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177. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
UUeber die Beſoldungsvorlage wurde geſtern abend
zwiſchen den Ausſchüſſen der beiden Kammern und der
Regierung eine vollſtändige Einigung
er=
zielt.
2 Der Reichstag erledigte geſtern in zweiter Leſung die
Etats für Togo, Neu=Guinea, Samoa und
Oſtafrika.
In der franzöſiſchen Kammer gab der
Miniſter=
präſident Doumerque ein Expoſé über die
aus=
wärtige Politik Frankreichs.
Nach einer amtlichen Meldung aus Madagaskar hat
ein Zyklon in der Nacht vom 2. zum 3. ds. Mts im
Nordoſten der Inſel großen Schaden angerichtet.
Meh=
rere Fahrzeuge kenterten. Bei einer Ueberſchwemmung
ertranken 16 Eingeborene.
In Kioto (Japan) iſt eine aufſehenerregende Affäre
auf=
gedeckt worden, in die hohe Würdenträger des weſt=
budd=
hiſtiſchen Pontifikats verwickelt ſind. Fünf
Ober=
prieſter wurden bereits verhaftet. Sie
werden beſchuldigt, Geldſummen des Tempels
unter=
ſchlagen zu haben.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
25 Millionen
für Arbeiterwohnungen.
SR Kaum ein anderes Gebiet der ſozialen
Fürſorge=
tätigkeit iſt von ſo grundlegender Bedeutung für das Wohl
der arbeitenden Klaſſen wie die Wohnungsfrage.
In gleicher Weiſe, wenn auch vielfach auf verſchiedenen
Wegen, widmen ſich dieſem Zweige der Wohlfahrtspflege
gemeinnützige Beſtrebungen, Gemeinden und ſſonſtige
öffentliche Körperſchaften, unter ihnen die
Landesverſiche=
rungsanſtalten nicht zu vergeſſen, nicht zum letzten aber im
einzelnen die Bundesſtaaten und vor allem die
Reichs=
regierung, in der richtigen Erkenntnis, daß die Beſeitigung
des vorhandenen Notſtandes und die Verbeſſerung der
Wohnungsverhältniſſe den Angelpunkt bilden der
geſam=
ten ſozialen Frage überhaupt.
Dem Reichstag iſt ſoeben wiederum ein
Geſetz=
entwurf zugegangen zur Förderung des Baues
von Kleinwohnungen für Staatsarbeiter und
ge=
ring beſoldete Beamte. Der Entwurf ermächtigt den
Fiskus, Hypothekendarlehen bis zur Höhe von 25
Mil=
lionen Mark zur Unterſtützung des ſtaatlichen
Klein=
wohnungsbaues zu übernehmen. Dieſe Art Hypotheken
ſollen zehn Jahre unkündbar beliehen werden. Für das
vom Reiche verbürgte Darlehen ſowie für etwaige
Prio=
ritätsdarlehen iſt eine Tilgung von mindeſtens ½ Prozent
für das Jahr in Ausſicht genommen. Zur Deckung der
vom Fiskus übernommenen Verpflichtungen iſt vom
Rech=
nungsjahr 1915 ab eine angemeſſene Sicherheit
bereitzu=
ſtellen. Ferner iſt vorgeſehen, daß das
Bürgſchaftsdar=
lehen im allgemeinen 90 Prozent nicht überſteigen ſoll.
Die Bürgſchaft wird grundſätzlich nur den Hypotheken in
zweiter Stelle gewährt werden, und zwar unter der
Be=
dingung, daß auch das erſte Darlehen den
Garantievor=
ſchriften unterworfen wird. Durch dieſe Maßnahme wird
beabſichtigt, die Baugenoſſenſchaften zu entlaſten, ſowie
es ihnen zu erleichtern, Beleihungen über die
mündel=
ſichere Grenze hinaus zu angemeſſenen Bedingungen
her=
beizuführen.
Aus Reichshaushaltsmitteln ſind bislang für dieſen
Kleinwohnungsbau für Staatsarbeiter bereits 49 Mill.
Mark zur Verfügung geſtellt worden. Der neue
Geſetz=
entwurf führt zurück auf einen beſonderen Wunſch des
Reichstags, der darauf hinausläuft, daß das Reich
ge=
meinſam mit den Einzelſtaaten die Bürgſchaft für zweite
Hypotheken der Kleinwohnungsbauten gemeinnütziger
Baugenoſſenſchaften übernehmen ſollte. Iſt dieſem
An=
ſuchen des Reichstages von ſeiten der Regierung auch
nicht in vollem Maße entſprochen worden, bedeutet
den=
noch der neue Geſetzentwurf wiederum einen bedeutſamen
neuen Schritt auf dem Boden realer Sozialpolitik.
Bekanntlich betätigt ſich auch Preußen in
umfang=
reichem Maße in derſelben Richtung. Hier nahm die
ſtaatliche Wohnungsfürſorge für Arbeiter und kleine
Be=
amte ſchon im Jahre 1895 ihren Anfang, wo für den
ge=
dachten Zweck erſtmalig 5 Millionen Mark vorgeſehen
wurden. Für die Weiterführung des begonnenen
Für=
ſorgewerks wurden dann in den folgenden Jahren laufend
noch höhere Mittel bewilligt. Insgeſamt ſind ſpeziell in
Preußen auf dieſe Weiſe ſeit dem Jahre 1895 bis auf die
Gegenwart für die Zwecke der Wohnungsfürſorge rund
150 Millionen Mark ausgeworfen worden.
Be=
teiligt ſind hieran hauptſächlich die Reſſorts der
Eiſen=
bahn=, der Berg= und der Bauverwaltung. Der Mietzins
wird nur ſo hoch bemeſſen, daß die dem Staat erwachſenen
Selbſtkoſten gedeckt werden. Die Bedienſteten unterliegen
na=
türlich keineswegs etwa einem Zwange, ſolche Wohnungen
ausſchließlich benutzen zu müſſen. Bisher ſind in
Preu=
ßen in den letzten 19 Jahren ſeitens des Staates an 1600
derartige Wohnungen erbaut worden, und in etwa 15000
Fällen wurde aus den verfügbar gemachten Staatsmitteln
die Bereitſtellung billiger Genoſſenſchaftswohnungen für
Arbeiter und untere Beamte unterſtützt.
Miniſterpräſident Doumerque
über die auswärtige Politik
Frankreichs.
* In der franzöſiſchen Kammer erklärte bei der
Be=
ratung des Etats des Miniſteriums des Aeußern der
Mi=
niſterpräſident und Miniſter des Aeußern Doumergue:
Die Regierung hörte nicht auf, in allen Fragen mit
den Freunden und Verbündeten in
vol=
lem Einvernehmen vorzugehen. Die
Beſpre=
chungen, die ſtattgefunden haben, um friedliche Löſungen
für Schwierigkeiten zu finden, haben dies
Einverneh=
men Frankreichs mit dem verbündeten
Rußland und dem befreundeten England
noch verſtärkt, ein Einvernehmen, das koſtbar erſcheint, um
das europäiſche Gleichgewicht aufrechtzuerhalten und den
Frieden zu wahren. Dies Vorgehen hat auch die anderen
Großmächte beeinflußt. Frankreich arbeitete daran, die
Spuren des Balkankonfliktes zu beſeitigen und
den Groll zwiſchen Frankreich und den befreundeten
Na=
tionen zu beſänftigen. Frankreich arbeitete durch ſeinen
Botſchafter in London an dem Werke der Verſöhnung und
Gerechtigkeit. Der Botſchafter in London mußte mit
Klug=
heit vorgehen, um nicht den Ausbruch eines allgemeinen
Krieges zu riskieren, den zu vermeiden das Beſtreben
aller Regierungen ſein muß. Zu dem Beſuche des Prinzen
zu Wied in den ſechs Hauptſtädten bemerkte der
Miniſter=
präſident, dieſe Beſuche beweiſen ſeinen Willen, Albanien
unabhängig zu erhalten. Die Mitwirkung Frankreichs iſt
allen denjenigen ſicher, die in dieſem Lande ohne
Gewalt=
ſamkeit die Ruhe wiederherzuſtellen ſuchen. Weiter zollte
der Miniſterpräſident der Haltung Rumäniens
Anerken=
nung, das ein wichtiger Faktor des Friedens auf dem
Bal=
kan bleibe Er wies darauf hin, daß ſich
Frank=
reich in friedlichem Sinne betätige
be=
ſonders auch in der Türkei. Dieſe würde nicht auf eine
finanzielle Unterſtützung rechnen können, wenn ſie den
Frieden ſtören wolle. Frankreich habe auch die
verſchiede=
nen ſchwebenden Fragen in Shrien geregelt und im
Ein=
vernehmen mit England und Rußland es
durchgeſetzt, daß durch die Einführung von Reformen die
Ordnung in Armenien wieder hergeſtelt wurde. Die drei
Mächte würden fortfahren, an der Feſtigung des
otomani=
ſchen Reiches zu arbeiten. Frankreich arbeitete auch im
Verein mit den europäiſchen Mächten, ſowie mit den
Ver=
einigten Staaten und Japan darauf hin, eine
Zerſtücke=
lung Chinas zu vermeiden und dort normale Zuſtände
wieder einzuführen.
Doumerque erklärte, daß die Beziehungen Frankreichs
zu. den Vereinigten Staaten und Japan von
Vertrauen getragen ſeien. Er erinnerte daran, daß die
franzöſiſchen Kriegsſchiffe ſich mit denen der anderen
Na=
tionen vereinigten, um die ſchwer geſchädigten Intereſſen
der Ausländer in Mexiko zu ſchützen, wobei ſie ſich
je=
doch einer Intervention enthielten. Wir vertrauen der
Regierung der Vereinigten Staten, da ſie Meriko am
nächſten liegen Sobald der Augenblick gekommen ſein
wird, werden wir Genugtnung für die verletzten
franzöſi=
ſchen Intereſſen verlangen. Bei der Beſprechung der
Ma=
rokkofrage ſagte der Miniſterpräſident: Die ſetzten
Ab=
kommen mit Spanien haben die
Meinungsverſchiedenhei=
ten beſeitigt, eine ſehr glückliche Annäherung und eine
voll=
ſtändige Eintracht in der marokaniſchen Verwaltung der
beiden Länder herbeigeführt. Doumerque ſtellte feſt, daß
überall das Beſtreben ſich ſiegreich gegen die Umtriebe
derjenigen behauptet, welche die Wirren begünſtigen.
Frankreich hat den feſten Willen zum
Frie=
den, aber es iſt ebenſo feſt entſchloſſen, nichts von ſeinen
materiellen und moraliſchen Intereſſen auf der Welt zu
opfern. Doumergue wies auf die Feſtigkeit des
Bündniſſes mit Rußland und die
Freund=
ſchaft mit England hin, die durch die einſtige
Geg=
nerſchaft nur verſtärkt werde In vollem Einvernehmen
mit ſeinem Verbündeten und Freunden verfolge Frankreich
in loyaler Weiſe ſeine Politik offen und ehrlich und ſei
entſchloſſen, in der Welt den Platz zu behaupten, der ſeiner
ruhmreichen Vergangenheit und Arbeit gebühre, geſtützt
auf ſein Her und ſeine Seemacht, die ſtart ſeien, nicht um
zu drohen, ſondern um Freiheit und Gerechtigkeit zu
ver=
teidigen.
Francais Delonele drückte ſeine Freude über
die Erklärungen Doumerques aus und vertrat ſodann die
Notwendigkeit der Wiederaufnahme der Beziehungen zum
Vatikan. Schließlich betonte der Redner, daß Frankreich
ſeinen Einfluß im Orient aufrecht erhalten müſſe und wies
auf die Bemühungen Italiens und Deutſchlands hin.
Dar=
auf ſprach er von der Vorbereitung des nächſten Konklave
von ſeiten Oeſterreich=Ungarns Italiens und
Deutſch=
lands. Jaurös ſtellte die Forderung, daß die von der
Türkei für die Anerkennung des Statusquo verlangten
Ga=
rantien von allen weiteren Mächten gefordert werden
ſollten, bevor man ihnen finanzielle Hilfe gewähre. Er
hoffe, die Regierung werde nicht ihre Zuſtimmung zu einer
franzöſiſchen Anleihe geben, um die Diktaturherrſchaft zu
ſtärken, die in China beſtehe. Miniſterpräſident
Dou=
merque antwortet, daß die Regierung ſich bezüglich
Chinas nach der internationalen Uebereinkunſt richten
werde. — Darauf wurde die Weiterberatung vertagt.
Deutſches Reich.
— Deutſchland und Rußland. Wie die Neue
Politiſche Korreſpondenz aus diplomatiſchen Kreiſen hört,
iſt der bekannte Petersburger Brief der Kölniſchen Zeitung
im Verkehr zwiſchen der deutſchen und der ruſſiſchen
Di=
plomatie nicht Gegenſtand einer amtlichen Behandlung
ge=
weſen. Selbſtverſtändlich hat der überall beſprochene
Ar=
tikel auch in diplomatiſchen Unterhaltungen Erwähnung
gefunden; aus den amtlichen Beziehungen aber ſcheidet er
mit der Feſtſtellung aus, daß es ſich um eine
journaliſti=
ſche Privatarbeit handelte.
Ein Etatsnotgeſetz wird in den nächſten
Tagen dem Reichstag zugehen, da eine Verabſchiedung
des Etats bis zum 1. April ziemlich unwahrſcheinlich
ge=
worden iſt. Durch das Notgeſetz wird, wie in früheren
Jahren, der Reichskanzler ermächtigt, die notwendigen
Ausgaben über den 1. April hinaus zu leiſten. Ebenſo
hat der Kanzler die Ermächtigung, die bereits in Angriff
genommenen Bauten fortzuſetzen.
— Die Novelle zum Kaligeſetz wird,
ver=
ſchiedenen Blättern zufolge, dem Reichstage
vorausſicht=
lich vor der Sommerpauſe nicht mehr zugehen.
— Streikpoſtenverbot. Wie eine
Nachrichten=
ſtelle berichtet, wird in Preußen binnen kurzer Zeit das
Streikpoſtenverbot ohne geſetzliche Maßnahmen durch
Po=
lizeiverordnung geregelt ſein. Nachdem bereits vor
eini=
ger Zeit in Rheinland und Weſtfalen durch
Polizeiver=
ordnungen entſprechende Anordnungen wegen der
polizei=
lichen Befugniſſe im Falle der Beſorgnis von
Ruheſtörun=
gen und Gefährdung der Sicherheit erlaſſen worden ſind,
hat der Miniſter des Innern, wie er bereits im
Abgeord=
netenhauſe mitteilte, die Oberpräſidenten der übrigen
Pro=
vinzen auf den Erlaß ähnlicher Verordnungen
hingewie=
ſen. Demgemäß erfolgt jetzt der Erlaß entſprechender
Vorſchriften. Auch in anderen Bundesſtaaten ſind
Erwä=
gungen im Gange, im Wege der Polizeiverordnung
poli=
zeiliche Vorkehrungen gegen das Streikpoſtenſtehen zu
treffen.
— Gegen die Unſittlichkeit. Die bayeriſche
Abgeordnetenkammer hat einen Zentrumsantrag zur
Be=
kämpfung der öffentlichen Unſittlichkeit angenommen.
Die=
ſer Antrag verlangt, daß die Staatsregierung die unteren
Organe anweiſen ſoll, mit allen geſetzlichen Mitteln die
zunehmende Unſittlichkeit hauptſächlich in den Großſtädten
zu bekämpfen. Die Staatsregierung ſoll ferner im
Bun=
desrat dahin wirken, daß die Reichsgewerbeordnung
ab=
geändert werde zum Zwecke der Bekämpfung „anſtößiger
Schaufenſterausſtellungen” der Bekämpfung ferner „der
Reklame für Antikonzeptionsmittel” und ſchließlich auch
„der Bekämpfung der Animierkneipen, Bars uſw., ſofern
ſie der Unſittlichkeit Vorſchub leiſten‟. Die Liberalen und
Sozialdemokraten ſtimmten dagegen, weil der Antrag
überflüſſig und in ſeiner Tendenz nicht hinreichend
be=
gründet ſei.
Sozialdemokratiſche Niederlagen.
Bei den Stadtverordnetenwahlen in Kaſſel ſiegte in der
dritten Wählerklaſſe mit 500 Stimmen Mehrheit die Liſte
der Bürgerlichen über die der Sozialdemokratie, ſo daß
jetzt nur noch ein Sozialdemokrat in der
Stadtverordneten=
verſammlung ſitzt. Die Krankenkaſſenwahlen für die
Wahlperiode 1914/1917 in den zweiundzwanzig pfälziſchen
Städten haben in neun Städten die Vorherrſchaft der
ſo=
zialdemokratiſchen Gewerkſchaften gebrochen. Die Leitung
der Kaſſen iſt an die chriſtlichen Gewerkſchaften
überge=
gangen. In 12 Stadtgemeinden behaupteten die
Sozial=
demokraten als Arbeitnehmervertreter ihre
Vormachtſtel=
lung, doch iſt ein allgemeiner Stimmenrückgang (
durch=
ſchnittlich 15 Prozent) der freien Gewerkſchaften zu
ver=
zeichnen. In den Arbeitnehmerausſchüſſen der pfälziſchen
Ortskaſſen ſtehen nunmehr den 449 ſozialiſtiſchen 397
chriſt=
lich=gewerkſchaftliche Ausſchußmitglieder gegenüber=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. März 1914.
Nummer 71
Ausland.
Italien.
Die Kabinettskriſis. Die Tribuna meldet:
Miniſterpräſident Giolitti bezeichnete dem König Sonnino
als den für ſeinen Nachfolger geeigneten Mann. Sonnino
war bereits 1906 Miniſterpräſident.
Frankreich.
Aus Marokko. Zu der Meldung, daß Frankreich
und Spanien in ihren Zonen in Marokko gegenſeitig auf
die auf den Kapitulationen beruhenden Rechte und
Privi=
legien verzichtet haben, wird offiziös hinzugefügt, daß die
franzöſiſche Regierung auch mit mehreren anderen
Mäch=
ten Verhandlungen eingeleitet habe, um von ihnen den
Verzicht auf die Kapitulationen zu erlangen.
England.
Englands Heer. Bei der Einbringung des
Mi=
litäretats im Unterhauſe erklärte Kriegsminiſter Seely:
Wir hatten außerhalb Englands 117000 Mann völlig
mo=
biliſiert; im Heimatlande ſelbſt waren 121000, ſowie
146000 Reſerviſten ſofort zum Dienſt verwendbar. Im
Falle einer Mobiliſierung würden wir in ſehr kurzer Zeit
eine Expeditionsmacht von 162000 Mann haben, alles
voll ausgerüſtet, Leute, Pferde, Geſchütze und Munition.
Im Falle einer plötzlichen Notlage in Friedenszeiten
wür=
den wir, allgemein geſprochen, 50000 Mann aller
Waffen=
gattungen in einigen Stunden bereit haben, um ſie
irgend=
wohin zu ſenden.
Balkanſtaaten.
Die Epiruspolitik der griechiſchen
Re=
gierung. Miniſterpräſident Venizelos beantwortete in
der Kammer die Angriffe der Oppoſition und verteidigte
die Epiruspolitik der Regierung.
Er erklärte, die Intereſſen zweier Großmächte ſeien
hier mit den Intereſſen Griechenlands zuſammengeſtoßen.
Dies zwang Griechenland, ſich den Entſcheidungen der
Großmächte zu unterwerfen. Venizelos ſagte: Ich muß
den Epiroten raten, nicht im Widerſtande zu beharren, da
ſie nichts zu gewinnen haben. Ich hielt es für meine
Pflicht, die Blockade über Santi Quaranta zu verhängen,
um internationale Verwickelungen zu verhindern. Au
einen Zwiſchenruf der Oppoſition erklärte Venizelos, daß
Griechenland die Seevorherrſchaft im Aegäiſchen Meer
be=
ſaß und jetzt noch beſitze und behaupten werde. Venizelos
gab zu, daß er die Bildung heiliger Bataillone in Epirus
zwar nicht verhindert, aber auch nicht unterſtützt habe. Das
griechiſche Volk ſehe ein, daß ſeine Intereſſen in Epirus
zurückſtehen müſſen, und machte die Regierung nicht dafür
verantwortlich. Venizelos ſagte weiter: Ich hoffe, daß
das Volk das ſchwere Opfer tapfer auf ſich nehmen wird.
Auf einen Zwiſchenruf Theotokis, die Regierung ſolle ſich
eine tatkräftigere Unterſtützung ſeitens gewiſſer Mächte
ſichern, erklärte Venizelos mit gehobener Stimme:
Ruß=
land trat warm für die Intereſſen Griechenlands, zu allen
Zeiten, beſonders aber während der beiden letzten Kriege,
ein. Venizelos ſprach ſodann von der Begründung
Alba=
niens und erklärte, Albanien könne trotz der
Meinungs=
verſchiedenheiten hinſichtlich der Grenze bei Griechenland
wie bei Serbien auf aufrichtige Freundſchaft zählen.
Der albaniſche Miniſterpräſident
Turk=
han Paſcha hatte in Wien mit dem italieniſchen
Botſchaf=
ter, Herzog von Avarna, eine Beſprechung. Später machte
er beim rumäniſchen Geſandten einen Gegenbeſuch und
konferierte mit dem türkiſchen Botſchafter. Abends reiſte
Turkhan Paſcha nach Durazzo ab.
Der Wechſel im türkiſchen Kabinett.
Dſchawid Bey, der ſich gegenwärtig wegen der
Anleihe=
verhandlungen in Paris aufhält, iſt anſtelle von Rifaat
Bey, der wieder Präſident des Oberrechnungshofes wird
zum Finanzminiſter ernannt worden. Bis zur Rückkehr
Dſchawids wird Talaat Bey das Finanzportefeuille
ver=
walten. Wie verlautet, wird der Miniſter der öffentlichen
Arbeiten, Dſchemal Bey, mit dem Marineminiſter
Mah=
mud Paſcha das Portefeuille tauſchen.
Vereinigte Staaten.
Die Pennſylvaniabahn. Der Präſident der
Pennſylvaniabahn, Lea, ſandte ein langes Telegramm an
den Vorſitzenden der Interſtate Commerce Commiſſion
Tlark, in dem er die dem Vorſitzenden der
Eiſenbahnkom=
miſſion des Staates Jowa, Thorne, zugeſchriebene
Be=
hauptung zurückwies, wonach die Inſtandhaltungsrechnung
der Pennſylvaniabahn künſtlich zurecht gemacht ſei, um
das Publikum und die Interſtate Commerce Commiſſion
bezüglich des wahren Ergebniſſes und der Reineinnahmen
im Jahre 1913 irrezuführen. Der Präſident der
Pennſyl=
paniabahn Lea machte von der Zurückweiſung der
angeb=
lichen Anſchuldigung Thornes Mitteilung und drückte
ſeine Meinung dahin aus, daß das Publikum nicht geneigt
ſein würde, den Rechten der Gründer der Eiſenbahnen
eine genügende Berückſichtigung zu ſchenken. Wenn die
Eiſenbahner und andere Leute, die für den Erwerb ihres
Lebensunterhaltes auf die Eiſenbahnen angewieſen ſeien,
keine Arbeit hätten, ſo dürfe die Bahnverwaltung nicht
da=
für verantwortlich gemacht werden. Lea führte weiter
aus, alle billig denkenden Leute müßten ihre Vertreter in
den Staatslegislaturen und im Kongreß zu dem
Stand=
punkt zu bringen ſuchen, daß die Eiſenbahnen als ein Teil
der Nation zum mindeſten den Anſpruch hätten, ohne
Vor=
eingenommenheit behandelt zu werden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 12. März.
* Vom Hofe. Dienstag nachmittag 3 Uhr fand im
Neuen Palais eine Sitzung des Landes=Ausſchuſſes der
Alice=Schulen in Heſſen ſtatt. — Fürſt und Fürſtin
zu Solms=Lich ſind um 5 Uhr 38 Min. zum Beſuch.
im Neuen Palais eingetroffen. — Abends 8 Uhr folgten
die Großherzoglichen Herrſchaften, ſowie Fürſt und Fürſtin
zu Solms=Lich einer Einladung des Königlich Preußiſchen
außerordentlichen Geſandten und bevollmächtigten
Mi=
niſters Freiherrn von der Lancken=Wakenitz und Gemahlin
zum Abendeſſen, (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Der Großherzog empfing am
Mittwoch den Oberſt Schimmelfennig, Kommandeur des
Infanterie=Regiments Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 116, den Oberſtleutnant Tellenbach, beauftragt mit
der Führung des 9. Badiſchen Infanterie=Regiments
Nr. 170, den Lehrer i. P. Buchinger von Horchheim, den
Landtagsabgeordneten Auler, den Kapellmeiſter Preuß,
Großh. Hofchordirektor, den Straßenwärter Stadtmüller
von Heppenheim, den Architekten Margold, Mitglied der
Künſtlerkolonie; zum Vortrag den Oberjägermeiſter Frhrn.
van der Hoop, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Römheld, den Ordenskanzler Oberſt z. D. Frhrn. Röder
v. Diersburg, den Direktor der Kabinettsbibliothek
Haupt=
mann a. D. Zobel.
* Ordensverleihungen. Die Großherzogin hat am
11. März, als am Geburtstage Ihrer Großherzoglichen
Hoheit der Höchſtſeligen Prinzeſſin Eliſabeth, nachſtehende
Ehrenzeichen für langjährige treu geleiſtete Dienſte in ein
und derſelben Familie an folgende Dienſtboten verliehen:
A. Das Goldene Kreuz mit Brillanten. 1.
Margarete Fröhlich aus Nieder=Kainsbach, 40 Jahre bei
Herrn Generalmajor Maximilian Freiherrn von Heyl in
Darmſtadt. 2. Katharina Kretſchmar aus Atzenhain, 40
Jahre bei Frau Ida Blumenau Witwe in Darmſtadt. 3.
Dorothea Kreuzer aus Crumſtadt, 48 Jahre bei Herrn
Adam Funk VII. in Crumſtadt. 4. Eliſabetha Beppler aus
Dorheim, 40 Jahre bei Herrn Landtagsabgeordneten Karl
Breidenbach in Dorheim. 5. Chriſtine Becker aus Oſthofen,
42 Jahre bei Frau Georg Fell Witwe in Mainz. 6.
Katha=
rina Krämer aus Nierſtein, 40 Jahre bei Frau Dr. B.
Levi Witwe in Mainz. 7. Helene Strauß aus
Kirchheim=
bolanden, 40 Jahre bei Frau Emilie Weller Witwe in
Mainz. 8. Katharina Weber aus Heimersheim, 47 Jahre
bei Herrn Philipp Wilhelm Knell in Heimersheim. 9.
Margarete Bredel aus Waldalgesheim, 50 Jahre bei Frau
Heinrich Joſ. Müller Witwe in Ockenheim.
B. Das Goldene Kreuz. I. Provinz
Starken=
burg: 1. Emilie Hund aus Langen=Schwalbach, 25 Jahre
bei Frau Major von Kraemer=Elſterſtein in Darmſtadt.
2. Mathilde Nörpel aus Laudenbach, 25 Jahra bei
Fräu=
lein Lina Kehrer in Darmſtadt. 3. Katharina Waſſum
aus Momart, 25 Jahre bei Herrn Bernhard Hax V. in
Groß=Umſtadt. 4. Marie Ehrhardt aus Groß=Zimmern,
25 Jahre bei Herrn Dekan und Pfarrer Knodt in Groß=
Zimmern. 5. Martha Sauer aus Künzelsau, 28 Jahre
bei Frau L. Metzger Witwe in Wimpfen. — II. Provinz
Oberheſſen: 1. Anna Henß aus Dilsdorf, 25 Jahre bei
Herrn Spediteur Lyncker in Gießen. 2. Lina Henß aus
Dilsdorf. 25 Jahre bei Frau Julius Noll Witwe in
Gie=
ßen. 3. Katharina Wickenhöfer aus Allendorf, 25 Jahre
bei Herrn W. Weickhardt in Butzbach. 4. Katharina Weber
aus Storndorf, 25 Jahre bei Herrn Forſtmeiſter Dr. Schüz
in Nidda. 5. Eliſe Puſch aus Ober=Ohmen, 25 Jahre bei=
Herrn Johannes Keil II. in Ober=Beſſingen. 6 Berta
Vowinkel aus Darmſtadt, 25 Jahre bei Herrn Theodor
Kullmann in Vilbel. — IIII. Provinz Rheinheſſen: 1.
Wil=
helmine Bingel aus Laurenburg, 25 Jahre bei Frau Georg
Quetſch Witwe in Mainz=Koſtheim. 2. Eliſabeth Bollinger
aus Bodenheim, 25 Jahre bei Fräulein Irma Berger in
Mainz. 3. Magdalene Janſon aus Genſingen, 25 Jahre
bei Horrn Oskar Hauswald in Mainz. 4. Henriette
Mül=
wert aus Finthen, 25 Jahre bei Fräulein Margarete
Schmitt in Finthen. 5. Wilhelmine Reißig aus Stein=
(Bayern), 25 Jahre bei Herrn Prof. Dr. Edmund Egger in
Mainz. 6. Anna Staudke aus Rübenach, 25 Jahre bei
Frau Jakob Jacoby Witwe in Mainz. 7. Margareta
Diehl aus Gau=Bickelheim, 25 Jahre bei Herrn Karl
Wen=
zel in Alzey. 8. Anna Braun aus Trechtlingshauſen, 25
Jahre bei Herrn Simon Marum in Bingen.
* Erledigt iſt eine mit einem evangeliſchen Lehrer
zu beſetzende Lehrerſtelle zu Hauſen, Kreis Gießen.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 7 vom
11. März hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung,
die Ausgabe von Schuldverſchreibungen durch die=
Heſſiſche Landes=Hypothekenbank betreffend. 2.
Bekannt=
machung, die Genehmigung zu Vermeſſungen und
Vor=
arbeiten für elektriſche Vorortbahnen zu Worms
be=
treffend. 3. Bekanntmachung, die Vergütungen für
vor=
wiegend im Intereſſe Privater erfolgende Amtsgeſchäfte
der Bürgermeiſter der Landgemeinden betreffend.
* Neueinteilung der Kreiſe in der Provinz Rhein=. Die Darmſt. Ztg. ſchreibt: Der Zweiten Kammen
liegt bekanntlich zurzeit eine Regierungsvorlage über die
Neueinteilung der Kreiſe in der Provinz Rheinheſſen vor.
Aus der Lokalpreſſe iſt in die weitere Oeffentlichkeit aus
dieſem Anlaß die Meldung übernommen worden, in den=
Gemeinden, deren anderweite Zuteilung geplant iſt, hätten
Volksabſtimmungen über die von der Regierung
vorge=
ſchlagene Neueinteilung ſtattgefunden. Ein auswärtiges
Blatt begrüßt hierin ſchon einen Vorgang im Sinne des
Referendums. Demgegenüber muß hervorgehoben
wer=
den, daß die heſſiſche Geſetzgebung genaue
Einzelvorſchrif=
ten über die Anhör lokaler Verwaltungsſtellen bei Fällen
der vorliegenden Art enthält, daß dieſe Vorſchriften eine
Volksabſtimmung nicht kennen, und daß deshalb den
viel=
leicht am Schluſſe von Bürgerverſammlungen
vorgenom=
menen Abſtimmungen irgendwelche geſetzgeberiſche Bedeu= nicht zukommt. Ebenſo wie die Regierung ſteht auch
der Geſetzgebungsausſchuß der Zweiten Kammer der
Sache fern.
* Nachtrag zur Tagesordnung für die Sitzung der
Stadtverordneten=Verſammlung am 12. März. 16. Zwei= Ausbau der Straßenbahn in der Dieburgen
Straße und Weichenanlage beim neuen Friedhof.
* Die ſchriftliche Staatsprüfung für den höheren
Forſtdienſt beginnt am 15. April d. Js., vormittags
8½ Uhr, zu Darmſtadt im Prüfungslokal, Paradeplatz.34
— Bom Großh. Hoftheater. Heute Donnerstag
eht Kienzls „Evangelimann” am Freitag
Puc=
cinis „Madame Butterfly” mit Gertrud Geyersbach
in der Titelpartie in Szene. Der Samstagabend und
der Sonntagnachmittag bringen als Volksvorſtellungen
zu ermäßigten Preiſen Wiederholungen des Schauſpiels!
„Alt=Heidelberg” und der als Feſtoper zum Geburtslag
der Großherzogin neu einſtudierten Boieldieu’ſchen Oper=
Die weiße Dame” Am Sonntag abend gelangt Leo
Falls beliebte Operette Die Deollarprinzeſſtin”
neu einſtudiert zur Aufführung.
* Die Stromverſorgung der Gemeinden Eberſtadt und
Griesheim iſt nunmehr durch die Heſſiſche Eiſen
bahn=Aktien=Geſellſchaft geſichert.
Zwz=
ſchen dem Gas= und Elektrizitätswerke, Aktien=Gefellſchafd
Bremen, und der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft
haben Verhandlungen wegen einheitlicher
Stromverſor=
gung der beiden Orte ſtattgefunden. Hiernach beziehen
die Gas= und Elektrizitätswerke, Aktien=Geſellſchaft,
Eber=
ſtadt und Griesheim von der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=
Geſellſchaft Strom durch die Kabelleitungen von
Darm=
ſtadt nach Eberſtadt und Griesheim. Die Gas= und Elek
rizitätswerke, Aktien=Geſellſchaft, errichten die Ortsnetze
und übernehmen den Vertrieb der elektriſchen Energie
ſämtliche Einwohner. Hierbei iſt auch vereinbart, daße
Strom für Licht zu 40 Pfg. und für Kraft zu 20
Pfennig für eine Kilowattſtunde an die Konſumenten
ſeitens der Gas= und Elektrizitätswerke, Aktien=Geſellſchaft,
abgegeben wird. Mit dem Ausbau der Ortsnetze wird
alsbald begonnen und die Anlagen demnächſt in Betrieb
genommen. Die von der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=
Geſellſchaft von den Einwohnern Eberſtadts und
Gries=
heims übernommenen Anmeldungen werden an die Gas=
und Elektrizitätswerke, Aktien=Geſellſchaft, übertragen.
Durch das Eintreten der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=
Geſellſchaft und durch Gewährung ſehr günſtiger
Strom=
lieferungsbedingungen für die Bremer Gas= und Elektrizi=
Neues aus Scheffels
Dichter=
werkſtatt.
(2) Scheffel und Dahn, der Dichter des „Ekkehard” und
der des „Kampf um Rom”, ſind die beiden bedeutendſten
Schöpfer hiſtoriſcher Romane in der zweiten Hälfte dies
19. Jahrhunderts geweſen. Der Briefwechſel zwiſchen den
beiden, die gute Freunde waren wird daher reichen
Auf=
ſchluß über ihr Schaffen und Wollen gewähren. Aus dem
Nachlaß Dahns, deſſen 80. Geburtstag vor kurzem in
ſtiller Erinnerung an den noch nicht lange Entſchlafenen
begangen werden konnte hat nun der Breslauer Germaniſt
Theodor Siebs die Briefe „Meiſter Joſephs” an den
geiſtes=
verwandten Dichtergenoſſen veröffentlicht, und ſie laſſen
uns einen neuen tiefen Einblick tun in die an Müh und
Plage ſo überreiche Schaffensarbeit des feucht=fröhlichen
Sängers, deſſen ſcheinbar ſo leichtes Dichten ihm ſo ſchwer
wurde, der ſeine äußerlich ſo heitere Poeſie ſo bitter ernſt
nahm.
Dahn hatte gerade vor 50 Jahren in den erſten
Mo=
naten von 1864 eine begeiſterte Beſprechung von Scheffels
vor kurzem erſchienener Liederſammlung „Frau
Aventiure” veröffentlicht, und ſchon „Samstag vor
Oſtern” kommt Scheffels Antwort: „Dein ſtarker Hornſtoß
von den Zinnen des Morgenblattes der Bayeriſchen
Zei=
lung freut und beſchämt mich zu gleicher Zeit . . . es iſt
wirklich zu ſtarkes Lob und mir fällt jene Burgfrau ein,
die, als ihr alles im Leben nach Wunſch ging und die
Kin=
der verſorgt waren und guter Ruhm von allen durch die
Lande ging, plötzlich nicht mehr geſehen wurde, denn ſie
ſprach: „Herr, es iſt des Guten zu viel,” verließ Haus und
Hof und zog ſich in die Wildnis. Mir iſt die Frau
Aven=
tiure ein Präludium zu großen Arbeiten, die mich
erwar=
ten, und auf die mir einigermaßen bangt, deswegen iſt mir
noch nicht allzu behaglich zu Mut.” Genauer aber hatte er
ſchon in dem Begleitbriefe des Werkes vom 4. Juli 1863
angedeutet, wie ſeine Frau Aventiure entſtanden war, und
was ſie in ſeinem dichteriſchen Entwicklungsgange
be=
deutete. Seiner Bitte an Dahn das Buch zu beurteilen,
ſchickt er folgende Charakteriſierung voraus: „Für mich iſt
das Buch ein Fragment, und der größte Vorwurf, den ich
ſſelber ihm mache, iſt der, daß der Poet, der angeblich
eul=
turgeſchichtliches Verſtändnis fördern will, zur Entſtellung
und Verwirrung der Wahrheit beiträgt, indem er neben
wirkliche Geſtalten der deutſchen Literaturgeſchichte —
Wolfram, Walther uſw. ſelbſterfundene ſtellt. . . . Dies
hat ſeinen pſychologiſchen Urſprung in folgendem. Meine
erſte Abſicht war: die Teilnehmer am Sängerkrieg 1207 —
jeden mit einem halb Dutzend Liedern — individuell zu
charakteriſieren, ſo daß es gleichſam ein „mittelalterliches
Dichteralbum” gegeben hätte. Dies war bei Wolfram von
Eſchenbach Reinmar und Walther von der Vogelweide leicht
zu erzielen, aus liebevollem Studium ihrer Werke Nun
kamen aber die anderen, von denen nichts bekannt iſt, als
der Name, Biterolf, Heinrich Ofterdingen uſw. Zu dieſen
mußte ich alle individuellen Motive — nach Analogie,
wahrſcheinlichen Schickſalen und künſtleriſchen Tendenzen
der Zeit uſw. — ſelbſt erfinden. Von da aber war nur
noch ein kleiner Schritt, andere lyriſche Motive, die ſich
dieſen Charakteren nicht anreihten, aber doch zur
Charal=
teriſtik der Zeit dienlich waren, in die Form zu kleiden,
ſie beſtimmten Perſonen in den Mund zu legen.” So
er=
klärt Scheffel, pſychologiſch einwandfrei, die Erfindung
un=
hiſtoriſcher Meiſterſänger. „Nun iſt aber,” fährt er fort
„wieder Unvollſtändigkeit vorhanden. Literargeſchichtlich
gehört in die Reihe noch Heinrich v. Veldeke und die
unter=
geordneten Epiker Herbort v Frizzlar, Ebernand v. Erfurt
uſw Culturgeſchichtlich gehören Motive aus den
Hohen=
ſtaufenzügen in Welſchland und nach Paläſtina —
häus=
liche Szenen aus Burgen und Kloſterleben und Viel
ande=
res verarbeitet. An Stoff weiß ich eher zu viel als zu
wenig, aber erſt bedarf ich eines ungefähren Urteils, ob
der eingeſchlagene Weg nicht übehaupt für einen Holzweg
erklärt und mit Spott und Hohn abgefertigt wird.”
Wir ſehen hier deutlich in die Werkſtatt des Dichters
hinein, der dabei ein ernſt und gewiſſenhaft forſchender
Gelehrter war, was über dem „Gaudeamus” gar zu leicht
vergeſſen wird. Zum Schluß wollen wir nur noch Scheſfels
prägnantes Urteil über die alten Germanen
aus einem Briefe vom 3 Juli 1865 hervorheben. „Ich
frage — dieſen verkommenen (römiſchen) Kulturmenſchen
gegenüber gern, wer und wie beſchaffen waren ihre
Geg=
ner, die germaniſchen Stämme? Auch bierin muß die
ideale Auffaſſung von hochgewachſenen Nordlandsrecken,
deren blonde Locken im Winde Hesperiens fliegen,
bedeu=
tend geändert werden. Es waren kluge, hartnäckige,
bier=
trinkende und gutbewaffnete Bauern, die auf jede
Gelegen=
heit lauerten, das gute Ackerland, das den römiſchen
Le=
gionären und Veteranen als Colonat eingeräumt warz
ſelbſt zu oceupiren. Die Gefolgſchaft des „ver sacrum‟
ſtreitbare Buben, werden vorausgeſchickt, um zu recognose
ciren und Händel anzufangen; glückts nicht, ſo kommt der
Reſt verſchlagen in die väterlichen Wälder heim. Glückks,
ſo ſetzt ſich der ganze Clan mit Weib und Kind und Kegel,
mit Ochſen und Ochſenwagen mit Sperbern, Hunden und
Hauskatzen in Bewegung, um nachzurukken und
nachzu=
drulken . . — die römiſchen Villen werden niederges
brannt, die römiſchen Sklaven als eigene verwendet, die
römiſchen Aecker und Flureinteilungen als eigene neu be=, wo der römiſche Veteran ſaß, kommt der ſiegreiche
Invalid der Völkerwanderung zu ſitzen; — beneficium,
der Anfang des Lehnweſens, iſt aus römiſcher Zeit herüber
ins deutſche bewaffnete Bauerntum adoptiert.”
Und zuguterletzt wollen wir noch Scheffel als
Dich=
ter in lateiniſcher Sprache zeigen, zugleich eine
Erinnerung an die großen Tage von 1870/71. Auf Dahns
Gedicht Die Schlacht bei Sedan” ſandte ihm Scheffel die
Verſe: Felix lyram tetigisti, ½ Ipse Sédan qui vidisti,
Et Guilelmum Caesarem. / Post pugnarum gravitatem,
Si viderem libertatem, 7 Jubilans coneinerem. (Voll
Freude haſt Du die Leier geſchlagen, * Der mit Du warſt
bei Sedans Tagen / Und ſahſt den Kaiſer Wilhelm,
Du! Wenn nach heißem Kampfesgrauen, Ich die
Frei=
heit würde ſchauen, / Jubelnd ſtimmte ich Dir zu!
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den
1914.
Seite 3.
gätswerke ſind nunmehr alle unerquicklichen Verhältniſſe
laus der Welt geſchafft und wird den Einwohnern von
Sriesheim und Eberſtadt die außerordentliche
Vergünſti=
fung zuteil, nunmehr den Strom zu demſelben Preiſe zu
weziehen, wie die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft
golchen an Konſumenten der übrigen Nachbargemeinden
aabgibt. Der vor etwa 15 Jahren geſchloſſene Vertrag
wiſchen den Gemeinden Eberſtadt und Griesheim und
ſeer Bremer Gasgeſellſchaft enthielt bedeutend höhere
Strompreiſe, als nunmehr vereinbart iſt. Es iſt ſehr
er=
rreulich, daß dieſe Sache in vorliegender Form ihre
Erle=
bigung gefunden hat.
* Ausſtelluug der Alice=Kochſchule. Ihre Königl.
Soheit die Großherzogin beſuchten Mittwoch
vor=
mittag die Ausſtellung der Alice=Kochſchule.
Die hohe Präſidentin des Alice=Vereins für
Frauen=
beildung und Erwerb ſprach ſich ſehr günſtig über die
Leiſtungen aus und machte mehrere Einkäufe. An=
Shließeno an dieſen Beſuch beſichtigten Ihre Königl. Hoheit
tie im Seminar für Handarbeitslehrerinnen ausgelegten
Arbeiten der jetzt gesrüften Schülerinnen; auch hier
waren Ihre Königl. Hoheit vollkommen befriedigt und
bewieſen großes Intereſſe für die ſchönen und vielſeitigen
Leiſtungen.
— Aus der Fortſchrittlichen Volkspartei. Unter dem
Worſitz des Herrn Sanitätsrats Dr. Kolb fand am
Mitt=
woch im „Prinz Carl” eine gut beſuchte
Verſamm=
ung ſtatt, in der Herr Sekretär Kuhlmann einen
rntereſſanten Vortrag hielt über die Stellung der Partei
ur Sozialdemokratie und zur Arbeiterbewegung. In der
Sinleitung wurde darauf hingewieſen, daß der Vortrag
wer Anfang einer Serie von Vorträgen ſei, die in der
mächſten Zeit über die brennenden Tagesfragen gehalten
würden, ſo über die Stellung zu den übrigen politiſchen
Parteien, als Nationalliberale, Zentrum, Konſervative,
Bündler und Antiſemiten. Ferner über Fragen der
heſſi=
achen Politik, als: Steuergeſetzgebung in Staat und
Ge=
meinde mit ſpezieller Berückſichtigung des gemeinen und
des Ertragswerts, Abzug der Schulden,
Wertzuwachs=
teuer, Gewerbeſteuer, die kommunale Selbſtverwaltung,
das Wahlrecht, die Schulgeſetze, die Geſetze über die
geiſt=
lächen Orden, den Eiſenbahnvertrag, die Landwirtſchafts=
Mittelſtands= und Beamtenfragen u. a. Redner erläuterte
den geſchichtlichen Werdegang der Sozialdemokratie und
kam zu dem Schluß, daß mit Gewaltmaßregeln dieſe
Be=
wegung nicht bekämpft werden könne, denn gerade zur Zeit
der ſogen. Sozialiſtengeſetze ſei die Sozialdemokratie am
größten geworden. Dagegen habe jedes Eingehen der
Re=
gierung auf liberale Ideen ſofort einen Rückgang der So=
Fialdemokratie gezeitigt. Das ſehe man auch jetzt wieder
beim Wehrbeitrag. Bezüglich der Verſicherungslaſten ſteht
Redner auf dem Standpunkt, daß die Beiträge nicht
auf=
die Dauer den Beteiligten allein aufgebürdet werden
könnten. Die Kleinunternehmer könnten die Laſten nicht
dauernd tragen, beſonders wenn vielleicht noch die
Ar=
beitsloſenverſicherung dazu käme. Da wäre es
zweck=
mäßig, die Laſten auf die breiteren Schultern des Reichs
zu übernehmen. Eine ſehr rege Ausſprache ſchloß ſich dem
Vortrag an, in der die einzelnen Fragen auch näher er=
Ertert und beleuchtet wurden.
* Kirchenmuſikaliſche Abendfeier. Morgen, Freitag,
abends 8 Uhr, findet in der Stadtkirche wieder eine
kirchen=
muſikaliſche Abendfeier ſtatt bei freiem Eintritt. Das
Programm lautet: 1. Orgel: Fantaſie und Fuge C=moll
von Bach; 2. Violine: Larghetto von Händel; 3. Geſang:
Es iſt vollbracht. Arie für Alt von Bach; 4. Orgel: O,
Lamm Gottes, Orgelchoral von Bach; 5. Violine: Arie.
Opus 103a, von Reger; 6. Zwei Geſänge von Bach und
Händel: 7. Orgel: O. Menſch, beweine Deine Sünden
groß, Orgelchoral von Bach; 8. Geſang: Schlummert ein,
ihr matten Augen, Arie für Alt und Violine von Bach:
Orgel: Jeſus Chriſtus, unſer Heiland, Orgelchoral vor
Bach.
* Darmſtädter Konferenz für evangeliſche
Gemeinde=
arbeit. Die letzte Verſammlung der Gemeindekonferenz
mahm einen ſehr anregenden Verlauf dadurch, daß der
Vorſitzende, Pfarrer Velte den Plan der viel
beſproche=
men Reformationskirche vorlegte, Beſonders
inter=
ſſant war die Darſtellung des Gedankens, der zum Bau
der Kirche bewegt, und der auch in der Anlage des
Kirch=
oaus, mit dem auch ein Gemeindehaus, ein Pfarrhaus,
Schweſternhaus und Kirchendienerwohnung verbunden iſt,
verwirllicht werden ſoll: des evangeliſchen
Gemeindege=
dankens. Der Vortrag erweckte in der Verſammlung die
einhellige Zuſtimmung zu den vorgelegten Entwürfen und
die Vorfreude an deren Ausführung. Wichtig war die
Mitteilung, daß, wenn auch der Bau der Kirche, der ver=
hältnismäßig nicht teuer werden ſoll, nunmehr geſichert
iſt, dem Bauverein ſeine Aufgabe bleibt, für die innere
Ausſchmückung der Kirche, insbeſondere der
Reformations=
gedächtnishalle, für die Orgel und für die Glocken zu
ſor=
gen, und daß wohlhabende Gemeindeglieder Gelegenheit
haben, für dieſe Zwecke Stiftungen zu machen.
* Verband der evangeliſch=kirchlichen Frauenvereine
im Großherzogtum Heſſen. Nächſten Montag, den 16. März,
findet die 19. Frauenkonferenz im Gemeindehaus der
Jo=
hannesgemeinde, Kahlertſtraße 26, nachmittags 3 Uhr, ſtatt.
Nach den geſchäftlichen Mitteilungen wird über „Die
praktiſche Arbeit in Jungfrauenvereinen”
geredet werden und haben ſich hierzu verſchiedene in der
Arbeit ſtehende Damen aus Stadt und Land bereit erklärt
Bei den einzelnen Ausführungen ſollen folgende
Geſichts=
punkte Berückſichtigung finden: 1. Organiſation des
Ver=
eins: Leitung, Vorſtand Rechte und Pflichten der
Mit=
glieder, Eintritt und Austritt, Zuſammenkünfte uſw.;
2. Arbeitsprogramm: Erbauung. Belehrung, praktiſche
Tätigkeit, Vergnügen. Der Vorſtand glaubt hierdurch
al=
len, die ſich mit der Jugendpflege der Mädchen befaſſen,
entgegenzukommen, und iſt überzeugt, daß dieſe Konferenz
ſich eines ebenſo guten Beſuches erfreuen wird, wie die
Vorträge, die bei früheren Konferenzen durch
Bürger=
meiſter Mueller=Darmſtadt und Pfarrer Müller=Offenbach
über die Fürſorge und die Arbeit der heranwachſenden
weiblichen Jugend gehalten wurden.
* Katholiſcher Kirchengeſangverein St. Ludwig. In
den beiden Chorwerken „Adoratio Crucis” und „Schön
Ellen” die in dem Konzert am 19. ds Mts. zur
Auffüh=
rung kommen, hat Frau Proſeſſöx. Vicki Baum in
lie=
benswürdiger Weiſe die Harfenpartie übernommen.
Auskunftſtelle für muſikſtudierende Frauen.
Man ſchreibt uns: Im Semeſterſchluß tritt die Frage
der Berufswahl auch für die heranwachſenden Töchter
in den Vordergrund. Da ſei an die „Auskunftſtellen
für muſikſtudierende Frauen” erinnert, die der Verband
der Deutſchen Muſiklehrerinnen (Muſikſektion des
Allge=
meinen Deutſchen Lehrerinnenvereins) in den größeren
Städten Deutſchlands eingerichtet hat. Die
Auskunft=
ſtellen ſind durch ihre Zentrale in Berlin dem Kartell
der Auskunftſtellen für Frauenberufe (Frauenberufsamt)
angeſchloſſen und erteilen Muſikbefliſſenen, die ſich
künſtleriſch oder für den Lehrberuf weiterbilden wollen,
unentgeltlich Rat und Auskunft über
Ausbildungs=
gelegenheit, Studienwege und Wohnungen, ſowie über
ſonſtige Fragen des Muſiklehrerinnenberufs. Für das
Großherzogtum Heſſen befindet ſich eine Auskunftſtelle
in Darmſtadt, Hochſchulſtraße 1. Sprechzeit: Mittwoch
4—5 Uhr. Schriftliche Anfragen ſind (unter Beifügung
von 50 Pfg. in Briefmarken für Porto= und
Korre=
ſpondenzauslagen) zu richten an die Auskunftſtelle für
muſikſtudierende Frauen, Darmſtadt, Hochſchulſtraße 1.‟
* Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein
Darm=
ſtadt. Wir machen auch an dieſer Stelle auf die
Samstag, den 21. März, im Hotel Heß, Rheinſtraße,
ſtattfindende Hauptverſammlung aufmerkſam,
n der u. a. auch der Wanderplan für 1914/15 feſtgeſetzt
werden ſoll.
§ Unfall. Am Dienstag nachmttag kurz nach 5 Uhr
iſt an der Ecke Luiſen= und Eliſabethenſtraße ein 6 Jahre
iltes Mädchen, aus der Luiſenſtraße kommend, gegen
en hinteren Teil einer in langſamer Fahrt befindlichen
Autodroſchke gelaufen und wurde von dem Wagen zur
Seite geſchleudert. Es hat geringe Verletzungen
im linken Arm davongetragen.
Schwurgericht.
-g. Geſtern ſtanden fünf Einwohner von Dudenhofen
(Kreis Offenbach) vor dem Schwurgericht unter der
An=
klage des betrügeriſchen Bankerotts, eines
Ver=
brechens, auf dem bei Verſagung mildernder Umſtände
Zuchthausſtrafe ſteht. In erſter Linie iſt angeklagt der
Bäckermeiſter Wilhelm Heller weiter ſein Bruder, der
Kohlenhändler und Mineralwaſſerfabrikant Auguſt
Hel=
ler, der Gaſtwirt Wilhelm Mahr, der Landwirt Heinrich
Mahr I. und ſchließlich die Schweſter des
Hauptange=
klagten, die Ehefrau Margarethe Kratz, geb. Heller. Der
Angeklagte Wilhelm Heller betrieb in Dudenhofen eine
Bäckerei, die am 7. November 1913 in Konkurs geriet. Die
Anklage legt dem Angeklagten nun zur Laſt, daß er durch
mehrere ſelbſtändige Handlungen Vermögensſtücke beiſeite
ſchaffte, bezw. dem Zugriff des Konkursverwalters
ent=
zog, indem er fingierte Verträge abſchloß und dadurch
ab=
ſichtlich die Gläubiger ſchädigte. Im einzelnen kommen
olgende Fälle in Frage, deren Sachverhalt auch durch das
Geſtändnis der Angeklagten in der Vorunterſuchung
klar=
geſtellt iſt: Im September, alſo kurze Zeit vor Ausbruch
des Konkurſes, hat der Hauptangeklagte 50 Sack Mehl im
Werte von 1500 Mark zu ſeinem Bruder geſchafft und hat
außerdem, um für alle Fälle ſicher zu gehen, daß der
Kon=
kursverwalter das Mehl nicht mit Beſchlag belegen kann,
den Angeklagten Wilhelm Mahr veranlaßt, einen
Schein=
vertrag abzuſchließen, als ob Mahr das Mehl gekauft und
den Betrag dafür an W. Heller bezahlt habe. Anfangs
November wurden W. Heller vier Schweine gepfändet;
nachträglich ließ er ſich von ſeinem Bruder Auguſt eine
Quittung ausſtellen, nach der Auguſt Heller die Schweine
gekauft und bereits im Februar eine größere
Abſchlags=
zahlung gemacht hatte. Weiter verſchwieg bei dieſer
Pfän=
dung der Angeklagte eine Barſumme von 3500 Mark, die
er vorſichtigerweiſe zu ſeinem Bruder geſchafft hatte. Mit
der Schweſter ſchloß er ebenfalls einen falſchen Vertrag,
nach dem ſie ihm ein Darlehen von 3500 Mark gegeben,
wofür ihr eine entſprechende Hypothek auf das Grundſtück
eingetragen wurde. Auch legte er auf das
Sparkaſſen=
buch ſeiner Schweſter 1700 Mark ein. Als letzter
An=
klagepunkt kommt eine Verkaufsangelegenheit, bei der
durch eine betrügeriſche Manipulation eine ausſtehende
Forderung verſchwiegen wurde. W. Heller hatte an
Hein=
rich Mahr für 3000 Mark Mehl verkauft und Mahr hatte
erſt 590 Mark bezahlt. Trotzdem ſtellte Heller eine
Quit=
tung aus, daß alles bezahlt ſei. Die vier männlichen
An=
geklagten befinden ſich in Unterſuchungshaft, während ſich
die Schweſter des Heller auf freiem Fuß befindet.
In der geſtrigen Verhandlung verſuchte zunächſt der
Hauptangeklagte ſein früheres ausführliches Geſtändnis zu
widerrufen, doch gibt er dann auf eingehende Ermahnung
des Vorſitzenden die weſentlichen Punkte als richtig zu.
Er ſei in pekuniäre Schwierigkeiten geraten, und da ihm
durch eine Verfügung des Kreisamts die Weiterführung
der Bäckerei in dem alten Gebäude über den 1. April 1914
unterſagt worden war, ſei ihm der Gedanke gekommen,
ſich durch die zur Anklage ſtehenden Manipulationen Geld
beiſeite zu ſchaffen und ſich ſpäter damit eine neue
wirt=
ſchaftliche Exiſtenz zu ſchaffen. Intereſſant iſt die Angabe
des Angeklagten, daß er in der ausgeſprochenen Abſicht,
ſich dadurch Geld zu verſchaffen, innerhalb weniger
Mo=
nate von fünf Lieferanten für ſeine gar nicht große
Bäcke=
rei für 14000 Mark Mehl bezog. Hierauf zahlte er nur
geringe Beträge und verkaufte dann das Mehl weiter.
Be=
züglich der Eintragung der Hypothek für ſeine Schweſter
gibt er an, daß ſeine Schweſter angeblich nichts davon
gewußt habe. — Auguſt Heller iſt in vollem Umfange
geſtändig und gibt an, er habe unter dem zwingenden
Einfluß ſeines Bruders ſich zu den Straftaten gebrauchen
laſſen. Sein Bruder habe die Geſchwiſter ſtets terroriſiert.
Auch die beiden Angeklagten Mahr halten ihr Geſtändnis
aufrecht.
In der weiteren Verhandlung kam auch ein Brief zur
Verleſung, in dem Heller ſeinen Verwandten in
bayeri=
ſcher Mundart und humoriſtiſchem Ton mitteilt, daß er
in der Ruhe der Unterſuchungshaft ſich ſehr wohl
be=
finde. Der als Zeuge vernommene Konkursverwalter,
Rechtsanwalt Lift=Dieburg, gibt an, daß zunächſt
nichts in der Konkursmaſſe war. Heller leugnete ganz
entſchieden, daß er Vermögensſtücke beiſeite geſchafft habe.
Er erklärte ſich auch kaltblütig bereit, den Offenbarungseid zu
leiſten, das Gericht ſah jedoch davon ab, da klar war, daß
Heller einen Meineid leiſten würde. Wie Heller in der
jetzigen Verhandlung kühn behauptet, habe er damals nicht
gewußt und wiſſe es auch jetzt noch nicht, was ein
Offen=
barungseid bedeute. Durch die Ermittelungen des
Kon=
kursverwalters konnten zur Konkursmaſſe etwa 11000
Mark gerettet werden, zur Verteilung gelangten etwa
10000 Mark, ungefähr 63 Prozent der
Gläubigerforde=
rungen. Der Konkursverwalter iſt jedoch der Anſicht, daß
Heller noch ſo viel beiſeite geſchafft hat, daß die 100
Pro=
zent voll würden, denn das Geſchäft ſei gut gegangen und
es ſei nicht zu ermitteln, wohin das fehlende Geld
ge=
kommen ſein könne. Heller hatte angegeben, daß er
Auto=
mobilfahrten gemacht und Sekt getrunken habe, doch ſteht
feſt, daß er einfach gelebt hat, ja geizig geweſen ſei.
Die Geſchworenen bejahten bezüglich ſämtlicher 5
An=
geklagten die Schuldfrage nach betrügeriſchem Bankerott
bezw. Beihilfe dazu und billigten ſämtlichen Angeklagten
die mildernden Umſtände zu. Der Staatsanwalt
bean=
tragte gegen Wilzelm Heller 3 Jahre Gefängnis und
5 Jahre Ehrverluſt, gegen Auguſt Heller 10 Monate,
gegen Wilhelm und Heinrich Mahr je 5 Monate und
gegen die Margarete Kratz 4 Monete Gefängnis. Das
Giericht verurteilte gegen 9 Uhr abends Wilhelm
Heller zu 3 Jahren Gefängnis, abzüglich 2 Mo=
Feuilleton.
C.K. Eine Eisberg=Kataſtrophe in Grönland. Eine
der längſten und an Abenteuern reichſten Reiſen, die durch
Grönlands Schneewüſten unternommen wurden, iſt vor
krurzem von dem däniſchen Hauptmann J. P. Koch und
Dr. Alfred Wegener glücklich vollendet worden. In
einem Aufſatz der Umſchau ſchildert Dr. Wegener, der ſich
als Meteorologe bei der nur aus vier Perſonen
beſtehen=
den Expedition befand, einzelne Epiſoden dieſes kühnen
und wiſſenſſchaftlich ſehr jergebnisreichen Unternehmlns
und läßt uns auch teilnehmen an einer gewaltigen
Eis=
bergkataſtrophe die um ein Haar die ganze
Ex=
wedition mit Mann und Maus für immer unter Eis und
Schnee begraben hätte. Die Reiſenden, die isländiſche
Pferde anſtelle von Hunden als Zugtiere benutzten, waren
mit Schlitten von „Kap Stop” über den innerſten Fjordarm,
den „Borgfjord” bis zu dem Inlandeiſe vorgedrungen,
das hier eine Steilwand von 40 Meter Höhe weit ins
Meer hinausſchiebt. Bei dem Aufſtieg über dieſe Eiswand
verhieß eine ſchluchtartige Senkung einen einigermaßen
waſſierbaren Weg, und ſo lagerten ſich denn die Reiſenden
mit ihren Pferden und ihrem ganzen Gepäck etwa 300 Meter
vom Meereiſe entfernt. Man wollte einige Spalten
über=
brücken und dadurch den Weg fahrbar machen. Bald zeigte
ſich aber, daß man an eine höchſt gefährliche Stelle
gekom=
mien war; immer neue Spalten bildeten ſich, der Gletſcher
war in einer gewaltigen Unruhe und es war klar, daß er
kalben” d. h., einen oder mehrere Eisberge abſtoßen
wollte. Man arbeitete mühſelig an den Brücken, die doch
dann wieder zerſtört wurden, bis eines Nachts eine
furcht=
bare Kataſtrophe eintrat Ein ſchreckliches Krachen weckte
die Schläfer, und man ſah die Eismauer an der einen
Tal=
ſeite zuſammenſtürzen und in der Tiefe verſinken. Zugleich
verſchwand plötzlich die Ausſicht auf den Fjord auf eine
ganz unbegreiſliche Weiſe: quer über das Tal wälzte ſich
ein großer, dunkler, ſpitzer Koloß und blieb 30 Zentimeter
vor dem Zelt ſtehen. Mit ſeinen überhängenden Wänden
ragte er drohend und gigantiſch in den kalten Nachthimmel
empor. Der Boden ſchwankte, das Zelt neigte ſich.
Wäh=
rend die anderen von wildem Schrecken gepackt nur
not=
dürftig gekleidet bei 16 Grad Kälte herausſtürzten, konnte
Wegener, der durch einen Unfall am Gehen gehindert war,
erſt ſpäter ins Freie kommen. „Der fahle Mondſchein
be=
leuchtete das großartigſte Naturſchauſpiel,” erzählt er. „Die
Seitenwände unſeres Tales waren dicht neben dem Zelt
verſchwunden. Aber draußen im Meere tauchte eine
Eis=
mauer auf, unter Ziſchen und Praſſeln hob ſie ihre
waſſer=
triefenden Seiten höher und höher in den glitzernden
Mondſchein empor.” Als ſich das grauſige Spiel der
Naturmächte wieder beruhigt hatte zeigte es ſich, daß bei
dieſer nächtlichen Kataſtrophe 17 Eisberge entſtanden
waren; ſie hatten ſich im Waſſer herumgewälzt und zum
Teil ihre Unterſeite nach oben gekehrt. Von dem 300 Meter
breiten Streifen, der das Lager vom Fjord getrennt hatte,
waren etwa 250 Meter in das Meer geſtürzt. Nur 3 Meter
vom Zelt entfernt waren gewaltige Eisblöcke
herabge=
ſtürzt, aber wie durch ein Wunder war alles unbeſchädigt
geblieben. Je deutlicher die Reiſenden am folgenden
Mor=
gen die Vorgänge dieſer Schreckensnacht feſtſtellen konnten,
deſto unbegreiſlicher erſchien es ihnen, daß der Tod um
Haaresbreite an ihnen vorbeigegangen.
* Ein Geſchenk der Exkönigin Natalie an Serbien.
Wenn man in Belgrad und Serbien auch dahinſtrebt, alles.
was an die Dynaſtie Obrenowitſch erinnert zu beſeitigen,
ſo ſcheint dieſe Undankbarkeit die Königin Natalie nicht in
ihrer Liebe für Serbien zu beirren. Denn ſie hat jetzt ihre
von König Alexander geerbte Domäne Majdan Pek der
Belgrader Univerſität geſchenkt. Die Domäne von
11000 Hektar repräſentiert einen Wert von etwa acht
Mil=
lionen Dinar. Außerdem ſpendete die Königin die ganze
Waffenſammlung der beiden verſtorbenen Könige
Milan und Alexander dem Nationalmuſeum. Unter den
Waffen befinden ſich viele wertvolle Stücke, darunter ein
Schwert, das der Sultan dem Fürſten Michael bei ſeinem
Beſuche in Konſtantinopel geſchenkt hat, ferner das
Schwert Eſcher=Paſchas, das dieſer bei der Uebergabe der
Schlüſſel von Belgrad mit überreichte, und zwei Piſtolen
des Türkenbeſiegers Generals Laudon. Schließlich
be=
ſchenkte die Königin die Akademie der Wiſſenſchaften mit
der ganzen Bibliothek der beiden Könige aus dem
Ge=
ſchlechte der Obrenowitſch.
* Der beſtrafte „Löwenritt” Am Faſtnachtsſonntag
war in München ein Wagen der Löwenbrauerei zu ſehen
geweſen, ein rieſenhafter Löwe, auf deſſen
walzen=
förmigem, langgeſtrecktem Leib der Wirtshauspächter des
Löwenbräukellers und ſeine Karnevalskommiſſion wie die
vier Haimonskinder ritten. Der Wüſtenkönig war auf
einem Laſtautomobil der Brauerei befeſtigt. Jetzt haben
die „Löwenritter” einen Strafbefehl über 150 Mark
er=
halten wegen verbotener Beförderung von
Perſonen auf ein em Laſtauto.
ml. Ein Gericht Bratkartoffeln für 28 Mark. In wie
arger Weiſe die Hoteliers an der Riviera ihre
Gäſte zu ſchröpfen wiſſen, zeigen die Klagen, die ein
eng=
liſcher Rivierafreund in einem Londoner Blatte erhebt.
Da war jüngſt in Nizza, ſo erzählt er, ein in der
franzö=
ſiſchen Geſellſchaft ſehr bekannter Herr eingetroffen, der
für acht Gäſte in ſeinem Hotel ein Frühſtück beſtellte. Die
Rechnung, die ihm präſentiert wurde, belief ſich auf nicht
weniger als 700 Mark, und einer der Poſten war ein
Gericht Kartoffeln, für das er 28 Mark blechen ſollte. Doch
diesmal war man an den Unrechten gekommen. „Es mag
noch hingehen,” erklärte der Gaſtgeber dem Wirt, „wenn
Sie eine ſolche Rechnung einem ausländiſchen Gaſte
prä=
ſentieren. Ich bin aber Franzoſe!‟ Der Wirt verbeugte
ſich tief und ſtammelte: „Wieviel wollen Sie bezahlen?“
„Nicht mehr als 400 Mark,” war die Antwort, und auf
dieſen Betrag einigte man ſich denn auch. Ein anderes
Beiſpiel. Ein Peſter Millionär nahm kürzlich in einem
vornehmen Reſtaurant in Monte Carlo ein Frühſtück ein.
Die Rechnung verzeichnete u a. für zwei Portionen Kaviar
die runde Summe von 48 Mark, was dem Manne ſo
ge=
ſalzen ſchien, daß er unverzüglich abreiſte. Einem
Lon=
doner Reiſenden nahm man für ſechs belegte Brötchen
29 Mark und für eine Flaſche Bier 3,50 Mark ab
Be=
träge, die ſelbſt in der Zeit des Karnevals recht
phan=
taſtiſch anmuten müſſen. Eine Dame, die in einem
elegan=
tem Hotel in Monte Carlo für ihr Schoßhündchen ein
Schüſſelchen erbat und von der zum Tee ſervierten Milch
zwei Teelöffel eingoß, hatte für dieſe Hundemahlzeit zwei
Mark zu entrichten. Da wußte ſich ein Großfürſt, der in
ieſen Tagen ein Reſtaurant in einer Rivieraſtadt betrat,
beſſer zu helfen. Er erklärte den drei Hofmeiſtern, die
ihn mit tiefer Verbeugung begrüßten, trocken: „I.h
wünſche einen Lunch für 5 Mark‟ Der wurde ihm auch
ſerviert, und dem Großfürſten dürfte ſein Mahl beſſer
ge=
ſchmeckt haben wie jedem anderen Gaſt, der den doppelten
und dreifachen Betrag dafür erlegen mußte.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. März 1914.
Numme: 71
naten der Unterſuchungshaft; Auguſt Heller zu 6
Monaten Gefängnis, abzüglich 1 Monat,
Wil=
helm Mahr zu 3 Monaten Gefängnis, die durch
die Unterſuchungshaft verbüßt ſind, Hein rich Mahr zu
4 Monaten Gefängnis, abzüglich 2 Wochen der
Unterſuchungshaft (die Zeit nach ſeinem Geſtändnis);
Margarete Kratz zu 1 Monat Gefängnis. Der
Haftbefehl gegen Auguſt Heller und die beiden Mahr wird
aufgehoben. Wilhelm Heller erkannte die Strafe an.
Mit Dankesworten an die Geſchworenen ſchloß der
Vorſitzende, Großh. Landgerichtsrat Reuß, die erſte
dies=
jährige Tagung des Schwurgerichts.
Gründung einer Kommiſſion zur Bekämpfung
der Schwindelfirmen.
— Die ſtädtiſche Rechtsauskunftsſtelle hatte unter dem
Vorſitz des Herrn Bürgermeiſters Mueller zu einer
Beſprechung über die Errichtung einer
Kommiſ=
ſion zur Bekämpfung der Schwindelfirmen
auf geſtern nachmittag auf das Rathaus eingeladen. Der
Einladung waren gefolgt Vertreter der Handelskammer,
Handwerkskammer, verſchiedener Innungen, des
Anwalts=
vereins, ſowie der hieſigen Rechtsſchutzſtellen. Nach einer
kurzen Begrüßung durch den Vorſitzenden, unter
Darleg=
ung des Gegenſtandes der Verhandlung, erſtattete der Leiter
der ſtädtiſchen Rechtsauskunftsſtelle Herr Stadtſekretär
Scrauch, ein längeres Referat über den Charakter und
die Praxis der Schwindelfirmen und ihre Bekämpfung.
U. a. führte er aus: Das Unweſen der Schwindelfirmen
habe derart zum Schaden der Bevölkerung und des
Ge=
werbeſtandes überhand genommen, daß eine
ſyſtema=
tiſche Bekämpfung dringend geboten
er=
ſcheine. Klagen einzelner gegen ſolche Schwindelfirmen
bei Gericht oder Stcafanzeigen ſeien meiſt ohne Erfolg
ge=
weſen. Den Gerichten fehlte vielfach der genaue Einblick
in das Syſtem der Schwindelfirmen. Auch ließen ſie ſich
durch die hochtönenden Firmenbezeichnungen und ihre
papierene Tätigkeit blenden und legten allzu großes
Ge=
wicht auf die allerdings von den Hereingefallenen
unter=
ſchriebenen Scheine, ohne immer in eine genaue Prüfung
darüber einzutreten, auf welche unlautere Weiſe die
Unter=
ſchriften erſchlichen waren.
Eine wirkſame Bekämpfung der Schwindelfirmen ſei
nur zu erwarten, wenn ſie ſyſtematiſch erfolge. Eine
Reihe gleichartiger Fälle vermöchte erſt den Charakter der
Schwindelfirmen und ihre Praxis klarzulegen. Der
Ver=
band der deutſchen gemeinnützigen und unparteiiſchen
Rechtsauskunftsſtellen hat in Lübeck eine Zentrale zur
Be=
kämpfung der Schwindelfirmen errichtet, die in wirkſamer
Weiſe den Kampf aufgenommen hat. Dieſe Zentrale allein
genüge aber nicht, es ſei notwendig, daß an allen größeren
Plätzen örtliche Kommiſſionen mit der gleichen Aufgabe
gebildet würden. Der Kommiſſion ſollten Vertreter der
durch die ſchädigende Wirkung der Schwindelfirmen
be=
rührten Kreiſe angehören. Die Kommiſſion ſolle einen
Arbeitsausſchuß bilden, die Geſchäftsführung werde die
ſtädtiſche Rechtsauskunftsſtelle übernehmen. Sodann
ſchil=
derte Redner in anſchaulicher Weiſe das Gebaren der
Schwindelfirmen in den am häufigſten vorkommenden
Schwindelfällen. Seine Ausführungen ſchloſſen mit dem
Wunſche, daß, auch in Darmſtadt eine ſolche Kommiſſion,
wie anderwärts bereits geſchehen, zum Wohle der
Ein=
wohner Darmſtadts und insbeſondere des einheimiſchen
Gewerbeſtandes errichtet werden möchte.
Auf Anfrage des Herrn Bürgermeiſters Mueller
erklärten ihre Bereitſchaft zur Mitarbeit in der
Kommiſ=
ſion die Herren Stadtverordneter Kalbfuß für die
Han=
delskammer und den Detailliſtenverein, Sekretär
Schött=
ler für die Handwerkskammer, Stadtverordneter C. Lautz
für die Metzger=Innung, Rechtsanwalt Buß für den
An=
waltsverein, Glaſermeiſter Schleidt für die Glaſer=
In=
nung. Schneidermeiſter Hübner für die Schneider=Innung,
Arbeiterſekretär Sparr für das Arbeiterſekretariat, Sekretär
Laufer für das evangeliſche Arbeiterſekretariat, Redakteur
Behre für die Preſſe und Frau Oberfinanzcat Balſer für
die Frauenrechtsſchutzſtelle. Die Redner ſprachen ihre hohe
Befriedigung darüber aus, daß die ſtädtiſche
Rechtsaus=
kunftsſtelle ſeither ſchon in energiſcher Weiſe für die
Be=
kämpfung der Schwindelfirmen eingetreten ſei und
be=
grüßten die Anregung der ſtädtiſchen Rechtsauskunftsſtelle
zur gemeinſamen Arbeit Jehr. Nachdem noch ein
Arbeits=
ausſchuß gebildet wurde, ſchloß der Vorſitzende die
Ver=
ſammlung mit Dank an die Erſchienenen für ihre
ge=
äußerte Bereitwilligkeit zur Mitarbeit.
* Vom Odenwald, 11. März. (Verkehrswünſche.)
In der heutigen Kammerſitzung führte Abg. Lang u. a.
folgendes über dieſe Frage aus: Ich hoffe, daß der
Ein=
fluß des Herrn Wünzer es nach und nach doch noch mit
uns Odenwälder Abgeordneten fertig bringt, daß
die Regierung beſtimmt dem Ausbau der Querbahn durch
den Odenwald zuſtimmt. Ich habe im vorigen Jahre
eine ganze Anzahl von Automobilverbindungen beantragt
und habe mich für dieſes Jahr auf zwei Anträge
zurück=
gezogen, nämlich die Verbindung mit Fürth-
Er=
bach-Michelſtadt, Verbindung von König mit
Vielbrunn. Hetzbach mit Fürth zu verbinden, habe
ich aus Zweckmäßigkeits= und Rentabilitätsgründen fallen
laſſen. Aus finanziellen Gründen ſind die Gemeinden
dort nicht in der Lage, dieſe Verbindung beſonders zu
unterſtützen. Ich kam dann zu dem Gedanken, daß man
als Erſatz für dieſe Verbindung interimiſtiſch die Linie
vom Bahnhof Michelſtadt über Erbach, Lauerbach,
Schön=
nen, Ebersberg, Marbach, Hüttenthal, Hiltersklingen, Fürth
dahin führen müſſe; man könnte einige Ortſchaften auch
etwas mehr finanziell heranziehen, um dieſe Verbindung
zuſtande zu bringen. Allerdings, mit den 20 Prozent
Zu=
ſchlag der Regierung iſt uns nicht gedient, die Regierung
muß mindeſtens 50 Prozent geben. Des weiteren wollte
ich darum bitten, daß man den aufſtrebenden Ort
Viel=
brunn, der doch ſehr iſoliert iſt und deſſen Arbeiter
nament=
lich ihr Brot in den Städten ſuchen müſſen mehr
unter=
ſtützt und den Arbeitern beſſere Gelegenheit gibt, nach
ihren Arbeitsorten zu kommen. Es gehen zwei Poſten
hin und her; das reicht nicht aus und man wollte deshalb
noch einen dritten Poſtwagen haben. Das macht die Poſt
nicht, das iſt nur vermittels Automobilen auf die billigſte
Weiſe zu machen. Vielbrunn iſt ein aufſtrebender Ort; er
hat 1400 Seelen und hat im vorigen Jahre 4—500
Kur=
fremde gehabt. Da wollte ich darum bitten, doch
Viel=
brunn möglichſt entgegenzukommen, damit wir die
Auto=
mobillinie zuſtande bringen. Die Poſt hat ſich
er=
bötig gezeigt, einen namhaften Zuſchuß zu der Linie zu
geben. Mein letzter Punkt betrifft die beiden
Schnell=
züge, die uns entgegenkommender Weiſe die Heſſiſch=
Preußiſche Eiſenbahngemeinſchaft bewilligt hat. Nur iſt
der eine Mißſtand der, daß wir vormittags um 9.18 Uhr
nach Darmſtadt kommen und der Zug nach der Bergſtraße
uns ckurz vor der Naſe wegfährt. Der Verkehr vom Oden=
(waldein die Bergſtraße iſt aber ein ganz enormer,
Offenbach, 11. März. (Arbeitsloſenfürſorge.)
Für die Beſchäftigung von Arbeitsloſen wurden von der
Stadtvertretung insgeſamt 60000 Mark bewilligt. Es
machen ſich weitere 10000 Mark erforderlich, um die noch
bei der Stadt beſchäftigten 95 Arbeitsloſen bis zum Ende
dieſes Monats in Arbeit halten zu können. — (
Ver=
mißt) wurde ſeit vergangenem Freitag der Portefeuiller
G. Dutinee aus Heuſenſtamm. Er hat ſich an genanntem
Tage nach Offenbach begeben und bei der Firma, bei der
er beſchäftigt war, 25 Mark abgehoben, und iſt ſeit dieſer
Zeit ſpurlos verſchwunden.
Seligenſtadt, 11. März. (Turmeinſturz.) Bei
Er=
neuerungsarbeiten im alten Steinheimer Turm, der unter
Denkmalſchutz ſteht, ſtürzte heute plötzlich der nördliche
Teil des Fundamentgewölbes ein. Die
Ar=
beiter befanden ſich glücklicherweiſe in dem ſüdlichen Teil
des Gewölbes und kamen mit dem Schrecken davon. Ueber
die Renovation dieſes alten Turmes war zwiſchen der
Regierung und der Gemeinde inſofern ein Streit
entſtan=
den, als die Gemeindevertretung den baufälligen Turm
als läſtiges Verkehrshindernis beſeitigt haben wollte
während die Regierung darauf beſtand, daß der Turm im
Intereſſe des Denkmalſchutzes erhalten bleibe.
Mainz, 11. März. (Ein Dieb im Dom.) Als
geſtern morgen der Domküſter, Herr Kroſt, den Dom
öffnete, entdeckte er in der Kirche einen Mann, der
anſchei=
nend die ganze Nacht dort zugebracht hatte. Der
zweifel=
hafte Gaſt verſuchte ſofort zu flüchten, wurde aber von
dem Küſter verfolgt und endlich auf der Ludwigſtraße
feſt=
gehalten. Bei der Durchſuchung des zweifelhaften
Indi=
viduums fand man 8,50 Mark, die er einem Opferſtock
im Dom entnommen hatte, nachdem er ihn in aller
Muße in der Nacht erbrechen konnte. Der Dieb hatte ſich
abends, als der Dom geſchloſſen wurde, einſchließen laſſen
um ungeſtört in der Nacht ſein dunkles Handwerk
aus=
üben zu können. — Infolge des immer noch ſteigenden
Hochwaſſers iſt ſeit geſtern abend die Mombacher
Entwäſſerungsmaſchine ununterbrochen in
Tätigkeit, um die Gemüſefelder zwiſchen der Bahn und
dem Rheindamm von Sickerwaſſer freizuhalten und das
Waſſer aus dem Kanal reſp. dem Abzugsgraben in den
Rhein zu pumpen. Das Waſſer hat bereits eine ſolche
Höhe erreicht, daß der Sommerdamm an manchen Stellen
überflutet iſt. Die Landwirte ſind überall eifrig damit
beſchäftigt, von den in der Nähe des Rheindamms
gelege=
nen Grundſtücken ihre Bohnenſtangen wegen der
Ueber=
ſchwemmungsgefahr abzufahren.
Bretzenheim, 11. März. (Einbruch.) In der
ver=
floſſenen Nacht brachen Diebe in der Mainzer Straße in
eine Hofreite ein und ſtahlen Wäſche im Werte von etwa
60 Mark und eine Anzahl Hühner und Hähne, die einer
in Mainz wohnenden Familie gehören. Die Diebe
ſchlach=
teten das Geflügel in einem Hauſe am Dorfgraben und
ſtahlen auch dort eine große Anzahl Wäſcheſtücke.
Vilbel, 11. März. (Verhaftung eines
Räu=
bers.) Die Vermutungen der Polizei, daß der Kutſcher
Simanowski aus Vilbel von einem ehemaligen
Fürſorge=
zögling niedergeſchlagen und beraubt worden ſei, haben
ſich durch die geſtern erfolgte Verhaftung des Burſchen in
Friedrichsdorf i. T. raſch beſtätigt. Es handelt ſich um
einen gewiſſen Schaaf. In ſeinem Beſitz fand man noch
die blutbefleckten Kleider die er bei dem Ueberfall auf
Simanowski trug. Wie die Unterſuchung feſtgeſtellt hat,
war Schaaf dabei, als ſich der Kutſcher abends gegen 10
Uhr in Friedrichsdorf bei ſeinem Stiefvater nach dem
Wege nach Vilbel erkundigte. Als Simanowski wegfuhr,
war der Burſche auch ſchon verſchwunden und dem
Ge=
fährt vorausgeeilt. An der Steinmühle ſchlug er dann
den Kutſcher mit etlichen Flaſchen nieder. Ob der Schaaf
bei dem Verbrechen Genoſſen hatte, iſt noch nicht feſtgeſtellt.
Simanowski behauptet, drei Männer geſehen zu
haben.
(*) Gambach, 11. März. (
Genoſſenſchaft=
liches.) Einen ſchweren Verluſt hat die Spar= und
Darlehnskaſſe durch die landwirtſchaftliche
Genoſ=
ſenſchaftsbank erliten. Man will jedoch die Kaſſe nicht
auflöſen, ſondern den Verluſt durch Erhöhung der Anteile
decken. Perſonalkredit und Paſſivkredit ſollen erhöht
wer=
den. Auch iſt die Umwandlung der Kaſſe aus einer
Ge=
noſſenſchaft mit unbeſchränkter Haftpflicht in eine ſolche
mit beſchränkter Haftpflicht geplant.
(*) Lollar, 11. März. (Ein Hilfsverein) für
die durch den Konkurs der Gewerbebank ſo ſchwer
Geſchä=
digen ſoll gegründet werden. Gläubiger und Genoſſen
der Bank ſind größtenteils geringe Leute.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 11. März. Am 31. d. M.
werden die geſamten Anleiheſchulden der Stadt Berlin
506 656 382 Mark betragen, einſchließlich von 80 Millionen
Mark in dieſem Jahre noch zu begebender Anleihen. Das
Aktivvermögen der Stadt Berlin beträgt
zur=
zeit 1100 Millionen Mark. — Zum Studium der deutſchen
Poſteinrichtungen iſt, nachdem erſt vor einigen Tagen der
engliſche Generalpoſtmeiſter in der Reichshauptſtadt
an=
weſend war, nunmehr der Generaldirektor des
holländiſchen Poſtweſens hier eingetroffen. —
Aus den Zinſen der Lazarus=Stiftung fand geſtern, am
10. März, dem Geburtstage des Stifters, wie alljährlich,
die Speiſung von 100 armen Männern und
Frauen aus Berlin ſtatt. Im Hotel Prinz Albrecht
war ihnen an langen, weißgedeckten Tiſchen das Mahl
bereitet; es beſtand nach alter Beſtimmung aus
Königin=
ſuppe, Pökelfleiſch mit Erbſen und Sauerkohl, Kalbsbraten
mit Pflaumen, Kaffee und Stollen. Das Hotel ſpendete den
Rotwein. Mit Vertretung des ſtädtiſchen Kollegiums war
Magiſtratsaſſeſſor Dreyer beauftragt, der mit beredten
Worten des hochherzigen Stifters gedachte. — In der
Fried=
richſtraße ſpielte ſich heute abend eine aufregende
Szene bei einer Verhaftung ab. Schon ſeit Tagen
fahn=
dete die Polizei auf einen Kaufmann aus Breslau, der
nach Unterſchlagung von etwa 10000 Mark von dort die
Flucht ergriffen und ſich nach Berlin gewandt hatte. Der
Betrüger hatte auch ſeine Frau auf die Flucht
mitgenom=
men. Geſtern abend erkannte ein Beamter die Frau, als
ſie auf dem Poſtamte Briefſchaften abholte. Er folgte ihr
und ermittelte, daß ſich das Ehepaar in einem Hotel in der
Jägerſtraße unter falſchem Namen eingemietet hatte. Als
der Kaufmann das Hotel verließ, und der Beamte zur
Verhaftung ſchreiten wollte, zog erſterer einen Revolver und
legte ihn auf ſich ſelbſt an. Der Beamte entriß ihm die
Waffe, verhinderte ihn, zu entfliehen und nahm ihn feſt. —
In Lichtenberg wurde die Frau des Arbeiters Günther
unter rätſelhaften Umſtänden tot im Bett
aufge=
funden. Der Mann, der den Tod ſeiner Frau der
Po=
lizei meldete, gab an, daß die Frau ſchon ſeit geſtern, ohne
ein Lebenszeichen von ſich zu geben, im Bett gelegen habe,
was ihm jedoch erſt abends aufgefallen ſei. Das Geſicht
der Leiche ſei blau angelaufen und aus Naſe und Mund
viel Blut gequollen. Ob ein Mord vorliegt, wird erſt die
Obduktion feſtſtellen können,
Metz, 11. März. (Abgelehntes Gnadenger
ſuch.) Nachdem das Gnadengeſuch des Bergmanns
Ber=
resheim aus Algringen, der wegen Mordes und
Totſchlags zum Tode und zu acht Jahren Zuchthaus
verurteilt worden war, abgelehnt worden iſt, wird die
Hinrichtung des Verresheim am Freitag früh erfolgen
Berresheim war bereits in einer früheren Verhandlung
zum Tod verurteilt worden. Auf die eingelegte Reviſion
hob das Reichsgericht das Urteil auf. Die zweite
Vers=
handlung hatte aber dasſelbe Ergebnis wie die erſte.
München, 11. März. (Mord und Selbſtmord.)
In dem ſchwäbiſchen Städtchen Biberach wurde der
Antiquitätenhändler Bauer vor ſeinem Wohnhauſe ſchweg
verletzt aufgefunden. Er gab an, von dem Bildſchnitzer
Rudolf angeſchoſſen worden zu ſein. Gleich nach ſeiner
Ausſage verſtarb Bauer. In der Wohnung Bauers fand
man den Bildſchnitzer Rudolf tot in einem Seſſel ſitzend.
Er hat ſich anſcheinend ſelbſt erſchoſſen.
Ludwigshafen, 11. März. (Erholungsheim.)
Die Badiſche Anilin= und Sodafabrik hat in dem Schloſſe
St. Johann bei Albersweiler, das ſie käuflich erwarb, für
die Frauen und Kinder ihrer Beamten und Arbeiter ein
Erholungsheim errichtet.
Arnsberg i. W., 11. März. (Unterſchlagungen.)
Die Unregelmäßigkeiten bei der Spar= und Darlehenskaſſe
in Allagen ſind weit größer, als anfänglich angenommen
wurde. Der Fehlbetrag beläuft ſich auf 145000 Mark. Es
hat ſich herausgeſtellt, daß der verhaftete Rendant Diercks
auch Fälſchungen der Bücher und Belege
vor=
genommen hat.
Hamburg, 11. März. (Verhafteter
Raub=
mörder.) Der vor einigen Tagen in Kuxhaven
ver=
haftete Kirchenräuber, der ſich Leo Zardin
nannte, iſt jetzt durch die Hamburger Polizei überführt
worden, in der Nacht zum 2. Januar in Reepholt den
Paſtor Loets, der ihn bei dem Kirchenraube überraſchte,
erſchoſſen zu haben. Der Verbrecher heißt richtig
Ernſt Saale und ſtammt aus Königsberg. Er iſt vielfach
ſchwer vorbeſtraft und hat außerdem noch eine 7½jährige
Zuchthausſtrafe zu verbüßen.
Hamburg, 11. März. (Der „Imperator”) iſt heute
mittag 12 Uhr von Kuxrhaven zu ſeiner erſten diesjährigen
Fahrt nach Neu=York in See gegangen.
Hamburg, 11. März. (Seinen Sohn entfühnt.)
Der wegen Entführung ſeines Sohnes von Berlin ver= und in Boulogne verhaftete Kaufmann Lippert
iſt=
hier eingetroffen und dem hieſigen Gefängnis zugeführt
worden. Der Knabe iſt in Schutzhaft genommen worden.
Halle, 11. März. (Trömel als Wanderredner)
Die Polizei verbot den Vortrag des Bürgermeiſters
Trömel aus Uſedom, der über ſeine Dämmerzuſtände und
eine Erlebniſſe in der Fremdenlegion in allen großen
Städten Deutſchlands ſprechen will und in Halle beginnen
wollte.
Stendal, 11. März. (Feſtgenommener
Taſchen=
dieb.) Im D=Zug Köln-Berlin wurden zwei
inter=
nationale Taſchendiebe auf friſcher Tat ertappt. Einer
wurde der Polizei übergeben, der andere ſprang bei
Gardelegen aus dem Zuge und entkam.
Glogau. 11. März. (Großfeuer.) In einem
Hauſe des Dorfes Saliſch platzte ein Ofen, wodurch das
Haus in Brand geriet. Der herrſchende Wind verbreitete
das Feuer mit großer Schnelligkeit. 17 Gebäude und
Stallungen wurden in Aſche gelegt.Die
Feuerwehren von Glogau und den Nachbarorten, ſowie
ein Kommando des Glogauer Pionierbataillons warmn
an der Brandſtätte tätig.
Wien, 11. März. (Der Streik der
Studie=
renden.) Wie die Blätter melden, hat der Rektor der
tierärztlichen Hochſchule Profeſſor Panzer einer
Abord=
nung der Hörer mitgeteilt, daß das Unterrichtsminiſterium
durch einen Erlaß an das Rektorat verfügt habe, daß die
Vorleſungen an der tierärztlichen Hochſchule und die
Prü=
fungen zu ſiſtieren ſeien, und demgemäß das Semeſter
nicht angerechnet werde.
Paris, 11. März. (Unglück in einer Zeche)
In der Champagne=Zeche bei Aurillac ſtürzte ein 1
jähriger Hauer in den Förderſchacht und fiel dabei al
einen anderen Bergmann. Beide waren ſofort to
Ein dritter Bergarbeiter erlitt ſchwere Verletzungen.
Lorient, 11. März. (Schlimme Folgen del
Schießübungen.) Durch die bei den Schießübungen
nit ſchweren Marinegeſchützen hervorgerufene
Erſchütte=
ung wurde der Einſturzeines Gehöftes in Riant
tec verurſacht. Der Bürgermeiſter des Ortes richtete an
die Behörde das Anſuchen, daß Maßnahmen getroffen
werden, um das Leben und Eigentum der den Schießplätzen
benachbarten Landwirte zu ſchützen.
London, 11. März. (Das Attentat der Suffrag
getten.) Das Attentat durch die Suffragette Miß
Ri=
chardſon gegen das Gemälde von Velasquez: „Die Venus
mit dem Spiegel” iſt bereits vor einem Jahre in
einer Suffragetten=Verſammlung angekündigt
wor=
den. Damals machte eine der Verſammlungsteilnehme
rinnen den Vorſchlag, man ſolle einen Ueberfall auf das
Britiſh=Muſeum und die National=Galerie unternehmen.
Dem Gutachten über den Schaden zufolge hat das Bild ſieben
tiefe Schnitte gerade auf dem wichtigſten Teil erhalten,
Der Verkaufswert des Bildes ſei um 200000 bis 300000
Mark verringert worden, doch infolge der Sauberkeit der
Schnitte würden ſich die Koſten für die Wiederherſtellung
wahrſcheinlich auf weniger als 200 Mark ſtellen. Das Bild
iſt 1906 für 900000 Mark angekauft worden, welcher
Be=
trag durch freiwillige Spenden allein aufgebracht wurden
Das Schandweib, das die Tat vollbracht, iſt eine bekannte
Anhängerin des Frauenſtimmrechts namens Mary
Richard=
ſon. Sie wurde in Haft behalten. Die Freilaſſung gegen
Bürgſchaft wurde abgelehnt.
London, 11. März. (Spionageprozeß.) In dem
Falle des unter dem Verdachte der Spionage verhafteten
Ehepaares Gould iſt ein gerichtlicher Prozeß angeordnet
worden. Frau Gould iſt vorläufig gegen Bürgſchaft aus
der Haft entlaſſen worden.
Petersburg, 11. März. (Ueberführte
Hochſtap=
lerin.) Die wegen Hochſtapeleien vor acht Jahren zu
mehreren Jahren Gefängnis verurteilte Olga Stein iſt
jetzt neuer erheblicher Schwindeleien überführt worden.
Sie hatte ſich mit einem Baron verheiratet und eine
An=
zahl Geſchäftsleute um gröere Summen geprellt.
Warſchau, 10. März. (Bei dem Hauseinſturz)
ſind nach weiteren Feſtſtellungen eine Perſon getötet=
und ſechs ſchwer verletzt worden; zwei werden vermißt.
Neu=Orleans, 10. März. (Ein Rieſenbrand.)
Nach einer funkentelegraphiſchen Meldung aus dem Hafen
Ceiba im Staate Honduras wütet dort ein rieſiges
Feuer. Zur Zeit der Abſendung der Meldung waren
23 Häuſerblocks in der Stadt zerſtört und andere ſind von
dem gleichen Schickſal bedroht. Der Schaden wird auf=
10 Millionen Dollars geſchätzt.
Nummer 71.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. März 1914.
Seite 5.
Die Beſoldungsvorlage in den
Ausſchüſſen angenommen.
Nach heißem Bemühen in ſtundenlangen
Verhandlun=
rzen iſt geſtern abend über die Lehrergehälter und damit
üüber die Beſoldungsvorlage überhaupt in den
Finanzaus=
ſchüſſen der beiden Kammern und mit der Regierung eine
wollſtändige Einigung erzielt worden.
Die bedeutungsvolle Sitzung, die dieſe Einigung
zuſtande=
brachte, begann um 4 Uhr und dauerte ohne Pauſe bis
¼ Uhr abends. Die drei Präſidenten, ferner der Abg.
Bach waren zu der Sitzung hinzugezogen. Von ſeiten der
Regierung wohnten die Herren Staatsminiſter Dr. von
Ewald, Finanzminiſter Dr. Braun, Miniſter des
Innern von Hombergk zu Vach, die Staatsräte
Dr. Becker, Süffert, Dr. Beſt, Miniſterialrat Dr.
WWeber, Geh. Oberfinanzrat Seip und Oberfinanzrat
Balſer den Verhandlungen bei. Ueber den Verlauf der
SSitzung erfahren wie folgendes:
Den Verhandlungen lag zunächſt der erſte Vorſchlag
Beſt zugrunde, der die unterſte Gehaltsſtufe der
Volks=
ſſchullehrer mit 1500 Mark beginnt, dann mit 1600, 1750,
11900, 2100, 2300, 2500, 2800, 3000, 3300 und 3600 fortfährt.
Dieſer Vorſchlag erforderte 58 200 Mark mehr, als die
Re=
ogierung bereits nachgegeben hatte mit 87300 Mark, im
gganzen alſo gegen die erſte Regierungsvorlage mehr 145 500
Mark. Der Ausſchuß der Zweiten Kammer hatte dieſen
WVorſchlag angenommen, dem Ausſchuß der Erſten
Kam=
rmer erſchien die Summe aber zu hoch. Darauf hatten die
AAbgeordneten Beſt und Dr. Oſann den zweiten
An=
ttrag geſtellt, der die Gehaltsſtufen folgendermaßen
feſt=
fſetzte: 1400, 1550, 1750, 1900, 2100, 2300, 2500, 2800, 3000,
*3300, 3600 Mark. Dieſer Vorſchlag bedeutete gegenüber
rder Regierungsvorlage ein Mehr von 126600 Mark.
Die=
iſen Vorſchlag war der Ausſchuß der Erſten Kammer
ge=
rneigt, anzunehmen, nicht aber den vom Ausſchuß der
„Zweiten Kammer gemachten weiteren Vorſchlag, noch die
*9000 Mark hinzuzunehmen, die die Schulverwalter
erhal=
rten ſollen nach beſtandenem Examen. Die Geſamtſumme
lhätte ſich dann auf 135000 Mark belaufen. Der Ausſchuß
lder Erſten Kammer war hiermit nicht einverſtanden,
ſon=
ldern bewahrte zunächſt eine abwartende Stellung,
reſpek=
rtive eine ſchwankende Haltung. Nachdem dann nochmals
die beiden Ausſchüſſe einzeln beraten, wurde endlich eine
gemeinſame Sitzung mit der Regierung abgehalten, die
kkurz vor 7 Uhr begann. Auch die Regierung erſuchte
zu=
rnächſt, es bei dem Höchſtbetrage von 126600 Mark zu
be=
llaſſen und nicht darüber hinauszugehen.
Endlich wurde dann der dritte Vorſchlag Beſt=
Oſann eingebracht, die unterſte Gehaltsſtufe von 1400
auf 1450 Mark heraufzuſetzen. Das macht ein Mehr von
*3450 Mark. Im ganzen gegenüber der
Regierungsvor=
llage ein Mehr von 130050 Mark. Auf dieſem
Worſchlag wurde endlich eine vollſtändige Einigung
er=
izielt.
Die endgültig angenommene neue
Ge=
haltsſkala iſt alſo dieſe:
Die Schulverwalter erhalten alſo die für ſie
vorge=
ſehenen 9000 Mark nicht, doch wurde hierzu eine
Reſo=
lution angenommen, nach der die Schulverwalter dieſe
9000 Mark dann erhalten ſollen, wenn die
Staatsdienſtan=
wärter ihre Aufbeſſerung erhalten. Das dürfte in etwa
2 bis 3 Jahren der Fall ſein.
Das Plenum der Zweiten Kammer wird nun am
Freitag, den 13. ds. Mts., die Beſoldungsvorlage auf
Grund dieſer Vorſchläge beziehungsweiſe Anträge des
Ausſchuſſes zu verabſchieden haben. Es iſt wohl kaum zu
zweifeln, daß dieſer Antrag Annahme findet. Dann
würde die Beſoldungsordnung endlich Geſetz werden. Die
Erſte Kammer wird am Dienstag, den 17. ds. Mts.
ebenfalls zu einer Plenarſitzung zuſammentreten, die ſich
mit den Rückäußerungen der Zweiten Kammer zu der
Be=
ſoldungsvorlage befaſſen wird, die damit endgültig
er=
ledigt iſt. Bis zum 20. ds. Mts. mußte die Vorlage zur
Verabſchiedung gebracht ſein, da an dieſem letzten
Ter=
min die Regierung eventuell die Verlängerung des
Provi=
ſoriums beantragen müßte.
M. St.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 11. März. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 2 Uhr 16 Min. — Auf der
Tages=
ordnung ſteht zunächſt die zweite Beratung des
Etats für das Schutzgebiet Togo.
Der Etat wird in ſeinen Hauptteilen ohne Debatte
angenommen. — Bei den einmaligen Ausgaben, bei dem
Titel Errichtung eines Sägewerks in Lome” bezweifelt
Abg. Dr. Paaſche (natlb.) die Rentabilität eines
der=
artigen Unternehmens. Würde eine Aktiengeſellſchaft etwas
ähnliches geſagt haben, was in der Denkſchrift zu dieſem
Titel ſteht, ſo würde ſie jedenfalls haftbar gemacht
wer=
den wegen Herausgabe eines irreführenden Proſpekts.
Der Titel wird bewilligt und dann ohne Debatte der Reſt
des Etats für Togo.
Es folgt die zweite Beratung des
Etats für das Schutzgebiet Neuguinea
einſchließlich der Inſelbezirke der Südſee. — Abg. Dr.
Arendt (Reichspt.): Wir ſind in der ſeltſamen Lage
daß wir geſtern, jedenfalls verſehentlich, bei der
Verab=
ſchiedung des Kolonialamtsetats bereits einen Beſchluß
gefaßt haben über einen Gegenſtand, der jetzt erſt zur
De=
batte ſteht, nämlich über die Bewilligung von 500000
Mark zu den Unterſuchungen über die
Petroleumverhält=
niſſe in Neuguinea. Wie ſteht es da mit der Möglichkeit
eines Petroleumexportes nach Deutſchland? Es ſcheint
mir fraglich, ob man überhaupt in der Lage iſt, Petroleum
aus Neuguinea bei einigermaßen möglichen Preiſen nach
Deutſchland zu bringen. Iſt das nicht möglich, ſo würde
ſelbſt ein reichliches Vorkommen von Petroleum nur
wenig Wert für Deutſchland haben. Dieſe halbe Million
für Neuguinea iſt zunächſt à fonds perdu zu bewilligen.
Es wäre empfehlenswert, dieſe Vorarbeiten der
Privat=
induſtrie zu überlaſſen. Die Budgetkommiſſion hat ſich
in einer bewilligungsfreudigen Stimmung befunden. Die
Regierung ſollte ſich zunächſt darüber äußern, ob ſie mit
dieſer Summe überhaupt etwas anfangen kann. Schließlich
müſſen wir doch die Konſequenzen aus dieſer Bewilligung
ziehen. Für die dritte Leſung behalte ich mir vor, einen
Antrag auf Streichung dieſer Forderung zu ſtellen. Die
Sozialdemokratie iſt bereit, hier eine halbe Million Mark
us den Taſchen der Steuerzahler zu bewilligen, während
wir Kolonialſchwärmer ſkeptiſch dem gegenüberſtehen.
Sollte da vielleicht die Idee des Petroleummonopols
mit=
geſprochen haben? (Präſident Dr. Kaempf: Ich will
feſtſtellen, daß geſtern eine Beratung dieſes Poſtens
mög=
lich geweſen wäre, wenn ſich auch nur ein Mitglied zum
Wort gemeldet hätte. Sehr gut! links.)
Staatsſekretär Dr. Solf: Die Engländer legen
überall in ihren Kolonien die Hand auf die
Petroleum=
quellen. Das iſt von weittragender Bedeutung. Wenn
ſich auch ein Transport nach Deutſchland nicht lohnen
ſollte, ſo handelt es ſich doch um die Verſorgung der
Nach=
bargebiete mit Petroleum. Wenn dies Geſchäft einſchlägt,
ſo würde Deutſchland daraus ein ganz gewaltiger Vorteil
erwachſen. — Abg. Dr. Pfleger (Ztr.): Wir werden
dem Antrag auf Streichung dieſes Poſtens in der dritten
Leſung wohl zuſtimmen. Das deutſche Volk hat mit
die=
ſer Angelegenheit nichts zu tun. Dieſe Poſition iſt der
blödſinnigſte Vorſchlag, der jemals im Reichstag gemacht
worden iſt. (Präſident Dr. Kaempf rügt den Ausdruck.)
Bis jetzt liegt nichts weiter vor als die Tatſache, daß auf
einigen Stellen, genau ſo, wie in Hannover und in der
Lüneburger Heide. Oel vorhanden zu ſein ſcheint. — Abg.
Gothein (Fortſchr. Vpt.): Die Erforſchung unſerer
Ko=
lonien nach wirtſchaftlichen Vorteilen iſt in erſter Linie
Aufgabe der Verwaltung, nicht die des Privatkapitals. Die
500000 Mark brauchen nicht unter allen Umſtänden
aus=
gegeben zu werden, zum allerwenigſten innerhalb eines
Jahres. Wir wollten nur dafür ſorgen, daß die
Vorarbei=
ten nicht unterbrochen zu werden brauchten. Die
Petro=
leumfunde in Holländiſch=Indien zeigen die
Notwendig=
keit auch für unſere Verwaltung, dieſe Frage weiter zu
verfolgen. Wenn das Südſeeöl auch nicht als Brennöl in
Deutſchland in Betracht kommen mag, ſo kann es doch als
Benzin und Heizöl für Dampfer eine große Rolle ſpielen.
Dr. Arendt mag auf ſeinen Antrag in der dritten Leſung
verzichten. — Abg. Dr. Frank=Mannheim (Soz.): Die
Haltung des Zentrums in dieſer Frage iſt eine höchſt
ſelt=
ſame. Wenn der Abg. Dr. Pfleger jetzt ſo ſcharf gegen den
Kommiſſionsbeſchluß vorgeht, ſo ſchlägt er dabei ſeiner
eigenen Partei ins Geſicht, denn dieſer Beſchluß iſt
namentlich auf das Zentrum zurückzuführen. Das
Zen=
trum ſcheint erſt durch die Reichspartei auf den rechten
Weg gebracht zu ſein und das Fehlen des Abg. Dr. Arendt
in der Kommiſſion ſcheint ſich dort ſchmerzlich bemerkbar
gemacht zu haben. (Sehr richtig! beim Abg. Dr. Arendt.
Große Heiterkeit.) Wir haben keine Veranlaſſung, gegen
die Kommiſſionsbeſchlüſſe in der dritten Leſung zu
ſtimmen. Wir müſſen dafür ſorgen, daß die Naturſchätze
in den Kolonien nicht durch das Privatkapital ausgenutzt
werden. — Abg. Dr. Paaſche (natlb.): Es muß
feſt=
geſtellt werden, daß der Abg. Dr. Pfleger in der
Kommiſ=
ſion einer der erſten war, der den Standpunkt vertreten
hat, den heute Dr. Arendt eingenommen hat. Es wäre
wohl geſcheiter, dieſe Durchforſchung dem Privatkapital zu
überlaſſen, das ſich bereit erklärt, die Bohrungen
vorzu=
nehmen. Wenn die Regierung es will, ſo mag ſie es
ver=
ſuchen. Leicht iſt die Arbeit in den unkultivierten
Tropen=
ländern ja nicht. Schließlich werden wir noch gezwungen
werden, an das Privatkapital heranzugehen. — Abg.
Erzberger (Ztr.): Wie die Akten der Kommiſſion
er=
geben, haben wir in ihr dieſelbe Stellung eingenommen,
wie jetzt im Plenum; wir verlangen aber auch die
Sper=
rung des ganzen Schutzgebietes. Die Sperrung mußte
ſofort telegraphiſch angeordnet werden, ſonſt hat die ganze
Sache für Deutſchland nichts zu bedeuten. Nur das deutſche
Privatkapital ſollte ſich dieſer Sache annehmen, dann
würde das Reich ſeinen Vorteil haben.
Staatsſekretär Dr. Solf: Die Sperre iſt von mir am
26. vorigen Monats bereits angeordnet worden. (Bravo!)
Meine Verhandlungen mit dem Privatkapital ſind nicht
zum Abſchluß gekommen. Es handelte ſich lediglich um
eine Offerte. Ich mußte die Verhandlungen mit Rückſicht
auf die Pläne der Verbündeten Regierungen, die ich nicht
durchkreuzen durfte, abbrechen. Die Verſuche können wir
dem Privatkapital nicht überlaſſen, denn ſonſt würden wir
von ihm abhängig. Ich bitte Sie dringend, den Betrag
zu bewilligen. Ich will für alle kommenden
Verhandlun=
gen eine brauchbare Grundlage erlangen, was für
Kon=
zeſſionen wir ſpäter geben können. — Abg. Waldſtein
(Fortſchr. Vpt.): Tatſache iſt, daß der Abg. Erzberger in
der Kommiſſion keinen Gegenantrag geſtellt hat. Er hielt
100000 Mark für zu wenig und ſetzte ſich für die
Bewilli=
gung von 500000 Mark ein. (Hört, hört! links.) Wir
hal=
ten dieſe Summe für angemeſſen, wenn überhaupt etwas
erreicht werden ſoll. — Abg. Dr. Oertel (konſ.): Wir
können dem Standpunkt des Staatsſekretärs die
Berech=
tigung für ſeine Ausführungen nicht verſagen. Dabei
be=
halten wir uns immer noch freie Hand vor. — Abg. Dr.
Frank=Mannheim (Soz.): Ich kann mich den
Ausfüh=
rungen Dr. Oertels voll und ganz anſchließen. (Hört,
hört! Heiterkeit.) Das einzige Bedenken wäre vielleicht,
daß die Summe nicht genügte. Aber in dieſer Hinſicht
wird Herr Erzberger wohl noch einen Abänderungsantrag
in Vorbereitung haben. (Heiterkeit.) Ob das deutſche
Ka=
pital die Ausnützung bekommt oder nicht, iſt gleichgültig
denn gerade beim Petroleumkapital ſind die Grenzen
zwi=
ſchen Deutſchland und Amerika ſehr gering. Deshalb
muß die Verwaltung die Hand auf die Naturſchätze
unſe=
rer Kolonien legen. — Damit ſchließt die Diskuſſion.
Die Ausgaben des Etats werden bewilligt. — Bei den
Einnahmen bittet Abg. Keinath (natlb.) um weitere
Ausdehnung der einjährigen Schutzfriſt gegenüber den
Paradiesvögeln. — Staatsſekretär Dr. Solf: Der
Vogelſchutz in den Kolonien iſt durch Abſchußverbot
ge=
regelt. Außerdem iſt ein hoher Ausfuhrzoll auf die Bälge
gelegt worden. Die Naturdenkmäler müſſen unter allen
Umſtänden geſchützt werden. Nachdem ich auf einer
gro=
ßen Vogelauktion in London geſehen habe, wie Tauſende
von lieblichen Paradiesvögeln auf den Markt geworfen
werden, habe ich mich der Idee der radikalen Schutzfreunde
durchaus angeſchloſſen. Mittlerweile bin ich von den
Sachverſtändigen überzeugt worden, daß im Innern von
Neuguinea eine Unzahl von Paradiesvögeln noch
vor=
handen iſt, ſo daß ein Ausſterben nicht zu befürchten ſei,
namentlich, nachdem ausgedehnte Reſervoire für die Vögel
geſchaffen worden ſind. Ich habe angeordnet, daß 1½
Jahre lang Paradiesvögel nicht abgeſchoſſen werden
dür=
fen. Wird es nötig, ſo muß die Friſt verlängert werden.
Die Regierung wird alles tun, um zu verſuchen, ob der
Schutz für dieſe entzückenden Tiere damit gewahrt ſein
wird. — Abg. Paaſche (natlb.): Der Staatsſekretär
hätte auf Seiten der radikalen Naturſchutzfreunde bleiben
ſollen, zumal die Jagd zu Strafexpeditionen Anlaß geben
kann und dann auch noch Opfer an Menſchenleben
not=
wendig werden. — Abg. Noske (Soz.): Ich hätte mich
noch mehr über die Rede des Abg. Paaſche gefreut, wenn
er geſtern ebenſo warm für die Erhaltung der
Eingebore=
nen eingetreten wäre. Das Verbot muß aufrecht erhalten
bleiben. — Nach einer nochmaligen kurzen Bemerkung des
Staatsſekretärs Dr. Solf wird der Etat bewilligt.
Es folgt der
Etat für Samoa.
Abg. Mumm (Wirtſch. Vgg.) berichtet über die
Ver=
handlungen in der Kommiſſion und befürwortet gleichzeitig
einen Antrag auf Erhöhung der Etatsſätze für
Hochbau=
ten. — Abg. Ledebour (Soz.): Vor zwei Jahren haben
wir mit einer Mehrheit, die ſonſt nur bei
Mißtrauens=
voten üblich iſt, beſchloſſen, die Miſchehen zuzulaſſen.
Trotz=
dem ſind wir vom Bundesrat keiner Antwort gewürdigt
worden. Es iſt eine Barbarei, wenn es den weißen
Män=
nern unmöglich gemacht wird, ſich mit farbigen Frauen
zu verheiraten. Die Tatſache, daß die ſtandesamtlichen
Funktionen den Richtern übertragen ſind, gibt Anlaß zu
beſonderen Schwierigkeiten. — Abg. Schultz=Bromberg
(Reichspt.): Die Auffaſſung iſt unrichtig, als ob der
Stan=
desbeamte lediglich ausführen müſſe, was die Regierung
anordnet. — Abg. Ledebour (Soz.): Die Beamten
ſind im Hauptamt Richter und nebenamtlich
Standes=
beamte und damit nicht bei ihrer nebenberuflichen
Tätig=
keit an einen Erlaß des Gouverneurs, noch des
Staats=
ſekretärs gebunden. Dieſem Greuel des Eheverbots muß
ein Ende gemacht werden. — Staatsſekretär Dr. Solf:
Kein Richter würde in einer nebenamtlichen Tätigkeit
an=
ders handeln, als in ſeiner Haupttätigkeit. (Zuruf des
Abg. Ledebour: Wo ſteht das im Geſetz?) Das ſteht nicht
im Geſetz, das ſteht im Herzen des Richters geſchrieben.
Darüber beſteht Einmütigkeit, daß die Miſcheehen
uner=
wünſcht ſind. Ein Verbot iſt nicht nötig, weil die Weißen
eingeſehen haben, daß es eines Deutſchen unwürdig iſt,
eine Ehe mit Angehörigen einer tiefer ſtehenden Raſſe
einzugehen. — Abg. Schultz=Bromberg (Reichspt.):
Unzweifelhaft iſt die Stellung der Richter eine
zwieſpäl=
tige. Der Richter wird ſich durch keinen Erlaß dreinreden
laſſen, er handelt nach ſeinem Gewiſſen. — Abg.
Lede=
bour (Soz.): Der Erlaß des Staatsſekretärs ſagt klipp
und klar, daß Ehen zwiſchen Eingeborenen und
Nicht=
eingeborenen nicht mehr geſchloſſen werden. Das iſt doch
ein direktes Verbot der Ehe. — Damit ſchließt die
De=
batte. Der Etat wird in ſeinen Hauptteilen
bewil=
ligt. — Bei den einmaligen Ausgaben wird ein
An=
trag Mumm (Wirtſch. Vgg.), zur Bekämpfung von
Krank=
heiten einen um 100000 Mark erhöhten Betrag für
Hoch=
bauten einzuſtellen, angenommen. Die gleiche Summe
wird in die dauernden Einnahmen bei Zöllen und
Neben=
einnahmen der Zollverwaltung eingeſetzt. Der Reſt des
Etats wird bewilligt. — Es folgt der
Etat für Oſt=Afrika.
Abg. Müller=Meiningen (Fortſchr. Vpt.): Wenn
auch den Religionsſchulen ein großes Verdienſt um die
Kolonien zugeſprochen werden muß, ſo müſſen doch auch
die Regierungsſchulen mit allen Kräften gefördert und
ausgebaut werden. Die Lage der Lehrer muß gehoben
und ihnen die Stellung der Rektorate geboten werden. Die
Lehrerausbildung darf nicht ausſchließlich den
Miſſions=
ſchulen überlaſſen bleiben. — Staatsſekretär Dr. Solf:
Es iſt nicht richtig, daß die Regierungsſchulen den Iſlam
unterſtützen. Es ſteht feſt, daß die Mohammedaner ihre
Kinder nicht in die Konfeſſionsſchulen ſchicken. Dadurch
ergibt ſich, daß ſie die Regierungsſchulen bevorzugen. Die
Tätigkeit der Lehrer erkennen wir durchaus an. Ihr
Ver=
dienſt iſt ſehr groß. — Abg. v. Böhlendorf=Kölpin
(konſ.): Wir begrüßen, daß der Bahnbau im Ruanda= und
Urundi=Gebiet in den Etat eingeſtellt iſt. Hoffentlich wird
bei dieſer Gelegenheit auch eine beſſere Topographie
die=
ſer Gegenden beſorgt. Für die Fiſcherei in den
oſtafrika=
niſchen Gewäſſern muß mehr geſorgt werden. Die
Er=
höhung des Etatsſatzes für Landſtraßen begrüßen wir mit
Freuden. — Abg. Dr. Arendt (Reichspt.): Die
deut=
ſchen Anſiedler in Uſambara wünſchen für Wilhelmstal die
Errichtung einer Schule. Der Gouverneur hat dieſe
For=
derung aus Mangel an Mitteln abgelehnt. Darin liegt
ein unglaublicher Mißſtand, zumal 86 deutſche Kinder, von
denen 43 ſchulpflichtig ſind, dort vorhanden ſind. Eine
Verlängerung der Dienſtperiode für Beamte und Offiziere
wäre angebracht. Sie müſſen reichlich Erholungsurlaub
bekommen. — Abg. Ledebour (Soz.): Der Bau der
hier angeforderten Bahnen muß unbedingt zu einer
Unter=
jochung oder anderweitigen Ausnutzung der Ruanda=Leute
führen, zumal die Kopfſteuer damit verbunden ſein wird.
Darauf wird vertagt. Nächſte Sitzung
Don=
nerstag 2 Uhr: Kleinwohnungsgeſetz,
Wechſelverpflich=
tungen mit dem Auslande, Luftverkehrsgeſetz, Fortſetzung
des Kolonialetats. — Schluß ½7 Uhr.
* Berlin, 11. März. Die Budgetkommiſſion
des Reichstags hat den Etat von Deutſch=
Südweſt=
afrika erledigt und den Zentrumsantrag zu den Auslagen
für Anlagen werbender Art, die Grundeigentümer im
Wirtſchaftsbereiche dieſer Anlagen ihrem Intereſſe an der
Anlage entſprechend heranzuziehen, als Initiativantrag
mit großer Mehrheit angenommen. Angenommen wurden
ferner die Reſolution der Wirtſchaftlichen Vereinigung,
betreffend die Ausſchaltung des ſtaatlichen Arbeitszwanges
und beſreffene die Arbeiterſchutzbeſtimmungen, betreffend
die Ausſchließung der Beſiedelung des Ambolandes durch
Weiße und betreffend die Freiheit des Arbeitsvertrages in
Südweſtafrika, ebenſo die Zentrumsreſolution, betreffend
die Regelung der bergrechtlichen Verhältniſſe für den
Nor=
den Südweſtafrikas; endlich wurden im Nachtragsetat die
angeforderten 5 Millionen Mark für die Ambolandbahn
genehmigt. Am Donnerstag ſteht der Etat für Kamerun
auf der Tagesordnung.
Elſaß=Lothringiſcher Landtag.
* Straßburg, 11. März. Die Zweite
Kam=
mer ſetzte heute vormittag die dritte
Etatssbera=
tung fort. Dabei wurde an die Regierung das
einſtim=
mige Erſuchen gerichtet, eine Denkſchrift vorzulegen zur
Klarſtellung des in Elſaß=Lothringen geltenden
Rechtszu=
ſtandes bezüglich des Eingreifens militäriſcher
Befehls=
haber in die Polizeigewalt ohne vorherige Requiſition der
Zivilbehörden. Eine Reſolution der Sozialdemokraten,
betreffend die völlige Sonntagsruhe im Handelsgewerbe
wurde im Hinblick auf die dem Reichstag vorliegende
Ma=
terie abgelehnt. Beim Univerſitätsetat vertrat der Abg.
Dr. Pfleger (Zentr.) die Anſicht, daß die jüdiſchen
Leh=
rer nicht zurückgeſetzt würden. In perſönlichen
Auseinan=
derſetzungen mit dem Abgeordneten Peirotes (Soz.)
rech=
nete es ſich Dr. Pfleger zur Ehre an, zu der Gruppe zu
ge=
hören, die man Nationaliſten nennt. Als ſolcher trete er
für die Würde und Freiheit des Landes ein.
In der Nachmittagsſitzung wandte ſich der
liberale Abgeordnete Wolf beim Unterrichtsetat ziemlich
ſcharf gegen die Zentrumspartei und betonte, daß die
moderne Volksſchule eine Schöpfung des modernen
deut=
ſchen Staates. Die Schule werde gehalten durch die
Ar=
beit der Volksſchullehrer, die poſitive Kulturarbeit leiſteten.
Gerichtszeitung.
* Der Eheſcheidungsprozeß der Gräfin
Treuberg. Der Gatte der am 16. Dezember in Berlin
wegen Wuchers, Erpreſſung uſw. zu 15 Monaten
Gefäng=
nis verurteilten Gräfin Eliſabeth Fiſchler von Treuberg
geb. Uhl aus Offenbach hatte, wie berichtet, ſeinerzeit im
Zivilprozeßverfahren auf Nichtigkeitserklärung der Ehe
geklagt. Der Prozeß ſchwebte vor dem Landgericht in
Frankfurt a. M., das den Klageantrag anerkannte und
die Ehe für nichtig erklärte. Gegen dieſes Erkenntnis hatte
die Uhl Berufung eingelegt, die ſich darauf ſtützte, daß
ihrem Gatten ihr Vorleben durchaus bekannt geweſen ſei,
und daß er genau gewußt habe, mit wem er die Ehe
ein=
gehe. Zum Zwecke der Benennung von Zeugen, die
be=
kunden können, daß das, was die Uhl behauptet, richtig ſei,
wurde der Termin vor dem Oberlandesgericht Frankfurt
vertagt.
* Frankfurt a. M., 11. März. Die Strafkammer
des Landgerichts Frankfurt hat jetzt auch den
Eiſenbahn=
ſekretär Pajunk aus Niederhöchſtadt, der im Jahre 1907
wegen Beleidigung des kürzlich zum Tode
verur=
teilten Drogiſten Karl Hopf zu 150 Mark Geldſtrafe
verurteilt worden war, weil er dem Hopf gegenüber den
Ausdruck „Giftmiſcher” gebraucht hatte, im
Wiederauf=
nahmeverfahren freigeſprochen und die Staatskaſſe
zur Rückzahlung aller dem Eiſenbahnſekretär Pajunk
ent=
ſtandenen Koſten verurteilt.
* Koblenz, 10. März. Das Kriegsgericht
der Kommandantur verurteilte geſtern abend nach
zwei=
tägiger Verhandlung den Hauptmann Vogel vom
Be=
zirkskommando Köln, früher beim Infanterie=Regiment
Nr. 68 in Koblenz, wegen Meineids zu fünf Monaten
Ge=
fängnis und Dienſtentlaſſung, den Hauptmann Lintz vom
Fußartillerie=Regiment Nr. 9 wegen Meineids und
uner=
laubter Entfernung zu fünf Monaten Gefängnis und
Dienſtentlaſſung und den Leutnant und Adjutanten
Zieg=
ler vom Fußartillerie=Regiment Nr. 9 wegen Beihilfe
zur unerlaubten Entfernung des Lintz zu 14 Tagen
Stu=
benarreſt. Die beiden Hauptleute hatten in einer
Ehe=
ſcheidungsklage unter Eid unwahre Ausſagen gemacht.
Als durch ſpätere Ermittelungen ſich die tatſächlichen
Vor=
kommniſſe ergaben, wurden die beiden Hauptleute in
Haft genommen. Der Adjutant Ziegler hatte den
Haupt=
mann Lintz von ſeiner bevorſtehenden Verhaftung
benach=
richtigt, worauf Lintz nach Luxemburg fuhr, jedoch nach
zwei Tagen wieder zurückkehrte. Von der erlittenen
Unterſuchungshaft wurde den beiden Verurteilten je ein
Monat angerechnet. Während der ganzen Dauer der
Ver=
handlung war die Oeffentlichkeit wegen Gefährdung
mili=
tärdienſtlicher Intereſſen und wegen Gefährdung der
Sitt=
lichkeit ausgeſchloſſen.
* Luxemburg, 11. März. Der Biſchof von
Luxemburg, der zu 26 Francs Geldſtrafe verurteilt
wurde, weil er in einem Hirtenbrief den Katholiken das
Leſen einer Anzahl Zeitungen verboten hatte, und gegen
den von einem Blatte daraufhin die Verleumdungsklage
angeſtrengt war, hat ſofort Berufung eingelegt.
Franzöſiſche Kammer.
* Paris, 11. März. Die Beratung des Etats
des Miniſterium des Aeußern wurde heute
in der Kammer fortgeſetzt. Auf den Hinweis des Abg.
Georges Leygues, den Einfluß Frankreichs im Orient
aufrecht zu erhalten, erklärte der Miniſterpräſident:
Die Regierung will den Einfluß aufrecht erhalten und
entwickeln durch die Berufung auf die Rechte Frankreichs
und durch die Macht, die dieſe Rechte Frankreichs
vertei=
digt, durch Unterweiſung und durch eine ausgedehntere
Kenntnis der franzöſiſchen Kultur. Die Regierung macht
keinen Unterſchied zwiſchen den einzelnen Miſſionen, die
der franzöſiſchen Kultur dienen. Der Miniſterpräſident
wies auf die bisherigen Anſtrengungen hin, den
Unter=
nicht in der Levante zu fördern, beſonders den techniſchen
Unterricht in Syrien, um die Auswanderung der
Bevöl=
kerung aus dem Lande aufzuhalten, indem dieſe immer
unter dem Schutze Frankreichs geſtanden hätte und auch
künftig ſtehen werde.” (Beifall.) Doumergue iſt der
An=
ſicht, daß keinerlei Urſache vorliege, um die konſulariſche
Vertretung Frankreichs in der Levante zu vermindern;
das Gegenteil ſei richtig. (Lebhafter Beifall.) Albin Rozet
beanſtandete einen Entwurf, nach dem gewiſſe
diploma=
tiſche Poſten, insbeſondere die Konſulate in Nürnberg und
München aufgegeben werden ſollen. Er bezeichnete es als
nicht angebracht, daß Frankreich keinen Handelsagenten in
Bayern mehr haben ſolle, und fügte hinzu, daß, wenn der
franzöſiſche Handel in zwei oder drei Jahren die
Wiederher=
ſtellung dieſer Poſten verlange, es Leute geben würde,
die fragen würden, welche Abſichten Frankreich in
Süd=
deutſchland verfolge. Die Kammer nahm einen Antrag
an, der eine gründliche Reviſion des Entwurfes bezweckt.
Darauf nahm die Kammer den Etat des
Mini=
ſteriums des Aeußern an.
Der Bericht des Deputierten Benazet über das
Kriegsbudget wurde heute in der Kammer verteilt.
Es wird darin dargelegt, wie die militäriſche
Anſtreng=
ung Deutſchlands, durch welche die deutſche Armee
um 153000 Mann vermehrt worden ſei, Frankreich zur
An=
nahme des Dreijahresgeſetzes beſtimmt habe. Das
Geſetz bringe die Zahl der Bewaffneten im Mutterlande
auf 700000, dazu kämen 48000 franzöſiſcher Truppen aus
Algerien und Tunis. Dies ergebe die Geſamtzahl von
748000 Mann, die Hilfsdienſte nicht einbegriffen. Benazet
ſetzte weiter auseinander, daß das Dreijahresgeſetz eine
beſſere Verteilung der Truppen und die Schaffung eines
21. Armeekorps zur Folge hatte, die es geſtatte, über fünf
Armeekorps zu verfügen, die imſtande ſeien, unverzüglich
an den Operationen zur Deckung der Grenze teilzunehmen.
Der Berichterſtatter ſtellt jedoch feſt, daß das Geſetz vom
7. Auguſt 1913 genau geſprochen nicht eine Erwiderung
auf die mehr und mehr entwickelten Rüſtungen ſei, es ſei
eine einfache Vorſichtsmaßnahme gegen Gefahren, die
um=
ſo drohender ſeien, als das an den Toren Frankreichs
ge=
ſchmiedete Kriegswerkzeug wirkungsvoller mit
unbeſtreit=
barer Offenſivkraft ausgeſtattet ſei.
Der belgiſche Kolonialetat in der
Kammer.
* Brüſſel, 11. März. Der Kolonialminiſter
Ren=
kin eröffnete heute in der Kammer die Beratung des
Kolonialbudgets für 1914, das mit einem
Defizit von 21,4 Millionen Francs
abſchließt=
mit einer großen Rede, in der er ausführte, das
Defi=
zit ſei vorauszuſehen geweſen; es ſei zurückzuführen nicht
nur auf die Kautſchukkriſe in der Kongokolonie, ſondern
auch darauf, daß man das Programm von 1909,
betref=
fend die Handelsfreiheit, in dieſer Kolonie zu raſch und
in zu kurzen Etappen zur Ausführung gebracht habe. Die
Kolonie müſſe adminiſtrative Autonomie erhalten und das
Mutterland ſich lediglich auf die politiſche, finanzielle und
adminiſtrative Kontrolle beſchränken. Das Defizit habe
die Frage aufgeworfen, ob die Kongokolonie einen reellen
Wert für Belgien habe. Daß dieſe Frage geſtellt werden
könne, zeige, daß der koloniale Geiſt in Belgien noch wenig
entwickelt ſei. Die Kongokolonie ſei nicht nur eine
kaut=
ſchukhervorbringende Kolonie, ſondern auch Oele ſeien
dort zu gewinnen. Der Wälderreichtum müſſe ebenfalls
nutzbar gemacht werden, ebenſo die Ernte von Früchten,
wie Bananen und Orangen uſw. Bedeutend ſei der
Minenreichtum im Katangagebiet und in anderen
Gegen=
den der Kolonie. Auch Zinn werde dort ſchon gewonnen,
doch ſei man mit den Schürfungen nach anderen Metallen
noch lange nicht am Ende angekommen. Der Wert der
Kolonie könne alſo nicht in Frage geſtellt werden. Die
Aufgabe müſſe jetzt aber ſein, Koloniſatoren in Belgien
heranzubilden und ein Programm für die Schaffung von
Transportmitteln zu Waſſer und zu Lande durchzuführen.
Der Miniſter entwickelte dieſes Programm des näheren
und ſagte u. a., daß die Vollendung der deutſchen
Eiſen=
bahn bis zum Tanganjikaſee zu begrüßen ſei. Des
fer=
neren, ſagte der Miniſter, ſei die Aufſtellung eines
Finanz=
programms erforderlich, das im kommenden Jahre dem
Parlament unterbreitet werden ſolle. Der Ausbau der
Verkehrsmittel müſſe zum Teil durch Anleihen gedeckt
wer=
den, aber dem privaten Unternehmungsgeiſt dürfe kein
Hindernis in den Weg gelegt werden, wenn ſich auch der
Staat volle Kontrolle vorbehalten müſſe. Er, der
Mini=
ſter, wolle alſo der privaten Initiative den weiteſten
Spielraum gelaſſen wiſſen. Er ſchloß ſeine Ausführungen
damit, daß er hochfreudig in die Zukunft blicke. Das
Haus trat alsdann in die Debatte ein, für die drei Tage
vorgeſehen ſind.
Luftfahrt.
— London 11. März. Innerhalb zweier Tage
iſt heute die engliſche Militär=Aviatik ſchon wieder vor
einem Unfall betroffen worden. Faſt an derſelben Stelle,
wo geſtern der Abſturz des Hauptmanns Dorner erfolgte,
ſtürzte heute auf dem Flugfelde von Salisbury
Haupt=
mann Allen mit Leutnant Burroughs ab. Beide Flies
ger waren auf der Stelle tot.
Hochwaſſer.
* Köln, 11. März. Der Rhein erreichte geſtern
mit 6,60 Meter den höchſten Stand. Ueber nacht ſtieg
er nicht weiter und fiel im Laufe des heutigen Vormittags
allmählich. Um 11 Uhr zeigte der Pegel 6,45 Meter.
In=
folge des kühleren Wetters wird eine weitere
Hochwaſſer=
gefahr nicht erwartet.
* Duisburg, 11. März. Der Rheinpegel zeigt
6,15 Meter, 4½ Meter über dennormalen Stand
was eine jahrelang unerreichte Höhe darſtellt. Durch das
Hochwaſſer iſt der Hafenbetrieb in den Häfen Duisburgs
und Ruhrorts ſchwer geſtört. In den älteren Häfen ſind
alle Magazine überflutet. Vier Kohlenkipper ſind
ſtillge=
legt. Der Kohlenumſchlag iſt eingeſchränkt worden. Die
Wieſenflächen an der Ruhr ſind überſchwemmt.
Vom Balkan.
* Belgrad, 11. März. Die Behauptung der
Poli=
tika, daß der bulgariſche Geſandte gelegentlich
einer Wohltätigkeitsvorſtellung im Nationaltheater beim
Spielen der ſerbiſchen und der ſlaviſchen Hymnen de
mon=
ſtrativ ſitzen geblieben ſei, wird von berufener
Seite als unwahr bezeichnet.
* Athen, 11. März. Die Räumung von
Epirus wird fortgeſetzt. Der Bezirk Kolonic
iſt geſtern der albaneſiſchen Gendarmerie ohne
Zwiſchen=
fall übergeben worden.
* Valona, 11. März. Der Fürſt von Albas
nien hat den holländiſchen Major Thomſon zum Ges
neralbevollmächtigten für die beiden Diſtrikte Koritzg
und Argyrokaſtro ernannt, indem er ihm gleichzeitig
alle Machtbefugniſſe zur Durchſetzung der ihm übertrages
nen Vertrauensmiſſion bezüglich der Aufrechterhaltung der
Ruhe, ſowie der Organiſation der verſchiedenen
Verwal=
tungszweige erteilte. Thomſon hat ſich mit mehreren
holländiſchen Offizieren nach Santi Quaranta
be=
geben, um von dort an den Beſtimmungsort zu gelangen,
Die Kontrollkommiſſion iſt geſtern nach Valona
zurück=
gelehrt.
* Konſtantinopel. 11. März. Ein Teil der türs
kiſchen Preſſe fährt in ihrer heftigen Sprache gegen
Griechenland fort. Taswir=i=Efkiar beſpricht die
Debatte in der griechiſchen Kammer über den antigries
chiſchen Boykott. Turquis ſagt, der Boykott ſei der
Ausdruck des Unwillens der muſelmaniſchen Türken über
die Verluſte an Land und fragt, ob nach den Verfolgungen
der Muſolmanen in Neugriechenland die Pforte kein Recht
habe, Repreſſalien zu üben.
Aus Mexiko.
* London, 11. März. Der Daily Chronicle mell
det aus Neu=York vom 10. ds Mts.: Nach einem Berichſ
der Neu=York World aus El Paſo hat eine Schlacht bei
Torreon ſtattgefunden. Die Rebellen, die angegriffen
hatten, wurden geſchlagen. Die Geſamtzahl der Getöteten
ſoll 1000 Mann betragen Die Truppen des Generals
Huerta bewegen ſich in vier getrennten Abteilungen
vorwärts und daneben beſteht noch eine Kolonne von 5000
Mann. In Belen haben ſich 900 Mann, die in daseg
fängnis geworfen worden waren, freiwillig in die Armee
einreihen laſſen.
* London, 11. März. Aus Mexiko wird gemels
det: Die Bundestruppen haben dem im Beſitz der Rebellen
befindlichen Kanonenboot „Tampico” die Ausfahrt aus
dem Hafen von „Topolobampo abgeſchnitten, indem
ſie das alte Kanonenboot „Demokrata” quer über dem
Hafeneingang zum Sinken brachten.
* El Paſo 11. März. Der engliſche Konſul in
Chihuahua meldet, daß General Villa den Befehl zur
Konfiszierung der Farm des früheren Burengenerals
Snyman aufgehoben hat.
Darmſtadt, 12. März.
g. Sonderbarer Fund im Eiſenbahnwagen. Als geſten
abend die Wagen des 9,11 Uhr auf dem hieſigen Haupt
bahnhof von Heidelberg eintreffenden Perſonenzuges9
revidiert wurden, ſand man in dem Abort eines Abteils
dritter Klaſſe einen anſcheinend dem Arbeiterſtande ange
hörenden Mann entkleidet daliegen. Die Tür des Aborts
war mit Bindfaden zugebunden. Der Mann hatte an
ſcheinend Gift genommen. Da man noch einige
Lebenszeichen bemerkte, brachte man den Mann durch die
Rettungswache in das Städtiſche Krankenhaus. Der Mann
ſoll aus dem Weſtfäliſchen ſtammen.
Wie uns weiter mitgeteilt wird, erklärt ſich der Von
fall auf ziemlich harmloſe Weiſe. Es handelt ſich um den
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 11. März.
Zum erſten Male:
John Gabriel Borkman.
Schauſpiel in 4 Akten von Henrik Ibſen.
W-l. Als drittes Stück im Ibſen=Zyklus ging heute
das vieraktige Schauſpiel „John Gabriel
Bork=
man” in Szene. Trotzdem das Stück der ſpäteren Zeit=
Ibſens angehört, hält es ſich von Myſtiſch=Grübleriſchem
und Symboliſchem im ganzen fern und geht erſt im letzten
Akte vom rein Menſchlichen ins Symboliſche über.
Der Bankdirektor John Gabriel Borkman, ein Mann
von unbändiger Machtbegierde und unbegrenztem
Selbſt=
bewußtſein, die ſich faſt zum Größenwahn ſteigern, hat
ſich mit hochfliegenden Plänen getragen: er wollte die
Schätze der Erde heben und durch ſie zu großem Reichtum
und Macht gelangen und die Menſchen glücklich
ma=
chen. Um ſeine Pläne zu verwirklichen, von deren
Ausführbarkeit er feſt überzeugt war, griff er fremde, ihm
anvertraute Gelder an, und zwar in der ſicheren
Ueber=
zeuaung, daß, wenn ihm Zeit gelaſſen worden wäre, er
alles wieder hätte zurückerſtatten können. Aber ein Freund,
den er ins Vertrauen gezogen hatte, verriet ihn, er wurde
vor Gericht geſtellt und zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt.
Das ganze Vermögen der Familie ging verloren, nur das
ſeiner Schwägerin Ella, die er einſt geliebt hatte, hatte er
nicht angegriffen. Sie kaufte bei der Verſteigerung das
Familiengut an und erhielt die ganze Familie und erzog
auch den Sohn Borkmans bis zum 15. Jahre. Nach ſeiner
Freilaſſung lebte Borkman acht Jahre lang oben, und ſeine
Frau, die ihm die Schande, die er über die Familie
ge=
bracht hat, nicht verziehen hat, unten im Hauſe. Sie
ſahen ſich nie, und er verließ nie das Zimmer, lebte aber
die ganze Zeit hindurch in der Erwartung, daß man eines
Tages kommen und ihn wieder holen würde, wenn man
ihn brauchte. Er hat in dieſer Zeit über ſich ſelbſt zu Ge=
richt geſeſſen und ſich von der Schuld freigeſprochen. Sein
Stol; und ſein Selbſtbewußtſein ſind ungebeugt.
Die Handlung des Stückes konzentriert ſich um den
Kampf der beiden Zwillingsſchweſtern, der Frau Borkman
und der Ella Rentheim um den Sohn Erhard. Frau
Gun=
hild will ihren Sohn für eine „Miſſion” erziehen, die
da=
rin beſteht, daß er ein Leben voll Reinheit und Hoheit
führen ſoll, um die Schande, die ſein Vater über die
Fa=
milie gebracht hat, wieder zu tilgen. Sie iſt ein ſtolzer
und ſtarrer Chgrakter von unbeugſamem Rechts= und
Sittlichkeitsgefühl und unverſöhnlich. Ihr gegenüber ſteht
ihre Zwillingsſchweſter Ella, die einſt Borkman geliebt hat,
aber von ihm egoiſtiſcher Zwecke wegen geopfert worden
iſt. Sie will Erhard aus dem Banne ſeiner Mutter, die
ihn zum Haß gegen ſeinen Vater erzieht, befreien. Denn
nur ihm, deſſen Vater ihr einſt das Herz gebrochen hat,
gilt ihre Liebe; ſie will nur ſein Glück und verzeiht alles.
Der Sohn ſoll zwiſchen beiden wählen, oder richtiger,
zwiſchen dreien. Denn auch der Vater, der ſich jetzt
ent=
ſchließt, „wieder von vorn anzufangen” macht Anſprüche
auf ihn. Aber der Sohn entſchlüpft allen dreien: eine
ſchamloſe Kokette hat ihn in ihre Netze gezogen. Er will
aus den ihn beengenden Feſſeln heraus und ſehnt ſich
nach Glück, das er zu finden hofft, wenn es auch nur kurz
ſei. Sie entführt ihren Geliebten „nach dem Süden”
Seine Mutter bleibt unverſöhnlich, ſeine Pflegemutter Ella
aber gibt ihm, verzeihend, ihre beſten Wünſche mit auf
den Weg. Nachdem ein Verſuch Ellas, Borkman mit
ſei=
ner Frau auszuſöhnen, geſcheitert iſt, verläßt er nachts
in der Winterkälte das Haus und ſtirbt, während Ella
ihm zur Seite ſteht, vor Kälte und Erſchöpfung auf einer
Bank, nachdem ſein Geiſt, wie der des ſterbenden
Fauſt, ſich nochmals zu hohem Gedankenfluge erhoben hat.
Ueber der Leiche reichen ſich „beide Schatten” Gunhild
und Ella, die Hand zur Verſöhnung.
Ibſen hat auch in dieſem Stücke die analytiſche
Me=
thode gewählt, d h. die Handlung entwickelt ſich nach und
nach aus dem Dialog. Seine Meiſterſchaft in dieſer
Me=
thode bekundet ſich auch hier in wahrhaft glänzender Weiſe.
Bis zum dritten Akte iſt das Stück ſehr ſpannend, der letzte
Akt verliert ſich dagegen wieder, wie ſchon bemerkt, ins
abſtrakte Gebiet.
Die beiden ſich gegenüberſtehenden Charaktere der
Zwillingsſchweſtern Gunhild und Ella gehören zu Ibſens
großartigen Frauencharakteren. Auch der Charakter
Bork=
mans, deſſen Problem in wenigen Worten nicht zu
er=
ſchöpfen iſt, iſt nicht wie die Charaktere in den ſonſtigen
ſpäteren Stücken Ibſens, die bloße Verkörperung einer
Idee, ſondern ein auf realem Boden wurzelnder Menſch
von überragender, geiſtiger Größe, hochfliegenden Gedans
ken und gigantiſchen Plänen, eine Herrennatur, der aber
Schiffbruch leidet, weil er ſich in den Mitteln zur
Ver=
wirklichung ſeiner Pläne vergreift, bis zu ſeiner letzten
Stunde aber ſein Haupt nicht beugt.
Die Aufführung des Stückes, deſſen tiefem ſittlichen
Ernſt ſich das Publikum nicht entziehen kann, war
vor=
trefflich. Die Titelrolle wurde von Herrn Jannings
mit überraſchend gelungener Charakteriſtik und
Einheit=
lichkeit in der Auffaſſung und Durchführung geſpielt; es
war eine imponierende Leiſtung aus Einem Guſſe. Frl=
Ilm vom Schauſpielhauſe in Frankfurt verkörperte die
herbe und ſtrenge Frau Gunhild in jeder Hinſicht
glaub=
würdig und natürlich. Die Natürlichkeit beobachtete ſie
auch im Sprechen, ein großer Vorzug bei den Darſtelle= von Ibſen=Rollen. Frl. Pils als Ella war im
erſten Akte zu pathetiſch und larmoyant und ging etwas
auf die Nerven. Deſto beſſer war ſie in den folgenden
Alten, in denen ſie mit ihrer Aufgabe wuchs. Ein
Kabi=
nettſtück ſchauſpieleriſcher Kunſt war Herrn
Weſter=
manns epiſodiſche Rolle des Foldal. Die kleineren
Rollen des Erhard, der Fanny Wilton und der Frieda
waren durch Herrn Ehrle Frl. Meißner und Frl=
Horn beſtens vertreten. Alles in allem war die
Auffüh=
rung des ſehr hohe Aufgaben ſtellenden Stückes eine he
vorragende Leiſtung unſeres Schauſpiels.
Die Regie hatte Herr Baumeiſter. Die
Inſzenie=
rung war ſtil= und geſchmackvoll. Sehr ſchön war die
Winterlandſchaft des letzten Aktes. Das Publikum nahm
das Stück mit warmem Beifall auf.
Nummer 71.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. März 1914.
Seite 7.
ſalebeitsloſen Maſchinenputzer Heinrich Zapf aus dem
Geſtfäliſchen. Er war von Fahrgäſten nach dem
gewalt=
ſarmen Oeffnen der Aborttür auf die Bank gelegt
wor=
dun. Hier iſt der Mann anſcheinend vor Hunger und
ſäälte ohnmächtig geworden und war auch ſo mit dem
Lsagen ausrangiert worden. Im Krankenhaus kam er
niieder zu ſich und dürfte heute wieder entlaſſen werden
Uinnnen. — Zapf hatte eine Station überfahren und ſich
mohl deshalb in den Abort eingeſperrt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Frankfurt a. M., 11. März. Wie der Finanzherold
efährt, wird die chileniſche Kammer im April
zu=
ſtrmmentreten, um die Frage zur Errichtung einer
§onverſionskaſſe definitiv zu ordnen. Die
Feſt=
ſartzung der Valuta auf 10 bis 11 Pence iſt wahrſcheinlich.
* Homburg v. d. Höhe, 11. März. Im Kuchaustheater
fimndet am Montag, den 16. März, in Gegenwart des
Prin=
zun der Niederlande und des Prinzenpaares Friedrich Karl
von Heſſen eine Wohltätigkeeitsvorſtellung
roon Herren und Damen der Geſellſchaft unter der Regie
des Direltors Steffter ſtatt. Die Einnahmen aus dieſer
Horſtellung ſollen zur Errichtung eines Marianendenkmals
im Bad Homburg v. d. Höhe verwendet werden.
* Köln, 11. März. Wie der Berliner Korreſpondent
der Kölniſchen Zeitung von unterrichteter Seite hört, trifft
ire von den Blättern gebrachte Zurückziehung des
deeutſchen Marinedetachements aus Hankau
zu, doch wird das Detachement, wie etwa ſpäter
freiwer=
dende lokale Detachements, nicht in die Heimat
zurückge=
zogen, ſondern nach Tſingtau verlegt, da die
Arruppen dort für abſehbare Zeit nicht entbehrlich
er=
ſHeinen.
* Braunſchweig, 11. März. Dem
braunſchwei=
giſchen Landtage iſt eine Vorlage, betreffend die
Wiederrichtung einer braunſchweigiſchen
Ge=
ſaandtſchaft am preußiſchen Hofe zugegangen.
* Wien, 11. März. Oberleutnant Jacob iſt, wie
refiziell mitgeteilt wird, wegen Verbrechens der
Aus=
ſoähung zur Kaſſierung und 17 Jahren ſchweren
vierſchärften Kerkers verurteilt worden.
* Rom, 11. März. Der König hatte heute morgen
e ne Beſprechung mit dem Präſidenten des Senats,
Man=
frredi, dem Präſidenten der Kammer, Marcora, dem
Lizepräſidenten des Senats, Blaſerna, und dem
Vize=
fräſidenten der Kammer, Carcano, in der über eine
ſöſung der Kriſis und die Nachfolge des Kabinetts
teraten wurde.
* Madrid, 11. März. Der franzöſiſche Generalreſident
ton Marokko, Liauthey, wurde vom König und der
* önigin in über einſtündiger Audienz empfangen. Das
Frühſtück nahm Liauthey beim Miniſter des Aeußern,
geozu der franzöſiſche Botſchafter, der Miniſterpräſident,
ter Kriegs= und Marineminiſter und der ſpaniſche
Reſi=
tent von Marokko geladen waren.
* Petersburg, 11. März. Der Reichsrat nahm in
tritter Leſung die Geſetzesvorlage, betreffend die
Be=
kämpfung der Trunkſucht, an und übergab ſie
infolge der vorgenommenen Aenderungen der Reichsduma
zu erneuter Prüfung.
* Konſtantinopel, 11. März. Die Dette Publique
Cettomane hatte geſtern dem Staatsſchatz 400 000
Lfund vorgeſchoſſen. — Der neue Miniſter der
Leeffentlichen Arbeiten, General Mahmud Paſcha, iſt
zum Mitglied des Senats ernannt worden.
* Peking, 11. März. 400 bis 500 Räuber
dran=
ten durch Verrat in die norwegiſche Miſſionsſtation Lao
bokow in der Provinz Hupeh ein, plünderten ſie und
zündeten ſie dann an. Der Miſſionar Froyland wurde
(etötet, der Miſſionar Sama ſchwer verwundet. Die
Räu=
her erbeuteten Munition, 600 bis 700 Gewehre und
ver=
ſthiedene Geſchütze und zwangen die Kulis, die Beute
fort=
nutſchaffen.
Bubenſtreich.
* Berlin, 11. März. Von unbekannten Perſonen
weurden heute am Kaiſer Friedrich=Denkmal
vor dem Charlottenburger Schloß die Worte „Rote
Woche” angebracht. Die mit roter Anilinfarbe
aufgetra=
genen Worte konnten erſt nach vieler Mühe entfernt
wer=
den. Der Polizeipräſident ſetzte auf die
Ergrei=
fung der Täter eine Belohnung von 1000 Mark
alus.
Die Amerikareiſe des Prinzenpaares Heinrich von Preußen.
* Hamburg, 11. März. Der Dampfer „Kap
Tra=
ſtalgar” der Hamburg=Südamerikaniſchen
Dampfſchiff=
fahrtsgeſellſchaft hat heute nacht mit dem Prinzenpaar
Heinrich an Bord den Hamburger Hafen verlaſſen.
* Hamburg, 11. März. Der Dampfer „Kap Trafalgar”
mit dem Prinzenpaar Heinrich von Preußen an
Bord hat heute morgen 7 Uhr Kuxhaven paſſiert.
Sympathiekundgebungen für den Grafen Wedel.
— Straßburg, 11. März. Die elſaß=
lothringi=
ſiche Bevölkerung bereitet für den ſcheidenden
Statt=
halter Grafen Wedel eine eindrucksvolle
Kund=
gebung vor. Es wird ein großer Fackelzug abge=
(alten werden, an dem die ganze Bevölkerung von Elſaß=
Lothringen vertreten ſein ſoll. Bis jetzt ſind 2900
Ver=
efine mit über 300000 Mitgliedern für dieſen
Huldigungs=
a kt gewonnen. Allein aus Straßburg haben über 200
Ver=
ekine mit rund 12000 Mitgliedern ihre Beteiligung
zuge=
ſagt. Außerdem ſoll von einer Deputation dem
Statthal=
ter eine kunſtvoll ausgeführte Widmung überreicht
wer=
deen und im Anſchluß daran wird eine Serenade der
elſaß=
lothringiſchen Geſangvereine ſtattfinden. Die
konſtituie=
nende Verſammlung wird am 20. März abgehalten werden.
* Straßburg. 11. März. In geheimer Sitzung beſchloß
eute der Gemeinderat mit Bezug auf das
bevor=
ſtrehende Scheiden des Kaiſerlichen
Statt=
halters zu deſſen Ehren die mettlere Allee der Orangerie
WGraf von Wedel=Allee” zu nennen. Der
Be=
ſchluß betont u. a., daß Graf von Wedel in den ſechs
Jah=
nen ſeiner Statthalterſchaft „mit reicher Kraft die
wirt=
chaftliche und kulturelle Entwickelung des Landes
geför=
dert und erweitert habe. Das Land danke es ihm und
werde es ihm im treuen Gedächtnis bewahren, daß er
als ein durch die Gegenwart und durch die Vergangenheit
geſchulter Staatsmann mit weiſem Ernſt und
Gerechtig=
leit der Eigenart von Land und Volk Rechnung getragen
habe‟.
Immer noch der „Bauernſchreck”.
— Graz, 11. März. In der ſteiriſchen Gemeinde St.
Rikolai ſind die Schulen wegen Auftretens eines
Raubtieres (Bauernſchreck) geſchloſſen
worden.
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Ludwigsplatz.
Der Geſamtauflage unſerer heutigen Ausgabe
liegt ein Proſpekt des Chemiſchen
Labora=
toriums J. Will, St. Ludwig, betr.: „ Vollnährige
Speiſen unſer Allheilmittel”, bei, worauf wir
unſere Leſer hinweiſen.
(6559
Dampfernachrichten.
Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter: Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
„Prinzeß Irene” 5. März 11 Uhr vorm. von Genua
ab=
gegangen. „Neckar” 5. März 1½ Uhr nachm. von
Bremen nach Baltimore abgegangen. „Prinzeß Alice‟
6. März 10 Uhr vorm. von Genua abgeg. „Bülow‟
5. März 12 Uhr mittags von Cuxhaven abgegangen.
„Seydlitz” 5. März 4 Uhr vorm. Gibraltar paſſiert.
„Helgoland” 5. März von Rotterdam nach Bremen
ab=
gegangen. „Würzburg” 5. März von Liſſabon nach
Braſilien abgegangen. „Schleswig” 5. März 7 Uhr
vorm. in Alexandrien angekommen. „Herzogin Cecilie‟
6. März Lizard paſſiert. „Scharnhorſt” 5. März 4 Uhr
nachm. in Neu=York angekommen.
a
Statt Karten!
Die glückliche Geburt eines Sohnes
zeigen Sehr erfreut an
(6523
Darmstadt, den 11. März 1914.
Wilhelm Schmitt
Direktor der Akademie für Tonkunst
Frau Jse Schmitt, geb. Braun.
eMRGEGEEGEeE
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute nachmittag entſchlief ſanft nach
kurzem Krankenlager unſere liebe Mutter,
Großmutter und Schwiegermutter (6541
Frau
Margarothe Zangsdert N—
geb. Werkmann
im Alter von 81 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
J. Langsdorf, Ober=Bahnaſſiſtent,
Landgraf Philipp=Anlage 24.
Darmſtadt, den 10. März 1914.
Die Beerdigung findet Donnerstag, 12. März,
nachmittags 4½ Uhr, vom Hauſe Landgraf
Philipp=Anlage 24 aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Mannes, unſeres
treuen Vaters, Sohnes, Bruders, Schwagers,
Onkels und Neffen
(6540
Johannes Bangert
Kellner
für die zahlreichen Blumenſpenden, ſowie allen
Denen, die ihm die letzte Ehre erwieſen haben,
beſonders dem Herrn Pfarrer Vogel für die
troſt=
reichen Worte am Grabe, vielen herzlichen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Bangert.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine innigſtgeliebte Gattin, unſere
herzens=
gute, treubeſorgte Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter, Schwiegertochter und Schweſter
Frau Friedericke Voger
geborene Bickel
nach langem, mit Geduld und Ergebung
ge=
tragenem Leiden, in noch nicht vollendetem
50. Lebensjahre aus dieſer Welt abzurufen.
Darmſtadt, den 11. März 1914.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Kaufmann Philipp Vogel und Kinder,
Taunusſtraße 14.
(*6634
Die Beerdigung findet Freitag, den 13. März,
nachmittags 2. Uhr, vom Portale des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Todes=Anzeige.
Heute morgen entſchlief ſanft nach ſchwerem
Leiden unſere liebe, gute Mutter und Tante
Katharma Zubrod
geb. Schmidt.
Darmſtadt, den 11. März 1914.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Margarete Zubrod.
Die Beerdigung findet Freitag, den 13. März,
nachmittags 2½ Uhr, von der Leichenhalle des
Darmſtädter Friedhofes aus, ſtatt. (6568
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Mutter
Frau Lehrer Bundschuh
geb. Guyot
ſagen wir Allen, Verwandten und Bekannten,
insbeſondere dem Herrn Pfarrer Kleberger für
ſeine troſtreichen Worte, herzlichen Dank. (6538
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Katharine Hattemer, geb. Bundſchuh,
Ludwig Bundſchuh, Juſtizſekretär,
Emilie Bundſchuh, geb. Stiegler,
Franz Hattemer, Kunſt=u. Handelsgärtner.
Darmſtadt, den 11. März 1914.
Gottesdienſtliche Anzeige.
Stadtkirche. Freitag, 13. März, abends 8 Uhr:
Kirchenmuſikaliſche Abendfeier. Kollekte.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Hoher Druck hat ſich von Weſten her nach
Mittel=
deutſchland ausgebreitet und bei nordweſtlichen Winden
kühleres Wetter gebracht. Nachts ſanken die Temperaturen
in unſerem Bezirk teilweiſe unter den Nullpunkt. Wir
werden morgen unter dem Einfluß des hohen Druckes
zwar wolkiges, doch trockenes, kühles Wetter haben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 12. März:
Vorwiegend wolkig, trocken, kühl, nordweſtliche Winde.
Tageskalender.
Donnerstag, 12. März.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende vor 10½
Uhr (Ab. C): „Der Evangglimann”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert zum Beſten verwaiſter Töchter von
Poſt=
beamten und Unterbeamten (Töchterhort) um 8 Uhr in
der Turnhalle am Woogsplatz.
Vortrag von Frl. Dr. Bernays um 8 Uhr im Saale
des Mozartvereins (Allg. Deutſcher Frauenverein).
Vortrag von Emil Peters um 8¼ Uhr im „Kaiſerſaal”
(Naturheilverein).
Konzerte: Hotel Heß um 4 Uhr. — Rummelbräu um
8 Uhr. — Bürgerkeller um 8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender,
Freitag, 13. März.
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Jriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. März 1914.
Nummer 71.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. März 1914.
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[ ← ][ ][ → ]Nr. 31.
Donnerstag, 12. März.
1914.
Bekanntmachung.
Nachſtehend bringen wir die ab 1. April 1914 gültige Zuſammenſtellung der
Sachverſtändigen Kommiſſionen für die einzelnen Wildſchadensbezirke zur
öffent=
zichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 5. März 1914
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(6501
V. Dr. Reinhart.
Wildſchadensbe=
Mirken gehörenden
OGemeinden u. Ge=
markungen Sachverſtändige Erſatzmänner
der Sach=
verſtändigen Vorſitzender
der Sach=
verſtändigen verſtändigen=
kommiſſion Stellvertreter
des
Vorſitzenden I. Wild=
ſchadensbezirk:
Darmſtadt=
Beſſungen 1. Landwirt
Martin Kaus
dahier,
2. Landwirt Peter
Karl Seibel da=2. Landwirt
hier,
3. Friedr. Schub=
kegel, senior, da=
hier
Wilheim
Pitthan da=
hier,
Friedr. Geyer
dahier
Martin Kaus
dahier
Adam Gründler
dahier II. Wild=
ſchadensbezirk:
Arheilgen, Brauns=
hardt, Erzhauſen,
Gräfenhauſen,
Meſſel, Schneppen=
hauſen Weiter=
ſtadt, Wixhauſen . Förſter 20i0), 1
Forſthaus Kalk=
ofen bei Arheil=
gen,
2. Gemeinde=
einnehmer Frey
zu Wixhauſen
3. Landw. Jakob
Pons zu Gräfen=
hauſen
Benz zu Ar=
heilgen,
2. Landwirt
Hch. Huck II.
zu Arheilgen Förſter 20ſch
Forſthaus
Kalkofen bei
Arheilgen Forſtwar
Engel
zu Meſſel III. Wild=
ſchadensbezirk:
Eberſtadt, Eſcholl=
brücken, Griesbeim,
Hahn, Eich, Mal=
chen, Pfungſtadt teaemeite
Geibel zu Hahn,
2. Hrch. Delp, III.
zu Eſcholl=
brücken,
3. Landw. Wilhelm.
Diſſel I. zu
Pungſtadt 1. Gemeinde=
ratsmitglied
Val. Ger=
hard IV. zu
Griesheim,
2. Beigeordneter
Rungeſſer zu
Pfungſtadt Bürgermeiſter
Geibel.
zu Hahn Bürgermeiſter
Schäfer
zu Eberſtadt IV. Wild=
ſchadensbezirk:
Nieder=Beerbach,
Nieder=Ramſtadt
mit Waſchenbach,
Ober=Ramſtadt,
Roßdorf, Traiſa 1. Bürgermeiſter 11. Landw. Jean
Lorenz zu Roß=
dorf,
2. Landw. Peter
Breitwieſer VIII.
zu Ober= Ram=
ſtadt,
3. Landw. Johann
Peter Bernhard
zu Ober= Ram=
ſtadt Grünewald
zu Roßdorf,
2. Landw. Gei=
bel zu Nieder=
Ramſtadt Bürgermeiſter
Lorenz
zu Roßdorf Förſter
Hofmann auf
Forſthaus
„Eiſernhand‟
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, die Zuſammenſetzung der für Ihre Gemeinde in Betracht
kommenden Sachverſtändigen=Kommiſſion ortsüblich bekannt zu geben.
Darmſtadt, den 5. März 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Z. V. Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf Artikel 33 des Geſetzes vom 24. März 1910 wird hiermit
zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Stempel:
1. für Verkaufs= oder Waagautomaten,
2. für automatiſche Kraftmeſſer,
3. für Automaten, die zur Unterhaltung des Publikums dienen,
4. für alle in öffentlichen Wirtſchaftslokalen aufgeſtellten Klaviere oder ſonſtige
Muſikwerke,
5 für Luxuswagen und Luxusreitpferde,
deren Verſteuerung am 31. März 1914 abläuft, wenn die Abgabepflicht fortdauert,
im Monat März zu entrichten iſt.
Die Entrichtung des Stempels erfolgt an allen Wochentagen des Monats
März, vormittags von 9—12 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde im
Regierungs=
gebände (Reckarſtraße Nr. 3, Zimmer Nr. 9, dahier.
Darmſtadt, den 2. März 1914.
(5841a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.: Dr. Michel.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat dem Guſtav=Adolf=Frauenverein zu
Darmſtadt geſtattet, am 19. Mai 1914 in Darmſtadt zum Beſten bedürftiger
evange=
liſcher Diaſpora=Gemeinden eine Verloſung von Gebrauchs= und Luxusgegenſtänden
zu veranſtalten.
Es dürfen bis zu 8000 Loſe zu 0,20 Mk. das Stück ausgegeben werden und
der Wert der Gewinngegenſtände muß mindeſtens 60% des Bruttoerlöſes aus dem
Verkaufe der Loſe betragen.
Der Vertrieb der Loſe im Kreiſe Darmſtadt iſt geſtattet.
(6502
Bekanntmachung.
Betreffend: die Zurückſtellung von Reſerviſten, Wehrleuten I. und II. Aufgebots,
Erſatz=Reſerviſten und ausgebildeten Landſturmpflichtigen infolge
häus=
licher ꝛe. Verhältniſſe
Diejenigen Reſerviſten, Wehrleute I. und II. Aufgebots, Erſatz=Reſerviſten
und ausgebildete Landſturmpflichtige, welche auf Grund der nachſtehend
abge=
druckten Beſtimmungen des § 122 der Wehrordnung vom 22. November 188 eine
Zurückſtellung hinter den älteſten Jahrgang der Reſerve, der Landwehr I. bezw.
II. Aufgebots, Erſatz=Reſerve und des Landſturms in Anſpruch zu nehmen können
glauben, werden hiermit aufgefordert, ihre bezüglichen Geſuche baldigſt und ſpäteſtens
bis zum 15. März I. Js. bei den betreffenden Großherzoglichen Bürgermeiſtereien
einzuretchen. Die nach dieſer Zeit eingehenden Geſuche können für das laufende
Jahr (d. h. bis zum nächſtjährigen Zurückſtellungstermin) keine Berückſichtigung
mehr finden.
Die eingereichten Geſuche unterliegen der Entſcheidung der verſtärkten Erſatz=
Kommiſſion gelegentlich des Muſterungsgeſchäftes. Dieſe Entſcheidungen behalten ihre
Gültigkeit nur bis zum nächſten Zurückſtellungstermin. Im Falle des Bedürfniſſes
ſind die Anträge auf weitere Zurückſtellung zu erneuern.
Außerterminlich kann Geſuchen um Zurückſtellung durch ſchriftliches
Ueberein=
kommen der ſtändigen Mitglieder der Erſatz=Kommiſon nach § 124, 2 der Wehr=
Ordnung nur dann ſtattgegeben werden, wenn nach dem allgemeinen Entlaſſungs=
Termin der Reſerven dringende Verhältniſſe die ſofortige Zurückſtellung einzelner der
entlaſſenen Mannſchaften gerechtfertigt erſcheinen laſſen.
(4870a
Darmſtadt, am 11. Februar 1914.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Reg.=Rat.
§ 122 der Wehrordnung.
Abdruck.
1. Zurückſtellung im Sinne der in § 118, 3 und 120, 5 enthaltenen Feſtſetzungen
dürfen aus ſolgenden Gründen (Zurückſtellungsgründe) eintreien:
a) wenn ein Mann als der einzige Ernährer ſeines arbeitsunfähigen Vaters
oder ſeiner Mutter bezw. ſeines Großvaters oder ſeiner Großmuter, mit
denen er dieſelbe Feuerſtelle bewohnt, zu betrachten iſt und ein Knecht oder
Geſelle nicht gehalten werden kann, auch durch die der Familie bei der
Ein=
berufung geſetzlich zuſtehende Unterſtützung der dauernde Niedergang des
elterlichen Hausſtandes nicht abgewendet werden könnte:
5) wem dieEinberuſung eines Mamne, der das dreißigſte Lebensjahrvollndet
hat und Grundbeſitzer, Pächter oder Gewerbetreibender oder Ernährer einer
zahlreichen Famile iſt, den gänzlichen Verfall des Hausſtandes zur Folge
haben und die Angehörigen ſelbſt bei dem Genuſſe der geſetzlichen
Unter=
ſtützung dem Elend preisgegeben würden:
c) wenn in einzelnen dringenden Fällen die Zurückſtellung eines Mannes, deſſen
geeignete Vertretung auf keine Weiſe zu ermöglichen iſt, im Intereſſe der
öffentlichen Geſundheitspflege, der allgemeinen Landeskultur und der
Volks=
wirtſchaft für unabweislich notwendig erachtet wird.
2. Mannſchaften, welche wegen Kontrollentziehung nachdienen müſſen, haben
jedoch auch in den vorgenannten Fällen keinerlei Anſpruch auf Zurückſtellung.
Ortsſatzung
betreffend die Anſtellungs= und Beſoldungsverhältniſſe der Gemeindebeamten
der Gemeinde Roßdorf.
Auf Beſchluß des Gemeinderats vom 15. Juli 1913. nach gutächtlicher Aeußerung
des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern vom
2. Februar 1914 zu Nr. M. d. J. 869 wird hinſichtlich der Anſtellungs= und
Beſol=
dungsverhältniſſe der Gemeindebeamten der Gemeinde Roßdorf auf Grund der
Ar=
tikel 15 und 138 der Landgemeindeordnung vom 8. Juli 1911 folgende Ortsſatzung
erlaſſen:
§ 1.
I. Gemeindebeamte im Sinne dieſer Ortsſatzung ſind:
1. das auf Beſchluß des Gemeinderats und nach Genehmigung und
Ver=
pflichtung durch den Kreisrat vom Bürgermeiſter ernannte und angeſtellte
Polizeiperſonal, einſchließlich der Feldſchützen;
2. der auf Beſchluß des Gemeinderats und mit Genehmigung des Kreisrats
vom Bürgermeiſter ernannte und angeſtelle Gemeinderechner:
3. die nachſtehend bezeichneten, auf Beſchluß des Gemeinderats vom
Bürger=
meiſter ernannten und angeſtelten Gemeindebeamten:
a) Schuldiener,
b) Faſelwärter und Gemeindearbeiter,
c) Friedhofsaufſeher;
4. das vom Bürgermeiſter ernannte und angeſtellte Bureauperſonal,
ein=
ſchließlich des Ratsdieners.
II. Im Falle der Errichtung weiterer Stellen bleibt dem Gemeinderat deren
Auf=
nahme in die einen weſentlichen Beſtandteil dieſer Ortsſatzung bildende.
Be=
ſoldungsordnung vorbehalten,
Die Beſetzung der in § 1 dieſer Satzung verzeichneten Stellen der
Gemeinde=
beamten erfolgt, inſoweit nicht in der Landgemeindeordnung oder in § 1 dieſer Satzung
etwas anderes beſtimmt iſt und inſoweit nicht nach den Grundſätzen über die Beſetzung
der Subaltern= und Unterbeamtenſtellen uſw. mit Militäranwärtern zu verfahren iſt,
nach freiem Ermeſſen des Gemeinderats.
Soweit nach Beſchluß der Gemeindevertretung für einzelne Stellen eine beſondere
Vorbildung (Kreisamtsgehilfen=Prüfung uſw.) gefordert werden ſoll, behält es hierbei
ſein Bewenden.
Bewerber haben bei Meidung der Nichtberückſichtigung ihren Geſuchen auf
An=
fordern Zeugniſſe über Befähigung, ſeitherige Beſchäftigung, Führung und ihren
Geſundheitszuſtand beizulegen, auch bei Meidung des gleichen Nachteils auf Verlangen
einer Prüfung, ſowie einer kreisärztlichen Unterſuchung ſich zu unterziehen.
§ 3.
Die Anſtellung der Gemeindebeamten erfolgt unter Vorbehalt jederzeitigen
Wider=
rufs, ſoweit im Einzelfall nichts anderes beſchloſſen oder vertragsmäßig verabredet wird.
Hat der Gemeindebeamte ſeit der unter Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs
erfolg=
ten Anſtellung und nach Vollendung des zwanzigſten Lebensjahres ſich fünf Jahre
tadel=
los geführt, ſo kann, ſoweit bei der Anſtellung nichts anderes vertragsmäßig verabredet
iſt, die Anſtellung nicht mehr jederzeit widerrufen werden, eine Amtsenthebung kann
dann nur noch gemäß Artikel 147ff und 159 der Landgemeindeordnung oder gegen
Ge=
währung des in den §§ 15 und 16 vorgeſehenen Ruhegehalts erfolgen.
§ 4.
Der Gemeindebeamte, deſſen Verpflichtung nicht beſtimmungsgemäß durch eine
Staatsbehörde zu erfolgen hat, wird vom Bürgermeiſter auf gewiſſenhafte
Dienſt=
führung durch Handſchlag in Pflicht genommen.
Ueber die Inpflichtnahme iſt ein Protokoll aufzunehmen.
Der Bürgermeiſter hat den Gemeindebeamten eine förmliche Anſtellungsurkunde
unter ausdrücklichem Hinweis auf dieſe Satzung, von der ihnen ein Abdruck
ausgehän=
digt werden ſoll, zuzufertigen.
Nach Ablauf der in § 3 Abſatz 2 genannten fünf Jahre iſt den Gemeindebeamten
eine entſprechende Beſcheinigung auszuſtellen.
§ 5.
Der Gemeindebeamte hat ſeine ganze Arbeitskraft und Zeit ausſchließlich dem
ihm übertragenen Amt zu widmen und iſt verpflichtet, Nebenauſträge für die
Gemeinde=
verwaltung, wenn ſie ſeinem Geſchäftskreis nicht durchaus fremd ſind, ohne beſondere
Vergütung zu übernehmen.
Auf Erwerb gerichtete Nebenbeſchäftigung, Nebenſtellen oder beſondere Aufträge
außerhalb der Gemeindeverwaltung, welche mit ſtändigen oder unſtändigen Bezügen
verbunden ſind, darf ein Gemeindebeamter nur nach zuvor eingeholter ſchriftlicher
Ge=
nehmigung des Bürgermeiſters übernehmen. Dieſe Genehmigung iſt jederzeit
wider=
ruſlich. Sie kann nur mit Zuſtimmung des Gemeinderats erteikt werden, wenn nicht
der Gemeinderat den Bürgermeiſter zur ſelbſtändigen Erteilung ermäichtigt hat. Einer
Zuſtimmung des Gemeinderats bedarf es nicht, wenn es ſich um das Bureauperſonal
des Bürgermeiſters oder den Ratsdiener, inſoweit er nicht zum Polizeidienſt
heran=
gezogen wird, handelt.
Für den Gemeinderechner gilt außerdem die Vorſchrift des Artikels 155 Abſatz 3
der L.G.O.
Polizeidiener und Feldſchützen bedürfen zur Uebernahme einer auf Erwerb
gerichteten Nebenbeſchäftigung außer der Genehmigung des Bürgermeiſters oder des
Gemeinderats nach Abſatz 2 weiter auch der Genehmigung des Kreisrats.
Der Gemeindebeamte hat an ſeinem Amtsſitze zu wohnen.
§ 6.
Urlaub bis zu einer Woche erteilt der Bürgermeiſter, der hierbei gleichzeitig
über die Stellvertretung zu entſcheiden hat.
Für die Erteilung eines Urlaubs von längerer als einwöchiger Dauer bedarf
der Bürgermeiſter der Zuſtimmung des Gemeinderats. Die Zuſtimmung des
Gemeinde=
rats iſt nicht erforderlich bei dem Bureauperſonal des Bürgermeiſters und dem
Rats=
diener, inſoweit er nicht zum Polizeidienſt berangezogen wird.
§ 7.
Ueber die vermöge ſeines Amtes ihm bekannt gewordenen Angelegenheiten, deren
Geheimhaltung ihrer Natur nach erforderlich oder von ſeinem Vorgeſetzten vorgeſchrieben
iſt, hat der Gemeindebeamte Verſchwiegenheit zu beobachten, auch nachdem das
Dienſt=
verhältnis gelöſt iſt.
§ 8.
Jeder Gemeindebeamte kann aus Gründen der Verwaltung in eine andere Stelle
verſetzt werden, jedoch ohne Zurückſetzung in der Dienſtklaſſe und in dem Gehalt.
§ 9.
Die Beſoldungsverhältniſſe der Gemeindebeamten werden durch die einen
weſent=
lichen Beſtandteil dieſer Ortsſatzung bildende Beſoldungsordnung beſtimmt. Dies gilt
insbeſondere für die Höhe der Beſoldungen, die Beſoldungsſtufen und die
Auf=
rückungsfriſten.
Dem Gemeinderat bleibt vorbehalten, die Beſoldungsordnung, unbeſchadet der
von den Gemeindebeamten bereits erworbenen Rechte, zu ändern und zu ergänzen. Eine
Herabſetzung der in der Beſoldungsordnung beſtimmten Beſoldungsbeträge iſt in
keinem Falle zuläſſig.
Hinſichtlich der Beſoldungsverhältniſſe der in § 1 Ziffer I, 5 dieſer Ortsſatzung
genannten Gemeindebeamten ſteht das Beſtimmungsrecht dem Bürgermeiſter zu.
Die Vorſchriſten der Artikel 138 Abſ. 2 und Artikel 157 Abſ. 2 ff. der L. G. O.
werden durch die Beſtimmungen dieſes Paragraphen nicht berührt.
§ 10.
Die Beſoldungen ſind in monatlichen Raten nachzahlungsweiſe zu gewähren.
Bei mangelhafter Dienſtführung kann der Gemeinderat die Beſoldungszulagen
ganz oder teilweiſe verſagen. Die Vorſchrift des § 9 Abſ. 3 dieſer Ortsſatzung findet
ſinngemäße Anwendung.
Nummer 31.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
Donnerstag, den 12. März 1914
§ 11.
Die den Gemeindebeamten zuſtehenden Naturalbezüge ſind mit ihrem Geldwerte
in der Peſoldungsordnung in Anſchlag zu bringen und, inſofern dortſelbſt nichts
Gegen=
teiliges beſtimmt iſt, von der Beſoldung abzuziehen.
§ 12.
Gemeindebeamte, die in Ausführung eines ihnen von der zuſtändigen Stelle
er=
teilten Auftrages auswärtige Dienſtgeſchäfte vornehmen, haben Anſpruch auf Tagegelder
und Erſatz der Reiſekoſten in der von dem Gemeinderat feſtzuſetzenden Höhe.
§ 13.
Im Falle der durch Krankheit bedingten Arbeitsunfähigkeit eines
Gemeinde=
beamten zahlt die Gemeinde dieſem den Gehalt für die Dauer von 26 Wochen weiter.
Ein Rechtsanſpruch auf dieſe Fortzahlung des Gehalts ſteht dem Gemeindebeamten nicht
zu. Der Gemeindebeamte hat ſich damit einverſtanden zu erklären, daß ſein Anſpruch
auf Krankengeld auf die Gemeinde übergeht; die Genehmigung des Verſicherungsamtes
iſt einzuholen.
Die Koſten einer erforderlichen Vertretung trägt für die erwähnte Zeitdauer die
Gemeinde.
§ 14.
Unter Verzicht auf alle ihm etwa zuſtehenden Anſprüche kann ein Gemeindebeamter
jederzeit ſeine Entlaſſung nehmen, jedoch hat er, den Fall völliger Verhinderung
aus=
genommen und unbeſchadet der Vorſchriften des folgenden Abſatzes, wenn ihm die
Ent=
laſſung nicht früher erteilt oder nicht ein ſpäterer Zeitpunkt für ſein Ausſcheiden aus
dem Gemeindedienſt vereinbart wird, den Dienſt noch einen Monat von Einreichung
ſeines Entlaſſungsgeſuches an zu verſehen.
Rechnungspflichtigen und ſolchen Beamten, welche durch eigene Schuld
Arbeits=
rückſtände haben aufwachſen laſſen, wird die Entlaſſung erſt nach vollſtändiger Erfüllung
ihrer Verpflichtungen erteilt, wenn die Bürgermeiſterei nicht vorziehen ſollte, die Arbeiten
auf Koſten des Pflichtigen durch Dritte erledigen zu laſſen. Insbeſondere bleibt die
Verpflichtung des Gemeinderechners zur Stellung der Rechnung unberührt.
§ 15.
Die Anſprüche der Gemeindebeamten auf Ruhegehalt, Sterbegehalt, Witwen= und
29. Juli 1908
Waiſenverſorgung regeln ſich nach den Beſtimmungen des Geſetzes vom
18. Febr. 1911,
betreffend die Fürſorgekaſſe für die Beamten und Bedienſteten der Landgemeinden und
Kommunalverbände.
Inſoweit bei Verſetzungen in den Ruheſtand der Ruhegehalt von der Gemeinde=
29. Juli 1908
kaſſe zu tragen iſt, ſind die Sätze des Geſetzes vom
betr. die Fürſorge=
18. Februar 1911,
kaſſe für die Beamten und Bedienſteten der Landgemeinden und Kommunalverbände
anzuwenden.
§ 16.
Die Anſprüche der der Fürſorgekaſſe für die Beamten und Bedienſteten der
Land=
gemeinden und Kommunalverbände nicht angehörigen Gemeindebeamten auf
Ruhe=
gehalt, Sterbegehalt, Witwen= und Waiſenverſorgung regeln ſich nach dem Dienſtvertrag
oder der Anſtellungsurkunde.
§ 17.
Auf das Forſtperſonal finden die Beſtimmungen dieſer Ortsſatzung keine
An=
wendung (ſ. Art. 141 und Art. 154 der L. G.O.).
§ 18.
Dieſe Ortsſatzung tritt einſchließlich der Beſoldungsordnung am 1. April 1914
in Kraft.
Roßdorf, den 7. Februar 1914.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Lorenz.
(6313
Beſoldungsordnung.
Dienſtſtellung Stufe 12265 Stufe 2
15 Stufe 3
(6 Stufe 4
875 Stufe5
2 2.
25 Bemerkungen Gemeindebeamte nach 8 1, I, 1 der Ort ſatzu ing Polizeidiener . 1000 1100 1200 1300 Zu Ord.=Nr. 1 ſiehe unten. Nachtwächter . 300 375 450 525 600 Zu Ord.=Nr. 2 ſiehe unten. Feldſchützen . 1000 1100 1200 Zu Ord.=Nr. 3 ſiehe unten. Gemeindebeamte nach § 1, I. 2 der Ortsſatzung 11400
Gemeinderechner 1600 1800 2000 2200 Gemeindebeamte nach § 1, I 3 der Ortsſatzung Schuldiener 1000 1075 1150 1225 1300 Zu Ord.=Nr. 5 ſiehe unten. Faſelwärter u. Gemeinde= Zu Ord.=Nr. 6 ſiehe unten. arbeiter . 1150 Friedhofaufſeher 400 - Zu Ord.=Nr. 7 ſiehe unten.
Bemerkungen: Zu Ord.=Nr. 1. Den Polizeidienern wird zu Laſten der
Gemeindekaſſe die Uniform geliefert, deren Geldwert mit je 100 Mk. jährlich in Anſchlag
zu bringen, jedoch nicht von der Beſoldung abzuziehen iſt.
Zu Ord.=Nr. 2. Dienſtkleidung wird zu Laſten der Gemeindekaſſe geliefert, deren
Geldwert mit je 75 Mk. jährlich in Anſchlag zu bringen, jedoch nicht von der Beſoldung
abzuziehen iſt.
Zu Ord.=Nr. 3. Gehaltsſätze gelten nur für die nach dem 1. April 1914 Angeſtellten.
Zu Ord.=Nr. 5. Freie Wohnung, Heizung und Licht, deren Geldwert mit
200 Mk. jährlich in Anſchlag zu bringen, jedoch nicht von der Beſoldung abzuziehen iſt.
Zu Ord.=Nr. 6. Freie Wohnung und Heizung, deren Geldwert mit 100 Mk.
jährlich in Anſchlag zu bringen, jedoch nicht von der Beſoldung abzuziehen iſt.
Zu Ord.=Nr. 7. Nebenarbeiten ſind, ſoweit der Gemeindedienſt nicht
beein=
trächtigt wird, geſtattet.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dachshund. 1 deutſche Dogge, 1 Jagdhund (zugelaufen)
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt. (6524
Nachſter Zuchtviehmarkt in Darmſtadt
Dienstag, den 17. März 1914.
Darmſtadt, den 7. März 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
(6586ds
Die noch rückſtändigen Rechnungen
über Forderungen an uns aus dem Jahre 1913 ſind wegen unſeres
demnächſtigen Bücherſchluſſes
(6477md
bis ſpäteſtens 25. ds. Mts.
einzuſenden.
Darmſtadt, den 10. März 1914.
Großherzogliche Kabinetts= und Hofkaſſe.
Matratzenſtreu-Verkauf.
Samstag, den 14. März, 9 Uhr vormittags, wird auf dem
Kaſernenhof der Artilleriekaſerne, Heidelbergerſtraße 47, die Matratzen=
(6503
ſtreu der 2. und 3. Batterie meiſtbietend verkauft.
II. Abteilung Artillerie=Regiments Nr. 25.
Holzverſteigerung.
Mittwoch, den 18. März l. Js., vorm. ½9 Uhr,
wird in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen ſämtliches in
Forſtwartei Kranichſtein ſitzende Brennholz aus Bucheneck 71 und
Hirſchgarten 63 und 70 einſchl. des Dürr= und Windfallholzes aus
verſchiedenen Diſtrikten verſteigert:
Scheiter, rm: 148 Buchen I. Kl., 402 Buchen II. Kl., 1
Hain=
buche, 270,3 Eichen hiervon 9,3 rund), 8 Birken, 1 Erle,
3 Kiefern, 7 Fichten: Knüppel, rm: 324 Buchen (teilweiſe
Stammknüppel in Bucheneck), 261 Eichen (hiervon 26 rm
Pfoſten 2,5 m, 6 rm 3 m lang in Hirſchgarten), 6 Birken,
12 Kiefern, 1 Lärche, 105 Fichten (Trudelheeg 66); Reiſig,
Wellen: 4470 Buchen; Stöcke, rm: 99 Buchen, 108 Eichen,
4 Birken, 1 Kiefer.
Die Wellen und das Stockholz kommen von 1 Uhr ab
nachm. zum Ausgebot. Der Diſtrikt Bucheneck liegt direkt an der
Meſſeler Chauſſee, am Kranichſteiner Schloß und der Diſtrikt
Hirſch=
garten in nächſter Nähe.
Das Holz trägt die Nummern 290—2383. Blau unterſtrichene
Nummern werden nicht verſteigert. Auskunft erteilt Förſter Karn
zu Kranichſtein, Poſt Darmſtadt.
Darmſtadt, den 10. März 1914.
(6511
Großh. Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Verdingung von Erdarbeiten.
Die zur Herſtellung des Schwarzgrabens in Gemarkung
Bickenbach und Alsbach erforderiichen Erdarbeiten, und zwar:
Los 1: Gemarkung Bickenbach auf 670m Länge mit rund 500 cbm
Los 2:
Alsbach 1070m
„ 300 chm
ſollen durch ſchriftliche Angebote vergeben werden.
Pläne und Bedingungen ſind bei uns einzuſehen.
Angebots=
vordrucke nebſt Bedingungen ſind nur von uns, und zwar für jedes
Los gegen Bareinſendung von 1.50 Mk. (nicht in Briefmarken) zu
beziehen. Angebote ſind verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift
verſehen, aus der das Objekt und die Losnummer, ſowie der
Unter=
nehmer zu erſehen iſt, bis ſpäteſtens
Samstag, den 21. März 1914, vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten Behörde, Bleichſtraße 1, einzureichen, woſelbſt
auch die Eröffnung in Gegenwart der Bieter ſtattfindet. Es können
nur Angebote unter Benutzung der Vordrucke ohne Textänderungen
und Zuſätze berückſichtigt werden. Freie Auswahl bleibt ausdrücklich
vorbehalten. Zuſchlagsfriſt 2 Wochen.
Darmſtadt, den 10. März 1914.
(6578
Großh. Kulturinſpektion Darmſtadt.
Wallek.
Steuer=Erhebung.
Das VI. Ziel der
Gemeinde=
ſteuern für das Rechnungsjahr
1913 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
n den Werktagen, vormittags von
8 bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 9. März 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (6548a
Abhanden gekommene
Sparkaſſenbücher.
Die vermißten Einlagenbücher
Nr. lautend auf den Namen
111472 Robert Jakob Bock,
163797 Johann Adam
Dingel=
dein,
167615 Albert Lorenz,
der ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt
werden nach deren Satzung § 24
für kraftlos erklärt, wenn ſie nicht
innerhalb drei Monaten
bei dieſer Kaſſe vorgezeigt werden.
Darmſtadt, 10. März 1914.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Netz, Direktor. (6547a
Oel=Lieferung.
Die Anlieferung von ca. 8000 kg
Fußbodenöl ſoll vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
30, Zimmer Nr. 9, offen und
wer=
den nach auswärts nicht abgegeben.
Angebote ſind bis Montag, den
16. März 1914, vormittags
10 Uhr, einzureichen. (6365im
Darmſtadt, 9. März 1914.
Stadtbauamt.
Weißbinderarbeiten.
Die inneren Weißbinderarbeiten
bei dem Umbau des ſtädtiſchen
Gebäudes Woogſtraße 4 (Eichamt)
ſollen vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Mittwoch, 18. März 1914,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(6489md
Darmſtadt, 10. März 1914.
Stadtbauamt.
Die Lieferung von Kohlen für
die Ober=Poſtdirektion, die
Poſtämter und das
Telegraphen=
amt in Darmſtadt für das
Rech=
nungsjahr 1914 ſoll im Wege des
öffentlichen Anbietungsverfahrens
vergehen werden. Angebote mit
der Aufſchrift „Lieferung von
Kohlen” ſind bis zum 27. März,
vormi tags 10 Uhr, an die Ober=
Poſtdirektion einzureichen, zu
wel=
cher Zeit ihre Eröffnung im
Zim=
mer 93 erfolgen wird. In dieſem
Zimmer können auch die
Anbie=
tungs= und Lieferungsbedingungen
eingeſehen oder in Empfang
ge=
nommen werden.
(6514
Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
Darmſtadt, 10. März 1914.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion.
Haute Miſt zu verkaufen
Sand=
bergſtraße 28.
(B,6571
Der Heuankauf iſt beendet.
Der Ankauf von Roggen, Hafer und Roggenſtroh (Flegel=,
Maſchinenglatt= und Preßlangſtroh) wird fortgeſetzt.
(86535
Proviantamt Darmstadt.
Jagdverpachtung.
Mittwoch, den 18. März I. J., nachm. 1 Uhr,
ſoll auf dem hieſigen Rathaus die Gemeindejagd nochmals in drei
Loſen auf weitere ſechs Jahre verpachtet werden.
Zu jeder weiteren Auskunft iſt die unterzeichnete
Bürger=
meiſterei bereit.
(6508
Worfelden (Kr. Groß=Gerau), den 10. März 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Worfelden.
Klink.
Kanalbaumaterialien.
Die Lieferung von Steinzeug=
und Eiſenwaren ſoll vergeben
werden.
Lieferungs=Bedingungen liegen
bei dem Tiefbauamt, Zimmer
Nr. 4, zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine
abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 19. März I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(6464md
reichen.
Darmſtadt, 10. März 1914
Tiefbauamt.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 16. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Richard Buſch dahier
an dem Anweſen:
Flur Nr. qm
1076 123 Grabgarten
I 1077 200 Hofreite
Wie=
nersſtraße 77,
gehörige ideelle Hälfte in unſerem
Bureau, Grafenſtraße 30,
zwangs=
weiſe verſteigert werden. (K17/14
Darmſtadt, 10. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
Müller. (6505ddd
Bekanntmachung.
Donnerstag, 16. April 1914,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die der Frau Konrad
Wie=
nold Witwe, Margarethe, geb. May,
dahier gehörigen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
VI 532 123 Hofreite
Tannen=
ſtraße Nr. 41,
VI 533 122 Hofreite
Tannen=
ſtraße Nr. 39,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße Nr. 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
(K18/14
Darmſtadt, 10. März 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (IX,6564
n unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a teilung B, wurde heute
ein=
getragen hinſichtlich der Firma:
Gebrüder Lutz, A.=G.,
Ma=
ſchinenfabrik und
Keſſel=
ſchmiede, Darmſtadt.
Friedrich Schelle, Kaufmann in
Darmſtadt, iſt als Prokuriſt
be=
ſtellt; er iſt nur in Gemeinſchaft
mit einem der beſtellten
Proku=
riſten zeichnungsberechtigt. (6513
Darmſtadt, 7. März 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bauarbeiten.
Die bei der Herſtellung des
Rat=
hauſes vorkommenden Weißbinder=,
Spengler= (ca. 80 qm
Kupferblech=
abdeckung ꝛc.) und
Steinhauer=
arbeiten ſollen vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Mittwoch, 18. März 1914,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(6490md
Die Unterlagen werden nach
auswärts nicht verſandt.
Darmſtadt, 10. März 1914.
Stadtbauamt.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, unter Nr. 106 wurde
heute die Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung unter der
Firma:
Werkſtätten für
Hand=
werkskunſt, Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung,
und mit dem Sitz in
Darm=
ſtadt,
eingetragen.
Gegenſtand des Unternehmens
iſt: Die Anfertigung, ſowie der=
An= und Verkauf kunſtgewerblicher
Erzeugniſſe.
Das Stammkapital beträgt:
20000 Mark.
Geſchäftsführer iſt: Hermann
Richard Wilhelm Karl Falck,
Kauf=
mann in Darmſtadt.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am
2. März 1914 feſtgeſtellt.
Sind=
mehrere Geſchäftsführer beſtellt,
ſo wird die Geſellſchaft durch
min=
deſtens zwei Geſchäftsführer oder
durch einen Geſchäftsführer und
inen Prokuriſten vertreten.
Die Bekanntmachungen der
Ge=
ſellſchaft erfolgen nur durch den
Deutſchen Reichs=Anzeiger. (6515
Darmſtadt, 7. März 1914.
Hroßh. Amtsgericht Darmſtadt I.
En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
ein=
getragen hinſichtlich der Firma:
Carl Schenck,
Eiſengieße=
rei und Maſchinenfabrik
Darmſtadt, Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung,
Darmſtadt.
Otto Neuſel, Kaufmann in
Darm=
ſtadt, iſt als Prokuriſt beſtellt; er
iſt nur in Gemeinſchaft mit einem
Geſchäftsführer oder mit einem
der bereits beſtellten Prokuriſten
zeichnungsberechtigt. (6512
Darmſtadt, 6. März 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Nummer 71.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. März 1914.
Seite 13.
Es sind
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in grosser Menge eingetroffen.
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sind in enormer Auswahl vertreten.
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Die Erbſchaft.
Roman von Adeline Genke.
(Nachdruck verboten.)
17
Aber Mama Arnolds Jüngſte kümmerte ſich keinen
Deut um dieſe Symptome. In hellem Aerger und
Ueber=
druß verbeſſerte ſie die Fehler ihrer Arbeit. Wie lange
ſollte ſie, die Erbin, ſich denn hier noch quälen und wie
ein Schulmädchen korrigieren laſſen?! Korrigieren und
abkanzeln laſſen von einem ſimpeln Buchhalter! Wenn
das Amtsgericht doch nur nicht endlos trödeln, ſondern
das Erbrecht von Mama Arnold und ihren drei Mädeln
baldigſt anerkennen würde.
Und war’s nun dieſer brennend ungeduldige Wunſch,
der irgendeine geheimnisvolle Fernwirkung ausübte, hatte
der gefällige referendarliche Vetter des Rechtsanwalts
Hans Bauer wieder irgendwie fördernd gewirkt, oder war
die entſcheidende Behörde ſelber von einem plötzlichen
Intereſſe für die Erbſchaftsangelegenheit erfaßt worden
— kurz, was auch hier die Urſache ſein mochte, ſchon nach
der verhältnismäßig knappen Friſt von zwei Wochen traf
zur gewohnten Morgenſtunde der große, gelbe
Schickſals=
brief ein.
Wie bei jenem erſten Male kauerte Mama Arnold
in faſſungsloſer Warteangſt in ihrem alten Seſſel und
drängten ſich die drei Arnoldsmädel in fieberhafter
Span=
nung eng zuſammen, während ihnen trotz aller bisher
gehegten Zuverſicht angeſichts der nahen Entſcheidung das
Herz bis zum Hals hinauf ſchlug. Mit fliegenden Fingern
riß Lotte das inhaltvolle Blatt auf und begann vorzu=
ien oas der Fan Filde Regtſteter Zahenn
Eiſe=
beth Arnold und Töchtern” in ehrfurchterweckendem,
um=
ſtändlichem Kanzleiſtil erwidert wurde. Las zuerſt
un=
ſicheren, gedrückten Tones, dann lauter:
„Auf Ihr Geſuch wird Ihnen mitgeteilt, daß die von
Ihnen vorgelegten Urkunden nach Prüfung als
rechtskräf=
tiger Beweis für Ihre Verwandtſchaft beziehungsweiſe
für die Verwandtſchaft Ihres verſtorbenen Ehegatten und
Vaters mit der Erblaſſerin Anna Marie Arnold
bezie=
hungsweiſe deren verſtorbenen Ehegattin, dem Kaufmann
Johann Kaſimir Arnold, befunden worden ſind. Da
ir=
gendwelche weiteren Seitenverwandten der Erblaſſerin
weder gemeldet ſind noch das Vorhandenſein ſolcher
be=
kannt iſt, wird Ihr Anſpruch beziehungsweiſe der
An=
ſpruch Ihres verſtorbenen Ehegatten und Vaters auf die
Erbſchaft hierdurch anerkannt.”
Anerkannt! Als jauchzender Schrei hallte es aus
Mizzis Mund, wie toll tanzte ſie durch das in all ſeinen
alten Möbeln wackelnde Zimmer und warf ſich ungeſtüm
auf das entſetzt krachende Kattunſofa. Anerkannt! Die
Hundertachtzigauſend gehören uns! Reich ſind wir, reich!
Wirklich?! Auch Theas Stimme ſchwankte in
erreg=
tem Jubel. Es iſt alſo wahr, iſt Tatſache! Unſer ſoll’s
ſein, uns gehört es, das Vermögen!
Und das Haus und der große Garten! Der Garten
auch noch! lachte Lotte in närriſcher Glückstrunkenheit.
Betäubt und ganz verwirrt ſaß Mama Arnold. Das
ſolle alſo wahr und wahrhaftig ſeine Richtigkeit haben,
reich ſollten ſie werden?! Jedes ihrer Mädel ſollte nun
wirklich ordentliche Ausſicht auf einen Mann haben, drei
leibhaftige Schwiegerſöhne ſolle ſie doch noch kriegen?
Eing denr die Weit mitr, der den daes nublch. daf
die unheilverheißende, nie verſagende Dreizehn wirklich
gelogen haben ſollte, daß die Unglückszahl einmal kein
Unglück zu bedeuten hätte?!
Lottes Stimme hob ſich endlich wieder beſchwichtigend
aus dem durcheinandertönenden Freudengelärm. Ich bin
ja noch gar nicht fertig mit Vorleſen! Hier ſteht ja noch
mehr.
Nun ja, wegen der Auszahlung natürlich, meinte die
vorſchnelle Mizzi. Sie ſollen ſich nur gleich daran machen.
— So zeig’ doch her! drängte ſie ungeduldig.
Lotte hatte das im erſten Jubelſturm etwas
zerknit=
terte Blatt wieder glatt geſtrichen und verlas ſchon weiter:
. . . „Sie werden daher erſucht, durch Vorlage eines
Erb=
ſcheins ſich als die Erben Ihres Ehegatten und Vaters,
des verſtorbenen Regiſtrators Friedrich Kaſimir Arnold,
bei dieſem Amtsgericht rechtskräftig auszuweiſen.
Was ſollen wir? fragte Thea verſtändnislos.
Lotte überzeugte ſich durch nochmaliges Nachleſen.
Einen Erbſchein vorlegen — ich weiß auch nicht recht,
was das wieder iſt.
Eine Schikane iſt’s! ſchrie Mizzi wütend über dies
neue Hindernis, das ſich wieder trennend zwiſchen ſie
und die herbeigeſehnte Erbſchaft ſchob. Einen ewig
hin=
ziehen, einen halbtot ärgern wollen ſie, ehe ſie
heraus=
rücken; das iſt’s!
Mama Arnold horchte nur. Laut werden laſſen durfte
ſie’s nicht, aber gewußt hatte ſie’s ja! Die Dreizehn war
im Spiel!
Die abermalige Anforderung des Amtsgerichts hatte
den ſchrankenloſen Freudenrauſch zu etwas ernüchterterer
Die Eröffnung meiner
Modell-Hut-Ausstellund
zeige hiermit ergebenst an und lade zu deren Besuch höflichst ein.
Gleichzeitig empfehle ich sämtliche Neuheiten der Saison in grösster
Aus-
wahl zu billigsten Preisen.
6554
Adolf Geiger.
Direktoire
kräftiger Drell .
Direktoire
Satin-Drellm. Haltern
Dieselbe Form
festoniert, 2 Paar Halt.
Direktoire
mit Haltern,
wasch-
bar mit den Stangen
Direktoire-Form
gemustert, mit Halter,
rostfreie Einlagen . .
Schicke Form
hellblau
Direktoire
festontert, rostfr. Einl.
Direktoire, sehr lang
mit Haltern, waschbar
mit den Stangen
Elegante Form
extra lang, gemustert,
mit Haltern .
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1.55
2.20
2.35
2.55
3.50
3.80
4.50
3.90
3.75
6.00
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Nachnahme 30 Pfg. mehr. Porto extra.
Poſt=
lag. Sendungen nur gegen Voreinſendung des
Betrages. Porto extra.
(I,3057
Bin ſehr erſtaunt über den koloſſalen Erfolg, wofür ich
Ihnen meinenherzl. Dank ausſpreche, und möchte Sie
frdl. bitten, mir noch 2 Doſen „Tadellos” zu ſchicken.
E. B. in A.
Meine Freundin A. P. hat ſich vor einiger Zeit Ihr
„Tadellos” ſchicken laſſen. Da ſie wirklichen Erfolg
da=
mit erzielte, bin ich auch bereit, „Tadellos” zu gebrauchen.
Schicken Sie mir bitte ebenfalls 2 Doſen. . K. M. in G.
Für die Zuſendung Ihres „Tadellos” beſtens dankend,
erſuche ich um noch 3 Doſen. Die Kur wirkt
vortreff=
lich, und beſtelle ich oben angegebene Doſen für meine
. . A. F. in A.
Freundin. . .
Griginale vorſtehender Anerkennungen liegen zur Einſicht vor.
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Riedlingerſtraße 19, II.
Hen d lohn, Haniatarnaren. (631a
Stimmung herabgedämpft. Man mußte ſich eben von
neuem mit möglicher Geduld in das unvermeidliche
Har=
ren fügen und nur ſogleich wieder den hilfreichen
Rechts=
anwalt um Beſeitigung des Hinderniſſes angehen. Auch
in Lotte brannte nun das Fieber der Ungeduld,
ordent=
lich ſchwer wurde es ihr heute, für ihren Gang im
Inter=
eſſe des Ungeſtörtſeins das Ende der offiziellen
Sprech=
ſtunde abzuwarten.
Ueberraſcht und ſehr lebhaft erfreut von dem
unver=
hofften Beſuch kam ihr der Doktor Hans Bauer raſch
ent=
gegen und faßte ihre Hand.
Fräulein Lotte, wie geht’s? — Gut! beantwortete er
ſich gleichzeitig ſelber ſeine Frage unter eingehender
Be=
trachtung der braunen Augen und der ganzen Lotte. Ein
Glück, daß ich nicht ausgegangen bin, wie ich’s
urſprüng=
lich vorhatte. — So, bitte ſchön, hier auf Ihren gewohnten
Platz! Und gerade heute hat meine Hauswirtin mir von
den erſten reifen Gartenpflaumen gebracht, die müſſen Sie
aber nun auch gleich probieren. — Wo hab’ ich denn nur
den Korb hingeſtellt? Geſchäftig rannte er hin und her
und ſuchte in unmöglichen Winkeln. Himmel, wo hab'
ich ihn denn nur hingeſtellt?
Dort ſteht er ja doch neben Ihnen, lachte Lotte aus
ihrem Seſſel. Die warme Begrüßung von ſeiten ihres
Ratgebers und Freundes hatte ihren Wangen erhöhte
Farbe gegeben.
Herrgott ja, ich Eſel! Triumphierend rief’s Doktor
juris Bauer, trug eilig das Obſtkörbchen an den Tiſch,
ſtürzte zur Tür, brüllte mit Stentorſtimme: Frau Lehnert,
ein Tellerchen! in den Korridor hinaus und kam mit dem
eroberten Tellerchen zu Lotte zurückgeeilt, wo er’s vor ſie
hinſtellte und ſich endlich ihr gegenüber ſetzte. So, bitte,
nun greifen Sie aber auch richtig zu! Famos, daß Sie
Eede heit elomnen ſidt ſo oſtich di Pſennen
en=
ſah, mußte ich an Sie denken.
Eine merkwürdige Ideenverbindung! erlaubte ſich
Lotte in ihrer durch den warmen Empfang
hervorgerufe=
nen Frohlaune ein kleines, kokettes Nichtverſtehen der
wirklichen Meinung des Doktors Hans Bauer und nahm
gleichzeitig von den ihr ſo freudig und dringlich
gebote=
nen Pflaumen. Einen Garten, in dem ſo etwas wächſt,
möchte ich wohl auch haben. Und daß ich ihn noch nicht
habe, daran iſt nur das greuliche Amtsgericht Vorberg
ſchuld! erboſte ſie ſich, auf dieſe Weiſe an den eigentlichen
Zweck ihres Beſuches erinnert, von dem ſie nun berichtete.
Einen Erbſchein vorlegen — ja, das ließ ſich
aller=
dings erwarten, meinte Hans Bauer mit der Gemütsruhe
des an kleine und große Verzögerungen gewöhnten
Ak=
tenmenſchen. Und dann ſetzte er ihr wieder ſehr juriſtiſch
die Bedeutung und den Zweck eines ſolchen Dokumentes
auseinander: nämlich den, richtige Erben vor Einbuße
ihrer Rechte zu bewahren und falſche an der Anmaßung
ſolcher Rechte zu verhindern. Und ferner erklärte er ihr
juriſtiſch, daß das hieſige Amtsgericht auf Anſuchen
Mama Arnold und ihren Töchtern dieſen Erbſchein
aus=
ſtellen werde, ſobald ſie die dafür notwendigen Angaben
gemacht und die dazu erforderlichen Geburts=, Trau= und
ſonſtigen Scheine ſämtlich vorgelegt haben würden.
Wieder Scheine! rief Lotte voll Entſetzen. Wir
ha=
ben ja erſt ein ganzes Bündel nach Vorberg geſchickt —
und die unſeren ſind ſamt und ſonders dabei geweſen!
Ja, die müſſen Sie ſich natürlich an den betreffenden
Stellen neu anfertigen laſſen, verſetzte ihr Ratgeber wenig
tröſtlich.
Wieder Scheine! ſeufzte Lotte nochmals reſigniert.
Dann will ich aber gewiß in meinem ganzen Leben nie
nchr den ſech einen esſicher ding ofſen, elbnt i0.
voll Ingrimm.
Hans Bauer lachte und ſah ſehr intenſiv in die
brau=
nen Augen. Es gibt aber auch Scheine, die glücklich
ma=
chen, Fräulein Arnold. An was für eine Art von
Doku=
menten er dabei dachte, ſetzte er diesmal aber nicht
juri=
ſtiſch auseinander. Uebrigens können Sie ja erſt
abwar=
ten, was in dieſer Beziehung alles von Ihnen eingefordert
wird, fügte er ergänzend als ſchwachen Troſt hinzu.
So ward denn unter Betonung der Dringlichkeit das
neueſte Geſuch diesmal an das hieſige Amtsgericht geſandt
und dieſer Dringlichkeit zufolge auch ſchon nach wenigen
Tagen beantwortet durch die Aufforderung an die
ver=
witwete Regiſtratorin Johann Arnold, ſich im
Gerichts=
gebäude, Zimmer Nummer Soundſo, einzufinden und
die nötigen Auskünfte eidesſtattlich zu Protokoll zu geben.
Ich ſoll auf’s Gericht?! Ich ſoll ſchwören?! Mama
Arnold ward kreidebleich vor Entſetzen, in angſtvoller
Abwehr erhob ſie die zitternden Hände. Nein, nein, ich
geh’ nicht aufs Gericht! Lieber will ich nichts von der
Erbſchaft wiſſen! ſchrie ſie jammernd.
Aber, Mutter, es handelt ſich ja um eine abſolut
harm=
loſe Sache, verſuchte Lotte zu beſchwichtigen.
Man will ja nur ein paar ganz einfache Angaben von
Dir, erklärte ihr Thea.
So ſtell' Dich doch nicht ſo dumm an! Wir wollen
doch endlich die Erbſchaft haben! rief die vor Aerger
ſprü=
hende Mizzi unartig.
Jedoch Beſchwichtigen, Vernunftgründe und unartiger
Zorn verſagten gleichmäßig ihre Wirkung auf die gänzlich
verängſtigte, tauſend Schrecken ahnende Mama Arnold=
(Fortſetzung folgt.)
Frankfarter Zarsvertent Vonr A. Marz 1912.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
Staatspapiere.
Dt. Reichsschatzanw.
Dt. Reichsanleihe v. 1918
98,20
do. . . . . p. 1925
98,90
Go. .. ..
86,25
do. . . .
77,40
Preußische Schatz
9950
Staffelanleihe
89,70
Consols.
86,25
do. . . ..
77,50
55
Badische Staats-Anleihe
1
do. v. 92/94 .
3½ 89,50
do. . . .
Baverische Ablös.-Rente.
97,00
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906 4 96.90
do. un käb. p. 1918
497.10
do. unkdb. p. 1920 .
4 97,10
E.-B.- u. Allgem. Anl.
unkdb. p. 1930
97,05
3tz 84,60
do. Anleihe .
do.
75.70
Hamburger Staats-Anl. . 4 96,70
do. v. 1887/94
do, . ..
79,80
ee
HHessische Staats-Anleihe 4 97.35
do. unkdb. p. 1921 . . . 4 97,35
do. .
. .3½ 84,50
do. .
. . . . . . 3 74,15
Sächsische Staats-Rentel 3 77,60
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921). . . . 4 97,90
do, v. 79/80 . . . . . . .3½ 88.70
do. . . . . . . . . . . . . . 3 77,00
Bulgarische Gld.-Anl. . . 5 97,20
Wriech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6
do. v. 1887 Monopoll1s/ 52,00
Mtalienische Rente. . . . .31
Dsterr. Staats-R. v. 1913 .4½ 92,00
do. Silber-Rente . . . .4½ 80,00
do. Papier-Rente . . .4½
do. Gold-Rente . . . . . 4 88.55
do. einheitl. Rente . . 4 82,40
PPortug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 97,10
do. inn. amort. 1905 . .41
do. unif. Serie I
62,10
do.
III.
6130
do. Spézial Titel. . .
9,70
Mumänen v. 1903. . . . . 5 100,10
do. Gold v. 1913. .
.4½ 91,00
do. Schatzsch. v. 1913 .4½100,20
do. conv..
85,20
do, v. 1890
9350
do. v. 1991
87,00
do. v. 1905 .
85,60
do. v. 1908 .
86,10
do, v. 1910 .
86,30
Mussische St.-Anl. v. 19054½ 97.50
do. kons. v. 1880
87130
do. Gold v. 1890
do. v. 1902 . . .
90,40
Schweden v. 1880. .
do. v. 1886
Schweden v. 1890. .
(5
7,50
Serben steuerfrei
.4½
78550
do. amort. v. 1895
Türk. Egypt. Tribut . . .
4* 85.00
do. kons. steuerfreie .
4 76.50
do. Admin, v. 1903 . .
4 1 85.50
do, unif. v. 1903. . . . .
do. v. 1905. . . . . . . . 4 72,75
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 90,45
Ungar. Staatsk.-Scheine
98,60
v. 1913. . . . . . . . . . . . 4
83,00
do. Gold-Rente.
4 81,35
do. Staats-Rente 1910
Kr. 4 82,00
do.
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887 5
do. äußere v. 1890 . . . 5 99,50
do, innere v. 1888 . . .4½
do. äußere v. 1888 . . .4½
do. v. 1897
5 94,35
Chile Gold-Anl. v. 1911
do. v. 1889 . . .
. 4½,
do. v. 1906 . . . . . . . . 4½ 90,90
6-
Chines. St.-Anl. v. 1895
5 98,55
do, r. 1896
5 88,00
do. Reorg. Anl.
4½ 90,75
do. v. 1898
4½ 89.85
Japaner . . . .
Innere Mexikaner
5 60,85
5 80,50
Außere do.
Mexikan, Gold v. 18
4 68.00
3 42,00
do. cons.
4½ 68,30
do, Irrigat.-Anleihe
3½ 66,70
Buenos-Aires Prov.
5 65,25
Tamaulipas . .
5 92,00
Sao Pauſo E.-B.
5 1 97,50
do. v. 1913 .
4½ 95,70
Siam v. 1907 . .
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/973½
„v. 19043½
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
94,10
Darmstadt. . . . . . .
½ 99,00
Nordd. Lloyd-Obligat.
Donau-Dampfschiff. v. 821 4
4 90,50
Elisabsthbahn . . .
8630
Franz-Josef-Bahn.
Kaschäu-Oderbergerv
Prag-Duxer
72,60
Osterreich. Staatsbahn . 5 1103,80
4 89,60
do. .
3 75,00
do.,
5810
do. Südbahn (Lomb.)
1150
do. do,
51,65
do. do.
7800
Raab-Oedenburg
86,40
Kronprinz Rudolfbahn .
85,70
Russ. Südwest .
Moskau-Kasan . . .
(0.. . .. . .
Wladikawkas. . . .
Rjäsan-Koslow.
68,60
Portugies. Eisenb. v. 1886
(o. . . . . . . .
a 69,60
Livorneser . . . . . . . . .
62,75
Saloniaue Monastir . . .
78,20
Bagdadbahn . . . . . . . .
Anatolische Eisenbahn .4½ 91,20
Missouri-Pacific I.
do. do. V. 1905 .
94,50
Northern-Pacific.
91,60
Southern-Pacific . . .
—
St. Louis & San Francisco
2—
Nehnantepee . . ..
-
5
Ungar. Lokalbahn
Provinz-Anleihen.
96,20
Rheinprov. Obl.
3½ 86,25
do. Em. 10
3 83,25
do. „ 9.
3½ —
Posen Prov.
4 96.00
Westfalen Prov. V.
Hess. Prov. Oberhessen 4 96,00
3½ 86,00
do. Starkenburg .
Städte-
Obligationen.
4 —
Darmstadt.
... . . . .3½,—
do. . . .
Frankfurt .
. . . . . . 4 96,35
. . . . 3½ 89,20
do. . . . . „
.. . . 4 94,50
Gießen . . . . .
.. . .3½
(0. . . . . .
. . . . 4‟ 95,00
Heidelberg . .
.. . .3½
do. .. . .
4½ 95.10
Karlsruhe . .
.3½ 87,50
do. . . . .
Magdeburg .
9500
Mainz . . .
87,60
do. . . .
95,40
Mannheim .
87,50
do. .
96,15
München .
Nauheim.
95,20
Nürnberg
86,30
do. . . .
Offenbach
do. v. 1914
do. . . .
Wiesbaden.
do. . . .
Worms . . .
do. . . . .
Lissabon v. 1888 .
Moskau v. 1912
... .4½ 93,00
Stockholm v. 1880
Wien Komm. . . . . . . .
½ 98,80
Wiener Kassenscheine .
Zürich v. 1889 .
Buenos Stadt v. 1892 . . . 69101,60
Pfandbriefe.
4½ 100,00
Berliner Hyp.-Bk.-Pf.
9825
do. unkäb. 1918 . . . .
94,00
1919. . . . .
do.
94,50
1921 . . . ..
do,
96,00
1922. . . . .
do.
83,50
do. ..
. . .
95,25
do. Komm.-Obl. unk. 1918
. .
Frankf. Hyp.-Bk.
95,00
do. unkäb. 1910 . . . .
96,00
1915 . . . .
do.
4 96,50
do.
1920 . . . .
.. 3½ 86,40
dc. Ser. 12—19. .
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
unkdb. 1910 .
86,50
... 3½
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
94,00
Ser. 15—42
94.90
48—49)
do. . . . .
6600
do. unk. 1922
52
88,60
do. „ 1913. . . .
... . 3½ 86,50
do. Ser. 45 .
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,70
Scr. 12, 13, 16
do. . . . . „ 14, 15, 17) 4 96.70
do. unkdb. 1920 . . . . 4 97,30
1923 . . . . 4 97,40
do.
do. Ser. 1, 2, 6—8 . . . . 3½ 84,30
do. „ 3—5 . . . . . . . 3½ 84.30
do. kündb. 1915 . . . . . 3½ 84,30
do. Komm. unk. 1913) 4 96,70
„ 1914 4 96,70
do.
„ 1916 4 96,90
do. „
„ 1920) 4 1 97,30
do.
1923) 4 97,40
do.
do. verlasb. u. kündb. . 3½ 84,25
unkdb. 1915 3½ 84,25
do.
Meininger Hyp.-Bk. Pfäb. 4 94,50
do. unkdb. 1922. . . . . 4 1 95,80
do. . .
3½ 86,00
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
unkdb. 1917 4 94,50
1919)
do. .
94,50
.
94,50
1921
do..
do. . . . . . „ 1924) 4 96,20
3½ 85,10
do. . .. . . . . .
95,20
do. Komm. unk. 1923
96,00
do.
1924
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. . 4 96,40
3½ 88,00
do. . .
Bank-Aktien.
Div.
Bank für elektr.
Unter-
nehmungen Zürich . . 10 194,50
Berg.-Märkische Bank.
Berliner Handelsges.. . . 9½ 1629/
Darmstädter Bank . . . . 6½ 123,50
Deutsche Bank . . . . . . .12½258,50
Deutsche Vereinsbank. .56 11700
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 1118,00
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 197,50
8½ 158,20
Dresdner Bank . .
Frankf. Hypothek.-Bank 10 (217,10
do. do. Kred.-Ver. 8½ 1153,60
Mitteldeutsche Kred.-Bk 6½ 124,00
Nation.-Bank f. Deutschl.
(17,25
7 (128,50
Pfälzische Bank . . . . . .
Reichsbank . . . . . . . . . 8.42 135.50
Rheinische Kredit-Bank.
(132,70
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver. . 3 1105,70
Wiener Bank-Verein . . . 8 (140,75
Aktien von
Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 141,90
(12490
Norddeutscher Lloyd. .
Frankfurt. Schleppschiff. 4 1116,00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½ 129,70
Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½ 1116,75
6 90.00
Baltimore .
10 (2127
Canada . . .
7½ 1140,20
Schantung
Prinz Henry
21½.
Lombarden
6 112.50
Pennsylvania
Industrie-Aktien.
(648,50
Badische Anilin-Fabrik .
Chem. Fabrik Griesheim 14 267,00
30 670,00
Farbwerke Höchst . . .
Ver. chem. Fabr. Mannh. 20 341,00
Zement Heidelberg . . . . 10 152,25
Chemische Werke Albertl 30 453.00
Holzverkohl. Konstanz . 15 317.00
Lahmeyer . . . . . . . . . . 6 1128,50
Schuckert, Nürnberg . . . 8
Siemens & Halske. . . . . 12 (217,75
Bergmann Elektr. . . . . . 5 125.00
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 (2471:
25 (357,50
Hagen Akkum. . . . . .
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (176.00
0 3100
Gummi Peter . . . . . .
Adler-Fahrradwerke . . . 25 368,00
Maschinenfabr. Badenia 9 (126,00
Wittener Stahlröhren . . 0
Gasmotoren, Oberursel . 8½ 1162.50
(121,00
Gasmotoren, Deutz . . .
Siemens Glas-Industrie . 15 1236,50
Enzinger Filter . . . . . . 23 321,00
Stcaug Romana . . . . . . 10 149,75
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 1225,00
Bad. Zucker-Waghäusel .12,83/213,70
1*87,50
Neue Boden-Aktien-Ges.
Süddeutsche Immobilien 0 60,00
Bergwerks-Aktien.
12 (166,00
Aumetz-Friede .
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 224,75
Leonhard, Braunkohlen . 9 1157,50
23 358,00
Konkordia Bergbau
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 (139,56
Eschweiler . . . . . . . . . . 10 221,50
G
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 194,50
Haxpen Bergbau . . . . . .11 185,25
Kaliwerke Aschersleben . 10 1159,70
Kaliwerke Westeregeln .13 207,25
Königin Marienhütte . . 6 86,00
Laurahütte . . . . . . . . . 8 1159,00
6 89,00
Oberschles. Eisenbed.
Oberschl. Eisen-Industrie 3 69.00
Phönix Bergbau ..
18 1240½
Rheinische Braunkohlen 10 209,00
Riebeck Montan . . . . . . 12 1197,50
South West.-Afr. Shares . 5
Verzinsliche
Anlehenslose. Zf.
Badische . . . . . TIr. 100 4
Cöln-Mindener . Tlr. 1003½142,00
Holländ. Komm. . H. 100 3‟
Madrider . . . . . Frs. 100 3 78,60
Meininger Präm.-Pfdbr. .
14200
Osterreicher 1860er Lose
181,00
Oldenburger . . . . TIr. 40 3 129,50
Raab-Grazer . . . . H. 150/2½
Unverzinsliche
Mk.
Anlehenslose.
p. St.
Augsburger
. H. 7 36,25
Braunschweige
. TIr. 20 202,00
Mailänder
Ts. 45
do.
Fs. 10
Meininger
.. A. 7 35,00
Osterreicher v. 1864 . H. 100
v. 1858 . H. 100 565,00
do.
A. 100 439,80
Ungar. Staats . .
Fs. 30
Venediger . . . . .
Türkische . . . . . . Fs. 400 168,30
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns.
20,41
16,26
20-Franks-Stücke ..
Amerikanische Noten
4.198/
Englische Noten . .
20,44
Französische Noten.
81,20
Holländische Noten
169,25
Italienische Noten
81,00
Osterr.-Ungarische Noten: . 85,00
Russische Noten . .
Schweizer Noten. . .
81,00
Reichsbank-Diskont
do. Lombard Zsf.
Tendenz:
Fester.
Handel und verkehr.
— Frankfurt a. M., 11. März. (Börſe.) Auf
beſſere Neu=Yorker Kurſe eröffnete die hieſige Börſe in
ffreundlicherer Stimmung. Man konnte von verſchiedenen
Seiten Meinungskäufe beobachten und bei anziehenden
Kurſen ſchritten auch heute die Baiſſiers zu Deckungen.
Das Geſchäft war im ganzen zwar etwas lebhafter, als
in den letzten Tagen, doch zeigte ſich Beteiligung des
Pu=
blikums nur in geringem Maße. Erneute Beachtung
fan=
den wieder die in letzter Zeit vernachläſſigten
Schantung=
raktien, die ſich nach Feſtſtellung der erſten Notiz um
wei=
chere 1½ Prozent erholen konnten. Im Verlauf erhielt ſich
die freundliche Stimmung und die Kurſe konnten gegen
Schluß hin weiter anziehen. Gebeſſert waren heute in
Uebereinſtimmung mit der allgemeinen Tendenz auch die
Kurſe der Anlagewerte. Im freien Verkehr mußten Con=
Tordia=Aktien nach der geſtrigen Steigerung bis 355
nach=
geben. Der Kaſſakurs notierte 358. Der Kaſſamarkt weiſt
meiſt Kursbeſſerungen auf.
— Mannheim, 11. März. Der Geſchäftsbericht der
Mheiniſchen Hypothekenbank für 1913 weiſt auf
idas günſtige Ergebnis auch dieſes Geſchäftsjahres hin,
fſo daß bei reichlichen Rücklagen wiederum eine Dividende
ivon 9 Prozent verteilt werden kann. Der Umlauf an
=Pfandbriefen und Kommunalobligationen hat ſich um
220 251 900 Mack auf 588 114700 Mark erhöht, der Beſtand
dan Hypotheken= und Kommunal=Darlehen auf 619 260 168,01
Mark. Die Liquidität der Bank war eine ſehr günſtige. Es
twaren am Jahresſchluſſe an flüſſigen Mitteln vorhanden
331048677,46 Mk., denen Kreditoren in Höhe von nur
11667334,79 Mk. gegenüberſtanden, ſo daß eine freie
Liqui=
kdität von 29381 342,67 Mark ſich ergibt. Die
Bankverwal=
rtung ſchlägt vor, den Kavitalreſervefonds durch Zuweiſung
lvon 600000 Mark auf 13000000 Mark, ferner den
Pfand=
lbriefſicherungsceſervefonds um 500000 Mark auf 6000000
Mark zu erhöhen, ſo daß die als Unterlage für den
Pfand=
lbriefumlauf dienenden Reſervefonds (Kapitalreſervefonds
rund Pfandbriefſicherungsreſervefonds) zuſammen eine Höhe
von 19000000 Mark — 70,40 Prozent des Aktienkapitals
erreichen. Außerdem ſollen aus dem Vortrag des Jahres
1912 136000 Mark zur Abſchreibung auf
Bankgebäude=
konto und 25000 Mark zur Verſtärkung des
Hypotheken=
zinſenreſervekontos verwendet werden. Ferner werden aus
dem Reingewinn des Jahres 1913 für das
Pfandbrief=
geſchäft 170000 Mark zurückgeſtellt. Die Geſamtreſerven
(ausſchließlich Vortrag) ſdier Bank erreichen bei
Genehmig=
ung der Gewinnverteilungsvorſchläge eine Höhe von
31 773 459,10 Mark, was den Pfandbriefen der Rheiniſchen
Hypothekenbank eine beſondere, hohe Sicherheit gewährt.
WB London, 10. März. Die Vereinigung der
Han=
delskammern des Vereinigten Königreichs nahm heute
ein=
ſtimmig eine Reſolution an, in der die vollſtändige
An=
inahme des Entwurfes des internationalen
Wechſekrechis er den der hlerheltanten Koiſeng
im Haag 1911 ausgearbeitet wurde, für unmöglich erklärt
wird. Die Reſolution hält es aber für höchſt
wünſchens=
wert im Intereſſe des britiſchen Handels, daß das britiſche
Wechſelrecht in mehreren wichtigen Punkten geändert
werde, um eine Einheitlichkeit herzuſtellen. Der ausführende
Ausſchuß wurde beauftragt, deswegen mit dem
Handels=
amt in Verbindung zu treten.
C Erhebung von Wechſel= und
Scheck=
proteſten durch die Poſt. Von unterrichteter Seite
wird uns mitgeteilt: Das am 1. Oktober 1908 eingeführte
Poſtproteſtverfahren für Wechſel und Schecks findet immer
weitere Verbreitung. Die Zahl der Poſtproteſtaufträge iſt
vom Jahre 1912 auf 1913 von 2038000 auf 2262000 und
die Zahl der erhobenen Poſtproteſte von 285 000 auf 320000
geſtiegen. Trotzdem iſt es in vielen Kreiſen noch nicht
bekannt, daß die Poſt überhaupt Wechſel und Schecks
bis zu 800 Mark proteſtiert, und daß die Benutzung dieſer
Einrichtung erheblich billiger iſt, als jedes andere
Ver=
fahren. Für die Aufnahme ſolcher Proteſte bei Wechſeln
bis 500 Mark wird nur eine Gebühr von 1 Mark und bei
Wechſeln über 500 Mark eine ſolche von 1,50 Mark erhoben.
Reiſetagegelder, Fuhrkoſten oder Schreibgebühren werden
nicht berechnet. Auch wird dem Bezogenen eine
Einlöſungs=
friſt gewährt, indem der Poſtproteſtauftrag nicht ſofort nach
der erſten Vorzeigung proteſtiert, ſondern am zweiten
Werktage nach dem Zahlungstage nochmals zur Zahlung
vorgezeigt wird — Wechſel und Schecks die bei
Nicht=
zahlung durch die Poſt proteſtiert werden ſollen, ſind nicht
mit dem grünen Formular für Poſtaufträge, ſondern mit
dem beſonderen, an den Poſtſchaltern erhältlichen blauen
Formular für Poſtproteſtaufträge einzuliefern.
— Im Reichspoſtgebiet iſt die Zahl der
Konto=
inhaber im Poſtſcheckverkehr Ende Februar
dieſes Jahres auf 88 533 geſtiegen. (Zugang im Monat
Februar 901.) Auf dieſen Poſtſcheckkonten wurden im
Februar gebucht 1439 Millionen Mark Gutſchriften und
1426 Millionen Mark Laſtſchriften. Das Geſamtguthaben
der Kontoinhaber betrug im Februar durchſchnittlich 196,6
Millionen Mark. Im Verkehr der Reichspoſtſcheckämter
mit dem Poſtſparkaſſenamt in Wien, der Poſtſparkaſſe in
Budapeſt, der belgiſchen und luxemburgiſchen
Poſtverwal=
tung, ſowie den ſchweizeriſchen Poſtſcheckbureaus wurden
7,8 Millionen Mark umgeſetzt, und zwar auf 3120
Ueber=
tragungen in der Richtung nach und auf 15330
Uebertra=
gungen in der Richtung aus dem Auslande.
Landwirtſchaftliches.
— Groß=Gerau, 10. März. Die bei unſerem
letzten Ferkelmarkt aufgetriebenen 892 Tiere fanden
faſt nahezu alle ziemlich raſchen Abſatz und ſind für Ferkel
15—22 Mark, für Springer 30—34 Mack und für Einleger
40—48 Mark pro Stück bezahlt worden. Der nächſte
Ferkel=
markt findet am Montag, den 16, ds. Mts., ſtatt.
H. Frankfurt a. M., 10. März. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt war ruhiger Verkehr und
die Veränderungen im allgemeinen blieben gegen die
Vorwoche nur geringfügig. Für ſchweren Landweizen im
Gewichte von 77—78 Kg. zeigte ſich bei knappem Angebot
größere Nachfrage ſeitens der Mühlen, wobei bis 21,25
Frachtparität Frankfurt bewilligt wurde. Hafer in prima
ebenfalls nur mäßig angeboten und feſter. Mais und
Gerſte, ſowie Landroggen ruhig. Die Forderungen für
Futtermittel und Mehl ſind nicht erhöht. Der
Mann=
heimer Getreidemarkt iſt ſchwächer. An der
Ber=
liner Produktenbörſe wurde Getreide billiger
ab=
gegeben, da die ausländiſchen Forderungen ermäßigt
waren und die Provinz ſtärker verkaufte. Die Nachfrage
für Exportzwecke hat aufgehört. Hafer behauptet trotz des
ſchwachen Konſums. Nach den letzten Kabelnachrichten
von den amerikaniſchen Geſreidemärkten (Chikago und
Neu=York) waren Weizen und Mais in feſter Eröffnung,
da der Monatsbericht der Regierung à la hauſſe lautete
und die Feſtigkeit der nordweſtlichen Produktenbörſen
an=
regte. Später erfolgte Abſchwächung, da die vom
Aus=
lande vorliegende Wochenſtatiſtik der Baiſſe günſtig war,
günſtiges Wetter vorliegt, ſowie die Lokomärkte zur
Mat=
tigkeit hinneigten. Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort
in dieſer Woche von 61,58 Mill. Buſh. auf 60,66 Mill.
Buſh. zurückgegangen; hingegen die Maisvorräte von 18,37
Mill. Buſh. auf 19,13 Mill. Buſh. geſtiegen. In Kanada
ermäßigten ſich die Weizenvorräte in dieſer Woche von
22,06 Mill. Buſl. auf 21,17 Mill. Buſh.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſiger und Wetterauer, 20,50—20,60, nordd.
20,50—20,75, kucheſſiſcher 20.50—20,60, ruſſiſcher 22—23,50,
La Plata 22.75—23, rumäniſcher 22,25—23,25, Kanſas
22,75—23 Manitoba 22,75—23,50, Redwinter 22,75—23,
Walla Walla 22,25—23; Roggen, hieſiger, 16,35—16,40,
bayeriſcher 16,40—16,45, ruſſiſcher —, rumäniſcher —,
ameri=
kaniſcher —; Gerſte, Pfälzer, 17,50—18, hieſige und
Wet=
terauer 17—17,50, Riedgerſte 17—17,50, fränkiſche 17,25 bis
17,75, ungariſche —; Hafer, hieſiger, 16,25—17,25, bayeriſcher
16,50—17,50, ruſſiſcher 17—18, rumäniſcher 17—18,
ameri=
kaniſcher —; Mais, mired, 14,75—15, ruſſiſcher 14,75 bis
15,25. Donaumais 15—15,25, rumäniſcher 15—15,25, La
Plata 1485—15, weißer Mais 15—15,20, Weizenſchalen
10,75—11, Weizenkleie 10,25—10,50, Roggenkleie 10—10,50,
Futtermehl 12—14, Biertreber, getrocknet, 12,75—13
Fut=
tergerſte 13,25—13,75; Weizenmehl, hieſiges (Baſis ab
Mannheim) Nr 0 31—31,25, feinere Marken 31,50—31,75,
Nr. 1 29,25—29,75, feinere Marken 30—3025, Nr. 2 28 bis
28,25, feinere Marken 28,50—28,75, Nr. 3 26,50—26,75,
feinere Marken 27—27,75. Nr. 4 22,50—22,75, feinere
Mar=
ken 23—23,25; Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0 24—24,50, Nr. 1.
22,25—22,75, Nr. 2 20,25—20,50.
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Zweite Kammer der Stände.
97. Sitzung.
St. Darmſtadt, 11. März.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Dr. v. Ewald,
7 inanzminiſter Dr. Braun, Miniſter des Innern
r. Hombergk zu Vach, Staatsräte Dr. Becker,
orbacher, Geh. Oberfinanzrat Dr. Rohde, Geh.
Hegationsrat Dr. Neidhart, Oberfinanzaſſeſſor Ulrich.
Vizepräſident Korell eröffnet die Sitzung um 9½
Uhr. Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein
umd berät zunächſt die Rückäußerung der Erſten Kammer
füber den Initiativantrag der Abgg. Köhler und Gen.,
den Geſetzentwurf,
die landſtändiſche Geſchäftsordnung,
letreffend. Abg. Dr. Schmitt erſtattet mündlichen
Be=
richt. Der Ausſchuß der Zweiten Kammer kann ſämtlichen
Aenderungen, die die Erſte Kammer beſchloſſen hat,
bei=
teten, bis auf drei, da die Aenderungen nicht materieller
Watur ſind. Die drei Punkte, in denen der Ausſchuß auf
ſteinen Beſchlüſſen beharrt, betreffen auch nur
unweſent=
loche Aenderungen. Einmal iſt an einigen Stellen die
Ein=
ſchaltung „Bei Stimmengleichheit entſcheidet das Los” zu
ſareichen, da der Ausſchuß der Erſten Kammer überſehen
hat, daß das in dem Arlt 15 beſonders geregelt iſt.
Dann der Artikel 26, der die Anfertigung und das
Ver=
leſen der Protokolle über die Sitzungen regelt. Hierzu
gehen die Meinungen der Ausſchüſſe auseinander. Auch
in der Debatte, die darüber entſteht, tritt dieſe
Meinungs=
verſchiedenheit zutage. Staatsminiſter Dr. v. Ewald
macht ſchließlich den Vorſchlag, dem Artikel 26 eine
an=
dere Faſſung zu geben, nach der das Protokoll nur, wenn
der Ausſchuß beſchließt, auch die Darſtellung des Inhalts
der Beratung aufzunehmen, am Schluß der Sitzung zu
verleſen und zu genehmigen iſt.
Nach längerer Debatte beantragt Abg. Dr. Schmitt,
die Beſchlußfaſſung über den Artikel 26 einſtweilen
abzu=
ſetzen bis ſich der Ausſchuß nochmals mit dem Vorſchlag
des Staatsminiſters befaßt hat. Dieſer
Rückverweiſungs=
antrag wird angenommen. Zu ſämtlichen übrigen
Ar=
tikeln wird der Ausſchußantrag angenommen.
Die Kammer ſetzt dann die Spezialberatung des
Hauptvoranſchlags für 1914
fort. Zu Kapitel 10,
Staatseiſenbahnen,
widmet Abg. Korell=Angenrod dem verſtorbenen Geh.
Oberbaurat Kilian einen warmen Nachruf und ſpricht
die Hoffnung aus, daß der Nachfolger des Verſtorbenen
den Eiſenbahnwünſchen das gleiche Verſtändnis
entgegen=
bringen möge. Den Wunſch des Herrn Finanzminiſters,
die Eiſenbahnwünſche der Regierung vorher ſchriftlich
mitzuteilen, hält Redner für berechtigt, doch ſollte man die
Ausſprache im Hauſe nach Art der „Kleinen Anfragen” im
Reichstage beibehalten. Redner bringt dann ebenfalls
einige Eiſenbahnſchmerzen zur Sprache; ſpeziell beſpricht er
das Projekt Alsfeld-Nieder=Aula. Der Ort Reimenrod
an dieſer Strecke wünſcht einen Bahnhof. Dieſen Wunſch
unterſtützt Redner. Zur Frage Organiſationen uſw ſtimmt
Redner der Anſicht zu, daß Diſziplin im Eiſenbahnbetrieb
unerläßlich iſt, doch ſollte man die Arbeiter auch ſo
behan=
deln, daß ſie Vertrauen zu ihren Vorgeſetzten haben. Die
Behandlung laſſe aber bei manchen Vorgeſetzten noch ſehr
zu wünſchen übrig. (Hört, hört!) Die Wünſche, die der
Abg. Wünzer für den Odenwald geäußert hat, unterſtützen
wir. Das Gleiche trifft aber auch für den Vogelsberg
zu, und wir hoſſn, daß gegebennſall auch für dein
die Kollegen Schulter an Schulter mit uns kämpfen. Daß
eine Provinz gegen die andere ausgeſpielt wird, iſt ein
Fehler.
Abg. Senßfelder beſpricht das Riedbahnprojekt.
Die Hauptſache ſei, daß dieſe Bahn überhaupt erſt einmal
gebaut wird. Ob ſie in Biſchofsheim oder in
Guſtavs=
burg einmünden ſoll, darüber werde man ſich noch einigen.
Weiter wünſcht Redner eine Automobilverbindung
zwi=
ſchen Groß=Gerau und dem Rhein nach Oppenheim zu.
Der Bahnhof Groß=Gerau ſollte ein Stück nach Klein=
Gerau zu verlegt werden. Ueber ſchlechte
Zugverbindun=
gen, namentlich nach der Mainſpitze, wird von vielen
Ar=
beitern, beſonders aus dem Ried, geklagt. Der
Mittags=
zug Darmſtadt-Groß=Gerau ſollte bis nach Nauheim
ge=
führt werden. Im Bahnhof Groß=Gerau fehlen Schilder,
die die Richtungen der Züge bezeichnen. Den entlaſſenen
Heinrich habe Redner vielfach in Verſammlungen reden
hören und niemals ein unanſtändiges oder aufreizendes
Wort von ihm gehört. Er hat vielmehr, wie ein Meſſias,
oft verſöhnend gewirkt. (Hört, hört!)
Abg. Hauck beſpricht zunächſt kurz die Reviſion des
Eiſenbahnvertrages. Man ſei natürlich darüber einig,
daß eine Reviſion zugunſten Heſſens von allen angenehm
empfunden werden würde. Der Vertrag hat ſeine
Vor=
teile für Heſſen, aber auch Nachteile. Das ſind beſonders
die Beſtimmungen über die Nebenbahnen. Man darf da
keine Vergleiche ziehen mit Oſt= und Weſtpreußen. Das
heſſiſche Nebenbahnnetz bedarf unbedingt des Ausbaues.
Beſonders in Starkenburg werde zu wenig gebaut. Der
Automobilverkehr habe ſich in Bahern ſehr gut bewährt.
Man habe dort 88 Automobilſtrecken, die an 5 Millionen
Anlagekapital erforderten. Was in Bayern ſich bewährt
hat, ſollte auch hier möglich ſein.
Abg. Stöpler meint, zu den Wünſchen auf Reviſion
des Eiſenbahnvertrages ſollte man doch bedenken,
daß auch Preußen eine Statiſtik über die Ausdehnung und
Zunahme ſeines Verkehrs vorlegen könnte. Er wünſcht
dann eine Halle für Lauterbach=Nord. Man ſei ſchon
zu=
frieden, wenn man dorthin eine irgendwo abgelegte Halle
bekommt. (Heiterkeit.) Auf der Strecke Gießen-
Gelnhau=
ſen geht der Nachmittagszug 2,16 Uhr nur bis Nidda.
Die=
ſer Zug ſollte bis Gelnhauſen durchgeführt werden.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. März 1914.
Nummer 71.
Abg. Breidenbach tritt für die Bahn Friedberg=
Ranſtadt ein, befürwortet die vom Abg. Joutz angeregte
Nauheimer Rundbahn, den Ausbau der Bahn Nad
Nau=
heim-Uſingen, tritt für Herſtellung eines Fußweges ein
zum Bahnhof Reichelsheim in der Wetterau, für den
Um=
bau des Bahnhofes Dorheim uſw.
Abg. Dr. Wolf=Gonſenheim kommt auf die alten
Beſchwerden der früheren Beamten der Heſſiſchen
Lud=
wigsbahn zu ſprechen, über die Anrechnung der
Beſol=
dungsvordienſtzeit, in der dieſe Beamten gegenüber den
preußiſchen gleicher Kategorie im Nachteil ſind. Er bittet,
die Regierung möge energiſche Schritte tun bei der
preu=
ßiſchen Regierung, um dieſe Nachteile zu beſeitigen. Klage
führt Redner über die ſchlechten Verbindungen zwiſchen
der Reſidenz Darmſtadt und Bingen. Bei der
Selztal=
bahn herrſchen höchſt mangelhafte Zuſtände in
verſchie=
ner Beziehung, die dringend der Abſtellung bedürfen.
Abg. Reh: Es iſt eine alte Erfahrung, daß die
Be=
ratung des Eiſenbahnkapitels immer im
Bummelzugs=
tempo vor ſich geht, und es empfiehlt ſich doch dringend
das Schnellzugstempo. Redner beſpricht dann die
Lohn=
verhältniſſe der Eiſenbahnarbeiter, die vielfach tatſächlich
zu gering ſind. Auch das Beſchwerderecht der Arbeiter
bedürfe der Reform. Es beſtehe eine Beſtimmung, daß
eine Beſchwerde nur erfolgen darf, wenn der zuſtändige
Bahnmeiſter das geſtattet. Dieſe Beſtimmung macht faſt
jede Beſchwerde illuſoriſch. Redner befürwortet das
Bahnprojekt Alsfeld-Loshauſen, eine Halteſtelle in
Eulersdorf und äußert einige Fahrplanwünſche im
Be=
reiche der Gießener Strecken uſw. Er polemiſiert dann
gegen den Abg. Schott und beſpricht kurz die eventuelle
Reviſion des Eiſenbahnvertrages. Es wäre dringend zu
wünſchen, daß die Regierung das erbetene Material
nun=
mehr ſehr bald vorlege.
Abg. Lang (auf der Tribüne ſaſt unverſtändlich)
unterſtützt die Ausführungen des Abg. Wünzer im
allge=
meinen und tritt für Erbach-Amorbach im beſonderen
ein. Er befürwortet weitere Automobillinien.
Abg. Dr. Schmitt (ſchwer verſtändlich) ſtellt feſt,
daß er der 31. Redner zur Eiſenbahndebatte iſt. Er ſpricht
ſeine Genugtuung darüber aus, daß die
Eiſenbahnverwal=
tung in bezug auf Anſtellungen heſſiſcher Bahnwärter uſw.
Entgegenkommen gezeigt hat. Auch die Sonntagsruhe iſt
zum Teil beſſer geworden, wenn ſie auch hin und wieder
noch beſſer geregelt ſein könnte. Man ſollte z. B. an
zwei hohen Feſttagen doch wenigſtens einen ganz frei
geben. Wünſchenswert wäre es, wenn die Löhne in
be=
nachbarten Bezirken keine Verſchiedenheit aufweiſen
wür=
den. Die Arbeiterzüge ſollten in ihren Ankunftszeiten
praktiſcher gelegt werden im Intereſſe der Arbeiter.
Be=
amte und Arbeiter, die ſich an ihrem Arbeitsort angekauft
haben, ſollte man nicht ohne zwingendſte Gründe verſetzen.
Den Arbeiterausſchüſſen müßte ſeitens der Behörden mehr
Bedeutung zugemeſſen werden. Die Hauptſache ſei, daß
man den Arbeitern und ihren Vertretungen Vertrauen
entgegenbringt, damit auch die Arbeiter ihrerſeits
Ver=
trauen faſſen können. Im weiteren äußert Redner
Fahr=
planwünſche. Sehr mangelhaft ſei die Verbindung
Mainz-Wöllſtein. Daß der neue Eilzug Mainz-Alzey
in Niederolm und Wörrſtadt nicht halten ſoll, iſt
durch=
aus zu beanſtanden. Cerade aus dieſen Orten, die beide
Amtsgerichte haben, kommen die Leute nach Mainz. Wenn
der Zug da nicht halte, habe er keinen Wert. Was der Abg.
Dr. Wolf bezüglich der früheren Beamten der Main=
Neckar=Bahn geſagt hat, verdient vollauf Unterſtützung.
Die Eiſenbahnverwaltung ſollte doch dafür ſorgen, daß
in den Frühzügen wenigſtens während der
Kammer=
tagung Platz vorhanden iſt. Wenn Abg. Reh geſagt hat,
man wünſche zur Reviſion des Vertrages die Vorlage von
Material, zu dem man ſich die Beſchlußfaſſung ja
vor=
behalten könne, ſo iſt dieſes zu unterſchreiben. Wenn die
Regierung das Material vorenthalte, ſo müſſe dies den
Eindruck erwecken, daß das Material einer Reviſion ſehr
günſtig ſei. Er hoffe aber gern, daß die Regierung das
Material bald vorlegen werde, trotz der ablehnenden
Hal=
tung der Erſten Kammer.
Nach der Pauſe wird zunächſt der zurückgeſtellte
Ar=
tikel 26 der
landſtändiſchen Geſchäftsordnung
beſprochen. Der Ausſchuß beantragt nach dem Bericht
des Abg. Dr. Schmitt, dieſen Artikel 26 nunmehr in
folgender von Staatsminiſter Dr. v. Ewald
vorgeſchla=
genen Faſſung anzunehmen:
„Ueber die Verhandlungen der Ausſchüſſe iſt ein
Pro=
tokoll aufzunehmen, das die Namen der anweſenden
Aus=
ſchußmitglieder und der Regierungsvertreter, die im
Ver=
laufe der Sitzung geſtellten Anträge, ſowie die gefaßten
Beſchlüſſe bei namentlicher Abſtimmung unter Angabe
des Stimmenverhältniſſes enthält.
Es wird vom Präſidenten des Ausſchuſſes und dem
Schriftführer unterzeichnet. Wenn der Ausſchuß es
be=
ſchließt, muß es auch eine gedrängte Darſtellung des
weſentlichen Inhalts der Beratungen geben. In dieſem
Falle iſt es am Schluß der Sitzung zu verleſen und zu
genehmigen.”
Der Antrag wird angenommen. Damit iſt die
landſtändiſche Geſchäftsordnung erledigt.
Die Eiſenbahndebatte
wird fortgeſetzt.
Abg. v. Brentano beklagt ſich darüber, daß die
Eiſenbahndebatten öfters draußen ironiſch kritiſiert
wer=
den. Es ſei doch ſehr notwendig, hier die Klagen über
die Eiſenbahnverhältniſſe, die oft tief einſchneidende ſind,
eingehend zu beſprechen. Die Güterverladeſtelle Kempten,
die ſchon ſo oft dringend verlangt worden iſt, iſt immer
noch nicht errichtet. Es iſt eine wahre Leidensgeſchichte,
die dieſem Antrage zugrunde liegt. Er werde demnächſt
einen Antrag einbringen, der an Deutlichkeit nichts zu
wünſchen übrig laſſe. Redner wünſcht eine beſſere
An=
ſchlußverbindung des Zuges 1.34 Darmſtadt-Offenbach.
Abg. Hartmann führt Beſchwerde über die Ausgabe
von Arbeiterfahrkarten und klagt beſonders darüber, daß
dieſe nicht über 50 Kilometer hinaus ausgegeben werden.
Man müſſe den Gedanken, die Reichseiſenbahn
einzufüh=
ren, unbedingt aufrecht erhalten. Die 4. Klaſſe der Züge
ſollte entweder ganz beſeitigt oder beſſer ausgeſtattet
wer=
den. Die Unreinlichkeit in dieſen Wagen iſt geradezu
ge=
ſundheitsgefährlich. Was an Lurus in der 1. Klaſſe
herrſcht, herrſcht an Bedürftigkeit in der 4. Klaſſe. — Abg.
Ulrich unterſtützt dieſe Klagen und fordert daß vor
allem die Arbeiterzüge nicht immer überfüllt ſind. Sehr
oft müſſen die Arbeiter auf den Plattformen ſtehen, um
überhaupt mitzukommen. Bezüglich der
Arbeiterfahr=
karten ſollte die Regierung doch ein ſehr ernſtes Wort
ſprechen, um den Geltungsbereich von 100 Kilometern, der
früher war, wieder einzuführen. Redner hält es
eben=
falls für notwendig, die Eiſenbahnklagen hier eingehend
zu erörtern. Den Wunſch des Abg. v. Brentano bezüglich
des Zuges 1.34 unterſtützt Redner, doch habe die
Re=
gierung auf ſeine frühere Klage geantwortet, das ginge
nicht zu ändern, weil der Zug in Frankfurt unbedingt
ab=
fahren müſſe. Zur Reviſion des Eiſenbahnvertrages iſt
er der Meinung, daß dieſe ſehr wohl zu größerem
Ein=
fluß auch auf die Verwaltung führen kann.
Finanzminiſter Dr. Braun
bittet, ihm, nachdem nun 34 Redner geſprochen,
auch ein paar Worte zu geſtatten. Allerdings
könne das auch nur im Schnellzugstempo
geſche=
hen. Auszuſcheiden ſind für heuſe alle Fragen, zu denen
eine beſondere Interpellation angekündigk iſt, und alle
Kla=
gen über den inneren Betrieb. Solche Klagen müßten
unbedingt vorher ſchriftlich eingebracht werden. Das
gleiche gilt von den Wünſchen bezüglich Verlegung oder
Einlegung von Zügen und dergleichen. Das Miniſterium
kann in all’ ſolchen Fällen das Vorgebrachte nur
weiter=
geben oder auf den Weg der ſchriftlichen Eingabe
verwei=
ſen. Trotz alledem erkenne ich an, daß ich durch die vielen
Klagen einigermaßen in die Neſſeln geſetzt worden bin,
und das ſchmerzt. Dieſer Schmerz ſitzt um ſo tiefer, als
bei dieſer Redeflut die Ausſicht, das Budget rechtzeitig
fer=
tigzuſtellen, immer mehr ſchwindet. Ich möchte mich alſo
auf Weniges beſchränken. Auf die Frage der
Vertrags=
reviſion kann ich im Rahmen der Budgetberatung nicht
ein=
gehen. Die Stellung der Regierung zu dieſer Frage iſt ja
auch bekannt. Ob man die Fragen des Abg. Molthan
be=
züglich der Konkurrenzierung der Heſſiſchen Ludwigsbahn
einwandfrei beantworten kann, mag dahingeſtellt ſein.
Immerhin liegt es in dem Bereich der Möglichkeit.
Schwie=
riger iſt die Beantwortung der zweiten Frage, ob der
Mehrwert der heſſiſchen Bahnen ſich ſtatiſtiſch nachweiſen
laſſe. Die Regierung wird’s verſuchen. Wenn der Abg.
Reh geſagt hat, es handle ſich nur um Beibringung des
Materials, ſo iſt doch dazu zu bemerken, daß von anderer
Seite deutlich ausgeſprochen wurde, daß das Material,
wenn es günſtig ausfällt, zur Reviſion als Vorlage dienen
ſoll. Die Herren vergeſſen dabei, daß das Material aber
auch für Heſſen ungünſtig ausfallen könnte, und daß dann
doch eine einſeitige Behandlung nicht gut angängig ſei. Ich
bin dabei nicht ganz ohne Bedenken. Mehr möchte ich nicht
ſagen. Was die Arbeiterfragen betrifft, ſo iſt die
Wirk=
ſamkeit der Arbeiterausſchüſſe ſeit 1910 dadurch erhöht
wor=
den, daß jetzt ſchon bei 50 gleichartigen Arbeitern einer Stelle
ein ſolcher Arbeiterausſchuß gebildet werden kann, gegen
früher bei 100 Arbeitern. Von den beſtehenden Ausſchüſſen
im Bezirk Mainz wurden ſeit Beſtehen über 300 Anträge
geſtellt. In der übergroßen Zahl dieſer Anträge iſt auf die
Wünſche der Arbeiter eingegangen worden. Das beweiſt
doch, daß die Arbeiterausſchüſſe von erheblichem Einfluß
ſind. Die vom Abg. v. Brentano angeſchnittene Frage des
Wohnſitzes der Arbeiter und Angeſtellten iſt von erheblicher
ſozialer Bedeutung. Die Frage wird im allgemeinen nach
dem Grundſatz geregelt, daß die Arbeiter am Orte ihrer
Arbeitsſtellen wohnen ſollen. Abgewichen davon ſoll nur
werden, wenn der Dienſt darunter nicht leidet und wenn
die Entfernung zwiſchen Wohnort und Arbeitsſtätte nicht
mehr als höchſtens 30 Kilometer beträgt. Wo es möglich
iſt, wird auf die perſönlichen Verhälniſſe des Einzelnen
Rückſicht genommen. In Mainz zum Beiſpiel wohnen von
100 in Frage kommenden Beamten 75 außerhalb von
Mainz. Aehnlich iſt es in Bingen. Dieſes offenbare
Miß=
verhältnis ſoll auch nach und nach gebeſſert werden. Ganz
ſind dabei Härten nicht zu vermeiden. Auf die Frage der
mittleren Beamten möchte ich wegen Zeitmangels nicht
näher eingehen; es iſt ja auch anerkannt worden, daß hier
die Verhältniſſe ſehr gebeſſert ſind. Auch auf die
Lohnver=
hältniſſe der Arbeiter und die Arbeiterfahrkarten kann ich
nicht eingehen. Hinſichtlich der letzteren iſt beſtimmt
wor=
den, daß Anträge auf ſolche Karten über 50 Kilometer
hin=
aus nicht bewilligt werden ſollen. Beſtehende Karten ſollen
auch nach und nach auf 50 Kilometer beſchränkt werden.
Heſſen allein kann da eine Aenderung nicht treffen. Es
iſt=
das eine Angelegenheit der Gemeinſchaft. In zahlreichen
Reden ſind die elektriſchen Bahnen als Bahnen der Zukunft
bezeichnet worden. Wenn der Abg. Hauck darauf
hinge=
wieſen hat, daß der frühere Baurat Schöberl die elektriſchen
Bahnen als nicht billiger bezeichnet hat, wie den
Dampf=
betrieb, ſo iſt dieſe Aeußerung wohl älteren Datums. Durch
die Schaffung der Ueberlandzentralen iſt dieſe Frage eine
weſentlich andere geworden. Den elektriſchen Bahnen den
gleichen ſtaatlichen Zuſchuß von 30 Prozent zu gewähren,
wie den Dampfbahnen, hat keinen Anſtand. Soweit wir
in Zukunft elektriſche Bahnen bauen, haben wir zu dieſen
die volle Selbſtändigkeit, die Sie ja bei dem jetzigen
Bau=
ſyſtem ſo ſchmerzlich vermiſſen. Man kann alſo den Bau
von elektriſchen Bahnen durchaus fördern. Nachdem wir
in Heſſen ſeit Jahren die Schuldentilgung geregelt haben,
die Ausgleichsfonds uſw. gebildet und die
Beſoldungs=
ordnung, wie ich hoffe, zuſtande gebracht haben, werden
wir daran denken können, mit Hilfe der
Eiſenbahn=
überſchüſſe Beſſerung der
Verkehrsver=
hältniſſe zu ſchaffen. Wenn das auch noch
Zu=
kunftsmuſik iſt, ſo ſoll doch damit gezeigt werden, welchen
Weg unſere Finanzen geführt werden ſollen. (Bravol)
Abg. Buſold vermißt in der Regierungsantwort
ein Eingehen auf die von ihm vorgebrachte Klage über die
Entſcheidung der Verwaltung zu der Eingabe der
verheira=
teten ungelernten Arbeiter. Es ſcheine alſo, als ſei die
Regierung mit der kritiſierten Entſcheidung einverſtanden,
Dem Abg. Oſann ſtimme er zu, wenn dieſer gewünſcht
habe, daß die älteren verheirateten Arbeiter beſſer bezahlt
würden als die jüngeren, aber in der Praxis ſei es leider
nicht der Fall. Er wünſche weiter ein Eingehen auf dier
Bahn Hanau-Büdingen (Finanzminiſter Dr. Braun=
Weil hierzu ein beſonderer Antrag vorliegt!) Ich hätter
trotzdem gewünſcht, daß ein Wort zur Beruhigung geſagt
worden wäre.
Abg. Finger (auf der Tribüne unverſtändlich) wünſcht
Eilzüge auf der Strecke Worms-Bingen.
Abg. Molthan begrüßt die letzten Ausführungen
des Finanzminiſters über die elektriſchen Bahnen.en
Gedanke, daß eine Reviſion des Vertrages auch zu Une
gunſten Heſſens ausfallen könne, iſt ganz neu. Wenn das
wirklich wahr wäre, würden wir natürlich auf die Reviſion
verzichten. Wir verlangen ja doch nur die Beiſchaffulg
des Materials zur Prüfung der Frage der Reviſion.
werden dieſen Gedanken nicht fallen laſſen. Merkwürdig
iſt, daß die heſſiſche Regierung früher ſelbſt den
Reviſions=
gedanken in Berlin betrieben hat, während ſie jetzt auf
ſtrikt ablehnendem Standpunkte ſteht.
Damit ſchließt die Debatte.
Das Kapitel wird nach dem Ausſchußantrag
ange=
nommen. Ebenſo debattelos das Kapitel 11.
Darauf wird die Sitzung geſchloſſen. — Der Präſident
teilt mit, daß nächſte Woche von Dienstag ab
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[ ← ][ ][ → ]Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. Marz 1914.
Nummer .1.
Richard Wagner-Verein Darmstadt
Montag, den 16. März 1914, abends 8 Uhr.
im Festsaale der Turngemeinde:
Kammermusik-Abend
von
Konzertsängerin Fräulein Hedwig Rode
aus Osnabrück (Alt) und der
Frankfurter Kammermusikvereinigung
der Herren: Konzertmeister und Kammervirtuos Hans Lange
(I. Violine), Konzertmeister Willem Meyer (II. Violine), Professor
Fritz Bassermann (Bratsche), Solocelist Ary Schuyer (
Violon-
cello), August Riechers (Klarinette), Johannes Ruge (Horn),
Heinrich Türk (Fagott) und Ernst Hauser (Kontrabass).
Der Kaps-Konzertflügel ist aus dem Lager der Firma
Hof-
lieferant Leopold Schutter (Elisabethenstrasse 12).
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., Saalkarten zu 3 Mk., Nummerierter Balkon zu 3 Mk. und
Galerie zu 1.50 Mk.; Studentenkarten zu 1 Mk. und Schülerkarten
zu 50 Pfg. bei Heinrich Arnold, im Verkehrsbüro u. abends
an der Kasse. (Die Städtische Billettsteuer wird von der
Vereins-
kasse getragen.) Beitrittserklärungen für das laufende
Vereinsjahr, die noch vor dem obigen Konzerte erfolgen,
berechtigen zu dessen freiem Besuche. Der Beitrag
für den Rest des Jahres 1914 beträgt 10 Mk.
Der Vorstand.
6583)
Verein ſür nalugenäße Lebens= und Heilweiſe
Geieheinenig, 1. peruſcht.
Donnerstag, den 12. März, abends 8¼ Uhr,
wird Herr Emil Peters aus Berlin=Neuenhagen
im Kaiſerſaal (Grafenſtr.) einen öffentlichen
Vor=
trag halten über das Thema:
„Schlaf und die Heilung der Schlafloſigkeit‟
Herr Emil Peters iſt durch ſeine früheren Vorträge als gute
Redner bekannt. — Unſere Mitglieder mit Familten haben gegen
Vorzeigen der Mitgliedskarten freien Eintritt. Von Nichtmitgliedern
wird zur teilweiſen Deckung der Unkoſten ein Eintrittsgeld von 30 Pfg.
erhoben. Neu beitretende Mitglieder haben freien Eintritt. Wir laden
zu recht zahlreichem Beſuche ein.
Der Vorſtand:
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L. Saeng, Vorſitzender.
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Samstag, den 21. März,
abends 8½ Uhr,
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Rheinstr. (Eing. Grafenstr.)
Anträge der Mitglieder, die in
dieser Versammlung beraten
werden sollen, sind spätestens
bis zum 16. ds. Mts. schriftlich an
den I. Vorsitzenden zu richten.
Der Vorstand.
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zum Raisſener.
Freitag abend:
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Käthe Müller
Frau Huber
. Paula Karſtedt
Hans, ein junger
Bauernburſch . Otto Thomſen
Eine
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ſammlerin . . . Ad. Jungkurth
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Die Stimme
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Die Stimme
des
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(6578)
Nummer 71.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 12. März 1914.
Seite 23.
Vorträge.
— Vor einem zahlreichen Publikum hielt am Dienstag
ladend Herr Profeſſor Dr. C. Uhl ig aus Tübingen
ſeimen von der Abteilung Darmſtadt der Deutſchen Kolo=
Unalgeſellſchaft unter Anſchluß des Odenwaldklubs
ver=
amſtalteten intereſſanten und auch von Humor gewürzten
richtbildervortrag über das Thema: „Der
Kili=
mandſcharo und Meru, die europäiſchen Anſiedelungen da=
Afalbſt und Hochgebirgstouren auf den Gletſchern des
Kibo=
gepfels” Nach einer kurzen einleitenden Anſprache des
Aorſitzenden ergriff der Redner das Wort zu ſeinem Vor=
Alnag. Zur Orientierung gab er erſt eine geographiſche Ein=
Alfitung, die durch einige Lichtbilder erläutert wurde.
Sodann führte der Vortragende die Zuhörer in ausführ=
Alacher Schilderung von der Bahnſtation Moſchi der Uſam=
Ubarabahn aus auf den Gipfel des Kibo, von dem aus man
lerne herrliche Fernſicht bis zum Meere genießt. Sodann
berichtete er über die Beſteigung des Mawenſi. Ueber die
Aemropäiſchen Anſiedelungen am Fuße des Meru konnte
Er=
freuliches berichtet werden; die Anſiedler ſitzen dort ſchon
zremlich dicht. Neger haben dort keine Anſiedelungen, weil
ſee die Ueberfälle der Maſſou, eines räuberiſchen
Hirten=
tolkes im Norden des Meru, fürchten. Von letzteren wur=
Ateen einige intereſſante Bilder vorgeführt, ſo zum Beiſpiel
ern typiſches Bild des Volksſtammes, ein ſtaatlicher
Be=
ennter, deſſen Adlernaſe deutlich die hamitiſche Abſtammung
zeigt; Weiber mit ihrem Eiſenſchmuck, Hütten und
Vieh=
kaal. Der Vortragende ſchloß ſeine Ausführungen mit dem
Wunſche, daß auch die Anweſenden dazu beitragen
möch=
ten, daß es in den Kolonien vorwärts käme. — Im Namen
der Kolonialgeſellſchaft dankte der Vorſitzende dem Redner
ftär ſeinen prächtigen Vortrag und wies auf das demnächſt
ſeattfindende Kolonialfeſt hin mit der Bitte um zahlreichen
Beſuch.
Turnen, Spiele und Sport.
sr. Lawn=Tennis an der Riviera. Das
Internatio=
wale Lawn=Tennis=Turnier in Mentone, iſt, ſoweit die
offenen Spiele in Betracht kommen, abgeſchloſſen. Die
Herren=Meiſterſchaft der Riviera gewann A. F. Wilding,
der ſchon in den Jahren 1909, 1910 und 1913 den von der
Stadt Mentone geſtifteten Pokal eroberte, mit einem Siege
von 611, 6:4, 6:2 über F. G. Lowe. Die Damen=
Meiſter=
ſchaft der Riviera entſchied Miß Lambert=Chambers zu
ihren Gunſten, indem ſie Miß Ryan mit 622, 611 leicht
abfertigte. Die Meiſterſchaft der Riviera im gemiſchten
Doppelſpiel brachte in der Vorſchlußrunde einen Sieg von
Miß Ryan-Decugis mit 622, 1:6, 614 über Miß Lambert=
Chambers-F. G. Lowe. In der Schlußrunde traf das
ſiegreiche Paar auf Frau OHarra Murray-Wilding der
das Spiel, von ſeiner Partnerin beſtens unterſtützt, mit
2:6, 6:4, 6:4 an ſich brachte.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
leinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.
— Es wäre ſehr zu wünſchen, wenn die Zuſtände im
Dornheimer Weg beim Kohlenfahren nach der
Stadt beſeitigt würden, denn es iſt eine wahre Schande,
wie da mit fremdem Eigentum umgegangen wird. Hinter
den Wagen gehen Kinder und auch Erwachſene nach,
aus=
gerüſtet mit alten Kinderwagen oder Säcken, wo gerufen
wird zu den Fuhrleuten: „Sie, werfen Sie mir ein paar
Kohlen runter” was auch ſehr oft geſchieht, und zwar
wer=
den da die größten Stücke vom Wagen geworfen, die
grö=
ßeren von den Kindern holen ſich ſehr oft die Kohlen und
Briketts ſelbſt von dem Wagen herunter. Im Dornheimer
Weg ſind vier Wirtſchaften, und halten die Fuhrleute ſehr
oft an, und wenn die Fuhrleute eingekehrt ſind, werden
die Kohlen und Briketts von den Wagen geholt. Auch iſt
es ſchon vorgekommen, daß ein Mann, welcher die Kohlen
vom Wagen in den Keller zu tragen hatte, Briketts an
zwei bereitſtehende Männer vom Wagen herunter, gegen
eine Vergütung, abgegeben hat, zur Zeit, wo der
Fuhr=
mann im Wirtshaus geſeſſen hat. Beſonders wird der
Unfug getrieben ſchon morgens vor Tagesanbruch und zur
Zeit, wo die Kinder nicht in der Schule ſind. Auch iſt es
ein großer Mißſtand, die Kohlen ſo zu verladen, wie es
üblich iſt, die Wagen werden nämlich an einem
Ende ſo hoch beladen, daß die Kohlen unbedingt beim
Fahren herunterfallen müſſen, während am anderen Ende
viel Platz leer bleibt, um bequemer abladen zu können,
alſo auf Koſten der Konſumenten. Die Herren
Kohlen=
händler haben dadurch keinen Schaden, indem die
Koh=
len und Briketts erſt entwendet werden, nachdem ſie
gewogen worden ſind, aber die Vorſtände der
Koh=
lenbezugsvereine, überhaupt alle Konſumenten, ſollten
der Sache einmal ſorgfältig nachgehen, damit dieſem
Un=
fug ein Ende gemacht wird. Die Polizei kann es nur
dann erreichen, wenn die betreffenden Beamten keine
Uni=
form tragen, denn, wenn ſich ein Schutzmann oder
Gen=
darm in Uniform ſehen läßt, dann kommt nichts derartiges
vor.
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Seite 24.
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betitelt sich eine Broschüre des physiolog. Chemikers J. Will,
in welcher derselbe in eingehender Weise dartut, daß unsere
sämtlichen chronischen Krankheiten die Folge einer fehlerhaften
Emdhrung sindt. Mit zwingender Logik weist der Verfasser
nach, daß die für die Spunnkraft unseres Organismus
erfor-
derlichen Mineralbestandteile in unseren Speisen teilweise in
zu geringen Mengen, teilweise in einem vollständig falschen
Verhältnis vorhanden sind, daß wir uns beispielsweise viel zu
wenig Schwefel, Kalk und Natron, dagegen viel zu große
Mengen Phosphor und Kali zuführen. Daß infolge dessen der
Organismus gezwungen ist, falsch zusammengesetzte Zellen
und Gewebe zu bilden, die leicht zu Zerfall neigen, und daß
dabei Unmengen von Zersetzungsprodukten entstehen, die
nicht flott genug ausgeschiéden werden können und dadurch
die Funktion der einzelnen Organe hemmen oder sogar zu
Mißbildungen derselben führen.
Genau genommen sind diese Ausführungen nicht neu,
sondern werden schon lange von den Vertretern der
Mährsalz-
theorie verfochten. Neu dagegen sind die Schlußfolgerungen,
die der Verfasser auf Grund 15jähriger, mühevoller Versuche
zieht, und deren Richtigkeit er durch 5jährige, praktische
Erfolge beweist Dieselben gipfeln darin, daß alle sogenannten
Nährsalze, die aus Mischungen kristalisierter Salze bestehen,
für den Organismus wertlos sind, weil sie denselben ungenützt
passieren. Die aus Pflanzen gewonnenen Nährsalze leiden
an dem Ubelstande, daß ihre Zusammensetzung eine
schwan-
kende ist und nie im richtigen Verhältnis, wie sie das Blut
aufweist, gewonnen werden kann. Es gibt nach seinen
Be-
hauptungen eine ganz bestimmte Form, in der sich die
Mineral-
bestandteile beſinden müssen, wenn sie für den Organismus
vollwertig sein sollen, und die, in jahrelanger Praxis erzielten
geradezu
Staunen erregenden Erfolge
beweisen, daß diese Ansicht richtig sein muß.
jedem denkenden Menschen, jeder sorgenden Hausfrau
der, das leibliche Wohl der Ihrigen am Herzen liegt, kann
daher nur empfohlen werden, sich vollständig kostenlos von
der Physiologischen Abteilung des Chemischen Laboratoriums
J. Will in St. Ludwig i. Els. Prospekte und Zeugnisse kommen
zu lassen.
Es liegt hier entschieden eine Entdeckung vor, die
ge-
eignet ist, mächtig fördernd auf das Volkswohl einzuwirken
eine Entdeckung, deren Tragweite heute noch garnicht über
sehen werden kann.
gez. Dr. BETscHART.
Herrn J. Will,
Binningen.
Mit Freuden will ich Ihrem Wunsche nachkommen, um
einige Auszüge von meinen Erfahrungen über Ihre vitale
Ernährungsweise zu skizzieren. Diese
Nahrungsergänzungs-
mittel gebrauchen wir schon seit ungefähr 4 jahren in unserer
zahlreichen Haushaltung. Wir befinden uns Dank dieser
Ernährungsweise wohl und arbeitsfähig, was früher nicht
der Fall war.
Unsere verschiedenen Leiden, Kopfschmerzen,
hart-
näckiges Magenleiden, Rheumatismen, chronischer
Hals-
katarrh, sowie Krampfaderbeine sind zum Teil ganz geheilt.
Ein Großkind, das ich von seiner Geburt an vital
er-
nährt habe, gibt einen glänzenden Beweis für die Richtigkeit
Irer Behauptungen. Das Kind ist so normal und so wohl
gebaut, auch ist es kräftig und ausdäuernd, machte schon mit
2½ Jahren mehrstündige Fußtouren ohne zu ermüden. Ich
möchte deshalb allen Müttern dringend empfehlen, von der
bisherigen wertlosen Nahrung Abstand zu nehmen und die
vitale Ernährungsweise einzuführen. Ihre Lieblinge würden
dadurch wohl von allen sogen. Kinderkrankheiten bewahrt,
würden gedeihen und den Grund legen zu einem gesunden
leistungsfähigen Menschengeschlecht, während das jetzige
durch seine fehlerhafte Ernährung größtenteils nur so dahin-
siecht und ihm durch die ständigen Krankheiten alle Freude
am Dasein vergällt ist.
Ich hoffe mit diesem einfachen aber wahren Zeugnis
recht viele meiner leidenden Mitmenschen für diese Sache zu
entflammen, damit auch sie sich der Zahl derer anschließen
die so glücklich sind in dem Bewußtsein ihrer lang- oder
kurzjährigen Krankheiten durch Ihre vitale Ernährungsweise
endlich enthoben zu werden.
Wald (Kt. Zürich), den 14. Febr. 1911.
sig. Frau B
.B
Herrn J. Will,
Binningen.
Auf Ihre Anfrage bestätige ich Ihnen gern, daß ich seit
4 Jahren Ihre Ernährungsweise befolge und von dem Resultat
höchst befriedigt bin. Nicht nur hat sich mein
Magen-
katarrh und meine Skrophulose und verschiedene andere
Krankheiten, wie Blinddarmentzündungen, Blasenkatarrh,
hochgradige Nervosität etc., an denen ich seit meiner
Kindheit litt und die trotz 10—12 verschiedenen Heilmethoden
nicht zu beseitigen waren, vollständig verloren, ich bin auch
trotz meines Alters von 65 Jahren viel rüstiger und
leistungs-
fähiger als in früherer Zeit. Betreffs Intelligenz und
Körper-
kräfte fühle ich keine Spur des Alters.
chter, die ebenfalls Ihre Ernährungsweise
be-
folgt, hat dadurch ihre hochgradige Gicht, die schon bis
zur Verkrüppelung einzelner Gledmaßen vorgeschritten war,
verloren und ist heute eine gesunde und glückliche Frau,
was vorher trotz Konsultation einer Reihe von Autoritäten
auf medizinischem Gebiet nicht zu erreichen war.
Auch bei einer Reihe von Bekannten und Verwandten,
denen ich Ihre vitale Lebensweise anriet, konnte ich die
gleich günstigen Resultate jeststellen.
Meine Überzeugung geht dahin, daß Ihrer vitalen
Er-
nährungsweise die Zukunft gehört, und daß dieselbe berufen
ist, einen Teil des sozialen Elends zu beseitigen.
Während ich früher an jeder Influenza-Epidemie schwer
litt, geht sie nun seit Gebrauch der Nährsalzpräparate ohne
Gruß an mir vorüber.
Gündlikon bei Elgg, 10. Februar 1911.
C. 2. . . .
Herrn J. Will,
Binningen.
Wie Ihnen bekannt, befolge ich mit meiner Familie
seit Jahren, wenn auch nicht ganz regelmäßig, Ihre vitale
Erndhrungsweise. Von den Erfolgen bin ich hochbefriedigt
und kann Ihnen dasselbe aus meinem Bekannten- und
Ver-
wandtenkreis berichten.
Als ganz eklatanter Beweis für die Richtigkeit Ihrer
Theorie mag Ihnen Folgendes dienen: meine Frau war vor
einigen Jahren gesundheitlich so herabgekommen, daß sie
sich von 4 Arzten untersuchen ließ. die übereinstimmend ein
unheilbares Herzleiden feststellten und die Lebensdauer
auf ganz kurze Zeit bemaßen. Als letzte Hoffnung griff sie
dann zu Ihrer vitalen Ernährungsweise und bei der vor kurzem
wieder erfolgten Untersuchung durch dieselben Arzte wurde
festgestellt, daß das Herzleiden voilständig geschwunden
sei. Die Frau fühlt sich wohl und kräftig und
leistungs-
fähiger als in früheren Jahren.
Bei einem Töchterchen, das bedenkliche epileptische
Anfälle zeigte, wurde in kurzer Zeit durch Ihre
Ernährungs-
weise ein vollständiger Rückgang der Anfälle erzielt und
läßt auch der übrige Gesundheitszustand nichts zu
wün-
schen übrig.
Es könnte manches Elend verhütet werden, wenn es
gelänge Ihre vitale Ernährungsweise allgemein einzuführen.
Hochachtungsvoll!
Wangen a. 4A., den 10. Februar 1911.
F
Herrn J. Will,
Binningen.
Sie wünschen zu wissen, welche Erfolge ich durch
Befolgung Ihrer vitalen Ernährungsweise erzielt habe, und
komme ich diesem Wunsche gerne nach. Ich kann meine
Erfahrungen kurz dahin zusammenfassen, daß ich in den
4 Jahren einer richtigen Ernährungsweise ein ganz anderer
Mensch geworden bin. Früher allen möglichen
Krank-
heiten und Bresten unterworfen, die sich namentlich bei
Witterungs- und Jahreszeitwechsel regelmäßig einstellten,
kenne ich jetzt so etwas gar nicht mehr. Ich bin
leistungsfäbiger, ausdauernder, geistig regsamer.
Von meiner jetzt 68jährigen Mutter kann ich dasselbe
berichten. jeder der sie sieht, taxiert sie höchstens auf
45—50 Jahre. Dabei ist sie rüstig, versieht nicht nur den
ganzen Haushalt allein, sondern macht auch noch Ausflüge
von 4—5 Stunden mit, ohne wesentlich zu ermüden. Ihr
Gallensteinleiden, das ihr früher manche schmerzhafte
Stunde bereitet, hat sich vollständig verloren, auch die
sonstigen Bresten, mit denen sie teilweise von Kind auf zu
kämpfen hatte, sind geschwunden.
Ich hatte vielfach Gelegenheit, Ihre vitale
Ernährungs-
weise in Verwandten- und Bekanntenkreisen zu empfehlen
und kann auch von hier nur dasselbe berichten. Eine 70 Tante hat z. B. ihre Gichtschmerzen vollständig
verloren. Die Rückbildung wäre bei derselben jedenfalls noch
viel intensiver, wenn sie sich zu einer regelmäßigeren
Be-
folgung Ihrer Ernährungsweise verstehen wollte.
Ich kann Ihnen nur das Zeugnis ausstellen, daß Ihre
vitale Ernährungsweise ein Segen für die Menschheit wäre
sobald sie allgemein eingeführt wird.
Mit vollkommener Hochachtung
Binningen, den 13. II. 1911.
E. K..
Herrn J. Will,
Binningen.
Ich bestätige Ihnen gerne Folgendes: durch forciertes
Velofahren hatte ich mir ein Herzleiden zugezogen,
Herz-
erweiterung, wie der Arzt sagte, der seine Kunst vergeblich
an mir verwendete. Das Ubel wurde trotz Digitalis immer
schlimmer, so daß ich zuletzt bei der geringsten körperlichen
Anstrengung außer Atem kam und fortwährend
Schwindel-
anfälle hatte. Durch den steten Blutandrang nach dem Kopf
wurde ich nach und nach so nerväs, daß oft ganz
gering-
fügige Ursachen bei mir wahre Wutanfälle auslösten. Um
dem ganzen die Krone aufzusetzen wuchs mir dann noch zu
guter Letzt ein so herrlicher Kropf, daß ich kein Hemd am
Hals mehr schließen konnte. Das gleiche Schicksal teilte
mein 5jähriger Knabe d. h. in bezug auf den Kropf.
Schon lange mit den Methoden von Bilz, Platen, Kuhne
und Rickli vertraut, entschloß ich mich einmal einen Versuch
mit Ihrer vitalen Ernährungsweise zu machen. Der Erfolg
war überraschend. Nach verhältnismäßig kurzer Zeit ließen
die Kongestionen nach, der Kropf begann sowohl bei mir,
wie bei meinem Knaben zu schwinden und heute ist keine
Spur mehr davon vorhanden. Die Herzerweiterung ist derart
geschwunden, daß ich mich heute anheischig mache, eine
Velotour von 250—300 Kilometer im Tage ohne gänzliche
Erschöpfung zu erledigen.
Man liest öfters in den Zeitungen, wie einer mit diesem
oder jenem, mit viel Geschrei angepriesenen Mittel, in Zeit
von wenig Tagen von einem Schnupfen befreit wurde, was
mir höchstens ein mitleidiges Lächeln abnötigt. Ich kenne
ein Mittel (Ihre vitalen Nährsalze) bei dessen Anwendung
man den Schnupfen gar nicht mehr bekommt. Früher
wurde ich fast regelmäßig alle 2 Monate von einem
hart-
näckigen Schnupfen heimgesucht, jetzt habe ich schon über
ein Jahr lang nichts Derartiges mehr verspürt.
Der Kostenpunkt für Befolgung Ihrer
Ernährungsvor=
schriften ist gleich Null, denn mit den Präparaten erhält man.
gleich einen Teil der täglichen Nahrung. Es wäre dringend
zu wünschen, daß Ihre vitale Ernährungsweise in allen
Be-
völkerungsklassen Eingang fände, was ungemein zur Hebung
des Volkswohles beitragen würde.
Osterfingen, den 23. II. 11.
R. St.
, Schreiner.
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