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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstag verwies geſtern den Geſetzentwurf,
be=
treffend Bürgſchaften des Reiches zur
För=
derung des Baues von Kleinwohnungen
nach der erſten Leſung an die Wohnungskommiſſion.
Hierauf wurde das Poſtſcheckgeſetz in dritter
Le=
ſung definitiv angenommen, desgleichen in zweiter
Leſung das Geſetz, betreffend die Moratorien bei
Kriegsausbruch Das Luftverkehrsgeſetz geht
an eine Kommiſſion von 21 Mitgliedern.
Die Suffragette Richardſon wurde wegen der
Be=
ſchädigung der Venus von Velasquez in der
Londoner Nationalgalerie zu 6 Monaten
Gefäng=
nis verurteilt.
Der König von Albanien hat eine
Proklama=
tion an ſein Volk erlaſſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7 und 8.
Frankreichs Außenpolitik,
— In der Deputiertenkammer hat der
Mi=
niſterpräſident Doumergue eine längere Erklärung der
franzöſiſchen Regierung über ihre auswärtige Politik zur
Verleſung gebracht, die an und für ſich zwar kaum etwas
Neues bringt, immerhin aber die Stellung Frankreichs
zur Genüge beleuchtet. Die Kundgebung iſt wohl nicht
ohne Abſicht ziemlich farblos gehalten, im übrigen iſt ſie
aber eine ſehr entſchiedene Betonung des
Feſthal=
tens an dem Bündnis mit Rußland und der
Entente mit England; der Miniſterpräſident ſpricht
ſogar von einer Verſtärkung des Einvernehmens
Frank=
reichs mit dem „verbündeten Rußland und dem
befreun=
deten England‟. Einen breiten Raum in den
Ausfüh=
rungen Doumergues nimmt die Beſprechung der
Balkan=
dinge ein, wobei den Balkanſtaaten gegenüber eine recht
freundliche Miene aufgeſetzt und die Loyalität der
fran=
zöſiſchen Republik herausgeſtrichen wird. Rumänien
er=
hält ein Lob, und auch die Beſuche des Fürſten von
Al=
hanien in den Hauptſtädten werden als ein Beweis
hingeſtellt für den Willen, Albanien unabhängig zu
er=
halten; Frankreichs Mitwirkung ſei allen denen ſicher, die
in dieſem Lande ohne Gewaltſamkeiten die Ruhe
wieder=
herſtellen. Andererſeits wird der Türkei gedroht, daß ſie
bei einer Störung des Friedens nicht mehr auf die
finan=
zielle Unterſtützung Frankreichs würde rechnen können.
Die Rede klingt aus in einer Betonung des feſten
Wil=
lens Frankreichs zum Frieden, gleichzeitig aber
wird ausdrücklich erklärt, man ſei ebenſo feſt entſchloſſen,
von den materiellen und moraliſchen Intereſſen auf der
Welt nichts zu opfern; Frankreich ſei entſchloſſen, in der
Welt den Platz zu behaupten, der ſeiner ruhmreichen
Ver=
gangenheit gebühre, geſtützt auf ſeine Wehr= und
See=
macht.
Das iſt zwar ziemlich allgemein geſagt, indeſſen wiſſen
wir in Deutſchland wenigſtens, daß man jenſeits der
Vo=
gefen gerade von uns behauptet, daß wir es ſeien, die
Frankreich ſeinen Platz in der Welt nicht gönnen. Gegen
uns geht ja auch die große Rüſtung des letzten Jahres,
und die Boulevardpreſſe iſt in ihren Artikeln gegen
Deutſchland wahrlich deutlich genug. Nicht zuletzt auf
franzöſiſche Quertreibereien iſt wohl auch die völlig
um=
geſchlagene Stimmung Rußlands gegenüber Deutſchland
zurückzuführen. Man darf nicht vergeſſen, daß Herr
Del=
caſſé, der einſt als Leiter der franzöſiſchen Außenpolitik
zum Rücktritt gezwungen wurde, um einen Krieg mit
Deutſchland zu vermeiden, die Republik als Botſchafter
in Petersburg vertreten hat, und wenn es auch nicht allzu
lange war, ſo hat er doch zweifellos die Zeit benutzt, um
an der Newa Stimmung gegen Deutſchland zu machen.
Andererſeits ſitzt als Vertreter Rußlands Iswolski in
Paris, der es ſchwerlich ſchon vergeſſen hat, daß er
eben=
falls von dem Poſten eines Leiters der Außenpolitik
weichen mußte, nachdem in der ſerbiſchen Kriſis
Deutſch=
land und Oeſterreich ſcharf gegen Rußland Front machten,
ſo daß Rußland klein beigeben mußte.
Bemerkenswert iſt auch, daß mit keinem Wort in den
Darlegungen des Miniſterpräſidenten Deutſchlands
Er=
wähnung getan wird, obwohl doch hierzu im Hinblick
auf die beiderſeitigen Verhandlungen paſſende
Gelegen=
heit geweſen wäre. Es zeigt ſich eben, daß jene Zeiten
wiederkehren, wo die Gegner Deutſchlands am Werke
waren, uns nach Möglichkeit von einem maßgebenden
Ein=
fluß auf die Geſtaltung der Weltpolitik auszuſchalten.
Deutſchland und Rußland.
O Wie der Petit Pariſien ſich aus Petersburg
be=
richten läßt, hat der ruſſiſche Botſchafter in Berlin vom
deutſchen Staatsſekretär des Aeußern verlangt, daß die
Nordd. Allg. Ztg. die deutſchen „Preßtreibereien” gegen
Rußland halbamtlich mißbillige. Nach unſeren Berliner
Informationen entſpricht dieſe Angabe nicht den
Tat=
ſachen. Selbſt das Petersburger Blatt Rußkoje Slowo,
dem wahrlich Beſcheidenheit gegenüber Deutſchland nicht
nachgeſagt werden kann, hat ausdrücklich anerkannt, daß
die ruſſiſche Diplomatie von Deutſchland nicht die
Ver=
leugnung der antiruſſiſchen Preßäußerungen fordern könne.
Wenn alſo der Petersburger Korreſpondent des Petit
Pa=
riſien im Anſchluß an ſeine oben mitgeteilte Behauptung
berichtet, die deutſche Regierung habe jene Forderung
ab=
gelehnt, jedoch nichts dagegen einwenden wollen, wenn
in Rußland amtlich verlautbart würde, daß der deutſche
Botſchafter in Petersburg der deutſchen „Preßhetze”
ſern=
ſtehe, ſo ſchmeckt auch dieſe Darſtellung zu ſtark nach
fran=
zöſiſch=ruſſiſchen Wünſchen, um den Tatſachen entſprechen
zu können. Unter ſolchen Umſtänden bedarf die weitere
Angabe des Petit Pariſien, daß Kaiſer Wilhelm in einem
an den Zaren gerichteten Handſchreiben dem Wunſch nach
einer baldigen Begegnung Ausdruck gegeben habe, erſt
recht der Beſtätigung.
Deutſches Reich.
Die Ausreiſe des Kaiſers nach Korfu
iſt jetzt endgültig auf den Abend des 22. März feſtgelegt.
Die Kaiſerin beabſichtigt, ihrem Gemahl zu folgen, doch
wird ſie aus Familienrückſichten wahrſcheinlich erſt kurz
vor Oſtern in Korfu eintreffen. Der Aufenthalt dort
dürfte bis in die erſten Tage des Monats Mai ausgedehnt
werden
Die Reichsverſicherungsanſtalt für
Angeſtellte hat im Verlaufe der Wintermonate eine
bemerkenswerte Erweiterung ihrer Organiſation
durch=
geführt. In zahlreichen größeren und kleineren
Gemein=
den ſind ſogenannte Ortsausſchuüſſe der
Angeſtelltenver=
ſicherung gegründet worden, die den Zweck haben, die
Ver=
waltung in Berlin=Wilmersdorf in den Fällen durch
Be=
gutachtung zu unterſtützen, wo es ſich um Einleitung eines
Heilverfahrens handelt. Durch dieſe Neuerung ſollen die
Feſtſtellungen beſchleunigt werden, damit der kranke
An=
geſtellte möglichſt bald einem Sanatorium uſw.
überwie=
ſen werden kann. Den Ortsausſchüſſen gehören
Arbeit=
geber und Arbeitnehmer an, ihre Begutachtungen gehen
direkt an das Direktorium der Reichsverſicherungsanſtalt
für Angeſtellte. Schon in der kurzen Zeit des Beſtehens
dieſer Ortsausſchüſſe hat ſich in der Einleitung und
Ge=
währung von Heilverfahren eine erhebliche
Beſchleuni=
gung gezeigt.
Zur Wiederrichtung einer
braun=
ſchweigiſchen Geſandtſchaft in Berlin, zu
welcher die Mittel vom Landtage des Herzogtums
ver=
langt werden, wird uns geſchrieben: Die Maßnahme
hängt mit den beſonderen Beziehungen zuſammen, die
zwiſchen den beiden Höfen beſtehen. Bis zum Frühjahr
1906 unterhielt Braunſchweig in Berlin eine Geſandtſchaft,
die Stelle wurde damals vakant und nicht wieder beſetzt,
vielmehr wurde die Vertretung des Herzogtums am
preu=
ßiſchen Hofe anderweitig geordnet. Die Geſandtſchaft
in Berlin war die einzige von Braunſchweig
unter=
haltene und wird es auch künftig wieder ſein. Preußen
hat für das Herzogtum keinen eigenen Geſandten, ſondern
derjenige für Oldenburg iſt auch in Braunſchweig
beglau=
bigt. Hierin eine Aenderung eintreten zu laſſen, dürfte
auch unter den neuen Verhältniſſen kaum nötig ſein.
Aerzte und Krankenkaſſen. Die
Vertre=
ter der Aerzte= und Kaſſenverbände trafen in ihren
Ver=
handlungen im Reichsamt des Innern als
Ausführungs=
beſtimmungen zu Nr. 11 des Berliner Abkommens nähere
Vereinbarungen über die Berechnung und Abführung der
Kaſſen= und Arztbeiträge zur Deckung der
Abfindungs=
koſten. Als Stelle an die die Beträge von den Kaſſen
abgeführt werden ſollen, wurde die Kgl. Preußiſche
See=
handlung beſtimmt. Dann fand eine ausgedehnte
Be=
ſprechung über die kaſſenärztlichen Verhältniſſe in
eini=
gen Orten ſtatt, in denen zurzeit noch auswärtige Aerzte
tätig ſind. Es wurde beſchloſſen, umgehend erneut
dar=
auf hinzuwirken, daß auch in dieſen Orten das Berliner
Abkommen zur Geltung kommt. Die Vertreter der
Kaſſen=
verbände erklärten, in dieſem Sinne nachdrücklich weiter
tätig ſein zu wollen.
Ausland.
Italien.
Die Kabinettskriſis. Die Blätter erklären
einmütig, daß die gegenwärtige Kriſe ſchwer und von
langer Dauer ſein wird. Giornale d’Italia ſagt, daß die
Perſönlichkeit, die Miniſterpräſident werden und das
Ka=
binett bilden wird, nach dem Urteil und der Erwartung
der großen Mehrheit der Kammer Sonnino ſein wird,
und fügt hinzu, daß man glaube, der amtliche Auftrag
zur Bildung des Kabinetts werde nicht vor Freitag
er=
teilt werden.
Frankreich.
Das Kriegsbudget. Der Berichterſtatter
Be=
nazet legte in ſeinem (ſchon erwähnten) Bericht ferner
die Notwendigkeit dar, den beſtmöglichſten Nutzen aus
dem Dreijahrgeſetz zu erzielen, und zwar beſonders durch
die vollkommene Ausnutzung des Menſchenmaterials.
Benazet beſteht in dieſer Hinſicht auf der Dringlichkeit
der Beſſerung der ſanitären Zuſtände in der Armee durch
die Bekämpfung von Alkoholismus und Tuberkuloſe,
durch Aenderungen in den alten Kaſernen und durch die
Benutzung aller den Truppen für Ernährung und
Beklei=
dung zur Verfügung geſtellten finanziellen Mittel.
Be=
nazet ſpricht ſodann von der Ausbildung der Truppen und
hält es für notwendig, mehr für die Exerzierplätze.
Schieß=
ſtände und Ausbildungslager und für beſondere
Uebungs=
lager für die Genietruppen und die Fußartillerie zu tun.
Der Bericht fordert eine raſche Bewilligung des
Be=
ſchleunigungs= und Aufbeſſerungsprogramms für das
franzöſiſche Kriegsmaterial, das gegenwärtig der Kammer
vorliege. Wenn man, ſo ſagt Benazet, die 400 000 000
Franes für unſere Nachtragsforderungen im Jahre 1913
in Rechnung zieht und wenn man in den deutſchen
Bud=
gets die nichtproduktiven Ausgaben für Gewehre,
Feld=
geſchütze und Feſtungen an der ruſſiſchen Grenze abzieht,
ſo kann der Mehrbetrag der außerordentlichen Ausgaben
Deutſchlands über die außerordentlichen Ausgaben
Frank=
reichs in den letzten 10 Jahren auf 1100 Millionen Francs
geſchätzt werden. Der Berichterſtatter ſchloß: Wir müſſen
einen Geſamtplan haben, den wir ohne Schwäche zur
Auf=
rechterhaltung des Friedens, und um Herr unſeres
Ge=
ſchickes zu bleiben, verfolgen.
Die Kammer begann am Donnerstag vormittag die
Beratung des von dem Kriegsminiſter Noulens
unter=
breiteten Geſetzentwurfs über die Zuſammenſetzung der
Kaders und der Mannſchaftsverbände der verſchiedenen
Waffengattungen.
Der Bericht des radikalen Deputierten Tregnier
er=
klärt, daß dieſe Vorlage, welche eine möglichſt vollſtändigs
Ausnutzung der auf Grund des Dreijahrgeſetzes
einge=
ſtellten Mannſchaften bezwecke, dem Heere die höchſte Stufe
der Kraft verleihen ſolle. Tregnier ſpricht auch die
Ueber=
zeugung aus, daß ſowohl die Anhänger des dreijährigen
Militärdienſtes wie die einer kürzeren Dienſtzeit dem
Ge=
ſetzentwurf zuſtimmen werden, die erſteren, weil ſie wiſſen.
daß das Dreijahrgeſetz ohne eine feſte Heeresorganiſation
und ohne ſtarke Kaders unwirkſam wäre, die anderen,
weil eine Verringerung der Dienſtzeit ohne Verſtärkung
der Kaders, die im Mobiliſierungsfalle den
Reſerviſten=
ſtrom aufnehmen ſollen, nicht ins Auge geſaßt werden
könnte. Die weitere Debatte dürfte ſich recht lebhaft
ge=
ſtalten, da ſich die eifrigſten Gegner und Anhänger des
Dreijahrgeſetzes wie Jaures, Lefevre, Thallamas und
Benazet, zum Wort gemeldet haben.
Freundſchaft für Spanien. Die Kammer
nahm durch Handaufheben einen Antrag Emile Conſtants
an, durch den der Miniſter des Aeußern ermächtigt wird.
der ſpaniſchen Regierung das Stirnſtück und die dazu
gehörigen Teile der Rüſtung Philipps II. anzubieten, die
gegenwärtig im Armeemuſeum aufbewahrt werden. Der
Antrag beſagt, das Parlament wünſche, das Land an dem
Zeugnis der franzöſiſch=ſpaniſchen Freundſchaft
teil=
nehmen zu laſſen.
Spanien.
Die Bahn Fez-Tanger. Der Miniſter, des
Aeußern teilte mit, daß Marina die Verträge über den
Bau von Eiſenbahnen von Fez nach Tanger unverzüglich
unterzeichnen wird. Der Miniſter fügt hinzu, daß der
Beſuch Lyauteys eine Annäherung zwiſchen ihm und dem
ſpaniſchen Generalreſidenten Marina bewirkt habe.
Balkanſtaaten.
Die Lage in Bulgarien nach den Wahlen.
Ein amtliches Communiqué beſagt:
Der Miniſterpräſident Radoslawow wurde vom
Kö=
nig in längerer Audienz empfangen, um über die Er.
gebniſſe der Wahlen zu den geſetzgebenden Körperſchaften
zu berichten. Die Regierungskreiſe betrachten die
Ergeb=
niſſe als ſehr befriedigend und bedeutungsvoll. Die
libe=
ralen Parteien erhalten die Mehrheit und können allein
regieren, ſelbſt ohne mit anderen parlamentariſchen
Grup=
pen in Verbindungen einzutreten. Während das Kabinett
bei der Proportionalvertretung ſich gewöhnlich genötigt
ſieht, nach den Wahlen aus verſchiedenen Parteigruppen
Nummer 72.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. März 1914.
eine Mehrheit zu bilden, hat hier die Regierungsgruppe
eine ſichere Mehrheit, ſchon bevor ſie ſich der Kammer
vor=
ſtellt. Die neu gewählte Sobranje wird in der zweiten
Hälfte des März zu einer außerordentlichen Sitzung
zu=
ſammenberufen werden, in der ſie ſich nur mit
Wahl=
prüfungen, Erledigung des Budgets und der Ratiſikation
der Friedensverträge von Bukareſt und Konſtantinopel,
gegebenenfalls mit der Aufnahme einer Anleihe
beſchäf=
tigen wird. Die Sobranje wird ſich ſodann vertagen, um
am 28. September ſich verfaſſungsgemäß wieder zu
ver=
ſammeln. Es iſt angezeigt, bei dieſer Gelegenheit
hervor=
zuheben, daß die Durchführung der Wahlen in den
neu=
erworbenen Gebieten mit all den anderen adminiſtrativen
Maßnahmen, die durch den umfaſſenden Wahlapparat bei
Proportionalwahlen geboten ſind, der beſte Beweis iſt,
daß in dieſen Gebieten bereits eine vollſtändige
Verwal=
tungsorganiſation beſteht. — Der Miniſterpräſident
rich=
tete an die oberen Verwaltungsbehörden folgendes
Rund=
ſchreiben: Ich betrachte es als meine angenehme Pflicht,
mitzuteilen, daß bei den Wahlen, die am 8. März zur
Bildung der 17. ordentlichen Nationalverſammlung in
vollſtändiger Ordnung und Freiheit ſtattfanden, das
Ka=
binett eine genügende Mehrheit erlangte, um das Land
in Frieden und Ruhe auf dem Wege des Fortſchritts
regieren zu können.
Bulgarien und Griechenland haben das
Agrement für die Ernennung der beiderſeitigen Geſandten
erteilt. Geſandter in Athen wird Paſſarow, Geſandter in
Sofia Naum.
Rußland.
Zur Beratung der großen Heeres= und
Flottenvorlage hatten der Kriegs= und
Marine=
miniſter 30 Admirale, Generale und hohe Offiziere in die
Budgetkommiſſion entſandt. Der Kriegsminiſter verlangte
ſehr große Bewilligungen zur Vervollkommnung der
Lan=
desverteidigung und Verſtärkung der Artillerie. Der
Ma=
rineminiſter forderte 77 Millionen für Schiffsbauten.
Südafrika.
Die Verſchickung der Arbeiterführer.
General Smuts erklärte im Senat, die Regierung habe
ihre Anſicht über die Verſchickung der Arbeiterführer nicht
geändert. Die Verſchickten ſeien für immer von der
Ein=
wanderung ausgeſchloſſen; doch würden geſetzliche
Vor=
kehrungen getroffen werden, um ihnen unter gewiſſen
Be=
dingungen eine zeitweilige Rückkehr zu geſtatten. Der
frü=
here Premierminiſter der Kapkolonie Schreiner
prote=
ſtierte entſchieden gegen die Indemnitätsbill und forderte
Beweiſe für die Verbrechen der Verſchickten. Wenn der
aufrühreriſche Charakter ihrer Aeußerungen nachweislich
geweſen wäre, ſo hätten die ordentlichen Gerichte darüber
entſcheiden ſollen. Wenn die Regierung die Schuld der
Männer nicht beweiſen könne, würde er beantragen, einen
Gerichtshof einzuſetzen, um über alle Fragen, die ſich aus
der Bill ergeben, zu entſcheiden.
* Prinz Heinrich in Südamerika. Der
Empfang des Prinzen Heinrich von Preußen in
Argen=
tinien wird nach den vorliegenden argentiniſchen
Preß=
äußerungen äußerſt herzlich ſein. Der Prinz wird auf
ſeiner Erholungsreiſe Rio de Janeiro einen etwa
acht=
ſtündigen Beſuch abſtatten, der dem Aufenthalt des
Damp=
fers „Kap Trafalgar” vor dieſer Stadt entſpricht. Die
braſilianiſche Regierung beabſichtigt, den Prinzen bei
ſei=
ner Ankunft mit einer Ehrenwache zu begrüßen. Prinz
Heinrich wird dem ihm bekannten Präſidenten Fonſeca
deſſen Amtsperiode bis November d. J. läuft, einen
Be=
ſuch abſtatten und im übrigen die Zeit ſeines leider nur
kurzen Aufenthaltes benutzen, um die Sehenswürdigkeiten
der Stadt und der Umgebung kennen zu lernen. Die
An=
kunft des Dampfers in Buenos Aires iſt auf den 28. März
feſtgeſetzt, und am 9. April ſoll die Rückfahrt erfolgen.
Die Annahme, daß Prinz Heinrich von Buenos Aires
aus der chileniſchen Republik einen Beſuch abſtatten wird,
dürfte kaum gerechtfertigt ſein, da er dazu etwa vier Tage
Eiſenbahnfahrt notwendig haben und dieſe kaum in den
Rahmen einer Erholungsreiſe paſſen würde. Prinz
Hein=
rich wird leider den Präſidenten der argentiniſchen
Re=
publik Saenz Pena nicht antreffen, da dieſer ſehr ſchwer
erkrankt iſt und auf Urlaub auf ſeiner Beſitzung weilt. Er
findet als ſeinen Vertreter den Vizepräſidenten Victorino
de la Plaza vor. Der deutſche Geſandte von dem Busſche=
Haddenhauſen, der auf Urlaub nach Deutſchland reiſen
wollte, hat ſeine Abreiſe aus Anlaß des Aufenthalts des
Prinzen verſchoben. Ganz beſonders erfreut iſt die große
deutſche Kolonie in Buenos Aires über den Beſuch, und
ſie plant zu Ehren des Prinzen große Feſtlichkeiten. Aller
Vorausſicht nach findet auch eine Truppenſchau ſtatt. Die
argentiniſche Armee iſt ganz nach deutſchem Muſter
orga=
niſiert und trägt auch die Pickelhaube. Deutſche
Inſtruk=
tionsoffiziere ſind in Argentinien allerdings nicht mehr
tätig, ſondern nur einzelne Offiziere als Lehrer für die
Kriegsakademie.
* Entfernung eines
Sozialdemokra=
ten aus dem Amte. Gegen den Gemeindeſchöffen
Liebig in Bierſtadt, der als ſolcher die Eigenſchaft eines
mittelbaren Staatsbeamten beſitzt, iſt das förmliche
Diſ=
ziplinarverfahren eingeleitet worden, weil er ſich bei den
Landtagswahlen als ſozialdemokratiſcher Wahlmann hat
aufſtellen laſſen, auch in entſprechender Weiſe ſelbſt gewählt
hat. Der Kreisausſchuß zu Wiesbaden erkannte gegen den
Angeſchuldigten auf Entfernung aus dem Amte. Er ging
davon aus, daß ein Beamter durch ſeine Zugehörigkeit zur
Sozialdemokratie ſich nicht nur des durch ſeinen Beruf
er=
forderten Vertrauens unwürdig zeige, ſondern auch die
Pflichten ſeines Amtes verletze, das ihm das Eintreten für
die beſtehende Staats= und Rechtsordnung gebiete,
wäh=
rend mit deren Wahrung die Ziele der Sozialdemokratie
im Widerſpruch ſtänden. Der Gerichtshof betonte weiter,
daß der Angeſchuldigte bei der Vereidigung als Schöffe
auf die beſonderen Pflichten hingewieſen ſei, die er damit
übernehme, und daß er ihre Erfüllung auch verſprochen
habe. Wenn er trotzdem, ſo führte der Bezirksausſchuß
aus, auch fernerhin in Beziehungen zur
ſozialdemokrati=
ſchen Partei geſtanden habe, ſo laſſe ſich nicht annehmen,
daß er ſeine Stellung zu ihr ändern werde. Daraus
er=
gebe ſich, daß der Angeſchuldigte nicht im Amt belaſſen
werden könne. Er legte gegen das Urteil des
Kreisaus=
ſchuſſes Berufung ein, über die der Diſziplinarſenat des
Oberverwaltungsgerichts zu entſcheiden hatte. Der Senat
hat am 10. März 1914 in nichtöffentlicher Sitzung, die
nach § 35 des Geſetzes, betreffend die Dienſtvergehen der
nichtrichterlichen Beamten, vom 21. Juli 1852 ſtattfinden
mußte, auf Beſtätigung der Vorentſcheidung erkannt.
* Montevideo, 12. März. Die Kommandanten
der beiden deutſchen Linienſchiffe haben dem
Präſidenten und den Miniſtern des Auswärtigen, des
Krieges und der Marine geſtern einen Beſuch abgeſtattet.
Abends gab der deutſche Geſandte einen Empfang zu
Ehren der deutſchen Seeleute, an dem die Behörden
teil=
nahmen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. März.
Bom Hofe. Mittwoch mittag um 12 Uhr
15 Min. empfing die Großherzogin im Neuen Palais
riu Nebel und Frau Freytag. Die Großherzoglichen
Herrſchaften, ſowie Fürſt und Fürſtin zu Solms=
Lich folgten geſtern um 1 Uhr einer Einladung des
Prinzen und der Prinzeſſin Victor zu Erbach=Schönberg
zum Mittageſſen. (Darmſt. Ztg.)
Ordensverleihungen. Der Großherzog hat
dem Poſtdirektor Rudolf Flaſchenträger in
Hom=
burg v. d. Höhe das Ritterkreuz 1. Klaſſe des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen, dem Poſtagenten
Friedrich Ebel in Grebenau das Allgemeine
Ehren=
zeichen mit der Inſchrift „Für treue Dienſte” am Bande
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen und dem
Oberbriefträger Chriſtoph Frank in Heppenheim a. d. B.
as Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für
langjährige treue Dienſte” verliehen; ferner den Dienern
an der Kaiſerlich Ruſſiſchen Kirche zu Darmſtadt Nikolaus
Schwarz und Georg Peter Gehbauer die Erlaubnis
zur Annahme und zum Tragen der ihnen von Sr. Maj.
dem Kaiſer von Rußland gelegentlich des
Regierungs=
jubiläums des Hauſes Romanow verliehenen
Erinnerungs=
medaillen erteilt.
g. Strafkammer I. Der 55jährige Sattler Johann
Ludwig Hantzel aus Mainz, der vielfach vorbeſtraft iſt,
hatte ſich einige Jahre hindurch nichts zuſchulden kommen
laſſen, bis ihn eine gute Gelegenheit abermals zum
Dieb=
ſtahl verführte. Er war in Bensheim beſchäftigt und
an einem Samstag, als er allein im Hauſe zurückgeblieben
war, entwendete er aus einem verſchloſſenen Schrank 100
Mark. Für 30 Mark kaufte er ſich einen Anzug, während
er den Reſt verjubelte. Das Gericht verurteilte ihn geſtern
zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis und 5 Jahren
Ehrverluſt. 3 Monate der Unterſuchungshaft werden ihm
in Anrechnung gebracht.
— Vom Großh. Hoftheater wird uns geſchrieben:
Heute wird die erfolgreiche Neueinſtudierung von
Puc=
cinis „Madame Butterfly” im D=Abonnement wiederholt.
Dirigent iſt Paul Ottenheimer; die Titelpartie ſingt Frl.
Gertrud Geyersbach, deren vollendete Darſtellung der Cho=
Cho=San allgemein Bewunderung erregte. Den
Vorver=
kauf für die Volksvorſtellungen am Samstag abend „Alt=
Heidelberg” und am Sonntag nachmittag „Die weiße
Dame” hat das Verkehrsbureau. Am Sonntag abend
er=
ſcheint neu einſtudiert „Die Dollarprinzeſſin” die
muſikaliſch von Kapellmeiſter Kleiber, ſzeniſch von
Regiſ=
ſeur Jordan geleitet wird. In Hauptrollen ſind die Damen
Becker=Gerder (Alice), Gothe (Daiſy), Jacobs (Olga) und
Müller=Rudolph (Thompſon), ſowie die Herren Jordan
(Couder), Thomſen (Fredy), Harprecht (Hans), Jürgas=
(Tom) und Peterſen (Dick) beſchäftigt. Am Montag
wird=
als 12. Sondervorſtellung Lortzings komiſche Oper „Der=
Waffenſchmied” gegeben, in der Frieda Meyer vom
Hoftheater in Koburg die Marie ſingt. Für Ende der=
Woche ſteht in der Oper eine vollſtändige Neueinſtudierung
on Nicolais „Luſtigen Weibern von Windſor
im Schauſpiel die Erſtaufführung des Schwankes „777:104
bevor, der alsbald die Premiere von Eulenbergs
Liebess=
ſtück „Belinde” folgen ſoll.
Wichtig für Fernſprechteilnehmer. Nach den
Vorbemerkungen zum Teilnehmerverzeichnis auf Seite 5
Punkt 6 ſind Anträge auf Einrichtung, Ver
legung und Aufhebung von Anſchlüſſeng
auf Aenderung oder Erweiterung der techniſchen
Ein=
richtungen beſtehender Sprechſtellen, auf Aenderung der
Eintragungen im Teilnehmerverzeichniſſe ſchriftlich
und frankiert an die zuſtändige Verkehrsanſtalt zu
richten. Anträge auf Verlegung ſind ſo früh wie
möglich zu ſtellen, damit die Leitung und die ſonſtigen
Einrichtungen für den neuen Anſchluß rechtzeitig
her=
geſtellt werden können. Den Anträgen iſt die
Ge=
nehmigung des Hauseigentümers zur Aufſtellung von
Geſtängen uſw. auf dem Gebäude, in dem die
Sprech=
ſtelle eingerichtet werden ſoll, beizufügen. Formulare zu
ſolchen Genehmigungserklärungen werden auf Wunſch
von den Verkehrsanſtalten verabfolgt. Es iſt nicht
ge=
ſtattet, die Zimmerleitung der Fernſprechſtellen mit
Tapete uſw. zu überkleben. Sie darf auch nicht mit
Farbe überſtrichen werden, außer wenn ſie aus Kabel
mit Bleimantel hergeſtellt iſt. Zimmerleitung, die
über=
klebt oder entgegen dieſer Vorſchrift überſtrichen iſt,
wird auf Koſten des Teilnehmers gegen neue
aus=
gewechſelt. Die beabſichtigte Erneuerung der Tapeten
oder des Anſtrichs iſt der Vermittelungsanſtalt
min=
eſtens drei Tage vorher ſchriftlich bekannt zu
geben, damit die Zimmerleitung zu dem gewünſchten
Zeitpunkte gegen Erſtattung der Selbſtkoſten
abge=
nommen und wieder angebracht werden kann. Anträgen
uf verdeckte Führung der Zimmerleitung kann Folge
gegeben werden, wenn die Teilnehmer geeignete
Iſolier=
rohre auf ihre Koſten anbringen laſſen. Damit die
Zimmerleitung in den Rohren zugängig bleibt oder
ausgewechſelt werden kann, müſſen die Rohre in anges
meſſenen Abſtänden, am beſten an den Ecken und
Wickeln, mit herausnehmbaren Einſatzſtücken verſehen
ſein. Ferner wird darauf hingewieſen, daß die
Ueber=
tragung eines Fernſprechanſchluſſes auf eine andere
Perſon (den Geſchäftsnachfolger uſw.) ohne Genehmigung
der Telegraphenverwaltung unſtatthaft iſt. Der erſtel
Inhaber des Anſchluſſes iſt ſo lange für die Zahlung
der Gebühren haftbar, als eine rechtsgültige
Ueber=
tragung auf eine andere Perſon noch nicht erfolgt iſt.
* Neuſprachliche Vorträge. In dem letzten der
neu=
prachlichen Vorträge ſprach Herr Arnal über
Alfred de Vigny, und zwar bot er in treffenden Zügen
ein Bild der geiſtigen Entwickelung des Dichters, der nach
großer Beliebtheit faſt der Vergeſſenheit anheimfiel, und
der heute wieder zu hohem Anſehen gelangt iſt. Gründg
ür ſeine weltſchmerzliche Auffaſſung ſind die ärmliche Lage
des überzeugten Ariſtokraten, die Enttäuſchung ſeiner
mi=
litäriſchen Laufbahn, die Vergänglichkeit ſeines literari“
ſchen Ruhmes und die ungünſtigen
Geſundheitsverhält=
niſſe in ſeiner Familie. Troſt findet er weder in der Liebe,
noch in der Natur, die er haßt, weil ſie gegen alles
Menſch=
liche gleichgültig iſt, noch in der Religion. Den einzigen
Halt bietet das Pflichtbewußtſein, die Ehre. Dabei iſt
Vigny durchaus nicht verbittert, ſondern voll Mitleids
gegen die anderen; er wird bezeichnet als „le héros de
a pitié‟ — Der Vortrag fand lebhaften Anklang.
* Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft. Der im
Feſtſaal der Turngemeinde am Mittwoch abgehaltene
Hugo Wolf=Goethe=Abend hatte ſich
verhält=
nismäßig zahlreichen Beſuches zu erfreuen und brachte den
Mitwirkenden, der Königl. Sängerin Lilly Hafgren=
Waag aus Berlin und Auguſt Globerger von der
ofoper einen ſchönen Erfolg, an dem auch die am
Klavier tätigen Herren Lill Erik Hafgren und
Sautier teilhaben. Das Konzert brachte folgende Lie
dergeſänge: Herr Globerger ſang Ganymed, Erſchaffen
und Beleben, Trunken müſſen wir alle ſein, Solang man
nüchtern iſt, Der Rattenfänger, Dies zu deuten bin
er=
ötig! Gleich und gleich, Beherzigung, Der neue Amadis
und Komm, Liebchen, komm! War auch feſtzuſtellen, daß
em Künſtler die Kompoſitionen Hugo Wolfs nicht
ſon=
derlich liegen, daß er namentlich den Gefühlsgehalt der
Kompoſitionen im Geſange nicht voll erſchöpfte, ſo gab er
doch ſchöne Proben ſeines geſanglichen Könnens und das
Publikum ſpendete ihm rauſchenden Beifall. Größer noch
war der Erfolg der Frau Hafgren=Waag. Sie ſang=
Cophtiſches Lied II, Frühling übers Jahr, St. Nepomuks
Vorabend, Die Bekehrte, Anakreons Grab, Blumengruß,
Frech und froh I und II und mußte auf ſtürmiſches
Ver=
angen noch eine Zugabe geben. Die gefeierte Künſtlerin
war vorzüglich disponiert. Sie gab im Vortrag wohl
Die „Venus mit dem Spiegel‟
des Velasquez.
** Duech die Untat einer modernen Bilderſtürmerin.
durch die barbariſche Zerſtörungswut eines wahnſinnigen
Weibes iſt ein Meiſterwerk der Malerei beſchädigt
wor=
den, einzigartig und unerſetzlich als die Schöpfung eines
der größten Genien der modernen Kunſt, ebenſo wie
Rem=
brandts „Nachtwache” an der ſich vor einiger Zeit ein
Frevler vergriff, und wie Lionardos Mona Liſa, die lange
Zeit in dem Koffer eines Diebes lag. Beſitzt auch die
Venus des ſpaniſchen „Großmeiſters der Malerei” nicht die
zauberhafte Anmut jenes berühmteſten Frauenbildes der
Renaiſſance, hat ſie auch nicht die geheimnisvolle Magie
des vom Hauch der Ewigkeit umhüllten Schützenzuges, ſo
iſt doch dieſer einzige Frauenalt, den der Spanier
ge=
ſchaffen, ein Werk, das nicht ſeinesgleichen findet, ſelbſt
nicht im Oeuvre des Meiſters. In der Darſtellung dieſes
überſchlanken geſchmeidigen Körpers, von deſſen
Linien=
rhythmik ein unbeſchreiblicher Wohllaut ausgeht, ſcheiden
ſich die Geiſter, die Zeiten und die Stile. Wohl denkt man
bei dem Motiv des ſpiegelhaltenden Cupido, dieſer läſſig
gelagerten Frau, deren Züge im Spiegelglas auftauchen,
an die venezianiſche Renaiſſancekunſt, an Giorgione und
Tizian; aber die Art der Wiedergabe hat nichts mehr
ge=
mein mit dieſen Hymnen der ſchönen Fleiſchlichkeit. Nicht
äußere Pracht und äußerer Glanz des Leibes formen
die=
ſen Körper zum Kunſtwerk, ſondern Seele und Raſſe liegen
in ihm von der pikanten Halslinie bis zur Fußſpitze
Die Venus des Velasquez iſt der erſte moderne
Akt, die erſte Geſtaltung eines Frauenkörpers, der ganz
Nerven und ganz Temperament iſt, und von ihm führt die
Linie über Fragonard und Coya zu den Impreſſioniſten,
zu Manets „Olympia‟. Ein Vecmächtnis an die Zukunft,
uns doppelt teuer, weil) der große Spanier es nur einmal
erſuchte und ſogleich wunderbar löſte, iſt dieſes Bild,
fern von aller Mythologie und Allegorie mit jener
uner=
bittlichen Wahrhaftigkeit und Schärfe grſehen, die
Velas=
quez eigen war. Keine Göttin, ſondern ein einfaches
junges Mädchen aus dem Volke; ohne jubelnden
Farben=
glanz, aber unendlich modern und pikant in dem
hinreißen=
den Schwung der Linienführung, in dem Kontraſt des
ſchwarzen Tuches und des Purpurvorhanges zu der leuchtend
weißen Geſtalt. Lange hat dieſes Bild das ſo vereinzelt
ſteht unter den Werken des Spaniers ein verborgenes und
wenig gekanntes Daſein geführt. Zuerſt wird es 1686
im Schloßinventar unter dem Titel „Pſyche und Cupido”
erwähnt. Dann war es nach dem Brande des Madrider
Schloſſes von 1734 lange Zeit verſchwunden; erſt um die
Mitte des 18. Jahrhunderts tauchte es wieder im Palaſt
Alba auf. Von dort kam es in die berühmte
Gemälde=
galerie, die ſich der Günſtling König Karls IV. Godoy
anlegte. Als dann die Sammlung dieſes ſpaniſchen
Staatsmannes nach ſeinem Sturz verſteigert wurde
er=
warb das Bild ein Engländer namens Wallis im Jahre
1808. Und von dieſem ging es in den Beſitz eines Mr
Morritt über, der es für 10000 Mark auf den Rat des
be=
kannten Porträtiſten Sir Thomas Lawrence kaufte. In
der Familie Morritts iſt es dann lange geblieben, und
weil es zu Rokeby in Yorkſhire bewahrt wurde, führte es
den Namen „Rokeby=Venus”. Als dann vor 4 Jahren
die Gefahr drohte, daß dieſes Meiſterwerk nach Amerika
verkauft werden könnte, wurde durch eine hochherzige
pa=
triotiſche Sammlung, an der ſich weite Kreiſe Englands
mit leidenſchaftlicher Begeiſterung beteiligten, der
Kauf=
preis von faſt einer Million Mark aufgebracht und ſeitdem
prangte das Bild an einem Ehrenplatz der Londoner
Nationalgalerie. Hoffentlich wird es aus der Reſtauratior
nach dieſem nichtswürdigen Attentat ohne allzu große
Schäden bervorgehen.
Feuilleton.
* Ein diluvialer Menſchenfund in Deutſch=Oſtafrika,
Dr. Hans Reck, Aſſiſtent am geologiſch=paläontologiſchen
Inſtitut der Univerſität Berlin, teilt im Berl.
Lokal=
nzeiger mit: Ein aufſehenerregender Fund beſchloß die
Oldoway=Ausgrabungen des Berliner geologiſch=
paläon=
tologiſchen Inſtituts der Univerſität im nördlichen Deutſch=
Oſtafrika, um deſſentwillen der Abbruch der Grabungen
loch um einen ganzen Monat hinausgeſchoben worden
war. Ein Menſchenfund, ein foſſiles Menſchenſkelett, kam
eines Tages in einem der Schürfgräben am Hange der
Oldoway=Schlucht zum Vorſchein. Ein Skelett in
pracht=
voller Erhaltung und in einer Vollſtändigkeit, die es zu
einer der größten paläontologiſchen Seltenheiten auf
die=
ſem Gebiete ſtempelt Nicht nur der gänzlich erhaltens
Schädel mit ſeinem prächtig konſervierten Gebiß konnte
da aus dem feſten Tuffgeſtein des Bodens herausgearbeitet
werden, ſondern auch das vollſtändige Körpergerüſt,
Bruſt=
korb, Schulter, Becken, Extremitäten. Erſtaunlicherweiſe
zeigt dieſes erſte aus ganz Afrika bekannt werdende foſſile
Menſchenſkelett recht wenig primitive Merkmale, trotzdem
es ſeiner geologiſchen Lagerung und ſeiner Vergeſellſchafs
tung mit anderen Tieren wegen als überaus alt angeſehen
werden muß. Es hat alſo ſchon ſeit vielen
Jahrzehn=
tauſenden, ja wohl Jahrhunderttauſenden eine
hochent=
wickelte Menſchenraſſe den alten afrikaniſchen Kontinent
be=
wohnt. Das Skelett dürfte diluvialen Alters ſein. Eine
genaue Altersbeſtimmung wird ſich jedoch erſt nach
Be=
arbeitung des umfangreichen foſſilen Materials
durch=
führen laſſen, mit dem das Menſchenſkelett vergeſellſchaftet
vorkam. Jener diluviale Menſch lebte zuſammen mit
rieſigen Elefanten, mit Nashörnern, Nilpferden, Affen
und ſonſtigen Tieren, die ein feuchteres Klima
voraus=
ſetzen, und die eine Waldfauna darſtellen, während heute
ſtag keine volle Erſchöpfung des Liedgehalts, aber ihre
harragende geſangliche Leiſtung entſchädigte dafür voll=
Eine prachtvolle Blumenſpende wurde zum greif=
Anen Ausdruck des lebhaften Beifalls, den man der
Müriſtlerin zollte. Die Herren am Flügel waren ihrer
Au gabe vollauf gewachſen.
* Odenwälder Kerb. Es iſt die Einrichtung getroffen
ſrerden, daß die Garderobenummern beim Ver=
Vorsbureau erhältlich ſind. Wegen des am
Sams=
lg abend zu erwartenden Andranges empfiehlt es ſich,
Nummern hier in Empfang zu nehmen.
— Die Fortſchrittliche Volkspartei veranſtaltet im
ſurſchluß an ihre Wintertätigkeit nächſten Sonntag,
nach=
lchir tags 4½ Uhr, in Griesheim im Saale des Herrn
aus eine Mitgliederverſammlung, wozu ſie
l=Freunde und Mitglieder von hier und Umgebung ein=
At. Die Herren Landtagsabgeordneter Henrich, Rechts=
Inwalt Carnier und Parteiſekretär Kuhlmann
wer=
n- über die Tätigkeit der Fortſchrittlichen Volkspartei und
ee Organiſation und Weiterarbeit referieren. An den
WVartrag ſchließt ſich eine Diskuſſion an.
Weſtdeutſcher Güterbeamten=Verband (
Bezirks=
enein für das Großherzogtum Heſſen). Am 15. März
nDet im Rummelbräu, nachmittags 3½ Uhr, eine
Ver=
ammlung ſtatt. Auf der Tagesordnung ſteht unter
Wr nkt 2 ein Vortrag des Herrn Oekonomierat
Haug=
harmſtadt, der allſeitig von Intereſſe ſein dürfte, und
Abarden deshalb ſämtliche Mitglieder des W. G. V., ſowie
ilie Kollegen aus der Umgebung Darmſtadts gebeten,
ollzählig zu erſcheinen. (S. Anz.)
* Verein der ehemaligen Heſſ. Ludwigs=Eiſenb.=Be=
Umten in Mainz. Der Verein der ehemaligen Heſſiſchen
Undwigs=Eiſenbahn=Beamten und Penſionäre hält am
5 März, nachmittags 3 Uhr, im großen Saale des „
Wei=
liert Bierhauſes” zu Mainz, Roſengaſſe 17, ſeine dies=
I natliche Mitgliederverſammlung ab, worauf
le Ludwigsbahner hiermit aufmerkſam gemacht werden.
— Vom Krankenhaus und Pfründnerhaus. Die Zahl
e im Städtiſchen Krankenhaus im Monat Februar
iſſes Jahres Verpflegten betrug 795 mit zuſammen 11 170
Ferpflegungstagen gegen 763 Kranke mit zuſammen 11145
erpflegungstagen im Vormonate. Unter den Kranken
enanden ſich 433 Männer, 362 Frauen, einſchließlich
Kin=
ier. — Im Städtiſchen Pfründnerhaus betrug Ende
Fe=
ſrtar die Zahl der Inſaſſen 26 Männer, 43 Frauen und
1 Kinder. Es waren im ganzen 12 Zugänge und 12
Ab=
ſſänge (einſchließlich der Kinderſtation) zu verzeichnen. —
Im Städtiſchen Armenhaus fanden 16 Aufnahmen
ſind 24 Entlaſſungen ſtatt. Der Beſtand betrug Ende des
Monats 26 Männer, 11 Frauen und 10 Kinder.
** Geſtohlene Sachen. In der
Unterſuchungs=
iche gegen einen Gehilfen der Eiſenbahnſtation
Roſen=
erm wegen Diebſtahls wurden bei einer in deſſen
Woh=
ung vorgenommenen Hausſuchung mehrere hundert
Jeegenſtände beſchlagnahmt, die er meiſt aus
Eilgut=
teer Poſtſendungen entwendet hat, die in den letzten bei=
Ien Jahren über Roſenheim geleitet wurden. Es handelt
ico meiſtens um Reiſegepäck, das in Roſenheim nach den
Ruchtungen München-Salzburg, Kufſtein, Mühldorf
um=
gſchlagen und welches entweder ganz entwendet oder zum
Teil beraubt wurde. Die beſchlagnahmten Gegenſtände
biſtehen in der Hauptſache aus: 1 goldenen Broſche mit
dier Amethiſten und zwei Topaſen, 1 geldenen Broſche
nt zwei Brillanten und ſechs Perlen, 1 Brillantbroſche mit
1 kleinen Brillanten, 1 goldenen Armbanduhr, 2
Wecker=
uhrren für die Reiſe, 1 Hörapparat, Silberbeſtecken in Etuis,
SStativ zu einem photographiſchen Apparat, 2
Muſter=
idermappen, 1 Muſter Herren= und Damen=Leibwäſche
ind Taſchentücher, gezeichnet L. W., J. A. 3 F. V., G. B.,
. E. uſw., einer großen Anzahl Damenröcken, Damenbluſen
n Seide und Halbſeide, 2 weißen Friſierjacken mit
Stik=
ſerei, Damenmorgenjacken, 29 verſchiedenen neuen
Krawat=
en, Schleiern, Dauerwäſche und Leinenmanſchetten,
Ho=
ſenträgern, Wandziertellern, Zinkbechern mit Stadt
Salz=
br rg. Zinkbechern mit Bratwurſtglöcklein Nürnberg, 1 Bild
mit den Worten „Darf ich bitten” auf Meſſingſchild, 1 Bild
mit Worten „Im tiefen Keller ſitz’ ich hier,
Viſitenkarten=
taſſchen, 1 franz. und 1 italien. Wörterbuch, ſonſtigen
Bü=
ſchern, Bürſten, Tranſchiermeſſern, Tragriemen, Spiritus=
Bügeleiſen, 1 blauen Herren=Lüſter=Joppe, 1
Gummiman=
tel= und vielem anderen. Da Anhaltspunkte vorhanden
ſind, daß eine Anzahl der geſtohlenen Gegenſtände in
hieſi=
gur Gegend anſäſſigen Eigentümern gehören, ſo erſcheint
les angezeigt, daß etwaige Eigentümer der vorgefundenen
Eachen alsbald der hieſigen Kriminalpolizei unter
mög=
lichſt genauer Beſchreibung ihres vermißten Eigentums
Mitteilung machen.
* Zuſammenſtoß. In der Heidelberger Straße,
zu=
nächſt der Sandbergſtraße, iſt am Mittwoch nachmittag kurz
nach 1 Uhr ein Motorwagen der elektriſchen
Etraßenbahn mit einer Droſchke
zuſammen=
geeſtoßen. Die Vorderräder der Droſchke wurden
hier=
bei vollſtändig demoliert, während der Kutſcher vom Bocke
geſchleudert und verletzt worden iſt. Der Motorwagen
der elektriſchen Straßenbahn wurde nur leicht beſchädigt.
* Illuſtrierte Wochen=Chronik. Die
Selbſtändigkeits=
gelüſte der Epiroten dürften dem Fürſten von Albanien
noch ſehr viel zu ſchaffen machen. Die neue Nummer 11
lumſerer Tiefdruckbeilage „Illuſtrierte
Wochen=Chronik” bringt einige intereſſante
Auf=
nahmen aus dem Epirus, ſo Mannſchaften der „Heiligen
Bataillone”, die ſich in der Hauptſache aus griechiſchen
Soldaten zuſammenſetzen und ſogar noch griechiſche
Uni=
formen tragen, und ihren Führer Spiros Spiromilio. —
In ein neu entdecktes Goldland führt uns ein anderer
Artikel des neuen Heftes, der mit Bildern illuſtriert iſt,
die das Leben der vom Goldfieber Befallenen, abſeits
aller Kultur, anſchaulich ſchildern. Zum Tode des
Kar=
dinals Kopp bringt das Blatt die letzte Porträtaufnahme
des verſtorbenen Kirchenfürſten und das fürſtbiſchöfliche
Palais in Breslau. Von Bildern vom Tage ſeien
ge=
nannt der Engländer Porte, der den Flug über den
Atlantiſchen Ozean wagen will, der tödlich verunglückte
türkiſche Flieger Vethy Bey, der ſich wiederholt als
Flie=
ger im Balkankrieg auszeichnete, der bekannte Chirurg
Profeſſor Dr. Joachimsthal, der unter tragiſchen
Umſtän=
den ein Opfer ſeines Berufes wurde, und der engliſche
Generalpoſtmeiſter Hobhouſe, der in Berlin die deutſchen
poſtaliſchen Einrichtungen ſtudiert. Eine
Momentauf=
nahme zeigt eine Maſſenproteſtverſammlung im modernen
Japan anläßlich des durch die Verhaftung des Tokioer
Vertreters einer deutſchen Großfirma hervorgerufenen
japaniſchen Marine=Skandals. Neue Erfindungen auf
verſchiedenen Gebieten geben die Aufnahmen vom
Torpedo=
rad, von Apparaten zur Rettung auf hoher See und von
einer wichtigen militäriſchen Neuerung wieder, während
die Rubrik „Aus der Welt der Frau” diesmal neben
an=
deren, die Frauen intereſſierenden Bilder wieder mehrere
ſehr hübſche und eigenartige Modephotographien bringt.
Vereinigung früherer Leibgardiſten.
— Die Gründungsfeier des Großh. Heſſ.
Leib=
garde=Infanterie=Regiments Nr. 115, die Mittwoch abend
in dem kleinen, durch Kamerad Klier feſtlich geſchmückten
Saalbauſaale durch die Vereinigung früherer
Leibgardiſten von Darmſtadt und Umgegend zum
erſtenmal feierlich begangen wurde, geſtaltete ſich zu einer
von echt kameradſchaftlichem Geiſt und hoher
Vaterlands=
liebe getragenen Veranſtaltung. Außer zahlreichen
Mit=
gliedern war eine große Anzahl Gäſte erſchienen,
dar=
unter eine Abordnung des Regiments Nr. 115, beſtehend
aus Offizieren, Unteroffizieren und Gardiſten, an ihrer
Spitze als Vertreter des durch eine Dienſtreiſe
verhinder=
ten Regimentskommandeurs Herr Oberſtleutnant Dörr,
und viele Kriegsveteranen, Reſerveoffiziere und ehemalige
Regimentsangehörige, darunter auch die
Landtagsabge=
ordneten Dr. Oſann und Bähr. Nach einem
Eröff=
nungsmarſch hielt der 1. Vorſitzende der Vereinigung,
Ka=
merad Hauptmann d. R. Müller=Hickler, eine von
hoher Begeiſterung durchdrungene
Begrüßungs=
anſprache, in der er u. a. ausführte, daß durch die
Zu=
ſammenkunft ein von vielen Kameraden längſt gehegter
Wunſch in Erfüllung gehe. Sein Gruß und Willkommen
galt zunächſt den alten Herren und der Abordnung des
Re=
giments. Das Regiment iſt nicht nur das älteſte der
Armeen, es ſtehe auch obenan, wenn die ehrenvollſten
ge=
nannt werden. Aus der alten Trabantentruppe iſt ein
Glied des großen deutſchen Heeres geworden, doch iſt nach
mancher Wandlung der alte treue Geiſt und das hohe
Pflichtgefühl, das Landgraf Ludwig der Getreue in die
Herzen der Landsknechte pflanzte, geblieben. Redner
be=
rührte dann die ruhmreiche Regimentsgeſchichte und
for=
derte auf, auch fernerhin dem Regiment als treue Söhne
anzugehören. Sein mit großer Begeiſterung
aufgenomme=
nes dreifaches Hurra galt dem erhabenen Chef des
Regi=
ments, Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog.
Nach einem weiteren Muſikſtück und einem
gemein=
ſam geſungenen Lied hielt Kam. Groh eine beifällig
auf=
genommene Anſprache über Ziele und Zweck
der Vereinigung, wobei er hervorhob, daß es ein
erhebendes Bewußtſein ſei, ſich als Schöpfer eines
Wer=
kes zu fühlen, das ſchon in ſo kurzer Zeit alle
Erwartun=
gen übertreffe. Sein dreifaches Hoch galt allen Gäſten und
wurde in dasſelbe lebhaft eingeſtimmt. Oberſtleutnant
Dörr als Vertreter des aktiven Regiments gab im
Namen des verhinderten Regimentskommandeurs ſeiner
lebhaften Freude über die freundliche Einladung und die
erhabene Feier in beredten Worten Ausdruck, brachte der
jungen, hoffnungsvollen Vereinigung die beſten
Glück=
wünſche und führte aus, daß es ihm eine beſondere Ehre
ſei, heute der Feier anwohnen zu dürfen. Sein Hoch galt
dem weiteren Blühen und Gedeihen der Vereinigung.
Kam. Hauptmann Waldecker brachte Grüße und
Glück=
vünſche des Kriegervereins. Sein Hoch galt der echten
Soldatenkämeradſchaft. Der Vorſitzende dankte den
Vor=
rednern für ihre warmen Anerkennungsworte. — Kam.
Simon begrüßte die zahlreich erſchienenen Mitglieder
der Vereinigung, die ſich kürzlich in Arheilgen gegründet
hatte, und ſprach ihnen Dank aus. Kam. Ritzert
ge=
dachte in warmen Worten der anweſenden
Feldzugskame=
raden, die ſeinerzeit opfermutig ihr Leben für uns gewagt
und denen man nacheifern wolle. Auch ſein Hoch fand
reudigen Widerhall.
Das Programm bot vorzügliche und ſeltene Genüſſe
und ließ ſchnell eine frohe kameradſchaftliche Stimmung
entſtehen. Die Singmannſchaft der Turngemeinde
Darm=
ſtadt erfreute unter Leitung ihres Dirigenten, Kam.
Etzold, durch verſchiedene, exakt vorgetragene Chöre,
un=
ſer bekannter Lokaldichter, Kam. Robert Schneider,
u. a. durch einen ſpeziell der Vereinigung gewidmeten
Vortrag, Kam. Rud. Fay ergötzte die Verſammlung durch
hübſche Geſangsvorträge, ebenſo die Kam. Braun und
Wundenberg. Herr Hofrezitator Knispel brachte
verſchie=
dene Vorträge in Pfälzer Mundart prächtig zu Gehör,
und auch Kam. Konrad Wörner ließ es ſich nicht
neh=
men, durch ein hübſches Gedicht zur Unterhaltung
beizu=
tragen. In bunter Reihenfolge wechſelten Vorträge,
Chorlieder und Muſikſtücke ab, worauf der Vorſitzende
allen Mitwirkenden für ihre opferfreudige Mitarbeit an
dem wohlgelungenen Abend herzlichen Dank ausſprach.
An den Großherzog wurde folgendes Telegramm
geſandt: Euerer Königl. Hoheit ſendet die Vereinigung
früherer Leibgardiſten, verſammelt, um das Stiftungsfeſt
des Leibgarde=Regiments zu feiern, dreifaches Hoch und
geloben aufs neue unwandelbare Treue. — An den
Re=
gimentskommandeur, Oberſt v. Helldorf, ging folgendes
Telegramm ab: Die alten Leibgardiſten gedenken Euer
Hochwohlgeboren in Dankbarkeit für die erwieſene
Ehrung; ſie werden weiterhin treu zur Fahne halten. —
Die glanzvoll verlaufene Veranſtaltung, um deren
Ge=
lingen ſich beſonders Kam. Groh verdient machte, dürfte
es allen der Vereinigung noch fernſtehenden Kameraden
zur Pflicht machen, durch baldigen Anſchluß an die
Ver=
einigung ihre Anhänglichkeit an das Regiment zu
be=
weiſen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.”
C Ueber Kammerſänger Hermann Gura,
der am Mittwoch, den 18. d. M., im Saale des Hotels
„Zur Traube” einen einmaligen Balladenabend
veranſtal=
ten wird, liegt uns eine ganze Reihe der
ſchmeichelhafte=
ſten Kritiken aus allerjüngſter Zeit vor. Man vergleicht
ihn mit Wüllner, mit dem er wirklich viel Aehnlichkeit
hat bezüglich der ungewöhnlichen Kraft, aus jedem nur
möglichen Punkt des Liedes Bedeutungsvolles zu ſchaffen
und in ein kleines Drama zu verwandeln. Seine
Aus=
drucksfähigkeit iſt ſehr groß; er kann ungemein dramatiſch,
bezaubernd, pathetiſch und ſehr humoriſtiſch ſein. — Kraft,
weiſe mit Zartheit gepaart, ſind die Grundformen von
Herrn Guras Geſang! Loewe und Schubert werden
voll=
kommen wiedergegeben. Herr Gura iſt wefentlich ein
Ex=
ponent des Heroiſchen, nicht ausſchließlich wegen
ſtimm=
lichen Gründen, ſondern wegen eines ſtarken dramatiſchen
Temperamentes. Er mag nicht mit Unrecht als ein
Tra=
göde des Geſanges bezeichnet werden. — Nur in großen
Intervallen iſt das Publikum bevorzugt, einen Sänger mit
ſolch ungewöhnlicher Kraft und gründlicher Kenntnis zu
hören, wie ſie Herr Gura beſitzt. Den Kartenverkauf hat die
Firma Gg. Thies Nachf. (Leop. Schutter), hier,
über=
nommen.
„Parſifal” lautet das Thema, welches am
Sonntag, den 22. März, abends 8¼ Uhr, im Feſtſaal der
Turngemeinde der bekannte Wagnerforſcher und
Muſik=
ſchriftſteller Profeſſor Hemmes aus Mainz behandeln
wird. Der Vortrag wird ſich in zwei Teile gliedern:
1. Inhalt nebſt Muſikproben, 2. Deutung des Dramas.
Bei dem großen Intereſſe, das gerade jetzt allen mit
Richard Wagners weihevollem Muſikdrama Parſifal
zu=
ſammenhängenden Fragen entgegengebracht wird, iſt es
zu begrüßen, daß auch für Darmſtadt der überall mit
gro=
ßem Erfolge gehaltene Vortrag ermöglicht wurde. In
Berlin und Hannover wurde der Vortrag bei
ausverkauf=
tem Hauſe zweimal wiederholt.
— Eberſtadt, 12. März. (Unglücksfall.) Beim
Bau der Wagenhalle in Eberſtadt waren noch die letzten
kleinen Arbeiten zur Ausrichtung der eiſernen
Dachbinder=
konſtruktion vorzunehmen, wobei ſich ein Unglücksfall
er=
eignete. Ein Schloſſer fiel von einer Leiter aus 5 Meter
Höhe auf eine kleine Backſteinmauer und zog ſich ſchwere
Verletzungen zu.
— Pfungſtadt, 12. März. (Direkte Züge Pfung.
ſtadt-Darmſtadt.) Den ſchon oft geäußerten
Wün=
ſchen wegen Einlegung direkter
Perſonen=
züge zwiſchen Pfungſtadt und
Darmſtadt=
hat die Eiſenbahnbehörde endlich entſprochen. Herr Bür,
germeiſter Lang machte dem Stadtkollegium in deſſen
letzter Sitzung von dem Entgegenkommen der
Bahnver=
waltung Mitteilung. Vorerſt werden die Züge zwiſchen
zier und Darmſtadt direkt verkehren, die vornehmlich von
den Arbeitern benutzt werden. Es ſind im ganzen zwei
Züge, mit denen man vom 1. Mai 1914 ab von hier nach
Darmſtadt fahren kann, ohne in Eberſtadt umſteigen zu
müſſen, und ein Zug, der in umgekehrter Richtung den
Verkehr vermittelt. Ein beſſerer Perſonenverkehr mit der
Reſidenz wird auch in Kürze durch Fortführung der
elek=
triſchen Bahn von Eberſtadt nach Pfungſtadt bewerkſtelligt
verden. Die Vorberatungen zwiſchen der Heag und der
hieſigen Stadtverwaltung ſind ſoweit gediehen, daß der
diesbezügliche Vertrag demnächſt abgeſchloſſen werden ſoll.
sd. Bürſtadt, 12. Mäcz. (Feſtgenommener
Re=
volverheld.) Der Taglöhner Frz. Held von hier,
iher Grab in einer der troſtloſeſten, menſchenleeren
Trocken=
ſteppen liegt, die Afrika kennt. Ein ganz weſentlicher
Wechſel des Klimas hat alſo ſtattgefunden ſeit dem Tode
jenes Menſchen, und gibt auch einen neuen Fingerzeig für
die Tatſache, daß jene ferne diluviale Zeit, die bei uns
die Gletſcher aus dem kalten Norden wiederholt bis weit
ins Herz Deutſchlands hineinſtrömen ließ, in Afrika ſich als
eine naſſe Regenperiode charakteriſierte. Neue Probleme
bringt dieſer Fund für die Wiſſenſchaft, neue Streiflichter
wirft er wieder zurück in eine Zeit, die der Wiege der
Nenſchheit noch ſo viel näher ſtand, in eine Zeit
der Entwicklung des Menſchengeſchlechts, deren tiefes
Deunkel ſich erſt allmählich durch recht wenige vereinzelte
Lichtpunkte zu echellen beginnt.
B.B. Gewaltige Herings= und Sprottenfänge ſind
während der letzten Wochen in der Elbmündung gemacht
worden. Nachdem ſeit dem Jahre 1905 hier die
Herings=
umd Sprottenſchwärme ferngeblieben waren, haben ſie ſich
jetzt plötzlich derart umfangreich eingeſtellt daß die
Heringsfiſcher die Fänge kaum bewältigen können. Der
Geſamtertrag beläuft ſich nach dem Ergebnis der Auktionen
bisher auf 1½ Millionen Pfund, vor etwa 8 Tagen
brach=
ten 19 Fiſcherkutter nicht weniger wie 300000 Pfund der
delikaten Fiſche heim. Trotz dieſer reichen Fänge werden
weder die Sprotten noch der „Schuſterlachs” billiger
wer=
den. Den Hauptvorteil aus dem Herings= und
Sprotten=
ſegen ziehen auch nicht die Fiſcher, ſondern die
Groß=
händler.
— Die Inſpiration im Bade. Archimedes hatte ſeine
genialſten Einfälle bekanntlich in der Zeit, während ec
badete. Aber er ſteht damit nicht allein da, es ſcheint, daß
auch viele andere Sterbliche in der Badewanne am leich=
teſten Grund zu einem frohen „Heureka!” finden. Die
Daily Mail hat über dieſe wichtige Frage eine kleine
Enquete veranſtaltet. Einer der bekannteſten Londoner
Börſianer der vor kurzem einen ausgezeichneten
Börſen=
coup ausführte, beichtete, daß ihm die Idee zu dieſem
Ge=
ſchäft im Bade gekommen ſei, und daß er überhaupt ſeinem
täglichen Morgenbade ſeine beſten Inſpirationen ſchulde.
Ein anderer Glücklicher, der ſich durch ſeine kleinen
Ge=
dichte in England einen großen Namen gemacht hat, ſchloß
ich dieſer Erklärung an und berichtete, daß er ſeine beſten
Romanzen in der Badewanne geſchrieben habe. Der
Schauſpieler Arthur Bourchier hat ſeine beſten mimiſchen
Einfälle ebenfalls im Bade. Nur der Romandichter
Char=
les Garcia muß geſtehen, daß er im Bade nicht arbeitet,
ſondern genießt, er fühlt ſich in der Badewanne immer
ſehr muſikaliſch geſtimmt, während ihm ſeine beſten
dich=
teriſchen Einfälle kommen, wenn er ſich raſiert. Hoffentlich
raſiert er ſich recht häufig
** Der einflußreiche Herr Abgeordnete. Eine luſtige
Geſchichte von einem bekannten ſehr ehrgeizigen
Abgeord=
neten der franzöſiſchen Kammer, der im Nebenberufe auch
Rechtsanwalt iſt, erzählt ein Pariſer Blatt. Der
verhält=
nismäßig noch junge Herr Parlamentarier, der gewiß
allnächtlich von Miniſterwürden träumt, befand ſich dieſer
Tage eines Morgens in ſeinem Arbeitskabinett, als die
Wohnungsklingel anſchlug. „Am Ende iſt es ein Kunde
oder ein einſlußreicher Wähler,” dachte der junge Politiker,
„man muß dem Menſchen imponieren.” Und während
das Dienſtmädchen den Beſucher meldete, griff der
Abge=
ordnete ſchleunigſt zum Telephonhörer und legte ſein
Ge=
ſicht in ernſte Falten, Als der Beſucher eintrat, hörte er
den Herrn Abgeordneten telephonieren. „Ja, mein lieber
Herc Miniſter, ich will mich ja gern mit der Sache
beſchäf=
tigen, will Sie auch unterſtützen. Aber ich habe zurzeit ſo
viele wichtige Akten zu prüfen; im Augenblicke erſt
tele=
phonierte mich der Herr Graf von T. an und bat, ich möge
mich ſeiner Sache annehmen; aber ich mußte ablehnen,
ſo leid es mir tat. Trotzdem mein lieber Here Miniſter,
will ich ſehen, was ich für Sie tun kann. Wie?
Gewiß, gewiß, mein lieber Herr Miniſter, auf
Wieder=
ſehen!‟ Der Herr Abgeordnete hängt den Hörer wieder
an und wendet ſich dem Beſucher zu. Der aber ſpricht:
„Verzeihung, Herr Abgeordneter, ich bin
Telephoninſpek=
tor. Sie teilten mir geſtern mit, Ihr Apparat funktioniere
nicht — nun, ich ſehe, er funktioniert vortrefflich, empfehle
mich”. Sprachs und verſchwand.
* Die „Iſchka‟. Eine Internationale Schönheits=
Konkurrenz in Wiesbaden. Preisgekrönte Schönheiten
wird nächſtens auch Wiesbaden haben. Man hat dafür
das ſchöne Wort Iſchka geprägt. Die Direktion des Thalia=
Theaters will ſie in der zweiten Hälfte des Mai
veranſtal=
ten. Allen in Wiesbaden verſammelten ſchönen
Evas=
töchtern aus aller Welt möchte die Direktion des Thalia=
Theaters Gelegenheit zu einem Triumphzug weiblicher
Schönheit geben. Als Hauptpreiſe werden 300 Mark,
200 Mark und 100 Mark ausgegeben oder aber — je nach
Wunſch der preisgekrönten Dame — drei
Schmuckgegen=
ſtände in dieſem Wert. Das „offizielle Ausſchreiben” zur
„Iſchka” erfolgt am Anfang Mai. Die preisgekrönten
Schönen ſollen, nachdem das Preisrichterkollegium des
T.=T. die Schönheitsrevue abgenommen haben wird, im
Film dem Publikum gezeigt werden.
der vorgeſtern das Revolverattentat verübt hat und
flüch=
tig ging, konnte heute morgen von der Gendarmerie in
Lampertheim feſtgenommen werden. Ec wurde ins
Amtsgerichtsgefängnis nach Lorſch verbracht.
— Urberach, 12. März. (Geſangswettſtreit.)
Am Sonntag, den 15. d. M., nachmittags 1 Uhr, findet im
Saale zur Krone der Delegiertentag anläßlich des
durch den Geſangverein „Edelweiß” am 14. Juni d. J.
zu veranſtaltenden Geſangswettſtreites ſtatt. Durch
hochher=
zige Stifter und Gönner iſt der Verein in der Lage, außer
zirka 3000 Mark Geld= und Ehrenpreiſen noch in jeder
Klaſſe einen höchſten Ehrenpreis bereitzuſtellen. Wegen
den erforderlich werdenden Sonderzügen ſind entſprechende
Vorberatungen mit der Eiſenbahndirektion im Gange.
Rimbach, 12. März. (Todesfall.) Medizinalrat
Dr. Winter iſt, 88 Jahre alt, Dienstag verſchieden. Der
Verſtorbene hat ein ganzes Menſchenalter im Weſchnitztal
und in den umliegenden Gebirgsdörfern mit großem
Ge=
ſchick und großer Gewiſſenhaftigkeit ſeine Praxis ausgeübt.
* Michelſtadt, 12. März. (Geſangswettſtreit.)
Die Vorbereitungsarbeiten für das am 27., 28. und 29.
Juni hier ſtattfindende große II. Wertungsſingen des
jungen, herrlich aufblühenden Odenwald=
Sänger=
bundes ſind voll im Gange. Der Delegiertentag bewies,
daß man dem reformatoriſchen Programm des Bundes
aus allen Teilen der Provinz Starkenburg wärmſtes
In=
tereſſe entgegenbringt. Bis jetzt ſind 64 Vereine mit weit
über 2000 Sängern zuſammengeſchloſſen, die Bergſtraße
rüſtet ſich zum Beitritt, das Weſchnitztal kommt bis zum
Herbſt mit über 1000 ſangeskundigen Kehlen als
gern=
geſehener Bundesgenoſſe hinzu, die „Flut des Mains”
rückt an und die rotgeſchürzte Welle des Neckars wird wohl
im Reigen nicht lange fehlen wollen. Der große, erhabene
Gedanke des Zuſammenſchluſſes zu einem mächtigen,
achtunggebietenden Ganzen ſieht ſeiner Verwirklichung
ent=
gegen. Einen erhöhten Reiz verleiht dem Feſt noch die
Tatſache, daß mit ihm die Feier des 70jährigen Beſtehens
des Geſangvereins „Liederkranz” hier verbunden iſt.
Ver=
ſchiedene, außerhalb des Bundes ſtehende Vereine haben
ihr Erſcheinen hierzu bereits zugeſagt und ſind mit
Dar=
bietungen bei der am Samstag, den 27. Juni, zu
Pro=
gramm ſtehenden Feier vertreten.
Neu=Iſenburg, 12. März. (Der Generalpardon)
hat auch für unſere Stadt, deren Einwohnerſchaft nach
all=
gemeiner Annahme eigentlich nicht ſo ſehr mit
Glücks=
gütern geſegnet iſt, eine nicht unbedeutende
Höherein=
ſchätzung zur Steuerveranlagung gebracht. Insgeſamt
dürfte es wohl eine Million Mark mehr als im
Vorjahr zur Steuer herangezogen wurde, ſein. Das
ge=
ſamte zur Verſteuerung gelangende Vermögen beträgt
über 23 Millionen Mark.
Mainz, 12. März. (Statiſtiſches aus Mainz.)
In der Stadt Mainz wurden im Monat Februar zuſammen
18 bebaute und 22 unbebaute Grundſtücke veräußert. Es
wechſelten ihren Beſitzer 15 bebaute und 22 unbebaute
Grundſtücke durch Verkauf oder freiwillige Verſteigerung,
1 bebautes durch Erbgang und 2 bebaute durch
Zwangs=
verſteigerung. Der Geſamtumſatz in der Stadt Mainz
belief ſich auf 513 113 Mark bei den bebauten und
206990 Mark bei den unbebauten Grundſtücken, gegen
273 300 Mark bei den bebauten und 84545 Mark bei den
unbebauten Grundſtücken im Monat Januar. Die
Ein=
wohnerzahl der Stadt Mainz betrug Ende Februar
122004 Perſonen. Gebocen wurden im Februar
221 Perſonen. Es ſtarben 180 Perſonen. Nach den
polizeilichen Meldungen zogen im Monat Februar
ins=
geſamt 1008 Perſonen zu. Als weggezogen wurden
ins=
geſamt 968 Perſonen gemeldet.
Oppenheim, 12. März. (Steuererhöhung.) Eine
Erhöhung der Umlagen um 10 Prozent muß in dieſem
Jahre erfolgen, wie in der heutigen Sitzung des
Gemeinde=
rats Bürgermeiſter Schmidt mitteilte. Der Grund liegt
darin, daß ohne nennenswerten Kaſſenvorrat in den neuen
Voranſchlag für 1914 eingetreten wird, während es 1913
12813,95 Mark waren und außerdem die erhöhten
Beſol=
dungen und der erhöhte Beitrag zur Kreiskaſſe erhöhte
Aufwendungen erfordern. — (Ein Dauerrudern im
Altrhein) will der Mittelrheiniſche Ruderverband mit
dem Ziel Opyenheim alljährlich abhalten. Zu dieſen
Re=
gatten beſchloß der Gemeinderat dem hieſigen Ruderklub
einen Wanderpreis zu bewilligen.
Bingen, 12. März. (Warenhausdiebſtähle.)
Durch eine Anzeige iſt die hieſige Polizeiverwaltung einer
fortgeſetzten Reihe von Diebſtählen, wie ſie ſchon ſeit
meh=
reren Jahren ausgeführt wurden, auf die Spur gekommen.
Es handelt ſich hierbei um Diebſtähle in hieſigen
Waren=
häuſern. Von der Polizei wurden bereits zwei
Verhaf=
tungen vorgenommen, doch iſt die Unterſuchung bis jetzt
noch nicht abgeſchloſſen. Der eine Verhaftete iſt ein
Haus=
burſche. — (Unſchuldig im Verdacht.) Als im
nahen Kempten ein Wanderburſche in das Haus des
Feld=
ſchützen Klein kam, ſah er die Frau des Schützen mit einer
großen Stirnwunde tot am Boden liegen. Auf ſein
Ge=
ſchrei kamen ſofort die Nachbarn herbeigelaufen, die den
Burſchen in der Annahme, daß er die Frau überfallen
habe, feſthielten. Der ſofort herbeigerufene Arzt und die
Gerichtskommiſſion ſtellten jedoch die Unſchuld des
Wan=
derers feſt. Die Frau iſt einem Schlaganfall zum Opfer
gefallen. Im Fall hat ſie ſich die Verletzung zugezogen.
(*) Bad=Nauheim, 11. März. (Eine neue
Trink=
quelle) wurde am Karlsbrunnen erbohrt. Das Waſſer
iſt von vorzüglicher Güte. Mit Beginn der Saiſon wird
die Quelle gefaßt ſein.
Büdingen, 12. März. (Blutvergiftung durch
Düngerſtaub.) In einem Dorf bei Büdingen war
ein Landwirt, der an ſtarkem Schnupfen litt, in dieſem
Er=
kältungszuſtand mit dem Ausſtreuen von künſtlichem
Dün=
ger auf ſeinem Acker beſchäftigt. Dabei flog ihm der
Dün=
gerſtaub auf die entzündeten Schleimhäute der Naſe und
es trat Blutvergiftung ein, an der der Mann, der Vater
von ſechs Kindern war, geſtorben iſt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 11. März. Die ſeit einem
Jahrzehnt erſtrebte Un tertunnelung der Straße
Unter den Linden zwiſchen Opernhaus und
Univer=
ſität iſt nun endlich ihrer Verwirklichung nahe gerückt.
Stadtverwaltung und Straßenbahngeſellſchaft hatten ſich,
nachdem die Frage des Opernhaus=Neubaues enſchieden
war, auf ein Projekt geeinigt, welches Miniſter v.
Breiten=
bach in voriger Woche dem Kaiſer zur Genehmigung
unter=
breitet hat. Dieſem Projekt hat der Kaiſer ſeine
Zuſtim=
mung erteilt. — Am nächſten Sonntag mittag findet eine
Art Generalprobe für die Einweihung des neuen Kgl.
Bibliothekgebäudes ſtatt. Es handelt ſich
haupt=
ſächlich darum, die akuſtiſchen Verhältniſſe zu prüfen, die
bei einer Beſichtigung am vorigen Sonntag nicht den
Bei=
fall des Kaiſers gefunden hatten. Zu dieſem Zweck wird
der große Saal, wo der Feſtakt ſtattfinden ſoll, bei der
Probe mit Soldaten völlig beſetzt werden, um dieſelben
Verhältniſſe herzuſtellen, wie bei der Feier ſelbſt, die
m 22. März, dem Geburtstage Kaiſer Wilhelms I.,
vor ſich gehen wird. — Nicht nur am Denkmal Kaiſer
Friedrichs am Luiſenplatz, ſondern auch an zahlreichen
Häuſern Charlottenbu rgs und anderen
Vor=
orten, ſind in der Nacht zum Mittwoch die Worte „Rote
Woche” aufgemalt worden. Auch in Berlin wurde, wie
der Lokalanzeiger ſchreibt, in verſchiedenen Fällen der
Ver=
ſuch gemacht, dieſe Manipulationen zur Ausführung zu
bringen; die Polizei verhinderte es aber und es gelang
ihr, über 50 Perſonen dingfeſt zu machen, die ſich eben
an=
ſchickten, die Häuſer zu beſchmieren. Die Polizeidirektion
Charlottenburgs hat auf die Ermittelung der
Denkmals=
ſchänder 1000 Mark Belohnung ausgeſetzt. — 4000 Mark
Belohnung ſind für die Aufklärung eines
Brillanten=
diebſtahls ausgeſetzt worden, der in der Wohnung des
Großkaufmanns Rudolf Hertzog ausgeführt wurde.
12. März. Als in der vergangenen Nacht zwei
Krimi=
nalſchutzleute die Saarbrückerſtraße paſſierten, fielen
zweijunge Leute, die dort rauften, über ſie her,
und einer bedrohte ſie mit einem Meſſer. Der eine
Schutz=
mann wurde von dem ſich ſchnell anſammelnden Geſindel
umringt, ſo daß ſich der andere den beiden Rowdies allein
gegenüber ſäh. In der Notwehr gab er vier
Revolver=
ſchüſſe ab, wodurch beide ſchwer verletzt wurden. Der eine,
der 24jährige Kutſcher Kusmagk, echielt einen Schuß in
den Unterleib der andere, der 22jährige Kutſcher Huth,
erhielt ebenfalls einen Schuß in den Unterleib und einen
Schuß in die linke Hüfte. — Beim Rangieren geriet
der Vorarbeiter Wichmann zwiſchen einen Wagen und
die Kohlenrampe, ſo daß ihm beide Beine
abge=
quetſcht wurden.
Charlottenburg, 12. März. (Die Beſudelung
des Denkmals.) Bisher iſt es noch nicht gelungen,
die Perſonen zu faſſen, welche das Kaiſer=Friedrich=
Denkmal beſudelten, trotzdem angeblich über 150 Perſonen
ſiſtiert wurden, die das Plakat für die rote Woche
ange=
ſchlagen oder verteilt hatten. Die Aufſchriften an dem
denlmal ſind mit Anilinfarbe aufgetragen, deren
Ent=
fernung bisher unmöglich war.
Mannheim, 12. März. (Auszeichnung.) Die
nediziniſche Fakultät der Univerſität Erlangen hat dem
hieſigen Oberbürgermeiſter Kutzer für ſeine
hervor=
ragenden Verdienſte, die er ſich um die der öffentlichen
Ge=
ſundheitspflege dienenden Einrichtungen in ſeinem
frühe=
ren Wirkungskreiſe erworben hat, den Ehrendoktortitel
erliehen. Kutzer war bekanntlich, bevor er am 1. Januar
dieſes Jahres ſeine Stellung hier als Oberbürgermeiſter
antrat, Oberbürgermeiſter von Fürth in Bayern.
Stargard, 12. März. (Selbſtmord im
Ge=
richtsſaal.) Nach Verkündigung des Urteils, das auf
70 Mark Geldſtrafe lautete, erſchoß ſich im Gerichtsſaal ein
Korbmachermeiſter.
Kiel, 12. März. (Verhaftung.) In der mit dem
Werftprozeß im Jahre 1909 im Zuſammenhang
ſtehen=
den Beſtechungsaffäre wurde geſtern der Kaufmann Jul.
Frankenthal, einer der damaligen Angeklagten,
ver=
haftet.
London,, 12. März. (Aus Furcht vor weiteren
Attentaten) durch Frauenſtimmrechtlerinnen wurde
eine Reihe öffentlicher Kunſtgalerien vorläufig
geſchloſ=
ſen.
London, 12. März. (Die Bilderſchänderin.)
Die Anhängerin des Frauenſtimmrechts Mary
Richard=
ſon iſt wegen Beſchädigung der Venus von Velasquez
in der Nationalgalerie zu ſechs Monaten Gefängnis
ver=
urteilt worden.
Tiflis, 12. März. (Vergiftung durch
Back=
waren.) In der Militärſchule erkrankten nach
dem Genuß von Backwaren, die mit Arſenik vergiftet
waren, 174 Schüler. Der Lieferant ſoll verhaftet
wor=
den ſein. Der Zuſtand der meiſten Schüler iſt angeblich
bedenklich.
Konſtantinopel, 11. März. (Der Angriff auf die
Töchter v. Limans.) Das Kriegsminiſterium
ver=
öffentlicht folgende Note: Einige auswärtige Zeitungen
bringen falſche und übertriebene Nachrichten
über das Erlebnis der Töchter des Marſchalls
Li=
man. Die amtliche Unterſuchung ſtellte feſt, daß es ſich um
gewöhnlichen Diebſtahl handelt. Als die beiden Töchter
Limans in Begleitung des Oberſtleutnants Perrinet von
Thauvenay am 27. Februar bei Beikos ſpazieren gingen,
vurden ſie von drei Arbeitern einer Militärſtiefelfabrik,
die ſich als Beamte ausgaben, aufgefordert, ſtehen zu
blei=
ben. Der Oberſtleutnant, der kein Türkiſch verſtand,
laubte, daß man ſie im Verdacht habe, von den
Befeſtig=
ungen am Bosporus Aufnahmen machen zu wollen. Er
war eben im Begriffe, den Arbeitern die Handtaſchen der
Damen und den Inhalt ſeiner Taſchen zu zeigen, als die
Arbeiter die Portemonnaies an ſich riſſen und flüchteten.
Sie wurden ſogleich verfolgt und feſtgenommen.
Natür=
lich werden ſie für ihr Vergehen entſprechend beſtraft
wer=
den. Die Nachricht, daß ſie bereits erſchoſſen ſeien, iſt
durchaus falſch.
Stadtverordnetenverſammlung.
24. Sitzung.
St. Darmſtadt, 12. März.
Bürgermeiſter Mueller eröffnet die Sitzung um
3¾ Uhr und macht der Verſammlung folgende
Mitteilungen:
Herr Stadtverordneter Ramdohr iſt auf Antrag
des Oberbürgermeiſters von Großh. Amtsgericht
Darm=
ſtadt I mit den Obliegenheiten der Sühnebehörde”
be=
traut worden. Die beantragte Beſtellung eines weiteren
Stellvertreters hat das Amtsgericht zurzeit abgelehnt.
Jagdverpachtungen.
Am 12. Februar ds. Js. wurden durch die
Oberförſte=
rei Darmſtadt die Jagdbezirke, die aus ſtaatlichen
und ſtädtiſchen Jagdteilen zuſammengeſetzt ſind, öffentlich
verpachtet. Es wurden hierbei erlöſt: 1. für den
Jagdbezirk B. 904 Hektar umfaſſend, und in den
Gemar=
kungen Darmſtadt, Beſſungen, Ober= und Nieder=Ramſtadt
und Eberſtadt gelegen, 1530 Mark (ſeitheriger Pachtertrag
1200 Mark); 2. für den Jagdbezirk C, 580 Hektar
um=
faſſend, und in der Gemarkung Darmſtadt gelegen, 803 M
(ſeitheriger Pachtertrag 610 Mark). Da durch den
Erlös=
die Schätzungswerte erreicht ſind, ſind die Verpachtungen
bereits genehmigt worden. Der Verpachtung des
Jagd=
bezirks A., in den Gemarkungen Darmſtadt, Ober=Ramſtadt
und Roßdorf gelegen, wurde in Anbetracht des geringen
Gebots die Genehmigung verſagt. Weitere
Verhandlun=
gen wegen anderweitiger Verpachtung dieſes Jagdbezirkes
werden zurzeit noch von der Oberförſterei geführt.
Der Schulausſchuß hat zu ſeinem Vorſitzenden
Herrn Stadtverordneten Nodnagel und zu deſſen
Stellvertreter Herrn Stadtverordneten Dr. Noellner
gewählt.
Auf einen dahingehenden Antrag des Herrn
Stadtver=
ordneten Lindt ſind Feſtſtellungen über die Möglichkeit
der Verwendung von Kraftwagen für Transvort=
pp. Zwecke durch die ſtädtiſchen Aemter vorgenommen
worden mit dem Ergebnis, daß zurzeit ein Vorteil durcht
die Beſchaffung eines Spreng= oder Laſtautomobils nicht
zu erwarten und von der Beſchaffung daher abzuſehen iſt.
Eine Anzahl Haus= und Grundbeſitzer und
Anwohner in der Gegend des Oſtbahnhofes, ſowie
ver=
ſchiedene Geſchäftsleute, deren Betrieb ſich ſeit Jahren am
und vom Oſtbahnhof aus abſpielt, bitten, die definitive
Beſchlußfaſſung über die geplante Aenderung der
Verkehrsverhältniſſe am Oſtbahnhof
zu=
rückzuſtellen und ihnen Gelegenheit zu geben, von der=
Neugeſtaltung Kenntnis zu nehmen und ihre Wünſche
hier=
zu zu äußern.
Das Krematorium und die Darmſtädter
Maler.
Der Vorſitzende verlieſt hiernach folgende Erklärung
des Oberbürgermeiſters:
Vor einigen Tagen iſt ein Eingeſandt in der Preſſe
erſchienen, das ſich mit der dekorativen Ausgeſtaltung des
Einſegnungsraumes für das Krematorium befaßte.
Die=
ſes Eingeſandt geht von durchaus unzutreffenden
Voraus=
ſetzungen aus. Bei der Ausmalung des
Einſegnungs=
raumes im Krematorium handelt es ſich um eine
kunſtge=
werbliche Leiſtung, die auf einem künſteriſchen Entwurf
beruhen muß. Es bedarf keiner Ausführung, daß
der=
artige Leiſtungen nicht auf dem Wege einer öffentlichen
Submiſſion, ſondern nur durch direkte Uebertragung an
geeignete Meiſter vergeben werden können. Dem
ver=
antwortlichen Architekten des Bauwerks muß es in erſter
Linie überlaſſen bleiben, in ſolchen Fällen ſich ſchlüſſig
zu machen und darüber zu entſcheiden, welcher Meiſter mit
der Aufgabe betraut werden ſoll. Trotzdem hier in
Darmſtadt erſt ſeit einigen Jahren Unterricht in der
deko=
rativen Malerei mit Kaſeinfarben nach neueren
Grund=
ſätzen erteilt wird, hat die ſtädtiſche Verwaltung ſich doch
für verpflichtet gehalten, auf das einheimiſche
Gewerbe=
auch in dieſer Frage Rückſicht zu nehmen. Es dürfte
be=
kannt ſein, daß Aufträge für dekorative Ausmalungen in
hervorragenden öffentlichen Bauten in der Stadt
Darm=
ſtadt gleichfalls ſeither nur an eine Spezialfirma, welche
nicht hier ihren Sitz hat, vergeben worden ſind. Trotze
dem hat die Stadtverwaltung, wie bereits bemerkt, auf
as einheimiſche Gewerbe Rückſicht genommen und wird
ies auch in Zukunft tun, um einen leiſtungsfähigen,
ein=
heimiſchen Unternehmerſtand auch in dieſem
kunſtgewerb=
lichen Gebiete heranbilden zu helfen. Die Ausmalung des
Einſegnungsraumes iſt an Maler Robert Klump in
Darm=
ſtadt in Verbindung mit einer auswärtigen Malerfirma
übertragen. Die Arbeit ſoll unter Benutzung des
vorge=
legten Entwurfs in Kaſelnlaſurtechnik zur Ausführung
kommen. Die Technik muß das Korn des rauhen Ver
putzes noch durchſchimmern laſſen. Für die Vorräume hat
ein Darmſtädter Dekorationsmaler Vorſchläge
ausgearbei=
et. Es unterliegt keinem Zweifel, daß dieſem die
Aus=
nalung der Vorräume übertragen werden wird. Auch
die übrigen Räume werden von einer hieſigen Firma
aus=
geſtattet. Auch für die Ausmalung der Eintrittshalle im
Städtiſchen Krankenhaus hat ein Darmſtädter
Dekorations=
maler den Auftrag erhalten. Eine Reihe anderer Meiſter
iſt mit ſonſtigen Ausführungen beſchäftigt. Ich ſtelle
hier=
nach feſt, daß das Eingeſandt von durchaus unrichtigen
und irreführenden Vorausſetzungen ausgeht. Es iſt meine
ausgeſprochene Abſicht, den einheimiſchen
Unternehmer=
ſtand zu fördern und ihm Gelegenheit zu geben, auch in
dem vorliegenden kunſtgewerblichen Gebiete ſich weiter
zu=
bilden. Die gegen die Perſon des Herrn Bürgermeiſters
Mueller gerichteten Preßangriffe ſind hiernach vollkommen
gegenſtandslos und in ihren tatſächlichen Vorausſetzungen
in jeder Weiſe unrichtig.”
Bürgermeiſter Mueller bemerkt im Anſchluß hieran,
daß inzwiſchen auch der Ortsgewerbeverein die
Angelegen=
heit aufgegriffen und gegen ſeine (des Bürgermeiſters)
Ausführungen in der letzten Stadtverordnetenſitzung
Ver=
wahrung eingelegt habe. Er nehme deshalb Anlaß,
noch=
mals genau feſtzulegen, was er damals geäußert habe;
der Inhalt ſeiner Aeußerung ſei folgender geweſen: „Das
Stadtbauamt hat einen engeren Wettbewerb veranſtaltet,
dem ausgewählten Entwurf den Vorzug gegeben und die
Ausführung auf Grund dieſes Entwurfes vorgeſchlagen‟
Ich habe dabei gleich hinzugefügt, daß an der Vergebung
ine hieſige Firma beteiligt werden würde, und ich kann
heute weiter erklären, daß dieſe Firma, die Firma Klump,
ticht etwa lediglich als (Unterſtützung der Frankiurten
Firma in Frage kommt, ſondern, daß ſie an der
endgül=
tigen Geſtaltung des Entwurfs hervorragend beteiligt ſein
vird. Der nicht gewählte Entwurf der Firma Heinrich
Julius Nover ſtellt ebenfalls eine vortreffliche Leiſtung
dar, der hat aber hinter dem gewählten Entwurf zurücktre= müſſen. Darin liegt nichts weniger als eine abfällige
Kritik. Wie bei allen Bewerbungen, iſt es eben nur
mög=
lich, einen Entwurf für die Ausführung zu beſtimmen,
Wenn ich von einer „difficilen” Arbeit geſprochen habe, ſo
ſt das richtig, ich ſagte aber ausdrücklich, die Arbeit ſei zu
difficil, als daß eine allgemeine Ausſchreibung hätte in
Betracht kommen können. Mit aller Entſchiedenheit
ver=
wahre ich mich gegen die Unterſtellung, ich hätte erklärt,
ie Arbeiten ſeien zu difficil, als daß ſie von Darmſtädter
Meiſtern ausgeführt werden könnten. Meine Meinung
von der Leiſtungsfähigkeit des Darmſtädter Handwerks iſt
viel zu hoch, als daß eine derartige Entgleiſung über
meine Lippen hätten kommen können. Nebenbei verbinden
nich gerade mit dem Malergewerbe als Vorſitzenden des
Ortstarifamts für dieſes Gewerbe beſonders enge
Be=
ziehungen. Wenn ich allerdings das Vertrauen der
Be=
teiligten nicht mehr beſitzen ſollte, dann werde ich
natür=
lich ſofort dieſes Amt niederlegen. Ich gebe mich aber der
Hoffnung hin, daß nach dieſen Erklärungen wieder
Be=
ruhigung in den beteiligten Kreiſen eintreten wird.
Stadtv. L. Lautz verweiſt auf ein Eingeſandt im
Darmſtädter Tagblatt, betreffend zu viel erhobene
Bei=
träge zur Krankenkaſſe für 3 Tage. Stadtv Sames
klärt das dahin auf: „Die Behauptung des Eingeſandts,
die Ortskrankenkaſſe Darmſtadt würde für die Dienſtboten
für die drei letzten Tage des Jahres 1913 die Beiträgs
nochmals erheben, die Beiträge ſeien ſchon von der
ſtädti=
ſchen Dienſtbotenkrankenanſtalt erhoben worden, iſt
un=
richtig. Die Ortskrankenkaſſe erhebt für die drei letzten
Tage des Jahres 1913, die den Beginn einer neuen Woche
darſtellen, nur die Beiträge für die Verſicherungsanſtalt
(Invalidenverſicherung). Beiträge für die
Krankenver=
ſicherung werden von der Ortskrankenkaſſe erſt mit Wirkung
vom 1. Januar erhoben.
Stadtv. Aßmuth rügt, daß in der Heidelberger
Straße bis zur Niederſtraße eine Reihe ſchöner alter
Bäume umgehauen wurde. — Beig. Jäger: Die
An=
lagekommiſſion läßt ohne zwingende Gründe keine Bäume
fällen. Im vorliegenden Falle war das Fällen
notwen=
dig, um den jüngeren Baumbeſtand zum Gedeihen zu
bringen.
Stadtv. Schönberger kritiſiert den Betrieb der
Elektriſchen in der Dornheimer Straße, der immer noch
icht geregelt ſei. — Beig. Ekert klärt das dahin auf,
daß dort die Schienenverlegung noch nicht vorgenommen
werden konnte, weil unter den Schienen ein Kabel liegt,
das erſt verlegt werden kann, wenn das
Transformatoren=
waus fertiggeſtellt iſt.
Es wird dann in die Tagesordnung eingetreten.
Werwaltungsrechenſchaft des
Oberbürger=
meiſters für das Jahr 1912.
Hierzu übernimmt Stadtv. Dr. Noellner den
Vor=
fitz. Er befürwortet, daß der Verwaltungsbericht im
glei=
chen Umfange wie bisher beibehalten wird. Er erteilt
vann das Wort dem Referenten des Finanzausſchuſſes,
Stadtv. Henrich. Aus deſſen Bericht geben wir folgen=
Des wieder:
Der Abſchluß des Verwaltungsjahres 1912 iſt — rein
ſziffernmäßig betrachtet — kein günſtiger. Ein ſo
geringer Rechnungsreſt (74871,95 M., wovon nur 2674,84
Mark verfügbar ſind) iſt ſeit vielen Jahren nicht vorge=
(eommen, während umgekehrt der Barüberſchuß des vor=
Hergehenden Jahres (688882,06 M.) die verfügbaren
Ueberſchüſſe aller früheren Jahre weit überſteigt. Bei
Be=
durteilung des Abſchluſſes für 1912 darf jedoch nicht
über=
ſſehen werden, daß die zum Ausgleich des Voranſchlages
worgeſehene Entnahme aus dem Ausgleichsfonds in Höhe
von 170000 Mark unterbleiben und daß außerdem die vom
I. Juli 1912 ab beſchloſſene Gehalts= und Lohnerhöhung
im Betrag von etwa 260000 Mark ohne Inanſpruchnahme
des Ausgleichsfonds vollſtändig aus den laufenden
Ein=
mahmen gedeckt werden konnte. Das bedeutet gegenüber
dem Voranſchlag eine weitere Verbeſſerung von
zuſam=
rmen 430000 Mark. Der Ausgleichsfonds beträgt
mach Zuführung des kleinen Barüberſchuſſes von 2674,84
Mark und der ihm beigeſchriebenen Zinſen mit 64 534,95
Mark zu Ende 1912 1924770,70 Mark. Aber auch nach
Berückſichtigung dieſer beſonderen Umſtände bleibt der
worliegende Rechnungsabſchluß noch ganz erheblich hinter
ddem des Vorjahres zurück, ein Beweis für die Annahme,
idaß die ſeit 1910 beobachtete ſtarke wirtſchaftliche
Auf=
twärtsbewegung einer rückläufigen Konjunktur Platz
ge=
rmacht hat.
Aus den Einnahmen an direkten Steuern iſt
idas allerdings weniger zu merken. Hier iſt auch eine
un=
rmittelbare Wirkung ausgeſchloſſen, da das nicht fixierte
EEinkommen nach dem Durchſchnitt der letzten drei Jahre
ffür die Steuerveranlagung berechnet wird. Die Steuern
iſind gegen das Vorjahr um etwa 80000 Mark und gegen
lden Voranſchlag um faſt die gleiche Summe geſtiegen. Auch
rdie Zahl der Einkommenſteuerpflichtigen hat im ganzen
izugenommen, und zwar in den Einkommenſtufen von 1100
Mark an aufwärts faſt in allen Stufen, bei den geringeren
(Einkommen aber zeigt ſich durchweg eine Abnahme. Eine
Zunahme iſt auch bei der Zahl der Grundſteuer= und der
Kapitalrentenſteuerpflichtigen feſtzuſtellen, dagegen zeigt
die Zahl der Gewerbeſteuerpflichtigen eine langſame
Ab=
nahme.
Anders bei den Einnahmen aus Verbrauchsſteuern
rund aus dem Vermögen. Die Oktroieinnahmen
ſind abermals zurückgegangen, und zwar um rund 13000
Mark gegen 1911 und um rund 7000 Mark gegen den
Vor=
anſchlag. Ein erheblicher Teil des Ausfalls (6365 Mark)
iſt allerdings dadurch veranlaßt, daß die Erhebung von
Oktroi auf Wild und Geflügel nicht mehr ſtattfindet. Die
Erträge der Waldungen ſind infolge des Rückganges der
Hokepreiſe gegen den Voranſchlag um 14000 Mark
zurück=
gebſſeben. Ein ähnliches ungünſtiges Bild zeigt
ſich bei den ſtädtiſchen Betrieben, wie aus
nach=
folgender Aufſtellung hervorgeht:
1. Gaswerk, 1911, Voranſchlag: 458000 M., Rechnung:
1508 723 M., 1912, Voranſchlag: 438000 M., Rechnung:
448411 M. 2. Waſſerwerk 1911: 184000 M., bezw. 294 325
Mark, 1912: 209000 M. bezw. 265 132 M. 3.
Elektrizi=
tätswerk, 1911: 70000 M., bezw. 160 194 M., 1912: 128000
Mark — 16000 M., bezw. 128 547 M. 4. Straßenbahn,
1911: —38000 M., bezw. 25 251 M. 5. Schlachthof, 1911:
124000 M., bezw. 118654 M., 1912: 125000 M., bezw.
79950 M. 6. Hallenſchwimmbad, 1911: 73000 M., bezw.
70 218 M., 1912: 77000 M., bezw. 70811 M. Zuſammen
Voranſchlag 1911: 725000 M., Rechnung 1036 929 M.,
Voranſchlag 1912: 807000 M., Rechnung 851 229 M.
Hieraus ergibt ſich im ganzen zwar ein Mehr gegen
den Voranſchlag, aber ein Zurückbleiben gegen die
Er=
gebniſſe des Vorjahres. Das letztere iſt hinſichtlich des
Waſſerwerkes wie auch des Elektrizitätswerkes ohne
Be=
denken. Das Waſſerwerk warf in 1911 infolge des
trocke=
nen, heißen Sommers einen abnorm hohen Ueberſchuß ab,
ſo daß die Einnahme jenes Jahres nicht zum Vergleich
herangezogen werden kann, im ganzen iſt das Ergebnis
ein ſtetig ſteigendes, wie überhaupt die Ergebniſſe der
Waſſerwerksverwaltung in allen ihren Rubriken recht
be=
friedigende ſind. Auch bei dem Elektrizitätswerk und der
Straßenbahn iſt ein Vergleich mit dem Vorjahre nicht
an=
gängig, da dieſe Betriebe mit dem 1. April 1912 auf die
neu gegründete Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft
über=
gegangen ſind und weil in den Einnahmen des Vorjahres
infolge dieſes Ueberganges erhebliche Beträge enthalten
ſind, die, wie zum Beiſpiel Einziehung des Betriebsfonds,
als laufende Betriebseinnahmen nicht anzuſehen ſind. Das
Hallenſchwimmbad erfordert den gleichen Zuſchuß wie im
Vorjahre.
Beſondere Beachtung verdienen die
Rechnungsab=
ſchlüſſe des Gaswerkes und des Schlachthofes. Das
Gas=
werk liefert rund 50000 Mark weniger ab als im Vorjahr=
Wenn das Ergebnis nach der Rechnung auch um 10000
Mark günſtiger iſt als im Voranſchlag angenommen wurde,
ſo ändert das nichts an der Tatſache, daß der geſamte
Gasverkauf gegen das Vorjahr um 296300 Kubikmeter,
alſo um 3½ Prozent. zurückgegangen iſt. Das rechtfertigt
die unterdeſſen zur Hebung des Gasverbrauchs auf dem
Gebiete der Gaspreisfeſtſetzung und der Propaganda
ge=
troffenen Maßnahmen. Unerfreulich in mehr als einer
Hinſicht iſt der ſtete Rückgang der
Schlacht=
ziffern und damit der Ablieferungen des
Schlacht=
hofes an die Stadtkaſſe. Der Ausfall beträgt für 1912
gegen das Vorjahr 40000 Mark, gegen den Voranſchlag
45000 Mark. Dieſe Ziffern laſſen zu einem guten Teil
auf einen Wenigerverbrauch an Fleiſch und damit zugleich
auf die mißliche Lage des Metzgerhandwerks ſchließen.
Zeigen die Einnahmen zum Teil eine Abnahme, ſo
haben umgekehrt die Ausgaben eine ſteigende Tendenz.
In der beifolgenden Zuſammenſtellung iſt das für einige
wichtigeren Rubriken erſichtlich gemacht. Die Summe der
wirklichen Verwaltungsausgaben überſteigt die im
Vor=
anſchlag vorgeſehenen Beträge um rund 260000 Mark. Das
entſpricht ziemlich genau der für die Beſoldungs= und
Lohnerhöhungen aufgewendeten Summe. Ohne dieſe
Aus=
gabe würden Rechnung und Voranſchlag in ihrer Summe
gleichkommen. Das iſt kein günſtiges Ergebnis, zumal
da=
bei auch der Reſervefonds mit 126832 Mark vollſtändig
eingerechnet und mitverbraucht iſt. Normalerweiſe nimmt
man an, daß die Ausgaben im Voranſchlag ſo vorſichtig
eingeſtellt ſind, daß in der Regel Ausgabeerſparniſſe
mög=
lich ſind. Die größeren Ausgaben ſind nun allerdings
weniger durch umfangreichere Etatsüberſchreitungen, als
vielmehr durch eine große Zahl von Nachbewilligungen im
Laufe des Jahres entſtanden. Dieſe Nachbewilligungen.
die — abgeſehen vom Reſervefonds — von den Mitteln
des Voranſchlags ſelbſt nicht gedeckt ſind, können zu einer
Gefahr für eine geordnete Finanzwirtſchaft werden. Hier
ſollte tunlichſte Zurückhaltung herrſchen. Um aber der
Sadtverordneten=Verſammlung, oder wenigſtens dem
Finanzausſchuß, eine ſtete Ueberſicht über dieſe nach
Ab=
ſchluß des Voranſchlags erfolgenden Sonderbewilligungen
zu bieten, wäre es erwünſcht, wenn bei allen
Nachbewil=
ligungen ein Verzeichnis dieſer Beträge, aus dem die
je=
weilige Geſamtſumme erſichtlich iſt, vorgelegt werde.
Be=
ſondere Beachtung verdient die Frage der
Anlehensauf=
nahme für nicht werbende Zwecke. Die auf der
Stadtkaſſ=
laſtenden Ausgaben für Zinſen und Tilgungsbeträge (alſo
unter Ausſchluß der von den Betrieben erſetzten Summe)
ſind innerhalb 16 Jahre um mehr als 700000 Mark
jähr=
lich (160 Prozent) geſtiegen. Das mahnt zur Vorſicht in
der Vermehrung der Schulden für nicht werbende Zwecke.
An Einzelheiten der Ausgaben verdient noch
folgen=
des hervorgehoben zu werden: der Ausfall an Steuern
wegen Zahlungsunfähigleit hat ſich abſolut und
prozen=
tual vermindert; der Prozentſatz beträgt für 1912 1,72,
ge=
gen 1,85 in 1911. Die Zahl der beſchäftigten Arbeitsloſen
betrug 267 mit einem Geſamtkoſtenaufwand von 30 280 M.
Das bedeutet eine Abnahme gegen 1911, wo 291
Arbeits=
loſe eine Ausgabe von 33665 M. veranlaßten.
Die Vermögensrechnung ſchließt in der
Aus=
gabe mit 1626615,15 Mk. ab, und zwar ſind darin
enthal=
ten: 1. Ausgeliehene Kapitalien 266 747,74 Mk., 2.
Kapi=
talrückzahlungen 5344,99 Mk., 3. Ankauf von Gebäuden
und Grundſtücken 390 295,59 Mk. (darunter für Straßen=,
Platz= und Weggelände 306 997,43 Mk.), 4. Errichtung
neuer Gebäude 182674,81 Mk. (darunter verſchiedene
Ge=
bäude am neuen Bahnhof: Lagerhaus, Oktroi=
Erheb=
gebäude), 5. Erbauung von Straßen 139757,11 Mk., 6.
Er=
bauung von Kanälen 164821,73 Mk., 7. Rücklage eines
Teils der Zahlungen der Heſſ. Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft
13 633,50 Mk., 8. Erweiterung des Waſſerwerks 172865,33
Mark, 9. Erweiterung des Schlachthofes 210568,46 Mk.,
10. Verlegung des Hauptbahnhofes 37 182,67 Mk., 11.
In=
duſtriegleisanlagen 33 723,22 Mk., 12. Beiſchreibung der
Zinſen zum Schulbaufonds 9000 Mk., zuſammen 1 626 615,15
Mark. Die Mittel hierfür ſind in der Hauptſache in dem
aus dem Vorjahre übergegangenen Reſt der
Vermögens=
rechnung mit 1661788 Mk. enthalten. Eine
Kapitalauf=
nahme hat in 1912 nicht ſtattgefunden. Der in das Jahr
1913 übergehende Reſt an Vermögensmitteln beträgt
457535,05 Mk.
Das Geſamtvermögen der Stadt beträgt 69 438 388,28
Mark, die Geſamtſchuld der Stadt beträgt 39950 806,64
Mark, bleibt Vermögensüberſchuß 29 487581,64 Mk. In
1911 betrug letzterer 28 044 618,89 Mk.
Die Verwaltungsrechenſchaft hat mit den Rechnungen
der Stadtkaſſe und den übrigen ſtädtiſchen Kaſſen für das
Jahr 1912 in der Zeit vom 12. bis einſchließlich 18.
Fe=
bruar 1914 zur Einſicht offen gelegen. Einwendungen
ſind während dieſer Zeit nicht erhoben worden. Die
Prü=
fung der Verwaltungsrechenſchaft hat zu beſonderen
Be=
anſtandungen keinen Anlaß gegeben.
Es wird hiernach beantragt: Dem
Oberbür=
germeiſter vorbehältlich der Prüfung der
Rechnungen durch die Großh.
Oberrech=
nungskammer mit dem Ausdruck der
Aner=
kennung und des Dankesfür die
ausgezeich=
nete Geſchäftsführung Entlaſtung zu
er=
teilen.
Der Finanz=Ausſchuß hat von dem Bericht
zuſtimmend Kenntnis genommen und empfiehlt den
An=
trag des Herrn Referenten zur Annahme.
Stadtv. Friedrich rügt, daß für den Schlachthof,
obwohl er ſeit langem Mindereinnahmen liefert, noch im
Vorjahre ſo erhebliche Aufwendungen gemacht wurden.
Stadtv. K. Lautz begründet die Notwendigkeit der
aus=
geführten Arbeiten. — Stadtv. Pickert rügt, daß die
Abhandlungen in der Rechenſchaft nicht einheitlich, ſondern
ſo zerriſſen enthalten ſind. Das erſchwere die Ueberſicht,
und wenn die Berichte zuſammenhängend gegeben
wer=
den, könnte man auch an Platz ſparen. — Stadt Sames
rügt wiederholt ſcharf die direkt unwürdigen
Raum=
zuſtände der Gewerbeſchule. Es ſei unbedingt notwendig,
endlich einmal eine neue Gewerbeſchule zu bauen. Er
bittet, die Räume einmal vom Kreisgeſundheitsamt
unterſuchen zu laſſen. — Stadtv. K. Lautz fügt ſeinen
Ausführungen vom Schlachthof noch hinzu, daß der
Rück=
gang der Einnahmen zurückzuführen iſt auf die erhebliche
Einſchränkung des Fleiſchkonſums und auf den immer
mehr um ſich greifenden Bezug von auswärtigem Fleiſch
— Stadtv. Henrich erwidert dem Stadtv. Pickert: Daß
manche Dinge an zwei Stellen behandelt ſind, iſt
notwen=
dig. Es muß außer den Berichten allgemeiner Art eine
Zahlenzuſammenſtellung gegeben werden. — Stadtv.
Herbert wünſcht, daß die Berichte über die einzelnen
Abteilungen der Rechenſchaft einzeln herausgegeben
wer=
den. Er beantragt weiter, daß man mit den
Vorort=
gemeinden, deren Eingemeindung früher oder ſpäter zu
erwarten iſt, Fühlung nimmt bei größeren Projekten,
da=
mit ſpäter keine Mißhelligkeiten erſtehen. — Stadtv. Dr.
Noellner berichtet über die Bettenkoſten des
Kranken=
hauſes und ſtellt feſt, daß in Darmſtadt die Koſten
erheb=
lich geringer ſind, als in anderen Städten. — Stadtv.
Saeng macht darauf aufmerkſam, daß die Fühlung mit
den Vorortgemeinden ſchon beſteht. Er ſpricht als einer
der älteſten Stadtverordneten dem Oberbürgermeiſter und
der Verwaltung Dank für ihre Arbeit aus. — Stadtv.
Ritzert warnt vor Annahme des Vorſchlages des
Stadtv. Herbert. Man müßte dann notgedrungen den
Gemeinden auch Einblick in die Akten unſerer Stadt
ge=
währen, was nicht zweckmäßig wäre.
Bürgermeiſter Mueller möchte zunächſt danken für
die der Verwaltung geſpendete Anerkennung. Die
Anfor=
derungen für den Schlachthof ſind gemacht worden, um
die Einnahmen zu heben, was mit der Zeit auch wohl
kommen werde. Sicher iſt, daß der Fleiſchverbrauch
ab=
genommen hat, teils durch die Teuerung, teils durch
ärzt=
liche Aufklärung und teils durch den Bezug auswärtigen
Fleiſches. Letzterer wird dadurch erleichtert, daß für den
privaten Bezug eine Nachunterſuchung nicht erforderlich
iſt. Es iſt feſtgeſtellt worden, daß aus 40 Landorten
Fleiſch nach Darmſtadt eingeführt wird. In bezug auf
nichtwerbende Ausgaben ſei man ſchon längſt ſehr
zurück=
haltend. Die Gewerbeſchule werde wohl in abſehbarer
Zeit errichtet werden. Daß unſer ganzes Gemeinweſen ſich
im wirtſchaftlichen Rückgange befindet, dieſes Schickſal
teilt Darmſtadt mit vielen anderen Städten. Die
Ein=
wohnerzahl hat nicht abgenommen, wenn ſie auch nicht viel
zugenommen hat. Die Steuereinnahmen ſind jedenfalls
erfreulich geſtiegen. Den der Stadt ausgeſprochenen Dank
gebe Redner an die Verwaltung und an die
Stadtver=
ordneten ſelbſt im Namen des Oberbürgermeiſters weiter.
Nach einem Schlußwort des Stadtv. Dr. Noellner,
in dem er darauf hinweiſt, daß die Zunahme des
Ver=
mögens der Stadt im weſentlichen auf die gründliche
Re=
viſion der Vermögenswerte zurückzuführen iſt und auf die
erhöhte Bewertung der Elektrizitätswerke nach dem
Ver=
kauf an die Heag, wird der Antrag des Referen=
ten des Finanz=Ausſchuſſes angenommen.
(Bravo!)
Baudispensgeſuche.
Stadtv. Markworth führt aus: Die Firma Merck
hat die Abſicht, auf ihrem Fabrikgelände an der
Frank=
furter Straße ein weiteres Verwaltungsgebäude zu
er=
richten und ſucht deshalb, da ihr Gelände außerhalb des
Bebauungsplanes liegt, um Geſtattung einer Ausnahme
von § 5 des Ortsbauſtatuts nach. Der Befürwortung des
Geſuchs ſteht grundſätzlich nichts entgegen. Die Firma
kann aber nicht die Baufluchtlinie einhalten, ſondern
bittet, den Bau an der Straßenfluchtlinie errichten zu
dürfen. Auch die Willfahrung dieſes Wunſches hat keine
Bedenken. Es müßte aber das Wegfallen des Vorgartens
auf der Weſtſeite der Frankfurter Straße von der Main=
Rhein=Eiſenbahn bis zu dem bereits an der
Straßen=
fluchtlinie ſtehenden Merckſchen Gebäude beſchloſſen
wer=
den. Der Oberbürgermeiſter empfiehlt Behandlung des
Baugeſuchs und der Fluchtlinienänderung im
vorſtehen=
den Sinne. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Bebauungspläne.
Stadtv. Sames: Es hat ſich die Notwendigkeit
er=
geben, Fluchtlinienpläne aufzuſtellen über: 1. Die Nieder=
Ramſtädter Straße von der Schießhausſtraße bis zum
Heinrichwingertsweg auf beiden Seiten. 2. Die Südſeite
der Schießhausſtraße von der Nieder=Ramſtädter Straße
bis zur Martinſtraße unter Zuziehung des ſüdweſtlichen
Eckgrundſtücks Martinſtraße=Schießhausſtraße. 3. Die
Ver=
längerung der Inſelſtraße über die Heinrichſtraße. Es
wird vorgeſchlagen, der Feſtſtellung dieſer
Fluchtlinien=
pläne zuzuſtimmen und bezüglich der Bauweiſe zugrunde
zu legen: Bei der Nieder=Ramſtädter Straße das Statut
für die Dieburger Straße unter zweckentſprechender
Aen=
derung der Bauplatzgrößen, und bei Schießhausſtraße
das Statut für das Herdwegviertel. Der Unter=Ausſchuß
für die Begutachtung der Fluchtlinienpläne und der
Hoch=
bau=Ausſchuß ſind mit dem Vorſchlag einverſtanden.
— Stadtv. Lehr bittet, bei der Eröffnung neuer
Bau=
quartiere doch vorſichtiger zu ſein. Nach längerer Debatte,
von der wir, da ſie am „grünen Tiſch” geführt wird, nichts
wiedergeben können, wird der Antrag angenommen.
Der Bezirksverein Nordoſt
erſucht um Schaffung einer Treppenanlage in der
Straße auf der Oſtſeite des Alicehoſpitals von der
Die=
burger Straße nach dem Nikolaiweg. Mit Rückſicht
dar=
auf, daß die für Straßenherſtellungen zur Verfügung
ſtehenden Mittel nur für beſonders dringliche
Ausführun=
gen verwendet werden ſollen und die Aenderung jener
Straße nicht als dringlich bezeichnet werden kann, wird
beantragt, ſie zunächſt in ihrem derzeitigen Zuſtand zu
belaſſen, weil man warten will, bis die beiden Häuſer
niedergelegt und dort geordnete Verhältniſſe geſchaffen
ſind. Nach dem Referat des Stadtv. Sames wird dem
Antrag zugeſtimmt.
Vergrößerung des Verkehrsbureaus.
Der dem Verkehrsverein bisher überlaſſene Raum in
der Wartehalle auf dem Ernſt=Ludwigs=Platz genügt den
Zwecken des Verkehrsbureaus nicht mehr. Eine Verlegung
dieſes Bureaus an eine andere Stelle würde, ebenſo wie
eine gänzliche Auflöſung der Einrichtung, mißlich
empfun=
den werden, da Einheimiſche wie Fremde großen Nutzen
aus dieſer in günſtigſter zentraler Lage errichteten
Bera=
tungsſtelle ziehen. Eine Vergrößerung der Wartehalle
würde ſich nur ſchwer durchführen laſſen, wie die
Ver=
handlungen bei Errichtung des jetzigen Bauweſens
zeig=
ten. Es iſt daher beantragt, eine Aenderung der inneren
Einteilung der Wartehalle vorzunehmen, die dem
Vex=
kehrsverein günſtigere Raumverhältniſſe gewährt, ohne
dem Zwecke der Wartehalle als Unterſtand für Fahrgäſte
der Straßenbahn bei ſchlechter Witterung allzu ſehr
Ab=
trag zu tun. Die Koſten der Aenderung ſind auf 720
Mark veranſchlagt. Der Antrag wird nach dem Referat
des Stadtv. Markworth angenommen.
Aufſtellung von Preisverzeichniſſen.
Die für die einzelnen Arbeiten bei der Unterhaltung
und dem Neubau ſtädtiſcher Gebäude feſtgeſetzten Preiſe
(die ſogen. Tarifpreiſe) bedürfen einer Neufeſtſetzung. In
Gemeinſchaft mit Mitgliedern des Hochbau=Ausſchuſſes
und Vertretern der betr. Handwerker hat das
Stadtbau=
amt eine Neuregelung vorgenommen. Die
Stadtverwal=
tung beantragt, dieſer zuzuſtimmen mit Wirkung vom 1.
April 1914 ab. Nach dem Referat des Stadtv. Werner
ſtimmt die Verſammlung zu.
Aufhebung der Kautionspflicht.
Stadtv. De. Lindt: Bei Erteilung von
Bauerlaub=
nis außerhalb des Bebauungsplans haben die
Baugeſuch=
ſteller eine Kaution zu hinterlegen zum Gewähr dafür,
daß das ſämtliche Gelände, das zur Anlegung aller
Stra=
ßen, die bei dem Bauvorhaben in Betracht kommen,
koſtenlos in das Eigentum der Stadt übergeht und ihr
für die Straßenherſtellung keine Koſten erwachſen. Weiter
ſoll die Kaution verhaftet ſein für Forderungen der Stadt
an die Bauenden für Kanaliſation, Waſſer= und
Gasver=
ſorgung. Die Kaution hat aber jetzt, nach Inkrafttreten
der geänderten Paragraphen 8—10 des Ortsbauſtatuts
kei=
nen Zweck mehr zu erfüllen, da dieſe Beſtimmungen eine
Handhabe bieten, die der Stadt entſtehenden Koſten für
Geländeerwerbung und Straßenherſtellung von den zur
Zahlung Verpflichteten auf dem Verwaltungswege
beizu=
treiben. Auch die von den Straßenanliegern zu
entrichten=
den Koſten für Verſorgungsleitungen uſw deren
Feſt=
ſetzung und Erhebung durch Ortsſtatut und Grundſätze
ge=
regelt ſind, können im Nichtzahlungsfalle beigetrieben
werden. Die Stadtverwaltung beantragt deshalb, für die
Folge von Stellung einer Kaution abzuſehen und die
früher hinterlegten Kautionen zurückzugeben. — Der
An=
trag wird debattelos angenommen.
Krankenverſicherung der ſtädtiſchen
Bedienſteten.
Stadtv. Saeng: Durch Inkrafttreten des 2. Buches
der Reichsverſicherungsordnung iſt die
Krankenverſiche=
rungspflicht mit Wirkung vom 1. Januar 1914 auf alle
ſtädtiſche Bedienſteten, deren Einkommen den Betrag von
2500 Mark jährlich nicht überſteigt, ausgedehnt worden,
während bisher nur die in ſtädtiſchen Betrieben
beſchäftig=
ten Bedienſteten mit einem Einkommen bis zu 2000 Mark
der Krankenverſicherungspflicht unterlagen. Dieſen
letz=
teren iſt auf Grund Beſchluſſes der Stadtverordneten=
Verſammlung vom 17. Auguſt 1893 und 22. Oktober 1903
die Fortzahlung des Gehaltes auf die Dauer von 26
Wochen zugeſichert, wodurch ihre Befreiung von der
Kran=
kenverſicherungspflicht erreicht wurde. Der
Oberbürger=
meiſter beantragt die Ausdehnung dieſer Beſchlüſſe auch
auf die jetzt neu krankenverſicherungspflichtig gewordenen
ſtädtiſchen Bedienſteten. — Stadtv. Dr.=Ing. Heyd
ver=
breitet ſich hierbei eingehend über die Schattenſeiten dieſer
Verſicherung, die die kleinen Unternehmer ſehr
gefahr=
bringend benachteilige zugunſten des Großkapitals.
Stadtv. Aßmuth widerſpricht dem. Seit die ſoziale
Verſicherung beſteht, ſind Handel und Induſtrie eminent
gewachſen. — Bürgermeiſter Mueller macht darauf
auf=
merkſam, daß dieſe Fragen eigentlich nicht hierher gehören.
Der Antrag wird nach weiterer Debatte angenommen.
Zuſchuß zur Hofmuſik.
Es iſt um Bewilligung eines ſtädtiſchen Zuſchuſſes zu
dem Witwen= und Waiſenfonds der Großh. Hofmuſik
nachgeſucht worden mit der Begründung, daß durch die
Billettſteuerpflicht der zum Beſten des Fonds von der
Hof=
muſik alljährlich veranſtalteten Konzerte der dem
Fonds zugute kommende Ertrag ganz erheblich
herab=
gemindert werde, beſonders durch die ausgedehnte
Konzerttätigkeit des Richard Wagner=Vereins uſw. Die
Verwaltung vermag angeſichts des ungünſtigen
Voran=
ſchlagsabſchluſſes das Geſuch nicht zu befürworten.
Auch eine Befreiung von der Billettſteuer, die erbeten
worden war, kann nicht in Frage kommen. Der Referent,
Stadtv. Dr. Noellner, tritt für den Ausſchußantrag ein.
Von Stadtv Aßmuth iſt vorgeſchlagen, Konzerte zu
er=
mäßigten Eintrittspreiſen im Saalbau zu veranſtalten.
Die Ergebniſſe ſollen dann dem erwünſchten Zweck dienen.
Der Antrag wird angenommen.
Beitrag zum Friſeur=Verbandstag.
Im Juni d. J. ſoll hier der 41. Verbandstag
des Süddeutſchen Bezirksverbandes der
Friſeure ſtattfinden. Der Vorſtand der Darmſtädter
Friſeurinnung ſucht mit der Begründung, daß der
Ver=
bandstag und die mit ihm verbundene Ausſtellung der
Stadt einen lebhaften Verkehr brächten, um Bewilligung
eines ſtädtiſchen Beitrags zu den Koſten nach. Nach dem
Referat des Stadtv. Kahn wurden 200 Mark Beitrag
be=
willigt.
Beſſeitigung einer Bedürfnisanſtalt.
Die vorhandene Bedürfnisanſtalt auf dem Marltplatz
muß alsbald beſeitigt werden und ſoll auf dem alten
Schlachthausplatz Aufſtellung finden. Die Verwaltung
ſtellt dahingehenden Antrag, der nach dem Bericht des
Beig. Ekert angenommen wird. — Stadtv. v. Heſſert
bittet, die Errichtung eines größeren Bedürfnishäuschens
auf dem Marktplatz dafür nicht zurückzuſtellen. — Stadtv.
K. Lautz tritt ebenfalls für Vermehrung der
Bedürfnis=
häuſer ein. — Ueber den
zweigleiſigen Ausbau der Straßenbahn
in der Dieburger Straße
und Weichenanlage beim neuen Friedhof referiert Beig.
Ekert. Der vermehrte Betrieb macht dieſe Arbeiten
not=
wendig; die Koſten, die der Stadt dazu erwachſen, betragen
4500 Mark. Der Antrag wird angenommen
Darauf wird die Sitzung geſchloſſen.
Parlamentariſches.
Zur Beſoldungsvorlage. Die
Frak=
tion des Bauernbundes nahm geſtern Stellung
zu den Beſchlüſſen der Ausſchüſſe der beiden Kammern,
die im Einverſtändnis mit der Regierung bezüglich der
Lehrergehälter gefaßt wurden. Zehn Mitglieder
erklärten, gegen die Beſoldungsvorlage zu
ſtimmen mit Rückſicht auf die weitgehenden Beſchlüſſe
bezüglich der Lehrergehälter, drei Fraktionsmitglieder
werden für die Vorlage ſtimmen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 12. März. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 2.18 Uhr. Auf der Tagesordnung
ſteht zunächſt die erſte Beratung eines Geſetzentwurfes,
be=
treffend Bürgſchaften des Reiches zur
Förderung des Baues von Kleinwohnungen für Reichs=
und Militärbedienſtete.
Miniſterialdirektor Dr. Lewald: Dieſer kleine
Geſetz=
entwurf ſpricht eigentlich für ſich ſelbſt. In den letzten
Jahren ſind je vier Millionen für die Zwecke des
Klein=
wohnungsbaues zur Verfügung geſtellt worden, im
gan=
zen 41 Millionen Mark. Davon ſind acht Millionen
be=
reits verwendet worden. Wir wollen durch dieſen
Geſetz=
entwurf erreichen, daß wir Baugenoſſenſchaften gegenüber,
welche die Sicherheit bieten, daß ſie zu erſchwinglichen
Preifen Wohnungen zur Verfügung ſtellen können,
Bürg=
ſchaften übernehmen gegen eine Verzinſung unſerer
Gel=
der von 3½ Prozent. Beſondere Bedeutung gewinnt der
Entwurf dadurch, daß wir auch erſte Bauhypotheken
über=
nehmen wollen. Gewiſſe Vorſicht iſt natürlich bei der
Verwendung der Gelder notwendig, damit wir nicht
ge=
nötigt ſind, das ganze Baugeld herzugeben. Wir haben
die Hoffnung, daß durch diejes Geſetz unſere gering be.
ſoldeten Reichsbedienſteten billige Wohnungen beſchafft
werden können.
Abg. Göhre (Soz.): Wir wollen anerkennen, daß in
dieſem Geſetz ein gewiſſer Fortſchritt zu erblicken iſt auf
dem Wege einer reichsgeſetzlichen Fürforge. Neu iſt, daß
nicht nur Kredite, ſondern auch Bürgſchaften übernommen
werden ſollen. Für ſolche Genoſſenſchaften, die dieſe
Bürg=
ſchaften in Anſpruch nehmen, müſſen beſondere Kautelen
geſchaffen werden. Dieſes Geſetz geht nicht weit genug,
man hätte ſich das öſterreichiſche Geſetz zum Muſter
neh=
men ſollen. Hauptaufgabe der Kommiſſion wird ſein, zu
verſuchen, den Kreis der Baugenoſſenſchaften, die die
Wohl=
tat einer Bürgſchaftshypothek haben ſollen, ſo zu
erwei=
tern, daß alle Baugenoſſenſchaften gemeinnützigen
Cha=
rakters mit beteiligt werden. Ich beantrage, den Entwurf
der bereits beſtehenden Wohnungskommiſſion zu
über=
weiſen. (Beifall links.) — Abg. Diez (Ztr.): Auch wir
erkennen an, daß dieſer Geſetzentwurf einen erheblichen
Fortſchritt bedeutet. Er dürfte keinen Widerſtand finden,
weil die Wohnungsfrage anerkanntermaßen von
außer=
ordentlicher ſozialer wirtſchaftlicher und ſittlicher
Bedeu=
tung iſt. Ein Reichswohnungsaufſichtsamt muß geſchaffen
werden. Das Geſetz ſoll dafür ſorgen, daß auch einzelne
Beamte in die Lage verſetzt werden, ſich ſelbſt mit
Reichs=
mitteln ein kleines Häuschen zu bauen. — Abg.
Schulen=
burg (natl.): Wir begrüßen gleichfalls den Geſetzentwurf
mit Freude. Allerdings ſind wir der Anſicht, daß der
Be=
trag von 25 Millionen, der hier für Bürgſchaft eingeſetzt
iſt, etwas reichlich wenig iſt. Wir betrachten den
Geſetz=
entwurf nur als Abſchlagszahlung. Daß das Reich ſich
Sicherheiten für ſeine Bürgſchaften auf den verſchiedenſten
Gebieten ſtellen läßt, wie es die ſofortige Kündbarkeit beim
Erlöſchen der Feuerverſicherung darſtellt, iſt
ſelbſtverſtänd=
lich und erklärlich. Wie werden in der Kommiſſion gern
mitarbeiten.
Abg. Frommer (konſ.): Auch meine Partei ſteht der
Vorlage ſympathiſch gegenüber und wird in der
Kom=
miſſion mitarbeiten um den Entwurf weiter auszubauen.
(Bravo.) — Abg. Dr. Wendorff (Fortſchr. Vpt.): Wir
werden uns bemühen in dem Geſetz Erweiterungen
her=
beizuführen, auch hinſichtlich der Uebernahme von zweiten
Hypotheken. Mit größeren Verluſten wird nicht zu rechnen
ſein. Die Schaffung guter Wohnungen iſt die vornehmſte
Aufgabe für das Wohl des Vaterlandes. Hoffentlich
ar=
beitet die Kommiſſion recht ſchnell. (Bravo.) — Abg. Dr.
Arendt (Reichspt.): Hier iſt der erfreuliche Erfolg zu
erzeichnen, daß der Reichstag einmütig für einen
Geſetz=
entwurf eintritt. Ich glaube nicht, daß die
Bürgſchafts=
übernahme überhaupt irgend welche Verluſte mit ſich
bringen wird. Die Grenze iſt etwas zu eng gezogen.
Be=
ſonders zu begrüßen iſt, daß die Bürgſchaften nur für
ſolche Hypotheken=Darlehen übernommen werden dürfen,
für die eine Tilgung feſtgeſetzt iſt. Durch dieſen
Fort=
ſchritt wird hoffentlich auch die Frage der
Bürgſchafts=
bernahme für den Realkredit im allgemeinen in Fluß
gebracht. — Abg. Mumm (Wirtſchftl. Vgg.): Wir müſſen
uns wundern, daß eine ſolche Vorlage, welche allgemeine
Zuſtimmung findet, nicht ſchon längſt gemacht worden iſt.
Die hier vorgeſehene Summe von 25 Millionen Mark iſt
ja ein gewiſſer Schritt vorwärts. Wir müſſen aber
über=
egen, ob wir nicht weiter gehen können. Zu begrüßen iſt,
daß das Erbbaurecht durch den Entwurf indirekt gefördert
werden kann. Sollte in Preußen das Wohnungsgeſetz
nicht in geeigneter Weiſe zuſtande kommen, ſo müßte das
Reich vorangehen.
Damit ſchließt die Diskuſſion. Der Geſetzentwurf
geht an die Wohnungskommiſſion.
Es folgt die dritte Beratung des
Poſtſcheckgeſetzes.
Abg. Dr. Südekum (Soz.): Mit der beſchloſſenen
Faſſung wird keine weitere Verbreitung des
Poſtſcheck=
weſens erzielt werden. Die kleinen Intereſſenten werden
benachteiligt. Die Entwickelung des Scheckverkehrs hängt
von der Verzinſung der Stammeinlagen und des täglichen
Geldes ab. — Abg. Beck=Heidelberg (natl.): Wir können
uns nicht dazu herbeilaſſen, ein Staatsinſtitut zu ſchaffen,
das in das Gebiet der Depoſitenlaſſen eingreift. Sind
unſere Wünſche auch nicht alle erfüllt, ſo ſtellt das Geſetz
doch einen weſentlichen Fortſchritt dar. Wir beantragen,
dies Geſetz am 1. Juli 1914 in Kraft treten zu laſſen. Die
Poſtverwaltung gebraucht die Zwiſchenzeit, für ihre
nöti=
gen Anordnungen Für unſeren Handel und Wandel wird
das Geſetz in der jetzigen Faſſung weſentliche Vorteile
ſchaffen. (Beiſall.) — Abg. Gothein (Fortſchr.
Volkspt.): Gewiſſe Fortſchritte ſind bei dieſem Geſetz
nicht zu beſtreiten, wenn auch nicht alles erreicht worden
iſt. Unſer heutiges Bankweſen hat auch ſeine guten
Sei=
ten. — Abg. Dr. Südekum (Soz.): Ich denke nicht
daran, der jetzigen Regierung in Verbindung mit dem
Reichslag es überlaſſen zu wollen, über die Bedürfniſſe
einzelner Kredite zu befinden. — Abg. Nacken (Zentr.):
Wir ſehen das Geſetz als Abſchlagszahlung an. Sobald es
die Rentabilität des Poſtſcheckverkehrs geſtattet, erwarten
wir die Herabſetzung der Stammeinlagen und Gebühren.
Im Depoſitenkaſſenweſen liegt ſicher etwas im Argen. Es
kann aber nicht Aufgabe des Poſtſcheckweſens ſein, dieſe
Auswüchſe zu beſeitigen. — Damit ſchließt die Diskuſſion.
Das Geſetz wird definitiv angenommen. Das
Geſetz tritt am 1. Juli 1914 in Kraft.
Es folgt die zweite Leſung eines
Geſetzes über die Folgen der Verhinderung wechſel= und
ſcheckrechtlicher Handlungen im Ausland.
Das Geſetz will unter Berückſichtigung auf die durch
die kriegeriſchen Ereigniſſe auf dem Balkan notwendig
ge=
wordenen Moratorien, die eine rechtzeitige Vorlegung und
Proteſt=Erhebung verhindert haben und dgs
Rückgriffs=
echt der an dem Wechſelverkehr Beteiligten ſichert. Der
Entwurf wird entſprechend dem Kommiſſionsantrag
un=
verändert angenommen.
Es folgt die erſte Leſung des
Luftverkehrsgeſetzes.
Miniſterialdirektor Dr. Lewald: Infolge der
außerordentlichen großen Ausdehnung der Luftfahrt iſt
es nötig, die Frage des Verkehrs in der Luft zu regeln.
Nicht nur das Luftſchiffweſen, ſondern auch das
Flug=
zeugweſen iſt aus einer großen nationalen Bewegung
her=
aus gefordert worden. Wir haben 21 Luftſchiffe, eine
große Zahl von Flugzeugen, 16 große Luftſchiffhallen und
über das ganze Reich zerſtreut Luftſchiffſtützpunkte und
große Flugzeugplätze. Außerdem haben wir eine
Ver=
ſuchsanſtalt für Luftfahrt gegründet. Es la nahe, die
Frage des Luftverkehrs international zu regeln. England
und Oeſterreich ſind uns im Jahre 1911 mit geſetzlichen
Vorſchriften vorangegangen. Auch Frankreich iſt dieſem
Beiſpiel gefolgt. Wir gehen an das Geſetz mit dem
Ge=
fühl der Verantwortlichkeit des Schutzes der Perſon und
des Eigentums, um möglichſt die Zahl der Opfer, die die
Luftſchiffahrt verlangt, zu vermindern. Je ſtrenger die
Verkehrsvorſchriften ſind, um ſo mehr iſt die Sicherheit
geboten, daß nur derjenige ein Luftſchiff führt, der deſſen
Handhabung gründlich kennt. Durch den Entwurf ſoll die
Bahn für die Möglichkeit eines Verkehrs in der Luft, wie
er vielleicht mit der Zeit durch Geſellſchaften ſich
heraus=
bilden wird, frei gemacht werden. Gewiſſe Vorſchriften
können nicht gleich geſetzlich geregelt werden, ſondern
müf=
ſen dem Bundesrat überlaſſen bleiben. Der Geſetzentwurf
hat im allgemeinen eine freundliche Kritik gefunden. Nur
bezüglich der Haftpflicht ſind verſchiedene Widerſtände
zutage getreten. Man muß die notwendige Grenze
inne=
halten zwiſchen den Gefahren, die der Allgemeinheit durch
Flugzeuge drohen und dem Riſiko, das die
Flugzeugfabri=
ken übernehmen müſſen. Hoffentlich gelingt es in der
Kommiſſion, den richtigen Weg zu finden. So wie ſich
die deutſchen Luftſchiffe das Vertrauen des deutſchen
Vol=
kes erworben haben, ſo hoffe ich, daß es den deutſchen
Technikern und Ingenieuren gelingt, unſer Flugweſen zu
einer ſolchen Höhe zu bringen, daß auch darin
Deutſch=
land in der Welt voran iſt. (Bravo.)
Abg. Dr. Landsberg (Soz.): Die Aufſtieg=,
Lan=
dungs= und Flugplatzvorſchriften ſchreien förmlich nach
internationaler Regelung. Wenn England zurzeit für eine
internationale Regelung nicht zu haben iſt, dann ſollten
wir es doch mit anderen Staaten verſuchen. Es muß die
Möglichkeit da ſein, den Führern von Luftfahrzeugen die
Berechtigung zur Führung der Luftſchiffen wieder zu
neh=
men, wenn ſie ſich nachträglich als unzuverläſſia
heraus=
ſtellen. Eine ſtärkere Haftung der Fahrzeughalter würde
die Entwickelung der Induſtrie nicht hindern, ſondern
för=
dern. — Abg. Belzer (Zentr.): Hinſichtlich der
Haft=
pflicht ſtimme ich den Ausführungen Dr. Landsbergs zu.
Auch wir bedauern, daß eine internationale Regelung bis
jetzt noch nicht möglich war. Die Fragen der
Landes=
ſicherheit und Landesverteidigung bilden für uns die
Hauptſache Von dieſem Geſichtspunkt aus werden wir
an die Beratung der Vorlage herangehen. Durch
drako=
niſche Haftpflicht=Beſtimmungen darf man die weitere
Entwickelung des Luftverkehrs nicht hemmen. Das würde
aber geſchehen, wenn man auch Einflüſſe höherer Gewalt
der Haftpflicht unterwerfen wollte. Sonſt ſind aber
an=
gemeſſene Entſchädigungen zu zahlen. Wir werden
ver=
langen, daß eine Zwangshaftpflichtverſicherung geſchaffen
wird. (Beifall.) — Abg. Dr. Quarck=Koburg (natl.):
Hinſichtlich der Haftpflicht kann ich den beiden Vorrednern
nicht folgen. Ich halte eine vorſichtige Geſtaltung der
Ma=
terie für unbedingt erforderlich im Intereſſe der weiteren
Entwickelung des Luftfahrweſens. Die in der Vorlage
vorgeſehene Haftſumme erachte aber auch ich für zu
nie=
drig. — Abg. Dr. Oertel (konſ.): Wir freuen uns der
Fortſchritte im Luftverkehr, dürfen aber nicht vergeſſen,
daß es noch viel zu tun gibt, um den Verkehr auszubauen,
Auch für uns bildete die Sicherheit des Landes und
deſ=
ſen Verteidigung den Hauptgeſichtspunkt. Daß das
Ge=
ſetz noch einer Erweiterung fähig iſt, gebe auch ich zu,
Auch wir ſtimmen der Einſetzung einer 21gliederigen
Kom=
miſſion zu. (Beifall.) — Abg. Siehr=Inſterburg (
Fort=
ſchrittliche Volkspt.): Wir blicken mit Bewunderung auf die
todesmutigen Eroberer der Luft, die uns zu den großen
Erfolgen geführt haben. Die Entſchädigung genügt nicht,
eine Erhöhung muß in der Kommiſſion vorgenommen
werden. Für Zwangsgenoſſenſchaften fehlt zurzeit noch
die Unterlage für die Beitragsberechnung. —
Miniſterial=
direktor Dr. Lewald: Bei den Beſtimmungen über die
Zuſtändigkeit der Landeszentralbehörden anſtelle des
Bun=
desrats iſt eine Ungleichmäßigkeit der Maßnahmen nicht
zu befürchten. Bei Schauflügen iſt die Notwendigkeit
ſol=
cher Maßnahmen nicht zu umgehen. — Abg. Bender
(Soz.) Das Geſetz enthält keinen Anhalt dafür, ob nach
dem Inkrafttreten dieſes Geſetzes Privatfliegerſchulen
wei=
ter beſtehen dürfen oder nicht. Auch fehlt es an jeder
Schutzbeſtimmung für Flugzeugſchüler und das ſonſtige
Perſonal.
Damit ſchließt die erſte Leſung. Die Vorlage
geht an eine Kommiſſion von 21
Mit=
gliedern.
Darauf wird vertagt. Nächſte Sitzung Freitag
10 Uhr. Interpellation, betreffend das Metzer Duell
— Schluß ¾ 7 Uhr.
* Berlin, 12. März. Gegen Schluß der Sitzung
der Budgetkommiſſion des Reichstages
ent=
ſpann ſich eine längere Geſchäftsordnungsdebatte über die
weitere Arbeit der Kommiſſion. Es wurde beſchloſſen,
dem Präſidium des Reichstages vorzuſchlagen, außer dem
nächſten Montag, der nach dem Beſchluſſe des
Senioren=
konvents frei bleiben ſoll, auch Dienstag und Mittwoch
plenarſitzungsfrei zu laſſen, damit die Budgetkommiſſion
Zeit für die Weiterberatungen gewinnt. Dann ſoll der
Kolonialetat beendigt und die Beſoldungsnovelle und das
Etatsnotgeſetz beraten werden und hierauf der Militäretat
folgen.
* Berlin, 12. März. Der 24. Kommiſſiondes
Reichstages lag betreffs der Sonntagsruhe im
Handelsgewerbe folgender nationalliberaler
An=
trag vor: In Grenzgebieten, welche an Staaten grenzen,
in denen an Sonn= und Feſttage überhaupt keine oder
eine weſentlich kürzere Sonntagsruhe in den im Betriebe
offenen Verkaufsſtellen herrſcht, kann die
Landeszentral=
behörde die Beſchäftigung bis zu fünf Stunden zulaſſen,
In der Begründung wurde beſonders auf Aachen, auf die
an der belgiſch=holländiſchen Grenze liegenden Orte und
andere Grenzorte, wie Konſtanz, Trier uſw.,
hingewie=
ſen. Der Antrag wurde gegen 11 Stimmen angenommen,
Elſaß=Lothringiſcher Landtag.
Straßburg, 12. März. In der dritten
Le=
ſung wurde heute von der Zweiten Kammer die
von der Regierung verlangte Vermehr ung der
Schutzmannſchaften in den großen Stäften nach
nochmaligem ſcharfen Eintreten des Staatsſekretärs, der
ndernfalls die Verantwortung für die Sicherheit der
großen Städte ablehnen zu müſſen erklärte mit großer
Mehrheit angenommen. Ein Antrag der
ſozialdemokra=
tiſchen Partei auf Streichung dieſer Vermehrung wurde
abgelehnt, ebenſo wurde beim Gendarmerie=Etat die
Fox=
derung der Regierung zum größten Teil wiederhergeſtellt,
insbeſondere die Forderung für den Gerichtsoffizier. Die
Pferdeunterhaltungslkoſten der Gendarmerieoffiziere und
ebeamten, welche in der zweiten Leſung als künftig
wegs=
fallend bezeichnet waren, ſollen, wie es in Preußen bereits
geſchehen iſt, künftig zuſammen mit den
Reiſekoſtenabfin=
dungen der Offiziere im nächſten Jahre in einer Summe als
„Dienſtaufwandsentſchädigung” auf eine neue
Grundlagege=
ſtellt werden. Die Gehälter der Gendarmerieoffiziere wurden
überhaupt nicht, wie von anderer Seite unrichtiger Weiſe
gemeldet worden war, geſtrichen.
In der fortgeſetzten Etatsberatung äußerte die Zweite
Kammer einmütig den Wunſch nach Erlaß einer
Lan=
desbauordnung und eines Landeswohnungsgeſetzes.
Staatsſekretär Graf Rödern gab eine zuſtimmende
Er=
klärung ab mit dem Hinweis daß auch das Ortsbild
ge=
ſchützt werden müſſe. Auf die Bitte des Abg. Weber
(Lothr.) ſtellt der Staatsſekretär eine Reform des
Melde=
weſens dahin in Ausſicht, daß nicht nur die Vermieter
ſondern auch die Mieter meldepflichtig ſein ſollen. Nach
einer Auseinanderſetzung der Abgg. Fuchs (Soz.) und
Wolf (lib.) über die Verkehrspolitik der Stadt
Straß=
burg, wurde der Polizeietat erledigt. Zu Kapitel „
Gen=
darmerie” führte Abg. Dr. Pfleger (Ztr.) u. a. aus, in
dem Prozeß gegen den Oberſten von Reuter habe
Gen=
darmeriehauptmann Schotten Aeußerungen getan, die eine
ſchwere Kränkung der Ortspolizei von Zabern darſtellten.
Bis jetzt habe man nichts gehört, daß gegen dieſen
Haupt=
mann etwas geſchehen ſei. Nach einem Proteſt gegen die
Verſetzung des Hauptmanns Schotten nach Zabern, durch
welche die Bevölkerung direkt vor den Kopf geſtoßen
werde, brachte Redner verſchiedene Wünſche der
Gen=
dacmen zur Sprache. Im weiteren Verlaufe der Sitzung
baten mehrere Abgeordnete um Abſtellung von
Beſchwer=
den hinſichtlich der Einquartierungslaſten. Schließlich
ſtand noch ein ſozialdemokratiſcher Antrag auf Abſchaffung
der Prügelſtrafe in der Volksſchule zur Abſtimmung, der
mit großer Mehrheit abgelehnt wurde.
Franzöſiſche Kammer.
* Paris 12. März. Die Kammer beriet heute
den Geſetzentwurf über die Aufſtellung der
Ka=
ders und über die Effektivbeſtände der
verſchie=
denen Waffengattungen. Jaurés erklärte, der Entwurf
mache die Rückkehr zum zweijährigen Dienſt unmöglich;
er nannte den Entwurf ein Blendwerk (Oeupre de Fäcade),
Der Entwurf fordere zum Beiſpiel Pferde für neue
Regi=
menter, während ſchon jetzt die nötigen Pferde für die
vorhandenen Regimenter fehlten. Ferner Lerlange, er
neue Offiziere, während ſchon jetzt 2500 Offiziere und
6000 Unteroffiziers=Stellen nicht beſetzt ſeien. Jaurés
ta=
delt den Entwurf, weil er an der Grenze ſelbſtändige
Re=
gimenter von Reſerviſten ſchaffen wolle, während man ſich
frühee immer ſcheute, eine zu große Anzahl von Reſerviſten
den Regimentern einzuverleiben. Jaurés ſchloß: Das
Dreijahrgeſetz wird unter der ſozialen, finanziellen und
wirtſchaftlichen Laſt zugrunde gehen. Wenn das
Parla=
ment ſich weigert, es abzuſchaffen, werden die Sozialiſten
in dieſer Sache einen Appell an das Land richten,
Beifall auf der äußerſten Linken und verſchiedenen
Bän=
ien der Linken.) Am Schluſſe der Vormittagsdebatte
wies der Deputierte Lefévre auf die wohltätige
Wirkung des Dreijahrgeſetzes hin, an das man
gegen=
wärtig aus Rückſicht auf die Wählerſchaft nicht rühren
wolle. Wenn eine Regierung einmal auf ihre eigene
Ver=
antwortung einen neuen Entwurf einbringen werde, dann
werde man denſelben prüfen, aber einem parlamentariſchen
Initiativantrag, durch welchen die Dringlichkeit des
Mili=
tärdienſtes bekundet werden ſollte, werde ſich eine
ent=
ichloſſene Mehrheit entgegenſtellen. (Bewegung.)
Frank=
reich iſt friedlich, es hat ſein Unglück nicht vergeſſen, aber
Es iſt überzeugt, daß ein Krieg eine ſolche Kataſtrophe für
lle Nationen wäre, daß es niemals die Verantwortlichkeit
labernehmen werde, ihn zu entfeſſeln. Es handelt ſich nicht
varum, die Vergangenheit zu regeln, ſondern darum, die
Segenwart zu verteidigen. Nicht ein Gedanke der
Re=
wanche beſeele Frankreich, ſondern der Wille, zu leben und
zich zu verteidigen. Die Waffe iſt drückend und koſtſpielig,
aber weniger ſchwer und weniger koſtſpielig, als es die
Miederlage wäre. (Lebhafter Beifall.) Heute ſind 280000
Mann an der Oſtgrenze zur Verteidigung des
Vaterlan=
des bereit. Das iſt ein erhebender Troſt für jene, welche
kür das Dreijahrgeſetz geſtimmt haben. (Lebhafter
Bei=
aall.) Mehrere Deputierte beantragen den Maueranſchlag
für die Rede Lefèvre. Die Sozialiſten beantragen den
Maueranſchlag für die Rede Jaurés. Auf Anſuchen
Le=
bévres wird jedoch der Antrag auf Anſchlag ſeiner Rede
furückgezogen.
In der Nachmittagsſitzung wurde die Beratung
fort=
weſetzt. Thalamas erklärte, daß er den Entwurf als
Folge des Dreijahrgeſetzes annehme, aber ein feſter
An=
wänger der Rückkehr zum Zweijahrgeſetz ſei. Der
Be=
trichterſtatter Theodor Treignier ſetzte die Tragweite des
Beſetzentwurfes auseinander, in dem angeſtrebt werde, die
Kaders mit den tatſächlichen Beſtänden in Einklang zu
Oringen. Der Geſamtbeſtand an Unteroffizieren werde in
FFrankreich von 50 165 auf 59018 ſteigen, während die
Deutſche Armee 1915 mehr als 107000 Unteroffiziere
be=
itzen werde. Die Zahl der franzöſiſchen Offiziere werde
von 21 532 auf 22048 ſteigen. Der Berichterſtatter erklärte,
er befürchte keine Schwierigkeiten, die Mindeſtziffern der
Effektivbeſtände zu erreichen.
Luftfahrt.
Geheimnisvolles Flugzeug.
* Paris, 12. März. Aus Lunéville wird
ge=
rneldet: Ein Flugzeug, das von Oſten zu kommen ſchien
und deſſen Nationalität unbekannt iſt, ſtürzte während
eines Schneeſturmes in der Nähe des Forts Manonviller
oberhalb des Waldes von Mondon ab und
ver=
ſchwand. Die von den militäriſchen und Zivilbehörden
angeſtellten Nachforſchungen blieben bisher ergebnislos.
* Altmünſterol (Oberelſaß), 12. März. Von
Belfort kommend, überflog geſtern nachmittag ein Ein=
Decker in beträchtlicher Höhe Altmünſterol und
ver=
ſchwand dann wieder in der Richtung gegen
Bel=
ffort.
* Straßburg, 12. März. Zu dem aus
Luné=
ville gemeldeten angeblichen Flugzeugunfall erfährt das
WW. T.=B. ſeitens der Fliegerſtationen in Straßburg und
Metz, daß bei dieſen beiden Stationen kein Flugzeug
abgängig iſt.
* Deutſch=Avricourt, 12. März. Das zwiſchen
Lunéville und Baccarat im Schneeſturm geſtern
ab=
geſtürzte Flugzeug, nach dem Militär und
Gendar=
enerieaufgebote den Wald bis jetzt ergebnislos abgeſucht
Haben, iſt, wie hier an der Grenze jetzt beſtimmt verlautet,
ein Aeroplan franzöſiſchen Urſprungs, der
vermutlich in Epinal ſtationiert war.
* Paris, 12. März. Aus Marſeille wird den
Blättern gemeldet, daß der Flieger Vedrines ſich an
Bord des deutſchen Dampfers „Prinz Heinrich” nach
Allexandria eingeſchifft hat, obgleich ihn der
Hafenkomman=
dant davor gewarnt habe, da er wegen ſeines Fluges
üüber Deutſchland vom Reichsgericht in Leipzig wegen
Spionage in contumaciam zu einem Jahr Gefängnis
ver=
wrteilt worden ſei und Gefahr laufe, an Bord des
deut=
ſſchen Dampfers verhaftet zu werden. Der Kapitän des
„Prinz Heinrich” habe Vedrines ſehr liebenswürdig
auf=
genommen, jedoch erklärt, daß er, falls er einen Haftbefehl
erhalte, genötigt ſein würde, dieſen auszuführen. Nach
eeiner anderen Meldung ſoll Vedrines im letzten
Augen=
blick die Reiſe aufgeſchoben haben, um ſich auf einem fran=
Zöſchen Schiffe nach Aegypten zu begeben.
* Konſtantinopel, 12. März. Der zweite
Mi=
litärflieger Nuris, der verſuchte, von
Konſtanti=
mopel nach Aegypten zu fliegen und geſtern nachmittag in
Jaffa nach Jeruſalem aufgeſtiegen war, iſt alsbald ins
Meer geſtürzt. Er iſt bald an den erlittenen
Ver=
kletzungen geſtorben. Sein Begleiter, Hauptmann
Js=
rmael Hakki, rettete ſich durch Schwimmen an Land.
Hochwaſſer.
* Worms, 12. März. Das Waſſer des Rheins iſt
geſtern nachmittag nur ganz langſam geſtiegen und
gegen Abend zum Stillſtand gekommen.
* Mainz, 12. März. Während der Rhein geſtern
von 3,64 auf 3,91 Meter geſtiegen iſt, hat der Waſſerſtand
bis heute früh um 10 Zentimeter zugenommen
und hat jetzt Stillſtand erreicht.
* Koblenz, 12. März. Der Rhein hat in der
verfloſſenen Nacht mit 6,90 Metern ſeinen Höchſtſtand
er=
reicht und iſt bis heute morgen um 3 Zentimeter gefallen.
Auch die Moſel fällt ſeit heute früh. Der Schaden, den
das Hochwaſſer angerichtet hat, iſt ſehr bedeutend. Das
Waſſer hat den Höchſtſtand von 1910 beinahe wieder
er=
reicht.
Vom Balkan.
Eine Proklamation des Königs von Albanien.
* Durazzo, 12. März. Der König von
Alba=
nien hat folgende Proklamation erlaſſen:
Albaneſen! In dem Augenblick, wo wir den Thron
beſteigen, erwarten wir, daß Ihr Euch alle um
Euren König ſchart und mit uns an der Erfüllung
unſerer nationalen Beſtrebungen arbeitet. Albaneſen!
Heute tritt das freie, unabhängige Albanien in einen
neuen Abſchnitt ſeiner Geſchichte ein. Das Geſchick des
Vaterlandes iſt von nun an den Händen des Königs,
der Weisheit der Regierung und der
Tüch=
tigkeit der Vaterlandsfreunde anvertraut.
Der Weg, der vor uns liegt, iſt lang und voll
Hinder=
niſſen, aber kein Hindernis iſt unüberwindlich für ein
Volk mit ruhmreichen Ueberlieferungen und einer
altehr=
würdigen Geſchichte, und für ein Volk, das, wie Ihr, den
mächtigen Willen hat, zu arbeiten und fortzuſchreiten.
Un=
ſere Pflicht und diejenige unſer Nachfolger wird es immer
ſein, auf das Wohlergehen der Nation mit all
unſeren Kräften bedacht zu ſein. Von dieſen Gefühlen
beſeelt, haben wir aus Euren Händen die albaniſche
Krone angenommen. Wilhelm I.
* Konſtantinopel, 12. März. Da der
Groß=
weſir die geſtrigen Vorſtellungen des ökumeniſchen
Pa=
triarchen wegen der den Griechen in den türkiſchen
Prövinzen von den Muſelmanen beſonders durch
Boy=
kott gemachten Schwierigkeiten mit der
Be=
gründung ablehnt, daß dem Patriarchen die Befugniſſe,
ſolche Beſchwerden zu vertreten, fehlen, hat der Patriarch
geſtern abend dem Großweſir eine Note übermittelt, in
der er, wie ein in den griechiſchen Blättern
veröffentlich=
tes Communiqué mitteilt, den Abbruch der Beziehungen
zum Kultusminiſterium erklärt und es dem Großweſir
überläßt, eine angemeſſene Genugtuung für das
Patriar=
chat ausfindig zu machen.
Konzerte.
mm. Unter den Konzerten, die ſich beſonderer
Beliebt=
heit erfreuen, hat ſich ſeit einigen Jahren dasjenige zu m
Beſten verwaiſter Töchter von Poſtbeamten
und Poſtunterbeamten („Töchterhort”)
ein=
gebürgert. Aus den früheren Programmen ſchon hatte
man den Eindruck gewonnen, daß — obwohl für einen
wohltätigen Zweck veranſtaltet — in dieſem Konzert nur
gediegene Muſik in guter Ausführung geboten wird. Auch
das diesjährige Programm wies nur ſolche auf und man
kann aus ihm das Beſtreben nach immer größerer
Ver=
vollkommnung leicht herausleſen.
Beſonders glücklich war die Wahl der Soliſtin,
Hof=
opernſängerin Frl. Gertrud Geyersbach, deren
Ge=
ſangskunſt ſchon oft gerühmt wurde, die aber bei beſter
Dispoſition ihrer ſympathiſchen Sopranſtimme ſich
anſchei=
nend noch immer mehr hinſichtlich des Vortrags vertieft
hatte. Unter ihren Vorträgen ſtehen obenan A.
Mendels=
ſohns drei Lieder St. Nepomuks Vorabend, Die
wan=
delnde Glocke und (zum erſten Male) Erleuchtung, eine
prachtvolle Vertonung eines ſtimmungsvollen Gedichtes
von Mathilde Merck. Drei andere Lieder von
Weingart=
ner (Plauderwäſche), Strauß (Cäcilie) und Pfitzner (
Gre=
tel) erfreuten durch die Vortragskunſt, namentlich das
zu=
letzt genannte. Keine geringe Aufgabe ſiel weiter Herrn
Friedrich Roth am Klavier zu, der auch ſoliſtiſch ſein
Können in den Dienſt der Sache ſtellte. Temperamentvoll
ſpielte er auswendig mit dem Orcheſter (
Militärmuſik=
kapellen) unter Leitung von Herrn Obermuſikmeiſter
Hugo Hauske das Klavierkonzert von Op. 23 von P.
Tſchaikowsky, deſſen langſamer Satz von Orcheſter und
Soliſt am beſten ausgeführt wurde, während den bewegten
Sätzen ſtellenweiſe die letzte Feile fehlte. Immerhin war
das Konzert, wie auch Liſzts Phantaſie über Ungariſche
Volksmelodien für Klavier und Orcheſter (wohl die beſte
Inſtrumentalnummer des Abends) eine ſehr
anerkennens=
werte Leiſtung für einen Mann, der die Tonkunſt neben
ſeinem Beruf als Vergnügen betreibt und in der
glück=
lichen Lage iſt, ſie unabhängig von materiellen Sorgen
ausüben zu können.
Die ſinfoniſche Dichtung Les Préludes von Franz
Liſzt ergänzte in paſſender Weiſe als ſelbſtändige
Or=
cheſternummer das Programm. Möge der materielle
Er=
folg auch dem idealen Wert der Veranſtaltung entſprochen
haben, was bei dem guten Beſuch der Woogsturnhalle,
in der das Konzert diesmal ſtattfand, der Fall ſein dürfte
Darmſtadt, 13. März.
W-l. Großh. Hoftheater. Kienzls populäre Oper „Der
Evangelimann” deren Zugkraft ſich bei jeder
Wie=
deraufführung von neuem bewährt, ging heute bei nur
mäßig beſuchtem Hauſe wieder in Szene. Die
Haupt=
partien waren wie früher durch Herrn Becker (Mathias),
Herrn Weber (Johannes) und Fräulein Jacobs
(Magdalene) beſotzt, welche durch ihre bekannten trefflichen
Leiſtungen der Oper in erſter Linie den Erfolg ſicherten.
Die Partie der Martha ſang zum erſten Male Fräulein
Feiſtle, die ſeit Beginn dieſer Saiſon unſerer Bühne
angehört und erſt ſpät vor eine größere Aufgabe geſtellt
worden iſt. Sie beſitzt außergewöhnlich ſchöne äußere
und ſtimmliche Mittel, es fehlt ihr aber noch an Uebung
und Routine, die ſie am beſten und allein durch häufigere
Beſchäftigung erwerben kann. Die Stimme, die ſich
na=
mnentlich in der tieferen Lage durch volle und ſchöne Töne
auszeichnet, würde noch tragfähiger ſein, wenn die
Ton=
bildung offener wäre und ihr ein freieres Entfalten ihrer
ſchönen Mittel ermöglichte. Ihr ſauberer Vortrag
bekun=
dete im übrigen muſikaliſches Empfinden. Fräulein Feiſtle
beſitzt alle Mittel für eine dramatiſche Sängerin, müßte
aber vor allen Dingen mehr Gelegenheit haben, ſich
künſt=
leriſch zu betätigen und ſich Routine zu erwerben und muß
natürlich auch noch vieles zulernen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 12. März. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung meldet: Der Kaiſer wohnte heute im
Miniſte=
rium der öffentlichen Arbeiten einem mit der
Vorfüh=
rung zahlreicher Modelle verbundenen
Vortrage bei, der von dem Vortragenden Rat des
Miniſteriums, Geh. Oberbaurat Hoogen, über Anlagen
zur Sicherung des Eiſenbahnbetriebes gehalten wurde.
Nach einem Ueberblick über die mit dem Eiſenbahnbetriebe
verbundenen Gefahren und die Ergebniſſe der
Unfallſtati=
ſtik erörterte der Vortragende die
Sicherungsvorrichtun=
gen, die Deutſchland und die anderen Staaten mit einem
dichten Eiſenbahnnetz und ſtarkem Verkehr angewendet
hätten. Es wurden die zur Sicherung der Zugfahrten
ienenden Streckenblockſyſteme beſprochen. Beſondere
Be=
rückſichtigung fanden die Vorrichtungen, die das
Ueber=
fahren der Halteſignale verhüten ſollen. Dabei wurden
Modelle der auf den preußiſchen Staatsbahnen in Verſuch
befindlichen Sicherungsvorrichtungen vorgeführt. An den
Vortrag, zu dem auch die höheren Beamten des
Miniſte=
riums eingeladen waren, ſchloß ſich ein Frühſtück, an dem
der Kaiſer mit Gefolge, ſowie Vertreter des Handels, der
Finanz und der Induſtrie teilnahmen.
* Berlin, 12. März. Heute vormittag 10 Uhr wurde
in der St. Hedwigskirche eine Trauerfeier für
Kar=
dinal Kopp abgehalten. In Vertretung des Kaiſers
erſchien Generaloberſt v. Keſſel, in Vertretung der
Kaiſerin Kammerherr von Winterfeld. Ferner waren
u. a. anweſend: Reichskanzler von Bethmann Hollweg,
Kultusminiſter von Trott zu Solz,
Landwirtſchaftsmini=
ſter von Schorlemer=Lieſer, Finanzminiſter Dr. Lentze,
Mi=
niſter des Innern von Dallwitz, Miniſter a. D. von Studt,
Hausminiſter a. D. von Wedel, Fürſt zu Solms=Baruth,
Fürſt zu Fürſtenberg, Herzog von Ratibor, Bürgermeiſter
Reicke, Polizeipräſident von Jagow und zahlreiche
Mit=
glieder der Geſellſchaft. Viele Vereine mit ihren Bannern
hatten ſich in dem Gotteshauſe aufgeſtellt. Das Requium
zelebrierte der fürſtbiſchöfliche Delegat Kleineidam.
* Mannheim, 12. März. Die in den 40er Jahren
ſtehende Frau des Schulinſpektors Kinkel übergoß ſich heute
vormittag in der Waſchküche mit Spiritus und zündete
ſich dann an. Sie verbrannte am ganzen Körper und war
ſofort tot. Die Frau hat die Tat in einem Anfall von
Geiſtesſtörung begangen.
* Stuttgart, 12. März. Die Regierung hat bei den
Ständen zur beſchleunigten Behandlung einen Entwurf
eingebracht, welcher im Intereſſe des
Heimat=
ſchutzes der Verkauf von Gegenſtänden, die einen
künſt=
leriſchen oder Altertumswert haben und ſich im Beſitze
von öffentlichen Körperſchaften befinden, verbietet. Die
Zweite Kammer nimmt bereits morgen die Beratung des
Entwurfes vor.
* Köln, 12. März. Heute nachmittag brach in einer
der Hauptverkehrsadern, „Unter der fetten Henne”, das
Hauptwaſſerrohr, das eine Stärke von 600 Millimeter
be=
ſitzt. Sofort war die ganze Umgebung unter Waſſer
ge=
ſetzt. Zwiſchen Dom und Hauptbahnhof ſtand das
Waſ=
ſer fußhoch, ſämtliche Keller waren überſchwemmt. Das
Pflaſter und der Stampfbeton der Straße war in einer
Länge von 100 Metern gehoben und geborſten. Auch die
Straßenbahnſchienen waren gehoben. Die Gefahr wurde
durch Abſperren des Hauptrohrs beſeitigt.
* Paris, 12. März. 500 Syrier, welche ſich
gegen=
wärtig in Ceara (Braſilien) infolge der dort
ausge=
brochenen Ruheſtörungen in Gefahr befinden, haben die
türkiſche Handelskammmer in Paris dringend gebeten,
die Intervention der franzöſiſchen
Regie=
rung zum Schutze ihres Lebens und Eigentums
anzu=
rufen.
* Paris, 12. März. Miniſterpräſident Doumerque
ordnete an, daß der franzöſiſche Geſandte in Rio de
Ja=
neiro alle Garantien für die Sicherheit der
ſyri=
ſchen Kolonie in Ceara ſchaffe.
* Paris, 12. März. Der ſchwediſche Miniſter
des Aeußern, Wallenberg, hatte geſtern eine
längere Unterredung mit dem Miniſterpräſidenten und
Miniſter des Aeußern Doumergue.
* Paris, 12. März. Nach einer Meldung aus
Ma=
drid ſei in der Unterredung zwiſchen General Liautey
und General Marina auch die Frage des Baues einer
Bahn Taza-Melilla erörtert worden.
* Boulogne ſur Mer, 12. März. Der Dampfer „Kap
Trafalgar” mit dem Prinzenpaar Heinrich von
Preußen iſt heute hier eingetroffen. An Bord iſt alles
wohl.
* Brüſſel, 12. März. Die Polizei verhaftete zwei
Franzoſen, die verſuchten, Papiere zu verkaufen, die
aus dem am 28. Februar in Paris beraubten
Poſt=
wagen herrühren.
* London, 12. März. Im Unterhaus fragte der
Abgeordnete Rees, ob mit Deutſchland bezüglich
Zentralafrikas. Kleinaſiens und hinſichtlich des
Handelsverkehrs mit Amerika
Verhand=
lungen geführt würden oder geführt wurden. Sir
Ed=
ward Grey antwortete: Mit Deutſchland ſind in der
jüngſten Zeit keine Abkommen getroffen worden,
ebenſo=
wenig werden gegenwärtig Verhandlungen bezüglich
Zen=
tralafrikas oder des Handelsverkehrs mit Amerika geführt.
Bezüglich Kleinaſiens möchte ich Rees auf die Antwort
verweiſen, die ich am 17. Februar erteilte; die damals
erwähnten Verhandlungen befinden ſich noch auf
demſel=
ben Fleck. Es ſind dies die Verhandlungen, auf welche
die Thronrede Bezug nahm.
* Konſtantinopel, 12. März. Der Kommandant des
4. Armeekorps teilte in Smyrna den Schiffsagenturen
mit, daß die Umgebung des Hafens von Smyrna von
Minen vollſtändig geſäubert ſei.
* Athen, 12. März. Ein lebhafter Zwiſchenfall in der
Kammer hatte ein Duell zwiſchen dem Führer der
Oppo=
ſition, Theotokis und dem Kammerpräſidenten
Za=
vitzanos zur Folge. Es kam zu einem einmaligen
Kugelwechſel; beide Gegner blieben unverletzt.
* Tetuan, 12. März. Die Polizei verhaftete zwei
Söhne eines Führers der Aufſtändiſchen
Harkn, die in der Stadt Munition gekauft hatten, und
beſchlagnahmte 25000 Patronen.
Die Wahlrechtsfrage in Braunſchweig.
* Braunſchweig, 12. März. In der heutigen Sitzung
der Landesverſammlung gab Staatsminiſter
Wolff zu der Frage der Abänderungd es
Land=
tagswahlrechtes eine Erklärung ab, in der es
heißt: Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß die herzogliche
Landes=
regierung auch in ihrer jetzigen Zuſammenſetzung dieſer
wichtigen Materie beſondere Aufmerkſamkeit und
Sorg=
falt zuwendet. Die Regierung, kann aber zurzeit mit einer
Vorlage nicht an die Landesverſammlung herantreten,
und zwar einmal, weil wegen der weſentlichen Aenderung
der Faktoren der Regierung eine ganz beſonders
ſorgfäl=
tige Prüfung der Sachlage und der Rechtslage eintreten
muß. Nichts wäre ſchädlicher, als Uebereilung. Dann aber
war die Regierung nicht in der Lage, weil die ſtatiſtiſchen
Erhebungen zur Erlangung der von der
Landesverſamm=
lung gewünſchten Unterlagen noch nicht abgeſchloſſen ſind.
Unter dieſen Umſtänden müſſen wir uns gedulden, bis
die ſtatiſtiſchen Unterlagen vorliegen. Ich kann aber
nicht in Ausſicht ſtellen, daß dies noch in
dieſer Tagung möglich iſt.
Eine neue Operation des Oberſtleutnants von Winterfeldt.
* Paris, 12. März. Wie aus Griſolles gemeldet
wird, hat der Zuſtand des Oberſtleutnants v.
Winter=
feldt eine neue ſchwere Operation notwendig gemacht.
* Paris, 12. März. Wie aus Griſolles gemeldet wird,
iſt die Operation an Oberſtleutnant v. Winterfeldt mit
gutem Erfolge ausgeführt worden. Es handelte
ſich um einen ſehr ernſten Eingriff in die Nierengegend.
Das franzöſiſche Marolkoprotektorat.
* Paris, 12. März. Der frühere Miniſter des Aeußern,
Pichon hielt in einer von der Zeitſchrift Revue
Hebdom=
madaire veranſtalteten Vorleſung über das fran
zöſi=
ſche Marokkoprotektorat eine Rede in der er
u. a. ſagte: Wir haben einen Vertrag mit
Deutſch=
land wir haben Uebereinkommen mit England
Spa=
nien, Italien und wir ſind die Bundesgenoſſen Rußlands.
Mit allen dieſen Faktoren können wir, wenn wir
vorſich=
tig und entſchloſſen ſind unſer marokkaniſches Protektorat
auf einer unzerſtörbaren Grundlage errichten.
Wir haben von ſeiten Deutſchlands nur einen Widerſtand
zu fürchten, wenn der Vertrag, den es mit uns
unterzeich=
net hat, nicht ſeinem Geiſte nach ausgeführt wird. Denn
in ſeinem Buchſtaben enthält er viele Klauſeln, die uns
zahlreichen Verdrießlichkeiten ausſetzen. Wenn
Deutſch=
land guten Willen betätigt, dann wird ſich die
Verſtän=
digung zwiſchen uns ohne Mühe vollziehen. Wenn es
böſen Willen an den Tag legt, dann werden wir
unauf=
hörliche Streitigkeiten haben. Alles wird von den
zwi=
ſchen den beiden Ländern beſtehenden Beziehungen ab=
bingen. Das ſt einer der Grundſehler bieſes Bertrages.
Wird Deutſchland begreifen, daß es in ſeinem Intereſſe
gelegen iſt, nicht bloß unſere Tätigkeit nicht zu behindern,
ſondern ſogar dieſelbe zu ermutigen und zu erleichtern?
Wenn Deutſchland das begreift, dann werden wir ſchnell
zur Wiederherſtellung eines Zuſtandes der Sicherheit,
Ge=
rechtigkeit und wirtſchaftlicher Wohltat gelangen, der allen
Mächten zum Vorteil gereichen wird. Anderenfalls
wer=
den wir zu beſtändigen Schikanen und Verzögerungen
gezwungen ſein, welche anderwärts furchtbare Folgen
haben können, aber die in jedem Falle die Ziviliſation und
die Verwertung ſeiner Reichtümer aufhalten werden.
Das deutſche Geſchwader in den amerikaniſchen Gewäſſern.
* Montevideo, 12. März. Die Preſſe von Uruguay
hat den deutſchen Kriegsſchiffen
ebenſoherz=
liche Begrüßungsartikel gewidmet wie die
ar=
gentiniſche. Bei den Feſtlichkeiten wird Konteradmiral
von Rebeur=Paſchwitz durch den Kommandanten
des „Kaiſer”, Kapitän zur See von Trotha, vertreten.
Geſtern empfing der Präſident den deutſchen Geſantden
Freiherrn von Nordenflycht und die beiden
Kommandan=
ten der Linienſchiffe. Außerdem fand bei Freifrau von
Nordenflycht ein Empfang für die deutſche und
uruguayi=
ſche Geſellſchaft und die deutſchen Offiziere ſtatt. Geſtern
gab der Geſandte zu Ehren der deutſchen Gäſte im Klub
von Uruguay ein Eſſen. Heute beſuchten die Mitglieder
des diplomatiſchen Korps das Linienſchiff „Kaiſer”.
Abends iſt ein großer Ball im deutſchen Klub.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Auf der Rückſeite des nach Oſten abziehenden
Tief=
druckgebietes hatte unſer Bezirk Mittwoch bei wechſelnder
Bewölkung und Regen= und Schneeſchauern kälteres Wetter.
Nachts ſanken die Temperaturen vielfach unter 0 Grad.
Der hohe Druck hat ſich weiter oſtwärts ausgebreitet,
wäh=
rend im Weſten eine neue Depreſſion erſchienen iſt, deren
Ausläufer unſere Witterung heute beeinfluſſen werden.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 13. März:
Vor=
wiegend wolkig, zeitweiſe Niederſchläge, kühl, weſtliche
Winde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
hell, ſparſam, ge=
Elektra=Kerzen, ruchlos. Paf. 65.
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Nordamerika: „Batavia” nach Baltimore, 8. März 8 Uhr
40 Min. abends Cuxhaven paſſiert. „Bosnia” 7. März
1Uhr nachm. in Baltimore. „Elbe‟ 7. März 4 Uhr nachm. von
Savanna nach Hamburg. „Fürſt Bismarck” von Boſton
kommend, 8. März 5 Uhr 30 Min. nachm. von Boulogne
ſur Meer. „Kaiſerin Auguſte Victoria” 7. März 3 Uhr
15 Min. nachm. in Neu=York. „Katharine Park”, von
Neuorleans kommend, 7. März 7 Uhr 30 Min. abends
in Hamburg. „Pallanza” über Halifax nach Neu=York,
9. März 4 Uhr morgens Dover paſſiert. „Preſident
Grant” nach Neu=York, 9. März 2 Uhr 45 Min. morgens
von Southampton. — Südamerika, Weſtküſte Amerikas:
„Dacia” 7. März 12 Uhr mittags in Bahia Blanca.
„Habsburg” nach Mittelbraſilien, 6. März 8 Uhr abends.
Dover paſſiert. „Hohenſtaufen”, von Santos kommend,
6. März 6 Uhr abends von Rio de Janeiro nach Bahia,
„König Friedrich Auguſt”, von dem La Plata kommend,
. März 1 Uhr 20 Min. nachm. Fernando Noronha
paſſiert. König Wilhelm II.” nach dem La Plata,
8. März 8 Uhr abends in Liſſabon. „Navarra” von
dem La Plata kommend. 8. März 3 Uhr nachm.
Queſſant paſſiert. „Palatia” 8. März morg. in
Parana=
gua, ausgehend. „Phoenitia” nach Braſilien, 9. März
5 Uhr morgens Dover paſſiert. „Sieglinde”, von
Mittel=
braſilien kommend, 7. März 12 Uhr mittags von
Teneriffa. „Silvia” nach dem La Plata, 8. März 3 Uhr
15 Min. morgens Eurhaden paſiert. — Oſtaſten: „Al
mark” 9. März 5 Uhr 30 Min. morgens von Emden
ausgehend. „Ambria” 7. März in Yokohama. „Aragonig”
7. März in Yokohama. „Aſſyria‟ 7. März in Schanghai=
— Verſchiedene Fahrten: „Edea”, von Weſtafrika
kom=
mend, 8. März 3 Uhr 30 Min. nachm. Queſſani paſſiert.
Vergnügungsdampfer „Meteor”, zweite Mittelmeerfahrh
8. März 4 Uhr nachm. von Cattaro. „Sparta” von
Perſien kommend, 7. März von Port Sudan. „
Steier=
mark” 6. März von Monrovia, ausgehend. „Togo” nach
Weſtafrika, 7. März 4 Uhr 30 Min. nachm. Dovel
paſſiert. „Windhuk” 6. März von Lorenzo Marques.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 13. März:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 30 Min.
Samstag, den 14. März:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Sabbatausgang
7 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religiong=
geſellſchaft.
Samstag, den 14. März
Vorabend 5 Uhr 55 Min. Morgens 8 Uhr Nachmittags
4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr 15 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 15. März, an
Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 6 Uhr.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Hede Seyferth
ist gestern in Freiburg nach kurzem Krankenlager sanft entschlafen.
Auerbach, Darmstadt, Braunschweig, Mainz, am 12. März 1914.
Selma Seyferth, geb. Liebig
Marie Wiessell, geb. Seyferth
Carl Seyferth
Dr. Eugen Seyferth
Leni Seyferth, geb. Witthauer
Carola Seyferth, geb. Schmidt.
Die Beerdigung findet in Auerbach (Hessen) am Sonntag, den 15. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr,
vom Hause Heidelbergerstrasse 40 aus statt, die Einsegnung ¼ Stunde vorher.
Von Kondolenzbesuchen bittet man abzusehen.
(6689
Todes=Anzeige.
Heute vormittag ſtarb plötzlich und
un=
erwartet mein lieber Mann
(B6683
Max Schmidt
Vizewachtmeiſter und Trompeter im
Leib=
dragoner=Regt. Nr. 24
im Alter von 41 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Loni Schmidt.
Darmſtadt, den 12. März 1914.
Die Beerdigung findet Samstag, den 14. März,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Beſſunger
Friedhofes aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Heute morgen 9½ Uhr iſt unſer lieber
Vater, Schwiegervater, Großvater u. Urgroßvater
Herr
Georg Leonhardt Ouick
Stationsvorsteher 1. P.
im 78. Lebensjahre an einem Schlaganfall
geſtorben.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich und Auguſt Quick.
Darmſtadt, den 12. März 1914.
Die Beerdigung findet Samstag, den 14. d. M.,
nachmittags 2½ Uhr, vom Portale des
Fried=
hofs aus, ſtatt.
(6678
Todes=Anzeige.
Geſtern nachmittag entſchlief ſanft nach
längerem Leiden meine liebe, treubeſorgte Gattin,
unſere gute Mutter, Großmutter,
Schwieger=
mutter, Schwägerin und Tante
Frau Juliana Weiß
geb. Hamm
im Alter von 79 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Weiß, Schloſſer.
Darmſtadt, den 12. März 1914.
Die Beerdigung findet Samstag, den 14. März,
nachmittags 2½ Uhr, vom Portale des Fried=
(6657
hofs aus, ſtatt.
Tageskalender.
Freitag, 13. März.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr
(Ab. D): „Madame Butterfly‟
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Pfarrer Kopfermann um 8 Uhr im Ge= der Johannesgemeinde (Frauenverein der
Johannesgemeinde).
Konzerte: Hotel Heß um 4 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender,
Samstag, 14. März.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der
An=
tillerie=Kaſerne (Regt. Nr. 25). — um 9½ Uhr in dier
Dragoner=Kaſerne (Regt. Nr. 24).
Druk und Veriagt z. g. Pilicſche Haſbrachentſtnt
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
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Jeder, der untenstehenden Rebus löst und uns
die Lösung einsendet, erhält Prämie. Wir
ver-
pflichten die Löser nicht, würden aber großen
Wert darauf legen, wenn Sie zusammen mit Ihrer
Lösung eine Bestellung auf die weltberühmten
Romanwerke „Der Herr der Welt” und „Die
Millionenbraut”, zusammen ca. 1500 Buchseiten
in 4 eleganten Prachtbänden aus echtem Kaliko
mit imit. Goldprägung, zu einem Preise von nur
2 Mark 85 Pfg. plus Porto und 10 Pfg. für
Em-
ballage für alle 4 Bände einsenden.
Die Prämienverteilung unter Aufsicht eines
Notars beginnt im Laufe kurzer Zeit und wird bis
April oder spätestens Mai erledigt sein.
Den Bestellern obengenannter Werke wird es gleichzeitig
mit der Zusendung dieser mitgeteilt, welche Prämien sie
er-
halten. Die Frachtkosten und die uns erwachsenden Spesen der
Verpackung der Prämien muß der Empfänger jedoch selbst
zahlen. Die Lösung muß sofort an Gyldahl & Hansan
G. m. b. H., Berlin C 19. Neue Grünstr. 29.
Seuandt wrerdhen.
Rebus:
Mützelburg „Der Herr der Welt‟
Dumas-
Fortsetzung von „Der Graf von Monte Christo‟‟
„
Die Millionenbraut‟
Fortsetzung von „Der Herr der Welt”.
Die Lösung ist der Wahlspruch des modernen Geschäftsmannes!
Prämien-Coupon
Zu senden an
G.m.b. H., BERLIN C 19
Gyldahl & Hansen, — Neue Grünstraße 29. — 1 Monte Christo‟, sind auch diese Fortsetzungen überall be-
Unterzeichneter sendet hiermit die Lösung ein, und wenn dieselbe richtig kannt und in Millionenauflagen gedruckt worden. Jede
ist, habe ich das Recht an der großen Preis-Aufgabe teilzunehmen.
Gleichzeitig bestelle ich die Werke: „Der Herr der Welt” und
„Die Millionenbraut‟ — ca. 1500 Seiten — in 4 Prachtbän- 1 Die Werke werden Ihnen sofort nach Fertigstellung gegen
den zu einem Preise von nur 2 Mk. 85 Pfg. für alle 4 Bände plus Nachn., plus Porto und 10 Pfg. für Emballage zugestellt.
Porto und 10 Pfg. für Verpackung.
Die Lösung ist:
Name:
Adresse:
Diese zwei weltberühmten Romanwerke zusammen
ca. 1500 Buchseiten, eingebunden in 4 starken u. eleg.
Prachtbänden aus echtem Kaliko mit imit. Goldprägung
nur Mark 85 Pfg.
für alle vier Bände.
Wie das berühmteste Werk der Welt: „Der Graf von
weitere Empfehlung ist damit überflüssig.
Vorauszahlung nehmen wir nicht an,
(Nur in verschlossenem Kuvert senden.)
„Der Graf von Monte Christo‟
Hiervon sind noch einige tausend Exemplare vorrätig.
Das Werk kostet in 3 starken eleganten Prachtbänden
— 1305 Buchseiten — nur 2 Mk. 50 Pfg. für alle
3 Bände.
e
Bentiet
fertigt Gebiſſe
für alle Preiſe gegen Kaſſe an.
Offert. unt. T 53 Exped. (*6597df
Lut. bürgerl. Mittagstiſch (*410mdf
N.=Ramſtädterſtr. 16, Gartenh., p.
Derſenige, n.an ſeht.
donners=
tag i. d. Wilhelminenſtr. einen
blan= u. grüngeſtr. Regenſchirm
weggenommen hat, iſt erk. word. u.
wird erſ., denſ. ſof. auf d. Fundbüro
abzug., andernf. Anz. erfolgt. (*6643
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Aufforderung.
Die Witwen von Hofmarſtallbedienſteten, welche bei der am
20. April d. J. ſtattfindenden legatmäßigen Zinſenverteilung der
„Stiftung des Großh. Oberſtleutnants a. D. Karl von Kreß zum
An=
denken an ſeinen Sohn Fritz von Kreß” Berückſichtigung finden wollen,
werden hierdurch aufgefordert, ſich, unter Vorlage eines Zeugniſſes
des einſchlägigen Ortsgerichts über Würdigkeit und Bedürftigkeit,
längſtens bis zum 20. März d. J. ſchriftlich oder perſönlich bei uns
zu melden.
Darmſtadt, den 6. März 1914.
(6291if
Großherzogliches Hofmarſtall=Amt.
Riedeſel Freiherr zu Eiſenbach.
Mainzer Frühjahrspferdemarkt 1914.
Der Frühjahrspferdemarkt, verbunden mit Prämiierung,
Ver=
loſung und einer Ausſtellung von landwirtſchaftlichen Geräten
findet am
Donnerstag, den 19. März 1914
im ſtädtiſchen Viehhofe ſtatt. Marktprogramm nebſt
Prämiierungs=
plan, ſowie weitere Auskünfte ſind durch die Schlacht= und
Viehhof=
verwaltung erhältlich.
(Fr5980
Mainz, im März 1914.
Die ſtädtiſche Pferdemarktkommiſſion.
Dr. Külb, Beigeordneter.
Aiigemeine Urtskrankenkasse Darmstadt.
Diejenigen Arbeitgeber, welche weder Gewerbegehilfen noch
Dienſtboten, ſondern nur Lauffrauen zu unſerer Kaſſe gemeldet haben,
werden hiermit höflichſt erſucht, die rückſtändigen Beiträge für die
Januar= und Februar=Periode, ſowie die fälligen für März, alsbald
an unſere Kaſſe einzuzahlen und dies auch für die Folge ſtets tun
zu wollen.
Zahlungen können an allen Wochentagen mit Ausnahme
Samstags von 9—1 und 3—5 Uhr bewirkt werden.
Darmſtadt, den 11. März 1914.
Der Vorſtand der allgemein. Ortskraukenkaſſe Darmſtadt
Knoblauch, 1. Vorſitzender.
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von Handarbeiten in der Mädchenmittelſchule l.
Sonntag, den 15. März 1914
findet von vormittags 11 Uhr bis nachmittags 5½ Uhr in der
Mäd=
chen=Mittelſchule I (Viktoriaſtraße) eine Ausſtellung von
Hand=
arbeiten ſtatt. Eltern und Angehörige, Lehrer und Lehrerinnen,
ſo=
wie Intereſſenten ſind zum Beſuche freundlichſt eingeladen. (6619
Darmſtadt, den 10. März 1914.
Der Vorſitzende des Schulvorſtandes.
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.
Ein Posten leicht angestaubte
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in schöner Machart, mit reichen Stickereiverzierungen
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Kleider=, Waſch=, Nacht= u.
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Grafenstraße 23½: Herrengarderobe.
Amtliche Nachrichten des Groſh. Pollzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
lcher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
ſunden ſich: 1 Dachshund. 1 deutſche Dogge (zugelaufen). Die Hunde
Ennen von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(6610
ſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
Lieferung von Papier und Briefumſchlägen für die
Stadt=Verwaltung im Rechnungsjahr 1914.
Angebote nebſt Muſter von Schreib= und Deckenpapier,
Schreib=
maſchinenpapier, ſowie von Briefumſchlägen ꝛc. ſind bis Mittwoch,
den 18. I. Mts., einzureichen.
Bedingungen und Muſter liegen im Stadthaus, Zimmer Nr. 39,
während der Dienſtſtunden zur Einſicht auf.
(6653fs
Darmſtadt, den 11. März 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Jaeger.
Die alte Güterhalle
auf Bahnhof Bensheim ſoll auf Abbruch verkauft werden.
Angebotsbogen ſind bei dem unterzeichneten Amt einzuſehen
und können auch gegen vorherige poſt=und beſtellgeldfreie Einſendung
Jon 0,50 Mk. in bar (nicht in Briefmarken) bezogen werden.
Angebote mit entſprechender Aufſchrift ſind bis zum 25. März
1914, vormittags 11 Uhr, einzureichen.
(J6631
Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
Eiſenbahnbetriebsamt Darmſtadt 3.
Mutz= u. Prennholz=Verſteigerung Nr. 4.
(Harras.)
Montag, den 16. März I. J., vormittags 9 Uhr
ſſollen im „Darmſtädter Hof” zu Griesheim aus Diſtrikt Harras
und Trieſch verſchiedene Abteilungen verſteigert werden:
A. Nutzholz.
Stämme:
EEichen II. Kl. (glatt) 1 St. — 0,90fm
III.
8 „ — 6,86 „
(gew.) 12 „ — 6,40 „
IV.
V.
2 „ — 0,80 „
3 „ — 3,27 „
Kiefern II. „
6 „ — 5,83 „
III. ,
7 „ — 4,78 „
Fichten IV. „
153 „ — 44,61 „
V. „,
Derbſtangen:
Fichten I. Kl. 106 St. — 12,41fm
„ II., 97 „ — 6,38 „
B. Brennholz.
Scheiter: 34 rm Eichen, 146 rm Kieſern, 1 rm Fichten.
Knüppel: 13 rm Buchen, 15 rm Eichen, 234 rm Kiefern, 19 rm
Fichten.
Reiſigknüppel: 21 rm Buchen, Kiefern: 41 rm (lang), 12rm (kurz).
Stöcke (feind: 17 rm Eichen, 63 rm Kiefern, 32 rm Fichten.
Das Nutzholz trägt die laufenden Nummern 1323 bis 1549;
das Brennholz 920 bis 1221. Unterſtrichene Nummern kommen nicht
zum Ausgebot. Stammholzverzeichniſſe werden durch den Großh.
Förſter Herrn Decher, Forſthaus Harras, Poſt Darmſtadt,
abge=
geben. Weitere Verſteigerungen finden nicht mehr ſtatt. (6160gf
Darmſtadt, den 5. März 1914.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Letzie Breunholz=Verſteigerung.
Donnerstag, 19. März I. J., vormittags ½9 Uhr
wird in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen das
Durch=
forſtungsholz aus Alleeſchlag 18 an Dreiſchläger=Allee und Hanauer=
Steinſchneiſe, ſowie aus Forſtwartei Bayerseich alles Brennholz, das
weſtlich Frankfurterſtraße ſitzt, verſteigert:
Scheiter, rm: 29 Buchen I. Kl., 162 Buchen II. Kl.,
2 Hainbuchen (rund), 42 Eichen (2 rm rund), 21 Kiefern;
Knüppel, rm: 251 Buchen (meiſt Stammknüppel im
Allee=
ſchlag), 10 Hainbuchen, 97 Eichen (hiervon 16 rm Pfoſten
2,5 m lang), 1 Birke, 196 Kiefern (hiervon 44 rm 2 m lang
zu Schweineſtalleger geeignet) 5 Lärchen (hiervon 2 rm
3 m und 3 rm 2,5m lang), 2 Fichten Knüppelreiſig, rm:
24 Eichen; Reiſig, Wellen: 5530 Buchen, 1500 Kiefern;
Stöcke, rm: 12 Buchen, 11 Eichen, 27 Kiefern.
Die Kiefernknüppel ſitzen größtenteils im Faulbruch und ſind
vorwiegend Stammknüppel. Blau unterſtrichene Nummern werden
nicht verſteigert. Auskunft erteilen Forſtwart Klipſtein zu
Bayerseich und Forſtwart Bayerer zu Krauſe=Buche, beides Poſt
Egelsbach.
Darmſtadt, den 11. März 1914.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
(6655
van der Hoop.
Verſteigerung.
Am Donnerstag, den 26. März
1914, vormittags 9 Uhr,
werden auf dem Wagenhaushofe
hierſelbſt, Eſchollbrückerſtraße 18,
eine größere Anzahl alte
Mate=
rialien und Metalle, ſowie 1070
Kandaren a./A. öffentlich
meiſt=
bietend gegen Barzahlung ver=
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Frankfurter Kursbericht vom 12. März 1914.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
Ar
(9
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(27
ſc
8½ (158.00Gelsenkirchen Bergw. . . 11 19450
IDresdner Bank.
3.
Moskau-Kasan . . . . . . . 4½
Schweden v. 1890. .
Pfandbriefe.
Staatspapiere.
Frankf. Hypothek.-Bank 10 217,50 Harpen Bergbau . . . . . .11 1845a
.4½ 87,7
do. . . . . . . . . . . . .
Serben steuerfrei.
4½ 10000 do. do. Kred.-Ver. 8½
Kallwerke Aschersleben . 10 (156,40
85,50 Berliner Hyp.-Bk.-Pf.
78.50 wladikawkas. . . . . ..
do. amort. v. 1895 . .
Dt. Reichsschatzanw.
* 93,25 Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 1124,00Kaliwerke Westeregeln . 13 21000
do. unkäb. 1918. .
Rjäsan-Koslow . . .
98,30Türk. Egypt. Tribut .
Dt. Reichsanleihe p. 1918
94,00Nation.-Bank f. Deutschl.
117.50Königin Marienhütte . . 6 8600
65,40) do.
1919. . . . .
85,00Portugies. Eisenb. v. 1886
9000! do. kons. stenertreie
do. . . . . p. 1925 ..
94,50Pfälzische Bank . . . . . .
128.501Laurahütte . . . . . . . . . 8 157,25
..4½
do.
1921. . . .
176,30) do. . . . . . . .
86,25
do. Admin. v. 1903..
(0. . . . . . . . . . . . .
96.00Reichsbank . . . . . . . .8,42 135,50 Oberschles. Eisenbed. . 9 6 87,50
1922. .
.. . . (24m 6040 do.
85,50Livorneser .
§77.30) do. unik. v. 1903. . . .
(0. .. . .. . . . . .
83,50Rheinische Kredit-Bank.
132.60 lOberschl. Eisen-Industrie 3 6000
62,601 do. . . . .
73,00Salonique Monastir.
9980) do. v. 1905. . . . . . . .
Preußische Schatzanw.
105.70 1Phönix Bergbau . . . . . . 18 2395
95,25 1A. Schaaffhaus. Bk.-Ver..
4 78,.501 do. Komm.-Obl. unk. 1918
89,70 1Ungarische Staats-Rente
1Bagdadbahn .
Staffelanleihe. .
140½ Rheinische Braunkohlen 10 (209,50
Wiener Bank-Verein . . .
3½ 86,25 1913 unkdb. bis 1923. .4½ 90,40)Anatolische Eisenbahn .4½ 91,00 Frankf. Hyp.-Bk.
Consols . . .
95,00
Riebeck Montan . . . . . . 12 10800
do. unkdb. 1910 . . . .
Missouri-Paeifie I.
77,40 Ungar. Staatsk.-Scheine
do.... .. .
South West.-Afr. Shares
96.001 Aktien von Trans-
1915 . . .
do.
do. do. v. 1905
Badische Staats-Anleihe: 4 96,50 v. 1913 . . . . . . . . . . . . 4½ 98,90
96,501 port-Anstalten.
1920 . . . .
94,50 do.
83.00 Northern-Pacific . .
do. Gold-Rente. . . . .
3½ 89,30
do. v. 92/94 .
.. 3½ 86,40
de. Scr. 12—19.
91,60
81,50)Southern-Pacific. . .
do. Staats-Rente 1910
... 13
do. ..
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 141,75
Verzinsliche
Kommunal-Oblig. Scr. 1,
Kr. 4 82,20St. Louis & San Francisco
97,00 do. „
Baverische Ablös.-Rente.
125,20
. 3½ 86,50 Norddeutscher Lloyd.
Anlehenslose. Zf.
unkdb. 1910
Tehuantepec . . . .
97,00Argent. innere Gold-Anl.
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906
116,00
Frankfurt. Schleppschitf.
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
Ungar. Lokalbahn .. . . 5
v. 187 5
97,00
do. unkab. p. 1918
94,00 Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 129,30Badische .
.TIr. 100 4 (178,50
Ser. 15—42)
5 99,50
do. unkdb. p. 1920 . . . 4 97,00) do. äußere v. 1890 . .
Göin-Mindener . TIr. 1003½14160
94,90Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½
48—49
do. innere v. 1888 . . .4½ 93,701 Provinz-Anleihen.
do. .
E.-B.- u. Allgem. Anl.
89,60 Holländ. Komm. . A. 100 3
96,00 1Baltimore .
do. unk. 1922 „ 52
4 97,10) do. äußere v. 1888 . . . 4½
96,30
unkdb. p. 1930 .
10 210,00Madrider . .. . . Frs. 100) 3
4' 80,40Rheinprov. Obl. Em. 20/21
..33/1 88,60Canada . . .
3½ 84,80
do. „ 1913..
3½ 8630
. ,
do. Anleihe . .
do. v. 1897 .
7½ 140,60Meininger Präm.-Pfdbr. . 4
do. Em. 10 . .
.3½ 86,50 1Schantung.
do. Ser. 45 . .
383,30
3 75,70Ichile Gold-Anl. v. 1911: 5 94.20
do.
Osterreicher 1860er Lose. 4 1510
Prinz Henry
do. „ 9. .
3½ — Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
Hamburger Staats-Anl. . 4 96,70
4½
do. v. 1889 . . . . .
0217‟ loldenburger . . . . TIr. 40 3 128,50
96,70 Iombarden .
3½ 89,00 do. v. 1906 . . . . . . . .4½ 90,50 Posen Prov .
Scr. 12, 13, 16
4 96.00
do. v. 1887/94 .
6 1112,50Raab-Grazer . . . . H. 1502½1112,25
Westfalen Prov. V.. .
96,70 Pennsylvania::
14, 15, 17
do. . . .
4 96,00
3 79,80 Chines. St.-Anl. v. 1895. . 6
do. . .
97,30
Hessische Staats-Anleihe 4 97,10 do. v. 1896 . . . . . . . . 5 98,65 Hess. Prov. Oberhessen
do, unkdb. 1920 . . .
3½ 86.00
do. Starkenburg.
97.40 Industrie-Aktien.
1923 ...
5 87,30
4 97,10 do. Reorg. Anl..
do.
do. unkdb. p. 1921 .
Unverzinsliche
Mk.
do. Ser. 1, 2, 6—8 . . . . 3½ 84,50
4½ 90,30
.3½ 84,50 do. v. 1898 .
do. .. . . . .
Städte-
do. „ 3—5 . . . . . . . 3u 84.50Badische Anilin-Fabrik . 28 649,80 Anlehenslose.
p. 8t
.:. . 3 74,15 Japaner . . . . . .
do. . . . . . . .
Chem. Fabrik Griesheim 14 268,25
4½ 90,00 obligationen.
do. kündb. 1915.
A. 7 3700
30 674.00Augsburger . .
5½ 60, 0
Sächsische Staats-Rentel 3 77,40 IInnere Mexikaner
371 81,501Farbwerke Höchst . .
94,50
do. Komm. unk. 1913
1899) 5 80,20 Darmstadt.
Aubere do.
TIr. 20 (202.00
Württembg. Staats-Anl.
7 96,70 Ver. chem. Fabr. Mannh., 20 341,70 (Braunschweiger
. ,
10 1152.50 Mailänder .
Fs. 45
4 67,50
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 86,30 do.
(unkdb. p. 1921). . . . 4 97,90 Mexikan, Gold v. 1904
1914 4 96,70 1Zement Heidelberg
do.
Fs. 10
do, v. 79/80 ..
3½ 88,60 do. cons. .
„ 1916) 4 96,90Chemische Werke Albert 30 454,50) do.
3 42,50Frankfurt . . . . . . . . . . 4
do.
. A. 7 350o
do. . . . . . . . . . . . . . 3 77,00
1920 4 97,30Holzverkohl. Konstanz . 15 315,00Meininger .
do. Irrigat.-Anleihe .4½ 67.40 do. . . . . . . . . . . . . .3½ 89,50
do.
(1285olOsterreicher v. 1864 . A. 100 59000
Bulgarische Gld.-Anl. . . 5 97,401Buenos-Aires Prov.
3½ 66,70Gießen . . . . . . . . . . . . 4 94,50
1923) 4 1 97,40Lahmeyer . . . . . . . . . .
4o. v. 1858 . A. 100 56000
5 64,50
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1.,6
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 86,35 do. verlosb. u. kündb.. 3½ 84,25 Schuckert, Nürnberg . .
Tamaulipas .
do.
. u. 100 (3930
Heidelberg. . . . . . . . . . 4 95,00
do. v. 1887 Monopoll1% 52,00Sao Paulo E.-B.
unkdb. 1915 3½ 84,25Siemens & Halske.:. . 12 218,25 Ungar. Staats .
5
125,00Venediger . . . . . . . Fs. 30
Meininger Hyp-Bk. Pfdb. 4‟ 94.50
5 97,50
do. v. 1913 .
do. . . . . . . . . . . . . .3½
Italienische Rente . . . .
4 95,80 Bergmann Mlektr.
4½ 95.10
Fs. 400 168,20
Osterr. Staats-R. v. 1913 .4½ 91,85Siam v. 1907. .
do. unkdb. 1922.
4½ 95,80Karlsruhe . . . . . . . . .
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 1246,30 1Türkische
do. Silber-Rente . . . .4½ 85,70
do. .
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 87,50
25 337.80
.. 3½ 86,00Hagen Akkum.:.
Prioritäts-
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
do. Papier-Rente . . .4½
Magdeburg . . . . . . . . . 4
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (175.50
Gold, Silber und
do. Gold-Rente . . . . . 4% 88.601 Obligationen.
unkdb. 1917
. . . . . 4 95,00
Mains . . 3.
94,50Gummi Peter
81,350
Banknoten.
do, einheitl. Rente . . 4 82,50 1Südd. Eisenb.-Gesellsch.
.. .3½ 86,60
do. . ..
do. . . . . .
1919 4 94,50 Adler-Fahrradwerko . . . 25 (368,00
4¾ 95,00
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 97.10
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84,00Mannheim
do. . . . . . . 1921 4 94,50Maschinenfabr. Badenia.. 9 1125,50Engl. Sovereigns. . . . . . . .204f
3½, 3700
(20-Franke-Stücke . . . . . . . 1636
do, inn. emort. 1905 . .4½ 75.70
do. . . . . . „ 1924
v. 1904 3½
4 96,20 Wittener Stahlröhren . . 0
do. ..
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3½ 85,10Gasmotoren, Oberursel .8½ 1162,50Amerikanische Noten . . . . 4.19)
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40. „
9 112150Englische Noten . . . . . . . . 2045
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950
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Darmstadt. . . . . .
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3½ 86,50 Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. . 4 96,.40
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4½ 9900 do. . . .
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4 86,50
do. conv. .
4 85,30 Franz-Josef-Bahn.
3½
do. . . . .
Bad. Zucker-Waghäusel .12,831213,60 Russische Noten . . . . . . .
do. v. 1890 .
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do. v. 1891
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4 86,10
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Bergwerks-Aktien.
Berg.-Märkische Bank.
do. v. 1910
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12 1166,00
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Russische St.-Anl. v. 1
5 98,10Moskau v. 1912 . . .
54½ 97,401 do. Südbahn (Lomb.)
IDarmstädter Bank . . . . 6½ 1123,20Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 223.10
4 72,00 1Stockholm v. 1880 . .
487,20
do. kons. v. 1880
do. do.
Tendenz:
Deutsche Bank . . . . . . .12½258,80 Leonhard, Braunkohlen . 9 1157,50
29/10 51,60Wien Komm...
do. do.
do. Gold v. 1890
Gut behauptet.
98,60 1Deutsche Vereinsbank. 6 117,30Konkordia Bergbau . . . 23 361,00
78,05 Wiener Kassenscheine
do. v. 1902
90,10Raab-Oedenburg ..
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk.
118,40Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1135,70
86,50 1Zürich v. 1880
Schweden v. 1880.
Kronprinz Rudolfbahn
10 221.10
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6101,60 Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 196,75Eschweiler .
Russ. Südwest .
do. v. 1886 .
Handel und Verkehr.
— Frankfurt a. M., 12. März. Die heutige Börſe
ſtand unter dem Eindruck eines bekannt gewordenen
un=
günſtigen Situationsberichtes des Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Eiſenmarktes. Ferner verſtimmten Nachrichten des
ame=
rikaniſchen Fachblattes Iron Age wonach der bisherige
Verlauf des Monatsgeſchäfts in Fertigſtahl nicht
befrie=
digt und die allgemeine induſtrielle Lage in Amerika immer
noch viel zu wünſchen übrig läßt. Hierdurch wurde die
ganze Börſe verſtimmt und die Kurſe neigten zur Schwäche.
In erſter Linie mußten naturgemäß die Kurſe der
Mon=
tanwerte nachgeben, die faſt ohne Ausnahme Abſchläge
von zirka 1 Prozent aufzuweiſen hatten. Die ferner
ge=
meldete Kapitaltransaktion der Deutſch=Luxemburgiſchen
Geſellſchaft drückte beſonders auf den Kurs dieſer Aktien
und verſtärkte die ſchon vorhandene Mißſtimmung. Im
Verlauf hielt die ſchwächere Stimmung an und erſt gegen
Schluß der Börſe konnte ſich die Geſamttendenz etwas
be=
feſtigen. Die im Verlauf gemeldete Ermäßigung des
offi=
ziellen Zinsſatzes der Oeſterr.=Ungar. Bank von 4½ auf
4 Prozent blieb ohne Einwirkung. Der Kaſſamarkt war
gut behauptet.
* Berlin 12. März. Die Konferenz der
In=
duſtrieverbände, die geſtern nachmittag unter dem
Vorſitze des Generaldirektors Ballin hier im Hotel
Eſpla=
nade über die Begründung einer Organiſation für die
Handelsintereſſen beriet, zog ſich bis in die ſpäten
Abend=
ſtunden hin, ohne vorläufig zu einem poſitiven Ergebnis
zu kommen.
* Schlafwagen dritter Klaſſe ſollen bereits
in allerkürzeſter Zeit eingeführt werden. Die Wagen ſind
ſchon im Bau und werden zunächſt in den Zügen gefahren
werden, die ganz oder doch zum größten Teil aus
Schlaf=
wagen beſtehen, wie zum Beiſpiel auf den Strecken
Ber=
lin-Köln und Berlin-Frankfurt a. M. Der
Mi=
niſter erklärte bei einer Beratung, unter 5 Mark könne er
aber die Platzkarte nicht ausgeben. Dieſer Preis wird als
hoch angeſehen, da die Bettkarten zweiter Klaſſe nur um
ein Geringes teurer ſind. In einem Schlafabteil dritter
Klaſſe werden drei Perſonen gegenüber zwei in der
zwei=
ten Klaſſe untergebracht. Der Miniſter ſcheint durch die
Schlafwagen dritter Klaſſe eine erhebliche Abwanderung
von der zweiten in die dritte zu fürchten.
* Dem ſoeben erſchienenen Geſchäftsbericht der vom
Staate gegründeten und geleiteten Heſſiſchen
Lan=
des=Hpothenkenbank in Darmſtadt für das
Jahr 1913 entnehmen wir folgendes: Der
Geſamtbe=
ſtand an unkündbaren Tilgungsdarlehen
iſt auf zirka 13 150 Stück im Betrage von rund 171,5
Mil=
lionen Mark geſtiegen. Von dieſem Betrage ſind rund
66,5 Millionen Mark zu etwa 3¾ Prozent Zinſen, der Reſt
von rund 105 Millionen Mark zu etwa 4¼ Prozent Zinſen
ausgeliehen. Die Vermehrung im Jahre 1913 beträgt etwas
über 14 Mill. Mark. Der Umlauf an
Pfandbrie=
fen und Kommunal=Obligationen hat ſich auf
170 Millionen Mark erhöht. Andere als
Tilgungs=
darlehen hat die Bank auch im Berichtsjahre nicht
ge=
währt. Die Höhe der Tilgung darf bei Hypothekdarlehen
nicht unter ½ Prozent bei Kommunaldarlehen nicht unter
1 Prozent betragen. Der Wert der Unkündbarkeit der
Dar=
lehen offenbarte ſich nach dem Geſchäftshericht den
An=
leihern gerade in der Zeit anſteigender Geldverteuerung,
weil bei der Bank eine Zinsfußſteigerung und die
Erheb=
ung von Prolongationsproviſionen ausgeſchloſſen ſind. Die
planmäßigen Tilgung aus dem Beſtand an
Hypothek=
darlehen haben für 1913 bereits die Summe von rund
850 000 Mark erreicht. Daß die Tätigkeit der Bank gerade
den kleinen Leuten und dem Mittelſtande wieder in
beſon=
derem Maße zugute kam, laſſen die Angaben des
Geſchäfts=
berichts über die Stückelung der Darlehen und über
Stand und Gewerbe der Anleiher erkennen.
Nahezu drei Fünftel aller Hypothekendarlehen kommen auf
Beträge bis zu 5000 Mark, nahezu vier Fünftel auf ſolche
bis zu 10000 Mark. Auf Handwerker und ſonſtige Ge=
werbetreibende, ſowie auf Arbeiter entfallen über die
Hälfte, auf Landwirte nahezu ein Viertel aller Darlehen,
Rund 870000 Mark aus Hypothekdarlehen fanden zur=
Er=
richtung von Kleinwohnungen Verwendung.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 11. März: Auftrieb 158 Schweine. Preiſe,
1. Qual. pro 50 Kg. Schlachtgewicht 66 M., 2. Qual. 65M.,
3. Qual. 64 M. Marktverlauf: lebhaft; geräumt
Schweinemarkt am 12. März: Auftrieb 165 Schweine,
Preiſe 1. Qual. pro 50 Kg. Schlachtgewicht 66 M., 2. Ouak
65 M., 3. Qual. 64 M. Marktverlauf: lebhaft; ausber
kauft. — Kälbermarkt am 12. März: Auftrieb 162 Kälber,
1 Schaf, Preiſe 1. Qual. pro 50 Kg. Lebendgewicht 60 M.,
2. Qual. 58 M., 3. Qual. 54 M. Marktverlauf: lebhaft.
W. Lampertheim, 11. März. Zum geſtrigen
Prämiierungsferkelmarkt waren 226 ſehr ſchöne
Tiere aufgetrieben die bei flottem Geſchäftsgang zum
weitaus größten Teil abgeſetzt werden konnten. Die
Preiſe ſchwankten zwiſchen 32—46 M. pro Paar. An
Prämien konnten 4 erſte à 6 M., 5 zweite à 4 M., und
5 dritte Preiſe à 3 M. zur Verteilung kommen. Nächſter
Ferkelmarkt am 17. März.
Frankfurt a. M., 11. März. (Schlachtvieh
markt.) Amtlicher Bericht. Auftrieb: 1668 Schweine,
Preiſe für 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark:
Fetb=
ſchweine über drei Zentner Lebendgewicht 49—52 (
Schlacht=
gewicht 64—66), vollfleiſchige Schweine über 2,5 Zentner
Lebendgewicht 49—51 (62—64), vollfleiſchige Schweine über
wei Zentner Lebendgewicht 49—52 (62—65), vollfleiſchige
Schweine bis zu zwei Zentner Lebendgewicht 49—52 (62
bis 65). Marktverlauf langſam; bleibt Ueberſtand.
F.C. Frankfurt a. M., 11. März. (
Kartoffel=
markt.) Man notierte: Kartoffel in Waggon 4,50 bis
4,75 Mark, Kartoffel im Detail 5,50 Mark. Alles pro 100
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Die Erbſchaft.
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18
Ich geh’ nicht aufs Gericht! Ich ſchwör’ nicht! blieb
ihr jammernder Widerſtand gegen das an ſie geſtellte
An=
ſinnen; als wollte man ſie von der Stelle weg nach
die=
ſem ſo unſäglich gefürchteten Gericht und von dort aus
direkt ins Gefängnis ſchleppen, klammerte ſie ſich an die
Armlehnen ihres Seſſels. Da half kein Bitten, kein
hef=
tiges Aufbegehren: Faſt weinend verſicherte ſie, daß ſie
ja ganz gewiß ſchon ganz bald ſterben würde und ihre Drei
dann auch ohne ihr Zutun die Erbſchaft bekämen; nur ein
paar Wochen höchſtens brauchten ſie Geduld zu haben.
Völlig zu Boden gedrückt von allen Vorwürfen und ein
wahres Häufchen Unglück, aber trotzdem bei ihrem
Wider=
ſtand beharrend, kauerte ſie in ihrem Rohrſeſſel, als ſie
ihre drei Mädel über ihren Unverſtand zuletzt außer ſich
geraten ſah.
Auf dieſe Weiſe kommen wir nie zu der Erbſchaft,
ſagte Lotte ſchließlich achſelzuckend und faßte einen
Ent=
ſchluß. Dem Doktor Hans Bauer konnte man wegen
die=
ſes lächerlichen Hinderniſſes nicht auch noch kommen, aber
wofür hatte man denn ſeine juriſtiſchen
Auseinanderſetzun=
gen angehört und ſeine verſchiedenen Geſuche ſtets auf=
merkſam und mehrere Male durchgeleſen? Doch nur, um
n dergleichen Dingen allmählich auch einige
Sachkennt=
nis zu erhalten — wer weiß auch, ob im ſpäteren Leben
ſolche Sachkenntnis nicht manchmal von einem erwartet
wurde!
Und Lotte Arnold holte ſich einen Aktenbogen heran
und ſchrieb in der dem Doktor juris Bauer abgelernten
vorſchriftsmäßigen Form kühn ihr Geſuch an das
Amts=
gericht, anſtatt ihrer wegen Nervoſität deſſen nicht fähigen
Mutter ſie ſelber zu Protokoll zu vernehmen.
Und ſiehe da, das verſtändige Amtsgericht hatte nichts
gegen den Perſonenwechſel einzuwenden. Prompt folgte
die gleiche Zuſchrift wie vordem nun an Mama Arnolds
Zweitälteſte adreſſiert; ihres Erfolges ſtolz und froh, ſtieg
ſie zur feſtgeſetzten Stunde die breite Treppe im
Gerichts=
gebäude hinan und klopfte an die Tür des Zimmers
Num=
mer Soundſo.
Ein junger Schreiber empfing ſie, prüfte ohne
Ueber=
eilung das ſie legitimierende amtliche Schreiben und ließ
ſie mit dem Bedeuten: Der Herr Aſſeſſor wird gleich da
ſein, allein in dem Raum.
Der Herr Aſſeſſor ließ ſich jedoch Zeit, und Lotte, der
zumute war, wie einem jungen Rennpferd vor der letzten
zu überſpringenden Hürde, pochte ſchon ungeduldig mit der
Fußſpitze auf, den Boden, als er endlich erſchien: ein
bereits ziemlich mittelalterlicher Herr mit gelblichem Teint
und einer bis zum Nacken reichenden Glatze, der in nichts
auch nur die geringſte Aehnlichkeit mit dem Doktor juris
Bauer beſaß.
Sie können ſich ſetzen, bemerkte er mürriſch, tunkte
eine Feder tief in ein Tintenfaß, legte ſie bedächtig
wie=
der nieder und ſah Lotte durchbohrend an.
Sie ſind die zweite Tochter der Regiſtratorswitwe
Arnold und wollen die erforderlichen Angaben wegen des
beantragten Erbſcheins machen?
Ja, erklärte Mama Arnölds Zweitälteſte beſcheiden.
Gut. Der amtliche Blick wurde noch durchbohrender.
Ich mache Sie jedoch vorher darauf aufmerkſam, daß Sie
alle Ihre Angaben eidesſtattlich geben, und warne Sie
nachdrücklich vör wiſſentlich falſchen Ausſagen.
Ich weiß es, verſicherte Lotte mit abermaliger
Be=
ſcheidenheit und fragte ſich innerlich mit ketzeriſcher
Neu=
gier, was für falſche Angaben ſich über Mama Arnold
und ihre drei Mädel wohl eigentlich machen ließen.
Der Herr Aſſeſſor zeigte ſich jedoch einigermaßen
be=
friedigt; ſeine Feder neuerdings eintunkend, ſetzte er ſich
nunmehr zur Protokollniederſchrift zurecht, ſo daß Lotte
die Glatze in ihrer ganzen Stattlichkeit überſehen konnte,
und begann ſein Verhör über die Arnoldſchen
Familien=
verhältniſſe und =daten, die er bedächtig zu Papier brachte,
das ganze Werk nach der Vollendung ſeiner
ehrfurchts=
voll lauſchenden Hörerin mit Betonung vorlas und ſie
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Und nun haben Sie die erforderlichen
Beweisurkun=
den einzuſenden, erklärte er ſtreng.
Dies kritiſche Wort war nichts Neues mehr für Lotte
Arnold, und auf das Erſuchen war ſie vorbereitet;
Blei=
ſtift und ein Zettelchen hervorziehend, erkundigte ſie ſich,
welche Scheine das ſein müßten.
Der Herr Aſſeſſor hob mißbilligend die Braunen hoch;
er ſchien dieſe Frage für eine ungebührliche
Inanſpruch=
nahme ſeiner Amtszeit zu betrachten, ließ ſich indeſſen zu
der verlangten Aufzählung herbei, gewiſſenhaft notierte
Lotte ſich das Nötige und wollte ihr Zettelchen einſtecken.
Da traf ſie jedoch wieder der durchbohrende Amtsblick.
Haben Ihre Eltern etwa noch Kinder gehabt, die
ver=
ſtorben ſind?
Ja, Zwillinge ſind geſtorben, als ſie noch ganz klein
waren, beſtätigte ſie, nichts Böſes ahnend.
Dann müſſen Sie auch deren Totenſcheine beſchaffen.
Was?! Aber das iſt doch ſchon lange her — ich weiß
nicht einmal mehr, wann es war — und es war in einem
ganz abgelegenen Dorf, wendete ſie ein.
Das iſt einerlei, belehrte der Protokollmann kühl.
Doch Lotte, deren ſparſamer Sinn ſich über dieſe zwei
auch noch zu bezahlenden und ihrer Meinung nach doch
völlig zweckloſen Scheine empörte, gedachte ihrer
Erfahrun=
gen mit Hans Bauer und meinte, Aehnliches hier
eben=
falls verſuchen zu können.
Geht es denn nicht vielleicht auch ſo? fragte ſie und
lachte den Herrn Aſſeſſor freundlich an.
Aber der ſchien das für einen ſchweren Fall von
Be=
amtenbeſtechung zu halten und wurde wütend.
Sie haben die Scheine zu beſchaffen! ſchrie eer grob.
Und zeigen Sie mal her! Damit nahm er ihr unſanft den
Zettel aus ihrer Hand. Da haben Sie nur den Traluſchein
Ihrer Mutter notiert deren Geburtsſchein müſſen Sie aber
auch beibringen!
Was?! Die Grobheit und neue Anforderung brachten
miteinander nun auch Lotte in Hitze. Wenn meine
Mut=
ter getraut iſt, kann das Amtsgericht ſich doch eigenlich
ſel=
ber ſagen, daß ſie auch geboren ſein muß, entgegnete ſie
mit ſchnippiſcher Logik.
Des Herrn Aſſeſſors Glatze lief rot an ob ſolcher
Drei=
ſtigkeit, aber die Logik ſchien ihm doch einzuleuchten. Er
ließ es bei der Rückgabe des Zettels und einem mürriſch
gebrummten: Schließlich mag der Trauſchein genügen
be=
wenden. Dagegen trug er nach anderem Verlangen. Ber
Einſendung der Scheine haben Sie den Betrag der
Erb=
ſchaft anzugehen — wegen Berechnung der amtlichen
Stempelkoſten.
Stempel koſtet das auch? entſetzte ſich Lotte.
Glauben Sie, man iſt nur ſo für die
Privatangelegen=
heiten des Publikums da? verſetzte der Herr Aſſeſſor von
der ganzen Höhe ſeiner Beamtenwürde herab. Und hüten
Sie ſich, die Erbſchaftsſumme etwa zu niedrig anzugeben?
warnte er mit ſeinem allergrimmigſten,
allerdurchbohrend=
ſten Blick, als hätte er Lottes geheimſten Gedanken
ge=
leſen. Solche Hinterziehung wird vom Geſetz
nachdrück=
lich beſtraft!
Unter dem niederſchmetternden Eindruck dieſer
Straf=
androhung durfte ſie jetzt endlich abziehen.
Nun ging es, wie es ſchon einmal gegangen war:
Scheine um Scheine kamen ins Haus, und eine Reihe
Markſtücke und Portogroſchen rollten von dannen; auf
dem Unkoſtenkonto der Erbſchaft ward ihnen wehmütig ein
Denkmal geſetzt. Und eines Tages ward der ganze teuer
erworbene Papierkram zuſammen in eins der bewußten
Kuverte gepackt und dem hieſigen Amtsgericht mit einem
kurzen Begleitſchreiben eingereicht. Der Betrag der
Erbſchaft aber war in dieſem ergebenen Begleitſchreiben
nicht erwähnt trotz der gegenteiligen ſtrengen Mahnung
des Herrn Aſſeſſors. Lotte Arnold fand die ihnen bis jetzt
noch ſo hartnäckig vorenthaltene Erbſchaft einſtweilen
hin=
reichend hoch bezahlt mit den vielen auf dem Unkoſten=
mee een en er eite 8
bitter vermißten Arbeitsverdienſt und manchem anderen
was ungebucht ebenfalls auf dieſes Konto gehörte und
ſeine dunkeln Schatten über das einſt ſo helle Heim und
Miteinanderleben von Mama Arnold und ihren drei Mäh
deln warf.
So wie es ihr gelungen war, dem geſtrengen Hermn
Aſſeſſor eine der Urkunden abzuhandeln, gedachte ſie auf
andere ſchlaue Weiſe vielleicht auch um die ſie
empören=
den Stempelkoſten oder wenigſtens einen Teil derſelben
herumzukommen. Nur erſt den begehrten Erbſchein als
koſtbaren Schlüſſel zu den ſo lange und mühſelig
erſtritte=
nen Schätzen der ſeligen Witwe des ſeligen Johann
Ka=
ſimir ſicher in der Hand haben! Das Weitere würde ſich
dann ſchon ſpäterhin finden.
Aber in ihrem unkundigen Optimismus hatte ſie nicht
mit der vorſorgenden Weisheit des Amtsgerichts
gerech=
net. Als das mit heißer Ungeduld herbeigeſehnte große
gelbe Kuvert endlich eintraf, war’s nicht das wertvolle
Dokument, was aus ihm zum Vorſchein kam, ſondern ein
ſehr beſtimmt abgefaßtes Amtsſchreiben, nach deſſen
Lek=
türe Lotte ganz blaß und verſtört die anderen anſahl
Den Erbſchaftsbetrag wollen ſie wiſſen. Der Schein
wird uns nicht eher ausgehändigt, als bis wir die
Stem=
pelkoſten bezahlen! Und die werden nach der Höhe des
Betrages berechnet und machen bei den
Hundertachtzig=
tauſend vielleicht ein paar Hunderte oder gar auch
Tau=
ſende aus! Mama Arnolds Blut regte ſich in dieſem
Augenblick in ihrer verzweifelnden Zweitälteſten. Win
aber haben nicht viel mehr als nur noch das Nötigſte im
Haus, und was auf der Sparkaſſe ſteht, können wir ohne
langfriſtige Kündigung auch nicht holen. Von der
Erb=
ſchaft könnten wir’s leicht bezahlen, aber die kriegen wir
nicht ohne den Erbſchein! Den Erbſchein aber kriegen
wir wieder nicht, weil wir dazu das Geld vor der
Erb=
ſchaft noch nicht haben!
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Herausgegeben von D. Dr. Wilh. Diehl
Dritter Jahrgang:: Heft 3, März 1914
Inhalt: Wilhelm Müller: Ein Wormſer Amtsbericht über das
Pfeifer=
gericht in Frankfurt a. M. — Dr. Wilhelm Lindenſtruth: Die
Vor=
gänge in Großen=Buſeck am 7. und am 8. März 1561, der Anlaß des
15jährigen Reichskammergerichtsprozeſſes der Ganerben des Buſecker
Tals wider Heſſen. — Marie Ullrich: Aus dem Leben meines
Groß=
vaters Fr. Kümmell. — Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl: Beiträge zu
einer heſſen=darmſtädtiſchen Lehrermatrikel. — Kleine Mitteilungen:
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98. Sitzung.
St. Darmſtadt, 12. März.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Dr. v. Ewald,
Fi=
manzminiſter Dr. Braun, Miniſter des Innern v.
Hom=
leergk zu Vach, Staatsrat Lorbacher,
Miniſterial=
gäte Hölzinger, Dr. Weber. Geh. Oberforſtrat Dr.
Walther, Geh. Legationsrat Dr. Neidhart.
Vizepräſident Korell eröffnet die Sitzung um 9 Uhr
15 Min. — Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung
ſein und ſetzt die Beratung des
Hauptvoranſchlages für 1914
Hei Kapitel 14: Staatsminiſterium, fort. — Es
rvird zunächſt eine Generaldebatte eröffnet, in der der
Abg. Dr. Oſann Gelegenheit nimmt, über die
Berechtig=
uung des Militärs zum Waffengebrauch und zum
Einſchrei=
chen bei Unruhen uſw. zu ſprechen und ſtellt feſt, daß in
Heſſen durch landesgeſetzliche Beſtimmungen feſtgelegt iſt,
Daß das Militär nur dann einzugreifen hat, wenn es von
Der Zivilgewalt dazu requiriert wird. Nur in einem Fall,
den der Artikel 5 regelt, kann die Militärbehörde von ſelbſt
gingreifen, das iſt, wenn etwa die Gefahr einer
Revolu=
ttion erſteht. Dieſe Regelung bezeichnet Redner als
durch=
aaus richtig und modern. Weiter beſpricht er das Inſtitut
der Oberrechnungskammer, deſſen Bedeutung und Wichtig=
Reit er durchaus anerkenne. Der
Vereinfachungskommiſ=
ſſion ſei es zunächſt nicht gelungen, in dem Geſchäftsbetrieb
ider Oberrechnungskammer ein vereinfachtes Verfahren
ein=
zzuführen. Auf dem Umwege über die Gemeinden ſcheint
idas aber nun zu gelingen. Dadurch nämlich, daß die
Ge=
tmeinden im eigenen Intereſſe ihre Rechnungen weniger
Kkompliziert aufſtellen. Wenn das allgemein durchgeführt
twird, werde man auch zur Erſparung von Beamten bei
ider Oberrechnungskammer kommen. Der Verwaltungs=
„gerichtshof hat durch die Neuorganiſation ſeinen
Kompe=
itenzbereich erheblich erweitert. Zu rügen iſt, daß der
Ge=
richtshof noch immer kein eigenes Heim hat. Er tagt in
der Heinrichſtraße, ſeine Akten befinden ſich aber in der
Brandverſicherungskammer. Das ſind unhaltbare
Zu=
ſtände. Auch ſonſt macht Redner Vorſchläge zur
Verbeſſe=
rung der inneren Organiſation des
Verwaltungsgerichts=
hofes. Er beſpricht dann weiter den Plan für die
Hof=
hibliothek und das Staatsarchiv auf dem früheren
Bahn=
hofsplatz ein neues Gebäude zu errichten und im Anſchluß
daran das kürzlich vom Geh. Rat Hofmann vorgelegte
Pro=
jekt der Geſamtbebauung dieſes Platzes. (Wir haben das
in der Nummer 70 des Darmſtädter Tagblatts eingehend
erörtert. Der Ref.) Zu bedauern ſei, daß die Behörde in
der Benutzung des Archivs zu zurückhaltend ſei Es ſei
das ja wohl zum Teil begreiflich und verſtändlich, doch
dürfe die Zurückhaltung nicht zu weit gehen. Beſonders
die Dokumente aus den Zeiten vor 1866 uſw., die
inter=
eſſanteſten Kapitel aus der heſſiſchen Geſchichte, ſind kaum
zugänglich.
Staatsminiſter Dr. v. Ewald:
Ueber die zurzeit in Heſſen maßgebenden
Beſtimmun=
gen über das Eingreifen des Militärs zur
Aufrechterhal=
tung der öffentlichen Ordnung, die der Herr Abg. Dr.
Oſann angeregt hat, dürfte kurz folgendes zu ſagen ſein:
Die für Heſſen maßgebenden Beſtimmungen über die
Mit=
wirkung des Militärs zur Aufrechterhaltung der
bürger=
lichen Ordnung ſind geregelt durch das Geſetz vom 27.
November 1872 betreffend den Waffengebrauch des
Mili=
tärs und die Mitwirkung desſelben zur Aufrechterhaltung
der bürgerlichen Ordnung. Dieſes Geſetz iſt erlaſſen
wor=
den in Ausführung der Vorſchriften des Artikels 13 der
Militärkonvention vom 13. Juli 1871. Dort iſt beſtimmt,
daß, wenn die Polizei oder ſonſt eine zuſtändige Behörde
den Beiſtand der Militärbehörde nachſucht, dem Folge zu
geben iſt, und daß die Leitung der Aktion zur
Wiederher=
ſtellung der Ordnung dann auf die militäriſche Stelle
übergeht. Ein ſelbſtändiges militäriſches Eingreifen ohne
vorherige Requiſition der zuſtändigen Zivilbehörde iſt nicht
ſtatthaft. Dieſe Beſtimmung wurde auch in dem Geſetz
vom 27. November 1872 aufrecht erhalten, in deſſen Art. 4
ausdrücklich geſagt iſt, daß das Militär bei
Aufrechterhalt=
ung der bürgerlichen Ordnung nur auf vorherige
Requi=
ſition der Zivilbehörde einzugreifen hat. Die Ausnahme
von dieſem Grundſatz regelt der Artikel 5, in dem es heißt:
Im Falle iedoch erhebliche Gefahr im Verzuge ſcheint, ſo
daß eine Requiſition der Zivilbehörde nicht abgewartct
werden kann, iſt das Militär zum ſelbſtändigen
Einſchrei=
ten befugt. Was der Herr Abg. Dr. Oſann über die
Gültig=
keit des Artikels 6 geſagt hat, halte ich, ſoweit die
Zivil=
gerichte in Frage kommen, für zutreffend. (Dieſer Artikel
betrifft die Beweisführung in Strafprozeſſen.) Für die
Feſtung Mainz beſtehen in der Frage des Eingreifens des
Militärs zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung
beſondere Beſtimmungen. Für Mainz iſt maßgebend das
von der Bundesverſammlung erlaſſene Feſtungsreglement
vom 27. September 1832, und die beſonderen
Beſtimmun=
gen des Territorialvertrages vom 30. Juni 1816. In
die=
ſem iſt anerkannt, daß das Militärgouvernement, weil es
für die Verteidigung des Platzes und die Erhaltung der
inneren Ruhe verantwortlich iſt, auch berechtigt iſt, alle zu
dieſem Zwecke dienlichen Maßregeln zu ergreifen. Den
Artikel 60 des Feſtungsreglements beſtimmt außerdem,
bei entſtehenden Aufläufen, Tumulten oder ſonſtigen
Stö=
rungen der öffentlichen Ordnung muß das unverzüglich
von der Polizei dem Gouvernement gemeldet werden,
be=
ſonders wenn eine Störung der öffentlichen Ruhe zu
be=
fürchten iſt. In dieſem Falle iſt der Feſtungsgouverneur
verpflichtet, die Oberleitung zur Herſtellung der Ordnung
zu übernehmen. Der Herr Abg. Ofann hat weiter eine
Aenderung in der Kompetenz des
Verwaltungsgerichts=
hofes angeregt. Darüber werden wir ſpäter zu beraten
Gelegenheit haben. Die weiter angeregte Erhöhung der
Sitzungsgelder wird die Regierung in Erwägung ziehen.
Was über Hofbibliothek und Staatsarchiv geſagt worden
iſt, kann beſtätigt werden. Die Räumlichkeiten ſind
tat=
ſächlich unzulänglich und es iſt dringend nötig, daß hier
Abhilfe geſchaffen wird. Schon weil die gegenwärtigen
Räume keinerlei wirkſamen Schutz bei Feuersgefahr
bie=
ten. Was die Frage der Benutzung des Archivs zu
Stu=
dien= und wiſſenſchaftlichen Zwecken anlangt, ſo iſt dieſe
durch Reglement geregelt. Für gewiſſe Fälle behält ſich
das Staatsminiſterium die Entſcheidung vor, z. B. bei
Benutzung der Dokumente aus älterer Zeit, die jünger
ſind, als 1768, und von denen aus jüngerer Zeit, die
jün=
ger ſind als 1830, endlich auch bei Dokumenten, die noch
lebende Familien betreffen, die das Staatswohl und die
Kirche betreffen. Wir befinden uns in dieſer Beziehung
in voller Uebereinſtimmung mit anderen Staaten. Ein
Bedürfnis zur Erweiterung der Benutzung des
Staats=
archivs iſt nicht anzuerkennen.
Abg. Dr Fulda: Es iſt anzuerkennen, daß der
Abg. Dr. Oſann die Frage der Zuſtändigkeit der
Mili=
tärbehörden zur Aufrechterhaltung der öffentlichen
Ord=
nung zur Sprache gebracht hat. Wir wollen doch
unter=
ſtreichen, daß das Militär bei uns, gleichwie in Baden,
nur eingreifen kann, wenn es von der Zivilbehörde
requi=
riert wird. Der Herr Staatsminiſter hat nur eine
Ein=
ſchränkung gemacht in bezug auf die Strafrechtspflege.
Wir haben hier leider auch über Uebergriffe des Militärs
zu klagen. Ich möchte da nur an den Fall des Hamburger
Oberlehrers erinnern, der auf dem Flugplatz Darmſtadt
verhaftet wurde, weil er in der Nähe des Fliegerſchuppens
ohne Erlaubniskarte betroffen wurde. Redner verlieſt
den Artikel, den der Betreffende ſeinerzeit den
ſozialdemo=
kratiſchen Blättern überwieſen hat, und rügt, daß die
bür=
gerliche Preſſe davon keine Notiz genommen hat. Weiter
führt er Beſchwerde darüber, daß in Darmſtadt mehrfach
Züge der Dampfbahn durch marſchierende
Truppenabtei=
lungen aufgehalten werden. Das dürfte nicht vorkommen.
Die Beſchwerden über die Unzulänglichkeit der Räume des
Verwaltungsgerichtshofes ſind durchaus berechtigt. Es iſt in
der Tat ein unhaltbarer Zuſtand, daß dieſer Gerichtshof
eigentlich in 3 in ganz verſchiedenen Straßen gelegenen
Lokalen tagt. Der Sitzungsſaal iſt geradezu geſundheits=
ſchädlich.
den Verwaltungsgerichtshof beantragen, aber ich bin der
Meinung, man kann ſofort Abhilfe ſchaffen, wenn man
die Sitzungen in dem Gerichtsgebäude abhielte. Weiter
iſt zu rügen, daß man infolge eines wohl ungeſchriebenen
Geſetzes vor dem Verwaltungsgerichtshof im Frack
er=
ſcheinen muß. Nachdem die Erſte Kammer den
Frack=
zwang abgeſchafft hat, könnte man das hier auch tun.
Man kann gerade ſo würdig im Gehrock vor dem
Verwal=
tungsgerichtshof tätig ſein. Was die Kompetenz des
Ver=
waltungsgerichtshofes betrifft, ſo ſtimme ich dem Abg.
Oſann hier nicht zu, wenn er die Zuſtändigkeit bei
Wirt=
ſchaftsgeſuchen uſw. rügte, weil der
Verwaltungsgerichts=
hof nicht lokalkundig ſei; das ſei gar nicht nötig, die
Hauptſache ſei, daß der Verwaltungsgerichtshof
einheit=
liche Grundſätze aufſtellt. Man ſollte alſo die Kompetenz
nicht einſchränken, ſie vielmehr noch erweitern auf die
Be=
ſtätigung von Magiſtratsperſonen uſw., damit hier nicht
das Miniſterium die Entſcheidung hat das hier ſo eine
Art Kabinettjuſtiz ausübt. Weiter kritiſiert Redner die
Zuſammenſetzung des Verwaltungsgerichts und rügt, daß
das Miniſterium eigentlich zu viel vertreten iſt.
Staatsminiſter Dr. v. Ewald:
Ueber die Unterſuchung der Angelegenheit des
Ver=
haltens der Fliegeroffiziere gegenüber Zivilperſonen kann
ich keine Auskunft geben, da hierüber keinerlei
Mitteilun=
gen an uns gelangt ſind. Was die Zuſammenſetzung der
Mitglieder des Verwaltungsgerichts betrifft, ſo bin ich der
Meinung, daß keinerlei Bedenken gegen die Berufung
be=
ſtehen zunächſt was die Lebensalter betrifft, denn die an
den höchſten Gerichtshof Berufenen ſind oft auch nicht
älter. Und was die Unabhängigkeit der Beamten betrifft,
ſo beruht dieſe gerade in der Wahl der Perſönlichkeiten.
Man beruft eben nur ſolche Perſonen in den
Verwaltungs=
gerichtshof, zu denen man das feſte Vertrauen hat, daß ſie
ohne Rückſicht auf das Miniſterium nur nach eigenſter
Ueberzeugung Recht ſprechen.
Geh. Legationsrat Dr. Neidhart: Der Herr Abg.
Dr. Oſann hat geglaubt, die 25 000 Mark Mindereinnahme
an Reviſionsgebühren ſei nicht zurückzuführen auf
Verein=
fachungen an der Oberrechnungskammer ſelbſt, ſondern
auf die Vereinfachung der Rechnungen der Gemeinden.
Demgegenüber iſt doch feſtzuſtellen, daß tatſächlich durch
die Oberrechnungskammer ſelbſt Vereinfachungen
einge=
führt wurden. Redner verbreitet ſich zum Beweiſe deſſen
des näheren über die Art der Gebührenerhebung, wie ſie
jetzt eingeführt iſt. Es werden heute den Reviſoren eine
erhebliche Anzahl Poſten mehr zugewieſen, als früher.
Tatſächlich ſind auch ſchon Beamte erſpart worden. Ob
das dauernd ſo bleiben kann, ſteht aber noch nicht feſt.
Das Kapitel 14 wird dann genehmigt. Ebenſo ohne
Debatte die Kapitel 15 bis 19.
Zu Kapitel 20, Rheinſchiffahrt, rügt Abg.
Adelung die oft zu ungenügende Bemannung der
Schleppzüge und bittet die Regierung, für Abhilfe Sorge
tragen zu wollen. — Die Kapitel 21 und 22 werden dann
genehmigt.
Danach wird erſt das vorhin zurückgeſtellte
Kapi=
tel. 12, Direkte Steuern uſw., beraten. Abg.
Lang ſtellt hierzu folgenden Antrag: Ich beantrage, die
Kammer wolle beſchließen, von der unter Titel 4I,
Zif=
fer 2 der Einnahmen von der Regierung geplanten
Er=
höhung der Ausſchlagsgebühren für die Gemeindeumlagen
abſehen zu wollen.
Abg. Korell=Angenrod (ſchwer verſtändlich) beſpricht
kurz dieFrage der Beſteuerung nach dem gemeinen Wert und
ſpricht ſeine Genugtuung darüber aus, daß Staatsrat Dr.
Becker das Ausharren der Landwirte, beſonders der
Wein=
bauern in ihrem ſchweren Beruf auch in kritiſchen Zeiten
anerkannt hat. Er bittet die Regierung, feſtzuſtellen daß
die Veranlagung auf Grund des Wehrbeitragsgeſetzes,
wenn ſie jetzt nach dem gemeinen Wert erfolgte, auch 1917
ebenſo erfolgt. — Abg. Singer rügt, daß für die
Veran=
lagung zur Gemeindeſteuer den Gemeinden jetzt 25000
Mark mehr auferlegt würden. Die Gemeinden ſelen
ohnehin ſo ſchwer belaſtet. Den Bürgermeiſtereien werden
dauernd mehr Arbeiten auferlegt, die ſie ohne Vergütung
machen müſſen. Er bittet, dieſe 25000 Mark nicht mehr zu
Laſten der Gemeinden zu ſetzen. — Abg. Hauck hält es
für notwendig, ſich einmal eingehend darüber zu
unter=
halten, ob die Beſteuerung nach dem Ertrags= oder nach
dem gemeinen Wert die günſtigere ſei. Er legt dann unter
Erörterung von Beiſpielen in längeren Ausführungen
Korratfer 1o
11
Konfirmanden-Hüte, weisse Hemden,
Weisse Oberhemden, Kragen, Man-
Für Mädchen:
rur Reluben.
Röcke, Hosen, Korsetten, Hand-
—schetten, Kravatten, Hosenträger,
schuhe, Taschentücher, Kränze,
Regenschirme, Handschuhe, Taschen-
Sträusschen, Kerzenschmuck,
Kerzen-
tücher etc, etc.
tücher, Regenschirme etc. etc.
Berufskleidung für jedes Gewerbe.
(6608a
Schustergasseis H. Nau & Sohnn Sciusterzasse 16.
ſeine Anſichten hierüber dar. (Bei ſortgeſetzt ſteigender
Un=
ruhe des Hauſes bleibt der Redner meiſt unverſtändlich.)
Staatsrat Dr. Becker
bittet, ſich über die Beſteuerung nach dem gemeinen odec
dem Ertragswert heute nicht weiter zu verbreiten, da bei
Vorlage der Denkſchrift ausreichend Gelegenheit hierzu
ge=
geben ſein wird. Auf einige Fragen kann ich alsbald
Antwort geben. Der Abg. Korell hat gefragt, wie es mit
der Stempelabgabe bei Erbſchaften bezw. bei der
Ueber=
gabe eines Gutes an Sohn oder Tochter oder
Schwieger=
ſohn oder Schwiegertochter ſteht. Ich kann hier nur
wieder=
holen, was ich früher bereits geſagt habe, daß bei
Ueber=
gang eines Gutes auf Sohn oder Tochter eine Steuer nicht
erhoben wird, wohl aber beim Uebergang auf
Schwieger=
tochter oder Schwiegerſohn. In dieſen Fällen kommt man
um die Steuer nicht herum; daß die Schenkungsſteuer
er=
hoben wird von nahen Verwandten genau, als wenn
Fremde in Frage kommen, iſt wohl mißlich, nach Lage des
Geſetzes aber nicht zu ändern. Vielleicht iſt wenigſtens
eine geringere Steuer anzuſtreben. Zur weiteren Frage
des Abg. Korell bezüglich der Veranlagung nach dem
ge=
meinen oder Ertragswert 1913 und 1917 habe ich ſchon in
der Erſten Kammer ausgeführt, daß der Veranlagte 1917
wieder freie Wahl hat, wie er veranlagt werden will.
Was den Antrag Singer betrifft, die 25000 Mark Koſten,
die die Gemeinde für Steuerveranlagung zu tragen hat,
auf den Staat abzuwälzen, bitte ich abzulehnen. Es iſt
geſetzlich feſtgelegt, daß die Gemeinden die Koſten der
Veranlagung zu tragen haben. Daran kann auch eine
Abſtreichung des Poſtens im Budget nichts ändern. Es
müßte hierzu eine Aenderung des Gemeindeſteuergeſetzes
eintreten. Zudem iſt feſtzuſtellen, daß die Beiträge die
tatſächlichen Koſten der Veranlagung nicht decken. Es
haben wiederholt Erhöhungen der Schreibgebühren, der
Beamtengehälter uſw. ſtattgefunden, wodurch die
Veran=
lagungskoſten erheblich geſtiegen ſind. Auch die
Veran=
lagungsarbeiten ſind ſehr erheblich komplizierter
gewor=
den auf allen Gebieten. Viele Arbeiten ſind heute nicht
mehr von Gehilfen auszuführen. Beſonders ſoweit die
Beſteuerung des Grundbeſitzes und die des
Gewerbe=
betriebes in Frage kommt. Auf dem Lande iſt die
Ar=
beit beſonders ſchwierig, weil die Unterlagen meiſt fehlen.
Die Erhöhung der Gebührenbeiträge iſt alſo durchaus
be=
rechtigt. Wenn der Abg. Singer einwendet, daß auch die
Gemeinden viel für den Staat tun, ſo ſollte einmal dagegen
abgewogen werden, was der Staat umgekehrt für die
Ge=
meinden an erheblichen Arbeiten leiſtet. Es iſt ganz
un=
möglich, dem Staat zuzumuten, die erhöhte Arbeit zu den
gleichen Vergütungen zu leiſten, wie bisher.
Abg. Schott führt Klage über die ganz eminente
Zunahme des Hauſierhandels auf dem Lande, beſonders
im Winter. Hierdurch wird der kleine Kaufmann in
ſeiner Eriſtenz ernſtlich bebroht. Die Regierung ſollie
hier erwägen, wie dem abzuhelfen ſei, eventl. durch
Er=
böhung der Stempelabgaben auf Wandergewerbeſcheine.
Abg. Buſold erkennt an, daß früher von ihm
vor=
gebrachte Beſchwerden Erfolg gehabt haben, doch ſeien
immer noch Ungerechtigkeiten vorhanden, beſonders in der
Steuerveranlagung der Arbeiter. Zum Beiſpiel habe das
Finanzamt Friedberg das Durchſchnittseinkommen der
letzten 3 Jahre verlangt, was oft ganz unmöglich
feſtzu=
ſtellen iſt. Im letzten Jahre hat es eine lange Zeit der
Arbeitsloſigkeit gegeben, doch wurden zahlreiche Geſuche
um Steuernachlaß von der Behörde abſchläglich beſchieden.
Das Reglement enthält hier eine Härte, die man in der
Auslegung doch mildern ſollte.
Abg. Wiegand bittet die Regierung, doch mit Milde
an die Feſtſetzungen der Mehrleiſtungen für die
Gemein=
den heranzutreten. Die Gemeinden müſſen doch recht viele
Arbeiten für den Staat ausführen, und alles, was für den
Staat zur Erhöhung ſeiner Gebühren maßgebend war,
gilt doch auch für die Gemeinden. Redner bittet weiter,
die Beſtimmungen zu ändern, nach denen der
Bürger=
meiſter es zu beſcheinigen hat, wenn der Pfandmeiſter
jemand als pfandlos bezeichnet.
Abg. Mergell beſpricht ebenfalls die erhöhte
Her=
anziehung der Gemeinden zu den Beiträgen für die
Steuer=
veranlagungen uſw.; ſeine Ausführungen ſind aber auf
der Tribüne nicht zu verſtehen.
Abg. Leun bedauert, daß die Oberrechnungskammer
ſchon bewilligt iſt, ſonſt hätte er beantragt, dazu 130000
Mark zu ſtreichen. Er rügt dann ebenfalls die hohen
Bei=
träge der Gemeinden zur Steuerveranlagung. Die von
Staatsrat Dr. Becker dafür angeführten Gründe ſeien nicht
ſtichhaltig. Wenn man einfach einen Betrag einſtellt und
nachher ſagt, es geht einfach nicht, Abſtriche zu machen, ſo
ſind ja eigentlich die Plenarverhandlungen ganz
über=
flüſſig. Wer objektiv und gerecht denkt, der müſſe für den
Antrag Lang und Genoſſen ſtimmen.
Abg. Schönberger (faſt unverſtändlich) kritiſiert
anſcheinend abfällig das Gemeindeumlagengeſetz, das er
für das ſchlechteſte hält, was je gemacht wurde. Er
be=
ſpricht dann den gemeinen und Ertragswert. Das ganze
Syſtem der Veranlagung ſei unrichtig. Dafür ſind
Be=
weiſe die Tatſachen, daß durch Anlegung falſcher
Maß=
ſtäbe die Beſitzwerte plötzlich außerordentlich wachſen uſw.
Abg. Ulrich möchte nochmals auf die Stempelbezüge
des Staates aus den Schauſtellungen uſw. zurückkommen.
Man nehme dabei zu wenig Rückſicht auf die perſönlichen
Verhältniſſe der Einzelnen. Die Leute klagen darüber,
daß ſie über einen Kamm geſchoren werden. Ganz kleine
Budenbeſitzer müſſen gerade ſoviel zahlen, wie größere
Theater. Die Kreisämter ſcheinen hier zu wenig zu
diffe=
renzieren. Dem Abg. Schott müſſe er widerſprechen in
dem Wunſche, den Hauſierhandel auf demt Lande zu bes
lämpfen. Der Hauſierer ſei gerade auf dem Lande vielg
fach nicht zu entbehren. Redner bringt weitere
Lokal=
wünſche vor.
Abg. Dorſch: Wir werden für den Antrag Lang
ſtimmen, weil wir der Anſicht ſind, daß eine weitere
Be=
laſtung der Gemeinden nicht gutgeheißen werden kann,
Man hat ohnehin ſchon alles Mögliche auf die Gemeinden
abgeleitet, wie die Gebühren für Tierärzte auf den
Vieh=
märkten u. v. a. Die Steuerveranlagungen nach dem
Er=
tragswert ſind ſehr ungleich und vielfach zu beanſtanden,
Abg. Kredel bleibt unverſtändlich.
Abg. Korell=Angenrod weiſt auf die wichtige Arbeit
hin, die der Landwirtſchaftskammer erwächſt aus der
Feſt=
ſtellung der Werte zur Steuerveranlagung.
Abg. Hauck fragt, wie es mit ſeinem Antrag bezüglich
der Beſeitigung der Doppelbeſteuerung ſteht.
Staatsrat Dr. Becker erwidert, die Verhandlungen
hierüber mit Preußen ſchweben noch; ſie ſind ſehr
lang=
wierig.
Abg. Stephan meint, der Antrag Lang würde zu
einem praktiſchen Ergebnis nicht führen, da die Gemeinden
geſetzlich verpflichtet ſind, die Koſten zu erſetzen.
Staatsrat Dr. Becker beſtätigt das wiederholt. Es
kann höchſtens die Regierung erſucht werden, bei der
Feſt=
ſetzung der Koſten ſo milde als möglich zu verfahren. Dag
geſchehe aber ohnehin ſchon. Redner verbreitet ſich
weitel=
hin über ſteuertechniſche Fragen bezüglich des Ertrags=
und gemeinen Wertes. Was die Beſteuerung der Hauſieren
betrifft, ſo iſt ſeit einigen Jahren dieſe möglichſt
einheit=
lich geregelt. Auf alle ſonſt vorgebrachten Fragen lokaler
Natur gibt Redner entſprechende Aufklärung und erſucht
wiederholt, dem Antrag Lang nicht zuzuſtimmen.
Damit ſchließt die Beratung.
Der Ausſchußantrag zudem Kapitel wird
einſtimmig angenommen, ebenſo der Ans
trag Lang.
Darauf wird die Sitzung auf Freitag 9 Uhr vertagt
Am Freitag 10½ Uhr ſoll die Rückäußerung zur
Be=
ſoldungsordnung beraten werden. — Schluß ½2 Uhr.
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Vorträge.
* Vorträge über Religionsunterricht.
am Mittwoch vor acht Tagen begonnenen
Vor=
isge über den Religionsunterricht wurden
ſngeſtern nachmittag 3 Uhr im „Kaiſerſaal” unter ſehr
lkker Beteiligung von Lehrern und Pfarrern fortgeſetzt.
Aafh einer kurzen Begrüßung der Verſammlung, in der
lH die Vertreter der oberſten Kirchen= und
Schulbehör=
n anweſend waren, durch den Vorſitzenden der
Kom=
liſſion, Geh. Oberkonſiſtorialrat D Peterſen ſprach
lſtarſt Lehrer Dollinger von Ober=Gleen über „Die
egandlung der Apoſtelgeſchichte und der
neuteſtament=
licsen Leſeſtücke‟. Er betonte die Wichtigkeit dieſer
Ab=
haitte als Quellen der Geſchichte des Urchriſtentums und
ſiete die Gedankengänge dar, in welchen durch die neue
ſhioliſche Geſchichte den Kindern ein Bild ſowohl der
ſſeruſalemer Urgemeinde als auch der pauliniſchen
heiden=
rsſtlichen Gemeinden gegeben werden kann, wobei es
ſrte Hauptaufgabe des Religionsunterrichtes bleiben
hhird, vor allem die großen kraftvollen Perſönlichkeiten
icſes Zeitabſchnitts, Petrus, Stephanus und beſonders
a ulus, den Kindern vor Augen zu führen. Seine
kla=
ſet-, packenden, von innerer Wärme getragenen
Aus=
lüterungen fanden reichen Beifall. Alsdann hielt
Schul=
a Dieterich von Erbach ebenfalls in intereſſanter und
nziehender Weiſe einen mehr allgemeinen Vortrag über
em „Religionsunterricht nach dem neuen Lehrplan”.
lesgehend vom Lehrplan der einklaſſigen Schule, legte
r dar, wie der Lehrſtoff auf Vorſtufe, Unter= und
Ober=
ſſirffe zu verteilen ſei, und erläuterte die Grundſätze, von
hherten die Kommiſſion bei Aufſtellung des neuen
Lehr=
lans ausgegangen ſei. Er ging dann auf die
methodi=
che Behandlung der Unterrichtsſtoffe ein und ſchloß ſeine
ſchaltvollen Ausführungen mit dem Hinweis, wie gerade
ſiss überaus zahlreiche Erſcheinen der Lehrerſchaft
be=
vneſen habe, daß ſie die bedeutſame Stellung des
Re=
inionsunterrichtes in der Schule anerkenne und zu
ſch ätzen wiſſe. Es ſei eine Notwendigkeit, daß Pfarrer
ſind Lehrer gerade auch im Religionsunterricht
zuſammen=
rübeiten zur Förderung und zur Erhaltung der
religiös=
ittlichen Kräfte unſeres Volkes. Die Verſammlung
ſpen=
dite dem Referenten gleichfalls lebhaften Beifall und
Zu=
ſtemmung. An der ſich anſchließenden Ausſprache
betei=
ligten ſich Schulrat Scherer, Pfarrer Meiſinger, Profeſſor
* z. Matthes. Profeſſor D. Dr. Schian, Prälat D. Dr.
Kllöring. Lehrer Dollinger und Schulrat Dieterich. —
Abends 8 Uhr behandelte dann im gleichen Saale
Uni=
verſitätsprofeſſor D. Dr. Schian von Gießen die
inner=
lichen und prinzipiellen Fragen des Religionsunterrichts
in, einem Vortrag über das Thema „Der evangeliſche
Cllaube und der Religionsunterricht” Nach einer
ein=
lfitenden Darſtellung über das Weſen des evangeliſchen
Cllaubens beleuchtete er von hier aus einzelne Fragen aus
deu Gebiete des Religionsunterrichts, ſo die Fragen:
„Blaube und Unterricht‟ Glaube und evangeliſcher
Unterricht” „Glaube und Leben (Dogmen) der Kirche‟
Blaube und moderne Bibelwiſſenſchaft” Bei der Frage
ter Notwendigkeit des konfeſſionellen
Religionsunter=
ruchts lehnte der Vortragende die Forderung eines bloßen
Noralunterrichts als in ſich unbegründet ab, ebenſo den
Esedanken eines allgemeinen interkonfeſſionellen
Reli=
gionsunterrichts, der den Kindern nur eine farbloſe
An=
ſchauung biete an Stelle des konfeſſionellen, bewußt
evan=
geliſchen Religionsunterrichts. Aber auch dieſer letztere
türfe nicht ein ſogen. objektiver Unterricht ſein, ſondern
rüſſe als ein ſubjektiver von der inneren Wärme und
Ueberzeugung des Lehrers getragen ſein. Mit einem
wankeswort des Vorſitzenden für die inhaltsreichen
Aus=
führungen des Redners ſchloß die Verſammlung. — Am
nächſten Mittwoch werden noch zwei weitere Vorträge
gehalten werden, und zwar wird Pfarrer D. Waitz von
Darmſtadt über „Die Behandlung der Kirchengeſchichte
und des Kirchenliedes nach dem neuen Lehrplan” und
Profeſſor Liz. Matthes von Darmſtadt über „Der
Kate=
chismusunterricht nach dem neuen Lehrplan” reden.
Turnen, Spiele und Sport.
— Fußballſport. Nach längerer Pauſe iſt auch der
Fußballbetrieb in vollem Umfange wieder aufgenommen
worden. Es ſei ſchon jetzt bekannt gegeben, daß dem
hieſi=
gen ſportliebenden Publikum vom nächſten Sonntag, den
15. März ab. hochintereſſante Spiele gegen Ligavereine
des Nord= und Weſtkreiſes geboten werden. Der F.=K.
Olympia=Darmſtadt 1898 hat ſich auf vielſeitigen
Wunſch der Ligavereine der neu gegründeten Privat=
Fußballrunde angeſchloſſen. Der Vorſtand des Verbandes
ſüddeutſcher Fußballvereine hat die Privat=Fußballrunde
genehmigt. Sie führt die amtliche Bezeichnung Nord=
und Weſtkreis=Pokalrunde. Die Spiele regeln
ſich genau nach den Beſtimmungen, die für die Ligaſpiele
der einzelnen Kreiſe vorgeſchrieben ſind. Der Sieger
er=
hält neben dem Meiſtertitel einen wertvollen, von den
be=
teiligten Vereinen geſtifteten Pokal. An der Nord= und
Weſtkreis=Pokalrunde ſind die folgenden Vereine beteiligt:
Fußballſportverein Frankfurt, Germania Frankfurt, Kickers
Offenbach, Viktoria Hanau, Phönix Mannheim, Phönix
Ludwigshafen, 1903 Ludwigshafen, Olympia Darmſtadt.
Die Spiele haben am vergangenen Sonntag begonnen
nd folgende Reſultate gezeitigt: F.=Sp.=V. Frankfurt
gegen Phönix Mannheim 2:3, Hanau 1894 gegen Phönix
Ludwigshafen 1:0, Kickers Offenbach gegen Germania
Frankfurt 3:2, Olympia Darmſtadt gegen 1903
Ludwigs=
hafen 122. Sämtliche Spiele gingen nur ſehr knapp
ge=
wonnen. Olympia war dem Gegner beſonders in der
zweiten Hälfte überlegen und ſpielte techniſch beſſer. Das
Spiel ſtand noch 3 Minuten vor Schluß 111. Nächſten
Sonntag, den 15. März, ſpielt Olympia auf dem
Sport=
platze an der Heidelberger Straße gegen die beſtbekannte
Ligamannſchaft des F.=K. Viktoria Hanau 1894. Das Spiel
beginnt um 3 Uhr.
* Militär=Fußballkampf. Am Mittwoch
ſtanden ſich in Berlin die Fußballmannſchaften des
Garde=Füſilier=Regiments und des 85. Infanterie=
Regi=
ments, Kiel, in einem Wettkampf gegenüber. Die Kieler
Mannſchaft, in der ſechs Spieler des vorjährigen deutſchen
Fußballmeiſters Holſtein=Kiel, u a. die „Internationalen”
Möller und Fick mitwirkten, wat den Garde=Füſilieren ein
hartnäckiger Gegner. Die Berliner Mannſchaft leiſtete
je=
doch tapferen Widerſtand und wurde nur knapp mit 122
ge=
ſchlagen.
* Pferdeſport. Rennen zu Compiégne, 11.
März. Prix de l'Ortille; 2000 Francs: 1. Ch. de Vrédes=
Baillard (Barat), 2. Corrol. 3. Sirius II. 50:10; 19, 34:10.
— Prix de la Société des Steeple=Chaſes de France; 2600
Francs: 1. O. Smets Ultra III (E. Rolfe), 2. Vagabon.
Bailly III vom erſten Platz, Soupex vom zweiten Platz
diſtanziert. 41:10; 19, 16:10. — Prix der Vieux Moulin;
2500 Francs: 1. Félir Petits Miß Eſther (Comte de
Ville=
neuve). Bonjour II, Rainoire ausgebrochen. 34110.
Courſe Späciale de Haies de la Société Sportive
Enccou=
ragement; 2000 Francs: 1. Hardouins Roſalinde (Smith),
2 Samarette, 3. Totor. 41:10: 14, 14:10. — 2. Prix de la
Société des Steeple=Chaſes de France; 5000 Francs:
1 Frédéric Moreaus Chatenay II (G. Mitchell), 2.
Made=
moiſelle Jacqueline, 3. Bonjour II. 41:10; 18, 37, 38:10.
— Prix de Champlien; 1500 Francs; 1. Comte de
Cam=
bacerés' Albanais (Dujardin), 2. Daybreak, 3. Faucheuſe.
18:10.
* Radſport. Lorenz=Saldow, Sieger im
7. Berliner Sechstagerennen. Wie
vorauszu=
ſehen, endete das jüngſte Berliner Sechstagerennen mit
dem Siege der Berliner Willy Lorenz und Karl Saldow,
die ſich ſchon während des ganzen Verlaufes ihren
Geg=
nern in allen Spurts überlegen gezeigt hatten, wenn ihre
Kräfte auch nicht zu einer Ueberrundung gelangt hatten.
Saldow ſchlug gleich im erſten Lauf einen ſo ſchnellen
Fahrer wie Stol, ſowie zweimal den Weltmeiſter Rütt
und wurde nur je einual von Miquel und Moran beſiegt.
Außer dieſen beiden Läufen wurde von der Mannſchaft
Lorenz=Saldow jede Begegnung gewonnen, ſo daß ſie mit
11 Punkten gegen 21 von Stol=Miquel, 27 von Rütt=Stell=
rink und 30 von. Root=Moran ſiegte. Der fünfte Platz
fiel an die Amerikaner Mac Namara=Fogler, da Mac
Na=
mara in einem Entſcheidungsmatch Packebuſch ſicher
ab=
fertigte. Das genaue Reſultat war: 1. Lorenz=Saldow
4260,960 Km. (Weltrekord 4502,200 Km. Stol=Vanhouwaert
1914 in Brüſſel) 11 Punkte; 2. Stol=Miquel 22 Punkte;
3. Rütt=Stellbrink 27 Punkte; 4. Moran=Root 30 Punkte;
5 Mac Namara=Fogler eine Runde; 6. Stabe=Packebuſch
eine Runde; 7. Techmer=Aberger eine Runde; 8. Tadewald=
Ehlert vier Runden zurück. — Die Berliner
Sechs=
tagerennen haben auch den Sieg von Lorenz=Saldow
zum erſten Male mit einem Erfolg einer rein deutſchen
Mannſchaft in einer derartig internationalen Konkurrenz
geendet. Allerdings gewann Rütt ſchon viermal das
Ber=
liner Sechstagerennen, aber jedesmal mit einem Ausländer
als Partner. Lorenz=Saldow waren ſchon vorher dreimal
in Dresden und einmal in Hannover in einem
Sechstage=
rennen ſiegreich, hatten es aber damals nicht mit
derarti=
gen Gegnern wie jetzt zu tun. Die Ergebniſſe der
bis=
herigen Sechstagerennen waren: 1. Sechstagerennen 1909
Mac Farland=Moran 3865,700 Km.; 2. Stol=Berthet. —
2. Rennen 1910: 1. Rütt=Clark 3753,150 Km., 2. Stol=
Walthour. — 3. Rennen, 1911: 1. Rütt=Stol 3406,050,
2. Marc Farland=Moran. — 4. Rennen, 1912: 1. Rütt=Stol
3896,620 Km., 2. Fogler=Moran. — 5. Rennen, 1912:
1: Rütt=Stol 4269,660 Km., 2. Lorenz=Saldow — 6.
Ren=
nen, 1913: 1. Clark=Hill 3926,250 Km., 2. Stol=Miquel.
Der Kronprinz hat den Siegern des 7. Berliner
Sechstage=Rennens Lorenz=Saldow die ihm von
ihrem glänzenden Erfolge telegraphiſch Meldung erſtattet
hatten, folgendes Antworttelegramm geſandt: „Ich
freue mich ſehr über den Sieg der deutſchen Mannſchaft.
Wilhelm, Kronprinz.”
Luftfahrt.
* Der Prinz Heinrich=Flug 1913. In
verſchiedenen Blättern wurde in letzter Zeit ein offener
Brief des deutſchen Flugzeugführer=Bundes
veröffent=
icht, in dem der Bund ſeinen Mitgliedern mitteilt, im
Prinz Heinrich=Flug 1913 ſeien 38000 Mark für Preiſe und
25000 Mark für Organiſationskoſten aufgewendet. Die
Veranſtalter des Fluges hatten eine genaue Abrechnung
des Fluges in Heft Nr. 3 der Deutſchen Luftfahrer Zeitung
veröffentlicht, außerdem findet ſich ein detaillierter
Rech=
nungsabſchluß in der ſoeben erſchienenen „Denkſchrift
über den Prinz Heinrich=Flug 1913‟
Ver=
ag Heitz u. Mündel, Straßburg. Die Abrechnung läßt
er=
kennen, daß gelegentlich dieſes Fluges, bei dem in
Wies=
baden 16 Flieger=Offiziere und 3 unſeres Wiſſens nach
nicht dem deutſchen Flugzeugführerbunde angehörigen
Herren (Ing. Schlegel. Direktor Suvelack, Dipl.=Ing.
The=
len) ſtarteten, für Leiſtungen an die Wettbewerber 109557
Mark 13 Pfennig, für Organiſationsausgaben 54046 Mark
3 Pfennig ausgegeben wurden.
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(*6517df Suche Küchenmädch. a. e. Schloß,
dieſes hat Gelegenh., gut koch. z. lern.
Herrſch. m. Kind ſ. nett. Alleinmädch.
Mädchen, w. koch. könn., z. ein. Herrn,
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z. 1. u. 15. April. Frau Berta Nessling,ſ
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Ludwigſtraße 8.
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vorſtehen kann, wird bei hohem
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geſ. Mollerſtr. 37, 2. Etage. (*6685 Alleinmädchen
für Küchen= und Hausarbeit zum(
1. April geſucht.
(6614fs
Näheres in der Expedition. Lauffrau oder Mädchen geſucht.
Vorſtellen von 4—6 Uhr. (*6644
Steinſtraße 36, part.(
rüchtige Köchi 2
bei hohem Lohn geſucht. (Fr66261
Frau Lipsky, Mainz,
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Emmrich=Joſefſtraße 9.
Vorm. 8—10 Uhr Mädchen
oder junge Frau geſucht. (*6688
Pankratiusſtraße 68, II. Wer übernimmt Waſchen und
Ausbeſſ. der Wäſche f. einz.
Herrn? Waſchanſt. ausgeſchl. Off.
m. Preisang. u. T 96 Exp. (*6724 Tüchtige Arbeiterinnen ſofort Suche perf. u. bürgerl. Köchinn.,
Hausmädch., Kinderfrl., Alleinm.,
welche koch. u. nicht koch. können,
in großer Anzahl für hier u. aus=
auch Weißnähen kann, geſucht. wärts für ſofort u. 1. April. Frau
Minna Dingeldein, gewerbs=
mäßige Stellenvermittlerin, Eliſa=
bethenſtraße 5, Tel. 531. (*6720 Männlich
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Eintritt am 1. April
und Verkäuferinnen
für Kunstgewerbe.
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Spezialgeschäften tätig waren, wollen Offerten mit
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Schirmherr: Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Heſſen und bei Rhein.
Samstag, den 14. März d. J., abends 8½ Uhr:
Gabelsberger-Feier‟ nit darauffelgenden Tan2
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unter gütiger Mitwirkung des Geſangvereins „Liederzweig” (Dirigent: Herr
Kammermuſiker Brückmann), des Zitherklubs Darmſtadt=Beſſungen, der Herren
A. Rieſinger (Tenor), H. Stern (Baß), Fr. Kilian (Humoriſt), ſowie einer
im Kaiſer= u. Fürſtenſaal, Grafenſtr. 18
Abteilung der Kapelle des Leibg.=Inf.=Regts. Nr. 115. Eintritt für
unſere Mitglieder frei, Fremde im Vorverkauf (Verkehrsbüro) à Perſon
40 Pfg. inkl. Steuer, an der Abendkaſſe à Perſon 55 Pfg. inkl. Steuer. (6495mf
Verband evangel.-Kirchlich. Frauenvereine
im Grossherzogtum Hessen.
Eimlauung zur 18. Fradeh-Kedterenn
auf Montag, den 16. März, nachmittags 3 Uhr
im Gemeindehaus der Johannesgemeinde, Kahlertstr. 26.
Tagesordnung:
1. Geschäftliches.
2. Berichte aus der praktischen Arbeit in Jungfrauenvereinen.
3. Aussprache.
(6618
Eintritt frei!
Der Vorstand.
Gebeinle. Sunerarclt der efihtalteten Suleualte
Zur Feier unseres 7. Stiftungsfestes am Sonntag, den
15. März, abends 7½ Uhr im Gemeindehaus, Kiesstr. 17,
laden wir unsere aktiven und inaktiven Mitglieder freundlichst ein.
6620)
Der Vorstand.
Weſdeniſcher Güterbeamten=Verband
Bezirksverein für das Großherzogtum Heſſen.
Am 15. März ds. Js. findet in Darmſtadt im
Rummelbräu am Hauptbahnhof, nachm. 3½ Uhr
eine Verſammlung
ſtatt, wozu alle Kollegen, ſowie auch die Herren Gutsbeſitzer und
Pächter eingeladen ſind. Auf der Tagesordnung ſteht unter Punkt 2
ein Vortrag des Herrn Oekonomierat Haug=Darmſtadt, welcher
allſeitig von Intereſſe ſein dürfte und werden deshalb ſämtliche
Herren Mitglieder des W. G. V., ſowie alle Herren Kollegen aus der
Umgebung Darmſtadts gebeten, vollzählig zu erſcheinen (6613fs
Der Vorſtand:
Verwalter Riebel, Löwenhof bei Friedberg, I. Vorſitzender.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.—
(6271
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
Freitag, 13. März, nachmittags 4-6 Uhr Kaffee-Konzert Künstler-Orchester „Aronadi‟ Aus der Vortragsfolge:
. von Weber
Ouvertüre z. Oper „Oberon‟ von Puccini
Fantasie „La Tosca‟
. von Grieg
Sonate für Klavier . Herr Klaviervirtuose Wendenschlag. Vorzüglichen Kaffee, Kuchen u. Torten. (6672 4V AP
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Turnhalle, Woogsplatz
Sonntag, den 22. März, abends 8¼ Uhr:
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Vortrag
mit Erläuterungen am Flügel
des bekannten Wagnerforschers Prof. Hemmes aus Mainz.
1. Teil: Inhalt nebst Musikproben
(6677fid
2. Teil: Deutung des Dramas
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Tanz Unterrieht.
Unser Sommerkursus beginnt anfangs April. —
Weitere Anmeldungen nehmen wir jederzeit entgegen.
— Gründlicher Unterricht in allen modernen Tänzen.
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Zu erfragen in der Exped. (*6619df
Großherz. Hoftheaten
Freitag, den 13. März 1914.
130. Abonnem.=Vorſtellung. D39
Madame Butterfly.
Tragiſche Oper in 3 Akten
von Giacomo Puccini.
Perſonen:
Cho=Cho=San, gen.
. . G. Geyersbac
Butterfly
Suzuki, Cho=Cho=
San’s Dienerin . Anna Jacohs
Kate Linkerton. . Clem. Feiſtlen
F. B. Linkerton, Lt.
in der Marine der
U. S. A. .
Aug. Globerg
Sharpleß, Konſul
der Ver. Staaten
in Nagaſaki . . Gg. Weber
Goro, Nakodo . K. Bernha
Der Fürſt Yama=
.Otto Thomſ
dori
Onkel Bonze . . L. Schützendoll
Der Kaiſerl. Kom=
. Auguſt Kräger
miſſär.
Der Standes=
. Adolf. Klotz
beamte
Die Mutter Cho=
. Käthe Müller
Cho=San’s .
Yakuſide, d. Onkel Heinrich Geyen
.L. Sturmfels
Die Tante .
. Hede Schaub
Die Baſe .
Kummer (Butter=
. Herb. Kreklau
fly’s Kind) .
Chöre: Robert Preuß.
Nach dem 1. Akte längere Pauſe
Preiſe der Plätze (Gewöhnl=
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
4.20 ℳ, 14.—20. Reihe 3.40
Parterre: 1.—5. Reihe 2.90
6.—8. Reihe 2.35 ℳ, Proſzeniumsn
loge 6.20 ℳ, Mittelloge 6.20
Balkonloge 5.20 ℳ, 1. Rang 4.70
2. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ, 7.
8. Reihe 2.15 ℳ, 1. Galerie 1.35
2. Galerie 0.75 ℳ.
Kartenverkauf: an der Tages
kaſſe im Hoftheater von 9½—
Uhr und eine Stunde vor Begin
der Vorſtellung; im Verkehrsbürd
von 8—1 Uhr und von 2½ Uh
bis kurz vor Beginn der Voll
ſtellung. (Im Verkehrsbüro wel
den auch telephoniſch Kartenhe
ſtellungen entgegengenommen.
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7½ Uhr. — Ende 10 Uhn
Vorverkauf für die Vorſtellungen
Samstag, 14. März. Auß. Abn
33. Volksvorſtellung zu ermäßigtell
Preiſen. „Alt=Heidelbergi
Anfang 7½ Uhr. (Vorverkauf bis
einſchl. Samstag, 14. März, iſ
Verkehrsbüro, Ernſt=Ludwigspl
Verkauf der etwa noch vorhandel
nen Karten am Tage der Vorl
ſtellung auch an der Tageskaſſel
im Hoftheater zu den üblichet
Kaſſeſtunden.)
Sonntag, 15. März. Nachmitt
2½ Uhr. Außer Ab. 34. Volks
Vorſtellung zu ermäßigten Preiſen
„Die weiße Dame.” (
Vorver=
kauf bis einſchl. Samstag, 14. März
nur im Verkehrsbüro, Eenſt=Ludi
wigsplatz. Verkauf der noch
vor=
handenen Karten am Tage der
Vorſtellung an der Tageskaſſe im
Hoftheater, vorm. von 11 I. abſe
— Abends 7½ Uhr. 131. Ab.=Vſtz
C 33. Neu einſtud.: „Die Dolz
larprinzeſſin” Gew. Preiſe
Montag, 16. März. Außer Ab.
XII. Sonder=Vorſtellung. „Der
Waffenſchmied.” Anf. 8 U
(Zu dieſer Vorſtellung findet kein
Kartenverkauf ſtatt.)