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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Geſtern fand in Venedig die Zuſammenkunft Kaiſer
Wilhelms mit König Viktor Emanuel ſtatt.
Wie verlautet, iſt die Reiſe des deutſchen
Kron=
prinzen nach den Kolonien für dieſes Jahr
aufgegeben worden.
Nach einer ſpäteren amtlichen Feſtſtellung ſind bei dem
Bootsunglück auf der Spree nicht 13, ſondern
8 Perſonen ertrunken.
Der engliſche Kriegsminiſter Seely hat
demiſſio=
niert. Premierminiſter Asguith erlärte jedoch int
Un=
terhauſe, daß er den Rücktritt des Kriegsminiſters Seely
nicht angenommen habe.
In Südweſtrußland hat abermals ein Orkan
furchtbare Verheerungen angerichtet.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Der Dreibund.
— Am geſtrigen Mittwoch iſt Kaiſer Wilhelm auf
ſeiner Reiſe nach Korfu mit König Viktor Emanuel in
Venedig zuſammengetroffen, nachdem er zuvor in Wien
dem greiſen Kaiſer Franz Joſef einen kurzen Beſuch
ab=
geſtattet hat. Mögen auch beide Begegnungen privaten
Charakter tragen, ſo ſind ſie doch in politiſcher Hinſicht
nicht ohne Bedeutung. An irgend welche Abmachungen
und Sonderbeſprechungen iſt ja nicht zu denken, und deren
braucht es auch gar nicht, vielmehr wird gerade in einer
ſo kritiſchen Zeit wie der jetzigen mit aller Deutlichkeit
dokumentiert, daß die Dreibundmächte feſt
zuſammen=
halten.
Im Schönbrunner Schloſſe hatte Kaiſer Wilhelm eine
lange intime Unterhaltung mit Kaiſer Franz Joſef, und
bei der Entrevue von Venedig befindet ſich der Miniſter
des Aeußeren, San Giuliano, im Gefolge des Königs von
Italien, woraus erhellt, daß politiſche Beſprechungen in
Ausſicht genommen ſind. Stoff genug dafür iſt ja
vor=
handen, denn am politiſchen Horizont haben ſich ſchwere
Wolken aufgetürmt. Der Ausbruch eines baldigen
Un=
wetters iſt ja vorläufig nicht zu erwarten, andernfalls
hätte Kaiſer Wilhelm ſicherlich nicht ſeine Erholungsreiſe
angetreten, aber in einer derartigen Situation iſt es gut,
wenn die maßgebenden Perſönlichkeiten gelegentlich
ein=
mal direkt Fühlung nehmen, um ſich über die Tagesfragen
gründlich auszuſprechen.
Im Verlauf der letzten großen Wirren hat der
Drei=
bund ſich auf das trefflichſte bewährt, er hat ſich als ein
ſchwerwiegendes Gegengewicht gegenüber gewiſſen
Aſpira=
tionen anderer Großmächte erwieſen und verhindert, daß
eine Machtverſchiebung eingetreten iſt. Hätten die
Ver=
bündpten in ihren Maßnahmen ſich nichtſo einmütig gezeigt,
wer weiß, ob nicht Rußland und Frankreich ſchon längſt
losgeſchlagen hätten, weit davon iſt man ja nicht geweſen.
Rußland hat ſicherlich auf eine paſſende Gelegenheit
ge=
wartet und iſt erſt dann zurückgeſchreckt, als man an der
Newa merkte, daß Deutſchland ſeinen Bundesgenoſſen
unter keinen Umſtänden allein gelaſſen hätte. Dazu kommt,
daß auch die Differenzen zwiſchen Oeſterreich und Italien
ausgeglichen ſind, auf die unſere Gegner gern ſpekulierten,
in der Erwartung, daß im Ernſtfalle Italien ſich rom
Dreibunde losſagen würde. Aber auch hierin dürfte man
ſich gründlich irren. Italien hat in den letzten Jahren die
Vorteile des Dreibundverhältniſſes ſehr genan kennen
ge=
lernt, es handelt ſich eben um eine Vernunftehe, denn
die Liebe ſpielt in der Politik keine Rolle; weiß man doch
auch, mit welchem Widerwillen maßgebende politiſche
Kreiſe in Petersburg Frankreich als Bundesgenoſſen
be=
grüßen, was ſie aber keineswegs daran hindern würde,
gegebenenfalls deſſen Unterſtützung ſich zunutze zu machen.
Mit großem Mißvergnügen muß man an der Seine
die Wahrnehmung machen, daß Italien dem
fran=
zöſiſchen. Liebeswerben nicht folgen und im
aus=
geſprochenen Gegenſatz zu Frankreich eine maßgebende
Rolle in den Intereſſenſphären des Mittelmeers ausüben
will. Mit gemiſchten Gefühlen verfolgt denn auch die
Pa=
riſer Preſſe die Begegnung von Venedig, der man große
Bedeutung beimißt. Nur der Mächtige flößt Reſpekt ein
die Welt hat geſehen, daß der Dreibund nicht bloß auf
dem Papier ſteht, und die Begegnungen von Wien und
Venedig künden erneut, daß die drei Mächte feſter denn
je zuſammenſtehen wollen, nicht in agreſſiver Abſicht,
ſon=
dern im Intereſſe der Erhaltung des Weltfriedens.
Preßſtimmen zur Kaiſerreiſe.
* Von den römiſchen Zeitungen haben als
erſte Giornale d’Italia und Vita
Begrüßungs=
artikel zur Zuſammenkunft in Venedig gebracht. Die
beiden Artikel ſind äußerſt herzlich. und warm gehalten
Das Giornale d’Italia feiert den Dreibund, der aus
der europäiſchen Kriſe ſtärker denn je hervorgegangen ſei.
Die Kaiſerreiſe ſei der beſte Kommentar und die beſte
Antwort der Wilhelmſtraße auf alle romanhaften
politi=
ſchen Ausſtreuungen in der letzten Zeit. Das Blatt fährt
fort: Wirſtellen mit Genugtnung jeſt. daß die
öſterreichiſch=
deu’ſchen Beziehungen ſtetig und herzlich ſind und durch
unweſentliche Zwiſchenfälle während des Balkankrieges
nicht getrübt wurden. Die beſten und intimſten
Beziehun=
gen, wie ſie kaum je vorher waren, beſtehen auch heute
zwiſchen Deutſchland und Italien. Es beſteht kein
Zwei=
fel, daß in dieſem Augenblick von allen Nationen Europas
es Deutſchland iſt, mit dem wir in den intimſten
Be=
ziehungen ſtehen. Während der geſamten Balkanwirren
iſt die Uebereinſtimmung zwiſchen Rom und Berlin nie
getrübt worden. Dadurch iſt in den beiden Reichen eine
Atmoſphäre des Zutrauens und des gegenſeitigen
Ver=
trauens geſchaffen worden. — Die Vita ſeiert ebenfalls
den feſten Beſtand des Dreibundes, der ſeine volle
Wirk=
ſamkeit als Friedenshort bewieſen habe. Es ſei töricht,
Deutſchland Eroberungsgelüſte zuzuſchreiben. Die
Be=
ziehungen zu England hätten ſich gebeſſert. Ein Angriff
ſeitens Frankreichs ſei nicht zu befürchten, und der
ſla=
wiſche Hannibal ſei noch nicht ante vorias. Die beinen
verbündeten Reiche könnten auch für die Zukunft die
Ge=
meinſamkeit ihrer Urteile und Abſichten feſthalten, und
beide, eng verbunden in dem gemeinſamen Ziele, jede
europäiſche Störung zu vermeiden, könnten in vollſter
Uebereinſtimmung darauf hinarbeiten, die Lebenskraft des
türkiſchen Reiches in Europa zu erhalten und die kulturelle
Umwandlung ſeiner aſiatiſchen Beſitzungen zu erleichtern.
Das Blatt fährt fort: Heute zeigt ſich die Nützlichkeit der
deutſchen Freundſchaft. Das mächtige Reich mit der
Sicherheit ſeiner militäriſchen Stärke und ſeiner
rieſen=
haſten Kkonomiſchen Entwicklung iſt zurzeit der beſte
Frie=
densſchützer. Zum Schluß rühmt die Vita den Kaiſer
als den beſten Wächter der internationalen Ruhe und als
den beharrlichſten Mitarbeiter in der Vertiefung ſozialer
Arbeit.
Auch die franzöſiſchen Blätter beſchäftigen ſich
mit der Reiſe Kaiſer Wilhelms nach Wien und Venedig.
Der Temps meint, daß den Begegnungen des
deut=
ſchen Kaiſers mit dem Kaiſer Franz Joſef und dem
Kö=
nig Viktor Emanuel infölge der gegenwärtigen
Verhält=
niſſe eine beſondere Bedeutung beizumeſſen ſei. Der
Friede auf dem Balkan ſei zwar hergeſtellt, gber es ſei
dies ein mit verſchiedenen Schwierigkeiten und Problenen
belaſteter Friede. Die öffentliche Meinung Oeſterreichs
erblicke in der Zuſammenkunft der beiden Kaiſer einen
Beweis für ihre Freundſchaft und für die Feſtigkeit des
öſterreichiſch=deutſchen Bündniſſes. Ebenſo werde die
Be=
gegnung in Venedig das enge Zuſammenwirken der Kräfte
des Dreibundes in allen Fragen des europäiſchen
Feſt=
landes wie in denen des Mittelmeers und Kleinaſiens
bekräftigen. Dieſen vereinten Kräſten gegenüher hält die
Tripelenlente, deren Intimität von neuem durch die
Be=
ſuche des Königs Georg in Paris und des Präſidenten
Poincaré in Petersburg bekundet wird, das Gleichgewicht
aufrecht. Dieſes Gleichgewicht und die Fürſorge, welche
die Tripelentente aufwende, um ihre militäriſche Mach:
auf der Höhe ihrer diplomatiſchen Aufgabe zu erhalten,
bieten das beſte Unterpfand dafür, daß die noch
ſchweben=
den Fragen in friedlicher und billiger Weiſe und nicht
zum Schaden der Tripelententemächte gelöſt werden.
Des=
halb ſehen wir dieſen Austauſch von Beſuchen und dieſe
Unterredungen ohne Beunruhigung. Iſt doch ſchon die
Reiſe Kaiſer Wilhelms nach Korfu ein Anzeichen der
Ent=
ſpannung. — Auch die Liberté erblickt in den Begegnungen
des Kaiſers Wilhelm mit Kaiſer Franz Joſef und dem
König Viktor einen neuen Beweis dafür, daß der
Drei=
bund ſeine ganze Lebenskraft bewahre. — Die République
Frangaiſe meint, Frankreich kenne keinen Grund, ſich über
die Unterredungen in Wien und Venedig zu beunruhigen.
Wenn ſie auch vielleicht nicht den Weltfrieden befeſtigen
würden, ſo ſei es doch gewiß, daß ſie ihn weder birent
noch indirekt gefährden werden.
Die in Rom erſcheinende franzöſiſche Zeitung Italie
widmet der Zuſammenkunft in Venedig einen Artikel, der
die vellkommene Solidarität des Dreibundes betont. Der
Beſuch des deutſchen Kaiſers gebe außerdem Gelegenheit
zu einer Flottenkundgebung der Dreibundmächte in der
Adria Italie ſchreibt, daß die Balkankriſe die Bande des
Dreibundes noch enger geknüpft habe und daß
Deutſch=
land, wenngleich es in der albaniſchen Frage ſich weniger
intereſſiert zeigte, doch in vollkommener Uebereinſtimmung
mit Oeſterreich und Italien ſich befinde und ebenfalls mit
den beiden Verbündeten in den Wünſchen hinſichtlich der
ökonomiſchen Ausdehnung in Kleinaſien und dem öſtlichen
Mittelmeer einer Meinung ſei. Der Artikel ſchließt mit
dem Satze, daß die herzliche Intimität der Herrſcher des
Dreibundes die beſte Friedensgarantie bedeute.
Deutſches Reich.
Die Reichstagskommiſſion für die
Sonntagsruhe nahm die Beſtimmung an, daß durch
die Beſchäftigung an Sonn= und Feiertagen der Angeſtellte
nicht am Beſuche des öffentlichen Gottesdienſtes gehindert
werden dürfe. Gemäß einem Zentrumsantrage wurde
vor dem Worte „Beſuche” noch das Wort „rechtzeitigen‟
eingeſchaltet. Ohne Erörterung angenommen wurde ein
Ausgleichsantrag der bürgerlichen Parteien, der nach
Ab=
lauf der zuläſſigen Beſchäftigungsdauer in den offenen
Verkaufsſtellen die Bedienung der im Laden anweſenden
Kunden noch für eine Viertelſtunde freigibt. — Hierauf
wurden die Sondervorſchriften für die Apotheken
beſpro=
chen. Ein ſozialdemokratiſcher Antrag verlangt einen
weitergehenden Schluß der Apotheken unter beſonderen
Sicherungen. Es kam zu einer längeren Ausſprache über
dieſen Antrag. Die Sozialdemokraten beantragten
über=
dies, daß Gehilfen, die am Sonntag beſchäftigt ſind, jeden
zweiten Sonntag frei bleiben müßten. Ein
Zentrums=
antrag forderte für dieſe Gehilfen die Entſchädigung durch
einen freien Wochentag. Dieſer Antrag wurde noch
da=
hin erweitert, daß an Stelle des freien Wochentages auch
zwei freie Nachmittage treten können. Die
ſozialdemokra=
tiſchen Anträge wurden abgelehnt, die Zentrumsanträge
einſtimmig angenommen.
Die Einbringung des
Reichstheater=
geſetzes in den Bundesrat iſt demnächſt zu erwarten,
da die letzten Arbeiten, die ſich auf die Begründung zum
Entwurf beziehen, im weſentlichen fertiggeſtellt ſind. Mit
einer Einbringung des Entwurfs in den Reichstag noch
in dieſer Tagung dürfte in Anbetracht der vorgerückten
Zeit aber nicht zu rechnen ſein.
Aus Elſaß=Lothringen. In der
altdeut=
ſchen Preſſe war vor einiger Zeit mit Recht Klage geführt
worden über den geringen Nationalſinn der
Lehramts=
kandidaten und jungen Oberlehrer an den höheren Schulen
Elſaß=Lothringens. Beſonders wurde erwähnt, daß dieſe
einheimiſchen Lehrer ſich im Konferenzzimmer gegenüber
deutſchen Kollegen in provozierender Form der
franzöſi=
ſchen Sprache bedienten. Staatsſekretär Graf Rödern, in
ſeiner Eigenſchaft als oberſter Vertreter der Schulbehörde,
hat nun an ſämtliche Schulvorſtände der höheren Schulen
eine Verfügung erlaſſen, wonach die Lehrer erſucht
wer=
den, im Unterricht, im geſamten dienſtlichen Verkehr, im
Konferenzzimmer, auf dem Schulhof nur hochdeutſch zu
ſprechen. Ferner wurde bemängelt, daß die Leiſtungen
vieler Schüler in der Schriftſprache nicht genügend ſeien.
Der Erlaß des Staatsſekretärs hat in den dortigen
Krei=
ſen der einheimiſchen Oberlehrer große „Entrüſtung”
her=
vorgerufen. Man glaubt, mit dieſem Erlaß ſolle nicht nur
dem heimiſchen elſäſſiſchen Dialekt, ſondern vielmehr der
franzöſiſchen Sprache eine Zwangsjacke angelegt werden.
Das tut den Welſchlingen bitter weh.
— Gegen die welfiſchen Umtriebe. Der
Voſſiſchen Zeitung geht aus Braunſchweig eine Mahnung
gegen die Welfen zu, in der hervorgehoben wird, daß
ſich über das Treiben hannoverſcher Welfen in
Braun=
ſchweig wachſender Unmut zeige. Die Traditionen des
Herzogs ſeien nicht die ſeines Vaters, ſondern er ſei ein
Kind der Neuzeit, das ſich mit den Tatſachen der
Gegen=
wart abgefunden hätte.
Ausland.
Frankreich.
Die Einkommenſteuer. Die Budgetkommiſſon
der Kammer hat, nachdem ſie die Erklärung des
Finanz=
miniſters entgegengenommen hatte, die Einführung einer
Steuer auf die Rente im Finanzgeſetz mit 11 gegen 9
Stimmen abgelehnt.
Die Kammerwahlen. Wie die Agence Havas
meldet, bleibt als Datum für die Neuwahlen der 26. April
beſtehen. Das Dekret über die Zuſammenberufung der
Wähler werde demnächſt erſcheinen.
Die Ausgaben für Marokko. In der
Kam=
mer wies Denys Cochin bei der Beratung des die
mili=
täriſchen Ausgaben für Marokko betreffenden Artikels des
Finanzgeſetzes auf die Notwendigkeit hin, die Beſetzung
zu Ende zu führen und zur Behebung der internationalen
Hinderniſſe diplomatiſche Verhandlungen einzuleiten. Der
Berichterſtatter Meſſimy erklärte, er rechne für das erſte
marokkaniſche Budget auf ein Defizit von 10 Millionen
Franes, aber das Budget des nächſten Jahres werde
ba=
lancieren, ſogar einen Ueberſchuß ergeben. Seit Jahr=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Nummer 85.
hünderten habe man in Marokko nicht eine ſolche
Sicher=
heit geſehen. Die von Frankreich gebrachten Opfer hätten
wenig zu bedeuten, da bald ganz Nordafrika für
Frank=
reich, ein gewaltiges Reſervoir von Menſchen und
Soldaten ſein werde. Meſſimy ſchloß ſich den Wünſchen
Cochins nach diplomatiſchen Beſprechungen an. Der
Mi=
niſterpräſident Doumergue erwiderte Cochin, die
Regie=
rung wünſche in Marokko durch friedliche Ausbreitung ſich
in wachſamer Defenſive zu halten. Sie habe den dortigen
Truppen alle unnötigen kriegeriſchen Unternehmungen
ausdrücklich unterſagt. In zwei Jahren ſei in Marokko
beträchtliche Verwaltungsarbeit geleiſtet worden. Der
Miniſterpräſident erkannte an, daß internationale Feſſeln
die wirtſchaftliche Entwicklung aufhielten, doch würden
dieſe bald verſchwinden, es ſchwebten darüber gegenwärtig
Verhandlungen.
England.
Die Homeruledebatte im Unterhauſe.
Die in der Preſſe erſchienenen Erklärungen über die
Be=
dingungen, unter denen General Gough auf ſeinen Poſten
in Irland zurückkehre, führten im Unterhauſe zu weiteren
Fragen und zu einer wichtigen Erklärung der Regierung.
Lee fragte, ob es Tatſache ſei, daß Gough das Kommando
wieder aufgenommen habe, nachdem er vom
Kriegs=
miniſter die ſchriftliche Erklärung erhielt, daß die unter
ihm dienenden Truppen nicht dazu verwandt würden,
Ur=
ſter die Homerulebill aufzuzwingen. Kriegsminiſter
Seely erwiderte, er habe den Vorſchlag gemacht, alles
Material und die geſchriebenen Dokumente, welche die
ganze Lage klar ſtellten, zu veröffentlichen, ſo daß
weiter=
hin kein Geheimnis über den Gang der Dinge herrſche.
Es wurden noch weitere Fragen an Seely gerichtet, er
lehnte es jedoch ab, ſie zu beantworten, indem er ſagte,
daß, wenn nicht eine Debatte über die Angelegenheit
ſtatt=
fände, es für ihn unmöglich ſei, eine wahre Darſtellung
des Gegenſtandes zu geben. Asquith bemerkte, indem
er auf andere Fragen antwortete, daß eine
De=
batte ſtattfinden würde. Unter den Dokumenten würden
ſich auch die dem General Paget erteilten ſchriftlichen
In=
ſtruktionen befinden. Asquith fügte noch hinzu, es würde
eine ergänzende Ecklärung über die mündlich erteilten
In=
ſtruktionen in der Debatte gemacht werden. In weiteren
Verlaufe der Debatte griff Ward (Arbeiterpartei) die
Oppoſition unter lautem Beifall der Miniſteriellen an. Die
Frage, die jetzt zu entſcheiden ſei, iſt, ob das Volk
Lan=
desgeſetze machen ſoll, gänzlich ohne die Einmiſchung des
Königs oder der Armee. (Lauter Beifall bei den
Miniſte=
riellen.) Beck (liberal) erklärte, die
Repräſentativregie=
rung ſei in Gefahr. Er tadle nicht die Offiziere, aber er
tadle jene Männer, die in den letzten drei Jahren durch
ihr Ränkeſpiel die Offiziere dahin bringen wollten, ihnen
die Kaſtanien aus dem Feuer zu holen. Er tadelte auch
den Kriegsminiſter Seely und rief aus: Was tun wir im
Unterhauſe, wenn wir nicht allein die Bill dreimal ans
Oberhaus zu ſenden haben, ſondern ſie zur endgültigen
Durchſicht noch Generalen und Offizieren zu unterbreiten
haben? Der Kriegsminiſter Seely erklärte, er könne der
Debatte nicht vorgreißen.
Rußland.
Das Nüchternheitsprogramm des neuen
Finanzminiſters. Finanzminiſter Bark
veröffent=
licht ein Rundſchreiben über die Frage der Verwirklichung
der dem Finanzreſſort durch das kaiſerliche Handſchreiben
vom 1. Februar geſtellten Aufgaben. Bark weiſt darauf
hin, daß die Verbreitung der Nüchternheit unter der
Be=
völlerung die Hauptaufgabe ſeines Reſſorts bilde, doch
brauche man deshalb nicht eine Verringerung der
Ein=
nahmen der Krone zu befürchten. Bark ſpricht die feſte
Ueberzeugung aus, daß die durch die Enthaltung von
geiſtigen Getränken erſparten Kapitalien neue zuverläſſige
Geldquellen zur Deckung der anwachſenden
Staatsaus=
gaben eröffnen werden. Bark fordert zum Schluß dazu
auf, alle geſetzlichen Petitionen der Dorfgemeinden nach
Abſchaffung oder Nichtzulaſſung des Branntweinverkaufs
wohlwollend zu berückſichtigen.
Griechenland.
Die Aufſtandsbewegung in Epirus. Die
griechiſche Regierung erließ ein Rundſchreiben an die
Mächte, worin ſie die Aufmerkſamkeit der Mächte darauf
lenkt, daß die Aufſtandsbewegung in Epirus ſich immer
mehr und mehr ausbreite. Die Lage der griechiſchen
Truppen in Epirus ſei ſchwierig. Die griechiſche
Regie=
rung in Athen ſei gezwungen geweſen, eine Verſammlung
in Athen zu verbieten, weil ſie erregte Kundgebungen
zu=
gunſten der epirotiſchen Sache befürchtete.
Japan.
Die Kabinettskriſis. Miniſterpräſident
Ya=
mamato bleibt bis zur Bildung des neuen Kabinetts im
Amt. Er erklärte, der Rücktritt des Miniſteriums ſei
er=
folgt, weil die Beratungen über das Budget auf einem
toten Punkt angekommen ſeien, und nicht im
Zuſammen=
hang mit dem Marineſkandal.
* München, 24. März. Im Hofballſaale der
König=
lichen Reſidenz fand heute abend zu Ehren des
Königs=
paares von Württemberg eine Galatafel zu 166.
Gedecken ſtatt. Der König von Württemberg führte die
Königin Marie Thereſe, König Ludwig die Königin
Char=
lotte. Es folgten der Kronprinz, ſowie die übrigen in
München anweſenden Prinzen und Prinzeſſinnen des
Königlichen Hauſes, die oberſten Hofchargen, die
Staats=
miniſter, die Generaladjutanten, die Kabinettschefs, das
Gefolge und der Ehrendienſt der württembergiſchen
Herr=
ſchaften, die Standesherren, das Direktorium der Kammer
der Abgeordneten, ferner die Vertreter der Stadt, der
Polizeipräſident, der Stadtkommandant und andere.
Wäh=
rend der Tafel erhob ſich König Ludwig und begrüßte die
Gäſte. Die Muſik ſpielte die Nationalhymne. Kurz
dar=
auf erwiderte der König von Württemberg mit einer Rede.
Um 9 Uhr reiſte das Königspaar wieder nach Stuttgart
zurück.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. März.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Gerichtsaſſeſſor Dr. Karl Braden in
Mainz zum Notar mit dem Amtsſitze in Bingen mit
Wirkung vom 1. April 1914.
* Erledigte Stellen. Eine mit einem evangeliſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Ober=Beerbach. Mit der Stelle kann die Hälfte
des Organiſtendienſtes verbunden werden. — Die Stelle
des Kanzleiwärters bei Großh. Hauptſtaatskaſſe.
Melde=
ſchluß: 1. April 1914.
-g. Strafkammer II. Geſtern hatte ſich der 41jährige
Kaufmann Franz Höhn von Heppenheim a. d. B. vor der
Strafkammer zu verantworten. Höhn, der mehrere Jahre
Rechner des Spar= und Kreditvereins Heppenheim war
und ſich in Heppenheim des größten Vertrauens und
Anſehens erfreute und einer angeſehenen wohlhabenden
Familie entſtammt, hat durch leichtſinniges Spekulieren
ſeine Angehörigen an den Bettelſtab gebracht. Nachdem
er Unterſchlagungen in Höhe von 210000 Mark hegangen
hatte, ging er vor etwa zwei Jahren flüchtig. Die näheren
Verhältniſſe ſind bereits eingehend dargelegt worden als
Höhn im Oktober vorigen Jahres wegen
Steuerhinter=
ziehung zu mehreren tauſend Mark Geldſtrafe verurteilt
wurde. Auf ſeine Flucht nahm Höhn geößere Geldmittel
nicht mit. Die von ihm begangenen Unterſchlagungen ſind
dem betroffenen Verein erſetzt worden, 40000 Mark aus
dem Vermögen des Höhn 150000 Mark erſetzten die
An=
gehörigen und 20000 Mark wurden von dem früheren
Vorſtand erſetzt. Höhn begab ſich zunächſt nach Pacis,
von da nach Südamerika und als man ihm auf die Spur
kam, nach Neu=York, wo er im anfang dieſes Jahres wegen
der von ihm begangenen ſchweren Urkundenfälſchungen von
Amerika nach Deutſchland ausgeliefert wurde. Seine
Ab=
urteilung vor der Strafkammer konnte alſo nur wegen der
Urkundenfälſchung erfolgen, doch muß ſich Höhn nach
Ver=
büßung ſeiner Strafe wieder in das Ausland begeben—
wenn er nicht auch noch wegen der Unterſchlagung und
des Betrugs verurteilt werden will. In der geſtrigen
Ver=
handlung handelte es ſich nur um die Fälſchung von zwei
Anerkennungsurkunden, bei der einen fälſchte er die
Unterſchrift, bei der anderen die Zahl 4000 in 14000 Mark.
Schaden iſt hieraus nicht erwachſen. Weiter hat der
An=
geklagte einen Wechſel mit dem Giro eines Verſtorbenen
verſehen und in den Verkehr gebracht. Höhn iſt geſtändig,
Er ſchützt nur Verjährung vor, doch iſt davon nicht die
Rede, da er von den Urkunden bis in die letzte Zeit
Ge=
brauch gemacht hatte. Nach den Zeugenausſagen führte
Höhn, der unverheiratet iſt, kein ausſchweifendes Leben;
Das Gericht verurteilt den Angeklagten zu 3 Jahren
Gefängnis abzüglich 6 Wochen der
Unterſuchungs=
haft.
— Vom Hoftheater. Heute abſolviert Eliſabeth von
Schroeder=Clary in der Titelpartie von Puccinis
„Tosca”, die ſie bereits an einer Reihe deutſcher Bühnen
mit ſchönem Erfolg dargeſtellt hat, ein einmaliges Gaſt=.
ſpiel. Die Künſtlerin ſingt die Partie in deutſcher Sprache,
Ihr Partner als Caparadoſſi iſt Auguſt Geſſer vom
Stadttheater in Mainz, ein junger Sänger mit
ungewöhn=
lich ſchönen Mitteln, der den beurlaubten Herrn Becker
ver=
tritt. In der Aufführung „Lohengrin” die am
Frei=
tag ausnahmsweiſe im B=Abonnement ſtattfindet, ſingt
Anna Jacobs erſtmalig die Ortrud. Den Lohengrin
wird wieder Georg Becker darſtellen, da das
Gaſt=
ſpiel Johannes Sembachs wegen Erkrankung
des Künſtlers zurzeit nicht ſtattfinden kann. Der
Samstag bringt als Volksvorſtellung eine Wiederholung
der „Spaniſchen Fliege” während am Sonntag
Bizets „Carmen” in faſt durchweg neuer Beſetzung
und vollkommener ſzeniſcher und koſtümlicher
Neugeſtal=
tung unter Leitung von Hofkapellmeiſter Ottenheimer und
Regiſſeur Nowack in Szene geht. Für Montag iſt ein
„Bunter Abend” geplant, der, wie ſeine erfolgreichen
Vorgänger Solovorträge von erſten Geſangs= und
Inſtru=
mentalſoliſten und einige kleins ſzeniſche Aufführungen
bringen wird.
* Führungen im Landesmuſeum. Die 13. und
letzte Führung findet Sonntag, den 29. März,
vor=
mittags von 8¾—9¾ Uhr ſtatt. Thema: Die Verfahren
des Bilddrucks (II): Radierung, Farbſtich, Schabkunſt,
Lithographie. Karten ſind im Verkehrsbureau von
Donnerstag bis Samstag um 12 Uhr unentgeltlich
zu haben.
* Mozartverein und Inſtrumentalverein. Der
in den Mitgliederkreiſen der beiden Vereine freudig
be=
grüßte Gedanke, die Inſtrumental= und Chorkräfte
der=
ſelben im Laufe dieſes Winters einmal zu einer
ge=
meinſchaftlich zu veranſtaltenden
Konzert=
aufführung zu vereinigen, iſt auf das erfolgreiche
Zuſammenwirken anläßlich der vorjährigen Richard
Wagner=Jahrhundertfeier zurückzuführen und ſoll nun
am nächſten Dienstag, den 31. März, im Saalbau zur
Verwirklichung gelangen. Die Aufführung, welche durch
die muſikaliſchen Leiter der Vereine eine überaus
ſorg=
fältige und liebevolle Vorbereitung gefunden, bringt
eine Blütenleſe hervorragender Chor= und
Inſtrumental=
werke alter und neuerer Tonmeiſter und als ſoliſtiſche
Beigabe Liedervorträge der in den deutſchen
Konzert=
ſälen immer ſtärker begehrten ausgezeichneten und
be=
liebten Sopraniſtin, Frau Kammerſängerin Anna
Kämpfert aus Frankfurt a. M. Auf das
Pro=
gramm im einzelnen werden wir noch einmal
zurück=
kommen. — Da von Seiten der Mitglieder ein ſtarker
Zudrang zu erwarten iſt, empfiehlt es ſich für
die=
jenigen, welche ſich im voraus einen beſtimmten Platz
ſichern wollen, ſich durch Aufzahlung von 60 Pfg. das
Anrecht auf einen Sperrſitz zu erwerben. Gegen Vorlage
der Mitaliedskarten ſind ſolche Sperrſitze auf der rechten
Saalhälfte für die Mitglieder beider Vereine von jetzt
ab in der Hofbuch= und Kunſthandlung von Müller und
Rühle, Eliſaberhenſtraße 5, zu haben. Die ſeitherigen
Sperrſitzabonnenten des Inſtrumentalvereins erhalten
ihre Plätze auf der linken Saalhälfte und die betreffenden
Karten beſonders zugeſchickt.
*In Amerika verſtorbene Heſſen. Am 25. Februar
verſtarb infolge eines Schlaganfalls in Rockville, Conn.,
im Alter von 79 Jahren Herr Philipp Kramer, einer
der geachtetſten Deutſch=Amerikaner dieſer Stadt. Der
Verſtorbene wurde am 9. Januar 1835 in Pfungſtadt,
Heſſen=Darmſtadt, geboren. Seine Erziehung genoß er
auf deutſchen Schulen und erlernte dann bei ſeinem
Vater die Bäckerei, welche er in ſpäteren Jahren in
dieſem Land ſo erfolgreich betrieb. Im Jahre 1854
ent=
ſchloß er ſich, nach Amerika zu gehen und kam nach
einer 30tägigen Seereiſe mit dem Dampfer „Congreß”
über Hapre nach Neu=York.
— Paketeinſammlung durch die Poſt. Es iſt noch
nicht genügend bekannt, daß die Poſt abzuſendende Pakete
auf Beſtellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man
braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen
Zettel — am beſten eine unfrankierte Poſtkarte — mit
den Worten: „Paket abzuholen bei (Name und Wohnung)”
unfrankiert in den nächſten Briefkaſten zu werfen oder
einem Briefträger mitzugeben und die Sendung wird
bei der nächſten Paketbeſtellfahrt gegen eine Gebühr von
10 Pfg. aus der Wohnung des Abſenders abgeholt.
Das Verfahren iſt einfach und bequem und beſonders
ſolchen Perſonen zu empfehlen, denen kein Dienſtbote zur
Verfügung ſteht.
X Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats Januar
im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden: 134
Ochſen, 1 Bulle, 257 Kühe, 16 Jungrinder, 888 Kälber,
Bei den Frauen von Ulſter.
** Die Aufruhrſtimmung, die von Ulſter ausgeht und
vor den Blicken Englands das Geſpenſt eines drohenden
Bürgerkrieges erſtehen läßt, offenbart ſich am
bedeutungs=
vollſten in der Haltung der Frauen. Wenn die Frauen
eingreifen und eine urſprünglich rein politiſche Frage zum
Ziele ihrer Leidenſchaft machen, dann wird es ernſt, dann
zeigt es ſich, daß die Erregung das Volk wirklich erfüllt.
Und ſo ſteht es heute in Ulſter. Hamilton Fyfe, der
be=
kannte engliſche Korreſpondent, der nach Portadown
ge=
reiſt iſt und ausführlich über die Haltung der Frauen von
Ulſter berichtet, muß zugeben, daß der Geiſt des Aufruhrs
gerade in der Frauenwelt die tiefſten Wurzeln geſchlagen
hat, im Volk nicht anders als in den höheren
Geſellſchafts=
ſchichten.
Alle Frauen warten auf den Tag, da ihre Männer
zum Waffentanz hinausziehen werden; dem Krieg mit
allen ſeinen Schrecken blickt man entſchloſſen ins Auge,
nirgends findet ein Zögern, ein Fürchten, ein Wort der
Klage bei den Frauen Raum. Ja, bei vielen von ihnen iſt
die Erregung und Entſchloſſenheit noch heißer entfacht als
bei den Männern, und um den Krieg kreiſen alle Geſpräche,
in der Küche wie im Salon. Nach dem Frühſtück erlebt
man es, wie die freundliche Frau des Hauſes ſich erhebt.
Sie ſind gewiß ſo gütig, mich zu entſchuldigen, aber mein
Krankenpflegekurſus beginnt.” Und wie ſie ziehen überall
im Lande Tauſende von Frauen zu den Aerzten und
ler=
nen es. Verwundeten beizuſtehen und Wunden zu
verbin=
den. In jedem Hauſe ſieht man Handbücher der
Wund=
pflege umherliegen. Die Opfer dieſes entſchloſſenen Eifers
der Frauen von Ulſter ſind natürlich einſtweilen die
Män=
ner. Sie ſeufzen und ſie ſchelten, aber im Grunde freuen
ſie ſich doch. Denn die Männer ſind die Verſuchskaninchen
der angehenden Krankenpflegerinnen; unermüdlich
experi=
mentieren mit Verbandszeug bewaffnete Frauenhände an
ihnen herum. „Es gibt wirklich keine Stunde und kein
Glied mehr, an denen ich nicht bereits in allen möglichen
Arten verbunden worden wäre” jammert in komiſcher
Verzweiflung ein Mann; „man hat mich eingeſchnürt,
ver=
knotet, kein Glied konnte ich mehr rühren!” „Alles für
die gute Sache” erwidert die entſchloſſene Frau Gemahlin.
Eine andere junge Frau beklagt es bitter, daß ihr Mann
ſich vor kurzem den Arm brach, ehe ſie mit ihrem
Pflege=
rinnenkurſus zu Ende war. Und faſt könnte man glauben
ſie würde ſich freuen, wenn der Mann morgen mit einem
zweiten Armbruch heimkehrte — nur um ihn verbinden
zu können. Unter den Arbeiterinnen und den Mädchen
der Arbeiterklaſſe iſt die Erregbarkeit ſo hoch geſtiegen, daß
bereits heute der geringfügigſte Anlaß zu Ausſchreitungen
und Tätlichkeiten führt. „In zwei Minuten könnte man
hier den wildeſten Aufruhr hervorrufen” ſagt ein
Fabrik=
beſitzer mit einem Blick auf die Weberſäle; „und die
jun=
gen Mädchen ſind die ſchlimmſten. Vor einiger Zeit wurde
eine katholiſche Temperenzgeſellſchaft gegründet, die
Mit=
glieder erhielten kleine Abzeichen mit dem Bildnis des
Papſtes. Wo immer ein ſolches Abzeichen geſehen wurde,
kam es ſofort zu Handgemengen; die Mädchen riſſen
ein=
ander die Kleider vom Leibe.” Wo immer es zwiſchen
Proteſtanten und Katholiken zu Reibungen und
Gewalt=
tätigkeiten kam, waren es die proteſtantiſchen Frauen und
Mädchen, die den Anfang machten; ſo ſtark iſt die
Erbit=
terung gewachſen.
Es iſt nicht möglich, mit dieſen Ausſchreitungen zu
ſympathiſieren, ein faſt mittelalterlicher Fanatismus hat
das Volk ergriffen, Vernunft und Gründe ſind machtlos
geworden. „Beſeſſen ſind ſie” ſchreibt Hamilton Fyfe;
„ich äußerte dieſer Tage mit aller Vorſicht etwas über dieſe
Unduldſamkeit und Beſeſſenheit gegenüber der Frau eines
Ingenieurs. Sie hatte im Auslande gelebt und war nichts
weniger als engherzig oder vorurteilsvoll, aber ſie fuhr
auf: „Fanatiſch? Natürlich ſind wir fanatiſch, Gott ſei
es gedankt.”
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
P. Münchener Sezeſſion. Die Münchener
Sezeſſion hat Sorgen. Nicht nur, daß es in den eigenen
Reihen gärt, der Sezeſſion droht auch die Obdachloſigkeit.
Der prächtige Ausſtellungstempel am Königsplatz, den
der Staat der Sezeſſion ſchon ſeit Jahren zur Verfügung
ſtellt, wird nun zurückgefordert, da in den ſtaatlichen
Sammlungen mittlerweile ſelbſt Platzmangel eingetreten
iſt. Was die erſte Frage betrifft, die einer Spaltung der
Sezeſſion, ſo hat man Aehnliches ſchon längſt kommen
ſehen. Die Revolutionäre von Geſtern ſind die
Konſer=
vativen von Heute. Dies hiſtoriſche Geſetz bewahrheitet
ſich auch an der Sezeſſion. Uns intereſſiert dabei nur, ob
die Kunſt bei einer Spaltung gewinnen wird. Man
über=
ſchätzt heute zweifellos die Frage der Organiſation in der
Kunſt. Die Sezeſſion hat den aufſtrebenden Talenten
jedenfalls nie ihre Pforten verſchloſſen. Eher könnte man
ihr den Vorwurf machen, daß ſie ſie zu weit aufgemacht
und ſelbſt offenbaren künſtleriſchen Verirrungen
Unter=
ſtand gewährt hat. Die gegenwärtige Frühjahrs=
Ausſtel=
lung iſt dafür wieder ein Beweis.
Was die Platzfrage betrifft, ſo iſt anzunehmen, daß
der Staat von ſeinem Hausrecht in milder Weiſe Gebrauch
macht und nicht eher auf ſeinem Schein beſteht, bis die
Sezeſſion ein neues Heim gefunden hat; denn die
Be=
deutung dieſer Künſtlervereinigung für München iſt ſo
groß, daß man ſchon von einem vitalen Intereſſe für die
Stadt ſprechen kann. Unzählige Künſtler, die jetzt
allbe=
kannte Namen tragen, haben zum erſten Male in der
Se=
zeſſion ausgeſtellt und ſind dadurch erſt den weiteſten
Kreiſen bekannt geworden.
Beſonders die Frühjahrs=Ausſtellungen hatten von je
den Charakter von Premieren. Faſt jedes Jahr tauchten
Nummer 85.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Seite 3.
2450 Schweine, 184 Schafe, 9 Ziegen und 25 Pferde. —
Beanſtandet wurden: 70 Ochſen, 173 Kühe, 9
Jung=
rinder, 15 Kälber, 464 Schweine, 30 Schafe 2 Ziegen und
5 Pferde. — Minderwertig wurde erklärt das Fleiſch
von: 1 Ochſen, 7¾ Kühen, 1 Jungrind, 2 Kälbern und
8 Schweinen. — Bedingt tauglich war das Fleiſch
von: ¾ Ochſen, ¾ Kühen und 2 Schweinen. —
Un=
tauglich waren: 1 Kuh, 2 Kälber, 1211 Organe, 135 kg
Fett und 115 kg Fleiſch von 769 Tieren. — Auf
Trichinen wurden unterſucht: 2450 im Schlachthaus
geſchlachtete und 1 von Privaten geſchlachtetes Schwein,
ſowie 5847¼ kg für hieſige Metzger eingeführtes friſches
Fleiſch von 260 Schweinen und 2 Sendungen Wurſt, —
Der Nachunterſuchung unterzogen wurden: 749
Sen=
dungen eingeführtes Fleiſch, enthaltend: 11442 kg
Rindfleiſch, 4708 kg Schweinefleiſch, 471 kg Kalbfleiſch,
1059 kg Hammelfleiſch und 346 kg Ziegenfleiſch.
§ Zuſammenſtoß. Mittwoch vormittag gegen 6 Uhr
iſt an der Ecke der Kaſino= und Bleichſtraße ein
Poſt=
wagen mit einem Laſtautomobil
zuſammen=
geſtoßen. Der Poſtwagen wurde ſtark und das
Laſt=
auto leicht beſchädigt. Perſonen ſind hierbei nicht
ver=
letzt worden.
§ Fahrraddiebſtahl. Am Montag nachmittag gegen
6 Uhr iſt im Hofe des Hauptpoſtgebäudes ein Fahrrad,
welches daſelbſt auf kurze Zeit aufgeſtellt war, geſtohlen
worden. Das Fahrrad iſt Marke Wetlrad, hat ſchwarzen
Rahmenbau und Polizeinummer rot D. 2816.
§ Einbrecher feſtgenommen. Infolge des von der
hieſigen Kriminalpolizei erlaſſenen Ausſchreibens iſt der
18 Jahre alte Zwangszögling Anton Schäfer von hier
in Baſel wegen Einbruchsdiebſtahls feſtgenommen worden.
Der Feſtgenommene hat bereits eingeſtanden, den
kürz=
lich in der Waffenhandlung Weſp in der
Grafenſtraße verübten Einbruchsdiebſtahl
be=
gangen zu haben.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Lehrerſängerchor. Ueber Frl. Betiy
Gold=
ſchmidt, die in dem am 28. März ſtattfindenden Konzert
auftreten wird berichteten Dortmunder Blälter ſchon im
Jahre 1910, bei ihrem Auftreten im jugendlichen Alter von
15 Jahren mit einer gewiſſen Begeiſterung über die
Ge=
diegenheit des Vortrags, die Leichtigkeit der Auffaſſung
und eine ſo brillante Technik, die für die Zukunft zu den
höchſten Erwartungen berechtigten. Inzwiſchen hat die
Künſtlerin in ihrem raſtloſen Streben nach den Höhen der
Kunſt einen ſolchen Grad der Vollkommenheit erreicht,
der jene Erwartungen noch übertroffen erſcheinen läßt.
So konnte die Dortmunder Zeitung ſchreiben: „In Frl.
B. Goldſchmidt trat eine ausgezeichnete Kraft vor uns.
Die Größe des Tones, ſprudelnd leichte und ſpielende
Technik hoben ihre Kunſt auf eine ebenſo bedeutende
virtuoſe Stufe, wie die darin hervortretende geſunde
muſikaliſche Auffaſſung auf eine ebenſolche künſtleriſche
Höhe.‟ Ihrem Erſcheinen im Konzertſaale darf daher
mit dem höchſten Intereſſe entgegengeſehen werden.
— Abſchiedsaufführungen der „Kino=
Königin” im Darmſtädter Saalbautheater.
Heute Donnerstag und morgen Freitag, abends 8 Uhr,
finden als unwiderruflich letzte Gaſtſpielvorſtellungen des
Neuen Berliner Operetten=Enſembles noch zwei
Wieder=
holungen des populären Operettenſchlagers „Die Kino=
Königin” von Jean Gilbert ſtatt, worauf wir
hier=
mit wärmſtens aufmerkſam machen wollen. Dieſe
glän=
zende Operette erzielte vorgeſtern und geſtern abend auch
hier in Darmſtadt großen und ſtürmiſchen Erfolg und
wird ſicherlich noch zwei ausverkaufte Häuſer bringen.
Der alleinige Vorverkauf befindet ſich nur im
Verkehrs=
bureau, Wartehalle am Ernſt=Ludwigs=Platz.
54. Generalverſammlung der
Heidenreich=
von Sieboldſchen Stiftung.
s. In Gegenwart einer großen Anzahl Mitglieder
und eingeladener Gäſte fand geſtern abend die 54.
Gene=
ralverſammlung der Heidenreich= von Sieboldſchen
Stiftung in der Wohnung der Präſidentin des
Damen=
vorſtandes, Frau Geheimerat Franz Merck, ſtatt. Frau
Merck begrüßte zunächſt die Erſchienenen und dankte für
das zahlreiche Erſcheinen und bat, der Stiftung auch
fer=
nerhin dieſes lebhafte Intereſſe zu bewahren. Vor
Ein=
tritt in die Tagesordnung teilte der Vorſitzende, Herr
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, mit, daß Frau
Pro=
feſſor Schäffer, die im Frühjahr 1889 in den
Damen=
vorſtand gewählt wurde, nunmehr auf eine 25jährige
ſegensreiche und erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken kann.
Er beglückwünſchte Frau Profeſſor Schäffer zu dieſem
Ehrentag und ſprach ihr den herzlichen Dank der Stiftung
aus. Fräulein Maria Merck, die Tochter der Präſidentin,
trug ein Glückwunſchgedicht vor und überreichte der
Ju=
bilarin einen vom Vorſtand gewidmeten Blumenſtock.
Bei Eintritt in die Tagesordnung teilte der Vorſitzende
mit, daß Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin
am Erſcheinen verhindert ſei und es ſehr bedauere, der
Verſammlung nicht beiwohnen zu können. Entſchuldigt
hatten ſich infolge anderweiter Inanſpruchnahme die
Herren: Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach,
Sa=
nitätsrat Dr. Maurer, Exz. von Krug zu Nidda und
Ober=
rechnungskammerpräſident Ewald.
Der Vorſitzende erſtattete alsdann den
Rechen=
ſchaftsbericht für das abgelaufene Jahr, der zu
Be=
anſtandungen keinen Anlaß gab. Unterſtützt wurden 349
Wöchnerinnen und hierbei insgeſamt 5254,33 Mark
auf=
gewendet. Die Rechnung wurde von Herrn
Oberrech=
nungskammerpräſident Ewald geprüft und für richtig
be=
funden. Den Damen des Vorſtandes ſprach der Vorſitzende
für ihre mühevolle und erſprießliche Tätigkeit den Dank
der Stiftung aus. Ebenſo dem Rechner, Herrn
Rechnungs=
rat Paul, der um Entbindung von dem Amt des
Rech=
ners gebeten hat. Als Nachfolger in dieſem Amt ſtellte
der Vorſitzende Herrn Stadtſekretär Sahm vor, der die
Rechnergeſchäfte bereits übernommen hat. Der Voranſchlag
für 1914 wurde vom Vorſitzenden verleſen und erläutert.
Beanſtandungen ſind nicht zu erheben. Die ſatzungsmäßig
ausſcheidenden Mitglieder des Damenvorſtandes und des
Verwaltungsrates wurden auf Vorſchlag des Vorſitzenden
durch Zuruf wiedergewählt. Zum Schluß erſtattete
Frau Oberin von Gordon Bericht über die Tätigkeit
der Zentrale für Muiter= und Säuglingsfürſorge auf dem
Gebiet der Wohnungsfürſorge und über die Einrichtung
der Beſtellung von Hauspflegerinnen. Hierauf wurde die
Verſammlung durch den Vorſitzenden geſchloſſen.
Ausſtellung des heſſiſchen
Volksſchriften=
vereins.
G Nun hat auch Bensheim eine Wanderausſtellung
des Volksſchriftenvereins gehabt; vom 20. bis 22. März
war ſie in der geräumigen Feſthalle des Ernſt=Ludwig=
Seminars zu ſehen. Der hohe, lichtdurchfloſſene Raum
gab einen vorzüglichen Rahmen für die zahlreichen
Bil=
der; insbeſondere die ganz großen Künſtler=
Steinzeich=
nungen, die mit ihren kräftigen Linien und ſtarken
Far=
benkontraſten in kleineren Räumen oft erdrückend wirken,
kamen hier vorzüglich zur Geltung. Bilder= und
Bücher=
ausſtellung waren durch das Entgegenkommen der hieſigen
Lehrmittelanſtalt Ehrhard Nachfolger, die in vorbildlicher
Weiſe ſchon ſehr viel zur Verbreitung guter Literatur und
guten Wandſchmucks getan hat, in der verſchiedenſten
Rich=
tung ergänzt worden, und wenn auch noch manches Gute
infolge der etwas knappen Vorbereitung nicht mehr
be=
rückſichtigt werden konnte, ſo gab die Ausſtellung doch
einen im allgemeinen ausreichenden Ueberblick über das,
was heute an empfehlenswerten und nicht zu teueren
Volks= und Jugendſchriften und an gutem Wandſchmuck
auch für minderbemittelte Kreiſe zu haben iſt. Für
an=
ſpruchsvollere Gemüter und Liebhaber edler Schwarz=
Weiß=Kunſt war ſogar eine Anzahl feiner
Originalradie=
rungen und Zeichnungen unſerer beſten lebenden Künſtler
wie Thoma, Steinhauſen, Volkmann, Schrödter u. a. zu
ſehen, die teils durch das Entgegenkommen des
Karls=
ruher Künſtlerbundes, teils von privater Seite zur
Ver=
fügung geſtellt worden waren — gewiß etwas, was in
einer kleineren Stadt nicht ſehr häufig geboten wird.
Dreimal war Herr Haſſinger, der 1. Schriftführer und
unermüdliche Wanderredner des Volksſcheiftenvereins, zu
erläuternden Vorträgen von Darmſtadt herübergekommen.
Am Freitag nachmittag ſprach er vor den zahlreich
erſchie=
nenen Schülern der oberen Klaſſen des Gymnaſiums und
des Lehrerſeminars, auf welche die durchdachten und mit
warmer Begeiſterung vorgetragenen Ausführungen einen
ſichtlichen Eindruck machten.
Der Redner verbreitete ſich zunächſt über das Weſen
und die Gefahren der Schundliteratur, die noch keineswegs
tot ſei, im Gegenteil gerade in letzter Zeit unter anderer
und harmloſerer Flagge wieder ſtärker anfange ihre
ſeelen=
vergiftende Wirkſamkeit zu entfalten. Er zeigte an
ein=
zelnen Beiſpielen, welche Tricks die Fabrikanten von
Schundgeſchichten und ihre Verleger anwenden, um durch
einen das Tagesintereſſe geſchickt benutzenden Titel und
Umſchlag die kaufluſtige und unerfahrene Jugend, ebenſo
wie auch Erwachſene anzulocken, und über den wahren
Inhalt ihrer Bücher zu täuſchen, und wie ſie ſo immer
vieder einträgliche Geſchäfte machen. Sogar die
Pfad=
finden die Jungdeutſchland=Bewegung, der Kampf gegen
die Fremdenlegion müſſen zu dieſen Zwecken auf den
Titel= und Umſchlagſeiten herhalten, während in dem Heft
elbſt das alte ſchlechte Zeug zu finden iſt. So geben heute
noch Tauſende ihr gutes Geld her für nichtsſagenden,
phantaſtiſchen Schund, während ſie für dasſelbe Geld
Bücher unſerer beſten Schriftſteller, Werke von bleibendem
Werte, haben könnten.
Und was heute der deutſche Buchhandel an ſolchen
gediegenen und nicht zu teueren Volks= und
Jugendſchrif=
ten zu bieten hat, das gerade wollte die Ausſtellung
zeigen.
Im zweiten Teil des Vortrages ging der Redner dann
auf den Bilderſchmuck und ſeine Bedeutung für Schule
und Haus näher ein. Er legte dar, warum der
Volks=
ſchriftenverein hauptſächlich für die Verbreitung der
far=
bigen Künſtlerſteinzeichnungen eintritt, zeigte, wie eine
ſolche Steinzeichnung entſteht und wie ſie die urſprüngliche
Abſicht des Künſtlers nach der verſchiedenſten Richtung hin
am reinſten zum Ausdruck bringt. Er wies auch auf den
ſtarken Stimmungsgehalt dieſer Bilder hin, die faſt
durch=
weg Leben der Gegenwart in ſeinem Fühlen und Wollen,
in ſeiner Freude und ſeinem Schmerz zum Ausdruck
brin=
gen und ſelbſt da, wo ſie hiſtoriſches Gewand tragen, doch
Empfindungen atmen, die auch heute noch in unſeres
Vol=
kes Seele lebendig ſind. Gerade das aber macht ſie
be=
ſonders geeignet, in Schule und Haus die Wände zu
ſchmücken und für den ſtillen Beſchauer nach des Tages
Laſt und Arbeit eine Quelle der Erquickung und Freude
zu werden.
Dieſe mehr theoretiſchen Ausführungen erhielten dann
ihre praktiſche Ergänzung durch eine Reihe von
Bild=
betrachtungen — Abſchied, Ernteſegen, Volkslied — in
denen der Redner frühere Skizzen Naumanns in der
„Hilfe” die heute noch als Muſter ſolcher Betrachtungen
gelten können, geſchickt zu verwerten verſtand.
Der Abendvortrag am Freitag für Erwachſene, dee
infolge verſchiedener mißlicher Umſtände leider nur ſchwach
beſucht war hatte wiederum vorzugsweiſe den
künſtleri=
ſchen Wandſchmuck zum Gegenſtand und brachte außerdem
eine Fortführung der Bildbetrachtung, während der
Son=
dervortrag für Lehrer und Lehrerinnen am Samstag
wie=
der mehr die Schundliteratur und ihre Bekämpfung in
den Mittelpunkt ſtellte. Reicher Beifall lohnte nach den
einzelnen Vorträgen den Redner, und auch dem Dank für
ſeine warmherzigen Ausführungen wurde wiederholt
Aus=
druck gegeben.
Der Beſuch der Ausſtellung — nahezu 700 Perſonen
an drei Tagen — war für unſere Verhältniſſe ein ſehr
guter. Der Haupterfolg der Vorträge und der ganzen
Ausſtellung dürfte darin zu ſuchen ſein, daß die
heran=
wachſende Jugend für dieſe Dinge intereſſiert wurde, und
daß darunter ſich an 130 zukünftige Volksſchullehrer
be=
fanden, die in wenigen Jahren draußen im Lande als
Volkserzieher wirken werden Manchem unter ihnen
wer=
den die Eindrücke, die er erhalten, unvergeßlich ſein und
mancher iſt wohl beſtimmt worden, ein zukünftiger
Mit=
ſtreiter zu werden im Kampfe gegen Schmutz und Schund
in Wort und Bild. Die rege Unterhaltung, der ſtarke
Verkauf der Ausſtellungsloſe und die zahlreichen
Beſtel=
lungen auf Bilder und Bücher, die Gefallen gefunden
hatten, beweiſen jedenfalls, daß nach dieſer Richtung
Vor=
träge und Ausſtellung ihre gute Wirkung getan haben.
Das aber iſt ein nicht zu unterſchätzender Erfolg, für den
wir dem heſſiſchen Volksſchriften=Verein dauernden Dank
ſchulden.
f. Gundernhauſen, 24. März. (
Veteranenbei=
hilfe.) Unſerem altehrwürdigen Veteranen dem Herrn
Feldſchützen Becker hier, der die Feldzüge 1866 und
1870/71 mitgemacht hat, wurde die wohlverdiente
Vete=
ranenbeihilfe zuteil. Möge es unſerem 73jährigen Kämpfer
ioch Jahrzehnte vergönnt ſein, dieſen Ehrenſold genießen
zu können!
Offenbach, 25. März. (Vor Aufregung im
Ge=
richt geſtorben.) Von einem ſchnellen Tode wurde
der in den 60er Jahren ſtehende Kaufmann und Agent
Galette aus der Bernardſtraße ereilt, als er geſtern in
einer Grundbuchamtsangelegenheit vor dem Amtsgericht
vernommen werden ſollte. Ein Herzſchlag hatte dem
be=
jahrten Mann ein ſchnelles Ende bereitet.
Heuſenſtamm, 25. März. (Genoſſenſchaftliches.)
Mit der Frage des Fehlbetrags von 52000 Mark in der
Spar= und Darlehenskaſſe I beſchäftigte ſich eine
mehr=
ſtündige geſchloſſene Mitgliederverſammlung, in der der
ilte Vorſtand ſeines Amtes enthoben wurde. Es wurde
weiter beſchloſſen, daß die alten Vorſtandsmitglieder von
ihren Beſitzungen nichts veräußern und auch keine
hypo=
thekariſchen Eintragungen darauf vornehmen dürfen, bis
die Affäre endgültig geregelt iſt. Der alte Vorſtand muß
erner bis Mitte April 18000 Mark der Kaſſe zur
Ver=
fügung ſtellen, für deren Zahlung er ſich zur Sanierung
vereit erklärt hat.
Seligenſtadt, 25. März. (Vom Reinheimer
Turm.) Nachdem kürzlich bei den Renovationsarbeiten
des alten Reinheimer Turmes ein Teil des Gewölbes
eingeſtürzt iſt, hat jetzt eine eingehende Beſichtigung des
alten Turmes, der von der Bevölkerung als läſtiges Ver=
einige Namen auf, die dann nicht mehr verſchwanden. Auch
heuer wieder zeigt ſich neben mancherlei unfreiwilliger
Komik viel Zukunftreiches. Friedrich Hell aus
Un=
ders in Tirol hat eine ſtarke Phantaſie und eine nicht
all=
tägliche Kraft in der Geſtaltung innerer Erlebniſſe.
In ſeinen Gebirgsbildern ſteckt etwas von der Phantaſtik
eines Welti oder Böcklin, ohne daß man von Nachahmung
zu ſprechen berechtigt wäre. Sein Landsmann Julius
Hüther (Vezzano) befindet ſich ebenfalls in kräftigem
Aufſtieg. Zwei prachtvolle Akte: „Im Weinberg” und
„Samoanerin” zeigen ihn von einer völlig neuen Seite;
ebenſo ſein „Selbſtbildnis” Möge er ſich nur von Manier
freihalten, die auf ihn lauert. Seine Palette hält mit
ſei=
ner mächtigen Formenſprache nicht ganz gleichen Schritt.
Man denkt unwillkürlich an Oſtereierfarben, wenn man
ſeine Bilder zum erſten Male ſieht. Maria Caſpar=
Filſer (Florenz) weiß ihren Landſchaften einen Schmelz
und Duft mitzuteilen bei aller Kraft des Striches, daß
man ſich vergebens bemüht, dieſe Wirkungen genau
nach=
zurechnen. Sie beruhen auf originaler Anſchauung, nicht
auf irgend einem Rezept. Auch den Namen Karl
Gater=
mann darf man ſich merken. Von den älteren
Künſt=
lern überraſcht beſonders Richard Winternitz durch
ſeinen „Violinſpieler‟. Eine an Uhde gemahnende
Leiſtung. Jedenfalls hat der Künſtler den Beweis erbracht,
daß er auch ohne ſein giftiges Gelb auskommen kann, das
ſeinen Werken bisher eine ziemlich äußerliche
Familien=
einheit gab. Felix Bürgers (Dachau) bringt einige
Landſchaften von großer Reife und Abgeklärtheit. Bei
Wilhelm Lehmann wird die Reife ſchon manchmal
zur Welkheit. In der Plaſtik, zu der auch Bernhard
Hoetger einen „Weiblichen Kopf” beigeſteuert hat,
fer=
ner in der Graphik findet ſich nichts, das beſonderes
Augenmerk beanſpruchen könnte bei aller Tüchtigkeit der
einzelnen Leiſtungen.
* Das Schumann=Muſeum in Zwickau.
Die Stadt Zwickau die erſt vor kurzem das
Geburts=
haus Schumanns käuflich in ihren Beſitz gebracht
hat, wird jetzt auch dem Schumann=Muſeum eine würdige
Stätte bereiten. Am 23. April findet die offizielle Weihe
des König Albert=Muſeums, eines ſtädtiſchen
Monumen=
talbaues, ſtatt, in dem die zahlreichen geſchenkten und
an=
gekauften R. Schumann=Schätze aufbewahrt werden: Die
Freunde und Verehrer des großen Komponiſten werden
der Stadt Zwickau für den tätigen Kunſtſinn Dank wiſſen
und gern ihre Schumann=Reliquien dem Zwickauer
Mu=
ſeum überweiſen.
* 800000 Mark Jahresgage. Enrico
Ca=
ruſo hat mit der Neu=Yorker Metropolitan=Opera einen
neuen Vertrag abgeſchloſſen, demzufolge er für jeden
Abend=
eine Gage von 3000 Dollar erhält. Dieſer Vertrag gilt
für die übernächſte Spielzeit; demzufolge dürfte Caruſo auf
eine Jahresgage von 800000 Mark bei der Metropolitan=
Opera allein kommen.
Rd. Oſtaſiatiſche Kultur=Anſichten. Die Chineſen
be=
zeichnen ſich ſelbſt als die ſckwarzhaarige Raſſe, alle
Fremden als rotköpfige Teufel, und die Bärte um das
Ge=
ſicht machen uns in ihren Augen den Affen ähnlich. Sehen
chineſiſche Kinder einen Europäer mit rotem Bart, ſo
ſchreien ſie laut auf, denn gerade ſo ſieht der Struwelpeter
in den chineſiſchen Bilderbüchern aus. Einen Miſſionar
hält man im Innern von China für einen „Spitzel,” der
nur kam, um ſich erſchlagen zu laſſen, damit ſein Tod
irgend einer europäiſchen Macht dazu diene, Land an ſich
zu bringen. Man nimmt von ihm keine Speiſe, keinen
Trank an, aus Furcht, ſich zu vergiften. Manche chineſiſche
Frauen fürchten, ſie werden behext, wenn ſie eines
Euro=
päers Haus betreten; ſie nehmen Anſtoß an den
entblöß=
ten Schultern der Geſellſchaftstracht und halten
anlie=
gende Kleider ſelbſt bei einem Mann für unangemeſſen
und nur durch die Armut der betreffenden Perſon für
er=
klärlich. Unſere ſteifen Kragen, die harte Hemdbruſt, vor
allem aber den Frack halten die Chineſen für höchſt
lächer=
liche Kleidungsſtücke. Sehr zuwider iſt ihnen auch der
„Europäer=Geruch” den ſie dem Fleiſcheſſen zuſchreiben.
Einem äußerſt ſauberen chriſtlichen Miſſionar war es
überaus peinlich, daß ſich die Chineſen ſtets die Naſe zu=
hielten, wenn ſie mit ihm ſprachen. Man iſt in China der
feſten Meinung, wir beſäßen weder Religion noch
Sitt=
lichkeit oder gute Manieren und hegten vor der Kraft nur
Achtung, wenn ſie durch Heere und Flotten dargeſtellt
werde. Unſer Chriſtentum bedeute uns weniger, als
ihnen die Lehre des Konfuzius. Auch im Verhältnis des
Herrſchers zum Untertan, des Vaters zum Sohn, des
Ehe=
gatten zu ſeinem Weib, des Freundes zum Freund, ſehen
ſie bei uns viel geringere Achtung. Bei ihnen hält die
Familie ſtets zuſammen. Konfuzius befiehlt, daß ein
Mann Vater und Mutter anhangen und ſein Weib den
Eltern ebenfalls dienen ſolle. Die Frauen in China
dür=
fen nicht reiſen; ſelbſt bei einem Manne betrachtet ein
Chineſe öfteres Reiſen wie eine krankhafte Unraſt. Die
wenigen Europa beſuchenden Chineſen ſind keineswegs
entzückt von unſeren Einrichtungen; das zügelloſe Treiben
in den Straßen und die zahlreichen Berichte von Morden
und Eheſcheidungen entſetzen ſie. Die europäiſchen
Ge=
fängniſſe erſcheinen ihnen lächerlich komfortabel und
gleich=
ſam zu Verbrechen anreizend unſere Schulen jedoch
er=
wecken ihre Bewunderung. Bedenkt man indeſſen, daß
das chineſiſche Buch von hinten beginnt und von unten
nach oben zu leſen iſt, daß die Mahlzeit mit dem Deſſert
anfängt und mit Suppe und Reis endet, daß ein Chineſe
ſeine Kopfbedeckung aufſetzt, um Achtung zu bezeigen und
ſeinem Gaſt den Ehrenplatz links von ſeiner Seite
an=
weiſt, daß er in Weiß trauert und daß ſtets die Weſte über
dem Rock getragen wird, ſo verſteht man es, wenn man
in China den Eindruck hat, bei uns ſtände alles auf dem
Kopfe.
CK Die zerſtörte Legende vom Zaren Nikolaus I.
Der Fleiß der Forſcher zerſtört die Legenden; nun wird
auch die rätſelvolle und dabei menſchlich ergreifende
Ge=
ſchichte vom Zaren Nikolaus I. aus dem Reiche der
Tat=
ſachen in das Reich der Phantaſie verwieſen. Nach der
Legende ließ ſich Zar Nikolaus als tot ausgeben, um
unerkannt in die einſamen Steppen Sibiriens zu flüchten,
den trügeriſchen Glanz des Hoflebens abzuſtreifen und in
der Einſamkeit Gott und die Liebe zu ſuchen. Mit dieſer
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Nummer 85.
kehrshindernis betrachtet wird durch eine fachmänniſche
Kommiſſion des Vereins für Denkmalſchutz ſtattgefunden.
Nach dem Urteil der Kommiſſion wurde der alte Turm
für durchaus baufällig erklärt, doch ſoll eine
nochmalige Beſichtigung vorgenommen werden. Die
um=
fangreichen Renovationen werden auf 30000 Mk. geſchätzt.
— Hering, 25. März. (Chriſtl. Volksfeſt auf
dem Otzberg.) In dieſem Jahre wird am Tage
Chriſti Himmelfahrt wieder ein chriſtl. Volksfeſt auf dem
Otzberg ſtattfinden. Alle Freunde dieſes Feſtes ſeien ſchon
jetzt darauf hingewieſen. Näheres wird noch bekannt
ge=
geben werden.
Groß=Rohrheim, 25. März. (Vom Zuge
über=
fahren.) Hier iſt geſtern nachmittag nach 4 Uhr das
20 Jahre alte Dienſtmädchen des Milchhändlers Gg.
Rück III. beim Ueberſchreiten des Gleiſes von der
Ma=
ſchine eines Perſonenzuges erfaßt und derart ſchwer
ver=
letzt worden, daß es nach einigen Stunden in der
Woh=
nung ſeines Dienſtherrn geſtorben iſt. Bisher konnte
nicht feſtgeſtellt werden, wer die Schuld an dem Unglück
trägt. — Es handelt ſich um die 21jährige Helene
Helf=
mann, Tochter des Schuhmachermeiſters Helfmann.
Mainz, 25. März. (Der Koſtheimer
Mordver=
ſuch.) Zu dem Ueberfall wird noch folgendes gemeldet:
Das Befinden von Fräulein Schmitt iſt heute früh
befrie=
digend. Lebensgefahr beſteht nicht mehr. Man glaubte
anfangs, das eine Auge der Verletzten ſei verloren, was
ſich aber nicht beſtätigte. Am Kopf hat die Ueberfallene
drei oder vier ganz beträchtliche Verletzungen, die ihr mit
der Schraube beigebracht wurden. Das eine Ohr iſt durch
einen Schuß verletzt. Außerdem ſoll im Kinn noch eine
Kugel ſtecken.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. März. Die glanzvolle
Feier der Königlichen Bibliothek hat ein
eigen=
artiges Nachſpiel gehabt. Zwei der Dekorierten, der
Bild=
hauer Hermann Feuerhahn, der vier Jahre hindurch an
dem bildneriſchen Schmuck für den Neubau tätig war, und
Architekt A. Waſſermann, der 22 Jahre im Atelier des
Oberhofbaurats v. Ihne beſchäftigt war und an den
Ent=
würfen in weitreichendem Maße mitgearbeitet hat, haben
die ihnen zugedachten Ordensauszeichnungen
abgelehnt; jener den Kronenorden vierter Klaſſe,
die=
ſer die Krone zum Roten Adlerorden vierter Klaſſe. —
In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung wurde der Antrag auf Aufhebung der
Kino=
ſteuer abgelehnt. Auch im Jahre 1914 bleibt es in
Berlin bei einem Zuſchlag von 100 Prozent zur
Einkom=
menſteuer. Der veranſchlagte Mehrbetrag an Einkommen
durch den Generalpardon beträgt 8 Millionen, woraus ein
Mehr an Steuern von 240000 bis 300000 Mark reſultiert.
— Bei dem großen Jagdſpringen, das das Reit= und
Fahrturnier beendigte, ſtürzte der ſich daran
beteili=
gende Prinz Friedrich Sigismund.
Glück=
licherweiſe blieb der Prinz bei dem ſehr böſe
ausſehen=
den Sturz unverletzt. Der Kronprinz wohnte der
Kon=
kurrenz von Anfang bis Ende mit großem Intereſſe bei.
— Vor der Strafkammer begann der Prozeß gegen
den Rechtsanwalt von Brehmer. Die Anklage
lau=
tete auf Untreue, Betrug und Unterſchlagung. Aus der
heutigen Vernehmung des Angeklagten geht hervor, daß
Brehmer in völlig zerrütteten Vermögensverhältniſſen
gelebt hat. Die Urſache des Zuſammenbruches ſoll in
dem flotten Leben Brehmers zu ſuchen ſein, der große
Summen verbrauchte.
Wiesbaden, 25. März. (Kaiſerbeſuch.) Wie die
Intendanz der Königlichen Schauſpiele mitteilt, iſt der
Aufenthalt des Kaiſers in Wiesbaden
de=
finitiv auf die Zeit vom 13. bis 18. Mai feſtgeſetzt
wor=
den, während welcher Zeit die alljährlichen Maifeſtſpiele
im hieſigen Hoftheater ſtattfinden werden.
Düſſeldorf, 25. März. (Das
Wiederaufnahme=
verfahren gegen die Witwe Hamm.) Der
Straſſenat des Oberlandesgerichts entſchied
geſtern über die Beſchwerde der Staatsanwaltſchaft gegen
die Anordnung der Wiederaufnahme des Verfahrens gegen
die Witwe Hamm aus Flandersbach und ihrer
Haft=
entlaſſung. Die Beſchwerde der Staatsanwallſchaft wurde
entſprechend dem Antrage der Verteidigung der Frau
Hamm verworfen. Die Flandersbacher Mordaffäre wird
demnächſt nochmals vor dem Elberfelder Schwurgericht
verhandelt werden.
Düſſeldorf, 25. März. (Erſtochen.) Zwiſchen dem
65jährigen Inſaſſen des Städtiſchen Pflegehauſes, Schmök,
und dem 70jährigen Invaliden Lange, gleichfalls in dem
Pflegehaus, kam es zum Streit, bei dem Lange 14 tiefe
Meſſerſtiche erhielt, die ſeinen Tod zur Folge hatten.
Witten (Ruhr), 25. März. (Verſchwundener
Theaterdirektor.) Der Direktor des Stadttheaters,
Krauſe, wird ſeit einigen Tagen vermißt. Die
Angeſtell=
ten ſind in großer Not.
Poſen, 25. März. (Juwelendiebſtahl.) In
der vergangenen Nacht iſt hier ein großer
Juwelen=
diebſtahl verübt worden. Die Diebe drangen durch
den Lagerraum eines Putzgeſchäftes in das Juwelen=
und Goldwarengeſchäft Bialas ein und räumten das
Ge=
ſchäft faſt völlig aus. Es fehlen für 40000 Mark
Bril=
lanten, Uhren, Goldwaren uſw. Die Spur der Diebe
weiſt nach Rußland.
Helgoland, 25. März. (Das
Hochſeetorpedo=
boot 193) wurde während der geſtrigen nächtlichen Uebung
von dem Torpedoboot 108 gerammt und über der
Waſſerlinie aufgeriſſen. Es hat auf Steuerbord drei
Löcher erhalten, eins am Achterſteven auf Backbord. Das
Torpedoboot 193 geht morgen nach Kiel ins Dock.
Paris, 25. März. (Miſtral †.) Der provencaliſche
Dichter Frederic Miſtral iſt in Maillanne geſtorben.
Paris, 25. März. (Schiffsunfall.) Bei Rouen
iſt der norwegiſche Dampfer „Frederik” mit dem
Fracht=
dampfer „Creuſot” zuſammengeſtoßen. Der
letz=
tere ſank und zwei Matroſen ertranken.
Lüttich, 25. März. (Die umfangreichen
Eiſen=
bahndiebſtähle in Belgien), führten zu einer
mehrwöchigen Verhandlung vor der Strafkammer. Es
waren 28 Perſonen angeklagt, meiſſt Eiſenbahnbeämten.
Von den Angeklagten wurden laut Berliner
Lokal=
anzeiger nur einer freigeſprochen, 27 wurden zu
Gefäng=
nisſtrafen von mehreren Wochen bis zu vier Jahren
ver=
urteilt. Der Geſamtwert der geſtohlenen Gegenſtände
be=
läuft ſich auf etwa 100000 Mark.
Madrid, 25. März. (Der Kampf um die
Ge=
liebte.) Ein tragiſches Duell fand hier zwiſchen zwei
jungen Leuten der beſten Geſellſchaft, einem gewiſſen
An=
tonio Nereretto und Rodrigo Maretotelli, ſtatt, die beide
dasſelbe Mädchen liebten. Ein Duell mit tödlichen
Waf=
fen ſollte um den Beſitz des Mädchens entſcheiden. Das
Duell, das in einem verſchloſſenen Zimmer ſtattfand,
wurde mit Brownings ausgetragen. Als die Schüſſe ihr
Ziel verfehlten, wurde der Zweikampf mit Meſſern
fort=
geſetzt. Nachbarn, die ſpäter die Türe aufſprengten,
fan=
den die beiden in ihrem Blute liegend vor. Sie wurden
dem Krankenhaus zugeführt, wo ſie bald darauf ihren
Verletzungen erlagen.
Petersburg, 25. März. (Orkanverheerungen.)
Ueber Südweſtrußland iſt geſtern ein furchtbarer
Or=
kan hinweggegangen. Er entwurzelte Bäume und richtete
in den Dörfern große Verwüſtungen an. Auf dem Dniepr
bei Kiew ſind zahlreiche Barken geſunken; ſieben
Per=
ſonen ſind ertrunken. Auf dem platten Lande
ſind gleichfalls viele Menſchen umgekommen.
Neu=York. 25. März. (Der Streik in der
Fa=
brikſtadt Depew) bei Buffalo iſt ſehr ernſter Art.
Die Arbeiter ſind mit Gewehren bewaffnet. Ein
Regi=
ment Miliz=Infanterie hält die Werkſtätten beſetzt. Es
fanden viele Zuſammenſtöße mit dem Militär ſtatt, das
energiſch vorgeht.
Miami (auf Florida), 25. März. (Der
Hydro=
plan des Detektivs.) Ein ſchwarzer
Por=
tier, welcher mit koſtbaren Schmuckſachen auf einen
Dampfer flüchtete, wurde von einem Detektiv mit einem
Hydroplan verfolgt und auf dem Dampfer
feſtgenom=
men. Der Hydroplan wurde nach Miami zurückgebracht
und die Schmuckſachen dem Schwarzen abgenommen;
da=
gegen konnte die Verhaftung nach den Landesgeſetzen nicht
aufrecht erhalten werden.
Gerichtszeitung.
* Frankfurt, 25. März. (Der
Entmündigungs=
prozeß der Gräfin Skorzewski) hat vor dem
Oberlandesgericht ſeinen Abſchluß gefunden. Die Gräfin,
die ſeit einiger Zeit mit dem öſterreichiſchen Reichsgrafen
von Zedtwitz verheiratet iſt, führt ſeit ſieben Jahren
einen Kampf gegen die Entmündigung, die ſeinerzeit vom
Amtsgericht zu Weilburg gegen ſie ausgeſprochen wurde.
Geſtern hat nun das Oberlandesgericht ihrem Wunſche
entſprochen und die Entmündigung aufgehoben.
Die geſamten Koſten, die ſehr beträchtlich ſind, fallen der
Staatskaſſe zur Laſt. Die Aufhebung der Entmündigung
erfolgte namentlich infolge eines eingehenden ſchriftlichen
Gutachtens des Frankfurter Gerichtsarztes Medizinalrats
Dr. Roth, der zu der Erkenntnis kam, daß die Gräfin bei
Verhängung der Entmündigung wohl hyſteriſch, aber nicht
geiſteskrank geweſen ſei. Das Gericht iſt gar nicht auf die
Frage, ob die Klägerin, von der ihre Gegner behaupten,
daß ſie die Tochter eines Nachtwächters und ein
unter=
geſchobenes Kind ſei ob ſie weiter im Oktober 1883 den
ſehr reichen Grafen Léon Skorzewski geheiratet und ihm
im Juli 1891 einen Sohn geboren habe, eingegangen.
Das Gericht hat ſich vielmehr nur mit der
Entmündigungs=
ſache beſchäftigt und in ſeiner Urteilsbegründung ausge=
ſprochen, daß die Affäre mit jenen Dingen nichts zu
tun hat.
* Kolmar, 25. März. Der bekannte nationaliſtiſche
Zeichner Jean Jacques Waltz, genannt Hanſi, wurde
heute nach dreiſtündiger Verhandlung vom Landgericht
Kolmar wegen Beleidigung von Offizieren der hieſigen
Garniſon zu drei Monaten Gefängnis verurteilt,
ſowie zur Tragung der geſamten Koſten des Verfahrens.
Waltz hatte ſich am 15. Januar in einem hieſigen Lokal
den „Scherz” erlaubt, mit einem Stück Zucker einen Stuhl
zu desinfizieren, auf dem vorher ein Leutnant der hieſigen
Garniſon geſeſſen hatte. Der Staatsanwalt hatte ſechs
Monate Gefängnis beantragt. Die Strafe wurde mit dem
Hinweis darauf gemildert, daß der Vorfall ſich zu einer
Zeit ereignet habe, zu der unter der Bevölkerung infolge
der Ereigniſſe in Zabern noch eine allgemeine Erregung
herrſchte. Weiter kam ſtrafmildernd in Betracht, daß das
Delikt in der Form eines ſchlechten Witzes geſchah. Da
der Angeklagte ſchon zweimal wegen Beleidigung
vorbe=
ſtraft iſt, war von einer Geldſtrafe abzuſehen.
Elſaß=Lothringiſcher Landtag.
* Straßburg, 25. März. In der heutigen Sitzung
der Erſten Kammer begründete
Oberlandesgerichts=
präſident Dr. Molitor folgende Reſolution: Die
Kammer bleibt nach wie vor bei ihrer in den beiden
letz=
ten Jahren ausgeſprochenen Auffaſſung, daß die
Herab=
minderung der Repräſentationskoſten des
Kaiſerlichen Statthalters nicht begründet iſt
und der verfaſſungsmäßigen Stellung des Kaiſerlichen
Statthalters nicht entſpricht. Dr. Molitor bedauerte, daß
die Bedeutung der Statthalterſchaft im Hauſe
angezwei=
felt worden ſei. Dieſe im Anſchluß an Zabern jetzt
herab=
mindern zu wollen, wäre Trutzpolitik, eine
Rückwärts=
revidierung der Verfaſſung. Es handle ſich her nicht um
die Ablehnung des Etats, wie ihn die Zweite Kammer
beſchloſſen habe, ſondern um die Frage: Hält die Erſte
Kammer die in der Verfaſſung begründete, mit hohen
Befugniſſen ausgeſtattete Stellung des Statthalters für ſo
überflüſſig oder wertlos, daß es gerechtfertigt erſcheint,
die bisher 200000 Mark betragenden
Repraſentations=
koſten auf die Hälfte zu kürzen? — Bürgermeiſter
Blu=
menthal führt aus: Ueber die Frage des
ſtandesange=
meſſenen Haushalts könne man verſchiedener Meinung
ſein. Die Ausſtattung der Statthalterſchaft, die ein
Zwi=
ſchenglied in der Verfaſſung darſtelle, mit 100000 Mark
ge=
nüge den höchſten Anſprüchen. Die Elſaß=Lothringer,
de=
mokratiſch veranlagt, nähmen ſich die Schweiz zum
Vor=
bild. Der Herr Statthalter möge ſeine freie
Willensbe=
ſtimmung ſo ausüben, wie er wünſche, wenn ſie aber nicht
übereinſtimmt mit der freien Willensbeſtimmung des
Reichskanzlers, was dann? Die Ereigniſſe der letzten
Monate hätten den Beweis erbracht, daß der
Reichskanz=
ler der Direktor der elſaß=lothringiſchen Politik iſt. Die
Statthalterſchaft und die neue Verfaſſung hätten nichts
an dem preußiſchen Einſluß geändert. In Wirklichkeit
beſtehe die Verfaſſung nicht. Nach wie vor beſtehe die
Ab=
hängigkeit von Berlin. Der Reichskanzler habe den
SSchein beſeitigt durch ſeine Ausführungen über die
In=
ſſtruierung der Bundesratsſtimmen. Die Regierung ſei
bisher nicht in der Lage geweſen, uns zu ſagen, was der
Statthalter getan habe, um den Reichskanzler in die
ge=
ſſetzlichen Schranken zurückzuweiſen. So lange das nicht
der Fall ſei, werde kein Menſch im Lande glauben, daß
man es mit einer dem Geiſte der Verfaſſung
entſprechen=
den Politik in dieſem Lande zu tun habe. Der
Statthal=
ter mußte fallen, weil er durch die Haltung des
Reichs=
kanzler, die ſeiner Politik anfänglich günſtig war, plötzlicht
auf das Trockene geſetzt worden iſt. Damit habe die
In=
ſtitution der Statthalterſchaft einen Stoß erlitten, von
dem ſie ſich nicht erholen könne. Die landesherrlichen
Be=
ſugniſſe ſeien ſo minderbedeutender Art, daß ſie auch
un=
tergeordneten Stellen übertragen werden könnten. In
allen wichtigen Sachen entſcheide der Kaiſer und die
Re=
präſentation des Kaiſers. Neben dieſer Repräſentation
werde der Statthalter ſtets in den Schatten geſtellt
wer=
den. — Staatsrechtslehrer Laband kann den
Schluß=
folgerungen des Vorredners nicht folgen und wünſcht,
daß dem Statthalter, wie es auch beim Reichskanzler der
Fall iſt, ein im Etat begründetes Gehalt ausgeworfen
wird. — Bürgermeiſter Dr. Schwander erklärt: Hier
handelt es ſich nicht um eine ffinanzielle, ſondern um eine
eminent wichtige politiſche Frage. Was ich bezüglich der
Statthalterſchaft ausführte, hat mit einer Trutzpolitik
nichts zu tun. In der Frage der Fort= oder
Rückent=
wickelung unſerer Verſaſſung gehen die Meinungen weit
auseinander. Ich ſtimme gegen die Reſolution. —
Konſi=
ſtorialpräſident Curtius ſpricht ſich für die Reſolution
aus. Es ſei aufs tiefſte zu bedauern, daß der Abgang
des Grafen von Wedel ſich als eine Folge von traurigen
Umſtänden vollziehe, wie wir ſie in letzter Zeit erlebt
ha=
ben. Die Frage der Autonomie müſſe mehr denn je auf
der Tagesordnung ſtehen. Man könnte den Gegnern
derſelben keinen größeren Geſallen erweiſen, als wenn
man die Reſolution ablehnt. Das Mitglied
Weiß=
mann erklärt ſich gleichfalls für die Reſolution, ebenſo
ſchließt ſich Univerſitätsprofeſſor Wiegand den
Dar=
legungen Molitors an. Wir müſſen an der Erhöhung des
Anſehens des Statthalters arbeiten, von hier aus kann
man weitergehen in der Richtung der Autonomie.
Bür=
germeiſter Dr. Schwander ſtellt an den Vorredner kurz die
Frage: Wer hat das Anſehen des Statthalters
herabge=
ſetzt? Auf eine Bemerkung Blumenthals, erklärte
Pro=
feſſor Wiegand, daß er die geſchichtlichen Zuſammenhänge
Elſaß=Lothringens mit Frankreich zu ſchätzen und zu
wür=
digen wiſſe. Die anfangs erwähnte Reſolution
wurde ſodann in namentlicher Abſtimmung mit 17
ge=
gen 10 Stimmen angenommen. 5 Mitglieder
enthielten ſich der Abſtimmung, darunter die drei Biſchöfe.
* Straßburg, 25. März. In der Erſten Kammer
ſprach ſich beim Univerſitätsetat Profeſſor
Wie=
gand gegen die gebundenen Profeſſuren in der
philoſo=
phiſchen Fakultät aus. In einer Reſolution äußerte die
Kammer ihr Bedauern über die Streichung des Zuſchuſſes
zur Jugendpflege. Zum Etat der Waſſerbauverwaltung
lagen Reſolutionen vor, betreffend Errichtung einer
Hafenanlage in Metz und betrefſend die Saar=
und Moſelkanaliſation, ohne Garantieleiſtung
ſeitens der Induſtriellen. Die Mitglieder Miethe, Dr.
Grégoire und Weißmann betonten vom wirtſchaftlichen
und nationalpolitiſchen Geſichtspunkt die Dringlichkeit
die=
ſer Forderungen, wobei ſie die ablehnende Haltung des
preußiſchen Eiſenbahnminiſters gegenüber dem
Kanaliſie=
rungsprojekt als verkehrsfeindlich und volkswirtſchaftlich
ungerechtfertigt bekämpften. Staatsſekretär Graf Rödern
erklärte, daß die Arbeiten der früheren Regierung
fort=
geſetzt würden. Die geplante Tarifermäßigung käme
weiten Bevölkerungskreiſen zugute. Sie betrage bei Koks
60 Prozent, bei Erzen 80 Prozent, das iſt mehr, als die
Kanaliſation bringen würde. Es komme aber hier nicht
nur die Induſtrie, ſondern auch das Kleingewerbe und die
Landwirtſchaft in Frage. Wir ſind darum bemüht, auf
die Kanaliſierung der Moſel hinzuwirken. Die Verhand=
vielerörterten Epiſode beſchäftigten ſich bereits ſehr
gründ=
lich und eingehend die geſchichtlichen Studien, die der
Großfürſt Nikolaus unternommen hat und vor einigen
Jahren veröffentlichte. Nun hat der Großfürſt, der als
ernſthafter und exakter Geſchichtsforſcher in ruſſiſchen
Ge=
lehrtenkreiſen großes Anſehen genießt, ein Dokument
ent=
deckt, das er in der Zeitſchrift Iſtoritchesky Veſtorik
publi=
ziert und das er nach genauer Nachprüfung der
Einzel=
heiten für einen Beweis für die Unhaltbarkeit der
roman=
tiſchen Legende bezeichnet. Es iſt ein Brief, den die
Ge=
mahlin Nikolaus’ I., die Zarin Eliſabeth Aleſiewna, zwei
Tage nach dem Tode ihres Gemahls an die Kaiſerin
Maria Feodorowna richtete. In dieſem Briefe berichtet
die Zarin Eliſabeth über den Tod ihres Mannes ſo
aus=
führlich, und in ſolchen Ausdrücken, daß kein Zweifel an
der Wirklichkeit der Geſchehniſſe übrig bleibt. Nikolaus I.
iſt eines normalen Todes geſtorben, und damit fällt das
Märchen von dem mächtigen Ruſſenkaiſer, der als
uner=
kannter Flüchtling im fernſten Sibirien als Aermſter unter
Armen lebte und mit den Verbannten und den Sträflingen
alle Leiden teilte. Im ruſſiſchen Volke freilich, das die
düſteren und phantaſtiſchen Märchen über alles liebt, und
Nikolaus I. als einen göttlichen Helden der Liebe und der
Armut rühmt, wird trotzdem die Geſchichte von dem
Väter=
chen Zar fortleben, der den Thron, die Krone, die Macht
und den Reichtum verſchmähte, um in der Wüſte ſeinen
Gott zu ſuchen.
— „Geſund wie ein Fiſch‟ Die volkstümliche
Rede=
wendung, die da ſagt „geſund wie ein Fiſch im Waſſer”
muß es ſich mit den Fortſchritten der Forſchung gefallen
laſſen, als unſinnig entlarvt zu werden. Die Fiſche
er=
freuen ſich im Waſſer keineswegs einer
unantaſt=
baren Geſundheit; je mehr man Einblicke in das
Leben der Fiſche gewinnt, um ſo deutlicher
er=
kennt man, daß die Bewohner des Waſſers
Lei=
den und Krankheiten in weitgehendem Maße ausgeſetzt
ſind. Ja vor allem ſind es regelrechte Epidemien, die
Geſundheit und Leben vieler Fiſche ſtändig bedrohen und
denen alljährlich ungezählte Myriaden von Waſſerbewoh=
nern zum Opfer fallen In einem Aufſatz der Riviſta
Nau=
tica wird an Beiſpielen gezeigt, daß in Seen, Flüſſen und
Sümpfen derartige Krankheitsepidemien ſich unter den
Fiſchen mit einer geradezu unheimlichen Schnelligkeit
ver=
breiten und oft zur völligen Ausrottung der betroffenen
Fiſchart in beſtimmten Gewäſſern führen. Die ſogen.
Furunkuloſe wütet vor allem unter den Forellen und den
Lachſen; die Oberfläche des Körpers der Fiſche bedeckt ſich
mit Puſteln, die ſchnell zerfallen, ſich öffnen und nun die
Krankheitskeime in das Waſſer abgeben. Die Karpfen
leiden vor allem an Pocken oder „Epitelioma papuloſo”
die Nadelhechte des Luganer Sees werden periodiſch von
einer ſeltſamen Krankheit befallen, einer Pſeudo=Diphtherie,
die auf einen Krankheitserreger zurückgeht, der ſich in den
Schleimhäuten der Atmungswege einniſtet und abnorme
Schwellungen der Schleimhäute hervorruft. Im Verlauf
weniger Tage ſtirbt dann der Nadelhecht an Erſtickung,
und man ſieht dann die toten Fiſche mit krampfhaft
auf=
geriſſenen Mäulern an der Oberfläche des Waſſers
trei=
ben. Man könnte die Liſte der Fiſchkrankheiten ins
End=
loſe fortſetzen. Muskelerkrankungen, Nervenerkrankungen,
Vergiftungen, ja ſelbſt fieberhafte Erkrankungen ſind auf
Grund exakter Beobachtungen bei Fiſchen feſtgeſtellt
wor=
den. So zeigt es ſich denn, daß die Fiſche Leiden und
Krankheiten nicht anders wie die höher entwickelten
warm=
blütigen Tiere ausgeſetzt ſind und daß die Redewendung
„Geſund wie ein Fiſch im Waſſer” bei einer genaueren
Betrachtung der Natur und der Wirklichkeit faſt wie
bit=
tere Ironie anmutet.
* Wertvolle Münzenfunde aus dem 14. Jahrhundert.
Im luxemburgiſchen Dorfe Arsdorf fand ein Arbeiter beim
Feldumgraben in einem Maulwurfshügel einige
Gold=
ſtücke alter Prägung. Er grub weiter und ſtieß auf einen
zerbrochenen irdenen Topf, in dem ſich ungefähr 1200
Gold= und Silbermünzen befanden. Die meiſten Münzen
ſtammen aus der Zeit Philipps von Burgund. Unter den
Goldſtücken ſind einige von ſehr großem Wert, ſo daß
nach dem Urteil der Sachverſtändigen der Arbeiter plötzlich
ein reicher Mann geworden iſt.
Nammer 3.
Darmſtaoter Tagblatt, Donnerstag, den 26. Marz 1914.
Seite 5.
lungen wegen des Metzer Hafens dürften in Bälde zu
einem befriedigenden Abſchluß gelangen.
Eiſenbahnprä=
ſident Fritſch findet aus verſchiedenen Gründen, daß die
Haltung der preußiſchen Eiſenbahnverwaltung nicht ſo
tadelnswert ſei, wie es dargeſtellt wurde. Der
Einnahme=
ausfall der preußiſchen Bahnen würde tatſächlich ganz
be=
deutend ins Gewicht fallen. Die Reſolutionen wurden
hierauf angenommen. Bürgermeiſter Dr. Schwander
verwies auf die Bedeutung der Oberrheinregulierung bis
Konſtanz in Verbindung mit der Gewinnung elektriſcher
Kraft und fordert das Zuſammenwirken von Baden und
Elſaß=Lothringen in dieſer Frage. Weder unſer Land,
noch die Stadt Straßburg hatten Anlaß, ein ſolch
nütz=
liches Werk zu hintertreiben. Der Etat und das
Etatsgeſetz wurden darauf einſtimmig
ange=
nommen. Morgen nachmittag findet die dritte Leſung
ſtatt.
Die Monarchenbegegnung in Venedig.
* Venedig, 25. März. Der König iſt um 8 Uhr
35 Minuten hier eingetroffen und hat ſich nach dem
Königs=
palaſt begeben. Es herrſcht Regenwetter.
* Venedig, 25. März. König Viktor
Ema=
nuel beſuchte heute um 10 Uhr vormittags den Kaiſer
auf der „Hohenzollern” und wurde unter Salut, einem
dreifachen Hurca der Mannſchaften und Präſentieren der
Ehrenwache vom Kaiſer am Fallreep empfangen. Die
Be=
grüßung war überaus herzlich. Die Monarchen küßten ſich
einander wiederholt und ſchritten die Front der
Ehren=
wache unter den Klängen der italieniſchen „Marcia Reale‟
ab. Die Monarchen unterhielten ſich darauf längere Zeit
allein in der ſogenannten Laube auf dem Achterdeck.
* Venedig, 25. März. Die Unterredung der
Majeſtäten dauerte weit über eine Stunde. Nach 11.15 Uhr
verließ der König die „Hohenzollein” und kehrte ins
Palais zurück. Es regnet in Strömen.
* Venedig, 25. März. König Viktor
Ema=
nuel wurde bei ſeiner Ankunft trotz des herrſchenden
Regenwetters von einer zahlreichen Menſchenmenge
er=
wartet. Am Bahnhof hatten ſich der deutſche Bolſchafter
v. Flotow, die Spitzen der Zivil= und Militärbehörden,
viele Abgeordnete, Senatoren, Offiziere aus dem Gefolge
des deutſchen Kaiſers, ſowie andere hervorragende
Per=
ſönlichkeiten eingefunden. Der König trug, als er, gefolgt
von dem Marquis di San Giuliano, dem Hofzuge entſtieg.
kleine Generalsuniform. Er wurde von den Anweſenden
herzlich begrüßt und beim Verlaſſen des Bahnhofs von
dem Publikum unter lebhaften Kundgebungen empfangen.
Der König begab ſich mit di San Giuliano, dem
Vize=
admiral Carelli und dem Generaladjutanten Bruſati und
dem übrigen Gefolge nach dem Palazzo Reale, wo er um
9 Uhr eintraf, von den Mannſchaften der deutſchen
Kriegs=
ſchiffe und denen der italieniſchen Torpedobooote mit drei
Hurras begrüßt. Vom Balkon des Palaſtes aus dankte
der König für die ihm dargebrachten Kundgebungen. Um
10 Uhr begab ſich der König an Bord der „Hohenzollern”,
auf der die Flagge Savoyens gehißt war.
* Venedig, 25. März. Kaiſer Wilhelm, der,
einem Wunſche des Königs von Italien folgend, von einer
beſonderen Erwiderung des Beſuches bei dem ſchlechten
Wetter Abſtand nahm, begab ſich mit Gefolge gegen 1 Uhr
von der „Hohenzollern” nach dem Königspalaſt, um dort
an der Frühſtückstafel teilzunehmen. Das Publikum
brachte dem Kaiſer lebhafte Kundgebungen dar.
* Venedig, 25. März. Bei dem Frühſtück im
Palazzo Reale ſaßen der Kaiſer und der König
nebeneinander in der Mitte der Tafel, rechts vom
Kaiſer di San Giuliano links vom König der Botſchafter
v. Flotow. Nach Beendigung der Tafel erſchienen die
Majeſtäten auf dem Balkon nach dem Markusplatz zu,
wo eine große Menſchenmenge die Monarchen mit
begei=
ſterten Hufrarufen und Hüteſchwenken begrüßte. Um
2½ Uhr begaben ſich der Kaiſer und der König auf das
Kriegsſchiff „Goeben” um es zu beſichtigen. Der Kaiſer
führte dem König den Panzerkreuzer „Goeben” im
Ge=
fechtszuſtand vor. Der König beſichtigte die einzelnen
Ge=
fechtsſtationen mit großem und verſtändnisvollem
In=
tereſſe und lobte die ausgeführten Uebungen. Auf dem
Flaggſchiffe der deutſchen Mittelmeerdiviſion war während
dss Aufenthaltes der Majeſtäten am Großmaſte die beiden
Standarten Seite an Seite gehißt, am Vormaſte die
Groß=
admiralsflagge des Kaiſers. In der Admiralskajüte war
der Tee gerichtet. Als die Majeſtäten das Schiff verließen
feuerten die Kriegsſchiffe Salut. Die Monarchen kehrten
im Schnellbooote des Königs nach Venedig zurück,
wäh=
rend das Wetter ſich aufklärte. In der Stadt beſichtigten
beide Herrſcher die Renovierungen im
Dogen=
palaſt, ſowie die Spitzenſchule von Jeſurum. Bei ihrem
Beſuche im Dogenpalaſt wurden beide Monarchen,
als ſie auf der Loggia erſchienen, von der Menge auf das
lebhafteſte begrüßt. Die Monarchen bewunderten u. a.
die reſtaurierte Loggia Foscarina. Bei der heutigen
Abendtafel an Bord der „Hohenzollern” ſaß
Kaiſer Wilhelm gegenüber dem König. Der Kaiſer hatte
zu ſeiner Rechten zunächſt den Miniſter di San Giuliano,
Generaloberſt v. Keſſel, Vizeadmiral Garelli und den
Ge=
ſandten von Treutler. Zur Linken ſaßen Generalleutnant
Bruſatti, General Freiherr von Lyncker, der Präfekt
Conte di Povaſenva und Generalleunant von Chelius.
Neben dem König ſaßen der Botſchafter von Flotow,
Hausminiſter Mattioli=Pasqualini, Admiral von Müller,
Generaloberſt von Pleſſen, der Präfekt des Palaſtes
Mar=
quis Baria dOlmo, Wirkl. Geh. Rat von Valentini, der
Kabinettschef Garbaſſi u. a.
Das Bootsunglück auf der Spree.
* Köpenick, 24. März. Die Namen der Toten ſind
bis jetzt größtenteils noch nicht bekannt. Geborgen ſind
nur die Leichen einer Frau Steinhagen und eines
Fräu=
leins Gueldenpfennig. Die Leichen wurden in die
Lei=
chenhalle des Friedhofes gebracht. Drei Köpenicker Aerzte
und die Köpenicker Sanitätskolonne waren ſofort an der
Unfallſtelle. Der Bootsmann und der Schiffer wurden
verhaftet. Zwei Geſchwiſter Schwandtke werden als
ver=
mißt gemeldet und man vermutet, daß auch ſie zu den
Opfern des Unfalles gehören. Die Unfallſtelle iſt
abge=
ſperrt. Auch die Beſatzung des Fährbootes iſt bei dem
Unfall umgekommen.
* Köpenick, 24. März. Beſonders tragiſch iſt das
Geſchick des ertrunkenen Fräuleins Gueldenpfennig
aus Friedrichshagen, die, wie bereits gemeldet, ſich unter
den Fahrgäſten des Fährbootes befand. Das junge
Mädchen hatte heute gerade Geburtstag und wurde am
Ufer von ihren Angehörigen mit Blumenſträußen
er=
wartet. Bei dem Untergang des Kahnes fielen einige
der ſie erwartenden Frauen in Schreikrämpfe, von denen
ſie ſich erſt nach einiger Zeit erholten. Im Köpenicker
Stadttheater wurde die Vorſtellung abgeſagt.
* Berlin, 25. März. Zum Bootsunglück
meldet das Köpenicker Dampfboot folgende Einzelheiten:
In dem Fährboot befanden ſich nach den neueſten Feſt=
ſtellungen nur 19 Perſonen. Von dieſen konnten 11
gerettet werden, ſo daß nicht 15, ſondern nur 8 Opfer
zu beklagen ſind. Vier von den Geretteten liegen unter
den Nachwirkungen der Kataſtrophe ſchwer krank
da=
nieder.
* Köpenick, 25. März. Von den 8 Opfern der
Bootskataſtrophe wurden bisher 4 weibliche Leichen
ge=
borgen, die anderen 4 ſind noch nicht gefunden worden.
Die Stadt ſteht ganz unter dem Eindruck des furchtbaren
Unglücks. An dem Spreeufer, gegenüber der
Spindler=
ſchen Fabrik, die halbmaſt geflaggt hat, ſtehen trotz des
Regens Hunderte von Menſchen und beobachten das
Ab=
ſuchen des Waſſers nach Leichen. Das Boot, in dem ſich
die Spindlerſchen Angeſtellten befanden, iſt vollſtändig
zertrümmert. Die Beſtandteile ſind aufgefiſcht und
ge=
borgen worden. Es ſoll jetzt der Tatbeſtand des Unglücks
rekonſtruiert werden, möglichſt genau entſprechend der
geſtrigen Sachlage. Der Schiffseigner Richter, der geſtern
ebenfalls verhaftet worden war, iſt wieder freigelaſſen
worden.
Die Verhaftung des Abgeordneten
Abreſch.
* München, 25. März. In der Angelegenheit des
in Mannheim verhafteten bayeriſchen
Landtagsabgeorb=
neten Abreſch gab in der heutigen Kammerſitzung der
Präſident v Orterer vor Eintritt in die
Tagesord=
nung eine Erklärung ab. Er ſprach ſein Befremden
dar=
über aus, daß dem Präſidium der Kammer über dieſe
Angelegenheit nichts mitgeteilt worden ſei. Er habe
des=
halb eine Depeſche mit bezahlter Rückantwort nach
Mann=
heim geſchickt. Darauf ſei eine Depeſche folgenden
In=
halts gekommen: „Abreſch hier wegen Betrugs verhaftet.
Polizeidirektion‟ Der Präſident meinte, daß dem Hauſe
jede Möglichkeit abgeſchnitten ſei, in der Sache etwas
weiteres zu tun. Es ſei auch nicht einmal bekannt, ob
Abreſch auf friſcher Tat ergriffen worden ſei und ob im
übrigen bei der badiſchen Juſtizverwaltung die
Anſchau=
ung beſteht, daß die durch § 26, Titel 7 der Verfaſſung
den Abgeordneten garantierte Immunität außerhalb des
bayeriſchen Bundesgebietes Geltung nicht habe, wie das
die Auffaſſung der überwiegenden Mehrzahl der Juriſten
ſei. Der Präſident fuhr fort: So bleibt uns nichts übrig,
als die Angelegenheit zur Kenntnis zu nehmen; wenn
wir irgendwie eine Möglichkeit geſehen hätten, in dieſer
Angelegenheit Schritte zu tun, ſo hätten wir das im
In=
tereſſe des Anſehens des Hauſes gerne getan. Wenn ich
meinem Befremden darüber Ausdruck gab, daß uns
kei=
nerlei Mitteilung zuging, ſo möge darin keine
Unfreund=
lichkeit erblickt werden. Ich bin aber der Meinung, daß
eine Mitteilung von jener Seite hätte erwartet werden
können.
* München, 25. März. Der Rechtsanwalt des
Ab=
geordneten Abreſch hat eine halbe Million
Kau=
tion für deſſen Haftentlaſſung angeboten, doch hat das
Landgericht Mannheim das Anerbieten abgelehnt. Durch
Abreſch ſollen auch mehrere Mitglieder der Münchener
Geſellſchaft um große Summen gekommen ſein.
* Mannheim, 25. März. Wie die Neue Badiſche
Landeszeitung erfährt, wird heute über die Beſchwerde
gegen die Inhaftnahme Abreſch” entſchieden
werden. In der Beſchwerde wird in erſter Linie auf das
Gutachten des Profeſſors Dr. Stengel verwieſen, in
zwei=
ter Linie wird der Umſtand angeführt, daß der bayeriſche
Abgeordnete aus der Pfalz, wenn er nach München zu
den Kammerverhandlungen fahren will, doch unbediegt
badiſches, heſſiſches oder preußiſches Gebiet durchfahren
müſſe. Außerdem wird Abreſch Klage bei der
Anwalts=
kammer gegen v Harder erheben wegen deſſen
Behaup=
tung, daß eine Anzahl von Verträgen, die er
handſchrift=
llich angefertigt habe, als Scheinverträge anzuſehen ſeien,
und gegen alle Zeitungen, die beleidigende Artikel gegen
Abreſch gebracht haben, Strafantrag ſtellen.
Der Rochetteausſchuß in Frankreich.
* Paris, 24. März. In der Nachmittagsſitzung
ſagte der richterliche Beamte Regnault aus daß mit
dem Augenblick, wo Rochette die Grenze überſchritt, die
ganze Angelegenheit erledigt geweſen ſei. Auf Befragen
erklärte er, daß der vom Oberſtgatsanwalt Fabre erlangte
Aufſchub im Juſtizpalaſt große Ueberraſchung erregt habe.
Niemand zweifelte, daß die Zeitung Rappel für Rochette
war, der als ſtiller Geſellſchafter des Blattes galt. Der
Direktor des Rappel Dumesnil erhob Einſpruch gegen
die Ausſage Barthous und beſtritt vor allem den Feldzug
von Beleidigungen, den der Rappel gegen Barthou geführt
haben ſolle. Er habe ſich ſogar von einem Mitarbeiter des
Rappel, dem Abgeordneten Ceccaldi losgeſagt, als ihm
dieſer einen Artikel brachte, der die Umgebung Barthous
trefffen konnte. Vacher der Liquidator des Crédit
Minier, gab ausführliche Erklärungen über den Stand der
Geſchäfte in der Rochetteangelegenheit. Er erklärte daß
ſich beſonders die Führung der Bücher des Crédit Minier
in einer unbeſchreiblichen Unordnung befanden. Er, habe
keine Spur der den Zeitungen bezahlten Subventionen
finden können. Der Staatsanwaltsgehilfe Scherdling
gab einige Erklärungen über die finanziellen Operationen
Rochettes ab. Er ſagte, der Oberſtaatsanwalt habe ihm
ein Schriftſtück mit einem Datum vorgeleſen, das dem
Da=
tum des Aufſchubes nicht weit entfernt war. Er habe
da=
mals die aufrichtige Erregung Fabres bemerkt. Die
Sitz=
ung wurde dann aufgehoben.
* Paris, 25. März. Die Rochette=
Kommiſ=
ſion vernahm heute vormittag Monis, Caillaux
und Fabre, die vereidigt wurden, ſowie Maurice
Bernard, welcher ſchwur, er werde vorbehaltlich des
Berufsgeheimniſſes die ganze Wahrheit ſagen.
Jaurés betonte die Wichtigkeit der Daten, an denen die
Unterredungen zwiſchen Bernard und Caillaux, ſowie
zwiſchen Monis und Fabre ſtattgefunden hätten. Caillaux
gab die ausdrückliche Erklärung ab, daß Bernard zum
erſten Male am 24. März mit ihm von der
Rochetteange=
legenheit geſprochen hätte. Bernard verſicherte, er hätte
eine einzige Unterredung mit Caillaur über den Fall
Ro=
chette gehabt; er beſtritt nicht, daß dieſe Unterredung
am 24. März ſtattgefunden habe. Monis ſagte aus, er
habe Fabre am Nachmittag des Tages zu ſich gerufen, an
dem Caillaux mit ihm die Angelegenheit beſprach. Er
könne aber das Datum nicht genau angeben. Bernard
erklärte, wenn es am 24. März geweſen ſei, als er bei
Caillaux und Fabre geweſen, ſo habe er bereits vor der
Unterredung mit Caillaux gewußt, daß der Aufſchub
be=
willigt würde.
Das Attentat der Frau Caillaux.
* Paris, 24. März. Ueber das heutige Verhör
der Frau Caillaux wird gemeldet, daß ſie eine
ein=
gehende Ausſage über ihre Unterredung mit dem
Ge=
richtspräſidenten Monier gemacht habe. Sie erklärte, ſie
habe hierauf ihren Gatten im Finanzminiſterium beſucht
und ihm die Aeußerung Moniers mitgeteilt, daß es kein
geſetzliches Mittel gebe, der Kampagne des Figaro
Ein=
halt zu tun. Ihr Gatte habe empört ausgerufen: Da
nichts anderes zu tun iſt, ſo werde ich ihm den Schädel
einhauen. In dieſem Augenblick, fuhr Frau Caillaur fort,
konnte ich nicht zweifeln, daß mein Gatte die Abſicht habe,
gegen Calmette einen Akt der ſchwerſten Gewalttätigkeit
zu begehen, und ich empfand immer gebieteriſcher die
Not=
wendigkeit, bei dem Direktor des Figaro einen Schritt
zu verſuchen. Ich fürchtete bereits, daß mein Gatte, der
ein geſchickter Schütze iſt, Calmette töten würde, und in
meiner fieberhaften Aufregung ſah ich meinen Gatten
ſchon auf der Anklagebank. Ich malte mir die furchtbaren
Folgen eines ſo ſchrecklichen Dramas aus, und was meine
Angſt noch ſteigerte, war der Gedanke, daß ich unfreiwillig
die Urſache dieſer Tragödie ſein würde.
* Paris, 25. März. In ihrem geſtrigen Verhör
verſicherte Frau Caillaux nochmals, daß ſie nicht
die Abſicht gehabt habe, Calmette zu töten. Sie
habe ganz tief gezielt, aber Calmette habe ſich gebückt und
ſei ſo von den Kugeln getroffen worden. Einem Blatte
zufolge lautet der Brief, in dem Frau Caillaux ihrem
Gatten ihren Entſchluß angekündigt hat, folgendermaßen:
Du haſt mir geſagt, daß Du Calmette den Schädel
ein=
hauen willſt. Ich will nicht, daß Du Dich opferſt,
Frank=
reich und die Republik bedürfen Deiner. Ich werde es für
Dich tun.
* Paris, 25. März. Der Dramatiker Henry
Bern=
ſtein hat den Unterſuchungsrichter Boucard gebeten, ihn
als Zeugen zu vernehmen, da er in der Lage ſei, die
Ausſage der Frau Eſtradere, wonach Calmette 30000
Francs für die Vermittelung einer Zuſammenkunft mit
der geſchiedenen Frau Caillaux’ angeboten habe, in
weni=
gen Minuten zu entkräften. — Der Induſtrielle
Bar=
racg, der vielfach als der geheimnisvolle Unbekannte
des Rochette=Ausſchuſſes bezeichnet worden war, erklärt in
den Blättern, daß er den Advokaten Bernard, den
Ver=
teidiger Rochettes, nicht kenne und niemals geſehen habe.
Die Action Francaiſe deutet an, daß dieſer Unbekannte
der Bankier Lecachaux iſt, der mit Rochette und Bernard
befreundet war. Der Rochette=Ausſchuß ſoll Lecachaux
vorladen.
Die Homerule=Kriſis.
* London, 24. März. General Gough und Oberſt
Me Ewan wurden bei ihrer Rückkehr nach Curragh
begeiſtert empfangen. Truppen begleiteten ſie in ihre
Quartiere und brachten drei Hurras auf ſie aus. General
Gough dankte für den Willkommgruß und gab den
Trup=
pen die Verſicherung, daß ſie nicht nach Ulſter geſandt
werden würden. Darauf brachen die Truppen von neuem
in Hochrufe auf ſie aus.
* London, 25. März. Geſtern abend kam es in
Belfaſt zwiſchen Unioniſten und Nationaliſten zu einem
Zuſammenſtoß. Die Menge warf mit Steinen und
Revolverſchüſſe wurden abgefeuert. Die Polizei ſchritt ein
und trieb die Menge auseinander.
* London, 25. März. Die Times melden aus
Dublin: Die Verhandlungen zwiſchen den
Offi=
zieren und dem Kriegsminiſter verliefen ſtürmiſch. Sir
John French kritiſierte die Handlungsweiſe der Offiziere,
welche die ſchärfſte Strafe verdiene. Erſt das
Dazwiſchen=
treten von Roberts ſchuf eine beſſere Stimmung. Zum
Schluß unterſchrieb Sir French ein Schriftſtück, das die
Offiziere aufgeſetzt hatten, in dem er beſtätigt, daß die
Offiziere keinen Befehl erhalten würden, gegen Ulſter zu
kämpfen oder die Homerule=Bill mit Gewalt durchzuſetzen,
und daß ſie dieſes den anderen Offizieren mitteilen
dürften.
* London, 25. März. Aus den über die letzten
Ereigniſſe beim iriſchen Kommando
ver=
öffentlichten Dokumenten geht hervor: Bevor
Gene=
ral Gough nach Irland zurückkehrte, fragte er namens
der Offiziere am 23. März bei dem Generaladjutanten
ſchriftlich an, ob dieſe, falls die Homerule=Bill Geſetz
würde, aufgerufen werden könnten, dieſe Ulſter
aufzu=
zwingen. In der Antwort, die Gough am 23. März
zu=
ging, wurde er ermächtigt, den Offizieren mitzuteilen, der
Armeerat ſei überzeugt, daß der mit den
Entlaſſungs=
geſuchen zuſammenhängende Zwiſchenfall auf ein
Miß=
verſtändnis zurückzuführen ſei. Die
Regie=
rung müſſe ſich das Recht der Verwendung aller
Streit=
kräfte, ſowohl in Irland wie anderswo, vorbehalten, um
Geſetz und Ordnung aufrecht zu erhalten und die
Zivil=
behörden bei der regelmäßigen Ausübung ihrer Pflicht
zu unterſtützen. Die Regierung beabſichtige nicht, dieſes
Recht dazu zu benutzen, um die politiſche Oppoſition gegen
die Grundſätze der Homerule=Bill zu zerſchmettern. Sir
Arthur Paget teilte am 20. März um Mitternacht dem
Kriegsamte mit, daß der Brigadegeneral und 57
Offi=
ziere der Kavalleriebrigade es vorzögen, ihren Abſchied
zu nehmen, wenn ſie nach dem Norden kommandiert
wür=
den. Der Kriegsminiſter Seely ermächtigte daraufhin
Paget, unverzüglich alle älteren Offiziere, die ihr
Ent=
laſſungsgeſuch eingereicht hätten, oder auf andere Weiſe
ſeine Autorität in Zweifel zögen, vom Dienſte zu
ſuspen=
dieren. Ferner befahl Seely General Gough und den
übrigen Offizieren, ſich ſofort beim Kriegsamte zu
mel=
den, und gab Anweiſung, ſie ihrer Kommandos zu
ent=
heben. Offiziere zum Erſatz wurden abgeſandt. Die
Do=
kumente enthalten ferner ein Memorandum Seelys über
eine Unterredung, die er am 16. Dezember mit einigen
höheren Offizieren hatte. Seely erklärt darin über die
Pflicht des Soldaten, das Geſetz ſage deutlich, daß der
Soldat einem Befehle. zu ſchießen, nur zu gehorchen
brauche, wenn es den Umſtänden gemäß vernünftig ſei.
Wenn daher Offiziere und Mannſchaften z. B. zu einem
Blutbad gegen eine Demonſtration von Orangiſten, die
nicht gefährlich für die Nachbarn wäre, aufgeboten
wer=
den ſollten, ſo wäre es in der Tat und nach Geſetz
ge=
rechtfertigt, wenn ſie daran dächten, den
Gehorſam zu verweigern, ſo ſchlecht dies auch
auf die Diſziplin wirken müßte. Niemals habe man daran
gedacht, den Truppen übertriebene und ungeſetzliche
Be=
fehle zu geben, man habe nur die Möglichkeit ins Auge
gefaßt, daß die Truppen zur Unterſtützung der
Zivil=
behörden und zum Schutze von Leben und Eigentum
auf=
geboten werden könnten, wenn die Polizei überwältigt
ſei. Gegenüber den Verſuchen, die Truppen zu
über=
reden, den geſetzmäßigen Anordnungen nicht zu
gehor=
chen, erklärte Seely den Generalen, er mache jeden von
ihnen dafür verantwortlich, daß gegen jede derartige
revo=
lutionäre Haltung den Beſtimmungen des Königs gemäß
vorgegangen werden würde.
* London, 25. März. Marineminiſter
Chur=
chill und Kriegsminiſter Seely hatten heute vormittag
eine Zuſammenkunft mit dem Premierminiſter Asquith.
Es folgte eine Konferenz des geſamten
Kabi=
netts.
* London, 25. März. Während der heutigen
Sitz=
ung des Kabinetts ließ man General French
nach der Downingſtreet kommen
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Nummer 85.
2 London, B. März. Die Abenbläiter ſprechen,
jedoch in ziemlich unbeſtimmten Ausdrücken, von der
De=
miſſion gewiſſer Miniſter, beſonders des
Kriegsminiſters Seely. Dieſe Gerüchte ſind bisher noch
unbeſtätigt. In einem Artikel der Weſtminſter Gazette
heißt es, daß eine Armee, die der Regierung ihre
Bedin=
gungen diktiere, die Freiheit und die öffentliche Ordnung
bedrohe. Das Blatt fordert, daß die Regierung ohne
Zögern eine deutliche und energiſche Sprache führe.
* London, 25. März. Der Kriegsminiſter Seely
hat demiſſioniert.
* London, 25. März. Die große Unruhe im
Unterhauſe erreichte ihren Höhepunkt in einer
hef=
tigen Szene, die bei der Beantwortung von Anfragen
Lord Beresfords und des Unioniſten Amery durch
Chur=
chill entſtand. Churchill führte aus, daß vor vierzehn
Tagen von dem Kabinett beſchloſſen worden ſei,
See=
ſtreitkräfte im Umfange eines
Schlacht=
ſchiffgeſchwaders nach der Bamlaſhbay an der
ſchottländiſchen Küſte zu entſenden, die eine geeignete
Station für Uebungen ſei und wo die für den Fall
von etwaigen ernſten Unruhen in nächſter
Nähe der irländiſchen Küſte geweſen wären. Als es
er=
ſichtlich geweſen ſei, daß ſolche Maßnahmen Widerſtand
finden würden, habe man ſich dahin entſchloſſen, daß dieſe
Schiffsbewegungen bis Oſtern aufgeſchoben werden
könn=
ten. Bei dieſer Erklärung brach ein ungeheurer Sturm
auf den Bänken der Unioniſten los. Amery richtete an
Churchill die Frage, ob er erwartet habe, daß die
Vor=
ſichtsmaßnahme zu einem Kampfe führen würde.
Chur=
chill erwiderte, er weiſe dieſe abſſcheuliche
Unterſtellung zurück. (Großer Lärm.) Der
Sprecher forderte Churchill auf, den Ausdruck
zurückzu=
nehmen. Bei erneuter Unruhe war dann der
Zwiſchen=
fall erledigt. Kriegsminiſter Seely gab dann eine
er=
ſchöpfende Darſtellung. Er habe nichts zu verheimlichen,
erklärte er. Er habe es nach den Informationen, die er
von der Regierung erhalten habe, für notwendig
gehal=
ten, den Schritt zum Schutz der Regierungsdepots zu
un=
ternehmen. Die nötigen Befehle ſeien mit voller
Ermäch=
tigung des Kabinetts erteilt worden. Sir A. H. Paget
habe mit ihm übereingeſtimmt, daß trotz des rein
vorbeu=
genden Charakters der Truppenbewegungen die Erregung
einen ſolchen Grad erreichen könnten, daß ein allgemeiner
Aufſtand in ganz Irland erfolgen könnte, und deshalb
ſeien die nötigen Schritte unternommen worden, um
jene Truppenbewegung zu unterſtützen, ſalls ſie auf
be=
wafſneten Widerſtand ſtoßen ſollten. Kriegsminiſter
Oberſt Seely gab bekannt, daß er ſeine Demiſſion
an=
geboten habe und erklärte, daß zwiſchen ihm und dem
Kabinett ein Mißverſtändnis beſtehe, für das er allein
verantwortlich ſei. Seely erklärte entſchieden, daß der
König in der Angelegenheit der Offiziere keinerlei
Initiative ergriffen habe. Asquith erklärte auf
einige Zwiſchenrufe Balfours: Oberſt Seely bildet
immer noch einen Teil des Kabinetts.
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegertruppe.
Darmſtadt, 25. März. Der Unteroffizier
Feel der hieſigen Fliegertruppe unternahm am
Dienstag ſeinen 3. Examensflug. Er flog mit
Oberleut=
nant Freiherrn v. Frauenberg um 6 Uhr 30 Minuten von
hier ab und landete um 8 Uhr 30 Minuten in Köln.
Am Mittwoch trat er ſeinen Rückflug nach hier an, mußte
jedoch wegen ſtarkem Nebel in Mainz niedergehen. In
Mainz ſtartete Feel nachmittags und landete um 4 Uhr
45 Minuten glatt hier auf dem Uebungsplatz.
Unteroffi=
zier Feel hat ſomit ſein 3. Examen abgelegt und ſich das
Flugzeugführerabzeichen erworben. Er flog Aviatik=
Rumpf=Doppeldecker.
Turnen, Spiele und Sport.
* Pferdeſport. Frankfurt a. M., 25. März. Die
diesjährigen Frankfurter Pferderennen finden an
folgenden Tagen ſtatt: 19., 22. und 26. April, am 7. und
10. Juni. am 16. und 17. Auguſt, und am 3., 4. und
6. Oktober.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Koxreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. März. Wie das Wolffſche Telegraphen=
Bureau hört, gelangt die Reiſe der
kronprinz=
lichen Herrſchaften in die deutſchen afrikaniſchen
Schutzgebiete in dieſem Frühjahr noch nicht zur
Aus=
führung, da es ſich als unmöglich herausgeſtellt hat, die
Reiſe in der zur Verfügung ſtehenden Zeit ſo
vorzube=
reiten, wie es nach der kolonialpolitiſchen Bedeutung und
dem informatoriſchen Zweck erwünſcht erſcheint.
* Berlin, 25. März. Die in letzter Zeit von
verſchie=
denen Blättern in Umlauf geſetzten Gerüchte über
angebliche, in Kürze bevorſtehende
Perſonal=
veränderungen an der Spitze des Auswärtigen
Amts und mehrerer Botſchafterpoſten ſind, wie die
Nord=
deutſche Allgemeine Zeitung erfährt, unbegründet.
* Berlin, 25. März. Dem preußiſchen
Abge=
ordnetenhauſe ging der Entwurf eines
Eiſenbahn=
anleihegeſetzes (Sekundärbahnvorlage) zu. Der
Entwurf fordert insgeſamt 506 211000 Mark. Im
ein=
zelnen ſind zum Bau von Haupt= und Nebenbahnen,
ſo=
wie zur Beſchaffung von Fahrzeugen infolge des Baues
dieſer Eiſenbahnen 117473000 Mark vorgeſehen Zur
Herſtellung zweiter und dritter Gleiſe werden 174823000
Mark, zu weiteren Bauausführungen 33 565000 Mark
ge=
fordert. Zur Beſchaffung von Fahrzeugen für die bereits
beſtehenden Staatsbahnen ſollen 173 200000 Mark, zur
weiteren Förderung des Baues von Kleinbahnen 6 500000
Mark verwendet werden. Schließlich ffordert der
Ent=
wurf zum Erwerb des Kronberger Eiſenbahntunnels
650 000 Mark.
* Marburg (Lahn), 25. März. Wie die Oberheſſiſche
Zeitung meldet, hat Profeſſor Ernſt Göppert von hier
den Ruf als Direktor der Anatomie der Univerſität
Frankfurt angenommen.
*. Eiſenach, 25. März. Der Deutſche
Arbeit=
geberbund für das Baugewerbe, der mit 30
Be=
zirks=, Landes= und Provinzialverbänden, ſowie 11
un=
mittelbar angeſchloſſenen Ortsverbänden ſich über das
ganze Deutſche Reich erſtreckt, und auch den
Betonbauar=
beitgeberverband mit umfaßt, beſchloß auf der hier unter
dem Vorſitze von Architekt Behrens=Hannover tagenden
Generalverſammlung einſtimmig den Beitritt zu
der Vereinigung, der deutſchen
Arbeit=
geberverbände. Durch den Beitritt dieſes
Verban=
des, deſſen Mitglieder rund 250000 Arbeiter beſchäftigen,
erfährt die Zentralorganiſation der deutſchen
Arbeitgeber=
verbände eine weitere bedeutſame Stärkung.
* Bad Reichenhall, 25. März. In einem Anfall von
religiöſem Wahnſinn ertränkte eine Bäue=
rin in Achthal ihre drei Kinder von ½ bis vier
Jahren und dann ſich ſelbſt in einer Jauchegrube.
* Wien, 25. März. Der Kaiſer ernannte den
zwei=
ten Vizepräſidenten des bosniſchen Landtages, Dr. Nikola
Mandic, zum Landſchaftsvertreter von
Bos=
nien und der Hereegowina. Die Ernennung iſt,
wie das Wiener Korreſpondenz=Bureau dazu ausführt,
darum beſonders bedeutſam, weil damit zum erſten Male
ein Parlamentarier in die Landesregierung berufen
wor=
den iſt. Die Ernennung ſoll jedoch keineswegs den
Be=
ginn einer Parlamentariſierung der Landesregierung
be=
deuten.
* Brüſſel, 25. März. Die Kammer nahm einen
Geſetzentwurf an, der die Erhaltung des
Schlacht=
feldes von Waterloo in ſeiner jetzigen Geſtalt
be=
zweckt.
* Petersburg, 25. März. Bezüglich der Meldung
eines Petersburger Blattes, ein Würdenträger hätte in
unmittelbarem Auftrag aus hohen Kreiſen in Paris und
Berlin Unterredungen über die Möglichkeit einer
Neu=
gruppierung der Mächte auf der Baſis der
Tei=
lung Oeſterreichs gehabt, äußert die halbamtliche
Roſſija, der Name des Würdenträgers ſei nicht genannt,
doch könne jedenfalls geſagt werden, daß die von ihm
ge=
äußerten Anſichten, ſollten ſie nicht völlig ein
Phantaſie=
gebilde eines Journaliſten ſein, die Anſichten der
leiten=
den ruſſiſchen Kreiſe nicht widerſpiegeln.
* Petersllurg, 25. März. Der Kriegsminiſter
brachte in der Duma einen Geſetzentwurf ein um
Bewil=
ligung von 5 756 121 Rubel zur Deckung der Koſten für die
im November und Dezember 1912 zurückbehaltenen
Truppen.
* Petersburg, 25. März. Die Mitteilung Pariſer
Blätter, die ruſſiſche Regierung habe nur einen kleinen
Teil der Reſerven der Staatsbank in
Peters=
burg zurückbehalten und den übrigen Beſtand
vorſichts=
halber auf die Filialen in der Provinz verteilt, iſt in allen
Teilen erfunden.
Neue Schreckenstaten des „Weißen Wolf” in China.
* Peking, 25. März. Die Banden des „Weißen
Wolf” nahmen Lungchuchai im ſüdöſtlichen
Schenſi ein und zerſtörten es. Auch Schanyang in
dem=
ſelben Bezirk wurde von ihnen geplündert. Die Räuber
töteten 230 Einwohner, verwundeten weit mehr und
mach=
ten Hunderte zu Gefangenen. In Lungchuchai befanden
ſich zwei norwegiſche Miſſionare, Chriſtenſen und
Vat=
faas, mit ihren Frauen. Ihr Schickſal iſt unbekannt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das weſtliche Tiefdruckgebiet hat ſeinen Einfluß über
faſt ganz Europa ausgebreitet und bewirkt in unſerem
Bezirk unbeſtändiges, ziemlich mildes Wetter. Im
Bereich von Ausläufern des Tiefdruckgebietes haben wir
heute vorwiegend trübes Wetter und Niederſchläge zu
erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
26. März: Wechſelnde Bewölkung, zeitweiſe Niederſchläge,
ziemlich mild, weſtliche Winde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Deutsche Bank Darmstadt
Aufbewahrung und Verwaltung
von Wertpapieren.
(X,3521
Für Trauer stets vorrätig:
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Wilhelminenstr. Ecke.
Geſchäftliches.
Dem Exiſtenzkampfe erlegen iſt ſchon manche
be=
rufstätige Frau, weil ſie ihrer Ernährung nicht die
nötige Aufmerkſamkeit widmete. Das ideale
Kräftigungs=
mittel für alle angeſtrengt Arbeitenden iſt nach wie vor
Kaſſeler Hafer=Kakao.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hierdurch die ſchmerzliche Nachricht, daß unſer
lieber Vater, Schwiegervater, Großvater,
Bru=
der und Onkel
(7839
Herr Heinrich Heil
Rentner
heute mittag in Würzburg im 78. Lebensjahre
ſanft entſchlafen iſt.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Peter Heil und Familie,
Dr. Heinrich Heil, Apotheker,
Dr. Heinrich Grünewald, Geh.
Ober=
forſtrat, und Familie,
Frdr. Aug. Hackmann, dipl. ing.,
und Frau Marie, geb. Grünewald.
Würzburg, Mannheim, Darmſtadt und
Frankfurt-Rödelheim, 24. März 1914.
Die Beerdigung findet Freitag, 27. März,
nach=
mittags 2½ Uhr, von der Leichenhalle des
Darmſtädter Friedhofs aus ſtatt.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 27. März:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 45 Min.
Samstag, den 28. März:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Schrifterklärung.
Sabbatausgang 7 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 28. März:
Rausch Chaudesch Nisan.
Vorabend 6 Uhr 15 Min. Morgens 8 Uhr Nachmittags
4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 29. März, an:
Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 6 Uhr.
Tageskalender.
Donnerstag, 26. März.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende nach
10 Uhr (Ab. C): „Tosca‟.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Saalbautheater, Anfang 8 Uhr: „Die
Kino=
königin”
Lichtbilder=Vortrag von Sanitätsrat Dr. Maurer
um 8¼ Uhr im „Kaiſerſaal” (Volksbildungsverein).
Vortrag von Dr. med. Oberdörffer um 8½ Uhr im
„Fürſtenſaal”
Vortrag über Erlebniſſg in der Fremdenlegion um 8½
Uhr im „Schützenhof”.
Hauptprüfung um 5 Uhr im Konſervatorium für
Muſik (Mühlſtraße 70).
Hauptverſammlung des Schlittſchuhklub=
Sport=
vereins um 6 Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”
Konzerte: Hotel Heß um 4 Uhr. Rummelbräu um
8 Uhr. — Bürgerkeller um 8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Ausſtellung von Schülerinnen=Arbeiten der
Alice=
ſchule (geöffnet von 10—1 und 2—6 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Freitag, 27. März.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung. um 8½ Uhr
Grünerweg 5.
Pferde=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Train=
kaſerne (Eſchollbrückerſtraße).
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Dra=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 23).
Naturwein=Verſteigerung um 12 Uhr zu
Mainz, Ernſt=Ludwigſtraße 9.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
Nummer 85.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Seite 7.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Nummer 83.
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Nummer 85.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Seite 9.
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Nr. 37.
Donnerstag, 26. März.
1914.
Bekanntmachung.
Die Vorſchriften der nachſtehend wiederum veröffentlichten Polizeiverordnung über
den Verkehr von Fuhrwerken und Fahrzeugen, einſchließlich der Automobile und
Fahrräder, im Kreiſe Darmſtadt, vom 25. März v. J. werden, obwohl ſie ſchon über
9 Monate in Geltung ſind, noch immer nicht überall genügend beachtet. Im
Intereſſe des Verkehrs auf den öffentlichen Straßen, der, infolge des ſtets
ſteigen=
den Automobilverkehrs, gegen früher erheblich größer und gefährlicher geworden iſt
— es verkehrten z. B. nach im Sommer und Herbſt v. J. veranſtalteten Zählungen
im Durchſchnitt täglich auf der Kreisſtraße Arheilgen-Baierseich 88 Automobile,
darunter 12 Laſtautomobile, auf der Kre sſtraße Eberſtadt-Bickenbach 86 Automobile
— muß aber der genaueſte Befolg der Vorſchriften unbedingt verlangt werden.
Die Polizeiorgane ſind erneut angewieſen worden, ſcharfe Aufſicht zu üben
und jede Zuwiderhandlung zur Anzeige zu bringen. Sämtliche Anzeigen
wer=
den mit dem Antrag auf empfindliche Beſtrafung an die Autsanwälte
abge=
geben werden.
(854
Darmſtadt, den 23. März 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Polizei=Verordnung
über den Verkehr von Fuhrwerken und Fahrzeugen im Kreiſe Darmſtadt.
Auf Grund des Artikeis 64 des Geſetzes, betreffend die innere Verwaltung und
die Vertretung der Kreiſe und der Provinzen vom 12. Juni 1874, in der Faſſung der
Bekanntmachung vom 8. Juli 1911, ſowie des § 366 Ziffer 10 des
Reichsſtrafgeſetz=
buches, wird unter Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großh.
Miniſteriums des Innern vom 17. März 1913 zu Nr. M. d. J. 4674 für den Kreis
Darmſtadt folgendes verordnet:
§ 1.
Alle auf öffentlichen Straßen verkehrende Fuhrwerke und Fahrzeuge haben,
ſofern die Beſchaffenheit der Straße es geſtattet, die rechte Seite der Fahrbahn
einzuhalten.
Die Vorſchriften über das Ausweichen werden hierdurch nicht berührt.
Beim Einbiegen in eine andere Straße iſt nach rechts in kurzer Wendung,
nach links in weitem Bogen zu fahren.
Fahrzeuge im Sinne dieſer Polizei=Verordnung ſind insbeſondere auch alle
Kraftfahrzeuge und alle Fahrräder, ſofern dieſe die Fahrbahn benutzen.
§ 2.
Der Führer eines Fuhrwerks oder Fahrzeugs hat ſeinen Sitz auf dem Fuhrwerk
oder Fahrzeug ſo zu wählen, daß er die Fahrbahn auch ſeitlich des Fuhrwerks oder
Fahrzeugs ſtets gut überſehen kann.
§ 3.
Während der Dunkelheit ſowie bei ſtarkem Nebel müſſen alle auf öffentlichen
Straßen oder Pläßzen befindlichen Fuhrwerke mit helbrennenden Laternen verſehen
ſein. Der Gebrauch von Laternen mit farbigen Scheiben iſt unterſagt.
Fuhr=
werke, welche nach ihrer Bauart vorzugsweiſe der Perſonenbeförderung dienen, müſſen
auf der Vorderſeite oben rechts und links mit Laternen verſehen ſein, die ſoeingerichtet
und angebracht ſind, daß ihr Lichtſchein von Entgegenkommenden und Ueberholenden
deutlich wahrgenommen werden kann. Ausnahmsweiſe kann bei Perſonenfuhrwerken
Beleuchtungart abweichende Beleuchtung
für ausreichend erachtet und zugelaſſen werden.
Bei Fuhrwerken anderer Art genügt in der Regel die Anbringung einer Laterne.
Dieſe iſt an der oberen linken Seite des Fuhrwerks zu befeſtigen und nur, wenn
die Art der Ladung (Feuergefährlichkeit uſw.) die Befeſtigung am Wagen ſelbſt
aus=
ſchließt, an der linken Seite des Zugtieres (bei zwei Zugtieren des linken Zugtieres)
anzubringen.
Außer dieſer einen Laterne iſt aber in folgenden Fällen noch eine zweite
zu führen:
a) wenn der Lichtſchein der einen Laterne von rückwärts nicht deutlich
wahr=
genommen werden kann;
b) wenn die Ladung von Fuhrwerken ſeitlich oder nach hinten in
gefahrbringen=
der Weiſe hervorſteht (z. B. Langholzfuhrwerke, Möbelwagen uſw.), und
zwar an dem hervorſtehenden Teil der Ladung.
Fuhrwerke müſſen im Schrittmaß fahren auf allen Strecken, für welche das
Schrittfahren durch Lokalpolizei=Verordnung und durch öffentlichen Anſchlag
ange=
ordnet iſt.
§ 5.
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften dieſer Polizei=Verordnung werden
mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 6.
Dieſe Polizei=Verordnung tritt am 1. April 1913 in Kraft. In Kraft
bleibt neben den vorſtehenden Beſtimmungen die Polizei=Verordnung, betreffend
den Verkehr von Fuhrwerken in der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt, vom
20. Februar 1904.
Mit Wirkung vom 1. April 1913 treten außer Kraft:
1. die Lokalpolizei=Verordnung, betreffend Vorkehrungeu gegen Beſchädigung
durch Fuhrwerke zur Nachtzeit, vom 5. Februar 1875:
2. die Polizei=Verordnung vom 19. Juni 1890, betreffend Sicherung des
Ver=
kehrs auf der Landſtraße;
3. die Polizei=Verordnung vom 12. Juni 1893 betreffend die Verwendung rot
und grün leuchtender Laternen an Straßenfuhrwerken.
Darmſtadt, den 25. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien der Landgeneinden
des Kreiſes.
Unter Bezugnahme auf die vorſtehende Bekanntmachung beauftragen wir Sie,
die Beſitzer von Fuhrwerken und Fahrzeugen, insbeſondere auch die Radfahrer,
auf die Vorſchriften der Polizei=Verordnung vom 25. März v. J. durch
amt=
liche Bekanntmachung wiederholt hinzuweiſen und den Polizetorganen die
ſtrenge Ueberwachung des Befolgs der Vorſchriften erneut ausdrücklich zur
Pflicht zu machen,
Darmſtadt, den 23. März 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund. Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tac vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(7854
Näumungsfriſten bei der Wohnungsmiete.
Zum bevorſtehenden Vierteljahreswechſel bringe ich
nachſtehen=
des Ortsſtatut wiederholt zur Kenntnis. Wenn nicht anderes
ver=
einbart iſt, iſt für die Dauer der ſtatutariſchen Räumungsfriſten
Miet=
zins an den bisherigen Vermieter nicht zu entrichten. (7788mds
Darmſtadt, den 20. März 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Stadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach
An=
hörung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzogl.
Miniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. J. 37271
folgendes Ortsſtatuterlaſſen, deſſen Beſtimmungenſofortin Kraftreten:
§ 1. Endigt das Mietverhältnis am Schluſſe eines
Kalender=
vierteljahres ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume
durch den Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
p) bei mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des
folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
c) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des
folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die im § 1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur
mit der Beſchränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmee,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und
etwaigem Zubehör beſtehen, zwei Zimmer,
ſchon am erſten Tag des folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr
mit=
tags, vollſtändig geräumt ſind:
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des
Miet=
verhältniſſes ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen,
ſo finden die Vorſchriſten der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder
ver=
tragsmäßig zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung
einer Kündigungsfriſt gekündiat, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2
bezeich=
neten Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§ 1, 2 die
Räu=
mung ganz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder
einen ſtaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die Stelle
des Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 5. November 1906.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
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6 Diwans, 3. Sofas, 2 Schreibtiſche, 6 Kleiderſchränke,
3 Betten, 5 Nähmaſchinen, 3 Kommoden, 2 Fahrräder,
1 Kredenz, 4 Seſſel, 1 Zeichentiſch, 1 Landauer, 1
Auszieh=
tiſch, 1 Kaſtenwagen uſw.
Darmſtadt den 25. März 1914.
(7845
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 16. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Richard Buſch dahier
an dem Anweſen:
Flur Nr. qm
1076 123 Grabgarten
I 1077 200 Hofreite
Wie=
nersſtraße 77,
gehörige ideelle Hälfte in unſerem
Bureau, Grafenſtraße 30,
zwangs=
weiſe verſteigert werden. (K17/14f
Darmſtadt, 10. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII6505
Bekanntmachung.
Donnerstag, 16. April 1914,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die der Frau Konrad
Wie=
nold Witwe, Margarethe, geb.May,
dahier gehörigen Liegenſchaften:
Flur Nr. am
VI 532 123 Hofreite
Tannen=
ſtraße Nr. 41,
VI 533 122 Hofreite
Tannen=
ſtraße Nr. 39,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße Nr. 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
(K18/14
Darmſtadt, 10. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſungen).
Frantz. (IX,6564
Beinuntmachung.
In unſerem
Genoſſenſchafts=
regiſter wurde bei dem
Landwirt=
ſchaftlichen Konſumverein E. G. m.
u. H. in Arheilgen folgendes
ein=
getragen:
(7881
Georg Benz XIV. in Arheilgen
iſt zum Rechner gewählt.
Darmſtadt, 21. März 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
In unſerem Handelsregiſter A
wurde heute d ie Firma „Chemiſche
Fabrik Uhrig & Kieſewalter” in
Pfungſtadt gelöſcht.
(*383
Darmſtadt, 23. März 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
In unſerem Handelsregiſter,
Abt. B. wurde bei der Firma
Beſteckfabrik Pfungſtadt,
Ge=
ſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung in Pfungſtadt, folgendes
eingetragen:
Die Geſellſchaft iſt durch
Be=
ſchluß der
Geſellſchafterverſamm=
lung vom 17. März 1914
aufge=
löſt. Der Fabrikant Leopold Cahn
und der Kaufmann Max Meyer,
beide in Frankfurt a. M., ſind zu
Liquidatoren beſtellt. Jeder der
Liquidatoren iſt berechtigt, die
Firma allein zu zeichnen und zu
vertreten.
(7882
Darmſtadt, 24. März 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
tür. gut. Kleiderſchr. bill. zu v ri.
*8156) Wendelſtadtſtr. 31, 3. St.
Nachlaß-Verſteigerung.
Freitag und Samstag, den 27. und 28. März 1914,
vormittags 8½ Uhr beginnend,
wird der Nachlaß des verſtorbenen Profeſſors i. P. Leonhard
hier, Grünerweg 5, daſelbſt auf Antrag der Erben freiwillig
verſteigert, und zwar:
1 Schreibtiſch mit Aufſatz (eichen Holz), 1 Diwan mit
Paneel=
brett, 2 Bücherſchräuke (eichen Holz), 1 Trumeau, 9 ein= und
zweitürige Kleiderſchränke, 3 Waſchtiſche mit Marmorplatten,
2 Waſchſchränkchen, 5 vollſtändige Betten (zum Teil mit
Roßhaarmatratzen), 4 Kommoden, 1 Stegtiſch, 1
Auszieh=
tiſch, 1 Pfeilerſchrank, 1 Damenſchreibtiſch, 10 Tiſche (kleine
und große), 6 Stühle (eichen), 13 Rohrſtühle, 7
Nachtſchränk=
chen mit Marmorplatten, 1 Sofa, 2 Küchenſchränke, 9 Spiegel,
1 Nähmaſchine, 1 Grasmähmaſchine, verſchiedene Wand= und
Taſchenuhren, 1 Kleidergeſtell, 4 Bauerntiſchchen, 3 Seſſel,
eine Partie wertvolle Bilder, 1 Bücherregal, 1 Lexikon
(Meyer) mit Bücherregal, 1. Ehztiſch (eichen), 1. Blumentiſch.
1 Eisſchrank, 1 Glasſchränkchen, 1 Zier= und 2 Nähtiſchchen,
1 Nickelſerviee 2 Tellerregale, eine vollſtändige
Küchenein=
richtung, 1 Gartentiſch und Stühle, Bänke, 1 Rohrieſſel,
verſchiedene Koffer, 1 Hocker, 1 Sitzbadewanne, 2 Stehleitern,
1 Schließkorb, 1 runde Badewanne, diverſe Waſchwannen,
eine Parktie Bücher, Kleider, Nippſachen, ſilberne Löffel und
Gabeln, Fenſtervorhänge, Vorlagen, Teppiche, Stiefel,
Lam=
pen, Geſchirr, Gläſer, Porzellan, Tiſchdecken, Bürſten uſw.,
1 Eckſchrank 1 Putzſchrank, 1 Paneelbrett, 1 Hausapotheke,
1 Zeitungshalter, verſchiedenes Linoleum, Waſchgarnituren,
verſchiedene Körbe und andere Haushaltungsgegenſtände.
Beſichtigung Donnerstag, mittags von 2 bis 4 Uhr.
Darmſtadt, den 25. März 1914.
Ludwig Raab, Nachlaßpfleger,
Wilhelminenstrasse 21.
Aufnahmen und Verſteigerungen werden jederzeit
über=
nommen.
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Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 26. März 1914, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
1 Büfett, 1 Vertiko, 1 Etagere, 1 Pianino, 1 Büfett mit
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ferner hieran anſchließend an Ort und Stelle Alexanderſtr. 25:
1 Ladentheke, 1 Schreibpult, 2 Glasſchränke, 1 Glaskaſten,
1 Spiegel und 1 Regal.
Darmſtadt, den 25. März 1914.
(7888
Rollenhagen, Gerichtsvollzieher
zn Darmſtadt, Kaſinoſtraße 24!
Düngerverkauf.
Freitag, den 27. März, von 95 Uhr vormittags ab, wirv
auf dem vorderen Hofe der alten Kavallerie=Kaſerne am Marienplatz
in Darmſtadt die Matratzenſtreu von einer Eskadron öffentlich
meiſtbietend verſteigert.
(7826md
Garde=Dragoner=Regiment Nr. 23.
Matratzenſtreu-Verkauf.
Montag, den 30. ds. Mts, um 9 Uhr vormittags, wirt
im Hofe der Arilleriekaſerne am Beſſunger Weg die Winter=
Matratzenſtreu aus einem Batterieſtall öffentlich meiſtbietend
ver=
ſteigert.
(6700ss
Darmſtadt, im März 1914.
I. Abteilung 2. Großh. Heſſ. Feld=Art.=Regts. Nr. 61.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Nummer 85.
Fankrarter Karsberiche vom 23. Aarz 191z.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
Staatspapiere.
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Dt. Reichsanleihe p. 1918.
49850
do. . . . . p. 1925
86,10
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* .
77,90
do. .
99,90
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86,15
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77,60
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do. unkdb. p. 1918 .
do. unkdb. p. 1920 .
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97,10
unkdb. p. 1930 .
do. Anleihe .
3½ 84,75
75,60
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Hamburger Staats-Anl.
do. v. 1887/94 .
79,80
do. . . . . . . . . .
97,20
Hessische Staats-Anleihe
do. unkdb. p. 1921 .
97,20
84,35
do. . . . . . . . „
74,25
do. . . . . . .
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97,80
(unkdb. p. 1921). .
do. v. 79/80 . . .
88,30
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Bulgarische Gid.-Anl. .
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Italienische Rente. . .
Osterr. Staats-R. v. 1913 .4½ 91,60
do. Silber-Rente . . . .4½ 86,30
do. Papier-Rente . . .4½ 87,40
87,65
do. Gold-Rente . . .
do. einheitl. Rente . .
82,50
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 96,80
do. inn. amort. 1905 . .4½
do. unif. Serie I
3½ 61,70
do.
„ III. 1 3 6440
do. Spezial Titel. . . .
9,45
Rumänen v. 1903 . . . . . . 5 100,20
do. Gold v. 1913.
4½ 91,00
do. Schatzsch. v. 1913 ℳ4½100,00
do. conv..
4 85,20
do. v. 1890
4 93,50
do. v. 1801
4 87,00
do. v. 1905
4 1 85,40
do. v. 1908
4 85,60
do. v. 1910
4 ſe
Russische St.-A.
5l4½ 97,70
do. kons. v.
4 86,90
do. Gold v. 1890
4—
do. v. 1902 .
4 89,90
-
Schweden v. 1880
do, r. 1856
Schweden v. 1890. .
..3½
Serben steuerfrei . . . . .4½ 86,60
do. amort. v. 1895 . . .
Türk. Egypt. Tribut . . .3½
85,00
do. kons. steuerfreie .
76,50
do. Admin. v. 1903 . . .
do. unif. v. 1903. .
4 1 72,80
do. V. 1905. . .
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 90,40
Ungar. Staatsk.-Scheinel
v. 1913. . . . . . . . . . . . 4½ 98,70
4 82,80
do. Gold-Rente. .
81,50
do. Staats-Rente 1910
Kr. 4 82,00
do. „
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887 5
99,00
do. äußere v. 1890 . .
94,90
do. innere v. 1888 . . .
do. äußere v. 1888 . . .4½
do. v. 1897 . . . . . . . .
92,00
Chile Gold-Anl. v. 1911. .
do. v. 1889 . . . . .
5.
4½ 87,25
do. v. 1906 . .
Chines. St.-Anl. v. 1895 . . 6
5 99,10
do. v. 1896 . . .
5 87,50
do. Reorg. Anl.:
4½ 89,90
do. v. 1898 . .
4½ 89,40
Japaner . . . . .
61,10
Innere Mexikaner .
85,00
v. 189
Kußere do.
67,30
Mexikan. Gold v. 1904
42,00
do. cons..
4½ 69,10
do. Irrigat.-Anleihe
65,50
Buenos-Aires Prov..
Tamaulipas . .
89,50
Sao Pauſo L.-B.
5 96,00
do, V. 1913 .
Siam v. 1907. .
4½ 95,50
Prioritäts-
obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/97
84,30
v. 19043½
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
93,95
Darmstadt.
Nordd. Lloyd-Obligat.
89,50
Donau-Dampfschiff. v. 82
92,00
490,75
Elisabethbahn
„ „
Franz-Josef-Bahn. .
4 87,60
Taschau-Oderbergerv. 891 4
3 72,60
Prag-Duxer ..
Osterreich. Staatsbahn . 5
4 89,60
do. . . .
3 74,50
do.
do. Südbahn (Lomb.) . 5
4 71,60
do. do,
(251uf 5165
do. do.
77,50
Raab-Oedenburg ..
87,50
Kronprinz Rudolfbahn
85,20
Russ. Südwest . . . . . . .
(27.
Moskau-Kasan . . . . . . .4½ 93,50
do. . . . . . . . . . . . . . 4.
Wladikawkas. . . . . . . . 4 . 85,30
Rjäsan-Koslow . . . . . . . 4
Portugies. Eisenb. v. 1886) 3 68,40
4½
do. . . . . . . . . . ..
Livorneser . . . . . . . . . .24/10 69,60
Salonique Monastir. . . . 3 62,50
Bagdadbahn . . . . . . . . 4 78.30
Anatolische Eisenbahn .4½ 90,20
Missouri-Pacific I. . .
61,30
do. do. v. 1905 . .
94,70
Northern-Pacific . . . . . .
Southern-Pacific . . . . . .
92,00
St. Louis & San Francisco
Tehuantepec . . . . . . . .
Ungar. Lokalbahn . . . . 5 98,50
Provinz-Anleihen.
96,30
Rheinprov. Obl. Em. 20/213½ 86,25
do. Em. 10 .
3 83,30
do. „ 9. .
3½ —
Posen Prov.
4½ 95,80
Westfalen Prov. V.:
Hess. Prov. Oberhessen . 4 96,00
3½ 86,00
do. Starkenburg.
Städte-
Obligationen.
95,10
Darmstadt.
3½, 2630
do. . . . .
4½ 96,50
Frankfurt .
3½ I 88,00
do. . .
4%9450
Gießen
3½ 85,50
do. .
495,00
Heidelberg.
3½ 85,10
do. .
4 95,00
Karlsruhe .
3½ 87,50
do.
4
Magdeburg
49500
Mainz . . .
3½ 86,30
do. ..
4 94,60
Mannheim.
3½
do.
4 96,00
München
3½ 87,50
Nauheim:
4 95,20
Nürnberg
3½ 86,20
do. ..
Gez
(*4
Offenbach
4 94,00
do. v. 1914 .
3½ 86,10
do.
4‟
Wiesbaden. .
18f, —
do. .
4
Worms
3½
do.
Lissabon v.
4
4½ 9400
Moskau v. 1912
Stockholm v. 181
Wion Komm.:
4
4½ 98,70
Wiener Kassenschel
Zürich v. 1889.
—
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6
Pfandbriefe.
½100,00
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. .
650
do. unkdb. 1918 . . . .
3575
1919. . . .
do.
94,25
do.
1921 . . . . .
35,75
do. „ 1922. . ..
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 83,50
95,25
do. Komm.-Obl. unk. 1918
95,00
Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910l
96,00
do. „ 1915 .. .
96,50
do.
1920 . . . .
dc. Ser. 12—19. . . . . . 3½ 86,40
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
. . 3½ 86,50
unkdb. 1910 .
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
94,00
Ser. 15—42
48—49 4 94.90
do. .
do. unk. 1922 „ 52 1 4 96,00
do. „ 1913. . . . . . . 3¾/ 88,60
3½ 86,50
do. Ser. 45 .
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,90
Scr. 12, 13, 16
96,0
14, 15, 17
do. . .
497,40
do. unkdb. 1920 . . . .
97.50
1923 . . .
do.
do. Ser. 1, 2, 6—8 . . . . 3½ 84,20
do. „ 3—5 . . . . . . . 3½ 84.201
3½ 81,30
do. kündb. 1915 . .
do. Komm. unk. 1913) 4 96,90
1914 4 1 96,30
do.
„ 1916 4 9.,10
do.
„ 1920 4 97,40
do.
1923 4 9750
do.
do. verlosb. u. kündb. . 3½ 84,30
unkdb. 1915 3½ 84,70
do.
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
94,50
4 95,80
do. unkdb. 1922. . . .
do.
. 3½ 86,00
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
unkab. 1917
94,00
1915
94,00
do. . . . . .
1921 4 24.30
do. . . . . .
4 96,20
do. . . . . .
1924
3½ 84,50
do. . . . . . . . .
do. Komm. unk. 1923 . 4 95,20
4 96,00
1924
do.
4 96,40
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 85,00
Bank-Aktien.
Div.
Bank für elektr.
Unter-
nehmungen Zürich . . 10 194,30
Berg.-Märkische Bank. . 7½ 158,60
Berliner Handelsges. . . . 8½ 162,20
Darmstädter Bank . . . . 6½ 123,00
Deutsche Bank . . . . . . . 12½ (259,80
Deutsche Vereinsbank. . 6 116,80
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 118,40
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 1196,75
Dresdner Bank . . . . . . .8½ 158.75
Frankf. Hypothek.-Bank 10 (219,00
do. do. Kred.-Ver. 8½ 1153,20
Mitteldeutsche Kred.-Bk.6½ 1117,10
Nation.-Bank f. Deutschl. 6 1110,60
Pfälzische Bank . . . . . . 7 128.28
.. . . .8,42 135,75
Reichsbank .
132,00
Rheinische Kredit-Bank.
102,90
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
139,40
Wiener Bank-Verein. ..
Aktien von
Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 1140,00
8 1122,50
Norddeutscher Lloyd.
116,00
Frankfurt. Schleppschiff.
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 1129,00
Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½
.. . . . 691,40
Baltimore . . .
... . 10 211,75
Canada . . . .
.. . .7½ 1142,10
Schantung. .
8
Prins Heury-
0 21,60
Lombarden .
6 1113,50
Pennsylvanis. .
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik . 28 1660,50
Chem. Fabrik Griesheim! 14 1269,00
Farbwerke Höchst . . . . 30 673,00
Ver. chem. Fabr. Mannh., 20 339.00
Zement Heidelberg . . . . 10 1155.00
Chemische Werke Albertl 30 1449,00
Holzverkohl. Konstanz . 15 313.50
Lahmeyer . . . . . . . . . . 6 (12700
Schuckert, Nürnberg. . . 8 149,30
Siemens & Halske. . . . . 12 218,25
5 (123,25
Bergmann Elektr. . . .
Allg. Elektr. Gesellsch. . 14 247,50
25 340,50
Hagen Akkum. . . .
Deutsch. Übersee-Elektr.l I1 177,00
Gummi Peter . . . . . . . . 0 I 80,00
Adler-Fahrradwerke . . . 25 342,50
Maschinenfabr. Badenia . 9 1120,00
Wittener Stahlröhren . . 0 —
Gasmotoren, Oberursel . 8½ 160,00
9 (122,00
Gasmotoren, Deutz . . .
Siemens Glas-Industrie . 15 238.00
23 320,00
Enzinger Filter
10 1145,25
Steaua Romana
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 1224,00
Bad. Zucker-Waghäusel .12,83/210,90
88,00
Neue Boden-Aktien-Ges., 6
Süddeutsche Immobilien 0 59,30
Bergwerks-Aktien.
12 1161,50
Aumetz-Friede .
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 223.50
Leonhard, Braunkohlen . 9 1157,50
Konkordia Bergbau .
23 360,00
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1131,00
Eschweiler . . . . . . . . . . 10 220,00
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 193½
Harpen Bergbau . . . . . . 11 (183,25
Kaliwerke Aschersleben . 10 150,00
Kaliwerke Westeregeln . 13 205,20
Königin Marienhütte . . 6 8600
Laurahütte . . . . . . . . . 8 (15500
Oberschles. Eisenbed. . . 6 85.00
Oberschl. Eisen-Industrie 3 67,00
Phönix Bergbau . . . . . . 18 (238,25
Rheinische Braunkohlen 10 217,00
Riebeck Montan . . . . . . 12 (19700
South West.-Afr. Shares 5 119,00
Verzinsliche
Anlehenslose. Zt.
Badische . . . . . TIr. 100 4 177,90
Cöln-Mindener . TIr. 1003½142,90
Holländ. Komm. . H. 100 3‟
Madrider . . . . . Frs. 100 3 77,00
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 1140,00
Osterreicher 1860er Lose . 4 180,00
Oldenburger . . . . TIr. 40) 3 128,30
Zaab-Grazer . . . . H. 150/2½
Unverziusliche
Mk.
Anlehenslose.
p. St.
Augsburger
A. 7
TIr. 20 200,50
Braunschweiger
Fs. 45
Mailänder
Fs. 10 42,00
do.
Meininger
. A. 7 36,90
österreicher v. 1864 . A. 100 —
A. 100 555,00
do.
A. 100
Ungar. Staats
Venediger .
Fs. 30 71,00
Türkische .
Fs. 400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. . .
20,44
20-Franks-Stücke . .
16,26
Amerikanische Noten .
4,20½
20/4t
Englische Noten . . .
Französische Noten.
8120
16915
Holländische Noten
81.00
Italienische Noten .
Osterr.-Ungarische Noten . . 85.00
Zussische Noten . .
81,10
Schweizer Noten . .
Reichsbank-Diskont
do. Lombard Zsf.
Tendenz:
Uneinheitlich.
Handel und Verkehr.
— Frankfurt a. M., 25. März. (Börſe.) Auch
heute zeigte die Börſe ein außerordentlich ſtilles Gepräge.
Bei minimalem Geſchäft bröckelten die Kurſe weiter ab,
und beſonders lag der Montanmarkt, wieder ausgehend
von DeutſchfLuxemburgern, ſchwächer. Ebenſo mußten
ſich die Kurſe der Elektrizitäts= und Schiffahrtsaktien
allerdings nicht erhebliche Abſchwächungen gefallen
laſ=
ſen. Auch im Verlauf konnte ſich eine Befeſtigung der
Tendenz nicht durchſetzen. Die Spekulation hält ſich
an=
dauernd von den Märkten fern. Ausgehend vom
Schiff=
fahrtsmarkt geſtaltete ſich gegen Schluß die
Allgemein=
tendenz etwas freundlicher. Der Geldmarkt bleibt
an=
dauernd flüſſig und man glaubt auch nicht, daß der
her=
annahende Ultimo die Situation weſentlich ändern wird.
Am Kaſſamarkt konnten ſich ſpeziell chemiſche Werte
er=
holen. Höher waren u. a. Scheideanſtalt 3½ Prozent,
Anilinaktien 4 Prozent. Ferner notierten die bereits
an geſtriger Abendbörſe im Zuſammenhang mit höheren
Dividendengerüchten ſtark geſuchten Daimler=Motoren
12 Prozent höher. Man ſpricht von einer um 2 Prozent
erhöhten Dividende. Niedriger notierten u. a. Enzinger,
Filter 4 Prozent, Kleyer 3 Prozent, Akkumulatoren 8
Pro=
zent. Tendenz uneinheitlich.
B. Berlin, 24. März. In der heutigen
General=
verſammlung der Geſellſchaft für Elektriſche Hoch=
und Untergrundbahnen in Berlin wurde die
Tages=
ordnung ſowie eine Kapitalserhöhung um 20 Millionen
Mark 5proz., mit 110 Prozent rückzahlbaren Vorzugsaktien
einſtimmig genehmigt. Das Aktienkapital beträgt
nun=
mehr 60 Millionen Mark Stammaktien und 20 Millionen
Mark Vorzugsaktien.
* Wien, 24. März. Heute fand die
Verwaltungs=
ratsſitzung der Prager Eiſeninduſtrie ſtatt. Das
erſte Halbjahr des Geſchäftsjahres 1913/14 weiſt eine
Er=
tragsverminderung von 5½ Millionen Kronen aus. Der
Abſatz von Eiſenfabriakten zeigt einen Ausfall von 830000
Zentnern, der Abſatz in Steinkohlen einen Ausfall von
920000 Zentnern und der Abſatz von Phosphatmehl einen
ſolchen von 110000 Zentnern.
WB. Konſtantinopel, 25. März. Die
Geſamt=
einnahmen der Anatoliſchen Eiſenbahn betru=
gen in der Zeit vom 26. Februar bis 4. März 1914 179023
Francs (mehr 10542 Francs) und ſeit dem 1. Januar
ds. Js. 1970894 Francs (mehr 119122 Francs).
* Aus den Sommerfahrplänen. Zwiſchen
Frankfurt und Bebra und umgekehrt tritt vom
1. Mai ab infolge Inbetriebnahme des Schlüchterner
Tunnels allgemein eine Zugbeſchleunigung von 15—20
Minuten ein. — Der direkte Zug Frankfurt-Nancy
—Paris D 142 geht vom 1. Mai ab anſtatt 8.35 Uhr
abends erſt 9.17 Uhr ab. Er fährt dann nicht mehr über
Bingerbrück, ſondern über Gau=Algesheim und nimmt
in=
folge ſeines ſpäteren Abganges in Frankfurt die
Anſchluß=
reiſenden von Berlin (an 9.07), Hamburg (an 8.51), Wien
und München (an 8.56) auf. Der Zug 142 hat direkte
Schlafwagen Frankfurt-Paris.
* Telephon Berlin-London. Ueber die
ge=
geplante Telephonverbindung Beclin-London erfährt ein
Mitarbeiter des B. T. im Reichspoſtamt, daß die
Reichs=
poſt im Telephonverkehr mit dem Auslande am liebſten
mit jedem Staat in direkten Verkehr tritt. Es wird alſo
für die Linie Berlin-London nur das von dem
Staats=
ſekretär im Reichstag erwähnte 450 Kilometer lange
deut=
ſche Kabel in Betracht kommen. Zunächſt aber will man
abwarten, ob ſich das im Bau befindliche Kabel Holland-
England erfolgreich bewähren wird, ehe man mit dem
Bau des direkten deutſch=engliſchen Kabels beginnen
wird. Ob nach Fertigſtellung dieſes geplanten Kabels
eine Fernſprechverbindung nach England unter 10 Mark
herzuſtellen ſein wird, bezweifelt die Poſtverwaltung, da
die Bau= und Unterhaltungskoſten des 450 Kilometer
langen Kabels außerordentlich hoch ſein werden. Die
holländiſche Fernſprechlinie wird im Laufe des Sommers
noch in Betrieb genommen werden.
— Daimler Motoren= Geſellſchaft
Stuttgart. Das Geſchäftsjahr 1913 ſchließt, den Vortrag
vom Vorjahre mit 502 94780 Mark eingerechnet, mit einem
Reingewinn von 3 214 168,41 Mark ab. Der am 25. April
1914 zuſammentretenden Generalverſammlung ſoll der
An=
trag unterbreitet werden, eine Dividende von 14 Prozent
zu verteilen. Aus dem Reſt ſollen 934 183,15 Mack zu
außerordentlichen Abſchreibungen — neben 538 109,36
Mark ordentlichen Abſchreibungen — verwendet werden.
Ferner ſollen dem außerordentlichen Reſervefonds 500000
Mark überwieſen werden. Nach einer Dotierung der
Ar=
beiterunterſtützungskaſſe, ſowie eines Dispoſitionsfonds
für Wohlfahrtszwecke und Beſtreitung der Tantiemen wird
der Saldo von 447281,50 Mark auf neue Rechnung
vorge=
tragen.
Landwirtſchaftliches.
F.C. Frankfurt a. M 24. März. (Heu= und
Strohmarkt. Man notierte Heu 2,80—3,00 Mk., Stroh
fehlte. Alles per 50 Kilo. Geſchäft ruhig. Die Zufuhren
waren aus den Kreiſen Obertaunus, Hanau und Dieburg.
FC. Frankfurt a. M., 25. März. (
Kartoffel=
markt.) Man notierte: Kartoffel in Waggon 4—4,50
Mark, Kartoffel im Detail 5,50 Mark. Alles per 100 Kilo.
— Frankfurt a. M., 25. März.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb 1979 Schweine.
Marktverlauf: langſam, bleibt Ueberſtand. 1.
Fett=
ſchweine über 3 Ztr Lebendgewicht 48—51 (
Schlachtge=
wicht 62—64), 2. vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner
Lebendgewicht 47—49 (60—62), 3. vollfleiſchige Schweine
über 2 Zentner Lebendgewicht 48—51 (62—64), 4.
voll=
fleiſchige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 48
bis 50 (62—64).
Turnen, Spiele und Sport.
sr Pferdeſport. Rennen zu Maiſons=Lafitte,
24. März. Prix de Fromainville; 3000 Francs Diſtanz
1000 Meter. 1. Monſ. Lyſis Denaints Najade IV. 2.
Wa=
roumi, 3. Riva. Tot. 48:10. — Prix Calliſtrate; 6000
Francs, Diſtanz 1700 Meter: 1. Monſ. A. Weills Amilcar,
2. Le Lheris, 3. Bibendum. Tot. 28110. — Prix du
Hou=
dan; 3000 Francs, Diſtanz 2100 Meter: 1. Monſ. J.
Lieux Laghey, 2. 2. Pachalik 3. Etheree II. Tot. 36.10.
Prix Delatre; 20 000 Francs, Diſtanz 2000 Meter: 1. Monſ.
H. B. Duyres Durbar, 2. Allumeur, 3 Mandarin IV Tot.
53:10. — Prix de Ricquebourg; 6000 Francs Diſtanz
2400 Meter: 1. Monſ. J. Lieux Le Minotier, 2. Babette II,
3. Le Cardeur. Tot. 37110. — Prix de Meaufles; 5000
Francs, Diſtanz 2000 Meter: 1. Monſ. S. H. Plums Rigle
Blanc, 2. Hickory, 3. Golding. Tot. 21:10.
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Aber es war kein Bekannter, der da vor der Tür
wartete; ein großer ihr völlig fremder Herr mit bartloſem
Geſicht, in einen eleganten, feuchtglänzenden Regenmantel
gehüllt, ſeinen Hut und einen triefenden Schirm in der
Hand haltend, verbeugte ſich leicht bei ihrem Erſcheinen.
Verzeihung, Miß, kann ich Miſſis Arnold ſprechen?
fragte er in ausländiſchem betontem Deutſch.
Meine Mutter iſt allerdings zu Hauſe, antwortete
Mizzi zögernd.
Verzeihung! ſagt eder Fremde wieder. John Eckardt,
ſtellte er ſich mit einer abermaligen Verbeugung vor.
Aber in Mizzis Augen ſtand zu leſen, daß dieſer
Name für ſie immer noch keinen beſtimmten Begriff deckte,
und ſo drückte der große Fremde ſich noch genauer aus:
John Kaſimir Eckardt aus Pittsburg, Amerika.
Kaſimir! Den Klang kannte Mizzi, und er ſagte ihr
mit einem Schlage alles: der Amerikaner, der glückliche
Erbe war’s! Ein feindliches Gefühl gegen ihn, der ſie
alle um ſo vieles gebracht hate, wallte in ihr auf.
Ach ſo, Sie ſind der Vetter der verſtorbenen Rentiere
Arnold aus Vorberg, ſagte ſie kurz.
Nicht der Vetter ſelbſt; das war mein verſtorbener
Vater, berichtigte der amerikaniſche John Kaſimir und
wiederholte höflichen Tones ſein Anliegen: Wenn ich alſo
Miſſis Arnold ſprechen könnte?
Sireiſirdeie Mihg ihr dagh zun Aherteien und
Ablegen ſeiner regennaſſen Oberkleidung auf, obzwar ſie
dieſen Beſuch ſehr überflüſſig fand und nicht einſehen
konnte, wozu er erfolgte. Sie alle hatten übergenug von
allen Kaſimieren.
Sehr kurzen, kühlen Tones führte ſie ihn auch in
ſei=
ner Eigenſchaft als glücklicher Erbe im Wohnzimmer bei
den anderen ein und bemerkte mit Befriedigung, daß in
deren Erſtaunen ſich die gleiche geheime Feindſeligkeit
miſchte. Nur Mama Arnold betrachtete den großen
Frem=
den mit mehr neugierigem Intereſſe. Ein Amerikaner —
dieſer Begriff hatte für ſie einen Beigeſchmack von etwas
Märchenhaftem, Exotiſchem. Und er trug keinen Bart —
ob er noch ſehr jung war? Oder etwa Paſtor oder
Schauſpieler? Aber ſo ſah er auch wieder nicht aus.
Danr bekam ſie einen Schrecken. Herr Eckardt wünſcht
Dich zu ſprechen, Mutter, ſagte Mizzi ſehr beſtimmt und
zog ſich mit den anderen in deutlicher Abſichtlichkeit nach
dem Hintergrund des Zimmers zurück. Ja, ganz angſt
wurde es Mama Arnold. Sie war ſo gar nicht an
Selb=
ſtändigkeit gewöhnt; was wollte er denn von ihr? Und
ihre Kinder ſahen ordentlich feindſelig herüber.
John Kaſimir Eckardt ſchien etwas von dieſer in der
Luft liegenden Feindſeligkeit zu empfinden und ſich nicht
ſonderlich behaglich in der Situation zu fühlen. Nach
Worten ſuchend, ſtrich er mit der behandſchuhten Rechten
ſeinen glänzenden Zylinderhut glatt, ſtrich über die
Sei=
denaufſchläge ſeines eleganten Gehrocks, rückte ſeinen in
der Nähe des harrenden Kaffeetiſches ſtehenden Stuhl und
ain, er de hn ueglich antltade Man garoſcſ. ge.
radeswegs auf ſein Ziel los.
Wer ich bin, iſt Ihnen bereits bekannt, Miſſis Arnold.
Mein Vater war ein Vetter der Vorberger Erblaſſerin
und in jungen Jahren nach Amerika ausgewandert. In
Deutſchland ein wenig leicht geweſen, kam er in dem
harten Leben drüben raſch zu ſich und hatte allmählich
Glück mit ſeinen geſchäftlichen Unternehmungen, ſo daß er
ſeine drei Kinder, meine zwei Schweſtern und mich, in
gutem Wohlſtand auf Erden zurückließ. Vor Jahresfriſt
iſt er nämlich geſtorben.
Ach! ſagte Mama Arnold bedauernd und dachte
wieder=
ängſtlich: Wozu erzählt er mir das eigentlich?
Seit Jahren ſchon Teilhaber der von ihm
gegründe=
ten Seidenimportfirma, bin ich heute deren alleiniger
Inhaber. Und meine Schweſtern, beide verheiratet, ſind
ebenfalls ſehr gut ſituiert, fuhr John Kaſimir in ſeinen
Auseinanderſetzungen fort. Durch einen deutſchen
Ge=
ſchäftsfreund ward ich auf den Aufruf des Vorberger
Amtsgerichts aufmerkſam gemacht, ſandte die zur
Mel=
dung erforderlichen Belege ein und erhielt darauf für
mich und meine Schweſtern die Erbſchaft zugeſprochen.
So, ſagte Mama Arnold leiſe und trüblich. Du
lie=
ber Gott, wie geſchäftsmäßig raſch, einfach und nüchtern
war das zugegangen, und wieviel Fürchten, Hoffen und
Sorgen und Not hatten ſie um das Erbe erduldet — das
ſie dann doch nicht bekamen!
John Kaſimir aber ſprach weiter: Da ich einen
zu=
verläſſigen Geſchäftsführer habe, entſchloß ich mich kurz,
Seite 14
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Nummer 35,
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Kontinent endlich auszuführen und bei dieſer
Gelegen=
heit das Erbe perſönlich in Empfang zu nehmen, ſowie
Schritte zum Verkauf des Hauſes zu tun, das ich nicht
be=
halten wollte.
Mama Arnold nickte verſtändnisinnig, ſie hatte das
Spukhaus der toten Franzöſin auch nicht behalten wollen.
Und dort, während meines Aufenthaltes in Vorberg
erfuhr ich, daß ich, oder vielmehr, wir Geſchwiſter,
un=
freiwillig Sie beraubt haben, Miſſis Arnold.
Sie waren ja doch in Ihrem Recht, antwortete die
kleine Mama leiſe.
Der amerikaniſche John Kaſimir ſah auf den
ausge=
tretenen Fußboden nieder. Formell im Recht allerdings,
entgegnete er in etwas gedrücktem Ton. Aber dem
Ge=
fühl nach — — Er ſtrich wieder, nach Worten ſuchend,
über ſeinen Zylinder und blickte Mama Arnold abermals
an. Ich ſagte Ihnen ſchon, Miſſis, daß wir ſämtlich in
guter Vermögenslage ſind — es auch ohne dies Erbe
ſchon waren — und deshalb bin ich zu Ihnen hierher
ge=
kommen, um im Einverſtändnis mit meinen beiden
Schwe=
ſtern Ihnen eine Teilſumme des Erbes als Entſchädigung
für den Ihnen ohne unſere Schuld zugefügten Verluſt
anzubieten.
In Mama Arnolds grauem Köpfchen kreiſte es wirr
durcheinander: Nun ſollten ſie doch noch etwas von der
Erbſchaft kriegen?! — Aber aus Gnade von dem
amerika=
niſchen Vetter ſich ſchenken laſſen ſollten ſie’s.
Doch, ehe ſie in ihrer hilfloſen Verwirrung noch
ir=
gendeine Antwort ſand, trat ſchon ein anderer Jemand
für ſie ein. Mit ungeſtümer Bewegung war Thea
aufge=
ſprungen und ſtand im nächſten Augenblick vor dem
ame=
rikaniſchen Vetter.
Wie können Sie uns ins Geſicht hinein ein ſolches
Angebot wagen?! Wie können Sie wagen, uns ein
Al=
noſen zu bieten?! rief ſie außer ſich. Das Erbe gehört
Ihnen, es ganz zu nehmen, iſt Ihr Recht — nicht eines
Pfennigs Wert wollen wir uns davon ſchenken laſſen!
Wir haben wahrlich ſchon genug durch dieſe unſelige
Erb=
ſchaft verloren — ein kurzes Schwanken kam in ihre
Stimme — unſere Selbſtachtung aber laſſen wir uns nicht
auch noch damit abkaufen!
Aber Miß! — Miß Arnold! — Ich wollte ja nicht
— — Ich meinte ja nur — — Auch John Kaſimir Eckardt
war aufgeſprungen. Verblüfft und ſtaunend blickte er
Mama Arnolds Aelteſte an, die, hochaufgerichtet, mit
heiß=
geröteten Wangen, die dunkeln Augen in Zorn und Stolz
flammend, vor ihm ſtand. Es war ja doch lediglich meine
Abſicht
Wir danken für Ihre ſämtlichen Abſichten, Herr
Eckardt, ſchnitt Thea ihm ſcharf das Wort wieder ab.
Miß Arnold —
Thea; Aber Thea! rief Mama Arnold ängſtlich
mah=
nend. So prachtvoll, wie ſie war in ihrem ſtolzen Zorn,
hätte ſie’s dem Amerikaner doch nicht ganz ſo böſe zu
ſa=
gen brauchen. Schließlich hatte er’s wirklich gut gemeint,
und nun war er ſicherlich ſchwer beleidigt; immer noch
ſtarrte er die Thea an.
Der mütterliche Anruf hatte Thea zum ruhigeren
Beſinnen gebracht, und der Blick des Fremden ſagte ihr,
daß ſie doch wohl zu ſchroff geweſen war. In der kühler
denkenden Union betrachtete man ein ſolches Anerbieten
wohl nur vom praktiſchen Standpunkt aus und hätte es
dort wahrſcheinlich mit Vergnügen akzeptiert. Und
außerdem mußte ſie zugeben, daß es auch wieder einem
feinen und vornehmen Gefühl entſprungen war.
Verzeihen Sie, ich ließ mich allzu ſehr hinreißen,
entſchuldigte ſie ſich in anderem Ton. Sie wiſſen nicht,
wieviel Schweres und Bitteres uns aus dieſer
Erbſchafts=
geſchichte gekommen iſt.
Und nun trinken Sie ein Täßchen Kaffee mit uns!
bat Mama Arnold im eifrigen Beſtreben, den Ausgleich
zu vollenden und die Verſöhnung vollkommen zu machen.
Eigentlich hatte er doch ein ganz gutes Geſicht.
Aber, Mutterle, es iſt ja eine fürchterliche Menge
Zichorie drin! Lotte rief’s, und dieſer Entſetzensſchrel
brach den Bann der Verſtimmung und des Fremdſeins.
Hans Bauer lachte, Mizzi lachte, und am herzlichſten
lachte John Kaſimir Eckardt. Gar nicht, wie ein
Ameri=
kaner, dachte Mama Arnold, die allerhand beſondere
Vor=
ſtellungen von dieſer Nation hatte.
Gerade nach Zichorienkaffee habe ich mich ſchon mein
halbes Leben lang geſehnt, verſicherte er. Mein Vater hat
uns Kindern oftmals begeiſtert geſprochen von dieſem
Trank ſeiner Heimat und deren ſelbſtgebackenem
Sonn=
tagskuchen.
Unſerer iſt auch ſelbſtgebacken, konſtatierte Mama
Arnold ſtolz.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 85.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Seite 15.
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Schulhauſes Rundeturmſtraße 9 geplant.
Es erſcheint aber notwendig, daß ſich alle ehemaligen
Schülerinnen, die an dieſer Feier teilnehmen wollen, vorher
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Die Karten werden ausgegeben: Freitag, den 27. März,
von 8—12 und von 2—6 Uhr und Samstag, den 28. März,
von 8—12 Uhr in den Fortbildungsſchulräumen der Schulhäuſer
Rundeturmſtraße 9, Lagerhausſtraße 9 und Hermannsſtraße 21.
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(107a)
[ ← ][ ][ → ]Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Nummer 85.
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zweifachem Sinne sein; es will ein
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äußeren Leben Hebbels geben, wie der
Dichter es selbst in Briefen und
Tage-
büchern gezeichnet hat, die zuverlässigste
und in der unendlichen Fülle ihrer
Spiege-
lungen nicht zu übertreffende Biographie;
es will zugleich dem Leser zum
Lebens-
buche werden, d. h. zum ständigen
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Donnerstag, 26. März.
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ausreichend) M. 1.50.
eske
(2sser
Wer Odol konſequent
täg=
lich anwendet, übt nach unſeren
heutigen Kenntniſſen die denkbar
beſte Zahn= und Mundpflege aus.
(I,4647
Zweite Kammer der Stände.
109. Sitzung.
St. Darmſtadt, 25. März.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Dr. v. Ewald,
Finanzminiſter Dr. Braun, Staatsrat Lorbacher,
Miniſterialrat Dr. Kratz.
Präſident Korell eröffnet die Sitzung um 9¼ Uhr.
Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Abg, Korell=
Ingelheim folgende Erklärung ab: „Die Heſſiſche
Landeszeitung hat in ihrem Parlamentsbericht vom letzten
Donnerstag und einem Leitartikel vom Freitag
Behaup=
tungen über mein Verhalten während der Sturmſzene
Süffert-Fulda aufgeſtellt, die unwahr ſind. Ich habe
darauf am Samstag einen höflichen Brief an die
Redak=
tion geſchrieben, der bis heute nicht berückſichtigt worden
iſt. Ich nehme an, daß der Brief nicht an ſeine Adreſſe
gelangt iſt und ſtelle darum hier feſt, daß ich mich an den
Zwiſchenrufen mit keiner Silbe beteiligt habe. Die
Be=
hauptungen der Heſſiſchen Landeszeitung ſind unwahr.”
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten. — Die
Veratung des Hauptvoranſchlages für 1914
wird fortgeſetzt. Ueber die 9. Hauptabteilung:
Miniſterium der Juſtiz,
wird zunächſt eine Generaldebatte eröffnet.
Staatsminiſter Dr. v. Ewald
wendet ſich in ausführlichen Darlegungen gegen die
Vor=
würfe des Abg. Brauer. Es müſſe doch beſtritten werden,
daß das neue Grundbuch weniger überſichtlich ſei, als das
alte es war. Es iſt vor allem auch nicht richtig, daß alle
Grundbuchrichter dieſer Meinung ſeien. Dur Widerlegung
dieſer Brauerſchen Behauptungen verlieſt der Herr Mini=
ſter eine Anzaht Zuſchriſten. Auch die Behauptung, daß
das Publikum niemals Vertrauen zu dem Notariat
ge=
winnen werde, iſt nicht richtig. Wahr iſt allerdings daß
die Verbindung des Notariats mit der Rechtsanwaltſchaft
vielfach angefochten wird. Das reine Notariat ſei
aller=
dings das Ideal. In Oberheſſen beſonders befindet ſich
das Notariat in beſter Entwickelung. Auch der
Abgeord=
nete v. Helmolt hat ſich für die Notariate ausgeſprochen.
Nur in der Errichtung neuer Notariate hat er
Zurückhal=
tung empfohlen. Hierin begegnen ſich unſere Anſichten.
Wenn aber der Abg. Brauer geſagt hat, die Notariate in
Heſſen verdienen kein Vertrauen, ſo iſt das falſch. Das
Gegenteil iſt der Fall. Wir werden demnächſt der
Ver=
einfachungskommiſſion eine Denkſchrift über das Notariat
zugehen laſſen, aus der Sie erſehen werden, daß das
Notariat ſich in durchaus fortſchreitender Entwickelung
bewegt. Wenn aber das Notariat ſich für Handel und
Verkehr als eine durchaus zweckmäßige Einrichtung
er=
wieſen hat, ſo ſollte man nicht von der Juſtiz verlangen,
daß es den Wünſchen dieſer Faktoren nicht entgegenkommt.
Mit Recht verlangt der Bauernbund, daß die
Landwirt=
ſchaft nach Kräften unterſtützt wird. Auf der anderen
Seite aber haben doch Handel und Induſtrie das gleiche
Recht. (Sehr richtig!) Da bleibt die Regierung doch
da=
für verantwortlich, daß geſchehen muß, was im Intereſſe
aller notwendig iſt. Darum ſollte man doch nicht immer
wieder ankämpfen gegen eine Einrichtung, die ſich
durch=
aus bewährt hat. Der Abg. Brauer hat ſich weiter
be=
ſchwert über die Maßnahmen der Regierung zu der in
Groß=Gerau eingetretenen Vakanz. Als am 5. Oktober
der Notar Scriba in Groß=Gerau ſtarb, machte ſich eine
Bewegung dagegen bemerkbar, die Stelle wieder zu
be=
ſetzen, und zwar, wie ich glaube, von einer dem Abg.
Senßfelder naheſtehenden Seite. Herr Senßſelder hat
denn auch einen Antrag eingebracht, die Regierung wolle
die Stelle nicht wieder beſetzen. Ich darf wohl das
Zeug=
nis für mich in Anſpruch nehmen, daß ich allen Wünſchen
willig Gehör ſchenke, auch wenn ſie Fragen betreffen, wo
es ſich nicht um Ständeangelegenheiten, ſondern um ein
Recht der Krone handelt. Hier handelt es ſich auch um
ein Kronrecht. Ich habe aber auch hier nichts dagegen
einzuwenden, wenn die Herren Wünſche hierzu
vorbrin=
gen. Im vorliegenden Falle aber wäre es, abgeſehen von
der konſtitutionellen Frage, ein großer Fehler geweſen,
wenn ich dem Antrage Senßfelder Folge geleiſtet hätte.
(Sehr richtig!) Ich hatte keinerlei Garantien dafür, daß
der Antrag hier im Hauſe ſo ſchnell, wie es erwünſcht
geweſen wäre, erledigt worden wäre. Darüber wollen
wir uns doch nicht täuſchen; geeilt hätte es dem
Abgeard=
neten Senßfelder ſicher nicht, ſeinen Antrag hier zur
Er=
ledigung zu bringen. Die Stelle durfte aber nicht
un=
beſetzt bleiben im Intereſſe der Bevölkerung. Wer ſeine
Akte bei einem Notar zu machen gewohnt war, wollte das
auch weiter ſo machen; jedenfalls durfte man die Sache
nicht auf die lange Bank ſchieben. Wenn der Abg. Brauer
aber geſagt hat, es ſei eine Mißachtung der Volksſtimme
geweſen, ſo muß ich gegen dieſe Aeußerung doch Proteſt
einlegen. Ich möchte dazu doch auf die Aeußerungen
ver=
weiſen, die mir zu dem Antrag Senßfelder zugegangen
ſind, und die ich zu den Akten der Kammer gegeben habe.
Es hat ſich durchaus nicht die ganze Bevölkerung gegen
die Beſetzung der Stelle gewendet. Es ſind im Gegenteil
auch viele Erſuchen an uns gekommen, die Stelle ſo raſch
ee e e
gehend begründet worden. Beſonders der Umſtand, daß
der Notar jederzeit zu ſprechen iſt, iſt von größter
wirt=
ſchaftlicher Bedeutung. Ich habe beiſpielsweiſe auch auf
die Firma Opel verwieſen. Herr Brauer hat mir daraus
den Vorwurf gemacht, daß wir die Meinung eines
In=
duſtriellen höher einſchätzten, als die der großen Maſſe des
Volkes. Selbſt, wenn dieſe Firma allein ſtände, hätte ich
wohl nicht Unrecht getan, wenn ich dieſer Firma, die etwa
5000 Menſchen Brot gibt, einen Dienſt erwieſen hätte.
Uebrigens ſteht ja doch der Bevölkerung das Recht frei,
auch ſich an das Amtsgericht zu wenden, wenn es dieſes
dem Notar vorzieht. Ich freue mich, daß die Amtsgerichte
das große Vertrauen neben den Notaren genießen.
(Bravo!)
Abg. Wünzer: Nach unſeren Rechtsgrundſätzen
haftet der rechtſprechende Beamte für Nachteile, die aus
einer irrtümlichen Rechtſprechung oder ſonſtigen Fehlern
entſtehen. Das führt beſonders in den
Grundbuchange=
legenheiten zu ſchwerer Verantwortlichkeit der Richter.
Ich halte es darum für unbedingt nötig, unſere
Amts=
gerichte dauernd im Laufenden über Entſcheidungen aller
Art zu halten. Es zſt dazu nötig, daß alle bedeutenden
Zeitſchriften abonniert und den Amtsgerichten
zugäng=
lich gemacht werden. Man darf dabei nicht zwiſchen
klei=
nen und großen Amtsgerichten unterſcheiden. Auch die
Entſcheidungen des Oberlandesgerichts in Strafſachen
müßten den Amtsgerichten zugehen und der
Staatsver=
lag ſollte mehr als bisher in den Dienſt der Juſtiz
ge=
ſtellt werden. Weiter möchte ich bitten, nachdem
nun=
mehr die gkademiſchen Beamten in ihren Gehaltsbezügen
den Richtern gleichgeſtellt ſind, doch auch die Richter den
glademiſchen Beamten gleichzuſtellen. Redner führt eine
Anzahl Punkte auf, in denen das nicht der Fall iſt. Die
Beſtimmung, daß Richter und Staatsanwalt nicht in
ver=
wandtſchaftlichem Verhältnis ſtehen dürfen, iſt ein Unikum
und wird vielfach als hinderlich empfunden. Unſer
An=
trag auf Errichtung einiger neuer Richterſtellen will
wei=
ter nichts, als daß Stellen, die ohnehin ſchon vorhanden
und mit Aſſeſſoren beſetzt ſind, definitiv. beſetzt werden.
Hierdurch iſt die Koſtenfrage durchaus leicht zu löſen. Die
bayeriſche Praxis kennt die Stellvertretung eines
Rich=
ters durch Aſſeſſoren überhaupt nicht. Ich halte aber die
Auslegung des § 1 in dem Sinne, wie es in Heſſen
ge=
ſchieht, für richtiger. Doch iſt es unbedingt erforderlich,
daß Stellen, die durchaus erforderlich ſind nicht dauernd
durch Aſſeſſoren beſetzt bleiben dürfen. Bei der Löſung
der Frage, unter welchen Umſtänden eine Richterſtelle als
dauernd beſetzbar anzuſehen iſt, darf nicht entſcheidend
ſein, daß die betreffende Stelle erſt ganz kurze Zeit
not=
wendig wurde. Ich möchte hierbei auf Offenbach
erempli=
fizieren. Kein Menſch wird daran zweifeln, daß hier die
Stelle nie mehr aufgehoben wird. Von einer Abnahme
der Gerichtsbarkeit kann in Offenbach keine Rede ſein.
Eine geſunde Rechtſprechung bedingt eine genaueſte
Kennt=
nis der Geſetze. Aber eine Rechtſprechung, die ſich nur
auf die Geſetze ſtützt, die am Buchſtaben klebt, würde eine
weltfremde werden. In den Rechtſprechungen ſollte ſich
vielmehr der Geiſt der modernen Zeit widerſpiegeln.
Das erfordert eine andauernde Fortbildung des Richters.
In dieſer Beziehung hat das Miniſterium Ewald ſelbſt
uns die Wege geebnet. Es hat uns neue Kenntniſſe der
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Nummer 85.
Gerichtschemikers Dr. Popp, die für viele Richter ſehr
wich=
tig waren. Es hat Richtern ermöglicht, an
Jugendfür=
ſorgekongreſſen teilzunehmen, hat Weiterbildungskurſe auf
verſchiedenen Gebieten eingerichtet uſw. Damit iſt aber
das nicht erſchöpft, was ich für notwendig halte. Man
müßte den Richtern die Teilnahme an den großen
krimi=
nalpſychologiſchen Prozeſſen ermöglichen, den Zutritt zu
den großen, modern geleiteten Strafanſtalten u. v. a.
Dankbar iſt die Einſtellung von 5000 Mark zu Zwecken der
Weiterbildung für Richter anzuerkennen. Das gleiche,
was für die Richter, gilt auch für die Staatsanwälte.
Richter und Staatsanwalt ſollten den Angeklagten nicht
erſt am Tage der Verhandlung kennen lernen, ſie ſollten
das Innenleben des Angeklagten kennen, den Ort der
Straftat, das Milieu, in dem der Angeklagte aufgewachſen
iſt uſw. Dieſe Tätigkeit außerhalb des eigentlichen
Dienſtes für Staatsanwalt und Richter erfordert Zeit.
Man muß darum dieſe Beamten nicht überlaſten. Vor
einem Schematiſieren in dieſer Beziehung, etwa nach der
Kopfzahl der Bevölkerung, muß dringend gewarnt
wer=
den. Die Verſchiedenartigkeit der Bevölkerung kommt
ge=
rade in der Rechtspflege und Strafgerichtsbarkeit der
Be=
völkerung ſehr in Betracht. Die Notarsgeſchäftszimmer
müſſen auch zu den Stunden zugänglich ſein, in denen
die Amtsgerichtsdienſtſtunden abgeſchloſſen ſind. Das iſt
ein großer Vorzug des Notariats. Man ſollte das bei
den Wünſchen nach einer Organiſationsänderung wohl in
Betracht ziehen. Im weiteren gibt Redner
Zahlenſtati=
ſtiken zum Vergleiche mit den Verhältniſſen in Baden,
Württemberg und Bayern. Ueberall ſieht man eine
For=
derung zur Vermehrung der Richterſtellen, die in der
Zu=
nahme unſerer Rechtspflege bedingt iſt. Das Grundbuch
bedeutet eine ganz erhebliche Vermehrung der
Arbeits=
laſt, aber es muß anerkannt werden, daß das neue
Grundbuch ſo große Vorteile gebracht hat, daß dadurch
alles andere beiſeite treten muß. In der Vermehrung
der Richter bewegt ſich Heſſen unter den mittleren und
größeren Bundesſtaaten nicht an der Spitze, nicht einmal
in der Mitte. Redner beſpricht dann eingehender die
Stellenverhältniſſe in Darmſtadt, Offenbach und den
übri=
gen heſſiſchen Städten. Redner begründet weiter den
An=
trag, 2 Stellen für Staatsanwälte in Darmſtadt und
Gießen, 7 Stellen für Amtsrichter bei den Amtsgerichten
in Offenbach, Gießen, Mainz, Darmſtadt I und
Darm=
ſtadt II, Friedberg und Bad Nauheim in das Budget 1914
einzuſetzen, und bittet, den Antrag in wohlwollende
Er=
wägung zu ziehen, um durch die Schaffung neuer
Anſtel=
lungsmöglichkeiten neue Kräfte dem Richterſtand
zuzu=
führen. Die Frage des Hilfsrichtertums kommt in
Zu=
kunft nicht mehr zum Verſtummen. Die Koſtenfrage iſt
durchaus lösbar, ſie tritt aber völlig zurück hinter den
Vorteilen, die der Oeffentlichkeit damit erwieſen
wer=
den. (Lebh. Bravo!)
Abg. Reh (ſehr ſchwer verſtändlich): In bezug auf
die Anſtellungs= und Gehaltsverhältniſſe der Aſſeſſoren
möchte ich alles unterſchreiben, was der Abg. Wünzer
ge=
ſagt hat. Die Gerichtsaſſeſſoren in Heſſen ſeien am
ſchlech=
teſten beſtellt in bezug auf Vergütung und Wartezeit.
Be=
züglich Witwen= und Waiſenverſorgung iſt ihnen
über=
haupt kein Recht gewährleiſtet, ſie ſind auf den
Gnaden=
weg angewieſen. Das iſt ein Mißſtand, der dringend
der Abſtellung bedarf. Die Erhöhung der
Aktuariats=
aſſiſtentenſtellen um 15 iſt zu wenig in Anbetracht der
Zahl der proviſoriſch beſetzten Stellen. Redner
bean=
tragt, die Zahl auf 20 zu erhöhen. Die Ausführungen
des Abg. Brauer über das Grundbuch zeugten von ſehr
wenig Sachkenntnis. Das neue Grundbuch iſt gegenüber
dem alten von ganz eminentem Vorteil. Ebenſo die
Ein=
richtung des Notariats, gegen das nur aus politiſchen
Gründen in gewiſſer Weiſe agitiert wird. Das
Nota=
riat habe ſich außerordentlich gut eingeführt, und wenn
Herr Brauer behauptet, das Notariat werde ſich nie das
Vertrauen der Bevölkerung erwerben, ſo iſt das
durch=
aus beweislos. Gegen die Verallgemeinerung einzelner
Fälle von Verfehlungen müſſe energiſch proteſtiert
wer=
den. (Bravo!) Man ſollte doch endlich einmal Ruhe
eintreten laſſen in dem jetzt beſtehenden Zuſtand. Damit
würde man dem Volke, der Allgemeinheit, den beſten
Dienſt erweiſen.
Abg. Grünewald: Dem Miniſter ſtimme er zu
in bezug auf die Nützlichkeit des Notariats, wenn er
auch wie früher die Vereinigung von Notariat und
An=
waltſchaft nach wie vor für unzweckmäßig halte. Das
Notariat gewähre eine Rechtsſicherheit, die bei den
Ortsgerichten nicht beſtanden habe. So wenig der Juriſt
von der Landwirtſchaft verſtehe, ſo wenig ſei der
Rechts=
unkundige imſtande, verwickelte Rechtsangelegenheiten in
Verträgen zu formulieren. Die ortsgerichtlichen Verträge
ſeien eine Quelle von Prozeſſen geweſen. Dem Herrn
Miniſter wiſſe er Dank für die Betonung der
In=
tereſſen von Handel und Induſtrie, die im
Hauſe ſchwach vertreten ſeien und die als gleichwertig
neben denjenigen der Landwirtſchaft behandelt werden
müßten; das Verlangen nach Beſetzung der Notarſtellen
aus dieſen Kreiſen ſei berechtigt. Dem Abg. Wünzer trete
er bei bezüglich des Verlangens, den Richtern
unbedent=
liche Nebenbeſchäftigungen gegen Vergütung zu
geſtatten. Man komme häufig in die Lage, einen Richter
als Obmann in Schiedsgerichten und dergl gewinnen zu
wollen, dies ſcheitere aber daran, daß er keine Vergütung
annehmen dürfe. Es beſtehe aber häufig in dieſer Hinſicht
gar kein Bedenken. Bezüglich der Aſſeſſorenfrage befinde
er ſich mit der Forderung, daß dauernd nötige Stellen
dekretmäßig beſetzt werden ſollten, in beſter
Geſell=
ſchaft. Herr Miniſter v. Ewald habe wiederholt
erklärt (Redner zitiert verſchiedene Aeußerungen), daß die
Regierung geſetzlich verpflichtet ſei, dieſe Stellen
zu beſetzen. Was ſei „dauernd‟? Achtzehn Jahre, wie
die Staatsanwaltſtelle in Gießen? Ein Jahr, wie am
Amtsgericht Gießen? Redner verlieſt ſtatiſtiſche
Nach=
weiſe, welche die Notwendigkeit der Stellen bei der
Staatsanwaltſchaft und beim Amtsgericht Gießen, ſowie bei
den Amtsgerichten Nauheim und Friedberg dartun. Die
Geſchäftslaſt ſei ſeit 1900 ſtark gewachſen; die Richter
dürf=
ten nicht überlaſtet werden. Redner begrüßt die
Aus=
bildung der Richter durch Beſuch von Kongreſſen, vermißt
aber eine Einrichtung, durch welche die jungen
Rechts=
befliſſenen in den Gebieten des Handels und Verkehrs,
der Induſtrie, des Handwerks der Gewerbe= und
Land=
wirtſchaftskammern, der ſozialen Tätigkeit in den
Kom=
munen ſich umzuſehen Gelegenheit haben. Die wenigſten
könnten ein Kontokorrent oder eine Bilanz leſen
und verſtehen. Auch die Ethik des Juriſtenberufs ſei
bis jetzt nicht gepflegt, die ungeſchriebenen Geſetze, deren
Kenntnis für den jungen Richter wie für den jungen
An=
walt nötig ſei, würden ihnen nicht bekannt gegeben; nicht
jeder wiſſe ſie von ſelbſt.
Das alte Grundbuchweſen habe ſeiner Zeit
entſprochen, das Immobiliar= und Hypthekenweſen ſei
durch die alten heſſiſchen Juriſten (Lindelof u. a.) gut
ge=
regelt geweſen. Die moderne Zeit, die Vielgeſtaltigkeit
des Verkehrs= und Rechtslebens haben eine andere,
ſub=
tilere Einrichtung nötig gemacht, und das neue
Grund=
buch biete eine größere Gewähr für die Rechtsſicherheit.
Alle Reden darüber ſeien müßig — das neue Grundbuch
werde nicht mehr abgeſchafft, das alte nicht mehr
zurück=
kommen. Der Staat habe ein Intereſſe an der Erhaltung
eines unabhängigen, wirtſchaftlich
geſicher=
ten Anwaltſtandes. Zu den Mitteln, der
Ueber=
füllung entgegenzutreten, gehöre die Einführung der
Freizügigkeit, die wiederum abhängig ſei von der
Reichsprüfungsordnung, die längſt verſprochen
ſei. Einzelne Bezirke ſeien überfüllt, in anderen ſeien zu
wenig Anwälte. Da müſſe eine Ausgleichung eintreten.
Keinesfalls dürfe die Regierung den Rechtsanwälten den
ſchweren Exiſtenzkampf noch mehr erſchweren. Das
Pro=
zeßagententum ſchade vielen jungen Anwälten bei
den Amtsgerichten außerordentlich. Viele Jahre muß der
Anwalt lernen, Kapitalien für ſeine Ausbildung
aufwen=
den, dann tritt er in ſeinen Beruf ein, ſtrenge Vorſchriften
der Rechtsanwaltsordnung ſtehen vor ihm, die
Ehrenge=
richte überwachen ſeine Dienſtführung, geringe Gebühren
(auf Grund eines Tarifs von 1879!) ſind ſein Lohn —
und ihm tritt der Agent gegenüber, der gar keine
Vorbil=
dung hat, durch keine Rückſichten gehindert iſt, vindice
nullo, der bei den Leuten hauſieren geht, der
markt=
ſchreieriſche Inſerate erläßt, der alle Geſchäftspraktiken
anwendet, um die Leute in ſein Garn zu treiben. Und ein
ſolches Treiben begünſtigen mänche Amtsrichter, ſo
der Herr Oberamtsrichter in Butzbach. Während die
An=
wälte gern die Tätigkeit der Richter anerkennen,
ihren berechtigten Intereſſen und Wünſchen gern
die=
nen, erfahren ſie vielfach aus Richterkreiſen
Anfeindun=
gen oder gar, wie aus dem Prozeßagentenweſen
erkenn=
bar, Schädigungen. Das Miniſterium könne immerhin,
ohne in die richterlichen Befugniſſe einzugreifen, den
Amts=
richtern belehrende Weiſungen bezüglich der Behandlung
der gewerbsmäßig auftretenden Prozeßagenten zugehen
laſſen. Redner erwähnt noch kleine Anſtände, die ſich
bei Beſtellung von Grundbuchsauszügen und dergleichen
ergeben haben und ſchließt damit, daß an der Juſtiz, an
gut geſtellten, mit Arbeit nicht überlaſteten Richtern,
an einem tüchtigen Anwaltſtand jeder Volksgenoſſe
ein Intereſſe habe; die Juſtiz ſei der Hort des Rechts
auch für den Aermſten im Volke.
Abg. Boxheimer: Die letzten Ausführungen des
Abgeordneten Grünewald ſind neu. Es muß erwartet
werden, daß die Regierung derartige Auswüchſe energiſch
bekämpft. Die Aſſeſſoren ſind bis jetzt am wenigſten
mit Wünſchen an die Kammer herangetreten. Das iſt
ſicher nur auf übergroße Beſcheidenheit zurückzuführen,
nicht etwa darauf, daß die Aſſeſſoren keine Wünſche
ha=
ben. Die im Antrag Wünzer geforderten neuen Stellen
ſind durchaus berechtigt. Für Worms iſt außerdem eine
neue Aſſeſſorſtelle nötig. Es kann keine Rede davon ſein,
daß man die neuen Richterſtellen nur wegen den Aſſeſſoren
beantragt. Die angeſtrebte Gleichſtellung der Aſſeſſoren
mit den Regierungsbaumeiſtern hat man dadurch
herbei=
geführt, daß man die letzteren Beamten um 300 Mark
reduzierte. So war die Gleichſtellung allerdings
nicht gemeint geweſen. Die Notariate haben bis
jetzt in keiner Weiſe die Bedenken gerechtfertigt,
die der Abgeordnete Brauer hier erhoben hat. Man ſollte
an der Rechtseinheit in den drei Provinzen keine
Aende=
rung vornehmen. An die Abſchaffung der Notariate dürfe
natürlich nicht gedacht werden. Es iſt klar, daß die
No=
tariate durchaus im Intereſſe der Bevölkerung wirken=
Die Regierung müſſe unbedingt die Differenzierung in
den Koſten zwiſchen Amtsgerichten und Notaren
beſeiti=
gen. Durch dieſe Differenzierungen würde den
Notaria=
ten eine nicht berechtigte Konkurrenz geſchaffen. Das
No=
tariat Bingen iſt aus dieſen Gründen ſchon längere Zeit
verwaiſt Von manchen Gerichten werden die ſchwierigen
Fälle an die Notariate verwieſen. Die Regierung möge
dann feſtſtellen, daß jedem Richter die Teilnahme an den
Frankfurter Kurſen geſtattet iſt, daß nicht einzelne Richter
dazu „beordert” werden, um Protektionswirtſchaft zu
ver=
meiden. Die Verwendung der Schreibmaſchine bei
Pro=
tokollen uſw. iſt ſehr zu begrüßen. Die Beherrſchung
der Stenographie und Schreibmaſchine ſollte zur
Bedin=
ung für die Anſtellung jedes Schreibgehilfen werden.
Zum Grundbuch unterſchreibe ich das von den Vorrednern
Geſagte. Die Schaffung einer größeren Anzahl Stellen
für Aktuariatsaſſiſtenten iſt zu befürworten. Zum Schluß
beſpricht Redner Zuſtände am Amtsgericht Lorſch (
Ge=
bäude betreffend), die lokaler Natur ſind.
Abg. Dorſch verteidigt die Ausführungen des
Ab=
geordneten Brauer bezüglich der Ortsgerichte, die
zugun=
ſten der Notariate beſchnitten werden. Die Ortsgerichte
ſeien ein altes Volksrecht, um das mit aller Energie
ge=
kämpft werden wird. Beſchwerden zu führen, hat
Red=
ner über die Art und Weiſe der Zeugenvernehmungen.
Hier werde vielfach von Richtern die Menſchenwürde und
der berechtigte Stolz der Zeugen verletzt. Ich gebe zu,
daß das Ausnahmefälle ſind, aber es muß dieſe
Be=
ſchwerde immerhin vorgebracht werden. Die Vorredner
haben in allen Tonarten das Lob der Notariate
geſun=
gen Ich möchte das Gegenteil ſagen und dafür Beweiſe
anführen. Ein Notar hat zum Beiſpiel fünfmal den
Viehbeſtand eines Bauern verkauft, der ihm längſt nicht
mehr gehörte. Ob die Grundbücher in Zukunft bei
Tei=
lungen ſich bewähren werden, muß ſich erſt erweiſen. Die
Gebühren für Grundſtücksverkäufe ſind verteuert worden.
Gegenüber den alten Ortsgerichten gehen die Notare mit
wenig Takt vor, beſonders in der Feſtſtellung von
Schul=
den uſw. Vielfach könnten die Ortsgerichte noch
vorbild=
lich ſein.
Abg. Dr. Oſann erſtattet dann kurz Bericht über die
Beſchlüſſe des Finanzausſchuſſes zu den eingegangenen
Anträgen. Zum Antrag Wünzer beantragt der Ausſchuß,
die Regierung zu ermächtigen. die geforderten 9 Stellen
in den Etat einzuſtellen. Der Antrag Reh, die
Akturitäts=
ſtellen auf 20 zu erhöhen, hat der Ausſchuß
abge=
lehnt. — Abg. Henrich iſt vom Abgeordneten Reh
er=
mächtigt worden, ſeinen Antrag zurückzuziehen, er wird
im nächſten Jahre wieder eingebracht werden. — Abg. Dr.
Weber hat beantragt, die Anträge auf
Stellenvermeh=
rung dem Vereinfachungsausſchuß zu überweiſen.
Abg. Dr. Fulda: Wenn der Abg. Dorſch geſagt hat,
es ſcheine eine Verſchwörung unter den Juriſten zu
be=
ſtehen, ſo würde dieſer Eindruck vielleicht noch verſtärkt
werden dadurch daß er, Redner, den Ausführungen des
Abgeordneten Wünzer voll zuſtimme. Er führt dann
Be=
ſchwerde darüber, daß immer noch keine oder doch zu
wenig Arbeiter zu Geſchworenen und Schöffen ausgeloſt
würden. Der Grund der einſeitigen Ausloſung ſei wohll
in der einſeitigen Zuſammenſetzung der Kommiſſionen an
den Gerichten zu finden. Man müſſe noch dazu kommen,
daß die Geſchworenen und Schöffen durch
Volksabſtim=
mung gewählt werden. Für die Jugendgerichte wären
die Volksſchullehrer die geeigneten Beiſitzer, und Redner
bittet die Regierung, beim Reichsjuſtizamt dahin zu
wir=
ken, daß Volksſchullehrer zu Schöffen und Geſchworenen
herangezogen werden können.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
Seite 19.
110. Sitzung.
(Nachmittags=Sitzung.)
St. Darmſtadt, 25. März
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Dr. v. Ewald,
Finanzminiſter Dr Braun, Staatsrat Lorbacher,
Miniſterialrat Dr. Kratz.
Vizepräſident Dr. Schmitt eröffnet die Sitzung um
¼4 Uhr.
Abg. Dr. Fulda ſetzt ſeine heute vormittag
abge=
brochene Rede fort. Er erſucht die Regierung um eine
ſtatiſtiſche Aufſtellung, die einen Ueberblick über die
Be=
rufstätigkeit der Schöffen und Geſchworenen ermöglicht.
Mißſtände herrſchen auf dem Gebiete des
Privatklage=
verfahrens, inſofern es nicht möglich iſt, derartige
Kla=
gen ſchon vor der Sühnebehörde zu erledigen. Das
Sühneverfahren leidet ſehr oft unter dem Mangel der
Autorität des Gemeindebeamten und an dem Mangel des
Erſcheinungszwanges. Das Gebührenweſen der
Anwalt=
ſchaft bedürfe der Reform, ebenſo das
Wiederaufnahme=
verfahren. Die Darmſtädter Kriminalpolizei reiche nicht
aus, Kapitalverbrechen aufzudecken. In der Mordſache
Brechner hat ein ganz junger Aſſeſſor die Darmſtädter
Staatsanwaltſchaft vertreten. Das iſt ganz ungenügend,
weil ein ſolcher Fall eine beſondere Fachausbildung
er=
fordert. Sicher iſt, daß das Darmſtädter Syſtem zu
wün=
ſchen übrig laſſe. Es ffehlt offenbar an der richtigen
Aus=
wahl der Leute. Die jungen Juriſten ſollten auch in die
Gewerkſchaften der Arbeiter gehen, um dort zu lernen
und die Arbeiterſeele zu erkennen. Weiter ſollten ſie die
Gefängniſſe und Irrenhäuſer kennen lernen, ſie würden
dann in mancherlei Beziehung ihre Anſichten ändern.
Was bezüglich der Stellenbeſetzung mit Aſſeſſoren vom
Abg. Wünzer geſagt wurde, iſt durchaus zu
unterſchrei=
ben. Es müſſe vermieden werden, daß das Rechtsſtudium
und ſeine Berufe zu ſolchen ausſchließlich reicher Leute
werden. Redner bringt dann einige Beſchwerden vor zu
Spezialfällen. So u. a. die Tatſache, daß kürzlich bei
einem Arbeiter in Nieder=Roden, der wegen Fälſchung
einer Fahrkarte angeklagt war, ſich die Bemerkung in den
Akten fand, daß er Führer der ſozialdemokratiſchen
Par=
tei in Nieder=Roden ſei. Auch ein Gegenſtück dazu bringt
Redner zur Sprache, nämlich die Tatſache, daß ein
An=
geklagter (wegen Meineides) bat, ihn nicht zu entehren,
weil er Mitglied des Kriegervereins ſei. Redner leitet
daraus die Anſicht her, daß ſich in den Köpfen der
Be=
völkerung eine Art Klaſſenjuſtiz konſtruiert. Weiter
ſchil=
dert Redner einen Fall, in dem einem Arbeitswilligen
von dem Gendarmen geſagt worden ſein ſolle, wenn er
wieder von einem Streikenden angehalten werde, dieſen
aufs Dach zu ſchlagen.
Präſident Köhler macht dann Mitteilungen über die
Beſchlüſſe des Seniorenkonvents.
Dieſer hat beſchloſſen, noch Donnerstag und Freitag
Sitzungen abzuhalten, dann am Dienstag die
Rückäuße=
rungen der Erſten Kammer zu erledigen und dann die
Sitzungen vorerſt zu beenden. Dann ſoll die Kammer
Ende Mai wieder zuſammentreten, um die bis dahin
fertiggeſtellten kleineren Geſetzesvorlagen zu erledigen.
Anfang Juli wird dann nach einer weiteren kurzen
Tagung der Landtag offiziell geſchloſſen werden.
Abg. Stephan: Der Abg. Wünzer hat heute
vor=
mittag eine ſo vorzügliche Begründung unſeres Antrages
gegeben, daß dieſe nur abgeſchwächt werden könnte, wollte
man noch etwas hinzufügen. Auch der Abg. Fulda habe
ja im Prinzip dem Antrage zugeſtimmt. Auch bezüglich
der Lage der Aſſeſſoren uſw. ſchließe er ſich den
Vor=
rednern an. Die Gerichtsreferendare ſollten auch in den
Stadtverwaltungen Verwendung finden. Daß der
Immo=
bilienbeſitzſtempel hoch iſt und etwas hemmend auf den
Immobilienmarkt einwirkt, iſt nicht zu beſtreiten. Doch
ſind die Gründe des Rückganges des Immobilienverkehrs
doch noch anderer Natur. Man dürfe auch nicht die
Immo=
bilien zu einer Marktware machen, die fortgeſetzt ihren
Beſitzer wechſelt. Schuld daran ſind vielfach auch die
hohen Proviſionen der Immobilienmakler. Früher hat
man dieſe Makler in Rheinheſſen, beſonders auf dem
Lande, gar nicht gebraucht, heute entwickeln ſie eine ſſehr
ausgedehnte Tätigkeit. Das Zwangserziehungsgeſetz
ſollte vereinfacht werden.
Abg. Damm: Was über die Beſetzung der einzelnen
Richterſtellen geſagt wurde, dem iſt durchaus
zuzuſtim=
men. Der Standpunkt der Regierung in der Frage der
Richterſtellen in Friedberg iſt nicht zu verſtehen. Hier iſt
die Stellenvermehrung dringend notwendig. Redner
be=
legt das mit Zahlenmaterial. Es geht nicht an, die
Rich=
tertätigkeit, für die Unabhängigkeit Grundbedingung iſt,
länger in den Händen abſetzbarer Aſſeſſoren zu belaſſen.
Abg. Senßfelder: Das Grundbuch iſt von den
ſämtlichen Rednern gewiſſermaßen als unfehlbar
bezeich=
net worden. Ich bin ein entſchiedener Gegner des neuen
Grundbuches wie des Notariats. Nach dem alten
Grund=
buch war die Ueberſicht und Feſtſtellung viel leichter, als
es nach dem neuen der Fall iſt. Redner führt dafür
Einzelfälle zum Beweis an. Es iſt nach dem neuen
Grundbuch nicht möglich, ohne Karte die Lage eines
Grundſtückes zu beſtimmen. Die Beurkundungen durch
Notare ſind bedeutend teurer, als durch das Amtsgericht.
Das kommt vielfach daher, daß die Notare erſt auf das
Amtsgericht gehen und das Grundbuch einſehen müſſen.
Wenn der Grundbuchrichter ſelbſt die Enteignung
vor=
nimmt, iſt das billiger und bequemer.
Aba. Dr. Schmitt (meiſt unverſtändlich) beſpricht
die Stellung der Aſſeſſoren und ſtimmt dem hierzu bereits
Geſagten zu. Der Abg. Fulda könne ſeinen perſönlichen
Widerſtand gegen den Antrag Oſann fallen laſſen,
nach=
dem er im Prinziv zugeſtimmt und nachdem der Ausſchuß
ſeinen Antrag dahin geändert hat, daß nur verſucht wird.
bis zu 7 neue Stellen zu ſchaffen, ohne die Verteilung der
neuen Stellen feſtzulegen. Zu einigen Spezialfällen
(Worms uſw.) bittet Redner um Aufklärung. Bezüglich
des Notariats iſt das, was Herr Senßfelder geſagt hat,
von einem objektiven Urteil ſehr weit entfernt. Man
ſolle doch die Leute, die nicht aufs Gericht, ſondern zum
Notar gehen wollen, daran nicht hindern. Die
Bevölke=
rung in Rheinheſſen wird ſich das Notariat niemals mehr
nehmen laſſen. So wird es in anderen Landesteilen auch
werden, wenn man einmal die aktive Tätigkeit der
Orts=
gerichte vergeſſen hat. Wenn die jüngeren Aſſeſſoren
Grundbuchrichterſtellen ausfüllten, ſollte die Regierung ſie
billigerweiſe gegen Schadenerſatzpflicht verſichern. Bei
dem Nieder=Modauer Prozeß waren die Verteidiger meiſt
verdoppelt. in Rückſicht auf den Umfana des Stoffes. Nur
bei dem Staatsanwalt war nicht für Vertretung geſorgt.
Wenn dieſer erkrankt wäre hätte der Prozeß nicht zu Ende
geführt werden können. Bei Urlaubsgeſuchen von
Rich=
tern ſollte man entgegenkommender ſein. Es kann nur
von Vorteil ſein, wenn ein Richter durch Reiſen ſeinen
Geſichtskreis erweitert. Was Aba. Grünewald bezüglich
ver Prozeßagenten in Butzbach geſagt hat. gilt auch für
Offenbach. Durch die Haltung des Juſtizminiſteriums
ühlen ſch dieſe Agenten beſonders geſchützt. Das liegt
nicht im Intereſſe der Rechtspflege. Die ſchlechte
finan=
zielle Lage der Rechtsanwälte habe ich ſchon im vorigen
Jahre zur Sprache gebracht. Ueber ein Drittel der
An=
wälte hat ein Einkommen unter 3000 Mark. Das liegt
an der aus dem Jahre 1879 ſtammenden
Gebührenord=
nung, die dringend der Reform bedarf in Anbetracht des
völlig geänderten Geldwertes. Die Reviſion der
Ge=
bührenordnung der Rechtsanwälte ſollte darum recht
be=
ſchleunigt werden. Herr Abg. Wünzer möge ſich freuen,
daß alle Juriſten ſeinen heutigen Ausführungen
zuge=
ſtimmt haben. Ich freue mich, daß wir nun auch einen
Vertreter des Richterſtandes in der Kammer haben, und
daß ich anerkennen kann, daß in Heſſen das Verhältnis
zwiſchen Richter und Rechtsanwälten ein durchaus ſchönes
und harmoniſches iſt. Ich hoffe gerne, daß die
Streitig=
keiten, die im Norden Deutſchlands zwiſchen Richtern und
Rechtsanwälten herrſchen und die dem ganzen Rechtsſtand
nur ſchaden, von Heſſen fern gehalten werden. (Bravo!)
Staatsminiſter Dr. v. Ewald: Den Anregungen,
die gegeben wurden bezüglich der beſſeren Ausbildung
des Richterſtandes, werden wir gerne Folge leiſten. Auch
die Anregungen, die der Abg. Stephan gegeben hat,
wer=
den wir ſorgfältig prüfen. Was den Antrag Dr. Oſann
und Genoſſen betrifft, ſo beſteht eine Differenz zwiſchen
der Juſtizverwaltung und den Antragſtellern nur
inſo=
weit, als wir bisher Richterſtellen dann als dauerndes
Bedürfnis betrachtet haben, wenn der Aſſeſſor, der die
Richterſtelle verſieht, auf lange Zeit nicht abkömmlich iſt,
während die Herren das dauernde Bedürfnis dann als
vorliegend erachten, wenn eine Stelle längere Zeit durch
einen Aſſeſſor verſehen wird. Wir ſind der Anſicht, daß
nur vorübergehende Verhältniſſe die Urſache der
Verwen=
dung von Aſſeſſoren bilden. Dieſe Tatſache liegt auch
in Friedberg vor. In Nauheim liegt der Fall anders.
Hier wird, wenn die Verhältniſſe des Bades ſich ſo
wei=
ter entwickeln, die Richterſtelle dauernd nötig. Bezüglich
der Stellen an Darmſtadt I und II ſollte man doch
war=
ten bis nach Anlegung des Grundbuches. Bezüglich der
Staatsanwaltsſtellen liegen die Verhältniſſe inſofern
an=
ders, als wir geſetzlich nicht gehalten ſind, dieſe Stellen
zu definitiven zu machen. In Staatsanwaltsſtellen
wer=
den in faſt allen Staaten Aſſeſſoren verwendet. Die Frage
iſt eine rein finanzielle, und wenn die Finanzverhältniſſe
des Landes es geſtatten, werden wir gerne die
geäußer=
ten Wünſche erfüllen. Der Abg. Grünewald hat der
Juſtizverwaltung Schuld daran gegeben, daß die
Prozeß=
agenten zu viel an Amtsgerichten zugelaſſen und
bevor=
zugt würden. Die Rechtsfrage iſt die, daß nach § 157
allein die Richter hierüber zu entſcheiden haben. Der
Juſtizverwaltung ſteht ein Eingriff nur dann zu, wenn
ſie prinzipiell einzelnen ſolcher Vertreter ohne weiteres
geſtattet hat, bei den Gerichten aufzutreten. Dann iſt der
Richter nicht mehr in der Lage, dieſe Vertreter
zurückzu=
weiſen. Ein ſolcher Fall liegt aber in Heſſen nicht vor,
weil die Vorausſetzungen hierfür, ein Mangel an
Rechts=
anwälten, ja nicht gegeben ſind. Herr Grünewald muß
alſo unrichtig informiert geweſen ſein. Es iſt
ausſchließ=
lich Sache der Richter, ſolche etwa ungeeignete Vertreter
zurückzuweiſen. Was der Abg. Dorſch bezüglich der
Ver=
nehmung der Zeugen geſagt hat, iſt Wort für Wort zu
unterſchreiben. Es wäre zu bedauern, wenn der
Vor=
ſitzende die Zeugen nicht genügend ſchützt. Wenn die
Fälle, die der Abg. Dorſch angeführt hat, richtig ſind, ſo
iſt dieſes Vorgehen des betreffenden Richters ſehr zu
be=
dauern. Zu den Wünſchen des Abg. Fulda bezüglich der
Kommiſſionen für die Auswahl der Schöffen und
Ge=
ſchworenen hat der Antrag von Brentano Anlaß gegeben
ſich zu äußern. Uns ſteht ein direkter Einfluß auf dieſe
Ausſchüſſe nicht zu, doch werden wir die geäußerten
Wünſche gerne vertreten. Die Vorwürfe gegen die
Darm=
ſtädter Kriminalpolizei ſind zurückzuweiſen. Die
Aus=
wahl dieſer Beamten wird ſehr ſorgfältig getroffen und
ihre Ausbildung iſt durchaus gut. Kürzlich hat ſogar
Bayern ſich einen hieſigen Kriminalbeamten erbeten, um
bei der Aufdeckung eines Verbrechens zu helfen.
Tatſäch=
lich hat Herr Fulda nur zwei Fälle anführen können, die
nicht aufgeklärt ſind. Das geht aber doch der Polizei aller
Länder ſo. Wenn Herr Fulda weiter beanſtandet hat,
daß auf die Gerichte eingewirkt worden ſei bezüglich der
Ueberweiſung an die Polizeibehörde, ſo iſt das in dieſer
Form nicht richtig. Nur an die Amtsanwälte iſt die
Wei=
ſung ergangen, ſorgfältiger zu prüfen, ob und wenn die
Ueberweiſung von Stromern und Vagabunden angebracht
erſcheint. Das liegt durchaus im Intereſſe der
Allge=
meinheit. Wenn der Abg. Senßfelder ſich heute als einen
Freund des Notars Scriba bezeichnet, ſo ſcheint er ein
dauerndes Andenken ihm nicht bewahren zu wollen, da
er ſeine Stelle verwaiſt laſſen will. Die Gemeinde Groß=
Gerau hat doch mehr für den Verſtorbenen übrig gehabt,
ſie hat dringend erſucht, die Stelle ſofort wieder zu
be=
ſetzen, weil die Bevölkerung ſich ſo gut daran gewöhnt
hätte. Wir haben alſo einem dringenden Bedürfnis
ab=
geholfen. Zu Grundbuchrichtern werden nur ältere,
erfah=
rene Aſſeſſoren verwendet.
Abg. Dr. Weber möchte doch darauf hinweiſen, daß
die Regierung ſich nach ihrer Antwort von Anfang
Fe=
bruar gegen alle Stellen, die der Antrag Wünzer ſchaffen
will, ablehnend verhielt. Wir haben erſt im Vorjahre
eine Anzahl Amtsrichterſtellen geſtrichen und nun kommen
ſchon die Erſuchen um neue Stellen. Falſch iſt es, daß
man die Anfangsgehälter für dieſe Stellen einſetzt, man
müßte die Durchſchnittsgehälter einſetzen. Ungerecht wäre
es, wenn man dieſe Stellen bewilligen wollte, ohne auch
den anderen Reſſorts gerecht zu werden, denen wir
viel=
fach Stellen geſtrichen haben. Ich bitte alſo, unſeren
An=
trag anzunehmen, nachdem der Antrag Wünzer dem
Ver=
einfachungsausſchuß zur eingehenden Prüfung
überwie=
ſen werden ſoll. Ich bitte, da meine Fraktion heute
nach=
mittag nicht anweſend ſein kann, die Abſtimmung zu
ver=
ſchieben bis morgen nach der Pauſe.
Abg. Eißnert führt Beſchwerde über die
Neben=
beſchäftigung von Gerichtsſchreibergehilfen. Beſonders
ſollte dieſen die Zuſtellung von Wechſelvroteſten verboten
ſein und die Zwangshausverwaltungen. Ein
Gerichts=
ſchreibergehilfe in ſeinem Wahlkreis hat durch ſolche
Ar=
beiten einen ſo großen Einfluß gewonnen, daß ſich fünf
Rechtsanwälte geweigert haben, einen Prozeß gegen ihn
zu übernehmen. Redner erörtert weitere Spezialfälle.
Vizepräſident Dr. Schmitt ſchlägt vor, über den
Juſtizetat heute vollſtändig abzuſtimmen, vorbehaltlich der
Abſtimmung über die Anträge Wünzer und Dr. Weber.
Abg. Dr. Oſann unterſtützt dieſen Vorſchlag.
Abg. Bähr: Die Anlegung des neuen Grundbuches
iſt immer noch ſo ſchlecht, wie die frühere. Was das
No=
tariat angeht, bin ich noch immer der gleichen Anſicht, wie
früher, daß das Notariat gegenüber dem Ortsgericht viel
zu teuer iſt. In Oberheſſen und in Starkenburg hätte
man es ruhig bei dem alten Zuſtand belaſſen ſollen.
Rheinheſſen ſoll das Notariat gar nicht genommen
wer=
den. Die alte Gebührenordnung iſt an den ſchlechten
Ver=
hältniſſen der Rechtsanwälte nicht ſchuld. Es gibt aber
viel zu viel Rechtsanwälte, daher das geringe
Einkom=
men einzelner. Die Darmſtädter Kriminalpolizei iſt gegen
die Vorwürfe des Abg. Fulda in Schutz zu nehmen. Der
Krininakommiſar Daniel iſt jedenſall ein ganz
herwol=
ragender Kriminaliſt.
Abg. v. Brentano: Man könne mit großer
Be=
friedigung auf den Verlauf der Debatte zurückblicken, bei
der die heſſiſchen Richter ſehr gut abgeſchnitten haben.
Die Koſten der Debatte haben die Unſchuldigſten, die
Rechtsanwälte, zu tragen und die Notare. Die Regierung
ſollte ſich ernſtlich mit dem Problem des numerus clausus
befaſſen das immer mehr Berechtigung finde. Sicher iſt,
daß ein großer Teil der Anwälte ein viel zu geringes
Einkommen habe. Herr Bähr hat recht, wenn er ſagt,
es gibt viel zu viel Anwälte, und ich bin in dieſer
Be=
ziehung ein prinzipieller Gegner des Abgeordneten
Grüne=
wald der für die Freizügigkeit der Anwälte eintrat. Wir
würden dann hier mit Elementen aus dem Oſten unſeres
Vaterlandes überſchwemmt werden, wohingegen kein
An=
walt von hier etwa nach dem Oſten gehen wird. Man
müßte den jungen Leuten nach dem Staatsexamen erſt
eine Karenzzeit von einigen Jahren auferlegen, ehe man
ſie auf das Volk losläßt. Der Anwalt muß nicht nur die
Geſetze, er muß auch das Leben kennen lernen. Der
Anwaltsſtand iſt nicht in der Lage, etwa Herren
zurück=
zuweiſen, die nicht gerade eine Zierde des Standes zu
werden verſprechen. Die Ueberfüllung des
Anwaltsſtan=
des iſt in allen Ländern, wo ſie entſtand ein Unglück für
die Bevölkerung geweſen. Ich möchte alſo an die
Regie=
rung die Bitte richten, daß ſie im Bundesrat für die
Ein=
führung einer Karenzzeit eintritt. Die Klagen über die
Prozeßagenten ſind gerechtfertigt. Vielfach werden dieſe
Herren beſſer behandelt als die Anwälte ſelber. Es iſt
ein Irrtum des Volkes, wenn angenommen wird, daß
dieſe Leute billiger arbeiten. als die Anwälte. Bezüglich
der Aſſeſſoren ſtimme ich vollſtändig mit dem überein, was
der Abgeordnete Wünzer geſagt hat. Ueber das Notariat
ſpreche ich nicht gern, es geht aber nicht anders. Ich
freue mich, daß alle Juriſten und auch der Herr
Juſtiz=
miniſter, die Bedeutung des Notariats anerkannt haben.
Das Notariat iſt eine ſtaatliche Einrichtung und die
No=
tare ſind Beamte. Man ſollte doch gegen ſolches Inſtitut
und ſeine Beamten nicht in dieſer Weiſe vorgehen
und ſollte endlich einmal aufhören, die Bevölkerung zu
verwirren. Ich beſtreite überhaupt einer Reihe von Herren
die Fähigkeit über Notare zu reden, denn, wo ſie
herkom=
men, da gibt es ja gar keine Notare. Man ſollte doch vor
iallem erſt einmal die Probe aufs Exempel machen und
die Notariate erſt ein bis zwei Jahre wirken laſſen.
Es iſt auch nicht richtig, daß die Notariate ſo viel
teu=
rer ſind. Die Differenz iſt ganz gering und kommt
gegen=
über den Vorteilen, die im Notariat liegen, gar nicht in=
Betracht. Ganz abgeſehen davon, daß man den Leuten
doch die Möglichkeit geben ſoll. zu dem zu gehen, zu
dem=
ſie Vertrauen haben. Vom Abgeordneten Brauer muß
man doch mindeſtens verlangen, daß er ſeine unerhörte
Behauptung, daß die Notare in Oberheſſen und
Starken=
burg in 1½ Jahrzehnten ſoviel Veruntreuungen
ausge=
führt haben, wie die Ortsgerichte nicht ſeit ihrem
Be=
ſtehen, auch beweiſt. Es iſt ein einziger Fall
vorgekom=
men. Herr Brauer hätte ſeine Rede beſſer nicht gehalten
in dem Roches, in dem er ſich damals befand. (
Heiter=
keit.) Was Herr Dorſch bezüglich der
Zeugenvernehmun=
gen geſagt hat, iſt zu unterſchreiben. Was er aber als
Material gegen die Notare vorgebracht hat, war gar nichts.
Was kann denn ein Notar dafür, wenn ein Bauer zu ihm
kommt und fünfmal ſein Vieh verkauft? Der Notar kann
doch nicht wiſſen, wieviel Vieh der Bauer hat.
Auch die anderen „Beweiſe” haben mit dem
Notariat gar nichts zu tun gehabt. Im weiteren
pole=
miſiert Redner gegen die Erſte Kammer bezüglich des
Notariatsantrages gegen den Abgeordneten Dr. Weber.
Bei den hohen Herren habe eine Unkenntnis geherrſcht,
die er nicht für möglich gehalten hätte
Abg. Adelung möchte feſtſtellen, daß die
dies=
jährige Budgetdebatte den konſervativen Gedanken bei
zwei der konſervativſten Herren totgeſchlagen reſpektivé
erſchüttert hat, nämlich bei den Abgeordneten Dr. Weber
und von Brentano. Er hoffe, daß das in noch
ausge=
dehnterem Maße der Fall ſein möge. — Abg. Bähr
po=
lemiſiert gegen den Abgeordneten von Brentano. Dann
ſchließt die Generaldebatte.
Abg. Dr. Oſann als Berichterſtatter zieht aus der
Debatte das Fazit, daß an dem Notariat berechtigte
An=
ſtände nicht erheben werden konnten, daß vielmehr ſeine
Wirkſamkeit anerkannt werden mußte, daß auch das neue
Grundbuch ſich durchaus bewährt, und daß die
Rechts=
pflege in Heſſen durchaus auf der Höhe ſteht. Der
An=
trag Wünzer hat nach der Begründung des Abgeordneten
Wünzer wohl eine größere Ausſicht auf Annahme
gefun=
den. Die Vereinfachungskommiſſion habe ihre
Organiſa=
tionsvorſchläge in faſt allen Reſſorts, die der Abgeordnete
Dr. Weber erwähnt hat, abgeſchloſſen, bis auf die Juſtiz.
Die Ueberweiſung des Antrags an die
Vereinfachungs=
kommiſſion iſt nicht zu empfehlen, weil dieſer Ausſchuß
maßgebende Beſchlüſſe nicht faſſen kann. Er bittet den
Ausſchuß, den Antrag anzunehmn.
Das Kapitel 89 wird dann angenommen. Ebenſo
ohne oder doch ohne weſentliche Debatte die Kapitel 90,
91 (92 fällt aus), 93. 94, 95. 96 und 97. Damit iſt das
Miniſterium der Juſtiz erledigt.
Es folgt die X. Hauptabteilung: Miniſterium
der Finanzen. Ohne Debatte werden erledigt die
Kapitel 98 bis 107. Darauf wird die Sitzung geſchloſſen
Nächſte Sitzung Donnerstag 9 Uhr. — Schluß ½8 Uhr.
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 26. März 1914.
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Donnerstag, 26. März, 8 Uhr
Freitag, 27. März, 8 Uhr
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MOperetten-Ensemble
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Die
Operette in 3 Akten von
Hauptschlager:
„Liebliche, kleine Dingerchen!‟
„Man lacht, man lebt, man liebt!‟
„In der Nacht!‟ — „Ach, Amalia!‟
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Letzte 5 Tage!
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Donnerstag,
Heute
26. März
Letzter Spielplan
2 Erst-Aufführungen 2
Die letzten Schlager des
Haskel-Ensemble.
Das
Auoprionia
Vaudeville in 1 Akt.
Musik von Artur Steinke.
Wie werde ich energisch?
Posse in 1 Akt.
Verfasst u. inszeniert v. L. Haskel
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Großherz. Hoftheater.
Donnerstag, den 26. März 1914.
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Gaſtſpiel von Eliſabeth von
Schroeder (Clary).
ToPe r.
Muſikdrama in 3 Akten
von G. Puccini.
Keine Ouvertüre!
Perſonen:
Floria Tosca, be=
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rühmte Sängerin
Mario
Cavara=
doſſi, Maler . . Georg Becker
Baron Scarpia,
Chef der Polizei Georg Weber
Ceſare Angelotti. AlfredStephani
L. Schützendorf
Der Meſſner .
Spoletta, Agent
der Polizei
. Karl Bernhardt
Sciarrone, Gen=
. Auguſt Kräger
darm
Ein Schließer . . Adolf Klotz
. Clement. Feiſtle
Ein, Hirt.
* Floria Tosca: Eliſabeth v.
Schroeder (Clary).
Chöre: Robert Preuß.
Preiſe der Plätze (Gewöhnl.
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
4.20 ℳ, 14.—20. Reihe 3.40 ℳ,
Parterre: 1.—5. Reihe 2.90 ℳ,
6.—8. Reihe 2.35 ℳ,
Proſzeniums=
loge 6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
Balkonloge 5.20 ℳ, 1. Rang 4.70 ℳ,
2. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ, 7. u.
Reihe 2.15 ℳ, 1. Galerie 1.35 ℳ,
2. Galerie 0.75 ℳ.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
Vor=
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1582.)
Anfang 7½ U. — Ende nach 10 U.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 27. März. 140. Ab.=Vſt.
B 34. „ Lohengrin‟. Gew.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Samstag, 28. März. Auß. Ab.
35. Volksvorſtell. zu ermäß. Preiſen.
„Die ſpaniſche Fliege‟.
Anfang 8 Uhr. (Vorverkauf bis
einſchl. Samstag, 28. März, im
Verkehrsbüro, Ernſt=Ludwi s latz.
Verkauf der etwa noch vorhanden.
Karten am Tage der Vorſtellung
auch an der Tageskaſſe im
Hof=
theater zu den übl. Kaſſeſtunden.)
Sonntag, 29. März. 141. Ab.=
Vorſt. A 36. Neu einſtudiert (in
neuer dekorativer und
koſtümlicher Ausſtattung):
„Carmen‟ Gewöhnl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Montag, 30. März. Außer Ab.
Vorſtellung zu
Volksvorſtellungs=
preiſen. Bunter Abend.
An=
fang 8 Uhr. (Vergl. beſ. Anzeige.)