Darmstädter Tagblatt 1914


Nr. 95., Sonntag, den 5. April.

[  ][ ]

Bezugspreis:
Anzeigenpreis:
177. Jahrgang
Ausg. A (mit Ill. Unterhaltungsbl.) monatl. 60 Pfg.,
Die 49mm breite Petitzeile oder deren Raum:
vierteljährl. Mk. 1.30, Ausgabe B (mit Ill. Unter=
im
Kreiſe Darmſtadt 10 Pfg., auswärts 20 Pfg.;
haltungsblatt 11. Ill. Wochen=Chronik) monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der wöchentlichen Beilage: die 84mm breite Reklamezeile oder deren Reſſn
60 Pfg., viertelfährl. Mf. 2 40. Beſtellungen nehmen
im Kreiſe Darmſtadt 30 Pfg., auswärts 75 Pfg.:
entgegen: die Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23 (Fernſpr.
Rabat nach Tarif. Anzeigen nehmen entgegen: die
Nr. 1 u. 426), unſere Filialen, Landagenturen u. alle
Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23, die Filialen u. Agen=
Poſtämter. Verantwortlichkeit für Aufnahme von
turen, Anzeigenexped. des In= und Auslandes. Bei
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Anzeigen an beſtimmten Tagen wird nicht übernom.
Konkurs od. gerichtl. Beitreib. fällt jed. Rabatt weg.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 32 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Die Kaiſerin iſt geſtern nachmittag 3 Uhr in Korfu
eingetroffen.
Die franzöſiſche Kammer lehnte die Eröffnung
einer richterlichen Unterſuchung der Rochetteaffäre
und die Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens gegen
Caillaux und Monis ab. Kammer und Senat
vertagten ſich bis zum 2. Junt.

Wie jetzt feſtgeſtellt worden iſt, hatte der Dampfer
Neufundland eine Beſatzung von 189 Mann,
von denen 77 umgekommen ſind. 69 Leichen ſind
geborgen worden.
Wie amtlich mitgeteilt wird, iſt Koritza von den auf=
ſtändiſchen
Epiroten eingenommen worden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Politiſche Wochenſchau.

** Seitdem Reichstag und Landtag die Oſterferien
angetreten haben, iſt in der inneren Politik eine zeitwei=
lige
Ruhe eingetreten, die um ſo wohltuender berührt,
je länger ſie entbehrt worden iſt. Nur das Parteileben
macht inſofern eine Ausnahme, als der Beſchluß des
Zentralvorſtandes der Nationallibera=
len
Partei, ſowohl die Auflöſung des jungliberalen
wie des altnationalliberalen Verbandes herbeizuführen,
von Freund und Feind lebhaft erörtert wird. Im jung=
liberalen
Lager, namentlich Badens, ſperrt man ſich gegen
die Auflöſung, und auch auf alinationalliberaler Seite
werden Stimmen des Widerſpruchs laut Wenn dabei
die Jungliberalen behaupten, daß ihre Organiſation im
Gegenſatz zur altnationalliberalen keine politiſche ſon=
dern
nur eine Altersorganiſation ſei, die ſich mit der
Partei ſtets im beſten Einvernehmen befunden habe, ſo
beißt das doch die Dinge allzu formaliſtiſch behandeln.
Der Jungliberalismus hat wahrlich oft genug den Zug
nach links unter Umſtänden betätigt, die für die Geſamt=
partei
Schwierigkeiten bedeuteten, und ſchließlich zur
Sonderorganiſation der entgegengeſetzten Richtung ge=
führt
. Keine einzige der anderen großen Parteien kennt
in ihrem Schoße ſolche Sonderorganiſationen. Daß es bei
der Nationalliberalen Partei anders beſtellt iſt, hat die
Stellung der Geſamtpartei häufig genug erſchwert,
um den Wunſch zu rechtfertigen, daß die National=
liberale
Geſamtpartei in dieſer wichtigen organiſa=
toriſchen
Angelegenheit wieder ebenſo geſtellt werde, wie
die übrigen Parteien. Die unverkennbare Freude, mit
der geſchworene Feinde der Nationalliberalen jede Aeu=
ßerung
des Widerſpruchs gegen die Wiederherſtellung
der orgeniſatoriſchen Einigkeit aufgreifen, redet eine ſo
deutliche Sprache, daß ſie überall da verſtanden werden
muß, wo der ernſte Wille vorhanden iſt, das Wohl der
Geſamtpartei über örtliche Bedürfniſſe, perſönliche Wün=
ſche
und einſeitige Theorien zu ſtellen.
Die engliſche Kriſis iſt durch einen mannhaf=
ten
Entſchluß des Premierminiſters Asquith anſchei=
nend
der Löſung erheblich nahe gebracht worden Der
Rücktritt des Kriegsminiſters Seely und die Uebernahme
ſeines Poſtens durch Asquith ſelbſt bezeugt den entſchie=
denen
Willen des lberalen Parteiführers, die Breſche, die
das iriſche Offizierkorpsein die granitene Mauer engliſcher
Parlamentsherrſchaft geriſſen hat, von Grund aus wie=
derherzuſtellen
. Der Eindruck davon iſt weder bei der
Regierungspartei noch bei der Oppoſition ausgeblieben.
Das zeigt ſich nicht nur in der geſteigerten Bereitwillig=
keit
der Unioniſten, ein Kompromiß über die Homerule=
frage
zu ſchließen, ſondern auch in ihrem Verzicht auf die
Aufſtellung eines eigenen Kandidaten gegen Asquith, der
ſich wegen der Uebernahme des neuen miniſteriellen Am=
tes
einer Neuwahl unterzieht. Bildet das energiſche Vor=
gehen
in der Tat den Ausgangspunkt für die ſchließliche
Beilegung der Ulſterkriſis, dann hat Asguith ſowohl ſei=
nem
Lande wie der liberalen Partei einen großen Dienſt
geleiſtet. Denn der urſprüngliche Rückzug des Kriegs=
miniſters
Seely vor dem ſtreikenden Offizierkorps konnte
die engliſche Wählerſchaft unmöglich für die liberale Par=
tei
einnehmen.
Die innere Kriſis, die Frankreich durchmacht,
ſteht ſchwerlich vor der organiſchen Heilung. Die Tätig=
keit
des Rochette=Ausſchuſſes hat hauptſächlich in der
Anwendung des alten Rezeptes beſtanden, den Pelz zu
waſchen, ohne ihn naß zu machen Schandenhalber kam
der Rochette=Ausſchuß um den Tadel der früheren Mini=
ſter
Monis und Caillaux wegen ihrer Einmiſchung in die
Rechtspflege nicht herum. Aber der Tadel fiel ſo zurück=
haltend
aus und bleibt ſo vollſtändig ohne weitere Fol=
gen
, daß ſich der Eindruck aufdrängt, es werde trotz der
großſpurigen Einſetzung des Rochette=Ausſchuſſes an dem
verderbten Syſtem der Einmiſchung franzöſiſcher Macht=
haber
in die Rechtspflege auch in Zukunft nichts geändert
werden. Nimmt man binzu, daß ſelbſt der unmittelbar

bevorſtehende Ablauf der Legislaturperiode die Kammer
nicht beſtimmt hat das Budget zu erledigen, dann lernt
man die Schattenſeiten der franzöſiſchen Demokratie auf
das gründlichſte kennen.
Am Balkan hält die Aufſäſſigkeit der Epiroten
gegen Albanien an. Die hieraus für den jüngſten Balkan=
ſtaat
hervorgehenden Schwierigkeiten werden von der
Preſſe in Paris und in Belgrad in den ſchwärzeſten Far=
ben
geſchildert Da Albanien die Großmächte um Hilfe
anging, die Griechen die Zurückziehung ihrer Truppen
wieder hinauszuzögern ſcheinen, haben die Diplomaten
der Großmächte neue Arbeit. Vielleicht vereinfacht ſie
ſich, wenn zwiſchen Griechenland und der Türkei über
Chios und Mytilene wirklich der Ausgleich zuſtande=
kommt
, den Rumänien vermittelt haben ſoll.
In Mexiko, das für ſeine ausländiſchen Anleihen
den Zinſendienſt wieder aufgenommen hat, dauert der
Bürgerkrieg fort. Die Nachricht von einer entſcheidenden
Niederlage der Rebellen unter Villa hat ſich nicht be=
ſtätigt
, vielmehr ſcheint Villa bei Torreon im Vorteil zu
ſein. Eine reinere Freude als hieran kann der Präſident
der Vereinigten Staaten von Amerika an
der Beſeitigung der Gebührenfreiheit für amerikaniſche
Schiffe im Panamakanal haben. Für den deutſchen Han=
del
iſt dieſe Wendung zu begrüßen; ihm wird auch der
glänzende Empfang zugute kommen, den Prinz Hein=
rich
beim Beſuch ſüdamerikaniſcher Staaten gefunden
hat,

Die Lage in Albanien.

** Wer geglaubt hatte, die Bewegung in Nord=
epirus
gegen die Einverleibung in das neue Fürſtentum
Albanien werde abflauen und ſchließlich im Sande ver=
laufen
, wird ſich durch die letzten Nachrichten von dem
Angriff der Aufſtändiſchen gegen die Stadt Koritza ſeines
Irrtums bewußt geworden ſein. Dieſer Angriff bedeutet,
daß die Nordepiroten noch längſt nicht daran denken,
ſich in das ihnen von den Großmächten bereitete Geſchick
zu fügen, ſondern ihren Aktionskreis weiter in Albanien
hinein auszudehnen beginnen. Soweit ſich überſehen
läßt, iſt der ihrem Vordringen entgegengeſetzte Widerſtand
zu ſchwach, und wenn es ſich beſtätigt, daß der beim
Kampfe vor Koritza verwundete Kommandeur der alba=
niſchen
Gendarmerie, der holländiſche Major Rueller,
den Oberbefehl niederlegen mußte, ſo iſt das für die Epi=
roten
ein anſehnlicher Erfolg, und immer dringender wird
die Frage, was denn geſchehen ſoll, wenn die der alba=
niſchen
Regierung zu Gebote ſtehenden Streitkräfte nicht
genügen, der Rebellen Herr zu werden.
Man ſpricht davon, daß die Regierung in Durazzo
nunmehr energiſche Maßregeln gegen die Aufſtändiſchen
ergreifen wolle, was in Wien und in Rom volle Billi=
gung
finde. Wir meinen, eine kräftigere Offenſive ſeitens
der Albaner wäre ſchon längſt an der Zeit geweſen, ehe
der Aufſtand den heutigen Umfang angenommen hatte.
Aber zur Entfaltung der nötigen Machtmittel konnte
man wohl noch nicht kommen, da ja in dem jungen
Staatsweſen alles erſt im Entſtehen und Werden begrif=
fen
iſt. Die Bildung einer nach abendländiſchem Muſter
organiſierten Armee wird dem Fürſten ſicherlich als eine
der vornehmſten Pflichten ſeiner Herrſchertätigkelt am
Herzen liegen, aber dazu gehört Zeit und Geld. Letz=
teres
iſt vorläufig noch ſehr rar in Albanien, und mit den
auf die künſtigen Anleihen gezahlten Vorſchüſſen läßt ſich
nicht viel beginnen. Dieſe reichen kaum zur erſten In=
ſtallierung
der Verwaltung, geſchweige denn zu einer um=
fangreicheren
militäriſchen Aktion. Daß die Großmächte
ihre jüngſte Schöpfung nicht im Stich laſſen können und
Albanien ſo oder ſo in den Sattel helfen müſſen, iſt klar.
Zunächſt wollen ſie es mit einer Einwirkung auf Griechen=
land
verſuchen, damit auch jegliche indirekte Unterſtützung
der Epiroten unterbleibt. Reicht das zur Unterdrückung
des Aufſtandes nicht aus, ſo müſſen weitere Schritte ge=
ſchehen
.
Wie man ſieht, iſt die Aufgabe, an welche der Prinz
zu Wied mit der Annahme der albaniſchen Fürſtenwürde
herangetreten iſt, ſchwerer, als er vielleicht gedacht hat.
Aber deshalb braucht an dem Gelingen ſeiner Miſſion
noch nicht gezweifelt zu werden. Auch andere fürſtliche
Pioniere abendländiſcher Kultur, wie Carol I. von Ru=
mänien
, Alexander und Ferdinand von Bulgarien, haben
in der neuen Heimat Schwierigkeiten aller Art vorge=
funden
, und ſie waren ebenſowenig auf Roſen gebettet
wie jetzt Wilhelm von Albanien. Dieſer darf alſo hoffen,
gleichfalls ſein Ziel zu erreichen, wenn er Tatkraft und
Ausdauer genug behält, auf ſeinem Platz auszuharren
und ſeine Pläne durchzuſetzen.

Der Beſchluß der franzöſiſchen
Kammer über die Rochettes
angelegenheit.

* Nach einer Erklärung des Miniſterpräſidenten
Doumergue, der nochmals nachdrücklich verſicherte,
daß er den Bericht des Oberſtaatsanwalts Fabre vor deſ=
ſen
Verleſung durch Barthou nicht gekannt habe, beſchloß
die Kammer, zur Erledigung der Rochette=Angelegenheit
eine Nachtſitzung abzuhalten.
Die Abſtimmung am Schluß der Nachtſitzung der
Kammer geſtaltete ſich ſehr bewegt. Nach der einſtimmig
erfolgten Annahme des Hauptſatzes der Tagesord=
nung
Renard, in der die Kammer die Feſtſtellungen
des Unterſuchungsausſchuſſes zur Kenntnis nimmt und
ihre Mißbilligung über die mißbräuchliche Einmiſchung
der Finanz in die Politik und der Politik in die Juſtiz=
verwaltung
ausſpricht, hatte man ziemlich allgemein an=
genommen
, daß die Sache nunmehr erledigt ſei. Auf An=
trag
des Sozialiſten Sembat wurden jedoch die Schluß=
worte
der Tagesordnung, durch die jeder Zuſatz abgelehnt
werden ſollte, mit 254 gegen 208 Stimmen verworfen,
was lebhafte Erregung hervorrief. Hierauf wurden vier
verſchiedene Zuſatzanträge eingebracht; zunächſt der Zu=
ſatzantrag
der Sozialiſten Sembat und Colly, daß
Monis, Caillaux, de I'Isle, Briand und Barthou der zu=
ſtändigen
Gerichtsbarkeit überwieſen werden ſollen, dann
der Zuſatzantrag Hubert, in dem die Regierung aufge=
fordert
wird, eine gerichtliche Unterſuchung über die Be=
weggründe
anzuordnen, welche Monis und Caillaux zur
Behinderung der Tätigkeit der Juſtiz veranlaßt hätten.
ferner ein Zuſatzantrag des Nationaliſten Berry, der
Monis und Caillaux der Juſtiz überantwortet wiſſen
will, und ſchließlich der von den Radikalen Renard und
Deloncle beantragte Zuſatzantrag, daß die Kammer
ihren Entſchluß bekunde, die Trennung der Gewalten in
wirkſamerer Weiſe zu verbürgen Der Zuſatzantrag
Sembat und Colly wurde mit 359 Stimmen ge=
gen
103 Stimmen abgelehnt und ſodann der
Zuſatzantrag Renard und Deloncle mit 265 gegen
120 Stimmen angenommen. Die geſamte Ta=
gesordnung
wurde hierauf durch Händeauſheben geneh=
migt
. Unter lebhafter Bewegung wurde alsdann die Le=
gislaturperiode
um 2 Uhr nachts mit einer Rede des
Präſidenten Deschanel geſchloſſen, welcher die Tätigkeit
der Kammer rühmend hervorhob und die von ihr be=
ſchloſſenen
wichtigen Geſetze aufzählte. Als Deschanel auch
das Dreijahrgeſetz erwähnte, riefen die Sozialiſten: Nie=
der
mit den drei Jahren! Deschanel entgegnete daxauf
mit erhobener Stimme: Die Kammer wollte, daß die Ar=
mee
verſtärkt und die Grenze beſſer geſchützt werde; ſie
ſind es. Dieſe Worte riefen bei einem Teil des Hauſes
lebhaften Beifall hervor.
Darauf vertagte ſich die Kammer bis zum 2. Juni.

* Paris, 4. April Da die Kammerſitzung erſt um
2 Uhr morgens ihr Ende erreichte, ſo ſind die Kommen=
tare
noch ſehr zurückhaltend und ſpärlich. Trotzdem läßt
ſich bereits erkennen, daß der Sieg der Radikalſozialiſten
und infolgedeſſen der Regierung im Lager der Gegner den
größten Sturm erregen wird. Die Feinde der ehemaligen
Miniſter Monis und Gaillaur hatten offenbar gehoft,
in der Kammerſitzung einen ernſten Schlag gegen die Re=
gierung
führen zu können, was ihnen jedoch nicht ge=
lungen
iſt. Beſonders heftige Worte gebraucht der Gau=
lois
. Das Blatt erklärt, daß das jetzige Regime voll=
kommen
verfault ſei, und ſchlägt als einziges Hilfsmittel
in Anlehnung an den bekannten Satz Sembachs vor, wenn
nicht einen König, ſo doch mindeſtens einen Führer zu
wählen, da im anderen Falle ein Bügerkrieg zu befürch=
ten
ſei. Die Autorité ſchreibt: Der jetzige Konflikt über=
trifft
die Skandale Rochettes, Monisk, Caillaux’ bei wei=
tem
. In dem ganzen Moraſt iſt nur die Beſtechlichkeit,
Ohnmacht und Bankrott des augenblicklichen Regimes zu
erkennen. Jedem Unparteiiſchen, jedem Ausländer müſſe
das klar ins Auge ſtechen.

Deutſches Reich.

Wehrbeitrag und Statiſtik. In einer
der letzten Sitzungen des Bundesrats iſt deſſen Aus=
ſchüſſen
, wie bereits gemeldet wurde, der Entwurf von
Beſtimmungen über die Wehrbeitragsſtatiſtik überwieſen
worden. Dieſer Entwurf wird den Gegenſtand eingehen=
der
Beratungen bilden. Es handelt ſich bei dieſer Statiſtik
beſonders darum, die verſchiedenen Noten des im Deut=
ſchen
Reiche vorhandenen Vermögens feſtzuſtellen, um an

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Nummer 95.

der Hand dieſer Ergebniſſe die bisherige und die künf=
tige
Steuerpolitik des Reiches mitteilen zu können. Da=
gegen
iſt von dieſer Statiſtik nicht zu erwarten die Be=
friedigung
der Neugier mancher Kreiſe, wieviel in dieſem
oder jenem Ort an Wehrbeitrag eingekommen ſei. Der
Oeffentlichkeit wird der Geſamtbetrag des Wehrbeitrages
mitgeteilt werden, der in den einzelnen Bundesſtaaten ein
gekommen iſt oder einkommen ſoll, andere Offenbarungen
aber werden nicht erfolgen. Namentlich wird eine Aus=
kunft
darüber, was die Bundesfürſten an Wehrbeitrag
entrichtet haben, nicht gegeben werden. Die Höhe dieſes
Wehrbeitrages werden nur die oberſten Finanzbehörden
der einzelnen Bundesſtaaten erfahren.
Die Wiederaufnahme im Diſziplinar=
verfahren
. Auf Grund der Beſchlüſſe des Reichstags
zu der Vorlage über die Wiederaufnahme im Diſziplinar=
verfahren
ſind die Bundesregierungen zu einer nochmaligen
Beratung zuſammengetreten. Dem Vernehmen nach wurde
einſtimmig beſchloſſen, der Vorlage in der vom Reichstag
gegebenen Faſſung nicht zuzuſtimmen, falls der beſchloſſene
Zuſatz über die zu gewährende Einſicht in die Perſonal=
akten
aufrecht erhalten bleibt.
Der Kaiſerbrief. Die Germania führt fol=
gende
Mitteilung der Katholiſchen Weltkorreſpondenz an:
Durch verſchiedene deutſche Zeitungen ging die Nachricht,
der ſogenannte Kaiſerbrief (den der Kaiſer an die Land=
gräfin
von Heſſen bei ihrem Uebertritt zum Katholizis=
mus
geſchrieben hat) befinde ſich in Rom in den Händen
des Papſtes oder ſei auf dem Wege nach Rom. Dem=
gegenüber
können wir feſtſtellen: Im Vatikan weiß man
von dem ſogenannten Kaiſerbrief nichts, da er nie in die
Hände des Papſtes kam und ſich auch dort nicht befindet;
auch weiß man im Vatikan von dem wahren Inhalt dieſes
Briefes nichts. Damit entfallen alle an dieſe Meldung ge=
knüpften
Kombinationen.
Fiſchereigeſetz in Preußen. Dem preu=
ßiſchen
Abgeordnetenhauſe iſt das neue Fiſchereigeſetz zu=
gegangen
. Der Entwurf zerfällt in 11 Abſchnitte mit 127
Paragraphen. Er will für die von ihm als offene Ge=
wäſſer
bezeichneten Fiſchgewäſſer die Möglichkeit ſchaffen,
zielbewußte Maßnahmen zur Verbeſſerung des Fiſchbe=
ſtandes
und zur vollen Ausnutzung der Gewäſſer zu treffen
und hierdurch namentlich den öſtlichen Landesteilen eine
Bewirtſchaftungsweiſe eröffnen, die zu einer Vermehrung
und Verbeſſerung der für die Bevölkerung immer unent=
behrlicher
werdenden Fiſchnahrung führt.

Ausland.

Frankreich.
Aus Marokko. Einer Blättermeldung zufolge
wird General Mangin demnächſt nach Marokko zurück=
kehren
, um den Befehl über die am Fuße des Atlas ſtehen=
den
Truppen zu übernehmen. Mangin ſoll im Hinblick
auf die geplante Expedition nach Tazza die Aufgabe haben
die Bergſtämme in Schach zu halten und dieſe zu verhin=
dern
, ſich den aufſtändiſchen Stämmen der Muluja=Gegend
und der Umgegend von Fez anzuſchließen. Wie aus
Udſchda gemeldet wird, fand bei Marmiſſa auf dem Wege
nach Tazza ein Kampf zwiſchen der Kolonne des Oberſten
Bolleux und dem Tſulſtamme ſtatt. Die Marokkaner wur=
den
geſchlagen und ließen zwei Tote zurück. Die Fran=
zoſen
hatten einen Toten und acht Verwundete. Wie
aus Rabat gemeldet wird, hat der Prätendent El Hiba
ſich in das Atlasgebirge zurückgezogen. Er hat alle ſeine
Brüder zu ſich berufen, um darüber zu beraten, ob er ſich
Frankreich unterwerfen oder ein Bündnis mit den an=
deren
Führern der Aufſtändiſchen ſchließen ſoll.

Rußland.
Das Budget. Die Budgetkommiſſion der Reichs=
duma
hat in einer außerordentlichen Sitzung, welcher der
Verweſer des Finanzminiſteriums, Bark, beiwohnte, die
Einnahmen des Budgets angenommen. Auf eine Anfrage
erklärte Bark, die Herabſetzung des ruſſiſchen Goldvorrats
im Auslande ſei leider unmöglich, da die bei ausländi=
ſchen
Bankiers befindlichen Summen für Anleihebezahlun=
gen
, Kronbeſtellungen, für die Handelsbilanz uſw. not=
wendig
ſeien.
Das Tabakmonopol. Aus Anlaß des Gerüchts
über die Einführung eines Staatstabakmonopols in Ruß=
land
gibt das Finanzminiſterium bekannt, daß die gegen=
wärtige
Lage der geſamten Tabakinduſtrie einer genauen
Prüfung unterzogen werde, welche vorausſichtlich Mitte
1915 abgeſchloſſen ſein werde. Erſt dann, wenn die Er=
gebniſſe
dieſer Prüfung vorliegen, werde über die Frage
nd damit über die Tabakabgaben endgültig beſchloſſen
werden. Sollte ſich das Miniſterium für das Tabakmono=
pol
entſcheiden, ſo würde dieſes nicht vor dem 14. Januar
1918 eingeführt werden.
Balkanſtaaten.
Die Antwort der Mächte auf die grie=
chiſche
Note. Aus diplomatiſchen Kreiſen wird mit=
geteilt
, daß die Mächte die Note Griechenlands umgehend
beantworten werden, und zwar in dem Sinne, daß die
ſofortige Räumung des Epirus durch die griechiſchen
Truppen gefordert wird. Von einer Verlängerung des
Termins könne gar keine Rede ſein, da es nicht Aufgabe
Griechenlands ſei, über die Vorgänge in Epirus zu
wachen. Dies ſei vielmehr die Pflicht der Großmächte,
die das Schickſal des Landes beſtimmt haben.
Das Handelsabkommen zwiſchen Ru=
mänien
und Griechenland iſt von der rumäni=
ſchen
Kammer angenommen worden.
Aus Albanien. Die Nachrichten aus dem Süden
des Landes ſind fortdauernd ernſt. Verläßlichen Meldun=
gen
zufolge befinden ſich unter den aus epirotiſchen Ban=
den
und heiligen Bataillonen beſtehenden Aufſtändiſchen
zum großen Teile verkleidete griechiſche Offiziere und Sol=
daten
. Die Banden verfügen über Kanonen und Mi=
trailleuſen
, über deren Herkunft aus Griechenland wenig
Zweiſel beſteht. In den letzten Tagen ſind die Aufſtän=
diſchen
von dem Süden über Kolonia und Leskowiki gegen
Norden vorgedrungen, wobei ſie die auf dem Wege liegen=
den
Dörfer plünderten und durch Kanonenſchüſſe zerſtör=
ten
. Die Albaniſche Korreſpondenz meldet aus Valona:
Eine große griechiſche Bande, durch verkleidete griechiſche
Soldaten verſtärkt, überfiel Koritza und richtete mehrere
heftige Angriffe gegen die Stadt. Koritza ſteht in Flam=
men
. Griechiſche Banden plünderten ſerner die Ortſchaft
Fraſari und einige Dörfer in der Umgebung. Sie haben
viele Häuſer niedergebrannt und eine größere Anzahl Per=
ſonen
getötet. Viele Menſchen ſollen in den Häuſern
lebendig verbrannt ſein.
Ching.
Der Weiße Wolf‟. Die Times melden aus
Peking vom 3. April: Ein Telegramm aus Sinanfu von
heute abend beſagt, daß die Räuberbanden des Weißen
Wolſs 17 Meilen von der Stadt entfernt ſind. Die Miſ=
ſionare
ſind in die Stadt gerufen worden, wo ſie unter
militäriſchem Schutz ſtehen. Man erwartet, daß die Re=
gierungstruppen
von Tungkwan an der Grenze der Pro=
vinz
Schanſi die Lage erleichtern. Augenblicklich hegt man
wegen der Fremden in Sianfu Beſorgnis.
* Santiago de Chile, 4. April. Das Prin=
zenpaar
Heinrich von Preußen hat geſtern die

Beſuche der Stadt fortgeſetzt. Abends fand die Beſich=
tigung
der Militärſchule ſtatt. Die Parade auf dem Exer=
zierplatz
wurde in Gegenwart des Präſidenten, der Mi=
niſter
und des diplomatiſchen Korps vor einer ungeheuren
Zuſchauermenge abgebalten. Konteradmiral von Rebeur=
Paſchwitz, ſowie die Offiziere und 300 Matroſen des deut=
ſchen
Geſchwaders kamen in einem Extrazuge von Valpa=
raiſo
, um an der Parade teilzunehmen. Wähend des
militäriſchen Schauſpiels kreuzten fünf Militärflugzeuge=
über
dem Felde. Das Publikum jubelte dem Prinzen=
paare
zu und brachte Hochrufe auf Deutſchland aus. Das=
Prinzenpaar reiſt nach Valparaiſo ab, wo Prinz Heinrich
über das deutſche und chileniſche Geſchwader eine Parade
abnimmt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. April.
Die Arbeir der Großh. Zentrale für Mutter=
und Säuglingsfürſorge in Heſſen.
Man ſchreibt uns: Die Arbeit der Großh. Zentrale=
für
Mutler= und Säuglingsfürſorge bezweckt die hohe
Sterblichkeit der Kinder in den erſten Lebensjahren zu
bekämpfen und die Mütter nach Möglichkeit vor nach=
teiligen
Folgen der Entbindung zu bewahren. Ihre
Tätigkeit gilt in erſter Linie nicht den kranken, ſondern
den geſunden, lebensfähigen Kindern, die ſie vor Krank=
heit
bewahren will Die Statiſtik zeigt, daß die Arbeit
der Großh. Zentrale nicht umſonſt geleiſtet worden iſt.
An den meiſten Orten, an denen ſich Beratungsſtellen be=
finden
, werden mehr als die Hälfte der ihrer ſozialen
Stellung nach in Betracht kommenden Säuglinge zur Be=
ratung
gebracht, vielfach mehr als 75 Prozent, ja 90 Pro=
zent
. Von den zur Beratung gebrachten Kindern ſtarben
im Jahre 1912 4,9 Prozent, von den anderen dagegen
16 Prozent im erſten Lebensjahre. Im ganzen Groß=
herzogtum
ſtarben im Jahre 1912 von 32000 Lebendgebo=
renen
3247 im erſten Lebensjahre, im Jahre 1880 dagegen
bei ungefähr gleicher Geburtenziffer 6340. Dieſer Rück=
gang
der Säuglingsſterblichkeit tritt namentlich in den
letzten vier Jahren, ſeit dem Beginn der Tätigkeit der
Großh. Zentrale und in den von ihr beſonders intenſiv be=
arbeiteten
Gegenden, ſtark zutage. So ſind z. B. in den
Stadt Darmſtadt im Jahre 1912 an Magendarm=
krankheiten
42 Säuglinge geſtorben gegen 112 im Jahre
1909, im Landkreiſe Darmſtadt 44 gegen 109. Ueber den
Rückgang der Säuglingsſterblichkeit in den einzelnen Ge=
meinden
des Kreiſes gibt folgende Ueberſicht Aufſchluß=

Von 100 Lebendgeborenen ſtarben:
1906/10 1912 1913
Darmſtadt
. 13,7 9,8. 7,8.
10,0 4,5
Arheilgen
16,6 10,4
Elberſtadt
18,6 14,3
Pfungſtadt
Griesheim
15,8 8,6
Ober=Ramſtadt
14,6 14,4
Nieder=Ramſtadt
14,1 4,1
Roßdorf
11,6 7,0

Auffallend iſt die Verminderung der Sterblichkeit auch
in den beiden ungünſtigſten Bezirken des Großherzog=
tums
, im Ried und im Landkreiſe Mainz.

Ried:
1906/10 1912
Lampertheim
25,3. 14,3
Viernheim
18,7 13,5
Bensheim
19,3 11,9
Bürſtadt
17,8 8,9
Lorſch
21,5 14,8
Biblis
18,4 8,0
Landkreis Mainz:
Weiſenau
19,1 9,8
Koſtheim
21,6 15,9
Bretzenheim
24,8 14,9
Gonſenheim
15,8 12,3
Hechtsheim
. 21,1 18,0

In manchen Orten des Kreiſes Mainz ſtarben ſogar
in dem abnorm heißen Sommer 1911, in dem ſich die
Sterblichkeit in anderen Gegenden Deutſchlands verviel=
facht
hat, weniger als in den vorhergehenden Jahren.
Für das Jahr 1913 liegt eine umfaſſende Statiſtik noch
nicht vor, aber die für einzelne Gemeinden bereits feſt=
geſtellten
Ziffern ſind größtenteils über alles Erwarten

Buße.

C) Das Wort Buße hat für viele Menſchen einen un=
angenehmen
Klang. Sie denken an eine düſtere Zumutung
und ein finſteres Gebaren, das ihre Seele ſchreckt und
lähmt, ohne ihr etwas Großes und Befreiendes zu ſchen=
ken
. Und doch iſt Buße eines der fruchtbarſten Erlebniſſe,
die es gibt. Buße heißt Sinnesänderung, Wiedergeburt,
Lebenserneuerung. Die Seele, auf die der Staub des
Lebens gefallen iſt, die müde und alt geworden iſt, ſoll
von neuem geboren werden. Neue Kräfte ſollen in ſie
einfließen, die ſie verjüngen und fröhlich machen. Dies
aber iſt nur möglich durch einen Anſchluß an Gott, den
Quell alles Lebens. Und das iſt keine kleine Sache. Alles
Edle auf Erden muß mit heißer Mühe erworben werden.
Das Höchſte aber, das einem Menſchen werden kann, der
Beſitz Gottes, koſtet die größte Anſtrengung: die Selbſt=
überwindung
. Der Menſch kann keine neue Schöpfung
werden, wenn er nicht den alten, engen, kleinlichen Men=
ſchen
zerbricht, auf den kurzſichtigen, ſelbſtſüchtigen Eigen=
willen
verzichtet und ſich Gott hingibt. Das aber wagt er
für gewöhnlich nicht. Er hat nicht den Mut, ſich ſelbſt
aufzugeben, um Gottes Geiſt zu erlangen. Deshalb ſcheut
er ſich vor der Buße. Der tiefgründige Menſch aber weiß,
daß er ſich erſt dann ſelbſt findet, wenn Gottes Finger
ſeine Seele berührt. Deshalb beugt er ſich vor Gott in
dem ganzen Ernſt heiliger Demut und ahnendem Er=
ſchauern
vor kommendem Glück.

Der letzte Palmeſel.

Wenn am Palmſonntag die Uhr am maleriſchen
Turm der Pfarrkirche im Dorfe Taur bei Inns=
bruck
mit zwölf feierlichen Schlägen den Mittag verkündigt
hat, dann brauſt von neuem nach dem Gottesdienſt das
liebliche Glockengeläut über das ſtille Tal, und ein merk=
würdiger
Zug ſetzt ſich in Bewegung. Eine dichtgedrängte
Kinderſchar, wohl an 2630, im feſttäglichen Putz, an
einer Strickleiter paarweiſe hintereinander angeſpannt,
zieht ein vierrädriges, niedriges Wagengeſtell dahin, auf
dem die Holzgeſtalt Chriſti, den Eſel reitend, faſt in Le=
bensgröße
ſteht. Der Herr iſt mit einem wirklichen braun=
roten
Rocke angetan, über den ein hochroter Mantel fällt;
die Rechte iſt ſegnend erhoben, während die Linke einen

Palmenzweig hält. Auch das ſtattliche Grautier, das ihn
trägt, iſt im Vollgefühl ſeines hohen Amtes und ſehr
atürlich dargeſtellt. Hinter dem Palmeſel zieht dann in
langer Reihe die Prozeſſion dahin; zuerſt Knaben, die mit
Boldflitter, buntfarbigen Seidenbändern und allerlei
anderem farbigen Schmuck reich verzierten Palmſtöcke tra=
gend
oder auch mit blühenden Palmweidenzweigen in den
Händen, dann die ernſten Männer und zuletzt der Prieſter,
der das Kreuz hält.
So wallt der feierlich ſtille und doch freudig helle Zug,
von der mitziehenden Volksmenge der Frauen und Kin=
der
umrahmt, von der Pfarrkirche zu Taur über die im
jungen Grün prangenden Hügel durch die blühende Früh=
lingsherrlichkeit
bis hinauf zum Taurer Schloß. Hier
wird der Palmeſel, d. h. die Chriſtusfigur auf dem Grau=
tier
, in dem einſamen St. Romedikirchlein eingeſtellt und
vom Meßner mit den zwei Miniſtranten ein frommes
Salve regina angeſtimmt. Der Prieſter erteilt der Pro=
zeſſion
den Segen, und dann ziehen die Palmträger laut
betend und mit ihren Gebeten in der Menge ein vielſtim=
miges
Echo erweckend, zu dem Dorf Rum herab. Dort iſt
ſchon ſeit langem alles in ungeduldiger Erwarkung und
freudiger Erregung. Alle Feldraine, alle Hügel am Weg,
den die Prozeſſion entlang kommen muß, ſind mit Bur=
ſchen
und Mädchen im Sonntagsſchmuck beſetzt und das
reizendſte Bild fröhlichen Empfangsjubels winkt dem
nahenden Zuge von weitem. Mit wehenden Palmbüſchen
wandert man der Palmeſelprozeſſion entgegen; der Prie=
ſter
von Rum begrüßt den nachbarlichen Amtskollegen,
und unter Glockengeläut findet dann der Einzug in das
Nachbardorf ſtatt. In der Kirche wird ein geiſtliches deut=
ſches
Lied geſungen und der Segen erteilt; im Schulhaus
aber hat unterdeſſen ein luſtiges Treiben begonnen. Da
tehen nämlich zwei große Säcke mit Palmbretzen die
unter die Eſelzier und die anderen Kinder verteilt wer=
den
. Die Abfütterung der hungrigen und durcheinander
drängenden Kleinen gibt zu manch komiſchen Zwiſchen=
ſpielen
Anlaß. Am ſpäten Nachmittag ordnet ſich dann
der Zug wieder in der alten Weiſe und kehrt in der ſanf=
ten
Dämmerung des Frühlingsabends nach Taur zurück..
Das iſt der letzte Palmeſel, der noch in deut=
ſchen
Landen ſeine vergnügte und doch rührend bedeu=
tungsvolle
Fahrt zur Erinnerung an den Einzug des
Herrn in Jeruſalem antritt. Sonſt iſt dieſer Palmſonn=
tagbrauch
, der dem Volke einſt ſo lieb und teuer war, wohl
völlig ausgeſtorben; nur die buntbemalten, reichgeſchmück=
ten
hölzernen Palneſel, gar manche darunter Meiſter=

werke gotiſcher Bildſchnitzkunſt, erzählen noch in den Mu=
ſeen
von dem Jubel, den ſie vor Jahrhunderten erweckten,
und in manchen Teilen Deutſchlands nennt man noch den
Burſchen, der zur Palmweihe zuletzt in der Kirche ein=
trifft
, in Erinnerung an den alten Brauch den Palmeſel
Ludwig von Hörmann, der uns in ſeinem ſchönen Buch
über das Tiroler Volksleben die letzte Palmeſelprozeſſion
die des Dorfes Taur, eingehend geſchildert, erinnert dar=
an
, daß in dieſer chriſtlichen Zeremonie noch ein Reſt der
altheidniſchen Flurbegehung erhalten iſt, durch die bei
den alten Germanen die Fruchtbarkeit der Felder von den
Göttern erfleht wurde. Jedenfalls iſt dieſer Frühlings=
umzug
ſchon ſehr bald von der Kirche in eine Darſtellung
des Einzuges Jeſu auf der Eſelin umgewandelt worden.
Die erſte genaue Mitteilung über ſolch eine Palmeſelpro=
zeſſion
findet ſich bereits im frühen Mittelalter in der
Vita S. Udalrici. Der Heiland wurde zunächſt durch einen
reichgekleideten Geiſtlichen verkörpert, der auf dem hölzer=
nen
Eſel gezogen wurde. Später ritt wohl noch ein
Knabe als Erlöſer auf dem Eſel; ſo iſt es uns noch von
1830 aus Kaſtl in der Oberpfalz überliefert. Das Ziehen
des Grautieres, vor dem Palmenzweige geſtreut wurden,
galt anfänglich für eine hohe Ehre und ein frommes Ver=
dienſt
, ſo daß es von den angeſehenſten Bürgern und Rats=
herren
ausgeführt wurde; ſpäter beſorgten es auf Koſten
des Stadtſäckels die Torwärtel und Stadtknechte oder gar
die Schulbuben, die dafür mit Palmwecken belohnt wur=
den
. Schon gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde der
heilige Vorgang aber allmählich ins Wüſte und derb Aus=
elaſſene
herabgezogen. Schon Sebaſtian Brand klagt in
ſeinem Narrenſchiff: Den Eſel wüſte Rotten tragen, mit
ihm die ganze Stadt durchjagen‟. Die Chorknaben zogen
mit dem Palmeſel von Haus zu Haus und ſammelten
Gaben ein, Eier Würſte Brot, Kleingeld und Bier, das
ſie reichlich vertilgten. Man ſetzte kleine Kinder mit dem
Schnuller vorn und hinten auf den Eſel, wofür der Kir=
chendiener
eine Gebühr erhob er ward nicht mehr mit
Blumen verziert, ſondern mit Wurſt= und Eierkränzen
dicht behängt. und oft mag es vorgekommen ſein, wie es
von einer Prozeſſion aus Landshut berichtet wird daß
keiner außer dem Palmeſel nüchtern nach Hauſe kam.
Daher wurde der alte Brauch zu Ende des 18. Jahr=
hunderts
nicht nur in Hirtenbriefen eifrig bekämpft, ſon=
dern
ausdrücklich von Kirchen= und Polizeiwegen ab=
geſchafft
, hat ſich im 19. Jahrhundert nur noch hie
und da erhalten und lebt im 20. nur noch fort in Dem
letzten Palmeſel von Taur.

[ ][  ][ ]

Nummer 95.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Seite 3.

tering. So iſt z. B. die Sterblichkeit in Pfungſtadt auf
6.8 Prozent, in Hechtsheim auf 2,8 Prozent geſunken.
Was in Heſſen geleiſtet worden iſt, ergibt am deut=
lichſten
ein Vergleich mit der Säuglingsſterblichkeit in
anderen Teilen Deutſchlands.

1909 1910 1911
1912
18,7 (noch nicht zu=
Greuß. Rheinprovinz . 14,4 13,4
ſammengeſtellt)
Bayern links d. Rheins
14,7 13,9 17,1
(Pfalz)
12,6
Mecklenburg=Schwerin 14,8 17,6 19,8
16,3
Großherzogt. Sachſen 14,8 14,2 17,9
13,1
14,7 15,4 22,5
14,5
Anhalt
14,0 14,7 15,6
12,7
Hamburg
14,7 12,2 14,5
Starkenburg
10,9
14,0 13,0 13,7
Rheinheſſen
11,1
17,0 16,2 19,2
Deutſches Reich
19,7
21,7 20,2 22,3
Bayern insgeſamt
17,7
Großherzogtum Heſſen 13,0 11,3 12,9
10,0

Die Großh Zentralſtelle für die Landesſtatiſtik ſchreibt
uns hierzu: Aufgeführt ſind ſämtliche Bundesſtaaten bezw.
Provinzen, die ähnlich wie Starkenburg und Rheinheſſen
im Jahre 1909 ca. 14 bis 15 Prozent Säuglingsſterblich=
leit
hatten. Die heſſiſchen Provinzen zeigen einen weit
bedeutenderen Rückgang der Säuglingsſterblichkeit als die
zum Vergleich herangezogenen Gebiete. Das ungünſtigſte
Jahr 1911 weiſt überall weit höhere Sterblichkeit auf als
1910 und 1909, ausgenommen unſere zwei heſſiſchen Pro=
vinzen
, die ſich glänzend gehalten haben.
Die Statiſtik von 1912 zeigt, daß Heſſen von allen
deutſchen Bundesſtaaten am günſtigſten abſchließt.

Deutſches Reich überhaupt
14,7
Preußen
14,6
Bayern
17,7
Sachſen
15,6
Württemberg...
13,8
Baden
, ,
13,8
Heſſen
10,0

* Erblicher Adel. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
haben dem Fabrikdirektor Dr. Auguſt Clemm
zu Mannheim den erblichen Adel des Großherzogtums
mit dem Familiennamen Clemm von Hohenberg
verliehen.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
Freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs an Lorenz Kölſch in
Gau=Algesheim.
* Ernannt wurde der Geometer 2. Klaſſe Heinrich
Schlitt aus Ober=Gleen zum Zeichner des Forſtver=
meſſungs
= und Taxationsbureaus.
* Erledigte Stellen. Eine mit einem evangeliſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Romrod, Kreis Alsfeld. An der Volksſchule zu
Heubach eine mit einem evangeliſchen Lehrer zu
beſetzende Stelle, mit der Organiſtendienſt verbunden iſt.
g. Provinzialausſchuß. Der Gemeinde=Einnehmer zu
Groß=Bieberau erhielt ſeit 1905 von den ordent=
lichen
Einnahmen der Gemeinde in Höhe von 71800 Mark
1.,4 Prozent, alſo ungefähr 1000 Mark. Bei der Neurege=
ung
der Einkommensverhältniſſe der Gemeindebeamten
durch das Kreisamt wurden die Bezüge des Gemeinde=
Einnehmers von Groß=Bieberau auf 1000 Mark, ſteigend
bis zu 1500 Mark, feſtgeſetzt, derart, daß dieſer zurzeit 1300
Mark zu erhalten hat, vom 1. Juli 1915 ab 1400 Mark und
vom 1. Juli 1917 ab 1500 Mark. Der Gemeinderat bewil=
ligte
nur 1200 Mark, beſtimmte aber gleichzeitig, daß die
Hebgebühren, die etwa 135 Mark betragen, in die Ge=
meindekaſſe
fließen. Die von der Gemeinde eingelegte
Klage gegen die kreisamtliche Feſtſetzung der Gebühren
wurde geſtern vom Provinzialausſchuß als unbegründet
verworfen. Die Gemeinde Reichelsheim klagt
gegen die Gemeinde Ober=Schönmattenwag
auf Erſatz von Arzt= und Arzneikoſten in Höhe von 57,35
Mark. Die Witwe Julius Antonioli hatte unbeſtrit=
tenermaßen
den Unterſtützungswohnſitz in Ober= Schön=
mattenwag
, und dieſe Gemeinde ſtellte, da die Witwe
Ausländerin iſt, in Ausſicht, die Ausweiſung bei weiterer
Hilfsbedürftigkeit zu beantragen. Daraufhin verzichtete
die Witwe am 15. April 1912 auf weitere Unterſtützung:
ſie wurde jedoch wieder unterſtützungsbedürftig, als ſich
ihre Verhältniſſe änderten. Die Frau iſt am 15. März
geſtorben. Reichelsheim verlangt zunächſt Erſatz der Arzt=
ind
Arzneikoſten, vorbehaltlich weiterer Erſatzanſprüche.
Die beklagte Gemeinde verweigert die Erſtattung mit der
Begründung, eine Bedürftigkeit habe nicht vorgelegen.
Der Provinzialausſchuß gibt der Klage ſtatt und ver=
urteilt
die Gemeinde Ober=Schönmattenwag zur Zahlung
der 57,35 Mark. Am 22. September v. J. erfolgte die
Beigeordnetenwahl in Seckmauern. Der Landwirt
Leonhard Walter II. erhielt 68, der Landwirt Johann
Joſeph Hillrich II. 62 Stimmen. Der unterlegene H.
erhob Einwendung gegen die Wahl, da erſtens die acht=
tägige
Offenlegung der Wählerliſte nicht erfolgte, ferner
nachträglich nach der Offenlegungsfriſt noch zwei Wähler
in die Wählerliſte eingetragen wurden. Der Kreisaus=

ſchuß erklärte die Einwendung für unerheblich für den
Ausgang, doch der Provinzialausſchuß gab der Be=
rufung
des Hillrich ſtatt und erklärte die Wahl für
ungültig.
g. Strafkammer. Ein Schwindler, der mit der Neu=
zeit
geht, und ſich auch des Telephons bei ſeinen Betrü=
gereien
bedient, iſt der 41jährige Taglöhner Georg Ger=
mann
von Laudenau. Der Angeklagte, der rückfällig iſt,
war früher bei einem hieſigen Fuhrunternehmer beſchäf=
tigt
geweſen und dadurch hatte er Kenntnis von den Ge=
ſchäftsbeziehungen
ſeines früheren Brotgebers zu einem
Metzger. Er telephonierte nun, als er ſich hier arbeitslos
aufhielt, den Metzger an und ſtellte ſich als der Fuhr=
unternehmer
vor und bat um ein Darlehen von 12 Mark;
der Kutſcher Germann käme ſofort und nehme die Summe
in Empfang. Der Betrug glückte vortrefflich. Weiter ging
der Angeklagte zu der Frau eines Arbeiters, der bei dem=
ſelben
Fuhrunternehmer beſchäftigt war und ſtellte ſich
dort ebenfalls als der Arbeitgeber vor. Er hielt der Frau
vor, ihr Mann habe ihm 8 Mark veruntreut und ſie ſolle
dieſe ſofort erſetzen. Da er keinen Erfolg ſah, verſuchte
Germann, allerdings vergeblich, mit Anzeige zu drohen.
In der geſtrigen Verhandlung beruft er ſich auf Not=
betrug
. Dieſer wird jedoch nur in letzterem Falle ange=
nommen
, wo auch gleichzeitig ein Erpreſſungsverſuch vor=
liegt
. Das Gericht erkannte auf drei Monate zwei
Wochen Gefängnis, abzüglich vier Wochen der
Unterſuchungshaft. Der Gemeinderat von Gräfen=
hauſen
hatte durch Gemeinderatsbeſchluß in Auslegung
der Feuerlöſchordnung beſtimmt, daß die zu der
Pflichtfeuerwehr Herangezogenen in einer Liſte aufgeführt
werden ſollten, die offengelegt wurde. Paragraph 11 der
Feuerlöſchordnung ſchreibt jedoch vor, daß Neuhinzuge=
zogene
ſchriftlich zu benachrichtigen ſind. Ein neu
Eingereihter kam nun nicht zu der Uebung, weshalb ihm
vom Schöffengericht eine Geldſtrafe zudiktiert wurde. Auf
ſeine Berufung ſprach ihn die Strafkammer frei, da die
vorgeſchriebene ſchriftliche Benachrichtigung nicht erfolgte.
* Landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsbank. Wie
die Darmſt. Ztg. hört, wurde Direktor Mager von
der Zentralkaſſe der heſſiſchen landwirtſchaftlichen Ge=
noſſenſchaften
, der es verſtanden hat, ſich in kurzer
Zeit das Vertrauen vieler Genoſſenſchaften zu erwerben,
einſtimmig in den Vorſtand der Landwirtſchaft=
lichen
Genoſſenſchaftsbank gewählt. Da ſich die Bank,
wie bekannt, in ſtiller Liquidation befindet und neue
Geſchäfte nicht mehr abſchließt, werde Direktor Mager
zugleich die Leitung der Zentralkaſſe beibehalten können.
Seine Mitwirkung bei der Liquidation der Landwirt=
ſchaftlichen
Genoſſenſchaftsbank laſſe eine ruhige und
dem heſſiſchen Genoſſenſchaftsweſen vorteilhafte Ab=
wickelung
der Geſchäfte erhoffen.
* Eröffnung der neuen Depoſitenkaſſe der Bank für
Handel und Induſtrie. Geſtern mittag 12 Uhr fand die
feierliche Eröffnung der Depoſitenkaſſe der
Bank für Handel und Induſtrie (Wilhelminenſtraße) ſtatt.
Sie begann mit einer Beſichtigung der Räume unter Füh=
rung
des Direktors Geh. Juſtizrats v. Heſſert und der
beiden Herren vom Vorſtand der Bank, v. Olberg und
Wolf. Von der Wilhelminenſtraße aus betritt man die
Eingangshalle, an die ſich drei Schalterabteilungen zur
Ein= und Auszahlung anſchließen. In der Eingangshalle
befinden ſich Schreibpulte und einige abgeſchloſſene
Räume, in denen dem Publikum Gelegenheit geboten iſt,
mit den Beamten ungeſtört zu ſprechen. Vom Schalter=
raum
gelangt man links zu einem Treppenhaus, an das
ſich links das Vorſteherzimmer, rechts die Regiſtratur.
dann die Buchhalterei und Toiletten für das Perſonal an=
ſchließen
. In der Buchhalterei ſteht ein feuerſicherer
Schrank, in dem die Bücher während der Nacht aufgehoben
werden. Die Buchhalterei iſt mit dem etwa anderthalb
Meter tiefergelegenen Schalterraum verbunden. Von dem
Treppenhaus führt eine Treppe nach den Treſorräumlich=
keiten
, die zum Teil unter dem auf dem Gartengelände
errichteten neuen Anbau liegen. Sie enthalten das Warte=
zimmer
mit den anliegenden Einzelkabinen für die Be=
ſucher
, die dieſe von innen abſchließen können. Daneben
befinden ſich die eigentlichen Safes. Sie liegen in feuer=
ſicherer
Armierung mit einer 60 Zentimeter dicken Eiſen=
betonanlage
, die nach außen von einer 75 Zentimeter dicken
Klinkerſteinummauerung umgeben iſt. Decke und Fuß=
boden
ſind aus dem gleichen, nach den neueſten Grund=
ſätzen
gearbeiteten Beton= und Eiſenſchienenanlagen der
Firma Mahr & Markwort hergeſtellt. Dieſen eigentlichen
Saferaum trennt ein 65 Zentner ſchweres Gußſtahltor
ab. Ein durch ein feſtes Gitter abgeteilter Raum iſt be=
ſtimmt
, Wertpakete aufzunehmen, für deren Sicherheit die
Bank jede Garantie übernimmt. Im erſten Stockwerk be=
finden
ſich die Direktorenzimmer, ein kleiner Saal und
Warteräume für das Publikum. Das ganze Gebäude
macht in ſeiner ſchlichten Vornehmheit einen außerordent=
lich
geſchmackvollen Eindruck. Die von anerkannten Fir=
nen
gelieferten Sicherheitseinrichtungen bieten die größ=
mögliche
Gewähr. Die Bauleitung hatte die Firma
Mahr & Markwort; an dem Bau und ſeiner Einrichtung
waren im ganzen 44 Darmſtädter Firmen, eine Ludwigs=

burger und eine Berliner beteiligt. Bei der Eröffnung
waren unter anderem anweſend: Geheimerat Römheld,
Miniſterialrat Hölzinger, Regierungsrat Gennes, der Rek=
tor
der Techn. Hochſchule Geh. Hofrat Prof. Dr. Müller,
der Direktor der Hypothekenbank Geh. Finanzrat Baſtian,
Bürgermeiſter Mueller, Finanzrat Dr. Michel und Stadt=
baurat
Buxbaum. Im Anſchluß an den Rundgang bot
die Bank ihren Gäſten eine Erfriſchung dar.
nn. Von der Gewerbeſchule. Durch einen von dem
Ortsgewerbeverein Darmſtadt aus den Zinſen der Eck=
hardt
=Stiftung zur Verfügung geſtellten Betrag von 100
Mark war es auch in dieſem Jahre wieder möglich, 38
tüchtige Schüler der Gewerbeſchule und des Anna=
ſtiftes
Beſſungen mit Prämien zu bedenken.
Von den aus der Schule entlaſſenen Schülern erhielten 13
und von den übrigen Schülern 25 Prämien zuer=
kannt
. Es war Bedacht darauf gelegt, den älteren Schü=
lern
hauptſächlich fachliche Werke zu geben; jedoch kamen
auch Werke unſerer Klaſſiker und für die jüngeren Schüler
gute Jugendſchriften zur Verteilung. Mit dem Schluß
des Schuljahres ſind auch zwei verdienſtvolle Lehrer aus
dem Lehramt der Schule ausgeſchieden. Es ſind dieſes
Herr Hauptlehrer Backhaus welcher 22 Jahre mit
ausgezeichnetem Erfolge den Unterricht in Buchführung,
Wechſellehre uſw. in der oberen Abteilung der Handwer=
kerſchule
leitete, und Herr Reallehrer Guyot welcher
ebenfalls 22 Jahre lang den Unterricht im Rechnen, in
Deutſch und Mathematik und Phyſik in der unteren und
mittleren Abteilung der Handwerkerſchule erteilte. Den
beiden Lehrern wurde bei ihrem Scheiden von dem Direk=
tor
der Gewerbeſchule, Herrn Profeſſor Dr. Meiſel,
warme Worte des Dankes und der Anerkennung ausge=
ſprochen
. Aus den Mitteln der Merck=Stiftung
konnten auch in dieſem Jahre wieder zwei talentierten und
im vierten Schuljahre ſtehenden Schülern der Handwerker=
ſchule
Annaſtift=Beſſungen und der Gewerbeſchule Unter=
ſtützungen
gewährt und dieſelben zur weiteren Ausbild=
ung
zum Beſuch des Deutſchen Muſeums nach München
geſchickt werden. Die Winter=Tagesſchule für
Bauhandwerker und Metallarbeiter war von 45 Schülern
von hier und auswärts beſucht.
Treue Mieter. Heute ſind es 25 Jahre, daß
Frau Ratsdiener Peppler Wwe. und Sohn in dem
Hauſe des Herrn Kaufmann Caſtritius, Mühlſtraße 20
hier, wohnen. Dies iſt ein ſchönes Zeichen des guten
Einvernehmens zwiſchen Mieter und Vermieter.
* Gartenbauverein Darmſtadt. Der erſte Vorſitzende
Herr Profeſſor Völſing eröffnete die von 128 Mitglie=
dern
und zahlreichen Gäſten beſuchte Monatsver=
ſammlung
mit der erfreulichen Mitteilung, daß der
Verein wieder einen Zuwachs von acht neuen Mitgliedern
erfahren habe und knüpfte daran die Bitte, es möchten die
Mitglieder eine vom Vorſtande verfaßte Werbeſchrift ver=
breiten
, damit der Verein weiter erſtarke und beſſer in der
Lage ſei, ſeine ſozialen Aufgaben zu löſen. Weiter wurde
bekannt gegeben, daß eine ſachgemäße Bekämpfung der
Reben= und Obſtbaumſchädlinge vom Verein aus gegen
eine mäßige Vergütung ausgeführt werden ſoll. Herr
Kreisobſtbautechniker Dorſch wird die Arbeiten über=
wachen
und von geſchulten Leuten ausführen laſſen. Alle
Gartenbeſitzer, welche von dieſer bequemen Einrichtung
Gebrauch machen wollen, werden gebeten, ſich beim Vor=
ſtande
zu melden. In den nächſten Tagen ſoll eine ge=
meinſame
Beſichtigung der Frühkulturen in den Gewächs=
häuſern
des Großh. Orangeriegartens ſtattfinden; der
genaue Zeitpunkt wird in den Tagesblättern bekannt ge=
geben
. Vom Kreisobſtbauverbande iſt geplant, im Som=
mer
oder Nachſommer, je nach dem Ausfall der Frühobſt=
ernte
, eine Ausſtellung zu veranſtalten. Herr Kreisobſt=
bautechniker
Dorſch machte einſtweilen darauf aufmerkſam
und forderte zu lebhafter Beteiligung auf. Im Vor=
ſaale
des Vereinslokals hatten die Handelsgärtner Rühl
und Schneider prachtvolle Exemplare von Azaleen, Aura=
carien
und Rhododendron ausgeſtellt; es wurde ihnen da=
für
der Monatspreis zuerkannt. Den Hauptteil des Ver=
einsabends
füllte der Lichtbildervortrag des Herrn Ober=
rechnungsreviſors
Klippert aus über deſſen 24tägige
Reiſe nach Schottland, Island, Spitzbergen und Nor=
wegen
. Die Ausführungen fanden den lebhafteſten Bei=
fall
. Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden noch
allerlei Fragen aus der Gartenpraxis beſprochen. Dann
fand mit einer Verloſung wertvoller Pflanzen der inter=
eſſante
Abend ſeinen Abſchluß.
Hermann Knispel=Abend. Im Reich des Humors!
Unter dieſem Titel hat der Künſtler auch in dieſem Jahre
vieder ein prächtiges Programm an hochdeutſchen und
mundartlichen Dichtungen zuſammengeſtellt. In der erſten
Abteilung kommen neben Goethe und Hauff der große
Schweizer Gottfried Keller, Otto Roquette, Gottfr. Schwab
u Gehör; ferner grotesk=komiſche Gedichte aus den Gal=
genliedern
und dem Palmſtröm von Chriſt. Morgen=
ſtern
, des vor wenigen Tagen in Meran verſtorbenen
Sprachvirtuoſen. Die zweite Abteilung enthält die
Dialektſtücke in Pfälzer Mundart, die bekanntlich nie ihre
Wirkung verfehlen. Sie wird eingeleitet mit einer Er=
zählung
in Proſa von Lina Sommer (die Verfaſſerin iſt

Feuilleton.

* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Darm=
ſtädter
Künſtler auswärts. Unſere einheimiſche
Künſtlerin, Frau Schmidt=Illing, hat den Ruf des
Darmſtädter Konzertgeſanges in einer Reihe von Städten
aufs neue befeſtigt, wie Metz, Paderborn, Offenbach, =
lingen
, Dortmund, Gießen, Braunſchweig u. a. Den
künſtleriſchen Höhepunkt bildete die Schöpfung in der
Berliner Philharmonie unter Nikiſch, worüber hier
einige Urteile der Preſſe folgen mögen: Die Kreuz=Ztg.
ſchreibt: Das Terzett war mit Frau Schmidt=Illing und
den Kammerſängern Kirchhoff und Siſtermanns vortreff=
lich
beſetzt. Die Dame eine grundmuſikaliſche Sängerin,
beſitzt eine ziemlich umfangreiche, gut gebildete Stimme‟
Die Deutſche Tageszeitung: In der Sopranpartie, die
neulich die Boſetti ſang, führte ſich Frau Sophie Schmidt=
Illing mit friſchen wie geſanglichen Mitteln anſprechend
ein‟ Die Berliner Börſen=Zeitung: Auch die ſo=
liſtiſchen
Leiſtungen ſtanden auf achtunggebietender Höhe.
Frau Schmidt=Illing überwand mit ihrem ſchmiegſamen
Sopran ohne Mühe die koloriſtiſchen Schwierigkeiten der
beiden Arien, und wie ſie, zeigte ſich auch Herr Kirchhoff
mit dem Stil dieſer Muſik vertraut Und endlich die
Poſt: Die Aufführung ſelbſt verdient das höchſte Lob.
Frau Sophie Schmidt=Illing, die ich geſtern zum erſten=
male
hörte hat einen vollen, weichen und techniſch vorzüg=
lich
geſchulten Sopran, weiß außerdem mit feinem Ge=
ſchmack
zu ſingen und beſitzt einen ſeelenvollen Vortrag
Für Karfreitag iſt die Künſtlerin zur Matthäuspaſſion
im Ulmer Münſter verpflichtet. Aus Greiz meldet die
reußiſche Volkszeitung über ein Konzert des Arbeiter=
bildungsausſchuſſes
: Das D=Dur=Konzert für Solo=
violine
und Orcheſter von Beethoven war von Herrn Kon=
gertmeiſter
Stumpf eine Rieſenleiſtung. Er b=ältigte

asſelbe mit großer Virtuoſität und wurde den hohen An=
forderungen
Beethovens durchaus gerecht. Sein Spiel
frei von jeder Mach, iſt techniſch ſo klar und durchſichtig,
die Bogenführung, welche auch nicht die kleinſte über=
flüſſige
Bewegung zuläßt, ſo gewandt, daß er ſich neben
jeder Größe hören laſſen kann. Am beſten gefiel der erſte
Satz mit der großen Kadenz. Wenn Herr Stumpf hier
und da noch etwas mehr Wärme und Leidenſchaft zugibt,
dann wird ihm ſo leicht keine Kritik mehr etwas anhaben
können Engelbert Humperdincks neue
deutſche Spieloper Die Marketenderin
Text von Robert Miſch, wird nunmehr am Rhein, wo die
Handlung ſpielt, ihre Uraufführung erleben. Die Premiere
des Werkes findet beſtimmt noch in dieſer Saiſon am
Operntheater in Köln ſtatt und wird Herr Hofrat Fritz
Rémond perſönlich die Inſzenierung und Herr Kapell=
meiſter
Guſtav Brecher die muſikaliſche Einſtudierung und
Leitung der Marketenderin übernehmen.
Wie Heyſe arbeitete. Heyſe ſtand vor dem geiſtigen
Auge Deutſchlands als der letzte Dichter im romantiſchen
Sinne, als der von den Niedrigkeiten des Lebens abge=
wandte
, in der Höhenwelt ſeiner Ideen lebende Poet, der
aus ſeiner unerſchöpflichen Phantaſie ſeine Werke geſtal=
tet
. Dadurch geriet er auch in den ſchroffſten Gegenſatz zu
den jungen Naturaliſten, die nichts aus dem eigenen
Buſen, alles aus der Wirklichkeit ſchöpfen wollten. Dieſe
Vorſtellung von Heyſe als einem Künſtler, der nicht die
Natur abſchreibt wird durch ſeine von ihm ſelbſt in
feinſinnigſter Weiſe zergliederte Art des Schaffens be=
tätigt
. Er hat es ausgeſprochen, daß faſt nie ein Ereignis,
as man ihm berichtete oder deſſen Zeuge er perſönlich ge=
weſen
ſeine Einbildungskraft angeregt habe; eher noch
ließen Bücher in ihm gewiſſe Ideen aufſteigen. Am häu=
figſten
aber wuchs ihm der Keim zu einer Dichtung aus
dem Unbewußten empor, aus jenem geheimnisvollen Wal=
ten
und Weben der Phantaſie, das mit realiſtiſcher Be=

obachtung und wirklichem Geſchehen nichts zu tun hat.
Es war eine Art Traumwelt, die nichts mit der den Dich=
ter
umgebenden Welt zu tun hatte und einmal hat er ſo=
gar
nach eigenem Geſtändnis eine Novelle Die Frau
Marcheſa genau ſo niedergeſchrieben, wie er ſie nachts
vorher geträumt hatte. Freilich ſind doch perſönliche Er=
ebniſſe
und Eindrücke in ſeine Stoffe verwebt; auch ihm
ſt das Köſtlichſte ſeiner Kunſt, wie die Totenklagen um
ſeine Kinder oder der Salamander aus tiefſtem Er=
zittern
der eigenen Bruſt hervorgeſtrömt, aber das Perſön=
liche
iſt auch hier von einem goldenen Duft der viſionären
Ferne umhüllt. Deshalb darf man aber nicht meinen,
er einfach wie in einer willenloſen Verzückung hinge=
ſchrieben
, was ihm Phantaſie und Traum eingaben; ge=
rade
im Feilen und Formen, im ſtrengen Urteil der eige=
nen
Schöpfung gegenüber ſah er das Weſentliche des
Künſtlers. Wer nichts ändern kann, iſt und bleibt ein
Dilettant, hat er öfters geſagt. Er hat einzelne ſeiner
Werke drei= oder viermäl umgearbeitet, manche Novelle
nach jahrelanger innerer Geſtaltung zum Roman geweitet
und ſich mit ſeinen Anſprüchen an Klarheit und Reinheit
des Ausdruckes erſt nach langen Mühen ſelbſt Genüge ge=
an
. Man ahnt nichts von den Zweifeln und Kämpfen,
von der angeſtrengten Arbeit, die ſeine ſcheinbar ganz von
elbſt gewordenen Werke erſt ſo harmoniſch gemacht
haben. Seine Morgenſtunden waren ſtets dem Schaffen
gewidmet; ſchon ſein Frühſtück nahm er allein, um ſich in
die Geſichte, die ihn noch vom Schlaf her umwogten,
völlig einzuleben, und ſorgfältig mußten ihm alle Stö=
rungen
während dieſer Muſezeit ferngehalten werden.
ml. Eine Stadt ohne Dienſtmädchen. Alle Welt klagt
ber die ſtetig dringender werdende Dienſtbotennot. Aber
nirgends durfte dieſe Klage berechtigter ſein, als für die
irg geplagten Hausfrauen der engliſchen Stadt Haſtings,
in der ſeit vier Wochen auch nicht mehr der Schatten der
Spur eines Dienſtmädchens zu finden iſt. Schuld an dem

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Nummer 95.

den Leſern der Fliegenden Blätter längſt vorteilhaft bekannt)
und bringt weiter eine Reihe luſtiger Schnurren und klei=
nerer
Dialektſachen. Es ſei wiederholt darauf hinge=
wieſen
, daß der Vortrag am Dienstag, den 7. April,
abends halb 9 Uhr, im Saale Zur Traube ſtattfindet.
N.=V. Kettengebetunfug. In letzter Zeit geht durch
Darmſtadt und auch andere heſſiſche Städte wieder
das altengliſche Gebet das ſchon vor etlichen
Jahren von ſich reden machte. Es werden Poſtkarten ohne
Unterſchrift zugeſandt, auf denen oben in mehr oder weni=
ger
ſchlechtem Engliſch einige Zeilen ſtehen. Darunter fol=
gender
Text: Vorſtehenden altengliſchen Spruch erhielt
ich zur Weitergabe. Jeder, der es (!) bekommt, ſoll es
neun Tage hintereinander täglich einen (!) lieben Men=
ſchen
ſchicken, ohne Unterſchrift. Die Kette darf nicht unter=
brochen
werden. Es geht die Sage von dem Spruch, daß
der, der dies verſäumt, kein Glück mehr hat. Wer ihn aber
ſchickt, ſoll am neunten Tage eine große Freude erleben
und von allen Sorgen erlöſt werden. (!) Deutſch heißt der
Spruch: O Herr Jeſus, meine Seele fleht dich an, ſegne
alle guten Menſchen, hilf uns tragen alles Uebel und alles
Gute, um in dir zu ſein in alle Ewigkeit. Die Sache iſt
ſchon älter, in verſchiedenen Faſſungen iſt das Gebet in
Deutſchland aufgetaucht, im weſentlichen mit gleichen
Grundgedanken. Obwohl es evangeliſcher Anſchauung
vom Beten ins Geſicht ſchlägt, haben ſich doch ängſtliche
Gemüter durch die Karte in Unruhe verſetzen laſſen und
durch Weiterſchreiben die Unruhe weitergetragen. Die
Sage betr. Unglück wirkt ſuggeſtiv auf ſchwache Nerven.
Es ſei hiermit auf den Unfug hingewieſen. Das beſte iſt,
eine ſolche Karte ſofort zu vernichten. Die Geſchichte
dieſes Gebetes iſt alt, aber noch nicht genügend erforſcht.
Es wäre aber an der Zeit, daß die Kette einmal gründ=
lich
unterbrochen würde!
D Schwindelhafte Miſſionstätigkeit. Das Großh.
Polizeiamt hat folgende Bekanntmachung er=
laſſen
: Unerlaubtes Kollektieren. Im Januar
dieſes Jahres iſt in Frankfurt a. M. unter der Bezeich=
nung
Internationale Schriftenmiſſion ein Unternehmen
gegründet worden, das angeblich unentgeltliche Kranken=
pflege
bezweckt. Nach Angabe des Unternehmers ſind=
ſieben
ſogenannte Krankenſchweſtern engagiert, die von
Haus zu Haus gehen und das religiöſe Blättchen Es
werde Licht vertreiben. Die Schweſtern gebrauchen beim
Verkauf des Blättchens an den Türen die Worte: Für
unentgeltliche Krankenpflege, Für Miſſion Für die
Armen, Zur Bekämpfung der Schundliteratur und der=
gleichen
und haben bereits viele tauſend Stück ſolcher
Druckſchriften für 10 Pfg. das Stück abgeſetzt. Sie tragen
Schweſternkleidung (dunkelblaues Kleid mit weißen Punk=
ten
, ſchwarzen Mantel und ſchwarzes Häubchen mit
weißer Einfaſſung). Krankenpflege iſt noch nicht geleiſtet
worden; die Einnahmen ſind vielmehr zur Unterhaltung
der Unternehmer und des Perſonals verwendet worden
Es beſteht der dringende Verdacht, daß es ſich um eines
jener Inſtitute handelt, die jetzt überall auftauchen und
unter dem Vorwand ſozialer und religiöſer Rettungs=
arbeit
(Fürſorge für Obdachloſe, Krankenpflege, angeblich
Miſſionsdienſt) der Bereicherung der Inhaber dienen, die
teilweiſe erheblich vorbeſtraft und ungeeignet ſind. Das=
ſelbe
Geſchäft betreibt ein gewiſſer Willy Dietrich ſeit 1912
von Breslau aus mit den ſogenannten Schweſtern vom
ſchwarzen Kreuz‟ Dietrich wurde von der Strafkammer
Breslau am 9. Juli 1912 wegen unerlaubten Kollektierens
verurteilt. Kürzlich wurde auch hier eine ſogenannte
Schweſter vom ſchwarzen Kreuz ermittelt, die die Blätt=
chen
Friedensklänge und Es werde Licht vertrieb und
den Erlös an das Dietrichſche Unternehmen ablieferte.
Wir empfehlen dringend, kollektierenden Perſonen gegen=
über
von der größten Vorſicht zu ſein und ſie nur dann
zu unterſtützen, wenn ſie eine von uns ausgeſtellte polizei=
liche
Genehmigungsurkunde vorzeigen können. Schwindel=
unternehmungen
vorbezeichneter Art ſchädigen die reelle
Miſſionstätigkeit, der durch die Spekulation Unberufener
eine Menge Werte entzogen wird.
D Straßenbahnen und Fuhrwerksverkehr. In letzter
Zeit mehren ſich wiederum die Klagen darüber, daß die
Leiter von Fuhrwerken die polizeilichen Vorſchriften über
den Straßenverkehr nicht befolgen und insbeſondere die
Warnungsſignale der Motorwagen und der Lokomotiven
der Straßenbahn außer Acht laſſen. Des öfteren verſuchen
die Fuhrleute, noch im letzten Augenblick vor den Motor=
wagen
oder den Lokomotiven über die Gleiſe zu kommen
ſo daß die Straßenbahn plötzlich zum Stehen gebracht
werden muß. Das Polizeiamt ſieht ſich deshalb veran=
laßt
, erneut auf die Polizeiverordnung, betr. Maßregeln
zur Verhütung von Unglücksfällen und Verkehrsſtörungen
aus Anlaß des Betriebs der Straßenbahn in der Stadt
Darmſtadt hinzuweiſen, und zwar namentlich auf die
Paragraphen 7 und 8 dieſer Verordnung, welche u. a.
beſtimmen, daß die Leiter von Fuhrwerken aller Art an
den Straßenkreuzungen der von Straßenbahnlinien durch=
zogenen
Straßen auf alle Fälle die Gangart ſo zu ver=

kürzen haben, daß ein Halten vor dem Gleis noch mög=
ich
iſt, ſowie, daß die Leiter von Fuhrwerken, wenn eine
Straßenbahn kommt, ſo rechtzeitig zu halten haben, daß
die Bahn in ihrer Fahrt nicht gehindert wird. Die Schutz=
mannſchaft
iſt angewieſen, auf das ſtrengſte auf die Befol=
gung
der Vorſchriften der Verordnung zu achten.
* Erbohrung einer neuen Quelle in Bad Nau=
heim
. In der Nähe des weithin bekannten Karls=
brunnens
wurde eine neue Quelle von vorzüglicher Be=
ſchaffenheit
erbohrt. Da die Arbeit unter ſachkundiger
Führung erfolgte, waren die Koſten verhältnismäßig
gering.
Einziehung von Fernſprechgebühren. Am
b. April wird mit der Einziehung der Fernſprech=
gebühren
begonnen werden. Es empfiehlt ſich, die
fälligen Beträge bereitzuhalten.
* Die Verſendung mehrerer Pakete mit einer
Poſtpaketadreſſe iſt für die Zeit vom 6. bis einſchließlich
11. April weder im inneren deutſchen Verkehr noch im
Verkehr mit dem Ausland ausgenommen Argentinien
geſtattet. Nach Argentinien können auch in dieſer Zeit
mehrere, jedoch höchſtens 3 Pakete, mit einer Poſt=
paketadreſſe
verſandt werden.
§ Aus dem Arbeitshaus Dieburg ſind während
des Monats März 15 Perſonen, welche daſelbſt korrek=
tionelle
Nachhaft verbüßten, entlaſſen worden. Die
längſte Dauer der Nachhaft betrug bei einer Perſon
730 Tage und die kürzeſte Dauer der Nachhaft bei einer
Perſon 147 Tage.
§ Aſyl für Obdachloſe. Im Monat März iſt in
dem im Lokale des zweiten Polizeireviers in der
Alexanderſtraße errichteten Aſyl für Obdachloſe 342 Per=
ſonen
und in demjenigen im Lokale des fünften Polizei=
reviers
in der Ludwigshöhſtraße 94 Perſonen, zuſammen
436 Perſonen, Obdach gewährt worden.
§ Selbſtmordverſuch. Ein 22 Jahre altes Mädchen
prang am Freitag nachmittag gegen 1 Uhr in ſelbſt=
mörderiſcher
Abſicht in den Woog. Das Mädchen
wurde durch Paſſanten und den Woogspächter aus dem
Waſſer herausgezogen und in die elterliche Wohnung
verbracht.
Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im
Monat März ergaben die fortlaufenden Reviſionen
der Nachtwachbeamten folgende Fälle: 408 offene Haus=
türen
und Tore vorgefunden; 62 mal brannte Licht
in Geſchäfts= und Bureaulokalitäten, Kellern und Boden=
räumen
, bezw. wurde rergeſſen, dasſelbe zu löſchen;
19 defekte Schlöſſer und Türen, ſowie ſteckengebliebene
Schlüſſel vorgefunden; 11 offenſtehende Parterrefenſter
ermittelt; 14 Hausbewohnern, die ihre Schlüſſel vergeſſen
hatten, geöffnet; 1 Waſſerrohrbruch entdeckt.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Ex=
pedition
(Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder neu
ausgeſtellt: Begegnung des Kaiſers mit dem Erzherzog
Franz Ferdinand von Oeſterreich auf Schloß Mica=
mare
. Die Hauptverſammlung des Deutſchen Reichs=
usſchuſſes
für olympiſche Spiele in Berlin. Der erſte
deutſche Höhenweltrekord ohne Paſſagier. Beſuch des
Kronprinzen von Rumänien mit ſeinem Sohn am ruſſi=
ſchen
Hof.

1. Dekorierungsfeſt der Turngemeinde
Darmſtadt.

* In den mit Tannengrün geſchmückten Kneipſaal
der Turnhalle am Woogsplatz hatte der Wanderausſchuß
ſeine Getreuen zum erſten Dekorierungsfeſt ein=
geladen
. Dieſer Einladung folgten nicht nur die Turner=
Wanderer, ſondern auch eine größere Anzahl Mitglieder.
Die Veranſtaltung nahm bei einem abwechſelungsreichen
Programm, das aus Konzertſtücken, Violinſoli, Geſangs=
und humoriſtiſchen Vorträgen beſtand, einen ſehr ſchönen
Verlauf. Der Vorſitzende des Wanderausſchuſſes begrüßte
die Erſchienenen, entwarf ein Bild der Wanderungen im
abgelaufenen Jahre und gab der Hoffnung Ausdruck, daß
bei den beginnenden Turngängen im gegenwärtigen Wan=
derjahre
die Zahl der Wanderer eine viel größere werden
möge, denn das Wandern gehöre zum Turnen. Der neue
Wanderplan enthalte ſehr ſchöne Gänge, die jedem Wunſch
entſprechen dürften.
Im abgelaufenen Jahre fanden 10 Turngänge ſtatt,
welche von durchſchnittlich 22 Turnern beſucht waren, von
dieſen konnten 8 Turner mit dem goldenen Wanderab=
zeichen
der Deutſchen Turnerſchaft ausgezeichnet werden.
Es ſind dies die Turner Emil Daum (als Senior der
Wanderer bekam er noch einen Tannenkranz), Biſchoff,
Weicker, Weitzel, Rohe, Becker, Wolff und Engel. Der
erſte Turnwart beglückwünſchte die Dekorierten und dankte
dem Ausſchuß für ſeine treue Arbeit und namentlich auch,
weil es ſeinen Bemühungen gelungen ſei, daß nunmehr
auch das Wandern in der Turngemeinde feſten Boden
gewonnen habe. Er hofft, daß die künftigen Wanderun=
gen
noch zahlreicher beſucht werden als bisher und ſchloß

ſeine Worte mit einem kräftigen Gut Heil! Nachdem
noch der neue Wanderplan bekannt gegeben worden war
ſchloß die ſchöne und eindrucksvolle Feier.
Der Wanderplan für 1914/15 enthält die
nachſtehenden Wanderungen: 1) 19. April: Weinheim=
Wachenberg-Juhöhe-Bensheim; Führer: Guſtav Schä=. 2) 3. Mai: Erbach-Reichelsheim-Rodenſtein-
Ober=Ramſtadt; Führer: Krickſer. 3) 7. Juni: Darm=
ſtadt
-Meſſel-Roßdorf-Traiſa; Führer: Graf. 4) 19,
Juli: Darmſtadt-Lützelbach-Ober=Ramſtadt; Führer:
Daum. 5) 30. Auguſt: Darmſtadt-Burgwald-Ober=
Beerbach-Auerbach; Führer: Engel. 6) 13. September:
Wanderung des Main=Rhein=Gaues. 7) 18. Oktober:
Lengfeld-Otzberg-Lärmfeuer-Erbach: Führer: Hch,
Müller. 8) 1. November: Darmſtadt-Erfelden Kuh=
kopf
-Oppenheim; Führer: Wolf. 9) 6. Dezember: Bens=
heim
-Knoden-Tromm-Mörlenbach; Führer: Meiſel,
10) 3. Januar 1915: Heppenheim-Kaiſerturm- Lichten=
berg
-Groß=Bieberau; Führer: Maurer. 11) 21. Februar:
Eberſtad-Frankenſtein-Jugenheim-Auerbach; Führer:
Biſchoff. 12) 14. März: Darmſtadt-Schloß Philipps=
eiche
-Dreieichenhain; Führer: Weicker. Die Wanderun=
gen
3. 6 und 9 finden mit Turnerinnen ſtatt. Bei allen
Turngängn iſt Ruckſackverpflegung vorgeſehen. Näheres
wird jedesmal acht Tage vorher am ſchwarzen Brett im
Turnhauſe bekannt gegeben. Wer an elf Turnfahrten
teilnimmt, erhält das Wanderabzeichen der Deutſchen
Turnerſchaft.

Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 4. April 1914.

Butter, ½ kg1,351,40 M.
in Part., ½ kg1,20-1,30 M
Eier, Stück
79
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück . 410 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 2,50-3,00 M
Kumpf (10 Liter) 4550 Pf
4 Pf.
½ kg
Mäuschen ½ kg. 1214 Pf
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg . 1225 Pf
Zitronen, Stück . 45 Pf.
Apfelſinen, Stück 67 Pf.
Birnen, ½ kg . 2030 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 1518 Pf
00 Pf.
Endivien, St.
kg
00 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 78 Pf.
Rettiche, Stück
5 P
Meerrettich, Stück 1025 P
Roterüben, ½ kg . 10 P
Zwiebeln ½ kg 1820 P
Tomaten, ½ kg 4050 Pf
Spinat, ½ kg . 1820 Pf.
Weißkraut, Stück 810 Pf.
Rotkraut, Stück 1030 Pf
Blumenkohl, Stück 2030 Pf.
Wirſing, Stück . . 00 Pf.
Grünkohl, Stück 56 Pf.
Roſenkohl, ½ kg 2530 Pf
Geiberüben, ½ kg 56 Pf.
Schwarzwurz, ½ kg 20-25 Pf.

Weißerüben St. . . 3 Pf.
Kohlrabi St. . 1015 Pf.
Topfſchnittlauch 20-25 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 8590 Pf.
Enten, Stück 3,004,00 M.
Hahnen, Stück 2,503,50 M.
Hühner, Stück 2,503,00 M.
Tauben
. 6570 Pf.
Lapins, Stück 1,101,20 M.
Zicklein
2,504 M.
Fiſche:
Hecht, ½ kg . 0,901 M.
1 M.
Aal, ½ kg
Karpfen, ½ kg . . 70 Pf.
Andere Rheinfiſche,
½ kg . . . . 3560 Pf.
Rotzungen, ½ kg . 60 Pf.
Schollen, ½ kg . . 50 Pf.
Kabeljau, ½ kg 3035 Pf.
Schellfiſche, ½ kg 3035 Pf.
In den Fleiſchſtänden:
Rindfleiſch, ½ kg . 66 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf.
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg80 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
. 86 Pf.
½ kg
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
½ kg.
.70 Pf.
Ziegenfleiſch, ½ kg 60 Pf.

Offenbach, 4. April. (Einbruch.) Einbrecher ſtat=
teten
in verfloſſener Nacht dem Ruderhaus des Offenbacher
Rudervereins einen Beſuch ab. Sie ſtiegen durch ein ein=
gedrücktes
Fenſter ein, erbrachen Kiſten und Schränke und
entwendeten Sportkleidungsſtücke der Ruderer. ( Auto=
mobilunfall
.) Geſtern abend kam von der Höhe
der Sprendlinger Landſtraße ein offener, mit fünf
Perſonen beſetzter Wagen der Frankfurter Adlerwerke
herabgeſauſt, um im nächſten Augenblick gegenüber der
Keſſelfabrit Philipp Loos mit lautem Krachen und Split=
tern
gegen einen Laternenpfahl zu rennen,
ſich aufzubäumen und zu überſchlagen. Das
Unglück wickelte ſich mit einer Schnelligkeit ab, daß die von
allen Seiten auf den Anprall herbeieilenden Paſſanten
und Anwohner nur noch ſahen, wie aus einer ſich lang=
ſam
verziehenden dichten Staubwolke der umgeſtürzte
Wagen zum Vorſchein kam, unter dem die Inſaſſen ſich
mühſam herauszuarbeiten ſuchten. Hilfsbereite Hände
hatten den Wagen ſchnell hochgehoben und die Fahrer be=
freit
. Zwei der Automobiliſten, der Brotfabrikant
Dinges von Offenbach, und der 42 Jahre alte Lohn=
kutſcher
Otto Bleuel aus Frankfurt, hatten ſchwere Ver=
letzungen
erlitten. Der ſehr ſchwer verletzte Dinges wurde
mit dem Privatauto des Fabrikanten Andreas Schmitt
nach ſeiner Wohnung gebracht, während Bleuel mit dem
Krankenauto nach dem hieſigen ſtädtiſchen Krankenhauſe
transportiert wurde, Dinges wies ſchwere Kopfverletz=
ungen
, Bruch des Schlüſſelbeins und Rückenverletz=
ungen
auf, Bleuel hatte ſchwere Quetſchungen am Kopf.
Beide Verunglückte waren bewußtlos. Der Zuſtand
Bleuels war heute morgen befriedigend. Lebensgefahr
beſteht für ihn anſcheinend nicht mehr. Die übrigen In=
ſaſſen
kamen mit leichten Verletzungen und dem Schrecken
davon. Das Automobil wurde total zertrümmert und
ebenſo auch die Laterne, die vollſtändig abgebrochen
wurde. Der verunglückte Dinges war in Darmſtadt
geweſen und hatte dort die Fahrerprüfung abgelegk.
Die Rückfahrt, bei der einer der Mitfahrer ſteuerte, wurde
über Offenbach gemacht, da Dinges hier wohnt. Bei der
ſchnellen Fahrt verlor der Lenker die Gewalt über den
Wagen, der durch irgend einen Umſtand ins Schleudern
kam und im gleichen Augenblicke bei dem hohen Tempo
gegen die Laterne anprallte.
Mainz, 4. April. (Vom Pferde geſtürzt.) Einen
ſchweren Unfall erlitt heute morgen kurz nach 10 Uhr
ein Artillerie=Einjähriger Bei der Gaſtellſchen Waggon=
fabrik
in Mombach ſtürzte der Einjährig=Freiwillige
Ketſch, 1. Batterie des Feld=Artillerie=Regiments Nr. 27,
ſo unglücklich vom Pferde, daß er einen ſchweren Schädel=
bruch
erlitt. Einige Offiziere nahmen ſich des Beſinnungs=
loſen
an und veranlaßten ſeine Ueberführung nach dem
Garniſonlazarett. Sein Befinden iſt beſorgniserregend.
Gimbsheim, 4. April. (Einen ungewöhnlichen
Diebſtahl) vollführten Unbekannte hier. Die Witwe
M. hatte ihre Gänſe wie üblich, am Morgen auf die Straße
gelaſſen. Als die Frau am Mittag heim kam, ſtaunte ſie
nicht wenig, als ſie ihre ſämtlichen Gänſe kahl=
gerupft
vorfand. Der Dieb hatte es auf die Federn
der Tiere abgeſehen.
(*) Gießen, 3. April. (Das 2. Los der Güter=
Umgehungsbahn) bei Klein=Linden ſoll in Kürze
ebenfalls in Angriff genommen werden. Es handelt ſich
dabei um die gewaltige Erdbewegung von 570000 Kubik=
meter
; dieſe Erdmaſſe iſt nötig zur Aufſchüttung eines
rieſigen Eiſenbahn=Dammes, der bis zu 17 Meter Höhe

Elend trägt die Beſitzerin eines Hotels der Stadt, die un=
vorſichtigerweiſe
im vorigen Jahr zwei ihrer Dienſtmäd=
chen
den guten Rat gab, in Auſtralien ihr Glück zu ver=
ſuchen
. Eines der auswandernden Mädchen lernte ſchon
auf dem Schiff den dritten Offizier kennen, der ſich in ſie
verliebte und ſie nach der Ankunft in Melbourne heiratete.
Das zweite Mädchen traf unmittelbar nach der Landung
in Auſtralien einen reichen Gutsbeſitzer, der ihr ſein Ver=
mögen
von einer Million für ein wenig Liebe als Entgelt
bot. Das Mädchen ließ ſich dies verlockende Anerbieten
nicht zweimal wiederholen. Als nach Haſtings die Kunde
des Glücks, das den beiden ausgewanderten Dienſtmädchen
in den Schoß gefallen, kam, verabſchiedeten ſich alle weib=
lichen
dienſtbaren Geiſter von ihrer Herrſchaft und wan=
derten
teils nach dem gelobten Land Auſtralien, teils
nach dem nicht minder gelobten Lande Kanada aus, in
der Hoffnung einen reichen Gutsbeſitzer als Gatten ein=
zufangen
. Ob dieſer Verſuch das erhoffte Ergebnis ge=
habt
hat, darüber verlautet noch nichts, in jedem Falle
aber ſind die Hausfrauen von Haſtings in die Zwangslage
verſetzt, ſich vorläufig ohne Dienſtmädchen behelfen zu
müſſen, bis Erſatz gekommen iſt.
C.K. Miſtrals Hund. Um Miſtral, den Sänger der
Provence, tcauert Südfrankreich; aber rührender und
größer als der Schmerz aller Freunde iſt die Trauer von
Miſtrals Hund Toutourle Er hat nun die letzte Probe
ſeiner Treue und ſeiner Anhänglichkeit gegeben, Toutourle
iſt vor Gram geſtorben iſt ſeinem Herrn gefolgt. Von
dem Augenblick an, da die irdiſchen Ueberreſte ſeines Herrn
davongetragen wurden, verkroch ſich Toutourle in einen
Winkel des Gartens. Alle Verſuche, ihn dazu zu bringen,
etwas zu freſſen, waren vergeblich, die ſchönſten Lecker=
biſſen
blieben unbeachtet liegen, Toutourle trauerte und
klagte um ſeinen Herrn, und ſein langgezogenes Heulen
klang Stunde um Stunde durch Tag und Nacht. Bis man
ihn am Mittwoch früh tot in ſeinem Winkel fand. D’An=
munzio
, der ſich rüſtet, in ſeinem Buch das Leben berühm=
iter
Hunde zu ſchildern, wird Toutourle, den treueſten
Freund Miſtrals, nicht vergeſſen dürfen.

Naturwiſſenſchaftlicher Verein
zu Darmſtadt.

292. Sitzung am 3. April 1914.
In ſeinem Vortrage Ueber Platin im Natur=
wiſſenſchaftlichen
Verein, dem ein reiches Demonſtrations=
naterial
der Platinſchmelze G. Siebert in Hanau zur Ver=
fügung
ſtand, beſprach Herr cand. chem. Georg Sie=
bert
jr. zuerſt die geographiſchen und geologiſchen Ver=
hältniſſe
der Hauptlagerſtätten des Platinerzes im Ural,
ging dann zur Erzgewinnung ſelbſt über, hier beſonders
die Waſcharbeit der Staratelis (umherziehende Arbei=
tertrupps
) und die der Dragas (Schwimmbagger) her=
vorhebend
, und verbreitete ſich ſodann an Hand verſchie=
dener
Erzproben über die Trennung und Scheidung des
Platins, die bekanntlich zu der ſchwierigſten Aufgabe in
der techniſchen Chemie gehört. Auch die übrigen Metalle
der Platingruppe erwähnte der Vortragende kurz. Sehr
ausführlich verbreitete er ſich ſodann über die Anwendung
des Platins in Technik und Induſtrie und erwähnte, daß
von dem jährlichen Platinumſatz von zirka 6000 Kilo ein
Drittel der chemiſchen und Elektroinduſtrie, ein Drittel der
Bijouterie und ein Drittel der Zahninduſtrie zufließe.
Beſonders intereſſant waren die vom Vortragenden ge=
zeigten
Platinſalze (Platinchlorid, Kaliumplatinchlorür
Bariumplatinchlorür) und verſchiedene Platindoppelſalze,
unter denen beſonders die farbenprächtigen Kriſtalle des
Ittriumplatincyanür, Kalium=Litiumplatincyanür und
Magneſiumplatincyanür gefielen. An Hand einer exzen=
triſchen
Preiskurve von dem Jahre 18801913 kam der
Vortragende zur Beſprechung der Preisverhältniſſe des
Platins und wies auch auf den in dieſem Sommer bevor=
ſtehenden
ruſſiſchen Ausfuhrzoll für Platinerze hin. Am
Schluſſe ſeiner intereſſanten Ausführungen erwähnte der
Vortragende die Nachrichten über die deutſchen Platin=
funde
und bemerkte hierzu, daß bis jetzt trotz fachmänni=
ſcher
Unterſuchungen der aus dem Weſtfäliſchen Ural
ſtammenden Platinerde keine definitiven Ergebniſſe vor=
liegen
.

[ ][  ][ ]

Nummer 95.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Seite 5.

erreicht. Dazu kommen 9000 Kubikmeter Mauerwerke und
Brückenbauten 15000 Kubikmeter Packlage und 3000
Kubikmeter Chauſſierung. Leider verliert durch den be=
abſichtigten
Bahndamm das Dorf Klein=Linden ſeinen
Ausblick ins Lahntal.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 3. April. Eine General=
reviſion
der kleinen Wohnungen in Berlin
wird im nächſten Monat durchgeführt werden. Die ſog.
Wohnungskommiſſionen des Städtiſchen Wohnungsamtes
beginnen dann ihre ehrenamtliche Tätigkeit, um die man=
nigfachen
Mißſtände im Berliner Wohnungsweſen zu er=
mitteln
und für deren Abſtellung zu ſorgen. In Betracht
kommen insgeſamt 415000 Kleinwohnungen einſchließlich
900 auch für Wohnzwecke eingerichteter Küchen. Durch die
Beamten des Städtiſchen Wohnungsamtes ſind, wie geſtern
mitgeteilt, während des jetzt dreimonatigen Beſtehens des
Amtes etwa 800 mittlere und kleinere Wohnungen beſich=
tigt
worden. Direktor Dr. Laporte vom Städtiſchen
Wohnungsamt hofft, daß auch den Mitgliedern der Woh=
nungskommiſſionen
bei der Durchführung ihres nicht ge=
rade
leichten Amtes keine Schwierigkeiten in den Weg ge=
legt
werden. Am 3. Mai wird der Beſuch der ame=
rikaniſchen
Hoteliers in Berlin erwartet. Für
die Begrüßung durch die Mitglieder der Stadtverwaltung
ſind 2000 Mark bewilligt worden. Ein Teil der Per=
len
, welche kürzlich der Frau Rudolf Hertzog geſtohlen
worden waren, iſt wiedergefunden worden. Man fand
in einem Gasrohr in der Wohnung des Bruders der vor
einiger Zeit unter dem Verdacht, die Perlen geſtohlen zu
haben, verhafteten Dienerin in einem kleinen Leinenſäck=
chen
18 loſe Perlen des Geſchmeides. Ein erſt wenige
Stunden verheiratetes Ehepaar wurde in ſeiner neuen
Wohnung in Steglitz vergiftet aufgefunden. Die
junge Frau war bereits tot. Der Mann, ein Buchhalter
namens Rieſch, konnte mit Mühe wieder zum Leben ge=
bracht
werden. Es iſt noch zweifelhaft, ob die Vergiftung
auf das Hochzeitsmahl, das in einer Reſtauration einge=
nommen
wurde, zurückgeführt werden muß.
4. April. Der Oberſtadtſekretär Paul Winkler in
Charlottenburg hat ſich heute nacht vom dritten Stockwerl
des Rathauſes herabgeſtürzt und wurde heute früh auf
der Plattform vor der großen Wendeltreppe im Erd=
geſchoß
tot aufgefunden. Er hätte in der nächſten Woche
ſein 25jähriges Jubiläum bei der Charlottenburger Ver=
waltung
feiern können. Winkler war bei ſeinen Kollegen
ſehr geſchätzt und arbeitete oft nach Bureauſchluß bis in
die ſpäte Nacht hinein. In der letzten Zeit zeigte er ein
zerſtreutes Weſen, und es wird angenommen, daß er in
geiſtiger Umnachtung gehandelt hat. Die Verhandlungen
zur Sanierung der Firma Wertheim wurden
heute fortgeſetzt. Zu einer Zahlungseinſtellung iſt es nicht
gekommen. Im Laufe der nächſten Woche ſoll eine Gläu=
bigerverſammlung
ſtattfinden.
Mannheim, 4. April. (Der badiſche Handels=
tag
.) Am 6. und 7. Mai tagt hier der badiſche Handels=
tag
, auf dem auch die Frage der Schiffbarmachung des
Oberrheins erörtert wird.
Baden=Baden, 4. April. (Todesfall.) In Can=
nes
ſtarb im 58. Lebensjahre an doppelſeitiger Lungen=
entzündung
Camille Brenner, der Beſitzer des weltbekann=
ten
Hotels Stefanie.
Stuttgart, 4. April. (Der König und die =
nigin
) ſind heute morgen nach Neuwied abgereiſt.
Kolmar, 4. April. (Erfundenes Attentat.)
Am 2. Februar d J. war ein Rekrut des hieſigen Dra=
goner
=Regiments Nr. 14 ins Lazarett gebracht worden,
weil ihm, wie er erzählte, in einer ziemlich unbelebten
Straße von einem Unbekannten, der Dialekt geſprochen
thabe, mit einem Revolver in die linke Hand geſchoſſen wor=
den
war. Der Vorfall, der damals nicht aufgeklärt wer=
den
konnte, iſt in auswärtigen Blättern vielfach kommen=
tiert
worden. Jetzt hat der Soldat, ein Rheinländer, ge=
ſtanden
, daß er ſich damals den Schuß ſelber beigebracht
habe und daß ſeine Erzählung erfunden geweſen ſei. Aus
welchem Grunde ſich der Soldat die Verletzung beibrachte,
konnte noch nicht feſtgeſtellt werden.
Köln, 4. April. (Stiftung.) Die kürzlich ver=
ſtorbene
Frau Luiſe von Faſtenrath hat zum Beſten der
Kölner Blumenſpiele eine Stiftung von 100000 Mark hin=
terlaſſen
.
Paris, 4. April. (Wiedergefundene Wert=
papiere
.) Der Staatsanwalt von Evreux fand in ſei=
nem
Briefkaſten ein Paket mit Wertpapieren im
Betrage von 60000 Francs. Wie feſtgeſtellt wurde, rühr=
ten
dieſe Papiere von einem Diebſtahl her, der bei einem
kürzlich verſtorbenen Rentner verübt worden war. Da
die Wertpapiere mit Verbot belegt worden waren, war
der Dieb außerſtande geweſen, ſie zu verkaufen.
Havre, 4. April. (Feuer) In einem Baum=
wollmagazin
der Lagerhäuſer brach geſtern abend
ein Brand aus, der raſch um ſich ariff. Erſt nach großen
Anſtrengungen konnte das Feuer lokaliſiert werden, doch
dauerten die Löſcharbeiten faſt noch die ganze Nacht fort.
Johannesburg, 3. April. (Bei einem Zuſam=
menſtoß
eines Bahnzuges) nach Natal bei der
Kralſtation in der Nähe von Heidelberg ſind drei Per=
ſonen
getötet und viele verletzt worden.

Konzerte.

* Der Richard=Wagner=Verein veranſtaltete
geſtern abend einen Abſchiedsliederabend von
Frl. Geyersbach unter Mitwirkung der Herren Hof=
muſiker
Andreae und Kapellmeiſter Hans Oppen
heim, hier. Der Saal war ſchon Tage vorher ausver=
kauft
und überfüllt. Frl. Geyersbach, die uns mit Ablauf
dieſer Saiſon verläßt, feierte einen vorzeitigen Abſchied
vom Konzertpublikum, das der beliebten Sängerin im
Verlaufe des Abends wärmſte Ovationen bereitete.
Auch das künſtleriſche Ergebnis des Abends recht=
fertigte
die Begeiſterung des Publikums. Frl. Geyersbach
war ſtimmlich aufs beſte disponiert und war als Konzert=
ſängerin
heute ebenſo erfolgreich, wie ſie als Bühnen=
ſängerin
immer geweſen iſt. Sie ſang Lieder von Schu=
mann
, Schubert, Hugo Wolf, Arnold Mendelsſohn, Wolff=
Ferrari, Pfitzner und Winterberger. Ueber Frl. Geyers=
bachs
ſtimmliche Vorzüge und Geſangskunſt können wir
neues nicht mehr ſagen. Am beſten liegen ihr die für
hohe Stimme geſchriebenen Lieder und ſolche bewegten
Charakters, der dem dramatiſchen verwandt iſt; doch ge=
langen
ihr auch die anderen heute nicht weniger gut.
Von den erſtgenannten ſeien beſonders hervorgehoben:
Suleika von Schubert, Hugo Wolfs prächtige Lieder
Der Gärtner und Du denkſt mit einem Fädchen mich
zu fangen die beide wiederholt werden mußten, das herr=
liche
Lied Nun laß uns Frieden ſchließen und das köſt=
liche
Liedchen Mausfallen=Sprüchlein‟ Dieſe mit künſt=
leriſcher
Intelligenz und entzückender Tonſchönheit ge=
ſungenen
Hugo Wolfſchen Lieder bedeuteten den Höhe=
punkt
des Abends. Der letzte Teil wurde mit einer Ver=

Fort Worth (Texas), 4. April. (Der Mann mit
16 Frauen) Hier begann geſtern die Verhandlung
gegen einen reichen Plantagenbeſitzer namens Arnold, der
im Laufe von 15 Jahren 16 Frauen geheiratet hat, ohne
auch nur von einer einzigen rechtmäßig geſchieden zu ſein
Pierth (Auſtralien), 3. April. Es wird gemeldet, daß
Eingeborene die Miſſion am Drysdalefluſſe zerſtört
und zwei Väter, ſechs Laienbrüder und eine Anzahl Mit=
glieder
der Miſſion getötet haben.

Reichstagsſchluß oder =Vertagung.

* Berlin, 4. April. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt zu den Preſſeerörterungen über die Frage
ob der Reichstag geſchloſſen oder vertagt
werde, daß die Verfaſſung die Schließung als Regel, die
Vertagung als Ausnahme hinſtelle. Es müſſe die Frage
geprüft werden, was etwa in dem gegenwärtigen Stande
der parlamentariſchen Arbeiten der Regel widerſpräche
und die Ausnahme empfehle. Seit der Vertagung vom
30. Juni 1913 bis zu den Oſterferien wurden 21 Geſetz=
entwürfe
eingebracht und davon ſieben erledigt. Gegen=
über
dieſem Gang der Reichstagsgeſchäfte erſcheint der
Appell des Abgeordneten Baſſermann an
die Selbſtzucht der Fraktionen beachtenswert.
Der Reichstag habe die Verpflichtung, Selbſtbeſchränkung
zu üben und die Länge, ſowie auch die Zahl der Reden
einzuſchränken. Die Regierung treffe aber keine Schuld,
daß der Reichstag zu ſpät einberufen wurde und ſich dann
mit einer bunten Reihe von Geſetzentwürfen befaßte. Nach
Erledigung der Wehrvorlagen im Sommer 1913 entſprach
es dem eigenen begreiflichen Wunſche des Reichstages,
erſt Ende November wieder zuſammenzutreten. Was die
Geſetzentwürfe anlange, ſo hätten die Regierungen ſchon
lange auf ein langſameres Tempo in der Ausarbeitung
von Geſetzentwürfen hingewirkt. Würde der Reichstag zu
ſeiner alten Gewohnheit zurückkehren, den Etat vor dem
1. April fertigzuſtellen, ſo würde auch der Schluß der
Seſſion ſich meiſtens vor Pfingſten bewerkſtelligen laſſen
und die Einberufung zum Herbſt könnte dann früher er=
folgen
. In die Erörterungen der Frage, ob Vertagung
oder Schluß, ſpiele endlich auch die Frage der Frei=
karten
hinein. Dem Gedankengange könne die Regie=
rung
aber nicht folgen, daß durch das mit dem Schluß
es Reichstages eintretende Aufhören der Gültigkeit der
Freikarten der Reichstag beſtraft werden ſolle. So lange
das Poſtulat der dauernden Freikarten nicht beſtehe, müſſe
die Vertagung lediglich davon abhängen, ob ſie im allge=
meinen
Intereſſe zweckmäßig und notwendig erſcheine. Im
vorliegenden Falle wird der Reichskanzler die Entſchei=
dung
des Kaiſers erſt herbeiführen, wenn ſich das Ergeb=
nis
der Reichstagsverhandlungen genauer überſehen läßt.
Darüber, was nach Oſtern noch erledigt werden ſoll, wird
ſich hoffentlich eine Verſtändigung zwiſchen der Regierung
und den Parteien erzielen laſſen.

Gerichtszeitung.

* Berlin, 4. April. Im Prozeß gegen Dr. Zep=
ler
und den Redakteur Schneidt wegen Beleidig=
ungdes
Kronprinzen wurde während der Rede des
1. Staatsanwalts, Dr. Krauſe, auf deſſen Antrag die
Oeffentlichkeit ausgeſchloſſen. Er beantragte
gegen Dr. Zeplex zwei Monate und gegen Schneidt ſechs
Wochen Gefängnis. Die Verteidiger ſuchten nachzuweiſen,
daß eine böswilllige oder abſichtliche Ehrverletzung nicht
vorliege und beantragten Freiſprechung evtl. eine Feſtungs=
ſtrafe
.
* Metz 4. April. Von dem Kriegsgericht der
Ze Diviſion wurden geſtern von fünf Unteroffizieren,
vier Sergeanten und einem Gefreiten von der 10. Kom=
pagnie
des Grenadier=Regiments Nr. 2, die ſich wegen
Mißhandlungen von Soldaten zu verantworten hatten.
zwei freigeſprochen. Die übrigen wurden zu Ge=
fängnisſtrafen
von 10 Tagen bis 8 Monaten verurteilt.
Ein Sergeant erhielt 2 Tage Arreſt.
* Metz, 4. April. Vor dem Kriegsgericht der
33. Diviſion hatten ſich heute drei Dragoner von der 5.
Schwadron des Dragoner=Regiments Nr. 9 zu verantwor=
ten
, die angeklagt waren, zwei Rekruten der
Schwadron mißhandelt und den Tod eines
derſelben, des Dragoners Emeluth, verurſacht zu
haben, indem ſie ihn durch ihre Mißhandlungen zum
Selbſtmord trieben. Das Urteil lautete gegen die Dra=
goner
Korengel auf drei Monate Gefängnis,
Meinecke auf ſechs Monate Gefängnis und
Schwabedahl auf neun Monate Gefängnis, und
außerdem wurde der Wachtmeiſter der Schwadron, Mül=
ler
, wegen ungenügender Beauſſichtigung mit ſieben Ta=
gen
Arreſt beſtraft. Die Gutachten der Sachverſtändigen
erachteten als feſtgeſtellt, daß der Dragoner Selbſt=
mord
durch Erhängen verübt habe, daß aber dieſer
Selbſtmord in urſächlichem Zuſammenhang mit den Miß=
handlungen
ſtehe.
* Zweibrücken 4. April. Vor dem Pfälzi=
ſchen
Schwurgericht ging geſtern abend nach zwei=
tägiger
Dauer ein umfangreicher Konkursprozeß in
Sachen der Firma Pirmaſenſer Schuhfabrik zu Ende.
Wegen betrügeriſchen Bankerotts und Beihilfe zum Be=

tonung eines Liedes von Mathilde Merck durch Arnold
Mendelsſohn eröffnet, das, genial entworfen und durch=
geführt
, der Sängerin ſchwierige Aufgaben ſtellt, die von
Frl. Geyersbach ſpielend gelöſt wurden. Von den beiden
Liedern von Wolff=Ferrari mußte das zweite, Als ich
dich ſah wiederholt werden. Eine mehr im dramatiſchen
Balladenſtil gehaltene geniale, nüancen= und figurenreiche
Kompoſition iſt das Hans Pfitznerſche Lied Sonſt wäh=
rend
das letzte Lied von Winterberger Im Maien ſtark
ans Triviale ſtreift. Frl. Geyersbach wurde durch be=
geiſterten
Beifall und reiche und köſtliche Blumenſpenden
geehrt und mußte nach dem nicht enden wollenden Beifall
zum Schluß mehrere Lieder als Zugabe ſingen, darunter
ein Liedchen von Kleiber, Brennende Liebe von Brahms
u. a. So war ihr erſter Abſchied in höchſtem Maße ehren=
voll
für ſie.
Herr Hofmuſiker Andreae ſpielte als erſte Nummer
Symphoniſche Variationen für Violoncello von Léon
Boéllmann, eine gehaltvolle, von tüchtigem Können und
ehrlicher Kunſt Zeugnis ablegende Kompoſition, und
ſpäter noch drei kleinere Stücke, Cantabile von Céſar Cui,
das bekannte Menuett von Mozart und Tarantelle (Op. 33)
von David Popper, denen er als Zugabe Wiegenlied
von Klengel folgen ließ. Wie in dem erſtgenannten Stück
und dem empfindungstiefen Cantabile durch Schönheit
und Seele des Tones, zeichnete ſich ſein Spiel in den letzt=
genannten
Stücken durch virtuoſe und fließende Technik
aus, ſo daß auch ſeine Kunſt eine Quelle reinen und
reichen Genuſſes war. Die Klavierbegleitung zu allen
Nummern des Programms hatte Herr Kapellmeiſter Hans
Oppenheim übernommen, der ſich ſeiner Aufgabe mit
feinem künſtleriſchen Verſtändnis und Empfinden und
pianiſtiſcher Fertigkeit unterzog.

truge hatte ſich der 33 Jahre alte Schuhgroſſiſt Guſtav Baehr
und wegen Beihilfe zum betrügeriſchen Bankerott der
Schuhagent Wolfgang Daumenlang beide aus Pirmaſens,
zu verantworten. Bei Bekanntwerden der betrügeriſchen
Manipulationen flüchtete der Bruder Guſtav Baehr und
Fritz Baehr unter Mitnahme von mindeſtens 50000 Mark
nach Amerika, wobei ihm der Mitangeklagte Daumenlang
durch Abgabe ſeines Paſſes und ſeiner Militärpapiere die
Flucht ermöglichte Der zurückgebliebene Guſtav Baehr
wurde nach der Flucht ſeines Bruders am 28. Auguſt 1913
in Pirmaſens verhaftet, ebenſo Daumenlang, der aber nach
mehrmonatiger Unterſuchungshaft wieder auf freien Fuß
geſetzt wurde. Auf Grund des Wahrſpruches der Ge=
ſchworenen
wurde Guſtav Baehr zu 2 Jahren und 6
Monaten Gefängnis und Daumenlang zu 1 Jahr
3 Monaten Gefängnis verurteilt. Letzterer
wurde gleich im Gerichtsſaale verhaftet.
* Gleiwitz, 4. April In dem Saccharin=
Schmugglerprozeß wurde heute das Urteil verkün=
det
. Es erhielten der Spediteur Meyer aus Soldau und
der Kaufmann Rubin aus Eydtkuhnen je 6 Monate
Gefängnis, wegen Vergehens gegen das Süßſtoff= und Zoll=
kontrollgeſetz
, ſowie je 1500 Mark Geldſtrafe. Der Butter=
händler
Tiefbrunn aus Oswieczin wurde mit ſechs
Wochen Gefängnis verurteilt, die auf die Unterſuchung
ſoll angerechnet werden, der Stellenbeſitzer Kobier wegen
Vergehens gegen das Zollkontrollge,etz zu 1150 Mark
Gelltſtrafe, der Häusler Paſtuſchka wegen Vergehens
gegen das Süßſtoffgeſetz zu ſechs Wochen Gefängnis, der
Halbbauer Kommraus aus Wahlau im Kreiſe Pleß zu
vier Wochen Gefängnis. Die übrigen wurden freige=
ſprochen
.

Zum Tode Paul Heyſes.

* München, 3. April. Der Kaiſer hat an die
Witwe Paul Heyſes folgendes Telegramm ge=
ſandt
: Achilleion, 3. April. Mit der ganzen gebildeten
Welt nehme ich an dem Hinſcheiden Ihres Gatten, des
Neſtors der deutſchen Schriftſteller und Dichter, lebhaften
Anteil und ſpreche Ihnen zu dem ſchweren Verluſt meine
wärmſte Teilnahme aus. Das reiche Lebenswerk des Ver=
ewigten
ſichert ihm im Herzen des deutſchen Volkes ein
Denkmal ehrenvollen Gedenkens. Wilhelm, I. R. Der
Reichskanzler hat nachſtehendes Telegramm geſandt:
Empfangen Sie, gnädige Frau, den Ausdruck meiner auf=
richtigen
Teilnahme an dem ſchweren Verluſt, den Sie er=
litten
haben. Paul Heyſe wird als Kämpfer für das
Ideale und Schöne, als Meiſter deutſcher Verskunſt und
als formvollendeter Interpret romaniſcher Dichtung un=
vergeſſen
bleiben.
* München, 4. April. Prinz Ernſt von Mei=
ningen
telegraphierte an Frau Heyſe: Tief erſchüttert
erfahre ich aus der Zeitung das Ableben Ihres Gemahls.
Trauernd mit vielen Verehrern des Entſchlafenen ſpreche
ich Ihnen in Ihrem großen Leid die herzlichſte Teilnahme
aus. Ferner telegraphierten Ludwig Ganghofer, der
Lotta=Verlag, Hans von Zobeltitz, Paul Lindau, Joſeph
tüderer, Richard Voß, Max Halbe, die Stadt Rothenburg
d. Tauber, die Stadt Kolberg und der Wiener Jour=
naliſten
= und Schriftſtellerverein Konkordia. Kranzſpen=
den
haben geſandt die Stadt Berlin, Prinz Ludwig Fer=
dinand
, Lolo Lenbach, die Münchener Sezeſſion, der Prä=
ſident
der Akademie der Wiſſenſchaften, Exzellenz v. Heigel.
ſowie die Akademie.

Deutſch=öſterreichiſcher Wirtſchafts=
verband
.

* Berlin, 4. April. Der erſte Vizepräſident des
Reichstages Geh. Rat Dr. Paaſche, der Vorſitzende des
im September vorigen Jahres begründeten Verbandes,
hielt am Freitag in Magdeburg im Börſenſaal der
Handelskammer in einer aus allen Kreiſen der Induſtrie
und des Handels Magdeburgs und der Provinz Sachſen
beſuchten Verſammlung, der auch Vertreter der Handels=
kammern
von Magdeburg, Halle, Deſſau u. a. beiwohnten,
einen Vortrag über Wirtſchaftliche Bezieh=
ungen
Deutſchlands zu Oeſterreich=Ungarn,
zu dem auch die namhafteſten Vertreter der Induſtrie und
es Handels Magdeburgs und der Provinz Sachſen ein=
geladen
waren. Nach einleitenden Worten des Präſiden=
ten
der Magdeburger Handelskammer Geh. Rat Zuck=
ſchwert
über den Zweck doppelſtaatlicher Verbände er=
innerte
Geh. Rat Dr. Paaſche in ſeinem Vortrage an die
Gründung des Dreibundes, die für die wirtſchaftliche
Stellung Deutſchlands und die Erhaltung des Friedens
ſegensreich geweſen ſei. Er ſtreifte die politiſchen Vor=
gänge
, die bei der Gründung des Dreibundes zur Geltung
amen, insbeſondere die Bismarckſche Politik, und wies
darauf hin, daß vornehmlich das Bündnis mit Oeſterreich=
Ungarn das Rückgrat der Friedensbeſtrebungen in Europa
geweſen iſt. Eine dauernde politiſche Freundſchaft ſei nur
dann von Vorteil, wenn auch die wirtſchaftliche Freund=
ſchaft
herrſche, insbeſondere in einer Zeit, in der alles auf
die Wahrung wirtſchaftlicher Intereſſen hindrängt. Ge=
rade
die wirtſchaftlichen Beziehungen, die Deutſchland zu
Oeſterreich=Ungarn habe, zwinge die politiſch befreunde=
ten
Staaten, auch die wirtſchaftliche Freundſchaft zu be=
tätigen
. Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn ſeien auf=
einander
angewieſen. Man arbeite auf dem Gebiete des
Geiſteslebens und auf wiſſenſchaftlichem und kulturellem
Gebiete längſt Hand in Hand. Andererſeits müſſe man
aber auch immer mehr zu einer wirtſchaftlichen Vereini=
gung
kommen.
Dies zu fördern, ſei der Zweck des deutſch= öſterreichiſch=
ngariſchen
Würtſchaftsverbandes. Deutſchland habe ſelbſt
Intereſſe daran, daß Oeſterreichs und Ungarns Handel
und Induſtrie ſich entwickeln; denn man habe nur einen
Vorteil, wenn Oeſterreich=Ungarn ein zahlungsfähiger
Käufer ſei. Deshalb müſſe man ſich gegenſeitig unter=
ſtützen
. Dr. Paaſche erörterte die bevorſtehende Erneue=
rung
der Handelsverträge und erinnerte an die Erklärung
des Staatsſekretärs Dr. Delbrück, daß Deutſchland keinen
neuen Zolltarif aufſtelle, alſo keine neuen Waffen gegen
Oeſterreich=Ungarn ſchmiede. Er empfahl, daß man nicht
mit Oeſterreich=Ungarn einen neuen Vertrag zuerſt ab=
ſchließen
ſolle, ſondern befürwortete, daß ſolche Verträge
zuerſt zum Abſchluß kommen, die weniger wichtig für
Deutſchlands Handel und Induſtrie ſeien, denn der Ge=
ſamthandel
Oeſterreich=Ungarns in der Ausfuhr nach faſt
allen europäiſchen Ländern und Nordamerika zuſammen
ſei noch nicht ſo groß, wie der Verkehr nach Deutſchland
und umgekehrt. Ebenſo ſei die Einfuhr Oeſterreich= Un=
garns
aus Deutſchland größer, als die Geſamteinfuhr aus
allen europäiſchen Ländern zuſammen. Man dürfe des=
halb
nicht unvorbereitet an die Erneuerung des Handels=
vertrages
mit Oeſterreich=Ungarn herangehen, zumal es
unter einem Syſtem der blinden Meiſtbegünſtigung meiſt
hwieriger iſt als vorderm, für beide Teile günſtige Ver=
räge
abzuſchließen und beſtehende Gegenſätze zu beſei=
tigen
.
Unſere Beziehungen zu Oeſterreich=Ungarn ſeien enger
als mit anderen Staaten, deshalb müſſen wir auch ver=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Nummer 95.

ſuchen, trotz des Frankfurter Friedens zollpolitiſche Aus=
nahmen
zu ſchaffen. Das Syſtem der Meiſtbegünſtigung
habe ſich hinſichtlich des Handelsverkehrs mit Oeſterreich=
Ungarn überlebt. Schon früher ſei der Gedanke aufge=
taucht
, einen Zollverband mit Oeſterreich=Ungarn zu ſchlie=
ßen
. Wenn er ſich auch vorläufig noch nicht durchführen
laſſen dürfte, ſo müſſe man doch den Gedanken auszufüh=
ren
ſuchen, die Beziehungen zwiſchen Deutſchland und
Oeſterreich=Ungarn enger zu geſtalten; Beſtrebungen, die
auch im Kreiſe der Regierungen anerkannt würden. Ein
neuer Handelsvertrag mit Oeſterreich=Ungarn ſei ſo ab=
zuſchließen
, daß gewiſſe Zollſätze, die jetzt infolge des
Meiſtbegünſtigungsſyſtems beſtänden, aber für den Han=
delsverkehr
mit Oeſterreich=Ungarn weder auf der einen,
noch auf der anderen Seite irgend welche Berechtigung
hätten, richtiger feſtgeſetzt würden. Auch die Auslegung
des Zolltarifes ſchädige den Handelsverkehr. Allen dieſen,
eine Verſchärfung der Gegenſätze herbeiführenden Hinder=
niſſen
entgegenzuarbeiten, ſei die Aufgabe des Verban=
des
, der außerdem auch für den Einzelnen durch prak=
tiſche
Arbeiten Nutzen zu bringen ſucht. Dr. Paaſche gab
der Anſicht Ausdruck, daß durch die doppelſtaatlichen Ver=
bände
eine Spezialiſierung der Arbeiten erfolge, die
für Deutſchlands Machtſtellung nur von Nutzen iſt. In
längerer Rede empfahl der Präſident der Magdeburger
Handelskammer Geh. Rat Zuckſchwert, die Arbeiten des
Verbandes zu unterſtützen.

Luftfahrt.

Der Flug Hirths.
* Frankfurt a. M., 4. April. Der Flieger Hirth,
der heute früh 5 Uhr 28 Min. auf einem Albatros= Doppel=
decker
von Gotha abgeflogen war, iſt gegen 7.40 Uhr
auf dem hieſigen Flugplatz gelandet und nach Ein=
nahme
von Benzin um 8 Uhr 11 Min. nach Dijon ( Frank=
reich
) weitergeflogen, um an dem Sternflug nach
Monaco teilzunehmen. Sein Begleiter iſt Schlieter.
* Marſeille, 4. April. Der Flieger Hirth iſt,
von Dijon kommend, um 4 Uhr 5 Minuten hier einge=
troffen
und trotz heftigen Windes glücklich gelandet.
* Marſeille, 4. April. Der Flieger Hirth und
ſein Paſſagier gerieten zwiſchen Gotha und Frank=
furt
in einen Schneeſturm und hatten von Frank=
furt
an bis Dijon Gegenwind. Nach einſtündigem Auf=
enthalt
in Dijon ſtiegen ſie trotz dichten Nebels wieder
auf. Im Rhonetal gerieten ſie in einen ſtarken Oſtwind
bis Marſeille. Die beiden Flieger beabſichtigen morgen in
der Frühe nach Monaco weiter zu fliegen. Das Meer iſt
heute ruhiger geworden. Hirth hat den Flieger Brinde=
jonc
um 1 Stunde 3 Minuten geſchlagen.
* Hamburg, 4. April. Die Polizei verbot
die für die Oſterfeiertage geplanten Schauflüge =
gouds
, weil ein enormer Flurſchaden zu erwarten ſei.

Aus Korfu.

* Korfu, 4. April. Der Kaiſer wohnte heute vor=
mittag
einem Vortrag des Profeſſors Doerpfeld
im Muſeum zu Korfu bei, zu dem auch die Offiziere der
deutſchen Schiffe erſchienen waren. Mittags beſichtigte
der Kaiſer mit dem König von Griechenland das aus
dem letzten Balkankriege bekannte griechiſche Schlachtſchiff
Aweroff Um 1 Uhr war Frühſtückstafel an Bord des
Goeben an der der Kaiſer und der König von Grie=
chenland
teilnahmen. Der Kaiſer hat an die Offiziere
des Aweroff Ordensauszeichnungen verliehen.
* Korfu, 4. April. Die Kaiſerjacht Hohenzollern
mit der Kaiſerin und deren Gefolge an Bord iſt gegen
3 Uhr nachmittags unter Salut und Parade der Mann=
ſchaften
der deutſchen und griechiſchen Schiffe auf der
hieſigen Reede eingelaufen. Nachdem die
Hohenzollern feſtgemacht hatte, ging der Kaiſer und
gleich darauf auch der König von Griechenland von dem
Goeben an Bord der Hohenzollern ſpäter folgte die
griechiſche Königin mit Familie vom Lande aus. Als um
3.20 Uhr alle Herrſchaften an Land kamen, wurde die
Kaiſerin am Landungsplatze von den Spitzen der Be=
hörden
empfangen. Das Publikum bereitete den Maje=
ſtäten
einen herzlichen Empfang. Der Kaiſer und die
Kaiſerin nahmen den Tee bei der griechiſchen Königs=
familie
im Stadtſchloſſe ein und begaben ſich dann nach
dem Achilleion.

Zur Homerulefrage.

* London, 4. April. Die Unioniſten veran=
ſtalteten
heute nachmittag im Hydepark eine rieſ ige
Kundgebung, um gegen die Einverleibung Ulſters
in die Homerule zu proteſtieren. 229 Abteilungen, in
denen 76 Wahlkreiſe vertreten waren, marſchierten mit
Muſik und Fahnen nach dem Park.
* London, 4. April. Asquith hielt heute in
Ladybank eine mit großer Begeiſterung aufgenommene
Wahlrede, in der er ſagte, in den letzten Wochen ſei
ein albernes Märchen in Umlauf geſetzt worden, demzu=
folge
die Regierung den Augenblick, wo ſie die Vorſchläge
zu einer Verſtändigung in der Homeruleſtreitfrage
gemacht, dazu auserwählt habe, um ein Komplott zu
der Herausforderung Ulſters einzuleiten. Es
ſei auch die Vermutung ausgeſprochen worden, daß er das
Kriegsminiſterium übernommen habe, um nicht im Parla=
ment
mit der Oppoſition die Waffen kreuzen zu müſſen.
Ferner ſeien ſeine geſtrigen Reden als herausfordernd
bezeichnet worden; dies beſtreite er aber. Asquith
wandte ſich darauf zur Armeefrage. Er zolle dem Eifer
und der Ergebenheit der Armee und Flotte wärmſte An=
erkennung
. Er ſei überzeugt, daß man darauf rechnen
könne, daß ſie vom Höchſten bis zum Unterſten ihre Pflich=
ten
erfüllen würden. Die Armee ſolle kein politiſches
Werkzeug werden. Er habe keine Stimme bei der Geſtal=
tung
der engliſchen Politik, aber der Formung der Geſetze.
Die Armee werde nichts Politiſches von ihm hören, und
er erwarte, auch von der Armee nichts Politiſches zu
hören. Die Verantwortung für die Erhaltung der Ruhe
und des Friedens liegt bei den Behörden und der Polizei.
Es komme nur in den allerdringendſten Notfällen vor,
daß die Armee von der Zivilgewalt angerufen würde.
Wenn aber ein ſolcher Fall eintritt, ſei es Pflicht jedes
Soldaten und jedes Bürgers, der Aufforderung der bür=
gerlichen
Gewalt nachzukommen. Die gegenwärtige Po=
litik
der Unioniſten trifft die Diſziplin der Armee im
Innerſten. Dies führt zur Anarchie. Asquith kommt dann
auf die Homerulefrage zu ſprechen und gibt der Hoffnung
Ausdruck, daß man zu einem Abkommen gelange; das
liege im Intereſſe des Landes und der beiden Parteien. Er
wolle den Frieden, aber nur einen ehrenvollen Frieden.
Zum Schluß richtet Asquith einen Appell an die Arbeiter=
partei
, die Kraft des Fortſchrittes nicht zu zerſplittern.

Vom Balkan.

* Wien, 4. April. Die Albaniſche Korreſpondenz
meldet aus Durazzo: Die Nachrichten aus Epirus
haben hier große Erregung hervorgerufen, da die grie=
chiſchen
Banden einen regelrechten Vernichtungskrieg gegen
das albaneſiſche Regiment in Epirus führen ſollen. Der
Miniſterrat war geſtern den ganzen Tag verſammelt. Der
Kommandant der Gendarmerie, General de Veer, iſt hier
eingetroffen. Oberſt Thomſon iſt gegenwärtig bettlägerig
krank.
* Belgrad, 4. April. Nach amtlicher Darſtellung
entſpricht die Meldung von einer Mißhandlung des
engliſchen Konſuls in Monaſtir nicht den
Tatſachen. Der Konſul erbrach vielmehr die von der
Monopolverwaltung durchaus geſetzmäßig an einem
Kaufmannsladen angebrachten Siegel und erklärte den be=
treffenden
Kaufmann, der Serbe und nicht, wie es hieß,
Engländer iſt, als unter engliſchem Schutze ſtehend, an=
geblich
weil die Ware in dem Laden einem engliſchen
Fabrikanten gehöre. Die ſerbiſche Regierung proteſtierte
ſofort bei der engliſchen Regierung. Es ſind diplomatiſche
Verhandlungen im Zuge, die eine gütliche Beilegung er=
warten
laſſen.
Koritza in den Händen der Epiroten.
* Athen, 4. April. Koritza iſt in die Hände der
Epiroten gefallen. Der Kampf gegen die Stadt begann
am Mittwoch um Mitternacht. Donnerstag mittag wurde
Koritza nach heftigem Kampfe von den Auſſtändiſchen ein=
genommen
. Wie verlautet, ſind die Verluſte auf beiden
Seiten beträchtlich. Ein holländiſcher Offizier wurde ver=
wundet
. Auch die albaneſiſchen Ortſchaften Verliani und
Tſchipana haben ſich ergeben. Der albaniſche Major Emin
Reſchid verſuchte mit Gendarmen und anderen Irregu=
lären
Hotchiſta anzugreifen, wurde aber geſchlagen und
mit den Gendarmen gefangen.
* Durazzo, 4. April. Nach den ernſten Nachrichten
aus Koritza berief der Fürſt geſtern abend einen Mi=
niſterrat
ein, in dem er ſeine Abſicht äußerte, an die
Spitze der Truppen abzureiſen. Nach einer ſehr langen
Beratung entſchied ſich der Miniſterrat für die allge=
meine
Mobilmachung. Der holländiſche Befehls=
haber
meldet Schandtaten griechiſcher Offiziere. Der hol=
ländiſche
Befehlshaber in Koritza hat Beweiſe in der
Hand, daß die Bewegung in Epirus von dem griechiſchen
Metropoliten und griechiſchen Offizieren unterſtützt wird.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Berlin, 4. April. Die Norddeutſche Allgemeine Ztg.
bezeichnet die Behauptung der Preſſe, die Regierung hätte
ihre grundſätzlich ablehnende Stellung gegen die Er=
weiterungsanträge
des Reichstages zur
Beſoldungs novelle zu ſpät ausgedrückt, als den
Tatſachen widerſprechend. Die Vertreter der Regierung
hatten ſchon bei den Vorbeſprechungen mit den Vertretern
der Parteien von vornherein keinen Zweifel darüber ge=
laſſen
, daß der Bundesrat den Anregungen auf Aenderun=
gen
der Beſoldungsnovelle von weſentlicher Bedeutung,
insbeſondere der Berückſichtigung von den in der Novelle
nicht bedachten Beamtenklaſſen gegenwärtig nicht zuſtim=
men
könne, und daß das Zuſtandekommen des Geſetzes
von dem Verzicht auf die weitergehenden Wünſche ab=
hängig
ſei.
* Berlin, 4. April. Die Novelle zum Kali=
geſetz
wurde der Norddeutſchen Allgemeinen Zeitung
zufolge vom Bundesrat den Ausſchüſſen überwieſen und
dort in erſter Leſung beraten, wobei ſie mehrfach geändert
wurde. Die zweite Leſung iſt nach Oſtern in Ausſicht
genommen, Danach ſoll der Entwurf dem Reichstag zu=
gehen
, der ihn vorausſichtlich nach ſeinem Wiederzuſam=
mentritt
vorfindet. Gegenüber den Anfragen der Preſſe
ſtellt die Norddeutſche Allgemeine Zeitung feſt, daß die
Veröffentlichung des Entwurfs in einer Berliner Zeitung
nur durch eine bedauerliche Indiskretion möglich geweſen
ſei, deren Urheberſchaft bisher noch nicht ermittelt ſei.
* Berlin, 4. April. Die Norddeutſche Allgemeine Ztg.
ſchreibt: Dem Vernehmen nach iſt für den von der Budget=
krmmiſſion
des Reichstages bewilligten neuen Poſten
eines vortragenden Rates in der politiſchen Abteilung des
Auswärtigen Amtes im Falle der endgültigen Geneh=
migung
dieſes Poſtens der Botſchaftsrat v. Radowitz
in Paris in Ausſicht genommen, an deſſen Stelle Leg.=Ra
Prinz zu Hatzfeld treten wird.
* Paris, 4. April. Der Miniſterrat beauftragte
in einer außerordentlichen Sitzung den Juſtizminiſter
den Grad der Verantwortlichkeiten der Ge=
richtsperſonen
in der Rochette= Angelegen=
heit
nachzuprüfen. Der Rücktritt des Generalſtaats=
anwalts
Fabre iſt ins Auge gefaßt.
* Paris, 4. April. Eine Anzahl Senatoren verſchie=
dener
republikaniſcher Parteien legte in einem Zuſatz=
antrag
zum Finanzgeſetz allgemeine Wünſche
von Handel und Induſtrie nieder, welche die
Erſetzung der Einkommenſteuer dur eine Zuſchlags=
taxe
zu den vier gegenwärtig beſtehenden Steuern be=
zwecken
. Die Taxe würde nur das Vermögen über 30000
Francs treffen. Die Antragſteller glauben, daß die Zu=
ſchlagstaxe
ohne inquiſitoriſche Maßnahmen ungefähr 100
Millionen liefern würde, alſo 30 Millionen Francs mehr,
als die im Finanzgeſetz einbegriffene Steuer.
* Paris, 4. April. Der Unterſuchungsrichter vernahm
heute Giraudieau, einen Redakteur des Figaro. Die=
ſer
ſagte aus, daß er, während ſeine Freunde Calmette
ihre Pflege angedeihen ließen, zu Frau Caillaux geſagt
habe: Was Sie getan haben, iſt ſchauderhaft. Darauf
habe Frau Caillaux geantwortet: Das war das einzige
Mittel, um ein Ende zu machen. Giraudieau fügte hinzu,
daß Calmette niemals die Abſicht gehabt habe, Privat=
briefe
zu veröffentlichen.
* Madrid, 4. April. Amtlich wird aus Ceuta ge=
meldet
: Eine ſpaniſche Abteilung griff in Rionegro
zahlreiche feindliche Gruppen an. Infolge von Verſtär=
kungen
ſchlugen die Spanier den Feind in die Fluchk.
Auf ſpaniſcher Seite wurden fünf Mann getötet und
neun verwundet.
* Petersburg, 4. April. Die Dumakommiſſion
für Krieg und Marine nahm den von der Regierung unter=
breiteten
geheimen Geſetzentwurf über die na=
tionale
Verteidigung ohne Abſtriche an.
* Petersburg, 4. April. Auf dem Platz vor dem
Winterpalais nahm der Kaiſer heute im Beiſein des
Prinzen von Rumänien und des Prinzen Carol die Pa=
rade
über die Rekruten der Garniſon Petersburg und
Umgebung ab. Von den Fenſtern des Palais aus ſahen
die Kaiſerin=Mutter, die Prinzeſſin von Rumänien und
alle Großfürſtinnen der Parade zu. Nach der Parade be=
gaben
ſich der Kaiſer, die Kaiſerin=Witwe, die rumäniſchen
Gäſte und die übrigen Fürſtlichkeiten in das Palais
Anitchkow zum Frühſtück.

* Riga, 4. April. In der Fabrik von Prowodnil
treiken 2000 Arbeiter, außer 4000 der geſchloſſe=
nen
Galoſchenabteilung. In der Maſchinenbaufabrik von
Richard Pole ſtreiken 300 Arbeiter, in der Rigaer Draht=
fabrik
400.
* Paſadena (Kalifornien), 4. April. Der größte ame=
rikaniſche
Holzhändler Weyerhäuſer, geboren in
Nieder=Saulheim (Heſſen), iſt geſtorben. Weyer=
häuſer
wird nach Rockefeller als der reichſte Mann ge=
ſchätzt
.
* Juarez, 3. April. General Villa berichtet aus
Torreon, die Rebellen kämpften mit der Nachhut der
fliehenden Bundestruppen bei San Pedro. Hundert
Mann der Bundestruppen ſeien gefallen und 123 gefangen
genommen worden.
Kaſſel, 4. April. Mit dem geladenen Jagdgewehr
des Vaters ſpielend erſchoß der 6 Jahre alte Sohn des
Jagdpächters Schwarz in Friedrichsaue ſeine 15 jäh=
rige
Schweſter.
Hildesheim, 4. April. Die Strafkammer ver=
urteilte
den Legationsſekretär a. D. Dr. Floeckher wegen
Zweikampfes zu drei Monaten Feſtungshaft,
Sein Duellgegner, der Gutspächter Koehne erhielt vom
Kriegsgericht die gleiche Strafe.

Der Kaiſerbrief an die Landgräfin von Heſſen.

* Berlin, 4. April. Die Norddeutſche Allgemeine Zei=
tung
ſchreibt: Die Angelegenheit des Briefes Sr. Majes
ſtät des Kaiſers an die Landgräfin von
Heſſen bei deren Uebertritt zum Katholizismus iſt jetzt
aufgeklärt. Wir ſind ermächtigt, folgendes mitzu=
teilen
: Vom Kardinal Kopp dem die Frau Landgräfin
den Brief ſeinerzeit überlaſſen hatte, war Vorſorge dafür
getroffen, daß der Brief unmittelbar nach ſeinem Tode
durch Vermittlung des Biſchofs von Fulda der Frau Land=
gräfin
wieder zugeſtellt werde. Dies iſt jetzt geſchehen.
Die entſtandene Verzögerung erklärt ſich daraus, daß der
Biſchof von Fulda auf einer Romreiſe abweſend war. Der
Brief ſtellt ſich lediglich als eine Kundgebung des Ober=
hauptes
des Hohenzollerſchen Hauſes an eine dieſem Hauſe
entſproſſene Fürſtin dar, alſo als eine Familienangelegen=
heit
, die für die Oeffentlichkeit weder beſtimmt war, noch
beſtimmt iſt. Gegenüber den falſchen Mitteilungen, die
über den Inhalt des Brieſes verbreitet worden ſind, ſei
feſtgeſtellt, daß der Brief keinerlei Ausſpruch irgend=
welcher
Art über den katholiſchen Glauben, die
katholiſche Kirche oder die Katholiken und die Stellung
des Kaiſers zu ihnen enthält. Alle gegenteiligen, in der
Preſſe verbreiteten Angaben, ſind aus der Luft ge=
griffen
. Ihre Urheber trifft der ſchwere Vorwurf, eine
Privatangelegenheit unter gröbſter Entſtellung
des Sachverhalts an die Oeffentlichkeit gezerrt, da=
mit
den konfeſſionellen Frieden gefährdet und Seiner
Majeſtät dem Kaiſer leichtfertig eine ihm fremde, feind=
ſelige
Mißachtung des Katholizismus angedichtet zu haben.

Der Doppelmord am Teufelsſee.

Berlin, 4. April. Unter dem ſchweren Verdacht,
den Doppelmord am Teufelsſee verübt zu
haben, iſt der 39 Jahre alte Lackierer und Anſtreicher Albert
Bock aus Potsdam in Unterſuchungshaft ge=
nommen
worden. Bock leugnet die Tat, doch liegen ſo
ſchwere Indizien gegen ihn vor, daß der Unterſuchungs=
richter
ſich veranlaßt ſah, den Haftbefehl gegen ihn auszu=
ſtellen
. Heute mittag wurde er vom Unterſuchungsrichter
vernommen. Dabei gab er=zu, am Mordtage am Teufels=
ſee
geweſen zu ſein, was er bisher ſtets in Abrede geſtellt
hatte. Er fügte hinzu, daß er aber unmöglich der Mörder
ſein könne, da er ſich an dem Tage in Begleitung ſeines
Sohnes befunden habe. Nun wurde der Sohn geholt und
ebenfalls vernommen. Der Knabe beſtätigte die Angaben
ſeines Vaters und erſt, als der Unterſuchungsrichter weiter
in ihn drang, gab der Junge zu, daß er ſeinen Vater erſt=
am
Tage nach dem Morde nach dem Teufelsſee begleitet
habe, alſo am Samstag, während der Mord am Frei=
tag
verübt wurde. Der Junge entſinnt ſich deſſen genau,
da er natürlich auch von dem Morde gehört hatte. Eine
Verwechſelung iſt deshalb nicht möglich. Weiter kommt
hinzu, daß Bock verſchiedentlich unſittliche Attentate auf
Frauen in der Nähe des Teufelsſees verübt hat.

Der Fall Berliner.

* Petersburg, 4. April. Aus zuverläſſiger Quelle ver=
lautet
, daß in den erſten Tagen der nächſten Woche die ge=
richtliche
Unterſuchung gegen den Luftſchiffer
Berliner abgeſchloſſen und entſchieden werden
wird ob Anklage wegen Spionage oder nur wegen Ueber=
fliegens
der Grenze erhoben werden ſoll.

Rheinisches
Technikum Bingen

Maschinenbau, Sloktrotschnit,
Automobllbau, Brückenbau.
Direktion Professor Hoepke.

Straussfedern-Engroshaus
Rudolf Wolff

6956a)

Bismarckstr. 55
Prima Straußfedern
Paradies-Reiher
Kronen-Reiher
Stangen-Reiher
in nicht zu übertreffender Auswahl.
Einzelverkauf zu Engrospreisen.

laviere aller Art
Preislagen 80, 100, 150, 200, 3003000 Mk.
in unerreichter Auswahl (4481a
4arl Arnold ney
ECKE Erbacherstr. (Schwimmbad).
Grösstes Spezialhaus in Hessen.

[ ][  ][ ]

Nummer 95.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Seite 7.

Installation
elektr. Anlagen
Beleuchtungskörper
Karl Hartmann
Ingenieur
DARMSTADT
Elisabethenstrasse 23
Fernsprecher 442

(5766a
Trauer-Hüte
Trauer-Crêpe
Trauer-Grenadine
Trauer-Schleier
empfiehlt in bekannt grösster Auswahl
Adolf Geiger
Ecke Ludwigstrasse und Ludwigsplatz.


e

Ausführung
elekt. Anlagen
jeder Art.
Beleuchtungskörper
Koch- und Heiz-
Apparate.
L. Lange
Elektrot. Institut, Gr. Hofliefer.
DARMSTADT
Schulstr. 6. Telephon 399.
(6203a)

Akademie für Sozial- und Han-
delswissenschaften

Beginn des Sommersemesters
Frankfurt a. M. 23. April.
Das Vorleſungsverzeichnis, ſowie die Prüfungs=

ordnungen für die kaufmänniſche Diplom=, die Handelslehrer=
und die Verſicherungsverſtändigen=Prüfung werden unentgelt=
lich
von der Quäſtur zugeſandt.
Die Eröffnung der Univerſität Frankfurt a. M.
findet im Oktober ſtatt. Die Handelshochſchul=Einrichtungen
bleiben unverändert beſtehen.
(I,5470

Deunpfernnchihten.

Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem Ver=
treter
: Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Amerika, von Neu=York kommend,
1 Uhr morgens Lizard paſſiert. Batavia 2. April
3 Uhr 30 Min. nachm. in Baltimore. Imperator nach
Neu=York, 2. April 2 Uhr 45 Min. nachm. Cuxhaven
paſſiert Meltonian 2. April nachm. in Port Arthur.
Weſtindien=Mexiko: Dania nach Havanna und Mexiko,
2. April 7 Uhr abends von Cadiz. Steigerwald‟
1. April in Veracruz. Weſterwald 1. April von Vera=
cruz
. Ypiranga nach Havanna und Mexiko, 2. April
7 Uhr abends in Santander. Südamerika, Weſtküſte
Amerikas: Blücher, von dem La Plata kommend,
2. April 7 Uhr abends von Teneriffa. Etruria von
Braſilien kommend, 2. April 5 Uhr 50 Min. nachm.
Dungeneß paſſiert. Granada 2. April von Buenos
Aires über Montevideo nach Hamburg. König Wil=
helm
II. 2. April 10 Uhr morgens von Buenos Aires,
heimkehrend. Navarra nach dem La Plata, 2. April
7 Uhr 30 Min. abends Dover paſſiert. Palatia
1. April 5 Uhr nachm. von Rio de Janeiro, heimkehrend.
Phönicia‟ 1. April 10 Uhr abends von Rio de Janeiro,
heimkehrend. Pontos, von der Weſtküſte Amerikas
kommend, 1. April von Montevideo über St. Vincent
und Las Palmas nach Hamburg. Oſtaſien: Württem=
berg
1. April nachm. Perim paſſiert, ausgehend.
Verſchiedene Fahrten: Lome nach Weſtafrika, 1. April
von Las Palmas. Vergnügungsdampfer Meteor,
dritte Mittelmeerfahrt, 2. April 8 Uhr 30 Min. abends
von Malta. Nordmark nach Indien, 2. April von
Port Said.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt Bleichſtr. 53.
Rotterdam 29. März 5 Uhr nachm. in Rotterdam ein=
getroffen
. Nieuw. Amſterdam 31. März vorm. von
Neu=York abgegangen mit 160 Kajüts= und 450 Paſſa=
gieren
3. Klaſſe. Noordam 1. April vorm. in Neu=
York angekommen. Ryndam 29. März 8 Uhr 30 Min.
Lizard paſſiert. Potsdam 24. März vorm. von Neu=
York abgegangen mit 60 Kajüts= und 650 Palſag. 3. Kl.

Dankſagung.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem ſchweren Verluſte bei dem Hinſcheiden
unſerer teuren, unvergeßlichen Tochter, Schweſter,
(6058
Schwägerin, Tante und Nichte

Sophie

ſagen wir Allen unſeren tiefgefühlteſten Dank.
Insbeſondere danken wir dem Herrn Kirchenrat
Widmann für ſeine troſtreiche Grabrede und ihren
Altersgenoſſen für die erwieſene letzte Ehre am
Grabe ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden.
Wir bitten, der teuren Entſchlafenen ein treues
Andenken bewahren zu wollen.
Familie Martin Quari.

Darmſtadt, Hannover, den 4. April 1914.

Für die wohltuenden Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
bei dem Heimgang meines innigſtgeliebten
Gatten, unſeres lieben, treuſorgenden Vaters
Herrn
Hermann Enderes
Kanzleidiener
ſagen wir auf dieſem Wege Allen unſeren innig=
ſten
Dank.
(B9029
Frau Katharina Enderes
und Kinder.
Darmſtadt, den 4. April 1914.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Im Bereiche des nach Nordoſten langſam vorrückenden
Hochdruckgebietes hatten wir Freitag bei nördlichen
Winden und bei wechſelnder Bewölkung trockenes Wetter
mit Gewittererſcheinungen. Der hohe Druck hat ſich über
ganz Deutſchland ausgedehnt; wir dürften daher heute
mit noch meiſt heiterem, trockenem Wetter zu rechnen
haben.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, den 5. April:
Vorwiegend heiter und trocken, Winde aus weſtlichen
Richtungen.

Tageskalender.
Sonntag, 5. April.

Feier des 25jährigen Beſtehens der Hauswirtſchaftlichen
Fortbildungsſchule um 3 Uhr im Schulhaus Runde=
turmſtraße
. Daſelbſt Ausſtellung von Schülerinnen=
Arbeiten von 35 Uhr.
Jugendweihe der Freireligiöſen Gemeinde um
5 Uhr in der Freimaurerloge (Sandſtraße).
Vortragsabend von Irene Trieſch um 8 Uhe im
Mathildenhöhſaal (Freie liter.=künſtl. Geſellſchaft).
Bibliſcher Vortrag um 5 Uhr im Reſtaurant
Kaiſerſaal
Generalverſammlung der Konſum= Spar=
und Produktionsgenoſſenſchaft um 3 Uhr im Gewerk=
ſchaftshaus
.
Ausflug des Deutſchen und öſterr. Alpenvereins nach
Michelſtadt (Abfahrt 8.09 Uhr).

Verſteigerungskalender.
Montag, 6. April.

Uhren= und Goldwaren=Verſteigerung um
10 Uhr Grafenſtraße 25.
Altmaterial=Verſteigerung um 11 Uhr im
ſtädtiſchen Gaswerk.
Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr in der Infan=
teriekaſerne
.
Stammholz= und Nutzſcheiter= Verſteige=
rung
um 8½ Uhr im Reſtaurant Zum Heiligen
Kreuz.
Brennholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im Rat=
haus
zu Roßdorf.

Duck und Berlagt z. e. Bilichſiſe Soſtuchunſtel.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Carl Jriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

Worbigarkastet

Fernruf 2200

Eine sehenswerte Ausstellung
bieten zurzeit meine Schaufenster in neuesten
Herrengarderoben. Original-engl. Anzüge, Pale-
tots
u. Covercoats, sowie allerbestes deutsches
Fabrikat. Selbst nach Maß kann in den ton-
angebendsten
Großstädten in dieser Branche
Schöneres und Besseres nicht geboten werden.

Fernruf 2200

Meine Herrengarderoben sind Meisterwerke der Nadelkunst!

lch liefere für jede
Geschmacksrichtung!

Woser Aastatn
Hoflieferant Ernst-Ludwigsplatz 1

Auf Wunsch nach Mass
ohne Preisaufschlag!

Einziges Spezialgeschäft erstklassiger Herrengarderobe am Platze.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

95.

Adam Karn, Darmstadt, Bleichstrasse 51
Ausstellungshaus für einfach bürgerliche, sowie vornehme
Braut- und Wohnungs-Einrichtungen
für jeden Geschmack, in allen Holz- und Stilarten, sowie Preislagen.
(9061

Schlafzimmer Luise
hell oder dunkel Nußb. imit.,
1 zweitür. Kleiderschrank, 2 Bett-
stellen
, 1 Waschkommode mit imit.
Platte, 2 Nachtschränke, 1 Toilette
mit Fac.-Glas, 2 Stühlé, 1 Hand-
tuchständer

Bar-Preis
Ziel-Preis
215.00 236.50

Schlafzimmer Herta
hell oder dunkel poliert,
1 zweitür. Spiegelschrank, 2 Bett-
stellen
, 1 Waschkömmode mit mod.
Marmor, 1 Toilette, 2 Nachtschränke
mit Marmor, 1 Handtuchständer,
2 Stühle
Bar-Preis
Ziel-Preis

295.00 324.50

Schlafzimmer Else
hell eichen geb., innen eiche,
1 zweitür. Spiegelschrank, 2 Bett-
stellen
, 1 Waschkommode m. hoh.
Marmor, 1 Toilette m. geschl. Glas,
2 Nachtschränke m. Marm., 2 Stühle,
1 Handtuchständer
Ziel-Preis
Bar-Preis

350.00 365.00

Schlafzimmer Bertha
hell eichen geb., innen eiche,
großer 3türig. Spiegelschrank (½
Wäsche), 2 Bettstellen, 2 Nacht:
schränke m. Marm., 1 Waschkomm.
m. hoh. Marm., 1 Toilette m. geschl.
Glas, 2 Stühle, 1 Handtuchständer
Bar-Preis
Ziel-Preis
475.00 522.50

Große Auswahl besserer Schlafzimmer in Mahagoni, Kirschbaum, Birnbaum, Birken billigst.

Wohnzimmer
1 Vertikow mit Aufsatz u. Spiegel,
1 Sofatisch (nu0b.), 1 Diwan mit
Taschenbezug, 4 Rohrstühle, 1
Bauerntisch, 2 Bilder
Bar-Preis
Ziel-Preis

155.00

170.50

Wohnzimmer Nußb.
1 Büfett (fein pol.) mit Verglasung,
1 Ausziehtisch, 1 Plüsch-Diwan,
4 moderne Rohrstühle, 1 Spiegel,
1 Serviertisch

Bar-Preis
298.00

Ziel-Preis
327.80

Speisezimmer Eiche
Büfett mit Kristallverglas. 1 Kre-
denz
, 1 Ausziehtisch mit Stegver-
bindung
, 4 eleg. Rohrlehnstühle,
1 Diwan mit mod. Bezug
Ziel-Preis
Bar-Preis
450.00 495.00

Eiehe

Speisezimmer gebeizt
Büfett m. reich. Schnitzerei u. Kri-
Stallvergl., 1 Kredenz m. Schnitzerei,
1 Ausziehtisch, 4 Lederstühle, 1
Diwan mit mod. Bezug
Ziel-Preis
Bar-Preis

575.00 632.50

Speisezimmer, extra schweres süddeutsches Fabrikat, in allen Farben gebeizt, neueste Modelle.

Herrenzimmer
1 Bücherschrank mit Verglasung,
1 Schreibtisch, 1 Schreibsessel,
2 Rohrstühle, 1 Rauchtisch
Ziel-Preis
Bar-Preis

179.00

196.90

mumb.
Herrenzimmer poliert
1 Bücherschrank m. Messingvergl.,
1 Diplom.-Schreibtisch, 1 Schreib-
sessel
, 2 Rohrstühle, 1 Ottomane,
1 Büchergestell
Ziel-Preis
Bar-Preis

269.00 295.90

eichen
Herrenzimmer
gebeizt
1 Bücherschrank m. Kristallvergl.,
1 Diplom.-Schreibtisch, 1 Schreib-
sessel
1 Ottomane mit Decke,
2 Stühle, 1 Rauchtisch

Bar-Preis
325.00

Ziel-Preis
357.50

eichen
Herrenzimmer gebeizt
1 Bücherschrank mit Kristallvergl.,
1 Diplom.-Schreibtisch mit engl.
Zügen, 1 Ledersessel 2 Leder-
stühle
, 1 Ottomane m. Plüschdecke
Ziel-Preis
Bar-Preis

425.00 467.50

Herrenzimmer, prachtvolle aparte Modelle, aus erstkl. Werkstätten in Eiche, Farbe nach Wahl.

= Küche Elfriede
1 Küchenschrank mit Verglasung,
1 Küchentisch, 2 Küchenstühle
Farbe nach Wahl

Bar-Preis
65.00

Ziel-Preis
27150

Küche Margarethe
grau oder Pitsch-pin lackiert,
1 Büfett mit Messingverglasung,
1 Anrichte mit Aufsatz, 1 Tisch,
2 Stühle
Bar-Preis
Ziel-Preis

98.00

107.80

Küche Lotte

moderne Form, fein lackiert,
1 Büfett mit Messingverglasung,
1 Anrichte mit Aufsatz u. Verglas.,
1 Tisch, 2 Stühle, 1 Ablaufbrett
Ziel-Preis
Bar-Preis

120.00

132.00

Küche Emilie

Pitsch-pine mit mod. Verglas.,
1 Büfett mit Kacheln, 1 Anrichte
mit Aufsatz u. Schränkchen 1 Tisch
mit Linoleum, 2 Stühle
Ziel-Preis
Bar-Preis

13500

148.50

Iimmmmmmimmmmimiimmm
Immmmmmmmmmmmammmmmmammimmimmhahgieinmihkimmmimanmnmimnmmmminhamnammmmmmmmmammmammmmmmmmammmmmmmmmmmmm

Immmmmm

Mammmmmmmanammmmmaammmim

Durch

Moderne Küchen in allen Macharten, in größter Auswahl und allen Preislagen.
Imnmimimimmhmmmmmammmmmmmmmmmmmmmmmmimmmmmmmmmmmahmmmmmmmahhammmimmmmmmmmammmmiaammmmmmmmmmmmi
hmmmmmmmmmmmmmmmmmnmmmmmmimmmmmmmmmmmmnaimmmmmmmmmmmmmmmmmm
in großer Auswahl zu
Zum UMzUG und zur Komplettierung alle Einzel-Möbel den billigsten Preisen.

ist jede Uebervorteilung ausgeschlossen, da ein jedes Möbelstück
mein Zwel-Preise-Systemt mit zwei Preisauszeichnungen (Kasse- und Ziel-Preis) versehen ist.
niim
Immmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmi mmäanmanammmmmimmmmmmmmammmmmmmmmmmmmmhinmmmmmmmmmahhmhaimn
Besichtigung meiner Ausstellung ohne
Die Mehrberechnung bei Zielinanspruchnahme beträgt nar 10%. L
jede Kaufverpflichtung erbeten.

[ ][  ][ ]

Wir unterhalten ein außerordentlich
reichhaltiges Lager in

Heden Blusen
bei niedrigst gestellten Preisen, wovon neben-
stehende
Abbildungen einen kleinen Beweis
geben. Ebenso reich sortiert sind unsere
Läger in:
Jackenkleider
Paletots
Mäntel
Kostümröcke
Unterröcke
Kinder-Konfektion

Schott. Seidenbluse
sehr schick
14.75

2

Woll-Motsseline
Bluse
eures-Dessin

Modselte
eif
Bluse
geiswet
2.85
2.u58

Farbige
Seidenbluse
aparte Fasson

8.75

Hegante Blis
aus Wol
12.50

[ ][  ][ ]

Dene 1o.

Darmſtädter Tagotatt, Sonmag, den 5. aprit orz.

Nummer 95.

Cokangebeke

in Musterung, Schnitt und Passform sind die Herren-Kleider
der Firma WiLLV SCHWAB, Ludwigsplatz. Preise möglichat
niedrig kalkuliert, um allen Anforderungen gerecht zu werden,
wie folgt:
Herren-Anzüge
entzückende Neuheiten in hochmodernen bläulichen
und grünen Farben, ein- und zweireihig, aparter Schnitt
Preislagen:
82.- 84.- 86.- 40.- 44.- 48. Mark.
Herren-Anzüge
hervorragend in Qualität und Veranbeitung. Karo-
Musterung, die neue Mode

Preislagen:
50.- 54.- 58.- 60.- 65.- 72.-80.-

Mark.

Frühjahrs-Paletots von 24. Mark an
Sport-Paletots . . von 86. Mark an

Neuheiten in Knaben- und Mädchen-Kleidung
zu billigen Preisen!
t ergebenst ein
Zur froi
ing
68

Dletd Schtwac

Ludwigsplatz

Telephon 424.

Höhere Privatſchule Darmſtadt.
Grüner Weg 19. Inh. u. Leiter H. Rupp. Fernſpr. 1512.
Die Anſtalt bereitet in kleinen Gruppen zur Einj.=, Prim.=,
Fähnrichs= und Reifeprüfung, ſowie zum Eintritt in eine höhere
ſtaatl. Anſtalt vor. Beſchränkte Schülerzahl (höchſtens 40 Schüler);
daher durchaus ſorgfältiger, perſönlicher Unterricht. Die Anſtalt er=
zielte
ſtets ſehr gute, überraſchende Erfolge; man verlange Proſp.
u. Prüfungsergebniſſe. Mit der Anſtalt iſt eine von den beſten Kreiſen
vorzüglich empfohlene Familienpenſion verbunden. Anmeldungen
werden täglich von 121 Uhr und von 35 Uhr nachmittags in der
Anſtalt vom Vorſteher oder deſſen Vertreter, Herrn Lehramtsaſſeſſor
Michel entgegengenommen.
(B8043
Der Vorſteher: H. Rupp.

Stenographie und
Maschinen-Schreiben

Martinstr.
Darmstädter Pädagogium, M. Elias,
34
Stantlich konzessionlert und beaufsichtigt. Sexta bis Ober-
prima
aller Schulen. Vorbereitung auf Einjährigen-, Primarolfe-
und Ablturlenton-Prüfung.
(B8232
Wie fast stets, so bestanden auch im Herbst 1913
sämtliche Kandidaten die Abiturienten- Prüfung.
Bisherige 68 Ablturlenten, 60 Primaner, 145 Elnjährige;
Erfolgo: ausserdem bestanden 72 Schüler die Aufnahmo-
prüfung
für andere Klassen.
Anmeldungen: Kiesstraße 95, Telephon 2501.

Hormamisches Istltar.
10klaſſige höhere Mädchenſchule
verbunden mit Sprachſeminar.
Die Anmeldung neuer Schülerinnen für Oſtern 1914 nimmt
wochentäglich zwiſchen 121 Uhr entgegen
die Vorſteherin:
Anne-Marie Tube
Neckarſtraße 5.
3526a)
Junge Dame erteilt Nachhilfe
Unterricht i. Deutſch geſucht. in allen Schulfächern. Offert. unt.

Off. u. E 9 an die Exped. (*9279ge

D 69 an die Exped. (8915sg

Die Nachfrage nach
Damen und Herren, die
perfekt ſind in Steno=
graphie
und Maſchinen=
ſchreiben
, iſt größer als
das Angebot. Nurgründ=
liche
Ausbildung in dieſen
Fächern bietet Ausſicht
auf gut bezahlte Stellen.
Wir legen daher beſond.
Wert auf ſachgemäße
Ausbildung, um beide
Fächer praktiſch ver=
werten
zu können. Der
Stenographie=Unterricht
erfolgt nach dem ver=
breitetſt
. Syſtem Gabels=
berger
; die Erlernung
des Maſchinenſchreibens
nach der einzig daſtehen=
den
Unterwood= Meiſter=
ſchafts
=Meth. (10 Finger=
Blindſchreibmethode) auf
verſchiedenen Maſchinen
durch bewährte Kräfte.
Der Unterricht kann bei
billigſtem Honorar je=
derzeit
begonnen werden.
Jede Auskunft in unſerer
Geſchäftsſt., Mathilden=
platz
8, v. abends 6½ U. ab.
Kaufmännische Steno-
graphen
-Gesellschaft
Gabelsberger (E.v.)
(Darmſtädter
Stenotypiſten=Schule)
Mathildenplatz 8.
6766a

Darmstädter Sprach- u. Handelsschule
Leiter: Emil Held Hieron. Schneider.
Jahreskurse für Mädchen zur Ausbildung für den kaufmännischen Beruf.
Besondere Abteilung zu ermäßigtem Preise.
Nähere Auskunft bereitwilligst mündlich und schriftlich. Sprech-
stunde
täglich zwischen 1212% und 57 Uhr nachmittags. (8311a

biturient des Neuen Gym=
naſiums
erteilt in allen Gym=
naſialfächern
Nachhilfe. Offert. u.
E 2 an die Exped. d. Bl. (*9250
Gesangsunterricht
(Orgeni=Methode)
und Klavierunterricht
erteilt gründlich
Wally Finke-Lehmann
Opernſängerin, ehem.
Mitgl. des hieſ. Hoftheaters,
Alexanderſtr. 10. (7551a
Kleidermachen
lehrt unter billiger Berechnung ge=
wiſſenhaft
u. gründlich nach leicht
faßlicher Methode Thea Schneider,
Eliſabethenſtr. 45, II. Anmeldungen
Samstags.
(8930a
ründl. Klavier- u. Violinunterricht
0 erteilt Georg Göbel, Muſik=
lehrer
, Neckarſtraße 3, Mittelbau,
(6931a
part. (Uinks).
Gründlicher Anterricht im
Stärken und Glanzbügeln.
*9263) Luiſenſtraße 6, 2. Stock.
Massage - Manicure
empf. Th. Krit sch. (II,7856
Börſenplatz 9, III., Frankfurt a. M.
Tabakspfeifen
all. Art u. Preislagen
ſämtliche Erſatzteile
Zigarren 6967a
Zigaretten, Tabake
Etuis, Meerſchaum=
und Bernſteinwaren
Rauchartikel
Spazierſtöcke
Pfeifenspezialist:
Fr. Marguth
Darmſtadt, Schillerplatz 7, Ecke

Viele Aerzte empfehlen die
Heiligenquelle
zu Hildrizhausen
mit gutem Erfolg bei den
Folgen von Schlaganfällen
und Arterienverkalkung.
Durch den Gebrauch hebt
ſich das Allgemeinbefinden
ſowie das meiſt geſchwächte
Gedächtnis und regelt den
Blutumlauf. Es iſt das einzige
Jodwaſſer, was nicht ſalzig
ſchmeckt u. wird wegen ſeines
Jodgehaltes mit Erfolg geg.
Kropfbildung verordnet.
Zu haben in der Haupt=
niederlage

(6246a
C Naumann, Karlſtr. 45, Tel. 8.
Preiſe: 60 Pfg. die Flaſche,
bei 25 Flaſchen 57 Pfg.
Literatur u. Zeugniſſe in der
Hauptniederlage.
Täglich
friſche Trink=Eier 5 Pf.
ab Hof u. durch die Milchwagen
empfiehlt (8718fod
Wilh. Pitthan
Carlshof.

Frauring-Eck

Uhrmacher-
Ad. Kolb, z: meister
neben d. Stadtkirche,
Empfehlenswerte Uhren
u. Goldwaren.

Ochſengaſſe.

Filiale: Marktſtr. 3.

[ ][  ][ ]

Wir bringen den untenſtehenden Aufruf der Deut=
iſchen
Vereinigung vom Roten Kreuz und des
andesausſchuſſes für das Großherzog=
Zum Heſſen zur öffentlichen Kenntnis und machen zu=
gleich
auf die außerordentliche Bedeutung der freiwilli=
gen
Krankenpflege im Kriege aufmerkſam.
Darmſtadt, den 4. April 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Piſtor.

Aufruf an das Deutſche Volk
für eine Rote Kreuz=Sammlung 1914 zugunſten
der freiwilligen Krankenpflege im Kriege.
Zum Schutze des Vaterlandes mußte die Deutſche
Wehrmacht in außergewöhnlichem Maße verſtärkt werden.
Hieraus erwächſt dem Roten Kreuz die vaterländiſche
Pflicht, auch ſeine Kräfte und Mittel für die freiwillige
Krankenpflege im Kriege ſeiner hohen Beſtimmung gemäß
zur Ergänzung des ſtaatlichen Kriegsſanitätsdienſtes zu
vermehren.
Dieſe Vermehrung darf aber nicht aufgeſchoben wer=
den
, denn das Rote Kreuz muß jederzeit für die Aus=
übung
der freiwilligen Krankenpflege bereit ſein. Unge=

ir hchet deit Britnde fülte ehetr r tene=
und zu heilen.
Die Deutſchen Vereinigungen vom Roten Kreuz.
Im Anſchluß hieran ſind die Unterzeichneten unter
dem Protektorate Ihrer Königlichen
Hoheiten des Großherzogs und der Groß=
herzogin
zu einem Landesausſchuß zuſammengetre=
ten
. Sie richten in der ſicheren Hoffnung, daß der vor=
ſtehende
Aufruf auch in unſerer heſſiſchen Heimat volles
Verſtändnis findet, an die geſamte Bevölkerung die herz=
liche
Bitte, zur Verwirklichung des dargelegten Planes
beizutragen, ein jeder nach ſeinen Kräften.
Der Landesausſchuß für das Großherzogtum Heſſen:
Arzt, Beigeordneter, Groß=Umſtadt; Auler II., Louis,
Fabrikant, Landtagsabgeordneter, Bensheim; Avenarius,
Kommerzienrat, Gau=Algesheim; Dr. Bamberger, Geh.
Kommerzienrat, Handelskammerpräſident, Mitglied der
Erſten Kammer, Mainz; Dr. Baur, Profeſſor; von Bech=
told
, Kreisrat, Alzey: Dr. Bender, Juſtizrat; Dr. Ben=
dix
, Domkapitular, Mainz; Beſt, Geheimerat, Provin=
zialdirektor
, Mainz: Böckmann Geh. Regierungsrat,
Kreisrat, Büdingen; Böhm, Fabrikant, Offenbach; Böh=
ringer
, Kommerzienrat, Nieder=Ingelheim: Dr. Dr.=Ing.
Braun, Miniſter der Finanzen; Frau Oberamtsrichter
Breidenbach, Reinheim; v. Brentano di Tremezzo, Geh.
Juſtizrat, Landtagsabgeordneter, Offenbach; Frau Frieda
Bücking, Alsfeld; Dr Buſchmann, Hofrat, Chefredakteur;

ſäumt ſoll daher begonnen werden, den Mehrbedarf an! Cloos, Kommerzienrat, Nidda; Chriſtmann, Pfarrer, Fra=
für
Transport, Aufnahme und Pflege der Verwundeten Oberbürgermeiſter, Offenbach; Eckſtein, Kreisrat, Bens=
Schäden für die Volkskraft aus dem Mangel an rechtzei= konſiſtorialrat. Superintendent; Dr v. Ewald, Staats=
tiger
Kranken= und Verwundetenfürſorge entſtehen kön= miniſter: Ewald, Präſident der Oberrechnungskammer;
nen, haben die Schrecken und Folgen der letzten Balkan= Falk, Gewerberat, Vorſitzender der Handwerkskammer,

männlichem und weiblichem Perſonal, ſowie an Material mersheim; Doerr, Kommerzienrat, Worms; Dr. Dullo,
und Erkrankten zu decken. Welche ſchweren, dauernden hein: Dr. Elz, Ehren=Domkapitular; Euler, Geh. Ober=

kämpfe bewieſen. Mängel in der Kriegsvorbereitung des
Roten Kreuzes ſind im Laufe eines Krieges nicht wieder
gut zu machen; auch die größte Opferwilligkeit des Vol=
kes
kann dann nicht mehr rechtzeitig Hilfe ſchaffen.
Aber eine ſolche Kriegsvorbereitung erfordert außer=
ordentlich
große Mittel; die vorhandenen ſind hierzu
völlig unzureichend. Es iſt daher eine unerläßliche natio=

Mitglied der Erſten Kammer, Mainz; Feiſtmann, Louis,
Fabrikant, Offenbach; Fey, Provinzialdirektor; Dr. Fiſcher,
Geh. Juſtizrat, Lorſch; Fiſcher, C. A., Kommerzienrat,
Bingen; D. Dr. Flöring, Prälat; Friedrich, Oekonomierat,
Landtagsabgeordneter. Groß=Rohrheim; Dr. Gail. Geh.
Kommerzienrat, Mitglied der Erſten Kammer, Gießen;
Frau Geh. Juſtizrat Gebhardt, Gießen; Dr Gläſſing,

nale Pflicht, Geld für die Vorbereitung der Kriegserfor= Oberbürgermeiſter; Göbel, Kommerzienrat; Dr. Göttel=

derniſſe zu ſammeln.
In voller Erkenntnis dieſer Sachlage haben die Ver=
einigungen
vom Roten Kreuz beſchloſſen, ſich ſchon jetzt
an die Opferfreudikeit des deutſchen Volkes zu wenden

mann, Oberbürgermeiſter, Mitglied der Erſten Kammer,
Mainz; Profeſſor Dr. Groedel, Geh. Medizinalrat, Bad
Nauheim; Frau Kommerzienrat Grünewald, Alsfeld; Dr.
Güngerich, Landgerichtspräſident, Gießen; v. Hahn, Geh.

und es zu einer Sammlung für das Rote Kreuz aufzuru= Regierungsrat, Kreisrat, Heppenheim; Frau Geheime
fen. Unſer Kaiſer und unſere Kaiſerin, die Bundes= Regierungsrat von Hahn, Heppenheim: Hahn, Bürger=
fürſten
und Freien Städte unſeres Vaterlandes, die Pro=meiſter, Haßloch; Dr. Hangen. Landgerichtspräſident, Mit=
tektoren
und Protektorinnen der Landes= und Frauen= glied der Erſten Kammer, Mainz; Harth, Kommerzienrat,
vereine vom Roten Kreuz haben dieſen Entſchluß ge= Mainz: Heichelheim, Geh. Kommerzienrat, Handelskam=
billigt
, die Landesregierungen haben ihre Unterſtützung merpräſident, Gießen: Dr. Heinrichs, Kreisrat, Alsfeld;
v. Heſſert. Geh. Oberjuſtizrat, Bankdirektor; Freiherr von
zugeſagt.
Die Sammlung fällt in die Zeit der Jubelfeier des Heyl, Generalmajor à la suite; Freiherr von Heyl, Wirkl.
fünfzigjährigen Beſtehens des Roten Kreuzes, und ihr Geheimerai, Mitglied der Erſten Kammer, Worms; Hin=
kel
, Kommerzienrat. Offenbach; Dr. Höfling, Sanitätsrat,

Beginn iſt feſtgeſetzt auf den denkwürdigen 10. Mai, den
Tag des Frankfurter Friedens.
Wir vertrauen, daß das deutſche Volk, welches die
ſchwere Rüſtung für den Schutz ſeiner höchſten Güter
willig auf ſich genommen hat, nun auch unſere Bitte um
Unterſtützung der Kriegsvorbereitung des Roten Kreuzes
zum Beſten der verwundeten und erkrankten Krieger ver=
ſtehen
wird.
Jede, auch die beſcheidenſte Spende, wird dankbar be=
grüßt
werden und dazu beitragen, in Zeiten ſchwerer
Prüfung die Leiden der Söhne unſeres Volkes, die Leib

Alzey; Hölzinger, Miniſterialrat; v. Hombergk zu Vach,
Miniſter des Innern; Huff. Hauptlehrer; Adelheid. Fürſtin
zu Yſenburg und Büdingen, Büdingen; Wolfgang, Fürſt zu
Yſenburg und Büdingen; v. Kathen, General der Infanterie
und Gouverneur der Feſtung Mainz: Dr. Kayſer, Geh.
Regierungsrat, Kreisrat, Worms: Frau Bürgermeiſter
Kayſer, Bad Nauheim; Keller Bürgermeiſter, Gießen;
Dr. Kirſtein, Biſchof von Mainz; Klingſpor, Karl, Fabri=
kant
, Offenbach; Klingſpor, Kommerzienrat, Gießen;
Klump, Forſtmeiſter, Langen: Dr. Köhler, Oberbürgermei=

ſter, Präſident der Zweiten Kammer, Worms; Proſeſſor
Dr. Körte, Rektor der Landesuniverſität Gießen; Korell,
Oekonomierat, Landtagsabgeordneter, Angenrod; Krafft,
Geh. Kommerzienrat, Offenbach; Dr. Kranzbühler, Kreis=
rat
, Erbach; Kullmann, Oberlandesgerichtspräſident;
Landau, Kommerzienrat, Bingen; Laury, Präſident der
Eiſenbahndirektion, Mainz; Lochmann, Geh. Regierungs=
rat
, Kreisrat, Offenbach: Dr. Löslein, Bürgermeiſter,
Bensheim; Freiherr v Lüttwitz, Generalleutnant und
Diviſionskommandeur; Frau Sanitätsrat Dr. Maley, Vil=
bel
; Dr. Merck, E. A., Medizinalrat, Mitglied der Erſten
Kammer; Frau Dr. Willy Merck; Dr. Merck, Kreisrat,
Schotten; Meyer, Geh. Kommerzienrat, Offenbach; Mil=
kau
, Oberpoſtdirektor; Mohr, Kommerzienrat, Handels=
kammerpräſident
, Offenbach; Frau Bürgermeiſter Moller,
Wöllſtein; Mueller, Bürgermeiſter: Profeſſor Dr. Müller,
Geh. Hofrat, Rektor der Techniſchen Hochſchule; Nau,
Generalmajor z. D., Jugenheim; D. Nebel, Präſident des
Oberkonſiſtoriums; Frau Medizinalrat Nebel, Friedberg;
Neff, Bürgermeiſter, Bingen; Noell, Generalleutnant z. D.;
Nuß, Bürgermeiſter, Gernsheim; Offenberg, Reichsbank=
direktor
; Freiherr v. Oetinger, Kammerherr; Frau Kom=
merzienrat
Martha Opel, Rüſſelsheim; Dr. Oppenheim,
Geh. Juſtizrat, Mainz; Dr. Oſann, Juſtizrat, Landtags=
abgeordneter
; D. Peterſen, Geh. Oberkonſiſtorialrat, Su=
perintendent
; Rabenau, Geh. Juſtizrat, Büdingen; von
Randow. Generalmajor und Kommandant: Dr. Reben=
tiſch
, Medizinalrat, Direktor des Stadtkrankenhauſes,
Offenbach: Dr. Reinhardt, Generaloberarzt; Frau Dekan
Rheinfurth, Gau=Odernheim; Rinn, Fabrikant, Heuchel=
heim
; Römheld, Geheimerat; Sander. Hofrat; Dr. Selbſt,
Domdekan, Mainz: Dr. Sutor, Bürgermeiſter, Alzey;
Schätzel, Oekonomierat, Selzen; Freiherr Schenck zu
Schweinsberg, Kreisrat, Friedberg; Graf v. Schlitz gen.
v Görtz Präſident der Erſten Kammer, Schlitz; Frau
Maria Schmaltz=Böhm, Offenbach; Frau Bürgermeiſter
Schmidt, Oppenheim; Dr. Schmitt, Geh. Juſtizrat, Land=
tagsabgeordneter
, Mainz; Schorn, Lehrer, Mainz; Stahl,
Baurat, Bürgermeiſter, Friedberg: Dr. Sſtamm, Geh.
Schulrat, Präſident der Evangeliſchen Landesſynode,
Gießen; Dr. Steeg, Geh. Regierungsrat, Kreisrat, Bin=
gen
; Stöpler, Bürgermeiſter, Landtagsabgeordneter, Lau=
terbach
; Emma, Fürſtin zu Solms=Hohenſolms=Lich, Lich;
Gräfin Kuno zu Stolberg=Roßla, Prinzeſſin zu Yſenburg
und Büdingen, Ortenberg; Frau Geh. Kommerzienrat
Strecker, Mainz; Theobald, Landgerichtspräſident; Traut=
mann
, Oekonomierat, Bürgermeiſter, Rimbach; Trier,
Louis, Kommerzienrat; Uebel, Landtagsabgeordneter,
Dieburg; Dr. Uſinger, Geheimerat, Provinzialdirektor,
Gießen: Valkenberg, Geh. Kommerzienrat, Mitglied der
Erſten Kammer, Worms; Dr. Völſing, Bürgermeiſter, Als=
feld
: Dr. Vogt, Medizinalrat, Butzbach; Dr. Wagner, Geh.
Regierungsrat, Kreisrat, Dieburg; Wahl. Geh. Juſtizrat,
Schlitz; Dr. Waldaeſtel, Chefredakteur; Waldecker, Haupt=
mann
a. D., Dr. Wallau, Geh. Regierungsrat. Kreisrat,
Groß=Gerau; Walter, Oekonomierat, Vorſitzender der
Landwirtſchaftskammer, Mitglied der Erſten Kammer,
Lengfeld: Dr. Dr.=Ing. Weber, Präſident des Verwal=
tungsgerichtshofs
; Frau Margarete Weickhardt, Butzbach;
Weimer. Oberſt z. D., Nidda; v. Werner, Kreisrat, Lauter=
bach
; Wiener, Landgerichtsrat, Gießen; Wolff, Kreisrat,
Oppenheim.
(8984
Für den Heſſ. Landes= Für den Alice= Frauen=
verein
vom Roten Kreuz: verein für Krankenpflege:

Der Vorſitzende:
Korwan,
Generalleutnant

Der Generalſekretär:
Dr. Kratz,
Miniſterialrat

DAN Fer- PRMIWDEE UND RDUSTRE

(DARMSTADTER BANK).

Die bedeutend erweiterten Geschäftsräume unserer Bankstelle
WErIEEMIIINETWSTRF1SSE NNR 1
M
sind nunmehr vollständig fertiggestellt. Wir laden zu deren Besichtigung ergebenst ein.
Gleichzeitig machen wir bekannt, daß von jetzt ab täglich vormittags von 10 bis
12½ Uhr ein Mitglied der Direktion zur Besprechung geschäftlicher Angelegenheiten in
(P8965
den neuen Räumen anwesend sein wird.

DARMSTADT, den 4. April 1914.

DIE DIREKTION.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Nummer 95.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=

licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Foxterrier, 1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
(8986
Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung.

Die hauptſächlich unter der Schuljugend verbreitete Unſitte,
Gebäude, Einfriedigungen ꝛc., namentlich ſolche mit friſchem An=
ſtrich
, durch Beſchmieren mit Kreide, Schmutz uſw. zu verunreini=
gen
, hat in letzter Zeit wieder überhand genommen.
Wir ſehen uns daher veranlaßt, vor ſolchen Ausſchreitungen
erneut eindringlichſt zu warnen, ſowie an Lehrer, Eltern, Vormün=
der
uſw. das dringende Erſuchen zu richten, die ihrer Obhut unter=
ſtellten
Kinder mit allen ihnen zu Gebote ſtehenden Mitteln von der=
artigem
Unfug abzuhalten.
Das Aufſichtsperſonal iſt angewieſen, die Schuldigen im Be=
tretungsfalle
unnachſichtlich zur Anzeige zu bringen, im Falle der
Strafunmündigkeit der betreffenden Kinder aber die Beſtrafung ihrer
Eltern, Vormünder uſw. nach §44 des Polizeiſtrafgeſetzes herbeizuführen
(8909sg
Darmſtadt, den 1. April 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Straßenbahnen und Fuhrwerksverkehr.

In letzter Zeit mehren ſich wieder die Klagen darüber, daß die
Leiter von Fuhrwerken die polizeilichen Vorſchriften über den Straßen=
verkehr
nicht befolgen und insbeſondere die Warnungsſignale der
Motorwagen und der Lokomotiven der Straßenbahn außer Acht
laſſen. Des öfteren verſuchen die Fuhrleute noch unmittelbar vor den
Motorwagen oder den Lokomotiven über die Geleiſe zu kommen, ſo=
daß
die Straßenbahn zum Stehen gebracht werden muß. Wir ſeher
uns daher veranlaßt, erneut hinzuweiſen auf die nachſtehend abge=
druckte
Polizeiverordnung vom 15. Auguſt 1899, insbeſondere auf
deren §§ 7 und 8. Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, auf das
Strengſte auf die Befolgung der Vorſchriften der Verordnung zu achten.
Darmſtadt, 1. April 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Polizei=Verordnung,

betreffend: Maßregeln zur Verhütung von Unglücksfällen und Ver=
kehrsſtörungen
aus Anlaß des Betriebs der Straßen=
bahnen
in der Stadt Darmſtadt.
Zur Verhütung von Unglücksfällen und Verkehrsſtörungen aus
Anlaß des Betriebs der Dampfſtraßenbahn und der Elektriſchen Bahn
auf den öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen der Haupt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt wird für deren Bezirk nach Anhörung der
Stadtverordneten=Verſammlung und mit Genehmigung des Groß=
herzoglichen
Miniſteriums des Innern d. d. 31. Juli 1899 zu Nr. M.
J. 21958 auf Grund des Art. 56 Abſ. 2 Ziff. 1 der Städte=Ordnung
hierdurch verordnet, was folgt:
§ 1. Beladenen Laſtfuhrwerken, ſowie ſolchen, welche wegen
ihrer Beſchaffenheit oder Ladung ſchwer lenkbar ſind, iſt das Befahren
der Schienen der Straßenbahnen in ihrer Längsrichtung, ſoweit der
Fahrdamm neben dem Gleiſe genügende Breite hat, um den Bahn=
körper
vermeiden zu laſſen, verboten.
§ 2. Soweit die Gleiſe der Straßenbahnen in der Mitte der
Straße liegen, haben die in der Bewegung befindlichen Reiter, Rad=
fahrer
, Fuhrwerke, Handwagen und ſonſtigen Fahrzeuge, ſowie Vieh=
transporte
ſich ſtets rechts zu halten, es ſei denn, daß die rechte Seite
des Fahrdamms auf irgend eine Art geſperrt iſt.
§ 3. Bei dem Ertönen der Signalglocke haben Fußgänger,
Fuhrwerke, Reiter, Radfahrer und Viehtransporte ſich rechtzeitig von
den Gleiſen zu entfernen und den Straßenbahnwagen vollſtändig
auszuweichen.
Solange ein Zug bzw. ein elektriſcher Straßenbahnwagen ſich
in Bewegung befindet, iſt das Ein= und Ausſteigen und der Verſuch
dazu verboten.
Es iſt verboten, Fuhrwerke oder Vieh in denjenigen Straßen,
durch welche die Straßenbahnen fahren, ohne Aufſicht oder unter
Aufſicht unerwachſener Perſonen frei ſtehen zu laſſen. Fuhrwerke
oder Vieh dürfen auch bei gehöriger Aufſicht nur dicht an der Kante
des Fußſteiges und müſſen mindeſtens ſo weit von dem Gleiſe der
Straßenbahn ſtehen bleiben, daß der Betrieb der letzteren nicht geſtört
wird. Andernfalls iſt das Anhalten in der Straße überhaupt unzuläſſig.
Es iſt ferner unterſagt, Vieh frei auf dem Bahnkörper laufen
zu laſſen, und es ſind Perſonen, welchen die Aufſicht über die
auf der Straße oder ſonſt in der Nähe der Bahn befindlichen
Tiere obliegt, dafür verantwortlich, daß der Bahnkörper von den
Tieren nicht betreten wird, ſowie daß dieſelben vorkommenden Falls
alsbald wieder von jenem weggetrieben werden.
Die Polizeibeamten, ſowie die Bahnbedienſteten ſind befugt
aufſichtslos daſtehendes Fuhrwerk und Vieh, ſowie ſonſtige Gegen=
ſtände
, welche die Gleiſe verſperren, zu entfernen.
§ 4. Das Hinüberſchaffen von Pflügen, Eggen und anderen
Geräten, ſowie von Baumſtämmen, Bauholz und anderen ſchweren
Gegenſtänden über die Schienen der Straßenbahnen darf, ſofern
jene Gegenſtände nicht getragen werden, nur auf Wagen oder unter=
legten
Walzen erfolgen.
Es iſt verboten, die Bahnanlagen, ſowie die Betriebsmittel zu
beſchädigen, feſte Gegenſtände auf die Fahrbahn zu legen oder ſonſtige
Fahrthinderniſſe anzubringen, Weichen umzuſtellen, falſchen Alarm
zu erregen, Signale nachzuahmen oder andere betriebsſtörende Hand=
lungen
(wie insbeſondere auch das Anhäufen oder Abwerfen von
Schnee, Eis uſw. auf das Bahnplanum) vorzunehmen.
Der Gebrauch ähnlicher Signalglocken, wie diejenigen der
Straßenbahnen, iſt verboten. Perſonen, welche beim Herumfahren
von Verkaufswagen ſich durch beſondere Signale dem Publikum be=
merklich
machen, haben hierzu vorher polizeiliche Genehmigung zu
erwirken und die dabei geſtellten Bedingungen einzuhalten.
§ 5. Das Klettern auf die für die elektriſche Bahn aufgeſtellten
Maſten, das Behängen der zu dieſer Bahn gehörigen Drähte mit
irgend welchen Gegenſtänden, ſowie das Anfaſſen der elektriſchen
Leitungen iſt verboten.
§ 6. Fahnen dürfen an Gebäuden oder an Maſten nur ſo
angebracht werden, daß ſie die Drähte der elektriſchen Bahn oder der
Telegraphen= und Telephonleitungen nicht berühren können.
§ 7. An Straßenkreuzungen oder Abzweigungen haben
Perſonen, Fuhrwerke, Handwagen und ſonſtige Fahrzeuge,
Reiter, Radfahrer, Viehtransporte uſw., welche das Gleis
überſchreiten wollen, ſo rechtzeitig zu halten, daß die Wagen
der Straßenbahnen in ihrer Fahrt nicht gehindert werden.
Fuhrwerke, Fahrzeuge, Reiter, Radfahrer, Viehtrans=
porte
uſw. haben, ſobald das Signal der Straßenbahnen ertönt,
wenn nicht beſondere Tafeln den Haltepunkt bezeichnen, min=
deſtens
5 Meter vor der Straßenkrenzung bezw. Abzweigung
Halt zu machen.
§ 8. An den Straßenkreuzungen der von Straßenbahn=
linien
durchzogenen Straßen haben Leiter von Fuhrwerken,
Automobilen und ſonſtigen Fahrzeugen, Reiter, Radfahrer uſw.
die Gangart derart zu verkürzen, daß ein Halten vor dem
Gleis noch möglich iſt und der Straßenbahnwagen ungehindert
weiterfahren kann.
§ 9. Es iſt verboten, Kinder in oder unmittelbar neben den
Gleiſen der Straßenbahnen ſpielen zu laſſen. Ebenſo iſt verboten,
swiſchen dem Bahngleiſe mit Kinderwagen entlang zu fahren.
§ 10. Entſtehen Verkehrsſtörungen oder Gefährdungen durch
Zuſammentreffen der Straßenbahnen mit Fuhrwerk, größeren Menſchen=
anſammlungen
oder dergleichen, ſo iſt jedermann, insbeſondere auch=

das Bahnperſonal gehalten, ſich den Anweiſungen der einſchreitenden
Polizeibeamten unverzüglich zu fügen.
§ 11. Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Vorſchriften
werden, ſofern nicht im gegebenen Fall Strafvorſchriften des Reichs=
ſtrafgeſetzbuchs
, des Polizeiſtrafgeſetzbuchs oder der Bahn=Ordnung
für die Nebeneiſenbahnen Deutſchlands Anwendung zu finden haben,
mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
§ 12. Gegenwärtige Polizei=Verordnung tritt am Tag ihrer
Verkündigung in Kraft. Gleichzeitig wird die Polizei=Verordnung
gleichen Betreffs d. d. 23. 12. 1897 aufgehoben.
Darmſtadt, den 15. Auguſt 1899.
(8783sg
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.

Bekanntmachung

betreffend Gefährdung der Verkehrsſicherheit auf der Straße
durch Radfahrer.
Es ſind in letzter Zeit mehrfach Klagen darüber geführt worden
daß die Verkehrsſicherheit in den Straßen durch das Verhalten der
Radfahrer beeinträchtigt werde. Abgeſehen von dem zu ſchnellen
Fahren und dem Fahren ohne Laterne nach Einbruch der Dunkelheit
ſowie unrichtigem Ausweichen und Ueberholen wurde oftmals
bemerkt, daß auf den Fahrrädern größere Gegenſtände mitgeführ:
werden, welche entweder dem Fahrer den freien Ausblick benehmen
oder ihn nötigen, die eine Hand ſtändig zum Feſthalten des Gegen=
ſtandes
zu verwenden. Wenn auch geübte Fahrer im allgemeinen
ihr Rad mit einer Hand zu lenken vermögen, ſo kann an verkehrs=
reichen
Punkten im Innern der Stadt auch der geübteſte Fahrer in
Lagen kommen, in welchen er zum Lenken des Fahrrades beider
Hände bedarf. Iſt ihm in ſolchen Fällen der Gebrauch der einen
Hand durch Feſthalten des Gegenſtandes benommen, ſo iſt ein
Unglücksfall meiſt unvermeidlich. Dies kann ſowohl für den Rad=
fahrer
, als auch für das Publikum um ſo gefährlicher werden, je
größer und ſchwerer die mitgeführten Gegenſtände ſind; auch kann
es für den Radfahrer ſtrafrechtliche Verfolgung wegen fahrläſſiger
Körperverletzung oder Tötung, ſowie bedeutende zivilrechtliche Schadens
erſatzpflichten zur Folge haben.
Wir ſehen uns demgemäß veranlaßt, erneut auf genaues
Einhalten der für den Radfahrverkehr beſtehenden Vorſchriften,
insbeſondere auch in der Hinſicht hinzuweiſen, daß jeder Radfahrer
die gehörige Vorſicht beim Leiten ſeines Fahrrades beachtet.
Dieſe würde derjenige außer Acht laſſen, der in verkehrsreichen
Straßen größere Gegenſtände, die den freien Ausblick oder den Ge=
brauch
beider Hände zum Lenken des Fahrrades verhindern, auf dem
Rade mit ſich führt.
Unſere Beamten ſind zu ſcharfer Beaufſichtigung des Rad=
fahrverkehrs
und energiſchem Einſchreiten bei Zuwiderhandlungen
angewieſen.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
(8787sg
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Bekanntmachung.

Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneut mit
dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis, daß die Schutzmannſchaft
angewieſen iſt, auf den Befolg dieſer Vorſchrift beſonders zu achten.
Die Verkäufer der in § 1 bezeichneten Gegenſtände werden er=
ſucht
, nicht nur ihre Angeſtellten, ſondern auch die nicht in ihren
Dienſten ſtehenden Fuhrleute und Arbeiter, ſowie die Käufer der=
rtiger
Gegenſtände entſprechend zu verſtändigen.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
(8907
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Polizeiverordnung,

betr. das Auf= und Abladen, ſowie den Transport von
Metallgegenſtänden.
Auf Grund des § 366 Ziff. 10 St.=G.=B. und des Art. 56
Ziffer 1 der Städte=Ordnung wird nach Anhörung der Stadtverord=
neten
=Verſammlung mit Genehmigung Großherzoglichen Miniſteriums
des Innern und der Juſtiz vom 22. September 1893, zu Nr. M. J.
26979, für den Bezirk der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt ver=
rdnet
, was folgt:
§ 1. Bei dem Auf= und Abladen und bei dem Transport
von Gegenſtänden, welche bei dem Herabwerfen oder bei dem Trans=
port
auf Wagen ein ſtarkes Geräuſch verurſachen, wie eiſerne Trag=
balken
, Schienen, Metallröhren und Stangen, Bleche, Ketten
und dergleichen, ſind ſolche Einrichtungen zu treffen, daß beläſtigendes
Geräuſch vermieden wird. Namentlich müſſen derartige Metallgegen=
ſtände
, welche bei dem Transport durch Aneinanderſchlagen ein ſtarkes
Geräuſch verurſachen, in zweckentſprechender Weiſe mit Stroh oder
anderem geeigneten Material unterlegt oder ſo feſt mit einander
verbunden werden, daß der Lärm vermieden wird. Solche Gegen=
ſtände
dürfen beim Abladen nicht vom Wagen herabgeworfen,
ſondern müſſen, gegebenen Falles unter Anwendung geeigneter Vor=
richtungen
, langſam herabgelaſſen werden.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmung wer=
den
in Gemäßheit des § 366 Ziff. 10 des R.=Str.=B. mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 3. Dieſe Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Ver
kündigung in Kraft.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.

Bekanntmachung

betr. das Abladen von Schutt auf öffentliche Wege und Plätze,
ſowie auf Privatgrundſtücke.
I. Das Abladen von Schutt, Baugrund uſw. auf öffent=
liche
Wege oder Plätze iſt nur mit ſchriftlicher Erlaubnis des Tief=
bauamts
und nur an den in der Erlaubniskarte bezeichneten
Stellen zuläſſig.
Bei Zuwiderhandlungen wird die Beſtrafung des Schuldigen,
ſowie die Entfernung des unrechtmäßig verbrachten Schuttes, Bau=
grundes
uſw. auf Koſten des Verbringers veranlaßt werden.
II. Zum Abladen von Schutt auf Privatgrundſtücke iſt die
Erlaubnis des Grundeigentümers oder ſeines Vertreters erforderlich
Eigentümer von Bauplätzen, die eine Erlaubnis zum Abladen
von Schutt behufs Auffüllens dieſer Plätze erteilen, haben dafür
Sorge zu tragen, daß keine in Fäulnis übergehenden Abfallſtoffe,
die den Boden verunreinigen können, auf die Bauplätze verbracht
werden.
Falls eine die Geſundheit gefährdende Verunreinigung des
Bodens durch Verbringung derartiger Abfallſtoffe auf Baugelände
feſtgeſtellt wird, wird deren Beſeitigung auf Koſten des Eigentümers
angeordnet werden.
Darmſtadt, den 2. April 1914.
(8908
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

DieLieferung von Dienſtkleidern und Mützen.

Die Lieferung von Dienſtkleidern und Mützen für die ſtädt.
Bedienſteten ſoll vergeben werden.
Angebote mit Stoffmuſter ſind bis längſtens 10. April ds. Js.,
verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift verſehen, im Stadthaus
(Zimmer Nr. 39) abzugeben, wo auch die Lieferungsbedingungen
zur Einſicht offen liegen.
Darinſtedt, den 25. März 1914.
(8310a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.

Bekanntmachung.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Kaufmanns
Jakob Jakobſohn in Darmſtadt
wird an Stelle des verſtorbener
Kaufmanns Ernſt Wolff der Kauf=
mann
Heinrich Hilsdorf hier zun
Konkursverwalter beſtellt. (8967
Darmſtadt, 25. März 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.

Achtung! Wichtig!
für alle Hausbesitzer.
Keine Röhren mehr auf den
Kaminen! Keinen Rauch
mehr in den Mansarden und
Stockwerken, durch meinen
gemauerten Kaminaufsatz,
Sichere Wirkung der selbst-
saugend
. Ventilationssteine.
Beseitigt Rauchbelästigung.
auf d. einfachsten, natürlichsten
Wege. Billig! Unverwüstlich!
Wirkt zuverlässig unter allen
gegebenen Verhältnissen. (*9240
Referenzen hier am Platze.
Johannes Best, Maurermstr.
Gervinusstrasse 49.

Linige zurückgeſetzte Wanderer
und Diamant=

Fahrräder
Modelle 1913, geben billig ab
J. Donges & Wiest
Grafenſtr. 26. (8998a

dinderwagen, noch neu, ſehr
billig abzugeben
(2999a
Riedlingerſtr. 19, 2. Stock.

gut erhaltene Plüſchfeſſel und
22 Bettüberdecken billig ab=
zugeben
Soderſtr. 56, II. (*9200go

Die billigſten und beſten
Weib- u. Rerweme
kauft man in jedem Quantum bei
B9016) Fr. Hoth, Hartinsstr. 101.

90% Meht
als jeder andere zahle ich für ge=
tragene
Sakko=, Gehrock=, Frack= u.
Smoking=Anz., Stiefel, Uniform.,
Zahngebiſſe, Pfandſcheine ꝛc. (7970a
Zarnicer, Kleine Bachgaſſe 1.
Komme auch nach auswärts.

Fur Uniformen
Reitſtiefel, Sattelzeug u. Treſſen
zahle ich gewünſchte Preiſe. Off.
unter B 18 an die Exp. (7069a

Tinkauf
getragener Kleider, Stiefel, Uni=
formen
, Treſſen, Waffen, alter
Bettfedern, Zahngebiſſe bis zu
20 Mk. Während der Umzug=
zeit
Boden= u. Kellerkram. Poſt=
karte
genügt. Komme ſofort auf
Beſtellung.
(8495a
M. Obstfeld
Kleine Bachgaſſe 7. Telephon 2085.

alle Nrt,
Flaschen zahle die aller=
höchſten
Preiſe bei pünktl. Abholung.
Poſtkarte wird vergütet. Rubin,
Kaupſtraße 46, 2. Stock. (8145a

gut erhalten, zu kaufen
Piand, geſucht. Offerten mit
Preis unter B 68 Exped. (8146a

Lumpen
Flaſchen, Alteiſen, Metalle, Papier
kauft bei pünktlicher Abholung
Zwickler, Schwanenſtraße 12.
Poſtkarte genügt. (*9085sg

Fandſchein geſucht v. Singer
Hd.=Nähmaſch., Ring= oder
Schwingſchiff. Offert. unt. D 84
in die Exped. ds. Bl. (*9166sg

Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(5563a
Friedrich Tillmann,
Eliſabethenſtraße 21.

70120 Pfd.,
Schwere Hantel, zu kaufen geſ.

*9242)

Kranichſteinerſtr. 3, 2. St.

Schön. Schreibtiſch u. Bücher=
ſchrank
zu kauf. geſ. Off. m. Pr.
unt. D 96 an die Exp. (*9215go

grüne ½ Lit.=Vordeaur=
Kaufe flaſchen mit flachem
Boden. Offert. mit Preisangaben
unt. D 97 an die Exp. (*9211go

leg. Kinderklappwägelchen zu
Ekaufen geſucht. Offert. unter
D 90 an die Expedition. (*9192

GebrauchtesKlauer
gegen ſofortige Baarzahlung zu
kaufen geſucht. Offerten uuter
D 99 an die Expedition. (9011foi

[ ][  ][ ]

Nummer 95

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Seite 18.

F Veuh

aufgenommen

DF. DTTrTF
VSerzz
fur rierren, Damen und Kinder.

Verkauf zu den von der Fabrik vorgeschriebenen Preisen.
Preisliste und Ansichtssendungen bereitwilligst.

T 22 DDT 35o

Bekanntmachung,
die Abzahlungsgeſchäfte betreffend.
Nachſtehend bringen wir das Reichsgeſetz, betreffend die Ab
zahlungsgeſchäfte, vom 16. Mai 1894, wiederholt zur Kenntnis.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
(8782
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutſcher
Kaiſer, König von Preußen ꝛc. ꝛc.
verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zuſtimmung des
Bundesrats und des Reichstags, was folgt:
§ 1. Hat bei dem Verkauf einer dem Käufer übergebenen be=
weglichen
Sache, deren Kaufpreis in Teilzahlungen berichtigt werden
ſoll, der Verkäufer ſich das Recht vorbehalten, wegen Nichterfüllung
der dem Käufer obliegenden Verpflichtungen von dem Vertrage zurück=
zutreten
, ſo iſt im Falle dieſes Rücktritts jeder Teil verpflichtet, dem
andern Teil die empfangenen Leiſtungen zurückzugewähren. Eine
entgegenſtehende Vereinbarung iſt nichtig.
Dem Vorbehalte des Rücktrittsrechts ſteht es gleich, wenn der
Verkäufer wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden Verpflich=
tungen
kraft Geſetzes die Auflöſung des Vertrages verlangen kann.
§ 2. Der Käufer hat im Falle des Rücktritts dem Verkäufer
für die infolge des Vertrags gemachten Aufwendungen, ſowie für
ſolche Beſchädigungen der Sache Erſatz zu leiſten, welche durch ein
Verſchulden des Käufers oder durch einen ſonſtigen von ihm zu ver=
tretenden
Umſtand verurſacht ſind. Für die Ueberlaſſung des Ge=
brauches
oder der Benutzung iſt deren Wert zu vergüten, wobei auf
die inzwiſchen eingetretene Wertminderung der Sache Rückſicht zu
nehmen iſt. Eine entgegenſtehende Vereinbarung, insbeſondere die vor
Ausübung des Rücktrittsrechts erfolgte vertragsmäßige Feſtſetzung
einer höheren Vergütung, iſt nichtig.
Auf die Feſtſetzung der Höhe der Vergütung finden die Vor=
ſchriften
des § 260, Abſ. 1 der Zivilprozeßordnung entſprechende An=
wendung
.
§ 3. Die nach den Beſtimmungen der §§ 1, 2 begründeten gegen=
ſeitigen
Verpflichtungen ſind Zug um Zug zu erfüllen.
§ 4. Eine wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflichtungen verwirkte Vertragsſtrafe kann, wenn ſie unverhältnis=
mäßie
hoch iſt, auf Antrag des Käufers durch Urteil auf den an=
gemeſſenen
Betrag herabgeſetzt werden. Die Herabſetzung einer ent=
richteten
Strafe iſt ausgeſchloſſen.
Die Abrede, daß die Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflichtungen die Fälligkeit der Reſtſchuld zur Folge haben ſollte,
kann rechtsgültig nur für den Fall getroffen werden, daß der Käufer
mit mindeſtens zwei aufeinanderfolgenden Teilzahlungen ganz oder
teilweiſe im Verzug iſt und der Betrag, mit deſſen Zahlung er im
Verzug iſt, mindeſtens dem zehnten Teile des Kaufpreiſes der über=
gebenen
Sache gleichkommt.
§ 5. Hat der Verkäufer auf Grund des ihm vorbehaltenen Eigen=
tums
die verkaufte Sache wieder an ſich genommen, ſo gilt dies als
Ausübung des Rücktrittsrechts.
§ 6. Die Vorſchriften der §§ 1 bis 5 finden auf Verträge, welche
darauf abzielen, die Zwecke eines Abzahlungsgeſchäfts (§ 1) in einer
anderen Rechtsform, insbeſondere durch mietweiſe Ueberlaſſung der
Sache zu erreichen, entſprechende Anwendung, gleichviel ob dem
Empfänger der Sache ein Recht, ſpäter deren Eigentum zu erwerben,
eingeräumt iſt oder nicht.
§ 7. Wer Lotterieloſe, Inhaberpapiere mit Prämie (Geſetz vom
8. Juni 1871, Reichs=Geſetzblatt S. 210) oder Bezugs= oder Anteil=
ſcheine
auf ſolche Loſe oder Inhaberpapiere gegen Teilzahlung ver=
kauft
oder durch ſonſtige auf die gleichen Zwecke abzielenden Verträge
veräußert, wird mit Geldſtrafe bis zu fünfhundert Mark beſtraft.
Es begründet keinen Unterſchied, ob die Uebergabe des Papiers
vor oder nach der Zahlung des Preiſes erfolgt.
§ 8. Die Beſtimmungen dieſes Geſetzes finden keine Anwendung,
wenn der Empfänger der Ware als Kaufmann in das Handels=
regiſter
eingetragen iſt.
§ 9. Verträge, welche vor dem Inkrafttreten dieſes Geſetzes ab=
geſchloſſen
worden ſind, unterliegen den Vorſchriften desſelben nicht.
Urkundlich Unſerer Höchſteigenhändigen Unterſchrift und bei=
gedrucktem
Kaiſerlichen Inſiegel.
Gegeben Prökelwitz, den 16. Mai 1894.
(L. S.) Wilhelm.
Graf von Caprivi.

Unerlaudtes Kollektieren.
Im Januar ds. Js. iſt in Frankfurt a. M. unter der Bezeich=
nung
: Internationale Schriftenmiſſion ein Unternehmen gegründet
worden, das angeblich unentgeltliche Krankenpflege bezweckt. Nach
Angabe des Unternehmers ſind 7 ſogenannte Krankenſchweſtern
engagiert, die von Haus zu Haus gehen und das religiöſe Blättchen
Es werde Licht vertreiben. Die Schweſtern gebrauchen beim Verkauf
des Blättchens an den Türen die Worte: Für unentgeltliche Kranken=
pflege
für Miſſion, für die Armen, zur Bekämpfung der Schund=
literatur
und dergleichen und haben bereits viele tauſend Stück ſolcher
Druckſchriften für 10 Pfa. das Stück abgeſetzt.

Sie tragen Schweſternkleidung (dunkelblaues Kleid mit weißen
Punkten, ſchwarzen Mantel und ſchwarzes Häubchen mit weißer Ein=
faſſung
) Krankenpflege iſt noch nicht geleiſtet worden, die Einnahmen
ſind vielmehr zur Unterhaltung der Unternehmer und des Perſonals
verwendet worden. Es beſteht der dringende Verdacht, daß es ſich
um eines jener Inſtitute handelt, die jetzt überall auftauchen und
unter dem Vorwand ſozialer und religiöſer Rettungsarbeit (Fürſorge für
Obdachloſe, Krankenpflege, angeblich Miſſionsdienſt) der Bereicherung
der Inhaber dienen, die teilweiſe erheblich vorbeſtraft und unge=
eignet
ſind.
Dasſelbe Geſchäft betreibt ein gewiſſer Willy Dietrich ſeit 1912
von Breslau aus mit den ſogenannten Schweſtern vom ſchwarzen
Kreuz‟. Dietrich wurde von der Strafkammer Breslau am 9. Juli
1912 wegen unerlaubten Kollektierens verurteilt. Kürzlich wurde auch
hier eine ſogenannte Schweſter vom ſchwarzen Kreuz ermittelt, die die
Blättchen Friedensklänge und Es werde Licht vertrieb und, den
Erlös an das Dietrich’ſche Unternehmen abiieferte.
Wir empfehlen dringend, kollektierenden Perſonen gegenüber von
der größten Vorſicht zu ſein, und ſie nur dann zu unterſtützen, wenn
ſie eine von uns ausgeſtellte polizeiliche Genehmigungsurkunde vor=
zeigen
können.
Schwindelunternehmungen vorbezeichneter Art ſchädigen die
reelle Miſſionstätigkeit, der durch die Spekulation Unberufener eine
Menge Werte entzogen wird.
Darmſtadt, den 31. März 1914.
(8985go
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Bekanntmachung.

Betreffend: Vorkehrungen gegen Beſchädigungen der Straßenpaſſanten
bei der Vornahme von Dachdecker=Arbeiten.
Wir haben wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß Dach=
decker
bei der Vornahme von Dacharbeiten, nachdem ſie an beiden
Enden des betreffenden Gebäudes die üblichen Warnungszeichen
(quer ausgelegte Latten) aufgeſtellt haben, ohne weiteres Ziegel= und
Schieferſtücke auf die Straße herunterwerfen, die nicht ſelten außer=
halb
des Abſperrungsgebietes niederfallen. Mit Rückſicht auf die
hierdurch hervorgerufene erhebliche Gefährdung der Vorübergehenden
ſehen wir uns veranlaßt, die betreffenden Handwerker darauf auf=
merkſam
zu machen, daß ſie bei Vornahme von Dach= und Haus=
Reparaturen verpflichtet ſind, nicht nur gemäß Art. 295 Pol.=
Straf=Geſ. Warnungszeichen aufzuſtellen, ſondern mit Rückſicht
auf § 386 Ziff. 8 R.=St.=G.=B. und Art. 292 Pol.=Straf.=Geſ. alle
Vorkehrungen zu treffen, um das Herabfallen von Ziegel= und
Schieferſtücken zu verhindern. Insbeſondere ſind während der
fraglichen Arbeiten an der unteren Dachkante Brettvorlagen
anzubringen; unter keinen Umſtänden dürfen, auch wenn War=
nungszeichen
ausgeſtellt ſind, Ziegel= oder Schieferſtücke abſicht=
lich
auf die Straße geworfen werden.
Solche Gegenſtände ſind vielmehr in Körben oder dergleichen
zu ſammeln und herunter zu tragen.
Zuwiderhandlungen haben die Beſtrafung auf Grund der ge=
nannten
Geſetzſtellen zur Folge.
Da es immerhin vorkommen kann, daß trotz aller Vorſichts=
maßregeln
Ziegel= und Schieferſtücke auf die Straße fallen, ſo er=
ſuchen
wir das Publikum, die Warnungszeichen gehörig zu
beachten.
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, die Beachtung obiger
Vorſchriften zu überwachen und gegen Zuwiderhandelnde Anzeige zu
erheben. Paſſanten, welche durch herabfallende Gegenſtände verletzt
oder gefährdet werden ſollten, wollen auf dem zuſtändigen Polizei=
revier
alsbald hiervon Anzeige machen, damit der Sachverhalt ſofort
feſtgeſtellt werden kann.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
(8911
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Verſteigerungs-Anzeige.

Montag, den 6. April I. Js. und, wenn nötig, an den
folgenden drei Tagen, jedesmal vorm. 10 Uhr anfangend,
verſteigere ich auf freiwilliges Anſtehen der Frau Uhrmacher
Heußlein Witwe dahier, in ihrem Geſchäftslokale (Laden)
Grafenſtraße 25 wegen Geſchäftsaufgabe die ſämtlichen
Warenbeſtände, als:
Eine größere Partie gold. und ſilb. Herren= und
Damenuhren, Regulateure, Freiſchwinger, Stand= und
Wanduhren, Uhrketten, Broſchen, Ohr= u. Fingerringe;
ferner eine vollſtändige Ladeneinrichtung, beſtehend
in Theke mit Glas=Aufſatz (ea. 3 Meter lang), 2 Schau=für ſchlanke Figur billig abzugeben
fenſterſchränke und 2 Ladenſchränke u. a. m.
meiſtbietend gegen Barzahlung.
(8992
Verſteigerung beſtimmt.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Georgenſtraße 1.

Dr. Hof verreist
Die Vertretung haben gütigst
übernommen:
Herr Dr. Bönning, Mühlstr. 18,
Tel. 2020.
Herr San.-Rat Dr. Buchhold,
Victoriastr. 56, Tel. 805.
Herr Dr. Göring, Mühlstr. 64,
Tel. 1419.
Herr Dr. Kayser, Steinstr. 32.
Tel. 884.
Herr San.-R. Dr. Kolb, Riedesel-
str
. 23, Tel. 301.
Herr Dr. Langsdorf, Hügel-
str
. 11, Tel. 1757.
Herr San.-Rat Dr. Quetsch,
Bleichstr. 7, Tel. 789.
Herr San.-Rat Dr. Schefers,
Zimmerstr. 8, Tel. 2000. (*9232go

Allen
Schwerhörigen
teile umſonſt mit, wie ſie ſich
von dieſem läſtigen Uebel be=
freien
können.
(I,8977
Viele Dankſchreiben.
L. A. Clabes, Leipzig.
Bayerſche Straße 81, 2. Stock.

Bruchleiden
(Leiſten=, Schenkel=, Nabel=,
Bauchbr.) bei Erwachſenen
u. Kindern behandelt nach
mehrjähr., prakt. Erfahrung
ohne Operation,
ohne Berufsſtörung
Spez.-Arzt Dr-Wagner
Mainz, Kirchstr. 2½10.
Se-täglich6-IUhr. 2s

Saat= u. Speiſekartoffeln
frühe Kaiſerkrone, Ztr. 3.75 M
Schneeglöckchen 4.00
Ztr. 6.00
Diamant
Ztr. 3.00
ſpäte Induſtrie
Prima Heu Ztr. 3.25
liefert
(*9258
K. Aug. Mahr II., Traisa h. D.
zut erhalt. Damenrad und faſt
neue Badewanne bill. z. verk.
Lauteſchlägerſtr. 11, Stb. II. (*9244
guterhaltene Plüſch=
Seſſel billig abzugeb.
Näh. Exped. (*9266

ell. Backfiſchkoſt. f. 10 Mk. zu vk.
Heinheimerſtr. 37, p. (*9259

2 Anzuge f. ſchlank. Mann billig
abzug. Eliſabethenſtr. 72, p. (*9260

Zwei noch
ſehr ſchöne Mass-Anzüge
(*9196)
Mauerſtraße 16, I.

Guterh. Kinderwagen
bill. abzug. Karlſtr. 119, III. (*9501go
Tiſche billig abzugeben (*9276
Friedrichſtraße 9, part.

[ ][  ][ ]

Unterſtützungen aus der Karl Schloſſer’ſchen Stiftung.

Aus obiger Stiftung iſt eine Unterſtützung im Betrage von
171 Mk. 43 Pfg. jährlich, und zwar je nach Dauer der Lehrzeit auf
drei, zwei oder ein Jahr zu vergeben.
Als Bewerber können auftreten die Söhne hieſiger Bürger
und dahier unterſtützungswohnſitzberechtigter Einwohner, die in der
Schule durch Sittlichkeit und Fleiß ſich ausgezeichnet und zur Er=
lernung
eines ehrbaren Gewerbes oder einer Kunſt Anlage und
Neigung haben.
Schriftliche Bewerbungen ſind bis längſtens 20. April d. J.
bei mir einzureichen. Belege, aus denen das Vorhandenſein der oben
erwähnten Vorausſetzungen für die Vergebung der Unterſtützung
hervorgeht, ſind beizufügen.
(8966gg
Darmſtadt, den 2. April 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.

Altmaterial=Verſteigerung.
Montag, den 6. ds. Mts., vormittags 11 Uhr,

werden auf dem Grundſtück des ſtädtiſchen Gaswerks an der Frank=
furterſtraße
die nachverzeichneten Altmaterialien öffentlich meiſtbietend
verſteigert:
1. ca. 9360 kg Schmiedeiſen
2. 14070 Gußeiſen
90 Zink
3.
290 Meſſing
4.
5.
5 Kupfer.
Von dieſen Materialien lagern ca. 600 kg Schmied= und 4000 kg
Gußeiſen auf dem ſtädtiſchen Grundſtück Waldſtraße Nr. 19. Die
Verſteigerungs=Bedingungen werden im Termine bekannt gegeben.
Das Material kann an Ort und Stelle eingeſehen werden.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
(8446ms
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Ekert.

Verſteigerungs-Anzeige.
Dienstag, den 7. April 1914, nachmittags 6 Uhr,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag in der Gärtnerei Walter,
Arheilgerweg 130, wegen Abgabe einiger Aecker:
25 Ztr. echte norddeutſche Kaiſerkronen
abgeſackt in ½ und ¼ Zentner,
(70 Zentner ſind von dieſer Sorte vom Verkäufer ſelbſt gepflanzt)
meiſtbietend gegen bare Zahlung.
(8964
Johannes Krummeck,
Auktionator und Taxator.
Annahme von Verſteigerungen.
Telephon 1774.

Bekauntmachung.

Mittwoch, den 8. April 1914, vormittags 9 Uhr,
wird auf dem Hofe der Trainkaſerne in der Eſchollbrückerſtraße 24
die Matratzenſtreu der 1. Eskadron meiſtbietend verſteigert. (8958
Train=Abteilung Nr. 18.

Zunn Pragis Pohl Nachfolger.

Scharfscheer
Meine Sprechſtunden ſind im Sommer:
Von 81 Uhr morgens, und 27 Uhr abends,
Sonntags von 92 Uhr.
Landgraf-Georgstrasse 34, I. Stock
(am Schwimmbad, Café Mitze).
(*9264

CHHHHHEUnSnt5
6 Schweizeriſche Lebensverſicherungs= u. Rentenanſtalts
in Zürich gegr. 1857
Aelteſte Gegenſeitigkeitsanſtalt der Schweiz
ohne Nachſchußpflicht
(9021a
Deutſche, ſchweizeriſche und franzöſiſche Staatsaufſicht
Hohe Dividenden:: Liberale Bedingungen
Höchſte Hicherheit
Sicherheitsfonds Mk. 115000000.
Für die deutſchen Verſicherungen ſind die Deckungskapitalien
in deutſchen Werten bei deutſchen Behörden hinterlegt
Koſtenloſe Auskunft erteilt:
§ Generalagent Emil Steger, Mainz, Rheinallee 28.
GsEGgGghdHJEUE-EGEUHHHUEUHUHEJEHE-pug55

Kuterhaltener Kinderwagen Hanarienweibch. (3 St.), Petrol. zu verkaufen (*9285 Ofen, 1 Tiſch , 2 Wanduhren,
Viktoriaſtr. 26. Seitenbau part, bill. zu vk. Ruthsſtr. 14, I., V. (*9268

Olchteldchde
BoLbO-TEn
Die Boldoblätter besitzen die
Eigenschaft, die Zucker-
menge
stark zu vermindern.
Packet 1. Mk,
Reformgeschäft
ARISTAE
Gesundheitl. Nahrungs- u.
Genussmittel
Anton Braunwarth
Darmstadt. (7614a

Stufe von 45 Pfg. an
Karl Brückner, Holzstr.
Telephon 1249. (6213a

Wanderer
Wagen
5/12 PS., komplett, Mk. 3800.,
ſofort lieferbar.
J. Donges & Wiest
Grafenſtraße 26. (8291

Klavier-Gelegenheit
Piano, nußb., herrl. Inſtr., kreuz=
ſaitig
mit Unterdämpfung, ſehr
preisw. m. Garantie. Thies Nchf.,
Eliſabethenſtraße 12. (8986gi

Wegzugshalber
Nußbaumbett mit Sprung=
feder
= und Roßhaarmatratze,
Nachtſchrank mit Marmorplatte,
Kinderbettſtelle, verſch. Tiſche,
Spiegel, Vorhänge, Eisſchrank ꝛc.
billig zu verk. Näh. Exp. (*9267

Faſt neue Ausruſtung
Einj.=Freiw., L.=G. Nr. 115, ſof. bill. z.
verkguf. Sgalbauſtr. 8. TI. *0 0470

M

Lledl!

ehe

Getrocknete
Pfirsiche!
Kirschen!
Dampfäpfel!

Edel-Mischobst, nur aus den
besten Früchten, per Pfd. Mk. 1.-
Kompott-Früchte Clot‟
Neidelbersen 2 Pfd.-Dose 68
Pilauiflen ehne Kern, 2 Pfd.-Dose 6 2
tafelfertig
Pfd.-
Kpletluz1 Pfd.-Dose 40 Pose 65
sräcwa. 80
elrabeten

Eimerchen ca. 4½ Pfd.
Mk.
Selstidtrsen
ca. 9 Pfd. Mk. 3.7

Schwerste bayerische
Sied- oder Trinkeier
10 Stück70 Pf. 25 Stück 1.70 M.
Eierfarben
100 Stück6.50 Mk. gratis.

9020

Merlz Landau relephon 116.

Mathilden-
platz
1

Herzliche Vitte! Welcher edel=
geſinnte
Kaval. überläßt armem
Schauſpieler getrag. Garderobe?
Gefl. Off. Postlagerkarte 74, Postamt 1.

Ielt- u. Fahr -institue
Pensions-Stallung
Hügelstrasse 85
Telep on 114.
Reitpferde u. Unterricht
für Damen und Herren
in schön gedeckter Reitbahn.
Equipagen, ein- u. 2-Spänn.
jed. Art u. zu all. Gelegenheiten
6251a) Rudolf Reimann.

Beſſere Damengarderobe
wird chik u. bill. angefert. Adolf=
Spießſtr. 23, I., I., Ecke Stiftſtr. (*822go

[ ][  ][ ]

Nummer 95.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Seite 15.

Turnen, Spiele und Sport.

Der Sport am Sonntag.
sr. Die eigentliche Eröffnung der Berliner Flachrenn=
tiſon
iſt das Prägnante am Sport des erſten April= Sonn=
ltags
, denn die beiden vorangegangenen kleinen Straus=
berger
Konkurcenzen auf der Flachen waren doch nur un=
bedeutender
Natur. Auch im Reiche ſind mit Ausnahme
vom Freitag in Hannover noch keine größeren Flachrennen
Pentſchieden worden. Im Mittelpunkt der Grunewald=
hennen
ſteht das Sappho=Handikap. Für das mit 13000
Nark ausgeſtattete Meilen=Rennen werden verſchiedene
äute Pferde, wie Quicl, Diamant, Nachtſchatten, Lord
Dunlin und Saint Cloud, mobil gemacht. Namentlich
aint Clond erſcheint ſo günſtig im Gewicht, daß man
hm eine erſte Chance zuſprechen muß. Seine gefährlich=
ſten
Gegner ſtecken in Diamant und Quirl. Auf dem
leichtgewichteten Kröſus wird ſich der für das Königlich
Preußiſche Hauptgeſtüt Gradutz als Stalljockei engagierte
Engländer Winter dem Publikum vorſtellen. Die zweite
Hauptnummer bildet der Damenpreis, ein mit 12 000 Mark
Lausgeſtattetes Jagdrennen, aus deſſen ſtarken Felde Cali=
ban
, Talmont und Diamond Hill hervorragen. In den
lübrigen Rennen iſt auf die Chancen von Salut, Novibazar,
Street Arab, Adamant und Gerolſtein hinzuweiſen. Von
den Rennen in der Leineſtadt iſt nur das Große Hanno=
verſche
Handikap hervorzuheben, für deſſen Ausgang Black
Swan und das Paar des ungariſchen Rennſtallbeſitzers
Herrn E. v. David nämlich Szelmalom und Munſter, in
erſter Linie in Betracht kommen. Weitere Rennen finden
in Dortmund ſtatt. In Paris bildet der Prix de Sab=
llons
, ein mit 30000 Francs ausgeſtattetes 2000 Meter=
rennen
die Hauptnummer des Programms. Der Rad=
ſſport
bringt die Eröffnungsrennen auf der Berliner
Olympiaparlbahn und damit den Berliner Freunden der
Kämpfe auf dem Zement die erſte Gelegenheit, Dauer=
Rennen mit Klaſſefahrern an Start zu ſehen. Der junge
Weltrekordfahrer Nettelbeck, der Sechstage=Sileger Sal=
dow
, der deutſche Meiſter Janke, ſowie Ryſer und Dickent=
man
begegnen ſich in einem 30 und 50 Kilometer=Rennen.
Eine Neuheit im Programm bildet das Eröffnungsmatch
zwiſchen den beiden karoſſierten Maſchinen wie man die
neuen Ungetüme halb Fiſch, halb Fahrrad nennt. Ge=
ſteuert
wird das Torpedorad von Dickentman und das
Shrapnell von Stellbrink. In Paris verſammelt das
Goldene Rad der Buffalobahn ebenfalls die Elite der
Dauerfahrer am Start, während ſich unter den Konkurren=
ten
für die Flieger=Rennen der Berliner Lorenz befindet.
In Brüſſel iſt die Winterſaiſon noch nicht zu Ende, denn
es gelangt im dortigen Velodrom die Wintermeiſterſchaft
der Dauerfahrer mit Linart, Walthour und Miquel am
Start zum Austrag. Auf der Landſtraße ſpielen ſich die
beiden Fernfahrten Bochum-Osnabrück-Bochum über
2878 Kilometer und Mailand-San Remo ab. Im Fuß=
ballſport
ſind drei bedeutende Ereigniſſe zu verzeichnen.
Auf dem neuen Preußenſportplatz in Mariendorf gehl der
traditionelle Städtekampf Wien-Berlin zum 20. Male

vor ſch. Beide Maunchaſten mißten in kezter Sunde
durch Krankheiten verſchiedener Spieler noch eine Um=
änderung
erfahren, doch gilt auch jetzt noch die öſterreich=
iſche
Elf als etwas ſpielſtärker wie die einheimiſche, deren
Hauptſtärke in der Verteidigung liegt. In Antwerpen fin=
det
der fünfte Länderkampf Holland-Deutſchland ſtatt.
Von den bisherigen Kämpfen vermochte Deutſchland noch
keinen zu gewinnen. Das beſte Reſultat war noch das
unentſchiedene Spiel von 5.5 im Jahre 1912 in Zwolle.
Auch diesmal beſteht nicht allzu große Hoffnung, daß die
deutſche Elf, trotzdem ſie beſſer als die früheren erſcheint,
den Siea über die ſchweren holländiſchen Gegner an ihre
Farben heften wird. In Turin begegnen ſich Italien
und Schweiz zum Länderwettkampf, den, nach ihrem
jüngſten Siege über Frankreich zu urteilen, die Italiener
wieder gewinnen müßten. Auf leichtathletiſchem Ge=
biete
ſind die Gepäckmärſche von Düſſeldorf und Osnabrück
zu erwähnen. Frankreich bringt in Paris das Inter=
nationale
Croß=Country=Laufen der Berufsläufer an
dem neben berühmten ausländiſchen Größen wie Holmer,
W. Kolehmainen und Vermeulen auch der Deutſche Hem=
pel
teilnimmt. Im Schwimmſport fällt die Entſcheidung
in der Berliner Waſſerballmeiſterſchaft durch das Schluß=
ſpiel
zwiſchen Germania und Triton=Forelle.

sr. Pferdeſport. Rennen zu Hannover. Graditz=
Rennen; 4000 Mark, Diſtanz 1500 Meter: 1. Hrn. C.F. Krü=
gers
Hadſchar (Oleijnik), 2. Leonidas (Shatwell), 3. Dryade
(Raſtenberger). Tot. 30110. Pl. 18 40:10. Unpl.: Malta
(4), Saint George, Saturnin. Sicher ¾½Kopf.
Eröffnungs=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 2500 Mark,
Diſtanz 3200 Meter: 1. Lt. Graf Bethuſy=Hucs Arnara
(Leutnant Prinz zu Bentheim) 2. Sea View (Lt. Streſe=
mann
), 3. Sandeux (Lt. Kothe). Tot, 24:10 Pl. 13, 22,
32:10. Unpl.: Sweet Roß (4), Regal Law, Shaniſch Gal=
leon
. Golden Grove, Boom, de Ay. Le Repas, Artiſts
Dance, Hernani, Douceur. Sehr leicht 3*41½ Lg.
Preis von Remlin; 3800 Mark Diſtanz 1500 Meter: 1.
Hrn. F. C. Krüger’s Häckel (Oleijnik), 2. Oranier (Davies),
3. Räuver I (Leinert). Tot. 22:10. Pl. 13, 14:10. Unpl.:
Fria (4). Sicher ½2½1½ Lg. Blitz=Rennen; 10 000
Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Hrn. E v. Davids Szemalom
(Pretzner), 2. Sturmbraut (W. Plüſchke), 3. Drakon ( Da=
vies
). Tot. 114:10. Pl. 32. 25. 16:10. Unpl.: Mindenlein
(4), Mut, Wilgo, Baſalt II, Auvergnat, Perle, Sankt
Theobald. Narziß. Sicher 1 Lg.-Kopf-Hals Kirch=
toder
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 3500 Mark Diſtanz
3600 Meter: 1. Lt. v. Ravens Titi II, (Beſ.), 2. Delaware
(Lt. v. Mitzlaff), 3. Haltefeſt (Lt. Frhr. v Berchem). Tot.
74:10. Pl. 26. 27, 20:10. Unpl.: Flibuſtier (4) Vendetta,
Myman, Konſtantin. Leicht 3½1 Lg. Pokal; Ehren=
preis
und 6000 Mark. Diſtanz 1400 Meter: 1. Hrn. W.
Lindenſtaedts Nettle (A. Plüſchke), 2. Goltz (Raſtenberger),
3. Willybrook (Blume)). Tot. 84:10. Pl. 29, 15, 7910.
Unpl.: Mount Cote, Herzkönig, Orpheus, Tanagra,
Sideslip. Norton, Saint Cronan. Potoskaff. Kampf ½ bis
Kopf-½ La Bremer= oder Jagd=Rennen; Ehrenpreis
und 3500 Mark. Diſtanz 4100 Meter: 1. Lt. Goeſchens

Gornl Wave (Bef) 2. Preſton (8t, Frhr. v. Berchem,
3. Coiffeur (Lt. Prinz zu Bentheim). Tot. 180110. Pl.
33, 16 16:10. Unpl.: Holly Head (4), Country Couſin (5),
Miß Fife, Jage. Kampf Hals-23 Lg. Alnok=Rennen;
1500 Mark. Diſtanz 1400 Mster: 1. He K Trues Lilli
(Beſ.) 2. Delorius (F. Meyer), 3. Delphin I (D. Pleuß).
Tot fehlt Unpl.: Akoni, Sportsdame, Heckenroſe, Sports=
könig
. Diplomat, Dreifuß, Amuroſa, Maiglöckchen, Luci,

Muſik.

Die Begeiſterung für Richard Wagner, die mit der
Freigabe des Parſifal in dieſem Jahre neu entfacht wor=
den
iſt, gab dem Verlag der Muſikfür Alle‟ Ver=
anlaſſung
, nun auch ein weit populäreres Werk des großen
Meiſters dem Parſifal folgen zu laſſen: Die Wal=
küre
Sie erſcheint als erſtes Heft einer dem Ring des
Nibelungen gewidmeten Serie, mit deren Herausgabe
der Verlag gewiß einem lange gehegten Wunſche aller
Muſikfreunde und beſonders ſeines Leſerkreiſes entſpricht.
Der Notenteil, der dem illuſtrierten einführenden Artikel
von J. C. Luſztig folgt, nimmt in der Hauptſache auf die
drei großen Höhepunkte des Werkes Rückſicht, die ja auch
durch Vorführungen außerhalb der Bühne die bekannteſten
geworden ſind. Das Walküre‟=Heſt der Muſik für Alles
iſt wie alle bisher erſchienenen Wagnerhefte zum Preiſe von
50 Pfennigen in allen Buch= und Muſikalienhandlungen
ſowie direlt vom Verlage Ullſtein u. Co., Berlin SW. 68,
Kochſtraße 2226, erhältlich.

Wie ich mein Haar rettete. (VIII,8948
Mein Haar war dünn, kurz, trocken und ſpröde, Jedes=
mal
fielen mir beim Kämmen oder Bürſten eine Menge
aus, und mir wurde Angſt, ich könne noch ganz kahl wer=
den
, wenn das ſo weiter ginge. Ich ließ es von einem
Spezialiſten unterſuchen, und der erklärte, es handele ſich
um einen beſonders ſchlimmen Fall von Schuppenbildung
ſo ſchlimm, daß er nur eines wiſſe, von dem Abhilfe zu
erhoffen ſei, und das meinem Haar die frühere Fülle und
Schönheit wiedergeben könne. Ich ſolle mir in der Apo=
theke
oder Drogerie folgende Miſchung zuſammenſtellen
laſſen: 85 Gr. Bay Rum, 30 Gr. Livola de Composée und
1 Gr. krist. Menthol, und das zweimal täglich mit den
Fingerſpitzen ſorgfältig in die Kopfhaut einreiben. Ich
war wohl ſkeptiſch, befolgte aber ſeinen Rat. Zu meinem
Entzücken hörte der Haarausfall wirklich bald auf, das
Haar wurde wieder hübſch geſchmeidig, ſeidig glänzend,
ja nach einigen Wochen konnte ich ſogar konſtatieren, daß
es wieder länger wurde. Ich ſetzte mit der Behandlung
fort, und die Schönheit und üppige Fülle meines echten
Haares fällt allen meinen Bekannten auf. Wie der Spe=
zialiſt
ſagte, hat er ſchon viele ſolcher Fälle gehabt, das
Reſultat war mitunter ſtaunenerregend. Es gäbe nichts
Beſſeres fürs Haar, als dieſes Rezept. Da es in meinem
Falle ſo gut geholfen, ſei es zum Wohle aller, die ihr Haar
erhalten möchten, hier veröffentlicht. R. C. E.

Nachdruck verboten

Der enorme Umsatz des Speier-
Stiefels beweist seine Güte.

Enrootoer Grundeatz

Schufiwarenhaus
22475
Inh.: Paul Wildau

Wudwigstr.

Verkaufsstellen von Speier’s Schuhwaren befinden sich in: Darmstadt, Frankfurt a. M., Offenbach, Hanau, Worms, Würzburg, Nürnberg.
München, Stuttgart, Straßburg, Köln, Aachen, Leipzig, Linden, Hannover, Hamburg, Breslau, Dortmund, Düsseldorf, Bonn, Duisburg.

Speier’s Weitenskala
Ges. geschützt unter Nr. 121565.
Weite 1 extra schmal
2 sehr schmal
3 schmal
4 mässig schmal
5 normal weit
6 weit
7 sehr weit
8 extra weit
9 aussergewöhnlich weit
10 ganz aussergewöhnl. weit
11 abnorm weit
12 ganz abnorm weit.
Unsere vielen Weiten ermöglichen es uns.
für jeden Fuss, ob klein, ob gross, ob
schmal, ob breit, einen gut passenden
Schuh oder Stiefel zu geben.

Hauptverkaufspreise
für Damen- und Herren-Stiefel:

schadet nie! Lassen Sie sich um keinen
Preis von der Ueberzeugung abbringen,
daß nur ein tadellos passender Stiefel,
wie z. B. der Speier-Stiefel, Ihrem Fuße
ein unentbehrlicher Halt, eine notwendige
Stütze sein kann; nur eine solche Marke,
bei deren Anfertigung solideste, ge-
diegendste
Materialien Verwendung
finden, kann Sie vollauf befriedigen.

[ ][  ][ ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Spezial-Abteilung
für Gardinen und
Dekorationen.

Elisabethenstrasse

DARMSTADT

ebot!
Extra-Anc

Ganz besonders günstige Einkaufsgelegenheit!

Deutsche Tepoiche, Vorladen u. Verbindungsstücke.

Ein Posten Bouclé-Teppiche
besonders preiswerte Strapazierqualität
ca. 250/350
ca. 165/235
ca. 110/200
ca. 200/300 Ein Posten Prima Axminster
; bestes Fabrikat dieser Webart, reiche Muster-Auswahl, vollendet schöne Dessins
ca. 200/300
ca. 300/400
ca. 250/350 60. 2.
39. .
26.75 .
21. 3.
à Stück 3.90
Vorleger 72. M.
148.
108.
Vorleger ca. 65/135 cm
11.

Axminster II

ca. 130/200 cm
ca. 160/240 cm
ca. 200/300 cm
ca. 260/350 cm
Vorleger

16.50
23.25
33.70
49.50
3.25

Axminster
18.50
29.
40.−−
65.
6.50

Tapestry-Anker
Ia
20.50
30.50
47.
78.
4.20

Velour Ia
19.50
29.50
45.
71.
4.78

Velour-Anker
26.50
40.50
61.
108.
6.50

Grosse Auswahl in Verbindungsstücken ca. 90180 cm

mechanisch Smyrna mit Fransen, auf Haar
gewebt, rein wollene Qualität
16.50
derselbe ca. 110/220 25.

Anker-Velour mit Fransen, bestes Velour-Fabrikat
24.50

Smyrna, Tournay mit Fransen, schwer woll. Fabrikat
25.

11
Laufer-Stofe

Cocosläufer
Wolläufer
Bouclé

67 cm
1.40
2.25
3.50

90 cm
1.85
3.
4.90

Tapestry
Velour
Boucle Ia

67 cm
2.20
3.50
5.60

90 cm
3.50
5.
7.50

Engl. Tüll-Gardinen
per Pastr 2.85 3.35 3.70 4.50 5.60 6.50 7.20
6.50 9.00 9.60 10.50 12.00 bis 26.00 Mk.
Reiche Auswahl moderne Dessins!
Einzelne Paare, leicht angetrübt, weit unter Preis!

8941
Allover-net
(Gardinen-Tüll-Stückware) ca. 130160 cm breit
per Meter 80 1.00 1.20 1.40 1.70 2.00 2.40
2.70 3.00 3.50 4.50 bs 17.00 Mk.
Ganz enorme Auswahl in deutschen und engl. Fabrikaten!
Entzückende Neuheiten!

Stores, engl. Tüll
per Stück Mk. 3., 3.90
5. bis 8.50.
Erbstüll
per Stück Mk. 6.50, 9.,
11.75, 13.75, 16.50.
Stores, Stückware
320 cm hoch mit Volant
per St. Mk. 4.25, 4.40, 6.25.
Einzelne Stores weit unter Preis!

Allover-Garnituren
bestehend aus 2 Chales und
Querbehang
per Garnitur:
Mk. 5.20, 7.25, 8.25, 9.,
10.50, 13.75, 16.75,
18.50, 22.-, 24.50.

Einzelne Garnituren
weit unter Preis!

Bonne-femmes

ca. 140 cm breit, 250 cm hoch
in Erbstüll
Mk. 6., 10.-, 12.75, 17.50.
Allover
Mk. 5.25, 6.60, 11., 13.25.
Bonne-femmes, Stückware
ca. 250 cm hoch mit Volant
per Stück Mk. 5.25, 6., 9.,
12..
Einzelne Bonne-femmes
weit unter Preis!

Leinen .
Gobelin
Moquette

Tisch-Decken
Mk. 5.25, 6.50, 7., 8., 9.25
Mk. 7.75, 9., 11.50, 13., 15.
Mk. 12.75, 15.50, 17., 21.50

Divan-Decken

Gobelin . . Mk. 12., 13.50, 15.-, 17., 19.50
Moquette Mk. 20.-, 24., 25.50, 27., 29.50
Federplüsch Mk. 32., 45.-, 60., 85.

Rouleauz-Stoffe

glatt Cöper la
Damast
Damast la

ca. 80 cm
. 90
1,45

ca. 130 cm
1.40
1.60
2.25

Extra
Angebot

Dekorations-Stoffe

per Meter

ca. 125 cm
1.80 2.75 3.25
. 3.50 4.25
5.
Reizende Neuheiten!

Auf alle Preise gewähre ich 3 Prozent Skonto bei Kasse!

[ ][  ][ ]

L

Eiia

agblatt

C

Leitt

Nr. 95.

Sonntag, 5. April.

1914.

Neue Jacken-Kostüme

Jacken-Kostüme

moderne Blusenform in reinwoll., schwarz und
marine Kammgarn, sowie schwarz-weiss karierten
Stoffen, Jacke auf guter Seide gearbeitet .

Jacken-Kostüme

aus reinwoll. schwarz und marine Cötelé und Kamm
garn, tadellos verarbeitet, neueste schwarz-weisg
karierte Stoffe und solche engl. Art .

Jacken-Kostüme

als besondere Gelegenheit, selbstgefertigt aus Ia
deutschen und echt englischen Stoffen, neueste
Formen .

Jacken-Kostüme

speziell in weiten Frauengrössen, schwarz, marine
und solide Stoffe englischer Art, äusserst kleidsame
Formen .

Jacken-Kostüme

von der Mode bevorzugte Blusenformen in Moiré,
Mohair und Eolienne, glatt und gemustert, schwarz
und farbig, sehr elegant
,

Neue Frühiahrs-Mäntel

Frauen-Paletots

in schwarz Tuch, Foulé u. Cötelé,
glatt u. garniert, in den grössten
Weiten vorrätig
von

Seidene Paletots

moderne kurze, sowielange u. halb-
lange
Formen in Moiré, Taffet- u.
Seiden-Ottomane
. von

175.- bis

Uebergang-Paletots

schicke Neuheiten in deutschen u.
echt englischen Stoffen, dunkel
und mittelfarbig
von

65. bis

Sport- u. Reise-Mäntel

sehr fesche kurze und halblange
Formen in den neuesten Farben,
spez. für junge Damen . . von

Gummi- u. Regen-Mänte.

neue Formen in erprobten Quali-
täten
, schwarz, marine, grün,
mode, grau
von

48. bis
15

Taillen-Kleider

Aparte Neuheiten in
Wollerépe, Voile, Taffet
und fliessender Seide.

Neue Blusen

Grösste Auswahl in
Seide, Crépe de Chine, Wolle,
Mousseline und Voile.

Kostüm-Röcke

Schicke Formen in
neuesten einfarbigen, sowie ge-
streiften
und karierten Stoffen.

(X,8972

Frankfurt a. M.
Derr10

1 Gaslüſter
(5flammig)
billig abzugeben. Näh. in der Ex=
(6856t
pedition ds. Bl.

verſch. Ausziehtiſche in Eichen u.
Nußb., Chaiſelongue, tadell. Arbeit,
2tür. Spiegelſchrank, Diwan, Bett=
ſtellen
, Patentmatr., kompl. Schlaf=
zimmer
u. Küchen ſehr bill.
*9172sg) Hügelſtr. 29, Werkſtätte.

Nebr. guterhaltene Möbel: Vertiko
Galerieſchr., 12tür. Kleiderſchr.
Waſch= u. Nachtt., Küchenſchränke
Diwan, Sofz, Chaiſelongue. Tiſche
Stühle, Blumenkrippen u. verſch.
Möbel ſtets am billigſten abzugeb
(*2479sg) Wendelſtadsſtr. 2.

Wo
kaufen Sie preiswert
ungefälſchten, reinen

Bei: (6994a
Fr. Beckenhaub
Medizinal-Drogerie
Ecke Schul= und Kirchſtraße
Drogerie Carl Watzinger
Wilhelminenſtraße 11.
(Schwarz-weisse Rabattmarken).

Spezialität:

aus trocknem, ge-
rissnem
Eichen-
holz
, dauerhafter
als geschnittenes
Holz

stets vorrätig
offeriert billigst

Küfermeister
Teichhausstr. 40.

Hausfrauen! Schnitlauch in
Töpfen, ſpottbill. Mollerſtr. 36. (*92

Jorte voll Gzer
hei billiger -llerungnurmit
Muskator
Jrocken-Jleischfaserfuller.
für Geflirgel.
Zu hahen.
W. Nungesser, Darmstadt,
Dieburgerstrasse 10.

Gr. Ausziehtisch
gekoſtet Mk. 180., zu Mk. 75.
abzugeben Hügelſtraße 29,
Werkſtätte.
*9171sg)

Heyl & John, Mannfaktarwaren. (5511a

Prima Ia schnittfeste hellrote

Salami
nach Ital. Art. Beste haltbare
Winterware, pikant i. Geschmack!
Aus feinstem untersuchtem Roß-,
Rind- u. Schweinekl. à Pfd. 110 Pf.,
desgleichen schöne schnittfeste
Knaekwurst (polnische), geräuch.
Zungenwurst in Schweinsblasen.
Feinste pikante weiche Mettwurst,
Göttinger Art, per Pfd. 70 Pfg. ab
hier. Jeder Versuch führt zur
dauernden Nachbestellung. Viele
Anerk. Vers. nur geg. Nachn. (166a
A. Schindler, Wurstfabrik,
Chemnitz, Sachsen 32.
ſehr billig ab=
Gebr. Adlerrad zugeben
9000a)
Grafenſtraße 26.
Sehrock=, Frack=, Smoking= An=
züge
, Zylinder zu verleihen.
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (7051a

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Nummer 95.

JUSET STASL & U- DARTSTADT
15 Ludwigsstrasse 15
GROSHANDLUNG TEKTLER NEUHEITEN
für moderne Innendekoration
Möbelstoffe, Dekorations- und Vorhangstoffe, Wandspannstoffe, bedruckte
und gewebte Tischdecken, Kissen etc. etc. nach Künstler-Entwürfen.
Lieferung durch die einschlägigen Geschäfte der Branche!
Auf Wunsch steht die Firma mit Angabe geeigneter Bezugsquellen zu Diensten!

sesesesesSece Sssssssssssssss
Hat Ihnen Ihr Arzt Bäder eder Massagen verordnet,
so nehmen Sio dleselben am besten im
Marienbad

Telephon 835,
Landgraf Philipp-Anlage 62.
Verabreicht werden alle Arten Bäder, wie elektr. Licht-, Dampf-, Fichtennadel-, Salz- Kleie-,
Heublumen-, Schwefelbäder usw.
Spez.: Kohlensäurebäder (Patent Keller), Sauerstoffbäder.
Massagen, auch Vibratlonsmassagon, sow. elektr. Bestrahlungen m. weissem u. blauem Licht,
Teil- und Ganzwickel, Fangopackungen, alle Arten Güsse werden gewissenhaft ausgeführt.

Für Damen

separate Abteilungen

eleg. Damenlichtbad

Bedienung von ärztl. gepr. Masseuse.
Die Anstalt ist tüglich geöffnet von morgens 7 bis 8 Uhr abends,
Sonntags bis 12 Uhr mittags.
Preise der gebräuchlichsten Bäder.
Elektr. Lichtbad mit Massage, Wannenbad u. Dusche . . 1 K. Mk. 2.25, 10 K. Mk. 18.00.
1 K. Mk. 1.7o, 10 K. Mk. 13.00.
Kohlensäurebad
1 K. Mk. 2.00, 10 Mk. 17.00.
:. . . . . .
Sauerstoffbad .
,
Vorgenannte Bäder verstehen sich mit grosser Wäsche.
1 K. Mk. O.7o, 10 K. Mk. 6.00.
Wannenbäder 1. Kl, ohne Wäsche
. . . . . . . 1 K. Mk. 0.50, 10 K. Mk. 4.00.
do, 2. Kl.
Zusatz von Heublumen, Fichtennadel, Schwefel Mk. o.50, Salz kg Mk. O.20.
Alle anderen Anwendungen werden billigst berechnet.
Verlangen Sie Prospekt.
Alle Krankenkassen sind zugelassen.
Um recht fleissige Benutzung der Anstalt bittet
A. Anger.
6886a)


F 1

ohrung: 65 mm
Hub: 105 mm
Steuerpferde: nahezu 6
Bremsleistung: mindest. 15

Puppchen

das ldeal des
Selbstfahrers!

Weit stärker als der von
unserer Konkurrenz an-
gebotene
5/43 AP. mit
Bohrung 65 mm, Aub
98 mm. Unser Wagen
besitzt wesentl. Vor-
züge
, ist in allen Di-
mensionen
grösser und
stabiler gehalten und
stellt somit einen
Gebrauchswagen ersten Ranges
dar. Nahezu 1000 St. dieser Wagen wurden in kür-
zester
Zeit verkauft, ein Beweis dafür, wie gross die
Nachfrage nach diesem Modell ist.

Als Zwelsitzer Mk. 4100
Preis: Als Viersitzer. Mk. 4300

(6582a

MAAS & EEMMIRIID

Rheinstr. 19
Telephon 825.

Billige Putzartikel!

weiß gelb, aus reinem Terpen=
Parkettwachs
tinöl hergeſtellt, ¼ kg=Doſe
Mk. 1.40, ½ kg-Doſe 75 Pfg.
Terpentinöl per Literkrug 90 Pfg. (8392mg

Leinölfirnis dopp. gekocht, per Literkrug 80 Pfg.
Salmiakgeiſt per Literkrug 50 Pfg.
raſch trocknend,
Staub=
bindendes
Fußbodenöl per Literkrug 50 Pfg.
per Pfund
Pfund
per
Schmierſeife 22 Pfg. Soda 4 Pfg.

p. Pfund
Kernſeife zo Pfg. Seifenſand 8 Pfg.

1 Pfd.=P.
Pinſel Stahlſpäne Bürſten
Zum Fußbodenanſtrich empfehle:
beſte Qualität, raſch trocknend, per
Spirituslack
1 kg=Doſe Mk. 1.
hochglänz. und harttrocknend, per
Bernſteinlack
1 kg=Doſe Mk. 1.30.
Alleinige Niederlage in Darmſtadt
des als ganz vorzüglich und konkurrenzlos anerkannten
Bodenanſtrichs

Wehroſel

Es gibt kein dasſelbe an Hochglanz und Haltbarkeit über=
treffendes
Fabrikat. Per Literkrug Mk. 1.20.

Friedrich Hebermeh

Ecke der Kies- u.
Nd.-Ramstädterstr.

Haistuehe
gehr geeignet
für Sport-Bekleidung und Schul-Anzüge
In grosser Auswahl
Reste besonders billig
Jackenfutter in Halbseide u. Baumwolle
(6154a
in nur guten Qualitäten
zu auffallend billigen Preisen

Wilh. Conrad,

Spezial-Geschäft für sämtl. Schneiderei-Bedarfsartikel.
Unterhaltung von Gärten
Anlage und Umarbeitung von Gärten
Billige fachgemässe Bedienung
Pläne, Voranschläge, Besprechung kostenfrei.
Rudolf Hank, Landschaftsgärtner

Moosbergstrasse 24.
Latente

(B4967

33

Patent- und Ingenieur-Büro (910a
Rheinstr. 19, I. Darmstadt Telefon 1695.

[ ][  ][ ]

Gar aus Cotervest
von einem persönlichen großen Einkauf neu eingetroffen:
Große Posten eleganter und zum Teil regulär teuerster
Jackenkostüme, Moiré- und Seidenjacken,
Frühjahrs-Mäntel, Blusen, Kostümröcke,
in Seide und
Abendkleider, Nachmittags-Kleider wollerepe.

Kostümé neueste Blusenform mit Tunique-Röcken,
in schwarz-weiß karierten, sowie modernen Unistoffen 10 15 25 30 42 45-
Jackell Moiré und Seide, Blusenform, hübsch gar-
niert
, in allen Weiten . . .
152 162 230 290 35 390
Frühjahrs-Mäntel und Paletots
aus einfarb., gemusterten u. schwarz-weiß kariert. Stoffen 3 12 10 25 2, 23
aus Ia Tuch- u. Kamm-
Schwarze Mäntel garnstoffen, Revers- und
Kragenform, auch für sehr starke Damen vorrätig . . 14 10 25 28 35 42
Seiden-Blusen) in weiß oder farbig, mit ver-
12
500 150 95
schiedenen Garnierungen . . . . .
,

Beachten Sie unsere Schaufenster!

(8942



Ae
Jarmsfack.
C
Erstklassiges Spezialhaus für Damen-, Backfisch- und Kinder-Konfektion.

Uin zoin bas

Schilierplatz

(8583a)

Telephon 976

Schulranzen für Knaben u. Mädchen
Büchermappen Griffelkasten
Schiefertafeln, Schwammbüchsen
Schreibetuis Frühstückstaschen

Der Sieg des Herzens.
Roman von Otto Elſter.
Nachdruck verboten.)
3)

Sie ſind wohl die Tochter des Herrn Borchers?
fragte Hans.
Ja, mein Herr.
Nun, ich hätte wohl Luſt, das Zimmer zu mieten.
Mein Name iſt Hans von Ballhauſen ich werde hier
ſſtudieren. Was iſt der Preis des Zimmers?
Bitte da kommt mein Vater.
Ich habe die Ehre, mein Herr, rief er lebhaft. Alſo,
Sie wollen das Zimmer mieten? Ich verſichere Sie,
Sie werden ſich ſehr wohl darin befinden. Meine Frau
beſorgt Ihnen das Frühſtück meine Tochter Eva ſieht
ſauf Ordnung o, ſie iſt ſehr auf Ordnung und Rein=
lichkeit
, die Eva. Kein Stäubchen, keines dieſer unan=
genehmen
kleinen Tierchen, die man ſo oft in Berlin
trifft
Vater! unterbrach ihn Eva.
Nun ja, Reinlichkeit iſt die Hauptſache. Das weiß ich
aus meinem Geſchäft. Ich bin nämlich Friſeur und
Coiffeur und beſchäftige mich mit der wiſſenſchaftlichen
Haarpflege. Ich bitte, mich nicht mit einem gewöhnlichen
Barbier zu verwechſeln. Ich barbiere niemals das
beſorgt mein Sohn wiſſen Sie, was für ein Unter=
ſchied
zwiſchen einem Coiffeur und Barbier iſt?
In der Tat nein.
Na, kurz geſagt ein Coiffeur iſt ein gebildeter
Mann, ein Barbier aber ein ungebildeter und ich bin
Coiffeur, mein Herr.
Hans lachte.
Ein feiner Unterſchied, Herr Borchers.
Nicht wahr? Aber ſagen Sie mal, wer hat Ihnen
denn die Haare abgeknipſt? Das iſt ja eine ganz un=
verantwortliche
Arbeit. Darf ich meine Schere holen?

Ein anderes Mal, Herr Borchers, wehrte Hans
lachend ab. Jetzt handelt es ſich um dieſes Zimmer.
Welches iſt der Preis?
Fünfunddreißig Mark mit Frühſtück, mein Herr
keine fünfzig Pfennig billiger, wie meine Frau ſagt. Uns
kommt es nicht ſo ſehr auf den Preis an als auf einen
netten, ſoliden Zimmerherrn. Wenn man eine erwachſene
Tochter hat, muß man vorſichtig ſein, nicht wahr, mein
Herr?
Aber, Vater!
Ja, ja, mein Kind, ich weiß ſchon, was Du ſagen
willſt. Du biſt keine von denen, welche . . . na, ich bin
ſchon ſtill. Alſo, mein Herr, Sie nehmen das Zimmer?
Hans ſah nach Eva hinüber, welche ſich an den Gar=
dinen
zu ſchaffen machte. Der volle Sonnenſchein um=
wogte
ſie mit einem goldigen Glanz, daß ihre ſchlanke
Geſtalt wie verklärt erſchien. Hans glaubte noch niemals
eine ſo reizvolle Mädchengeſtalt geſehen zu haben.
Raſch entſchloſſen ſagte er:
Ja, Herr Borchers, ich nehme das Zimmer. Ich
kann doch wohl heute noch einziehen?
Gewiß, mein Herr, dem ſteht nichts im Wege. Wie
iſt doch Ihr werter Name?
Hans von Ballhauſen ich werde das Polytechni=
kum
beſuchen.
Herr von Ballhauſen große Ehre das Zimmer
ſteht Ihnen ſofort zur Verfügung. Meine Frau wird ſich
ſehr freuen, Ihre Bekanntſchaft zu machen. Eva, ruf doch
die Mutter.
Frau Borchers, die ihren Anzug mittlerweile in
Ordnung gebracht hatte, erſchien und begrüßte Hans mit
mürriſcher Fleundlichkeit.
Frau Börchers gefiel ihm allerdings weniger als ihr
lebhafter, ſpaßhafter Gatte und die liebliche Eva. Aber
er merkte doch, daß er einer richtigen braven Frau gegen=
überſtand
, die zugleich die Zügel ihres ehelichen Verhält=
niſſes
ſtramm in den kräftigen Händen hielt. Herr Karl

Adolf Borchers nahm in ihrer Gegenwart an Wichtigkeit
ſehr ab. Man ſah, daß er in wirtſchaftlichen Angelegen=
heiten
nicht viel zu ſagen hatte.
Hans verabſchiedete ſich. In einer Stunde werde
er ſeine Sachen ſchicken. Er reichte Herrn und Frau Bor=
chers
die Hand. Karl Adolf erſchöpfte ſich in höflichen
Redensarten, Frau Borchers ſagte nur: Wenn Sie ein
ordentlicher Herr ſind, werden wir ſchon gut miteinander
auskommen. Sonſt möchte ich Sie bitten, ſich ein an=
deres
Logis zu ſuchen.
Er grüßte Eva noch mit einer höflichen Verbeugung
und entfernte ſich, von Karl Adolf bis an die Treppe be=
gleitet
. Schmunzelnd und ſich die Hände reibend, kam
er zurück.
Ich hoffe, Sie werden mit mir zufrieden ſein, Frau
Borchers, entgegnete Hans lächelnd.
Das iſt ein Glücksfall, Schatz, ſagte er zu ſeiner Frau,
die den Kaſfee auf den Tiſch ſtellte. Ein feiner, nobler
Herr Ballhauſen, von Ballhauſen! Ich kenne den Na=
men
. Ein Graf von Ballhauſen ſteht als Leutnant bei
den Gardehuſaren ich hab’ ihn mal friſiert ob die
wohl miteinander verwandt ſind? Denk Dir, Schatz,
wenn wir einen Grafen als Mieter kriegten!
Die Hauptſache iſt, daß er ein ordentlicher Menſch iſt,
entgegnete Frau Borchers ernſt.
Ach, Du mit Deinem ordentlichen Menſchen! Die
jungen Herren von heute ſind nun mal keine Engel. Und
nun noch dazu ein Herr von Ballhauſen ein Graf Ball=
hauſen
. Da muß man ſchon ein Auge zudrücken.
Ja, ja, man kennt ja Deine Vorliebe für die Herren
mit dem Wörtchen von vor ihrem Namen. Das iſt auch
ſo ein Sparren, den Du mit vielen Leuten teilſt. Wenn
ein Baron oder ein Graff Euch die Hand gibt, glaubt Ihr
Wunder was für eine Gnade Euch erzeigt iſt. Die Haupt=
ſache
iſt doch, daß das Herz auf dem richtigen Fleck ſitzt.
Tut es ganz beſtimmt bei unſerem neuen Zimmer=
herrn
, Schatz. Glaub es mir, ich habe dafür den Blick

[ ][  ][ ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Nummer 95.

KINDERWAGEN
KLAPPSPORTWAGEN

Wir zeigen Ihnen eine
enorme Auswahl!
Wir überzeugen Sie von unserer

grossen Preiswürdigkelt!
Wir garantleren Ihnen für
erstklassige Fabrikate!

(8944

ANNCUUFRE

Hoflieferanten

Selbsteingemachtes
Eilder Delikatess-Sauerkraut
das beſte was in dieſem Artikel geboten werden kann,
per Pfund 10 Pfg.
Pfälzer Sauerkraut
vorzüglich im Geſchmack per Pfd. 7 Pfg., 3 Pfd. 20 Pfg.
(8334a
empfiehlt
Georg Korbus, Einmachgeschäft
Telephen 1093.
Luisenstrasse 36.
Brautoaare!
Besichtigen Sie zwanglos und unverbindlich
in Ihrem eigenen Interesse nachstehende mit
bedeutender Preisermäßigung zu-
sammengestellte
Wohnungs-Einrichtungen.
5-Zimmer-Einrichtung mit Küche u. Vorplatz . Mk. 3950.
Z-Zimmer-Einrichtung mit Küche u. Vorplatz . Mk. 3360.
Z-Zimmer-Einrichtung mit Küche u. Vorplatz . Mk. 2940.
3-Zimmer-Einrichtung mit Küche u. Vorplatz . Mk. 2710.
3-Zimmer-Einrichtung mit Rüche u. Vorplatz . Mk. 2450.
3-Zimmer-Einrichtung mit Küche u. Vorplatz Mk. 1980.
3-Zimmer-Einrichtung mit Küche u. Vorplatz . Mk. 1380.
2-Zimmer-Elnrichtung mit Küche u. Vorplatz . Mk. 940.
A. Schwabir.
Haus für kompl. Wohnungseinrichtungen in allen Preislagen
Rheinstraße 41 (keine Läden) Marienplatz 9
Man achte gonau auf dio Firmal Laden mit 5 Schaufenstern.
Man verlange Preisliste und Abbildungen.

gebr. guterh. Pianino zu verk.
Ebh. ve. 2ſch u. Stiuſte bil n
verk. Eliſabethenſtr. 49, (*8974fg Beſſungerſtraße 115. (*9196sgo

Spezial-Werkstätte

für

Nähmaschinen-
Repardturen
aller Systeme. (4185a
August Engel
Hehuchardstr. 8, Fernspr. 1128.
Aeltestes Geschäft
der Branche am Platze.

gardicht u ſein dil. 1. Zit.
Hüte w. verw., vorj. Hüte w. um=
faſſonirt
u. garn. Form. u. Zutat. bill.
Ludwigsplatz 8, Vorderh. III. (8901a

Hübsche Damen
erhalten einen blühenden Teint
durch die Anregung des Stoff-
wechsels
der Haut mit Hilfe
der unerreichten Wirkung der
patentierten Providol-Seife
die tügliche Toilette-Seife und
das billigst. Schönheitsmittel zu-
gleich
. Preis 50 Pfg., zu haben
in der Einhorn-Apotheko und den
Drogerien:
Bavaria-Drog., HansWagenbrenner
Georg Liebig & Co., Luisenstraße,
Friedrich Schäfer,
Chr. Schwinn, Inh.: W. Reich,
Ph. Socker, Nachf. Herm. Hoechster,
Gebr. Vierheller, Schustergasse 4,
Viktoria-Drog., Joh. Stengel, Hein-
heimerstraße
16,
Zentral-Drogerie, Anton Logel,
Elisabethenstraße 30. (I,8974

Scheuermann’s Bienenstände
Gartenstadt Hohlerweg 95 Telefon 1156
Bienenhonig letzter Ernte per Pfd. 1 M.
Verkaufsstelle nur:
L. ENGELHARD Nachfolger, Darmstadt, Gr. Ochseng. 27.
Daselbst auch alle zur Bienenzucht nötige Gerätschaften wie:
Wabenzangen, Imkerhandschuhe, Imkerschleier u.-hauben, Rauch-
apparate
, Königinfangkäfige, Absperrgitter, Ia. Kunstwaben,
(908a
Honiggläser ete etc.
meys Stonkasche
aus der Fabrik von Mey & Edlich in Lelpzlg-Plagwitz
ist jeder anderen Wäsche vorzuziehen.
Einmaliger Versuch führt zu dauern-
der
Verwendung. Nur wenige Pfennige
jedes Stück.
(7545a
Vorrätig in Darmstadt bei: H. Nau &
Sohn (auch en gros), Schustergasse 16,
neben der Krone; Herz Hachenburger Sohn
(en gros), Rheinstraße 1; Augusta Graulich,
Kirchstr. 27; W. Heckmann, Mühlstr. 72,
gegenüber der Stadtkapelle; Meister &
Weissheimer, Gr. Ochsengasse 24; Gebr.
Unger, Ludwigstraße 9; Geschw. Merkel,
Pankratiusstraße 23; Math. Eecher, Kirchstraße 17; Georg Hof,
(Inh. Hermann Bankwitz), Hofpapierhandlung; L. & II.
Fuld, Kirchstraße 12, Zum weißen Schwanen; L. Engelhardt
Nachfolger, I. Scheuermann, Gr. Ochsengasse 27, sowie in allen
durch Plakate kenntlich gemachten Verkaufsstellen.
gag Man nute sich vor Nachahmungen mit Ahnlichen Hti-
dtomt
und Verpacknngen, howie densellen Menennungange

Jraunige
nachKimsfſer Sntwürfen
(gesetzlich geschülal)
Symbol Ornammnfe
und glatte Trauringe in 8 verschied. Formen
in grosser Auswahl vorrätig, Paar v. 10 Mk. an

Cg. KARP

Hoflieferant, Darmstadt
Ludwigstrasse 20.

ich verſteh’ mich auf das Phyſiognomiſche das bringt
mein Geſchäft ſo mit ſich. Nicht wahr, Eva, Du biſt auch
meiner Meinung?
Ich kann noch nicht urteilen, Vater, ſagte Eva, indem
ſie ihm eine Taſſe Kaſfee einſchenkte. Aber einen recht gu=
ten
Eindruck macht er.
Ja, ja einen guten Eindruck ein vornehmes
Exterieur man merkt gleich, daß man einen Kavalier
vor ſich hat.
Bleibt mir mit Euren Kavalieren vom Leibe,
brummte Frau Borchers. Dahinter ſteckt meiſtens nicht
viel anderes als ein leeres Portemonnaie und ein Buckel
voll Schulden. . .
Du mußt auch immer ſchimpfen, meinte Karl Adol)ſ
ärgerlich und beſchäftigte ſich ſchweigend mit ſeinem
Kaſfee. Dann begab er ſich in den Laden hinunter, wäh=
rond
Frau Borchers den Tiſch abräumte und wieder in
der Küche verſchwand.
Eva trat an das Fenſter und ſah auf den Hof hinaus.
Viel war da nicht zu ſehen. Es war ein enger, finſterer
Berliner Hof, und die Dunkelheit ſchien von unten herauf
zu kriechen wie ein unheimliches Tier. Eine graue,
ſchmutzige Mauer ohne Fenſter ſchloß den Hof nach hin=
ten
zu ab, während er rechts und links von den Seiten=
flügeln
des Vorderhauſes begrenzt wurde. In dieſen
Seitenflügeln befanden ſich kleine Wohnungen, die ge=
ringe
Leute, kleine Handwerker, Arbeiter und Arbeite=
rinnen
aller Art inne hatten. Eine Schar Kinder ſpielte
lärmend auf dem Hofe.

Eva ſah eine Zeitlang dem Spiel der Kinder zu ohne
Intereſſe. Ihre Gedanken weilten nicht bei dieſen Spie=
len
und dieſen Kindern. Sie dachte an den jungen Herrn,
der heute das Zimmer bei ihnen gemietet. Sie hatte
wohl bemerkt, daß ſein Auge mit Wohlgefallen auf ihr
geruht, und ſein Lächeln ſchien ihr zuzuflüſtern: Nicht
wahr, wir verſtehen uns und wir werden gute Freund=
ſchaft
halten.
Ach, das war ja alles dummes Zeug! Wozu dieſe
Träumereien? Seufzend wandte ſie ſich wieder ab und
ſetzte ſich von neuem an ihre Arbeit.
Wollen wir nicht einmal zuſammen ausgehen, Fräu=
lein
Eva? fragte Hans, des jungen Mädchens Hand er=
greiſend
, als es das Frühſtücksgeſchirr aus ſeinem Zim=
mer
abholen wollte.
Es war eine kleine, weiße und weiche Hand, denn
Evas Beſchäftigung als Stickerin duldete nicht, daß ſie
ſich mit grober Hausarbeit beſchäftigte. Dieſſe ließ ſich
auch Frau Borchers nicht nehmen, die beſſer damit umzu=
gehen
verſtand, als ihre Tochter.
Hans hatte Luſt, dieſe kleine, weiße, warme Hand zu
küſſen, und er hätte es auch wohl getan, wenn Eva ihre
Hand nicht raſch zurückgezogen hätte.
Sie wiſſen wohl, Herr Baron, entgegnete ſie und eine
leichte Röte überhauchte ihre Wangen, daß ich ohne meine
Eltern nicht ausgehe.
Aber, das iſt doch kein Vergnügen, Fräulein Eva,
ſagte er lachend. Ihr Papa iſt ja ein ganz waßhaſter

Herr, aber den ganzen Abend von der wiſſenſchaftlichen
Haarpflege zu hören, wirkt doch ein wenig eintönig. Und
Ihre Mama.
Ich bitte, Herr Baron . . . . Sie brauchen ja nicht
mit uns auszugehen.
Sie nahm das Frühſtücksgeſchirr und wollte gehen.
Da legte er den Arm um ihre Taille . . . . Fräulein Eva
ich bin Ihnen gut . . .
Eine dunkle Blutwelle überflutete ihre Wangen. Mit
einer raſchen Wendung entzog ſie ſich ſeinem Arm.
Wollen Sie mich beleidigen, Herr Baron?
Ihre Augen blitzten ihn zornig an. Ihre Lippen beb=
ten
. Erſchreckt ließ er den Arm ſinken.
Verzeihung ich meinte es nicht böſe, Fräulein Eva,
ſtammelte er.
Ja, das ſagen die jungen Herren immer, wenn ſie ein
armes Mädchen betören wollen, ſprach ſie bitter lachend.
Wir ſind Ihnen gut genug für eine müßige Spielerei,
und leider Gottes gibt es Mädchen genug, welche darauf
eingehen. Ich aber gehöre nicht zu ihnen, und von
Ihnen, Herr Baron, hätte ich nicht erwartet, daß Sie
mich für ſo ſchlecht halten könnten .
Aber, Fräulein Eva . .. wenn Sie wüßten . .
Ich weiß genug, Herr Baron. Ich bitte ein für alle
Mal, mich mit ſolchen Worten zu verſchonen. Sie belei=
digen
mich und machen mir das Herz ſchwer .
Sie brach in Tränen aus und verließ raſch das= Zim=
mer
, ehe er ihr erwidern konnte.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 95.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Seite 21.

Die funrenden Marken der Schünbranche

Einheitspreise
12.50, 14.50, 16.50.

Salamander‟
Die Güte der Salamander‟-Stiefel
ist über jeden Zweifel erhaben.

Die UMSATZE der Marke Sa-
lamander
übertreffen die aller
anderen deutschen Schuhmarken.

Salamander‟-Stiefel erhielten
auf der Welt-Ausstellung in Genf
1913 den Grand Prix‟.

HERZ‟

die Qualitätsmarke. Schönheit
und Eleganz sichern dem Herz‟-
Stiefel einen Weltruf.

Herz‟-Stiefel

sind seit 35 Jahren zur vollsten
Zufriedenheit deren Träger in
unserem Geschäft eingeführt.

.

Ferner führen wir die rühmlichst bekannten Marken Bally‟, H. & B. Klein- und Dr. Diehl-Stiefel.
Schuhhaus Friedr. Soeder Hofl., Darmstadt

Ludwigstrasse 12.
25 Sme

8259a

Billige Oster-Zigarren!
Iinmmimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmhmimmim
Grosser Gelegenheitsposten
vorzüglicher Fehlfarben.
Im Geschmack genau so
gut, wie rein sortierte
Ware, aber 25 bis 30%
:: billiger wie diese
H. Scheufler

iſt es, zum Anſtreichen von Fuß=
böden
, Möbeln ꝛc. nur erſtklaſſiges
Material zu verwenden.
Ich empfehle:
Ia. Fußboden=
Slanzfarbe
in jeder Nuance, ſchnell trocknend,
Pfund 50 Pfg.

Sahaforium eldckauf
Staatlich konzessioniert.
Beste Erfolge bei akuten und chronischen Leiden,
bei Rückgratsverkrümmung u. Hüftgelenkschwäche

Gr. Ochsengasse 1,
neben J. G. Jacob.

(8708a

in diverſen Farben.
Der beſte, per Kilo Mk. 1.80.

I22
Räder

ſofort trocknend.
Der beſte, per Kilo Mk. 1.50.

B8618

erstklassige, bekannte Qualitätsmarke.
Haas & Bernhard

19 Rheinstraße 19.

Ausbeute.

(8207a

Zur beſſeren Ausbeute eines Rieſen=Maſſenartikels ſtiller oder
tätiger Teilhaber mit 510 Mille geſucht.
(*8972fg
Anfragen urt. D 26 an die Exped. d

Bernstein-Pussbodenlack
Spiritus-Fussbodenlack
Blitzél
das ächte, per Liter Mk. 1.20.
Pinſel. Bürſten
in Rieſen=Auswahl, alle übrigen
Artikel gleichfalls billigſt.
Drogerie
Inh.: Herm. Hoechſter
Ludwigshöhstr. 1 Tel. 244.
(Schwarz=weiße Rabattmarken)
e

Ein neues 4ſitzig. Break, ein. neuen
geſchl. Milchwagen, zwei neue
Federrollchen, neue Stuhlwagen
billigſt bei Ph. Hofmann, Eber=
ſtadt
, Darmſtädterſtr. 5. (6574a
ut erh. Kinderwagen, 15 Mk., z. pr.
G Schießhausſtr. 54, Stb. (B8848

kein Korsett,
kein
Geradehalter,
sondern
Heilung
durch
geeignete
Behandlung

Vor der Behandlung
Nach 14 tägiger Behandlung
Prospekte durch den Besitzer
(8585a
L. Rinderspacher, Traisa i. Odw.
Gardinen
kaufen Sie am besten
u. billigsten in meinem Spezial-Geschäff für Gardinen
Große Auswahl in allen Neuheiten
der Branche in nur prima Qualitäten. (8239a
2 Chals u. Behang
Allover-Garnituren evon 5 Mark an. e
leit bit um Beachtung mener Schaufenster.

Ph. Secherſtehl. Fr. Sromt, Meaſeirenten, 1.

per ½ Pfd.-Paket nur 25 Pfennig.

ſeint brennende aſtosten ieſ.
per Ztr. 1,50 fr. Keller (3586a
Schydlowski, Schulzengaſſe 3.

e ten et , Hbalt. ig.
öt fäſſer zu verkaufen. Nieder=
ramſtädterſtraße
64. (*9185sgo

Prima Deutsches Haar.
Garantie für Halt-
barkeit
!
Mit Kordel:
Stück 4., 6., 8.50,
10 Mk.
Ohne Kordel:
Stück 14., 16.
18. Mk. u. höher.
Exvort-Haar-Zöpfe
gut im fragen
Mit Kordel:
Stück 2.50, 3.50, 4.50 Mk.
Ohne Kordel: St. 6.50 bis 12.00 M.
Ondulierte Teile
für die moderne Frisur
von 2. Mk. an das Stück.
Grosses Lager aller Haararbeiten.
Spezial-Geschäft für Haar-Ersafz
Pufig
KRiedrich Alllmann
Elisabethenstrasse 21.
Telephon 2231. (3297a

Kilder
und Sport-
Wagen
80
zur Auswahl im Spezialgeschäft
Donges & Wiest, Elisabethenstr. 25½
Großer Umsatz! Billigste Preise! (5532a

Maßgeschäft feiner Damen-Garderobe
Spez. Jacken-Kleider und Mäntel

August Knieriemen
früher bei Fa. Berger, Ernst-Ludwigstr.

Darmstadt
74 Riedeselstr. 74,

hält sich den geehrten Damen unter Garantie für tadellosen
Sitz und feinste Ausführung bestens empfohlen.
Reichhaltiges Musterlager modernster Stoffe. (5789a

nichoentgehtr Sete=
Empfehle ſchaften im Ankauf
von getr. Herrenkleid., Stiefeln,
beſſeren Damen=Kleidern. (7366a
Ballonplatz 10, part.

billigst:
Würschoner
(6895a
Wilhelm Castan, Kirchſtraße 5.

ſchur ote 1.
Gehrockanzüge, Bluſ., Frühl.=
Ueberzieher billig abzug. (7365a
Ballonplatz 10, part.

Gamen= u. Herrenrad, gebr., m.
Torpedofrl., ſow. neue Räder
b. z. d. feinſt. Ausführ. bill. Oscar
Hänsel, ob. Eliſabethenſtr. 7. (8062a

[ ][  ][ ]

Seite 22.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Nummer 95.

DlE GROssE MODE
Amerlkahlsche

Kleider
Blusen
und
Anzüge
Blusen

in allen Preislagen und Ausführungen!

Sdrl Schurmann & 30.

Wilhelminenstrasse 17½
Spezial-Haus für Kinder- und Backfisch-Konfektion.

(9003

Wir empfehlen billigſt:

und Ständer
in großer Auswahl.
Käfig, verzinnt
5.7550
Käfig, Meseing
23.505.50

trocken, ſowie feinſt in
Leinölfirnis abgerieben

Emaille-Lacke
div. Nüancen

Vogelbauer-Stünder
in Eisen und Messing .

von Gan

Katigarme . Hadenauser

9025)

und sämtliche Zubehörteile
in grosser Auswahl.

Slio Meischun

El.

G. m. b. H.

Ludwigstrasse 10.

Gperen Reste

(8226a
in jeder Rollenzahl
Zurückgesetzte Tapeten
zu enorm billigen Preisen

Tapetenhau
Gel Hochstatter

Elisabethenstr. 29
Grossh. Hoflieferant

Naumanns Germanid-

sowie

Wotan-Fahrräder

in jeder Preislage.
(7719a

August Engel

Darmstadt
Gegr. 1869.
Schuchardstr. 8

Grosser Eisschrank u. Restaurationsherd

ſehr gut erhalten, billig abzugeben in

(5741a

Residenz-Automat.

Staubanziehendes
Fussboden-Oel

Sicheres Mittel zur
Erzielung ſtaubfreier
Räume in Geſchäfts=
häuſern
, Schulen ꝛc. ꝛc.

Harttrocken-Oel

vorzüglich. ſchnelltrock=
nendes
Lacköl, mit und
ohne Farbenzuſatz

Alle Sorten (8962a
Lacke und Firnisse
Pinsel
Parkettboden-Wachs,
Cirine, Stahlspähne etc.
Leinöl u. Leinöl-Firnis
Terpentinöl, Schellack
Spiritus etc.

Als ganz beſonders vor=
teilhaft
offerieren unſere

Spezial-Oelfarben

zum Anſtrich v. Garten=
zäunen
u. z. Grundieren
Carbolineum Avenarius
und andere Marken

Gebr. Vierheller

Darmstadt
14 Schustergasse 14
Spezial-Geschäft in Farben
Gegründet 1861 Tel. 200

Für Konfirmanden

u. Kommunikanten

Regenschirme
Sonnenschirme
Spazierstöcke
in großer Auswahl zu billigsten Preisen.
Schirmfabrik Karl Jordan

Großh. Hoflieferant
(9001
24 Ernst-Ludwigstr. 24.

Ge e

Für jede ſparſame Haufrau!

per Paar
½ Dtz.-Paar Dtz.-Paar
Anstricken von Strümpfen Mk. .30. 1.50 2.75
.60
5.50
Neuanfertigung Normale

30 1.50 2.75
Beinlängen . . 1 Größen
Antonie Pfirsch,
Mech. Strumpf-Strickerei Beckerstr. 26, I.
Annahmestelle: Fa. Schuhgeschäft Falter, Grafenstraße 19.

Sen

(8953a

Salaipſlachen

gibt ab:
Gärtnerei Karl Walter,
Arheilgerſtraße 132.

Rollschutzwände
eigener, ſolider Fabrikation

(8581a
G. Gchbauer, nelladenfabrik

Nieder=Ramſtädterſtr. 69.

Schulranzen

für Knaben und Mädchen
in beſter Verarbeitung
3. 2. 1.50 1.15 95 Pfg.
L. Engelhard Nachfolg.
Gr. Ochſeng. 27. (8592a

Kies

la Beſſunger Gartenkies liefert
prompt in jedem Quantum (7869a
L. Mitteldorf,
Feldbergſtraße 32. Telephon 1084.

[ ][  ][ ]

Nummer 95.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.
Wänden harmonieren. Wie ſieht es in dem ſchwarzen
,882 Eßzimmer aus? Die Wände, die Decke und der Teppich
ſind ſchwarz und nicht anders die Stühle und die Vor=
hänge
; es kommt nur darauf an alle Abarten und Töne
von Schwarz zu verwenden und aufeinander abzuſtimmen.
Hütet euch Vorhänge zu füttern: ſie fallen dann nicht gut.
Man nimmt einen ſchwarzen Stoff, der jedoch nicht völlig
undurchlſſig ſein darf, der das Licht nicht ganz ausſchließt.
Und hinter dieſe Vorhänge hängt man orangefarbene
Gardinen und erreicht ſo die Wirkung von Orange=
Schwarz. In ſolchen Räumen müſſen natürlich leuchtende
Farben verwendet werden Orange, Grün, Purpur,
Blau , aber alles kommt darauf an, daß die Farben in=
einander
klingen. Wie der Arzt auf ſeinem Rezepte nicht
die nur die Beſtandteile der Medizin, ſondern auch die Quan=
oh
= titäten der einzelnen Beſtandteile angibt, ſo muß auch im
iſtler ſchwarzen Eßzimmer die Quantität der leuchtenden Far=
ſan
= ben ſorglich abgemeſſen ſein. Die Monotonie und die
einte Düſterkeit des Schwarz wird durch die Einführung ein=
t
er=zelner ſtarker Farbtöne durchbrochen. Es wäre durchaus
erbe richtig, auch ein ſchwarzes Tiſchtuch zu verwenden,
ſind vorausgeſetzt, daß man über einen genügenden Schmuck an
den= Blumen und Obſt verfügt, um die Harmonie ausreichend
Lor= zu beleben. Die Einrichtung des ſchwarzen Eßzimmers
in muß einfach, faſt barbariſch in ihren Formen und ſchwarz
den lackiert ſein. Die Stühle müſſen mit blauem Stoff be=
egei
= kleidet und mit bunten hellen Kiſſen verſehen ſein. Eine
Der ſchwarze Anrichte ein ſchwarzes Büfett, auf dem die Far=
hheit
ben des Zimmers wiederkehren, ſollten nicht fehlen, und
ppich ſtets müßten auf dieſem Büfett Früchte ſtehen. Das iſt
den das ſchwarze Eßzimmer, das ſo ſchlicht und einfach wirkt

und den Dewohnem die rechte Stinnung verkeiht, un die
Hände zum lecker bereiteten Mahl zu erheben. Denn die=
ſes
ſchwarze Eßzimmer iſt keineswegs für Trauerfälle in
der Familie gedacht, ſondern ſoll der heiteren und frohen
Gaſtlichkeit dienen.
Auch für das Kinderzimmer gibt Kemp
Proſſor einige beachtenswerte Ratſchläge. Da der
Einfluß des Raumes auf die Kinder von höchſter Be=
deutung
iſt, ſollen die Wände des Kinderzimmers zitro=
nengelb
ſein und ebenſo die Vorhänge. Den Fußboden
des Kinderzimmers aber bedecke man mit umdrehbaren
Kiſſen, die auf der einen Seite ein leuchtendes Orange=
gelb
zeigen, auf der anderen Seite ein tiefes Blau. Wenn
die Sonne zu ſtark ſcheint, kann die Farbtönung des Zim=
mers
gekühlt werden, indem man die Kiſſen umdreht und
die blaue Seite nach oben kehrt. Kinder, die in einer
ſolchen Atmoſphäre des Sonnenſcheins auferzogen wer=
den
, ſaugen das Licht und die Helle in ſich ein und werden
auf dieſe ſonnigen Farben ihrer Jugend zurückblicken als
auf die Quelle ihrer glücklichen Veranlagung. Sie be=
kommen
gleichſam ein orangefarbenes und zitronengelbes
Temperament. . .

eee

rrevanille

(
bevorzugt.

(2227a)

Teuzsſe,

Suppen

sind die besten!

Allein echt mit dem Namen MAGGl und der Schutzmarke Kreuzstern.

game Fröohe
Mascls

Wer seine Zimmer

Spargel-Abonnement!

Wer seine Wohnung

Wer sein Haus

Durch günstige Abschlüsse bin ich in der Lage, in
dieser Saison

frischen Spargel

vorteilhaft und preiswert renovieren will, wende sich bei Bedarf von

täglich zweimal frisch gestochen, in gänz vorzüg.
licher Qualität zu liefern und offeriere im Abonnement
für die ganze Saison
I. Sortierung per Pfund 50 Pfennig,
II. Sortierung per Pfund 35 Pfennig.
Ich bitte um zeitige Anmeldung, da der Stich sehr
bald beginnt und die zuerst angemeldeten Abonnenten
der Reihe nach vom frühesten Spargel bekommen.
Theodor Stemmer=
9006gi
aabsääaaagogef
AnaaäaäassäsääHH

vertrauensvoll an meine Firma

Wilhelm Ehrhardt

Darmstädter Tapeten-Versandhaus
Filiale Ernst-Ludwigstrasse 4 Telephon 486.
(7821a
gern zu Diensten. Hausbesitzer höchsten Rabatt.:: Vertreter und Agenten im In- und Auslande

Frühjahr- u. Sommer
Handschuhe Strümpfe Socken

Elegante Neuheiten
in Krawatten

(2913gd
Hoflieferant
Handschuhfabrik
Wilhelminenstrasse
Mitglied des Rabatt-Vereins Lederhandschuhe Anfertigung auch nach Mass

der Schmuck
der (9026
vornehmen
Welt
in grosser Aus-
wahl
in Stahl,
Silber und Gold
900
von Mk. 10 an

Sacheseeessseeesbessessehed
Musikinstrumente
aller Art.
Christian Arnold
nur Ernst-Ludwigstrasse 8, am weissen Turm.
(3007a
Alle Reparaturen billigst.
oeeggeee

Gelrgenhelauf
für Damen.
Bunte
Perltaſchen
reizende antike Muſter, zu außer
gewöhnlich billigen Preiſen
6685a) Eliſabethenſtr. 5, 1. St.

Uhren und Goidwaren
Rheinstr. 33.
Telephon 2579.

Das ldeal
Ver
Hausfrau (53a
ist eine
SINGER
Nähmaschine Neue Spezialapparate für den Hausgebrauch. Gründl. Unterricht unentgeltl. Jinger u0.
Darmstadt chinen Act. Ges.
Näh
t, Ernst-Ludwigstrasse 18. [ ][  ][ ]

Seite 24.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Nummer 95.

NEUE
Frühjahrs-Mäntel

Unsere Auswahl in neuen Frühjahrs-Mänteln ist überraschend. Jede Art, in
den letzten Stoffneuheiten u. in allen Grössen, für Kinder, für Backfische, für Frauen,
bis zu den grössten Nummern finden Sie am Lager. Für Sport, für die Strasse, für
die Reise, ebenso wie elegante Besuchs-Mäntel, sowie leichte Uebergangs-Mäntel in
Popeline, Mohair, Eolienne und Moirée in grosser Auswahl und preiswert. 9023

Preislagen:
14.50 18.-
35. 42.-

22. 28.
bis 75. Mk.

Gebr. Höslein,

Hoflieferanten
Ludwigsplatz.

Weiblich

Jüngere Verkäuferin in Haus=
halt
u. Wäſchegeſchäft tät. geweſ., ſ.
Stelle. Off. u. D 92 Exp. (*9231

Schneiderin, welche ſchon über
10 Jahre arbeitet, ſucht noch
einig. Kund., pro T. M. 2.50, a. Aend.
Off. u. D 20 an die Exp. (*9027sg

nimmt noch einige
Friseuse Kunden an (*9181sgm
Kreis, Erbacherſtr. 5, 2. Stock.

Weisszeug- u. Konfektions-
näherinnen
, Flickerinnen,
Stickerinnen u. Strickerinnen
für in u. außer dem Hauſe werden
nachgewieſen durch den Arbeits=
nachweis
des Gewerkvereins der
Heimarbeiterinnen (8555dgm
Waldstrasse 19, 2. St.
Geſchäftsſtunden Dienstag, Mitt=
woch
und Freitag von 1012 Uhr,
Donnerstag von ½35 Uhr.

Beſſ. Frl., 39 J., kath., wünſcht
Stelle als Kinderfräulein od. als
Stütze in kl. Familie. Off. unt.
C 37 an die Exp. (*8778msg

Suche für meine Tochter, welche
Stenographie und Maſchinen=
ſchreiben
erlernt hat, Stellung als
Off. unt. D 76
Volontärinl. a. d. Exp. (*9149sg

Frau nimmt noch Kunden im
Waſch. an. Müllerſtr. 19, 2. St. (.9238

Mädch., 20 J., ſ. 23 St. Laufd.
morg. Müllerſtr. 19, 2 St. (*9237

geht Waſch. u. Putz.
Frau Ruthsſtr. 14, I. (*9269

Männlich

Junger Mann
ſucht per ſofort Stellung auf kauf=
männiſchem
Büro. Offerten unter
D 40 an die Exped. (*8860fsg
20jr. Mann, Radf., gel. Gärt., ſ. S.
j. Art, pr. Zeugn. Sandbergstr. 46, I. (Boois

Uerche

Welblich

wird zum Eintritt für bald
oder 1. Mai geſucht. Ver=
langt
wird vollſtändige Be=
herrſchung
der Stenographie
und Schreibmaſchine, wenn
möglich auch Erfahrung im
Aktenweſen. Bevorzugt ſolche,
die ſchon im Kontor eines
Detailgeſchäftes tätig war.
Anerbieten mit Angabe der
Gehaltsanſprüche unt. C 21
an die Expedition dieſes
Blattes.
(8318ifg

Tüchtige
Verkäuferin
für Strumpf= und Kurzwaren
ſucht
(*9275
Arthur Sittig
Louiſenplatz 4.

Tücht. Büglerin
ſofort geſucht
(*9165sg
Hoffärberei Mack,
Schulſtraße 13.

Modes!

Lehrmädchen ſof. geſ. Kunert,
Hofl., Wilhelminenſtr. 10. (*9257

Lehrmädchen
für den Verkauf ſucht Kath.
Rau, vorm. Alice=Bazar,
Spezialgeſchäft für Braut= u.
Babyausſtattung. Vorzuſtell.
10 bis 1 Uhr.
(*9295

Suche

für ſofort brave, tüch=
tige
Lauffrau (B8823
Orangerieſtraße 5.

Solides, ſauberes Mädchen,
das ſchon in beſſerem Haus gedient
hat, gute Zeugniſſe beſitzt u. kochen
kann, in kinderl. Einfamilienhaus
bei hohem Lohn und ſehr guter
Behandlung geſucht für 15. April
oder 1. Mai. Zu erfragen in der
Expedition.
(8727sg

Gewandtes, kräftiges Mädchen
zum Servieren ſofort geſucht
Darmſtädter Hof,
*8787mfg)
Pfungſtadt.

Ein ſchulentl. Mädchen z. Haus=
arbeit
geſ. Herderstr. 18. III. (*9230go

Mädchen für vormittags zur
Hausarbeit ſofort geſucht (*9254go
Waldſtraße 30, parterre.

Laufmädchen von 8 bis 10 Uhr
vormittags geſucht.
(*9256
Kunert, Wilhelminenſtr. 10.

Ordentl. Mädch. od. unabhäng.
Frau v. morgens bis 3 Uhr geſucht.
*9288)
Heinrichſtr. 63, I.

Ein ſauberes tücht. Laufmädch.
für 3 Vormittagsſtunden ſofort
geſucht. Vorzuſtellen zw. 910 u.
12 Uhr. Heinrichſtr. 47. (*9284

ein Mädchen für
Geſucht Hüte fortzutragen.
J. Kiffel,
*9219)
Lichtenbergſtraße 73.

Tücht. Mädchen, Nähe Bahnhof
wohnend, vorm. 3 St. geſucht. Lohn
14 M. Bahnhofsplatz 12, III.r. (*9225

Erfahrenes, gebildetes
Kinderfräulein
zu drei Kindern im Alter von
24½ Jahren zum ſofortigen
Eintritt geſucht. Offerten mit
Lebenslauf, Zeugnisabſchriften u.
Gehaltsanſprüchen unter B. 134
an D. Frenz, G. m. b. H.,
(Fr,8982
Wiesbaden.

Für ſofort ein unabh. Lauf=
mädchen
oder Frau für vor= und
nachmittags geſucht.
(*9191
Näheres Kiesſtr. 94, part.

Junges, tüchtiges Mädchen in
ein Papiergeſchäft geſucht, das das=
ſelbe
erlernen kann u. auch leichtere
Hausarbeit übernimmt. Off. unt.
E 1 an die Exped. d. Bl. (*9272

Junger Ingenier

welcher ſich dem ausſichtsreichen
Heizungsfach widmen will, findet
ausgezeichnete Volontär=, bew. An=
fangsſtellung
in kleiner aber ſehr
leiſtungsfähiger, vielſeitig. Fabrik.
Offerten mit Zeugnisabſchriften
unter D 19 an die Exp. (8656fsg

Vergüt. Mk. 300.
Agent H. fürgensen & Co., Zigarr.-
(I,1039
Firma, Hamburg 22.

Viel Geld
wird an
Fliegenfängern
verdient. Wiederverkäufer und
Agenten geſucht. Offerten unter
(8206a
B 17 an die Exp.

Sonntagsschaffner
für den Fahrdienſt der elektriſchen
Straßenbahn mit Ausſicht auf
Anſtellung geſucht.
(8968
Heſſiſche Eiſenbahn=
Aktien=Geſellſchaft

Wer Nebenverdienſt ſucht, ſende
ſofort ſeine Adreſſe unt. I. 3369 an
D. Frenz, G. m. b. H., Mainz. (Fr. 8975

den teueche juaneſtſtachule
Chäuffeur-Schule
gegr. 1004. Mainz lelef. O4o
Staatl. beaufsicht. Lehranstalt mit
conz Stellenvermiltl. Prosp. gratis.

Iu allen 19050
Städten und Ortſchaften
ſuchen wir per ſofort od. ſpäter
tüchtige Herren für den Ver=
trieb
eines neuzeitigen, epoche=
machenden
Propagandamittels,
für welches faſt jedes Detail=
geſchäft
in Frage kommt. Die
Stellung iſt event. mit Inkaſſo
u. Expedition verbunden u. wirft
bei leichter Tätigkeit dauernd
hoh. Verdienſt ab, u. kann auch
event. i. Nebenberuf ausgeführt
werden. Kurze Bewerbungen
an: Chr. W. Schilling, Berlin=
Wilmersdorf. Tharandterſtr. 5.

Jüngerer tüchtiger Lackierer geſ.
Mühlſtraße 23.
(*9195go)

Geſruſter Heiner
geſucht. Landwehrſtr. 79. (*9213goi

3 Mehrere ältere, tüchtige
WBau
Ossel
für dauernd gesucht.
J. Jacobi
X 8657a) Karlsstr. 34.
Sogesssasssgsssesssetg

ohne Risiko,

da ohne Agentenhaftung trotzdem volle Bezüge nur an
leiſtungsfähigen, einwandfreien Herrn zu vergeben. Andere
Branchen evtl. geſtattet. Für bewährte Unterorgane Gelegen=
heit
. Nichtfachleute finden angemeſſene Berückſichtigung.
Domizil braucht nicht Darmſtadt zu ſein.
(J,8983
Braunschweigische Lebens-Vers.-Anstalt
a. G. zu Braunschweig.
108 Jahre bewährte Solidität und notoriſch beſte Leiſtungen
empfehlen die Anſtalt.

Junger Kaufmann
perf. in allen Bureau= u. Kaſſenarbeiten, m. Intereſſen=
Einlage von 56000 Mark geſucht. Ausführliche
Offerten unter P 27 an die Expedition. (*8973fg
Wir ſuchen für den Platz Darmſtadt und die weitere
Umgebung einen rührigen, möglichſt mit der Branche ver=
trauten

General-Vertreter
gegen Gehalt und Speſen zur perſönlichen Organiſation und
Acquiſition auf Grund neu eingeführter, beſonders günſtiger
Tarife.
(II,8980
Deutſche Lebens=Verſicherungsbank A.=G., Berlin
Zubdirektion Frankfurt a. M., Kronprinzenstr. 17.

Rockarbeiter
(Tagſchneider) auf Werkſtätte
geſucht. Jahresarbeit. (8956sgo
Neckarſtraße 22.

Geprüfter 2. Heizer
mit guten Zeugniſſen zur Unter=
ſtützung
des Maſchiniſten zum ſo=
fortigen
Antritt geſucht. (8797sg
Wehner & Fahr
Kakao= und Schokoladenfabrik.

Junge Kellner, Köche, Haus=
burſchen
, Köchin, Beiköchin, Büfett=
fräulein
, Haus= u. Küchenmädch.
geſucht. Gute Zeugniſſe. (*9290
Adolf Dingeldein,
gewerbsmäßiger Stellenvermittler,
Eliſabethenſtr. 5, Telefon 531.

Hauſierer geſucht!
für neuen 10 Pfg.= Hausſtands=
artikel
. Verblüffender Erfolg,
(I,8978
unentbehrlich.
Surenbrock, Hamburg,
Beſenbinderhof 33.

glinge
für eine hieſige Behörde geſucht,
Nur ſolche mit beſten Schul=Zeug=, insbeſondere in d. Führung,
finden Berückſichtigung. Meldun=
gen
unter D 53 an die Exped.
dieſes Blaties.
(8792sg

Iugerliäſicer Lahtrurſche
geſ. Brauerei Schützenhof. (9004

Junger Hausburſche
ſofort geſucht
(*9265
Steiner, Luiſenplatz 1.

Tapezier=Lehrling geſucht.
*8947fsg) A. Meurer, Kiesſtr. 55.

Lehrüng
gegen Vergütung geſ. Drogerie
Ph. Secker Nachf., Ludwigshöh=
ſtraße
1.
(B8805

ſucht (6758a
Lehrling Glaſerei Mahr
Roßdörferſtraße 19.

eer an ſeite tche
Fahrburſche.
Nur ſolche mit guten Zeugniſſen
wollen ſich melden.
(8997a
Gebrüder Wiener, Brauerei,
Darmſtadt.

Rein=
liche
Jungen u. Mädchens
im Alter v. 1416 Jahr. per ſof. ge=
ſucht
. Näheres bei Wehner & Fahr,
Schokol.=Fabrik, Holzhofallee 1.

für kaufm. Geſchäft be
Lehflluſ Verg. geſ. Selbſtgeſch
Off. Unt. E 7 a. d. Exp.(*9282gon

Klubſeſſel
neu, echt Rindleder, havanna=
braun
, vorz. Polſterung, eleg. Faſſ.,
zu jedem annehmbaren Preis zu
verk. Ballonplatz 3. H. II.r. (*9280

Cello

ält. wertv. Inſtrument, preisw. z.
verkaufen Rheinſtr. 51, pt. (8969go
n raſch u. billiglt.
Emlalilie-schilder
(6894a
Wilhelm Castan, Kirchſtraße 5

NEUE
Kostümröcke

Diesen von uns immer sehr gepflegten Artikel bringen wir nur in besseren
und allerbesten Qualitäten, stets die neuesten und allerletzten Formen, wie
zur Zeit Tunika- und geraffte Röcke und immer nur aus allerbesten Garantie-
stoffen
gearbeitet. Der Sitz ist prachtvoll und die Preise sind wirklich billig.
9005

Preislagen:
7.50 9. 12.50 15.
17.50 22.50 bis 45. Mk.

Hoflieferanten
Gebr. Höslein, Ludwigsplatz.

[ ][  ][ ]

von den einfachsten
bis zu den elegantesten
findet man in meinem
Möbel-
Ausstattungs-
Geschäft
in stets großer Auswahl.
Auch
einzelne Möbel

Betten, Sofas,
Schränke, Büffets,
Spiegel,
Waschkommoden,
Tische, Stühle usw.
Beachten Sie mein 2 Preise-System
Ein Bar-Preis Ein Ziel-Preis.
Differenz nur 10%

Luisenstraße 2.
(*9061sg)

Nummer 95.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Seite 25.

NEUE
KUbTUIVTE

Die Mode hat reizende neue Formen in Kostümen für Frühjahr und
Sommer gezeitigt, so als letzte Neuheit: Blusen und Bolero-Jackenkleider.
Wir bringen immer eine auserlesene Auswahl in allen neuesten Stoffarten
und allen Grössen zu ausserordentlich billigen Preisen.
9024

Preislagen:
28. 35. 42. 48.
55. 62. bis 115. Mk.

Gebr. Höslein,

Hoflieferanten
Ludwigsplatz.

Stintstasse 7,
Künstlerkolonie
große 6 Zimmerwohn. mit allem
Komfort u. Zubehör nebſt großem
Garten und Bleichplatz baldigſt
(1442g
zu vermieten.

Zimmer

Mathildenstr. 50, II.
neuzeitl. 5 Zimmerwohnung zum
1. Juli. Preis 1100 Mk. (7942t
Riedeſelſtraße 68, 1. Stock,
geräum. 5 Zimmerwohnung nebſt
Zubehör, per 1. April zu verm.
Preis Mk. 720.. Näh. Holzhof=
allee
1, Kontor.
(4824gif

Eut moht. 5 Zmmer=Woinang
mit Bad, gegenüber Prinz Emil=
garten
, Hermannſtraße 51, I.,
ſofort zu verm.
(*9110sg

Nieder=Ramſtädterſtraße 75
2 Zimmer und Küche an kinderloſe
Leute zu vermieten.
(8680a
an ruh. Leute zu verm. Schuchmann,
Artillerieſtr. 10.

Damen, je zwei freundl. Zimmer
und Kabinett, evtl. auch zuſammen
Teichhausſtraße 36, 1. St. (*9227
ruh. Miet. p. 1. Mai zu verm. (B9014

Wendelſtadtſtraße 22
ſchöne 2 Zimmer=Wohnung, ohne
Gegenüber, an ruhige Leute per Eingang, zu verm.
1. Mai zu verm. Näh. part. (9027sm

Wienersſtr. 52 21 Zim.=W.,
auf Wunſch Werkſtätte. (*9190

Gutenbergſtraße 56, neuzeit.
große 5 Zimmerwohnung, 2 bis 3
Manſardezim., Badezim. mit Ein=
richtung
, Gas, elektr. Licht. Näh.
daſ. 3. St. bei Köhler. (*9214go

Zim

Neue Schwanenstr. 69, II.
ſchöne 4 Zim.=Wohn., freie Lage,
Bad mit Badeeinricht., Veranda
und Manſarde zu verm. (9031ms

4 ſchöne Zimmer nebſt
Zubehör, Zentral=Heizung.
Ludwigsplatz 2, näheres im
Laden.
(8807t

mmer

Kaſinoſtr. 15, 3 Zim.=Wohn.
mit Zubehör im 2. Stock per 1. Juli
zu vermieten. Preis 450 Mk. (8416t
Zu erfragen im Laden.

Ludwigsplatz 8
(Hinterbau) 3 Zimmer mit Küche
u. Zubehör per 1. Juli zu verm.
Näh. Arc u. Münch. Tel. 1693. (8815a

Neue Niederſtr. 22, 2. Stock,
3 Zimmerwohnung mit Fremden=
zimmer
auf Juli zu vermieten.
Näheres Heinrichſtraße 87. (9030s

Rossdörferstrasse 67, I.
ſchöne 3 Zim.=Wohn., Gas, Boden=
kammer
u. ſonſt. Zub. p. 1. Juli zu
verm. Pr. 430. Mk. p. J. (9032mg
Ecke Dreibrunnen= u. Wingerts=
bergſtraße
11, part., eine Drei=
zimmerwohng
. m. allem Zub. (*9245

Dieburgerſtr. 13, I. Manſ.,
3 Zimmer=Wohnung nebſt Zubehör
zu vermieten.
(*9229

Zimmer

Beſſungerſtraße 86, 2 ſchöne
2 Zimmerwohnungen an ruhige
Mieter ſofort zu verm. (B8089gis

Magdalenenſtraße 6, part., ge=
räum
. 2 Zimmerwohnung, Küche,
Holzſtall, per 15. April. Näheres
Saalbauſtr. 38, II. (8109gids
Langgaſſe 11, part., 2 Zwei=
zimmerw
., Küche, neu hergerichtet.
Näh. Saalbauſtr. 38, II. (8110gids

Seitenbau,
Magdalenenſtr. 6, parterre,
2 Zim.=Wohn. per 1. Mai. (8996a

m. Küche
1Manſ.=Zimmer ſofort zu
vermieten. Näh. bei Deuſter,
Marktſtraße 2.
(8993a

Sete Smeh

Kl. Villa Eberstadt
Mühlſtr. 25 zu verm. 7 Zimmer,
Gart., herrl. Blick auf Berge u. Wald,
ruh. Lage, einige Min. v. Halteſt.,
zum billig. Preis von 800 Mark.
Näh. i. Schweizerhaus. (8633a

Eberstadt, Neue Schwanenstr. 25, Nähe
Strassenbahn, 4 Z.-Wohn., nur 240 Mk. (8995a

Beſſungerſtr. 86, ſchön. großer
Laden m. Einrichtung f. Kolonial=
warengeſch
. ſof. zu verm. Einrich=
tung
auch bill. zu verkauf. (B8088gis

Hoderher Lauen
mit zwei Schaufenſter, Zimmer u.
Lagerraum, für jedes Geſchäft ge=
eignet
, in der Marktpaſſage zu
vermieten.
(8056t
Hermann Berger
Ernſt=Ludwigſtraße 10, 2. St.

Laden, in
Dieburgerſtr. 13 dem ſeit 15 J.
Kurzwarengeſchäft mit beſt. Erfolg
betrieben wird, mit oder ohne
Wohnung zum 1. Juli anderweit.
zu verm. Näh. 1. St. (*9201

Imer

Dieburgerſtr. 13 Stallung zu
(*9202
verm. Näh. 1. Stock.

Dieburgerſtr. 13 Auto=Garage
zu verm. Näh. 1. St. (*9203

Neue Kiesbergſtr. 47, p., g. mbl.
Zim. ſof. z. vm., in geſ. Lage. (8065a

Schön freundl. (8957a
2 Zimmerwohnung i. Hinterbau Mobhert. Zilmer
mit oder ohne Penſion in der Nähe
(*9168sg der Straßenbahn zu vermieten.
Zwei Wohnungen für einzelne Eberſtadt, Georgenſtr. 1. Möbl. Zim.an ig. Frl. bill z. verm.
Erbacherſtr. 5, II. (*9180sgm ſchön möbl., gr.
Tannenſtr. 8, 2 Z.=W., Manſ., a. Alicestr. 14 Zimmer an geb.
Herrn zu vermieten. (*8870msg Mühlſtraße 28, 1. Etage, ſchön
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer, ſep.
(7595t Riedlingerſtr. 20 ſofort 2 gut
möbl. Zimm. zu vm., per 1. Mai
2 weitere, eventl. alle 4 zuſ. (7084t Heinrichſtraße 97, part., zwei
gut möbliert. Zimmer an ruhigen
Mieter zu vermieten. (8055t Waldſtr. 33, II., I., gut möbl.
ſonn. Zimmer mit Bücherſchr. u.
Schreibt. zu vermiet.
(8154a ſchön
möbliert.
Waldstrasse 32
Zimmer
zu vermieten.
(7028t Gartenſtraße 17, 2. St., möbl.
Zimmer, auf Wunſch mit guter
Penſion, alsbald zu verm. (8133t Kranichſteinerſtr. 59, IV., frdl.
möbl. Zimmer mit ſep. Eing. ſofort
zu verm. Preis 16 Mk. mongtl. (8366t Kaſinoſtr. 26, part., eleg. möbl.
Zimmer zu vermiet.
(8322t möbl. Wohn=
Saalbauſtr. 16 u. Schlafzim.,
elektr. Licht, ſep. Eing, ſof. z. v. (8565t
Näheres Saalbauſtraße 16, part. Eſchollbrückerſtr. 6, I., elegant
möbl. Zimmer, auch Wohn= und
Schlafzimmer per 1. April. (8635a Neckarſtr. 24, Stb., ſchön möbl.
Zimmer zu vermieten. (*8943fsg Saalbauſtraße 10, III., ſchön
möbl. Zimmer zu verm. (8655a Neue Schwanenſtr. 72, II., fein
möbl. Zimmer zu verm. (*8979fsg Neue Schwanenſtr. 71, I., eleg.
möbl. Wohn= u. Schlafz. m. Bad in
fein. Hauſe per ſofort zu vm. (8705a Kirchſtraße 21, 3. Stock links,
ſchön möbliertes Zimmer an ſol.
Herrn oder Dame.
(8834t Ludwigſtr. 16, III., möbl. Zim. ſof.
bill. z. verm., eventl. Penſ. (*9108sg Waldſtraße 3, 2. Stock, hoch=
elegantes
möbl. Zimmer, evtl. mit
Penſion, zu vermieten. (9018t Nähe der Künſtlerkolonie möbl.
Zim., nur an ſol. Herrn od. Fräul.
zu verm. Näh. Exped. (*9198gms Mollerſtraße 17, 1. St., eleg.,
neu eingerichtetes Schlafzimmer
mit Balkon und ſep. Eingang an
nur ſeriöſen Herrn zu vermieten
(Alleinmieter).
(*9246gm Steinſtraße 24, part., gut möbl.
Wohn= u. Schlafz., auf Wunſch mit
Klavier, preiswert zu verm. (6397mg

Große Fabrikräume mit Dampf= und elektr. Anlagen,
ſowie Werkſtätten, Kellereien, Stallungen u. Lagerplätze
in der früheren Diehl’ſchen Brauerei, Dieburgerſtraße,
ſofort zu vermieten. Näheres durch das beauftragte
7823a) Immobilienbüro B. Baer, Tel. 1145.

Blllige chston
für Schülerinnen höherer Lehran=
ſtalten
. Gute Verpflegung, mütter=
iche
Aufſicht, evtl. Ueberwachung
der Schularbeiten. Offerten unt.
(6951a
U 68 an die Expedit.

werden ſchick u. billig
garniert, altes ver=
wendet
. (*9212
Eckhardtſtraße 2,
1. Stock rechts.

werden ſchön gewaſch.
Gardinen u. gebüg., das Blatt zu
50 Pfg. nur in der Wäſcherei u.
Spannerei, Lichtenbergſtr. 23, I I.(*

NEUE
SLUOE!

Es sind grosse Mengen neuer BL.USEN eingetroffen in Batist,
Voile, Neigé, Crépeline, Tüll, Mousseline und Seide.
Reizende Neuheiten
zu auffallend billigen Preisen.
9008

Preislagen: 1.65 2.50 3.50 5.
6. 7.50 9. 10.50 12.50 15.

Hoflieferanten
18.50 22.50 25.- bis 35. Mk. GUbMUSTUT
Ludwigsplatz.

[ ][  ][ ]

Seite 26

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Nummer 95.

o

1 Satz (6Stück) Schüsseln
.88
Steingut
1 Suppenschüssel
58
mit 2 Henkel .
Speiseteller Porzellan, St. 10
Tassen mit Untertassen
Porzellan, Goldrand . . 25, 18
Kaffeeservice
Porzellan, fein dekoriert, für
6 Personen 4.50, 3.75, 2.25, 1.25
Schüsseln Porz., bunt, 48, 36
Dessertteller Porzellan
Goldrand 28 , Blumendekor 24
Waschgarnituren
Steilig 3.95, 2.65 . . 4teilig 1.85
Eierbecher . . . . 10, 5

Fleisch-Hackmaschinen
4.50, 3.95, 3.25
Buttermaschinen
3 Ltr. 2.75, 2 Ltr. 2.25, 1 Ltr. 1.45
Kaffeemühlen
Ia Werk . . 1.85, 1.25, 1.10, 85
Brotkasten farb.,2.25, 1.85, 1.25
Teigschüsseln
mit 2 Henkeln, emaill., Stück 88
Salatseiher emaill., Stück 85
Bratpfannen
viereckig, mit 2 Griffen, Stück 38
Backformen emaill., St. 88
Kuchenbretter grod, St. 1.75
Wellhölzer . Stück 60, 45

1groß. Posten Weingläser
Ialbkristall, neue Formen, glatt, ge-
ätzt
und guillochiert, Stück 45, 38, 28,

Bierbecher mit Goldrand, St. 10
Kompottschalen . Stück 8
Tischbestecke Solingen‟
per Paar . . . . 95, 75, 60, 48
Tischmesser Stück 50, 40, 33
Dessertmesser Stück 40, 35, 28
EBlöffel Britannia‟, St. 28,22, 15
Salatbestecke Pr. 1.25,75,30, 10
Eierlöffel Bein . . . . 15, 10

Für Wirte:
Bierseidel Amerika‟
½ Liter 25
Liter 21
Bierseidel Pilsner‟
½ Liter 32
Liter 26
Viktoria-Becher
Liter 16
½0 Liter 18

Scheuerbürsten
Handfeger
Fensterleder .
Kernseife, weiß
Seifensand

.30, 24, 16
75, 52, 35
98, 80, 58, 28
.. Pfund 29
Pack 6

garantiert feststehend
Ia Fabrikat
3
Stufe

Rabattmarken.

Konsummarken.

Taglich prima friſche
Fastenoretzein
empfiehlt Hch.Spangenberger,
Bäckermeiſter, Schloßgaſſe.
Meine Körbe ſind H. Sp. ge=
zeichnet
.
(8918sg

National=
Regiſtrierkaſſe
½ Jahr im Gebrauch, mit Selbſt=
addition
, preiswert abzugeb. An
zuſehen Schuknechtſtr. 60, pt. (*9220

Vierſitz. Geiß
Zu verkaufen: bockwag., kann
auch von Kindern gezogen werden.
Anzuſ. zwiſchen 812 u. 26 Uhr.
*9239goi) Nied.=Ramſtädterſtr. 5.

Kücheneinrichtung
natur pitſch=pine, prima hieſige
Schreinerarbeit.
echt
Klubſeſſel (Lederbezug)
beſſ. Diwans, Umbau, Stegtiſch,
Chaiſelongue, Trumeauſpiegel,
Flurgarderob., beſſ. Stahlmatr.,
Blumenkripp., Stühle, 2 Paar
Leinenport., Bilder, ſow. (*9209
kpl. Wohnungseinrichtung.
liefert äußerſt billig und gut
Mederle, Gartenſtr. 21, 1. Stock
Schreinerei.

Guter,
faſtneuer A Ennisschläger
zu verk. Hoffmannſtr. 2a. (*9236

Zu verkaufen:
1 Bettſtelle, poliert, mit
Matratze
1 Nachttiſch
1 Kleiderſchrank
1 Sofa
1 ovaler Tiſch
Liebfrauenstrasse 110
*9207) part., links.

Klappsportwagen
zu verk. Beckerſtr. 33, I. lks. (*9194

ttnässen

Befreiung sofort. Alter und Ge-
schiechtangeben
! Ausk. umsonst:
. med-Heusmann & Co., Velburg 166 Baf.

nzug gut erh., dil. Hoſe geſtr. z. v.
Gr. Ochſengaſſe 1, Htb. I. (*9247

10/25 P. S. Opel Doppelphaeton
w. Anſchaffung eines geſchl. Wagens
gl. Marke verk. billigſt K. Lauter=
mann
, Dieburgerſtr. 22. (8916sgi
Ansnahme=Angebat
in
(8960a
Valdivia-Honlg
hocharomatisch.reiner Blütenhonig
Pfd. Mk. 1.
bei 5
.95
Unterſucht auf Reinheit durch
den vereidigten Handelschemiker
Prof. Dr. Vaubel, hier.
Reformgeschäft Arista
Ernſt=Ludwigſtraße 3.

Ein gebrauchter Diwan wird
billig abgegeben.
*9226) Kaſinoſtraße 12, I.

Guterhalt. Fahrrad 15 Mk., faſt
neues Klappwägelchen 8 Mk.
zu verk. Schuknechtſtr. 53, I. (*9228

erren=Waſche wird tadello
gewaſchen u. gebügelt, kleine
Reparaturen werden koſtenlos aus=
geführt
. Wenckſtr. 6, II. (3794goim

ür

1.
Kenll

empfehle:
Wilkoholfreie Weine
Wund Schaum-Weine

Wormser Weinmost
1.30
Riesling
Wormser Weinmost
Portugieser
1.30

Lorcher Silber
1..
1.40
Apfelsekt
Traubensekt
2..
1.30 W
Sendungen frei Haus.
Uchann
9rf
Alexanderstrasse 4, I.
(6218)
20

Schellenberg’s weltberühmtes
20 Jahre jünger‟
auch genannt Exlepäng‟.
Graue Haare
machen alt, man
sollte dieselben
entfernen, denn
man ist nur so
alt, wie man aus-
sieht
. Sieht man
jung aus, ist man
jung, sieht man
alt aus, ist man
alt,niemandfrägt
nach dem Ge-
OOe burtsschein.
Herm. Schellen-
bergs
20 Jahre
jünger auchge-
nannt
, Exlepäng‟
gibt jedem Haar
neot senurn
die früh. Farbe
wieder. Flasche
Mk. 3.50. Ueber
10Jahre erprobt.
Tausende Dankschreiben . Von
Aerzten, Professoren etc. ge-
braucht
u. empfohlen. Goldene
Medaille Leipzig 1913. Färbt
nach und nach unauffällig.
Man lasse sich nichts anderes als
ebensogut aufreden. (7837a
Zu haben bei
A. Daniel
Ludwigsplatz 8.

Misch Ubst
feinſte Miſchungen
per Pfd. 40, 60 u. 80 Pfg.

Türk. u. kalif.
Pflaumen
per Pfund von 32 Pfg. an
Dampfäpfel
feinſte Marke
per Pfund 60 Pfg.
per Pfuno
Kalif. Birnen 8o Pfg.
per Pfd.
Kalif. Pfirsiche 70 Pfg.
Kalif. Aprikosen
per Pfund 90 Pfg. u. 1.10 Mk.
Mäder u. Maccaront
in allen Preislagen.
Schwabs Eiernudeln
Schüle-Nudeln
3 Glocken-Maccaroni-
Nudeln
Knorrs Maccaroni
empfiehlt (7585a
Friedrich

HoverkeEt
Ecke Nied.-Ramstädter- u. Kiesstr.

Telephon 1054.

Für Liebhaber!
Groß. antik., gut erh. eich. Schrank
zu verkaufen. Anzuſ. Montags u.
Donnerstags von 35 Uhr
*9208) Grafenſtr. 16, 1. St.
Einderklappſportwagen zu verk.
Lichtenbergſtr. 80, I. (*9223

[ ][  ][ ]

Nummer 95.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Seite 27.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
ſeinerlet Verantwortung für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Heute beginnt die Karwoche, die Woche, welche
ten Schluß und zugleich den Höhepunkt der chriſtlichen
Paſſionszeit bildet. Chriſtliches Denken und Empfinden
lat ſie noch immer mit dem Ernſt durchlebt, der auch äußer=
lich
zum Ausdruck kam durch Einſchränkung der Unter=
haltungen
und Vergnügungen, welche ſonſt willkommene
Abwechſelung in der Mühe und Arbeit des Lebens bie=
ten
und die mehr oder weniger in der Oeffentlichkeit her=
bortreten
. Denn da richten ſich mehr als ſonſt der Ehri=
ſten
Gedanken auf die Heiligtümer ihres Glaubens, grö=
ßer
als ſonſt iſt die Zahl der Gottesdienſtbeſucher, zahl=
reiche
Teilnehmer begehen an den drei Abendmahlstagen
der Wſoche in ernſter Feier das Gedächtnis des Gekreu=
zigten
und bekennen ſich damit zu ihm und ſeiner Ge=
meinde
, ſich deſſen freuend und getröſtend, daß wir in
ihm und durch ihn die Gewißheit eines lieben und gnä=
digen
Gottes haben. Der Ernſt dieſer Tage mit ihrer
religiöſen Weihe iſt ſtets auch von ſolchen reſpektiert wor=
den
, welche mit ihrer Welkanſchauung nicht auf chriſt=
lichem
Boden ſtehen. Mehr und mehr aber hat ſich darin,
beſonders in unſeren Städten, eine Wandlung vollzogen,
und ſchon ſeit Jahren wird auch in unſerer Stadt Klage
darüber geführt, daß öffentliche Veranſtaltungen zur
Unterhaltung und zum Vergnügen getroffen werden, welche
das religiöſe Empfinden der Mehrheit verletzen, weil ſie
mit dem ſonſt anerkannten ernſten Charakter der Woche
in Widerſpruch ſtehen. So wenn eine größere Vereini=
gung
für die zwei letzten ihrer ſtark beſuchten Vortrags=
abende
die Karwoche beſtimmt hat, und zwar für den
erſten deren Anfang, welcher zugleich unſer Landes=Buß=
und Bettag iſt, und den zweiten für den Mittwoch vor
Gründonnerstag. Zumal der zweite wird für viele eine
um ſo ſtärkere Anziehungskraft üben, als er ein Drama
bringt, deſſen öffentliche Aufführung verboten iſt. Daß
er nur Mitgliedern zugänglich ſein ſoll, iſt bloß eine
ſcheinbare Einſchränkung, da andere, die kommen wollen
und kommen werden, ſich leicht durch Mitglieder Ein=
trittskarten
verſchaffen können. Nicht zu reden von der
Nichtbeachtung ſolcher Mitglieder, welche, wie es tatſäch=
lich
der Fall iſt, berechtigten Anſtoß daran nehmen und
die von ihrem klingend erworbenen Recht zum Beſuch kei=
nen
Gebrauch machen werden. Andere Beiſpiele ließen
dem angeführten ſich leicht beifügen. Charakteriſtiſch iſt
dabei die Ausrede, die man zuweilen hören kann, daß
viele künſtleriſche Kräfte, ſonſt durch ihren Beruf gebun=
den
, gerade für die Karwoche frei und ſonſt nicht zu haben
ſeien. Die Nutzanwendung liegt nahe. Ebenſo nahe die
Folgerung, daß, was den gebildeten Kreiſen unſerer Stadt
recht, der übrigen Bevölkerung in ihrer vielleicht ver=
gröberten
Art billig erſcheinen muß.
Es iſt wahrlich nicht puritaniſcher Eifer, der dieſe
Zeilen veranlaßt hak, und der ſie geſchrieben, gönnt allen
von Herzen das Recht auf Erholung, Unterhaltung und
Vergnügen. Aber alles zu ſeiner Zeit. Und da hat auch
die Karwoche ihr Recht, das begründet iſt in ihre reli=
giöſen
Bedeutung, ihrer Geſchichte und in dem chriſtlichen
Empfinden unſeres Volkes auch der Mehrheit unſerer
Ih. St.
Mitbürger.

Vermiſchtes.

Am modernen Teetiſch. Die Mode des Five o’clock=
Tees, mit Tango und Furlana reizvoll verknüpft, kommt
immer mehr in Aufnahme und gewinnt immer größere
Verbreitung. Um ihrer Tanzluſt fröhnen zu können,
haben ſich jetzt ſogar die Franzöſinnen, die ſich bisher mit
dem braunen Trank der Serer am wenigſten befreunden
wollten, zum Teegenuß bekehrt, und an der Riviera ſieht
man die Modedamen aus ſchweren, ſilbergefaßten Gläſern
das Getränk ſchlürfen, das ſie ſich mit ſehr viel Kuchen
verſüßen und wohl auch mit ein wenig Rum kräftiger
machen. Der von der Pariſer höchſten Inſtanz nunmehr
anerkannten Mode des Teetrinkens folgt natürlich die
Mode des eleganten Teetiſches auf dem Fuße. Der eng=
liſche
Five oclock gewinnt ſeinen eigenartigen Charak=
ter
durch ein echt ruſſiſches Gewand. Die Ruſſen dürfen
ja unter den Abendländern den Ruhm für ſich in Anſpruch
nehmen, die beſten Kenner der Teebereitung und dſie fein=
ſten
Genießer dieſer Gabe Chinas an das Abendland zu
ſein. Pflegen ſie auch nicht jene hohe und ſchwere Kunſt
der Teezeremonie, in der die japaniſche Dame den Gipfel=
punkt
vornehmer Geſellſchaftskultur erblickt, ſo haben ſie
doch im Samowar das klaſſiſche Gerät für die beſte Tee=
bereitung
gefunden. Solch ein breitbauchiger, behaglich
glänzender Keſſel iſt denn auch der leuchtende Mittelpunkt
des modernen eleganten Teetiſches. Sein einladendes und
melodiſches Singen verbreitet eine wohlige Stimmung
über der mit unzähligen Sachen und Sächelchen beſetzten
Tafel, und die glühenden Kohlen, die aus dem Zylinder
in der Mitte des Apparates hervorſchimmern, verleihen
dem Ganzen noch einen anheimelnden Reiz mehr. Der
Ruſſe verabſcheut den ſtarken dunklen Tee, den der Hol=
länder
und der Engländer mit viel Milch und Zucker zu
ſich nimmt. Er iſt daher auch bei ſtärkſtem Teegenuß vor
jenen Vergiftungserſcheinungen bewahrt, die man unter
dem Namen Teeismus alls eine ſpezifiſch engliſche
Krankheit kennt; er trinkt den Tee ziemlich dünn, wenn
er eine goldig helle, zarte Farbe hat und verſtärkt ſein
Aroma wohl noch durch ein paar Tropfen Zikronenſaſt.
Auch die in England und Amerika beliebte Taſſe iſt ſeinem
Kennerauge, das ſich gern am Glanz des warmen Labe=
trankes
erfreut, nicht angenehm; er zieht das Glas vor,
das durch den ſchweren Silberrahmen, in den es gefaßt
iſt, ein angemeſſenes Gewicht in der Hand bekommt. Der
Teetiſch à la Ruſſe iſt der moderne Teetiſch an ſich. In
London wie in Paris und an der Riviera ſingen jetzt die
Samowars ihr luſtig ſummendes Liedchen, und die ele=
gante
Franzöſin verbrennt ſich ſogar die ſchönen Finger,
um das ihr ſo ungewohnte Inſtrument zu handhaben; ſie
muß auch durchaus die vorgeſchriebene Holzkohle haben
und ebenſo die mondäne Engländerin, der die Beſchaffung
dieſes in England ſo ſeltenen Heizmaterials recht viel
Mühe macht. Man trinkt den Tee dünn, mit etwas Zi=
trone
und wenig Zucker, ganz nach der ruſſiſchen Vor=
ſchrift
, und die Pariſerin erlaubt ſich nur inſofern eine
eigene Zutat, daß ſie den Teetiſch mit einer Unmenge von
Süßigkeiten, von kleinen Kuchen und Schokolade aus=
ſtattet
. Heiße Kuchen werden niedlich in geſticktes Linnen
gehüllt ſerviert, und ſo entfaltet der moderne Teetiſch eine
Fülle von Reizen, an denen auch die Pariſerin mehr und
mehr Geſchmack gewinnt.

Städtiſche Beſe und Bücherhalle, Louſen=
ſtraße
20. Die Leſehalle iſt geöffnet an Wochen=
tagen
von 102 und von 69 Uhr, Sonntags von
111 und von 69 Uhr. Bücherausgabe findet
ſtatt an jedem Wochentage von ½11 bis ½1 Uhr und
abends von 6 bis 9½ Uhr.
Gewerbemuſeum (Neckarſtraße 3). Täglich geöffnet
von 111 Uhr; bei Sonderausſtellungen auch werktags
nachmittags von 35 Uhr.

Nach dem
Bimer=
erwarten
Ine Cäsie mil Be.
stmmthell, daß ümen eine
mild duffige Salem Gold
oder eme würzige aromahsche
Salem Aleikum Cigarette
präsennert und.

Salem Gold
(Goldmundstück,oval)
Salem Aleikum
(Hohlmundstückrund)

Preis N
§ 6.
N. T8 8 818 Pfg. d. Stch.

Echt mit. Frma.:

Grient. Jäbaß-u. Cgarett-
Inh. Jüigo Tierz Jcoflieferant
Jabrih Henidze Dresden SM. d. Konigs von. Sachsen.
Trusffrei!

(A7312

Nach Beendigung des Haupt-
Frühjahrs-Versandes kauft. wir
Fahrſtr-lagerhpestänte

EEoEA
tadellos in Qualität in hübschen Mustern

ganz bedeutend unter Preis!
Diese Vorteile lassen wir unserer werten Kundschaft voll und ganz zu Gute kommen und bieten an:
Mehrere 100 Fenster TULL-GARDINEN weiss, ersme und elfenbein
jetzt 2.40 2.90 3.50 4.20 4.90 5.50 6.40 7.90 8.90 10.25
5.50
6.75
11.25
4.80
7.90
12.75
8.50
3.50
statt 3.
14.25
Breite Gardinen am Stück, 110150 cm breit, weiss, eréme, elfenbein
1.40
95
85
75
1.25
1.10
per Meteer jetzt 65

statt 80

90

1.10

1.25

1.80
1.38

1.95

1.30, 1.10
Tüll-Garnituren Läufer und 2 Deckchen
per Stück 20, 12
Tüll-Deckchen für Waschtische, Nachttische

Scheiben-Gardinen weiss, eréme, elfenbein
42
28
per Meter jetzt 10
58
statt 15
32

95
1.35

80
60
0
50
1.05
80
98
65
In grosser Auswahl Gardinen-Zubehörtelle enorm billig.
Bettdecken, Stores, Halbstores, Dekorationen, Rouleaux, Rouleaux-Stoffe.
Ger

onnd
1

120 Zeil 120

Frankfurt a. M.

120 Zeil 120.

T,8973

[ ][  ][ ]

Seite 28.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Nummer 95.

raktische
Stergeschenke
Schulranzen für Knaben u. Mädchen
Büchermappen: Griffelkasten
Schwammdosen: Schreibetuis
Leiterwagen: Fliegende Holländer
Turnapparate: Rucksäcke
Alle Arten Sommerspiele
Gummibälle

Täglich treffen grosse Sendungen der neuesten
Kiliderwügen u. Sporrwugen
ein.
Wie bekannt finden Sie
Stets grösste Auswahl
Stets billigste Preise
Stets beste Fabrikate

ERENNAB0R

BRENNABOR

vom einfachsten bis zum
Dagell elegantesten Geschmack
Snhen-Eehf Saeh!
Schillerplatz 7
: Telephon 976

ooooooocoooooooooe
Wirischaris Frotthunz.
Mit Gegenwärtigem beehre ich mich meinen werten
Freunden und Bekannten, sowie meiner verehrten Nach-
barschaft
ergebenst mitzuteilen, dass ich
Sdie Wirtschaft Zum Bahnhof‟
Bessungerstrasse 115
übernommen habe.
(*9234gg
Es wird mein Bestreben sein, meine werten Gästen
durch gute Speisen und Getränke, la Bier aus
der Brauerei Dischinger, zufrieden zu stellen.
Bitte höflichst um geneigten Zuspruch.
Hochachtungsvoll
Karl Schmidt u. Frau
früher Inhaber der Rest. zur Eisenbahn.
Oo

Achtung!
Achtung!
Am 15. April eröffne ich wieder in meinem Lokale
Rheinstraße 3 den
Erfrischungsraum
wie bekannt. Es treffen noch
2 Wagson Spanische Orangen
lose verpackt, blonde und Blut-, in feinster Qualität,
ein Waggon heute, der andere morgen, ein.
Ich empfehle meiner geehrten Kundschaft. da ich bis zum
15. April geräumt haben muß, sich Ihren Bedarf von dieser
prachtvollen Ware einzukaufen, da ich wegen der Räumung
den billigsten Preis machen werde.
Niemand versäume daher diese günstige Gelegenheit.
In meinem Filialgeschäft in der Lauteschlägerstraße 6
bleibt stets der Verkauf von Südfrüchten und werden Bestel-
lungen
jederzeit prompt und pünktlich ausgeführt.
Achtungsvoll
9012
Rheinstr. 3
Angelo Soravia relefon 945

Meie die 5ie 2e 9ie Me 2re

Danch-Hnte
garniere schick und elegant zu 75 Pfg., nur erst-
klassige
Arbeit, alte Zutaten werden verwendet.
Grosses Lager in garnierten und ungarnierten
Hüten, sowie sämtliche Zutaten.

werden nach den neuesten Modellen umfassoniert.
Rosa Rieffel, Modes
Ernst-Ludwigstrasse 1, III.
(*9262
im Hause Residenz-Automat.
MRE M

Graeein=Beleuchtung
für größeren Lad., 1 größere Lampe
u. 2 kleinere Lampen, faſt neu, bill.
abzugeben
(*9219
Schuknechtſtraßer60, part.

Geſchnittenes Holz
zirka 15 cbm, meiſt Silberpappeln,
in Stärke von 2535 cm, ſofort
zu verkaufen.
(8720sg
J. Jost, Eberſtadt.

M. W. Prassel
Schulstrasse 10
Telephon 71.

Stets frisch
gebr. Kaffees
von Mk. 1.302.00.
Dessert-Kaffee u. Pure-Mokka.
Usambara
deutscher Kaffee.
Roher Kaffee in allen Preislagen.
Perl-Kaffees.
Eigene Brennerei mit

Motorbetrieb.

Stets erhalten Sie die schwarz-
weissen
Rabatt-Marken.
(8946)

Herrschaften u. Hotels
offerieren wir unſere
feinſte Tafelbutter und
vollfette Tafelkäſe
in Poſt= und Bahnverſand a
Molkereigenoſſenſchaft, eingetr.
Genoſſenſchaft m.beſchr. Haſtpflicht,
Ranstadt (Oberheſſen). (6231a

D. R G. M.

erſetzt alle Schornſteinaufſätze,
beſeitigt Rauchplage und ver=
beſſert
den Zug im Kamin.
Dauerhafter, daher billiger
wie jeder Kaminauſatz.
G. Kugel, Wittmannstr. 4.
Telephon 763. (B7113

Kronleuchter und
Beleuchtungskörper
werden von Fachmann gut u. bill.
neu aufgearbeitet, ſowie aptiert v.
Gas in elektr. Licht. Einige gebr.
u. neue Lamp. u. Lüſter für Gas
u. Elektr. ſpottbill. abzugeben Gg.
Stark, Abt. Gürtlerei, Frank=
furterſtraße
5
(*9251

billig abzugeb (*9255
Drehbank Langgaſſe 23.

Sauermanns
gesetzlich geschützte
Kindernährwurst
Mit Bordeauxwein, Eisen u. Knochenpräparat versetzt,
ist sehr nahrhaft, leicht verdaulich und bluterzeugend.
In Stücken von halben und ganzen Pfunden fast in
allen Wurst- u. Delikatessen-Handlungen Deutsch-
lands
, Oesterreichs und der Schweiz zu haben. (I,8951

Mederhe Bhlanisphorostaphe
(Kohlebilder)
(8959a

Lisbeth Bach Grafenstr. 4n, II.
Heimaufnahmen ohne Preiserhöhung.

M

So wirkt meine neue
Methode Friziko‟
ges. gesch.
Nach 30 täg. Gebrauch!
Der Erfolg dieser wissen-
schaftlichen
Erfindung ist
überraschend:
Vorher!
Nachher!
Jede Dame erhält unter Garantie mit diesem Mittel in kürzester Zeit
Feste, üppige Büste! Faltenloses, volles Gesicht!
Damen, die noch nie eine Büste besessen haben, oder solche, bei
denen die Büste erschlafft od. zu winzig ist, gelangen überraschend
schnell zu prächtig entwickelten, festen Formen, die bis in das höchste
Alter bestehen bleiben. Es ist nur ein einmaliger Bezug nötig u. ist
der Prois so gestellt, daß jede Dame sich dieses Mittel zulegen kann.
Diese Methode wird von der Wissenschaft sehr empfohlen und wird
für Erfolg garantiert. Keine Créme, äusserliche Anwendung. Dank-
sagungen
täglich. Preis Mk. 5.. Versand m. ausführl. Gebrauchs-
anweisung
geg. Nachnahme, postlagernd nur bei Voreinsendung.
Vor Nachahmungen warne ich dringend, sogar meine Orig.-Annoncen
werden, um zu täuschen, nachgeahmt. Achten Sie genau auf
meinen Namen, nur so hüten Sie sich vor Schaden.
(J,8981
Frieda Zimmermann, Köln, Kasparstr. 9, I.

in nur bester Quali-
tät
. Für Haltbarkeit
der Borsten wird
weitgehendste Ga-
rantie
geleistet.
L
Niederlage der J. H. C.-Zahnbürste, offiziell empfohlen durch
die Internationale Hygiene-Commission, den Vereinsbund
Deutscher Zahnärzte und den wirtschaftlichen Verband
Deutscher Zahnärzte.
Preis: Stück 35, 45, 60 Pfennig.
Parfümerie Gg. Frz. Frank
(959a)
Telephon 886.
Elisabethenstrasse 9

Hener htenetein Peretententen ilten, en, der ltgent
modegerecht und doch absolut gesund kleiden wollen, tragen
D. R. P. Patente
aller
Kalastris kuterstester

961a
Sofortiges Wohlbefinden. Grösste Leichtigkeit u. Be-
quemlichkeit
. Kein Hochrutschen. Vorzügl. Halt im Rücken.
Natürl. Geradehalter. Völlig freie Atmung und Bewegung.
Elegante schlanke Figur. Für jeden Sport geeignet. Für
leidende und korpulente Damen Spezial-Facons.
IIlustrierte Broschüre und Auskunft kostenlos durch:

Inh.: Frau E. Spreng,
Kalasiris-Spezial-Geschäft Schulstrass: 12. 1. Stock.

[ ][  ][ ]

Nummer 35.

Darmſtädter Tagolatt, Sonntag, den s. Aprik 1914.

Zeite .9.

Abenteuer mit dem Kannibalenfiſch‟.
** In einem neuen Reiſeberichte über ſeine For=
ſchungsreiſe
in Südamerika, den Rooſevelt im Daily
Telegraph erſcheinen ließ, ſchildert der Expräſident der
Vereinigten Staaten die Dampferfahrt den Paraguay
hinauf und erzählt dabei einige Geſchichten von dem blut=
gierigen
ſogenannten Kannibalenfiſch, der Piranha. Dieſer
ileine Fiſch, der die Geſtalt einer Scholle hat, gilt als
einer der gefährlichſten Waſſerbewohner der braſilianiſchen
Flüſſe. Der Oberſt Rondon, der im Auftrage der braſilia=
niſchen
Regierung Rooſevelt begleitete, konnte berichten,
daß erſt drei Wochen vor dem Aufbruch der Expedition
ein 12jähriger Knabe in der Nähe von Courumba beim
Baden von dieſen Fiſchen angefallen und buchſtäblich
lebendig von ihnen aufgefreſſen wurde. Oberſt Rondon
hat ſelbſt ein ſchmerzhaftes Abenteuer mit dieſen ſeltſamen
Fiſchen zu beſtehen gehabt; er wollte baden, wählte ſich
am Flußrand eine flache Stelle aus, überzeugte ſich ſorg=
fältig
, daß, wie Rooſevelt ſchreibt, keine menſchenfreſſen=
den
Fiſche in der Nähe waren. Aber als er ſeinen Fuß
ins Waſſer ſetzte, griff ihn plötzlich einer dieſer Fiſche an
und biß ihm die Zehe ab. Ein anderer Männ der Expe=
dition
wurde beim Durchwaten eines Fluſſes am Fuß=
ballen
und an den Knöcheln angegriffen, wollte die An=
greifer
mit der Hand packen, wurde nun an den Händen
erfaßt und konnte ſich nur durch den glücklichen Zufall,
daß ein über das Waſſer reichender Aſt in der Nähe war,
retten und ans Land ziehen. Aber er war ſo furchtbar
verletzt, daß ſechs Monate verſtrichen, ehe er wieder ge=
neſen
war. Die Piranhas, die Rooſevelt ſo lebhaft be=
ſchäftigen
, ſind auch bereits von deutſchen Forſchern be=

obachet und findiert worden. Schon Humboldt hat mit
der Piranha (Seroſalmo Pirapa) während ſeiner füd=
amerikaniſchen
Reiſe ähnliche Erfahrungen gemacht und
beobachtet; ſo erzählt er: Die kühlenden Wellen des Pi=
rara
waren bei der unausſtehlichen Hitze für unſere Ge=
ſundheit
die größte Erquickung, welche uns aber leider
nur zu bald vergällt wurde, da einem der Indianerknaben,
welche uns gefolgt waren, beim Ueberſchwimmen des
Fluſſes von den gefräßigen Pirayas ein großes Stück
Fleiſch aus dem Fuß geriſſen wurde. Das ſchreckliche Auf=
ſchreien
des Knaben, als er die Wunde erhielt, ließ uns
anfänglich fürchten, er ſei die Beute eines Kaimans ge=
worden
. Schreck und Schmerz hatten ihn ſo erſchüttert,
daß er kaum das Uſer ereichen konnte, Gießt man ein
paar Tropfen Blut ins Waſſer, ſo kommen ſie zu Tauſen=
den
herauf, an Stellen, wo der Fluß ganz klar und kein
Fiſch zu ſehen war. Warfen wir kleine blutige Fleiſch=
ſtückchen
ins Waſſer, in wenigen Minuten waren zahlreiche
Schwärme von Karaibenfiſchen da und ſtritten ſich um
den Fraß. Und ein anderer deutſcher Forſcher Schom=
burgk
, muß bei ſeinen Stundien über die Raubgier der
Pirayas beobachten, daß die gefräßigen Fiſche ſogar ihre
eigene Art nicht ſchonen. Daß Ochſen und andere große
Tiere, wenn ſie beim Schwimmen unter einen Schwarm
dieſer fürchterlichen Fiſche geraten, buchſtäblich zerfleiſcht
werden, wurde ſchon oft feſtgeſtellt. Den Hunden wird
von dieſen Raubfiſchen nicht ſelten beim Trinken Naſe
oder Lippe abgeriſſen, und Dobrizofer weiß mitzuteilen,
daß zwei ſpaniſche Soldaten mit ihren Pferden bei dem
Uebergang durch einen Fluß von den Pirayas angegriffen
und getötet wurden. Dasſelbe berichtet Humboldt; er
erzählt, daß die Fiſche den Menſchen beim Baden und
Schwimmen angreifen. Iſt man anfangs auch nur un=

bedeutend verketzt, ſo kommt man doch nur ſchwer aus
dem Waſſer, ohne die ſchlimmſten Verletzungen davonzu=
tragen
. Verſchiedene Indianer zeigten uns an Waden
und Schenkel vernarbte, ſehr tiefe Wunden, welche von
dieſen kleinen Fiſchen herrühren.7

Preise & Flasche 85
* Flasche (Monate:
ausreichend) M. 1.50.

Wer Odol konſequent täg=
lich
anwendet, übt nach unſeren
heutigen Kenntniſſen die denkbar
beſte Zahn= und Mundpflege aus.
(I,4647

ehnlalus Celale
Frühjahrsneuheiten!

Da die Nachfrage nach diesen
wunderbaren Schuhen eine
sehr starke ist, dürfte sich
die rechtzeitige Anschaffung
sehr empfehlen.

Entzückend hochaparte Dessins in den neuesten Formen u. Farben sind eingetroffen u. von heute ab ausgestellt.
Romanus-Schuhe sind tonangebend in der Mode, elegant im Ansehen, unverwüstlich im Tragen und werden überall
von der eleganten Welt bevorzugt.
(5533a
Farbige Schuhe beherrschen auch in diesem Jahre die Mode. Beachten Sie unsere heutigen Schaufensterauslagen.

Telephon
1965

Schamaus Frerechentbs

Rheinstrasse 20
neben dem Hotel Hess‟

emret er ſt ert.
ein runder Tiſch (eingelegt), ein
älterer Teppich, 3X4 Meter,
billig zu verkaufen Erbacherstr. 57,
Anzuſehen von 105 Uhr. (2017a

anarienh. u.=Weibch. bill. zu verk.
W. Hess, Waldſtr. 22, Stb. I. (8629a

En unſerem gut eingeſ. birgerl.
APrivat=Mittags=u. Abendtiſch
können ſich noch einige beſſere
Herren beteiligen.
(*9277goi
Nieder=Ramſtädterſtr. 31, I., Volk.
Metenescht
Aelt. Dame ſucht 5 Z.=Wohn. im
Oſtviertel in ruh. Hauſe. Lageobere
Taunus= od. Gutenbergſtr. bevorz.
Off. u. D 60 a. d. Exped. (*9094ss

Hübsche
neuzeitlich eingerichtete
34 Zimmer-
Wohnung
in ſchöner Lage per 1. Juli zu
mieten geſucht.
Offerten mit Preisangabe unt.
D 85 an die Exped. (8933sg

Aleine 3=od. größ. 2=Z.=Wohng,
Kper 1. Mai zu mieten geſucht.
Off. m. Prs. u. D 17 a. 8. Exp. (*9026sg

Ner 1. Juli wird von 2 Damen
P (Mutter u. Tochter) eine hübſche
34 Zimmerwohnung mit Gas,
elektr. Licht und allem Zubehör
mögl. im Zentr. d. Stadt geſ. Off.
unter C34 an die Exp. (*8398mfg

unmöbl. großes Zimmer geſ.
1 Näh. Exped. ds. Bl. (*9273go

Eleg. möbl. Herren= u. Schlaf=
zimmer
ſof. Nähe Heidelbergerſtr.
geſucht. Off. u. D 78 a. d. Exp. (*9147ss

ſucht möbliertes Zimmer
(Nähe Artilleriekaſerne)
hen per 1. Mal. Offerien
unter D 89 an die Exped. (*9193

Sohaia Becker
Magnetopathin, Rossdörferstr. 28
(*9224
verreist.

Trauringe
ohne Lötfuge
Flach- u. Kugelform
in 8, 10, 14 u. 18 kar. Gold,
das Paar von 1080 Mk.
Gravierung gratis.
Alle Größen stets vorrätig.
L. Borné
Hofuhrmacher und Hoflieferant 8
Uhren, Gold- und Silberwaren.
25 Ernst-Ludwigstr. 25.

Sunge Haſen, gut erhaltenes
Damenrad preiswert zu ver=
kaufen
. Anzuſehen vormittags
Liebigſtraße 7, Seitenb. I. (*9261

Gut erh. Kinderwagen zu ver=
kaufen
. Langgaſſe 3, Laden. (*8918so

2990c
669690
Wichtig
für (971a
S Magenleidende
Reformkorsetten
z. Knöpfen, mit Gummi an
den Seiten Mk. 2.75.
L. & M. Fuld
Kirchstraße 12
gegenüber der Stadtkirche.
& Schwarz-weisse Rabattmarken.
Sacscace
20

Neuzeitl. eingerichtete beſſere
Parterre- oder I. Etage-Wohnung
4 Zimmer, Küche, eingericht. Bad, Speiſek., Fremden=
und Mädchenzimmer u. ſonſtiges Zubehör, womöglich
mit Gas, per 1. Juli zu mieten geſucht. Offerten
an Verkehrs=Verein.
(8963

Mhtitencheul-Mrite
von 4, 5 und 6 Mark an. (*9270
Ferd. Sparr, Ruthsſtraße 14.

Zut erhalt. Schreibpult ( Steh=
pult
) preiswürdig zu verkauf.
8535a)
Hölgesſtraße 1, I.

Feratr
Beſſerer Privatbeamter wünſcht
häuslich erzogenes Fräulein, an=
fangs
30er, zwecks Heirat kennen
zu lernen. Gefl. Offerten mit Dar=
legung
der Verhältniſſe unt. D 98
an die Exped. ds. Bl. (*9210

Unterbeamter. 28 Jahre, kathol.,
10 Mille Vermögen, ſucht zwecks
baldiger
Send
mit liebev. Frl. bekannt zu werden.
Vermögen erwünſcht. Offert. unt.
B 3 an die Exped. d. Bl. (*9249

26 jähr. Fräulein, Schönheit
100000 Mk. Vermög., wünſcht
bald. Heirat, auch nach Ausland
oder Kolonien. Herren, (a. ohne
Vermögen) wollen ſich melden u.
S. W. 8550 Annoncen-Büro, Berlin,
(II,7004
Leipzigerstr. 31/32.

Osterwunsch:!
Herrschaftsköch., 21j. Waiſe, 6500 M. bar
8000
23j.
281
10000
12000
I,8976)

16000
ſow. zahlr. and. Frls. wünſch. Heir d.
Frau Luise Edelmann
Frankfurt a. M., Niddastr. 60, I., am Hauptbhf.

Heiratsgesuch.
2 junge Damen, ſehr tempera=
mentvoll
und hübſch, wünſchen die
Bekanntſchaft 2 gebildeter Herren,
zwecks Ehe. Sof. Offerten unter
D 91 an die Exp. d. Bl. (*9199

Mi.e
abzugeben

mit Sülb.
Garfen
Schloss
Gegen hohe Belohnung
Wilhelmſtr. 9, I. (B9028

[ ][  ][ ]

Gratis!

Zu jedem

Au0

Meine bekannt billigen Preise

eine

Pfg. an bis zu den ele-
gantesten
Neuheiten,
Kader.
Damenrassons von 30 in Tagal bis Mk. 7.20
Unter Hunderten die Wahl.
50 Pfg. bis Mk. 1.90
Kinderfassons

echt Jokohama
Gelegenheit: Schulhüte
unverwüstlich
Mk. 1.70
gefüttert und mit Band garniert

Strauß-Federn in 140 Nummern, alle Preislagen
kleine Federn 30, 70, 95 Pfg., 1.40 Mk. Prachtvolle breite Köpfe Mk. 9.20, 12.
Phantasies
Reiher :: Flügel :: Pompons
::

die modernen Moosrosen in 80 Sorten
HUT-BLUMEN ganz tiesige Auswahl
für jede Blume passendes Laub
Chineband, Meter 95 Pfg.
Hutborden, Meter 15 und 20 Pfg.
1ne
Hut-Futter, -Stege, -Draht,-Linon, -Marly, -Nadeln etc.
Rheinstr. 4

K
Geor
Schub
2
S4

Tel. 1227

en gros

Größtes Spezialhaus für Putzartikel

en detail

Kammersängerin
Ronzert
Gertrude Foerster
findet nunmehr
Mittwoch, den 15. April
abends 8 Uhr
im
Hotel Traube statt.
Karten Mk. 4,40, 3,30, 2,20, 1,10 in der Hofmusikalien- und
Pianohandlung Georg Thies Nachf., Leopold Schutter, und an
der Abendkasse.
(8971ggm
Verein für Vogel= und Geftügelzucht (ält. Verein)
Montag, den 6. April 1914, abends 9 Uhr
im Vereinslokal Brauerei zur Krone‟
:: Monats=Verſammlung
77
Verloſung von 1,2 Plymouth=Rocks.
(8990
Der Vorstand.
Hotel Felsberg
Eröffnung Sonntag, den 5. April 1914
Neu renoviert und eingerichtet.
Zum Besuche ladet ein
M. Tempel-Simon.
8719fsg)
Ostern 1914
findet man die beste Erholung im
Luftkurort
Hermann Knispel-
Marbach i. O.
SAbend
Altbekannte gute Küche und Keller
Dienstag, den 7. April
bei mässigen Preisen.
8½ Uhr
Hotel Pfeifer
15 Min. v. Station Hetzbach i. O.im Saal Zur Traube‟
Linie Eberbach-Frankfurt-Darmstadt.
Tel.-Amt Beerfelden Nr. 17.
Forellen. (9022a) Forellen. Karten à2.20 Mk., 1.10 Mk. in
Bergstraessers Hofbuchhandlung
Rheinstrasse. (8945
Stuhte u. Nocbe
werden gut und billig geflochten,
neue Stuhlſitze von 1 Mk. an, für
jede Reparatur Garantie. Seit Kleiner Flügel
40 Jahren am Platze. Ph. Becker,
Stuhlflechterei, Gr. Bachgaſſe 3. wenig überſpielt, große Tonfülle,
billig. Leopold Schutter, Eliſa=
Poſtkarte genügt.
(*9217gobethenſtraße 12.
(8989gi
4 Eich=
1 Doberm
Ok, hörnchen
Kportwagen, verſtellb., ſehr billig
zu verkaufen Schloßgaſſe 24. (*9289 z. verk. Näh. Emilſtr. 4, II.r. (*9278

(*9286

Belten-Speziaigeschan
Prämiiert
dn.
Jae
Darmstadt
1876
mit der
Preis-
Medaille.
Wir empfehlen unser Lager in:
Bettstellen in Holz und Eisen, Patent-Spiralmatratzen,
Rosshaar-, Woll- und Seegrasmatratzen,
Deckbetten, Kissen etc. etc.
Wir sind in der Fertigstellung sämtlicher Matratzen und Bettbezüge deshalb ganz
besonders leistungsfähig, da wir mit der Bettwarenbranche auch wirklich vertraut
(1945a
und jedem Wunsche Rechnung zu tragen imstande sind.
Mothnagel & Weiler
Hoflieferanten Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Marktplatz Nr. 4.
Eingang durch den Torweg.

auch an bei mir nicht gekauften Waren werden
unter Verwendung besten Materials sauber und
haltbar zu den billigsten Preisen ausgeführt.
W. Müller, Rheinstr. 6.

Telephon 60.

ſeinen Wurf 6 Wohen ale
deutſche Schäferhunde (prima
Winterhunde) mit Stammbaum
billig zu verkaufen. Georg Wild,
Arheilgen, Wernerſtr. 33. (*9233

Kruteier v. präm. Plymouth=Rocks
u. Zwerghühn., ſowie Brutkörbe
abzug. Kranichſteinerſtr. 3, II. (*9241

Arut-Hier
von Rieſen=Peking=Enten empf.
Gärtnerei Onken, Nied.=Ram=
(*9218gi
ſtadt, Trautheim.

Schöne Osterhasen
zu verkaufen. Kiesſtraße 8. (*9243

Restauration Kratsch
Magdalenenſtr., an der Hochſchule.
Empfehle vorzügl. Mittagstiſch
u. Abendtiſch von 60 Pfg. an. (*9055sg
utes bürg. Mitag. u.Abendeiſen
Ludwigſtraße 10, II. (8676t

[ ][  ][ ]

Nummer 95.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Prankturter Karsvericht von 2. AbrIr 191-.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)

(2
Staatspapiere.
100,30
Dt. Reichsschatzanw.
98,60
Dt. Reichsanleihe p. 1918
38,90
do. . . . . p. 1925 .
86,60
do. . . . . . . . . . . .
78,70
G... . . .
4 100,20
Preußische Schatzanw.
91,10
Staffelanleihe. .
3½ 86,75
Consols.
78,50
do. . . .
4 96,65
Badische Staats-Anleil
3½ 89,50
do. v. 92/94
3 82,40
do. ..
97,00
Bayorische Ablös.-Rente.
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906) 4 97,15
4 97,15
do, unkdb. p. 1918 . . .
4 1 97,20
do. unkdb. p. 1920 . .
E.-B.- u. Allgem. Anl.
unkdb. p. 1930 . .
97,25
do. Anleihe . . .
3½ 84,80
3 75,60
do.
Hamburger Staats-Anl. . 4 96,90
do. v. 1887/94 .
3½l 88,60
do. . . . . . . . . . . .
3 79,20
Hessische Staats-Anleihe 4 97,00
do. unkdb. p. 1921
4 97,20
do. . . . .
3½
do. .
75,00
Sächsische Staats-Rentel 3 77,90
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921).
97,50
do. v. 79/80 . . .
3½ 87,80
do. . . . . .
76,50
Bulgarische Gld.-Anl.
5 96,25
Griech. Anl. v. 1890 . .
1,6 55,350
do. v. 1887 Monopol 13/ 52,10
Italienische Rente.
3½
Osterr. Staats-R. v. 1913 . 4½ 91,80
do. Silber-Rente . . . . 4½ 86,25
do. Papior-Rente . . .4½ 86.10
do. Gold-Rente . . . . . 4 87,10
do. einheitl. Rente .
4 1 82,50
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½
do. inn. amort. 1905 .
74,00
do. unif. Serie I .
61,40
do.
III.
3 64,00
do. Spezial Titel. . .
9,50
Rumänen v. 1903 . . . .
5 100,00
do. Gold v. 1913.
4½ 91,25
do. Schatzsch. v. 1913 . 4½100,00
do. conv.
4 85,40
do. v. 1890
4 93,80
do. v. 1891
4 85,75
do. v. 1905
4. 85,50
do. v. 1808 .
4 86,70
do. v. 1910 .
4 85,10
Russische St.-Anl.
4½ 98,25
do. kons. v. 1880
4% 87,00
do. Gold v. 1890
do. v. 1902 .
89,95
Schweden v. 1880.
do. v. 1886 .

Schweden v. 1890. . . . . . 3½
Serben steuerfrei . . . . . 4½ 86,80
78,70
do. amort. v. 1895 . . .
Türk. Egypt. Tribut . . .3½
do. kons. steuerfreie .
do. Admin. v. 1903 . . .
76,50
do. unif. v. 1903. . . . .
do. v. 1905. . . . . . . .
72,70
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . .4½ 90,40
Ungar Staatsk.-Scheine
v. 1913 . . . . . . . . . . . . 4½ 99,10
do. Gold-Rente. . . . . 4 83,80
do. Staats-Rente 1910. 4 81,50
do.
Kr. 4 82,10
,
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887 5
do. äußere v. 1890 . . . 5 99,80
do. innere v. 1888 . . .4½
do. äußere v. 1888 . . . 4½
do. v. 1897 .
. . . . . 4 8000
Chile Gold-Anl. v. 1911. . 5 93,00
do. v. 1889
4½
do. v. 1906 . .
4½ 89,40
2
Chines. St.-Anl. v. 1895. . 6
do. v. 1896 . .
5 100,00
do. Reorg. Anl..
5 88,60
do, v. 1898 .
4½ 90,60
Japaner . . .
4½
Innere Mexikaner.
5 64,20
Außere do.
1899 5 84,50
Mexikan. Gold v. 1904 . . 4 1 69,00
do. cons. . .
3
do. Irrigat.-Ahleihe .4½ 69,10
Buenos-Aires Prov.
.3½ 85,75
5
Tamaulipas .
Sao Paulo E.-B.
5 92,00
do. v. 1913 . .
5 96,70
Siam v. 1907 . . . .
4½ 95,60
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/9713½
v. 19043½
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
Darmstadt..
93,95
,
Nordd. Lloyd-Obligat. . . 4½ 99,00
Donau-Dampfschiff. v. 82) 4 92,10
Elisabethbahn . . . . . . . 4 92,20
Franz-Josef-Bahn. .
4 88,00
Kaschau-Oderbergerv. 89) 4 83,80
Prag-Duxer
3 72,45
Osterreich. Staatsbahn
103,00
90,75
do. . .
do.
74,90
9500
do. Südbahn (L4
72,50
do.
do.
o 51,75
do. . do,
77,60
Raab-Oedenburg
87,30
Kronprinz Rudolfbahn
85,50
Russ. Südwest . . . . . .

Moskau-Kasan . .
4½
do. . . .
86,00
Wladikawkas.
4 1 85,00
Rjäsan-Koslow.
65,60
Portugies. Eisen
do.
.4½
Livorneser .
29/10 69,90
Salonique Monastir
61,75
Bagdadbahn
4 78,10
Anatolische Eisenbahn .4½ 90,70.
Missouri-Pacific I.
4
do. do. v. 1905
61,50
Northern-Pacife.
95,20
Southern-Pacife. ..
4 92,50
St. Louis & San Francisco 5
Tehuantepec . . . .
5 98,50
Ungar. Lokalbahn .
Provinz-Anleihen.
96,20
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
86,25
do. Em. 10
83,25
do. . 9.
3½
Posen Prov..
4 95,80
Westfalen Prov.
Hess. Prov. Oberhessen . 4 96,00
3½ 85,80
do. Starkenburg.
Städte-
Obligationen.
94,90
Darmstadt.
3½ 87,00
do. ...
. 4 96,70
Frankfurt
. .3½ 88,50
do. . .
494,50
Gießen .
.3½ 85,50
do. .
94,25
Heidelberg.
do.
3½
94,70
Karlsruhe .
..3½ 87,20
do. . ..
Magdeburg
4 95,00
Mainz . . .
3½ 87,00
do. . .
4*94,50
Mannheim .
do. .
3½ 85,95
4 96,00
München
3½
Nauheim .
4½ 95,20
Nürnberg
3½ 86,30
do. .
4
Offenbach
4
do. v. 1914 .
.3½
do. . . .
Wiesbaden.
4.
3½,
do. . .
94,10
Worms
87,00
do. . .
Lissabon v. 1886
Moskau v. 1912.
93,60
Stockholm v. 1880.
Wien Komm. . . .
Wiener Kassenscheine .4½ 98,55
Zürich v. 1889 .
Buenos Stadt v. 1892 . . .

Pfandbriefe.
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. .
4½ 100,00
do. unkäb. 1918 . . . .
3500
do.
1919. . . .
93,50
do.
1921
94,25
do.
1922.
95,50
do. .. . .. . . . . .
8350
do. Komm.-Obl. unk. 1918
95 00
Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910l
95.00
do.
96,00
1915
do.
1920 ..
96,50
dc. Ser. 1219. .
3½ 86,40
Kommunal-Oblig. Ser. 1.
unkab. 1910
. . 3½ 86,50
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
Ser. 1542
94,00
do. . . . . . . 4849
94,90
do. unk. 1922 52
96.60
88,60
do. 1913.

do. Ser. 45 . .
86,50
.
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
Ser. 12, 13, 16
96,90
14, 15,17
96,90
do. . . . .
97,40
do. unkdb. 1920 . . . .
1923 . . . .
do.
97,50
do. Ser. 1, 2, 68 . . . . 3.
84,20
do. 35 . . . . . . .
84.25
do. kündb. 1915 . .
84,30
.31
do. Komm. unk. 1913
96,90
do.
96,90
1914
1916
do.
97,10
do.
1920 4 97,40
1923) 4 97,50
do.
do. verlosb. u. kündb. . 3.
84,20
do.
unkäb. 19151 3½ 8410
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
94,50
do. unkdb. 1922. . . .
4 95,80
do. .
.3½ 86,00
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,00
unkdb. 1917
1919
94,00
do. . . . . .
1921
do. . . . . .
94,10
1924
96,20
do. . . . . .
3½ 84,60
(0. . . . . . . . .
do. Komm. unk. 1923 .
95,20
96,00
1924 .
do.
96,40
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .
.
(o. . . . . . . .
88,00
Bank-Aktien.
Bank für elektr. Unter-
nehmungen
Zürich .
153,00
Berg.-Märkische Bank. .
Berliner Handelsges. . . . 8½ 162.90
Darmstädter Bank . . . . 6½ 123,75
Deutsche Bank. . . . . . .12½1249,50
Deutsche Vereinsbank.
6 117,25
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 1118,30
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 187,25
Dresdner Bank . . . . . . .8½ 1151,25

frankf. Hypothek.-Bankl 10 (211,00
do. do. Kred.-Ver.8½ (154,50
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 116,75
Nation.-Bank f. Deutschl.
110,90
122,00
Pfälzische Bank . . . . . .
Reichsbank . . . . . . . . . 8.42 135.78
Rheinische Kredit-Bank.
(1270
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver..
(102,90
Wiener Bank-Verein . .
139,60
Aktien von Trans-
port
-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 131,90
8 (115,10
Norddeutscher Lloyd.
Frankfurt. Schleppschiff. 4 (116,00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 1128,95
Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½
690½
Baltimore . .
10 (208,75
Canada . .
7½ 1143,75
Schantung.
8 1158,00
Prinz Henry.
0 21,75
Lombarden .
6 1112,00
Pennsylvania.
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik . 28 (643,75
Chem. Fabrik Griesheim 14 (267,75
Farbwerke Höchst . . . . 30 (661,00
Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20 (339,00
Zement Heidelberg . . . . 10 (157.00
Chemische Werke Albert 30 447,50
Holzverkohl. Konstanz . 15 313.25
6 129,20
Lahmeyer . . . . . . . . .
Schuckert, Nürnberg . . . 8 150,50
Siemens & Halske. . . . . 12 218,25
Bergmann Elektr. . . . . . 5 1123.50
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 (248,00
Hagen Akkum. . . . . . . . 25 344,00
Deutsch. Ubersee-Elektr. 11 (17780
Gummi Peter . . . . . . . . 0 82,00
Adler-Fahrradwerke . . . 25 340,00
Maschinenfabr. Badenia . 6 1121,00
Wittener Stahlröhren . .0
Gasmotoren, Oberursel .8½ 1159,50
Gasmotoren, Deutz . . . . 9
122,20
Siemens Glas-Industrie . 15 238,00
Enzinger Filter . . . .
23 317,00
10 (14500
Steaus Romana . .
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 220,00
Bad. Zucker-Waghäusel .12,831220,00
Neue Boden-Aktien-Ges. O 1 87,00
Süddeutsche Immobilien! 0 1 59,50
Bergwerks-Aktien.
12 1162,00
Aumetz-Friede . .
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 224,60
Leonhard, Braunkohlen. 9 1163.00
Konkordia Bergbau . . . 23 367,75
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1133,10
Eschweiler . . . . . . . . . . 10 222.00

Gelsenkirchen Bergw.
11 195,50
Harpen Bergbau.
11 ſ18535
Kaliwerke Aschersleben . 10 (148,00
Kaliwerke Westeregeln . 13 203,50
Königin Marienhütte . . 6 81,00
Laurahütte . . . . . . .
§ 1154,00
Oberschles. Eisenbed.
6 84,50
Oberschl. Eisen-Industrie 3 69,00
Phönix Bergbau ..
18 (239,00
Rheinische Braunkohlen 10 225,50
Riebeck Montan . . .
12 1197,75
South West.-Afr. Shares . 5 (121,00
Verzinsliche
Anlehenslose. (2f.
Badische . . . . . TIr. 100) 4 1182,4a
Cöln-Mindener . TIr. 1003½)
-
Holländ. Komm. . H. 100 3 116,00
Madrider . . . . . Frs. 100 3 77,50
Meininger Präm.-Pfdbr. .4 140,10
Osterreicher 1860er Lose . 4 179,00
Oldenburger . . . . TIr. 40
123,30
Raab-Grazer . . . . H. 150/2½1111,40
Unverzinsliche
Mk.
Anlehenslose.
p. St.
Augsburger
.A.7
Braunschweigen
TIr. 20 203,00
Pe. 43 (2050
Mailänder
Fs. 10
do.
Meininger
.. A. 7 37,00
Osterreicher
H. 100
A. 100
do.
A. 100
Ungar. Staats .
Fs. 30
Vonediger
Türkische . . . . . . Fs. 400 169,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. .
20,44
20-Franks-Stücke . .
16,28
Amerikanische Noten
4.20½
Englische Noten . . .
20,46
Französische Noten. .
81,35
Holländische Noten .
169,25
Italienische Noten .
81,10
Osterr.-Ungarische Noter
85,15
Russische Noten . .
Schweizer Noten. .
81,25
Reichsbank-Diskont
do. Lombard Zsf.
Tendenz:
Schwach.

bandel und Verkehr.

Frankfurt a. M., 4. April. Die Börſe war
Heute am Wochenſchluß verſtimmt über die Nachrichten aus
Albanien, ſowie über die geſtrigen ſchwächeren Neu=Yorker
Notierungen. Ungünſtige Nachrichten aus der heimiſchen
Tiſeninduſtrie drückten auf das Kursniveau der Montan=
werke
. Die Spekulation geht keine neuen Engagements
ein, iſt vielmehr geneigt, in Blanko zu verkaufen. Der
ganze Markt hatte unter dieſer unluſtigen Stimmung zu
leiden und wieſen auch die Kurſe des Kaſſa=Marktes
Rückgänge, wenn auch nicht größeren Umfanges, auf.
* Wien, 3. April. Der Adminiſtrationsrat des
Wiener Bankvereins beſchloß in ſeiner heutigen
Sitzung, von der ihm durch die heutige Generalverſamm=
lung
erteilten Ermächtigung zur Begebung von 50000
Aktien mit Dividendenberechtigung für das Geſchäftsjahr
1914 Gebrauch zu machsn. Hiervon werden 26000 Stück
den bisherigen Aktionären zum Preiſe von 500 Kronen
für jede neue Aktie zuzüglich 5 Prozent Zinſen ab 1. Ja=
nuar
1914 in der Weiſe bis zum 14. April zum Bezuge an=

geboten, daß auf je 25 der im Umlauf befindlichen Aktien
zwei neue bezw. auf 13 eine neue entfallen. Die peſt=
lichen
24 000 Aktien wurden zum Preiſe von 510 Kronen
zuzüglich 5 Prozent Zinſen ab 1. Januar feſt plaziert.

Landwirtſchaftliches.

* Berlin, 4. April. Wöchentlicher Saaten=
ſtandsbericht
der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats. Die Winter=
ſaaten
haben in der erſten Hälfte der letzten Woche infolge
der naſſen und kühlen Witterung vielfach nur wenig Fort=
ſchritte
gemacht, doch iſt ihr Stand im allgemeinen, abge=
ſehen
von einzelnen Gebieten, befriedigend und mehrfach
gut geblieben. Das Wetter hatte auch in den letzten
Märztagen einen veränderlichen Charakter. Zu Anfang
der Berichtswoche trat in ganz Deutſchland eine ſtärkere
Abkühlung ein. Die Regenfälle gingen im Norden viel=
fach
in Schneefälle über, die beſonders im Elbe= und Oder=
gebiet
lange anhielten. Mitte der Berichtswoche klärte

ſich das Wetter auf, doch traten in vielen Gegenden Nacht=
fröſte
ein, die auf 45 Grad Kälte herabgingen. Am Ende
des Monats traten plötzlich Südwinde ein und führten
eine bedeutende Erwärmung herbei, die in Weſt= und
Mitteldeutſchland vielfach 15 Grad Celſius überſchritt.
Die Niederſchlagsmenge im Monat März belief ſich durch=
ſchnittlich
auf etwa 88 Millimeter in Deutſchland, wäh=
rend
die durchſchnittliche Regenmenge ſeit 1891 nur 45
Millimeter betrug; in keinem dieſer Jahre iſt im März
auch nur annähernd ſo vel Regen wie diesmal gefallen.
Für ſchwere und tiefere Böden wird mehrfach über eine
Verſchlechterung des Saatenſtandes berichtet, doch hofft
man, daß der jetzige Umſchwung der Witterung die Saa=
ten
wieder erholen wird Die Kleeſelder ſtehen im allge=
meinen
befriedigend, doch wird wiederholt ein Umpflügen
der Kleefelder für erforderlich angeſehen. Die Wieſen ſind
zum größten Teile noch tot, ſo daß über ihre Entwicklung
nichts zu berichten iſt. Die Frühjahrsbeſtellung iſt auch in
der letzten Woche durch Näſſe zurückgehalten, doch beſteht
Ausſicht, daß dieſelbe nunmehr bei Andauer trockener
Witterung vorwärts ſchreiten wird.

Aufbewahrung von Wertpapieren, Dokumenten, Schmuckgegen-
ständen
etc. in feuer- und einbruchssicheren unter Mit-
verschluss
der Mieter stehenden Stahlkammerfächern (Safes‟
von Mk. 5 an pro Jahr.

Wir bitten um Besichtigung der Stahlkammer-Anlagen, besonders der
neu hergerichteten Stahlkammer unserer Stelle Wilhelminenstrasse 14.

Villa=Tausch!
Freiſtehende Villa mit 5 Zimmern,
all. Zubehör, u. Garten (7748E)m),
in nächſter Vorſtadt Münchens geg.
kl. Villa dort zu tauſchen geſucht.
Gefl. Off. u. C 42 Exp. (*8803mgm

Suche Villa
oder Haus
zum Alleinbewohnen in
Darmſtadt oder nächſte Umgebung.
In Tauſch müßte größeres, ſehr
rentables Herrſchaftshaus ge=
nommen
werden. Offerten unter
E 4 an die Expedition. (*9274gms

Villen-Kolonie Ludwigs-
hochmod
. neue
üfn.,
Hollé und elegante
ſelt. Geleg., enorm bill., 33000 Mk.,
gleich od. ſpät. zu verk. Off. unt.
59 an die Exped. (*9078gm

Eine gutgehende

mit Laden, welcher ſich für einen
Metzger= oder Spezereiladen der
Lage wegen ſehr gut eignet, iſt
unter günſtigen Bedingungen zu
verkaufen. Auf Wunſch kann
auch eine gutgehende Kohlen= u.
Baumaterialien=Handlung mit
übernommen werden. Offerten u.
E 8 an die Expedition. (9013a

Gewinnbringende (II, 1815
Geſchafte aller Art,
Gewerbebetriebe, Grundſtücke,
Landwirtſchaften
Induſtrieunternehmen für
ernſthafte Kapitalisten zwecks
Kalen
Betellung
ſofort geſucht.
Gegr. 1902.
Köln a. Rh.,
Lonrad 0110, Kreuzgaſſe 8.
Verl. Sie unverbindl. Beſuch.

Kompl. Badeeinrichtung mit
K Kohlenofen wegzugshalber
billig zu verkaufen. (*8358som
Ludwig Fischer, Installateur, Langg. 23

gegen Ver=
5000 Wk: pfändung
einer pr. Lebensverſ. und ſichere
Bürgſchaft zu leihen geſucht. Off.
u. D 46 an die Exv. (*9024sg

Per leiht 2 ſtrebſamen Hand=
Wwerkern zur Erweiterung eines
ſeit Jahren beſtehenden Geſchäfts
ca. 10001500 Mk. ? Nur
vom Selbſtgeber. Offerten unter
D 57 a. d. Expedition. (8791sg

geſchäftsgewandter,
Wer richtel alleinſtehend. Dame
Zigarrengeſchäft (*9197
(Kommissionslager) ein, gegen Sicher=
heitsleiſtung
? Off. a. d. Exp. u. D 88.

uterh. Kinderklappwagen billig
zu verk. Mauerſtr. 21, Manſ. (*go

Dehdtisen

Fleisch u. veget. Kost v.
50 Pf. bis 70 Pf. im Abonn.

Haus mit Garten ng
zu kaufen geſucht. Gefl. Angaben
über Zimmerzahl, Preis, Ren=
tabilität
ꝛc. u. C 95 an die Ex=
pedition
ds. Bl. erbeten. (8624dsg
Gasthol Od. wirischaft
ſuche zu kaufen. Hohe Anz. Platz
egal. Off. unt. K 6 Daube & Co.,
(III,8979
Frankfurt a. M.

Grossbrauerei
mit prima Stoff, gut eingeführt,
pachtet flottgehende Wirtſchaften.
Größtes Entgegenkommen.
Anerbieten unter E 10 an die
Expedition dieſes Blattes. (B9042
fmit Waſſerbetrieb in
Sügewert waldreicher Gegend
preiswert zu verpachten. Off. u.
D 45 an die Exped. (*9025sg
Garten Dieburgerſtr. mit viel.
Obſtb. ſof zu verp. Wenckſtr. 27. (*
Worzellankeitt billigſt! (8961a
L Wilh. Kastan, Kirchſtraße 5.

Wer leiht 100 Mk. geg. Sicherh
u. monatl. Rückzahl. nebſt Zinſ.
Off. unt. D 95 a. d. Exp. (*9221gid
Ein gutgehendes Geſchäft ſucht
Teilhaber
mit 1500020000 Mark, um ver=
ſchiedene
Spezialſachen beſſer aus=
beuten
zu können. Off. u. C 83
an die Expedition ds. Bl. (*8826sg

een
:: Wormser Weinmostes::
kein Frinkrwang. 1
Damenzimmer.

Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4. 1. Stock.

[ ][  ]

Seite 32.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 5. April 1914.

Nummer 95

Die neue vorm

des Sacco-Anzugs
ist ziemlich kurz, in der Taille eng anliegend, ohne
Rückenschlitz, auf 2 oder 3 Knöpfe gearbeitet. Dessen
ungeachtet findet auch die frühere Fasson, langer
Rücken mit Schlitz, noch reichlich Liebhaber. Beide
Formen sind in den mannigfaltigsten Stoffarten und
in tausendfacher Auswafl
fertig am Lager.
Unsere Haupt-Preislagen:
28. 33. 38. 43. 48. 53. 58.-

Sacco-Anzüge unserer Eff-Eff‟ Verarbeitung:
58. 63. 68. 75. 82. 90. 97.
Für Sport u. Jouristik

In grossen Sortimenten fertig am Lager:
Touristen-Anzüge lagen . . . . . von 23.
Sport-Anzüge Estrafeine Qualitäten von 53.

unsere Haupt-Preis-

bis 48
bis 75.

Unsere fertige Herren-Bekleidung ist nicht
allein gut sie ist von den anspruchsvoll-
sten
Abnehmern als mustergüftig anerkannt.

Verlangen Sie Franko-Zusendung unseres Frühjahrs-Katalogs!

Frankfurt a. Main
Zeil 112
neien der Hauptpost.

(IX,8779