Abonnemenkspreis
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelf. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
176. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 26 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Geſtern vormittag 9 Uhr wurde im Städtiſchen Saalbau
die Tagung der Deutſchen Zentrale für
Jugendfürſorge eröffnet. Im Anſchluß an dieſe
Tagung veranſtaltet heute der Verband deutſcher
Kinderſchutzvereine ſeine 1.
Jahresver=
ſammlung.
Der frühere Rechner Philipp Adam von Nieder=
Modau wurde geſtern vom Schwurgericht unter
Ein=
beziehung der von der Strafkammer erkannten
Zucht=
hausſtrafe von 5½ Jahren zu einer Geſamtſtrafe von
6 Jahren 9 Monaten Zuchthaus verurteilt.
Am Sonntag mittag wurde der mit einem Koſtenaufwande
von 17 Millionen Mark erbaute Berliner Oſthafen
eingeweiht.
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Barthou traf
Sonn=
tag früh in San Sebaſtian ein und wurde von
König Alfons in einſtündiger Audienz empfangen.
Der am Sonntag abend in Paris eingetroffene ſerbiſche
Miniſterpräſident Paſitſch wurde geſtern in
Ram=
bouillet vom Präſidenten Poincaré empfangen.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
*30. September 1813: General Tſchernytſchew mit 2000
Koſaken zwingt die franzöſiſche Garniſon Kaſſel zur
Kapitulation.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8.
Erfolge der
wirfſchafts=
friedlichen Arbeiterbewegung.
* Die freikonſervative Wochenſchrift Das neue
Deutſch=
land ſchreibt: Die wirtſchaftsfriedliche Arbeiterbewegung
iſt in erfreulichem Anwachſen. Die erſte Viertelmillion
der Organiſierten iſt überſchritten, in den nächſten
Mo=
naten ſchon werden die vielgeſchmähten „Gelben” die
ſchriſtlichen Gewerkſchaften überflügelt haben und an die
zweite Stelle der Arbeiterorganiſationen treten. Die
Hirſch=Dunckerſchen Gewerkſchaften überragen ſie ſchon
um mehr als das Doppelte. Die wirtſchaftsfriedliche
Be=
wegung wächſt in allen Teilen Deutſchlands gleichmäßig.
Der Werftarbeiterſtreik hat zur Folge gehabt, daß in
Bre=
men und an der Unterweſer acht Werkvereine begründet
wurden. In Hamburg und anderen Hafenſtädten ſind
neue Werkvereine in der Bildung begriffen. Aus
Magde=
burg und Thüringen, Köln, Barmen, Krefeld werden
Neu=
gründungen gemeldet. Im Juli wurde der erſte
Werkverein in Krefeld ins Leben gerufen, jetzt
beſtehen dort ſchon vier. Die
wirtſchaftsfried=
lichen Arbeitervereine bereiten eine gänzliche
Ver=
änderung der Lage vor. Bisher war jeder Streik
ein Vorteil für die Sozialdemokraten. Hakte der Streik
Erfolg, ſo dankten die Arbeiter dieſen Erfolg den
Ge=
noſſen, hatte er Mißerfolg, ſo wurden die Arbeiter
er=
bittert und folgten erſt recht den Hetzern. Jetzt aber führt
jeder Streik zur Sammlung der friedlichen Arbeiterſchaft,
die im Einvernehmen mit den Arbeitgebern bleiben will.
Und wo dieſe wirtſchaftsfriedliche Arbeiterſchaft erſt
or=
ganiſiert iſt, da iſt es mit dem Terror und mit der
Zwangsherrſchaft der Gewerkſchaften zu Ende. Der
Ar=
beiter kann nicht mehr von den „Führern” ausgebeutet
werden, er findet Schutz und Rückhalt am Werkverein und
erkennt bald, daß er hierbei am beſten fährt.
Die intelligenteſten Arbeiter überzeugen ſich zuerſt
da=
von, daß ſie in den Arbeitgebern nicht Ausbeuter, ſondern
Bundesgenoſſen zu ſehen haben, mit denen ſie gemeinſam
das Unternehmen und damit ſich ſelbſt heben. Deshalb
ſehen wir, daß die Gelben gerade die beſten Arbeiterkreiſe
für ſich gewinnen. Im Ruhrrevier, an der Saar, in
Mansfeld, am Niederrhein und an der Waſſerkante, in
Augsburg und Nürnberg, vor allem auch in Berlin hat
die wirtſchaftsfriedliche Bewegung ſich mehr und mehr
durchgeſetzt. Bei den Siemenswerken ſind die
Sozial=
demokraten völlig von den Gelben zurückgedrängt. Der
große Erfolg der Siemensſchen Gelben bei der
Gewerbe=
gerichtswahl in Spandau hat bewieſen, daß die Gelben
auch bei geheimen Wahlen gelb bleiben. Die Gelben
nah=
men in Spandau den Roten drei Sitze ab und halfen dieſe
dadurch aus der Mehrheit in die Minderheit bringen. Die
Gefährlichkeit der wirtſchaftsfriedlichen Arbeiterbewegung
für die Sozialdemokratie wurde auch auf dem Parteitage
in Jena betont, wo mit Recht hervorgehoben wurde, daß
bei einem Maſſenſtreik das Vorhandenſein der Gelben nicht
außer acht gelaſſen werden dürfe. Die Ausbreitung der
wirtſchaftsfriedlichen Organiſation iſt ganz beſonders auch
der ſtillen, aber ſtetigen Arbeit des „Förderungsausſchuſſes
für die wirtſchaftsfriedliche nationale Arbeiterbewegung”
in Berlin zu danken. Er greift überall mit Rat und Tat
ein, wo ſeine Hilfe in Anſpruch genommen wird.
Die Freundſchaft zwiſchen
Frankreich und Spanien.
* Der franzöſiſche Miniſterpräſident Barthou iſt
Samstag nacht in Begleitung des franzöſiſchen
Botſchaf=
ters Geoffray in San Sebaſtian eingetroffen. Der
Generaladjutant des Königs bewillkommnete den
Miniſter=
präſidenten im Namen des Königs. Auch der Miniſter des
Aeußern und die Behörden der Provinz und der Stad:
waren zur Begrüßung erſchienen. Ein zahlreiches
Publi=
kum rief: „Es lebe Frankreich! Es lebe Barthou!”
Mi=
niſterpräſident Barthou wohnte ſpäter in Begleitung des
Unterſtaatsſekretärs des Miniſteriums der öffentlichen
Ar=
beiten und ſchönen Künſte Berard der Einweihung der
franzöſiſchen Schulgebäude bei. Bei der Einweihung
er=
widerte Miniſterpräſident Barthou auf die Rede des
Al=
calden, der von der nahen Verbindung Spaniens
mit Frankreich in Anknüpfung an die Reiſen
Poin=
carés und Barthous geſprochen hatte, mit dem Ausdruck
der Genugtuung, daß der Alcalde in ſeinen Gedanken die
Hoffnungen ausgeſprochen habe, die allen Franzoſen teuer
ſeien, und denen er ſich als Vertreter der franzöſiſchen
Re=
gierung mit Stolz anſchließe. Er glaube, ein nahes
Ein=
verſtändnis Spaniens mit Frankreich ſei leicht
herbeizu=
führen, und werde die ſegensreichſten Erfolge haben; aber
man müſſe damit bereits bei den kleinen Spaniern und
Franzoſen beginnen, um es im Leben fortzuſetzen.
Mini=
ſterpräſident Barthou rühmte die Literatur und Künſte
Spaniens, ſowie den Heroismus, mit welchem die Spanier
ſtets den Boden ihres Vaterlandes verteidigten, ihre
Würde und ihren Stolz und fügte hinzu, der Präſident der
franzöſiſchen Republik werde mit dem Anſehen, das ihm
ſein Amt und ſeine perſönlichen Gaben erworben hat, auf
ſpaniſchem Boden die Gefühle Frankreichs für Spanien
be=
ſtätigen. Ihm, dem Miniſter, ſtehe es nicht zu, der
Ver=
einigung zwiſchen Frankreich und Spanien einen
beſtimm=
ten Namen zu geben; er wiſſe nur, daß Frankreich alles
mögliche tun werde, um dieſes Einverſtändnis immer
herz=
licher, wärmer und enger zu geſtalten. Die Rede wurde
mit großem, ſich immer wiederholendem Beifall
aufge=
nommen. Im weiteren Laufe des Tages nahm
Miniſter=
präſident Barthou an einem Bankett, dem der ſpaniſche
Miniſter des Aeußern Munoz, der franzöſiſche und die
an=
deren Botſchafter Madrids beiwohnten, teil.
Am Sonntag nachmittag hat der König Barthou in
einſtündiger Audienz empfangen. Barthou wurde mit
gro=
ßen Ehren empfangen und ſofort in das Gemach des
Königs geführt, wo dieſer ihn auf das herzlichſte und
ſym=
pathiſchſte begrüßte. Der König und der
Miniſterpräſi=
dent beſprachen die bevorſtehende Reiſe des Präſidenten
Poincaré. Die Unterhaltung verbreitete ſich auch über
die großen Fragen bezüglich Marokkos und über die
all=
gemeine Lage Europas. Barthou erklärte nach einer
Unter=
redung mit einem Journaliſten, er ſei gerührt von der
Treue und der tätigen Freundſchaft des Königs für
Frank=
reich und ſeinem Wunſche, zwiſchen beiden Ländern die
engſten Beziehungen herzuſtellen.
Bei dem Bankett zu Ehren des Miniſterpräſidenten
Barthou hielt der ſpaniſche Miniſter des Aeußern
Mu=
noz eine Rede, in welcher er die Gefühle der Freundſchaft
für Frankreich ausdrückte. Miniſterpräſident Barthou
erwiderte mit einer lebhaften Anerkennung des Miniſters
des Aeußern und erinnerte an die Schwierigkeiten, welche
ſich zwiſchen Spanien und Frankreich in Nordafrika
er=
hoben hätten, die ſo geregelt ſeien, wie ſich das zwiſchen
zwei Ländern gezieme, die, ihrer Kraft, ihrer Rechte und
Würde ſich bewußt, mit der Achtung des andern die
Ach=
tung der gegenſeitigen Rechte verbänden. Barthou
er=
klärte ſchließlich, es beſtänden keine unüberwindlichen
Schwierigkeiten für die Herbeiführung einer Aera des
herz=
lichen Einvernehmens zwiſchen Frankreich und Spanien
und Freundſchaft mit der Wirkung einer für beide Teile
gleich nützlichen Zuſammenarbeit.
Der Zivilgouverneur der Provinz Guipuzeoa erklärte
einem Berichterſtatter: Als ich dem König telephoniſch
die Worte mitteilte, deren ſich Miniſterpräſident Barthou
bedient hat, drückte er mir ſeine volle Befriedigung und
Freude aus. Der König ließ demſelben Berichterſtatter
folgende ſchriftliche Erklärung übermitteln: „Ich.
werde für immer die Erinnerung an dieſen Tag bewahren,
weil ich von Franzoſen mit Jubelrufen begrüßt worden
bin. Wenn ſie es in Frankreich tun, ſo können ſie dabei
von der unvergleichlichen Gaſtlichkeit beſeelt ſein. Aber
wenn ſie in mein Land kommen, um mich zu akklamieren,
ſo bin ich ihnen dankbar und ergebener als ich es ſagen
kann.
Von der Pariſer Preſſe wird den in San
Se=
baſtian gehaltenen Reden große Bedeutung beigelegt. Der
Matin nennt den geſtrigen Tag einen hiſtoriſchen und meint,
daß die Worte des Miniſterpräſidenten Barthou eine
groß=
artige Einleitung zu der Madrider Reiſe des Präſidenten
Poincaré bilden.
Deutſches Reich.
— Die deutſch=norwegiſchen
Beziehun=
gen. Der Berliner Lokal=Anzeiger meldet aus Bergen:
Der deutſche Schriftſteller Max Bewer, der in Bergen in
einem Vortrag über des Kaiſers Frithjof=Denkmal ſprach,
hatte eine Unterredung mit dem norwegiſchen
Staats=
miniſter Chriſtian Michelſen, der ſich über die Beziehungen
zwiſchen Deutſchland und Norwegen folgendermaßen
äußerte: Von einer Verſchlechterung des deutſch=
norwegi=
ſchen Verhältniſſes ſei nicht das geringſte zu bemerken.
Das Verhalten der vieltauſendköpfigen deutſchen
Flotten=
mannſchaft ſei geradezu vorbildlich für jede Nation
ge=
weſen. Die Verehrung für den Kaiſer als Perſönlichkeitz
und beſonnenen Politiker ſei allgemein. Der wahre Grund
der Diskuſſion über die Zweckmäßigkeit eines regelmäßigen
Erſcheinens einer Flotte in grandioſer Kriegsſtärke in
den norwegiſchen Gewäſſern liege abſolut nicht in irgend
einer Abneigung oder Feindſeligkeit gegen Deutſchland
ſelbſt, ſondern in der Befürchtung einer Verkürzung der
Neutralität Norwegens in den Augen der anderen Mächte.
— Die Kommiſſion zur Vorbereitung
des Entwurfs eines neuen
Strafgeſetz=
buchs hat, wie ſchon gemeldet, ihre Arbeiten beendigt.
Nachdem die vorbereitenden Arbeiten des Ausſchuſſes
ab=
geſchloſſen ſind, wird nunmehr die Aufſtellung eines
Ent=
wurfes für ein Einführungsgeſetz zum neuen
Strafgeſetz=
buch in Angriff genommen, die geraume Zeit in Anſpruch
nehmen wird. Der von der Strafrechtskommiſſion
aufge=
ſtellte Entwurf ſoll ebenſo wie der Vorentwurf
zuſammen=
hängend veröffentlicht werden. Da er jedoch ohne eine
eingehende Begründung und erläuternde Vergleiche mit
dem Vorentwurf ſchwer verſtändlich iſt, wird eine
Bear=
beitung des Entwurfs in dieſer Richtung vorgenommen
werden, die nicht mehr von der Kommiſſion, ſondern von
den an dieſer beteiligten Vertretern des Reichsjuſtizamts
ausgeführt wird. Auf eine Veröffentlichung in naher Zeit
iſt deshalb nicht zu rechnen. Den Bundesregierungen wird
erſt ein amtlicher Entwurf für ein neues Strafgeſetzbuch
zugehen, der von der Reichsjuſtizverwaltung in
Gemein=
ſchaft mit dem preußiſchen Juſtizminiſterium aufgeſtellt
wird; für ihn werden naturgemäß die Entwürfe der erſten
und zweiten Strafrechtskommiſſion die Grundlage bilden.
Wann ein ſolcher amtlicher Entwurf zum Abſchluß
ge=
bracht ſein wird, läßt ſich zurzeit noch nicht überſehen.
Nach Erklärungen des Staatsſekretärs des
Reichsjuſtiz=
amts darf man annehmen, daß ſich der Reichstag erſt in
der nächſten, im Jahre 1917 beginnenden Legislaturperiode
mit einer Vorlage beſchäftigen wird.
— Zur Neuausprägung von Fünfmark=
Stücken. Der Bundesrat hat beſchloſſen, in dieſem Jahr
Fünfmarkſtücke im Werte von 20 Millionen Mark
auszu=
prägen. Bei der Reichsbank hat ſich eine vermehrte
Nach=
frage nach dieſen Stücken herausgeſtellt, die von der
In=
duſtrie bei Lohnauszahlungen in ſteigendem Maße
Ver=
wendung finden. Die Fünfmarkſtücke bilden hierbei einen
Erſatz für die nur in beſchränkter Zahl vorhandenen
Kro=
nen. Die Ausprägung der Zehnmarkſtücke wird
bekannt=
lich aus währungspolitiſchen Rückſichten, beſonders in
Zeiten hohen Bankdiskonts, in gewiſſen Grenzen gehalten.
Die Neuausprägung von Fünfmarkſtücken für 20 Millionen
Mark war vom Bundesrat beſchloſſen, ehe noch die
Aus=
gabe von 120 Millionen Mark neuer Reichskaſſenſcheine
zur Bildung der Goldreſerve feſtſtand. Durch die neuen
Reichskaſſenſcheine wird allerdings ein Zahlungsmittel im
Werte von 10 Mark in erheblichem Umfange in den
Ver=
kehr gebracht, denn Zehnmarkſcheine werden für hundert
Millionen Mark ausgegeben werden. Trotzdem aber iſt
an der beſchloſſenen Ausprägung der Fünfmarkſtücke nichts
geändert. Man nimmt jedoch an, daß mit ihr der Bedarf
an dieſer Münze auf eine ganze Reihe von Jahren
hin=
aus gedeckt ſein wird. Im Jahre 1907 beſchloß der
Bun=
desrat eine Prägung von 20 Millionen Mark in
Fünfmark=
ſtücken. Seit dann im Jahre 1908 mit der Ausprägung
der Dreimarkſtücke begonnen wurde, ſind Fünfmarkſtücke
nicht mehr hergeſtellt. Der nach dem Münzgeſetz feſtgeſetzte
Seite. 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Nummer 230.
Betrag von 20 Mark Silbergeld auf den Kopf der
Bevölke=
rung iſt noch nicht erreicht und wird auch durch die
Neu=
prägungen nicht erreicht werden, denn er ſtellt ſich
gegen=
wärtig auf rund 17 Mark.
— Die braunſchweigiſche Frage. Am
Samstag traf der Geheime Legationsrat Boden,
braun=
ſchweigiſcher Bevollmächtigter beim Bundesrat, aus Berlin
in Braunſchweig zu einer längeren Konferenz mit dem
herzoglichen Miniſterium ein. Wie die Braunſchweiger
Neueſten Nachrichten hören, war Gegenſtand der
Beſpre=
chung die Regelung der Thronfolge. Die diplomatiſchen
Verhandlungen zwiſchen der Krone Preußens und dem
Herzog von Cumberland ſind jetzt ſoweit gediehen, daß
der Antrag Braunſchweigs auf Aufhebung des
Bundes=
ratsbeſchluſſes vom 28. Februar 1907 nunmehr eingebracht
werden kann. Die noch ſchwebenden Verhandlungen
zwi=
ſchen Preußen und dem Gmundener Hofe ſind lediglich
finanzieller Natur.
Ausland.
Frankreich.
Die Manöverkritik. Kriegsminiſter Etienne
erklärte einem Berichterſtatter, er begreife die Erregung
nicht, welche die von einigen Blättern über die Manöver
veröffentlichten Kritiken im Publikum hervorgerufen
ha=
ben. Er könne nur wiederholen, daß der Oberbefehl
be=
wundernswert ſei und die Truppen eine vollkommene
Wi=
derſtands= und Leiſtungsfähigkeit gezeigt hätten. Gewiß,
es gebe manche Gründe, um zu verbeſſern und
fortzuſchrei=
ten. Gegenwärtig würden die genauen Berichte
fertig=
geſtellt. Sobald er ſie in Händen habe, werde er ſehen,
welche Entſchließungen er treffen werde und er werde nicht
zögern, aus den gemachten Erfahrungen alle erforderlichen
Konſequenzen zu ziehen. Das Land habe während der
letzten Monate ein bewundernswertes Beiſpiel von
Zuver=
ſicht und Selbſtverleugnung gegeben. Es habe ein Recht
darauf, zu verlangen, daß jeder ſeine Pflicht tue.
Der Rücktritt Delcaſſés. Die Nachricht, daß
die durch den Rücktritt Delcaſſés von ſeinem Petersburger
Botſchafterpoſten freigewordene Stelle durch den
General=
reſidenten von Marokko, General Liautey, beſetzt werde,
erklärt der Temps für unrichtig. General Liautey beſtreite,
ſeinen Poſten aus Geſundheitsrückſichten vertauſchen zu
wollen. Er äußerte einem Vertreter des Blattes
gegen=
über, das Werk in Marokko, das er angefangen habe und
das noch lange nicht abgeſchloſſen ſei, bis zu Ende führen
zu wollen. Aus Madeid kommt die Meldung, daß der
ſpaniſche König dem General Liautey eine Einladung
habe zugehen laſſen, wonach dieſer mit dem Präſidenten
der Republik, Poincaré, gleichzeitig zum Beſuch des
ſpa=
niſchen Königs in Madrid eintreffen wird.
England.
Der Kampf um Homerule. Bei der Parade
der Freiwilligen von Ulſter in Belfaſt hielt Edward
Car=
ſon eine kurze Anſprache, in der er ſagte: Alle
Regierun=
gen müſſen auf Macht beruhen. Angeſichts des glänzenden
und überwältigenden Machtaufgebotes, das ich vor mir
habe, bin ich überzeugt, daß es imſtande wäre, erfolgreich
eine proviſoriſche Regierung aufzurichten. An der Parade
nahmen 14 Bataillone Freiwilliger von Ulſter teil. Anſtatt
des üblichen Ehrenſaluts brachten ſie drei Hurrarufe auf
das Vereinigte Königreich aus, während gleichzeitig eine
große Unionjackflagge entfaltet wurde. Die Freiwilligen
und die Zuſchauer ſangen hierauf die Nationalhymne. Die
Parade der Inaktiven wurde von General George
Richard=
ſon befehligt, als Bataillonskommandeure fungierten
in=
aktive Offiziere der Armee und Milizoffiziere. Der iriſche
Parteiführer Redmond hielt in Cahirciveen in Irland eine
Rede, in welcher er erklärte, ſeine Partei habe den Sieg
davongetragen. Die Parteigänger Carſons wüßten, daß
ſie verloren hätten. Er ſei bereit, ein Abkommen mit die=
ſen Leuten zu ſchließen, lehne es aber unbedingt ab, im
Prinzip die Homerule wieder zu erörtern, da ſie bereits
zweimal im Unterhaus angenommen worden ſei.
Belgien.
In der Schlußſitzung des deutſch=
fran=
zöſiſchen Verſtändigungskomitees, welches in
Gent tagte, wurde beſchloſſen, im Frühjahr 1914 in
Brüſſel einen deutſch=franzöſiſchen Journaliſtenkongreß zu
veranſtalten, den die Mitglieder der belgiſchen Preſſe
or=
ganiſieren. Ferner wurde als Mittel der Annäherung
eine Studienreiſe franzöſiſcher Preſſevertreter durch
Deutſch=
land beſchloſſen. In den Leitſätzen wurde das
Aktions=
programm niedergelegt. daß man den chauviniſtiſchen
Ausſchreitungen in der Preſſe entgegentreten wolle. Bei
den Verhandlungen war der Reichsverband der deutſchen
Preſſe und der Verein Berliner Preſſe vertreten.
Dänemark.
Die Verfaſſungsänderung. Wie bereits
mitgeteilt, hat das Folkething in dritter Leſung die
Regie=
rungsvorlage über eine Abänderung der Verfaſſung mit
101 gegen 6 Stimmen der Rechten angenommen. Durch die
Vorlage werden allgemeine und gleiche Wahlen für alle über
25 Jahre alten Männer und Frauen für das Folkething
ein=
geführt; die konſervativen Privilegien des Königs und der
Begüterten bei der Zuſammenſetzung der Erſten Kammer
werden abgeſchafft. Schon zu Beginn dieſes Jahres hatte
die Zweite Kammer dieſen Geſetzentwurf angenommen,
aber das Landsthing hatte ihn mit geringer Mehrheit
ab=
gelehnt. In den erſten Oktobertagen wird die
Behand=
lung des Vorſchlages im Landsthing anfangen, und
da=
mit erſt werden die Schwierigkeiten beginnen. Mit der
Möglichkeit einer Löſung der Verfaſſungsfrage im
Lands=
thing im Wege eines friedlichen Ausgleichs zwiſchen ver
Rechten und der radikalen Regierung iſt kaum zu rechnen.
Die Konſervativen werden einer radikalen Regierung
ge=
genüber vermutlich noch weniger verhandlungsfreundlich
ſein, als ſie es gegenüber dem gemäßigten Linkenkabinett
Berntſen waren. Die radikalen Miniſter haben im Laufe
des Sommers wiederholt öffentlich erklärt, daß ſie
unver=
brüchlich am Grundſatz der vollſtändigen Durchführung
des allgemeinen Wahlrechts zum Landsthing und der
Auf=
hebung der Wahlrechtsprivilegien feſthalten.
Griechenland.
Eine Anleihe in Frankreich. Der
Gou=
verneur der griechiſchen Nationalbank, Valaoritis, reiſt in
den nächſten Tagen nach Paris auf telegraphiſches
Er=
ſuchen einer franzöſiſchen Bankengruppe, welche
Griechen=
land eine große Anleihe zu geben bereit iſt. In dem
Pa=
riſer Telegramm wird beſonders betont, daß man in
Frankreich ſich durch die jüngſten griechiſchen Erklärungen
für befriedigt erachte. Die abzuſchließende Anleihe ſoll
vorläufig höchſtens 250 Millionen betragen, da bei der
ſtarken Inanſpruchnahme des Pariſer Geldmarktes ein
grö=
ßerer Betrag nicht verfügbar iſt. Später werden weitere
Teilanleihen aufgenommen werden.
Vereinigte Staaten.
Die Einführung der
Junggeſellen=
ſteuer. Es ſcheint, daß die Schöpfer der Steuern ſich
nicht mehr damit begnügen, die Junggeſellen durch
dro=
hende Mahnungen einzuſchüchtern; es wird ernſt. Und es
handelt ſich auch nicht um irgendein ungewiſſes
Steuer=
projekt irgendeines amerikaniſchen Einzelſtaates; nein, die
Bundesregierung macht allen Ernſtes Miene, für die
gan=
zen Vereinigten Staaten eine Junggeſellenſteuer
einzufüh=
ren. Der Titel iſt vielleicht unrichtig, in der Sache aber
bleibt kein Zweifel, den am Donnerstag hat in
Waſhington die mit der Beratung der
Einkommenſteuer=
geſetze betraute Kommiſſion des Repräſentantenhauſes und
des Senates feſtgeſetzt, daß künftig Junggeſellen von einem
gewiſſen Einkommen ab eine Extraſteuer von 10 Dollar,
alſo mehr als 40 Mark, zu entrichten haben werden.
Wäh=
rend bei verheirateten Männern und Frauen das
ſelb=
ſtändige Einkommen von einer Höhe von 4000 Dollar ab
ſteuerpflichtig wird und geringere Einkommen ſteuerfrei
bleiben, ſoll der Junggeſelle bereits von einem
Einkom=
men von 3000 Dollar ab Steuer entrichten. Die
Amerika=
ner gehen alſo dem Portemonnaie der Junggeſellen viel
energiſcher zu Leibe als der engliſche Schatzſekretär Lloyd
George es für England möchte, denn hier beſteht nur der
Plan, Familienvätern für jedes Kind einen Abzug von
200 Mark von der Berechnung des ſteuerpflichtigen
Ein=
kommens einzuräumen. Der Zuſatz zu der amerikaniſchen
Verfaſſung, der dem Kongreß die Vollmacht gibt, eine
Ein=
kommenſteuer für die Vereinigten Staaten einzuführen,
hat erſt in dieſem Jahre Geſetzeskraft erlangt,
China.
Das internationale Bankkonſortium
meldet die Auflöſung der Dreimächte= und
Viermächte=
gruppen, ausgenommen der Fünfmächtegruppe für
Staats=
anleihen an China zu Verwaltungszwecken. Der Zweck
der Aenderung iſt, es den beteiligten Regierungen
freizu=
ſtellen, Angehörige ihrer Nationalität bei der Erwerbung
von Eiſenbahn=, induſtriellen und anderen Konzeſſionen
von China zu unterſtützen. Chineſiſche Kreiſe erklären ſich
ſehr befriedigt.
* Die internationale Konferenz aus
Anlaß der „Titanie”=Kataſtrophe iſt, wie
aus Berlin gemeldet wird, nunmehr endgültia auf den
12. November feſtgeſetzt worden. Es werden 14 Staaten
an ihr teilnehmen. Man hofft, daß die Verhandlungen
bis Weihnachten beendet ſein werden.
** Der Rückgang der engliſchen
Geburts=
ziffern. Aus London wird berichtet: Die von dem
engliſchen ſtatiſtiſchen Amte ſoeben herausgegebenen
Ueberſichtstafeln über den Bevölkerungsſtand des
vereinig=
ten Königreichs gipfeln in der melancholiſchen
Feſt=
ſtellung, daß die Geburtenziffer im Jahre 1911 einen
vor=
dem noch nie erreichten Tiefſtand aufweiſt und daß die
bisher bearbeiteten Ziffern aus den erſten Monaten des
Jahres 1912 die ſcheinbar unaufhaltſame Tendenz zu einem
weiteren Abſteigen ſehr deutlich erkennen laſſen. 1876 betrug
die Geburtenziffer 36,3 von 1000, 1911, dem letzten Jahre,
aus dem genaue amtliche Ermittlungen vorliegen, betrug
ſie 24,4 und die proviſoriſchen Zahlen für 1912 „deuten
auf=
ein weiteres Fallen um 0,6 von 1000 hin.” Im engen
Zuſammenhang damit ſteht die immer ſchärfer
hervor=
tretende Verſchiebung des Heiratsalterst
ſowohl die Männer wie auch die Frauen treten immer
ſpäter in den Stand der Ehe, was nach dem amtlichen
Be=
richte das Sinken der Geburtenziffer zur Folge hat. Das
Heiratsalter der Frauen iſt ſo ſehr geſtiegen, daß die
An=
zahl der Ehefrauen zwiſchen 20 und 25 Jahren von 13,9
auf 9,4 von 1000 ſank, während die Zahl der Ehefrauen
zwiſchen 25 und 35 Jahren von 45,5 auf 46 und die der
Ehefrauen zwiſchen 35 und 45 Jahren ſogar von 39,3 auf
44,1 von 1000 emporging. Dieſe Verſchiebung der
Ehe=
ſchließung in ein reiferes Alter wirkt nicht nur
unmittel=
bar auf die Geburtenziffer ein, ſondern ſteigert bei den
Eheſchließungen auch die Abneigung, elterliche
Verant=
wortung auf ſich zu nehmen Es zeigt ſich, daß von 1881
bis 1911 das Verhältnis der Geburtsziffern zu der der
geburtsfähigen Frauen ſich um nicht weniger als 34
Pro=
zent verſchlechtert hat. Mit anderen Worten: wenn die
allgemeinen ſoziologiſchen Verhältniſſe ſich in den letzten
13 Jahren nicht in ungünſtigem Sinne verändert hätten,
hätte ſich die Geburtsziffer für 1911 auf 1273 698 belaufen
müſſen: ſie betrug aber nur 843 505.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 30. September.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Samstag vormittag 11¾ Uhr
im Reſidenzſchloß den Major Ritter und Edler v. Loeßl,
beauftragt mit Führung des Königs=Ulanen=Regiments
Nr. 13, und Gemahlin, ſowie Frau von Loßberg. Die
Fürſtin=Mutter zu Erbach=Schönberg iſt
Der unveröffentlichte Bericht
des Grafen Karolyi über ſein
Geſpräch mit Bismarck.
— Am 4. Dezember 1862 fand jene berühmte
Un=
terredung zwiſchen Bismarck und dem öſterreichiſchen
Geſandten Grafen Karolyi ſtatt, in der der neue
Miniſter=
präſident mit einer unerhörten Offenheit die Grundlinien
ſeiner Politik auseinanderſetzte und Europa zum erſten
Male den „neuen Kurs” in Preußen ahnen ließ.
Das Geſpräch, die erſte jener Mitteilungen, durch die
Bismarck ſpäter ſo häufig die diplomatiſche Welt in ein
faſſungsloſes Erſtaunen ſetzte, iſt in ſeinen großen
Um=
riſſen bald in die Oeffentlichkeit gedrungen und wird
ſeitdem in allen Geſchichtsbüchern erwähnt. Den
authen=
tiſchen Bericht aber, den Graf Karolyi ſelbſt unter dem
friſchen Eindruck am nächſten Morgen nach Wien ſandte,
macht nunmehr Freiherr v. Hemgelmüller in ſeinen
Auf=
ſätzen über den Grafen Karolyi bekannt, die in der bei
der Deutſchen Verlags=Anſtalt erſcheinenden Deutſchen
Revue veröffentlicht werden. Nach den einleitenden
Wor=
ten „drang Bismarck in das Mark der Situation”
In dem gelaſſenen Ton, in dem ein Geſchichtsſchreiber
wohl die Ereigniſſe der Vergangenheit berichtet, entrollte
er dem Grafen die Geſchichte der deutſchen
Zu=
kunft. „Die Beziehungen zwiſchen Oeſterreich und
Preu=
ßen,” ſo ſagte er, „ſind an ſich ſchon nicht beſonders,
ſtationär werden und können ſie nicht bleiben. Ich wünſche,
daß ſie ſich beſſern mögen, weswegen ich jetzt auf die
feind=
ſelige Haltung der Preſſe hingewieſen habe, wo nicht,
werden ſie unfehlbar noch ſchlechter werden und über
kurz oder lang zu einem förmlichen Bruch und ſchließlich
zum Kriege führen. Wir folgten gerne Ihrer Leitung
in den großen europäiſchen Fragen, weil wir uns hingegen
auf unſere natürlichen Verhältniſſe in Deutſchland, auf
die wir ſo weſentlich zur Stärkung unſerer Machtſtellung
angewieſen ſind, ohne Rivalität ſeitens Oeſterreichs ſtützen
konnten. So entſtand unter anderem der Zollverein. Für
uns iſt es Lebensbedingung, in unſerem natürlichen Rayon
Norddeutſchland, frei und unbehindert uns bewegen zu
können. Hannover und Kurheſſen dürfen keinem anderen
als preußiſchem Einfluſſe zugänglich ſein. Hiergegen hat
ſich Ihr gegen uns gerichteter Einfluß immer mehr in
dieſen beiden Ländern feſtgeſetzt. Ich habe ſelbſt Platen
geſagt, daß ſeine Politik unfehlbar zur Folge haben würde,
daß beim erſten Kanonenſchuß in Deutſchland Hannover
ſofort durch Preußen okkupiert werden würde. Daß wir
ein Gleiches mit Kurheſſen tun müßten, verſteht ſich von
ſelbſt. Ihr dortiger Einfluß würde daher bei kriegeriſcher
Eventualität Ihnen doch nichts nützen, da wie Ihnen
immer zuvorkommen könnten. Als weiteren Beweis, wie
ſehr Oeſterreich überall ſeinen Einfluß geltend macht,
führe ich Ihnen Deſſau und Bernburg an, welche doch für
die allgemeine deutſche Lage ganz unbedeutend und
wir=
kungslos ſind. Wollen Sie eine der Politik Metternichs
einigermaßen entſprechende Richtung einſchlagen, ſo
wer=
den Sie uns bereit finden, eine feſte Bilanz mit Ihnen
abzuſchließen. Ich kann wohl ſagen, daß ich nur ein
Wort habe, und zudem werden Sie nicht fo bald einen
preußiſchen Staatsmann finden der ſo entſchieden und ſo
unbeirrt durch die öffentliche Meinung reine
Kabinetts=
politik zu machen geneigt wäre, weil niemand die
öffent=
liche Meinung ſo ſehr verachtet wie ich.”
Daß Preußen in europäiſchen Kriſen auf Oeſterreich
angewieſen ſei, läßt Bismarck nicht gelten. „Vor einem
Kriege mit Frankreich fürchten wir uns nicht. Einmal
könnten wir uns mit Frankreich ſo ſtellen, daß dasſelbe auf
jeden Angriff gegen uns verzichten würde. Gewiſſe
Er=
fahrungen mit dem Kabinett der Tuilerien, wobei wir
uns allerdings wie Joſeph zu Frau Potiphar benommen
haben, würden uns ſtets die geeigneten Mittel an die
Hand bieten. Käme es zum Kriege, ſo würden wir zum
erſten auf unſere eigenen wie auf die geſamten
national=
deutſchen Kräfte rechnen können, dann würde Frankreichs
Unterwerfung uns Rußland zuführen, auch England. Wir
hätten daher in letzter Analyſe auch ohne öſterreichiſche
Bundesgenoſſenſchaft begründete Ausſicht auf einen
defini=
tiven Sieg.‟ Der preußiſche Miniſterpräſident gibt dann
Oeſterreich den ſpäter viel zitierten Rat, den Einfluß in
Deutſchland an Preußen zu überlaſſen: „Wenn
Sie, anſtatt den Schwerpunkt in Deutſchland zu ſuchen,
denſelben nach Ungarn übertrügen, ſo würden Sie den
wichtigſten weſentlichſten Beſtandteil Ihres
Länderkom=
plexes mit einem Male verſöhnen, da es doch den Anſchein
hat, daß die ungariſchen Länder ſich nicht als Appendix
regieren laſſen, während Sie keineswegs Gefahr liefen,
dadurch die deutſchen Provinzen ſich zu entfremden, deren
Intereſſen nach dem Geſamtkörper der Monarchie
gravi=
tieren.” „Wir müſſen die für unſere politiſche Exiſtenz
notwendige Lebonsluft erhalten,” fährt dann Bismarck
fort. „Im Jahre 1859 waren drei Möglichkeiten
vor=
handen. Entweder wir ſtanden Ihnen bei oder wir gingen
mit Frankreich oder wir blieben neutral. Das letztere
haben wir getan, ich habe es für die ſchlechteſte Politik
gehalten, war zu jener Zeit für das Eintreten in den
Krieg mit Oeſterreich. Daß die dritte der genannten
Alternativen, ſolange ich am Ruder bin, nicht eintreten
wird, dafür kann ich einſtehen; welche von den beiden
an=
deren, iſt eine Frage, die davon abhängt, ob wir uns in
dem angedeuteten Sinne verſtändigen können oder nicht.
Während Jahren war es Sitte, die ſchönſten Depeſchen
und Verſicherungen zwiſchen Berlin und Wien zu
wech=
ſeln. Wenn es aber zum Handeln kam, ſchlug dies alles
fehl, weil man ſich nicht über die wirklichen Erforderniſſe
und Lebensbedingungen eines jeden klar geworden war.
Man gab ſich ſonach verderblichem Heucheln hin. Wenn
ſich Oeſterreich und Preußen auf der von mir bezeichneten
Baſis einigen und hierbei den Bogen nicht zu ſtraff
ſpan=
nen bloß die notwendigen Zugeſtändniſſe von den anderen
deutſchen Staaten verlangen, ſo wird deren Widerſtand
ohne zu große Schwierigkeiten zu beſiegen ſein. Wenn
aber Oeſterreich in ſeiner gegenwärtigen Richtung
ver=
harrt und unſere Aktion und Lebensluft einengt,
beſchwö=
ren Sie Kataſtrophen herauf, welche in letzter Analyſe zum
Kampfe führen müſſen, wobei jeder ſeine Alliierten haben
wird, wir vielleicht ſchlecht fahren werden, doch deſſen
Ausbruch nicht verhindern können.” „Als ich 1852 nach
Frankfurt kam, hoffte ich auf ein Zuſammengehen mit
Oeſterreich,” ſchließt Bismarck. „Meine dortigen
Erfah=
rungen haben mir aber die Unmöglichkeit davon vor
Augen geführt. Die maßgebende Verſtimmung gegen
Oeſterreich greift immer tiefer und weiter um ſich. Ich,
der ich in der öffentlichen Meinung als der entſchiedenſte
Widerſacher des öſterreichiſchen Einfluſſes in Deutſchland
gelte, bin nun hier ſchon weit überflügelt und ein
mil=
derndes Element geworden. Es läßt ſich dieſe Stimmung
in mancher Hinſicht bis zum König hinauf führen . . .
Nummer 230.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Seite 3.
am Samstag abend 6 Uhr zum Beſuch in Jagdſchloß
Wolfsgarten eingetroffen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog begaben ſich am Sonntag nachmittag
3¾ Uhr im Auto auf Jagd nach Viernheim. (Darmſt. Ztg.,
Perſonalwechſel bei den Kreisämtern. Se.
Königl. Hoheit der Großherzog haben den
Kreisamt=
mann bei dem Kreisamte Worms Karl Hemmerde
zum Kreisamtmann bei dem Kreisamte Gießen und
den Kreisamtmann bei dem Kreisamte Alsfeld
Dr. Eugen Seyferth zum Kreisamtmann bei dem
Kreisamte Mainz, beide mit Wirkung vom 1. Oktober
1913 an, ernannt. Durch Entſchließung Großh.
Mi=
niſteriums des Innern wurde der Regierungsaſſeſſor
Karl Weber zu Darmſtadt vom 1. Oktober 1913 ab
mit den Dienſtverrichtungen eines Kreisamtmanns bei
dem Kreisamte Worms beauftragt.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Kanzleidiener bei dem Miniſterium des
Innern Auguſt Berg zu Darmſtadt zum
Hausver=
walter im Regierungsgebäude und Kreisdiener bei dem
Kreisamte Mainz mit Wirkung vom Tage ſeines
Dienſtantritts und den Finanzaſpiranten Wilhelm
Frank aus Lauterbach zum Miniſterialreviſor bei der
Buchhaltung des Miniſteriums der Finanzen.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der Groß
herzog dem Oberförſter der Oberförſterei Romrod
Karl Nicolaus den Charakter als Forſtmeiſter.
* Erledigte Stellen. Eine mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu
Beien=
heim. — Eine mit einer katholiſchen Lehrerin zu
beſetzende Stelle an der Gemeindeſchule zu
Epperts=
hauſen.
-g Strafkammer II. Der Kaufmann Paul Karl
Jo=
hann Hilſer von Offenbach ſtand geſtern unter der
An=
klage der Erpreſſung vor der hieſigen
Strafkam=
mer. Der Angeklagte betreibt in Offenbach ein
elektro=
techniſches Geſchäft und zählt zu ſeinen Kunden viele
Real=
ſchüler. Dieſe benutzten nun den Umſtand, wenn niemand
im Laden war, kleine Diebſtähle auszuführen. Einige
der Täter ermittelte der Angeklagte und wandte ſich dann
an die Eltern. Dieſe baten ihn, eine Rechnung zu ſchicken
um die Sache nicht zur Anklage kommen zu laſſen. In
dem Umſtand, daß Hilſer in den Rechnungen ganz
erheb=
liche Beträge einſetzte für verloren gegangene Kundſchaft,
Recherchen, Arbeitsverluſt uſw., erblickt die
Staatsanwalt=
ſchaft den Tatbeſtand der Erpreſſung. In einem Falle
forderte Hilſer 195 Mark. Das Gericht kann eine
Er=
preſſung nicht als vorliegend anſehen, da nicht erwieſen ſei,
daß der Angeklagte einen Poſten bewußt unberechtigt
ver=
langte. Es erkannte darum auf Freiſprechung.
Nachtrag zur Tagesordnung für die Sitzung der
Stadtverordneten=Verſammlung am 2. Oktober 1913:
3. Geſuch um Geſtattung einer Ausnahme von der
Be=
ſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts für die Erweiterung
der Großh. Keramiſchen Manufaktur an der Heidelberger
Straße; 14. Einſpruch gegen den Winterfahrplan der
elek=
riſchen Straßenbahn.
* Die Ausſtellung heſſiſcher Künſtlerinnen in Gießen
iſt am Sonntag, 28. Sept., eröffnet worden. Es ſind
u dieſer Ausſtellung kurz vorher nur einige Einladungen
verſandt worden, doch ſind die meiſten Künſtlerinnen der
lufforderung gerne nachgekommen. Aus Darmſtadt
beteiligten ſich folgende Malerinnen: Marie Becker, Luiſe
Rumpa=Alsbach, Elſa Moxter=München, Marie Seyd,
Mathilde Stegmayer, Gertrud Ulmann; ferner die
Bild=
hauerinnen: Frau Luiſe Federn=Staudinger, Frau Prof.
M. Friedländer. Anna Locher, Nanna Pabſt, Emy Röder;
und die Kunſtgewerblerin Frau Architekt Margold. Aus
Bießen: M. Felchner, Frau Kowarſick, Frau Dr. Merck,
Frau Oncken; aus Mainz: Frieda Beſt, Baronin Fr. v.
Joeden, Frau Mang, Th. Probſt, Frau Rieber, M.
Schöd=
er, E. Weihrich u. a.; aus Offenbach: Frl. Scheffer,
Oſthofen: Frau Luiſe Kurtz, Worms: Frau Strauß.
g. Die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft hielt
geſtern vormittag im Stadthaus unter dem Vorſitz von
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing ihre 2.ordentliche
eneralverſammlung ab. Vertreten waren die
Stadt Darmſtadt mit 2080, die Süddeutſche Eiſenbahn=
Geſellſchaft mit 1520, die Provinz und der Kreis Dieburg
mit je 40 Aktien, insgeſamt 3680 Aktien. Der
Geſchäfts=
bericht des Vorſtandes über das Geſchäftsjahr 1912/13
wurde genehmigt. Auf Vorſchlag der Rechnungsprüfer
wurden in der Bilanz Aenderungen vorgenommen. Nach
dem Gründungsvertrage ſollte die Heag die
Gründungs=
koſten tragen; dieſe ſind nicht als beſonderer Poſten in die
Bilanz eingeſtellt worden, ſondern auf die einzelnen
Kontis verrechnet. Die Bahnanlagen ſtehen danach mit
2 980 388,52 Mark und die Elektrizitätswerks=Anlagen mit
4 466 035,84 Mark in der Aktiva der Bilanz, während in
die Paſſiva als 7. Poſition ein neues Kono „Allgemeiner
Abſchreibungsfonds” mit 715956,88 Mk. eingeſtellt wurde.
Die Bilanz ſchließt demgemäß mit 13 194626,29 Mark ab.
Die Bilanz wurde genehmigt und dem Vorſtand und
Auf=
ſichtsrat Entlaſtung erteilt. Der Aufſichtsrat wurde
un=
verändert wiedergewählt und als Rechnungsprüfer Geh.
Baurat Rötelmann und Beigeordneter Ekert
ge=
wählt.
— Schweſternkonzert. Edle weihevolle Grüße aus
der Töne Land werden erleſene Künſtlerinnen und
Künſtler am Montag kommender Woche zur ſiebten
Abendſtunde im Städtiſchen Saalbau entbieten. Ein
guter Gedanke iſts, zu Beginn winterlicher Zeit das
Schweſternkonzert zu halten. Lange Wochen müſſen
vergehen, ehe Schneeglockenſpiel im alten Erdenſchloß
wieder ertönt. Winterzeit — Armeleutezeit, webt manch
verlaſſenem Kranken das Sterbekleid. Wenn viele Kräfte
zu erfolgreichem Gelingen helfen, wird das Konzert die
Mittel bieten, vielen Kranken zu helfen. Und dauerndes
Gedenken möchte das Konzert wach halten, Intereſſe für
die Barmherzigen Schweſtern. So wird niemand ſeine
Gabe nur für einen Bettelpfennig halten, den man in
Seidenpapier einhüllt.
* Hiſtoriſcher Verein für das Großherzogtum
Heſſen. Der deutſche Hugenotten=Verein hat die Mit
glieder des Hiſtoriſchen Vereins zu ſeiner am 5. Oktober
in Rohrbach ſtattfindenden Generalverſammlung
einge=
laden. Der Verein wird durch ein Vorſtandsmitglied
bei der Feier vertreten ſein und weiſt ſeine Mitglieder
auf das um der Beziehungen der Waldenſer zu unſerem
engeren Vaterlande willen beſonders intereſſierende Feſt
noch einmal ausdrücklich hin. Unter anderem wird
Profeſſor Bonin=Worms über die Waldenſerſiedelungen
in Heſſen ſprechen.
* Turngemeinde Darmſtadt. Abſchiedsſtimmung lag über
der letzten Verſammlung. Zu einer impoſanten Feier
geſtaltete ſich die für Samstag abend einberufene
Ver=
ſammlung zum Abſchied des von hier ſcheidenden
Vor=
turners Ludw. Joſt und der 14 zum Militär einrückenden
Turner. Durch einen Begrüßungsmarſch und ein
ge=
meinſchaftliches Lied wurde die Feier eingeleitet, worauf
der erſte Sprecher die Anweſenden mit herzlichen Worten
begrüßte. Er gab der Freude Ausdruck, daß ſich ſo viele
Mitglieder eingefunden haben und betonte beſonders die
Anweſenheit der Damenriege, die es ſich nicht nehmen
ließ, den Abſchied ihres Leiters mitzubegehen. Nachdem
die Turnerſingmannſchaft einen Chor und der zu Gaſt
an=
weſende Zitherklub „Edelweiß” einen ſchneidigen Vortrag
zu Gehör gebracht, nahm der 1. Sprecher wiederholt das
Wort, um in längerer Rede der Tätigkeit des ſcheidenden
Vorturners Joſt zu gedenken. Joſt, der ſeit längerer Zeit
die Damen=Abteilung, ſowie die Schülerabteilung in
her=
vorragender Weiſe leitete, betätigte ſich auch in anderen
Abteilungen unſerer Turngemeinde, ſowie als
Bezirks=
turnwart im Main=Rhein=Gau. Sein Scheiden wird von
der Turngemeinde um ſo mehr bedauert, als ſich wenige
Turner vorfinden, die gerade wie Joſt befähigt ſind,
Turn=
abteilungen zu leiten. Mit dem Wunſche, daß es dem Schei
denden recht bald vergönnt ſein möge, in die Reihen der
Turngemeinde zurückzukehren, überreichte der erſte
Spre=
cher als Zeichen der Dankbarkeit ein Andenken in Geſtalt
eines „Kugelſtoßers” und mit einem kräftig
aufgenomme=
nen „Gut Heil” ſchloß er ſeine Worte. Die Schüler=
Abtei=
lung, welche am Nachmittag eine kleine Abſchiedsfeier
ver=
anſtaltete, ließ eine Figur „Der Sieger” überreichen.
An=
ſchließend hierauf übergab Fräulein Minkel im Auftrag
der Damen=Abteilung, in Verbindung mit einem ſchön
geſprochenen Prolog, der von dem Mitglied Louis Geiſt
gedichtet war, ein ſchönes Geſchenk. Joſt dankte für die
chöne Feier, wie auch der ihm zugedachten
Aufmerkſam=
keiten und gab die Verſicherung ab, daß er ſtets der
Turn=
gemeinde treu bleiben und bei ſeiner Rückkehr nach
Darm=
ſtadt gerne wieder ſich in deren Reihen betätigen werde.
Alsdann nahm der erſte Sprecher die Verabſchiedung der
Rekruten vor, betonte, daß die Deutſche Turnerſchaft ein
ganzes Armeekorps zum deutſchen Heer ſtelle, und gab den
jungen Leuten die Mahnung mit auf den Weg, ſtets treu
nach deutſcher Turnerart dem Vaterlande zu dienen und
das, was ſie auf dem Turnboden gelernt haben,
Unter=
ordnung und Gewandtheit, zum Vorbild anderer zu
ver=
werten. Nach Darreichung des üblichen Abſchiedstrunkes
und einem kräftigen „Gut Heil” war auch dieſer Punkt
er=
ledigt. Gemeinſchaftliche Lieder, Chöre der
Turnerſing=
mannſchaft, Vorträge des Braunſchen Vokalquartetts
wechſelten ab mit Zithervorträgen des Zitherklubs
Edel=
weiß”. Beſonders zu erwähnen iſt das Braunſche
Quar=
tett und der Zitherklub „Edelweiß” die in hervorragender
Weiſe zur Verſchönerung des Abends beitrugen und deren
Darbietungen als vollendet betrachtet werden können.
* Die Fortſchrittliche Volkspartei weiſt nochmals auf
den heute abend im Fürſtenſaale ſtattfindenden Vortrag
über das Thema „Der Geiſt der Städteordnung” hin.
Der Bezirksverein Beſſungen hat in letzter Zeit um
mehr als 100 Mitglieder zugenommen; wohl
ein Beweis dafür, daß die Bedeutung dieſer Vereine für
die ſtädtiſchen Angelegenheiten immer mehr erkannt wird.
* In Amerika verſtorbene Heſſen. Die Pioniere des
Deutſchtums von Roß=County, Ohio, werden ſo nach und
nach dahingerafft. Von den wenigen, die noch zu den
Bahnbrechern des Deutſchtums in jener Gegend zu rechnen
ſind, iſt wieder einer auf den dunkeln Todespfad geführt
worden, nämlich Herr Adam Gärtner, der am 1.
Septem=
ber in ſeiner Wohnung in Springfield Townſhip, nördlich
von Hopetown, ſanft im Tode die Augen ſchloß. Der
Ver=
ſtorbene wurde geboren am 20. Inni 1824 in Heſſen=
Darm=
ſtadt, erreichte ſomit das hohe Alter von 89 Jahren. Er
wanderte 1844 nach Amerika aus und ließ ſich auf einer
Farm in genanntem County nieder. Durch Fleiß und
Sparſamkeit brachte er es zum Wohlſtand. Er vermählte
ſich 1845 mit Eliſabetha Schmidt, die ihm in die Ewigkeit
voranging, und hinterläßt drei Söhne und fünf Töchter.
Unterm 11. September wird aus Belleville, Ill.,
gemel=
det: In ſeinem Heim, Nr. 733 Abend=Straße, ſtarb am
Freitag Herr Jakob Sieben nach kurzem Leiden im
Al=
ter von 64 Jahren. Der Dahingeſchiedene wurde am
24. April 1849 in Heſſen=Darmſtadt geboren und kam jung.
in dieſes Land. Er ließ ſich in Smithton nieder, wo er
eine Schmiedewerkſtatt betrieb. Dort verheiratete er ſich
am 25. April 1867 mit Fräulein Katharina Schoer, die ihm
am 25. Dezember 1900 im Tode vorausging. Er
hinter=
läßt drei Kinder, einen Sohn und zwei Töchter.
Der Poſtbericht des Kaiſerlichen Poſtamts 1 in
Darmſtadt für den Winterdienſt 1913 iſt erſchienen Er
enthält, wie ſeither, eine Ueberſicht der zur
Poſtbeförde=
rung benutzten Eiſenbahnzüge, Vermerke darüber, wann
die Schalter und die öffentlichen Fernſprechſtellen geöffnet
ſind und die Briefbeſtellungen uſw. beginnen, wo ſich
amt=
liche Verkaufsſtellen für Poſtwertzeichen befinden uſw.
Der Poſtbericht enthält ferner Angaben über die Poſt=
und Telegraphentarifbeſtimmungen, ſowie ein Verzeichnis
der Poſtanſtalten im Umkreiſe von 10 geographiſchen
Mei=
len (1. Zone) von Darmſtadt. Hierdurch wird dem
Publi=
kum die ſelbſtändige Frankierung ſeiner Poſtſendungen,
beſonders der gewöhnlichen Pakete bis 5 Kilogramm,
er=
leichtert. Es iſt deshalb allen, die mit der Poſt zu tun
haben, hauptſächlich Behörden, Rechtsanwälten und
Ge=
ſchäftsleuten, anzuempfehlen, den neueſten Poſtbericht
an=
zuſchaffen, der an den Poſtſchaltern und durch die
Brief=
träger zum Preiſe von 25 Pfg. zu beziehen iſt.
m. Von der Elektriſchen. Das Doppelgeleiſe
von Eberſtadt iſt bis an den Endpunkt der
Villen=
kolonie nach Darſtadt zu fertig. Die Maſten für die
Oberleitung ſind noch nicht aufgeſtellt. Von der
Lands=
kronſtraße bis an den Wald iſt die zweite Geleisſtrecke
vorbereitet. Die Schienen und Schwellen, dafür lagern
auf Seitenwegen und in den Chauſſeegräben. Nur die
Waldſtrecke von hier bis zur Villenkolonie iſt noch
ein=
geleiſig und es iſt auch kein Zeichen dafür da, daß eine
baldige Fertigſtellung des elektriſchen Betriebes zu
er=
warten ſteht.
nn Aus unſerem Herrngarten. Der nach Niederlegung
des alten Palmenhauſes im Großh. Schloßgarten an
ſei=
ner Stelle neugeſchaffene Schmuckplatz iſt jetzt
fertiggeſtellt und bildet in ſeiner feinen
gartenkünſt=
leriſchen Ausgeſtaltung eine weitere Zierde unſeres
ſchö=
nen und vielbeſuchten Herrngartens. In der Mitte des
Platzes befindet ſich ein etwa 10 Meter langes und 5 Meter
breites, erhöhtes Waſſerpflanzenbaſſin, das mit zahlreichen
roten, weißen und gelben Waſſerroſen beſetzt iſt, die durch
ihren herrlichen Blütenflor allgemeine Bewunderung
her=
vorrufen. Links und rechts des Baſſins ziehen ſchöne
Teppichraſen mit Blumenbosketts, während der
Hinter=
grund durch eine erhöhte Raſenterraſſe mit alten
Baum=
beſtänden und Ruhebänken wirkungsvoll abgeſchloſſen
wird. Im Vordergrunde links und rechts des
Pflanzen=
baſſins ſenden zwei hübſche Springbrunnen ihre
plätſchernden Strahlen in die Höhe. Hübſche Pergolas mit
Rankenroſen ſollen ſpäter der grätneriſchen Anlage einen
künſtleriſch=feinen Abſchluß geben.
* Orpheum. Der Kartenvorverkauf zum Ere
öffnungsgaſtſpiel hat begonnen. Die einzelnen
Verkaufsſtellen ſind aus der heutigen Anzeige erſichtlich
und iſt beſonders hervorzuheben, daß ſich die
Eintritts=
preiſe im Vorverkauf zum Teil erheblich billiger ſtellen.
(S. Anz.)
Verlaufenes Kind. Ein vier Jahre alter Knabe,
welcher ſich am Sonntag nachmittag auf der Meſſe
verlaufen hatte und an das 6. Polizeirevier in der
Nieder=Ramſtädterſtraße abgeliefert wurde, iſt bis jetzt
von ſeinen Angehörigen noch nicht abgeholt
worde n.
§ Herzſchwäche. Ein Maſchinenheizer aus
Franken=
thal wurde am Sonntag nachmittag in einer Wirtſchaft
in der Kirchſtraße von Herzſchwäche befallen und
mußte durch die Sanitätswache nach dem Städtiſchen
Krankenhaus verbracht werden.
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
P Münchner Theater. Am 27. d. M. fand im
Münchner Schauſpielhaus die Uraufführung des
drei=
aktigen Schauſpiels „Freiheit” von Max Halbe ſtatt.
Wie Gerhard Hauptmann macht Halbe in ſeinem neutſten
Bühnenwerk dem „Geiſt der Freiheitskriege” ſeine
Re=
verenz. Doch war Halbe klüger als ſein Kollege und ließ
das glühende Eiſen eines Dramas der Freiheitskriege
liegen. Sein Werk müßte eigentlich heißen „Vor
Sonnen=
aufgang” da die Ereigniſſe des Schauſpiels im Jahre
1812 ſich abſpielen. Um es gleich zu ſagen, es iſt Halbe
nicht gelungen, den hiſtoriſchen Stoff zu meiſtern. Das
Stück iſt alles weniger als eine ſymphoniſche Behandlung
der gewaltigen Thema, das der Titel ankündigt, ſondern
wir haben nur eine Liebesgeſchichte vor uns, die ſich zu
jeder Zeit hätte ereignen können. Der Sohn des
Sena=
tors van Steen in Danzig, Karl Auguſt, liebt ſeine
Halb=
ſchweſter Friederike, die Tochter einer ordinären
Krug=
wirtin. Die Sache endet jedoch nicht tragiſch, ſondern nur
traurig. Friederike ergibt ſich einem Rheinbundsoffizier,
ohne jedoch den von ihr ebenfalls geliebten Karl Auguſt
vergeſſen zu können. Sie ſindet ihr Ende durch eine
fran=
zöſiſche Kugel, als ſie einmal in der Nacht in der Nähe
des Pulverſchuppens ſich zu ſchaffen macht. Karl Auguſt
und mehr noch ſein Freund Guſtav Lichtenhagen, ſind die
Vertreter der patriotiſchen Jugend. Sie kommen vor ein
Kriegsgericht, bei dem Deutſche ihre Richter ſind: der
er=
wähnte Rheinbundsoffizier der bayeriſche Rittmeiſter
Lorenz von Thanſtein=Volkmarshauſen und der Oberſt
Jerome de Kaltſchmidt, ein geborener Pfälzer. Das
roman=
hafte Geſchehen verdichtet ſich einige Male zu
wirkungs=
vollen Theaterſzenen. Das Ganze hinterläßt jedoch einen
gequälten Eindruck. Die Aufnahme war ſehr freundlich.
Nach dem zweiten und dritten Akt war der Beifall
beſon=
ders ſtark. Die Aufführung war ſehr gut. Beſonders Lina
Woiwode als Friederike fand überzeugende Töne eines
echten Gefühls.
* Die erſten Pariſer „Parſifal”=
Auf=
führungen, die unter der Direktion Aſtrouc im Théätre
des Champs Elyſées ſtattfinden, werden einen
ausge=
ſprochenen Bayreuther Charakter tragen und in den
Hauptrollen von Bayreuther Kräften, wie van Dyck, Frau
Leffler=Burckhardt, Marie Wittich, Frau Dr. Kraus=
Os=
borne, Vogelſtröm. Alois Hadwiger, Dr. Felix Kraus
beſetzt ſein. Die Regie führt van Dyck, der einſtige
Bay=
reuther Parſifal, die Orcheſterleitung übernimmt
Che=
villard, der Dirigent des Lamoureux=Orcheſters.
* Ein neuer Komet. Nach einer telegraphiſchen
Mitteilung an die Heidelberg=Königſtuhl=Sternwarte
wurde am 26. September in La Plata weſtlich vom Stern
Alpha im Waſſermann ein neuer Komet aufgefunden. Der
Komet iſt neunter Größe und kann ſchon mit einem
guten Feldſtecher als nebelartiges Gebilde wahrgenommen
werden. Er zeigt weſtliche Bewegung.
C.K. Wie man in alter Zeit Rebhühner jagte. Die
Feinſchmecker, die in dieſen Tagen der leckeren Gabe der
kulinariſchen Saiſon, dem Rebhuhn, andächtig
Gerechtig=
keit widerfahren laſſen, und auch die Anhänger des
Jagd=
ſportes, die mit der Büchſe im Arm dafür ſorgen, daß auf
der Speiſekarte die Rebhühner nicht geſtrichen werden,
werden mit Vergnügen — wenn auch freilich ohne
prak=
tiſchen Nutzen — erfahren, wie man in der guten alten
Zeit in Norditalien Rebhühner jagte. Alberto Bacchi hat
in dieſen Tagen der Univerſität Bologna ein bisher
un=
bekanntes altes Manuſkript eines Jagdhandbuches
über=
reicht, das unter dem Titel „Der Jäger von Bologna”
allen Freunden der weidmänniſchen Kunſt bedächtigen Rat
ſpendet. Dem Rebhuhn=Jäger wird empfohlen: „
Beob=
achte den Ort. wo die Rebhühner trinken, jedoch
hinter=
laſſe keine Spuren. Ehe du jedoch deine Netze aufſtellſt
beobachte lieber zwei oder drei Tage, ob die Rebhühner
auch wieder kommen. Dann richte die Netze auf, nach der
Seite des Waldes zu. Um nun die Rebhühner in die
Netze zu treiben, ſtülpſt du eine große Maske über den
Kopf, die das Haupt eines Ochſen darſtellt. Den ganzen
Körper bekleide mit Fell oder fellähnlichem Leder. Ein
Jagdgefährte, ebenfalls in Fell gehüllt, muß dich dann
von rückwärts umarmen, ſo daß von weitem der Umriß
der beiden Jäger wie ein einziger Ochſe ausſieht.
In dem Fell muß eine kleine Oeffnung ſein, ein
Fenſter=
chen, durch das man hinausſchaut, um die Rebhühner zu
beobachten und ſie richtig zum Netz zu bringen. So nähert
man ſich ihnen, während man Glocken tönen läßt,
Kuh=
glocken. Hat man keine Masken und keine Felle, ſo kann
man auch einen großen Buſch verwenden, hinter den man
ſich verſteckt oder den man vor ſich herträgt. Um den Laut
der Rebhühner nachzuahmen, nimmt man einen
Rebhuhn=
knochen zwiſchen die Zähne; er iſt durchlöchert, und bei
einiger Geſchicklichkeit wird man es bald vermögen, ihm
einen Laut zu entlocken, der dem der Rebhühner ſo
ähn=
lich iſt, daß die Tiere ſelbſt ihn nicht unterſcheiden können.”
— Gobelins als — Hoſenböden. Wird man die
Er=
fahrung, die vor einiger Zeit ein Pariſer Kunſthändler
mit einem heiteren und einem naſſen Auge machen mußte,
als ein Zeichen des wachſenden Kunſtverſtändniſſes unſerer
Zeiten deuten können? Die Zeitſchrift Pele=Mele erzählt
die Geſchichte: auf ſeiner Entdeckungsfahrt durch die
Pro=
vinzen fand der Kunſthändler in der Küche eines
Bauern=
hauſes an der Wand ein Stück Stoff hängen; und als er
es näher unterſuchte blieb kein Zweifel, daß es ſich um
das Stück eines prachtvollen alten Gobelins aus den
Zei=
ten der Hochblüte dieſer Kunſt handelte. Wohin aber
waren die fehlenden Stücke gekommen? Der
Kunſthänd=
ler, der ein gutes Geſchäft wittern mochte, begann den
Bauern zu fragen, und ſchließlich erklärte ihm die Bäuerin,
die Stücke wären nicht mehr da, ſie habe ſie dazu benutzt,
um an den Beinkleidern ihrer recht zahlreichen
Nach=
kommenſchaft die ſchadhaft gewordenen Hoſenböden zu
licken. Gobelins als Hoſenböden: der Fall hat noch ein
Gegenſtück. Und das war ein Selbſtporträt Rembrandts,
das heute die Zierde einer bekannten Galerie bildet und
das ſeinerzeit ein Kunſthändler in einem kleinen Gaſthof
entdeckte, in dem das Meiſterwerk als — Wachstuch
auf einem Waſchtiſche lag.
* Eine Titanic=Tragödie. Ein braſilianiſches Blatt,
die Bruſquer Zeitung, erzählt ſeinen Leſern: Das Unglück
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September
=gs- Unfall. Geſtern nachmittag 5 Uhr verunglückte in
einer hieſigen Schloſſerei ein Arbeiter dadurch, daß beim
Abladen von Blechtafeln dieſe ins Rutſchen kamen
und der Arbeiter mit den Beinen unter die Ladung geriet.
Er erlitt einen komplizierten Unterſchenkelbruch und wurde
durch die Rettungswache mit dem Krankenkraftwagen ins
Krankenhaus verbracht.
§ Schlägerei. Am Sonntag abend gegen 10 Uhr
entſtand in einer Wirtſchaſt in der Altſtadt zwiſchen
zwei Handarbeitern eine Schlägerei, wobei der eine
Handarbeiter eine Verletzung am Kopfe davontrug.
Fahrraddiebſtähle. Am Sonntag nachmittag
zwiſchen 1 und 2 Uhr iſt ein Fahrrad, welches an
der Allee am Exerzierplatz aufgeſtellt war, geſtohlen
worden. Das Fahrrad iſt Marke „Adlerrad”, hat
chwarze Felgen, trägt die Fabriknummer 327147 und
Polizeinummer ſchwarzes D 5085. — Das Motorrad,
welches am Freitag als geſtohlen gemeldet wurde, iſt am
Samstag in der Tanne aufgefunden worden.
*Der gelbe Wandfahrplan für das
Winter=
halbjahr 1913 liegt in der gewohnten Ausſtattung
der heutigen Auflage unſeres Blattes bei.
— Traiſa, 29. Sept. (Jahrhundertfeier.) Auf
Veranlaſſung der Gemeindeverwaltung hatten ſich letzten
Samstagabend die Vorſitzenden ſämtlicher hieſigen
Ver=
eine zur Beſprechung einer würdigen Feier zur
Erinne=
rung an die große Zeit vor 100 Jahren
zuſammengefun=
den. Einſtimmig wurde beſchloſſen, dieſelbe auch in
unſe=
rem Orte zu einer eindrucksvollen zu geſtalten.
Sams=
tag, den 18. Oktober, findet abends ein Fackelzug zu dem
Freudenfeuer auf der Berghalde ſtatt. Sonntag, den 19.,
vormittags um 11 Uhr, wird als ſichtbares
Erinnerungs=
zeichen in weihevoller Weiſe eine Linde im Schulhof
ein=
gepflanzt werden. Am Nachmittag wird ſich ein Feſtzug
durch den Ort nach dem Feſtplatz bewegen (dem
geräumi=
gen Schulhof). Bei ungünſtiger Witterung findet die Feier
mit gleichem Programm in mehreren Lokalen ſtatt. Am
Abend veranſtalten die Turner im Anſchluß an die Feiern
der Deutſchen Turnerſchaft eine beſondere Feſtlichkeit.
(Abturnen.) Bei prächtigſtem Herbſtwetter hielt der
Turnverein am geſtrigen Sonntag das ſogen. Abturnen
mit Vereinswetturnen ab. Es erhielten Preiſe: 1. Gg.
Spieß (143 Punkte), 2. Fr. Wegt (130½ P.), 3. Aug.
Spieß (124½ P.), 4. W. Kilian (123 P.), 5. Gg. Mahr
(115½ P.), 6. R. Krämer (96 P.), 7. F. Heß (94½ P.).
Beim Zöglingsturnen erhielten Preiſe, in Klaſſe A.: 1. H.
Heß (110 Punkte), 2. V. Luſa (94½ P.), 3. F. Kropp
(92½ P.), 4. W. Walter (90 P.); in Klaſſe B: 1. J.
Faul=
haber (96½ P.), 2. P. Valter (85 P.).
u Pfungſtadt, 29. Sept. (Jahrhundertfeier.)
Auf Anregung der hieſigen Stadtverwaltung ſoll am
Abend des 18. Oktober zum Andenken an die Schlacht von
Leipzig eine öffentliche Feier veranſtaltet werden.
Auf der ſogen. Rolandshöhe, einem nahen Hügel, werden
Feuerwerkskörper abgebrannt und Anſprachen gehalten
werden, wobei die hieſigen Geſangvereine mitwirken.
-h- Jugenheim, 29. Sept. (Beſitzwechſel.) Der
nahe Talhof ging durch Kauf in anderen Beſitz über.
Die bisherige Beſitzerin Frau Fremery in Baden=Baden
hatte das Gut nur wenige Jahre inne und mit ganz
be=
deutenden Koſten zu einer großen Geflügelzucht=
und Maſtanſtalt ausgebaut. Bewirtſchaftet wurde es
von dem Sohne der Frau Fremery. Auch große
Milch=
wirtſchaft hatte letzterer betrieben, und war der Talhof
in ſeiner Einrichtung eine landwirtſchaftliche
Muſterwirt=
ſchaft, wie man ſie nur ſelten findet. Der Wegzug der ſehr
reichen Familie F., die früher in Argentinien gelebt, wird
hier und in Balkhauſen allgemein bedauert.
-h- Zwingenberg, 28. Sept. (Todesfall.) Geſtern
vormittag verſtarb im Hoſpital in Darmſtadt im Alter von
74 Jahren die in weiten Kreiſen bekannte Gaſtwirtin
„Zum Rieſen” dahier, Frau H. Ries Witwe. Die
Ver=
ſtorbene war geboren in Arheilgen als die Tochter des
Landwirts und Mühlenbeſitzers Benz. Nahezu 30 Jahre
war ſie verwitwet und führte mit großer Umſicht ihr
be=
kanntes Gaſthaus.
h- Von der Bergſtraße, 29. Sept. Die Kurſaiſon
geht ihrem Ende entgegen, und nur wenige Gäſte ſind trotz
des prächtigen Herbſtwetters noch anweſend. Im großen
und ganzen iſt man mit der 1913er Saiſon recht zufrieden.
-h- Auerbach, 28. Sept. (Kauf.) Freiherr v. Buſeck,
der vor zwei Jahren das prachtvolle Grunowſche Anweſen
an der Straße nach Zwingenberg gekauft, hat dieſer Tage
ein anſtoßendes größeres Ackergelände käuflich erworben.
Lindenfels, 29. Sept. (Genoſſenſchaftliches.)
Die Generalverſammlung der hieſigen Spar= und
Dar=
lehnskaſſe genehmigte faſt einſtimmig den Beſchluß
des Vorſtandes, auf 50 Prozent der Forderungen bei der
Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank zu verzichten und
weitere 1½ Prozent zur Befriedigung der dem
Morato=
rium nicht beigetretenen Kaſſen zu bewilligen. Der
Ge=
ſchäftsanteil wurde von 150 auf 300 Mark erhöht. Der
Verluſt der Kaſſe beträgt etwa 40000 Mark.
der Titanic hat noch zwei Menſchenleben gefordert. An der
verhängnisvollen Reiſe des Schiffes nahm auch die Frau
eines in Amerika lebenden Belgiers teil. Eine Anfrage
des Mannes an die Linie des verunglückten
Rieſendamp=
fers ergab, daß ſich ſeine Frau unter den Toten befinde. Die
Frau wurde jedoch gerettet, war aber ſchwer krank. Sie
wurde einem Neu=Yorker Hoſpital übergeben, wo ſie faſt
ein Jahr lang krank und unfähig zu ſprechen daniederlag.
Anfangs Mai trat ſie die Rückreiſe nach der Heimat an.
Am 1. Juni erfuhr der Mann von der Heimkehr ſeiner
tot geglaubten Frau. Er hatte ſich inzwiſchen aber wieder
verheiratet und lebte mit ſeiner zweiten Frau ſehr
glück=
lich. Der Mann nahm ſich die Störung ſeines Glücks
der=
art zu Herzen, daß er mit ſeiner neuen Frau Selbſtmord
verübte.
* Schulhumor. In der Religionsſtunde erzählt der
Lehrer, daß alle Menſchen von dem einen erſten
Menſchen=
paar Adam und Eva abſtammen. Da erhebt ſich der kleine
Hans und wirft, nachdem er pflichtſchuldigſt um
Erlaub=
nis gefragt hat, ein: „Ich hab nu doch zwei Eltern, Herr
Lehrer, und vier Großeltern und acht Urgroßeltern und
dann werden es noch immer, immer mehr — da können
doch zu Anfang nicht bloß zwei Menſchen geweſen ſein.”
Der Lehrer blieb ihm zunächſt in dieſer Stunde die
Ant=
wort ſchuldig — Herr Profeſſor F. bemüht ſich in der
Grammatikſtunde eifrig, ſeinen Schäfchen den Unterſchied
zwiſchen dem ſtarken Verbum „leiden” und dem ſchwachen
„läuten” klar zu machen. Dabei kommt er natürlich auch
auf die falſche Konjugation von „läuten” zu ſprechen, wie
ſie bei den Schülern üblich iſt in der Wendung „es hat
gelitten” beim Läuten der Schulglocke. Er iſt ſo vertieft
in ſeine Erklärungen, immer wieder ermahnend doch ja
hinfort immer richtig zu ſagen, „es hat geläutet” daß er
das Läuten der Schulglocke überhört. Die Unruhe ſeiner
Schüler endlich bemerkend bricht er ab und, die Uhr
ziehend, fragt er: „Hots ſcho glitten?”. (Jugend.)
Neu=Iſenburg, 29. Sept. (Gemeinderatswahl.)
Die Sozialdemokraten verloren drei Mandate an die
bürgerlichen Parteien.
(Gemeinderats=
Eppertshauſen, 29. Sept.
wahl.) Die geſtrige Gemeinderatswahl endigte mit
einem Sieg der Bürgerlichen gegen die
Sozial=
demokraten. Es wurden gewählt: Joh. Neiß mit 188. Jak.
Murmann II. mit 184 und Joſ. Scharf mit 182 Stimmen.
Die ſozialdemokratiſchen Kandidaten erhielten: Aug.
Mül=
ler 127, Jak. Gruber 125 und Jak. Murmann I. 119
Stim=
men Von 343 Wahlberechtigten ſtimmten 312 ab.
Mainz, 29. Sept. (Regierungsrat
Mette=
gang f.) Geſtern abend verſchied plötzlich infolge eines
Herzſchlages der auch in Darmſtadt bekannte Regierungs=
Baurat Mettegang. Mitglied der Eiſenbahndirektion
Mainz, der als ſolches Erbauer des Darmſtädter
Haupt=
bahnhofs war. Der Verſtorbene war durch ſein
liebens=
würdiges und joviales Weſen bekannt. Er zeichnete ſich
auch durch einen feinen Kunſtſinn aus, den er auch in
ſeiner Tätigkeit zur Geltung brachte.
Mainz, 29. Sept. (Der
Jungdeutſchland=
bund in Mainz.) Die Kreisgruppe Mainz des
Jung=
deutſchlandbundes hielt geſtern ihren erſten Jugendtag,
verbunden mit einer Jahrhundertfeier der
Be=
freiungskriege, ab. Zu der Veranſtaltung war
be=
reits am Samstag morgen der Organiſator und Förderer
der deutſchen Ingendbewegung, Generalfeldmarſchall
Exz. Freiherr von der Goltz, in Begleitung ſeines
perſönlichen Adjutanten, Generalmajors Jung, in Mainz
eingetroffen. Die Veranſtaltung begann Sonntag morgen
10 Uhr mit Vorführungen der Mainzer Schwimmvereine.
Leiter war Schwimmwart v. Kutzleben vom 1. Mainzer
Schwimmverein. Der Vorſitzende, Gefängnisverwalter
Lang, begrüßte den Generalfeldmarſchall mit einem
drei=
fachen „Gut Naß‟. Der Feldmarſchall ſprach ſich ſehr
be=
friedigt über die Darbietungen ſämtlicher Schwimmer aus.
An das Schwimmfeſt ſchloß ſich um 11 Uhr eine
Bootsauf=
fahrt des Mainzer Rudervereins und der Kaſteler
Ruder=
geſellſchaft. Um 2½ Uhr ſetzte ſich vom ehemaligen
Schloß=
platz aus durch die Straßen der Stadt ein ſtattlicher Feſt
zug der Jungdeutſchlandvereine in
Bewe=
gung. Es beteiligten ſich daran: die Wandergruppe des
Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=Verbandes, die
Wandergruppe des Touriſtenklubs „Rheingold”, die
Pfad=
findergruppe Mainz, die Wandervögel Mainz, die
Jung=
deutſchlandgruppe Mainz und die Jungdeutſchlandgruppen
Oppenheim und Butzbach, der Wartburgverein, der
evan=
geliſche Jugendbund Mainz=Mombach, die Schüler des
alten und neuen Gymnaſiums, Realgymnaſiums und der
Oberrealſchule und die Vereine von Mainz und Umgegend.
Im Zuge, an dem ſich ungefähr 2000 Perſonen beteiligten.
waren mehrere Muſikkapellen vertreten, einzelne
Ver=
einigungen führten ihre Fahnen und die Trommlerkorps
mit ſich. Auf dem Balkon des Gouvernements hatte Exz.
von der Goltz mit den geladenen Gäſten und Vertretern
der militäriſchen, ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden
Aufſtellung genommen. Der Zug traf gegen 4 Uhr auf
dem Feſtplatz, dem ehemaligen Schützenfeſtplatz, ein, wo
ſofort mit der eigentlichen Jugendfeier begonnen wurde.
Der Leiter der ganzen Veranſtaltung, Landgerichtsrat Dr.
Jungk, hieß mit herzlichen Worten den erſchienenen
Generalfeldmarſchall willkommen und brachte ein jubelnd
aufgenommenes Hoch auf Exz. von der Goltz aus. Auf
der Feſttribüne hatten außer dem Generalfeldmarſchall
die Vertreter der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden Platz
genommen. Die Vorführungen der Jugend begannen mit
exakt und gut ausgeführten Freiübungen. Es folgten
Riegen= und Kürturnen, volkstümliche Uebungen,
Stafet=
ten, Fußballſpiele Leichtathletik, Ballſpiele uſw. Die
Pfad=
finder und Wandervögel hatten Zelte errichtet und
ab=
gekocht. Am Schluſſe der Veranſtaltung ſprach Exz. von
der Goltz ſeinen Dank aus für den herzlichen Willkomm
und alles Gebotene. — Dem von Kaſtel gebürtigen
Groß=
brauereibeſitzer Adolfus Buſch in St. Louis wurde vom
Großherzog das Komturkreuz 1. Klaſſe vom
Verdienſtorden Philipps des Großmütigen verliehen.
Ein ſchwerer Unfall ereignete ſich in der Nacht
zum Sonntag in einer Zeitungsdruckerei.
In=
folge Ausgleitens geriet der 22jährige Maſchinenmeiſter
Hummel mit der linken Hand zwiſchen die Walzen der
Rotationsmaſchine. Zwei Finger wurden ihm derart
ver=
letzt, daß ſie abgenommen werden mußten. — Man wird
mit Intereſſe zu dem Bericht über das geſtrige Jugendfeſt
des Heſſiſchen Landesverbandes Jungdeutſchland auch von
der einzigartigen Leiſtung eines
jugend=
friſchen Greiſes beim Schwimmfeſt in der
Ohaus=
ſchen Badeanſtalt hören. Der älteſte Schwimmer unſerer
Stadt, Herr Senger, machte vom erſten Meterbrett einen
Saltomortale ins Waſſer, um den wohl
man=
cher Jugendliche den 79 Jahre alten Herrn ſchier
be=
neiden möchte.
Mainz, 29. Sept. (Feuer.) Im Vorort
Hechts=
heim äſcherte geſtern nachmittag ein Feuer ein
Wohnhaus und fünf mit Frucht gefüllte Scheunen ein.
Hieſige und auswärtige Wehren waren mehrere Stunden
an dem Brandplatze tätig. Das Feuer ſoll durch ſpielende
Kinder entſtanden ſein.
Mainz=Mombach, 28. Sept. (Gauner.) Als dieſer
Tage ein junger Mann der hieſigen Konſervenfabrik Dr.
W. Nägeli die Poſtſachen abgeholt hatte, geſellte ſich auf
dem Rückwege ein Fremder zu ihm. Nachdem ſich dieſer
eine Zeitlang mit ihm unterhalten hatte, ſchickte er den
jungen Mann mit einer Rechnung in ein Spezereigeſchäft,
um den Betrag hierfür einzukaſſieren. Die Poſtſachen
nahm der Fremde bis zur Rückkunft an ſich. Als der
junge Mann mit der gefälſchten Rechnung zurückkam, war
der Fremde und ſelbſtverſtändlich auch die Poſtſachen,
darunter ein Geldbetrag von 158 Mark, verſchwunden.
Alzey, 29. Sept. Am 24. d. M. fand in Bornheim
eine Bürgermeiſterverſammlung des Kreiſes Alzey und
anſchließend die Abſchiedsfeier des ſcheidenden
Kreisrats Freiherrn Schenck zu Schweinsberg
ſtatt, der zum 1. Oktober nach Friedberg verſetzt iſt. Der
Herr Kreisrat ſagte in tiefbewegten Worten, daß er
un=
gern aus dem Kreiſe ſcheide. Am Schluſſe galt ſein Hoch
dem Großherzog, unſerm geliebien Landesfürſten. Herr
Bürgermeiſter Müller hielt die Begrüßungsrede und
gleichzeitig die Abſchiedsrede. Sein Hoch galt dem Herrn
Kreisrat. Ferner ſprachen Herr Bürgermeiſter Dr. Sutor
im Namen der Stadt Alzey, Herr Bürgermeiſter Römer=
Erbes=Büdesheim im Namen der Landwirtſchaftskammer,
des Ausſchuſſes des Kreiskrankenhauſes und der
Kreis=
haushaltungsſchule.
* Gießen, 29. Sept. (Wiſſenſchaftliche
Bal=
lonfahrt.) Der Privatdozent für Meteorologie Dr.
Albert Peppler unternahm geſtern vormittag von
Griesheim aus die zweite im Auftrage des Aeronautiſchen
Obſervatoriums in Lindenberg zu vollführende
Höhen=
ahrt zur Erforſchung der oberen
Luft=
chichten, vor allem der Strahlungsmeſſungen.
Dieſe Fahrt erfolgte wie die erſte in dem von der
Konti=
untal Kompagnie zur Verfügung geſtellten 1700
Kubik=
meter faſſenden „Kontinental 2‟ Die Landung erfolgte
alatt bei Trois=Pons in der Provinz Lüttich (Bel=
gien). Die höchſterreichte Höhe betrug 7400 Meter, wobei
30 Grad Kälte gemeſſen wurden.
* Gießen, 29. Sept. Eine wüſte
Schlä=
gerei, wobei auch das Meſſer gebraucht wurde, fand
geſtern abend zwiſchen Burſchen aus Odenhauſen und
Leihgeſtern ſtatt. Mehrere Burſchen wurden ſo ſchwer
verletzt, daß ſie in die hieſige Klinik gebracht werden
muß=
ten. Auf dem Bahnhof Gießen mußte die Polizei
noch=
mals eingreifen.
(*) Vilbel, 28. Sept. (Gemeinderatswahl.)
Mit dem Sieg der Bürgerlichen endete die geſtrige
Gemeinderatswahl. Die Bürgerlichen errangen gegenüber
den Sozialdemokraten einen Vorſprung von 60 Stimmen,
die höchſte Stimmenzahl betrua 525, die der
Sozialdemo=
kraten 473 Stimmen. Die Sozialdemokraten haben ihre
isherige Mehrheit im Gemeinderat verloren; ſie verfügen
nur noch über vier, die Bürgerlichen über elf
Gemeinde=
ratsmitglieder.
) Ilbeshauſen, 28. Sept. (Tödlicher Unfall.)
Der 62jährige Landwirt Hch. Uſinger II. fiel beim
Dreſchen vom Gerüſt aus ſo unglücklich in die Tenne, daß
er auf der Stelle tot liegen blieb.
Lauterbach, 29. Sept. (Todesfall.) Der von hier
ſtammende Herr Charles Seibert ein Mitglied
zahlreicher deutſcher Vereine Brooklyns, N. Y., iſt in
Ca=
naan, N. Y., im Hauſe ſeiner Tochter, Frau C. Weeks,
geſtorben. An ſeiner Bahre trauern fünf Töchter.
Herbſtein, 29. Sept. (In Amerika verſtorben.)
In Kolumbus, Ohio, ſtarb am 25. Juli Herr M.
Schnei=
der im Alter von 75 Jahren. Er war geboren in
Herb=
ſtein, Oberheſſen.
Kunſtnotizen.
lieber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nacht
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
O Konzert Wilhelm Backhaus. Das
Ab=
ſchiedskonzert des Kammervirtuoſen Profeſſor
Wil=
helm Backhaus findet, worauf nochmals beſonderg
aufmerkſam gemacht ſei, am Mittwoch, den 1.
Oka=
tober im Städtiſchen Saalbau ſtatt. (Kartenverkaufs
Gg. Thies Nachfolger. Leopold Schutter
Eliſabethen=
ſtraße.) Dieſer letzte Konzertabend des genialen Künſtlers
vor ſeiner Abreiſe nach England und Amerika, die ihn
lange Zeit von Europa fernhält, begegnet
naturgemäß=
hier dem lebhafteſten Intereſſe. Profeſſor Backhaus
ein=
zigartige feine Kunſt hat ſich, wie die Kritiken bedeutender
Blätter aus jüngſter Zeit beweiſen, noch mehr
vervoll=
kommnet. Man iſt ſich in der alten und neuen Welt einig
darüber, daß er in ſeiner Art einzig daſteht. — So heißt
es u. a.: Wilhelm Backhaus iſt ein Pianiſt von ſo
großem techniſchen Können, von ſo hohem künſtleriſchen
Wollen und dabei ſo echtem natürlichem Empfinden, daß
die landläufigen kritiſchen Bedenken ihm gegenüber
not=
wendig völlig verſtummen. Es iſt ſtets ein Feſt, das ec
mit ſeinem Spielen bereitet, und das man in Andacht bald
und bald in Luſt mit ihm begeht und feiert. — Den
größten Pianiſtenerfolg in der laufenden Konzertſaiſon
erſpielte ſich Wilhelm Backhaus als Beethoven= und
Chopin=Interpret. Faſt erſcheint es unangebracht, bei
Backhaus von einem Erſpielen des Sieges über alle
Her=
zen zu ſprechen, weil dem Wort ein Schimmer des
Be=
griffs „erkämpfen” anhaftet, und von einem Kampf mit
einer entgegengeſetzten Meinung der Hörer, von einem
Erringen der allgemeinen Zuſtimmung kann bei ihm keine
Rede ſein. Wilhelm Backhaus griff in die Taſten, und
alles war ihm untertan; er ſchlug den erſten Akkord eines
Beethovenſchen Werkes an, und man wußte, er iſt ein
Hoherprieſter des Olympiers. — Unter den Pianiſten zählt
Wilhelm Backhaus unſtreitig zu den hervorragendſten und
begehrteſten der Gegenwart. Und fragt man vollends nach
virtuoſem Beſitz, ſo wird dieſer bedeutende Künſtler
ent=
ſchieden als einer der größten Kapitaliſten eingeſchätzt
werden müſſen. Das wiſſen die Länder aller Zonen. Ein
wahrer Multimillionär an glänzenden Mitteln. Kein=
Schwierigkeitsgrad, den er nicht mühelos zu bemeiſtern,
kein techniſches Problem, das er nicht mit frappanter
Leich=
igkeit und Ungezwungenheit zu löſen vermöchte. — In
die Kategorie des durchaus Ungewöhnlichen gehört Wilh==
Backhaus. Sein Spiel hat die Signatur des Mächtigen,
ſo daß auch die Zartheit uns als gebändigte Kraft
er=
ſcheint. Und in der üppigen Fülle des Klanges, zu der
er den Klavierton rundet, waltet ſtets die ungetrübte
Klar=
heit, welche Linien und Formen in der Schleierloſigkeit
ihrer angeborenen Schönheit zeigt. Unter ſolchen
Um=
tänden der Darſtellung liegt der muſikaliſche Stoff da wie
ein aufgeſchlagenes Buch, aus dem ſich Sinn und Weſen
der Dinge mühelos herausleſen laſſen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Sept. Heute mittag
wurde der mit einem Koſtenaufwande von über 17
Mil=
lionen erbaute Oſthafen Berlins eingeweiht. Unter
den Ehrengäſten befanden ſich die Staatsminiſter v.
Brei=
enbach, Sydow und Lentze, der Oberpräſident von
Bran=
denburg v. Conrad, der Regierungspräſident v. d.
Schulen=
burg, der Polizeipräſident v. Jagow Vertreter des
Han=
dels und Verkehrs, Vertreter der Hafenſtädte an der Elbe
und der Oder, des Aelteſtenkollegiums der Berliner
Kauf=
mannſchaft, der Handelskammern von Hamburg, Stettin,
Magdeburg, Breslau, Potsdam und Berlin. In zwei
flaggengeſchmückten Dampfern fuhren die Geladenen,
eskortiert von einer Flotille von Vierer= und Achterbooten,
von der Jannowitzbrücke zum Oſthafen, der ſich ſüdlich von
der Obermainbrücke in einer Länge von 1400 Metern
aus=
dehnt und ein farbenprächtiges Bild bot. Nach der
Lan=
dung ergriff Stadtbaurat Krauſe, der Schöpfer des
Bauentwurfs, das Wort und gab einen Ueberblick über
die Geſchichte des Hafens. Der Redner übergab dem
Oberbürgermeiſter Wermuth die Hafenanlagen. Mit
einer kurzen Anſprache übernahm dieſer den Hafen für
die Stadt und dankte allen, die am Zuſtandekommen des
mächtigen Werkes mitgewirkt hatten. Der Redner ſchloß
mit einem Kaiſerhoch. Nach Beſichtigung der
Hafenanla=
gen befuhren die Feſtteilnehmer mit einem Sonderzua den
Tunnel, der den Hafen mit den Rangierbahnhöfen
Rum=
melsburg=Lichtenberg verbindet, und folgten einem von
der Stadt Berlin gegebenen Frühſtück in einem der großen
Speicher, der feſtlich geſchmückt war. Bei der Tafel dankte
Stadtverordnetenvorſteher Michelet namens des
Magi=
ſtrats und der Stadtverordneten den Erſchienenen,
beſon=
ders den Staatsbehörden und der Preſſe, für das Intereſſe
an dem neuen Unternehmen und trank auf die Gäſte. Mit
einer Reihe weiterer Trinkſprüche, ſo auf den Magiſtrat
und die Stadtverordneten Berlins, auf die vier Städte
Hamburg, Stettin. Magdeburg und Breslau, ſowie den
Schöpfer des Werkes. Stadtbaurat Krauſe, ſand das
Feſt=
mahl ſeinen Abſchluß. — In der Zeit vom 23. bis zum
26. Oktober wird in Berlin die gemeinſame Tagung der
deutſchen und engliſchen Abteilung der von Sir Erneſt
Caſſel errichteten „König Eduard VII.
britiſch=
deutſche Stiftung” ſtattfinden. Der Kaiſer wird
Nummer 230.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Seite 5.
ſämtliche Mitglieder der Abteilung empfangen und zur
Frühſtückstafel einladen. — Die Nachforſchungen nach der
vermißten Wirtſchafterin Gertrud Galle
wer=
den jetzt wieder in großem Umfange betrieben. Berliner
Kriminalbeamte ſuchen unter der Leitung des
Kriminal=
kommiſſars Kuhn das ganze Waldgebiet, beſonders in
der Gegend von Trebus, mit Polizeihunden ſorgfältig ab.
Leider ſind die Nachforſchungen in dem ausgedehnten,
aber auch mit Seen, Teichen und Mooren durchſetzten
Ge=
biete bisher noch erfolglos geblieben.
Aſchaffenburg, 29. Sept. (Automobilunfall.)
Im benachbarten Groß=Oſtheim wurde das fünfjährige
einzige Töchterchen der Maurermeiſterseheleute Sommer,
als es über die Straße laufen wollte, von einem
Auto=
mobil erfaßt und ſofort getötet.
Mannheim, 27. Sept. (Klage gegen Dr.
Mau=
renbrecher.) Der Exgenoſſe Dr. Maurenbrecher hatte
vor einiger Zeit, als die Zentrumspreſſe das Protokoll
einer vertraulichen Sitzung, in welcher über die
Verlänge=
rung des Dotationsgeſetzes verhandelt worden war,
ver=
öffentlichte, die Vermutung geäußert, daß das Protokoll
auf dem Wege über die katholiſche Geiſtlichkeit, vielleicht
unter Mißbrauch des Beichtgeheimniſſes, in die Hände der
Zentrumspreſſe gekommen ſei. Er hatte dieſe Vermutung
nachträglich wieder zurückgenommen. Gleichzeitig berichtet
nun das Mannheimer Neue Volksblatt, daß die katholiſche
Geiſtlichkeit von Mannheim gegen Dr. Maurenbrecher
wegen dieſes ſchweren Vorwurfes gerichtliche Schritte
er=
greifen werde.
Schwetzingen, 29. Sept. (Vom Zug
überfah=
ren.) Am Samstag abend wurden zwei junge Arbeiter
der Grube Horſtenbach, die ſich auf dem Heimweg
befan=
den, von einer Rangierabteilung auf dem Anſchlußgleis
der Hüttenbahn erfaßt und getötet. Die beiden 17
jähri=
gen jungen Leute ſollen, wie es heißt, ſo ſehr ins Geſpräch
vertieft geweſen ſein, daß ſie das Herannahen der
Loko=
motive überhört hätten.
Diedenhofen, 29. Sept. (Mordverſuch.) Geſtern
nachmittag erklangen aus der Wohnung des Leutnants
Tiegs vom Fußartillerie=Regiment Nr. 16 mehrere
Re=
volverſchüſſe. Als Nachbarn in die Wohnung drangen,
ſahen ſie, wie der Fahnenjunger Förſter von demſelben
Regiment, ohne Waffenrock in Hemdsärmeln
blutüber=
ſtrömt aus dem Zimmer auf den Korridor eilte und dort
zuſammenbrach, während Tiegs, in ſeinem Zimmer ſtehend,
im Begriff war, die Waffe gegen ſich ſelbſt zu richten, was
aber durch die Dazwiſchenkunft der Leute verhindert
wor=
den iſt. Förſter war von drei Kugeln getroffen, davon
eine in die Bruſt und eine in die Seite. Der Chefarzt des
Lazaretts leiſtete mit ſeinem Gehilfen die erſte Hilfe. Der
Zuſtand des Verletzten iſt ernſter Natur. Der Offizier
wurde verhaftet. Das Motiv der Tat iſt vorläufig noch
nicht bekannt. Der Leutnant war am Samstag von dem
Oberkriegsgericht freigeſprochen worden; das Kriegsgericht
hatte ihn wegen einer Ungehörigkeit zu 14 Tagen
Stuben=
arreſt verurteilt. Man nimmt an, duß die Freude des
Freiſpruchs Tiegs zu Kopfe geſtiegen war.
Köln, 29. Sept. (Kirchenraub.) In mehreren
weſtfäliſchen Ortſchaften wurden nachts Kirchen
ausge=
raubt. Die erbeuteten koſtbaren Wertſachen wurden in
einem Automobil fortgeſchafft. Die Diebe ſind unerkannt
entkommen.
Eſſen (Ruhr), 29. Sept. (Brandſtiftung.) In
der Gemeinde Schildeſche in Weſtfalen wurde das
katho=
liſche Pfarrhaus durch Brandſtiftung völlig niedergelegt.
Unter anderem verbrannte eine wertvolle Bibliothek mit.
In der vergangenen Woche war der Verſuch gemacht
wor=
den, die katholiſche Kirche in Schildeſche in Brand zu
ſtecken.
Münſter i. W., 28. Sept. (Revolverattentat
vordem Ehrengericht.) Vor dem ärztlichen
Ehren=
gericht der Provinz Weſtfalen in Münſter fand geſtern
eine Verhandlung gegen den Paderhorner Arzt Dr. Arndt
ſtatt. Nachdem das Urteil verkündet worden war, zog der
Arzt plötzlich einen Revolver und gab vier Schüſſe auf das
Ehrengericht ab, die niemand verletzten. Dr. Arndt wurde
entwaffnet und der Polizei übergeben. Ein Bruder des
Verurteilten, der Bergingenieur Arndt, der auch in die
Angelegenheit verwickelt war und an der Sitzung
teil=
nahm, wurde gleichfalls verhaftet, ſpäter aber wieder auf
freien Fuß geſetzt.
Fulda, 28. Sept. (Aus dem Zuchthaus
aus=
gebrochen.) Der wegen Totſchlagsverſuchs an einem
Schutzmann in Fulda zu vier Jahren Zuchthaus
verur=
teilte Arbeiter Müller=Berlin iſt in der vergangenen Nacht
aus dem Zuchthaus in Fulda ausgebrochen. Dem Aufſeher
warf er ein Bettuch über den Kopf und kletterte dann im
Hemd über die Mauer.
Weimar, 28. Sept. (Die Krankheit der
Groß=
herzogin.) Ueber das Befinden der Großherzogin
veröffentlicht die amtliche Weim. Zta. folgenden Bericht:
Das nervöſe Leiden, von dem die Großherzogin infolge
einer Scharlacherkrankung in Pontreſina befallen wurde
hat die herzlichſte Teilnahme in allen Kreiſen der
Bevöl=
kerung des Landes erweckt. Die Frau Großherzogin iſt,
wie ſchon früher bekannt gegeben wurde, in eine
Kuran=
ſtalt bei Konſtanz übergeſiedelt. Es iſt eine auch in
Laien=
kreiſen bekannte Tatſache, daß Scharlachinfektionen die
mannigfachſten Nachkrankheiten, ſo auch nervöſe
Störnn=
gen, hervorrufen können, die bei Erwachſenen häufig einen
langwierigen Verlauf nehmen. Glücklicherweiſe lauten
die neueren Nachrichten günſtiger. Der allgemeine
Kräftezuſtand beginnt ſich zu heben, ebenſo ſind die
bis=
herigen Schlafſtörungen im Schwinden begriffen. Es wird
damit gerechnet werden müſſen, daß der Heilungsverlauf
mehrere Monate in Anſpruch nehmen wird. Der
Groß=
herzog hat ſich am Donnerstag wieder zum Beſuche nach
Konſtanz begeben.
Dresden. 29 Sept. (Raubmord.) Geſtern
nach=
mittag wurde in Hernskretſchen in der Sächſiſchen
Schweiz ein Raubüberfall verübt. Der Kaſſierer des
Ho=
tels „Zur Edmundsklamm” wurde von einem jungen
Burſchen durch fünf Revolverſchüſſe lebensgefährlich
ver=
wundet. Dann ſtahl der Räuber etwa 500 Mark aus der
Kaſſe und flüchtete. Dem Gendarmen gelang es aber, den
Räuber bald darauf zu verhaften, als er beim Kaffee ſaß.
Es iſt der aus Merſeburg ſtammende 25 Jahre alte
Uhr=
macher Sonntag.
Bern, 29. Sept. (Mord.) Im Berner Wald wurde
geſtern der 28jährige Chauffeur Hebler aus Bern, Vater
von vier Kindern, ermordet aufgefunden. Am
Samstag früh war der Chauffeur mit zwei Fremden in
den Wald gefahren. Bald darauf hatten Paſſanten Schüſſe
gehört. Die Leiche, die mit Tannenzweigen bedeckt war,
wies zwei Schüſſe am Kopfe auf und war gänzlich
aus=
geraubt.
Prag, 28. Sept. (Mord und Selbſtmord.)
Heute früh ſchoß der 57jährige Handelsſchulleiter Hlavacek
auf ſeine Frau und drei Kinder und verübte dann
Selbſt=
mord. Seine Frau und zwei Kinder ſind tot; das dritte
Kind iſt ſchwer verletzt. Finanzielle Schwierigkeiten und
unheilbare Krankheit bei der Frau und den Kindern
gel=
ten als Beweggründe.
Lorient, 28. Sept. (Exploſion.) Ein Senkkaſten,
in dem zehn Arbeiter beſchäftigt waren, ſtürzte infolge
einer Exploſion von komprimierter Luft im Hafen um und
ſank. Sieben Arbeiter wurden ſchwer verletzt und
bewußt=
los durch Boote gerettet, ein achter kam tot an die
Ober=
fläche. Es muß der ſieben Meter tief liegende Senkkaſten
zertrümmert werden, um die Leichen der letzten beiden
Verunglückten zu bergen.
Petersburg, 29. Sept. (Untergang eines
Dampfers.) Nach einer Blättermeldung iſt der
Kriegsdampfer „General Bobrikow” 80
Kilo=
meter von Willemſtrand auf ein Riff aufgelaufen. Er hat
ein großes Leck bekommen. An Bord waren der Stabschef
des Petersburger Militärbezirks Generalmajor Gulewitſch
und der Brigadekommandeur der finniſchen Schützen,
Ge=
neral Norbeck, der Stabschef der Feſtung Wiborg und ein
Offizier. Der Dampfer ſank ſchnell. Ein
Privat=
dampfer brachte rechtzeitig Hilfe und nahm die Paſſagiere
auf. General Norbeck ſprang vor der Ankunft des
Damp=
fers ins Waſſer und erreichte das Ufer ſchwimmend.
Fayette bei Jefferſon (Miſſiſſippi), 28. Sept. (
Ge=
lynchte Neger.) Heute entſtanden hier Unruhen
da=
durch, daß zwei junge Neger durch die Stadt liefen und
nach allen Seiten mit Revolvern ſchoſſen, wodurch
drei=
zehn Perſonen getötet und ſechs verwundet
wur=
den. Die Neger wurden eingefangen und gelyncht. Ihre
Leichen hängte man am Bahnhof auf. Truppen ſind nach
Fayette abgegangen, um weitere Ruheſtörungen zu
ver=
hüten.
Der Fall Adam vor dem
Schwurgericht.
Der frühere Rechner von Nieder=Modau, der 56 Phil. Adam, hatte ſich geſtern vor dem
Schwur=
gericht wegen der als Verbrechen im Amte ſich
charakte=
riſierenden Veruntreuungen und
Unterſchla=
gungen bei der Gemeinde= und
Kirchen=
kaſſevon Nieder=Modau, ſowie der Fälſchung
von öffentlichen Urkunden zu verantworten,
nachdem er bereits von der Strafkammer wegen der
übri=
gen Verbrechen zu 5½ Jahren Zuchthaus
verur=
teilt worden iſt.
Der Vorſitzende des Schwurgerichts, Landgerichtsrat
Conradi, begrüßte die Geſchworenen und teilte mit,
daß dieſe Tagung erſtmalig unter der Geltung des
Reichs=
geſetzes vom 29. Juli 1913 über die Gewährung von
Tage=
geldern an Schöffen und Geſchworene ſtattfindet. Nach
den Ausführungsbeſtimmungen des Bundesrats vom
2. Auguſt 1913 erhalten die Schöffen und Geſchworenen
5 Mark Tagegeld, und an Entſchädigung für Fahrt wird
an die auswärts wohnenden Geſchworenen 6 Pfg. für
jeden angefangenen Bahnkilometer, bei anderen
Beför=
derungsmitteln 20 Pfg. pro Kilometer gezahlt. Für
Nacht=
quartier werden 3 Mark Entſchädigung gewährt. Ein
Verzicht auf dieſe Zahlungen ſei nicht zuläſſig. Zu
Be=
ginn der Verhandlung gab der Vorſitzende eine
Schil=
derung der geſamten Sachlage und der früheren
Straf=
kammerverhandlung. Sodann wurde der aus dem
Kran=
kenhaus vorgeführte Angeklagte Adam vernommen.
Seit 1889 war Adam Gemeinderechner von Nieder=
Modau, ſeit 1895 Kirchenrechner, eine Zeitlang war er
auch ſtaatlicher Untererheber, wurde aber von dieſem Amt
enthoben, als der Reviſor Bangel 1902 einen Defekt von
mehreren hundert Mark entdeckte. Nach eigener Angabe
begann Adam 1903 oder 1904 mit der Veruntreuung von
Gemeindegeldern. Er habe damals 300 Mark aus der
Gemeindekaſſe entnommen, als ihm dieſer Betrag in der
Genoſſenſchaftskaſſe fehlte. Später hat er dann je nach
Bedarf der einen oder der anderen Kaſſe Gelder
ent=
nommen, um die Defizits zu decken. Außerdem
ver=
brauchte er aber auch Geld aus der Gemeindekaſſe zum
eigenen Bedarf. So hat er 1200 Mark dazu verwandt, um
eine Abrechnung über das Haus Wirtſchaft „Loreley” an
Pallmann zu begleichen. Dieſen Betrag entnahm er der
Gemeinde= und der Kirchenkaſſe, welche Kaſſen nicht
ge=
trennt geführt wurden. Adam ſchätzt, daß dieſe
Entnah=
men bis 1908 ein Defizit von 3200 bis 3400 Mark
ver=
urſacht hatten. Dieſe Summe iſt dann noch ganz
bedeu=
tend gewachſen, obgleich er damals aus der Rechnerſtellc
des Spar= und Kreditvereins Nieder=Modau entfernt
wor=
den war und er Wechſel des Vereins nicht mehr begeben
konnte. Pallmann beſaß nämlich noch Adamblankette, die
er weiter in Verkehr brachte; ſo befindet ſich unter den
Wechſeln ein Adamwechſel, der den 4. April 1910 als
Ausſtellungstag trägt. Auch im Nachlaß Pallmanns
fan=
den ſich noch drei Blankoakzepte mit dem Namen Philipp
Adam. Bei den Einlöſungen wurde Adam vielfach in
Anſpruch genommen. Als ihm ſchließlich durch Beck der
Zugang zu der Genoſſenſchaftskaſſe verſchloſſen wurde,
wuchs das Manko in der Gemeinde= und Kirchenkaſſe
be=
deutend an.
Im Sommer 1910 machte der Bürgermeiſter Schaller
von Nieder=Modau das Kreisamt Dieburg darauf
auf=
merkſam, daß etwas nicht in Ordnung ſein könne. Es
er=
folgte aber erſt im Juli 1911 die Kaſſenreviſion. Im
Jahre 1911 ſollte Adam an eine Offenbacher Firma 2000
Mark für Feuerwehrgeräte bezahlen, dieſe Summe
ver=
wendete Adam zur Bezahlung von Wechſelſchulden, ebenſo
500 Mark vereinnahmte Brandentſchädigung. Insgeſamt
hat Adam der Gemeindekaſſe 13370,54 Mark und der
Kir=
chenkaſſe 2254,43 Mark veruntreut. Zur Deckung des
Man=
kos bei der Gemeindekaſſe hat Adam im Juli 1911 von
einer Spareinlage ſeiner Schwiegermutter 11000 Mark
er=
hoben, ſo daß hier im Verein mit der Kaution der
Scha=
den gedeckt wurde.
Zur Verdeckung und Ermöglichung ſeiner
Verun=
treuungen und Unterſchlagungen ſcheute Adam nicht
vor=
der falſchen Buchführung und der Fälſchung von
öffent=
lichen Urkunden zurück. So hatte er jährlich die Zinſen
für ein Darlehen der Gemeinde an die Genoſſenſchaftskaſſe
zu zahlen. Die Zinſen zahlte er aber nicht aus, ſondern
nahm ſie für ſich in Anſpruch und quittierte darüber, ſo
daß der Eindruck erweckt wurde, als ob ſie bezahlt worden
wären. Während er als Rechner des Nieder=Modauer
Vereins meiſt nur die beglaubigte Unterſchrift ſeines
Schwiegervaters Roßmann fälſchte, fälſchte er ſpäter
ſämt=
liche Unterſchriften von Beck und Perron, ſowie die
be=
glaubigenden Unterſchriften eines Ortsgerichtsmanns.
1902 hatte der Reviſionsbeamte Bangel einen
Fehlbe=
ttrag von 400 M. feſtgeſtellt, und auf ſeinen Bericht hin ward
Adam von der Stellung eines Erhebers enthoben. Er
benachrichtigte auch den Reviſionsverband
landwirtſchaft=
licher Genoſſenſchaften von den anſcheinend vorliegenden
Pflichtwidrigkeiten Adams, doch ohne Erfolg. Als das
Kreisamt Anfang Auguſt 1911 von den Fehlbeträgen der
Gemeinde= und Kirchenkaſſe Nieder=Modau erfuhr, wurde
Adam auferlegt, bis zum 7. Auguſt das Manko zu
be=
ſeitigen und ſein Amt niederzulegen. Da dies Adam nicht
möglich war, entnahm er am Tage vor Ablauf der ihm
geſetzten Friſt der Kaſſe nochmals 200 Mark und floh nach
Baſel, von dort nach Amerika. Er wurde im Staate
Ohio ermittelt und von den Vereinigten Staaten
aus=
geliefert.
Der Vorſitzende teilte noch mit, das Auswärtige Amt
habe mitgeteilt, daß die Vereinigten Staaten damit
ein=
verſtanden ſind, daß das Verfahren gegen Adam auch auf
die Gegenſtände ausgedehnt werden könne, bei welchen nicht
Antrag auf Auslieferung geſtellt wurde, und daß das
Großh. Miniſterium des Innern auf eine Vorentſcheidung
des Verwaltungsgerichtshofes über die
Beamteneigen=
ſchaft Adams verzichtet habe.
Die Zeugenvernehmung erſtreckte ſich auf die
Feſt=
ſtellung der einzelnen Fälle und die Vernehmung einer
Reihe von Leumundszeugen. Es kommt noch einmal zur
Erörterung die ganze Miſere von arenzenloſem Vertrauen
im Verein mit einer Kontrolle, die Adam in ſeinem
ver=
brecheriſchen Treiben eher ermutigte als zurückſchreckte.
Staatsanwalt Dr. Krug plädierte für Bejahung der
Schuldfragen und Verneinung der Frage nach mildernden
Umſtänden. Das Geſtändnis Adams käme nicht weſentlich
mildernd in Betracht, denn eine Ueberführung Adams
wäre ohnehin leicht möglich geweſen. Der Verteidiger,
Rechtsanwalt Oppenheimer, plädiert für mildernde
Umſtände; die Schwere des Unglücks, das über Nieder=
Modau hereinbrach, ſei ſchon genügend in dem Urteil der
Strafkammer berückſichtigt worden. — Die den
Geſchwore=
nen vorgelegten 24 Fragen enthalten jedes einzelne Delikt
der Veruntreuungen, Fälſchungen uſw.
Das Urteil.
Die Geſchworenen bejahten ſämtliche Schuldfragen
mit Ausnahme in einem Falle der Urkundenfälſchung und
billigten Adam in allen Fällen mildernde Umſtände zu
mit Ausnahme bei der Amtsunterſchlagung. Der
Staats=
anwalt beantragte für die Amtsunterſchlagung 1 Jahr
Zuchthaus, wegen jeder Urkundenfälſchung, die mit
Un=
treue zuſammentrifft, 8 Monate und beantragt unter
Ein=
beziehung der von der Strafkammer erkannten
Zuchthaus=
ſtrafe von 5½ Jahren eine Geſamtſtrafe von
7 Jahren Zuchthaus. Der Verteidiger hält eine
Geſamtzuchthausſtrafe von 6 Jahren für ausreichend
und bittet, dem Angeklagten, wie früher, die
Unter=
ſuchungshaft mit 1 Jahr 3 Monaten anzurechnen. — Das
Gericht zog erſchwerend in Betracht den ungeheuren
Um=
fang der Veruntreuungen und die ſchweren Folgen, die
ſie gehabt haben. Als mildernd wurde in Rechnung
ge=
zogen der offenbare Einfluß, den Pallmann auf ihn
aus=
übte und dem er ſich nicht entziehen konnte, ſo daß er in
einer Zwangslage handelte, ferner ſein offenes und
reu=
mütiges Geſtändnis und der Umſtand, daß er in letzter
Stunde alles getan hat zur Beſeitigung der Schäden, die
entſtanden ſind. Wegen des Verbrechens im Amte
er=
kannte das Gericht auf 1 Jahr Zuchthaus und wegen der
Urkundenfälſchungen ſiebenmal auf je 6 Monate
Gefäng=
nis, die in je 4 Monate Zuchthaus umgewandelt wurden.
Aus dieſen Einzelſtrafen bildete das Gericht eine
Geſamt=
ſtrafe von 6 Jahren 9 Monaten Zuchthaus. Die
Anrechnung von 1 Jahr 3 Monaten der Unterſuchungshaft,
ſowie die anderen Nebenſtrafen bleiben beſtehen. Die bis
zum geſtrigen Urteil verbüßte Strafhaft wurde
angerech=
net. Adam ſowohl als auch der Staatsanwalt erkannten
das Urteil an.
Luftfahrt.
* Wiſſenſchaftliche Ballonaufſtiege. Am
Donnerstag, den 2. Oktober 1913, finden in den
Morgen=
ſtunden Internationale wiſſenſchaftliche
Ballonaufſtie ge ſtatt. Es ſteigen Drachen,
be=
mannte oder unbemannte Ballons in den meiſten
Haupt=
ſtädten Europas auf. Der Finder eines jeden
unbemann=
ten Ballons enthält eine Belohnung, wenn er der jedem
Ballon beigegebenen Inſtruktion gemäß den Ballon und
die Inſtrumente ſorgfältig birgt und an die angegebene
Adreſſe ſofort telegraphiſch Nachricht ſendet.
* Mannheim 29. Sept. Die geſtern vormittag
aufgeſtiegenen Freiballons „Geheimrat Reiß”,
„Schütte=Lanz” und „Zähringen” landeten bereits geſtern
nachmittag und zwar „Geheimrat Reiß” bei Malmedy
gegen 5 Uhr und „Zähringen” ungefähr zu der gleichen
Zeit 5 Kilometer von Malmedy entfernt. Der Freiballon
„Schütte=Lanz” war um 2 Uhr 10 Minuten in Uerzig
an der Moſel gelandet.
* Paris, 29. Sept. Der Flieger Brindejonc,
der an einem Tage von Paris nach Warſchau geflogen iſt.
behauptet daß ihm der Pommery=Pokal
gebühre und nicht Guillaur der bei ſeinem Flug von
Villacoublay nicht in Brakel (Provinz Hannover), ſondern
in dem um 45 Kilometer näher gelegenen Brockel gelandet
ſei. Die nationale Luftſchiffahrtsliga hat die
Bürger=
meiſter von Brakel und Brockel ſchriftlich um Aufklärung
über dieſen ſtrittigen Punkt erſucht.
Landwirtſchaftliches.
zu Darmſtadt.
Schlachtviehmarkt
Schweinemarkt am 29. September. Auftrieb durch
Händler 173, durch die Bezugsvereinigung 100 Schweine.
Preiſe für 50 Ka. Schlachtgewicht: 1. Qualität 82. Mark,
2. Qualität 81 Mark, 3. Qualität 80 Mark. Marktverlauf:
mäßig, Ueberſtand.
Frankfurt a. M., 29. Sept.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1334 Rinder
(einſchl. 41 aus Oeſterreich), darunter 491 Ochſen, 52
Bullen, 791 Färſen und Kühe, ferner 303 Kälber, 119
Schafe und 2448 Schweine. Preiſe für 1 Zentner
Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark: Ochſen:
voll=
fleiſchige, ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes im Alter
von 4—7 Jahren 52—57 (95—98), junge fleiſchige, nicht
ausgemäſtete und ältere ausgemäſtete 49—52 (89—95)
mäßia genährte junge und gut genährte ältere 43—47
(79—87); Bullen: vollfleiſchige, ausgewachſene höchſten
Schlachtwertes 50—52 (83—86), vollfleiſchige. jüngere
45—48 (78—83); Färſen und Kühe: vollfleiſchige,
aus=
gemäſtete Färſen höchſten Schlachtwertes 50—53 (89—95)
vollfleiſchige, ausgemäſtete Kühe höchſten Schlachtwertes
bis zu 7 Jahren 47—50 (87—89), wenig gut entwickelte
Färſen 42—47 (81—90), ältere, ausgemäſtete Kühe und
wenig aut entwickelte jüngere Kühe 41—46 (76—86), mäßig
genährte Kühe und Färſen 32—40 (64—80), gering
ge=
nährte Kühe und Färſen 27—31 (61—70); Kälber:
mittlere Maſt= und beſte Saugkälber 62—66 (105—112),
geringere Maſt= und gute Saugkälber 57—60 (97—102);
Schafe: Maſtlämmer und Maſthammel 46—47 (96—98)
Schweine: vollfleiſchige von 160—200 Pfd.
Lebendge=
wicht 61½—64 (80—82), vollfleiſchige unter 160 Pfd.
Lebendgewicht 61—63 (78—80), vollfleiſchige von 200 bis
240 Pfd. Lebendgewicht 62—65 (80—82), vollfleiſchige von
240—300 Pfd. Lebendgewicht 62—64 (80—82).
Markt=
verlauf: Rinder hinterließen bei langſamem
Geſchäfts=
gang etwas Ueberſtand, Kälber wurden bei lebhaftem
und Schafe bei ruhigem Handel ausverkauft. Der
Schweinemarkt verlief gedrückt und wurde nicht
ausver=
kauft. — Marktverlegung. Die Märkte vom
Don=
nerstag, den 2.. 16. bezw. 23. Oktober finden Mittwoch,
den 1., 15. bezw. 22. Oktober d. J. ſtatt.
Seite 6.
Nummer 230.
Deutſche Zentrale für Zugendfürforge.
St. Darmſtadt, 29. September.
Nach einem zwangloſen Begrüßungsabend am
Sonn=
tag im „Hotel Heß” begann heute vormittag 9 Uhr im
Städtiſchen Saalbau die Tagung der „Deutſchen
Zen=
trale für Jugendfürſorge”. Aus ganz
Deutſch=
land ſind Teilnehmer, führende Damen und Herren auf
dem weiten Gebiete der Jugendfürſorge, erſchienen. Auch
die erſte Vorſitzende der Zentrale, Ihre Kgl. Hoheit Frau
Fürſtin zu Wied, wohnt der Tagung bei. Als
Ver=
treter der Großh. Staatsregierung iſt Herr Miniſterialratz
Hölzinger, als Vertreter der Stadt Bürgermeiſter
Mueller, als Vertreter der Polizeibehörde Herr
Regie=
rungsrat Gennes als Vertreter des Oberkonſiſtoriums
Präſident D. Nebel, weiter die Herren Provinzialdirektoc
Geheimerat Fey, Geheimerat Dr. Dietz viele Aerzte,
Lehrer und Lehrerinnen, anweſend. Den Vorſitz führte in
Vertretung der Frau Fürſtin zu Wied Herr
Amtsgerichts=
rat Dr. Köhne=Berlin, der bekannte Jugendrichter.
Begrüßungen.
Nach der Eröffnung der Tagung hielt
Amtsgerichtsrat Dr. Köhne
einen kurzen Vortrag über die Gründung der Zentrale
und ihre Zwecke und Ziele. Er weiſt darauf hin, daß die
heutige die erſte Tagung außerhalb Berlins iſt und ſpricht
der Stadt Darmſtadt für die hierzu ergangene Einladung,
der man ſehr gerne gefolgt ſei, herzlichen Dank aus und
begrüßt ſodann die zahlreichen behördlichen Vertreter, die
offiziell zu der Tagung entſandt wurden, inſonderheit die
Vertreter der heſſiſchen Miniſterien, des Innern und der
Juſtiz, des badiſchen Miniſteriums der Juſtiz, der
Pro=
vinzialdirektion Darmſtadt, des Generalfeldmarſchalls
Freiherrn von der Goltz, (Generalleutnant
Bern=
hard Exz. Es ſind weiter vertreten das badiſche
Miniſte=
rium des Großh. Hauſes, der Juſtiz und des Auswärtigen
(Kölbin=Mannheim), Großh. Badiſches Bezirksamt
Tilger), Magiſtrat Flensburg (Stadtrat Kaftan),
Magiſt=
rat Poſen (Stadtrat Lemmel), Bürgermeiſterei Worms
(Amtmann Rahn), Polizeipräſidium Frankfurt a. M.,
Bürgermeiſtereien Langenberg, Offenbach, Mainz, Barmen,
Magiſtrat Siegen, Landeshauptmannſchaft für Naſſau
(Landesrat Auguſtin=Wiesbaden) Fürſorgevereine von
Hannover, Berlin, Gießen, Breslau, Chemnitz, Frankfurt,
Mannheim, Köln, Alzey, Elberfeld Jena, Bielefeld, Halle,
Wyk, Ludwigsburg, Straßburg, Worms uſw. uſw.,
ins=
geſamt mit über 500 Teilnehmern.
Miniſterialrat Hölzinger
begrüßt die Verſammlung namens der Staatsregierung.
Er dankt zunächſt verbindlichſt für die Einladung zur
Tagung, beſonders für die freundlichen Begrüßungsworte,
und fährt dann fort: Daß es gelungen iſt, für alle
Be=
ſtrebungen auf dem Gebiet der Jugendfürſorge eine
Zentrale zuſchaffen, hat als ein weſentlicher
Fort=
ſchritt zu gelten. Gerade aus der vereinten Arbeit in
dieſer Zentrale werden die einzelnen Teile der
Jugend=
fürſorge eine weit größere Förderung finden können, als
wenn ſie ihre Angelegenheiten jeder nur für ſich
behan=
deln. Allen dieſen Beſtrebungen in der Fürſorge um die
Jugend wird aber der Staat das lebhafteſte
Intereſſe entgegenbringen. Denn wenn der Staat
und ſeine Organe ſchließlich auch Geſetze und Einrichtungen
der mannigfachſten Art auf dieſem Gebiet geſchaffen haben
und weiter ſchaffen können, der rechte Geiſt kann in dieſe
nur hineinkommen und ſie können nur dann zweckdienlich
ausgeſtattet und ausgeführt werden, wenn weite Kreiſe
der Bevölkerung dafür Intereſſe finden und ſelbſt an der
Durchführung und Weitergeſtaltung mitarbeiten. Wir
wünſchen deshalb, daß Ihre Tagung einen guten, die
Sache fördernden Verlauf nehmen möge. Wir wünſchen
aber auch, daß Sie von den verſchiedenartigſten
Einrich=
tungen zur Fürſorge der Jugend, die Sie hier und auch
vielleicht ſonſtwo in unſerem Land kennen lernen, einen
guten Eindruck mit nach Hauſe nehmen und in
gegen=
ſeitiger Ausſprache der Meinungen dieſen Einrichtungen,
ſei es hierzulande oder anderwärts, mancherlei zugut
kommen möchte, auf daß die Darmſtädter Tagung der
Deutſchen Zentrale für Jugendfürſorge einen mächtigen
Schritt vorwärts auf dieſem Gebiet bedeute.
Bürgermeiſter Mueller.
Mit herzlicher Freude begrüßt die Stadt Darmſtadt
ihre liebenswürdigen Gäſte. Gäſte bringen Leben ins
Haus, Friſche und Anregung. Und das kann auch dem
beſten Haushalt nur von Nutzen ſein. Zumal, wenn der
Austauſch der Gedanken ſich auf einem Gebiete vollzieht,
das kaum eine Tradition beſitzt, das ſelber Leben iſt
und Bewegung. Tauſendfältig ſind die Fragen, die die
Jugendfürſorgearbeit uns täglich aufs neue ſtellt und
maſſenhaft die Probleme, die noch einer wirklich guten
einwandfreien Löſung harren. Es gilt, die Seele des
be=
wußt oder unbewußt leidenden Kindes ergründen und
einen Blick in die Seelen der Menſchen zu tun, die für das
Wohlergehen des Kindes nach Geſetz oder Vertrag
ver=
antwortlich ſind, ſich aber dieſer Verantwortung aus
Schwäche, Bosheit oder Gewinnſucht entziehen. Und es
gilt, dabei mit Einrichtungen, Gebräuchen und Vorurteilen
aufzuräumen, deren Exiſtenz das Gewicht einer
tauſend=
jährigen Geſchichte beſitzt. Es iſt ein unbeſtreitbares
Ver=
dienſt unſerer Zeit, daß ſie mit einem gewaltigen Willen
zur Tat an die Löſung dieſer Aufgaben herangetreten und
trotz mancher Mißerfolge und Entgleiſungen mit
unver=
minderter Arbeitsluſt und Arbeitfähigkeit tätig iſt.
Die=
ſer Tatendrang hat freilich auch ſeine Kehrſeite. Ein
draſtiſches Sprichwort ſagt: „Viele Köche verderben den
Brei‟. Es paßt zwar nicht eigentlich auf unſere
Jugend=
fürſorgearbeit. Denn Köpfe, Hände und Herzen für unſere
Arbeit können wir nie genug haben. Aber die Lehre
kön=
nen wir doch aus dem Sprichwort ziehen, daß es mit dem
guten Willen allein nicht getan iſt wenn die
Organi=
ſation nichts taugt. In der Tat fehlt es noch vielfach an
einer zweckmäßigen Organiſation, die freilich auch nur
aufgebaut ſein kann auf einer genauen Kenntnis des
Untergrundes. Weiſe Einteilung und Verteilung tut Not,
aber auch eine Sammlung der Gedanken und eine Sichtung
der Begriffe, nachdem nunmehr wohl die Sturm= und
Drangperiode der Jugendfürſorgearbeit als abgeſchloſſen
gelten darf, ein Sichklarwerden über die tieferen
urſäch=
lichen Zuſammenhänge der Probleme und übee die
Richt=
linien für ein wirklich erfolgverheißendes Vorgehen.
Dieſen Zielen will auch die nun beginnende
Herbſt=
konferenz der Deutſchen Zentrale für Jugendfürſorge
die=
nen und wir alle haben das lebhafteſte Intereſſe daran,
ihren Verhandlungen einen reichen Erfolg zu wünſchen,
nicht zuletzt die Stadt Darmſtadt, deren Kämpfer und
Kämpferinnen entſchloſſen ſind ſich unter der Fahne des
Rechts, der Sitte und der Menſchlichkeit in vorderſter
Schlachtreihe zur Verfügung zu ſtellen.
Profeſſor Kiſſinger
begrüßt die Verſammlung herzlichſt im Namen des „
Ver=
bandes für Jugendwohlfahrt und Jugendfürſorge”
ver=
breitet ſich kurz über die bisherige Tätigkeit dieſes
Ver=
bandes, um deſſen Gründung und Wirkſamkeit ſich
be=
ſonders Herr Bürgermeiſter Mueller verdient gemacht
habe. Redner teilt dann weiter mit, daß Se. Kgl. Hoheit
der Großherzog für die auswärtigen Teilnehmer des
Kongreſſes Karten zu der heutigen Feſtvorſtellung
zur Verfügung geſtellt habe.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten
Referate.
Den Reigen der Vorträge eröffnet Frl. Dr. jur.
Frieda Duenſing=Berlin=Baumſchulenweg über
das Thema:
Schutz der Familie gegen den trunkſüchtigen
Familienvater.
Die Referentin ſtellt folgende Leitſätze auf:
Unauf=
hörlich kommen in großer Zahl Fälle vor, in welchen an
Leib und Leben durch den trunkſüchtigen Mann ſchwer
ge=
fährdete Ehefrauen, Behörden oder Vereine um Schutz für
ſich und ihre Kinder anrufen. Vergebens jedoch, weil es
bis jetzt an den ausreichenden geſetzlichen Mitteln dazu
fehlt. Gewalttätige Trunkſüchtige, die ſtrafbare, auf
Trunkſucht zurückzuführende Handlungen gegen die
perſön=
liche Sicherheit von Angehörigen begangen haben und das
Wohl der Familie gefährden, ſind aus der Familie zu
ent=
fernen und bis zur Beſſerung in Gewahrſam zu halten.
Hierzu die erforderlichen, zuverläſſig wirkſamen Mittel zu
ſchaffen, iſt eine dringende Aufgabe und Pflicht der
Geſetz=
gebung.
Der 2. Referent, Direktor Schwandner,
Vor=
ſtand des Zuchthauſes in Ludwigsburg, ſieht das geltende
Recht und die beſtehende Organiſation der freien
Liebes=
tätigkeit auf dem zu behandelnden Gebiet etwas
opti=
miſtiſcher an und führt des näheren aus, inwieweit mit
dem Strafgeſetzbuch (§§ 223a. Abſ. 2 und 361, Ziffer 5)
und mit den Geſetzen über Ausübung der Armenpflege bei
Arbeitsſcheuen und ſäumigen Nährpflichtigen gegen
trunk=
ſüchtige Familienväter vorgegangen werden könne; er weiſt
u. a. an der Hand der Statiſtik nach, daß die Zahl der
Entmündigungen an Trunkſucht ſtändig ſteige. Der
Feh=
ler liege nicht ſo ſehr an den Geſetzen, als an der
vor=
herigen und namentlich rechtzeitigen Anwendung
derſel=
ben. Er iſt mit der Referentin darin einig, daß noch viel
zu geſchehen habe, um den Familien=Schutz noch wirkſamer
zu geſtalten; es müſſe beſſer werden in Abſicht
1. auf die Verhütung der Trunkſucht,
2. auf die Beſtrafung, Verwahrung, Behandlung und
Heilung des Trunkſüchtigen,
3. auf die augenblickliche Sicherung der Familie bei
drohender Gefahr für Leib und Leben.
Der freien Liebestätigkeit öffnet ſich ein
weites Feld auf dem Gebiet der Verhütung; ſie wird aber
unterſtützt und geſtützt werden durch die Geſetzgebung.
Hier iſt die Reform des Strafgeſetzes in erſter Linie
freu=
dig zu begrüßen. Namentlich findet ſeinen Beifall die
Mög=
lichkeit von Unterbringung in einer Trinkerheilanſtalt und
der Verwahrung gemeingefährlicher Geiſtig=
Minder=
wertiger in Heil= und Pflegeanſtalten.
Referent ſchlägt folgende Leitſätze vor: I. Im
Intereſſe eines wirkſameren Schutzes der Familie gegen
trunkſüchtige Familienväter ſind freudig zu begrüßen die
von der Strafrechtskommiſſion vorgeſchlagenen
Beſtim=
mungen des künftigen Strafgeſetzbuchs für das Deutſche
Reich bezüglich der Beſtrafung und Behandlung von
Trinkern und Trunkſüchtigen, namentlich die ſichernden
Maßnahmen der Unterbringung in einer
Trinkerheil=
anſtalt und der Verwahrung der freigeſprochenen
gemein=
gefährlichen Trinker in einer Heil= und Pflegeanſtalt.
II. Zur Erhöhung der Wirkſamkeit dieſes Schutzes iſt
anzuſtreben: 1. Einführung des Pollard=Syſtems ins
neue Strafgeſetzbuch in Verbindung mit den
Beſtim=
mungen über die bedingte Strafausſetzung; 2. einheitliche
Geſtaltung der Schutzfürſorge und Schutzaufſicht im Sinne
einer Bevormundung und Ausdehnng der
Berufsvor=
mundſchaft auch auf die Schutzaufſicht. 3. Bewilligung
hin=
länglicher öffentlicher Mittel für die Schutzaufſicht und
Schutzfürſorge; 4. das Antragsrecht der
Staatsanwalt=
ſchaft im Entmündigungsverfahren wegen Trunkſucht;
5. Aenderung der Strafprozeßordnung in Abſicht auf die
Verhängung von Unterſuchungshaft: a) durch Einführung
des Haftgrunds der Prävention; b) durch Ausdehnung der
Vermutung der Fluchtgefahr auch auf ſolche Vergehen,
bei denen die ſichernden Maßnahmen der Unterbringung
in einer Trinkerheilanſtalt oder der Verwahrung in einer
Heil= und Pflegeanſtalt zuläſſig ſind.
Den beiden Referenten dankte die Verſammlung für
ihre eingehenden, lichtvollen und überzeugenden
Ausfüh=
rungen mit reichem Beifall. Nach kurzer Pauſe eröffnete
der Vorſitzende die
Diskuſſion.
Erſter Redner in dieſer iſt Geheimer Regierungsrat
Pütter=Beclin, der über die Wirkungen und die
Or=
ganiſation der Fürſorgeſtellen in Berlin berichtet, die
inbezug auf Trunkſüchtige im weſentlichen darauf
gerich=
tet iſt, nach Möglichkeit moraliſch auf den Trinker
einzu=
wirken. Die Erfahrungen haben gelehrt, daß ebenſo wie
nur leichte Tuberkuloſe auch nur der leichtere Alkoholiker
geheilt werden kann. In Fällen, wo der Trinker eine
Ge=
fahr für ſeine Familie bedeutet, tritt die Fürſorgeſchweſter
in Tätigkeit, die zuerſt ihr Augenmerk auf die Beſſerung
der wirtſchaftlichen Verhältniſſe richtet. Sehr oft hören
die Mißhandlungen der Familie dann auf und auch ſonſt
iſt die Tätigkeit der Schweſter meiſt von erfreulichem
Er=
folg. In vielen Fällen wird die Hilfe der Fürſorgeſtellen
von der betroffenen Familie ſelbſt nachgeſucht. Gegen den
Trinker ſelbſt kann die Fürſorgeſtelle praktiſch ſehr wenig
ausrichten. Gegen rabiate Trinker iſt ein ſchneller
durch=
greifender Schutz zu ſchaffen. Die Unterbringung
noto=
riſcher Trinker in den Heilanſtalten iſt zwecklos, da dieſe nicht
mehr zu heilen ſind. — Geh. Regierungsrat Dr. Dietz:
Fälle, wie ſie die Referentin angeführt hat, können letzten
Endes auch durch die Geſetzgebung nicht vermieden
wer=
den. Hier iſt ſchnelles Eingreifen in jedem Einzelfalle
not=
wendig und auch möglich. Zu fordern und auch möglich
iſt, die Kinder, auch die nicht mehr ſchulpflichtigen, von den
Eltern zu entfernen. Anträge auf Entmündigung können
und werden ſchon jetzt von Armenverwaltungen geſtellt.
Wirkſamer als die Entmündigung ſelbſt iſt die Drohung
mit dieſer. Von der Ueberweiſung an die
Landespolizei=
behörde, bezw. Arbeitshaus wird allenthalben ſchon
Ge=
brauch gemacht. Notwendig iſt die Aufklärung über die
Wirkungen des Alkohols. Das ſogenannte Pollard=
Syſtem, d. h. der bedingte Strafaufſchub unter dem
Ver=
ſprechen des Alkoholenthaltens, iſt in Heſſen faſt
allent=
halben eingeführt, doch waren die Erfahrungen damit
wenig günſtig. Vielfach ſind die Ehefrauen ſelbſt ſchuld,
wenn ihr trinkender Mann nicht gebeſſert wird —
Pro=
feſſor Dr. Aſchaffenburg=Köln: Den Ausführungen
der Referentin iſt durchaus zuzuſtimmen. Aber es iſt
tat=
ſächlich ſo, daß vielfach die Frauen ſelbſt Schuld ſind an
ihrem Elend. Daß nur leichte Trinker zu heilen ſind iſt
nicht richtig, man kann auch Delirium tremens heilen. Ein
Krebsſchaden ſind die Trinkſitten (Sehr richtig). Unſere
jetzigen Geſetze ſind wohl ausreichend doch müſſen ſie
anders gehandhabt werden. Bei der Reform des
Straf=
geſetzbuches müſſen allerdings Verſchärfungen beſonders
in bezug auf die Ueberweiſung an die Arbeitshäuſer
ge=
fordert werden. Zur Erziehung zur Abſtinenz gehört
etwas ganz anderes als die zeitweiſe Entziehung des
Al=
kohols. Die Zeitdauer der Einweiſung in eine Anſtalt
dürfte unter keinen Umſtänden vorher beſtimmt werden.
Der Trinker muß ſolange (nach probeweiſer Entlaſſung)
in der Anſtalt bleiben, bis er kuriert iſt, eventuell auf
Lebenszeit. Mit der perſönlichen Freiheit wird bei uns
viel Unfug getrieben. Trinker ſind als Kranke, eventuell
als gefährlich Kranke zu behandeln. — Bürgermeiſter Dr.
Luppe=Frankfurt ſtimmt dem Vorredner im
weſent=
lichen bei. Das Reichsgericht hat durch ſeine unglückliche
Auslegung des § 3 des Ueberweiſungsgeſetzes dieſen faſt
beſeitigt. Die Entmündigung kann, richtig angewendet,
recht wirkſam ſein. Man muß nur vor dem ſog. „Eingriff
in die perſönliche Freiheit” nicht zurückſchrecken.
Probe=
weiſe Entlaſſung iſt zu empfehlen, da die Trinker ſich in
der Anſtalt nicht ſehr anſtändig benehmen, aber zu früh
entlaſſen, wieder in die Roheiten verfallen. — Amtsrichter
Dr. May=Oſthofen erzählt von ſeinen Erfahrungen in
ländlichen Kreiſen, beſonders in der Wein produzierenden
und auch viel Wein konſumierenden Provinz Rheinheſſen.
Hier iſt die Trunkſucht auch in den mittleren und
wohl=
habenden Kreiſen zu finden. Ein Krebsſchaden iſt hier
das Anrecht auf den ſogenannten Trinkwein (Haustrunk).
Das iſt ein Wein, aus Treſtern hergeſtellt, deſſen Genuß
überhaupt verboten werden ſollte, und der einen Teil des
Arbeitslohnes ausmacht. Die Kreisämter ſollten ſich
die=
ſer Sache einmal annehmen. —
Direktor Dr.
Pollig=
keit der Zentrale für private Fürſorge in Frankfurt
ſtimmt der Referentin im weſentlichen bei. Die Reform
der Geſetzgebung auf dieſem Gebiete iſt notwendig.
Redner verbreitet ſich eingehender über die
Trinkerheil=
maßnahmen in England. Mit den Trinkerheilanſtalten
habe man dort ſchlechte Erfahrungen gemacht, weil die
Teunkſucht meiſt ſchon zu feſt wurzelt. Es iſt doch
not=
wendig, die Trinker im Anfangsſtadium in die Anſtalt zu
bringen.
Danach wird ein Antrag auf Schluß der Rednerliſte
angenommen. — Beigeordneter Dr. Heß=Barmen hält
ſich für verpflichtet, den Ausführungen der Referentin
ent=
gegenzutreten. Als Praktiker (Polizeiverwalter) halte er
eine Reform der Geſetzgebung nicht für notwendig. Es
kommt nur auf die Perſönlichkeiten an, die die Geſetze zu
handhaben haben. Dieſe reichen vollſtändig aus. Von
großem Wert ſind die Verwarnungen. Wenn ſie aber
nicht helfen, muß man auch rückſichtsloſe Strenge
anwen=
den. Das Zuſammengehen der Fürſorgeſtellen mit dem
Seelſorger iſt zu empfehlen. Entmündigung und
Ent=
ziehung des Rechtes der Fürſorge für die Kinder ſind ſtets
ſehr wirkſam. Vergeſſen darf man nicht, daß die
Trinker=
fürſorge eine neue Sache iſt, deren Kenntnis erſt noch
verbreitet werden muß. Die Hauptſache iſt vorerſt, die
Verwaltungsbeamten und Juriſten zu gewinnen. —
Aſ=
ſeſſor Landwehr=Köln ſpricht ſich in ähnlichem Sinne
aus. — Frau Bensheimer=Mannheim berichtet über
die Tätigkeit der Rechtsſchutzſtellen des Deutſchen
Frauen=
vereins. Täglich machen dieſe Stellen die Erfahrung, daß
all das, was die Referentin geſchildert hat, richtig iſt. Mit
der Referentin ſind wir auch der Ueberzeugung, daß
ſchärfere geſetzliche Maßnahmen gegen die Trinker
not=
wendig ſind.
In einem kurzen Schlußwort reſümiert der
Korrefe=
rent, Direktor Schwandner, dahin, daß die meiſten
Diskuſſionsredner ſeiner Anſicht zuſtimmten, daß es nicht
ſo ſehr auf die Geſetzgebung als auf deren Auslegung
an=
kommt. Referentin Frl. Dr. Duenſing vertritt auch in
ihrem Schlußwort nochmals eingehend ihren Standpunkt
von der Notwendigkeit neuer geſetzlicher Maßnahmen.
(Lebh. Beifall.)
Darauf wird die erſte Verſammlung geſchloſſen. Der
Nachmittag ward mit
Beſichtigungen
ausgefüllt. Es wurden u. a. beſichtigt: Reſidenzſchloß
(Holbeinſche Madonna) Peſtalozzi=Schule für
ſchwachbe=
gabte Kinder, Hallenſchwimmbad, Knabenarbeitsanſtalt,
Ausſtellung „Das Kind” Künſtlerkolonie (Ruſſiſche
Ka=
velle), Krippe des Alice=Hoſpitals (Merckſche Stiftung),
Mädchenhort des Allgemeinen Deutſchen Frauenvereins
in der Emilſchule, Jüdiſcher Kinderhort, Beſſunger
Klein=
kinderſchule, Beſſunger Krippe, Kindergarten des
Allge=
meinen Deutſchen Frauenvereins, Garten der
Stadtmäd=
chenſchule I, Kleinkinderſchule und Krippe St. Martin,
Hauswirtſchaftliche Fortbildungsſchule (Hermannſtraße),
Beſſunger Knabenhort.
Im Auskunftsbureau am Bahnhof und auch im
Saal=
bau übernahmen junge Damen der Jugendgruppe des
Allgemeinen Deutſchen Frauenvereins (Ortsgruppe
Darm=
ſtadt) und Frauenſchülerinnen die Arbeiten.
Um die Organiſation der Tagung und deren
Vor=
bereitung in Darmſtadt haben ſich die Herren
Stadtſekre=
tär Löſchhorn und Bureauaſſiſtent Lang ſehr verdient
gemacht. Die Organiſation war in jeder Beziehung
muſterhaft.
Abends fand im Großherzoglichen Hoftheater
Feſtvorſtellung
ſtatt. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog hatte hierzu den
auswärtigen Kongreßteilnehmern die Karten zur
Ver=
fügung geſtellt. Gegeben wurde „Hans Sonnenſtößers
Höllenfahrt‟. Die luſtige Vorſtellung fand bei den
Be=
ſuchern wieder reichen Beifall. Nach der Vorſtellung
ſtan=
den Sonderwagen der elektriſchen Straßenbahn bereit, die
die Teilnehmer nach dem Städtiſchen Saalbau brachten,
woſelbſt die Stadt Darmſtadt den Kongreßteilnehmern
einen
Begrüßungsabend
bot. Der große Saal mit den Eſtraden war
ſtimmungs=
voll geſchmückt. An einzelnen Tiſchen wurde ſerviert, ſo
daß ſich bald angeregte Gruppen zuſammenfanden und
Nummer 230.
Seite 7.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
eine zwangloſe gemütliche Stimmung herrſchte. Es gab
Königinpaſtetchen, Languſten=Mayonnaiſe, Lendenbraten,
Gefrorenes uſw. Den Willkommgruß der Verwaltung der
Stadt Darmſtadt entbot hier Herr Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſſing. Sie empfinde es als eine große Ehre, daß
der Kongreß zum erſten Male in Darmſtadt tage, wo man
ſeit langem auf dem Gebiete der Jugendfürſorge rege tätig
iſt und den Verhandlungen des Kongreſſes darum ganz
beſonderes Intereſſe entgegenbringe. Mit beſonderer
Genugtuung und Freude iſt es zu begrüßen, daß ſich eine
ſo große Anzahl Frauen in den Dienſt der
Jugendfür=
ſorgebeſtrebungen geſtellt habe. Gerade auf dieſem Gebiet
iſt das Wirken der Frauen nicht zu entbehren. Redner
ſprach die Hoffnung aus, daß die Verhandlungen in
Darmſtadt ſegenvolle Früchte tragen mögen, daß die
Kon=
greßteilnehmer aber auch außer ihrer Arbeit noch Zeit
finden mögen, die Schönheiten Darmſtadts mit ſeiner
Um=
gebung zu genießen, über die ja heute die Sonne ihre
Strahlen ergießt, die wir in dieſem Sommer ſo ſchmerzlich
entbehren mußten. Die anweſenden Darmſtädter
Herr=
ſchaften forderte Redner auf, den Gäſten von auswärts
ein dreifach Hoch auszubringen.
Herr Amtsgerichtsrat Dr. Köhne=Berlin ſprach für
die freundliche Begrüßung den herzlichſten Dank namens
der Zentrale aus. Man habe ſeinerzeit die Einladung des
Herrn Bürgermeiſters Mueller mit Freuden
angenom=
men. Man wußte und weiß, daß die Zentrale für
Jugend=
fürſorge Darmſtadt wenig Neues zu ſagen haben wird,
daß ſie aber hier, wo ſchon längſt die Jugendfürſorge aufs
beſte und ſegensreichſte organiſiert iſt und wirkt,
deſto=
mehr ſelbſt profitieren wird. Die ſchöne „Monographie
Darmſtadt” die man den Kongreßteilnehmern
liebens=
würdigſt geſchenkt, beweiſe es, daß man ſchon längſt in
Darmſtadt erkannt hat, daß in dem zielbewußten
Zuſam=
menarbeiten aller Zweige der Jugendarbeit erſt die
Er=
reichung aller hohen Ziele gewährleiſtet wird. Außerdem
hiete das ſchöne Darmſtadt ſo viel Schönes, ganz beſonders
in ihrem herrlichen Wald, daß ſicher alle
Kongreßteil=
nehmer hochbefriedigt an ihren Darmſtädter Aufenthalt
zurückdenken werden. Des Redners Hoch galt dem
Heſſen=
lande, der Stadt Darmſtadt und der Jugend Darmſtadts
Die Muſik ſtellte die Kapelle des Großh. Artillerie=
Regiments Nr. 61 unter Leitung von Obermuſikmeiſter
M. Weber. Zum Vortrag gelangte nachſtehende
Muſik=
folge: 1. Einzug der Gäſte auf Wartburg, aus „
Tann=
häuſer” von R. Wagner, 2. Ouverture zu „Iphigenia in
Aulis” von Ritter von Gluck, 3. Angereihte Stücke aus
Puccinis „La Tosca” von E. Tavann, 4. „
Herbſtſtim=
mung” Walzer, Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog Ernſt
Ludwia gewidmet, von P. Lincke, 5. Ouverture zur Oper
„Freiſchütz” von C. M. von Weber, 6. Fantaſie aus R.
Wagners „Lohengrin” von A. Schreiner, 7. „Zwei
Un=
gariſche Tänze” von Joh. Brahms, 8. „Vivat Akademia‟,
Potpourri, von G. Herold.
Den Toaſt auf die Damen brachte Herr Profeſſor
Kiſſinger aus. — Das Mahl nahm im weiteren
einen ſehr animierten Verlauf. Die aufgetragenen Speiſen
machten der Kochkunſt des Saalbauwirts Herrn Smets alle
Ehre. Bis lange nach Mitternacht blieben die Gäſte in
angeregter Stimmung beiſammen.
Vermiſchtes.
— Neues für Briefmarkenſammler! Das
Jahr geht zu Ende, aber noch iſt viel Neues, was den
Tiſch des Philateliſten decken ſoll. zu erwarten. So gehen
Ungarn, die Türkei und viele andere mehr noch vor
Jah=
resſchluß an die Herausgabe neuer Marken. Die
Nieder=
lande ſind ſoeben im Begriff, eine Jubiläumsſerie von 16
Werten zu bringen; doch wird bedauerlicherweiſe über
alles Nähere gleich einer geheimen Staatsaklion das tiefſte
Stillſchweigen gewahrt; doch ſollen die neuen Wertzeichen
bereits Ende Oktober verkehrsfähig ſein. Nur ſo viel
ſickerte bisher durch, daß dieſe Marken die Bildniſſe der
Könige Wilhelm I., II., III. und der Königin Wilhelmina
tragen. Großbritannien vervollſtändigte die König Georg=
Serie durch die Ausgabe der Werte zu 8, 9, 10 Pence und
1 Schilling und ſchuf außerdem vier hochwertige Marken
im Querrechteckformat zu 2/6 d, 5, 10 Schillinge und
1 Pfund. In ſauberem Kupferdruck hergeſtellt, zeigen die
letzteren links oben in einem Kranze das Kopfſtück König
Georgs, während eine allegoriſche Darſtellung der
meer=
beherrſchenden Britannia, ähnlich wie auf den Marken
von Barbados, den Hauptteil der Marke für ſich
bean=
ſprucht. Mit einer neuen Serie von neun Werten tritt die
britanniſche Kolonie Rhodeſia auf den Plan. König
Georg V. in Admiralsuniform mit Marinemütze belebi
ſtimmungsvoll jede dieſer gewiß recht anſprechenden
Mar=
ken. Bulgarien, das ſeinem griechiſchen Verbündeten
hin=
ſichtlich der Ausgabe von Kriegsdenkmünzen nicht
nach=
ſtehen mochte, bringt plötzlich eine Ueberraſchung. Leider
bietet ſie nichts Neues. Aus Billigkeitsgründen iſt die
ſchöne, bildreiche Ausgabe von 1911, zwölf Werte 1—50
Stotinki und 1 Lew bis 3 Lewa mit dem Aufdruck „
Befrei=
ungskrieg 1912—1913‟ in cyrilliſcher Schrift verſehen. Eine
völlig neue Serie wäre zweifellos von manchem freudiger
aufgenommen worden, als dieſer recht beſcheidene
Auf=
druck. Die finanzielle Lage Bulgariens war jedenfalls
für dieſe Manipulation entſcheidend, denn ſchlecht gerechnet
ergibt ſie einen Gewinn von mehreren 100000 Mark, da
der Bedarf für Sammler von vornherein auf 300— 400 000
Sätze zu ſchätzen iſt. Sämtliche neuen Wertzeichen finden
Aufnahme in Schaubecks Normal=Briefmarken=Album
(Verlag von C. F. Lücke, G. m. b. H., in Leipzig.)
— Internationale Baufachausſtellung
Leipzig. Zurzeit findet in Leipzig die
Preisrichter=
ſitzung für die Internationale Baufachausſtellung ſtatt
Es wird dazu intereſſieren, daß Herr Dr. Kleinlogel,
Privatdozent an der hieſigen Techniſchen Hochſchule, als
Preisrichter für die wiſſenſchaftliche Abteilung berufen
wurde.
* Häuſer aus Watte und Häuſer aus
Käſe? Iſt dies ein Scherz, ein Märchengebilde?
Durch=
aus nicht. Das Märchen hat ſich allerdings ſeit
undenk=
lichen Zeiten mit dieſen Fragen beſchäftigt, aber der
Tech=
niker hat ſie heute in Wirklichkeit umgeſetzt. Natürlich
benützt er dazu nicht die feinſte Art, wie ſie die
Verband=
ſtoff= oder Baumwollfabrikanten benützen, ſondern er
be=
genügt ſich mit den Abfällen, die er auf eine ſinnreiche
Weiſe zu einer feſten, undurchdringlichen und überaus
leichten Maſſe preßt, mit einem feuerſicheren Stoffe tränkt
und ſo auch für Regen undurchdringlich macht. In zwei
Monaten kann ein richtiges Haus aus dieſem Stoffe fix
und fertig hergeſtellt werden, und zwar für einen überaus
billigen Preis. Noch origineller iſt die Entdeckung eines
anderen Ingenieurs. Er hat in dem Käſe ein
hervor=
ragendes Bindemittel entdeckt und macht dafür in einer
techniſchen Zeitſchrift Frankreichs Propaganda. Er
be=
hauptet, daß man aus einem Gemiſch von einem Teile
Waſſer, fünf Teilen Kalk und fünf Teilen friſchem Käſe
einen ausgezeichneten, unveränderlichen Zement erhalte,
der ſich durch ſeine Eigenſchaften namentlich für den
Haus=
bau eigene.
B. Ein neuer Weg zur Identifizierung
von Verbrechen. Durch die Einführung des
ſoge=
nannten Daktyloſkopiſchen Verfahrens, der Erforſchung der
Fingerabdrücke, in die kriminaliſtiſche Praxis iſt ſowohl
die Aufdeckung von Verbrechen als auch die Identifizierung
von Perſonen ſehr erleichtert worden, ſo daß dieſe
Ent=
deckung einen nicht geringen Fortſchritt gegenüber den
bisherigen Mitteln bedeutet. Da aber das Beſſere ſtets
der Feind des Guten iſt, dürfte an Stelle der Daktyloſkopie,
die ſich mit den Abdrücken der wellenförmigen Linien der
Fingerbeere begnügt, bald die Poroskopie treten, über
die Dr. Locarn in den Archives d’Anthropologie
krimi=
nelle auſſehenerregende Mitteilungen macht. Mit
Poros=
kopie bezeichnet die Unterſuchung der Poren der
Schweißdrüſen der Fingerbeere. Auf den Abdrücken
finden ſich oſt mehrere hundert, aber ſchon ein Dutzend
ge=
nügt, um eine ſichere Diagnoſe zu ſtellen. Die Poren
än=
dern ſich im Laufe der Jahre nicht an Zahl, ebenſo wenig
werden ſie durch Veränderungen der Haut beeinflußt.
Da=
bei ſind ſie, was die Ueberſicht und Unterſcheidung
erleich=
tert, von verſchiedener Größe. Um ein klares Bild zu
ge=
winnen, muß man die Fingerabdrücke behufs
poroskopi=
ſcher Regiſtrierung ſtark, um das 16= bis 45fache,
vergrö=
ßern. Dann aber übertreffen ſie die daktyloſkopiſchen
Auf=
nahmen beträchtlich, da dieſe nur dann einwandsfrei ſind,
wenn ein aroßer Teil der Fingerkuppe zum Abdruck
ge=
langt, was bei der Poroſkopie nicht nötig iſt.
CK. Ueber die neuentdeckte Römerſtadt
Etocetum in England werden in einer engliſchen
Korreſpondenz der Internationalen Wochenſchrift einige
intereſſante Mitteilungen gemacht. Die Grabungen bei dem
Dorfe Wall brachten raſche Erfolge, und alsbald gelang
die Freilegung der Grundmauern einer vollſtändigen
al=
ten römiſchen Villa. Das Gebäude war, bei einer Länge
von 27 und bei einer Breite von faſt 22 Metern, an der
Südweſtfront anſcheinend mit einem Säulengang
ge=
ſchmückt, in deſſen Mitte der Haupteingang lag. Das
Hauptgebäude enthielt vier Räume, darunter das Atrium
das in einen viereckigen Hof führte, der gegen 12 Meter
im Geviert maß und rings von einer 2 Meter breiten
über=
dachten Säulenhalle umgeben war. Eine halbkreisförmig
in den Hof hineinragende Apſis deutet an, daß hier
wahr=
ſcheinlich ein Altar oder ein Springbrunnen untergebracht
war. An der Nordoſtſeite des Hofes lagen offenbar drei
Räume und an der einen Seite die Heizungs= und
Bade=
anlagen.
Literariſches.
Mathematiſche Bibliothek.
Gemeinver=
ſtändliche Darſtellung aus der Elementar=Mathematik für
Schule und Leben, herausgegeben von Dr. W. Lietzmann
und Dr. A. Witting. X. Lietzmann und Trier: Wo ſteckt
der Fehler? Xl. Zühlke: Konſtruktionen in begrenzter
Ebene. XII. Beutel: Die Quadratur des Kreiſes. Das
zehnte Bändchen der mathematiſchen Bibliothek vereinigt
in ſich Ernſt und Scherz in der Mathematik. Das elfte
Bändchen von Zühlke wendet ſich wieder der ernſten
Wiſ=
ſenſchaft zu. Es beſchäftigt ſich mit der Begrenztheit der
praktiſchen Zeichenebene. Dem Fachmann, für den ja
eigentlich die Bändchen nicht beſtimmt ſind, dürfte
eben=
falls einiges neu ſein. Im 12. Bändchen will der
Ver=
faſſer in dem Leſer Sinn und Verſtändnis für große
mathematiſche Probleme wecken und dies beſonders an der
Hand der Geſchichte eines berühmten Problems begründen.
Die Mathematik iſt ja reich an derartigen Problemen. Ein
ausführliches Namensverzeichnis aller jener berühmten
Mathematiker, die ſich mit dem Problem beſchäftigt haben,
nebſt kurzer Biographie derſelben, ergänzen die
intereſſan=
ten Ausführungen.
Nationale Jugendvorträge. 4.
Jahr=
gang, 1913. Veranſtaltet vom Komitee für nationale
Jugendvortragsabende Karlsruhe i. B. Preis bei
Einzel=
bezug 1,20 Mk., bei Bezug von mindeſtens 25 Stück 1 Mk,
bei Bezug von mindeſtens 100 Stück 75 Pfg. Die
Vor=
träge ſind auch einzeln zu haben und koſten dann je 40 Pfg.
bezw. 30, bezw. 25 Pfg. Verlag von B. G. Teubner in
Leipzig und Berlin. Dieſe Vorträge, die ſich einer immer
größeren Beliebtheit erfreuen, haben es ſich zur Aufgabe
geſtellt, der heranwachſenden Jugend eine Geiſt und Gemüt
zugleich erfaſſende Einführung in das Werden, Weſen und
die Lebensbedingungen des deutſchen Volkes und Reiches
zu geben, um ſo mit der Einſicht in ſie auch Wunſch und
Willen zu wecken, einſt die Pflichten gegen beide treu und
hingebend zu erfüllen. Den nationalen Vereinen und allen
anderen Stellen, die an der nationalen Jugenderziehung
mitarbeiten möchten, kann die Verbreitung auch dieſes
Bandes aufs beſte empfohlen werden, zumal die billigen
Partiepreiſe dieſe Verbreitungsmöglichkeit außerordantlich
erleichtern.
— Dr. Baſtiän Schmids naturwiſſenſchaftliche Schüler=
Bibliothek: Band 19: Phyſikaliſche
Plaude=
reien. Für 10= bis 14jährige Schüler aller
Schul=
gattungen. Mit 15 Abbildungen. 8‟ 1913. (III und
42 S.) Von L. Wunder. Sendelbach bei Lohr a. M.
Preis kart. 1 Mark. Band 22: Chemiſche
Plau=
dereien. Für 10= bis 14jährige Schüler aller
Schul=
gattungen. Mit 5 Abbildungen. 8‟. 1913. (III und
38 S.) Von Oberlehrer L. Wunder, Sendelbach bei
Lohr a. M. Preis kart. 1 Mark. Verlag von B. G.
Teubner, Leipzia und Berlin. Die beiden neueſten
Bänd=
chen der Schmidſchen naturwiſſenſchaftlichen
Schüler=
bibliothek eröffnen eine neue Serie, die den ganz
jugend=
lichen Leſern von 10 bis 14 Jahren, welche durch die
Schule noch nicht in die Gebeimniſſe der
Naturwiſſen=
ſchaften eingeführt werden, ein anſchauliches Bild von
den einſachſten Naturkräften geben wollen. Auch hier iſt
der Grundgedanke der Sammlung durch die
Selbſttätig=
keit der Knaben im Erperiment ausgedrückt. Der
außer=
gewöhnlich niedrige Preis von 1 Mark wird zu der
wei=
teſten Verbreitung dieſer Bändchen ſehr beitragen.
— Alt werden und jungbleiben. Ein
Weg=
weiſer von Bruno Beheim=Schwarzbach, Dr. med.
Verlag von A. Hofmann u. Comp. in Berlin SWV. 68
Preis 2 Mark. Ein altes, aber ewig junges Thema wird
hier behandelt. Von den vielerlei ſich ſo häufig
wider=
ſprechenden Ratſchlägen, die von Aerzten und von
be=
rufenen und unberufenen Laien über dieſe Frage gegeben
worden ſind, hat der Verfaſſer in dieſem Büchlein
abge=
ſehen. Es ſind auch mehr ärztlich=philoſophiſche als ärzt
lich=mediziniſche Ratſchläge, die der Verfaſſer gibt und bei
denen ihm neben einer eigenen 40jährigen Erfahrung auch
die Lehren einiger Lebenskünſtler zur Seite ſtehen, die
meiſt noch ſchärfer zu urteilen vermögen als der Arzt.
Genealogie und Heraldik. Von
Fried=
rich Freiherr von Gaisberg=Schöckingen. Preis
gebunden 2,50 Mark. Der Verfaſſer verfolgt das
anerken=
nenswerte Ziel, den Familienſinn zu fördern und jede
Familie dazu anzuregen, eigene Nachforſchungen über die
Familie, deren Abſtammung und Entwicklung anzuſtellen
und aufzuzeichnen. In der „Erforſchung” der eigenen
Familiengeſchichte müſſen wir noch ſoweit kommen, ſagt
der Verfaſſer, daß ſich jedermann ſchämt, wenn er nicht
Auskunft über ſeine eigene Abſtammung geben kann. Die
Pflege der Familiengeſchichte liegt jetzt allerdings ſehr im
argen; über die allernächſten Verwandtſchaftsgrade
hin=
aus weiß der einzelne kaum Beſcheid.
— Adreßbuch für das Baugewerbe. In der
Verlagsbuchhandlung von J. J. Reiff, Karlsruhe, iſt
ſo=
eben die vierte Ausgabe des Adreßbuches für das
Bau=
gewerbe in Baden erſchienen. Es ſind darin ſämtliche in
das Baufach einſchlägigen Gewerbe und Betriebe genau
verzeichnet. Das Material iſt durchaus zuverläſſig, da es
nach amtlicher Quelle bearbeitet iſt. Das Buch iſt äußerſt
praktiſch und bildet für jeden Gewerbetreibenden in bezug
auf Propagandazwecke ein notwendiges und
unentbehr=
liches Nachſchlagewerk. Es iſt ſehr gut eingeführt und
koſtet in Leinwand gebunden 3,30 Mk. inkl. Porto.
— Der luſtige Hans. Roman von Horſt
Bodemer. Kronen=Verlag, G. m. b. H., Berlin SW. 68.
Preis 1 Mk. Drei flotte Totenkopf=Huſaren zieren das
Titelbild dieſes vierten Bandes der Kronen=Bücher, drei
flotte Huſaren aus dem Regiment des Kronprinzen in
Langfuhr lachen den Leſer an. Und wie außen, ſo innen:
ein herzhafter Humor ſprudelt durch das Buch, das von
einem jungen Huſarenoffizier plaudert, der ein begeiſterter
Soldat, ein famoſer Menſch, ein fideler Kamerad iſt, den
nur zuweilen der goldene Leichtſinn packt. Dieſer wirklich
humoriſtiſche Roman gibt neben der ſpannenden Handlung
ein anſchauliches Bild des Soldatenweſens.
Siebert: Menſchheit, Raſſe, Volkstum.
(Hans Sachs=Verlag in München.) Der bekannte
Mün=
chener Raſſen= und Geſellſchaftsbiologe Dr. med. Siebert
hat ſich in ſeiner neueſten Arbeit die Aufgabe geſtellt, die
Beziehungen zwiſchen dem Individuum einerſeits und den
großen Geſellſchaftsformen, die wir Raſſe und Volk
nennen, andererſeits klar zu legen. Mit unfehlbarer,
logi=
ſcher Schärfe verfolgt er die engen Wechſelbeziehungen, in
denen ſie zueinander ſtehen und folgert daraus — und das
iſt der größte Vorzug der Arbeit — die Pflichten, die ſich
für beide Teile ergeben. Das Heftchen dürfte für alle
national empfindenden und wirkenden Kreiſe, die über die
öde Parteipolitik zu einer zielbewußten Raſſenpolitik
kom=
men wollen, ein wertvolles Propaganda= und Kampfmittel
werden.
— Schnetzchen on Schnarzchen. 5. Bändchen.
Luſtige Geſchichten in Thüringer Mundart von Otto
Kür=
ſten, Direktor der Königin=Luiſe=Schule in Erfurt,
er=
ſchien ſoeben in L. Thelemanns Verlag in Weimar. Preis
50 Pfa. Weil Lachen geſund und eine kleine Ruhepauſe
in unſerem ſich überhaſtenden Leben dem Menſchen
dien=
lich iſt, ſollte ſchon jedermann mit Freuden das Bändchen
zur Hand nehmen. Es ſind köſtliche Proben echten,
herz=
erquickenden Humors.
— R. H. Francé: Wert und Unwert der
Naturwiſſenſchaft. (Hans=Sachs=Verlag in
Mün=
chen.) Der anerkannte Naturphiloſoph erklärt in ſeiner
neuen Schrift das Verſagen der Naturwiſſenſchaft als
Kul=
turfaktor, ſucht ihre wahre Bedeutung für unſer Welt=
und Lebensbild feſtzulegen und erhofft von der Zukunft
eine geiſtige Hygiene, die uns zur wahren Einſicht in den
Sinn des Lebens, zu einer neuen Rangordnung der
menſchlichen Eigenſchaften führen wird.
Vom Balkan.
Zur Lage.
* Berlin, 28. Sept. Die Nordd. Allgemeine Ztg.
ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: Im Orient wurden
während der abgelaufenen Woche die bulgariſch=türkiſchen
Schwierigkeiten von albaniſch=ſerbiſchen und türkiſch=
grie=
chiſchen abgelöſt. Die Maßregeln Serbiens gegen die in
ſein Gebiet eingedrungenen Albaner bleiben vorläufig auf
dem Boden mehr eines polizeilichen als politiſchen
Vor=
gehens zur Herſtellung geſicherter Grenzverhältniſſe. Bei
einer weiteren Ausdehnung werden die ſerbiſchen
Beweg=
ungen wohl mit Rückſicht auf die Intereſſen der
Groß=
mächte an und in Albanien in Einklang gebracht werden.
Die Regierungen beobachten bis auf
weite=
res Zurückhaltung. Aus übereinſtimmenden
Aeuße=
rungen der europäiſchen Preſſe läßt ſich aber entnehmen,
daß man von Serbien überall einen maßvollen Gebrauch
ſeiner Handlungsfreiheit erwartet. — Ein Hemmnis der
türkiſch=griechiſchen Friedensverhandlungen ergab ſich bei
der Erörterung der Frage nach der Zukunft der
Aegäi=
ſchen Inſeln. Bis jetzt beſteht die Hoffnung, das nützliche
Werk einer Verſtändigung zwiſchen der Pforte und
Grie=
chenland werde an dieſem Punkte nicht ſcheiterne=
Die ſerbiſch=albaniſchen Feindſeligkeiten.
Eine weitere Rechtfertigung Serbiens.
* Belgrad 28. Sept. Die Regierung richtete an
ihre Vertreter im Auslande ein Zirkular, in
dem erklärt wird, daß die in einem Teil der ausländiſchen
Preſſe aufgeſtellten Behauptungen über die Art der
Vor=
gänge an der ſerbiſch=albaniſchen Grenze
vollſtändig falſch ſind. Man verſuche, es ſoehinzuſtellen,
als ob es ſich nur um lokale Zwiſchenfälle handele, die
einesteils durch die Anweſenheit ſerbiſcher Truppen auf
albaniſchem Gebiete und durch das gegen die Albaneſen
gerichtete Verbot des Beſuches der Märkte von Dibra und
Djakowitza, anderenteils durch die Erhebung der
albane=
ſiſchen Untertanen Serbiens veranlaßt worden ſeien.
Dem=
gegenüber bewieſen gewiſſe Tatſachen, die zur Kenntnis
der ſerbiſchen Regierung gekommen ſind, daß der Einfall
der Albaneſen vorher vorbereitet war und ein fremder
Einfluß ſich geltend gemacht habe. Der Angriff ſei gemäß
Befehlen aus Valona unter der Leitung zweier Mitglieder
der proviſoriſchen Regierung Haſſan Beys und Iſſa
Bole=
tingtz organiſiert worden. Es ſei den Albaneſen während
der letzten drei Monate gelungen, ſich eine große Menge
Waffen und Munition zu verſchaffen. Man bereitete die
Albaneſen auf ſerbiſchem Gebiete zum Aufſtande vor und
ließ ihnen Waffen aus Albanien zukommen. Deshalb
hätten auch die Albaneſen und Albanien ſo ſehr darauf
beſtanden, daß ihnen geſtattet würde, die Märkte auf
ſer=
biſchem Gebiete zu beſuchen. Auch bulgariſche
Banden=
chefs mit bulgariſchen Komitaiſchis organiſierten Banden
gegen Serbien. Der Vormarſch der Albaneſen und ihre
Bewegungen verrieten, daß ſich unter ihnen fremde
Offi=
ziere befänden. Aus alledem gehe hervor, daß die
albane=
ſiſche Bewegung ihren Urſprung außerhalb der ſerbiſchen
Territoriums habe und in dem autonomen Albanien
vor=
bereitet und organiſiert worden ſei mit dem Ziele eines
Angriffes auf ſerbiſches Gebiet, um dadurch die ſerbiſche
Bevölkerung zum Aufſtande zu veranlaſſen.
Die türkiſch=bulgariſchen Verhandlungen.
* Konſtantinopel, 29. Sept. Da der am 20.
September telegraphiſch gemeldete türkiſch=
bulgari=
ſche Friedensvertragsentwurf Abänderungen
erfahren hat, zählt der endgültige Text des Vertrages 17
Artikel. Die Friſt für die Räumung der Bulgarien
ver=
bleibenden Gebiete, die urſprünglich auf zwei Monate
berechnet war, iſt auf zwei Wochen herabgeſetzt worden.
Durch eine Vereinbarung, betr. der Muftis, verpflichtet ſich
die bulgariſche Regierung, abgeſehen von den bereits
ge=
moldeten Beſtimmungen gemäß den von dem bulgariſchen
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Nummer 230.
Geſetze über den öffentlichen Unterricht vorgeſehenen
Ver=
hältniſſen der Elementar= und Mittelſchulen für
Muſel=
manen und außerdem die muſelmaniſche Schule zur
Her=
anbildung von Muftis zu erhalten. Das Protokoll betr.
der Vakufe, welches man in den muſelmaniſchen
Gemein=
den nicht hervorhebt, beſtimmt, daß die Vakufs weiterhin
den Berechtigten unterſtehen werden; dies bedeutet, daß
ſie dem türkiſchen Evkaf=Miniſterium unterſtehen werden.
Falls Bulgarien die von Privatperſonen verwalteten
Va=
kufs liquidieren wollte, wird es die an den Vakufs
inter=
eſſierten Perſonen entſchädigen müſſen. Die privaten
Güter der türkiſchen Krone bleiben ihr Eigentum. Die
Ver=
einbarung bezüglich der Muftis und die Regelung der
Vakuffrage wird als ein Erfolg der Türkei angeſehen.
Man ſagt, es zeige ſich darin ein Entgegenkommen
Bulga=
riens gegenüber den Muſelmanen.
* Konſtantinopel, 28. Sept. Nach dem
zuſtande=
gekommenen Uebereinkommen werden die
Kriegsge=
fangenen binnen Monatsfriſt freigelaſſen werden. Wie
verlautet, beſtimmt das Protokoll, daß Bulgarien für den
Unterhalt der Kriegsgefangenen keine Entſchädigung
er=
halte, da die Koſten durch den Ertrag aus der
Kapitaliſie=
rung eines Teiles der Vakufgüter ausgeglichen werden.
Man weiß noch nicht, wie die Privatintereſſen der Vakufs
entſchädigt werden.
* Paris, 29. Sept. Der Konſtantinopeler
Korre=
ſpondent des Echo de Paris hatte eine Unterredung mit
Talaat Bey, der verſicherte, daß der türkiſch=
bulgari=
ſche Friedensvertrag keinerlei Geheimklauſeln,
betreffend einer Entente oder eines Bündniſſes mit
Bul=
garien, enthalte. Er glaube, daß die Beſprechungen mit
Griechenland raſch zum Ziele führen würden, falls die
Athener Reaierung auf ihrer unzuläſſigen Forderung betr.
der Neutralitätsfrage nicht beharre. Die Pforte werde
keineswegs die Inſelfrage aufwerfen, die nach wie vor
der Entſcheidung der Großmächte anheimgeſtellt bleibe.
Der türkiſch=bulgariſche Friedensvertrag geſchloſſen.
* Konſtantinopel, 29. Sept., 7 Uhr 30 Min.
abends. Der türkiſch=bulgariſche
Friedens=
vertrag iſt ſoeben unterzeichnet worden.
Letzte Nachrichten.
2
IIB. Wien, 29. Sept. Hier liegen Nachrichten über
neue Zuſammenſtöße zwiſchen Albanern und
Serben, ſowie Montenegrinern vor.
Monte=
negriniſche und ſerbiſche Truppen überfielen in der Nähe
von Ipek mehrere Dörfer. Es entſtand ein Kampf, der
da=
mit endete, daß die Truppen flüchten mußten. Die
Mon=
tenegriner mußten alle Poſitionen räumen. Auch bei
Guſ=
ſinje kam es zu einem Kampfe, bei dem die Albaner
eben=
falls die Oberhand behielten. Die Montenegriner ſollen
beſchloſſen haben, 10000 Mann gegen die Albaner ins
Feld zu ſchicken.
* Konſtantinopel, 29. Sept. Nach einer
Zei=
tungsmeldung hat bei Palas ein ernſter
Zuſammen=
ſtoß zwiſchen eingeborenen Milizen von
Gü=
müldſchina und Bulgaren ſtattgefunden. Letztere
hat=
ten ſich zurückgezogen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 29. Sept. Die gemiſchte Deputation
zur Beratung der Maßnahmen gegen die
Fleiſch=
teuerung beſchloß den Verkauf friſchen ruſſiſchen
Fleiſches wieder aufzunehmen, und beim
Landwirtſchafts=
miniſter zu beantragen, die Einfuhr friſchen Fleiſches bis
1. April 1914 zu geſtatten.
* Badenweiler, 29. Sept. Der Großherzog
unter=
nahm heute vormittag einen Ausritt und empfing
dann Gäſte, unter dieſen auch den Vorſtand des Deutſchen
Bädertages. Der Fürſt erfreut ſich im Gegenſatz zu
an=
deren Meldungen eines guten Wohlbefindens,
wo=
zu der Aufenthalt in Badenweiler ſichtlich beigetragen hat.
* Gleiwitz, 29. Sept. Unter großem Andrange des
Publikums begann heute vormittag 9¾ Uhr der dem
Landgericht überwieſene Prozeß gegen den
Amts=
richter Knittel=Rybnik. Den Vorſitz führt
Land=
gerichtsdirektor Richter. Es ſind 60 Zeugen geladen. Die
Verhandlungen währen vorausſichtlich die ganze Woche.
* Griſolles, 29. Sept. Kriegsminiſter Etienne iſt
heute vormittag hier angekommen, um ſich nach dem
Be=
finden des deutſchen Militärattachés von
Winter=
feldt zu erkundigen. Beide unterhielten ſich kurze Zeit.
Der Morgenbericht beſagt: Nacht weniger gut, die
Schwäche nahm zu, Temperatur 36,8, Puls 112, Atmung
24. Das Geſamtbeſinden iſt weniger zufriedenſtellend.
* Charleroi, 29. Sept. Bei einem Straßenbahn=
Zuſammenſtoß, der ſich heute abend in Marcinelle
ereignete, wurden 12 Perſonen ſchwer verletzt.
*. Yarmouth, 29. Sept. Zwei ſtädtiſche
Golf=
ſpielplätze wurden durch darauf geſchüttete Säure
zerſtört. Beim Tatort wurde ein Zettel gefunden, auf
dem ſtand: „Kein Stimmrecht, kein Sport, keine Freude!
Gebt den Frauen das Stimmrecht!” Am Samstag wurde
ein Holzhof durch Feuer zerſtört. Der Schaden wird
auf 35000 Pfund geſchätzt. Auch in dieſem Falle wurde
eine Karte aufgefunden, aus der hervorging, daß
Frauenſtimmrechtlerinnen die Urheberinnen
waren.
— Berlin, 29. Sept. Der Reichskanzler begibt
ſich anfang nächſter Woche nach Linderhof. um, einer
Ein=
ladung des Prinz=Regenten von Bayern folgend, der
Hirſch=
jagd obzuliegen. Er ſtattet in München dem Freiherrn
von Hertling einen Beſuch ab.
— Berlin, 29. Sept. Geſtern nacht iſt der Berliner
Univerſitätsrichter Geh. Regierungsrat Dande im Alter
von 62 Jahren geſtorben. Daude war am 11. November
1851 in Bernburg geboren. Seit Jahren bekleidete er auch
¾ Juſtitiars der königlichen Bibliothek. Außerdem
war er Syndikus der Techniſchen Hochſchule.
H.B. Berlin, 29. Sept. Im Südoſten Berlins iſt von
unbekannten Dieben in der Wohnung einer Gräfin ein
großer Einbruchsdiebſtahl verübt worden. Die
Dame war 4 Monate verreiſt und hatte in der Zeit ihre
Wohnung ohne Aufſicht gelaſſen. Als ſie zurückkehrte,
entdeckte ſie, daß Einbrecher in den Räumen gehauſt
hatten. Wie viel geſtohlen wurde, ſteht noch nicht feſt.
— Berlin, 29. Sept. Heute nachmittag drang der
Sattler Ockert in die Küche einer Konditorei in der
Oranienburger Straße, feuerte auf die Köchin, die das
Vechältnis mit ihm löſen wollte, zwei Schüſſe ab,
und verſuchte zu entfliehen. Durch einen Schuß ins Auge
erſchoß er ſich dann ſelbſt.
— Mannheim, 29. Sept. Heute mittag gegen 2 Uhr
kam in dem Städtiſchen Elektrizitätswerk der 45 Jahre
alte verheiratete Maurer Philipp Schmidt der
Stark=
ſtromleitung zu nahe und wurde von ihr getroffen.
Schmidt wurde ſo ſchwer verletzt, daß er gleich nach ſeiner
Einlieferung ins Krankenhaus verſtarb.
Diedenhofen, 29. Sept. Der Fahnenjunker
För=
ſter wurde in das Krankenhaus übergeführt, Leutnant
Tiegs wurde als militäriſcher Gefangener nach Metz
gebracht. Die Meldung, daß der Förſter ſeinen
Verletz=
ungen erlegen ſei, beſtätigt ſich nicht. Er hatte in ſo
ſchwerer Agonie gelegen, daß man ihn für tot hielt, hat
ich aber inzwiſchen wieder erholt. Sein Zuſtand iſt jedoch
ſehr ernſt.
Nach einer neuen Verſion ſoll es ſich bei der Offiziers=
Tragödie um einen Unfall handeln. Wie erzählt wird,
veranſtalteten die Offiziere nach der Kneiperei ein
Schießen im Zimmer, wobei Biergläſer als Ziel dienten.
Als nun Leutnant Tigs dem Fahnenjunker Förſter die
Waffe aus der Hand nahm, um ſelbſt zu ſchießen, entlud
ſich dieſe und der Schuß traf den Faynenjunker Förſter ins
Herz.
H. B. Obernburg a. M., 29. Sept. Heute mittag
1 Uhr brach hier ein Großfeuer aus, dem bis
nach=
mittags 4 Uhr 9 Wohnhäuſer und mehrere Scheunen zum
Opfer gefallen waren. Der Brand beſtand bis dahin noch
fort, ſo daß er ſich noch weiter ausbreiten dürfte.
HB Wien, 29. Sept. König Konſtantin wird
hier Ende der Woche eintreffen und ſich einige Tage in
Wien aufhalten. Er reiſt zwar inkognito, trotzdem wird
er Kaiſer Franz Joſef einen Beſuch machen und mit dem
Miniſter des Aeußern, Grafen Berchtold, und anderen
diplomatiſchen Perſönlichkeiten Beſprechungen haben.
HB London, 29. Sept. Das vierte
Schlacht=
ſchiffgeſchwader, beſtehend aus den Schlachtſchiffen
„Dreadnought”, „Cornwallis” „Lord Nelſon” und „
Aga=
memnon” mit dem Kreuzer „Blonde” ging am Samstag
nachmittag vor Gibraltar vor Anker und fährt heute nach
Tetuan zu Flottenübungen aus. Die Flotte des
Admirals Sir Barkeley=Milnes trifft dort heute, von
Oſten kommend, ein. Damit beginnt die Konzentrierung
von 27 engliſchen Schlachtſchiffen und Kreuzern, die im
November im Mittelmeer kreuzen werden. Auch
Vize=
admiral Colvilles Geſchwader fährt von England nach
dem Mittelmeer.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
CIGARETTEN
mit seidenen Sammel-
Wappenbildern
(
Ich denke nicht daran, zu beſtreiten,
daß eine Autofahrt, eine Fahrt im Aeroplan, daßBobsleigs,
Ski u. wie ſie alle heißen, ſo etwas wie ein Nervenbad ſind.
Aber ich behaupte auch, daß alle dieſe Sportarteneineſtark
erhöhte Neigung zur Erkältung in ſich ſchließen. Eben
darum verwende ich ſtets Fays ächte Sodener. Im Auto,
§ beim Winterſport — immer laß ich von Zeit zu Zeit eine
Mineral=Paſtille — Fays Sodener — im Munde zergehen,
„ u. nun erſt hab ich den vollen Genuß, weil ich weiß, daß ich
ohne Erkältung durchkommen werde. Fays Sodenerkoſten
85 Pfg., man hüte ſich aber vor Nachahmungen. Beſondere
Kennzeichen: DerName, Fay”u. weißer Kontrollſtreifen m.
amtl. Beſchein. d. Bürgermeiſteramtes Bad Soden a. T. (I,19415
Coffeinfreier Kaffee Hag iſt wirklicher
Bohnenkaffee, der alle Geſchmacks= und
Aromavorzüge beſten Kaffees, aber nicht —
deſſen Nachteile hat. Er iſt unſchädlich ’s
für Herz=, Nerven=, Magenleidende und
andere Kranke.
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Gladel-Blusen . .
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elegantesten Genre. Kenderungen sofort.
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Unterrichtsweſen.
Das Rheiniſche Technikum zu Bingen, eine
unter direkter Staatsaufſicht ſtehende Lehranſtalt für
Maſchinenbau und Elektrotechnik wurde im gegenwärtigen
Sommerhalbjahr von 542 Studierenden beſucht. Die
ſogenannte Jahresfrequenz, nach der die meiſten
An=
ſtalten rechnen, d. h. die Summe der Beſucher vom
Sommer= und Winterhalbjahr ſtellt ſich auf faſt 11000.
Die Anſtalt beſitzt große Laboratorien für Maſchinenbau
und Elektrotechnik und eine bedeutende Modellſammlung.
Eine eigene Station für drahtloſe Telegraphie mit etwa
600 km Reichweite, ſowie eine beſondere
Automobil=
abteilung iſt ſeit einigen Jahren vorhanden. Der
Leiter der Anſtalt iſt der in Fachkreiſen bekannte
Pro=
feſſor Hoepke.
Fernsprecher
987.
1878.
Beerdigungsgeschäft
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Darmstadt, Bismarckstrasse 21.
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und Ueberführungen.
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Reichhaltiges Sarglager. — Mässige Preise.
ür die wohltuende Teilnahme, welche mir in ſo
2
0 überaus herzlicher und zahlreicher Anzahl bei
dem Hinſcheiden meines lieben Mannes, unſeres
Vaters, Schwagers und Onkels
(20264
Adam Straub
zugingen, ſage ich tiefgefühlten Dank.
Insbe=
ſondere danke ich Herrn Pfarrer Wagner für ſeine
troſtreiche Grabrede, Herrn Vorſteher Kuhring,
den Beamten und Einnehmern der Zentral=
Inkaſſo=
ſtelle Darmſtadt der Viktoria=Verſicherung für die
Nachrufe an ſeiner letzten Ruheſtätte und die
ge=
widmeten Kranzſpenden. Ebenſo ſage ich
herz=
lichen Dank dem Pflegeperſonal des ſtädtiſchen
Krankenhauſes für die zartfühlende und
auf=
opfernde Pflege.
Frau Eliſabeth Straub Witwe,
geb. Rudolf,
Kiesbergſtraße 47.
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgange unſeres
unvergeßlichen, lieben Sohnes u. guten
Bruders und für die ſo überaus
lieb=
reichen, tröſtenden Worte des Herrn
Pfarrers Vogel, ſowie die reichen
Blu=
menſpenden ſagen innigen Dank
Wilhelm Schimmer,
Hofſchauſpieler i. P.,
20223)
Lina Schimmer.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Rausch-Haschonoh-Fest.
Vorabend 5 Uhr 50 Min.
Donnerstag, den 2. Oktober:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 4 Uhr 30 Min.
Abends 6 Uhr 45 Min.
Freitag, den 3. Oktober:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 5 Uhr 30 Min.
Samstag, den 4. Oktober:
Morgens 7 Uhr 45 Min. Nachmittags 4 Uhr 30 Min.
Sabattausgang 6 Uhr 45 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 5. Oktober, an:
Morgens 5 Uhr 15 Min. Nachmittags 5 Uhr 30 Min.
Tageskalender.
Dienstag, 30. September.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½
Uhr (Ab. A): „Die weiße Dame”.
Verſammlung der Fortſchrittlichen Volkspartei um
8½ Uhr im „Fürſtenſaal”.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
Bilder vom Tage (Auslage: Expedition,
Rhein=
ſtraße 23): Von der Seereiſe der deutſchen
Kronprin=
zeſſin an Bord des Lloyddampfers „Kronprinzeſſin
Cecilie‟ — Das enthüllte Wilhelm Buſch=Denkmal in
Wiedenſahl (Hannover). — Im Waſſerflugzeug von
Friedrichshafen nach Hamburg; der Flieger Dahm über
der Elbe in Hamburg. — Die feierliche Eröffnung des
Niederländiſchen Parlaments im Haag.
Verſteigerungskalender,
Mittwoch, 1. Oktober.
Hofreite=Verſteigerung des Friedrich Amelung
(Liebfrauenſtraße 104) um 9 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Karuſſellplatz=Verſteigerung um 3 Uhr im
Rathaus zu Arheilgen.
Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis
Frei=
tag von 9—1 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr,
Samstag von 9—1 Uhr.
Gewerbe=Muſeum, Neckarſtraße 3. Täglich geöffnet
von 11—12½ Uhr, Sonntags von 11—1 Uhr.
Ein=
tritt frei.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt=
Nummer 230.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Seite 9.
Porzellan
1 Kaffeeservice, 9teilig95 ₰ 1 Defenner, Atollig, Goldkrand. 95 ₰ 1 Kaffeekanne
1 Milchkanne
1 Zuckerschale
2 Tassen
1 Tablett
zus. 8₰ 6 Tassen mit Untertasse, halbstark . . 95 ₰ 1 Küchentelle, dgroriort
3 Tassen mit Untertassen
zus. 35 ₰ 6 Dessertteller
6 Tassen . . . . . 65
zus. 95 ₰ 12 Tassen . . . . . . . 95 ₰ 6 Desertteller, Golcrand . . .. 95 ₰ 1 grosse Fleischplatte, oval, 46 cm . 95 ₰ Neu-Auslagen 1 Gipsfigur, extra groß . 95 ₰ 1 Blumenkübel, gross .. 95 ₰ I Vaso, Oxtra groß . .. . . . 95 ₰ 1 Paar Haussschuhe
Kameelhaar, imitiert . 95₰
Sreinguf
1 ovale Suppenschüssel mit Deckel
95 ₰
1 Satz Schüsseln, gros, weiss und bunt . 95 ₰
1 Fleischplatte
1 Gemüseschüssel
zus.
2
1. Puddingform
6 Pakete Puddingpulver
zus.
9
Riesig billig
1 Tonnen-Etagére
6 Gewürz-Tönnchen
zus.
6 tiefg. Veller
1 Fleischplatte
1 Gemüseschüssel
zus.
4 Tassen, dekoriert
4 Kaffeelöfel . . . .
. zus.
5
3 Teller, tief, Zwiebelmuster
3 Teller; flach, Zwiebelmuster
3 Esslöffel . .
zus.
6
6
1 Salzmetze und
1 Mehlmetze .
zus.
Mieſtöpfe, kariert
95 ₰
1 Waschschüssel, creme, gross
1 Stück Teilette-Seife
zus.
1 Waschlappen .
6
3
2 Wandbilder, weisse Rahmen,
neue Sujets
zus.
9
1 Nachttopf
1 Leuehter
1 Paket Kerzen
zus.
0
6
Kurzwaren
1 Gross Kragenstäbe, Celluloid
1 Gross Druckknöpfe . . . .
zus.
10 Meter Besenlitze
2 Brief Stecknadeln
5 Brief Nähnadeln
1 Rolle Nähgarn
5 Rollen Knopflochseide
1 Paar Schweissblätter .
zus.
30
2
40 Meter Gardinenkordel2 Zugquasten . . . eut 3 ₰ 3 Wachstuchwandschoner
1 Karton Reissnägel . . zus. 9 6
3 Z Besonders billig
1 Wachstuch-Tischdecke 100X115 9 5 ₰
5 Meter Taffetband, reine Seide
1 Haarschleifenhalter
1 Lackgürtel
1 Haarreif
zus.
(5
30
2
1 Lackgürtel
1 Blusen- oder Rocknadel
zus.
2
1 Rockvolant, breit imit. Klöppel
95 ₰
1 Dtz. Schuhriemen, lang
1 Gummiband-Abschnitt
2 Dtzd. Wäscheknöpfe
1 Stück Halbleinenband
1 St. Nahtband, 6 Haarbänder
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₰ 1 10 Meter Klöppelspitze oder Hänsatze, imit, 95 ₰
Benützen Sie die Vormittage. (20241
Wichtig für Erfindere
iſt es, zu wiſſen, daß die zahlreich auftauchenden Angebote, die
Ver=
wertung von Erfindungen oder den ſogenannten „Aufbau von
Neu=
heiten” betreffend, nichts anderes als Scheinangebote ſind, deren
Zweck darin beſteht, unerfahrene Erfinder zunächſt zur Nachſuchung
hochzubezahlender Schutzrechte von ſehr zweifelhaftem Werte zu
ver=
anlaſſen, während ſpäter die Verwertungsübernahme entweder direkt
abgelehnt oder eine faſt ſtets unfruchtbare Scheinverwertung
einge=
leitet wird. Ausführliches hierüber durch Patent- und techn. Büro
Bahnhofstr. 3
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Mitglied des „Deutscher Schutzverband für geistiges Eigentum‟
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Nummer 230.
Wahl der Beiſitzer zum Kaufmannsgericht.
Am 11. und 12. November 1913 findet im Sitzungsſaale
des Kaufmannsgerichts, Marktplatz 8 (Rathaus), die Wahl der je zur
Hälfte aus den Kaufleuten und Handlungsgehilfen zu entnehmenden
20 Beiſitzer für das Kaufmannsgericht Darmſtadt ſtatt, und zwar
am erſten Tage für die Handlungsgehilfen, am andern für die
Kauf=
leute, jedesmal in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 2 Uhr
nachmittags und von 5 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends.
Zu dieſen Wahlen werden die Stimmberechtigten hiermit
ein=
geladen unter dem Hinweiſe auf folgende Vorſchriften:
I. Wahlfähigkeit oder paſſives Wahlrecht.
Zu Mitgliedern eines Kaufmannsgerichts ſollen nur berufen
werden: Deutſche männlichen Geſchlechts, welche das 30. Lebensjahr
vollendet, in dem der Wahl vorangegangenen Jahre für ſich oder
ihre Familie Armenunterſtützung aus öffentlichen Mitteln nicht
emp=
fangen oder die empfangene Unterſtützung erſtattet haben, in dem
Bezirk des Gerichts ſeit mindeſtens 2 Jahren ihre
Handelsnieder=
laſſung haben oder beſchäftigt ſind und nicht zu den Perſonen gehören:
1. welche die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter
in=
folge ſtrafgerichtlicher Verurteilung verloren haben;
2. gegen welche das Hauptverfahren wegen eines Verbrechens
oder Vergehens eröffnet iſt, das die Aberkennung der
bür=
gerlichen Ehrenrechte oder der Fähigkeit zur Bekleidung
öffentlicher Aemter zur Folge haben kann;
3. welche infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung
über ihr Vermögen beſchränkt ſind.
Die Beiſitzer müſſen zur Hälfte aus den Kaufleuten, welche
mindeſtens einen Handlungsgehilfen oder Handelslehrling
regel=
mäßig das ganze Jahr hindurch oder zu gewiſſen Zeiten des
Jahres beſchäftigen, zur Hälfte aus den Handlungsgehilfen
entnommen werden.
Den Kaufleuten ſtehen geſetzlich gleich die Mitglieder des
Vor=
ſtandes einer Aktiengeſellſchaft oder eingetragenen Genoſſenſchaft oder
einer als Kaufmann geltenden juriſtiſchen Perſon, ſowie die Geſchäfts
führer einer Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung.
II. Wahlberechtigung oder aktives Wahlrecht.
Zur Teilnahme an den Wahlen ſind nur berechtigt: Deutſche,
männlichen Geſchlechts, die das 25. Lebensjahr vollendet und in dem
Bezirk des Kaufmannsgerichts ihre Handelsniederlaſſung haben oder
beſchäftigt ſind, in die von dem Oberbürgermeiſter endgültig
feſt=
geſtellten Wählerliſten eingetragen ſind und nicht zu den oben unter
1, 2 und 3 bezeichneten Perſonen gehören.
III. Wählerliſten.
Die Wählerliſten liegen in der Zeit vom 14. bis 20. Oktober
1913 einſchließlich, von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr
nach=
mittags, in dem Bureau des Kaufmannsgerichts, Marktplatz 8
(Rathaus), zur Einſicht offen.
Innerhalb der Offenlegungsfriſt können ſeitens der Beteiligten
bei unterzeichneter Behörde Einwendungen gegen die Richtigkeit und
Vollſtändigkeit der Wählerliſten vorgebracht werden. Wer ſeine
nach=
trägliche Aufnahme in die Liſten verlangt, hat die die
Stimmberech=
tigung nachweiſenden Beſcheinigungen vorzulegen. Als Beſcheinig
ungen genügen für die Kaufleute: Geburtsſchein und ein Auszug
aus dem Handels=, Genoſſenſchafts= oder Geſellſchaftsregiſter oder
ein Zeugnis des Großh. Polizeiamts, aus dem die Stimmberechtigung
hervorgeht: für die Handlungsgehilfen: Zeugnis des Arbeitgebers
oder des Großh. Polizeiamts, aus dem die Stimmberechtigung
her=
vorgeht. Die Anerkennung anderer Nachweiſe iſt nicht ausgeſchloſſen
Formulare zu dieſen Zeugniſſen werden von dem
Kaufmanns=
gericht und dem Großh. Polizeiamt unentgeltlich verabfolgt.
Nach Ablauf der erwähnten Friſt ſind Einwendungen nicht
mehr zuläſſig.
Ueber die innerhalb der Friſt erhobenen Einwendungen
ent=
ſcheidet der Oberbürgermeiſter, vorbehältlich der Berufung an den
Kreisausſchuß, welche binnen einer Friſt von drei Tagen, von der
Bekanntmachung der Entſcheidung an gerechnet, bei dem Oberbürger
meiſter angezeigt und bei dieſem oder dem Kreisausſchuß
gerecht=
fertigt werden muß.
Die Wahlhandlung iſt öffentlich. Während derſelben muß der
Wahlausſchuß in beſchlußfähiger Zahl anweſend ſein. Jeder
Ab=
ſtimmende übergibt perſönlich ſeinen mit den Namen derjenigen,
welche er zu wählen beabſichtigt, handſchriftlich oder im Weg der
Vervielfältigung ausgefüllten Stimmzettel ohne Namensunterſchrift
und ſo zuſammengefaltet, daß die auf ihm verzeichneten Namen
ver=
deckt ſind, einem Mitglied des Wahlausſchuſſes, welches denſelben
uneröffnet in die Wahlurne legt. Die Abgabe des Stimmzettels
wird in der Wählerliſte angemerkt.
Enthält ein Stimmzettel mehr Namen, als für eine
Vorſchlags=
liſte zugelaſſen ſind, ſo kommen nur die der Reihe nach zuerſt
auf=
geführten in Betracht.
Ungültig ſind Stimmzettel:
1. welche nicht von weißem oder mit einem äußeren
Kenn=
zeichen verſehen ſind
2. welche oder inſoweit ſie keinen lesbaren Namen enthalten,
3. inſoweit darin die Perſon eines Gewählten nicht
unzweifel=
haft zu erkennen iſt,
4. inſoweit darin Namen von überhaupt oder für die betreffende
Kategorie nicht wählbaren Perſonen verzeichnet ſind,
5. welche einen Proteſt oder Vorbehalt enthalten.
Inſoweit die zu 2, 3, 4 und 5 bezeichneten Vorausſetzungen der
Ungültigkeit ſich nur auf einzelne Namen beziehen, gelten bezüglich
der anderen Namen die außerdem auf dem Stimmzettel noch
an=
gegebenen Namen.
IV. Aufforderung zur Einreichung der Vorſchlagsliſten.
Die Wahl der Beiſitzer iſt unmittelbar und geheim; ſie findet
nach den Grundſätzen der Verhältniswahl ſtatt derart, daß neben
den Mehrheitsgruppen auch die Minderheitsgruppen entſprechend
ihrer Zahl vertreten ſind. Es ergeht hiermit die Aufforderung
an die Wähler, Wahlvorſchlagsliſten, getrennt für Kaufleute
und Handlungsgehilfen, bis ſpäteſtens drei Wochen vor dem
Wahltage bei dem Vorſitzenden des Ausſchuſſes im Stadthauſe
einzureichen. Verſpätet eingereichte Vorſchlagsliſten werden
zurück=
gewieſen.
Jede Vorſchlagsliſte darf höchſtens ſo viel Namen enthalten,
als Beiſitzer von der betreffenden Gattung zu wählen ſind, z. Zt. je
110 Namen; die dieſe Zahl überſchießenden Namen werden geſtrichen
es gelten hiernach nur dir erſten zehn auf der Liſte ſtehenden Namen.
Ferner muß jede Vorſchlagsliſte von mindeſtens 20
Wahl=
berechtigten unterzeichnet ſein und hat die Benennung eines für
weitere Verhandlungen bevollmächtigten Vertreters der
Unter=
zeichner zu enthalten, ſowie die vollſtändigen Vor= und
Familien=
namen, das Gewerbe und die Wohnung oder
Beſchäftigungs=
ſtelle der Unterzeichner und der vorgeſchlagenen Perſonen.
Liſten, welche den vorbezeichneten Erforderniſſen nicht entſprechen,
ſind ungültig, ſofern nicht der Mangel innerhalb der
Einreichungs=
friſt beſeitigt wird.
Die rechtzeitig eingereichten und gültigen Vorſchlagsliſten
werden nach erfolgter Prüfung vierzehn Tage vor der Wahl in
ortsüblicher Weiſe veröffentlicht.
(20224a
Darmſtadt, den 16. September 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
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Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete.
Zum bevorſtehenden Vierteljahreswechſel bringe ich nachſtehendes
Ortsſtatut wiederholt zur Kenntnis. Wenn nicht anderes vereinbart
iſt, iſt für die Dauer der ſtatutariſchen Räumungsfriſten Mietzins
(19765msm
an den bisherigen Vermieter nicht zu entrichten.
Darmſtadt, den 20. September 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die=
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Stadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach
An=
hörung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. J.
37271 folgendes Orsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in
Kraft treten.
§ 1. Endigt das Mietverhältnis am Schluſſe eines
Kalender=
vierteljahres, ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume
durch den Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b) bei mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
c) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die im §1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur mit
der Beſchränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und
et=
waigem Zubehör beſtehen, zwei Zimmer
ſchon am erſten Tag des folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr
mit=
tags, vollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des
Miet=
verhältniſſes ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen
ſo finden die Vorſchriften der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder
ver=
tragsmäßig zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung
einer Kündigungsfriſt gekündigt, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2
bezeich=
neten Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§1, 2 die Räumung
ganz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder einen
ſtaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die Stelle des
Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1906.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Morneweg.
Hoher Beiertage nalber bleibt
mein Geschäft
am 2., 3. u. II. Oktober a. C.
(20282
geschlossen.
Bankgeschäft, Filiale Darmstat.
Bekanntmachung.
Setze meine werte Kundſchaft in
Kenntnis, daß ich
Wendelſtadt=
ſtraße 29 wohne.
(*10139
Schuhmacherei H. Engel.
Aufpol. v. M
Spezialität: uſw., ſowie
vorkomm. Schreinerarbeiten (
Adolf Zeller, Schützenſtraß=
§6 110.
Dienslag, 30. Septenber.
1915.
Bekanntmachung.
Den nachſtehenden Auszug aus dem Amtsblatt Nr. 10 Großh. Miniſteriums des
Innern vom 9. Mai d. Js. zu Nr. M. d. J. II. 2456 über die Koſten für
amtstierärzt=
liche Verrichtungen bringen wir hierdurch zur Kenntnis der Intereſſenten.
Darmſtadt, den 25. September 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Im Einverſtändnis mit Großh. Miniſterium der Finanzen beſtimmen wir auf
Grund der Artikel 16 und 19 des Ausführungsgeſetzes vom 29. April 1912 zum
Reichs=
viehſeuchengeſetz und auf Grund der Gr. Verordnung vom 24. Auguſt 1904, die
Tage=
gelder, Reiſekoſten und Gebühren der Kreisveterinärärzte betreffend (Reg.=Bl. S. 335),
in Abänderung der Vorſchriften unſeres Amtsblattes Nr. 29 vom 20. Dezember 1905
das Nachſtehende:
I.
Alle amtstierärztlichen Verrichtungen, die auf Grund zwingender Vorſchriften
des Reichsviehſeuchengeſetzes oder der hierzu vom Bundesrat erlaſſenen
Ausführungs=
beſtimmungen, ſowie der auf dieſes Gefetz oder dieſe Ausführungsbeſtimmungen
gegrün=
deten Anordnungen der Landesregierung, der Verwaltungs= oder Polizeibehörden
vor=
genommen werden, ſind als Dienſtgeſchäfte im Sinne der Gr. Verordnung vom 24.
Auguſt 1904, die Tagegelder ꝛc. der Kreisveterinärärzte betreffend, zu erachten. Unter
dieſe Verrichtungen fällt auch die Ausſtellung von Beſcheinigungen und Zeugniſſen auf
Grund des § 17 Abſ. 2 der Bundesratsbeſtimmungen. Für die Beſichtigung von
Schaf=
herden hat der beamtete Veterinärarzt nach § 5 Abſ. 1 der Verordnung vom 24. Auguſt
1904 eine Gebühr nicht zu beziehen, ſondern nur die ihm nach dem Zeitaufwand
zu=
ſtehenden Tagegelderſätze.
Die Koſten für alle amtstierärztlichen Verrichtungen (Abſ. 1) ſind in
Gemäßheit der genannten Gr. Verordnung vom 24. Auguſt 1904 zu berechnen.
In gleicher Weiſe ſind die Koſten für tierärztliche Verrichtungen zu
berech=
nen, die auf Grund der Ausführungsvorſchriften des Bundesrats von beamteten
Veterinärärzten oder in deren Vertretung von anderen approbierten Tierärzten
vor=
genommen werden, ſoweit nicht für einzelne Kreiſe eine anderweite Regelung dieſer
Koſten durch Kreisſtatut nach unſerem Amtsblatt Nr. 12 vom 30. April 1912 (Amtsbl.
der Abt. f. öff. Geſ. Nr. 469) eingeführt iſt.
II.
Die Koſten für die amtstierärztliche Beaufſichtigung von Viehmärkten nach § 16
Abſ. 1 des Reichsviehfeuchengeſetzes, ſowie von Viehbeſtänden nach § 16 Abſ. 3 dieſes
Geſetzes können durch Uebereinkommen zwiſchen dem beamteten Veterinärarzt und dem
Unternehmer oder Beſiter gegen eine fortlaufende, nach Zeitabſchnitten nicht unter
einem Monat zu bemeſſende Vergütung averſioniert werden. Alle hiernach
abge=
ſchloſſenen Verträge unterliegen nach Art. 1 des Geſetzes vom 4. Januar 1875, die
Er=
gänzung des Edikts von 1820, über die öffentlichen Dienſtverhältniſſe der
Zivilſtaats=
beamten betreffend, der Genehmigung durch unſere Abteilung für öffentliche
Geſund=
heitspflege und ſind dieſer in doppelter Ausfertigung vorzulegen. Andere
Ueberein=
kommen über Vergütung für Dienſtgeſchäfte, insbeſondere für einzelne Dienſtleiſtungen,
für Beſichtigung von Quarantänevieh und dergl., ſind nicht zuläſſig.
Amtliche Beſcheinigungen (Geſundheitszeugniſſe), die gelegentlich der
Beaufſich=
tigung von Viehbeſtänden nach § 16 Abſ. 3 des Reichsviehſeuchengeſetzes ausgeſtellt
werden, unterliegen, auch wenn hierüber nach Abſ. 1 eine fortlaufende Vergütung
ver=
einbart iſt, den Beſtimmungen in Ziffer III gegenwärtigen Amtsblatts, desgleichen die
auf Viehmärkten ausgeſtellten Beſcheinigungen, wenn dieſe nicht gemäß Ziffer VI
unſeres Amtsblatts Nr. 15 vom 12. Juli 1912 (Amtsbl. der Abt. f. öff. Geſ. Nr. 470
Ank.) unentgeltlich ausgeſtellt werden.
III.
Alle Koſten über amtstierärztliche Verrichtungen nach Ziffer I, für die nach
Artikel 16 und 19 des Ausführungsgeſetzes vom 29. April 1912 Private aufzukommen
haben, ſind, wenn darüber nicht ein nach Ziffer II genehmigter Vertrag abgeſchloſſen
iſt, in beſonderer Rechnung für die Staatskaſſe, doppelt ausgefertigt, vorzulegen, und
zwar getrennt von den Rechnungen über Koſten, die nach Art. 15 des
Ausführungs=
geſetzes oder anderen geſetzlichen Vorſchriften der Staatskaſſe zur Laſt fallen. Den
beamteten Veterinärärzten, ſowie den zu deren Vertretung etwa zugezogenen
prak=
tiſchen Tierärzten iſt es nicht geſtattet, für amtstierärztliche Verrichtungen nach Ziffer I
Zahlungen von Privaten entgegenzunehmen, ausgenommen nach Ziffer II genehmigte
Averſa und in den Fällen von Abſ. 5b.
Rechnungen für Gemeinden über die von dieſen nach Artikel 16 des
Ausführungs=
geſetzes zu tragenden Koſten ſind gemäß § 20 der Ausführungsanweiſung vom
30. April 1912 zu behandeln.
Alle vorzulegenden Rechnungen ſind, inſoweit ſie nicht aus Anlaß von
Ent=
ſchädigungsfällen in die Schätzungsurkunden aufgenommen werden, halbjährig, und
zwar je für die Zeit vom 1. April bis 30. September und vom 1. Oktober bis 31. März
aufzuſtellen und bis zum 1. November und 1. Mai an unſere Abteilung für öffentliche
Geſundheitspflege einzuſenden (Amtsbl. dieſer Abteilung Nr. 411).
Hinſichtlich der aus Anlaß der Fleiſchbeſchau entſtehenden Koſten und deren
Berechnung verbleibt es bei den Beſtimmungen des § 27 der Fleiſchbeſchauordnung
vom 9. April 1903.
Anſtatt der ſeitherigen durch unſer Amtsblatt Nr. 29 vom 20. Dezember 1905
(Amtsbl.) derAbt. f. öff. Geſ. Nr. 382) vorgeſchriebenen Rückerhebung der von Privaten
zu tragenden Koſten durch die Bezirkskaſſen wird mit Wirkung vom 1.
Okto=
ber I. Js. bis auf weiteres beſtimmt:
a) Bei Aufforderung zur Vornahme amtstierärztlicher Verrichtungen, wenn für
deren Koſten nach Abſ. 1 Private aufzukommen haben und darüber nicht ein nach
Ziffer II genehmigter Vertrag abgeſchloſſen iſt, hat der Antragſteller bei einer
ſtaat=
lichen Kaſſe (Bezirkskaſſe oder Untererhebeſtelle) ohne Rückſicht darauf, ob ſein Wohnort
zum Bezirk der Kaſſe gehört oder nicht, gegen Quittung folgende Beträge zu entrichten:
1. Für die Beſichligung eines Tieres oder enes Biehbeſands bis
*1 Mk. 50 Pfg.
25 Stück Großvieh .
Für die Beſichtigung eines Viehbeſtands über 25 bis 50 Stück Großvieh
ſind zwei und eines Viehbeſtands über 50 Stück Großvieh ſind drei
Quittungen zu je 1 Mk. 50 Pfg. zu löſen. Zwei Stück Kleinvieh und vier
Stück Geflügel werden wie ein Stück Großvieh gerechnet.
2. Für eine verlangte Beſcheinigung oder ein Geſundheitszeugnis 50 Pfg.
Dieſe Quittungen ſind vor der Vornahme des Geſchäfts dem beamteten
Veterinär=
arzt einzuhändigen, der ſie aufzubewahren und bei Vorlage ſeiner Rechnung dieſer
zuſammengeheftet beizufügen hat. Die Zahl der vorgelegten Quittungen iſt auf der
Rechnung anzugeben.
Den Privaten iſt geſtattet, die Quittungen jeweils in einer größeren Zahl, als
für den augenblicklichen Bedarf erforderlich iſt, von den Kaſſeſtellen zu beziehen und
die vorrätig bleibenden Quittungen bei ſpäteren Bedarfsfällen durch Uebergabe an den
beamteten Veterinärarzt zu verwenden. Letzterer hat auf den ihm eingehändigten
Quittungen das Datum der Uebergabe durch „Erhalten den . . 19 . ." und durch
Beifügung ſeiner Namensunterſchrift zu vermerken.
Ausnahmsweiſe hat der beamtete Veterinärarzt bei Beſichtigungen von
Schafherden nichtheſſiſcher Beſitzer, wenn dem Führer der Herde die alsbaldige
Ein=
löſung der Quittungen nicht möglich iſt, die nach a zu entrichtenden Beträge in bar zu
vereinnahmen und an ſeiner Rechnung in Abzug zu bringen.
c) Für die Quittungen, die mit fortlaufender Nummer zu verſehen ſind, iſt ſich
der vorgeſchriebenen Formulare 1 und 2 zu bedienen.
Um Verwechſelungen zu vermeiden, iſt zu Formular 1 weißes, zu Formular 2
rotes Papier zu verwenden.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen unter Bezugnahme auf die vorſtehende Bekanntmachung,
die Intereſſenten auf die Vorſchrift in Ziffer III Abſ. 5. pos. a unter dem Hinweis
aufmerkſam zu machen, daß ſie vom 1. Oktober d. Js. ab durch Entrichtung der auf
den Quittungen bezeichneten Beträge ihren Verpflichtungen für amtstierärztliche
Ver=
richtungen genügen, und ſie aufzufordern, ſich bei vorkommenden Fällen rechtzeitig in
den Beſitz der verlangten Quittungen zu ſetzen.
Die Kaſſeſtellen ſind zur Ausgabe der Quittungen zu all den Zeiten verpflichtet,
an denen ſie inſtruktionsgemäß Zahlungen anzunehmen haben. Die Großh.
Bezirks=
kaſſiere und Untererheber haben daher, ſoweit ihre Zahlzeiten nicht beſonders feſtgeſetzt
worden ſind, die Quittungen auch an anderen Werktagen als den allgemein bekannt
gegebenen Zahltagen zu verabfolgen, wenn ſie ſich in ihrer Wohnung befinden. Hiervon
ſind für die Großh. Bezirkskaſiere nur die Tage ausgenommen, an denen ſie der
Ab=
lieferung an die Großh. Hauptſtaatskaſſe wegen ihr Bureau geſchloſſen halten dürfen.
Darmſtadt, den 25. September 1913.
(20914si
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenubungss
platz Darmſtadt bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis.
(20064sid
Darmſtadt, den 25. September 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 30. September bis 3. Oktober 1913.
Datum
30. Sept.
2, Okt.
3. Okt.
Tag
Dienstag
Donnerstag
Freitag
Truppenteil
Maſchinen=
gewehr
Kompagnie
Dauer der
Abſperrung
von! bis
110 V. 330 N.
320 9
110P
350 N.
110V.
Die
Abſperrung
erſtreckt ſich
Bis zum
Land=
graben
Bemerkungen
Bekanntmachung.
Am 2., 3. und 4. Oktober 1913, von 72 vormittags bis zum Einbruch der
Dunkel=
heit, wird Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des XVIII. Armeekorps
auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„ Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker=Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln
ab=
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiverord=
nung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909.)
Darmſtadt, den 25. September 1913.
(19995a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier auslöſt werden, Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgeſöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(20233
tag, vormittags 10 Uhr ſtatt.
Bekanntmachung
zur Durchführung des Hausarbeitsgeſetzes, hier:
Erhebung über den Umfang der Hausarbeit.
Nach § 13 des Hausarbeitsgeſetzes vom 20. Dezember 1911 ſind
u. a. Gewerbetreibende, die außerhalb ihrer Arheitsſtätte in
Werk=
ſtätten gewerbliche Arbeit verrichten laſſen, verpflichtet:
ein Verzeichnis derjenigen Perſonen, welchen ſie Hausarbeit
übertragen oder durch weiche außerhalb der Arbeitsſtätte
des Gewerbetreibenden die Uebertragung erfolgt, unter
An=
gabe der Betriebsſtätte dieſer Perſonen zu führen; das
Ver=
zeichnis iſt auf Erfordern der Ortspolizeibehörde ſowie den
Gewerbeaufſichtsbeamten jederzeit zur Einſicht vorzulegen
oder einzureichen.
Die entſprechende Verpflichtung liegt ſolchen Perſonen ob, die,
ohne daß ſie eine Arbeitsſtätte beſitzen, für Gewerbetreibende
außer=
halb deren Arbeitsſtätte Arbeit an Hausarbeiter übertragen.
Es haben ſonach zu führen:
1. ein Verzeichnis der beſchäftigten Hausarbeiter: die
Unter=
nehmer und die Leiter von Zweigſtellen der Betriebe (§ 32
Abſ. 1 des Geſetzes), ſoweit ſie unmittelbar, d. h. nicht durch
Zwiſchenmeiſter oder Ausgeber (Faktoren, Fergen)
Haus=
arbeiter beſchäftigen, die ſogenannten Zwiſchenmeiſter für
die von ihnen außerhalb ihrer Arbeitsſtätten mit Hausarbeit
beſchäftigten Perſonen oder die ſog. Ausgeber, Faltoren und
Fergen (Perſonen ohne eigene gewerbliche Arbeitsſtäteh für
diejenigen Hausarbeiter, welchen ſie für — meiſt an andern
Orten wohnhafte — Gewerbetreibende Hausarbeit übertragen;
2. ein Verzeichnis der beſchäftigten Zwiſchenmeiſter und
Ausgeber (Faktoren, Fergen): die Unternehmer und die
Leiter von Zweigſtellen der Betriebe hinſichtlich ſolcher
Per=
ſonen, durch welche außerhalb der Betriebsſtätten für die
Betriebe die Uebertragung von Arbeit an Hausarbeiter er=
Ge tein
ſelbſt zugleich an der Herſtellung der Arbeitserzeugniſſe
mit=
beteiligt ſind, oder daß ſie — wie die Ausgeber (Fatoren,
Fergen) — in der Hauptſache nur die Ausgabe der Arbeit
vermitteln.
Zwiſchenmeiſter, welche die übernommene Arbeit
aus=
ſchließlich in ihren eigenen Arbeitsſtuben und Werkſtätten
ausführen laſſen, alſo daneben nicht noch an Hausarbeiter
weiter übertragen, ſind in das Verzeichnis nicht aufzunehmen.
Die Verzeichniſſe müſſen den Namen der Hausarbeiter,
Zwiſchen=
meiſter und Ausgeber unter Angabe der Betriebsſtätte dieſer
Per=
ſonen enthalten.
Unter Hinweis auf die Verpflichtung zur Führung dieſer
Verzeichniſſe fordern wir hiermit die ſämtlichen Unternehmer,
Leiter von Zweigſtellen, Zwiſchenmeiſter und Ausgeber
auf=
eine Abſchrift des Verzeichniſſes, und zwar nach dem Stand
vom 1. Oktober d. Js., nach untenſtehendem Muſter bis
ſpäte=
ſtens zum 3. Oktober d. Js. dem zuſtändigen Polizeirevier ein=
(18979a
zureichen.
Verzeichnis:
Name und Wohnung des Arbeitgebers=
Datum:
Namen der
Hausar=
beiter,
Zwiſchen=
meiſter, Ausgeber
Betriebsſtätte der
neben=
genannten Perſonen
Ort
Straße Nr
Etwaige
Be=
merkungen
Darmſtadt, den 8. September 1913.
Großherzogliches Polizeiamt
Gennes.
Für alte Flaſchen
zahle von 3½ Pfennig bis zu
6 Pfennig für das Stück
Rubin, Kaupſtr. 46, II. (*9986si
Altes Gold
Brillanten, Platin und Silber,
kauft zum höchſten Wert (19607a
Juwelenhandlung Kurtz,
Pädagogſtr. 2
Telephon 1202.
Bekanntmachung.
Freitag, den 3. Oktober I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Heinrich Jacoby VIII.
Eheleuten dahier gehörige
Liegen=
ſchaft:
Flur
qm
Nr.
II
773 484 Hofreite
Lieb=
frauenſtraße
Nr. 81,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K40/13
V
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das
einge=
legte Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 19. September 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,19578
a1
Kaufe
dieſes Blattes.
alte Militärſtiefel,
Uniform., Mäntel.
Offerten unter T47
an die Expedition
(19703a
Melephon 2085
Kaufe
getrag. Kleider
Stiefel, Bettfedern, Zahngebiſſe,
alte Fahrräder. Poſtkarte genügt.
M. Obstield, Kleine Bachgaſſe 7.
Komme auch auswärts. (19704a
Antiquitäten kauft
P. Klein, Kaſinoſtr. 2, Lad. (20183a
Betr.. Das Einhalten der Tauben zur Saaizeit.
Ich beſtimme hiermit, daß die Tauben von nun an bis zum
45. k. Mts. eingeſperrt gehalten werden müſſen.
Zuwiderhandlungen werden nach Art. 39, Ziffer 2, des
Feld=
ſtrafgeſetzes mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu
einer Woche beſtraft.
Mit Rückſicht auf die großen Schäden, die von den Tauben
zur Saatzeit angerichtet zu werden pflegen, muß eine genaue
Beobachtung der Vorſchrift im landwirtſchaftlichen Intereſſe
ver=
langt werden.
Eine ſtrenge Ueberwachung der Durchführung dieſer Anordnung
iſt daher veranlaßt worden.
Auf die Militärbrieftauben der Mitglieder des hieſigen
Brief=
taubenklubs findet vorſtehendes nur inſoweit Anwendung, als dies
das Reichsgeſetz vom 28. Mai 1894, den Schutz der Brieftauben be=
(20260is
treffend, zuläßt.
Darmſtadt, den 25. September 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Verkauf von Faſelvieh.
Der zur Zucht untaugliche fette Eber in dem Faſelſtall Arheilger
Straße Nr. 43 ſoll verkauft werden. Angebote hierfür ſind bis
längſtens Mittwoch, den 1. Oktober ds. Js., vormittags 10 Uhr,
(20160gi
einzureichen.
Die Verkaufsbedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer Nr. 39,
während der Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 25. September 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Winter=Schafweide.
Die Schafweide auf den ſtädtiſchen Pallaswieſen, ca. 35
Hek=
tare, und den früheren Beſſunger Gemeindewieſen, ca. 60 Hektare,
ſoll verpachtet werden.
Pachtdauer bis Mitte März 1914.
Schriftliche Angebote ſind, verſchloſſen und mit entſprechender
Aufſchrift verſehen, bis längſtens Samstag, den 4. Oktober,
ein=
zureichen.
Die Bedingungen liegen während der Dienſtſtunden in dem
Geſchäftszimmer Nr. 39 des Stadthauſes zur Einſicht offen. Auch
ſind dieſelben gegen Einſendung des Betrages von 20 Pfg. in Marken
(20159gi
erhältlich.
Darmſtadt, den 27. September 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und Nachſchautermine finden, ſolange
Bedürfnis, jeden Mittwoch, nachmittags von 5 bis 6 Uhr, im
Schulhaus in der Rundeturmſtraße, für im Vorjahr geborene,
ſowie für ältere mit der Impfung im Rückſtande verbliebenen Kin=
(14133a
der ſtatt.
Darmſtadt, den 24. Juni 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt
22 Hügelſtraße 22
Fernſprech=Anſchluß Nr. 456
Mündelſichere Anſtalt unter Haftung der Stadt Darmſtadt.
Strengſte Amtsverſchwiegenheit gegen jedermann, auch
gegen=
über Behörden (vergl. § 25 der Satzung).
Reſerven über M. 2000000, Aktiven über M. 40000000,
Spareinlagen über M. 38000 000.
Reichsbank=Giro=Konto.
Poſtſcheck=Konto Frankfurt a. M.
Scheck=Konto bei der Depoſiten=
Nr. 5869.
kaſſe der Bank für Handel Scheck=Konto bei der Heſſiſchen
und Induſtrie.
Landes=Hypothekenbank.
Ausgabe von Heimſparbüchſen.
Verkehrszeit: vom 1. April bis 30. September am jedem Werktage
vormittags von 8—12½ Uhr;
vom 1. Oktober bis 31. März an jedem Werktage
vormittags von 8½—12½ Uhr.
I. Darlehensgeſchäft und Verwaltung: im erſten Stock.
II. Einlagen= und Rückzahlungsgeſchäft: im Erdgeſchoß.
Verzinſung der Einlagen: bis einſchließlich M. 10000
3½%, über M. 10000 — 3% für die ganze Einlage.
Zinsbeginn: Der Zinſenlauf beginnt mit dem auf die
Kapital=
einzahlung folgenden Tage und endigt bei Rückzahlungen mit dem
der Erhebung vorausgehenden Tage.
(16821a
(5
Stüdtiſche Pſeunig=Spartaſſe.
Einzahlungen in Pfennigbeträgen von 10, 20 Pfg. u. ſ. f. bis
einſchließlich eine Mark, werden jeden Samstag, nachmittags von
2—8 Uhr, von nachverzeichneten Erhebeſtellen entgegengenommen:
Praſſel, M. W., Schulſtr. 10.
Jarraſch, J., Heinheimerſtr. 35.
Landau, M., Mathildenplatz 1.
Seibert, Fr., Pallaswieſenſtr. 44.
Bopp, K., Heinheimerſtr. 74.
Waitz, E., Eliſabethenſtr. 16.
Waitz, Pfarrer, Mollerſtr. 23.
Büchler, A., Roßdörferſtr. 26.
Roth, G., Dieburgerſtr. 9.
Hebermehl, G., Eliſabethenſtr. 53.
Koch, K., Marktplatz 3.
Filialen:
Stephan, H., Stiftſtr. 29.
Kiesſtraße 34, Beſſungerſtr. 86,
Finke, P. C., Ballonplatz 5.
Lauteſchlägerſtraße 4, Moller=
Klockow, F., Pankratiusſtr. 26.
ſtraße 17.
Schroth, J., Gardiſtenſtr. 1.
Scholl, R., Soderſtr. 44.
Möſer, J. H., Ruthsſtr. 24.
Poth, E., Heinheimerſtr. 20.
Sulzmann, A., Forſtmeiſterſtr. 2.
Schwab, T., Ernſt=Ludwigspl. 4. Mattheß, H., Liebfrauenſtr. 58.
Supp, A. J., Marktplatz 8.
Erb, O., Alexanderſtr. 17½.
Netz,
Direktor.
Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 1. Oktober 1913, vorm. 11 Uhr
werden im Pfandlokale, Rundeturmſtr. dahier (Reſtaur. „Zur
Roſen=
höhe‟), verſchiedene Möbel, als:
Kleiderſchränke, Vertikos, Schreibtiſche, Spiegelſchränke,
Trumeaus, Spiegel, Diwans, Sofas, Kommoden, 1 Sekretär,
Seſſel, Stühle, 1 Spiegel, 1 Bett, 1 Küchenſchrank, 1 Ruhebett,
1 Porzellanſchrank, 1 Nähtiſch; ferner: 1 Friſeurtoilette, 55 Bände
verſch. Klaſſiker, 1 Tafelklavier, 1 Sprechapparat, Parfümerien,
1 Pfandſchein über Damenfahrrad, 1 Landauer und 1
Schreib=
maſchine
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
(20280
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
3 Wellblechſchiebetore,
(20271
nämlich 1 Einzelflügel, 2,60 m hoch, 1,88 m breit, 1 Doppelflügel, je
2,60 m hoch und zuſammen 1,86m breit, ſehr gut erhalten, durch
Umbau überflüſſig geworden, ſind billig abzugeben. Anzuſehen
Gräfenhäuſerweg 201. Off. ſind Neckarſtr. 3 (Kreisamt) einzureichen.
Regzugshalb. 2 Betten zu verk.,
Wdaseine m. Spiral= u. 3teil. Matr.
(*10150)
Müllerſtr. 7, 1. St.
min Lüſter 20 Mk., eine
Waſch=
maſchine 10 Mk. zu vk. (*10121
Ernſt=Ludwigſtr. 9. im Laden.
En unſer Handels=Regiſter, Ab=
J teilung B, wurde heute unter
Nr. 101 die Geſellſchaft mit bei
ſchränkter Haftung unter der Firma:
W. Schoeller Nachfolger,
Geſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung, und mit dem
Sitz in Darmſtadt,
eingetragen.
Gegenſtand des Unternehmens
iſt die Errichtung elektriſcher Licht=
und Kraft=, ſowie
Schwachſtrom=
anlagen, ferner die Herſtellung und
Vertrieb aller mit Elektrizität
zu=
ſammenhängenden Artikel und
Aus=
führung aller in dieſe Branche
fallenden Arbeiten, einſchließlich
Reparaturen. Die Geſellſchaft iſt
auch befugt, gleichartige oder
ähn=
liche Unternehmungen zu erwerben,
ſich an ſolchen zu beteiligen oder
deren Vertretung zu übernehmen.
Das Stammkapital beträgt
20 000 Mark.
Geſchäftsführerſind: Kaufmann
Michael Loeb in Worms und
Elektrotechniker Reinhold Gedeck in
Worms.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am
16. September 1913 feſtgeſtellt.
Sind mehrere Geſchäftsführer
beſtellt, ſo iſt jeder derſelben zur
Vertretung der Geſellſchaft
be=
rechtigt.
Die Geſellſchafter Kaufmann
Michael Loeb in Worms und
Elektrotechniker Reinhold Gedeck
in Worms bringen auf ihre
Stamm=
einlage je ihren Anteil an dem von
ihnen erworbenen Geſchäft der
Firma W. Schoeller, Inſtallation
elektriſcher Anlagen, in Darmſtadt
(ausſchließlich Ausſtände und
Schul=
den) zum auf ihre Stammeinlagen
angerechneten Werte von je 4000 M.
ein.
Die Bekanntmachungen der
Ge=
ſellſchaft erfolgen durch die Darm=
(20234
ſtädter Zeitung.
Darmſtadt, 26. September 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I
En unſer Handels=Regiſter, Ab=
I teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Backſtein=Verkaufsſtelle
Darmſtadt, Geſellſchaft
ſchaft mit beſchränkter
Haftung, Darmſtadt.
Durch Beſchluß der Geſellſchafter
vom 10. Juli 1913 ſind die
Be=
ſtimmungen des
Geſellſchaftsver=
trages über die Organe und die
Vertretung der Geſellſchaft, den
Aufſichtsrat, die
Geſellſchafterver=
ſammlung, die Bilanz und den
Reingewinn (§§ 8, 9, 10, 11, 13,
17, 20), ſowie die §§ 4, 10, 16 und
17 des Anhangs zum
Geſellſchafts=
vertrag, durch Beſchluß der
Geſell=
chafter vom 27. Auguſt 1913 die
Beſtimmungen des
Geſellſchafts=
vertrags über das Stammkapital
und die Geſellſchafterverſammlung
(§§ 4 und 16) und die §§ 2 und 21
des Anhangs zum
Geſellſchafts=
vertrag abgeändert worden. Die
Geſellſchaft wird
(20237
a) wenn ein Geſchäftsführer
beſtellt iſt, durch dieſen,
b) wenn mehrere
Geſchäfts=
führer beſtellt ſind, durch
zwei oder mehrere
gemein=
ſam oder durch einen
Ge=
ſchäftsführer gemeinſam mit
einem Prokuriſten vertreten.
Darmſtadt, 24. September 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung A, wurde heute
ein=
getragen hinſichtlich der Firma:
W. Schoeller, Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf
Kaufmann Michael Loebin Worms
und Elektrotechniker Reinhold
Ge=
deck in Darmſtadt als perſönlich
haftende Geſellſchafter
überge=
gangen.
Die offene Handelsgeſellſchaft
hat am 1. September 1913
be=
gonnen.
Der Uebergang der in dem
Be=
triebe des Geſchäfts begründeten
Verbindlichkeiten und
Forderun=
gen iſt bei dem Erwerbe des
Ge=
ſchäfts durch Michael Loeb und
Reinhold Gedeck ausgeſchloſſen.
Die Firma iſt geändert in:
W. Schoeller Nachf.
Die Firma iſt auf die
Geſell=
ſchaft W. Schoeller Nachfolger,
Geſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung, in Darmſtadt, übergegangen
und wird hier gelöſcht.
(20235
Darmſtadt, 26. September 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekauntmachung.
In dem Konkursverfahren über
den Nachlaß der Georg SeibelII.
Witwe von Pfungſtadt iſt zur
Be=
ſchlußfaſſung über den von dem
Konkursverwalter geſtellten
An=
trag auf Einſtellung des
Konkurs=
verfahrens Termin auf (20259
Mittwoch, 15. Oktober 1913,
vörmittags 10 Uhr,
Zimmer Nr. 107, bei dem unter
zeichneten Gerichte anberaumt.
Darmſtadt, 27. September 1913.
Großh. Amtsgericht II.
Z9werg=Rehpinſcher, ſchwarz m.
O roſtbraun, billig zu verkaufen
*10177)
Mühlſtr. 5. 3. St. I.
Bekanntmachung.
Durch Großh. Oberverſicherungsamt (Beſchlußkammer) iſt die
Schließung der unterzeichneten Gemeindekrankenverſicherung Hahn
mit Wirkung des Ablaufs des Jahres 1913 angeordnet worden.
Dies wird unter dem Hinweis zur öffentlichen Kenntnis
ge=
bracht, daß die Befriedigung von Gläubigern, die ihre Forderungen
nicht binnen drei Monaten nach dieſer Bekanntmachung anmelden,
verweigert werden kann. Für Anſprüche aus der Verſicherung gilt
dies nicht.
(20244
Hahn, den 27. September 1913.
Der Vorſtand der Gemeindekrankenverſicherung,
Geibel.
Bekanntmachung.
Betreffend: Schließung der Gemeinde=Krankenverſicherung
Pſungſtadt.
Durch Großh. Oberverſicherungsamt (Beſchlußkammer) iſt die
Schließung der unterzeichneten Gemeindekrankenverſicherung
Pfung=
ſtadt mit Wirkung des Ablaufs des Jahres 1913 angeordnet worden.
Dies wird unter dem Hinweis zur öffentlichen Kenntnis
ge=
bracht, daß die Befriedigung von Gläubigern, die ihre Forderungen
nicht binnen drei Monaten nach dieſer Bekanntmachung anmelden,
verweigert werden kann. Für Anſprüche aus der Verſicherung gilt
(20215
dies nicht.
Pfungſtadt, den 26. September 1913.
Der Vorſtand der Gemeinde=Krankenverſicherung
Pfungſtadt.
Lang, Bürgermeiſter.
Bekanntmachung.
Durch Großh. Oberverſicherungsamt (Beſchlußkammer) iſt die
Schließung der unterzeichneten Gemeindekrankenverſicherung mit
Wirkung des Ablaufs des Jahres 1913 angeordnet worden.
Dies wird unter Hinweis zur öffentlichen Kenntnis
ge=
bracht, daß die Befriedigung von Gläubigern, die ihre Forderungen
nicht binnen drei Monaten nach dieſer Bekanntmachung anmelden
verweigert werden kann. Für Anſprüche aus der Verſicherung gilt
(20257
dies nicht.
Gräfenhauſen, den 27. September 1913.
Der Vorſtand der Gemeindekrankenverſicherung
Gräfenhauſen.
Petri, Bürgermeiſter.
Betr.: Schließung der Gemeindekrankenverſicherung Erzhauſen.
Bekanntmachung.
Durch Großh. Oberverſicherungsamt (Beſchlußkammer) iſt die
Schließung der unterzeichneten Gemeindekrankenverſicherung mit
Wirkung des Ablaufs des Jahres 1913 angeordnet worden.
Dies wird unter Hinweis zur öffentlichen Kenntnis gebracht,
daß die Befriedigung von Gläubigern, die ihre Forderungen nicht
binnen drei Monaten nach dieſer Bekanntmachung anmelden,
ver=
weigert werden kann. Für Anſprüche aus der Verſicherung gilt
(20246
dies nicht.
Erzhauſen, 27. September 1913.
Der Vorſtand der Gemeindekrankenverſicherung
Erzhauſen.
Wannemacher.
Bekanntmachung.
Durch Großh. Oberverſicherungsamt (Beſchlußkammer) iſt die
Schließung der unterzeichneten Gemeindekrankenverſicherung mit=
Wirkung des Ablaufs des Jahres 1913 angeordnet worden. Dies
wird unter dem Hinweis zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die
Befriedigung von Gläubigern, die ihre Forderungen nicht binnen
3 Monaten nach dieſer Bekanntmachung anmelden, verweigert werden
kann. Für Anſprüche aus der Verſicherung gilt dies nicht.
Schneppenhauſen, den 29. September 1913.
Der Vorſtand der Gemeindekrankenverſicherung Schneppenhauſen.
(20292
Kunz.
In unſer Handelsregiſter,
Abtei=
lung B, wurde heute unter
Nr. 100 die Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung unter der Firma:
Heedt & Ganß,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter
Haftung, und mit dem Sitz
in Darmſtadt,
eingetragen.
Gegenſtand des Unternehmens
iſt die Fortführung des ſeither
von der offenen Handelsgeſellſchaft
in Firma Heedt & Ganß in
Darm=
ſtadt betriebenen Handelsgewerbes,
insbeſondere die Führung einer
Plandruckerei, einer Steindruckerei,
einer lithographiſchen Anſtalt, einer
Buchdruckerei, einer elektr.
Licht=
pausanſtalt und aller mit dem
Druckereigewerbe
zuſammenhän=
genden Geſchäfte.
Das Stammkapital beträgt
70000 Mark.
Geſchäftsführer ſind:
Kaufmann Auguſt Heedt und
Kaufmann Georg Ganß, beide in
Darmſtadt.
Kaufmann Emil Netz in
Darm=
ſtadt iſt zum Prokuriſten beſtellt
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am
19. September 1913 feſtgeſtellt.
Sind mehrere Geſchäftsführer
beſtellt, ſo iſt jeder für ſich allein
zur Vertretung der Geſellſchaft
berechtigt.
Die Dauer der Geſellſchaft iſt
bis 1. Oktober 1923 feſtgeſetzt
Erfolgt nicht ſpäteſtens 9 Monate
vor Ablauf der Vertragsdauer
eine Kündigung, ſo wird die Dauer
der Geſellſchaft um weitere fünf
Jahre verlängert und ſo fort.
Die Geſellſchafter, Kaufmann
Auguſt Heedt und Kaufmann
Georg Ganß, beide in Darmſtadt,
bringen als Stammeinlage in die
Geſellſchaft ein je ihren
Geſchäfts=
anteil an dem Vermögen der
offenen Handelsgeſellſchaft in
Firma Heedt & Ganß in
Darm=
ſtadt, beſtehend aus Maſchinen,
Warenlager, Geſchäftseinrichtung,
Zinkplatten und Steinen,
Buch=
druckſchriften, Werkzeugen u.
Uten=
ſilien, Kontokorrentguthaben,
Bank=
authaben und Kaſſebeſtand, und
zwar zum angerechneten Werte
von je 35000. Mark.
Die Bekanntmachungen der
Ge=
ſellſchaft erfolgen durch den
Deut=
ſchen Reichs=Anzeiger.
(20238
Darmſtadt, den 23. Sept. 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung A, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Heedt & Ganß, Darmſtadt.
Die Firma iſt auf die
Geſell=
ſchaft Heedt und Ganß,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter Haftung, in
Darmſtadt übergegangen und wird
(20236
hier gelöſcht.
Darmſtadt, 23. September 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handelsregiſter iſt heute
die durch Geſellſchaftsvertrag
vom 29. Auguſt 1913 nebſt
Nach=
trag vom 25. September 1913
er=
richtete Heſſiſche
Spielwarenmanu=
ſaktur G. m. b. H. mit dem Sitz
in Pfungſtadt eingetragen worden.
Gegenſtand des Unternehmens iſt
die Fabrikation und der Vertrieb
künſtleriſcher Spielwaren. Höhe
des Stammkapitals 69000 Mark.
Die Stammeinlage des
Geſell=
ſchafters Max Hägele im Betrag
von 30000 Mark iſt durch
Ein=
bringen von Maſchinen, Werkzeugen
und Hölzern geleiſtet. Alleiniger
Geſchäftsführer iſt Herr Heinrich
Nodnagel in Darmſtadt,
Hügel=
ſtraße 79.
(20258
Darmſtadt, den 25. Sept. 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Teinſte Hafermaſt=Gänſe! Jung,
fett, tägl. friſch geſchl., ſb. gerupft,
7—12 Pfd., à Pfd. 55—60 Pfg., Enten
65—70 Pfg. à Pfd. verſendet geg.
Poſtnachn. Otto Panzer, Gutsbesitzer,
Schillelwethen b. Gr. Friedrichsdorf, Ostpr. (*
Gänse, Enten!
1913er Frühbrut, ausgewachſen,
federvoll, unt. Garantie leb.
An=
kunft: 10 ſchöne Gänſe 32 Mk.,
10 Rieſengänſe 36 Mk., 12 ſchöne
Enten 21 Mk., liefert F. Streuſand,
Mvslowitz O. S. 80.
(II,20249
Nummer 230.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Seite 13.
in gediegenen Qualitäten, in eleganter reicher Auswahl und
in unvergleichlicher Preiswürdigkeit
der gesch. Damenwelt anbieten zu können, liegt in der Fülle der eingetroffenen erstklassigen Neuheiten und ist die
Folge unseres immerwährenden Bestrebens, nur durch leistungsfähigste Bedienung unseren Kundenstamm zu vergrössern.
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ue
(20217
Alte Liebe.
Novelle von Reinhold Ortmann.
Nachtruck verboten.)
13
Die matten Augen des Verunglückten öffneten ſich
weit.
Nicht mehr da? — Was wollen Sie damit ſagen?
Daß ſie abgereiſt iſt, Herr Baron — ganz plötzlich.
Ich mußte ihr einen Extrawagen ſtellen, damit ſie den
Abendzug nach Italien noch erreichen könne.
Leiningen ſtöhnte dumpf auf. Wohl eine Minute
lang lag er regungslos, dann fragte er mit kaum
vernehm=
licher Stimme weiter:
Und ſie hat alles mitgenommen — ich meine: alles,
was ſie an Gepäck mitgebracht hatte?
Aber, natürlich — alles, da es ja nicht ihre Abſicht
war, noch einmal zurückzukehren.
Nein — gewiß, ſie wird niemals zurückkehren,
mur=
melte der Verwundete. Und ich hätte es wiſſen ſollen—
ich habe ſie ja gekannt.
Kann ich Ihnen ſonſt noch irgendwie zu Dienſten
ſein, Herr Baron? fragte der Poſthalter nach einer kleinen
Weile etwas beklommen, da ihm die augenfällige
Verände=
rung auf dem Geſicht Leiningens, die plötzlich
unverkenn=
bar zutage tretenden Anzeichen raſchen Verfalls, Beſorg=
e e e e
jemanden ſchreiben oder telegraphieren.
Der Verunglückte machte eine verneinende
Kopfbeweg=
ung.
Sie hat nichts für mich zurückgelaſſen, Hann=Tobi?
Keine Beſtellung — keinen Brief — keine einzige Zeile?
Nichts, Herr Baron! — Aber vielleicht hat ſies nur in
der Eile vergeſſen. Denn ſie war bei ihrem Aufbruch ſo
eilig, wie ich kaum je einen Reiſenden geſehen habe.
Er erhielt keine Antwort mehr. Leiningen lag mit
geſchloſſenen Augen da und rührte ſich auch nicht, als einer
der beiden Aerzte eine Frage an ihn richtete.
Ich werde eine der Schulſchweſtern bitten, die Nacht
bei ihm zu durchwachen, ſagte Dr. Rainer leiſe. Wir
beide, Herr Kollege, können ihm ja vorderhand kaum noch
von irgendwelchem Nutzen ſein.
Er entfernte ſich, und ſchon nach Verlauf von kaum
zwanzig Minuten war die Ordensſchweſter zur Stelle, ein
dreißigjähriges Mädchen, mit ſtillem, ſanftem Geſicht. Es
hatte nicht vieler Erklärungen und Anweiſungen bedurft,
um ſie geſchickt zu machen zu dem, was hier von ihr
ver=
langt wurde. Auch ſie hatte mit dem erſten Blick erkannt,
daß es ſich nur noch darum handeln könne, einem
Sterben=
den ſeine letzten Leidensſtunden zu erleichtern, und ſchon
ihre behutſame, geräuſchloſe Art, die beinahe mütterliche
e e e e e
benen Kiſſen des Lagers zurechtrückte, die ſorgliche Güte
in ihren unausgeſetzt auf das Geſicht des Unglücklichen
ge=
richteten Augen waren eine ſichere Gewähr, daß der
armen, entfliehenden Seele von weichen Händen ihr Weg
bereitet werden würde.
Man ließ ſie mit dem Sterbenden allein. Der
Poſt=
halter war der letzte, der nach einem langen, mitleidigen
Blick auf den ſcheinbar Schlummernden das Zimmer
ver=
ließ. Draußen aber wandte er ſich, an den Lengenbacher
Arzt:
Ein lieber Herr — ſchad um ihn! — Aber wenn ich
an den Andern denk, der jetzt draußen in den Felſen liegt,
geht mir’s doch noch näher. Den hätten Sie kennen ſollen,
Doktor — nicht wie er heuer geweſen iſt, wo ich ſelber ihn
kaum wieder erkannt hab’, ſondern vor ein paar Jahren,
bei ſeinem erſten Hierſein. Ein Prachtmenſch, ſag ich
Ihnen! Ich weiß nicht, was inzwiſchen mit ihm geſchehen
iſt, aber wie er jetzt hier herumging, ſo in ſich gekehrt und
traurig — ich mein faſt, ihm iſt’s ganz recht geweſen, daß
der Aufſtieg in die Berge ſein letzter Weg geweſen iſt auf
dieſer Welt.
Noch erfüllten die grauen Schatten der
Morgen=
dämmerung das Lengenbacher Tal, als ein leiſer Finger
Schle 160
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Nummer 236.
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geschäft, Schuchardſtr. 13, I. (1116a
eeeen
an die Schlafzimmertür pochte, hinter der ſich der
Poſt=
halter eben aus den Federn erhoben. Und er wußte
als=
bald, um was ſich’s handle.
Was gibt’s? — Der Baron? — Nur einen
Augen=
blick Geduld — ich bin ſchon da.
Draußen auf der Schwelle grüßte ihn, wie er’s nicht
anders erwartet hatt, das ſtille, ſanfte Geſicht der
Ordens=
ſchweſter, deren Züge längſt aufgehört hatten, die
Be=
wegungen ihrer Seele widerzuſpiegeln.
So wäre es alſo geſchehen? fragte der Poſthalter. Es
iſt aus mit ihm?
Noch nicht, lautete die ruhige Entgegnung. Aber es
geht ſchnell zu Ende. Und er wünſcht Ihnen noch etwas
zu offenbaren, ehe er ſtirbt. Ich habe auf ſeinen Wunſch
auch nach dem Pfarrer und dem Doktor geſchickt; aber bis
ſie eintreffen können, wäre es vielleicht ſchon zu ſpät. Und
Sie müſſen ihn anhören, denn er hat eine ſchwere Schuld
auf dem Gewiſſen.
Eine ſchwere Schuld? Der Herr Baron, der alleweil
ſo luſtig und guter Dinge geweſen iſt?
Er iſt nicht der, für den er ſich hier ausgegeben hat
— kein Baron, ſondern ein Fälſcher und Dieb, den die
deutſchen Strafbehörden verfolgen. Er heißt Robert
Leiß=
ner, und die Dame, die als ein Fräulein Seyfried bei
Ihnen gewohnt hat, iſt ſeine rechtmäßig angetraute Frau.
Nicht der Gedanke an ſeinen nahen Tod, ſondern der Zorn
und der Schmerz über ihre treuloſe Flucht hat ihm den
Wunſch eingegeben, vor dem Ende alles zu geſtehen.
Der redliche Hann=Tobi war durch dieſe Mitteilungen,
die er auf dem kurzen Wege zu dem Krankenzimmer
empfing, in eine nicht geringe Beſtürzung verſetzt worden,
aber am Ende ſah er dem Laufe dieſer krauſen Welt doch
ſchon zu lange zu und hatte in ſeiner Eigenſchaft als
Ho=
telwirt doch ſchon zu viele Menſchen von allerlei Art
ken=
nen gelernt. als daß die überraſchende Neuigkeit ihn ganz
hätte aus der Faſſung bringen können. Und er vergaß
nicht, daß es ein Sterbender war, vor den er jetzt
hin=
trat. Als er die unruhig flackernden Augen des über
Nacht erſchreckend Verfallenen mit dem Ausdruck einer
verzehrenden Angſt auf ſich gerichtet ſah, gewann er es
ſogar über ſich, ſeinem Geſicht den gewohnten,
ruhig=
freundlichen Ausdruck zu geben und ihn wie in wirklicher
Teilnahme um ſein Ergehen zu befragen.
Mir geht es gut, Hann=Tobi, klang es haſtig und
ton=
los aus den Kiſſen zurück, genau ſo gut, wie ich es
ver=
diene. Und nun fragen Sie mich nichts mehr! Ich habe
Sie ja rufen laſſen, um Ihnen ungefragt alles zu ſagen.
Und während die Ordensſchweſter in ſtummem Gebet
zu Füßen des Lagers kniete, mußte ſich Hann=Tobi zu.
Häupten desſelben niederlaſſen, um die geflüſterte Beichte
des Verunglückten zu vernehmen. Er verſtand vielleicht
nicht alles, was der angebliche Baron ihm da offenbarte,
aber er prägte auch das, was er nicht ſogleich begriff,
ſei=
nem Gedächtnis ein, weil er ja nach den Mitteilungen der
Schweſter wußte, daß man darüber an amtlicher Stelle
Auskunft von ihm verlangen würde.
Ja, es war ein Betrüger und Dieb, ein ſteckbrieflich
verfolgter Verbrecher, der unter der Maske des
vorneh=
men Herrn in ſeinem Hauſe gelebt und mit meiſterlichem
Geſchick alle Welt über ſeinen wahren Charakter getäuſcht
hatte. Und nicht irgendein Zufall hatte ihn hierher
ge=
führt, ſondern die auf vielfache Erfahrung gegründete Zu=
verſicht, daß ein von den Behörden geſuchter Flüchtling
nirgends ſicherer ſei als in einer Sommerfriſche, über die
beſtändig ein Strom von Touriſten hingeht und wo der
einzelne kaum jemals allzu ſtrenge um ſeine Legitimation
oder um ſeine Verhältniſſe befragt wird. Nachdem er ſich
mit ſeiner Frau ein paar Tage lang in München
ver=
borgen gehalten, weil es ihnen bei dem vollſtändigen
Mangel an Ausweispapieren vorläufig zu gewagt ſchien,
ins Ausland zu ſlüchten, war er im Einverſtändnis mit
ſeiner Gefährtin zu dem Entſchluß gelangt, in einer
Ver=
kleidung die Weiterreiſe nach Tirol zu verſuchen, um ſich
da in dem ſtillen Tal von Lengenbach zu verſtecken, bis
er annehmen durfte, daß ſeine Tat und der hinter dem
Paare erlaſſene Steckbrief einigermaßen in Vergeſſenheit
geraten ſei. Er ſelbſt hatte ſich durch entſprechende
Be=
malung ſeines Geſichts, durch einen falſchen weißen Bart
und durch das Annehmen einer hinfälligen Haltung das
Ausſehen eines gebrechlichen alten Mannes gegeben,
während ſeine Frau ihrem ſeit den Tagen ihrer
Bühnen=
tätigkeit goldrot gefärbten Haar, das im Steckbrief als
ein beſonderes Kennzeichen angegeben war, durch
künſt=
liche Mittel ſeine urſprüngliche tiefſchwarze Farbe
wieder=
gegeben hatte. Trotz dieſer Veränderung in ihrer äußeren
Erſcheinung aber hatten ſie es für zu gefährlich gehalten,
vor den Mitreiſenden ihre Zuſammengehörigkeit zu
offen=
baren und waren übereingekommen, in getrennten
Ab=
teilungen des Zuges zu fahren, zu dem ſie ſich, um ihre
Spur nach Möglichkeit zu verwiſchen, Fahrkarten bis
Ve=
rona gelöſt hatten.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 230.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Seite 10
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eingeführt. Dieses System garantiert meine seither gewahrten reellen Grundsästze,
von welchen sich Jedermann durch die an jedem Gegenstand offen angeschriebenen
Bar- und Zielpreise (Differenz nur 1o Prozent) überzeugen kann.
Die vorerwähnte Differenz von nur 1o Prozent zwischen Bar- und Zielpreis
entspricht dem Zinsverlust des auf Jahre verteilten Zahlungszieles.
Die Tilgung des Kaufpreises bei Kauf auf Ziel kann Käufer seinen
Verhält-
nissen entsprechend selbst bestimmen.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Zum
Deauft
Nummer 230.
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1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
1915.
250.
Dienstag, 30. September.
it nuch inetf etchiſchen 1. us ſch des er
beim Mundſpülen förmlich in die Zähne und die
Mundſchleimhaut einſaugt, dieſe gewiſſermaßen
im=
prägniert und ſo gleichſam die Mundhöhle mit einer
mikroſkopiſch dünnen, aber dichten antiſeptiſchen Schicht
überzieht, die noch ſtundenlang, nachdem man ſich
den Mund geſpült hat, ihre Wirkung äußert. Dieſe
Dauerwirkung beſitzt kein anderes der für die tägliche
Mund= und Zahnpflege überhaupt in Betracht
kom=
menden Präparate. Sie gibt demjenigen, der Odol
täglich gebraucht, die Gewißheit, daß ſein Mund
ſtun=
denlang geſchützt iſt gegen die Wirkung der
Gärungs=
ſtoffe und Fäulniserreger, die die Zähne zerſtören.
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Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn W. Lindenſtaedts Tanagra
(Burns), 2. Norda, 3. Saint George. Tot. 40110.
Deutſches Saint Leger; 40000 Mark, Diſtanz 2800 Meter:
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C. Fröhlichs Roſalie (Davies), 2. Goltz, 3. Kupfernagel.
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Rennen zu Leipzig, 27. Sept. von der Becke=
Handikap; 5000 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Herrn
Lin=
denſtaedts Wiſpering Captain (Davies), 2. Sigismund,
3. Induſtrie. Tot. 29110. — Wilhelm Seyfferth=Rennen;
8200 Mark, Diſtanz 1350 Meter: 1. Herrn von Großmanns
Chutbeh (Scheffer), 2. Oceana, 3. Haarbuſch. Tot. 118:10.
Graf Lehndorf=Rennen; Ehrenpreis und 16000 Mark,
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— Leipziger Stiftungs=Preis; 20000 Mark, Diſtanz 1350
Meter: 1. Freiherrn S. A. von Oppenheims Miramare
(Archibald), 2. Ruffle, 3. Cyanit. Tot. 17110. —
Span=
genberg=Rennen; 5000 Mark. Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn
Orbergs Borchhorſt (Schläfke), 2. Armgard, 3. Lachkaube.
Tot. 68:10.
Das Leipziger Jubiläums=Meeting erreichte am
Sonntaa ſeinen Abſchluß. Albertpark=Hürden=
Ren=
nen; 3000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn F. Simons
Hades (Newey), 2. — Lohengrin II., 2. — Cuſtozza. Tot.
Säll Damen=Preis Ehrenpreis und 60 Mar, Bl. 3800 Meter: 1. Lt. Martins Pindar (Lt.
Strefe=
mann), 2. Pamina, 3. Raubgeſell. Tot. 35:10. — Oskar
Oehlſchläger=Steeple=Chaſe; Ehrenpreis und 20 000 Mark,
Diſtanz 4800 Meter: 1. Dr. Fr. Rieſes Coram Populo
(Parfrement), 2. Kann doll, 3. Diamond Hill. Tot. 18:10.
— Roſenberg=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 8000 Mark,
Diſtanz 4000 Meter: 1. Lt. von Wangenheims Flint (Beſ.),
2. Guernica II, 3. Kiriquette. Tot. 37110. — Johanna=
Park=Hürden=Handikap; 10000 Mark, Diſtanz 3400
Me=
ter: 1. Rittmeiſter von Roeders Ortrud (Newey), 2.
Flit=
tergold, 3. Triglav. Tot. 30110. — Pleißenberg=Rennen;
6500 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Major Graf Wuthenaus
Gaboriau (Lt. Streſemann), 2. Rama, 3. Matador.
Tot. 31110.
Trabrennen zu Hamburg=Farmſen.
Erſtes Rennen: 1. Qui Vive (Lt. von Alten), 2. Märchen,
3. Sturmflut. Tot. 96:10. — Zweites Rennen: 1. Thy= (Ringius), 2. Liddy G, 3. Heinerle. Tot. 22110.
Drittes Rennen: 1. Süßes Mädel (von Oertzen), 2. Goos,
3. Oly Poly Tot. 18:10. — Viertes Rennen: 1. Drolla
Heitmann ſen.), 2. Dr. Klausner, 3. Alentell jun. Tot.
27110. — Fünftes Rennen: 1. Haltefeſt (von Oertzen),
2. Tongs, 3. Dinnet. Tot. 20:10. — Sechſtes Rennen;
1. Werde Licht (von Hilgendorf), 2. Scherz, 3. Nirwana.
Tot. 76110. — Siebtes Rennen: 1. Dornroſe (Heit=
Achtes.
mann ſen.), 2. Brolinde, 3. Egbert Tot. 20:10.
Rennen: 1. Aſta (Stegmann), 2. Alentell jun., 3. Parmene.
Tot. 66:10.
Neuer deutſcher Gewinn=Rekord. Durch
den Sieg von Orchidee II im Deutſchen Saint Leger zu
Grunewald hat Frhr. S. A. von Oppenheim ſeinen am
Samstag aufgeſtellten deutſchen Gewinn=Rekord von
811 320 Mark bereits wiederum 30000 Mark, auf 841320
Mark, erhöht.
Le Tremblay, 27. Sept. Prix Mont=Etoile;
4000 Francs. Diſtanz 1000 Meter: 1. Monſ. A. Weils
Amilcar, 2. New Star 3. Esmeir. Tot. 123:10. — Prix
Poeteß; 5000 Francs, Diſtanz 2150 Meter: 1. Mde.
Chere=
meteffs Oreade, 2. Hoyava, 3. Palme d’Or. Tot. 16:10.
Prix Hervine; 5000 Francs, Diſtanz 2600 Meter:
1. Monſ. Andres Le Municipal, 2. Scammonee, 3. Lord
Mayor. Tot. 50110.
Moſei Kſiaze Sieger im Peſter Saint
Leger. Gleichzeitig mit dem deutſchen St. Leger kam
am Sonntag in der ungariſchen Hauptſtadt das Peſter
St. Leger zur Entſcheidung, und wie im Grunewald,
endete auch dieſe klaſſiſche Dreijährigen=Prüfung mit dem
Siege des heißen Favoriten. Das Feld für das mit
75000 Kronen ausgeſtattete Rennen war in letzter Stunde
noch auf ſieben Konkurrenten angeſchwollen, von denen
Moſci Kſiaze (Janek), der Gewinner des Großen Preiſes
von Baden, die heiße Favoritenſtellung einnahm. Der
Hengſt des Fürſten Lubomirski erfocht auch einen leichten
Sieg und gewann mit anderhalb Längen gegen Baron
Springers Elektor (Charslake) während zwei Längen
zurück Herrn Mautner von Markhofs Piloty (Jureck) den
dritten Platz von Mauſi II beſetzte. Tot. 13110.
Rennen zu Paris Prix de Nexon; 5000 Francs,
Diſtanz 1400 Meter: 1. Monſ. Esbrans Duncan II,
Prir de
2. Baſſinoire, 3. Rave Noire. Tot. 19.10. —
Cheffreville; 8000 Francs. Diſtanz 2400 Meter: 1. Monſ.
L. de Paula Machados Dop, 2. Abel, 3. Lucknow. Tot.
144:10. — Prix Vermeille; 40000 Francs, Diſtanz 2400
Meter: 1. Monſ. Caillaults Moie, 2. Sainte Gemme,
3. Trinqueuſe. Tot. 28110. — Prix de Villebon; 20000
Francs, Diſtanz 2400 Meter: 1. Baron Gourgauds
Fide=
lio, 2. Genille, 3. Roſimond. Tot. 19110. — Prix des
Chenes; 8000 Francs. Diſtanz 1600 Meter: 1. Prince
Mu=
rats Oued, 2. Cornelius Nepos, 3. Rikuit. Tot. 161:10.
sr. Radſport. Im Sportpark Treptow
ver=
anſtaltete am Sonntag die Vereinigung Treptower
Renn=
fahrer wieder ein Rennen. Hauptfahren: 1. Kendelbach,
2. Rabe, 3. Viereck. Kleiner Herbſt=Preis; 1. Lauf, 10
Kilo=
meter: 1. Jenkſe 9:54,4, 2. Rehayn 470 Meter, 3. Rocke 1130
Meter zurück. 2 Lauf, 15 Kilometer: 1. Jenkſe 14:54,3,
2. Rehayn 630 Meter, 3. Rocke aufgegeben. Großer
Herbſt=
preis, 2 Läufe à ½ Stunde. 1. Lauf: 1. Timmermann
30,700 Kilometer, 2. Pawke 30,100 Kilometer, 3. Hedſpath
28800 Kilometer. 2 Lauf: 1. Pawke 31,870 Kilometer,
2. Timmermann 31,200 Kilometer, 3. Hedſpath
aufgege=
ben. Ausſcheidungsfahren: 1. Kendelbacher, 2. Amort,
3. Kops. Prämienfahren, 15 Runden: 1. Amort, 2.
Ken=
delbacher, 3. Häusler. Verfolgungs=Rennen, 6 Runden:
1. Kendelbacher=Amort, Häusler, 2. Koch=Kops=Tennigkeit.
Der Große Preis von Europa wurde auf
dem Leipziger Sportplatz zur Entſcheidung gebracht.
Walthour zeigte ſich in dem 100 Kilometer=Rennen allen
ſeinen Konkurrenten überlegen. Er ging ſofort nach dem
Start an die Spitze und überrundete bald den Berliner
M e
Fahrt nicht zu folgen vermochten. Der Weltmeiſter
Guig=
nard und Stellbrink hielten ſich bis zum 23. Kilometer
dicht hinter Walthour, dann aber wurden ſie langſamer,
ſo daß auch ſie der Ueberrundung durch den Amerikaner
verfielen. Im Hauptfahren ſiegte der Weltmeiſter Rütt
ganz knapp vor dem Franzoſen Perchicot. Lorenz
en=
dete eine Länge zurück an dritter Stelle vor Peter. Im
Handikap vermochte der als Malmann ſtartente Rütt
ſeine Vorgaben nicht aufzuholen. Perchicot (10 Meter)
ſiegte ſicher mit zwei Längen gegen Fuchs (140 Meter),
Schraage (60 Meter) und Techmer (30 Meter). Das
Tan=
demfahren endete mit dem Ueberraſchungsſiege der
Ber=
liner Linſener=Freiwald.
Neuer Weltrekord des Berliners Weiſe
im 24 Stundenfahren. Nachdem es Weiſe ſchon
einmal gelungen war, einen neuen Weltrekord über eine
Stunde ohne Führung auf der Zehlendorfer Bahn
aufzu=
ſtellen, machte er ſich am Samstag auf der gleichen, jetzt
bekanntlich dem Abbruch verfallenen Zehlendorfer
Radrennbahn an eine weit anſtrengendere Aufgabe,
nämlich den bereits ſeit dem Jahre 1897 von dem
Fran=
zoſen Corre mit 674,693 Kilometer gehaltenen Weltrekord
zu verbeſſern. Der Berliner begann ſeinen Verſuch am
Samstag abend ¾7 Uhr und fuhr die ganze Nacht bei
elektriſchem Licht tapfer weiter. Erſt von der 6. Stunde
an näherte er ſich dem bisherigen Weltrekord und
ver=
beſſerte ihn zum erſten Male nach der 7. Stunde mit
231,390 Kilometern (bisher 215,911 Kilometer). Weiſe
vergrößerte ſeinen Vorſprung vor den bisherigen
Rekor=
den des Franzoſen immer mehr, legte in 12 Stunden
381,090 Kilometer (bisher 360,589 Kilometer), in 18
Stun=
den 534,555 Kilometer (bisher 511,717 Kilometer) und
end=
lich in 24 Stunden 704,690 Kilometer (früher Corre 674,963
Kilometer) zurück.
sr. Die Radrennen zu Straßburg i. E.
brachten in beiden Dauerrennen einen überlegenen Sieg
des Lokal=Matadors Böſchlin, der das Rennen über 15
Kilometer in 12 Minuten 38,3 Sekunden mit 1590 Meter
Vorſprung vor Gruber beendete. Dritter wurde Weiß=
3180 Meter zurück. Im Preis von Lichtenberg über 25
Kilometer ſiegte Böſchlin in 21 Minuten 20 Sekunden vor
Gruber, 3180 Meter, und Weiß, 3580 Meter zurück. In
den Fliegerrennen dominierte Ritzenthaler, der das
Haupt=
fahren überlegen vor Knapp und Meilenfahren vor Ullrich
gewann.
sr. Saldow’ſiegt im Großen Preis der
Nationen. Auf der Zuremborg=Bahn in Antwerpen
gelangte am Sonntag der Große Preis der Nationen
zwiſchen Dickentmann, Luycken, Miquel und dem Berliner
Saldow zum Austrag. Den 20 Kilometer=Lauf gewann
Miquel in 15 Minuten 38 Sekunden, Saldow wurde 225
Meter zurück Zweiter. Der Berliner war in der letzten
Runde bei einem Angriff auf Miquel zu Fall gekommen,
ohne ſich jedoch zu verletzen. Dickentmann endete 3800
Meter, Luycken 700 Meter zurück. Ueber 30 Kilometer
ſiegte Saldow in 23 Minuten 592 Sekunden vor
Dickent=
mann 170 Meter, Luycken 180 Meter und Miquel 1580
Meter zurück. Der dritte 50 Kilometer=Lauf endlich wurde
wegen der heranbrechenden Dunkelheit bei 36,400 Meter
mit dem Stande: 1. Miquel 29:29, 2. Luycken 170 Meter,
3. Saldow 200 Meter 4. Dickentmann 1000 Meter zurück
beendet. Das Endklaſſement ſtellte ſich: 1. Saldow 85,975
Kilometer, 2. Luycken 85,330 Kilometer, 3. Dickentmann
84,850 Kilometer, 4, Miquel 84,820 Kilometer.
sr. Leichtathletik. Rau=Charlottenburg
ge=
winnt den Kronprinzen=Preis. Das
inter=
nationale leichtathletiſche Meeting in Duisburg ging am
Sonntag bei ſchönem Wetter vor ſich. Die
Hauptkonkur=
renz, den Kronprinzen=Preis im Laufen über 50, 100 und
200 Meter, holte ſich der deutſche Meiſter Rau überlegen
durch ſeine drei Siege in 5, 8, 11 reſp. 22.2. Sekunden.
Ueber 200 Meter vermochte der jetzt als Einjährige bei
dem Königin Eliſabeth=Garde=Grenadier=Regiment
die=
nende Rau nur knapp gegen Waffenſchmied=Eſſen, den
weſtdeutſchen Meiſter, zu gewinnen, der auch über 100
Me=
ter den zweiten Platz und im 50 Meter=Laufen den
drit=
ten Platz hinter Schölz=Charlottenburg beſetzte, während
der Holländer Meiſter Gryſels in allen drei Läufen
un=
plaziert blieb. Der Belgier Freddy ſtartete nicht.
Gry=
ſels gewann dann das 400 Meter=Laufen in 51,3
Sekun=
den vor Herold=Krefeld und Mickler=Charlottenburg.
Einen neuen deutſchen Rekord im
Weit=
ſprung ſtellte der Charlottenburger Hagen mit 7,03
Me=
tern auf. Ferner gewann Buchgeiſter=Charlottenburg das
Diskuswerfen mit 42,50 Metern und das Kugelſtoßen mit
11,48 Metern. Der jetzt in Antwerpen lebende deutſche
Meiſter Martin=Leipzig ſiegte im Hürden=Laufen über
110 Meter gegen Röhr=Charlottenburg in 15,8 Sekunden
und im Speerwerfen wurde Burghans mit 42,70 Metern
Erſter.
Hygienisch wirkt
Ci
wenn sie zur Körperpflege
richtig und dauernd verwen-
det wird. Bäder und Waschungen
mit Lecina-Seife reinigen die Haut
von dem Fettüberzug, welcher alle Poren
verstopft, alle Ausscheidungen verhindert, alle
Unrei-
nigkeiten aufnimmt. — Ihr Lecithin-Gehalt” ist die sicherste
Gewähr für ihre Fähigkeit, die allmächtige Wiederkehr der gestärkten
Hautatmung zu bewirken. Gesundheit und damit Schönheit blühen auf bei
sorgfältiger, andauernder Körperpflege. Die Zeitkrankheit der Nervosität
schwin-
det und Frische und Elastizität stellen sich ein.
Hygiene ist das Wichtigsie:
*Lecina-Seife‟ fördert sie.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Nummer 230.
* Lawn=Tennis. Rahe ſchlägt Froitzheim
im Grunewald=Turnier. Das Ereignis des
vor=
letzten Tages war die Niederlage des Weltmeiſters
Froitz=
heim in der Vorſchlußrunde des offenen Herren=
Einzel=
ſpieles, wo der Straßburger einwandfrei knapp 5:7, 4:6
gegen ſeinen alten Rivalen Rahe unterlag. Der Roſtocker
Rahe war in glänzender Verfaſſung; er fegte mit einer
eltenen Verve die Bälle über das Netz und ſpielte auch
am Netz recht glücklich. Nach viertelſtündiger Pauſe trat
dann Rahe in der Schlußrunde Hauptmann von Müller
gegenüber. Der Kampf wurde recht flott durchgeführt und
trotzdem Rahe durch das vorangegangene Spiel
mitge=
nommen war, kam das zahlreich erſchienene Publikum
voll auf ſeine Koſten. Hauptmann von Müller hatte
ebenfalls einen ſehr guten Tag, ſo daß er Rahe
energi=
chen Widerſtand leiſtete. Die Dunkelheit brach ſchon an,
als der völlig ermüdete Rahe ſeinem Gegner noch den
Letzten abnehmen konnte und ſomit den Kampf 6:3, 3:6.
614, 6:3 zu ſeinen Gunſten entſchied. Gräfin von der
Schu=
lenburg ſchlug in der Schlußrunde des Damen=
Einzel=
ſpieles wider Erwarten nur recht knapp 7:5, 6:4 Frau
Mittler. Im Herren=Einzelſpiel mit Vorgabe
verzeich=
nete der Auſtralier Reid in der Schlußrunde einen
Er=
folg mit 3:6, 7.5, 715 über den Franzoſen Sabes=Ledieur.
Im Herren=Einzelſpiel, Klaſſe B, mit Vorgabe beſiegte
Stockmann 6:2, 9.7 Prieſtap. Ferner ſchlug Jeß=von
Tir=
pitz im Herren=Doppelſpiel mit Vorgabe 4:6, 622, 715
Barda-=Lyncke. Frau Hootz ſiegte im Damen=
Einzel=
ſpiel mit Vorgabe 14112, 6:3 über Frl. M. Warſchauer.
Das Turnier erreichte am Sonntag nach achttägiger
Spieldauer ſeinen Abſchluß. Rahe beſtätigte ſeine
gegen=
wärtige große Form durch einen Sieg über ſeinen alten
Rivalen Froitzheim, den er ſchon tags zuvor im Herren=
Einzelſpiel geſchlagen hatte. Diesmal gewann Rahe
weſentlich leichter wie am Samstag mit 6:2, 7:5. Im
Schlußſpiel um die Klubmeiſterſchaft ſtand Rahe dann
Hauptmann von Müller gegenüber, den er leicht 6:4, 6:2,
6:4 abfertigte. Das Herausforderungsmatch der
Auſtra=
lier Jones=Hicks gegen ihre Bezwinger Froitzheim=
Kreu=
zer entſchied die deutſche Mannſchaft nach aufregendem
Kampfe knapp 6:3, 3:6, 10:8, 11:9 wieder zu ihren Gunſten.
Die Schlußrunden in den beiden übrigen noch
ausſtehen=
den Konkurrenzen hatten folgende Ergebniſſe: Damen=
Doppelſpiel mit Vorgabe: Frl. Künecke=Frl. Fuchs
ſchla=
gen 6.0, 6:3 Frau Freyſtadt=Frau Hoffmann; Gemiſchtes
Doppelſpiel mit Vorgabe: Frl. von Görſchen=v. Tirpitz
ſchlagen Frau Funck=Lepin 622, 7.5.
Fußball. F.=C. Olympia 1898. Vor zahlreichem
Publikum fand am letzten Sonntag das Meiſterſchaftsſpiel
Olympia=Frankenthal ſtatt und gewann Olympia meiſtens
mit 4:0 beugen.
Darmſtädter Sportklub 1905. Die 1.
Mann=
ſchaft Sportklubs konnte am Sonntag nach ſpannendem
und ſcharfem Spiel nur mit einem unentſchiedenen
Re=
ſultat von 111 Toren aus Worms zurückkehren. Die 2.
Elf der Einheimiſchen mußte ſich der gleichen Alemannias
4:0 beugen.
sr. Die Weſtdeutſchen Fußball=
Liga=
ſpiele hatten am Sonntag folgende Ergebniſſe:
Kölner Ballſpiel=Club=Elberfelder Ballſp.=Club 211,
Köl=
ner F. C. 1899:Mülheimer F. C. 4:2, Boruſſia=München=
Gladbach-F. C. München=Gladbach 1:0, Aachener F. C.
Alemannia=Jugend=Club Düren 211, Eſſener Turnerbund=
Dortmunder F. C. 10:1, Duisburger Spielverein=
Düſ=
eldorfer F. C. Union 3:2, Dürener F. C.=Düſſeldorfer
F. C. 99 11. — Die Süddeutſchen Fußballſpiele hatten
nachſtehende Reſultate: Spielvereinigung
Fürth=Pfeil
Nürnberg 622, 1. Fußball=Club=Wacker München 412,
Bayern=München-Würzburger Kickers 3: 1.
Männerturn=
verein München-V. f, B. Nürnberg 5: 2. Südkreis:
Frei=
burger Fußball=Club=Union Stuttgart 122, Mühlburg=
Pfortheim 111, V. f. B. Stuttgart=Kickers Stuttgart 111
Weſtkreis: Phönix Mannheim=Verein für Raſenſpiele
Mannheim 1:5, Ludwigshafen=Neuhauſen 611. Nordkreis:
Wiesbaden=Bieber 111, Kickers Offenbach=Viktoria 3:3.
sr. Die Berliner Fußball=
Meiſterſchaf=
ten brachten am Sonntag wieder einige unerwartete
Re=
ſultate. So unterlag Minerva mit 1.2 (0:2) gegen
Mi=
nerva. Noch unerwarteter iſt die Niederlage von Preußen
gegen die bisher unterſchätzte Vorwärts=Mannſchaft, die
ſich ihren Sieg durch ein ſehr eifriges Spiel ſicherte.
Vik=
toria hatte wenig Mühe, Britannia mit 4:0 (210) aus
dem Felde zu ſchlagen, doch mußte Britannia faſt das
ganze Spiel mit nur 10 Mann durchführen. Ein
Elf=
meterball für Britannia ging an die Stange. Nicht ganz
ſo leicht holte ſich Union von Nord=Nordweſt die zwei
Punkte, da die Nordmannſchaft, namentlich in der
zwei=
ten Hälfte, ſehr gute Leiſtungen zeigte. Bei Halbzeit
führte Union mit 4:0, nach der Pauſe holte Norden=
Nord=
weſt zwei Tore auf, ſo daß Union mit 4:2 Sieger blieb.
Das Spiel in der erſten Klaſſe hatte folgendes Ergebnis:
Oſtend gegen Germania 311, Helgoland gegen V. f. B.=
Luckenwalde 1:0, Favorit gegen Union=Charlottenburg
1:0, Tasmania gegen Cimbri 322, Brandenburg gegen
Union=Oberſchöneweide 411, Alemannia gegen Union=
Potsdam 3:3. S. V. des Weſtens gegen Viktoria=Spandau
111, Triton=Spandau gegen Tennis=Boruſſia 111.
sr. Die Wiener Fußball=Meiſterſchaften
ergaben folgende Reſultate: Rapid gegen Rudolfshügel
6:4, Amateure gegen Vorwärts 510.
sr. Die engliſchen Ligaſpiele der erſten
Klaſſe zeigten am letzten Spieltage nachſtehende Reſultate:
Middlesbrough=Sunderland 3:4, Liverpool=Weſtbromwich
Albion 010, Newcaſtle United=Sheffield Wednesday 3:1,
Mancheſter United=Oldham Athletics 411, Tottenham=
Hotſpur=Mancheſter City 311, Sheffield United=Blackburn
Rovers 111, Aſton Villa=Everton 311, Preſton North End=
Boldon Wanderers 111, Burnley=Chelſea 611, Derby=
County=Bradfort City 3:1.
(*) Gießen, 28. Sept. Eröffnungsrennen.
1200 Meter; 3 Ehrenpreiſe. Im Endlauf blieben Sieger:
1. Chr. Rode=Mainz, 2. E. Damus=Darmſtadt, 3. Georg.
Sehring. — Gauverband sfahren. 1200 Meter —
Runden; 3 Ehrenpreiſe. Im Endlauf gingen durchs Ziel:
1. J. Keßler=Gießen, 2. O. Rödiger=Gießen, 3. H. Eſter=
Gießen. — Großer Herbſt=Preis (25 Kilometer,
62½ Runden). Die drei Ehrenpreiſe errangen: 1. Chr.
Rode=Mainz, 2. E. Damus=Darmſtadt, 3. G. Sehring=
Darmſtadt. Die beiden Führungspreiſe erhielten: 1. E.
Damus für 29 erſte und 2. Chr. Rode für 34 zweite
Füh=
rungen. — Mehrſitzer=Vorgabefahren. 2000,
Meter, 3 Runden; 3 Ehrenpreiſe: 1. Rode=Mainz und R.
Mayer=Laubach, 2. Rotſchild und Eſter=Gießen, 3. Sehring
und Damus=Darmſtadt.
Luftfahrf.
sr. Ein neuer deutſcher Höhenrekord im
Fluge mit zwei Paſſagieren wurde am
Sonn=
tag, dem erſten Tage der Berliner Herbſt=Flugwoche, in
Johannisthal aufgeſtellt. Die Höhe, die der Flieger
mit ſeinem Union=Pfeil=Doppeldecker erreichte, betrug 2100
Meter. Zuerſt ſtiegen der Etrich=Flieger Reiterer und
Stiploſchek (Jeannin=Stahltaube) auf, während ſich die
übrigen abwartend verhielten. Reiterer machte einen
Höhenflug mit einem Paſſagier, bei dem er 2900 Meter
erreichte. Der Flieger ſtieg dann in elegantem Gleitfluge
ab. Als die Maſchine den Boden ſchon ziemlich berührt
hatte, wurde ſie von einem plötzlichen Windſtoß unter die
Flügel gefaßt und nach vorn übergekippt. Die
beiden Inſaſſen flogen hinaus, kamen jedochohne
Scha=
den davon. Die Maſchine war aber ſo ſtark beſchädigt,
daß Reiterer nicht an dem Flugzeugrennen, wozu er
ge=
meldet hatte, teilnehmen konnte. Für dieſe Konkurrenz
ſtarteten Fiedler (Luftfahrzeug=Stahltaube), Laitſch (
Luft=
fahrzeug=Eindecker) und Stiploſchek. Fiedler und
Stiplo=
ſchek kamen gleichzeitig an, während Laitſch erſt 22
Sekun=
den ſpäter ſtartete. An den Wendemarken kreuzten
Stiplo=
ſchek und Laitſch faſt gleichzeitig und auf dem Rückwege
gewann dann Laitſch überlegen in 10 Minuten 25,8
Se=
kunden für die 15 Kilometer lange Strecke. Im übrigen
waren die Flugzeiten: Stiploſchek 1114:00, Reiterer 58
Mi=
nuten, E. Stoeffler (Albatros) 42 Minuten, Rupp (
Luft=
verkehrsgeſellſchaft) 34 Minuten, Fiedler 24 Minuten,
Kießlang (Ago=Doppeldecker) 18 Minuten, Schüler (Ago=
Doppeldecker) 16 Minuten, Thelen, Schulz und Sablatnig
je 14 Minuten. Remus (Ago=Doppeldecker) 13 Minuten,
Lindpaintner (Ago=Doppeldecker) 11 Minuten.
Handel und Verkehr.
Schiffsliſte für billige Briefe nach
den Vereinigten Staaten von Amerika
(10 Pf. für je 20 g): Die Portoermäßigung erſtreckt ſich
nur auf die Briefe, nicht auch auf Poſtkarten,
Druck=
ſachen uſw., und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten
Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten
Amerikas, z. B. Canada. „Imperator” ab Hamburg
1. Okt., „Kaiſer Wilhelm II.” ab Bremen 7. Okt.,
„Amerika” ab Hamburg 9. Okt., „Cincinnati” ab
Ham=
burg 10. Okt., „Kronprinz Wilhelm” abBremen 14. Okt.,
„Kaiſerin Auguſte Victoria” ab Hamburg 16. Okt.,
„George Waſhington” ab Bremen 18. Okt., „
Kronprin=
zeſſin Cecilie” ab Bremen 21. Okt., „Imperator” ab
Ham=
burg 22. Okt., „Kaiſer Wilhelm der Große” ab Bremen
28. Okt., „Prinz Friedrich Wilhelm” ab Bremen 1. Nov.
(Poſtſchluß nach Ankunft der Frühzüge.) Alle dieſe
Schiffe, außer „Cincinnati” ſind Schnelldampfer oder
ſolche, die für eine beſtimmte Zeit vor dem Abgange
die ſchnellſte Beförderungsgelegenheit bieten. Es
em=
pfiehlt ſich, die Briefe mit einem Leitvermerke wie
„direkter Weg” oder „über Bremen oder Hamburg” zu
verſehen.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
feinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender vexantwortlich.)
Immer wird geſchrieben, man ſolle den Wald
nicht durch Papier und ſonſtige Sachen verunzieren.
Warum wird da kein Papierkorb, vielleicht aus
Draht=
geflecht, an den Endſtationen der Elektr. Bahn für
Fahrſcheine aufgeſtellt? Um ſich zu überzeugen, wie
häßlich der Wald durch die Fahrſcheine ausſieht, braucht
man nur an die Faſanerie zu gehen.
Fr. M.
Vermiſchtes.
* Jungbrunnen. Das Märchen vom Jungbrunnen
wie es die Künſtler gern in Wort oder Bild darſtellen,
fin=
det ſich zuweilen im Leben verwirklicht: es gibt tatſächlich
Greiſe, die wieder jung werden. Dr. Schöner, der in der
„Natur” dieſen Gegenſtand in einem längeren Aufſatze
be=
handelt, erzählt z. B. von einer 86jährigen Dame aus
ſeiner Verwandtſchaft folgendes: „Das gebückte
Mütter=
lein geht heute noch mit rüſtigen Trippelſchritten ohne jede
Unterſtützung ſtundenlange Wege und lieſt wieder jede
Zei=
tung und Zeitſchrift ohne Brille, nachdem ihr das bis vor
vier Jahren jahrzehntelang ſelbſt mit dem ſchärfſten Glaſe
nicht möglich war. Ihr Gedächtnis iſt gleichzeitig wieder
ſo ſcharf geworden, daß ſie ſich der geringſten Einzelheiten
aus ihrer Kindheit erinnert und ſie mit jugendlicher
Leb=
haftigketi und Anſchaulichkeit wiedergibt. Beſonders
inter=
eſſant iſt dabei, daß dieſe auffällige Um= oder Neubildung
einzelner Organe (durch die Dr. Schöner die
Wiederver=
jüngung zu erklären ſucht) bei ihr nach einer ſchweren
Ge=
mütsbewegung eintrat, und zwar nach dem unerwarteten
Tode eines über alles geliebten Bruders. Wenn nicht das
faltenreiche Geſicht und das ſchneeweiße Haar diefer faſt
Neunzigjährigen Zeugnis ihres hohen Alters wären, die
lebhaft glänzenden blauen Augen und ihre
bewunderns=
werte Geiſtesfriſche würden es nicht ahnen laſſen.”
Aehn=
liche Fälle finden ſich in der wiſſenſchaftlichen Literatur —
wenn auch nur recht ſelten — verzeichnet, ſo z. B. führt
Dr. Schöner einen Bericht Hufelands an, der einem im
60. Lebensjahr ſtehenden, ſchwer erkrankten Verwandten des
großen Arztes betrifft, den man ſeiner Auflöſung nahe
glaubte. Wider alles Erwarten genas er „des hitzigen
Fiebers” und fühlte ſich bald danach derart verjüngt (
wo=
bei ihm neue Haare und Zähne wuchſen), daß er noch als
Achtzigjähriger mit jugendlicher Leichtigkeit hohe Berge
erkletterte. Ein anderer Fall betrifft einen Greis von 116
Jahren, der plötzlich acht neue Zähne erhielt, die nach
kurzer Zeit ausfielen, um nochmals durch einen Nachwuchs
erſetzt zu werden. Dieſe Neubildungen ereigneten ſich in
den letzten vier Jahren ſeines Lebens, denn er ſtarb im
Jahre 1791 als 120jähriger in Rechingen in der Pfalz.
Ueber einen anderen intereſſanten Fall berichtet der
fran=
zöſiſche Arzt Dr. Foiſſak, nachdem eine Frau von 80
Jah=
ren ſich derart verjüngte daß ſie noch einmal heiratete und
Mutter wurde. Prof. Jedeler ſchließlich erzählt in ſeiner
Allgemeinen Diätetik von der Nonne Margarete Verdür,
die ſich im 65. Lebensjahre derart verjüngte, daß ſie das
Ausſehen eines jungen Mädchens erhielt, neue Zähne
be=
kam und wieder zu leſen vermochte.
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ſtark angeſchwollen. Auf ärztl.
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raſchend. Schon nach 6 Fl. waren
die Drüſen zu meiner größten
Freude völlig zurückgegangen. Ich
werde den Markſprudel immer
trinken er ſchmeckt prachtvoll, wirkt
appetitanregend,
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dernd und blutverbeſſernd und
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
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4 Dtſche. Reichsſchatzanw. —
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,70
76,10
do.
3
4 Preuß. Schatzanweifg.
3½ do. Conſols . . . 84,70
76,20
do.
do.
3
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,70
92,10
do.
3½
do.
4 Bahr. Eiſenbahnanleihe 98,50
83,40
do.
3½
74,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,50
98,00
4 Heſſ. Staatsanleihe
4 do. do. (unk. 1918) 96,20
82,80
do.
3½
73,60
do.
3 Sächfiſche Rente. . . . 76,40
4 Württemberg unk. 1921 97,70
do. v. 1875 —
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. —
1¾ Griechen v. 1887 . —
Italiener Rente ..
4½ Oeſterr. Silberrente 84,70
4 do. Goldrente . . . 89,70
do. einheitl. Rente . 81,20
3. Portug. unif. Serie I
3 do. unif. Ser. III 64,50
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 98,90
v. 1890 . . 93,70
4 do.
v. 1905 . . 87,90
4 do.
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,70
4 do. v. 1902 . . . . 90,60
4½ do. v. 1905 . . . . 99,70
31 Schweden . . . . . . —
4 Serbier amort. v. 1895 —
Türk. Admin. v. 1903 79,00
4 Türk. uniſiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 84,30
4. 9o. Staatsrente. .. 82,00
In Prot.
5 Argentinier . . . . . . 98,30
82,80
do.
4½ Chile Gold=Anleiße . 92,00
-
5 Chineſ. Staatsanleihe.
4½
89,20
do.
4½ Japaner . . . . . . . 90,00
5 Innere Merikaner . . . 76,25
3
50,00
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 76,50
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W.=Bank . . . . . 111,50
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10 Frankf. Hypoth.=W. 206,50
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Pfälziſche Bank. . . .122,30
6,95 Reichsbank . . . . . 134,00
Rhein. Kreditbank. . .126,50
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24
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Weiblich
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3
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Seite 23.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Nummer 230.
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Beide Seitenschränke zusammengestellt, bilden einen zweiten Schrank für sich.
Dieselben am Sofa links und rechts angestellt und ein Bild darüber gehängt, bilden einen Umbau. Das Hauptmöbel
über Eck, die beiden Seitenschränke an beiden Wänden angestellt, bilden ein schönes Eck-Arrangement. Diese Möbel
sind besonders bei Wohnungswechsel von grossem Vorteil und werden in letzter Zeit von jedermann gerne gekauft.
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Nummer 230.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. September 1913.
Die Verlobken
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Reſidenztheater.
Iilmbeſchreibung.
Erſter Teil.
Das unheilvolle Haus.
Don Rodrigo war gerade mit ſeinem Vetter und dem
Doktor „Knotenhauer” bei Schmaus und Trunk. Ein alter
Diener meldete den Mönch ſeinem Herrn an. Don Rodrigo
„Womit kann ich
empfing ihn in einem Nebenſaal. —
Euch dienen?” fragte er.
„Gewiſſes Gelichter hat den Namen Eurer Durchlaucht
zum Vorwand genommen, um einen armen Pfarrer
ein=
zuſchüchtern, auf daß er zum Schaden zweier armer
Schlucker ſeine Pflicht nicht tue. Euer Gewiſſen aber,
Eure Ehre. . . .
„Wir ſind doch nicht im Beichtſtuhl,” unterbrach ihn
der Junker, „daß Ihr mir von Gewiſſen ſprecht. Was
meine Ehre betrifft, ſo bin ich allein ihr Hüter. Wenn es
Euch aber um irgendeine Perſon zu tun iſt, ſo ſagt ihr,
ſolle ſich unter meinen Schutz ſtellen!
Bei dieſen Worten brach die mühſam zurückgehaltene
Entrüſtung des Mönches hervor. — „Unter Euren Schutz?”
rief er flammenden Auges. „Ihr macht das Maß
über=
voll. Nun fürchte ich Euch nicht mehr. Euer Uebermut
wird wohl noch gebrochen werden.” Und gleichſam
dro=
hend hielt er dem verblüffenden Junker den kleinen
Toten=
ſchädel unter die Augen, der an ſeinem Roſenkranze hing.
Don Rodrigo erfaßte mit raſchem Griff des Mönches Hand
und wies dem unliebſamen Beſucher die Türe.
Die geheime Ehe.
Als Agnes von dem Mißerfolg des Paters Criſtoforo
hörte, ſchlug ſie den beiden Brautleuten einen Weg vor,
wie ſie auch gegen den Willen des kleinmütigen Pfarrers
Mann und Frau werden könnten. Auf ihren Rat nahm
Renzo zwei Zeugen mit: Tonio und Gervaſio. Einer von
dieſen begibt ſich zu vorgerückter Stunde in die Pfarre mit
dem Vorwand, dem Pfarrer eine kleine Schuld bezahlen
zu wollen.
Während. Agnes mit Perpetua ſchwatzt und ſo ihre
Aufmerkſamkeit ablenkt, ſchleichen ſich die Brautleute ins
Haus und verbergen ſich hinter den Zeugen.
Don Abbondio ſchreibt eben die Quittung über die
er=
haltene Summe, da treten Renzo und Lucian hinter den
Zeugen hervor, um, wie ausgemacht, die Formel
auszu=
ſprechen: „Das iſt mein Weib . . . das iſt mein Ehemann”
Es kommt aber nicht dazu, denn Don Abbondio wirft
das Licht um und hüllt die Tiſchdecke raſch um den Kopf
der Braut. Dann ſchreit er aus Leibeskräften
„Perpetua! Perpetua! Verrat, zu Hilfe!” Auf dieſes
Geſchrei hin läutet der Glöckner Ambroſio Sturm und die
aufgeſchreckten Dorfbewohner ſtürzten auf die Straße.
Dem Grauen mißlingt ſein Streich.
Im Auftrage Don Rodrigos hatte ſich der Graue mit
zwei anderen Bravi in die Nähe von Luciens Haus
be=
geben, und war im Schutze der Dunkelheit eingedrungen,
um Lucien zu entführen.
Doch in dieſem Augenblick war Lucia, wie wir geſehen
haben, gerade mit Renzo und ihrer Mutter im Pfarrhaus.
Groß war daher die Ueberraſchung des Grauen, als er
das Haus verlaſſen fand und ſein Erſtaunen wird
Beſtür=
zung, als er das Sturmläuten hörte. Es blieb ihm nichts
übrig, als den Rückzug anzutreten und ſeinem Herrn von
dem Mißlingen ſeines Streiches zu berichten.
Fortſetzung folgt.
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Komiſche Oper in 3 Akten von
Scribe, überſetzt von Friederike
Ellmenreich. Muſik v. Boiéldieu.
Muſikal. Leiter: P. Ottenheimer.
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen:
Gaveſton,
Verwal=
ter der ehemal.
Grafen v. Avenel Alfred Stephani
Anna, ſ. Mündel . Olga Kallenſee
George Brown,
ein engl. Offizier Aug. Globerger
Dickſon, Pächter . Otto Thomſen
Jenny, ſ. Frau . Marg. Beling=
Schäfer
Margarethe, Dien.
der ehem. Grafen
von Avenel . . Annem. Liſchke
Gabriel, Knecht a
Dickſon’s Meierei Paul Peterſen
Mac=Irton,
Frie=
densrichter.
. L. Schützendorf
Ein Pächter
Adolf Klotz
Ort der Handl.: Auf dem Gut u.
im Schloſſe Avenel in Schottland.
Geſtaltung d. Bühnenbildes:
Hof=
theatermaler K. Kempin u.
Ma=
ſchineriedirektor E. Schwerdtfeger.
Nach dem 1. Akte längere Pauſe.
Das Haus wird nur nach den
Aktſchlüſſen erleuchtet; die längeren
Pauſen werden durch Herablaſſen
des eiſernen Vorhangs angezeigt.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—11
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im
Verkehrs=
büro von 8—1 Uhr und von
2½ Uhr bis kurz vor Beginn der
Vorſtellung. (Im Verkehrsbüro
werden auch telephoniſch Karten=
Beſtellungen entgegengenommen.
Telephon Nr. 1582.)
Anfang 7½ U. — Ende 10½ U.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Mittwoch, 1. Okt. 19. Ab.=Vſt.
B 5. „Maria Stuart.” Kl.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 2. Okt. 20. Ab.=Vſt.
C5. In der neuen Inſzenierung.
„Der Zigeunerbaron.”
Ge=
wöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Freitag, 3. Okt. Außer Abonn.
Erſtes Gaſtſpiel des k. k.
Kammer=
ſängers Leo Slezak. „Alda.”
Rhadamés: Leo Slezak. Erhöhte
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 4. Okt. Auß. Abonn.
II. Sonder=Vorſtellung. „ Im
weißen Röß’l.‟ Anf. 8 Uhr.
(Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.)
Sonntag, 5. Okt. Auß. Abonn.
Zweites und letztes Gaſtſpiel des
k. k. Kammerſängers Leo Slezak.
Die Meiſterſinger von
Nürnberg.” Walther v.
Stol=
zing: Leo Slezak. Erhöhte Pr.
Anfang 6 Uhr.
Sehnell- und Ellzüge rote Ziffern.
Schnellzüge mit * zuschlagspflichtig.
Schnellzüge mit † nur I. und II. Klasse
und zuschlagspflichtig.
T bedeutet Triebwagen.
Beilage zum
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„Darmstädter Tagblatt
Druck und Verlag
der L. C. Wittich’schen Hofbuchdrückere
in Darmstadt.
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und nur bis 31. Oktbr.
und ab 15. Februar.
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