der deutſche Meiſter Janke, ſowie Ryſer und
Dickent=
man begegnen ſich in einem 30 und 50 Kilometer=Rennen.
Eine Neuheit im Programm bildet das Eröffnungsmatch
zwiſchen den beiden karoſſierten Maſchinen wie man die
neuen Ungetüme „halb Fiſch, halb Fahrrad” nennt.
Ge=
ſteuert wird das „Torpedorad” von Dickentman und das
Shrapnell” von Stellbrink. In Paris verſammelt das
Goldene Rad der Buffalobahn ebenfalls die Elite der
Dauerfahrer am Start, während ſich unter den
Konkurren=
ten für die Flieger=Rennen der Berliner Lorenz befindet.
In Brüſſel iſt die Winterſaiſon noch nicht zu Ende, denn
es gelangt im dortigen Velodrom die Wintermeiſterſchaft
der Dauerfahrer mit Linart, Walthour und Miquel am
Start zum Austrag. Auf der Landſtraße ſpielen ſich die
beiden Fernfahrten Bochum-Osnabrück-Bochum über
2878 Kilometer und Mailand-San Remo ab. Im
Fuß=
ballſport ſind drei bedeutende Ereigniſſe zu verzeichnen.
Auf dem neuen Preußenſportplatz in Mariendorf gehl der
traditionelle Städtekampf Wien-Berlin zum 20. Male
vor ſch. Beide Maunchaſten mißten in kezter Sunde
durch Krankheiten verſchiedener Spieler noch eine
Um=
änderung erfahren, doch gilt auch jetzt noch die
öſterreich=
iſche Elf als etwas ſpielſtärker wie die einheimiſche, deren
Hauptſtärke in der Verteidigung liegt. In Antwerpen
fin=
det der fünfte Länderkampf Holland-Deutſchland ſtatt.
Von den bisherigen Kämpfen vermochte Deutſchland noch
keinen zu gewinnen. Das beſte Reſultat war noch das
unentſchiedene Spiel von 5.5 im Jahre 1912 in Zwolle.
Auch diesmal beſteht nicht allzu große Hoffnung, daß die
deutſche Elf, trotzdem ſie beſſer als die früheren erſcheint,
den Siea über die ſchweren holländiſchen Gegner an ihre
Farben heften wird. — In Turin begegnen ſich Italien
und Schweiz zum Länderwettkampf, den, nach ihrem
jüngſten Siege über Frankreich zu urteilen, die Italiener
wieder gewinnen müßten. — Auf leichtathletiſchem
Ge=
biete ſind die Gepäckmärſche von Düſſeldorf und Osnabrück
zu erwähnen. Frankreich bringt in Paris das
Inter=
nationale Croß=Country=Laufen der Berufsläufer an
dem neben berühmten ausländiſchen Größen wie Holmer,
W. Kolehmainen und Vermeulen auch der Deutſche
Hem=
pel teilnimmt. — Im Schwimmſport fällt die Entſcheidung
in der Berliner Waſſerballmeiſterſchaft durch das
Schluß=
ſpiel zwiſchen Germania und Triton=Forelle.
sr. Pferdeſport. Rennen zu Hannover. Graditz=
Rennen; 4000 Mark, Diſtanz 1500 Meter: 1. Hrn. C.F.
Krü=
gers Hadſchar (Oleijnik), 2. Leonidas (Shatwell), 3. Dryade
(Raſtenberger). Tot. 30110. Pl. 18 40:10. Unpl.: Malta
(4), Saint George, Saturnin. Sicher ¾—½—Kopf.
Eröffnungs=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 2500 Mark,
Diſtanz 3200 Meter: 1. Lt. Graf Bethuſy=Hucs Arnara
(Leutnant Prinz zu Bentheim) 2. Sea View (Lt.
Streſe=
mann), 3. Sandeux (Lt. Kothe). Tot, 24:10 Pl. 13, 22,
32:10. Unpl.: Sweet Roß (4), Regal Law, Shaniſch
Gal=
leon. Golden Grove, Boom, de Ay. Le Repas, Artiſts
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Hrn. F. C. Krüger’s Häckel (Oleijnik), 2. Oranier (Davies),
3. Räuver I (Leinert). Tot. 22:10. Pl. 13, 14:10. Unpl.:
Fria (4). Sicher ½—2½—1½ Lg. — Blitz=Rennen; 10 000
Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Hrn. E v. Davids Szemalom
(Pretzner), 2. Sturmbraut (W. Plüſchke), 3. Drakon (
Da=
vies). Tot. 114:10. Pl. 32. 25. 16:10. Unpl.: Mindenlein
(4), Mut, Wilgo, Baſalt II, Auvergnat, Perle, Sankt
Theobald. Narziß. Sicher 1 Lg.-Kopf-Hals —
Kirch=
toder Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 3500 Mark Diſtanz
3600 Meter: 1. Lt. v. Ravens Titi II, (Beſ.), 2. Delaware
(Lt. v. Mitzlaff), 3. Haltefeſt (Lt. Frhr. v Berchem). Tot.
74:10. Pl. 26. 27, 20:10. Unpl.: Flibuſtier (4) Vendetta,
Myman, Konſtantin. Leicht 3—½—1 Lg. — Pokal;
Ehren=
preis und 6000 Mark. Diſtanz 1400 Meter: 1. Hrn. W.
Lindenſtaedts Nettle (A. Plüſchke), 2. Goltz (Raſtenberger),
3. Willybrook (Blume)). Tot. 84:10. Pl. 29, 15, 7910.
Unpl.: Mount Cote, Herzkönig, Orpheus, Tanagra,
Sideslip. Norton, Saint Cronan. Potoskaff. Kampf ½ bis
Kopf-½ La — Bremer= oder Jagd=Rennen; Ehrenpreis
und 3500 Mark. Diſtanz 4100 Meter: 1. Lt. Goeſchens
Gornl Wave (Bef) 2. Preſton (8t, Frhr. v. Berchem,
3. Coiffeur (Lt. Prinz zu Bentheim). Tot. 180110. Pl.
33, 16 16:10. Unpl.: Holly Head (4), Country Couſin (5),
Miß Fife, Jage. Kampf Hals-2—3 Lg. — Alnok=Rennen;
1500 Mark. Diſtanz 1400 Mster: 1. He K Trues Lilli
(Beſ.) 2. Delorius (F. Meyer), 3. Delphin I (D. Pleuß).
Tot fehlt Unpl.: Akoni, Sportsdame, Heckenroſe,
Sports=
könig. Diplomat, Dreifuß, Amuroſa, Maiglöckchen, Luci,
Muſik.
Die Begeiſterung für Richard Wagner, die mit der
Freigabe des „Parſifal” in dieſem Jahre neu entfacht
wor=
den iſt, gab dem Verlag der „Muſikfür Alle‟
Ver=
anlaſſung, nun auch ein weit populäreres Werk des großen
Meiſters dem „Parſifal” folgen zu laſſen: „Die
Wal=
küre” Sie erſcheint als erſtes Heft einer dem „Ring des
Nibelungen” gewidmeten Serie, mit deren Herausgabe
der Verlag gewiß einem lange gehegten Wunſche aller
Muſikfreunde und beſonders ſeines Leſerkreiſes entſpricht.
Der Notenteil, der dem illuſtrierten einführenden Artikel
von J. C. Luſztig folgt, nimmt in der Hauptſache auf die
drei großen Höhepunkte des Werkes Rückſicht, die ja auch
durch Vorführungen außerhalb der Bühne die bekannteſten
geworden ſind. Das „Walküre‟=Heſt der „Muſik für Alles
iſt wie alle bisher erſchienenen Wagnerhefte zum Preiſe von
50 Pfennigen in allen Buch= und Muſikalienhandlungen
ſowie direlt vom Verlage Ullſtein u. Co., Berlin SW. 68,
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Wie ich mein Haar rettete. (VIII,8948
„Mein Haar war dünn, kurz, trocken und ſpröde,
Jedes=
mal fielen mir beim Kämmen oder Bürſten eine Menge
aus, und mir wurde Angſt, ich könne noch ganz kahl
wer=
den, wenn das ſo weiter ginge. Ich ließ es von einem
Spezialiſten unterſuchen, und der erklärte, es handele ſich
um einen beſonders ſchlimmen Fall von Schuppenbildung
— ſo ſchlimm, daß er nur eines wiſſe, von dem Abhilfe zu
erhoffen ſei, und das meinem Haar die frühere Fülle und
Schönheit wiedergeben könne. Ich ſolle mir in der
Apo=
theke oder Drogerie folgende Miſchung zuſammenſtellen
laſſen: 85 Gr. Bay Rum, 30 Gr. Livola de Composée und
1 Gr. krist. Menthol, und das zweimal täglich mit den
Fingerſpitzen ſorgfältig in die Kopfhaut einreiben. Ich
war wohl ſkeptiſch, befolgte aber ſeinen Rat. Zu meinem
Entzücken hörte der Haarausfall wirklich bald auf, das
Haar wurde wieder hübſch geſchmeidig, ſeidig glänzend,
ja nach einigen Wochen konnte ich ſogar konſtatieren, daß
es wieder länger wurde. Ich ſetzte mit der Behandlung
fort, und die Schönheit und üppige Fülle meines echten
Haares fällt allen meinen Bekannten auf. Wie der
Spe=
zialiſt ſagte, hat er ſchon viele ſolcher Fälle gehabt, das
Reſultat war mitunter ſtaunenerregend. Es gäbe nichts
Beſſeres fürs Haar, als dieſes Rezept. Da es in meinem
Falle ſo gut geholfen, ſei es zum Wohle aller, die ihr Haar
erhalten möchten, hier veröffentlicht.‟ R. C. E.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
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Sie ſind wohl die Tochter des Herrn Borchers?
fragte Hans.
Ja, mein Herr.
Nun, ich hätte wohl Luſt, das Zimmer zu mieten.
Mein Name iſt Hans von Ballhauſen — ich werde hier
ſſtudieren. Was iſt der Preis des Zimmers?
Bitte — da kommt mein Vater.
Ich habe die Ehre, mein Herr, rief er lebhaft. Alſo,
Sie wollen das Zimmer mieten? Ich verſichere Sie,
Sie werden ſich ſehr wohl darin befinden. Meine Frau
beſorgt Ihnen das Frühſtück — meine Tochter Eva ſieht
ſauf Ordnung — o, ſie iſt ſehr auf Ordnung und
Rein=
lichkeit, die Eva. Kein Stäubchen, keines dieſer
unan=
genehmen kleinen Tierchen, die man ſo oft in Berlin
trifft —
Vater! unterbrach ihn Eva.
Nun ja, Reinlichkeit iſt die Hauptſache. Das weiß ich
aus meinem Geſchäft. Ich bin nämlich Friſeur und
Coiffeur und beſchäftige mich mit der wiſſenſchaftlichen
Haarpflege. Ich bitte, mich nicht mit einem gewöhnlichen
Barbier zu verwechſeln. Ich barbiere niemals — das
beſorgt mein Sohn — wiſſen Sie, was für ein
Unter=
ſchied zwiſchen einem Coiffeur und Barbier iſt?
In der Tat — nein.
Na, kurz geſagt — ein Coiffeur iſt ein gebildeter
Mann, ein Barbier aber ein ungebildeter — und ich bin
Coiffeur, mein Herr.
Hans lachte.
Ein feiner Unterſchied, Herr Borchers.
Nicht wahr? Aber ſagen Sie mal, wer hat Ihnen
denn die Haare abgeknipſt? Das iſt ja eine ganz
un=
verantwortliche Arbeit. Darf ich meine Schere holen?
Ein anderes Mal, Herr Borchers, wehrte Hans
lachend ab. Jetzt handelt es ſich um dieſes Zimmer.
Welches iſt der Preis?
Fünfunddreißig Mark mit Frühſtück, mein Herr —
keine fünfzig Pfennig billiger, wie meine Frau ſagt. Uns
kommt es nicht ſo ſehr auf den Preis an als auf einen
netten, ſoliden Zimmerherrn. Wenn man eine erwachſene
Tochter hat, muß man vorſichtig ſein, nicht wahr, mein
Herr?
Aber, Vater!
Ja, ja, mein Kind, ich weiß ſchon, was Du ſagen
willſt. Du biſt keine von denen, welche . . . na, ich bin
ſchon ſtill. Alſo, mein Herr, Sie nehmen das Zimmer?
Hans ſah nach Eva hinüber, welche ſich an den
Gar=
dinen zu ſchaffen machte. Der volle Sonnenſchein
um=
wogte ſie mit einem goldigen Glanz, daß ihre ſchlanke
Geſtalt wie verklärt erſchien. Hans glaubte noch niemals
eine ſo reizvolle Mädchengeſtalt geſehen zu haben.
Raſch entſchloſſen ſagte er:
Ja, Herr Borchers, ich nehme das Zimmer. Ich
kann doch wohl heute noch einziehen?
Gewiß, mein Herr, dem ſteht nichts im Wege. Wie
iſt doch Ihr werter Name?
Hans von Ballhauſen — ich werde das
Polytechni=
kum beſuchen.
Herr von Ballhauſen — große Ehre — das Zimmer
ſteht Ihnen ſofort zur Verfügung. Meine Frau wird ſich
ſehr freuen, Ihre Bekanntſchaft zu machen. Eva, ruf doch
die Mutter.
Frau Borchers, die ihren Anzug mittlerweile in
Ordnung gebracht hatte, erſchien und begrüßte Hans mit
mürriſcher Fleundlichkeit.
Frau Börchers gefiel ihm allerdings weniger als ihr
lebhafter, ſpaßhafter Gatte und die liebliche Eva. Aber
er merkte doch, daß er einer richtigen braven Frau
gegen=
überſtand, die zugleich die Zügel ihres ehelichen
Verhält=
niſſes ſtramm in den kräftigen Händen hielt. Herr Karl
Adolf Borchers nahm in ihrer Gegenwart an Wichtigkeit
ſehr ab. Man ſah, daß er in wirtſchaftlichen
Angelegen=
heiten nicht viel zu ſagen hatte.
Hans verabſchiedete ſich. In einer Stunde werde
er ſeine Sachen ſchicken. Er reichte Herrn und Frau
Bor=
chers die Hand. Karl Adolf erſchöpfte ſich in höflichen
Redensarten, Frau Borchers ſagte nur: Wenn Sie ein
ordentlicher Herr ſind, werden wir ſchon gut miteinander
auskommen. Sonſt möchte ich Sie bitten, ſich ein
an=
deres Logis zu ſuchen.
Er grüßte Eva noch mit einer höflichen Verbeugung
und entfernte ſich, von Karl Adolf bis an die Treppe
be=
gleitet. Schmunzelnd und ſich die Hände reibend, kam
er zurück.
Ich hoffe, Sie werden mit mir zufrieden ſein, Frau
Borchers, entgegnete Hans lächelnd.
Das iſt ein Glücksfall, Schatz, ſagte er zu ſeiner Frau,
die den Kaſfee auf den Tiſch ſtellte. Ein feiner, nobler
Herr — Ballhauſen, von Ballhauſen! Ich kenne den
Na=
men. Ein Graf von Ballhauſen ſteht als Leutnant bei
den Gardehuſaren — ich hab’ ihn mal friſiert — ob die
wohl miteinander verwandt ſind? Denk Dir, Schatz,
wenn wir einen Grafen als Mieter kriegten!
Die Hauptſache iſt, daß er ein ordentlicher Menſch iſt,
entgegnete Frau Borchers ernſt.
Ach, Du mit Deinem ordentlichen Menſchen! — Die
jungen Herren von heute ſind nun mal keine Engel. Und
nun noch dazu ein Herr von Ballhauſen — ein Graf
Ball=
hauſen. Da muß man ſchon ein Auge zudrücken.
Ja, ja, man kennt ja Deine Vorliebe für die Herren
mit dem Wörtchen von vor ihrem Namen. Das iſt auch
ſo ein Sparren, den Du mit vielen Leuten teilſt. Wenn
ein Baron oder ein Graff Euch die Hand gibt, glaubt Ihr
Wunder was für eine Gnade Euch erzeigt iſt. Die
Haupt=
ſache iſt doch, daß das Herz auf dem richtigen Fleck ſitzt.
Tut es ganz beſtimmt bei unſerem neuen
Zimmer=
herrn, Schatz. Glaub es mir, ich habe dafür den Blick
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Nummer 95.
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— ich verſteh’ mich auf das Phyſiognomiſche — das bringt
mein Geſchäft ſo mit ſich. Nicht wahr, Eva, Du biſt auch
meiner Meinung?
Ich kann noch nicht urteilen, Vater, ſagte Eva, indem
ſie ihm eine Taſſe Kaſfee einſchenkte. Aber einen recht
gu=
ten Eindruck macht er.
Ja, ja — einen guten Eindruck — ein vornehmes
Exterieur — man merkt gleich, daß man einen Kavalier
vor ſich hat.
Bleibt mir mit Euren Kavalieren vom Leibe,
brummte Frau Borchers. Dahinter ſteckt meiſtens nicht
viel anderes als ein leeres Portemonnaie und ein Buckel
voll Schulden. . .
Du mußt auch immer ſchimpfen, meinte Karl Adol)ſ
ärgerlich und beſchäftigte ſich ſchweigend mit ſeinem
Kaſfee. Dann begab er ſich in den Laden hinunter,
wäh=
rond Frau Borchers den Tiſch abräumte und wieder in
der Küche verſchwand.
Eva trat an das Fenſter und ſah auf den Hof hinaus.
Viel war da nicht zu ſehen. Es war ein enger, finſterer
„Berliner Hof, und die Dunkelheit ſchien von unten herauf
zu kriechen wie ein unheimliches Tier. Eine graue,
ſchmutzige Mauer ohne Fenſter ſchloß den Hof nach
hin=
ten zu ab, während er rechts und links von den
Seiten=
flügeln des Vorderhauſes begrenzt wurde. In dieſen
Seitenflügeln befanden ſich kleine Wohnungen, die
ge=
ringe Leute, kleine Handwerker, Arbeiter und
Arbeite=
rinnen aller Art inne hatten. Eine Schar Kinder ſpielte
lärmend auf dem Hofe.
Eva ſah eine Zeitlang dem Spiel der Kinder zu ohne
Intereſſe. Ihre Gedanken weilten nicht bei dieſen
Spie=
len und dieſen Kindern. Sie dachte an den jungen Herrn,
der heute das Zimmer bei ihnen gemietet. Sie hatte
wohl bemerkt, daß ſein Auge mit Wohlgefallen auf ihr
geruht, und ſein Lächeln ſchien ihr zuzuflüſtern: Nicht
wahr, wir verſtehen uns und wir werden gute
Freund=
ſchaft halten.
Ach, das war ja alles dummes Zeug! Wozu dieſe
Träumereien? Seufzend wandte ſie ſich wieder ab und
ſetzte ſich von neuem an ihre Arbeit.
Wollen wir nicht einmal zuſammen ausgehen,
Fräu=
lein Eva? fragte Hans, des jungen Mädchens Hand
er=
greiſend, als es das Frühſtücksgeſchirr aus ſeinem
Zim=
mer abholen wollte.
Es war eine kleine, weiße und weiche Hand, denn
Evas Beſchäftigung als Stickerin duldete nicht, daß ſie
ſich mit grober Hausarbeit beſchäftigte. Dieſſe ließ ſich
auch Frau Borchers nicht nehmen, die beſſer damit
umzu=
gehen verſtand, als ihre Tochter.
Hans hatte Luſt, dieſe kleine, weiße, warme Hand zu
küſſen, und er hätte es auch wohl getan, wenn Eva ihre
Hand nicht raſch zurückgezogen hätte.
Sie wiſſen wohl, Herr Baron, entgegnete ſie und eine
leichte Röte überhauchte ihre Wangen, daß ich ohne meine
Eltern nicht ausgehe.
Aber, das iſt doch kein Vergnügen, Fräulein Eva,
ſagte er lachend. Ihr Papa iſt ja ein ganz waßhaſter
Herr, aber den ganzen Abend von der wiſſenſchaftlichen
Haarpflege zu hören, wirkt doch ein wenig eintönig. Und
Ihre Mama.
Ich bitte, Herr Baron . . . . Sie brauchen ja nicht
mit uns auszugehen.
Sie nahm das Frühſtücksgeſchirr und wollte gehen.
Da legte er den Arm um ihre Taille . . . . Fräulein Eva
— ich bin Ihnen gut . . .
Eine dunkle Blutwelle überflutete ihre Wangen. Mit
einer raſchen Wendung entzog ſie ſich ſeinem Arm.
Wollen Sie mich beleidigen, Herr Baron?
Ihre Augen blitzten ihn zornig an. Ihre Lippen
beb=
ten. Erſchreckt ließ er den Arm ſinken.
Verzeihung — ich meinte es nicht böſe, Fräulein Eva,
ſtammelte er.
Ja, das ſagen die jungen Herren immer, wenn ſie ein
armes Mädchen betören wollen, ſprach ſie bitter lachend.
Wir ſind Ihnen gut genug für eine müßige Spielerei,
und leider Gottes gibt es Mädchen genug, welche darauf
eingehen. Ich aber gehöre nicht zu ihnen, und von
Ihnen, Herr Baron, hätte ich nicht erwartet, daß Sie
mich für ſo ſchlecht halten könnten .
Aber, Fräulein Eva . .. wenn Sie wüßten . .
Ich weiß genug, Herr Baron. Ich bitte ein für alle
Mal, mich mit ſolchen Worten zu verſchonen. Sie
belei=
digen mich und — machen mir das Herz ſchwer .
Sie brach in Tränen aus und verließ raſch das=
Zim=
mer, ehe er ihr erwidern konnte.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 95.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Seite 21.
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Wänden harmonieren. Wie ſieht es in dem ſchwarzen
,882 Eßzimmer aus? Die Wände, die Decke und der Teppich
ſind ſchwarz und nicht anders die Stühle und die
Vor=
hänge; es kommt nur darauf an alle Abarten und Töne
von Schwarz zu verwenden und aufeinander abzuſtimmen.
Hütet euch Vorhänge zu füttern: ſie fallen dann nicht gut.
Man nimmt einen ſchwarzen Stoff, der jedoch nicht völlig
undurchlſſig ſein darf, der das Licht nicht ganz ausſchließt.
Und hinter dieſe Vorhänge hängt man orangefarbene
Gardinen und erreicht ſo die Wirkung von Orange=
Schwarz. In ſolchen Räumen müſſen natürlich leuchtende
Farben verwendet werden — Orange, Grün, Purpur,
Blau —, aber alles kommt darauf an, daß die Farben
in=
einander klingen. Wie der Arzt auf ſeinem Rezepte nicht
die nur die Beſtandteile der Medizin, ſondern auch die
Quan=
oh= titäten der einzelnen Beſtandteile angibt, ſo muß auch im
iſtler ſchwarzen Eßzimmer die Quantität der leuchtenden
Far=
ſan= ben ſorglich abgemeſſen ſein. Die Monotonie und die
einte Düſterkeit des Schwarz wird durch die Einführung
ein=
t er=zelner ſtarker Farbtöne durchbrochen. Es wäre durchaus
erbe richtig, auch ein ſchwarzes Tiſchtuch zu verwenden,
ſind vorausgeſetzt, daß man über einen genügenden Schmuck an
den= Blumen und Obſt verfügt, um die Harmonie ausreichend
Lor= zu beleben. Die Einrichtung des ſchwarzen Eßzimmers
in muß einfach, faſt barbariſch in ihren Formen und ſchwarz
den lackiert ſein. Die Stühle müſſen mit blauem Stoff
be=
egei= kleidet und mit bunten hellen Kiſſen verſehen ſein. Eine
Der ſchwarze Anrichte ein ſchwarzes Büfett, auf dem die
Far=
hheit ben des Zimmers wiederkehren, ſollten nicht fehlen, und
ppich ſtets müßten auf dieſem Büfett Früchte ſtehen.‟ Das iſt
den das ſchwarze Eßzimmer, das ſo ſchlicht und einfach wirkt
und den Dewohnem die rechte Stinnung verkeiht, un die
Hände zum lecker bereiteten Mahl zu erheben. Denn
die=
ſes ſchwarze Eßzimmer iſt keineswegs für Trauerfälle in
der Familie gedacht, ſondern ſoll der heiteren und frohen
Gaſtlichkeit dienen.
Auch für das Kinderzimmer gibt Kemp
Proſſor einige beachtenswerte Ratſchläge. Da der
Einfluß des Raumes auf die Kinder von höchſter
Be=
deutung iſt, ſollen die Wände des Kinderzimmers
zitro=
nengelb ſein und ebenſo die Vorhänge. Den Fußboden
des Kinderzimmers aber bedecke man mit umdrehbaren
Kiſſen, die auf der einen Seite ein leuchtendes
Orange=
gelb zeigen, auf der anderen Seite ein tiefes Blau. Wenn
die Sonne zu ſtark ſcheint, kann die Farbtönung des
Zim=
mers gekühlt werden, indem man die Kiſſen umdreht und
die blaue Seite nach oben kehrt. „Kinder, die in einer
ſolchen Atmoſphäre des Sonnenſcheins auferzogen
wer=
den, ſaugen das Licht und die Helle in ſich ein und werden
auf dieſe ſonnigen Farben ihrer Jugend zurückblicken als
auf die Quelle ihrer glücklichen Veranlagung.” Sie
be=
kommen gleichſam ein orangefarbenes und zitronengelbes
Temperament. . .
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
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Nummer 95.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Seite 27.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
ſeinerlet Verantwortung für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Heute beginnt die Karwoche, die Woche, welche
ten Schluß und zugleich den Höhepunkt der chriſtlichen
Paſſionszeit bildet. Chriſtliches Denken und Empfinden
lat ſie noch immer mit dem Ernſt durchlebt, der auch
äußer=
lich zum Ausdruck kam durch Einſchränkung der
Unter=
haltungen und Vergnügungen, welche ſonſt willkommene
Abwechſelung in der Mühe und Arbeit des Lebens
bie=
ten und die mehr oder weniger in der Oeffentlichkeit
her=
bortreten. Denn da richten ſich mehr als ſonſt der
Ehri=
ſten Gedanken auf die Heiligtümer ihres Glaubens,
grö=
ßer als ſonſt iſt die Zahl der Gottesdienſtbeſucher,
zahl=
reiche Teilnehmer begehen an den drei Abendmahlstagen
der Wſoche in ernſter Feier das Gedächtnis des
Gekreu=
zigten und bekennen ſich damit zu ihm und ſeiner
Ge=
meinde, ſich deſſen freuend und getröſtend, daß wir in
ihm und durch ihn die Gewißheit eines lieben und
gnä=
digen Gottes haben. Der Ernſt dieſer Tage mit ihrer
religiöſen Weihe iſt ſtets auch von ſolchen reſpektiert
wor=
den, welche mit ihrer Welkanſchauung nicht auf
chriſt=
lichem Boden ſtehen. Mehr und mehr aber hat ſich darin,
beſonders in unſeren Städten, eine Wandlung vollzogen,
und ſchon ſeit Jahren wird auch in unſerer Stadt Klage
darüber geführt, daß öffentliche Veranſtaltungen zur
Unterhaltung und zum Vergnügen getroffen werden, welche
das religiöſe Empfinden der Mehrheit verletzen, weil ſie
mit dem ſonſt anerkannten ernſten Charakter der Woche
in Widerſpruch ſtehen. So wenn eine größere
Vereini=
gung für die zwei letzten ihrer ſtark beſuchten
Vortrags=
abende die Karwoche beſtimmt hat, und zwar für den
erſten deren Anfang, welcher zugleich unſer Landes=Buß=
und Bettag iſt, und den zweiten für den Mittwoch vor
Gründonnerstag. Zumal der zweite wird für viele eine
um ſo ſtärkere Anziehungskraft üben, als er ein Drama
bringt, deſſen öffentliche Aufführung verboten iſt. Daß
er nur Mitgliedern zugänglich ſein ſoll, iſt bloß eine
ſcheinbare Einſchränkung, da andere, die kommen wollen
und kommen werden, ſich leicht durch Mitglieder
Ein=
trittskarten verſchaffen können. Nicht zu reden von der
Nichtbeachtung ſolcher Mitglieder, welche, wie es
tatſäch=
lich der Fall iſt, berechtigten Anſtoß daran nehmen und
die von ihrem klingend erworbenen Recht zum Beſuch
kei=
nen Gebrauch machen werden. Andere Beiſpiele ließen
dem angeführten ſich leicht beifügen. Charakteriſtiſch iſt
dabei die Ausrede, die man zuweilen hören kann, daß
viele künſtleriſche Kräfte, ſonſt durch ihren Beruf
gebun=
den, gerade für die Karwoche frei und ſonſt nicht zu haben
ſeien. Die Nutzanwendung liegt nahe. Ebenſo nahe die
Folgerung, daß, was den gebildeten Kreiſen unſerer Stadt
recht, der übrigen Bevölkerung in ihrer — vielleicht
ver=
gröberten Art — billig erſcheinen muß.
Es iſt wahrlich nicht puritaniſcher Eifer, der dieſe
Zeilen veranlaßt hak, und der ſie geſchrieben, gönnt allen
von Herzen das Recht auf Erholung, Unterhaltung und
Vergnügen. Aber alles zu ſeiner Zeit. Und da hat auch
die Karwoche ihr Recht, das begründet iſt in ihre
reli=
giöſen Bedeutung, ihrer Geſchichte und in dem chriſtlichen
Empfinden unſeres Volkes — auch der Mehrheit unſerer
Ih. St.
Mitbürger.
Vermiſchtes.
— Am modernen Teetiſch. Die Mode des Five o’clock=
Tees, mit Tango und Furlana reizvoll verknüpft, kommt
immer mehr in Aufnahme und gewinnt immer größere
Verbreitung. Um ihrer Tanzluſt fröhnen zu können,
haben ſich jetzt ſogar die Franzöſinnen, die ſich bisher mit
dem „braunen Trank der Serer” am wenigſten befreunden
wollten, zum Teegenuß bekehrt, und an der Riviera ſieht
man die Modedamen aus ſchweren, ſilbergefaßten Gläſern
das Getränk ſchlürfen, das ſie ſich mit ſehr viel Kuchen
verſüßen und wohl auch mit ein wenig Rum kräftiger
machen. Der von der Pariſer höchſten Inſtanz nunmehr
anerkannten Mode des Teetrinkens folgt natürlich die
Mode des eleganten Teetiſches auf dem Fuße. Der
eng=
liſche „Five oclock” gewinnt ſeinen eigenartigen
Charak=
ter durch ein echt ruſſiſches Gewand. Die Ruſſen dürfen
ja unter den Abendländern den Ruhm für ſich in Anſpruch
nehmen, die beſten Kenner der Teebereitung und dſie
fein=
ſten Genießer dieſer Gabe Chinas an das Abendland zu
ſein. Pflegen ſie auch nicht jene hohe und ſchwere Kunſt
der Teezeremonie, in der die japaniſche Dame den
Gipfel=
punkt vornehmer Geſellſchaftskultur erblickt, ſo haben ſie
doch im Samowar das klaſſiſche Gerät für die beſte
Tee=
bereitung gefunden. Solch ein breitbauchiger, behaglich
glänzender Keſſel iſt denn auch der leuchtende Mittelpunkt
des modernen eleganten Teetiſches. Sein einladendes und
melodiſches Singen verbreitet eine wohlige Stimmung
über der mit unzähligen Sachen und Sächelchen beſetzten
Tafel, und die glühenden Kohlen, die aus dem Zylinder
in der Mitte des Apparates hervorſchimmern, verleihen
dem Ganzen noch einen anheimelnden Reiz mehr. Der
Ruſſe verabſcheut den ſtarken dunklen Tee, den der
Hol=
länder und der Engländer mit viel Milch und Zucker zu
ſich nimmt. Er iſt daher auch bei ſtärkſtem Teegenuß vor
jenen Vergiftungserſcheinungen bewahrt, die man unter
dem Namen „Teeismus” alls eine ſpezifiſch engliſche
Krankheit kennt; er trinkt den Tee ziemlich dünn, wenn
er eine goldig helle, zarte Farbe hat und verſtärkt ſein
Aroma wohl noch durch ein paar Tropfen Zikronenſaſt.
Auch die in England und Amerika beliebte Taſſe iſt ſeinem
Kennerauge, das ſich gern am Glanz des warmen
Labe=
trankes erfreut, nicht angenehm; er zieht das Glas vor,
das durch den ſchweren Silberrahmen, in den es gefaßt
iſt, ein angemeſſenes Gewicht in der Hand bekommt. Der
Teetiſch „à la Ruſſe” iſt der moderne Teetiſch an ſich. In
London wie in Paris und an der Riviera ſingen jetzt die
Samowars ihr luſtig ſummendes Liedchen, und die
ele=
gante Franzöſin verbrennt ſich ſogar die ſchönen Finger,
um das ihr ſo ungewohnte Inſtrument zu handhaben; ſie
muß auch durchaus die vorgeſchriebene Holzkohle haben
und ebenſo die mondäne Engländerin, der die Beſchaffung
dieſes in England ſo ſeltenen Heizmaterials recht viel
Mühe macht. Man trinkt den Tee dünn, mit etwas
Zi=
trone und wenig Zucker, ganz nach der ruſſiſchen
Vor=
ſchrift, und die Pariſerin erlaubt ſich nur inſofern eine
eigene Zutat, daß ſie den Teetiſch mit einer Unmenge von
Süßigkeiten, von kleinen Kuchen und Schokolade
aus=
ſtattet. Heiße Kuchen werden niedlich in geſticktes Linnen
gehüllt ſerviert, und ſo entfaltet der moderne Teetiſch eine
Fülle von Reizen, an denen auch die Pariſerin mehr und
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[ ← ][ ][ → ]Seite 28.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
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Zeite .9.
Abenteuer mit dem „Kannibalenfiſch‟.
** In einem neuen Reiſeberichte über ſeine
For=
ſchungsreiſe in Südamerika, den Rooſevelt im Daily
Telegraph erſcheinen ließ, ſchildert der Expräſident der
Vereinigten Staaten die Dampferfahrt den Paraguay
hinauf und erzählt dabei einige Geſchichten von dem
blut=
gierigen ſogenannten Kannibalenfiſch, der Piranha. Dieſer
ileine Fiſch, der die Geſtalt einer Scholle hat, gilt als
einer der gefährlichſten Waſſerbewohner der braſilianiſchen
Flüſſe. Der Oberſt Rondon, der im Auftrage der
braſilia=
niſchen Regierung Rooſevelt begleitete, konnte berichten,
daß erſt drei Wochen vor dem Aufbruch der Expedition
ein 12jähriger Knabe in der Nähe von Courumba beim
Baden von dieſen Fiſchen angefallen und buchſtäblich
lebendig von ihnen aufgefreſſen wurde. Oberſt Rondon
hat ſelbſt ein ſchmerzhaftes Abenteuer mit dieſen ſeltſamen
Fiſchen zu beſtehen gehabt; er wollte baden, wählte ſich
am Flußrand eine flache Stelle aus, überzeugte ſich
ſorg=
fältig, daß, wie Rooſevelt ſchreibt, „keine
menſchenfreſſen=
den Fiſche in der Nähe waren. Aber als er ſeinen Fuß
ins Waſſer ſetzte, griff ihn plötzlich einer dieſer Fiſche an
und biß ihm die Zehe ab.‟ Ein anderer Männ der
Expe=
dition wurde beim Durchwaten eines Fluſſes am
Fuß=
ballen und an den Knöcheln angegriffen, wollte die
An=
greifer mit der Hand packen, wurde nun an den Händen
erfaßt und konnte ſich nur durch den glücklichen Zufall,
daß ein über das Waſſer reichender Aſt in der Nähe war,
retten und ans Land ziehen. Aber er war ſo furchtbar
verletzt, daß ſechs Monate verſtrichen, ehe er wieder
ge=
neſen war. Die Piranhas, die Rooſevelt ſo lebhaft
be=
ſchäftigen, ſind auch bereits von deutſchen Forſchern be=
obachet und findiert worden. Schon Humboldt hat mit
der Piranha (Seroſalmo Pirapa) während ſeiner
füd=
amerikaniſchen Reiſe ähnliche Erfahrungen gemacht und
beobachtet; ſo erzählt er: „Die kühlenden Wellen des
Pi=
rara waren bei der unausſtehlichen Hitze für unſere
Ge=
ſundheit die größte Erquickung, welche uns aber leider
nur zu bald vergällt wurde, da einem der Indianerknaben,
welche uns gefolgt waren, beim Ueberſchwimmen des
Fluſſes von den gefräßigen Pirayas ein großes Stück
Fleiſch aus dem Fuß geriſſen wurde. Das ſchreckliche
Auf=
ſchreien des Knaben, als er die Wunde erhielt, ließ uns
anfänglich fürchten, er ſei die Beute eines Kaimans
ge=
worden. Schreck und Schmerz hatten ihn ſo erſchüttert,
daß er kaum das Uſer ereichen konnte, Gießt man ein
paar Tropfen Blut ins Waſſer, ſo kommen ſie zu
Tauſen=
den herauf, an Stellen, wo der Fluß ganz klar und kein
Fiſch zu ſehen war. Warfen wir kleine blutige
Fleiſch=
ſtückchen ins Waſſer, in wenigen Minuten waren zahlreiche
Schwärme von Karaibenfiſchen da und ſtritten ſich um
den Fraß.” Und ein anderer deutſcher Forſcher
Schom=
burgk, muß bei ſeinen Stundien über die Raubgier der
Pirayas beobachten, daß die gefräßigen Fiſche ſogar ihre
eigene Art nicht ſchonen. Daß Ochſen und andere große
Tiere, wenn ſie beim Schwimmen unter einen Schwarm
dieſer fürchterlichen Fiſche geraten, buchſtäblich zerfleiſcht
werden, wurde ſchon oft feſtgeſtellt. Den Hunden wird
von dieſen Raubfiſchen nicht ſelten beim Trinken Naſe
oder Lippe abgeriſſen, und Dobrizofer weiß mitzuteilen,
daß zwei ſpaniſche Soldaten mit ihren Pferden bei dem
Uebergang durch einen Fluß von den Pirayas angegriffen
und getötet wurden. Dasſelbe berichtet Humboldt; er
erzählt, daß die Fiſche den Menſchen beim Baden und
Schwimmen angreifen. „Iſt man anfangs auch nur un=
bedeutend verketzt, ſo kommt man doch nur ſchwer aus
dem Waſſer, ohne die ſchlimmſten Verletzungen
davonzu=
tragen. Verſchiedene Indianer zeigten uns an Waden
und Schenkel vernarbte, ſehr tiefe Wunden, welche von
dieſen kleinen Fiſchen herrühren.7
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Wer Odol konſequent
täg=
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Nummer 95.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
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86,60
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4 100,20
Preußische Schatzanw.
91,10
Staffelanleihe. .
3½ 86,75
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do, unkdb. p. 1918 . . .
4 1 97,20
do. unkdb. p. 1920 . .
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unkdb. p. 1930 . .
97,25
do. Anleihe . . .
3½ 84,80
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do.
Hamburger Staats-Anl. . 4 96,90
do. v. 1887/94 .
3½l 88,60
do. . . . . . . . . . . .
3 79,20
Hessische Staats-Anleihe 4 97,00
do. unkdb. p. 1921
4 97,20
do. . . . . „
3½
do. .
75,00
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(unkdb. p. 1921).
97,50
do. v. 79/80 . . .
3½ 87,80
do. . . . . .
76,50
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5 96,25
Griech. Anl. v. 1890 . .
1,6 55,350
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Italienische Rente.
3½
Osterr. Staats-R. v. 1913 . 4½ 91,80
do. Silber-Rente . . . . 4½ 86,25
do. Papior-Rente . . .4½ 86.10
do. Gold-Rente . . . . . 4 87,10
do. einheitl. Rente .
4 1 82,50
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do. inn. amort. 1905 .
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do. „
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3 64,00
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4½ 91,25
do. Schatzsch. v. 1913 . 4½100,00
do. conv.
4 85,40
do. v. 1890
4 93,80
do. v. 1891
4 85,75
do. v. 1905
4. 85,50
do. v. 1808 .
4 86,70
do. v. 1910 .
4 85,10
Russische St.-Anl.
4½ 98,25
do. kons. v. 1880
4% 87,00
do. Gold v. 1890
do. v. 1902 .
89,95
Schweden v. 1880.
do. v. 1886 .
Schweden v. 1890. . . . . . 3½
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do. kons. steuerfreie .
do. Admin. v. 1903 . . .
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Badische Anilin-Fabrik . 28 (643,75
Chem. Fabrik Griesheim 14 (267,75
Farbwerke Höchst . . . . 30 (661,00
Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20 (339,00
Zement Heidelberg . . . . 10 (157.00
Chemische Werke Albert 30 447,50
Holzverkohl. Konstanz . 15 313.25
6 129,20
Lahmeyer . . . . . . . . .
Schuckert, Nürnberg . . . 8 150,50
Siemens & Halske. . . . . 12 218,25
Bergmann Elektr. . . . . . 5 1123.50
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 (248,00
Hagen Akkum. . . . . . . . 25 344,00
Deutsch. Ubersee-Elektr. 11 (17780
Gummi Peter . . . . . . . . 0 82,00
Adler-Fahrradwerke . . . 25 340,00
Maschinenfabr. Badenia . 6 1121,00
Wittener Stahlröhren . .0
Gasmotoren, Oberursel .8½ 1159,50
Gasmotoren, Deutz . . . . 9
122,20
Siemens Glas-Industrie . 15 238,00
Enzinger Filter . . . .
23 317,00
10 (14500
Steaus Romana . .
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 220,00
Bad. Zucker-Waghäusel .12,831220,00
Neue Boden-Aktien-Ges. O 1 87,00
Süddeutsche Immobilien! 0 1 59,50
Bergwerks-Aktien.
12 1162,00
Aumetz-Friede . .
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 224,60
Leonhard, Braunkohlen. 9 1163.00
Konkordia Bergbau . . . 23 367,75
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1133,10
Eschweiler . . . . . . . . . . 10 222.00
Gelsenkirchen Bergw.
11 195,50
Harpen Bergbau.
11 ſ18535
Kaliwerke Aschersleben . 10 (148,00
Kaliwerke Westeregeln . 13 203,50
Königin Marienhütte . . 6 81,00
Laurahütte . . . . . . .
§ 1154,00
Oberschles. Eisenbed.
6 84,50
Oberschl. Eisen-Industrie 3 69,00
Phönix Bergbau ..
18 (239,00
Rheinische Braunkohlen 10 225,50
Riebeck Montan . . .
12 1197,75
South West.-Afr. Shares . 5 (121,00
Verzinsliche
Anlehenslose. (2f.
Badische . . . . . TIr. 100) 4 1182,4a
Cöln-Mindener . TIr. 1003½)
-
Holländ. Komm. . H. 100 3 116,00
Madrider . . . . . Frs. 100 3 77,50
Meininger Präm.-Pfdbr. .4 140,10
Osterreicher 1860er Lose . 4 179,00
Oldenburger . . . . TIr. 40
123,30
Raab-Grazer . . . . H. 150/2½1111,40
Unverzinsliche
Mk.
Anlehenslose.
p. St.
Augsburger
.A.7 —
Braunschweigen
TIr. 20 203,00
Pe. 43 (2050
Mailänder
Fs. 10 —
do.
Meininger
.. A. 7 37,00
Osterreicher
H. 100
A. 100 —
do.
A. 100 —
Ungar. Staats .
Fs. 30 —
Vonediger
Türkische . . . . . . Fs. 400 169,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. .
20,44
20-Franks-Stücke . .
16,28
Amerikanische Noten
4.20½
Englische Noten . . .
20,46
Französische Noten. .
81,35
Holländische Noten .
169,25
Italienische Noten .
81,10
Osterr.-Ungarische Noter
85,15
Russische Noten . .
Schweizer Noten. .
81,25
Reichsbank-Diskont
do. Lombard Zsf.
Tendenz:
Schwach.
bandel und Verkehr.
— Frankfurt a. M., 4. April. Die Börſe war
Heute am Wochenſchluß verſtimmt über die Nachrichten aus
Albanien, ſowie über die geſtrigen ſchwächeren Neu=Yorker
Notierungen. Ungünſtige Nachrichten aus der heimiſchen
Tiſeninduſtrie drückten auf das Kursniveau der
Montan=
werke. Die Spekulation geht keine neuen Engagements
ein, iſt vielmehr geneigt, in Blanko zu verkaufen. Der
ganze Markt hatte unter dieſer unluſtigen Stimmung zu
leiden und wieſen auch die Kurſe des Kaſſa=Marktes
Rückgänge, wenn auch nicht größeren Umfanges, auf.
* Wien, 3. April. Der Adminiſtrationsrat des
Wiener Bankvereins beſchloß in ſeiner heutigen
Sitzung, von der ihm durch die heutige
Generalverſamm=
lung erteilten Ermächtigung zur Begebung von 50000
Aktien mit Dividendenberechtigung für das Geſchäftsjahr
1914 Gebrauch zu machsn. Hiervon werden 26000 Stück
den bisherigen Aktionären zum Preiſe von 500 Kronen
für jede neue Aktie zuzüglich 5 Prozent Zinſen ab 1.
Ja=
nuar 1914 in der Weiſe bis zum 14. April zum Bezuge an=
geboten, daß auf je 25 der im Umlauf befindlichen Aktien
zwei neue bezw. auf 13 eine neue entfallen. Die
peſt=
lichen 24 000 Aktien wurden zum Preiſe von 510 Kronen
zuzüglich 5 Prozent Zinſen ab 1. Januar feſt plaziert.
Landwirtſchaftliches.
* Berlin, 4. April. Wöchentlicher
Saaten=
ſtandsbericht der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats. Die
Winter=
ſaaten haben in der erſten Hälfte der letzten Woche infolge
der naſſen und kühlen Witterung vielfach nur wenig
Fort=
ſchritte gemacht, doch iſt ihr Stand im allgemeinen,
abge=
ſehen von einzelnen Gebieten, befriedigend und mehrfach
gut geblieben. Das Wetter hatte auch in den letzten
Märztagen einen veränderlichen Charakter. Zu Anfang
der Berichtswoche trat in ganz Deutſchland eine ſtärkere
Abkühlung ein. Die Regenfälle gingen im Norden
viel=
fach in Schneefälle über, die beſonders im Elbe= und
Oder=
gebiet lange anhielten. Mitte der Berichtswoche klärte
ſich das Wetter auf, doch traten in vielen Gegenden
Nacht=
fröſte ein, die auf 4—5 Grad Kälte herabgingen. Am Ende
des Monats traten plötzlich Südwinde ein und führten
eine bedeutende Erwärmung herbei, die in Weſt= und
Mitteldeutſchland vielfach 15 Grad Celſius überſchritt.
Die Niederſchlagsmenge im Monat März belief ſich
durch=
ſchnittlich auf etwa 88 Millimeter in Deutſchland,
wäh=
rend die durchſchnittliche Regenmenge ſeit 1891 nur 45
Millimeter betrug; in keinem dieſer Jahre iſt im März
auch nur annähernd ſo vel Regen wie diesmal gefallen.
Für ſchwere und tiefere Böden wird mehrfach über eine
Verſchlechterung des Saatenſtandes berichtet, doch hofft
man, daß der jetzige Umſchwung der Witterung die
Saa=
ten wieder erholen wird Die Kleeſelder ſtehen im
allge=
meinen befriedigend, doch wird wiederholt ein Umpflügen
der Kleefelder für erforderlich angeſehen. Die Wieſen ſind
zum größten Teile noch tot, ſo daß über ihre Entwicklung
nichts zu berichten iſt. Die Frühjahrsbeſtellung iſt auch in
der letzten Woche durch Näſſe zurückgehalten, doch beſteht
Ausſicht, daß dieſelbe nunmehr bei Andauer trockener
Witterung vorwärts ſchreiten wird.
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