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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Bei der Reichstagserſatzwahl im Wahlkreis
Oppeln 9 wurde Nathan (Zentr.) gewählt.
Im preußiſchen Herrenhauſe hielt
Miniſterprä=
fſident von Bethmann Hollweg geſtern eine
große Rede über die Stellung Preußens im
Deutſchen Reiche.
In dem Prozeß gegen den Oberſten v. Reuter
wurden Oberſt v. Reuter und Leutnant Schad von
Strafe und Koſten freigeſprochen.
In dem Prozeß gegen den Leutnant v. Forſtner
vor dem Oberkriegsgericht in Straßburg
wurde Leutnant v. Forſtner freigeſprochen.
Der Neckar führt Hochwaſſer und iſt an vielen
Orten über ſeine Ufer getreten.
Der Eiſenbahnerausſtand in Südafrika hat
einen größeren Umfang angenommen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 9.
Politiſche Wochenſchau.
** Die Urteilsverkündigung im Prozeß gegen den
Oberſt von Reuter iſt mit großer Befriedigung zur
Kenntnis genommen worden, nachdem es ſich im Verlaufe
des Prozeſſes gezeigt hatte, daß die Zivilbehörde und die
Polizei in Zabern gänzlich unzulänglich geweſen ſind
und den Offizieren gegenüber teilweife ſogar eine paſſive
Reſiſtenz an den Tag gelegt haben. Auch unter
Berück=
ſichtigung aller Umſtände bleiben gegenüber den Offizieren
begangene grobe Ausſchreitungen übrig, die ſich kein
Bürgersmann, noch dazu wiederholt, ruhig gefallen läßt.
Die Bevölkerung von Zabern aber, anſtatt von ſich aus
die lärmenden Kinder und Halbwüchſigen zur Ruhe
an=
zuhalten oder von der Straße zu entfernen, hat ſich
durch den Zaberner Anzeiger in eine Stimmung
hinein=
hetzen laſſen, die immer neue Straßenſzenen von der
leich=
tten Seite nahm. Auch die Feuerwehr, zur Beſeitigung
idieſer Szenen aufgeboten, hat die kalten Waſſerſtrahlen
mnicht gegen die Lärmmacher, ſondern in die Luft gerichtet.
Die Polizeibehörde aber iſt zu durchgreiſenden
Maſnah=
men nicht geſchritten; ſie zog zwar Gendarmen zuſammen,
uunterſtellte ſie jedoch dem Beſehl eines alzu duldſamen,
alten Polizeiwachtmeiſters; ſie veröffentlichte zwar
Auf=
ruſe an die Bevölkerung, warnte aber darin vor
Be=
läſtigungen der Offiziere erſt auf ausdrückliches Verlangen
des Oberſten von Reuter; und obwohl die Wiederholung
der Straßenaufläufe die Unzulänglichkeit des polizeilichen
Einſchreitens dartat, mochte ſie, trotz eines
entgegengeſetz=
ken Wunſches aus der Mitte der Gendarmen, militäriſche
Hilfe nicht nachſuchen. Den Gipfelpunkt der Läſſigkeit der
Zivilbehörden bezeichnete das Verhalten, das
Kreisdirek=
kor Mahl beim Feſtſchmauſe beobachtete, als ihm
tele=
ſphoniſch der Ausbruch von Aufruhr in Zabern gemeldet
ſwird: auf die Weiſung des Unterſtaatsſekretärs Mandel
bleibt er an der Tafel und läßt wie ſein Vorgeſetzter
Auf=
ruhr — Aufruhr ſein. Nachdem in den radikalen
Blät=
hern, ohne daß man das Urteil abgewartet hat, gegen das
Militär ſo ſchwere Vorwürfe erhoben worden ſind. iſt
beſtimmt zu erwarten, daß jetzt auch das Verhalten
der Zivilbehörden von ihnen verurteilt werden wird,
oder man könnte ſie nicht mehr ernſt nehmen. Vielfach iſt
in den Blätern die Anfcht zum Ausdruck gekommen,
daß an die Spitze der Verwaltung der Reichslande eine
andere Perſönlichkeit gehöre, die energiſcher für die
deut=
ſchen Intereſſen eintrete und ſich von franzoſenfreundlichen
femininen ſowie anderen Einflüſſen freimache, eine
An=
ſicht, die ſchon lange vor der Zabern=Affäre ausgeſprochen
worden iſt, als man erfuhr, daß der gefährlichſte
deutſch=
feindliche Agitator in dem Palais des Statthalters
Sym=
pathien genießt. Das darf nicht ſein.
Mit der Eröffnung des preußiſchen
Land=
tages hat der Hauptabſchnitt der parlamentariſchen
Jahreszeit begonnen Inmitten unerfreulicher
Vorkomm=
niſſe der jüngſten Vergangenheit bildet die vortreffliche
Finanzlage Preußens, von deren Erörterung die
Ver=
handlungen des Abgeordnetenhauſes ausgehen, einen
willommenen Lichblick. Der führende Bundesſtat
er=
freut ſich im Gegenſatze zu manchem anderen einer ſo
ſtar=
ken finanziellen Grundlage, daß ſie allein ausreicht, die
ausländiſche Afterkritik des deutſchen Finanzweſens zu
widerlegen Selbſt der größte Arbeitgeber der Welt, kann
Aber preußiſche Staat trotz der Abſchwächung der
wirt=
ſchaftlichen Lage reiche Mittel zur Belebung des Arbeits=
Amarktes bereitſtellen, ohne daß hierdurch das Gleichgewicht
Azwiſchen Einnahmen und Ausgaben geſtört würde. Den
ausländiſchen Spekulanten auf die wirtſchaftliche Schwäche
Wdeutſchlands kann neben der Leiſtung des Wehrbeitrages
Wfür das Reich die preußiſche Finanzkraft, die jetzt faſt mit
Aeinem 5=Milliarden=Etat rechnet, nicht dringend genug zum
Studium empfohlen werden. Unter den Geſetzentwürfen.
Adie die preußiſche Thronrede ankündigte iſt eine Anzahl
von hervorragender polit ſcher Bedentung. Die Reform
er Landesverwaltung greiſt tief in feſtgewurzelte
Ord=
ungen ein; auf ſozialem Gebiet bedeutet das
Wohnungs=
leſetz einen großen Fortſchritt, während das
Grundtei=
lſungsgeſetz außer ſeiner Wichtigkeit für die innere Kolo=
niſation durch den Zuſammenhang mit dem
Anſiedelungs=
werk, in der Oſtmark gleichzeitig eine nationale
Lebens=
frage berührt. Aber ſo wenig die Tragweite dieſer
Vor=
lagen unterſchätzt werden darf: ſie können doch nicht
ver=
geſſen machen, daß von einer zeitgemäßen Fortbildung
des preußiſchen Wahlrechts keine Rede iſt.
Mit dem Hinweiſe auf die Sicherung des Weltfriedens
wurde in der preußiſchen Thronrede auch die auswärtige
Politik geſtreift. Das geſchah in einem Augenblick, wo
aufſehenerregende Vorgänge in Albanien als
uner=
wartete Belaſtung der Lage am Balkan aufgefaßt werden
mußten. Zur Stunde ſind jene Vorgänge noch nicht
voll=
kommen aufgeklärt. Man weiß nur, daß türkiſche
Sol=
daten in Valona gelandet werden ſollten, aber dank dem
energiſchen Eingreifen der neuen albaniſchen Gendarmerie
damit keinen Erfolg haten. Ob hinter dieſem türkiſchen
Putſch der bisherige türkiſche Kriegsminiſter Izzet
Paſcha oder ſungtürtiſcher Tatendrang oder gar die
fürliſche Regierung ſteckt, bedarf noch der Auftlärung.
Selbſtverſtändlich bedeutet dieſer Zwiſchenfall für die
kom=
mende Regierung des Prinzen von Wied inſoſern eine
Unannehmlichkeit, als er in Verbindung mit Zettelungen
albaniſcher Mohammedaner zeigt, daß die
mohammedani=
ſche Bevölkerung Albaniens ihre Sympathien nicht
unge=
teilt dem Prinzen von Wied entgegenbringt. Ein gutes
Zeichen für die innere Kräftigung des jungen albaniſchen
Staatsweſens iſt die durchgreifende Wirkſamkeit ſeiner von
holländiſchen Offizieren eingerichteten Gendarmerie und
das Zuſammenarbeiten der proviſoriſchen Regierung mit
dieſer Gendarmerie.
Hoffentlich trägt eine nahe Löſung der Inſelfrage
dazu bei, dem Prinzen von Wied die baldige Uebernahme
der Herrſchaft über Albanien dadurch zu erleichtern, daß
ſie griechiſchen Widerſtand jeder Art in Südalbanien
be=
ſeitigt. Anſcheinend haben ſich auch die Mächte des
Drei=
bundes dafür entſchieden, Griechenlands Wünſche in der
Inſelfrage in weitgehendem Maße zu erfüllen. Wie dieſe
Regelung das türkiſch=griechiſche Verhältnis beeinfluſſen
wird, iſt gegenwärtig nicht mit Sicherheit erkennbar. Der
Ankauf eines braſilianiſchen Dreadnoughts durch die
Türkei bezeugt ihr Trachten, gegenüber Griechenland
das Uebergewicht auf der See zu erlangen. Wird nun
auch der türkiſche Dreadnonght erſt im Juni Dienſt iun
können, ſo iſt doch eine kritiſche Zufpitzung des
türkiſch=
griechiſchen Inſel=Konfliktes darum nicht ausgeſchloſſen,
weil der unberechenbare Enver Paſcha infolge ſeiner
Ernennung zum Kriegsminiſter am Goldenen Horn die
einſlußreichſte Perſon geworden iſt. Enver Paſcha hat
ſeine Tätigkeit mit der Abſägung einer großen Zahl alter
Generale und Oberſten begonnen, auch unter den türkiſchen
Militärattachés Veränderungen vorgenommen, die
Abbe=
rufung des Berliner Botſchafters bewirkt und ſich ſelbſt
zum Chef des Generalſtabes gemacht. Es iſt zu wünſchen,
daß dieſes radikale Vorgehen einer durchgreifenden
Heeresreform nützt, ohne türkiſche Militärkreiſe gegen den
neuen Mann in einer Weiſe aufzubringen, die innere
Schwierigkeiten hervoruſt.
Preußen und das Reich.
*⁎* Der Antrag des Grafen York von
Wartenburg im preußiſchen Herrenhauſe,
die Regierung möge die Stellung Preußens im
Reiche gehörig wahren, iſt von der Beſorgnis
diktiert, der maßgebende Einfluß des führenden Staats
könne durch die Reichsgeſetzgebung geſchwächt werden.
Aehnliche Anträge ſind auch ſchon früher, namentlich im
Abgeordnetenhauſe, von der Rechten eingebracht worden,
wobei freilich wohl weniger die Sorge um die Stellung
Preußens als die Furcht, der Einfluß der in Preußen
am Ruder befindlichen konſervativen Partei könne durch
Akte der Reichsgeſetzgebung Abbruch erleiden, die
Trieb=
feder war. Man wird ſich erinnern, daß die konſervative
Mehrheit des Abgeordnetenhauſes in der Gewährung
von Diäten an die Reichstagsmitglieder und in der
Zu=
ſtimmung Preußens im Bundesrate zum Diätengeſetze
eine Gefährdung der preußiſchen Intereſſen erblickte und
dies durch einen entſprechenden Antrag zum Ausdruck
brachte. Weniger weit zurück liegt das Vorgehen der
preußiſchen Konſervativen gegen die Haltung der
Regie=
rung in der elſaß=lothringiſchen Verfaſſungsfrage, und es
war Herr von Heydebrand, welcher im März 1911 im
Ab=
geordnetenhauſe der Regierung vorwarf, durch ihre
Nach=
giebigkeit gegenüber den Verfaſſungswünſchen der Elſaß=
Lothringer, insbeſondere in der Frage der
Bundesrats=
ſtimmen, die Stellung Preußens preisgegeben zu haben.
Dabei betonte er, das Reich verdanke ſeine Macht allein
Preußen, deſſen Einfluß ſchon bei der Gründung des
Reiches auf ein alleräußerſtes Mindeſtmaß zugeſchnitten
worden ſei.
In jüngſter Zeit ſind es hauptſächlich Finanzfragen
geweſen, deren Bewilligung durch Preußen im
Bundes=
rate den Unwillen der Konſervativen erregt hat, und
ſolche Reichsſteuerfragen hat wohl auch Graf York von
Wartenburg bei ſeinem Antrage hauptſächlich im Auge.
Herr von Bethmann Hollweg ſagte einmal, man dürfe,
ſelbſt wenn Preußen zugunſten des Reiches ein Opfer
bringe, dieſes nicht gleichſtellen mit einer Gefährdung der
ſtaatlichen Intereſſen Preußens. Dieſes könne ſeine
Stellung im Reiche nur wahren, wenn es bereit ſei, Opfer
zu bringen, falls es das Wohl des Reiches fordere, und
es könne keine kleinlich beſchränkte Politik treiben, habe
es doch im Grunde genommen bei der Aufrichtung des
Reiches die geringſten Opfer gebracht. Und dieſe
Auf=
faſſung iſt richtig, denn in Preußen iſt die ganze
Macht=
fülle des Reiches vereinigt worden, und wenn der König
von Preußen als ſolcher auf eine Reihe von Rechten und
Prärogativen verzichtete, ſo hat er dieſe als deutſcher
Kaiſer wieder erhalten, wogegen die übrigen
Bundes=
ſtaaten viele Rechte tatſächlich eingebüßt haben, als ſie
dieſe an das Reich abtraten. Unter dieſen Umſtänden iſt
es die Pflicht der Präſidialmacht, in geeigneten Fällen
Selbſtverleugnung zu üben, und wir wollen gern
aner=
kennen, daß das auch geſchehen iſt, wo es das Wohl des
Reiches erforderte und vitale preußiſche Intereſſen nicht
verletzt wurden. Daß letztere im Reiche vorangeſtellt
worden ſind und die Bundesſtaaten ſich mehr oder
we=
niger widerſtrebend den Wünſchen der Präſidialmacht
gefügt haben, iſt auch vorgekommen, wobei wir nur
an die Schiffahrtsabgaben zu erinnern brauchen, an denen
kaum ein anderer deutſcher Staat ein Intereſſe hatte als
allein Preußen bezw. deſſen Agrarier.
Wir meinen, auch ohne ſolche Anregungen im
Parla=
mente, ſorgt die preußiſche Regierung ſchon dafür, daß
ihrer Stellung im Reiche kein Abbruch geſchieht und die
Sonderintereſſen Preußens gewahrt werden.
Die Voſſiſche Zeitung bemerkt zu dem Antrag des
Grafen York von Wartenburg: Der Antrag, der einen
Vorſtoß des Herrenhauſes gegen den Reichstag darſtelle,
werde ſicher angenommen. Bemerkenswert wird aber
ſein, wie der Reichstag im Herrenhauſe gegen Angriffe
ver=
teidigt werden wird. Das Erſcheinen des Kanzlers wird
erwartet. Von den 19 Antragſtellern hätten nicht weniger
als zehn Grafen unterzeichnet. Nicht der Juſtizminiſter,
ſondern der General z. D. v. Beſeler gehöre übrigens
zu den Antragsunterzeichnern.
Die Stellung des Zentrums
zur Labernatäre.
* In einem die Mißtrauenskundgebung
des Reichstages nochmals verteidigenden Artikel der
Kölniſchen Volkszeitung leſen wir das Eingeſtändnis, daß
der Fall Zabern durch das Verſagen der
Zivil=
verwaltung ſo bösartig geworden iſt:
Das ganze deutſche Volk mit Ausnahme der
revolu=
tionären Sozialdemokratie erkennt an ſich die
Vorzüglich=
keit unſeres Heeres, ſeiner Leitung und ſeiner Offiziere
mit Freude und Stolz an. Aber was ſich in Zabern
ab=
ſpielte, richtete ſich auch gar nicht gegen das Heer. Es
richtete ſich auch in der Hauptſache gar nicht gegen
den armen Leutnant von Forſtner, der eine
Un=
geſchicklichteit und Taktloſigkeit ſeiner Jugendzeit ſo
außerordentlich ſchwer büßen muß. Sie richtet ſich
auch nicht einmal in erſter Linie gegen den
Oberſt v. Reuter obwohl dieſer mit zweifellos etwas
übertriebener militäriſcher Strammheit vorgegangen iſt.
Oberſt v. Reuter iſt auf ſeinen Poſten geſetzt, weil er en
ltworagender Soldat und Regimentskommandeur iſt.
Kann man aber von einem ausgezeichneten Offizier
im=
mer und ohne weiteres verlangen daß er auch in einer
ſo außerordentlich heiklen politiſchen Situation, wie ſie
ſich in Zabern ſehr raſch entwickelte, ſofort das Richtige
trifft? Das wäre zu viel verlang! Das Beurteilen
einer politiſchen Situation und das raſche und
ent=
ſchloſſene Finden der notwendigen Maßregeln erfordert
eine ganz andere Begabung und eine ganz anders
ge=
artete Vorbildung, als ſie für einen tüchtigen Offizier
notwendig iſt. Was in Zabern zu einer verhängnisvollen
Zuſpitzung der Situation geführt hat, iſt weit mehr das
vellige Verſagen der Zivilverwaltung. Für die richtige
Beurteilung einer politiſchen Situation iſt in erſter Linie
die Zivilverwaltung da, und von dieſer hätten die
not=
wendigen raſchen Maßregeln ausgehen müſſen Man weiß
nicht, ob die Zivilverwaltung die Situation ſofort richtig
erkannt und das Nötige angeſtrebt hat. Darüber iſt
lei=
der bisher ſehr wenig bekannt geworden. Hat ſie es
ge=
ſan ſo lan der Teller ohen, mas übrigens auch ſchon reich,
lick hervorgehoben worden iſt, an dem mangelhaften
Zu=
ſammenarbei en der Zivil= mit der Mlitarverwaltunn.
Das iſt im Falle Zabern der ſpringende Punkt und für
dieſe Mängel iſt der Reichskanzler verantwortlich. Gegen
dieſe Mängel richtete ſich das Votum des Reichstages,
der dieſerhalb formell dem Reichskanzler ein
Mißtrauens=
votum gegeben hat. Dieſes Mißtrauensvotum richtet ſich
aber, wie auch noch einmal betont ſein möge, nicht gegen
die Geſamthaltung des Reichskanzlers, ſondern lediglich
gegen ſeine Haltung im Falle Zabern, mit anderen
Wor=
ten dagegen, daß es ihm oder, beſſer geſagt, den
Or=
ganen, für die er verantwortlich iſt, nicht gelungen iſt,
rechtzeitig durch gemeinſchaftliches und beſonnenes
Hand=
inhandarbeiten von Zivil und Militär in Zabern
nor=
male Zuſtände herzuſtellen.
Seite 2.
Darmſtädter Tagbkatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Nummer 11.
Deutſches Reich.
— Der Arbeitsplan des Reichstags. Der
Seniorenkonvent des Reichstags iſt zum 15. Januar
ein=
berufen worden, um über die Geſchäftslage des
Reichs=
tags Vorſchläge zu machen. Der Seniorenkonvent will,
wie im Vorjahre, für die geſamte zweite Etatsleſung
einen beſtimmten Plan aufſtellen und darüber Beſchluß
faſſen, welche Tage bis zum 1. März ſitzungsfrei bleiben
ſollen. Der Arbeitsplan für den Etat ſoll ſo aufgeſtellt
werden, daß eine rechtzeitige Verabſchiedung des Etats
bis zum 1. April ermöglicht wird. Die
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstags beginnt die Etatsleſung am 14.
Ja=
nuar. Die zweite Leſung des Etats ſoll im Plenum des
Reichstags am Montag, den 19. Januar, ihren Anfang
nehmen.
— Reichstagserſatzwahl. Bei der
Reichs=
tagserſatzwahl im Wahlkreiſe Oppeln 9 erhielten von
ins=
geſamt 7955 abgegebenen Stimmen Pfarrer Nathan=
Bra=
nitz (Zentr.) 7591, Landrat Ißmer=Leobſchütz (Reichspt.)
180, Verbandsſekretär Dr. Fleiſcher=Berlin (Parteiſtellung
unbekannt) 46, Gewerkſchaftsſekretär Trappe=Beuthen
(Soz.) 33, der Bauerngutsbeſitzer Staſſig=Poesnitz (Zentr.)
27 Stimmen. Zerſplittert waren 78 Stimmen. Nathan
(Zentr.) iſt ſomit gewählt. Der Wahlkreis war durch
den Tod des Abg. Kloſe (Zentr.) frei geworden. Dieſer
wurde in der Hauptwahl 1912 mit 8663 Stimmen gewählt.
— Zabern. Es beſtätigt ſich, daß wegen der vom
Oberſten v. Reuter erwähnten angeblichen
Unregelmäßig=
keiten in bezug auf die Briefbeſtellung in Zabern eine
Unterſuchung bei der Oberpoſtdirektion Straßburg
ſchwebt, über deren Ergebnis an amtlicher Stelle noch
nichts vorliegt.
— Die Friſt zur Abgabe der
Vermögens=
erklärung. Auf zahlreiche Anfragen teilt der Hanſa=
Bund in der Angelegenheit der Verlängerung der Friſt
zur Abgabe der Vermögenserklärung für den
Wehrbei=
trag, wie ſie von weiten Kreiſen der gewerblichen Stände
gewünſcht wird, mit, daß in kürzeſter Zeit eine
Entſchei=
dung zu erwarten ſei. Der Bundesrat werde ſich in
die=
ſen Tagen mit der Angelegenheit beſchäftigen. Dazu ſei
bemerkt, daß nach den Ausführungsbeſtimmungen des
Bundesrats zum Wehrbeitragsgeſetz für gewiſſe Betriebe
ſchon jetzt nach näheren Beſtimmungen der oberſten
Lan=
desſinanzbehörden die Friſt zur Abgabe der
Vermögens=
erklärung bis zum 15. April 1914 verlängert werden kann.
Die Stärke der Fraktionen des
preußiſchen Abgeordnetenhauſes. Nach dem
neueſten Fraktionsverzeichnis des Abgeordnetenhauſes
ſind alle Mandate beſetzt, nachdem im zweiten
Halb=
jahre 1913 fünf Erſatzwahlen ſtattgefunden haben. Die
Stärke der Fraktionen iſt folgende: 148 Konſervative,
52 Freikonſervative, 73 Nationalliberale, 40 Mitglieder
der Fortſchrittlichen Volkspartei, 103 Mitglieder des
Zen=
krums, 12 Polen, 10 Sozialdemokraten, 2 Dänen und
3 Fraktionsloſe.
— Anträge im preußiſchen
Abgeord=
netenhauſe. Die Freikonſervativen haben im
preu=
ßiſchen Abgeordnetenhauſe eine Interpellation wegen
Ab=
hilfe der bei der Dienſtbotenverſicherung in
Ortskranken=
kaſſen hervortretenden Mißſtände eingebracht. Ferner
ſtellen ſie die Anfrage, was die Regierung zu tun gedenke,
um angeſichts der Unmöglichkeit und Schädlichkeit der
ſtaatlichen Arbeitsloſenverſicherung durch Verhütung des
übermäßigen Zuzugs zu den Großſtädten und
großſtadt=
ähnlichen Wohnplätzen, eine der Haupturſachen der
perio=
diſchen großen Arbeitsloſigkeit, zu beheben. Die
Freikon=
ſervativen beantragen außerdem, die Regierung zu
er=
ſuchen, im Bundesrat für reichsgeſetzlichen wirkſamen
Schutz der Arbeitswilligen einzutreten. Freikonſervative
Anträge fordern dann auch die Bekämpfung des
Bau=
ſchwindels und Erhebung über den Aufkauf bäuerlichen
Grundbeſitzes. Die Fortſchrittliche Volkspartei hat ihren
Wahlrechtsantrag wieder eingebracht und abermals einen
Eventualantrag auf geheime und direkte Wahl. Ein
wei=
terer Antrag von dieſer Seite fordert einen Geſetzentwurf,
durch den beſtimmt wird, daß die Kinder der Diſſidenten
nicht zum Beſuche des Religionsunterrichts gezwungen
werden dürfen. Ferner wird die Regierung aufgefordert,
einen Geſetzentwurf vorzulegen, durch den in ganz
Preu=
ßen den wirtſchaftlich ſelbſtändigen Frauen das aktive
Kommunalwahlrecht verliehen werden ſoll.
Der Entwurf eines preußiſchen
Wertzuwachsſteuergeſetzes iſt in Vorvereitung,
und es kann damit gerechnet werden, daß dementſprechend
die Vorlage dem Landtage noch in dieſer Seſſion zugehen
wird. Das Geſetz iſt eine Folge der Beſtimmungen des
Reichsgeſetzes über die Aenderung im Finanzweſen vom
3. Juli 1913.
Ausland.
England.
Unſtimmigkeiten im Kabinett. Im Schoße
des Kabinetts iſt es zu ernſten Unſtimmigkeiten zwiſchen
dem Schatzſekretär Lloyd George und dem
Marine=
miniſter Winſton Churchill gekommen. Lloyd George hat
mit dem Abrüſtungsvorſchlag Churchills höchſtes
Miß=
fallen erregt. Im Intereſſe der Landesverteidigung
glaubt Churchill bei der gegenwärtigen Lage einer
Ein=
ſchränkung der Rüſtungen nicht zuſtimmen zu können. Aus
dieſem Streit haben ſich ſo ernſte Differenzen ergeben,
daß man in Londoner politiſchen Kreiſen ſchon von einer
Kabinettskriſe ſpricht. Im Zuſammenhange damit meint
man in London, daß die Reiſe des Miniſterpräſidenten
Asquith nach Paris einen doppelten Grund hat. Einmal
ſoll Asquith die Pariſer offiziellen Kreiſe über die
Ab=
rüſtungsvorſchläge Lloyd Georges beruhigen, und dann
ſoll er durch ſeine Abweſenheit den beiden uneinigen
Ka=
binettsmitgliedern Gelegenheit geben, die Differenzen
güt=
lich beizulegen.
Bulgarien.
Der bulgariſche Synod hat eine Enzyklika
gegen den Uebertritt zum Unitiatentum (Anſchluß an
Rom) herausgegeben, die in politiſchen Kreiſen tiefen
Ein=
druck gemacht hat. Die bulgariſche Regierung iſt an der
Abfaſſung der Enzyklika nicht beteiligt, teilt aber deren
Befürchtungen, betr. Schädigung der bulgariſchen Kirche.
Türkei.
Kabinettswechſel? Diplomatiſche Kreiſe
hal=
ten einen Großweſirswechſel für nahe bevorſtehend, da
die Verhältniſſe auf eine baldige völlige Umbildung des
Kabinetts drängen. Angeblich haben jetzt der Miniſter
des Innern Talaat Bey und der Miniſter Halil die
mei=
ſten Ausſichten.
Chinz.
Aenderung der Verfaſſung. Der
Re=
gierungsverwaltungsrat hat ſich dahin ausgeſprochen, daß
das Parlament wegen der Mißerfolge zeitweilig zu
funk=
tionieren aufhören müſſe. Gleichzeitig ſolle eine
beſon=
dere Kommiſſion errichtet werden zwecks Abänderung der
ausgearbeiteten, aber den Verhältniſſen nicht angepaßten
Konſtitution.
* Gefängnisſtrafe für Offiziere. Wir
leſen in der Köln Ztg.: Im Anſchluß an die Zaberner
Prozeſſe hört man immer wieder die Auf aſſung, daß mit
einer Gefängnisſtrafe Dienſtentlaſſung des Offiziers
ver=
bunden ſei. Das iſt irrig. Die Dienſtentlaſſung muß im
Urteil ausdrücklich neben der Gefängnisſtrafe
ausgeſpro=
chen werden, iſt aber niemals eine ſelbſtverſtändliche
Folge einer Gefängnisſtrafe. Die zu einer
Gefängnis=
ſtrafe verurteilten Offiziere, Sanitätsoffiziere und
Mili=
tärbeamte verbüßen jede Gefängnisſtrafe in einer
Feſtungsgefangenenanſtalt, wenn eben nur Gefängnis=
ſtrafe und nicht auch Dienſtentlaſſung erkannt worden iſt,
alſo nicht im Gefängnis. In ihrer militäriſchen Stellung
ändert ſich nichts. In den Feſtungsgefangenenanſtalten
erhält jeder Geſangene, wenn möglich, ein beſonderes
Zimmer, das unter Verſchluß zu halten iſt. Die
Gefan=
genen erhalten täglich die Erlaubnis, ſich während zweier
Stunden in freier Luſt zu bewegen. Während dieſer Zeit
können ſie mit Erlaubnis des Gouverneurs für kurze Zeit
Beſuche annehmen. Der Gouverneur kann auch den
brief=
lichen Verkehr geſtatten. Nach § 82 der Militär=
Straf=
vollſtreckungs=Ordnung unterliegt die Beſchäftigung
eben=
falls dem Ermeſſen des Gouverneurs. Sie wird
vorwie=
gend in ſprachlichen oder ſonſtigen wiſſenſchaftlichen
Stu=
dien und Arbeiten zu beſtehen haben, die geeignet ſind,
die Ausbildung der Gefangenen in einer ihrer Neigung
und ihrer militäriſchen Stellung entſprechenden Richtung
zu fördern.
* Bukareſt, 9. Jan. Wie die Blätter melden,
han=
delt es ſich bei der Erkrankung des Königs
lediglich um eine ganz leichte Erkältung ohne Fieber. Der
König hat die Nacht ausgezeichnet verbracht.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. Januar.
Bautätigkeit des Stadtbauamts.
B) Tiefbau.
Aus dem Arbeitsgebiet des Tiefbauamts iſt zu
er=
wähnen:
a) Straßenbau. Zur Verkehrsverbeſſerung nach
dem neuen Hauptbahnhof wurden ausgeführt die
Durch=
führungen Bleichſtraße-Griesheimer Weg und
Bismarck=
ſtraße-Dornheimer Weg, ſowie eine Verbindung mit
dem Fabrikviertel durch die Verlängerung der
Kirſchen=
llee. Der Ausbau der Straßenbahnen erforderte die
Verbreiterung der Fahrbahnen der Wendelſtadt=, Luiſen=
und Heidelberger Straße, ſowie die Fertigſtellung der
Landgraf=Georg=Straße bis zum Oſt=Bahnhof. Fur die
Fahrbahnverbreiterung in der Heidelberger Straße waren
von der Landskronſtraße bis zur Gemarkungsgrenze
um=
fangreiche Erdarbeiten auszuführen. Von
ſtraßenbauli=
chen Arbeiten iſt zu erwähnen die Aſphaltierung der
Fahr=
bahnen der Luiſenſtraße längs des Kanzleigebäudes und
der Wilheminenſtraße längs des Juſtizgebäudes, die
Er=
ſetzung der abgenutzten, glatten Baſaltpflaſterungen der
unteren Wilhelminenſtraße und der ſteilen Strecke der
Beſſunger Straße durch Neupflaſterungen in rauhem
Ma=
terial. Fahrbahnchauſſierungen und Fußſteigherſtellungen
erfolgten nur in geringem Umfang. Fußſteigteerungen
wvurden bei günſtiger Witterung mit gutem Erfolg in
größerem Umfang ausgeführt.
b) Kanaliſation. Aus dem Gebiete des
Kanal=
baues iſt zu erwähnen: die Fertigſtellung des
Sammel=
kanals der Landgraf=Georg=Straße und Erbacher Straße
zwiſchen Beckſtraße und Speſſartring und die Erſetzung
der engen Rohrkanäle in der Erbacher Straße zwiſchen
Prinz Chriſtian=Weg und Fiedlerweg durch Kanäle
grö=
ßeren Profils, wodurch die Abflußverhältniſſe dieſes
Ge=
bietes geregelt ſind. In der Kaupſtraße zwiſchen
Arheil=
ger Straße und Pankratiusſtraße, ſowie in der
Pankra=
tiusſtraße zwiſchen Kaup= und Müllerſtraße mußte der
erſt mit Durchführung des Nordkanals vorgeſehene
Um=
bau der Kanäle ſchon im voraus vorgenommen werden,
damit die Einlegung der Straßenbahngleiſe in die
Pan=
kratiusſtraße jederzeit möglich iſt. Die Weiterführung des
Kanals der Pankratiusſtraße kann erſt nach Fertigſtellung
des Nordkanals erfolgen, mit deſſen Ausführung in
letz=
ter Zeit begonnen worden iſt. Die Entwäſſerung der
Straße nach dem neuen Südbahnhof wurde durch einen
offenen Graben mit Anſchluß nach dem Kanal des
Beſſun=
ger Wegs bewirkt. Ferner wurden ausgeführt die bei
Durchführung der Bleichſtraße notwendig gewordenen
Straßenkanäle, ſowie mehrere Straßenkanäle kleineren
Umfangs in verſchiedenen Stadtgebieten. Zur
Trocken=
legung des tiefliegenden Teils des Gehaborner Hoffeldes
wurde ein 500 Meter langer Rohrkanal durch den Wald
hergeſtellt, der 2 Meter in das Grundwaſſer abgeſenkt iſt
und mittelſt eines 1200 Meter langen, längs der
Brunnen=
ſchneiſe hinziehenden offenen Grabens nach dem Darmbach
geführt iſt. Mit dieſer Anlage wurde eine weſentliche
Beſſerung der Grundwaſſerverhältniſſe des verſumpften
Geländes erreicht. Der Grundwaſſerſpiegel konnte ſo
be=
deutend abgeſenkt werden, daß das in den letzten Jahren
brachliegende Feld in dieſem Sommer einen guten
Er=
trag lieferte. Durch geeignete Maßnahmen kann der
Er=
folg ohne weſentliche Koſten noch geſteigert werden. In
Miſſion.
2) Solange die Rouſſeauſche Naturphiloſophie noch
die Geiſter beherrſchte, war die Miſſion das überflüſſigſte,
das man ſich denken konnte. Die Wilden führten nach des
Europäers Meinung nicht nur ein paradiſiſch=ſchönes
Leben unter Palmen und ewig blauem Himmel, ſondern
ſie waren in kindlicher Unſchuld auch „beſſere Menſchen”.
Dieſes Traumbild liegt zertrümmert vor unſeren Füßen.
Wir ſehen die nackte Wirklichkeit des Heidentums mit ihren
furchtbaren Schäden: Aberglauben, Angſt, Laſter, Schmutz
Faulheit und wir fühlen die Verpflichtung, zu helfen.
Die Miſſion iſt die Großmacht, die an das Rieſenwerk
der Umwandlung einer geſunkenen Menſchheit mit ſtillem
Ernſt herangeht und die Eroberung der Heidenwelt für
Religion, Kultur und Sitte auf ihre Fahne geſchrieben
hat. Sie hat mit klarem Blick den Herzpunkt ihrer
Auf=
gabbe erkannt: zu allererſt daß geiſtige Leben jener
Men=
ſchen neu zu ſchaffen, ſo aus Naturweſen
Perſönlich=
keiten zu machen und den Adel wahren Menſchentums,
Freiheit, Güte und Selbſtändigkeit in ihre Seelen zu
pflanzen. Iſt dieſes Werk der inneren Erneuerung
ge=
lungen, dann folgt alles andere: Kultur, Sauberkeit, Fleiß
ganz von ſelbſt.
Dieſe Arbeit iſt ungeheuer ſchwer. Zumal deshalb,
weil wir nicht ohne weiteres die europäiſche Schablone
auf Schwarze und Gelbe übertragen können. Wir wollen
ihnen unſer Beſtes geben, aber ſie müſſen es auf ihre Art
prägen und geſtalten. Nur wenn ſich unſer
Geiſtes=
leben mit ihrem eigenen Denken und Fühlen
or=
ganiſch vermählt, kann es in ihrem Weſen Wurzel
ſchlagen, wachſen und reif werden. Unſer Ideal iſt, daß
in jenen fremdartigen Raſſen und Völkern eine neue,
bodenſtändige Kultur erblüht, die auf der eigenen Art feſt
beruht und doch durch die edelſte Saat europäiſcher Bildung
befruchtet iſt. Wir ſehen ein ſolches Menſchentum, das
ſein eigenes Recht in ſich ſelbſt hat, ſchon heute
ahnungs=
voll wachſen. Wir hoffen, daß es eine ſchöne Blüte am
Baum der Menſchheit werde.
Wenn es einmal dazu kommt, ſo iſt es das Verdienſt
der Miſſion. Denn ſie hat mit Blut und Opfer den
Grundſtein dazu gelegt,
Der Gedenktag
des Herero=Aufſtandes.
** „Nach hier eingetroffenen Telegrammen haben die
Hereros durch Einſchließung von Okahandja und durch
Zerſtörung der Eiſenbahnbrücke bei Oſona, etwa drei
Kilometer ſüdöſtlich von Okahandja, ſowie durch
Unter=
brechung der Telegraphenverbindung mit Windhuk die
Feindſeligkeiten eröffnet.” Wie ein Blitz aus heiterem
Himmel ſchreckte dies Telegramm in der Frühe des 14.
Januar vor 10 Jahren die Gemüter in Deutſchland auf.
Am 12. Janu ar war ein allgemeiner Aufſtand der
kriegeriſchen Hereros losgebrochen, und eine Epoche
ſchwe=
rer Kämpfe begann in den Kolonien, die die Blicke des
Volkes zum erſten Male mit leidenſchaftlicher Spannung
nach der bisher mit ziemlicher Gleichgültigkeit betrachteten
Heimat im ſchwarzen Erdteil richteten und die deutſche
Nation in ihrer Tiefe erregten, aus der bisherigen „
Kolo=
nialverdroſſenheit” aufrüttelten. Das ſind die
ſegensrei=
chen Folgen des großen Herero=Aufſtandes geweſen, der
zunächſt einen furchtbaren Schickſalsſchlag für die junge
Kolonie bedeutete.
Die Ueberraſchung war damals grenzenlos. Man
glaubte, daß alles in Südweſtafrika im tiefſten Frieden
liege; die mächtigen Stämme der Hereros und
Hotten=
totten, die alten Erbfeinde, die ſich früher gegenſeitig
zer=
fleiſchten, hatten freiwillig miteinander Frieden
geſchloſ=
ſen und ſchienen ſich den deutſchen Herren unterworfen zu
haben. Aber dieſer Friedensſchluß zwiſchen Hereros und
Hottentotten war gegen die fremden Eroberer gerichtet
ge=
weſen; in ihm lag der Keim zu dem großen Aufſtand
von 1904; dies kriegeriſche Volk war nicht gewillt, ſich
friedlich zu unterwerfen und ſeinem ſtarken Freiheits= und
Unabhängigkeitsſinn zu entſagen. Sie wollten
Selbſtän=
digkeit oder Untergang, und ſo griffen ſie denn nach
lan=
gen Vorbereitungen in einem günſtig gewählten
Augen=
blick zu den Waffen. Die günſtigſte Gelegenheit zur
Em=
pörung bot ſich, als im Herbſt 1903 der größte Teil der
Schutztruppe aus dem Hererolande nach dem äußerſten
Süden zur Unterwerfung der aufſtändiſchen Bondelzwarts
geeilt war. Die Hereros, die im ganzen ztwa 10000
Mann ſtark waren, hatten mit kluger Berechnung ihre
Ab=
ſichten geheim gehalten und es ſo gut verſtanden, ihre
innerſten Gedanken vor den Deutſchen zu verbergen, daß
dieſen der Ausbruch des Aufſtandes völlig überraſchend
kam. Erſt am 10. Januar trafen bedenkliche
Nach=
richten von Zuſammenrottungen ein, und die Nachrichten
am 11 Januar zeigten dann die Gefahren in ihrer
gan=
zen Größe. Der Oberhäuptling Samuel Maharero
war aus Okahandja verſchwunden und mehrere hundert
bewaffnete und berittene Hereros rückten gegen die Stadt
heran. Die Eiſenbahnbrücke bei Oſona wurde zerſtört,
die Telegraphenverbindung mit Windhuk abgeſchnitten
und die Feſte Okahandja eingeſchloſſen. Der Aufſtand
mußte ſeit langer Zeit vorbereitet und geplant worden
ſein, denn ziemlich gleichzeitig begannen die Hereros am
12. Januar, im ganzen mittleren Schutzgebiet alle
Wei=
ßen, mit Ausnahme der Engländer und Miſſionare, zum
Teil mit viehiſcher Grauſamkeit zu ermorden, die Farmen
zu plündern und alles Vieh, deſſen ſie habhaft werden
konnten, zu ſtehlen. Auch die Behörden waren durch dieſe
Greueltaten völlig überraſcht. „Der Aufſtand,” heißt es
in einem Bericht des kaiſerlichen Gouverneurs, „iſt der
Regierung wie den Miſſionaren und Anſiedlern gleich
unerwartet gekommen. In nie für möglich gehaltener
Weiſe haben die Hereros ihre Abſichten zu verbergen
ge=
wußt und ſind dann mit einem Schlage losgegangen.
Es war die reine ſizilianiſche Veſper. Ich hätte niemals
an einen elementaren Ausbruch geglaubt, wie er jetzt
er=
folgt iſt.”
Durch die tatkräftige Verteidigung der kleinen
deutſchen Beſatzungen, die bei dem Zug gegen
die Bondelzwarts zurückgelaſſen worden waren,
wider=
ſtanden alle größeren Stationen den Angriffen der
Here=
ros; aber trotzdem wurde durch deren Wüten ein
grenzen=
loſer Schaden angerichter. Gegen 150 Anſiedler und
Soldaten fielen der Mordluſt der Eingeborenen zum
Opfer; die mühſam errichteten Farmen waren faſt völlig.
zerſtört, der wertvollſte Beſitz, das Vieh, geraubt; was
in mehr als 10jähriger Arbeit unter den ſchwierigſten
Ver=
hältniſſen und mit großen Koſten an Kulturwerten
ge=
ſchaffen worden, das war ſo in wenigen Tagen vernichtet.
Beſonders ſchlimm war das Los der Frauen geweſen,
aber auch ſie hatten ſich bewunderungswürdig tapfer ge=
Nummer 11.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Seite 3.
letzter Zeit wurden in Angriff genommen: der
hauptſäch=
lich als Vorflut des Militärgebiets dienende Kanal der
Mittelſchneiſe zwiſchen Dornheimer und Beſſunger Weg,
ſowie die Kanaliſation des neuen Friedhofes.
c) Projektbearbeitungen. Außer den
um=
fangreichen laufenden Arbeiten wurden folgende größere
Projekte behandelt: Entwäſſerungsprojekt für das
Fabrik=
viertel, Projekt über die Kanaliſierung der Dieburger
Straße, Induſtriegleisprojekt für das Gelände zwiſchen
Weiterſtädter und Gräfenhäuſer Straße, mehrere Projekte
für Privat=Gleisanſchlüſſe Projekt über die Beſeitigung
des Plonübergangs der Erbacher Straße über die
Oden=
waldbahn, Projekt über die Abtragung des alten
Bahn=
geländes.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Oberſt z. D.
v. Heimburg, Kommandeur des Landwehrbezirks Worms,
den Hauptmann Frhrn. Stein zu Nord= und Oſtheim,
Stabshauptmann im Leibgarde=Infanterie=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den Hauptmann Haniel im
2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 61, den Zeug=
Oberleutnant Röbling, den Oberlandſtallmeiſter Willich
gen. v. Pöllnitz, den Kommerzienrat Masbach von Mainz,
den Vorſitzenden des Kriegervereins Ober=Ramſtadt
Schneider, den Poſtſekretär Andres von Nieder=
Ingel=
heim, den Lehrer Schickert von Ober=Ingelheim, den
Kommerzienrat Feine von Mainz, den Lehrer Gerkhardt
von Schwabenheim, den Kaiſerl. Bankrat Brandenburg, den
Gartenarchitekten Hoflieferanten Kayſer, den
Polizei=
wachtmeiſter a. D. Scharmann, die Lehrer Buß von
Leihgeſtern und Stock von Dortelweil, den Oekonomierat
Schätzel von Selzen, den Bankdirektor Brink, den
Juſtiz=
rat Dr. Schauer von Paris, den Hofrat Sander, den
Regierungsbaumeiſter Jeſſen von Berlin, den Geh.
Juſtiz=
rat Dr. Carlebach von Mainz, den Schulrat Baldauf von
Büdingen, die Lehrer Knell von Bornheim und Schmuck
von Wendelsheim, den Vorſitzenden des Kriegervereins
in Bad Nauheim Schäfer, den Geh. Schulrat Münch;
zum Vortrag den Finanzminiſter Braun, den Vorſtand
des Kabinetts Geheimerat Römheld, den Ordenskanzler
Oberſt z. D. Frhrn. Röder v. Diersburg.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten Karl
Bleſer aus Maar, Kreis Lauterbach, eine Lehrerſtelle
an der Volksſchule zu Ruppertenrod, Kreis Alsfeld; dem
Schulamtsaſpiranten Wilhelm Geiß aus Uſenborn, Kreis
Büdingen, eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Geln=
haar, in demſelben Kreiſe; dem Lehrer Wilhelm Seng
zu Wallernhauſen, Kreis Büdingen, eine Lehrerſtelle an
der Volksſchule zu Maar, Kreis Lauterbach; dem
Schul=
amtsaſpiranten Wilhelm Kuſchke aus Gaſtow, Kreis
Angermünde, eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Maar
Kreis Lauterbach.
* Hoher Beſuch. Ihre Kgl. Hoheit die
Großher=
zogin beſuchte am Freitag nachmittag das Alicehoſpital.
Verwaltungsgerichtshof. Der
Verwaltungs=
gerichtshof beſchäftigte ſich in der geſtrigen Sitzung mit
dem Geſuch des Chriſtoph Simon zu Darmſtadt um
Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft im Hauſe
Pankratiusſtraße 58. Wirtſchaftsdeputation und
Gaſt=
wirteverein haben die Bedürfnisfrage verneint. Dieſer
Stellungnahme hat ſich auch das Polizeiamt angeſchloſſen
unter Hinweis auf ein gleiches Geſuch des Jakob Clever,
das in allen Inſtanzen wegen mangelnden Bedürfniſſes
abgelehnt worden iſt, und in der Erwägung, daß ſich die
Verhältniſſe inzwiſchen in keiner Weiſe geandert hätten.
Unter dieſen Umſtänden trug das Kreisamt Bedenken, die
Konzeſſion zu erteilen. Der Provinzialausſchuß hatte das
Geſuch abgewieſen. Vor dem Verwaltungsgerichtshof
wurde geltend gemacht, daß in letzter Zeit in der
Um=
gegend des hier fraglichen Hauſes acht Wirtſchaften
ein=
gegangen ſeien. Der Verwaltungsgerichtshof erkannte
da=
hin, die Berufung gegen das Urte’l des
Provinzialaus=
ſchuſſes wird zurückgewieſen. — Weiter war Gegenſtand
der Verhandlung eine Vorentſcheidung darüber, ob ſich
drei Ortsgerichtsmänner von Drais an der Lumda die
Unterlaſſung einer ihnen obliegenden Amtspflicht oder
eine Ueberſchreitung ihrer Befugniſſe haben zuſchulden
kommen laſſen. Der Einwohner Wolf führte ſeinen
finan=
ziellen Niedergang auf eine Taxation des Ortsgerichts
zurück. Es handelte ſich damals um die Taxierung des
Grundſtückes des Wolf. das er zu einer Mühle hatte
um=
bauen laſſen, um ein Ekektrizitätswerk einzurichten.
Die=
ſen Zukunftswert hatte das Ortsgericht nicht in Anſatz
ge=
bracht, weshalb er eine Schädigung ſeines Kredits
an=
nahm und eine Schadenerſatzklage anſtrengte. Der
Ver=
waltungsgerichtshof erkannte dahin, daß ein Verſchulden
oder die Unterlaſſung einer Amtspflicht nicht vorliegt.
g. Provinzialausſchuß. Georg Hartmann zu
Lengfeld ſucht um Erlaubnis zum Betriebe einer
Schankwirtſchaft für ſein Haus, das an der Stelle
ſſteht, wo die Straßen Reinheim=Lengfeld und Habitzheim=
Nieder=Klingen zuſammenſtoßen und in großem
Um=
kreiſe das einzige Anweſen iſt, nach. Der Kreisausſchuß
Dieburg hatte das Geſuch abgelehnt wegen der
Abgelegen=
zeit des Anweſens und der Schwierigkeit der polizeilichen
Ueberwachung. Das gleiche geſchieht vom
Provinzial=
ausſchuß. — Der Wirt Georg Mayer aul
Offen=
bach ſucht um Erlaubnis zum Betrieb einer
Schankwirtſchaft nach. Der Geſuchſteller will auf
dem Spielplatz des Fußballklubs Viktoria=Offenbach einen
Schankbetrieb an den Spieltagen eröffnen. Der
Verfaſ=
ſungs= und der Vermögensausſchuß hatten die
Bedürf=
nisfrage für den Branntweinausſchank verneint, das
Po=
lizeiamt dagegen bejaht. In ſeiner Sitzung vom 8.
No=
vember hatte der Provinzialausſchuß beſchloſſen, den
Vor=
ſtand des Klubs darüber zu vernehmen, ob der Ausſchank
nur für Mitglieder oder auch für das Publikum
zugäng=
lich ſein ſolle und ob der Branntweinausſchank im
ſport=
lichen Intereſſe angebracht erſcheint. Dieſer äußerte ſich
inzwiſchen dahin, daß der Ausſchank auch für das
Sport=
platzpublikum berechnet ſei. Auch ſei es angebracht, den
Branntweinausſchank zu geſtatten, da die Spieler nach
en Wettſpielen meiſt erhitzt ſeien und dann ein Likör
am Platze ſei. Es ſolle deshalb auch nur Kognak und
Brogk verkauft werden. Das Polizeiamt hat inzwiſchen
ſeinen Standpunkt auch geändert, da es ein Widerſpruch
iſt, wenn ein Sportverein Branntweingenuß für
ange=
bracht hält, obgleich doch der Sport ein Gegenmittel gegen
übermäßigen Alkoholgenuß ſein ſoll. Auch ſtehe jetzt der
Platz der Wirtſchaftshalle feſt und, da in der
unmittel=
baren Nähe drei gut beſuchte Wirtſchaften vorhanden ſeien,
ſei das Bedürfnis nicht zu bejahen. Der
Provinzialaus=
ſchuß lehnt das Geſuch ab unter Verurteilung des
Geſuch=
ſtellers in die Koſten des Verfahrens. — Franz Kaver
Kohl zu Lampertheim ſuchte ſeit dem Jahre 1908
be=
reits fünfmal um die Erlaubnis zum Betriebe
einer Schankwirtſchaft im Hauſe an der Straße
Bürſtadt-Worms in der Nähe der Wormſer Rheinbrücke
nach. Da die Entfernung von Lampertheim eine
polizei=
liche Ueberwachung ſehr erſchweren würde, wurde ſtets
das Geſuch abgelehnt. Ein erneutes Geſuch fand beinahe
die einſtimmige Zuſtimmung des Gemeinderats,
wäh=
rend der Kreisausſchuß das Geſuch ablehnte. Der
Ge=
ſuchſteller legte Rekurs ein und machte geltend, daß er
in kurzer Zeit 2000 Flaſchen Bier umgeſetzt habe. Der
Provinzialausſchuß gibt der Berufung ſtatt und erteilt
die nachgeſuchte Konzeſſion.
g. Strafkammer I. Der 23jährige Taglöhner Heinrich
Bender von hier und der 16jährige Formerlehrling
P. G. ſchlichen ſich am 16. Februar in ein Haus der
Die=
burger Straße ein. Sie erbeuteten aus einer Wohnung
eine Uhr im Werte von 16—18 Mark und ein
Portemon=
naie mit geringem Inhalt. Bender wird zu 3 Monaten
und der jugendliche G. zu 4 Wochen Gefängnis
ver=
urteilt. — Ein hieſiger Bäckermeiſter war wegen
Ver=
gehens gegen die Gewerbeordnung in Geldſtrafen von
125 und 15 Mark genommen worden. Er verfolgte gegen
dieſe Strafen Berufung, die geſtern vor der Strafkammer
zur Verhandlung kam. Ein früherer Geſelle des
Ange=
klagten hatte ihn zur Anzeige gebracht, weil angeblich oft
Ueberſtunden im Betrieb des Angeklagten gemacht würden
und dies nicht, wie in den Arbeitsvorſchriften für
Bäcke=
reien vorgeſchrieben, in die betr. Liſte eingetragen wurde.
Wie jener Gehilfe angab, wurde häufig über zwölf
Stun=
den gearbeitet. Vom Angeklagten wurde dies beſtritten;
wenn Ueberſtunden gemacht wurden, ſo ſei dies nur von
den Gehilfen verſchuldet geweſen, indem dieſe verſpätet
mit der Arbeit begannen. Dies wird auch durch zwei
Zeu=
gen beſtätigt, ſo daß der Staatsanwalt in dieſem Punkte
die Anklage nicht aufrecht erhielt. Die Strafe von 15 Mk.
wegen des Nichteintragens der geleiſteten Ueberſtunden
in die Liſte bleibt beſtehen. — Der Forſtwart Gries von
Kordelhütte i. O. hatte den 60jährigen Gemeinderat Ad.
Schwäbel III. zur Rede geſtellt, weil dieſer mit ſeinem
Fuhrwerk durch eine Hege gefahren war. Hierbei ſoll Sch.
geſchimpft und auch mit der umgekehrten Peitſche
ausge=
holt haben. Der Angeklagte beſtreitet die Abſicht, den
Forſtwart zu ſchlagen. Das Gericht ſprach ihn auch von
der Anklage der Bedrohung frei und de für die
Beleidig=
ung der Strafantrag fehlt, konnte auch hier eine Beſtrafung
nicht eintreten.
Vom Großh. Hoftheater. Am Dienstag wird
Her=
mann Bahrs „Phantom” im A=Abonnement zur
Auf=
führung gelangen. Die Vorſtellung beginnt um halb 8
Uhr. Mittwoch wird „Filmzauber” als B=
Abonnements=
vorſtellung in Szene gehen. Am Donnerstag eröffnet
George Baklanoff ſein auf zwei Abende berechnetes
Gaſtſpiel als „Figaro” im „Barbier von Sevilla‟ Die
Oper hat dekorativ und ſzeniſch eine Neugeſtaltung
erfoh=
ren. Die Secco=Rezitative, mit welchen der „Barbier” hier
erſtmalig geſpielt werden wird, werden am Spinett
be=
gleitet. Im zweiten Akt ſingt Olga Kallenſee eine von ihr
aufgefundene, für verſchollen gehaltene Ariette von
Mo=
zart: „Phyllis an das Klavier” Baklanoff ſingt als zweite
Gaſtpartie und gleichzeitig als Abſchied den „Scarpia” in
Puccinis „Tosca” am Sonntag, den 18. Januar. Am
Freitag gelangt der „Feldherrnhügel” von Roda Roda und
Karl Rößler im Hoftheater zur Erſtaufführung. Der
Grill=
parzer=Zyklus nimmt am 20. Januar mit der
Neuinſze=
nierung von „Medea” ſeinen Anfang und bringt in
wei=
terer Folge die Neuinſzenierungen von „Ahnfrau” von
„Sappho”, „Des Meeres und der Liebe Wellen” und der
„Jüdin von Toledo‟
* Bibliothek der Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe
(Bibliothek, Vorbilderſammlung und Patentſchriſten=
Auslegeſtelle), Neckarſtraße 3. Wir lenken wiederholt die
Aufmerkſamkeit auf die bei der Bibliothek der Großh.
Zen=
tralſtelle für die Gewerbe beſtehende Einrichtung der
Bib=
liothekabende während der Wintermonate. Der Leſeſaal
iſt nämlich außer den allgemeinen Bibliothekſtunden
Werktags von 9—12½ Uhr vorm. und 3—6 nachm.
(an den Samstagen nur vorm.) in der Zeit vom 1.
Novem=
ber bis 1. Mai auch Dienstags und Freitags,
abends von 8—10 Uhr, geöffnet. Es wird durch dieſe
Be=
ſuchszeiten namentlich ſolchen Perſonen, welche tagsüber
im Berufe, ebenfalls Gelegenheit gegeben, ſich die
genann=
ten Einrichtungen zunutze zu machen. Der Beſuch iſt frei
und jedermann geſtattet. Die Bibliothek dient dem
Fach=
mann (Architekten, Kunſthandwerker und
Gewerbetrei=
benden), der Anregung für ſein tägliches Schaffen ſucht und
ſich auf ſeinem Gebiet weiter bilden will, dem
Studieren=
den, Schüler und Lehrling zur Befeſtigung und
Erweite=
rung der im Unterricht oder in der Werkſtatt erworbenen
Kenntniſſe, dem Kaufmann, der Anregung für die
künſtleriſche Geſtaltung der Reklame (Plakate, Anzeigen,
Geſchäftskarten uſw.) ſucht. Sie will durch Bereithaltung
von guten Vorbildern zur künſtleriſchen Hebung der
weiblichen Handarbeiten beitragen. Die
Biblio=
thek erteilt Auskunft in Fragen des Patentweſens
und der Geſetzgebung auf dem Gebiete des gewerblichen
Rechtsſchutzes. Sie wendet ſich an alle Kreiſe, welche ſich
für die von ihr gepflegten Gebiete, ſei es nach der
geſchicht=
lichen, künſtleriſchen oder techniſchen Seite, intereſſieren, in
der Annahme, daß ſich in unſerer Zeit, wo eine neue und
eigenartige deutſche Wohnungskultur die bürgerlichen
Schichten erfaßt und ſich im allgemeinen die künſtleriſchen
Bedürfniſſe ſteigern, faſt täglich Fragen ergeben, bei denen
die Sammlungen nützlich ſein können. Im Vorbilderſaal
und Treppenhaus des Dienſtgebändes wird für nächſte
Zeit ausgeſtellt ſein: Kollektion Hoentſchel, franzöſiſche
Möbel des 17. und 18. Jahrhunderts.
* In Amerika verſtorbene Heſſen. Im Alter von 62
Jahren ſtarb am 18. Dezember in Brooklyn, N. Y., Frau
Margaret Pfeiffer geb. Nungeſſer. Die Entſchlafene
war aus Pfungſtadt gebürtig. — Nach längerem
Lei=
den iſt in ſeiner Wohnung in Neu=Rochelle, N. Y., Herr
Charlie Frank im Alter von 48 Jahren geſtorven.
Der Dahingeſchiedene war aus Schotten, Heſſen=Darmſtadt,
gebürtig. Am 23. Dezember fand die Beerdigung unter
großer Beteiligung von Leidtragenden ſtatt. — Dr. Richard
G. P. Dieffenbach, einer der bekannteſten Aerzte in
Newark, J. J., verſchied daſelbſt vor wenigen Tagen im
Alter von 62 Jahren in ſeinem Heim, Nr. 185 Hunterton=
Straße. Er ſtammt aus Darmſtadt, kam aber ſchon
als kleiner Knabe mit ſeinen Eltern nach Amerika. Der
Verſtorbene war Mitglied des Aerzteſtabes des Deutſchen
Hoſpital und der Neu=Jerſey Medical Society. Die Witwe
und ein Sohn trauern um den Toten. — In Winona,
Minn., verſtarb am 15. November in ſeinem Heim im
Alter von 73 Jahren Herr Henry Ofenloch, welcher
daſelbſt länger als 40 Jahre im Barbiergeſchäft tätig war.
Herr Ofenloch wurde am 7. Oktober 1840 zu Worms
geboren und kam im Alter von 21 Jahren nach Amerika.
* Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft
„Gabelsberger” hielt am Freitag im „Fürſtenſaal” ihre
Hauptverſammlung für 1913 ab. Nach
Bekannt=
gabe einiger Eingänge konnten 26 neue Mitglieder
auf=
genommen werden. Ueber das abgelaufene Vereinsjahr
reſerierte der erſte Vorſitzende Herr Weber und gab in
kurzen Zügen bekannt, daß man mit den Erfolgen des
verfloſſenen Jahres zufrieden ſein könne. 150 Damen
und Herren ſind im Jahre 1913 der Geſellſchaft
beige=
treten; der Unterricht war von über 5500 Perſonen
be=
ſucht, im Schreibmaſchinen=Unterricht wurden über 70
Perſonen unterrichtet. Die Einnahmen und Ausgaben
betragen etwas mehr als 6000 Mark. Durch die
Be=
ſchaffung eigener Unterrichtsräume und Ankauf von ſechs
Schreibmaſchinen wurde die Vereinskaſſe ſtark in
An=
ſpruch genommen, ſo daß am Ende des Jahres nur mit
einem Ueberſchuß von 250 Mark gerechnet werden konnte.
Es folgte hierauf die Wahl des neuen Vorſtandes, wobei
von 15 Vorſtandsmitgliedern 13 wiedergewählt wurden.
Der Eintrag in das Vereinsregiſter des Amtsgerichts I
wurde einſtimmig beſchloſſen. Für ſeine hervorragenden
Verdienſte um die Geſellſchaft ernannte die Verſammlung
Herrn Ingenieur Kraft zum Ehrenmitgliede. Nach
einem Schlußwort des Verſammlungsleiters, in welchem
halten, und ohne zu jammern und zu verzagen, den
Männern helfend zur Seite geſtanden. Aber auch
nach=
dem die erſten Angriffe abgeſchlagen waren, blieb die
Lage furchtbar ernſt. Die ſchwachen Beſatzungen der
ein=
zelnen Stationen konnten zunächſt auf Hilfe nicht rechnen;
erſt am 18. Januar traf das kleine Kanonenboot „Habicht”
zur Unterſtützung vor Swakopmund ein, und die Stadt
wurde nun geſichert. In den am meiſten bedrängten
Ort=
ſchaften Okahandja und Omaruru hätten ſich aber die
klei=
nen Beſatzungen der gewaltigen Uebermacht nicht lange
erwehren können, wenn nicht die Kompagnie des
Haupt=
manns Franke in Gewaltmärſchen vom Süden des
Schutz=
gebietes herbeigeeilt wäre. Sie entſetzte in einem tapferen
Siegeszuge die beiden Orte. Doch mußten dann noch
ſchwere verluſtreiche Gefechte geliefert werden, bis nach
dem Eintreffen des großen Expeditionskorps aus
Deutſch=
land ſchließlich in der Entſcheidungsſchlacht am Waterberg
der Untergang der Hereros beſiegelt wurde.
Feuilleton.
** Der Umbau des Palazzetto Venezia, der
bekannt=
lich zum Sitz der öſterreichiſch=ungariſchen Botſchaft in Rom
auserſehen war, iſt nun vollendet, und die Beamten
wer=
den binnen kurzem die neuen, völlig modern hergerichteten
Räume beziehen. Ueber die Verſtümmelung dieſes
hiſto=
riſchen Palaſtes Pauls II., der eines der herrlichſten
Bau=
werke Roms war iſt ſeinerzeit eine allgemeine Klage durch
die gebildete Welt gegangen. Nun iſt es wenigſtens
er=
freulich, daß das ehrwürdige Denkmal, das nach außen
ſo ſchwer geſchädigt wurde, im Innern nach Möglichkeit
erhalten worden iſt. Wie im Cicerone berichtet wird,
wurde die häßliche alte Stiege im Hauptpalaſt umgelegt
und im Quattrocentoſtil neu erbaut. Fragmente die man
bei der Umſetzung des Palazzetto fand, antike
Trümmer=
ſtücke und andere ſchöne Bauteile, wurden in der hohen
Loggia eingemauert. Bei dem Wiederaufbau kam ein
ſeiner hiſtoriſcher Sinn zur Geltung, und ſo iſt es eine
glückliche Ueberraſchung, den neuen Hof mit ſeinen
luf=
tigen Bogenſtellungen zu ſehen. Das obere Stockwerk der
Bogenhalle, das früher vermauert war, iſt jetzt geöffnet.
Ein Renaiſſancegärtlein mit einem Renaiſſancebrunnen
iſt in der Mitte angelegt und in der römiſchen Sonne
ſprießen Zypreſſen, Lorbeer und Buchsbaum raſch empor.
Auch ſonſt ſorgte der gegenwärtige Botſchafter am
Vati=
kan, Prinz Schönburg=Hartenſtein, dafür, daß gerettet
wurde, was zu retten war. Er ließ in einem der
Prunk=
gemächer unter Glas die Münzen und Tonſcherben
ſam=
meln, die man in großer Zahl in den Fundamenten
aus=
gegraben, und ſtellte die Büſte Pauls II. von Bellano in
ſchöner Weiſe wieder auf. Die Geſchichte des Umbaues,
bei dem reiche Funde an Marmorfragmenten, Münzen,
Terrakotten uſw. zutage traten, wird von Dr. Ludwig
Pollak verfaßt, der ſich bei dieſen Wiederherſtellungsarbeiten
mannigfache Verdienſte erworben. Hat auch das neue
Gebäude viel an Schönheit eingebüßt, ſo hat es doch einen
Vorzug vor dem alten erhalten: es iſt bequem und
ge=
ſund, und man darf ſagen, daß heute kein Botſchafter in
Rom glänzender wohnt als der öſterreichiſche.
C.K. Tango und Mode. Die Stärke, mit der das
Tango=Fieber in der Geſellſchaft von heute lebt, kommt
auch darin zum Ausdruck, daß dieſer exotiſche Tanz in
der Mode ſeine deutlichen Spuren hinterläßt, und daß die
Kleidung des kommenden Frühlings und Sommers in
Vielem unter dem Zeichen des Tangos ſtehen wird. Ja,
vielleicht hat dieſe Leidenſchaft des Ballſaals längſt
aus=
geraſt, wenn man noch immer beſtimmte Farben und
Formen mit dieſem Worte bezeichnen wird. Tango
wer=
den heute die verſchiedenartigſten Stoffe und Einzelheiten
der Damentoilette genannt. Man begegnet dieſem Wort
bei der Bezeichnung der teuerſten Seidenbrokate für
Ge=
ſellſchaftscoben und bei der Benennung der billigſten Hütze
und Bluſen. Die Tango=Farbe verdrängt die bunte
Leb=
haftigkeit des Kolorits, die man bisher mit „bulgariſch”
zu bezeichnen pflegte. Tango=farbige Federn Bänder und
Ornamente winken und leuchten von den kleinen Hüten
herab, die in dieſem Frühling die letzte Neuheit der Hut=
mode bilden werden; und tangofarbig iſt auch die neue
Form des Sportmantels, die in der kommenden Saiſon
beliebt werden wird. Selbſt in die Herrenmode hat ſich
das ſeltſame Wort eingeſchlichen. Wie ein Londoner
Blatt mitteilt, gibt es bereits Tango=Hemden und Tango=
Strümpfe für Herren, und jetzt ſollen ſogar Tango=Schlipſe
modern werden, die aber die Beziehung zu dem Tanz
nicht von irgend einem vagen Farbenton herleiten,
ſon=
dern als Zier das gelungene Bild eines Tango tanzenden
Paares aufweiſen.
B. Weisheit des Oſtens. Ein Türke namens Ali kam
zu dem Hodſcha Naſr=Eddin, dem humorvollen Weiſen,
der in ſo vielen türkiſchen Geſchichten eine Rolle ſpielt,
und beklagte ſich mit Tränen darüber, daß ſein letztes Gut
nun dahin ſei, daß er alles verloren habe, ſeit ihm ſein
einziger Eſel vergangene Nacht geſtohlen worden. Mit
gütigen Worten beruhigte der Hodſcha den Mann und
gab ihm die tröſtliche Verſicherung, er werde am nächſten
Tage ſeinen Eſel finden. Der nächſte Tag war ein
Frei=
tag, und als ſich alle Gläubigen des Dorfes zur Andacht
in der Moſchee verſammelt hatten, ſprach der Hodſcha wie
bei jedem Gottesdienſt zu ihnen über den Koran und ſchloß
mit den Worten: „Wer unter Euch, Ihr treuen Anhänger
der heiligen Lehre, niemals eine Lüge geſagt hat, niemals
geſtohlen hat, noch irgend etwas ſeinen Nachbarn zuleide
getan, oder ihnen Böſes gewünſcht, wer niemals
unge=
horſam war ſeinen Eltern, niemals berauſchende
Ge=
tränke getrunken, niemals geraucht noch ſonſt irgend ein
Unrecht getan hat — der Mann trete vor und ſtelle ſich an
meine Seite!‟ Einen Augenblick herrſchte Schweigen und
Ruhe in der Verſammlung, dann trat mit einigem Zögern
ein breitſchultriger junger Bauer hervor aus der Menge
und ging mit einem frechen Lächeln auf den Hodſcha zu.
Ruhig wandte ſich Naſr=Eddin zu Ali, der noch immer
über den Verluſt ſeines Eſels ſtill vor ſich hinweinte, und
ſagte: „Hör auf zu jammern, Dein Kummer hat ein Ende;
mit des Propheten Hilfe haben wir ihn gefunden”. Und
er zeigte dem armen Ali den plötzlich beſchämt daſtehenden
Eſeldieb.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Nummer 11
derſelbe u. a. bekannt gab daß das neue Vereinsjahr
be=
reits gute Anfänge zu verzeichnen habe, wurde die
an=
regend verlaufene Verſammlung geſchloſſen.
* Verein für Vogel= und Geflügelzucht (älterer
Ver=
ein). Bei der allgemeinen Süddeutſchen
Geflügelausſtel=
lung in Heilbronn erhielt Herr Hofgarteninſpektor
Wei=
gold auf Rouen=, Cayuga= und Türken=Enten je einen
2. Preis; ebenſo Herr Steinheimer auf eine Gold=
Wyandotteshenne, was bei der großen Zahl der
ausge=
ſtellten Tiere als beachtenswerter Erfolg anzuſehen iſt.
— Vortrag im Naturheilverein. Donnerstag, den 15.
Januar 1914, wird Herr Dr. Keller=
Hörſchel=
mann aus Lugano im Kaiſerſaal einen öffentlichen
Vor=
trag halten über das Thema: „Der Stoffwechſel, ein
wun=
derbarer Vorgang in unſerem Körper.
Stoffwechſel=
ſtörung, als die gemeinſame Urſache aller Krankheiten”.
(Näheres iſt aus der Anzeige erſichtlich.)
* Liederabend der Geſangvereine. Man ſchreibt uns:
Der am nächſten Samstag, den 17. d. M., im Feſtſaal der
Turngemeinde ſtattfindende 12. Liederabend der
Darm=
ſtädter Männergeſangvereine verſpricht ſehr intereſſant zu
werden. Nicht weniger als 21 Männerchöre haben ihre
Beteiligung angemeldet, darunter die größten der Stadt.
Sangesfreunde ſeien deshalb nochmals beſonders darauf
aufmerkſam gemacht. (S. Anz.)
C Im Märchenlande. In dem früheren Kino Ecke
Rhein= und Grafenſtraße finden täglich, an Wochentagen
nachmittags 3 und 5 Uhr, an Sonntagen nachmittags 3,
halb 5 und 6 Uhr, Märchen=Vorleſungen von
Heinz Weila mit wundervollen Lichtbildern aus
Künſtlerhand ſtatt. Der täglich ſteigende Beſuch dieſer
Veranſtaltungen beweiſt, daß ſie einem Bedürfnis
entſpre=
chen, das wenigſtens eine Zeitlang andauern dürfte. Herr
Heinz Weila verſteht es ausgezeichnet, die Aufmerkſamkeit
der kleinen Zuhörer zu feſſeln, denen ſo der reiche Gehalt
unſerer deutſchen Märchen nähergebracht wird, als wenn
ſie ſelbſt zu Hauſe leſen; zumal Bilder von Künſtlerhand
in lapidarer Ausdruckskunſt und lebhaftem Kolorit in
Lebensgröße auf die Leinwand geworfen, die Vorleſungen
illuſtrieren. Ein vollſtändig neues Programm bringt
Heinz Weila all ſeinen lieben Gäſten, denen es ſo gut bei
ihm gefallen hat, ſeit geſtern. Immer tiefer will er
hin=
einführen in den unerſchöpflichen Reichtum der
Märchen=
welt und allen eine frohe Stunde bereiten, während Bild
um Bild an dem ſtaunenden Auge vorüberzieht. Das neue
Programm iſt, wenn möglich, noch ſchöner, wie das erſte
und jeder wird es entbehren, der es ſich nicht anſieht. Viele
neue Freunde wird er ſicherlich dadurch den
Märchenge=
ſtalten werben. Auch der moderne Geiſt iſt ſchon eingezogen
in die Märchenwelt: im Luftſchiff fährt Heinz Sauſebraus
in den Himmel, wenn auch nur durchs Traumland. Im
übrigen bringt das neue Programm: Die ſieben Raben
mit Bildern von Franz Staſſen; Heinz Sauſebraus mit
Bildern von Schmidhammer; Schneeweißchen und
Roſen=
rot mit Bildern von Lena Baurnfeind: Sonnenſcheinchens
erſte Reiſe mit Bildern von Hans Schroedter; der Wolf
und die ſieben Geißlein mit Bildern von Eugen Oßwald
und muſikaliſche Einlagen zwiſchen den Vorleſungen.
* Kaffee=Konzert mit Tango=Réunion im Hotel Heß.
Wie aus der heutigen Anzeige erſichtlich iſt, findet nächſten
Mittwoch das Kaffee=Konzert, das ſich im Laufe der Jahre
großer Beliebtheit erfreut, in den Feſtſälen ſtatt. Ein
ſorg=
fältig ausgewähltes Programm wurde von der
Salon=
kapelle Jakobs zuſammengeſtellt, auch ſind einige Soli von
Herrn Kapellmeiſter Jakobs und Madame Heynberg
vor=
geſehen. Mit dieſem Kaffee=Konzert wird eine Tango=
Réunion verbunden werden, bei der Herr Tangomeiſter
Schrimpff und Frau vortanzen werden und den Damen
und Herren Gelegenheit geboten iſt, in internem Kreiſe
auch Tango zu tanzen.
* Konzerte. Schützenhof. Wie an allen
Sonn=
tagen, ſo findet auch am heutigen Sonntag, den 11. Jan.,
in den Kellerlokalitäten großes humoriſtiſches Konzert
einer Abteilung des Feldartillerie=Regiments Nr. 61
(Obermuſikmeiſter Weber) bei freiem Eintritt ſtatt. (Siehe
Anzeige.)
Reſtaurant Rummelbräu. Die regelmäßigen
Sonntagskonzerte beginnen wieder am 11. Januar, und
zwar durch die Kapelle des Leibgarde=Regiments unter
Leitung des Obermuſikmeiſters Hauske. Die zweite
Kon=
zertabteilung iſt dem Meiſter Johann Strauß gewidmet
und ſind ſonſt außer guter klaſſiſcher Muſik auch die
neueſten Operetten, wie „Der lachende Ehemann”
„Zigeunerprimas” auf der Vortragsordnung vertreten.
(Siehe auch Anzeige.)
Hanauer Hof. In den feſtlich dekorierten
Räu=
men des Brauerei=Ausſchanks zum Hanauer Hof,
Hein=
heimerſtraße, findet heute Sonntag wiederum eine große
karnevaliſtiſche Kappenſitzung ſtatt, zu der ein äußerſt
ge=
lungenes und amüſantes Programm zuſammengeſtellt iſt.
Die muſikaliſche Leitung hat ein hieſiger Karnevaliſt
über=
nommen; die Muſik ſtellt die Kapelle des Großh. Artillerie=
Korps (Obermuſikmeiſter Mickley). Humor, Witz,
muſika=
liſche Schlager, Abſingen der neueſten Karnevalslieder uſw.
wechſeln miteinander ab, ſo daß ein echter karnevaliſtiſcher
Abend in Ausſicht ſteht. Um der Veranſtaltung das
rich=
tige Gepräge zu geben, ſoll jeder Beſucher ſich mit Mütze
verſehen, die nebſt den Liedertexten an der Kaſſe zu haben
ſind.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Ex=
pedition (Rheinſtr. 23) ſind folgende Bilder neu ausgeſtellt:
Sturmverheerungen an der Oſtſee: Ueberſchwemmung im
Hafen von Flensburg, die zerſtörte Badeanſtalt in
Wol=
gaſt. — Oberſtleutnant von Winterfeldt auf dem
Kranken=
bett. — Rangerhöhungen bayeriſcher Staatsmänner. —
Im Flugapparat von Frankreich nach dem Orient: der
franzöſiſche Flieger Vedrines zwiſchen den Pyramiden.
g. Ein Redaktionsſchmetterling flatterte uns geſtern
auf den Redaktionstiſch. Das Tierchen, ein Kohlweißling,
fühlt ſich anſcheinend in der winterlichen Temperatur nicht
beſonders wohl und läßt melancholiſch die Flügel hängen,
bedauernd, ſo vorzeitig dem ſchützenden Gehäuſe der Puppe
entſchlüpft zu ſein und ſein dunkles Larvendaſein mit dem
fragwürdigen, ſo leicht vergänglichen Lichtleben des
Schmet=
terlings vertauſcht zu haben.
Fachkurſe und praktiſche Meiſterkurſe.
— Unter Mitwickung der Großh. Zentralſtelle für die
Gewerbe werden im Winterhalbjahr 1913/14 mehrere
Fachkurſe und praktiſche Meiſterkurſe abgehalten. Mitte
November vorigen Jahres nahm ein zweiter
elektro=
echniſcher Fachkurſus in Mainz ſeinen Anfang,
der bis Ende Februar laufenden Jahres dauern wird.
Hieran nahmen 23 Handwerksmeiſter teil die in dem
Kurſus mit der Inſtallation elektriſcher Lichtleitungen
ſo=
weit vertraut gemacht werden, daß ſie vorkommende
Stö=
rungen beſeitigen, Reparaturen ſachgemäß ausführen und
kleinere Lichtanlagen nach den beſtehenden Vorſchriften
in=
ſtallieren können. Die Unterrichtserteilung erſtreckt ſich auf
die Anfertigung von Inſtallationsplänen mit einſchlägigen
Material= und Preisberechnungen, auf Unterweiſungen in
allgemeiner Elektrotechnik. Materialienlehre, praktiſche
Uebungen im Gebrauch der Strom= und Spannungsmeſſer,
Durchführung der für das Verſtändnis der Wirkungen
des elektriſchen Stromes wichtigſten grundlegenden
Ver=
ſuche uſw., ſodann auch auf praktiſche Uebungen im
Ver=
legen von Drähten und Litzen, insbeſondere in der
Aus=
führung kleinerer Hausinſtallationen. Ein Programm
für die Abhaltung derartiger Kurſe wurde im
Gewerbe=
blatt Nr. 11 von 1912 auf Seite 118 abgedruckt.
Ein dreiwöchiger Meiſterkurſus fürSchneider
im Maßnehmen, Grundmodellzeichnen uſw. nahm am
5. Januar in Darmſtadt ſeinen Anfang.
Ein Back= und Garnierkurſus für
Bäcker=
meiſter wurde am 6. Januar in Darmſtadt eröffnet.
Dieſer Kurſus findet nach einer mit dem Zweigverband
Großherzogtum Heſſen des Zentralverbandes Deutſcher
Bäckerinnungen „Germania” getroffenen Vereinbarung
ſtatt.
Am 12. Januar beginnt ein dreiwöchiger
Ausbil=
dungskurſus für Weißbinder und
Deko=
rationsmaler in Darmſtadt. Der Unterricht wird
erſtreckt auf die verſchiedenen Techniken, wie Bemalung
von Wand= und Deckenflächen, Holzteilen, Möbeln uſw.,
ſodann auch Pinſeltechniken, ferner Patinieren. Nebenher
läuft ein Kurſus im Holz= und Marmormalen in ſtiliſierter
Weiſe.
Der angekündigte Eiſenbetonkurſus in Darmſtadt
nimmt, in etwas gegen ſeither abgeänderter Weiſe, am
1. Februar ſeinen Anfang. Insbeſondere wird eine
große Anzahl praktiſcher Beiſpiele durchgerechnet werden.
Als Unterrichtszeit werden Wochenabende,
Samstag=
nachmittage und Sonntag=Vormittage nach Vereinbarung
mit den Kurſusteilnehmern gewählt, damit auch im Berufe
ſtehende Techniker und Handwerksmeiſter von auswärts
an dem Kurſus teilnehmen können.
In der Zeit vom 2. bis 21. Februar wird erſtmals ein
Meiſterkurſus in Damenſchneiderei in Darmſtadt abgehalten,
an dem ebenſowohl Meiſter und Meiſterinnen, als auch
Gehilfinnen teilnehmen können.
Im weiteren wird gleichfalls erſtmals ein über 12
halbe Tage ſich erſtreckender Fachkurſus für Reparatur und
Juſtierung von Wagen und Gewichten unter Mitwirkung
der Großh. Eichungs=Inſpektion in Darmſtadt
veranſtal=
tet. Dieſer Kurſus ſoll den mit der Reparatur von Wagen
und dem Inſtandſtellen von Maß= und
Gewichtsgerätſchaf=
ten befaßten Schloſſern und Mechanikern eine günſtige
Gelegenheit bieten, ſich ſowohl mit den einſchlägigen
ge=
ſetzlichen Beſtimmungen, als auch mit der ſachgemäßen
Ausführung der einſchlägigen Arbeiten vertraut zu
machen.
Anmeldungen zu den demnächſt beginnenden Kurſen
nimmt die Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe in
Darm=
ſtadt entgegen, welche den Intereſſenten nähere Auskunft
gerne erteilt. Sofern die eine oder die andere Anmeldung
bei den demnächſt ſtattfindenden Kurſen, deren
Teil=
nehmerzahl doch immer nur eine beſchränkte ſein kann,
nicht berückſichtigt werden könnte, ſo wird aber doch ein
demnächſt veranſtalteter weiterer Kurſus zu einer
Beteilig=
ung Gelegenheit bieten. Es empfiehlt ſich deshalb
mög=
lichſt frühzeitige Anmeldung.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Darmſtädter Streichquartett. Von den
beiden für die Wiedergabe des Regerſchen
Variationen=
werkes Opus 86 für zwei Klaviere gewonnenen Pianiſten
in dem am 12. d. M. ſtattfindenden Kammermuſikabend iſt
Ludwig Sternitzki in Darmſtadt noch unbekannt. In
Pe=
tersburg geboren, hatte er das Glück, in ſeiner Vaterſtadt
Schüler eines der größten Meiſter, Anton Rubinſteins, zu
werden. Sein Wunſch, die höchſte künſtleriſche Stufe zu
erreichen, die Kunſtauffaſſung anderer bedeutender
Reprä=
ſentanten des Klavierſpieles kennen zu lernen, führte ihn
ſpäter noch zu den Profeſſoren Klindworth und Max
Pauer. Seit einigen Jahren wirkt er erfolgreich als erſter
Klavierlehrer in dem von Fred. M. Voß geleiteten
Schu=
macherſchen Konſervatorium in Mainz. Herr Voß, der
Partner Sternitzkis bei der betreffenden Aufführung, hat
ſich hier ſchon als Gaſt des Darmſtädter Streichquartetts
wiederholt erfolgreich als ausgezeichneter Pianiſt und
durchgebildeter Muſiker bewährt. — Zwei Streichquartette
von Dvorak und Haydn bilden den Rahmen zu Regers
Kompoſition. Alle drei Werke, auch Haydns wenig
bekann=
tes Opus 20 Nr. 4, erfahren diesmal ihre erſte hieſige
Auf=
führung.
* Kinotheater. American Bio, Ernſt=
Lud=
wigſtraße 23. „Welche ſterben, wenn ſie lieben” das iſt der
Titel eines Filmdramas, in dem Friedrich Kayßler zum
erſten Male auf der weißen Wand erſcheint. Kayßler ſpielt
den Mann „aus dem Stamme jener Afra, die ſterben,
wenn ſie lieben” und er findet hier eine Aufgabe, die
ſei=
nem Weſen entſpricht. Als Maler Bruno Marbach, der,
um den Bruder der geliebten Frau vor dem Bruch des
Ehrenwortes zu bewahren, einen kopierten Rembrandt als
echtes Meiſterwerk für eine Gemäldegalerie erwirbt, hat
Kayßler Momente, die echter anmuten, als die Leiſtungen
vieler anderer Schauſpieler, die man im Film geſehen hat.
Er weiß, frei von der Sentimentalität dieſes Schauſpieles,
Rührung zu bewirken in der kurzen Szene, da er, dem im
Duell die rechte Hand zerſchoſſen wurde, mit der Linken
wieder ſeiner Kunſt zu dienen ſucht. Auch in der ſehr
realiſtiſchen Duellſzene wirkt der Künſtler durch die diskrete
Art ſeines Spieles, die dem Filmſtück viel von
empfunde=
ner Lebenswahrheit gibt. Dieſes große Filmwerk wird
in nächſter Zeit im American Bio, Ernſt=Ludwigſtraße 23,
vorgeführt.
Der verhängnisvolle Schuß in der
Neujahrsnacht.
-g. Durch einen Zufall ſcheint man jetzt den Schützen
ermittelt zu haben, der in der Neujahrsnacht den
ver=
hängnisvollen Schuß abgab, durch den der Buchhalter
Dörſamerſchoſſen wurde. Am Freitag morgen fiel
dem Polizeiwachtmeiſter Schäfer auf, daß Dachdecker das
Haus Liebfrauenſtraße 82 aufſuchten, um Reparaturen an
einer Dachkandel vorzunehmen, was in dieſer Jahreszeit
nicht oft vorkommt. Er erkundigte ſich nach dem Grund
der Reparatur und erfuhr, daß die Dachkandel über einem
Balkon durchſchoſſen war. Bei näherer Nachforſchung
fand er dann auch ein Geſchoß, daß dem ähnelt, mit dem
der Buchhalter Dörſam erſchoſſen war. Auch die
Schuß=
waffe wurde gefunden. Es iſt ein altes Infanteriegewehr
Modell 88. Der Gefangenenaufſeher Martin Weyrich
und deſſen Bruder aus Biſchofsheim gaben zu, in der
Neujahrsnacht mit dem Gewehr ſcharf geſchoſſen zu haben,
beſtreiten aber, daß ſie den Schuß abgegeben haben, der
den Dörſam tötete. Wie Weyrich in ſeiner Vernehmung
angab, habe er von dem tödlichen Unfall erſt nachträglich
etwas erfahren. Er hat, wie das wohl leicht erklärlich iſt,
von einer Selbſtanzeige wegen des Schießens abgeſehen.
Auch der ſofort in Biſchofsheim vernommene Bruder des
Weyrich gab zu, in der fraglichen Nacht geſchoſſen zu
haben, aber zu einer ſpäteren Zeit, als der tödliche
Un=
fall ſich ereignete. Die Entfernung von der Weyrichſchen
Wohnung zu der Dörſamſchen Wohnung beträgt etwa 150
Meter. Das vorgefundene Gewehr hat eine genügende
Trag=
weite, um auf dieſe Entfernung die beobachtete Wirkung zu
erzielen. Zu unterſuchen iſt vor allem, ob die im Zimmer
des Dörſam vorgefundenen Bleiſtücke von einer durch
An=
prall zerſplitterten Kugel herrühren können, oder ob es
nicht Einzelgeſchoſſe ſind. Es iſt nicht anzunehmen, daß
Weyrich die Gefahr auf ſich genommen hat, das Gewehr
mit Bleiſtücken zu laden. Die Ermittelungen werden
fort=
geſetzt, um die gegen Weyrich und deſſen Bruder
vor=
liegenden Verdachtsgründe zu unterſuchen. Die beiden
Schützen dürften auch ſo, wenn ſich ihre Schuld an dem
Tode des Dörſam nicht erweiſen ſollte, eine gehörige
Strafe wegen ihres Schießens zu gewärtigen haben.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 10. Januar 1914.
Butter, ½ kg . . 1,30 M.Gelberüben, ½ kg . 5 Pf.
in Partien, ½ kg 1,20 M. Schwarzwurz, ½ kg 30 Pf.
7—11 Pf.
Eier, Stück .
Geflügel, Wildbret:
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück 4—10 Pf. Gänſe, ½ kg 85—90 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 2,00-2,25 M. Enten, Stück 3,50—4,00 M.
Kumpf (10 Liter) 35—40 Pf. Hahnen, Stück 1,20—2,50 M.
3—4 Pf. Hühner, Stück 2,50—3,00 M.
kg
Mäuschen, ½ kg 9—10 Pf. Tauben, Stück 60—70 Pf.
Haſen, Stück 2,50—4,00 M.
Obſt u. dergl.:
Lapins, Stück 0,90—1,00 M.
Aepfel, ½ kg . 12—25 Pf. Ziegenfleiſch, ½ kg 50 Pf.
Zitronen, Stück 4—5 Pf.
Fiſche:
Apfelſinen, Stück 4—8 Pf. Hecht, ½ kg . . . 90 Pf.
Birnen, ½ kg .00—0 Pf. Aal, ½ kg 0,90—1,00 M.
Nüſſe, ½ kg . 00—50 Pf. Karpfen, ½ kg 70—80 Pf.
Kaſtanien, ½ kg 16—18 Pf. Andere Rheinfiſche,
kg . . . . 35—60 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Rotzungen, ½ kg 50 Pf.
Kopfſalat, Stück 10—15 Pf. Schollen, ½ kg 30—40 Pf.
Endivien, Stück 5—6 Pf. Kabeljau ½ kg. 30— 35 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf. Schellfiſche ½ kg 30— 35 Pf.
Radieschen, Bündel 3 Pf.
Rettiche, Stück . 3—10 Pf. In den Fleiſchſtänden:
Meerrettich, Stück 10—30 Pf. Rindfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
Roterüben, ½ kg 5—6 Pf. Hackfleiſch, ½ kg . 76 Pf.
Zwiebeln, ½ kg 10 Pf. Rindsfett, ½ kg . 56 Pf.
Tomaten, ½ kg 20—25 Pf. Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Spinat, ½ kg 18—20 Pf. Schweinefleiſch, ½ kg 85 Pf.
Weißkraut, Stück 5—15 Pf.; Geſalzenes und Koteletts,
Rotkraut, Stück 8—30 Pf.
96 Pf.
½ kg . .
Blumenkohl, Stück 40—60 Pf. Schwartemagen u. Fleiſch=
Wirſing, Stück . 3—10 Pf. wurſt, ½ kg . . 85 Pf.
Grünkohl, Stück 5—6 Pf. Leber= und Blutwurſt,
Roſenkohl, ½ kg . 20 Pf.
kg . . . . . 70 Pf.
* Griesheim, 10. Jan. (Tötlicher Unfall.) Das
dreijährige Söhnchen eines hieſigen Einwohners fiel in
inem unbewachten Augenblick in einen Zuber mit
kochen=
er Waſchbrühe und verbrannte ſich derart, daß es nach
kurzem Krankſein verſchied.
S. Waſchenbach, 10. Jan. (Pfennigſparkaſſe.)
Bei der Pfennigſparkaſſe zu Waſchenbach betrugen im
Jahre 1913 die Einlagen 4451,80 Mark, denen 2538,80= Mk.
Rückzahlungen gegenüberſtehen. Daß die Kaſſe von den
259 Einwohnern des Ortes als eine nützliche Einrichtung
ſehr fleißig benützt wird, beweiſen folgende Zahlen. Seit
der Gründung am 1. Januar 1905 bis 1. Januar 1914
be=
laufen ſich die Einlagen auf 18956,70 Mark, die
Rückzah=
ungen im gleichen Zeitraum betragen 9857,27 Mark. Am
1. Januar 1914 haben die 107 Spareinleger zuſammen ein
Guthaben von 9099,43 Mark. Die Verwaltung der Kaſſe
liegt in den Händen der beiden Gründer Landwirt und
Gemeinderat Philipp Schneider I. und Lehrer Knecht.
h- Von der Bergſtraße, 9. Jan. (
Wohnungs=
nangel.) Faſt allerorts an der Bergſtraße entlang
herrſcht Mangel an Wohnungen, insbeſondere in der
Größe von 3—4 Zimmern. Ueberhaupt ſind die
Woh=
nungsgeſuche für das Frühjahr ſehr zahlreich. Herr
Bau=
unternehmer Kämmerer in Jugenheim hat jenſeits der
Bahnſtation ein größeres Baugelände für Errichtung von
Wohnhäuſern käuflich erworben.
Groß=Gerau, 10. Jan. (Ein ſchwerer
Ueber=
fall) wurde heute nachmittag auf die beiden Söhne des
Direktors der Zuckerfabrik Pillhardt in Groß=Gerau
ausgeführt. Der Fabrikarbeiter Emil Walther aus
Eiſenach war aus der Fabrik entlaſſen worden und klagte
nun beim Gewerbegericht. Als der geſtern nachmittag
ab=
gehaltene Termin nicht zu ſeinen Gunſten ausging, erhob
er auf der Straße einen Kanaldeckel und ſchlug
damit auf den etwa 22 Jahre alten Sohn,
der die Fabrikleitung am Gericht vertreten hatte, ein.
Der junge Mann brach bewußtlos zuſammen und wurde
in bedenklichem Zuſtande in das Krankenhaus gebracht.
Der jüngere Bruder Pillhardts ſchlug nun mit einem
Stock in der Abſicht ſeinen Bruder vor weiteren Angriffen
zu ſchützen, auf Walther ein und verletzte auch dieſen
nicht ungefährlich. Walther, der aber transportfähig
blieb, wurde feſtgenommen und in das
Unterſuch=
ungsgefängnis in Darmſtadt eingeliefert.
Offenbach. 10. Jan. (Pferde im Schaufenſter.)
Geſtern vormittag gegen 10 Uhr kamen die Pferde eines
hieſigen Spediteurgeſchäfts dem Schaufenſter einer
Wein=
handlung am Wilhelmsplatz zu nahe, und ehe der
Fuhr=
mann es hindern konnte, ſtanden die Tiere mit den
Köp=
fen in dem Schaufenſter, deſſen wertvolle Scheibe in
Trümmer gegangen war. Glücklicherweiſe hat den Tieren
dieſe eingehende nähere Beſichtigung des Weinlagers im
Schaufenſter nichts geſchadet.
Eppertshauſen, 10. Jan. (Im Zuge bedroht.)
Zwiſchen Münſter und der hieſigen Station wurde ein
Schaffner des von Dieburg 10.20 Uhr abends abgehenden
Perſonenzuges von zwei halbwüchſigen Jungen aus Ober=
Roden ſo bedroht und beläſtigt, daß er die Notbremſe
ziehen mußte.
Aus dem Rodgau, 10. Jan. (Militäriſche
Uebung.) Unſeren Bewohnern bot ſich geſtern
wieder=
einmal ein intereſſantes Schauſpiel. In dem Gelände
zwiſchen Eppertshauſen und Dudenhofen fand eine große
militäriſche Uebung ſtatt, an der teilnahmen: das Inf.=
Regt. 115 aus Darmſtadt, das Bataillon des Inf.=Regts,
168 aus Offenbach, eine Abteilung des Art.=Regts. 61 aus
Babenhauſen, die Hanauer Ulanen ſowie die Jäger aus
Aſchaffenburg. Die Uebung geſtaltete ſich zum Teil
in=
folge des aufgeweichten Geländes recht ſchwierig. So
ge=
riet ein aus 6 Mann beſtehender Kavallerieſtreifzug in
einen Sumpf und konnte nur mit Mühe befreit werden.
Nach der Uebung wurde ein Teil der Truppen mittels
Extrazügen in die Garniſonen zurückbefördert.
sd. Bürſtadt, 9. Jan. (Goldene Hochzeit.) Am
Dienstag, den 13. Januar, feiert Herr Johannes Ofen=
Nummer 11
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Seite 5.
loch IX. nebſt ſeiner Ehefrau Anna Maria geb. Ofenloch
das Feſt der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar, das 80
und 74 Jahre zählt, befindet ſich noch in völliger, geiſtiger
und körperlicher Friſche.
Biblis, 10. Jan. (Verhaftet.) Nach langem
ver=
geblichen Suchen iſt es nun gelungen, den Täter der
vielen, in letzter Zeit vorgekommenen
Einbruchdieb=
ſtähle zu ermitteln. Es wurde durch die Polizei der
Fabrikarbeiter Bühler von hier verhaftet. Bühler, der
erſt 16 Jahre alt iſt, hat nach langem Zureden bereits
vier Einbrüche hier und in Bobſtadt eingeſtanden.
Mainz, 10. Jan. (Im Rhein ertrunken.) Am
80. Dezember wurde auf der Ingelheimer Aue eine
un=
bekannte männliche Leiche geländet, die jetzt als der
Schiffer Hch. Funk aus Uſenborn (Kreis Büdingen)
erkannt wurde. Funk dürfte in der Nacht des 2. Dezember,
als er auf ſein hier vor Anker liegendes Schiff ſich
be=
geben wollte, in den Rhein geſtürzt ſein, wobei er den
Tod fand. Seit 3. Dezember wurde er vermißt.
(*) Trais=Horloff, 9. Jan. (Tötliche
Brand=
wunden) erlitt ein vierjähriges Kind im nahen
Stein=
heim. Die Mutter war in den Stall gegangen, um zu
füttern. Das vierjährige Töchterchen war dem Feuer zu
nahe gekommen, ſo daß ſeine Kleider Feuer fingen.
Jam=
merrufe ließen die Mutter in die Stube eilen. Bei dem
Löſchen erlitt die Mutter ſelbſt ſchwere Brandwunden. Das
Kind iſt geſtorben.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9 Jan. Am 7. dieſes
Monats fand im Kronprinzen=Palais unter dem
Ehren=
vorſitz der Kronprinzeſſin eine Sitzung des
Hauptvor=
ſtandes der Cecilienhilfe ſtatt, an der auch die
zur=
zeit in Berlin anweſenden Oberpräſidenten, der
Polizei=
präſident von Berlin und der Landeshauptmann von
Schleſien teilnahmen. Es konnte feſtgeſtellt werden, daß
die Organiſation der Cecilienhilfe erfreulich fortſchreitet
und die Begründung ihrer Provinzialverbände dem
Ab=
ſchluß nahe iſt. Zur Ermögrichung rſinheitlicher
prak=
tiſcher Tätigkeit ſoll nunmehr, ſoweit es nicht ſchon
ge=
ſchehen iſt, mit allen den Vereinsorganiſationen in
Ver=
bindung getreten werden, welche ähnliche oder gleiche
Auf=
gaben wie die Cecilienhilfe verfolgen. — In dem
Rechts=
ſtreit Hermann Sudermanns gegen Th.
Leſ=
ſing erkannte das Reichsgericht auf Verwerfung der
Reviſion, da gegen die Feſtſtellungen der Strafkammer des
Landgerichts III, vor der am 14. November vorigen
Jahres verhandelt wurde, nichts einzuwenden ſei. — In
dem Verſuchslaboratorium der Neuen Berliner
Meſſing=
werke zu Neu köllnbrach in der vergangenen Nacht ein
Brand aus, bei dem das Laborator um vollſtändig
aus=
brannte. Der Schaden iſt recht bedeutend.
München, 10. Jan. (Unwetter.) Infolge des
letz=
ten Schneefalles haben ſich wieder große Verkehrsſtörungen
eingeſtellt. Stellenweiſe liegt der Schnee noch 2 Meter
hoch. Die Gegend von Nordhalben iſt von der Zufuhr von
Lebensmitteln abgeſchnitten.
Lichtenau, 10. Jan. (Bei dem
Amtsgerichts=
brand) in Lichtenau (Weſtfalen) ſind der Kaſſenbeſtand,
die Grundbücher und ein Teil der Akten gerettet
worden.
Hildesheim, 10. Jan. (Hinrichtung.) Der
Dienſtknecht Marx aus Grasdorf, der die Dienſtmagd
Auguſte Kliegebiel aus Wartjenſtedt, mit der er ein
Liebesverhältnis unterhalten hatte, ermordete und
des=
wegen ſeinerzeit zum Tode verurteilt wurde, iſt heute
vormittag 8 Uhr hingerichtet worden.
Königsberg i. Pr., 10. Jan. (Schneefall.) Infolge
des geſtrigen Schneeſturmes ſind zahlreiche
Verkehrsſtör=
ungen eingetreten. Am Einfahrtsſignal der Station
Kon=
radswalde der Labiauer Strecke blieb am Morgen der
Perſonenzug 902 ſtecken. Die Vorlegemaſchine fuhr ſo
ſcharf auf den Zug, daß er entgleiſte und die Zuginſaſſen
durcheinander geworfen wurden. Es gab jedoch keine
er=
heblichen Verletzungen.
Poſen, 9. Jan. (Die Folgen des polniſchen
Boykotts) hat das größte polniſche Warenhaus der
Stadt und Provinz Poſen, Kajetan Ignatowicz, zu
tragen. Es hat ſeine Zahlungseinſtellung am 2.
Ja=
nuar auf dem Poſener Amsgericht angemeldet. Nachdem
die Polen im vergangenen Jahre plötzlich überall den
Boykott gegen die deutſchen Geſchäfte proklamiert hatten,
verlor auch Ignatowicz, der ſehr viel deutſche Kundſchaft
beſaß, dieſe infolge der netgedrungenen deutſchen
Gegen=
bewegung zum größten Teile. Die Aktiven ſollen 350000,
die Paſſiven 900000 Mk. betragen. Die Gläubiger ſind in
erſter Linie Berliner und deutſche Großhändler. In
frühe=
ren Jahren hat Herr v. Koſcielski, als das
Ignatowicz=
ſche Warenhaus ſich günſtig entwickelte, einige Male
größere Kapitalien hergegeben. Wie mitgeteilt worden
iſt, verkaufte bis zuletzt Herr Ignatowicz in ſeinem
Warenhauſe als Maſſenartikel ein künſtleriſch
ausgeführ=
tes Plakat, welches in polniſcher Sprache den bekannten
polniſchen Wahlſpruch trug: „Landsleute, kauft nuc bei
Polen!”
Graz, 10. Jan. (Buchdruckerſtreik.) Geſtern
haben die Druckereien Styria und Jonotta den
Buch=
druckertarif unterſchrieben. Die Arbeitszeit
beträgt achteinhalb Stunden. Das Minimum wird um
3 Kronen erhöht. Als allgemeine Zulagen werden 3
Kro=
nen wöchentlich bewilligt. Die Gehilfen werden paritätiſch
behandelt und der Stellenvermittelung zugeſtimmt. Nach
14tägiger Streikdauer werden vorausſichtlich in der nächſten
Woche alle Grazer Druckereien den Betrieb wieder
auf=
nehmen.
Paris 10. Jan. (Durch die
Geiſtesgegen=
wart eines Schiffsjungen) wurde die aus acht
Perſonen beſtehende Mannſchaft des Seinedampfers
„Collbri” gerettet, der an einen Pfeiler der Pariſer
Brücke angerannt war. Schon war der Hinterteil des
Dampfers überſchwemmt, als der 16jährige Schiffsjunge,
bis zum Gürtel im Waſſer ſtehend, das Rettungsboot
los=
machte und über Bord brachte ſo daß die Mannſchaft
ge=
rettet werden konnte. Das Schiff ſank in wenigen
Mi=
nuten.
Madrid, 10. Jan. (Theaterbrand.) In
Am=
poſta in der Provinz Katalonien brach geſtern während
der Vorſtellung im Theater Feuer aus. Das Theater
brannte vollkommen nieder. Perſonen kamen nicht zu
Schaden.
Bukareſt 10. Jan. (Ueber das Befinden des
Königs) wird berichtet: Der König leidet ſeit einigen
Tagen an Grippe Naſen= Kehlkopf= und
Luftröhren=
katarrh. Temperatur: 36,2; Puls: 80. Allgemeinbefinden
gut. Vorſichtshalber hütet der König das Bett.
Neu=York, 10 Jan. (Verbrecherſchlacht.) Bei
einer Revolverſchlacht zwiſchen zwei feindlichen
Ver=
brecherbanden auf dem belebien St. Marksplatz wurde der
65 Jahre alte Gerichtsſekretär Friedrich Strauß, einer
der bekannteſten Deutſchen Neu=Yorks, zufällig von einer
Kugel getroffen und getötet.
Die Stellung Preußens
im Reiche.
* Berlin, 10. Jan. Preußiſches
Herren=
haus. Der Präſident, Graf von Wedel=Piesdorf,
er=
öffnet die Sitzung um 11.15 Uhr. Auf der Tagesordnung
ſteht die einmalige Schlußberatung über den Antrag
es Grafen York von Wartenburg, betr.
Wah=
rung der Stellung Preußens im Reiche. Der
Berichterſtatter, Graf von Beer, beantragte Annahme
des Antrages, welcher dahin geht, die Königliche
Staats=
regierung zu erſuchen, im Reiche dahin zu wirken, daß
der Stellung Preußens, auf die es bei ſeiner Geſchichte
wie ſeinem Schwergewicht nach Anſpruch hat, nicht
da=
durch Abbruch geſchieht, daß eine Verſchiebung der
ſtaats=
rechtlichen Verhältniſſe zuungunſten der Einzelſtaaten
Platz greift. Der Berichterſtatter erklärt, das Herrenhaus
habe nicht nur das Recht, ſondern auch die Pflicht, die
Stellung Preußens im Reiche zu wahren.
Antragſteller Graf York von Wartenburg
führt zur Begründung ſeines Antrages aus: Wir hatten
erwartet, daß das Erinnerungsjahr an unſere glorreiche
Zeit einen Auſſchwung auf nationalem Gebiete zur Folge
haben würde. Das iſt leider nicht überall der Fall. Die
berufenen Vertreter des Volkes laſſen dieſe Geſinnung
viel ach vermiſſen. Die Verſtärkung der Armee iſt nicht
ohne die widerwärtigſten Nebenumſtände, die
Koſten=
deckung nicht ohne die bedenklichſten ſtaatsrechtlichen
Kon=
ſequenzen erfolgt. Das Beſtreben geht dahin, die Macht
des Reichstages auf Koſten derjenigen der verbündeten
Regierungen, auf Koſten derjenigen des Kaiſers zu
ver=
größern, aber auch auf Koſten der Einzelſtaaten. Ueberall
zeigt ſich das Beſtreben, in das Gebiet der Einzelſtaaten
einzugreifen. Die verbündeten Regierungen
ſind auf dem Wege fortgeſetzter
Konzeſ=
ſionen den demokratiſchen Machtgelüſten
gegenüber. Das zeigt ſich auch hinſichtlich des
preu=
ßiſchen Wahlrechts.. Bisher iſt der Bundesrat noch in
einer Stellung als Oberhaus des Reiches verblieben, die
Demokratie iſt allerdings bemüht, ihn von ſeiner Stellung
herabzudrücken. Der Reichstag hat ſich angemaßt, dem
preußiſchen Miniſterpräſidenten ein Mißtrauensvotum zu
erteilen, welches ihn veranlaſſen ſollte, zu demiſſionieren.
Dagegen verwahren wir uns. (Bravo!) Wir ſind dem
Reichskanzler dankbar für ſeine entſchiedenen Worte gegen
dieſen Beſchluß. (Bravo!) Auch bei der
mecklenburgi=
ſchen Verfaſſungsfrage hat ſich der Reichstag in die
Ge=
ſetzgebung der Einzelſtaaten eingemiſcht, und nicht immer
ſind die Regierungen mit der nötigen Schärfe dieſen
Uebergriffen entgegengetreten. Wir wünſchen, daß der
Einfluß Preußens durch die Anträge, welche Preußen
an den Bundesrat richtet, geſtärkt wird. Durch die
Aus=
dehnung der Reichsgeſetze und die Schaffung neuer
Reichs=
behörden wird die kaiſerliche Gewalt geſtärkt, aber der
König von Preußen verliert dadurch mehr, als der Kaiſer
gewinnt. Der Reichstag iſt dazu übergegangen, in
die Exekutive einzugreifen. Der Reichskanzler
hat mit Recht namens des Bundesrats erklärt, daß die
verbündeten Regierungen ſich vorbehalten, die
ſogenann=
ten kleinen Anfragen nur ſoweit zu beantworten, als es
im ſtaatlichen Intereſſe zweckmäßig iſt. Das ganze
Stre=
ben geht dahin, ein parlamentariſches Regime
durchzuführen. Der Reichstag hat ſich auch
wieder=
olt in die Kommandogewalt des Kaiſers eingemiſcht.
Leider ſind auch mehrfach entgegenkommende Erklärungen
abgegeben worden. (Zuruf: Leider!) Auch die
ſoge=
nannte Rüſtungskommiſſion miſcht ſich unter dem Schutze
der Regierung in die Exekutive ein, wobei die
Gren=
zen parlamentariſcher Zuſtändigkeit
über=
ſchritten werden. In den Zaberner Fall miſche ich
mich nicht ein, da das Urteil noch nicht gefällt iſt.
Be=
denklich iſt es aber, daß es provokatoriſch wirkt, wenn
Offiziersdamen ſpazieren gehen, nicht aber, wenn die
Marſeillaiſe geſungen wird. (Hört! hört!) Wir ſind dem
Reichskanzler dankbar für ſein mannhaftes
Eintre=
ten für die Armee trotz des Tobens der demokratiſchen
Mehrheit. (Bravo!) Preußen iſt ein Werk ſeiner
Herr=
ſcher. Auch Preußen hat das Reich gemacht. Hoffentlich
wird es nicht gelingen, das feſte Fundament Preußens zu
untergraben. (Lebhafter Beifall und Händeklatſchen.)
Reichskanzler von Bethmann Hollweg:
Meine Herren! Der Herr Graf York von
Warten=
burg hat mit beredten Worten die Rechte Preußens im
Reiche verfochten, und der lebhafte Beifall, der ihm
hier=
bei gezollt worden iſt, zeigt, von wie ſtarken
Empfindun=
gen die Ueberzeugung getragen wird, daß die führende
Rolle, die Preußen bei der Gründung des
Reiches gehabt hat, fortwirken müſſe im geſamten
wei=
teren Leben des Reiches. Für mich ſind die Ausführungen
des Herrn Grafen York von Wartenburg beſonders
wich=
tig und feſſelnd geweſen, weil ich ſie gewiſſermaßen in
doppelter Eigenſchaft als Zuhörer auf mich wirken laſſen
muß. Der preußiſche Miniſterpräſident kann den
deut=
ſchen Reichskanzler nicht vor der Tür ſtehen laſſen. Als
erſter Beamter des Königs von Preußen und des
deut=
ſchen Kaiſers empfinde er die Beziehungen der
Reichs=
politik zur preußiſchen Politik mit derjenigen Intenſität,
mit welcher die Sache des einen Teils ſo eindringlich und
mit ſo großem Nachdruck geführt wird, wie wir es ſoeben
vom Herrn Graſen York von Wartenburg gehört haben.
Das Verhältnis Preußens zum Reiche, ſeine richtige
Be=
ſtimmung, das Maß der gegenſeitigen Einwirkungen, der
unerwünſchten Rückwirkungen nach beiden Seiten, das
ſind Fragen, mit denen wir es zu tun haben. ſolange das
Reich beſteht. Der komplizierte und kunſtvollere Bau
un=
erer ſtaatlichen Einrichtungen hat von Anfang an Sorge
und Schwierigkeiten mit ſich gebracht, die anderwärts
inbekannt ſind.
Meine Herren! Sie erinnern ſich, wie gleich am
An=
fang, zur Zeit der Begründung des Norddeutſchen Bundes
und ſpäter des Deutſchen Reiches, die Befürchtung beſtand,
daß der führende Staat im Reiche den Ueberſchuß ſeiner
Macht im unitariſchen und zentraliſtiſchen Sinne
aus=
tützen werde. Die Befürchtung iſt grundlos geweſen. Die
Wahrnehmung, daß der mächtigſte Staat im Reiche die
Schranken niemals überſchreitet, die ſein Monarch und
die ſeine Staatsmänner auf der Höhe der politiſchen und
militäriſchen Erfolge in weiſer Mäßigung ſich ſelbſt
ge=
ſetzt haben, die je länger je ſtärker ſich feſtſetzende
Ueber=
zeugung, daß die Rechte und Reſervate der ihm von nun
an verbündeten Staaten von Preußen unter größerer
Berückſichtigung ihrer Eigentümlichkeiten, unter
weither=
zigſter Auslegung ſtrittiger Punkte unangetaſtet gelaſſen
wurden, alles das hat dahin geführt, daß die Dynaſtien
in Deutſchland eine ſo ſtarke Stütze des
Einheitsgedankens geworden ſind und daß heute
Preußen noch ſtets und gerade in den ſchwierigſten
Si=
tuationen im Bundesrat eine bereitwillige Unterſtützung
gefunden hat, die ihm ſeine führende Aufgabe in
dankens=
werter Weiſe erleichterte. Die Ihnen vorliegende
Reſolu=
tion ſieht ja auch nicht von dort her die Gefahr einer
Verkümmerung der Stellung, die Preußen nach ſeiner
Ge=
ſchichte und ſeiner Bedeutung hat. Sie glaubt im Gegen=
teil in der tatſächlichen Entwicklung des Reiches einen
unitariſchen Zug zu erblicken, der die Stellung aller
Ein=
zelſtaaten und damit Preußens bedroht. Meine Herren!
Auch das ſind alte Sorgen und alte Befürchtungen. (Rufe:
Nein!) Ja, meine Herren, Sie widerſprechen; ich komme
noch darauf zurück. Herr Graf York von Wartenburg iſt
doch mit ſeinen Vorwürfen gegen die verbündeten
Re=
gierungen um Jahre zurückgegangen. Und, meine Herren,
denken Sie daran, wie oft und wie leidenſchaftlich
ſeiner=
zeit ſich Fürſt Bismarck über dieſe Frage ausgeſprochen
hat, auch in dem entgegengeſetzten Sinne, je nachdem die
Gefahren von der einen oder anderen Seite ihm größer
erſchienen. Bald hat Fürſt Bismarck ſcharfe Worte gegen
den Partikularismus, auch gegen den preußiſchen
Partiku=
larismus, gebraucht, bald, und namentlich gegen das
Ende ſeines Lebens, hat er die Selbſtändigkeit der
Einzelſtaaten, hat er ihre Berechtigung, ihre Pflicht
zur Kritik an dem Gange der Reichspolitik in den
Vor=
dergrund geſchoben. (Sehr richtig!) Meine Herren! Das
mag auf den erſten Blick widerſpruchsvoll erſcheinen. In
Wirklichkeit liegt eine einheitliche Idee zugrunde, die
Fürſt Bismarck Zeit ſeines Lebens unverrückt feſtgehalten
hat: die unbedingte und ſtete Verteidigung des
Reichs=
gedankens als oberſte Pflicht Preußens, aber geſtützt nicht
bloß auf den idealen Zwang der Reichsidee, ſondern vor
allem auf die reale Macht Preußens. Bismarck wurde
nicht müde, zu betonen, daß dem deutſchen Reichskanzler
die preußiſche Wurzel nicht abgeſchnitten werden darf. In
ſeiner Stellung in Preußen ſehe er das Schwergewicht
ſeiner Macht und ſeines Einfluſſes. In dieſer ſeiner
Stellung in Preußen erblicke er die Sicherheit dagegen,
daß die Reichsgewalt nicht in das Gebiet der preußiſchen
Staatshoheit übergreift, daß damit das Reich nicht
be=
rechtigte Intereſſen des preußiſchen Staates
beeinträch=
tigt. Dieſe Grundlagen ſind unverändert geblieben (
Zu=
ruf: Nein!) und muß — nun, meine Herren, wenn Sie
es beſtreiten wollen, ſo laſſen Sie mich dieſen Satz erſt
ausſprechen — daß dieſe Grundlage auch unverändert
erhalten werden muß im Intereſſe des Reiches. (
Leb=
haftes Bravo!) Noch heute iſt es undenkbar, daß das
Verhalten des Reichskanzlers — ich gebrauche ein Wort
Bismarcks — in wichtigen Fragen das Einverſtändnis
des preußiſchen Staatsminiſteriums entbehren könnte, daß
in wichtigen Angelegenheiten, zum Beiſpiel bei neuen
Ge=
ſetzen, die preußiſche Stimme im Bundesrat erhoben
würde, ohne die Zuſtimmung der übrigen in Preußen
ver=
antwortlichen Reſſortchefs zu haben. Meine Herren! Das
ſind Worte, die Bismarck 1867 geſprochen hat, aber
ſie ſind heute genau ſo maßgebend wie damals.,
Auch ich würde es heute nie unternehmen, ein
Geſetz einzubringen, zu dem ich nicht die Zuſtimmung des
preußiſchen Staatsminiſteriums hätte. Wenn ich dieſe
Worte Bismarcks angeführt habe, ſo hat ſpäter allerdings
ſich Bismarck zu dem Grundſatz bekannt, daß der größte
Staat im Reiche auch den weiteren Geſichtskreis haben
müſſe, und daß, wenn der Menſch mit ſeinen größeren
Zwecken wachſe, dieſe höheren Geſichtspunkte, dieſer
wei=
tere Geſichtskreis des größten Staates ſich allen ſeinen
Mitgliedern mitteilen müſſe, damit nicht eine Spezies des
Partikularismus, der parlamentariſche Partikularismus,
in die Höhe komme. Meine Herren! So beſtand ſchon für
den großen Kanzler ein Dualismus, Preußen und das
Reich. In ſeiner unvergleichlichen Staatskunſt verſtand
er ihn zu überwinden, indem er niemals die Frage
iſo=
lierte: Was iſt für Preußen erſprießlich?, ſondern: Was
iſt für das Deutſche Reich erſprießlich? auch bei ſeiner
preußiſchen Politik niemals aus den Augen verlor.
Die=
ſen Dualismus aus unſerem Leben zu beſeitigen, das iſt
ein Ding der Unmöglichkeit. Wir müſſen uns hiermit als
mit einer durch das geſchichtliche Werden unſerer Zuſtände
gegebenen Tatſache abfinden und die unvermeidlichen
Reibungen nach Möglichkeit zu mindern ſuchen. Die
Auf=
gaben, die hier Preußen erwachſen, ſind mit der Zeit
im=
mer größer, immer verantwortungsvoller und immer
ſchwieriger geworden. Die Anfeindungen Preußens ſind
dauernd gewachſen, daran kann niemand zweiſeln, der
die Geſchichte der letzten Jahrzehnte offenen Auges
ver=
folgt hat. Der Gründe dafür ſind mancherlei. Der
Weg=
fall der perſönlichen Autorität der großen Gründer des
Reiches iſt ein Moment, das wir Epigonen uns oft
ein=
geſtehen müſſen. Aber auch der geiſtige Zuſtand jener
Zeit iſt ein anderer geweſen als heute. Wir Deutſchen
haben das Reich dem preußiſchen Staat zu verdanken.
Das ſtand damals jedem Deutſchen klar vor Augen. Mit
der durch die ſpätere bewährte Sicherheit unſeres
natio=
nalen Gemeinbeſitzes ſind die Erinnerungen an die
natio=
nalen Kampfjahre in den Hintergrund getreten gegen die
materiellen Intereſſen der Gegenwart. Wir ſind dahin
gekommen, daß die Parteien vielfach von wirtſchaftlichen
und ſonſtigen Intereſſengemeinſchaften ſich leiten laſſen
und daß ſie die Vertretung der ſtaatlichen Intereſſen der
Regieruna überlaſſen. Denken Sie, meine Herren, an die
ſiebziger Jahre, ſo finden Sie im Reiche und in Preußen
trotz der Verſchiedenheit des Wahlrechts Parlamente, die
in ihrer inneren Struktur nicht allzu weit voneinander
ab=
wichen. Das iſt bald anders geworden. Schon im
An=
fang der achtziger Jahre erhob Treitſchke ſeine Stimme
und wies auf die Schwierigkeiten und Gefahren hin,
welche drohen, wenn die beiden mächtigſten
repräſenta=
tiven Körperſchaften von verſchiedenem Geiſte beſeelt
wer=
den. Die Entwicklung der Verhältniſſe hat dieſe
Dis=
parität der parlamentariſchen Zuſtände
im Reiche und in Preußen immer mehr verſchärft.
Die Stellung der Regierung, die mit beiden Parlamenten
zu arbeiten hat, iſt damit eine immer ſchwierigere
ge=
worden.
Der fortgeſchrittene Liberalismus will bekanntlich das
Problem damit löſen, daß die parlamentariſchen Zuſtände
in Preußen jenen im Reiche gleichgemacht werden. Das
iſt ein ungangbarer Weg. (Lebhaftes Bravo!) Die
innere Struktur Preußens wird von der des Reiches
im=
mer verſchieden ſein und bleiben müſſen. (Sehr richtig!)
Die auf die breite Volksmaſſe geſtellte Entwicklung im
Reiche bedarf des preußiſchen Staates, der, aufgebaut auf
ein feſtes militäriſches Fundament und auf eine
unlös=
liche Zuſammengehörigkeit des geſamten Volkes mit der
Dynaſtie, für alle Wechſelfälle den nötigen und ſtarken
Rückhalt bietet. Dieſer geſchichtliche Beruf Preußens iſt
auch heute und er iſt auch in Jahrzehnten nicht überlebt,
und kein preußiſcher Staatsmann wird ſich bereit finden,
ihn dem Andrängen demokratiſcher Tendenzen
aufzu=
opfern. (Lebhafter Beifall.)
Wenn ich nun zu den praktiſchen Ausführungen des
Grafen York übergehe, ſo ſpricht die Reſolution die
Be=
ſorgnis und den Vorwurf aus, daß die
ſtaatsrecht=
lichen Verhältniſſe im Reiche zuungunſten
der Einzelſtaaten verſchoben worden ſeien. Ich
will einzelne Punkte von dem berühren, was Graf York
in dieſem Zuſammenhange ausgeführt hat. Ich will auf
den Vorwurf in der Vergangenheit, die Einführung der
Reichstagsdiäten, nicht eingehen. Ich nehme an, daß ſie
ein exemplifikatoriſcher Hinweis geweſen ſein ſollen. Auch
auf die vom Grafen York angezogene Aeußerung des
Staatsſekretärs des Innern bezüglich des
Wohnungs=
geſetzes will ich nicht des näheren eingehen. Wenn dieſe
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Nummer 11.
Aeußerung dahin verſtanden worden iſt, als hätte ſie eine
Drohung gegen Preußen ſein ſollen, ſo ergibt ſich, daß
dies falſch iſt, ſchon daraus, daß tatſächlich zu jener Zeit
im preußiſchen Staatsminiſterium bereits die
Ausarbei=
tung eines Wohnungsgeſetzes beſchloſſen war. Ueber die
Steuergeſetzgebung des Reiches im vergangenen Jahre
hat Graf York ſich nur erbittert geäußert. Wenn ich mich
ausführlich dazu äußern ſollte, ſo müßte ich zurückgehen
auf die Geſchichte der Reichsfinanzen bis zum Jahre
1906, auf die erſtmalige Einbringung der Erbſchaftsſteuer,
auf die Vorgänge im Jahre 1909. Ich würde weiter auf
die Vorgänge im Reiche in den Jahren 1912 und 1913
zurückgreifen müſſen, kurz, meine Herren, ich müßte eine
ſehr ausführliche Darſtellung der geſamten Entwicklung
geben, die ſchließlich, das will ich ganz offen bekennen und
das habe ich auch im Reichstage getan, die ſchließlich zu
einer Anſpannung der Beſitzſteuer
zugun=
ſten des Reiches geführt hat, die auch ich
be=
dauere; ich glaube aber, daß es ſchwieriger ſein würde,
über dieſen Gegenſtand einmal in separato zu ſprechen.
Ich verzichte darauf, nähere Ausführungen hierzu zu
machen. In den Ausführungen des Grafen York von
Wartenburg, auf die ich jetzt eingehen will, haben eine
große Rolle geſpielt die Intentionen, die der Reichstag
ſeinerſeits gezeigt hat. Graf York hat von Reſolutionen
geſprochen, die anläßlich der Wehrvorlage im vorigen
Jahre vom Reichstage beſchloſſen worden ſind, und er hat
dabei getadelt, daß von ſeiten des damaligen
Kriegs=
miniſters entgegenkommende Erklärungen abgegeben
wor=
den wären. Aber ich kann gegen die verbündeten
Re=
gierungen Vorwürfe nur gelten laſſen, inſoweit die
ver=
bündeten Regierungen auch derartige Reſolutionen
tat=
ſächlich etwa veranlaßt haben, und in dieſer Beziehung
habe ich Beweiſe in der Rede des Grafen York vermißt.
Graf York von Wartenburg hat die elſaß=
lothrin=
giſche Verfaſſung beruhrt. Ich weiß, daß mir
des=
wegen zahlreiche und ſchwere Vorwürfe gemacht werden.
Ich will auf die Erwägungen, welche mich zu der
Ueber=
zeugung geführt haben, daß die damalige Geſetzgebung
richtige geweſen iſt, hier nicht noch einmal eingehen. Ich
habe mich darüber im Reichstage und auch im
Abgeord=
netenhauſe ſeinerzeit ausführlich ausgeſprochen. Es kann
ſich doch nur darum handeln, inwieweit durch die
elſaß=
lothringiſche Verfaſſung Rechte der Einzelſtaaten
erſchüt=
tert worden ſind; unzweifelhaft nicht durch die Einſetzung
der Erſten Kammer und auch nicht durch das Wahlrecht
zur Zweiten Kammer, wohl aber, davon hat Graf York
geſprochen, durch die Verleihung von
Bundes=
ratsſtimmen an die Reichslande. Das
Ver=
hältnis des Reiches zu den Bundesſtaaten iſt dadurch
in=
direkt nicht berührt worden. Es handelt ſich nur um eine
Verſchiebung der Machtverhältniſſe innerhalb der
Bun=
desſtaalen. (Zuruf: Preußens zu den anderen
Bundes=
regierungen!) Nun gebe ich gewiß zu. eine ſolche
Ver=
ſchiebung hat durch die elſaß=lothringiſchen
Bundesſtim=
men tatſächlich Platz gegriffen, und zwar zuungunſten
Preußens. (Hört! hört!) Jawohl, meine Herren, und
ich gebe weiter zu und ſtimme dem Grafen York
voll=
kommen bei, daß die Beſtimmung, daß die elſaß=
lothrin=
giſchen Stimmen nur gezählt werden ſollen, wenn ſie
gegen Preußen abgegeben werden, das preußiſche Gefühl
verſtimmen muß. (Lebhaftes Sehr richtig!) Aber, meine
Herren, ich bitte Sie, auch zu bedenken, daß es ein und
dieſelbe Perſon iſt, der König von Preußen und der
deut=
ſche Kaiſer, welcher ſowohl die reichsländiſchen wie die
preußiſchen Stimmen inſtruiert, und daß, wenn die
bei=
den Stimmen einmal im entgegengeſetzten Sinne
ab=
gegeben werden ſollten, es ſich immer nur um Fälle
han=
deln kann, in denen der König von Preußen und der
deutſche Kaiſer einen Diſſenſus zwiſchen beiden Stimmen
mit dem ſtaatlichen Intereſſe vereinbar erachtet.
Herr Graf York hat dann weiter geſprochen von den
kurzen Anfragen im Reichstage und von den
Beſchlüſſen, welche an Interpellationen angeknüpft
wer=
den können. Ueber dieſelben Gegenſtände, die jetzt den
Inhalt von kurzen Anfragen bilden, konnte der Reichstag
auch vorher die verbündeten Regierungen um Au klärung
bitten. Die Auskunft konnte erteilt oder abgelehnt
wer=
den, genau ſo wie jetzt, nur daß damals derartige Fragen
an die verbündeten Regierungen nur geſtellt werden
konn=
ten in Verbindung mit einem beſtimmten Gegenſtand der
Tagesordnung oder in der Form von Interpellationen.
Dieſe zeitliche Beſchränkung iſt beſeitigt, weil der
Reichs=
tag ſeine Teilnahme an den politiſchen Geſchäften hat
er=
leichtern, vielleicht auch erweitern wollen. Inwieweit eine
Erweiterung eingeführt wird, iſt lediglich Sache der
ver=
bündeten Regierungen und des Reichskanzlers. Aber ich
gebe den Herren die Verſicherung, daß ich es zu
verhin=
dern wiſſen werde, daß aus der Beantwortung ſolcher
Anfragen ein Uebergriff in die Legislative des Reiches
erfolgt. (Beifall.) Nun, meine Herren, was die an
Interpellationen geknüpften Anträge anlangt, ſo handelt
es ſich dabei — ich habe darüber wiederholt im
Reichs=
tage geſprochen — um einen einſeitigen Akt der
Aen=
derung der Geſchäftsordnung des Reichstages, der
zu=
ſtande gekommen iſt ohne Mitwirkung des anderen
Fak=
tors der Geſetzgebung. Daß dieſe Beſchlüſſe, die an
In=
terpellationen geknüpft werden, keinerlei ſtaatsrechtliche
Bedeutung haben, auch das habe ich ſeinerzeit im
Reichs=
tage ausdrücklich erklären laſſen, und, meine Herren, ich
glaube, daß ich dieſe meine Anſicht auch in den letzten
Tagen bewieſen habe. Dieſe Beſchlüſſe, die an
Inter=
pellationen geknüpft werden, bedeuten ja nichts weiter
wie die Konſtatierung einer Meinungsverſchiedenheit
zwi=
ſchen dem Reichstage und dem Reichskanzler in einem
einzelnen Falle.
Bemängelt hat Graf York auch noch die
Rüſtungs=
kommiſſion. Ich darf vorweg bemerken, daß dieſe
Rüſt=
ungskommiſſion keine Kommiſſion des Reichstages oder
der verbündeten Regierungen iſt, ſondern eine Kommiſſion
die der Reichskanzler eingeſetzt hat zu ſeiner Information
über die vielfach komplizierten wirtſchaftlichen Verhältniſſe
auf dem Gebiete des Rüſtungslieferungsweſens. Es iſt
ſelbſtverſtändlich, meine Herren, daß dieſer Kommiſſion
ein Kontrollrecht über die Verwaltung in keiner Weiſe
zu=
ſteht. (Zuruf: Vorläufig!) Aber, meine Herren, es iſt
mir nicht zweifelhaft, daß die Kritik über dieſe
Kommiſ=
ſion, die der Reichskanzler lediglich in ſeiner Eigenſchaft
als ſolcher und nicht als Bundesratsbevollmächtigter
her=
beigeführt hat, daß für dieſe Kritik auch der Reichstag da
iſt. Meine Herren, im übrigen will ich dazu bemerken, daß
dieſe Kommiſſion kein Novum darſtellt. Denken Sie an
die Börſenenquetekommiſſion, an das ſogenannte
Fleiſch=
parlament und an viele andere Kommiſſionen! Ich werde
ebenſo wie Graf York über Zabern nicht ſprechen. Recht
wird auch dort Recht bleiben, ebenſo wie überall im
Deut=
ſchen Reiche. Aber eines möchte ich bei dieſer Gelegenheit
doch erwähnen: in den letzten Wochen iſt es mir eine hohe
Genugtuung geweſen, zu ſehen, wie das ganze preußiſche
Volk ans Herz gepackt wird, ſobald an der Ehre der Armee
gerührt wird. (Lebhafter Beifall.) Dann wird auch der
kühle Norddeutſche warm. Ich ſehe das noch täglich durch
unzählige Zuſchriften, die ich aus allen Ständen,
vornehm=
lich von einfachen Leuten, erhalte. Das preußiſche Volk
ſieht eben in ſeiner Armee die Verkörperung ſeiner Macht
und ſeiner Stärke, die ſtärkſte Stütze für Ordnung und für
Recht, und dieſes Volksheer, geführt von ſeinem König,
intakt zu erhalten gegen alle Angriffe, es nicht werden zu
laſſen zu einem Parlamentsheer, von dem der Herr Graf
York ſoeben geſprochen hat, das iſt der leidenſchaftliche
Wunſch jedes verfaſſungstreuen Preußen; und ich ſehe es
als meine Hauptpflicht an, die Unverſehrtheit dieſes
Volks=
heeres unter königliche Führung aufrechtzuerhalten gegen
jeden Anſturm.
Meine Herren! Was wir unſerer Armee in der
Ver=
gangenheit zu verdanken haben, das brauche ich hier nicht
auszuſprechen, aber keiner würde die Verantwortung
da=
für tragen können, daß er an der Organiſation dieſes
preußiſch=deutſchen Heeres auch nur einen Deut rütteln
läßt, weil dieſes Heer der Eckſtein iſt der Macht und Stärke
Preußens und Deutſchlands. Laſſen Sie mich zum Schluß
an den Ausgang meiner Bemerkungen anknüpfen: Der
Beruf Preußens, den es bei der Gründung des Reiches zu
erfüllen hatte, iſt nicht abgeſchloſſen. Die Aufgabe
Preu=
ßens im Reiche iſt mit den Jahren nicht leichter, ſondern
ſchwerer geworden. (Sehr wahr!) Sollte Preußen auf
dieſen ſeinen geſchichtlichen Beruf verzichten, ſo läge darin
ein Verzicht nicht etwa auf ein uſurpiertes Vorrecht,
ſon=
dern eine Vernachläſſigung ſeiner Pflichten gegen das
Reich. Nicht, um preußiſchen Partikularismus zu
vertre=
ten, iſt die Präſidialmacht Preußen geſchaffen worden,
ſon=
dern, um in den Geſchäften des Reiches die ganze Kraft
des Staatsgedankens zum Ausdruck zu bringen, den
Preu=
ßen verkörpert. Dieſes Preußentum muß unter allen
Um=
ſtänden hoch und unverſehrt gehalten werden; nicht gegen
das Reich, ſondern für das Reich. (Bravo!) Bismarck
erzählt davon, daß König Wilhelm I., allerdings in einem
anderen Zuſammenhange, bei der ſchleswig=holſteiniſchen
Eviſode, ihn vorwurfsvoll gefragt habe: „Sind Sie denn
nicht auch ein Deutſcher?‟ Dieſe Frage kommt mir
un=
willkürlich in den Sinn, wenn Sie mich fragen: „Sind
Sie nicht auch ein Preuße?” Aus der Verſchmelzung
bei=
der Gedanken iſt das Deutſche Reich erwachſen, und es
wird kräftig bleiben, wenn wir insgeſamt zu jeder Zeit
beide Fragen mit einem überzeugten Ja beantworten.
(Lebhafter Beifall.)
Auf Antrag des Fürſten Hatzfeld wird hierauf mit
großer Mehrheit die Diskuſſion geſchloſſen.
In ſeinem Schlußwort erklärt Graf York von
Wartenburg, daß es ihm völlig ferngelegen habe,
mit ſeinem Antrag dem Miniſterpräſidenten ein
Miß=
trauensvotum auszuſprechen. Oberbürgermeiſter Körte=
Königsberg wendet ſich gegen die Vornahme einer
Abſtimmung über den Antrag, da dann im Volk
die Auffaſſung entſtehen würde, es handle ſich um ein
Mißtrauensvotum gegen den Miniſterpräſidenten. Graſ
Behr beantragt namentliche Abſtimmung.
Stadt=
direktor Tramm=Hannover und Profeſſor Reinke=
Kiel ſchließen ſich den Ausführungen des
Oberbürgermei=
ſters Körte an. Der Antrag wird mit 185 gegen
20 Stimmen bei drei Stimmenthaltungen: des
Staats=
ſekretärs Krätke, des Staatsſekretärs Dr. Lisco und des
Herrn Dr. Becker=Köln, angenommen. Gegen den
Antrag ſtimmten unter anderem: Graf Häſeler, Graf
Hut=
ten=Czapski, Oberbürgermeiſter Körte, Reimarus=
Magde=
burg, Kynaſt=Graudenz, Mertens=Elbina, die Profeſſoren
Reinke=Kiel, Dr. Küſter=Marbura, Bankier von
Mendels=
ſohn, Dr. Dernbura und Prinz Schönaich=Carolath.
Prä=
ſident Graf Wedel=Piesdorf erhält vom Hauſe die
Ermäch=
tigung, dem Kaiſer die Glückwünſche des Hauſes zu ſeinem
Geburtstag zu übermitteln.
Nächſte Sitzung unbeſtimmt.
Gerichtszeitung.
Prozeß gegen den Oberſt von Reuter.
* Straßburg, 10. Jan. Im Prozeß gegen
Oberſt von Reuter und Leutnant Schad wurde heute
vormittag 10 Uhr 45 Min. das Urteil verkündet. Es lautet
auf Freiſprechung beider Angeklagten von
ſämtlichen Anklagepunkten. Die Koſten des Verfahrens
trägt der Fiskus.
* Straßburg, 10. Jan. Die Begründung
des Urteils, die vom Verhandlungsleiter vor
Bekannt=
gabe des Urteilstenors verleſen wurde, verbreitet ſich
zu=
nächſt in großen Umriſſen unter chronologiſcher
Schilder=
ung der Vorgänge in Zabern. Zunächſt werden die
ein=
zelnen Fälle, Beläſtigungen und Beſchimpfungen von
Offi=
zieren, die Steinwürfe und Anſammlungen auf der Straße
und die Ungenügendheit der Polizei feſtgeſtellt, ebenſo die
Verhetzung des Zaberner Publikums durch den Zaberner
Anzeiger, deſſen Artikel ſogar auf der Straße angeſchlagen
wurden. Dann kamen die beleidigenden Zurufe und Rufe
wie „Vive la France” und „merde la Pruſſe” wie durch
Zeugen feſtgeſtellt wurde. Es kann keinem Zweifel
unter=
liegen, daß alle dieſe Anſammlungen und Zurufe
den=
ſelben Zweck hatten. Gegenüber den Bekundungen der
Zaberner Zeugen aus dem Richterſtande, die angaben, von
einer Anſammlung nichts geſehen und Johlen nicht gehört
zu haben, beiont das Urteil; es ſei nicht ausgeſchloſſen,
daß dieſe poſitiven Wahrnehmungen den Juriſten
entgan=
gen ſein möchten, da ja auch Pauſen in den Rufen und
Pfeifen eingetreten ſeien.
Von beſonderem Wert iſt die Feſtſtellung, daß die
erſten Feſtnahmen ſeitens des Militärs am 28.
No=
vember durchaus berechtigt waren. Durch
rechtzeitiges und kräftiges Eingreifen
wäre dem ganzen Uebelſtand begegnet
wor=
den. Statt deſſen begnügten ſich Polizei und
Gendar=
merie lediglich damit, die Offiziere zu ſchützen. Am 28.
November hat die Polizeigewalt
tatſächlichver=
ſagt. Unter ſolchen Umſtänden, wo die Vertreter der
Staatshoheit beſchimpft und bedroht waren, da konnte es
keinem Zweifel unterliegen, daß jede Militärperſon
un=
bedingt dazu kommen mußte, ſich an ihre Dienſtvorſchriften
zu halten, ohne deren ſtaatsrechtliche Gültigkeit zu prüfen.
Unter Belegung mit Zitaten von Leuemann und Laband
wird unter anderem feſtgeſtellt, daß bezüglich der hier
er=
folgten Berückſichtigung älterer militäriſcher Vorſchriften
ſtaatsrechtliche Bedenken nicht geltend gemacht werden
kön=
nen und daß ältere Beſtimmungen teils Geſetze teils
Re=
ſkripte im Sinne des § 61 der Reichsverfaſſung ſeien. Auch
einige der Zeugen aus dem Zivilſtande beſtätigten
aus=
drücklich, daß das Einſchreiten des Militärs
geboten war, um die Ruhe und Autorität herzuſtellen.
Der Angeklagte von Reuter hatte, wie er betonte, das
Bewußtſein, daß er zu ſeiner Handlungsweiſe
berechtigt war und ſich durchaus nicht einer
unbefug=
ten Anmaßung bewußt ſei. Auch eine unberechtigte
Nötig=
ung oder vorſätzliche und unberechtigte Feſtnahme durch
Mißbrauch ſeiner Dienſtgewalt nach § 243 des R. St.G.
läge nicht vor. Auch die Inhaftbehaltung der
Feſtgenommenen war berechtigt, da die
Frei=
laſſung der Leute noch am Abend zu den ſchwerſten
Aus=
ſchreitungen und Blutvergießen hätte führen müſſen.
Das Gericht kommt, wie bereits gemeldet, zu dem
Erkenntnis: Oberſt von Reuter wird von der
An=
klage der Freiheitsberaubung in Verbindung mit
Nötig=
ung freigeſprochen.
Bezüglich der Angeklagten Schad ſei zu bemerken,
daß von einer widerrechtlichen Freiheitsberaubung durch
ihn nicht die Rede ſein könne. Der Anſchuldigung
gegen=
über, Schad ſei unberechtigt in die Wohnungen der
Zeu=
gen Levy und Gunz eingedrungen, wird feſtgeſtellt, daß
nach den bezüglichen militäriſchen Beſtimmungen Schad
als Wachthabender und dienſtlich mit der Feſtnahme von
Perſonen beauftragt war, die ſich etwa einer
Geſetzwidrig=
keit ſchuldig gemacht hatten. Leutnant Schad hielt ſich zu
ſeinem Vorgehen für berechtigt. Was die vorſätzliche
kör=
perliche Mißhandlung des Zeugen Kornmann anbelangt,
ſo hat das Gericht keine Veranlaſſung, dem einzigen
Zeu=
gen, dem Kornmann ſelbſt, Glauben zu ſchenken. Auch ſei
nicht anzunehmen, daß durch einen Schlag mit der flachen
Hand ein Backenzahn ſich löſe. Das Gericht hält einen
ſchlüſſigen Beweis nicht für erbracht und ſpricht in dubio
pro reo auch in dieſem Punkte den Angeklagten für
voll=
kommen ſchuldfrei.
Berufungsverhandlung gegen Leutnant von Forſtner.
* Straßburg, 10. Jan. Vor dem oberſten Korps=
Kriegsgericht begann heute vormittag 9 Uhr 10 Min.
die Berufungsverhandlung gegen Leutnant Freiherrn von
Forſtner wegen des Dettweiler Falles. Den
Vorſitz führt Oberſt Mengelbier. Die Anklage vertritt
Kriegsgerichtsrat Jergens; die Verteidigung des
Ange=
klagten hat Rittmeiſter Köhler vom 15. Dragoner=
Regi=
ment in Hagenau. Als Beiſitzer fungieren Oberſt von
Scherbening und die Hauptleute von Reitzenſtein, von
Kolm und Voges, ſowie Kriegsgerichtsrat Meves. Bei
Beginn der Verhandlung iſt Oberſt von Reuter anweſend.
ebenſo der Chef des Generalſtabs Graf von Walderſee.
Verhandlungsführer iſt Oberkriegsgerichtsrat Stud. Im
Laufe der Berufungsverhandlung gegen Leutnant von
Forſtner gab. Oberſt von Reuter als Zeuge die
Erklärung ab, daß er ſeinen Offizieren unter Hinweis auf
die Inſtruktionen über den Waffengebrauch den ſtrikten
Befehl erteilt habe, keinerlei Beleidigungen
zu dulden und im Notfalle die Waffe zu gebrauchen.
Die Beweisaufnahme ergab im übrigen das gleiche Bild
wie in der erſten Verhandlung. Es wurde feſtgeſtellt, daß
Blanck, ein äußerſt kräftiger Menſch, von vier Leuten
feſt=
gehalten worden war, ſich aber dann von zweien losriß=
Leutnant von Forſtner erklärte, er habe damit rechnen
müſſen, daß Blanck, der bei ſeiner Feſtnahme dem
Fahnen=
junker Wies zwei Schläge verſetzt habe, auch ihn ſchlagen
würde. Einem Schlage aber hätte er unter allen
Umſtän=
den vorbeugen müſſen, denn nach geſchehener Tat wäre
das Ehrenkleid der Armee geſchändet und ſein Verbleiben
in der Armee ausgeſchloſſen geweſen. Der Anklagevertreter
beantragte Freiſprechung.
* Straßburg, 10. Jan. In dem Prozeß gegen
den Leutnant von Forſtner vor dem
Oberkriegs=
gericht wegen des Vorfalles in Dettweiler wurde um
2 Uhr das Urteil verkündet. Leutnant von Forſtner
wurde freigeſprochen.
* Straßburg, 10. Jan. Die
Urteilsverkün=
dung im Prozeß Forſtner ſtürtzt ſich auf § 53 des
Reichs=
ſtrafgeſetzbuches, betreffend Notwehr. Das Gericht hat
anerkannt, daß der Schuſter Blanck tatſächlich den Ausdruck
„Warte Junge, du wirſt gemetzt” gebraucht hat. Der
Fahnenjunker Wies, der den Ausdruck hinter ſich vernahm,
drehte ſich um und ſah einen Mann, der in die Taſche griff,
als wolle er ein Meſſer herausziehen. Er habe dieſen
Mann mit Beſtimmtheit als den Schuſter Blanck
bezeich=
net, da kein anderer in Frage kommen könne und eine zweite
Perſon nicht da war. Leutnant von Forſtner konnte
an=
nehmen, daß Blanck ſich auf ihn ſtürzen wollte. Notwehr
lag in vollem Umfange vor.
* Straßburg, 10. Jan. Im Prozeß gegen
Leut=
nant von Forſtner wurde heute aus den
Verhandlün=
gen bekannt, daß von Forſtner am 17. November wegen
des Ausdruckes „Wackes” ſechs Tage Stubenarreſt
erhielt.
Die Rüſtungskommiſſion.
* Berlin, 10. Jan. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung widmet den Verhandlungen der
Rüſt=
ungskommiſſion eine Beſprechung, in der es
heißt: Die zweitägigen Verhandlungen der Kommiſſion
zur Prüfung der Rüſtungslieferungen haben, wie die
ver=
öffentlichten Berichte dartun, in keiner Weiſe die
Befürch=
tungen derer bewahrheitet, welche glaubten, daß mit dem
Einſetzen der Kommiſſion ein neuer Schritt auf dem
Wege zum parlamentariſchen Syſtem getan ſei. Die
über=
aus lebhaften Verhandlungen, die an den beiden
Sitz=
ungstagen zwiſchen den der Kommiſſion angehörigen
Reichstagsmitgliedern und einer Reihe von Vertretern
unſerer größten wirtſchaftlichen Betriebe ſtattfanden,
führten in dem Rahmen der Kommiſſionsaufgaben zu
Ausſprachen, die auch von dem allgemeinen politiſchen
Standpunkte aus als wertvolle zu betrachten ſind.
Imz=
beſondere gilt dies von der Klarſtellung der Reſolution,
die der Reichstag bei der Verabſchiedung der
Wehr=
vorlage hinſichtlich der künftigen Art der
Ver=
gebung der Rüſtungslieferungen gefaßt hat. Mit
voller Zuſtimmung auch derjenigen Abgeordneten, welche
dieſe Reſolution eingebracht haben, konnte feſtgeſtellt
wer=
den, daß ihr keineswegs ein Mißtrauen gegen die
Leiſtungen der Rüſtungsinduſtrie, oder die Abſicht, dieſe
gegenüber den ſtaatlichen Inſtituten zurückzudrängen, zu
Grunde lag. Durch den Vorſchlag des geſchäftsleitenden
Ausſchuſſes der Kommiſſion, für die wichtigſten Zweige
der Rüſtungslieferungen, Referenten teils aus
Mitglie=
dern des Reichstages, teils aus Vertretern der Induſtrie
zu beſtellen. die Hand in Hand mit den Reſſorts die
Me=
thode der Rüſtungslieferungen prüfen ſollen, werden, wie
ſchon jetzt zu erwarten iſt, praktiſche Erfolge errungen,
unbegründete Anariffe entkräftet und damit unſer
öffent=
liches Leben vergiftende Auseinanderſetzungen
ausgeſchal=
tet, ſowie das Heer und die Marine in ihrer nationalen
Arbeit geſtärkt und gefördert.
Literariſches.
— „Ranken” Bücher für die Jugend. Herausgeber
Heinrich Terbrüggen. Düſſel=Verlag, Düſſeldorf. Band 2:
Münchhauſens wunderbare Reiſen. Band 3: Die drei
Haulemännchen und andere Märchen von Grimm. Band 17
Kaſperl bei den Menſchenfreſſern und andere
Schattenbil=
der von F. Pocci. In bunter Folge reihen ſich die Bücher
aneinander. Durch dieſe billige Ausgabe in den Ranken
iſt es allen Eltern ermöglicht, ihren Kindern guten
Leſe=
ſtoff zu ſichern. Für die Illuſtration haben ſich Künſtler
gefunden, die ſich mit Luſt und Liebe in das Verſtändnis
der Kinder hineinverſenkt haben.
Nummer 11.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Seite 7.
Die Lage der heſſiſchen Staatsfinanzen.
* Dem ſoeben zur Ausgabe gelangten
Hauptvor=
anſchlag der Staatseinnahmen und=Ausgaben des
Großyerzogtums für das Etatsjahr 1914 hat Seine
Exz. Finanzminiſter Dr. Braun einen längeren
einlei=
tenden Bericht beigegben, dem wir folgendes entnehmen:
Auf Grund des geſamten vorgelegten Materials iſt
zur dermaligen Lage der Staatsfinanzen
im allgemeinen das Nachfolgende zu bemerken:
Der Voranſchlag für die Verwaltungs=Einnahmen
und=Ausgaben des Etatsjahres 1912 ſchloß mit einem
dem Reſteſonds zugewieſenen Ueberſchuß von 2 175673,94
Mark ab. Dabei war noch nach Vorſchrift des alten
Aus=
gleichsfondsgeſetzes als Anteil der Verwaltung an den
Reineinnahmen dieſes Fonds — hauptſächlich aus
Eiſen=
baynuverſchüſſen — der feſte Betrag von 3500000 M. als
Einnahme eingeſtellt. Im Voranſchlag nicht vorgeſehen
waren dagegen die durch das Geſetz vom 17. Juli 1912
für 1912 bewilligten Beträge für Aufbeſſerung der
Beam=
ten= und Lehrerbezüge uſw. Gleiches gilt für die mit dieſen
Aufbeſſerungen zuſammenhängenden neuen Einnahmen an
Urkundenſtempel und Zuſchlägen zur
Reichserbſchafts=
ſteuer. Die Rechnung umfaßt nun aber dieſe
Meyraus=
gaben und Mehreinnahmen; ſie führt ſelbſtverſtändlich auch
jenen etatsmäßigen Ueberſchuß als Ausgabe an den
Reſte=
fonds auf. Ihr Abſchluß ergab einen Fehlbetrag von
49732,62 M., der durch einen Zuſchuß aus dem Reſtefonds
in gleicher Höhe gedeckt wurde. Trotz des „Fehlbetrags”
iſt dieſes Ergebnis als gut zu bezeichnen. Es ſagt uns,
daß der ganze Aufwand für die Gehaltsaufbeſſerung der
Beamten, Lehrer uſw. bis auf den eben genannten Betrag
von rund 50000 M. aus den Erträgen der neu
erſchloſ=
ſenen und den Mehrerträgen der ſchon vorhandenen
Ein=
nahmequellen, ſowie aus Ausgabeerſparniſſen beſtritten
werden konnte. Angeſtellten Berechnungen nach beläuft
ſich der Aufwand auf rund 2 425000 M. Zu danten iſt der
bemerkte günſtige Abſchluß beſonders den Einnahmen aus
Forſtdomanen und aus direkten Steuern, ſowie der
An=
lage der Kapitalbeſtände der Hauptſtaatskaſſe in
Ultimo=
geld; zu einem nicht geringen Teil iſt er aber auch dgrauf
zurückzuführen, daß in allen Zweigen der
Staatsverwal=
tung ſehr ſparſam gewirtſchaftet wird.
Auch das Etatsjahr 1913 wird
befrie=
digend abſchließen. Der Voranſchlag für dieſes
Dahr bringt erſtmals die Wirkungen des neuen
Tilgungs=
geſetzes, ſieht alſo unter anderem als Einnahme für die
Verwaltung aus Eiſenbahnüberſchüſſen nur den feſten
Be=
trag von 2000000 M., ſtatt früher 3 500000 M. vor. Er
enthält, wie der Voranſchlag für 1912, noch nicht den
Mehr=
aufwand für die Gehaltsaufbeſſerung der Beamten uſw.,
wohl aber die Mehreinnahmen aus den erwähnten beiden
neuen Quellen. Der im Voranſchlag für 1913 vorgeſehene
Ueberſchuß von 2074682 M. wird ebenfalls dem
Reſte=
fonds zugeführt. Soweit ſich das Ergebnis zurzeit
über=
ſehen läßt, wird die Rechnung einen etwa 1½ Millionen
Mark höheren Ueberſchuß liefern. Veranlaßt iſt dies in
erſter Linie durch den hohen Ertrag an Einkommen= und
Vermögensſteuer. Dieſer iſt in der Hauptſache
zurückzu=
führen auf die veränderte Gemeindeſteuergeſetzgebung,
ſo=
wie darauf, daß die Geſchäftsergebniſſe der 3 Jahre gut
waren, die der Veranlagung vorausgegangen ſind. Im
übrigen wirkten hier dieſelben Umſtände verbeſſernd ein,
die den Abſchluß des Jahres 1912 beeinflußten.
Zu den hier gleich mitzubetrachtenden Fonds:
Aus=
gleichs= und Tilgungsfonds und beiden
Reſte=
fonds iſt zu ſagen, daß der erſtgenannte Fonds Ende des
Jahres 1913 ſeinen Höchſtbetrag von 8000000 M.
erreicht haben wird. Der durch Vorſchrift des
Hauptvor=
anſchlags 1912 mit Wirkung von 1910 ab gebildete
Reſte=
fonds wird nach Entnahme des Mehrbedarfs für die
Ge=
haltsaufbeſſerung der Beamten, Lehrer uſw. Ende 1913
einen Beſtand von 9451200 M. und Ende 1914 einen
ſol=
chen von 9411708 M. aufweiſen. Im Reſtefonds II*)
ſind nach Artikel 9 des neuen Tilgungsgeſetzes die dem
Ausgleichs= und Tilgungsfonds über den Betrag von
8000000 M. hinaus zufließenden Mittel anzuſammeln: er
wird vermutlich 1914 eine erſte Einlage von 762271 M.
erhalten. Auch der Entwurf des Hauptvoranſchlags
1914 bietet ein nicht unerfreuliches Bild. Sein
Verwal=
tungsteil ſchließt mit einem in den Reſtefonds fließenden
Ueberſchuß von 2 716848 M. ab, das ſind 642 166 M. mehr
als der Ueberſchuß des laufenden Hauptvoranſchlags
be=
trägt. Die Verbeſſerung iſt indeſſen faſt ausſchließlich auf
das ſchon erwähnte außergewöhnlich günſtige Ergebnis
der Veranlagung der direkten Steuern für 1913
zurückzu=
führen, auf das die Veranſchlagung des
Steueraufkom=
mens für 1914 aufbauen mußte. Von den übrigen
Ein=
nahmen konnten einige ebenfalls höher veranſchlagt
wer=
den als 1913, das Mehr hielt ſich aber überall in
beſchei=
denen Grenzen. Die Einnahmen bewegen ſich noch
auf=
wärts, ihr Anſteigen hat ſich indeſſen ſehr verlangſeatt.
Der Anteil am Betriebsüberſchuß der
Eiſen=
bahngemeinſchaft, der wegen ſeiner Verbindung
mit dem Ausgleichs= und Tilgungsfonds den Abſchluß des
Verwaltungsetat allerdings nicht weiter berührt, iſt
über=
einſtimmend mit den Zahlen des preußiſchen Etats und
auf Grund der entſprechenden bisherigen Angaben der
Ge=
meinſchaftsverwaltung zwar mit einem Mehr von 551000
Mark eingeſtellt. Nach den neueſten, erſt nach Abſchluß
der Voranſchlagsarbeiten eingegangenen Nachrichten, kann
aber angeſichts der ungünſtigen Entwicklung unſeres
ge=
ſamten Erwerbslebens in der letzten Zeit kaum damit
gerechnet werden, daß im Rechnungsjahre 1913
auch nur der etatsmäßige Ueberſchuß
er=
reicht wird. Für dieſen ungünſtigen Fall werden ſich
auch die obigen Angaben über den Stand des
Reſte=
fonds II Ende 1913 und 1914 ändern. Um ſo weniger wird
für 1914 mit einem erhöhten Etatsanſatz gerechnet werden
dürfen. An Holzgeldern erwartet man aus einer
Er=
höhung der Holzpreiſe noch ein Mehr von 110500 M., das
Mehr aus Stempel beträgt indeſſen nur 50000 M. Die
Einnahme aus Unterrichtsgeldern uſw. bei der
Tech=
niſchen Hochſchule und der Ertrag an Schulgeld bei
den höheren Lehranſtalten gehen zurück.
Zu den Ausgaben ſei hier gleich bemerkt, daß man
auch diesmal den in den letzten Etats beobachteten
Grund=
ſatz befolgte, größere Poſten, die nicht als
vermögensbil=
dende Ausgaben anzuſprechen ſind, in den
Verwaltungs=
teil einzuſtellen und nicht mehr, wie früher geſchehen, in
den Vermögensteil des Voranſchlags. Für das
Verhält=
nis zum Reich wurde wieder mit einem dem Satz von
80 Pfg. auf den Kopf der Bevölkerung entſprechenden
Be=
trag an ungedeckten Matrikularbeiträgen gerechnet.
Die Mehrausgaben wegen Erhöhung der
Be=
amten= und Lehrergehalte uſw. blieben wie ſeit=
*) Der ältere, durch Vorſchrift des Hauptvoranſchlags
1912 (Kapitel 1) gebildete Reſtefonds ſoll kurzweg mit
„Reſtefonds” bezeichnet werden, der nach Artikel 9 des
Til=
gungsgeſetzes zu bildende Reſtefonds mit „Reſtefonds II‟.
her aus dem Etat weg, da ſich die geſetzgebenden Faktoren
über dieſe Frage noch nicht völlig geeinigt haben. In den
Etat eingeſtellt, würden ſie natürlich nicht nur den
Ueber=
ſchuß verſchwinden laſſen, ſondern es würde zu ihrer
völ=
ligen Deckung noch eine Entnahme aus dem Reſtefonds
von über 300000 M. nötig ſein (berechnet nach den
Re=
gierungsvorſchlägen!).
Im allgemeinen wurde die Finanzlage des Staats
weiter gefeſtigt durch die Neuordnung des Tilgungsweſens
dnu der Verhältniſſe des Ausgleichsfonds. Es ſind damit
Vorſorgen getroffen, die unſere Finanzen vor allzu großen
Erſchütterungen in der Zukunft bewahren ſollen und
hof=
fentlich auch bewahren werden.
In dem Bilde fehlen aber nach dem wegen der
Eiſen=
bahnüberſchüſſe Geſagten nicht die Schatten. Der
Still=
ſtand oder Rückgang dieſer Ueberſchüſſe zwingt zu der
An=
nahme, daß in unſerer wirtſchaftlichen Entwicklung wieder
ein Höhepunkt der Konjunktur erreicht iſt. Auch im Lande
machen ſich mehrfach Anzeichen eines Niederganges
be=
merkbar. Es muß daher mit Nachdruck auf dieſen ſich
an=
ſcheinend vorbereitenden Umſchwung der wirtſchaftlichen
Verhältniſſe hingewieſen werden. Sehr zu beachten iſt
dabei für einen Ausblick in die Zukunft, daß durch die
kürzlich verabſchiedete Novelle zum Reichsſtempelgeſetz, di.
den Stempel für Geſeuſchaftsvertrage und für
Verſiche=
rungen dem Reich zuweiſt, der Staatskaſſe vom Etatsjahre
1915 an ein Einnahmeausfall von mindeſtens 300000 bis
400000 M. jährlich entſteht. Weiter wird ſich der Bedarf
für die Staatsſchuld demnächſt weſentlich erhöhen, wenn
die Hauptſtaatskaſſe die ihr gegenwärtig zur Verfügung
ſtehenden beſonderen Mittel, aus denen ſie ihre
außeror=
dentlichen Ausgaben beſtreitet (Reſtefonds uſw.)
ver=
braucht hat und durch Anleihe Erſatz beſchafft werden muß.
Auch ſind hier das Reichsgeſetz über einen einmaligen
außerordentlichen Wehrbeitrag und das
Reichsbeſitzſteuer=
geſetz zu berückſichtigen. Schon bisher mußte wiederholt
bedauert werden, daß es nicht gelang, die
Matrikularbei=
träge auch nur für eine kurze Reihe von Jahren in
be=
ſtimmter Höhe geſetzlich feſtzulegen. Daran hat ſich durch
die beiden Geſetze nicht nur nichts zum Beſten der
Landes=
finanzen geändert, ſie müſſen vielmehr die Sorgen für die
Zukunft eher vermehren. Allerdings bringen die Geſetze
den Landesfinanzen keinen unmittelbaren Ausfall, da die
einzelſtaatlichen Kaſſen nur die Koſten der Veranlagung
und Erhebung des Wehrbeitrags tragen; ſie belaſten aber
unſere leiſtungsfähigeren Steuerzahler mit erheblichen
Be=
trägen. Zahlenmäßige Angaben hierüber wie wegen des
Wehrbeitrags und ſeiner Wirkung in Heſſen überhaup
ſchon jetzt zu machen, bevor die Veranlagung
abgeſchloſ=
ſen iſt, kann nicht als ſachdienlich erachtet werden.
Un=
beachtet bleiben darf aber keinesfalls die Tatſache, daß die
notwendige Mehrbelaſtung durch das Reich das natürliche
Anwachſen des Aufkommens aus den eigenen
Steuer=
quellen des Landes ungünſtig zu beeinfluſſen geeignet iſt.
Bei der Höhe unſerer Steuerſätze und angeſichts des
Um=
ſtandes, daß auch die kommunalen und kirchlichen
Bedürf=
niſſe bei uns in der Hauptſache durch Zuſchläge zu den
direkten Steuern gedeckt werden müſſen, würde ein weiterer
Eingriffs des Reichs in das Gebiet des direkten
Steuer=
weſens für die Staatsfinanzen und damit für die Löſung
der dem Staat obliegenden Kulturaufgaben zweifellos die
bedenklichſten Folgen haben.
Der Vermögensteil des Hauptvoranſchlags
zeigt inſofern eine Beſſerung, als ſich das Vermögen im
engeren Sinne des Wortes (der aus früheren
Ueberſchüſ=
ſen der Hauptſtaatskaſſe noch vorhandene Kapitalbeſtand)
Ende 1914 auf 770423 M. ſtellen wird, während es im
laufenden Hauptvoranſchlag auf Ende 1913 zu 512119 M.
berechnet worden war. Das Anwachſen iſt in den
Rück=
flüſſen auf früher an Gemeinden uſw. gewährte Darlehen
begründet. Für Eiſenbahnzwecke iſt eine Anleihe von
6678000 M. vorgeſehen, für andere außerordentliche
Staatsbedürfniſſe eine ſolche von 302000 M.
Der Verwaltungsteil ſchließt in Einnahme und
Ausgabe gleich ab mit 75 903315 M., der
Vermögens=
teil mit 12957339 M., der Geſamtetat mit 88860 654 M.
Zu den
Einzelheiten des Hauptvoranſchlags
übergehend, ſeien zunächſt aus ſeinem erſten, die
Ein=
nahmen und Ausgaben der Verwaltung betreffenden Teil
die eng miteinander in Beziehung ſtehenden
Hauptabtei=
lungen I: Reſte aus früheren Jahren und XIV:
Indisponible und reſervierte Fonds
er=
wähnt. Jene führt den beim Abſchluß der
Staatsrech=
nungen 1912 verbliebenen Reſt von 467781 M. Einnahme
und 1784 M. Ausgabe auf, dieſe enthält als den Reſt
belaſtende Ausgaben:
1. 272861 M., die bereits im laufenden Jahr, in deſſen
Rechnung jener Reſt tatſächlich überging,
für laufende Ausgaben verwendet
wur=
den, und
2. 134962 M., die zur Beſtreitung früher verwilligter
noch übertragbarer Ausgaben verfügba
gehalten werden müſſen.
Ein Vergleich dieſer Beträge mit jenem Reſt ergibt,
daß von Ausgaben des neuen Hauptvoranſchlags aus
Reſten gedeckt werden 58 174 M. gegenüber 272861 M. im
laufenden Hauptvoranſchlag.
Der Reſtefonds hatte Ende 1912 einen
„ I . „ * 8092998 M.
Beſtand von
1913 iſt ihm zuzuführen der
etatsmäßige Ueberſchuß
. 2074 682 M.,
von
der ſich vorausſichtlich
weiter ergebende Ueber=
1500 080 „
ſchuß von . .
und der Betrag, der nach
Artikel 13 des neuen
Til=
gungsgeſetzes weniger zu
323.750
tilgen iſt . .
zuſammen 3 898 432 M.
Für die
Gehaltsaufbeſſe=
rung der Beamten uſw.
werden dem Fonds wieder
1358 202
2540 230
zu entnehmen ſein .
Sonach vorausſichtlicher
Stand des Fonds Ende
I 9 451 20MM.
1913
1914 wird der Fonds wieder zu
erhalten haben den
etats=
mäßigen Ueberſchuß von 2 716848 M.
und den nach Artikel 13
des Tilgungsgeſetzes
weni=
ger zu tilgenden Betrag
269 650.
von.
zuſammen 2986 498 M.
Dagegen wird der Fonds
für die
Gehaltsaufbeſſe=
rung der Beamten uſw. —
bei Annahme der
Regie=
rungsvorſchläge —
herzu=
geben haben 3095990 M.
abzüglich 70000 M.
vor=
ausſichtliche Erſparnis in
der Verwaltung
2 (035900
Sonach vonausſichtlicher
Stand des Fonds Ende
1914
., „
. . . . . 9 411708 M.
Die Hauptabteilung II: Domänen des
Groß=
herzoglichen Hauſes ſchließt gegen 1913 mit einem
um 194924 M. größeren Ueberſchuß ab, nämlich mit 1442551
Mark, bei einer Geſamteinnahme von 6820500 M. und
einer Geſamtausgabe von 5377949 M. Die Einnahme
aus Holz wurde um 110500 M. auf 4641000 M. erhöht.
Der Erlös aus Wein konnte um 30000 M. höher
veran=
ſchlagt, alſo mit 150000 M. eingeſtellt werden, da der
grißte Teil der vorzüglichen 1911er Ernte für Rechnung
des Jahres 1913 verſteigert werden wird. Infolge deſſen
geht der Zuſchußbedarf für die Weinbaudomänen von
67558 M. auf 32058 M. zurück.
Die Einnahmen der Hauptabteilung III:
Staats=
domänen belaufen ſich auf 20692279 M die Ausgaben
auf 2 473 455 M. Der Ueberſchuß beträgt ſonach 18 218824
Mark gegen 17410467 M. in 1913.
Wegen des Ueberſchuſſes der
Eiſenbahn=
gemeinſchaft iſt zunächſt auf das oben Geſagte zu
verweiſen. In runden Zahlen belief ſich unſer Anteil am
Ueberſchuß: 1910 auf 15526800 M., 1911 auf 17852300 M.
und 1912 auf 18587000 M., für 1913 iſt er mit 17443000
Mark eingeſtellt und wird 1914 auch den gleichen Betrag
hoffentlich erreichen. Die von den Staatseiſenbahnen zu
zahlenden öffentlichen Abgaben ſind zu 240000 M.
veran=
ſchlagt und hier verausgabt. Wegen Verwendung des von
dem Ueberſchußanteil danach verbleibenden Betrags wird
unter den Hauptabteilungen „Ausleihungen und
Staats=
ſchuld” und „Ausgleichs= und Tilgungsfonds” Auskunft
gegeben.
Die Einnahmen von Bad=Nauheim an
Badegeldern konnten weiter um 10000 M. auf jetzt 910000
Mark erhöht werden, ebenſo die Einnahmen an Kurtaxe
und Eintrittsgeldern um 45000 M. auf jetzt 470000 M.
Die Geſamteinnahmen ſtellen ſich auf 1808000 M. oder um
68000 M. höher als 1913. Unter den zu 1570950 M.
ver=
anſchlagten Ausgaben iſt eine Ablieferung an den
Erneue=
rungsfonds enthalten von 489814 M. oder 117044 M.
mehrmals im laufenden Hauptvoranſchlag. Bad=
Sallz=
hauſen bedarf bei 23 525 M. Einnahmen und 60 575 M.
Ausgaben eines Zuſchuſſes von 37050 M., den Bad=
Nau=
heim leiſtet. Beim Vergleich der Geſamteinnahmen und
Ausgaben beider Anſtalten erſcheint wieder, wie 1913, als
Ueberſchuß ein Betrag von 200000 M., der der Staatskaſſe
für allgemeine Staatsbedürfniſſe zufließt. Nach einer dem
Voranſchlag beigegebenen Ueberſicht hat das Bad
Nau=
hzim bis Ende 1914 neben dem Aufwand für die eigenen
Bedürfniſſe rund 2036 170 M. für allgemeine
Staatsaus=
gaben aufgebracht, und zwar hat es rund 265150 M. für
Bad=Salzhauſen beigeſteuert (ſeit 1885/86) und (ſeit
1897/98) rund 1771000 M. unmittelbar an die
Hauptſtaats=
kaſſe abgeliefert. Der Erneuerungsfonds Bad=Nauheim
hatte bis Ende 1912 — außer den Zinſen für die
verſchie=
denen aus der Hauptſtaatskaſſe wegen der Neubauten uſw.
vorgeſchoſſenen Darlehen — beſtritten: 1058020 M. für
Geländeankäufe, 643700 M. für Tilgung der Bauſchuld
und 848 254 M. für Baukoſten. Sein Stand war danach
Ende 1912 — 882800 M. 1913 werden dem Fonds
vor=
ausſichtlich über 700000 M. zugeführt werden können. Zu
beſtreiten haben wird er außer den Zinſen und einem
Tilgungsbetrag von 200000 M. noch
Geländeankaufs=
koſten. Ende 1913 werden dann etwa 850000 M. in ihm
angeſammelt ſein. Der Stand der Anleihe war Ende 1912
8 100 730 M., Ende 1913 wird er vorausſichtlich
7950000 M. ſein.
Das Braunkohlenbergwerk und
Kraft=
werk Ludwigshoffnung zeigt eine Beſſerung des
Abſchluſſes um 16157 M. Sie entfällt faſt ausſchließlich
auf das Kraftwerk, bei dem mit dem fortſchreitenden
An=
ſchluß der Gemeinden höhere Einnahmen für
Stromab=
gabe vorgeſehen werden können. Der Ueberſchuß ſtellt ſich
jetzt für beide Werke zuſammen auf 47531 M. Dabei ſind
bei der Preßſteinfabrik — wie vor 1913 — prozentuale
Ab=
ſchreibungen am Anlagekapital und am Wert des
Kohlen=
lagers als Ablieferung an den Erneuerungsfonds
vor=
geſehen, die ſich auf 31418 M. berechnen gegenüber einer
Pauſchalſumme von 15000 M. in 1913.—Die in den
land=
ſtändiſchen Verhandlungen erörzerte Frage der
ander=
weiten Geſtaltung des Verhältniſſes zwiſchen dem Staat
und der Provinz Oberheſſen wegen des Wertes konnte erſt
neuerdings aufgenommen werden. Unter der
Hauptabtei=
lung IV: Lotterie iſt wieder der Anteil Heſſens an der
von Preußen der heſſiſch=thüringiſchen Lotteriegemeinſchaft
zu zahlenden Rente mit 804830 M. eingeſtellt.
Hauptabteilung V: Direkte Steuern, Regalien,
indirekte Auflagen und Einnahmen aus verſchiedenen
Quellen. Auf das Anſteigen der Einnahmen aus direkten
Steuern wurde ſchon einleitend hingewieſen. Die
Ein=
kommenſteuer iſt nun mit 15 590000 M. eingeſtellt oder mit
662 400 M mehr als 1913, die Vermögensſteuer mit
4800000 M. oder mit 237600 M. mehr. Dabei liegen die
ſeit 1910 gültigen Sätze dem Ausſchlag zu Grunde. Mit
der zu 95000 M. veranſchlagten Wandergewerbeſteuer uſw.
und dem zu 30000 M. veranſchlagten Anteil der
Zuwachs=
ſteuereinnahme ſtellt ſich das Soll an direkten Steuern auf
20515000 M. gegen 19596000 M. in 1913. Wie ebenfalls
ſchon erwähnt, werden aus dem Stempel 50000 M. mehr
erwartet oder im ganzen 4300000 M. Bei der Erbſchafts=
und Schenkungsſteuer kommt für die Zukunft als
ertrags=
mindernd in Betracht, daß die Bundesſtaaten jetzt nur noch
½ ſtatt bisher ½ der in ihrem Gebiet aufkommenden
Reichserbſchaftsſteuer erhalten. Ertragsmehrend wirkt,
daß verſchiedene Reichsſteuerſätze erhöht wurden, wodurch
ſich ſowohl der Anteil der Bundesſtaaten an der
Reichs=
ſteuereinnahme wie deren eigene Einnahmen aus
Zu=
ſchlägen zur Reichsſteuer erhöhen. Es iſt danach eine
Ein=
nahme von 605000 M oder 69000 M. mehr als 1913
vor=
geſehen. Unter den Ausgaben iſt das Anſteigen der
Schreibhilfekoſten bei den Finanzämtern um 13000 M. auf
245000 M., und bei den Bezirkskaſſen um 4400 M., ſomit
auf 80000 M. zu erwähnen. Veranlaßt iſt die
Mehraus=
gabe durch das Aufrücken der Gehilfen in ihren
Ver=
gütungsſätzen, bei jenen Aemtern auch durch den Arbeitss
zuwachs infolge des neuen Gemeindeumlagengeſetzes. An
beſonderen Koſten infolge der Ausführung des eben
ge=
nannten Geſetzes und wegen des Wehrbeitrages ſind
ein=
malig 85000 M. eingeſtellt.
Insgeſamt ſchließt die Hauptabteilung ab mit einer
Einnahme von 26 218970 M. und einer Ausgabe von
2865944 M., ſonach mit einem Ueberſchuß von 23353026
Mark oder 990054 M. mehr als in 1913. (Schluß jorgt).
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Nummer 11.
Hochwaſſer und Unwetter.
* Mannheim, 10 Jan. Rhein und Neckar
ſind ſtark im Steigen begriffen. In der vergangenen
Nacht ſtieg der Waſſerſtand bei Hüningen von 0,95 auf
1,88 Meter, in Kehl von 1,98 auf 2,30 Meter in Maxau von
3,64 auf 3,91 Meter, in Heilbronn ſtieg der Neckar von 1,30
auf 3,50 Meter. Der Neckar führt ſtarkes Hochwaſſer.
Auch von Heilbronn wird ein weiteres ſtarkes Anwachſen
des Neckars gemeldet. In Mannheim hat ſich der
Waſſer=
ſtand des Neckars und des Rheins in der vergangenen
Nacht wenig verändert.
* Eßlingen, 10. Jan. Der Neckar iſt während
der Nacht bis heute früh 6 Uhr mit einer ſolchen
Waſſer=
maſſe über ſeine Ufer getreten, daß das ganze
Flußtal zwiſchen Plochingen und Eßlingen faſt einen
einzigen See bildet. Seit vielen Jahren war ein ſolcher
Hochwaſſerſtand nicht zu verzeichnen. Verkehrs=
und Betriebsſtörungen ſind allgemein eingetreten, und da
ein weiteres Steigen des Waſſers in ſicherer Ausſicht ſteht,
läßt ſich die Gefahr der Lage noch nicht einmal genau
überſehen. An vielen Orten ſind die elektriſchen
Licht=
leitungen unterbrochen. Die Höhe des Schadens wird ſich
erſt nach Tagesanbruch feſtſtellen laſſen.
* Heilbconn, 10. Jan. Der Neckar iſt derart
geſtiegen, daß er heute früh über die Ufer getreten
iſt. Die Niederungen ſind überſchwemmt. Der Fluß
führt viel Holz mit ſich. Ein weiteres Steigen wird
be=
fürchtet.
* Stuttgart, 10, Jan. Infolge des
Hochwaſ=
ſers des Neckars mußten heute nacht die
Flußanwoh=
ner geweckt werden. Die Kellervorräte wurden überall
in aller Eile geborgen. Der Cannſtatter Exerzierplatz ſteht
vollſtändig unter Waſſer. — In Göppingen wurde die
Feuerwehr alarmiert. Der Heubach hatte verſchiedene
Straßen überſchwemmt und die Keller unter Waſſer
ge=
ſetzt. — Nach einer Meldung aus Ulm iſt die Donau zwar
ebenfalls ſtark im Steigen begriffen, doch beſteht dort noch
keine Hochwaſſergefahr. Im Laufe des Morgens wurde
aus den meiſten Landesteilen Froſtwetter mit Schneefall
gemeldet, ſo daß die größte Gefahr beſeitigt erſcheint.
* Trier, 10. Jan. Die Moſel ſteigt reißend.
Gegen geſtern iſt ſie um 80 Zentimeter geſtiegen. Die
Schiffahrt iſt eingeſtellt worden. Die Ufer ſind
über=
ſchwemmt. Das Waſſer dringt in den niedrig gelegenen
Stadtteilen in die Keller der Häuſer ein. Auch die kleineren
Eifelflüſſe führen Hochwaſſer.
* Düſſeldorf, 10. Jan. Infolge Hochwaſſers
brachen heute nacht die Deiche der Düſſel,
wo=
durch die den Niederungen angelegenen
Stadtteile überſchwemmt wurden. Menſchen
ſind anſcheinend nicht verunglückt.
* Putzig, 10. Jan. Die Ortſchaft Karwenbruch
droht, ein Opfer des Hochwaſſers zu werden. Die Wellen
gehen hoch darüber hinaus; die Menſchen ſind in Gefahr.
Heute iſt ein Extrazug mit 34 Marinemannſchaften, ſowie
die Freiwillige Putziger Feuerwehr zur Hilfeleiſtung nach
Karwenbruch abgegangen. Der Putziger Strand iſt
voll=
ſtändig weggeſpült worden. Die Seepromenade iſt
teil=
weiſe abgeſtürzt.
* Greifswald, 10. Jan. Das Hochwaſſer
ſinkt anhaltend, doch iſt das Waſſer in den Straßen
gefroren, wodurch der Verkehr noch ſtark behindert iſt.
* Damkerort, 10. Jan. In der vergangenen
Nacht hat die Oſtſee den Landweg zwiſchen der See
und dem Bukower See an drei Stellen zerriſſen. Der
Bukower See ſteigt rapid. Der ganze Ort
ſteht völlig unter Waſſer. Aus den Fluten
ragen höchſtens noch zwei bis drei Dächer hervor. Von
der etwa 100 Köpfe ſtarken Bevölkerung iſt noch nichts
be=
kannt. Zwiſchen dem Jamunder und dem Bukower See
iſt gleichfalls ein großes Stück Land von den Fluten
fortgeriſſen worden. Von Köslin iſt Militär zur
Hilfeleiſtung abgegangen.
* Köslin, 10. Jan. Heute nacht wütete an der Küſte
ein fürchterliches Unwetter, das die
Nordoſt=
ſtürme der letzten Tage bei weitem übertraf. Bei
Fun=
kenhagen drang die See drei Meter in die Düne. Bei
Soremkohm iſt die Dorfſtraße an der Küſte vollſtändig
überſchwemmt. Ein großer Teil der Gehöfte mußte von
den Einwohnern verlaſſen werden. Auch das
Strandhotel Junghans muß vollſtändig geräumt werden.
Für die Gehöfte beſteht Einſturzgefahr. Bei Bauerhufen
wurde eine hohe Düne vollſtändig fortgeriſſen. Bei Heſt iſt
die Landſtraße nach Großmöllen überſchwemmt, jeooch
kann die Strandbahn verkehren. Die Windſtärke ſchwankt
zwiſchen acht und neun Metern. Bei Deep wurde eine
Brücke vollſtändig überſchwemmt. Laaſo iſt vom Verkehr
gänzlich abgeſchnitten. Die Einwohner erhalten ſeit zwei
Tagen keine Poſt, da der Verkehr auf dem Jamunder See
lebensgefährlich iſt. Die Oſtſee durchbrach auch hier die
Dämme an vier Stellen. Damkerort iſt vollſtändig
hinweggeſpült. Wieviel Einwohner noch
leben, iſt unbekannt; nur durch ein Fernrohr kann
man erkennen, daß die Dächer der Häuſer von der See
umſpült werden. Von Köslin ſind 250 Mann Militär
zur Hilfeleiſtung entſandt worden. Der Landſtrich
zwi=
ſchen dem Jamunder und dem Bukower See iſt vollſtändig
überſchwemmt, ſo daß nur ein einziger See vorhanden iſt.
Auch bei Neuwaſſer iſt ein Gehöft überſchwemmt worden.
Die Landwege ſind dort ebenfalls überflutet.
* Danzig, 10. Jan. Der geſtrige Sturm wütete
ſowohl in Danzig und Umgebung, wie an dem ganzen
Meeresſtrande furchtbar. Am Kaihafen ſind die
Ufer=
befeſtigungen nebſt der Kaimauer auf etwa 3 Meter
Länge eingeſtürzt. In den Seebädern ſind die
Bade=
nſtalten zum größten Teile weggeriſſen. Den
mei=
ſten Schaden richtete der Sturm bei Zoppot an. Die
Fluten wühlten Teile des im Februar verunglückten
Flug=
zeuges „Weſtpreußen” an den Strand, und zwar die
Gon=
del und Teile der Tragflächen. Die Halbinſel Hela
iſt von der See an mehreren Stellen durchbrochen
worden.
* Königsberg, 10. Jan. Der geſtrige
Schnee=
turm verurſachte namentlich in den Niederungsgegenden
und der Küſte ſchweren Schaden. Aus Pillau
wird berichtet: Das Hochwaſſer erreichte hier die höchſte
Steigmarke. Die Einfahrtsdämme und Brücken ſind
über=
ſchwemmt. Im Tief herrſcht eine gewaltige See. Das
Waſſer bedroht an einigen Stellen die am Ufer ſtehenden
Häuſer. Die Mole an der zweiten Torpedobootsbatterie
iſt auf fünf Meter durchbrochen. Das Waſſer
be=
droht die Feſtung, die zwei Meter unter dem
Waſ=
ſerſpiegel liegt. Man verſucht, der drohenden gefahrvollen
Ueberſchwemmung durch Steinaufſchüttungen zu begegnen.
Eine Spierenboje wurde nach der Stadt getrieben. Die
Badeanſtalt iſt faſt gänzlich fortgeſchwemmt. 150 Menſchen
ſind damit beſchäftigt, zu bergen, was zu bergen iſt.
* Brüſſel, 10. Jan. Die Maas und die
Nebenflüſſe wachſen zuſehends ſo daß die
Lage in der Gegend von Lüttich und Verviers anfängt
beunruhigend zu werden. Auch aus dem Kohlenbezirk
von Charleroi und der Borinage meldet man ſtarkes
An=
wachſen der Flüſſe. Das Regenwetter dauert
ununter=
brochen fort.
* Verviers 10. Jan. Im Vesdredal ſind
hun=
derte von Häuſern überſchwemmt. Das Waſſer
reicht bereits bis zu den oberen Stockwerken. Dolhaim
ſteht zur Hälfte unter Waſſer. Die Gileppe iſt über die
Ufer getreten.
Der Eiſenbahnerausſtand in Südafrika.
* Johannesburg, 9. Jan. Zwiſchen den
Sta=
tionen Denver und Georgetown iſt auf den Kap=Poſtzug
ein Anſchlag verübt worden. Die Maſchine wurde
durch die Gewalt der Exploſion mehrere Fuß weit von den
Schienen fortgeſchleudert. Verletzt iſt niemand. Es handelt
ſich augenſcheinlich um einen Dynamitanſchlag.
* Johannesburg, 9. Jan. Der
Arbeiter=
führer Wade wurde unter der Beſchuldigung der
Auf=
reizung zum Aufruhr verhaftet.
* Johannesburg, 9. Jan., 9 Uhr abends. Der
Zug nach Kapſtadt iſt fahrplanmäßig abgefahren,
da mehrere Lokomotivführer heim wollten. — Aus
Pot=
ſchedſtroom werden 1800 Mann Berittene und zu Fuß
ver=
langt; ſie werden morgen früh 6 Uhr abgehen. — Am
Nachmittag verſuchte eine Anzahl von Streikenden auf
Motor= und Fahrrädern die Weichenſteller auf den
Sta=
tionen zwiſchen Johannesburg und Germiſton zum Streik
aufzufordern. Eine Polizeitruppe folgte ihnen. Der Preis
für Mehl iſt um einen Schilling in die Höhe gegangen. Die
vorhandenen Vorräte dürften 18 Tage reichen. — Die
Witbank=Kohlengruben ſind infolge des Streiks geſchloſſen
worden, da keine Güterwagen zur Beförderung der
Koh=
len zur Verfügung ſtehen. — Poutsma und vier andere
Streikführer ſind wegen aufrühreriſcher Reden verhaftet
und ins Gefängnis geſetzt worden.
* Durban, 9. Jan. Die Polizeitruppen, die
während der letzten indiſchen Unruhen verwandt wurden,
werden nach Transvaal befördert werden.
* Pretoria, 9. Jan., 1 Uhr 45 Min. nachm. Die
aktive Miliz iſt im ganzen Transvaal
auf=
geboten worden, desgleichen die Milizvereine einer
An=
zahl Bezirke. Ferner wird durch Verordnung der Verkauf
und die Verſendung von Waffen in den Bezirken
Pre=
toria, Witwatersrand und Middelburg verboten. Ein
Ausſchuß angeſehener Bürger, der Mayor an der Spitze,
hat ſich gebildet, um die nötigen Schritte zur
Erhalt=
ung von Geſetz und Ordnung zu ergreifen. Der
Indierführer Ghandi erklärte in einem Interview, er wolle
der Regierung während des Streiks keineswegs
Schwvie=
rigkeiten durch Wiederaufnahme der paſſiven
Widerſtands=
bewegung der Indier machen. Die Indier haben dieſelbe
Haltung während des Randſtreiks im letzten Juli
ein=
genommen.
* Johanne sburg, 10. Jan. Die hieſigen
Ge=
werkſchaften haben in einer ſchleunigſt einberufenen
Verſammlung die Freilaſſung der verhafteten
Arbeiter=
führer gefordert. Die Gewerkſchaftsvereine drohen mit der
ſofortigen Proklamierung des Generalſtreiks.
* Johannesburg 10. Jan. Polizeibeamten
verſuchten heute früh, den Sekretär des Arbeiterverbandes
in einer Verſammlung Ausſtändiger zu verhaften. Die
Menge verhinderte es.
* Pretoria, 10. Jan. Das Amtsblatt
veröffent=
licht heute abend eine Proklamation, die
ſämt=
liche waffenfähige Bürger in Natal und Oranje
zu den Fahnen ruft. Dieſe Streitkräfte zuſammen
mit den durch die geſtrige Proklamation mobil gemachten
werden auf ungefähr 60000 Mann geſchätzt.
* Pretoria, 10. Jan. Die Bürgerwehr in
Transvaal bildete ſich mit außerordentlicher Schnelligkeit
die Mannſchaft für den Wachtdienſt in Johannesburg und
Pretoria aus. Man iſt regierungsſeitig überzeugt, daß
man ſich immer mehr einer revolutionären
Beweg=
ung, als einer Arbeiterbewegung gegenüber befindet.
* Durban, 10. Jan. Die geſamte Infanterie,
Ka=
vallerie und Artillerie iſt mobiliſiert worden.
* Bloemfontein, 10. Jan. Allen verfügbaren
Streitkräften und der Polizei wurde befohlen, in
einem Sonderzuge nach Jagersfontein abzugehen. Es
heißt, die eingeborenen Minenarbeiter meutern, und die
Europäer verlangen Hilfe.
* Potſchedſtroom, 10. Jan. Zwei
Reiterregi=
menter und zwei Infanterieregimenter ſind
heute abend ausgerückt; wie man annimmt, nach
Krügers=
derp und dem Weſtrand. Die hieſigen Schützenvereine
haben die Aufforderung erhalten, ſich bereit zu halten.
* Kapſtadt, 10. Jan. Auf der Strecke zwiſchen=
Johannesburg und Cleveland hat eine zweite
Dyna=
miterploſion ſtattgefunden.
* London, 10. Jan. Die Times ſchreibt: Die
Ver=
änderungen in der Lage in Südafrika wird dem
Umſtande zugeſchrieben, daß die Gewerkſchaften die
Herrſchaft über die Streikbewegung gewonnen haben. Es
iſt bezeichnend, daß der Streik der Johannesburger
Berg=
leute im vorigen Juli erſt zum Ausbruch kam, als die
Ge=
werkſchaftsvereine ſeine Leitung ergriffen, wonach er ſich
dann ſchleunigſt zu einem großen revolutionären Aufſtand
entwickelte.
Bayeriſcher Landtag.
* München, 10. Jan. In der Generaldebatte
über den Militäretat von 1914 beſprach der
Abgeord=
nete Lutz (Bauernbund) die Verhältniſſe des
Mi=
litärs in den Grenzlanden und verlangte, daß die
bayeriſchen Soldaten in den Reichslanden unter allen
Umſtänden vor Beleidigungen geſchützt werden. In den
Zaberner Fällen habe man viel von Aufreizungen
durch das Militär gehört, wenig aber von den
Ungezogen=
heiten der Bevölkerung. Kriegsminiſter Freiherr Kreß
von Kreſſenſtein brachte zum Ausdruck, er glauhe,
daß mit der letzten Heeresvorlage in den Rüſtungen ein
gewiſſer Abſchluß erreicht ſei. Es ſei unrichtig, daß man
in Bayern die Verjüngung des Heeres mit beſonderem
Eifer betreibe. Auf die Vorgänge in Zabern einzugehen,
müſſe er ablehnen; doch danke er dem Abg. Lutz
dafür, daß er für die ſchwierige Lage, in der ſich die
Sol=
daten in den Reichslanden befinden, ſo warme Worte
ge=
funden habe. Bezüglich des Falles des Oberſten Henigſt,
der einen Journaliſten geohrfeigt hatte, weil er in der
Preſſe mitgeteilt hatte, Offiziere des 22. Infanterie=
Regi=
ments hätten an einer jungliberalen Verſammlung
teil=
genommen, erklärte der Kriegsminiſter, es liege ihm
durch=
aus fern, die Handlungsweiſe des damaligen Oberſten
He=
nigſt zu rechtfertigen oder zu beſchönigen. Er könne es
nicht billigen, daß ein Offizier den geſetzlichen Boden
ver=
laſſe. Befördert habe Henigſt werden müſſen, da er
un=
mittelbar vor dem Generalmajor ſtand. Weiter wies der
Kriegsminiſter die gegen den franzöſiſchen Generalkonſul
in München erhobenen Vorwürfe zurück, daß dieſer mit
Zabern und der Fremdenlegion in Verbindung ſtehe.
Vom Balkan.
* Wien, 10. Jan. Von ſonſt gut unterrichteter Seite
wird beſtätigt, daß die Dreibundmächte den
Vorſchlag Sir Edward Greys über die
Inſel=
frage demnächſt zuſtimmend beantworten
werden. Da gemäß dem Vorſchlag von den nordägäiſchen
Inſeln nur Imbros und Tenedos der Türkei zugedacht
ſind, würden außer Chios und Mytilene auch Lemnos und
Samothrake, ſowie Caſtellorizo Griechenland
zu=
fallen. Auf den künftig griechiſchen Inſeln ſoll für den
Schutz der muhammedaniſchen Minoritäten und eine
ge=
wiſſe Neutralität durch ein Verbot militäriſcher
Befeſtigungen vorgeſorgt werden. Nach der
Er=
teilung ihrer Antwort in London würden die Großmächte
dem Athener Kabinett die Beſchlüſſe über die Zuteilung
der Inſeln gleichzeitig mit dem Termin für die Räumung
Südalbaniens mitteilen.
* Rom, 10. Jan. Wie die Agenzia Stefani meldet,
entbehrt jede Nachricht oder angebliche Information
irgend einer Zeitung über Unterredungen zwi=
Konzerte.
mm Wenn das verfloſſene Jahr im Richard=Wagner=
Verein mit einem muſikaliſchen Ereignis erſten Ranges
für unſere Stadt geſchloſſen hatte, ſo begannen die
Kon=
zerte von Bedeutung nach kurzer Ruhe während der
Feſt=
tage, die uns meiſt nur beſcheidenere Leiſtungen kirchlicher
Vereine boten, mit einem nicht minder hervorragenden
Konzert. Der 220. Vereinsabend, mit dem das 25.
Ver=
einsjahr des Richard=Wagner=Vereins beginnt. geſtaltete
ſich durch das erſtmalige Auftreten des jugendlichen
be=
rühmten Violinmeiſters Franzvon Vecsey zu einer
Kundgebung. Obgleich wir nicht die Superlative des
Lobes lieben, in denen auswärtige Blätter ihre
Aner=
kennung auszutönen lieben, vielmehr die Anſicht vertreten,
daß der echte Künſtler dadurch ſtets peinlich berührt zu
werden pflegt und die ſchlichte und ſachliche Sprache
ehr=
licher und wahrheitsliebender Kunſtrichter vorzieht, müſſen
wir doch geſtehen, daß diesmal wenigſtens nicht zu viel
geſagt worden war. Unſere Erwartungen wurden
viel=
mehr auf das angenehmſte übertroffen. Herr von Vecsey,
dem in Herrn Profeſſor Hermann Lafont ein geradezu
idealer Partner (nicht nur Begleiter) am Schiedmayer=
Flügel zur Seite ſaß, verfügt über einen berückend
ſchö=
nen, dabei aber nicht weichlichen, ſondern kerngeſunden,
edlen Ton, der ſich nach beiden Seiten nicht ins Extreme
verliert, und — was uns wahrhaft herzerquickend
an=
mutete — endlich kam einmal wieder ein Geiger, der von
dem entſetzlichen Tremolieren, der Plage des
ausgehen=
den 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts ganz frei iſt.
Es iſt ein ſicheres Kennzeichen hoher muſikaliſcher
In=
telligenz, wenn Künſtler an dieſem, unſeres Wiſſens zuerſt
in Amerika oder England gewachſenen Unkraut im
muſi=
kaliſchen Luſt= und Ziergarten, das ſogar als (
amaran=
thene) Vor coeleſtis in den amerikaniſchen Cottage=Har=
moniums mechaniſch feſtgehalten worden iſt, vorübergeht.
Vecsey hat eben nicht nötig, dieſen billigen Trick
anzu=
wenden, durch Vibrieren Unreinheiten zu verdecken; er
freut ſich ebenſo wie wir der reinſten und ruhigſten
In=
onation. Nicht zum wenigſten die abſolute Reinheit
ſei=
nes Spiels, mit der er aber ſinnenfällige Wärme und
Glanz ſehr angemeſſen verbindet, mögen ihm daher den
beiſpielloſen Erfolg geſichert haben, der ihn am Schluſſe
zu zahlreichen (wenigſtens vier) Zugaben bewoa, die zu
erzwingen allgemach ein Gewohnheitsrecht der Bewohner
der Großen=Woog=Stadt geworden iſt. Die Auffaſſung
des eingangs geſpielten Violinkonzerts von Mendelsſohn,
eines der dankbarſten und bekannteſten Violinwerke,
brachte ſtellenweiſe, ſoweit dem Ausführenden Spielraum
vom Kompon’ſten gelaſſen iſt, recht intereſſante
Abwechſe=
lung. Trotzdem ja die Ausführung ohne Orcheſter der
Wirkung des Ganzen ſehr viel nehmen muß, war der
Ein=
druck beſonders auch durch Profeſſor Lafonts Verdienſt
großartig und großzügig. Am beſten waren wohl die
bewegten Anfangs= und Schlußſätze gelungen. An
zwei=
ter Stelle ſtand im Programm, in Wert und Ausführung
die unvermeidliche Chaconne aus der 4.
Violinſol’ſſimo=
ſonate von Sebaſtian Bach, vor deren allzuofter
Wieder=
gabe wir ſchon wiederholt gewarnt haben, zumal alle
Geiger die Schwierigkeit in Tempo und Ausdruck ſehr
unterſchätzen, die Akkorde aber überhaupt nur mit einem
veralteten Bogen mittelalterlicher Form im Pianiſſimo
vernünftig klingen würden; die Anwendung eines kurz
harpeggierenden Stakkato im Anfang iſt ebenſo dem Geiſt
Bachs und dem geläuterten Geſchmack in der Tonkunſt
zuwider, als es der Gebrauch der Mendelsſohn=
Schu=
mannſchen Klavierverballhornung ſein würde, nur durch
Bearbeitung für Streichquartett könnte der Gipfel der
Geſchmackloſigkeit erſtiegen werden. (Man vergleiche
übri=
gens darüber Dr. Reimanns neu erſchienene Bach=
Mono=
graphie, in der Hofbibliothek vorhanden.) Recht gut
klang die nur zweiſtimmige und deshalb unſerem heutigen
Inſtrument angemeſſene, pianiſſimo geſvielte D=Dur=
Variationen und diejenige, in welcher die Melodie, in der
unterſten Stimme verſenkt, duettierend kurz angedeutet iſt.
Was ſonſt noch inſtrumentgemäß und damit wirkſam iſt,
verſtand der Künſtler, ſelbſtverſtändlich bis ins einzelne
ausgearbeitet, ſehr verſtändnisvoll wiederzugeben. Wenn
ann aber einmal Bachs Soloſonaten geſpielt werden, ſo
hätten wir übrigens lieber die ganze Sonate gehört,
zumal der belebte, anmutig reizvolle Tanzrhythmus der
vorangehenden Sätze vor Einförmigkeit bewahrt und
da=
mit von der Muſik des Alt=Leipziger Thomaskantors und
Kapellmeiſters Bach eine ganz unzutreffende Meinung in
Dilettantenkreiſen entſtehen muß. Vier Stücke von Spohr,
Thopins Nokturno (Des), bearbeitet und in die für
Vio=
line wirkſamere Tonart transponiert, und zwei Stücke
„zum erſten Male”: eine ſehr intereſſante Valse mignonne
von Paul Juon der hohe Klänge auf dem Klavier, alte
(dem Phryaiſchen ähnliche) Melodiewendungen und
frap=
pierende Akkordfolgen ebenſo liebt, wie F. v. Vecsey in
ſeiner eigenen Kompoſition „Caprice” das er auf
Ver=
angen wiederholte. Der erſt 21jährige geniale Künſtler
zeigt darin auch eine gute Durchbildung in der
Kompo=
ſition mit mancher perſönlichen Note, obgleich die
Czar=
dasform mit der elegiſchen Epiſode und dem ſpontanen
„Halt” und der feſten Harmoniefolge ſo typiſch
durch=
klang, wie wir ſie in Ungarn täglich hörten. Von
höch=
tem Intereſſe war die Symphonie Eſpagnole, deren
ver=
träumter Andanteſatz in Wohlklang ſchwelgt, eine
an=
genehme, nicht gerade gelehrte, aber recht gefällige und
einſchmeichelnde Muſik, die ſich ja auch der beſten
Auf=
nahme bei dem Zuhörerkreis erfreute, wie der gediegene
Künſtler ſelbſt, der zuletzt noch freiwillig vor einem an
Zahl ab=, an Kunſtſinn aber ſtets wachſenden Hörerkreis
Zugaben ſpielte.
Nummer 11.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Seite 9.
ſchen Marcheſe di San Giuliano und dem
grie=
chiſchen Miniſterpräſidenten Venizelos jeder
Be=
gründung. Beide Staatsmänner ſetzten niemanden
von irgend einem Teil ihrer Unterredungen in Kenntnis.
Jede mit dieſer in Beziehung gebrachte Meldung iſt alſo
bloße Vermutung.
* Rom, 10. Jan. Die Agenzia Stefani
demen=
tiert entſchieden die Meldung eines Berliner Blattes
aus Durazzo, daß Italien die Agitation für
einen mohammedaniſchen Fürſten Albaniens
unterſtütze.
* Sofia, 10. Jan. Die Agence Bulgare
demen=
tiert die Melduna der Agence Havas aus
Konſtantinopel kategoriſch, daß zwiſchen der Türkei
und Bulgarien Verhandlungen zum Abſchluß
eines Offenſiv= und Defenſivbündniſſes
ſtattfänden.
* Sofia, 10. Jan. Die Sobranje hielt heute
ihre erſte Sitzung nach dem Weihnachtsfeſt ab. Der
Mi=
niſterpräſident verlas eine Erklärung über die
Bil=
dung des Kabinetts. Von den oppoſitionellen Parteien
wurde verlangt, daß ein Expoſé über die innere
und äußere Politik gegeben werde und daß das
Kabinett dann die Vertrauensfrage zu ſtellen
habe. Die Sozialiſten verlangten, daß der Kriegsminiſter
dem Parlament entnommen werden ſolle. Die Sobranje
vertagte ſich ſodann bis zur Entgegennahme des Expoſés.
* Konſtantinopel, 10. Jan. Der Kriegsminiſter
Enver Paſcha gibt im Tanin eine
Rechtfertig=
ung der Penſionierung zahlreicher
Offi=
ziere. Gegenwärtig gebe es zwei Kadres, eines für die
Friedens= und eines für die Kriegszeit. Eine große
An=
zahl höherer Offiziere nimmt in Friedenszeiten Stellungen
ein, die ſie in Kriegszeiten anderen Offizieren überlaſſen
mußte. Eine Verjüngung des Offizierkorps ſei
erforder=
lich, um dieſem Dualismus ein Ende zu machen. Für die
Offiziere, die vor Jahren die Schule verlaſſen haben, einer
Zeit, wo man ſich noch wenig mit Kriegskunſt befaßte und
nicht danach gefragt hat, und infolge ihres Alters jedes
Intereſſe zu ihrer Fortbildung verloren haben, iſt die
Zeit der Ruhe gekommen. Der Miniſter erklärte weiter,
die Türkei brauche nur einen Effektiv=Friedensbeſtand von
200000 Mann, und das Budget des Kriegsminiſters werde
deshalb nur ſechs Millionen betragen gegen 10,5 Millionen
im letzten Jahre.
Kämpfe in Albanien.
* Paris, 10. Jan. Die Agence Havas meldet aus
Valona, daß die Teuppen Eſſad Paſchas geſtern abend
Elbaſſan angegriffen haben und daß, den
gan=
zen Tag über gekämpft worden ſei. Die Lage ſei kritiſch.
Man befürchte in Valona auch eine Bewegung zu Gunſten
der nach ihrer Landung gefangen genommenen Türken.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 10. Jan. Prinz Karl von
Rumä=
nien, Oberleutnant der rumäniſchen Armee und älteſter
Sohn des Prinzen Ferdinand von Rumänien, wurde
à la suite des erſten Garde=Regiments geſtellt und vom
Tage ſeines Eintreffens in Potsdam ab bis auf
wei=
teres zur Dienſtleiſtung bei dieſem Regiment zugelaſſen,
in welchem Verhältnis der Prinz zu der Uniform ſeines
Regiments die Dienſtgradabzeichen der Oberleutnants
anlegt.
* Stettin, 10. Jan. Auf der Vulkanwerft lief
heute ein für das ruſſiſche Handelsminiſterium erbauter
großer Eisbrecher vom Stapel der für den Dienſt
im baltiſchen Meer beſtimmt iſt und den Namen „Zar
Michael Feodorowitſch” führen wird. Das Schiff iſt mit
75 Meter Länge und 17 Meter Breite eines der größten
ſeiner Gattung.
* Hamburg, 10. Jan. In der Tivolibrauerei
in Eidelſtädt entſtand heute ein Schadenfeuer durch
das das Siedhaus bis zum oberen Stockwerk ausbrannte.
Die ganze Brauereieinrichtung iſt durch das Feuer und
Waſſer faſt vollſtändig zerſtört. Der Betrieb ruht ganz.
* Wien 10. Jan. Das Herrenhaus nahm die
Wahl von 26 Mitgliedern für die gemeinſame
Konfe=
renz zur Beratung der
Perſonalſteuer=
novelle vor.
* Rom, 10. Jan. Miniſterpräſident Venizelos
ſtattete dem deutſchen und dem öſterreichiſch=ungariſchen
Botſchafter einen Beſuch ab.
* Paris, 10. Jan. Bei der heutigen Beiſetzung des
Herzogs Rohan legte der deutſche Botſchafter Baron
v. Schoen namens des deutſchen Kaiſers einen Kranz
nieder.
* Liſſabon, 10. Jan. Die in Coimbra in Einzelhaft
gehaltenen Staatsgefangenen Major Montez,
die Hauptleute Motta, Voiga Ferreira, Leutnant Ferreira,
Dr. Cordeiro Ramos, der Prieſter Vieira, ſowie Vasco
Belmonte und Arthur Vasconcellos ſind durch
unter=
irdiſche Gänge entkommen und haben ſich nach
dem Dorfe Calas gewandt.
* Petersburg, 10. Jan. Im Gebiet der Nordweſtbahn
haben überall ſtarke Schneeverwehungen
ſtatt=
gefunden. Der Paſſagier= und Wagenverkehr mit Reval
war 24 Stunden unterbrochen. In der Nähe von Riga
ſind zwei Bahn züge im Schnee ſtecken
ge=
blieben. In Pſkow haben ſich ſieben Züge angeſammelt,
Die Verbindung von Kronſtadt mit der Küſte iſt
unter=
brochen. Alle nach Petalsourg gehenden Züge haben
Verſpätungen. Die Vorſtädte und Dörſer bei Petersburg
ſind vollſtändig eingeſchneit. In den Straßen der
Reſi=
denz iſt der Verkehr durch die Schneemaſſen erſchwert.
Zur Fortſchaffung des Schnees von den Bahnlinien ſind
Bauern, ſtellenweiſe auch Militär hinzugezogen worden.
In vielen Orten ſind die Beleuchtungsanlagen und
Tele=
graphendrähte zerſtört worden.
* Waſhington, 10. Jan. Die Mehrheit der
Geſetzes=
kommiſſion des Repräſentantenhauſes hat den Plan einer
Geſetzesvorlage gegen die Truſts gefaßt, der
in der Plenarkommiſſion erörtert werden ſoll. Der Plan
folgt Wilſons Anregungen und beſteht aus einer Vorlage,
durch die die Beziehungen zwiſchen den Direktoren
ver=
ſchiedener Geſellſchaften beſeitigt werden, aus einer
Vor=
lage, die die Verbindungen und Abmachungen betr. die
Preiſe regelt und aus einer Vorlage die ſowohl
Einzel=
perſonen als auch der Regierung die Befugnis gibt, gegen
Korporationen oder andere, die verſuchen, durch Uebertret=
ung der betreffenden Geſetze Schaden anzurichten,
geſetz=
lich vorzugehen.
Eingeborenen=Revolte in Südafrika.
* Jagersfontein, 10. Jan. Die Erhebung der
eingeborenen Arbeiter die dem Baſutoſtamme
angehören, wurde durch den Tod eines Baſutos
veranlaßt, der, wie behauptet wird, an den Folgen eines
Fußtritts ſtarb, den er von einem Weißen erhalten hatte.
Die Baſutos verweigerten geſtern die Arbeit, bewaffneten
ſich und verlangten die Verhaftung der Weißen. Der
Ver=
walter der Einfriedigung, in der die Baſutos wohnen,
verſuchte vergebens zu vermitteln. Die Baſutos
zerſtör=
ten alles, was ihnen unter die Hände kam, riſſen auch die
Einfriedigung nieder und raubten das Geld, das zur
Be=
zahlung der Gehälter beſtimmt war. Jetzt bewaffneten
ſich alle Weißen mit Flinten und anderen Waffen. Als
die Baſutos die Einfriedigung verließen, um die Stadt
zu ſtürmen, verlegten ihnen die Weißen den Weg. Die
Baſutos griffen an, worauf die Weißen Feuer gaben.
Mehrere Baſutos fielen. Die Baſutos ſchienen von
Toll=
heit ergriffen zu ſein und verſuchten beſtändig, gegen die
Stadt vorzudringen, wo die Frauen und Kinder in ihrer
Gewalt geweſen wären. Die Weißen mußten immer
wieder auf die Eindringenden feuern. Schließlich waren
die Baſutos bis zur Reſervation zurückgetrieben. In
der Stadt erfolgte eine Panik, da den Tauſenden von
Ba=
ſutos nur 150 Weiße gegenüberſtanden. Viele Frauen
und Kinder flüchteten in Fuhrwerken aller Art nach
Faureſmith, während bewaffnete Männer von den
Fel=
dern herangaloppierten oder in Automobilen eintrafen,
um den Weißen dort zu helfen. Vormittags traf eine
Abteilung Truppen mit zwei Geſchützen ein. In der
Re=
ſervation der Baſutos herrſcht jetzt Ruhe.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
ist es nicht, wenn Sie immer wieder zu teuere
Husten-Bonbons kaufen, nur werfen Sie dadei
Geld fort. Wollen Sie nicht lieber einmal
einen Versuch mit
Eutol-Bonbons
in eleganten Blechdosen à 30 Pfg. machen?
AAlie Leute und alle diejenigen, welche durch
vieles Sprechen, durch Rauchen etc. zu
häufigen Katarrhen neigen, finden nichts Besseres. Achten Sie
darauf, dass Sie nur die echten Eutol-Bonbons bekommen.
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Einkauf guter Wäsche, Leinen u.
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und Steppdecken etc.
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(1671go
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die ſchmerzliche Mitteilung, daß unſere
unvergeßliche, herzensgute
(B1689
Luise Gever
Schneiderin
heute abend ½ 8 Uhr nach längerem Leiden im
52. Lebensjahre ſanft entſchlafen iſt.
Darmſtadt, 9. Januar 1914.
Schießhausſtr. 62.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Max Geyer Wwe.,
geb. Anthes.
Die Beerdigung findet Montag, den 12. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Beſſunger
Friedhofs aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute früh entſchlief ſanft nach langem,
ſchwerem Leiden meine liebe Gattin, unſere
liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Schwägerin und Tante
(*739
Frau
Karoline Hartmann
geb. Gottmann
im 51. Lebensjahre.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Peter Hartmann.
Darmſtadt, den 9. Januar 1914.
Bismarckſtraße 78.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, vom ſtädtiſchen Friedhof
aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
während der Krankheit und bei dem Hinſcheiden
unſeres innigſtgeliebten Kindes, Bruders, Enkels
und Neffen
(1665
Ludwig Katzenbach
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer Lic.
Waitz für die troſtreichen Worte, ſeinem Herrn
Lehrer und lieben Mitſchülern, den Pflegerinnen
des ſtädtiſchen Krankenhauſes für ihre aufopfernde
Pflege, ſowie für die überaus zahlreichen
Blumen=
ſpenden auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen
i. d. N.:
Heinrich Katzenbach,
Kaſtanienallee 22.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Randwirbel des nordöſtlichen Tiefdruckgebietes
rachten uns geſtern trübes, regneriſches, mildes Wetter.
Der nördliche Hochdruckausläufer hat ſich verſtärkt und
ſüd=
wärts bewegt und uns heute nacht kaltes, zeitweiſe
auf=
heiterndes Wetter gebracht, das auch morgen noch anhalten
dürfte.
Vorausſichtliche Witterung in Heſſen am Sonntag,
den 11. Jan.: Meiſt wolkig, zeitweiſe aufheiternd, geringe
Niederſchläge, kalt, Nachtfroſt.
Tagestalender.
Sonntag, 11. Januar.
Großh. Hoftheater Anfang 2 Uhr, Ende vor 4 Uhr
(Volksvorſtellung): „Die ſpaniſche Fliege‟. —
Abend=
vorſtellung: Anfang 6 Uhr, Ende nach 11 Uhr (Ab. C):
„Götterdämmerung‟
Vorſtellungen um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Matinee der Kammermuſik=Vereinigung um 11½ Uhr
im Saale des Muſikvereins.
Hauptverſammlung und Teeabend des
Frauenvereins Paulusgemeinde um 8 Uhr im
Ge=
meindeſaal.
Teeabend des Frauenvereins der Schloßgemeinde um
8 Uhr Kiesſtraße 17.
Verſammlung der Berufs=Tanzlehrer um 11 Uhr im
Bahnhofshotel.
Meiſterſchaftsſpiel des Darmſtädter Sportklubs
und Fußballvereins Mainz um ½3 Uhr auf dem
Sport=
platz am alten Schießhaus.
Ausflug des Odenwaldklubs nach Zwingenberg (
Ab=
marſch um 8 Uhr an der Landskronſtraße).
Konzerte: Karnevalgeſellſchaft Narrhalla um 8.11 Uhr
im Saalbau. — Ludwigshöhe um 4 Uhr. —
Schützen=
hof um 6 Uhr. — Rummelbräu um 8 Uhr. — Café
„Metropole” um 8 Uhr. — Hanauer Hof um 6.11 Uhr.
Tanzkränzchen um 4 Uhr in der „Stadt Pfungſtadt”.
Verſteigerungskalender.
Montag, 12. Januar.
Hofreiten=Verſteigerung des Heinrich Schäfer
(Moosbergſtraße 94 und Heidelbergerſtraße 130) um
10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Holzverſteigerung um 9 Uhr in der Güntherſchen
Gaſtwictſchaft zu Roßdorf.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im „
Darm=
ſtädter Hof” zu Griesheim.
Holzverſteigerung um 9½ Uhr im Eberſtädter
Ge=
meindewald (Zuſammenkunft auf der Schlangenſchneiſe
am Uebergang der Staatseiſenbahn)
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen”
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
Sehbou
Das Bier für die Familie. — Unerreicht in seiner Wohlbekömmlichkeit.
(981a
[ ← ][ ][ → ]Nummer 74.
verbunden mit
Weisser woehe
Vom 12. bis 24. Januar 1914
stelle ich nachstehend verzeichnete außergewöhnliche
Heisgennens-kaufe
in Raumwoll- und Leinenwaren
weit unter Wert, solange der Vorrat reicht, zum Verkauf:
Div. Posten Renforcé, Cretonne, Madapolame, Macco, Louisianatuch
per Meter 52, 60, 65, 70, 72, 80 Pfennig und besser.
Verschiedene Posten 150 und 160 cm breit Cretonne u. Dowlas für Bettücher
von Mark 1.10 etc. an per Meter.
Einige Posten 80 cm breit Halbleinen und Reinleinen
per Meter von 80, 90 Pfennig, Mark 1.20 anfangend.
Reinleinen Mark 1.50, 1.70, 1.90 etc. per Meter.
Diverse Posten 150 u. 160 cm breit Halbleinen für Bettücher, Rasenbleiche
per Meter Mk. 1.30, 1.50, 1.65, 1.80, 2.10, 2.25 etc. etc.
Einige Posten 130 und 160 cm breite weisse Bettdamaste
von 75 Pfennie, Mark 1.—, 1.25, 1.50 etc. an per Meter.
Verschiedene Posten 80 cm breit weiss gerauhte Croisé für Leibwäsche
in guten Qualitäten und richtiger Breite
von 55, 65, 75, 80 Pfennig per Meter an.
Diverse Posten 80 cm breit Flockpiqué
per Meter 70, 75, 80 Pfennig. Mark 1.—, 1.70 etc.
Enorme Auswahl in Küchenhandtüchern, am Stück von 10, 25, 35,
60, 65 Pfg. per Meter an, abgepasst per ½ Dutzend Mark 1.90, 2.70 etc.
Wischtücher, abgepa st. ½ Dtzd. Mark 1.60, 1.75, 2.60. etc.
Diverse Posten abgepasster weisser Handtücher, fertig, gesäumt und gebändert,
das Dutzend Mark 8.75 etc. Prima Gerstenkorn, Dutzend Mark 8.50, 9.80,
am Stück per Meter 60, 70 Pfennig etc.
Verschiedene Posten fertige Kissenbezüge in Cretonne, Halbleinen und Leinen
In jeder Frelsläge.
4 Partien Tischzeug
130X160 cm Tischtuch (Jacquard), per Stück Mark 2.50
Servietten 60X60 cm, das Dutzend Mark 5.75
130X160 cm Tischtuch (Halbleinen), per Stück Mark 2.85
Servietten 60X60 cm, das Dutzend Mark 5.80
130X160 cm Tischtuch (Halbleinen), prima Qualität, per Stück Mark 3.25
Servietten 60X60 cm, das Dutzend Mark 6.30
Reinleinen:
130X160 cm Tischtuch, Mark 4.25 das Stück
Servietten 60X60 cm, das Dutzend Mark 9.50
Ferner: Cirka 25 Prozent unter Preis
Ein Posten Hausmacher Reinleinen Tischtücher (oberhess. Fabrikat),
130 X 165 cm, per Stück Mk. 4.75, Servietten 65 X 65 cm, Dutz. Mk. 12.−
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Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, dass es sich bei obiger Offerte
nur um reelle fehlerfreie Qualitäten handelt, die besonders billig zum
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Mitglied des Rabatt-Spar-Vereins.
(1662gm
Freiſtellen an den Mittelſchulen.
Geſuche um Freiſtellen an den Mittelſchulen für das
Schul=
jahr 1914/15 ſind bis zum 15. Januar 1914 bei mir einzureichen.
Es wird darauf hingewieſen, daß Freiſtellen nur bis zu 5%
der Zahl der Schüler und Schülerinnen und nur in den vier oberſten
Klaſſen vergeben werden können. Vorausſetzung der Bewilligung
iſt die Bedürftigkeit der Eltern ſowie regelmaßiger Schulbeſuch,
Fleiß, Ordnungsliebe, Reinlichkeit und gutes Betragen des
betreffen=
des Kindes.
Die Vergebung der Freiſtellen erfolgt auf ein Jahr und in
ſtets widerruflicher Weiſe. Für de Kinder, die für das laufende
Schuljahr im Beſitze einer Freiſtelle ſind, muß ſonach um weitere
Verleihung nachgeſucht werden.
In den Geſuchen iſt außer dem Beruf und der Wohnung der
Eltern oder der Pflegeeltern noch die Schulgruppe, die das betreffende
Kind beſucht, anzugeben.
(246fof
Darmſtadt, den 29. Dezember 1913.
Der Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing.
Bliliornek der Groun. Lentraistelte für uie Gewerhe
(Bibliothek, Vorbilder=Sammlung und
Patentſchriften=Auslegeſtelle)
Darmstadt, Neckarstrasse 3.
Oeffnungszeiten des Leſeſaals vom 1. Novbr. bis 1. Mai:
Werktags von 9—12½ Uhr vormittags und 3—6 Uhr
nachmittags, außer Samstag nachmittags;
abends von 8—10 Uhr am Dienstag und Freitag.
Die Abendſtunden der Bibliothek ſollen vor allem denjenigen
Intereſſenten, die tagsüber im Beruf ſtehen, Gelegenheit zur Benützung
unſerer Sammlungen geben. Neben Bibliothek und Vorbilder=
Samm=
lung iſt auch die Patentſchriften=Sammlung während der
Abend=
ſtunden zu benützen.
Auskunftserteilung in Fragen des Patentweſens und der
Geſetz=
gebung auf dem Gebiete des gewerblichen Rechtsſchutzes. (1604gd
Bekanntmächung.
In Gemäßheit des § 3 Abſatz2 des Reichsgeſetzes vom
28. Mai 1894, betreffend den Schutz der Brieftauben und den
Brief=
taubenverkehr im Kriege, veröffentlichen wir de Namen derjenigen
hieſigen Brieftaubenzüchter, welche Mitglieder des „Brieftauben=
Klub Ober=Ramſtadt” ſind, mit dem Anfügen, daß dieſer Klub dem
Verband deutſcher Brieftaubenliebhaber=Vereine angehört und
ſtatutengemäß ſeine Brieftauben der Militär=(Marine=Verwaltung
zur Verfügung geſtellt hat.
(1611
1. Franz Dickeſcheid.
6. Philipp Vetter.
2. Frtz Heim.
7. Valentin Burger.
3. Gg. Rodenhäuſer VII. I 8. Friedr. Rodenhäuſer.
4. Franz Becht.
9. Konrad Fiſcher.
5. Auguſt Hofmann.
Ober=R mſtadt, den 7. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Bekanntmachung.
In Gemäßheit des § 3, Abſatz 2 des Reichsgeſetzes vom 28. Mai
1894, betreffend den Schutz der Brieftauben und den
Brieftauben=
verkehr im Kriege, veröffentlichen wir die Namen derjenigen hieſigen
Brieftaubenzüchter, welche Mitglieder des „Brieftauben=Klub
Heim=
kehr Ober=Ramſtadt” ſind, mit dem Anfügen, daß dieſer Klub dem
Verband deutſcher Brieftaubenliebhaber=Vereine angehört und
ſtatutengemäß ſeine Brieftauben der Militär=(Marine=) Verwaltung
zur Verfügung geſtellt hat.
9. Fritz Müller
1. Jakob Schulz
10. Philipp Burger
2. Heinrich Weber
11. Wilhelm Emich VIII.
3. Ernſt Nicolay
12. Franz Blum
4. Ludwig Fiſcher
13. Adam Beyer
5. Heinrich Koch
14. Adam Schanz
6. Karl Rodenhäuſer
15. Karl Schaffnit.
7. Wilhelm Neubert
8. Wilhelm Wedel
Ober=Ramſtadt, den 7. Januar 1914.
(1612
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung.
Im Gemeindewald Ober=Ramſtadt, in den Diſtrikten
Tann=
acker und Buchwald, werden an Ort und Stelle verſteigert:
Dienstag, den 13. Januar lfd. Js.
Stämme: 9 Eichen Kl. III, IV und V, 118 Eſchen Kl. IV
V und VI, 3 Buchen Kl. II und III, 36 Fichten Kl. IV
und V.
Mittwoch, den 14. Januar
Scheiter, Rm: 36 Buchen, 7 Eichen, 6 Eſchen (2 Erlen=
Rundſcheit, 64 Kiefern.
Knüppel, Rm: 44 Eſchen, 3 Erlen, 141 Kiefern, 8 Fichten,
7 Schwarzkiefern.
Stöcke, Rm.: 19 Buchen, 9 Eichen, 13 Eſchen, 17 Kiefern,
9 Fichten.
Zuſammenkunft an beiden Tagen jedesmal vormittags 10 Uhr
im Diſtrikt Tannacker, an der Kronetswieſe, oberhalb den Schachen=
(989idg
mühlen.
Ober=Ramſtadt, den 2. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Hotel und Pension Behrends-Aufnagel
Darmstädter Hof — Traisa.
iſt heute unter
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in Darmſtadt angeſchloſſen.
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(1638a
erteilt
gründl. Unterricht im Kleidermachen u. Zuschneiden
auch Jackettkleidern, Schneiderarbeit
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diskret Möbus, Lauteſchläger=
(*677
ſtraße 6.
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unt. V 20 durch die Exp. (946a
Nummer 11.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Seite 11.
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Darmstadt
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Mitglied des Rabatt-Sparvereins.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 ſchottiſcher Schäferhund (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(1640
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten
wird die Neue Ireneſtraße zwiſchen der Moller= und der
Schuknecht=
ſtraße vom 12. Januar bis zum 9. Februar ds. Js. für den
Fuhr=
werks= und Radfahrverkehr geſperrt.
(1639
Bekanntmachung.
Gemäß § 3 Abſ. 2 des Reichsgeſetzes vom 28. Mai 1894,
be=
treffend den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenver ehr im
Kriege, veröffentlichen wir unter Bezugnahme auf die nachſtehend
abgedruckten Beſtimmungen des erwähnten Reichsgeſetzes die Namen
der Brieftaubenzüchter, die Mitglieder des „Darmſtädter
Brieftauben=
klubs” und des Brieftaubenk ubs „Gut Flug‟ Darmſtadt=Beſſungen
ſind. Beide Vereine gehören dem Verband Deutſcher
Brieftauben=
liebhaber=Vereine an und haben ſtatutengemäß ihre Brieftauben der
Militär= (Marine=) Verwaltung zur Verfügung geſtellt.
I. Darmſtädter Brieftaubenklub.
1. Achen, Ernſt, Grafenſtr. 22. 10. Nold, Auguſt, Landgraf=Phi=
2. Beſt, Ludwig, Nieder=Ram= lipp=Anlage 52.
ſtädterſtr 47.
11. Nungeſſer, Wilhelm, Dieburger
3. Deutſch, Philipp, Neckarſtr. 11. Straße 10.
4. Heinzerling, Heinr., Emilſtr. 28.12. Schmuck, W., Kirchſtr. 6.
5. Heß, Kar, Saalbauſtr. 41. 113. Schneider, Adolf, Nieder=Ram=
6. Prinz von Yſenburg, Goethe= ſtädter Straße 72.
14. Steinmetz, Karl, Neckarſtr. 24.
ſtraße 44.
7. Kämmerer, Karl, Parcusſtr. 10. 15. Stoll, Ludwig, Heinheimer=
8. Kraft, Hermann, Frankfurter ſtraße 4.
16. Thierolf, Heinrich, Karlſtr. 23.
. Straße 90.
3. Link, Heinrich, Roquetteweg 2.
II. Brieftauben=Klub „Gut Flug‟ Darmſtadt=Beſſungen.
13. Hering, Ludwig, Sandberg=
1, Aberle, Georg, Hochſtr. 4.
ſtraße 18.
2. Beyer, Georg, Luiſenſtr. 38.
3. Demmel, Ludwig, Ludwigs=14. Horſt, Heinr., Wittmannſtr. 34.
15. Jäger, Wilhelm,
Ludwigshöh=
höhſtraße 53.
ſtraße 22.
4. Erbes, Ludwig, Bruchwieſen=
16. Naumann, Karl, Beſſunger
ſtraße 28.
5. Geyer, Heinrich, Weinberg= Straße 25.
17. Schulz, Georg, Beſſunger
ſtraße 36½
6. Geyer Xll., Wilhelm, Oran= Straße 74.
18. Stegmeier, Hubert,
Schuchard=
gerieſtraße 2.
7. Geiger, Philipp, Beſſunger ſtraße 10.
119. Stein, Friedrich, Sandberg=
Straße 17.
8. Haas Karl, Felſingſtr. 2.
ſtraße 19.
9. Haun, Philipp, Herrngarten=20. Vollhard, Ludwig,
Schießhaus=
ſtraße 59.
ſtraße 23.
10. Heil, Auguſt, Herrngartenſtr. 7. 121. Weigold, Friedrich, Beſſunger
Straße 44.
11. Henkel, Heinrich, Orangerie=
22. Wiemer, Heinr., Tannenſtr. 28.
ſtraße 1.
12. Henn, Friedrich, Griesheimer 23. Wittmann, Wilhelm,
Seekatz=
ſtraße 16.
Truppen= eb ngsplatz.
Darmſtabl, den 7. Januar 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Auszug aus dem Geſetz
betreffend den Schutz der Brieſtauben und den Brieftaubenverkehr
vom 28. Mai 1894.
§ 1. Die Vorſchriften der Landesgeſetze, nach welchen das
Recht. Tauben zu halten, beſchränkt iſt, und nach welchem im Freien
betroffene Tauben der freien Zueignung oder der Tötung unterliegen,
finden auf Militärbrieftauben keine Anwendung.
Dasſelbe gilt von landesgeſetzlichen Vorſchriften, nach welchen
Tauben, die in ein fremdes Taubenhaus übergehen, dem Eigentümer
des letzteren gehören.
§ 2. Inſoweit auf Grund landesgeſetzlicher Beſtimmungen
Sperrzeiten für den Taubenflug beſtehen, finden dieſelben auf die
Reiſeflüge der Militärbrieftauben keine Anwendung. Die Sperrzeiten
dürfen für Militärbrieftauben nur einen zuſammenhängenden
Zeit=
raum von höchſtens je 10 Tagen im Frühjahr und Herbſt umfaſſen.
Sind längere als zehntägige Sperrzeiten eingeführt, ſo gelten für
Militärbrieftauben immer nur die erſten zehn Tage.
§ 3. Als Militärbrieftauben im Sinne dieſes Geſetzes gelten
Brieftauben, welche der Militär= (Marine=) Verwaltung gehören oder
derſelben gemäß den von ihr erlaſſenen Vorſchriften zur Berfügung
geſtellt und welche mit dem vorgeſchriebenen Stempel verſehen ſind.
Privatperſonen gehörige Militärbrieftauben genießen den Schutz
dieſes Geſetzes erſt dann wenn in ortsüblicher Weiſe bekannt gemacht
worden iſt, daß der Züchter ſeine Tauben der Militärverwaltung
(1491sm
zur Verfügung geſtellt hat.
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Anlagen im Innern der Gebäude und Grundſtücke, welche an das
Rohrnetz des ſtädtiſchen Gaswerks angeſchloſſen werden ſollen, ſowie
die Vornahme von Erweiterungen, Veränderungen und Reparaturen
darf nur durch ſolche Inſtallateure erfolgen, die vom Herrn
Ober=
bürgermeiſter eine ſchriftliche Erlaubnis hierzu erhalten und ſich
ver=
pflichtet haben, alle dieſe Einrichtungen unter Zugrundelegung und
gewiſſenhafter Beobachtung der hierfür erlaſſenen Beſtimmungen und
Vorſchriften auszuführen.
Dieſe Erlaubnis iſt folgenden Firmen erteilt:
Hugo Kötting, Liebfrauenſtr. 75.
Gottfried Beck, Karlſtr. 39.
Gebr. Becker Nachf., Grafen= Wilh. Krätzinger, Ludwigſtr. 11.
ſtraße 27.
Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
Heinrich Becker, Brandgaſſe 2. Ludwig Lauſenſchläger, Neckar=
Lud. Breitwieſer, N. eder=
Ram=
ſtraße 26.
Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
ſtädterſtr. 54.
Heinr. Brunner, Eliſabethenſtr. 33. Ludw. Luck, Heidelbergerſtr. 54.
Karl Darmſtädter, Sandbergſtr. 66 Ph. Wamſer, Kranichſteiner=
W. Eberhardt, Nieder=
Ram=
ſtraße 37.
Phil. Maul, Heidelbergerſtr. 19.
ſtädterſtr. 11.
Fr. Ewald (Inh. Fr. Wenz)Müller u. Dilling, Kaſinoſtr. 27.
Soderſtraße 49 und 54. Gg. Neumann, Heidelbergerſtr. 117
Theodor Fey, Kranichſteinerſtr. 8a. 1 Aug. Neumeyer Wwe., Große
Georg Aug. Fink, Rhönring 53.
Ochſengaſſe 22.
Ludwig Fiſcher, Langgaſſe 21. Heinr. Ningler, Landwehrſtr. 47.
Bernhard Gans, Rheinſtr. 47. Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
Franz Geiger, Karlſtraße 36.Heinrich Pauli, Orangerie=Allee7.
Wilh. Gelfins, Fuhrmannſtraße 6. Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15.
Jakob Glock, Langegaſſe 9.
F. W. Preußner, Bleichſtr. 40.
Guſtav Göckel, Karlſtr. 12.
Karl Rockel Nachf. (Inh. Georg
Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
Momberger), Schützenſtr. 4.
Philipp Handſchuch, Schloß= G. W. Roth, Moosbergſtr. 97.
gartenſtraße 37.
Philipp Roth, Mühlſtr. 17.
Ludwig Heppenheimer, Luiſen= J. Rühl, Saalbauſtr. 24.
ſtraße 2.
Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
Wilh. Heppenheimer, Kiesſtr. 80. Friedr. Schiller, Tannenſtraße 7.
Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
Karl Schreiner, Soderſtr. 48.
Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44.Franz Schulz, Karlſtr. 104½,
Balth. Ittmann, Liebfrauenſtr. 89. Heinrich Schwarz, Kiesſtr. 36.
Hermann Jung, Bleichſtr. 11.Leonh. Sommer, Roßdörferſtr. 3.
Karl Jung, Kaplane gaſſe 17. Wilh. Stauß, Inſelſtraße 21.
Philipp Jung, Alexanderſtr. 9. Karl Tänzer, Marktplatz 7.
Karl Kämmerer, Parcusſtraße 10. Michael Vollrath, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße 51.
Gg. Kaiſer, Rheinſtr. 5.
Rob. Kaiſer, Landgraf Georgſtr. 8. Hch. Waldſchmidt, Ludwigshöh=
Geora Keil, Eliſabethenſtr. 36.
ſtraße 21.
Auguſt Keller, Kaupſtr. 45.
Otto Wamboldt, Herdweg 2.
Adolf Kling, Grafenſtr. 35.
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Pah, Ihr könnt ſagen, was Ihr wollt, ich tue es doch!
Es iſt die einfachſte und natürlichſte Sache von der Welt.
Die Familie war vollzählig um den eleganten,
run=
den Teetiſch verſammelt, und der roſig abgedämpfte Schein
der elektriſchen Deckenlampe fiel auf vier friſche, junge
männliche Geſichter, welche ſich mit dem Ausdruck
lebhaf=
ter Erregung der Sprecherin zuwandten.
Dieſe, eine junge Dame von ſchlankem Wuchs und
an=
mutigen Bewegungen, erinnerte in ihrer pikanten
Eigen=
art an eine reizende, kleine Japanerin, und der koſtbare
buntſeidene Kimono, den ſie als allabendliches
Hausge=
wand trug, verſchärfte dieſen Eindruck noch. Auch ihre
Umgebung war in diskreter Weiſe auf denſelben Ton
ge=
ſtimmt, und alles vereinigte ſich, um den fremdartigen
auber ihrer Perſönlichkeit vorteilhaft hervorzuheben.
Gräfin Gabi war überhaupt ein verwöhntes, vom
Schickſal bevorzugtes Menſchenkind. Als Jüngſte von
fünf Geſchwiſtern und heiß erſehnte Tochter hatte ſie von
Anfang an eine beneidenswerte Rolle geſpielt, und ſeit
ldem vor Jahren erfolgten Tode der Eltern bildete ſie den
Mittelpunkt und die Krone der ganzen Familie. Obgleich
noch ledig, bewegte ſie ſich doch mit der ruhigen
Sicher=
heit einer jungen Frau, und in ihrem eleganten Berliner
WHaushalte in der Kaiſerallee gingen viele Menſchen ein
ſund aus. Die Nähe ihrer vier unverheirateten Brüder,
die ſie wie eine glänzende Leibgarde umgaben, war ihr
Schutz und Halt genug, und ein vortreffliches altes
Fräu=
lein, Agnes mit Namen, das ſie bereits hatte aufwachſen
Aſehen, ſorgte in anderer Weiſe für ihr Wohl. Sie war
Duenna und Wirtſchafterin zu gleicher Zeit.
Natürlich fehlte es der Gräfin Gabi nicht an Verehrern
ſund Bewerbern, aber ſie hielt dieſelben immer in
reſpek=
ltabler Entfernung. Als ganz junges Mädchen, zu
Leb=
zeiten der Eltern, war ſie ſchon einmal verlobt geweſen,
und die Erinnerung an dieſe zurückgegangene Verlobung
lebte als Warnung und Mahnung in der Familie fort.
Keiner fand ſeitdem Gnade vor der Geſchwiſter kritiſch
prüfendem Blick, und das Mißtrauen, das ſie den jungen
Herren entgegenbrachte, entbehrte auch nicht ganz der
Be=
rechtigung.
Die vornehmen Offiziere und Kavaliere, welche ihrem
Kreiſe angehörten, fanden die impulſive kleine Gräfin
zwar liebenswürdig und intereſſant und unterhielten ſich
ſtets vortrefflich mit ihr, den Hauptanziehungspunkt
bil=
deten aber doch die ſoliden und ungewöhnlich glänzenden
Verhältniſſe, in denen ſie lebte, wie der vornehme Name,
den ſie trug. Die Brüder, welche den Schatz mit
eifer=
ſüchtiger Liebe hüteten, erſchienen den meiſten als eine
unwillkommene Beigabe, und Gräfin Gabi ſelbſt zeigte
wenig Anlage zu einer bequemen und anſpruchsloſen
Frau. Sie war oft eigenwillig und unberechenbar,
ver=
abſcheute Korrektheit und Pedanterie von ganzem Herzen
und tat mitunter die ſeltſamſten Dinge. Ihr romantiſcher
Sinn und ihr warmes Herz riſſen ſie immer wieder zu
unbedachtem Handeln hin, und wenn ſie auch
unange=
nehme Erfahrungen machte, ſo wurde ſie doch durch
Scha=
den nicht klug. Die Brüder, welche bei verſchiedenen
Garderegimentern in Berlin und Potsdam ſtanden, ſahen
ſie faſt täglich, aber ihr Einfluß war gering. Gräfin Gabi
erkannte ihre Ueberlegenheit nur ſelten an, und ihre
Er=
mahnungen und Vorſtellungen verhallten ungehört.
So verhielt es ſich auch diesmal. Trotz ihrer
zärt=
lichen Liebe zu den Brüdern war ſie feſt entſchloſſen, ihren
Willen durchzuſetzen, und mit einer eigenſinnigen kleinen
Kopfbewegung, die bei ihr ſchon typiſch war, ſagte ſie
ruhig mit gutmütigem Spott:
Macht Euch doch nicht lächerlich! Ihr tut gerade, als
wollte ich bin ans Ende der Welt reiſen und mich den
größten Gefahren ausſetzen. Dabei handelt es ſich nur
um eine vierſtündige Eiſenbahnfahrt, einen kurzen
Som=
meraufenthalt auf dem Lande und eine mir liebe und
ver=
traute Beſchäftigung.
Heinz, der Aelteſte, zuckte die Achſeln. Ja, meinte
er, lieb und vertraut mag Dir die Beſchäftigung ſchon ſein,
aber Du willſt eine Liebhaberei plötzlich als Beruf
aus=
üben, und das können wir unmöglich zugeben. Unſere
einzige Schweſter, die Gräfin Gabriele Gartenhauſen, kann
nicht als bezahltes Tippfräulein in der Welt herumreiſen.
Herbert, ihr Liebling, der neben ihr ſaß und ſie immer
am beſten verſtand, legte ſanft die Hand auf ihren Arm
und lächelte ſie an. Verzeih, ſagte er, ich kam ſpätzer als
die anderen und kann mich in die Situation noch nicht
hin=
einfinden. Wie kommſt Du auf eine ſo abenteuerliche
Idee? Es muß doch ein beſtimmter Grund vorliegen.
Freilich, lachte Helmut, der Jüngſte, um Gründe iſt
unſere Gabi niemals verlegen, aber ſtichhaltig ſind ſie
ge=
wöhnlich nicht, und wir werden diesmal die geplante
Tor=
heit einfach verhindern.
Die Schweſter ſchreckte dieſe Drohung nicht. Sie machte
Herbert ein appetitliches Brötchen zurecht, legte es ſorglich
auf ſeinen Teller und meinte dann ruhig:
Du vergißt, Mutti, daß ich mit meinen
fünfundzwan=
zig Jahren längſt mündig bin. Niemand hat über mich
zu beſtimmen. Ich kann tun und laſſen, was ich will.
Leider, beſtätigte Hans Hermann, der dritte Bruder,
welcher die Würden und Pflichten der Familie ſtets am
ſtärkſten betonte, wir ſind und bleiben aber Deine
natür=
lichen Berater und Beſchützer, und es iſt ganz
ſelbſtver=
ſtändlich, daß Du Rückſicht auf uns nehmen mußt. Wenn
Du verheiratet wärſt, dürfteſt Du Deinen Eingebungen
auch nicht ohne weiteres folgen.
Nein, dann erſt recht nicht, meinte Gabi mit trockenem
Humor. Die Ehe iſt ja die allerſchlimmſte Sklaverei und
für das moderne Weib eine ganz unwürdige Feſſel.
In=
deſſen, dem Himmel ſei Dank, habe ich keinen Mann, der
meine Freiheit beſchränken kann, und Ihr ſorgt ſchon
da=
für, daß ich auch keinen kriege. In der Theorie wollt Ihr
mich zwar immer verheiraten, aber in der Praxis grault
Ihr jeden hinweg, der ſich mit ernſthaften Abſichten naht,
und der Umſtand, daß mich das niemals kränkt, ſondern
immer nur amüſiert, beweiſt am beſten, wie unberührt mein
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
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ſchreckt mich nicht. Dafür will ich aber auch melne eigenen
Wege gehen, und wenn ich dabei etwas Neues zu tun und
zu ſchen bekomme, ſo iſt mir das tauſendmal lieber, als
das vergoldete Einerlei meines hieſigen Drohnendaſeins.
Wieder erhob ſich lebhafter Widerſpruch, und eine
Zeitlang kam Gabi nicht zu Worte; dann bat Herbert
noch=
mals um Aufklärung, und Gabi meinte, ihn zärtlich
an=
blickend:
Es handelt ſich einfach um ein gutes Werk, mein
Junge, das für mich kein eigentliches Opfer iſt. Du kennſt
doch unſere ehrenwerte und fleißige Nachbarin aus dem
Gartenhaus, Fräulein Flott, bei der ich vor Jahren das
Maſchinenſchreiben erlernte, um Papa bei ſeinen Arbeiten
helfen zu können. Sie beſucht mich dann und wann und
erzählte mir neulich ſtrahlend von einem Engagement aufs
Land, das ihr in dieſem Jahre die gewünſchte Erholung
bringen ſoll. Ein Baron Haſſelmann auf Hellborn, der
perſonalhiſtoriſch tätig iſt, bedarf ihrer Hilfe an der
Schreibmaſchine und hat ſie auf ihre guten Zeugniſſe und
perſönliche Empfehlungen hin für die Sommermonate
engagiert. Am Vormittag ſoll ſie mit ihm im
Schloß=
archiv arbeiten, am Nachmittag ſeiner Schweſter, der
Baro=
neſſe, die augenleidend iſt, ein paar Stunden vorkeſen. Die
übrige Zeit gehört ihr ohne jede Einſchränkung. Sie kann
ſich ausruhen oder Spaziergänge machen, je nachdem und
die gute Koſt auf dem Lande wird wohl das übrige zu
ihrer Kräftigung tun. Hier in Berlin ſitzt ſie täglich
acht bis zehn Stunden an der Schreibmaſchine, und ihre
überreizten Nerven bedürfen dringend der Entlaſtung.
Herbert nickte. Dann iſt ja alles in beſter Ordfung,
Schweſterlein, Du kannſt Dich für Deinen Schützling
freuten.
Doch nicht, meinte Gabi ernſter werdend. Fräulein
Flott ſollte morgen ſchon abreiſen, und nun macht eine
plötzliche Erkrankung ihrer Mutter, mit der ſie
zuſammen=
ſebt, ihr dies unmöglich. Ganz beſtürzt kam ſie geſtern
abend zu mir, und in ihrem Namen telegraphierte ich
heute früh nach Hellborn, um Aufſchub bittend, aber die
Antwort lautete wenig tröſtlich. Da, lies ſelbſt, und ſie
reichte ihm die Depeſche. Darauf ſtand: Auſſchub
unmög=
lich. Erwarte tüchtige Stellvertreterin oder Sie ſelbſt
morgen nachmittag fünf Uhr.
Herbert zuckte die Achſeln. Der gute Mann ſcheint es
mit ſeiner Familiengeſchichte ſehr eilig zu haben, meinte
er kühl.
Nicht wahr? ſagte Gabi eifrig. Bei einer ſolchen
Ar=
beit kommt es doch ſonſt auf ein paar Tage nicht an, aber
alte Leute ſind wunderlich, und ein General a. D. hält
ge=
wohnheitsmäßig auf Pünktlichkeit.
Heinz wandte ſich überraſcht ſeiner Schweſter zu. Das
iſt nicht übel, Gabi. Woher weißt Du denn, daß Baron
Haſſelmann ein alter General iſt?
Sie lachte. Aus dem „Gotha” natürlich, lieber
Hein=
zelmann. Ich war neugierig und habe im
Freiherren=
kalender gleich nachgeſehen. Baron Ernſt Auguſt von
Haſſelmann, Erbherr auf Hellborn, Marienau und
Degen=
feld, Generalmajor z. D., hat am 20. Mai, alſo vov
vierzehn Tagen, ſeinen ſiebzigſten Geburtstag gefeiert,
und ſeine Schweſter, Baroneſſe Ehrentraut, Stiftsdame
uſw., iſt nur zwei Jahre jünger als er. Seine Frau, eine
geborene Gräfin Winnieg, lebt nicht mehr. Söhne ſind
Vherbaupt nicht vorhanden, und ſeine einzige Tochter
Marie Antoinette, iſt mit einem Diplomaten, dem Grafen
Treſſenſtein, verheiratet. Ihr ſeht alſo, die Sache iſt ganz
gefahrlos und ſehr ſeudal. Ich werde meine Tage fleißig
und ineibſan ir iem eintnen eliet Schies def alet
Leuten zubringen, und das einzige, was ich fürchte, iſt
offengeſtanden die Langeweile.
Herbert fuhr auf. Wie, Du ſelbſt willſt nach
Hell=
born? fragte er erſchreckt und beſorgt.
Natürlich! war Gabis gelaſſene Antwort. Sieh mal,
mein Junge, Tippfräulein gibt es in Berlin genug, aber
bis morgen mittag dürfte ein Erſatz für Fräulein Flott
kaum zu beſchaffen ſein. Die meiſten ihrer Kolleginnen
können oder wollen Berlin nicht plötzlich verlaſſen.
Außer=
dem ſoll die Betreſſende zuverläſſig und leiſtungsfähig
ſein, und Fräulein Flotts Empfehlung Ehre machen, ohne
ſie doch aus ihrer Stellung zu verdrängen. Das Reiſegeld
muß ſie ihr ſo wie ſo überlaſſen, und ob die Sache gut
abläuft, weiß kein Menſch. Alle dieſe Schwierigkeiten und
Gefahren fallen fort, wenn ich ſelbſt die Vertretung
über=
nehme. Flottchen kann ſich unbekümmert und ohne
pe=
kunjären Verluſt der Pflege ihrer Mutter widmen, und
hat ſich die Kranke erholt, kommt ſie nach Hellborn und
löſt mich ab. Die Sache iſt wirklich ſo einfach wie
mög=
lich.
Wie lange kann die Krankheit ungefähr dauern?
Zwei bis drei Wochen, ſagt der Arzt.
Hans Hermann war nicht nur beſorgt, ſondern auch
entrüſtet. Du willſt alſo wirklich und wahrhaftig als
Tippmamſell zu ſtockfremden Leuten gehen? fragte er
heftig.
Sie nickte fröhlich. Ja, es iſt alles abgemacht. Alſa
laß Deinen Familienſtolz ein Weilchen ruhen, Hermi, finde
Dich ins Unvermeidliche, und gib mir Deinen
brüder=
lichen Segen.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 11.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914
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do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,40
92,20
do.
3½
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4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 97,10
84,00
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3½
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4 Heſſ. Staatsanleihe . 97,75
4 do. do. (unk. 1918) 96,80
do.
73,25
do.
3 Sächſiſche Rente . . . . 76,30
4 Württemb. (unk. 1921)
do. v. 1875 92,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 96,50
1¾ Griechen v. 1887 . .
4 Italiener Rente . . . . 97,50
4½ Oeſterr. Silberrente 87,30
4 do. Goldrente . . . 89,00
4 do. einheitl. Rente.
3 Portug, unif. Serie I 62,60
3 do. unif. Serie III 64,60
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4 do. v. 1890 . . 94,00
4 do. v. 1905 . . 85,25
88,00
4 Ruſſen v. 1880
90,70
4 do. v. 1902
98,90
4½ do. v. 1905
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3½ Schweden .
4 Serbier amort v. 1895 79,00
4 Türk. Admin. v. 1903 78,00
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4 Ungar. Goldrente . . . 84,50
4 do. Staatsreate . . 82,40
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In Proz.
5 Argentinier
99,60
do.
81,50
4½ Chile Gold=Anleihe.
5 Chineſ. Staatsanleihe.
do.
91,60
4½ Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner. . . 70,75
do.
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4 Gold=Mexikaner v. 1904 74,25
5 Gold=Mexikaner . . . 87,10
3½ Buenos Aires Prov. 67½
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8 Hamb.=Amerika=
Paket=
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. 135,90
3 Nordd: Lloyd . . . . . 118,25
6 Südd. Eiſenb.=Geſell. . 122,00
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Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 117,00
8 Baltimore und Ohio . 89½
6 Schantungbahn . . . . 127,50
6½ Luxemb. Prince Henri 157,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 22,25
6 Pennſylvania R. R. . 110,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . . 67,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . 580,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . . 253,0
27 Farbwerke Höchſt. . . 627,00
20 Verein chem Fabriken
Mannheim . . . . 333,00
8 Cement Heidelberg . . 152,25
32 Chem. Werke Albert 450,00
12½ Holzverkohl.
Kon=
ſtanz . . . . . . . 308,50
4 Lahmeyer . . . . . . . 121,50
Letzte
In Proz.
Divid.
7 Schuckert, Nürnberg . . 145,90
12 Siemens & Halske . 215,25
12 Bergmann Electr. . . 126,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 168½
25 Gummi Peter . . . . 93,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . . 355,00
12 Maſchinenf. Badenia 131,0C
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr.
15 Zellſtoff Waldhof . . 221,75
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 212,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 91,00
3 Südd. Immobilien 58,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 160,80
12 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 218,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 136,00
10 Gelſenkirchener . . . . 188,00
7 Harpener . . . . . . . 177½
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 237,75
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro . . ..
61,90
4 Laurahütte . . . . . . 156,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
10
Weſteregeln 187,00
5 South Weſt Africa 115,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 84,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . .
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 85,60
3 Prag=Duxer . . . . . . 72,50
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 87,70
do.
75,50
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.)
4 Oeſt. Südb. (Lomb.) . . 71,50
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2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,30
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3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 85,30
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4 Ruſſ. Südweſt.
96,10
4½ Moskau=Kaſan
86,60
do.
87,00
4 Wladichawchas
4 Rjäſan Koslow
3 Portugieſ. Eiſenb. . . . 68,50
83,50
4½
do.
70,30
2¾/10 Livorneſer
3 Salonique=Monaſtir. . 62,60
79,00
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,80
4 Miſſouri=Pacific
93,70
4 Northern=Pacific
90,00
4 Southern=Pacific
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 101,00
5 Tehuantepec . . . . . .
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10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 187,00
8½ Bergiſch=Märkiſche
Bank
143,30
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 157,50
6½ Darmſtädter Bank . 117,20
12½ Deutſche Bank. . . 251,10
6 Deutſche Vereinsbank . 119,25
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 113,00
10 Diskonto=Kommandit 188,00
8½ Dresdener Bank . . 153,50
9½ Frankf. Hypoth.-B.
6½ Mitteld. Kreditbank 117,75
7 Nationalb. f. Deutſchl. 117,50
5½ Pfälziſche Bank. . . 122,00
6.4‟ Reichsbank . . . . . 138,20
7 Rhein. Kreditbank . . . 126,40
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein .
101,80
7½ Wiener Bankverein . 134,20
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 94.00
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3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . 84,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
do.
31
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,20
do.
84,20
3
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
. 96.50
S. 12, 13, 16 .
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . . . . . . . . 96,50
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
84,00
S. 3—5
S. 9—11.
84,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
do.
84,00
3½
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 93,30
3½ do. (unk. 1914). . 83,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 96,9
do.
86,40
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3½ do.
95,60
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97,25
3½ do.
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3½ do.
86,80
4 Heidelberg
3½ do.
84,50
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94,00
3½ do.
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4 Magdeburg
4 Mainz
95,20
3½ do.
85,50
4 Mannheim
94,40
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4 München .
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3½ do.
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3½ do.
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3½ Cöln=Mindner , 100 141,80
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3 Madrider . . Fs. 100 75,50
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 141,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 177,00
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 111,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 34,90
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Fs. 15 —
Freiburger
Mailänder .
Fs. 45
do.
Fs. 10 —
Meininger .
fl. 7 34,50
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 608,09
do. v. 1858 fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100 440,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,45
20 Francs=Stücke .
16,18
Amerikaniſche Noten.
4,19
Engliſche Noten .
20,49
Franzöſiſche Noten .
81,15
Holländiſche Noten.
169,35
Italieniſche Noten . . . . 80,85
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,00
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78 1.
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Herr Dr. Keller iſt durch ſein Sanatorium Lugano weiten
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Berliner Stimmungsbilder.
Von Paul Lindenberg.
(Nachdruck verboten.)
Der „Parſifal” in Berlin. — Eine Täuſchung Richard
Wagners. — Die Wirkung des Werkes. — In der
König=
lichen Oper. — Bilder und Eindrücke. — Allerhand
Erleb=
niſſe. — Millionenſtiftungen. — „Hoch klingt das Lied vom
braven Mann”. — Ein Gegenſatz. — Vom Luxus und von
Feſten. — Die Hofſaiſon. — Der neue Oberhofmarſchall.
— Neue Erſcheinungen des diplomatiſchen Korps.
Aus dem Kunſtleben.
„Während der Ausführung meiner letzten Arbeit iſt
mir deren Charakter dahin immer deutlicher geworden,
daß das Bühnenweih=Feſtſpiel „Parſifal” mit ſeinen
unmittelbar die Myſterien der chriſtlichen Religion
berüh=
renden Vorgängen unmöglich in das Opernrepertoire
un=
ſerer Theater aufgenommen werden darf.‟ Dieſe gerad'
vor 33 Jahren getane Aeußerung Richard Wagners
zu den Patronen der Bayreuther Feſtſpiele iſt durch unſere
erſte Berliner Januar=, richtiger Parſifal=Woche auf das
glänzendſte widerlegt worden, und damit auch die Gründe,
die von den begeiſtertſten Freunden des Werkes in
man=
cherlei Flugſchriften, öffentlichen Verſammlungen und in
den Reichstagsverhandlungen für eine längere Schutzfriſt
und für ſein Bayreuther Privilegium ins Treffen geführt
wurden. In zwei großen Theatern gelangte das
hoheits=
volle Weihefeſtſpiel zur Aufführung, im Deutſchen und im
Königlichen Opernhauſe, und an beiden Stellen war der
Eindruck ein gleich tiefer und nachwirkender. Noch nie
hat der Schreiber dieſes in langen Jahren bei irgend
einer unſerer Theateraufführungen ein Publikum ſo im
Bann eines Werkes gefunden, wie jenes unſerer
König=
lichen Oper bei den erſten beiden „Parſifal‟=Darſtellungen.
Nicht nur unterließ man das leiſeſte Beifallszeichen,
ob=
wohl wahrlich durch die muſtergültige Verkörperung dazu
genügender Anlaß war, auch nach jedem Aktſchluß
ver=
blieben die Zuſchauer noch einige Zeit auf ihren Plätzen
und herrſchte tiefe Stille, wie auch in den Pauſen bloß
flüſternd geſprochen wurde als könnte jedes laute Wort
ſich ſtörend in das Echo der weihevollen Klänge miſchen
Und dieſes ſonſt ſo unruhige und nervöſe Publikum hielt
ſechs Stunden in muſterhafter Ordnung aus, ja, es zeigte
ſich von einer ganz neuen Seite, indem nach dem letzteit
Fallen des Vorhanges der ſonſt ſo haſtige und
rückſichts=
loſe Anſturm auf die Garderoben unterblieb. Und noch
eins erwies das Ereignis: daß, was auch früher oft
ge=
nug bezweifelt wurde, zwei große Opernhäuſer in der
Reichshauptſtadt ſehr gut nebeneinander beſtehen können,
wenn ſie, wie es hier der Fall, in künſtleriſch=vornehmer
Weiſe geleitet werden.
Es erübrigt ſich ja, des näheren von dem Werk ſelbſt
zu ſprechen, aber hervorgehoben muß werden, in welch'
ſtimmungsreicher und glänzender Weiſe unſere
König=
liche Oper ihre Ehrenpflicht erfüllte, das große
muſi=
kaliſche und dichteriſche Vermächtnis des Meiſters uns
vorzuführen. Graf Hülſen, der die Einſtudierung
geleitet, hat von neuem gezeigt, daß er mit feinſtem
Ver=
gändnis Muſik, Darſtellung und dekorative Geſtaltung zu
Anem einheitlichen Ganzen zu verſchmelzen verſteht, wie
es uns ſo ſchön und innerlich vertieft kaum in
Bayreuth=
geboten worden. Welch glücklicher Gedanke war es ſchon,
daß man den vorderen Teil des Zuſchauerraumes in eine
dunkel gehaltene grandioſe romaniſche Kirchenhalle
um=
geformt, die nicht nur räumlich in enger Verbindung mit
der Bühne ſtand, ſondern dadurch auch die Zuhörer in weit
engere Fühlung mit den Vorgängen auf derſelben brachte
und ſie gewiſſermaßen ablenkte von jeglicher
Alltagsſtör=
ung. Auch das Orcheſter blieb uns verborgen, es war
erheblich vermehrt worden und ſeine Leiſtungen unter der
Leitung des Generalmuſikdirektors Leo Blech waren
in der Tat unübertrefflich. Das Gleiche kann man von
der Inſzenierung ſagen mit dekorativen Bildern, die wun=
dervollen Gemälden glichen. So der Wald des erſten
Auf=
zuges mit den durch die hochragenden Bäume
ſchimmern=
den, dunkelblauen Fluten des heiligen Sees, dann die
märchenhafte Gralsburg auf ſteilem Felſen, das feierliche
Innere derſelben, im Gegenſatz dazu die düſtere Ruine
Klingſors und gleich danach die lachenden ſüdlichen
Blu=
mengärten der Zaubermädchen, ſchließlich die ſonnige
Frühlingslandſchaft des Karfreitages. Den
Mitwirken=
den, vom erſten bis zum letzten, merkte man an, wie eng
ſie mit dem Werk verſchmolzen und wie beſtrebt ſie waren,
nur ihr Beſtes zu geben. Es war eine innige Freude, dies
mitzuerleben, und als ein Erlebnis werden dieſe erſten
Berliner „Parſifal”=Aufführungen dauernd in der
Erinne=
rung haften bleiben.
Auch von anderen Erlebniſſen iſt diesmal zu berichten,
die ſich freundlich herausheben aus der Weltſtadtchronik,
auch inſofern, als ſie überraſchend lamen und ohne den
üblichen Tam=Tam. Ganz im Geheimen wurde unſerer
Stadt eine Stiftung von 5 Millionen Mark
ge=
macht für eine Knaben=Waldſchule, die nach dem Muſter
der Charlottenburger, in naher waldreicher Gegend
errich=
tet werden ſoll. Das Geheimnis wurde ſo gut gewahrt,
daß, als die erſten Nachrichten durchſickerten, bereits
aller=
hand Pläne fix und fertig waren, mit genauer
Berückſich=
tigung der Wünſche des Stifters, der ein Hauptgewicht
auf den Unterricht in neuen Sprachen und
Naturwiſſen=
ſchaften gelegt ſehen möchte. „Hoch klingt das Lied vom
braven Mann” um ſo höher, als hier ein Ausländer die
Berliner beſchämt, denn der großherzige Spender, Herr
Emil Repphan, ſtammt, als Sohn deutſcher Eltern,
aus Rußland und lebt erſt ſeit einer knappen Reihe von
Jahren hier. Im Geheimen hat er viel Gutes bereits
getan und ſich auch durch ſein Kunſtverſtändnis und ſeine
Freudigkeit, Kunſt und Künſtler zu fördern, einen ſehr
ge=
achteten Namen gemacht. Neben Berlin erhielt
Chaclot=
tenburg dieſer Tage eine Million Mark geſchenkt,
viel=
leicht von demſelben Wohltäter, der in ſtiller Weiſe es
verſteht, ſich ein treues Gedenken zu ſichern.
„Wie anders wirkt dies Zeichen auf mich ein”, kann
man ſagen, wenn man die gefliſſentlich verbreiteten
Nach=
richten über die kürzlich ſtattgefundene Vermählung der
Tochter eines hieſigen „Kohlenmagnaten” der aus
recht beſcheidenen Anfängen ſich zu einer ſehr
einfluß=
reichen Stellung in unſeren Finanzkreiſen aufgewunden
hat, in Betracht zieht. Die Schilderungen der Geſchenke
des Hochzeitsvaters, der Eltern des Bräutigams und des
letzteren, die Erwähnung der aus obigem Anlaß
veran=
ſtalteten Geſelligkeiten, die Aufzählung der Gäſte, die
Be=
ſchreibung der Toiletten erinnerten, aber nicht in
ange=
nehmer Art, an amerikaniſche Vorbilder.
Merkwürdiger=
weiſe fand man die Beſchreibungen hauptſächlich in jenen
Blättern, die ſonſt ſo ſehr über den Luxus der
wohlhaben=
den Kreiſe herziehen, und wenige Zeilen darunter konnte
man bewegende Klagen über die Arbeitsloſigkeit in
Ber=
lin leſen und daß es an den dringend erforderlichen
Mit=
teln fehlt, die Arbeitsloſen in wünſchenswerter Weiſe zu
unterſtützen.
Oft genug wird außer Acht gelaſſen, daß gerade durch
den Luxus viel Geld unter die Leute kommt und auch
Jene davon Nutzen ziehen, die es ſehr gut gebrauchen
können. Man gedenkt unwillkürlich dabei des
ſehnſüch=
tigen Ausrufes, den einer der erſten Pariſer
Kleiderkünſt=
ler — bei der Bezeichnung „Schneider” ſoll er in
Wut=
krämpfe verfallen ſein — beim Beginn jeder Saiſon
aus=
ſtößt: „Ach, wenn doch bloß kein Todesfall unter den
Für=
ſten und Fürſtinnen vorkommen möchte!‟ Denn
ſchau=
dernd gedenkt er der Folgen einer Hoftrauer mit
Nichtab=
haltung großer Hoffeſtlichkeiten, was für ihn und ſeine
Herren Kollegen ſtets mit materiellen Verluſten von
hun=
derttauſenden von Mark verbunden iſt. Aehnlich iſt’s
auch hier der Fall, jedes der großen Hoffeſte ſetzt
eine ſehr ſtattliche Zahl von Goldſtücken in Bewegung und
ſie rollen zu den mannigfachſten Kreiſen hin, den Angeg
hörigen derſelben einen ſehr erwünſchten Verdienſt vers
ſchaffend. Wir wollen hier gar nicht von den Toiletten
der Damen ſprechen, auch nicht von den direkten Ausgaben
für ein ſolches Feſt ſelbſt im prunkvollen Rahmen des
Königsſchloſſes, von den Anſchaffungen für Küche und
Keller, aber wie unzählige Kleinigkeiten müſſen vorher
von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen beſorgt
wer=
den, was wird allein für Blumen und Gefährte
ausge=
geben, es handelt ſich da ſtets, wenn man eine
Geſamt=
ſumme ziehen würde, um vier= und fünfſtellige Ziffern.
In kurzem wird ja nun wieder heller Glanz aus den
langen Fenſterreihen des Königsſchloſſes herausſchimmern,
denn die Zeit der großen Hoffeſte iſt gekommen. Sie
wer=
den diesmal einen neuen Mann in verantwortlicher
Tä=
tigkeit ſehen, und zwar den zum Oberhofmarſchall
ernann=
ten bisherigen Oberſtallmeiſter Freiherrn Hugo von
Reiſchach, der Nachfolger des betagten Grafen zu
Eulenburg wurde. Für ſein wichtiges Amt mit einer
Fülle von Pflichten aller Art bringt er beſondere
Fähig=
keiten mit, hatte er doch früher ſchon in bevorzugter
Stel=
lung dem Oberhofmarſchallamt angehört und war Jahr
um Jahr hindurch nach dem Hinſcheiden Kaiſer Friedrichs
Oberhofmarſchall der verwitweten Kaiſerin geweſen, ſich
durch ſeine Umſicht und Liebenswürdigkeit, ſowie durch
ſein Intereſſe für die wichtigen Fragen der Gegenwart
Anerkennung und Freundſchaft erwerbend. Die Hoffeſte
bringen diesmal übrigens eine Neuerung: zum erſten
Male wird die Militär=Cour mit Damen
ſtattfin=
den, was den verheirateten Offizieren ſehr erwünſcht ſein
dürfte, da ſie, wenn ſie auf dem Parkett des Weißen
Saa=
les auch getrennt marſchieren werden, doch wenigſtens
vereint mit ihren Eheliebſten die Hin= und Rückfahrt
zu=
rücklegen können. Bisher nahmen die Gattinnen und
Töchter der betreffenden Offiziere, ſoweit ſie hoffähig
waren, an der ſogenannten Zivil=Cour teil, die ſtets einige
Tage vor jener des Militärs angeſetzt iſt, und in erſter
Linie das diplomatiſche Korps vereint. Letzteres wird in
dieſem Winter verſchiedene neue Erſcheinungen
aufwei=
ſen, da mehrfacher Wechſel unter den Vertretern der
frem=
den Herrſcher und Staaten eingetreten iſt, reſp. demnächſt
eintritt. So macht der bisherige bulgariſche Geſandte
Geſchow dem General Markow Platz, der bisher
Generaladjutant des Königs Ferdinand war und das
vollſte Vertrauen desſelben genießt. Auch der bulgariſche
Militärbevollmächtigte, Oberſtleutnant P. Gantſchew,
der ſich nebſt ſeiner feinſinnigen Gemahlin vortrefflich in
die deutſchen Verhältniſſe eingelebt hatte und ſeinem
Va=
terlande ſehr wichtige Dienſte leiſten konnte, wird in
kur=
zem abberufen werden, um wieder in den aktiven Dienſt
einzutreten. Neulinge ſind ſodann die Geſandten Chinas
und Siams und des ferneren erwartet man die Beſetzung
der Geſandtenpoſten Serbiens und Griechenlands, die
ge=
raume Friſt hindurch von Geſchäftsträgern verwaltet
wurden.
Wie auf dem Hofparkett, berührt ſich auch auf jenem
des Schulteſchen Kunſtſalons diesmal Heimat
und Fremde. Letztere vertreten durch Gaſton La
Touche, dem eine Gedächtnis=Ausſtellung gewidmet iſt,
anläßlich ſeines im letzten Sommer erfolgten Hinſcheidens.
Sie zeigt uns die außerordentliche Vielſeitigkeit dieſes
Künſtlers, der über ſoviel Anmut und Formenſchönheit
verfügte und der die ganze Pariſer Grazie und
Lebens=
freudigkeit ſeinen Bildern einzuhauchen wußte. In ſeinen
Gartenſzenen mit koketten jungen Frauen und
unterneh=
mungsfrohen Kavalieren erinnert er an Lancret und
Watteau, nur vertieft er ſich noch mehr in die Landſchaft,
die er auch ohne Staffage köſtlich wiederzugeben verſteht.
Kalt und gleichgültig berühren uns die von Hubert
Herkomer ſtammenden drei Herrenbildniſſe, deſto
ge=
fälliger jene des Düſſeldorfers Fritz Reuſing, mit
friſchem. modernem Einſchlag. Der Münchener Mathäus
Schieſtl wandelt in gefälliger Art auf den Pfaden
Moritz von Schwinds, ſehr flott ſind die winterlichen
Alpenlandſchaften des Schweden G. A. Fjaeſtad, und
als ein trefflicher Vertreter der Berliner Kunſt erweiſt ſich
Wilhelm Beckmann mit ſehr feinen,
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denen und innerlich abgeſtimmten Interieurs, teils aus
Lübeck, teils aus Schloß Tegel, die in ihrer Eigenart
leb=
hafte Beachtung verdienen.
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Nummer 11.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Seite 19.
S. 2
Gerdbend der Darmstädter Hannergesungver
am 17. Januar, abends ½9 Uhr im grossen Saale der Turngemeinde.
Beteiligung: 21 Darmstädter Männergesangvereine.
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Eintrittskarten; für inaktive Mitglieder und Damen à 35 ₰, Freinde 55 ₰,
zu haben im Verkehrsbüro und abends an der Kasse.
Hotel „Hess‟
Mittwoch, den 14. Januar
findet das
NachMTTAGS-KAFFEE-KONZERT
in den Festsälen von 5—7 Uhr statt.
Die Salonkapelle Jakobs wird hierbei ein ganz
besonders gewähltes Programm zum Vortrag bringen.
unter anderem:
Walters Preislied aus „Die Meistersinger‟
und Ouverture zu „Egmont” etc.
sowie einige Solis.
Das Arrangement wird so getroffen werden,
dass dieses Kaffee-Konzert mit einer
TANGO-REUNION
verbunden ist.
Bei dieser Gelegenheit wird auch Herr
Tango-
meister A. Schrimpffund Frau wieder einen Tango
vortanzen und geübte Tänzerinnen und Tänzer
finden somit Gelegenheit, in internem Kreise auch
Tango zu tanzen.
(1669
Der geschäftsführende Ausschuss.
Restaurant Rummelbräu
Allee 61.
Telephon 2519.
Sonntag, den 11. Januar 1914
ilitär-Streich-Konzert
der Kapelle des Leibgarde=Regiments
unter Leitung des Obermuſikmeiſters H. Hauske.
Eintritt 19 Pfg.
Anfang 8 Uhr.
2. Abteilung: Johann Strauß.
Jeden Donnerstag
(1631
Künstler-Konzert bei frelem Eintritt.
10 F 1. fraton oort füls ehl., Leonold Sein er
Musik-Vereins-Saal Steinstrasse, Darmstadt, 17. Januar,
abends 8 Uhr.
gesenschatt Harrhane.
Sonntag, den 11. Januar
im Städtischen Saalbau:
Grosses Harhevalstisches
Anna Hesse (Gesang)
Paul Schramm (Klavier)
Programm:
1. Alte englische und französische Lieder. — 2.
Scar-
latti: Sonate pastorale, Mozart: Sonate a dur. — 3. Hugo Wolf:
4 Lieder. — 4. Chopin: a) Nocturne des dur: b) Etude eis
moll; c) Preludes as dur, des dur. Liszt: Rhapsodie Nr. 2.
— 5. Lieder von Rachmaninoff, Gretschaninoff u. Tschaikowsky.
Grotrian, Steinweg-Konzertflügel. Vertreter: A. W.
Zimmer-
mann, Hofl., Rheinstrasse 14.
Karten zu Mk. 3.—, 2.—, 1.—. Im Vorverkauf: Mk. 2.50,
1.50, —.80 in der Hofmusikalien- u. Pianohandlung G. Thies
Nachf. L. Schutter Elisabethenstr. 12. (1603sif
Wo gehen wir heute Sonntag hin?
Rundeturmstraße 16,
Zur Rosenhöhe, Ecke Mühlstraße,
da iſt
Großes Tanzvergnügen
(*780
bei ganz neuem Blasorcheſter, wozu freundlichſt einladet
Georg Hansel.
Eintritt 55 Pfg.
mit Tanz
Kapelle Weber.
Anfang 8.11 Uhr.
Der große
TAnd0
(1598
Schützenhof
(Keller-Lokal)
Am Sonntag, den 11. Januar, abends 6 Uhr,
Grosses humoristisches Konzert
einer Abteilung der Kapelle des Großh. Heſſ. Feld=Art.=Regts. Nr. 61
(Obermuſikmeiſter Weber).
(*782
Eintritt frei.
Eintritt frei.
Die Konzerte finden Sonntags regelmäßig ſtatt.a
Großherz. Hoftheater.
Sonntag, den 11. Januar 1914.
felwein
Außer Abonnement.
MeP
in
FFlaschen & Gebinden 1119. Volks-Vorstellung zu
ermäßigten Preisen. —
Die ſpaniſche Fliege.
Marfin Jahn,
Schwank in 3 Akten von Franz
Pallaswiesenstr. 30ℳ
Arnold und Ernſt Bach.
Spielleiter: Bruno Harprecht.
(=
Perſonen:
Sch. 2tür. Kl.=, Wäſche= o. Aktenſchr. Ludwig Klinke,
abz. Rheinſtr. 47, Hausmſt. (*791 Moſtrichfabrik. . Adolf Jordan
SEtrickmaſchine, neu, für halbenEmma, ſeine Frau Minna Müller=
Rudolph
Preis zu verkaufen. Näh. in
(*7871 Paula, der. Tocht. Käthe Gothe
der Expedition.
Eduard Burwg,
Reichstagsabg.,
Emmas Bruder Heinrich Hacker
Wally, ſ. Tochter Käthe Meißner
Alois Wimmer,
Emmas
Schwa=
ger
. Rich. Jürgas
Dr Fritz Gerlach,
Rechtsanwalt . Br. Harprecht
Anton Tiedemeier A. Waſſermann
Gottlieb Meiſel . Paul Peterſen
Mathilde, ſ. Frau Sophie Doſtal
Heinrich, d. Sohn Frz. Schneider
Marie,
Wirtſchaf=
terin bei Klinke Agn. Wisthaler
Preiſe der Plätze:
Sperr=
ſitz: 1.—13. Reihe 1.65 ℳ, 14.—20.
Reihe 1.15 ℳ, Parterre 1.15 ℳ,
Proſzeniumsloge 2.15 ℳ,
Mittel=
loge 2.15 ℳ, Balkonloge 2.15 ℳ,
I. Rang 2.15 ℳ, II. Rang 1.15 ℳ,
I. Galerie 55 ₰, II. Galerie 45 ₰.
Kartenverkauf der noch
vorhan=
denen Karten erfolgt an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater am Tage der
Vorſtellung, vorm. von 11 Uhr ab.
Anfang 2 Uhr. Ende vor 4 Uhr.
Sonntag, den 11. Januar 1914.
88. Abonnem.=Vorſtell. C 22.
In der neuen Inſzenierung:
Der Ring des Nibelungen.
Bühnenfeſtſpiel in 3 Tagen und
einem Vorabend von Richard
Wagner.
Dritter Tag:
Götterdämmerung
(in 2 Aufzügen u. einem Vorſpie).
Muſikal. Leiter: P. Ottenheimer.
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen im Vorſpiel:
Siegfried
Georg Becker
Brünnhilde. . . Franz. Callwey
Erſte
. Anna Jacobs
Zweite Norn . . Annem. Liſchke
Dritte
. Clement. Feiſtle
Perſonen im Drama:
Siegfried
. . Georg Becker
Gunther.
. Georg Weber
Hagen
. Alfred Stephani
Alberich
. L. Schützendorf
Brünnhilde.
. Franz. Callwey
Gutrune .
. Grt. Geyersbach
Waltraute
. Anna Jacobs
Woginde
Olga Kallenſee
Rhein=
Wellgunde
J. Becker=Gerder
Floßhilde ſtöchter Anna Jacobs
Chöre: Robert Preuß.
Die Dekorationen und Koſtüme
nach Entwürfen von Leo
Impe=
koven=Berlin.
Preiſe der Plätze (Gew.
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
4.20 ℳ, 14.—20. Reihe 3.40 ℳ,
Parterre: 1.—5. Reihe 290. ℳ,
6.—8. Reihe 2.35 ℳ,
Proſzeniums=
loge 6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
Balkonloge 5.20 ℳ, 1. Rang 4.70 ℳ,
2. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ, 7. u.
8. Reihe 2.15 ℳ, 1. Galerie 1.35 ℳ,
2. Galerie 0.75 ℳ.
Kartenverkauf: an der
Tages=
raſſe im Hoftheater von 10½, bis
1½ Uhr und eine Stunde
vorBe=
ginn der Vorſtellung; im
Ver=
kehrsbüro von 9 bis 1 Uhr.
(Im Verkehrsbüro werden auch
telephoniſch Karten=Beſtellungen
entgegengenom. — Tel. Nr. 1582.)
Anf. 6 Uhr. —Ende nach 11 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Montag, 12. Jan. Außer Ab.
Vorſtellung zu
Volksvorſtellungs=
preiſen. Zum Beſten der
Wohl=
fahrtskaſſen d. Deutſchen
Bühnen=
vereins. „Krieg im Frieden."
Anfang 7½ Uhr.
Dienstag, 13. Jan. 89. Ab.=Vſt.
A 23. „Das Phantom.”:
Ge=
wöhnl. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Mittwoch, 14. Jan. 90. Ab.=Vſt.
B 22. „Filmzauber‟. Gew.
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Die Erhebung der 3. Rate
des Abonnements=Geldes für
1913.—14 findet Dienstag, den 13,
bis Donnerstag, den 15. Januar
1914, nachmittags von 3—5 Uhr,
ſtatt. Zahlſtelle: Beſtiblie im
Hoftheater.
Mlustk Vercn Barmstade
Fiiterfest
Samstag, den 17. Januar 1914, abends 8 Uhr, in sämtlichen Räumen des Städtischen Saalbaues:
I. Musikal. Darbietungen, Theater, Kostümtänze (im grossen Saal)
II. Bauerntheater, Tombola, Bunte Bühne (in den übrigen Räumen)
III. TANZ.
(26942iog
Eintrittspreise: Familienkarten für 3 Personen (3 numerierte Saalplätze): Mk. 5.50, besonderer Sperrsitz Mk. 3.30, Saal Estraden Balkon I. Reihe (numeriert)
Mk. 2.20, Vorsaal, Balkon, Estraden (nicht numeriert) Mk. 1.50, Studentenkarten Mk. 1.10 (sämtliche Preise einschl. Billetsteuer)
Karten-Vorverkauf für die Vereinsmitglieder (aktive u. inaktive): Montag, den 5. Januar u. Dienstag, den 6. Januar nachm. von 2½—4 Uhr im Vereinshause
Allgemeiner Karten-Vorverkauf vom 8. Januar ab bei Herrn Fritz Hufeld (neben Hofbankier Sander, obere Rheinstrasse), und abends an der Kasse.
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Nummer 11.
DARMSTADT.
Fortsetzung meines
Satsof
Ausverkauf.
vorjähriger Lagerbestände zu ganz besonders ermäßigten Preisen.
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Käkteenecken
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in allen gangbaren Grössen, verschied. Qual.
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Karneval 1914.
Marrhalla- Brauerei Hanauer Hof
Heinheimerstrasse 8 — Mauerstrasse 7
Heute Sonntag, den I1. ds. Mts.:
II. Große Karnevalistische
O
pen-Sitzung
Großes Konzert der Kapelle des Großh. Artillerie=
Korps Nr. 25 unter Leitung des; närriſchen
Haus=
kapellmeiſters.
Neueſte muſikaliſche Karnevalsſchlager
Abſingen der neueſten Karnevalslieder
Humoriſt. Vorträgee großer Feezs Stimmung
(*849
Anfang 6 Uhr 11 Minuten.
Eintritt 19 Pfg. Kappe und Lieder an der Kaſſe.
Richard Wagner-Verein Darmstadt
Montag, den 19. Januar 1914, abends 8 Uhr
im Festsagle der Turngemeinde:
KOMZERT
von Klaviervirtuosin Fräulein
Maria Cervantes
aus Berlin und Herrn Kammersänger
Alfred Stephani.
Programm: Sonate und Stücke für Klavier von Chopin,
Mendelssohn und Liszt; Lieder und Balladen ven Schubert und Loewe,
Der Ibach-Konzertflügel ist aus dem Lager der Firma
Hoflieferant Heinrich Arnold (Mühlstr. 1—3 u. Wilhelminenstr. 9).
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., Saalkarten zu 3 Mk., Numerierter Balkon zu 3 Mk. und
Galerie zu 1.50 Mk.; Studentenkarten zu 1 Mk. und Schülerkarten
zu 50 Pfg. bei Heinrich Arnold, im Verkehrsbüro und abends
an der Kasse. (Die städtische Billetsteuer wird von der
Vereins-
kasse getragen.) — Beitrittserklärungen für das am 1. Januar
begonnene neue Vereinsjahr, die noch vor dem obigen Konzerte
erfolgen, berechtigen zu dessen freiem Besuche. Der
Jahres=
beitrag beträgt 12 Mk.
Voranzeige. Das sechste Konzert der Meininger
Hof-
kapelle unter Leitung von Dr. Max Reger findet am 3. Fe-
(1654
bruar statt. Der Vorverkauf beginnt am 20. Januar.
Der Vorstand.
klub, Orisgrupe Darmstadt.
Od
(E. v.)
Dienstag, den 13. Januar 1914.
abends 8½ Uhr (pünktlich)
im Gartenſaal des ſtädt. Saalbaus
ichtbildervortrag
des Herrn
Geheimen Forſtrats Kullmann
über:
„Der Bogelſchutz nach Freihere v. Berlepſch und ſeine
Anwendungin Wald und Feld der Stadt Darmſtadt‟
Die Mitglieder und Freunde des Klubs nebſt Damen ſind
(1109mgi
hierzu herzlichſt eingeladen.
Der Vorstand.
Verein für Dogel= und Geſtügelzucht
(älterer Verein)
Protektor Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Heſſen.
Montag, den 26. Januar, abends 8½ Uhr,
im Vereinslokal Brauerei zur Krone
(Gartenſaal)
Haupt=Verſammlung.
NB. Anträge ſind bis Donnerstag, den 22. ds. Mts., ſchriftlich
an den 1. Vorſitzenden, Herrn Ph. Brohm, Aliceſtraße 20½ ein=
(1661a
zureichen.
9.- 10.- 25.- 55.- 41.-
Auf dieses Angebot mache ich ganz besonders aufmerksam.
Einen Teil der hier angeführten Arlikel habe ich in meinen
Schau-
fenstern mit Preisangabe ausgestellt. Bei Kasse-Zahlung gewähre ich
(1606
auch auf alle Ausverkaufsware 3%.
oiksvorstelungen im eronh. Holtheater.
Als nächſte Volksvorſtellungen ſind vorgeſehen:
a) Samstag, den 17. Januar, abends 7½ Uhr:
„Der Waffenschmied‟
b) Sonntag, den 18. Januar, nachmittags 2½ Uhr:
„Die versunkene Glocke‟.
Vorausbeſtellungen für dieſe Vorſtellungen können bei dem
Verkehrsbüro und den betreffenden Vereinsſtellen bis ſpäteſtens
Dienstag, mittags 12 Uhr, gemacht werden. Der allgemeine
Kartenverkauf beginnt Mittwoch, den 14. Januar, vormittags.
Verkehrsverein.
1660)
Gute Kegelbahn
Dienstag= und Mittwoch=Abend frei (1632a
im Concordiasaal, Waldstrasse 33.
Nummer 11.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Seite 21.
Während
unseres
Salsor-Ausverkaufs
ein Extra=Angebot in Paletots
3 Serien Backfisch-Paletots
Serie 1
Serie II
Serie IIl
755
75
13525
9
3 Serien englische Paletots:
Serie 1
Serie II
95
75
.
Serie III
75
-
3 Serien schwarze Paletots und Kragenmäntel:
Serie 1
Serie II
Serie III
75
S.
Markt 1-2
Sbrrschsenu
Ollengesche
Welblich
Junge Dame
perf. Stenographin(150—180 Silb.),
in all. kaufm. Arbeiten bew., ſucht
paſſende Stellung bei einer
Be=
hörde od. größerem Betrieb. Gefl.
Off. u. W8l Expedition. (*761sg
n welche in Schreib=
Anfängerin maſchine und in
Stenographie bewandert iſt, ſucht
Stellung auf einem Büro oder in
einem Geſchäft. Offert. unt. W 81
an die Exped. ds. Bl. (*742gi
Jüngere tüchtige Verkäuferin
ſucht Stellg. in der Kurz= u.
Mode=
warenbranche per 1. März. Off.
unt. A 3 an die Exped. (*204
Flickfrau empfiehlt ſich im
Aus=
beſſern v. Kleidern, Weißzeug ſowie
Herrenkleider Gardiſtenſtr.9, I. (*794
erf. Büglerin empfiehlt ſich in
u. außer dem Hauſe. (*674sgm
Liebfrauenſtraße 109, II.
nimmt noch einige
Friſeuſe Damen an (*817
Kiesſtraße 35, I. rechts.
13jähr., kinderliebes Mädchen
ſucht für nachmittags Stelle
Pan=
kratiusſtraße 14, 3. Stock. (*726sa
Ordl. tücht. Madchen ſucht in
kleinem, frauenloſen Haush.
Stel-
lung. Näh. Exvedition. (*710sg
Lehrerstochter
vom Lande, 24 J., in allen
Haus=
arbeiten bewandert, auch
kinder=
lieb, wünſcht b. zum 1. März d. J.
Stelle als Stütze der Hausfrau
in gutem Hauſe. Zeugniſſe
vor=
handen. Offerten unt. I1 100 an
die Exvedition ds. Bl. (1652gg
unge Frau ſucht Laufſtelle.
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Suche
n baldigen Eintritt in kleinem
ushalt oder bei einzeln. Dame
lle als Stütze der Hausfrau,
gew. u. zuverläßlich. Off. erb.
Johanna Woerster, Ludwigſtr. 5,
ppenheim a. d. B. (1613
Geb. junge Frau ſucht
famiten=
verhältniſſehalber Stelle in beſſ.
Hauſe, wo ſie ihren 3 jähr. Jungen
bei ſich haben darf Off. unter
W96 an die Expedition. (*789go
Für ein Mädchen (15 J.) aus
achtbarer Familie wird Lehrſtelle
in nur beſſerem Manufaktur= od.
Weißwarengeſchäft geſucht. Offert.
unt. A 20 an die Exped. (*859
Männiien
6 Lehrlng. 2a
Für ein. im Zeichnen gut veranl.
Jungen, der zu Oſtern die
Mittel=
chule verläßt, wird in einem techn.
üro Lehrſtelle geſucht. Offerten
mnter V 57 an die Exp. (*815
in Schloſſerei od.
Lehrstelle mech. Werkſtätte
für kräftigen 15jähr. Jungen (
Ge=
verbeſchüler) mit Koſt u. Logis
ge=
ucht. Off. u. W 5 a. d. Expd. (*303
Gleitroiechuſter
fangsſtellung. Offerten u. W94
an die Expedition.
(*799go
Junger Mann
gedienter Artilleriſt im 2. Jahre
Maſorsburſche, fleißig u.
gewiſſen=
haft, ſucht als Herrſchaftskutſcher
dauernde Stellung. Da verheiratet,
kann Hausverwaltung mit
über=
nommen werden. Gefl. Offerten
unter W 53 an die Expedition
dieſes Blattes.
(*653gi
20 juhr. Gärtner ſ. Stelle, eg.w.,
la Zeugn. Sandbergſtr. 46. (B1657
Ofene Stellen
Wetblich
Per 1. März
ſuchen tüchtige
Verkäuferin
für unſere Putz=Abteilung.
Offert. mit Zeugnisabſchriften
u. Gehaltsanſprüchen erbitten
Gebr. Rothschild
Markt.
(164a
Geſucht anſt. Fräulein od. Frau
tüchtig u. energiſch, für Verkaufs=
Büfett bei Feſtlichkeiten.
Näh. Expedition ds. Bl. (*801
Tüche Scheiderin
per ſofort geſucht
(1684go
Blusen-Spezialist,
Wilh lmiſenſtr. 19.
Tüchtige, geternte
Näherinnen,
die beſte Arbeiten liefern könn.,
werden für Werkſtatt und für
Heimarbeit angenommen. (1610
Oppenheimer & Co.,
Knabonkonfektion,
Stirnweg 25 — am Hauptbhf.
Junges Mädchen
für leichte Arbeiten geſ (*837go
Hoffärberei Mack, Schulſtr. 13.
e r r e
geſuche Stiſtſtraße 50 port. (1275
Ein tücht. Hausmädchen
geſucht zu 2 Damen. Eintr. 1. Febr.
Nähen und Bügeln verlangt.
(1329a
Zu erfr. in der Exp.
Sche Laufmadch, für vorm.
Zeughausſtr. 7, part.
(14201sg
Ferunſer barsſchel wit gunſoſeligen eintritein
Henrkädcien
mit guter Schulbildung und ſchöner, flotter Handſchrift.
S. Wronker & Co. Nachf.
1629)
Jg. ſaub. Mädchen
das kochen kann, tagsüber
geſ. Kiesſtr. 66, II. (1077a
eſucht wegen Verheiratung des
Mädchens, w. 4 Ih. da iſt, ein
beſſ. Mädchen, d. koch. k., zu 2 P.
nach Kaſſel. Näh.
Dienſtboten=
nachweis, Waldſtr. 6 (*7138a
geſetzt. Mädchen für
Geſucht etwas Hausarbeit und
zur Bedien. im Laden von
Herren=
artikel Näh. Dienſtbotennachweis,
Waldſtraße 6.
(*714sg
Alleinſtehende Frau
oder älteres Fräulein, welches im
Hauſe ſchlafen könnte, für ungefähr
3 Stunden Hausarbeit täglich geſ.
Zu ſprechen v. 11½—2½ Uhr, ab.
von 7 Uhr ab.
(*712
Schulſtraße 15, II. Stock.
nur ſauberes u.
Laufmädchen, tüchtiges Mädch.,
geſucht. Kiesſtr. 47, part. (1687a
Geſucht f. 1. März 1 tücht.
Allein=
mädch., ſelbſt. in Küche u. Hausarb.
Jetzig. Mädch. iſt 3 J. im Hauſe.
Gut. Lohn u. gut. Behandl. zugeſ.
Off. m. Zeugnisabſchr. u. W 95
an die Erpedition erbet. (*775am
Wilwer, in den ider Jahr., beſſ.
Arbeiter, mit 2 Kindern, ſ. tücht.
Haushälterin, ſpätere Heirat
nicht ausgeſchloſſen. Offert. unt.
P B hauptpoſtlagernd. (*796
Tagsüber gut. zuverläſſ.
Mäd=
chen per 15. Januar geſucht (*826go
Louiſenplatz 1, 2. Stock, links.
Mädchen mit guten Zeugniſen
erhalten ſehr gute Stellen. Hoher
Lohn. Frau Suſanna Röſe,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Kiesſtraße 35, I.
(*802
Ordentliches
Laufmädchen
ſucht für den ganzen Tag zum
Austragen uſw.
(1672go
Eichbergs Nachfolger,
Obere Wilhelminenſtraße 29.
erener
Nertreter geſ. ſ. d. enorm gekauſt.
2 Eprus=Bouillonwürf. 100 St.
m. 5 Pfg. Banderole nur Mk. 9.50fr.,
Gewürzwürf. Mk. 5.50, Hühn rbouil-
Ion Mk. 11.90 fr. Kakaowürf. 2X300 St.
Mk. 9 fr. Hellmich. I mhnrr 25. (IV.89)
Bei 24 Mark
Wochenverdienſt
werden Agenten, Hauſierer,
u. Wiederverkäufer für
groß=
artig., konkurrenzloſen
Maſſen=
artikel geſucht. Für ſtrebſame
Perſonen dauernde Beſchäftig.
Offerten unter A 12 an die
Expedition ds. Bl.
(*830
Hoher
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Grundkapital) ſucht allerorts tücht.
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Bewerber könn. Bezirks=
Geſchäfts=
ſtelle erhalten. Gefl. Off. W9505
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Branchekenntniſſe nicht erforderl.
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Eſchollbrückerſtr. 24, Kantine.
Laufmädchen
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tag 1—3 Uhr Pankratiusſtraße 12,
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(*809
[ ← ][ ][ → ]Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Nummer 11.
Auf
sämtliche
1 Posten
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(1655
Grosszügig geleitete
Weltfirma-
beabſichtigt auch in dem Großtherzogtum Heſſen zwecks
in=
tenſiver Auforganiſation eine Filiale zu errichten.
Der Vertrieb des von der Firma fabrizierten Artikels,
der einem dringenden Bedürfnis abhilft, wird nach einem
ganz neuen Syſtem organiſiert, ſo daß die Zentrale infolge
des dadurch erreichten ungeheuren Abſatzes in der Lage iſt,
ihre Herren in leſtender Stellung außerordentlich günſtig
zu dotieren.
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hauptſächlich durch die hohen Proviſionen, Superproviſionen
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Direktor mit einem jährlichen
Mindesteinkommen v. Mk. 20000.−
bei zielbewußter Tätigkeit ſicher rechnen kann.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 11.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 11. Januar 1914.
Seite 22.
Das Geheimnis der Spanierin in der Pflege
des Teints.
Eine Dame erzählt, wie ſie ſich ihre jugendfriſche
Geſichtshaut noch bis ins hohe Alter erhalten.
„Als junges Mädchen”, ſo ſchreibt eine Dame, „hatte
ich immer einen recht hübſchen und reinen, roſig=zarten
Teint; das änderte ſich aber vollſtändig, als ich 30 wurde.
Die eiſigen Winterwinde und der Regen verdarben meine
Geſichtshaut, ſie wurde rauh und ſpröde; mein Geſicht fing
immer gleich furchtbar an zu brennen, wenn es draußen
kalt wurde und ich mich für kurze Zeit ins Freie wagte.
Mir ging dieſe Aenderung natürlich ſehr zu Herzen. Um
dieſe Zeit machte ich eine größere Vergnügungstour nach
dem Süden Spaniens und befreundete mich unterwegs mit
einer älteren Spanierin. Die Spanierinnen bilden ſich ſehr
viel auf ihre zarte Geſichtshaut ein, und da faßte ich mir
gelegentlich das Herz, ihr meine Leiden auszukramen. Sie
riet, ich ſollte mir in einer Apotheke oder Drogerie folgende
Wiſchung zuſammenſtellen laſſen: 60 gr. Roſenwaſſer, 60
gr. Fleurs d’Oxzoin und 3,5 gr. Benzoetinktur und dieſe,
nachdem ich ſie jeweils tüchtig durcheinander geſchüttelt,
mit einem weichen Läppchen oder Schwämmchen auftragen.
Dieſe ſeit Jahren in ihrer Familie verwandte Miſchung
könne ſicher meinen Teint in Kürze wieder herſtellen,
be=
hauptete ſie. Ich wandte alſo die beſagte Miſchung an und
war von dem Reſultat wirklich überraſcht. Schon in zwei
Tagen merkte ich den Unterſchied. Das Rauhe der Haut
verlor ſich, das ſpröde, ſpannende Gefühl ließ nach und das
Brennen hörte ganz auf. Nach vier Tagen war die
Um=
wandlung eine vollſtändige. Die Haut war wieder ganz
zart, ihr Ausſehen hatte ſich zuſehends verjüngt. Das iſt
nun ſchon 30 Jahre her; ich wende das großartige Rezept
regelmäßig an und es hat mir ſeitdem den Teint immer
roſig und friſch erhalten. Das Rezept iſt gar nicht ſo teuer,
ſehr angenehm im Gebrauch und dabei ſo wirkſam, daß ein
Verſuch immer hoch befriedigt.”
VIII, 1678
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Lawn=Tennis. Neue deutſche Lawn=
Ten=
nis=Siege in Paris. Wie aus Paris gemeldet
wird, hatien die deutſchen Spieler bei dem Tennis=Match
Paris-Berlin am Freitag neue Erfolge zu verzeichnen.
Der deutſche Spieler Froitzheim, der am erſten
Spiel=
tage noch nicht mitgewirkt hatte, ſchlug Gault leicht 611,
6c. Ferner ſerüigte Kreuzer mit r3h, 6s Ponlalin und
R. Kleinſchroth mit 6:4, 6:3 Guillemand ab.
Da=
gegen erlitt Freiherr von Biſſing durch Canet, dem Beſten
in der franzöſiſchen Mannſchaft, mit 62, 427, 775 eine
knappe Niederlage. Es gelang dann aber Freiherrn von
Biſſing mit R. Kleinſchroth als Partner gegen
Micard=Vermont 6:4. 7.5 zu ſiegen. Eine Ueberraſchung
brachte das zweite Doppelſpiel, da Froitzheim=Kreuzer
von Canet=Guillemand 4:6, 6:4, 6.2 beſiegt wurden. Die
Deutſchen haben nunmehr von den 18 Einzel= und 9
Dop=
pelſpielen 7 Einzel= und 2 Doppelſpiele gewonnen,
wäh=
rend die Franzoſen erſt 1 Einzel= und 1 Doppelſpiel auf
ihr Konto brachten. Zum Siege der deutſchen Mannſchaft
ſehlen demnach nur noch 5 Punkte.
Literariſches.
— Zugvogel. Reiſeerinnerungen und Erlebniſſe
aus Deutſch=Oſtafrika zur Zeit der erſten
Landerwerbun=
gen, von Konſtantin Redzich, nennt ſich der Titel eines
Buches welches im Verlage von W. v. Frankenſtein,
Ber=
lin N. 65, erſchienen iſt. Unter Vermeidung alles „
Roman=
haft=phraſenreichen” führt uns der Verfaſſer eine
ununter=
brochene Reihe von Vorgängen aus dem dunklen Erdteil
vor Augen, wie ſie von dieſer Seite überhaupt noch nicht
geſchildert worden ſind. Der Autor hat es verſtanden,
Wiſſenſchaftlich Lehrreiches mit ſpannenden ſelbſterlebten
Abentenern, ſowie geſundem Humor bei Mißgeſchicken zu
verſchmelzen und in dieſer Weiſe den Leſeſtoff jedem
Laien=
verſtändniſſe anzupaſſen, alſo ſeine Darſtellungen ſowohl
zu einer intereſſanten Lektüre, als auch gleichzeitig zur
be=
lehrenden Unterhaltung auszugeſtalten. Redzich iſt kein
Berufsſchriftſteller, ſondern ein einfacher Mann aus dem
Volke, den nur unbändige Reiſeluſt zu einem „Zugvogel”
wandelte. Preis 4 Mk.
— Inſel=Almanach auf das Jahr 1914
(229 S., 50 Pfg.). Der neue Inſel=Almanach iſt erſchienen,
und wie immer bietet er ſeinen Leſern eine bunte Fülle
erbauenden und unterhaltenden Stoffes dar. Namhafte
Dichter haben zur Lyrik des Buches beigeſteuert. Viele
Illuſtrationen ſind dem Büchlein beigegeben. (Inſel=
Ver=
lag in Leipzig.)
— Loſe Blätter — Gedichte von Hedwig von
Behr. Verlag: W. Härtel u. Co. Nachf., Leipzig. Preis
broſch. 1 M., geb. 1,75 M. Zum Anlang kleine, einfache
Strophen, wie von ungefähr es die Eingebung ihr.
dem=
damals noch unſchuldigen Kinde, gebracht hat: Loſe Blät=
ter. Loſe Vlüler hinmiſchen Glücks, wahrer Selickeis
dem Winde anvertraut — aber! Glück und Glas, wie leicht
bricht das! Es folgen loſe Blätter der Sehnſucht, des
Schmerzes — Todesgedanken.
— Hans Ludwig, der bekannte
Straßenrenn=
fahrer iſt unter die Schriftſteller gegangen und hat unter
dem Tiel „Der Straßenpennfahrer” im
Ver=
lage von Andreas Joſeph Keil, Frankfurt a. M ein
inter=
eſſantes Buch herausgegeben welches alles Wiſſenswerte
und Rützliche über das „Wie werde icht wie auch das
„Wohl und Wehe” des Straßenrennfahrers enthält.
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reiche Bilder von ſportlichen Veranſtaltungen ſchmücken
die 104 Seiten ſtarle, durch alle Buchhandlungen zu
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ziehende lehrreiche Schrift. (Preis gebunden 2 M.)
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Klemens Herszberg u. Co Patent= und Ingenieur=
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An=
meldungen: 21g. P. 29 966. Hochſpannungs=
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ſator. Dr.=Ing. Waldemar Peterſen, Darmſtadt
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ſtraße 2. 10. 12. 12. 35h. Sch. 43 356. Selbſtgreifer
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Darm=
ſtadt, Steinackerſtraße 14. 29. 3. 13. 79 b. P. 30 896.
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richtung zum Vorpreſſen des Tabaks an Maſchinen zur
Herſtellung von Zigarren. Otto Preisler. Groß=Auheim
bei Hanau und Anton Fritz, Darmſtadt, Steinackerſtr. 14.
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Ing. W. Peterſen, Darmſtadt, Moſerſtraße 2. 27. 11. 12.
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