Darmstädter Tagblatt 1914


75 1., Donnerstag, den 1. Januar.

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177. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
verbunden
mit Wohnungs=Anzeiger und der wöchentlichen Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annonenrabatt in Weofal.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 28 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Wie aus Neu=York gemeldet wird, wurde dort der
flüchtige Rechner des Spar= und Kredit=
vereins
Heppenheim a. d. B., Franz Höhn, der
etwa 220000 Mark unterſchlagen hatte, die jedoch ge=
deckt
werden konnten, verhaftet. Er wird freiwillig
nach Deutſchland zurücktehren.
Die Mona Liſa wurde am Dienstag abend im Auto=
mobil
unter ſtarker Polizeibedeckung nach dem Bahnhofe
gebracht. Um 8 Uhr verließ der Zug Mailand und fuhr
über Turin nach Paris.
Die griechiſche Regierung teilte den Mächten mit,
daß ſie die Fragen der Abgrenzung im Nord=
epirus
und der Aegäiſchen Inſeln als
voneinander untrennbar betrachte.
In dem Neu=Yorker Mordprozeß gegen den
früheren Kaplan Schmidt wurde die Jury in 36 Beratung über den Wahrſpruch ſich nicht einig
und daher entlaſſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.

Das Jahr 1913.
Deutſchlands auswärtige Politik.

Günſtiger als auf die innere ſtellt ſich der Rück=
blick
auf unſere auswärtige Politik dar. Zwar hat es an
äußerlich ſichtbaren Erfolgen gefehlt und ebenſo hat man
mehrſach Gelegenheit gehabt, zu beobachten, daß man uns
nach Möglichkeit bald hier, bald dort Schwierigkeiten zu
bereiten ſuchte, aber es ſind doch verſchiedene Momente
zu verzeichnen, die Farauf hindeuten, daß die Regelung
wichtiger Fragen internationalen Charakters in die Wege
geleitet iſt, und zwar in einer Weiſe, daß für Deutſchland
keine Nachteile zu befürchten ſind. Auch war es Deutſch=
land
mehrere Male beſchieden, ſeine Macht in die Wag=
ſchale
zu werfen und zur Erhaltung des Weltfriedens bei=
zutragen
. Dieſe Tätigkeit kam natürlich in erſter Linie
den anderen Dreibundmächten zugute, mit dem Reſultal,
daß das Bündnis noch weiter gefeſtigt wurde und daß
man namentlich in Italien den Wert der Beziehungen zu
Deutſchland höher einzuſchätzen lernte. Eine Reihe von
Aeußerungen der italieniſchen Staatsmänner hat der Welt
gezeigt, wie feſt Italien zu Deutſchland und Oeſterreich
ſteht, Erklärungen, die den Herrſchaften an der Seine nicht
ſehr lieblich in die Ohren klingen, nachdem man dort ge=
hofft
hatte, Italien auf die Seite der Tripel=Entente her=
überlocken
zu können. Perſönliche Ausſprachen der Staats=
männer
und vor allem die mehrfachen Monarchenzuſam=
menkünfte
waren nicht mißzuverſtehende Demonſtrationen
gegenüber gewiſſen Kreiſen, die ſich ſtets und ſtändig be=
mühten
, der deutſchen Außenpolitik Schwierigkeiten in den
Weg zu legen.
Als beſonders erfreuliches Moment iſt die Annäherung
an England zu verzeichnen, die für die Geſamtkonſtellation
der Mächte von großer Bedeutung iſt, da ſie vor allem
auch auf die Verhältniſſe im Dreiverband Einfluß aus=
üben
mußl. Abgeſehen von den Bemühungen einflußreicher
Perſönlichkeiten hüben und drüben, eine Beſſerung der
Beziehungen herbeizuführen, haben wohl auch die Balkan=
wirren
das Ihrige dazu beigetragen, um den Machthabern
jjenſeits des Kanals darzutun, daß die deutſche Politik eine
offene und loyale und ohne jeden Hintergedanken iſt und
daß wir keineswegs die Abſichten haben, England
irgendwo in den Arm zu fallen. Grey hat in ſeiner Be=
tätigung
im letzten Jahre des mehrfachen Deutſchland an
ſeiner Seite gehabt, während Frankreich und Rußland
einen gegenteiligen Standpunkt einnahmen. So kam eine
Einigung über die kleinaſiatiſchen Fragen zuſtande, und
man ſpricht auch davon, daß über den afrikaniſchen Beſitz
Vereinbarungen abgeſchloſſen worden ſind.
Auch zwiſchen Berlin und Petersburg iſt wieder eine
Brücke geſchlagen worden, und trotz allen panſlawiſtiſchen
Geſchreis hat die amtliche Politik einen deutſchfreundlicheren
Kurs eingeſchlagen, weshalb man auch die Differenzen
wegen der Militärmiſſion nicht ſo tragiſch zu nehmen
braucht, weil hierbei wohl Herr von Giers ſich durch ſeinen
franzöſiſchen Kollegen Gompard hat ins Schlepptau neh=
men
laſſen. Sowohl Herr Saſönow wie der Miniſterpräſi=
dent
Kokowtzow nahmen Gelegenheit, auf ihren Auslands=
reiſen
in Berlin Station zu machen und ſich mit den maß=
gebenden
Stellen eingehend zu beraten. Hierbei hat ſich
gleichfalls Uebereinſtimmung in den wichtigſten Tages=
fragen
ergeben, und das Reſultat dieſer Beſprechunger

dürfte über kurz oder lang gleichfalls in der Orientpolitik
zutage treten. Die Dinge im Orient dürſten überhaupt
in der nächſten Zeit wieder mehr in den Vordergrund
rücken, auch nachdem jetzt die Wirren auf dem Balkan ihr
Ende gefunden haben. Wenn auch nicht direkt beteiligt,
ſo hat Deutſchland doch einige Male einzugreifen Gelegen=
heit
gehabt und mit gutem Gelingen; insbeſondere hat
Deutſchland und in erſter Linie Kaiſer Wilhelm einen
ruhmreichen Anteil an dem glücklichen Ausgange der Bu=
kareſter
Friedensverhandlungen. Wenn Deutſchland von
jemand aber Schwierigkeiten zu erwarten hat, ſo iſt es
von Frankreich, wo ehrgeizige Politiker alles daranſetzen
Deutſchland nicht hoch kommen zu laſſen. In der Frage
der Militärmiſſion hat Frankreich den Anſtoß gegeben,
und die bereits eingeleiteten Verhandlungen wegen der
kleingſiatiſchen Bahnen ſind plötzlich, wohl infolge ge=
wiſſer
Ränke, ins Stocken geraten. Aeußerlich ſind die
Beziehungen zwar durchaus korrekt, aber die ganze Si=
tuation
und die große franzöſiſche Heeresrüſtung laſſen es
angezeigt erſcheinen, daß wir nach wie vor gegenüber un=
ſerem
weſtlichen Nachbar auf der Wacht bleiben.

Zwei neue Geſetze

treten am 1. Januar für das ganze Reichsgebiet in Kraft:
dasjenige über die Reichs= und Staatsange=
hörigkeit
vom 22. Juli 1913 und dasjenige über die
Krankenverſicherung der Dienſtboten. Er=
ſteres
ſoll den Verluſt der Reichsangehörigkeit erſchweren
und ihren Wiedererwerb erleichtern. Der Verluſt wird
nicht mehr allein durch die Verſäumung einer Formalität
Eintragung in die Matrikel eines Konſuls ſondern
durch Umſtände bedingt, die den Willen des im Auslande
lebenden Deutſchen, dem Vaterlande nicht weiter anzuge=
hören
, deutlich erkennen laſſen, nämlich durch Erwerb
einer fremden Staatsangehörigkeit auf ausdrücklichen An=
trag
und durch Verletzung der Militärpflicht. Hinſichtlich
der Wiederaufnahme in die deutſche Reichs= und Staats=
angehörigkeit
iſt von jetzt ab bei allen ehemaligen Deut=
ſchen
und ihren Nachkommen von dem Erfordernis der
Niederlaſſung im Inlande abzuſehen. Ein Ausländer, der
ſich im Deutſchen Reiche niedergelaſſen hat, kann von dem
Bundesſtaat, in deſſen Gebiet die Niederlaſſung erfolgt iſt,
auf ſeinen Antrag eingebürgert werden, wenn er unbe=
ſchränkt
geſchäftsfähig iſt, einen unbeſcholtenen Lebens=
wandel
geführt, eine eigene Wohnung oder ein Unter=
kommen
gefunden hat und ſich und ſeine Angehörigen zu
ernähren imſtande iſt.
Das die Krankenverſicherung der Dienſtboten ein=
führende
Geſetz iſt erſt kürzlich in ſeinen einzelnen Be=
ſtimmungen
dargelegt worden, ſo daß der Inhalt als all=
gemein
bekannt angeſehen werden kann. In einzelnen
Großſtädten, namentlich in Berlin, war eine lebhafte Be=
wegung
gegen das Geſetz angefacht worden, weil die bis=
herigen
Verſicherungsvereine geringere Beiträge erforder=
ten
. Aber eine Aufhebung oder einen Aufſchub des Ge=
ſetzes
konnte dieſe Bewegung natürlich nicht herbeiführen.
Auch künſtig können Dienſtboten auf Antrag des Arbeit=
gebers
von der Verſicherungspflicht befreit werden, wenn
ſie im Falle der Erkrankung Rechtsanſpruch auf eine
Unterſtützung haben, die den Leiſtungen der zuſtändigen
Krankenkaſſe gleichwertig iſt. Vom Arbeitgeber werden im
Intereſſe der Dienſtboten gewiſſe Garantien, namentlich
in bezug auf ſeine Leiſtungsfähigkeit, verlangt, ſo daß die
Befreiung von der Verſicherungspflicht wohl nur zu den
Ausnahmen gehören wird. Daß die Regierung erſt dann
an eine Abänderung des Geſetzes heranzutreten geneigt
iſt, wenn genügende Erfahrungen geſammelt worden ſind,
läßt ſich verſtehen.

Deutſches Reich.

Die deutſch=engliſchen Afrikaverhand=
lungen
ſind, wie die Tägl. Rundſchau erfährt, ſo gut
wie abgeſchloſſen. Beſprechungen über eine bevorſtehende
Erwerbung portugieſiſcher Kolonien durch Deutſchland
finden überhaupt nicht ſtatt, dagegen hat man ſich darüber
geeinigt, daß die deutſchen und engliſchen wirtſchaftlichen
Intereſſenſphären in den portugieſiſchen Kolonien ſo ab=
gegrenzt
werden, daß Angola in die deutſche und Mozam=
bique
in die engliſche Intereſſenſphäre fällt und entſpre=
chend
der wirtſchaftlichen Erſchließung dem deutſchen bezw.
engliſchen Kapital überlaſſen wird. Auch das in dem Süd=
oſten
der Kongokolonie gelegene wichtige Gouvernement
Katanga wird als deutſche Intereſſenſphäre betrachtet.

Daher wird die von einem engliſchen Syndikat erſt zu
einem kleinen Teil gebaute Benquella=Bahn, die quer durch
Angola in das Katangagebiet führen ſoll, jetzt unter deut=
che
Führung kommen. Ueber den Anſchluß der Bahn
an die belgiſche Kongobahn dürften noch Verhandlungen
mit der belgiſchen Regierung nötig werden.
Die kurzen Anfragen im Reichstag.
Seit Einführung der kurzen Anfragen im Reichstag, dem
Mai 1912, ſind bis zum Schluſſe des Jahres 1913 insge=
ſamt
104 kurze Anfragen geſtellt worden; von dieſen wur=
den
78 mündlich im Plenum, 22 ſchriftlich beantwortet,
die Beantwortung einer Frage wurde aus Kompetenz=
gründen
abgelehnt, zwei Anfragen, die ſchriftlich beant=
wortet
werden ſollen, ſind bisher noch unbeantwortet ge=
blieben
, die letzte Anfrage wird erſt im Januar beant=
wortet
werden. Die beiden konſervativen Parteien haben
bisher von der neuen Einrichtung noch keinen Gebrauch
gemacht, die übrigen Fraktionen und Gruppen ſind alle
vertreten. Die meiſten Anfragen ſtammen von national=
liberaler
Seite (Baſſermann 12, Frhr. v. Richthofen 8,
Dr. Junk 6, Schiffer=Magdeburg 3, andere Nationallibe=
rale
8). Der Inhalt der Anfragen bezieht ſich hauptſäch=
lich
auf ſoziale Fragen, Jeſuitenbehandlung, äußere Poli=
tik
und Kolonialfragen.
Die Zaberner Vorfälle im elſaß=
lothringiſchen
Landtag. Der elſaß=lothringiſche
Landtag wird am Dienstag, den 6. Januar, durch den
kaiſerlichen Statthalter feierlich eröffnet werden. Die erſte
Leſung des Etats ſoll gleich darauf am Mittwoch, den
7. Januar, ſtattfinden. Zur Beſprechung der bei den kom=
menden
Verhandlungen, in denen der Fall Zabern eine
ausgedehnte Rolle ſpielen wird, einzunehmenden Haltung
hatte ſich die Zentrumsfraktion im Landtage zur Beratung
zuſammengeſunden. Das Ergebnis dieſer Beratung war
der Beſchluß, von einer Interpellation über Zabern abzu=
ſehen
und den Fall im Rahmen der Etatsdebatte zu er=
ledigen
. Den Sozialdemokraten ſcheint dieſe Art der Er=
ledigung
der Sache nicht zu genügen, denn die Freie Preſſe
kündigt eine Interpellation der Sozialdemokratiſchen Frak=
tion
an, die dahin geht, den Statthalter zu fragen, was
er getan habe, um die Offiziersausſchreitungen in Zabern
zu verhindern, und welche Garantien gegeben ſeien, daß
ſolche Ausſchreitungen ſich nicht wiederholten. Infolge=
deſſen
werden wohl alle Parteien eine Interpellation ein=
reichen
. Die Begründung der Interpellationen wird der
Abg. Knöpfler von Zabern, der dem Zentrum angehört,
als einziger Redner übernehmen, und man wird nach der
Antwort der Regierung ſogleich in die Beſprechung der
Interpellationen eintreten, wobei die Parteien jede für ſich
auſtreten werden. Ein oberelſäſſiſches Blatt teilt mit, daß
im Landtag neues Material zur Beurteilung der Zaberner
Ereigniſſe herbeigetragen werden ſolle. Von ſozialdemo=
kratiſcher
Seite ſoll im übrigen noch eine Interpellation
über den im Sommer vorigen Jahres in Mülhauſen ab=
gehaltenen
Arbeiterſtreik eingebracht werden.
Landtagswahlen in Reuß j. L. Am
Dienstag fanden die Stichwahlen der zweiten
Serie zum Landtage ſtatt. Dieſer ſetzt ſich
nun endgültig aus 15 bürgerlichen und 2. ſo=
zialdemokratiſchen
Abgeordneten zuſammen. Dem Land=
tage
gehören außerdem drei Vertreter der höchſtbeſteuerten
Klaſſe an. Der frühere Landtag zählte 10 bürgerliche und
5 ſozialdemokratiſche Abgeordnete.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Das öſterreichiſche Abgeordnetenhaus
befaßte ſich in der Nachtſitzung zum Mittwoch mit den
Beſchlüſſen des Herrenhauſes zur Perſonalſteuernovelle.
Es trat den Beſchlüſſen des Herrenhauſes bezüglich der
Beſteuerung der Ausländer, der Amneſtie und der Feſt=
ſetzung
eines ſteuerfreien Exiſtenzminimums von 1200 Kr.
bei. Der ſozialdemokratiſche Antrag bezüglich Aufrecht=
erhaltung
eines Exiſtenzminimums von 1600 Kronen
wurde mit 196 gegen 195 Stimmen abgelehnt. Im übrigen
wurde die Faſſung des Abgeordnetenhauſes bezüglich der
Perſonalſteuer wieder hergeſtellt, jedoch in der Frage der
Bucheinſicht der Faſſung des Herrenhauſes Rechnung ge=
tragen
. Ferner wurde in allen Leſungen der Geſetzent=
wurf
, betr. die Unfallverſicherung der Bergarbeiter, an=
genommen
. Mit Neujahrswünſchen ſchloß der Präſident
um ¼12 Uhr nachts die Sitzung. Die nächſte Sitzung
wird auf ſchriftlichem Wege bekannt gegeben werden.
Der bosniſche Landtag hat in ſeiner Mitt=
woch
=Sitzung die Sprachenvorlage angenommen.

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Seite 2.

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1

Frankreich.

Die Ausgeſtaltung des Militärflug=
weſens
. Der Direktor des Militärflugweſens, General
Bernard, hielt im Aeroklub gelegentlich einer Preisver=
teilung
an mehrere Militärflieger eine Rede, in der er
ſagte, das Militärflugweſen müſſe nunmehr ſo ausgeſtaltet
werden, daß die Flugzeuge als Angriffswaffe zur Unter=
ſtützung
der Artillerie und Kavallerie dienen könnten.
Seien doch die franzöſiſchen Flugzeuge dazu beſtimmt, die
feindlichen Luftkreuzer zu zerſtören, aus denen man ein
Schreckgeſpenſt machen wolle. Es ſei klar, daß die Luft=
kreuzer
in einem Kriege in kurzer Zeit ins Gras beißen
müßten. Gegenwärtig ſei nur eine kleine Zahl auserleſe=
ner
Flieger imſtande, von ihren Flugzeugen aus Schüſſe
abzugeben. Von nun an aber ſollen alle Militärfliegerindie=
ſer
Hinſicht praktiſch ausgebildet werden. Das franzöſiſche
Flugzeuggeſchoß ſei bereits ſehr vervollkommnet, und
außerdem beſitze die franzöſiſche Armee für die Zwecke der
Artillerie eine Zielvorrichtung, die nahezu als die beſte
der Welt anzuſehen ſei.
Die neue parlamentariſche Gruppe. Die
in einer im Verlaufe des vergangenen Freitags von den
Parteien der Linken der Kammer abgehaltenen Verſamm=
lung
ausgewählte Kommiſſion hat ihre erſte Sitzung ab=
gehalten
. Es wohnten dieſer Sitzung vor allem Barthou
und Briand bei. Es wurde die Faſſung der Erklärung er=
örtert
, die namens der neuen Gruppe abgegeben wird, ſo=
wie
der Text und die Statuten. Die Erklärung wird eine
entſchiedene Richtung nach links zeigen. Die Statuten
werden derart abgeſaßt werden, daß keinerlei Mißver=
ſtändnis
möglich iſt und jeder Einfluß des Parlaments
auf die Minderheit verhindert wird. Die Statuten und
das Maniſeſt unterliegen der Zuſtimmung der geſamten
Gruppe beim Wiederzuſammentritt des Parlaments.

Schweden.

Die Landesverteidigung. Nachdem die Uni=
verſitätsjugend
und die Hochſchullehrer Schwedens in
großen Verſammlungen bereits Stellung genommen hat
ten, haben die Bauern beſchloſſen, einen großen Demon=
ſtrationszug
nach Stockholm für die Verſtärkung der Lan=
desverteidigung
zu veranſtalten. Ferner wurden in einer
großen Anzahl von ſchwediſchen Städten Arbeiterver=
ſammlungen
zugunſten der Landesverteidigung abgehalten.
In einer großen Verſammlung in Stockholm ſprach der
bekannte Arbeiterführer Branting vor faſt 1000 Zuhörern
über die Notwendigkeit einer klugen Ausgeſtaltung der
Landesverteidigung, und in einer Arbeiterverſammlung
in Dalarne hielt der berühmte Forſcher Sven Hedin eine
Rede, in der er ausführte, daß eine Verſtärkung der Wehr=
macht
Schwedens weder für Deutſchland noch für England
einen Anlaß zur Beunruhigung bieten könnte. Ein ſtarkes
und unabhängiges Schweden liege im Intereſſe des euro=
päiſchen
Friedens, denn es wäre nicht undenkbar, daß
Rußland und Deutſchland ein ſchwaches Schweden einmal
unter ſich aufteilen wollten. Es iſt bedauerlich, daß der
bekannte Forſchungsreiſende nun auch Deutſchland zu ver=
dächtigen
ſucht.

Türkei.

Die armeniſchen Reformen. Nach authen=
tiſchen
Inſormationen nehmen die Verhandlungen über
das Reformprojekt für die ſechs oſtanatoliſchen Wilajets
zwiſchen dem Großweſir, ſowie den Vertretern Deutſch=
lands
und Rußlands einen befriedigenden Verlauf. Der
Standpunkt der Pforte nähere ſich merklich dem der
Mächte. Die Verhandlungen würden im Laufe der Woche
zum Abſchluß gelangen können. Die Punkte des Reform=
projektes
, die bereits als gemeinſames Einvernehmen gel=
ten
können, betreffen die Teilung der ſechs Wilajets Wan,
Bitlis, Erzerum, Mamuereſt=Uel Aſis, Diabekr und Si=
vas
, deren jedes einem Wali unterſtehen wird, in zwei
Inſpektionszonen. Für jede der Inſpektionszonen wird
von der Pforte nach nichtoffizieller Deſignierung ſeitens
der ſechs Mächte ein Generalinſpektor ernannt werden, der
einem neutralen Staate entnommen und für zehn Jahre
verpflichtet wird. Was die Frage betrifft, wer Konflikte
zwiſchen den Walis und den Generalinſpektoren zu
ſchlichten berufen iſt, ſo nimmt man in gewiſſen Kreiſen
an, daß ſich die Pforte dem Vorſchlag gegenüber, wonach

ſolche Konflikte unter der Intervention der Botſchafter
der Großmächte zu löſen wären, nicht ganz ablehnend ver=
halten
werde. Bezüglich der Wahlen in die Generalräte
der Wilajets ſtimmt die Pforte dem Grundſatz der Gleich=
berechtigung
zwiſchen Muſelmanen und Nichtmuſelmanen
nicht zu, da dieſe nach ihrer Meinung als dem Wahlver=
hältnis
der Bevölkerung nicht entſprechend und ungerecht
wäre, ſondern iſt vielmehr für ein Proportionglwahlver=
hältnis
.

* Zur Zaberner Schieß=Affäre. Der Berl.
Lok.=Anz. ſchreibt: Geſtern wurde zur Schieß=Affäre von
Zabern die von uns nicht wiedergegebene Nachricht per=
breitet
, daß die Schüſſe auf den Wachtpoſten aus einer
Kinderpiſtole abgegeben worden ſeien. Ein halbamtliches
Telegramm aus Zabern erklärt dies für eine unbegründete
Behauptung. Der Pater des Jungen, der geſchoſſen haben
ſoll, hat, weil er das Recht auf die ausgeſetzte Belohnung
geltend zu machen ſuchte, nicht nachweiſen können, daß von
ſeinem Sohne mit einer Spielpiſtole jene Schüſſe abge=
geben
wurden Es wurde im Gegenleil feſtgeſtellt, daß
der Junge um die fragliche Zeit nicht auf dem betreffenden
Platz ſein konnte, da er zu Hauſe war. Gendarmerie und
Polizei haben auch in dieſer Hinſicht Beſtimmtes bisher
nicht ermittelt.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 1. Januar.
* Vom Hofe. Die Fürſtin=Mutter zu Yſen=
burg
und Büdingen nebſt. Prinzeſſin Marie nah=
men
geſtern an der Frühſtückstaſel im Neuen Palais teil.
* Hoftrauer. Se. Könizl. Hoheit der Großherzog
haben wegen des Ablebens Ihrer Majeſtät der Köni=
gin
=Mutter Sophie von Schweden eine Hof=
trauer
vom 30. Dezember 1913 bis einſchließlich 3. Januar
1914 angeordnet.
* Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
haben den Ergänzungsrichter bei der an dem
Landgericht der Provinz Starkenburg gebildeten Kammer
für Handelsſachen mit dem Sitz in Darmſtadt, Kaufmann
Wilhelm Kölb, zum Handelseichter und den Direktor
der Bank für Handel und Induſtrie in Darmſtadt, Hugo
Brink, zum Ergänzungsrichter bei dieſer Kammer, beide
für die Zeit bis zum 31. Dezember 1915, den Gerichts=
ſchreiberaſpiranten
Karl Linker in Darmſtadt zum Mi=
niſterialregiſtrator
bei dem Miniſterium der Juſtiz ernannt.
* Eiſenbahnperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den Eiſenbahnoberſekretär in der
Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Rechnungsrat
Adam Schäfer zu Mainz auf ſein Nachſuchen vom 1
Januar 1914 an in den Ruheſtand verſetzt und ihm aus
dieſem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſt=
ordens
Philipp des Großmütigen verliehen. In den
Ruheſtand verſetzt wurde der Weichenſteller in der Heſſiſch=
Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Wilhelm Volk zu
Darmſtadt auf ſein Nachſuchen vom 1. Januar 1914 an.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 29 vom
31. Dezember hat folgenden Inhalt: 1. Verordnung, die
Ergänzung des § 32 der Fleiſchbeſchauordnung vom
9. April 193 betreffend. 2. Bekanntmachung, die Deutſche
Arzneitaxe 1914 betreffend. 3. Bekanntmachung, die Aus=
führung
des Geſetzes vom 8. Auguſt 1902 über die öffent=
lichen
Sparkaſſen betreffend. Die Beilage Nr. 29 ent=
hält
: 1. Bekanntmachung, den Prämientarif für die
Verſicherungsgenoſſenſchaft der Privatfahrzeug= und Reit=
tierbeſitzer
betreffend. 2. Bekanntmachung, den Ausſchlag
der allgemeinen Landeskirchenſteuer für 1914 betreffend.
3. Ordensverleihungen. 4. Ermächtigung zur Annahme
und zum Tragen fremder Orden. 5. Zulaſſungen zur
Rechtsanwaltſchaft. 6. Aufgabe der Zulaſſung zur Rechts=
anwaltſchaft
. 7. Dienſtnachrichten 8. Dienſtentlaſſung.
9. Charaktererteilungen. 10. Verſetzungen in den Ruhe=
ſtand
. 11. Sterbefälle.
* Von der Oberpoſtdirektion. Der Leiter der hieſigen
Oberpoſtdirektion, Oberpoſtdirektor Milkau, iſt vor kur=
zem
an ſchwerer Influenza und akutem Bronchialkatarrh
erkrankt und wird vorausſichtlich 34 Wochen dem Dienſt
fern bleiben müſſen. Seine Vertretung hat Geh. Poſtrat
Dingeldey übernommen.
* Zulaſſungen zur Rechtsanwaltſchaft. Am 11. De=
zember
wurde der Rechtsanwalt Dr. Paul Wolf zu Alzey
zur Rechtsanwaltſchaft bei dem Oberlandesgericht, mit
Wirkung vom 1. Januar an, am 20. Dezember wurde der
Referendar Dr. Ludwig Baum zu Alzey zur Rechtsan=
waltſchaft
bei dem Amtsgericht Alzey, an demſelben Tage
wurde der Referendar Hans Weidmann zu Framers=
heim
zur Rechtsanwaltſchaft bei dem Amtsgericht Oſtholen
zugelaſſen. Am 11. Dezember hat der Rechtsanwalt Dr.
Paul Wolf zu Alzey die Zulaſſung zur Rechtsanwalt=
ſchaft
bei dem Amtsgericht Alzey mit Wirkung vom 1. Ja=
nuar
1914 aufgegeben.

* Land= und forſtwirtſchaftliche Berufsgenoſſenſchaft
für das Großherzogtum Heſſen. Der aus Anlaß des 25 Beſtehens der Berufsgenoſſenſchaft herausgegebene
erweiterte Verwaltungsbericht iſt ebenſo wie der Verwal=
tungsbericht
der Haſtpflichtverſicherungsanſtalt jetzt im
Druck erſchienen.
* Aerzte und Krankenlaſſen in Heſſen. Die heſſiſchen
Krankenkaſſenverbände hielten am Dienstag nachmittag
im Beiſein von Vertretern ſtaatlicher und ſtädtiſcher Ver=
ſicherungsämter
eine Verſammlung über die Regelung der
Aerztefrage ab. Während es in einer Verſammlung vom
23. Dezember ſchien, daß der ſogenannte Mantelvertrag,
wie er kürzlich von den Vertretern der heſſiſchen Kranken=
kaſſenverbände
und der Landesvertragskommiſſion des
heſſiſchen ärztlichen Landesvereins mit Hilfe der Regie=
rung
zuſtande gekommen war, jetzt zur Annahme gelangen
werde, wurde er geſtern von der Verſammlung nahezu
einſtimmig abgelehnt und zwar mit Rückſicht auf das
vor einigen Tagen in Berlin zwiſchen der Reichsregierung
und ärztlichem Verband und den deutſchen Krankenkaſſen=
verbänden
getroffene grundſätzliche Uebereinkommen, das
für die Kaſſen beſſere Bedingungen geſchaffen habe. Die
Verbandsleitung wurde beauftragt, Muſterverträge auf
Grund der Berlinex Vereinbarungen auszuarbeiten und
es dann den einzelnen Lokalkaſſen zu überlaſſen, die wei=
teren
Verhandlungen mit ihren Aerzten zu führen.
* Vorträge zugunſten des photographiſchen Inſtitutes
der Großh. Techniſchen Hochſchule. Wie wir erfahren,
wird Herr Profeſſor Dr. Limmer auch in dieſem Win=
ter
zwei öfſentliche Vorträge halten. In Ausſicht genom=
men
iſt für Januar oder Februar 1914 ein Vortrag über:
Die Grundlagen der Kinematographie, und für März
1914 ein Vortrag: Bilder von der Inſel Bornholm
Näheres wird demnächſt bekannt gegeben.
* Vortrag über den einmaligen außerordentlichen
Wehrbeitrag unter gleichzeitiger Berückſichtigung der künf=
tigen
Vermögenszuwachsſteuer. Der bereits angekündigte
Vortrag über das vorſtehende Thema findet nunmehr am
Montag, den 5. Jan. 1914, abends 8½ Uhr, im Mathil=
denhöhſaal
, Dieburger Straße 26, ſtatt. Als Redner iſt
der Syndikus der Großh. Handelskammer, Herr Dr.
Human, gewonnen worden. Die Mitglieder der ein=
ladenden
Bezirksvereine Nordoſt und Mathildenhöhvier=
tel
, des Handelsvereins und Kaufmänniſchen Vereins,
ſowie alle übrigen Intereſſenten, Damen und Herren, ſind
freundlichſt eingeladen. Es darf wohl auf einen zahlrei=
chen
Beſuch gerechnet werden, da eine Erläuterung der
nunmehr in Ausſicht ſtehenden Vermögens= und Einkom=
menserklärungen
für den einmaligen Wehrbeitrag im Zu=
ſammenhang
mit der ebenfalls im Anſchluß an das Wehr=
beitragsgeſetz
zur Einführung gelangenden Vermögens=
zuwachsſteuer
(Beſitzſteuer) in weiteſten Kreiſen als ein
Bedürfnis empfunden werden wird. Im Anſchluß an den
Vortrag wird ſich jedenfalls Gelegenheit bieten, über ein=
zelne
noch näherer Erörterung wert erſcheinende Punkte
weitere Auskunft zu erhalten.
* Muſik=Verein. Die aktiven Mitglieder werden auf
die in der heutigen Nummer dieſes Blattes enthaltene An=
zeige
wegen Wiederbeginns der Proben beſonders hinge=
wieſen
. Vollzähliges Erſcheinen iſt auch wegen wichtiger
Mitteilungen über das Winterfeſt am 17. Januar 1914 er=
wünſcht
.
* Odenwaldklub. Das diesjährige Dekorierungsfeſt
der Ortsgruppe Darmſtadt ſoll am 14. März in ſämtlichen
Räumen des Städtiſchen Saalbaues ſtattfinden. In ſeinem
Mittelpunkt wird wieder der Dekorierungsakt ſtehen. Im
übrigen wird ſich aber die Veranſtaltung von den früheren
Dekorierungsfeſten weſentlich unterſcheiden Sie iſt als
Odenwälder Volksfeſt gedacht. Die umfangreichen Vor=
arbeiten
ſind bereits im Gang. Mitglieder und Freunde
des Klubs, die in dem mit dieſen Arbeiten betrauten Aus=
ſchuß
mitraten und =taten oder ſich bei dem Feſt ſelbſt be=
tätigen
wollen, ſind herzlichſt willkommen. Sie werden
lich gebeten, dies gefälligſt alsbald dem Schriftführer,
Herrn Schrauth, Eliſabethenſtraße 23, ſchriftlich mitzu=
teilen

g. Verhafteter Defraudant. Im Herbſt des vergange=
nen
Jahres ging der Rechner des Spar= und Kredit=
vereins
Heppenheim a. d. B., der 40jährige Franz
Höhn, nach erheblichen Unterſchlagungen und Verun=
treuungen
flüchtig. Wie jetzt aus Neu=York gemeldet
wird iſt es den dortigen Behörden gelungen, Höhn zu
verhaften. H. hatte durch erhebliche Spekulationen
ſein nicht geringes perſönliches Vermögen feſtgelegt und
ſich deshalb an den Geldern des Spar= und Kreditvereins
vergriffen. Obgleich er auch in Monte=Carlo viel Geld
verſpielt hatte, gelang es der geſchädigten Kaſſe ſich nach
der Flucht des Höhn bis zum ganzen Betrage der unter=
ſchlagenen
Summe, etwa 220000 Mark, ſchadlos zu
halten. Es wurde durch Zufall bekannt, daß Höhn im
Kreiſe Trier eine Hypothekforderung von 60000 Mark hat,
die mit Beſchlag belegt wurde. Auch hatte er noch andere
Vermögensobjekte, und dies in Verbindung mit der hohen
Lebensverſicherung dürfte genügen, um der Kaſſe einen
Erſatz für die Unterſchlagungen zu bieten. H. war bereits
am 29. November 1913 von der hieſigen Strafkammer
in contumaciam wegen Steuerhinterziehung zu 4430,60

Neujahrsgedanken.

** Hundert Jahre waren es in dieſer Nacht, daß
Blücher bei Caub den Rhein überſchritt, um nach Paris
zu marſchieren. Lange hatten die Fürſten und Diplomaten
beraten, ob dieſer Schritt geſchehen ſolle. Blücher aber
hatte es mit ſeinem Generalſtabschef Gneiſenau durchgeſetzt,
daß man vom Raten zu den Taten weiterging. Gerade
um Mitternacht betraten die erſten Truppen das jenſeitige
Ufer, das damals franzöſiſches Gebiet war, und Blücher
hatte ihnen ſchmunzelnd zugerufen: Na, Kinder, nun ſollt
Ihr noch Franzöſiſch lernen! Blücher machte auch da=
mals
ſeinem Namen alle Ehre, den ihm die Ruſſen gegeben
hatten: Marſchall Vorwärts! Als man ihn ſpäter des=
wegen
allzu ſehr lobte, wies er das Lob mit den Worten
ab: Es war doch nur Gneiſenaus Beſonnenheit, der
Preußen Tapferkeit, meine Verwegenheit und des großen
Gottes Barmherzigkeit.
Auch wir ſind in dieſer Nacht über die Grenze zweier
Jahre gezogen; auch unſere Loſung ſoll ſein: Vor=
wärts
! Beſonnen, mit tapferem Wagemut und im
Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit, wollen wir in das
Jahr 1914 hineingehen! Beſonnen laßt uns das
neue Jahr beginnen! Beſonnen wollen wir rückwärts
ſchauen und das eine nicht vergeſſen: wir alle haben ſchließ=
lich
Urſache genug zur Dankbarkeit. Wie traurig ſah es
anno 1913 in anderen Ländern aus, da etwa hinten in
der Türkei die Völker aufeinanderſchlugen, und zwar mit
einer oft beſtialiſchen Roheit, die für das ziviliſierte‟
Europa ein häßlicher Schandfleck war! Müſſen wir da
nicht dankbar ſein, wenn wir bedenken, daß uns wohl auch
ernſte Zeiten beſchert waren, aber doch immer Zeiten des
Friedens? Wie trübe ging es in anderen Häuſern her, da

Frau Sorge oder der Schnitter Tod ihren Einzug hielten
und Herzeleid in reicher Fülle brachten! Müſſen wir da
nicht zufrieden ſein, daß wir in Geſundheit unſer täglich
Brot empfingen und daß die Unſeren uns erhalten blieben?
So ſoll unſer Sinnen uns dankbar und zufrieden machen.
Beſonnen wollen wir vorwärts ſchauen und uns im
Jahre 1914 dieſe dankbare Zufriedenheit nicht rauben
laſſen, auch wenn Tage kommen, die uns nicht gefallen,
Denken wir dann hundert Jahre zurück! Wie ergeben, ja
wie freudig haben unſere Väter damals dieſe Zeiten durch=
lebt
und durchkämpft! Wie gefaßt ertrugen ſie Kreuz und
Leid; wie gerne opferten ſie ihr Gut und auch ihr Blut
auf dem Altar des Vaterlandes. Laßt uns hier von ihnen
lernen und bereit ſein auf alles, was das neue Jahr uns
auch bringen mag! Das Leid ſoll uns gefaßt finden, und
das Glück mag uns dankbar machen! So wollen wir
beſonnen vorwärts wandern, wie uns das Sprüchlein
mahnt: Erſt beſinnen, dann beginnen!
Vorwärts mit tapferem Wagemut! Tapferkeit tut
uns ſchon not, wenn wir in die Welt hinausſchauen: Han=
del
und Wandel wollen nicht ſo recht vorwärts gehen und
können ſich noch nicht von den Wunden erholen, die ihnen
die Kriegsgreuel geſchlagen haben. Die Völker trauen ein=
ander
recht wenig bei allen ſchönen Reden, die hin und
her gehalten werden; und auch der Frieden auf dem
Schauplatz des Krieges ſcheint nur ein Waffenſtillſtand zu
ſein, den die ermatteten Gegner ſchloſſen, weil ſie nicht
anders konnten. Aber wenn wir über böſe Zeiten klagen
und in das alte Lied einſtimmen: Wie’s jetzt iſt auf Er=
den
, alſo ſoll’s nicht ſein! ſo ſollen wir darüber die Fort=
ſetzung
nicht vergeſſen: Laßt uns beſſer werden! Gleich
wird’s beſſer ſein! Gerade dieſer Reim war vor hundert
Jahren das Lieblingswort des Oſtpreußen von Schön,
der an ſeinem Teil viel zur Erhebung Preußens beigetra=

gen hat. Oft hat er dieſe Weiſe ſeinem Volke vorgehal=
ten
; und nicht umſonſt! Des Menſchen Herz iſt nun ein=
mal
bald ein trotziges, bald ein verzagtes Ding, und uns
allen fehlt zu Zeiten der unermeßliche Schatz: das Gleich=
gewicht
der Seele! Nicht leichtſinnig und leichtlebig, nicht
übermütig laßt uns vorwärts ſchauen und vorwärts
gehen, ſondern mit tapferem, feſtem Herzen! Möchten wir
alle dem römiſchen Soldaten gleichen, den man im Schutt
Pompejis ausgrub: Aufrecht und ſtandhaft war er auf
ſeinem Wachtpoſten geblieben; er hatte nicht daran ge=
dacht
, zu fliehen, oder ſeine Waffen wegzuwerfen. Nein,
mit dem Speer in der Hand ſtand er erſtarrt da, und auf
dem Helm waren die Worte zu leſen: Semper talis, d. h.
immer derſelbe. So laßt uns im neuen Jahre denken und
tun; nicht heute ſo und morgen ſo, ſondern heute ſo
und morgen ſo! Immer dieſelben! Das heißt mit
tapferem Wagemut vorwärts wandern!
Neujahrstag iſt ein Tag, den die Bewohner des Erden=
rundes
allüberall begehen. Drüben in Indien brennen
die Prieſter in der Neujahrsnacht das heilige Feuer an,
und die Leute kommen in den Tempel, um ſich etwas vom
heiligen Feuer in ihr Haus zu holen. Das iſt dann nach
ihrer Meinung im neuen Jahre durchs Feuer geſchützt und
geweiht. Für uns ging ein Jahr zu Ende, das reich
an hehren und heiligen Erinnerungen war. Soll der
Segen aus jener großen Zeit mit dem alten Jahr ver=
gangen
und verweht ſein? Nein, auch wir wollen das
heilige Feuer der Erinnerung und Begeiſterung im Hauſe
und im Herzen hegen als ein ewiges, ein dauerndes Licht.
Wir wollen die Beſonnenheit, den tapferen Wagemut und
das Vertrauen auf Gott als heilige Kraft uns wahren auch
im neuen Jahre. Dann wird 1914 ein Jahr des Heils
werden, über dem die fromme und friſche Loſung des
tapferen Blücher ſteht: Vorwärts!

[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Seite 3.

Mark Geldſtrafe verurteilt worden. Er ſoll ſich nun be=
reit
erklärt haben, ohne weiteres freiwillig nach Deutſch=
land
zurückzukehren.
* Aus dem Inhalt der Nummer 1 unſerer Tiefdruck=
beilage
Illuſtrierte Wochen=Chronik erwähnen wir die
folgenden Bilder und illuſtrierten Beiträge: Ein glückliches
neues Jahr (Titelbild). Die Wunderwerke des Jahres
1913. Von der erſten freien Parſifal=Aufführung in
Deutſchland. Neujahr 1814. Vom Stapellauf des Co=
lumbus
des größten Schiffes des Norddeuiſchen Lloyd,
in Danzig. Porträts: Max Uth, der bekannte Landſchafts=
maler
, Dr. Alfred Schmieden, der neue Intendant des
Hoftheaters in Schwerin. Die koſtbare Meute des Zaren.
Neue Moden auf der Bühne. Winter=Freiluftſchulen.
Winterſport der Dame: Ein ſiegreicher Bobſleigh unter
weiblicher Führung. Die Nummer enthält außerdem die
Novelle Die Neujahrsbowle von Friedrich Natteroth.
E.W. Blüten im Schnee. Man ſchreibt uns: Am 29.
Dezember entdeckte ich im Herrngarten einen Strauch voller
Knoſpen und roter Blüten. Es iſt ein Strauch, der im
Frühling ſeine Blütezeit hat. Unter den Frühlings=
blumen
, die der diesjährige milde Winter zur Blüte
brachte, trägt dieſer Strauch wohl den Triumph davon,
da er den Froſt der letzten Tage ſo tapfer überwindet.
* Die Eisbahn am Böllenfalltor iſt wieder eröffnet
worden.
* Konzerte uſw. Schützenhof. Wie im Anzeigen=
teil
erſichtlich, finden am Neujahrstage und an allen
Sonntagen bis Faſtnacht in den Kellerlokalen humori=
ſtiſche
Konzerte einer Abteilung der Kapelle des Artillerie=
Regiments 61 (Weber) ſtatt. Dieſe Konzerte dürften bei
freiem Eintritt allgemeines Intereſſe erwecken. Im
Reſtaurant Rummelbräu (Allee 61) findet heute
Donnerstag, 1. Januar, großes Militärkonzert ſtatt.
(Siehe Anz.)

Kunſtnotizen.

Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Der Organiſt an der hieſigen Pauluskirche, Herr
Reallehrer Keil ſpielte kürzlich in einem Konzert des
Kirchengeſangvereins Offenbach a. M.=Bürgel. Der
General=Anzeiger ſchreibt hierüber: Herr Keil, Organiſt
an der Pauluskirche in Darmſtadt, zeigte ſich ſchon in
den beiden erſten Nummern als Meiſter ſeines überaus
ſchwierigen Inſtruments. Wir konnten eine Technik be=
wundern
, wie man ſie ſelten findet, und durch die ſorg=
fältige
Regiſtrierung öffenbarte ſich die Feinfühligkeit des
ausübenden Künſtlers. Eine Glanzleiſtung war die dritte
Nummer: Präludium und Fuge von Seb. Bach. Dieſe
herrliche Kompoſition unſeres Altmeiſters ſo vollendet zu
Gehör gebracht, mußte tiefſten Eindruck machen. Sehr
wirkungsvoll war auch das Menuett für Orgel von
Moszkowsky, das Herr Keil zum Schluſſe ſpielte. Herr
Keil darf ſich des Dankes aller ſeiner Hörer verſichert hal=
ten
; möge er uns Gelegenheit geben, ihn bald wieder hier
zu hören.

* Weiterſtadt, 31. Dez. (Im Silberkranz.)
Chriſtoph Sipp und Ehefrau Anna Marie, geb. Hennemann,
feiern Samstag, den 3. Januar, das Feſt der Silbernen
Hochzeit.
Offenbach, 30. Dez. (Wahlen zum Kreistag.)
An Stelle der am 31. Dezember ausſcheidenden Kreistags=
abgeordneten
für den Kreistag Offenbach ſind auf die
Dauer von ſechs Jahren gewählt worden: als Vertreter
der Stadt Offenbach Beigeordneter Eißnert, die Stadt=
verordneten
Bruhns und Karl Stadtmiller, als Vertreter
des Wahlbezirks Langen Gemeinderat Georg Zimmer=
Langen, als Vertreter des Wahlbezirks Sprendlingen Bei=
geordneter
Kuch VIII., als Vertreter des Wahlbezirks
Götzenhain Bürgermeiſter Kratz=Dudenhofen, des Wahl=
bezirks
Lämmerſpiel Gemeinderat Reitz=Obertshauſen und
des Wahlbezirks Klein=Krotzenburg Bürgermeiſter Zilg=

Klein=Krotzenburg. Von den hundert Höchſtbeſteuerten
wurden gewählt: Bauunternehmer Johann Forſter, Bau=
unternehmer
Ludwig Anton Haſenbach, Fabrikant Georg
Huppe, Direktor Fritz Niemeier, ſämtlich aus Offenbach.
Klein=Steinheim, 31. Dez. (Die Arbeiten an
unſerem Schulhausneubau) haben eine plötz=
liche
Unterbrechung erfahren. Heute morgen be=
merkten
nämlich die Arbeiter, daß das Mauerwerk eines
Kellerpfeilers geborſten und ein darauf ruhender eiſer=
ner
Träger durchbrochen war. Seitens der Bau=
behörde
wurde die ſofortige Einſtellung der Arbeiten an=
geordnet
. Die eingeleitete baupolizeiliche Unterſuchung
wird die Urſache der Erſcheinung feſtſtellen. Der Bau war
bereits bis zur teilweiſen Vollendung des dritten Stock=
werkes
gediehen, und man hoffte, in einigen Tagen mit
dem Aufſchlagen des Daches beginnen zu können.
Mainz, 31. Dez. (Stadtverordnetenſitzung.)
In der geſtrigen Sitzung der Stadtverordneten entſpann
ſich eine längere Debatte über den Antrag der Bürger=
meiſterei
, die ſtädtiſche Krankenverſicherung für Dienſt=
boten
beizubehalten und ſie in ihren Leiſtungen. an die
Normalleiſtungen der Ortskrankenkaſſe Mainz anzupaſſen.
Die Bürgermeiſterei erklärte, daß das Miniſterium die
ſtädtiſche Dienſtbotenverſicherung nur dann genehmige,
wenn darüber ein Beſchluß der ſtädtiſchen Kollegien vor
dem 1. Januar 1914 herbeigeführt werde. Deshalb ſei die
dringliche Behandlung der Angelegenheit erforderlich, und
da man nicht wiſſe, ob eine Einigung mit der Ortskran=
kenkaſſe
zu erzielen ſei, müſſe man, ohne damit eine Härte
gegen die Ortskrankenkaſſe zu beabſichtigen, die ſtädtiſche
Dienſtbotenverſicherung einſtweilen weiterführen. Die Ab=
ſtimmung
ergab die Annahme der Vorlage mit allen bür=
gerlichen
Stimmen gegen die der Sozialdemokraten.
Die Stadtverordneten beſchloſſen in geheimer Sitz=
ing
, einem Antrag der Bürgermeiſterei und des Finanz=
ausſchuſſes
entſprechend, die Begebungeinerneuen
Anleihe von drei Millionen Mark. Sie ſpra=
chen
ſich ferner für die Ausübung des Bezugsrechtes der
Stadt Mainz bei Ausgabe neuer Aktien der Heſſiſchen
Landeshypothekenbank aus.
Mainz, 31. Dez. (Die Bahnſteighalle des
Hauptbahnhofs) ſoll im kommenden Frühjahr einer
durchgreifenden Reparatur unterzogen werden. Die
Eiſenkonſtruktion der 200 Meter langen Halle, die jetzt 29
Jahre ſteht, hat durch den Roſt ſtark gelitten
namentlich an den Lokmotivhalteplätzen, wo Rauch und
Waſſerdampf in vermehrter Weiſe auftreten, ſo daß die
Tragfähigkeit der Hauptteile ſtark gemindert iſt. Zum
Schutze der Halle gegen große Schneemaſſen iſt dieſelbe
an mehreren Stellen mit maſſiven Eiſengerüſten unterfan=
gen
worden, welche Arbeiten durch die Brückenbauanſtalt
Guſtavsburg ausgeführt wurden.
Mainz=Koſtheim, 31. Dez. (Vermißt) wurde ſeit
dem 24. Dezember der 50jährige Tünchermeiſter J. Jäger.
Er wollte nach Mainz gehen, um für ſeine Kinder Schuhe
zu kaufen, iſt aber nicht mehr zurückgekehrt. Ob ihm ein
Leid zugeſtoßen iſt, konnte bis jetzt nicht feſtgeſtellt wer=
den
. Er iſt zuletzt in Kaſtel geſehen worden.
Budenheim, 31. Dez. (Die Verſchandelung
des Leniaberges) durch die beabſichtigte Müll=
ablagerungsſtätte
der Stadt Wiesbaden
hat auch hier ſchon auf recht ſtarken Widerſpruch geſtoßen.
Gerade unſere Gemarkung würde durch dieſes Projekt am
meiſten in Mitleidenſchaft gezogen, weshalb bereits An=
fang
April die hieſige Bürgermeiſterei beim Großh, heſſ.
Kreisamt gegen die Verſchandelung Proteſt erhoben hatte
In dieſer Frage haben Mainzer Mitglieder der Erſten
Kammer der Stände folgende Anfrage an die Groß=
herzogliche
Regierung gerichtet: Iſt der Groß=
herzoglichen
Regierung bekannt, daß die Stadt Wiesbaden
beabſichtigt, im Gebiete des Heidesheimer Domanialwal=
des
ein 2025 Hektar großes Gebiet zwecks Schaffung
eines Müllablagerungsplatzes auf lange Jahre zu pach=
ten
? Welchen Standpunkt gedenkt die Großherzogliche

Regierung mit Rückſicht auf die Beeinträchtigung der Be=
nutzung
des Waldes, ſowie auf die durch eine derartige
Anlage drohenden hygieniſchen Gefahren dieſer geplanten
Verpachtung gegenüber einzunehmen? Geheimerat Dr.
Bamberger; Domlapitular Dr. Bendix: Gewerberat Falk;
Landgerichtspräſident Dr. Hangen: Geheimerat Dr.
Strecker. Mainz, den 31. Dezember 1913.
Worms, 31. Dez. (Vom Dache geſtürzt) hat
ſich geſtern früh ein Offiziersburſche, der bei einem
Leutnant im Hauſe Gauſtraße 50 bedienſtet war. Der
junge Mann, der in der Kaſerne ſchläft, kam wie jeden
Morgen, holte noch die Brötchen und begab ſich hierauf in
das im vierten Stockwerk gelegene Putzzimmer, von deſſen
Balkon er ſich auf die Straße ſtürzte. Die Spuren laſſen
erkennen, daß die Tat wohl vorſätzlich begangen, alſo
in ſelbſtmörderiſcher Abſicht. Ein Brief und eine Poſt=
larte
waren am Abend vorher noch von ihm weggeſchickt
worden. Unterſuchung iſt im Gange. (Zum Ver=
ſchwinden
des Albert Betz.) Geſtern meldete ſich
noch ein Gymnaſiaſt aus Bürſtadt, der mitteilte, daß er am
Montag, den 22. d. M., alſo unmittelbar nach dem Ver=
ſchwinden
des Betz, auf dem mittleren Pfeiler der Stra=
ßenbrücke
einen Abreißblock gefunden habe, auf dem u. a.
die Worte ſtanden: Das Leben iſt nicht mehr zum Leben.
Albert Betz. Hiernach unterliegt es wohl keinem Zwei=
fel
mehr, daß der junge Mann den Tod im Rhein
geſucht und gefunden hat.
Nierſtein, 31. Dez. (Die ſchwere Bluttat), der
der 23jährige Winzer Adam Würtz von hier zum Opfer
fiel, charakteriſiert ſich nach den Zeugenausſagen als eine
ſehr ſchwere, mit Vorſatz ausgeführte Tat. So
wurde feſtgeſtellt, daß der jüngere der beiden Verhafteten,
Joſeph Ulrich, während er mit ſeinem Bruder Franz und
dem Bäckerburſchen Schmidt auf die heimkehrenden Brü=
der
Nagel lauerte, ſein Taſchenmeſſer herausholte und
dieſes dem Bäcker zum Dreinſtechen über=
reichte
. Schmidt lehnte dies jedoch ab, worauf der
ältere Bruder, Franz Ulrich, das Meſſer nahm. Mit letz=
terem
drang auch der Franz Ulrich ſofort auf Würtz ein
und brachte ihm den mit furchtbarer Wucht geführten töd=
lichen
Stich bei. Strafmildernd dürfte für den als ſehr
roh und brutal bekannten Franz Ulrich höchſtens die Tat=
ſache
ſein, daß er als überaus jähzorniger Menſch berüch=
tigt
iſt, der ſich kaum zu beherrſchen weiß. Neben den bei=
den
Brüdern Ulrich und dem Bäckerburſchen Schmidt war
auch der Vater der beiden Ulrich feſtgenommen worden,
da dieſer das ſo lange geſuchte und ſpäter von Polizei=
diener
Lerch im Wingertsboden aufgefundene Meſſer bei=
ſeite
geſchafft hatte.
Gießen, 31. Dez. (Rettung aus Todes=
gefahr
.) Der G. A. plaudert: Vor einigen Tagen
brachte während der Mittagszeit ein Bäuerchen aus Rod=
heim
an der Bieber auf einem mit zwei Kühen beſpannten
Wagen ein fettes Schwein in den ſtädtiſchen Schlachthof,
wo wegen der Eſſenszeit gerade kein Beamter bereit war.
Es regnete, dem Bauern dauerten ſeine Kühe, er wollte
auch erſt ſeinen Schnaps trinken und kurz entſchloſſen öff=
nete
er einen zufällig leeren Stall brachte ſein Schwein
darin unter, ſpannte ſeine beiden Vogelsberger aus und
zog ſie ebenfalls unter Dach und Fach, um dann in die
nächſte Wirtſchaft einzukehren. Hier traf der Metzger mit
dem Bauern zuſammen, der das Schwein erhandelt hatte
und beide begaben ſich nach dem Schlachthof, wo im Stall
die Uebergabe des fetten Tieres ſtattfand. Darauf ſchickte
ſich der Bauer an, ſeine Kühe wieder einzuſpannen, um
heimzufahren. Da erſchien aber der Hallenmeiſter auf der
Bildfläche und erklärte dem erſchreckt dreinſchauenden
Rodheimer, daß nach den heſſiſchen Beſtimmungen zur Ab=
wehr
der Seuchengefahr Klauenvieh, welches einen heſſi
ſchen Schlachthof betritt dieſen lebend nicht wieder ver=
laſſen
dürfe, es ſeien nach dieſen Beſtimmungen die beiden
wertvollen Kühe dem Tode durch das Schlachtbeil ver=
fallen
. Dem Bauer traten die Tränen in die Augen, er
jammerte und wehklagte, daß es einen Stein erweichen
konnte. Der Beamte des Schlachthofes verſprach, nichts

Himmelserſcheinungen
im Januar.

A. K. Am 3. Januar, abends um 10 Uhr, befindet ſich
die Erde an dem Punkte ihrer elliptiſchen Jahresbahn,
an dem ſie der Sonne am nächſten ſteht, im Perihel.
Ihr Abſtand von der Sonne beträgt dann nur 146.98 Mil=
lionen
Kilometer und ihr ſcheinbarer Durchmeſſer 32'31.94
Von dieſem Zeitpunkte an entfernt ſich die Erde nach und
nach wieder von der Sonne, um endlich in der Nacht vom
2. zum 3. Juli 1914 die größte Entfernung von ihr, 152.02
Millionen Kilometer, das Aphel, zu erreichen, wobei der
ſcheinbare Durchmeſſer der Sonne bis auf 31' 27.70 zu=
rückgeht
. Der Unterſchied beider Entfernungen beträgt 5.037
Millionen Kilometer, oder rund ½ der mittleren Entfer=
nung
von 149.48 Millionen Kilometer. Die Exzentrizität
der Erdbahn iſt gleich 0.0167493; dieſer Wert bleibt aber
nicht konſtant, ſondern nimmt innerhalb vieler Jahrtau=
ſende
um einen geringen Betrag zu und ab, in der gegen=
wärtigen
Zeit und in den nächſten Jahrtauſenden nimmt
er ab. Die den Perihel= und Aphelpunkt verbindende Ge=
rade
, die große Achſe der Erdbahn, beſitzt zudem keine
feſte Lage, auch ſie iſt veränderlich und vollführt im Laufe
von 10500 Jahren einen ganzen Umlauf um die Sonne,
Beide Faktoren haben auf die klimatiſchen Verhältniſſe
Einfluß und können ſich zeitweilig verſtärken, zeitweilig
abſchwächen.
Die Sonne ſteigt, nachdem ſie am 22. Dezember ihren
tiefſten Stand erreicht hatte, im Januar ſchon um einen
anſehnlichen Betrag empor. Ihre Deklination be=
trägt
am 1. noch 23'333.4, am 31. aber nur noch
1732' 46.4, ihre ſüdliche Abweichung vom Aequator
vermindert ſich mithin um 5½ Grade. Im gleichen Sinne
nimmt ihre Mittagshöhe zu und vergrößern ſich ihre
Tagbogen. Die Mittagshöhe beträgt nämlich für den
Parallel von 54' (Norddeutſchland) 13 am 1. und 18.5
am 31. Januar, für den Parallel von 51 ( Mitteldeutſch=
land
) 16 am 1. und 21.5 am 31., ſowie für den Parallel
von 48' (Süddeutſchland und Oeſterreich, etwa die Breite
von Wien) 19' am 1. und 24.5 vom 31. Januar. Die
Tageslänge vergrößert ſich, zunächſt am deutlichſten
merkbar an den Nachmittagen, im nördlichen Gebiete von
7½ auf 8¾ Stunden, im mittleren Gebiete von 7½ auf
9 Stunden und im ſüdlichen Gebiete von 8½ auf 9½
Stunden.
Der Mond verändert im Januar zu folgenden Zei=
ten
ſeine Geſtalt: Erſtes Viertel am 4., um 2 Uhr 9 Min.
nachm., Vollmond am 12., um 6 Uhr 9 Min. vorm., Letztes
Viertel am 19., um 1 Uhr 30 Min. vorm., und Neumond
am 26., um 7 Uhr 34 Min. vorm. Der Mond befindet ſich
in ſeiner Erdferne am 3. Januar, um 9 Uhr nachm., in
ſeiner Erdnähe am 15. Januar, um 7 Uhr nachm., und
abermals in ſeiner Erdnähe am 31. Januar, um 6 Uhr
nachmittags,

Unter den großen Planeten bieten noch weiter
der Mars und Saturn vorzügliche Gelegenheit zur Beob=
achtung
, während die Sichtbarkeit der übrigen Planeten
weniger günſtig liegt. Merkur, der am 8. Januar, um
6 Uhr nachm., in ſeiner Sonnenferne und am 25. Januar,
um 9 Uhr vorm., in oberer Sonnenkonjunktion ſteht, kann
im Bilde des Schützen nur noch in den erſten Monatstagen
am Morgenhimmel für kurze Zeit geſehen werden. Seine
Konjunktionen am 14. mit Venus, die er ſüdlich paſſiert,
und am 22. mit Jupiter, den er ebenfalls ſüdlich paſſiert,
bleiben dem freien Auge verborgen. Von der Erde ent=
fernt
ſich Merkur bis zum 18. Januar, dabei wächſt ſein
Abſtand von 1.35 bis auf 1.43 Erdbahnhalbmeſſer oder
Einheiten à 149.48 Millionen, um ſodann bis zum Monats=
ſchluſſe
wieder auf 1.37 Einheiten abzunehmen. Der ſchein=
bare
Durchmeſſer des Planeten verkleinert ſich in gleicher
Zeit von 5.%0 auf 4.9. Venus zeigt ſich nur noch in
den erſten Tagen des Monats kurze Zeit vor Anbruch der
hellen Morgendämmerung und verſchwindet dann in deren
Strahlen, um erſt Ende März als Abendſtern wieder auf=
zutauchen
. Ihr Abſtand von der Erde vergrößert ſich von
1.68 bis auf 1.71 Einheiten, woraus eine Verringerung
ihres Scheibendurchmeſſers von 10.0 bis auf 9.8 folgt.
Ihre bereits erwähnte Konjunktion am 14. mit Merkur
und ihre Konjunktion am 25. mit Jupiter, dem ſie ſich
ſüdlich bis auf 33' nähert, bleiben unſichtbar. Mars,
der am 1. Januar in Erdnähe und am 5. Januar, um
7 Uhr abends, in Oppoſition gelangt, ſtrahlt in prächtigem
roten Glanze im Bilde der Zwillinge während der gon=
zen
Nacht am Himmel. Sein Aufgang erfolgt zuerſt bei
Sonnenuntergang, zuletzt ſchon 3½ Stunden vor dieſem,
ſeine Kulmination anfangs um 12½ Uhr nachts, zuletzt.
gegen 10 Uhr abends. Bei der Erdnähe beläuft ſich der
Abſtand des Mars auf 0.62 Einheiten oder 93 Millionen
Kilometer, am Schluſſe des Monats bereits wieder auf
0.72 Einheiten; ſeine Erdferne erreicht er wieder am 15.
November, obwohl er erſt am 24. Deember in ſeine Son=
nenkonjunktion
gelangt. Der ſcheinbare Durchmeſſer des
Mars, der am 1. Januar 15 beträgt, geht bis zum 31.
Januar auf 13 zurück. Marsbeobachtungen ſind daher
jetzt ſehr zu empfehlen, denn ſo günſtige Bedingungen
kehren erſt nach 2.1 Jahren zurück. Am 11. Januar, um
3 Uhr nachm., hat der Mond mit Mars Konjunktion, bei
der ſich der Mond dem Planeten nördlich bis auf ¾ Grade
nähert; bei Dunkelwerden ſteht der Mond ſchon etwas
weiter öſtlich (links). Jupiter kommt am 20. Ja=
nuar
, um 5 Uhr nachm., in Sonnenkonjunktion, bleibt des=
halb
unſichtbar. Sein Erdabſtand war am 1. gleich 6.07, am
20. gleich 6.10 und am 31. gleich 6.09 Einheiten, ſein ſchein=
barer
Durchmeſſer beträgt 39. Saturn, rückläufig im
Bilde des Stiers, ſteht ſchon bei Dunkelwerden hoch im
Südoſten und geht, anfangs kurz nach 10 Uhr, zuletzt um
8 Uhr abends kulminierend, erſt gegen Morgen unter.
Seine Entfernung von der Erde wächſt von 8.15 bis auf
8.49 Einheiten, während ſein Aequatordurchmeſſer von
20.5 bis auf 19.6 abnimmt. Die große Achſe der Ring=

ellipſe mißt am 15. Januar 45.32, die kleine Achſe 20.06.
Am 9. Januar, vormittags 11 Uhr, hat der Mond mit
Saturn Konjunktion; abends befindet ſich der Mond aber
ſchon nordöſtlich von dem Planeten. Uranus gelangt
am 28. Januar, um 9 Uhr vorm., ebenfalls in Sonnen=
konjunktion
, bleibt daher auch unſichtbar. Seine Entfer=
nung
wächſt von 20.73 auf 20.83 Erdbahnradien, ſeine
Scheibe hat den kleinſten Durchmeſſer: 4."2. Neptun
dagegen kommt am 17. Januar, um 7 Uhr nachm., in
Oppoſition und iſt auf der Grenze der Bilder Krebs und
Zwillinge für große Inſtrumente ſehr vorteilhaft zu be=
obachten
. Er kulminierte am 1. um 1½ Uhr vorm., am
31. um 11¼ Uhr nachm. und bewegt ſich rückläufig. Seine
Helligleit iſt die der Sterne 7. Größe.
Von den der Erde im Januar begegnenden periodi=
ſchen
Meteorſtrömen iſt der am 2. und 3. auftretende
am bemerkenswerteſten. Die Meteore dieſes Schwarmes
ſtrahlen nordweſtlich vom Sterne Ypſilon des Herkules
us, den man abends tief am Nordhorizonte findet.
Der Firſternhimmel wird während der erſten
Monatshälfte teilweiſe ſtark vom Mondlicht erhellt, denn
am 12. Januar haben wir Vollmond. In dunklen Näch=
ten
zeigt er indeſſen einen außerordentlichen Glanz, den
neben den typiſchen Winterſternbildern der ſüdlichen
Hälfte noch die ſtrahlenden Planeten erhöhen. Den Süden
ſchmücken der Orion, das ſchönſte der Winterſternbilder.
Weſtlich (rechts) von dieſem erſtreckt ſich die Sternreihe
des Eridanus der ſchon ganz der Südhemiſphäre ange=
hört
. Er iſt das an den Himmel verſetzte Sinnbild des
uralten mythiſchen Fluſſes gleichen Namens. Es wird
erzählt, Phaéthon ſoll, als er den Sonnenwagen ſo unge=
ſchickt
lenkte, daß Himmel und Erde in Brand gerieten,
vom Blitze des Zeus getroffen, in den Eridanus geſtürzt
ſein. Herodot verlegt den Eridanus nach Norden und
läßt ihn in das Nordmeer fließen; auch ſoll der Bernſtein
von ihm kommen. Strabo nennt ihn den nirgends exi=
ſtierenden
, und Aratus ſagt, daß bloß noch am Himmel
ein Ueberreſt des vielbeweinten Eridanus vorhanden ſei.
Andere haben in ihm den Po, den Nil, den Rhein, ja auch
den Okeanos ſehen wollen. Bei den Arabern hieß er
ſchlechthin El-nahr Der Fluß. Weſtlich neben ihm
breitet ſich der Walfiſch weit aus. An der Oſtſeite
(links) des Orion funkeln die Sterne des Großen
Hundes mit Sirius und des Kleinen Hundes mit Pro=
kyon
, höher darüber die Bilder Zwillinge Fuhrmann
(nahe dem Zenit) und Stier, ſowie Perſeus. Von
dieſem reihen ſich nach Weſten abwärts die Andromeda=
Sterne aneinander. In der Milchſtraße darüber ſieht man
das W der Caſſiopeja im Nordweſten Schwan und
Leier, hoch im Nordoſten den Großen Bären und im
Oſten aufſteigend den Löwen, unter dem ſich die Alten
den von Herakles bei Nemea getöteten Löwen dachten.

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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Nummer 1.

unverſucht zu laſſen, was die Tiere vom Tode retten könne,
er erklärte, er müſſe nach dem Buchſtaben des Geſetzes han=
deln
, wolle aber das Kreisveterinäramt telephoniſch von der
Sachlage unterrichten, vielleicht wiſſe dieſes einen Rat zu
greteilen, wie man hier um die Seuchenbeſtimmungen
herum komme, ohne die Tiere abſchlachten zu müſſen. Und
ſo geſchah es. Der Kreisveterinärarzt, ein Mann der
Praxis, wußte einen Ausweg, indem er dem Hallenmeiſter
die Weiſung erteilte, mit Lyſol amtlich eine Fußwaſchung
an den Kühen vorzunehmen. Dann möge der Bauer mit
den Tieren in Frieden heimfahren. Und ſo geſchah es.
Als ob die beiden roten Kühe wußten, welcher Gefahr ſie
entronnen waren, trabten ſie mit großer Eile nach Rod=
heim
zu.
Schotten, 31. Dez. (Die Arbeiten an der alten
Marienkirche), die einer ſehr bedeutenden Reſtau=
ration
unter Leitung von Herrn Regierungsbaumeiſter
Metzger unterzogen wurde, ſind, der Dacmſt. Ztg. zufolge,
nahezu vollendet. Es hat ſich bei dieſen Arbeiten gezeigt,
daß der Oſtchor zweifellos älter iſt als der Weſtchor; nur
das Südportal, das in einzelnen Teilen noch der älteren
Zeit angehört, iſt der frühgotiſchen Epoche zuzuſchreiben.
Dieſe Teile ſind wohl von einem älteren Bau entnommen
und hier verwandt worden. Intereſſant iſt die Entdeckung
eines Durchgangs, einer Art Galerie an der Tribüne.
Dieſe auffallende Bauanlage gehört wohl der Zeit des
Krieges des rheiniſchen Städtebundes gegen Schotten an,
wo unter Führung des Erzbiſchofs Adolf von Mainz die
Burg der Schenken zu Schweinsberg gebrochen wurde,
worüber bei Roeschen, Führer durch Vogelsberg, Wetterau
und Rhön, Marburg bei Elwert, 1910. S. 63, nähere Aus=
führungen
gegeben werden. Die Stadtgemeinde mußte
ſich (1381) verpflichten, ſich von den Rittern (Heren von
Lisberg. Herrn von Rodenſtein, Schenken zu Schweins=
berg
) die Verſicherung geben zu laſſen, daß die Marien=
kirche
ein Münſter bleibe und nicht in eine Feſte umge=
wandelt
werde. Ein wohlgelungenes großes Modell der
reſtaurierten Kirche iſt in Gips ausgeführt worden und
ſoll dem von Herrn Kreisrat Dr. Kranzbühler begründeten
Heimat=Muſeum zugewieſen werden. Dieſes hat ſich ſchon
gut entwickelt und ſo reichhaltig geſtaltet, daß ein beſon=
deres
Haus (neben dem Rathauſe) gemietet werden
mußte.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 30. Dez. Die Reichs=
bank
hat in unmittelbarer Nähe ihres Gebäudes größere
Grundſtücksankäufe vorgenommen, da die vorhandenen
Räume der Reichsbank ſich ſchon ſeit längerer Zeit als
unzureichend erwieſen. Die erforderlichen Erweiterungen
können alsbald vorgenommen werden. Infolge des
ſtarken Schneefalles der vergangenen Nacht haben der Ber=
liner
Magiſtrat, ſowie die Poſt= und Eiſenbahnbehörde
insgeſamt 4000 Arbeitsloſe tageweiſe in Dienſt
geſtellt, um die Schneemaſſen aus den Straßen zu entfer=
nen
. Es ſind nur arbeitsloſe Familienväter hierbei be=
rückſichtigt
worden. Die Inſaſſen eines Berliner Fern=
zuges
, der geſtern abend nach 9 Uhr in Fürſtenwalde ein=
traf
, waren Augenzeugen eines aufregenden Vor=
falles
. Auf dem Schleſiſchen Bahnhof war im letzten
Augenblick noch ein Soldat, der hier auf Weihnachtsurlaub
geweilt hatte, in den Zug eingeſtiegen. Nachdem dieſer
Köpenick paſſiert hatte, merkte der Soldat, daß er ſich in
einem falſchen Zuge befand. Um nicht zu ſpät in der Gar=
niſon
einzutreffen, öffnete der Grenadier die Abteiltür
und ſprang aus dem fahrenden Zug. Die
Augenzeugen zogen ſofort die Notbremſe und der Zug
wurde zum Halten gebracht. Bahnbeamte und Fahrgäſte
ſuchten die Strecke ab; von dem Soldaten war aber keine
Spur mehr zu entdecken. Wunderbarerweiſe muß er un=
verletzt
davongekommen und ſchleunigſt zum nächſten
Bahnhof gelaufen ſein. Ein ſchwerer Auto=
mobilunfall
ereignete ſich heute in der neunten
Abendſtunde unweit der Havelchauſſee im Grunewald.
Ein Droſchkenautomobil fuhr infolge ungenügender Be=
leuchtung
eines Möbelfuhrwerks auf dieſes auf. Durch
den Zuſammenprall barſten die Fenſterſcheiben der Droſchke
und deren Inſaſſen wurden im Geſicht und an den Hän=
den
ſchwer verletzt. Das Pferd des Möbelfuhrwerks
wurde bei dem Zuſammenſtoß getötet. Heute nach=
mittag
überfuhr, wie ſchon kurz gemeldet, der fünf
Minuten verſpätete, in Schneidemühl um 2,10 Uhr fällige
D=Zug 1 aus Berlin bei der Bude 117 zwiſchen Schön=
lanke
und Stöwe das Fuhrwerk des Beſitzers Quaſt aus
Behle. Getötet wurden Quaſt ſelbſt, der Beſitzer
Nowacki II. und die Arbeiter Willegalle und Riebſchlä=
ger
, ſämtlich aus Behle. Das Fuhrwerk wurde zertrüm=
mert
, das Pferd blieb unverletzt. Die Schuld trifft ver=
mutlich
den Bahnwärter, weil er bei dem herrſchenden
Schneegeſtöber den Zug zu ſpät bemerkte und die Schranke
nicht rechtzeitig ſchloß. Der Bahnwärter wurde vorläufig
vom Dienſt zurückgezogen.

Frankfurt, 30. Dez. (Das Großherzogspaar
im Schnee.) Zu der geſtrigen Meldung über die unter=
brochene
Autofahrt des Großherzogspaares wird uns be=
eichtigend
mitgeteilt: Der Großherzog empfahl dem Hof=
chauffeur
, auf der Rückfahrt von Lich in Bad= Nau=
heim
des Unwetters wegen zu verbleiben, indeſſen die
Herrſchaften die Weiterreiſe mit der Bahn antraten. Der
Chauffeur, der den 75 P. S.=Opelwagen ſteuerte, fuhr jedoch
trotz des tiefen Schnees über Homburg-Ober=Rosbach nach
Frankfurt und geriet auf der bahnloſen Chauſſee mit dem
Auto in Telegraphendrähte, die, von der Schneelaſt zer=
riſſen
, auf der Chauſſee lagen. Trotz dieſes hierdurch her=
vorgerufenen
Aufenthalts traf er noch vor dem Zuge, den
die Herrſchaften benützten, am Hauptbahnhof in Frankfurt
ein, und das Großherzogspaar konnte ſpäter die Heimreiſe
nach Darmſtadt im Auto vollenden.
Straßburg, 31. Dez. (Exploſion.) In dem Ge=
ſchäft
für photographiſche Bedarfsartikel von Meyer
u. Wanner am Domplatz explodierte heute nachmittag
turz nach 3 Uhr, als ein Verkäufer eine Schublade mit
Blitzlichtpulver öffnen wollte, auf noch nicht aufgeklärte
Weiſe der Inhalt der Schublade, wobei der Verkäufer an
den Händen und im Geſicht ſchwere Brandwunden erlitt,
und auch ein im Laden zufällig anweſendes Fräulein ver=
letzt
wurde. Die drei großen Scheiben des Schaufenſters
wurden zertrümmert. Das infolge der Exploſion entſtan=
dene
Feuer konnte die ſofort herbeigerufene Feuerwehr
im Entſtehen unterdrücken.
Marburg, 31. Dez. (Von der Univerſität.) Der
Profeſſor der Rechte, Dr. E. Heymann, hat einen Ruf
nach Berlin als Nachfolger von Profeſſor Hellwig ange=
nommen
.
Merſeburg, 31. Dez. (Selbſtmord.) Der in allen
Varietétheatern Deutſchlands bekannte Komiker Emil
Römer der für lange Jahre den Leipziger Seidel=
ſängern
angehörte, erhängte ſich, während ſeine Kouplets
vom Publikum beklatſcht wurden, hinter den Kuliſſen. Das
Motiv zu der Tat ſoll zunehmende Schwerhörigkeit des
Komikers geweſen ſein.
Halle (Saale), 31. Dez. (Ueberfahren.) In
Naumburg a. d. SSaale wurde ein 22 Jahre alter Hilfs=
weichenſteller
infolge des Schneeſturmes von einem Per=
ſonenzuge
überfahren und getötet.
Leipzig, 31. Dez. (Die Leipziger Löwen.) Der
Direktor des Zirkus Barnum, Arthur Kreiſer, der durch
die Leipziger Löwenjagd in der Nacht vom 19. zum 20.
Oktober bekannt geworden iſt, war von der Polizei mit
einem Strafmandat von über 100 Mark bedacht worden,
weil er es unterlaſſen hatte, die erforderlichen Vorſichts=
maßregeln
zu treffen. Das Schöffengericht beſtätigte
geſtern die Strafe, nachdem Zeugen die Schuld des Ange=
flagten
bekundet hatten.
Elbing, 31. Dez (Einbrecher) drangen in der
vorletzten Nacht in das Amtszimmer des Bahnhofes zu
Mareſſe bei Marienwerder und ſchleppten den ſieben
Zentner ſchweren Geldſchrank auf einen bereitſtehen=
den
Wagen. Dann gewannen ſie das freie Feld, erbrachen
den Schrank und erbeuteten 6000 Mark in Gold und
Silber.
Paris, 31. Dez. (Von ſeinem Vater er=
ſchoſſen
.) Geſtern abend wurde der Sänger Grag=
ſon
in ſeiner Wohnung in der Niue de Lafayette von
ſeinem 84 Jahre alten Vater durch mehrere Revolver=
ſchüſſe
ſchwer verletzt. Der Täter wurde verhaſtet. Grag=
ſon
, der aus London ſtammt, iſt heute nacht ſeinen Ver=
letzungen
erlegen. Der Tat war ein Streit mit ſeinem
Vater vpraufgegangen, der dem mit ſeiner Geliebten nach
Hauſe kommenden Sänger angeblich nicht ſchnell genug
öffnete. Der Greis ſagte aus, das Zuſammenleben ſeines
Sohnes mit der Geliebten ſei ihm unerträglich geweſen. Ec
ſcheint übrigens an Greiſenſchwachſinn zu leiden und die
ſchwere Tat nicht zu erkennen.
Paris, 31. Dez. (Meuterei an Bord eines
Kreuzers). Das Blatt Avenir du Tonkin meldet, daß
an Bord des Kreuzers Deſſair im Hafen von Saigon
Mitte November eine ernſte Meuterei ausgebrochen ſei.
280 Matroſen, welche ſich über die Haltung des zweiten
Offiziers und über die ſchlechte Koſt beklagten, flüchteten
ſich in die Heizräume und weigerten ſich, die Befehle der
Offiziere auszuführen. Erſt nach langen Bemühungen
gelang es, die Ordnung wieder herzuſtellen.
Montreal, 30. Dez. (Ein neues Feuer), das
heute früh ausgebrochen iſt, hat mehrere Läden zerſtört
und einen Sachſchaden von 100000 Dollar angerichtet. Bei
dem letzten Feuer iſt eine Perſon ums Leben gekommen.

Unglück in einem Stollen.

* Kannſtatt, 31. Dez. Geſtern abend 9 Uhr wurde
die Feuerwache I nach der Bauſtelle der ſtädti=
ſchen
Kläranlage gerufen und der Sanitätswagen
mit dem Sauerſtoffkoffer gefordert. Ein Bauführer teilte
der Hilfsmannſchaft mit, daß in dem über 300

Meter langen Stollen 10 bis 15 Mann bewußtlos lie=
gen
. Nach Zurücklegung eines Wegs von etwa 200 Meter
im Stollen wurden die erſten Bewußtloſen aufgefunden.
Es waren fünf Arbeiter, die auf der Sohle umherlagen.
Da die Luft im Stollen bereits mit giftigen Gaſen ge=
ſchwängert
war, und auch für die Rettungsmannſchaft
Lebensgefahr beſtand, wurden drei Bewußtloſe auf die
zum Abfahren des Gerölls beſtimmten kleinen Rollwagen
geladen und die beiden anderen von den Hilfsmannſchaf=
ten
getragen. Die Träger wurden aber ſelbſt bewußtlos
und mußten ſamt den Getragenen von ihren Kameraden
geborgen werden. Ebenſo erging es einigen zu Hilfe
eilenden Arbeitern. Draußen vor dem Stollen trat der
Sauerſtoffloffer alsbald in Tätigkeit. Da Hoffnung be=
ſtand
die Opfer am Leben zu echalten, wurden zunächſt
vier im Automobil und zwei im Sanitätswagen ins Kann=
ſtätter
Bezirkskrankenhaus geſchafft. Es war nun klar,
daß die Retter nur noch mit Hilfe des mitgebrachten Berg=
werksapparats
vordeingen konnten, denn es galt nunmehr
bis an die Spitze des Stollens, zu der Bohrſtelle zu ge=
langen
. Die Benzinmaſchine, die das Geröll auf ſoge=
nannten
Hunden zu entfernen hatte, mußte überklettert
werden. An der Bohrſtelle lagen zwei Arbeiter mit ihren
Werkzeugen. Sie wurden über die Maſchine gehoben und
dann auf den Hunden dem Ausgang zugerollt. Bei dieſer
Arbeit entdeckte man neben der Maſchine einen weiteren
Verunglückten, der bereits tot war. Um ſicher zu ſein,
daß kein Verunglückter im Stollen liegen blieb, unternahm
der dienſttuende Feldwebel mit einem Feuerwehrmann
noch einen Erkundigungsgang, auf dem noch ein zehntes
Opfer gefunden wurde. Als die Retter den Rückgang an=
traten
, merkten ſie, daß ihnen ſelbſt das Bewußtſein zu
ſchwinden begann. Sie gaben Notzeichen, worauf die
Kameraden vom Stolleneingang nachrückten und die Ret=
ter
ſamt dem Opfer bargen. Sämtliche Opfer befinden ſich
wohlbehalten im Krankenhaus.

Der Schneeſturm.

* Berlin 31. Dez. Berlin liegt tief im Schnee.
Das geſtrige ſtürmiſche Schneetreiben hielt die Nacht
hindurch an und auch in der Frühe des heutigen Tages
ſchneit es ununterbrochen fort. Ein Heer von Straßen=
ſegern
iſt beſchäftigt, dem allenthalben ſtockenden Verkehr
zwiſchen hohen Schneemauern eine Gaſſe zu bahnen. Das
Thermometer zeigt etwa den Gefrierpunkt.
Auch den ganzen Vormittag ſchneite es
und jetzt nachmittags, iſt noch kein Ende des Schneefalls
abzuſehen. Die Störungen im Straßenbahn=
verkehr
ſind erheblich. Der Droſchkenverkehr iſt
faſt gänzlich lahmgelegt; beſſer kommen die Autobuſſe
vorwärts. An vielen Stellen liegt der Schnee bereits über
einen halben Meter hoch. Schneepflüge und ein Heer
von Arbeitsloſen, von denen 8000 allein
von der Stadt angeworben wurden, ſind mit der Be=
ſeitigung
der Schneemengen beſchäftigt. Trotzdem will
es nicht gelingen, der immer wieder eintretenden Ver=
kehrsſtörungen
Herr zu werden, ſo daß viele Arbeiter und
Angeſtellte weite Wege zu Fuß zurücklegen müſſen, um zu
ihrer Arbeitsſtätte oder nach Hauſe zu gelangen.
* Berlin, 31. Dez. Aus dem Reiche laufen in gro=
ßer
Zahl Meldungen über ſtarke Schneefälle und
Schneeverwehungen, ſowie dadurch verurſachte
Verkehrsſtörungen ein. In der Provinz Poſen fällt dich=
ter
Schnee bei 6 Grad Kälte. In Sachſen ſchneit es un=
unterbrochen
ſeit 24 Stunden. Der Straßenbahnverkehr
in Dresden und anderen Städten ſtockt. Die telephoniſchen
und telegraphiſchen Verbindungen ſind viellach unter=
brochen
. Auch in Mittel= und Süddeutſchland iſt ſtarker
Schneefall eingetrten. Die Züge verkehren teilweiſe mit
großen Verſpätungen.
* Berlin, 31. Dez. Ueber die Wetterlage im
Reiche liegt noch eine Reihe weiterer Berichte vor.
In Hamburg herrſchte geſtern abend bei ſcharfem Nord=
oſtwind
ſtarkes Schneetreiben. In der Nacht iſt kein
neuer Schnee gefallen. In Hannover trat nach teilweiſe
reichlichem Schneefall leichter Froſt ein. Im Teuto=
burger
Wald iſt der Rodelbetrieb aufgenommen wor=
den
. Auch aus Braunſchweig und Eſſen (Ruhr) wird leich=
ter
Froſt bei klarem Wetter gemeldet. In München
ließ das geſtrige Schneetreiben in der Nacht nach und es
trat leichter Froſt ein. Heute herrſcht hier ſchwacher
Schneefall. In den Bergen ſchneit es allenthalben Be=
ſondere
Verkehrsſtörungen ſind bisher nicht zu verzeichnen.
In Breslau herrſcht trockenes Wetter; nur wenig Schnee
bedeckt die Straßen. In Görlitz ſetzte das geſtrige
Schneetreiben in der Nacht von neuem ein und dauert auch
noch in verſtärktem Maße an. Zahlreiche Verkehrsſtörun=
gen
ſind die Folge. In den Städten der Niederlauſitz ſind
bis jetzt keine nennenswerten Verkehrsſtörungen vorge=
kommen
. Die Spreewaldbahn langte heute früh wohlbe=
halten
an den Endſtationen an. In Königsberg herrſcht
ſeit geſtern mit kurzen Unterbrechungen anhaltendes Schnee=

Feuilleton.

* Der Vulkanausbruch in der Südſee. Die jetzt ein=
treffenden
Nachrichten von Augenzeugen über den gewalti=
gen
Vulkanausbruch auf der Ambryn=Inſel in den Neuen
Hebriden geben ein erſchütterndes und zugleich großartiges
Bild dieſes gewaltigen Naturereigniſſes, das alle elemen=
taren
Ereigniſſe übertrifft, die man in jenem Inſelreiche
ſeit einem Jahrhundert erlebte. Nach den niedrigſten
Schätzungen ſind über 500 Eingeborene dem Ereignis zum
Opfer gefallen. Der auſtraliſche Korreſpondent des Daily
Telegraph, der in Sydney eine Anzahl Flüchtlinge und den
Kapitän eines während des Ausbruches in der Nähe der
Inſel vor Anker liegenden engliſchen Dampfers ſprechen
konnte, kabelt ſeinem Blätte eine ausführliche Schilderung
dieſer Berichte der Augenzeugen, die das Ereignis eine
wahre Hölle auf Erden bezeichnen. Der Vulkanausbruch
begann mit einem furchtbaren Donnergetöſe, dem faſt
unmittelbar in ſchneller Folge heftige Exploſionen folgten.
Es war wie das Feuern einer übermenſchlichen Artillerie
und im nächſten Augenblick waren alle Feuerkrater in wil=
der
Tätigkeit. Wie goldene Schlangen wandten ſich mäch=
tige
leuchtende Lavaſtröme über die Abhänge hinab immer
von neuen Exploſionen gefolgt. Es war, als erſchütterten
gewaltige Krämpfe den Berg, nach jeder Erſchütterung
ſpien die Krater neue Flammenberge zum Himmel. Bei
Nacht zuckten die rieſigen Flammen viele hunderte von
Metern über den Bergrand empor und beleuchteten geſpen=
ſtiſch
das ganze Bild der angerichteten Verwüſtung. Große
Felsblöcke wurden in den Raum hinausgeſchlendert und
ſchwarz hoben ſich ihre Umriſſe von der blendenden Hellig
keit der Flammen ab. Immer weiter dehnte ſich die Staub=
und Aſchenwolke aus, bildete am Firmament eine große
dunkle Wolke, die immer größer anwuchs und ſchließlich
den ganzen Himmel bedeckte, ſo daß die Sterne unſichtbar
wurden. Das Meer ſchien zu kochen und leuchtete, wäh=
rend
mächtige Meteorſteine ziſchend in die Fluten ſtürzten.

An den Bergwänden glitt der Lavaſtrom weiter, um ſich
ſchließlich ins Meer zu ergießen. Es war ein furchterregen=
der
und dabei doch wundervoller Anblick.
Als der Lavaſtrom das Meer erreichte, entſtand ein
brauſendes Ziſchen, und mächtige Dampfwolken breiteten
ſich ſofort aus. Die Oberfläche des Meeres geriet in
ſchäumende und quirlende Bewegung, und die Seeleute, die
in größerer Entfernung vom Ufer lagen, ſahen plötzlich an
der Oberfläche gewaltige Mengen toter Fiſche und Schild=
kröten
auftauchen, die entweder durch die Hitze oder durch
unterſeeiſche Vulkanexploſionen maſſenweiſe getötet wor=
den
waren. Das britiſche Krankenhaus und die Aerzte=
häuſer
ſind völlig vom Erdboden verſchwunden; doch ge=
lang
es, noch vor der Zerſtörung, die vierzig Kranken auf
eine Nachbarinſel in Sicherheit zu bringen.
CK Menelik, der neue Salomo. Der verſtorbene Negus
Menelik rühmte ſich, und ſeine Untertanen waren felſenfeſt
davon überzeugt, daß er ein Sproß des Königs Salomo
wäre. Die Art, wie er bisweilen in ſchwierigen Fällen
das Recht zu finden wußte, läßt ihn wenigſtens als geiſti=
gen
Nachfolger dieſes Ahnhern erſcheinen. In Abeſſinien
herrſcht das moſaiſche Geſetz des Auge um Auge; wer
einen anderen verletzt oder getötet hat und ſeine Schuld
nicht mit teurem Gelde ablöſen kann, muß den Blutpreis
zahlen. Eines Tages waren nun, wie in der Times erzählt
wird, zwei Männer damit beſchäftigt, Pflaumen zu ernten;
der eine ſaß auf dem Baum und ſchüttelte die Zweige, der
andere ſtand darunter und las die Früchte auf. Plötzlich
brach jedoch der Aſt, auf dem der Mann oben ſaß; dieſer
ſtürzte herunter auf ſeinen Gefährten und brach ihm das
Rückgrat. Während der ſchwer Getroffene ſeinen Verletz=
ungen
erlag, kam der andere mit einigen Wunden davon.
Die Familie des Getöteten forderte eine Geldentſchädigung
von 500 Mark, und da der Schuldige kein Geld hatte, for=
derte
ſie ſein Leben. Der Fall wurde vor Menelik gebracht.
Gut, ſagte der Negus, nachdem er beide Parteien ange=
hört
hatte: Ihr habt das Recht, das Leben dieſes Man=
nes
zu fordern. Aber das Geſetz ſtellt feſt, daß der Mörder

denſelben Tod ſterben muß, wie das Opfer. Alſo kletter
einer von euch auf dieſen Baum (und damit wies Meneli
auf einen rieſigen Maulbeerbaum in der Nähe) und ſtürz
ſich von den Zweigen auf den Schuldigen herab! Daz=
konnte
ſich indeſſen keiner von den Verwandten des Ge
töteten entſchließen, und ſo war für den unfreiwilliger
Schuldigen Leben und auch Geld gerettet.
ml. Der verſtummte Bräutigam. Wenn die Erfahrun
lehrt, daß Stumme durch ſtarke Erregung häuſig die
Sprache wiedergewinnen, ſo zeigt ſie noch öfter daß ſchüch
terne Leute aus dem gleichen Grunde die Sprache ver=
lieren
. Sehr intereſſant iſt in dieſer Beziehung ein Vo
fall, der ſich kürzlich in Belfaſt abſpielte. Stand da in de
weihnachtlich geſchmückten Hauptkirche der Stadt ei
Brautpaar vor dem Traualtar um ſeine Ehe einſegne
zu laſſen. Die Zeremonie nahm auch ihren ordnunge
mäßigen Verlauf, bis zu dem Augenblick, als der Geiſt
liche die entſcheidende Frage an den Bräutigam richtet=
Willſt Du dieſe Frau zu Deiner rechtmäßigen Gattin
nehmen? War es das in der engliſchen Sprache nur im
kirchlichen Gebrauch übliche Du der Anrede, oder de
Ernſt der Situation, kurz, der Bräutigam wurde rot und
blaß, zerrte an ſeinem Stehkragen, öffnete den Mund z
wiederholten Malen, aber konnte kein Wort über die Lip
pen bringen. Die Braut runzelte die Brauen, und der
Geiſtliche ſtellte erſtaunt die Frage noch einmal. De
Bräutigam erſchöpfte ſich erneut in krampfhaften Anſtreng=
ungen
, die ebenſo erfolglos blieben. Der Feſtverſamm
lung bemächtigte ſich allmählich eine gelinde Heiterkeit
die den Bräutigam vollends aus der Faſſung brachte. S
knöpfte er denn mit zitternden Händen den Rock zu un
verließ eiligen Schrittes die Kirche, während die Brau
den erfolgloſen Verſuch machte, ihm durch liebevolle Schläg
auf den Rücken wieder zur Sprache zu verhelfen. Aber es
half alles nichts, und ſo mußte man ſich wohl oder übe
entſchließen, die Trauung zu vertagen, in der Hoffnung
daß dem Bräutigam in der Zwiſchenzeit die Sprach
wiederkommen wird.

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Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Seife 3

geſtöber. Sowohl in der Stadt als auch in der Provinz
ſind durch die Schneemaſſen Verkehrsſtörungen eingetreten.
Die Züge erleiden Verſpätungen.
* Mannheim, 31. Dez. Während Rhein und
Neckar gegen ihren Stand vom Montag morgen bis
geſtern morgen um zirka 1½ Meter geſtiegen waren, ſind
beide Flüſſe ſeit geſtern wieder gefallen.
* Kottbus, 31. Dez. In der Niederlauſitz hat um
die Mittagszeit wiederum lebhafter Schneefall einge=
ſetzt
. Die Züge nach Sagan erleiden nicht unerhebliche
Verſpätungen.
* Köln, 31. Dez. (Amtlich.) Die Störungen
in den Telegraphen= und Fernſprechleitun=
gen
ſind zum größten Teil beſeitigt. Der Verkehr wickelt
ſich wieder normal ab.
* Halle (Saale), 31. Dez. Der Perſonenzug,
der um 12 Uhr nachts in Querfurt eintreffen ſoll, iſt, laut
B. Z. a. M., in der Nähe von Querfurt im Schnee
ſtecken geblieben. Die Paſſagiere mußten die Nacht
im Zuge verbringen. Bis vormittags 9 Uhr gelang es
nicht. die Strecke freizumachen.
* Halle a. S., 31. Dez. Der Verkehr der Hettſtedteg.
Bahn wurde heute früh infolge vier Meter hoher Schnee=
verwehungen
gänzlich eingeſtellt. Am Nachmittag
war der Verkehr noch teilweiſe unterbrochen. Bei Reußen
iſt ein Zug im Schnee ſtecken geblieben.
* Querfurt (Bezirk Halle), 31. Dez. Der fahrplan=
mäßig
um 12 Uhr nachts hier eintreffende Perſonen=
zug
blieb infolge der Schneeverwehungen in
der Nähe von Kuckenberg bei Obhauſen liegen. Die
Paſſagiere konnten erſt heute früh in Schlitten nach Quer=
furt
befördert werden. Ebenſo erging es den Fahr=
gäſten
der fahrplanmäßig um 2 Uhr nachts und 7½ Uhr
morgens eintreffenden Perſonenzüge. Die Strecke Quer=
furt
-Ober=Röblingen iſt für den Verkehr teilweiſe, die
Strecke Querfurt-Mücheln völlig geſtört.
* Magdeburg, 31. Dez. Geſtern herrſchte hier
anhaltender Schneeſturm. Heute trat leichter Froſt ein.
Die Schneedecke beträgt etwa 12 Zentimeter.
* Kuxhaven, 31. Dez. Unterhalb Norderney
iſt heute nacht ein Lotſenboot gekentert. Drei
Inſaſſen, die Lotſen Löhl und Großmage, ſowie der Lot=
ſenaſpirant
Thode ſind ertrunken.
* Stettin, 30. Dez. Das tagsüber in Pommern
herrſchende Schneegeſtöber wurde abends zu einem
Schneeſturm, der ſehr bald Verkehrsſtörungen hervor=
rief
. Die Stettiner Straßenbahn mußte ihren Dienſt in
den Außenbezirken einſtellen. Die Züge der Staatsbahn
erlitten bis 20 Minuten Verſpätung, die aus Mecklenburg
kommenden bis 1½ Stunden. Der Telephonverkehr nach
Vorpommern, namentlich nach Greifswald, Stralſund und
Swinemünde, iſt wegen der Sturmflut faſt gänzlich einge=
ſtellt
worden.
* Stettin, 31. Dez. Der ſeit 24 Stunden anhal=
tende
Schneeſturm hat heute morgen nach 8 Uhr auf=
gehört
. Die Oder iſt in 12 Stunden um 80 Zentimeter
geſtiegen.
* Greifswald, 31. Dez. Seit heute nacht 3 Uhr
fällt das Waſſer in ganz Vorpommern. Der
Höchſtſtand um Mitternacht erreicht den der Sturmflut
von 1872. Der Schaden iſt ſehr beträchtlich. In den =
dern
Binz, Thieſſow und Sellin ſind die See=
brücken
ſtark beſchädigt worden. Die Herrenbadeanſtalt in
Sellin wurde weggeſchwemmt. Die Promenaden und
Dünen von der ganzen Oſtküſte ſind weggewaſchen. Be=
ſonders
arg ſieht es in Saßnitz aus. Auf der Hiddenſee
ſind große Uferabſtürze erfolgt. Bei Prerow und Kröslin
ſind die Dämme fortgeriſſen worden. Der Eiſenbahnver=
kehr
iſt faſt lahmgelegt. Die Kleinbahnen haben ihren
Betrieb eingeſtellt.
* Prenzlau, 31. Dez. (Amtlich.) Die Strecken
Ueckeritz bis Wolgaſter Fähre und Ducherow=
Swinemünde ſind wegen Unterſpülung durch Hochwaſſer
bis auf weiteres geſtört.
* Stralſund, 31. Dez. (Amtlich.) Die Unter=
ſpülungen
an dem Bahnkörper der Darßbahnlinie ſind in
der heutigen Nacht noch weiter fortgeſchritten, ſo daß auch
der Eiſenbahnbetrieb zwiſchen den Bahnhöfen
Pruchten und Zingſt eingeſtellt werden mußte.
* Stralſund, 31. Dez. (Amtlich.) Der Bahn=
betrieb
zwiſchen Barth und Prerow iſt unterbro=
chen
, weil der Bahnkörper durch die Sturmflut an vielen
Stellen unterſpült und durchbrochen iſt. Auch zwei Pfeiler
der Klörbrücke zwiſchen Pruchten und Breſewitz ſind durch=
geriſſen
und drei eiſerne Unterbauten eingeſtürzt. Wann
der Verkehr wieder möglich ſein wird, iſt noch nicht ab=
zuſehen

* Lübeck, 31. Dez. In Travemünde ſind die
Bootsſtege und die niedriger liegenden Anlagen und Bade=
anſtalten
von der hochgehenden See abgeriſſen und
auf den Strand geworfen worden. Die Strandpromenade
iſt ſtark beſchädigt In Lübeck überflutete die Trave
in der letzten Nacht die Keller und Wohnungen der tiefer
gelegenen Stadtteile. In den Morgenſtunden ging das
Hochwaſſer zurück und es fällt auch weiterhin. Der Scha=
den
iſt unbedeutend. Heute vormittag herrſchte hier ſchö=
nes
und klares Froſtwetter. Bei dem Leuchtturm am
Unterpelzerhaken an der holſteiniſchen Küſte ſitzt ein Schiff
auf dem Strand; Hilfe iſt zur Stelle.
* Kiel, 31. Dez. Nachdem die Gewalt des
Nordoſtſturmes im Laufe der Nacht nachgelaſſen hat
iſt das Hochwaſſer etwas zurückgegangen. Die von den
Wellen überflutet geweſenen Straßen ſind wieder frei
Die Fährdampfer haben den Verkehr zum Teil wieder auf=
genommen
Es herrſcht ein Grad Kälte.
* Roſtock, 31. Dez. Der Sturm ließ heute morgen
nach. Das Waſſer iſt etwa um 105 Meter gefallen.
Dem Dampfer Kommerzienrat Böckel der geſtern ver=
geblich
verſuchte, den Hafen zu erreichen und ſchließlich
an der däniſchen Küſte vor dem Unwetter Schutz ſuchen
mußte, gelang es nunmehr, in den Hafen einzulaufen.
* Kolberg, 31. Dez. Durch den heftigen Sturm
iſt am Strande großer Schaden angerichtet worden.
Die Badeanſtalten haben ſehr ſtark gelitten. Das Fami=
lienbad
iſt zum Teil zerſtört Die Dünenpromenade iſt
an mehreren Stellen durchbrochen. Die in der Nähe des
Strandes befindlichen Häuſer ſtehen unter Waſſer, mehr=
fach
iſt Vieh in den Fluten umgekommen. Wie die Zei=
tung
Der Pommer meldet, ſteht das Dorf Sorenbohm
größtenteils unter Waſſer, das die Höhe von etwa einem
Meter erreicht.
* Kolberg. 31. Dez. (Amtlich.) Infolge Schnee=
verwehungen
iſt die Strecke Kolberg-Köslin un=
fahrbar
. Die Störung dauert vorausſichtlich bis zum
1. Januar vormittags.
* Königsberg i. Pr., 31. Dez. Aus den am Ku=
riſchen
Haff und auf der Kuriſchen Nehrung gelegenen
Dörfern kommen Schilderungen von großer Not=
lage
der Bevölkerung infolge der letzten Sturm=
flut
. Faſt das ganze Heu iſt weggeſchwemmt, ſo daß es
an Futtermitteln für das Vieh mangelt. Die Stallungen
ſind vernichtet Die Fiſcher erleiden durch die Zerſtörung
ihrer Geräte großen Schaden. Die Not wird dadurch er=

höht, daß die Ortſchaften durch das Hochwaſſer vielfach
von dem Verkehr abgeſchnitten ſind.
* Malmö 30. Dez. Aus verſchiedenen Orten in
den Schonen werden Hochwaſſer und Ueber=
ſchwemmungen
gemeldet, ſo von Yſtad und Trelle=
borg
.
* Kopenhagen, 30. Dez. Auf der Inſel Born=
holm
wütete heute ein orkanartiger Sturm. Das
infolgedeſſen eingetretene Hochwaſſer verurſachte an
vielen Orten Ueberſchwemmungen. Auch auf Falſter ver=
urſachte
der Sturm Hochwaſſer. In Nakskow iſt die Hafen=
ſtraße
überſchwemmt Der Verkehr wird durch Boote be=
werkſtelligt
. In Nykjoebing drang das Waſſer in die in
der Nähe des Hafens gelegenen Häuſer ein. Auch aus
anderen Orten Falſters werden Ueberſchwemmungen ge=
meldet
. Die Fährverbindung nach Warnemünde iſt unter=
brochen
.
* Riga, 31. Dez. Infolge von Schneeverwehungen
iſt eine ſtarke Verkehrsſtörung eingetreten. Die
Züge treffen mit vielſtündiger Verſpätung ein. Die Ber=
liner
Poſt iſt an zwei Tagen ausgeblieben. 1500 Solda=
ten
ſind mit der Freilegung des Eiſenbahngleiſes be=
ſchäftigt
.

Handel und Verkehr.

* Darmſtädter Stadtanleihe. Der Reſtbe=
trag
von 4 Millionen Mark des ſeinerzeit beſchloſſenen
Anlehens iſt nunmehr zur Vergebung gelangt und von der=
ſelben
Bankaruppe wie der erſte Teil des Anlehens zum
Kurs von 93 Prozent übernommen worden. Die Führung
des Bankkonſortiums hat wieder die Direktion der Dis=
konto
=Geſellſchaft, Frankfurt a. M., und iſt von
hieſigen Firmen wieder das Bankhaus Nauheim u. Co.
dabei beteiligt.
* Wien, 31. Dez. Nach dem ſtatiſtiſchen Han=
delsausweis
über den Außenhandel des öſter=
reichiſch
=ungariſchen Zollgebietes betrug
im November die Einfuhr 298,2, die Ausfuhr 258,0 Millio=
nen
Kronen, demnach 1,2 Millionen mehr bezw. 6,4 Mil=
lionen
Kronen weniger als im Vorjahre. Während der
Monate Januar bis November betrug die Einfuhr 3067.7
Millionen, die Ausfuhr 2537,6 Millionen Kronen, dem=
nach
179,9 Millionen Kronen weniger bezw. 63,5 Millionen
Kronen mehr als im Vorjahre. Das Paſſivum der Han=
delsbilanz
in den Monaten Januar bis November betrug
demnach 539,1 Millionen, gegen 773,4 Millionen Kronen
im Vorjahr.

Luftfahrt.

* Kairo, 31. Dez. Der Flieger Vedrines ſoll
beabſichtigen, am Freitag nach Jeruſalem zurück=
zufliegen
. Die Feſte, die ihm zu Ehren veranſtaltet
werden ſollten, ſind abgeſagt worden.

Zabern.

* Straßburg, 31. Dez. Einem ſchon vor Wochen er=
gangenen
Befehle gemäß wurde das Zaberner Wacht=
kommando
des ſächſiſchen Infanterie= Re=
giments
Nr. 105 heute durch eine Abteilung des hie=
ſigen
württembergiſchen Infanterie=Regiments Nr. 126
unter Führung des Hauptmanns Winghofer abgelöſt.
* Zabern, 31. Dez. Die Staatsanwalt=
ſchaft
hat geſtern abend an dem kritiſchen Orte am Ka=
nalbaſſin
Schießverſuche angeſtellt. Sie läßt auf
Grund eingehender Erhebungen als ihre Anſicht mitteilen,
daß es beinahe abſolut ſicher ſei, daß die fraglichen
Schüſſe von dem jenſeitigen Holzlager aus ge=
fallen
ſind und unter keinen Umſtänden von dem dies=
ſeitigen
Rande des Baſſins her gekommen ſein können.
Ein Anſchlag auf den Kaſernenhofpoſten ſei unter keinen
Umſtänden anzunehmen. Trotzdem die Behörde und ihre
Vollzugsorgane in jeder Beziehung ihre Schuldigkeit tun
und trotz der ausgeſetzten Belohnung iſt die Ermitte=
lung
des Täters bis zur Stunde noch
nicht erfolgt.

Literariſches.

Carmen Sylva, die noch ſo jugendfriſche, gott=
begnadete
Dichter=Königin, welche am 29. Dezember ihr
0. Lebensjahr vollendete, findet in zwei reich illuſtrier=
ten
Beiträgen der Leipziger Illuſtrirten Zei=
tung
(Nr. 3678 vom 25. Dezember 1913) eine volle Wür=
digung
ihres künſtleriſchen Schaffens. An Hand einer
Reiſenovellette Durch die Champagne und die Riviera‟
werden wir in das europäiſche Paradies eingeführt. Schon
das doppelſeitige Bild Küſtenſzenerie an der franzöſi=
ſchen
Riviera in der Gegend von Cannes und Nizza iſt
ſo recht geeignet, die Reiſeluſt nach dieſem herrlichen
Erdenſtrich zu erwecken. Auch dieſe Nummer läßt wieder
erkennen, daß durch die Illuſtrirte Zeitung eine Wochen=
ſchrift
geboten wird, die durch ihre neuzeitliche Reproduk=
tionstechnik
bei zeitgemäßen Abhandlungen berufen iſt,
ein ſteter Begleiter der gebildeten Welt zu ſein, zumal
der Tagesgeſchichte in jeder Nummer ein weiter Raum
zur Verfügung geſtellt wird.
Bei A. Bath in Berlin W. 8 erſchien wieder die
neue Ausgabe der Einteilung des deutſchen
Heeres. 1,10 Mk. Wir empfehlen unſeren Leſern das
überſichtliche und zuverläſſige Büchlein beſtens, das die
neuen Garniſonen und Truppenteile mit den Beſetzun=
gen
bis zum Bataillonskommandeur enthält.

Vom Balkan.

* Belgrad 31. Dez. Nach ſchriftlicher Ue=
berreichung
der Demiſſion berief der König
den Präſidenten der Skupſchtina, Nikolic, um ſich berichten
zu laſſen. Uebereinſtimmenden Meldungen zufolge ſtellte
ſich die altradikale Regierungspartei auf den Standpunkt.
daß im Falle des Verharrens der oppoſitionellen Partei
der Obſtruktion das gegenwärtige Kabinett Paſitſch un=
verzüglich
die Skupſchtina auflöſen und Neuwahlen durch=
führen
müſſe. Die Altradikalen würden jeden Kompro=
mißvorſchlag
über die Bildung eines Koalitionskabinetts
ablehnen, da ſie tatſächlich über die Majorität in der
Skupſchtina verfügen.
* Sofia 31. Dez. Der König hat einen Ukas
unterzeichnet, durch den die Demiſſion des Mini=
ſters
des Aeußern Genadiew angenommen und
Miniſterpräſident Radoslawow mit der interimiſtiſchen
Leitung des Miniſteriums des Auswärtigen beauftragt
wird.
* Athen, 31. Dez. (Agence Havas.) Die griechiſche
Regierung hat den Mächten mitgeteilt, daß ſie die Fra=
gen
der Abgrenzung im Nordepirus und
der Inſeln des Aegäiſchen Meeres als von=
einander
untrennbar betrachte und infolgedeſſen
hoffe, daß die beiden Fragen gleichzeitig gelöſt würden.
Aus dieſer Erklärung ſcheint klar hervorzugehen, daß die

griechiſche Regierung dahin neigt, jede für die Räumung
der ſtrittigen Zone im Epirus angeſetzte Friſt unbeachtet
zu laſſen, wenn die Inſelfrage nicht endgültig entſchieden
wird.
* Athen, 31. Dez. Der Miniſter des Innern
unterbreitete der Kammer einen Geſetzentwurf über die
Schaffung eines Miniſteriums der Poſt, Telegraphen,
Eiſenbahnen und Verkehrswege. Die Blätter melden, Mi=
niſterpräſident
Venizelos werde wahrſcheinlich die Par=
lamentsferien
dazu benutzten, um mehrere europäiſche
Hauptſtädte zu beſuchen.
* Saloniki, 31. Dez. Geſtern haben ſich hier über
400 Freiwillige nach Preveſa eingeſchifft,
um ſich den Kämpfern im Epirus anzuſchließen. Täglich
melden ſich neue Freiwillige, die demnächſt nach Epirus
geſchickt werden ſollen. Unter dieſen befinden ſich zahl=
reiche
Perſonen aus Weſtthrazien.
* Konſtantinopel, 31 Dez. Einer Blättermel=
dung
zufolge, wurden dem türkiſchen Staatsſchatz von
der Verwaltung der öffentlichen Staatsſchuld 80000 Pfund
ausbezahlt und von einer Bank ein Vorſchuß von 150000
Pfund gewährt. Der Staatsſchatz wird noch heute den Be=
amten
das Monatsgehalt auszahlen.
* Paris, 31. Dez. Die Agence Havas meldet aus
Petersburg: Der bulgariſch=ſerbiſche
Schiedsgerichtsvertrag iſt geſtern unterzeichnet
worden.

Zur Lage in Mexiko.

* Neu=York, 31. Dez. Nach einem Telegramm
aus Preſidio (Texas) iſt bei Preſidio del Norte auf
mexikaniſchem Gebiet zwiſchen Inſurgenten und
Bundestruppen ſeit 36 Stunden ein Kampf im Gange,
der noch immer ſortdauert. Es ſollen 5000 Inſurgenten
gegen 4000 Mann der Bundestruppen kämpfen. Die Zahl
der Verwundeten und Getöteten iſt groß. Die Inſur=
genten
bemächtigten ſich der Schanzgräben vor der Stadt,
worauf ſich die Bundestruppen in den Ort ſelbſt zurück=
zogen
. Es wird für wenig wahrſcheinlich gehalten, daß
die Bundestruppen kapitulieren, da 1800 ihrer Freiwilli=
gen
, darunter zwölf Befehlshaber, auf Anordnung des
Inſurgentengenerals Ortega erſchoſſen worden ſind.
* Neu=York, 31. Dez. Der amerikaniſche Son=
dergeſandte
in Mexiko, Lind, hat Veracruz
geſtern abend mit dem Kreuzer verlaſſen, um ſich in die
Vereinigten Staaten zurückzubegeben und den Präſiden=
ten
Wilſon aufzuſuchen. Wie der Marineſekretär erklärt,
wird Linds Reiſe nicht durch das Auftauchen einer neuen
Frage in Mexiko veranlaßt.
* Vera=Cruz. 31. Dez Ein Zug mit Bun=
destruppen
wurde 170 Meilen von Mexiko entfernt,
in die Luft geſprengt. Da an der Zwiſchen=
ozeanbahn
, welche die Hauptſtadt mit der Küſte verbindet,
die Telegraphendrähte zerſtört ſind, fehlen Einzelheiten.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telege. Korreſp.=Bureau.),
* Berlin, 31. Dez. Dem Reichsanzeiger zufolge iſt
der bisherige Oberhof= und Hausmarſchall und Oberzere=
monienmeiſter
Graf zu Eulenburg zum Miniſter
des Königlichen Hauſes, der bisherige Oberſtall=
neiſter
Freiher v. Reiſchach zum Oberhof= und Haus=
marſchall
und Oberzeremonienmeiſter, der bisherige Haus=
marſchall
Freiherr v. Lyncker zum Generalintendanten
der Königlichen Gärten, der bisherige Vizeoberzeremo=
nienmeiſter
Wirklicher Geheimer Rat und Direktor im
Miniſterium des Königlichen Hauſes Graf v. Kanitz
zum Obergewandkämmerer, der bisherige Vizeoberſtall=
meiſter
Freiherr v. Eſebeck zum Oberſtallmeiſter, der
bisherige Hofmeiſter Freiherr v. Wangenheim zum
Vizeobezeremonienmeiſter und der Oberſt à la suite der
Armee v. Frankenberg und Ludwigsburg
zum Vizeoberſtallmeiſter ernannt worden.
* Berlin, 31. Dez. Die Abgeordneten Dr. Müller=
Meiningen und Lieſching haben folgende Anfrage an
den Reichskanzler gerichtet: Iſt dem Herrn Reichs=
kanzler
bekannt, daß der Oberſt des in Stargard garniſo=
nierenden
Grenadier=Regiments (2. Pomm.) Nr. 9 ein
Verbot des Neuen Pommerſchen Tagblatts
zum 1. Januar 1914 erlaſſen hat, und was gedenkt der
Herr Reichskanzler zu tun um ſolche Fälle ungeſetzli=
chen
Boykoits von Privatunternehmungen
durch Militärſtellen zu verhüten?
* Berlin, 31. Dez. Unter dem Verdacht des fin=
gierten
Einbruchsdiebſtahls wurde heute von
der Schöneberger Kriminalpolizei die 37jährige Privatiere=
Anna Datert und der 30jährige Kinoſchauſpieler
Freund verhaftet. Im Monat Auguſt wurde die
Schöneberger Feuerwehr nach der Wohnung der Datert
gerufen, wo ein Wohnungsbrand ausgebrochen war. Es
wurde Brandſtiftung feſtgeſtellt. Die Datert gab an, daß
ihr Schmuckſachen im Werte von 50000 Mark geſtohlen
worden ſeien. Von der Polizei wurde feſtgeſtellt, daß
der Einbruchsdiebſtahl fingiert war.
* Kaſſel, 31. Dez. Dem kommandierenden
General des 11. Armeekorps, Freiherrn
v. Scheffer=Boyadel, iſt unter Verleihung des
Schwarzen Adlerordens der erbetene Abſchied bewilligt
worden.
* München, 31. Dez. Das Miniſterium des Innern
erließ eine Bekanntmachung über die Geltung des
Berliner Einigungsabkommens zwiſchen den
Aerzten und den Krankenkaſſen für
Bayern.
* Düſſeldorf, 31. Dez. Der am 16. Dezember nach
Unterſchlagung von 30000 Mark geflüchtete Ver=
walter
der Konſum=Anſtalt der Gerresheimer Glas=
hütte
, Wilhelm Wachenſchmitt, iſt heute vormittag
auf Erſuchen der Düſſeldorfer Kriminalpolizei in Olten
im ſchweizeriſchen Kanton Solothurn verhaftet wor=
den
. Die mit Wachenſchmitt geflüchtete Verkäuferin in
der Konſumanſtalt, Martha Witte, iſt bereits am Sonn=
tag
in Unterſuchungshaft genommen worden.
* Poſen, 31. Dez. Bei der Verfolgung von Wild=
dieben
wurde in der Nähe von Pleſchen der Gutsmann
Kosloweki von Wilderern durch zwei Schüſſe
tödlich verletzt. Die Täter wurden verhaftet.
* Wien, 31. Dez. Das Herrenhaus hielt heute
mittag eine kurze Sitzung ab und überwies die vom Ab=
geordnetonhaus
eingebrachten Beſchlüſſe, betreffend Perſo=
nalſteuer
=Novelle, der Steuerkommiſſion.
* Wien, 31. Dez. Die Regierung hat im Abge=
ordnetenhaus
eine Lokalbahnvorlage eingebracht,
dne 94 neue Bahnlinien mit einer Geſamt=
länge
von 2100 Kilometern mit einem Anlage=
kapital
von rund 437 Millionen Kronen enthält. Die
Geſamtſumme für die zu gewährende Staatsbeihilfe würde
ungefähr 287 Millionen betragen. Die Sicherſtellung der
Bahnen ſoll von der Regierung innerhalb 15 Jahren durch=
gefühet
ſein.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Nummer

2 Peſ, 31. Dez. In der hieigen Waggonſahrit,
die 5000 Arbeiter ausgeſperrt hatte, wird am Montag die
Arbeit wieder aufgenommen.
* Agram, 31. Dez. Die geſtrige Sitzung des
Landtags dauerte von 11 Uhr vormittags bis heute
früh 5 Uhr. Verhandelt wurde über die Verlängerung
des heute ablaufenden Finanzausgleiches mit
Ungarn. Die Oppoſition ſtörte die Verhandlungen wie=
derholt
durch Lärmſzenen und ſtellte Obſtruktionsanträge.
Der Abg. Raditſch (Bauernpartei) wurde wegen wieder=
holten
Lärmens von 15 Sitzungen ausgeſchloſſen. Heute
nachmittag tritt der Landtag zu neuerlicher Weiterbera=
tung
des Finanzausgleiches zuſammen.
Rom, 31. Dez. Wie die Tribuna hört, wird das
Verfahren gegen Unbekannt erhoben, wegen des
Verſchwindens des Teſtaments von Ram=
polla
. Die Anklage ſoll ſich nicht nur auf die auf=
tauchenden
, ſchwerwiegenden Gerüchte, ſondern auch auf
während der Vorunterſuchung zutage getretene Tat=
ſachen
ſtützen.
* Konſtantinopel, 31. Dez. Auf einem Felſen bei
Djunieh an der Libanonküſte iſt ein griechiſcher Dampfer
gekentert. Die Beſatzung ſoll verloren ſein.
* Rio de Janeiro, 31. Dez. Ruy Barboſa hat
nach einer langen. Erklärung ſeine Kandidatur für die
Präſidentſchaft der Republik zurückgezogen.
* Peking, 31. Dez. Der deutſch=chineſiſche
Vertrag über den Bau zweier neuer Eiſen=
bahnlinien
in Nordchina iſt unterzeichnet
worden.
* Schanghai, 31. Dez. Die Truppen, die, von
Yünnanfu kommend, geſtern in Talifu ein=
gezogen
ſind, waren 5000 Mann ſtark. Mit den Re=
hellen
haben drei Gefechte ſtattgefunden. Täglich werden
Hinrichtungen vorgenommen.
Die Ankunft der Mona Liſa in Paris.
* Paris, 31. Dez. Die Mona Liſa iſt heute nach=
mittag
hier eingetroffen und in die Hochſchule der
ſchönen Künſte gebracht worden.
* Paris, 31. Dez. Die Identifizierung der
Gioconda fand in der Hochſchule für ſchöne Künſte
ſtatt. Das Gemälde wurde dort mit einer Photogravhie
verglichen, die kurz vor dem Verſchwinden des Gemäldes
aufgenommen worden war. Ferner wurde feſtgeſtellt, daß
das Bild genau in den Rahmen paßt. Die Identität
iſt demnach vollſtändig ſicher. Das Bild wurde
in den Ausſtellungsſaal gebracht.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Am Südrande des nordweſtlichen Hochdruckgebietes
herrſchte geſtern in unſerem Bezirk bei wechſelnder Be=
wölkung
kaltes Wetter mit ganz geringem Schneefall. Der
hohe Druck im Nordweſten hat ſich verſtärkt und oſtwärts
verlagert; wir dürften unter ſeinem Einfluß bei nordöſt=
lichen
Winden meiſt heiteres, kaltes Wetter zu erwarten
haben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 1. Januar:
Fortdauer der beſtehenden Witterung, kälter, nordweſtliche
Winde.
Schnesbericht.
Nonrod 28 Zentimeter lückenlos, Pulverſchnee. Rei=
chelsheim
13 Zentimeter lückenlos. Lindenfels 12 Zenti=
meter
, lückenlos. Wald=Michelbach 20 Zentimeter, lücken=
los
, locker, Rodelbahn gut. Michelſtadt 10 Zentimeter,
lückenlos. Lichtenberg. 2030 Zentimeter, lückenlos, tadel=
loſe
Rodelbahn.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Am 2. Januar
beginnt mein
Inventur-Ausverkauf.

C. F. Erb Nachf.
Obere Elisabethenstrasse.

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(147a
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Ludmigsplatz.
295

Dampfernachrichten.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
Rotterdam 21. Dez. nachm. in Neu=York eingetroffen.
Nieuw. Amſterdam 18. Dez. nachm. in Rotterdam
eingetroffen. Noordam 16. Dez. vorm. von Neu=
York abgegangen. Ryndam 23. Dez. vorm. von
Neu=York abgegangen. Potsdam 21. Nov. 1 Uhr
55 Min. nachm. Lizard paſſiert.

ür die uns anlässlich unserer Goldenen
Hochzeit in so reichem Masse zuge-
gangenen
Glückwünsche und Geschenke
sagen wir Allen auf diesem Wege unseren
herzlichsten Dank.
Franz Assmuth- u. Frau.

Todes=Anzeige.
Plötzlich und unerwartet entſchlief ſanft
infolge eines Unglücksfalles unſer liebes,
herzensgutes Kind und Schweſter
267
Luise Diehl
im kaum vollendeten 12. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 30. Dezember 1913.
Große Kaplaneigaſſe 34.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen
i. d. N.:
Wilhelm Müller u. Frau.
Die Beerdigung findet Freitag, den 2. Januar,
nachmittags 2 Uhr, vom Portal des Fried=
hofes
aus, ſtatt.

Todes=Anzeige.
Freunden und Bekannten die traurige
Nachricht, daß geſtern abend unerwartet unſere
(232
liebe, gute Tante
Fräulein
Luise Pasqué

nach kurzem Leiden
ſanft verſchieden iſt.

im Alter von 54 Jahren

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Dr. med. Ernst Rittershaus,
Karl Rittershaus.

Alsbach a. d. Bergſtr., Hamburg, Darm=
ſtadt
, 31. Dezember 1913.
Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags
um 3 Uhr, auf dem Friedhofe zu Alsbach
a. d. Bergſtr., ſtatt.

Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Hauvt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 2. Januar 1914=
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 30 Min.
Samstag, den 3. Januar 1914:
Morgengottesdienſt 9 Uhr. Sabbatausgang 5 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Samstag, den 3. Januar 1914:
Vorabend 4 Uhr 15 Min. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
2 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 4. Januar, an:
Morgens 7 Uhr Nachmittags 4 Uhr.
NB. Donnerstag, den 8. Januar:
Faſttag des 10. Teweth.

Tagelelender.
Donnerstag, 1. Januar.

Großh. Hoftheater Anfang 2½ Uhr, Ende 4½ Uhr
(Volksvorſtellung): Hänſel und Gretel. Abendvor=
ſtellung
: Anfang 7½ Uhr, Ende gegen 10½ Uhr (Ab. C):
Filmzauber.
Vorſtellungen um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Weihnachtsfeiern: Heſſ. Fechtverein Waiſenſchutz
um 7 Uhr im Saalbau. Turnverein Darmſtadt um
8 Uhr im Konkordiaſaal
Neujahrsfeiern: Geſangverein Konkordia um
5 Uhr im Mathildenhöhſaal‟. Hotel Heß um 6 Uhr.
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. Hotel Köhler um
4 und 8 Uhr. Schützenhof um 6 Uhr. Rummelbräu
um 8 Uhr. Turnhalle am Woogsplatz um 8.11 Uhr.
Perkeo um 8 Uhr.

Großh. Porzellanſammk ung im Prinz=Beorgs=
Palais (Schloßgartenplatz). Geöffnet Sonntags von
111 Uhr. Eintritt 50 Pfg.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Mar Streſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteiſungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen: nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

Z
der heutigen Ausgabe unſeres Tagblatts liegt der Stadt=Auflage eine Aummer der reich illuſtrierten

** in Tiefdruck bei, die ab 1. Januar 1914 jeden Samstag erſcheint und für den geringen Betrag von
20 Pfennig monatlich
(einzelne Uummer 10 Pfg.) von unſeren Stadtabonnenten bezogen werden kann. Beſtellungen hierauf nehmen
unſere Trägerinnen und unſere Expedition jederzeit entgegen. Die Chronik wird 8ſeitig mit reichem Bilderſchmuck
in Tiefdruck und in tadelloſer Ausführung erſcheinen, ſo daß ſie fortlaufend eine Illuſtrierung der hervorragenden
Ereigniſſe der letzten Woche bietet und eine Ergänzung des mehr feuilletoniſtiſch gehaltenen
Illuſtrierten Unterhaltungsblattes darſtellt.
(126

[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Seite 7.

n den nächsten Tagen

beginnen wir mit unserem

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Per 1. März
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Kadfern
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Beſond. Kapital, Laden u. Kennt=
niſſe
nicht erforderl. Haupt= od.
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nur fleiß., ſtrebſ. Leute melden unter
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39 J., ſtattl. Erſch., vielſeitig geb.,
ſucht Lebensgefährtin. Auf Ver=
mögen
wird nicht reflektiert. Gefl.
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günſtigen Lage halber auch zu jed.
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Lelle

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Nummer 1.

Unser diesjähriger

Kauf

beginnt am
Freitag, 2. Januar, morgens 8 Uhr
Wie alljährlich haben wir die Preise, um möglichst schnell zu räumen, ganz enorm herabgesetzt und sind
die Ausverkaufs-Preise mit Blaustift extra verzeichnet. Ein zeitiger Besuch ist zu empfehlen.

Es gelangen zum Verkauf:
Jackenkleider
Taillenkleider
Gesellschaftskleider
Kostümröcke
Batistkleider
Unterröcke
Teekleider
Morgenröcke
Waschvoilekleider
Blusen

Mäntel Jabots Krawatten Ueberwürfe Gürtel Rüschen Handschuhe Taschentücher Strümpfe Echarpes Korsetts Autoschleier Untertaillen Besätze

Spitzenstoffe
Seidenstoffe
Futterstoffe
Bänder
Taschen
Regenschirme

Ein Posten
wollene Damenwesten
per Stück 95

Ein oete Posten Schwarser Samtaschen
Besondere Gelegenheit!
per Stück 65 95 1.50 1.90 2.50

Ein Posten Aermelplissee
Koupon von 1 Meter
per Koupon 25

Ein großer Posten
Muffler
per Stück 25 45 65 75

Ein großer Posten
weiß u. buntwoll. Spenzer
per Stück 75 95 1.50 1.90

Ein Posten
Gürtelschnallen
per Stück 10 Ein Posten
Stosslüster
per Meter 5 Ein Posten
Jabots-
15 25 45 65 95 Ein Posten
Spitze
per Meter 5 10 15 Ein Posten Theaterhauben 1.50 2.50 3.50 4.50 5.50 Ein Posten seidene
Samt- u. Gürtelbänder
per Stück 50 Ein Posten beie
Liberty- u. Taffetbänd.
13 und 15 cm breit,
per Koupon 40 und 50 vonFPed-Haerüischen
Regulärer Wert bis 36 Mk., jetzt
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Spachtelborden
per Meter 25 Ein Posten Ballecharpes 0.75 1.50
1.75
2.50 4.50 Posten Giter-Schleier
schwarz u. farb., 110 cm lang
per Stück 25 und 45 Ein Posten
- Bänder
per Koupon 5 und 10 Ein Posten
Reformhosen
per Stück 1.75 Ein Posten
Halsrüschen
per Stück 5 Ein grosser Posten Stickereienl per Koupon (4,10 Meter) 0.40 0.75 0.85 0.95 1.50 1.75 2.75 3.75 4.75 Ein Posten
Herren-Handschuhe
für Sport, per Paar 95 Ein Posten Posten
weiß, Kragenschoner
per Stück 10 Ein Posten
Taillenband
per Koupon 5 Ein Posten
-Gürtel-
Stück 10 15 20 50

1 Posten Korsetts

Serie I 1.25
darunter Stücke bis 5.25

Serie II 2.25
darunter Stücke bis 7.50

Serie III 3.75
darunter Stücke bis 18

Posten Pompadour per Stück 50 95 1.50 3.00 6.50
darunter Stücke bis 45 Mk.

2I1

Carl Scharmann &

Elisabethenstraße-
und Wilhelminen-
straße
-Ecke.

[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Seite 9.

In unserem

erscheinen in der Konfektions-Abteilung unter anderem folgende äußerst vorteilhafte Angebote:

Ein Posten Jackenkostüme
aus marine, schwarzen und Stoffen engl. Art
jetzt 7.50 9.50 16.50 19.50
darunter Stücke bis zu 75 Mk.

Ein Posten
Jackenkostüme
jetzt 22.50 29.50 35.- 45. Stücke bis zu 110 Mk.

Ein Posten
Jackenkostüme
jetzt 55. 65. 75.- 85.- 95. Stücke bis zu 275 Mk.

Ein großer Posten Tüllblusen reich mit echten Irlandspitzen
per Stück 12.50

Ein großer Posten garnierte Taillenkleider in WOLLE, SEIDE, SEIDEN-VOLLE und SAMT

212

Serie I . .
. . jetzt 15. Stücke bis zu 65 Mk.

Serie II .
jetzt 25. Stücke bis zu 125 Mk.

Serie III .
. jetzt 35. Stücke bis zu 85 Mk.

Serie IV
jetzt 45. Stücke bis zu 275 Mk.

Ein Posten Tee- und Gesellschafts-Kleider jetzt 65. darunter Stücke bis zu 250 Mk.

Ein Posten Spitzenblusen
ganz aus Spitzenstoffen
per Stück 2.50

Ein Posten
Tüllblusen
per Stück jetzt 3.50

Ein großer Posten Blusen in Wolle, Seide, Seidenvoile, darunter Stücke bis zu 48 Mk., jetzt 3.50 5.50 6.50 10.50

Ein großer Posten Seidenstoffe Serie I 75
Serie II 95 Serie III 1.75 Serie IV 2.25 Serie V 2.75
Regul. Wert bis 1.90 Regul. Wert bis3.50

Ein Posten Morgenröcke 6.75 7.75 9.75

Ein Posten doppelbreiter Seiden-Cachemir in großer Farbenauswahl, per Meter 6.50

Ein Posten doppelbreite Seidenstoffe in vielen Farben, per Meter 4.25

Ein Posten
Taffet- u. Merveilleux-
Seide
per Meter 95

EarankleigeSeidenreste
Kupons von ¼ bis 1½ Meter
25 50 75 1. 1.50 1.75

Ein Posten
grauer Futterserge
per Meter 95

Ein Posten
schwarze Taffete
jetzt per Meter 95

Ein Posten schwarze und farbige Fil de cosse-Strümpfe mit doppeltem Rand und Sohle, per Paar 65

Verveilen. Palte u.Dachese
Mousseline-Seide
1.75 2.25 2.75

Ein Posten dopelbreite schware
Paillette- u. Duchesse-Mous.-Seide
per Meter 2.75 und 4.25

Wir gewähren auf sämtliche regulären Waren bis zum 10. Januar einen Extra-Rabatt von 1020 Prozent
Elisabethenstraße-
und Wilhelminen-
Straße-Ecke.
Tarl Scharman &

Ein Posten moderne Gofaeken jetzt 8.50 14.50 früher 19.50 39. [ ][  ][ ]

Seite 10.

Durch Gaben an die Kleinkinder=
ſchule
haben ſich weiter wegen
Unterlaſſung der Neujahrs=
beſuche
nachſtehende Perſonen
entſchuldigen laſſen und gleichzeitig
auf Ueberſendung von Neujahrs=
Gratulationskarten verzichtet:
Direktor des Konſervatoriums
Hutter u. Frau. Ehrenmitglied des
Hoftheaters Frau Wagner=Kläger.
Frau Geheimerat Schlippe. Major
a. D. Ferdinand Schenck. Münz=
direktor
a. D. Kraus u. Frau.
Lehramtsaſſeſſor Dern u. Frau.
Frl. von Loßberg. Frau Geheime=
rat
Anna von Heſſe. Herr und
Frau Geh. Schulrat Münch. Herr
u. Frau Dr. Arthur Hoffmann.
Herr u. Frau Sanitätsrat Dr. Brück=
ner
. Herr Fabrikant Heinrich Wenck.
Frau Maja Wenck. Regierungsrat
Gennes u. Frau. Reallehrer Fuchs
und Frau. Hoflieferant Hubert
Bringer u. Frau. Carl Leinberger
u. Frau. Sanitätsrat Dr. Wilherm
Orth u. Frau. L. Nachtigall u.
Frau. Zahnarzt Nachtigall u. Frau.
Bankier Carl Rummel Wwe. Rech=
nungsrat
Kalbfleiſch und Frau.
Sekretariatsaſſiſtent Reiſchel und
Frau. Polizeirat Kraemer. Dipl.=
Ingenieur Kraemer u. Frau. Poli=
zeiamtmann
Stumpf. Miniſterial=
rat
Dr. Kratz u. Frau. Polizeiſekre=
tär
Kaiſer u. Frau. Kommerzienrat
Louis Roeder u. Frau. Hofbuch=
druckereibeſitzer
Ludwig Kichler u.
Frau. Inſtallationsgeſchäft Gebr.
Becker Nachf. Fräul. Clara Eppert,
Lehrerin. Rentner Moritz Hirſch.
Revierpolizeikommiſſär Lindemann
u. Frau. Rechtsanwalt Dr. Oppen=
heimer
. Dr. Wißmann, prakt. Arzt
u. Frau. Fabrikant u. Stadtver=
ordneter
Louis Lautz und Frau.
Hauptmann a. D. Wilhelm Winter
u. Frau. Dipl.=Ing. Friedr. Vogel
u. Frau. Bankbeamter Gg. Weiler
u. Frau. Direktor L. Baier und
Frau. A. Horn, Kirchſtraße 14.
Kommerzienrat C. Wittich. Carl
Chr. Rückert. Pfarrer Dr. Waitz.
Dr. Repp u. Frau. Landgerichts=
rat
Schulz u. Frau. Architekt u.
Bauunternehmer Ld. Wagner u.
Frau. A. Leuchtweis u. Frau.
Herr Carl Chr. Rückert. Hof=
lieferant
Jakob Nohl. Architekt
Scherer u. Frau. Geheime Hof=
rat
Prof. Dr. Thiel uud Frau.
Kaufmann A. Horn und Frau.
Hofmetzger Ludwig Fauldrath u.
Frau. Heinrich Moeller u. Frau.
Senatspräſident Dr. Keller und
Frau. Hofkonzertmeiſter Ernſt
Schmidt.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Nummer 1.

Aquarienliebhaber.
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Fiſche, weiße Axolotl, Laubfröſche,
Salamander, Schildkröten, Daph=
nien
, Futter, Glasaquarien, Waſſer=
pflanzen
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Reinseidene garnierte Bluse, letzte Fassons. . 19.75 5.90
Reinseidene garnierte Bluse, letzte Fasons . . 21. 6.75
Reinseidene schwarze Taftbluse.
12.75 7.50
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14.75 4.90
Aparte Popelinbluse, ganz gefüttert, reich verziert 12.75 6.75
Aparte Popelinbluse, letzte Fassons .
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Elegante Hemdbluse, reich mit Säumchen . . . . 12.75 6.75
Elegante Hemdbluse, verschiedene Farben
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Näh. beim Hausmeiſter. (180a

[ ][  ][ ]

Bekanntmachung.

An der Aliceſchule in Darmſtadt, der Aliceſchule in Gießen und der Mainzer
Frauenarbeitsſchule in Mainz beginnen am 20. April 1914 neue Kurſe zur Ausbil=
dung
von Haushaltungs= und Handarbeitslehrerinnen. Die Alice=Induſtrieſchule in
Worms eröffnet am gleichen Tage einen Kurſus zur Ausbildung von Handarbeits=
lehrerinen
. Die Kurſe dauern 1 Jahr. Meldungen ſind ſpäteſtens am 15. Februar=
1914 bei den Vorſtänden der Schulen einzureichen unter Anſchluß:
1. eines ſeibſtgeſchriebenen Lebenslaufes.
2. eines Geburtszeugniſſes.
3. des letzten Schulzeugniſſes,
4. eines Zeugniſſes uber die ſeitherige Tätigkeit,
5. eines amtlichen Führungszeugniſſes,
6. eines kreisärztlichen Geſundheitszeugniſſes.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1913.
(223
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Lehrlings= und Lehrſtellenvermittlung für die Provinz Starſtenburg.

Die unterzeichnete Anſtalt hat ſich im beſonderen auch die Aufgabe geſtellt,
Lehrlinge und Lehrſtellen zu vermitteln. Ihre Tätigkeit iſt hierbei, nicht nur auf
Darmſtadt beſchränkt. Mit Zuſtimmung der Großh. Provinzialdirektion erſtreckt ſie
ſich auch auf den übrigen Bezirk der Provinz Starkenburg. Sie iſt für dieſen
Bezirk Haup ausgleichſtelle. Koſten entſtehen durch die Inanſpruchnahme der
Anſtalt nicht, weder den Lehrherren noch den Lehrlingen. Beim Ausgleich von
Angebot und Nachfrage wird den örtlichen, alſo ganz beſonders auch den ländlichen
Verhältniſſen und Intereſſen in weitgehendem Maße Rechnung getragen. Die Ver=
mittlung
erfolgt in Fühlung mit den vorhandenen örtlichen und Bezirks= Arbeits=
nachweisſtellen
unter ſtrenger Beobachtung des Grundſatzes, daß Angebote und
Nachfragen erſt dann entfernter gelegenen Orten und Bezirken zugut kommen
dürfen, wenn ſie am Orte der Herkunft und in der nächſten Umgebung mit, ent=
ſprechenden
Nachfragen und Angeboten nicht ausgeglichen werden können. Sollte
ausnahmsweiſe die Vermittlung einer außerhalb der Provinz gelegenen Lehrſtelle
gewünſcht werden, ſo iſt dies beſonders anzugeben. Dahingehende Wünſche werden
ſelbſtverſtändlich berückſichtigt.
Merkblätter mit Anmeldeformularen für die Herren Gewerbetreibenden ſowie
für die Eltern und Vormünder ſind beretts in der ganzen Provinz verteilt. Eine
monatlich erſcheinende Vakanzenliſte, die alle jeweils noch unerledigten Stellen= und
Lehrlinsgeſuche aus der Provinz enthält, wird in den Geſchäftsräumen der Großh.
Bürgermeiſtereien und der nachgenannten öffentlichen Arbeitsnachweiſe offen
gelegt und kann dort von jedermann koſtenlos eingeſehen werden; ſie wird auch
auf Wunſch allen Intereſſenten regelmäßig koſtenlos zugeſtell.
Es wird ebenſo dringend wie höflich gebeten, nunmehr Stellen und Lehrlinge
bei einer der folgenden Vermittlungsſtellen, am zweckmäßigſten bei der nächſt=
gelegenen
, umgehend anzumelden.

und Wohnungsnachweis, Haupt=
nachweisſtelle
, Grafenſtraße 30, Fernruf 371,
2. Bensheim a. d. B., Kreisarbeitsnachweis, Fernruf 9,
3. Dieburg, Kreisarbeitsnachweis (Ortskrankenkaſſe) Fernruf 252.
4. Gernsheim, Oeffentlicher Arbeitsnachweis (Großh. Bürgermeiſterei), Fern=
ruf
25,
5. Langen, Oeffentlicher Arbeitsnachweis (Großh. Bürgermeiſterei), Fernruf 2,
6. Offenbach a. M., Städtiſcher Arbeitsnachweis, Domſtraße 12, Fernruf 342.
Wird der ſchriftliche Weg bevorzugt, ſo genügt, wenn ein beſonderes Anmelde=
formular
nicht zur Hand iſt, die Ueberſendung einer einfachen Poſtkarte, auf der zu
beantworten ſind, ſofern anmelden:
a) Lehrherren: die Fragen nach 1. dem Namen des Lehrherrn, 2. ſeiner Kon=
feſſion
, 3. ſeinem Wohnort, 4, der Art des Gewerbebetriebes, 5. Dauer der
Probe= und Lehrzeit, 6. Anzahl der gewünſchten Lehrlinge, 7. etwa von den
Eltern geforderten Leiſtungen, 8. evtl. Vergütung und 9. ſonſtigen Beding=
ungen
, über die der Anmeldende im voraus keinen Zweifel laſſen möchte:
b) Eltern oder Vormünder: die Fragen nach: 1. dem Namen des Lehrlings,
2. ſeinem Alter, 3. ſeiner Konfeſſion, 4. ſeinem Wohnort, 5. der beſuchten
Schule, 6. dem gewählten Beruf und 7. ſolchen Bedingungen, die die An=
meldenden
im voraus klargeſtellt wiſſen möchten, ſchließlich 8. die Frage, ob
Wohnung und Verköſtigung ſelbſt geſtelt werden können.
Es liegt im eigenſten Intereſſe der Angehörigen der Provinz, zuerſt die
Arbeitsnachweisſtellen in der Provinz in Anſpruch zu nehmen, bevor ſie aus=
wärts
Umſchan halten. Die Vermittlungstätigkeit wird ſich in ſtetem Benehmen
mit den maßgebenden gewerblichen und Schulbehörden halten.
Darmſtadt, den 15. November 1913.
Die Hauptausgleichſtelle der Provinz Starkenburg.
Zentralanſtalt für Arbeits= und Wohnungsnachweis.
Mueller, Bürgermeiſter, Vorſitzender.

Bekanntmachung.

Die vorſtehende Aufforderung empfehlen wir der Beachtung und Unterſtützung
durch die gewerblichen Kreiſe, die Eltern, Vormünder, Geiſtlichen und Lehre und alle
in Betracht kommenden Behörden.
Es liegt außerordentlich im wirtſchaftlichen Intereſſe der Provinz und im Inter=
eſſe
ihrer gewerblichen Entwickelung, daß die Lehrlings= und Lehrſtellenvermittlung
nicht zerſplittert und abgeleitet, ſondern an eine kräftige und leiſtungsfähige Einrich=
tung
in der Provinz, wie ſie die Zentralanſtalt iſt angeſchloſſen und von dieſer in
Verbindung mit den anderen öffentlichen Arbeits=Nachweiſen, den gewerblichen und
Schulorganen in den richtigen Bahnen erhalten wird.
Darmſtadt, den 24. November 1913.
(148a
Großherzogliche Provinzialdirektion Starkenburg.
Fey.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1. Pinſcher 1 deutſche Dogge, 1 Pinſcher, 2 Dober=
männer
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
(135
10 Uhr ſtatt.

Straßenreinigung.

Indem wir die nachſtehende Polizeiverordnung erneut ver=
öffentlichen
, empfehlen wir allen Grundſtücksbeſitzern, die mit der
Erfüllung der in den §§ 1 und 3 dieſer Polizeiverordnung feſtgeſetzten
Verpflichtungen eine andere Perſon beauftragt haben oder dies zu tun
beabſichtigen, die beauftragte Perſon Geſellſchaft oder Anſtalt alsbald
gemäß § 8 namhaft zu machen, falls dies noch nicht geſchehen iſt.
Zur Entgegennahme ſolcher mündlicher oder ſchriftlicher Er=
klärungen
iſt außer uns auch das zuſtändige Polizeirevier befugt.
Im Intereſſe der Grundbeſitzer liegt es, ſelbſt dafür zu ſörgen, daß
möglichſt gleichzeitig mit dieſen Erklärungen auch die Vereiterklärungen
der verantwortlichen Vertreter eingehen.
Darmſtadt, den 30. Dezember 1913.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Polizeiverordnung,
die Reinigung der Straßen betreffend.

Auf Grund des Artikel 56 Abſ. 2 Zifſer 1 des Geſetzes, die
Städteordnung für das Großherzogtum Heſſen betreffend, vom
13. Junk 1974, wird nach Anhörung der Stadtverordnetenverſamm=
lung
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Genehmigung
des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 9. Dezember
1803 zu Nr. M. d. J. 20529 die nachſtehende Polizeiverordnung erlaſſen:
§ 1. Die allgemeine Reinigung der Straßen liegt den Beſitzern
(unmittelbaren und mittelbaren §§ 854 ff. B. G. B. ) der an=
grenzenden
Grundſtücke ob, ſoweit nicht die ſtädtiſche Reinigungs=
anſtalt
gemäß den Beſtimmungen des Statuts vom 14. September
1886 betreffend: Die Reinigung der Straßen und öffentlichen Plätze
in der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt die Reinigung über=
vommen
hat. Die Pflicht zur Reinigung erſtreckt ſich nur auf den
Teil der Straße der an dem Grundſtücke des Verpflichteten herzieht,
und nicht über die Mitte der Straße hinaus. Sind mehrere Beſitzer
vorhanden, ſo trifft jeden die volle Verantwortlichkeit; ein Mieter oder
Pächter iſt jedoch nur dann als Beſitzer im Sinne dieſer Verordnung
anzuſehen, wenn er allein das betreffende Grundſtück benutzt.
Iſt eine Geſellſchaft, Gewerkſchaft Genoſſenſchaft, Stiftung, ein
Verein oder eine Anſtalt oder eine ſonſtige juriſtiſche Perſon Beſitzer
des Grundſtücks, ſo liegt die Verpflichtung zur Reinigung den Mi=
gliedern
des Vorſtands ob; bei Grundſtücken, die ſich im Beſitze oder
in der Verwaltung einer ſtaatlichen oder kommunalen Behörde befinden,
trifft die Verpflichtung den Vorſtand dieſer Behörde. Der Inhaber
einer Dienſtwohnung ſteht einem Mieter gleich.
Auf die Abfuhr des Hauskehrichts finden die Beſtimmungen
der Abſ. 1 und 2 entſprechende Anwendung. Die Kehrichtgefäße ſind
von den Grundſtücksbeſitzern zur Abholung des Kehrichts durch die
Straßenreinigungsanſtalt bereit zu halten, ſie dürfen aber nicht auf
der Straße aufgeſtellt werden.
§ 2. Jede Verunreinigung der Straßen, insbeſondere auch durch
Fuhrleute beim Jahren von Bauſchutt, Dung, Sand, Lehm, Erde
und anderem loſen Material iſt verboten.
Jede Zuwiderhandlung bedingt, abgeſehen von der verwirkten
Strafe, die Vetpflichtung zur ſofortigen Reinigung der Straße.
§ 3. Den Grundſtücksbeſitzern liegen außerdem bezüglich der
Reinigung der Fußſteige von Eis und Schnee folgende Verpflich=
tungen
ob:
1. Die Fußſteige, gleichviel ob befeſtigt oder nicht, ſind in ihrer
ganzen Breite bis zum Rande der Fahrbahn, und Fußſteige
von größerer Breite auf mindeſtens 3 Meter in der meiſt=
begangenen
Fläche ſtets von Schnee und Eis freizuhalten.
Der über Nacht gefallene Schnee iſt bis ſpäteſtens 8 Uhr mor=
gens
abzuräumen.
Iſt wegen andauernden ſtarken Schneefalls die völlige
Freihaltung nicht möglich, ſo muß die Abräumung in der
Zeit von 8 Uhr morgens bis 3 Uhr abends mindeſtens alle
brei Stunden erfolgen. Der von den Fußſteigen abgeräumte
Schnee iſt auf der Fahrbahn tunlichſt nahe dem Rande der=
ſelben
zu lagern, wobei Straßenrinnen Straßenbahngleiſe,
ſowie Hydranten und, falls anderweit Platz vorhanden iſt,
Straßenecken, Straßenausgänge und Hauseingänge freizuhalten
ſind.

abgeräumt
wurde, iſt auf den Straßen und Plätzen unterſagt.
2. Sofern auf den Fußſteigen Glatteis oder infolge andau=
ernden
Schneefalls, Froſteinwirkung oder aus anderen Urſachen
eine gefährlich zu begehende Schnedecke oder Schne= und Eis=
buckel
ſich gebildet haben, oder die Fußſteige ſonſtwie ſchwer
zu begehen ſind, müſſen dieſe in einer Breite von 1,50 Meter
mit Sand, Kies, Sägeſpänen oder ſonſt geeignetem Streu=
material
ausgiebig beſtreut werden. Das Aufſtreuen iſt zu
wiederholen ſobald auf den Fußſteigen wieder glatte Stellen
entſtanden ſind. Dieſe Verpflichtung erſtreckt ſich auf die Zeit
von morgens 7½ Uhr bis abends 8 Uhr.
Das Aufſtreuen von Abfällen oder ſonſt ungeeignetem
Streumaterial iſt verboten.
§ 4. Beſchädigungen der Straße bei der Reinigung ſind ſorgfältig
zu vermeiden, insbeſondere iſt es verboten, bei Reinigung der Füß=
ſteige
ſcharfe Geräte, wie Beile, Pickel, Stoßeiſen und dergleichen zur
Entfernung des Schnees oder Eiſes zu verwenden.
§ 5. Bei Froſtwetter iſt das Ausſchütten von Flüſſigkeiten in
die Straßenrinnen unterſagt.
§ 6. Bei Froſtwetter iſt das Schleifenziehen auf den Fuß=
ſteigen
verboten.
§ 7. Das Schneeballwerfen mit naſſem oder verunreinigtem
Schnee iſt verboten.
§ 8. Der Beſitzer eines Grundſtücks kann mit der Erfüllung der
in den §§ 1 und 3 feſtgeſetzten Verpflichtungen eine ander: Perſon,
wie z. B. einen Hausverwalter oder eine Geſellſchaft oder Anſtalt,
die ſich die Reinigung von Straßen zur Aufgabe geſtellt hat, beauf=
tragen
. Die Beauſtragten, bei Geſelſchaften oder Anſtalten deren
Vorſtandsmitglieder, ſind für die Einhaltung der Vorſchriften aus=
ſchließlich
verantwortlich, wenn die beauftragte Perſon, Geſellſchaft
oder Anſtalt dem Polzeiamte als verantwortliche Vertreter durch
den Grundſtücksbeſitzer ausdrücklich namhaft gemacht worden ſind,
dieſe zur Uebernahme der Verpflichtung ſich bereit erklärt haben und
das Polizeiamt binnen einer Friſt von 14 Tagen nach erfolgter
Namhaftmachung Einſpruch gegen die Vertretung nicht erhoben hat.
Mehrere Beſitzer eines Grundſtücks können nach Maßgabe der
Vorſchriſten des Abſatz 1 die Erfülung der Verpflichtungen auf einen
von ihnen übertragen.
§ 9. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden auf
Grund des § 366 Poſ. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 10. Dieſe Verordnung tritt mit dem Tag der Veröffentlichung
in Kraft.
Mit dem gleichen Tage wird das Polizeireglement vom
8. November 1856 aufgehoben.
(136ds
Darmſtadt, den 9. Januar 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.

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im Hauptbahnhof Darmſtadt. (*18587a

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Bureau=Aſſiſtent Wilhelm
Schmitt iſt infolge Uebertragung
einer anderen Dienſtſtelle ſeiner
Funktionen als ſtellvertretender
Standesbeamte enthoben, an ſeiner
Stelle iſt Bureau=Aſſiſtent Johan=
nes
Ruppel zum Stellvertreier
des Standesbeamten des Stan=
desamtsbezirks
Darmſtadt I er=
nannt
und durch Großherzogliches
Amtsgericht eidlich verpflichtet
worden
(222
Darmſtadt, 24. Dezember 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.

Gelände=Verpachtung.

Dienstag, 6. Januar 1914,
vormittags 11 Uhr,
wird das ſtädtiſche Gelände, früher
Schubkegel’ſcher Garten, Flur XXI,
Nr. 27, Gemarkung Durmſtadt,
entlang dem alten Bahndamm der
Main=Neckarbahn, zunächſt der
Pallaswieſenſtraße, an Ort und
Stelle öffentlich meiſtbietend ver=
(210dso
pachtet.
Znſammenkunft an dem frühe=
ren
Bahuviadukt der Pallas=
wieſenſtraße
.
Nähere Auskunft erteilt Feld=
ſchütz
Vierheller, Pallaswieſen=
ſtraße
119.
Darmſtadt, 29. Dezember 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. B.: Jgeger.

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(II,159

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Nummer 1.

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[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Seite 13.

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Familien=Roman aus den Jahren 1812 und 1813.
Von Oskar T. Schweriner.
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright 1913 by Carl Duncker in Berlin.

(Nachdruck verboten.)
27.
Sie haben die Frau hereingeholt; ſie hat ſich um Ruth
bemühen müſſen und hat ſie ſchnell, wie nur Frauen es
verſtehen, ins Bewußtſein zurückgerufen. Und dann hatten
ſie den Leutnant hereingeholt, und die Frau hat erzählen
müſſen, was ſie wußte. Daß ihr für dieſe Nacht von zwei
Soldaten das Zimmer requiriert worden ſei und daß
ſie nicht gewußt habe, was ſie dagegen tun könnte. Sie
mußte eingeſtehen, daß ſie es überhaupt nie ſo genau
nehme, wer bei ihr ein Zimmer miete und zu welchem
Zwecke, wenn ſie es nur gut bezahlt bekomme zumal
in dieſen Zeiten.
Dann hatten ſie die Frau und Ruth in ein anderes
Zimmer gebracht. Und nun hatte das Strafgericht be=
gonnen
. Wie mit eiſernen Klammern wurde der Leutnant
ans Bett gefeſſelt und mit ſeinem eigenen Degen ſo lange
geſchlagen, bis er bewußtlos war.
Dann hatten ſie alle drei Ruth in ihre Mitte genom=
men
und waren hinausgegangen in die finſtere Nacht.

Elftes Kapitel.

Halt!

Der franekſiſche Wachtpoſten am großen Tor der
Feſtung Tilſit ließ ſein Gewehr in wagerechte Lage fallen

und dracheſo den Aandere zum Sihe, der eden die
Stadt betreten wollte.
Ihre Papiere!
Er ſprach es deutſch. So viel mußten die franzöſiſchen
Wachtpoſten der deutſchen Stadt Tilſit nun ſchon von der
einheimiſchen Sprache kennen.
Der Fremde nahm ein Papier aus der Taſche und
reichte es dem Soldaten, der ihn mit zum Torſchreiber
nahm. Dieſer drehte das Papier einmal über das andere
hin und her und kratzte ſich hinter den Ohren.
Der Paß iſt vom König von Weſtfalen unterzeichnet,
ſtammt aus Grodno.
Er blickte den Fremden ſcharf an.
Noch nie iſt hier jemand mit einem ſolchen Paß durch=
gekommen
. Was wollen Sie in Tilſit?
Nach Arbeit Umſchau halten. Ich bin Schauſpieler.
Den Paß werden wir unterſuchen laſſen müſſen; ich
verſtehe ihn nicht.
Er winkte einen der Soldaten heran, die im Wacht=
raum
an der Wand herumſaßen.
Führt den Mann ins Hauptquartier.
Sie gingen durch die Stadt, durch ſchmale Gäßchen,
über holpriges Pflaſter. Und doch ſchien dem Fremden
Tilſit ſchön in ſeiner nordiſchen Traulichkeit. Es fiel
ihm auch auf, daß viel mehr Soldaten ſich auf den Straßen
drängten als Bürger. Als ob die Uniformen den Rock
des Bürgers gänzlich verdrängt hätten.
Sie kamen auf einen großen Platz, den Marktplatz.
Auf der einen Seite winkte das ſich im Winde leiſe be=
wegende
eiſerne Schild des Gaſthofs Zum ſchwarzen

Bären‟. Dieſem gegenüber lag ein Haus mit einem klei=
nen
Turm und einer Uhr. Auf dieſes Haus ſchritten
ſie zu.
Wohl das Rathaus? wollte der Fremde wiſſen.
Nein, das Haus des Gouverneurs. Jetzt wohnt drin=
nen
der Marſchall Macdonald mit ſeinem Stabe; da ſollen
Sie hin.
Einen kurzen Moment blieb der Fremde ſtehen. Das
Bild dieſes Hauſes wollte er in ſeine Seele aufnehmen.
Es war ihm ſchon heute früh eingefallen, daß heute der
6. Auguſt ſei der 6. Auguſt 1812. An dieſem Tage vor
fünf Jahren und einem Monat hatte Kaiſer Napoleon
hier mit Königin Luiſe unterhandelt, hier in dieſem
Hauſe.
Der Soldat packte den Fremden beim Arm, als fürchte
er einen Fluchtverſuch.
Nur weiter!
Der Offizier beſah den Paß, den Mann und wieder
den Paß. Dann befahl er dem Soldaten, zu warten und
auf den Fremden Obacht zu geben. Er ging hinaus, um
wenige Minuten ſpäter zurückzckukehren.
Folgen Sie mir! wandte er ſich an den Fremden.
Der Soldat blieb zurück. Der Offizier führte den
Fremden durch verſchiedene Gänge des etwas weitläufigen
Hauſes, bis ſie ſich in einem ſchönen großen Zimmer be=
fanden
, wo hinter einem Tiſch ein General ſaß, umgeben
von mehreren Offizieren.
Hier iſt der Mann, Herr Herzog.
Der General winkte den Fremden heran. Er hatte
ſcharfe, kleine Augen; ſein hochmütiges, etwas breites Ge=

[ ][  ][ ]

Seite 14

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Nummer 1.

Montag

den

Januar

Beginn

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Markt

134

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ſicht erſchien noch breiter dadurch, daß er glatt raſiert war
bis auf einen Backenbart, der kaum weiter als bis zu
den Ohrläppchen ging. Eine hohe ſchwarze Binde ver=
deckte
faſt die vatermörderähnliche Halskrauſe. Die Uni=
form
ſtrotzte von Gold; eine breite Schärpe lief quer über
Epauletten und Uniform von der rechten Schulter zur
linken Seite hinüber. Das war Marſchall Macdonald,
Herzog von Tarent, der Führer des zehnten Armeekorps
der großen Armee.
Seine Majeſtät der König von Weſtfalen hat Ihnen
dieſen Paß ausgeſtellt?
Jawohl, Herr General.
Perſönlich?
Jawohl, Herr General.
Wie kamen Sie zu ihm?
Unſere Truppe hatte die Ehre, vor Seiner Majeſtät
zu ſpielen.
Macdonald ſchlug ſich mit der rechten Hand auf den
Schenkel, daß es klatſchte.
Sie gehören alſo zu der Schauſpielertruppe, von der
wir ſo viel gehört haben?
Er blickte im Kreiſe der Offiziere herum; alle ſchmun=
zelten
.
Trös-interéssant, Messieurs.
Qui, ouf, oui! ertönte es im Kreiſe.
Erzählen Sie, wie das war.
Der Fremde erzählte, alle hörten geſpannt zu.
Und was wollen Sie in Tilſit? fragte der Marſchall,
nachdem der Fremde geendet.
Ich will verſuchen, hier eine Truppe zuſammenzu=
ſiellen
und zu ſpielen.
Wird Ihnen ſchwer fallen; wir haben hier anderes
zu tun.
Der Marſchall winkte einem Soldaten; der Fremde
wurde abgeführt.
Da geht der Mann, der König Jerome faſt um ſeinen

Thron gebracht hat, ſagte der Herzog, nachdem die Tür
ſich hinter den beiden geſchloſſen hatte.
Wollen der Herr Hexzog den Mann in Freiheit be=
laſſen
?
Warum nicht? Höchſtens hungert noch ein Deutſcher
mehr in den Straßen von Tilſit.
Der Fremde es war Edmund von Roſen hatte
einen bangen Moment erlebt. Würde man ihn feſthalten?
Das wäre bös geweſen für die Sache des Vaterlandes.
Aber nein. Ein Offizier hatte ihm den Paß des =
nigs
zurückgegeben, der Soldat hatte ihn bis an die Tür
des Hauſes geführt und hatte geſagt:
Voila! Sie können gehen.
Und nun ſtand er auf der Straße, Gott dankend, daß
er ſo weit war. Wie aber weiter? Befand ſich General
von Grawert auch in Tilſit? Er wußte es nicht und
mußte es doch unauffällig zu erfahren ſuchen.
Von drüben winkte das Schild des Wirtshauſes. Er
ging hinüber und beſtellte ſich eine Mahlzeit. Am Neben=
tiſch
ſaßen mehrere Offiziere und unterhielten ſich un=
geniert
in franzöſiſcher Sprache. Roſen horchte auf. Fiel
da nicht der Name Grawert?
So war es in der Tat. Man unterhielt ſich in aller
Ruhe über die Erfolge des Kaiſers und wunderte ſich, daß
man nicht dem preußiſchen Hilfskorps unter Grawert
folgte, der mit ſeinen Truppen ſchon ein Weilchen unter=
wegs
war und wahrſcheinlich jetzt bei Szawly ſtände.
Einer meinte, Macdonald würde erſt einen Kurier des
Kaiſers abwarten, die anderen waren eher der Meinung,
daß Macdonald nicht warten würde, bis die Ruſſen grö=
ßere
Verſtärkungen herangeholt hätten. Man nahm an.
daß Grawert den Auftrag erhalten würde, den ruſſiſchen
General Eſſen, der zwiſchen Mitau und Riga ſtand, an=
zugreifen
.
Roſen hätte auſjubeln mögen vor Freude, daß er
dieſe Auskünfte auf ſo leichte Weiſe erhalten hatte. Ihm

war es ein gutes Omen dafür, daß der Herr mit ihm ſei
und ſeiner guten Sache.
Zwar wußte er noch nicht, wo Szawly lag, aber der
Wirt würde es ihm ſicherlich ſagen können. Und ſo war=
tete
er geduldig bis die franzöſiſchen Offiziere das Haus
verlaſſen hatten.
Szawly, antwortete ſpäter der Wirt auf Roſens Frage,
liegt halbwegs zwiſchen hier und Riga.
Alſo drüben in Rußland?
Jawohl, jenſeits des Niemens. Der Weg geht über
Tauroggen.
Noch am ſelben Abend verließ Roſen Tilſit. Unter=
wegs
traf er einen Landmann, der ihn bis Tauroggen
mitnahm. Das Ueberſchreiten der ruſſiſchen Grenze aber
machte keinerlei Schwierigkeiten, da ſie ja von Franzoſen
beſetzt war und ſein Paß allenthalben für ihn ein Seſam,
öffne dich bedeutete.
Am 8. Auguſt kam er in Szawly an. Staubbedeckt,
wie er war, erkundigte er ſich bei dem erſten Soldaten,
den er traf, nach General von Grawert.
Det kann ick Ihnen janz jenau ſagen. Jehn Se man
immer jradeaus, bis aufm Markt. Da ſehn Se en jroßet
Haus wat man hier ſo’n jroßet Haus nennen dut ,
und da wohnt jetzt der Jeneral von Jrawert. Früher
ſoll da mal der Bürjemeeſter jewohnt haben; aber die
janze Bande is ja ausjerückt, als ob wir die leibhaftigen
Deibels wären.
Freudig drückte Roſen die Hand des Soldaten.
Heimiſche Laute tun wohl hier oben! Sie ſind aus
Berlin, mein Freund?
Haben Sie et jemerkt? Schade! Ick hab’ mir eijent=
lich
nich wollen zu erkennen jeben. Aber wiſſen Se en
Durſt hab’ ick! Der Wutki hier is janz jut, aber janz
vaflucht teuer, ſach ick Ihnen.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Seite 15.

Zum neuen Jahre 1914.

Was bringet uns das neue Jahr?
Das iſt wohl keinem völlig klar.
Doch etwas bringt’s vor allem gleich:
Wehrzettel für das Deutſche Reich;
Bezeichnend, was da geben ſoll
So mancher für des Landes Wohl.
Da gib, ſo heißt es, ohne Grimm!
Geſchieht’s mit Grimm, das wäre ſchlimm:
Denn Opfer fordert jetzt die Welt.
Das Heer beſteht nicht ohne Geld;
Das Heer, das unſer Land beſchützt,
Und daher jedem Bürger nützt.
Das Opfer jedenfalls ſich lohnt,
Wenn es uns vor dem Krieg verſchont,
Der tauſendfaches Unheil bringt
Und Millionen ſtets verſchlingt:
Mehr als vermutet mancher Mann,
Der jetzt ſoll leiſten, was er kann.
Viel froher lebſt du in der Welt,
Wenn gutes Volksheer Wache hält.
Beſingſt ja gern den deutſchen Rhein,
Willſt ungeſtört bei Feſten ſein,
Und ſolche gibt’s auch dieſes Jahr;
Sie ſind halt jetzo gar nicht rar.
Freut euch, wenn’s Frieden uns beſchert,
ünd niemand unſ’re Grenzen ſtört.
Es mög’ uns geben, was uns gut.
So treten wir mit frohem Mut
In Neunzehnhundertvierzehn ein:
Es ſegne uns mit Frucht und Wein!
Oſthofen.

W-ll.

Luftfahrt.

sr. Die Förderung des deutſchen Flugzeugweſens durch
die Nationalflugſpende iſt aus dem Jahresbericht des
Kuratoriums der Flugſpende für das Jahr 1913, der ſo=
eben
erſchienen iſt, beſonders klar erſichtlich. Die Statiſtik
des Jahresberichts ſchließt mit dem 10. Dezember. Es
bleiben alſo unberückſichtigt die in den letzten Dezember=
wochen
noch um die Prämien der Flugſpende ausgeführten
Flüge. Nach den Angaben des Jahresberichts haben im
vergangenen Jahre zwölf deutſche Flugzeugführer die vor
dem Einſetzen der Nationalflugſpende beſtehende höchſte
deutſche Mindeſtleiſtung im Dauerflug erreicht, 13 Flug=
zeugführer
haben ſie überboten; im ganzen ſind bis zum
10. Dezember rund 300 Flugzeugführer für kriegsbrauch=
bare
Leiſtungen, d. h. bis zu Feldpiloten, herangebildet
worden. Im Wettbewerb um die Stundenprämien waren
die Leiſtungen der Zivilflieger folgende: Ueber 1 Stunde

ſtogen 194, über 2 Stunden e), über 3 Stunden 33, über
4 Stunden 21, über 5 Stunden 13, über 6 Stunden 10,
über 7 Stunden 2 und über 8 und 9 Stunden je 1 Pilot.
Sehr wechſelvoll war der Kampf um die Monatsrente von
4000 Mark, um den weiteſten Ueberlandflug, und von 2000
Mark um den Dauerrekord. Nach der urſprünglichen Aus=
ſchreibung
durften um dieſe Rente auch Militärflieger kon=
kurrieren
, die an Stelle von Geldpreiſen Ehrenpreiſe er=
halten
ſollten. Im Ueberlandfluge hatten allein die Mili=
tärflieger
Tüchtiges geleiſtet; im Dauerflug dagegen
nahmen es die Zivilflieger mit den Militärfliegern auf.
Von den Zivilfliegern wurde der Rekord um die Dauer=
rente
ſehr bald angegriffen, und bereits am 4. März wurde
von Sedlmayr die Rente mit einem Flug von 6 St. 4 Min.
erobert. Da ſich die Zivilflieger um die Ueberlandflug=
rente
nicht bewarben, entſchloß ſich das Kuratorium,
der Nationalflugſpende durch Aufheben der Konkurrenz
der Militärflieger den Militärfliegern einen großen Anreiz
zu geben. Dieſe Aenderung hatte dann auch den erwünſch=
ten
Erfolg und im Juli ſetzte ſich als erſter der Flugzeug=
führer
Reichelt (Harlan) durch ſeinen Flug Berlin=Kiel=
Poſen (500 Kilometer) in den Beſitz dieſer Rente, die er
vom 22. bis 31. Juli bezog. Dann löſte ihn Schüler
(Ago) ab, der durch einen Flug Berlin=Wien 520 Kilometer
erzielte. Aber auch er blieb nur vom 1. Auguſt bis 7.
Auguſt im Beſitz der Rente; dann verbeſſerte Friedrich
(Etrich) die Leiſtung mit einem Fluge von Johannisthal
nach Inſterburg auf 615 Kilometer. Dieſe Leiſtung wurde
gleichfalls noch im Auguſt überboten, denn am 26. Auguſt
trat Viktör Stoeffler (Aviatik) durch ſeinen Flug Habs=
heim
=Schloppe (900 Kilometer) in den Genuß der Rente,
die er bis zum 7. September bezog. Er mußte ſie dann
an Reichelt (Harlan) abtreten, der auf der Strecke Berlin=
Paris 1025 Kilometer erzielte. Der Inhaber der Rente
iſt ſeit dem 16. September Stiefvater (Jeannin), der mit
ſeinem Fluge Freiburg=Königsberg den Rekord für den
weiteſten Ueberlandflug in gerader Richtung auf 1150
Kilometer brachte. Die Monatsrente von 2000 Mark für
den Dauerrekord bezog Sedlmayr für ſeinen bereits oben
erwähnten Flug von 604 Kilometern vom 17. März bis
Juli. Dann trat Oelrich (Deutſche Flugzeug=Werke)
für die Zeit vom 8. Juli bis 25. Auguſt mit einem Fluge
von 6 Stunden 8 Minuten an ſeine Stelle; es folate Vik=
tor
Stoeffler (Aviatik) vom 26. Auguſt bis 25. Septem=
ber
, der es auf 7 Stunden 15 Minuten brachte. Der vierte
Rentenempfänger war dann Langer (Luftfahrzeugbau
Bitterfeld), der 9 Stunden 1 Minute flog und bis zum
27. Oktober die Monatsrente genießen konnte. Ihn löſte
ſchließlich Felix Laitſch ab, der mit 9 Stunden 23 Minu=
ten
den Rekord hält. Daß, den geſteigerten Leiſtungen
entſprechend, im Jahre 1914 das Syſtem einige Aenderun=
gen
erhalten ſoll, daß im weſentlichen aber die Prämien
und Renten beibehalten werden ſollen, haben wir bereits

berichtet. Für das Jahr 1913 wurden für Pränien bis
zum 10. Dezember 479 513,55 Mark verausgabt. Für das
Jahr 1914 ſteht für dieſe Zwecke noch ein Fonds von
400 000 Mark zur Verfügung.

Literariſches.

Das Januarheft der neuen Cottaſchen Monats=
ſchrift
Der Greif enthält einen prachtvollen Beitrag
über den Grafen Zeppelin, eine ſehr bemerkenswerte
Studie des berühmten Nationalökonomen Eugen von
Philippovich über das Auswanderungsproblem in Oeſter=
reich
, eine ſehr leſenswerte Rückſchau über die letzten hun=
dert
Jahre deutſchen Geiſteslebens von Ernſt Müſebeck,
die Fortſetzung der Veröffentlichung bisher unbekannter
Briefe Heinrich Heines an Meyerbeer, Tagebuchblätter,
in denen Fritz Bronſart von Schellendorf Erlebniſſe von
ſeinen Löwenjagden erzählt, und Walter Bloems für die
Praxis der theatraliſchen Technik beherzigenswerte Aus=
führungen
Der Regiſſeur als Künſtler‟. Eine ſchöne Ode
Hermann Heſſes und Wilhelm Schäfers Erzählung Die
begrabene Hand vervollſtändigen neben einem vielſeiti=
gen
Tagebuch den reichen Inhalt des Heftes. Das Heft
iſt auch außerhalb des Abonnements durch alle Buchhand=
lungen
und Zeitungsſtellen zum Einzelpreis von 1 Mk.
käuflich. Verlag von Cottas Nachf. in Stuttgart.
William Milligan Sloane. Die Partei=
herrſchaft
in den Vereinigten Staaten von Amerika, ihre
Entwickelung und ihr Stand. Verlag von K. F. Koehler,
Leipzig. 5 Mk., geb. 7 Mk. W. M. Sloane war im Win=
terſemeſter
1912/13 Rooſevelt=Profeſſor an der Berliner
Univerſität und hielt im folgenden Sommer Gaſtvor=
leſungen
in München, ehe er auf ſeinen Lehrſtuhl an der
erſten Hochſchule der Vereinigten Staaten, der Columbia=
Univerſität in Neu=York, zurückkehrte. Er iſt ein ehrlicher
Freund Deutſchlands, ein Verehrer deutſcher Bildung und
Wiſſenſchaft. Was er in dieſem Buche uns kennen lehrt,
iſt das Eigentümlichſte und Weſentlichſte an den politi=
ſchen
Zuſtänden der Union. Der Autor zeigt uns das
politiſche Amerika ſo, wie es iſt. Ein Anhang enthält den
Text der Verfaſſungsurkunde der Vereinigten Staaten
(überſetzt), die Liſte aller Präſidenten von Waſhington
bis Wilſon, eine Ueberſicht der Wahlergebniſſe für die
gleiche Zeit und verſchiedene Nachweiſungen zur politi=
ſchen
Statiſtik.
Buſſes illuſtrierter offizieller
Gardaſeeführer 1913/14. Das geſchmackvolle
Büchlein iſt völlig neu bearbeitet und mit durchgehends
neuen Illuſtrationen verſehen. Der beliebte Führer iſt
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[ ][  ][ ]

Oooe
Unſeren werten Gäſten, Freunden und
Bekannten, ſowie einer verehrlichen Nachbar=
ſchaft
wünſcht ein herzliches
(38

Familie Adam Treusch
Heinrichſtraße 104.
Darmſtadt, den 1. Januar 1914.
G
Stssssststttttt

Zum Jahreswechsel
meiner werten Kundschaft, sowie Freunden und Bekannten
die besten Wünsche!
Heinrich Schindel
Kolonialwaren und Zigarren
Rheinstrasse 47.
(37

2e
Geeeehe e eene
Restauration Spileer. Bismarckstr. 27

Allen unſeren werten Stammgäſten, Freunden
und Bekannten
(124
die besten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Philipp Spilger u. Frau.

L Z
Unserer werten Kundschaft
diebesten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
Wilhelm Barth u. Frau
Konditorei und Café
Waldstrasse 26.
(*18573

Meiner werten Kundschaft, Verwandten und
allen Bekannten
(91

die herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
G. Valentin Hess
Colonialwaren-, Delikatessen- und Zigarrenhandlung
Saalbaustrasse 41.


N

ſen
Unſeren Bekannten und werten Kundſchaft
die herzlichſten Glückwünſche
zum neuen Jahr!

Familie M. Friedrich
Sattlermeister.

Z
Herzlichen Glückwunsch zum
Jahreswechsel
ſendet meiner werten Kundſchaft, ſowie Freun=
den
und Gönnern
(*18454
H. Lohr
Bier= und Mineralwaſſer=Depot,
Karlſtr. 25.
Teleph. 1782.

Wünſchen unſerer hochwerten Kundſchaft
(B250
und Nachbarſchaft ein
frohes Neujahr
Jakob Schellhaas und Frau
Mathildenstr. 9, Ecke Nd.-Ramstädter- u. Riedlingerstr.

M
Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr.
Kaufmann S. O. Oswald:
und Familie.
RKNK

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Nummer 1.

Unserer werten Kundschaft gestatten
wir uns, zum Jahreswechsel die here-
n
lichsten Wünsche zu entbieten.
Mar Pfuetzer G. m. b. H.
Kohlenhandlung. Mathildenplatz 9.
Annahmestellen:
Kart Koch, Elisabethenstr. 49. Dieburgerstr. 16, part.

Unserer geehrten Kundschaft, sowie
Freunden und Bekannten
(23
die besten Glückwünschen
zum Jahreswechsel!
Karl Schneider und Familie
Firma: J. H. Reuter
Rolladenfabrik und Bauschreinerei.

4Z4 XZXZZXZKKK
Unseren werten Gästen, Freunden und
Bekannten
(111
dieherzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Familie Keller
Restaurant ,Brauerei zum Hessischen Hof‟
(ZZKZA2KZEZAZZ&T

(104

Meiner werten Kundſchaft
die herzlichſten
Glückwünſche
zum Jahreswechſel!
J. Awerbuch
Mineralwasserfabrik u. Eisgrosshandlung
47 Wendelstadtstrasse 47.

O
Unſerer werten Kundſchaft u. Gönnern ſenden
die beſten Wünſche
zum neuen Jahr!
Wergersche Brauerei A.-G.
Worms a. Rh., Apostelbräu‟
Depot Darmstadt: JACOB WEBER,
Neue Niederſtr. 11, Tel. 837. B95
G
KZA&ZZ
Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten ſenden die
(B64
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Ludwig Wagner und Frau
Schweinemetzgerei
Schießhausſtr. 26. Telephon 2570.

Unseren werten Gästen, Freunden u. Bekannten
die besten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
J. Trautmann, Restaurateur
und Familie
Ecke Bismarckstrasse und Landgraf Philipp-
(35
Anlage, am alten Bahnhof.

* Unseren werten Gästen, Freunden
und Bekannten

zum Jahreswechsel

ein herzliches

(33

Prosit Neujahr!
Familien Wagner
Brauerei Zum goldenen Anker‟

Wünschen
unserer werten Kundschaft, sowie Freunden
und Bekannten ein
(41
Prosit Neujahr!
Hermann Hahn und Familie
Immobilien-Agenturen
Spanische Weinhalle, Nieder-Ramstädterstr. 45.

geeesessesssccéé m GesashassesSteS,
Unſerer werten Kundſchaft, Verwandten
und Bekannten uſw., hiermit einen (B61
herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahr!
Familie Heinrich Bucher
Schuhmachermeisfer und Gamaschenfabrikation,
Sasssasssssesssesggegsgesssgegece

Unseren werten Gästen, Vereinen sowie
Nachbarschaft, Freunden und Bekannten
ein herzliches
Prosit Neujahr!
Franz Rieger und Frau
Restauration Zur Krone‟
Schustergasse 18.
(113

Unserer geehrten Kundschaft,
Verwandten und Bekannten
die besten Wünsche
zum neuen Jahr!
Wilh. Wagner u. Frau
Ochsenmetzger, Mathildenplatz 3.
(32

Allen werten Gäſten u. Bekannten
wünſcht ein
fröhlichesneues Jahr?
Emil Ekey u. Frau
Restaurant Rummelbräu‟
Allee 61 am Hauptbahnhof Allee 61

Die besten Wünsche

zum neuen Jahr!
Darmstädter Tapeten-Industrie
Christian Schepp u
Tapetendruckwalzenfabrik, Tapetenhälg.
Srde
o
Allen unſeren werten Kunden, lieben Freun=
den
und Bekannten ein
herzl. Proßt zeujahr
Jacob Weber und Frau
Neue Niederſtr. 11, Tel. 837. B96
Kohlenhandlung, Holz u. Brikets, Mine=
ralwaſſer
= und Biergroßhandlung.
Z

Die besten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
Hch. Köhler und Familie

zum Pfälzer Hof‟.

12

3 ZZe
Prosit Neujahr!
wünſchen
R. Gartenzaun und Frau
Inhaber des
Kaiser-Café‟
*18456) Schloßgartenstraße 9½
Z
Meiner werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten
(102
ein herzliches

Prosit Neujahr!
Adam Bender III., Baugeschäft
Braunshardt.

[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Seite 19,

16600
666060

Prosit Neujahr!
Unſeren werten Gäſten, Nachbarn, Freunden
und Bekannten die
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr
ſenden
Ludwig Poih nebst Frau
Tel. 2066. Wirtschaft Zur Neuzeit‟
51 Blumenthalstraße 51.
Soagäasssse
Gggagge
Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten
herzlichen Glückwunsch
zum Jahreswechsel!
Georg Dintelmann u. Frau
Schweinemetzgerei
Kleine Ochſengaſſe 2. (87
asslagagtt

Ihren verehrten Gäſten wünſchen

ein glückliches
Neues Jahr:
Philipp Rummel und Frau.
(25)
6. S S S S G.

Meinen werten Kunden, Freunden und
Bekannten die herzlichsten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!

Geigenbauer
und Familie Finkernagel
Grafenstraße, Ecke Rheinstraße.
Seeeesesteeeee


Titl. Vereinen, unſeren werten Stamm=
gäſten
, ſowie ſämtlichen Freunden und
(*18494
Bekannten wünſcht
ein glückliches
neues Jahr!
Leonhard Klenk
Frau Peter Frank Wwe.
Gasthaus Zur Ludwigshalle‟.

G
Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
(30
Bekannten
dieherzlichsten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
Gg. Reeg und Familie
Metzgermeister
Grafenstrasse.
G

Imnnnni

Unſerer hochgeehrten Kundſchaft ſowie
Freunden und Bekannten von hier und Um=
gegend
und allen unſeren beliebten und gut
eingeführten Spezialmarken=Rauchern wünſchen

wir ein

Llückliches Neujahr!
Gebrüder Marschallik
Zigaretten-Fabriken
Darmstadt, Obergaſſe 4, Telephon 951.
Saarbrücken, Mainzerſtraße 27. (108

Inmmniiaii

,
Unserer werten Kundschaft, allen Freunden
und Bekannten die
(28
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Familie Weissgerber
Schweinemetzger
Kiesstrasse 59.

Unserer werten Kundschaft, Freunden
und Bekannten
(26
Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr!

A
Unſerer werten Kundſchaft, Verwandten
und Bekannten die
(27
herzlichſten Glückwünſche
zum neuen Jahr!
Franz Wenz und Frau
Spenglerei u. Installations-Geschäft
Soderstrasse 49. Telephon 110.
Z

Herzliche Gratulation
zum neuen Jahr
wünſcht
(*18564
Familie Heinrich Eiſenhauer,
Wirtſchaft Zum grünen Laub.

K
Meiner werten Kundschaft und
Freunden ein
(29
gluckliches neues Jahrt
Philipp Wallhäuser u. Frau
Friseur
Telephon2024:: Wilhelminenstr. 10.
K

Meiner werten Kundschaft, Verwandten,
Freunden, Nachbarn und Bekannten die
besten Glückwünsche
zum neuen Jahr.
Ferdinand Kick, Friseur, und Mutter
Sandbergstrasse 14. (B116
G

Unseren werten Gästen, Freunden
und Bekannten
(85
ein herzliches
Prosit Neujahr

Familie Georg Christ
Kaisersaal-Fürstensaal.

Unserer werten Kundschaft. Freunden

und Bekannten

(B98

ein glückliches
Neues Jahr!
Leo Rieger und Frau
45 Heidelbergerstrasse 45
Kolonialwaren- u. Zigarrengeschäft

Gedooesoedodoöde
Meiner werten Kundschaft, sowie unseren

Eschollbrückerstrasse 6.
(B97
Gesesesegeobeseege
Enannznmg

lieben Freunden und Bekannten die
herzlichsten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
Philipp Maul
Spenglerei, Installation u. Restauration

Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr

meiner werten Kundschaft, sowie Verwandten,
Freunden und Bekannten.
(24
Darmstadt, den 31. Dezember 1913.
Anton Fischer
Adler-Drogerie‟ Frankfurterstr. 12/14.
HEREKGEEMIEHWAIIIRKnfang

Unſeren werten Gäſten, Bekannten und
K Gönnern
Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr.
Heinrich Bangert und Frau, N
Restauration Palaisgarten‟,
Saalbauſtraße 37.
(114
M

Meiner werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten
die besten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
Jakob König u. Frau
5
Buchbinderei Einrahmungs=Geſchäft

Elisabethenstrasse 30. (92


Die herzlichſten Glückwünſche
zum Jahreswechſel!
Emmericher Waren-Expedition
i. V.: F. Habermehl
Elisabethenstr. 12. Telephon 979.
90
I
Saasssaäsahatassodt
Unseren werten Gästen, sowie Nachbarschaft
wünschen ein herzliches (*18556
Prosit Neujahr!
Familie Emil Gräfe
Restauration Reichskrone‟ Mühlstr. 5.
Kassasagad
Saceaca

Restauration Kühler Grund‟
:: bei Eberstadt im Mühltal ::
Werten Gästen, Freunden und Bekannten ein
(118
herzliches
glückliches, neues Jahr!

[ ][  ][ ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Nummer 1.

Unſeren werten Gäſten, geehrter Kund=
ſchaft
, Nachbarſchaft, Verwandten, Freunden
und Bekannten die
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Familie Wilhelm Nagel
Restauration Zum Reichsadler‟
Apfelwein- und Beerenwein-Kelterei
Mauerſtraße 34.
(20

Rassänsssnhsaaa
Unſerer werten Kundſchaft
die herzl. Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Konditorei Karl Güll u. Frau
Soderſtraße 16.
(93
Ssatsasaussstastt

O

Verwandten, Freunden, ſowie unſerer
werten Kundſchaft

ein glückliches Neujahr!
Familien Philipp Loos u. August Loos 3
Kunſt= und Handelsgärtnerei
Telephon 2119.
(B3
ooee

Zum Jahreswechſel
unſerer verehrten Kundſchaft
die herzl. Glückwünſche!
P. Gettmann und Familie
Mineralwaſſerfabrik
und Flaſchenbierhandlung.
Darmſtadt 1914. (*18525
esssesseeeee

Allen Stammgästen, Gönnern, Freunden
und Bekannten ein herzliches
Proſit Neujahr

107)

Familie Jakob Lotz
Zum Roten Löwen‟.

IIen unsern werten Gästen und Bekannten
wünschen ein
(86
racktioneb Hodob Jam
J. Hommer u. Frau
Restauration zur frischen Quelle.

M
Unsern werten Kunden, Bekannten
und Verwandten
herzlichen Glückwunsch
K zum neuen Jahr!
Familie Bäckermeister Krämer u. Frau
Darmstadt und Roßdorf. (119
K
K
orsooee
Herzlichen Glückwunsch
zum Jahreswechsel! (101
Felix Hecker und Familie
Konditorei und Café, Soderstrasse 2, am Kapellplatz

Sestagggeesssgsseseeseee


Zum Jahreswechsel
die besten Glückwünsche
unsern werten Gästen, Freunden
und Bekannten
Hch. Brückner und Frau

Schulskeller.

(*18500


Die Desten Elnckwunsche
zum neuen Jahr
senden wir auf diesem Wege unseren
Kunden, Verwandten und Bekannten.
Peter Elzer und Frau
Schuhmachermeister. (*18585
Segogoood

Unſerer werten Kundſchaft und Nachbar=
ſchaft
den
(*18590
Familie Jakob Klein
Saalbauſtraße.
Kolonialwaren=, Obſt=, Gemüſe= und
Südfrüchtehandlung.

herzlichſten Glückwunſch
zum neuen Jahr!

Unserer werten Kundschaft und Nach-
barschaft
ein
(*18592

Familie Hoffarth
Schweinemetzger Kasinostr. 13.

Oooo666e666556o5d0
Allen unſeren werten Kunden, Verwandten
und Bekannten
(88
zum Jahreswechſel
die herzlichſten Glückwünſche!
L. Graßmann u. Familie
Hofkonditorei.
Gosooooesseososese
I-AGAnWaHaASPfTeffaTf1E!

Unserer werten Kundschaft, Freunden und
Bekannten die
(89
herzlichsten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
Familie Peter Vogel
Rinds- Kalbs- und Hammelsmetzgerei
Ecke Hügel- und Karlstrasse.

IL

N Unseren werten Gästen, Freunden u. Bekannten N
e die herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
K Restaurant zum Landgrafen Georg
Georg Fuchs und Familie
Landgraf Georgstrasse 64. (106
M NNNRSRNNSKK

Unſerer werten Kundſchaft
die beſten Wünſche
zum neuen Jahr!
Ludwig Fien und Frau
Lauteſchlägerſtraße 5½. (*18443

Unſeren werten Gäſten, ſowie allen

Freunden und Bekannten

gerzliche Gratnnation

zum neuen Jahr!
Friedrich Ehle und Frau
V
Restauration,ZumWeinberg‟
W
Lichtenbergstr. 75.

35

Gasth. zum Schwanen, Eberstndt
Herzlichen Glückwunsch
zum Jahreswechsel!
Am Neujahrstag, von 4 Uhr ab:
Großes Tanzvergnügen
ausgeführt von einer Militärkapelle
Karl O. Reilly.
wozu ergebenſt einladet
Getränke nach Belieben! (*18455
e

Unserer werten Kundschaft und werten
Nachbarschaft, Freunden und Gönnern
wünschen wir ein
(103
Lluckliches Neujahr!
Familie P. Stromberger,
Landwehrstr. 31.
Bierdepot.

Unseren Kunden, Freunden u. Bekannten
die besten Wünsche
zum Jahreswechsel!
H. Schnebele u. Familie
Friseur.
(105.

M
Allen unſeren Abonnenten in
Weiterſtadt
die herzlichſten
Glückwünſche
zum neuen Jahr!
Carl Böhm und Familie.
(24)
L

Unſerer hochgeſchätzten Kund=
ſchaft
, ſowie werten Nachbarſchaft,
Freunden u. Gönnern, wünſchen wir
ein glückliches
neues Jahr!
Familie Kommraus
Zivil- und Militärstiefel-

Massgeschäft.
(*18532

[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Taglbatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Seite 21.

Keiles Zigarettenfabrik
Hoflieferant Wiesbaden
gratuliert

allen hochgeehrten Kunden und Gönnern herzlich
zum neuen Jahr!
HEEESEESSESEESEEESESEE Slen
OölOſOlOlOſOlötoiOlolc
Unserer werten Kundschaft, Nachbar-
schaft
, Freunden und Bekannten (109
Herzlichen
die herzlichsten Glückwünsche
Glückwunsch
zum neuen Jahr!
zum Jahreswechsel
Karl Kreyssel und Familie
senden
Schweinemetzger
Elisabethenstrasse 32.
Wilhelm Deuster und Frau
So
Markt 11½.
(86
Unserer werten Kundschaft, Freunden, Ver-
wandten
und Bekannten
(110
Blolololololololoiclold
oestesee5ee
herzlichen Glückwunsch
Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
zum neuen Jahr!
Bekannten die
(B45
Familie Georg Rühl
herzlichsten Glückwünsche
Hofspengler.

zum neuen Jahr!
Familie Georg Willenbücher
Schreinermeiſter.

Meiner verehrlichen Kundschaft und
werten Gästen zum Jahreswechsel ein
herzliches
(44
Proſit Neujahr!
Ludwig Rossmann
Metzgermeister und Besitzer des
Gasthauses und Metzgerei
Zum Deutschen Haus‟
Nieder-Ramstadt. II

Se
X0C
(ee

Unſeren werten Kunden, Bekannten und
Verwandten
(B49

zum neuen Jahr!
Familie Bäckermeister Hax.

S

Unſeren werten Gäſten, Nachbarſchaft, Freun=
den
und Bekannten
(43
die herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
J. M. Wolf und Familie
Ad. Wolf und Familie
Restauration Zum Deutschen Hof‟
Waldstrasse 23.

L
Unserer werten Kundschaft, Freunden
N und Gönnern
(B54
herzlichen Glückwunsch
zum Jahreswechsel!
Friedr. Schiller u. Frau
Spenglerei- und Installationsgeschäft
Tannenstrasse 7 und Weinbergstrasse 14.

M
Herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahr!
Familie Fr. Hoth
Martinstrasse 101 (B55
Bestaurant Zur Kraftsruhe‟.

Unſeren werten Gäſten, Freunden, Nach=
barn
und Bekannten
(B63
ein herzliches
Prostr Neujahr!
Familie Ludwig Bill
Ecke Heidelberger= u. Beſſungerſtraße.
SeeeeeeSeS

Unseren werten Kunden, sowie Freunden
und Bekannten
(B56
Herzl. Glückwunsche
zum neuen Jahr!
V. G. Mechler u. Frau
Dachdeckergeschäft, Neue Niederstrasse 19.

Wein-Restaurant Hilgers
Karlstrasse 58.
Allen Freunden und Gönnern ein kräftiges
Prosit Neujahr!

B48)

Familie Hilgers.

Unſerer werten Kundſchaft, Verwandten
und Bekannten die
(B47

herzlichſten Glückwünſche
zum neuen Jahr!
Familie Franz Schulz
Spenglermeister und Installateur

Se S

Unſeren werten Kunden, Freunden und
Bekannten die herzlichſten
(B52

zum neuen Jahr!
Constantin Mess u. Frau
Metzgermeister.

Telephon 1686.

Telephon 1686.

S
Unſeren hochgeehrten Kunden, Gönnern,
Freunden und Bekannten wünſchen wir bei
dem Jahreswechſel ein
(B62
frohes, glückliches
Neujahr!
Heinrich Heimann und Frau
Tapeziermeiſter Beſſungerſtr. 90

L
Unſerer hochgeehrten Kundſchaft und werten
K Nachbarſchaft, Freunden und Bekannten
Herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahr!
Wilh. Lehé u. Frau
Auto-Vermietung
Wohnung: Wilhelmstr. 42. Garage: Heidelbergerstr. 38.
Telephon 438.
*18386
L

Zgegsgeegessesee 225

Meiner werten Kundſchaft,
und Bekannten ein

herzliches

Freunden
(*18512

Poſit Neujahr!
L. Kuhn, Handelsgärtnerei
Hochſtraße 20/22.
seee

Me

Unſeren werten Gäſten, Kunden, Freunden,
Verwandten und Bekannten wünſchen
ein glückliches
neues Jahr!
Gabriel Grohe u. Familic
*18403) Brauerei Erbacher=Hof.

H

Unſerer werten Kundſchaft, allen Freunden
und Bekannten
(*18475
die herzlichsten Glückwünsche
zum Jahreswechſel!
C. Körbel und Frau
Kolonialwaren,
Obst und Südfrüchte.
Ecke Gervinus= u. Soderſtr. 70.

[ ][  ][ ]

Uuſerer werten Kundſchaft, Freunden
und Bekannten
herzliche
Glückwünsche
zum neuen Jahr!
H. Heberer II. u. Familie
Apfelweinkelterei, Messel.
(*18113

9é

L
X Unſeren werten Kunden, Nachbarn, Freunden
(36
und Bekannten
die besten Wunsche
zum neuen Jahr!
Herm. Klös u. Frau
45 Bleichstrasse 45.
M

Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr!
sendet Freunden und Bekannten
Familie Warmuth
Hotel zur Post.
150)

IERIIIIIIEIIIIEEIINEEER1E

Prosit Neujahr!
Meiner werten Kundschaft, Freunden und
Bekannten ein
(B46
Prosit Neujahr!
Peter Marquard
Mineralwasserfabrik
und Kohlensäurehandlung.

IEEEIE
Unserer werten Kundschaft die
herzl. Glückwünsche
zumsahreswechsel.
Familie K. Kleinschnitz
Saalbaustrasse 63½. (*18401

Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten die
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Familie Eckhard Bruss
Feine Herrengarderoben nach Mass
Moosbergstrasse 38.

zum neuen Jahr!
Peter Keil.
79)
G
Unserer hochverehrten Kundschaft,
Freunden und Bekannten
ein glückliches
neues Jahr.
Familie Chr Petri
Hofmetzger.
(*18453
M

Aece
Les
K
2
K Bschirrers Obst- u. Gemüse-Geschäft K
K wünscht der werten Nachbarschaft und N
N Kundschaft
(48
ein fröhliches
neues Jahr!

Inhaber Heinrich Müller u. Frau.

Ecke Hoffmann- und Nieder-Ramstädterstraße.

Geeagggeeggei

Unseren werten Gästen, Freunden,
Nachbarschaft und Bekannten (34

ein herzliches

Prosit Neujahr

Josef Stocker u. Frau
Restaurant Zur Sonne‟.

Prosit Neujahr
allen unseren werten Kunden u. Bekannten

Fam

Kolonialwaren
4 Arheilgerstrasse 4.
3s665o6ee
He
Meiner werten Kundschaft und Nach-
barschaft
die
herzlichsten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
Ferdinand Büdinger
Kunst- und Bauschlosserei
Tel. 1035.
*15) Alicestr. 8.
Ssssätet

Allen werten Kunden, Freunden und
Bekannten
die besten Wünsche
zum neuen Jahr.
G. Bühringer
Leiter der Filiale Schade & Füllgrabe
*29) 12 Rossdörferstr. 12.
26e0eee

die herzlichsten
Glück- u. Segenswünsche
Philipp Hess und Familie
Schillerplatz 5. 217

Meiner werten Kundſchaft die
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!

Ludwig Petri, Milchhändler

Weiterstadt.

218

Moaau
L
Unſerer hochgeehrten Kundſchaft, Freunden
und Verwandten ſagen auf dieſem Wege die
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Louis Hein und Frau
Hofmetzger.
19
K
Veogossssgesoogeos
C
G Unserer werten Kundschaft entbieten wir
auf diesem Wege
8 dieherzic
Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Z Gebr. Weicker, Darmstadt
G Hutwäscherei und Fassonier-Anstalt 2
Liebfrauenstrasse 90. *18603
Gegegegeeeeseeeeee
Seessesssssesst

Unserer werten Kundschaft, Freunden und
Bekannten zum neuen Jahr die

Herzl. Glückwunsche
Karl Herrmann u. Frau 8
Maler- und Weissbindergeschäft
Lichtenbergstr. 73.
151

36666500

Meinen werten Gästen und Gönnern die
herzl. Glückwünsche zum Jahreswechsel!
AMERICAN BI0
Ernst Ludwigstr. 23, am Bismarckdenkmal

Inh.: WILH. MEVER.

152

So

zum Jahreswechſel!
Adolf und Minna Dingeldein
gewerbsmässige Stellenvermittlung
Darmſtadt, Eliſabethenſtraße 5, 2. Stock
Telephon 531.
16

[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Seite 23.

seesesesse

Prosit Neujahr
unseren lieben Stammgästen und Vereinen

Burschenschaft Rugia
Stammtisch Famllie
Club Starkenburg
Bund technischer und industrieller Beamten
Fechtklub Cheruskia
Musikfreunde
Beese Bube
Verein junger Drogisten
Stenographen-Verein
Schuhmacher-Innung
Vereinigung der Buchhandlungsgehilfen

wünschen bestens
Carl und Anna Teuschler

Palais-Restaurant.

238

Unserenwerten Gästen, Freunden
und Bekannten
112
ein herzliches
Prosit Neujahr!
P Tischler u. Frau
Schloss-Café.

Unſerer werten Kundſchaft, ſowie Freunden,
Verwandten und Bekannten, ſenden die
herzlichſten Glückwunſche
zum Jahreswechſel!
Familie Philipp Jung
Kalbs= und Schweinemetzgerei.
Beſſungerſtraße 4. (B132) Telephon 1139.

Unserer werten Kundschaft sowie Freunden
und Bekannten ein herzliches
(122
Prosit Neujahr!
Nikolaus Korbus und Frau
Mineralwasserfabrik
Flaschenbier- und Kohlensäurehandiung.
Fuhrmannstr. 14 Teleph. 1347

deessesegegeseeee
Unseren verehrten Nachbarn, Freunden,
Bekannten, sowie meinen Stammgästen
ein herzliches
Prosit Neujahr!
Darmstadt, 1. Januar 1914.
(39
Familie Johannes Heist
Gasthaus Kaiser Friedriche
Nieder-Ramstädterstr. 71, Ecke Heinrichstr.

Die herzlichſten Glückwünſche zum
Neuen Jahr
unſeren werten Gäſten, verehrlicher Nachbar=
ſchaft
, Freunden und Bekannten. (*18606
Ad. Arheilger und Frau
Reſtauration zum Gambrinus
Schuchardſtraße 10.

Unſeren werten Gäſten, Freunden und
Bekannten ein

herzliches Proſit Neujahr!
Hermann Engelhard u. Frau
Rheingauer Weinstube
Luiſenplatz 1.

Allen unseren Gästen, Freunden und
Bekannten ein
(121
Prosit Neujanr:
Georg Hofferbert und Familie

Gastwirtschaft

Kiesstraße 27.

EGeae
Allen werten Gästen, Freunden und
Bekannten
(234
ein herzliches
Prosit Neujahr!

Ed. Barth und Frau
Nieder-Ramstadt .. Chausseehaus.

aee
Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten
(B233
odie herzlichſten Glückwünſche
zum neuen Jahr!
Bäckermeister Leonh Glenz u. Frau W
Neue Niederſtraße 15.

Unserer hochgeehrten Kundschaft, Freun-
den
und Bekannten
(231
herzlichen Glückwunsch
zum Jahreswechsel!
Sophie Baum
Aug. Baum
Damenschneidermeisterin
Uhrmacher
Gervinusstraße 30, I. Etage.

Unſeren werten Gäſten, Freunden und
Bekannten ein herzliches
(*42
Prosit Neujahr
Familie Carl Abt
Restauration Zur Linde, Holzstr. 22.

Unseren werten Stammgästen, Freun-
den
und Bekannten ein herzliches
Prosit Neujahr.
Friedrich Rummel u. Frau
Ecke Wald- und Grafenstr. (*27
Restaurant zum Hess. Haus.

Unſeren werten Kunden, Freunden und
Bekannten ſenden
herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahr!
Karl Illert u. Familie
Wendelstadtstrasse 20. (8

IPROSIT NEUJAHRI
allen unseren verehrten Gästen.
Tommy u. Anny Miller
IMPERIAL. BAR.

(*26

H
Allen unseren werten Gästen, Freun-
den
und Bekannten
(21
ein herzlich
Prosit Neujahr.
Familie Carl Wagner
Restauration Zur Reichsposte
Grafenstrasse 8.

Prosit Neujahr! unserer werten Kundschaft, Freunden, Verwandten und Bekannten
(82 Familie J. Matthes Bäckermeister .. Müllerstr. 16.

SeGessee 5ssagsss
Unserer werten Kundschaft, allen Ver-
wandten
, Freunden und Bekannten einen
herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr! (7
Philipp Ewald u. Frau
Bäckermeister. Soderstraße 47.

Unseren werten Gästen, Freunden und allen
(B50
Bekannten die
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Wilhelm Leyerer und Familie
Bessungerstrasse 1.

Kahassnsatausstatd
Unserer werten Kundschaft, Freunden und
(*18479
Bekannten ein
herzliches Deujahr!
Familie Karl Zahrt
Bauspenglerei u. Installationsgeschäft.
Bsasasssssssassaae

Allen Stammgästen, Freunden u. Bekannten ein
Herzliches Frosit Neuahrt
Max Münch und Frau
Restauration Zur Rheinischen Weinstube‟
(72
Saalbaustrasse 26.

[ ][  ][ ]

Seite 24.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Nummer 1.

Unſeren werten Kunden, Freunden und
(B59
Gönnern
herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahr!
Familie W. Schwab
Kohlenhandlung u. Mineralwasserfabr.
Beſſungerſtraße 88.

Unſerer werten Kundſchaft, allen Freunden
und Bekannten
(B57
die herzlichsten Glückwünsch
zum neuen Jahr!
Familie Jakob Schönig
Schreinermeister, Klappacherstr. 78.

Easgssssessggecer 322525322252522
Zum Jahreswechsel
die besten Glückwünsche
unſeren werten Gäſten, Freunden und Be=
kannten

(B58
Familie Wilh. Preusch

Darmſtadt.

Karlſtraße 104.

gsgsss

Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
Verwandten
(B60
die besten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Familie H. Schüler
Schuhmachermeister.

Unserer werten Kundschaft, Verwandten,
Freunden und Bekannten
zum neuen Jahr!
J. Egner und Frau
Hofmetzger, Karlsstrasse 46. (68

Herzlichen Glückwunsch

e
Herzlichen Glückwunſch
zum Jahreswechſel!

I. G. Jacob junior u. Frau,
geb. Mahr,
Darmstadt, Holzstrasse 11.
(81
G

Unseren werten Gästen, Freundenu. Bekannten
S die herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Georg Götz u. Frau
Zur Bockshaut‟ (83

Unserer werten Kundschaft und
Bekannten

zum neuen Jahr!
e
Gebr. Wiener
Brauerei Zur Krone‟.

Meiner hochgeehrten Kund=
ſchaft
, ſowie Freunden und
Bekannten von hier und Um=
gebung
wünſche ich ein
glückliches Neujahr!

Joſeph Zürker
Chabeſo=Labrik
Georgenſtr. 1½, Tel. 1023.

Unseren werten Kunden, Nachbarn,
Verwandten, Freunden und Bekannten
die besten Wünsche
zum neuen Jahr!
J. Teicher u. Frau
Ochsengasse.
99)

Meiner werten Kundschaft ein (67
glückliches neues Jahr!
Jul. Hohenhoff, Konditor.

Unserer werten Kundschaft, Freunden und
Bekannten die besten
71
Glückwünsche zum neuen Jahr!
Konrad Koch und Frau
Zigarren-Geschäft, Markt 3.

Zum Jahreswechsel
unseren werten Gästen u. Bekannten
herzliche
Glückwünsche!
Georg Horn und Frau
Kahlertstrasse 51.
(1

Unseren werten Kunden, Freunden und
Gönnern übermitteln wir auf diesem Wege die
besten Glückwünsche 3
zum Jahreswechsel!
Pfungstadt, 31. Dezember 1913.
(15
Exportbrauerei
Justus Hildebrand
Gesellschaft mit beschränkter Haftung.


Traisa.
Unſeren werten Gäſten, Freunden, Ver=
(*18285
wandten und Bekannten
ein Prosit Neujahr!

Familie Walter
Heſſ. Hof.

Z
Allen werten Kunden, Freunden
und Bekannten

herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahr!
Heinr. Lengfelder
und Familie. (10
Sooeeoo

Meiner sehr geehrten Kundschaft, sowie
allen Freunden und Bekannten ein
(9
glückliches neues Jahr!
Jean Lotz, Schuhgeschäft,
Saalbaustrasse 38.

ete e e eet te
Verehrlicher Kundſchaft
herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr!
Familie Ed. Türtmann
Obst- und Südfrüchte-Handlung

Grafenſtraße 19.

(8


Unserer werten Kundschaft, sowie
allen Freunden und Bekannten
(2
die herzlichsten
Glückwünsche
zum neuen Jahr.
Familie Adolf Schneider
Kunst- u. Handelsgärtnerei.
O

Allen Freunden und Bekannten
ein herzliches
(69
Prosit Neujahr!
L. Kredel und Familie
Kantinenpächter
d. II. Bataillons Leibgarde-Infanterie-Regiments 115.
O

[ ][  ][ ]

Nummer 1.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Seite 25.

Unserer wertgeschätzten Kundschaft,
Freunden und Bekannten wünschen

wir ein

115

lacktieh

seilz & Notmann
Cigarrenfabrik
Seeheim a. d. Bergstr.

U
Unſerer werten Kundſchaft, Nachbarſchaft
und Bekannten
herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr!
Eugen Schütz u. Frau
Konditorei und Café (123
Liebigſtraße 7, gegenüber der Johanneskirche.
Telephon Nr. 269.

Unseren werten Gästen, Freunden und Be-
kannten
sowie unserer werten Nachbarschaft
18605
ein herzliches
Trosie Nechan

Joh. Schäfer und Frau

Restauration Zur Windmühle‟.
I2IIIRTRRRRWRRIIIIIKKKan
eee eeeeeee,
Allen Freunden und Gönnern sowie unserer
verehrlichen Kundschaft und Nachbarschaft
Viel Glück
zum neuen Jahr!
Darmstadt, den 31. Dezember 1913.
Franz Heiner u. Familie
Stuck- und Weissbindergeschäft
Mauerstr. 25, I.
eeneege

Unſeren werten Gäſten, Freunden, Be=
kannten
und Nachbarn
zum Jahreswechſel ein herzliches
Proſi Neujahr!
Familie Georg Diehl
Restaurant Zur Burgschenke‟
Mathildenplatz 18.
(73.

unnnannannnnnnnnanamananaannnnnnnnn
Die herzlichsten Glückwünsche
zum Jahreswechſel!
Gebruner Nover
Hof-Weissbinder, Maler und Stukkateure.

In
MnE-LR

Unserer werten Kundschaft und werten
Nachbarschaft wünschen wir ein
glückliches Neujahr!
Familie P. Stromberger
Bier-Depot
Landwehrstrasse 31.
)

Herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahr
wünſcht allen Gäſten, Freunden und Gönnern
FranzButtler u. Frau
Fürstenauer Hof‟
Roßdörferstraße 1.
(40

oete
asseee
30
Unseren werten Gästen, Freunden und
Bekannten
die herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Restaurant Bavaria

Adalbert Eppler und Familie
Grafenstraße 21 (70) Grafenstraße 21.
Kaasasaatt
S

Unseren werten Gästen, Freunden
und Bekannten
(75
die besten Wünsche
zum neuen Jahr!
Familie Geiß
Gasthaus zur Stadt Darmstadt.

K

Unseren werten Gästen, Freunden u. Bekannten
die herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Restaurant Zum Landgrafen Georg‟
Georg Fuchs u. Familie
Landgraf Georgstr. 64. (14

Unseren werten Gästen, Bekannten und
Gönnern ein
*18604
fröhliches neues Jahr!
Familie Johannes Kraft
Restauration Bessunger Hof‟
Sasassaeseeae.
G
Unſeren werten Gäſten, Bekannten und
(76
Nachbarn die
herzlichſten Glückwünſche
zum neuen Jahr
ſenden
Frau Sommer Wwe.
und Familie Schanz
Heinheimerſtraße.

Unserer werten Kundschaft, Freunden,
Bekannten, sowielmeiner Nachbarschaft die

II

zum neuen Jahr!

Ludwig Löffler u. Frau
Mineralwasserfabrik, Landwehrstraße.

Allen werten Kunden, Mietern, Freunden
und Bekannten
(78
herzlichen Glückwunsch

zum neuen Jahr!
Ph. Heleine und Frau
Likör= und Selterswaſſerfabrik.

Meiner werten Kundschaft, sowie allen
meinen Feunden und Bekannten

ein herzliches

L
Prosit Neujahr!
Ph. Germann
Karlstrasse 63½.
(B51

L
G
Internationales Restaurant
zum Landgrafen, Grafenstr. 27.
Unſeren werten Gäſten, ſowie Freunden
und Gönnern
(42
ein herzliches
Prosit Neujahr
Gustav Kaufmann und Frau.
Z

Unserer verehrten Kundschaft, sowie
Freunden und Gönnern wünscht auf
diesem Wege ein
fröhliches neues Jahr!
Kaufmann
Wilhelm Didzuhn und Frau
Kranichsteinerstrasse 7. (18

6o96889o96698989Se
Allen unseren werten Gästen.
*28
herzlichſten Glückwunſch
zum neuen Jahr!
Carl Behrens und Familie
Hotel u. Pension Behrens-Hufnagel‟
Traisa.
Gosogeooesgsoogoog

zum Jahreswechſel!
Carl Schultheiß, 252
Zum Schönthal‟ Groß-Zimmern.
S
Gee
8e
(2

Löwenbräu‟
Brauerei-Ausschank
Gross-Zimmern.
6

Meinen werten Gäſten, Freunden und
Gönnern die beſten Wünſche z. Jahreswechſel.

Julius Lenz.
251)
agaessga

S
Unſeren werten Gäſten, Freunden und allen
Bekannten die
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Anton Graf und Frau
Zum Mainzer Rad‟ (*185952
Se

[ ][  ][ ]

Seite 26.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Nummer 1.

Berliner Stimmungsbilder.
Von Paul Lindenberg.

(Nachdruck verboten.)
Proſit Neujahr. Allerhand Wünſche und Erwartungen.
Vom alten und vom neuen Jahr. Weltſtädtiſche Ein=
blicke
. Unſere Jugend. Ein trauriger Abſchluß. Die
amerikaniſche Sekte. Geſchäft und Geſundheit. Es
wird weiter beſchlagnahmt. Die weihnachtliche Bereiche=
rung
des Kaiſer=Friedrich=Muſeums. Viktor Blüthgen
zum 70. Geburtstage. Dem Parſifal entgegen.
Proſit Neujahr die meiſt ſo gewohnheits=
mäßig
ausgerufenen beiden Wörtchen, ſie dürften diesmal
für ſehr, ſehr Viele eine beſondere Bedeutung haben.
Das neue Jahr nütze uns ja, wir können den guten
Wunſch und ſeine Erfüllung ſo recht gebrauchen! Gern
geben wir dem alten Jahr den Abſchied! Hat es uns in
ſeinem Verlaufe durch die Erinnerung an große Taten und
Menſchen und das würdige Gedenken derſelben viel Er=
hebendes
und Bewegendes gebracht ſo fehlte es ihm aber
auch nicht an ſchweren Enttäuſchungen wie Erſchütte=
rungen
, nicht an herben Verluſten, die es unſerem Wirt=
ſchaftsleben
zugefügt. Grad das letztere verſpürte man
hier lebhaft zum Weihnachtsfeſt, iſt es doch bezeichnend,
daß eins unſerer größten Warenhäuſer Mitte Dezember
mehrere hundert Angeſtellte entließ, während ſonſt das
Gegenteil der Fall war wie auch die Kaufluſt im allge=
meinen
eine recht geringe war und man namentlich von
den Inhabern der Luxusgeſchäfte ſchlimme Klagen über
die Flauheit des Weihnachtsgeſchäftes hört.
Aber das liegt ja nun hinter uns, und beim Jahres=
beginn
ſieht man mit neuem Hoffen in die Zukunft.
Mancherlei der Wünſche regen ſich da, die in erſter
Linie auf Groß=Berlin Bezug nehmen. Denn wenn
vieles hier auch ſehr glänzend iſt, und die Augen blendet,
ſo fehlt es der blinkenden Medaille auch nicht an der trü=
ben
Kehrſeite. Das haben uns die jüngſten Tage und
Wochen recht ernſt gezeigt und uns einen Einblick in welt
ſtädtiſche Verhältniſſe gewährt, die dringend einer Aende=
rung
und Verbeſſerung bedürfen. Mit der Jugend
ihrer Erziehung und Ueberwachung kann man da be=
ginnen
. Die Großſtadtpflanzen männlichen wie
weiblichen Geſchlechts haben ja ſtets Veranlaſſung zu
ſkritiſcher Beurteilung gegeben, aber nie in ſolchem Um=
fange
, wie jetzt. Früher waren es die ſogenannten Ge=
heimratsjöhren
über die man ſich wegen ihres ſchnabb=
ligen
und eingebildeten Weſens mehr beluſtigte, wie be=
klagte
, heute handelt ſich’s aber um die heranwachſende
Jugend breiter Bevölkerungsſchichten, deren ganzes Ver=
jhalten
in und außer dem Haufe recht nachdenklich ſtimmt.
Wer gegen Abend die breiten, eleganten, von Licht über=
fluteten
Straßenzüge des neuen Weſtens entlangſchlendert,
der kann da recht merkwürdige Beobachtungen anſtellen
über ſehr jugendliche Herrchen und Dämchen, die das
Gigerltum in der unangenehmſten Weiſe zu vertreten ſuchen.
Man fragt ſich immer wieder, was und wer ſind die El=
tern
, die zunächſt ihre Kinder ſo herausputzen und die ſich
des ferneren ſo wenig um deren Aufſicht bekümmern, und
man verknüpft damit die weitere Frage: was wird denn
ſaus dieſen jugendlichen Flaneuren um nicht ein viel
deutlicheres deutſches Wort zu gebrauchen die ſtunden=
lang
auf der Straße liegen und nicht nur ſelbſtherrlich
über ihre Zeit und deren oft recht merkwürdige Aus=
füllung
, ſondern auch über erhebliche Geldmittel zu ver=

fügen ſcheinen. Wie ein greller Ausſchnitt aus dieſem ab=
ſtoßenden
Tun und Treiben eines Teils unſerer Jugend
berührt uns der Selbſtmord eines Oberſekundaners, der
durch ſeine merkwürdigen Begleitumſtände augenblicklich
viel von ſich reden macht. Der junge Mann hatte ſich vor
dem Feſt mit einem gleichaltrigen Freunde eine ganze
Nacht umhergetrieben, in der es auch nicht an Liebesaben=
teuern
gefehlt, in ſeinem Beſitz hatte ſich außer barem
Geld ein Sparkaſſenbuch der Vater wußte die Höhe des
betreffenden Betrages nicht anzugeben eine goldene
Uhr im Werte von 400 Mark und natürlich auch ein Brow=
ning
=Revolver befunden, der letztere wurde dann zum
jähen Abſchluß des jungen Lebens benutzt, deſſen trau=
riges
Ende man mit einem amerikaniſchen Duell in Ver=
bindung
bringen möchte. Aber da iſt wohl ein großes
Fragezeichen hinzuſetzen, man wird die Gründe wohl ganz
wo anders zu ſuchen haben, die mit den obigen Bemer=
kungen
in naher Beziehung ſtehen dürften.
Durch den gleichfalls unter erſchütternden Umſtänden
erfolgten Tod einer unſerer beliebteſten und begabteſten
Künſtlerinnen Frau Nuſcha Butze’s, wurden ja auch merk=
würdige
weltſtädtiſche Verhältniſſe enthüllt, jene der
Geſundbeterei. Dadurch, daß ſich die betreffende
Schweſter welche die Künſtlerin in des Wortes vollſter
Bedeutung ins Gebet genommen, noch aufs hohe Pferd
ſetzte und Angriffe gegen die Aerzte richtete, welche Frau
Nuſcha Butze behandelt hatten, ward die Sache des nähe=
ren
behandelt und kamen jetzt auch andere Fälle zur brei=
teren
Erörterung. Dabei hörte man ja nun recht Erbau=
liches
über jenes aus Amerika zu uns gedrungene Sekten=
weſen
das hier weit ausgebreiteter iſt, als man ahnte,
und deſſen hauptſächliche Vertreter und Vertreterinnen einen
ſtillen, aber um ſo energiſcheren und oft verhängnisvolleren
Kampf gegen die Heilwiſſenſchaft führen. Und aus mancher=
lei
Mitteilungen erfuhr man daß von verſchiedenen
Stellen aus dieſe Geſundbeterei völlig gewerbsmäßig be=
trieben
wird und dies den Apoſteln jenes eigentümlichen
Berufs ein ganz bequemes und müheloſes Daſein geſtattet.
Wurden doch verſchiedene Kranke angehalten, ſich Bibeln
für 15 Mark zu kaufen, während man auch ſchon ſehr gute
Ausgaben für ein Zehntel des Betrages erhält, und da=
neben
ſonſtige Geldausgaben zu machen, die mit dem vor=
geſchobenen
Idealismus und der Uneigennützigkeit der
Apoſtel in ſchroffem Widerſpruch ſtehen. Hier wären
Bekanntmachungen von oben herab ſehr wichtig, mit der
Erwähnung, daß das Kammergericht das gewerbsmäßige
Geſundbeten mit der Kurpfuſcherei auf eine Stufe geſtellt
und erhebliche Strafen verfügt reſpektive beſtätigt hat.
Damit wäre der Allgemeinheit mehr gedient, als mit
den jetzt faſt täglich veröffentlichten Mitteilungen über die
Beſchlagnahmungen von Poſtkarten und
Bildern, die ein ſtets erneutes erſtauntes Kopfſchütteln
zur Folge haben. Die betreffenden Behörden ſcheinen ihre
Abgeſandten, die nach jenen verdächtigen Dingen fahnden
müſſen, recht ſchlecht auszuwählen, denn ſonſt könnten nicht
ſolch unbegreifliche Mißgriffe vorkommen, die geeignet ſind,
derartige Reinigungsverſuche des Berliner Geſchmacks
draußen im Reiche und jenſeits der deutſchen Grenzen arg
lächerlich zu machen. Weit eher zu verſtehen iſt der behörd=
liche
Feldzug gegen gewiſſe Darſtellungen in den Schau=
ſenſtern
beſtimmter Geſchäfte, die das intimere Rüſtzeug
der weiblichen Koketterie und Eitelkeit zur gefälligen
Anſicht und zum Verkauf ſtellen. Aber, wie es leider ſo
oft der Fall iſt, wird man auch hier natürlich zu weit
gehen, und es dürfte gewiß bald ein heftiges Geplänkel
zwiſchen den erwähnten Geſchäftsinhabern und der Poli=
zei
entſtehen. Damit hat aber wenigſtens die Künſtler=

ſchaft nichts zu tun, deren berufene Vertreter eine all=
gemeine
Proteſtbewegung gegen die erwähnte Verfolgung
der Nachbildungen hervorragender Kunſtwerke augenblick=
lich
in die Wege leitet.
Nach langem Proteſtieren hin und her iſt als will=
kommene
Weihnachtsüberraſchung das große Altar
werk des Hugovan der Goes in unſerem Kaiſer=
Friedrich=Muſeum eingetroffen und wird dort,
nachdem es zunächſt der Kaiſer beſichtigt, ſeinen verdienten
Ehrenplatz einnehmen. Faſt vier Jahre hat es gewährt,
bis dieſes Bild aus dem Kloſter Monforte in Spanien in
deutſchen Beſitz gelangte, und es bedurfte bekanntlich ſelbſt
diplomatiſcher Verhandlungen, damit der rechtmäßig
geſchloſſene Kauf ſeitens der ſpaniſchen Regierung aner=
kannt
ward. Berlin iſt um ein glänzendes Werk der
niederländiſchen Kunſt bereichert worden, um das wir
ſeitens der fremden Galerien lebhaft beneidet werden.
Erfreulich iſt des ferneren die Kunde aus unſerem Künſt=
lerlager
, daß man dort mit Vorbereitungen beſchäftigt iſt,
um hier endlich wieder ein großes Künſtlerfeſt zu
veranſtalten, das wir ſchon lange ſchmerzlich vermißt. Mit
den bildenden Künſtlern wollen ſich diesmal auch die dar=
ſtellenden
verbinden, um in enger Vereinigung etwas ganz
beſonders Großartiges zu ſchaffen.
Vereinigen werden ſich in wenigen Tagen auch unſere
Schriftſteller, um bei feſtlichem Mahl und bei freundlichem
Spiel einen der Ihrigen zu feiern, anläßlich ſeines 70.
Geburtstages, wie das löblicher Brauch bei uns iſt. Um
Victor Blüthgen handelt es ſich, den gemütvollen,
warmherzigen und feinſinnigen Dichter und Erzähler, dem
wir ſo viele wertvolle literariſche Gaben verdanken. Sie
alle geben uns einen Teil ſeines reichen, friſchen und güti=
gen
Innenlebens, durchweht von echter und rechter Da=
ſeinsfreudigkeit
und von tiefem Verſtändnis für alles, was
das menſchliche Herz in Leid und Freud’ höher ſchlagen
läßt. Stets hat dieſer liebenswürdige, zartfühlende, in
ſeinen Empfindungen und deren Ausdruck ſo wahre Poet
die Dichtkunſt um ihrer ſelbſt willen hochgehalten, hat ſich
nie von dem Wege, den er als den richtigen erkannt, ab=
lenken
laſſen und hat jedes ſeiner Werke in ruhigem Er=
wägen
zur Reife gebracht, ehe er es uns gegeben. Wie als
Dichter, ſo erfreut er ſich auch als Menſch herzlicher und
verdienter Wertſchätzung, eine große Reihe treuer Freunde
zählend, die ſtolz ſind ihm in kurzem ihre Freundſchaft
und Verehrung beweiſen zu können. Stets iſt Victor
Blüthgen auch für die Intereſſen ſeiner Berufsgenoſſen
entſchieden und freudig eingetreten und hat als erſter Vor=
ſitzender
des Deutſchen Schriftſtellerverbandes lange Jahre
hindurch eine erſprießliche Tätigkeit entwickelt. Möchte dem
lieben Schriftgefährten ein langer Lebensabend beſchieden
ſein, damit er ſich der Ernte freuen kann, zu der er die Saat
ſo emſig und hingebend ausgeſtreut.
Unſere Theater brachten uns noch kurz vor dem
Aufflammen der Weihnachtskerzen allerlei Neuheiten, die
aber ſchon bald nach dem Klang der Silveſterglocken ver=
ſchwunden
ſein werden; ſie verdienen kaum der Erwäh=
nung
. Mit deſto größerem Intereſſe ſieht man den
Parſifal=Aufführungen entgegen, die uns
am 1. Januar das Charlottenburger Deutſche Opernhaus
und drei Tage ſpäter die Königliche Oper beſcheren wer=
den
. An beiden Stellen wurden umſichtige Vorbereitun=
gen
für eine würdige Verkörverung des letzten Werkes
unſeres großen Bayreuther Meiſters getroffen, und man
darf ſehr geſpannt ſein auf die Aufnahme, die es hier fin=
den
wird, losgelöſt von dem an ſich ſchon ſo ſtimmungs=
vollen
Feſtſpielrahmen der maleriſchen fränkiſchen Stadt,
n der es im Sommer 1882 zum erſten Male zur Darſtel=
lung
gelangte.

Mein bekannter grosser

Inveitur-Ausverkauf
beginnt
Samstag, den 3. Januar.

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[ ][  ][ ]

Nummer k.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Seite 27.

Allee 6r Festädrant Nanhfieibrad-Alee O

Donnerstag, 1. Januar 1914
von 12-3Uhr in bekannter Güte. 2 Sou

nach Wahl von 6 Uhr an.

Großes Militär=Konzert.
Anfang 8 Uhr.
(120)
Eintritt 30 Pfg.

Im 13. Dezember iſt eine größere Anzahl ehemaliger An=
gehöriger
des Leibgarde=Regiments zuſammengetreten,
um über den ſchon ſo oft angeregten Gedanken zu beraten,
daß ſich, wie in Frankfurt a. M., Worms, Offenbach und andere
Städten, ſo auch hier im Standort ihres Truppenteils, alle die zu
einer Vereinigung zuſammenfinden, die dem Leibgarde=Regiment
angehört haben.
Es wurde einſtimmig beſchloſſen, die Abſicht nun auch aus=
zuführen
. Die Vereinigung, die ſelbſtredend auf patriotiſcher Grund=
lage
aufgebaut iſt, ſoll den Zweck haben, die Erinnerung an die im
Krieg und Frieden verlebte Dienſtzeit wach zu halten. Die Zugehörig=
keit
zum alten Regiment aber ſoll dadurch bewieſen werden, daß, wie
die Offiziere, ſo auch die früheren Unteroffizieren und Gardiſten an
dem im Jahre 1921 ſtattfindenden 300 jährigen Stiftungsfeſt des
Regiments einem Zubellag ohne Gleichen in der Armee mit
einer Abordnung und einem Ehrengeſchenk vertreten ſind und nicht
hinter ihren auswärtigen Kameraden zurückſtehen.
Es iſt, da mit geringen Beiträgen lediglich die genannten Ziele
verfolgt werden, jede Konkurrenz mit dem Kriegerverein ausgeſchloſſen.
Die Unterzeichneten laden alle früheren Leibgardiſten ein, ſich am
Samstag, 3. Januar 1914, um 8½ Uhr,
im Lokale der Stadt Coburg, Waldſtraße 2,
zu einer Verſammlung zuſammenzufinden, um mit ihnen die Ver=
einigung
zu gründen, über alle Fragen zu beraten, die erörtert werden
müſſen und mit ihnen den erſten
Leibgarde=Abend

zu feiern.
(149a
Mit kameradſchaftlichem Gruß
Der proviforiſche geſchäftsführende Ausſchuß:
Müller-Hickler, Hauptmann d. R.; Winter, Hauptmann a. D.;
Wenzlau, Feldwebel i. P.; Delp, Kanzleirat:
Jung, Miniſterialkanzliſt: Schröder, Oberlandesgerichtskanzliſt.

(Kellerlokale).
Schützenhof

Am Neujahrstag, 1. Januar, von 6 Uhr ab
Humoristisches Konzert
einer Abteilung des Art.-Regts. Nr. 61
Obermusikmeister Weber. (*18589

Eintritt frei.

Eintritt frei.

Die Konzerte finden bis Fastnacht jeden Sonntag statt.

Gasthaus zum goldenen Löwen
Arheilgen
Haltestelle der Strassenbahn.
Heute Neujahrstag

Anfang 4 Uhr.

Geſchäfts=Eröffnung!
Einem geehrten Publikum von Traiſa und Umgebung zur
Kenntnis, daß ich am hieſigen Orte
47 Nieder=Ramſtädterſtraße 47

eine

Wäscherei und Bügel-Anstalt
eröffnet habe. Mein eifrigſtes Beſtreben wird ſein, durch reelle Be=
dienung
und billigſte Preiſe mir das Vertrauen meiner werten Kun=
den
zu ſichern.
(*6dg
Indem ich um geneigten Zuſpruch bitte

zeichnet hochachtungsvoll
K. L. Karkmann.

NB. Große Raſenbleiche mit fließendem Waſſer.
nügt, wird zurückvergütet.

Karte ge=

Institut für moderne Tanzkunst
Gründlicher Unterricht im Tango, ſowie in allen
modernen Rund= und Geſellſchafts=Tänzen jederzeit.
Zu dem im Januar beginnenden dritten Tanzkurſus

nehme noch Anmeldungen entgegen.
(156a
Der Unterricht wird in meinem Privatſaal, Saalbauſtraße 13, erteilt.
Gefl. Anmeldungen erbeten Kranichſteinerſtr. 44, parterre.
(früher Großh
Hof=
Sohanna Geois Sebe Tlei z Solotänzerin.

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iſt bis zum Schluß der Saiſon
abzugeben. Näh. Expedition. (*24

Großherz. Hoftheater.
Donnerstag, den 1. Januar 1914.
Außer Abonnement.
17. Volks-Vorstellung zu
ermäßigten Preisen.
Hänſel und Gretel.
* Märchen viel in drei Bildern
von Adelheid Wette.
Muſik von Engelb. Humperdinck.
Muſikaliſcher Leiter: Rich. Lert.
Spielleiter: Otto Nowack.
Erſtes Bild: Daheim.
Zweites Bild: Im Walde.
Drittes Bild: Die Knuſperhere.
Perſonen:
Peter, Beſenbin=
. Otto Semper
der
Gertrud, ſ. Weib Clem. Feiſtle
Hänſell deren . Hede Schaub
Gretel) Kinder . Marg. Beling=
Schäfer
Die Knuſperhexe . Anna Jacobs
Sandmännchen . Annem. Liſchke
Taumännchen. . Evelyn Moore
Preiſe der Plätze: Sperr=
ſitz
: 1.13. Reihe 1.65 , 14.20.
Reihe 1.15 , Parterre 1.15 ,
Proſzeniumsloge 2.15 , Mittel=
loge
2.15 , Balkonloge 2.15 ,
I. Rang 2.15 , II. Rang 1.15 ,
I. Galerie 55 , II. Golerie 45 .
Kartenverkauf der noch vorhan=
denen
Karten erfolgt an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater am Tage der
Vorſtellung, vorm. von 11 Uhr ab.
Anfang 2½ Uhr. Ende 4½ Uhr.
Donnerstag, den 1. Januar 1914.
80. Abonnem.=Vorſtell. C 20.
Filmzauber.
Poſſe mit Geſang und Tanz in
4 Bildern von Rudoſph Vernauer
und Rudolph Schanzer. Muſiſ
von Walter Kollo und Willy
Bredſchneider.
Spielleiter: Bruno Harprecht.
Muſikal. Leiter: Erich Kleiber.

Perſonen:

Erſtes Bild.
6
Franz und Fränze‟.
Adalb. Muſenfett Br. Harprecht
Kränze Pavendieck Käthe Gothe
Mar Rademacher Frz. Schneider
Wanda Hammer=

ſchmidt
Eufemia Breit=
ſpricher
.
Anaſtaſius . .

Hede Schaub
Minna Müller=
Rudolph
.Paul Peterſen

Erſtes
Glemen. Feiſte
Zweites
Louiſe Kümmel
Drittes Tipp= Lydia Riethof
Viertes (fräulein Evelyn Moore
Fünftes
L. Sturmfels
Sechſtes)
Eva Unger
Zweites Bild.
Napoleon
und die Müllerstochter.
Friedrich Auguſt
Käſebier
Adolf Jordan
Cordula, ſ. Frau Sofie Doſtal
Adalbert Muſen=
fett

. Br. Harprecht
Fränze Papendieck Käthe Gothe
Max Rademacher Frz. Schneider
Wanda Hammer=
ſchmidt
.
. . Hede Schaub
Maria Geſticulata Charlotte Pils
Eufemia Breit=1 Minna Müller=
ſprecher
.
Rudolph
Anaſtaſius . . . Paul Peterſen
Thomas Rind=
fleiſch

. . Adolf Klotz

(Fränze) . . . Käthe Gothe
Marketenderin 1 Minna Müller=
Offizier . . . . Heinrich Geyer
Der Spion . . . Fr. Jachtmann

. Hede Schaub
Rudolph
. Adolf Klotz

v. Klemczinski . Rich. Jürgas
Maria Geſticulata Charlotte Pils

(In der Filmaufnahme: Die Völ=
kerſchlacht
bei Leipzig.)
Napoleon( Muſen=
ſettz
.
. Br. Harprecht
Müllerstochter
(Eufemia) . . 1 Rudolph
Der meldende
Drittes Bild:
Hab’n wir uns nicht ſchon
mal kennen gelernt?
Geheimrat Papen=
dieck
.
. Heinrich Hacker
Fränze, ſ. Tocht. Käthe Gothe
Adalb. Muſenfett Br. Harprecht
Friedrich Auguſt
Käſebier . . Adolf Jordan
Wanda Hammer=
ſchmidt
. . . . Hede Schaub
Max Rademacher Frz. Schneider
v. Klemezinski Richard Jürgas
Eufemia Breit=1 Minna Müller=
ſprecher
. . . 1. Rudolph.
Viertes Vilo:
Otto der Faule‟.
Adalb. Muſenfett. Br Harprecht
Fränze Papendieck Käthe Gothe
Friedrich Auguſt
Käſebier
. Adolf Jordan
Cordula Käſebier Sofie Doſtal
Max Rademacher Frz. Schneider
Wanda Hammer=
ſchmidt
.
v. Klemezinski Rich. Jürgas
Eufemia Breit= 1 Minna Müller=
ſprecher

Thomas Rind=
fleiſch

Anna, Stuben=
mädchen

. Ellen Widmann
Preiſe der Plätze (Gew.
Preiſe): Sperrſitz! 1.13. Reihe
4.20 , 14.20. Reihe 3.40 , Par=
terre
: 1.5. Reihe 2.90 , 6.8.
Reihe 2.35 , Proſzeniumsloge
6.20 , Mittelloge 6.20 , Bal=
konloge
5.20 , I. Rang 4.70 ,
II. Rang: 1.6. Reihe 2.70 ,
7. u. 8. Reihe 2.15 , I. Galerie
1.35 , II. Galerie 75 .
Kartenverkauf: an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater von 10½ bis
1½ Uhr und eine Stunde vor Be=
ginn
der Vorſtellung; im Ver=
kehrsbüro
von 5 bis 1 Uhr.
(Im Verkehrsbüro werden auch
telephoniſch Karten=Beſtellungen
entgegengenom. Tel. Nr. 1582.)
Anf. 7½ Uhr. Ende geg. 10½ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 2. Jan. 31. Ab.=Vſt.
D 21. Zum erſten Male wieder=
holt
: König Karl. Gew,
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 3. Jan. 82. Ab.=Vſt.
A 21. Der Ring des Nibelungen.
Vorabend: Das=Rheingold.
Wotan: Walter Soomer,
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Sonntag, 4. Jan. Nchm. 2 Uhr.
Außer Ab. 18. Volksvorſtellung
zu ermäß. Preiſen. Der Rauß
der Sabinerinnen.: Vor=
verkauf
bis einſchließl. Samstag,
3. Jan., nur im Verkehrsbüro,
Ernſt=Ludwigsplatz. Verkauf der
etwa noch vorhandenen Karten
auch an der Tageskaſſe im Hof=
theater
am Tage der Vorſtellung,
vorm. von 11 Uhr ab. Abends
7 Uhr. 83. Ab.=Vſt. D 2. Der
Ring des Nibelungen. Erſter Tag:
Die Walküre‟ Wotan:
Walter Soomer. Gewöhnl.
Preiſe. (Vergl. beſond. Anzeige.)
Aus dem Spielplan.
Montag, 5. Jan. Viertes Kon=
zert
der Hofmuſikl. Anfang 7 Uhr.
Dienstag, 6. Jan. 84. Ab.=Vſt.
A 22. Romeo und Julia.
Kleine Preiſe. Anfang 7½ Uhr.

[ ][  ]

Seite 28.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 1. Januar 1914.

Nummer 1.

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Unser bekannter grosser Inventur-Ausverkauf beginnt kommenden
Montag, 5. Januar.
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reiche
Warenlager in Herren- und Knaben-Bekleidung den grössten
Preis-Reduzierungen unterworfen.
Ohne Rücksicht auf den Kostpreis ohne Ansehen des wirk-
lichen
Wertes sondern nur unter dem Gesichtspunkt des
möglichst vollständigen Ausverkaufs der grossen Vorräte werden
die Ausverkaufspreise festgesetzt.

Die Bedeutung dieser Veranstaltung für das kaufende
Publikum liegt darin, dass hier in einer beispiellos
grosszügig organisierten Art und Weise jedermann
Gelegenheit geboten wird, nicht billige, sondern was
das entscheidende ist ausschliesslich gute. bessere
und allerbeste Konfektion zu auffallend niederen
Preisen zu erwerben.
Beachten Sie unsere Ankündigung in der Samstag-Nummer
dieses Blattes oder verlangen Sie Zusendung unserer
Inventur-Ausverkaufs-Preisliste!

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FRANKFURT a. M.

Zeil 112

(IX,131

neben der Hauptpost.

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Das ſeither unter der Firma W. Keller, Eliſa=
bethenſtr
. 14, beſtandene Schirmgeſchäft iſt gänzlich
eingegangen und mit der
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vereinigt.
Man bittet bei Bedarf ſich dahin wenden zu
wollen und Reparaturen daſelbſt abzuholen.
Den mit übergegangenen Reſtbeſtand an Schirmen
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Achtung:: Achtunge.
Prima Ia schnittfeste hellrote
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nach Ital. Art. Beste haltbare
Winterware, pikant i. Geschmack
Aus feinstem untersuchtem Roß-
Rind- u. Schweinefl. à Pfd. 110 Pf.,
desgleichen schöne schnittfeste
Knackwurst (polnische), geräuch.
Zungenwurst in Schweinsblasen.
Feinste pikante weiche Mettwurst,
Göttinger Art, per Pfd. 70 Pfg. ab
hier. Jeder Versuch führt zur
dauernden Nachbestellung. Viele
Anerk. Vers nur geg. Nachn. (166a
A. Schindler, Wurstfabrik,
Chemnitz, Sachsen 32.

Das iſt die falſche, liebes Kind,
die trüglich man gegeben Die;
bring ſie zurück, verlang geſchwind
die weltberühmte Kavalier‟
Kewalie

e

u

e
ng

Die Korb= und Stühlflechtere
Eckhardſtraße 33 empfieht ſich im
Flechten von Körben und Stühlen
Reparaturen billig, Arbeit wird
abgeholt, Poſtkarte genügt. (228a

Verloren
in den letzten 8 Tagen goldene
Damen=Taſchenuhr ohne Kette.
Näh. Hotel Britannja. (*18489mdf

Entlaufen
klein. ſchwarz. Rehpinſcher
mit braunen Abzeichen, auf
den Namen Prinz hörend.
Wiederbringer gute Belohn.
*39) Rheinſtraße 43, part.

Shwar. Blüſchmanel u. mod.
Koſtüm bill. zu verkaufen. (*32
Näh. Kaupſtr. 52, part.

2 Aluminium=
Zwicker
in Stahletui verloren gegangen.
Abzugeben gegen Belohnung
Kontor Dieburgerſtr. 73. (229d)

Reiher-Feder
verloren
ca. 60 Stiele am Mittwoch mittag
v. 12 Uhr, auf dem Wege Markt=
platz
bis Bismarckſtraße. Abzugeb.
gegen hohe Belohnung Bismarck=
(*23df
ſtraße 24, part.

Wettermantel
(Lodenumhang), dunkelgrau, am
30. Dezember im Wald bei der
Kirchſchneiſe verloren.
(*14
Abzugeben gegen Belohnung
Moſerſtraße 5, parterre.

Entlaufen
ein brauner, kurzhaariger Hühner=
hund
, 1½ Jahr alt, auf den Namen
Flott hörend.
(236
Abzugeben Wilhelmſtraße 26,
Baronin Grancy.

Seit 26. d. Mts.
ſt mir eine grau=weiße Katze, auf
den Namen Molli hörend, entlauf.
Wer mir dieſelbe wieder zuführt
od. Ausk. darüb. zu geb. vermag,
erhält eine gute Belohnung. (*11
W. Schmidt, Mühlſtr. 20.

Entlaufen
rauhhaariger jung. Fox. Geg. Be=
lohnung
abzugeben bei Rittmeister
Hoegner, Riedeſelſtr. 33, II. (235