Darmstädter Tagblatt 1914


„ 4., Sonntag, den 4. Januar.

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177. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
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den Annoncen=Expeditionen. Bei
u. 1.80 Mk. viertelf. Verantwortlichkeit
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für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenenTagenwirdnichtübernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Geſtern fand in Sigmaringen in Gegenwart des
Kaiſers und vieler Fürſtlichkeiten die Beiſetzung
der Fürſtin=Mutter von Hohenzollern ſtatt.
Bei Woippy (Reichsland) ſtieß ein Militärurlau=
berzug
auf einen Prellbock und der Packwagen fuhr
in einen Perſonenwagen hinein, wobei ſieben Sol=
daten
getötet, vier ſchwer und drei leicht ver=
letzt
wurden.
Nach der militärgerichtlichen Feſtſtellung iſt es zweifels=
frei
, daß am 26. Dezember 1913 zwei ſcharfe
Schüſſeauf den Poſten des Infanterie=Regiments
Nr. 105 im Schloßgarten in Zabern abgegeben
wurden.
Die bulgariſche Sobranje vertagte ſich nach
der Demiſſion des Kabinetts bis zur Bildung des neuen
Kabinetts.
Die griechiſche Regierung wird der Kammer eine
Vorlage über eine Anleihe von 500 Millionen zu=
gehen
laſſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Politiſche Wochenſchau.

** Der Anfang des neuen Jahres iſt als
ölcher beinahe ohne politiſche Kundgebungen vorüberge=
lgangen
. Nur in Paris, wo im Elyſée=Palaſt anſcheinend
die napoleoniſche Ueberlieferung noch nicht ganz erſtarb,
lchtt Präſident Poincaré die Glückwünſche der Bot=
lſchafter
mit der Verſicherung beantworten zu ſollen ge=
laubt
, daß die Exhaltung des Friedeus das ſtändige Be=
treben
der franzöſiſchen Regierung ſei. Gewiſſe Trei=
bereien
der Pariſer Lärmpreſſe haben dies nicht immer
ſeikennen laſſen. Man denke nur an die ränievolle Art
ſiie jüngſt von Organen des Quai d Orſay der engliſche
Vorſchlag zur Regelung des Schickſals der Aegäiſchen
Inſeln behandelt wurde, und darf im gleichen Zuſammen=
nge
auch der gerade in Paris geſchürten Hetze gegen die
Adutſche Offizierabordnung in Konſtantinopel gedenken.
a wir in der Inſelfrage noch nicht über den Berg
Mürd, hat die franzöſiſche Regierung eine gute Gelegenheit,
Udje Erklärung des Präſidenten Poincare durch die Tat
In bewähren. Letzteres ſollte ſchon deshalb geſchehen,
Aveil der neue Miniſterpräſident Doumerque ſeinen Lands=
leluten
gewiſſermaßen als Weihnachtsgabe die lange Reihe
irtſchaftspolitiſcher Vorteile mitteilte, die Frankreich
on der Türkei erlangt hat. Vergleicht man dieſe Liſte
Anit den günſtigenfalls uns ſelbſt winkenden wirtſchäfts=
Wölitiſchen Errungenſchaften, dann drängt ſich der Ein=
Btuck auf daß das ganze Pariſer Geſchrei über die deut=
ſlſiche
Offizierabordnung in Konſtantinopel den Zweck ver=
Aolgte, die Aufmerkſamkeit von den franzöſiſchen Erfolzen
Ubzulenken. Die Genugtuung über dieſe Erfolge iſt zwei=
Alellos ungekünſtelt. Beeinträcht gt aber dürfte ſie durch
hie Bildung der neuen republikaniſchen Partei geworden
Pein, die der beredte und gewandte Erminiſter Vriand
ns Leben gerufen hat.
Während die Angelegenheit der Aegäiſchen Inſeln die
Proßmächte beſchäftigt, iſt wegen der Reformen in Oſt=
Anakolien zwiſchen Rußland und der Türkei unter
Beteiligung Deutſchlands eine Verſtändigung erzielt wor=
üen
. Vielleicht geſchah es in der Enttäuſchung darüber,
Maß auch in dieſem orientaliſchen Wetterwinkel der Him=
Unel freundlicher ausſchaut, wenn auch die Kreiſe der No=
Aoje Wremja durch die Veröffentlichung angeblicher
Aeußerungen des deutſchen Reichskanzlers und des ruſ=
Aſchen Miniſters der auswärtigen Angelegenheiten Saſo=
Won die deutſcheruſiſchen Beziehungen zu trüben ver=
Achten. Der nachdrückliche Widerruf durch die Peters=
urger
Telegraphen=Agentur und die Beſchlagnahme des
Frage kommenden Ablegers der Nowoje Wremja
prechen für ein ergebnisloſes Verpuffen jenes Vorſtoßes.
Die friedensfeindliche Tätigkeit des Panſlawis=
Mus wird in dem Hockverratsprozeß enthüllt der auf
Ungariſchem Brden, in Marmaros=Sziget, am Ausgange
es alten Jahres begonnen hat. Schon der Anjang der
Perichtsverhandlungen legte zahlreiche Fäden bloß, die
hiſchen Rußland und betörten rutheniſchen Staatsange=
Prigen der Donaumonarchie geknüpft worden ſind.
Polche Tatſachen beleuchten grell die unterirdiſchen Wüh=
Wreien ruſſiſcher Panſlawiſten und ſchärfen den Mächten.
e trotz ihrer friedlichen Politik jenen Leuten ein Dorn
in Auge ſind die Mahnung ein, ſcharie Wacht zu halten.
In Cisleithanien iſt die rutheniſche Obſtruktion
bch im letzten Augenblick zur Einkehr gelangt. Möglicher=
eiſe
geſchah dies nicht, ohne daß der Prozeß von Mar=
Paros=Sziget einen Druck ausübte. Die nunmehr er=
Möglichte Durchführung der geſetzgeberiſchen Arbeit hact
keſterreich einſtweilen vor einer neuen Herrſchaft des
14 bewahrt. Oh aber das öſterreichiſche Abgeördneten=
ſus
auf die Dauer arbeitsfähig bleibt, erſcheint um ſo
Peifelhaſter, als der Tod des polniſchen Finanzminiſters
n Zalewski und der Rücktritt des polniſchen Lands=
Mannminiſters von Dlugos; wegen der Spaltungen, die
fünerhalb der polniſchen Partei eintraten, ſehr leicht die
ſteſten Schwierigkeiten im Gefolge haben können.
Der inneren Politik Deutſchlands iſt die Feier=
spauſe
zwar zuſtatten gekommen, aber die Zaberner

Angelegenheit wirkt trotzdem in unveränderter Art nach.
Die Frage, welche Wirkung der Reichstagsbeſchluß vom
4. Dezember auf die Stellung des Reichskanzlers haben
werde, beſchäftigt nach wie vor die öffentliche Meinung.
Mit einem bevorſtehenden Rücktritt des Reichskanzlers
braucht man ſicherlich nicht zu rechnen. Zentrumskreiſe
haben durch den Mund des Dr. J. Bachem dem Reichs=
kanzler
für eine mehr oder weniger vollſtändige Auf=
hebung
des Jeſuitengeſetzes ihre Unterſtützung in Ausſicht
geſtellt. Doch verwirft man den Gedanken Dr. Bachems,
im Reichstag einen neuen Antrag, betreffend die vollſtän=
dige
Freigabe der rein ſeelſorgerlichen Tätigkeit der Je=
ſuiten
, einzubringen. In der Zentrumsfraktion des
Reichstags ſelbſt wird der Gedanke Bachems, ſoweit er
den Weg eines neuen Antrages im Reichstage wies, we=
gen
der nicht zu erwartenden Zuſtimmung der Konſerva=
tiven
und der Nationalliberalen abgelehnt. Anſtatt deſſen
denkt man das gleiche Ziel dadurch zu erreichen, Daß
Bayern bloß im Bundesrat eine entſprechende Abände=
rung
der Bundesratsverordnung von 1912 herbeiführt.
Aber auch dieſer neueſte Zentrumsvorſtoß dürfte für den
Orden der Geſellſchaft Jeſu ein Schlag ins Waſſer bleiben.

Italien und Oeſterreich=Ungarn.

* Die Tribuna gibt eine Meldung der Zeit wieder,
in der angekündigt wird, daß bei der Rückkehr des
italieniſchen Botſchafters Herzogs von
Avarna nach Wien Mitte Januar endgültige Be=
ſchlüſſe
über den Beſuch des Marquis San Giu=
ligno
bei dem Grafen Berchtold gefaßt wer=
den
würden. Die Tribuna bemerkt zu der Meldung der
Zeit, daß ſie im weſentlichen zutreffe, doch werde der
Herzog von Avarna bei ſeiner Rückkehr nach Wien nicht
erſt die Verhandlungen für den Beſuch wieder aufnehmen,
der ja bereits feſtſtehe und von San Giuliano unter leb=
haftem
Beifall in der Kammer bekannt gegeben worden
ſei, ſondern es werde nur der Zeitpunkt feſtgeſetzt werden.
Die Tribuna fügt hinzu, San Giuliano werde bei ſeinem
nächſten Beſuche bei dem Grafen Berchtold von der leb=
haften
Sympathie des italieniſchen Volles begleitet ſein,
das den Akt der Herzlichkeit voll und ganz zu ſchätzen
wiſſe, welche die Regierung in Wien Italien bezeigt hat.
Geſtern gaben wir fährt die Tribuna fort mit Be=
friedigung
eine Meldung wieder, in der die beifällige
Aufnahme mitgeteilt wird, welche die Bereitwilligkeit der
öſterreichiſch=ungariſchen Regierung, den
italieniſchen Standpunkt in der Frage der Aegäiſchen
Inſeln zu unterſtützen, in Wien gefunden hat. Heute
empfingen wir von unſerem Berichterſtatter Meldungen
über neue Aeußerungen dieſes Gefühls der Genugtuung,
das in Wiener politiſchen Kreiſen über die ſympathifche
Haltung Oeſterreich=Ungarns gegenüber Italien herrſcht.
Wir können dieſe Tatſachen nicht überſehen, die einen
tiefen Eindruck auf unſer Volk gemacht haben und be=
zeichnend
ſind für das herzliche Zuſammenarbei=
ten
der verliündeten Regierungen. Dieſes
ſtützt ſich auf die gleichmäßige Herzlichkeit in den Empfin=
dungen
der Völker, die wir immer als notwendig und
wirkſam erklärten für die Feſtigung des Freundſchafts=
und Bundesverhältniſſes ebenſo wie für die Erreichung
poſitiver Erfolge der gemeinſamen internationalen poli=
tiſchen
Aktion

Deutſches Reich.

Induſtrie und Wehrbeitrag. Wie der
Bund der Induſtriellen nach vielfachen Mitteilungen und
Wünſchen der ihm angeſchloſſenen Firmen ſeſtſtellle, ſind
die jetzt von den einzelnen bundesſtaatlichen Finanz=
behörden
bemeſſenen Friſten in vielen Fällen für die ord=
nungsgemäße
Abgabe der Vermögenserklärung zum
Wehrbeitrag zu kurz. Der Bund der Induſtriellen richtete
daher an den Bundesrat die Bitte, durch eine Aenderung
von § 13 der am 8. November bekannt gemachten Aus=
führungsbeſtimmungen
des Bundesrats zum Wehrbei=
tragsgeſetz
die Friſt für die Abgabe der Vermögenserklärung
auf die Zeit bis Ende Februar 1914 zu verlängern; denn
die erforderlichen Unterlagen für die Vermögenserklärung
ergeben ſich zum Teil erſt Anfang Januar aus den Bi=
lanzarbeiten
, andernteils müſſen ſie vielfach erſt im Lauſe
des Januars aus Mitteilungen der Banken und Bankiers
entnommen werden.
Arbeitsloſe. Der Berliner Lokalanzeiger
weiſt darauf hin, daß ſich von den nach den Feſtſtellungen
der Gewerkſchaften in Berlin aufhaltenden 80000 Arbeits=
loſen
zur Beſchäftigung bei der Schneeabfuhr am 1. Ja=
nuar
nur 3800 und am 2. Januar nur etwa 4500 gemeldet
haben. Der Tagesverdienſt beträgt bei dieſer Arbeit
3 Mark. Eine ſolche Summe genüge doch, um die äußerſte

Not fernzuhalten. Wenn die Arbeitsloſen erſt verſichert
ſein würden, werde ſich der Tätigkeitsdrang nicht ſteigern.
Nach Beobachtungen hätten die Arbeitskoſen ſogar ver=
ſucht
, die Arbeitswilligen zu unſinnigen Forderungen auf=
zureizen
oder ſie von der Arbeit abzuhalten. Man ſollte
mit der Gewährung von Benefizien an die Arbeitsloſen=
verſicherung
zurückhaltender als bisher ſein. Dieſe An=
gaben
werden von anderen Berliner Blättern beſtätigt.
Die Behandlung des Zaberner Falles
im elſaß=lothringiſchen Lendtag. Die Frak=
tionen
der Zweiten Kammer hatten ſich über die Be=
handlung
des Zaberner Falles dahin geeinigt, daß die
Interpellationen erſt in der Woche nach der Eröffnung im
Landtag beſprochen werden ſolken. Man wird am Er=
öffnungstage
nur die Bildung des Bureaus vornehmen
und darauf am folgenden Mittwoch die Etatsdebatte ohne
Berührung der Zaberner Vorfälle beginnen. An dem
darauffolgenden Dienstag, den 15. Januar, ſollen dann
die Interpellationen über Zabern auf die Tagesordnung
geſetzt werden. Die Begründung wird im Auftrag aller
Fraktionen der Abgeordnete Bürgermeiſter von Zabern
Knöpffler (Elſäſſer Zentr.) übernehmen. Auf dieſe Weiſe
wird es ermöglicht, vor dem Beginn der parlamentari=
ſchen
Debatte ein Urteil im Prozeß gegen den Oberſten
v. Reuter abzuwarten.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Regierung und Herrenhaus. Als Mi=
niſterpräſident
Stürgkh am Freitag nachmittag mit dem
Leiter des Finanzminiſteriums Baron Engel an der
Sitzung einer Herrenhauskommiſſion teilnehmen wollte,
wurde ihm geſagt, die Sitzung ſei vertraulich und man
habe nicht mit dem Erſcheinen von Regierungsvertretern
gerechnet. Die Sitzung wurde tatſächlich ohne die beiden
Herren, abgehalten. Das Verhältnis zwiſchen Regierung
und Herrenhaus hat ſich in letzter Zeit ſehr ungünſtig ge=
ſtaltet
.
Frankreich.
Beſuch Poincarés in Rußland: Der Ma=
tin
meldet, daß Präſident Poincaré vorausſichtlich im
Laufe dieſes Sommers eine Reiſe nach Rußland unter=
nehmen
werde. Der genaue Zeitpunkt der Reiſe habe ins=
beſondere
wegen des Geſundheitszuſtandes der Kaiſerin
von Rußland noch nicht beſtimmt feſtgeſtellt werden kön=
nen
. Iswolski und Miniſterpräſident Kokowtzow hätten
dem Präſidenten der Republik mitgeteilt, daß ſein Beſuch
in Petersburg lebhafte Freude hervorrufen werde. Präſi=
dent
Poincaré, der dieſer Reiſe einen möglichſt glanzvol=
len
Charakter verleihen wolle, werde wahrſcheinlich von
einem Teil des Mittelmeergeſchwaders begleitet ſein und
den ruſſiſchen Heeresmanövern beiwohnen. Man dürfe
annehmen, daß der, Zar den Beſuch Poincarés erwidern
werde.
Der Erlaß über die Errichtung des
21. Armeekorps beſtimmt, daß dieſes ſein Haupt=
quartier
in Epernay haben und eine Reihe von Bezirken
der Departements Haute=Saöne, Haute=Marne und
Meurthe=et=Moſelle umfaſſen werde, die bisher dem 7. Ar=
meekorps
angehört haben.
Die neue parlamentariſche Vereini=
gung
. In parlamentariſchen Kreiſen verlautet, daß die
unter der Führung Briands gegründete Vereinigung, um
ihre Richtung nach links unzweideutig zu kennzeichnen, den
Namen Föderation democratique et ſociale de Gauche an=
nehmen
werde. In dem geplanten Aufrufe werde die
Vereinigung das Geſetz über die Verweltlichung der
Schule und das Trennungsgeſetz als unantaſtbar erklären,
die Steuerreform in baldige Ausſicht ſtellen, die voll=
ſtändige
und ehrliche Anwendung der Geſetze über die na=
tionale
Verteidigung verſprechen und mit Entſchiedenheit
das Liſtenſtrutinium mit der Vertretung der Minderhei=
ten
befürworten.
Die Beſatzungstruppen in Marokko.
Eine offiziöſe Note ſtellt feſt, daß der gegenwärtige Stand
der Beſatzungstruppen in Marokko 76303 Mann betrage.
Davon ſeien 13893 Marokkaner, 11570 Senegalſchützen,
17062 eingeborene algeriſche Truppen, 23 227 Legionäre,
Zuaven, Kolonialſoldaten und Soldaten der Strafkom=
pagnien
und nur 5571 Soldaten des Mutterlandes. Durch
dieſe Note ſoll offenbar die jüngſt von Briand aufgeſtellte
Behauptung zurückgewieſen werden, daß die Marokko=
politik
Caillaur die Verteidigung des Mutterlandes ge=
ſchädigt
und das Dreijahrgeſetz notwendig gemacht habe.

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Seite 2.

Darmſtädter Tagbtatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Nummer 4.

Bulgarien.
Die Demiſſion des Kabinetts. Nach ver=
läßlicher
Mitteilung wurde in der Audienz des Miniſter=
präſidenten
die formelle Ueberreichung der Demiſſion des
Kabinetts für Samstag feſtgeſetzt. Sie ſollte in der Nach=
mittagsſitzung
der Sobranje angekündigt werden, worauf
ſogleich mit der Sondierung der oppoſitionellen Parteien
zwecks Neubildung des Kabinetts begonnen werden ſollte.
Soviel bekannt, lehnen es die Bauernbündler und Sozia=
liſten
ab, an der Regierung teilzunehmen. Die übrigen
kleinen oppoſitionellen Gruppen kommen jedoch nicht in
Betracht, ſo daß das liberale Koalitionskabinett am
Ruder bleibt, weil keine andere Partei mit der jetzigen
Kammer regieren könnte und die Auflöſung der Kammer
jedenfalls vermieden werden ſoll. Die Kabinettskriſe
dürfte in wenigen Tagen beigelegt ſein.
Ein Syndikat der Banken. Die National=
bank
und andere Banken und Bankiers in Bulgarien bil=
deten
ein Syndikat. Der Zweck des Syndikats iſt, den
Wechſelkurs im Lande im Intereſſe des öffentlichen Kre=
dits
zu regeln. Um dieſes Ziel zu erreichen, verpflichtet
ſich die Nationalbank, im Auslande Fonds von min=
deſtens
10 Millionen Francs anzulegen. Die Mitglieder
des Syndikats verpflichten ſich, die ihnen angebotenen
Deviſen nicht zu Kurſen zu kaufen, die höher ſind als die
vom Verwaltungsrat des Syndikats feſtgeſetzten. Die von
allen Mitgliedern des Syndikats gekauften Wechſel wer=
den
zur Hälfte von der Nationalbank und zur Hälfte von
den übrigen Mitgliedern des Syndikats übernommen.
Die Dauer des Syndikats iſt bis Ende März feſtgeſetzt
worden, kann aber auch verlängert oder vorher unter=
brochen
werden, wenn der Wechſelkurs auf mindeſtens
105 Prozent fällt.
Rumänien.
Der König und die rumäniſche Juden=
frage
. Ein Führer der Judenſchaft hatte mit dem
König Carol eine Unterredung, in der der König erklärte,
die in der rumäniſchen Judenfrage beſtehenden Zuſtände
ſeien tatſächlich unhaltbar. Als konſtitutioneller Monarch
könne er jedoch nur im Einklang mit den anderen kon=
ſtitutionellen
Faktoren Wandel ſchaffen. Der König
wünſchte, daß das die politiſche und bürgerliche Gleich=
berechtigung
fordernde Memorandum, das den geſetzgeben=
den
Körperſchaften und der Regierung überreicht werden
ſoll, noch einige Zeit zurückgehalten werde.
Griechenland.
Miniſterpräſident Venizelos, der ſeine
Auslandsreiſe am Samstag antreten wollte, hat die Ab=
fahrt
bis Mittwoch verſchoben mit Rückſicht auf die Kam=
merſitzungen
, die bis Dienstag dauern werden. Die Re=
gierung
wird der Kammer eine Vorlage über eine An=
leihe
von 500 Millionen zugehen laſſen, für die ſie Dring=
lichkeit
verlangen wird.
Vorwegen.
Die Landesverteidigung. Die Regierung
wird dem Storthing einen Vorſchlag unterbreiten, zur
Erörterung der Frage der Landesverteidigung eine Kom=
miſſion
einzuſetzen.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 4. Januar.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Großher=
zog
empfingen am Samstag den k. und k. Hauptmann
Karl Ritter Weilenbeck von Weilberg im Oeſterreichiſchen
Infanterie=Regiment Ernſt Ludwig, Großherzog von Heſ=
ſen
und bei Rhein, von Linz an der Donau, den Forſt=
meiſter
Schlotterer von Butzbach, den Profeſſor Enders
von Offenbach, den Dr. med. Colliſchonn von Mainz=
Mombach, den Hauptlehrer Kaßlick, den Ortsgerichtsmann
Ganß, den Kammerjunker v. Küchler von Warſchau, den
Geſtütsdirektor Riedeſel Freiherrn zu Eiſenbach von
Braunsberg, den Miniſterialreviſor Schneider, den Ober=
landesgerichtsrat
Lang, den Profeſſor Dr. Klaſſert von

Michelſtadt, den Architekten Margold, den Reallehrer Nehr=
baß
von Oppenheim; zum Vortrag den Finanzminiſter
dr. Braun, den Vorſtand des Kabinetts Geh. Rat Röm=
held
.
* Die Zweite Kammer der Landſtände tritt zu ihrer
88. Sitzung Dienstag, den 13. Januar 1914, vormittags
10 Uhr, zuſammen. Auf der Tagesordnung ſtehen: Be=
ſprechung
der Anfrage des Abgeordneten Dr. Winkler, den
Großobſtmarkt zu Alsheim betreffend, ferner Anträge und
Vorſtellungen, u. a. Antrag der Abg. Köhler und Ge=
noſſen
, Reviſion der Allgemeinen Bauordnung betreffend.
Regierungsvorlage, den Geſetzentwurf über die Teilung
von Grundſtücken betreffend, uſw.
O Zur 19. Sitzung der Stadtverordneten= Verſamm=
lung
am Donnerstag. den 8. Januar, nachmittags 3½ Uhr,
iſt folgende Tagesordnung feſtgeſetzt: 1. Einfüh=
rung
und Verpflichtung der neu gewähl=
ten
=Stadtverordneten. 2. Mitteilungen. 3.
Wahl eines Ausſchuſſes zur Vorlage von Vorſchlägen für
die Neuwahl der Deputationen und Ausſchüſſe. 4. Bericht
über den Stand der Gemeindeangelegenheiten am Schluſſe
des Jahres 1913. 5. Ausſtellung des Wandermuſeums
für Städtebau, Siedelungsweſen und Wohnweſen im
ſtädtiſchen Ausſtellungsgebäude.
g. Strafkammer I. Der 22jährige Schuhmacher Karl
Haller von Lampertheim wurde in der geſtrigen
Sitzung der Strafkammer nach nichtöffentlicher Verhand=
lung
wegen Verbrechens nach § 1763 des Strafgeſetz=
buches
zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis abzüg=
lich
6 Wochen der Unterſuchungshaft verurteilt. Als er
kaum einen Tag nach Verbüßung einer achtmonatigen
Freiheitsſtrafe ſich der Freiheit gefreut hatte, wurde der
36jährige Steinmetz Friedrich Wilhelm Rubert von
Düſſeldorf abermals wegen Betrugs zu 9 Monaten
Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung dieſer Strafe
am 16. September porigen Jahres entlaſſen, hat Ruberr
ſich bereits am 27. Oktober wieder eines Betrugs ſchuldig
gemacht. Er logierte ſich hier in Darmſtadt ein unter der
Vorgabe, er habe hier mit zwei Kollegen mehrere Mo=
nate
Arbeiten auszuführen. Nachdem er eine Nacht dort
geſchlafen hatte, ging er morgens fort und borgte ſich von
der Wirtin 2 Mark, um ſein Gepäck auszulöſen. Er ließ
ſich nicht wieder ſehen. Einige Tage ſpäter logierte er
ſich in Reichelsheim ein unter der Vorſpiegelung, er habe
die Telegraphenleitung Reinheim=Reichelsheim auszubeſ=
ſern
. Nicht genug damit, daß er ſich dadurch einen Tag
Unterkunft verſchaffte, er nahm außerdem einige Arbeiter
zum Stundenlohn von 60 Pfennig an. Als er ſich am an=
deren
Tage drücken wollte, wurde er vom Gendarmerie=
Wachtmeiſter Fiſcher, der ihm mit dem Rade nachfuhr, bei
Colmbach feſtgenommen. Dieſem gegenüber äußerte Ru=
bert
, er habe es gleich gewußt, daß die Sache ſchief gehen
verde womit er zweifellos das Richtige traf, denn die
Strafkammer erkannte geſtern auf eine Gefängnis=
ſtrafe
von 6 Monaten abzüglich 2 Monate der
Unterſuchungshaft.
g. Kriegsgericht. Der als unſicherer Heerespflichtiger
eingeſtellte Dragoner Heinr. Ziegler hatte am 5. Auguſt
ſeinen Truppenteil verlaſſen, um wieder in die Fremden=
legion
einzutreten, in der er ſchon einmal fünf Jahre ge=
dient
hat. Ziegler wurde jedoch noch rechtzeitig im Elſaß
feſtgenommen. Er wurde geſtern vom Kriegsgericht der
25. Diviſion wegen Fahnenflucht zu ſieben
Monaten Gefängnis verurteilt. We=
gen
Beleidigung eines Vorgeſetzten, ver=
bunden
mit Achtungsverletzung und Ungehorſam, wurde
der gleichfalls als Unſicherer eingeſtellte Gardiſt Taſche
von dem Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115 zu 2
Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte gegen=
über
Kameraden einer anderen Kompagnie auf der Wacht=
ſtube
geäußert, ſie ſollten doch ihrem Unteroffizier die
Jacke vollhauen, wenn er ſie ſo oft melde. Dem wacht=
habenden
Unteroffizier, der ihn darüber zur Reds ſtellte
gab er ganz freche Antwort und war erſt auf wiederholte
Aufforderung hin zu bewegen, zu ſchweigen. Das Gericht
ſah von einer Beſtrafung wegen der Aufforderung zum
Ingehorſam ab, da eine derartige Abſicht dem Angeklag=
ten
wohl fern lag, er vielmehr jene Aeußerung in renom=
mierendem
Sinne gebrauchte.
Vom Großh. Hoftheater. Die erſte Wiederholung
der Neuinſzenierung von Romeo und Julia findet
am Dienstag im A=Abonnement bei kleinen Preiſen ſtatt.
Den Romeo ſpielt erſtmalig Kurt Ehrle; die übrige Be=
ſetzung
iſt unverändert geblieben. Die Vorſtellung beginnt
um 7½ Uhr. Am Mittwoch gelangt als zweiter Abend
von Wagners Ring des Nibelungen unter muſikaliſcher
Leitung von Hofkapellmeiſter Ottenheimer Siegfried‟
in der dekorativen Neueinrichtung der Frühlings= Feſt=
ſpiele
zur Aufführung. Das Werk weiſt einige Neube=
ſetzungen
auf. Die Vorſtellung, die im B=Abonnement

ſtattfindet, beginnt ausnahmsweiſe bereits um 6 Uhr. Fül
Donnerstag iſt, vielfach geäußerten Wünſchen entſprechend,
eine Aufführung des neuinſzenierten Kleiſtſchen Schan=
ſpiels
Prinz Friedrich vom Homburg im
Rahmen der Abonnementsvorſtellungen angeſetzt. Der
Grillparzer=Zyklus, der für den Mongt Januar
vorbereitet wird, dürfte die Neuinſzenierungen von Me=
dea
Sappho Die Ahnfrau, Des Meeres und der
Liebe Wellen und der Jüdin von Toledo zur Auffüh=,
rung bringen.
C Die Großh. Kammerſängerin i. P. Frau Schloſſer=
Jaide iſt geſtern im 73. Lebensjahre geſtorben. Als=
Tochter eines hieſigen Bühnenangehörigen von Kindheit
an mit dem Theaterleben vertraut, errang ſich Luiſe
Orth, dies war der Mädchenname der Verſtorbenen, in=
folge
ihrer bedeutenden ſtimmlichen und darſtelleriſchen
Begabung eine hervorragende Stellung auf der deutſchen
Bühne. Des Tages, an dem ſie vor 53 Jahren zum erſten
Male in einer Solorolle (es war der Pietro in Donizettis
Linda von Chamounix) unſere Hofbühne betrat und
ihrer weiteren künſtleriſchen Entwickelung haben wir ein=
gehend
ſeinerzeit in unſerem Blatte gedacht. Nachdem ſie
ſich auf einigen anderen Bühnen vervollkommnet hatte,
kehrte ſie Mitte der 60er Jahre als vollendete Sängerim
zu uns zurück und bekleidete eine längere Reihe von Jahs=
ren
das Fach der Altiſtin an unſerer Bühne. Später war
ſie lange Zeit eine der Hauptſtützen der deutſchen Oper in
Rotterdam, ſang auch mehrere Male in Bayreuth mit=
Auszeichnung. Seit längerer Zeit lebte Frau Schloſſer=
Jaide wieder hier und erteilte mit beſtem Erfolge Ge=
ſangsunterricht
. Die Einäſcherung findet in Offenbach
ſtatt.
Ein Parlamentariſcher Abend findet auf Einladung.
des Herrn Präſidenten der Zweiten Kammer am Mitt=
woch
, den 14. Januar in den Räumen der Zweiten Kam=
mer
ſtatt. Herr Landtagsabgeordneter Münch wird da=
bei
einen Vortrag mit Filmvorführungen halten über das
Thema: Die Verwendung der Glühlampen zum telepho=
niſchen
Ferndienſt und über drahtloſe Telegraphie.
Die Handwerkskammer zu Darmſtadt ſchreibt uns:
Der Entwurf eines Geſetzes, betreſfend Sonntags=
ruhe
im Handelsgewerbe, der bereits vom
Bundesrat beſchloſſen iſt, liegt nunmehr dem Reichstag
zur Beratung vor. Der Entwurf berückſichtigt die zahl=
reichen
Wünſche auf Ausdehnung der Sonntagsruhe, er
trägt aber auch den beſonderen Verhältniſſen einzelner Ge=
werbezweige
Rechnung. Insbeſondere iſt hierbei auch
für die ſogenannten Bedürfnisgewerbe (Bäcker, Kondi=
toren
. Metzger und dergleichen) die Möglichkeit für
Schaffung von Ausnahmebeſtimmungen gegeben. Der §7
des Entwurfs ordnet an: Die höhere Verwaltungsbe=
hörde
kann für ſolche Gewerbe, deren vollſtändige oder
teilweiſe Ausübung an Sonn= und Feſttagen zur Befrie=
digung
täglicher oder an dieſen Tagen beſonders herpor=
tretender
Bedürfniſſe erforderlich iſt, Ausnahmen von den
in §§ 1, 2 getröffenen Vorſchriften erlaſſen. Wie be=
kannt
, hat die Handwerkskammer zu Darmſtadt in Ueber=
einſtimmung
mit den Beſchlüſſen des deutſchen Hand=
werks
= und Gewerbekammertags bei den Erhebungen zu
dem Geſetz ſtets darauf hingewirkt, daß die den Bedürf=
nisgewerben
ſeither zugeſtandenen Ausnahmen bei einer
Neuregelung der Sonntagsruhe eine Einſchränkung nicht
rfahren. Dieſem Verlangen wird durch den vorliegenden
Entwurf entſprochen, indem, wie aus dem aufgeführten
§ 7 zu entnehmen, die Landesbehörden auch künftig in der
Lage ſind, Verkaufszeiten zu geſtatten, die ſich infolge der
Eigenart einzelner Bedürfnisgewerbe als notwendig er=
weiſen
.
* Kunſtverein Heſſen. Heute vormittag um 10 Uhr=
erfolgt
die Wiedereröffnung der Kunſthalle am Rheintor.
Die Januarausſtellung des Vereins bietet im Vergleich=
zur
Weihnachtsausſtellung heſſiſcher Künſtler ein völlig
anders geartetes, aber nicht minder reiches und man=
nigfaltiges
, zum großen Teil höchſt eigenartiges und an=
ziehendes
Bild: Farbiger Karton zu einem Gobelin
Paris’ Urteil) von Wohlgemuth=Rom, Kollektion
Profeſſor Adolph und Anna Beyer (14 Gemälde auf
eigene Jury), Kollektion Rudolf Gönner=München
(22 Gemälde), Künſtlervereinigung Moſaik=München
(63 Gemälde auf eigene Jury), ausgeſuchte Graphik von
Otto Engelhardt=Kyffhäuſer (Burg bei Mag=
deburg
) und Dresdener Künſtlern.
* Die Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen
Gymnaſiums hat den Archäologen der Würzburger Uni=
verſität
, Herrn Prof. Dr. Bulle, für einen öffentlichen Vor=
tragsabend
gewonnen, der am Freitag, den 9. ds. Mts.,
im Kaiſerſaal abgehalten werden ſoll. Prof. Bulle, ein aus=
gezeichneter
Kenner der antiken Kunſt und ein feſſelnder
Redner, wird über die griechiſche Schönheit
ſprechen, ein Thema, das gewiß viele Zuhörer anziehen

Gioconda’s Wanderleben.

Zu ihrer Heimkunft am 4. Januar 1914.
Von Profeſſor Dr. Ludwig in Rom.
Es geziemt ſich wohl, am Ende der unfreiwilligen
Entführung, welche Leonardos Meiſterwerk aus den glanz=
vollen
Räumen des Louvre in ein armſeliges Verſteck
brachte, einen Rückblick auf die merkwürdigen Schickſale
zu werfen, deren Opfer die lächelnde Sphinx wurde und
die geradezu geeignet ſind, die bunte Phantaſtik eines be=
wegten
Romans in Schatten zu ſtellen. An dem Tage, an
welchem der franzöſiſche König Franz I. die Gioconda
um 4000 Goldſkudi ſich erworben hatte, begann das an
Auf= und Abſtiegen reiche Wanderleben Mona Liſas, das
ſie von einem Palaſt in den anderen, von einer
Stadt in die andere, führte. Aus den auf uns
gekommenen Nachrichten können wir entnehmen, daß
in den erſten 119 Jahren alſo der Kindheit ihr
Daſein ſich in ſehr ruhigen Bahnen bewegte doch muß es
als Unmöglichkeit betrachtet werden, daß ſie dieſe lange
Zeit hindurch nicht auch die Aufmerkſamkeit ihrer Zeit=
genoſſen
erweckt hätte. Wohl war ſie damals gut bewacht
und in ſicherer Aufbewahrung; ihre Eigentümer waren
wohl noch viel zu ſtark von der kunſtliebenden Tradition
der Renaiſſancezeit erfüllt, als daß ſie ihr nicht die ge=
bührende
Wertſchätzung hätten zuteil werden laſſen, wenn
uns auch kein Chroniſt nähere Details darüber berichtet.
Im Jahre 1625 fängt ſie an, von ſich reden zu machen.
Nicht daß ſie zu jenen Frauen gehörte, von denen man
ſpricht denn dies ſollen nicht die beſten ſein , ſondern,
weil ſich an ihrer vielbewunderten Schönheit die Spuren
des Alters bemerkbar machten. In jenem Jahre beſchreibt
nämlich del Pozzo die Beſchädigungen, welche am Kleide
zunächſt bemerkbar geworden waren. Kurze Zeit darauf,
1642, erlebt die holde Dame eine Veränderung ihres bis=
herigen
Standortes. Das Bild wird zugleich mit noch
anderen 47 Gemälden des franzöſiſchen Königs nach Fon=
tainebleau
gebracht, wo es in dem ſogenannten Goldenen
Kabinett ſeine neue Wohnung bezieht. Wieder ſchweigen
die folgenden 53 Jahre über ſein Schickſal. Im Jahre

695 findet ein mächtiger Herrſcher an Mona Liſa Gefal=
len
und bringt ſie in ſein Luſtſchloß nach Verſailles. Lud=
wig
XIV. verleugnete nicht ſeinen Ruf als Sonnenkönig
und weiß ihr an ſeinem glänzenden Hof eine Ehrenſtelle
zu ſchaffen. Für kurze Zeit ſehen wir gleich darauf ihren
Namen in einem Verzeichnis des Pariſer Kabinetts. 1737
iſt ſie merkwürdigerweiſe abermals in der Galerie von
Verſailles. Die Herrſchaft Ludwigs XV brachte Mona
Liſa kein Glück. Dieſem pathologiſchen Regenten war ihr
rätſelhafter Zauber unerträglich, und ihr Blick ſchlug ihn
mit magiſcher Gewalt in Feſſeln, die ſeinem tyrannenhaf=
ten
Weſen zur Qual wurden. Um ſich ihrem Banne zu
entziehen, beſtimmte er die Uebertragung der ſeltſamen
Zauberin in das Privatgemach des Palaſtaufſehers von
Verſailles. Das Mienenſpiel dieſer Sphinx übt auf mich
einen Bann aus. In den Jahren 176088 wurde ein
Inventar der Kunſtſchätze unter dem Titel Garde des
tableaux angelegt, und auch unſere Schöne trägt auf ihrer
Rückſeite die Spuren dieſer Inventariſierung.
Die blutige franzöſiſche Revolution, die es auf die
gekrönten Häupter abgeſehen hatte, verſchonte nicht nur
die ruhmgekrönte Italienerin, ſondern verbeſſerte ſogar ihr
Lebensſchickſal; wir finden ſie in Verſailles an ihrem frü=
heren
Orte wieder. Der ungeratene, genialſte Sohn der
großen Revolution war trotz ſeiner Herkunft auch in der
Kunſtſinnigkeit ein Nachfolger des XIV. Ludwig; auch er
war in Mona Liſa verliebt; ja, er huldigte ihr derart
glühend, daß er ſie in ſein Schlafzimmer in die Tnilerien
bringen ließ. Dort mußte ſie wohl auch das Los aller
Geliebten des gewaltigen Korſen erfahren, der, wie be=
kannt
, auf Kündigung liebte. Nach vier Jahren glücklichen
Zuſammenlebens läßt er ſie in die große Galerie des
Kaiſerlichen Muſeums übertragen. Dort führt ſie nun
längere Zeit ein friedvolles Daſein, bis ſie im Jahre 1870
mit etwa 100 anderen wertvollen Werken aus dem Loupre
in das Arſenal von Breſt gebracht wird und daſelbſt bis
zum 16. September 1870 verbleibt. 1871 wird ſie im Salon
Carré aufgeſtellt leider in einem etwas zu engen Rah=
men
, der einen Teil des Randes verdeckte. Dies erſcheint
noch immer als ein geringeres Uebel im Vergleiche zu
jenem ſpäteren ſchweren Schaden, der infolge einer Wa=
ſchung
mit Pottaſche Gioconda der Augenbrauen beraubte.

Durand=Grèville berichtet in der Juni=Nummer des=
Artiſte vom Jahre 1894, daß er mit der Lupe das Bild
unterſucht und Striche von Augenbrauen, ſowie den Schat=
ten
derſelben bemerkt habe. Mona Liſa erhielt dann 1906
einen wertvollen Schmuck in Geſtalt eines antiken Rah=
mens
, den Mad, de Béaru ihr widmete. Dieſer läßt nun
auch das Bild vollſtändig erſcheinen.
Im Juni 1910 wurde durch M. Ephraim, den Direkton
des Cri de Paris, die Nachricht verbreitet, daß der Louvxel
gar nicht im Beſitze der echten Gioconda ſei, ſondern daß
nur eine ſehr vollkommene Kopie den Platz des Originals
einnehme. Dieſe Nachricht wurde damals zwar energiſch
dementiert, tauchte jedoch wieder zur Zeit des letzten Dieb=
ſtahls
auf. Damals tröſtete ſich mancher Franzoſe üben
das plötzliche Verſchwinden der göttlichen Gioconda wie
ſie Giorgia Vaſari getauft hatte mit dem Gedänkenn
daß ja das Original ſchon längſt nicht mehr vorhanden
ſei und deshalb dem jetzigen Dieb nur eine Kopie zum
Opfer gefallen wäre. Es war am 21. Auguſt, einem Mon
tag. an welchem der Louvre den Beſuchern verſchloſſen
bleibt, da es aus den Räumen desſelben verſchwand. Dier
in raſcher Folge in den ſoeben abgelaufenen Dezember=
tagen
vorgefallenen Begebenheiten vervollſtändigendie
Geſchichte von Mona Liſas Wanderleben bis zur Gegen=
wart
. Am 21. Auguſt war ſie in den Beſitz des Vicenzol
Perigia gelangt und verblieb in deſſen beſcheidener Be
hauſung in der Rue de lhoſpital de St. Louis. In der
Nacht vom 8.9. Dezember 1913 überſchreitet ſie die
Grenze und kehrt nach ihrer Heimat Italien zurück. Nach
faſt 400jähriger Abweſenheit lächelt ſie am 10. Dezemben
mit ihrem ſüßen Antlitz unter dem ſonnigen Himmel von
Florenz. In der Albergo Trivoli wird ſie verborgen
gehalten, bis ſie endlich, Donnerstag, den 11. Dezemben
einen Aufenthaltsort erhält, der ihrer würdig iſt, nämlich
die Galerie der Uffizien. Wie in einem Triumphzug wir
ſie dann in die Hauptſtadt Italiens gebracht, wo ſie
mit königlichen Ehren empfangen in der Villa Borgheſe
vielen Tauſenden ihren holdſeligen Anblick gewährt. s
willkommene Chriſtmas=Gabe kehrt die bereits verloren
Geglaubte wieder dorthin zurück, wohin, ſie franzöſiſches
Geld urſprünglich erworben. Wer wollte prophezeien
was der Vielgeprüften noch alles bevorſteht?

[ ][  ][ ]

Nummer 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Seite 3.

wird. Er gedenkt ſeine Ausführungen durch eine Reihe
von Lichtbildern zu unterſtützen, und wird dabei auch
manche Kunſtwerke zeigen, die erſt neuerdings gefunden
oder in ihrer Bedeutung für die Kunſtgeſchichte erkannt
worden ſind. Zu dem Vortrag iſt jedermann willkommen.
Näheres wird durch Anzeige bekannt gegeben.
* Stenographie und Maſchinenſchreiben. Man ſchreibt
uns: Die Nachfrage nach Damen und Herren, die perfelt
ſſind in Stenögraphie und Maſchinenſchreiben iſt größer als
Das Angebet. Nur gründliche Ausbildung in dieſen bei=
den
Fächern bietet Ausſicht auf gut bezahlte Stellen. Wie
aus dem Anzeigenteil unſeres Blattes erſichtlich, eröffnet=
die
Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft Gabels=
berger
am Freitag, den 9. Januar in ihren Unterrichts=
päumen
, Mathildenplatz 8, neue Lehrgänge für Anfänger
in beiden Fächern. Der Stenographie=Untereicht erfolgt
lſzach dem verbreitetſten Syſtem Gabelsberger, die Er=
lernung
des Mgſchinenſchreibens nach der Original= Unter=
wood
=Methode. Der Unterricht in dieſem Fach erfolgt auf
mehreren, verſchiedenen Schreibmaſchinenmarken, es findet
haher kein ſogenannter Reklame=Unterricht für oder mit
Interſtützung irgend einer Schreibmaſchinenfirma ſtatt.
Für die Leitung ſtehen die beſten Kräfte zur Verfügung.
Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Während des
Monats Dezember wurde die Leſehalle im ganzen von
1854 (im Dezemher 1912 3588) Perſonen beſuckt, durch=
Schnittlich an jedem Tag 124 Perſonen. Aus der Bücher=
alle
nach Hauſe entliehen wurden 11102 Bände (1912
119983), darunter 4122 wiſſenſchaftliche und belehrende
Werke. Die Zahl der ſeit dem 1. April v. J. neu einge=
ſchriebenen
Leſer ſtieg auf 4027. An Büchergeſchenken gin=
ten
im Dezember weiter ein: von Herrn Prof. Dr. Dippel
1 Jahrgänge Zeitſchriften, von Herrn Kaufmann L. Bend=
heim
8 Bande und 5 Jahrgänge Zeitſchriften, von Frau
Helene Beck=Swirles 52 Bände, von Herrn Lehrer i. P.
Soh. Klein, 2 Bände, von Fräulein Maurer 3 Bände, von
Fräulein M. Raſch 1 Jahrgang Zeitſchriften, von der
Freien Studentenvereinigung Darmſtadt 1 Band, von
Herrn Kaufmann Adolf Trier 2 Bände, von Frau Geh.
Fuſtizrat Weiß 12 Bände. Allen Gebern herzlichen Dank!
Weitere Schenkungen von Büchern, ſoweit ſolche nicht ver=
ältet
, ſind jederzeit willkommen.
Zahnärztliche Poliklinik, Waldſtraße 21, für die
Volksſchulkinder der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Eprechſtunden 912 und 25 Uhr, Samstags 912 und
94 Uhr. Im Monat Dezember 1913 wurden behandelt:
848 Kinder (460 Mädchen, 379 Knaben) mit 955 Konſulta=
lſonen
. Gefüllt wurden: 467 Zähne ausgezogen wurden
91 Zähne (450 Milchzähne, 131 bleibende Zähne). Zahl
ſter Tage, an denen Sprechſtunden abgehalten wurden 22.
§ Aſyl für Obdachloſe. Während des Monats Dezem=
Aher wurde in dem im Lokale des zweiten Polizeireviers,
iſe der Alexanderſtraße, errichteten Aſyl für Obdachloſe 478
Perſonen, und in demjenigen im Lokale des fünften Poli=
ireviers
in der Ludwigshöhſtraße 165 Perſonen, zuſam=
lſen
639 Perſonen, Obdach gewährt.
* Konzerte. Schützenhof. Wie im Anzeigenteil
liſichtlich, finden an allen Sonntagen bis Faſtnacht in den
Hellerlokalen humoriſtiſche Konzerte einer Abteilung der
Hapelle Weber von abends 6 Uhr an bei freiem Eintritt ſtatt.
Ludwigshöhe. Das heutige Sonntagskonzert
ird von der Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61.
brter Herrn Obermuſikmeiſter Webers Leitung ausgeführt.
Das Programm enthält, wie im Anzeigenteil erſichtlich,
mſr gern gehörte Stücke, wobei auch, vielen Wünſchen ent=
ſprechend
, der neueſte Tango, betitelt El Choclo und die
beiden Schlager aus der Poſſe Filmzauber Berückſichtigung
Gefunden haben.
Bürgerkeller. Mit dem neuen Jahre iſt auch im
Gürgerkeller neues Leben eingezogen; das ſchon ſeit langen
Fahren rühmlichſt bekannte Salon= Damenorcheſter Mur=
A iner iſt wieder eingetroffen. Ein Beſuch iſt beſtens zu
mpfehlen.
Brauerek=Ausſchank Hanauer Hof. Am
Putigen Sonntag findet bereits das erſte humoriſtiſche
Eröffnungskonzert mit Kappenſitzung ſtatt, wobei die Ka=
belle
des Großh. Artilleriekorps unter perſönlicher Lei=
jung
des Herrn Obermuſikmeiſters Mickley den muſika=
ſiſchen
Teil übernommen hat und die neueſten Schlager
um Beſten gibt. Das ſeit einiger Zeit gewonnene närri=
ſſche
Komitee hat eine rührige Tätigkeit entfaltet und eine An=
ahl
der neueſten Karnevalslieder zuſammengeſtellt. Auch
as Geheimnis des Tango=Tanzes ſteht auf dem Pro=
ramm
; dem Humor iſt in jeglicher Weiſe Rechnung ge=
Pragen.
§ Zuſammenſtoß. Am Donnerstag abend gegen acht
hr iſt an der Kreuzung der Kies= und Nieder=Ramſtädter
Straße eine Autodroſchke mit einem Motorwagen der elek=
Ariſchen Straßenbahn zuſammengeſtoßen, wodurch die
AArtodroſchke beſchädigt wurde.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expedi=
on
(Rheinſtr. 23) ſind folgende Bilder neu ausgeſtellt:
die deutſche Militärmiſſion in Konſtantinopel; Admiral
. H. Limpus, der engliſche Reorganiſator der türkiſchen
Flokte. Richard Wagners Parſiſal im Königlichen
pernhaus zu Berlin. Intereſſante Momentbilder vom
Verkehrsleben der Reichshauptſtadt während der letzten
chneefälle Winterſport in Chamonix.

Darmſtädter Wochenmarkt.

Marktpreiſe am 3. Januar 1914.
Butter, ½ kg . . 1,40 M. Gelberüben, ½ kg 56 Pf.
in Partien, ½ kg 1,30 M. Schwarzwurz, ½ kg 30 Pf.
Eier, Stück .
711 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Schmierkäſe, ½ Lit. 20422 Pf.
Handkäſe, Stück . 410 Pf. Gänſe, ½ kg 8590 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 2,00-2,25 M. Enten, Stück 3,504,00 M.
Kumpf (10 Liter) 3540 Pf. Hahnen, Stück 1,502,50 M.
4 Pf. Hühner, Stück 2,503,00 M.
½ kg
Mäuschen, ½ kg 910 Pf. Tauben, Stück 6070 Pf
Haſen, Stück 2,504,00 M.
Obſt u. dergl.:
Lapins, Stück 0,901,00 M.
Aepfel, ½kg . 1425 Pf. Ziegenfleiſch, ½ kg 50 Pf.
Zitronen, Stück 45 Pf.
Fiſche:
Apfelſinen, Stück 48 Pf. Hecht, ½ kg
90 Pf
Birnen, ½ kg 1220 Pf. Aal, ½ kg 0,901,00 M.
Nüſſe, ½ kg . . 3550 Pf. Karpfen, ½ kg 7080 Pf.
Kaſtanien, ½ kg 1618 Pf. Andere Rheinfiſche,
. 3560 P
kg. .
Salat, Gemüſe uſw.:
kg 50 Pf
Rotzungen,
Kopfſalat, Stück 1015 Pf
Schollen, ½ kg 3040 Pf
Endivien, Stück 57 Pf. Kabeljau ½ kg. 30 35 Vf.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf. Schellfiſche ½ kg 30 35 Pf.
Radieschen, Bündel 3 Pf.
Rettiche, Stück . 310 Pf. In den Fleiſchſtänden:
Meerrettich, Stück 103. Pf. Rindfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
Roterüben, ½ kg 67 Pf. Hackfleiſch, ½ kg . 76 Pf.
Zwiebeln, ½ kg 810 Pf. Rindsfett, ½ kg 56 Pf.
Tomaten, ½ kg 2025 Pf. Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Spinat, ½ kg 2025 Pf. Schweinefleiſch, ½ kg 85 Pf.
Weißkraut, Stück 515 Pf. Geſalzenes und Koteletts,
Rotkraut, Stück 830 Pf.
. 96 Pf.
kg .
Blumenkohl, Stück 4060 Pf. Schwartemagen u. Fleiſch=
Wirſing, Stück . 310 Pf. wurſt, ½ kg . . 85 Pf.
Grünkohl, Stück 56 Pf. Leber= und Blutwurſt.
. 70 Pf.
Roſenkohl, ½ kg 20 25 Pf. ½ kg

Stockſtadt a. Rh., 3. Jan. (Typhus.) Innerhall
urzer Zeit ſind hier zwei ſehr ernſte Typhus=
älle
aufgetreten. Der erſte Fall betraf einen Monteur
von dem feſtſtehi, daß er ſich die gefährliche Krankheit in
Serbien geholt hat. Jetzt iſt auch ein weiterer Einwohner,
ein 17jähriger Burſche, an dieſer Seuche erkrankt. Wo er
ich infiziert hat, konnte bei ihm noch nicht einwandfrei
feſtgeſtellt werden. Während der Monteur ſich bereits
wieder auf dem Wege der Beſſerung befindet, iſt der Zu=
tand
des zweiten, durch das Kreisgeſundheitsamt ſtreng
ſolierten Kranken noch recht ernſt.
Mainz, 2. Jan. (Der Rechenſchaftsbericht
der Stadt) für das Rechnungsjahr 1912/13, der heute
en Stadtverordneten zugeht, ſchließt in der Betriebsrech=
nung
mit 11 282 409 Mark Einnahmen und 10 52195t Mark
Ausgaben. Von dem Ueberſchuß von 760 458 Mark gehen
ie Ueberträge bewilligter Kredite in das neue Rechnungs=
jahr
mit 99473 und Ausſtände 1912 mit 51879 Mark ab,
ſo deß als tatſächlicher Ueberſchuß 609 103 Mark bleiben.
Aus der Vermögenszuſammenſtellung geht hervor, daß
die Schuldenlaſt 47,33 Millionen beträgt, das Vermögen
35,01 Millionen Mark, ohne das Vermögen der ſtädtiſchen
Sparkaſſe mit 455 Millionen Mark.
Mainz, 3. Jan. (Privatverſicherung für
ärztliche Behandlung.) Die Wirtſchaftliche Ver=
einigung
der Aerzte des Kreiſes Mainz hat eine Privat=
verſicherung
für ärztliche Behandlung eingerichtet, zu der
Verſicherungspflichtige (für Verſicherung der Familien=
angehörigen
) und ſolche Nichtverſicherungspflichtige, deren
Geſamteinkommen 2000 Mark jährlich nicht überſteigt, bei=
trittsberechtigt
ſind. Die Errichtung iſt von großer Be=
deutung
für den minderbemittelten Teil der Bevölkerung.
Budenheim, 3. Jan. (Stiftung.) Herr Baron
von Waldthauſen hat wiederum an Neujahr dem
Bürgermeiſter einen namhaften Betrag zur Verteilung an
die Ortsarmen überwieſen.
Worms, 3. Jan. (Taſchendiebe.) In den letzten
4 Wochen ſind einer Anzahl Frauen während ſie die
Warenauslagen in den Schaufenſtern beſichtigten oder ſich
in den Warenhäuſern ſelbſt aufhielten, in dem Gedränge
die Geldbörſen mit Inhalt aus den Taſchen ge=
ſtohlen
worden. Inzwiſchen ſind drei 161.7 jäh=
rige
Jungen ermittelt worden, die die Taſchen=
diebſtähle
verübt und ſie auch zugeſtanden haben. Die
eeren Geldbörſen wurden wieder herbeigeſchafft, das Geld
haben die Bürſchchen verjubelt.
Oppenheim, 3. Jan. (Ein wertvolles Archiv)
iſt ſoeben in hieſiger Stadt im ſogenannten alten Gau=
turm
eingerichtet worden, der zu dieſem Zweck in ſeinem
Innern neu hergerichtet wurde. Eine große Anzahl von
Urkunden über die von den deutſchen Kaiſern an die alte
freie Reichsſtadt Oppenheim (im Mittelalter eine der be=
eutendſten
deutſchen Städte) verliehenen Privilegien iſt
jetzt noch im Original oder in Abſchriften vorhanden. Dick=
eibige
alte Bände berichten über die Verwaltung der
Stadt, über das zünftige und bürgerliche Leben, über
die ſchweren Brandſchatzungen der Bewohner in Kriegs=
zeiten
u. a. Um die überſichtliche Anlage des ſehr reich=
haltigen
Archivs hat ſich beſonders Apotheker Wernher
von hier verdient gemacht. Oppenheim, das durch ſeine

herrliche Katharinenkirche und die alte Burg Landskron
weithin in Deutſchland berühmt iſt, hat durch das Archiv
einen weiteren bedeutenden Anziehungspunkt für den
Touriſten und den Geſchichtsforſcher erhalten.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 2. Jan. Wie die Berlinen
Morgenpoſt meldet, iſt der Stifter der Fünf= Mil=
ionen
=Stiftung für die Stadt Berlin der Rentier
Repphahn aus der Hardenbergſtraße 9a in Berlin.
Herr Repphan, der die Stadt Berlin ſo reich bedacht hat,
iſt ſelbſt kein Berliner, ja er iſt nicht einmal ein Deutſcher,
ſondern ein Ruſſe von Geburt. Allerdings ſtammt er von
deutſchen Eltern ab. Bis vor neun Jahren hat er aber
in ſeinem Geburtslande Ruſſiſch=Polen gelebt. Er beſaß
dort mehrere Güter und Fabriken, die er bei ſeiner Ueber=
ſiedelung
nach Berlin verkaufte. Wird ſein Name hier
zum erſten Male öffentlich genannt, ſo iſt er doch in ſeiner
Heimat ſchon lange als Wohltäter bekannt geweſen. Wo
s galt, menſchenfreundliche Beſtrebungen zu unterſtützen,
hat er ſtets hilfreich eingegriffen. Die durch den Rück=
tritt
von Exzellenz Herz notwendig gewordene Neuwahl
des Präſidenten der Handelskammer iſt heute
vollzogen worden. Zum Präſidenten wurde der bisherige
erſte Vizepräſident, Generalkonſul Franz v. Mendels=
ſohn
, zum erſten Vizepräſidenten der bisherige zweite
Vizepräſident Geheimrat Louis Ravené und zum zweiten
Vizepräſidenten Geheimrat Kopetzky gewählt. Durch
das Tauwetter haben ſich die Verkehrsſchwie=
rigkeiten
in der Stadt noch vermehrt. Annähernd vier
Millionen Kubitmeter Schnee ſind allein in Berlin zu be=
ſeitigen
. Insgeſamt ſind von der ſtädtiſchen Straßen=
reinigungssverwaltung
7000 Mann auf den Straßen be=
ſchäftigt
. Die vorhandenen 66 Schneepflüge arbeiten un=
unterbrochen
Tag und Nacht. In der Bernburgerſtraße
ſtürzte, als der Oberleutnant Vogt auf dem Bürgerſteig
Perſonen begrüßte, eine ins Rutſchen gekommene Schnee=
maſſe
vom Dache herab und ſiel dem Oberleutnant auf den
Kopf. Der Oberleutnant ſoll, wie das Berliner Tageblatt
meldet, eine ſchwere Gehirnerſchütterung davongetragen
haben.
3. Jan. Im Hotel Adlon hat am Freitag abend das
Jahresfeſteſſen der anläßlich zum Neujahrs=
empfange
in Berlin anweſenden kommandierenden
Generale ſtattgeſunden. Den Vorſitz führte General=
feldmarſchall
von Bock und Polach. An den Polizeipräſi=
denten
von Jagow war eine Einladung ergangen.
Heute vormittag tötete der angebliche Schlächter Götz,
der vor drei Tagen mit einem noch unbekannten Mädchen
in einem Hauſe in der Blumenthalſtraße 9 zugezogen war,
dieſe durchzwei Stiche mit einem großen Schlächter=
meſſer
und nahm ſich dann ſelbſt durch einen Schuß aus
einem Revolver das Leben. Ueber das Motiv der Tat iſt
noch nichts bekannt. Durch Schneemaſſen, die von dem
Dache eines Hauſes in der Frankfurter Straße fielen, wur=
den
die Pferde eines Omnibuſſes ſcheu. Sie
ſchleuderten den Wagen gegen einen Straßenbahnwagen.
Drei Perſonen fielen von der Plattform
des Omnibuſſes herab. Der Schaffner erlitt ſchwere Ver=
letzungen
. Die wärmere Temperatur hält hier
an. Auch aus vielen Teilen des übrigen Deutſchlands
wird Tauwetter gemeldet, ſo aus Görlitz, ferner aus Leip=
zig
, wo drei Grad und Kaſſel, wo fünf Grad Wärme ſind,
desgleichen aus Köln. Am Mittelrhein trat geſtern abend,
nachdem es noch um 12 Uhr mittags ſtark geſchneit hatte,
heftiges Tauwetter ein, ſodaß Hochwaſſer=
gefahr
beſteht. Auch in Stuttgart herrſcht Regen
und Tauwetter, dagegen in ganz Oberſchleſien ſeit geſtern
abend bis heute mittag ununterbrochener Schneefall.
Ebenſo wird aus München und Ludwigshafen Schneefall
gemeldet, der ſeit dem frühen Morgen anhält.
Charlottenburg, 3. Jan. (Eine Millionenſtif=
tung
.) Ein unbekannter Bürger hat der Stadt eine Mil=
lion
vermacht. Ueber die Verwendungsart der Summe
verlautet vorläufia nichts.
Frankfurt a. M., 3. Jan. (Wohltätige Stif=
tung
.) Die Stadt Frankfurt erhielt von den Eheleuten
Friedrich Wilhelm Kanngießer aus Braunfels eine Stif=
tung
von 350000 Mark, deren Erträgnis für arme
Wöchnerinnen beſtimmt iſt.
Würzburg, 3. Jan. (Durchgegangene Pferde.)
Geſtern nachmittag gingen die Pferde der Maſchi=
nengewehrabteilung
des 9. Infanterie=Regiments
unter Leutnant Kimmel durch. Eine weitere Maſchinen=
gewehrabteilung
unter Leutnant Mosmeier ging ebenfalls
durch. Beide Leutnants wurden zu Boden geſchleudert
und wurden mehr oder minder ſchwer verletzt. Die Pferde
überrannten eine alte Frau, die ebenfalls ſchwer verletzt
wurde. Die Pferde hatten geſcheut, weil ein Wagen in=
folge
des Schnees ins Rutſchen gekommen war.
Pforzheim, 3. Jan. (Rodelunglück.) Geſtern
abend fuhren drei junge Goldſchmiede etwa im Alter
von 17 Jahren die Erſinger Steige mit dem Rodel=
ſchlitten
herab. Dabei ſtießen ſie gegen einen Laternen=
pfahl
. Der Goldarbeiter Sauter erlitt einen Schädelbruch
und verſtarb nach einer halben Stunde, der zweite
junge Mann trug einen Oberſchenkelbruch davon, während
der dritte unverletzt blieb.

Feuiileton,

sh. Ein Denkmal für den Unrichtigen. Vor einiger
ſeit fand in Gegenwart des Kaiſers die Einweihung
es Denkmals für den Jäger aus Kurpfalz ſtatt, als
Pi, namentlich auf Grund von Familienforſchungen, der
Lpfälziſche Förſter Friedrich Wilhelm Utſch zu Enten=
Puhl im Soonwalde in Anſpruch genommen wurde. Ein
achkomme des Utſch hatte ein Büchlein geſchrieben und
Arin zu beweiſen verſucht, daß ſein Ahn der berühmte
äger geweſen ſei und das als Dichter des vielgeſunge=
u
Liedes nur der Karmeliterpater Martinianus Klein
* Frage kommen könne. Die Gründe waren anſcheinend
ch überzeugend und ſo ram der ſelige Herr Utſch zu
ſin em Denkmal. Die ganze Theorie hat aber jetzt einen
hreren Stoß bekommen, ſo daß man ſagen kann, das
enkmal iſt einem Unrichtigen geſetzt worden. In der
Atzten Sitzung des Hiſtoriſchen Vereins der Pfalz in
Epeyer hielt Forſtrat Keiper=Speyer einen eingehenden
ſortrag über den berühmten Jäger. Auf Grund ſorgſam
hſammelten Materials kam er zu dem Schluß, daß der
Mäger aus Kurpfalz niemand anders ſein könne, als der
Ingjährige Kurverweſer Pfalzgraf Johann Kaſimir von
Walz=Lautern. Wie der Redner mitteilte, ſtammt das
ed vom Jäger aus Kurpfalz aus dem 16. Jahrhundert,
allerdinas aber erſt im 18. allgemeiner bekannt gewor
An. Der ſelige Herr Utſch wird wegen dieſer Feſtſtellung
ſcht von ſeinem Poſtament herabzuſteigen brauchen. Wenn
le Denkmäler, die einem Unrichtigen erbaut worden
ſd, geändert werden müßten, hätten die Bildhauer und
Keinmetze goldene Tage.

B. Das Neu=Yorker Lebensverlängerungs=Inſtitut
Unter dem Protektorae und dem Vorſitz des Ex=Präſidenten
Taft, des Bankpräſidenten Vanderlip, des amerikaniſchen
Botſchafters in London Dr. Page und des Telephon= Er=
finders
Bell wird, vom amerikaniſchen Roten Kreuz unter=
ſtützt
, demnächſt in Neu=York ein eigenartiges Inſtitut
ſeine Pforten öffnen: das amerikaniſche Life Extension
Institute das Lebensverlängerungs=Inſtitut. Am 30
Dezember hat ſich die Geſellſchaft zur Errichtung dieſes
Unternehmens konſtituiert, und das erforderliche Kapital
iſt gezeichnet. Der Zweck der Anſtalt iſt, wie der Titel
bereits ſagt, die allgemeine Verlängerung des menſchlichen
Lebens. Ein Stab mediziniſcher Autoritäten ſoll gewon=
nen
werden, in regelmäßigen Zeiträumen will man prak=
tiſche
Winke für eine hygieniſche Lebensführung an das
Publikum verteilen und überhaupt dafür ſorgen, daß die
neueſten Erkenntniſſe der Wiſſenſchaft nicht auf längere
Zeit ein Vorrecht der Gelehrten bleiben, ſondern in an=
gemeſſener
gemeinverſtändlicher Form populariſiert wer
den. Für einen ſehr beſcheidenen Betrag wird jedermann
dieſes Inſtitut betreten und ſich von erfahrenen medizini=
ſchen
Autoritäten und Spezialiſten unterſuchen laſſen
können; er erhält dann einen ausführlichen
Befund, den er an ſeinen Hausarzt weitergeben
kann; auf Wunſch kontrolliert das Inſtitut auch die
Behandlung oder übernimmt ſie ſelbſt. Gewinne werder
nicht erſtrebt; ſollten ſie wider Erwarten eintceten, ſo
darf die Dividende nie 5 Prozent überſchreiten; weitere
Ueberſchüſſe müſſen zur Vervollkommnung des Dienſtes
im Inſtitut verwendet werden. Trotz dieſer philanthro=
piſchen
Phyſiognomie ſtecken hinter den menſchenfreund=
lichen
Zielen natürlich auch Geſchäftsintereſſen. Das Ka=

pital iſt zum größten Teile von den amerikaniſchen Lebens=
verſicherungsgeſellſchaften
gezeichnet, die ja ein ſehr un=
mittelbares
materielles Intereſſe an der Verlängerung des
Lebens haben; und da alle Inhaber von Lebensverſiche=
rungspolicen
in dem Inſtitut jederzeit völlig koſtenfrei
unterſucht werden, wird die Anſtalt als Anregung zur
Lebensverſicherung den Verſicherungsgeſellſchaften recht
nützlich ſein.
ml. Den Tod eines weiblichen Sonderlings, der in der
däniſchen Hauptſtadt großes Aufſehen erregt hat, meldet
Politiken. Es war eine alte Dame, die, abgeſchloſſen von
der Außenwelt, in einer großen Villa hauſte. Aber von
der endloſen Zimmerflucht bewohnte ſie nur einen einzigen
Raum. Die anderen Stuben ſtanden ſeit einer Reihe von
Jahren verſchloſſen, und keines Menſchen Fuß hat ſie
betreten, bis jetzt beim Tode der alten Dame die Polizei
ſich gewaltſam den Eingang erzwang. Zwanzig Jahre
hindurch hatte die alte Dame das Leben eines weiblichen
Sonderlings geführt. Mit niemandem kam ſie zuſammen,
ſie lebte von kärglicher Nahrung, die ihr durch ein Fenſter
täglich zugeſchoben wurde. Der weibliche Sonderling kam
denn auch auf eine ſeltſame Art und Weiſe ums Leben.
Die alte Dame verbrannte im Bette, und als Nachbarn auf
das Feuer aufmerkſam wurden und zur Rettung herbeieil=
ten
, fanden ſie nur die verkohlte Leiche vor. Glücklicher=
weiſe
aber gelang es, die Flammen zu erſticken. Denn
ſonſt wäre ein Vermögen von 150000 Kronen, das ſich
unter allerlei Gerümpel und altem Papier vorfand, zer=
ſtört
worden. In ihrem Teſtament vermachte die ſeltſame
Alte Wohltätigkeitsanſtalten große Summen.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Nummer 4.

Mannheim, 3. Jan. (Geh. Rat Dr. Reiß 7f.)
Heute nacht 4 Uhr 25 Minuten ſtarb hier im nahezu voll=
endeten
71. Lebensjahre Herr Geh. Rat Dr. hon. c. Reiß,
Mitglied der Erſten Badiſchen Kammer und Ehrenbürger
der Stadt Mannheim, der ſchon bei Lebzeiten die Stadt
Mannheim zum Erben ſeines Millionen=
vermögens
eingeſetzt hat. Der Verſtorbene, ein
geborener Mannheimer, hat ſich auf wirtſchaftlichem und
kommerziellem Gebiete hervorragende Verdienſte erwor=
ben
, was auch darin Ausdruck fand, daß er bei einer gro=
ßen
Reihe hieſiger und auswärtiger finanzieller oder kom=
merzieller
Inſtitute dem Aufſichtsrat angehörte.
Schiltigheim, 3. Jan. (Brand.) Seit 2 Uhr nachts
brennt die Modellſchreinerei der Eismaſchinen=
fabrik
Quiri u. Co., G. m. b. H. Es dürfte wenig zu
retten ſein. Feuerwehren ſind von hier und von Straß=
burg
in Tätigkeit. Das Feuer war gegen 7 Uhr mor=
gens
auf ſeinen Herd beſchränkt. Ein Fabrik=
gebäude
iſt vollſtändig ausgebrannt. Der Brand kam
auf bisher noch unbekannte Weiſe in der Modellſchreinerei
zum Ausbruch, wo das verheerende Element an dem Ma=
terial
reiche Nahrung fand. Der Schaden iſt ſehr bedeu=
tend
, aber durch Verſicherung gedeckt. Die Firma Quiri
u. Co. wird den Betrieb in ihren anderen Räumlichkeiten
im vollen Umfange weiterführen, ſo daß kein Arbeiter
brotlos geworden iſt.
Heidenheim, 3. Jan. (Gasvergiftung.) In der
Meſſinggießerei von Waldenmaier verunglückten geſtern
8 Arbeiter inſolge von Gasvergiftung. Vier davon
wurden in das Bezirkskrankenhaus gebracht. Lebensgefahr
beſteht nicht.
Köln, 3. Jan. (Störungen durch Schneefall.)
Infolge von Schneeverwehungen ſind die telegraphiſchen
Verbindungen in der Richtung nach Hamburg, Bremen,
Hannover, Magdeburg. Berlin und England geſtört. Die
Telegramme ſind Verzögerungen unterworfen. Ebenſo iſt
der Fernſprechverkehr nach den genannten Richtungen ſtark
beeinträchtigt.
Hamburg, 3. Jan. (Straßenraub.) Heute nacht
überfiel ein Unbekannter auf dem Wege vom Güterbahn=
hof
zum Perſonenbahnhof Barmbeck den Rangierführer
Vogel, warf ihm Pfeffer in die Augen, raubte ihm die
Handtaſche mit 14700 Mark und ſchlug ihn nieder. Auf
die Hilferufe des Ueberfallenen eilten Beamte herbei,
die den Räuber verfolgten, der jedoch entkam. Die Taſche
mit dem Gelde hatte er vorher weggeworfen.
Reeppholt (Reg.=Bez. Aurich), 3. Jan. (Mord.)
Geſtern abend wurde der zweite Geiſtliche der Kirchen=
gemeinde
Reeppholt, Paſtor Loets, von einem Mann, den
er bei einem Einbruch in der Kirche überraſchte, ermordet.
Die Leiche wurde ſpäter von den Söhnen des Ermordeten
in der Kirche aufgefunden.
Neubrandenburg, 3. Jan. (Erfroren.) Der Füh=
rer
eines Petroleumwagens, der ſich auf dem Wege
nach Feldberg in Mecklenburg befand, geriet in einen
Schneeſturm und erfror. Auch eins der Pferde fiel
der Kälte zum Opfer. Die Geldtaſche des Kutſchers, die
etwa 500 Mark enthielt, iſt verſchwunden, ſo daß der Er=
frorene
wahrſcheinlich von einem Unbekannten beraubt
worden iſt.
Poſen, 3. Jan. (Einbruch.) In dem Schloſſe Da=
kowymokre
des Grafen Mielezynski wurde in
der letzten Nacht ein Einbruch verübt. Aus den Gemächern
der erſchoſſenen Gräfin wurden zahlreiche Wertgegenſtände
geſtohlen.
Haag, 3. Jan. (Prinz Heinrich der Nieder=
lande
) reiſt am 7. Januar für einige Zeit nach dem
Taunus.
Rom, 3. Jan. (Schwerer Jagdunfall.) Als
Fürſt Giovanni Borgheſe ſich auf der Fuchsjagd befand,
ging ſein Pferd durch und ſprang in einen tiefen Waſſer=
graben
. Die Jagdgenoſſen fanden den Fürſten am Kopfe
ſchwer verletzt und bewußtlos vor. Das Pferd war
tot. Der Verunglückte wurde nach dem nächſten Bauern=

hofe gebracht und kam im Laufe der Nacht wieder zu
ſich. Er hat eine Gehirnerſchütterung erlitten, die Gefahr
ſcheint aber überwunden.
Paris, 3. Jan. (Raoul Pugno .) Der ausge=
zeichnete
franzöſiſche Klaviervirtuoſe Raoul Pugno iſt,
wie der Temps mitteilt, auf einer Konzertreiſe durch Ruß=
land
plötzlich in Moskau geſtorben.
Neu=York, 3. Jan. (Ausſtand.) Die Kohlenſchiffer
ſind in den Ausſtand getreten. Man befürchtet, daß hier=
unter
der regelmäßige überſeeiſche Verkehr leiden dürfte.
Kalkutta, 2. Jan. (Bombenattentat.) In eine
Polizeiwache an der Peripherie der Stadt wurde heute eine
Bombe geworfen, die jedoch nicht explodierte. Die
Bombe glich derjenigen, die im Dezember 1912 gegen den
Vizekönig geſchleudert worden war.
Johannesburg, 3. Jan. (Drohender Ausſtand.)
Da zwiſchen den Bergleuten Natals und den Gruben=
beſitzern
keine Einigung erzielt wurde, ſchlugen die Füh=
rer
der Syndikaliſten für den 7. Januar einen allge=
meinen
Ausſtand vor, falls ſich nicht vorher eine
Löſung findet.

Die Beiſetzungsfeier in Sigmaringen.

* Sigmaringen, 3. Jan. Punkt 8 Uhr 55 Mi=
nuten
kam der Kaiſer in ſeinem Sonderzug über Tuli=
lingen
hier an. Zum Empfang hatten ſich Fürſt Wilhelm
von Hohenzollern und die nächſten Familienangehörigen
des Fürſtenhauſes am Bahnhofsportal eingefunden. Die
Begrüßung war überaus herzlich. Der Kaiſer und der
Fürſt trugen Infanterieuniform. Sie begaben ſich mit
den Familienangehörigen in geſchloſſenen Wagen nach
dem Schloß. Ein zahlreiches Publikum begrüßte den Kai=
ſer
auf den Straßen. Einige Minuten vor 10 Uhr betra=
ten
der Kaiſer und der Fürſt, ſowie die übrigen Herrſchaf=
ten
die Sakriſtei und nahmen dann unter Orgelklang den
beſtimmten Platz ein. In den reſervierten Plätzen hatten
die anweſenden fremden Höfe, die Gefolge, militäriſche
Abordnungen und die beim Hofe vorgeſtellten auswärtigen
Herren und Damen und ferner Abordnungen von Behör=
den
, Vereinen uſw. Platz genommen. Links vom Altar
und dem Katafalk nahmen Platz der Kaiſer, Fürſt Wil=
helm
, Prinzeſſin Karl von Hohenzollern, Prinz Ferdinand
von Rumänien, Prinz Karl von Hohenzollern, Prinzeſ=
ſin
Friedrich von Hohenzollern, Prinzeſſin Thereſe von
Bayern, der Erbprinz von Hohenzollern, Prinzeſſin Ste=
phanie
von Hohenzollern, Prinzeſſin Mathilde von Sach=
ſen
, Prinz Karl von Rumänien, Prinzeſſin Elizabeth von
Rumänien, rechts vom Altar nahmen Platz König Ma=
nuel
von Portugal, der König von Sachſen, die Königin
von Portugal, der König der Belgier, Prinz Franz von
Bayern, Herzog Robert von Württemberg, der Großher=
zog
von Baden, Prinzeſſin Antoinette von Hohenzollern,
Prinz Max von Sachſen, die Fürſtin von Thurn und
Taxis, Prinz Albert von Hohenzollern, der Fürſt von
Thurn und Taxis, der Fürſt von Hohenlohe=Langenburg
und der Fürſt von Fürſtenberg. Bei dem von Erzbiſchof
Schuler unter Aſſiſtenz der Franziskaner von Gorheim
zelebrierten Pontifikalamt wurde die übliche Pracht des
katholiſchen Ritus entfaltet. Das Requiem ſang der Kon=
vent
der Benediktiner von Beuron. Die Trauerrede hielt
Pater Timotheus Kraniſch von Beuron. Nach Beendigung
des Gottesdienſtes und der darauf erfolgten kirchlichen
Einſegnung der Leiche wurde der Sarg von acht fürſtlichen
Lakaien unter Vorantritt des Erzbiſchofs und ſeiner Aſſi=
ſtenz
, ſowie des Hofdienſtes unter dem Geläute der Glocken
in die Gruft getragen und an der Seite des verblichenen
Gemahls, des Fürſten Leopold, beigeſetzt. Der Leiche
folgten nur die Verwandten der hohen Verſtorbenen.
Während der Feier an der Gruft ſang der Kirchenchor
unter Leitung des Muſikdirektors Hoff. Nachdem die
hohen Leidtragenden aus der Gruft den Vorraum der
Sakriſtei wieder betreten hatten, erfolgte von hier un=
mittelbar
die Abfahrt zum Schloß, wo dann eine Defilier=
cour
ſtattfand.

Schweres Eiſenbahnunglück.

* Metz, 3. Jan. (Amtlich) Heute nacht gegen
11 Uhr ſtieß der Militärurlauberzug Nr. 44 bei
der Ablenkung auf Gleis Nr. 9 auf dem Bahnhof Woippy
wegen Ueberholung durch den Eilzug Nr. 112 auf einen
Prellbock auf. Es ſind ſieben Tote und vier
Schwerverletzte feſtgeſtellt worden.
* Metz 3. Jan. Nach privaten Mitteilungen iſt bei
dem Aufſtoß des Zuges auf den Prellbock die Maſchine
entgleiſt und der Packwagen in einen Perſonen=
wagen
hineingefahren. Die Zahl der To=
ten
wird privatim gleichfalls auf ſieben angegeben, die
Zahl der Schwerverletzten mit 12. Dazu kommen noch 12
Leichtverletzte. Mehrere Bahn= und Militärärzte waren
ſofort zur Stelle. Auch wurde ſofort ein Hilfszug nach
der Uniallſtelle entſandt, der den Verwundeten die erſte
Hilfe leiſtete. Soweit bis jetzt bekannt, ſind die Ver=
wundeten
bereits alle in den Lazaretten untergebracht.
Die Soldaten gehören den in Metz garniſonierenden Re=
gimentern
Nr. 76 und 144 an.
* Metz, 3. Jan. Der bei Woippy verunglückte
Militärurlauberzug kam aus der Gegend von
Barmen=Elberfeld. Er brachte Urlauber der in Metz=
garniſonierenden
Infanterie= Regimen=
ker
Nr. 67, 144, 145 und 173 aus ihrer Heimat in die
Garniſon zurück. Die Zahl der Getöteten beträgt ſieben=
Ihre Namen ſind einſtweilen noch nicht feſtgeſtellt. Je
einer gehört den Regimentern 67 und 145 an, die übrigen
fünf dem Infanterie=Regiment Nr. 173. Schwerverletzt
ſind, davon einer lebensgefährlich, fünf Soldaten: Kramer
von der 10. Kompagnie des Infanterie=Regiments 67,
und von der 9. Kompagnie des 173. Infanterie=Regiments
die Soldaten Mais, Wedding, Schmitz und Körfer. Die
Getöteten ſind in das Garniſonlazarett I ins Metz gebracht
worden, wo ſie aufgebahrt ſind.
* Metz, 3. Jan. Bei dem Militärzug=Unglück
iſt vom Perſonal niemand verletzt worden. Die Lokomo=
tive
hat ſich bis zur Achſenhöhe in den Erdboden einge=
wühlt
. Der hinter ihr laufende Packwagen iſt am hinteren
Teile zertrümmert. Ferner wurde der vordere Teil des
hinter dem Packwagen laufenden Wagens dritter Klaſſe
größtenteils zerſtört.
* Metz 3. Jan. (Amtlich.) Der Militärurlauber=
zug
Elberfeld=Trier=Metz Nr. 44 iſt geſtern abend
gegen 11 Uhr auf dem Bahnhof Woippy bei Metz verun=
glückt
durch Aufſtoßen auf einen Prellblock bei der Ab=
lenkung
im Ueberholungsgeleiſe. Der erſte Perſonen=
wagen
wurde teilweiſe zerſtört. Sieben Inſaſſen wur=
den
getötet, vier ſchwer und drei leicht verletzt. Die
Getöteten ſind Kickers. Richard und Paeß vom Infanterie=
Regiment Nr 174, Wilke und Dahlhof vom Infanterie=
Regiment Nr. 145, Lohmeier und Wüllmer vom Infanterie=
Regiment Nr. 67. Die Urſache iſt vermutlich Unachtſam=
keit
des Lokomotivführers.
* Metz, 3. Jan. Der ſiebente Getötete iſt,
wie jetzt feſtgeſtellt wurde, der Musketier Wüllner von
der 10. Kompagnie des Infanterie=Regiments Nr. 67a
Abgeſehen von den Verunglückten vom 173. Infanterie=
Regiment, die faſt alle aus Barmen oder Umgegend ſtam=
men
, ſind die ſonſtigen Verunglückten durchweg in Weſt=
falen
beheimatet. Eine große Anzahl der Urlauber hatte
den Zug bereits in ihrer Garniſon Diedenholen verlaſſen.
Außer den Schwerverletzten ſind noch eine große Anzahl
Soldaten leichter verletzt worden durch Glasſplitter, ohne
daß jedoch ihre Unterbringung in das Garniſonlazarett
notwendig war. Die Angehörigen der Verunglückten
wurden ſofort nach Feſtſtellung der Perſonalien telegra=
phiſch
in Kenntnis geſetzt.
* Metz 3. Jan. Bahnamtlich wird noch über das
Eiſenbahnunglück gemeldet: Der Militärurlauber=
zug
Elberfeld=Trier=Metz Nr. 44 iſt am 2. Januar gegen
11 Uhr abends auf dem Bahnhof Woippy bei Metz ver=
unglückt
durch Aufſtoßen auf einen Prellbock bei der Ab=
lenkung
in ein Ueberholungsgleis. Der erſte Perſonen=

Ausſtellung
der heſſiſchen Staatsbauverwaltung uſw.

Es iſt ſchon mehrfach auf die Ausſtellung von Photo=
graphien
uſw. von Bauten aus der neuen Bauperiode
Heſſens hingewieſen worden, die ſeinerzeit von der heſſi=
ſchen
Staatsregierung auf der Internationalen Baufach=
Ausſtellung ausgeſtellt war. Es iſt durchaus dankenswert
anzuerkennen, daß die Staatsbauverwaltung die Kollek=
tion
in vorbildlich überſichtlicher Zuſammenſtellung noch=
mals
der Oeffentlichkeit zugänglich macht. Die Ausſtel=
lung
läßt deutlich erkennen, welche Wandlung die Bau=
kunſt
in Heſſen im letzten Jahrzehnt durchgemacht, bedingt
in erſter Linie durch das zwingende Gebot der Sparſam=
keit
und dann auch durch die moderne Stilentwickelung
überhaupt. Es iſt intereſſant, zu ſehen, wie man vom ur=
ſprünglich
betonten Reichtum zu größter Einfachheit und
ſtrengſter Zweckmäßigleit kam und auch in dieſer Bauten
erſtellte, die ſtilvoll und anmutig ſind und ſich vor allem
dem jeweiligen Landſchaftsbild gut einpaſſen. Die Aus=
ſtellung
umfaßt in der Hauptſache die Hochbauten der
Staatsbauverwaltung. Sie iſt hier nach den Miniſterien
und innerhalb dieſer nach der Art der Baulichkeiten ge=
ordnet
.
Das Miniſterium des Innern ſtellt aus in
erſter Linie ſeine Verwaltungsgebäude, als da ſind die
Kreisämter in Bingen und Erbach der Erweiterungsbau
des Kreisamts in Heppenheim. Schon dieſe drei bedeu=
tenden
Bauten laſſen die Wandlungen im Stil deutlich
erkennen, von dem Uebergang aus den reichen, auf male=
riſche
Wirkung berechneten Formen zur Einfachheit. Auch
die Kreisratswohnung in Lauterbach, weiter Gendarmen=
wohnungen
und dergleichen ſind als Muſterbeiſpiele hier=
für
anzuſehen. Dann kommen die Heil= und Pflegeanſtal=
ten
des Landes. In erſter Linie Gießen mit ſeinen ſo
ſchön unter Schonung und Erhaltung der Baumbeſtände
in die Natur hineingebauten Einzelgebäuden, die in ihrer
einſachen Geſtaltung ein Gegenſtück bilden zu der Anſtalt
in Alzey, dieſer großen Anlage, die ſo meiſterhaft dem
Landſchaftsbilde eingepaßt iſt. Als Anſtalten, die dem
ganzen Lande dienen, ſind weiter zu nennen die Entbin=
durgsanſtalt
Mainz, die noch ziemlich reich gegliedert iſt,
die Blindenanſtalt in Bingen, die viel einheitlicher und
doch impoſant geſtaltet iſt. Dann die ja allgemein bekann=
ten
prachtvollen Bauten des Landesmuſeums, der Tech=
niſchen
Hochſchule uſw., die ja nicht Arbeiten der Staats=
bauverwaltung
ſind, aber doch von einer beſonderen ſtaat=
lichen
Baubehörde ausgeführt wurden. Weiter die Neu=
bauten
der Univerſität Gießen, vornehmlich die Bibliothek,
die allerdings ſchon aus dem Jahre 1904 ſtammt, die aber
für viele andere Staaten vorbildlich geworden iſt, ebenſo
wie die Kliniken und der Aulabau. Dann ſind die höheren
und mittleren Lehranſtalten in beſonderer Gruppe ver=
einigt
. Hier ſind das Gymnaſium zu Worms zu nennen,

bei dem ganz beſonders glücklich dem Stadtbilde am Rhein
Rechnung getragen wurde, und das ſich mit ſeinem hervor=
ſtehenden
Turm und ſeinem reich ausgeſtalteten Hauptbau
auf freiem Platze herrſchend, außerordentlich reizvoll und
impoſant ausnimmt. Dann das Gymnaſium in Offen=
bach
, der Realſchulumbau in Wimpfen, der aus einem ehe=
maligen
Dominikanerkloſter erſtellt wurde. Hier galt es,
das Charakteriſtikum des Stadtbildes und des Baues zu
erhalten, beſonders des ſchönen alten Kreuzganges, und
dabei doch eine zweckmäßige Grundrißgeſtaltung zu erzie=
len
. Auch das Lehrerſeminar Bensheim mit ſeinen langen
Fronten und Dachgebilden, die ſich ſo ſchön ausnehmen
mit der Bergſtraße im Hintergrund, wie ſie ſich von der
Bahn her imponierend präſentieren. (Leider iſt dieſe
Anſicht aber nicht mit ausgeſtellt.) Die Landesbaugewerk=
ſchule
Darmſtadt, nach einem Entwurf ihres Direktors Pro=
feſſor
Wienkoop erbaut, war ebenfalls ſchon Gegenſtand
der Beſprechung. Weiter ſind da Direktorwohnungen der
Gymnaſien Offenbach und Mainz, Dienerwohnungen u. v. a.
Das Miniſterium der Juſtiz iſt mit ſeinen
hervorragenden Bauten der Juſtizgebäude Darmſtadt und
Mainz vertreten, die überall in derFachwelt Aufſehen erregten
und Anerkennung fanden. Dann das Amtsgericht Ober= Ingel=
heim
, bei dem mit einer ſo ſchwierigen Bauſtelle zu rech=
ten
war, das ſich aber ganz vorzüglich dem Landſchafts=
bezw
. Stadtbilde einpaßt. Das Amtsgericht Alzey, das
aus einer ſehr akten Ruine erbaut wurde, die für den Bau=
ſtil
maßgebend war und eine ſehr hübſche Löſung fand
mit dem halbgeſprengten Turm, der zum Gefängnis um=
gebaut
wurde. Auch an den Amtsgerichtsgebäuden Die=
burg
. Oppenheim, Büdingen, Laubach uſw. iſt zu erſehen,
wie der Bauſtil ſich nach und nach entwickelt hat, wie man
mit ſehr einfachen Formen recht hübſche Wirkungen zu er=
zielen
verſtand, beſonders auch in den ſchlichten ländlichen
Bauten, wenn ſie ihrer Umgebung angepaßt wurden. Auch
der Zellenflügel des Landes=Zuchthauſes Marienſchloß iſt
hier zu nennen.
Das Finanzminiſterium endlich bringt ſeine
Steuer=Verwaltungsgebäude, Finanzämter, Bezirkskaſſen
uſw. uſw. zur Ausſtellung. Hier ſind die Bauten getrennt
nach ihrer Entſtehungszeit. Der hier ganz beſonders ins
Auge fallende Unterſchied zwiſchen älteren und neueren
Bauten iſt allerdings auch in der Aenderung unſerer Ge=
ſetzgebung
bedingt, die es zweckmäßiger erſcheinen ließ,
neuerdings die früher kombinierten Verwaltungsgebäude
zu trennen in Finanzämter und Bezirkskaſſen. Butzbach,
Darmſtadt, Büdingen. Nidda und Ortenberg zeigen dieſe
Wandlung ſehr deutlich. Dann folgen die Gebäude der
Forſtverwaltung mit ihren Oberförſterwohnungen, die
ebenfalls ſehr deutlich die Wandlungen erkennen laſſen
vom reichen, ſchloßähnlichen Bau zum einfachen, aber ſehr
hübſchen und charaktervollen Landhausbau, dann Forſt=
wartwohnungen
, die Wirtſchaftsgebäude der Ludwigs=
höhe
und vom Einſiedel, Dammwärterwohnungen, Hoch=
bauaufſeherwohnungen
u. v. a. Eine beſondere Stelle

nehmen die umfangreichen Bauten von Bad=Nauheim ein.
Hier ſind zu den Photographien, die ja leider nicht das
Farbige der Anlagen wiedergeben können, auch noch große
Alben und ſonſtige Veröffentlichungen mit ausgeſtellt. In
Mappen ſind ferner die intereſſanten Neubauten des
ſeinerzeit abgebrannten Herbſtein aufgelegt mit Lage=
plänen
, Berechnungen uſw., die einen ſehr intereſſanten
Einblick gewähren in die Wiedererrichtung eines ganzen
Dorfes.
In einer beſonderen Abteilung ſind die Bauten aus
dem Gebiete des Kleinwohnungsbaues zuſammengefaßt,
die mit durch den Landeswohnungsinſpektor veranlaßt
ſind. Hier ſind beſonders die in Darmſtadt errichteten
Kleinwohnungen, die faſt überall Schule gemacht haben,
als vorbildlich zu bezeichnen. Aber auch Pfeddersheimer,
Heppenheimer, Wormſer Bauten zeigen gute Löſungen,
während Mainz noch meiſt an dem Charakter der Miets=
kaſernen
feſthält, die wohl in der Großſtadt nicht ganz zu
entbehren ſind. Es folgt dann das Bauweſen der Kreiſe
und Gemeinden. Hier ſind es insbeſondere die ländlichen
Schulgebäude, die in größerer Zahl vertreten ſind und ein
Bild geben von der regen Bautätigkeit, die in den letzten
10 bis 12 Jahren auf dieſem Gebiete herrſchte. Dazu tre=
ten
eine Reihe von anderen Gemeindebauten, Rathäuſer
(meiſt Wiederherſtellungen alter Gebäude), ſowie Hoch=
behälter
, Gaswerke, Wiegehäuschen, Leichenhallen, kleinere
Brücken, Kreisabdeckereien u. a. m. Es ſchließen ſich
Pfarrhausneubauten und Neubauten ſowie Umbauten von=
Kirchen an. Die Bauten dieſer Gruppe ſind durch die
Großh. Kreisbauinſpektoren geplant und ausgeführt.
Von beſonderem Intereſſe ſind noch die Zuſammen=
ſtellungen
ländlicher Bauten, die die Wirkſamkeit der Bau=
beratungsſtelle
an Hand von Beiſpiel und Gegenbeiſpiel
vor Augen führen, und die Villenkolonie Buchſchlag,
eine inbezug auf Baukunſt und Straßengeſtaltung muſter=
hafte
, moderne Anlage. Dann endlich eine Sammlung von Ab=
bildungen
aus den Beſtänden des Großh. Denkmal=
archivs
, ergänzt durch Aufnahmen aus dem Atelier von
Frl. S. Homann, hier, die die altheſſiſche Bauweiſe ver=
anſchaulichen
und zum Vergleich darüber anregen, inwie=
weit
der ſchöne Charakter des alten heſſiſchen Landſchaftss
und Ortsbildes auch in den öffentlichen Neubauten ge=
wahrt
worden iſt. Dem gleichen Zwecke dient das von
der Zentralſtelle für die Gewerbe beigegebene ſchöne und
wertvolle Material durch die Ausſchnitte von Abbildun=
gen
, die in der von ihr als Beilage zum Gewerbeblatt
herausgegebenen Monatsſchrift Heimatliche Bauweiſe‟
veröffentlicht waren, ferner durch Aufnahmen älterer Bau=
werke
von Schülern der Baugewerkſchulen.
Die Ausſtellung bietet ein ungemein reiches und wich=
tiges
Anſchauungsmaterial und ſie bildet gewiſſermaßen
einen Rechenſchaftsbericht des heſſiſchen ſtaatlichen Bau=
weſens
, deſſen hohe Bedentung und kultureller Wert von
allen Fachkreiſen mit Recht rückhaltlos anerkannt wird.
St.

[ ][  ][ ]

Nummer

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Seite

5.

wagen wurde teilweiſe zerſtört. Sieben Inſaſſen
wurden getötet, vier ſchwer und drei leichter ver=
letzt
. Die Urſache iſt vermutlich Unachtſamkeit des Loto=
motivführers
. Es iſt jetzt einwandfrei feſtgeſtellt, daß bei
dem Eiſenbahnunglück getötet worden ſind die Musketiere
Kicker, Reinhard und Paeß vom Infanterie=Regiment
Nr. 173, Musketier Wilke von der 8. Kompagnie und Dahl=
hof
von der 2. Kompagnie des Königs=Infanterie= Regi=
ments
Nr. 145, und Lohmeier von der 10. Kompagnie des
Infanterie=Regiments Nr. 67, ſowie Musketier Wüllmer
von demſelben Regiment. Ob der ſiebente Getötete der
Musketier Wüllmer vom Infanterie=Regiment Nr. 67 iſt
wie nach dem Namen in ſeiner Montur angenommen wer=
den
könnte, ſteht noch nicht einwandfrei feſt. Außerdem
liegen drei Schwerverletzte und zwei leichter Verletzte im
Garnſonlazarett I. Die Namen ſind die bereits ge
meldeten, nur ſchreibt ſich der erſte Soldat nicht Mais,
ſondern Meis. Der ſehr Schwerverletzte iſt der Musketier
Körfer. Ferner liegen im Garniſonlazarett II noch zwei
Verletzte: Hackenbroich und Curian. Die Verunglückten
vom Infanterie=Regiment Nr. 173 ſtammen alle aus Bar=
men
. Wo die übrigen Verungſückten beheimatet ſind,
unterliegt noch der Feſtſtellung.
* Metz, 3. Jan. Zu der bahnamtlichen Meldung
über die Namen der bei dem Eiſenbahnunglück Getö=
keten
wird von zuſtändiger militäriſcher Seite mitge=
keilt
, daß die Namen der Getöteten noch nicht einwandfrei
feſtgeſtellt ſind, da die Perſönlichkeiten nach den Namen in
den Kleidungsſtücken ermittelt, andererſeits aber feſtge=
ſtellt
wurde, daß bei einzelnen Soldaten mehrere Namen
vorhanden waren. Es liegt daher die Möglichkeit vor,
daß der eine oder andere Urlauber die Montur eines Ka=
meraden
angezogen hatte, was zu Verwechslungen bei der
Feſtſtellung der Namen geführt haben könnte.
* Berlin, 3. Jan. Zur Unterſuchung des
Unfalles, der den Militärurlaüberzug bei Woippy
betroffen hat, hat der Chef der Reichsamtes für die Ver=
Urvaltung der Reichseiſenbahnen einen Kommiſſar an
Ort und Stelle entſandt.

Shackleton über ſeine neue Südpol=
expedition
.

C.K. Sie Erneſt Shackleton hat ſich Berichterſtattern
gegenüber in ebenſo intereſſanter wie eingehender Weiſe
über die wiſſenſchaftlichen Ziele und die Ausrüſtung ſeiner
lſeuen großen Expedition ausgeſprochen. Die Aufgabe
der Expedition, ſo erklärte er, iſt die, den Südpolarkon=
tinent
von Meer zu Meer zu durchqueren, ausgehend vom
Weddell=Meer und endend beim Roß=Meer. Hier liegt der
inzige Weg, um zu vollenden, was die früheren Expedi=
ſtionen
begonnen hatten. Die Hälfte von den rund 1700
ungliſchen Meilen, die wir dabei zurückzulegen haben, iſt
nroch unbekanntes Land. Der Weg vom Südpol zum Roß=
Meer iſt ſchon früher gemacht worden; wir wollen aber,
wenn die Verhältniſſe günſtig ſind, die bereits entdeckten
Wege vermeiden und auch ſo einen neuen Pfad finden,
wir dürfen alſo hoffen, die ganzen 1700 Meilen auf völlig
unbekanntem Land zurückzulegen. Vermöge dieſes Pla=
nes
wird es endlich möglich ſein, den durchaus kon=
tinentalen
Charakter des Südpolarkreiſes genau
feſtzuſtellen. Vorläufig weiß niemand, ob das große Pla=
teau
ſich allmählich vom Pol nach dem Weddell=Meer hin
ſich ſenkt, und ebenſo wenig weiß man, ob die große Vik=
toria
=Gebirgskette, die ſich nach dem Pol hin=
zieht
, ſich quer durch den ganzen Kontinent erſtreckt. Die
Löſung dieſes Problems iſt von höchſter Wichtigkeit für
fälle Geographen der Welt, und die Entdeckung der großen
Gebirgskette die wir dort vermuten, wird einer der höch=
ſten
geogcaphiſchen Triumphe aller Zeiten ſein. Wir er=
parten
auch wichtige geologiſche Reſultate von der
Reiſe. Während der Winterquartiere werden Forſchungs=
teiſen
zum Studjum der Geſteine und geologiſche Samm=
lungen
unternommen. Das eine meiner beiden Schiffe ſoll
zu dieſem Zweck einen Trupp an der Weſtſeite des Wed=
dell
=Meeres landen und das Schiff während dieſer Zeit,
wenn möglich, die Fortſetzung von Graham=Land nach
Süden feſtſtellen. Ständige magnetiſche Beobachtun=
gen
werden vom Weddell=Meer bis zum Pol vorgenom=
men
, und da der Weg nach dem magnetiſchen Pol führt,
ſp iſt damit eine ideale Methode zur Feſtſtellung der all=
gemeinen
Abweichung der Magnetnadel gegeben. Dieſe
AArbeiten zur Magnetkunde ſind auch von großem prak=
ltiſchen
Wert, da eine abſolut genaue Kenntnis der mag=
lnetiſchen
Verhältniſſe für die Schiffahrt von höchſtem
Nutzen ſind. Ich beabſichtige auch, in den Winterquartie=
ren
ein magnetiſches Obſervatorium einzurich=
ten
und ſo den ganzen Winter über regelmäßige mag=
Unetiſche Beobachtungen zu machen. Ebenſo werden die
lmeteorologiſchen Verhältniſſe ſorgfältig ſtudiert
AUnd dies wird dazu beitragen, einige beſondere Probleme
der Wetterkunde zu erhellen, über die man bisher noch
Agar nicht unterrichtet war. Nicht minder wird in den
Pinterquartieren ſowohl wie auf der Reiſe die biolo=
laiſche
Forſchung betrieben werden; über die Ver=
lteilung
des Tier= und Pflanzenlebens im Südpolargebiet
ſſollen genaue Aufzeichnungen gemacht werden. Beide
SSchiffe ſind mit Vorrichtungen für Schleppnetze und Lotun
gen ausgerüſtet, ſo daß auch die Tiefſeeforſchung nicht ver=
Unachläſſigt werden ſoll.

Durch all das hoffen wir, eine große Bereicherung der
menſchlichen Kenntniſſe zu gewinnen, aber das Hauptziel
der Expedition iſt und bleibt doch die Durchquerung des
Südpolarkontinents. So ſehr ſich auch das unbekannte
Land auf dem Erdball bereits verringert hat, ſo bleibt
doch hier noch ein großes Werk, das getan werden muß.
Die Angaben über die Ausrüſtung und den Verlauf ſeiner
Expedition vervollſtändigte dann der berühmte Polarfor=
ſcher
durch eine Anzahl neuer Mitteilungen: Die Haupt=
gruppe
der Expedition wird aus ſechs Mann beſtehen, die
die Durchquerung des Südpolargebietes mit 120 Hunden,
zwei von Aeroplanpropellern getriebenen Schlitten und
einem Aeroplan mit verkürzten Flügeln für die Fahrt
übers Eis durchführen wollen. Außer dieſen ſechs Män=
nern
, deren Auswahl noch nicht ganz feſtſteht, werden ſich
an der Expedition drei erfahrene Naturforſcher beteiligen,
ein Biologe, ein Geologe und ein Meteorologe. Shackleton
ſprach dann über die Leiſtungsfähigkeit der 120 Hunde,
die aus Alaska und Sibirien kommen; mit dieſen Tieren
hat ſchon Amundſen die beſten Erfahrungen gemacht. Für
den Vorſchlag, anſtatt der Hunde gezähmte Bären bei der
Polarreiſe zu verwenden, zeigte er wenig Sympathie.
Viel verſpricht er ſich auch von den Aeroplan=Schlitten, die
vermöge ihrer ausgezeichneten Motoren imſtande ſind,
nahezu 2000 Pfund Gewicht mit einer Schnelligkeit von
56 Meilen in der Stunde zu befördern. Shackleton hofft,
die Durchquerung des Südpolarkontinents bei günſtigen
Bedingungen in 5 Monaten durchzuführen. Geht alles
gut, ſo hoffe ich, daß meine neue Südpolarexpedition im
April 1915 zurück ſein wird.

Zabern.

Straßburg. 3. Jan. Das Generalkommando
des 15. Armeekorps teilt dem W. T. B. mit: Die Meldung.
daß auf den Wachtpoſten des Inſanterieregiments Nr. 105
im Schloßgarten in Zabern am 26. Dezember 1913 zwei
ſcharfe Schüſſe abgegeben worden ſeien, hat zur
militärgerichtlichen Feſtſtellung des Tatbeſtan=
des
geführt. Die Ausſagen des Poſtens und zweier Zi
vilperſonen haben zweifelsfrei ergeben, daß
zweiſcharfeSchüſſe aus nicht zu großer Entfernung
vom Poſten gefallen ſind. Beide Geſchoſſe ſind über
dem Bereiche, des Poſten weggeflogen, das eine und erſte
ſo nahe, daß der Poſten überzeugt war, es werde auf ihn
geſchoſſen. Die Annahme verſchiedener Zeitungen, es
handle ſich um einen Unfug unter Verwendung, einer
Schreckpiſtole, iſt nach den angeſtellten Verſuchen und den
Ausſagen der Zeugen vollſtändig haltlos geworden.
* Zabern, 3. Jan. Von ſeiten der Staatsan=
waltſchaft
am Kaiſerlichen Landgericht Zabern wird
dem Wolffſchen Telegraphiſchen Bureau mitgeteilt: Die
Ermittelungen haben zweifellos ergeben, daß die bei=
den
Schüſſe nicht, wie die militäriſchen Perſonen an=
gegeben
haben, aus einer Entfernung von 30 Metern hin=
ter
der Kaſernenmauer, ſondern vielmehr aus einer Ent=
fernung
von mindeſtens 90 Metern jenſeits des
Kanalhafens abgegeben worden ſind. Daß zwei
ſcharfe Schüſſe abgegeben worden ſind,
ſteht feſt. Nach den ganzen Umſtänden iſt es aber aus
geſchloſſen, daß ein Attentat auf den
Poſten in Frage kommen kann. Es kann ſich lediglich
um eine ziel= und zweckloſe Knallerei handeln
* Straßburg, 3. Jan. Seitens des Gerichtes der
30. Diviſion wurde über Form und Inhalt der bevor=
ſtehenden
Anklage gegen den Oberſten von
Reuter bisher vollkommenſtes Stillſchweigen gegen
jederman gewahrt. Demnach haben die in verſchiedenen
Blättern veröffentlichten Einzelheiten aus den Prozeßakten
keinen Anſpruch auf Authentizität.

Handel und Verkehr.

* Berlin, 3 Jan. Nachdem ſich die Vereinig=
ten
Benzinfabriken, G. m. b. H. in Hamburg am
31. Dezember 1913 aufgelöſt haben, haben ſich alle zu dieſer,
bisher unter der Führung der Aſiatie Petroleum=Co. und
Steanna Romana ſtehenden Gemeinſchaft gehörigen Raffi=
nerien
, welche mit deutſchem Kapital arbeiten, von der
Aſiatic=Petroleum=Co getrennt und bilden nunmehr eine
neue Gruppe, welche unter Wahrung der Selbſtändig=
keit
jeder Fabrik, das Benzin der Steanna Romana in
Deutſchland abſetzt. Einige andere deutſche Benzinraffi=
nerien
haben ſich angeſchloſſen und die Steanna Romana
verfügt jetzt über eine ſich über ganz Deutſchland er=
ſtreckende
Organiſation. Bekanntlich beſitzt ſie ſelbſt große
Tankanlagen in Regensburg und Hamburg. Die in Ber=
lin
neuerrichtete Anlage (Nobelshof) wird demnächſt dem
Betrieb übergeben.

Schneeſturm in Spanien.

* Madrid, 2. Jan. Die Provinzen im Norden und
Nordweſten des Landes und auch einige im Süden wer=
den
von Schneeſtürmen heimgeſucht. Laut De=
peſchen
aus Almeria und Murcia fallen dort ſeit geſtern
ſchwere Schneemengen. Seit 30 Jahren ereignete ſich kein
ſolcher Schneefall. Depeſchen aus Jaca in der Provinz
Huesca berichten 15 Grad Kälte. Die Bewohner der Berg=
dörfer
ſind durch Schnee von der Außenwelt abgeſperrt
und bitten dringend um Hilfe. In Madrid zeigte das

Thermometer geſtern 12 Grad Kälte. Die Kälte wirkt
heute infolge eines eiſigen Windes beſonders empfindlich

Vermiſchtes.

* Ein kranker Wald. Im Stuttgarter Schwä=
biſchen
Merkur leſen wir: Wer zurzeit durch die Wälder
ſchreitet, die ſich hinter dem ehemaligen Degerlocher Exer=
zierplatz
und zu beiden Seiten des Kleinhohenheimer
Sträßchens gegen das Ramsbachtal hinziehen, der findet
auch hier einen Waldfriedhof freilich das Wort in
anderem Sinn genommen als drüben in der Dornhalde.
Zu Hunderten liegen die Leichen gefällte Bäume am
Boden. Breite Lichtungen werden in den Beſtand des
Waldes gehauen und noch immer arbeiten Säge und Axt
weiter am Werk der Zerſtörung. Unter den Spazier=
gängern
, beſonders denen, die ſeit Jahren in dieſem Wald
Erholung ſuchen und ſeine ſchönen und ſtillen Pfäde lieb=
gewonnen
haben, kann man, je nach dem Temperament
des einzelnen, Stimmen des Erſtaunens, der Klage, des
Befremdens, der Entrüſtung hören. Dieſe Gefühle wer=
den
ſich bei manchen zum Entſetzen ſteigern, wenn ſie
hören, daß dieſes ganze grüne Waldrevier ſoweit es ans
Rottannen beſteht, der Axt verfallen iſt. Von vorn=
herein
kann man annehmen, daß dies nur aus zwingenden
Gründen geſchieht und dem iſt auch ſo. Der Wald iſt
krank, er hat die Rotfäule. Von den Wurzeln aus=
gehend
, hat der Pilz, den die Gelehrten Trametes
radieiperda getauft haben, das Mark vieler Stämme bis
in ziemliche Höhe zerſetzt, wie man an den zerſägten und
aufgeſchichteten Stämmen vielfach ſehen kann; gerade im
Innern, wo das Holz am feſteſten ſein ſollte, bildet es
ine ſchwammige Maſſe, in die man oft den Stock bis auf
den Griff, faſt ohne Widerſtand zu finden, hineinſtoßen
kann. Die von dieſer Krankheit befallenen Bäume ſind
der richtigen Nahrungszufuhr vom Boden her beraubt
und müſſen natürlich zugrunde gehen, ſind auch wegen der
mangelnden Feſtigkeit ihres Fußpunktes ſtets in Gefahr,
on einem Sturmwind geknickt zu werden. So weit die
jetzt den Boden bedeckenden Stämme noch geſund zu ſein
ſcheinen, iſt das kranke Fußende bereits beſeitigt oder
wären ſie in Kürze von der Krankheit, die ſtets ganze Be=
ſtände
ergreift, ebenfalls befallen worden. Der Nutzwert
des Holzes iſt ſchon jetzt ſo gering, daß es nur weit unter
dem üblichen Preis verkauft werden kann, und der Scha=
den
wird naturgemäß mit jedem Jahr größer. So gibt
es in der Tat nur eine Radikalkur, die Fällung der
Bäume und der Erſatz der Rottannen durch eine andere,
für dieſen ſchweren und undurchläſſigen Boden geeignete
Baumgattung . Freilich wird es lange dauern, bis der
Wald wieder zu ſeiner jetzigen Höhe herangewachſen iſt;
denn die Stämme, die gegenwärtig der Art zum Opfer
fallen, ſind etwa 75 Jahre alt.

Muſik.

Das neueſte Heft der populären Muſik=Zeitſchrift
Muſik für Alle bringt das einzige Bühnenwerk das
uns Beethoven hinterlaſſen hat, den Fidelio‟. Das vor=
liegende
Heft gibt die ſchönſten und melodienreichſten
Szenen in leicht ſpielbarem Klavierſatz wieder. Da zwi=
ſchen
den Muſikſtücken die Handlung der Oper eingehend
erläutert wird iſt das Heft ein vollkommener Führer durch
das Werk. Wie alle Hefte der Muſik für Alle iſt das
Fidelio=Heft zum Preiſe von 50 Pfennig in allen Buch=
und Muſikalienhandlungen ſowie direkt vom Verlage
Ullſtein u. Co., Berlin W., Kochſtraße 2226, erhältlich.

Literariſches.

Wolzogen=Humoresken ſind die neueſte
Gabe, die Kürſchners Bücherſchatz ſeiner Leſegemeinde
für nur=20 Pfg. bietet, und wer wollte ſich eines Humo=
reskenſtraußes
dieſes munteren, beliebten Plauderers nicht
erfreuen? Gerade das vorliegende Bändchen (Hermann
Hillger Verlag in Berlin W. 9) enthält mit einer luſtigen
Studentengeſchichte, die ihm den Titel gibt, der gemütvollen
Liebesepiſode Strandgut der drolligen Bauernerzäh=
lung
vom Fiſcherjackel und den gruſeligen Künſtlererleb=
niſſen
Die Räuberbraut eine beſonders glückliche Zu=
kammenſtellung
Wolzogenſcher Erzählungen.
Neue Tanzkunſt und neue Tänze geben der Winter=
ſaiſon
bei uns einen ganz eigenartigen Ausdruck. Es hat
eine ganz neue Tanzbewegung im wahrſten Sinne Ses
Wortes Platz gegriffen über die Art und die ethiſchen
und ſymboliſchen Beziehungen dieſer neuen Tanzkunſt
bringt Heft 10 der intereſſanten Zeitſchrift Häuslicher
Ratgeber. Illuſtrierte Familien= und
Modezeitung (Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 9
und Leipzig) einen gedankenreichen und ſehr anregenden
Auffſatz, dem ſich eine ganze Blütenleſe anderer Artikel,
Romane, Gedichte, Skizzen uſw. anſchließen. Für 15 Pfg.
iſt das reichhaltige Heft einzeln in jeder Buchhandlung zu
haben. Probenummern verſendet der Verlag koſtenlos und
portofrei.
Lloyd Kursbuch der Schnell=üge im
deutſchen und internationalen Verlehr. (Winter=(November=
Ausgabe 1913/14. Welt=Reiſe=Veclag, G. m. b. H., Ber=
lin
W. 10, Genthinerſtr. 38. (Preis 1 Mk.) Die Novem=
ber
=Ausgabe des Lloyd=Kursbuches der Schnellzüge, die
zweite und letzte des jetzigen Winterfahrplans, zeigt die
Vorzüge, die dieſes eigenartige Kursbuch vor allen an=
deren
auszeichnet, aufs neue wieder in eklatanter Weiſe.
Auch der billige Preis von 1 Mk. und das handliche For=
mat
tragen zur außerordentlichen Brauchbarkeit dieſes
Kursbuches bei.

Vom Balkan.

* Belgrad, 3. Jan. Der König betraute
Paſitſch mit der Kabinettsbildung. Alle bis=
herigen
Miniſter mit Ausnahme des Kriegsminiſters Bo=
janowitſch
bleiben.
* Sofia, 3. Jan. Zu Beginn der Sitzung der
Sobranje kündigte der Miniſterpräſident die Demiſ
ion des Kabinetts an. Die Sobranje vertagte
ſich darauf bis zu der Bildung des neuen Kabinetts.
* Saloniki, 3. Jan. Zahlreiche griechiſche
Freiwillige, die ſich in Kawala aufhielten, meldeten
ſich als Freiwil ige für Epirus. Außer den Jero=
ochiten
(Heilige Bataillons), die ungefähr 30000 Mann
ſtellen werden 30000 Mann aus Griechenland und eus
allen Ländern, wo Griechen wohnen, nach dem Epirus ge=
ſchickt
. Von allen Seiten gehen Waffen und Munition
dorthin ab. Man glaubt, daß ſich in den ſtrittigen Ge=
bieten
ein heftiger Kampf entwickeln wird. Am 31. Ja=
nuar
, dem Tage, der für die Räumung des albaniſchen
Epirus ſeitens der Griechen feſtgeſetzt iſt, wird der Gou=
verneur
von Epirus, Zografos, demiſſionieren und ſich an
die Spitze der Freiwilligen ſtellen.
* Konſtantinopel, 3. Jan. Oberſt Enver Bey
wurde zum Kriegsminiſter ernannt. Oberſt Dſchemal Bey,

Großherzogliches Hoftheater.

Samstag, 3. Januar.
Das Rheingold.
W.l. Vor gut beſetztem Hauſe wurde heute abend die
hlliſche Aufführung von Richard Wagners Ring des
Ahibelungen mit Rheingold eröffnet. Die Aufführung
ſtand auf der gleichen künſtleriſchen Höhe, wie die frühe=
leni
. Daß das Rheingold jetzt ohne Pauſe aufgeführt
ſpird, iſt gewiß künſtleriſcher und im Sinne des Meiſters,
Apenn auch anſtrengend für Künſtler und Publikum. Wag=
Aners Nibelungenring iſt ein Werk, das man an Wochen=
lagen
nicht zur Aufführung bringen ſollte; es erfordert
hine feiertägliche Stimmung und innere Sammlung. Man
Graucht nicht erſt den Parſifal als Beweis für die Rich=
igkeit
des künſtleriſchen Prinzipes der Stimmungsvor=
Bedingung anzuführen.
Die heutige Aufführung, die von Herrn Hofkapell=
meiſter
de Haan geleitet wurde, fand in dem in vori=
her
Saiſon geſchaffenen neuen ſzeniſchen Rahmen ſtatt
Brillant inſzeniert iſt jetzt die Rheintöchterſzene mit dem
ſchillernden Waſſer, wundervoll die Beleuchtung des her=
Ainbrechenden Sonnenlichtes; die ganze Szene mit der
hanmutig ſchwimmenden Rheintöchtern iſt ein Meiſterſtück
noderner Inſzenierungskunſt. Auch das Nibelheim mit
ſeinen düſteren, ſeitwärts beleuchteten Klüften entſpricht
lanz dem Charakter der realiſtiſch gezeichneten Szene,
ſpährend in der Götterſzene die Malle zu nabe gerückt

erſcheint. Die Aufführung gewann durch die Mitwirkung
des Herrn Kammerſängers Walter Soomer als Wotan
noch ein erhöhtes Intereſſe. Seine Erſcheinung, ſein
machtvolles Organ und das breite, ſchöne Pathos ſeines
Vortrags prädeſtinieren ihn zum Vertreter der Partie
des Gottvaters, über die nach der Walküre noch mehr zu
ſagen ſein wird. In dem Götterſextett waren Frau
Callwey als Fricka, die ſich durch ſchöne und freie Ton=
gebung
und künſtleriſch veredelten Vortrag auszeichnete,
und Herr Perkins als Donner neu. Herr Becker als
Loge bot eine geſanglich achtunggebietende und charakte=
riſtiſch
ausgeſtaltete, einheitliche Leiſtung, das junge
Götterpaar Froh und Fricka war durch Herrn Glober=
ger
und Frl. Geyersbach wieder beſtens vertreten.
Schön, und zwar harmoniſcher, als ſonſt, abgetönt, war
das Rheintöchtertrio der Damen Kallenſee, Becker=
Gerder und Jacobs, die in der letzten Szene als
Erda unter die Götter verſetzt war. Furcht und Schrecken
errregende Geſtalten waren die Rieſen und Baumeiſter
Wotans der Herxen Weber, durch den die Partie des
Faſolt zum erſten Male ſchön geſungen wurde, und
Stephani, der die Unhöflichkeit beſaß, ſeinen Partner
am Tage ſeiner ſilbernen Hochzeit zu erſchlagen. Ueber
Herrn Schützendorfs glänzende und markante Durch=
führung
der Alberich=Partie haben wir uns ſchon anläß
lich der letzten Aufführung ausgeſprochen. Den Mime
ſang und ächzte Herr Bernhardt ſehr realiſtiſch.
Herr Nowack bewährte ſich wieder als kundiger
und fein empfindender Regiſſeur.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Nummer 4.

der mit der Führung des Miniſteriums der öffentlichen
Arbeiten betraut war, wurde zum Brigadegeneral be=
fördert
.

Zur Lage in Mexiko.

* Neu=York, 3. Jan. Nach einer Depeſche aus
Preſidio dauerte der Kampf bei Ojinaga vier
Tage. Die Aufſtändiſchen zogen ſich geſtern abend zu=
rück
. Sie erwarteten Munition aus Chihuahua. Die Ver=
luſte
der Aufſtändiſchen ſind größer als bei den Bundes=
truppen
, die etwa 100 Mann verloren.
* Paß Chriſtian (Miſſiſſippi), 3. Jan. Präſident
Wilſon hatte geſtern abend eine lange Beſprech=
ung
mit Lind an Bord des Kreuzers Cheſter. Wil=
ſon
lehnte es ab, Berichterſtattern über die Verhandlun=
gen
Mitteilungen zu machen.
* Gulfport (Miſſiſſippi), 3. Jan. Nach einer Er=
klärung
des Präſidenten Wilſon hatte ſeine Beſpre=
chung
mit dem Sondergeſandten Lind keinen Wech=
ſel
in der Politik der Regierung gegenüber
Merikp zur Folge. Auch ſei kein neuer Plan oder
Schritt in der gegenwärtigen Lage beſchloſſen worden.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telege. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 3. Jan. Das Herrenhaus iſt für den
8. Januar zu einer Plenarſitzung einberufen
worden. Auf der Tagesordnung ſteht die Wahl des Prä=
ſidenten
, der beiden Vizepräſidenten und der Schriftführer.
* Berlin, 3. Jan. Wegen verſchmähter Liebe
ſchoß der Schneider Borrmann von Neukölln in einem
Hutgeſchäft in der Kottbuſer Straße auf die Verkäuferin
Zippenfeld und jagte ſich dann ſelbſt eine Kugel in
die Schläfe. Beide ſind ſchwer verletzt.
* München, 3. Jan. Das Königspaar empfing
heute mittag in der Reſidenz in Gegenwart des Miniſter=
präſidenten
Freiherrn v. Hertling das am hieſigen
Hofe beglaubigte diplomatiſche Korps, das zum Jahres=
wechſel
und Geburtstage des Königs ſeine Glückwünſche
darbrachte. An den Empfang ſchloß ſich Hoftafel im Hof=
ballſaal
der Reſidenz an, an der die Damen und Herren
des diplomatiſchen Korps, die oberſten Hofchargen, Frei=
herr
v. Hertling, Staatsrat v. Dandl. ſowie der Hofdienſt
teilnahmen. Bei der Tafel brachte der König einen Trink=
ſpruch
auf die am hieſigen Hofe diplomatiſch vertretenen
Souveräne und Staatsoberhäupter aus.
* Düſſeldorf, 3. Jan. Der auf Urlaub befindliche Dra=
goner
Kunz vom 10. Dragoner=Regiment in Allenſtein
wurde heute in einem Hauſe der Dreieckſtraße durch
zwei Schüſſe ſchwer verletzt aufgefunden und
in das Garniſonlazarett gebracht.
* Dresden, 3. Jan. Der ſächſiſche Geſandte an den
ſüddeutſchen Höfen, Freiherr v. Frieſen, tritt am
1. April in den Ruheſtand. Sein Nachfolger wird der
gegenwärtige Geſandte an den thüringiſchen Höfen,
Stieglitz.
* Gotha, 3. Jan. Wie das Geheime Kabinett des
Herzogs bekannt gibt, erkrankte der Herzog in=
folge
einer Erkältung an einer leichten Augen=
entzündung
. Der Herzog hütet das Zimmer. Die Mel=
dung
von einer Erkrankung an Rheumatismus beſtätigt=
ſich
demnach nicht.
* Wien, 3. Jan. Die Sonderkommiſſion des
Herrenhauſes für die Steuervorlage beendete
ihre Beratungen und beſchloß die Einſetzung einer aus
Mitgliedern beider Häuſer gebildeten Konferenz auf Grund
des § 11 der Geſchäftsordnung zu beantragen, wonach,
wenn bei der Beratung der gleichen Vorlage eine Ueber=
einſtimmung
beider Häuſer nicht zu erzielen iſt, beide
Häuſer die gleiche Anzahl Mitglieder für eine Konferenz
wählen, welche gemeinſchaftlich zu verhandeln hat.
* Rom, 3. Jan. Durch ein Geſetz iſt eine Preis=
erhöhung
gewiſſer Qualitäten von Zigarren, Zi=
garetten
und Tabaken verfügt worden. Dieſe Maß=
regek
wird dem Giornale d’Italia zufolge eine Mehr=
einnahme
von wenigſtens 24 Millionen
jährlich ergeben.
Berlin, 3. Jan. Der Reichstagsabgeordnete Beh=
rens
(Wirtſch. Vgg.) hat folgende Anfrage an den
Reichskanzler gerichtet: 1. Iſt dem Herrn Reichskanzler
bekannt, daß die Propaganda, die der Verband öffentlicher
Lebens= Verſicherungsanſtalten in Deutſch=
land
ſeit Monaten durch Verbreitung unrichtiger und irre=
führender
Angaben in Druckſchriften, Preſſeartikeln, Re=
den
uſw. betreibt, wider die vom kaiſerlichen Aufſichtsrat
gegenüber den dieſer Aufſicht unterſtellten privaten Ver=
ſicherungsunternehmungen
zur Geltung gebrachten An=
ſchauungen
verſtößt? 2. Beabſichtigt der Reichskanzler
entſprechend dem Sinne und Zweck des Reichsgeſetzes vom
12. Mai 1901 Verſicherungsunternehmungen, die ſich an
die Allgemeinheit aller Reichsangehörigen wenden, der
Aufſichteiner Reichsfinanzbehörde zu unter=
ſtellen
, den verbündeten Regierungen die Einbringung
eines Geſetzentwurfs vorzuſchlagen, durch die in Abände=
rung
des bezeichneten Geſetzes auch öffentlich=rechtliche
Verſicherungsunternehmungen, deren Geſchäftsbetrieb ſich
über mehrere Bundesſtaaten erſtreckt, der Aufſicht des kai=
ſerlichen
Aufſichtsamtes unterſtellt werden, und welche
Gründe ſind verneinenden Falles für den Reichskanzler
maßgebend? Der Frageſteller begnügt ſich mit einer
ſchriftlichen Antwort.
II. B. München, 3. Jan. Der bayeriſche Mini=
ſterpräſident
Freiherr von Hertling wird
am 10. Januar den Grafentitel echalten. Dieſe Aus=
zeichnung
Hertlings ſtellt den Dank des Königs dar
für ſeine Bemühungen zur Löſung der =
nigsfrage
. Auch andere beteiligte Perſönlichkeiten
werden Auszeichnungen erhalten. Dr. Caſſelmann hat
eine beabſichtigte Ehrung ſeiner Perſon ausdrücklich ab=
gelehnt
.
Durch einen Felsſturz getötet.
* Rabat, 3. Jan. Durch von einem Felſen herab=
ſtürzende
Steinmaſſen wurden 22 eingebo=
rene
Arbeiter getötet und mehrere verletzt.

Meuterei im Gefängnis.
* Kairo, 3. Jan. In Turah, einem Gefängnis in der
Nähe Kairos, brach heute früh 7 Uhr eine Meuterei aus.
Eine Anzahl Gefangener war außerhalb des Gefängniſſes
aufgeſtellt. Die Wächter ſchickten ſich eben an, die Gefan=
genen
zu durchſuchen, als einer auf die Wächter einſchlug.
Das war das Zeichen zum Angriff der Gefangenen. Sie
ſchlugen einige Wächter, die von ihren Genoſſen abge=
ſchnitten
waren, krumm und lahm, während einige Wäch=
ter
, die die Gefängnismauern erſtiegen hatten, Schreckſchüſſe
abgaben. Als das nichts half, ſchoſſen ſie ſcharf
und töteten vier Gefangene und verwundeten fünfzig.
Bald darauf war die Ordnung wiederhergeſtellt.

Prinz zu Wied, Fürſt von Albanien.
H. B. Neuwied, 3. Jan. Prinz Wilhelm zu
Wied wird morgen das hieſige Schloß verlaſſen und am
Montag früh in Potsdam eintreffen, wo er in den näch=
ſten
Tagen die albaniſche Deputation empfan=
gen
wird, die ihm die Fürſtenkrone Albaniens
anzubieten beauftragt iſt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Wie man die Magenſäure unſchädlich macht.

Wenige ſind ſich eigentlich bewußt, wie wichtig es iſt,
die im Magen befindliche Nahrung von ſäurebildender
Gärung freizuhalten. Eine geſunde, normale Verdauung
kann nicht ſtattfinden, ſolange der Magen mit ſeinen zar=
ten
Schleimhäutchen von der Säure gereizt und von den
freiwerdenden Gaſen bedrückt wikd alles das ſind die
Folgen der gärenden Speiſen im Magen. Um eine voll=
kommene
Verdauungstätigkeit zu erzielen, muß dieſe
Gärung beſeitigt oder verhindert und die Säure neutrali=
ſiert
werden. Beſorgen Sie ſich zu dem Zweck beim Apo=
theker
oder Drogiſten etwas biſurirte Magneſia, von der
man nach jeder Mahlzeit einen halben Teelöffel voll in
etwas warmem oder kaltem Waſſer nimmt. f Biſurirte
Magneſia iſt angenehm einzunehmen, hat keine ſtörenden
Nebenwirkungen, beſeitigt die Gärung, neutraliſiert die
Säure und macht den durchſäuerten Speiſebrei wieder
milde, friſch und leichtverdaulich.
Die regelmäſige Anwendung von biſurirter Magneſia
garantiert eine geſunde, normale Verdauung, da ſie die
Bildung der überſchüſſigen Säure verhindert, die allein
die Störungen verurſacht.
Notabene! Ein Apotheker weiſt darauf hin, daß es
ſich hierbei nicht etwa um die gewöhnliche, ſondern um
biſurirte Magneſia handele, die nur in genau eti=
kettierten
, blauen Flakons verkauft wird, mit biſurirte
Magneſia in das Glas ſelbſt eingeblaſen.
(VIII,924

Rhelnlsches
Technikum Bingen

henrtree

1.394

(896a

Dur Winterszeit klagt manche Hausfrau, daß ihr die
Zubereitung des einen oder anderen Gerichtes nicht
ſo vollkommen gelingen wolle, weil friſche Küchenkräuter
rar, getrocknete aber kein genügender Erſatz ſeien. Da
erinnere ſie ſich an ein treffliches Hilfsmittel: Maggi’s
Würze. Gibt dieſe doch mit wenigen Tropfen jeder
ſchwachen Fleiſchbrühe, Suppen, Saucen, ebenſo Gemüſen,
Salaten uſw. vollmundigen, herzhaften Wohlgeſchmack;
ſie hat ſchon oft im letzten Augenblick eine Speiſe gerettet,
die ſich zuerſt beim Koſten als fade erwies.

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N.

Der Unterſchied zwiſchen Malz und Gerſte iſt nur
ſehr wenigen Menſchen bekannt. Viele wiſſen nichte
daß Malz gekeimte Gerſte iſt oder glauben, das Keimen

der Gerſte ſei von geringer Bedeutung. Malz iſt aber
nicht nur viel wertvoller als Gerſte, ſondern enthält auch
Nährſtoffe, die dem menſchlichen Körper erſt durch das
Mälzungsverfahren zugeführt werden können. Außerdem
kann nur gute Gerſte zum Keimen gebracht werden
Malz läßt ſich aus ſchlechter Gerſte alſo gar nicht her=
ſtellen
. Wer z. B. Gerſtenkaffee als Malzkaffee verkauft,
macht ſich ſtrafbar. Der Unterſchied iſt allerdings für die
Hausfrau ſchwer zu erkennen. Deshalb wird man bei
loſe ausgewogenem Malzkaffee immer vorſichtig ſein
müſſen, abgeſehen von der leicht möglichen Verunreinigung.
Aus dieſen Gründen wird der in der größten Malzkaffee=
Fabrik der Welt hergeſtellte echte Kathreiners
Malzkaffee nur in geſchloſſenen Paketen verkauft,
die man ſofort an der Schutzmarke, dem Kneipp=Bild,
erkennt.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1
Nordamerika: Bavaria 31. Dez. 10 Uhr morgens in
Philadelphia. Belgia 31. Dez. 3 Uhr 45 Min. nachm.
von Boſton nach Baltimore. Bohemia 31. Dez.
6 Uhr 30 Min. morgens von Neuorleans nach Ham=
burg
. Bolivia 1. Jan. 7 Uhr morgens von Port
Arthur über Norfolk nach Hamburg. Borderer von
Newport News kommend, 31. Dez. Dungeneß paſſiert=
Dortmund 31. Dez. 5 Uhr nachm. von Neu=York nach
Sabine Paß. Duala nach Neu=York. 31. Dez. 11 Uhrl
55 Min. nachts Cuxhaven paſſiert. Graf Walderſee‟,
von Philadelphia kommend, 31. Dez. 9 Uhr 30 Min=
abends
in Hamburg. Pennſylvania 1. Jan. 12 Uhrl
30 Min. mttags in Neu=York. Preſident Lincoln
nach Neu=York, 1. Jan. 1 Uhr 30 Min. nachm. Scilly
paſſiert. Südamerika, Weſtküſte Amerikas: Baa
denia 31. Dez. 10 Uhr morgens in Buenos Atresl
Karthago 31. Dez. in Rio Grande do Sul. König
Wilhelm II. nach dem La Plata, 1. Jan. 1 Uhr nachm.
von Boulogne. Rhaetia. von Mittelbraſilien kom=
mend
, 31. Dez. 11 Uhr abends von Liſſabon nach Ham=
burg
. Rugia, bon Mittelbraſilien kommend, 1. Jan
11. Uhr morgens Fernando Noronha paſſiert. Salat
manca, von dem La Plata kommend, 31. Dez, in Dün=
kirchen
. Verſchiedene Fahrten: Almeria 1. Jan. in
Buſhire, ausgehend. Liberia nach Indien, 31. Dez
12 Uhr nachts Gibraltar paſſiert. Nicaria 31. Deza
von Buſhire. Numantia nach Perſien, 30. Dez. 9 Uhrl
morgens in Antwerpen. Oſtmark, von Indien kom=
mend
, 1. Jan. von Malta nach Hamburg., Perſepolis
von Perſien kommend, 1. Jan. von Port Said.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 534
Rotterdam 30. Dez. vorm. von Neu=Yorl abgegangen
Nieuw. Amſterdam 18. Dez. nachm. in Rotterdam
eingetroffen. Noordam 26. Dez. nachm. in Rotterdam
eingetroffen. Ryndam 21. Dez. vorm. von Neu=York
abgeg. Potsdam 31. Dez. vorm. in Neu=York eingetra

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Nachricht.)
Geſtern abend entſchlief fanft nach kurzem
Krankenlager unſere liebe, gute Mutter, Schwie=
germutter
, Großmutter und Tante
(926
Frau
Louise Schtosser-Jalde
Großh. Heſſ. Kammerſängerin i. P.
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der tieftrauerndenhinterbliebenen:
Familie Wilh. Frank.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
Kondolenzbeſuche und Kranzſpenden dankend
verbeten.
Die Einäſcherung findet am Montag in Offen=
bach
in aller Stille ſtatt.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine liebe Frau, unſere herzensgute, treu=
beſorgte
Mutter, Schwiegermutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
(B978
Frau Hagdalene Blech
geb. Mitschdörfer
im 54. Lebensjahre heute 2¾ Uhr nach kurzem,
aber ſchwerem Leiden durch einen ſanften Tod
zu erlöſen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe Ludwigs=
höhſtraße
2 aus, auf dem ſtädt. Friedhofe ſtatt.
Trauerbeſuche dankend verbeten.

Vveroa

Das Bier für die Familie.
Unerreicht in seiner Wohlbekömmlichkeit.

(981a

[ ][  ][ ]

Nummer 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914

Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Tode unſerer innigſtgeliebten Mutter
Frau

geb. Benner
ſagen herzlichen Dank
(8
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.

Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Ableben meiner lieben Frau, unſerer guten
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter
und Schwägerin
(977

ſagen innigſten Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 4. Januar 1914.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben, unvergeßlichen
Tochter und Schweſter
(934

ſagen wir hiermit Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Beringer für ſeine troſtreichen Worte am Grabe,
ferner dem Herrn Oberlehrer Schütz, dem Herrn
Lehrer Pfeiffer, den Damen und den Kindern des
Mädchenhorts, ſowie den Mitſchülerinnen für die
Beteiligung am Begräbnis, auch für die zahlreichen
Blumenſpenden unſeren tiefgefühlteſten Dank.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Müller u. Frau.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Randwirbel des nördlichen Tiefdruckgebiets brach=
ten
uns geſtern trübes, milderes Wetter mit geringem
Schneefall. Wir bleiben vorläufig am Rande des Hoch=
druckgebiets
und dürften weiter mit trübem, milderem
Wetter mit wechſelnder Bewölkung zu rechnen haben.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, den 4. Januar:
Meiſt trüb und wolkig, Anhalten der beſtehenden Witte=
rung
.

Schnesbericht.
Felsberg 35 Zentimeter, lückenlos. Neunkirchen 50
Zentimeter, Pulverſchnee, Rodelbahn ſehr gut. Nonrod
28 Zentimeter, lückenlos. Reichelsheim 11 Zentimeter,
lückenlos. Lindenfels 16 Zentimeter, lückenlos Pulver=
ſchnee
. Wald=Michelbach 20 Zentimeter, lückenlos, locker,
Rodelbahn gut. Michelſtadt 9 Zentimeter, lückenlos, alter
Schnee gefroren, Rodelbahn gut. Lichtenberg 20 Zenti=
meter
, lückenlos, tadelloſe Rodelbahn.

Tageskalender.
Sonntag, 4. Januar.

Großh. Hoftheater, Anfang 2 Uhr, Ende 4½ Uhr
(Volksvorſtellung): Der Raub der Sabinerinnen.
Abendvorſtellung: Anſang 7 Uhr, Ende 11½ Uhr (Ab. D):
Die Walküre
Vorſtellungen um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Wanderung des Vogelsberger Höhenklubs nach Groß=
Umſtadt (Abmarſch um 8½ Uhr an der Odenwaldbahn=
brücke
, Dieburgerſtraße).
Rheiniſcher Abend der Geſellſchaft Harmloſe um
8.11 Uhr im Saalbau.
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. Bürgerkeller um
4 Uhr. Perkeo um 4 und 8 Uhr. Schützenhof um
6 Uhr. Hanauer Hof um 6.11 Uhr. Reſt. Schweizer=
haus
zu Eberſtadt um 4 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Montag, 5. Januar.
Hofreite=Verſteigerung des Guſtav Ganßmann
(Sandbergſtraße 49) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Holzverſteigerung um 9 Uhr im Gaſthaus Zum
goldenen Löwen zu Nieder=Ramſtadt.
Fundſachen=Verſteigerung um 9 Uhr im
Fundbureau zu Frankfurt, Poſtſtraße 6.

Großh. Landesmuſeum. Sonntags und Freitags
von 101 Uhr, ſowie Mittwochs und Sonntags von
24 Uhr eintrittsfrei: Dienstags, Donnerstags und
Samstags von 111 Uhr gegen Eintrittsgeld. Das
Münzkabinett iſt geöffnet: Sonntags von 111
Uhr, Mittwochs von 24 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

Meine diesjährige

verbunden mit

beginnt Montag, den 12. Januar 1914
Auf die enorm billigen Preise mache ich schon heute aufmerksam,
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Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914,

Nummer 4.

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Nummer 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Seite 9.

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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914

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Nummer 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Seite 11.

Zeichnungs-Einladung.

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unverlosbar und unkündbar bis 1925
mit Zinslauf vom 1. Februar 1914 ab

lingeteilt in Schuldverschreibungen à Mk. 2000., 1000.-, 500. und 200.
werden unter folgenden Bedingungen zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt:
Die Zeichnung findet
Donnerstag, den 8. Januar 1914
während der üblichen Geschäftsstunden statt:
in Darmstadt bei den Herren Nauheim & Co.
Der frühere Schluss der Zeichnung bleibt vorbehalten.
. Der Zeichnungspreis beträgt
(500

unter Verrechnung von 4% Stückzinsen. Der Stempel der Zuteilungsschlussnote geht zu Lasten des Zeichners.
Zeichnungen, welche unter Uebernahme einer Sperrverpflichtung abgegeben werden, finden vorzugsweise Berücksichtigung.
Die Zuteilung, welche sobald als möglich nach Schluss der Zeichnung durch schriftliche Benachrichtigung der Zeichner erfolgt, unterliegt dem freien
Ermessen der Zeichnungsstelle.
Die Abnahme der zugeteilten Stücke hat gegen Zahlung des Preises bis zum 1. Februar 1914 zu erfolgen.
Die Zulassung der Schuldverschreibungen an den Börsen von Frankfurt a. M. und Berlin wird alsbald beantragt werden,
Frankfurt a. M., Darmstadt, Barmen, Berlin, Essen (Ruhr), Stuttgart, im Januar 1914.
Direction der Disconto-Gesellschaft. Nauheim & Co.
Barmer Bankverein Hinsberg, Fischer & Co. Commerz- & Disconto-Bank.
J. Dreyfuss & Co. Simon Hirschland. F. W. Krause & Co.
Stahl & Federer Actien-Gesellschaft. L. & E. Wertheimber.

Katliche Nachrichten des Großh. Pollzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
Mükt Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
füllen
ſich: 1 Voxer. 1 Foxterrier, 1 Jagdhund (zugelaufen). Die
Aide können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier aus=
Aſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
Mſlbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr ſtatt.
(876.

Bekanntmachung

das Aufſtellen der Kehrichtgefäße betreffend.
Das Aufſtellen der Kehrichtgefäße vor den Hofreiten auf
Straße iſt verboten. Offene Kehrichtgefäße dürfen innerhalb
dHofreiten an den Eingängen nicht ſo aufgeſtellt werden, daß ihr
Alwiderwärtiger oder Ekel erregender Inhalt von der Straße aus
Paſhen werden kann. Zum Aufbewahren des Hauskehrichts eignen
ſiham beſten die mit Deckel verſehenen Kehrichtgefäße, wie ſie von
hlägen Firmen in den Handel gebracht werden. Dieſe runden
Wrichteimer mit Tragbügel und daran befeſtigtem Deckel
Mülndern das Herausſcharren und Verſchleppen des Kehrichts durch
Mde, erleichtern das Entleeren der Behälter bei der Abfuhr und
ſil wenn ſie, wie vorgeſchrieben, innerhalb der Hofreiten an den
Sſängen aufgeſtellt werden, für das Straßenbild nicht mißſtändig.
Darmſtudt, den 2. Januar 1914.
(936gi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Bekanntmachung.

Zur Verhütung von Unglücksfällen ſehen wir uns wieder=
kiällveranlaßt
, die Eigentümer und Führer von Fuhrwerken jeder
A auf die geltenden Beſtimmungen über die Beleuchtung der
Fäwerke nach Eintritt der Dunkelheit, ſowie über Einhalten
dallrechten Straßenſeite und Fahren in gemäßigter Geſchwin=
Mſtheit hinzuweiſen
Die Schutzmannſchaft iſt zur ſtrengen Ueberwachung und ge=
aähuenfalls
Anzeigerhebung angewieſen.
Darmſtadt, den 2. Januar 1914.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

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16.
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Gerſte
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15.
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Butter in Partien Mk. 1.40
Eier per Stück 11 Pfg.
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Mk. 250
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Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 1.25
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 2.75
Heu per 50 Kilo Mk. 3.75

Darmſtadt, 3. Janur 1914.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.

Die Anfuhr von Kehricht und
Schutt nach der Kehrichtab=
ladeſtelle
am Glasberg kann von
unterzeichnetem Amte bis auf
weiteres geſtattet werden und ſind
Erlaubnisſcheine bei dieſem ein=
zuholen
.
(877
Städtiſches Tiefbauamt.

Gleitſchutz
beſter Schutz bei Schnee u. Glatteis,
Rodelkappen
ſchützt den Schuh und gibt größte
Sicherheit beim Fahren. (944a
Allein zu haben Grafenſtr. 29.
Ludwig Russ.

Jung. Dobermann bill. zu verk.
Nieder=Ramſtädterſtr. 73. (*191

egesten n er et eleneng etarde
laut massenhatter Lanaschreiden: Uhne
Hustentod sollten Brust-, Hals- u. Lungen-
krauke
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Ein Wurf raffereiner

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ſteht zum Verkauf. Vater iſt Rolf=
v
. d. Riedburg, beſt. Polizeihund
Darmſtadts, vielfach mit erſten
Preiſen gekrönt; Mutter: Nelly
v. Meerbach (nach Champion Ruſh
von Grafenſtaden), auf Ausſtellung
und bei Polizeitunghundprüfung
prämiiert. Die Welyen ſind gut
entwickelt und bei Herrn Reſtau=
rateur
Katzenbach, Kaſtanienallee
(hinter der Ziegelei Karlshof) zu
beſichtigen.
(338a

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Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

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Nummer 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Seite 13.

Sandel und Verkehr.

* 4prozentige Darmſtädter Stadt= An=
ihe
. Die kürzlich übernommenen 4 Millionen Mark
iger Anleihe werden nunmehr zur Zeichnung aufgelegt.
Ude Zeichnung findet am 8. Januar 1914 zu 94 Prozent
Ute bei den Banken. (Siehe Anzeige.)
H. Frankfurt a. M., 3. Jan. (Börſenwochen=
Aricht.) Das neue Geſchäftsjahr beginnt mit recht er=
lulichen
Ausſichten, denn der Hauptfaktor der Börſe, die
Mldlage, iſt in ein günſtigeres Stadium eingetreten und
Mluhte bereits Abſchwächung des Privatdiskontſatzes auf
Prozent. Man darf alſo in dieſer Beziehung allem
Rſchein nach vertrauensvoll in die Zukunſt blicken, Wenn
der deutſchen Induſtrie gelingt, was bei ihrer moder=
Ai Produktionsmethode, ihrer vorzüglichen Organiſation
nd der vorſichtigen Leitung durch die Syndikate zu hoffen
nehre Stellung auf dem Weltmarkte zu befeſtigen und
Uniler auszubauen, ſo wird ſich auch künftighin unſere
fuhr ſteigern und Gold in erheblichem Umfange nach
Mutſchland kommen. Gewiß darf nicht außer Acht blei=
Eillt, daß von einer ganzen Reihe ausländiſcher Staaten
Uder nächſten Zeit Anſprüche an unſeren Anleihemarkt
Aellt werden; die Konkurrenz der verſchiedenen Anleihen
Ad naturgemäß dazu führen, daß der Anleihezinsſatz
Wiallmählich eine ſtärker weichendere Richtung annimmt.
Geldmarkt wird aber hierdurch nur ſo weit berührt
Lden, als Geld nach dem Auslande fließt, und das
ud zunächſt kaum in erheblichem Umfange geſchehen, da
beträchtlicher Teil des Gegenwertes der Anleihen, um
Ies ſich in erſter Linie handelt, bereits durch Lieferun=
i
und durch kurzfriſtige Geldhergabe zur Verfügung ge=
iſſt
iſt.
Durch die Erleichterung am Geldmarkt ſind die Hoff=
jgen
am Baumarkt ebenfalls erheblich geſtiegen,
1 man glaubt, daß in abſehbarer Zeit dem Hypotheken=
I Baumarkt wieder reichlichere Mittel zur Verfügzung
füligen werden, ſo daß wenigſtens eines der Hinderniſſe,
ſeiner Wiederbelebung bisher im Wege ſtanden, da=
Abeſeitigt ſein wird. Auch in politiſcher Beziehung er=
Mhint der Ausblick, zumal angeſichts der guten Beziehun=
ad
zwiſchen Deutſchland und England, nicht ungünſtig.
Mngt alſo die Politik keine Ueberraſchungen und ge=
füllet
ſich der Geldmarkt einigermaßen ſo. wie man jetzt
Giſtehmen kann, ſo darf auch eine allmähliche Wiederbele=
A0g der Induſtrie erwartet werden. Iſt das der Fall,
Mhürſten für die Börſe nach und nach wieder beſſere
herannahen. Jedenfalls läßt das jetzige Kursniveau
AlErwerber von Effekten eine angemeſſene Chance,
ſhlſt wenn die Dividende einzelner Unternehmungen vor=
flgehend
einen Rückgang erfahren ſollte. Aus dem
Mniſch=weſtfäliſchen Induſtriebezirk hört man zunächſt
den Roheiſenmarkt, daß das Geſchäft wieder ſtiller
Worden, nachdem es in den letzten Wochen etwas be=
lſißet
war. Der Roheiſenverband hat indeſſen doch ſchon
eſDrittel der nächſtjährigen Erzeugung der Hütten ver=
fſlſt
. An den jüngſt getätigten Roheiſenverkäufen war
a das Ausland beteiligt, und zwar in erheblichem
Me. Die dem engliſchen Markte angepaßten Preiſe
Ghlten ſich etwas unter den derzeitigen Inlandpreiſen.
L Verkauf von Halbzeug hat für das erſte Viertel näch=
Jahres zu unveränderten Preiſen begonnen und es
koſtten ſchon anſehnliche Abſchlüſſe gebucht werden.
IIn Stabeiſen war es etwas ruhiger. Nach wie vor=
ä
das Geſchäft in Grobblech durch die Preisunterbie=
Allſen der Werke unbefriedigend. Das Feinblechgeſchäft
ſtllt unter den ſchwierigen Abſatzverhältniſſen im Aus=
Eie und den ſehr gedrückten Ausfuhrpreiſen. In ſchwe=
Eiſenbahnmaterial, Schienen und Schwellen, werden
Fſelim Januar oder Februar zu erwartenden Nachbeſtel=

lungen der prenßiſchen Statsbahnen den Stahlwerken
recht willkommen ſein, da die den Werken vorliegenden
Arbeitsmengen inzwiſchen erheblich zuſammengeſchrumpft
ſind. Zur Ausfuhr ſind neuerdings keine umfangreicheren
Beſtellungen hereingekommen. Das Zuſtandekommen des
Röhrenſyndikates wirkte nicht nur günſtig auf das Röh=
rengeſchäft
, ſondern darüber hinaus befeſtigend auf ven
ganzen Eiſenmarkt. Der Jahreszeit entſprechend in wel=
cher
die Bautätigkeit auch in günſtigen Konjunkturzeiten
nur gering zu ſein pflegt, iſt das Geſchäft in Formeiſen
und Trägern ganz beſonders ſtill, ſo daß es den Werken
ſehr an Arbeit fehlt. In der Ruhrkohlen=Induſtrie kommt
die kälter gewordene Witterung dem Geſchäft im Haus=
brand
zuſtatten. Der Rheinwaſſerſtand ermöglichte die
Kohlenverſchiffungen in bisherigem Umfange nach dem
Oberhein und den Niederlanden. Der Verkehr konnte be=
ſonders
am Freitag an Ausdehnung gewinnen, wobei die
Sperukation mit größeren Käufen auſtrat und dadurch
eine anſehnliche Kursſteigerung herbeiführte.
Zu den Einzelheiten übergehend, waren deutſche Ren=
ten
noch verhältnismäßig ruhig, aber vereinzelte Preis=
beſſerungen
konnten eintreten, da das Privatpublikum
für dieſe Werte Intereſſe zeigt. Von den ausländiſchen
Staatsfonds wurden Ruſſiſche und Rumänier mehr beach=
tet
, während 5prozentige innere Merikaner weiter zurück=
gingen
. Die 3prozentigen inneren Merikaner, deren Zins=
coupons
am 1. Januar nicht eingelöſt wurden, werden ſo
lange im Kursblatt geſtrichen bleiben, bis feſtſteht, ob
die Bemühungen der Intereſſenten um Anſchaffung der
für die Couponszahlung erforderlichen Mittel Erfolg
haben werden oder nicht. Ebenſo ſind die Rimeſſen für
die fälligen Coupons der Puebla=Obligationen bisher
nicht eingetroffen. Dagegen werden die per 1. Januar
1914 verloſten und rückzahlbaren Tamaulipas=Bonds I.
und III. Serie in regulärer Weiſe zu 1.52 Mark per Peſo
in der Zeit vom 1.15. Januar eingelöſt. Die guten Ein=
nahmen
der Tehuantepee=Eiſenbahn geſtatten ohne Inan=
ſpruchnahme
der Staatsgarantie die Einlöſung der Zins=
ſcheine
.
Von Transportaktien haben Hamburger Paketfahrt
und Norddeutſcher Llohd., ſowie Schantung anfehnlich
profitieren können; auch Südbahn lagen beſſer, aber ruhi=
ger
. Banten bekundeten recht gute Haltung und konnten
beſonders die Aktien der tonangebenden Inſtitute apan=
eieren
. Der Montanmarkt zeigte wieder größeres Animo
mit vorwiegenden Kursſteigerungen, wobei Gelſenkirchener
im Vordergrund des Verkehrs ſtanden. Durch den neuen
Vertrag des Kohlenſyndikats erwarb ſich die Geſellſchaft
die vollen Rechte der Hüttenzeche. Man verwies ferner
auf den Nutzen beim Röhrenſyndikat, da Gelſenkirchen in
Röhren eine große Poſition hat. Schließlich ſoll dieſe
Geſellſchaft einen ausgezeichneten Jahresbericht heraus=
bringen
, denn allein in den erſten 9 Monaten des jetzt kau=
fenden
Geſchäftsjahres wären faſt 9 Millionen Mark mehr
verdient worden. Größere Lebhaftigkeit und Kaufluſt ent=
wickelte
ſich auch am Kaſſainduſtriegebiet und in erſter
Linie für chemiſche Werte, die ganz weſentlich ſteigen
konnten. Es iſt dabei die Tatſache hervorzuheben, daß
manche Branchen der chemiſchen Induſtrie eine Art Mong=
polſtellung
einnehmen. Albert hoben ſich um etwa 32
Prozent; wie man hört, ſoll der Konzern Elberfeld= Lud=
wigshafen
=Treptow beabſichtigen, außer dem Verein Che=
miſcher
Werke in Zeitz auch die Chemiſchen Werke vorm.
Albert in ſeine Intereſſengemeinſchaft einzubeziehen. Elek=
trizitätspapiere
waren gleichfalls lebhaft und höher auf
die erneute ſtärkere Entwickelung in dieſer Induſtrie, und
auch Maſchinenaktien fanden beſſere Beachtung auf die
allgemein günſtigere wirtſchaftliche Lage Europas, die
durch das alſeitige Friedensbedürfnis geſchaffen wird,
Die Stadt Darmſtadt hat eine 4prozentige Anleihe von

4 Milonen Markt einem Konſortium (Ranheim u. Go,
Darmſtadt, Diskonto=Geſellſchaft uſw.) zu 93 Prozent zu=
geſchiagen
.
An der Samstagsbörſe konnten chemiſche Aktien wei=
ter
avancieren, Badiſche Anilin bis 570, Höchſter bis 630,
Holzverkohlung bis 304. Auch der übrige Kaſſamarkt lag
recht feſt, beſonders wieder Kleyer, ebenſo Montanwerte,
von welchen Laurahütte beſſer beachtet waren, die übri=
gen
Gattungen aber ruhiger lagen. Anlagepapiere teil=
weiſe
reger; die 3prozentigen Reichs ſchließen höher. Neue
Kleyer=Aktien notieren zuletzt 352.
Ferner ſchließen: 4proz. Reichs von 1913 98, 4proz.
Reichs (rückzahlb. 1921) 98,20, 3½proz. Reichs 85,35, 3proz.
Reichs 76,05, Aproz. Heſſen von 1899 97, 4proz. Heſſen von
1906 97, 4proz. Heſſen von 1908/09 97, 4proz. Heſſen ( rück=
zahlbar
1921) 97.75. 3½proz. Heſſen 83,10, 3proz. Heſten
73,30, 4proz. Darmſtädter von 1913 94.75, 4proz. Darm=
ſtädter
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97 G. 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 1516) 97,20,
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3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 4) 84,10 6. 4proz.
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Company. Andere Mitglieder der Firma Morgan ſind
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American Telephone Company, der Weſtinghoufe Eletrie
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truſts
ausgeſchieden, doch iſt dieſer ausgeſprochenermaßen
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treter
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Company. Atchiſon, Topeka u. Santa Railway
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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Nummer 4.

Panile.

Von E. Oſten.
(Nachdruck verboten.)
Die Heimat der Vanille iſt das tropiſche Amerika.
Dem europäiſchen Markt wird ſie hauptſächlich von Re=
union
und Mauritius zugeführt; am meiſten geſchätzt iſt
die mexikaniſche Vanille, welche jedoch hauptſächlich auf den
amerikaniſchen Markt gelangt.
Die Vanillenpflanze es gibt etwa zwanzig Arten
dieſer Gattung iſt eine Kletterranke, die oft eine Höhe
von über 30 Fuß und die Stärke eines kleinen Fingers
erreicht. Die Ranke iſt rund, in regelmäßigen Zwiſchen=
räumen
mit Knoten verſehen und mit dunkelgrünen, ſpeer=
förmigen
Blättern bedeckt. Sie ſtreckt, wenn ſie größer
wird, eine Anzahl dünner Arme oder Luftwurzeln aus,
die ſich um die benachbarten Bäume ſchlingen und von die=
ſen
ſo viel Nahrung empfangen, daß die Nanken wenig
vom Boden abhängig ſind. Bisweilen bedecken die wil=
pen
Ranken vollſtändig die Zweige des Baumes und bil=
den
, indem ſie ſich von einem Baum zum nächſten ſchlin=
gen
, ungeheure Feſtons und Bogen, die ſo dick und dicht
ſind, daß ſie dem Wanderer den Weg verſperren.
Die Ranken blühen reichlich, gewöhnlich im Frühling:
die merkwürdigen, zarten Blüten mit ihren langen, blaß=
gelben
Blütenblättern ſprießen aus den Blattwinkeln her=
vor
. Sie welken bereits nach einigen Tagen und fallen
ab; da die Gelegenheit ihrer Befruchtung durch äußere
Wirkung deshalb ſehr gering iſt, ſo iſt es nicht über=
raſchend
, daß wenige von den Blüten Früchte hervorbrin=
gen
. Bei den wildwachſenden Vanillen wird die Befruch=
tung
durch Inſekten vermittelt, welche ja bekanntlich in der
Pflanzenwelt beſtändig die Rolle der Kupplerinnen ſpielen.
In den Vanillekulturen wird dieſes Geſchäft durch Arbeiter
beſorgt, die ſich dabei eines zugeſpitzten Bambusſtabes
bedienen, mit welchem ſie über die Befruchtungsorgane
hinwegſtreichen. Die Frucht nimmt die Form einer großen
Schote an; merkwürdig iſt, daß die Schoten, obwohl ſie
binnen fünfzig Tagen von dem Abfallen der Blüten an
ihre volle Größe erreichen, volle ſieben Monate zur Reife
gebrauchen.
Die Länge der Schoten variiert zwiſchen 5 und 12
Zoll: die Breite beträgt etwa einen Zoll. Ihre Form iſt
der Banane ähnlich. Jede Schote enthält eine Menge klei=
ner
, ſchwarzer Körnchen, die von einer balſamiſchen Maſſe
umgeben ſind, deren eigentümliche Miſchung von Oel und
Säuren den Schoten den deliziöſen Geſchmack und das
kräftige Aroma verleihen, welche ſie ſo ſehr begehrt machen,
Die Vanille wird in heißen Regionen auf reichem, gut
entwäſſertem Boden kultiviert. Da die Ranke den Schat=
ten
liebt, zugleich aber eine gewiſſe Menge Sonnenlicht
und friſche Luſt verlangt, ſo iſt, ehe der Boden für die
Kultur vorbereitet wird, eine ſorgfältige Prüfung des
Terrains nötig; in Amerika wird Waldland für dieſe
Zwecke kultiviert, und es gilt dann natürlich, einen Teil.
der Bäume zu fällen, und andere wieder ſtehen zu laſſen,
wie es gerade die Vanillenkultur verlangt. Die Bäume
ſollen immer durch zwiſchenräume von 8 bis 12 Fuß ge=
trennt
ſein, und es iſt ein gelegentliches Stutzen der Aeſte
erforderlich, um zu ſtarken Schatten zu vermeiden.
Die Fortpflanzung geſchieht nur in vereinzelten Fäl=
len
durch Samen, ſonſt meiſt durch Ableger. Starke, ge=
ſunde
und ausgewachſene Stengel werden ausgewählt und
in Längen von zwei Fuß geſchnitten, jede mit mindeſtens
drei Knoten. Am Fuße jedes Baumes wird eine kleine
Vertiefung von drei bis vier Fuß Tiefe und etwa einem

Fuß Lünge geglaben, und in dieſe wird der Ableger zur=
Hälſte eingeſenkt, während der überſtehende Teil an den
Baum, ſeine Pflegemutter, feſtgebunden wird.
Die Sprößlinge ſchlingen ſich bald feſt um den Baum;
die Schnelligkeit, mit der ſie wachſen, iſt erſtaunlich; ſo=
bald
die Ranken von der ſenkrechten Richtung abweichen,
müſſen ſie gerade gerichtet werden.
Im zweiten Jahre beginnen die Ranken bereits zu.
blühen. In dieſem Stadium werden ſie künſtlich befruch=
tet
, denn es wäre unſinnig, in großen Pflanzungen auf
die Gefälligkeit der Bienen und anderer Inſekten zu war=
ten
. In Zentralamerika wird eine kleine Kamelhaar=
bürſte
an den Blütenſtaub gebracht, und was daran hängen
bleibt, wird auf den weiblichen Teil der Pflanze, die
Narbe, übertragen. Geübte Vanillezüchter verzichten auf
die Anwendung der Bürſte und vollführen die Ope=
ration
einfach in der Weiſe, daß ſie den Staubbeutel öff=
nen
und den Blumenſtaub mit der Narbe in Berührung
bringen. Die Blüten verwelken bald nach der Befruch=
tung
, fallen ab, und die Schote erſcheint. Neun Monate
ſpäter, alſo im dritten Jahre nach der Pflanzung, beginnt
die Schote ſich an der Spitze gelb zu färben. Das iſt das.
Zeichen der Reife, und die Schoten werden ſofort geſam=
melt
, entweder ſorgfältig einzeln abgebrochen oder mit
einem ſcharfen Meſſer abgeſchnitten.
Die Zurichtung der Schoten für den Markt iſt etwas
zeitraubend. Gewöhnlich werden ſie einige Minuten in
kochendes Waſſer gelegt und auf einem mit Tuch bezogenen
Brett in der Sonne getrocknet, wobei ſie mit einer Decke
vor den direkten Sonnenſtrahlen geſchützt werden. Dieſes
Verfahren wird in der folgenden Woche wiederholt, und
jeden Abendl werden die Schoten in Tücher gepackt, in ge=
ſchloſſene
Räume gebracht und in Holzkiſten zum Gären
gelegt.
Dieſes Verfahren iſt aber nur in Amerika üblich.
Auf Reunion und Java werden die gepflückten Früchte
bündelweis in kochendes Waſſer getaucht und in Horden,
welche mit Tuch ausgeſchlagen ſind, an der Sonne oder
unter Anwendung von Dörrapparaten getrocknet. Wenn
die Schoten einen ſchwarzbraunen Ton angenommen
haben und unter dem Druck zwiſchen zwei Fingern einen
leichten krachenden Ton erzeugen, ſo haben ſie genug
Sonne gehabt und ſind marktfertig. Es iſt indes ratſam,
um vollſtändiges Trocknen zu ſichern, ſie auf einem feinen
Drahtnetz auf Brettern in einem gut gelüfteten Raume
etwa einen Monat liegen zu laſſen. Während dieſer Zeit
ſchrumpfen ſie zu etwa der Hälfte ihrer urſprünglichen
Größe zuſammen und können nun nach Größe und Quali=
tät
ſoriert, verpackt und verſchift werden.
Man kann annehmen, daß jede Ranke jährlich etwa vier
Schoten trägt; es kommt aber vor, daß eine einzelne Ranke
zweihundert Schoten produziert; das iſt allerdings eine
Seltenheit, während eine Ernte von 80 Schoten pro
Ranke durchaus nichts ungewöhnliches iſt. Der Preis
der Vanille beträgt 20 bis 30 Mark pro Pfund für Schoten
von 4 bis 9 Zoll Länge.
Tauſend Schoten wiegen durchſchnittlich fünfzig
Pfund, und die Produktionskoſten belaufen ſich, nach
einem Bericht des Auswärtigen Amtes über Vanille=
kultur
in Mexiko, auf etwa 130 Mark pro hundert Ran=
ken
, und 13 Mark für das Trocknen von Tauſend Schoten.
Hundert Ranken, welche etwa 140 Mark Produktionskoſten
verurſachen, bringen zicka 400 Schoten oder 20 Pfund im
Werte von 400 Mark hervor. Dabei ergibt ſich ſelbſt nach
Abzug aller Frachten und Speſen, ein ſchöner Gewinn für

den Danlezüchter. Dieſe Taſuche wied durch den
wähnten amtlichen Bericht vollkommen beſtätigt, denn der
ſelbe ſchließt mit der Verſicherung, daß in guten Jahren
etwa 300 Prozent Gewinn in Banille erzielt ſind.

Vermiſchtes.

C.K. Die letzten Zedern des Libanon Was iſt von
den gewaltigen Zedernforſten des Libanon noch geblie
ben, aus denen einſt König Salomo,das Holz für ſeine
großen Bauten ſchlagen ließ? Wir finden Exemplatsl
und kleine Wälder dieſes ſchönen Baumes, der zu ſo viel
Legenden Veranlaſſung gegeben hat, faſt in allen Teilei
Europas, aber in ſeiner Heimat, an den majeſtätiſchen
Abhängen der ſyriſchen Berge, iſt die Libanon=Zeder heute
faſt ausgeſtorben; nur noch wenige Exemplare und ei
kleiner Zedernhain erwecken die Erinnerung an jene mäch=
tigen
Forſten, die hier zu bibliſchen Zeiten Schatten ſpenl
deten. Im National Geographie Magazine erzählt ei
amerikaniſcher Reiſender, John D. Whiting, von den le
ten Zedern des Libanon, die noch erhalten ſind. Die
Hänge und Böſchungen, auf denen einſt mächtige Zedern
wälder rauſchten, ſind heute kahl und öde; nur an eine
Stelle noch, an den Abhängen des Djebal=el=arz,
Zedernberges der etwa einen Tagesmarſch von dem
Dorfe Bſcherreh entfernt iſt, gibt es noch einen kleiſäll
Hain von Libanon=Zedern: einige 400 Bäume, die ſich
2105 Meter über dem Meeresſpiegel auf einer Hügelkuß
angeſichts des ewigen Schnees des Dahr=el=Hodib
heben. Die Baumgruppe iſt heute durch eine Steinmanl
geſchützt, die von den Maroniten errichtet wurde: di
Bergziegen können daher keine Verwüſtungen anrichtl
Inmitten des Haines erhebt ſich eine kleine Kapelle,
der oft die chriſtlichen Eingeborenen pilgern; und in
Sommermonaten kommen aus Beirut und der weiter
Umgebung einige Familien, um hier im Parke unter
ten, eine Art Sommerfriſche zu genießen. Die älteſtel
Bäume dieſes letzten Zedernhaines erreichen eine Höhll
von gegen 27 Meter: der größte Baum hat am Stamm
einen Umfang von über 15 Metern. Es iſt unmögliäl
das Alter dieſer Rieſen zu beſtimmen, ſicherlich aber ſi
viele von ihnen mehr als 1000 Jahre alt. Freilich, weill
man den Eingeborenen glauben will, ſind dieſe Bäh
gar 4000 Jahre alt. Als Whiting mit dem alten Mäh
niten=Geiſtlichen ſprach, der den Hain behütet, und esl
klagte, daß nur noch ſo wenig der berühmten Zedern voll
Libanon vorhanden wären, erklärte der Alte ernſthäft
Es hat nie mehr gegeben ſeit 4000 Jahren. Die
ſchichte lehrt uns, daß nicht ein einziger Baum verſchwül
den iſt ſeit den Tagen der Sintflut. Als der fremde Rel
ſende darauf ſchüchtern einwandte, daß König Saloma
doch eine Unmaſſe dieſer Zedern für den Bau ſeines Teil
pels und ſeines Palaſtes habe ſchlagen laſſen, antworte
der alte Maronit: Ja, das iſt wahr, König Salomo nah
viel Holz aus dieſen Bergen aber das war lange
der Sintflut! Dann zeigte er auch junge, noch nicht einel
halben Meter hohe Bäumchen und erklärte ſtolz, daß dieſt
Zedern ſeit Chriſti Zeiten unausgeſetzt wüchſen! Alle
der Bericht der Bibel genügt, um dieſe frommen Legell
den des alten Maroniten zu widerlegen, erzählt uns
das Buch der Könige, daß Hiram ein Heer von 7000
ſydoriſchen Holzfällern in die großen Zedernforſte
Libanon ſandte, um unter der Leitung von 600 Aufſehel
die ſchönſten Libanon=Zedern zu fällen.

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Nummer 4.

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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Seite 19.

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(Familien=Roman aus den Jahren 1812 und 1813.
Von Oskar T. Schweriner.
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright 1913 by Carl Duncker in Berlin.

(Nachdruck verboten.)
Einige Tage ſpäter gingen Edmund von Roſen und
Fill Dögen die Landſtraße entlang, die von Szawly nach
ſt führt. Sie gngen viel ſpazieren in dieſen Tagen;
deſänur auf ſolchen Wegen konnten ſie ungeſtört ihre
ſchmieden.
cffürchte, wir verlieren koſtbare Zeit.
meinſt alſo, wir ſollten ohne Georg Sander weiter=
auſtten
?
ch muß ſchon dabei bleiben.
Ich weiß nicht
Bedenklich ſchüttelte Fritz das Haupt. Langſam wei=
tenſtreitend
, ſetzten ſie ihr Geſpräch fort. Dabei vergaßen
ſien Eifer ganz auf den Weg und die ſie Begegnenden
achſſgeben, und hätten faſt einen Menſchen umgeſtoßen,
datus der entgegengeſetzten Richtung kam.
Pardon!
Wie der Kerl ausſah! Ein Auge war verquollen, auf
denſange klebte geronnenes Blut, die Kleider am Körper

waren zerſetzt, er ſtarrte von Schmutz. Augenſcheinlich
ein Landſtreicher.
Pardon! Mit Verlaub, meine Herren! Iſt das dort
Szawly?
Er deutete hinüber zu den am Horizont ſichtbaren
Strohdächern des Ortes.
Das iſt Szawly.
Und, mit Verlaub, meine Herren, kann ich dort den
preußiſchen General von Grawert finden?
Dögen und von Roſen wechſelten einen raſchen Blick.
Wenn ich nicht irre, ja, ſagte Fritz und neſtelte an
ſeiner Krawatte. Der Fremde ſtutzte und fing gleichfalls
an, eine imaginäre Krawatte, die dort vielleicht einmal
geſeſſen hatte, an ſeinem Halſe in Ordnung zu bringen.
Dann, wie ein Blitz, fuhren drei Hände an drei Kehlen
und ſchon ertönte auch das Loſungswort:
Mit Gott!
Für König und Vaterland!
Hier, unter freiem Himmel, ſchüttelten die drei ſich
die Hände. Dann machten ſie ſich miteinander bekannt.
Edmund von Roſen.
Fritz Dögen.
Georg Sander.
Lupus in 4abula! Oder zu deutſch: wenn man vom
Teufel ſpricht! ſcherzte Fritz hocherfreut. Aber, Freund,
Kamerad, wie ſehen Sie aus?

Ueberfallen! erklärte der kurz. Ueberfallen und aus=
geraubt
. Mit dem Leben bin ich bloß noch davongekom=
men
, weil ich mich ohnmächtig ſtellte.
Aber Sie fühlen ſich doch wohlauf? fragte Roſen be=
ſorgt
.
Oh, vollkommen! lachte der einſtige Burſche des Leut=
nants
von Müller. Dann nahmen ihn die beiden Freunde
in die Mitte und machten ſich auf den Heimweg. Ehe ſie
in ihrem Gaſthof angelangt, hatte Sander ſchon die Worte
Pfuels wiederholt, die die beiden anderen mit Jubel auf=
nahmen
. Auch der Plan war fix und fertig. Heute abend
ſollte er in Szene geſetzt werden. Ein Plan, deſſen Fol=
gen
für die Weltgeſchichte von größter Bedeutung werden
ſollten.

Es war am Abend des Tages nach den Ereigniſſen,
die ſich in der Nacht und früh morgens in Küſtrin zuge=
tragen
hatten. In ſeinem geräumigen Hauſe in Berlin
lag der alte Salomon, von Fieberfroſt geſchüttelt, in ſeinem
Bette; phantaſierte, hielt die Hand Lieſelottens feſt in der
ſeinen und nannte ſie mein geliebtes Kind, meine Ruth.
Tränen liefen dem Mädchen über die Wangen, Tränen
ſtanden auch in den Augen des alten Dögen, der jetzt
mehr im Hauſe des Bankiers verweilte, als im eigenen.
Jetzt war es Nacht. Der Arzt war erſt vor kurzem

[ ][  ][ ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Nummer 4.

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mit behenlichen Aopſchileint ſoiſenngen önr der
Nähe des Bettes brannte eine niedrige Kerze.
Lautloſe Stille, unterbrochen nur durch das phantaſie=
rende
Murmeln des Kranken. Unterbrochen auch bald
durch zehn dumpfe Schläge von der Petrikirche; die Zeit
verkündend. Dann wieder Ruhe die Beide am Bette,
Vater und Tochter, blickten bekümmert vor ſich hin. Plötz=
lich
fahren ſie erſchreckt zuſammen. Die Tür wird haſtig
aufgeriſſen. Menſchen ſind eingetreten; haben die Tür be=
hutſam
wieder hinter ſich ins Schloß gezogen. Aus dem
Dunkel hat ſich eine Frauengeſtalt losgelöſt Sie hat ſchnell
das Zimmer durchquert und ſich vor dem Bett auf den
Boden geworfen; den Kopf auf des Mannes Bruſt.
Vater! Lieber Vater! Ich bin wieder bei Dir
Deine Ruth!
Hat der Alte es gehört? Er hat plötzlich die Augen
geöffnet, hat gelächelt, hat ſeine Hand wie ſegnend auf das
Haupt ſeiner Tochter gelegt. Und hat dann wieder die
Augen geſchloſſen, ruhig und friedlich. Und hat nicht wei=
ter
gemurmelt.
Und unterdeſſen? Liebesaugen ſehen ſcharf; ſelbſt im
Dunkeln. Auch wenn der ehemalige Offizier plötzlich wie
ein Handwerksburſche ausſieht.
Lieſelotte und Franz hielten ſich feſt umſchlungen.
Auf den wie verſteinert daſtehenden alten Dögen aber,
dem alle dieſe Ereigniſſe unfaßbar, unbegreiflich erſcheinen
mußten, ſchritt der dritte Mann, der ins Zimmer getreten
war, zu und ſtreckte ihm die Hand entgegen.
Ich ſoll Ihnen Grüße bringen von Ihrem Sohn
Fritz, Herr Dögen. Es gehr ihm gut. Er arbeitet tapfer
an der Sache des Vaterlandes.

Den ien Nem ounde es piärlich heißt uit den
Rücken der Hand wiſchte er ſich den Schweiß von der
Stirn. Dort Ruth; drüben Lieſelotte und Franz; der=
Franz, der doch bei der Armee ſein mußte, ohne Uniform.
und hier vor ihm der junge Mann, der ihm damals im
Luſtgurten im Gedränge ſo wacker zur Seite geſtanden,
nachher die Einladung zu einer Taſſe Kaffee ausgeſchlagen
hatte und ihn jetzt plötzlich bei ſeinem Namen nannte.
Da ſollte ein anderer daraus klug werden!
Ferdinand mochte die Gedanken des Alten erraten.
Beruhigend legte er ihm eine Hand auf die Schulter.
Verſuchen Sie nicht, jetzt alle die Rätſel zu löſen. Sie
werden ſie ſpäter ſchon von ſelbſt verſtehen. Jetzt muß ich
Ihnen ſchnell einige Worte ſagen; Sie müſſen uns hel=
fen
. Erſtens dürfen Sie nicht erſchrecken, wenn bei Ihnen
nach Fritz gefragt wird. Er iſt deſertiert.
Fritz 1
iſt deſertiert. Jawohl. Fürs Vaterland. Und
man wird ihn nicht faſſen; darüber dürfen Sie beruhigt
ſein. Nun weiter, Herr Dögen. Franz hat, wie Sie ſehen,
dasſelbe getan.
Als Franzoſe
Als guter deutſcher Kamerad, dem man den Franzoſen
aufgezwungen hatte, ſtand er Fritz bei und wurde ſo ſelbſt
zum Deſerteur. Setzte alſo ſein Leben für Fritz ein! Sie
verſtehen, Herr Dögen!
Iſt das wahr?!
Auf mein Ehrenwort!
Einen Moment ſtand der alte Dögen ganz ſtill. Dann
ging er hinüber, wo Lieſelotte und Franz eng aneinander
geſchmiegt ſtanden, und reichte dem jungen Mann die
Hand.

e
Ferdinand trat zu ihnen.
Ich werde Franz bei mir im Hauſe unterbring
mich kennt niemand. Bei Ihnen wird man nachforſchel
da darf er alſo nicht geſehen werden. Ihre Hilfe
jetzt vor allem darin beſtehen, daß Sie mich ſtets gen
unterrichtet halten über das, was in dieſem Hauſe
bei Ihnen vorfällt.
Darauf können Sie ſich verlaſſen.
Es wurde nun genau feſtgelegt, auf welche Art
Verſtändigung vor ſich gehen ſollte. Dann verließen
dinand und Franz das Zimmer eben ſo ſtill, wie ſie
eingetreten waren.
Alles das hatte ſich im Zeitraum weniger Min
abgeſpielt Ruth ſchien nichts bemerkt zu haben von
was um ſie herum vorging. Die ſtreichelte nur immer
Wangen des Vaters und wiederholte:
Vater! Vater! Deine Ruth iſt hier, erkennſt Du
nicht?
Aber der Alte rührte ſich nicht. Lag ganz
lich da; mit geſchloſſenen Augen.
Da wurde dem Mädchen plötzlich bang zu Mute.
ſprang auf.
Herr Dögen! Papa liegt ſo ruhig! So unbe
lich
Er wird eingeſchlafen ſein, flüſterte Dögen und
ſeine Hand auf die Stirn des Kranken. Doch ſchnell,
ſchreckt, zog er ſie wieder zurück. Die war ſo kalt,
feucht.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

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Beginn Montag, den 5. Januar
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1. Sembre et Monse. Regi=
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van. 3 Papaueite,
2 uStegmunde Liebeslied und
Wolans Abſchied= aus, Malſire
von R. Wagner. 3. Auf Wunſch:
a. Die türtſche Scharwache, von
Michgelis; b) Huſarenritt von
Fr. Spindler, 4.=Anng, was iſt
denn mit dir:. Walzer aus De:
leie Anguſtin= von Deg. Fall=
5. ande ich ſchlaſe ſo ſchlecht:
Dueit aus der Poſſe= Zümzauber!
von W., Kollo., 6. V).Hurra,
Zeppelim., Marſch von 6r. Man:
8 =An die Geſchütze, Marſch von

[ ][  ][ ]

Seite 22.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Nummer 4.

Voranzelge.
Turnhalle Woorsplatz.
Sonntag, den 18. Januar, abends 7.11 Uhr:

Dblbkrobbe Damen u. Herronbitzune

der Residenz.

Näheres durch spätere Anzeige und Plakate.

Der grosse Rat der Turngemeinde Darmstadt


Gartenkunst-Ausstellung.
Im Auftrage des Gartenbauvereins veranſtalten wir, anſchließend
an den Lichtbildervortrag des

Herrn Gartenarchitekten Hans Geriach
über die Gartenkultur des 20. Jahrhunderts und ihre ſoziale Bedeutung
am Donnerstag, den 8. Januar 1914
im Kaiſerſaal (Grafenſtraße), abends 8 Uhr,
eine Gartenkunſt=Ausſtellung
und laden hiermit zum Beſuche dieſer Veranſtaltung ergebenſt ein.
Eintritt frei.
W. Cossmann Nachf.
Wirtz & Eicke, Gartenarchitekten,
Darmſtadt, Neckarſtraße 11.
(844a

Perit ir ehreing en Pateſhmng.
Donnerstag, den 8., Dienstag, den 13. und Dounerstag, den
15. Januar 1914, abends 8½ Uhr,
im Hörſaal 330 der Techn. Hochſchule (Eing. Weſtportal)
3 Vorträge
von Herrn Professor Dr. Pinder, Darmstadt:
Stilſtrömungen in der Kunſt des 13., 14. und
15. Jahrhunderts
Die Vorträge ſind Ergänzungen der vorjährigen Ausführungen
von Herrn Profeſſor Dr. A. E. Berger: Ueber mittelalterliche
Kulturgeſchichte‟.
Eintrittskarten für die 3 Vorträge zu 80 Pfg., für Mit=
glieder
zu 50 Pfg. am Verkehrsbüro und bei J. Mylius, Herd=
(870gmd
weg 2. Einzelvortrag 40 und 30 Pfg.

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Ab 1. Januar 1914 konzertiert täglich das
Salon-Damen-Grchester
Dir.: Hans Meerstein.

Stets freier Eintritt.
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Narrhalla: Brauerei-Ausschank zum Hanauer Hof

Heinheimerstraße 8

Mauerstraße 7

Zur Eröffnung der Karnevalsaison
Heute Sonntag, den 4. Januar 1914
in den festlich närrisch dekorierten Räumen:
I. Kappensitzung
Großes
humoristisches Eröffnungs-Konzert
ausgeführt von der Kapelle des Großherzogl. Artill.-Korps Nr. 25
unter persönl. Leitung des Herrn Obermusikmeisters Fr. Nickley.
Proklamierung des Karnevals, Absingen der neuesten Karnevals-
ljeder
1914, musikal. Aufführungen der neuesten Tänze u. Schlager.
Das Geheimnis des Tango-Tanzes
(*180
und noch vieles andere.
Anfang 6 Uhr 11 Minuten. Eintritt 19 Pf. à Person.
Schützenhof (Kellerloka)
Sonntag, den 4. Januar 1914, von 6 Uhr ab
Humoristisches Konzert
einer Abteilung des Art.=Regts. Nr. 61
(Obermuſikmeiſter Weber).
(*173
Eintritt frei. Eintritt frei.
Die Konzerte finden bis Faſtnacht jeden Sonntag ſtatt.

Sonntag, den 11. Januar
im Städtischen Saalbau:
Grosses Karnevalistisches
Elöffnungs-Konzert

Ludwigshöhe.
Heute Sonntag, 4. Januar 1914, nachm. 4 Uhr:
Arirtar-Konzert
Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Regts. Nr. 61
Leitung Obermusikmeister M. Weber.
Im Programm: Auber: Der erſte Glückstag. Gounod:
Fauſt und Margarethe. Verdi: Nebncadnezar. Offenbach: Die
ſchöne Helena. Kollo: Muſik aus Filmzauber. Probſt: Deutſcher
Truppengeiſt. Villeldo: El. Cherlo. Tango. Haberl: Salen
Aleikum.
(B884
Eintritt 30 Pfg.
Obere Räume ſind für Richtkanzertbeſucher reſerviert.

mit Tanz
Kapelle Weber.
Anfang 8.11 Uhr.
Der Tanz beginnt 10 Uhr.
(000
Der große
Kul.

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Sonntag, den 4. Januar 1914,
Außer Abonnement.
18. Volks-Vorstellung
ermäßigten Preisen.
Der Raub der Sabinerinnen
Schwank in 4 Akten von Fraſſ
und Paul von Schönthan.=
Spielleiter: Heinrich Hacker.
Perſonen:
Martin Gollwitz,
Profeſſor . . . JohannesHei
Friederike, deſſen
Sophie Doſtal
Frau
Paula, d. Tocht. Käthe Gothe
Dr. Neumeiſter . Br. Harprecht
Marianne, ſeine
. Käthe Meißnl
Frau
. Paul Peterſell
Karl Groß .
Emil Groß, gen.
Sterneck, deſſen
.. Frz. Schneide
Sohn
Emanuel Strieſe,
Theaterdirektor Adolf Jordal

Roſa, Dienſtmäd=1 Minna Mülle
chen b. Gollwitz) Rudolphl
Auguſte, Dienſtm.
bei Neumeiſter . Ellen Widmanſ
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Herm. Knispa
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ſitz: 1.13. Reihe 1.65 , 14.
Reihe 1.15 , Parterre 1.15
Proſzeniumsloge 2.15 , Mittell
loge 2.15 , Balkonloge 2.15
I. Rang 2.15 , II. Rang 1.15l
I. Galerie 55 , II. Gelerie 45
Kartenverkauf der noch vorhaft
denen Karten erfolgt an der Tages
kaſſe im Hoftheater am Taged
Vorſtellung, vorm. von 11 Uhra
Anfang 2 Uhr. Ende 4½ U

Sonntag, den 4. Januar 1914
33. Abonnem.=Vorſtellung. D
In der neuen Inſzenierung:
Der Ring des Nibelungen
Bühnenfeſtſpiel in 3 Tagen
einem Vorabend von Richard
Wagner.
Gaſtſpiel des Kammerſänger
Walter Soomer vom Kgl. Hof
theater in Dresden.
Erſter Tag:
Die Walküre=
in
3 Aufzügen v. Rich. Wagnäll
Muſikal. Leiter: Willem de Haoſl
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen:
. Georg Becken
Siegmund .
Alfred Stephall
Hunding.
Wotan
. Gt. Geyersball
Sieglinde
. Franz. Callm
Brünnhilde.
. Anna Jacohs
Fricka .
.Clement. Feiſll
Gerhilde,
. Marg. Belinſ)
Ortlinde,
Schäfer
. Anna Jacohs
Waltraute,
Schwertleite, . Eva Unger!
Olga. Kallenſt
Helmwige,
. Luiſe Sturmſt
Siegrune,
. Annem. Liſch
Grimgerde,
Lydia Rietöhll
Roßweiße,
Wotan: Kammerſänger
ter Soomer.
Preiſe der Plätze (6
Preiſe): Sperrſitz: 1.13. Raſ
4.20 , 14. 20. Reihe 3.40 , P
terre: 1.5. Reihe 2.90 , 6
Reihe 2.35 , Proſzeniumsla
6.20 Mittelloge 6.20 , Böl
konloge 5.20 , I. Rang 4.70
II. Rang: 1.6. Reihe 2.70
7. u. 8. Reihe 2.15 , I. Gall
1.35 , II. Galerie 75 .
Kartenverkauf: an der Tagl
kaſſe im Hoftheater von 10½
1½ Uhr und eine Stunde vor
ginn der Vorſtellung; im
kehrsbüro von 9 bis 1
(Im Verkehrsbüro werden
telephoniſch Karten=Beſtellundll
entgegengenom. Tel. Nr. 15
Anf. 7 Uhr. Ende 11½
Vorverkauf f. die Vorſtellun
Dienstag, 6. Jan. 84. Ab.=M
A 22. Romeo und Julim
Kleine Preiſe. Anfang 7½
Mittwoch, 7. Jan. 85. Ab.=V
B 21. Der Ring des Nibelungel
Zweiter Tag: Siegfried
Gewöhnl. Preiſe. Anfang
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Donnerstag, 8. Jan. 86. Ab.=
C 21. Prinz Friedrich p0
Homburg. Kleine Preiſe
fang 7½ Uhr.

Montag, 5. Jan. Viertes
zert der Hofmuſik. Anfang 7 Uh
Soliſt des Abends: Bronislal
Hubermann (Violine).

[ ][  ][ ]

Nummer 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Jauuar 1914.

Seite 23.

II,882

Sport, Spiel und Turnen.

* Fußball. Darmſtädter Sportklub 1905.
heutigen Sonntag findet auf dem Sportplatz am
uiin Schießhaus ein ſehr intereſſantes Wettſpiel ſtatt
Eit zweite Mannſchaft Sportklub empfängt die erſte Elf
Sportklubs 1908 Griesheim, während die Dritte der
Arheimiſchen nach Griesheim fährt, um der zweiten Elf
dortigen Sportklubs das fällige Rückſpiel zu liefern,
it vierte Mannſchaft des D. F.=C. 05 ſpielt auf dem
ortklubplatz gegen die zweite Elf des F.C. Olympia=
Ehn.
Der Sport des Sonntags.
sr. Auch im Sportbetrieb bewahrheitet ſich jetzt das
Sprichwort Wat dem eenen ſin Uhl, is dem annern
Nachtigal So erwünſcht den Winterſportlern der
che Schneefall iſt, ſo ungelegen kommt er den Anhängern
Raſenſports. Fußball und Hockeybetrieb müſſen
lter den gegenwärtigen Umſtänden in Deutſchland voll=
ſſindig
ruhen. In der Leichtathletik beginnt jetzt die Zeit
r Hallenſportfeſte, die ihren Höhepunkt mit dem Ber=
her
Hallenſportfeſt am 17. und 18. Januar erreicht. Den
ten Sonntag im Januar benutzt der Sportklub Char=
ſtenburg
, um ſein internes Meeting in der Rollſchuh=

Halle am Kurfürſtendamm abzuhalten. Von den winter=
ſportlichen
Veranſtaltungen müßte die Deutſche Rodel=
meiſterſchaft
1914 in Bad Sachſa mit beſtem Gelingen vor
ſich gehen, denn in den Bergen des Harzes gibt es jetzt
Schnee in Hülle und Fülle. Auch im Schwarzwald wird
im eine Rodelmeiſterſchaft gekämpft, nämlich in Triberg
um die Meiſterſchaft von Baden. Eine ſchwierige Aufgabe
haben die Teilnehmer des 4. Erzgebirgskamm=Wettlaufes
zu bewältigen denn es gilt, in drei Tagen die 120 Kilo=
meter
lange Strecke zurückzulegen. Am Sonntag ſtarten
die Skiläufer in Moldau, am Montag in Sebaſtiansberg
und am Dienstag im Oberwieſenthal zum Ziel nach
Klingenthal. Auch in den anderen Winterſportplätzen
Deutſchlands, Oeſterreichs und der Schweiz herrſcht jetzt
Hochſaiſon, wenn auch die großen ſportlichen Wettkämpfe
und Winterſportfeſte erſt ſpäteren Terminen vorbehalten
bleiben. Weniger günſtig als die Schneeſchuhläufer und
Rodler ſind die Eisläufer daran denn die Kunſtlauf=
Meiſterſchaft von Berlin, die am Sonntag im Tiergarten
ausgetragen werden ſollte, mußte auf unbeſtimmte Zeit
verſchoben werden. Dagegen iſt der Berliner Schlittſchüh=
klub
nach Prag gefahren, um dort am Sonntag ſeinen
Titel als Eishockey=Meiſter von Oeſterreich zu verteidigen.
Der nie ruhende franzöſiſche Rennſport bringt als erſtes
Meeting des neuen Jahres in gewohnter Weiſe die inter=
nationalen
Rennen zu Nizza. Das ſich über 8 Tage bis
zum 20. Januar erſtreckende Meeting wird ohne deutſche
Beteiligung vor ſich gehen, denn bei den im eigenen Lande
in Hülle und Fülle winkenden reichen Preiſen hat es kein
Rennſtallbeſitzer mehr nötig, eine koſtſpielige Expedition
nach der Riviera zu unternehmen. Dagegen hat ſich die
Elite der franzöſiſchen und italieniſchen Hindernispferde
in Nizza verſammelt, ſo daß an Startern kein Mangel
herrſcht. Der Eröffnungstag bringt in dem mit 50 000
Francs ausgeſtatteten Prix de Monte Carlo gleich eine der
wertvollſten Prüfungen. Der Ausgang dieſes Hürden=
Rennens ſollte zwiſchen den Vertretern der Ställe Veil=

Peard und Eh. Nemart liegen, die dort ihre beſten Eiſen
im Feuer haben.
er. Lawn=Tennis. Bei den Hallen=Lawn=
Tennis=Wettkämpfen in Frankfurt a. M.
rehabilitierte ſich der Frankfurter Meiſterſpieler O. Kreu=
zer
glänzend gegen Hauptmann von Müller=Potsdam,
ſeinen Bezwinger im Herbſtturnier des Berliner Lawn=
Tennis=Turnier=Klubs, den er in der Schlußrunde des
Herren=Einzelſpieles mit 6:2, 8:10 611, 6:1 überlegen aus
dem Felde ſchlug. Der in Deutſchland noch disquali=
fizierte
Lawntennismeiſter R. Kleinſchroth=München
erlitt in Paris bei den dortigen Hallenmeiſterſchaften
gegen den in internationalen Kämpfen bisher noch wenig
aufgetretenen franzöſiſchen Spieler Canet mit 6:3, 6:2 eine.
überraſchende Niederlage.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die Abonnementskarten der Heag betr.
Nachdem ich nun vier Mal wegen einer Abonne=
mentskarte
zur Luiſenſtraße pilgerte, iſt es mir Freitag
abend endlich gelungen, ſolche zu erhaſchen. Der Andrang
zu der Fahrkarten=Ausgabe war ein ſo enormer, daß in=
folge
der unzulänglichen Räumlichkeiten die Leute faſt bis
auf der Straße ſtanden und ſtundenlang warten mußten.
Es muß außerdem ſehr gerügt werden, daß bei einem ſol=
chen
Andrang nicht mehr Beamte zur Bedjenung des
Publikums wenigſtens an ſolchen Tagen vorhanden
ſind. Das iſt in dieſem Falle eine ganz falſche Sparſam=
keit
, wo doch das Publikum die Sache berappen muß, denn
die Heag nimmt außer dem Abonnementspreis noch 50
Pfennig für das kleine Käctchen!
R. W.

armſtädter Konſum=, Spar=und Produktions=Genoſſenſchaft

eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftung.

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[ ][  ]

Seite 24.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 4. Januar 1914.

Nummer 4.

15

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Frankfurt a. M.
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(IV,928