Anzeigenpreis:
Abonnementspreis:
177. Jahrgang
Die 49 mm breite Petitzeile oder deren Raum:
Ausg. A (mit Ill. Unterhaltungsbl.) monatl 60 Pfg.,
im Kreiſe Darmſtadt 10 Pfa auswärts 20 Pfg.;
vierteljährl. Mk. 1.80, Ausgabe B (mit Ill.
Unter=
haltungsblatt u. Ill. Wochen=Chronik) monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der wöchentlichen Beilage: die 84 mm breite Reklamezeile oder deren Rolln
im Kreiſe Darmſtadt 30 Pfg., auswärts 75 Pfg.;
50 Pfg. vierteljährl. Nr. 2.40. Abonnements nehmen
Rabat nach Tariſ. Anzeigen nehmen entgegen: die
entgegen: die Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23 (Fernſpr.
Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23, die Filialen u. Agen=
Nr. 1 u. 426), unſere Filialen. Landagenturen u. alle
turen, Annoneenexped. des In= u. Auslandes. WBei
Poſtämter. Verantwortlichkeit für Aufnahme von
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Konkurs od. gerichtl. Beitreib. fällt jed. Rabatt weg
Anzeigen an beſtimmten Tagen wird nicht übernom.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstag ſetzte geſtern die zweite Leſung
des Etats des Reichsamts des Innern
fort.
2Die elektriſche Bahn ins Martinsviertel,
die einen Koſtenaufwand von 400000 Mark erfordert,
wurde geſtern von der Stadtverordnetenverſammlung
genehmigt.
Ueber die Entlaſſungsgeſuche der
Mitglie=
der der Straßburger Regierung wird der
Kaiſer in den nächſten Tagen entſcheiden.
Die Königin der Hellenen iſt am Mittwoch abend
um 10 Uhr 32 Min von Berlin nach Mailand
ab=
gereiſt, von wo ſie ſich über Brindiſi nach Athen begibt.
Der griechiſche Miniſterpräſident Venizelos ſtattete am
Mittwoch nachmittag dem Prinzen zu Wied in Potsdam
einen längeren Beſuch ab und reiſte abends nach
Wien ab.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Die Entwickelung
unerer Schuhgebiete 1312/13.
* Die Denkſchrift der
Kolonialverwal=
nung über die deutſchen Schutzgebiete
Afrikas und der Südſee für das Jahr
912/13 wird zu Beginn der nächſten Woche im
Buch=
handel erſcheinen. Mit Zuſtimmung des
Reichskolonial=
amts und durch das Entgegenkommen der Verleger, der
Egl. Hofbuchhandlung E. S. Mittler u. Sohn iſt das
Wolffſche Bureau ſchon heute in der Lage, die wichtigſten
Teile der Einleitung dieſer Denkſchrift zu veröffentlichen.
Der Landfriede wurde im Berichtsjahre (April
1912 bis April 1913) in keinem Schutzgebiet ernſtlich
ge=
ſtört. Die Haltung der Eingeborenen war ruhig in Togo
und Deutſch=Oſtafrika, ſowie in Deutſch=Südweſtafrika, wo
diie Schutztruppe wieder zu öffentlichen Arbeiten
heran=
gezogen werden konnte. Im Inſelgebiet iſt die öffentliche
Ruhe nirgends geſtört worden. In Samoa hat die
zu=
nächſt unentſchieden gelaſſene und erſt nach Ablauf des
Verichtsjahres geregelte Frage der Nachfolgeſchaft für den
verſtorbenen Häuptling nicht zu der vielfach befürchteten
Leunruhigung der Bevölkerung geführt.
Ihre Hauptaufgabe ſieht die Kolonialverwaltung in
der Verbeſſerung der geſundheitlichen Zuſtände,
insbeſondere der Eingeborenenbevölkerung, und in der
eſchaffung entſprechender ſanitärer Einrichtungen und
Verbreitung beſſerer hygieniſcher Grundſätze. Die
grroße Verbreitung der Schlafkrankheit in
Ka=
merun macht der Verwaltung noch ſchwere
Gorgen; ihre erfolgreiche Bekämpfung wird noch
langere Zeit und große Energie erfordern. Im
übri=
gaen wird der Geſundheitszuſtand in Kamerun als gut
bezeichnet. Aus Deutſch=Oſtafrika wird ein befriedigender
Gefundheitszuſtand der Weißen gemeldet. Die weiße
Levölkerung in ſämtlichen Schutzgebieten iſt von
2.:342 auf 24389, alſo rund um 1000 Menſchen, geſtiegen.
ITger Zuwachs kommt hauptſächlich auf Deutſch=Oſtafrika,
Udunn auf Kamerun und Deutſch=Neuguineg. Die Ab=
Unuhme in Deutſch=Südweſtafrika hängt auch mit der
Be=
endigung von Eiſenbahnbauten zuſammen. Bei dem
Zu=
wachs von Deutſch=Neuguineg iſt zu beachten, daß auch
dise Japaner zu den Weißen gerechnet werden. Die
tat=
ſühchliche Bewegung der geſamten farbigen
Bevöl=
kerrung, ihre Ab= und Zunahme läßt ſich ſchwer
beſtim=
men, ſo lange nicht allgemeine exakte Zählungen
vor=
ligegen. Zuwachs= oder Abnahmeziffern, wie ſie auch für
gäs Berichtsjahr vorliegen, ſind alſo zurzeit auf neue
Scchätzungen und auf Fortſchritte in den exakten Zählungen
zurrückzuführen. In Samoa hat ſich die natürliche
Ver=
mehrung der Eingeborenenbevölkerung gebeſſert.
Gleich=
zeütig hat aber auch die Zahl der Miſchlinge wieder
zu=
rmnommen. Letzteres gilt auch für Togo, Deutſch=
Süd=
vieſtafrika und Deutſch=Neuguineg. Ueber das
Schul=
umnd Miſſionsweſen ſind im ſtatiſtiſchen Teil
ein=
rechendere Mitteilungen als früher zu finden. Die
Miſ=
liennen entfalteten überall eine ſehr rege Tätigkeit, auch
uff dem Gebiete des Schulweſens, der Krankenpflege und
ſer Hygiene.
Die weltwirtſchaftliche Lage war zwar für
ie Kolonialwirtſchaft im allgemeinen günſtig, hat ſich
Uher doch gegen Ende des Verichtsjahres namentlich durch
en Niedergang der Kautſchulpreiſe zu verſchlechtern
be=
ſennen. In den Kolonien ſelbſt waren die allgemeinen
nundlagen für die Entwickelung nicht überall günſtig.
Unehr und mehr zeigt ſich, daß jetzt nach dem Ausbau
wich=
liger Eiſenbahnſtrecken die weitere wirtſchaftliche
Ent=
bilkelung unſerer Schutzgebiete in erſter Linie von der
Alt beiterfrage abhängt. In Südweſtafrika litt
ſo=
oolhl die Farmwirtſchaft wie der Bergbau unter dem
zeit=
beüſe geringeren Zuzug von Ovambo=Arbeitern. In
Ka=
nearun, wo große Nachfrage nach Arbeitern war und wo
für die Regelung der Arbeiteranwerbung, ſowie für die
Für=
ſorge manches geſchah, machte ſich gleichfalls zeitweiſe ein
empfindlicher Mangel an Arbeitern geltend. In Oſtafrika
waren die Arbeitsverhältniſſe im allgemeinen befriedigend.
In Deutſch=Neuguinea müßte die Zahl der jetzt dort
täti=
gen Arbeiter verdoppelt werden, wenn nur die beſtehenden
Unternehmungen ihre Pflanzungsverpflichtungen für die
aufgenommenen Ländereien einhalten wollten.
Auf dem Gebiete des Geld= und Kreditweſens
iſt hervorzuheben: In Südweſtafrika wurden die
Grund=
lagen für die Errichtung einer
Landwirtſchafts=
bank gebildet, die im Juli 1913 ins Leben trat. Die im
Verhältnis zur Zahl der Beteiligten ſehr reichlichen
ſtaat=
lichen Mittel, mit denen die Anſtalt von vornherein
aus=
geſtattet wurde, laſſen erhoffen, daß das Bedürfnis der
Landwirte nach langfriſtigem Boden= und
Meliorations=
kredit nunmehr gründlich befriedigt iſt. Die
Landwirt=
ſchaftsbank hat auch die Aufgabe erhalten, den
landwirt=
ſchaftlichen Betriebs= und Perſonalkredit unter
Verwen=
dung eines Teiles ihres Grundkapitals zu organiſieren. In
Oſtafrika traten Beſtrebungen auf, den landwirtſchaftlichen
Kredit ähnlich wie in Deutſch=Südweſtafrika einzurichten;
zu beſtimmten Vorſchlägen oder Vorlagen der Verwaltung
kam es aber noch nicht. Eine der wichtigſten allgemeinen
Grundlagen der Kolonialwirtſchaft, das
Verkehrs=
weſen, iſt in ſeinen verſchiedenen Zweigen wieder
er=
heblich gefördert worden. Der Eiſenbahnbau und =betrieb
hat in allen afrikaniſchen Schutzgebieten Fortſchritte
auf=
zuweiſen, namentlich in Oſtafrika, wo die Tanganjika=
Eiſenbahn am Ende des Berichtsjahres bis zum Kilometer
848 fertiggeſtellt war. Im Norden des Schutzgebietes
wurde die Neubauſtrecke der Uſambarabahn Buiko-
Mo=
ſchi vollendet, auch wurden Vorarbeiten für die weitere
Fortſetzung der Bahn unternommen. Für eine Südbahn
=und eine Eiſenbahn nach Ruanda wurden
Erkundungs=
arbeiten gemacht. In Südweſtafrika wurde der Umbau
der Strecke Karibib-Windhuk beendigt, ebenſo der Bau
der Nordſüdbahn; auf den neu erbauten Bahnſtrecken
wurde der Betrieb, allerdings erſt zum Teil,
aufgenom=
men. Die Betriebsergebniſſe der Stavilahn waren
in=
folge der Vermehrung der Kupferförderung gut. In
Ka=
merun hat die Nordbahn eine günſtige
Verkehrsentwicke=
lung aufzuweiſen, an der Mittellandbahn wurde
weiter=
gebaut. In Togo wurde der Anſchluß an Atakpame
er=
reicht; für neue Tracen wurden Vorarbeiten gemacht. Im
Poſt=, Telegraphen= und Kabelverkehr ſind
bemerkenswerte Fortſchritte zu verzeichnen. Abgeſehen
von der weiteren Ausgeſtaltung des Poſt= und
Telegra=
phenweſens in den einzelnen Schutzgebieten war die
Le=
gung des Kabels der Deutſch=Niederländiſchen
Kabelgeſell=
ſchaft von Monrovia nach Lome und Duala von großer
Bedeutung. Kamerun und Togo ſind nunmehr die erſten
Schutzgebiete, die eine deutſche Kabelverbindung mit der
Heimat beſitzen. In Neuguineg iſt eine
funkentelegraphi=
ſche Verbindung zwiſchen der Inſel Angaur und der Inſel
Jap hergeſtellt worden, die ja mehrfach an das
Weltkabel=
netz angeſchloſſen iſt.
Unter den einzelnen Zweigen der Kolonialwirtſchaft
ſteht die landwirtſchaftliche Produktion
oben=
an, namentlich, wenn man nicht nur an die
Ausfuhrproduk=
tion denkt, bei der ja die Diamanten an erſter Stelle ſtehen.
Die Pflanzerwirtſchaft hat ſich, da die Wirkung der
nied=
rigen Kautſchukpreiſe ſich im Berichtsjahr noch wenig
gel=
tend machte, im allgemeinen guter Verhältniſſe erfreut.
Auch die Kautſchulpflanzungen in Oſtafrika dehnten ſich
noch erheblich aus. Die Prokuktion von Kaffee nahm zu.
Die Pflanzerwirtſchaft Kameruns iſt im Fortſchreiten; für
einen neuen Zweig, die Bananenpflanzung, ſind durch ein
Ausfuhrunternehmen günſtige Ausſichten geſchaffen
wor=
den. Beträchtlich iſt die Zunahme des Pflanzungslandes
in Neuguinea. Die ſüdweſtafrikaniſche Farmwirtſchaft
hat zwar den durch die neuen Eiſenbahnen zu erwartenden
Anſtoß noch nicht voll erfahren, ſich aber immerhin günſtig
weiter entwickelt Die Einrichtungen der Verwaltung zur
Förderung der Landwirtſchaft, einſchließlich der Viehzucht,
ſind weiter ausgebaut worden und haben eine rege
Tätig=
keit entfaltet, ſo in Kamerun, Togo und beſonders in
Oſt=
afrika, wo dieſe Anſtalten auf acht erhöht worden ſind. Die
forſtwirtſchaftlichen Maßnahmen betrafen in der
Haupt=
ſache, ſo namentlich in Oſtafrika und Togo, die weitere
Schaffung von Waldreſervaten und Schutzwäldern. Die
Seefiſcherei iſt in Südweſtafrika von einem Unternehmen
im Großbetriebe aufgenommen worden. Der Bergbau
und der ſonſtige Abbau von Mineralien, einſchließlich der
Phosphate, hat ein beſonders günſtiges Betriebsjahr zu
verzeichnen. Obenan ſteht Südweſtafrika, wo der
Diaman=
tenabbau eine ſehr bedeutende Steigerung, namentlich nach
Aufnahme des Betriebs durch die Pomona=Geſellſchaft,
erſuhr.
Der auswärtige Handel der ſämtlichen
Schutz=
gebiete hat ſich von 240 Millionen Mark auf 263 Millionen
Mark erhöht, wozu am meiſten die Steigerung des
Ge=
ſamthandels von Oſtafrika von 68 auf 81 Milionen
bei=
trug. Aber auch in allen übrigen Kolonien hat der
Ge=
ſamthandel, zum Teil beträchtlich, zugenommen. Der
Ein=
fuhrhandel aller Schutzgebiete zuſammen iſt von 1422
Mil=
lionen Mark auf 142,7 Millionen Mark geſtiegen, hat alſo
um 500 000 Mark zugenommen; die Ausfuhr, die von 98
auf 121 Millionen Mark geſtiegen iſt, hat um 23 Millionen
Mark zugenommen. Von der Ausfuhrſteigerung kommen
auf Südweſtafrika 11 und auf Oſtafrika 9 Millionen.
Demgegenüber ſteht ein Ausfall bei der Einfuhr in
Süd=
weſtafrika von 7 Millionen Mark und eine Steigerung der=
Einfuhr in Oſtafrika und in Kamerun von je 5 Millionen
Mark. Die übrigen Schutzgebiete weiſen keine erheblichen
Schwankungen auf. Im ganzen iſt bemerkenswert die ſehr
geringe Steigerung des Einfuhrhandels gegenüber der
ſehr beträchtlichen Hebung der Ausfuhr. Im vorigen
Jah=
resbericht mußte gerade das Gegenteil feſtgeſtellt werden.
Ausſchlaggebend für dieſe Umgeſtaltung ſind vor allem die
Verhältniſſe in Südweſtafrika: die dorige große
Steige=
rung der Diamantenausfuhr einerſeits, die beträchtliche
Verringerung der Einfuhr durchAusbleiben der
Eiſenbahn=
materialieneinfuhr und durch zunehmende inländiſche
Pro=
duktion andererſeits. Die Finanzlage war in allen
Schutzgebieten günſtig. Nur in Togo hat ſich die
Finanz=
lage infolge der geringeren Einnahmen aus den
Verkehrs=
anlagen und der durch ſchlechte Erntergebniſſe
verurſach=
ten Schwächung der Kaufkraft der Eingeborenen etwas
verſchlechtert.
Die Demiſſion der Regierung
in Eſſaß=Lothringen.
* Berliner Blätter wollen wiſſen, der Statthalter
habe ſchon vor der Zabernaffäre die Reichsregierung
wiſſen laſſen, daß er infolge ſeines Alters und der
Kränk=
lichkeit ſeiner Gattin demiſſionieren wolle. Sein Rücktritt
war ſchließlich auf den Spätherbſt des Jahres 1913
feſt=
geſetzt worden. Infolge der Zaberner Sache konnte dieſer
Termin nicht innegehalten werden. Graf Wedel habe in
Straßburg und Berlin gegenüber Kaiſer und
Reichskanz=
ler kein Hehl daraus gemacht, daß die Erledigung der
Zaberner Affäre nicht ſeinen Anſichten entſpräche. Bei
der letzten Konferenz in Berlin ſei die Form des
Rück=
tritts feſtgelegt worden. Staatsſekretär von Bulach glaubte
jedoch, des Vertrauens des Kaiſers ſicher zu ſein, und ſei
daher durch die Demiſſion ziemlich überraſcht worden. Er
werde anfangs Februar nach Schloß Othauſen im
Unter=
elſaß überſiedeln, während Graf Wedel ein Haus in
Ber=
lin gelauft hat und ſeinen Wohnſitz in Berlin und auf
ſeinen Gütern in Schweden nehmen werde.
Der Berliner Lokalanzeiger ſchreibt: Elſaß=Lothringen
geht damit einer Reform an Haupt und Gliedern entgegen,
inſofern es ſich um die Leute von ſeiner Verwaltung
han=
delt. Man denkt nicht daran, dem Lande ſeine Rechte, die
ihm verliehen worden ſind. zu kürzen, aber bei den
ſchwan=
kenden Stimmungen in den meiſten Schichten der
Be=
völkerung bedarf es einer feſten Hand, wenn Sicherheit
dafür gegeben werden ſoll daß dieſes Recht nicht zum
Schaden des ganzen Deutſchen Reiches ausſchlägt. — Die
Voſſiſche Zeitung ſchreibt: Daß neue Männer für Elſaß=
Lothringen herangezogen werden iſt wahrſcheinlich, und
wir hoffen, daß es nicht bloß Nummern ſind, die den
alten Faden weiter ſpinnen. Der Fall Zabern hat zu
einem Siege der Militärgewalt auf der ganzen Linie
ge=
führt. — Das Berliner Tageblatt ſchreibt: Daß die
elſaß=
lothringiſche Zivilverwaltung in der Zaberner
Angelegen=
heit eine Niederlage erlitten hat, iſt unzweifelhaft. Da
kein Verſuch zur Ueberprüfung des Urteils durch das
Reichsmilitärgericht gemacht wurde, gab der
Reichskanz=
ler die Zivilverwaltung damit frei. Die jetzt geſchaffene
Klärung iſt unter allen Umſtänden vorzuziehen, ſo daß
man ſich jetzt auf einen neuen Kurs einrichten kann. —
Die Tägliche Rundſchau ſchreibt: „Die durch die Zaberner
Irrungen und Wirrungen ſo ſchwer bloßgeſtellten
Straß=
burger Regierungsmänner haben alſo ihre Entlaſſung
nachgeſucht und warten auf deren Genehmigung. Wir
hoffen, daß ihnen von Berlin aus kein Hindernis in den
Weg gelegt wird. Denn ohne Aenderung des
Straßbur=
ger Regierungs= und Verwaltungsſyſtems iſt eine
Beſſe=
rung der elſäſſiſchen Kriſe nicht zu erhoffen.”
Graf Wedel iſt ſeit dem 21. Oktober 1907 Statthalter.
Deutſches Reich.
— Der Kaiſer und der Reichstag.
Ber=
liner Blätter meldeten, der Kaiſer habe ſeine Verſtimmung
gegen den Reichstag dadurch zum Ausdruck gebracht, daß
er bei der Defiliercour den Reichstagspräſidenten Dr.
Kaempf einfach begrüßte, während er den beiden
Präſi=
denten des Herrenhauſes und des Abgeordnetenhauſes
oſtentativ die Hand reichte. Dieſe Meldung wird als
un=
richtig bezeichnet. Der Berliner Lokal=Anzeiger erklärt
da=
zu: Wenn man berückſichtigt, daß Herr von Wedel
Haus=
miniſter des Kaiſers war und daß Graf von Schwerin=
Löwitz, Vorſitzender des Deutſchen Landwirtſchaftsrates,
dem Kaiſer intim bekannt iſt, während er ſolche
perſön=
liche Beziehungen zu dem Präſidenten Kaempf nicht hat,
ſo wird man dieſen Vorgang natürlich finden und ihm
keine politiſche Bedeutung beilegen oder ihn gar als eine
kaiſerliche Kundgebung gegen den Reichstag
beziehungs=
weiſe den Präſidenten hinſtellen können.
— Die Errichtung des neuen
Kolonial=
gerichtshofes in Hamburg wird ſeitens des
Reichskolonialamtes keinen Widerſpruch finden, wenn die
Mehrheit des Reichstags den von der Kommiſſion
gefaß=
ten Beſchluß beſtätigen ſollte. Der Beſchluß der
Kommiſ=
ſion hat in Hamburg große Befriedigung hervorgerufen.
Wie bekannt, ſind von Hamburger Großkaufmannsſeite
die Mittel für das Dienſtgebäude des neuen
Kolonial=
gerſchtshofes bereits geſtiftet worden. Im Reichstage
beſteht die Abſicht, den Geſetzentwurf möglichſt bald zu
verabſchieden, da über ſeine Hauptbeſtimmungen größere
Meinungsverſchiedenheiten nicht herrſchen.
Das Reichstheatergeſetz. Dem
Verneh=
men nach wird der Entwurf eines Reichstheatergeſetzes
demnächſt dem Bundesrat zugehen. Der Entwurf ſelbſ
war ſchon geraume Zeit ausgearbeitet, ſeine Begründung
iſt jetzt im weſentlichen fertiggeſtellt worden. Ob de
Reichstag noch in dieſer Tagung ſich mit dem Entwur
befaſſen kann, ſcheint zweifelhaft.
Liſtenführung unſerer Rekruten.
Durch die Preſſe wurde vor einiger Zeit die Nachricht
ver=
breitet, daß beabſichtigt ſei, die Liſtenführung für die
Ein=
ſtellung in die Armee ausſchließlich auf die 20jährigen zu
beſchränken. Wie die Nachrichten des Wehrvereins von
unterrichteter Seite erfahren, entſpricht dieſe Mitteilung
in keiner Weiſe den Tatſachen.
— Die Antwort der chriſtlichen Gewerk
ſchaften. Ein bekannter Führer der chriſtlichen
Ge=
werkſchaftsbewegung äußert ſich, wie wir der Rheiniſch=
Weſtfäliſchen Zeitung entnehmen, zu dem Brief des
Kar=
dinals Kopp wie folgt:
„Wir ſind ein rein wirtſchaftlicher Verband mit der
Aufgabe: der Arbeiterſchaft den Anteil an den
Wirt=
ſchaftsgütern zu ſichern, der ihr gebührt. Einer
eingehen=
den Kritik des Briefes nach Inhalt und
Veröffentlichungs=
ort enthalten wir uns ſo lange ſeine Echtheit nicht
un=
zweifelhaft iſt. Jedenfalls haben wir aus dem Brief zum
erſten Male von der Zurückziehung der erſten Koppſchen
Zuſtimmung zu der bekannten Interpretation Biſchof
Schultes gehört. Soll Biſchof Schulte jetzt abgeſchüttelt
werden? Unſere Zweifel an der Echtheit des Briefes
fußen in der Ungewöhnlichkeit des Vorganges: daß ein
katholiſcher Biſchof gegen den anderen öffentlich in der
Preſſe, noch dazu in einem ſo einſeitigen Blatt, wie es die
Klarheit und Wahrheit des Grafen Oppersdorff iſt.
Stel=
lung nimmt. Sollte dieſer Brief des Kardinals Kopp echt
ſein und ſollte er die Ankündigung einer ſchärferen
Ton=
art in dem alten Gewerkſchaftsſtreit ſein, ſo ſehen die
Ge=
werkſchaften dem mit Ruhe entgegen. Die bisherigen
Verſuche, ſeinem herrlichen und in volkswirtſchaftlicher
und politiſcher Beziehung vom Staat ſehr beachtenswerten
Gedanken: alle chriſtlichen und nationalgeſinnten
Berg=
arbeiter ohne Unterſchied der Konfeſſion zu ſammeln,
Ab=
bruch zu tun, ſind kläglich geſcheitert; mochten ſie von
ſo=
zialdemokratiſcher Seite oder von der katholiſchen
Fachab=
teilungs=Bewegung ausgehen. Trotz aller Anfeindungen
(Biſchof Korum in der Saar=Bergarbeiterbewegung u. a.
iſt die Entwickelung der Gewerkſchaften dauernd ſehr
gün=
ſtig; von Verluſten kann gar keine Rede ſein: Mitglieder,
die die Kämpfe der letzten Zeit überdauert haben, ſind
von der Lebenskraft und der inneren Berechtigung der
chriſtlichen Gewerkſchaften ſo überzeugt, daß ſie ihre
re=
ligiöſen und politiſchen Ideale nirgends beſſer aufgehoben
wiſſen wollen. Führer und Mannen werden deshalb
auch das Letzte daranſetzen, in alle Zukunft die volle
Un=
abhängigkeit und die Selbſtändigkeit der chriſtlichen
Ge=
werkſchaften zu erhalten. Und das zum wahren Beſten
des Vaterlandes.”
— Noch eine Zabern=Interpellation.
Der Reichstagsabgeordnete Sittart (Zentr.) richtete an
den Reichskanzler folgende Anfrage:
Infolge der Vorgänge in Zabern iſt das 99.
Infan=
terie=Regiment aus ſeiner Garniſon in die Baracken nach
Hagenau und Bitſch verlegt worden. Dieſe Verlegung des
ganzen Regiments, insbeſondere die Fortdauer der
Ver=
legung, wird, zumal in einem ſo harten Winter, als eine
ſchwere Beſtrafung empfunden, nicht nur von den
Betei=
ligten, ſondern von dem Volke und in erſter Reihe von
den Angehörigen derjenigen Offiziere und Mannſchaften
des 99. Infanterie=Regiments, welche keinen Anlaß zu der
Verlegung des Regiments gaben. Ich richte an den Herrn
Reichskanzler die Anfrage, ob und wie lange dieſe bitter
empfundene Beſtrafung des ganzen Regiments ausgedehnt
werden ſoll, und wann das Regiment wieder in ſeine
frühere oder andere Garniſon überwieſen werden wird?
— Die Vermögenserklärung zum
Wehr=
beitrag. Der Reichstagsabgeordnete Trendel (Zentr.)
richtete an den Reichskanzler folgende Anfrage:
In weiten Kreiſen der Bevölkerung und der
Steuer=
behörden herrſcht trotz der Erklärung des
Reichsſchatz=
ſekretärs vom 16. Januar 1914 Unklarheit darüber, ob
das nach dem Wehrbeitragsgeſetze nach dem Stande vom
31. Dezember 1913 feſtgeſtellte Vermögen, da es nach dem
Ertragswert oder dem gemeinen Wert (Verkaufswert.
feſtgeſtellt worden iſt. unverändert gemäß der Paragraphen
19 und 20 des Beſitzſteuergeſetzes bei Feſtſtellung des
Vermögenszuwachſes im Jahre 1917 zugrunde zu legen iſt
oder ob 1917 die Grundbeſitzer von neuem eine
nachträg=
liche Bewertung ihrer Grundſtücke nach dem
Ertrags=
wert oder dem Verkaufswert rückwirkend auf 1914
bean=
tragen können. Eine beſtimmte Auskunft über die Anſicht
der Reichsleitung würde im Volke beruhigend wirken
und die Unzahl der Berufungen hintanhalten. Iſt de
Reichskanzler bereit, hierüber Auskunft zu erteilen?
— Staatseiſenbahnanleihe in Bayern
Dem bayeriſchen Landtag iſt ein Nachtragspoſtulat der
Regierung zu dem außerordentlichen Etat für 1914/15 in
Höhe von 17 Millionen Mark zugegangen. Er ſoll in
Form einer Staatseiſenbahnanleihe aufgenommen
wer=
den und zur Ergänzung des Fuhrparks dienen. In der
Begründung heißt es: Der Güterwagenpark ſoll nach
Ver=
einbarungen der am deutſchen Staatswagenverbande
be=
teiligten Regierungen mit Rückſicht auf den während der
Hochkonjunktur im letzten Jahre wieder ſtärker
hervorge=
tretenen Wagenmangel erheblich vermehrt werden. Es wird
deshalb auf Rechnung des außerordentlichen Budgets für
1914/15 die Beſchaffung von etwa 5000 Güterwagen zum
Geſamtbetrage von 17 Millionen Mark vorgeſehen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Der Budgetausſchuß des
öſterreichi=
ſchen Abgeordnetenhauſes beendete die
Be=
ratung des Budgetproviſoriums. Die Regierungsvorlage,
betreffend ein ſechsmonatliches Proviſorium, wurde mit
29 gegen 18 Stimmen angenommen. Der Ausſchuß er
teilte gemäß dem Antrag des Referenten dem Finanz
miniſter die Ermächtigung, die Mittel zur Einlöſung der
im Juli 1914 und im Januar 1915 fälligen
Staatsſchatz=
ſcheine durch eine Prämienanleihe oder durch eine andere
Anleihe zu beſchaffen. Ferner wurde die Regierung
er=
mächtigt, 30 Millionen für Eiſenbahninveſtitionen und
227,6 Millionen als Beitragsleiſtung zu den vorjährigen
Mobiliſierungskoſten im Kreditwege zu beſchaffen.
Frankreich.
Die Aufregung über die Putilow=
An=
gelegenheit. Die Aufregung, welche die Meldung
über den Verkauf der Putilowſchen Werke in Paris
her=
vorgerufen hat, kommt trotz aller Dementis auch in der
Morgenpreſſe am Donnerstag zu lebhaftem Ausdruck.
Der offiziöſe Petit Pariſien ſchreibt: Wir erfahren aus
guter Quelle, daß die Putilowſchen Werke von der Gefahr
bedroht ſind, zum großen Teil in Hände überzugehen, die
nicht ruſſiſch ſind, und daß deshalb gewiſſe Dinge, deren
Geheimhaltung im Intereſſe Frankreichs liegt, außerhalb
der ruſſiſchen Militärkreiſe bekannt werden könnten. Falls
die ruſſiſche Regierung dieſer Gefahr gegenüber gleichgültig
bleibe, würde dieſe Haltung in Frankreich nachdrücklichen
Einſpruch hervorrufen. Das franzöſiſch=ruſſiſche Bündnis
müſſe in gleicher Weiſe zum Nutzen beider Länder betätigt
werden. Der bisherige Botſchafter Delcaſſé und ſein
Nach=
folger Paléologue werden ja jedenfalls heikle
Verhandlun=
gen zu führen haben. — Der radikale Rappel ſchreibt
Wir ſpielen Rußland gegenüber die Rolle des armen
Ver=
wandten und man behandelt uns als die am wenigſten
begünſtigte Nation. Dafür allerdings wird Rußland
dem=
nächſt von neuem unſere Milliarden in Anſpruch nehmen.
— Der Gaulois meint: Die Angelegenheit beweiſe, welche
Gefahren die franzöſiſch=ruſſiſche Allianz bedrohen und wie
notwendig es ſei, daß die franzöſiſche Diplomatie wachſam
bleibe. Leider laſſe die franzöſiſche Tätigkeit in
Peters=
burg viel zu wünſchen übrig und es ſei für niemanden
ein Geheimnis, daß Frankreich es weder verſtanden habe,
ſein Bündnis mit den erforderlichen Bürgſchaften zu
um=
geben, noch aus demſelben entſprechende Vorteile zu
ziehen. — Das Echo de Paris meldet aus Petersburg:
Es heißt, daß man in ruſſiſchen Kreiſen den großen Ernſt
der Angelegenheit begreift. Man bemühe ſich
gegenwär=
tig, die Verwirklichung der ins Auge gefaßten
Vereinba=
rungen zu verhindern. Seitens der Firma Creuſot wurde
einem Berichterſtatter erklärt, falls der Verkauf der
Puti=
lowſchen Werke ſich beſtätigen ſollte, wäre zu
unter=
ſuchen, ob auch der Verkauf franzöſiſcher Patente mit
ein=
begriffen ſei. Es würde ſich da um eine Frage des
inter=
nationalen Rechtes handeln.
Rußland.
Die Einnahmen aus dem
Branntwein=
monopol. Im Reichsrat ſprach bei der Beratung des
Geſetzentwurfs über die Abänderung der Beſtimmungen
über den Branntweinverkauf Graf Witte den Wunſch
aus, man möge die von ihm ſelbſt begangenen ſchweren
Fehler verbeſſern. Deshalb rufe er mit aller Kraft:
ver=
beſſert die Fehler, die Witte begangen hat, Fehler, die
Rußland ſeinem Untergang entgegenführen! Die
Begren=
zung der Einnahmen aus dem Branntweinmonopol ſei
as einzige Heilmittel. Wenn er Mitglied der Regierung
wäre und Zutritt zum Kaiſer hätte, würde er den Kaiſer
bitten, ohne erſt eine Entſcheidung des Reichsrats oder
der Duma abzuwarten, einen Ukas zu erlaſſen, der im
Intereſſe der Geſundheit des ruſſiſchen Volkes die
Ein=
nahmen aus dem Branntweinmonopol auf z. B. 9
Mil=
ionen Rubel begrenze und den Ueberſchuß den
Organ=
ſationen und Geſellſchaften zuweiſe, die es ſich zur
Auf=
gabe machten, die Trunkſucht zu bekämpfen. — Der
Reichs=
rat beſchloß einſtimmig, in die Diskuſſion der einzelnen
Artikel einzutreten.
Balkanſtaaten.
Die neue Regierung in Albanien.
Kontrollkommiſſion nahm die Organiſierung der vonihr
anſtelle der proviſoriſchen Regierung ernannten
Zentral=
regierung vor. Von den früheren Miniſterien werden
zwei, die jetzigen Direktionen des Ackerbaus undder
öffentlichen Arbeiten, gänzlich aufgehoben, während die
Miniſterien für Juſtiz, Finanzen, des Unterrichts, ſowie
der Poſt und der Telegraphen aufrecht erhalten bleiben
Die ganze frühere proviſoriſche Regierung wird auf zwöl
Beamte beſchränkt. Die geſamten übrigen Beamtenſtellen
er früheren proviſoriſchen Regierung werden aufgehoben
Für die entlaſſenen Beamten werden je nach ihrer
Tüch=
tigkeit und Verwendungsmöglichkeit Anſtellungen in den
verſchiedenen Gebieten des Landes gefunden werden.
Südafrike.
Die Deportation der Arbeiterfühlen
Der Oberſte Gerichtshof in Pretoria befaßte ſich mitedem
Geſuch um einen richterlichen Befehl, die Regierung
der Ausführung der Deportation zu verhindern. Der
ſitzende des Gerichtes erklärte im Laufe der Verhandlung
er hätte dem Geſuche ſtattgegeben, wenn er das
Bewei=
mnaterial einen Tag früher vor ſich gehabt hätte. Wem
die Regierung dieſen Männern das Recht des Bürgels
verweigere, an das Gericht in Durban zu appellieren,ſe
ſei das kein rechtsgültiger Akt. Wenn jedoch die Regie
rung in der Angelegenheit Gewalt anwende, ſo ſei ſiedet
Bürgern des Landes verantwortlich. Wie
weiterm=
geteilt wird, trafen die Behörden bei ihren Vorbereit
gen zur Deportation der Arbeiterführer die ausgedehme
ſten Maßnahmen, um den Plan geheim zu halten.
Arbeiterführer wurden am Sonntag nachmittag
vome=
fängnis mit dem Gefängniswagen abgeholt. Nach eine
Fahrt von einigen Meilen wurden ſie in einen Zugs
bracht, in dem ſich Soldaten befanden. Die Gefangenen
pußten nicht, wohin man ſie bringen würde. Alle Fenſtelt
des Zuges waren verhängt; ſelbſt die Bahnbeamtenwaren
nicht unterrichtet und der Zug wurde als Extrazug einere
Theatergeſellſchaft bezeichnet. Erſt an Bord desSchiffes
wurde den Arbeiterführern die Abſicht der
Regierüſmt=
geteilt. Nachdem der Dampfer die Barre gekreuzthaſte,
warf er Anker und den Gefangenen wurde mitgeteilt, daßa
das Schiff 1½ Stunden anhalten würde, damit ſie an ihres
Verwandten und Bekannten ſchreiben könnten. Die „
Uni=
geni” geht direkt nach London. Es iſt bemerkenswert,
daß das Schiff keine funkentelegraphiſchen Einrichtungen
hat. Es führt auch keine anderen Paſſagiere,
* Zabern und der Kölner Karneval. Ueben
den Verlauf einer Sitzung der Großen Kölner
Karnevals=
geſellſchaft berichtet der Kölner Stadtanzeiger: Präſident
Prior benutzte die Begrüßung der Ehrengäſte vom Militär,
um Angriffe der Frankfurter Zeitung auf den Kölner Karnes
val zurückzuweiſen, in denen behauptet war, der Gouverneun
von Köln habe von dem Karnevalspräſidenten verlangi
die Zaberner Vorgänge nicht zu berühren; andernfalls
müſſe er den Offizieren den Beſuch der Sitzungen verhies
ten. Wie Prior verſicherte, iſt an dieſer Behauptungskeiſt
wahres Wort. Allerdings beſäßen die Leiter jeneritze
ungen ſo viel Taktgefühl, daß ſie die militäriſchen Ehren=s
gäſte nicht Beleidigungen ausſetzten. Das Verhältnss
zwiſchen Militär und Zivil ſei in Köln ſo ausgezeichneh
daß man über den erwähnten Artikel kein Wort zu
vel=
lieren brauche. Major Steger unterſtrich unter dem Beiſalll
der Anweſenden die Ausführungen des Präſidenten.
Die Ausgrabungen der
Königin Elena.
C) Mehrfach in den letzten Jahren kamen Nachrichten
über die Erfolge von Ausgrabungen, die die Königin
Elena von Italien in der Nachbarſchaft ihres
Landgutes von Caſtel Porziano veranſtaltet
hat; man glaubte an zufällige Funde und an aus
Lieb=
haberei betriebene gelegentliche Freilegungen. Erſt jetzt
wird bekannt, daß dieſe Ausgrabungen auf dem königlichen
Landgut ſeit 10 Jahren von der Königin Elena in ſehr
großem Umfange ſyſtematiſch und nach ſtreng
archäologi=
ſchen Grundſätzen geleitet werden; zum erſten Mal gibt
Anton Giulio Bragaglia in der Lettura einen
zuſammen=
faſſenden Ueberblick über die bisher erzielten Ergebniſſe
und über die Richtlinien, die bei der ununterbrochen
betrie=
benen Fortführung der Arbeiten maßgebend ſind.
Nur wenigen Forſchern wurde bisher die Möglichkeit
gewährt, die Ausgrabungen zu beſichtigen, denn das
Königspaar wünſcht nicht, daß ſich die Oeffentlichkeit allzu
ſehr mit ſeinen Privatſtudien beſchäftigte; allein Laneiani und
Pigorini, de als Archäologen der Königin mit ihrem
fach=
männiſchen Rate zur Seite ſtehen kennen den ganzen
Um=
fang der bisher erzielten Ergebniſſe und außer ihnen hat
bisher nur Prof. Dante Vaglieri, der bis vor kurzem die
Ausgrabungen von Oſtia leitete, die auf dem königlichen
Landgute ausgegrabenen Nekropolen und altrömiſchen
Landhäuſer beſichtigt, Vaglieri äußerte ſich in Worten der
höchſten Anerkennung über die Art und Weiſe, wie die
Königin ihre Ausgrabungen leitet: „Die Arbeiten werden
mit ſtrengſter Methodik geführt, und folgen den jüngſten
Erkenntniſſen der Wiſſenſchaft; die königliche Archäologin
ſtidiert ſelbſt alle Einzelheiten, ordnet die Materialien,
unternimmt die Terrainabmeſſungen und führt ein
Aus=
grabungstagebuch, das in ſeiner ſachlichen Knappheit und
Vollſtändigkeit als vorbildlich gelten darf. Ein eigenes
Ausgrabungsbureau iſt eingerichtet, kundige Reſtauratoren
arbeiten an der Wiederherſtellung der aufgefundenen
Kunſtſchätze und Fragmente, erſt kürzlich erbat der König
meine Meinung über einen Reſtaurator für alte Fresken,
und wir kamen überein, daß mein Reſtaurator von Oſtia
aus die erforderlichen Arbeiten für das
Ausgrabungs=
bureau von Caſtel Porziano mit übernehmen könnte.”
Die Arbeiten auf dem königlichen Gute verfolgen ein
doppeltes Ziel; ſie wollen in erſter Linie die in dieſem
Landſtrich vorhandenen Ueberreſte der vorrömiſchen
lati=
niſchen Kultur erforſchen, ſodann aber die im Verlaufe der
Arbeiten in immer reicherem Maße hervortretenden
Zeug=
niſſe aus der römiſchen Kaiſerzeit freilegen und
ſicher=
ſtellen. Die auf die latiniſche Prähiſtorie gerichteten
Ar=
beiten gipfelten bisher in der Durchforſchung der zahlreich
vorhandenen Gräberſtätten und führten durch die
Auf=
findung von Waffen aus der Eiſenzeit auch
be=
reits zu Reſultaten, die heute den Mittelpunkt einer
archäo=
logiſchen Streitfrage bilden; Lanciani betrachtet die Funde
als die erſte greifbare Beſtätigung für die alte Legende der
Gründung Laviniums durch aus dem Aegäiſchen Meer
kommende Fremdlinge. Reichere Materialien ergaben die
auf die Ueberreſte der römiſchen Kaiſerzeit gerichteten
Forſchungen der Königin, die bekanntlich mit der
Auffin=
dung und Aufdeckung des alten Laurentium belohnt
wurden Mit dem Aufblühen Roms verfiel die Stadt und
wurde ſchließlich eine Art kaiſerliche Sommerkolonie. Die
Ueberreſte des mächtigen kaiſerlichen Landhauſes wurden
gefunden und freigelegt, ein großer Hauptbau, mit
an=
ſchließenden Nebenbauten, antoniniſchen Tempeln und
prächtigen Thermen. Die Thermen zeigten bei der
Aus=
grabung die Ueberreſte einer ungewöhnlich koſtbaren Aus=
ſchmückung; auf den nunmehr reſtaurierten
Moſaikfuß=
böden und Moſaikbekleidungen der Wände herrſchen dies
Tierdarſtellungen vor, ſie zeigen eine überraſchende re
liſtiſche Vollkomenheit der Zeichnung, eine weitgehendeBec
herrſchung der Bewegung. Vor allem aber überraſchen beiſ
dieſen Moſaikarbeiten, die ſehr zielbewußt einer ſtarken
Bewegungsilluſion zuſtreben, einige Anzeichen einer gleich
ſam impreſſioniſtiſchen Technik: in der Tall
arbeitete der Künſtler mit hellen Streifen, die die
Vor=
ſtellung von Lichtwirkungen vermitteln ſollen und dieſes
Ziel auch in weitgehendem Maße erreichen.
Die Fortſetzung der Arbeiten führte ſodann in derl
Gegend des früheren Meeresſtrandes zu der Auffindung
einer Reihe altrömiſcher Villen die im Verlaufe
Forſchung identifiziert werden konnten. Die erſte Vonk
ihnen wurde von dem Königspaar als das Landhauss
Plinius des Jüngeren beſtimmt, eine
Zuſchrei=
bung, die Prof. Lanciani nach eingehender Nachprüfungh
ſtätigte. Erſt kürzlich wurden in dieſem Hauſe auchdie
von unten geheizten Badezimmer und die alten Heizvoſs
richtungen freigelegt. Neben der Villa des Plinius fandg
man die Villa des berühmten Redners Holg
tenſius die in Anlage, Bau und Umgebung genaumitk
den altrömiſchen Schilderungen übereinſtimmte; dieſer Ents
deckung folgte dann die von der Königin geleitete
Freileg=
ung des Vicus Auguſtanus, der auf dem Rückenei
Hügels erbaut iſt; hier war es auch, wo die Königinbaſ
der Ausgrabung der Gartenanlagen die wundervolle alte
Nachbildung des Diskuswerfers von Myron entdecte
Gegenwärtig liegt der Schwerpunkt der Ausgrabung
arbeiten in der Gegend von Trefuſina, wo inmittenech
eckig geſchnittener Grotten die Villa des Muciuh
des Schwagers des Marius, aufgefunden wurde,
Stadt und Land.
Darmſtadt, 30. Januar.
Deie Straßenbahn nach dem Martinsviertel.
Die geſtrige Stadtverordnetenverſammlung
be=
ſtstigte ſich mit dem endlich zuſtandegekommenen
Pro=
zur Erbauung der Elektriſchen in das Martinsviertel.
hre Beig. Ekert hatte eine eingehende Vorgeſchichte des
mmehr ſeit 17 Jahren ſchwebenden Projekts vorgelegt
v er der Oberbürgermeiſter folgendes noch bemerkte:
2Der Zeitpunkt für die Inangriffnahme der Linie und
UUebernahme der der Verwaltung obliegenden
Ver=
ſſtwortung iſt erſt jetzt eingetreten. Die Verwaltung
i. wie dies keiner weiteren Ausführung bedarf,
ver=
ſichtet, auf die Intereſſen des Unterrichts der Techniſchen
ſſichſchule die erforderliche Rückſicht zu nehmen. Bei der
ſtrochtung des Gebäudes für die Hochſchule wurde der
Enung ſeitens der Stadtverwaltung zugeſichert, daß für
e Zeiten auf die Intereſſen des Unterrichts die
gebüh=
udge Rückſicht genommen werden müſſe. Nachdem die
ſich ſchule unter Bezugnahme auf dieſe früheren
Verhand=
igen und ihren Unterrichtsbetrieb lange Zeit hindurch
gan die Zulaſſung der Straßenbahnlinie energiſche
Ein=
ſache erhoben hatte, iſt es nunmehr als ein dankenswer=
Eöntgegenkommen der Hochſchulleitung zu begrüßen, daß
dieſen Widerſpruch unter der Vorausſetzung einer
an=
mieſſenen Entſchädigung fallen gelaſſen hat. Die ſtädtiſche
birwaltung hat bei den endgültigen Verhandlungen mit
Hochſchule die Auffaſſung vertreten, daß die Stadt
hriflichtet ſei, die Hauptforderungen der Hochſchule zu
ſülllen. Die Stadt muß dieſen Forderungen um ſo mehr
ſſu rechen, als ſie anerkennen muß, daß eine andere
Be=
ſttsslinie als die hier vorgeſchlagene nicht gut möglich
ili Muß deshalb die Stadt, um die Wünſche der
Anwoh=
ſt des Martinsviertels zu befriedigen, auf ihrem
Vor=
llſage beharren, ſo iſt ſie zugleich verpflichtet, die
Beein=
llichtigung der Intereſſen der Hochſchule auf ein
erträg=
leis Maß zu mildern.
Die Stadt hat daher den folgenden Forderungen
zu=
aimmt, nachdem es gelungen war, dieſe Forderungen im
lge von Kompromißverhandlungen auch für die ſtädtiſche
knoaltung als möglich erſcheinen zu laſſen. Einer
münd=
lerr Verhandlung wird die Darſtellung derjenigen
For=
ſtungen vorbehalten, die zunächſt geſtellt waren und ab=
Ueint wurden. Die Stadtverwaltung hat abſichtlich die
lſſige nicht entſcheiden wollen, ob im Wege der hier beab=
Ringten Aufwendungen eine ideale Sicherung für die
In=
ſtrorente und Arbeiten der Techniſchen Hochſchule
garan=
tiſt. Sie iſt in eine Erörterung dieſer Frage
gegen=
für! der Hochſchule zwar eingetreten, hat jedoch darauf
ichtet, ſie entſcheiden zu wollen. Wir müſſen vielmehr
Sechniſchen Hochſchule ſelbſt die Wahrung ihrer
In=
ſſten in der Sicherung der durch den
Straßenbahn=
riab beeinflußten Inſtrumente überlaſſen und müſſen
At auf den Standpunkt ſtellen, daß dieſe Frage jedenfalls
An richtigſten und zweckmäßigſten von der Techniſchen
hichule allein entſchieden wird.
Ueberblickt man die ſeit über zehn Jahren geführten
Ahandlungen, ſo muß jeder Kenner der Verhältniſſe
käſigen, daß noch niemals, ſeit Beſtehen der elektriſchen
AEatzenbahn, die Führung einer Linie ſolch ungewöhn=
Schwierigkeiten bot, wie die hier beabſichtigte Linie
A em Martinsviertel. Die hohen Koſten der
Straßen=
preiterung der Pankratiusſtraße, die Sicherung der In=
Alſan der Techniſchen Hochſchule, die Benutzung der Hoch=
Aſtraße für die Zwecke der Straßenbahn und die hier
Afbntracht kommenden Intereſſen der Verkehrsſicherheit
Aen außerordentliche Hinderniſſe. In gleicher Weiſe war
AhiVerantwortung erhöht für die Führung der Straßen=
Ain entlang des Hoftheaters. Auch in der letzteren,
Areiordentlich wichtigen Frage iſt es erſt jetzt mir mög=
Mi ainzuerkennen, daß die Gefahren einer Kolliſion der
AE enbahnwagen mit dem zu gewiſſen Zeiten ſehr ſtar=
AlFußgänger= und Wagenverkehr erheblich gemildert und
Ableimer hoffentlich guten Verkehrsordnung der
Fußgän=
llumd Fuhrwerke nach menſchlichem Ermeſſen
unwahr=
ſſänzlich erſcheinen.
Tſie verkehrspolizeiliche Regelung des Theaterver=
Alswor und nach den Vorſtellungen hat von jeher beſon=
Schwierigkeiten geboten und eine befriedigende
Lö=
ſiſt rwar ſeither nicht vorhanden. Diejenigen Theater=
Abdie die Straßenbahn benutzen, müſſen jetzt den klei=
Mk Vorplatz des Theaters, auf dem die Theaterwagen
Ahem, durchqueren, dann die Anlage entlang gehen, um
Aſur dem Schloß aufgeſtellten Theaterwagen zu errei=
A Hierdurch ſind ſie doppelter Gefahr ausgeſetzt.
Die=
ſih beebelſtande ſoll begegnet werden durch die Anlage
Aslbeſonderen Geleiſes auf der Weſtſeite der Diago=
Wſräiße nach dem Hoftheater, neben dem Kriegerdenk=
Ah wo Aufſtellungsgelegenheit für ſechs Straßenbahn=
Aien geſchaffen werden ſoll. Durch dieſe Anlage beſteht
Ablöglichkeit, daß die Theatergäſte, die aus dem weſt=
Ai! Portal des Theaters heraustreten, ohne Kreuzung
iſ Wagenverkehrs ihre Straßenbahnwagen in Bereit=
ſchaft finden. Dieſe auch früher ſchon von der Stadt ins
Auge gefaßte Anordnung iſt nunmehr neuerdings von dem
Polizeiamt und der Heſſiſchen Eiſenbahn=A.=G.
gemein=
chaftlich vorgeſchlagen worden.
Für die übrige Regelung des Fuhrwerksverkehrs vor
dem Theater und für die Theaterwagen und die
Hof=
equipagen iſt außerdem nunmehr von Herrn Profeſſor
Pützer in dankenswerter Weiſe ein neuer Vorſchlag
ge=
macht worden, der die allgemeine Zuſtimmung gefunden
hat. Die Anregung geht im weſentlichen von folgenden
Geſichtspunkten aus: Es ſoll ein geräumiger
Aufſtellungs=
platz für die Theaterwagen geſchaffen werden. Hierzu
iſt die Beſeitigung der öſtlichen Anlagenhälfte des
Hof=
theaterplatzes notwendig. Die Platzanlagen ſind nicht
ädtiſch, ſondern gehören in das Großherzogliche
Fami=
lieneigentum. Doch hat Seine Königliche Hoheit der
Großherzog in Anbetracht der mit dem Pützerſchen
Pro=
jekt verbundenen Verkehrsvorteile der Auflaſſung dieſer
Anlagehälfte zugeſtimmt. Durch die Beſeitigung dieſer
Anlage und die Einfaſſung der beiderſeitigen Fußwege
mit Alleebäumen eröffnet ſich, von der Alexanderſtraße
und dem Schloßeingang aus geſehen, hierdurch ein freier
Durchblick auf den Portikus des Hoftheaters, wodurch
das Stadtbild weſentlich gewinnen wird. In
verkehrs=
echniſcher Beziehung ſind aber ſo erhebliche Vorteile mit
dieſer Löſung dadurch verbunden, daß nunmehr die aus der
Hochſchulſtraße herauskommenden Straßenbahngleiſe nicht
mehr direkt vor dem Hauptausgang des Hoftheaters
vor=
beigeführt werden müſſen, vielmehr jetzt entlang der
öſt=
lich neu zu ſchaffenden Platzhälfte, unmittelbar neben dem
Fußweg des Cafés „Oper” vorbeigeführt und in einer
Kurve in die beſtehenden Gleiſe zur Einführung gelangen.
Hierdurch wird erreicht ein großer, freier Platz für die
Aufſtellung der Theaterfuhrwerke nebſt einer gleisfreien
Vorfahrt unter der Vorhalle des Theaters, mit der Abfahrt
durch die Diagonalſtraße, die nun in der Mitte frei von
Geleiſen iſt. Die durch die Verhandlungen mit der
Tech=
niſchen Hochſchule zu übernehmenden Koſtenbeträge und
die Straßenherſtellungskoſten ſetzen ſich wie folgt
zu=
ſammen:
1. Entſchädigung für das Phyſikaliſche
Inſti=
tut rund .
19000 Mk.
2. Verbreiterung der Hochſchulſtraße und
Ver=
ſetzen der Einzäunung des ſüdlichen
Vor=
gartens
11500
3. Verbeſſerung der Straßenbeleuchtung vor
600
der Hochſchule
4. Anteil an den Koſten für die
Holzpflaſte=
rung bei der Einmündung der
Schloß=
gartenſtraße vor dem Chemiſchen Inſtitut
rund
5500
5. Erwerbung des für die Verbreiterung des
Fußſteiges vor der Hochſchule notwen=
2 400
digen Geländeſtreifens
6. Für unvorhergeſehene Arbeiten und zur
Ergänzung etwa nicht ausreichender
Kredite
1000
zuſammen 40 000 Mk.
Hierzu kommen noch die Koſten der Pflaſterung des
neu zu ſchaffenden Platzes vor dem Großherzoglichen
Hoftheater mit 10000 Mark und etwaige kleinere
Entſchä=
digungen für in Anſpruch zu nehmendes
Vorgarten=
gelände und gärtneriſche Arbeiten.
Der Oberbürgermeiſter ſtellt nunmehr den Antrag,
die Stadtverordnetenverſammlung wolle beſchließen:
in Billigung der mit der Techniſchen Hochſchule
ge=
führten Verhandlungen den Oberbürgermeiſter zur
Ausgabe der erforderlich werdenden Kredite in Höhe
von zuſammen 50000 Mark zu ermächtigen.
Der Antrag fand einſtimmige Annahme. Die
Ausführung des Baues der Elektriſchen ſoll in den großen
Ferien erfolgen.
Die Preiſe für Gas und Gasmeſſer nach dem
neuen Tarif.
* Die Gasmeſſer=Mieten betragen zurzeit monatlich:
für 3=flammige Gasmeſſer —,21 Mk.
—,25
10=
20=
—,50
30=
—,66
40=
—,83
1.—
50=
60=
1,16
80=
1,50
100=
1,83
150=
2,66
200=
3,50
400=
500=
„ 1550=
15.−
Für noch größere oder hiervon abweichende
Gas=
meſſer bleibt die Feſtſetzung der Miete der
Gaswerksver=
waltung vorbehalten.
Die Gaspreiſe ſind ab 1. April 1914 wie folgt
feſtgeſetzt:
a)für Leucht=, Heiz= und Kochzwecke aus Miet=
Gas=
meſſern: 14 Pfennig für das Kubikmeter;
b) für motoriſche und gewerbliche Heiz=Zwecke, bei
ge=
trennter Leitung und direkter Meſſung: 11 Pfennig
für das Kubikmeter; dabei ſind zugelaſſen zur
Be=
leuchtung der Räume, in denen Gas zu vorſtehend
genannten Zwecken verbraucht wird:
zum 3=flammigen Gasmeſſer: 1 Leuchtflamme
2 Leuchtflammen
10=
20=
30=
40=
50=
60=
80=
100=
150=
„ 200=
400=
13
„ 500=
14
Die Anzahl der bei größeren Gasmeſſern
zuzu=
laſſenden Leuchtflammen bleibt beſonderer
Verein=
barung vorbehalten;
c) für Leucht=, Heiz= und Koch=Zwecke aus Münz=
Gas=
meſſern (Gasautomaten), unter leihweiſer Beigabe
von Leitungen und Gasverbrauchsapparaten: 16½ Pf.
für das Kubikmeter einſchließlich Miete für den
Gas=
automaten.
Es wird ſomit abgegeben:
600 Liter Gas bei 10=Pfennig=Einwurf,
6000 Liter Gas bei 1=Mark=Einwurf.
Bei Münzgasmeſſern ohne Beigabe von Leitungen
und Gasverbrauchsapparaten werden nach Schluß des
Rechnungsjahres für jedes am Zählwerk des Automaten
angezeigte volle Kubikmeter Gas 1½ Pfennig
zurückver=
gütet.
* Vom Hofe. Das Befinden des Prinzen
Ludwig iſt zurzeit gut. (Darmſt. Zta.)
* Perſonalnachrichteu der Eiſenbahndirektion
Mainz. Ernannt: Bahnmeiſter Demmel in
Darm=
ſtadt zum Materialienverwalter; Hilfsfahrkartendrucker
Entrich in Mainz zum Fahrkartendrucker. Dem
Eiſen=
bahnaſſiſtenten Kern in Darmſtadt iſt der Titel „
Oberbahn=
aſſiſtent” beigelegt worden. Verſetzt: die
Oberbahn=
aſſiſtenten Vautz von Darmſtadt nach Mainz, Link von
Biſchofsheim nach Darmſtadt; Eiſenbahnaſſiſtent
Zimmer=
mann von Darmſtadt nach Mainz, Thein von
Heppen=
heim nach Biſchofsheim.
* Uebertragen wurde den Schulamtsaſpiranten
Johann Baptiſt Acker aus Bodenheim, Kreis
Oppen=
heim, und Andreas Mergler aus Gernsheim, Kreis
Groß=Gerau, je eine Lehrerſtelle an der katholiſchen
Volksſchule zu Herbſtein, Kreis Lauterbach.
* Erledigt iſt die mit einem evangeliſchen Lehrer
zu beſetzende Lehrerſtelle zu Erzbach, Kreis Erbach.
Das Präſentationsrecht ſteht dem Herrn Grafen zu
Erbach=Erbach zu. Dem Inhaber der Stelle kann eine
beſondere Ortszulage gewährt werden.
Von der Erſten Kammer. Wie wir erfahren, hat
Graf Yſenburg=Büdingen=Meerholz den
Antrag geſtellt, ſich durch den Prinzen Leopold zu
Yſen=
burg=Darmſtadt in der Erſten Kammer vertreten zu laſſen.
* Entſcheidungen des Großh.
Verwaltungsgerichts=
hofs. Das ſoeben erſchienene 3. Heft der Entſcheidungen
des Großh. Verwaltungsgerichtshofes enthält einige
grundlegende Urteile über Fragen des
Ge=
meindeverwaltungs Rechts: die Bildung von
Zweckverbänden nach dem Bachgeſetz und dem neuen Recht
der Landgemeindeordnung, das Gemeindewahlrecht des
in die Heimat zurückgekehrten militärpflichtigen
Haus=
ſohnes, das Recht der Gemeinden, Titel oder
Amtsbezeich=
nungen zu verleihen. Weiter gibt das Heft u. a.
Entſchei=
dungen über formelle und materielle Fragen des
Gewerbe=
rechts (Gewerbefreiheit und ihre polizeiliche Beſchränkung,
Wirtſchaftskonzeſſionsfragen), und im Zuſammenhang=
da=
mit über die Gewerbeſteuerpflicht nichtheſſiſcher Firmen
wieder. Das 4. und letzte Heft des erſten Jahrgangs iſt
in Vorbereitung.
g. Strafkammer I. Wegen fortgeſetzter Mißhandlung
ſeiner Ehefrau war geſtern der 24jährige Fabrikarbeiter
ind Gaſtwirt Auguſt Heinz von Zeilhard bei Ober=
Ramſtadt angeklagt. Ihm wird insbeſondere zur Laſt
gelegt, am 29. Juli und 17. September v. J. ſeine Frau
mit einem Beſen geſchlagen zu haben. Am letzten Tage
nach einem Streit lief die Ehefrau fort und ertränkte ſich
in einem Waſſerloch. Ihr Mann lief ihr zwar nach, konnte
ſie aber nicht mehr zurückhalten. Die Ehe der beiden war
eine ziemlich unglückliche, die Frau war krankhaft
reiz=
bar. Eine völlige Aufklärung über die ehelichen
Verhält=
niſſe iſt nicht mehr möglich, feſt ſteht nur, daß die Frau
ſehr erregt darüber war, daß ihr Mann, der früher in der
Feuilleton.
Bernſteinſchöpfen. Die Sturmflut hat das Meer ſo
Airdich aufgewühlt, daß die Bodenſchätze der Oſtſee hoch=
Apban und ans Land geworfen oder doch in die Nähe der
e ggeführt wurden. Zu den Bodenſchätzen des Meeres
Ei ſoer Bernſtein, das Gold der Oſtſee. Dieſes zu ber=
Aſrind nun die Fiſcher bei der Arbeit. Im allgemeinen
kſtter Kahlberger Fiſcher und Küſtenbewohner nicht fürs
ller. Er kann es nicht begreifen, daß die Menſchen zu
Simerszeiten ein Vergnügen daran finden ſich im
Pe zu tummeln. Der Fiſcher von echtem Schrot und
r igat ſo etwas ſein Leben lang nicht getan und wird
Säßuag nicht tun. Daß er trotzdem alt und grau wird, iſt
Nahdar Beweis dafür, daß es auch ohne Scebäder geht,
Rlünotgedrungen beſchäftigt er ſich mit dem Meer, das
hlaahrung und Erwerb gibt. Der Fiſchfang iſt gegen=
Mung bei den Kahlberger Fiſchern vernachläſſigt um ſo
fke ſolüht das Bernſteinſchöpfen. Eine ſchwierige und
kungnehme aber deſto lohnendere Arbeit. Bis an den
Akhamüſſen die Fiſcher in Waſſer gehen, um mit ihren
Klhienn und Netzen den Tang aufzufangen. Wenn ſie
daſt nauch die großen Waſſerſtiefel anhaben, die gut
ver=
püßſind, ſo ſoll es bei dieſer Arbeit doch kalte Füße geben
Unhmanchmal einen kalten Bauch, der durch entſprechende
Mlilnvieder aufzuwärmen iſt. Beim Bernſteinſchöpfen wer=
Aaſstlücke bis zu Fauſtgröße geborgen, Stücke die hoch
be=
a werden. Infolgedeſſen kümmern ſich die Fiſcher
ioder gar nicht um die Bernſteinmengen, die am
Sſindee lagern, weil ſie in der Hauptſache aus kleineren
Siien beſtehen, die ſie daher gern den Kahlbergbeſuchern
übllkaſſ en. Sollte das Bernſteinſchöpfen nicht mehr lohnen,
babeiſt machen ſich die Fiſcher auf die Strandſuche.
K. Das Programm der japaniſchen Kaiſerkrönung.
lommiſſion, die beauftragt iſt, die Vorbereitungen für
die Krönung des neuen Kaiſers Taiſho zu treffen, iſt vor
einigen Wochen ernannt worden und hat jetzt in großen
Zügen das Programm der Feſtlichkeiten aufgeſtellt. Der
neue Mikado wird im Herbſt dieſes Jahres die feierliche
Beſtätigung der Würde empfangen, die er ſchon jetzt trägt,
und durch eine große religiöſe Zeremonie in den Kreis
ſeiner erlauchten Vorfahren aufgenommen werden. Man
vermutet, daß es religiöſe Rückſichten ſind, die die japaniſche
Regierung veranlaßt hat, die Krönung ſo lange
aufzu=
ſchieben. Würde man nämlich nicht ſo lange warten, ſo
müßte man zu den Opfern, die aus dieſem Anlaß
darge=
bracht werden, Reis benutzen, der noch während des
Trauerjahres gepflanzt iſt. Nach den uralten
Anſchau=
ungen der Shinto=Religion über die befleckende Wickung,
die durch den Tod hervorgerufen wird wäre es aber
un=
ziemlich, ſolchen im Todesjahr des früheren Mikado
ge=
wachſenen Reis bei den Kultfeierlichkeiten zu verwenden
Es darf nur Reis benutzt werden, der dieſem Jahr, dem
erſten der Regierung des neuen Herrſchers, entſtammt, und
der iſt erſt im nächſten Herbſt vorhanden. Schon aus
die=
ſen Erwägungen erhellt der ſtreng religiöſe Geiſt, in dem
die Krönung vollzogen werden wird Und aus dieſer
myſtiſchen, ſich ſtreng abſondernden Sphäre des
Kaiſer=
hofes iſt auch die Tatſache zu erklären, daß man ſich
ent=
ſchloſſen hat, an die fremden Regierungen nicht die
Auf=
forderung zu richten, ſich bei der Zeremonie durch
Sonder=
geſandtſchaften vertreten zu laſſen. Nur die diplomatiſchen
Vertreter der fremden Mächte, die beim Hofe des Mikado
akkreditiert ſind, werden an zweien der Zeremonien
teil=
nehmen, die durch drei Wochen hindurch ſtattfinden. Man
gibt als Grund dafür, daß keine fremden offiziellen Gäſte
eingeladen werden den deutlich ausgeſprochenen Wunſch
des verſtorbenen Kaiſers an. Jedenfalls gibt es in der
heiligen Stadt von Kioto, die an japaniſchen Paläſten ſo
reich iſt, keine Stätte, die für den Aufenthalt von Europäern
geeignet wäre und den Anſprüchen eines modernen Abend=
länders genügen könnte. Der wichtigſte Beweggrund iſt
aber wohl der ſtreng religiöſe Charakter des
Krönungs=
feſtes, das als eine große nationale Veranſtaltung für das
japaniſche Volk geplant iſt. Die Feierlichkeiten werden drei
Wochen in Anſpruch nehmen und eine impoſante
Entfal=
tung altjapaniſcher Kultur und altjapaniſchen Geiſtes
dar=
ſtellen.
* Der Dackel in der Premiere. Aus Königsberg wird
der Tägl. Rundſchau geſchrieben: Neulich gab es in einem
Königsberger Theater die Premiere eines nach
franzöſi=
ſchem Muſter gemachten politiſchen Schwankes, des
Mül=
ler=Förſterſchen „Tauchbootes”, das trotz ſeiner erheblichen
Ein= und Zweideutigkeiten beim Publikum ſo abfiel, daß ſich
nach dem erſten Akt kaum eine Hand rührte. (Nach den
anderen beiden Akten gab es nicht mehr Beifall.) Kaum
erſtrahlten aber in der erſten Zwiſchenpauſe die elektriſchen
Flammen im Zuſchauerraum, da gab es eine kleine
Sen=
ſation: ein brauner Dackel hatte ſich ins Theater geſchlichen
und gondelte vergnügt zwiſchen den Sitzreihen des
Par=
ketts umher. Darob Empörung bei einigen Damen. Da
höre ich meinen Nachbar zur Linken ſagen: „Beruhigen
Sie ſich, Gnädigſte, bei der erſten Wiederholung des
Stückes wird ſicher kein Hund im Theater ſein!“
* Die Schulkinder von Serravezza, einem Städtchen
im Carrariſchen Marmorgebiet, haben ſich offenbar
früh=
zeitig mit den Menſchenrechten und den darauf zu
grün=
denden Forderungen bekannt gemacht. Als in den letzten
Tagen trotz der ungewohnten Kälte die Räume der
dorti=
gen Volksſchule nicht geheizt waren, haben die
Schü=
ler der fünften und ſechſten Klaſſe den allgemeinen
Ausſtand verkündet und ſind, gefolgt von der übrigen
Schuljugend, die den Anlaß zum Schwänzen mit Freuden
ergriff, in feierlichem Zuge vor das Rathaus gerückt, um
vom Bürgermeiſter Brennmaterial für die Schulöfen zu
verlangen.
Fabrik arbeitete, eine Wirtſchaft kaufte. Zu ihrem Vater
außerte ſie damals, wenn ſie in die Wirtſchaft müſſe,
würde das ihr Tod ſein. Sie fühlte ſich nie wohl in dem
Haus, gegen das ſie beſonders deshalb auch eine
Abnei=
gung hatte, weil ſich der frühere Beſitzer erhängt hatte
Seit der Zeit, in der der Mann die Wirtſchaft gekauft hat
zeigte die Frau ein verändertes Weſen. Sie ſchien
ge=
drückt und ſchwermütig und war nach den Angaben des
Mannes nicht mehr ſo bei der Arbeit, wie es die
Wirt=
ſchaftsführung verlangte. Ob die Veränderung durch
Mißhandlung oder durch Krankheit entſtand, läßt ſich
heute mit Sicherheit nicht mehr feſtſtellen. Am 26. Juli
letzten Jahres kam ein Zeuge dazu, als die Frau in der
Küche vor ihrem Mann auf den Knien lag und von ihm
mit einem Reisbeſen geſchlagen wurde. Der Angeklagte
gab zu, die Frau einmal geſchlagen zu haben, da er ihr
ſtörriſches Verhalten für Bosheit hielt. Zeugen
bekun=
deten, daß ſie mehrmals Spuren von Mißhandlungen an
der Frau geſehen haben. Die Verſtorbene ſoll auch
ver=
ſchiedenen Perſonen des Dorfes erzählt haben, daß ſie
von ihrem Mann und auch von deſſen Bruder und ihrer
Schwiegermutter geſchlagen wurde. Der Staatsanwalt
beantragte gegen den Angeklagten 3 Monate Gefängnis.
Das Gericht erkannte auf 60 Mark Geldſtrafe, eventl.
12 Tage Gefängnis. — Weiter wurde geſtern die
Berufung des Gerbers A. R. verworfen. Dieſer war vom
Schöffengericht zu 10 Mark Geldſtrafe wegen
fahr=
läſſiger Körperverletzung verurteilt worden, weil er durch
ſein raſendes Fahren den Zuſammenſtoß mit einem
an=
deren Radfahrer verſchuldete, durch den dieſer verletzt
wurde. Die Strafkammer nahm ebenſo wie das
Schöffen=
gericht ein Verſchulden des Angeklagten für erwieſen an
-g. Kriegsgericht. Wegen vordienſtlicher
Wilddie=
berei hatten ſich geſtern der Landwirtsſohn Johann
Glück, jetzt Musketier beim Infanterie=Regiment Nr. 116,
und der Schreiner Michael Gunkel, jetzt beim
Infan=
terie=Regiment Nr. 113, vor dem Kriegsgericht der 25.
Di=
viſion zu verantworten. Beide ſtammen aus Lorhaupten
(Kreis Hanau) einem Ort, wo die Wilddieberei noch in
Flor ſteht. Am 31. Auguſt nun hörte der Förſter
meh=
rere Schüſſe fallen und er fand auf ſein Herbeieilen die
beiden Angeklagten, die ſofort die Gewehre wegwarfen
Sie hatten damals keine Ausrede auf den Vorhalt des
Förſters. Geſtern gaben ſie an, ſie haben ſich nur im
Schießen üben wollen. Das Gericht erkannte auf
30 Mark Geldſtrafe, eventuell 6 Tage Gefängnis und
Ein=
ziehung der Gewehre und Patronen. — Der Gardiſt Ernſt
Heiſtermann von Bielefeld, jetzt beim Leibgarde=
In=
fanterie=Regiment Nr. 115, ließ ſich von ſeinem
Sergean=
ten einen Rock ſtempeln, der ſich nachher als einem
Ein=
jährigen gehörig herausſtellte. Der Angeklagte, der ſich
deshalb geſtern wegen Kameradendiebſtahls zu
verantworten hatte, gibt an, der Rock habe längere Zeit
herrenlos auf der Stube gelegen. Das Gericht erkannte
auf 14 Tage ſtrengen Arreſt.
— Vom Hoftheater. Heute gelangt unter Leitung von
Hofkapellmeiſter Ottenheimer und Regiſſeur Nowack Verdis
„Rigoletto” im D=Abonnement zur Aufführung. In
der Titelpartie gaſtiert Herr Kirchberg von Berlin
auf Engagement. Die Vorſtellung beginnt um halb 8 Uhr.
Am Sonntag wird, vollkommen neu einſtudiert, neu
in=
ſzeniert und in den Hauptpartien neu beſetzt, Heubergers
Operette „Der Opernball” unter Leitung von Kapellmeiſter
Kleiber und Regiſſeur Harprecht in Szene gehen. Dieſe
Vorſtellung gehört der Abonnementsreihe B.
Kammer=
ſängerin Ch. Cahier wird als Dalila in Saint=
Saéns „Samſon und Dalila” ein einmaliges Gaſtſpiel am
Hoftheater abſolvieren.
* Künſtlerfeſt. Am Samstag findet das Künſtlerfeſt
ſtatt, das in dieſem Jahre im Rahmen eines Varieté=
Nachtfeſtes veranſtaltet wird. Im zweiten Teil wird
ein Feſtball arrangiert. Das Münchner Oktoberfeſt, die
Sektlauben, das Karuſſell, die Raritätenbude, die
Blumen=
halle und alle anderen Sehenswürdigkeiten und
Attrak=
tionen dürften ſich wohl des lebhafteſten Zuſpruchs
er=
freuen, denn der Kartenvorverkauf hat eine noch nicht
gekannte Höhe zu verzeichnen. Der Feſtausſchuß lenkt die
Aufmerkſamkeit der Feſtbeſucher auf eine bemerkenswerte
Neuerung, die beſtimmt großen Anklang finden wird. Es
ſind nämlich im Verkehrsbureau jetzt ſchon die
Garderobe=
marken erhältlich, ſo daß am Abend der Beſitzer einer auf
dieſem Wege erworbenen Garderobekarte dem zu
erwar=
tenden Andrang in den Garderoben entgehen kann. Für
Feſtbeſucher die nach Abwicklung des Varietsprogramms
kommen, wird eine Abendkaſſe geöffnet gehalten werden.
Doch ſind die Preiſe für die Eintrittskarten nach Schluß
der Varietévorſtellung nicht billiger als die Varietékarten.
* Preisgekrönt. Aus Holzminden wird uns
ge=
ſchrieben: Der Schüler von der Herzoglichen
Baugewerk=
ſchule, Jakob Müger aus Darmſtadt, erhielt bei
einem von der Schule ausgeſchriebenen Wettbewerb den
erſten Preis. Das Programm lautete: Entwurf zu
einem Gärtnerwohnhauſe mit Ladeneinrichtung und zu
einem Umbau eines vorhandenen Schuppens zu einem
Stall und Wirtſchaftsgebäude.
* Die Abteilung Darmſtadt der Deutſchen
Kolonial=
geſellſchaft veranſtaltet am nächſten Mittwoch, 4. Febeuar,
abends 8 Uhr, im Saale des Hotels zur Traube wieder
einen Vortrag. Es wird Herr Oberleutnant a. D.
Dr. Schultze von Berlin über ſeine
Forſchungs=
reiſe vom Kongo durch Neu=Kamerun bis
zum Tſchadſee ſprechen. Wie bekannt, hat Herzog
Adolf Friedrich von Mecklenburg — jetzt kaiſerlicher
Gou=
verneur der Kolonie Togo — auf ſeiner zweiten großen
Innerafrika=Expedition in den Jahren 1911 und 1912 die
vorgenannten Gebiete bereiſt. Es galt insbeſondere die
anläßlich der Marokkoaffäre von Frankreich erworbenen
neuen Gebiete im Oſten und Süden von Kamerun kennen
zu lernen. Einer ſeiner Begleiter war Dr. Schultze, der
als Schutztruppenoffizier ſchon 1903 und 1904 Mitglied der
Deutſch=engliſchen Nordkamerun=Tſchadſee=Grenzexpedition
geweſen war und inzwiſchen in Bonn Geographie, Staats=
und Rechtswiſſenſchaft ſtudiert und 1910 daſelbſt
promo=
viert hatte. Er war von Herzog Adolf Friedrich weiter
noch mit der Leitung der Teilexpedition durch das ſüdliche
Kamerun und die benachbarten ſpaniſchen Beſitzungen
be=
traut worden. Es dürfte von hohem Intereſſe ſein, nicht
nur einen Originalbericht über dieſe bedeutſamen Reiſen,
ſondern auch Authentiſches über das in ſeinem Wert ſo
verſchieden angeſehene Neu=Kamerun zu hören. Die
Kreis=
gruppe Darmſtadt des Deutſchen Flottenvereins hat ſich
daher der Veranſtaltung angeſchloſſen. Im übrigen
ver=
weiſt man auf die Anzeige in dieſer Nummer.
— Der Richard Wagner=Verein Darmſtadt, der am
1. Januar in ſein 25. Vereinsjahr eingetreten iſt, hielt am
Mittwoch im „Kaiſerſaal” ſeine ordentliche
Haupt=
verſammlung für das Jahr 1914 ab. Nach dem von
dem Vorſitzenden, Herrn Rat H. Sonne, erſtatteten
Jah=
resbericht kann der Verein wiederum auf ein
erfolg=
reiches Vereinsjahr von erfreulicher künſtleriſcher
Auf=
wärtsentwicklung zurückblicken. Seine Mitgliederzahl die
zu Anfang des Jahres 1913 860 betrug, iſt bis Ende 1913
bei 130 Neueintritten auf 990 Perſonen geſtiegen. Ueber
hundert Einwohner umliegender Ortſchaften, wie Alsbach,
Auerbach, Babenhauſen, Bensheim, Buchſchlag, Diebueg,
Eberſtadt, Gernsheim. Goddelau, Gräfenhauſen,
Gries=
heim, Groß=Gerau, Groß=Umſtadt, Jugenheim, Nauheim,
Nieder=Ramſtadt, Roßdorf, Schönberg, Traiſa,
Zwingen=
berg, ja ſelbſt von Michelſtadt, Heppenheim, Oppenheim,
Bingen und Worms bilden treue Mitglieder und
regel=
mäßige Beſucher der Vereinsveranſtaltungen. Im
ver=
gangenen Jahre konnten 15 Vereinsabende
veran=
ſtaltet werden, die ausnahmslos von großem künſtleriſchen
Erfolge begleitet waren und über die im einzelnen berichtet
worden iſt. Der Verein machte an dieſen Abenden das
Publikum mit einer ganzen Reihe von Neuheiten lebender
Tonſetzer und neuen künſtleriſchen Erſcheinungen bekannt.
Der 207. 216. und 218. Vereinsabend fand zum Beſten
des Feſthaus=Vereins Darmſtadt ſtatt, für den
der Wagner=Verein fortgeſetzt eine rege Werbetätigkeit
ent=
faltet. Seiner Initiative iſt auch die Veranſtaltung der
glänzend verlaufenen Richard Wagner=
Jahrhun=
dertfeier zu verdanken, die unter Mitwirkung des
Inſtrumentalvereins, des Mozart=Vereins und des
Lehrer=
ſängerchors am Sonntag, 18. Mai, einen durch den Beſuch
des Großherzoglichen Hofes ausgezeichneten Feſtakt brachte,
bei dem Profeſſor Dr. Willibald Steuer aus Weimar die
Feſtrede über „Das dramatiſche Kunſtideal Richard
Wag=
ners und ſeine Verwirklichung in Bayreuth” hielt. Der
zweite Teil der Feier beſtand in einem am Vorabende des
100jährigen Geburtstages des Meiſters veranſtalteten,
außerordentlich ſtark beſuchten Richard Wagner=Abend des
Philharmoniſchen Orcheſters aus Leipzig unter Leitung
von Profeſſor Hans Winderſtein. An die Richard
Wag=
ner=Stipendienſtiftung konnten in den letzten
zwei Jahren nahezu 2000 Mark abgeführt werden. Der
Leſezirkel des Vereins, der 62 Zeitſchriften umfaßt,
und die Bibliothek, die um 65 Bände und Notenhefte
ver=
mehrt wurde, erfreuten ſich reger Benutzung. Leider
ver=
lor der Vorſtand infolge Verſetzung ſeinen langjährigen
trefflichen 1. Vorſitzenden, Herrn Major Heinrich von
Hahn, der in Anerkennung ſeiner großen Verdienſte um
den Verein zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Nach der
Rechnungsablage des Schatzmeiſters betrugen die
Einnahmen im abgelaufenen Vereinsjahre 18 274,44 Mark,
die Ausgaben 18 666,54 Mark, ſo daß ſich eine
Mehraus=
gabe von 39210 Mark ergibt. Sie iſt verurſacht dadurch,
daß das geſamte Defizit der Richard Wagner=
Jahrhun=
dertfeier mit 1178,45 Mark von dem Wagner=Verein
ge=
tragen werden mußte. Bei der zum Schluſſe
vorgenom=
menen Neuwahl des Vorſtandes wurde mit
Be=
dauern davon Kenntnis genommen, daß Herr
Regierungs=
aſſeſſor Dittmar infolge ſeiner Verſetzung nach Büdingen
aus dem Vorſtand ausſcheiden müſſe. Sämtliche übrigen
Vorſtandsmitglieder wurden einſtimmig wiedergewählt,
ſo daß der Vorſtand für das neue Vereinsjahr aus
folgen=
den Perſonen beſteht: Großherzoglicher Rat Hermann
Sonne, Vorſitzender; Profeſſor Arnold Mendelsſohn, erſter
Stellvertreter des Vorſitzenden; Oberleutnant Erich von
Küchler, zweiter Stellvertreter des Vorſitzenden;
Oberleh=
rer Dr. Wilhelm Schmidt, Schriftführer: Oberlehrer Dr.
Karl Ausfeld, Stellvertreter des Schriftführers:
Eiſen=
bahninſpeltor a. D. Ferdinand Scheyrer, Bücherwart;
Ge=
richtsaſſeſſor Dr. Otto Melior und Kapellmeiſter Fritz
Rehbock, Beiſitzer.
* Verband für Jugendwohlfahrt und Jugendfürſorge
in der Stadt Darmſtadt. Die nächſte
Mitgliederverſamm=
lung wird im Gartenſaale des Städtiſchen Saalbaus am
Montag, den 9. Februar, nachmittags 5 Uhr, ſtattfinden.
Auf der Tagesordnung ſtehen: 1. Mitteilungen. 2. Der
Anzeigeteil der Tagespreſſe und die Jugendfürſorge. (Ref.
Herr Redakteur Streeſe.) 3. Der vorjährige Berliner
Kongreß für Wohnungsaufſicht und Wohnungspflege.
(Ref. Herr Bürgermeiſter Mueller.) 4. Ausſprache.
* Die evangeliſche Konferenz für das Großherzogtum
Heſſen hält Montag, den 2. Februar, nachmittags 5 Uhr,
im Kaiſerſaal eine Verſammlung ab, auf der
Pro=
feſſor D. Dr. Diehl von Friedberg einen Vortrag
halten wird über das neue Pfründengeſetz und ſeine
Be=
eutung für die Weiterentwicklung der heſſiſchen
Landes=
kirche. Der Eintritt iſt für Mitglieder und Gäſte frei.
* Orpheum. Heute, Freitag und morgen, Samstag
finden die beiden letzten Vorſtellungen des Walden=
Enſembles mit der Burlesken=Poſſe „Nu ſchlägt’s 13” ſtatt,
womit dieſes erfolgreiche Gaſtſpiel abſchließt.
-h- Von der Bergſtraße, 28. Jan. (Beſitzwechſel.)
Die weitbekannte Verlags= und Sortimentsbuchhandlung
von H. Erhardt, Lehrmittelanſtalt, Bensheim,
ging in den Beſitz der Buchhändler Kaulbach und Weiler
über. Herr Erhardt hat ſich vom Geſchäft zurückgezogen.
Auch hat Erhardt den Vorſitz des Gewerbevereins
Bens=
heim niedergelegt. Sein Nachfolger wurde Herr
Bürger=
meiſter Dr. Löslein. — (Preisabſchlag.) Die
Metzger haben den Preis des Schweinefleiſches
von 90 auf 86 Pfennig das Pfund ermäßigt. Auch die
Wurſt wird bis zu 10 Pfennig billiger verkauft. Leber=
und Blutwurſt koſten nur noch 70 Pfennig das Pfund.
F. Büttelborn, 29. Jan. (Schulerweiterung.)
Die erſte, zweite und fünfte Klaſſe der hieſigen Schule
haben eine ſo ſtarke Schülerzahl, daß die Errichtung einer
neuen Schulklaſſe ernſtlich ins Auge gefaßt werden muß.
Zunächſt dreht es ſich um Beſchaffung eines neuen
Schul=
ſaales, worüber bereits Verhandlungen ſchweben. Wenn
es möglich zu machen wäre, ſollten alle Klaſſen in der
Schulhofreite der Schulſtraße vereinigt werden, weil dann
alle Lehrmittel beiſammen wären und auch die
Doppel=
anſchaffung mancher Gegenſtände vermieden werden
könnte
Offenbach, 29. Jan. (Fahrläſſige
Brand=
ſtiftung) In dem Fabrikgebäude der Schuhfabrik
Dreſchfeld und Halberſtadt in der Strahlenbergerſtraße,
deſſen obere Stockwerke erſt vor einigen Wochen durch
Brand zerſtört wurden, brach vorgeſtern in dem
Kel=
ler wieder Feuer aus Der Feuerwehr gelang es
das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken. Es wird
fahr=
läſſige Brandſtiftung durch einen Lehrjungen, der ein
Streichholz weggeworfen haben ſoll, angenommen.
Mainz, 29. Jan. (Elektriſche Bahn nachdem
neuen Krankenhaus.) Die ſtädtiſche
Straßenbahn=
deputation beſchloß in einer geſtrigen mehrſtündigen
Sitzung einſtimmig, vorbehaltlich der näheren
Entſchei=
dung über die Linienführung, den Bau einer neuen
elek=
triſchen Bahnlinie nach dem neuen ſtädtiſchen
Kranken=
haus zuzuſtimmen. Die neue Linie wird aller
Voraus=
ſicht nach ihren Ausgangspunkt am Bahnhofsplatz haben
und den Käſtrich berühren. Die Geſamtkoſten ſind auf
150000 Mark veranſchlagt. — (Die
Wiedereröff=
nung der Rheinſchiffahrt. Geſtern fuhren viele
Schleppdampfer von der Ruhr nach hier bergwärts,
mei=
ſtens Kähne, die ſchon vor dem Winter beladen waren
wegen des fallenden Waſſers aber alle leichtern mußten.
Wackernheim, 29. Jan. (Vereitelte
Verſtei=
gerung.) Infolge Zwiſtes mit ſeinen erwachſenen
Kin=
dern wollte ein hieſiger Landwirt dieſer Tage ſeine
Ackergrundſtücke verſteigern laſſen. Einer der Söhne appel=
lierte an das Rechtsgefühl der auf der Verſteigerung
an=
weſenden Perſonen und bat im Intereſſe ſeiner
Ge=
ſchwiſter, nicht zu bieten. Daraufhin machte nicht ein
ein=
ziger ein Angebot und die Verſteigerung mußte von dem=
Notar reſultatlos aufgehoben werden.
Nieder=Saulheim, 29. Jan. (Zwei intereſſante
Kaiſergeburtstagsfeiern) wurden dieſer
Tage=
hier veranſtaltet. Bekanntlich iſt unſer Ort durch die
vier=
malige, aber immer noch nicht entſchiedene Bürgermeiſter= in zwei Parteien geſpalten. Jede Partei gab nur
ihren Wählern ein Feſt mit Freitrunk und Muſik.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Jan. Heute abend wan
im Königlichen Opernhauſe Theätre paré. In die
große Hofloge waren beſonders geladen der frühere
Ge=
ſandte in Athen Freiherr von Wangenheim und Gemahlinz
Staatsſekretär v Jagow, der griechiſche Miniſterpräſiden=
Venizelos und die Herren ſeiner Begleitung, ſowie den
griechiſche Geſchäftsträger Theotokis. In der großen Hofs
loge erſchienen ſodann der Kaiſer und die Kaiſerin, die
Königin der Hellenen, der Kronprinz von Griechenlandt
Prinz Heinrich und Gemahlin, Prinz Friedrich Karl von
Heſſen und Gemahlin, Prinz Adolf zu Schaumburg=Lippe=
Herzog Ernſt Günther zu Schleswig=Holſtein und
Gemah=
lin, Prinz Adalbert und die Söhne des Prinzen Friedrich
Karl von Heſſen. Der Kaiſer hatte zur Seite ſeine 3 Schwes
ſtern, neben der Kaiſerin waren die beiden anweſendem
Prinzeſſinnen. Gegeben wurde das Feſtſpiel „Kerkyra”
— Die Budgetkommiſſion des Abgeordnetenhauſes vird
ſich heute Freitag mit dem Neubau der Königll
Oper beſchäftigen, wofür bekanntlich der Stadtbaura
von Berlin, Geheimer Baurat Dr. Ludwig Hoffmanm
die Pläne angefertigt hat. Bei den bisherigen Vorarbeiten
für das Opernhaus war es üblich, daß die Entwürfe durch
öffentliche Ausſtellung der Allgemeinheit zugänglich
ge=
macht wurden. Die Vereinigung Berliner Architekten, als
die zuſtändige Vertreterin der in Groß=Berlin vereinigten
freien Baukünſtler, hat in einer Eingabe an die
Budge=
kommiſſion des Abgeordnetenhauſes die Bitte ausgeſpral
chen, dahin zu wirken, daß auch der Entwurf Ludwig Hoff
manns vor Erledigung der Angelegenheit im
Abgeord=
netenhauſe öffentlich zur Ausſtellung gelangen möchtes
Gleichzeitig ſpricht die Vereinigung Berliner Architelten
die Bitte aus, die Budgetkommiſſion wolle dahin wirkenn
daß der Entwurf der Königlich Preußiſchen Akademiedes
Bauweſens zur Beurteilung überwieſen werde, wiedies
bei den früheren Entwürfen für das Opernhaus auch der=
Fall geweſen iſt. Die Königliche Akademie des Bauweſenss
iſt nach ihrer Stiftung dazu berufen, große öffentliche Bau=l
aufgaben zu begutachten. — Das Kuratorium für das Bes
ſtattungsweſen hat in ſeiner heutigen Sitzung beſchloſſen
für den Bau eines zweiten Krematoriums im
Berlin das Grundſtück Dieſtelmeyerſtraße in Ausſicht zu
nehmen. Ferner beſchloß das Kuratorium, um der neuerem
Friedhofskunſt noch mehr Rechnung zu tragen, die Aufe
ſtellung von Denkmälern mit Glastafeln und Photogras
phien auf den ſtädtiſchen Friedhöfen in Zukunft nicht mehr
zu geſtatten. — In der Nähe des Bahnhofs Eichkampfuhl
geſtern eine Lokomotive in eine Arbeiter
kolonne. Während es den meiſten Arbeitern gelang
noch im letzten Moment zur Seite zu ſpringen, wurde des
Kolonnenführer Baumann und der Arbeiter Becker von
der Maſchine erfaßt und zur Seite geſchleudert. Beide
wurden ſchwer verletzt und hatten bis heute mittag dau
Bewußtſein noch nicht wieder erlangt.
29. Jan. Am Grabe Fichtes auf dem Ddolheen= Kirchhof fand heute mittag eine
Gedenk=
feier ſtatt, zu der ſich unter Führung des Rektors den
Univerſität, Geheimrat Planck, eine Anzahl Profeſſoren
verſammelten. Profeſſor Riehl hielt die Gedächtnisrede
worauf der Rektor einen Lorbeerkranz mit einer kurzen
Anſprache niederlegte. — Auf dem Neubau der Verſichet
rungsgeſellſchaft Zürich in der Mohrenſtraße riß ge
ſtern abend das Seil eines mit Waren belan
denen Fahrſtuhls. Der Fahrſtuhl ſtürzte in dil
Tiefe. Der 27 Jahre alte Vorarbeiter Paul Sumern
der ſich in dem Fahrſtuhl befand, wurde ſchwer vern
letzt in das Krankenhaus gebracht, wo er hoffnungslon
darniederliegt.
München, 29. Jan. (Verhafteter Betrügern
Der geſtern wegen des umfaſſenden Betrugsverſuch
gegen Berliner Arbeitsloſe verhaftete 33jährig
Mechaniker Friedrich Deiner mietete im Zentrum der
Stadt eine große Wohnung, angeblich als Geſchäftslokal
für die Zweigſtelle der deutſchen Zentrale für Arbeite=
und Gefangenenfürſorge mit dem Sitze in Leipzig, beſtelll
Möbel und engagierte ein Dutzend Schreibmaſchiniſtinne
gegen hohes Gehalt. Er gab an, die Genehmigung den
Regierung von Oberbayern zu haben. Schon 1907 ves
ſuchte er einen ähnlichen Schwindel wie den letzten ü
Berlin, er wurde aber nach Anwerbung von 150 Arbeiterr
entlarvt und verhaftet. Er befaßte ſich in der letzten Zes
mit dem Heiratsſchwindel.
Stuttgart, 29. Jan. (Mord.) In Biberach wurd
der 63 Jahre alte Antiquitätenhändler Bauer von der
Bildhauer Herbſt, der ihm vergebens zwei altertümlich
Bilder zum Kaufe anbot, durch drei Schüſſe und 17
Meſſer=
ſtiche getötet. Der Mörder tötete ſich dann ſelbſt
dur=
einen Schuß in den Kopf.
Konſtanz, 29. Jan. (Brandſtiftung.) In Wei
dorf bei Salem zündete der in ſchlechten Vermögensve?
hältniſſen lebende, dem Trunke ergebene Hege ſein An
weſen an und begab ſich auf den Boden, wo er in de
Flammen umkam. Das Anweſen wurde bis auf den
Grund vom Feuer zerſtört. Hege ſollte ſein Haus auf der=
Wege der Zwangsverſteigerung veräußert werden.
Hamburg, 29. Jan. (Die Hamburger Baru
„Seeſtern”), die ſeit etwa 15 Tagen überfälligeiſ
gilt in Schiffahrtskreiſen als verloren. Sie befandſitt
auf der Reiſe von Südwales nach Chile und hatte 22 Ma.
troſen an Bord, die meiſt aus Norddeutſchland ſtammer
Bremerhaven, 29. Jan. (Selbſtmord eines
Schülers.) Der 12jährige Sohn des Lehrers Crooe
in Lehe, Schüler der Oberrealſchule, warf ſich auf die
Geeſtebrücke vor Cuxhaven vor einen fahrenden Zug un
wurde getötet. An der gleichen Stelle nahm ſich ein
Schi=
ler derſelben Anſtalt durch Ueberfahren vor etwa einet=
Jahre das Leben.
Stettin, 29. Jan. (Beim Spiel mit einet
Teſchin) erſchoß geſtern der 25 Jahre alte Lithogräß=
Becker ſeine 22jährige Braut Pieper in deren
Wohnun=
in dem Augenblick, als ſie durch die Tür in das Zimmet
trat. Das Mädchen wurde in die Schläfe getroffen und
war ſofort tot. Becker wurde verhaftet. Die Polizei ſtell)
auf dem Standpunkt, daß es ſich um einen Unglücksfan
handelt.
Tangermünde, 29. Jan. (Ueberfall.) Der
Rechtt=
anwalt Dr. Walter, der ſich als Reſerveoffizier in Uniforle
befand, wurde auf dem Heimwege von der Kaiſergeburg
tagsfeier von ſechs Perſonen überfallen und übel
richtet. Die Täter ſind bereits verhaftet worden=
Neumünſter, 29. Jan. (Großfeuer.) Seit heute
nitttag brennt die Lederfabrik Koſter, A.=G., die 500
lüebeiter beſchäftigt. Die Feuerwehr erbat von Kiel Hilfe
Ratibor, 29. Jan. (Hinrichtung.) Heute morgen
pnrden in dem Hofe des Gerichtsgefängniſſes die
unverehe=
ſihte Häuslerstochter Franziska Zimmer aus
Naſſel=
ofrtz, welche ihre Stiefmutter ermordete, und die
Berg=
nannsfrau Joſepha Kubacka aus Ezerwionka, die ihren
Jaann ermordete, hingerichtet.
Grünberg (Schleſien), 29. Jan. (Mord.) Geſtern
ihcht kehrte der frühere Nachtpolizeibeamte Simon, der
ſrm ſeiner Frau getrennt lebte, von außerhalb hierher
urück und ſtieg vermittels Leiter in die Wohnung der
Faau in der Fleiſcherſtraße und erſchoß die Frau, den
uerjährigen Sohn und ſich ſelbſt.
Wien, 29. Jan. (Eiſenbahnunfall.) Auf der
Snation Hohenbruck (Böhmen) fuhr ein Perſonenzug
er Nordweſtbahn einen ausfahrenden Güterzug an. 25
keeiſen de und Zugbeamte wurden leicht
ver=
eſ tzt.
Wien, 28. Jan. (Brand im Theater.) Heute
bend vor Beginn der Vorſtellung des Joſefſtädtiſchen
geaters geriet der Fußboden des Foyers, vermutlich
urch Ueberhitzung, in Brand. Der Feuerwehr gelang
önnach kurzer Zeit, das Feuer zu unterdrücken. Mit
Rück=
art darauf, daß der Fußboden aufgeriſſen werden mußte
nd der Zuſchauerraum von Rauch durchzogen war, iſt
etute abend die Vorſtellung abgeſagt worden.
Genua, 29. Jan. (Die in die Luft geflogene
tlverfabrik) gehörte zu der „Batterie Arveſi” im
guriſchen Apennin. Der Exploſion, die auf die
Unvor=
chitigkeit eines Soldaten zurückgeführt wird, ſollen ſechs
herſonen zum Opfer gefallen ſein, darunter fünf
Sol=
ayen vom 89. Infanterie=Regiment und ein Ziviliſt. Die
tattungsarbeiten werden fortgeſetzt.
Lugano, 29. Jan. (Selbſtmord.) Als heute nacht
e Kaſſierer Baumann von der Banca Cantonale,
Nie=
elelaſſung Lugano, verhaftet werden ſollte, ſchoß er ſich
ine Revolverkugel in den Kopf. Er war ſofort tot.
Warſchau, 29. Jan. (Brand.) In dem Hotel
Erriſtol” brach geſtern infolge eines Defektes an der
Hei=
rung Feuer aus, das ſchnell um ſich griff und unter den
Legeits ſchlafenden Hotelgäſten eine entſetzliche Panik
euurſachte. Das Feuer konnte erſt nach längerer Zeit
ge=
bächt werden.
Colombo, 29. Jan. (Die Peſt.) Hier iſt ein
Todes=
il: an Bubonenpeſt feſtgeſtellt worden.
Tokio, 28. Jan. (Vulkaniſche Ausbrüche) bil=
Leuen in einer Entfernung von acht Kilometern von den
ſomin=Inſeln eine neue Inſel.
Parlamentariſches.
i: Beratung des Hauptvoranſchlages im Finanzausſchuß
St. Den heute fortgeſetzten Verhandlungen über den
arptvoranſchlag im Finanzausſchuß wohnten als
Ver=
euer der Regierung die Herren Miniſterialräte
Hölzin=
e. Dr. Kratz, Schliephake Geh. Oberbaurat
liingelhöffer u. a. bei. Zu Begin der
Verhandlun=
n wurde zunächſt bekannt gegeben, daß ein Antrag des
anternbundes auf Erhöhung der Beiträge des Staates
em Kapitel Landwirtſchaft in Höhe von 53 100
tark eingegangen ſei, und weiter ein Antrag des Abg.
eardt auf Erhöhung der Koſten der Handelskammern,
mie ein Antrag Ulrich auf Einſtellung eines Betrages
in 50000 Mark für
Arbeitsloſenverſiche=
ing. Bei dem Kapitel „Domänen” wurde ſeitens der
ſierung die Notwendigkeit eines Anbaues für die
Ober=
rierwohnung in Storndorf dargetan. Die Forderung
unde vom Ausſchuß anerkannt. Die Frage, ob die Ge=
Ulye der Kommunalforſtwarte nach Erledigung der
Be=
lnungsordnung ebenfalls eine Erhöhung zu ſinden
tnen, wurde von der Regierung bejaht. Es werde
ledig=
hi die endgültige Verabſchiedung der Beſoldungsvor=
I abgewartet, der Geſetzentwurf, in welchem die
Konſe=
iemz fur die Kommunalforſtwarte gezogen werde, liege
räits im Miniſterium fertig vor.
)Eine längere Erörterung veranlaßte die Geſtaltung
* Braunkohlenwerkes „
Ludwigshoff=
ung” in Verbindung mit dem Kraftwerk
Völfersheim‟ Letzteres entwickle ſich günſtig und
netzt ſchon erheblich beſſer, als es 1913 veranſchlagt
orden war. Darum ſei auch für 1914 zu erwarten, daß
eSStromabgabe höher, als mit 2 600000 Kilowattſtunden
weranſchlagen ſei. Der Rein=Ueberſchuß von 31 221
d! 47253 Mark in den Jahren 1913 und 1914 zeige eine
igende Rentabilität, die durch die Ausdehnung der
irmleitung in der Provinz Oberheſſen noch zunehmen
roe. Durch den Verbrauch von Preßſteinen für das
tatttwerk werde dann auch die Rentabilität der
Preß=
inffabrik gehoben und ſtelle ſich in 1914 auf 31730 Mark
gem 15 153 Mark in 1913. Beide Werke zuſammen
erge=
infſonach im Jahre 1913: 31347, im Jahre 1914: 47531
ailk Reinüberſchuß. Die Regierung ſagte zu, über die
ſttaltung dieſes Braunkohlen= und Kraftwerkes, wie auch
wcit möglich bezüglich Bad=Nauheims eine
kaufmänni=
e 2Bilanz aufzuſtellen. Bei Bad=Nauheim ſei das
rmm ſchwer, weil die Werte der Anlagen ſehr ſchwer,
gigentlich gar nicht feſtgeſtellt werden könnten. In
d=Nauheim habe man mit Rückſicht auf die anfangs
nicht günſtige Geſtaltung der Einnahmen eine ſehr
rſöchtige Schätzung des Eingangs an Badegeldern, Kur=
taxe und Eintrittsgeldern (* 10000 Mk. und 45000 Mk.)
gegen 1913 vorgenommen, es ſei aber wohl ein höherer
Betrag zu erwarten. Weiter gab die Regierung eine
ge=
naue Rentabilitätsberechnung des Bades unter Darlegung
der für Verzinſung der angelegten Kapitalien (über 9
Millionen) erforderlichen Beträge. (Für 1914: 282500
und 200000 Mark.) Dieſe Abgabe an die allgemeine
Staatsverwaltung laſſe ſich noch rechtfertigen, eine weitere
Erhöhung dieſes Betrages gehe aber nicht an.
Verſchie=
dene Wünſche wurden bezüglich des baulichen Zuſtandes
des Teichhauſes geltend gemacht und verlangt, daß dort
eine Aenderung des jetzigen Zuſtandes eintrete. Die
Re=
gierung legte dar, welche Pläne dort erörtert worden
ſeien, eine feſte Geſtaltung haben aber dieſe Pläne noch
nicht gefunden.
Sodann wurde Zum Miniſterium des
In=
iern befürwortet, dem proviſoriſchen Hauswärter im
„Heſſiſchen Haus” anſtatt der ſeitherigen Vergütung von
1300 Mark eine ſolche von 1500 Mark zu geben. Sodann
wurde der allgemeine Fonds für Vertretungs= und
Aus=
hilfskoſten, für welchen die Regierung 4500 Mark mehr
angefordert hatte, und die laufende Unterhaltung für
Ge=
bäude, die zum Reſſort des Miniſteriums des Innern
gehören in welchen ebenfalls eine Mehrforderung von
30000 Mark aufgenommen wurde, beſprochen, doch
wur=
den die Erörterungen darüber noch nicht zu Ende geführt,
auch keine Beſchlüſſe gefaßt.
Weiterberatung Freitag.
Der Finanzausſchuß der Erſten
Kam=
mer hielt geſtern wieder Vor= und Nachmittags=
Sitzun=
gen ab, doch wurden die Beratungen noch nicht zu Ende
geführt und ſollen heute, Freitag, fortgeſetzt werden. Als
Vertreter der Regierung wohnten die drei Miniſter
ferner Staatsräte Dr. Becker, Beſt, Oberfinanzrat
Balſer u. a. den Verhandlungen bei.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 29. Jan. Präſident Dr. Kaempf
er=
ffnet die Sitzung um 1,16 Uhr. Auf der Tagesordnung
ſteht die Fortſetzung
der zweiten Leſung des Etats des Reichsamts des Innern
Titel Staatsſekretär (7. Tag).
Hierzu liegen bisher 17 Reſolutionen vor. — Abg
Höſch (konſ.): Was wir vorausgeſagt haben, iſt
einge=
treten. Wenn unſere Handelsvertragsſtaaten auch noch
eine definitive Entſcheidung getroffen haben, ſo iſt doch
inoffiziell laut geworden, daß ſie keineswegs bereit ſind,
ſo ohne weiteres die Handelsverträge mit uns zu
er=
teuern. Die Ergebniſſe unſerer Wirtſchaftspolitik ſind
er=
freulich, insbeſondere hat unſer induſtrielles Leben einen
ungeahnten Aufſchwung erfahren. Bei der Landwirtſchaft
ſind nicht die gleichen günſtigen Ergebniſſe zu verzeichnen,
da bei ihr weſentlich andere Produktionsverhältniſſe
be=
ſtehen. Der Getreideanbauiſt ungeheuer
ausge=
dehnt worden und unſer Viehbeſtand iſt
um 126 Prozent in ſeinem Wert gewachſen,
(Hört, hört! rechts.) Die enorme Leiſtungsfähigkeit der
Landwirtſchaft war nur unter dem Schutzzoll möglich.
(Sehr richtig! rechts.) Die Einfuhr an Nahrungsmitteln
beläuft ſich, wie wir zugeben, auf faſt eine Milliarde.
Sehen wir aber einmal nach, in welchen Artikeln die
Stei=
gerung ſtattgefunden hat, ſo werden wir finden, daß es
n der Hauptſache Stoffe ſind, die zur Ernährung
unſe=
res Viehbeſtandes benötigt werden, vor allem
Futter=
gerſte. Die Ausführungen des Abg. Gothein,
insbeſon=
dere bei Beſprechung der Anbaufläche, beruhen auf
Un=
richtigkeiten, da ſeine ſtatiſtiſchen Unterlagen ungenau
ſind. Von der fortſchreitenden inneren Koloniſation iſt
eine Zunahme des Anbaues von Futterpflanzen nicht zu
erwarten. Je kleiner der Beſitz, deſto größer der
Roggen=
bau. (Hört, hört! rechts.) Die Vergangenheit hat gezeigt,
daß mit dem Einſetzen der Capriviſchen Handelsverträge
der Roggenbau ganz bedeutend zugenommen hat. Wir
halten daran feſt, daß, wenn eine Zollpolitik für den
Oſten überhaupt ein Ergebnis haben ſoll, das Syſtem
der Einfuhrſcheine beibehalten werden muß. (Sehr
rich=
tig! rechts.) Herr Gothein ärgert ſich darüber, daß dieſe
Einfuhrſcheine nicht nur den Händlern, ſondern auch den
Produzenten zugute kommen. (Sehr gut! rechts.) Dr.
Böhme hat, da ſachliche Gründe für ſeine Polemik nicht
vorhanden waren, ſich mit einzelnen Perſönlichkeiten
be=
ſchäftigt. Dieſes Kampfmittel hat Herr Bartſchat ſogar
noch weiter angewendet, indem er ehrenwerte Frauen in
das parteipolitiſche Gezänk hineingezogen hat. Unſere
Frauen wollen wir doch aus dem Kampf laſſen. (Bravo!
rechts.) Seine Kritik an dem Vorſitzenden des Vundes der
Handwerker war wenig ruhmreich für ihn. Ich weiß
nicht, ob Herr Bartſchat vom Hanſabund gleich ſchlecht
be=
zahlt wird, wie Herr Vogt vom Bund der
Handwer=
ker. Dieſe fortgeſetzten Debatten der Linken müſſen für
das Ausland geradezu aufſtachelnd wirken, wenn betont
vird, daß Rußland uns die Getreidepreiſe diktiere und
die Saiſonarbeiter vorenthalten könnte. Beides trifft
icht zu. Rußland exportiert das 15fache von dem, was
wir dorthin exportieren, und es iſt genötigt, den
Ueber=
ſchuß an Arbeitskräften als Saiſonarbeiter über die
Grenze gehen zu laſſen. Das hat auch der preußiſche
Landwirtſchaftsminiſter zugeſtanden, als er mitteilte, daß
Rußland nach wie vor die 10½=Monatspäſſe ausſtellen
werde. Ueber die innere Koloniſation iſt die Linke
voll=
ſtändig falſch unterrichtet. Die Konſervativen ſind davon
überzeugt, daß eine Arbeiterkoloniſation verfehlt iſt. Die
innere Koloniſation iſt auf Anregung der Konſervativen
geſchaffen worden. So gibt es noch heute keinen
entſchie=
deneren Vorkämpfer dieſer Bewegung, als den
Vorſitzen=
den des Bundes der Landwirte, Herrn von Wangenheim.
Sehr richtig! rechts.) Völlig verkehrt iſt die Annahme,
daß der Großgrundbeſitz ſich durch die innere Koloniſation
zuverläſſige und gefügige Arbeiter beſchaffen wolle.
Un=
ſere innere Koloniſation hat ihre Kinderkrankheiten
durch=
gemacht, namentlich während der Aera Caprivis. Unſere
Politik geht auf eine Erhaltung des Bauernſtandes und
die Beſitzbefeſtigung hinaus. Man darf aber nicht
ver=
langen, daß in kurzer Zeit alle Domänen zerſchlagen und
die Güterſchlächterei im Großen betrieben wird. Die
Freiſinnigen haben allen Anlaß, ihre Anſicht über die
Po=
litik der Konſervativen wie auch über die Erfolge unſerer
Wirtſchaftspolitik zu revidieren. (Beifall rechts.)
Präſident Dr. Kaempf: Herr Abgeordneter Höſch!
Sie haben in bezug auf den Abg. Dr. Böhme geſagt, er
ſcheine über die Frage der Einfuhrſcheine nicht
überzeu=
gungstreu ſprechen zu wollen. Eine derartige Aeußerung
iſt parlamentariſch nicht zuläſſig.
Abg. Heſtermann (wild=natl.): Der größte
Feh=
ler in der Landwirtſchaft beſteht darin, daß, wenn ein
Zweig der Landwirtſchaft rentabel iſt, alsbald eine
Ueber=
produktion eintritt und dieſe Betriebsart unrentabel
ge=
macht wird. Der Bauernbund hat von jeher die
Schutz=
zollpolitik vertreten, insbeſondere für den Hopfen und für
den Gemüſe= und Obſtbau Auch ein Milch= und Rahmzoll
iſt notwendig. Die Frage der inneren Koloniſation darf
nicht als Schlagwort in die Maſſenverſammlungen
ge=
worfen werden. (Hu=Rufe bei den Soz.) Die
Güter=
ſchlächterei iſt für den Bauernſtand äußerſt gefährlich. Ich
habe nicht rechts oder links zu vertreten, ſondern das
Wohl des Bauernſtandes. Deshalb bedauere ich, daß Dr.
Böhme immer nur Angriffe gegen rechts richtet, gegen
inks findet er keine Worte. (Glocke. Vizepräſident Dr.
Paaſche: Ich bitte, die perſönlichen
Auseinanderſetzun=
gen an dieſer Stelle zu unterlaſſen. Unruhe rechts.) Abg.
Heſtermann ſchließend: Wir haben den gemeinſamen
Kampf zu führen gegen den inneren Feind: die
Sozial=
demokratie. (Lärm links, Bravo rechts.) — Abg. Bruhn
(Rfpt.): Die Regierung tut viel zu wenig für den
Mittel=
ſtand, beſonders zum Schutze der Bauhandwerker, die
durch die Rückſichtsloſigkeit der Terrainſpekulanten und
Schwindelbau=Unternehmer ausgebeutet werden. Es
müß=
ten hier ſchon längſt geſetzliche Maßnahmen ergriffen ſein.
Der Forderung, die Strafbeſtimmungen bei Streiks zu
verſchärfen, können wir nicht zuſtimmen, da wir die
be=
ſtehenden Geſetze für ausreichend erachten. Es muß
Vor=
ſorge getroffen werden, daß die kleinen Müllereien und
die kleinen Brauereien nicht durch die Großbetriebe völlig
vernichtet werden. Auf den Verſicherungsämtern wird eine
bedauerliche Rentenquetſcherei betrieben. Das Wolffſche
Bureau ſteht unter dem Einfluß des Bankhauſes
Bleich=
röder. Das offiziöſe Nachrichtenweſen muß daher
ver=
ſtaatlicht werden. Die innere Koloniſation muß weiter
gefördert werden. Die Domänen dürfen nicht geſchont
werden.
Miniſterialdirektor Dr, Caſper gibt Auskunft über
einen vom Vorredner angeführten Fall von ſogenannter
Rentenquetſcherei. Dem betreffenden Verſicherten ſei
le=
diglich die Zuſatzrente entzogen worden.
Abg. Erdmann (Soz.): Dr. Böttger hat ſich ſeiner
gelben Schützlinge angenommen. Ich verſtehe es wohl,
daß die Unternehmer ſich dieſer Hilfstruppen bedienen.
Man ſollte ſie aber hier nicht noch in Schutz nehmen. Auch
wir verurteilen ein blindes Vorwärtsſtreben, wollen aber
auch nicht immer nur die Lichtſeite blind loben und
prei=
ſen. Ueber unſere Sozialpolitik dürfen wir nicht
hoch=
mütig anderen Ländern gegenüber werden. So herrlich
weit haben wir es auch nicht gebracht. Wir wollen den
Reichtum der Millionäre nicht noch weiter ſteigern,
ſon=
dern die Arbeiter endlich zu zufriedenen Menſchen machen
Abg. Giesberts (Zentr.): Die Sozialdemokratie
hat den Gewerkſchaftsgedanken in die Parteiſchablone
ge=
preßt. (Lebhaftes Bravo im Zentrum.) Ich weiſe den
Vorwurf zurück, die chriſtlichen Arbeiter handelten
fre=
ventlich wenn ſie eine beſondere Gewerkſchaft bildeten
und ſich nicht der Sozialdemokratie anſchlöſſen. (Bravo.)
Falſch iſt auch die Nachricht, daß die chriſtlichen
Gewerk=
ſchaften daran denken, ihr Firmenſchild zu ändern. Dieſes
iſt rein und hat ſich trefflich bewährt. (Lachen bei den
Sozialdemokraten. Lebhaftes Sehr richtig! im Zentrum.)
Ihr Reinfall (zu den Sozialdemokraten) im Kölner
Pro=
zeß ſollte Sie vorſichtiger machen. (Lachen bei den
So=
zialdemokraten.) Jetzt, wo die Arbeiter geſchloſſen ſein
müßten, um die Angriffe auf das Koalitionsrecht
abzu=
wehren bringt die Sozialdemokratie wieder den Zwieſpalt
in die Reihen der Arbeiter hinein. (Lebhaftes Bravo im
Zentrum.)
Abg. Schwabach (natl.): Wir wünſchen, daß die
in Reichs= und Staatsbetrieben beſchäftigten Perſonen den
in dieſen Betrieben feſtangeſtellten gleichgeſtellt werden.
Um den mannigfachen Wünſchen und der noch teilweiſe
ungeklärten Lage eine Unterlage zu geben bitten wir den
Herrn Reichskanzler, uns eine Denkſchrift über das
Ar=
beits= und Rechtsverhältnis der außerhalb des
Beamten=
verhältniſſes in Reichs= und Staatsbetrieben
beſchäftig=
ten Perſonen vorzulegen. Auf das Streikrecht verzichten
die auf nationalem Boden ſtehenden Arbeiter von ſelber.
Wenn auch die fortſchrittliche Reſolution, die das
Arbeits=
verhältnis der in Reichs= und Staatsbetrieben
beſchäftig=
ten Arbeiter regeln will, ſich zum Teil mit unſeren
For=
derungen deckt, ſo können wir ihr im ganzen doch nicht
zuſtimmen, da ſie uns in manchen Punkten zu weit geht
und manche darin enthaltene Fragen noch nicht ſpruchreif
ſind. Ich hoffe, daß unſer Antrag auf Vorlegung der
Denkſchrift zu einem Friedensinſtrument zwiſchen
Arbeit=
geber und Arbeitnehmer wird.
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Die Wünſche der
Staatsarbeiter haben ſich verdichtet zu der Forderung
eines Staatsarbeiterrechts. Die dahin
gehen=
den Petitionen und Reſolutionen hat der Bundesrat
ab=
lehnend erledigt. Zur Vorlegung einer
Denk=
ſchrift bin ich gerne bereit.
Abg. Vogt=Hall (Hoſpitant der Konſervativen): Die
Anſchauungen des Abg. Gothein über die Zuſtände in der
Landwirtſchaft ſind unzutreffend. Wo man auf dem
Lande dazu übergegangen iſt, elektriſche Kraft zu beziehen,
da geſchieht es nur, um den Dienſtboten die Arbeit
ange=
nehmer zu machen. (Widerſpruch links.) Einen anderen
Vorteil haben wir nicht davon. Uns liegt aber daran,
der Landflucht der Dienſtboten vorzubeugen. Es iſt
end=
lich an der Zeit, der Frage auf Schaffung einer
Mühlen=
umſatzſteuer näher zu treten. Zur inneren Koloniſation
eignet ſich bei weitem nicht jedes Gelände. Die
Boden=
verhältniſſe ſind zu verſchieden und die Rentengüter müſſen
ſo groß bemeſſen werden, daß ein Geſpann voll
ausge=
nutzt werden kann. Die wahren Freunde des
Mittelſtan=
des ſitzen nicht auf der Linken, ſondern auf der rechten
Großherzogliches Hoftheater.
Donnerstag, 29. Januar:
Sappho.
W-l. Als drittes Stück im Grillparzer=Zyklus
ge=
ratte heute das dramatiſche Gedicht „Sappho” zur
ffüührung. Wenn man erwägt, daß dieſe Dichtung, die
„„Ahnfrau” folgte, das Werk eines
Sechsundzwanzig=
igegen iſt, ſo muß man zu dem Schluſſe kommen, daß der
chter bei günſtigeren äußeren Verhältniſſen und einem
hurren Grade von Selbſtvertrauen ſich zu einem Heros
dramatiſchen Literatur würde herangebildet haben.
ithält das Drama auch mancherlei Schwächen, wozu in
te: Linie die Charakterzeichnung Phaons gehört, ſo
ver=
ies doch einen ſo hohen poetiſchen Gedankenflug und
Upirüngliche, kraftvolle Genialität, verbunden mit einer
üvoramatiſchen Sprache, daß man ſtets unter dem
nne eines Dichters von Gottes Gnaden ſteht. Neben
Schönheit der Sprache ſind es die Harmonie und jenes
kantiken Kunſt eigenes Maßhalten, die an dieſem
kauna klaſſiſch anmuten, wenn ihm das antike Gewand
icht nur äußerlich umgehängt iſt. In mehr als einer
nſicht erinnert es an Goethes Iphigenie.
IIm Mittelpunkte des Dramas ſteht die Vertreterin
Titelrolle, einer der herrlichſten Frauengeſtalten Grill=
Pzurs, eine große tragiſche Rolle, würdig großer
miltlerinnen, die ihr Talent von jeher gern an ihr
ge=
ſſem haben. Frl. Alſen wuchs mit ihrer Aufgabe und
lehgen in dieſer Rolle, in der ſie den Stil der hohen
Tragödie in Sprache, Bewegung und Spiel mit
künſtleri=
ſchem Takte zu wahren wußte, ſozuſagen als eine ganz
andere Darſtellerin, als in kleineren, ihr weniger
zuſagen=
den Rollen. Hinſichtlich der einheitlichen, harmoniſchen
Ausgeſtaltung der Rolle und der ſprachtechniſchen
Behand=
lung des ſchönen Pathos übertraf ihre Sappho noch die
Medea. Beſonderes Lob verdient noch die im Tone der
ſchon Weltentrückten und Verklärten geſprochene, im
klaſſi=
ſchen Stil gehaltene Abſchiedsſzene, die zu dem Schönſten
gehört, was Grillparzer gedichtet hat. Frl. Alſen erntete
für ihre intelligente und ſympathiſche Darſtellung der Rolle
reichen Beifall.
Die Rolle des als Liebhaber der Sappho mit ihr
un=
ſterblich gewordenen Jünglings Phaon ſpielte Herr
Ehrle mit der dieſem Charakter entſprechenden
jugend=
lichen Impulſivität und Leidenſchaft. Ein Darſteller, der
beides nicht beſitzt und zwiſchen den verſchiedenen
Emp=
findungsausbrüchen dieſes von der Schwärmerei zur
wahren Liebe erwachten Jünglings nicht zu vermitteln
weiß, kann in dieſer ſchwierigen Rolle manches verderben.
Frl. Horn als Melitta nahm beſonders durch ihr helles
und weiches, dem kindlichen Charakter des unſchuldigen
und unbewußten Mädchens entſprechendes Organ für ſich
ein und ſprach auch recht hübſch und mit Wärme
Die Melitta gehört zu den empfindlichen weiblichen
Rol=
len, denen eine allzu große Routine und eine berechnende
Naivität leicht ſchaden. Hier macht faſt alles die
Perſön=
lichkeit. Sehr eindrucksvoll ſprach Herr Heinz als
vor=
züglicher Rhamnes den Fluch gegen Phaon.
Die ſchöne Aufführung fand bei dem Publikum eine
ſehr beifällige Aufnahme.
Seite des Hauſes. (Präſident Dr. Kaempf rügt
nach=
träglich eine vom Abg. Vogt=Hall getane Bemerkung, die
eine perſönliche Spitze gegen den Abg. Gothein gehabt
hat.)
Nach einigen perſönlichen Bemerkungen wird die
Weiterberatung auf Freitag 1 Uhr pünktlich vertagt.
Vorher kurze Anfragen.
Abg. Baſſermann (natl., zur Geſchäftsordnung)
Ich ſtelle feſt, daß der Abg. Heſtermann ſeine heutige Rede
weder im Namen noch im Auftrag der Fraktion
gehal=
ten hat. Die Fraktion hat alsbald die Konſequenz gezogen
und durch einſtimmigen Beſchluß das
Ho=
ſpitantenverhältnis mit Herrn
Heſter=
mann gelöſt. (Anhaltende Heiterkeit.)
Schluß ½7 Uhr.
Die angebliche Erwerbung
der Putilow=Werke durch Krupp.
* Petersburg, 29. Jan. Angeſichts der von der
franzöſiſchen Preſſe lebhaft beſprochenen Pariſer Gerüchte,
daß die Putilow=Werke angeblich von der Firma
Krupp mit Unterſtützung der Deutſchen Bank gekauft
wor=
den ſind, iſt die Petersburger Telegraphen=
Agentur ermächtigt, dieſe Gerüchte kategoriſch
zu dementieren. Selbſt falls die Abſicht auftauchen
ſollte, das Kapital der Putilow=Werke zu erhöhen, könnte
ſicherlich niemals weder direkt noch indirekt von einer
Be=
teiligung des genannten Hauſes die Rede ſein, das
nie=
mals zu einer Beteiligung zugelaſſen werden könnte.
* Paris, 29. Jan. Der konſervative Deputierte und
Obmannſtellvertreter des Kammerausſchuſſes für
Auswär=
tige Angelegenheiten, Denis Cochin, teilte heute
vor=
mittag dem Miniſter des Aeußern, Doumergue, mit, daß
er die Abſicht habe, an ihn eine Anfrage über die
Gerüchte, betreffend den Ankauf der
Puti=
low=Werke, zu richten. Doumergue erwiderte, daß
er ſabald die von ihm verlangten Auskünfte eingetroffen
ſeien, von der Kammertribüne die Anfrage Cochins
be=
antworten werde. — Bisher hat Botſchafter Delcaſſé auf
die Depeſche Doumergues lediglich antworten können, daß
er ſich gegenwärtig damit beſchäftige, Auskünfte
einzu=
holen, die er dann ſo raſch als möglich übermitteln werde.
* Paris 29. Jan. Hieſigen Blättern zufolge
er=
klären die ruſſiſchen Banken, welche wegen der
Kapi=
talsvermehrung der Putilow=Werke mit
einer deutſchen Gruppe in Unterhandlungen getreten ſind
ihre Haltung damit, daß die franzöſiſche Gruppe, an
welche man ſich in dieſer Angelegenheit wiederholt
ge=
wandt habe, ihre Antwort ſtets aufſchob und daß
hierdurch ſchließlich die Putilow= Werke in eine
ſchwierige Lage gerieten. Ferner wird
hervor=
gehoben, daß das von den Petersburger Banken im
Ein=
vernehmen mit der deutſchen Gruppe gemachte Anerbieten
einen nichtamtlichen Charakter habe und daß deshalb
weder die ruſſiſche noch die franzöſiſche Regierung in der
Lage war, ſich mit der Sache zu befaſſen. Man gebe zu,
daß die franzöſiſchen Kreditinſtitute durch ihr Zaudern
vielleicht den Deutſchen in die Hände gearbeitet haben,
aber man ſei der Anſicht, daß die ruſſiſchen Bankiers und
Induſtriellen nicht das Recht haben, die Erzeugung
ruſſi=
ſchen Kriegsmaterials unter die deutſche Kontrolle
gelan=
gen zu laſſen und daß ſie im Hinblick auf das
franzöſiſch=
ruſſiſche Bündnis nicht berechtigt ſeien, einer deutſchen
Gruppe die Fabrikationsgeheimniſſe der franzöſiſchen
In=
duſtrie preiszugeben.
* Paris, 29. Jan. Der Temps ſchreibt zu der
An=
gelegenheit der Putilow=Werke: Geradezu
unfaß=
bar iſt es, daß Rußland in dem Augenblick, wo es vom
franzöſiſchen Markte 600 Millionen Francs für ſein
wirt=
ſchaftliches und militäriſches Rüſtzeug erhält, ſeinen
fran=
zöſiſchen Bundesgenoſſen weder in amtlicher Weiſe noch
durch Vermittelung der Banken davon verſtändigt hat, daß
die Putilow=Werke 50 Millionen Francs zur. Erhöhung
ihres Kapitals brauchen. Derartige Zwiſchenfälle ſind,
ſelbſt wenn ſie in befriedigender Weiſe geregelt werden
ſollten, für den guten Ruf des franzöſiſch=ruſſiſchen
Bünd=
niſſes bedauerlich. Die nationaliſtiſche Liberté benutzt
die Angelegenheit zu einem Angriff gegen das
Miniſte=
rium Doumergue, indem ſie behauptet, daß das Kabinett
Barthou bereits vor vier Monaten von der
Sache Kenntnis gehabt und ſich bemüht habe, die
Anſtrengungen der deutſchen Gruppe zum Scheitern zu
bringen. Doumergue und ſeine Kollegen ſeien von ihren
Vorgängern rechtzeitig verſtändigt worden, und es werde
feſtgeſtellt werden müſſen, durch weſſen Nachläſſigkeit oder
Schwäche die Sache ſoweit gedeihen konnte.
Vom Balkan.
* Rom 29. Jan. Zu der Zwölfinſelfrage
ſchreibt der Corriere d’Italia: Italien wünſcht nichts
mehr als eine wirkſame Intervention Sir
Edward Greys bei der Pforte in dem Sinne
daß er ſie auffordert, der ſogenannten panislamitiſchen
Bewegung, die ſich in Konſtantinopel organiſiert, Einhalt
zu tun, und die Verhandlungen über die von Italien
ge=
forderten wirtſchaftlichen Kompenſationen zu erleichtern.
Dabei dürften eventuelle Eiſenbahnanſchlüſſe an die noch
zu bauende Adalia=Linie, die nach den Konventionen von
1905 noch in die engliſche Einflußſphäre fällt, nicht
ver=
hindert werden. Die Anweſenheit der italieniſchen
Dele=
gierten bei der Dette Ottomane in London wird hierfür
von Nutzen ſein.
* Athen, 29. Jan. Die hieſigen offiziellen Kreiſe
beſprechen die Begegnung, die zwiſchen dem
Prinzen Ferdinand von Rumänien und
dem ariechiſchen Miniſterpräſidenten bei
dem Diner in der rumäniſchen Geſandtſchaft in Berlin
ſtattgefunden hat, günſtig und meſſen ihr eine große
Be=
deutung.bei.
Zur Lage in Mexiko.
* Neu=York 29. Jan. Der Vertreter der
Aſſo=
ciated Preß in Waſhington telegraphiert, daß die For
derung der mexikaniſchen Inſurgenten
ihnen die Erlaubnis zum Ankauf von
Waf=
fen in den Vereinigten Staaten zu erteilen, bald
be=
willigt werden könne. Faſt das ganze Kabinett,
viele Mitglieder der Kommiſſion für auswartige
Ange=
legenheiten im Senat und viele Führer der Kongreßpartei
ſeien bereit, die Erlaubnis zu geben. In dieſem Falle
würde Präſident Wilſon das durch die letzte Proklamation
verfügte Ausfuhrverbot für Waffen
auf=
heben. Die Notifizierung der Nichbezahlung der
Schuldenzinſen und die Erklärung der Inſurgenten, den
Kampf auf die volkreichen Bezirke Mittelmexikos
auszu=
dehnen, ſeien Gründe für die neue Entwickelung der
ame=
rikaniſchen Politik. Die Behörden glauben, daß, wenn
man beiden Teilen die gleichen Möglichkeiten gäbe, Waf
fen einzuführen, die Revolution bald zugunſten der
In=
ſurgenten beendet ſein würde.
Vermiſchtes.
— Theologenzunahme. Die Zahl der
Stu=
denten der evangeliſchen Theologie hat in Deutſchlund
mehrfach ſtark geſchwankt. Von 1502 im Winter 1876/77
ſtieg ſie auf 4793 im Sommer 1888; ſeitdem ſank ſie
be=
ſtändig bis auf 2035 im Winter 1903/04 und das Andauern
einer geringen Zahl ließ hier und da einen ſchlimmen
Mangel an Pfarrern befürchten. Seit Oſtern 1912 iſt aber
das — vorher langſame — Anſteigen der Zahl in ein
raſches Wachstum übergegangen; ſie ſtieg im Sommer
1912 erſtmalig wieder über 3000 (auf 3340, gegen 2811 im
Sommer vorher), im Sommer 1913 auf 3842 und hat ſich
auch im laufenden Winter vermehrt, wenn auch
natur=
gemäß nicht ſo beträchtlich, da die Hauptverſchiebungen
immer zu Oſtern eintreten. Die Geſamtzahl beträgt jetzt
3949; auf die einzelnen Univerſitäten verteilt ſie ſich wie
folgt: Berlin 670, Leipzig 518, Halle 443, Tübingen 360,
Marburg 246. Erlangen 238, Göttingen 223, Breslau 167,
Heidelberg 166, Königsberg 162, Bonn 138. Greifswald
136, Jena 126, Straßburg 101, Gießen 90, Kiel 77, Roſtock
44. Da erfahrungsgemäß noch einige nachträgliche
Imma=
trikulationen erfolgen wird die Zahl ſchon jetzt nicht viel
hinter 4000 zurückbleiben; beſonders erfreulich iſt auch
das Wachstum mancher ausgeſprochener
Provinzialfakul=
täten. Die Eröffnung einer neuen evangeliſch=
theologi=
ſchen Fakultät in Münſter, die bekanntlich im Herbſt d. J.
erfolgen ſoll, iſt angeſichts dieſer Sachlage doppelt be
rechtigt.
Quartett=Liedertag Frankfurt a. M.
Man ſchreibt uns: Wie ſchon ſeit einer Reihe von Jahren,
findet auch in dieſem Jahre ein Quartett=Liedertag in
Süddeutſchland ſtatt, und zwar wurde das bekannte
Süd=
deutſche Doppelquartett in Frankfurt a. M. durch das Los
beſtimmt, die diesjährige Veranſtaltung zu übernehmen
und zu leiten Der Zweck dieſes alljährlich
wiederkehren=
den Quartett=Liedertages iſt, die in Süddeutſchland
be=
ſtehenden Gefangsquartette und Quartettvereine einander
näher zu bringen, um in friedlichem Wettbewerb das
deutſche Volkslied, ſowie den Kunſtgeſang zu pflegen. Die
diesjährige Veranſtaltung in den bewährten Händen des
Süddeutſchen Doppelquartetts verſpricht, ſoweit ſich die
Vorarbeiten jetzt ſchon überſehen laſſen, eine ganz
vorzüg=
liche zu werden. Zugelaſſen werden: Quartette,
Doppel=
quartette und kombinierte Quartette bis zu 16 Mann. Am
Schluſſe der Veranſtaltung wird die Verloſung des
nächſt=
folgenden Quartett=Liedertages vorgenommen und findet
derſelbe jeweils dort ſtatt, wo das betreffende Quartett,
auf welches das Los fällt, ſein Domizil hat. Das Quartett,
welches den Quartett=Liedertag zuletzt veranſtaltete,
ſchei=
det laut Beſtimmung jeweils bei der nächſten Verloſung
aus, ſo daß jedem beteiligten Verein Gelegenheit geboten
iſt, dieſen Tag in ſeinen Mauern zu veranſtalten.
Muſik.
— Die neueſte Nummer der populären Zeitſchrift
Muſik für Alle beſchließt den Reigen der
volkstüm=
lichen Meiſteropern Lortzings mit dem „Waffenſchmied”
In chronologiſcher Form wird das entzückende melodiöſe
Werk in leicht ſpielbarem Klavierſatz wiedergegeben. Neben
den Enſembles, Chorſtücken, finden wir die ſo populär
gewordenen Arien. Das Waffenſchmied=Heft iſt ebenſo wie
die früheren Lortzing=Hefte (Zar und Zimmermann,
Wild=
ſchütz, Undine) zum Preiſe von 50 Pfg. in allen Buch= und
Muſikalienhandlungen, ſowie direkt vom Verlage Ullſtein
& Co., Berlin SW. 68, Kochſtraße 22—26, erhältlich.
Literariſches.
Moderne Villen und Landhäuſer.
Format 24X32, 285 Seiten mit 510 Abbildungen, ſowie
mehreren Farben= und Lichtdrucktafeln. Mit einleitendem
Lext von Dr. Richard Klapheck=Düſſeldorf. Verlag von
Ernſt Wasmuth, A.=G., Berlin W. 8. Preis in
Leinen=
band 10 Mark. Dieſes Werk, welches ſoeben im Verlage
von Ernſt Wasmuth in Berlin zur Ausgabe gelangte,
ent=
hält eine ſorgfältig ausgewählte Sammlung moderner
Villen und Landhäuſer. Alle Typen vom herrſchaftlichen
Landſitz bis zum Arbeiterwohnhaus der Gartenſtadt ſind
darin in muſtergültigen Beiſpielen vertreten. Dieſe
Sammlung dürfte nicht nur dem praktiſchen Architekten,
ſondern allen denen willkommen ſein, welche mit dem
Ge=
danken umgehen, ſich ein Heim zu bauen, das die
An=
nehmlichkeiten des Landlebens gewährt, aber gleichzeitig
die Möglichkeit bietet, in kurzer Zeit die Stadt zu erreichen.
Die Zahl der Stadt=, beſonders der Großſtadtbewohner,
deren Herz dieſer Wunſch erfüllt, iſt Legion. Für ſie iſt
dieſes Buch wie geſchaffen Pläne zu ſchmieden, Vergleiche
anzuſtellen und eine Wahl zu treffen. Möge das treffliche
Werk, das dem Leſer die Bau= und Wohnkultur der
Ge=
genwart in Bild und Wort in ſo erſchöpfender Weiſe vor
Augen führt, in den Kreiſen der Architekten und
Bau=
luſtigen die Verbreitung finden, welche es verdient.
** Regel, Fritz, Prof. Dr. Argentinien.
178 S. 36. Abb. auf 20 Taf. 1 Stadtplan und 3 Karten.
(Angewandte Geographie. IV. Serie, 10. Heft.)
Frank=
furt a. M. Heinrich Keller 1914. Unter den
ſüdamerika=
niſchen Republiken ſteht Argentinien zweifellos für
Deutſchland im Vordergrund des Intereſſes, da Deutſche
nicht nur an ſeiner Entdeckung und Erſchließung einen
tätigen Anteil genommen haben, ſondern auch das
Deut=
ſche Reich und ſeine Angehörigen durch mancherlei
Han=
dels= und ſonſtige Beziehungen an der wirtſchaftlichen
Entfaltung des aufblühenden Landes beteiligt ſind. Die
Entſendung einer beſonderen Deputation unter von der
Goltz zur argentiniſchen Jahrhundertfeier hat davon auch
vor der Oeffentlichkeit Zeugnis abgelegt. So iſt es mit
beſonderer Freude zu begrüßen, wenn eine ſo gewandte
Feder, wie die Regels, verſucht, uns in kurzen Strichen
ein Bild der Wirtſchafts= und Kulturgeographie des
jun=
gen Landes und ihrer Grundlagen zu zeichnen. Es iſt
gelungen, auf Grund einer ſehr reichhaltigen, in dem Buch
verarbeiteten Literatur ein klares Bild der argentiniſchen
Verhältniſſe zu geben, das jedem, der ſich aus
irgend=
einem Grunde für das Land intereſſiert, willkommen ſein
muß. Beſonders hervorgehoben muß werden, daß
über=
all auf die deutſchen Beziehungen zu Argentinien
hinge=
wieſen iſt, und daß ein warmer, vaterländiſcher Geiſt das
Buch durchweht, was ſich auch in der Beifügung eines
be=
ſonderen Abſchnitts: Die Deutſchen in Argentinien und
die deutſchen Intereſſen daſelbſt, ſchon äußerlich zeigt. Die
Bilder und Karten ſind ſehr zweckmäßig ausgewählt und
gut geraten.
— Die Zeitungs=Reklame iſt zweifellos das ſicherſte
Mittel, das der Induſtrie und Handelswelt zur Hebung
des Abſatzes ihrer Erzeugniſſe und Waren zu Gebote ſteht.
Bei der Schwierigkeit, auf dem weiten Gebiete des
Reklameweſens ſtets das Richtige und Zweckmäßige zu
treffen, iſt es für alle Inſerenten von ganz beſonderem
Werte, einen zuverläſſigen Führer und Berater zur
Ver=
fügung zu haben. Dieſe Aufgabe erfüllt erfahrungsgemäß
der bewährte Zeitungs=Katalog der
Annon=
cen=Expedition Rudolf Moſſe, der in 47.
Auf=
lage ſoeben erſchienen iſt. In einem ſtattlichen,
vorneh=
men Bande enthält der Katalog, mit gewohnter Sorgfalt
auf Grund des neueſten Materials bearbeitet, die Zeituns
gen und Zeitſchriften, für welche die Annoncen=Expedition
Rudolf Moſſe Anzeigen annimmt. Mit dem Katalog
zu=
gleich erhalten die Geſchäftsfreunde der Firma Rudolf
Moſſe wiederum eine elegante Schreibmappe, deren
In=
halt ein Notizkalender für jeden Tag des Jahres und für
jeden Geſchäftsmann nützliches Material bilden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telege. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 29. Jan. Im Bundes rat wurde dem
Antrag des Herzogtums Sachſen=Meiningen, betreffend
Prägung von 1000 Kronenſtücken mit dem Bildnis des
Herzogs von Sachſen=Meiningen, zugeſtimmt und die
Wahl=
der Mitglieder des Börſenausſchuſſes vollzogen. Dem
Entwurf der Bekanntmachung, betreffend den Zinsſuß für
die verſicherungstechniſchen Berechnungen der Reichsver= für Angeſtellte, der Vorlage, betreffend die
Ergänzung der Ausführungsbeſtimmungen zum Kaligeſetz
nd dem Entwurf eines Luftverkehrsgeſetzes, wurdezu
geſtimmt.
* Berlin, 29. Jan. Nach einer Meldung von Lloyds
Agentur berichtete der neue Turbinendampfer „Ville de
Liege” aus Dover, er ſei nachts in dichtem Nebel
mit dem engliſchen Confield=Turbinen
dampfer zuſammengeſtoßen, der arg beſchädigt
vorden ſei.
* Wien, 29. Jan. Die Sitzung des Abgeord
tetenhauſes wurde durch die Reden der tſchechiſchen
Agrarier und der tſchechiſchen Radikalen zur
formalenGe=
ſchäftsbehandlung ausgefüllt. Dadurch wurde ein Einn
ehen auf die Tagesordnung, zweite Leſung des Budget
proviſoriums verhindert. Nächſte Sitzung morgen.
* Wien, 29. Jan. Der griechiſche Miniſterpräſiden
Venizelos iſt heute nachmittag hier eingetroffen
* Peſt, 29. Jan. Der Landesinduſtrieverein
lehnte es ab, ſich dem zu bildenden deutſch=öſter
eichiſch=ungariſchen Wirtſchaftsbund an
zuſchließen. Vizepräſident von Ullmann begründete
en Entſchluß damit, daß Deutſchland Ungarn gegenüben
eine Wirtſchaftspolitik befolge, die kaum als freundſchaft
lich bezeichnet werden könne. Das Syſtem her Ein
uhrſcheine richte ſich gegen den ungariſchen Getreides
import. Die Praxis der Gerſtenverzollung werde
ſoge=
handhabt, daß man für ungariſche Gerſte immer vier Mark
Zoll bezahle, während Rußland ſeine verſchiedenen
Ger=
ſtenſorten mit 1,30 Mark verzollt. Es ſei daher nicht im
ungariſchen Intereſſe gelegen, ſich durch den Anſchluß an
den Wirtſchaftsbund gegenüber Deutſchland die Hände zu
binden.
* Eſſegg, 29. Jan. Die vierköpfige Familis
des penſionierten Hilfsämterdirektors Koß iſt tet
auf=
gefunden worden. Durch Berſten eines Gass
ohres auf der Straße war Leuchtgas ausgeſtrömt und
n die Wohnung eingedrungen
* Haag, 29. Jan. Hier wurde eine Akademie für
internationales Recht mit dem Kapital des
Rek=
tors Goedkoop und den Aſſerſchen Erben gegründet. Die
beträchtlichen Unkoſten werden durch einen großen
Säh=
resbeitrag der Carnegieſtiftung gedeck. Die
Akademie wird in der Bibliothek des Friedenspalaſtes
untergebracht. Die wiſſenſchaftliche Leitung wird von
einem internationalen Komitee ausgeübt, das ſich aus den
früheren Präſidenten des Inſtituts für internationales
Recht zuſammenſetzt.
* Paris 29. Jan. Die Bank von Frankreich
at ihren Diskont von 4 auf 3½ Prozent ermäßiat.
* Paris, 29. Jan. Nach einer offiziöſen Meldung
imfaßt der erſte Abſchnitt der ruſſiſchen
Eiſen=
bahnanleihe einen Nominalbetrag von 665
Mil=
lionen Franken, welches einem tatſächlichen Betrag
von 600 Millionen entſpricht.
* Paris, 29. Jan. Der Deputierte von Lunéville,
Mecuillet, teilte dem Unterſtaatsſekretär des Krieges,
Marginot, mit, daß er ihm über die geſundheitlichen
Waſſerverſorgung der Garniſon. Lunéville
nterpellieren werde. — Den Blättern zufolge iſt
unter der Garniſon von Verſailles und des Lagers von
Satery in der letzten Zeit eine ungewöhnlich große
Zahl von Todesfällen infolge von
Lungenentzün=
dung vorgekommen.
* Madrid, 29. Jan. Anibal Murillo Gra
von Cartagena iſt zum Botſchafter in Peters
burg ernannt worden.
* Petersburg, 29. Jan. Der Kaiſer hat den fran
zöſiſchen Botſchafter Delcaſſé in Abſchien
audienz empfangen.
* Dar=es=Salaam, 29. Jan. Die Arbeiten für die im
Auguſt hier ſtattfindende deutſch=oſtafrikaniſche
Landesausſtellung nehmen einen guten Fortgang
Auf dem prächtig gelegenen Ausſtellungsplatz herrſcht eine
rege Bautätigkeit. Die Beteiligung aus dem Schutzgebiel
ſelbſt, wieraus den Nachbarkolonien, der Heimat und
Bel=
gien verſpricht vollen Erfolg.
* Luederitzbucht, 29. Jan. Die detachierte Die
viſion erreichte auf ihrer atlantiſchen Reiſe die
ſüdlichſte Station ihrer weſtafrikaniſchen Küſtenfahrt. Die
Linienſchiffe „Kaiſer” und „König Albert” liegen vol
Luederitzbucht, der Kreuzer „Straßburg” vor Kapſtadt=
Die Fahrt nach dieſem Hafen war zunächſt vom Wettel
begünſtigt, ſo daß mannigfache militäriſche Uebungen und
Erprobungen erledigt werden konnten. Bei Swakopmundg
wo die Linienſchiffe vorübergehend ankerten, wurde freilich
ein heftiger Wind in Stärke neun mit entſprechend hoher=
See angetroffen. Die ſtarke Brandung erſchwerte den
Ver=
kehr mit der Küſte. Die begeiſterte Aufnahmean
Land fand ihren Höhepunkt am Geburtstage des
Kaiſers.
* Schanghai, 29. Jan. (Reuter.) Die China=Inland
Miſſion erhielt Telegramme aus Liuanchow in Anhoi, wo
nach eine auf 2000 Mitglieder geſchätzte
Räu=
berbande faſt die ganze Stadt
geplün=
dert und verbrannt habe. Der britiſche Miſſional
iſt mit Frau und Kindern nach Luchow geflüchtet. Die
römiſch=kothiſchen Miſſionare ſollen ſich noch in
Liuan=
chow befinden und unverſehrt ſein. Wahrſcheinlich han
delt es ſich um die Räuberbande „Weißer Wolf”, die
kürz=
lich Oſthonon geplündert hat.
Die Revolution auf Haiti.
* Port=au=Prince, 29. Jan. Hier wird gemen
daß die Truppen am Freitag zu erwarten ſeien. DieOrd
nung dürfte dann wiederhergeſtellt werden. Nachtsn
lnan unbedeutendes Schießen. Die Deutſchen
ſeffinden ſich unter dem Schutze der
ausgeſchiff=
lenn Landungskorps außer Gefahr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Tiefer Druck bedeckt andauernd Nordeuropa, deſſen
utsläufer über das Feſtland ziehen und trübes, mildes
Letter und einzelne Niederſchläge verurſachen. Wir
ha=
lſent morgen noch keine weſentliche Aenderung unſerer
Litterung zu erwarten.
Ausſicht in Heſſen für Freitag den 30. Januar:
vorwiegend wolkig, vereinzelt Niederſchläge, etwas
wär=
m r. weſtliche Winde.
Schneebericht.
Felsberg, 50 Zentimeter lückenlos, lockerer
Lichnee, Neunkirchen, 55 Zentimeter, lückenlos, lockerer
Uichnee, Rodel= und Skibahn gut, Reichelsheim, 10
Zenti=
licter, lückenlos, lockerer Schnee, Lindenfels 28 Zentimeter,
ükenlos, lockerer Schnee, Beerfelden, 35 Zentimeter,
üſkenlos, lockerer Schnee, Rodelbahn gut.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Hehelole
Grünkemmehl
iſt bei allen Hausfrauen zur
Bereitung aromatiſcher, leicht
verdaulicher Suppen beliebt.
Dr. Kuhns Nußöl, 1.20, 0.60
Graue Haare Färbe=Pomade Nutin, 2.00, 1.00,
giftfrei. Franz Kuhn, Kron.=Parf., Nürnberg.
Hier: F. B. Grodhaus, Seifenfabr. a. weißen
lu rm, ſowie in Apotheken, Drog. u. Parfüm. (IX,3161
Aus dem Geſchäftsleben.
Die neuen Proſpekte des Reiſebureaus Thos
Look u. Son in Frankfurt a. M. über
Winter=
ſorert, Reiſen in Aegypten und Paläſtina, ſowie über
Ge=
ielf ſchafts= und unabhängige Akkord=Reiſen ſind erſchienen
lno werden von der Firma allen Intereſſenten auf
Ver=
ſanrgen zugeſandt. Das Akkord=Reiſeſyſtem eignet ſich ganz
henondres für kleine Geſellſchaften, Familien und Ehepaare,
Und dasſelbe erfreut ſich bei dem reiſenden Publikum
gro=
lle Beliebtheit, da es angenehmes und ſorgenfreies Reiſen
Leitattet, ſo daß ſich der Reiſende ganz dem Genuſſe der
teſſe hingeben kann, indem von dem Reiſebureau bei einer
Akkordreiſe” die umfaſſendſten Vorbereitungen im voraus
legroffen werden, wie: Hotelunterkunft, Beſtellung von
agen nebſt orts= und ſprachkundigen Führern zur
Be=
lattigung der verſchiedenen Städte und deren
Sehenswür=
lichkeiten uſw. Die große Zahl der eigenen Bureaus
ſſieſer Firma, welche ſich an allen Hauptverkehrsplätzen be=
Unden, ſetzt ſie in die Lage, welche von keinem anderen
lteiſeunternehmen noch erreicht wurde, alle Vorkehrungen
liess ſelbſt zu treffen und für deren gute Ausführung
tlieſt Sorge zu tragen.
Die Benzwerke Gaggenau haben außer den
rdder Fertigſtellung begriffenen 10 Feuerwehr=Fahrzeugen
it die Berufs=Feuerwehr Kaſſel und 3 Fahrzeugen für
ie Berufs=Feuerwehr Leipzig in letzter Zeit einige weitere
kamaufträge erhalten, u. a. je eine Spritze für die
Berufs=
fauerwehren Köln, Wiesbaden, Lübeck, ferner für
Gelſen=
rchhen eine Feuerſpritze und eine Drehleiter. Auch in der
Wrivat=Induſtrie und im Ausland behaupten ſich
Benz=
öhggenau=Feuerwehrfahrzeuge erfolgreich.
Wir verweiſen ausdrücklich auf den der
heutigen Nummer beiliegenden Proſpekt der
Harnatogenwerke Bauer & Cie., Berlin S. W. 48,
vormit auch eine Gratisprobe des bewährten Mittels,
broie belehrende Broſchüren angeboten werden. (IV,3123.
ir die durch Sturm und Unwetter geſchädigten
Be=
wohner der Oſtſeeküſte ſind weiter eingegangen:
H. 1 ℳ. W. K. 0.50 ℳ. K. H. 0.50 ℳ. Ungen. 1 ℳ.
ech. Oberforſtrat Dittmar 5ℳ4. Frau M. B. 3ℳ. Kammerherr
Bellersheim 10 ℳ. Greim 2 ℳ. M. G. 2 ℳ. M. Wenck 5 ℳ.
1.60 ℳ geſammelt von folgend genannten Schülern der
Unttertertia 3 des Realgymnaſiums zu Darmſtadt: Pabſt
10 ₰, Roether 50 ₰, Schemel 30 ₰, Stamm 30 ₰, Keßler
0Z, Merlau 30 ₰, Berger 50 ₰, Rullmann 40 ₰, Stiepel
0Z, Schupp 50 ₰, Wurretz 50 ₰, Andreß 50 ₰, Schnelle
Des, Fuhrländer 50 ₰, Haury 50 ₰. Dörr 2 ℳ,
Unge=
ſamnt 30 ₰, Heß 50 ₰, Burger 50 ₰, Sting 50 ₰,
Müller=
hikkler 40 ₰, Bärtcky 40 ₰, Berbert 10 ₰, Barth 10 ₰,
ildsermann 30 ₰. Freifrau M. von Schenk 5 ℳ. Frau
. Rodemer 2 ℳ. Sanitätsrat Birnbaum 10 ℳ. W.
P. 2 ℳ. E. von Sch. 4 ℳ. M. R. 0.50 ℳ. H. Sch.
50 ℳ. Fr. von Cronenbold 20 ℳ. Ungenannt 2 ℳ.
3 ℳ. E. R. 2 ℳ. Frl. Weiß 1 ℳ. Ungenannt 3 ℳ.
J). T. 2 ℳ. Ungenannt 1 ℳ. E. R. 3 ℳ. S. 3 ℳ.
zuſſammen 105.60 ℳ, mit den bereits veröffentlichten
1.75 ℳ zuſammen 850.35 ℳ.
Richtigſtellung: Frau Moeſſner 20 ℳ, nicht
e veröffentlicht 3 ℳ.
Mit herzlichem Danke an alle Wohltäter verbinden
di: die Bitte um weitere gütige Zuwendungen.
Darmſtädter Tagblatt
Geſchäftsſtelle.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Alſter” von Savannah kommend,
25. Jan. 1 Uhr 30 Min. nachm. in Hamburg. „
Bul=
garia”, von Baltimore kommend, 25. Jan. 2 Uhr
30 Min. morgens in Hamburg. „Dortmund”, von
Neuorleans kommend, 25. Jan. von Norfolk. „
Ham=
burg” nach Neu=York, 26. Jan. 12 Uhr 30 Min. mittags
von Boulogne. „Piſa” nach Neu=York und Newport
News, 24. Jan. 11 Uhr morgens Dungeneß paſſiert.
Preſident Grant” nach Neu=York, 24. Jan. 12 Uhr
50 Min. mittags Scilly paſſiert. „Preſident Lincoln”
von Neu=York kommend, meldet drahtlos, am 26. Jan.
11 Uhr abends in Plymouth zu ſein. — Weſtindien,
Mexiko: „Corcovado”, von Mexiko und Havanna
kom=
mend, 26. Jan. 7 Uhr 50 Min. morgens auf der Elbe.
Dania” 25. Jan. in Veracruz, ausgehend. „Frankenwald”
nach Havanna und Mexiko, 25. Jan 5 Uhr nachm. von
Bilbao. „La Plata” von Weſtindien kommend, 24. Jan.
7 Uhr abends von Havre. „Venetia”, von
Weſt=
indien kommend, 25. Jan. 12 Uhr 30 Min. mittags
Lizard paſſiert. „Ypiranga” nach Mexiko, 25. Jan. in
Havanna. — Oſtaſien: „Bethania” nach der Weſtküſte
Amerikas, 24. Jan. Teneriffa paſſiert. „Dacia” nach
Braſilien, 25. Jan. 4 Uhr nachm. in Vliſſingen. „Sevilla‟,
von dem La Plata kommend, 25. Jan. 10 Uhr morgens
Queſſant paſſiert. „Siegmund” nach Nordbraſilien,
24. Jan 8 Uhr morgens in Leixoes. „Troja” nach
Braſilien, 25. Jan. 6 Uhr abends von Vliſſingen.
„Valencia” nach Nordbraſilien, 26. Jan. 6 Uhr morgens
Dover paſſiert. — Südamerika, Weſtküſte Amerikas
„Aleſia‟, 24. Jan. 10 Uhr abends von Liverpool nach
Port Said. „Andaluſia” 23. Jan. 12 Uhr miltags von
Kobe nach Moji. „Bayern” 24. Jan. 11 Uhr morgens
Gibraltar paſſiert, ausgehend. „Bermuda” 24. Jan.
2 Uhr nachm. von Yokohama nach Kobe. „Braſilia”
24. Jan. 7 Uhr morgens Gibraltar paſſiert, heimkehrend.
„C. Ferd. Laeisz” 24. Jan. 8 Uhr morgens von Penang
ach Colombo. „Fürſt Bülow” 25. Jan. nachm. von
Port Said nach Marſeille. „Iſtria‟ 25. Jan. vön Malta
ach Havre „O. J. D. Ahlers” 26. Jan. in Schanghai,
usgehend. „Preußen” 25. Jan. 2 Uhr nachm. von
Yokohama nach Kobe. „Segovia” 24. Jan. 2 Uhr
nachm. Gibraltar paſſiert, heimkehrend. „Sileſia‟ 25. Jan.
von Schanghai nach Hongkong. „Spezia” 26. Jan.
norgens in Penang, ausgehend. „Uckermark” 24. Jan.
1 Uhr morgens Gibraltar paſſiert, heimkehrend. —
Ver=
ſchiedene Fahrten: „Almeria” 25. Jan. von Buſhire.
„Cleveland”, Orient= und Indienfahrt, 24. Jan. 2 Uhr
nachm. von Funchal. „Liberia” 24. Jan. in Bombay,
ausgehend. Vergnügungsdampfer „Meteor”, erſte
Mittel=
meerfahrt, 25. Jan. 2 Uhr nachm. in Algier. „Numantia‟
nach Perſien, 25. Jan. von Suez. Slavonia” 23. Jan.
von Monrovia, heimkehrend. „Steiermark” von
Weſt=
afrika kom., 26. Jan. 1 Uhr 30 Min. morg. Dover paſſiert.
Familiennachrichten.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzliche Nachricht, daß unſere liebe
Schweſter, Schwägerin und Tante (3128
Sophie Herrmann
heute abend 10 Uhr nach kurzer Krankheit
ſanft verſchieden iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 28. Januar 1914.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag
2½ Uhr, vom Sterbehauſe Ernſt=Ludwigſtr. 21
aus, ſtatt. Einſegnung ¼ Stunde vorher.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Geſtern abend entſchlief im Alter von 22
Jahren nach langem, ſchwerem, mit großer
Geduld ertragenem Leiden unſere unvergeßliche,
treue Tochter, Schweſter und Enkelin, meine
liebe Braut
(3156
Anna Baas.
Darmſtadt, Landau, 29. Januar 1914.
Riegerplatz 11.
In tiefer Trauer:
Familie Jacob Baas,
„ A. Wüſt.
Die Beerdigung findet Sonntag, 1. Febr.,
nach=
mittags 3¼ Uhr, vom Sterbehaus aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute entſchlief nach langem, ſchwerem
Leiden unſere gute Mutter, Schwiegermutter
und Großmutter
(1138
Anna Muhl
geb. Willenbücher
Witwe des Geh. Regierungsrats i. P.
Georg Muhl
im dreiundſiebzigſten Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Lina Otto, geb. Muhl,
Elſe Hoffmann, geb. Muhl,
Karl Muhl, Gerichtsaſſeſſor,
Wilhelm Muhl, Regierungsaſſeſſor,
Dr. Eduard Otto, Direktor, Geh. Schulrat,
Willy Hoffmann, Oberingenieur,
Aline Muhl, geb. Lambrecht,
Helene Orth
und fünf Enkel.
Darmſtadt und Berlin=Lichterfelde,
29. Januar 1914.
Die Einſegnung findet Samstag, 31. Januar,
um 3 Uhr nachmittags, in der
Friedhofs=
kapelle ſtatt.
Kondolenzbeſuche und Blumenſpenden dankend
verbeten.
Danksagung.
Für die uns bewiesene überaus zahlreiche
und herzliche Anteilnahme bei dem Ableben
unseres unvergesslichen Sohnes, Bruders,
Schwagers und Onkels
Herrn
Hans Haas
Sous-Chef bei der Credit-Anversois
in Brüssel
sagen wir allen Verwandten, Freunden,
Be-
kannten und besonders noch seinen früheren
Vorgesetzten, Kollegen und Kameraden,
so-
wie allen Denen, die ihm die letze Ehre
er-
wiesen, unseren innigsten Dank.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Philipp Haas.
Darmstadt, den 29. Januar 1914.
Frankfurterstr. 19.
(3155
Tageskalender.
Freitag, 30. Januar.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende gegen
10¼ Uhr (Ab. D): „Rigoletto”.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Bibliſcher Vortrag um 8½ Uhr Neckarſtraße 22.
Zuſammenkunft des Odenwaldklubs um 8½ Uhr im
Klublokal.
Bierabend des Vogelsberger Höhenklubs in der
Brauerei Fay.
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 31. Januar.
Holzverſteigerung um 9 Uhr im Ober=Ramſtädter
Gemeindewald (Zuſammenkunft in der Griesbach auf
dem Waſchenbach-Ober=Ramſtädter Weg).
Jagdverpachtung um 2 Uhr im Rathaus zu
Nie=
dernhauſen.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
(III,3064
[ ← ][ ][ → ] 1 Satz Schüsseln
6 Stück
Auffallend billig!
1 Kart. Briefpapier
220
1 Glas Tinte
1Dtz. Stahlfedern
zusammen
1 Stück Kernseife
60 Klammern
1 Markttasche
zusammen
3 Dos. Schuheréme
1 Wichsbürste
1 Auftragbürste
zusammen
Wäsche
Toilette-Artikel
Kurzwaren
3 Pakete — 300 BogenButterbrot-Papier
fettdicht . 0 2 1 Frottiertuck
40X80 cm
t. 30 2 Zahnbürste
1 Karton Zahnpulver zusammen 38₰ 1 Zeilnloid-Seifendose
1 Stück Toilette-Seife Zusammen 38 ₰ Tollette-Kasten mit Spiegel 38 ₰ Enorm
billig: 5 Rolien Kiosettpapier 38 ₰ Haarbürste
1 Frisierkamm
1 zusammen 15 ₰ Wellenscheere
1 Frisierlampe
Aufsteckkamm
1 Paar Seitenkämme gnamnen. 3 ₰ Karton, enthaltend:
12 Stück Blumenfettseife 88₰ 1 Karton, enthaltend:
1 Seifendose, Zelluloid
Zahnbürste mit Halter
1 Zahnpulverdose eten 6 6 ₰ 2 Flaschen echtes Kölnisches Wasser
88 1 Garnitur, bestchend aus:
1 Handspiegel
1 Frisierkamm
1 Staubkamm
1 Seifendose 2e 8 ₰ Lebensm
¼/ Pfund Kakao
1 Paket Eiswaffeln ittel
Zusammen 38 ₰ 8 Päkete Friedrichsderfer Zwieback 65
2 Pakete Puddingpulver
1 Puddingform (Fischform) zusammen 65 ₰ 1 Pfund Malzgerste
Pfund Würfelzucker
Pfund Volksbisquit
1 Tafel Schokolade zusammen 3 ₰ 1 Flasche Kognak-Verschnitt oder
1 Flasche Likör 38₰ Enorm billig:
1 Dose Bohnerwachs
1 Abwaschbürste
zusammen 38₰ 1 Faket Streichhölzer
1 Stück Kernseife zusammen 38 ½ Dutzend Wischtücher. 65 1 Scheuertuch
3 Pakete Seifenpulver
2 Pakete Seifensand zusammen 8 ₰ 5 Dutzend Druckknöpfe
3 Dutzend Kragenstäbe zusammen 38₰ ½ Dutzend Schuhriemen
1 Rolle Garn
2 Stück Schnur zusammen 30 ₰ 5 Pakete Haarnadeln
5 Pakete Lockennadeln
1 Frisierkamm
1 Staubkamm zusammen 30 1 Stück Nahtband
3 Dutzend Taillenstäbe
1 Stück Taillenband
1 Hakenleiste zusammen 95 ₰ 6 Meter Besenlitze
1 Zentimeter
3 Brief Stecknadeln
1 Brief Nähnadeln
1 Rolle Reihgarn zusammen 35₰ 10 Meter Ringband
5 Meter Rouleauxkordel zusammen 88 ₰ Modewaren 1 eleganter Spachtel-Blusenkragen 38 ₰ 1 Sammet-Gummigürtel 38 ₰ 1 Lackgürtel
1 Meter Taffetband zusammen 38 ₰ 1 Brustlatz, gestriokt 38 ₰ 1 Kindermütze 38 ₰ 1 Knaben- oder Mädchen-Südwester
oder Ledertuch in Stofl 65₰ 1 Blusenkragen
1 elegantes Jabot Zusammen 65₰ 1 Anstecker (Seidenröschen)
1 Jabot
1 Fl. Parfüm Zusammen 86₰ 1 Kinder-Matrosenkragen
1 Lavallier zusammen 66 ₰ Riesta
billig: 1 schwarzer Damenpelz 68 ₰ 1 Krimmer-Stola 88 ₰ 1 Kinder-Garnitur, Pelz und Muff 88 ₰ Besonders bill
1 Bettvorlage, imit. Perser ig? 88 ₰ 1 Linoleum-Vorlage, 65X90 cm 88 ₰ 1 grosse gekleidete Puppe 88 ₰ 1 Haussegen, gerahmt unter Glas 88 ₰ 1 elegante Untertaille mit Stickerei 38 4), Meter Feston 38 e 1 Korsettschoner 38 ₰ 1 Kinderfäckchen
1 Kinderlätzchen
zusammen 65 1 Kissenbezug, auf 3 Seiten ausgebogt. 65 Dutzend Taschentücher 63 1 Damenhemd, weiss, Achselschluss 1 Damenhose, weiss Cretonne 88 ₰ mit
Lauffallend
bilig: 1farb. Anstandsrock volant 66₰ 1 Oxford-Damenhose 88 4½Meter Wäsche-Stickerei 88 1 Kinderkleidchen mit Aermel, gestrickt 88 ₰ 1 Dutzend Taschentücher, weiss 88 ₰ Enorm billig!
½ Dutzend Batist-Taschentücher
mit Hohlsaum und gestickten Buchstaben 66₰ 1 Tischtuch 100X120 cm 1 elegantes Damast-Milieu 88 ₰
Herren-Artikel
Paar Herren-Hosenträger 384 1 Taschen-Feuerzeug3 Feuersteine 1 farbiges Serviteur mit Umlegkragen 38 ₰ 8 Papierkragen
3 Papier-Serviteurs
6 Kragenknöpfe zusammen 30₰ 1 Stehkragen
1 Selbstbinder zusammen 1 Paar Manschetten und
1 Paar Manschettenknöpfe zusammen 1 Garnitur, bestchend aus:
1 farbigem Vorhemd
1 Paar Manschetten zusammen 00 1 Paar Hosenträger, Eudwell imitiert 1 Dutzend Papier-Umlegkragen
½Dutzend Papier-Serviteurs
1 Paar Papier-Manschetten zusammen 00₰ 1 eleganter Spazierstock 3 Gummi-Umlegkragen
1 Gummi-Vorhemd
1 Deckkrawatte zusammen 1 Paar Manschettenknöpfe, echt versilbert 8 [ ← ][ ][ → ]
Le
1 elegantes
Balltuch
reine Seide . . . Stück. 68 ₰
1 Glühstrumpf
1 Gaszylinder
1 Zylinderputzer
1Aluminium-
Kochtopf
18 cm, mit Deckel,
Sehr vorteilhaft!
1 Zinkeimer
1 Putztuch
3 Pak. Seifenpulver
zusammen
1 Kokosbesen
1 Schrubber
1 Handwaschbürste
zusammen
1 Butterdose
1 Geleedose
1 Zuckerdose
zusammen
Papierwaren
Rolle Schrankpapier
0 Meter Küchenspitze
Karton Reissnägel
zusammen
Wachstuchwandschoner
Karton Reissnägel
zusammen
Tintenlöscher
Tederhalter
zusammen
Schreibzeug
38 ₰
Sostkarten-Album
Ausichtskarten
zusammen
33
Geschäftskouverts
38 ₰
Soeste-Album
38 ₰
Papier-Servietten
Papier-Tischläufer
Tchotographie-Album
Kscklamemarken- oder
B heriefmarken-Album
zusammen
65₰
65₰
65
Märchenbuch
zusammen
i Heilderbuch
Brlekbogen
h Kuverts und 10 Ansichtskarten zusammen
Besonders billig!
IIKassette Briefpapier, 50 Bogen, 50 Kuverts,
ILeinen gefüttert
KTeavidis Kochbuch
Krieforduer
rSstkarten-Album für 300 Karten
88 ₰
88 c
Rollen Klosettpapier
88 c
88 ₰
Handschuhe PPuar Damenhandschuhe, gestrickt 38 Eaar Herren-Socken 38 ₰ IFsar Damenstrumpfhalter 38 ₰ Auffallend billig:
Maar Damenstrümpfe 38 ₰ Araar Damenhandschuhe, Wolle, gestrickt 65 ₰ Daar Kameelhaarsocken, plattiert 65 ₰ MLtüb- und Seelhose 65 c Karsett mit Spiralfedereinlage
88 ₰ Uffarmal-Jacke oder
Allarmal-Hose für Herren 86₰ Riesig billig:
Leiform-Schürze mit Besatz 88 ₰ Mlusen-Schürze, waschecht 3 ₰ Wüchertasche, Ledertuch
iriffelkasten
Mlriffel
zusammen 65 ₰
Bürsten- u. Korbwaren
Brotkorb mit Majolika-Einlage
38 ₰
1 Schenerbürste und 1 Schrubber
1 Glanzbürste, 1 Schmutzbürste,
1 Auftragbürste
Zusammen 38 e
zusammen
1 Wäscheleine
60 Klammern
zusammen
1 Federwedel
1 Teppichklopfer
zusammen
38
1 Klosettbürste
3 Rolleu Klosettpapier
Auffallend billig
zusammen
1 Bürstentasche, Bast1 Kleiderbürste zusammen 655 ₰ 1 Kokosbesen mit Stiel
Abwaschbürste zusammen 65 ₰ Fensterleder
1 Teppichklopfer
Federwedel zusammen 65₰ 1 Rosshaar-Staubbesen oder
1 Rosshaar-Handbesen 88 ₰ Billig!
Papierkorb Billig! 88 1 Besteakkorb, Steillig 88 ₰ 1 Karton, enthaltend 6 Bürsten fü
1 Kleiderbürste
1 Schmutzbürste
1 Abwaschbürste
1 Handwaschbürste
Auftragbürste rden tägl. Gebrauch
zusammen Marktasche
1 Wäscheleine
120 Wäscheklammern zusammen 66₰ 4 Paar Gummi-Absütze 88 ₰ Glaswaren
6 Bierbecher 38 ₰ 1 Butterdose, 4 Glasteller zusammen 38 ₰ 1 Zuckerschale auf Fus
1 Geleedose zusammen (50 1 Butterdose
1 Geleedose
6 Glasteller zusammen 65, 1 Rahmservice, Steilig 65 1 Fruchtschale auf Fuss
3 Glasteller zusammen 63, Ftelige
1 Bierservice a. bemalt, sonst 1.75 88 ₰ 6 Köner 88 ₰ 6 Bierbecher, 1 Tablett Zusammen 88 ₰ 1 Fischglocke mit Ständer 88 ₰ 1 Likörservice, Steilig 88
Küchengeräte
6 Tassen, weiss, gross
38 ₰
1 Spirituskocher, 1 Tablett zusammen 38 ₰ 1 Besteckkorb, gross 38₰ 1 Durchschlag 38 ₰ 1 Brotkorb, Jackiert, rund oder oval 38e 1 Teebüchse, Delftdekor 38₰ 1 Wichskasten2 Dosen Schuheréme
1 Auftragbürste zusammen 1 Kartoffeſprosse 65₰ 65s
1 Kaffee- oder Zuckerbüchse, Aluminium Bundform, 22 cm. verzinnt. 65 ₰ 6 Esslöffel und 6 Gabein 65 ₰ 1 Meserputzbank
Bogen Schmirgelpapier
3 Küchenmesser zusammen 85 1 Aluminium.-Tapflappenbehälter 88 ₰. Sehr preiswert!
1 Wärmflasche 88 ₰ 1 Zinkelmer
1 Putztuch
3 Pakete Seifenpulver zusammen 1 Plärteisen, 1 Aermelbügelbreit — usammen 88 e 1 Fenster-Eimer, Emallle 1 Ofenvorsetzer, 1 Kollenschaufel- Zusammen 88 Riesig billig!
1 Putzschrank 88₰ 1 eiserner Bräter, opal oder rund 88 ₰ Porzellan u. Steingut
*38
1 Nachttopf 1 Schüssel und 1 Pleischplatte 38 1 Kaffeekanne, echt Porzellan
1 Milchkanne zusammen 8 1 Schüssel, gros, Zwiebelmuster 1 grosse Waschschüsel
1 Waschlappen
245
1 Stück Seife zusammen )
1 Suppenterrinne mit Deckel
3 Esslöffel
zusammen
1 Sauaiöre und eine Fleischpfarte
1 Kaffeeservice, Steilig, Porzellan
1 Satz, 6 Stück Milchkannen, dekol
88
1 Tablett mit 1 Kaffeekanne1 Milchkanne
2 Tassen
1 Zuckerschale echt Porzell. 1 Salz- und 1 Mehlmetze 88 12 tiefe Teller 88e 1 Elerserpige, Steilig, dekoriert [ ← ][ ][ → ]
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde! In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Dachshund. 1 Foxterrier, 1 Wolfshund
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
(3126
10 Uhr, ſtatt.
Deubau einer Kaserne für eine
Junker Kompagnie in Darmstadt.
Die Erd=, Maurer= und Asphaltarbeiten ſowie die Maſſivdecken
und Betonarbeiten zum Neubau des Mannſchaftsgebäudes ſollen in
2 Loſen öffentlich vergeben werden.
Los I Erd=, Maurer= und Asphaltarbeiten
Los II Maſſivdecken und Betonarbeiten.
Die Zeichnungen und Bedingungen liegen im Neubaubüro der
Funkerkaſerne am Dornheimer Weg während der Dienſtſtunden
vor=
mittags von 8 bis 12½ und nachmittags von 3 bis 6 Uhr aus.
Dortſelbſt können die Verdingungsunterlagen für Los I zum Preiſe
von 1,50 Mk. und für Los II zum Preiſe von 4,00 Mk. oder gegen
poſt= und beſtellgeldfreie Einſendung dieſer Beträge bezogen werden.
Die ausgefüllten Angebote nebſt den vorgeſchriebenen Proben
ſind verſiegelt mit entſprechender Aufſchrift verſehen bis zum 14.
Feb=
ruar ds. Js., für Los I vormittags 10 Uhr und für Los II
vor=
mittags 10½ Uhr an vorgenanntes Neubaubüro poſt= und
beſtell=
geldfrei einzuſenden, zu welchem Zeitpunkte die Eröffnungen erfolgen.
Die Zuſchlagsfriſt beträgt 28 Tage.
Militär=Bauamt.
(IV3151
Bekanntmachung.
Die Voranſchläge der Gemeinde Nieder=Ramſtadt, des
Elektrizitäts= und Waſſerwerks daſelbſt für das Jahr 1914
liegen vom 31. Januar 1914 an während der Dauer einer Woche auf
unſerem Bureau zu Jedermanns Einſicht offen. Einwendungen
gegen die Voranſchläge ſind während der Offenlegungsfriſt ſchriftlich
oder zu Protokoll bei uns vorzubringen. Es iſt vom Gemeinderat
die Erhebung einer Umlage beſchloſſen, zu der auch die Ausmärker
herangezogen werden.
Nieder=Ramſtadt, 29. Januar 1914.
(3130
Großh. Bürgermeiſterei Nieder=Ramſtadt.
Appel.
Autz= und Brennholz=Verſteigerung.
Montag, den 2. Februar ds. Js.,
werden im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Prömſter,
nachver=
zeichnete Holzſortimente öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle
verſteigert. Es gelangen zum Ausgebot:
a) Nutzholz.
29 Stück Kiefern=Stämme v. 19—49 cm Durchm. u. 3,6—14,2 m Länge
„ 33—47
„ 4 —11,8 „
15. „ Buchen=
6. „ Fichten= „ — 0,93fm 8 St. Lärchenderbſt. — 0,59 fm
54 „ Fichten=Derbſt. — 2,58 „ 120 „ Lärchenreisſt. — 0,08 „
b) Brennholz
76,4 rm Buchen=Scheiter
18,5 rm Buchen=Stockholz
Knüppel 1890 Stück „ Wellen
21,4 „
47 „ Kiefern=Scheiter
910 „ Kiefern=
Knüppel
47
26,2 rm „ Stockholz
„ Eichen=Scheiter
0,6 „ Fichten= „
Ferner aus dem Diſtrikt Schleifberg (nicht an Ort und Stelle)
9 rm Eichen=Rundſcheiter 1,25 m lang
2 „
„ Zaunpfoſten 2,25 „
Brennholz.
5,2 rm Eichen=Scheiter
2 rm Buchen=Scheiter
Knüppel
3,2
16,7 „
Knüppel
Reiſig
6,2 „
Birken=
3,6 „ Kiefern=Scheiter
Kiefern=
2,4
Stockholz
Die Zuſammenkunft der Steigerer findet auf der Kreuzung
des Strohwegs und der Dieburger Straße vormittags um 9½ Uhr
ſtatt. Nähere Auskunft erteilt Forſtwart Döring in Eberſtadt
Seeheimer Straße 20.
(3111fs
Eberſtadt, den 27. Januar 1914.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Aufforderung.
Forderungen an die Sängerſchaft „Askania” e. V. ſind bis
zum 5. Februar 1914 an den unterzeichneten Liquidator ſpezifiziert
einzureichen.
Darmſtadt, 28. Januar 1914.
Georg Krug, Bureauvorsteher
Mollerſtr. 7, 1. Stock.
3077df)
Vorſchule des Großh. Realgymnaſtums und der
beiden Großh. Ober=Realſchulen zu Darmſtadt.
Anmeldungen für das Oſtern 1914 beginnende Schuljahr
werden für ſämtliche Vorſchulklaſſen Mittwoch, den 4. Februar
und Donnerstag, den 5. Februar, vormittags von 10—1 Uhr, im
Realgymnaſialſaalgebäude (Eingang durch das Portal vom
Kapell=
platz aus) entgegengenommen. Geburtsſchein und Impfſchein ſind
dabei vorzulegen.
(3132a
Die Großherzogliche Direktion.
Münch, Geheimer Schulrat.
Norschule derpeiden Eymnasten zu Darmstadt
Aufnahme zu Ostern 1914.
Anmeldungen erſuche ich Montag, den 2. u.
Dienstag, den 3. Februar, vormittags von
10—1 Uhr, im Direktorzimmer des Ludwig=Georgs=
Gymnaſiums (Karlſtraße 2) zu machen.
Dabei ſind Geburtsſchein und Impfſchein vorzulegen.
Darmſtadt, den 21. Januar 1914.
(2858omf
Dr. Mangold, Geh. Schulrat.
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen.
(1736a
G. Kanzler, Friſeur, Marktſtr. 3.
ähmaſchineu=Reparaturen
alle Fabrikate ſchnell v. billig.
Chr. Debus, Mechaniker,
Nieder=Ramſtädterſtraße 57a.
*2245) Telephon 1737
Sügeloten u. Petroleumkocher, wie
neu, bill. Gartenſtr. 18, III. (*2216
Preiſe für Fleiſch in der
Stadt Darmſtadt
am 5. Januar 1914
(Mitgeteilt von der Großh.
Zentral=
ſtelle für die Landesſtatiſtik.)
(Häufigſter Preis in 3 pro Pfund)
Ochſenfleiſch mit Beilage . 96
. 86 u. 90
Rindfleiſch
Kuhfleiſch
. . 82‟)
Kalbfleiſch
100
Hammelfleiſch „
100
Schweinefleiſch
90
Leberwurſt, gewöhnliche
76
Blutwurſt
76
Geräucherter Speck
120
Schweineſchmalz, inländ. .
80
*) Durchſchnittspreis.
Die Erhebung erſtreckte ſich auf
45 Metzgereien und zwar auf 24,
in denen Ochſen=, Rind= oder
Kuh=
fleiſch, auf 18, in denen Kalbfleiſch,
uf 7, in denen Hammel= u. auf 18,
in denen Schweinefleiſch verkauft
wurde.
Preiſe für Fleiſch in der
Stadt Darmſtadt
am 20. Januar 1914.
Mitgeteilt von der Großh.
Zentral=
ſtelle für die Landesſtatiſtik.)
(Häufigſter Preis in 3 pro Pfund)
Ochſenfleiſch mit Beilage . . 96
Rindfleiſch „ „ 86 und 90
Kuhfleiſch „
84‟)
Kalbfleiſch
100
,
Hammelfleiſch „,
100
Schweinefleiſch,
90
Leberwurſt, gewöhnliche
76
Blutwurſt,
76
Geräucherter Speck
120
Schweineſchmalz, inländiſches 80
*) Durchſchnittspreis.
Die Erhebung erſtreckte ſich auf
45 Metzgereien, und zwar auf 25,
in denen Ochſen=, Rind= oder
Kuh=
fleiſch, auf 18, in denen Kalbfleiſch,
uf 7, in denen Hammel= und auf
17, in denen Schweinefleiſch
ver=
kauft wurde.
Bekanntmachung.
Freitag, 13. Februar 1914,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Valentin
Ganß=
mann und deſſen Ehefrau Marie,
geb. Nöller, dahier zugeſchriebenen
Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
VI 400 44 Grasgarten
Weinbergſtr.,
VI 401 607 Hofreite daſelbſt
Nr. 14,
VI 402 36 Grasgarten
da=
ſelbſt,
VI 403 42 Grasgarten
da=
ſelbſt,
VI 404 543 Grabgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
(K95/13
Darmſtadt, 31. Dezember 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (IX,248
Bekanntmachung.
Freitag, 6. März 1914,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die dem k. k. Rat a. D.
Her=
mann Edler von Suttner=Erenwin
und deſſen Ehefrau Minna, geb.
Meyer=Nebel, zu Darmſtadt,
ge=
hörige Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
24 595/100 315 Hofreite Nieder=
Ramſtäderſtr.
Nr. 152,
685 Grasgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
(K5/14
Darmſtadt, 28. Januar 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (IX,3136
Bekanntmachung.
Freitag, 6. März 1914,
vormittags 10½ Uhr,
ſoll die dem Georg Wilhelm
Geiger I. und deſſen Ehefrau, geb.
Heinz, in Darmſtadt, gehörige
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
910 294 Hofreite
Beſſun=
gerſtraße Nr. 18,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße Nr. 1, zwangsweiſe
verſteigert werden.
Darmſtadt, 29. Januar 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (IX,3158
Günstige Gelegenheit!
Speisezimmer
eiche, ſchwere prima Ausführung,
hieſ. Arbeit, ganz bill. abzug., ferner
hell nußbaum
Schlafzimmer poliert
Kücheneinrichtung
natur pitſch=pine, beſſere Diwans,
Chaiſelongue, Trumeauſpiegel,
ki. u. gr. Flurgarderoben,
Steg=
tiſch, Leinenportieren,
Blumen=
krippen, Klubſeſſel, echt Leder,
alles äußerſt billig abzugeben
Gartenſtraße 21, I., Mederle,
Schreinerei. (*2232
Mein
Inventur
Ausverkauf
bietet Ihnen die grössten Vorteile beim
Einkauf nachstehender und gediegener
Danten yerren- und Kilider
Wasche, Betr, Fioch
und Rachen Wasche.
Ein Posten Damenhemden teilweise mit 10 u. 15%
Ein Posten Beinkleider mit Bündchen mit 15 u. 20%
Ein Posten Beinkleider (Kniefasson) mit 10%
Ein Posten Nachthemden (gediegene Qual.) mit 10%
Ein Posten Nachthemden eleg. Macharten mit 15%
Ein Posten Nachtjacken (Sommer u. Winter) mit 10%
Ein Posten Anstandsunterröcke weiß u. farb., mit 10%
Ein Posten Stickerei-Unterröcke teilw. m. 10-20%
Weiße Croisé-Damenhemden, Beinkleider und
Nachtjacken teilweise mit 10—15% Nachlass
Kombinationen, Prinzess- Röcke, Direktoire-
Beinkleider in Satin und Trikot mit 20%
Ein Posten Untertailien Mk. —.75, —.90, 1.—, 1.50
(zurückgesetzt).
Ein Posten Schürzen jeder Art, enorm billige Preise
Kissenbezüge mit passenden Ueberschlag-Bettüchern
Ein Posten Bettücher gesäumt, 160/230 cm, St. Mk. 3.50
Ein Posten Damast-Bettbezüge eig. Anfert., Mk. 4. 50, 4.95
Gerstenkornhandtücher 50/110cm, jetzt Dtz. Mk. 7.75
Küchentücher, Frottiertücher, Badetücher m. 10%
Tischdecken, Kaffeedecken und Gartendecken
mit 15—20%
Kinder-Wäsche aller Arten, extra billige Preise.
Ein Posten Taschentücher jeder Art, zurückgesetzt,
weit unter Preis.
Trüb gewordene Damen-Wäsche, extra billige Preise.
Ferner für Herren: (3160
Piqué-Oberhemden mit festen und ohne Man-
. . . von Mk. 4.25 an
schetten
Farbige Oberhemden, zurückgesetzt, feste
und lose Manschetten Stück Mk. 3.75 und 4.75
Nachthemden in grosser Auswahl mit 10 und 15%
Touristen-Hemden, teilweise mit 10—15%
Macco-Hemden mit Einsätzen (weiß u. farbig), mit 10
Macco-Unterkleider
. . mit 10%
(dichte und poröse Webarten) .
Normal-Unterwäsche mit 10—15%
Farbige Carnituren, Hosenträger mit 10%
Kragen, Manschetten, Vorhemden
mit 10%
und Krawatten . . .
Ein Posten zurückgesetzte Krawatten Stück 50 Pfg.
Heitrich Baderf.
Ludwigsplatz 1. Telephon 1740.
Schreibmaſchinen=Arbeiten
Vervielfältigungen, Stenogramm=Uebertragungen
Zeugnisabſchriften, Diplomarbeiten, Diſſertationsabſchrift
Schreibmaſchinen= und Stenographie=Unterricht (Gabelsberge
Verkehrs= u. Redeſchrift. Gelegenheit zum Ueben.
Diplom= und techniſche Arbeiten auf mathematiſch=techn. Maſch
Schützenstrasse 5, I. (2381
Neu eingeführte
Zigarrenmarken
Pfg. pro Stück
zu 7 und
Deutsche Kolonial-Zigarre 10 Stück 70P
Ruskin, feine Sumatra
0 Stück 80P
Grosses Format. Das Beste in diesen Preislagen.
Zigarren
handlung
OlrRamnan wilhelminenstr.
er Rheumatism., Gicht, Jſchias,
Gelenk=, Geſichts=,
Genick=
ſchmerzen uſw. hat, verl. gratis
Prob. v. J. Zahns Salbe, Ober=
Ingelheim.
(785a
Ein
Zu verkaufen: gute
Bett, Bettſtelle, Sprungfel
und Roßhaarmatr., Deckbe
2 Kiſſen. Kauvſtr. 13. (*118
Selbſt in großen Doſen wirkt Kaffee
Hag, dercoffeinfreie Bohnenkaffee, weder
auf Herz, Muskel, Nieren,
Allgemein=
befinden oder Schlaf. Er iſt unſchädlich
für Jedermann.
Stadtverordnetenverſammlung.
21. Sitzung.
St. Darmſtadt, 29. Januar.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Ver=
ſammlung um ¾44. Uhr und macht vor Eintritt in die
Tagesordnung folgende
Mitteilungen:
Zu Vorſitzenden und ſtellvertretenden Vorſitzenden
haben gewählt: der Feuerlöſch=Ausſchuß die
Herren Göbel und Wittmann, der Verkehrs=
Aus=
ſſchuß die Heren Saeng und Kahn, der
Sozialpoli=
itiſche Ausſchuß die Herren Dr. Kolb und Saeng, der
Finanz=Ausſchuß die Herren Dr. Bender und Dr.
Noellner, der Hochbau=Ausſchuß die Herren
Witt=
umann, Markwort und Sames.
Der Vorſitzende gibt dann Kenntnis von einer
WBeſchwerde über den Zuſtand der Darmſtraße zwiſchen
Beck= und Heidenreichſtraße, ſowie von den ſeitens der
Stadtverwaltung inzwiſchen getroffenen Maßnahmen.
Weiter von einer Eingabe, die ſich mit der Renovierung
des Rathauſes befaßt.
Die Direktion der Heſſ. Eiſenbahn=
Alktien=Geſellſchaft hat einen Geſamtplan über
oie Neuordnung der Halteſtellen der Straßenbahnen
zur Einſichtnahme vorgelegt. Die Neuerung beſteht im
uveſentlichen darin, daß die Halteſtellen künftig vor die
un der Fahrtrichtung zu kreuzenden Querſtraßen gelegt
uverden.
Stadtv. Linck erſucht, den Straßenbahnſchaffnern
wurchweg bei der Kälte, wie ſie in den letzten Wochen
errſchte, warme Schuhe und Kaffee zu verabfolgen.
Stadtv. Delp möchte das Augenmerk auf den Zuſtand
heer Eckhardtſtraße richten. — Stadtv. Herbert fragt an,
lb und was geſchehen ſei, die Stadt Darmſtadt in die
Ortsklaſſe B zu überführen. Der Vorſitzende berichtet
dar=
über in dem Sinne der ſchon gelegentlich der
Stadtver=
trdnetenwahlen erlaſſenen Veröffentlichungen. Er weiſt
terner darauf hin, daß die Anſichten über die Höhe der
Wohnungsmieten in Darmſtadt auseinandergehen.
Stadtv. Hammann fragt, ob nicht, wie früher, eine
regelmäßige Veröffentlichung der Fleiſch= und Wurſtpreiſe
arfolgen könne. — Bürgermeiſter Mueller bemerkt
hierzu, daß das Polizeiamt die fernere Veröffentlichung
unterlaſſen hat, weil die Metzger=Innung unter der
Be=
gründung, daß ſie keinerlei Einfluß auf die
Preisgeſtal=
nung hat, die Unterlagen dazu nicht mehr lieferte. Doch
reird, da die Veröffentlichung tatſächlich notwendig iſt,
känftig nach den Feſtſtellungen der Zentralſtelle für die
Landesſtatiſtik eine ſolche erfolgen. — Stadtv. Herbert
ſtellt nochmals feſt, daß die teuren Wohnungen in
Darm=
ſtadt unbedingt die Ortsklaſſe B rechtfertigen. — Stadtv.
v Heſſert ſtellt feſt, daß die Wohnungen in Darmſtadt
nicht teurer, ſondern billiger geworden ſind. (Oho!
Heiter=
khit.)
Die Lohnbeſchlagnahme Arbeitsloſer.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing führt aus: Die
Stadt=
verwaltung hat auf Grund der Beſchwerde des Herrn
Ettadtverordneten Dr. Fulda über das Vorgehen der
Zttadtkaſſe bei der Beſchlagnahme von Arbeitslöhnen der
Motſtandsarbeiter die Verhältniſſe auf das eingehendſte
atprüft und auch bereits dem Sozialpolitiſchen Ausſchuß
hverüber Vorlage gemacht. Es iſt folgendes feſtzuſtellen:
Die Stadtkaſſe hat ſich genau an die
An=
oirdnungen der ſtädtiſchen Verwaltung
ge=
halten, die dahin gehen, daß bei allen bei der Stadt
eingeſtellten Notſtandsarbeitern ſchuldige Steuerrückſtände
nr Wege von Ratenzahlungen von 50 Pfg. bis 1 Mk. in
Aözug gelangen. Auch bei den vollwertigen
Arbeitskräf=
en, die hier als Notſtandsarbeiter nicht in Betracht
kom=
men und bei den Unternehmern zur Einſtellung
gelang=
en, iſt die Verwaltung bereit, auf Antrag in jedem
ein=
ennen Falle nach Prüfung der Verhältniſſe ſchonend
vor=
uggehen. Sie hat ſich auf Vorſchlag des Herrn
Stadt=
arordneten Delp mit den Arbeitgebern in dieſer
Be=
iehung in Verbindung geſetzt, auch an das Miniſterium
i: Geſuch gerichtet, wonach nicht nur bei der
Gemeinde=
rater, ſondern auch bei der Staatsſteuer in dieſen Fällen
chonend vorgegangen werden ſoll.
Der Vorſitzende ſtellt ferner feſt, daß die
Stadtver=
valtung in dieſer Angelegenheit keineswegs
bureaukra=
iſich vorgehe und daß Geſuche um Steuerſtundung in
ent=
eygenkommendſter Weiſe behandelt werden. Es iſt
ange=
rüebt worden, auch bezüglich der Staatsſteuer in gleicher
Beiſe vorzugehen.
Beig. Ekert berichtet zu einem Eingeſandt im
Tag=
lttt, daß die Störung der Beleuchtung der Nieder=
Ram=
ätoter Straße teilweiſe auf mutwillige Beſchädigung
un ückzuführen war. Die Heag iſt erſucht worden, möglichſt
ir Abhilfe zu ſorgen.
Es wird dann in die Tagesordnung eingetreten.
Baudispensgeſuche.
Stadtv. Wagner führt aus: Wegen Errichtung
imes weiteren Landhauſes auf dem Gebiete
er Gemeinnützigen Gartenſtadt=Genoſſenſchaft am Hein=
Uauwingertsweg wird um Geſtattung einer Ausnahme
on: § 5 des Ortsbauſtatuts (Zulaſſen des Bauens
außer=
ſub des genehmigten Bebauungsplanes) nachgeſucht. Der
Ubverbürgermeiſter befürwortet das Geſuch, wenn die glei=
Lr: Bedingungen eingehalten werden, die bei den
Bau=
eſnuchen der anderen Mitglieder der Genoſſenſchaft
vor=
ſehrieben worden ſind.
Für den Hotelneubau am Hauptbahnhof
die Einrichtung von bewohnbaren Räumen oberhalb
Kehlgebälks unter der Bedingung geſtattet worden,
die Lichtöffnungen (Dachgauben) eine beſtimmte
öße erhalten. Die Bauleitung konnte dieſe Oeffnungen
er nur in etwas kleineren Maßen anbringen und bittet
n) Gutheißung. Das Baupolizeiamt empfiehlt dies in
hbeetracht, daß die betreffenden Räume durch die
kleine=
n) Gauben ausreichend beleuchtet ſind und ihre
Vergrö=
nung auch aus äſthetiſchen Gründen nicht wünſchenswert
ſcheint. Der Branddirektor befürwortet ebenfalls Ge=
nehmigung des vorliegenden Geſuchs. Der
Oberbürger=
meiſter ſchließt ſich der Anſicht der beiden Stellen an.
Für den Neubau Saalbauſtraße 19 wird um
Befreiung von den Beſtimmungen des § 69 der
Ausfüh=
rungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung (
Schwä=
chung der Brandmauer durch eine Niſche) nachgeſucht.
Bau=
polizeiamt und Stadtbauamt haben gegen die Befreiung
keine Bedenken. Die Verwaltung beantragt Befürwortung
des Geſuchs. Sämtlichen Ausſchußanträgen wird
zuge=
ſtimmt. — Ueber die
Aufſtellung eines Kabelverzweigers
referiert Stadtv. Lindt: Die Kaiſerl.
Oberpoſt=
direktion beabſichtigt, in der Stadthaus=Hofreite einen
Kabelverzweiger aufzuſtellen und in den zwiſchen der
Stadthaus=Hofreite und der Hofreite Rheinſtraße 14
füh=
renden Reul von der Straße nach dem aufzuſtellenden
Kabelverzweiger einen Zementrohr=Kanal zu verlegen.
Die Verwaltung beantragt, die nachgeſuchte Erlaubnis
in jederzeit widerruflicher Weiſe gegen Ausſtellung eines
Reverſes durch die Poſtverwaltung zu erteilen. Die
Ver=
ſammlung ſtimmt zu.
Einwendung gegen die Herſtellung eines
Fußſteiges.
Stadtv. Wagner: Die Stadtverordneten=
Verſamm=
lung hat am 13. November 1913 die Herſtellung eines
Zementplattenfußſteiges auf der
Süd=
ſeite der Kaupſtraße zwiſchen Arheilger Straße
und Pankratiusſtraße beſchloſſen. Es haben 3
Grund=
beſitzer gegen die geplante Herſtellung Einſpruch erhoben
mit der Begründung, daß ein Bedürfnis für einen
Fuß=
ſteig nicht vorliege. Es wird beantragt, die
Einwendun=
gen als unbegründet abzuweiſen und den Fußſteig
aus=
zuführen. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Ueberſchreitung der Fluchtlinie.
Stadtv. Lindt: Der Eigentümer der Hofreite
Rhönring 1 beabſichtigt, die Einfriedigung dieſes
An=
weſens zu erneuern und dabei die beiden Torpfeiler in
der Frankfurter Straße etwas in den Fußſteig vorſpringen
zu laſſen. Verkehrsintereſſen werden hierdurch nicht
be=
rührt. Es wird Genehmigung des Geſuchs gegen
Aus=
ſtellung des üblichen Reverſes unter dem Vorbehalt ſteter
Widerruflichkeit beantragt. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Von der Ausſtellung Darmſtadt 1914.
Beig. Ekert führt aus: Zu Zwecken der diesjährigen
Ausſtellung der Künſtlerkolonie auf der
Mathildenhöhe ſoll, wie bei früheren Ausſtellungen,
ſtädti=
ſches Gelände, der Platanenhain und Olbrichweg,
mit=
benutzt und deshalb für die Dauer der Ausſtellung dem
öffentlichen Verkehr entzogen werden. Da die hinter dem
ſtädtiſchen Ausſtellungsgebäude gelegenen Gebäude bei
der Ausſtellungeebenfalls Verwendung finden ſollen, wird
eine Verbindung zwiſchen dieſen Ausſtellungsteilen
er=
forderlich ſein, die durch einen Niveauübergang
über den Olbrichweg geſchaffen wird. In der
Mitte dieſes Uebergangs werden Tore angeordnet, nach
deren jedesmaligem Oeffnen Fußgänger und Fahrzeuge
die Schranke paſſieren können. Solange eine Beſichtigung
der Ausſtellung nicht geſtattet iſt, bleiben die Tore
voll=
ſtändig geöffnet. Die Stadtverwaltung will dem Geſuch
der Leitung der Ausſtellung entſprechen, wenn ſie ſich
ver=
pflichtet, nach der Ausſtellung den jetzigen Zuſtand
koſten=
los wieder herzuſtellen. Der Antrag wird angenommen.
Vermietung eines Pavillons als
Milch=
verkaufshäuschen.
Stadtv. Markwort: Der Pavillon auf der
Nord=
ſeite des Hallenſchwimmbades ſoll jetzt ſeinem bereits bei
der Erbauung ins Auge gefaßten Zweck. als
Milchver=
kaufshäuschen zu dienen, zugeführt werden. Der
Verein gegen den Mißbrauch geiſtiger Getränke hat ſich
jetzt bereit erklärt, den Pavillon gegen einen jährlichen
Mietbetrag von zunächſt 150 Mark jährlich zu mieten. Der
Oberbürgermeiſter beantragt Genehmigung dieſer
Ver=
mietung. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Mietherabſetzung.
Stadtv. Kahn: Eine in der ſtädtiſchen Hofreite
Lin=
denhofſtraße 5 vermietete Einzimmerwohnung will der
Mieter nur dann weiterbehalten, wenn die Miete von
monatlich 12 Mark auf 10 Mark herabgeſetzt wird. Da
die Koſten einer im Falle der Neuvermietung
notwendi=
gen vollſtändigen Wohnungsherſtellung den einjährigen
Mietausfall bedeutend überſteigen, wird Herabſetzung der
Miete auf 10 Mark monatlich beantragt. Die
Verſamm=
lung ſtimmt zu.
Die Knaben=Arbeits=Anſtalt
hat den ſüdlich der Darmſtraße gelegenen Teil ihres
Gar=
tens an die Peſtalozziſchule zur Einrichtung eines
Schul=
gartens gegen 50 Mark jährliche Pacht abgetreten.
Hier=
für wurde ihr ein Teil der an ihren Garten anſtoßenden
ehemaligen Kausſchen Wieſen für den gleichen Pachtzins
überlaſſen. Dieſes Gelände ſoll gegen die Wieſen in
ein=
facher Weiſe eingefriedigt werden, was 255 Mark koſten
ſoll. Nach dem Bericht des Stadtv. Bormet ſtimmt die
Verſammlung zu.
Zur Unterbringung von Schulklaſſen
der Knaben=Mittelſchule I hat die Stadt von Herbſt 1911
ab einen Saal und ſpäter zwei Säle in dem der
iſraeli=
tiſchen Religionsgeſellſchaft gehörigen Hauſe Ecke Grafen=
und Bleichſtraße gemietet. Da dieſe Säle noch für
län=
gere Zeit benötigt werden, war der Abſchluß eines
Miet=
vertrages mit der Hauseigentümerin erforderlich, deſſen
Genehmigung beantragt wird. Die Miete beträgt
monat=
lich 20 Mark pro Saal, für die Mitbenutzung der
Dampf=
heizung ſind 100 Mark pro Saal und Winter zu zahlen.
Die Verſammlung ſtimmt zu. Referent: Stadtv. Dr.
Oſann.
Die elektriſche Bahn ins Martinsviertel
Herr Beig. Ekert hat eine ausführliche Vorgeſchichte
des Projekts der Errichtung einer elektriſchen Bahn in das
Martinsviertel vorgelegt, über die er ſich auch in
münd=
lichem Vortrag noch eingehend verbreitet. (Siehe auch
be=
ſonderen Artikel auf Seite 3.) — Stadtv. Dr. Oſann
möchte den Tag, der endlich die Erfüllung dieſes
lang=
jährigen Wunſches bringt, wohl als einen Freudentag für
das Martinsviertel und für die Stadtverwaltung
über=
haupt bezeichnen. Er erörtert dann ebenfalls kurz die
Vor=
geſchichte der verſchiedenen Projekte und die Tätigkeit der
Stadtverordnetenverſammlung dazu. Man darf überzeugt
ſein, daß die Linienführung ins Martinsviertel ſowohl
für deſſen Bewohner wie auch für die Straßenbahn ſelbſt
ſich ſehr rentabel geſtalten wird. Es iſt zu hoffen, daß die
Bewohner des Martinsviertels nunmehr zufrieden geſtellt
werden. — Stadtv. Hammann dankt ebenfalls für das
endliche Zuſtandekommen des Projektes, doch meint er, die
Linie könne erſt dann rentabel geſtaltet werden, wenn ſie
vom Schloßgartenplatz nach dem Riegerplatz durchgeführt
wird. Es müſſe doch gelingen, hiec den Widerſtand der
„Heag” noch zu brechen.
Stadtv. Ritzert ſchließt ſich dem Dank ebenfalls an
und bittet, die Beſchaffung des Materials möglichſt zu
be=
ſchleunigen, eventl. durch eine Erhöhung der Preiſe; da
es ſonſt bis zu dem Termin ſchwerlich wird beſchafft werden
können. — Stadtv. Delp kann ſich mit den Vorſchlägen,
die der Referent vorgebracht hat, nicht einverſtanden
er=
klären. Vorteilhafter wäre die Linienführung geweſen
durch Rhönring, Riegerplatz, Liebfrauenſtraße,
Schloßgar=
tenplatz, oder Frankfurterſtraße, Bismarckſtraße direkt zum
Bahnhof. Er bittet, dieſe Wünſche bei der „Heag” zu
be=
fürworten. — Der Vorſitzende Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſſing erinnert angeſichts dieſer allgemeinen
Aner=
kennung der Tätigkeit der Verwaltung daran, daß gewiſſe
Herren gelegentlich der Stadtverordnetenwahlen ſtets
be=
hauptet haben, daß die Verwaltung nichts getan hat und
daß er, Redner, ſogar Gegner des Projekts ſei. Die
Füh=
rung durch den Riegerplatz bedarf eines beſonderen
Pro=
jekts. — Stadtv. Saeng bittet ebenfalls um
Beſchleuni=
gung der Arbeit, beſonders der Platzgeſtaltungen am
Theater uſw. — Der Oberbürgermeiſter berichtet
noch kurz über die Platzgeſtaltung. — Die Vorlage
wird dann einſtimmig angenommen.
Der Oberbürgermeiſter teilt noch mit, daß die Vorlage
nunmehr 400000 Mark erfordert.
Der neue Gaspreistarif.
Stadtv. Saeng führt aus: Der am 1. April I. J. in
Kraft tretende neue Gaspreistarif ſieht eine Ermäßigung
des Preiſes für gewerbliche, Kraft= und Heizzwecke vor,
wobei jedoch beſtimmt iſt, daß ſich der ermäßigte Preis
auch auf das Beleuchtungsgas erſtrecken ſoll, das durch
eine beſchränkte Zahl von Lampen in den Räumen, in
denen man Gas für gewerbliche Zwecke verwendet,
ver=
braucht wird. Der nunmehr zur Genehmigung
unterbrei=
tete Zuſatz zum Preistarif beſtimmt hinſichtlich der
erlaub=
ten Lampenzahl das Nähere. — Stadtv. Dr.=Ing. Heyd
regte an auch der geſamten gewerblichen Beleuchtung den
verbilligten Tarif zugute kommen zu laſſen. — Stadtv.
Ritzert weiſt demgegenüber auf die Schwierigkeit der
Abgrenzung hin, ebenſo Stadtv. Dr. Noellner, der
dar=
auf hinweiſt, daß Darmſtadt unter den heſſiſchen Städten
wohl den billigſten Gastarif hat. — Nach weiteren
Aus=
führungen des Stadtv. L. Lautz wird der Antrag
an=
genommen.
Die Eingabe des Vorſtandes der Freien
Vereinigung der Darmſtädter
Spengler=
meiſter und Inſtallateure
wegen angeblicher Schädigung ihres Gewerbes durch die
von der Stadtverwaltung geplanten Maßnahmen zur
Hebung des Gasverbrauches wird nach ſtattgehabter
Vor=
beratung in der Gaswerksdeputation in einer der nächſten
Sitzungen der Stadtverordneten=Verſammlung zur
Ver=
handlung kommen. Die Angelegenheit konnte ſeither noch
nicht erledigt werden. Die Abſetzung des Gegenſtandes
von der Tagesordnung der Stadtverordneten=Verſammlung
entſpricht auch den Wünſchen der Inſtallateure, die noch
vor der Entſcheidung durch die Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung gehört werden ſollen.
Aenderung des Bädertarifs für das
Hallenſchwimmbad.
Es wird beantragt, den Tarif des Hallenſchwimmbades
dahin zu ergänzen, daß der Vorteil der ermäßigten
Mo=
natskarten (Preis 2,25 Mk.) nicht nur Studenten, ſondern
auch Schülern und Schülerinnen ſtaatlicher und
gemeind=
licher, ſowie ſtaatlich anerkannter Schulen, auch der
Fort=
beldungsſchule, zuteil wird. Auch ſoll eine allgemeine
Mo=
natskarte, wie ſolche bisher für die Frauenſchwimmbäder
im Preiſe von 2,75 Mk. beſtand, fernerhin für das
Män=
nerſchwimmbad zum Preiſe von 3 Mk. ausgegeben werden.
Ferner wird beantragt, die Medizinalbäder grundſätzlich
auch auf Schwefel= und Sauerſtoffbäder auszudehnen und
hierüber demnächſt näher zu befinden. Referent Stadtv.
Dr. Bender. — Stadtv. Delp ſpricht den Wunſch aus,
den Volksbadetag von Dienstag wieder auf Samstag zu
verlegen. — Stadtv. Dr. Bender ſtellt dieſe
Ausfüh=
rungen dahin richtig, daß ja nur die billigen
Wannen=
bäder auf Dienstag verlegt wurden. — Beig, Ekert weiſt
darauf hin, daß ſich die Verlegung ſehr gut bewährt hat. —
Nach weiteren Ausführungen der Stadtvv. Saeng und
v. Heſſert wird der Antrag angenommen.
Eine Ortsſatzung über Steuerbefreiung.
Die Herren Stadtverordneten Henrich und Konſ. und
Dr. Fulda und Konſ. haben vor längerer Zeit beantragt,
Steuerbefreiungen im Sinne des Artikels 59 des
Ge=
meindeumlagengeſetzes durch Ortsſatzung auszuſprechen.
Wegen der nicht zu überſehenden Wirkungen des neuen
Gemeindeumlagengeſetzes war der Erlaß einer derartigen
Ortsſatzung mit Wirkung vom Steuerjahr 1913= ab nicht
möglich. Der Oberbürgermeiſter legt jetzt den Entwurf
einer Ortsſatzung vor, die Steuerbefreiungen gemäß
Ar=
tikel 59, Ziffer 2 und gemäß Ziffer 3, ſoweit es ſich um
Einkommen unter 500 Mark handelt, mit Wirkung vom
1. April 1914 ab vorſieht. Es referierte Stadtv. Henrich.
Zu dem vorgelegten Entwurf bemerkt die Verwaltung
das Folgende: Die Städte Mainz und Gießen haben
gleichfalls ſeither eine zuwartende Haltung eingenommen.
Worms hat eine Ortsſatzung erlaſſen, die dem Darmſtädter
Entwurf entſpricht. Für die Beſteuerung elternloſer
min=
derjähriger und erwerbsunfähiger Perſonen, deren
Ver=
mögen bei einem jährlichen Geſamteinkommen von
weni=
ger als 750 Mark den Betrag von 10000 Mark nicht
er=
reicht, iſt der Ausfall auf 1243 Mark berechnet worden. Da
dieſe Befreiung ſchon ſeither teilweiſe beſtand und hier
wirtſchaftlich ſchwache Perſonen in Frage ſtehen, hat ſich
die Verwaltung im Anſchluß an den ſeitherigen
Rechts=
zuſtand für dieſe Beſteuerung ausgeſprochen. Die
nie=
deren Einkommen der Einkommensklaſſe bis zu 500 Mark
ausſchließlich ſollen gleichfalls von der Gemeindeſteuer vom
Einkommen befreit werden, um eine Gleichförmigkeit mit
der Einkommenſteuer des Staates herbeizuführen Dieſe
Befreiung ergibt einen Steuerausfall von annähernd 3000
Mark. Wollte man weitergehen, ſo würde ſich der
Aus=
fall ſteigern bei Befreiung der Klaſſen
bis 600 Mark ausſchl. auf 11335 Mark
750
„ 33000 „ und.
900
„ 58 233
Die Verwaltung erklärt hierzu, daß die finanzielle
Lage der Stadt Darmſtadt eine Befreiung für Einkommen
von 600—900 Mark nicht geſtattet. Dieſe Angelegenheit
ſoll jedoch, einem geſtellten Antrage zufolge, nochmals im
Laufe dieſes Jahres zur Entſcheidung geſtellt werden,
nachdem die ſeitens des ſozialpolitiſchen Ausſchuſſes
ver=
angten weiteren Berechnungen von Großh Finanzamt
aufgeſtellt ſind.
Stadtv. Aßmuth tritt für die Befreiung der
Ein=
ommen bis zu 900 Mark ein. — Oberbürgermeiſter Dr.
läſſing tritt den Ausführungen des Vorredners, die
Stadt habe nur Geld für dynaſtiſche Intereſſen und nicht
für den kleinen Mann, ganz energiſch entgegen und
be=
zeichnet dieſe Behauptung als Entſtellung der Wahrheit.
Es ſei ein Fehler geweſen, wenn man bei der Aufhebung
des Oktrois glaubte, die Lebensmittelpreiſe würden
da=
durch eine Verbilligung erfahren. — Stadtv. K. Lautz
tritt dem entgegen; eine Verbilligung wäre wohl
einge=
treten, wenn nicht das Oktroi eine Wiedergeburt in den
Schlachtgebühren gefunden hätte. — Stadtv. L. Lautz
be=
merkt daß man an den Preiſen keinen Anhaltspunkt zum
Vergleich habe denn die Qualität ſei ganz erheblich von
den früheren Waren verſchieden. — Es ſprechen weiter die
Stadtv. Friedrich und Aßmuth. Hierauf wird der
Antrag angenommen.
Abänderung der Wochenmarktordnung
Die beſtehende Wochenmarktordnung iſt veraltet. Es
wurde daher von Großh. Polizeiamt eine neue
Marktord=
nung entworfen, der von der Verkehrsdeputation mit
eini=
gen Abänderungen und Zuſätzen zugeſtimmt wurde.
Referent Stadtv. K. Lautz: Als neu iſt die
Beſtim=
mung hervorzuheben, daß bei jedem Verkaufsſtand ein
Korb bereitzuſtellen iſt, in welchem die beim Marktgeſchäft
entſtehenden Abfälle geſammelt werden müſſen. Butter
und Schmierkäſe dürfen nur mit kleinen, reinen, zu keinem
anderen Zweck vorher gebrauchten Holzſtäbchen gekoſtet
werden. — Stadtv. Saeng wünſcht eine ſtrengere
Auf=
ſicht über den Hauſierhandel, ebenſo bringt er Wünſche über
die Beſtimmungen bezüglich des Großhandels zum
Aus=
druck. Da noch verſchiedene Wünſche geäußert werden,
be=
ſchließt die Verſammlung, die Marktordnung zu
genehmi=
gen, und die Deputation wird beauftragt, evtl, die
ent=
ſprechenden Zuſätze und Abänderungen vorzunehmen.
Der Voranſchlag über die
Verwaltungs=
koſten der ſtädtiſchen Sparkaſſe
für das Geſchäftsjahr 1914 (1. Januar bis 31. Dezember
1914) ſchließt mit 78310 Marl ab. Genehmigung wird
beantragt. Dieſe wird erteilt nach dem Referat des
Stadtv. Bormet.
Der Voranſchlag der Pfennigſparkaſſe
Darmſtadt
für das Kalenderjahr 1914 ſchließt in Einnahme und
Aus=
gabe mit 64717 Mark ab. Die Verwaltungskoſten
betra=
gen 1200 Mark. Gegen die einzelnen Anſätze iſt nichts zu
erinnern. Genehmigung wird beantragt, die nach dem
Referat des Stadtv. Bormet erteilt wird.
Die kirchlichen Umlagen für 1914.
An Kirchenſteuern ſind für 1914 zur Erhebung
bean=
rragt:
1. Durch die vereinigte evangeliſche Zivilgemeinde
Darmſtadt unter Beibehaltung des vorjährigen
Ausſchlag=
ſatzes 124800 Mark.
2. Durch die katholiſchen Kirchengemeinden St.
Lud=
wig und St. Eliſabeth Darmſtadt 36000 Mark.
3. Durch die katholiſche Kirchengemeinde St. Martin
Beſſungen 11000 Mark, unter Zugrundelegung eines nicht
weſentlich höheren Zuſchlagſatzes als 16 Prozent.
4. Paulusgemeinde 35500 Mark.
5. Petrusgemeinde 24000 Mark.
Die Anträge werden zur Genehmigung empfohlen.
Die Genehmigung wird nach dem Referat des Stadtv.
Bormet erteilt.
Rechnungsabſchluß des Ohlyſtifts.
Die Kaſſe der Erziehungsanſtalt „Ohlyſtift” in
Grä=
fenhauſen hat für das Jahr 1912 infolge des durch die
all=
gemeine Teuerung bedingten Mehrbedarfs an
Lebensmit=
teln, Kleidung uſw. mit einem Fehlbetrag von 1472,86 Mk.
abgeſchloſſen, den das Kuratorium der Anſtalt bittet, aus
ſtädtiſchen Mitteln zu decken. Die Anſtalt hat ſeither ſchon
aus den Ueberſchüſſen der Sparkaſſe einen jährlichen
ſtädtiſchen Beitrag erhalten, ohne den der Betrieb der
ſegensreich wirkenden Anſtalt nicht aufrecht echalten
wer=
den kann. Nachdem durch die inzwiſchen erwirkte
Er=
höhung des Pfleggeldes und ſonſtige Maßnahmen von
1913 ab die Mittel gegeben ſcheinen, um bis auf weiteres
den Anſtaltsbetrieb ohne weiteren ſtädtiſchen Zuſchuß zu
ermöglichen, wird beantragt, den beim Kaſſenabſchluß 1912
entſtandenen Fehlbetrag durch einen einmaligen Zuſchuß
aus der Stadtkaſſe zu decken. Dem wird zugeſtimmt nach
dem Referat des Stadtv. Bormet.
Aenderung der Beſtimmungen über den
Achtuhrladenſchluß.
Der Vorſtand des Detailliſtenvereins hat bei Großh.
Kreisamt den Antrag geſtellt, es möge die Verkaufszeit
an den Vorabenden aller Sonn= und Feſttage allgemein
bis um 9 Uhr verlängert werden. Seither war die
Aus=
nahme allgemein nur für die Samstag=Abende zugelaſſen.
Dadurch wurden für Silveſter immer beſondere Eingaben
notwendig. Die Aenderung ſoll hier Abhilfe ſchaffen.
Nach der Reichsgewerbeordnung ſind die
Gemeindebehör=
den zu dem Antrag zu hören. Dem Antrag wird nach
dem Referat des Stadtv. Saeng zugeſtimmt.
Bekämpfung der Schnakenplage.
Stadtv. Dr. Bender referiert über die geplanten
Maßnahmen zur Bekämpfung der Mücken= und
Schnaken=
plage. Für die Maßnahmen zur Bekämpfung der
Schna=
kenplage im Winter iſt in Ausſicht genommen, die Kellec
mit „Inſektizit” zu beſpritzen und zwar ſoll dies durch
an=
gelernte Arbeitsloſe erfolgen. An Koſten ſind angeſetzt
für 12 Mann an 25 Tagen à 4 Mark — 1200 Mark, 300
Mark für „Inſektizit” und 100 Mark für ſonſtige Auslagen
Es wird beantragt, dieſe Koſten auf die Stadtkaſſe zu
übernehmen und ferner dem Verein zur Bekämpfung der
Schnakenplage mit dem Sitz in Karlsruhe, beizutreten.
Der Jahresbeitrag beträgt 30 Mark. Die Verſammlung
ſtimmt dem zu nach den Ausführungen des
Oberbür=
germeiſters und des Stadtv. v. Heſſert.
Hiermit war die Tagesordnung der öffentlichen
Sitz=
ung erledigt.
Die heſſiſche Staatsſchuld,
ihre Verzinſung und Tilgung.
Einer in der letzten Sitzung des Finanzausſchuſſes
von deſſen Vorſitzenden, Abg. Dr. Oſann, vorgelegten
intereſſanten Ueberſicht über die Heſſiſche
Staats=
ſchuld, Verzinſung und Tilgung, entnehmen
wir folgendes:
Nach dem Hauptvoranſchlag für 1914 ſetzten ſich die
Staatsſchulden wie folgt zuſammen:
1. Eiſenbahnſchuld:
a) zur Erwerbung der Heſſiſchen
Ludwigsbahn . .
196 322 700,— Mk.
b) für ſonſtige Eiſenbahnzwecke . . 162915800,—
zuſammen 359 238 500,— Mk.
Von der zur Erwerbung der Ludwigsbahn
aufgenom=
menen Schuld ſind verzinslich:
zu 3 Prozent .
179 216 100,— Mk.
zu 4 Prozent
.. „ , ,
17 106600,
zuſammen 196 322700,— Mk.
Von den für ſonſtige Eiſenbahnzwecke
aufgenomme=
nen Schulden ſind verzinslich:
zu 3 Prozent .
26 508 700,— Mk.
zu 3½ Prozent
92813 700,—
zu 4 Prozent .
43 593 400,—
zuſammen 162915800,— Mk.
2. Für andere als Eiſenbahnzwecke aufgenommene Schuld
(einſchließlich Kautionen 171 Mk.) 72621809,— Mk.
Hiervon verzinslich:
zu 3 Prozent
35 515 766,— Mk
zu 3½ Prozent
15 834 800,
zu 4 Prozent
28 271072,—
zuſammen 79621638,— Mk
Hierzu Kautionen
171,— „
zuſammen 79621809,— Mk.
3. Reſtkaufſchilling für den Erwerb der Iſenburgſchen
Be=
ſitzungen im Kreiſe Offenbach zu 3½ Prozent
ver=
zinslich
. . . . 3041 700,— Mk.
4. Landeskreditkaſſenſchuld
zu 3½ Prozent verzinslich . . .
12699 200,— Mk.
Die Staatsſchuld beträgt ſonach:
1. Für Eiſenbahnzwecke
359 238 500,— Mk.
2. Für andere Bedürfniſſe des Staates 79621809,
3. Für Iſenburgiſche Beſitzungen
3041 700,-
4. Für Landeskreditkaſſe . .
12699 200,
zuſammen 454 601 209,— Mk.
Hierauf ſind anzurechnen:
a) die für 1911 u.
1912
vorzuneh=
mende Tilgung
von nom. . . 3 180 800,— Mk.
b) die für 1913
vorgeſeh.
Til=
gung von nom. 1410600,−
c) die für 1914
vorgeſehene
Til=
gung von nom. 1713 100,− „ 6304500,— Mk.
Sonach Geſamtſchuld 448 296 709,— Mk.
An Zinſen ſind für 1914 erforderlich:
Für die Eiſenbahnſchuld von
359 238 500,— Mk.
. . . 11848 223,— Mk.
für die anderen Zwecken dienende
Schuld von 79621809,— Mk.
2 665 914,— „
für die Schuld der Iſenburgiſchen
Be=
ſitzungen von 3041700,— Mk.
104832.− „
für die Landeskreditkaſſenſchuld von
12699 200,— Mk. . .
444 472,− ,
zuſammen 15063 441,— Mk.
Hierauf ſind anzurechnen:
Die Zinſen von dem
aus 1911 und 1912
ver=
fügbaren, in 1913 noch
zu tilgenden Betrag
von 2862700,— Mk.
(nom. 3 180 800,— Mk.) 105 920,— Mk.
Die Zinſen von den in
1913 zur Tilgung
vor=
geſehenen 1269500,—
Mk. (nom. rund
46972,— „ 152892,—
1410600 Mk.)
Geſamtbedarf an Zinſen 14910 549,— Mk.
Die Tilgung der Staatsſchuld hat nach dem Geſetze
vom 17. Juli 1912, das am 1. April 1913 in Kraft trat,
zu erfolgen. Nach Artikel 1 und 5 ſind die Tilgungsſätze:
1. Für die bis zum 1. April 1913 begebene geſamte
Staats=
ſchuld und für die von dieſem Tage an
neuaufzuneh=
mende Eiſenbahnſchuld
½ Prozent des Nennbetrages der Eiſenbahnſchuld,
½ Prozent des Nennbetrages der ſonſtigen Schuld;
2. für die vom 1. April 1913 ab für andere als
Eiſenbahn=
zwecke aufzunehmende Staatsſchuld mindeſtens 1
Pro=
zent der für werbende Zwecke aufgewendeten,
mindeſtens 2 Prozent der im übrigen auf Anleihe zu
nehmenden Beträge.
Die Tilgung erfolgt aus den Reineinnahmen aus den
Staatseiſenbahnen.
Die Tilgungsbeträge berechnen ſich ſonach dahin:
1.½ Prozent der Eiſenbahnſchuld (zu
Beginn 1914) von 359 238500 Mk. . . 1 197462,— Mk.
2.½ Prozent der ſonſtigen Schuld (zu
Beginn 1914) von rund 65 751 400 Mk. 526011,—
zuſammen 1723 473,— Mk.
Oben war die andere als für
Eiſen=
bahnzwecke aufgenommene Schuld
be=
rechnet mit
79 621809,— Mk.
, 2
„ „
Hiervon gehen ab:
die zugunſten der
Landes=
Hypotheken=
bank aufgenommene
Anleihe Serie VIII 9500 000,— Mk.
die Hälfte der
An=
leihe Serie XV da
die zweite Hälfte
die=
ſer Anleihe erſt in
1914 begeben wird 4231300,— „ 13731300,−
65 890 509,— Mk.
Hierzu die Schuld für die Iſenburgi=
3041 700, Beſitzungen . . . .
68 932 209,— Mk.
Ab die Tilgung aus 1912 (einſchließlich
3 180800,
des Reſtbetrags, aus 1911) . .
65 751 409,— Mk.
rund 65751 400 „
. . . . . 1723 473 Mk.
Es wären alſo zu tilgen
Zur Tilgung ſind zu verwenden:
Nach Art. 3 des Geſetzes
die aus
Staatsrentenka=
pitalien verfügb. Mittel 120 600,— Mk.
Abträge auf die
Vor=
ſchüſſe der
Hauptſtaats=
kaſſe an den
Erneue=
rungsfonds Bad=
Nau=
heim und an den
Do=
mänenergänzungsfonds 300000,—
Verminderung der
Til=
gungsſumme für 1914
nach Art. 13 des
Til=
gungsgeſetzes.
. 400000,— „ 820600,— Mk.
902873,— Mk.
Nun iſt aber in Artikel 13 Abſatz 2 vorgeſchrieben, de
die Tilgungsſumme durch die Verminderung der Tilgug
in den Jahren 1913—1917, und zwar mit
500 000 im Jahre 1913
400000 „
1914
300000 „
1915
200000
1916
100000 „
*1917
in keinem dieſer Jahre unter die Beträge herabſinken da
die aus Eiſenbahneinnahmen nach Artikel 6 des Geſetz
vom 3. Oktober 1896 und erſparten Zinſen fließen.
muß alſo geprüft werden, wie ſich die Tilgung nach de
ſem Geſetze vom 3. Oktober 1896 berechnet; nach ihm
zur Tilgung zu verwenden:
1. der im Art. 6 vorgeſehene Betrag . . 600000,— M
2. die infolge von Tilgungen erſparten
Zinſen:
aus 1900/01—1910
299 219,78
aus 1911 und 1912 . .
97483,63
aus 1913
36 515,63
,.
1033 219,04
Da ſonach dieſer Betrag von 1033 219,04 Mark höh
iſt als der oben errechnete von 902873 Mark ſo muß
ſterer nach Artikel 13 Abſatz 2 des Tilgungsgeſetzes ei
geſtellt werden.
Es ſind ſonach für 1914 zur Tilgung vorzuſehen:
1. die aus Staatsrentenkapitalien
verfüg=
baren Mittel
120 600,− M
2. die Abträge von Bad=Nauheim und
dem Domänenergänzungsfonds
300000,—
3. zur Tilgung der vom 1. April 1913
be=
gebenen geſamt. Schaatsſchuld und die
von dieſem Tage an
neuaufgenom=
mene Eiſenbahnſchuld
1033 219,04
4. zur Tilgung der am 1. April 1913 zu
begebenden ſonſtigen Schuld:
1913 396 500,—.
1914 302000,—
698 500,—
Hiervon 2 Prozent, da es ſich um nicht
werbende Schuld handelt
13970.−
5. 1 Prozent des aus der
Eiſenbahnein=
nahme zu tilgenden, bis zum 1. April
1914 begebenen Teiles d. Anleihe XV.
von 4 231300 Mk. (1 Prozent, da es
ſich um werbende Schuld handelt)
42313,—
6. Abträge auf die Vorſchüſſe an die
Do=
mänenverwaltung für Straßenbauten 30000,—
7. desgl. an die Klenganſtalt
Gammels=
bach
7755,-
8. desgl. an die Schulverwaltung für das
Seminargebäude in Bensheim . . . 957,—
zuſammen 1541814,04
Hiervon ab Tilgung der Schuld für
die Iſenburgiſchen Beſitzungen (da
auch die Schuld hier nicht berückſichtigt
ſiſt) .. . . . . . . . . „ „ 187700,
1354114,04 M
oder rund als Geſamtbetrag der Til=
1354 100,
Der Vollſtändigkeit wegen ſei noch berechnet, welch
Betrag hiernach nach Artikel 13 Abſatz 3 des Tilgunn
geſetzes dem Reſtefonds Kapitel 1 des Hauptvoranſchla
aus der für 1914 erſparten Tilgungsſumme von 400 Ch
Mark zufließt.
Aus den Rein=Einnahmen der Eiſenbahn würden 1
Tilgung zu verwenden ſein:
1. Nach Artikel 1—3 des Tilgungs=
1 723 473,—
geſetzes
abzüglich der Staatsrentenkapitalien
120 600,— Mk.
mit
Abträge der Vorſchüſſe
von Bad=Nauheim u.
des Domänenergän=
3001000,− „ 420 600,
zungsfonds . .
1302873,—
2. Nach Artikel 5 Abſatz 4 des Tilgungs=
42313,
geſetzes . .
,,„
1345 186,
Es wurden aber nur zur Tilgung verwendet:
obenberechnete Tilgung
nach dem
Ludwigs=
bahngeſetz vom 3. Ok=
1033 219,04 Mk.
tober 1896
nach Art. 5 Abſ. 4 des
42313,− „ 1075 532,04
Tilgungsgeſetzes .
ſodaß dem Reſtefonds Kap. 1 zufallen: 269653,96
Zuſammenfaſſend ſei nochmals aufgeführt=
Geſamtſchuld zu Ende des
Etats=
jahres 1914 . . . . . . . . . . 448 296 709.—
Bedarf an Verzinſung für 1914 . . . 14910549,
Bedarf an
Til=
gung für Til=
1354 100,— Mk.
gung 1914
Hierzu für Tilgung
der Schuld für die
Iſenburgiſchen
Be=
ſitzungen . . . . 187700.— Mk. 1541800,
Sport, Spiel und Turnen.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 30. Januar:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 15 Min.
Samstag, den 31. Januar:
Morgengottesdienſt 9 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 5
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religion
geſellſchaft.
Samstag, den 31. Januar:
Vorabend 4 Uhr 45 Min. Morgens 8 Uhr. Nachmitte
4 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 5 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 1. Februar,
Morgens 6 Uhr 50 Min. Nachmittags 5 Uhr.
Verlegung des Graditzer Geſtüts.
* Berlin, 29. Jan. Im Abgeordnetenhauſe iſt
Verlegung des Graditzer Geſtüts nach Alten
feld (Regierungsbezirk Kaſſel) beſchloſſen worden.
Hurheben.-Ausschneiden!
Einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen, habe
ich meinem Geschäft ab heute eine
Spezialabteilung
für
lavier-Transporte
angeschlossen.
Sämtliche mir übertragenen Transporte werden
von tüchtig., geschulten Klaviertransporteuren
unter Garantie ausgeführt zu
unten-
stehendem Tarif.
Karl Arnold, Ecke Erhacherstr.
Telephon 2457.
A.
Transporte über die Strasse
im ganzen Stadtgebiet.
Pianinos . . . 4.50 Mk.
Flügel je nach
Grösse . . 5—10„
Harmoniums
je nach Grösse 3—6
B.
Transporte im Hause,
Verstellen etc.
Pianinos . .
3 Mk.
flügel . . . . 4—8
Harmoniums 2—4
Lagerung, Spedition, Verpacken nach Uebereinkunft!
Kisten stehen leihweise zur Verfügung!
(1808a
Detmolder Geld-Lotterie
Ziehung 7. Februar 1914 — Lose à 3.— Mk.
Wohlfahrts-Geld-Lotterie
zu Zwecken der Deutschen Schutzgebiete.
Ziehung 19.-21. Februar 1914 — Lose à 3.30 Mk.
Eisenacher Geld-Lotterie
Ziehung 20. und 21. März 1914 — Lose à 1 Mk.
noch zu haben bei
(2761a
Phil. J. Schmidt, Königl. Preuss. Lotterie-Einnehmer
Darmstadt, Rheinstraße 33 — Telephon 127.
Fraße Srickereten
echt Schweizer Fabrikat
Strausserlayer, Hotliereranten
(1925a
8 Schulstrasse 8.
Heſſiſche ehrenn
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet von Dr. Hermann Bräuning=Oktavio
Herausgegeben von D. Dr. Wilh. Diehl
Dritter Jahrgang:: Heft 1, Januar 1914
Inhalt: Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl: Guſtav Baurs Relegation
(1836). — Amalie Schädel: Kriegsdrangſale in einem oberheſſiſchen
Pfarrhaus vor hundert Jahren. Profeſſor K. Henkelmann: Profeſſor
Dr. Franz Taver Stoll. — Marie Ullrich: Aus dem Leben meines
Groß=
vaters Friedr. Kümmell. — Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl: Beiträge
zu einer heſſen=darmſtädtiſchen Lehrermatrikel. — Bücherſchau. — Aus
Zeitſchriften. — Austauſch. — Auskünfte.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik‟
L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt, und allen
Buchhandlungen.
(3104dfg
Landwurſt und Fleiſchwaren
in echter Qualität empfiehlt (2632a
Oberhess. Wursthalle, Schustergasse 10.
2 Strickmaschinen
gebr., für 75 Mk. zu verk. Offert.
unt. E 50 an die Exp. erb. (*2173fgi
Korddeutſcher
Lloyd Hremen
Schnell= und
Doſtdampferverbindungen
von Hremen nach
New=Uork Hoſton
Philadelphla: Saltimore
NewOrleans=Galveſton
Ranada Ruba Braſilien
Argentinfen=Oſtaſien
Auſtralfen
Bremen=Emden=Ruſtralien
,
Genua=New Uork
Mittelmeer=Dienſt
Reiſeſchecks
Weltkreditbriefe
Nähere Ruskunft, Fahrkarten
und Druckſachen durch
Korddeutſcher
Lloyd Bremen
und ſeine vertretungen
Darmſtadt:
Anton Fiſcher,
Frank=
furterſtraße 12/14
Dieburg: Carl Reh.
(,X3163,32)
dreiflammiger
1 kompletter Gaslüster
in beſtem Zuſtande, ſchwarz mit
Kupfer, preiswert zu verk.
*2194) Georgenſtraße 10, part.
iont-Hant
Ständige Lufterneuerung bei angenehmster,
genau regulierbarer Wärmeabgabe bewirken
Buderus-Hirzenhainer
Dauerbrandöfen und
Kachelofen-Einsätze
Präzisionsarbeit ersten Ranges.
Auskunft bei besseren Ofengeschäften oder
den Herstellern: Eisenwerke
Hirzen-
ain, Hugo Buderus, G. m. b. H.,
Hirzenhain, Hessen.
Polydor-Einsatz Nr. 1a-4a
chuhrepargkren
auch an bei mir nicht gekauften Waren werden
unter Verwendung besten Materlals sauber und
haltbar zu den billigsten Preisen ausgeführt.
W. Müller Rheinstr 6.
Das Tippfräulein.
Roman von Gertrud Stokmans.
(Nachdruck verboten).
Offenbar gewährte es der Gräfin eine tiefe und
heim=
icge Genugtuung, den Schmuck, den ſie ſo ſehr liebte, wie
hme Erſparniſſe an einen ſicheren Ort zu bringen, von
eim niemand eine Ahnung hatte. Daß ein ſolcher
exi=
fuerte, glaubte Gabi getroſt annehmen zu dürfen. Die
hlimme Gräfin war ein Charakter. Sie tat nichts halb,
velder im Guten noch im Böſen, und die Reue und Angſt,
on denen das Teſtament berichtete, waren gewiß ganz
cht geweſen. Weshalb ſollte ſie da das ſelbſtauferlegte
offer nicht gebracht und nach und nach ein Vermögen für
ie von ihr ſo ſchwer geſchädigten Wardenburgs
zuſam=
nmgebracht haben? Die Auffaſſung des
Oberjäger=
retiſters, daß die Tücke dieſer gefährlichen Frau bis übers
rab hinaus reiche, erklärte ſich durch ſeine trüben
per=
öullichen Erfahrungen, aber Gabi vermochte dieſe nicht
unteilen. Hätte eine Krankheit den Tod der ſchlimmen
rääfin eingeleitet, wie ſie ſelbſt wohl erwartet, wäre
ge=
i; alles in beſter Ordnung geweſen. Dann hätte ſie
Aletzter Stunde noch die Stätte bezeichnet, an der ihr
emmächtnis und der Familienſchmuck ruhten, und nach
ſeper Richtung hin die nötige Aufklärung gegeben. Statt
iſſen nahm ſie ihr Geheimnis unfreiwillig mit ins Grab,
r Schein war gegen ſie, und die Richtigkeit ihrer
An=
ibeen wurde angezweifelt. Gabi konnte ſich genau
vor=
ellen, wie alles gekommen war, und mit dem feſten
Vor=
tz, die ſchlimme Gräfin noch nachträglich von dieſem
ißllichen Verdacht zu befreien, ſchlief das junge Mädchen
dllich gegen Morgen ein.
*Der nächſte Tag brachte ihr eine unangenehme
Ueber=
icgung. Als ſie den Wunſch ausſprach, in das gelbe
Zimmer überzuſiedeln, erklärte ihr die Mamſell, der
Hausherr habe ſeine Anſicht geändert und den Befehl
ge=
geben, die jungen Mädchen ein= für allemal im
Wirt=
ſchaftsflügel unterzubringen. Die Frau Gräfin, ſeine
Tochter, finde es nicht paſſend, daß ſie zu einer Zeit, wenn
ſo viele Gäſte im Hauſe ſeien, ganz allein in dieſem
ent=
legenen Teile des Schloſſes wohnten, und wegen der
Mahlzeiten, die ſie doch im Wirtſchaftsflügel einnehmen
müßten, ſei es auch beſſer und bequemer ſo. Uebrigens
ſei das gelbe Zimmer ja zurzeit unverſchloſſen, und wenn
Fräulein Schacht der ſchlimmen Gräfin dann und wann
einen Beſuch abſtatten wolle, ſo ſtehe ihr dies vollkommen
frei.
Gabi war zuerſt darüber enttäuſcht, tröſtete ſich aber
dann mit dem Gedanken, daß ſie mitunter eine Stunde
Zeit finden würde, in der ſie ihre Nachforſchungen
unbe=
merkt anſtellen könne, und in gewiſſer Weiſe gewährte
ihre jetzige Umgebung wirklich einen Schutz und Halt.
Auch eine andere Erwägung ſprach noch zugunſten ihres
jetzigen Zimmers. Im Wirtſchaftsflügel ließ ſich häufig
der intereſſante Oberinſpektor ſehen Zuweilen wurde
ſie ſchon früh am Morgen durch ſeine ſcharfe, befehlende
Stimme geweckt, und das Bewußtſein ſeiner Nähe hatte
merkwürdigerweiſe etwas Beruhigendes für ſie, während
ſie den forſchenden Blick ſeiner Augen fürchtete und jede
direkte Begegnung mit ihm vermied. Daß eine ſolche ihr
gerade an dieſem Tage bevorſtand, ahnte ſie nicht.
Ganz allein ſaß ſie bei ihrer Arbeit im Archiv, als
ſich zu ganz ungewohnter Stunde die Tür öffnete und
Herr von Wardenburg erſchien. Er war, wie gewöhnlich
im Reitanzug und ſah bildhübſch und ſchneidig aus. Mit
kurzem Gruß trat er ein, ſetzte ſich an den Arbeitstiſch des
Generals und begann, ſcheinbar eifrig eine Berechnung
aufzuſtellen. Innerlich war er aber nicht bei der Sache.
Zu ſeinem Aerger und Verdruß hatte er ſich mit Gabis
Identität immer wieder beſchäftigen müſſen und ſie
häu=
fig heimlich beobachtet. Nun konnte er die Ungewißheit
nicht länger ertragen. Die Abweſenheit des Generals
er=
möglichte ihm heute eine ungeſtörte Unterredung mit dem
fleißigen Tippfräulein, und dieſe Gelegenheit ſollte nicht
ungenutzt vorübergehen. Er wollte es diesmal mit einer
Ueberrumpelung verſuchen, und ſich plötzlich zu ihr
wen=
dend, rief er leiſe und dringend: Gräfin Gabi
Garten=
hauſen — ich bitte!
Das Experiment gelang. Ihr Kopf flog herum, ihre
Wangen färbten ſich, und ehe ſie zur vollen Erkenntnis
ihrer Lage kam, ſtand er ſchon vor ihr.
Sie ſind es alſo doch! ſagte er hart und laut, und
ſeine blauen Augen flammten ſie zornig an. Was ſoll die
Komödie? Wußten Sie, daß ich hier in Hellborn ſei?
O, Gott, nein, rief ſie erſchreckt, wie ſollte ich wohl?
Wir vermuteten Sie in einem anderen Weltteil. Hätte
ich von Ihrem Hierſein etwas geahnt, ich wäre nimmer=.
mehr hierhergekommen?
Und weshalb reiſten Sie nicht ab, als Sie meine
ver=
abſcheuungswürdige Wenigkeit entdeckten?
Weil ich hier in gewiſſer Weiſe gebunden bin. Ich
habe Fräulein Flotts Vertretung feſt übernommen und
kann nicht nach Belieben kommen oder gehen.
Mir ſcheint, ein Modus ließe ſich ſchon finden, wenn
Sie nur wollten.
Ich will aber nicht!
Aha, das iſt des Pudels Kern. Sie waren ſchon
im=
mer entſetzlich eigenſinnig, Gräfin.
Und bin es jetzt erſt recht. Im übrigen darf mein
Name in dieſen Räumen nicht genannt werden. Ich heiße
ier einfach Fräulein Schacht.
Schacht von Gartenhauſen, murmelte er ingrimmig,
daß ich darauf nicht gleich verfallen bin. Barſch fragte
er dann: Was ſoll das Inkognito?
Benützen Sie die letzten beiden Tage meines
ASSVERRAUF2C
wenn Sie aussergewöhnlich billig einkaufen wollen.
Ich gewähre auf:
für Herren
T Ulstel
Jünglinge
u. Knaben
Willter Falototb
1
Herren Spert Inhuge
RABATI
Auf alle übrige Konfektion
und samtliche wäsche .. . 150
RABATT
Auf Normalwäsche,
Futter-
hosen und Wollene Koltern 290
RABATT
SDarmstadt
2s
Philin
Schluss des Ausverkaufes: Samstag, den 31. Januar.
3152
Rheinische
Treuhand-Gesellschaft A.-G.
.0 7. 26. MANNHEIM Tel. No. 7155.
Aktienkapital Mk. 1 500000.−.
Weitverzweigte Beziehungen zu
III,3118) ersten Finanzkreisen.
Bilanzprüfungen
Buchhaltungs- und Betriebs-Organisationen.
Liquidationen, Sanierungen.
Vermögens-Verwaltungen.
Seriöse Gründungen.
Gutachten in Steuer- und Auseinandersetzungssachen.
Eingchende Beratung in Betelligungs-Angelegenheiten.
Unbedingte Verschwiegenheit.
Teil Ludengeschart
befindet sich ab
1. Februar ds. Js.
4 Kirchstrasse 4
neben Eisenhandlung Scheid.
Fritz Aufeld
Samenhandlung
939 Telephon 939.
(3112fom
Hammelfleisch
in allen Preislagen!
Spezialität:
gerollten
Kalbsnierenbraten
gehackte
Kalbskoteletts
täglich in allen Grössen
vorrätig bei
Louis Hein
Hoflieferant
Schustergasse 19, Tel. 278.
(280a
Lehrock=, Frack=, Smoking=
An=
züge, Zylinder zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (309a
Empfehle:
Kaffee von 1.30—1.80 Mk.
Tee, Kakao, Schokolade in allen Preislagen
Schokoladepulver per Pfund 80 Pfg. bis 1 Mk.
Malzkaffee 25 und 35 Pfg.
Kolonialwaren zu bekannt billigen Preiſen.
Neu eingeführt Schepeler’s Kaffee.
(269a
Ecke
L. Pabst, Dieburgerſtr. 19, Stiftſtraße
Das Beste und nur einzig Bewährte in
Kalt abwaschbarl Hochelegant!
Nicht abblätternd!!
Keine oberflächl. Präparatfon
Dader
Hosenträger,
Krawatten, Knöpfe. Wasche
SPEZIAL-GEScHAFT
(3134a
Kirchstrasse 17,
Math. Becher, Darmstadt seben der Satktirch.
Diilig. Hanherratter.
Kleinweizen!
150 Pfund 11 Mk. (mit Sack)
ver=
ſendet gegen Nachnahme (IV,2589
Rheinisch-Westfälischer
Geflügelfutter-Versand
Neuss a. Rhein.
Gehrock, Frack und
Smoking-Anzüge
zu verleihen und zu verkaufen
Soderſtr. 14 I. (Kapellpl.) (1516a
für zir=
Ketten=Flaſchenzug 15 Ztr. es
ſucht. Eliſabethenſtr. 55. (*2178fa
reee
Und weshalb nahmen Sie überhaupt eine ſolche
Stel=
lung an?
Aus Laune, Langeweile, Abenteurerluſt, was Sie
wollen; daß die Motive keine edlen und vernünftigen
waren, ſetzen Sie ja doch ohnehin voraus.
Er nickte. Sie langweilten ſich alſo in Berlin?
Ja, mitunter. Mein Leben erſchien mir dann wie ein
Kinematographentheater, in dem man bei glänzender
Be=
leuchtung immer die gleichen Bilder zeigt.
Sie konnten ja heiraten, Gräfin, ſich neue Pflichten
und Freuden ſchaffen.
Gewiß, meinte ſie, aber auch da war mein bekannter
Eigenſinn mir immer hinderlich. Es gefiel mir keiner.
Ich wollte auch lieber arbeiten.
Wardenburg blickte mit finſterer Miene zu ihr
hin=
über. Was ſagen Ihre Brüder denn zu dieſer
Verwand=
lung und Vermummung?
Sie lachte. O, die ſind natüklich außer ſich und
be=
ſchwören mich täglich, zu ihnen zurückzukehren.
Beſonders, nachdem ſie erfuhren, daß dieſer
entſetz=
liche Menſch, der Werner Wardenburg, auch hier ſei
Gabi machte eine Bewegung der Abwehr. Nein,
die=
ſer Grund ſpricht nicht mit. Sie wiſſen nichts. Ich
ver=
gaß, Sie in meinen Briefen zu erwähnen.
Sie vergaßen! Er lachte ſpöttiſch. Das glaube ich
Ihnen nicht. Meine Anweſenheit iſt Ihnen dazu doch zu
fatal.
Alſo gut, es war Abſicht. Ich hielt es für klüger,
dar=
über zu ſchweigen.
Darin gebe ich Ihnen recht und bezweifle nicht, daß
Sie es bitter bereuen, nach Hellborn gekommen zu ſein.
Sie ſchüttelte den Kopf. Keine Spur, Herr von
War=
denburg. Ich ſegne meinen Einfall und habe Fräulein
Flott gebeten ,noch recht lange fortzubleiben.
Minicht
Ja, ich ſpreche die Wahrheit.
Dann gibt es wohl einen ganz beſonderen
An=
ziehungspunkt für Sie in Hellborn?
Vielleicht, Herr von Wardenburg. Jedenfalls habe
ich mich hier ſehr gut eingearbeitet und gedenke noch
nebenbei einige Aufgaben zu erfüllen, welche mit der
Schreibmaſchine nichts zu tun haben.
So? Wenn ich nun aber Ihr Geheimnis verrate und
den Leuten ſage, wer ſich hier als beſcheidenes
Tippfräu=
lein eingeſchlichen hat und die Geheimniſſe der Familie
Haſſelmann belauſcht, was dann, meine Gnädigſte?
Gabi ſah ihn furchtlos an. Ich habe mich nicht
ein=
geſchlichen, ſagte ſie ruhig, wenigſtens nicht im ſchlimmen
Sinne, und die Geheimniſſe, die ich belauſche, erfährt jedes
andere fremde Mädchen in meiner Lage auch. Mit den
Gäſten komme ich wenig oder gar nicht in Berührung,
und mit dem General und ſeiner Schweſter habe ich nur
beruflich zu tun. Wenn Sie mich bloßſtellen wollen, ſo
kann ich das natürlich nicht hindern, ſondern nur beklagen.
Ich habe aber eine viel zu hohe Meinung von Ihnen und
Ihrer angeborenen Ritterlichkeit, um eine ſolche
Möglich=
keit überhaupt ernſtlich in Erwägung zu ziehen.
Eine hohe Meinung, wiederholte Wardenburg bitter.
Mir ſcheint, Gräfin, als wir vor ſieben Jahren
ausein=
andergingen, war der Wert meiner Perſönlichkeit in Ihren
Augen außerordentlich gering.
Ja, das war er, meinte ſie ehrlich, und blieb es auch
all die Jahre hindurch, aber ſeit ich hier bin, hat meine
Meinung ſich plötzlich geändert. Ihr damaliges Verhalten
iſt mir allerdings nach wie vor rätſelhaft, aber Ihre
hie=
ſige erfolgreiche Tätigleit flößt mir aufrichtige
Bewun=
derung ein, und ein Geſpräch zwiſchen Ihnen und der
gretig Treſſenſtein, das ich in meinem Krautgärtlein zu=
ſellg mi auberie, ieß mih mn eiſtenat die gaißt
Schwere Ihres Schickſals ahnen.
Sein Geſicht verfinſterte ſich wieder unter ihren Won
ten, und aufſpringend ſagte er ſchroff: Ich brauche weds
Ihre Bewunderung noch Ihr Mitleid, Gräfin. Mei=
Leben gefällt mir ſo, wie es iſt, und Ihren Verſicherunge
kann ich nicht glauben. Wenn Sie wirklich Vertrauen
mir hätten, würden Sie mir gegenüber freiwilligd
Maske gelüftet haben. Sie mußten ſehen, wie ſtörend un
qualvoll die Ungewißheit für mich war. Statt
deſſe=
brauchen Sie jede Vorſicht und Liſt, um mich immer
wi=
der irre zu führen, und ich kam mir während der letzte
acht Tage vor wie ein Narr.
Gabi errötete heftig und ſenkte ſchuldbewußt de
Blick. Sie dürfen nicht zu ſtreng urteilen, meinte ſie,U
müſſen mir verzeihen. Ich war ſo erſchrocken über
unſ=
wunderbares, ungeahntes Zuſammentreffen, ſo verwit
und ſo unſicher, daß ich zuerſt nicht wußte, was ich
ſollte. Zu einem offenen Bekenntnis war ich zu feig
Ich mußte mich erſt an die Situation gewöhnen. Mitd
Zeit hätte ich aber den Mut gefunden, Ihnen die Wah
heit zu ſagen, und wenn Sie nun, da Sie alles wiſſen
erraten haben, mein Inkognito nicht nur dulden, ſonde
ſchützen wollen, werde ich Ihnen von Herzen dankb
ſein.
Schützen? wiederholte er ſchroff. Fällt mir gar
ein. Alles, was ich verſprechen kann und will — iſt,
ſchweigen, obgleich mir auch das ſchon als Unrecht
ſcheint. Wenn Sie durch dieſe tolle Sache in e
legenheit kommen, rechnen Sie nicht auf mich.Geg
Fräulein Flotts Stellvertreterin habe ich keine Verpflic
tungen, und tritt eine Kriſe ein, verhalte ich mich
kommen neutral.
(Fortſetzung folgt.)
Schrauth’s Waschpulver, geuslen.
Salmiak-Terpentin-Seife in heissem Wasser gut aufgelöst,
(1381a
it ud bei das beste Waschmittel.
Dies Schakmate
.
äst
H
Garantie.
7 Pfund. Fater 15 Pfenie überai zu haben. c
Meine
Goschattsräume
befinden sich jetzt
314a
Elisabethenstr. 44, part. und Saalbaustr.
zwischen Grafen-
Teelephon 1553
Gotttr. Proeser, Damenschneidermeister.
Albert Faher
(*2206
Dentist 1o
Ludwigsplatz 1, I.,
Sprechstund. 9—1, 2—6 Uhr
Wonntags keine
Sprech-
stunde mehr.
Täglich frische
MA 2 Z EN
MIAZZENFABRIK
EIH MON MAINZER
Obere Bleichstr 13.
ersand nach allen Stadtteilen
Uunad Postkollis nach auswärts.
16400a) Telek. 1065.
Kriſche Odenwälder
Landbutter
per Pfund 1.20 Mk.
empfiehlt (3167
M. Greib
el ephon 735. Schulſtraße 9.
Haſent Haſel
llon großer badiſcher Treibjagd
Staldhaſen billigſt; ferner: fein
mräſtete Gänſe, j. Enten,
Pou=
rden u. Kapaunen in feinſter
ualität, Suppen=, Brat= und
rikkaſſeehühner in gr. Auswahl
1,50 Mk. an.
(*2219
- Verkauf jeden Tag. s E und Hut 6: zu verkaufen
eharöder, Karlſtr. 22 (Hof).
Wohnung: Karlſtraße 27.
Wild u. Geflügel.
Janſen, friſch geſchoſſen, auch
ge=
ill, prima Suppenhühner,
Ka=
gunen, junge Hähne, Tauben,
it: friſch geſchlachtet, empfiehlt
eSwert
(*2189
I. Glöckner, Darmſtr. 33a, II.
(Eine 4 Volt=Licht=Batterie
ung zu verkaufen (*2078msm
Kaupſtraße 25, part.
weiches am 21. Jan. nachmittags
gegen 3 Uhr, Ecke Soder= und
Mühlſtraße, die Reproduktion Näheres Karlſtraße 6, part.
Joette, von Hanns Pellar, mit
Unterſchrift des Malers gefunden,
wird höfl. gebeten, dieſ. b. Schwan=
häuſer Luiſenſtr. 34, abzug. *2208 Tüchtige
Wirtsleute
für gut gehende Wirtſchaft zum
1. April geſucht. Angebote unter
Chiffre E 73 an die Exp. (B3162
Schneiderin
langj. Direktrice empfiehlt ſich in
Anfertig, von Kleidern, Bluſen,
Röcken. Auch Aenderungen werd.
tadellos u. prompt gegen mäßig.
Preis gelieſert.
2218
Bismarckſtraße 27, II. 2Gasöfchen u. Gasherd
zu verkaufen Stiftſtr. 21 (2918a Pr. unt. E 51 an die Exp. (*2182 Einige neue, hochabarte
auch einf., ſ. ſchicke Koſt. bill. zu verl.
*2184fg) N.=Ramſtädterſtr. 49, I. asken (Zigeunerin, Hollän=
W derin, Tirolerin, Pierrette) zu Damenmasken zu verl.: Domino
1.50 Mk., Aſierin 5 Mk., Griechin
6M. Alte Niederſtr. 25, Hth. I., I. (3133a Schmetterlings=Koſtüm zu ver=
iniefehle friſch geſchoſſene ſchwere S leihen Nied.=Ramſtädterſtr. 75, im Oſtviertel zu mieten geſ. Of.
üb. Lad. Anzuſ. v. 4 Uhr ab. (*2207 Laskenkoſt. (Italienerin und
Weſpan. Zigeuner) zu verl. od. zu
verk. Gutenbergſtr. 61, III. (*2212 leg. Damenmaskenkostüm
Heidelbergerſtr. 33 part. (*2133fs Damen=Masken, Goldfiſch,
Pierot u. Rokoko zu verl. od.
zu verk. Beſſungerſtr. 74, I., r. (B2617 zu ver-
Hocheleg. Masken leihen
Goldkück., 4 Soubrett., 2 eleg., ſeidne
2 Zigeun., Mohn, Schneeball, Ver=
gißm., 2 Pierretten, Waſſerroſe,
Klee, Winzerin, Baby u. Herzbauer
für Herrn Arheilgerſtr. 4, II. (*1955if Damen= u. Herrenmasken in gr.
— Auswahl zu verleihen. askenkoſtüm teleg, Spanieriw,
Mnur einmal getragen, zu ver=
kaufen oder zu verleihen. (2726a D.=Masten, H.=Domino zu verl.
od. zu verk. Kiesſtr. 32. (3001a eſtern abend zwiſchen 10½, und
G 11 Uhr wurde auf dem Weg
von der Halteſtelle der elektr. Bahn
durch die Roßdörfer= u. Stiftſtr. ein
Fortemonnale
mit Inhalt verloren.
Gegen gute Belohnung abzugeben
Inſelſtraße 32, part:
(3159 Ab. Seſelegschahen
verloren gegangen auf d. Wege
Heidelberger — Herrmann — Wil=
helminen — Sandſtraße. Abzugeb.
Sandſtraße 16, 1. St.
(3176 Läht Geräumiger Laden
mit groß. Schaufenſter in gut. Ge=
ſchäftslage per Juli geſ. Off. mit 4 Zimmer-Wohnung
parterre, zu Geſchäftszwecken im
ſeid. DamenmaskenZentrum der Stadt geſucht. Off.
unt. E 54 an die Exp. (*2193fsg tr. 3 oder 4 Zimmerwohnung
Gin der Nähe Ludwigsplatz per
1. April eventl. früher zu mieten
verl. Grafenſtr 27, III., r. (*2105 geſucht. Offerten unter E 79 an
die Expedition d. Bl.
(*22491 nmöbbl. Zimmer von älterem
Herrn, beſſ. Arbeiter, d. tagsüb.
nicht zu Hauſe iſt, m. Kaffee u. Bed.
u. E 14 a. d. Exp. (*2044mf Eins oder zwei gut möblierte
Zimmer, eventuell mit Penſion,
bei ruhigen Leuten v. Einzelmieter
geſucht. Offerten mit Preis unter
E 28 an die Expedition. (*2112df 3 ſucht für Oſtern Penſ.,
Student m. Familienanſchluß,
in gutem Haufe. Offerten unter
E 61 an die Exvedition. (*2197 Teh An engliſch. Konverſation, von
Engländerin geleitet, können
Chanſonett. Spanier u Spanierin, noch einige Damen oder Herren
aus gebildeten Kreiſen teilnehmen.
Offerten u. E 65 Exped. (*2205fs der erteilt Unterricht in
Ws=
Flöte?
Offerten mit Preis unter E 68
*2164df) Schulſtraße 6, II.an die Exped. ds. Bl. (*2221
Wer übernimmt
fortlaufend englisch-deutsche
Uebersetzungen? Offert. unt.
B 67 an die Exp. ds. Bl. (*2222
wird erteilt in
Bügel=Unterricht ganz. u. halb.
Kurſen Prinz=Chriſtianweg 15;
da=
ſelbſt w. a. Plättw. angen. (*2199fg
Erllaigshnig gesuch
Offerten unter B 45 an die
(3095df
Exp. ds. Bl.
Gachims Gesangschule,
Parcusstr. 9, für Oper, Konzert,
Haus. Vorzügl. Tonbildg. (1069a
Kochschule
Fri. J. Friedrich,
Frankfurter=
ſtraße 74, 1. Stock. Anmeldungen
jederzeit. Penſion.
(1045a
Mer
Ich kaufe u.
Damenklei=
der, Stiefel, Wäſche uſw. Zahle
die höchſt. Preiſe. Poſtkarte genügt.
J. Schnitzer, (2946a
Kleine Ochſengaſſe 13. Laden.
1—3
Erkerscheiben
womöglich mit Rolläden, von
1.,80—2,20 Breite und ähnlicher
Höhe zu kaufen geſucht. (2978mdf
Toni Jeidel
Pfungſtadt, am Rathaus.
Anlkauf
getr. Kleider, Stiefel, Bettfedern,
Zahngeb., alte Brenn=Apparate f.
Brandmalerei, Uniformen, Waffen.
Poſtkarte genügt.
M. Obstfeld, kl. Bachgaſſe 7
Telephon 2085. (3082a
Taufe alte Zahngebisse, p. Zahn 30 Pfg.
R sowie alle Arten altertümliche Möbel,
2935a) G. Best, Ludwigshöhstr. 60, 1. St.
Sch Raue
getrag. Kleider, Schuhe, Wäſche,
Zahngebiſſe, alte Bettfedern.
Poſtkarte genügt. M. Speier,
3169a)
Schloßgaſſe 10.
Klavierſtimmer Emit Schulte
K Kammermuſtker. Herderſtr. 11.
Aufträge auch bei Fräul. Walther,
Wilhelminenſtraße 13. (2862a
zl. Garten i. Beſſung. z. m. geſ. Off.
m. Pr. u. E 78 a. d. Exp. (*2239
Flottgehendes
älter. Geſchäft
der Konſumbranche (
Kolonial=
waren ꝛc.), nachweisbar rentabel,
von tüchtig, erfahr. Kaufmann zu
mieten oder zu kaufen geſucht.
Off. u. E 75 an die Exp. (*2235
Geterht
en ene cte 5 t.
aus guter
Geb. junge Witwe Fam.ſucht
350 Mk. zur Geſchäftsübern. zu
leihen. Rückzahl. n. Uebereink. Off.
unter E 52 an die Exp. (*2179
5000—10 000 Mk.
als 1. Hypothek
per 1. April geſucht, für Villa von
22 000 Mk. Wert. Offerten unter
E 63 an die Ervedition. (*2195
Dur Vergrößerung einer gutgeh.
Fremdenpenſion wird 1000
bis 2000 M. Betriebskapital
geſucht. Evtl. Beteiligung ſehr
er=
wünſcht. Gefl. Offert. unt. E58
an die Erpedition.
(3127
4000 Mk.
Suche 4000 Mark als
II. Hypothek für einen
pünkt=
lichen Zinszahler auf ein
Landhaus gegen 10 Prozent
Nachlaß. Papiere werden als
voll in Zahlung genommen.
Offert. erbeten unter E 16
an die Expedition. (3016a
1 Hypothek
Zu verkaufen: auf Haus in
Darmſtadt mit 350 Mk. gegen
Nachlaß. Offerten unter E 37
an die Expedition ds. Bl. (3071df
Bamkr
gewährt Staats= und ſtädtiſchen
Beamten mit etatmäß Anſtellung
Barichen
zu ſehr coulanten Bedingungen.
Off. u. F. E. K. 660 an Rudolf
Mosse, Frankfurt a. M. (I,2986
Beſtellungen auf die
Wochen=Chronik‟
V
monatlich 20 Pfennia
(einzelne Nummer 10 Pfg.) nehmen unſere Expedition, unſere Trägerinnen, ſowie unſere Agenturen
und ſämtliche Poſtanſtalten entgegen, die letzteren jedoch unter der Bezeichnung Darmſtädter Tagblatt
Ausgabe B. Die Chronik wird 8ſeitig mit reichem Bilderſchmuck in Tiefdruck und in tadelloſer
Ausführung erſcheinen, ſo daß ſie fortlaufend eine Illuſtrierung der hervorragenden Ereigniſſe der letzten Woche
bietet und eine Ergänzung des mehr feuilletoniſtiſch gehaltenen Illuſtrierten Unterhaltungsblattes darſtellt.
(26918
.
[ ← ][ ][ → ] Schanwaren=
Snbentur-Ausverkauf!
Vor Eintreffen der Frühjahrs-Schuhwaren werden die noch
vor-
handenen Restbestände zu nachstehend billigen Preisen ausverkauft.
Herren-
Moderne Boxleder-Schnürstiefel . jetzt
Kalbleder-Zug- und Schnürschuhe . jetzt
Kalbleder-Knopf- und Zugstiefel . jetzt
Eleg. Schnürstiefel, Derby-Lackk., jetzt
Braune Cherreaux-Schnürstiefel . jetzt
Wichsleder Zug- u. Schnürschuhe . jetzt
Plüsch-Pantoffel mit Rahmensohlen, jetzt
Leder-Hausschuhe, 40— 46 . . . jetzt
Kamelhaar-Hausschuhe, imitiert . jetzt
Filz-Hausschuhe, warm gefüttert . jetzt
Wichsl.-Knaben-Schnürstiefel, 36—39, jetzt
Wichsl.-Knaben-Zugstiefel, 36—37, jetzt
Damen-
Echt Chevr.-Schnürstiefel, 36—38 . jetzt 4.75
Chevr.-Knopfstiefel, 36/39, fr. b. 10.-, jetzt 5.50
Chevr.-Schnürstiefel, Lackk., 36—42, jetzt 6.25
Braune Chevreaux-Schnürstiefel . jetzt 7.50
Elegante Halbschuhe mit Lackkapp., jetzt 5.50
Braune Chevreaux-Halbschuhe . . jetzt 7.50
Mod. schwarze u. braune Knopfschuhe jetzt 5.25
Gummi-Ueberschuhe, 36—42 . . jetzt 2.50
Kamelhaar-Schnallenstiefel, 37—42, jetzt 2.65
Filz-Schnallenstiefel, warm gefüttert, jetzt 1.90
Leder-Hausschuhe, warm gefüttert, jetzt 1.85
Eilz-Hausschuhe, warm gefüttert, jetzt O.68
Kinder-
Schwarze Leder-Schnürstiefel, 17—19, jetzt
Schwarze Leder-Knopfstiefel, 17—19, jetzt
Schwarze Leder-Schnürstiefel, 17—22, jetzt
Braune Leder-Schnürstiefel, 17—22, jetzt
Braune Schnürschuhe, 27—30 . . jetzt
Boxleder-Schnürstiefel, 27—30 . . jetzt
Boxleder-Schnürstiefel, 31—35 . . jetzt
Filz-Schnürstiefel, Lederbes., 33—35, jetzt
Filz-Schnallenstiefel, 30—35 . . jetzt
Kamelhaar-Hausschuhe, imit., 30 —35, jetzt
Filz-Hausschuhe, warm gef., 27—30, jetzt
Filz-Hausschuhe, warm gef., 20—26, jetzt
Eleg. Chevr.-Damen-Schnürstiefel Derby-Lackk. 6.75
Moderne Damen-Lack-Schnürschuhe 7.50
Ferner grössere Rest-Posten
Damen-Ballschuhe in schwarz und farbig, vorherrschend kleine Nummern . . . . .
jetzt 1.75
Damen-Halbschuhe nur kleine Nummern, darunter elegante Sachen, früherer Preis bis 12.50
jetzt 4.50
Damen-Kid- und Kalbleder-Knopf- und Schnürstiefel, früherer Preis bis 15.—
jetzt 7.—
Herren-Kalbleder-Zugstiefel, erstklassiges Fabrikat, früherer Preis bis 16.—
jetzt 8.—
Herren-Lackbesatz-Schnür- und Zugstiefel, erstklassiges Fabrikat, 39, 40, 44, 45, 46, früher bis 20.—, jetzt 8₰ —
Herren-Lack-Schnürschuhe in spitzer und halbbreiter Form, früher bis 12.— .
jetzt 3.—
Elegante farbige Herren- u. Damen-Knopfstiefel jetzt zur Hälfte des früheren Preises!
Winter-Schuhwaren, sowie viele Einzelpaare, weit unter Preis!
Keine Auswahlsendungen: Beachten Sie gefl. meine 5 Schaufenster! Verkauf gegen bar!
Spi
r
Warchhaus
Sohd
1 Luisenplatz 1
Telephon 2545
1 Luisenplatz 1.
(3147
Rebrauchte Nähmaſchine wegen
GWegzug für 10 Mk. zu verk.
Fuhrmannſtr. 8, 2. Stock. (*2196
Ein Trauerhut bill. zu verk. Näh.
Gardiſtenſtr. 8 1. St r. (*2181
egenheit!
Hervorragende C
Plamner
Arnold’sches Fabrikat
Preisgekröntes
Ausstellungsinstrument
vornehmes schwarzes
Gehäuse
wenig gespielt, wie neu
zn Mk. 595. unter voller
Garantie.
Pianogrosshandlung
nur Ecke Erbacherstr.
a. d. Schwimmbad.
(1807a)
eberwurst
per Pfund nur
fg.
Mne
Heute größere Sendung
eingetroffen
Wilh. Weher ess
Elisabethenstr. 6, Tel. 700
grosser Laden. (3008mf
Coupé, Landauer,
Victoria, Jagdwagen,
ſilberplatt. Pferdegeschirre
wegen
Automobilanſchaffungpreis=
wert zu verkaufen. (3012mfg
Offerten unter E 19 an die
Expedition.
Günstig
für Brautleute!
1 pol. Wohnz., 1 eiche Schlafzim.
mit 2tür. Spiegelſchr. u. beſt. Inh.,
1 eleg. Küche mit Kunſtvergl, alles
neu, für nur 635 Mk. abzugeben
Lauteſchlägerſtr. 7, 1. St., I. (*2201
Kelche Kohlenhandlung lieſert
W ein.Schneider eine Fuhre Kohle
geg. Lieferung eines Anzugs? Off.
mit Preis u. E 64 Expedit. (*2200
Achtung!
Jedermann iſt erſtaunt über
das weltberühmte
Metallputztuch
Marke
Hasen, auch geteilt
Edel- und Damhirsch-Bratei
im Ausſchnitt per Pfund von 80 Pfg. an
Reh, Wildschwein
„Tempelberg
putzt ſämtliche Metalle ohne jeden
Zuſatz und greift ſelbſt die feinſten
Metalle nicht an.
(*2188
Gold=u. Silberwarengeſchäfte,
Inſtallationsgeſchäfte u. Hotels
erhalten Rabatt.
Alleinverkauf
f. Darmſtadt, Eberſtadt,
Jugen=
heim, Seeheim und Nieder=
Beerbach.
Fritz Hofmann, Schlosserei,
Eberstadt.
Original Dresdener
Götterspeise
Herrl. Nachtiſch à 35 Pf., 3 Pak. 1 M.
Holländ. Kaffee- u. Lebensmittel-Haus,
Obere Rheinſtraße 5. (II,255
Mert & John, Hauulakturwaren. (310a
Faſanen, Rhein=Wildenten
von Mk. 2.00 an.
Haſel=, Birk= und Schneehühnen
Perlhühner.
Heinrich Grimm, Hofliefers
Beneene mnrerch
Trockenspeise Gosenkt. 5. u. . e0
LarSeſbebelehung rlehet
Jabletten. Jegart. Palung f. 3.So2.0
Entfettungs labletten
eetehetengeg ereler erchlen
und iniemandsfiunen Pochung 8. 330
General-Depot für Darmstadt:
Ant. Braunwarth, Reformhaus.
Verlangen Sie Broschüre.
Paskal-Jogurt-Fabrik, München.
Kieimiſt.
1Ladentheke zu verkaufen
Wienerſtr. 52, 2. Stock, links. (*2198
Ludwigshöhſtraße
Entes bramner 13 0
Gzu verkaufen.
Heute
Freitag
Weiblich
Perſekte Buchhalterin, weiche
nin d einf. u. amerik. Buchführung,
Maſchinenſchreib. u. Stenographie,
Rſowie allen anderen Büroarbeiten
Gewandert iſt, ſucht paſſ. Stellung
wper ſofort oder ſpäter. 1a Ref.
au. Zeugniſſe. Offert. unt. E 77
gan die Expedition.
(*2244
Füchtige Schneiderin wünſcht
noch einige Kunden. (*2191
Riedeſelſtr. 42, part. links.
Perf. Schneiderin empf. ſich i. u.
la. d. Hauſe Gartenſtr. 18, III. (2936a
Fem
ſucht Laufdienſt f. mitt.
2 Stund. Frau Poth,
Darmſtraße 3.
(*2215
g. Frau ſucht 2 Std. Laufdienſt.
Wienersſtr. 61, Hth., II. (*2180
Ja. Frau ſucht Laufd., geht auch
halbe Tage putzen.
Beſſunger=
ſtraße 83, Hths. 1. St. rechts. (*2210
Männtie
Talegraphen-Gehlfe
Gbehifenprüſung beſtanden hat,
ſlncht zur weiteren Ausbildung
Anfangsſtellung
begen geringe Vergütung, event.
ziunächſt auch als Volontär.
Gefl. Offerten unter B 44 an
die Exped. erb.
2138imf
(5rfahr. Buchhalter (Invalide,
mit jeder Art Buchführ.
ver=
kuaut, empf. ſich im Beitrag. von
Büchern ꝛc. Offerten zub. E 57
an die Exvedition.
(*2190
Weiblich
Wör ſuchen per 1. März eme
Mtie etiten
ü: Abteilung Strümpfe und
5nandſchuhe.
(3149
Mainzer Warenhaus
bnuggenheim & Marx, Markt 7.
Füür Schweinemetzgerei tüchtige
Ifreundliche Verkäuferin
etucht. Offerten unter B 59 an
ie Expedition ds. Bl. (*2220fs
Stenotypistin
rßte Kraft, bereits auf
Anwalts=
ünro tätig geweſen, zum 1. April
5.: Js., evtl. auch früher, geſucht.
nggebote m. Lebenslauf,
Zeugnis=
dſchriften u. Angabe der
Gehalts=
nſwrüche an
(3131
Rechtsanwälte
prres. Stopp & Schiff,
Wilhelminenstr. 14.
e e e
Nähmaſchinen=Arbeiten
miehrere jüngere Mädchen
zuum ſofortigen Eintritt geſucht.
*2222
tesg Hess, Luisenstr. 6.
ſicht
Einlegerin
geſucht.
LWittich’ſche Hofbuchdruckerei
Rheinſtraße 23. (3171fs
Zu Oſtern findet
Lehrmädchen
aus guter Familie Stellung
Papierhandl. Hch. Elbert, G. m. b. H.,
Ernſt=Ludwigſtr. 9. (3047dfs
aus guter
Lehrmädchen Familie
zu Oſtern geſucht. Eichberg,
Ernſt=Ludwigſtraße 6. (3143
Ein Lehrmädchen
aus guter Familie, gegen ſofortige
Bezahlung ſof. geſucht Neher &
Fohlen, Eliſabethenſtr. 21. (*2236is
14—15f. Mädch. v. L. i. ſ. g. St. geſ.
1 Auch and. Mädch. erh. ſehr g. St.
Trau Susanne Röse, gewerbsmäßige Stel-
Ienvermittlerin, Kiesstr. 35, I. (*2211
f. abends 2 Std. u.
Putzfrau Samstag nachmitt.
zum Laden putzen geſucht. (3144
Ernſt-Ludwigſtr. 6, Laden.
Mauer=
Servierfräulein ſtr. 6. (*5192fs
für 15. Febr. od. 1. März
Suche ein zuverl. Hausmädch.,
nicht unter 20 J., das auch nähen,
bügeln und etwas ſervieren kann.
Offerten erbeten unter E 56
an die Expedition.
(3124fs
für vier
Zuverläſſige Lauffrauu mehr.
Stunden des Tags, ab 1. Februar,
zur Aushilfe geſucht
(*203
Grüner Weg 48, 2. St.
Streng reelles Angebof.
Gelegenheit zur Selbständigmachung!
Angeſehene leiſtungsfähige Firma überträgt einem ſtrebſamen,
arbeitsfreudigen Herrn, gleich welchen Berufs, eine ſelbſtändige
vornehme und sichere Existenz
durch Uebernahme der „Generaf-Vertretung” für
feſt=
begrenzte Bezirke eines konkurrenzloſen Spezialartikels. Zur
Ueber=
nahme dieſer Vertretung ſind ca. 1000 Mk. Kapital erforderlich,
Gefl. Angebote mit genauer Darlegung der Verhältniſſe unter
K. C. 2681 an die Exped.
(13115
Große gut eingeführte Vieh=Verſicherungs=Geſellſchaft,
Pferdeverſicherung, mit billigen feſten Prämien und vorteilhaften
Einrichtungen ſucht gewandten und fleißigen
(III,3061
Generalagenten
Zur Führung des Haushalts b.
ein. alt. Herrn wird eine geſetzte
Perſon, d. bürgerlich kocht, per ſof.
geſ. Näh. Schloß nartenſtr. 41. (*2229
ſowie rührige Platzvertreter mit guten Verbindungen. Hohe
Pro=
viſion. Evtl. Ueberweiſung des vorhandenen Verſicherungsbeſtandes.
Ausführliche Offerten unter D. 838 an Daube & Co., Leipzig.
Für Darmſtadt und Umgebung
wird zur Einrichtung einer Sub=General=Agentur für
erſt=
klaſſige Verſicherungsgeſellſchaft mit allen Branchen eine
tüchtige, tunlichſt erſtklaſſige Kraft geſucht.
Branchen=
kenntnis nicht erforderlich. Vorhanden Organiſation und
Inkaſſo. Die Poſition iſt ſehr leicht ausbaubar, da an allen
Plätzen ſehr gut eingeführt. Nur ſolche Herren, die ſich
Lebensſtellung gründen wollen, wollen ſich melden. Außer
Gehalt und Barproviſion auch Reiſeſpeſen pp. und
Penſions=
berechtigung. Offerten unter F. W. 4038 an Rudoif
Mosse, Wiesbaden.
(I,3117.
bei gut.
Tücht. Alleinmädchen Lohn f
1. Februar oder ſpäter geſucht
*2204)
Grüner Weg 48, II.
treu, ſauber und fleißig, wird für
tagsüber geſucht
(B3161
Fremden-Pension „Haus Holthusen‟.
Orangerie=Allee 10.
Ein beſſeres, nicht zu junges
tücht. u.
Reſtaurationsköchin, ſelbſt.
in ihrem Fach, wird geſucht. Zu
erfr. in der Exp.
(*2227fs
Suche Köchinnen, Haus u.
Kin=
dermädch beſſ. u. einf. Alleinm.,
einfache Stütze, Zimmer=u.
Küchen=
mädch. für ſofort und 1 März für
hier und auswärts. Frau Minna
Dingeldein, gewerbsmäßige
Stellen=
vermittierin, Eliſabethenſtraße 5,
Telephon 531.
(*2243
Junge Lauffrau od. Mädch. für
morgens 3 Std., mittags 1 Std.
geſ. Von 9 Uhr an zu ſprechen
*2337) Pädagogſtraße 2 2 Stock.
Annlich
Strebſ.
gleich weich.
Siung. Mann Standes, d.
mit Privatkundſchaft arbeit. würde,
f. unſ. dortige Niederlage bei feſt.
gut. Wochenverdienſt geſ. Leichte
Arbeit. Ausf. Off. an uchützler &
(13125
Garbe Berlin d. 34.
Angehender Kommis von hieſ.
Kolonialwaren=Engros=Geſchäft
zum baldigen Eintritt. (*2106dfs
gesucht.
Derſelbe muß in dieſer Branche
gelernt haben.
Offert. mit Angabe von
Gehalts=
anſprüchen unter E 27, an die
Exp. ds. Bl. erbeter
zu
verdienen=
in
roſp. frei. Aäresfen-
Verlag Joh. II. Schultz, Cöln 101. (II.2394
Viktoriaſtraße 72, 3
Zimmer=
wohn. p. 1. April zu vm. (2614t
Heinheimerſtr. 71, 2. St., ſchöne
3 Zim.=W. p. 1. April z. v. (*1787sif
Frankfurterſtraße 3, parterre,
3 Zim.=Wohnung
mit elektriſchem Licht und Gas an
ruhige kleine Familie ſofort zu
ver=
mieten. Preis 400 Mk. (3165t
e
42 Eliſabelhenſtraße 42
heller luftig. Raum, zu Werkſtatt,
Verkaufsraum ꝛe. geeignet, per
1. Januar.
(284if
Schuſtraſe 6, 1. Stagr.
ein gut möbl. Wohn= und
Schlafzim. mit elektr. Licht
ſofort zu vermieten. (2857t
Kiesſrr. 47, part., möbl. Zim.
billig zu verm.
(2609a
aller Verufe
Offene Stellen enthält ſtets
die Zeitung Deutſche Vakanzen=
Poſt, Eßlingen 143. (I,1984
geſ. Vergüt. Mk. 300.
Agent H. fürgensen & Co., Zigarr.-
Tirma, Hamburg 22.
(I,1039
Jüngerer
Hausburſche
mit guten Zeugniſſen in dauernde
(3035a
Stellung geſucht.
Fr. Beckenhaub,
11 Wilhelminenſtraße 11.
4060-306b Hain
verdient fleiß. Proviſionsreiſender
in Stadt u. Land. Kein Kanital.
I,28 0) P. Lichtent äler, Berlin O. 27.
Zur Erledigung leichter
Boten=
gänge wünſchen wir per ſofort
männliche
Aushilfe
welche über einige Stunden
vor=
mittags oder nachmittags verfügt.
Alter gleichgiltig.
*2223
Zu melden v. 11—12 u. 3—4 Uhr
bei Weber & Preuss. Stulſtr. 10.
Jung.hausbarsehe
per ſofort geſucht
(3154
Gebr. Unger, Ludwigſtr. 9.
Für Sonntag vorm. jüngeter
Radfahrer gesucht
Hofkonditorei M. Schnitzler,
(*2234fs
Wilhelminenplatz 2.
Jüngerer Hausburſche, der
auch Gäſte bedienen kann, geſucht.
Näh. in der Exped.
*2247
geſucht gegen ſof.
ehrling Vergütg. (3103a
G. Spengler, Ofenſetzer.
Wichtig für Pensionäre
Große Lebensverſicherungs=Geſ.
mit vielen Nebenbranchen hat für
Darmſtadt eine bedeutende
Inkasso-Agentur
zu vergeben. Gefl. Offert. unter
E 74 an die Exp. ds. Bl. (*2225
Wir ſuchen zu Oſtern
mit guter Schulbildung. (3157fg
Paul Wolf& Co., G. m. b. H.,
Rheinſtraße 51.
Adolf Dngeldein, Darmstadt
gewerbsmäßiger Stellenvermittler,
Eliſabethenſtraße 5 — Tel. 531
ſucht und empfiehlt (*2242
männliches u. weibliches Hotel=
und Reſtaurations=Perſonal.
Ecke Soder= und
Joderſtr. 44 Stiftsſtr., ſchöne
greäum. 5 Zimmerwohnung mit
Zubeh. per 1. April, evtl. früher,
zu verm. Näh. part.
(1515t
Schützenſtr. 17, eine Wohnung
v. 4 Zimmer u. Badez. nebſt all.
Bequemlichkeit. im Vorderh. 1. St.,
wegzugsh. p. 1. Mai zu verm.
Ein=
zuſehen morgens von 11—1 Uhr,
mittags von 3—5 Uhr. (2363t
Zu erfragen parterre.
Neckarſtr. 4, Gartenh., part. 1.,
möbl. Zim. zu verm. (2854a
Wilhelmſtr. 51, I. I., fein möbl.
Wohn= u. Schlafzimmer. (2971a
Schön möbl. Zim. m. ſep. Eing.
zu v. Bleichſtr. 45, Lad. (*2029mdf
Heinheimerstr. 22, II., ſch. möbl.
Zim. m. Koſt, p. Woche 12 M. (2972a
Neue Schwanenſtr. 72, II., fein
möbl. Zim. zu verm. (*2100dfs
Karlſtr. 29, II., gut möbl. Zim.
zu vermieten.
(3081a
Kaupſtraße 37, I, gut möbl.
hell. Zimmer mit Schreibtiſch, fr.
Ausſicht nach dem Riegerplatz,
ſofort zu vermieten.
(3099t
Aliceſtraße 6 möbl. Zimmer
für jede Zeitdauer.
(285a
Soderſtr. 44½, 1. St., einfach
möbl. Zimmer zu verm. (3135ms
Tel.
Eliſabethenſtr. 5, II., 531,
ſchön möbliertes Zimmer zu
ver=
mieten, eventuell mit Penſion,
Klavier=Benutzung. (*2202
Gut möbl. Zim.m. g. voll. Penſ.,
100 M. mon., zu vm. Näh. Exp. (3145g
Gartenſtr. 18, III., ſchön möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (19277
Waldſtr. 33, II.., gut möbl. Zim.
m. Bücherſchr. u. Schreibt. (3140a
Waldſtr. 39, Gartenh. I., möbl.
Zimmer ſofort. Pr. 12 Mk. (*2241fsg
Kahlertſtr. 34, 2. St., gut möbl.
(*2230fsgo
Zimmer zu verm.
Pankratiusſtr. 2½, II., ſch.mbl. Z.
m. Schreibt. bill. zu verm. (*2214fso
Ause aut des barühnten
: Wormser Weinmosies :
Kein Trinkzwang. (114
Damenzimmer. n
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4, 1. Stock.
Wer Odol konſequent
lag=
lich anwendet, übt nach unſeren
heutigen Kenntniſſen die denkbar
beſte Zahn= und Mundpflege aus.
Preis: ½ Flaſche (Monate ausreichend)
Mk. 1.50, ½ Flaſche Mk. —.85.
(I,2140
Handel und Verkehr.
* Berlin, 28. Jan. Die Gewinn= und
Ver=
luſtrechnung der Neu=Guinea=Compagnie
weiſt einen Ueberſchuß der Einnahmen über die Ausgaben
von 425 493 Mark auf. Aus dem Reingewinn von 643 303
Mark ſoll in der für den 16. Februar einzuberufenden
Generalverſammlung die Verteilung einer Dividende von
fünf Prozent vorgeſchlagen werden. Außerdem ſoll der
Generalverſammlung der Antrag, der Inhaberin der
Ge=
nußſcheine ein Angebot auf Einlöſung der Genußſcheine
durch Zahlung von einer Mark zu machen, unterbreitet
wer=
den, worüber gleichfalls eine auf den 16. Februar
einzu=
berufende Verſammlung der Genußſcheininhaber zu
be=
ſchließen hat. Danach findet am gleichen Tage eine
außer=
ordentliche Generalverſammlung ſtatt, der der Beſchluß
der Genußſcheininhaber unterbreitet wird. Dieſe
außer=
ordentliche Generalverſammlung ſoll außerdem noch
Be=
ſchluß faſſen über die Gleichſtellung der noch ausſtehenden
47000 Mark Stammaktien mit Vorzugsanteilen und über
die Erhöhung des Grundkapitals von 7,5 Millionen auf
11 Millionen Mark. Die neuen Anteile ſollen einem
Bank=
konſortium zum Parikurſe zuzüglich Speſen mit der
Maß=
gabe überlaſſen werden, daß das Konſortium verpflichtet
ſein ſoll, drei Millionen neue Anteile den alten
Anteils=
inhabern zu einem um zwei Prozent erhöhten Preiſe zum
Bezuge im Verhältnis von 5: 2 anzubieten.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 28. Januar. Auftrieb durch Händler 165
Schweine. Preis (Schlachtgewicht pro 50 Kilogramm)
1. Qual. 71 Mk., 2. Qual. 70 Mk., 3. Qual. 69 Mk.
Markt=
verlauf: Mäßig rege, Ueberſtand. — Schweinemarkt am
29. Januar. Auftrieb durch Händler 186 Schweine. Preis
(Schlachtgewicht pro 50 Kilogramm) 1. Qual. 71 Mk.,
2. Qual. 70 Mk., 3. Qual. 69 Mk. Marktverlauf: Ruhig,
Ueberſtand. — Kälbermarkt am 29. Januar. Auftrieb
durch Händler 176 Kälber. Preis, je nach Qual. (
Lebend=
gewicht pro 50 Kilogramm) 50—62 Mark. Marktverlauf:
Drückend.
— Frankfurt a. M., 29. Jan.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1719 Schweine.
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in
Mark: a) Fettſchweine über 3 Zentner Lebendgewicht 52½
bis 55 (66—68), b) vollfleiſchige Schweine über 2½
Zent=
ner Lebendgewicht 52—54 (65—67), e) vollfleiſchige
Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 52—55 (65—68),
d) vollfleiſchige Schweine bis zu 2 Zentnern Lebendgewicht
52—55 (65—67). Marktverlauf: Geſchäft langſam,
Ueber=
ſtand.
— Frankfurt a. M., 28. Jan. (
Kartoffel=
markt.) Kartoffel en gros 4 Mk., en detail 5—5½ Mk.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Jedermann wird es begreiflich finden, daß die
Reichs=, Staats= und Gemeindebureaus auf Kaiſers und
Großherzogs Geburtstag geſchloſſen bleiben und den
Be=
amten dieſe Feiertage gönnen. Aber man fragt doch von
vielen Seiten erſtannt: Wie kommt es, daß auch das
Städt. Schwimmbad ſchließt, gerade an dieſen
Tagen, an denen die Genannten, ſowie auch alle Lehrer.
Schüler und Studenten frei haben und gerne ein
Reini=
gungs= oder Schwimmbad nähmen, wie auch die
Schwimm=
bad=Abonnenten in ihrem Rechte auf ihr tägliches
Schwimmbad geſchädigt werden? Am letzten
Diens=
tag kamen dieſe und andere Badegäſte ſehr zahlreich an
die verſchloſſene Badehauspforte und gingen mit
ihrem Badezeug ſcheltend und mürriſch wieder heim.
Hier=
durch wird doch nur die Einnahme an zwei der
voraus=
ſichtlich günſtigſten Tagen ohne einen berechtigten Grund
edeutend geſchädigt und die ſtädtiſche Zulage von
jähr=
lich 70—90000 Märk vergrößert. Die Bürgermeiſterei
machte auch bekannt, daß nur die ſtädtiſchen Bureaus
— und dazu gehört doch das Städtiſche Badehaus nicht
— geſchloſſen bleiben! Man gibt ſich daher der Hoffnung
hin, daß die Großh. Bürgermeiſterei aus den genannten
und auch aus hygieniſchen Gründen anordnen wird, daß
dieſer in keiner anderen Stadt vorliegende Mißſtand
be=
ſeitigt wird.
Ein Schwimmbad=Abonnent im Namen Vieler.
Zeitungsberichten zufolge und nach
Erkundigun=
gen auf dem Lande ſinkt das Schweinefleiſch fortgeſetzt im
Preiſe. So beträgt der Preisunterſchied zwiſchen Januar
1913 und Januar 1914 volle 20 Pfg. pro Pfund. Woran
es liegt, daß dieſe Verbilligung nicht auch den
Konſumen=
ten zugute kommt, ſondern einzig und allein den Herren
Großhändlern und Metzgern, dieſe Frage beantwortet uns
vielleicht die löbliche Metzger=Innung, die ja ſonſt bei der
geringſten Preisſteigerung ſo getreulich ihres Amtes
wal=
tet im Diktieren der Preiſe. Wo bleibt da die
ausglei=
chende Gerechtigkeit? In den Städten ringsum hat man
die Fleiſchpreiſe heruntergeſetzt, weshalb in Darmſtadt
nicht?
Erwiderung auf das Eingeſandt in der Nr. 27 vom
27. Januar 1914 dieſes Blattes. Das Unglaubliche es iſt
Ereignis! Aus bürgerlichen Kreiſen erſcheinen Angriffe
gegen die im Kampfe für die bürgerlichen Intereſſen
ſtehenden vereinigten Frauenvereine! Der ſtimmrechtss
feindlichen Hausfrau, die ſich in das Wahllokal in der
Blumenthalſtraße bemüht hat, um die Unfähigkeit der
Stimmrechtsfrauen gelegentlich der
Ortskrankenkaſſen=
wahlen auf ſich wirken zu laſſen, diene folgendes zur
Be=
reicherung ihrer Kenntniſſe: Der Verein für
Frauenſtimm=
recht hat ſich an dieſem Kampfe offiziell überhaupt nicht
beteiligt, da er durch ſeine Satzungen zu
unbeding=
ter Neutralität verpflichtet iſt. Der Verein mußte hier die
Führung den auf nationalem Boden ſtehenden
vereinig=
ten Frauenvereinen überlaſſen, und ſind dieſe, und nicht
die Stimmrechtsfrauen, durch die abfällige Kritik, mit der
die Einſenderin ihr Gemüt erleichtert hat, getroffen. Die
Unterzeichnete fühlt ſich trotzdem verpflichtet, feſtzuſtellen,
daß den Führerinnen der Frauenvereine für ihre
Betä=
tigung das größte Lob gebührt. Trotzdem ſie vor eine
ganz neue Aufgabe geſtellt waren, ſind ſie derſelben
in=
jeder Hinſicht gerecht geworden. Daß ſie dabei aus den
bürgerlichen Frauenkreiſen heraus ſo wenig
Unterſtütz=
ung gefunden haben, gereicht doch nur denjenigen zur
Un=
ehre, die ſie mit erſchreckender Verſtändnisloſigkeit im
Stiche gelaſſen haben. Zur Beruhigung ſei der verehrten
Einſenderin noch mitgeteilt, daß faſt ſämtliche
Führerin=
nen der Frauenvereine, welche hier in Betracht kommen,
keine Anhängerinnen des Frauenſtimmrechts ſind und uns
ſerem Verein nicht als Mitglieder angehören. Doch es
würde zu weit führen, den von keinerlei Sachkenntnis
ge=
trübten Anſichten dieſer für die Rechtloſigkeit der Frauen
ſo ſehr begeiſterten Hausfrau über die Verhältniſſe in der
hieſigen Frauenbewegung weitere Aufklärung zu geben,
Nur noch eins möge ſie ſich geſagt ſein laſſen: Iſt es recht,
nach ſeinen Schweſtern, die die größten Opfer an Zeit
Kraft, Geld und Bequemlichkeit zum Wohle der
Allgemein=
heit gebracht haben und noch bringen, mit Steinen zu
verfen? Warum vertritt die Angreiferin ihre Anſichten
nicht mit ihrer Perſon? In unſeren öffentlichen
Frauen=
verſammlungen iſt ihr reichlich Gelegenheit gegeben. Dont
erwarten wir ſie zu weiterer Auseinanderſetzung.
A. Walz,
Vorſitzende d. Ortsgr. D. für Frauenſtimmrecht=
Literariſches.
— Heſſiſche Chronik. Monatsſchrift für
milien= und Ortsgeſchichte in Heſſen und Heſſen=Naſſau=
Begründet von De. Herm. Bräuning=Oktavio.
Heraus=
gegeben von Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl. Drittert
Jahrgang. Heft 1, Januar 1914, hat folgenden Inhaltu
Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl: Guſtav Baurs
Rele=
gation (1836). Amalie Schädel: Kriegsdrangſale in einen
oberheſſiſchen Pfarrhaus vor hundert Jahren. Profeſſon
K Henkelmann: Profeſſor Dr. Franz Faver Stoll. Marien
Ullrich: Aus dem Leben meines Großvaters Friedr.
Küm=
mell III. Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl: Beiträge zu
einer heſſen=darmſtädtiſchen Lehrermatrikel. VI.
Bücher=
ſchau. — Aus Zeitſchriften. — Austauſch. — Auskünſte.
Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich 1.50 Mk., jährlich
Mk. Preis des Einzelheftes 60 Pfg. Beſtellungen wolle
man richten an den Verlag, den Herausgeber oder an jeder
beſſere Buchhandlung, durch die auch Probehefte erhältlich
ſind.
Spottb. zu verk.: 2 pol. Betten
m. Waſch= u. Nachttiſch, Marm.,
faſt neu, 1 Dienſtbotenbett u. v.
Alte Schwanenſtraße 12. (*2238
Sch. Schreibtiſch f. 15M. zu verk.
Arheilgerſtraße 54.
(*2240
Ven Brot
enthält, im Gegenſatz zu dem
gewöhnlichen Brot, alle
wert=
vollen Beſtandteile der
Korn=
frucht, die durch eine lange
Backzeit zu vollſter
Aus=
nützung erſchloſſen werden.
Voll=Brot
wird von zahlreichen Aerzten
u. Hygienikern gegen
Darm=
trägheit,
Verdauungsſtörun=
gen, Blinddarmentzündung,
Zuckerkrankheit, Fettleibigkeit,
Bleichſucht, Zahnkrankheiten
u. a. empfohlen.
Nachſtehend Auswahl
her=
vorragender Erzeugniſſe,
Ab=
wechslung iſt wichtig, man
ſoll nicht immer dieſelbe Sorte
Brot eſſen.
(2631a
Weſtf. Bauernbrot . 55 Pf.
wie Pumpernickel,
ca. 5 Pfund . . 80 „
Weſtf. Pumpernickel 32 „
Sanitasbrot, Rogg.,
35 und 65
Weizen,
35 und 65
Vollweizenbrot,
hefefrei . 30 und 50 „
Eiſenkraftbrot . . 30 „
Nußſchrotbrot . . 35 „
Bananenbrot. . . 35 „
Früchtebrot . . . 35 „
Delikataß=
Früchte=
brot . . 25 und 50 „
Simonsbrot 30 u. 60
Reformgeſchäft
„Arista‟
Geſundheitliche Nahrungs=
und Genußmittel 2631a
Anton Braunwarth
Feruruf 971.
Ernſt=Ludwigſtraße 3.
nach
Liebig s Fehling
seit 50 Jahren
ärztlich verordnet.
steht chemisch u. fechnisch
an der Spitze aller
Malz-Präparate
Einvorzügl. Nähr-
Pxaparat f. Kinder
und Kranke. Von
icherer Wirkung
beiHusten,
Brust-
katarrh, Influenza
sind an
Wohlge-
schmack und rasck
lösender Wirkung
Die aus diesem
con=
gentrierten Malzextract
hergestellten
ia Apetheten
und Drogerien
Löflunds Bonbons
allen anderen Austenbonbons welteus überlegen.
Stets,, Lötlunds‟
verlangen
Zanr Schhuse
Ieites-Ausverkaufs!
verkaufe ich, um eine radikale Räumung in Winterwaren zu erzielen,
zu und unter Selbstkostenpreis
moderne Herren-Ulster und-Paletots
Serie II
Serie I
Serie III
früher 20—25 ℳ 1 früher 30—40 ℳ 1 früher 45—60 ℳ
jetzt durchweg
jetzt durchweg
jetzt durchweg
Ausverkaufspreis 12ℳ Ausverkaufspreis 23 ℳ Ausverkaufspreis 34ℳ
desgleichen moderne Herren-Anzüge, Bozener Mäntel, Pelerinen,
Joppen, Fantasie-Westen, Hosen
(3170
Knaben-Anzüge, Pijacks, Ulster, Capes, Sweaters und Hosen.
Wiinen Heusfer
Markt 11½
Ecke Marktstr.
Große, ſüße
Orangen
10 Stück 38 Pfg.
U
10 Stück 48 Pfg.
extra große, ſüße
10 Stück 58 Pfg.
große Murcia=
Blut-Orangen
10 Stück 78 Pfg.
„Tomors
allerfeinſte
Mandelmilch=Pflanzen=
Butter=Margarine
per Pfund 85 Pfg.
Friſche
Sied-Eier
10 Stück von 88 Pfg.,
empfiehlt
Darmstädter
Eiergrobhande
Math. Rosenstock
Ludwigſtr. 18, Karlſtr. 10
Kaupſtr. 42, Landwehrſtr.
N.=Ramſtädterſtr. 53.
(3
Heute trifft friſch ein=
Mainzer Roſenkohl billigſt.
Mainzer Karotten
per Pfund 8 P
Mainzer Schwarzwurzel
per Pfund 22 Pf.
Mainzer Sellerie, ſchön, 3
und weiß, im Gemüſeladen
L. Stilling Wwe., Hochſtr.
zuter Mittagstiſch.
(9mt
e5, III.
hrſtra
Mlinghiht
Nieder-Ramstädterstr. 31, I. I. (*2229
Dalol
1221
10
Rheinstrasse 6
Telephon 173
Zu jeder Vorführung war das Theater
vollständig ausverkauft!
er
erochton
2 Int
hat einen derartigen Zuspruch gehabt, dass wir uns veranlasst
sehen, diese Sensation des 20. Jahrhunderts
heute Freitag, den 30. Januar d. J.
bestimmt und unwiderruflich zum letztenmal zur Vorführung zu bringen.
Von morgen ab vollständig neues Programm!
(3177
Saison-Ausverkauf.
Wollene Handschuhe :: :: ::
Wildleder-Handschuhe :: ::
Glacé-Futter-Handschuhe Kabaté
IEinzelne Rest-Paare mit 20% Rabatt.
Emil Daum
Handschuh-Spezial-Geschäft,
Wtttmannstrasse 26, part. (kein Laden). (B3148
., Mitgi. d. deutsch. Schutzverb.
gesist. Eigentum, prüft Erfindg.
sd entr., reell u. sachgem. ff.
Re-
renz. Ausführl. Brosch. kostenl.
alinz. Bahnhofstr. 3. Tol. 175
Lianarienhahne uug zu vertſn.
Bismarckſtr. 28, I., Truffel (16851
Iquartenliebhaber.
Z ria 30 Arten exotiſche u. and.
ſage, weiße Axolotl, Laubfröſche,
Ammander, Schildkröten,
Daph=
hn „ Futter, Glasaquarien
Waſſer=
lamzen. Zrenner, größte
Zier=
handlung, Karlſtr. 18. (213a
Ein überzähl.
E Pferd. Bapp=Wallach,
ſofort zu verkaufen
(*1773sik
Schuknechtſtr. 55, Hof.
Dunge Eogehunher
gute Eierleger, gar. leb. Ankunft,
in gewünſchter Farbe, je 1 Stamm
6 Hühner und 1 Hahn Mk. 15.—
11 Hühner und 1 Hahn Mk. 24.—
17 Hühner und 1 Hahn Mk. 35.—
Dieſelben Stämme in ausgeſuchter
großer Raſſe pro St. 30 Pfg teurer.
M. Müller, Neuberun 44 O -8.) (*2176di
Gauarien=Stamm, (4 Hähne,
K 16 Weibchen), nur I
Preis=
vögel, ſowie einige Zuchtkäfige zuſ.
od. einz. billig abzug. Näh. in der
Exp. d. Bl.
(*2067mdf
Se Sichung 7. Pebrar
Genehmigt im Fürstentum Lippe,
zugel. 1. d. preuß. Prov. Westialen,
Hannoper, Sachsen u. Brandenburg
mit Berün.
Detmolder
Geld-Lotterie
125000 Lose. 3702 Gewinne von M.
129000
Hauptgewinne:
60000
20000 m.
10000 .
bar ohne Abzug zahlbar.
Porto u. Liste
Lose à 3 M. zo Pfg. estra.
Ueberall erhältlich.
H. Moling, Hannover,
und Berien w. 9, Lennstr. 4.
ver
Empfehle: Pfd.
Erſtkl. Schweinefleiſch . . 80 ₰
Fleischw. u. Schwartenmagen . 80 ₰
Leber= u. Blutwurſt . . . 70 ₰
.80 ₰
Ausgel. Schmalz .
H. L. Dieter
Schweinemetzgerel
Mathildenplatz 10 (*2248
fowie Samstag a. d. Wochenmarkt.
Ernst-Ludwio-Heilanstalt
(Dr. Lossen’s Klinik)
Medico-mechanisches Institut
Darmstadt — Steinstrasse 21/23.
Telephon 453.
Schwedische Heilgymnastik, Lichtheilanstalt.
Medizinische Bäder aller Art. Röntgenphotographie (
Jdeal=
apparat), Röntgenbehandlung. Anwendung von Hochfrequenz-
Strömen nach d'Arsonval. Thermopenetrationen.
Neu aufgenommen: Künstllche Höhensonne.
Für auswärtige Patienten stehen Privatkrankenzimmer z. Verfügung.
— Prospekte auf Verlangen. —
Geöffnet von früh 8 Uhr bis abends 8 Uhr. (3145a
Fur Trauer
stets vorrätig
Jackenkleider
Mäntel
Taillenkleider
Blousen
Hüte
Jüpons
Schirme und Handschuhe
(3125
Carl Schürmann & Co.
Elisabethenstrasse und Wilhelminenstrasse Ecke.
mit Schlitten, Gummi=Schuhe werden dauer=
Strickmaſchine gut erhalt., zu haft repariert (*2115dso
k. geſ. Näh. Expedition. (*1953ids
Georgenſtr. 3, parterre.
Kurſe vom 29. Januar 1914.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
Staatspapiere.
dieſche. Reichsſchatzanw. 100,00
, DDeutſche Reichsanl.. 87,60
78,20
do.
pneuß. Schatzanweiſg. 100,00
,1 do. Conſols . . . 87,60
78,30
idv. bo.
B4d. Staatsanleihe . . 97,40
92,40
de.
do.
64 hr. Eiſenbahnanleihe 97,00
85,60
do.
76,00
do.
Han mburger Staatsanl. 97,80
lſſ. Staatsanleihe . . 97,75
I do. (unk. 1918) 97,10
85,00
do.
75,00
do.
77,90
lrüchſiſche Rente .
Waärttemb. (unk. 1921) 98,80
do. p. 1875 93,170
eullgaren-Tabak=Anl. 95,50
Briechen v. 1887
Mstealiener Rente . . . . 101,00
OOeſterr. Silberrente 88,20
hio. Goldrente . . . 89,70
wio. einheitl. Rente . 83,80
Monrtug. unif. Serie I 62,00
do. unif. Serie III 64,10
9,75
Mdo. Spezial .
Mlernänier v. 1903
tav. v. 1890 . . 94,20
tso. v. 1905 . . 85,60
87,75)
Auſſſen v. 1880 .
91,0
be. v. 1902
do. v. 1905 .
98,90
eSchweden .
ibier amort v. 1895 78,60
Münk. Admin. v. 1903 77,00
Mr. uniſiz. v. 1903 1.—
ar. Go drente . . . 85,00
. Staatsrente . . 82,90
Zf.
In Proz
5 Argentinier .
.100,00
do.
82,50
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,60
5 Chineſ. Staatsanleihe.
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 92,00
5 Innere Mexikaner. . . 67,25
3
do.
45,00
4 Gold=Mexikaner v. 1904 69,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 84.90
3½ Buenos Aires Prov. 69½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
.135,20
7 Nordd. Lloyd. . . . . 115,50
6½ Südd. Eiſenb.=Geſell. 122,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5½ Anatol. Eiſenb. 60% „
Einz. Mk. 408 . . 11600
6 Baltimore und Ohio 98,57
7½ Schantungbahn 133,00
8 Luremb. Prince Henri 159,75
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 21½
6 Pennſylvania R. R. . 116,10
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger. . . 67,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 581,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . 265,00
30 Farbwerke Höchſt. . . 631,00
20 Verein chem Fabriken
Mannheim . . . . 348,00
10 Cement Heidelberg. . 149,50
33 Chem. Werke Albert 442,00
12 Holzverkohl.
Kon=
ſtanz . . .
.. 317,10
6 Lahmever . . . . . . . 123,00
Lehte
In dws,
Divid.
8 Schuckert, Nürnberg . . 149,50
12 Siemens & Halske . 216,80
14 Bergmann Electr. . . 127,25
11 Deutſch.Ueberſee Eleetr. 174,80
0 Gummi Peter . . .
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 364,00
9 Maſchinenf. Badenia 132,00
0 Wittener Stahlröhren,
10 Steana Romana Petr. 149,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 226,00
12.83 Bad. Zucker=Wag=
209,30
häuſel . .
0 Neue Boden=A. A.=Geſ. 90,50
0 Südd. Immobilien . 59,20
1 Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 167,75
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 222,40
10 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 135,20
10 Gelfenkirchener . . . . 193,25
11 Harpener . . . . . . . 184,70
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 239,90
3 Oberſchl. Eiſen=Inb.=
Caro .
. 64,50
8 Laurahütte . . . . . . 158,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 149,50
Weſteregeln 191,50
13
5 South Weſt Africa . 120,25
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 84,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 92,10
4 Eliſabethbahn, freie .. 89,40
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 87,00
3 Prag=Duxer . . . . . . 73,00
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 88,25
76,60
do.
3
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,40
4 Oeſt. Südb. (Lomb.). .
Zn Po.
8t.
29/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,50
3 Raab=Oedenburg . . . 77,50
4 Kronprinz Rudolfbahn 86,50
4 Ruſſ. Südweſt . . . . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
do.
86,80
4 Wladichawchas . . . . 87,00
4 Riäſan Koelow . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . . 68,10
do.
4½
24‟ Livorneſer . . . 71,40
3 Salonique=Monaſtir. . 62,50
4 Bagdadbahn . . . . . . 79,40
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,80
4 Miſſouri=Vacific
4 Northern=Pacific . . . 94,60
4 Southern=Pacific . . . 92,40
5 St. Louis und San
Franeiseo . . . . . 101,00
5 Tehuantepec .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 189,00
7½ Beraiſch Märkiſche
Bank.
*146,00
9½ Berlin. Handelsgef. . 1595
6½ Darmſtädter Bank . 119,75
12½, Deutſche Bank. . . 255, 10
6 Deutſche Vereinsbank . 121,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,25
10 Diskonto=Kommandit 193,10
8½ Dresdener Bank . . 154,75
10 Frankf. Hypoth.=B. 214,50
6½ Mitteld. Kreditbank 115,50
7 Nationalb. f. Deutſchl. 118,50
7 Pfälziſche Bank . . . 126,50
6.95 Reichsbank . . . . . 139,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 131,00
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 102,50
7½ Wiener Bankverein . 137,90
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.: Bank
S. 16 u. 17 . . . 94,504
In Pros,
3½ Frankſ. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . 850)
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 23,50
4 Hamb. Hypoth.=Bunk . 95,00
74,00
do.
3
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,30
84,40
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
86.50
S. 12, 13, 16 . .
S. 14, 15, 17, 24/26
36,50
18—23 . . .
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
84,40
S. 1 u. 2, 6—8
S. 3—5
. 84,40
. 84,40
S. 9—11.
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
84,50
do.
31
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917). . 93,80
3½ do. (unk. 1914). . 84,10
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 26,90
do.
86,50
3½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 95,00
3½ do.
95,70
4 Frankfurt. .
96,25
3½ do.
94,30
4 Gießen .
86,50
3½ do.
. 93,80
4 Heidelberg
3½ do.
86,70
4 Karlsruhe .
94,60
3½ do.
85,50
4 Magdeburg
4 Mainz
3½ do.
85,60
4 Mannheim
94,40
3½ do.
85,70
4 München .
96,30
3½ Nauheim
830
4 Nürnberg
95,70
3½ do.
85,00
4 Offenbach .
—
18.
Zu bes.
3½ Offenbach
4 Wiesbaden
95,80
3½ do.
4 Worms
-
3½ do.
-
4 Liſſabonner v. 1888 . 75,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 176,00
3½ Cöln=Mindner . 100 142,00
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madricer . . Fs. 100 77,50
4 Meininger Pr.=Pfand=
143,20
briefe ..
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 179,00
3 Oldenburger:..
2½ Raab=Grazer ſl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
. fl. 7 35,40
Augsburger . .
Braunſchweiger Tlr. 20 206,10
Freiburger .
.Fs. 15
Fs. 45 —
Mailänder .
Fs. 10 —
do.
Meininger .
. fl. 7 34,60
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858 fl. 100 573,00
Ungar. Staats . . fl. 100 442,50
Venediger . . . . Fs. 30 75,00
Türkiſche . . . . Fs. 400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,44
20 Francz=Stücke . .
16,21
Amerikaniſche Noten .
4,19½
Ergliſche Noten . .
20,46
Franzöſiſche Noten .
81,40
Hollär iſche Noten.
169,50
Ktalieniſche Noten . . . . 81,05
Leſterr.=Ungariſche Noten 85,20
Ruſſiſche Roten . . . . . 215,0
Schweizer Noten . . . . . 81,30
Reichsbank=Diskonto . . . 4
Reichsbank=Lomhard Zéſ. 5½%
Ernst-
Ludwigstr. 23
am
Bismarck-
denkmal.
Ab Samstag, den 31. Januar bis Dienstag, den 3. Februar:
Nur 4 Tage!
Erstaufführungsrecht
Nur 4 Tage!
Mit Aufwendung hoher Unkosten ist es mir gelungen, für den Weltschlager:
Der König der Lüfte
Grandioses Schauspiel in 5 Akten
das alleinige Premierenrecht für Darmstadt zu erwerben.
Geradezu verblüffend wirken in diesem Bilde die Feinheit und raffinierte Eleganz in Darstellung und Ausstattung,
und die Neuheit der Idee stempelt dieses Stück zu einer Sehenswürdigkeit, die alles bisher Dagewesene in den
Schatten stellt.
Szenen aus dem grossen Meisterwerk werden jetzt schon in einem Vorfilm zur Vorführung gebracht.
Textbücher über den Film sind jetzt schon für 10 Pfg. an der Kasse zu haben.
(3172
Bruiſche Meiebrnsgeſenſchaft.
Montag, den 2. Februar, abends 8¼ Uhr pünktlich,
im Saale des „Muſik=Vereins”, Steinſtraße 24
Zuſammenkunft der alten und neuen Mitglieder
zwecks Bildung einer
Ortsgruppe Darmſtadt.
Referat des Hrn. Baron de Deufville Franfurt a. M.
über den Stand der Friedensbewegung,
Fort=
ſchritte und Reſultate des internationalen
Schiedsgerichts und über die Beſtrebungen
:: der internationalen Verſtändigung. ::
Freie Ausſprache.
Frauen beſonders willkommen
Eintritt frei für jedermann.
(3115
Ludwigshohe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.—
ſind zu haben im Verkehrsburegu und an der Kaſſe.
(B271
FRANKFURT a. M.
der erste u. größte
Carfe europ. 2
Manegen-
mit gigant.
Lufraum und CIRCU8
gr. Rennbahn.
Das gewaltigste u. vielseifigste Vergnügungs-
Etabl. das je auf dem Continent geschen wurde
Festspiele ab 31. Jan. in der Festhalle.
soo Mitwirkende 3 Kapellen300 Pferde, 250 Menag. Tiere Atraktions-Aummern
pro Vorstellung. Dus größte
Circus-Programm der Welt! 80
In 2 Manegen
d. größt. die im Eireusbetriebe
Gblich, treten u. v. a. auf:
fier und Frau Gireiter farre
Massen-Pferde-Dressuren
zu 2, 4. 6, 8, 10, 12, 15, 18, 2½, 24, 30, 50, 60, 75
Rasse-Pferde auf einmal in d. Manege zu schen.
Ad. Blumenfeldl ſr. Haralls,
dergeheim-
mit mod. Pferdedress.nisvoll. Binghalese
Mile. Madigan, elegante Pferdedresseuse.
50 Towbos, Conbon-Grig-Mmulaten, Reger-ind.
100 Rockpferde,
Wild-West Pratrieoferde etr.
Beduinen und
Araber-
auf ihren Kamelen und Pferden. Kriegsseiele.
Chinesen. Frupoe. Sun-hun-Khang.
Orlando-Karenko Heiter-Fruppe
in ihrem konkurrenzlosen Akrobatik-Reit-Akt.
Tacherkessen Mexikaner
Reiter, Lpubn Hataftzg. Sportspiele, 5 Personen
3 TIGERGRACIEN 3
dje austral. schwarz-weih gefleckt. Akrobatinnen
3 Tucher Jockey-Aht 1 A facher Jorkey-Aif.
der Leonard- Truppe derGeschw Biumenfeld
Gastspiel v. Mons. Houcke
Dirckt. des Nouveau-Cirque in Paris
mit seinen franz. Reitkünstlern.
Herrenin divers.
entebckt. Ohne.
15 zatel Rieitern. ſ30 Poſo zu Pferde
dtoſſtähne Aſro=2 P Jocken u. Reiterin.
15 psten zu Pferde 120 aller Nationen
Ueberfahren ein. iebend. Menschen
v. einem 2400 kl schwer. 70 Ps Auto mit 4.
Insussen in vollster rasend. Fahrt ausgef. von
dem Meger Ar Sob Rochefeller
Kegelpartie zu Pferde
Schulpferd und Ballerine
bſpfeſpunkt menschl. Kraft. Glaciatoren-Spiele
— Planeten-Trio
6 dressierte Kühe 6
Dressiert u. vorgef. v. Mile. vellta del Oro
Gob Armstrong vom Eire. Karnum Balle mit
Seinen phänomen. Atbletensnielen
Dress. Gänscherde d. 1Eine Schaar tolſ. überm.
Lrig.-Gonn Reinsch Elovn, Aug. Soahmach
Im gewaltigen Luftraum
Die Champions d. hoh. Seiles Binder-Familie
Gröht. Damen-buft-Aht Tfik REMEI. S
Mr. Gulfr. S der S. Stade —
Een 2 Albriele
Die Könige der Lüfte
Ml Ei-rure
die besten amerik. Artisten an flieg. Frapezen
Dinbold, d. verwegene Amerikaner m. zein.
aus d. höchsten Höhe d. Circuskuppel auf ein.
Fahrrade ausgeführten Todessprung
Rennen in der großen Bahn 6
ſtom. wagen=Rennen bamen=fündermis=ſeiten
20 Römisches Stehend-Reiter-Kennen.
00
Pennie- und Afen-Hennen ſl Elouns-Rennen
und vieſes undere mehr1 un35
„d. enorm. R
V. N.0.50— 3.-
Trotz Spezen Billige Preise ohne Steuer)
Bilietvorverkauf i. d. Cigarrengesch. G. M. Holz
(II,3116
Emmladung zum Vortrag
(mit Lichtbildern)
des Herrn Oberlentnant a. D. Dr. Schultze von Berlin
über:
„Mit Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg vom
Kongo durch Neu=Kamerun bis zum Tſchadſee‟
am Mittwoch, den 4. Februar 1914, abends
8 Uhr, im Saale des Hotel zur Traube
veranſtaltet von der Abteilung Darmſtadt der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft, unter Anſchluß der Kreisgruppe
Darmſtadt des Deutſchen Flottenvereins.
Eintrittskarten zu 50 Pfg. (Studenten, Schüler und
Schüler=
innen zu 20 Pfg.) ſind in den Buchhandlungen von Bergſtraeßer
und Waitz, ſowie abends an der Kaſſe zu haben. Die Mitglieder obiger
Vereine haben freien Eintritt.
(3168fm
Eichtondervornag
von Pfarrer Deggau=Beedenkirchen
zum Beſten des Diakoniſſenhauſes Eliſabethenſtift über
Eduard von Gebhardt
im „Kaiſerſaale” Montag, den 2. Februar, abends 8 Uhr.
Reſervierte Plätze zu 1 Mk. und unnumerierte Plätze zu 50 Pfg.
ſind an der Pforte des Eliſabethenſtiftes (Erbacherſtr. 25) und abends
an der Kaſſe zu haben.
(3113fgo
scher Deznkstercm Sudost.
Einladung
ichen Hauytversannlung
auf Montag, den 9. Februar, abends ¾/ 9 Uhr
in den Friedrichshof
Ecke Rossdörfer- und Stiftstrasse.
Tagesordnung: 3. Vorstandswahl.
1. Jahresbericht.
2. Rechnungsablage.
4. Wünsche und Anträge.
Anträge sind an den Vorsitzenden B. Finger,
Heinrich-
strasse, zu senden.
(3 29
eeen
Kaneeskenzert
im Hotel „Hess‟.
(2756a
A A A
W
Perkeo-Saal.
Täglich abends 8 Uhr: Grosse humoristische (3030a
Ensemble-Konzerte mit Gesung und Tanzeinlagen
Lachstürme
wird
Enlgelen
Luſtſpiel in 4 Akten
mit
Asta Nielsen
erregen. 3137
Morgen Premiere
im
Reſiden
Theater
Großherz. Hoftheaten
Restaurat. „Zur Reichskrone
Mühlstrasse 5. (*2231fs
Samstag, den 31. Januar
Metzel=
suppe
e! Okr HLUTT3e)va ka
U
di
Hacht
Freitag,
30. Januar
Die Tango-Tanz-Posse
„Nu schlägt’s 13‟
Empfehle in grosser Auswahl
und zu billigen Preisen la
Hafer-
mastgänse, p. Pfund 90 Pfg.,
junge Enten, 3.50—4 Mk., Junge
Hahnen von 1—3 Mk., deutsche
Poularden in felnster Qualität.
Suppen- und Brathühner von
1.50 Mk. an.
(276a
Verkauf Freitags Karlstr. 22,
Hof, Schröder.
in 3 Akten
von Max Walden und
Hugo Busse.
Eine Lachbombe.
Im II. Akt: (3173
der Original-Tango
getanzt v. Resi Krizek und
Heinz Oehlerking
sowie gr. Tango-Finale,
aus-
geführt v. ganzen Personal.
Daſſenſchr., Rohrplattenkoffer,
K Lüſter, 5 u. 3flammig, abzug.
Hinrichſtraße 126.
*2228
Vorverkauf und Preise wie bek.
Aufang 8 Uhr.
friſchen Käsekuches
Heute u. Datscher. Bäckern
Freudenberger Mainzer”
Nachfolg., Bleichſtr. 13. (*228i
Freitag, den 30. Januar 1914.
101. Abonnem.=Vorſtellung. D 29
Rigolet to.
Oper in 4 Akten von J. Verdil
Muſikal. Leiter: P. Ottenheimer
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen:
Herzog von
Man=
tua
Aug. Globerguſ
Rigoletto, ſ.
Hof=
narr
. Guſt.
Kirchben=
a. G.
Gilda, deſſ. Tocht. Olga Kallenſenl
Graf v. Monterone Cl. Kaſſelmamn
a. G.
Graf v. Ceprano Hans Bertram
Die Gräfin, ſeine
Gemahlin .
Clement. Feiſt
Marullo, Kavalier Otto Semper
Borſa, Höfling . Karl Bernhardl
Sparafucile, ein
. L. Schützendom
Bravo
Maddalena, ſeine
. Anna Jacobs
Schweſter .
Giovanna, Gildas
Geſellſchafterin . Lydia Riethof.
Ein Gerichtsdien. Br. Waigandt
Ein Page . . . Hede Schaub
Chöre: Robert Preuß.
Die vorkommenden Tänze, arrang!
von Hedwig Ehrle, werden aus
geführt von den Damen des Corpo
de Ballet.
Krank: Annemarie Liſchke.
Preiſe der Plätze (Gewöhnlt
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihlg
4.20 ℳ, 14.—20. Reihe 3.40
Parterre: 1.—5. Reihe 290
6.—8. Reihe 2.35 ℳ, Proſzeniumös
loge 6.2) ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ5
Balkonloge 5.20 ℳ, 1. Rang 4.70 ℳ
2. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ, 7. Ull
2. Galerie 0.75 ℳ.
Kartenverkauf: an der Tagess
Uhr
ſtellung. (Im Verkehrebüro wes
den auch telephoniſch Kartenbes
ſtellungen entgegengenommen —
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7½ U. Ende gegen 10½ Uhn
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Samstag, 31. Jan. (Kein
Vorſtellung.)
Sonntag, 1. Febr. 102. Ab.=Vſttl
B 25. Neu einſtudiert: „De
Opernball”. Gewöhnl. Preiſes,
Anfang 7 Uhr.
Montag, 2. Febr. Außer Am
24. Volksvorſtellung zu ermäßigte:
Preiſen. „Die ſpaniſche Fliege-
Anfang 7½ Uhr. Vorverkauf bi:
einſchl. Montag, 2. Febr., im Vem
fehrsbüro (Ernſt=Ludwigsplatz.
Verkauf der etwa noch verhand
Karten am Tage der Vorſtellung
auch an der Tageskaſſe im
Hoff=
theater zu den übl. Kaſſeſtunden=
Dienstag, 3. Febr. 103. Ab.=Vſt.
A 27. „Der Feldherrn
hügel.‟ Gewöhnl. Preiſe. Anz
fang 7½ Uhr.