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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Kaiſerin iſt mit Prinz Joachim von Kaſſel nach
Benedig abgereiſt.
Das Prinzenpaar Heinrich von Preußen iſt
geſtern in Chile eingetroffen.
Paul Heyſe iſt geſtern nachmittag verſchieden.
Die franzöſiſche Kammer hat die geſamte
Ein=
kommenſteuervorlage angenommen.
Die außerordentliche Seſſion der
bulgari=
ſchen Sobranje iſt durch eine vom
Miniſterpräſi=
denten Radoslawow verleſene Thronrede
eröff=
net worden.
Der mexikaniſche Kongreß iſt geſtern
zuſammenge=
treten. Huerta verlas eine Botſchaft.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8.
Ein neuer Dreibund.
*⁎* Daß zwiſchen den drei Balkanſtaaten, die, zuerſt
vereint mit Bulgarien, gegen die Türken ins Feld zogen,
und dann gegen den vierten Alliierten kämpften, bis der
Friede von Bukareſt dem blutigen Ringen ein Ende
machte, Verhandlungen wegen eines politiſchen
Zuſam=
menſchluſſes geführt wurden, war bekannt. Wie der
ſer=
biſche Miniſterpräſident in der Skupſchtinga mitteilte, iſt es
nun zu einem griechiſch=
montenegriniſch=
ſerbiſchen Bündnisvertrage gekommen, deſſen
Inhalt nicht bekannt iſt, der ſich aber wohl hauptſächlich
gegen einen Friedensbruch Bulgariens richten dürfte,
welch letzterem man noch kein rechtes Vertrauen fchenkt.
Die Verhältniſſe auf der Balkanhalbinſel haben nicht
nur in ſtaatsrechtlich=territorialer Hinſicht, ſondern auch in
bezug auf die Stellung der einzelnen Staaten zueinander
eine Veränderung erfahren. Früher waren es Bulgarien
und Serbien, die ſich am meiſten zu nähern ſchienen;
Ferdinand I. und Peter I. hatten ſich gleich in
Freund=
ſchaft gefunden, und man wird ſich erinnern, daß die von
beiden Ländern angeſtrebte Zollgemeinſchaft den Grund
zu einem ernſten Konflikt mit Oeſterreich legte, wodurch
der Gegenſatz zwiſchen Belgrad und Wien eine erhebliche
Verſchärfung erfuhr. Heute ſind ſich die beiden Länder
ſpinnefeind, wenn ſie auch Frieden geſchloſſen haben, und
trauen einander nicht über den Weg. Ein ſolch „zärtliches”
Verhältnis, wie es jetzt zwiſchen Bulgarien und Serbien
beſteht, herrſchte früher zwiſchen dieſem und Montenegro,
(trotzdem beide gleichen Stammes und die Herrſcherhäuſer
nahe verwandt ſind. In Belgrad glaubte man, Nikita
richte angeſichts der verworrenen innerpolitiſchen
Ver=
hältniſſe in Serbien ſein Falkenauge auf ſerbiſches
Ge=
biet und warte nur einen günſtigen Augenblick ab, um
langgehegte Wünſche in Erfüllung zu bringen. Dasſelbe
Mißtrauen brachte man aber in Cetinje den Serben
ent=
gegen. Jedenfalls gönnten beide einander nicht den
ge=
ringſten Erfolg, und erſt der Krieg gegen die Türkei
voll=
zog die Annäherung, welche zu ganz freundſchaftlichen
Beziehungen geführt hat, wenngleich Montenegro mit den
Früchten ſeiner großen Opfer nichts weniger als
zufrie=
den iſt. Serbien und Griechenland ſtanden ſich früher
ferner, ein anſehnliches türkiſches Gebiet lag zwiſchen
ihnen und verhinderte jegliche Intereſſengemeinſchaft.
Heute iſt das anders, wo ſie in Mazedonien
zuſammen=
ſtoßen, wo die Verkehrswege von einem Lande direkt ins
andere gehen und rege wirtſchaftliche Beziehungen ſich
an=
bahnen. Zum Kampfe gegen die Türkei hatten ſich
Grie=
chenland und Serbien vereinigt, und dieſes Band hat auch
die Fortſetzung des Kriegs gegen Bulgarien überdauert.
Letzterem hätte der eine ohne den anderen wahrſcheinlich
nicht ſtandhalten können, zuſammen hatten ſie aber das
Uebergewicht und konnten den Gegner auf die Knie
zwingen.
Wenn jetzt Griechenland, Montenegro und Serbien
ein förmliches Bündnis geſchloſſen haben, ſo ſoll das in
erſter Linie zur Sicherung ihrer Grenzen dienen. Daß es
gegenüber den noch ſchwebenden Differenzen zwiſchen
Griechenland und der Türkei zur Geltung kommen wird, iſt
nicht anzunehmen, zumal ja die Großmächte bei der
Schlichtung jener Differenzen ſich das letzte Wort
vorbe=
halten haben. Falls der neue Dreibund ſich auch die
Auf=
gabe ſtellt, künftigen Friedensſtörungen auf dem Balkan,
namentlich auch Revancheverſuchen Bulgariens,
entgegen=
zutreten, ſo kann Europa wohl damit zufrieden ſein. Ob
der Bund freilich von langer Dauer ſein, ob nicht im Laufe
der Zeit die Eiferſüchtelei zwiſchen den Verbündeten
den Sieg über die politiſche Klugheit davontragen wird,
ob nicht nationale und wirtſchaftliche Fragen Gegenſätze
konſtruieren und den Beſtand des Bundes gefährden
wer=
den, iſt eine andere Sache. Nur die Erfahrung kann
leh=
ren, wie der neue Bund alle ſich ihm entgegenſtellenden
Schwierigkeiten überwinden und welchen Einfluß er auf
die Geſtaltung der politiſchen Verhältniſſe am Balkan
haben wird.
DieRochetteaffärein Frankreich.
Der Beſchluß des Ausſchuſſes.
* Der Rochette=Ausſchuß ſtellte in ſeinen
Schlußfolgerungen feſt:
Im März 1911 ſei eine Intervention der Regierung
erfolgt, um durch Vermittelung des Oberſtaatsanwalts
Fabre vom Präſidenten des Appellgerichts der
Zuchtpoli=
zei den Aufſchub des Rochette=Prozeſſes zu erlangen.
Die=
ſer Aufſchub habe Rochette zwar nicht die Verjährung
ver=
ſchafft, ihm jedoch die Möglichkeit geboten, ſeine
Operatio=
nen fortzuſetzen. Es ſei zweifellos, daß) der Beſuch
Cail=
laur' bei Monis dieſen letzteren beſtimmt hat, den
Ober=
ſtaatsanwalt Fabre zu ſich zu berufen. Die Intervention
der Miniſter laſſe ſich erklären, ohne daß man gegen ihre
perſönliche Rechtſchaffenheit einen Verdacht ausſprechen
könne. Die geheimnisvolle Perſönlichkeit, welche dem
Advolaten Bernard den ſicheren Erfolg des
Aufſchuber=
ſuchens in Ausſicht ſtellte, ſei Rochete geweſen welcher
über die Freundſchaft des mit Caillaur perſönlich in
Verbindung ſtehenden Direktors des Rappel, Dumesnil,
verfügte. Der Schritt Eaillaur= und das Einſchreiten
Monis ſeien weder ein Akt der Korruption,
da ſie an der Angelegenheit kein perſönliches Intereiſe
haten, noch ein Akt der Rechtsbeugung, da
der Aufſchub nicht zur Verjährung beitragen konnte.
Aber ſie ſtellen den heklagenswerteſten Mißbrauch ihres
Einfluſſes dar. In den Schlußfolgerungen wird ferner
das Bedauern darüber ausgeſprochen, daß
Oberſtagtsan=
walt Fabre in dem Gefühl der Entlaſtung nicht die Kraft
zu feſterem Widerſtand geſunden habe Ebenſo
beklagens=
wert ſei es. daß der Präſident des Appellgerichts. Bidault,
die Freundſchaft für Fabre ſo weit getrieben habe, ihm
den regelrechten Gang der Juſtiz zu opfern und vor dem
Unterſuchungsausſchuß im Jahre 1912 der Wahrheit
zu=
widerlaufende Ausſagen abzugeben. Die Angelegenheit
ſei vor allem deswegen ernſt, weil die Regierung
eine Geringſchätzung für das ordnungsmäßige Vorgehen
und die Unabhängigkeit der Richter an den Tag gelegt
habe, weil ſich der übermäßige Einfluß der Finanz, und
zwar ſelbſt der niedrigſten Art und eine Verguickung der
Finanz, der Preſſe und der Regierungsgewalt, gezeigt
habe. Alle Parteien aller Länder ſeien derartigen
be=
klagenswerten Unfällen, ſelbſt ohne Wiſſen der Mehrheit
der Volksvertreter ausgeſetzt. Betreffend der Haltung
Briands und Barthous wird bemerkt, daß die beiden zum
mindeſten ſchon im März 1913 vor dem
Unterſuchungs=
ausſchuß Auftlärung häten geben können. Der Bericht
Fabres ſei ein amtliches und vertrauliches Schriftſtück
ge=
weſen, welches Barthou als Juſtizminiſter von Briand
empfangen habe. Die Darſtellungen Barthous bilden
keinerlei Erklärung dafür, mit welchem Rechte er dieſes
Schriftſtück zu ſeinem perſönlichen Eigentum machen
konnte. Die Kammer werde über die von dem Ausſchuß
feſtgeſtellten weſentlichen Tatſachen zur urteilen haben.
Die Schlußfolgerungen des
Ausſchuſ=
ſes werden von der geſamten Preſſe in lebhafter Weiſe,
je nach dem Parteiſtandpunkt, erörtert. Jaurss
be=
müht ſich in der Humanité, die Arbeit des Ausſchuſſes
zu rechtfertigen, indem er ſchreibt: Denfenigen, welche
die Schlußſolgerungen zu ſtreng finden, wird man leicht
beweiſen können, daß es höchſte Zeit war, gegen dieſes
Syſtem der Liebedienerei und der Schlappheit
anzu=
kämpfen, durch das es den ſchlimmſten Einflüſſen möglich
war, ſich in die Regierungsgewalt einzuſchleichen, und
denjenigen, welche die Schlußfolgerungen als zu zaghaft
anſehen und nur Strafmaßnahmen gerichtlicher Natur
be=
greifen, werde man leicht beweiſen, daß ihre Taktik nicht
bloß ungeſetzlich, ſondern auch zwecklos ſei, denn ſie
wür=
den durch dieſelbe den Mißbräuchen, gegen die ſie
an=
kämpfen wollen, nur Vorſchub leiſten. Jaurés ſpielt da
offenbar auf den nationaliſtiſchen Deputierten Barrés an,
der im Ausſchuß erlärie hatte, daß er gegen die
Schlußfolgerungen ſtimme, weil dieſe Strafmaßnahme in
ihrer ſcheinbaren Unparteilichkeit geradezu einen
Frei=
ſpruch darſtelle und weil er ſie als eine Verletzung des
nationaliſtiſchen Gewiſſens, als ein Beiſpiel politiſcher
Unmoral anſehe. — Der Figaro ſchreibt: Die
radi=
kalen und ſozialiſtiſchen Mitalieder des Ausſchuſſes haben
alles getan, um Monis und Caillaur zu retten, Sie haben
die von Jaurss vorgeſchlagenen Schlußfolgerungen, daß
ſich Monis und Eaillaur wegen ihrer mißbräuchlichen
Einmiſckung in die Tätigkeit der Juſtiz nicht bloß dem
parteipolitiſchen, ſondern auch dem bürgerlichen
Stand=
punkt widerſetzt haben, abgelehnt. Aber die Partei iſt
ſtärker als ſie und wird dieſen Satz dem Gewiſſen aller
Bürger einprägen. — Die radikale Lanterne ſchreibt:
Warum ſo wiel Beunruhigung und Lärm, da es ſich im
Grund genemmen nur um eine verzeihliche Unvprſichtin
keit eines Miniſterpräſidenten und eines Finanzminiſters
handelt, um das Mißverhältnis zwiſchen der Beſchuldigung
und dem erteilten Tadel, was jeder vernünftige Franzoſe
einſehen wird! Man hätte ſich dieſen „furchtbaren
Skan=
dal” ſparen können. — Die bonapartiſtiſche Autorité
ſagt: Es iſt nicht erlaubt, die ganze Welt ſo zu foppen,
wie es dieſer Unterſuchungsausſchuß getan hat. Seine
Schlußfolgerungen ſind eine wahre Fälſchung und eine
Beleidigung des geſunden Menſchenverſtandes. — Der in
den Schlußfolgerungen getadelte Chefredakteue des
Rappel, Dumesnil, meint ſpöttiſch, die
Unterſuchungs=
kommiſſion gleiche ein wenig der Penelope und einer
Klatſchbaſe, denn ſie hätte die Klatſchereien, welche ſie
am Tage aufgeleſen habe, nachts wieder vernichtet.
Deutſches Reich.
— Die Beſteuerung der
Zündholzerſatz=
mittel. Wie verlautet, iſt im Reichsſchatzamt ein
Ge=
ſetzentwurf ausgearbeitet, der ſich auf die Beſteuerung der
Zündholzerſatzmittel bezieht. Die verbündeten
Regierun=
gen ſind ausnahmslos dafür, daß der geſetzgeberiſche
Ver=
ſuch, eine derartige Beſteuerung einzuführen, gemacht wird.
Das Reichsſchatzamt zögere aber noch, mit dem Entwurf
hervorzutreten, weil es der Anſicht iſt, daß im Reichstag
ſich einſtweilen keine Mehrheit dafür finden werde. Die
Erfahrungen, die das Reichsſchatzamt mit dem
Leuchtök=
geſetzentwurf macht, der eine Fülle von Arbeit verurſacht
hat, laden allerdings nicht dazu ein, ſchon jetzt auf eine
Beſteuerung der Zündholzerſatzmittel zu dringen. Aber
aufgeſchoben iſt nicht aufgehoben. Die Vorlage, die dieſer
neuen Steuer gilt, werde kommen. Im Bundesrat werde
dagegen ein grundſätzlicher Widerſpruch nicht laut
wer=
den. Etwaige Bedenken werden ſich nur gegen einzelne
Beſtimmungen des Entwurfs richten. Die Steuer ſelbſt
werde von den Regierungen nicht nur gutgeheißen,
ſon=
dern geradezu gewünſcht.
— Die Altliberalen zu den
Zentralvor=
ſtandsbeſchlüſſen. Die Altnationalliberale
Reichs=
korreſpondenz beſtreitet die Angabe des Jungliberalen
Verbandes, in der Beſprechung des Antrages auf
Auf=
löſung des Jung= und Altliberalen Verbandes ſei auf
alt=
nationalliberaler Seite eine grundſätzliche Geneigtheit zur
Auflöſung nicht zu erkennen geweſen. Dazu ſagt die
Kor=
reſpondenz, die Altnationalliberalen hätten durch ihre
Reden wie durch ihre Abſtimmung ihre Bereitwilligkeit,
an einer Verſtändigung mitzuwirken, bekundet. Durch die
jungliberale Erklärung aber wäre dem wohlgemeinten
Zentralvorſtandsbeſchluſſe der Boden entzogen, und es
entfalle für die Altnationalliberalen jeder Anlaß, heute
näher darauf einzugehen. Sachlich ſtimmt die
Korreſpon=
denz dann mit den Jungliberalen überein, indem ſie auf
die großen Schwierigkeiten hinweiſt, die einer
Durch=
führung des Zentralvorſtandsbeſchluſſes entgegenſtehen,
und die Frage aufwirft, ob die Zeit ſchon gekommen iſt,
um die notwendige und gerade auch von den Altliberalen
immer gewünſchte ſachliche und takt Be Einigkeit der
Par=
tei auch organiſatoriſch voll in die Erſcheinung treten zu
laſſen. Dieſen Bedenken habe der Abg. Hirſch als
Spre=
cher der Altnationalliberalen loyalerweiſe auch Ausdruck
gegeben, als er im Zentralvorſtande für den
Altnatio=
nalliberalen Reichsverband die Bereitwilligkeit feſtſtellte,
in dem geplanten Verſtändigungsausſchuß mitzuwirken.
— Der Mitgliederſchwund der
ſozial=
demokratiſchen Gewerkſchaften muß jetzt
not=
gedrungen allmählich auch von den Gewerkſchaften in
ihren Jahresberichten zugegeben werden, nachdem bereits
die Gewerkſchaftskommiſſion darauf vorbereitet hatte. Der
Bezirk Berlin des Deutſchen Metallarbeiterverhandes
zählte Ende 1912 91 784 Mitglieder, Ende 1913 waren es
jedoch nur, wie der Jahresbericht ausweiſt, 88 729, ſo dal
alſo der Rückgang 3055 beträgt. Aehnlich liegen die
Ver=
hältniſſe auch beim Bezirk Berlin des Verbandes der
Maler, Lackierer und Anſtreicher. Hier ging die
Mit=
gliederzahl während des Jahres 1913 von 6393 auf 4237
zurück, was einen Verluſt von 2156 Mitgliedern ergibt.
Die Verwaltungsſtelle Berlin des Deutſchen
Holzarbeiter=
verbandes beklagt ebenfalls eine Minderung der
Mit=
gliederzahl, denn ſie iſt von 30560 am 1. Januar 1913 auf
27973 am 1. Januar 1914 zurückgegangen. Der Verluſt
an Mitgliedern beziffert ſich daher auf 2587.
— Das Kartell der Berliner
Werkver=
eine erſucht im Anſchluß an die Meldung über die
Grün=
dung eines Kartellverbandes Deutſcher Werkvereine
feſt=
zuſtellen, daß die Berliner Werkvereine die parteipolitiſche
Neutralität nicht auf die Sozialdemokratie ausdehnen,
ſondern entſchieden antiſozialdemokratiſch ſind. Nur
bil=
ligen ſie es nicht, daß Mitglieder, die eben erſt für die
Werkvereinigung gewonnen ſind und darum noch
gelegent=
lich ſozialdemokratiſch wählen, ausgeſchloſſen werden und
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Nummer 93.
daß man Wähler des Zentrums ausſchließt, wie das in
Eſſen geſchehen iſt. Den Berliner Standpunkt hätten auf
der Augsburger Tagung auch eine Anzahl ſächſiſcher,
Magdeburger und Hallenſer Vereine geteilt. Hauptgrund
für den Austritt der Berliner Werkvereine in Augsburg ſei
die Ablehnung folgenden Antrags geweſen: „Vereine,
die in irgendeiner Form auf ihr Streikrecht verzichten,
dürſen in den Bund Deutſcher Werkvereine nicht
aufge=
nommen werden.”
Ausland.
Frankreich.
Die Einkommenſteuer. Am Mittwoch
nach=
mittag wurde die Beratung der Vorlage über die
Er=
gänzungsſteuer, auf das Einkommen fortgeſetzt. Indem
er auf die verſchiedenen Einwendungen der Abgeordneten
der Rechten und des Zentrums einging, erklärte der
Be=
richterſtatter der Kommiſſion, Javal, daß nicht der
Steuer=
pflichtige, der ſeine Steuererklärung abgab, deren
Richtig=
keit beweiſen müſſe. Die Behörde werde, wenn ſie dieſe
beſtreite, die Beweispflicht für die Hinterziehung an Hand
der amtlichen Urkunden haben, die ſie beſitze. Die
Kam=
mer beſchloß mit 372 gegen 132 Stimmen die
Einverlei=
bung des Einkommenſteuergeſetzentwurfs in das
Finanz=
geſetz. Hierauf wurde das Budget mit 400 gegen 70
Stim=
men angenommen.
Präſident Poincarés Reiſepläne. Ueber
die Reiſepläne des Präſidenten Poincaré werden folgende
Angaben gemacht: Am Samstag begeben ſich Herr und
Frau Poincaré nach der Riviera, unterbrechen aber ihren
dortigen Aufenthalt anläßlich des in der dritten
April=
woche erfolgenden Beſuches des britiſchen Königspaares
und zum zweiten Male in der zweiten Maiwoche zum
Empfange des däniſchen Königspaares. Poincarés
See=
reiſe nach Rußland iſt für die zweite Hälfte des Juli in
Ausſicht genommen. Auf der Rückreiſe iſt ein kurzer
Auf=
enthalt in Dänemark beabſichtigt.
Rußland.
Das Verkehrsminiſterium hat bei dem
Mi=
niſterrat um die Ermächtigung nachgeſucht, in der
zwei=
ten Hälfte dieſes Jahres für 59 369300 Rubel Waggons,
Schienen uſw. zu beſtellen, um damit einen Teil des
Be=
darfs der Staatsbahnen für das Jahr 1915 zu decken.
Angeſichts der andauernden
Erkran=
kungen unter den Arbeiterinnen einiger
Fa=
briken hat der Handelsminiſter die Einführung dauernder
ärztlicher Hilfe in denjenigen Fabriken angeordnet, in
denen eine große Anzahl von Arbeiterinnen beſchäftigt iſt.
Schiffskäufe in England? Die Times melden
in einem Petersburger Telegramm, daß ſich der ruſſiſche
Ingenieur Popoff im Auftrage ſeiner Regierung nach
England begeben hat, um Schiffe anzukaufen. Die
Re=
gierung ſoll urſprünglich die Abſicht gehabt haben,
deut=
ſchen Häuſern den Bau von Schiffen zu übertragen, hat
jedoch im letzten Augenblick angeſichts der Zwiſchenfälle
der letzten Zeit dieſen Plan wieder aufgegeben.
Balkanſtaaten.
Die epirotiſche Frage. Die Neue Freie Preſſe
meldet: In diplomatiſchen Kreiſen verlaute:, daß König
Konſtantin von Griechenland ſeinerſeits den Epiroten ſo
weitgehende Verſprechungen gemacht hat, daß er jetzt nur
ſchwer zurück kann. Der König wird daher bei ſeiner
Begegnung mit Kaiſer Wilhelm in Korfu verſuchen, durch
deſſen Vermittelung außer der bereits bewilligten
Grenz=
verbeſſerung noch eine weitere Gebietsabtretung zu
er=
langen, um auf dieſe Art die aufgeregte öffentliche
Mei=
nung in Griechenland zu beruhigen. Man glaubt jedoch
nicht, daß der König für einen ſolchen Wunſch ein
ge=
neigtes Ohr bei Kaiſer Wilhelm finden wird. Kaiſer Wil=
helm hat ſich ſowohl in Wien als auch in Venedig von dem
feſten Willen ſeiner Verbündeten überzeugen können, die
ſüdalbaniſche Frage gemäß den Beſtimmungen der
Lon=
doner Botſchafterreunion zu regeln. König Konſtantin
würde daher auf die Unterſtützung Kaiſer Wilhelms nur
dann rechnen können, wenn ſeine Regierung die den
Groß=
mächten gemachten Zuſicherungen erfüllen wird. Sollte
Griechenland nicht in abſehbarer Zeit ſeine Truppen aus
dem Epirus zurückziehen, ſo werden Italien und
Oeſter=
reich=Ungarn Maßlegeln in Erwägung ziehen, die
not=
wendig ſind, um den Willen der Großmächte zur
Durch=
führung zu bringen.
Die Albaniſche Korreſpondenz meldet aus Durazzo:
Eine Verordnung des Fürſten von Albanien erklärt die
außerordentliche Miſſion des Oberſten Thomſon als
Kom=
miſſar im Epirus für beendet und überweiſt die
Behand=
lung der epirotiſchen Frage dem Kabinett.
Reviſion des Bukareſter Vertrages?
Die Nowoje Wremja glaubt die Nachricht beſtätigen zu
können, daß die öſterreichiſche Regierung an die Mächte
mit dem Erſuchen herantreten wird, den Vertrag von
Bu=
kareſt zu revidieren, und zu dieſem Zweck eine
internatio=
nale Konferenz vorſchlagen werde. Das Blatt erklärt, daß
die öſterreichiſche Regierung hiermit Bulgarien und
Ser=
bien einen Gefallen erweiſen und andererſeits von
Ser=
bien in der Frage der Orientbahnen Konzeſſionen
er=
halten wolle.
* Eine Penſion für Peters. Die Blätter
mel=
den aus Berlin: Die Richtigkeit der ſchon vor einiger Zeit
aufgetauchten Gerüchte wird jetzt beſtätigt, daß auf
Vor=
ſchlag des Reichskolonialamtes dem früheren
Reichskom=
miſſar Karl Peters eine Penſion als Anerkennung für
ſeine dem Reiche geleiſteten Dienſte in Oſtafrika bewilligt
wird.
* Buenos=Aires, 1. April. Als der Zug die
Station Palomar paſſierte, wurde das Prinzenpaar
Heinrich von Preußen von der Militärfliegerſchule
be=
grüßt. Fünf Flugzeuge begleiteten den Zug die
Bahn=
ſtrecke entlang. Der Prinz ſprach dem Schuldirektor
ſei=
nen Glückwunſch über die Leiſtungen aus.
* Santiago de Chile, 2. April. Das
Prin=
zenpaar Heinrich von Preußen iſt heute im
Sonderzug, begleitet von den Herren, welche ſich zum
Empfange an die Grenze begeben hatten, eingetroffen und
auf dem Bahnhof von dem Miniſter des Aeußern
Ville=
gas und Gemahlin, dem Bürgermeiſter von Santiago de
Chile, mehreren Generalen und deutſchen Geſellſchaften
empfangen worden. Villegas hieß die Fürſtlichkeiten
will=
kommen. Ein kleines Mädchen der deutſchen Schule
über=
reichte der Prinzeſſin einen Blumenſtrauß. In der Stadt
herrſcht große Begeiſterung. Prinz Heinrich hat darum
gebeten, ihm keine militäriſchen Ehrenbezeugungen zu
er=
weiſen. Das deutſche Geſchwader wird morgen
in Valparaiſo eintreffen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. April.
Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Oberrechnungsreviſor Rechnungsrat
Julius Koller unter Belaſſung des Charakters als
Rechnungsrat zum Oberreviſor bei der I. Juſtifikatur=
Abteilung der Oberrechnungskammer ernannt. — Ernannt
wurde ferner der Hauswärter im nördlichen
Kollegien=
gebäude zu Darmſtadt Friedrich Wiedekind zum
Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Worms.
* Verliehen wurde der Oberin der katholiſchen
Krankenſchweſtern in Gernsheim Franziska Glade die
Goldene Medaille des Ludewigs=Ordens.
* Erledigt iſt die Stelle des Pfandmeiſters für den
Beitreibungsbezirk Offenbach IV.
* Militärdienſtnachrichten. Clifford Kocg
v. Breugel, Gen.=Maj. und Kommand. der 25. Kav.=
Brig. (Großh. Heſſ.) in Genehmigung ſeines
Abſchieds=
geſuches unter Verleihung des Charakters als Gen.=Lt.
mit der geſetzl. Penſion zur Disp. geſtellt. v.
Bodel=
ſchwingh, Oberſt und Kommand. des 2. Hannov.
Drag.=Regts. Nr. 16, zum Kommand. der 25. Kav.=Brig.
(Großh. Heſſ.) ernannt. Buſſe, Oberſt und Kommand.
des Füſ.=Regts. Kaiſer Franz Joſef von Oeſterreich,
König von Ungarn, (4. Württemb.) Nr. 122, unter
Ent=
hebung von dem Kommando nach Württemberg in
Genehmigung ſeines Abſchiedsgeſuches mit der geſetzl.
Penſion und der Erlaubnis zum Tragen der Uniform
des Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116
zur Disp. geſtellt. Matthies, Oberſtlt. a. D., zuletzt
Maj. und Bats.=Kommand. im 5. Großh. Heſſ. Inf.=
Regt. Nr. 168, unter Verleihung eines Patents ſeines
Dienſtgrades vom 22. April 1912 O 1 in der Armee, und
zwar beim 4. Lothr. Inf.=Regt. Nr. 136, wiederangeſtellt,
zugleich mit der Führung des letztgenannten Regiments
beauftragt.
g. Kriegsgericht. Wegen Ungehorſams vor
verſammelter Mannſchaft hatte ſich geſtern der
aus Arnſtadt i. Th. gebürtige Otto Heyer vom
Leib=
garde=Infanterie=Regiment Nr. 115 vor dem Gericht der
25. Diviſion zu verantworten. Am 17. März war vom
Unteroffizier beim Exerzieren „Richt’ Euch!” kommandiert
worden. Ein zweiter Unteroffizier ſah die Gewehrhaltung
nach. Er gab dem Angeklagten den Befehl, das Gewehr
etwas höher zu nehmen, dieſer kam jedoch auch dem
wiederholten Befehl nicht nach. Er behauptet, ſich in
einem gewiſſen Dilemma befunden zu haben, da er ſich
nicht hätte rühren dürfen. Das Gericht hatte jedoch für
dieſe Auslegung der militäriſchen Diſziplin kein
Ver=
ſtändnis und verurteilte den Angeklagten zu der
Mindeſt=
ſtrafe von 43 Tagen Gefängnis und verfügte im
Intereſſe der Aufrechterhaltung der Diſziplin die ſofortige
Inhaftnahme.
— Vom Hoftheater. In der heutigen Aufführung
von „König Lear” ſpielt den Grafen von Kent Hans
Baumeiſter, da der urſprüngliche Inhaber der Rolle
Emil Jannings durch Krankheit verhindert war, an den
Proben teilzunehmen. Den Edmund ſpielt anſtelle
Baumeiſters Herr Wolf Dietrich a. G. In der
Jubi=
läumsaufführung der „Fledermaus” am Samstag
ſingt wieder Joſephine Becker=Gerder die Roſalinde; als
Alfred gaſtiert Herr Joſeph Medeotti. Dieſe letzte
Vor=
ſtellung vor Oſtern findet bei aufgehobenem Abonnement
zu ermäßigten Preiſen ſtatt.
Vom ſtädtiſchen Hallenſchwimmbad. Der
Be=
ſuch, ſowie die Einnahmen des letzten Betriebsjahres
ſind im ſtädtiſchen Hallenſchwimmbad wieder geſtiegen.
1913/14
1912/13
Beſuchszifſer
männl. weibl. männl. weibl
Schwimmbäder . 126 781 46600 118903 47812
Wannenbäder . . 41707 29 487 42 414 27055
33 166
31396
Brauſebäder
7681 1283
7066 1219
Heilbäder
209335 77370 199776 70 086
275865
zuſammen: 286705
mehr: 10840 Perſonen
1913/14
1912/13
Einnahme
33 119,05 Mk. 30 057,05 Mk.
Schwimmbäder
33952,90
Wannenbäder.
32366,10
4 236,05
4026,70
Brauſebäder
Heilbäder .
13 226,00
14203,50
Hundebäder
1 294,50
1119,75 „
12338,40
Wäſche, Badezutaten ꝛc. 14 641,70
zuſammen: 101 447,70 Mk. 93 134,00 Mk.
mehr: 8313,70 Mk.
* Das Feilhalten und der Verkauf lebender Füſche.
Das Großh. Polizeiamt hat über den Verkauf und das
Feilhalten lebender Fiſche folgende Bekanntmachung
er=
laſſen: In Handlungen und auf dem Markt dürfen lebende
Fiſche nur in Behältern, die mit genügendem friſchen
Waſſer gefüllt ſind, feilgehalten werden. Lebende Fiſche
dürfen an die Käufer nicht in Papierpackungen abgegeben
werden, ſondern nur in Behältern, die mit genügendem
friſchen Waſſer gefüllt ſind. Zuwiderhandlungen werden
nach § 360, Ziffer 13 R.=Str.=G.=B. zur Anzeige gebracht.
* Kriegerverein Darmſtadt. Die März=
Monatsver=
ſammlung fand Mittwoch abend im Vereinslokal der
Turnhalle am Woogsplatz ſtatt. Der erſte Vorſitzende
er=
öffnete die Verſammlung mit der Begrüßung der
erſchie=
nenen Kameraden. Er erwähnte, daß dieſer Tag
von ganz beſonderer Bedeutung für das Deutſche Reich
ſei, indem 99 Jahre verfloſſen ſeien, ſeit der ehemalige
große Reichskanzler Fürſt Bismarck das Licht der Welt
erblickte, und wie er deshalb nicht unterlaſſen wolle, des
Mannes zu gedenken, dem wir das Daſein unſeres jetzigen
Himmelserſcheinungen
im April.
AK. Etwas weniger als im März nimmt im April
die Deklination der Sonne zu, denn während dieſe
Zu=
nahme im Vormonat 11‟ 44’ betrug, ſinkt ſie im April auf
10% 167.5, ſie war nämlich am 1. mittags gleich — 4% 18' 374
und iſt am 30. mittags gleich — 14‟ 35 13‟ Um
denſel=
ben Betrag ſteigt naturgemäß auch die Mittagshöhe
der Sonne, und zwar für den Parallel von 54‟ (
Nord=
deutſchland) von 40 19 am 1. bis auf 50 %35 am 30., für den
Parallel von 51‟ (Mitteldeutſchland) von 43 19' am 1.
bis auf 53% 35' am 30., endlich für den Parallel von 48
(Süddeutſchland und Oeſterreich, etwa die Breite von
Wien) von 46 19' am 1. bis auf 56‟ 35' am 30. April.
Durch die Vergrößerung der Tagbogen der Sonne erfährt
die Tagesdauer eine Zunahme von 13 bis auf 15
Stunden im nördlichen Gebiet, von 12¾ bis auf 14¾
Stunden im mittleren Gebiet und von 12¾ bis auf 14½
Stunden im füdlichen Gebiet. Durch die ſich jetzt ſtetig
verlängernden Dämmerungen erfährt die Tageshelligkeit
noch einen Zuwachs von insgeſamt 1½ Stunden.
Der Mond wechſelt im April ſeine Phaſen zu
fol=
genden Zeiten: Erſtes Viertel am 3., um 8 Uhr 41 Min.
nachm., Vollmond am 10., um 2 Uhr 28 Min. nachm.,
Letz=
tes Viertel am 17., um 8 Uhr 52 Min. vorm., und
Neu=
mond am 25., um 12 Uhr 22 Min, nachm. Er befindet ſich
am 10. April, um 10 Uhr vorm., in ſeiner Erdnähe bei
einem Abſtande von 56 Erdhalbmeſſern à 6378
Kilo=
meter, und am 23. April, um 6 Uhr nachm., in ſeiner
Erd=
ferne bei einem Abſtande von 63,7 Erdhalbmeſſern. — Am
29. April wird der Stern 136 des „Stiers” (Größe 4,7)
vom Monde bedeckt, und zwar erfolgt deſſen Eintritt um
9 Uhr 24.5 Min. nachm. und ſein Austritt um 10 Uhr 16.7
Min. nachm.
Zur Beobachtung der großen Planeten ſind
die Verhältniſſe im April recht günſtig. Venus, Saturn
und Mars beherrſchen den Abendhimmel, Jupiter den
Morgenhimmel. Merkur der ſich am 6. April, um 5
Uhr nachm., in ſeiner Sonnenferne befindet, bleibt für
das unbewaffnete Auge unſichtbar, obwohl er am 7.
April, um 8 Uhr vorm., ſeine größte weſtliche
Auswei=
chung, 27 46', erreicht. Sein Erdabſtand beträgt am 1.
0.79 und am 30. 1.20 Einheiten oder Erdbahnhalbmeſſer
à 149.48 Millionen Kilometer, ſein ſcheinbarer
Durch=
meſſer verkleinert ſich daher von 8‟4 bis auf 5.‟5.
Venus iſt Abendſtern und tritt im Bilde des „Widders”
allmählich als ſtark glänzendes Geſtirn aus der
Dämme=
rung hervor, um dann bis Mitte November den
Abend=
himmel zu ſchmücken. Ende April bleibt ſie nahezu zwei
Stunden lang ſichtbar. Venus nähert ſich der Erde von
1.67 bis auf 1.59 Einheiten; ihr Scheibendurchmeſſer
ver=
größert ſich demgemäß von 10%0 bis auf 10‟.6. Am 27.
April, um 7 Uhr vorm., hat der Mond mit Venus
Kon=
junktion, am vorhergehenden Abend ſteht die feine Sichel
noch nordweſtlich, am folgenden Abend ſchon nordöſtlich
von dem Planeten. — Mars ſieht man zunächſt noch
im Bilde der „Zwillinge” mit deſſen beiden Hauptſternen
(Caſtor und Pollux) er immer noch ein ſehr auffälliges
Dreieck bildet, ſpäter im Bilde des „Krebſes” anfänglich
um 6½, zuletzt ſchon um 5½ Uhr abends hoch im
Meri=
dian, er geht aber fortgeſetzt früher unter. Am 27. April,
um 7 Uhr vorm., gelangt Mars in ſeine Sonnenferne.
Dies iſt gegenwärtig von beſonderem Intereſſe, weil der
Planet bekanntlich am 1. Januar 1914 in ſeiner Erdnähe
(am 5. Januar in Oppoſition zur Sonne) geſtanden hat;
da außerdem grade zu derſelben Zeit, am 3. Januar, die
Erde in ihrer Sonnennähe geweſen iſt, begreift man leicht,
daß uns unſer Nachbarplanet diesmal nicht ſehr nahe
kommen konnte, ſein Abſtand betrug denn auch 0,62
Ein=
heiten — 93 Millionen Kilometer gegen 0.37 Einheiten
— 55.7 Millionen Kilometer bei der günſtigſten und 0.68
Einheiten — 101.3 Millionen Kilometer bei der
ungün=
ſtigſten Erdnähe überhaupt. Im April belaufen ſich die
Abſtände des Mars auf 1.23 Einheiten am 1. und 1.51
Einheiten am 30. Der Scheibendurchmeſſer des
Plane=
ten nimmt dabei weiter von 7%.6 bis auf 6".2 ab. Am
4. April, um 4 Uhr vorm., hat der Mond mit Mars
Kon=
junktion; der Mond bleibt dabei 2” nördlich. —
Jupi=
ter erſcheint im Bilde des „Steinbocks” am Monatsanfang
am frühen Morgenhimmel, zuerſt gegen 4½, zuletzt
be=
reits gegen 2½ Uhr. Seine Entfernung von der Erde
nimmt von 5.59 bis auf 5.16 Einheiten ab, ſein
ſchein=
barer Durchmeſſer dementſprechend von 35%.7 bis auf 38‟.8
zu; ſchon ein kleines Fernrohr zeigt daher die mächtige
Scheibe mit ihren Flecken und Streifen, ſowie die vier
großen Monde. Am 19. April, um 1 Uhr vorm. (nachts)
kommt der Mond mit Jupiter in Konjunktion, bei der der
Mond 1 50' nördlich bleibt; nach Aufgang der Geſtirne
ſieht man ſeine Sichel ſchon ein wenig nach Oſten
fort=
gerückt. — Saturn ſteht als heller Stern im Bilde des
„Stiers” bei Eintritt der Dunkelheit noch recht hoch am
weſtlichen Himmel, er kulminiert anfänglich um 4¼, am
Monatsſchluſſe ſchon gegen 2½ Uhr nachmittags, geht
dann alſo ſchon gegen 11 Uhr abends unter. Immerhin
ſind die Bedingungen für die Beobachtung des Saturn
im April noch recht günſtig. Der Erdabſtand des Planeten
vergrößert ſich von 9.44 bis auf 9.81 Erdbahnhalbmeſſer,
ſein Scheibendurchmeſſer verkleinert ſich demgemäß von
17%2 bis auf 16‟.6. Sein weitgeöffnetes Ringſyſtem zeigt
uns ſeine Südſeite. Am 28./29. April, um 12 Uhr
mitter=
nachts, hat der Mond mit Saturn Konjunktion, doch
bleibt der Mond jedesmal gegen 6½ Grade nördlich von
dem Planeten. — Uranus weilt im Bilde des „
Stein=
bocks” am frühen Morgenhimmel und kulminiert
anfäng=
lich um 8½, zuletzt gegen 6½ Uhr vormittags, iſt aber
wegen ſeines tiefen Standes (ſeine Deklination beträgt
etwa — 18‟) auch für Fernrohre ungünſtig zu
beobach=
ten, wogegen der ihm nahe Jupiter wegen ſeiner
bedeu=
tenden Helligkeit ſchon kräftig hervortritt. Dem Uranus
nähert ſich die Erde von 20.34 bis auf 19.87 Einheiten,
der ſcheinbare Durchmeſſer des Planeten mißt nur 4."1.
Neptun befindet ſich im Bilde der „Zwillinge‟
abends noch hoch im Südweſten, er kulminiert am
Mo=
natsanfang gegen 7½, am Monatsſchluſſe um 5¼ Uhr
nachmittags. Seine genauen Oerter waren am 1. April
Rektaſzenſion 7h 49m 18s und Deklination —20% 39
und ſind am 30. April Rektaſzenſion 7h 50m 0s und
Deklination —20‟ 38‟. Sein Erdabſtand betrug am 1.
29.72 und beträgt am 30. April 30.21 Einheiten, ſein
Win=
kelwert anfangs 2‟.6, zuletzt 2‟.5.
An Sternſchnuppen iſt der April ſehr reich, die
Erde kreuzt neben mehreren anderen zwei beſonders
dichte Meteorſtröme; den erſten am 12. und 13., den
zwei=
ten vom 19. bis 23. April. Der Ausſtrahlungspunkt liegt
bei dem erſten Schwarm ſüdlich vom Sterne Beta, beim
zweiten bei dem Sterne Alpha („Wega”) der „Leier”
doch kommen Meteore vom 19. bis 23. April auch aus
vielen anderen Richtungen. Das Sternbild der „Leier”
nach dem der letzte Schauer den Namen „Lyriden” trägt,
findet man abends tief im Nordoſten.
Zu Beobachtungen am Firſternhimmel eignen
ſich wegen des Mondlichtes beſonders die Abende und
Nummer 93.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Sehr 2.
Reiches verdanken. Das Protokoll der letzten
Monats=
verſammlung wurde ſodann verleſen und genehmigt. Der
erſte Vorſitzende erſtattete hierauf Bericht über die
Tätig=
keit des Vorſtandes im abgelaufenen Monat. Die
Ver=
ſammlung ehrte das Andenken der ſeit der letzten
Monats=
verſammlung verſtorbenen Kameraden durch Erheben von
den Sitzen. Die Tagesordnung für die
Mitgliederver=
ſammlung am 7. Juni in Butzbach, wobei gleichzeitig das
40jährige Beſtehen der Kriegerkameradſchaft Haſſia
ge=
feiert wird, wurde durchberaten. Die Kriegerkameradſchaft
Haſſia beabſichtigt, am 4., 5. und 6. Juli d. J. eine Fahrt
über Eiſenach (Beſichtigung der Wartburg), Frankenhauſen
(Beſichtigung des Kyffhäuſerdenkmals und der
Barba=
roſſahöhle) nach Leipzig zur Beſichtigung des
Völkerſchlachtdenkmals zu veranſtalten. Der
Fahrpreis beträgt bei genügender Beteiligung (230
Teil=
nehmer) für Hin= und Rückfahrt 14 Mark. Auch
Ange=
hörige der Kameraden können teilnehmen. Anmeldungen
bittet man baldigſt an den erſten Vorſitzenden, Herrn
Hauptmann a. D. Waldecker, zu richten. Nähere
Bekannt=
machungen erfolgen noch. Zum Punkt Scheibenſchießen
ſei erwähnt, daß dasſelbe kurz nach Oſtern wieder für
dieſes Jahr ſeinen Anfang nehmen wird, und ſind jetzt
ſchon die ſich dafür intereſſierenden Kameraden zur regen
Beteiligung eingeladen. Der Beginn des Schießens wird
noch frühzeitig bekannt gegeben. Hierauf fand noch
Bücherausgabe ſtatt.
Die Vereinigung früherer Leibgardiſten wird
mit Rückſicht auf das Oſterfeſt ihren Regimentsabend
der ſonſt am 2. Montag des Monats ſtattfindet,
dies=
mal am kommenden Montag, den 6. April, in der
„Stadt Coburg” abhalten. (Siehe Anzeige.)
* Im Silberkranz. Herr Oberbahnaſſiſtent Chriſtian
Wörißhoffer und Frau, Obere Liebfrauenſtraße 36, feiern
Samstag, den 4. April, ihre Silberne Hochzeit.
In Amerika verſtorbene Heſſen. Aus Belleville,
Ill., wird unterm 12. März gemeldet: Am 8. März
ver=
ſtarb Frau Margaretha Dintelmann, geb. Keller,
im Alter von 72 Jahren. Sie wurde am 25. April 1841
in Heſſen=Darmſtadt geboren. Als ſie 3 Jahre alt war,
wanderten ihre Eltern nach Amerika aus. — Im Alter
von 71 Jahren iſt Herr John Braun, einer der älteſten
Kaufleute und geachtetſten Bürger von Marysville, O.,
am 7. März der tückiſchen Lungenentzündung erlegen
an welcher er 10 Tage zuvor erkrankt war. Der
Ent=
ſchlafene wurde am 7. April 1842 zu Unterſchmitten,
Heſſen=Darmſtadt, geboren und wanderte im Jahre 1861
nach Amerika aus. — Im Heim ihres Sohnes, des
Binnenſteuereinnehmers Dr. Fred. L. Marſhall, in Neu=
York City, iſt Frau Margaret Marſhall, geb. Ott,
im Alter von 69 Jahren entſchlummert. Die jetzt
Ver=
ſtorbene wurde in Nidda, Heſſen=Darmſtadt, geboren
und kam ſchon im Alter von 6 Jahren mit ihren Eltern
hierher. — Unterm 6. März wird aus Chillicothe, O.,
gemeldet: Ein Telegramm brachte am Sonntag die
traurige Nachricht aus Jackſonville, Fla., daß Herr
Michael Kramer dortſelbſt in einem Sanitorium
ge=
ſtorben ſei. Der Verewigte erreichte ein Alter von
64 Jahren und wurde in Rimbach, Heſſen=Darmſtadt,
geboren. Im Jahre 1851 kam er mit ſeinen Eltern nach
Amerika. — Ferner ſtarb tn Chillicothe, O., Herr
Michael J. Mathias am 5. März in ſeiner Wohnung
an der Oſt 4. Straße im hohen Alter von 90 Jahren.
Der Verſtorbene wurde in Heſſen=Darmſtadt geboren
und kam im Februar des Jahres 1832 mit ſeinen Eltern
nach Amerika.
* Der Verein für Verbreitung von Volksbildung
ſchreibt uns zu den Muſeumsführungen: Die
Reihe der durch die wiſſenſchaftlichen Beamten des
Lan=
desmuſeums veranſtalteten Muſeumsführungen hat mit
der 13. Führung am vorigen Sonntag für dieſes Semeſter
ihren Abſchluß gefunden. Die Ankündigung dieſer
Füh=
rungen im vergangenen Herbſt wurde mit beſonderer
Ge=
nugtuung begrüßt, zeigte ſie doch, wie ernſt die
Muſeums=
verwaltung, von ſozialer Geſinnung getragen, beſtrebt
war, unentgeltlich denjenigen, die Werktags am Beſuch
des Muſeums verhindert, deſſen reiche Schätze näher zu
bringen; durch zielbewußte Beſprechungen einzelner
wich=
tiger Gruppen der Kunſt= und Hiſtoriſchen Sammlungen
ſollte ein tieferes Verſtändnis dieſer und ihrer
Zeit=
geſchichte vermittelt und der Sinn für künſtleriſche
Auf=
faſſung und Schönheitswerte geweckt werden. Reichlich
fanden ſolche löbl. Abſichten in weiten Kreiſen Würdigung;
trotz der angeſetzten ſonntäglichen Frühſtunden meldeten
ſich ſo viele Teilnehmer, daß bei keiner Führung die zur
Verfügung ſtehende Anzahl Eintrittskarten genügte. Als
Führer waren beteiligt: Herr Geh. Hofrat Prof. De=
Back, Muſeumsdirektor, Herr Dr. A. Feigel und Herr Dr.
K. Freund. Es wurden beſprochen an den 4 erſten
Sonn=
tagen (26. Oktober bis 2. Dezember) von Herrn Dr.
Feigel: Vorgeſchichtliche Altertümer; Römiſche
Schau=
ſammlung; Fränkiſche, karolingiſche und romaniſche
Schauſammlung; das Zeitalter des gotiſchen Stils I:
Plaſtik. — Herr De. Freund behandelte im Dezember,
Januar und Februar: Das Zeitalter der Gotik II:
Glas=
malerei; das Zeitalter der Gotik III: Tafelmalerei;
Italie=
niſche und franzöſiſche Malerei; Vlämiſche und holländiſche
Malerei. — Von Herrn Geh. Rat Dr. Back wurden an 3
Sonntagen im Monat Februar und März erläutert:
Möbel= und Zimmereinrichtungen; Möbel= und
Zimmer=
einrichtungen der Spätgotik und italieniſchen Renaiſſance:
Möbel und Zimmereinrichtungen: Renaiſſance, Barock,
Rokoko. Den Beſchluß bildeten die am 15. und 29. März
im Kupferſtichkabinett von Herrn Dr. Freund gebotenen
Erklärungen von: Die alten Verfahren des Bilddrucks I:
Holzſchnitt und Kupferſtich; die Verfahren des
Bild=
drucks II: Radierungen, Farbſtich, Schabkunſt,
Litho=
graphie. — Das Schlußwort bei der letzten Führung
ſei=
tens des Herrn Dr. Freund bildete eine
Zuſammen=
ſaſſung der bei den Führungen betätigten Grund= und
Leitſätze und bekundete aufs neue, wie ernſt und liebevoll
die Muſeumsverwaltung und Beamtenſchaft bereit waren,
in dieſen Monaten wahrer Kunſtveredelung zu dienen.
In warmen Worten gab hierauf der Vertreter des
Darm=
ſtädter Volksbildungsvereins, ſowie der Beauftragte der
Hörerſchaft den Gefühlen aufrichtigen Dankes Ausdruck,
dabei der Hoffnung Raum gebend auf ſpätere Fortſetzung
ſolcher der Allgemeinheit ſo willkommenen
Bildungs=
beſtrebungen.
— Zeichenausſtellung. Samstag, den 4., Sonntag,
den 5. und Montag, den 6. April, findet von 10—12
und 2—4 Uhr im Zeichenſaale der Mädchenmittelſchule I
(Viktoriaſtraße) eine Zeichenausſtellung ſtatt.
D Zur Warnung. (Ein Namenswechſel.) Es
iſt das Beſtreben zweifelhafter Firmen. Namen und Sitz
möglichſt oft zu wechſeln, um ſo unter neuer Flagge ihr
gemeingefährliches Treiben fortſetzen zu können. So haben
ſich in Hambura zwei gleichgeſinnte Seelen gefunden, um
eine kosmetiſche „Fabrik” zu begründen. Monatelang
ge=
brauchten ſie den Namen des einen Geſellſchafters nebſt
Geſellſchaftszuſatz als Firma und brachten ſie Hunderte von
minderbemittelten Perſonen durch die Uebertragung ihrer
Verſandſtellen um ihre letzten Erſparniſſe. Als die
Firma allmählich in Mißkredit geriet, da mußte der Name
des anderen Inhabers als Firma herhalten. Auf dieſe
Weiſe wurden wieder ungezählte Perſonen geſchädigt.
Mögen auch bei dem Unterſuchungsrichter in Hamburg
Hunderte von Beſchwerden vorliegen, wonach den
Ver=
tretern der Firma Betrug vorgeworfen wird, das
ſchüch=
tert dieſe Herren nicht ein. In unverfrorener Weiſe ſetzen
ſie ihr ſchändliches Gewerbe fort. Ja einer ihrer
Reiſen=
den hat neuerdings ein friedliches Städtchen im Erzgebirge
als den Sitz ſeiner Tätigkeit erkoren, um von hier aus
unter der hochtönenden aber nicht eingetragenen Firma
„Saxawerke” auf gleiche Weiſe wie ſeine Hamburger Chefs
die Opfer zu fangen. In Wirklichkeit beſtehen die „Werke‟
aus einem kleinen Verkaufsladen, und kann von einer
Fabrikation keine Rede ſein. Aber das tut nichts zur
Sache. Das Geſchäft wird verſucht. Zu verlieren haben
ja dieſe Herren nichts. So konnte die Zentralſtelle zur
Be=
kämpfung der Schwindelfirmen in Lübeck bisher noch nicht
ein gegen die Hamburger „Fabrikherren” erzieltes Urteil
zur Vollſtreckung bringen. An dieſe Zentralſtelle wollen ſich
alle wenden, die mit den erwähnten Firmen zu tun hatten,
damit es doch ſchließlich noch an Hand eines erdrückenden
Materials gelingt, dieſen Ausbeutern das Handwerk zu
legen. Auch die ſtädtiſche
Rechtsauskunfts=
ſtelle hier, Waldſtraße 6, iſt jederzeit bereit, den
Geſchä=
digten mit Rat zur Seite zu ſtehen.
* Städtiſche Schulzahnklinik (Waldſtraße 21,
Sprech=
ſtunden von 9—12 und 2—5 Uhr: Samstags von 2—4
Uhr). Im Monat März 1914 wurden behandelt 662
Kin=
der (390 Mädchen, 263 Knaben) mit 951 Konſultationen.
Gefüllt wurden 473 Zähne, ausgezogen wurden 908 Zähne,
1601 Milchzähne. 307 bleibende Zähne. Zahl der Tage,
an denen Sprechſtunden abgehalten wurden: 25.
* Illuſtrierte Wochenchronik. Zur Ulſterkriſis bringt
die neueſte Nummer 14 unſerer Tiefdruckbeilage
Illu=
ſtrierte Wochenchronik eine Anzahl ſehr intereſſanter
Bil=
der, ſo die meiſtgenannten Perſönlichkeiten Sir Edward
Carſon, Lord Londonderry und Oberſt Craig, den
engli=
ſchen Kriegsminiſter Oberſt Seely, der zur Demiſſion
ge=
zwungen war, ferner von der engliſchen Regierung
ent=
ſandte Kriegsſchiffe im Hafen von Dublin, eine
impo=
ſante Heerſchau der Ulſter=Armee bei Dungannon und
ein Bild aus Carſons militäriſchem Hauptquartier, das
von Poſten der freiwilligen Armee bewacht wird. Für
die Erhaltung des Spreewaldes, deſſen eigenartige und
reizvolle Schönheiten durch geplante umfaſſende
Melio=
rationen eines großen Teiles gefährdet werden, plädiert
ein reich mit hübſchen Aufnahmen aus dem Spreewald
illuſtrierter Artikel. Von Bildern vom Tage nennen wir
den deutſchen Flieger Guido Linnekogel, der einen
Höhen=
weltrekord mit Paſſagier aufſtellte und außerdem dieſer
Tage die höchſte bisher erzielte Höhe erreichte; Profeſſor
Mercalli, den hochverdienten Direktor des
Veſuvobſerva=
toriums, der das Opfer eines Raubmordes wurde;
Pro=
feſſor Adolf Engler, den bekannten Pflanzengeographen,
der ſeinen 70. Geburtstag feierte; ferner Aufnahmen von
den Prügelſzenen bei der Beerdigung Calmettes und von
den beim letzten Erdbeben durch Aſchenregen verſchütteten
Gebieten in Japan. Sehr amüſant ſind zwei Proben
von „Skulpturen” die auf der ſoeben eröffneten
Futu=
riſtenausſtellung in Paris zu ſehen ſind. Wie es auf
deut=
ſchen Rennbahnen nach der geſetzlichen Zulaſſung von
Buchmachern ausſehen wird, zeigt eine eigenartige
Auf=
nahme der zahlreichen Buchmacherſtände auf einer
engli=
ſchen Rennbahn. In der Rubrik „Die Welt der Frau”
finden unſere Leſerinnen neben der Abbildung einer
ka=
priziöſen Pariſer Nachttoilette eine Aufnahme von der
„Modenſchau um Mitternacht” bei der bekannte Damen
und Herren von Berliner Bühnen als Mannequins
mit=
wirkten, ein Porträt der beliebten Berliner Künſtlerin
Fritzy Maſſary, die jetzt mit einer Gage von 60000 Mark,
der höchſten bisher an eine Schauſpielerin gezahlten Gage,
an das Berliner Metropoltheater engagiert wurde, ſowie
eine intereſſante techniſche Erfindung die Stickereimaſchine,
die ein Beweis für die Vollendung unſerer
Großindu=
ſtrie iſt.
Strafkammer 1.
-g. Des Vergehens gegen Paragraph 4 des Geſetzes
zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes war geſtern
die Ehefrau Eliſabeth Holzer vor der Strafkammer
an=
geklagt. Sie betreibt ein kleines Möbelgeſchäft und der
Detailliſtenverein erblickt in den von ihr veröffentlichten
Anzeigen einen unlauteren Wettbewerb inſofern, als durch
die darin enthaltenen Angaben das Publikum zur
An=
nahme einer beſonders günſtigen Verkaufsgelegenheit
ver=
leitet wird. In den Anzeigen iſt nicht der Name
ange=
geben, ſondern nur Ludwigsſtraße 10, Ir., ſo daß man
annehmen kann, es handle ſich um eine Privatperſon, die
nur die betreffenden angekündigten Sachen zu verkaufen
hat. Ferner wird darin ausdrücklich betont, daß es neue
Sachen ſind, was ja bei einem Möbelgeſchäft
ſelbſtver=
ſtändlich wäre. Die Angeklagte iſt mehrfach vom
Detail=
liſtenverein gewarnt worden, die Anzeigen weiter zu
ver=
öffentlichen; ſie gab jedoch nichts darauf, angeblich, weil
ſie annahm, es käme nur von der Konkurrenz her. Die
Angeklagte beruft ſich zur Entſchuldigung darauf, daß ſie
ſich an anderen Stellen erkundigt habe und nirgends eine
beſtimmte Antwort bekam. Der Staatsanwalt beantragte
150 Mark Geldſtrafe; das Gericht verurteilte ſie jedoch nur
zu 40 MarkGeldſtrafe wegen forgeſetzten Vergehens
gegen Paragraph 4. Außerdem hat ſie die notwendigen
Koſten des als Nebenkläger aufgetretenen
Detailliſtenver=
eins zu tragen. Das Urteil iſt im Darmſtädter Tagblatt
zu veröffentlichen.
Der 40jährige Taglöhner Johann Peter Meckes von
Gammelsbach hatte am 4. November 1913 in einer
Wirt=
ſchaft mit der Wirtin einen Streit wegen 5 Pfg. Als ihm
hierbei der 67jährige Zimmermann Walz vorhielt, er habe
ſich vielleicht geirrt, wurde er ſo erregt, daß er dem 67 Mann die Holzaxt an den Hals hielt und ihm
drohte, wenn er noch einmal ſein Maul aufmache, ſchlage
r ihm den Kopf ab. Das Schöffengericht Beerfelden
ſprach den Angeklagten von der Anklage der Bedrohung
frei, weil der Angabe des Angeklagten Glauben geſchenkt
wurde, er habe nur Spaß gemacht. Auf die Berufung der
Staatsanwaltſchaft verurteilte die Strafkammer den
An=
geklagten zu 10 Mark Geldſtrafe.
Verſorgung der Provinz Starkenburg
mit elektriſcher Energie.
— Mit der Errichtung des Ueberlandnetzes im
nörd=
lichen Kreiſe Dieburg iſt bereits ſeit einigen Wochen
be=
gonnen worden und ſind Hochſpannungsfreileitungen von
Groß=Umſtadt nach Altheim und von Groß=Umſtadt über
Richen nach Klein=Umſtadt, Kleeſtadt, Langſtadt,
Harperts=
hauſen, Altheim, und von Groß=Umſtadt über Semd,
Klein=Zimmern zum größten Teil ſchon fertiggeſtellt. Auch
mit dem Bau der Transformatorenſtationen iſt bereits
Nächte der zweiten Monatshälfte, etwa vom 12. April
bis gegen Ende. Mit Einſchluß der Dämmerungen nimmt
die Tageshelligkeit Mitte des Monats ſchon 15½
Stun=
den ein, für die wirkliche Nachtdunkelheit verbleiben daher
um dieſe Zeit nur noch 8½ Stunden. Zudem iſt auch die
Drehung der Himmelskugel ſo weit fortgeſchritten, daß
von der Pracht der winterlichen Konſtellationen nicht viel
mehr zu ſehen iſt. Der „Orion” grüßt uns nur noch kurze
Zeit bei anbrechender Nacht tief im Weſten, und zeitig
ſinkt auch der benachbarte Sirius unter den Horizont
während es der über ihm zu findende Prokyon mit dem
Untergange noch nicht ſo eilig hat. Höher darüber treffen
wir auf Caſtor und Pollux in den Zwillingen”, hoch im
Süden auf Regulus im „Löwen”. Den Südoſten ſchmückt
die Spica in der „Jungfrau” den Oſten in halber
Zenith=
höhe der Arktur im „Bootes” unter dem die „Krone”
ſtrahlt. Der Nordoſten gehört der „Leier” mit Wega und
dem „Schwan” in der Milchſtraße, die ſich von hier in
ſtarker Neigung zum Nordweſthorizont über „Caſſiopeja”
im Norden und über Perſeus” „Fuhrmann” und „Stier”
im Nordweſten und Weſten, zwiſchen „Orion” und „
Zwil=
lingen” herab zum Südweſthorizont wölbt. — Der bei
weitem größte Teil der Fixſterne leuchtet, nach
menſch=
lichem Zeitmaß gemeſſen, immer mit dem gleichen Lichte:
es gibt aber eine große Menge Sterne, die einen Wechſel
ihrer Helligkeit zeigen. Man teilt dieſe veränderlichen
Sterne in vier Klaſſen ein: 1. neue oder temporäre Sterne,
2. Sterne, deren Lichtwechſel nach Dauer und Verlauf ſehr
unregelmäßig iſt, 3. Sterne mit beſtändigem Lichtwechſel.
deren Periode nach Dauer und Verlauf beſtimmt iſt
(Delta, Cephei=, Mira Ceti= und Beta Lyrae=Typus) und
4. Sterne, deren Lichtwechſel nach ganz beſtimmten
Zeit=
abſchnitten eintritt (Algol=Typus). Am bequemſten zu
beobachten iſt Algol im „Perſeus”; er bleibt während
2 Tagen 11.5 Stunden unverändert 2. Größe, nimmt dann
innerhalb vier Stunden bis zur 4. Größe ab, behält
die=
ſes Minimum ½ Stunde und nimmt darauf in vier
Stun=
den wieder bis zur 2. Größe zu. Solche Algol=Minima,
die man durch den Vorübergang eines dunklen Körpers
erklärt, ereignen ſich im April zu folgenden günſtigen
Be=
obachtungszeiten: am 3. um 4 Uhr 22 Min. vorm., am 6.
um 1 Uhr 10 Min. vorm., am 8. um 9 Uhr 59 Min. nachm.,
am 11. um 6 Uhr 48 Min. nachm., am 26. um 2 Uhr 53
Min, vorm. und am 28. um 11 Uhr 42 Min. nachm.
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
E.Z. Kaſſels neue Stadthalle. Aus Kaſſel,
1. April, wird uns geſchrieben. Heute hat die Stadt ihren
monumentalen Saalbau eingeweiht, ein Werk der hieſigen
Baumeiſter Hummel und Rothe die in einem Wettbewerb
unter den Architekten Deutſchlands erſte Preisträger waren.
Die in der Grundrißlöſung vorbildlich gelungene Halle
iſt parallel zur Hohenzollernſtraße im Weſten der Stadt in
dem von Kommerzienrat Aſchrott geſchenkten Floraparke
errichtet. Das Zentrum der Anlage iſt ein rechteckiger,
50 Meter langer Feſtſaal mit Galerien, Orcheſter= und
Sängerpodium, an deſſen Rückwand eine mächtige Orgel
eingebaut iſt. An den großen mit Wandelhallen
um=
gebenen Feſtſaal ſchließt ſich ein intimerer
Geſellſchafts=
raum. Dazu kommt in der vorgebauten Eingangshalle
ein Muſik= und Theaterſaal, in dem das
Hof=
theater künftig Kammerſpiele veranſtalten wird.
Alle dieſe Haupträume befinden ſich im Obergeſchoß auf
einer Ebene mit dem dahinterliegenden großen
Konzert=
garten und den Küchen eines Wirtſchaftsgebäudes, das
ſich an die linke Schmalſeite der Halle anlehnt. Die Säle
ſind ſo zueinander gelegt, daß ſie, je nach Bedarf, in
be=
quemſter Weiſe zuſammen oder einzeln benutzt werden
können. Sie faſſen annähernd 3000 Perſonen, faſt
eben=
ſoviele Beſucher finden Platz im Garten, der rings von
gedeckten Säulenhallen umgeben iſt. Die umfangreichen
Garderoben ſind im Anſchluß an das Veſtibül im
Unter=
geſchoß zweckmäßig nach allen Seiten verteilt, ebenſo
zweck=
entſprechend iſt die Führung der Treppen. So ſind in
em weitläufigen Gebäude alle Bedingungen erfüllt, um
eine flotte Abwickelung auch des ſtärkſten Verkehrs zu
er=
möglichen. Bei der Innenausſtattung iſt die Farbe das
Hauptwirkungsmittel. Der Geſellſchaftsſaal iſt in blau,
der Theater= und Muſikſaal in blau und Gold gehalten.
Die mächtigen grün getönten Flächen des monumentalen
Feſtſaals ſind durch pikante Akzente von tiefem Schwarz
und reinem Weiß belebt. Die gelben Sandſteinfaſſaden
des Außenbaues, in denen ſich die Anordnung der
Haupt=
räume klar ausſpricht, zeigen klaſſiziſtiſche Formen.
Mäch=
tige glatte Säulen mit joniſchen Voluten=Kapitels
bezeich=
nen den Eingang. Die Baukoſten betrugen 2100000 Mark.
* Hubert von Herkomer. Profeſſor Hubert
von Herkomer war am 26. Mai 1849 zu Waal bei
Lands=
berg in Bayern geboren, von wo ſein Vater, ein ſehr
ge=
ſchickter Holzſchnitzer, 1851 nach den Vereinigten Staaten
auswanderte. 1857 begab ſich der junge Herkomer nach
England und trat als Dreizehnjähriger in der
South=
amptoner Kunſtſchule als Schüler ein. 1865 ging er nach
München, wo er durch den Maler Echter in ſeinen
Stu=
dien ſehr gefördert wurde. Drei Jahre darauf ließ er ſich
dann in dem kleinen engliſchen Dorfe Hyte nieder und
malte zwei Bilder, die ſpäter in der Dudley=Galerie von
London ausgeſtellt wurden. Seine erſten größeren Erfolge
datieren aus den ſiebziger Jahren, wo er in London
Bil=
der von erſtaunlicher Natürlichkeit und ſcharfer
Charakte=
riſtik, wie die „Verhaftung des Wilddiebes” und den
Gottesdienſt der alten Invaliden im Hoſpital zu
Chel=
ſea” ausſtellte. Im Jahre 1886 errang er mit ſeinem
ſehr populär gewordenen Bildnis der „Miß Grant” der
ſogenannten „Dame in Weiß” auf der Berliner Ausſtellung.
das ein beiſpielloſes Aufſehen erregte, die große goldene
Medaille. Als Seitenſtück malte er 1888 die „Dame in
Schwarz‟ Im Jahre 1885 wurde Herkomer Mitglied
der Berliner Akademie der Künſte und erhielt die Slade=
Profeſſur in Orford. Das Adelsprädikat wurde ihm im
Jahre 1899 vom Prinz=Regenten von Bayern verliehen.
* Die intereſſanteſten Dinge in Europa. Karl K.
Kit=
chen, ein Mitarbeiter der World, iſt von einer Europareiſe
nach Neu=York zurückgekehrt und hat das Ergebnis der
Reiſe unter dem Titel „Die fünfzig auffallendſten Dinge,
die ich in Europa geſehen habe” in wenigen Worten
zu=
ſammengefaßt. Er erklärt u. a.: „Das beſte Eſſen: in Wien
und Paris. Die beſte Oper: in der Mailänder Scala, Die
älteſte Stadt: Damaskus. Die luſtigſte Stadt: Ofen=Peſt.
Die beſte Untergrundbahn: die Nord=Südbahn in Paris.
Die ödeſte Stadt: Rom. Die ſchmutzigſte Stadt:
Jeru=
ſalem. Die geräuſchvollſte Stadt: Liſſabon. Das feinſte
Hotel: Adlon in Berlin. Die ſauberſte Stadt: Berlin.
Die beſten Taxameter: in Berlin. Das ſchönſte
Opern=
haus: die Große Oper in Paris Die überſchätzteſte Stadt:
Neapel. Die „erſte” Stadt Evropas: Berlin. Am
leich=
teſten zu finden: der Mann, der ein Trinkgeld erwartet.
Die unmöglichſten Menſchen: die Neapolitaner. Die
gaſt=
freieſten Menſchen: die Ruſſen. Die ſchönſten Frauen: in
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Nummer 93.
ſchon an verſchiedenen Stellen begonnen worden, und ſteht
beſtimmt zu erwarten, daß die Stromverſorgung für die
Ortſchaften des nördlichen Kreiſes Dieburg bis
Spät=
ſommer erfolgen kann. Auch ſind die Vorarbeiten für den
weſtlichen Teil des Kreiſes Darmſtadt in Ausführung
be=
griffen. Auf der Strecke Darmſtadt-Weiterſtadt ſind
be=
reits die Leitungsmaſte angefahren, und wie wir hören,
wird in allernächſter Zeit mit der Errichtung der
Trans=
formatorenſtationen und Ortsnetze begonnen. Auch für
die Ortſchaften Eſchollbrücken und Hahn ſoll ein Kabel
über Griesheim bis zu dem Wiaſſerwerk und von dort eine
Hochſpannungsfreileitung über Eſchollbrücken nach Hahn
errichtet werden. Die Vorarbeiten ſind hier ſoweit
ge=
diehen, daß ſchon im Laufe der nächſten Woche die
Kabel=
erlegung nach dem Waſſerwerk in Angriff genommen
wer=
den kann. Es ſteht ſomit zu erwarten, daß die
Strom=
ieferung für den weſtlichen Teil des Kreiſes Darmſtadt
nd für die Ortſchaften Mörfelden und Walldorf des
Kreiſes Offenbach beſtimmt bis zum Spätſommer d. J.
erfolgen kann.
Hausfrauen=Verſammlung.
nn. Dem Wunſche weiter Kreiſe entſprechend hatte der
Deutſch=evang. Frauenbund, Kauth. Frauenbund, Verein
der Freundinnen junger Mädchen, der Katholiſche
Fürſorge=Verein, Katholiſche Mädchenſchutz=Verein,
Verein zur Verabreichung alkoholfreier Getränke,
ſowie der Verein für Frauenſtimmrecht zu einer
noch=
maligen Frauenverſammlung für geſtern
nachmittag in den Kaiſerſaal einberufen, in welcher die
Notwendigkeit einer Städtiſchen Dienſtboten=
Krankenkaſſe durch Herrn Reallehrer Kahl
ein=
gehend erläutert wurde. Die Vorſitzende des Vereins für
Frauenſtimmrecht Frl. Walz begrüßte die Verſammlung
und legte den Zweck der Verſammlung dar. Als
Sach=
verſtändiger ſprach ſodann Herr Reallehrer Kahl über
die Gründe, die zur Errichtung einer beſonderen
Dienſt=
botenkrankenkaſſe in Darmſtadt veranlaſſen. Er verweiſt
auf die Städte Danzig, Barmen, Elberfeld und Lübeck,
welche bereiſts ſtädtiſche Dienſtbotenkranſtenkaſſen haben.
Auch in anderen Städten des Reichs werde bereits eine
andere Dienſtbotenverſicherung angeſtrebt, und auch im
Reichstag wurde auf das ungleichmäßige Verhältnis
hin=
gewieſen, welches durch die Einbeziehung der Dienſtboten
in die Reichsverſicherungsordnung entſtanden iſt. Auch
der preußiſche Miniſter für Handel und Gewerbe habe einen
handſchriftlichen Erlaß an die Oberverſicherungsämter
ge=
richtet, der ſich faſt wörtlich mit den Vorſchlägen, die heute
ge=
macht werden ſollen, decke. Redner beſpricht ſodann
ein=
gehend das geſetzliche Verhältnis und die Leiſtungen der
Orts= und Landkrankenkaſſen, und erläutert den Inhalt
der Reichsverſicherungsordnung, Sodann ſchildert er die
Dienſtbotenverſicherung bei der Ortskrankenkaſſe
Darm=
ſtadt, deren hohen Beiträge und geringere Leiſtungen
gegenüber Mainz und anderen Städten im Reiche, und
den Unterſchied zwiſchen Orts= und Landkrankenkaſſen, in
die geſetzlich die Dienſtboten gehörten.
Bei der Ortskrankenkaſſe werde beſonders die
Wochen=
hilfe und das Wahlrecht für die Dienſtboten in den
Vor=
dergrund der Leiſtungen geſtellt. Für die Dienſtboten ſei
die ärztliche Behandlung und die Krankenpflege die Haupt
ſache. Und hierin ſei die Ortskrankenkaſſe nicht auf der
Höhe der Zeit. Auch in Berlin ſei man aus dieſem
Grunde beſtrebt, die Dienſtbotenverſicherung von der
Orts=
krankenkaſſe zu trennen. Auch die Leiſtung an
Kranken=
geld entſpreche nicht den Beiträgen. In Mainz wurden
von der Städtiſchen Dienſtbotenverſicherung 556 und von
der Ortskrankenkaſſe 59 weibliche Dienſtboten verpflegt.
Daraus ergibt ſich, daß die Inanſpruchnahme der
Orts=
krankenkaſſe durch die Dienſtboten in keinem Verhältnis
ſteht wie bei verſicherten Arbeiterinnen. Auch
Wochen=
hilfe und Sterbegeld haben für die Dienſtboten keinen
Wert. Deshalb kann auch die direkte
Denſtbotenver=
ſicherung billiger geſchehen als bei der Or=krankenkaſſe.
Die von den hieſigen Hausfrauen geſtellte Forderung, die
Dienſtbotenverſicherung in einer beſonderen Kaſſe zu
regeln, iſt durchaus berechtigt. Damit ſollen die
Dienſt=
boten in keiner Weiſe geſchadigt werden, ſie ſollen
die=
ſelben Bezüge und Leiſtungen erhalten, wie ſie ihnen
die Ortskrankenkaſſe gewährt. Reicher Beifall wurde dem
Redner geſpendet, dem auch die Vorſitzende, Frl. Walz,
beſonders Ausdruck gab.
An der Debatte beteiligte ſich der Vorſitzende der
Ortskrankenkaſſe, Herr Knoblauch, der darauf hinwies,
daß die Beiträge bereits auf die geſetzlich zuläſſige
Min=
deſtgrenze ermäßigt wurden. Herr Architekt Schembs
hält ein Abwarten in der Verſicherungsfrage der
Dienſt=
boten für nötig, um die Reſultate ſpäter prüfen zu können.
Frl. v. Brentano tritt in warmer Weiſe für eine
ſtädtiſche Dienſtbotenverſicherung im Intereſſe des
Mittel=
ſtandes ein. Hierauf fanden folgende Reſolutionen
Annahme:
1. An die Stadtverwaltung: Im Intereſſe
der Haushaltungsvorſtände, welche faſt ſämtlich dem Mit=
telſtande angehören, richten die am 2. April im Kaiſerſaal
verſammelten Hausfrauen an verehrliche Stadtverwaltung
das Erſuchen, ganz unabhängig von den Entſcheidungen
des Reichsverſicherungsamtes der Errichtung einer
ſtädti=
ſchen Dienſtbotenkrankenkaſſe baldigſt näher zu treten.
2. An das Reichsverſicherungsamt, Berlin: In den
weiteſten Kreiſen Darmſtadts kommt der Wunſch nach einer
Loslöſung der Dienſtbotenverſicherung von der
Orts=
krankenkaſſe immer nachhaltiger zum Ausdruck. Die am
2. April im Kaiſerſaal verſammelten Hausfrauen der
Stadt Darmſtadt richten daher das ergebenſte Erſuchen
an das Reichsverſicherungsamt, die Entſcheidung über die
zwiſchen der Stadtverwaltung und der Ortskrankenkaſſe
Darmſtadt bezüglich der Dienſtbotenverſicherung
getroffe=
nen Vereinbarungen möglichſt zu beſchleunigen. Die in
dieſer Frage herrſchende Ungewißheit macht es den
Haus=
haltungsvorſtänden ſonſt unmöglich, weitere Schritte zu
unternehmen.
Mit Worten des Dankes an die erſchienenen Frauen
wurde die Verſammlung von der Vorſitzenden geſchloſſen.
Kunſtaotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Die Freie Literariſch=Künſtleriſche
Geſellſchaft beſchließt ihr Winterprogramm 1913/14
mit zwei hochbedeutſamen literariſchen Veranſtaltungen:
Sonntag, den 5. April, lieſt Irene Trieſch, die
be=
rühmte Berliner Tragödin, Schillerſche und Goetheſche
Balladen und Stücke aus dem Alten Teſtament (vergl.
heutige Anzeige), und Mittwoch, den 8. April, werden
dank des liebenswürdigen Entgegenkommens des Herrn
Intendanten Dr. Eger Mitglieder unſeres Hoftheaters
Franz Dülbergs Drama „Korallenkettlin” leſen,
deſſen Aufführungsverbot, wie man ſich erinnert, letzten
Winter in Berlin Aufſehen erregt hat. Doch hat gerade
in dieſen Tagen (am 27. März) der Dichter im Verein
mit der Frankfurter Schauſpielerin Sybil Vane in Berlin
Szenen aus dieſem Drama zum Vortrag gebracht, die von
der geſamten Berliner Preſſe mit hoher Anerkennung
be=
urteilt wurden. So ſchreibt das Berliner Tageblatt: Der
Dichter ſelbſt las den Akt, Fräulein Vane las die Rolle
des Käthchen vom Schleißenborg. Sie ſprach die
wun=
derſame große Rede, in der die Dirne vor allem Volk
be=
reuen ſoll, ehe ſie hingerichtet wird, und die dann in einen
Lobgeſang auf die Freiheit der Liebe ausgeht, mit
reiz=
voller Schlichtheit. Ihre ſchmerzliche Rede, deren
Wahr=
heit Käthchen durch den freiwilligen Tod beſiegelt, wirkte
rührend echt und warm. Und aufs neue empfanden wir
mit ſchmerzlichem Bedauern, daß uns dieſes Werk
eines wirklichen Dichters von dem Vormund
der Berliner Bühnen vorenthalten wird! Frl. Vane
be=
kam Blumen und Beifall als kleinen Dank, daß ſie uns
die Schönheit der „verbotenen Dichtung” rein und groß
übermittelte. Und Franz Dülberg ſelbſt wurde
zuge=
jubelt: Seine geleſene Berliner Premiere
war ein voller Erfolg! — Die hieſige Vorleſung
des Werkes findet im geſchloſſenen Verein (alſo
ohne Kartenverkauf, nur für die Mitglieder) ſtatt. Frl.
Meißner wird die Rolle des Käthchen vom Schleißenborg
leſen, die männlichen Hauptrollen werden durch die
Her=
ren Ehrle, Weſtermann, Heinz, Hacker, Schneider und
Peterſen vertreten ſein.
— Richard=Wagner=Verein. Da der
mor=
gige Gertrud=Geyersbach=Abend bis auf einige
Stehplätze auf den Galerien ausverkauft iſt, kann eine
Kartenausgabe an der Abendkaſſe für Nichtmitglieder
nicht mehr ſtattfinden und wird ſich auf den Verkauf von
Sperrſitzzuſatzkarten an Vereinsmitglieder beſchränken.
Mit Rückſicht darauf, daß die Mehrzahl der Plätze im
Saal und auf den Galerien diesmal numeriert iſt,
empfiehlt ſich dringend frühzeitiges Erſcheinen, damit
durch zu ſpätes Auſſuchen der Sitze der Beginn des
Kon=
zertes keine Verzögerung erleidet.
* Offenbach, 2. April. (Der ſtädtiſche
Vor=
anſchlag) für das Jahr 1914, der in der übernächſten
Stadtverordnetenſitzung zur Beratung kommen wird, ſieht
in Einnahme und Ausgabe rund 9½ Millionen Mark vor
Er bedeutet im Vergleich zum vorjährigen Etat, der mit
8819800 Mark abſchloß, eine Mehrforderung von rund
800000 Mark. Die Mehrausgaben werden durch die
Ge=
haltsaufwendungen für die ſtädtiſchen Beamten, Lehrer
und Arbeiter und zum anderen durch erhöhte
Betriebs=
aufwendungen, namentlich durch den Ausbau des
Elek=
trizitätswerkes zu einer Ueberlandzentrale, hervorgerufen.
Auch für öffentliche Bauten, namentlich die Schulen, für
die jährlich 100000 Mark in den Schulneubaufonds
abge=
führt werden, machten ſich erhebliche Mittel erforderlich.
Trotz der erheblichen Mehraufwendungen und des ganz
geringen Steuerzuwachſes braucht, ſicherem Vernehmen
nach, keine Erhöhung der kommunalen Steuern vorge=
nommen zu werden. Es wird demnach bei dem alten
Steuerkoeffizient von 189 Prozent auch in dieſem
Etats=
jahre bleiben.
— Bensheim, 2. April. (Zu der
Hauptver=
ſammlung des Odenwaldvereins), die am
16. und 17. Mai in den Mauern Bensheims abgehalten
werden ſoll, werden bereits von der hieſigen Ortsgruppe
die umfaſſendſten Vorbereitungen getroffen. Die
ver=
ſchiedenen Ausſchüſſe an der Spitze Herr Bürgermeiſter
Regierungsrat Dr. Löslein, wetteifern miteinander, um
den Beſuchern der Verſammlung angenehme Stunden zu
bereiten. Für Samstag, den 16. Mai, iſt gleichzeitig das
Dekorierungsfeſt der hieſigen Ortsgruppe in Ausſicht
ge=
nommen, zu welchem Vorträge der hieſigen
Geſangver=
eine, Inſtrumentalkonzert und andere vielſeitige
Unter=
haltungen die Herzen erfreuen werden. Viele Wege
füh=
ren ja nach Rom, aber noch viel mehr und herrlichere
Wege führen aus dem inneren Odenwald nach dem ſo
günſtig gelegenen, gegenwärtig im Schmuck der Mandel=
und Pfirſichblüte prangenden Bensheim. Alſo friſch auf,
ihr Wanderer, nach Bensheim!
— Heubach i. O., 2. April. (Die
geſundheit=
lichen Verhältniſſe.) Die Maßnahmen der
Lan=
desverſicherungsanſtalt und des Heilſtättenvereins zur
Förderung der geſundheitlichen
Verhält=
niſſe des Ortes Heubach i. O., die zu Anfang des
Jah=
res 1913 eingeſetzt haben, ſind in der letzten Zeit
ver=
ſchiedentlich ergänzt worden. Eine ſehr wertvolle und
allgemein geſchätzte Ergänzung bildet der neugegründete
Kindergarten unter der Leitung einer Fröbelſchen
Kindergärtnerin, der bereits von über 80 Kindern beſucht
wird. Denſelben wird, wie den Schulkindern, ein
Milch=
frühſtück gegeben. Die Gemeinde hat den Schulſaal und
einen größeren Platz zur Verfügung geſtellt, der im
Som=
mer als Spiel=, Luft= und Sonnenbadeplatz benutzt
wer=
den ſoll. Eine noch zu errichtende Halle ſoll gegen raſch
ſich einſtellende Witterungsunbilden ſchützen. Die Pläne
zur Kanaliſation des Ortes, mit der ſich der
Gemeinderat ſchon mehrfach befaßt hat, ſind in
Ausarbei=
tung. Die Fürſorgemaßnahmen nehmen allenthalben
er=
freulichen Fortgang. Die Erfolge ſind teilweiſe ſchon
jetzt erkennbar. Im Jahre 1913 waren nicht weniger als
49 Perſonen (23 Männer, 11 Frauen und 15 Kinder) zu
Kuren in Heilſtätten, Kinderheilſtätten, Soolbädern,
In=
validenheimen uſw. entſandt. Die Badeeinrichtung im
Rathaus (Sool= und Reinigungsbäder) wird
vorzugs=
weiſe von Kindern, aber auch von Erwachſenen fleißig
be=
nutzt. Verſchiedene beſſer ſituierte Bewohner haben
neuerdings Bäder in ihren Wohnungen eingerichtet. Der
Zahnpflege wird beſondere Aufmerkſamkeit gewidmet.
Rüſſelsheim, 2. April. (Die
Beigeordneten=
frage.) An Stelle des nicht beſtätigten
ſozialdemokra=
tiſchen Gemeinderats Georg Jung wurde durch Verfügung
des Miniſteriums der Kaufmann Philipp Sittmann
von hier zum Beigeordneten ernannt und jetzt auch in den
Dienſt eingewieſen.
Oppenheim, 2 April. (Ein Kalb, das niemand
haben will), kommt morgen hier zur Verſteigerung.
Einem Metzger wurde das Kalb verkauft, doch verweigerte
dieſer die Annahme. Der Verkäufer wollte das Kalb nicht
mehr zurücknehmen und ließ es kurzer Hand im
Schlacht=
hauſe ſtehen. Das nunmehr herrenloſe Kalb muß jetzt zur
ſofortigen Schlachtung verſteigert werden. Das Nachſpiel
wird wohl ein — Kälberprozeß ſein.
Nieder=Ingelheim, 2. April. (Unfall.) Der
ver=
heiratete Zimmermann Joh. Struth, der bei der
Entfern=
ung des Drahtſeils der Schwebebahn beſchäftigt war,
ſtürzte heute aus beträchtlicher Höhe ab und in einen
Pfahl hinein, wodurch er am Unterleib ſchwer verletzt
wurde. Glücklicherweiſe iſt die Verletzung nicht
lebens=
gefährlich. Er kam ins hieſige Spital.
Gießen, 2. April. (Einführung des
Bürger=
meiſters.) Geſtern nachmittag wurde der bisherige
2. Bürgermeiſter Keller den nach der Penſionierung des
Oberbürgermeiſters Mecum die
Stadtverordnetenver=
ſammlung einſtimmig als deſſen Nachfolger gewählt had,
durch den Vertreter der Staatsregierung,
Provinzialdirek=
tor Dr. Uſinger, feierlich verpflichtet und in ſein
neues Amt eingeführt Mit Keller ſteht ſeit 25
Jahren wieder ein Juriſt an leitender Stelle.
Vilbel, 2. April. (Kohlenſäurewerk.) Der
Gemeinderat gab nunmehr endgültig ſeine Genehmigung
zum Bau eines Kohlenſäurewerkes am
Nord=
bahnhof und zur Legung von Röhren vom Brodſchen
Sprudel nach der Fabrik. Vorläufig wurde der Vertrag
auf 20 Jahre abgeſchloſſen. Nunmehr wird die Gemeinde
mit Frankfurt die Verhandlungen über die Errichtung von
Kur= und Bade=Anſtalten am Frankfurter Exerzierplatz
weiterführen und ſobald als angängig zum Abſchluß
bringen.
(*) Alsfeld, 1. April. (Die Bahnſtrecke
Nieder=
aula—Schlitz) wird am 1. Juli eingeweiht
wer=
den. Von der Strecke Niederaula-Alsfeld kann nur ein
Teil bis zum 1. Oktober fertiggeſtellt werden.
Petersburg. Die beſten Schauſpieler: im Künſtlertheater
in Moskau Die miſerabelſten Opernvorſtellungen im
khediviſchen Opernhauſe in Kairo. Das Verrückteſte: wenn
man am Spieltiſch in Monte Carlo zu gewinnen hofft.
Die beſtgekleideten Damen: die Amerikanerinnen in den
Pariſer Hotels. Das ſchönſte Gebäude: die blaue Moſchee
in Konſtantinopel. Das ſchönſte Denkmal: das Viktor=
Hugo=Denkmal in Rom. Das beſte Orcheſter: das
Sin=
fonieorcheſter im Kaſino zu Monte Carlo. Der
ſtumpf=
ſinnigſte Ort: Maxim in Paris. Das „Nachtleben” hat
ſich nach Montmartre verzogen. Die beſten
Schauſpielauf=
führungen: im Deutſchen Theater in Berlin. Die ſchönſte
Ausſicht: vom Kap Martin an der Riviera. Der
glän=
zendſte Anblick: das Palais de Danſe in Berlin, der
herr=
lichſte Ballſaal Europas.
CK. Der reichſte Junge der Welt. Maſter John
Nicholas Brown, der in ſeinen früheſten Kinderjahren
als das 45 Millionen=Baby Berühmtheit erlangte,
beſchäf=
tigt wiederum die Oeffentlichkeit. Aus dem Millionen=
Baby iſt ein Millionen=Junge geworden, der jetzt
14 Lenze zählt. Durch eine am letzten Samstag in Neu=
York ergangene richterliche Entſcheidung iſt der
beneidens=
werte Junge um 40 Millionen reicher geworden, ſo daß
ſich ſein Vermögen jetzt auf mindeſtens 90
Millio=
nen Mark beziffert. Die neuen Millionen ſtammen aus
einem Legat ſeines Großvaters des Textilinduſtriellen
John Cater Brown, der 26 Jahre vor der Geburt des
Millionen=Babys ſtarb und deſſen Hinterlaſſenſchaft im
Werte von 100 Millionen ſeit nunmehr 40 Jahren
gericht=
lich verwaltet wird. Der Vater des Millionen=Jungen
war der Begründer der Univerſität von Providence auf
Rhode Island und ſtarb wenige Tage nach dem
Geburts=
tag ſeines einzigen Sohnes, den er zum Erben eingeſetzt
hatte. Die Mutter des jungen Brown war Natalie
Dreſ=
ſer, die Schwiſter von Frau George Vanderbilt. Die
amerikaniſchen Zeitungen haben ſich ſeit Jahren eifrig um
das Schickſal des jungen Brown gekümmert, und viele
romantiſche Geſchichten wurden erzählt. So wurde
ge=
ſchildert, daß das Millionen=Baby ſtets von einem ganzen
Schar von Wächtern beſchützt werde, um eine Entführung
zu verhindern. Nach den Mitteilungen der Familie ſind
dieſe Erzählungen zum größten Teil erfunden. An Luxus
hat es dem Millionen=Jungen zwar nie gefehlt, im
üb=
rigen aber wird er nicht anders erzogen und behütet wie
die Kinder anderer reicher Eltern.
B. P. Verbot der „Jugend” für die Arbeiterjugend.
Polizeipräſident v. Jagow hat ſoeben ſeine Kritik über
Max Halbes Liebesdrama „Jugend” ausgeſprochen, ſofern
das Stück öffentlich vor Jugendlichen zur Aufführung
ge=
langen ſoll. Der ſozialdemokratiſche Jugendpflege=
Aus=
ſchuß hatte für kommenden Sonntag die Aufführung der
„Jugend” vor den ſchulentlaſſenen Kindern der Berliner
Sozialdemokraten angeſetzt. Die Genehmigung zur
Auf=
führung iſt jedoch vom Polizeipräſidenten mit folgender
Begründung verſagt worden: „Bei aller Wertſchätzung des
Dramas, gegen deſſen Aufführung vor einem erwachſenen
Publikum keinerlei Bedenken erhoben werden können,
muß ich die Genehmigung für eine beſondere
Jugendvor=
ſtellung verſagen. Die Wirkung des Stückes auf unreife
Perſonen kann nur derart ſein, daß ſie den Intereſſen der
öffentlichen Ordnung, insbeſondere der Jugenderziehung,
widerſtreitet.” Gegen dieſes polizeiliche Verbot iſt
Be=
ſchwerde erhoben worden.
** Am Poſtſchalter. Die Domenica del Corriere
er=
zählt folgende Geſchichte: „Am Poſtſchalter für poſtlagernde
Briefe erſcheint ein Herr. „Bitte ſchön: T. Y.‟ „Einen
Augenblick,” ſagt der Beamte, der gerade etwas ſchreibt —
und ſchreibt ruhig weiter. Nach 10 Minuten wird der
Herr ungeduldig und wiederholt ſeine Bitte. „Einen
Augenblick,” erklärt der Beamte von neuem. Nach einer
Viertelſtunde erhebt ſich endlich der Herr Poſtaſſiſtent,
geht zum Briefſchrank und reicht dem Herrn den
erwar=
teten Brief. Verzeihen Sie,” ſagt der, „aber eigentlich
hätten Sie mir den Brief doch gleich geben können.”
„Warum?” erwidert gelaſſen der logiſche Here Poſtaſſiſtent,
„wenn 20 Perſonen vor Ihnen am Schalter geſtanden
hätten, hätten Sie ruhig gewartet und ſich nicht beſchwert
Warum alſo jetzt?”
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 1. April. Zu der
Kohlen=
oxydgasvergiftung werden noch folgende
Einzel=
heiten mitgeteilt: In dem Aſchingerausſchank in der
Fried=
richſtraße werden zwölf weibliche Angeſtellte beſchäftigt.
Für dieſe hat die Firma einen großen Raum, der im erſten
Stock des Quergebäudes liegt, gemietet. Geſtern abend
nach Geſchäftsſchluß begaben ſich die Mädchen gemeinſam
nach ihrem Schlafraum und heizten den Ofen. Dann
leg=
ten ſie ſich zur Ruhe. Heute morgen kurz vor 7 Uhr
er=
wachte eines der Mädchen und ging nach der eine halbe
Treppe höher belegenen Toilette, wo es bewußtlos
zu=
ſammenbrach und ſpäter von Hausbewohnern aufgefunden
wurde. Da man ein Unwohlſein annahm, trug man die
Erkrankte nach dem Schlafraum zurück. Als aber die
Leute den Raum betreten wollten, ſchlug ihnen ein
er=
ſtickender Dunſt entgegen. Raſch wurden die Fenſter
auf=
geriſſen, und nun ſah man, daß die übrigen elf Mädchen
beſinnungslos in ihren Betten lagen. Mehrere der
Mäd=
hen erholten ſich raſch unter den Händen eines
herbei=
gerufenen Arzte, ſo daß ſie in der Wohnung verbleiben
konnten; vier jedoch zeigten ſo ernſte
Vergiftungsſymp=
tome, daß ihre ſchleunige Ueberführung nach dem
Kranken=
haus am Friedrichshain erfolgen mußte. Der Zuſtand
der vier Perſonen iſt ziemlich ernſt. Wie die
Unterſuch=
ung ergab, iſt der Unfall dadurch herbeigeführt worden,
daß der eiſerne Ofen im Laufe der Zeit ſchadhaft
gewor=
den und das Ofenrohr durchgeroſtet war, ſo daß die
gifti=
gen Kohlendämpfe ins Zimmer entweichen konnten.
Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus Neukölln: Hier
beging ein 28 Jahre alter Aſſeſſor Selbſtmord, indem
er ſich aus dem Fenſter ſeiner im dritten Stock gelegenen
Wohnung ſtürzte. Er hatte aus Gram darüber, daß er
das Aſſeſſoreneramen nicht beſtanden hatte, den Tod
ge=
ſucht. — Der Maler Motzik wollte durch eine
Gitter=
tür kriechen; er zwängte den Kopf durch ein Gitter,
konnte ihn jedoch nicht wieder zurückziehen. Bei dem
Verſuche, ſich zu befreien, erwürgte er ſich.
Nummer 93.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Seite 3.
München, 2. April. (Paul Heyſes Zuſtand) iſt
weiter ſehr ernſt. Beide Lungenflügel ſind entzündet und
die Herztätigkeit iſt minimal.
Duisburg, 2. April. (Leichtfertiger
Kapi=
hän.) Der Kapitän Voß des holländiſchen
Schlepp=
bootes „Dewet” der durch leichtfertiges Fahren den vier
Menſchenleben fordernden Untergang eines
Schleppdamp=
fers im Ruhrorter Hafen verſchuldet haben ſoll, iſt nach
beendigtem Verhör verhaftet worden. Es hat ſich
heraus=
geſtellt, daß er kein Schiffsführerpatent beſitzt.
Hamburg, 2. April. (Geſtrandetes Schiff.)
Das große Hamburger Motorſchiff „Wotan” mit
Petroleum von Neu=York nach Hamburg unterwegs, iſt
auf dem Gelben Sand in der Elbmündung geſtrandet.
Sechs Hilfsdampfer ſind nach der Unfallſtelle abgegangen.
Poſen, 2. April. (Gemäldediebſtahl in
einem Kloſter!) In einem Kloſter der
Sakramenti=
nerinnen in Warſchau ſind zwei koſtbare Gemälde, die
König Johann Sobieski und ſeine Gemahlin darſtellen,
verſchwunden. Der Kaplan des Kloſters iſt ſeines Amtes
enthoben worden.
Przemyſl, 2. April. (Auswandererſchwindel.)
Abermals iſt hier ein Auswandererſchwindel entdeckt
wor=
den. Wie gemeldet wird, beſchäftigte ſich ein Kaufmann
Groß ſchon ſeit einigen Jahren damit, frühere Flüchtlinge
mit Hilfe beſtochener Gendarmen über die Grenze zu
brin=
gen. Er ſoll in den letzten Jahren etwa 18000
Wehr=
pflichtige nach Rußland gebracht haben. Neun
Gendar=
men wurden verhaftet; ein zehnter erſchoß ſich in dem
Augenblick, als er verhaftet werden ſollte. Groß iſt
flüchtig.
Luxemburg, 2. April. (Verbrannt.) In
Abweſen=
heit der Eheleute Kayſer in Rollingen ſpielten deren
Kin=
deo mit einer Petroleumlampe. Die Lampe fiel um und
das Petroleum entzündete ſich. Ein Kind iſt an den
Brandwunden geſtorben, die beiden anderen wurden leicht
verletzt.
Rotterdam, 2. April. (Die erſte
Leichenver=
brennung.) Im Krematorium in Driehuizen iſt die
erſte Leiche in Holland verbrannt worden, und zwar
die des vor einigen Tagen im Alter von 89 Jahren
ver=
ſſtorbenen holländiſchen Arztes Vaillants.
Paris, 2. April. (Spionage.) Nach einer
Mel=
dung aus Briey wurde ein elegant gekleideter Touriſt
in der Gegend von Mars la Tour unter dem Verdacht
feſt=
genommen, ſich der Spionage ſchuldig gemacht zu
haben. Der Verhaftete, welcher den jüngſten Artillerie=
Schießübungen beigewohnt hatte, hat verſchiedene Namen
angegeben, die ſämtlich unrichtig zu ſein ſcheinen.
London, 1. April. (Weibliche Polizeibeamte)
waren bisher in England unbekannt. Aus Liverpool liegt
aber heute die Nachricht vor, daß der Polizeiausſchuß die
Oberaufſeherin im dortigen Frauengefängnis, Frau
Hug=
hes, als Inſpektor der ſtädtiſchen
Kriminalunterſuchungs=
abteilung angeſtellt hat. Ihre Hauptobliegenheit wird
darin beſtehen, Zeugenausſagen bei Anklagen
aufzuneh=
men, die ſich auf Frauen und Kinder beziehen. Man geht
nämlich von der naheliegenden Anſicht aus, daß Frauen
eher einer Frau als einem Mann Eröffnungen machen
würden. Frau Hughes darf auch in Sachen von Frauen
und Kindern im äußeren Dienſte verwandt werden, um
Beweismaterial zu erlangen. Es heißt indes, daß ihre
Ernennung zunächſt nur ein Verſuch und ihre
Obliegen=
heiten daher noch nicht ſcharf abgegrenzt ſeien. Frau H.
iſt eine Witwe, Mitte der Dreißig, und hat in den letzten
zwei Jahren im Liverpooler Frauengefängnis die
Ober=
aufſicht über eine ganze Anzahl Gefängniswärterinnen
gehabt.
London, 2. April. (Schiffszuſammenſtoß.)
Heute nacht ſind im Nebel zwiſchen Dover und Ramsgate
der ſpaniſche Dampfer „Joſé de Arambura” und ein
unbe=
kannter franzöſiſcher Dampfer kollidiert. Dieſer iſt
ge=
ſunken.
Petersburg, 2. April. (Unterſchlagungen im
Petersburger Hauptpoſtamt.) Bei einer
Re=
viſion im Hauptpoſtamt wurde ein Fehlbetrag von
130000 Rubel entdeckt.
Batavia, 2. April. (Eiſenbahnunglück.) Heute
morgen iſt ein Eiſenbahnzug auf der Brücke nahe
bei Tanjongprick entgleiſt. Die Lokomotive und fünf
Wagen ſtürzten in den Fluß. Zwanzig Eingeborene
ſind getötet und fünfzig verletzt worden. Die
europä=
iſchen Paſſagiere, die ſich in dem hinteren Teile des Zuges
befanden, blieben unverletzt. — Nachrichten aus Batavia
zufolge iſt das Eiſenbahnunglück durch Ueberfahren
eines Büffels auf der ſchmalen Eiſenbahnbrücke entſtanden,
wobei der Zug entgleiſte und in das Flußbett
ſtürzte.
Jackſonville (Florida), 2. April. (Großfeuer.) In
dem Badeort St. Auguſtine brach Feuer aus, das raſch um
ſich griff. Drei Hotels und verſchiedene andere Gebäude.
darunter das Rathaus, ſind zerſtört worden. Der
Scha=
den beträgt 500000 Dollars. Menſchen ſind nicht
umge=
kommen.
Hongkong, 2. April. (Seeräuber) hielten bei der
Lintin=Inſel den chineſiſchen Dampfer „Shingtai”
der auf der Fahrt nach Wutſchou begriffen war, an und
töteten den Magazinverwalter und einen Chineſen der von
der Regierung geſtellten Bedeckungsmannſchaft und
ver=
wundeten einen zweiten. Sie nahmen 30000 Dollar mit.
Stadtverordnetenverſammlung.
1. Sitzung.
g. Darmſtadt, 2. April.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitzung um halb 4 Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Der Jahresbericht der Ludwigs=Oberrealſchule
für 1913/14 liegt vor und iſt unter die Anweſenden
ver=
teilt worden.
Die Friſeur= und Perückenmacherinnung
hat für den bewilligten Beitrag zu den Koſten des in
die=
ſem Jahre in Darmſtadt ſtattfindenden Süddeutſchen
Be=
zirksverbandstages der Friſeure gedankt.
Gaswerksdirektor Friedrich hat für die ihm bei
ſeinem Uebertritt in den Ruheſtand erwieſenen Ehrungen,
insbeſondere für die Bewilligung eines Ehrengeſchenks,
ſeinen Dank ausgeſprochen.
Der Ausſchuß der Vereinigten
Bezirks=
vereine hat einen in ſeiner letzten Sitzung gefaßten
Beſchluß als Antrag überreicht. Der Beſchluß lautet: Die
ſtädtiſche Verwaltung möge erſucht werden, einen
beſon=
deren Ausſchuß zu erwählen, der die Mittel und Wege
erörtern ſoll, die zu einer allmählichen Beſſerung unſerer
Finanzverhältniſſe führen. — Zu dem Antrag bemerkt
Stadtv. Kolb noch zur Begründung, daß die Steuern in
den letzten 15 Jahren von 80 Prozent auf nahezu 130
Pro=
zent geſtiegen ſeien, alſo um nahezu 50 Proz. An dieſer
Erhöhung ſei nicht allein die Verwaltung und die Bevöl=
kerung ſchuld, ſondern die Anſprüche ſeien eben in der
Zeit gewachſen, während die Einnahmen nicht im gleichen
Maße wuchſen bezw. zurückgingen. Eine beſondere
Auf=
gabe des Ausſchuſſes ſollte ſein die Regelung der
Grund=
erwerbskaſſe, und wenn ſich noch eine weitere
Vereinfach=
ung der Verwaltung ermöglichen ließe, ſo ſei dies ſehr
gut. Noch unmittelbar vor der Wahl hieß es, es gäbe
keinen Steueraufſchlag, als aber nach den Wahlen die
Nachricht von dem großen Defizit kam, bemächtigte ſich
der Bevölkerung eine große Beunruhigung. Man wünſcht
mehr Klarheit über die Finanzlage zu ſehen, und dazu ſoll
auch der beſondere Ausſchuß verhelfen. Dieſer Wunſch ſei
nicht vom Mißtrauen gegen Verwaltung oder
Finanzaus=
ſchuß diktiert. — Der Oberbürgermeiſter bemerkt, daß ſich
die Verwaltung ſelbſtverſtändlich keinem Vorſchlage
ver=
ſchließen werde; darüber werde im Finanzausſchuß noch
zu ſprechen ſein.
Der Oberbürgermeiſter hat bei den Verhandlungen
mit der Militärbehörde wegen der Uebereignung
des von der Stadt für die neuen
Kaſernen=
bauten unentgeltlich zur Verfügung geſtellten Geländes
die Auffaſſung vertreten, daß das Gelände an die Stadt
zurückzugeben iſt, wenn es für militäriſche Zwecke nicht
mehr benötigt wird. Das Kriegsminiſterium hat ſich nach
längeren Verhandlungen bereit erklärt, in einem
beſon=
deren Vertrag zum Ausdruck zu bringen, daß das Gelände
gegen Erſtattung des Zeitwertes der aufſtehenden
reichs=
eigenen Baulichkeiten an die Stadt zurückfällt, wenn es vor
Ablauf von 50 Jahren ſeit der Auflaſſung an das Reich
für militäriſche Zwecke nicht mehr benötigt werden und
eine Verminderung der Garniſon dem Stande vom
1. April 1916 gegenüber um 25 Prozent der Stärke
einge=
treten ſein ſollte.
Stadtv. Wolf bringt die Vergebung von
Schloſſer=
arbeiten am Pförtnerhauſe des neuen Friedhofes zur
Sprache. — Hierauf wird in die
Beratung des Voranſchlages für 1914
eingetreten.
Den Bericht des Finanzausſchuſſes
brachten wir bereits in der geſtrigen Nummer unſeres
Blattes. Zu dieſem Bericht nahm noch der Berichterſtatter
Stadtv. Henrich das Wort zu einigen Ausführungen:
Die Meldung von ſcharfen Gegenſätzen in der Frage der
Steuererhöhung iſt nicht richtig; Finanzausſchuß und
Oberbürgermeiſter ſind in dieſer Frage einig. Dieſe ſei
aber wichtig genug, ſie eingehend zu prüfen. Redner gibt
zu dieſem Zweck einen Vergleich zwiſchen der
Finanzpoli=
tik der Stadt in den Jahren vor 1910 und der Zeit nachher.
Er teilt für die Jahre 1907 bis 1914 genauer mit, welche
Fehlbeträge budgetmäßig in den einzelnen Jahren
vor=
handen geweſen ſind, wie dieſe aus Steuererhöhungen
oder in anderer Weiſe gedeckt wurden und welche Reſultate
dieſe Finanzpolitik gehabt hat. In den Jahren 1907, 1908
und 1909, in welchen — im Gegenſatz zu den folgenden
Jahren — der Rechnungsüberſchuß aus vorderen Jahren
noch in die laufenden Einnahmen geſtellt wurde, iſt die
Gemeindeſteuer insgeſamt um 18,6 Prozent erhöht
wor=
den; dabei wurden die früheren Rechnungsüberſchüſſe
nebſt den alten Ausgleichsfonds verbraucht, trotzdem die
Abſchreibungen in den Betrieben reduziert worden waren
und trotzdem größere wirtſchaftliche Maßnahmen
zugun=
ſten der Einwohner in dieſer Zeit nicht zu Laſten des
Budgets wirkſam wurden. In 1910 fand eine
durch=
greifende Sanierung ſtatt, die u. a. eine Steuererhöhung
von ebenfalls 18,6 Prozent brachte. Seitdem iſt die
Be=
völkerung von weiteren Steuererhöhungen verſchont
ge=
blieben; es vollzogen ſich große wirtſchaftliche
Verände=
rungen im Verwaltungsbereich der Stadt, die das Budget
ſtark beeinflußten (Gründung der „Heag” mit Herabſetzung
des Strompreiſes und Ausbau des Straßenbahnnetzes,
volle Geltendmachung der Laſten aus der
Bahnhofsver=
legung, Gehalts= und Lohnerhöhung mit einem Aufwand
von 350000 Mark). Bei alledem konnte noch eine
Aus=
gleichsreſerve von zwei Millionen angeſammelt werden,
die über ungünſtigere Jahre eine Zeitlang hinwegzuhelfen
vermag.
Der Voranſchlag für 1914 weiſt im Entwurf einen
Fehlbetrag von 803000 Mark nach. Dazu müßten
eigent=
lich noch 135000 Mark aus der Grunderwerbskaſſe kommen,
die ſchon ſeit vielen Jahren unrichtigerweiſe aus dem
Ver=
mögen gedeckt werden und jetzt endlich nach und nach auf
die laufenden Einnahmen übernommen werden ſollen.
Der Fehlbetrag von 803000 Mark vermindet ſich bei
näherer Prüfung um 70000 Mark, und weiter ſind 73000
Mark abzuſetzen, die aus Anlaß der Herabſetzung des
Gaspreiſes ausfallen, da es ſich hier um eine
wirtſchaft=
liche Maßregel zugunſten der Einwohnerſchaft handelt, die
eine werbende Tendenz hat. So bleiben eigentlich 660000
Mark zu decken übrig, die im Voranſchlag nicht als
Fehl=
betrag erſcheinen würden, wenn noch — wie vor 1910 —
die Rechnungsüberſchüſſe anderer Jahre in die Einnahmen
eingeſtellt würden. Gleichwohl frage es ſich, ob es
finanz=
politiſch richtig ſei, den ganzen Betrag aus den Reſerven
zu entnehmen. Bei dem jetzigen Stand der Reſerven ſei
das noch ungefährlich; es dürfe aber keinesfalls dahin
kommen, die Reſerven allzu ſehr zu ſchwächen oder ſie gar
aufzuzehren. Unterdeſſen könne man beobachten, ob die
jetzige Lage eine dauernde oder eine vorübergehende iſt.
Was aber beſonders dazu zwinge, von jeglicher
Steuer=
erhöhung diesmal abzuſehen, das ſei die von
Sachverſtän=
digen abgegeb ene Verſicherung, daß Gewerbe und
Haus=
beſitz in ſeiner heutigen Lage ſelbſt eine kleine
Steuer=
erhöhung außerordentlich ſchwer empfinden, während in
wirtſchaftlich günſtigeren Zeiten ſelbſt eine größere
Steuer=
erhöhung bei weitem nicht ſo fühlbar ſei. Die
Entwick=
lung der Einnahmen in den letzten Jahren habe gezeigt,
daß eine Mehrbelaſtung des Konſums und des Verkehrs
keine geeignete Maßnahme ſei, die Finanzen dauernd zu
verbeſſern. In 1910 habe man zum Glück auf ſein — des
Redners — Betreiben davon Abſtand genommen, einen
ſtädtiſchen Zuſchlag zum Immobilien=Umſatzſtempel
einzu=
führen, aus dem 90000 Mk. erwartet wurden. Die
Er=
höhung des Gaspreiſes ſei in 1910 auf 90000 Mark
ver=
anſchlagt geweſen; heute müſſe man den umgekehrten Weg
einſchlagen und den Gaspreis herabſetzen. Die
Entwick=
lung der Einnahmen aus dem Schlachthof zeige, daß ſein
Widerſpruch gegen die hohen Schlachtgebühren berechtigt
geweſen ſei; ſtatt 180000 Mark habe man heute nur noch
55000 Mark zu erwarten. Die hohe Gebühr habe dazu
geführt, daß auch die Metzger vielfach den Schlachthof
mei=
den und Fleiſch von auswärts einführen. Hier ſei noch
eine Aenderung nötig.
Redner ſchließt damit: Die Lage fordere zum
Nach=
denken heraus, und jede gute Anregung ſei willkommen;
es ſei aber kein Grund zu einem Peſſimismus vorhanden.
Fehlbeträge habe es ſchon früher gegeben, und doch ſei es
vorwärts gegangen. Bedenklich ſei eine derartige
Er=
ſcheinung nur dann, wenn ſie eine dauernde Hemmung
oder gar Rückwärtsbewegung der wirtſchaftlichen Kräfte
der Stadt und ihrer Bewohner zur Urſache habe. Zu
einer derartigen Befürchtung ſei aber kein Anlaß gegeben.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing führt ſodann aus
daß es nur der außerordentlich ſchnellen Arbeit des Fi=
nanzausſchuſſes und ſeines Berichterſtatters zu verdanken
iſt, daß der Voranſchlag bereits jetzt behandelt werden
kann. Redner gibt ſodann folgende
Erklärung
ab:
In dem Vorwort zum Voranſchlag habe ich in
aus=
führlicher Weiſe die Schwierigkeiten in dem Ausgleich
zwiſchen Einnahmen und Ausgaben dargeſtellt. Die
ſchwierige Lage kommt nicht überraſchend wenn man
er=
wägt, daß die Stadt ſeit dem Jahre 1910 10000000 Mark
Vermögensausgaben hatte und ſeither ſtets bedacht war,
eine Steuererhöhung nicht eintreten zu laſſen. So ſehr
ich als Leiter der Verwaltung die Verpflichtung habe,
be=
ſonders in ſchweren Zeiten die Ausgaben zu verteilen, ſo
waren doch die dargeſtellten Ausgaben unvermeidlich und
notwendig. Die Konſequenzen der Verlegung des
Haupt=
bahnhofes mußten gezogen werden. Nicht eine einzige
Ausgabe liegt vor, die lediglich aus
Zweckmäßigkeits=
gründen erfolgt wäre. Da nach der Steuererhöhung des
Jahres 1910 in den nächſten Jahren eine Erhöhung der
Steuer unterbleiben mußte, ſind die Voranſchläge für 1911,
1912 und 1913 unter äußerſt geſpannten Verhältniſſen
auf=
geſtellt. Es bedarf keiner Erläuterungen, daß dieſe
Vor=
anſchläge und ihre tatſächlichen Ergebniſſe auch das
vor=
liegende Budget beeinfluſſen.
Der Finanzausſchuß hat trotz außerordentlicher
ge=
ſchäftlicher Ueberlaſtung in zwei eingehenden Sitzungen
die Budgetberatung durchgeführt, ſodaß es möglich war,
den Voranſchlag ſchon jetzt der
Stadtverordnetenverſamm=
lung zur endgültigen Verabſchiedung vorzulegen. Für dieſe
raſche Arbeit gebührt dem Ausſchuß, ſeinem
ſtellvertreten=
den Vorſitzenden Herrn Dr. Nöllner, und insbeſondere
auch dem Berichterſtatter, Herrn Stadtverordneten Henrich,
der herzlichſte Dank der Verwaltung.
Wenn der Finanzausſchuß nunmehr zu dem Ergebnis
gekommen iſt, daß es angeſichts des Standes des
Aus=
gleichsfonds vermieden werden kann, eine
Umlagen=
erhöhung eintreten zu laſſen, ſo iſt dieſes Ergebnis an ſich
im Intereſſe aller Steuerzahler nur zu begrüßen. Ich habe
in einem eingehenden, für die Beratung des
Finanzaus=
ſchuſſes beſtimmten Expoſé nicht nur die gegenwärtige,
ſondern auch die zukünftige Lage der Stadt finanziell
dar=
gelegt. Für den Leiter der ſtädtiſchen Verwaltung iſt in
finanziellen Fragen das Gebot äußerſter Vorſicht am
Platze. Er hat auch die Aufgabe, nicht nur den
gegen=
wärtigen Moment, ſondern auch die Zukunft in Betracht
zu ziehen. Wenn ich bei dieſer mir obliegenden
Verant=
wortung recht ernſte Bedenken zu der Entſcheidung des
Finanzausſchuſſes nicht unterdrücken kann, ſo muß ich doch
auch andererſeits dem Gedanken Ausdruck verleihen, daß
ſich die Stadt in der Tat zurzeit noch in
Uebergangs=
verhältniſſen befindet, deren endgültige Beurteilung erſt
in einem ſpäteren Zeitpunkte möglich iſt. Hoffen wir im
Intereſſe der Stadt, daß die bisherige im allgemeinen
recht günſtige Entwickelung auch in Zukunft anhalten wird.
Die Finanzlage der Stadt im allgemeinen
iſt nicht ungünſtig, wenn man erwägt, wie
ſeither die Steuerkraft von Jahr zu Jahr
geſtiegen iſt. Es iſt ein außerordentlicher
Erfolg der Stadt daß dank dieſem
Wachs=
tum der Steuerkraft es möglich war die
Voran=
ſchläge der Jahre 1910, 1911, 1912 und 1913 mit dem
Zins= und Tilgungsaufwand von dem
An=
leihebedarf in Höhe von 10000000 Mark zu
belaſten, ohne daß eine Erhöhung des
Zu=
ſchlages zur ſtaatlichen Einkommenſteuer
eintrat.
Als ein erfreuliches Anzeichen im ganzen Reiche iſt
hierbei die Tatſache feſtzuſtellen, daß insbeſondere auch die
Zahl der mittleren Einkommen eine ſtarke Zunahme zu
verzeichnen hat. Bei Erörterung von Steuerverhältniſſen
entſteht die Gefahr, daß die einheimiſchen Verhältniſſe
kritiſcher und ungünſtiger dargeſtellt werden, als ſie es
verdienen. Sehr oft werden bei Vergleichen mit
Verhält=
niſſen in anderen Staaten und Städten auch die
Schwierig=
keiten eines derartigen Vergleichs unterſchätzt. Jedoch
will ich eine von dem Statiſtiſchen Amt zu Elberfeld
ge=
fertigte Zuſammenſtellung bekannt geben, da ſie
vergleich=
bare preußiſche Verhältniſſe betrifft.
Die vom Statiſtiſchen Amt der Stadt Elberfeld
an=
gefertigte Zuſammenſtellung der Gemeindeſteuern in
preu=
ßiſchen Großſtädten im Jahre 1913 ergibt für die Städte
mit mehr als 80000 Einwohnern folgendes Bild:
Prozentzuſchläge zur Indirekte
Steuer
Ein= Grund= u.
Gewerbe=
ir
kommen= Gebäude
ſteuer 11000 Mark
ſteller.
tauer,
265 310
250
313
Hagen
815.5
250 278 250
Kiel
225 245 I 582.82 392
Gelſenkirchen.
225
Königsberg
1219.8
250 250
187.4
Oberhauſen
225
250 I 250
206 235
510
220
Barmen
220
255 195
503
Danzig.
212
678
230
Elberfeld
215
Bochum
210 211.36 320.84 472
210 230 280
844.3
Dortmund
Duisburg
200
223,21 291.19 1061.5
200 247 308
Eſſen.
1410
Hamborn
257.67 514.28 301
200
371.5
200
Mülheim
250 250
225 200
200
682
Stettin.
195 210 1 210
205
Bielefeld
380
192 201.88 192
Poſen
210
439
Krefeld
190 197
167.45 245.27 503
180
Saarbrücken
172 1 200 242
391
Aachen
200 I 200
170
877
Magdeburg
165 169.30 185
248.5
Münſter in
188.60 188 1881.9
164
Breslau
188
583.6
158 188
Erfurt
156 175.21 215.79 621
Halle a. Saale
155
151.70 222.38I 2772.7
Köln.
150 I 182.37 200
214.2
Görlitz
150 268 240
420
Spandau
145 188.16 186.27I 2134
Düſſeldorf
136
150 162
2642
Frankfurt a.
135 151.60 175
Kaſſel
582.3
130
180 180
411
Bonn
125
165 1 165 1300
Hannover
687.7
Berlin=Schöneberg
196.71 150
110
Altona
765
108.06 449.69 100
Berlin
100 180 165 I 8293.7
Berlin=Lichtenberg.
100
511
242.80 150
Berlin=Wilmersdorf * 100 167.83 150 I 1038
100
Charlottenburg.
181 150 I 1445
223
Neukölln
206
100
1045
100 141.32 150
Wiesbaden
752.3
Das Bild hat ſich in der Gegenwart, in dieſem Jahre,
ſchon dadurch verändert, daß ſämtliche preußiſchen Städte
mit Ausnahme von Berlin und Wiesbaden, einen höheren
Zuſchlag als 100 Prozent zur Einkommenſteuer erheben
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Nummer 93.
müſſen, insbeſondere gilt dies auch von allen Berliner
Vorſtädten.
Auch die Höhe der indirekten Steuern geht aus
vor=
ſtehender Zuſammenſtellung hervor. Während zum
Nach=
teil der Stadt Darmſtadt ſehr oft die Tatſache in die
Er=
ſcheinung tritt, daß auf einem einzigen Steuerzettel alle
Steuern, insbeſondere auch die Kirchen= und Kreisſteuern,
erhoben werden müſſen, iſt dies anderwärts nicht der
Fall. Die hier genannten Steuerarten ſind in der obigen
Zuſammenſtellung auch gar nicht enthalten. Im übrigen
iſt ein Vergleich einheimiſcher und fremder Verhältniſſe
nur möglich, wenn man die Summen der beſonderen
Ab=
gaben überblickt, die hier auf dem Zettel der direkten
Steuer, als in der allgemeinen Steuer mitenthalten,
er=
hoben werden, während in anderen Städten beſondere
Abgaben neben den allgemeinen Steuern beſtehen.
Es wäre durchaus unrichig, wollte man betonen, daß
die Steuern in anderen Bundesſtaaten und Städten
außer=
halb Heſſens keine aufſteigende Tendenz zeigen. Der
be=
kannte Dezernent für Kommunalfinanzen im preußiſchen
Finanzminiſterium, Herr Geheimer Oberfinanzrat Dr.
Schwarz, hat in einer im Jahre 1913 erſchienenen Schrift
angeführt, daß die Gemeindeſteuern von Beginn der 90 er
Jahre bis heute von kaum 400 Millionen Mark auf rund
1½ Milliarden Mark, alſo um das vierfache, geſtiegen ſind.
In zählreichen Induſtrieſtädten Preußens müſſen Steuern
über 300 Prozent Zuſchlag zur Staatseinkommenſteuer
er=
hoben werden, auch die Realſteuern erreichen eine
außer=
gewöhnliche Höhe. Die Gewerbeſteuer wird vielfach von
großinduſtriellen Betrieben in Form einer Kopfſteuer
er=
hoben. In Eſſen wurden zum Beiſpiel im Jahre 1913 für
jeden beſchäftigten Arbeiter 16 Mark Gewerbeſteuer
be=
zahlt. In manchen Fabrikſtädten ſteigt dieſe Kopfſteuer
bis zu 80 Mark pro Arbeiter was über 5000 Prozent der
ſtaatlich veranlagten Gewerbeſteuer bedeutet. Der von
der Regierung in Preußen vorgelegte Entwurf eines neuen
Kommunalabgabengeſetzes trägt dieſer Entwickelung
Rechnung; es ſollen neue Steuerquellen in Preußen
er=
ſchloſſen werden. Die Beſchlüſſe der Gemeinden über
die Erhebung von Zuſchlägen zur Staatseinkommenſteuer
ſollen für die Folge nur dann noch der Genehmigung durch
die Aufſichtsbehörde bedürfen, wenn mehr als 200 v. H.
erhoben werden. Die preußiſchen Gemeinden erhalten alſo
für die Steuererhöhung eine freiere Stellung. In der
kürzlich ſtattgefundenen Sitzung des preußiſchen
Abgeord=
netenhauſes vom 27. März ds. Js. hat der preußiſche
Finanzminiſter ausgeführt, daß die Einkommenſteuer und
die Kirchen= und Kommunalſteuern in Preußen progreſſiv
aufgebaut ſind, ſo daß die Belaſtung des
wohlhaben=
den Mannes ſich auf 15—20 Prozent des
Ein=
kommens belaufen kann.
Faſt in allen Städten unſerer Umgebung nehmen die
Finanzſorgen einen breiten Raum ein. Umlagenerhöhungen
und Mehrzahlungen im Gebiete der indirekten Abgaben
ſind in vielen Städten, mit Ausnahme von Wiesbaden, in
dieſem Jahre beantragt worden. In Frankfurt a. M
ſollen die Beiträge an Waſſergeld um zirka 250000 Mark
erhöht werden. In Mannheim wurde die Umlageerhöhung
beſchloſſen, auch ſah ſich die Stadt in die Notwendigkeit
verſetzt, die Abſchreibungsſätze der ſtädtiſchen Betriebe
um ein Viertel der Summe zu kürzen. In Heidelberg iſt
die Steuererhöhung beantragt, desgleichen in Freiburg.
Auch in Mainz iſt ein Fehlbetrag im Budget von über
800000 Mark angemeldet.
Die Lage unſerer Stadt müßte ſogar als erfreulich
bezeichnet werden, wenn es nicht notwendig geweſen
wäre, die Konſequenzen aus der Bahnhofsverlegung zu
ziehen und erhebliche Koſten für die Schulbauten uſw. zu
übernehmen. Wir müſſen uns freuen, daß die Stadt in der
Lage war die außerordentlich große Belaſtung ſeither ohne
Steuererhöhung zu tragen. Wir müſſen uns freuen, daß
wir eine muſtergültige Bahnhofsanlage erhalten haben,
eine Anlage um die uns insbeſondere auch die Fremden
beneiden. Iſt es bisher gelungen, die Schwier gkeiten der
Uebergangszeit zu beſeitigen, ſo muß es auch jur die
Zu=
kunft möglich ſein, die Stadt vor erheblichen
Erſchütte=
rungen zu bewahren.
Für die Zukunft möchte ich in finanzieller Hinſicht
folgende Zielpunkte für die Verwaltung bezeichnen:
1. Es muß möglich gemacht werden, die Betriebe der
Stadt wirtſchaftlicher, freier und rentabler zu geſtalten.
Der Anfang iſt gemacht mit der Einführung billiger Tarife
und den verſchiedenen weiteren eingeleiteten Maßnahmen.
2. Die Stadt muß ſich die äußerſte Zurückhaltung bei
allen Ausgaben auferlegen. Ich ſehe mich außer Stande, die
Uebernahme von dauernden neuen Beiträgen für hieſige
Vereine heute zu befürworten. Dieſe Zurückhaltung muß,
insbeſondere auch für das Gebiet der Vermögensausgaben
im Intereſſe der ſteuerlichen Entwickelung der Zukunft
un=
bedingt Platz greifen. Ich darf die erfreuliche Tatſache
mitteilen, daß allein im Gebiete der Verwaltung für das
Jahr 1913 eine Summe von über 17000 Mark an
Beſol=
dungen geſpart wurden, weil aus Anlaß des Ausſcheidens
von Beamten erhöhte Anſprüche bei der Neubeſetzung der
Stellen geſtellt und durchgeführt wurden. Die
Inanſpruch=
nahme der Arbeitskraft der Beamten war zeitweiſe
der=
artig ſtark, daß ich Bedenken nicht unterdrücken konnte
Um ſo mehr muß ich meine Anerkennung für dieſe
außer=
ordentlich erhöhte Arbeitsleiſtung auch heute zum Ausdruck
bringen. In den Jahren 1905, 1907 und 1909 hat die
ſtädtiſche Verwaltung Anlehen von 6, 7½ und 6 Millionen
Mark aufgenommen. Mir iſt es gelungen, die Aufnahme
eines neuen Anlehens bis zu dem Zeitpunkte zu
ver=
ſchieben, in dem eine weitere Friſtgeſtattung für die
Teil=
nahme der Stadt an dem aus Anlaß der
Bahnhofsver=
legung freigewordenen Gelände nicht mehr möglich war.
So hat die Stadt dieſe neue Anleihe von 4 Millionen Mark
erſt am 1. April 1913 aufgenommen. Im Jahre 1905
be=
trug der Zuſchlagsprozentſatz für die
Gemeindeeinkommen=
ſteuer 88,2, er wurde erhöht im Jahre 1906 auf 91,2, 1907
auf 97,2. 1908 auf 103,8, 1909 auf 109,8, im Jahre 1910
mußte der Ausſchlagsſatz hauptſächlich durch den
reichs=
geſetzlich veranlaßten Oktroiausfall auf 128,4 Prozent
be=
ſtimmt werden. Der Zuſchlagsſatz wurde ſeither nicht
erhöht und ſoll nunmehr auch für das Jahr 1914 eine
Er=
höhung nicht erfahren.
3 Der Fondsbildung iſt nach wie vor die
größte Aufmerkſamkeit im Bereiche der
ſtädtiſchen Verwaltung zu ſchenken. Es wäre
mir nicht möglich geweſen, die Verantwortung für die
eine außerordentliche Mehrbelaſtung darſtellende
Aufbeſſe=
rung der Gehalte zu übernehmen, wenn die Stadt nicht im
Beſitze eines Ausgleichsfonds geweſen wäre. Es hätte ſich
auch nicht ermöglichen laſſen, die in ernſter Zeit erfolgte
Herabſetzung der Gaspreiſe durchzuſetzen und damit einen
rechneriſchen Einnahmeausfall von 130000 Mark auf das
Budget zu übernehmen wenn die Stadt nicht die
Möglich=
keit gehabt hätte, dieſen Einnahmeausfall durch
Rück=
lagen zu balancieren. Andere Verwaltungen gehen
in der Fondsbildung trotz weſentlich höherer
Steuer=
leiſtung noch viel weiter, als dies bei der Stadt Darmſtadt
der Fall iſt. So weiſe ich darauf hin, daß Städte wie
Mannbeim und München den geſamten Aufwand für die
Erbaurng eines Schulhauſes, einſchließlich Grund und
Boden, aus Mitteln ihrer Steuerzahler decken und keine
Anleiheſchuld aufnehmen. Dieſe Verwaltungen lehnen es
ab, die Zukunft zu belaſten. In Wiesbaden werden
Schul=
bauten zum weitaus größten Teil auch nur aus
Steuer=
mitteln aufgebracht. Es iſt mir leider nicht möglich, eine
derartige Maßnahme vorzuſchlagen, da die Gefahr einer
Ueberſpannung der Steuerkraft unter Umſtänden gegeben
iſt. Nach wie vor muß die Verwaltung darauf ſehen, daß
ein leiſtungsfähiger Ausgleichsfonds vorhanden iſt. Wenn
auch der gegenwärtige Fonds angeſichts ſeiner Höhe
ver=
mindert werden kann, ſo muß ſeine Erhaltung unter allen
Umſtänden angeſtrebt werden. Es müſſen Mittel gegeben
ſein, um eine Steuererhöhung, die mit außerordentlichen
Härten verbunden wäre, unmöglich zu machen. Auch muß
die Verwaltung darauf bedacht ſein, daß den ſtädtiſchen
Be=
trieben genügende Erneuerungsmittel zur Verfügung ſtehen.
Bereits im Jahre 1909 wurden die Sätze für die
Erneue=
rungsmittel (Abſchreibungen) einer weſentlichen Reduktion
unterzogen. Die Ablieferungen an die Stadtkaſſe wurden
damit im Intereſſe der Steuerzahler um Beträge von über
80000 Mark erhöht. Finanzpolitiſch halte ich ein derartiges
Verfahren nicht für einwandfrei. Unſer Ziel muß ſein,
den Betrieben die für ſie notwendigen Mittel der
Erneue=
rung verfügbar zu halten, verfolgen wir doch das Ziel,
die Leiſtungsfähigkeit der Betriebe auch im Intereſſe der
Steuerzahler zu erhöhen. Außerdem iſt es unbedingt
richtig, nicht die Hand dazu zu bieten, die Reſerven einer
Stadt auszuſchöpfen. Die Beſeitigung von Fonds im
Intereſſe der Steuerzahler iſt eine Maßnahme, die die
unbedingt nötige Rückſichtnahme auf die Zukunft vermiſſen
läßt. Ich habe die Ueberzeugung daß die
Stadtverordnetenverſammlung, die in
großen Fragen ſtets Weitblick gezeigt mich
auch in dieſer meiner grundſätzlichen
Ueberzeugung in Zukunft ſtützen wird. Wir
wollen der Hoffnung Ausdruck verleihen, daß die zukünftige
Entwickelung auch in dieſer Beziehung ſich günſtig geſtalten
werde.
4. Nach wie vor müſſen wir uns bewußt ſein, die
Ziele und Wege zur Erhöhung der
ſtädti=
ſchen Steuerkraft nicht aus dem Auge zu laſſen.
Der Erhöhung der Steuerkraft durch Heranziehung und
Förderung des Zuzuges von Steuerpflichtigen iſt eine
be=
ſondere Aufmerkſamkeit nach wie vor zu widmen. Die
Heranziehung und Feſthaltung gewinnbringender
Unter=
nehmungen, die Heranziehung und Erhaltung eines
leiſtungsfähigen Unternehmer= und Arbeiterſtandes ſind
beachtenswerte Ziele bei der Stärkung der ſtädtiſchen
Steuerkraft. Die Verwaltung hat auf dieſem Gebiete ſchon
heute erfreuliche Erfolge zu verzeichnen. Bei aller
not=
wendigen Sparſamkeit müſſen wir doch darauf bedacht
ſein, nach wie vor das wirtſchaftliche Leben in der Stadt
zu fördern. Auch die kommerzielle Verwertung beſtimmter
Gelegenheiten und Unternehmungen führt zur Erhöhung
der Steuerkraft. Zur Hebung des Gewerbeſtandes dient
es auch, wenn durch das neue Arbeitsamt die Erhaltung
und Heranziehung unſerer Arbeitskräfte gefördert wird.
Wir wollen mit der frohen Hoffnung in das neue
Budgetjahr eintreten, daß der hocherfreuliche Aufſchwung
des Verkehrs und ſeine zu erwartende Förderung, die
neuen Garniſonen, die fortgeſetzte Förderung der
Bau=
tätigkeit und die noch in Ausſicht ſtehenden Projekte dazu
beitragen werden, das wirtſchaftliche Leben der Stadt und
damit die Steuerkraft einem erfreulichen Wachstum
ent=
gegenzuführen.
Stadlv. Dr. Oſann ſieht in den letzten
Ausführun=
gen des Oberbürgermeiſters im Vergleich mit den
Aus=
führungen im Vorbericht eine erhebliche Wandlung zum
Optimismus. Die wirtſchaftlich ſchlechte Lage beſonders
des gewerblichen Teiles der Bevölkerung machte eine
Steuererhöhung unmöglich. Dazu kam noch der
Wehr=
beitrag, der ſchon an ſich lähmend auf das wirtſchaftliche
Leben einwirkte. Die Verhältniſſe haben ſich ſo geändert,
daß einſtimmig der Finanzausſchuß zu einer
Steuer=
erhöhung nicht die Hand reichen wollte. Das Wachstum
des Reſervefonds, aus dem man nun ſchöpfen müßte, ſei
das Ergebnis der Steuererhöhung von 1907 und der
Stärkung der Steuerkraft. Der Finanzausſchuß ſtand vor
der Frage, ob er außer dem von der Verwaltung
vorge=
ſchlagenen Betrage noch 230000 Mark aus dem
Reſerve=
fonds entnehmen könne. Dieſe Summe hat ſich inzwiſchen
noch um weitere 70000 Mark ermäßigt, ſo daß nur noch
160000 Mark in Frage kommen. Dies glaubte der
Finanz=
ausſchuß um ſo eher verantworten zu können, als eine
Steuererhöhung immer eine Beunruhigung der
Bevöl=
kerung mit ſich bringt aber auch ein weiteres Wachſen der
Einnahmen, beſonders aus Steuern, mit Gewißheit zu
er=
warten iſt. Dieſer Standpunkt ſei nicht aus einer
ge=
wiſſen Steuerſcheu heraus gegeben, ſondern aus durchaus
geſunden Erwägungen. Ein Aufſchwung des Verkehrs,
den der Oberbürgermeiſter in Ausſicht ſtellt, ſei ſehr zu
begrüßen. Der Nahverkehr müſſe viel mehr gepflegt
wer=
den; ſo müſſe die Stadt bei dem Projekt Bensheim-
Lin=
denfels darauf hinwirken, daß der Verkehr nicht nach
Ba=
den, ſondern nach Darmſtadt geführt werde. Redner tritt
ſodann dem Vorwurf entgegen, er ſei für eine Beſeitigung
der gewerblichen und induſtriellen Betriebe aus
Darm=
ſtadt, damit Darmſtadt ein ſüddeutſches Penſionopolis
werde. Dieſer Vorwurf ſei ſelbſtverſtändlich ein
Blöd=
ſinn. Die Steuererhöhung noch einige Zeit
hinauszu=
ſchieben, ſei unbedingt anzuſtreben.
Stadtv. Aßmuth kann einen Peſſimismus
hinſicht=
lich der Finanzlage nicht für berechtigt halten. Man finde
einen gewiſſen Troſt darin, daß auch aus anderen Städten
der Umgegend große Defizite gemeldet würden. Seine
Fraktion ſtimme den Vorſchlägen des Referenten zu.
Red=
ner tritt weiter ein für Beerdigungsfreiheit,
Arbeitszeit=
verkürzung in den ſtädtiſchen Betrieben um eine halbe
Stunde, Uebernahme der Feuerwache auf die Stadt und
für Errichtung eines Wohnungsamtes. Die Heag habe in der
letzten Zeit eine außerordentliche Entwicklung genommen.
Die augenblickliche Finanzlage müſſe nicht Anlaß geben,
in der ſozialen Fürſorge einzuhalten.
Stadtv. Sames erklärt, daß auch ſeine Fraktion
von vornherein gegen eine Steuererhöhung war. Das
Gewerbe und der Grundbeſitz könnten nicht mit neuen
Steuern belaſtet werden. Daß eine Ausgabe von 370000
Mark für Aufbeſſerung der Beamtengehälter nicht dauernd
ohne Steuererhöhung möglich iſt, ſei ohne weiteres klar
man könne aber auch nicht den Standpunkt vertreten, daß
eine derartige Aufbeſſerung nur erfolgen kann, wenn eine
Steuererhöhung nicht eintritt. Zur Frage der Schulbauten
müſſe eine Aufſtellung vorgelegt werden, wie ſich die
Schü=
ler verteilen, denn der Rückgang der Schülerzahl müſſe
ſich doch irgendwie bemerkbar machen.
Stadtv. Gretzſchel regt eine großzügige
Propa=
ganda zur Hebung des Verkehrs an und eine regere
Tätig=
keit zur Gewinnung von Induſtrie. Bezüglich der
Grund=
erwerbskaſſe ſei auf eine vorteilhafte Verwertung der
Grundſtücke hinzuzielen. Redner vertritt den Standpunkt
daß an den Schulbauten nicht unangebracht geſpart
wer=
den könne. Redner geht ſodann auf die Frage des
Woh=
nungsamtes näher ein. Es ſei ein Mangel an kleinen
Wohnungen vorhanden; während 1909 noch 609, anfangs
1913 470 leerſtehende Wohnungen vorhanden waren, ſind
dieſe bis anfangs 1914 auf 342 zurückgegangen, davon
waren nur 118 bis zu 300 Mark Mietwert.
Stadtv Dr. Vaubel betrachtet das Anwachſen der
Schuldenlaſt und tritt für Uebernahme eines Teiles der
Polizeikoſten auf den Staat ein. Zu unterſtützen ſei die
Anregung des Herrn Stadtv. Dr. Oſann, die elektriſche
Bahn nach Gernsheim zu bauen, um eventuell eine
Ver=
bindung mit Alzey zu erzielen. Redner fragt ſodann nach
der Lage der Grube Prinz von Heſſen und der Erhebung
über die Wirkung der Gewerbe= und Grundſteuern. —
Der Oberbürgermeiſter erwidert, daß
dem=
nächſt über die Erhebungen, betr. Grund und
Gewerbe=
ſteuer, Bericht erſtattet werden wird. Auch über die Grube
Prinz von Heſſen ſtehe ein Gutachten bevor. Bezüglich
der Reklame für die Stadt ſei ſchon Vorſorge getroffen,
Stadtv. Dr. Noellner möchte der Anſicht
entgegen=
treten, als ob die Stadtverordneten aufs Geratewohl
ge=
wirtſchaftet hätten. Eine Steuererhöhung ſei noch nicht
erforderlich, da noch genügend Reſerven vorhanden ſeien;
auch im nächſten Jahre ſei es vielleicht möglich, um eine
Erhöhung herum zu kommen. Ein Rückgang oder
Still=
ſtand der Kinderzahl mache ſich in den Schulen ſofort nicht
bemerkbar, ſondern erſt in etwa ſechs Jahren. Er würde
es vom ärztlichen Standpunkt bedauern, wenn der
Schul=
hausbau auf dem Liebfrauenplatz unterbliebe, vom
finan=
ziellen Standpunkt dagegen müſſe er es begrüßen. Es ſei
auch nicht richtig, daß Darmſtadt Gelder beim
Schul=
hausbau vergeude. Nach einer Statiſtik ſteht Darmſtadt
noch unter der Mitte. Das Streben des
Oberbürger=
meiſters, leiſtungsfähige Steuerzahler nach Darmſtadt zu
ziehen, ſei durchaus zu begrüßen. Darin ſeien ſich wohl
alle einig geweſen, auch Induſtrie nach Darmſtadt zu
ziehen. Redner erinnert daran, daß es damals gelang,
die Merckſche Fabrik hier in Darmſtadt feſtzuhalten. Die
ungünſtige Lage unſeres Gaswerks ſei beſonders dadurch
veranlaßt, daß die PPreiſe für Elektrizität ſo herabgeſetzt
worden ſeien. Was die Grunderwerbslaſſe anlangt, ſo
ſei dgrauf hinzuweiſen, daß dieſe Kaſſe zu einer Zeit kam,
wo der Grundſtücksmarkt im Niedergang begriffen war.
Die Kaſſe länger zu halten, wäre ein Fehler. Die hohen
Koſten für die Polizei ſeien bedingt durch die große
Aus=
dehnung der Stadt. Er würde es begrüßen, wenn die
Stadt eine eigene Polizei ſich ſchaffen könne, hier bringe
ein Vergleich mit preußiſchen Städten merkwürdige
Er=
ſcheinungen.
Stadtv. Ritſert führt aus, man ſolle nicht
ver=
kennen, welche Konkurrenz bei der Bewerbung um
In=
duſtriewerke herrſche. Bei den Geboten, die hierbei
her=
auskommen, könne Darmſtadt nicht konkurrieren. —
Stadtv. Herbert tritt ebenfalls wie Stadtv. Dr.
Oſann für eine elektriſche Bahn in das Modautal und
nach Gernsheim ein. Man ſolle ſich um Staatszuſchüſſe
für die elektriſchen Bahnen Darmſtadt-Lindenfels und
Darmſtadt-Gernsheim bemühen, um für Darmſtadt jene
Gegenden zu ſichern. — Der Oberbürgermeiſter
ſtellt in Ausſicht, daß er über jene Fragen demnächſt einen
ausführlichen Vortrag halten werde. Dieſe Bahnlinien
ſeien ſeit langem Gegenſtand der Bearbeitung ſeitens der
Heag, auch mit den betreffenden Gemeinden ſeien
Ver=
handlungen angebahnt. Insbeſondere ſeien
Verhand=
lungen mit Mainz nahe vor dem Abſchluß über
Elektrizi=
tätsverſorgung, Bahnprojekte, Riederſchließung uſw. —
Stadtv. Delp rügt, daß dem Arbeiterſängerbund zu
we=
nig Entgegenkommen bewieſen und der Saalbau zu teuer
angeboten ſei. — Stadtv. Henrich weiſt darauf hin, daß
der Staat die Polizei in allen Städten verſtaatlichen
wolle. Er habe daher immer den Standpunkt vertreten,
daß der Zuſchuß der Stadt verringert werden müſſe. Die
Frage der Arbeitsloſenverſicherung ſei demnächſt noch zu
erörtern, auch die Frage der elektriſchen Bahn Bensheim-
Lindenfels ſei nicht unbeachtet geblieben.
Einzelbeſprechung.
Es wird nun in die Beſprechung der einzelnen
Poſi=
tionen eingetreten. Bei Poſition „Unbebaute Grundſtücke‟
regt Stadtv. Gretzſchel an, ob nicht die Rentabilität
von einzelnen Grundſtücken erhöht werden kann. — Der
Oberbürgermeiſter weiſt demgegenüber darauf hin,
daß man oft Grundſtücke kaufen mußi, bei denen auf
eine Rentabilität von vornherein nicht gerechnet werden
kann. — Beim Titel „Schlachthof” tritt Stadtv. K. Lautz
für Ermäßigung der Schlachtgebühren ein. —
Bürger=
meiſter Mueller legt nochmals dar, daß die Herabſetzung
der Gebühren jetzt nicht möglich ſei. Man dürfe nicht
vergeſſen, daß das Metzgergewerbe vor Feſtſetzung der
erhöhten Schlachtgebühr unter der Herrſchaft des Oktrois
noch viel ſtärker belaſtet war. Insgeſamt ſei gegen 1910
wohl eine Entlaſtung der Metzger um nahezu
60000 Mark eingetreten. — Auf Anfrage von Stadtv. Dr.
Noellner teilt der Bürgermeiſter mit, daß die
Fleiſchpreiſe langſamer zurückgingen als die Viehpreiſe.
— Weiter kommt Stadlv Dr. Fulda beim Kapitel
Schulen” auf die Exploſion in der Mädchenſchule zu
ſprechen und teilt mit, daß die Beſchwerde gegen die
Ent=
ſcheidung der Staatsanwaltſchaft, die die Einleitung des
Strafverfahrens abgelehnt hatte, auch vom
Oberlandes=
gericht abgewieſen wurde. Aus der Begründung dieſes
letzten Urteils leitet er die Forderung her, daß derartige
Verſuche nur von Lehrern ausgeführt werden, die die
nötige Erfahrung und Ausbildung haben. — Herr
Kreis=
ſchulinſpektor Prof. Kiſſinger erklärt, daß unmittelbar
nach dem bedauerlichen Unfall entſprechende Maßregeln
getroffen wurden. Uebrigens habe der betreffende Lehrer,
der einer der gewiſſenhafteſten Lehrer ſei, alles getan, was
an Vorſichtsmaßregeln zu tun war. Zunächſt werden
der=
artige Verſuche in den Mittelſchulen, ſo bedauerlich dies
iſt, unterbleiben müſſen. — Stadtv. Pickert weiſt
dar=
auf hin, daß derartige Unfälle auch bei akademiſch bezw.
fachtechniſch vorgebildeten Lehrern vorkommen.
Stadtv. Nodnagel erklärt, daß auch die größten
Phy=
ſikgenies von Unfällen nicht verſchont wurden. — Stadtv.
Dr. Fulda würde es bedauern, wenn infolge dieſes
Vor=
kommniſſes der Unterricht in dieſem Fache in den
Mittel=
ſchulen in Fortfall kommen ſollte. — Stadtv. Saeng
möchte Aufklärung darüber haben, wie ſich die Beſetzung
der unteren und der oberen Klaſſen darſtellt. Zu dem
Anwachſen des Zuſchuſſes zu den höheren Schulen ſei zu
bemerken, daß das Beſtreben vorherrſche, die ſeminariſtiſch
vorgebildeten Lehrer immer mehr zu verdrängen und an
deren Stelle akademiſch gebildete Lehrer anzuſtellen, ſo
daß die Koſten fortwährend anwachſen. Viel könne
über=
haupt geſpart werden, wenn Arbeiten, die von
nichtaka=
demiſchen Beamten ausgeführt werden können, auch von
Nichtakademikern ausgeführt werden. — Stadtv.
Nod=
nagel tritt der Auffaſſung entgegen, daß die
ſemina=
riſtiſch gebildeten Lehrer zurückgedrängt würden. Der
chemiſche Unterricht ſolle durchaus nicht fortfallen. —
Stadtv. Hüfner bemerkt, daß bei Verſuchen mit
der=
artigen chemiſchen Stoffen bei der größten Vorſicht
Un=
fälle nicht zu vermeiden ſind. — Zu dieſem Kapitel
ſpre=
chen noch die Stadtvv. Aßmuth, Dr. Noellner,
Nodnagel, Jung, Dr. Fulda und der
Oberbürger=
meiſter.
Beim Kapitel „Straßenbau” bittet Stadtv.
Hüf=
es um Pflaſterung des Ueberganges nach dem Poſtamt
Nummer 93.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Seite 7.
am Bahnhof. — Beim Kapitel „Feuerlöſchweſen” tritt
Stadtv. Haury nochmals, entgegen dem Antrage des
Finanzausſchuſſes, die Forderung zurückzuſtellen, für
Be=
willigung von 400 Mark zur Legung von Linoleum im
Schlafraum der Feuerwache ein Es bleibt bei dem
An=
trag des Finanzausſchuſſes. — Stadtv. Dr. Fulda
be=
antragt, für Kinderleichen bei Bedürftigen ein würdigeres
Fuhrwerk zur Verfügung zu ſtellen, damit der Zuſtand
unmöglich gemacht wird, daſ Kinderſärge mit Leichen
von Frauen auf dem Kopfe nach dem Friedhof getragen
werden. Der Oberbürgermeiſter ſagt eine
Prü=
fung zu. Stadtv. K. Lautz bemängelt den Zuſchuß von
500 Mark zur Bildung einer beſonderen Fachklaſſe für
Metzger bei der Fortbildungsſchule als zu niedrig. —
Auf Anfrage des Stadtv. Dr. Noellner teilt der
Oberbürgermeiſter mit, daß das Projekt des
Mär=
chentheaters vorläufig vertagt iſt, aber hoffentlich doch noch
verwirklicht wird.
Schließlich wird dem Bericht des Finanzausſchuſſes
einſtimmig zugeſtimmt und damit dem geſamten
Voranſchlag. Von einer Steuererhöhung bleibt
Darm=
ſtadt ſomit noch einmal verſchont.
Der Oberbürgermeiſter dankt den Stadtverordneten
zum Schluß, daß ſie den Voranſchlag in einer Sitzung
erledigten. — Schluß der Sitzung 8 Uhr.
Gerichtszeitung.
* Wiesbaden, 2. April. Am 26. Februar 1907
wurde der Lokalredakteur des Wiesbadener Tagblattes
wegen Beleidigung des Drogiſten Karl Hopf vom
Schöf=
fengericht Wiesbaden zu 200 Mark Geldſtrafe verurteilt.
Die Strafkammer ermäßigte die Strafe dann auf 100 Mk.
Durch den Beſchluß des Landgerichts vom 23. März 1914
iſt der Antrag des Verurteilten auf Wiederaufnahme
des Verfahrens zugelaſſen worden, und am
31. März wurde das auf Freiſprechung lautende Urteil
verkündet. In dem Urteil heißt es: „In der
Privatklage=
ſache des Fabrikanten pharmac. Präparate, Karl Hopf,
früher zu Niederhöchſtadt, jetzt verſtorben, Privatklägers
gegen den Redakteur des Wiesbadener Tagblatts,
Ange=
klagten wegen Beleidigung, wird der Angeklagte
freige=
ſprochen. Die Koſten des Verfahrens, einſchließlich der
des Wiederaufnahmeverfahrens, fallen dem Privatkläger
zur Laſt.” Zugleich wurde der folgende Beſchluß erlaſſen:
„Die Staatskaſſe wird für verpflichtet erklärt, dem
Redak=
teur des Wiesbadener Tagblatts den Vermögensſchaden
zu erſetzen, der ihm durch die Vollſtreckung des Urteils der
Strafkammer entſtanden iſt.”
* Mannheim, 2. April. Die Fabrikarbeiters=
Ehe=
frau Suſanna Meier ſtand heute vor den Geſchworenen
in Mannheim. Sie hat am 15. Dezember v. J. verſucht,
ihre fünf Kinder und ſich ſelbſt zu töten, indem ſſie den
Kindern Veronal eingab und die Kinder und ſich ſelbſt
dem Einfluß von Leuchtgas ausſetzte; alle Perſonen
konnten jedoch gerettet werden. Die Tat geſchah, weil
die Frau unter den bösartigen Verleumdungen der
Nach=
barinnen ſchwer zu leiden hatte. Die Geſchworenen
ver=
neinten die auf Mordverſuch geſtellte Schuldfrage;
die Frau wurde freigeſprochen.
* Zabern 2. April. Die Staatsanwaltſchaft
hat gegen das freiſprechende Urteil in dem
Beleidigungs=
prozeſſe des Majors Uhde gegen die Redakteure vom
Zaberner Anzeiger, Wiebecke, Vater und Sohn,
Re=
viſion eingelegt.
* Leipzig, 2. April. Heute vormittag begann vor
dem vereinigten zweiten und dritten Strafſenat des
Reichsgerichts der Spionageprozeß gegen
den Fabrikarbeiter Jakos Strub, den Schweizer Bürger
Monteur Otto Keller aus Burgfelden (Elſaß) und den
Arbeiter Georg Walter aus Friedrichsfeld (Baden), alle
zuletzt in Baſel wohnhaft. Den drei Angeklagten wird zur
Laſt gelegt, gemeinſchaftlich im Juni und Juli 1913 auf
dem Geſchützſtande des 5. badiſchen Feldartillerie=
Regi=
ments in Freiburg i. B. einen Einbruch verübt, einen
Geſchützverſchluß und einen Geſchützaufſatz
geſtohlen zu haben, welche ſie in Belfort dem
franzö=
ſiſchen Nachrichtenbureau auslieferten. Keller und Strub
ſind außerdem angeklagt, verſucht zu haben, einen
Aufſatz=
zünder, ein Granatgeſchoß und eine Feldhaubitze, ſowie
eine Generalſtabskarte jenem Nachrichtenbureau zu
über=
mitteln. Es ſind fünf Zeugen und ein Sachverſtändiger
geladen.
* Leipzig, 2. April. In dem
Spionagepro=
zeß fällte das Reichsgericht heute nachmittag das
Ur=
teil. Gegen den Angeklagten Keller wurde wegen
Verrats militäriſcher Geheimniſſe in Tateinheit mit
ſchwe=
rem Diebſtahl und wegen verſuchten Verrats militäriſcher
Geheimniſſe auf acht Jahre Zuchthaus, gegen
Strub wegen der gleichen Verbrechen auf ſechs
Jahre Zuchthaus, gegen Walter wegen Verrats
in Tateinheit mit ſchwerem Diebſtahl auf ſechs Jahre
Zuchthaus und außerdem gegen alle auf zehnjährigen
Ehrverluſt und Stellung unter Polizeiaufſicht erkannt.
Keller und Strub wurden ſechs Monate, Walter vier
Mo=
nate der Unterſuchungshaft angerechnet. Wie aus der
Urteilsbegründung hervorgeht, drangen die Verurteilten,
nachdem ſie ſich mit einem franzöſiſchen Nachrichtenbureau
in Belfort in Verbindung geſetzt hatten, in einen
Geſchütz=
ſchuppen in Freiburg i. Br. ein und entwendeten
Geſchütz=
teile, die ſie dem franzöſiſchen Nachrichtenbureau
aus=
lieferten. Außerdem knüpften Keller und Strub, um noch
andere Geſchützteile zu erlangen. mit einem
Offiziersbur=
ſchen Beziehungen an, der dieſe Teile beſchaffen ſollte.
Der Burſche ging ſcheinbar auf das Anſuchen ein, erſtattete
jedoch Anzeige, worauf Keller und Strub verhaftet
wurden.
Luftfahrt.
* München. 2. April. Heute früh halb 9 Uhr
ſtürz=
ten auf dem Flugfelde Schleißheim zwei
Offi=
ziere mit einem Flugzeug ab. Oberleutnant Ruchte
vom 16. Infanterie=Regiment wurde ſchwer verletzt
und Leutnant Lankmeyer vom 12. Feldartillerie=
Reſſi=
ment wurde getötet. Der Unfall iſt vermutlich darauf
zurückzuführen, daß in den Propeller ein Gegenſtand
ge=
riet, wodurch der Propeller zertrümmert wurde. Durch
dieſe Trümmer wurden die Drähte am Flugzeug zerriſſen
und ſo der Abſturz herbeigeführt.
Verbot der Pegoudflüge.
* München, 2. April. Die Sturzflüge, die Pegoud
am Samstag und Sonntag auf dem Flugfelde Puchheim
veranſtalten wollte, ſind von den Behörden
ver=
boten worden. Das zuſtändige Bezirksamt
begrün=
det das Verbot mit dem Hinweis, daß gegen Pegoud
wegen der nachträglichen Abänderung eines von ihm
ver=
kauften Flugzeuges ſchwere Beſchuldigungen erhoben
wor=
den ſeien, und daß in weiten Kreiſen der Bevölkerung
ſtarker Unwille gegen Pegoud beſtehe. Es ſei zu
befürch=
ten, daß dieſer Unwille ſich in erheblichen Störungen der
öffentlichen Ruhe und Ordnung äußere, denen die
Polizei=
behörde wegen der großen Menſchenmaſſen und
ungünſti=
gen örtlichen Verhältniſſe in Puchheim nicht wirkſam
ge=
nug begegnen könne. Das Bezirksamt könne die
Verant=
wortung für die Genehmigung der Schauflüge nicht
über=
nehmen und müſſe das Geſuch abweiſen. Eine Beſchwerde
gegen dieſe Verfügung wäre fruchtlos, da die Begründung
des Verbots die ausdrückliche Billigung des Miniſteriums
des Innern gefunden hat. (Frkf. Ztg.)
Ein deutſcher Sturzflieger.
* Flugplatz Bork i. d. Mark, 2. April. Der
Flug=
prüfer Vogler meldet: Der Osnabrücker Flugzeuge
führer Guſtav Tweer machte geſtern nachmittag auf einem
50pferd. Grade=Eindecker einen Sturz= und Rückenflug.
Nach dem Aufſtieg erreichte er in kurzer Zeit 800 Meter
Höhe, kam dann in einem ſenkrechten Sturzflug nieder
und überſchlug ſich hierbei zweimal, indem er ein
doppel=
tes S beſchrieb. Er näherte ſich der Erde bis auf 20 Meter
und richtete den Apparat erſt dann wieder in die normale
Lage. Der Flieger beabſichtigt, dieſen Flug in
verſchie=
denen Städten vorzuführen. Er geht zunächſt nach
Leip=
zig, wo er bereits ein Engagement für die Vorführung
er=
halten hat. Der Apparat iſt für Sturzflüge beſonders
konſtruiert und weiſt zum Beiſpiel ein doppeltes
Fahr=
geſtellt auf.
Eiſenbahnunfall.
* Kaſſel 1. April. Ein Automobil aus
Mainz mit vier Inſaſſen überfuhr bei dem
Bahnüber=
gang oberhalb Oberzwehren, indem es mit großer
Ge=
ſchwindigkeit den ſteilen Abhang hinunterfuhr, die
geſchloſ=
ſene Bahnſchranke. Der im gleichen Augenblick mit
einer Geſchwindigkeit von 85 Kilometern herannahende
D=Zug Nr. 187 Köln-Leipzig überfuhr das Automobil,
deſſen Inſaſſen herausgeſchleudert wurden; erhebliche
Ver=
letzungen erlitten ſie jedoch nicht. Der D=Zug
ent=
gleiſte. Infolge der durch den Unfall verurſachten
Störung im Eiſenbahnbetrieb verzögerte ſich die Abreiſe
der Kaiſerin nach Venedig, die um 7.15 Uhr erfolgen ſollte,
bis 7.33 Uhr. Mit der Kaiſerin begab ſich Prinz Joachim
nach Venedig.
* Kaſſel, 2. April. (Amtliche Meldung.) Geſtern
abend 7 Uhr iſt auf dem Chauſſeeübergang bei Km. 8,84
der Strecke Kaſſel-Guntershauſen der Frankfurter
Land=
ſtraße ein mit vier Herren aus Mainz beſetztes
Automobil von der Lokomotive des D=Zuges 187
Köln-Kaſſel=Leipzig erfaßt und gänzlich zertrümmert
worden. Die Lokomotive des D=Zuges iſt entgleiſt.
Rei=
ſende wurden nicht verletzt. Der Führer des Automobils
bemerkte zu ſpät, daß die Schranke geſchloſſen war, und
konnte nicht mehr rechtzeitig halten. Das Auto durchbrach
einen Schrankenbaum und geriet in dem Augenblick auf
das Gleis, als der D=Zug herankam. Die Inſaſſen des
Autos konnten ſich im letzten Augenblick durch
Heraus=
ſpringen retten. Der Betrieb wird eingleiſig aufrecht
er=
halten.
Der Kaiſer auf Korfu.
* Korfu, 1. April. Der Kaiſer beſuchte heute
nachmittag den Schloßpark Monrepos, wo die Freilegung
des Tempels von Kardaki aufgenommen worden iſt. Der
Kaiſer beſuchte ſodann die Ausgrabungen bei
Garitza, wo bei der Fortſetzung der Grabungen am
Gorgotempel heute neben zwei tadellos erhaltenen
ſcharf=
kantigen Triglyphen auch die erſte Metope zum Vorſchein
kam, wodurch die Architektur des Tempels weſentlich
ver=
vollſtändigt iſt, da dadurch die Breite meßbar wird. Auch
Fragmente anderer Glieder des Baues wurden
ausge=
graben. Zugegen waren ſämtliche Mitglieder der
grie=
chiſchen Königsfamilie, ſowie Graf Quadt mit Gemahlin.
Das Wetter war ſchön. — Für die Abendtafel auf
Achil=
leion waren geladen alle Mitglieder der königlichen
Fa=
milie, ſowie der Geſandte Graf Quadt und Gemahlin.
* Korfu 2. April. Der Kaiſer und die Herren
des Gefolges waren heute mittag zur Tafel beim
Königs=
paare der Hellenen im Stadtſchloß geladen. Später
de=
ſuchte der Kaiſer wieder die Ausgrabung bei Saritza.
* Korfu 2. April. Militäroberpfarrer Goens iſt
als Gaſt des Kaiſers hier eingetroffen.
Die Reform der bayeriſchen
Reichsrats=
kammer.
* München, 2. April. Die Kammer der
Ab=
geordneten beriet heute den in der vorigen Seſſion
eingebrachten Antrag Caſſelmann (liberal), betreffend die
Reform der Reichsratskammer, in der gewählte
Vertreter der einzelnen Haupterwerbsgruppen, freien
Berufe, Hochſchulen und Städte Sitz und Stimme erhalten
mögen. Abg. Müller=Hof begründete den Antrag und
führte aus: Die Erſte Kammer ſei ein ſtaatsrechtliches
Ueberbleibſel aus früherer Zeit. Die Regierung müſſe
endlich ihr Verſprechen erfüllen, das ſie ſeit zwei Jahren
gegeben habe. Abg. Held (Ztr.) erklärte, daß das
Zen=
trum Stellung zu dem Antrag nähme, wenn die
Staats=
regierung ihre in Ausſicht geſtellten Vorſchläge dem Hauſe
unterbreite. Abg. Eiſenberger (Bauernbund)
be=
tonte, daß auch ſeine Partei nicht mit dem Antrag
ein=
verſtanden ſei, weil die Bauern und kleinen
Gewerbetrei=
benden nicht in Betracht kämen bei der Ernennung zu
Reichsratsmitgliedern. Abg. Müller=München (Soz.)
er=
klärte, ſeine Partei lehne den Antrag ab, weil ſie für die
gänzliche Abſchaffung der Reichsratskammer ſei (!). Abg.
Gebhardt (Bund der Landw.) erkannte an, daß in dem
Antrag ein berechtigter Kern liege; aber er könne ihm
in der vorliegenden Faſſung nicht zuſtimmen, da er ſich
nicht damit befreunden könne, daß gewählte Vertreter in
die Reichsratskammer kommen. — Im Laufe der Debatte
erklärte Miniſterpräſident Graf Hertling, die
Regie=
rung ſtehe noch auf dem Standpunkt vom Dezember 1913
und werde die Frage prüfen. Darauf wurde der Antrag
der Liberalen mit großer Mehrheit abgelehnt.
Die Neckarkanaliſation.
* Stuttgart, 2. April. Die Zweite Kammer
beendete heute die Beratung der Anfrage des Abg. Hanſer
(Zentrum), betreffend die Neckar=Kanaliſation, und nahm
einen Antrag Hanſer (Ztr.), Haußmann (Vp.), Mühlberger
(natl.) und Vogt=Weinsberg (Bd.) in namentlicher
Ab=
ſtimmung mit 59 gegen 14 Stimmen bei acht
Ent=
haltungen an, der die Zuſtimmung des Hauſes dazu
aus=
ſpricht, daß die württembergiſche Regierung wiederholt
bei der Reichsregierung auf die Wichtigkeit und
Dringlich=
keit der Stromverbeſſerungen am Rhein und Neckar
hin=
gewieſen hat, daß ferner die Reichsregierung mit der
nie=
derländiſchen Regierung über die Stromverbeſſerungen
am Rhein und ſeinen Nebenflüſſen und über die Finanzie=
rung des deutſchen Srombauprogramms in Verbindung
getreten iſt und daß die württembergiſche Regierung
er=
neute Verhandlungen mit Baden und Heſſen eingeleitet
hat. Schließlich erſucht der Antrag die Regierung, auf
eine möglichſte Beſchleunigung der Verhandlungen mit
den Regierungen der Niederlande, Badens und
Heſſens hinzuwirken.
Italieniſche Kammer.
* Rom, 2. April. Miniſterpräſident Salandra
hielt in der Deputiertenkammer heute ſeine
An=
trittsrede. Das Haus und die Tribünen waren ſtark
beſetzt. Salandra führte aus: Das Miniſterium ſetzt
ſich aus Männern zuſammen, die verſchiedenen
Rich=
tungen der großen liberalen Partei angehören. Der
ſiegreiche Krieg gab uns das Selbſtbewußtſein
wieder und ſtärkte das Anſehen des italieniſchen Namens
in der Welt. Er forderte aber auch einen Verbrauch an
Kräften, die erſetzt werden müſſen. Während die Flotte
ſich auf Grund der vorgeſchlagenen Kredite ſich entwickeln
kann, fordert die Armee vom Vaterlande, deſſen Stolz und
Hort ſie iſt, entſprechende Maßnahmen, für die wir in den
Grenzen, wie ſie die Hilfsquellen des Landes ziehen,
ein=
treten werden, weil wir wiſſen, daß ein ausgeglichenes
Budget auch die notwendige und gute Vorbedingung für
die nationale Verteidigung iſt. Salandra fuhr fort:
An=
geſichts der militäriſchen Operationen, die in Libyen
fort=
dauern, wird die erſte Sorge der Regierung ſein, daß es
der dort kämpfenden Armee an nichts fehlt. Außerdem
wird man die für die Bedürfniſſe der Streitkräfte des
Mutterlandes vorgeſehenen Fonds auffüllen müſſen. Für
die bereits begonnene Durchführung des Programms,
be=
treffend die Befeſtigungen, die Artillerie, die Luftſchiffahrt,
Pferde, militäriſche Gebäude, Vorräte und die
Mobili=
ſierungen wird die Regierung außerordentliche Kredite
fordern, jedoch nicht über 200 Millionen Lire, die auf
mehrere Rechnungsjahre zu verteilen ſein werden.
Was die Finanzlage anbetrifft, ſo würde das
laufende Geſchäftsjahr infolge der Koſten für den libyſchen
Krieg, die faſt ganz dieſem Jahre zur Laſt gelegt wurden,
mit einem Defizit von 23 Millionen Lire abſchließen. Das
Defizit wird teilweiſe durch die Erſparniſſe bei den
ein=
zelnen Kapiteln gedeckt. Gegenüber den zukünftigen
Aus=
gaben, welche die vorſichtig geſchätzten und wachſenden
Einnahmen nach überſchreiten werden, wird zur
Aufrecht=
erhaltung des Gleichgewichts des Budgets notwendig ſein,
die von dem früheren Kabinett vorgeſchlagenen
Finanz=
maßnahmen zu unterſtützen und zu vervollſtändigen.
So=
dann werden wir eine progreſſive Einkommenſteuer zu
prüfen haben, welche die Grundlage für eine
vernunfts=
gemäße Reform des Steuerſyſtems bilden muß, durch die
zugleich die ſchwierige Lage der Kommunen und
Provin=
zen gebeſſert werden ſoll. Ferner werden wir zu einer
durchgreifenden Aenderung der Finanzgeſetzgebung
ſchrei=
ten müſſen, um die Geſetze einheitlicher zu geſtalten und
den Dienſt zu vereinfachen. Um die nötigen Mittel für
den Staatsſchatz zu beſchaffen, fordert die Regierung eine
Erhöhung des gegenwärtigen Schatzſcheinumlaufes bis
zur Höchſtgrenze von 50 Millionen Lire.
Salandra kündigte eine Reihe von
Geſetzent=
würfen ſozialen Charakters an, darunter zur
Seßhaftmachung der Landarbeiter, Verbeſſerung der
Le=
bensbedingungen der unterſten Beamten, Maßregeln zu
Gunſten des Eiſenbahnperſonals, beſonders der geringſt
beſoldeten Beamten. Die Ausgaben ſollen durch eine
Er=
höhung der Perſonentarife für die Schnellzüge und der
Gütertarife für kurze Strecken gedeckt werden. Ich hoffe,
daß die Schnelligkeit, mit welcher die Regierung ſich dieſer
Fragen annehmen wolle, die Eiſenbahner von ihrer
Agi=
tation abbringen wird. Die Hauptrichtlinien unſerer
inneren, äußeren und kirchlichen Politik werden
unver=
ändert bleiben, wie ſie von der Kammer zu Begiden der
Legislaturperiode gebilligt worden ſind. Der
Miniſter=
präſident ſchloß mit der Bitte um eine klare und offene
Kundgebung des Vertrauens. Die Erklärungen Salandras
wurden häufig von Zuſtimmungs= und
Beifallsäußerun=
gen unterbrochen. Am Schluſſe erfolgte langanhaltender
und lebhafter Beifall. Vizepräſident Carcano verlas
ſo=
dann einen Brief, in welchem Präſident Marcora ſeinen
Rücktritt erklärt. Er verſtehe zwar die Feinfühligkeit, bitte
aber, den Rücktritt nicht anzunehmen. Mehrere Redner
ſchloſſen ſich dieſem Wunſche an. Die Kammer ſprach ſich
ſodann mit großer Mehrheit für den Rücktritt aus.
Franzöſiſche Kammer.
* Paris, 2. April. Die Kammer verhandelte
heute über die Geſetzesvorlage, betreffend die
Beſteue=
rung der franzöſiſchen Rente. Als ein Redner
der Rechten die Zahl der anweſenden Abgeordneten als
gering bezeichnete, erhob ſich, wie geſtern vormittag, Lärm
auf den Bänken der Linken. Jules Roché bekämpfte die
Vorlage. Sie ſtelle ein unheilvolles politiſches Werk dar,
das den Kredit Frankreichs ruiniere. (Beifall auf der
Rechten und im Zentrum.) André Lefebre bekämpfte
eben=
falls die Beſteuerung der Rente. Er bemerkte, die
parla=
mentariſchen Strömungen in dieſer Hinſicht begünſtigten
die Spekulation und war der Meinung, daß dieſe
Maß=
nahme einen glatten Verluſt für alle künftigen
franzöſi=
ſchen Anleihen verurſachen würde, und befürchte auch die
Flucht der Kupons nach dem Auslande. Finanzminiſter
Renoult antwortete, es beſtehe keinerlei Verpflichtung
des Staates, diesmal die Renten zu beſteuern. Das von
der Kammer am 2. Dezember abgegebene Votum habe
einen nicht zu beſtreitenden Sinn. (Beifall links.) Die
Kammer beſchloß darauf, in die Spezialberatung
einzu=
treten.
Der Prozeß der Frau Caillaux.
* Paris 1. April. Der frühere Miniſterpräſident
Barthöu iſt von dem Unterſuchungsrichter
ver=
nommen worden. Er ſagte aus, daß er der Frau
Guey=
dau, der erſten Frau des Finanzminiſters Caillaux, einige
Tage vor dem Anſchlag der Frau Caillaux auf Calmette
begegnet ſei. Im Gegenſatz zu den Erklärungen der Frau
Caillaux ſei von einem Feldzug des Figaro keineswegs
die Rede geweſen, noch weniger von Schriftſtücken, die
Calmette habe in Händen haben können. Er habe von dem
Vorhandenſein des mit „ton Jo” unterzeichneten Briefes
rſt am Tage der Veröffentlichung erfahren. Barthou
er=
klärte weiter, er ſei bei Calmette nur wegen gewiſſer
Do=
kumente vorſtellig geworden welche die auswärtige
Po=
litik betrafen. Er könne nicht mehr ausſagen, als was
er bereits von der Tribüne der Kammer erklärt habe. Er
ſei bei Calmette vorſtellig geworden, damit dieſer nicht den
Bericht des Oberſtaatsanwalts veröffentliche. An dem
Feldzug des Figaro ſei er keineswegs beteiligt geweſen.
* Paris, 1. April. Der Unterſuchungsrichter
verhörte nach Vernehmung Barthous den Journaliſten
Vervoort. Dieſer erklärte, Frau Gueydau habe ihm
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Nummer 93
gegen Ende 1911 vorgeſchlagen, in einer Zeitung die von
Caillaux an ſeine jetzige Frau, die damals mit Leo Claretie
verheiratet war, gerichteten Briefe veröffentlichen zu
laſſen. Er hatte den Eindruck, daß Frau Gueydau wegen
ihrer Scheidung von Caillaux gereizt war, gleichwohl
be=
ſtand ſie ſeinen Einwänden gegenüber nicht auf ihrem
Verlangen. Er benachrichtigte dann Desclaux, den
damaligen Kabinettchef des Miniſterpräſidenten, und auf
deſſen Bitte hin bemühte er ſich mit Erfolg, die
Veröffent=
lichung dieſer Briefe zu verhindern. Vervoort fügte hinzu,
er ſei überzeugt daß Calmette deſſen Loyalität er
kannte, die Briefe nicht veröffentlicht haben würde, doch
hätte Frau Caillaux die Veröffentlichung fürchten können.
* Paris, 2. April. Der Unterſuchungsrichter
ver=
nahm heute den Direktor des Rappel, Dumesnil, der
ausſagte, daß Frau Caillaux wußte daß der Figaro und
andere Blätter ſenſationelle Schriftſtücke veröffentlichen
wollten. Der Zeuge meinte, daß dieſe eventuelle
Ver=
öffentlichungen den Anſchlag der Frau Caillaux gegen
Calmette nicht motivieren könnten. Frau Guayden
die erſte Frau Caillaux proteſtierte bei dem
Unterſuchungs=
richter gegen die Ausſage Vervoorts bei ſeiner geſtrigen
Vernehmung und verſicherte ſie habe niemals weder einem
Journaliſten noch einer Zeitung Schriftſtücke angeboten.
Der Arbeiterausſtand in Petersburg.
* Petersburg, 1. April. Aus Anlaß des
De=
monſtrationsſtreiks in Petersburg, an dem ſich bis
jetzt 90000 Arbeiter beteiligen, iſt es in den Straßen der
Stadt zu ernſten Unruhen gekommen. Die Arbeiter
durchzogen demonſtrierend die Stadtteile, wobei
revolutio=
näre Lieder geſungen und rote Fahnen mitgeführt
wur=
den Die Polizei griff ein, zerſtreute die Streihenden und
machte auch zum Teil von ihrer Waffe Gebrauch. Zwei
Arbeiter wurden durch Revolverſchüſſe ſchwer verletzt.
* Petersburg. 2. April. Insgeſamt ſtreiken heute
85000 Arbeiter in 121 Unternehmungen.
Die Putilow=Werke, die Baltiſche Werft, die
Fa=
brik der ruſſiſchen Geſellſchaft zur Erzeugung von
Ge=
ſchoſſen, die Fabrik von Siemens und Halske und eine
Reihe anderer Fabriken haben mit insgeſamt 90000
Ar=
beitern ihren Betrieb auf unbeſtimmte Zeit eingeſtellt.
Vom Balkan.
* Berlin, 2. April. Die griechiſche
Ge=
fandtſchaft ſetzt der von der Agence Ottomane
verbreiteten Meldung über Mißhandlungen des
muſel=
maniſchen Elements in Griechenland ein formelles
Dementi entgegen. Die Mohamedaner
Griechen=
lands genießen vielmehr genau die gleiche Behandlung
wie die Griechen. Der Behauptung, daß innerhalb einer
Woche — was übrigens allein ſchon ſehr zweifelhaft iſt,
— 8000 Türken Saloniki verlaſſen hätten, kommt keine
be=
ſondere Bedeutung bei, da Saloniki der Haupthafen für
das Hinterland Mazedoniens iſt und dieſe Auswanderer
wahrſcheinlich aus anderen Ländern nach Saloniki kamen,
um ſich dort erſt einzuſchiffen. Es iſt ja übrigens bekannt,
daß die Türken im allgemeinen nicht gern in chriſtlichen
Ländern wohnen.
* Wien, 2. April. Das Neue Wiener Tagblatt
ſchreibt zu der Meldung eines Berliner Blattes, daß in
Rom Beſprechungen über eine Reviſion des
Buka=
reſter Friedens ſtattfänden: Von römiſchen
Ver=
handlungen ſei in Wiener maßgebenden Kreiſen nichts
bekannt. Daraus gehe hervor daß auch die weitere
Annahme des in Frage kommenden Blattes, als ob die
Verhandlungen von Oeſterreich=Ungarn in Rom angeregt
worden ſeien, nicht den Tatſachen entſpreche
* Sofia 2. April. Die außero’dentliche
Seſſion der Sobranje iſt mit einer vöm
Miniſter=
präſidenten Radoslawow verleſenen Thronrede
er=
öffnet worden. Radoslawow begründete zunächſt die
Auflöſung der früheren Sobranje, und verwies auf das
Ergebnis der Wahlen. Er fuhr ſodann fort: Die
Beziehungen Bulgariens zu den Großmächten
ſind gut. Die Regierung richtet ihr ganzes Augenmerk
darauf, ſie freundſchaftlich zu geſtalten. Das Verhältnis
zum Ottomaniſchen Reiche entwickelt ſich in
freundſchaft=
licher Richtung angeſichts der zahlreichen wirtſchaftlichen
Intereſſen, durch die beide Reiche mit einander
verbun=
den ſind. Die Beziehungen zu allen anderen Nachbarſtaaten
ſind wieder hergeſtellt. Es iſt zu hoffen, daß ſie ſich infolge
der gegenſeitigen Bemühungen immer mehr beſſern. Die
Zukunft Bulgariens beruht auf friedlicher Arbeit. Die
Thronrede kündigte ſodann an, daß ſich die Sobranje
mit einer Reihe Maßnahmen, welche auf die Sicherung
der wirtſchaftlichen und finanziellen Lage abzielen, zu
be=
faſſen habe. Die Thronrede wurde beifälligſt
aufge=
nommen.
* Sofia 2. April. Auf Anregung der
demokrati=
ſchen Partei haben ſich alle Parteien der Oppoſition außer
einigen Sozialiſten geeinigt, in allen Fragen
ge=
meinſam gegen die Regierung aufzutreten.
Sie beſitzen zuſammen 108 Sitze in der Sobranje gegen
125 Sitze der Regierungsparteien.
Aus Mexiko.
* Mexiko, 1. April. Der Kongreß iſt
zu=
ſammengetreten. Huerta verlas perſönlich eine
Bot=
ſchaft, in welcher er erklärte, er beabſichtige, dem Lande
den Frieden zu bringen. (Lebhafter Beifall.) Die
Bot=
ſchaft erwähnt darauf in bitterer Weiſe die Schwierigkeiten
Mexikos ſich Geld zu verſchaffen, die auf den Einfluß
zu=
rückzuführen ſei, welche die befremdliche Haltung einer
gewiſſen Macht verurſachte.
* Juarez, 1. April. Nach Meldungen von General
Carranza halten die Bundestruppen noch die
Haupt=
kaſerne und zwei kleinere Kaſernen in Torreon beſetzt.
Auch ſeien in den beiden letzten Tagen keine weſentlichen
Aenderungen in der Lage eingetreten.
* El Paſo 1. April. (Reuter.) Der amerikaniſche
Konſul Caroths der ſich in Mexiko an der Front
be=
findet, meldet, daß alle Ausländer im Bezirk von
Torreon einſchließlich des britiſchen Konſuls von Gomez=
Palacio ſich in Sicherheit befinden.
Vermiſchtes.
— Frankfurt 2. April. An der wirtſchaf
lichen und kulturellen Hebung Kleinaſien
und des Orients hat Deutſchland begonnen, ein le
haftes Intereſſe zu nehmen, aber nirgends iſt ein V.
wärtskommen ſchwerer als in Jeruſalem. Die größt
Hinderniſſe liegen auf geſundheitlichem Gebiete, denn de
findet man die verſchiedenſten anſteckenden Erkrankung
Außerordentlich verbreitet iſt namentlich die Malaria.
iſt deshalb mit Freude zu begrüßen, daß neuerdings ein
internationales Geſundheitsamt gegründet worden iſt,
deſſen Leitung in deutſchen Händen liegt. Da gerade
Deutſchland in der Erforſchung und Bekämpfung der
an=
ſteckenden Krankheiten Bedeutendes geleiſtet hat ſo iſt es
wichtig, daß der deutſche Einfluß in wiſſenſchaftlicher,
hygieniſcher und ärztlicher Beziehung dort gefördert wird.
Daran haben nicht nur die Aerzte, ſondern auch Handel und
Induſtrie großes Intereſſe. Um eine allgemeine größere
Kenntnis der in Paläſtina herrſchenden Zuſtände
zu geben, wird der Miniſterialdirektor im Miniſterium des
Innern Prof. Dr. Kirchner am Samstag den
4. April, abends 7 Uhr, in der hieſigen Abteilung des
deutſchen Komitees zur Bekämpfung der Malaria in
Jeru=
ſalem (Geſundheitsamt im Orient) einen Vortrag mit
Lichtbildern im Hotel „Frankfurter Hof” halten.
Geheim=
rat Kirchner wird darin auch über die Ergebniſſe ſeiner
Informationsreiſe nach dem Orient, die er in Gemeinſchaft
mit Geheimrat Nocht vom Hamburger Tropen=hygieniſchen
Inſtitut gemacht hat berichten. Der Vortrag iſt für
jeder=
mann, auch für Damen zugängig.
— Weiterer Rückgang der Tuberkuloſe=
Sterblichkeit. Nach den Berechnungen des
König=
lich Preußiſchen Statiſtiſchen Landesamtes iſt die
Sterb=
lichkeit an Tuberkuloſe im Jahre 1913 weiterhin
zurückge=
gangen. Es ſtarben in Preußen 1912 noch 59911, im Jahre
1913 dagegen 56 583 Perſonen, im Jahre 1913 alſo 3328
weniger auf 10000 Lebende berechnet, ſtellt ſich die
Sterb=
lichkeitsziffer, welche im Jahre 1912 noch 14,85 lautete, für
das Jahr 1913 nur noch auf 13,59. Vor zwanzig Jahren
war die Ziffer mehr als das Doppelte größer.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 2. April. Der Bundesrat hat die
Vor=
lage, betreffend die Rechnung der Schutzgebiete für 1911
an den Siebenten Ausſchuß verwieſen. Dem Geſetzentwurf
betreffend ſtatiſtiſche Aufnahmen der Vorräte von Getreide
und Erzeugniſſen der Getreidemüllerei, wurde mit einigen
redaktionellen Aenderungen zugeſtimmt. Auf den Bericht
der Reichsſchuldenkommiſſion vom 8. März 1913 wurde
der Reichsſchuldenverwaltung für die Rechnungen der
Kontrolle der Staatspapiere und der
Staatsſchuldentil=
gungskaſſe Entlaſtung erteilt. Auf den mündlichen Bericht
über die Umdruckvorlage vom 27. März, betreffend die
Beſetzung zweier Stellen von vortragenden Räten beim
Rechnungshofe, wurde beſchloſſen, dem Kaiſer den
vor=
tragenden Rat des Reichsſchatzamtes Geh. Regierungsrat
Broſig und den Landgerichtsdirektor Heyer=Potsdam
vor=
zuſchlagen.
* Berlin, 2. April Zu der Meldung eines Berliner
Blattes, daß Zabern ſchon in nächſter Zeit als Erſatz
für die beiden Bataillone des 99. Infanterie=Regiments
zwei Bataillone Infanterie erhalten ſolle, erfährt das
W. T.=B. von unterrichteter Stelle, daß eine Verlegung
neuer Truppenteile nach Zabern nicht in Frage kommt.
Die Nachricht muß daher als müßige Kombination
be=
zeichnet werden.
* Luxemburg, 2. April. Das Hofmarſchallamt teilte
dem W. T.=B. mit: Die Blättermeldung, daß das
Hof=
narſchallamt den gelegentlich ihrer Anweſenheit in
Luxem=
burg angeblich beleidigten Offizieren
deut=
ſcher Grenzgarniſonen ſein Bedauern ausgeſprochen
habe, entſpricht nicht den Tatſachen. Es habe dazu keine
Veranlaſſung beſtanden, da die Offiziere ſelbſt den
Vor=
fall als einen Dummenjungenſtreich auffaßten.
* Paris, 2. April. Die Agence Havas erklärt das in
den Blättern wiedergegebene Gerücht von einem
be=
vorſtehenden Rücktritt des franzöſiſchen
Bot=
ſchafters in London, Cambon, für unbegründet.
Gegenwärtig ſeien keinerlei Bewegungen in der
Diplo=
matie beabſichtigt.
* Paris, 2. April. Unter dem Vorſitz des Präſidenten,
des Chefredakteurs Singer, beſchloß das
Direktions=
komitee der Union Internationale Aſſociation de Preſſe,
den internationalen Preſſekongreß in der
Zeit vom 12. bis 14. Juni in Kopenhagen abzuhalten.
An den Kongreß wird ſich eine Beſichtigung der
Ausſtel=
lung in Malmö anſchließen.
* Madrid, 2. April. Die Blätter melden aus Las
Palmas, daß der König von Spanien und der
König von England auf den Kanariſchen Inſeln
eine Zuſammenkunft haben würden, bei der die
internationale Politik Gegenſtand der Beſprechung ſei.
* London, 2. April. Im Unterhaus fragte
Jar=
dine (liberal) erſtens, ob General Gough das
Kom=
mando über die Kavallerieb rigade in Curragh wieder
übernommen hätte, zweitens, ob er nunmehr unter
irgend=
welchen Bedingungen diene, die verſchieden ſeien von
denen für andere Offiziere für den Fall, daß die
Home=
rulebill Geſetz werden ſollte. Mc. Kenna bejahte die
erſte und verneinte die zweite Frage.
* Stockholm, 2. April. Ueber das Befinden des
königs hat der Leibarzt folgendes Bulletin ausgegeben:
Obgleich der Geſundheitszuſtand des Königs in der
letz=
ten Woche beſſer geworden iſt, und kein Grund zur
Beun=
ruhigung beſteht, haben wir Aerzte, da das Magenleiden
des Königs Anzeichen für ein Wiederauftreten aufweiſt,
die Konſultation eines Spezialiſten für Magen= und
Darmkrankheiten, und zwar des Geheimen Rats Profeſſor
Fleiner=Heidelberg, vorgeſchlagen. Profeſſor Fleiner trifft
aus dieſem Anlaß Samstag morgen in Stockholm ein.
* Chriſtiania, 2. April. Filchner hatte eine lange
Beſprechung mit Roald Amundſen. Der Vertrag, betr.
die Expedition mit der „Fram” iſt unterzeichnet
worden. Filchner nimmt an der Expedition als
Topo=
graph und Ozeanograph teil. Heute nachmittag reiſt
Filchner nach Deutſchland, um ſich dort als Flieger
aus=
zubilden. Danach kehrt er nach Norwegen zurück und
be=
gibt ſich wahrſcheinlich nach Bergen zwecks Ausbildung
als Ozeanograph.
* Wilna, 2. April. Der von der ruſſiſchen
Export=
kammer zur erneuten Prüfung des
ruſſiſch=
eutſchen Handelsvertrages einberufene
nord=
öſtliche Kongreß iſt heute eröffnet worden. Es nehmen
die Vertreter von ſechs Gouvernements daran teil.
* Buenos=Aires, 2. April. Bei den Wahlen für
die Abgeordnetenkammer wurden in Buenos=
Aires ſieben Sozialiſten und drei Radikale gewählt. Die
Sozialiſten erhielten 43 336, die Radikalen 37517 Stimmen.
Die Reiſe der Kaiſerin.
* Innsbruck, 2. April. Der Hofzug der Kaiſerin
paſ=
ſierte Tirol und traf 8.53 Uhr in Innsbruck ein, wo 10
Minuten Aufenthalt war. Während des Maſchinenwechſels
ſtiegen die Kaiſerin und Prinz Joachim aus und
beſich=
tigten das Gebirgspanorama, worauf die Weiterreiſe
fort=
geſetzt wurde. Um 3 Uhr paſſierte der Zug Ala.
* Venedig, 2. April. Die Kaiſerin iſt um 6.45 Uhr
hier eingetroffen.
Paul Heyſe *.
* München, 2. April. Paul Heyſe iſt heute
nach=
mittag 5.20 Uhr verſchieden.
Schiffszuſammenſtoß.
* London, 2. April. Aus Dover wird hierher
gemel=
det, daß heute nacht im Nebel zwei Dampfer bei den
Goodwin=Sandbänken zwiſchen Dover und Ramsgate
zu=
ſammenſtießen. Eines der Schiffe, der ſpaniſche
Dampfer „„Joſé de Acambura” wurde voll Waſſer nach
Dover geſchleppt, das andere Schiff, ein franzöſiſchen
Dampfer, deſſen Name noch nicht feſtſteht, ſoll
unterge=
gangen ſein.
150 Fiſcher auf einer Eisſcholle abgetrieben.
* St. Jones, 2. April. 150 Mann des Dampfers
„Neu=Fundland” wurden beim Robbenfang während
eines Schneeſturmes auf einer Eisſcholle
abge=
trieben. Nach 48 Stunden wurden 50 Mann tot
oder ſterbend aufgefunden. Die
Nachforſchun=
gen nach den übrigen werden fortgeſetzt.
Die Reiſe des Prinzenpaares Heinrich von Preußen.
* Santiago de Chile, 2. April. Die Blätter widmen
dem Prinzen und der Prinzeſſin Heinrich von Preußen
herzliche Begrüßungsartikel. Merkurio und Diario
Illu=
ſtrado erklären, der Beſuch in Chile werde dazu beitragen,
die Beziehungen zwiſchen beiden Ländern, die ſchon
herz=
iche ſeien, noch inniger zu geſtalten, um ſo mehr, als
die=
fleißige und geachtete deutſche Kolonie ſich unter den
an=
deren europäiſchen Kolonien ausgezeichnet habe, indem ſie
die Induſtrie ins Land gebracht und an der Entwicklung
des Wirtſchaftslebens mitgearbeitet habe, um das Land
auf die Höhe europäiſcher Kultur zu heben.
* Santiago de Chile, 2. April. Das deutſche Ge= iſt heute hier eingetroffen.
Briefkaſten.
W. B. Wenden Sie ſich doch direkt an das
Kura=
torium der Nationalflugſpende in Berlin.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ausläufer des weſtlichen Tiefdruckgebietes brachten
uns Mittwoch Zunahme der Bewölkung, doch noch keinen
Regen; dabei lagen die Tagestemperaturen ſehr hoch. Die
Wetterlage hat ſich ſeit Mittwoch nicht ſehr geändert, am
Südrand des Tieſdruckgebietes müſſen wir heute mit
Be=
wölkung, vereinzelten Niederſchlägen und hohen
Tem=
peraturen rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 3. April:
Vor=
wiegend wolkig, vereinzelt Niederſchläge, warm, weſtliche
Winde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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M8659
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter: Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Belgia” 30. März 6 Uhr 30 Min. morg.
von Boſton nach Boca Grande und Neuorleans.
„Bosnia”, von Baltimore kommend, 1. April 8 Uhr
morgens in Hamburg. Eincinnati” von Genua, Neapel
und Palermo nach Neu=York, 31. März 10 Uhr morgens
Gibraltar paſſiert. „Cranley” von Galveſton kommend,
1. April morgens in Hamburg. „Nicaria” nach Boſton
und Neu=York, 31. März 11 Uhr 50 Min. abends Lizard
paſſiert. „Prinz Adalbert” nach Philadelphia, 31. März.
e & Min. morgens Bilſhop Rock paſſiert. — Weſt=
Nummer 93.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Seite 9.
indien, Meriko: Danial nach Havanna und Merto,
31. März 1 Uhr nachm. in Malaga. „Georgia‟ 31. März
von St. Thomas über Hapre nach Hamburg. „Venetia‟,
von Weſtindien kommend, 31. März morgens Dover
paſſiert. — Südamerika, Weſtküſte Amerikas: „Alexandria‟,
von der Weſtküſte Amerikas kommend, 31. März 5 Uhr
15 Min. nachm. in Hamburg. „Badenia” nach dem
La Plata, 30. März nachm. Queſſant paſſiert. „Liguria”,
von der Weſtküſte Amerikas kommend. 1. April 7 Uhr
25 Min. morgens auf der Elbe. „Polyneſia‟ 20. März
in Corral, ausgehend. — Oſtaſien: „Andaluſia‟ 30. März
nachm. Sagres paſſiert, heimkehrend. „Fürſt Bülow‟
31. März Kap Blanck paſſiert, ausgehend. „Goldenfels”
31. März 12 Uhr mittags von Cuxhaven nach Port
Said. „Hoerde 31. März 1 Uhr nachm. von Moit nach
Kobe. — Verſchiedene Fahrten: „Cleveland” von der
Orient= und Indienfahrt, 31. März in Neapel. „
Kur=
mark” nach Indien, 30. März von Suez nach Bombay.
Markomannia”, von Perſien kommend, 31. März nachm.
Beachy Head paſſiert. Vergnügungsdampfer „Meteor”,
dritte Mittelmeerfahrt, 31. März 1 Uhr nachm. von
Candia. „Nicomedia” nach Perſien, 31. März 7 Uhr
abends Dover paſſiert. „Numantia” von Perſien
kom=
mend, 30. März von Diibouti. „Sparta”, von Perſien
kommend, 1. April 5 Uhr 25 Min. morgens auf der
Elbe. „Windhuk”, von Afrika kommend, 31. März
von Teneriffa.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſres Mitglieds
und Feldzugskameraden (8715
Herrn Heinrich Freimann
findet am Samstag, den 4. d. Mts.,
nachmit=
tags 5 Uhr, vom Darmſtädter Friedhof aus
ſtatt. Wir erſuchen die Kameraden von
Ram=
dohr bis Schulz, ſich dort zu verſammeln.
Der Vorſtand.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Mitteilung.)
Schmerzerfüllt machen wir die Mitteilung,
daß heute früh 6 Uhr unſere innigſtgeliebte,
unvergeßliche Mutter und Großmutter
Frau
Sohann Bapeist Dader S 7o.
Maria Anna geb. Reichert
in Sasbachried in Baden verſchieden iſt. Sie
ſtarb hochbetagt nach langem, ſchwerem Leiden
ſanft und gottergeben, geſtärkt durch die heil.
Sterbeſakramenten
Um das Gebet der Gläubigen bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Geschwister Bauer
Darmſtadt, Ludwigſtr. 16 und 17, den
2. April 1914.
(9050
Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis
Frei=
tag von 9—1 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr,
Samstag von 9—1 Uhr.
Beſſunger Bücherhalle (Beſſungerſtraße 48).
Un=
entgeltliche Verleihung von Büchern an jedermann.
Ge=
öffnet: Dienstag, Donnerstag und Samstag abends
von 7½—9 Uhr.
Gilehienſt der beraeliſcher Külgiongzenicht
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 3. Aprilz,
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr
Samstag, den 4. April:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
7 Uhr 50 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 4. April:
Vorabend 6 Uhr 25 Min. Morgens 7 Uhr 45 Min,
Nachmittags 4 Uhr 30 Min.
Sabbatausgang 7 Uhr 50 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 5. April, an:
Morgens 6 Uhr 15 Min. Nachmittags 6 Uhr 30 Min.
Freitag, 3. April.
Großh Hoftheater Anfang 7 Uhr, Ende 10¾ Uhr
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Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton.
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Mar Streſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
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Nummer 93.
Darmſtädter Tagbkatt, Freitag, den 3. April 1914.
Seite 11.
Wochenmarkt=Ordnung für die Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Auf Grund der §§ 64, 66, 69 und 149 Abſatz 1 Ziffer 6
der Reichsgewerbe=Ordnung und des § 103 der
Aus=
führungsverordnung hierzu vom 20. März 1912, ſowie des
Artikels 129b Abſatz II Ziffer 1 der Städteordnung vom
8. Juli 1911 wird im Einverſtändnis mit der
Stadtver=
tretung und mit Genehmigung Großh. Miniſteriums des
Innern vom 25. März 1914 zu Nr. M. d. J. III 3396, die
folgende Wochenmarktordnung für die Haupt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt erlaſſen:
§ 1.
Die Wochenmackt=Ordnung regelt den Verkehr mit
Marktwaren auf den Marktplätzen und zwar ſowohl an
den allgemeinen Wochenmarkttagen wie an den übrigen
Tagen.
§ 2.
I. Gegenſtände des Wochenmarktverkehrs ſind:
1. rohe Naturerzeugniſſe mit Ausnahme des
größeren Viehes,
2. Fabrikate, deren Erzeugung mit der Land= und
Forſtwirtſchaft, dem Garten= und Obſtbau oder
der Fiſcherei in unmittelbarer Verbindung ſteht,
oder zu den Nebenbeſchäftigungen der Landleute
hieſiger Gegend gehört oder durch Taglöhnerarbeit
bewirkt wird, mit Ausſchluß der geiſtigen Getränke,
3. friſche Lebensmittel aller Art.
II. Zum Verkauf werden auch Töpfer= und
Steingut=
waren zugelaſſen.
III. Ferner iſt einheimiſchen Verkäufern der Verkauf von
Zucker=, Kammacher=, Korbmacher= und Schuhwaren
ge=
ſtattet. Auswärtige Verkäufer dieſer Waren werden nicht
zugelaſſen.
§ 3.
I. Die Beſtimmung der Wochenmarktplätze und ihre
Benutzung für die verſchiedenen Marktwaren iſt der
über=
einſtimmenden Feſtſetzung des Großh. Polizeiamts und
des Oberbürgermeiſters überlaſſen.
II. Für beſtimmte Gegenſtände können beſondere Märkte
eingerichtet werden. Auf dieſe finden die Beſtimmungen
der Wochenmarktordnung entſprechende Anwendung.
§ 4.
I. Die Wochentage an welchen Markt auf allen
Markt=
ſtänden und in allen Marktwaren ſtattfindet — allgemeine
Wochenmarkttage —, ſowie die Marktzeit, d. h. die
Ver=
kaufsſtunden, ſowohl für den allgemeinen Wochenmarkt
wie für den übrigen Markt, werden von dem Großh.
Polizeiamt im Einvernehmen mit dem Oberbürgermeiſter
feſtgeſetzt. Für die einzelnen Marktplätze können verſchiedene
allgemeine Wochenmarkttage feſtgeſetzt werden.
II. Fällt ein allgemeiner Wochenmarkttag auf einen
geſetzlichen Feiertag, ſo findet dieſer Markt in der Regel
am Werktage vorher ſtatt.
III. Die Inhaber der ſtändigen, für alle Wochentage
be=
ſtimmten Plätze dürfen ohne weiteres auch an anderen
Werktagen als den allgemeinen Wochenmarkttagen auf den
Marktplätzen Marktwaren verkaufen. Andere Verkäufer
können hierbei nach Entrichtung des Marktſtandgeldes
gleichfalls nach Bedarf zugelaſſen warden. Die
Beſtim=
mungen der Wochenmarktordnung finden entſprechende
An=
wendung.
§ 5.
An Sonn= und Feiertagen dürfen auf den Marktplätzen.
nur ſolche Waren verkauft werden, deren Feilbieten auf
öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen
öffentlichen Orſten an dieeſn Tagen von Großh. Kreisamt
allgemein erlaubt iſt, und zwar nur in dem von dieſer
Behörde allgemein geſtatteten Umfang.
§ 6.
I. Vor Beginn und nach Schluß der Märkte darf auf
den Marktplätzen nichts feilgeboten und verkauft werden.
II. Die Waren können bereits eine halbe Stunde vor
Beginn der Märkte auf die Verkaufsplätze gebracht
wer=
den. Eine halbe Stunde nach Schluß der Märkte müſſen
die Plätze von Waren und Gerätſchaften aller Art geräumt
fein.
§ 7.
Die Vergebung der einzelnen
Verkaufs=
plätze erfolgt nach näherer Beſtimmung des
Oberbürger=
meiſters und nach Maßgabe eines beſonderen Planes auf
folgende Weiſe:
1. die ſtändigen für alle Wochentage
be=
ſtimmten Plätze, deren Zahl von Jahr zu
Jahr dem Bedürfnis entſprechend bemeſſen wird,
werden alljährlich auf die Dauer eines Jahres (
Ver=
waltungsjahr) öffentlich verſteigert.
2. die übrigen Plätze werden für jeden
ein=
zelnen Wochentag durch den ſtädtiſchen
Markt=
meiſter freihändig vergeben.
§ 8.
Für die Benutzung der Verkaufsplätze hat jeder
Ver=
käufer vor Bezug des Platzes ein beſonderes
Markt=
ſtandgeld nach Maßgabe der Beſtimmungen dieſer
Marktordnung, ſowie nach den von dem Oberbürgermeiſter
dieſerhalb zu erlaſſenden Vorſchriften nebſt Tarif zu
ent=
richten.
§ 9
I. Der Steigpreis für die feſten Plätze wird nach
den Verſteigerungsbedingungen bezahlt.
II. Das Standgeld für die Tagesplätze iſt nach den
Beſtimmungen des Tarifs durch Löſung von
Marktſtand=
ſcheinen zu entrichten. Dieſe Scheine haben nur für den
Löſungstag Gültigkeit; ſie ſind nicht übertragbar und
müſſen während der Marktzeit zur Erleichterung der
Kon=
trolle ſichtbar getragen werden.
III. Die Zahlung des Steigpreiſes und des
Stand=
geldes iſt den Aufſichtsbeamten während der Marktzeit auf
Verlangen jederzeit durch Vorzeigung der Quittungen
oder Scheine nachzuweiſen.
§ 10.
I. Die einzelnen Plätze werden den Verkäufern
durch den ſtädtiſchen Marktmeiſter in der
Art zugewieſen daß die Waren gleicher Gattung
ſich tunlichſt in denſelben Reihen befinden.
II. Kein Verkäufer darf ohne Genehmigung des
Marktmeiſters den ihm zugewieſenen Platz
weitervermie=
ten, oder mit einem anderen vertauſchen.
III. Die Inhaber von Tagesplätzen haben keinen
An=
ſpruch darauf, daß ihnen ſtets der gleiche Platz zugewieſen
wird.
§ 11.
I. Das Aufſtellen von feſten und überdachten
Ständen und von großen Marktſchirmen hat nach
näherer Anweiſung des ſtädtiſchen Marktmeiſters zu
er=
folgen. Die Stände und Schirme ſind ſtets in ſauberem,
guten Zuſtand zu erhalten.
II. Die Durchgänge zwiſchen den einzelnen
Stän=
den und Verkaufsreihen ſind für den Verkehr des
Pu=
blikums von Waren und Gerätſchaften vollſtändig freizu=
halten. Ebenſo die Zugänge und Zufahrten zu den an
die Verkaufsplätze angrenzenden Hofreiten.
III. Bei dem Aufbauen und Aufeinanderſtellen von
Waren darf die Höhe eines feſten Standes (etwa 1,25 m)
nicht überſchritten werden.
IV. Kochapparate dürfen nur in Kaffeebuden und
geſchloſſenen Metzgerbuden aufgeſtellt und benutzt werden.
§ 12.
I. Das Befahren der Marktplätze, ſoweit
ſie für den Marktverkehr benötigt werden, und der
Durch=
gangsreihen mit Wagen. Kinderwagen, Fahrrädern uſw.
iſt während der Marktzeit verboten. Ausgenommen iſt
das Befahren des Kartoffel=und Krautmarktes mit
Markt=
fuhrwerken.
II. Die leeren Wagen uſw. dürfen nur auf den hierzu
beſtimmten Plätzen aufgeſtellt werden.
§ 13.
Das Mitbringen und Umherlaufenlaſſen von
Hun=
den auf den Macktplätzen während der Marktzeit iſt
ver=
boten.
§ 14.
I. Die zu Markte gebrachten Gegenſtände dürfen nicht
bloß zum Schein ausgeſtellt werden. Der Verkäufer muß
ſich bei der Ware befinden, jedem Käufer auf Verlangen
die Preiſe angeben, und ihm die Ware gegen Zahlung des
vereinbarten Preiſes käuflich überlaſſen.
II. Als Verkäufer oder deren Gehilfen dürfen nicht
verwendet werden:
1. Kinder unter 14 Jahren,
2. ſchmutzig gekleidete, oder mit einer anſteckenden oder
abſchreckenden Krankheit behaftete Perſonen.
III. Jedes laute Anpreiſen, ſowie das Ausrufen und
öffentliche Verſteigern von Waren und Gegenſtänden aller
Art iſt den Verkäufern unterſagt.
IV. Bei jedem Verkaufsſtand iſt ein Korb
bereitzuhal=
ten, in welchem die beim Marktgeſchäft entſtehenden Abfälle
geſammelt werden müſſen.
§ 15.
I. Die zum Verkauf beſtimmten Lebensmittel ſind bei
der Beförderung, dem Aufbewahren und dem Feilbieten
mit der größten Reinlichkeit zu behandeln und gegen
Verunreinigungen ausreichend zu ſchützen. Es iſt
unterſagt, ſich auf die Lebensmittel zu ſetzen, oder ſie mit
unſauberem Material zuzudecken.
II. Friſches Fleiſch, Fiſche Wild, Geflügel, Wurſt=,
Back= und Zuckerwaren, dürfen nur auf reinen Tiſchen
aus=
gelegt werden, Obſt, Butter, Eier und Käſe dürfen ebenſo,
dürfen aber auch in reinen Körben gelagert werden. Alle
anderen Marktwaren dürfen, ſoweit keine Markttiſche oder
Körbe verwendet werden, nicht auf den Boden gelegt,
ſon=
dern müſſen auf reinen Tüchern ausgelegt werden. Dem
Großh. Polizeiamt bleibt es überlaſſen, im Einvernehmen
mit dem Oberbürgermeiſter, in beſonderen Fällen oder
dauernd das Auslegen von weiteren einzelnen
Markt=
waren auf reinen Tiſchen anzuordnen.
III. Die Fiſchwaren dürfen nicht in der Sonne
aus=
gelegt werden. Seefiſche müſſen auf Eis gelagert werden.
Die ausgelegten Fiſch= und Fleiſchwaren und insbeſondere
das Hackfleiſch, müſſen zugedeckt oder ſonſt in ſicherer Weiſe
vor der Verunreinigung durch Schmutz, Fliegen und
der=
gleichen geſchützt ſein.
IV. Die Tiſche, auf welchen die Fleiſch= und
Fiſch=
waren ausgelegt werden, müſſen mit gutverzinntem Blech
überzogen ſein, damit ſie abwaſchbar und gut zu reinigen
ſind. Die bei dem Verkauf ſich ergebenden Abfälle uſw.
ſind während der heißen Jahreszeit in Eisbehälter zu
ver=
bringen und ſpäter zu beſeitigen.
§ 16.
I. Es dürfen nur geſunde, reine friſche und
unverfälſchte Waren auf den Markt gebracht
werden.
II. Unreifes, zum Einmachen beſtimmtes Obſt,
darf nur unter der deutlich ſichtbaren Bezeichnung „
Un=
reifes Obſt” feilgehalten werden. Solches Obſt darf an
Kinder unter 14 Jahren nicht verkauft werden.
III. Kunſtbutter und Miſchbutter ſind von
Naturbutter getrennt zu halten und als ſolche durch
eine Tafel mit entſprechender Aufſchrift, ſowie weiter
da=
durch kenntlich zu machen, daß Gefäße und Umhüllungen,
in denen ſie feilgehalten und verkauft werden, an einer in
die Augen fallenden Stelle die entſprechende Bezeichnung
deutlich und unverwiſchbar tragen.
IV. Für den Verkauf von Margarine gelten die
Vorſchriften des Reichsgeſetzes vom 15. Juni 1897.
V. Unreine verfälſchte, verdorbene
oder geſundheitsſchädliche Waren werden —
unbeſchadet der verwirkten Strafe — eingezogen und
un=
ſchädlich gemacht.
§ 17.
I. Das Betaſten der unverhüllt zum Verkauf
ausliegen=
den Lebensmittel, die ihrer Art nach ein ſofortiges
Ver=
zehren zulaſſen, ebenſo das Ueberſchreiten der auf
dem Boden ausgebreiteten Waren iſt nicht geſtattet und
darf von dem Verkäufer nicht geduldet werden.
II. Butter und Schmierkäſe darf nur mit kleinen,
reinen, zu keinem anderen Zweck vorher gebrauchten
Holz=
ſtäbchen gekoſtet werden. Dieſe Stäbchen ſind von dem
Verkäufer bereit zu halten und müſſen von dem
Probe=
nehmer nach jeder Einzelprobe vernichtet werden.
§ 18.
Beim Verpacken von Nahrungs= und Genußmitteln
darf im allgemeinen nur reines Papier — auch
Zeitungs=
papier — verwendet werden. Zum Verpacken ſolcher
Näh=
rungs= und Genußmittel, die nicht völlig trocken ſind, oder
eine auch nur teilweiſe fette oder überzuckerte Oberfläche
haben, darf nur ſauberts und ungebrauchtes Papier, das
weder bedruckt noch beſchrieben iſt verwendet werden.
Zuläſſig iſt jedoch der Aufdruck der Firma auf der
Außen=
ſeite des Papiers.
§ 19.
Das Aufſtellen von lebendem Geflügel darf nur in
ge=
ſchloſſenen Transportkörben, Käfigen oder anderen luftigen
und feſten Behältern geſchehen. Dieſe müſſen ſo geräumig
ſein, daß die Tiere nebeneinander Raum haben, nicht
über=
einander ſtehen oder liegen und nicht gepreßt werden. Das
Zuſammenbinden der Füße einzelner Tiere darf nur mit
Stroh und nicht in tiergäleriſcher Weiſe geſchehen. Das
Zuſammenbinden mehrerer Tiere iſt unterſagt.
§ 20.
Das Schlachten, Rupfen und Ausnehmen
von Federvieh, ſowie das Abziehen und Ausnehmen
von Haſen und Kaninchen uſw. iſt verboten.
§ 21.
I. Jeder Verkäufer hat ſich des geſetzlichen Maßes
und Gewichtes zu bedienen. Er haftet insbeſondere
für das richtige Maß und Gewicht von Waren, die
gewöhn=
lich auf Treu und Glauben verkauft werden (z. B.=Butter
in Teilen von ½, ½ kg.); er iſt verpflichtet, auf Verlangen
des Käufers jede Ware vorzuwiegen. Wünſcht der Käufer
das Vorwiegen auf einer ſtädtiſchen Wage, dann iſt der
Verkäufer zur Benutzung einer ſolchen auf Koſten des
Ver=
langenden verpflichtet.
II. Für das Benutzen der ſtädtiſchen Wagen iſt
eine Gebühr nach Maßgabe der von dem
Oberbürger=
meiſter hierüber zu erlaſſenden Vorſchriften nebſt Tarif zu
entrichten.
III. Das Aufſtellen von Dezimalwagen iſt den
Ver=
käufern nur mit Genehmigung des Oberbürgermeiſters
geſtattet.
IV. Den Verkäufern iſt nicht geſtattet, auf ihren
Privat=
wagen fremde Waren zu verwiegen.
§ 22.
I. Für den Großverkauf von Marktwaren wird
an den allgemeinen Wochenmarkttagen ein beſonderer Platz
durch den ſtädtiſchen Marktmeiſter bereit gehalten.
II. Der Großverkauf auf dem beſonderen Plat, beginnt
eine halbe Stunde vor Eröffnung des allgemeinen Marktes
und dauert 1½ Stunden.
III. Im Großverkauf dürfen Marktwaren nur korb=,
kiſten= und ſackweiſe feilgehalten werden.
§ 23.
An den allgemeinen Wochenmarkttagen iſt auf den
Marktplätzen (einſchließlich der anliegenden Straßen,
inſo=
weit ſie gemäß § 3 Abſatz 1 als Teile des Marktplatzes
be=
zeichnet ſind) während der Marktzeit jeder
Hauſie=
handel mit Waren aller Art und das Verteilen von
Reklamezetteln verboten.
§ 24.
Alle Abmachungen unter den Verkäufern zum Zwecke
der Steigerung der Preiſe für einzelne Waren ſind
ver=
boten.
§ 25.
I. Käufer und Verkäufer haben auf den Marktplätzen
jede Störung der Ruhe und Ordnung zu
ver=
meiden.
II. Niemand darf einen anderen durch Zurückdrängen
oder auf eine andere ungehörige Weiſe im Handel ſtören.
§ 26.
I. Dieſe Marktordnung und die
Markt=
polizei überhaupt, wird unter der Oberleitung des
Großh. Polizeiamts durch ſeine Organe gehandhabt.
II. Die Handhabung der Platzordnung,
insbeſondere die Zuteilung der Plätze an die Verkäufer
und die Kontrolle der Zahlung des Marktſtandgeldes liegt
dem ſtädtiſchen Marktmeiſter und dem ihm
zu=
geteilten Aufſichtsperſonal ob.
III. Den Anordnungen der Polizeiorgane und des
ſtädtiſchen Marktmeiſters iſt bei Meidung der Wegweiſung
vom Markte unbedingt Folge zu leiſten.
§ 27.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Marktordnung
werden, ſoweit nicht andere Strafvorſchriften Anwendung
finden, mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark und im Falle des
Unvermögens mit Haft bis zu 8 Tagen beſtraft.
§ 28.
Dieſe Marktordnung tritt am 1. April 1914 in Kraft.
Mit dem gleichen Zeitpunkt gilt die Marktordnung vom
30. Oktober 1894 als aufgehoben.
Darmſtadt, den 27. März 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
(8169goi
Betr.: Wochenmarkt=Ordnung für die Haupt= und
Reſi=
denzſtadt Darmſtadt hier: Beſtimmung der
Markt=
plätze und der Marktzeiten.
Bekanntmachung.
Auf Grund der §§ 3 und 4 der Wochenmarkt=Ordnung
vom 27. März 1914 werdee im Einvernehmen mit dem
Oberbürgermeiſter der Haupt= und Reſidenzſtadt
Darm=
ſtadt folgende Beſtimmungen getroffen:
§ 1.
Für das Feilbieten und den Verkauf der einzelnen
Wochenmarktsgegenſtände werden folgende Plätze
be=
ſtimmt:
1. Der Mackt= und Schillerplatz: für ſämtliche
Gegenſtände des Wochenmarktverkehrs mit Ausnahme
von Kartoffeln und Kraut.
Die Benutzueg dieſer Plätze erfolgt auf Grund
eines Belegungsplanes.
2. Der Schlachthofplatz: für Kartoffeln und Kraut.
3. Der Riegerplatz: für ſämtliche Gegenſtände des
Wochenmarktverkehrs.
Zu den Marktplätzen gehören auch die anliegenden
Straßen, ſoweit ſie den betreffenden Platz begrenzen.
§ 2.
Die allgemeinen Wochenmärkte finden ſtatt:
l.auf dem Markt= Schiller= und
Schlachthof=
platz: Dienstags. Donnerstags und
Samstags.
2.auf dem Riegerplatz: Mittwochs und
Frei=
tags.
§ 3.
Auf dem Markt= und Schillerplatz iſt auch an anderen
Werktagen als den allgemeinen Wochenmarkttagen das
Verkaufen von Marktwaren geſtattet.
§ 4.
Die Marktzeit für die allgemeinen Wochenmarkttage
iſt feſtgeſetzt:
1 für die Monate Mai bis einſchließlich Oktober von
vor=
mittags 6 Uhr bis nachmittags 5 Uhr;
2. für die übrigen Monate von vormittags 7½ Uhr bis
nachmittags 4 Uhr.
Blumen, Kränze, Obſt. Oſtereier Back= und
Zucker=
waren dürfen außerdem auf dem alten Marktplatz
feil=
geboten werden:
a) an Faſtnacht=Dienstag, an den 2 letzten Markttagen
vor Oſtern und vor Pfingſten bis 7 Uhr abends;
b) am letzten Markttag vor Allerheiligen und dem
Toten=
feſt und an den 3 letzten Marktiagen vor Weihnachten
bis 6 Uhr abends,
§ 5.
An den übrigen Werktagen muß der Verkauf von
Marktwaren (ct. § 3) ſpäteſtens mit dem allgemeinen
Ladenſchluß eingeſtellt werden.
Darmſtadt, 31. März 1914.
Großh. Polizeiamt:
(8695fs
Gennes.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Nummer 93.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Wolfshund, 1 Boxer. Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(8651
Bekanntmachung.
In Handlungen und auf dem Markte dürfen lebende Fiſche
nur in Behältern, die mit genügendem friſchen Waſſer gefüllt ſind,
feilgehalten werden.
Lebende Fiſche dürfen an die Käufer nicht in Papier=Packungen
abgegeben werden, ſondern nur in Behältern, die mit genügendem
friſchen Waſſer gefüllt ſind.
Zuwiderhandlungen werden nach § 360 Ziffer 13 R. Str. G. B.
zur Anzeige gebracht.
(8652
Darmſtadt, den 31. März 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Es iſt in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, daß Perſonen
durch weggeworfene Obſtabfälle, durch Apfelſinen=, Aepfel= oder
Bananenſchalen auf der Straße ausgeglitten ſind und Schaden
ge=
nommen haben. In einzelnen Fällen ſind, zumal bei Kindern,
komplizierte Beinbrüche die Folgen ſolcher Unachtſamkeiten geweſen.
Wir richten daher an die Einwohnerſchaft das öffentliche Erſuchen,
Obſtabfälle jeglicher Art nicht auf die Straße zu werfen, einmal
weil durch dieſe Unſitte die Straßen verunreinigt werden, ſodann aber
auch wegen der ſchuldigen Rückſicht auf die Mitmenſchen, beſonders die
Kinder, die dadurch leicht zu Schaden kommen können, und endlich auch
wegen der ſtraf= und zivilrechtlichen Folgen dieſer Unachtſamkeiten.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
(8653
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
DieLieferung von Dienſtkleidern und Mützen.
Die Lieferung von Dienſtkleidern und Mützen für die ſtädt.
Bedienſteten ſoll vergeben werden.
Angebote mit Stoffmuſter ſind bis längſtens 10. April ds. Js.,
verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift verſehen, im Stadthaus
(Zimmer Nr. 39) abzugeben, wo auch die Lieferungsbedingungen
zur Einſicht offen liegen.
(8310a
Darmſtadt, den 25. März 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.
Bekanntmachung
Am Mittwoch, den 1. April ds. Js., werden unſere
Geſchäfts=
räume von Waldſtraße 19 nach
Frankfurterſtraße 29
(Gaswerks=Verwaltung) verlegt. Die Fernſprech=Nummer
(8220gmf
bleibt 83.
Darmſtadt, den 28. März 1914.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung Darmſtadt.
Rudolph.
Unterhaltungsarbeiten 1914, 1915 und 1916.
Die Unterhaltungsarbeiten für die nächſten 3 Jahre,
einſchließ=
lich Eiſen= und Tapetenlieferung, ſollen vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem unterzeichneten Amte,
Grafen=
ſtraße 30, Zimmer Nr. 9, zur Einſicht offen. Die Unterzeichnung der
Bewerberliſte hat bis einſchließlich Montag, den 20. April 1914,
(8658fs
vormittags 10 Uhr, zu erfolgen.
Darmſtadt, den 1. April 1914.
Stadtbauamt.
Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 6. April I. Js. und, wenn nötig, an den
folgenden drei Tagen, jedesmal vorm. 10 Uhr anfangend,
verſteigere ich auf freiwilliges Anſtehen der Frau Uhrmacher
Heußlein Witwe dahier, in ihrem Geſchäftslokale (Laden)
Grafenſtraße 25 wegen Geſchäftsaufgabe die ſämtlichen
Warenbeſtände, als:
Eine größere Partie gold. und ſilb. Herren= und
Damenuhren, Regulateure, Freiſchwinger, Stand= und
Wanduhren, Uhrketten, Broſchen, Ohr= u. Fingerringe;
ferner eine vollſtändige Ladeneinrichtung, beſtehend
in Theke mit Glas=Aufſatz (ca. 3 Meter lang), 2
Schau=
fenſterſchränke und 2 Ladenſchränke u. a. m.
meiſtbietend gegen Barzahlung.
(8698
Verſteigerung beſtimmt.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Georgenſtraße 1.
Bekanntmachung.
Freitag, den 24. April I. Js.
vormittags 10½ Uhr,
ſollen die dem Chorſänger
Fried=
rich Edmund Göllnitz dahier und
deſſen Kindern zugeſchriebenen
Im=
mobilien:
Flur Nr. qm
III 368 233 Hofreite
Eck=
hardtſtraße
Nr. 8,
58 Grabgarten da
III 367
ſelbſt,
III 368¾/10 33 Bauplatz
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K29/13
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 16. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII7334
Gebr. Planinonussb.
Mark 350 Karl Arnold
(7877a)
Ecke Erbacherstr. (Schwimmbad.)
Bekanntmachung.
Freitag, den 24. April I. Js.,
vormittags 10½ Uhr,
ſoll die dem Schreinermeiſter Peter
Arnold und deſſen Tochter Auguſte
Johanna Arnold dahier
zugeſchrie=
bene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 967 369 Hofreite
Parcus=
ſtraße Nr. 12,
n unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K20/14
Darmſtadt, 17. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII7332
Zuverläſſige Lauffrau
oder Mädchen
morg. 2 Stunden u. zum Spülen
(8686fs
geſ. Stiftſtr. 25, I.
Bekanntmachung.
Freitag, den 8. Mai 1914,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die dem Schloſſermeiſter
Georg Friedrich Rettig und deſſen
Ehefrau Margarete, geb. Ritſert,
dahier gehörige Liegenſchaftn:
Flur Nr. qm
V 972 258 Hofreite
Nieder=
ſtraße Nr. 23,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe verſtei=
(K89/13
gert werden.
* Die Genehmigung der
Verſtei=
gerung wird auch dann erfolgen,
falls kein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 31. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (IX,8664
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 15. bis 31. März 1914:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 20.50 bis 26.25
18.50
Korn
16.-
19.—
17.−
Gerſte
18.—
18.50
Hafer
Butter ½ Kilo Mk. 1.30
Butter in Partien Mk. 1.25
Eier per Stück 9 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.—
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 7.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 2.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 2.75
Heu per 50 Kilo Mk. 3.75
Darmſtadt, 2. April 1914.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
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verk. Teichhausſtr. 38, I. (*8969
Nach Besellus unserer heutigen Generalversammlung gelangt dis
Dividende für 1913 auf unsere Aktien
mit 12½% gleich M. 75.— für jede Aktie zu nom. M. 600 und M. 150.−
für jede Aktie zu nom. M. 1200 zur Auszahlung, und zwar
in Berlin an unserer Couponskasse, Kanonierstrasse 29/30,
bei der Deutschen Bank Zweigstelle Augsburg,
Deutschen Bank, Filiale Bremen,
„ dem Schlesischen Bankverein und dessen
Zweigniederlassungen,
„ der Deutschen Bank Zweigstelle Chemnitz,
in Darmstadt bei der Deutschen Bank Zweigstelle Darmstadt,
bei „ Deutschen Bank Filiale Dresden,
Bergisch Märkischen Bank und deren
Zweigniederlassungen,
Essener Credit-Anstalt und deren
Zweigniederlassungen,
Deutschen Bank Filiale Frankfurt,
Deutschen Vereinsbank,
„,
„ dem Bankhause Lazard Speyer-Ellissen,
Jacob S. II. Stern,
„ „
Gebrüder Sulzbach,
„ der Direktion der Privatbank zu Gotha
und deren Zweigniederlassungen,
Deutschen Bank Filiale Hamburg,
„ „ Hannoverschen Bank und deren
Zweig-
niederlassungen,
Hildesheimer Bank und deren
Zweig-
niederlassungen,
„ Bergisch Märkischen Bank Köln,
„ dem Bankhause Deichmann &Co.,
„ der Niederlausitzer Bank Aktiengesellschaft
Deutschen Bank Filiale Leipzig,
Privatbank zu Gotha Filiale Leipzig,
Pfälzischen Bank und deren
Zweig-
niederlassungen,
Rheinischen Creditbank und deren
Zweigniederlassungen,
„ „ Süddeutschen Bank Abteilung der
Pfälzischen Bank,
„München
Deutschen Bank Filiale München,
„ „ Bayerischen Vereinsbank und deren=
Zweigniéderlassungen,
„ „ Baverischen Handelsbank und deren
Zweigniederlassungen,
Deutschen Bank, Filiale Nürnberg,
„ Nürnberg
„ Oldenburgischen Spar- und Leih-Bank
„Oldenburg
und deren Zweigniederlassungen,
Osnabrücker Bank und deren Zweig-
„Osnabrück
niederlassungen,
Mecklenburgischen Hypotheken- und
„ Schwerin i. M.
Wechselbank,
Mecklenburgischen Spar-Bank,
„ Siegen
Siegener Bank für Handel und Gewerbe,
„Stuttgart
Württembergischen Vereinsbank,
„ Wiesbaden
Deutschen Bank Zweigstelle Wiesbaden.
Die fälligen Gewinnanteilscheine Nr. 43 sind auf der Rückseite
mit dem Firmenstempel oder dem Namen des Einreichers zuversehen.
Der Zeitpunkt, von dem ab im Laufe dieses Jahres
der Umtausch der Erneuerungsscheine zu unseren Aktien
gegen die neuen Bogen erfolgt, wird besonders
bekannt-
gegeben werden.
Berlin, den 31. März 1914.
(8642
Deutsche Bank
„Augsburg
„ Bremen
„ Breslau
„ Chemnitz
in Dresden
„ Elberfeld.
„ Essen-Ruhr
„Frankfurt a. M.,
„ Gotha
„ Hamburg
„ Hannover
„Hildesheim
„Köln
„Kottbus
„Leipzig
„ Ludwigshafen a. Rh.
„Mannheim
A. v. Gwinner.
Klönne.
Martinstr.
Darmstädter Pädagogium, M. Elias,
34
Staatlich konzessioniert und beaufsichtigt. Sexta bis
Ober-
prima aller Schulen. Vorbereitung auf Einjährigen-, Primareife-
und Abiturienten-Prüfung.
(B8232
Wie fast stets, so bestanden auch im Herbst 1913
sämtliche Kandidaten die Abiturienten- Prüfung.
Bisherige 68 Abiturienten, 60 Primaner, 145 Einjährige;
Erfolge: ausserdem bestanden 72 Schüler die
Aufnahme-
prüfung für andere Klassen.
Anmeldungen: Kiesstraße 95, Telephon 2501.
Kaufmänniſche Fortbildungsſchule der Großh.
Handelskammer Darmſtadt.
Die Schlußprüfung findet am Samstag, den 4. April d. J.,
nachmittags von 3—5 Uhr, im Schullokale, Schulſtraße 9 (
Hinter=
haus), ſtatt. Die Herren Prinzipale und die Eltern der Schüler,
ſowie alle Intereſſenten ſind hierdurch ergebenſt eingeladen. (8270if
Das Kuratorium:
L. Frölich.
Dr. Human.
Weißes
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chen f. 2—3 jähr. Kind,
Sport=
wagen m. verd. Kinderſitzſtuhl,
4mal verſtellbar,
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und zu billigen Preisen
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Hahnen von 1—3 Mk., deutsche
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1.50 Mk. an.
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Pflüg. Haustüre, 116 br. 250 hoch
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Roßdörferſtr. 19.
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Für Fortbildungsschüler: Besondere Klassen, deren Besuch von der Pfichtschule befreit.
Neue Kurse beginnen am 15. April.
(5461a
tenlose Auskunft schriktl. u. münd.
Nummer 93.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Seite 13.
Die Tanrender Marken der Schunpranche
„Salamander‟
HERZ-
Einheitspreise
12.50, 14.50, 16.50.
Die Güte der „Salamander‟-Stiefel
ist über jeden Zweifel erhaben.
Die UMSATZE der Marke „
Sa-
lamander” übertreffen die aller
anderen deutschen Schuhmarken.
„Salamander‟-Stiefel erhielten
auf der Welt-Ausstellung in Genf
1913 den „Grand Prix”.
„
die Qualitätsmarke. — Schönheit
und Eleganz sichern dem „Herz‟-
Stiefel einen Weltruf.
„Herz‟- Stiefel
sind seit 35 Jahren zur vollsten
Zufriedenheit deren Träger in
unserem Geschäft eingeführt. —
Ferner führen wir die rühmlichst bekannten Marken „Bally‟, H. &B. Klein- und Dr. Diehl-Stiefel.
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billig abzugeben. Näh. in der
Ex=
pedition ds. Bl.
(6856t
cke Klappacher= u. Schießhaus=
Eſtraße 22 ſind wegen Auflöſ. des
Haushalts verſchiedene Möbel u.
ſonſt. Haushaltungsgegenſtände
zu verkauf. Einzuſehen Donnerstag
u. Freitag von 1—3 Uhr. (*8807df
ut erhalt. Schreibpult (Steh=
Gpult) preiswürdig zu verkauf.
8535a)
Hölgesſtraße 1, I.
Der Sieg des Herzens.
Roman von Otto Elſter.
Nachdruck verboten.)
1)
Hans von Ballhauſen ſtand auf der großen Treppe
des Potsdamer Bahnhofes in Berlin und ſchaute mit
ernſtem Auge auf die Flut des weltſtädtiſchen Verkehrs,
die ſich brauſend und rauſchend die Königgrätzer Straße
herauf dem Potsdamer Platz zuwälzte. Hundert Töne
auf einmal durchzuckten die Luft, die mit Staub und Dunſt
geſchwängert war, als breite ſich ein feiner Nebel über
alle Gegenſtände, der ſich, je ferner, mehr und mehr
ver=
dichtete, ſo daß die Häuſer des Potsdamer Platzes faſt
ſchon in ihm verſchwanden. Fußgänger, Wagen,
Auto=
mobile, elektriſche Straßenbahnen, Radfahrer und Karren,
von jungen Burſchen geſchoben — das alles drängte ſich
vorüber, haſtend, lärmend, rufend, kreiſchend,
unaufhalt=
ſam wie ein reißender Strom, deſſen Waſſermenge durch
Gewitterregen angeſchwollen war.
Zuweilen ſtaute ſich dieſer Strom am Eingange des
Potsdamer Platzes, es ſchien ein Augenblick der Ruhe
einzutreten, ein Aufatmen in fieberhafter Haſt. Dennoch
merkte man der aufgeſtauten Menge die innere Unruhe
an; es war, als ſollte der Strom ſeine Ufer überfluten,
als würde er im nächſten Augenblick die Grenzen
durch=
brechen, die ihn einengten — dann das Signal einer
Trompete, die wie ein Kinderſpielzeug klang, und
brau=
ſend, donnernd, rauſchend, kreiſchend ſetzte ſich der Strom
wieder in Bewegung, ſich auf dem Potsdamer Platz nach
allen Seiten zerteilend und ſich verlierend in dem noch
Gee e rier ender eter e
wälzte.
Des jungen Mannes Auge, der da auf der Treppe
des Bahnhofes ſtand, nahm faſt einen erſchreckten
Aus=
druck an. Seit zehn Jahren faſt war er nicht in Berlin
geweſen, und während dieſes Zeitraumes ſchien ihm der
Verkehr der Weltſtadt in das Rieſenhafte gewachſen
zu ſein.
Oder war es nur das ungewohnte Bild, das ſich
ſei=
nem Auge darbot und ihn faſt in Schrecken verſetzte?
Er (kam weither, von der Weſtgrenze des Reiches, aus
einer kleinen, weltverlorenen Garniſon, wo er ein halbes
Jahrzehnt als Leutnant geſtanden, bis ihn ein unſeliges
Geſchick aus der Bahn geſchleudert und in dieſes
Tohu=
wabohu der Weltſtadt verſetzt hatte. Sein Auge erfaßte
im erſten Moment noch nicht das Rieſenhafte ſeiner
Um=
gebung; es war noch zu ſehr gewöhnt an die Verhältniſſe
der kleinen Stadt, an die ſtillen Blicke in Wald und Feld,
an die Ruhe, die Einſamkeit der Natur, an das Leben
der kleinen Garniſon, das ſich ſtets in den kleinen
For=
men abwickelte — hier ſchien ihm alles in das
Rieſen=
hafte, in das Groteske verzerrt, und er empfand faſt
Furcht, ſich in dieſen brauſenden Strom zu werfen
Furcht, daß er in ihm untergehen ſollte wie ein kleiner
Stein, den man in den ſchäumenden Katarakt eines
Rie=
ſenwaſſerfalls geworfen.
Aber dann reckte er ſeine ſchlanke Geſtalt empor. Ein
Zug trotziger Energie erſchien auf ſeinem hübſchen, durch
eine leichte Melancholie angehauchten Antlitz; die Lippen
ſeines feingeſchwungenen Mundes, die ein kleiner blon=
der Schnurrbart beſchattete, kräuſelten ſich zu einem
ver=
ächtlichen Lächeln.
Er war jung, er fühlte die Kraft der Jugend in
ſeinen Armen, tauſend Pläne durchkreuzten ſeinen
leb=
haften Geiſt, er würde ſich ſchon durch dieſen Strom
durchkämpfen; er würde als kühner Schwimmer auf der
Oberfläche bleiben, um endlich den ſicheren Hafen zu
ge=
winnen, von dem aus er mit Ruhe auf den
vorüber=
brauſenden Strom blicken konnte.
Er nahm den kleinen Handkoffer auf der neben ihm
ſtand, rief eine Droſchke heran und ließ ſich nach einem
billigen Hotel in der Mittelſtraße fahren, in dem er vor
Jahren einmal gewohnt hatte, als er auf der Durchreiſe
nach ſeiner Garniſon an der Weſtgrenze Deutſchlands
be=
griffen geweſen war.
Damals ſchien ihm die ganze Welt noch offen zu
ſtehen. Mit froher Siegeszuverſicht ſegelte er hinaus in
das Meer ſeiner Hoffnungen, in die ſchöne, ſelige,
ſorgen=
freie Leutnantszeit. Er kam von ſeinem Oheim, dem
al=
ten Grafen Ballhauſen, dem Beſitzer des großen
Fidei=
kommiſſes in Oſtpreußen, der ihm einen monatlichen
Zu=
ſchuß von hundertfünfzig Mark zugebilligt, eine Summe,
die ihm damals ſo groß erſchien, daß er ſich als reicher
Mann vorkam.
Entſtammte er doch einer armen Offiziersſamilie, dem
freiherrlichen Nebenzweige der gräflichen Famitie
Ball=
hauſen; hatte er ſich als Kadett, der eine Freiſtelle erhielt,
kümmerlich genug durchſchlagen müſſen, und würde er
nach dem Tode ſeiner Eltern kaum die Offizierslaufbahn
haben einſchlagen können, wenn ſich nicht der reiche
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Nummer 93.
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marken=Album billig abzugeben
*8920fs) Mauerſtr. 16, 1. St.
Stem, duf abuiſ, der Senter des Giſhlehtes, einer
angenommen hätte.
Und jetzt waren alle ſeine Hoffnungen zertrümmert!
Eine einzige Nacht hatte ſie zertrümmert, als ihn der
Rauſch zu einer unbeſonnenen Tat hingeriſſen hatte, die
ihm ſeine Stellung koſtete. Einen Vorgeſetzten, der ihn
ſchon oft gequält, hatte er gefordert! Das hatte ihm den
Hals gebrochen, und kaum, daß er mit dem armſeligen
Titel eines Leutnants a. D. davongekommen war. Viele
ſeiner Kameraden gaben ihm allerdings recht und
bedauer=
ten ſein Schickſal von ganzem Herzen. Aber was half ihm
das? Die Geſetze der Diſziplin waren ſtreng und
muß=
ten es ſein; er war das Opfer dieſer Strenge, weil er
in einem unbedachten Augenblicke ſeinen Aerger, ſeinen
Zorn nicht bewältigen, nicht meiſtern konnte.
Und jetzt ſtand er da — ein Schiffbrüchiger in dem
Meere des Lebens, und es galt, ſich durch eigene Kraft
emporzuarbeiten, wenn auch gegen den Strom, der ihn
mit ſeinem Strudel in den Abgrund zu ziehen drohte.
Er ging in dem kleinen Hotelzimmer auf und ab und
überdachte ſeine nächſte Zukunft. Er mußte irgendeine
gewinnbringende Tätigkeit ergreifen, denn ſeine
Bar=
ſchaft war gering, und auf den Zuſchuß von ſeinem Oheim
durfte er kaum noch hoffen.
Er war zu trotzig=ſtolz geweſen, um dem Grafen
bit=
tend näher zu treten. Er wußte, es nützte nichts. Der
alte Graf war von einem ariſtokratiſchen Hochmut, daß
er dem Neffen ſeinen Fehltritt kaum verzeihen würde.
Was nun? — Dieſe Frage beſchäftigte ſeinen Geiſt
unausgeſetzt. Viel gelernt hatte er nicht; ein bißchen
Fran=
zöſiſch und Engliſch ſprechen — ein tüchtiger Reiter und
Turner — gewandt mit der Feder — damit ließ ſich der
Lebensunterhalt nicht gewinnen. Sollte er Weinreiſen
der, Zigarrenreiſender oder Verſicherungsagent werden?
Zu alle dem gehörte auch eine beſtimmte Vorbildung, und
die Konkurrenz war groß. Außerdem ſträubte ſich ſein
Genit egen dieſe Beſpiſtinn er wer keine Raitr,
die durch derartige Geſchäfte Erfolge hätte erzielen
können.
Aber, was dann?
In dieſem Augenblick klopfte es an der Tür, und der
Kellner trat ein. Ein Brief für den Herrn Baron, ſagte
er höflich, Hans einen Brief überreichend.
Hans erkannte die große Handſchrift ſeines Oheims,
des alten Grafen Ballhauſen. Der Brief war ihm aus
ſeiner früheren Garniſon nachgeſchickt worden.
Raſch öffnete er das Schreiben. Drei
Hundertmark=
ſcheine fielen ihm entgegen. Mit freudigem Erſtaunen las
Hans:
Lieber Neffe! Ich habe mich über Dein Vergehen,
das Dich Deine Stellung gekoſtet hat, bei Deinem
bis=
herigen Oberſt erkundigt. Er ſtellt Dir im allgemeinen
ein gutes Zeugnis aus und bedauert ſelbſt Dein trauriges
Schickſal. Er hätte es aber nicht ändern können.
Un=
ehrenhaftes habeſt Du Dir aber nicht zuſchulden kommen
llaſſen.
Aus dieſem Grunde bin ich auch bereit, Dir ferner zu
helfen und Dir die Möglichkeit zu bieten, Dir eine andere
Lebensſtellung zu erringen. Durch Fleiß und ordentliches
Leben wirſt Du aber ſelbſt beweiſen müſſen, daß Du
meiner Teilnahme wert biſt.
Ich werde Dir den bisherigen Zuſchuß von
hundert=
undfünfzig Mark monatlich weiterzahllen; gib Deine
Adreſſe der Deutſchen Bank in Berlin an, ſie wird Dir
dann monatlich das Geld zuſenden. Damit Du
vorläu=
ſig nicht in Verlegenheit kommſt, ſende ich Dir
dreihun=
dert Mark.
Du brauchſt mir nicht zu danken. Mache Dich
un=
ſeres alten Namens würdig, das iſt mir der beſte Dank.
Dein Oheim
Schloß Ballhauſen
Balduin Graf Ballhauſen.
*. Oſtpreußen.
Das war Hilfe in der Not! Und wenn auch der
kühle Ton des Briefes ſein Gefühl verletzte, ſo mußte
Hans doch dem alten Herrn dankbar ſein, daß er ihm
die Möglichkeit gab, ſein Leben auf eine ſichere Baſis zu
ſtellen. Wenn dieſe Hilfe ſchließlich auch nur dem Stolz
des Grafen entſprang, der nicht dulden wollte, daß ein
Mitglied der Familie unterging, ſo war es doch eine
Hilfe, durch die man ſich hocharbeiten konnte.
Freilich — viel war es nicht — hundertundfünfzig
Mark im Monat — und auf manche angenehme
Gewohn=
heit mußte man verzichten. Aber immerhin — man
konnte damit leben.
Die Welt und das Leben lagen wieder in hellerem
Schein vor Hans, und mit mutigerem Sinn ging er an
den Ausbau ſeines ferneren Daſeins.
Wenn er ſich irgendeinem Studium widmete? Er
war noch jung — achtundzwanzig Jahre alt —, da konnte
man noch viel lernen. Für die Technik hatte er ſich von
jeher intereſſiert. Wenn er nunmehr das techniſche
Stu=
dium einſchlug? Das würde ihm gewiß Freude bereiten
und auch dem alten Grafen zuſagen. Oder wenn er in
ein Bankhaus als Volontär eintrat. Der Direktor der
Deutſchen Bank würde ihm wohl helfen. Oder wenn
er in die Kolonien ging? — Doch, was ſollte er da? —
Landwirt, Viehzüchter werden? — Dazu beſaß er nicht
das Kapital
Schließlich blieb er bei dem Entſchluß, das techniſche
Studium zu ergreifen.
Vorerſt wollte er ſich eine billige Wohnung ſuchen,
das andere würde ſich dann ſchon finden.
Vergnügten Sinnes und von frohen Hoffnungen
er=
füllt, verließ er das Hotel, um auf die Wohnungsſuche
zu gehen.
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für das Großherzogtum Heſſen.
(Zweiter Verhandlungstag.)
St. Darmſtadt, 2. April.
Die Sitzung wird um 9 Uhr 45 Minuten eröffnet. —
Den Verhandlungen wohnen als Vertreter der Regierung
bei die Herren Miniſterialrat Schliephake, Geheimer
Landesökonomierat Müller, Regierungsrat Spamer;
wachmittags noch Staatsrat Lorbacher, Geh.
Ober=
medizinalrat Lorenz. — Der Vorſitzende Präſident
Walter ſtellt vor Eintritt in die Tagesordnung
Un=
richtigkeiten in dem Bericht des Tägl. Anz. richtig.
Es wird dann der
Hauptvoranſchlag für 1914
beraten, über den der Präſident kurz berichtet. Er ſtellt
u. a. feſt, daß die Summe von 22000 Mark, die dem
Pen=
ſionsfonds überwieſen wurde, was die Regierung
beanz=
ſtandete aus den Ueberſchüſſen des Jahres 1911 ſtamme.
Die Befürchtung, daß bei dem Bau des Hauſes der
Land=
wirtſchaftskammer der Voranſchlag überſchritten werden
muß, trifft nicht zu. Wienigſtens iſt bis jetzt eine
Ueber=
ſchreitung nicht erfolgt. Der Vorwurf, der in den
Stände=
kammern erhoben wurde, daß die Landwirtſchaftskammer
zuviel Geld ausgebe, muß zurückgewieſen werden Die Arbei.
ten der Landwirtſchaftskammer ſind umfangreicher
gewor=
den; die Verwaltung war aber früher keineswegs billiger
als heute. Hingegen ſind heute die Leiſtungen für die
Landwirtſchaft ganz erheblich größer geworden. Die
Landwirtſchaftskammer billiger zu verwalten, iſt nicht
möglich. — Mitgl. Schätzel=Selzen verbreitet ſich
ein=
gehender über die Verhältniſſe in Rheinheſſen, beſonders
über den Weinbau. Die Weinernte war im letzten Jahre
qualitativ nicht ſchlecht, aber quantitativ wenig erfreulich.
etect. hl.
Schweinezucht, in Rheinheſſen ſehr zugenommen hat. Der
Weinhandel habe unter der Konkurrenz des Auslandes
ſchwer zu leiden. Das Ausland kann ſeine Weine viel
billiger produzieren. In Deutſchland haben ſich unzählige
ausländiſche Weinſtuben aufgetan, in denen das Publikum
für wenig Geld ein mundendes, ſüßes, alkoholreiches
Ge=
tränk bekommt. Die deutſchen Weine kommen zudem als
Verſchnittweine im Auslande in den Handel. Damit
leiſtet der deutſche Weinbauer der Konkurrenz des
Aus=
landes ſelbſt Vorſpanndienſte. Das ſind unwürdige
Zu=
ſtände, die dringend der Abhilfe bedürfen. Das
zollgeſetz=
liche Entgegenkommen beſonders gegen Italien bringt die
Exiſtenz des deutſchen Weinbaues in Gefahr. Die
Kon=
trollvorſchriften zur Weineinfuhr bedürfen dringend der
Verſchärfung. (Sehr richtig!) Hiermit ſteht in engem
Zu=
ſammenhang die Frage der Zuckerung und des
Alkohol=
gehalts. Beſonders die letztere bedarf dringend der
Rege=
lung. — Mitgl. Fritſch=Dielshofen: Man könne mit
einer gewiſſen Genugtuung an die Voranſchlagsberatung
herantreten, da der Landwirtſchaftskammer faſt alle ihre
Wünſche erfüllt wurden. Zu bedauern iſt, daß die 1000
Mark für die Feldbereinigung geſtrichen wurden. Die
Ernte war gut, doch ließ die Qualität des Getreides durch
den naſſen Sommer vielfach zu wünſchen übrig. Die
Pferdezucht ſei erfreulich geſtiegen Wünſchenswert ſei,
daß für jede Provinz mindeſtens drei Hengſte von noch
ſchwererem Körpergewicht eingeſtellt werden. Auch die
Vermehrung der Geſtütsſtationen iſt dringend
wünſchens=
wert. Auch die Rindviehzucht hat erhebliche Erfolge zu
verzeichnen. Der Wert des Rindviehes der Provinz
Star=
kenburg beträgt 1913: 38 872 000 M., das bedeutet in 13
Jah=
ren eine Steigerung von 12 Millionen Mark, die
zweifel=
los im weſentlichen auf züchteriſche Erfolge zurückzuführen
iſt. Der Wert der Schweinezucht iſt innerhalb 3 Jahren
um faſt 3 Millionen geſtiegen.
Mitgl. Dr. Dehlinger rechtfertigt die
Mehrforde=
rung von 53000 Mark Staatszuſchuß. Die Ausgaben der
Landwirtſchaft ſind um das dreifache geſtiegen. Die
Re=
gierungen haben allen Grund, der Landwirtſchaft
ent=
gegenzukommen. Auch eine erhöhte Produktion kann der
Landwirtſchaft unter Umſtänden wirtſchaftliche Gefahren
bringen. Eine allgemeine Einſchränkung der Produktion
aber bringt eine Volksgefahr mit ſich. Bisher ſtand die
Regierungsfürſorge im Zeichen der Beamten und Arbeiter,
jetzt müſſe die Landwirtſchaft einmal darankommen.
Mitgl. Mogk möchte doch dem entgegentreten, daß man
1913 allgemein eine ſehr gute Ernte gehabt habe. In
man=
chen Gegenden des Großherzogtums war es anders. Den
Abgeordneten, die in der Zweiten Kammer ſo energiſch für
den Staatszuſchuß eintraten gebühre herzlichſter Dank.
Redner tritt energiſch für Beibehaltung und Ausdehnung
der Schutzzölle ein. — Mitgl. Korell=Angenrod möchte
unterſchreiben, was Herr Dehlinger geſagt hat. Anerkannt
muß werden, daß der Landwirtſchaft durch die neue
Zoll=
geſetzgebung der Schutz zuteil wird, den ſie braucht, um
gedeihlich wirtſchaften zu können. Bei der
Sozialdemo=
kratie dürfen wir unſere Freunde nicht ſuchen; ihr
Ein=
treten für die Bauern hat nur den Zweck, unſere Stimmen
zu fangen. An der Univerſität iſt das Landwirtſchaftliche
Inſtitut, das unſeren jungen Nachwuchs erzieht, in
erfreu=
licher Blüte begriffen. Wenn das Inſtitut ſich ſo weiter
entwickelt, wird es die Konkurrenz der Univerſität
Frank=
furt nicht zu fürchten haben. Kollege Brauer iſt in ſeiner
Aeußerung über die Tätigkeit der Landwirtſchaftslehrer
nicht richtig verſtanden worden. Die Landwirtſchaftslehrer
entwickeln eine ſehr erſprießliche Tätigkeit. Scharfe Kritik
übt Redner an dem Geſetz, betr. die Schenkungsſteuer, das
die Anhänglichkeit an die Scholle zerſtöre und manchmal
zu unerträglicher Härte wird. Schließlich empfiehlt
Red=
ner die Reſolution zur Annahme, die auch in der
Zweiten Kammer angenommen wurde, und die die
Ver=
ſtaatlichung des Handels mit Düngemitteln uſw. zum
Gegenſtand hat. — Mitgl. Bähr verbreitet ſich über die
Behandlung der Mehrforderung von 53000 Mark in der
Zweiten Kammer. Dank gebühre in erſter Linie den
Herren Brauer und Breidenbach, deren energiſchem
Ein=
treten für die Forderung die Bewilligung zu danken ſei.
— Mitgl. Breidenbach dankt für das geſpendete Lob.
Das Eintreten für die Landwirtſchaft ſei ſeine Pflicht
ge=
weſen; die Landwirtſchaft iſt das Fundament des
Staa=
tes. — Mitgl. Bähr=Rohrbach kündigt einen
An=
trag an betr. die Bepflanzung der Kreisſtraßen mit
Obſt=
bäumen. — Mitgl. Schwinn=Schöllenbach bleibt
un=
verſtändlich. Ebenſo einige weitere Redner.
Miniſterialrat Schliephake: Die Regierung hatte
die Summe von 53000 Mark nicht eingeſtellt, weil ſie
an=
nahm, daß die Landwirtſchaftskammer für 1914, und nur
um dieſen Etat handelt es ſich, Mittel zur Verfügung
hat, um die Aufgaben, die ſie ſich geſtellt, zu erfüllen. Nicht
aus Mangel an Intereſſe für die Landwirtſchaft oder ſonſt
einem Grunde fand die Einſtellung nicht ſtatt. Wenn die
Regierung ſpäter nichts gegen die Bewilligung zu erinnern
hatte, ſo geſchah das, gerade weil ſie Intereſſe für die
Landwirtſchaft hatte und ihr Intereſſe auch dokumentieren
wollte.
Mitgl. Joſt=Bermutshain beſpricht die Beſteuerung
nach dem Ertrags= und gemeinen Wert und ſtellt feſt, daß
der Fiskus und die Standesherren bei der Beſteuerung
nach dem Ertragswert beſſer fahren, wie die Bauern im
Vogelsberg. — Dann ſchließt die Generaldebatte.
In der Spezialberatung wird eine Anzahl
Kapitel ohne Debatte angenommen. Zu V: allgemeine
Zwecke, ſtellt Mitgl. Henſel=Dortelweil den Antrag, die
Stempelabgabe für Einſtellung ausländiſcher Arbeiter
aufzuheben und den Legitimationszwang für ausländiſche
Arbeiter einzuführen, ſowie dieſe Arbeiter von der
Inva=
lidenverſicherung zu befreien.
Mitgl. Korell=Angenrod ſtellt den Antrag, im
Intereſſe der Einführung der Buchführung in kleinen und
mittleren Betrieben die Gebühren der Buchführungsſtelle
zu ermäßigen zur Schaffung einer ausreichenden Statiſtik
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Nummer 93.
zur Feſtſetzung des Ertragswertes. — Nach einer längeren
Debatte über die Arbeiter= und Stellenvermittelung und
über die Buchführung wird der Antrag Korell
angenom=
men. — Mitgl. Mogk ſchlägt vor, im Jahre 1915 eine
Studienreiſe nach Oſt= und Weſtpreußen zu veranſtalten.
— Mitgl. Römer=Alzey bittet, die Studienreiſe in dieſem
Jahre (1914) in ein Weinbaugebiet auszuführen. Der
Vorſtand ſagt zu. — Eine Anzahl weiterer Anträge wird
ebenfalls angenommen und dem Vorſtand als Material
überwieſen. Ein Antrag Mogk, die Gebühren für die
Buchführung auf 50 Pfg. pro Morgen feſtzuſetzen, wird
abgelehnt.
Zum Kapitel Förderung der Tierzucht
ent=
ſteht eine eingehende Debatte über die Feſtſetzung und
Er=
hebung des Deckgeldes. Es wird ſchließlich ein Antrag
angenommen, nach dem die gegenwärtigen Beſtimmungen
Geltung behalten.
Folgender Antrag des Vorſtandes wird
an=
genommen: „Durch Beſchluß beider Kammern der Stände
ſind der Landwirtſchaftskammer von den für 1914 mehr
geforderten Staatsmitteln 51 100 Mark gewährt worden.
Nicht bewilligt wurden je 1000 Mark, die für Förderung
der Kaninchenzucht und des Feldbereinigungsweſens
ge=
fordert waren. Für das Rechnungsjahr 1914 ſtehen ſonach
außer den bereits veranſchlagten Beträgen weiterhin zur
Verfügung: 51 100 Mark. Der Vorſtand der
Landwirt=
ſchaftskammer beantragt hiernach, die Hauptverſammlung
wolle beſchließen: Dieſe 51100 Mark der
Zentralverwal=
tung und den Ausſchüſſen der Landwirtſchaftskammer zur
Verwendung zu überweiſen, wie dies in der Druckſache 10
unter eingehender Begründung erläutert iſt. Die
Geſamt=
vorſehung erhöht ſich ſonach in Einnahme und Ausgabe
unter Rubrik: Pferdezucht 8000 Mark, Rindviehzucht 18000
Mark, Schweinezucht 2200 Mark, Ziegenzucht 1800 Mark,
Schafzucht 1600 Mark, Obſt= und Weinbau 10500 Mark,
Bodenkultur 9000 Mark, zuſammen 51 100 Mark.”
Zur gleichen Rubrik verbreitet ſich Geheimerat
Wag=
ner über die Bekämpfung von Gelbſucht und anderer
Rebkrankheiten.
Der Voranſchlag wird dann nach den
Vor=
ſchlägen des Vorſta ndes erledigt.
Miniſterialrat Schliephake ſchlägt vor, den
Vor=
ſtand zu ermächtigen, kleinere Abänderungen
vorzuneh=
men, ſoweit die Regierung ſolche für notwendig erachten
ſollte. — Die Kammer beſchließt demgemäß.
Die Reſolution Korell, betr. den Handel mit
Dünge=
mitteln uſw., wird angenommen.
Ein Antrag Keller=Spiesheim geht dahin, die
Re=
gierung zu erſuchen, für beſſere Verſorgung des flachen
Landes mit Eiſenbahnen einzutreten. — Mitgl. Keller
begründet ſeinen Antrag, der
einſtimmigangenom=
men wird.
Den Bericht der
Rechnungsprüfungskom=
miſſion über die Rechnung des Jahres 1912 erſtattet
Mitgl. Müller=Uſenborn. Er beanſtandet, daß
ge=
legentlich der Errichtung von Geſtütsſtationen
Bürger=
meiſter als Sachverſtändige hinzugezogen wurden und daß
dieſe Diäten von der Landwirtſchaftskammer erhielten. —
Präſident Walter weiſt dieſe Beanſtandung ſachlich und
rechtlich zurück. Die Rechnungsprüfungskommiſſion dürfe
nicht an den Beſchlüſſen des Vorſtandes Kritik üben,
ſon=
dern ſie habe ſich auf die rechneriſche Prüfung zu
be=
ſchränken.
Die gedruckten Unterlagen zu dieſem und anderen
Punkten wurden der Preſſe verweigert.
Die Beanſtandungen wurden für erledigt erklärt und
die Entlaſtung des Rechners ausgeſprochen.
Es folgt Beratung des Antrags, betr.
Reviſion des Feldſtrafgeſetzes.
Hierüber erſtattet Rechtsanwalt Meiſel Bericht. —
Der Vorſtand beantragt demgemäß, die
Haupt=
verſammlung wolle beſchließen, Großherzog iches Mini=
ſterium zu erſuchen: 1. ſobald es der Stand der Reform
des Reichsſtrafgeſetzbuches zuläßt, das gegenwärtige
Feldſtrafgeſetz einer grundlegenden Reform zu unterziehen;
2. in der Zwiſchenzeit durch Vorlage einer Novelle zu
dem Geſetz vom 13. Juli 1904 eine möglichſt weitgehende
Einſchränkung der Strafvorausſetzung eines Antrages des
Geſchädigten ins Auge zu faſſen; insbeſondere hierbei in
dem Art. 24II, 28, 39, 3, 4 und eventuell 5 die
Voraus=
ſetzung des Strafantrages fallen zu laſſen; 3. bei der
er=
wähnten Novelle oder wenigſtens bei der allgemeinen
Re=
form des Feldſtrafgeſetzbuches die Beſtimmung des Art. 17
Abſatz 4 über das ſtrafloſe Sammeln von Unkraut zu
be=
ſeitigen oder wenigſtens die Verfolgung des
gegenwärti=
gen ſtrafloſen Sammelns von der Stellung eines
Straf=
antrages unabhängig zu machen und die Vorſchrift,
wo=
nach ortspolizeiliche Anordnungen über das Einſchließen
der Tauben zur Saat= und Erntezeit kreisamtlicher
Ge=
nehmigung bedürfen, zu beſeitigen.
Der Antrag wird nach kurzer Debatte
angenom=
men.
Die Verſammlung beſchließt dann, die Aenderung des
Körgeſetzes von der Tagesordnung abzuſetzen.
Satzungs=Ergänzung.
Bekanntlich iſt durch die Satzung der Verſicherung von
Weide=, Ausſtellungs=, Import= und Faſeltieren vom 12.
März 1913 eine Verſicherung derjenigen Tiere vorgeſehen,
die von heſſiſchen Landwirten durch Vermittelung der
Kammer oder ihrer Ausſchüſſe aus dem Auslande bezogen
werden. Bisher konnte nur eine Verſicherung von
Foh=
len, Rindern, Ziegen und Schafen ſtattfinden; Schweine
konnten nicht verſichert werden. Die Praxis hat das
Be=
dürfnis nach Verſicherung auch dieſer Tiergattung ergeben.
Irgend welche praktiſche Schwierigkeiten entſtehen nicht.
Der Vorſtand der Landwirtſchaftskammer ſchlägt daher
vor: „Die Hauptverſammlung wolle beſchließen, in § 12
der Satzung vom 12. März 1913 hinter dem Worte „
Rin=
der” einzufügen das Wort „Schweine”.
Der Vorſchlag wird angenommen.
Ueber die Entſcheidung über Erſatzwahlen
referiert Mitgl. Fenchel=Griedel und beantragt, die
Vertrauensmännerwahlen uſw. in Groß=Umſtadt für
gül=
tig zu erklären. Der Antrag wird angenommen. —
Ebenſo wird ein Antrag Eibach angenommen, jede
ge=
ſetzlich ausgeſtellte Vollmacht für gültig zu erklären.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft. — Die
Sitz=
ung wird ½5 Uhr geſchloſſen.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
ſeinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
„Die Stadtverwaltung hat in dankenswerter Weiſe
Ein Sonnenbad geſtiftet für die Herrn
Am Woog und auch im Schwimmbad, Doch wo bleibt
Die Sorge für das ſchönere Geſchlecht? —
Verachtungsvoll bleibt ſtets die Sufragette,
Jedoch wo iſt der Mann, der dafür ficht,
Und der, der Menſchheit Recht an Luft und Sonne
Auch für „Perſonen weiblichen Geſchlechts” erſtritt?”
Einefürſehr Viele.
Turnen, Spiele und Sport.
* Pferdeſport. Franzöſiſſche
Unterſchrif=
ten für Baden=Baden. Der Batſchari=Preis von
50 000 Mark, eine der wertvollſten Konkurrenzen des
inter=
nationalen Meetings von Baden=Baden, erhielt 64
Unter=
ſchriften, von denen nicht weniger als 41 auf Frankreich
entfallen. Es iſt dies die höchſte Ziffer, die ſeitens der
franzöſiſchen Ställe bisher für das Rennen aufgebracht
wurde. Im Gegenſatz dazu ſteht die ſchwache Beteiligung
der deutſchen Ställe, denn die Meldungen für die
ein=
heimiſchen Vertreter gingen von 36 im Jahre 1913 auf
20 zurück, die ſich auf 8 Ställe verteilen. Dazu kommen
noch die 3 Oeſterreicher des Herrn V. Mautner von
Mark=
hof. Für das der deutſchen Zucht reſervierte „Prinz
Her=
mann von Sachſen=Weimar=Memorial” gingen von 14
Ställen 33 Unterſchriften ein.
Literariſches.
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mo=
dernen kaufmänniſchen Bibliothek, G. m. b. H. Leipzig=R.
Das vorliegende Buch ſoll ein Hilfsmittel ſein zur
Ein=
führung in das kaufmänniſche Schriftweſen. Die dem
praktiſchen Leben entnommenen Geſchäftsvorfälle ſind ſo
durchgeführt, daß der Lernende die geſchäftliche
Behand=
lung eines Falles vollſtändig erfaßt haben muß, ehe er
daran gehen kann, die notwendigen Schriſtſtücke
abzufaſ=
ſen. Die Muſterbeiſpiele ſind gut und treffend gewählt,
ihr Weſen und Zweck iſt kurz dargelegt und die methodiſche
Anleitung zur Uebung iſt geeignet, Gewandtheit im
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
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Zu zahlreicher Beteiligung laden wir unſere Mitglieder, ſowie
Freunde und Gönner freundlichſt ein
Der Vorstand.
Bereinigung früherer Leibgardiſten.
Montag, den 6. April
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in der „Stadt Coburg” Waldſtr. 2. Beginn 8½ Uhr.
Neuanmeldungen können bei dieſer Gelegenheit geſchehen.
Der Vorstand.
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Eröffnung Sonntag, den 5. April 1914
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Dieburgerſtraße 93.
Turngemeinde Darmstadt.
Schutzherr: Se. Königl. Hoheit der Grossherzog.
Freitag, 3. April 1914, abends 9½ Uhr
der Wander-
Wir laden unsere Mitglieder hierzu ein
ind bitten um recht zahlreichen Besuch.
8650)
Der Vorstand.
Freie Literarisch-Künstlerische Gesellschaft
Sonntag, den 5. April, abends 8 Uhr, Mathildenhöhsaal:
Eckhardtſtraße 21, 3. St., I.
Viktoriaſtr. 26, Stb., pt. (*89904*8950ts) Heidelhergerſtr, 130, II.
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der Hofbuchhandlung A. Bergstraesser, Rheinstrasse 6, und
an der Abendkasse.
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NB. Die letzte Veranstaltung des Winters, Mittwoch, den
8. April, abends 8 Uhr, Mathildenhöhsaal: „Korallen-Kettlein‟,
Drama von Fr. Dülberg, vorgelesen von Mitgliedern des Grossh.
Hoftheaters, ist nur den Vereinsmitgliedern zugänglich.
chwarz. Gehrockanzug, gr. Fig.,
Lod. Kinderwagen bill. z. verk. S wenig getragen, billig abzug.
ebr. Kinderwag. billig. zu verk.
*9006) Waldſtr. 24, 1. Stb. p.
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Britannien . . Johs. Heinz
Herta Alſen
Goneril deſſen EllenWidmann
Regan Töchter Käthe Meißner
Cordelia
König von Frank=
Emil Kroczak
reich
Herzog von
Bur=
gund. . . . . L. Schützendorf
Herzog von Corn=
. Frz. Schneider
wall .
Herzog von Al=
Heinrich Hacker
banien . .
Graf von Glo=
K. Weſtermann
ceſter .
Graf von Kent . Hs. Baumeiſter
Edgar, Gloceſters
.Kurt Ehrle
Sohn
Edmund, Gloceſt. Wolf Dietrich,
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Baſtard.
Der Narr . . . A. Waſſermann
Oswald, Gonerils
Haushofmeiſter. Rich. Jürgas
Ein Arzt. . . . Paul Peterſen
Ein Ritter im
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folge des Königs
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Lear .
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Ein Hauptmann. Frz. Herrmann
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3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ,
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terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
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konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 215 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
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der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
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Woiblich
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Rheinſtraße 12½. Junges, ſauberes Laufmädchen
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Schwarz und Dunkelblau ſind die orthodoxen Kleiderfarben, denen
noch keine Mode etwas anhaben konnte, ſeitdem ſie überhaupt ſo recht
Mode wurden, und das iſt etwa ſeit der Mitte des vorigen Jahrhunderts
der Fall.
Mit der Verbreitung dieſer beiden Nüancen fällt die Ara der
wachſen=
den Zweckmäßigkeit der Tagesmoden zuſammen, die man bis dahin nicht
im ſelben Maße gekannt hatte, denn die weitaus größten Sympathien
hatten dem leuchtend bunten Kleide gehört. Im Speziellen war der
Be=
griff, „ſommerlich” oder „jugendlich” angezogen ſein, gleichbedeutend damit,
helle, womöglich gemuſterte Kleider zu tragen. Dieſe Vorſtellung hat ſich
heute überlebt und das um ſo mehr, je großſtädtiſcher das Milieu iſt, in
dem man lebt.
Die Arſache, daß dieſe Vorſtellung ſich überlebte, mag wohl zum
größten Teil darin zu ſuchen ſein, daß
das großſtädtiſche Dun und Treiben allen
hellen Farben feindlich geſinnt iſt, und
zwar von den verſchiedenſten
Geſichts=
punkten aus. Wie nun in anderen Dingen
auch, ſo griffen die Gepflogenheiten von
der Großſtadt nach der Provinz über, und
je größer die Provinzſtadt, um ſo mehr
großſtädtiſche Gepflogenheiten findet man
bekanntlich in derſelben.
Nirgends jedoch iſt die Sitte, helle
Kleider zu tragen, weniger verbreitet als
in Paris. Man muß ſchon tief in die
Hundstage hinein kommen, um elegante
Frauen helle Kleider tragen zu ſehen.
Dieſe im Frühling in der Stadt zu
tragen, erſcheint der eleganten Frau faſt
als Anmöglichkeit, und wenn wir im
Früh=
ſommer in Paris einer Dame begegnen,
die etwa gar ein weißes Kleid trägt, ſo
können wir mit ziemlicher Geſtimmtheit
annehmen, daß ſie eine Fremde iſt.
And nirgends wieder ſieht man,
un=
abhängig von allen Apartheiten und
Extra=
baganzen der Mode, ſo viel ſchwarze und
dunkelblaue Kleider als in Paris. Das
ſchwarze Kleid aus Seidenſtoff — in
dieſem Frühjahr teilen ſich Charmeuſe,
Tafft und die diverſen Sorten von Moiré
in die Gunſt der großen „Eéléganze‟
iſt ſozuſagen zu einer Art Aniſorm
ge=
worden, die jede elegante Frau in
mehreren Exemplaren beſitzt, und zwar
in verſchiedenen Stufen der Eleganz. In
der Regel wird das eine oder das andere
dieſer Kleider mit weiß zuſammengeſtellt
ſein; ſo blieb man auch in dieſem
Früh=
jahr noch der ſo außergewöhnlich
reiz=
vollen Mode treu, die über den ſchwarzen
Rock die weiße oder cremegelbe
Spitzen=
tunika legt, und über das ſehr tief
de=
kolletierte ſchwarze Leibchen (das am
beſten nur etwa die Höhe eines Korſetts
zeigt und von hier aus durch Chiffon
ergänzt wird) die ganz leger fallende
Kimonotaille mit langen Armeln aus
derſelben Spitze wie die Dunika, dieſe
Spitzentaille kann ſehr einfach gehalten
ſein und bedarf keines anderen
Auf=
putzes als eines Mediciskragens oder
nur eines Bolants aus Spitze, der den
herzförmigen Ausſchnitt begrenzt.
Das dunkelblaue Kleid nun iſt
ſo=
zuſagen unentbehrlich, ſei es, daß es in
Geſtalt eines Koſtümes oder in Geſtalt
eines ſogenannten „Trotteurkleides” ge=
Bluſentaille 67200
tragen wird, das ſich beſonders in
Rock 67666
dieſem Jahre großer Gunſt erfreut.
Zur Herſtellung desſelben wird ſehr
fein gerippter Kammgarncheviot genommen, der ſich in jeder Hinſicht
gut zur Ausführung der modernen Formen eignet, und zwar ebenſogut
was die Taille wie den Rock anbelangt.
Dieſem wird man bei jenen Kleidern, die als elegante „
Trotteur=
kleider” bezeichnet werden, niemals eine ganz glatte Form geben,
ſondern ſtets eine modernere, d. h. geraffte. Die Befürchtung, man könne
Wollſtoff „nicht raffen” hat ſich längſt überlebt, ſogar ganz ſchwere
Woll=
ſtoffe werden heute in Falten gebracht. Der genannte Kammgarncheviot
wird im übrigen heute ſo wundervoll weich und geſchmeidig hergeſtellt,
daß man ſagen darf, er ſiele weich wie Seide. Wer die Raffung
durch=
aus vermeiden will, wählt jene Rockform, die ein Glockenſchoß ausſtattet.
Die den Rock komplettierende Taille kann ſehr einfach ſein, d. h. ſie
kann in Geſtalt eines Kimonos angefertigt ſein, — natürlich mit langen
oder gut dreiviertellangen Armeln — den man über einem Blaſtron aus
Tüll oder Batiſt trägt.
Bei Beſtellung iſt genaue Angabe der
Nummer, Taillenweite, Hüftweite und
Oberweite erforderlich. Bezugsquelle für
Butterick’s Schnittmuſter
ſind die überall beſtehenden Butterick’s=
Agenturen oder auch die Schnittmuſter=
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Berlin W8, Leipziger aße 102.
Schwarz und Dunkelblau.
Beſchreibung zu unſeren Abbildungen.
67200. Bluſentaille für Damen, loſe oder glatt in den Gürtel geſpannt,
hochge=
ſchloſſen oder ausgeſchnitten, die Bluſe mit den langen oder kürzeren Armeln aus einem
Stück geſchnitten, mit oder ohne Bluſenfutter. 7 Größen: 81—112 cm Oberweite,
67666. Zweiteiliger Damenrock, im oberen Teile weiter als an der Anterkante, in
runder Länge und mit leicht gehobener Gürtellinie, mit oder ohne Gürtelteile. Maß der
Anterkante in Mittelgröße (einſchließlich der Stoffzugabe): 1,30 m. 6 Größen: 56 bis
86 cm Taillenweite und 94—122 cm Hüftenmaß. Der Abbildung entſprechend berechnet
eine mittelgroße Dame die folgenden Maße: 1,50 m Stoff 110 cm breit für die Bluſe
und 2,35 m Stoff 88 cm breit für den Rock.
64777. Ruſſiſche Bluſenjacke für junge Mädchen und Frauen von zarter Figur,
die Vorderteile zurückgeſchlagen oder hochgeſchloſſen und mit einem angefügten
Schoß=
anſatz. 6 Größen: 14—19 Jahre. 64800. Zweiteiliger, drapierter Rock für junge
Mädchen und Frauen von zarter Figur, die Anterkante in einer der beiden im Muſter
enthaltenen Linienführungen gehalten. Maß der Anterkante: 1,15 m. 6 Größen: 14
bis 19 Jahre. Der Abbildung entſprechend für 16 Jahre: 2,90 m Stoff 137 cm breit
und 45 cm abſtechender Stoff 70 cm breit.
66044. Matroſenbluſe für junge Mädchen und Frauen von zarter Figur, über
den Kopf zu ziehen, mit einnähtigen, langen Armeln in einer der beiden gegebenen
Formen oder mit kürzeren Armeln. 8 Größen: 12—19 Jahre. 65344. Zweiteiliger
Rock für junge Mädchen und Frauen von zarter Figur, mit weſtenartigem Gürtel oder
ohne ſolchen und mit oder ohne Taſchen. Maß der Anterkante: 2,30 m. 6 Größen:
14—19 Jahre. Für 15 Jahre: 2,90 m Stoff 120 cm breit, und dazu kommen 60 cm
abſtechender Stoff 120 cm breit.
67722. Damenjacke im Boleroſtil, der obere Teil mit den Armeln aus einem Stück
geſchnitten, der Kragen hinten in der neuartigen abſtehenden Form gehalten und in
einer der beiden gegebenen Arten zurückgeſchlagen. 6 Größen: 81—107 cm Oberweite.
67300. Zweiteiliger Damenrock, mit doppelter oder einfacher Tunika. Maß der
Anter=
kante: 1,30 m. 6 Größen: 56—81 cm Taillenweite und 94—122 cm Hüftenmaß. Der
Abbildung entſprechend berechnet eine mittelgroße Dame 3,20 m Stoff 137 cm breit,
45 cm Stoff 52 cm breit für die Reverſe und 40 cm abſtechenden Stoff 70 cm breit.
67266. Kinderhut, der Kopfteil an die rund geſchnittene Kapuze geknöpft. Für
die Wiedergabe der Zackenkante verwende man Plättmuſter 10420, für die
Streuver=
zierung Plättmuſter 2654. 3 Größen: 1—5 Jahre. Für 3 Jahre, und zwar für den
Hut aus Linon oder ähnlichem Stoff: 90 cm Stoff 88 cm breit. Für den Hut aus
ſchwerem Waſchſtoff: 70 cm Stoff 70 cm breit oder 70 cm Stoff 80—88 cm breit und
1,35 m Band 8 cm breit für die Schleifen.
achdruck auch mit Quellenangabe b
LXXTIII
[ ← ][ ][ → ]Nummer 93.
Staatspapiere.
100,30
Dt. Reichsschatzanw.
98,40
Dt. Reichsanleihe v. 1918
38.90
do. . . . . p. 1925 .
86,70
d0. . . . . . . . . . . .
(8,55
do. . . . . . . . . . . .
100,10
Preußische Schatzanw.
491,10
Staffelanleihe . .
3½ 86,70
Consols . . .
78,40
do. . . . . . . ..
496,75
Badische Staats-Anleihe
3½ 89,50
do. v. 92/94 .
82,30
do. . . .
97,00
Baverische Ablös.-Rente.
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906) 4 97.10
97,25
do. unkdb. p. 1918 .
do, unkdb. p. 1920 . .
97,30
E.-B.- u. Allgem. Anl.
97,20
unkdb. p. 1930 .
do. Anleihe . .
3½ 84,65
do. „ ..
75,30
96,70
Hamburger Staats-Anl.
do. v. 1887/94
88.00
Go. ... ..
79,20
Hessische Staats-Anleihe
97,45
97,45
do. unkdb. p. 1921 .
do. . . . . . . .
84,40
do. . . . . . . . . . . . .
74,65
Sächsische Staats-Rente
77,80
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921). . .
97,30
do. v. 79/80 . . . . . . .3½ 87,50
do.
. . . „ . „ „
76,50
Bulgarische Gid.-Anl. . . 5 96,60
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6 55,50
do. v. 1887 Monopoll 1
52,00
Italienische Rente . . . . . 3.
Osterr. Staats-R. v. 1913
92,45
do. Silber-Rente . . . . 4½ 86,35
do. Papier-Rente . .
do. Gold-Rente . . . .
87,20
do. einheitl. Rente .
82,65
Portug. Tab-Anl. 1891 .
96,80
do. inn. amort. 1905 . .4½ 74,00
do. unif. Serie I
61,40
do, „,
III. 3
do. Spezial Titel. . .
9,45
Rumänen v. 1903 . . .
5 1100,00
do. Gold v. 1913.
4½ 91,40
do. Schatzsch. v. 1913 . 4½1100,00
do. conv.
4 85,50
do. v. 1890 .
494,00
do. v. 1891
4 86,90
do. v. 1905
4 85,00
do. v. 1908 .
4 87,00
do. v. 1910 .
4
Russische St.-Ar
4½ 98,30
do. kons. v. 1880
4 86,75
do. Gold v. 1890
4
do. v. 1902
89,90
Schweden v. 1880
do. v. 1886
Schweden v. 1890.
Jerben steuerfrei
86,90
do. amort. v. 1895
78,55
Türk. Egypt. Tribut
do. kons. steuerfreie
do. Admin. v. 1903.
76,20
do. unif. v. 1903. . .
do. v. 1905. .
72,50
Ungarische Staats-Rente!
1913 unkdh. bis 1923
4½ 90,25
Ungar. Staatsk.-Scheine)
98,70
v. 1913. . . . . . . . . . . .4½
do. Gold-Rente. . . .
83,75
do. Staats-Rente 1910.
81,60
do.
Kr. 4
82,25
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1897
96,30
do, äußere v. 1890
99,50
do. innere v. 1888 . . .4½
do. äußere v. 1888 .
4½ 94,0
80,00
do. v. 1897
Chile Gold-Anl. v. 1911
5 9520
4½
do. v. 1889 .
do. v. 1906 .
4½ 89,00
Chines. St.-Anl. v.
9905
do. v. 1896 .
88,40
do. Reorg. Anl.
90,55
do, v. 1898
89,90
Japaner
Innere Mexikane.
Außere do.
84,50
67,00
Mexikan. Gold v.
do. cons. . .
44,50
do. Irrigat.-Anleihe .4½ 65.00
3½
Buenos-Aires Prov. .
65,25
Tamaulipas . . .
-
Sao Pauſo L.-B. .
do. v. 1913 . .
5 96,50
Siam v. 1907. . . . . . .
4½ 95,50
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/9713½ 84,20
v. 1904 3½ 82,00
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
4 93,95
Darmstadt. . . . . .
Nordd. Lloyd-Obligat. . 4½ 99,20
Donau-Dampfschiff. v. 82) 4 1 92,25
.4U
4
Elisabethbahn . . .
Franz-Josef-Bahn.
88,00
Kaschau-Oderbergerv. 89) 4 83,40
3 72,00
Prag-Duxer .
Osterreich. Staatsbahn . 5 —
do.
4 90,35
do.
3 75,40
do. Südbahn (Lomb.) . 5 98,20
4 71,70
do. do.
20/10 51,40
do. do.
77,30
Raab-Oedenburg . .
87,30
Kronprinz Rudolfbahn
4 85,40
Russ. Südwest .
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Frankfurter Kursbericht vom 2. April 1914.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
Moskau-Kasan .
4½ 93,90
do. .. ..
4 85,50
Wladikawkas.
4 85,50
Rjäsan-Koslow.
Portugies. Eisenb. v.
3 66oo
do. .
14½,
Livorneser . . . . . .
2½/10 69,50
3 62,30
Salonique Monastir. .
Bagdadbahn
.. . . . . 4 78,10
Anatolische Eisenbahn 4½ 90,10
Missouri-Pacific I.
4
do. do. v. 1905 .. 4 6200
Northern-Pacific.
4 95,50
Southern-Pacite. ..
4 92,20
St. Louis & San Franeisco) 5 —
-
Tchuantepee
Ungar. Lokalbahn . .
5 98,50
Provinz-Anleihen.
4- 96,20
Rheinprov-Obl. Em. 20/213½ 86.25
do. Em. 10 . .
§83,25
do. „ 9. .
3½
Posen Prov.. .
95,80
Westfalen Prov. V..
4 96.00
Hess. Prov. Oberhessen
495,80
do, Starkenburg. .
Städte-
Obligationen.
Darmstadt.
4 94,80
3½ 86,35
do. . . . .
496.50
Frankfurt
3½ 89,30
do. „
494,50
Gießen ..
.. .3½ 85,50
do. . . .
. . . 4 94,50
Heidelberg . . . . .
...3½
do. .
4 94,80
Karlsruhe
3½ 86,50
do. .
4
Magdeburg
4 95,00
Mainz
3½1 56 60
do. . .
4‟ 94.30
Mannheim .
3½ 86,00
do. . .
4* 95,70
München .
Nauheim .
3½
4 95,20
Nürnberg
.3½ 86,30
do. -.
4
Offenbach .
4
do. v. 1914
do. . .
3½
Wiesbaden.
3t,
do.
Worms.
do. .
86,00
Lissabon v. 1888
Moskau v. 1912 .
93,60
Stockholm v. 1880
Wien Komm.
Wiener Kassenscheine .4
97,75
Zürich v. 1880
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6
m
Pfandhriefe.
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. . . 4½1100,50
do. unkäb. 1918. .
9300
do.
1919.
93,50
d0.
1921.
94,25
do.
1922. ..
9550
do. ..
8350
. „ ,
do. Komm.-Obl. unk. 1918
95,00
Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910
95,00
do.
1915
96,00
1920 ..
do.
96,50
de. Ser. 12—19. . . . . . 3½ 86,40
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
86,50
unkdb. 1910 .
...
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
Ser. 15—42
94,00
do. . . . . . . „ 48—49
94.,90
96,00
do, unk. 1922 „ 52
88,60
do. „ 1913.. .
do. Scr. 45 . .
86,50
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
Ser. 12, 13, 16
96,90
96,00
do. . . .
14, 15, 171
do. unkdb. 1920
97,40
1923 :
do. „
97,50
do. Ser. 1, 2, 6—8 . .
84,34
do. „ 3—5 ..
84.10
do, kündb. 1915. .
84,30
96,50
do. Komm. unk. 1913
1914
do.
96,90
do.
„ 1916
97,10
do.
37,40
„ 1920
do.
97,50
„ 1923
do. verlosb. u. kündb,, 3½ 84,30
unkäb. 1915 3½
8430
do.
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb. 4 94,50
4 95,80
do. unkdb. 1922. ..
do.
. . . . . . 3½ 86,00
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,00
unkdb. 1917
1910
do. .
94,00
do.
19211 4 94,10
do. .
1924 4 96,20
do.
84,60
do, Komm. unk. 1923
95,20
96,00
do.
1924
96,40
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr.
do. . .
3½ 88,00
Bank-Aktien.
Bank für elektr.
Unter-
nehmungen Zürich . . 10 194,50
7½ 152.50
Berg.-Märkische Bank.
Berliner Handelsges. . . . 8½ 163,00
Darmstädter Bank . . . . 6½ 1123,75
Deutsche Bank. . . . . . .12½(249,50
Deutsche Vereinsbank. . 6 117.29
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 1118,00
Disk.-Kommsnd.-Ant. . . 10 189,00
Dresdner Bank . .
.8½ 151,50
Frankf. Hypothek.-Bank 10 210,50
do. 45. Kred.-WVer. 8½ (15420
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 1116,60
Nation.-Bank f. Deutschl.
111,00
Pfälzische Bank . .
128.50
Reichsbank
.. . . . .8,42 1135,00
Rheinische Kredit-Bank.
133,00
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
102,50
Wiener Bank-Verein . . . 8 1140,00
5
Aktien von
Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 133.05
8 124,50
Forädentscher Lopd.
Frankfurt. Schleppschiff. 4 1116,00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 128.50
Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½ 1116.00
92,00
Boltimore . . . . . . . .
10 1212,75
Canada . . . . .
½½ 1144,25
Schantung.
(22
158.00
Prins Henry.:
„ „ „
21½
Lombarden . . . . . . . .
6 (11260
Pennsylvanie . .
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik . 28 656,50
Chem. Fabrik Griesheim 14 (268,40
30 672,00
Farbwerke Höchst .
Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20 (339,00
10 (155,90
Zement Heidelberg
Chemische Werke Albert 30 1448,00
Holzverkohl. Konstanz . 15 (314,00
6 129,20
Lahméyer . . . . . . . .
Schuckert, Nürnberg. . . 8 1151,70
Siemens & Halske. . . . . 12 (219,00
Bergmann Elektr. . .
5 (123,00
Kllg. Elektr.-Gesellsch: . 14 (248,50
25 344,25
Hagen Akkum.:
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (178.25
510
Gummi Peter . . . . . . .
Adler-Fahrradwerke . . . 25 1340,50
Maschinenfabr. Badenia. 9
Wittener Stahlröhren .
Gasmotoren, Oberursel .8½ 159,50
Gasmotoren, Deutz . .
121,50
Siemens Glas-Industrie 1 15 238,00
23 317,00
Enzinger Filter
Steaus Romana . . . . . . 10 (14500
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 (224,00
1Bad. Zucker-Waghäusel .12,83/216,10
370
Neue Boden-Aktien-Ges.
Süddeutsche Immobilien 0 1 59,00
Bergwerks-Aktien.
12 162,00
Aumetz-Friede .
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 226,00
Leonhard, Braunkohlen . 9 1159,00
23 (367,00
Konkordia Bergbau
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 (133.70
.. 10 221,4
Eschweiler . . .
Seite 23.
Bandel und verkehr.
— Frankfurt a. M., 2. April. (Börfe.) Die
beſſeren Neu=Yorker Notierungen wurden paraliſiert durch
die Mitteilung, daß die Entſcheidung in der Frage der
Frachtenerhöhung wieder hinausgeſchoben ſei und die
Börſe eröffnete daraufhin in etwas ſchwächerer Tendenz,
die ſich jedoch ſpäter, ausgehend vom Schiffahrtsmarkte,
beſſern konnte. Man hofft, daß die Verhandlungen in den
Poolfragen ſchließlich doch zu einem befriedigenden
Reſul=
tate führen werden. Elektrowerte notierten unter
Füh=
rung von A. E. G.=Aktien etwas feſter. Der
Montan=
markt war im Verlauf der Börſe ebenfalls etwas beſſer
ge=
ſtimmt, ohne größere Kursveränderungen zu zeigen. Am
Kaſſamarkt konnten ſich chemiſche Werte erholen, während
die Kursveränderungen der meiſten anderen Werte nicht
nennenswert ſind. Am Fondsmarkt waren 5 Prozent
amortiſiert. Mexikaner auch heute wieder geſtrichen; der
Kurs ſoll von morgen ab ohne laufende Zinſen notiert
werden.
HB. Deutſche Reichsbank. Ausweis vom
31. März 1914. Aktiva (in 1000 Mark): Metallbeſtand
1579445 (—73851), darunter Gold 1259980 (—62 101),
Reichskaſſenſcheine 58896 (—21358) Noten anderer
Ban=
ken 10164 (—29714), Wechſetbeſtand 1361818 (—-497255),
Lombard=Daclehen 84168 (—21594), Effektenbeſtand
292376 (—-92122), Sonſtige Aktiva 220 486 (—45983).
Paſſiva: Grundkapital 180000 (unv.). Reſervefonds
74 479 (unv.), Notenumlauf 2 427670 (—1642 628), Depoſiten
890 487 (—203997), Sonſtige Paſſiva 34717 (*1*1434).
Die Deutſche Reichsbank befindet ſich mit 29165000
Mark in der Notenſteuer gegen eine ſteuerfreie
Noten=
reſerve von 538 386 000 Mark am 23. März 1914 und gegen
eine Notenſteuer von 338 384000 Mark am 31. März 1913.
Bei den Abrechnungsſtellen wurden im Monat März
6947 530 500 Mark abgerechnet.
* Mannheim, 2. April. In der heutigen
Gene=
ralverſammlung der Rheiniſchen
Kredit=
bank erklärte der Vorſitzende, daß es der einſtimmige
Wunſch des Aufſichtsrates ſei, künftig an ſeiner Spitze
Herrn Geheimrat Dr. Richard Broſien bisher leitender
Direktor des Inſtituts, zu ſehen. Herr Geheimrat Broſien
habe ſich hierzu und zu der dazu bedingten Niederlegung
ſeines Amtes als Mitglied des Vorſtandes, das er nahe=
zu zwei Jahrzehnte inne hatte, mit Wirkung vom 1.
Ja=
nuar 1914 ab bereit erklärt. Die Generalverſammlung
ſetzte die Dividende auf 7 Prozent feſt und beſchloß
ein=
ſtimmig, Geheimrat Broſien und außerdem Dr Schneider,
Direktor der Rheiniſchen Hypothekenbank, ſowie
Kom=
merzienrat Heinrich Vögele, der früher dem Aufſichtsrate
der Oberrheiniſchen Bank angehört hatte, in den
Aufſichts=
rat zu wählen.
— Duisburg, 2. April. Die Aktien=
Geſell=
ſchaft für Eiſeninduſtrie und Brückenbau
vorm. Johann Kaſpar Harkort=Duisburg, verteilt auf die
Stammaktien eine Dividende von 6 Prozent, auf die
Vor=
zugsaktien eine von 7 Prozent (beides wie im Vorjahre).
WB. Wien, 1. April. Die Bankhäuſer N. M.
Roth=
ſchild u. Söhne und J. Henry Schröder u. Co. in
London ſind dem unter Führung des Poſtſparkaſſenamtes
ſtehenden Konſortiums zur Unterbringung
der öſterreichiſchen Schatzanleihe beigetreten.
Dieſe wird auch in England in der Landeswährung zur
Subſkription aufgelegt. In Belgien ſind die Banken
Société Génerale de Belgique, Banque de Bruxelles,
Banque d’Outremer Banque Internationale de Bruxelles,
Banque Centrale Anverſoiſe und die Firma Philippfohn
u. Co dem Konſoctium für die Durchführung der Emiſſion
der öſterreichiſchen Staatsſchatzanleihe beigetreten. Die
Plazierung in Belgien erfolgt durch freihändigen Verkauf.
WB. Petersburg. 1. April. Die Ruſſiſche
Staatsbank hat den Diskont um ½ Prozent
her=
abgeſetzt. Für Wechſel mit dreimonatiger und
ſechsmona=
tiger Laufzeit beträgt der Diskont 5½ Prozent, für Wechſel
mit neunmonatiger Laufzeit 6 Prozent. Der
Lombayd=
zinsfuß beträgt 5½ bis 6 Prozent.
Landwirtſchaftliches.
—Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 1. April. Auftrieb durch Händler 185 Schweine
Schlachtgewicht 50 Kilogramm: Preiſe 1. Qual. 62—63
Mk. 2. Qual. 62 Mk., 3. Qual. 61 Mk. Marktverlauf:
drückend, Ueberſtand. — Schweinemarkt am 2. April.
Auf=
trieb durch Händler 197 Schweine Schlachtgewicht 50
Kilo=
gramm: Preiſe 1. Qual. 62—63 Mk., 2. Qual. 62 Mk.,
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 196,50
Harpen Bergbau. . . . . . 11 185,00
Kaliwerke Aschersleben . 10/14940
Kaliwerke Westeregeln . 13 205,50
Königin Marienhütte.
6 81,00
Laurahütte . . . . . . . . . 8
Oberschles. Eisenbed.
86,00
Oberschl. Eisen-Industrie 3 67,50
Phönix Bergbau
18 240,50
Rheinische Braunkohlen 10 229,00
Riebeck Montan.
12 198,00
South West.-Afr. Shares . 5 120,75
Verzinsliche
Anlehenslose. zf.
Badische .
. . TIr. 100 4
Cöln-Mindener . Tlr. 1003½144,10
Holländ. Komm. . f. 100 3%
Madrider . . . . . Frs. 100 3
Meininger Prüm.-Pfdbr. . 4 141,50
Osterreicher 1860er Lose . 4 180,00
Gidenburger. . . . Ttr. 40 3 12800
Raab-Grazer . . . . H. 1502½112,40
Unverzinsliche
Mk.
Anlehenslose.
ſp. St.=
Augsburger
. A. 7 35,80
Braunschweiger .
Tlr. 20 (202,50
Malländer
Pe. 45
do.
Fs. 10
Meininger
.. A. 7 37,40
Osterreicher v. 1864 . H. 100
do. v. 1858 . A. 100
t1. 100
Ungar. Staats . .
Venediger . . . . . . . Fs. 30 79,80
Türkische . . . . . . Fs. 400 (16740
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. . . . . . . . 20,45
20-Franks-Stücke . . . . . . . 16,27
Amerikanische Noten . . . . 14.20½
Englische Noten . . . . . . . . 20,47
Französische Noten. . . . .
81,30
Holländische Noten .
169,35
Italienische Noten . . . . . . 81,10
Osterr.-Ungarische Noten. . I 85,15
Russische Noten . . . . . . .
Schweizer Noten. . . . . . . . 81,20
Reichsbank-Diskont
do. Lombard 2sf..
Tendenz:
Still.
3. Qual. 61 Mk. Marktverlauf: rege; Ueberſtand. —
Kälbermarkt am 2. April. Auftrieb durch Händler 163
Kälber, 3 Schafe Lebendgewicht 50 Kilogramm: Preiſe
1. Qual. 65 Mk., 2. Qual. 62. Mk., 3. Qual. 58 Mk.
Markt=
verlauf: lebhaft.
* Der erſte Eberſtädter Ferkelmarkt iſt
glatt vonſtatten gegangen. Aufgetrieben waren 41 Ferkel,
welche im Zeitraum von einer halben Stunde verkauft
waren. Der Preis bewegte ſich zwiſchen 38 und 45 Mark
für das Paar. Der nächſte Markt findet Mittwoch, den
15. April d. J., ſtatt. Bemerkt ſei noch daß Händler hier
nicht zugelaſſen werden, und daß nur bei den von
außer=
halb des Kreiſes Darmſtadt zugeführten Tieren eine
poli=
zeiliche Beſcheinigung darüber vorzulegen iſt, daß das
Gehöft, aus dem ſie ſtammen, in den letzten ſechs Wochen
frei von Viehſeuchen geweſen iſt.
— Frankfurt a. M. 2. April.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: Rinder 132
Stück, darnuter 37 Ochſen 2 Bullen, 93 Färſen und Kühe,
1049 Kälber, 100 Schafe, 1033 Schweine, Preiſe für 1
Zent=
ner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark: Kälber:
Doppellender, feinſte Maſt 64—68 (107—113) feinſte Maſt=
(Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber 60—64 (102—108), mitt
lere Maſt= und gute Saugkälber 54—58 (92—98), geringere
Saugkälber 50—53 (85—90). Schafe: Maſtlämmer und
jüngere Maſthammel 40—42 (88—90), ältere Maſthammel
und gut genährte Schafe 34—35 (82—84). Schweine:
Fettſchweine über 3 Zentner Lebendgewicht 45—49 (59 bis
61), vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner
Lebend=
gewicht 45—49 (58—60), vollfleiſchige Schweine über 2.
Zentner Lebendgewicht 46—50 (59—61), vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 46—50 (59—61).
Marktverlauf: Kälber, Schafe rege, geräumt; Schweine
ruhig, Ueberſtand.
Gewerbebibliothek (Bibliothek,
Vorbilderſamm=
lung und Patentſchriftenauslegeſtelle) geöffnet Werktags
von 9—12½ und 3—6 Uhr, ausgenommen Samstag
nachmittags. — Bibliothek=Abende Dienstags
und Freitags von 8—10 Uhr abends.
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Seite 24.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. April 1914.
Nummer 93.
Bilanz der Deutſchen Bank, Berlin
am 31. Dezember 1913.
Passiva.
Aktiva.
200,000,000—
1. Nicht eingezahltes Aktienkapital . . .
1. Aktienkapital . .
112,500,000)-
2. Kaſſe, fremde Geldſorten und Kupons . .
90,348,302123 2. Reſerven . . .
e . .
3. Guthaben bei Noten= und Abrechnungs=Banken .
37,100,602/57 3. Kreditoren
1,824,562/81
a) Noſtroverpflichtungen
4. Wechſel und unverzinsliche Schatzanweiſungen
a) Wechſel (mit Ausſchluß von b, e und d) und
un=
b) ſeitens der Kundſchaft bei Dritten benutzte
verzinsliche Schatzanweiſungen des Reichs und
Kredite . .
der Bundesſtaaten.
c) Guthaben deutſcher Banken und Bankfirmen 129,702,478/83
639,001, 79325
d) Einlagen an proviſionsfreier Rechnung
b) eigene Akzepte
c) eigene Ziehungen . .
1. innerhalb 7 Tagen fällig . Mk. 626,563,918.34
400, 418/85
d) Solawechſel der Kunden an die Order der Bank
2. darüber hinaus bis zu 3 Mo=
639,402,212/10
„ 181,717,653.70
naten fällig
5. Noſtroguthaben bei Banken und Bankfirmen
61,734,630/78
90,725, 167.98 899,006,740102
3. nach 3 Monaten fällig
6. Reports und Lombards gegen börſengängige
Wert=
papiere
233,226,705/30 e) ſonſtige Kreditoren
7. Vorſchüſſe auf Waren und Warenverſchiffungen .
1. innerhalb 7 Tagen fällig . Mk. 315,246,966.52
216,769,036/6!
davon am Bilanztage gedeckt
2. darüber hinaus bis zu 3
Mo=
a) durch Waren, Fracht= oder Lagerſcheine . . .
. „ 97,694,128.61
66,928,823144
naten fällig
136.570,913.65 549,512,008178 1,580,045,790/44
b) durch andere Sicherheiten .
3. nach 3 Monaten fällig .
60,648,745163
8. Eigene Wertpapiere
4. Akzepte und Schecks
a) Anleihen und verzinsliche Schatzanweiſungen des
284,078,8107s
a) Akzepte .
Reichs und der Bundesſtaaten.
131,693,780106
16.624,283/84) 300,703,094167
b) noch nicht eingelöſte Schecks . . . . . . .
b) ſonſtige bei der Reichsbank und anderen Zentral=
Außerdem:
notenbanken beleihbare Wertpapiere .
9,703,933/37
142,300,71051
Aval= und Bürgſchaftsverpflichtungen
c) ſonſtige börſengängige Wertpapiere
18,008, 185/80)
400, 41885
d) ſonſtige Wertpapiere .
1.795.72335) 161,201,622/58
, „ „
Eigene Ziehungen .
9. Konſortialbeteiligungen . . .
davon für Rechnung Dritter Mk. 242,102.50
53,462,472/22
10. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und
Weiter begebene Solawechſel der Kunden an
Bankfirmen
,
die Order der Bank . . .
82,469,426/35
11. Debitoren in laufender Rechnung
5. Sonſtige Paſſiva
a) gedeckte
34,1341-
Dividende unerhoben . .
durch börſengäng. Wertpapiere Mk. 348,735,293.64
7,565, 16219d
Dr. Georg von Siemens=Fonds für die Beamten
durch andere Sicherheiten
— 163.705.560. 11 512,440,853/75
1,960,000—
Rückſtellung für Talonſteuer .
Uebergangspoſten der Zentrale und der Filialen
b) ungedeckte .
126,019,34187) 638,460, 195/62
7,121,618/45) 16,680,915/35
untereinander . . .
Außerdem:
Apal= und Bürgſchaftsdebitoren
35,745,40693
142,300,71051
6. Reingewinn . . . . .
12. Bankgebäude .
31,500,000
*
13. Sonſtige Immobilien
, , ,
,
14. Sonſtige Aktiva.
Sunma der Ativn Mart (92ts 6r5 2060
Summa der Paſioa Mart (2215 6r520fes
Debet.
Gewinn= und Verluſt=Konto.
Kredit.
An Gehälter, Weihnachts=Gratifikationen an die Be=
Per Saldo aus 1912
3,019,749150
amten und allgemeine Unkoſten
21,681,53411i
„ Gewinn auf Wechſel und Zinſen=Konto
35,423,752l35
„ Beamtenfürſorge=Verein
1,381,248/1
„ Sorten, Kupons und zur Rückzahlung
„ Wohlfahrtseinrichtungen für die Beamten (Klub,
451,645/52f
gekündigte Effekten
Kantinen u. freiwillig übernommene Verſicherungs=
Effekten
1,132,047143
beiträge)
258,15819
3,575,7944d
Konſortial=Geſchäfte . .
„ Steuern und Abgaben
3,617,69651
Proviſions=Konto
21,030,542/80
„ Gewinnbeteiligung an Vorſtand, ſtellvertretende
aus dauernden Beteiligungen bei fremden
Direktoren, Abteilungs=Direktoren und 11 Filial=
Unternehmungen und Kommanditen .
6.693,35403) 68,307,13653
direktionen (67 Perſonen) .
3,906,276/58
„ Rückſtellung für Talonſteuer . . .
360,000—) 31,204,914/31
„ Abſchreibungen auf Bankgebäude .
3790 0g2
577.50254
„ Mobilien
4,376,564179
„ Saldo, zur Verteilung verbleibender Ueberſchuß
35,745, 406193
Mart . 71 282800s
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