Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj.
Verantwortlichkeit=
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
In Dresden wurde geſtern die zweite Tagung des
Vereins für Denkmalpflege und
Heimat=
ſchutz eröffnet.
In Görlitz wurde geſtern die 26.
Generalver=
ſammlung des Evangeliſchen Bundes
er=
öffnet.
Der Zinngießer Straſſer, der den Major v. Lewinsky
in München ermordete, iſt geſtern früh hingerichtet
worden.
In der Dynamitfabrik von Wärtſch u. Real in Porz am
Rhein erfolgte eine ſchwere Exploſion. Zwei
Perſonen wurden ſofort getötet, fünf ſehr ſchwer, ſieben
leichter verletzt.
Ein Großfeuer entſtand in dem Dorfe Schnellbach bei
Schmalkalden. Es wurden der Gaſthof Städtle, ſowie
mehrere angrenzende Gehöfte mit allen Erntevorräten
vollſtändig vernichtet.
Im Eiſenwalzwerk der Petersburger
Do=
najurewa=Geſellſchaft entſtand im Keſſelhauſe
eine furchtbare Exploſion. 12 Perſonen wurden
verbrüht, davon 7 lebensgefährlich.
Nach der letzten Sitzung der Friedenskonferenz
in Konſtantinopel erklärten die bulgariſchen
Delegierten, es ſeien nur noch Fragen ohne
Be=
deutung zu regeln. Der Friedensvertrag würde
vorausſichtlich am 26. September
unterzeich=
net werden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Ein dritter Balkankrieg?
*⁎* Bisher konnte er durch die Verſtändigung
zwi=
ſchen Bulgarien und der Türkei vermieden werden, in ſo
bedrohliche Nähe er vor einigen Wochen auch gerückt war,
als die Türken ſich Adrianopels wieder bemächtigt hatten.
Aber nun droht er von neuem, nachdem die Albanier durch
ihren Einfall in Serbien dieſes zur Gegenwehr
heraus=
gefordert und ſehr ernſte Kämpfe an der Grenze begonnen
haben. Noch bevor das Gebiet des künſtigen Fürſtentums
Albanien endgültig feſtgeſetzt worden iſt, proteſtieren
deſ=
ſen Bewohner mit den Waffen in der Hand gegen die
Ab=
grenzung, die angeblich ihren nationalen und
wirtſchaft=
lichen Intereſſen widerſpricht und ſie zum Freiheitskampfe
zwingt, der ſich gegen Serbien und Montenegro richtet.
Erſteres hat bereits umfaſſende Maßregeln getroffen, um
die Albanier in Schach zu halten, und Montenegro wird
das gleiche tun, wenn die Maliſſoren ihre Abſicht wahr
machen ſollten, die Montenegriner aus dem ihnen auf der
Londoner Konferenz zugeſprochenen bisherigen
albani=
ſchen Gebietsteil wieder zu vertreiben. Aber, wenn es
auch unzweifelhaft gelingen wird, die Albanier
zurückzu=
drängen, ſo erleidet doch die Pazifizierung der
Balkan=
halbinſel eine neue Störung, die eventuell auch politiſche
Folgen haben kann. Schon jetzt werden in Belgrad
Ver=
dächtigungen laut, daß die Albanier in Oeſterreich=Ungarn
und Bulgarien Unterſtützung finden, daß ihnen erſteres
die Waffen, ſowie Geld, und Bulgarien die Offiziere
lie=
fere. Soweit Oeſterreich=Ungarn in Frage kommt, ſind
dieſe Vorwürfe natürlich unbegründet, aber man ſieht
doch, daß neues Mißtrauen Wurzel zu ſchlagen beginnt,
nachdem kaum das Vertrauen Platz gegriffen hatte.
Wir haben ſchon kürzlich auf die dringende
Notwen=
digkeit hingewieſen, in Albanien ſobald wie möglich
de=
finitive Zuſtände zu ſchaffen. Mit den Balkanſtaaten
wird ſich unſchwer die Vereinbarung über die albaniſchen
Grenzen abſchließen laſſen, worauf an die Regelung des
ſtaatsrechtlichen Verhältniſſes Albaniens herangetreten
werden könnte. Die Albanier müſſen ſich mit dem
Ge=
danken vertraut machen, daß nicht alle ihre Wünſche
An=
ſpruch auf Erfüllung haben, und es muß ihnen klar
ge=
macht werden, daß ihnen die ſtaatliche Selbſtändigkeit
auch Pflichten gegen Europa auferlegt. In den
Kabinet=
ten der Großmächte finden jetzt Beratungen ſtatt, wie den
albaniſchen Unruheſtiftern zu begegnen und der Gefahr
neuer Verwickelungen, eines dritten Balkankrieges,
vorzu=
beugen ſei. Man verhehlt ſich nicht die Verantwortung,
die man mit der Begründung eines Staatsweſens
über=
nimmt, welches von vornherein ſo wenig Garantien für
den Frieden mit den Nachbarn bietet. Daß etwas
ge=
ſchehen muß, um die Albanier zur Ruhe zu bringen,
dar=
über herrſcht kein Zweifel, nur über das Wie iſt man ſich
noch nicht klar. Jedenfalls ſollten die neueſten Ereigniſſe
den Großmächten eine Mahnung ſein, die albaniſche Frage
ſchleunigſt der Löſung entgegenzuführen.
Der Schutz vor
gemein=
gefährlichen Geiſteskranken.
* In der Begründung des Urteils gegen den
Kna=
benmörder Ritter, der bekanntlich zu fünf Jahren
Gefängnis und zehn Jahren Ehrverluſt verurteilt wurde,
wird feſtgeſtellt:
Der Angeklagte iſt krank, aber nicht ſo krank, daß er
nicht verantwortlich wäre. Er iſt zwar ſchuldig, aber doch
nicht ſo ſchuldig, daß ihm nicht mildernde Momente zur
Seite ſtünden. Das wird manche nicht befriedigen,
na=
mentlich vom Geſichtspunkt des Schutzes der
Allgemein=
heit aus. Der Schutz der Allgemeinheit vor
Geiſteskranken iſt heute noch nicht
genü=
gend vorhanden, wie Geh. Medizinalrat Dr.
Lepp=
mann kürzlich erſt in einer Verſammlung von
Berufs=
genoſſen unter Aufſtellung von Reformvorſchlägen
ausge=
führt hat. Wenn es darin beſſer werden ſoll, ſo kann es
nicht durch die Juſtiz geſchehen, da dieſe nur zu urteilen
hat vom Standpunkt der ſubjektiven Schuld.
Hierzu bemerkt die Köln. Ztg.: Dieſe Sätze verdienen
unterſtrichen zu werden, denn ſie rühren an einen wunden
Punkt. Joſeph Ritter wird, wenn er ſeine fünf Jahre
Gefängnis verbüßt hat, wieder auf die
Menſch=
heit losgelaſſen werden. Es iſt feſtgeſtellt, daß er
zu den Menſchen mit geſteigerten Affekten gehört, bei
de=
nen, wenn ſie erregt ſind, die Hemmungen ſehlen, die den
Normalen von der Begehung von Schreckenstaten
abhal=
ten. Ritter bildet ſomit eine Gefahr für die
Menſchheit. Es fehlt aber in Deutſchland an der
Möglichkeit, die Geſellſchaft vor derartigen Leuten zu
ſchützen, wenn ſie ſo auf der Grenze ſtehen, daß ſie nicht
als gemeingefährliche Irre in eine Anſtalt verbracht
wer=
den können. Gerade die letzte Zeit hat in Deutſchland eine
bedenkliche Häufung von Schreckenstaten
aller Art ergeben. Um ſo nötiger iſt es, daß die
Schutz=
maßregeln verſtärkt werden. Es iſt ein unerträglicher
Zuſtand, daß ein Gericht in einer Urteilsbegründung
ge=
wiſſermaßen achſelzuckend zugeſtehen muß, daß der Schutz
der Allgemeinheit vor geiſtig nicht geſunden Menſchen
heute noch nicht genügend iſt. Hier kann es nur beſſer
werden wenn das Publikum ſolche Vorkommniſſe wie den
Fall Ritter zum Ausgangspunkt energiſcher
Re=
formforderungen nimmt.
Dem Berl. Lokalanzeiger wird von ſeinem juriſtiſchen
Mitarbeiter zu dem Urteil gegen Ritter folgendes
ge=
ſchrieben: Kein Luſtmord eines gemeingefährlich
Gei=
ſteskranken, wie man an der zerſtückelten Leiche des
Kna=
ben Klähn annahm, ſondern die Affekttat eines
Men=
ſchen kam im Falle Ritter zur Aburteilung, eines
Men=
ſchen, der — er mag geiſteskrank ſein, wofür frühere
Tob=
ſuchtsanfälle bis zur Zwangsjackenanlegung und religiöſe
Wahnvorſtellungen ſamt der andauernden Epilepſie
ſpre=
chen, oder nur dicht an der Grenze ausgeſprochener
Un=
zurechnungsfähigkeit ſtehen
jedenfalls eine latente
Gefahr für jeden Dritten bedeutet, mit dem Ritter
künftig nach Verbüßung der ihm zuerkannten fünfjährigen
Gefängnisſtrafe aneinandergeraten wird. Der Spruch
der Geſchworenen und das Straferkenntnis des
Schwur=
gerichtshofes ſind nach dem geltenden Recht juriſtiſch
korrekt: Affekthandlung — alſo nur Totſchlag nicht Mord;
ſtark geminderte Zurechnungsfähigkeit — alſo mildernde
Umſtände. Hiernach konnte der Schwurgerichtshof. das
Juriſtenkollegium des Schwurgerichts, auf keine höhere
Strafe erkennen, als auf fünf Jahre Gefängnis (§ 213
RSt6B.) Aber das Rechtsempfinden des
Bubli=
kums bäumt ſich gegen ſolche Beurteilung
der Tat und des Täters. Jemand, der ſich bei der
Arbeit und nach außen hin als ordentlicher Menſch zeiat,
ſobald er aber in Affekt gerät, nicht davor zurückſchreckt,
einen anderen zu erwürgen . .., bildet eine dauernde
Gefahr für die Geſellſchaft, ſolange er in
Frei=
heit bleibt und ſobald er aus der Zwangsinternierung
wieder in Freiheit gerät. Auf dem dritten Deutſchen
Rich=
tertage, der vor noch nicht zwei Wochen in Berlin
abgehalten wurde, war die Frage der Rechtſprechung nach
„freiem Recht”, d. h nicht nach dem Buchſtaben des
Ge=
ſetzes, ſondern gemäß dem Geiſt des Rechtes, eifria
dis=
lutiert worden. Im Fall Ritter wäre ein Urteil,
das bei dem geiſtig Kranken Unzurechnungsfähigkeit
an=
genommen und demgemäß die Schuldfrage verneint hätte,
wohl allgemein als Ferecht empfunden worden Denn es
hätte die Wirkung gehabt, daß Ritter als
gemeingefähr=
licher Geiſteskranker dauernd unſchädlich gemacht
worden wäre. Vor einer engliſchen Jury hätte der
Common sense der Engländer dafür geſorgt, daß eine
ſtändige Gefahrenquelle ſolcher Art beſeitigt worden wäre
— ſo oder ſo. Für uns in Deutſchland aber zeiat der Fall
Ritter aufs neue wie berechtigt der Ruf nach
Schutz=
maßregeln iſt, die von der kriminal=ſoziologiſchen
Schule ſeit mehr als zwei Jahrzehnten gegen
gemeinge=
fährliche Verbrecher und auch gegen Gemeingefährliche
von geminderter Zurechnungsfähigkeit poſtuliert werden
und erſt kürzlich bei der Kopenhagener Tagung der
Inter=
nationalen Krimingliſtiſchen Vereinigung erneut gefordert
wurden. Allſeits wird anerkannt daß unſer vielfach
ver=
altetes Strafrecht auch in dieſer Richtung der Reform
be=
darf. Ein Entwurf eines neuen Strafgeſetzbuches iſt
von der Regierung vorgelegt worden. Ein Gegenentwurf
iſt von Gelehrten ausgearbeitet worden. Ein dritter
Ent=
wurf wird ietzt von einer Kommiſſion beraten. Wieviele
Entwürfe werden noch — Entwürfe bleiben? Wieviele
Jahre werden noch verſtreichen, ehe die Reform zur Tat
wird? Und wieviele Menſchenleben werden vorher noch
von gemeingefährlichen Halb= und Dreiviertelsirren
ge=
opfert werden?
Die Poſt ſchreibt: Man mag ſelbſt zugeben, daß die
entſetzliche Blutat ſich als die Affetthandlung eines
Men=
ſchen von ſtark geminderter Zurechnungsfähigkeit darſtellt
und das Straferkenntnis ſomit dem geltenden Rechte
ju=
riſtiſch einwandfrei Genüge ſchafft. Das Bewußtſein, daß
die menſchliche Geſellſchaft kranken oder
minder=
wertigen Individuen vom Schlage Ritters, deren
zwei=
felloſe Gemeingefährlichkeit für ſie eine
dauernde Gefahr bildet, heute ſo gut wie ſchutzlos
gegenüberſteht, daß kein Recht und kein Geſetz es hindert,
daß ein Menſch, der im Afſeit vor keiner noch ſo
furcht=
baren Tat zurückſchreckt, nach kurzer fünfjähriger
Gefangen=
ſchaft ſich neue und vielleicht noch unſchuldigere Opfer
ſuchen kann, hat in der Tat etwas Niederſchmetterndes.
Wäre Ritter für geiſtig unzurechnungsfähig im Sinne des
§ 51 St6B. befunden worden, man hätte wenigſtens die
Beruhigung gehabt, daß er als gemeingefährlicher
Geiſtes=
kranker dauernd unſchädlich gemacht worden wäre.
Ge=
minderter Geiſteszurechnungsfähigkeit gegenüber iſt aber
der menſchlichen Geſellſchaft der Schutz bislang noch immer
verſagt. Um ſo lauter und eindringlicher wird gerade jetzt
nach dem Falle Ritter hoffentlich der Ruf nach einer
durchgreifenden Reſorm unſeres
veralte=
ten Strafrechts erſchallen. Die Allgemeinheit
hat=
ein Recht auf hinlängliche Schutzmaßregeln, die es
ver=
hindern, daß gemeingefährliche Halbirre eine ſtändige
Ge=
fahrenquelle für ſie bilden.
Die Berl. N. Nachrichten ſchreiben: Es iſt eine
durch=
aus humane Forderung, wenn Pſychovathen der
Aufſicht unterſtellt werden ſollen. Sie ſollen nicht
beſtraft, ſondern rechtzeitig unſchädlich gemacht
wer=
den — zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutze ihrer
Umgebung. Wie wir uns heute daran gewöhnt haben,
jeden Fall einer anſteckenden Erkrankung, wie Pocken,
Diphtherie Scharlach, zur Anzeige zu bringen, um deren
Weiterverbreitung zu verhüten, wie in nicht allzu ſerner
Zeit auch eine Anzeigepflicht für Tuberkuloſe und
gefähr=
liche Geſchlechtskrankheiten zum Geſetz werden wird, ſo
ſollte man auch darauf beſtehen, daß all die Perſonen, bei
denen eine geiſtige Erkrankung von
gemein=
gefährlichem Charakter feſtgeſtellt iſt, zwecks
dauernder Kontrolle oder Ueberwachung von ſeiten der
Angehörigen oder der behandelnden Aerzte gemeldet
wer=
den müſſen. Nur auf dieſem Wege kann es gelingen, die
Schreckenstaten geiſteskranker Verbrecher in vielen Fällen
zu verhüten.
Deutſches Reich.
— Deutſchlands Zweimilliarden=
Ver=
kehr. Während der deutſche Außenhandel bisher nur im
Verkehr mit Rußland den Betrag von 2 Milliarden Mark
überſchritten hatte, ſind im Jahre 1912 noch zwei Länder
hinzugetreten, mit denen unſer Warenaustauſch (Einfuhr
und Ausſuhr zuſammengenommen) die Summe von zwei
Milliarden erreichte, nämlich die Vereinigten Staaten von
Amerika mit 2,283 Milliarden (1586 Millionen Einfuhr
und 697 Millionen Ausfuhr), ſowie Großbritannien (ohne
Kolonien) mit 2,003 Milliarden Mark (842 Millionen
Ein=
fuhr und 1161 Millionen Ausfuhr). Der
Zweimilliarden=
grenze iſt Oeſterreich=Ungarn ebenfalls ſehr nahe gerückt,
mit welchem ſich unſer Handel auf insgeſamt 1865
Mil=
lionen Mark (830 Millionen Einfuhr und 1035 Millionen
Ausfuhr) belief und welches in dieſem Jahre die
Zwei=
milliardengrenze ſicher auch überſchreiten wird.
— Die letzte Sitzung der
Strafrechtskom=
miſſion vor ihrer Auflöſung dürfte am Samstag dieſer
Woche ſtattfinden. Gegenwärtig arbeitet die Kommiſſion,
die bisher nur an den erſten drei Tagen jeder Woche
zu=
ſammentrat, bis weit in den Nachmittag hinein, um das
Penſum bis zum Schluß der Woche zu erledigen, das die
Redaktion des letzten Teils, ſpeziell die „Uebertretungen”
und „Vergehen”, betrifft. Nach Auflöſung der
Strafrechts=
kommiſſion wird nicht, wie in der Preſſe kürzlich behauptet
wurde, eine neue Kommiſſion für das Einführungsgeſetz
zum Strafrecht zuſammentreten, ſondern die
Bundes=
regierungen werden zunächſt Stellung zu dem Vorentwurf
zu nehmen haben, was aller Vorausſicht nach längere Zeit
in Anſpruch nehmen und auch vorausſichtlich wohl
Ab=
änderungen des Vorentwurfs zur Folge haben dürfte. Die
Aufſtellung des Einführungsgeſetzes zum neuen Strafrecht
kann endgültig erſt erfolgen, wenn der eigentliche
Straf=
geſetzbuchentwurf in ſeinen Grundzügen feſtſteht. Die
Kommiſſion, die dann zuſammentreten wird, dürfte ſich
aus Vertretern der beteiligten Reſſorts und Miniſterien
zuſammenſetzen. Die Arbeiten, die das Einführungsgeſetz
erfordert, werden an ſich wiederum eine ſehr umfangreiche
Arbeitsleiſtung darſtellen, da die Reichsgeſetzgebung, ſoweit
ſie von dem neuen Strafrecht berührt wird, mit den
dies=
bezüglichen Beſtimmungen in Einklang zu bringen iſt.
U. a. gehören auch die Beſtimmungen über das
Inkraft=
treten des neuen Strafrechts, ſowie ſolche bezüglich der
Aburteilung vorher begangener Delikte in das Einfüh=
Seite. 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
Nummer 226.
rungsgeſetz. Schließlich müſſen auch „Motive” zum neuen
Strafgeſetzbuch ausgearbeitet werden, deren Aufſtellung
noch zur Vorausſetzung hat, daß die Grundzüge der
Be=
ſtimmungen des Strafrechts fertiggeſtellt ſind.
— Die landwirtſchaftliche
Bodenbe=
nutzung im Reich. Augenblicklich finden in allen
Bundesſtaaten Erhebungen über die landwirtſchaftliche
Bodenbenutzung ſtatt, für die der Bundesrat die
Einzel=
heiten feſtgeſetzt hat. Im Juni ſind Erhebungen über die
Hauptnutzung des Ackerlandes voraufgegangen; die
gegen=
wärtigen erſtrecken ſich auf die Nebennutzung. Die
beſon=
dere Bedeutung der diesjährigen Ermittelungen beſteht
darin, daß einmal im Hinblick auf die wachſende
Bedeu=
tung des feldmäßigen Gemüſebaues eine eingehendere
Erfaſſung der deutſchen Gemüſeerzeugung erreicht werden
ſoll, und daß fernerhin die Zählung der Obſtbäume
er=
weitert wird, indem ſie auf die Aprikoſen=, Pfirſich= und
Walnußbäume ausgedehnt wird. Auch das Spalier= und
Zwergobſt wird bei der Zählung berückſichtigt. Im
Zu=
ſammenhang mit der Ermittelung des Areals der Forſten
werden auch Erhebungen über den Beſitzſtand, den Ertras,
die Beſtands= und Betriebsarten der Forſten
vorgenom=
men. Nach einem Bundesratsbeſchluß vom Jahre 1892
ſollten derartige Ermittelungen zum erſtenmal im Jahre
1893 und dann weiterhin von zehn zu zehn Jahren
ſtatt=
finden. Die zweite Ermittelung der Bodenbenutzung, die
1903 hätte ſtattfinden müſſen, wurde mit Rückſicht auf die
Vorbereitungen zu den Handelsverträgen im Jahre 1900
veranſtaltet. Es hat mithin ſeit dreizehn Jahren keine
der=
artige Ermittelung mehr ſtattgefunden.
-
Die Vereinigung der Deutſchen
Ar=
beitgeberverbände hielt ihre diesjährige
Geſchäfts=
führerkonferenz unter der Leitung des Syndikus Dr.
Tänz=
ler in Jena ab. Es wurde u. a. zur Frage des Boykotts
Stellung genommen und Maßnahmen zur Abwehr dieſes
gewerkſchaftlichen Kampfmittels, das namentlich die auf
den Maſſenkonſum angewieſenen Induſtrien ſchädigt,
er=
wogen. Weiter wurde die Bedeutung der Lohnſtatiſtik für
die Arbeitgeber und Arbeitgeberverbände eingehend
dar=
gelegt.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Der Dreibund. Der Peſter Lloyd ſchreibt: Die
internationalen Ereigniſſe der letzten Zeit haben
allent=
halben Nervoſität in der öffentlichen Meinung
hervorge=
rufen, weil überall die Großmächte mit den geänderten
Be=
dingungen ihrer politiſchen und wirtſchaftlichen
Beteili=
gung am Balkan rechnen müſſen. Für die Erörterung
dieſes Themas bietet ſich daher der Publiziſtik ein
unbe=
grenzter Raum; die maßgebliche und verantwortliche
öffentliche Meinung der Monarchie und Deutſchlands
wer=
den nur im Bewußtſein ihrer Pflicht beſtärkt, durch
Aus=
einanderſetzungen und Meinungsaustauſche die
Homogeni=
tät ihrer politiſchen ſowie ihrer wirtſchaftlichen Intereſſen
herzuſtellen. Es gereicht den Staaten des Dreibundes
ge=
radezu zum Verdienſt, daß ihre Intereſſen von berufenen
Anwälten ſo beharrlich vertreten wurden, ſo daß die
Er=
zielung eines Einklanges und die Sicherung des
geſchloſſe=
nen Vorgehens erſt nach mühevollen Arbeiten gelang.
Dieſe mühevollen Arbeiten und die Schwierigkeit in der
Herſtellung der Homogenität als Schwäche des Bundes
hinzuſtellen, beweiſt das Unverſtändnis für die Eigenart
des Dreibundes und iſt jenen überlaſſen, die die Lockerung
desſelben erwarten. Doch auch dieſe verſtummten mit dem
Trinkſpruch Kaiſer Wilhelms am 18. Auguſt auf unſeren
Monarchen und der Ankündigung eines bevorſtehenden
Konopiſchter Beſuches des Kaiſers, den vielſagendſten
Be=
weiſen herzlichſten Einvernehmens zwiſchen den
Nachbar=
reichen. Hoffentlich wird künftig kein Mißton die
Har=
monie ſtören, welche nach Ueberwindung der in der erſten
Zeit aufgetauchten Schwierigkeiten neu bekräftigt wurde.
Die Südbahn. Das Wiener Fremdenblatt
mek=
det: In einer im Eiſenbahnminiſterium
abgehal=
tenen mehrſtündigen Konferenz wurde über die meiſten
der zwiſchen der Regierung und der Verwaltung der
Süd=
bahn ſchwebenden Fragen eine prinzipielle Einigung
er=
zielt. Damit iſt die Baſis gegeben für die im Laufe der
nächſten Tage mit Vertretern der franzöſiſchen
Obligatio=
näre der Südbahn beginnenden Verhandlungen. Die
franzöſiſchen Vertreter der franzöſiſchen Obligationäre
ſind eingetroffen.
Frankreich.
Unterredung mit König Konſtantin.
Der Temps veröffentlicht eine Unterredung mit dem König
Konſtantin, welcher u. a. geſagt habe: Es iſt eine
ſchwie=
rige Aufgabe, die militäriſche und politiſche Selbſtändigkeit
einer Nation zu gründen, welche ſtärker und wohlhabender
geworden iſt. Ich bin überzeugt, daß wir dieſe Aufgabe
durch eine Diplomatie der Feſtigkeit, Geradheit und
Un=
abhängigkeit erfolgreich verwirklichen werden. Unſere
Freunde — und wir zählen die Franzoſen zu den beſten
werden die erſten ſein, uns dies zu raten. Man wird
ſich deshalb ſehr täuſchen, wenn man uns Tendenzen
zu=
ſchreibt, die der Sorge um unſere Entwicklung fremd ſind
Griechenland muß Herr über ſeine Geſchicke ſein und ſeine
Rolle um ſeiner ſelbſt willen durchführen.
Niederlande.
Die Opiumkonvention. Der Miniſter des
Aeußern legte der Kammer ein Orangebuch vor, in
wel=
chem mitgeteilt wird, daß die Regierung bei den Staaten,
welche bisher die Opiumkonvention nicht unterzeichneten,
Schritte unternommen hat, um ſie dazu zu bewegen.
Spanien.
Der König und die franzöſiſch=
ſpani=
ſche Entente. Der König empfing im Schloſſe
Mira=
mar in San Sebaſtian einen Vertreter des Pariſer Neu=
York Herald und erklärte dieſem auf die Frage, wie er
über die gegenwärtige Bewegung zugunſten einer
fran=
zöſiſch=ſpaniſchen Entente denke, folgendes: Seit den elf
Jahren, die ich König bin, glaube ich gezeigt zu haben,
wohin meine Sympathien gerichtet ſind. Ich kann nicht
vergeſſen, daß mein Name Bourbon ein franzöſiſcher
Name iſt. In dem ſchwierigen Werk, welches beide
Län=
der in Marokko unternommen haben, iſt ein enges
Zu=
ſammenwirken notwendig. Frankreich und Spanien müſſen
deshalb Hand in Hand gehen.
Die Lage des Staatsſchatzes. Der
Finanz=
miniſter erklärte die Lage des Staatsſchatzes für
befriedi=
gend. Die Einnahmen ſeit dem 1. Januar betrugen 50
Millionen Peſetas mehr als in dem gleichen Zeitraum des
Jahres 1912. Nach den Berechnungen werden die
Geſamt=
einnahmen für 1913 1220 Millionen betragen, die
ge=
nügen, um alle Bedürfniſſe zu decken.
Portugal.
Die Agitation der Königsfreunde. Die
Daily Mail erfährt aus Liſſabon, daß die
königsfreund=
lichen Umtriebe nicht eingeſchlafen ſind. Man fürchtet am
5. Oktober, dem Jahrestage der Republik, eine neue
Be=
wegung der Monarchiſten. Die Regierung hat alle
Maß=
nahmen getroffen, um gegen etwaige Ueberraſchungen
ge=
ſichert zu ſein. Seit Tagen werden die Regimenter in
den Garniſonen zuſammengezogen. Die Mannſchaften
haben ſcharfe Patronen erhalten, um beim geringſten
An=
zeichen eines aufrühreriſchen Putſches mit aller
Entſchie=
denheit vorgehen zu können.
England.
Der Kampf um Homerule. Fünfhundert
Ulſter=
delegierte verſammelten ſich in der Ulſterhalle zu Belfaſt
in Gegenwart Sir Carſons, des Lords von Londonderry,
Abercrons, und vieler anderer Mitglieder des Ober= und
Unterhauſes. Der Lord von Londonderry eröffnete die
Verhandlungen, welche bei verſchloſſenen Türen geführt
wurden. Nachher wurde ein ausgegebenes Communiqué
mitgeteilt, daß die Verſammlung die Artikel der
provi=
ſoriſchen Regierung genehmigte, ſowie der Zeitpunkt, an
welchem ſie in Kraft treten ſollen, mit Anordnungen über
die Art, wie man gegen etwaige Beſchlüſſe des geplanten
Parlamentes in Dublin Widerſtand leiſten könnte.
Ein=
zelheiten ſollen veröffentlicht werden, wenn das Homerule
Geſetz wird. Zugeſtimmt wurde ferner der Stiftung einer
Garantieſumme von einer Million Pfund, wovon die
Mit=
glieder des Ulſter Freiwilligenkorps entſchädigt werden
ſollen für die perſönliche Unbill, die ihnen bei der
Aus=
führung irgendwelcher Anordnungen der proviſoriſchen
Regierung zugefügt werden. Im Falle ihres Todes ſollen
die Angehörigen eine Entſchädigungsſumme erhalten.
Ver=
ſchiedene Verwaltungskomitees, darunter ein
Finanz=
komitee, wurden eingeſetzt.
Arbeitgeberſchutzverband. Die Times
melden: Eine Vereinigung, genannt
Arbeitgeberſchutzver=
band für das vereinigte Königreich, iſt gegründet worden
zu dem Zweck, die Hilfsmittel der Arbeitgeber
zuſammen=
zufaſſen, um ihre Rechte und ihre Freiheit im Verkehr mit
den Arbeitern der Trade Unions aufrecht zu erhalten. Es
wird beabſichtigt, ein Verbandsvermögen von 50 Millionen
Pfund Sterling zu ſchaffen.
Norwegen.
Die Regelung der Spitzbergenffrage. Von
diplomatiſcher Seite ſchreibt man der Deutſchen Orient=
Korreſpondenz:
Während noch immer ſeit nunmehr vier Jahren die
Diplomaten der an der Spitzbergenfrage beteiligten
Staa=
ten nach einer Formel für ihre internationale Löſung
ſuchen, hat die wirtſchaftliche Ausbeutung der Inſelgruppe
neuerdings einen Umfang angenommen, der eine endliche
und endgültige Regelung der verſchiedenen Intereſſen
dringend erforderlich macht. Der Kohlenreichtum des
Lan=
des hat in den letzten Jahren Unternehmer aus den
Ver=
einigten Staaten, England, Norwegen, Schweden und
Rußland herangezogen, die ohne jeden Rechtstitel die
großen Bodenſchätze ausbeuten und auf dieſe Weiſe
Ge=
wohnheitsrechte ſchaffen, die eine internationale
Ausein=
anderſetzung von Jahr zu Jahr mehr erſchweren. Die
Anregung zu einer internationalen Vereinbarung iſt von
Norwegen ausgegangen; ſie ſtand im Zuſammenhang mit
der Löſung der ſchwediſch=norwegiſchen Union. Die Frage
der Staatsangehörigkeit der Inſelgruppe ſtand bei den
Beratungen nicht zur Erörterung, weil alle Staaten an
dem Grundſatz feſthalten, Spitzbergen als herrenloſes Land
zu behandeln. Der Vorentwurf zu einem internationalen
Vertrage iſt dann den übrigen Mächten vorgelegt
wor=
den; über ſeinen Inhalt wird vollkommenes Schweigen
bewahrt, ſo daß alle, beſonders von ruſſiſcher Seite laut
gewordenen Kritiken an dem Vorſchlage keine Bedeutung
haben. Inzwiſchen ſind faſt drei Jahre vergangen, ohne
daß auf Grund der von den Regierungen eingegangenen
Antworten die Einberufung der in Ausſicht genommenen
Konferenz zweckmäßig erſchien. Dieſe Tatſache läßt
er=
kennen welche Schwierigkeiten die Löſung der
Angelegen=
heit bietet. Inzwiſchen haben ſich wirtſchaftliche
Unter=
nehmungen aus verſchiedenen Lägdern auf eigene Fauſt
ihre Rechte geſichert. Allen voran die Amerikaner, die ſich
an der Adventbucht feſtgeſetzt haben und von dort aus die
wertvollen Kohlenſchätze der Inſel mit der ihnen eigenen
Das Völkerſchlachtdenkmal.
— Auf der Höhe von Stötteritz und Probſtheida, dort
wo vor hundert Jahren Napoleon ſich als beſiegt erkannte
und den Rückzug ſeiner Armeen anordnete, ſtrebt heute das
gewaltige Nationaldenkmal der Völkerſchlacht gen
Him=
mel. Der erſte, der die Idee ausſprach, auf den hiſtoriſchen
Gefilden Leipzigs zur Erinnerung an das gewaltige
Rin=
gen des deutſchen Volkes um ſeine Befreiung ein
Natio=
naldenkmal zu errichten, war Ernſt Moritz Arndt. „Groß
und herrlich ſoll es ſein, ein Koloß, eine Pyramide, ein
Kölner Dom, und draußen ſoll es ſtehen, wo ſo viel Blut
gefloſſen iſt” ſo ſchrieb der Dichter begeiſtert. Aber erſt
am 18. Oktober 1863, bei der fünfzigſten Feier der
Sieges=
tage von Leipzig, waren die von patriotiſchen Männern
eingeleiteten Vorarbeiten ſoweit gediehen, daß unter
be=
geiſterter Teilnahme von Hunderttauſenden vor Leipzigs
Toren der Grundſtein zu einem ſolchen Denkmal gelegt
werden konnte. Infolge der kriegeriſchen Ereigniſſe der
Jahre 1864, 1866 und 1870/71 wurde dieſer Grundſtein aber
bald vergeſſen, und heute kennt man ſeine Stätte nicht
mehr. Auch ein zweiter Verſuch, durch ein Denkmal das
Gedächtnis der Gefallenen der Völkerſchlacht zu ehren,
blieb erfolglos. Erſt im Jahre 1894, als der Leipziger
Architekt, Kammerrat Clemens Thieme, einen Aufruf
er=
ließ, gewann die Idee der Denkmalsgründung weiteren
Boden. Der „Deutſche Patriotenbund zur Errichtung
eines Völkerſchlachtdenkmals bei Leipzig” wurde
gegrün=
det, und ihm iſt es gelungen, unter zielbewußter Führung
den großen nationalen Gedanken zu verwirklichen. Am
13. Mai 1912 konnte der Schlußſtein in den Denkmalsbau
eingefügt werden.
Faſt 100 Meter hoch ragt der Koloſſalbau empor, deſſen
Maſſenwirkung noch gewaltiger wird durch die mächtigen
Erdaufſchüttungen an den Flanken und die breiten
Ter=
raſſen an der Fron An der Vorderſeite des Unterbaues
ſehen wir ein 60 Meter breites Rieſenrelief, in deſſen
Mitte die 12 Meter hohe Geſtalt des Erzengels Michael.
auf dem Kriegswagen einherfahrend, eingehauen iſt, zu
beiden Seiten begleitet von je zwei Furien, die mit ihren
Fackeln gleichſam das Schlachtfeld ableuchten. Rechts und
links von dieſen Furiengeſtalten breitet je ein Adler in
einer Breite von 10 Metern majeſtätiſch ſeine Flügel aus,
gewiſſermaßen zum Schutz und Schirm über dem deutſchen
Volke. Ueber dem Ganzen hebt ſich wirkungsvoll in 1,80
Meter hohen Lettern der altdeutſche Bittruf „Gott mit
uns!” ab. Das Relief verſinnbildlicht in ſeiner
Geſamt=
heit die ſiegreiche Erhebung des deutſchen Volkes. Der
Oberbau des Denkmals, zu dem breite Treppenanlagen
hinaufführen, beſteht in ſeinem Hauptteil aus einer 60
Meter hohen Kuppelhalle. Auf acht mächtige Pfeiler, in
die je eine fünf Meter hohe Maske, das Schickſal
darſtel=
lend, eingemeißelt iſt, ſtützt ſich innerhalb der Halle die
„Krypta” das Ehrenmal für die gefallenen Helden.
Flan=
kiert werden die Pfeiler zu beiden Seiten durch 16
ſinn=
bildlich die Totenwacht haltende Krieger.
Die hohe Halle ſtimmt zur mächtig ergreifenden
An=
dacht. Mauern und Gewölbe, mit prächtigen
Reliefbil=
dern geſchmückt, zeugen von den Ruhmestaten unſerer
Ahnen; vier künſtleriſche, 9½ Meter hohe Koloſſalfiguren
verſinnbildlichen die edelſten Tugenden des deutſchen
Volkes: Tapferkeit, Begeiſterung, Opferfreudigkeit und
Glaubensſtärke. Der Denkmalsoberbau gründet ſich auf
vier gewaltigen Eckpfeilern, in denen Wendeltreppen und
ein elektriſcher Aufzug zu den Galerien emporführen.
Zwölf gewaltige Kriegergeſtalten, die Hüter der Freiheit
darſtellend, umſäumen den Oberbau des Denkmals. Jede
dieſer Geſtalten mißt von der Sohle bis zum Scheitel 12,6
Meter. Ein in 79 Meter Höhe liegender Umgang führt
um die mit 324 Reiterfiguren geſchmückte durchbrochene
Kuppel. An dem Umgang liegen zwölf größere Räume,
in denen ein Muſeum untergebracht iſt. Dieſes Muſeum
enthält die Modelle des Denkmals die Abſchriften der
Urkunden und ſonſtige Andenken an die Völkerſchlacht und
die Erbauung des Völkerſchlachtdenkmals. In dem höher
gelegenen Kuppelbau, zu dem von dem Muſeum aus eine
Steintreppe führt, ſind ebenfalls mehrere Zimmer
vorhan=
den. Sie ſollen zur Aufnahme von meteorologiſchen
In=
ſtrumenten und als Aufenthaltsraum für die
Wetterbeob=
achtung dienen. Auch die Plattform des Denkmals
ent=
hält noch einen großen Raum von 64 Quadratmetern
Flächeninhalt. Dieſer Raum iſt für den Aufenthalt der
Beſucher eingerichtet und gewährt einen herrlichen
Aus=
blick auf das ganze weite Gelände der Völkerſchlacht und
weit darüber hinaus. Ueber der Zinnenkrone ſchwebt ein
kuppelförmiger Helm, und den Schluß des Ganzen bildet
ein ſchwerer, viereckiger Granitblock.
Zur Ausführung des Denkmals ſind etwa 12000
Kubikmeter Granit erforderlich geweſen. Gegen 100000
Kubikmeter Stampfbeton wurden zum Bau der vier
gro=
ßen Eckpfeiler und zur Herſtellung der Fundamente
ver=
wendet. Die rieſenhaften Abmeſſungen des Denkmalbaues
werden am beſten an der Größe derseinzelnen Figuren
beleuchtet. So haben die geſpreizten Arme der Furien
am vorerwähnten Relief eine Länge von reichlich acht
Metern. Unter den verſchiedenen künſtleriſchen Figuren
im vorderen Denkmal befindet ſich auch ein Pferdekopf,
der von vorn bis hinten micht weniger als 2,80 Meter mißt.
Der Schild, auf den ſich der Erzengel Michael ſtützt, iſt
über 5 Meter hoch. Zu jedem der einzelnen Buchſtaben
der Inſchrift „Gott mit uns!” war ein Steinkoloß von rund
100 Zentnern erforderlich. Die Wächterfiguren, die hoch
oben am Zinnenkranz das Denkmal umſäumen, haben je
ein Gewicht von 4000 Zentnern. Nöch bedeutender ſind
die Maße der vier allegoriſchen Figuren in der Galerie
über der „Krypta‟. Jede dieſer Figuren wiegt rund
ge=
rechnet 5000 Zentner, ein Fuß einer ſolchen Figur wiegt
allein zirka 55 Zentner.
Die Koſten des gewaltigen Denkmalbaues belaufen ſich
auf rund 6 Millionen Mark. Dieſe Bauſumme muß aber
noch verhältnismäßig niedrig erſcheinen, wenn man
bei=
ſpielsweiſe die Koſten des Kyffhäuſerdenkmals dagegen
hält, das ſeiner Maſſe nach nur den 16. Teil des
Völker=
ſchlachtdenkmals darſtellt, aber doch eine Bauſumme von
2½ Millionen erfordert hat. Die Aufbringung der
Bau=
koſten war naturgemäß die größte Schwierigkeit, die ſich
dem Denkmalsbau entgegenſtellte. Das Verdienſt, dieſe
Schwierigkeit überwunden zu haben, gebührt allein dem
„Deutſchen Patriotenbund” insbeſondere ſeinem
Vor=
ſitzenden Kammerrat Clemens Thieme=Leipzig. Bei der
Gründung des Bundes war aus verſchiedenen
Samm=
lungen und Stiftungen für den Bau des Denkmals nur
ein Fonds von 23500 Mark vorhanden. Aber der „Deutſche
Patriotenbund” war unermüdlich im Erſinnen von
Mit=
teln und Wegen zur Förderung des Sammelwerkes und
hat in der Ausführung ſeiner Pläne Erſtaunliches geleiſtet.
Kaiſer Wilhelm ſtiftete dem Bunde einen Beitrag von
10000 Mark ihm folgten andere deutſche Fürſten mit
be=
deutenden Spenden. Deutſche Städte ſind in opferwilliger
Weiſe für das Denkmal eingetreten. So ſtiftete die Stadt
Leipzig den Denkmalsplatz mit anliegendem Gelände im
Werte von rund einer Million Mark und bewilligte
außer=
dem einen Jahresbeitrag von 10000 Mark zu den
Bau=
koſten. Rührend war der Sammeleifer der deutſchen
Ju=
gend, aus deren Sparpfennigen viele tauſende von Mark
zuſammengefloſſen ſind. Aus den Kreiſen der patriotiſch
geſinnten Bevölkerung im ganzen Reiche und im
Aus=
lande gingen erhebliche Beiträge ein. Bedeutende
Sum=
men wurden dem Bunde durch die Zulaſſung von
Völ=
kerſchlachtdenkmal=Lotterien in Sachſen geſichert
Heute reckt ſich das fertige Koloſſal=Denkmal in
ur=
wüchſiger Kraft markig und wuchtig empor, eine „
Irmen=
ſäule” des deutſchen Volkes, wie ſie Ernſt Moritz Arndt
vorgeſchwebt hat, ein Ehrenmal für die gefallenen
Hel=
den, ein Ruhmesmal des deutſchen Volkes und nicht
zu=
letzt ein Wahr= und Mahnzeichen für kommende
Ge=
ſchlechter.
Nummer 226.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
Seite 3.
Energie und Rückſichtsloſigkeit ausbeuten. Schweden,
Nor=
weger, Engländer und Ruſſen ſchloſſen ſich ihnen an, und
ein erſtaunlicher Wettbewerb hat begonnen, an dem
Deutſchland bisher nicht beteiligt iſt. Die Güte der Kohlen
ſoll hervorragend ſein und die der engliſchen Kohlen noch
übertreffen. Der Mangel an Arbeitern hat zu
Arbeits=
öhnen von außerordentlicher Höhe geführt, und trotzdem
ſcheint die Ausbeute ſehr lohnend zu ſein.
Vereinigte Staaten.
Das Konferenzkomitee für die
Tarif=
bill hat beſchloſſen, den beiden Häuſern des Kongreſſes
zu berichten, daß unmöglich eine Einigung über die
vor=
geſchlagene Steuer auf Baumwolle und Termingeſchäfte zu
erreichen ſei. Wegen der übrigen Tarifſätze ſoll
Ueber=
einſtimmung herrſchen.
* Die Erkrankung der Großherzogin
von Sachſen=Weimar. Seit etwa vier Wochen
be=
findet ſich die Großherzogin Feodora von Sachſen=Weimar
in einem Sanatorium in Konſtanz, wo ſie Heilung von
einem ſchweren Nervenleiden ſucht. Im Großherzogtum
iſt man mit Recht wegen des Verlaufes der Krankheit der
jungen, erſt 23jährigen Landesmutter beſorgt. Denn es
iſt in den letzten zwölf Jahren des Leides genug
ge=
ſchehen am Weimarer Hofe. Kerngeſund kam die junge
Meininger Prinzeſſin vor drei Jahren nach Weimar, und
raſch nacheinander ſchenkte ſie ihrem Gemahl zwei blühende
Kinder, deren jüngſtes der jetzt 14 Monate alte
Erbgroß=
herzog Wilhelm Ernſt iſt. Beide Kinder gedeihen
präch=
ig und ſind die Freude ihrer Eltern. Die Großherzogin
liebt Kinder außerordentlich, und alles, was mit der
Säuglingsfürſorge und der Kinderpflege zuſammenhängt,
erweckt ihr beſonderes Intereſſe. Unter ihrer Beihilfe
entſtand in Weimar das Feodoraheim, eine
muſter=
gültig eingerichtete Säuglingsfürſorgeſtelle und
Kinder=
bewahranſtalt. Keine Woche verging, ohne daß ſie das
Feodoraheim beſuchte und ſich dort mit den kleinen
Zög=
lingen beſchäftigte. Es ſcheint nun, daß der Grund zur
Erkrankung der Großherzogin gerade im Feodoraheim zu
ſuchen iſt. Einige Fälle von Scharlach lagen vor, und man
hatte es — ſo wird erzählt — unterlaſſen, die
Großherzo=
gin von den Krankenſtuben fernzuhalten. Im Juli reiſten
Großherzog und Großherzogin zu längerem Aufenthalt
nach Pontreſina, wo der Großherzog, der ein unerſchrockener
Bergſteiger iſt, einige Hochtouren unternehmen wollte.
Infolge der ungünſtigen Witterung erkrankte die
Groß=
herzogin an einer Angina. Kaum geneſen, legte ſie ſich
am Scharlach nieder, und dem Scharlach folgten die
Ma=
ſern. Die bösartige Form der Erkrankung gebot die
Aus=
quartierung aus dem Hotel in ein geräumiges
Neben=
haus. Die Krankheiten heilten, aber es blieb eine ſchwere
nervöſe Störung zurück, eine Art Pſychoſe, die vom
Hof=
marſchallamt in Weimar als „nervöſe Erſchöpfung”
be=
zeichnet wird. Die letzten Nachrichten vom Krankheitslager
lauten beſorgniserregend. Auf den Rat des Jenaer
Pſy=
chiaters Profeſſors Dr. Binswanger wurde das
Kon=
ſtanzer Sanatorium zum Aufenthalt gewählt. Dort wird
der Großherzog demnächſt ſeine Gemahlin beſuchen.
* Bern, 24. Sept. In einer mehrſtündigen
Plenar=
ſitzung der Internationalen
Arbeiterſchutz=
konferenz wurden die Beſchlüſſe der beiden
Kommiſ=
ſionen nochmals artikelweiſe durchberaten. Alle
Abän=
derungsanträge, ſoweit ſie materieller Natur ſind, wurden
abgelehnt und die Kommiſſionsbeſchlüſſe mit einigen
redaktionellen Aenderungen genehmigt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. September.
* Von der Techniſchen Hochſchule. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den
außeretats=
mäßigen außerordentlichen Profeſſor an der Techniſchen
Hochſchule Dr. Adalbert Kolb zu Darmſtadt auf ſein
Nachſuchen mit Wirkung vom 16. September 1913 aus
dem Staatsdienſte entlaſſen.
* Erledigt iſt eine mit einem evangeliſchen Lehrer
zu beſetzende Schulſtelle zu Heldenbergen, Kreis
Friedberg. Mit der Stelle iſt Organiſten= und
Lektoren=
dienſt verbunden.
* Militärdienſtnachrichten. Behrend, Zahlmſtr.
vom Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Art.=Regt.
Nr. 25, der Titel „Oberzahlmeiſter” verliehen. Traetow,
Unt.=Zahlmſtr. beim III. Bat. Inf.=Leib=Regt.
Groß=
herzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, zum Zahlmeiſter
er=
nannt.
* Ordensverleihung. Se. Maj. der König von
Preußen haben dem Generaladjutanten, General der
Infanterie v. Schenck, kommand. General des XVIII.
Armeekorps, die Erlaubnis zur Anlegung des Großkreuzes
des Königlich Niederländiſchen Ordens von Oranien=Naſſau
erteilt.
g. Strafkammer I. Der 21jährige Schloſſer Heinrich
Zöller II. von Griesheim, hat am 1. Juni einen
Kran=
kenſchein fälſchlich angefertigt; wie er angibt, hatte er das
nur getan, um ſeinem Vater verheimlichen zu können,
daß er arbeitslos ſei. Die Mutter ſah den Schein
iretüm=
lich als echt an und erhob das Krankengeld von 7,50 Mark,
wogegen der Angeklagte keinen Widerſpruch erhob. Die
Strafkammer verurteilte den Angeklagten wegen
Urkun=
denfälſchung und Betrugs zu 1 Monat Gefängnis.
Der Reiſende Wilhelm Heſel von hier hatte für eine
Herforder Wäſchefirma eine Stellung als Reiſender
an=
genommen und hier ein Zimmer gemietet. Von den
Logiswirten ließ er ſich ab und zu Darlehen geben, indem
er angab, die Muſter im Werte von 50 Mark ſeien ſein
Eigentum. Von ſeiner Firma erhielt er kein Geld, da er
keine Aufträge einſandte. Heſel verließ ſchließlich unter
Hinterlaſſung ſeiner Schulden von 22 Mark und des
Muſterkoffers Darmſtadt. Wie ſich herausſtellte hatte er
ſich auch nicht polizeilich angemeldet. Das Schöffengericht
hatte ihn wegen Betrugs zu 30 Mark Geldſtrafe verurteilt.
Heſel verfolgte Berufung, von der Verhandlung war er
wegen weiter Entfernung entbunden. Der Staatsanwalt
beantragte Freiſprechung, da nicht nachgewieſen ſei, ob
Heſel von Anfang an die Abſicht hatte, das Geld nicht zu
bezahlen. Die Sache wird ausgeſetzt und die
Staats=
anwaltſchaft erſucht, nähere Ermittelungen anzuſtellen
über die Verhältniſſe, in denen ſich der Angeklagte zu jener
Zeit befand. — Wegen Verbrechens nach § 176,3 des
Strafgeſetzbuches wurde der 16jährige Handelslehrling
Fr. L. von hier zu 2 Monaten Gefängnis
ver=
trteilt. — Der 17jährige Kaufmannslehrling Heinrich M.
in Jugenheim hat am Faſtnachtsmontag ein Pult ſeines
Arbeitgebers mit einem falſchen Schlüſſel geöffnet und 25
Mark entwendet. Das Geld verbrauchte er zur
gründ=
lichen Teilnahme an einer Faſtnachtsfeſtlichkeit in Darmſtadt.
Der Angeklagte gibt zu, daß er ſich von einem Schloſſer
drei Schlüſſel geholt habe. Einer davon habe zu dem
Pult gepaßt. Der Schaden wurde erſetzt. Der Beſtohlene
erklärte, daß er kein Intereſſe an der Beſtrafung des
jungenMannes habe. Dieſer ſei ſtets fleißig geweſen und
er ſei mit ſeinen Leiſtungen ſehr zufrieden. Das Gericht
verurteilte den Angeklagten wegen ſchweren
Dieb=
ſtahls zu 1 Monat Gefängnis.
Wegen Diebſtahls, den er an ſeinem Landsmann
ver=
übte, hatte ſich geſtern der 24jährige Erdarbeiter Ugo de
Nicola aus Prata (Italien), vor der Strafkammer zu
verantworten. Der in Sonderbach als Steinhauer
be=
ſchäftigte Italiener Ortolani hatte ſeinen Landsmann in
Mannheim getroffen und ihm angeboten, mit nach
Son=
derbach zu kommen, wo er Arbeit bekommen könnte. Der
Angeklagte ging auch mit nach Sonderbach, übernachtete
bei ſeinen Landsleuten, ließ ſich bewirten, trat aber die
Arbeit nicht an, ſondern verſchwand am 11. Juni 1912
von Sonderbach unter Mitnahme einer goldenen
Vorſteck=
nadel, zweier Uhren und einer Meerſchaumpfeife. Er
wurde ſpäter ergriffen, leugnet aber entſchieden, jemals
den Ortolani oder die anderen Zeugen geſehen zu haben,
will auch nicht in Sonderbach geweſen ſein. Als
Dol=
metſcher fungierte, da die Zeugen nicht der deutſchen
Sprache mächtig waren, Profeſſor Leitolf. Das
Ge=
richt verurteilte den Angeklagten wegen Diebſtahls im
Rückfall zu 8 Monaten Gefängnis.
Der engliſche Weihnachtsbrauch, die Ausſchmückung der
Wohnung mit der Miſtel und die mit dieſem Brauch
ver=
bundene bedingungsweiſe Kußfreiheit bürgert ſich auch bei
uns ein, letzteres aber wohl weniger wie das erſtere. Der
Verbrauch der als Schmarotzer auf Waldbäumen
wachſen=
den Miſtel iſt infolgedeſſen im Wachſen begriffen, und es
hat ſich auch eine Ausfuhr nach England ergeben, wodurch
anſehnliche Preiſe für dieſe Schmarotzer erlangt werden.
Nach dem Forſtſtrafgeſetz iſt das Wegnehmen derjenigen
Waldgewächſe mit Strafe belegt, von denen der
Wald=
eigentümer Gewinnerträge erwartet. Der Maurer Jakob
Simon von Eberſtadt hat am 20. Dezember, unter
Be=
nutzung von Steigeiſen, Miſteln von den Bäumen
ge=
holt, weshalb er vom Schöffengericht wegen
Sachbeſchä=
digung zu 4 Mark und 1 Mark Schadenerſatz
verurteilt=
wurde. Die Amtsanwaltſchaft legte zur Erzielung eines
prinzipiellen Entſcheides Berufung gegen das Urteil ein,
da die Miſtel eine Forſtnutzung ſei, auf deren Erträgnis
der Waldeigentümer rechne. Der Angeklagte gibt an, daß
er die Miſtel nur als eine den Bäumen ſchädliche Pflanze
kenne. Er wiſſe nicht, daß die Forſtverwaltung die Miſtel
ſelbſt verwenden ſolle. Das Gericht ſetzte einen neuen
Termin an, um einen Vertreter der Forſtbehörde über
Weſen und Verwendung der Miſtel zu hören.
g. Kriegsgericht. Der Schmied Johannes Ocker
aus Albig (Kreis Alzey), der beim Artillerie=Regiment
Nr. 84 (Straßburg) diente, hatte einen Kurſus für
Huf=
beſchlag mitgemacht, nach deſſen Beendigung er ſeine
Meiſterprüfung ablegen wollte. Bei der Anfertigung ſeines
Meiſterſtückes, eines Hufeiſens, hatte er Malheur indem
ihm das Eiſen zerſprang. Da er keine Gelegenheit mehr
hatte, ein neues zu fertigen, nahm er ein an der Wand der
Schmiede hängendes Hufeiſen und legte es der
Meiſter=
prüfungskommiſſion vor. Das Kriegsgericht verurteilte
ihn zu 3 Tagen Mittelarreſt wegen Erſtattung
einer vorſätzlichen unrichtigen dienſtlichen Meldung. Es
wurden ihm mildernde Umſtände zugebilligt, da ihm noch
nicht der Meiſtertitel zuerkannt war, ſonſt hätte die
Min=
deſtſtrafe 6 Monate Gefängnis betragen. — Der
Muske=
tier Georg Adam Creter aus Babſtadt, der zum
In=
fanterie=Regiment Nr. 118 ausgehoben wurde, war im
Frühjahr mit einem Hohlſchleifer auf Wanderſchaft
ge=
gangen. Dieſer hatte zwei Raſiermeſſer mitgenommen,
um ſie auf der Wanderſchaft zu veräußern. Creter wußte
davon. Der Wandergenoſſe hatte wegen Unterſchlagung
eine geringe Geldſtrafe erhalten, während das
Kriegs=
gericht den Angeklagten wegen Hehlerei zu 1 Tag
Gefängnis verurteilte.
— Vom Großh. Hoftheater. Man ſchreibt uns
Das Gaſtſpiel Leo Slezaks bringt am erſten
Abend die „Alda”
Mit dem Rhadames hat Slezak
ſeiner Zeit die Partie gefunden, die ſeinen Weltruf
be=
gründete. Die maßgebenden Kreiſe ſtehen nicht an zu
behaupten, daß Slezak in dieſer Partie den Vergleich
mit Caruſo nicht nur nicht zu ſcheuen hat, ſondern ihn
entſchieden übertrifft. Das Intereſſe für Slezaks
gaſt=
weiſes Auſtreten, wendet ſich denn auch bei uns
vorzüg=
lich der Verdi=Oper zu. Der Billettverkauf für das
Gaſt=
viel findet nunmehr bis auf weiteres täglich im
Ver=
kehrsbureau und an der Hoftheatertageskaſſe ſtatt.
* Marie Scherbarth 7. Am Mittwoch verſchied
hier Frau Scherbarth, die unſerer Hofbühne eine Reihe
von Jahren als geſchätztes Mitglied angehörte. Vom
Stadttheater in Düſſeldorf kommend, gaſtierte Frau
Scherbarth in der Spielzeit 1902/1903 als Jſabella
(„Braut von Meſſina”) und Mathilde („Goldfiſche‟) am
Großh. Hoftheater auf Anſtellung. Sie trat mit Beginn
der folgenden Spielperiode in den Verband des
Kunſt=
inſtituts und bewährte ſich für die Folge im Fach der
Mütter als eine zuverläſſige Stütze des Schauſpiel=
Enſembles. Namentlich in den Ibſenſchen Dramen
wird man ſich ihrer Leiſtungen gern erinnern (Helene
Alving in den „Geſpenſtern”, Juliane in „Hedda Gabler‟
Madame Helſeth in „Rosmersholm”). Von einem
Schlaganfall, der die Heimgegangene vor etwa zwei
Jahren betroffen hatte, vermochte ſie ſich nicht mehr
zu erholen. Frau Scherbarth nahm zwar ihre
künſt=
leriſche Tätigkeit noch einmal auf, mußte ſich aber ſchon
nach kurzer Zeit dauernd von der Bühne zurückziehen.
Von der Künſtlerkolonie. Herr Architekt Em. Joſ.
Margold iſt vom Direktorium der Internationalen
Baufachausſtellung als Preisrichter in das Preisgericht
für Gruppe 1, Städtebau und Siedelungsweſen, berufen
worden.
— Anbringung von Entſchädigungsanſprüchen aus
dem Frachtvertrag bei der Eiſenbahn. Wir machen unſere
Leſer auf die im Anzeigenteil der heutigen Nummer
unſe=
res Blattes veröffentlichte Bekanntmachung der Königl.
Preußiſchen und Großh. Heſſiſchen Eiſenbahndirektion in
Mainz aufmerkſam, nach der die Güterabfertigung
Darm=
ſtadt=Hauptbahnof vom 1. Oktober dieſes Jahres ab
ver=
ſuchsweiſe ermächtigt wird, Anſprüche aus dem
Fracht=
vertrage wegen Verluſtes, Minderung und Beſchädigung
oder wegen Verzögerung der Beförderung in dem näher
bezeichneten Umfange ſelbſtändig zu erledigen. Mit dieſer
Neueinrichtung iſt bezweckt eine Vereinfachung und
Be=
ſchleunigung des Verfahrens bei der Erledigung von
Ent=
ſchädigungsanſprüchen in den Fällen, in denen es ſich nur um
geringere Beträge handelt, alſo eine Verkehrserleichterung,
die in erſter Linie den kleineren Gewerbetreibenden,
ins=
beſondere den am Marktverkehr Beteiligten, zugute
kom=
men wird. An die Stelle des jetzt erforderlichen
Schrift=
wechſels mit dem Verkehrsamt tritt in den meiſten Fällen
aller Anſprüche der genannten Art mündliche
Verhand=
lung mit der Güterabfertigung, wodurch ſicher vielfach
eine raſchere Einigung zwiſchen dem Antragſteller und der
Eiſenbahn zuſtande kommen wird. Oft wird es der
Ab=
fertigung auch möglich ſein, dem Antragſteller die
verein=
barte Entſchädigung ſofort auszuzahlen. Lediglich die
An=
bringung der Anſprüche durch die Verkehrstreibenden muß
mit Rückſicht auf die Beſtimmungen der
Eiſenbahnver=
kehrsordnung nach wie vor ſchriftlich erfolgen. In
anbe=
tracht der mit der Neueinrichtung für das Publikum
offen=
ſichtlich verbundenen Vorteile kann man nur wünſchen,
daß die Maßnahme der Eiſenbahnverwaltung ſich während
der Verſuchszeit ſo bewährt, daß ihre dauernde
Beibehal=
tung möglich iſt.
Feuilleton.
* Fund eines Triſtanbruchſtückes in Stuttgart. Die
Unterſuchung alter Bucheinbände, in die ja oft die
inter=
eſſanteſten mittelalterlichen Handſchriftenreſte als
Maku=
latur eingebunden ſind, hat im Stuttgarter Staatsarchiv
unerwartet zur Entdeckung eines Triſtanbruchſtückes
ge=
führt. In einem Umſchlag für ein Gültverzeichnis einer
württembergiſchen Kaplaneipfründe von 1468 fand ſich das
Pergament=Doppelblatt. Es enthält einen Triſtantert, der
mit keiner der bekannten Handſchriften übereinſtimmt.
Gebhardt Mehring erklärt es in der „Zeitſchrift für
deut=
ſches Altertum” für ſehr wahrſcheinlich, daß die
Triſtan=
handſchrift ehemals Eigentum des Kloſters Kirchberg war,
das von Renfrizhauſen nur etwa eine Stunde Wegs
ent=
fernt liegt. Die dortigen Dominikanernonnen erhielten
in der Zimmeriſchen Chronik ein Leumundszeugnis,
wo=
nach ſie wohl für dieſes Epos der Liebe beſonderes
Ver=
ſtändnis gehabt haben können. Das Pergamentblatt
ent=
hält die Schilderung von Iſoldens Brautnacht.
* Eine Rekordfahrt eines blinden Paſſagiers. In dem
Augenblick, wo am Sonntag der Orient=Expreß in den
Pariſer Oſtbahnhof einlief, bemerkte ein Angeſtellter, der
die Schienen kontrollierte, wie ſich unter einem Wagen
eine kleine, ſchwarze, unheimliche Geſtalt loslöſte, von der
man hätte glauben mögen, ſie komme direkt aus dem
In=
nern der Erde. Neugierig, dieſen ſeltſamen dunklen
Zwerg etwas näher zu betrachten, machte ſich der Beamte
an die Verfolgung des mit erſtaunlicher Schnelligkeit
da=
hineilenden Weſens, und mit einiger Mühe glückte es ihm
auch, den „Erdgeiſt” zu erreichen. Als er ihn endlich zu
packen bekam, konſtatierte er, daß ſein Gefangener ins
Menſchenreich gehörte, und daß nur eine dichte Kruſte von
Kohlenſtaub und Schmutz ſein Geſicht und ſeine Kleidung
bedeckten und ihm das phantaſtiſche Ausſehen verliehen
hatten. Der auf ſo eigentümliche Art Mitreiſende des
Orient=Expreß erwies ſich als ein junger 15jähriger
Ru=
mäne, namens Jonel Standu, der ohne einen Pfennig
in der Taſche als blinder Paſſagier die Reiſe
von Bukareſt nach Paris unternommen hatte.
Nach=
dem man ihm durch gehörige Waſchungen wieder ein
menſchliches Ausſehen verliehen hatte, wurde er von dem
Polizeikommiſſar verhört und erzählte eine traurige
Ge=
ſchichte. Seit langem Waiſe, hatte er nur noch zwei
Ver=
wandte auf der Welt, einen Bruder, der als Seemann
auf der Fahrt iſt, und einen Onkel, der ſich gar nicht um
ihn kümmerte und ihn die bitterſte Not leiden ließ. Um
aus dieſem Elend herauszukommen, hatte es ſich der arme
Kerl in den Kopf geſetzt, nach Paris zu gehen, und da
er von Landsleuten gehört hatte, daß ſie ſchon kleine
Strecken zwiſchen den Achſen gratis gefahren waren, hing
er ſich an einen Kohlenwagen des Orient=Expreß und
kletterte dann hinein, wo er ſich in einer Ecke unter den
Kohlen verkroch. Halb tot vor Hunger und Müdigkeit,
faſt erſtarrt durch die Kälte, blieb er 37 Stunden in dieſer
gefährlichen und unbequemen Stellung. Selbſt der
Poli=
zeikommiſſar fühlte bei der Geſchichte ein menſchliches
Rühren; er ließ dem Jungen eine kräftige Mahlzeit
brin=
gen und empfahl ihn dann einem gemeinnützigen
Unter=
nehmen, durch das er nun die ſehnlichſt erwünſchte Arbeit
in der Sonnenſtadt erhalten wird.
ml. Verdi und die Leierkaſtenepidemie. Die
Sangbar=
keit und leichte Eingängigkeit der Verdiſchen Melodien
hat es mit ſich gebracht, daß Meiſter Verdi unter ſeiner
Popularität arg zu leiden hatte. Ein beſonderer Greuel
waren ihm die Leierkaſtenmänner, die nicht müde wurden,
ihm die Weiſen ſeiner Opern vorzududeln. Darunter litt
er insbeſondere, als er leidend im Sommer des Jahres
1885 im Bade Moncalieri zur Kur weilte. Aber er wußte
ſich zu helfen. Als er eines Tages den Beſuch eines ſeiner
Freunde erhielt, und dieſer den Wunſch äußerte, ihm die
Wohnung zu zeigen, verwies Verdi ſeinen Beſucher auf
das Zimmer, in dem ſie ſich befanden und das dem Meiſter
als Salon=, Schlaf= und Speiſezimmer diente. „Ich habe
allerdings noch zwei große Räume zur Verfügung,”
ſagte Verdi, „aber ſie ſind zurzeit mit allerlei
Gegen=
ſtänden vollgeſtopft, die ich für die Zeit der Badeſaiſon
ge=
mietet habe.‟ Er öffnete dabei zwei Türen und ließ die
ſtaunenden Augen ſeines Beſuchers 95 Drehorgeln be=
wundern. „Bei meiner Ankunft” fügte der Komponiſt
erläuternd hinzu, „ſpielten alle dieſe Leierkaſten vom
frühen Morgen bis zum ſpäten Abend Stücke aus „
Rigo=
letto” „Arda” und dem „Troubadour‟ Das war ſo
un=
erträglich, daß mir nichts weiter übrig blieb, als alle dieſe
Wimmerhölzer für die Saiſon zu mieten und dadurch
außer Betrieb zu ſetzen. Die Sache hat mich zwar 1800
Lire gekoſtet, aber ich habe mir um dieſen Preis wenigſtens
die Ruhe erkauft.
C. K. Die Lebensrente einer toten Katze. Dem heiligen
Bureaukratius wird von böſen Zungen nachgeſagt, daß
er auf ſeinen Gaſtſpielfahrten durch alle Kulturländer ein
Muſter an weiſer Bedächtigkeit ſei und ein
unerſchütter=
licher Anhänger der bekannten Lebensregel, die da heißt:
Eile mit Weile. Aber in keinem Lande, ſo behauptet
zu=
mindeſt der „Fantaſio”, fühlt ſich Sankt Bureaukratius ſo
wohl und heimiſch, wie im ſchönen Frankreich. Und als
Beweis wird folgender amüſanter Fall angeführt. Seit
vielen Jahren erſcheint in der Bilanz der Polizeipräfektur,
deren Abrechnung ſtets dem Stadtparlament zur
Geneh=
migung vorgelegt werden muß, ein eigenartiger Poſten.
Er lautet: „Mou (vom Präfekten erhobener Vorſchuß):
360 Francs”. Wer oder was iſt Mou? Mou iſt nicht,
Mou war: und zwar ein ſchöner Kater, der beauftragt
war, im Gebäude der Polizeipräfektur die Aufſicht über
alle Ratten und Mäuſe zu führen. Seit Jahrzehnten
wurde der Polizei für die Unterhaltung und Ernährung
der notwendigen Katzen die Jahresrente von 360 Francs
ausgeſetzt: und ſie blieb auch in Kraft, als im April 1901
Mou, der letzte der Polizeikater, eines ſeligen Todes ſtarb.
Aber trotzdem hält die Stadtverwaltung daran feſt,
wei=
terzuzahlen. und zwar aus folgenden einleuchtenden
Grün=
den: um die Rente zu ſtreichen, müßte zuerſt durch
nota=
rielle Beglaubigung und ſtandesamtliche Beſtätigung der
Nachweis erbracht werden, daß der Rentenempfänger
wirklich geſtorben iſt und nicht mehr Dienſt tut. Da es
aber kein Standesamt für Katzen gibt, iſt dieſer Nachweis
nicht zu erbringen, woraus folgt, daß „bis auf weiteres”.
die Rente nicht geſtrichen werden kann. . .
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
Nummer 226
* Zum Nieder=Modauer Konkurs. Im Konkurs des
Spar= und Kreditvereins Nieder=Modau ſteht, dem
Ver=
nehmen nach, die Auszahlung einer
Abſchlags=
dividende bevor. Für den Konkurs einer
Genoſſen=
ſchaft mit unbeſchränkter Haftpflicht beſtimmt das
Ge=
noſſenſchaftsgeſetz, daß nur die von dem
Konkursverwal=
ter eingezogenen Aktiven, wie Kaufſchillinge und
Hypo=
theken, zu Abſchlagsdividenden für Gläubiger verwandt
werden dürfen; die Haftſummen, die von den Mitgliedern
der Genoſſenſchaft auf Grund ihrer Haftverbindlichkeit
be=
zahlt werden müſſen, dürfen dagegen erſt nach vollſtändiger
Abwicklung des Konkursverfahrens an die Gläubiger
aus=
bezahlt werden. Um den Spareinlegern des
Kreditver=
eins Nieder=Modau möglichſt bald einen größeren Teil
ihrer Spargelder zukommen zu laſſen und auch ſonſt die
Härte des Konkurſes zu mildern, hat ſich bekanntlich im
vorigen Jahre der Schutzverein für Nieder=
Modau” gebildet. Mit Zuſtimmung der
Gläubigerver=
ſammlung hat die Konkursverwaltung dem Schutzverein
einen erheblichen Teil der bei ihr eingegangenen Gelder
als Darlehen zur Verfügung geſtellt. Mit Hilfe dieſer
Gelder und eines von der Darmſtädter Volksbank
gewähr=
ten Kredits war der Schutzverein bereits im Frühjahr
dieſes Jahres, nachdem der Konkurs kaum ein Jahr
ge=
dauert hatte, in der Lage, den Spareinlegern gegen
Ab=
tretung ihrer Forderungen die alsbaldige bare
Auszah=
lung von 50 Prozent ihrer Einlagen und die Ausſtellung
eines Gutſcheins für das ſich ergebende Mehrerträgnis
anzubieten. Von dem Angebot haben rund 85 Prozent der
Gläubiger Gebrauch gemacht. Es wurden bis jetzt über
600000 Mark von dem Schutzverein ausbezahlt und auf
dieſem Wege die wirtſchaftliche Not, die der
Zuſammen=
bruch der Nieder=Modauer Sparkaſſe in den Kreiſen der
Spareinleger verurſacht hatte, raſch und wirkſam
gemildert. Da durch die intenſive Betreibung des
Konkursverfahrens inzwiſchen auch erhebliche Beträge für
ausſtehende Kaufſchillinge, Hyotheken und ſonſtige Aktiven
— die allein zu den konkursmäßigen Abſchlagsdividenden
verwandt werden dürfen — eingegangen ſind, wird
nun=
mehr in nächſter Zeit an diejenigen Spareinleger, die ihre
Forderungen nicht an den Schutzverein abgetreten haben,
von dem Konkursverwalter eine
Abſchlagsdivi=
dende von dreißig Prozent verteilt werden.
Die in dem Konkurs zu berückſichtigenden Forderungen
be=
laufen ſich auf rund 1500000 Mark. Seitens des
Schutz=
vereins dürfte vorausſichtlich gegen Ende des Jahres eine
Abſchlagszahlung an die Beſitzer der Gutſcheine erfolgen.
Zur Flugzeugmodellausſtellung. Wie wir erfahren,
ſind zu der Ausſtellung von Flugzeugmodellen, die vom
9.—12. Oktober im Ausſtellungshauſe auf der
Mathilden=
höhe ſtattfindet, die Anmeldungen von Apparaten der
ver=
ſchiedenſten Syſteme recht zahlreich — über 250 —
einge=
gangen, ſo daß eine ſehr intereſſante Sammlung von
Flugzeugmodellen zur Ausſtellung kommen wird. Da nicht
zur Bedingung gemacht wurde, daß die Apparate eventuell
auch praktiſch verwendbar ſein müſſen, war der Phantaſie
weiter Spielraum gelaſſen, und es wird höchſt intereſſant
ſein, zu ſehen, in welch mannigfacher Weiſe unſere
flug=
begeiſterte Jugend das Problem des Fliegens zu löſen
gedenkt. Die Ausſtellung, mit der bekanntlich auch
Flug=
wettbewerbe verbunden ſind, ſoll ja nur dazu beitragen,
das Intereſſe der Jugend für die Sache der Flugkunſt zu
wecken und zu heben und vielerlei Anregung zu geben.
Daß das gelungen iſt, beweiſt die große Zahl der
Anmel=
dungen, unter denen ſolche von weit her, u. a. Berlin,
Charlottenburg uſw., zu verzeichnen ſind.
— Poſtnachricht. Anfang Oktober erſcheint
eine neue Nummer des Poſtblattes, das eine Beilage
zum Reichsanzeiger bildet, aber auch für ſich bezogen
werden kann. Im Poſtblatt, das im Reichs=Poſtamt
zuſammengeſtellt wird, ſind die wichtigſten
Verſendungs=
bedingungen und Tariſe für Poſtſendungen aller Art,
ſowie für Telegramme enthalten. Auf die ſeit dem
Er=
ſcheinen der vorangegangenen Nummer (Anfana Juli)
eingetretenen Aenderungen wird in der neuen Nummer
durch beſonderen Druck (Schrägſchrift) hingewieſen. Das
Poſtblatt kann auch neben anderen umfangreicheren
Hilfsmitteln für den Verkehr mit der Poſt und
Tele=
graphie (Poſtbücher, Poſt= und Telegraphennachrichten
für das Publikum uſw.) mit Vorteil benutzt werden,
weil es dieſe bis auf die neueſte Zeit ergänzt. Der
Be=
zugspreis des Poſtblatts beträgt für das ganze Jahr
40 Pfg., für die einzelne Nummer 10 Pfg. Beſtellungen
werden von den Poſtanſtalten entgegengenommen.
-gs. Schwerer Unfall. Geſtern vormittag kurz nach 9 Uhr
ſtürzte ein beim Telephonlegen im alten Gerichtsgebäude
be=
ſchäftigter Telegraphenarbeiter vom erſten Stock in den
Licht=
hof. Er trug eine ſchwere Kopfverletzung davon, und
wurde in bewußloſem Zuſtand durch die Rettungswache
mit dem Krankenkraftwagen in das ſtädtiſche Krankenhaus
verbracht.
gs. Vom Schlage getroffen. Mittwoch abend gegen
7 Uhr, erlitt ein junges Mädchen im Beſſunger Forſthaus
einen Schlaganfall. Der vor Ankunft der Rettungswache
erſchienene Dr. A. ſtellte den ſofort eingetretenen Tod
feſt, ſo daß die Rettungswache nicht in Aktion zu treten
brauchte.
* Orpheum. „Jobs Köl ner Luſtige Bühne‟
deren Gaſtſpiel am Mittwoch, den 1. Oktober, beginnt,
bringt auch diesmal eine Reihe zugkräftiger Novitäten,
die ſicher ihre Wirkung auf die Lachmuskeln nicht
verfeh=
len werden. Die luſtigen Kölner Gäſte eröffnen ihr
Gaſt=
ſpiel mit einem ihrer größten Schlager, dem dreiaktigen
Schwank „Schieber”. „Schieber” iſt eines der tollſten
Stücke, die jemals aufgeführt wurden. Sprühender
Hu=
mor, unbeſchreibliche Situationskomik und die vorzügliche
Darſtellung vereinigen ſich darin zu einem derart
zwerch=
fellerſchütternden Ganzen, daß allabendlich tatſächlich
Tränen gelacht werden. Selbſt unter den ungünſtigſten
Verhältniſſen erzielte dieſer famoſe Schwank ausverkaufte
Häuſer und bewahrte ſeine Zugkraft ſtets ſo andauernd,
daß er auf mehr als 150 Aufführungen innerhalb des
letz=
ten Jahres zurückblicken konnte. Wer alſo einmal ſo recht
von Herzen lachen will, der lenke im kommenden Monat
ſeine Schritte nach dem Orpheum.
Die Stabsoffiziere, Hauptleute und Rittmeiſter
der Darmſtädter Truppenteile ab 1. Oktober.
* Durch mannigfache Verſetzungen und veränderte
Etats, die am 1. Oktober ds. Js. in Wirkſamkeit treten.
wird ſich der Perſonalſtand der einzelnen Offizierkorps
zum Teil nicht unweſentlich verändern. Da aber vor
eini=
gen Wochen die Herausgabe einer Zwiſchenrangliſte kaum
zu erwarten iſt, ſeien nachſtehend die Stabsoffiziere,
Haupt=
leute und Rittmeiſter der hieſigen ſechs Truppenteile
auf=
geführt:
Leibgarde=Infanterie=
Regi=
ment Nr. 115: Kommandeur Oberſt v. Helldorf; beim
Stabe Oberſtleutnant Doerr; Bataillonskommandeure
Majore v. Weſternhagen (Heinrich) II. Bataillon, v.
Neid=
hardt (Garde=Füſ.), Büsgen I Batl.; beim Stabe Majore
Schwierz, v. Weſternhagen (Thilo), v. Oidtman. Die
Hauptleute und Kompagniechefs: Graf von Büdingen.
Frhr. Röder v. Diersburg, v. Goetze, Ulrichs, Wernher,
Pabſt von Ahain, v. Sierakowski. Hofmann, v. Hombergk
zu Vach. v. Oertzen, Frhr. v. Buddenbrock=Hettersdorf,
Keim, Frhr. Gans Edler Herr zu Putlitz; die Stabs=
Hauptleute (neu eingeführt): Frhr. v. Haxthauſen, v.
Han=
neken, Frhr. v. Schütz zu Holzhauſen. 2. Garde=
Dra=
goner=Regiment Nr. 23: Kommandeur
Oberſtleut=
nant Frhr. v. Brandenſtein; beim Stabe Major Frhr. von
Bellersheim; die Rittmeiſter und Eskadronchefs: Witt, von
Harnier, v. Becker, v. Ramdohr, Thon; beim Stabe:
Broi=
cher. 3. Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24:
Kommandeur Oberſtleutnant Zierold; beim Stabe Major
v. Teichman und Logiſchen; die Rittmeiſter und
Eska=
dronchefs: v. Kummer, Rogalla v. Bieberſtein, Graf von
Königsmarck, v. Pawel=Rammingen, Graf v. Limburg=
Stirum; beim Stabe Freyer. 4. Großh.
Artillerie=
korps Nr. 25: Kommandeur Oberſtleutnant Eggersſ;
beim Stabe Major Collmann; Abteilungskommandeure
Majore v. d. Sode, Güttich; Hauptmann beim Stabe Krug
v Nidda; Hauptleute und Batteriechefs: v Morenhoffen,
Seederer. v. Consbruch, v. Scholten, v. Britzke, Lenné;
beim Stabe v. Gilſa. 5. Feldartillerie=
Regi=
ment Nr. 61: Kommandeur Oberſtleutnant v. Crüger;
beim Stabe Maior v. Petery: Abteilungskommandeure
Majore Möller, Weichel”); Hauptmann beim Stabe
Wan=
gemann; Hauptleute und Batteriechefs: v. Baumbach‟)
Lauteſchläger. Degner, Düring‟). Schultze=Jena‟) v.
Wins=
kowski. Donner; beim Stabe Frhr. v. Wangenheim. (Die
mit* Verſehenen ſtehen bei der zweiten Abteilung in
Ba=
benhauſen.) 6. Train=Bataillon Nr. 18:
Komman=
deur Oberſtleutnant Frhr. von Stetten; beim Stabe
Ritt=
meiſter Frhr. v. Rechenberg; Rittmeiſter und
Kompagnie=
chefs: Haegner, Hetzker, Wronsky, Ritter.
Ortsgewerbeverein Darmſtadt.
* Mittwoch nachmittag fand der Ausflug des
Orts=
gewerbevereins nach Offenbach ſtatt. Bei einer kleinen
Raſt im „Hotel Degenhardt” nahm der zweite Vorſitzende
des Gewerbevereins Offenbach. Herr Fabrikant
Reut=
linger, Gelegenheit, die Teilnehmer aufs herzlichſte zu
begrüßen. Die erſte Gruppe, unter Führung des
Vor=
ſtandsmitgliedes, Herrn Schaub von Offenbach, begab ſich
nun in die Schuhfabrik von Eugen Wallerſtein. Herzlich
begrüßt von dem Beſitzer dieſes Werkes wurde in zwei
Abteilungen die Anlage einer einaehenden Beſichtigung
unterzogen und von den liebenswürdigen Führern, den
Herren Eugen Wallerſtein und Müller, erklärt. Die
Schuh=
fabrik Eugen Wallerſtein beſchäftigt etwa 700 Angeſtellte
und ſtellt pro Tag etwa 1200 Paar feine, auf Rahmen
ge=
nähte Stiefel und Schuhe her. Die Fabrik iſt mit den
aller=
neueſten Maſchinen und Werkzeugen ausgeſtattet und der
Bau nach einem eigenartigen außerordentlich
überſicht=
lichen Syſtem konſtruiert. Die zweite Gruppe, unter
Füh=
rung des Herrn Fabrikanten Reutlinger und Dipl.=Ing.
Gabriel, begab ſich in die Maſchinen= und
Werkzeug=
fabrik Collet und Engelhard. Am Eingang wurden die
Teilnehmer in zwei Abteilungen eingeteilt, um unter
lie=
benswürdiger Führung des Herrn Generaldirektors
Engel=
hard und eines Oberingenieurs das Werk zu beſichtigen.
Mit lebhaftem Intereſſe konnte man hier die Herſtellung
von gewaltigen Werkzeugmaſchinen, als Eiſenhobelbänke,
Bohrmaſchinen. Fräßmaſchinen uſw, in ſämtlichen
Sta=
dien der Bearbeitung eingehend beobachten. Mit
ſicht=
lichem Intereſſe lauſchten die Teilnehmer den Erklärungen
der Herren Führer. Zum Schluß fand man ſich in der
Techniſchen Lehranſtalt ein, um auch dieſe
muſter=
gültige Anſtalt mit all ihren vielſeitigen Räumen und
Fä=
chern unter Führung des Herrn Dipl.=Ing. Gabriel zu
be=
ſichtigen. Ein gemütliches Beiſammenſein mit den ſo
über=
aus liebenswürdigen Offenbachern ſchloß den wohl für
alle Teilnehmer lehr= und genußreichen Tag. Herzlichen
Dank für alles ſprach der Führer der Exkurſion den
Offen=
bachern aus und verſprach, ihnen bei ihrem Beſuch von
Darmſtadt im nächſten Jahre Gutes mit Gutem zu
ver=
gelten.
Kinderhandel.
(Zu der am 29. und 30. September in
Darm=
ſtadt ſtattfindenden Tagung der Deutſchen
Zentrale für Jugendfürſorge.)
— Die Großh. Zentrale für Mutter= und
Säuglings=
fürſorge in Heſſen ſchreibt uns: In dem letzten Jahrzehnt
hat ſich die Fürſorge in ganz beſonderem Maße den
Säug=
lingen zugewandt. Sie knüpft an ältere Anregungen an,
die teils die gewaltige Säuglingsſterblichkeit gewiſſer
Ge=
genden darlegten und beſonders auf das Zurücktreten
der Bruſtnahrung für den Säugling zurückführten, teils
in praktiſcher Arbeit, wie ſeit 1883 Taube in Leipzig, den
Säuglingen in fremder Pflege und den Unehelichen, den
meiſt gefährdeten Kleinen, zu helfen ſuchten. Seit Anfang
des Jahrhunderts wuchs zuſehends das Bewußtſein
un=
ſerer Verantwortung für die kleinſten der Kinder, das
neuerdings noch durch die viel erörterte Abnahme der
Ge=
burtenzahl im Deutſchen Reiche geſtärkt worden iſt.
Dar=
aus entſtand eine allgemeine Bewegung für
Säuglings=
ſchutz, die dieſe Probleme auf zahlreichen Tagungen
er=
örtert und namentlich durch die Zentralen für
Säuglings=
ſchutz, wie die heſſiſche in Darmſtadt, ſchützend und zum
Schutz anregend gewirkt hat.
Eine beſondere Begleiterſcheinung iſt mit dieſer
all=
gemeinen Arbeit für unſere Säuglinge verbunden geweſen.
Mit ihr und durch ſie ſind uns die Augen für manche
Schäden geöffnet worden, denen dieſe Fürſorge nur
teil=
weiſe abhelfen konnte, die aber immer deutlicher in ihrer
Schwere, gerade durch dieſe Fürſorge, erkannt wurden.
Dazu gehört all das, was man heute mit dem Namen
„Kinderhandel” bezeichnet. Hilfloſe Mütter verſchenken
ihre Kinder oder geben ſie ohne Kontrolle für Geld fort.
Gewiſſenloſe Pflegemütter laſſen ihre Pfleglinge zugrunde
gehen, um an den einmal gezahlten Abfindungen zu
ver=
dienen oder verzweifelten Müttern zu Dienſte zu ſein.
An=
dere Kinder werden ins Ausland verſchleppt, um dort
zu=
grunde zu gehen oder ſpurlos zu verſchwinden.
Gewinn=
ſüchtige Menſchen machen ſich all dieſe Not noch zu Nutzen,
um auf ihre Weiſe durch betrügeriſche Adoptionen
Vor=
teil daraus zu erzielen. All dies und anderes iſt aber nur
möglich, weil ſo viele Not bei unehelichen Müttern und
Kindern vorhanden iſt, die ausgebeutet werden kann.
Wir brauchen alſo zunächſt für die unehelichen — denn
ſie ſind es ſtets, wenn Pflegekinder mißhandelt oder
ge=
tötet werden — eine Aufſicht, die lückenlos ſie alle bei ihrer
Geburt befaßt und ſie dann nicht wieder aus dem Auge
verliert. Wir bedürfen einer verantwortlichen Stelle für
ſie alle. Dieſe muß ſich vergewiſſern, ob richtig für ſie
geſorgt wird, die Mutter ſich ihrer annimmt, der
unehe=
liche Vater zahlt, die Pflege ordentlich iſt. Wo dies der
Fall iſt, genügt die bloße Feſtſtellung und Aufſicht, wo
etwas fehlt, muß dieſe Stelle alles Nötige ſelbſt tun oder
die Verpflichteten dazu anhalten, nötigenfalls die
öffent=
liche Armenpflege zur Verſorgung des Kindes angehen.
Eine ſolche Schutzeinrichtung, die auch über das ganze
Reich ausgedehnt werden und alle unehelichen Kinder
um=
faſſen kann, beſitzen wir ſchon in ziemlichem Umfang; es
iſt die Berufsvormundſchaft. Alle unehelichen Kinder be=
dürfen eines Vormundes; ihm liegen ſchon heute alle jene
Pflichten ob, die wir eben nannten, Fürſorge über
Ver=
mögen und Verpflegung des Kindes. Aber beim
unehe=
lichen Kind bedarf die Beitreibung der Alimente, die
Auswahl der Pflege und die Aufſicht ſo vielerlei Kenntnis
und Arbeit, daß ſie die meiſten Einzelvormünder
erfah=
rungsgemäß nicht leiſten können. Da wird dieſe
Vor=
mundſchaft einem Verein, einer Behörde überwieſen, kurz
einer Organiſation, die freiwillige und beſoldete Organe
hat, die ſich der Kinder annehmen. Da wird von
rechts=
kundigen Organen der Vater herangezogen, nötigenfalls
durch Prozeß und Zwangsvollſtreckung gezwungen, ſeine
Pflicht zu tun. Da erſcheinen Aerzte und geſchulte
Pflege=
rinnen mit einer Beratungsſtelle, um die Pflege zu
beauf=
ſichtigen, Mütter und Pflegemütter zu belehren und zu
unterſtützen, ſchlechte Pflegeſtellen auszumerzen. Ueber
125000 Kinder unterſtehen ſolcher Berufsvormundſchaft im
Deutſchen Reiche; in manchen Orten, z. B. Leipzig,
Dres=
den, Hamburg, Bremen, ſteht jedes uneheliche Kind bei der
Geburt unter ihr. Gute Einzelvormünder, die beſonderes
Intereſſe an ſolcher Arbeit haben, werden von der
Be=
rufsvormundſchaft geſtützt und angeleitet. Vereine und
Anſtalten arbeiten neben und mit ihnen. Aber wenn ſie
ſofort bei jedem Kind eintritt, kann ihr, ſoweit dies
men=
ſchenmöglich, keines entgehen. Dieſe
Berufsvormundſchaf=
ten haben wir in der einen oder anderen Art in den
mei=
ſten größeren und vielen kleineren Städten. Neuerdings
werden ſie auch auf dem Lande geſchaffen, wo die Sache
ſchwieriger, aber vielleicht noch nötiger iſt, denn
ausbeu=
tende Entbindungsanſtalten und ſchlechte Pflegemütter
verziehen ſich mit der zunehmenden Aufſicht aus den
Städten in Landorte. Erſt wenn ſolche
Schutzeinrichtun=
gen überall im Reiche beſtehen und die eine der anderen
die unehelichen Pflegekinder zuweiſt, haben wir die
Hoff=
nung auf lückenloſe Aufſicht, haben wir die Ausſicht, all
dem, was Kinderhandel heißt, wirklich ein Ende zu
machen, ſoweit Verbrechen überhaupt auszurotten ſind,
denn dann kann dieſer ſogenannte Handel keine Ware
mehr bekommen, mit der er ſeine unſauberen Manöver
betrieb, weil dieſe Kinder alle unter Aufſicht ſtehen.
Im Großherzogtum Heſſen haben die Städte
Darmſtadt, Offenbach und Gießen die
Berufsvormund=
ſchaft eingeführt. Auf Veranlaſſung und auf Koſten der
Großh. Zentrale für Mutter= und Säuglingsfürſorge in
Heſſen iſt ſie im letzten Jahre auf den Landkreis
Darm=
ſtadt ausgedehnt worden, wo der Berufsvormund für die
Stadt Darmſtadt die Vormundſchaft über alle
un=
ehelichen Kinder übernimmt, für die es nach Anſicht des
Vormundſchaftsgerichts erwünſcht iſt.
Die gleiche
Einrichtung wird vorausſichtlich noch im Herbſt dieſes
Jahres für die Landgemeinden des Amtsgerichtsbezirks
Offenbach getroffen werden. In allen Landgemeinden,
in denen die Berufsvormundſchaft beſteht, beſuchen die
Schweſtern der Großh. Zentrale für Mutter= und
Säug=
lingsfürſorge die Berufsmündel regelmäßig; ſie erſtatten
dem Berufsvormund über ihren Befund Bericht und
er=
möglichen ihm auf dieſe Weiſe, mit den Mündeln und
ihren Angehörigen in ſtändiger Fühlung zu bleiben. Die
Berufsvormundſchaft wird ergänzt und da, wo ſie noch
nicht beſteht, teilweiſe erſetzt durch die
Pflegekinderauf=
ſicht, die ebenfalls von den Schweſtern der Großh.
Zen=
trale als Beauftragten der Ortspolizeibehörden ausgeübt
wird. Die Tätigkeit der Mutterberatungsſtellen der
Großh. Zentrale wird noch wirkſamer gemacht durch die
Hausbeſuche der Schweſtern, welche die ihrer ſozialen
Stellung nach in Betracht kommenden Kinder, ſolange ſie
im Säuglingsalter ſtehen, die Pflegekinder aber bis zum
vollendeten ſechſten Lebensjahr beſuchen. In einzelnen
Kreiſen iſt ſie bereits derart durchgeführt, daß ſämtliche in
fremder entgeltlicher Pflege befindlichen Kinder unter 6
Jahren von der Kreispflegerin regelmäßig beſucht
wer=
den. In anderen Kreiſen war dies, namentlich wegen der
großen Entfernungen und ſchlechten Verbindungen, noch
nicht möglich; doch iſt zu hoffen, daß in nicht allzu langer
Zeit eine lückenloſe Pflegekinder=Aufſicht im ganzen
Groß=
herzogtum durchgeführt iſt. Um übrigens über alle
Kin=
der ihres Bezirkes, die für die Fürſorgearbeit in Betracht
kommen, auf dem Laufenden zu bleiben, erhalten die
Schweſtern der Großh. Zentrale von den Standesämtern
Mitteilungen über alle Geburten. Auch das Städtiſche
Krankenhaus in Darmſtadt, die Hebammenlehranſtalt in
Mainz und die Univerſitäts=Frauenklinik in Gießen ſetzen
die Großh. Zentrale regelmäßig davon in Kenntnis, wann
und wohin die dort entbundenen Mütter und ihre
Kin=
der entlaſſen werden. Die Großh. Zentrale überweiſt
dann diejenigen Kinder, die in Heſſen bleiben, der
Kreis=
pflegerin des betreffenden Bezirks, und empfiehlt
diejeni=
gen, die außerhalb Heſſens verbracht werden, den
zuſtän=
digen Vereinen oder Behörden zur Ueberwachung. Dieſe
Einrichtungen haben bewirkt, daß in Heſſen von einem
„Kinderhandel” kaum noch die Rede ſein kann; ſie werden
aber noch ergänzt durch den weiteren Ausbau der
Be=
rufsvormundſchaft, die allmählich auf das ganze
Groß=
herzogtum ausgedehnt werden ſoll.
-h- Von der Bergſtraße, 24. Sept. (
Weizenver=
kauf.) Mit dem Getreidedruſch ſind die Landwirte ſo
ziemlich zu Ende. Nun ſoll aber die Frucht, beſonders der
Weizen, verkauft werden, denn die Zeit rückt heran, wo der
Pachtzins, das im Frühjahr erſteigerte Holz uſw. bezahlt
werden müſſen. Die Nachfrage nach Weizen iſt aber ſo
gering, daß dieſe Fruchtgattung wohl noch eine Zeitlang
lagern wird, bis ſie Käufer findet. Geboten wurden in
einzelnen Fällen nur 19 Mark für 100 Kilo
-h- Auerbach, 24. Sept. (Bautätigkeit.) Neben
größeren Neubauten erſtehen in dieſem Jahre hier
meiſt neue Villen und Landhäuſer teils größere Bauten,
Eine Anzahl Villen ging durch Kauf in anderen Beſitz
über. Verſchiedene Mietwohnungen wurden von
aus=
wärtigen Herrſchaften bezogen. — Die
Jahrhundert=
feier am 18. Oktober wird hier durch Abbrennen
eines großen Feuers auf dem Grieſelberg und einem
Fackelzug durch die Ortsſtraßen nach dem Kriegerdenkmal
allgemein begangen. Die Feſtrede an dem Kriegerdenkmal
wird Herr Pfarrer Eßlinger halten. Die Schulkinder
er=
halten zur Feier des Tages Brezeln.
Ch. Egelsbach, 25. Sept. (Verhaftet.) Der etwa
35jährige Kaufmann N. hier wurde geſtern abend
ver=
haftet. Er wird ſittlicher Verfehlungen beſchuldigt.
Offenbach, 25. Sept. (Selbſtmord.) Der in der
Stadtgärtnerei beſchäftigte 51 Jahre alte Invalide Sch.
aus der Frühlingsauſtraße, der, wie gemeldet, einen
Selbſt=
mordverſuch machte, indem er ſich den Hals durchſchnitt,
iſt im Krankenhaus geſtorben. Der Grund zur Tat dürfte
in einem unheilbaren Leiden liegen.
Klein=Steinheim, 25. Sept. (Vom eigenen
Fuhr=
werk überfahren.) Der Fuhrmann Jakob Lorbeer,
welcher bei dem Fuhrunternehmer Kemmerer in Arbeit
ſteht, wurde geſtern von ſeinem mit Steinen beladenen
Fuhrwerk überfahren und ſchwer verletzt. Er fand
Aufnahme im Groß=Steinheimer Kreiskrankenhaus.
Mainz, 25. Sept. Der Herbſt=Pferde= und
Fohlenmarkt war gut beſucht. Schon geſtern war
Nummer 226.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
Seite 5.
ein reger Handel, es wurden viele Pferde verkauft. Der
Auftrieb iſt diesmal beſſer, als beim vorjährigen Herbſt=
Pferdemarkt. Es ſind etwa 400 Pferde vorhanden. Auch
die Ausſtellung iſt gut beſchickt. Von 9 Uhr vormittags
ab ſpielte die Kapelle der 27er. Von der
Prämiierungs=
kommiſſion waren anweſend Kommerzienrat Albrecht,
Baron v. Starck=Darmſtadt, Graf zu Erbach, Gutsbeſitzer
Wechsler=Weſthofen Gutsbeſitzer Möhn=Laubenheim,
Bei=
geordneter Dr. Külb, Regierungsrat Schön, Geh.
Kommer=
zienrat Strecker, Fuhrunternehmer Auer, Direktor Dr.
Peters und mehrere Stadtverordnete. Prämiierung von
Pferden im Alter von 4—9 Jahren im Beſitz von
Händ=
lern: 1. Schwere Arbeitspferde, paarweiſe frei vorgeführt:
Gebr. Blum=Bodenheim einen 1. Preis mit 70 Mk., Emil
Kahn=Worms einen 1. Preis mit 70 Mk., 3. Preis mit
50 Mk. Jſak Heumann=Gau=Odernheim, Anerkennungen
mit je 30 Mk. Ferd. Kahn=Mainz und Julius Frank=
Bingen. Leichte Arbeitspferde, paarweiſe frei vorgeführt:
Gebr. Belmont=Alzey einen 1. Preis mit 60 Mk., Iſak
Heumann=Gau=Odernheim einen 2. Preis mit 50 Mk.,
Fer=
dinand Kahn=Mainz einen 3. Preis mit 40 Mk., drei
An=
erkennungen mit je 20 Mk., Max Maas=Gau=Odernheim,
Gebr. Hausmann=Wachenheim und Emil Strauß=Groß=
Gerau. Schwere Wagenpferde, paarweiſe frei vorgeführt:
Gebr. Belmont=Alzey einen 1. Preis mit 70 Mk., Alfred
Michel=Schornsheim einen 2. Preis mit 50 Mk., Siegmund
Nathan u. Söhne=Ober=Ingelheim einen 3. Preis mit
40 Mk.
Mainz. 25. Sept. (Der Gonſenheimer Wald.)
Der Abſchluß des Vertrags mit Herrn von Waldthauſen,
der ihm das Forſthaus zuſpricht, ihn dagegen verpflichtet,
einen Teil ſeiner bisherigen Walderwerbungen
zurückzu=
geben, ſteht nahe bevor. Die Aenderung im Beſitzſtand
des Waldgebietes wird demnächſt eintreten. Der Förſter
auf Forſthaus Ludwigshöhe wurde davon verſtändigt, daß
er ſich nach einer Wohnung in Gonſenheim umſehen müſſe.
Es iſt zu hoffen, daß die Vertragſchließenden, der
Univer=
ſitätsfonds und Herr von Waldthauſen, ein Abkommen
getroffen haben, das keine Lücken aufweiſt und vor
weiteren Ankaufsgelüſten ſchützt.
Mainz, 23. Sept. (Verſchiedenes.)
In der
Sitzung der Stadtverordneten teilte der Vorſitzende mit,
daß der Weinbaukongreß nach jeder Richtung gut
abge=
ſchnitten habe. Es werde ein Ueberſchuß von 2—3000
Mark zu erwarten ſein. — Der Termin zur
Stadt=
verordnetenwahl wurde auf Donnerstag, den
4. Dezember, feſtgelegt. — Für die Landtagswahl,
die im nächſten Jahre ſtattfindet, wurde die Stadt mit
Mombach, Kaſtel und Amöneburg in die drei Wahlkreiſe
eingeteilt. — Für eine Arbeitsloſenkaſſe und
für Notſtandsarbeiten wurden vorläufig 10000 Mark
be=
willigt
Mainz, 25. Sept. (Vatermörder.) In der
Nähe von Biſchofsheim war auf freiem Felde der
Guts=
inſpektor und frühere Bauunternehmer Petri mit ſeinen
beiden Söhnen in Streit geraten, in deſſen Verlauf der
ältere der beiden Söhne eine Hacke ergriff und durch einen
Schlag den Vater ſo ſchwer verletzte, daß er bald darauf
ſtarb. Der Mörder wurde verhaftet. Er will in Notwehr
gehandelt haben.
Worms 24. Sept. (Diebiſches Volk.) Geſtern
vormittag erhielt der Hausburſche eines hieſigen Geſchäfts
von ſeinem Herrn den Betrag von etwa 340 Mark zwecks
Ablieferung bei der Reichsbank. Der Burſche iſt bis jetzt
nicht wieder zurückgekehrt, iſt alſo mit dem Gelde flüchtig
gegangen. — Hker verhaftet wurde heute früh ein 25 Jahre
alter Zapfburſche aus Berlin, der, nachdem er heute nacht
in Mannheim zum Nachteile eines Wirtes 370 Mark
unter=
ſchlagen hat, hierher geflüchtet war.
Schwabenheim, 24. Sept. (Ehrlicher Finder.)
Dieſer Tage verlor auf der Jagd in der Groß=
Wintern=
heimer Gemarkung der zurzeit ſich hier aufhaltende
italie=
niſche Konſul Schuck ſeine goldene Uhr nebſt Kette im
Werte von 1200 Mark. Alles Suchen danach hatte keinen
Erfolg. Jetzt fand ſie ein Knecht und ſtellte ſie dem
Ver=
lierer wieder zu. der ihm eine Belohnung von 100 Mark
zuteil werden ließ.
Ober=Ingelheim, 25. Sept. (
Genoſſenſchaft=
liches.) Die von der hieſigen Spar= und Darlehenskaſſe
abgehaltene außerordentliche Generalverſammlung war
wegen der wichtigen Tagesordnung gut beſucht. Herr Fr.
Freund, Vorſitzender des Aufſichtsrates, erſtattete Bericht
über den gegenwärtigen Stand der Kaſſe, ſowie die letzte
Gläubigerverſammlung der Landwirtſchaftlichen
Genoſ=
ſenſchaftsbank am 17. September. Nachdem Reſerve= und
Betriebsrücklage aufgebraucht ſind, verbleibt für die Kaſſe
noch ein Verluſt von zirka 9000 Mk. Hierauf machte
Vor=
ſtand und Aufſichtsrat der Verſammlung den Vorſchlag,
die Geſchäftsanteile von 50 auf 150 Mark zu erhöhen.
Daraufhin ſtellte ein Mitglied der Kaſſe den Antrag, die
Geſchäftsanteile auf 200 Mark zu erhöhen. Hierüber
ent=
wickelte ſich eine rege Ausſprache, an der ſich auch
Ober=
reviſor Lehr=Darmſtadt beteiligte, worauf der Vorſchlag
auf Erhöhung der Geſchäftsanteile auf 200 Mark mit allen
gegen zwei Stimmen angenommen wurde.
Guntersblum, 24. Sept. (Zwiſchen die Puffer.)
Beim Rangieren verunglückt iſt an der hieſigen Station
der Bahnarbeiter Wieder aus Worms. Beim Anhängen
eines Güterwagens kam er zwiſchen die Puffer der Wagen
und erlitt ſo ſchwere Verletzungen am Unterleib und den
Beinen, daß er nach Worms ins ſtädtiſche Krankenhaus
gebracht werden mußte.
* Gießen, 25. Sept. (Prozeß Roſenthal.) In
dem Prozeß gegen den Häuſermakler Roſenthal wegen
Betrugs in 43 Fällen und ſchwerer Urkundenfälſchung in
12 Fällen beantragte der Staatsanwalt gegen Roſenthal
vier Jahre Gefängnis und drei Jahre Ehrverluſt, gegen
Roſenthals Schwager Bärmann wegen Beihilfe ſechs
Wochen Gefängnis.
Gießen, 25. Sept. Das Stadttheater wird im
Oktober zur Feier der endgültigen Befreiuna Deutſchlands
von der Fremdherrſchaft drei klaſſiſche Werke
herausbrin=
gen, die alle den Kampf gegen fremde Zwingherrſchaft zum
Gegenſtand haben, den Prinzen von Homburg, die
Her=
mannsſchlacht und Wilhelm Tell. Mit Kleiſts „Prinz von
Homburg” wird, wie ſchon bekannt gegeben, die Spielzeit
am Dienstag, 30. September, eröffnet.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* „Die letzten Tage von Pompeji‟
Die=
ſer ſpannende Roman Bulwers iſt in einem ſechsaktigen
Rieſenfilm inſzeniert worden und kommt von morgen
Samstag ab im Uniontheater, Rheinſtraße Nr. 6,
zur Vorführung. Daß man es hier mit einem Kunſtwerk
zu tun hat, wird einem klar, wenn man die ein ganzes
Schaufenſter ausfüllenden Photographien in dem neben
dem Theatereingang befindlichen Schuhgeſchäft von
Mül=
ler beſichtigt. Auch mit dem kleinen Film gleichen Namens
iſt dieſer Rieſenfilm nicht zu vergleichen, wie aus den
Be=
ſprechungen der Preſſe hervorgeht. So ſchreibt die Köln.
Ztg. in ihrer Stadtausgabe u. a folgendes: „Wir müſſen
geſtehen, daß es etwas Vollendeteres auf dem Gebiet der
Kinematographie kaum gibt. In ſechs Abteilungen
wer=
den uns die feſſelnden und hochdramatiſchen Szenen
die=
ſes Romans in hiſtoriſcher Treue vorgeführt, da die Bilder
an hiſtoriſcher Stätte unter Mitwirkung von Tauſenden
von Perſonen aufgenommen worden ſind. Die Pracht der
Koſtüme, die wunderbaren landſchaftlichen Bilder aus der
Umgebung von Pompeji, packende Gladiatorenkämpfe im
Amphitheater, ein furchtbarer Ausbruch des Veſuvs, der
Untergang von Pompeji üben auf die Beſucher eine tiefe,
nachhaltige Wirkung aus. Im Mittelpunkt des großen
Films ſtehen der Liebesroman des Pompejaners Glaukus
und ſeiner Geliebten Jone, die ſich ſelbſt aufopfernde Liebe
einer blinden Sklavin und die furchtbare, haßerfüllte
Eifer=
ſucht des Iſisprieſters Arbaces Von erſchütternder
Wir=
kung iſt das Schlußbild: Die Arena des Amphitheaters
iſt von Tauſenden von Zuſchauern gefüllt, die den
auf=
regenden Kämpfen der Gladiatoren mit Spannung folgen,
Glaukus, den Löwen als Opfer beſtimmt, ſteht, dem
Wahn=
ſinn verfallen, mitten in der Arena, ſchon werden die
Beſtien auf ihn losgelaſſen, da verurſacht der plötzliche
Aus=
bruch des Veſuvs eine entſetzliche Panik unter den
Zu=
ſchauern. Ein wildes, planloſes Rennen, Retten und
Flüchten vollzieht ſich vor unſeren Augen, Wahnſinn und
Schrecken auf allen Geſichtern, Tempel und Paläſte ſtürzen
zuſammen, die brennende Lava wälzt ſich vom Veſuv gegen
die Stadt und ein alühender Aſchenregen ergießt ſich auf
Häuſer und Menſchen. Hier hat der Kinematograph wahre
Wunder verrichtet. Von den Darſtellern iſt in erſter Linie
die blinde Sklavin Nidia zu nennen, deren ergreifendes
Spiel kaum zu überbieten iſt. Der Film dürfte demnächſt
das Ziel vieler Kinofreunde werden.”
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. Sept. Schon ſeit
gerau=
mer Zeit verhandelte die Direktion der Berliner
Elektrizitätswerke wegen käuflichen Erwerbes
eines Braunkohlenwerkes in Halle a. S. Nun
wird dieſes Werk in den Beſitz der B. E. W. übergehen.
Die Verkaufsverhandlungen zwiſchen den Berliner
Elek=
trizitätswerken und der Aktiengeſellſchaft Braunkohlenwerk
Golpa=Jeßnitz in Halle führten zum Abſchluß. Das Werk
Golpa=Jeßnitz geht für 4 250000 Mark in den Beſitz der
Berliner Elektrizitätswerke über, die es zur
Kohlenver=
ſorgung einer zu erbauenden großen Ueberlandzentrale,
die eventuell auch die Stromlieferung für die Berliner
Straßenbahnen übernehmen ſoll, verwenden wollen.
In der geſtrigen Stadtverordnetenverſammlung zu
Char=
lottenburg teilte Bürgermeiſter Maier mit, daß der
neue Oberbürgermeiſter Scholz in einer
außerordent=
lichen Stadtverordnetenverſammlung am 15. Oktober durch
den Regierungspräſidenten eingeführt werden wird.
Der verſuchte große Bankſchwindel, über den wir
berichtet haben, iſt jetzt ganz aufgeklärt; die Schuldigen
ſitzen hinter Schloß und Riegel. Nach dem Ergebnis der
Ermittelungen handelt es ſich um einen wohldurchdachten
Plan, der dem früheren Vorſteher der
Korreſpondenzab=
teilung der Allgemeinen Elſäſſiſchen Bankgeſellſchaft,
Fi=
liale Frankfurt a. M., einem 24 Jahre alten, aus Italien
gebürtigen Georg Boretti 150000 Mark in die
Hände liefern ſollte. Boretti, der ein großer Freund von
zweifelhaften Damen iſt, und in der Halbwelt Frankfurts
viel Verkehr unterhielt, wurde am 15. Juli dieſes Jahres
von der Bank entlaſſen, bezog aber auch dann noch ein
auskömmliches Gehalt, das ihm bis zum 1. Oktober
zuge=
billigt worden war. Sein liederlicher Lebenswandel
brachte ihn auf den verbrecheriſchen Plan, der ihn mit
einem Schlage zum wohlhabenden Manne machen ſollte
Die Vorbereitungen traf er ſchon ſeit geraumer Zeit, Auch
nach ſeiner Entlaſſung hatte er noch Gelegenheit,
mehr=
mals die Bank zu beſuchen, u. a. dann, wenn er ſein
Ge=
halt abholte. Widerrechtlich eignete er ſich ein Formular
der Bank an und füllte es mit einer Schreibmaſchine der
Bank aus. Die 23 Jahre alte Wally Schredl fälſchte die
Unterſchrift unter dem mit der Schreibmaſchine
ausgefüll=
ten Bankformular und auch den mit O. Meyer
unterzeich=
neten Brief an die hieſige Deutſche Bank. Das
Polizei=
bezirksamt Berlin=Mitte entſandte, als es von dem,
An=
ſchlag Kenntnis erhielt, ſofort den Kriminalkommiſſar Dr
Riemann nach Frankfurt a. M. Dieſer fand dort unter
Tauſenden von Telegrammen auf dem Poſtamt zwei
her=
aus, die ihm die richtige Spur zeigten. Sie waren von
Boretti am 16. und 17. nach Berlin aufgegeben. Die erſte
Depeſche lautete: „Brief und Geld abgeſandt”, die zweite:
„Komme ſofort zurück erwarte Dich nicht Bahnhof,
ſon=
dern Seidel.” Beide Telegramme waren an eine Marie
Landau in einem Hotel in der Nähe des Anhalter
Bahn=
hofes zu Berlin gerichtet. Kriminalinſpektor Kaehler vom
Bezirksamt Berlin=Mitte, den Dr. Riemann telephoniſch
unterrichtete, ſtellte feſt, daß ein Mädchen namens Landau
in dem Hotel zwar gewohnt hatte, aber bereits nach der
Marienſtraße verzogen war. Er ermittelte auch bald die
Geſuchte, und nun ergab ſich, daß ſie nicht Marie Landau,
ſondern Sania Beſche heißt. Als Mithelferin kam aber
nicht dieſes Mädchen, ſondern Wally Schredl in Betracht.
Dieſe wurde dann auf Grund des ſtändigen
Depeſchen=
wechſels zwiſchen Inſpektor Kaehler und Dr. Riemann
bald ermittelt. Sie wohnte in der Kronprinzenſtraße 47
zu Frankfurt a. M., hatte aber die Stadt bereits verlaſſen,
als man ſie dort feſtnehmen wollte. Die Vermutung, daß
ſie nach Berlin gefahren ſein werde, beſtätigte ſich.
Kri=
minalinſpektor Kaehler fand ſie in der Marienſtraße bei
Fräulein Landau und brachte ſie hinter Schloß und
Riegel.
München, 25. Sept. (Hinrichtung des
Mör=
ders Straſſer.) Der Zinngießer Johann Straſſer,
der durch Urteil des Schwurgerichts München vom 3. Juli
dieſes Jahres wegen Ermordung des preußiſchen
Militär=
attachés v. Lewinsky und des Polizeioberwachtmeiſters
Bohlender zum Tode verurteilt worden war, iſt heute
früh halb 7 Uhr im Hofe des
Strafvollſtreckungsgefäng=
niſſes hingerichtet worden. Die Hinrichtung vollzog
Nach=
richter Reichhart mittels Guillotine. Der ganze Akt war
in weniger als einer Minute beendet. Seit dem
Verur=
teilten bekannt geworden war, daß der Prinz=Regent von
ſeinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht habe,
war er vollſtändig gebrochen, was ſich auch auf ſeinem
letzten Gang bemerkbar machte. Er konnte ſich kaum auf
den Beinen halten und mußte von den beiden
Nachrichter=
gehilfen geſchleppt werden.
Bayreuth, 24. Sept. (Einbruch in der Villa
Wanfried.) In der heutigen Nacht wurde, wie ſchon
gemeldet, in die Villa Wanfried eingebrochen. Den
Spitz=
buben fielen mehrere Gebrauchsgegenſtände Richard
Wag=
ners in die Hände. Unter anderem fehlen aus einem
Schreibtiſch, der mit einer Glasſcheibe verſichert war, eine
Schreibmappe mit antiker Stickerei und die mit Edelſteinen
beſetzte Schnupftabaksdoſe des Meiſters, verſchiedene
gol=
dene Doſen, ferner eine Uhr. die Ludwig II. Richard
Wag=
ner geſchenkt hatte, deren Rückſeite aus blauem Email
be=
ſtand, und die mit Edelſteinen beſetzt war.
Merkwürdiger=
weiſe haben die Einbrecher nur kleinere Gegenſtände ent=
wendet; größere wertvolle Gegenſtände ſind nicht berührt
worden. Außerdem wird eine Goldene Medaille für Kunſt
und Wiſſenſchaft vermißt, die Wagner vom König von
Württemberg verliehen worden war. Aus dem
Speiſe=
zimmer iſt, wie man bisher feſtgeſtellt hat, nichts geſtohlen
worden. Die Polizei hat noch keine Spur von den
Ein=
brechern ermittelt. Es ſteht nicht einmal feſt, ob der
Ein=
bruch von einer oder von mehreren Perſonen verübt
wor=
den iſt. Ein Polizeihund, der ſogleich auf die Fährte
ge=
ſetzt wurde, verfolgte zwar die Spur bis außerhalb der
Stadt, wo das Tier jedoch die Witterung verlor.
Viel=
leicht ſind die Verbrecher mit Hilfe eines Automobils
ent=
kommen. Die Diebe ſcheinen mit einem Dietrich die
Haus=
tür geöffnet und dann die Räume des Erdgeſchoſſes
be=
treten zu haben. Dort liegen: das Speiſezimmer, der
Muſikſaal, daneben der kleine Salon, in dem viele
wert=
volle Andenken, Kunſtgegenſtände und Nippſachen frei
um=
herliegen. Aus unverſchloſſenen Möbeln konnten die Diebe,
die offenbar gut Beſcheid gewußt haben, ſich gleichfalls
Schmuckſachen von erheblichem Werte aneignen.
Doku=
mente und Manuſkripte, die in einem eiſernen
Kaſſen=
ſchrank aufbewahrt zu werden pflegen, ſcheinen nicht
ge=
ſtohlen zu ſein.
Stuttgart, 24. Sept. (Ueberfall auf ein Dorf.)
Durch eine Schießerei die an die Mühlhäuſer Affäre
erinnert, wurden die Einwohner der im Remstale
ge=
legenen Orte Großhappach und Indersbach
geſtern nachmittag in großen Schrecken verſetzt. Gegen
5 Uhr fuhren zwei Pferdehändler auf einem einſpännigen
Fuhrwerk in den Ort hinein und feuerten am
Ortsein=
gange auf das Wohnhaus des Gemeinderats Hacker einen
ſcharfen Schuß ab. Die Kugel durchſchlug die Scheiben
eines Fenſters und drang in die Stube ein, ohne aber
jemand zu verletzen. Die Männer fuhren dann weiter
durch das Dorf und gaben noch mehrere Schüſſe ab. Nach
dieſem Ueberfall feuerten ſie in der Nähe der
Löwenwirt=
ſchaft einen weiteren Schuß ab und flohen dann nach
In=
dersbach. Hier hielten ſie im Gaſthof zum Rößl kurze Raſt
und flohen dann, als ihnen die erregten Leute von
Groß=
happach folgten. In der Nähe von Fallbach wurden ſie
von einem Landjäger verhaftet. Sie gaben an, daß ſie
nicht die Abſicht gehabt hätten, irgend jemand zu töten
oder zu verletzen; ſie hätten ſich vielmehr von einem
Kol=
legen verfolgt geglaubt und, um ſich ſeiner Angriffe zu
erwehren, die Schüſſe abgefeuert.
Sigmaringen, 24. Sept. (Die Gattin des
Kö=
nigs Manuel.) Die junge Gattin des Exkönigs von
Portugal iſt in München, wo ſie mit ihrem Gatten die
Flitterwochen verlebt, vor einigen Tagen erkrankt und
mußte in eine dortige Krankenanſtalt gebracht werden.
Die Krankheit der Königin wird als eine vorübergehende
bezeichnet, die in einigen Tagen behoben ſein dürfte.
Ent=
gegen den bisherigen Dispoſitionen wird die Königin nach
ihrer Geneſung nicht nach Richmond auf das Schloß ihres
Gemahls reiſen, ſondern einige Zeit nach Sigmaringen
kommen, um ſich vollends zu erholen. Um irrigen
Aus=
legungen zu begegnen, wird ausdrücklich betont, daß der
König Manuel ſeine Gemahlin täglich beſucht und ſie auch
hierher begleiten wird.
Köln, 25. Sept. (Der Fremdenlegion
ent=
gangen.) Ein 17jähriger Kölner Kaufmannslehrling,
der ſich mit geringen Mitteln auf die Wanderſchaft
ge=
macht hatte, kam bis nach Pont=à=Mouſſon, wo er von der
Polizei angehalten und auf die Wache gebracht wurde.
Nachdem ihm ſeine Wertſachen und Papiere abgenommen
worden waren, wurde ihm ein Schein vorgelegt, den er
wegen Unkenntnis des Franzöſiſchen nicht unterſchrieb.
Am anderen Tage wurde er militärärztlich unterſucht,
wo=
bei ſich ſeine Dienſtuntauglichkeit herausſtellte. Bei der
Entlaſſung teilte ihm der Stabsarzt zu ſeiner
Ueber=
raſchung in deutſcher Sprache mit, daß er zur
Fremden=
legion gekommen wäre, wenn er tauglich befunden
wor=
den wäre.
Porz bei Köln, 25. Sept. (Exploſion.) Heute
morgen 7½ Uhr fand in der Fabrik der Firma Bartſch
u. Real in Eil in der Zündplättchenabteilung eine
Explo=
ſion ſtatt, deren Urſache wahrſcheinlich Selbſtentzündung
iſt. Soweit bis jetzt feſtgeſtellt iſt, wurden zwei Perſonen
getötet und vier bis fünf ſchwer verletzt. — Nach einer
ſpäteren Meldung wurden bei der Exploſion der Firma
Bartſch u. Real ein Mädchen getötet und ein Meiſter der
Abteilung ſo ſchwer verletzt, daß an ſeinem Aufkommen
gezweifelt wird. Außerdem wurden vier Mädchen und
ein Junge ſchwer, vier bis fünf Mädchen leicht verletzt.
Fulda, 25. Sept. (Hiſtoriſcher Fund.) Bei den
ven Profeſſor Vonderau geleiteten Ausgrabungsarbeiten
auf dem hieſigen Domplatz wurde ein Steinſarg freigelegt
von dem man vermutet, daß in ihm der König Konrad IV
(1254), der in Fulda in der Gruft der Königskapelle beim
Dom beerdigt iſt, eingebettet worden iſt.
Hamburg, 24. Sept. (Verhaftung.) Der ſeit
Januar dieſes Jahres nach Verübung bedeutender
Hypo=
thekenſchwindeleien nach Hamburg geflüchtete Notar
Bek=
ker aus Leipzig wurde wegen verſchiedener Betrügereien,
die er unter falſchem Namen verübt hatte, verhaftet.
Altona, 24. Sept. (Räuberiſcher Ueberfalk.)
Heute nachmittag wurde die 69 Jahre alte Witwe Dora
Zingmann in ihrer Wohnung in der Großen Mühlenſtraße
gefeſſelt, geknebelt und bewußtlos aufgefunden. Der
Geld=
ſchrank war erbrochen und eine größere Barſumme, zwei
Sparkaſſenbücher und ſämtliches Silberzeug und die
Schmuckſachen ſind geraubt. Die Täter, zwei Männer, ſind
entkommen.
Königsberg, 25. Sept. (Feuer.) Auf dem Kai=
Bahnhof brannten geſtern nacht zwei große mit Getreide
und Saatgut gefüllte Schuppen nieder. Die angrenzenden
Schuppen konnten durch die Feuerwehr geſchützt werden.
Der Schaden iſt ſehr beträchtlich. Die Urſache iſt
unbe=
kannt.
Zürich, 25. Sept. (Vergiftung durch Verſehen.)
In Zug verwechſelte die 68 Jahre alte Frau Fiſcher beim
Kochen von Apfelmus Arſenik mit Staubzucker. Nach dem
Genuß der vergifteten Speiſe ſtarb ſie innerhalb drei
Stunden. Ihr Mann ſchwebt in Lebensgefahr.
Liſſabon, 25. Sept. (Verſchwörer.) Ein früherer
Polizeiagent, der in eine Verſchwörung verwickelt iſt,
wurde verhaftet. — Das Hochzeitsgeſchenk der
Liſſaboner Monarchiſten für den König Manuel iſt mit
einem däniſchen Dampfer nach London abgegangen.
Gerichtszeitung.
Der Mißbrauch der Immunität.
Kolmar, 25. Sept. Die hieſige Strafkammer
verhandelt heute in einem Prozeß mit politiſchem
Hinter=
grunde, der ein bezeichnendes Licht auf die Schärfe der
Parteikämpfe in Elſaß=Lothringen wirft. Unter der
An=
klage der Beleidigung und der Körperverletzung hat ſich
der Volksſchullehrer Hildwein aus Dornach zu
ver=
antworten. Die inkriminierten Vorfälle ereigneten ſich
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
Nummer 226.
Anfang Mai ds. Js. auf dem Bahnhofe von Kolmar.
Hild=
wein war mit dem Juſtizrat und Landtagsabgeordneten
Kübler, einem Mitgliede der Zentrumsfraktion, in
Differenzen geraten, die aus der politiſchen Gegnerſchaft
der beiden reſultierten. Im Laufe der Polemik, die von
Hildwein wie Kübler ziemlich heftig geführt wurde, ließ
ſich letzterer dazu hinreißen, von der Rednertribüne des
elſaß=lothringiſchen Parlaments herab die weibliche Ehre
der Frau Hildwein in grober Weiſe anzugreifen. Da
Hildwein keine Genugtuung für die perſönlichen
Angriffe auf ſeine Frau erhalten konnte und Kübler gegen
ein gerichtliches Vorgehen durch die Immunität
als Landtagsabgeordneter gedeckt war,
be=
ſchloß er, zur Selbſthilfe zu greifen. In Begleitung ſeines
Kollegen Meyer ſtellte er Kübler auf dem Bahnhofe.
Die=
ſer befand ſich in Geſellſchaft ſeiner Tochter und ſeines
Schwiegerſohnes. Hildwein trug eine Reitpeitſche in der
Hand. Als Kübler ſeinen Gegner auf ſich zukommen ſah,
zog er einen Revolver aus der Taſche und legte auf
Hild=
wein an. Der, Schuß ging aber nicht los, da er in der
Aufregung vergeſſen hatte, die Sicherung zu entfernen.
Hildwein ſchlug nun einige Male mit der Peitſche auf
Küb=
ger ein. Dieſer nahm den Revolver in die linke Hand und
wollte mit der Rechten die Sicherung löſen. In dieſem
Augenblick ſprang Meyer hinzu und hielt Kübler an
bei=
den Armen feſt. Auch die Tochter Küblers legte ſich ins
Mittel und bat ihren Vater, von dem Schießen Abſtand
zu nehmen. Inzwiſchen hatte ſich eine große
Menſchen=
menge angeſammelt, die der Meinung war, daß Meyer
der Anareifer geweſen ſei und ſich auf dieſen ſtürzen wollte.
Bald klärte ſich aber der Sachverhalt auf und die Menge,
unter der ſich namentlich einige Droſchkenkutſcher
hervorge=
tan hatten, ließ von Meyer ab. Niemand machte Miene,
dem verprügelten Landtagsabgeordneten beizuſtehen.
Begreiflicherweiſe rief der Vorfall in politiſchen
Krei=
ſen großes Aufſehen hervor. Als die Angriffe Küblers
gegen Frau Hildwein bekannt geworden waren, wurde in
Wettolsheim eine Verſammlung einberufen, die zu dem
Fall Hildwein=Kübler Stellung nahm und folgende
Reſo=
lution faßte: „180 in Wettolsheim in öffentlicher
Ver=
ſammlung anweſende Bürger und Bürgerinnen ſprechen
ihre tiefſte Entrüſtung aus über die ungeheuerliche
Ver=
dächtigung, welche der Landtagsabgeordnete Kübler in der
ZZweiten Kammer des Landtags unter dem Schutze der
Immunität gegen Herrn und Frau Hildwein ausgeſprochen
hat. Sie bedauern, daß die Tribüne des Landtags zu
der=
artigen perſönlichen Ehrabſchneidungen mißbraucht
wer=
den konnte und fordern Herrn Kübler auf. ſein Mandat als
Abgeordneter für den Wahlkreis Neu=Breiſach,
Andols=
heim=Winzenheim niederzulegen.” Als in der
Verſamm=
lung bekannt wurde, daß am ſelben Tage Hildwein ſeinen
Gegner verprügelt habe, wurde dieſe Mitteilung mit
don=
nerndem Beifall aufgenommen. Die heutige Verhandlung
wird übrigens nicht die einzige ſein, die der Vorfall
ge=
zeitigt hat. In verſchiedenen Blättern des Elſaß waren
Notizen über die Beteiligung des Lehrers Meyer an dem
Vorfall erſchienen, die geeignet waren, dieſen in ein
ſchlech=
tes Licht zu ſetzen. Meyer hat nun gegen eine Reihe von
Zeitungen Strafantrag geſtellt, die nach Erledigung des
heutigen Prozeſſes zur gerichtlichen Erörterung gelangen
dürften.
Luftfahrt.
* Frankfurt a. M., 25. Sept. Der
Interna=
tionale Kongreß für Luftrecht, der 1911 in
Paris und 1912 in Gent getagt hatte, trat heute in
Frank=
furt zuſammen. Vertreten ſind Frankreich durch 6, die
Schweiz durch 3. Oeſterreich durch 2, England. Belgien
und Italien durch je einen Vertreter. Aus Deutſchland iſt
der Kongreß ſehr zahlreich beſucht; auch der
kommandie=
rende General des 18. Armeekorps v. Schenck wohnte der
Eröffnung bei. Nach einer Begrüßung durch Juſtizrat
Niemeyer=Eſſen übernahm der ehemalige
Unterſtaats=
ſekretär Profeſſor Dr. v. Mayer den Vorſitz. Der Geheime
Regierungsrat Dronkel begrüßte den Kongreß im
Auf=
trage des Reichskanzlers, des Reichsamts des Innern und
des Reichsjuſtizamts. Oberbürgermeiſter Voigt namens
der Stadt Frankfurt. Präſident Dr. Spahn namens des
Oberlandesgerichts, Rektor Profeſſor Wachsmuth namens
der Akademie, und Rechtsanwalt Baron Billault=Paris
als Präſident des Comités Juridique International de
Laviation. Geh. Rat Profeſſor Dr. Zitelmann=Bonn hielt
einen Vortrag über den Luftverkehr und ſeine
internatio=
nale Regelung, und dann begannen die nicht öffentlichen
Verhandlungen über das Privatrecht der Luftfahrt. Sie
werden in franzöſiſcher Sprache geführt.
Deutſcher Rekordflug.
i* Berlin, 24. Sept. Der auf ſeinem kühnen Flug
von Mülhauſen nach Warſchau ſo arg vom Pech verfolgte
Flieger Viktor Stöffler ſcheint nun doch bei allem
Unglück noch der erfolgreichſte Bewerber um die großen
Preiſe der Nationalflugſpende geweſen zu ſein. Aller
Wahrſcheinlichkeit nach hat Stöffler auf ſeiner Fahrt nicht
nur alle vorgeſchriebenen Bedingungen erfüllt, ſondern
auch den von dem Franzoſen Guillaur aufgeſtellten
Ueber=
landflug=Weltrekord erheblich gedrückt. Direktor Zeißig
von der Aviatik=Geſellſchaft, der ſich nach Warſchau begeben
hat, teilt hierüber telegraphiſch aus Warſchau unterm
23. September folgendes mit: „Nach den bisherigen
Feſtſtellungen des Polniſchen Automobil=Klubs hat
Stöff=
ler auf ſeinem Flug Mülhauſen (Elſaß)=Warſchau alle
vor=
her aufgeſtellten deutſchen Leiſtungen überboten. Die
Luftlinie zwiſchen Mülhauſen und Plonsk beträgt 1050
Kilometer. Stöffler iſt dann von Plonsk nach dem 100
Kilometer entfernten Kutnow weitergeflogen. In
Kut=
now ſtieg er wieder auf und erreichte nach weitern 50
Kilometern Plock. Da ſein Kompaß infolge eines
Ge=
witters unbrauchbar geworden war, landete Stöffler dort
und ſtieg nach einiger Zeit wieder auf. Er kam dann
nach dem 85 Kilometer entfernten Pruskow wo er wieder
niedergehen mußte. Von Pruskow endlich erreichte der
Flieger den 15 Kilometer weiter gelegenen Flugplatz
Mokotow, wo er endgültig landete. Dieſe Flüge und
Landungen ſind von dem Polniſchen Automobil=Klub
er=
mittelt und beſtätigt worden. Stöffler hat jedoch noch
zweimal niedergehen müſſen, da er ſich im Nebel verirrte
und nicht mehr wußte, wo er war. Ueber die dabei
zu=
rückgelegten Strecken, die bei einer Flugzeit von drei
Stun=
den mindeſtens 250 Kilometer betragen, werden von dem
erwähnten Klub noch Nachforſchungen angeſtellt.” Nach
dieſer Mitteilung hat Stöffler in der Tat 1300 Kilometer
zurückgelegt und ſich ſo die Anwartſchaft auf den erſten
Preis geſichert. Sollte es noch möglich ſein, die von ihm
während ſeiner Irrfahrt im Nebel bedeckte Strecke zu
er=
mitteln, ſo iſt es außer allem Zweifel, daß der kühne
Flieger einen neuen Weltrekord aufgeſtellt hat. (Köln. Ztg.)
Der Mittelmeerflug.
* Paris, 25. Sept. Der Flieger Garros der
geſtern von Tunis mit einem Poſtdampfer nach Frankreich
zurückkehrte, erzählte einem Berichterſtatter, daß er
wäh=
rend ſeines Fluges über das Mittelmeer zweimal Urſache
zu ernſter Beſorgnis gehabt habe. Er ſei kaum 100
Kilo=
meter von ſeinem Aufſtiegsort St. Raphael entfernt
ge=
weſen, als ein Beſtandteil des Motors ſich ablöſte und den
Schutzmantel des Flugzeugs einſtieß, doch arbeitete der
Motor regelmäßig weiter. Vorſichtshalber habe er ſich
jedoch der Küſte von Korſika genähert. Zwiſchen Korſika
und Sardinien habe ſich ein zweiter ähnlicher Unfall
er=
eignet, der aber keine weiteren ernſten Folgen gehabt habe.
Immerhin habe er ſich jedoch dicht an der Küſte von
Sar=
dinien gehalten, wodurch er freilich auch die zu
durch=
fliegende Strecke verlängert habe. Der bedenklichſte Teil
des Fluges habe begonnen, als er die ſardiniſche Küſte
aus dem Geſicht verloren habe. Während einer Stunde
20 Minuten ſei er zwiſchen Himmel und Meer geflogen,
vom Winde heftig geſchüttelt und von einer großen
Sonnenhitze verſengt. Alsbald habe er die tuneſiſche Küſte
geſichtet. Er habe in Biſerta landen müſſen, weil er nur
noch fünf Liter Benzin hatte.
Neue Flugzeuge.
* Paris, 25. Sept. Auf dem Flugfelde von Melun
errang geſtern ein von den Brüdern Moreau erbautes
Flugzeug, welches mit einem ſelbſttätigen
Stabiliſa=
tor verſehen iſt, den von der nationalen Luftſchiffliga
ge=
ſtifteten Preis; das Flugzeug vollführte mit einem der
Erbauer und einem Offizier als Fluggaſt, in 80 Meter
Höhe bei ſtarkem Winde mehrere Rundflüge, ohne daß
der Flieger das Steuer berührte. Wie das Journal
mel=
det, werden in den nächſten Tagen auf dem Flugfelde von
Chalon=ſur=Marne Verſuche mit einem neuen
Panzer=
flugzeug unternommen werden, das mit einem
ſtark=
kalibrigen Geſchütz ausgerüſtet iſt. Mit dieſem Geſchütz,
das ſich in einem kleinen Drehturm befindet, können unter
den verſchiedenſten Winkeln Schüſſe auch auf große
Ent=
fernungen abgegeben werden. Dieſer „
Zeppelin=
jäger” — ſo kann man dieſes Flugzeug wegen der ihm
zugedachten Rolle nennen — werde ſich dank ſeiner
Schnelligkeit den Flugkreuzern nähern und deren Feuer
wirkſam erwidern können.
Die Lebensverſicherungsanſtalten.
B. Der Verband öffentlicher
Lebensver=
ſicherungsanſtalten in Deutſchland verſendet in
dieſen Tagen ſeinen erſten Geſchäftsbericht für
das Jahr 1912, der mit 2007525 Mark bilanziert. Die
Aktiven weiſen u. a. 1 Million Mark
Einlageverpflichtun=
gen der Provinzialanſtalten, 352906 Mark Wertpapiere,
43 314 Mark Guthaben auf; die Paſſiva ein Stamm= und
Betriebskapital von 1431 179 Mark.
In dem Geſchäftsbericht wird mitgeteilt, daß im Jahre
1912 ſechs Provinzialanſtalten in Tätigkeit
ge=
treten ſind und außerdem der Verband in den anderen
Landesteilen mehrere Abteilungen für den unmittelbaren
Betrieb der Lebensverſicherung errichtet hat. Im Jahre
1913 iſt eine neue Naſſauiſche Lebensverſicherungsanſtalt
in Wiesbaden gegründet worden, während für das direkte
Geſchäft Konzeſſionen für den größten Teil des
Reichsge=
bietes erteilt wurden. Dieſe ſollen jedoch nur ein
Pro=
viſorium bis zur Errichtung eigener Verbandsanſtalten
darſtellen. Außerdem hat der Verband eine
Rückverſiche=
rungsabteilung für die Exzedenten der Einzelſtaaten ſich
angegliedert. Dieſe behält einen Teil dieſer Exzedenten
als Selbſtbehalt und vermittelt außerdem die weitere
Rückdeckung der dieſe überſteigenden Beträge.
Im Jahre 1912 ſind inerhalb des Verbandes 3347
Ver=
ſicherungen über ein Kapital von 28 965 221 Mark zum
Ab=
chluß gelangt, ſo daß ſich einſchließlich der
Verſicherungs=
ſumme der älteren oſtpreußiſchen Anſtalt ein Beſtand
von 35662 621 Mk. Kapitalverſicherung
er=
gibt. Die Anträge des Jahres 1913 weiſen ebenfalls eine
hohe Ziffer auf, werden jedoch nicht mitgeteilt. Die
Direktverſicherung durch den Verband wies Ende
1912 123 Verſicherungen in Höhe von 1192134 Mark auf,
die zum großen Teil den Einzelanſtalten überwieſen
wur=
den. In den erſten ſechs Monaten 1913 ſind allein
in der Direktverſicherung Anträge über 5391000 Mark
Kapital zu verzeichnen geweſen. Die Direktverſicherung
hat etwas über 68000 Mark Verwaltungskoſten erfordert;
die Verwaltungsgemeinſchaft der verbundenen Anſtalten
im Verbande etwa 126000 Mark.
Der Jahresbericht führt weiter aus, daß die
öffent=
lichen Lebensverſicherungsanſtalten im Jahre 1912 mit
ihrem Reinzuwachs von über 28 Millionen Mark nur
hin=
ter drei privaten Aktien= und vier
Gegenſeitigkeitsgeſell=
ſchaften zurückſtehen. Der Verband iſt im weſentlichen eine
Verwaltungsgemeinſchaft der verbundenen Anſtalten, die
unter Hinzuziehung mediziniſcher und mathematiſcher
Sachverſtändiger die Riſikoausleſe und die übrigen
ver=
ſicherungstechniſchen Arbeiten für dieſe erledigt. Der
Ver=
band iſt bemüht geweſen, mit Hilfe ſtädtiſcher
Pfandbrief=
ämter und anderer privilegierter Kreditanſtalten die
Til=
gungsverſicherung auch für den ſtädtiſchen Haus=
und Grundbeſitz zu erſchließen. Die Verwendung von
Amortiſationsquoten zur Zahlung von Lebensverſiches
rungsprämien an den Verband und ſomit zur
Entſchul=
dung des Grundbeſitzes haben eine große Anzahl
öffent=
licher Sparkaſſen, ſowie mehrere Provinzialhilfskaſſen
zu=
gelaſſen. Weiter wendet ſich der Jahresbericht gegen die
Behauptung, daß der größte Teil der Prämieneinnahmen
der Provinzialanſtalten entgegen den urſprünglichen
Ver=
prechungen nach Berlin fließe und dem Kreditbedürfnis
der Provinzen entzogen werde. Durch die Abmachung der
Rückverſicherungsabteilung mit den Provinzialanſtalten
einerſeits und mit der Rückverſicherungsgeſellſchaft
anderer=
ſeits bleibt der größte Teil der Rückverſicherungsprämien
als Ergänzung der Prämienreſerve den einzelnen
Prdvin=
zialanſtalten zur Verwaltung überlaſſen, ſo daß nur etwa
56000 Mark Prämieneinnahmen aus den
Provinzialan=
ſtalten nach Berlin fließen. Der Verwaltungsbericht ſtellt
ferner feſt, daß das geſpannte Verhältnis zur
Privatver=
ſicherung noch fortdauert, daß der Verband aber trotz des
über ihn ausgeſprochezen Rückverſicherungsboykotts ſeine
ämtlichen Retrozeſſionen noch für viele Jahre
unterge=
bracht hat.
Für die Volksverſicherung haben die
verbun=
denen Anſtalten einen Organiſationsfonds von 300000 M.
aufgebracht, ſo daß der Verband bereits als erſter dieſen
Betrieb aufnehmen konnte. Zu ihrer Durchführung
nament=
lich auf dem platten Lande haben ſich ihm der
Reichsver=
band der Deutſchen Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften,
der Hauptausſchuß nationaler Arbeiter= und
Berufsver=
bände und andere Vereinigungen angeſchloſſen.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 24. September. Auftrieb durch Händler 140
Schweine, durch die Bezugsvereinigung 00 Schweine.
Preiſe: 1. Qual., ausgeſuchte Ware (Schlachtgewicht 50
Kilogramm) 82 Mk., 2. Qual. 81 Mk., 3. Qual. 80 Mk.,
Marktverlauf: lebhaſt; Ueberſtand. — Schweinemarkt
am 25. September. Auftrieb durch Händler 154 Schweine,
durch die Bezugsvereinigung 00 Schweine. Preiſe:
1. Qual., ausgeſuchte Ware (Schlachtgewicht 50 Kilogramm)
82 Mk., 2. Qual. 81 Mk., 3. Qugl. 80 Mk. Marktverlauf:
rege; wenig Ueberſtand. — Kälbermarkt am 25.
Sep=
tember. Auftrieb durch Händler 157 Kälber 1 Schaf.
Preiſe: (Lebendgewicht 50 Kilogramm) 56—63 Mk.
Markt=
verlauf: lebhaft; geräumt.
I
Großhei zugänuites Hoftheater,
Donnerstag, 25. September.
— Zum erſten Male:
Hans Sönnenſtößers Höllenfahrt.
Ein heiteres Traumſpiel in fünf Bildern von Paul
Apel. Muſik von Richard Beermann.
W-l. Der im Jahre 1872 in Graubünden geborene
Verfaſſer des heute erſtmalig hier zur Aufführung
ge=
kangten Stückes, Paul Apel, hat außer philoſophiſchen
Schriften ſchon zwei Dramen „Liebe” und „Johannes
Cantor” in den Jahren 1907 und 1908 veröffentlicht, die
im ganzen wohl unbekannt geblieben ſind. Erſt das
Traumſpiel „Hans Sonnenſtößers
Höllen=
fahrt” hat ſeinen Namen bekannt gemacht. Nach dem
offiziellen Programmbuch iſt unſer Hoftheater die 175.
Bühne, die das Stück zur Aufführung bringt.
Der Student der Philoſophie, Hans Sonnenſtößer,
muß ſich durch Stundengeben und Klavierunterricht die
Mittel zum Studium und zum Leben mühſam erwerben.
Er empfindet ſeine gedrückte materielle Lage, über die ihn
ſein Freund Albert oft durch Geldunterſtützungen
hinweg=
hilft, um ſo mehr. als er gern ganz ſeinem Studium leben,
namentlich aber ſich ſeiner ſchriftſtelleriſchen Tätigkeit
un=
geſtört und frei widmen möchte. Aus dieſer Lage ſcheint
ihm die Heirat mit der Tochter eines reichen Berliner
Philiſters Minchen Schmidt, die erwünſchte Befreiung zu
bringen, da er ſeine hochgehenden Pläne verwirklichen zu
können glaubt, wenn er der materiellen Sorgen enthoben
iſt. Aber Minchen, die aus der Sphäre der „Pfahlbauern”
ſtammt, iſt zwar ein gutes Kind, aber ein dumms
Gäns=
chen, die nicht zu ihm paßt, auch gehört ſein Herz einer
anderen, nämlich der filia hospitalis mit dem
Sammel=
namen Elſe, die für ſein geiſtiges Streben volles
Ver=
ſtändnis beſitzt.
Vor einer Abendgeſellſchaft bei ſeinen zukünftigen
Schwiegereltern ſchläft Hans auf dem Kanapee ein und
im Traume zieht das Bild ſeiner zukünftigen Ehe mit
Minchen an ſeinem Geiſte vorüber. Hiermit beginnt das
eigentliche Traumſpiel, das als Handlung in 3 Bildern
vorgeführt wird. Die Ehe mit Minchen wird ſehr
un=
glücklich, ſeine angeheiratete entſetzliche Spießer=
Verwandt=
ſchaft, noch mehr aber Minchen ſelbſt mit ihrer abſoluten
Verſtändnisloſigkeit und ihren ewigen Liebesbeteuerungen
bringen ihn zur Verzweiflung, und er befolgt ſchließlich
den Rat ſeines Freundes Albert und tötet ſie. Er wird
verhaftet, vors Schwurgericht geſtellt und zum Tode
ver=
urteilt, aber, nachdem Minchen wieder ins Leben
zurück=
gekehrt iſt. zur ewigen Ehe mit ihr begnadigt.
Aus dieſem ſchrecklichen Traum erwacht er zu einer
ſchöneren Wirklichkeit; denn Elſe kommt, ihn zu wecken,
damit er zur Abendgeſellſchaft bei ſeinen Pfahlbauern
gehe. Doch er hat genug von ihnen. Durch das
ſchreck=
liche Traumgebilde gewarnt, macht er einen Strich durch
ſeine Rechnung und läßt Minchen und die Ausſichten auf
eine ſichere Verſorgung fahren. Er hat ſein beſſeres Selbſt
wiedergefunden, und an der Seite ſeiner geliebten Elſe
winkt ihm eine ſchönere Zukunft und die Verwirklichung
ſeiner hohen Ziele.
Das Stück verfolgt keine höheren ethiſchen Ziele oder
Probleme, ſondern iſt lediglich unterhaltender Art, die oft
ſogar ans Poſſenhafte grenzt. Die Verflechtung der
Wirk=
ichkeit mit den Traumgeſtalten iſt indeſſen ſehr geſchickt.
Es ſind wirre Traumphantaſien, wie ſie jeder an ſich
er=
jahren kann, und ihre Darſtellung iſt dem Traumleben
fein abgelauſcht, das zu einer krauſen Handlung mit
Raffinement verwertet iſt. Die kurioſen Sprünge und
ver=
worrenen Einzelhandlungen müſſen eben als
Traum=
erſcheinungen beurteilt werden, denn ſonſt würde man
darüber den Kopf ſchütteln. Allerdings iſt manches
reich=
lich lang ausgeſponnen, namentlich die Hinrichtungsſzene.
Vielleicht würde ſich auch ein weniger ſtackes Auftragen,
der Farben in der Charakteriſtik empfehlen.
Die Aufführung war wohl vorbereitet und ging glatt
von ſtatten. Den Hans ſpielte Herr Ehrle mit Leben
und Humor. Eine bedeutende ſpauſpieleriſche Aufgabe
ſtellt die Rolle ihrem Darſteller im Grunde nicht. Für die
Rolle des Minchens war Frau Gothe die berufene
Ver=
treterin, die der Elſe ſpielte Frau Meißner mit
natür=
licher Wärme und Liebenswürdigkeit, als Albert legte
Herr Jannings eine beachtenswerte Probe ſeines
Ta=
lentes ab. Außer dieſen hat das Stück noch eine Anzahl
kleinerer Rollen. Charakteriſtiſch=groteske Geſtalten waren
der Rentner Schmidt, ſeine Frau und ſein Sohn, die von
Herrn Jordan, Frau Doſtal und Herrn Schneider
dargeſtellt wurden, nicht minder aber die Tante Pauline
der Frau Müller=Rudolph und der Couſin des
Herrn Heinz. Die kleineren Rollen der Gerichtsſzene
im Traumſpiel waren gut beſetzt.
Die Regie hatte Herr Harprecht, der für das tolle
Stück einen paſſenden ſzeniſchen Rahmen geſchaffen hatte
und ſich als Regiſſeur gut einführte, für die Geſtaltung des
Bühnenbildes hatten die Herren Kempin und
Schwerdtfeger Sorge getragen. Weshalb aber Hans
die Gerichtsſzene ganz dunkel geträumt hat, iſt nicht recht
verſtändlich. Auch die Hinrichtungsſzene könnte heller
be=
leuchtet ſein, ſelbſt auf die Gefahr hin, daß man den
Mechanismus des vorüberſchwebenden Geiſtes erkennt.
Die Zwiſchenaktsmuſik von Richard Beermann,
die dem Traumulk entſprechend, humoriſtiſch=parodiſtiſcher
Art iſt, entfeſſelte große Heiterkeit beim Publikum.
Letzteres nahm, namentlich nach den erſten Aufzügen,
die Neuheit ſehr beifällig auf. gegen den Schluß hin
flau=
ten das Intereſſe und der Beifall ab. Nach Schluß der
Vorſtellung ereignete ſich etwas Merkwürdiges. Das
ge=
ſamte Publikum blieb ruhig ſitzen, da es nicht wußte, daß
das Stück zu Ende war; erſt das Herabgehen des eiſernen
Vorhanges verkündete das comoedia finita est. Der
äußere Grund dafür war darin zu ſuchen, daß nach den
Akten bezw. Bildern, das Haus, wie ſchon öfter, entgegen
der Bekanntmachung auf dem Zettel, nicht erleuchtet wurde
und das Publikum deshalb nicht wußte, wie viele Akte
geſpielt worden waren.
Nummer 226.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
Seite 7
— Frankfurt a. M., 25. Sept.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: Rinder 114,
darunter Ochſen 31, Bullen 00, Färſen und Kühe 83,
Käl=
ber 797, Schafe 355, Schweine 1620. Preiſe für 1 Zentner
Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark: Kälber: a)
feinſte Maſt= (Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber 66—80
(113—117), b) mittlere Maſt= und gute Saugkälber 36—65
105—112), c) geringere Saugkälber 58—60 (98—102).
Schafe: a) Maſtlämmer und jüngere Maſthammel 45—46
(93—96), b) ältere Maſthammel und gut genährte Schafe
35—39 (82). Schweine: a) Fettſchweine über 3 Ztr.
Lebendgewicht 61½—65 (80—83), b) vollfleiſchige Schweine
über 2½ Ztr. Lebendgewicht 61—63 (78—81), c)
vollflei=
ſchige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 62—65 (80—82),
d) vollfleiſchige Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht
62—63½ (78—80). Marktverlauf: Kälber gedrückt. Schafe
rege (geräumt); Schweine mäßig rege, geringer Ueberſtand.
Vermiſchtes.
— Die Wappen der deutſchen Städte,
Flecken und Dörfer. Die auf gewiſſenhaften
archi=
valiſchen und heraldiſchen Studien fußenden, auf den
neueſten Stand der einſchlägigen Wiſſenſchaft gebrachten
Zeichnungen der Wappen deutſcher Städte Flecken und
Dörfer des bekannten Heraldikers Profeſſor Otto Hupp,
die bisher der Kenntnis weiterer Kreiſe nicht zugängig
waren, weil ſie in koſtbaren und nur in wenigen
Exem=
plaren von Prachtwerken niedergelegt ſind, werden in der
Folgezeit dadurch dem geiſtigen Beſitz des ganzen
deut=
ſchen Volkes einverleibt werden, daß die Kaffee=Handels=
A.=G. (Hag) in Bremen ſich entſchloſſen hat, die rund 3000
in Betracht kommenden Wappen nach und nach in Form
von höchſt geſchmackvollen Werbemarken zu verbreiten. Die
Anregung zu dieſer kulturell wertvollen Tat ging von der
Brücke, dem internationalen Inſtitut zur Organiſierung
der geiſtigen Arbeit (Sitz München) aus die mit großer
Energie für die Umwertung der Rieſenſummen, die
all=
jährlich in den Dienſt der Reklame geſtellt werden müſſen,
in Kulturgüter eintritt.
— Kinder, die auf der Reiſe 10 Jahre
alt werden. Kinder vom vollendeten vierten bis zum
zehnten Jahre zahlen auf den deutſchen Eiſenbahnen
be=
kanntlich den halben Fahrpreis. Hierzu iſt jetzt beſtimmt
worden, daß das Alter bei Antritt der Reiſe maßgebend
iſt. Dadurch wird klargeſtellt, daß Kinder
Fahrpreis=
ermäßigung auch für den Reſt der Reiſe behalten, die ihnen
nach ihrem Alter beim Antritt der Reiſe zuſtanden. Sie
können alſo während der Gültigkeitsdauer der Fahrkarte
die Altersgrenze überſchreiten. Sie haben aber keinen
Anſpruch auf die Ermäßigung, wenn die Fahrkarte für ſie
zwar vorher gelöſt, jedoch beim Antritt der Reiſe die
Altersgrenze ſchon überſchritten iſt. Dieſelben Grundſätze
gelten für jugendliche Perſonen, die Fahrpreisermäßigung
genießen.
* Drahtloſe Telephonie unter Waſſer.
Um von Kriegs= und Handelsſchiffen ohne Drah
tele=
graphieren zu können, bedurfte es bisher bekanntlich
hoch=
ragender Maſten, die als Antennen dienen mußten. Sie
bieten ein weithin ſichtbares Ziel für den Feind, und um
ſie vor deſſen Kanonen einigermaßen zu ſchützen, mußten
beſondere Hilfsmittel erfunden werden, ſei es, daß man
in ihre Baſis ſchwere Gewichte einbaute, oder daß man
ſie, wie dies in England und Japan geſchah, auf drei
Beine ſtellte. Eine Erfindung, die vor kurzem, und zwar
in Deutſchland, gemacht worden iſt wird vorausſichtlich
die Maſten überhaupt beſeitigen und den Kriegsſchiffen
der nächſten Zukunft ein völlig verändertes Ausſehen geben.
Die Maſten werden verſchwinden nichts als Schornſteine
und Panzerlürme werden über Deck zu ſehen ſein. Die
Nachrichten aber, die man bisher hoch oben auffing,
wer=
den in den unterſten Räumen des Schiffes, hinter ſeinem
Panzer, aufgefangen werden: von dort aus wird man
drahtlos durchs Meer telephonieren. Mikrotelephoniſche
Apparate ſind in einer entſprechend gebauten Kabine
auf=
geſtellt, und wie bei der drahtloſen Telegraphie werden
ſtarke Ströme ausgeſchickt, aber nicht wie bei dieſer durch
die Luft, ſondern durchs Meer hin. Durchs Meer wird
von Schiff zu Schiff geſprochen werden, gleichgültig, ob
eine Oberfläche ruhig liegt oder von Stürmen aufgewühlt
iſt, unabhängig von jenen Situationen, die die drahtloſe
Telegraphie ſtören, von Nebel und großen
Temperatur=
unterſchieden. Für Rettung aus Schiffsnot iſt die
Tele=
phonie unter Waſſer von ungeheuerer Bedeutung: kann
doch vom Schiff faſt im Moment des Unglücks nicht nur
die Nachricht, ſondern die genaue Lagebezeichnung in
wei=
tem Umkreis hinausgeſprochen werden; alle in der
Reich=
weite befindlichen Schiffe, die Empfangsſtationen an
Bord=
haben, müſſen dieſe Stimme aus der Meerestiefe
verneh=
men. Man muß, wenn man von dieſen beinahe ſchon
er=
füllten Möglichkeiten hört, an Jules Vernes phantaſtiſchen
Zukunftsroman „20000 Meilen unterm Meer” denken.
Aber dieſe vor einigen zwanzig Jahren ausgedachten
Phantaſien, die damals durchaus als Utopien galten, ſind
heute von der Wirklichkeit auf ganz ungeahnte Weiſe
über=
boten, ſie ſind Alltag geworden.
Literariſches.
* Kritiſche Rundſchau, Halbmonats=Zeitung
für deutſche Kultur. Herausgeber: Hans Ludwig Held,
Verlag: Hugo Schmidt. München. Zum Leſen aller
ſchön=
geiſtigen Literatur fehlt im Sortiment die Zeit, noch mehr
für die Lektüre wiſſenſchaftlicher Werke, denen der
Sorti=
menter ohnedies im allgemeinen fremder gegenüberſteht.
Wer insbeſondere ein anſpruchsvolles Publikum zu
be=
dienen hat, wird oft mit der Abgabe eines Urteils oder
einer Inhaltsangabe in Verlegenheit kommen. Die
bis=
her erſcheinenden periodiſchen Druckſchriften werden faſt
alle in größeren Zwiſchenräumen ausgegeben, während
ein öfters erſcheinendes und dabei reichhaltiges Organ
gänzlich fehlt Hier ſoll die „Kritiſche Rundſchau”
Ab=
hilfe bringen. Sie wird vorerſt zweimal im Monat, am
1. und 15., erſcheinen in großem Format als Zeitung und
auf ihren acht Seiten einen Aufſatz, 70—90 Beſprechungen
von meiſt neuen Büchern jeder Richtung, Referate über
Theater, Muſik und wichtige Ausſtellungen, ſowie Notizen
über Ereigniſſe des literariſchen, künſtleriſchen und
gei=
ſtigen Lebens bringen. Eine große Schar von
Mitarbei=
tern ſteht dem bekannten Herausgeber und Redakteur zur
Seite, ſo daß jedes Gebiet fachmänniſch behandelt werden
wird. Jeglicher kritikenſchreibender Dilettantismus iſt
ausgeſchloſſen. Zur ſchnellen, gründlichen Orientierung des
Sortiments und zur ſtändigen Information ſeiner
Kund=
ſchaft wird die „Kritiſche Rundſchau” große Dienſte leiſten
können. Durch dieſe Vorzüge und jenen, billig zu ſein,
bietet ſie ſich dem Sortiment als verläſſigſten, billigſten
Mitarbeiter an.
— Im neueſten Heft der illuſtrierten Zeitſchrift . Zur
Guten Stunde” finden wir ein großes, intereſſantes
Bild, das uns auf eine Welt mit drei Sonnen verſetzt.
Der bekannte=aſtronomiſche Schriftſteller Bruno H. Bürgel
belehrt uns in einer ausführlichen Abhandlung über dieſe
merkwürdigen Sonnenſyſteme und über das, was die
Wiſ=
ſenſchaft von ihnen hat in Erfahrung bringen können. Das
vorliegende Heft iſt das erſte Heft des neuen 27.
Jahr=
ganges der beliebten Familien=Zeitſchrift (Deutſches
Ver=
lagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57. Preis des
Vier=
zehntagsheftes 40 Pf.) und es iſt von einer ſolchen
Reich=
haltigkeit, ſowohl was Bilder wie Tertmalerei anbetrifft,
daß es kaum möglich iſt, auf einem knappen Raum auch
nur das Wichtigſte hervorzuheben. Zwei große Romane
bilden den Hauptleſeſtoff des Heftes. Novellen, Gedichte,
kleinere Erzählungen ſchließen ſich an. Von den zumeiſt
reich illuſtrierten, belehrenden Aufſätzen erwähnen wir
die Arbeiten „Die Maske des Schauſpielers” von Karl
Pauli, ein intereſſantes Feuilleton „Ueber das Leben der
Fröſche”, eine ſehr lehrreiche Abhandlung über die
merk=
würdigen, heute wieder in Aufnahme gekommenen
Ver=
ſuche zur Auffindung unterirdiſcher Quellen mit der
Wün=
ſchelrute. Wieder eine andere Plauderei beſchäftigt ſich
mit einigen in Theben gefundenen 4000 Jahre alten
Kunſt=
werken. Beſonderes Intereſſe verdienen Oranges
präch=
tiges Gemälde „Napoleon verläßt den brennenden Kreml
zu Moskau” und die dieſem Bilde beigegebene, moderne
geſchichtliche Forſchungen berückſichtigende Abhandlung
„Wer hat Moskau angezündet‟. In einer Beilage „
Erfin=
dungen und Entdeckungen” wird das Neueſte aus dem
Ge=
biet der Naturwiſſenſchaft und Technik zur Mitteilung
ge=
bracht. Eine andere Beilage Für unſere Frauen” berichtet
über alle Neuheiten in Haus, Hof, Küche und Keller. Von
den vielen Bildern erwähnen wir nur die farbige
Kunſt=
beilage „A Wetter kimmt” nach dem humorvollen Gemälde
von A. Roeſeler und Karl Deikers originells Bild „Der
Retter in den Lüſten”.
* Neu erſchienene Broſchüren: Unſer
täg=
lich Brot. Ernährungsfragen unter Betonung
biologi=
ſcher Geſichtspunkte von Fritz Kleinſorgen. Erd=Verlag,
Elberfeld. — Das Vaterhaus. Wie Suchers zu einem
Vaterhaus kamen. Von Profeſſor O. Schwindrazheim,
Altona. Preis 1 Mk. Heimkultur=Verlag, Weſtdeutſche
Verlagsgeſellſchaft m. b. H., Wiesbaden. — Die
Revolu=
lion in China. Von Martin Maier=Hugendubel (
Ver=
faſſer von Die gelbe Gefahr” uſw.). Mit einer Vorrede
von Profeſſor D. von Wurſter in Tübingen. Zweite
Auf=
lage. (Viertes bis ſechſtes Tauſend.) Verlag von
Johan=
nes Blanke, Konſtanz (Baden). — Illuſtrierte
Haus=
bibliothek für nützliche und belehrende Beſchäftigung.
Hubert.
Herausgegeben und verfaßt von Wilhelm
Band 31: Pendeluhr. Mit 23 Abbildungen. Pößneck
i. Thür. Verlag von Hermann Schneider Nachf. —
Dauer=
heilung der Herzſchwäche und der von ihr abhängigen
chroniſchen Leiden. Von Dr. med. Böſſer, Arzt in
Alten=
ſchlirf, O.=H. (Haus „Am Wilden Stein”). Im
Selbſt=
verlag, 1913. — Wie mache ich mein Teſtament ohne
Rechtsanwalt und ohne Notar? Das Erbrecht.
Gemein=
verſtändliche Darſtellung des Geſetzes nebſt zahlreichen
Teſtamentsentwürfen und =beiſpielen. (Verfaſſer Hans
Baumgartens
Luſtig, kaufmänniſcher Sachverſtändiger.
Verlagsbuchhandlung, Saarbrücken 3; Preis 1,10 Mk.)
4. Auflage.
Vom Balkan.
Die ſerbiſch=albaniſchen Kämpfe.
* Belgrad, 24. Sept. Die für die Operationen
gegen die Albaneſen aus acht Regimentern
ge=
bildete Drina=Diviſion befindet ſich auf dem Marſche nach
der albaniſchen Grenze.
* Belgrad, 24. Sept. Das Serbiſche Preſſebureau
veröffentlicht folgendes Communiqué: Die ernſten
Ereigniſſe an der albaniſchen Grenze, von
denen geſtern die Rede war. zwangen die Regierung, ſich
mit den Mitteln zu beſchäftigen, die zum Schutze der von
Albanern angegriffenen ſerbiſchen Gebiete geeignet ſind.
Zu dieſem Zwecke wurde die Mobiliſierung der Morawa=
Diviſion angeordnet. Außerdem wurden alle Maßregeln
ergriffen, um die Sicherheit in dieſen Gegenden aufrecht
zu erhalten.
* Wien, 24. Sept. Die ſerbiſchen Vertreter
bei den Großmächten ſind beauftragt worden, den
Kabinetten mitzuteilen, daß ſich die ſerbiſche Regierung
durch die Unruhen an der albaniſchen Grenze in einer
ſchwierigen Lage befinde und ſich genötigt ſehe, mit
Waffengewalt einzuſchreiten. Die öſterreichiſche
Regie=
rung hat dieſe Mitteilung der ſerbiſchen Regierung
vor=
läufig zur Kenntnis genommen. Das Auswärtige Amt
beobachtet die Richtlinien ſtrengſter Zurückhaltung. Auch
gegenüber der franzöſiſchen Preßhetze, wonach Oeſterreich
die neueſte Balkanſituation indirekt verſchuldet habe, wird
am Ballplatz vollſtändige Apathie bewahrt.
* Paris, 25. Sept. Nach einer Blättermeldung aus
Konſtantinopel iſt die türkiſche Regierung
ent=
ſchloſſen, dem albaniſchen Abenteuer fernzubleiben.
In den letzten Tagen ſeien viele Albanier aus
Konſtan=
tinopel ausgewieſen worden.
* Wien, 25. Sept. Gegenüber den Berichten über
den Albaneſenaufſtand in Neuſerbien
empfiehlt das Neue Wiener Tageblatt möglichſte Reſerve,
Kühle und Nüchternheit bei der Beobachtung der
weite=
ren Entwickelung. Nirgends mehr als in Oeſterreich=
Ungarn habe man Grund, dieſe Vorgänge aufmerkſam
zu verfolgen, und nirgends mehr als in Wien und Rom
werde die Störung der ruhigen Konſtituierung des neuen
Albaniens bedauert. Oeſterreich=Ungarn und Italien
hätten dem europäiſchen Frieden anerkanntermaßen einen
großen Dienſt geleiſtet, als ſie trotz des großen
Unbe=
hagens ihre Unterſchrift unter das Londoner Protokoll
ſetzten. Die Durchführung der Londoner Beſchlüſſe ſei
jetzt aber auch die Grundlage für die Haltung Oeſterreich=
Ungarns; ebenſo habe Serbien ſeine Verpflichtungen zu
erfüllen. Oeſterreich=Ungarn werde den Albaneſen die
Wahrung der Ruhe dringendſt nahelegen, Serbien aber
ſolle bei den Bemühungen zur Herſtellung der Ruhe das
in London abgegrenzte Albanien reſpektieren. Jeder
Schritt über das unbedingt Nötige hinaus könne für
Ser=
bien nur neue Schwierigkeiten verurſachen. Gegenüber
der etwaigen Neigung in manchen politiſchen Zentren
des Auslandes, die Lage ſehr peſſimiſtiſch aufzufaſſen,
um den großen militäriſchen Vorkehrungen Serbiens
Nachdruck und Berechtigung zu geben, könne nur neuerlich
konſtatiert werden, daß Oeſterreich=Ungarn auf den
Lon=
doner Abmachungen beharre und vorläufig eine
inter=
nationale Komplikation nicht zu beſorgen ſei.
Bulgariſche Beſchuldigungen und Rechtfertigungen.
* Sofia, 24. Sept. Die Agence Bulgare meldet:
Die ſerbiſchen Behörden führen in den
Ortſchaf=
ten des Bezirks Radoviſchte und im ganzen übrigen
Mazedonien, deſſen Bevölkerung maſſenweiſe flüchtet, ein
Schreckensregiment ein. Hundert Flüchtlinge ſind
aus dem Strumitzabezirk hier eingetroffen und vermehren
die ſchon ſehr große Zahl von Flüchtlingen. Die
bulga=
riſche Regierung übermittelte deshalb der ruſſiſchen Ge=
ſandtſchaft, welche die ſerbiſche Regierung vertritt, eine
Note. Die griechiſchen und türkiſchen Einwohner von
Melnik, welche die griechiſchen Militärbehörden nach der
Zerſtörung ihres Eigentums gewaltſam mit ſich führten,
um ſie angeblich vor der bulgariſchen Herrſchaft zu retten.
und die in die kleine Stadt Kruſchovo im Bezirk Serres
gebracht worden waren, wollten nach Bulgarien
zurück=
kehren. Der Kommandant von Kruſchovo, Leutnant
Dimitri Djiba, verweigerte die Erlaubnis zur Rückkehr.
Er ließ einige verhaften und vor das Kriegsgericht
füh=
ren. Einer Anzahl Muſelmanen gelang es, zu
entkom=
men. Sie erzählten, daß die griechiſchen Offiziere ihnen
alles, was ſie bei ſich gehabt hätten, fortnahmen.
* Sofia, 25. Sept. (Agence Bulgare.) Mit Bezug
auf die tendenziöſen Meldungen eines auswärtigen
Blat=
tes aus Adrianopel, wonach die Verwaltung der
bulgariſchen Behörden kläglich und ungerecht
ge=
weſen ſei und die Bulaaren Gewalttaten begangen hätten,
richtete der frühere Militärgouverneur Thraziens.
Ge=
neral Vazow, an Profeſſor Miljukow ein Mitglied der
Carnegiekommiſſion, ein Schreiben, in dem er gegen dieſe
Behauptungen proteſtiert. Die Bulgaren hätten
Adria=
nopel, ſowie auch Thrazien als ziviliſiertes, von
Huma=
nitätsgefühlen beſeeltes Volk, als Befreier und nicht als
Eroberer verwaltet, das hätten der ruſſiſche Botſchafter
in Adrianopel, der engliſche General Broadwood, der mit
dem engliſchen Konſul beauftragt war, an die Gefangenen
und an die muſelmaniſche Bevölkerung nach dem Fall der
Feſtung Unterſtützungen zu verteilen, durch ihre
Erklärun=
gen bezeugt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. Sept. Wie aus Viktoria (Kamerunf
unter dem 24. September gemeldet wird, hat ſich dem
Staatsſekretär Dr. Solf gelegentlich ſeiner Fahrt mit
der Nordbahn am 14. September Gelegenheit geboten zur
Beſichtigung vielverſprechender Tabakpflanzungen und
rei=
cher Oelpalmenbeſtände. Vom 15. bis 23. September
unter=
nahm Dr. Solf einen Ritt über die Mboe=Ebene nach
Dſchang. Hierbei wurden überraſchend viele fruchtbare
Eingeborenenkulturen angetroffen Am 24. September
fuhr der Staatsſekretär mit dem Dampfer „Henny
Woer=
mann” nach Lagos. Der Geſamteindruck, den der
Staats=
ſekretär von Kamerun gewonnen hat, iſt ein äußerſt
befrie=
digender. Allein die Oelpalme ſichert die Zukunft des
Schutzgebietes. Dringend erforderlich iſt ein ſofortiger
Ausbau des Eiſenbahnnetzes.
* Kaſſel, 25. Sept. Die für die Tage der
Tauſend=
jahrfeier drohende Gefahr eines
Straßenbah=
nerſtreiks dürfte beſeitigt ſein, nachdem heute mittag
von der Direktion der Großen Kaſſeler Straßenbahn in
Gegenwart des Oberbürgermeiſters Vertretern des
deut=
ſchen Transvortarbeiterverbandes und einer Kommiſſion
der Straßenbahnangeſtellten die Erklärung abgegeben
wor=
den iſt, daß ſie nach Benehmen mit der ſobald als möglich
einzuberufenden Aufſichtsratsſitzung eine den Wünſchen
der Angeſtellten nach Möglichkeit Rechnung tragende
Re=
gelung der Lohnverhältniſſe eintreten laſſen werde.
* Stuttgart. 25. Sept. Die 3 2.
Jahresver=
ſammlung des deutſchen Vereins für
Ar=
menpflege und Wohltätigkeit wurde heute
vor=
mittag in Gegenwart des Miniſters des Innern v.
Fleiſch=
hauer eröffnet, der die Grüße und Glückwünſche des Könias
und der württembergiſchen Regierung überbrachte,
wäh=
rend die Königin durch Kabinettsrat v. Kübel vertreten
war Die Grüße der Reichsregierung und des
Reichs=
kanzlers überbrachte Geh. Regierungsrat und vortragender
Rat im Reichsamt des Innern Dr. Jung. Nachdem noch
Oberbürgermeiſter Lautenſchlager die Jahresverſammlung
begrüßt hatte, wurde in die Tagesordnung, betreffend die
Schaffung eines Reichsarmenrechts, eingetreten. Sieben
Vorträge behandeln die einzelnen Fragen des Tages.
* Hamburg. 25. Sept. Auf die
Huldigungstele=
gramme des 37. Kongreſſes für innere
Miſ=
ſion in Hamburg gingen folgende Antworten ein: Seine
Majeſtät der Kaiſer und König haben die
Huldigungs=
grüße der dort verſammelten evangeliſchen Männer und
Frauen gern entgegengenommen und haben ſich über das
freundliche Gedenken allerhöchſt Ihrer Anteilnahme an der
geſegneten Arbeit auf dem Gebiete der inneren Miſſion
ge=
freut. Seine Majeſtät laſſen herzlich danken und werden
den für die evangeliſche Kirche und das deutſche Volk ſo
bedeutungsvollen Beſtrebungen auch fernerhin tunlichſte
Förderung zuteil werden laſſen. Auf allerhöchſten Befehl
der Geheime Kabinettsrat v. Valentini. — Von der
Kai=
ſerin ging folgendes Telegramm ein: Ich danke herzlichſt
für Ihr Begrüßungstelegramm. Es iſt mir eine ernſte
Pflicht, an den Arbeiten für das geiſtige Wohl unſeres
Volkes mitzuhelfen. Ich erhoffe von den Beratungen auf
dem 37. Kongreß für innere Miſſion für die Weiterarbeit,
ihre Ausdehnung und Vertiefung gute Erfolge. Auguſte
Viktoria I. R.
* Halle a. S., 25. Sept. Der ordentliche Profeſſor am
Landwirtſchaftlichen Inſtitut der Univerſität, Simon
Nathuſius, iſt im 48. Lebensjahre an den Folgen
einer Ohrenoperation geſtorben.
* Breſt, 25. Sept. Das ruſſiſche Geſchwader
iſt um 10.30 Uhr nach Kriſtianſund abgefahren.
* London, 25. Sept. In einem der erſten Hotels von
Leicheſter wurde geſtern ein Mann namens Cona
Wat=
ſon verhaftet. Er hatte in den beſten Hotels große
Mengen von koſtbaren Schmuckſachen
zu=
ammengeſtohlen.
* Paris, 25. Sept. Die 13jährige Bucklige Blanche
Hué erſchoß ſich geſtern in Abweſenheit ihrer Eltern.
Sie war ſofort tot. Das Kind war in der Schule von
Ka=
meraden verſpottet worden, was der Anlaß zu dem
Selbſt=
mord ſein dürfte.
Berlin, 25. Sept. Der Komponiſt Profeſſor
Tau=
bert, Senatsmitalied der Kgl. Akademie, feiert heute
ſeinen 75. Geburtstag. Es gratulierten u. a. die Akademie
der Künſte. Engelbert Humperdinck, Geheimrat
Fried=
länder und Profeſſor Holländer.
Charlottenburg, 25. Sept. An der Ecke der
Krumme=
ſtraße ſtießen heute vormittag zwei Automobile
ſo heftig zuſammen, daß ein vorübergehender Arbeiter
und ein Dienſtmädchen ſchwer verletzt wurden.
— Frankfurt a. O., 25. Sept. Der Reaierungspräſident
hat eine Belohnung von 1000 Mark
ausge=
ſetzt für Nachrichten über den Verbleib der
verſchwun=
denen Wirtſchafterin Galle.
— Peſt, 25. Sept. Ein Schäferhund verletzte die
Beſitzerin ſchwer und hierauf zwei Poliziſten. 30
Poliziſten verfolgten das anſcheinend tolle Tier und es
gelang ihnen, den Hund zu erſchießen, nachdem es noch
zwei Poliziſten gebiſſen hatte.
— Paris, 25. Sept. In einer Villa in der
Sommer=
friſche Veſinet wurde eine 22jährige Dame tot in ihrem
Bette aufgefunden. Es ſtellte ſich heraus daß ſie eine
leidenſchaftliche Aethertrinkerin war und an den
Folgen einer Aethervergiftung geſtorben iſt.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
Nummer 226.
Briefkaſten.
E. D. Wir verweiſen Sie auf § 360, Poſ. 10, des
Reichsſtrafgeſetzbuches. Es heißt daſelbſt: „Wer bei
Un=
glücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not von der
Po=
lizeibehörde oder deren Stellvertreter zur Hilfe
aufge=
fordert, keine Folge leiſtet, obgleich er der Aufforderung
ohne erhebliche eigene Gefahr genügen konnte, wird mit
Geldſtrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft beſtraft.”
Hieraus kann abgeleitet werden, daß der Ziviliſt, der
einer entſprechenden Aufforderung eines Polizeibeamten
folgt und hierbei zu Schaden kommt, einen begründeten
Anſpruch auf Schadenserſätz hat.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Im Bereiche hohen Druckes hatten wir geſtern
heiteres, tagsüber warmes, nachts ſehr kühles Wetter;
in höheren Lagen trat Nachtfroſt ein (Lauterbach
Minimum 0,5 9. Der hohe Druck hat an Stärke
zuge=
nommen und ſich weiter ſüdwärts ausgebreitet; das
weſtliche Tief hat ſich ebenfalls verſtärkt und mit ſeinem
Kern nach Jsland verlagert. Wir werden morgen unter
Hochdruckeinfluß bleiben und mit Fortdauer der
be=
ſtehenden Witterung rechnen können,
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 26. Sept.:
Meiſt heiter und trocken, tagsüber warm, nachts kühl,
ſtellenweiſe Nachtfroſt.
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mit ihrem Wirtſchaftsgelde hauszuhalten und es
ihrer Familie mit möglichſt wenig Koſten behaglich zu
machen weiß. Solche Hausfrauen werden froh
über=
raſcht ſein, wenn ſie einmal einen Verſuch mit dem
vor=
züglichen Seeligs Kornkaffee machen. Daß er
außer durch ſeine ausgezeichnete Qualität und ſeinen
billigen Preis auch geſundheitlich große Vorzüge bietet,
wird dadurch bewieſen, daß er von den Aerzten ſehr
empfohlen wird und daß er auch in vielen Familien
ge=
trunken wird, denen es auf die Qualität ſehr, auf den
Preis aber nur wenig ankommt.
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Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
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nach Hamburg. „Eincinnati” 23. Sept. 10 Uhr morgens
von Boſton über Plymouth und Boulogne nach
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ſylvania”, von Neu=York kommend, 23. Sept. 7 Uhr
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22. Sept. 5 Uhr nachm. von Hongkong nach Singapore.
„Andaluſia” 23. Sept. nachm. in Port Said, ausgehend.
„Belgravia” 23. Sept. 3 Uhr nachm. von Singapore nach
Colombo. „Braſilia‟ 23. Sept. mittags Queſſant paſſiert,
ausgehend. „Brisgavia” 23. Sept. in Seattle,
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kehrend. „C. Ferd. Laciß” 23. Sept. 3 Uhr nachm. von
Hongkong nach Manila. „Grgecia” 23. Sept. 6 Uhr
abends von Hongkong nach Singapore. „Iſtria”
24. Sept. 12 Uhr 15 Min. morgens von Cuxhaven nach
Bremerhaven. „Liberia” 22. Sept. in Kobe, ausgehend.
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„Sachſen” 23. Sept. in Hankow. „Senegambia” 23. Sept.
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4 Uhr nachm. von Bremerhaven. „Barbaroſſa‟ 20. Sept.
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1 Uhr vorm. in Neu=York. „George Waſhington”
21. Sept. 8 Uhr 45 Min. von Cherbourg. „Prinzeß
Alice‟ 21. Sept. 10 Uhr nachm. von Gibraltar. „Bülow‟
21. Sept. 7 Uhr nachm. von Aden. „Lützow‟ 23. Sept.
8 Uhr vorm. in Singapore. „Prinz Ludwig” 21. Sept.
12 Uhr mittags in Kobe. „Gneiſenau” 22. Sept. 6 Uhr
vorm. in Schanghat. Derfflinger” 21. Sept. 4 Uhr
nachm. in Colombo. „Kleiſt‟ 23. Sept. 12 Uhr mittags
von Port Said. „Prinz Eitel Friedrich” 22. Sept. 4 Uhr
morgens von Antwerpen. „Seydlitz” 23. Sept. 10 Uhr
vorm. von Southampton. Ziethen” 21. Sept. 11 Uhr
vorm. von Fremantle. „Weſtfalen‟ 21. Sept. 5 Uhr
22. Sept. 3 Uhr
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„Sierra Ventana” 22. Sept. von Liſſabon.
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von Pernambuco. „Crefeld” 21. Sept. in Antwerpen.
„Prinz Heinrich” 22. Sept. 11 Uhr nachm. in Alexandrien.
„Prinz Sigismund” 22. Sept. 6 Uhr vorm. von Brisbane.
„Manila‟ 22. Sept. von Makaſſar.
Statt beſonderer Anzeige.
Geſtern mittag 1 Uhr verſchied nach
langem, ſchwerem, mit großer Geduld
er=
tragenem Leiden meine geliebte Tochter, mein
Letztes auf der Welt
(19915
Marie Scherbarth
Hofſchauſpielerin i. P.
Um ſtille Teilnahme bittet
in tiefer Trauer:
Sofie Jirsak.
Darmſtadt, den 25. September 1913.
Schloßgartenſtraße 67.
Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags
4 Uhr, vom Portale des Friedhofs aus, ſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Tiefbewegt hiermit die ſchmerzliche
Mit=
teilung, daß heute 3 Uhr nachmittags meine
geliebte Frau, unſere gute Mutter, meine
Schweſter, Schwägerin und Tante
(19883
Berta Held
geb. Geisel aus Romrod
nach ſchwerem Leiden im 43. Lebensjahre
ent=
ſchlafen iſt.
L. Held, Kreis=Oberwachtmeiſter
und 2 Kinder,
Hrch. Geiſel und Familie.
Darmſtadt, 24. September 1913.
Die Beerdigung findet Samstag, den 27. ds.
Mts., nachmittägs 2½ Uhr, vom Eingange
des ſtädt. Friedhofs aus, ſtatt.
Eottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 26. September:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 15 Min.
Samstag, den 27. September:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr.
Gottesdienſt für die Selichothtage: Morgens 6 Uhr 30 Min=
Ereo Roſch=Haſchonoh: Morgens 6 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religionz=
geſellſchaft.
Samstag, den 27. September:
Vorabend 5 Uhr 45 Min. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 7 Uhr.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 28. September, an:
Morgens 5 Uhr. Nachmittags 5 Uhr 30 Min.
Montag und Dienstag: Morgens 5 Uhr 15 Min.
Mittwoch: Morgens 4 Uhr 45 Min.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½ Uhr
(Ab. D): „Wenn ich König wäre‟
Konzert um 8 Uhr im Burgerkeller.
Bilder vom Tage (Auslage Expedition Rheinſtr. 23):
Zur Tauſendjahrfeier der Städt Kaſſel: Blick aus einem
Zeppelin=Luftſchiff auf den Kaſſeler Juſtizpalaſt. — Ein
deutſcher Bahnhof in der Schweiz: der neue badiſche
Bahnhof in Baſel Ueberſicht der Gleisanlagen für der.
Perſonenverkehr Mittelbau und Haupteingang. — Die
folgenſchwere Exploſionskataſtrophe in Koburg: die
Trümmer des eingeſtürzten Hauſes.
Eine große
Probemobilmachung in Dänemark.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 27. September.
Hofreite=Verſteigerung des Friedrich Eckart
(Blumenthalſtraße 69) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Dünger =Verſteigerung um 9 Uhr in der
Dra=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 24).
Kunſthalke am Rheintor, geöſinet Wertras von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hoſbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für der Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
An unſere Leſer und Geſchäftsfreunde!
Das „Darmſtädter Tagblatt” erſcheint bereits
ab 28. September regelmäßig Honntags.
Der Bezugspreis von 60 Pfg. monatlich (1.80 Mk. vierteljährlich) frei ins Haus geliefert bleibt unverändert, es tritt alſo
Reine Erhöhung desſelben ein.
Da zufolge der geſetzlichen Beſtimmungen betreffend die Honntagsruhe das Austragen des Blattes innerhalb eines beſtimmten
Zeitraumes (6—9 Uhr früh) vonſtatten gehen muß, richten wir hiermit an die Abonnenten die höfliche Bitte, ihrerſeits Vorkehrungen
treffen zu wollen, die eine prompte und ſichere Zuſtellung unſeres Blattes
am Sonntag Morgen
ermöglichen, ſei es durch rechtzeitiges öffnen der Haustüren oder durch Anbringen geeigneter Briefkaſten. — Unſer hieſiges, ſowie
auswärtiges Trägerperſonal iſt ſtreng angewieſen, die Zuſtellung des Blattes auch am Sonntag gewiſſenhaft zu beſorgen.
3wecks Ausgabe des „Darmſtädter Tagblatts” an die Schalterabonnenten iſt unſere Expedition Sonntags von 8—9 Uhr
vormittags geöffnet.
Unſere Inſerenten bitten wir gefl. davon Kenntnis nehmen zu wollen, daß die Annahme von Anzeigen, die für die
Sonntags=
oder Montagsausgabe beſtimmt ſind,
erfolgt.
bis Samstag Nachmittag 5 Uhr
Geſchäftsſtelle des „Darmſtädter Tagblatt”.
Nummer 226.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
Seite 9.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
Nummer 226.
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Nummer 226.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Septemper 1913.
Seite 41.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Hofhund. 2 deutſche Schäferhunde (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
löſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(19913
Aufnahme der Viehbeſtände in Ausführung
des Reichsviehſeuchengeſetzes.
Die Liſte der hieſigen Beſitzer von Pferden, die nach den
Be=
ſtimmungen des Ausführungsgeſetzes zum Reichhviehſeuchengeſetz
bei=
tragspflichtig ſind, liegt vom 26.= September bis einſchl. 3. Oktober
d. Js. im Stadthaus, Zimmer 56, offen.
Einwendungen ſind ebendaſelbſt während der Offenlage
vor=
zubringen.
Darmſtadt, den 24. September 1913.
(19898fsm
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete.
Zum bevorſtehenden Vierteljahreswechſel bringe ich nachſtehendes
Ortsſtatut wiederholt zur Kenntnis. Wenn nicht anderes vereinbart
iſt, iſt für die Dauer der ſtatutariſchen Räumungsfriſten Mietzins
an den bisherigen Vermieter nicht zu entrichten.
(19765msm
Darmſtadt, den 20. September 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Mueller.
Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Stadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach
An=
hörung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. J.
37271 folgendes Orsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in
Kraft treten.
§ 1. Endigt das Mietverhältnis am Schluſſe eines
Kalender=
vierteljahres, ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume
durch den Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b) bei mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
c) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die im § 1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur mit
der Beſchränkung gewährt, daß.
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und
et=
waigem Zubehör beſtehen, zwei Zimmer
ſchon am erſten Tag des folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr
mit=
tags, vollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des
Miet=
verhältniſſes ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen
ſo finden die Vorſchriften der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder ver
tragsmäßig zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung
einer Kündigungsfriſt gekündigt, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2
bezeich=
neten Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§ 1, 2 die Räumung
ganz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder einen
ſtaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die Stelle des
Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1906.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Morneweg.
Bekanntmachung
Vom 1. Oktober d. J. ab wird die Güterabfertigung Darmſtadt
Hauptbahnhof verſuchsweiſe ermächtigt, Anträge auf Entſchädigung
aus dem Frachtvertrage über die Beförderung von Gütern und
lebenden Tieren im deutſchen Verkehr, die wegen Verluſts, Minderung
und Beſchädigung oder wegen Verzögerung der Beförderung erhoben
werden, ſelbſtändig zu erledigen, wenn ſie die Verſand=oder
Empfangs=
abfertigung iſt und wenn der zu zahlende Entſchädigungsbetrag bei
Sendungen des Binnenverkehrs der preußiſch=heſſiſchen Staatsbahnen
den Betrag von 30 Mark für die Sendung, bei Sendungen des
deutſchen Wechſelverkehrs den Betrag von 10 Mark für die Sendung
nichtf überſteigt. Die Ermächtigung wird jedoch nur für die Fälle
erteilt, in denen nach Klarſtellung des Sachverhalts baldige Einigung
durch mündliche oder telephoniſche Verhandlung mit dem
Antrag=
ſteller erzielt werden kann.
In zweifelhaften Fällen ſowie in allen Fällen, in denen der
Anſpruch auf Vorſatz oder grobe Fahrläſſigkeit der Eiſenbahn geſtützt
wird, bleibt nach wie vor das Verkehrsamt zuſtändig, dem die
Ab=
fertigung die Sache zur Entſcheidung vorzulegen hat. Die
Ermäch=
tigung der Abfertigungsſtellen zur Zahlung einer Entſchädigung bezieht
ſich ferner nur auf die Fälle, in denen nach dem pflichtmäßigen
Ermeſſen des Vorſtehers der Abfertigung oder ſeines Vertreters eine
rechtliche Verbindlichkeit der Eiſenbahnverwaltung zur
Schadlos=
haltung vorliegt. Die Entſcheidung darüber, ob etwa aus
Billig=
keitsgründen eine Entſchädigung geleiſtet werden kann, bleibt dem
Verkehrsamt vorbehalten. Anträge auf Entſchädigungen ſind bei den
genannten Abfertigungsſtellen ſchriftlich anzubringen.
Mainz, den 20. September 1913.
Königlich Preußiſche und Großherzoglich Heſſiſche
Eiſenbahndirektion.
(IV,19947,74
(Flegel=, Maſchinen
Roggen, Hafer, Heu und Roggenſtroh platt= u.
Preßlang=
ſtroh) wird gekauft. Heu und Stroh jedoch nur nach vorheriger
Proviantamt Darmstadt.
(IV. 19908,87)
Anfrage.
Bekanntmachung.
Freitag, 7. November I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Johann Georg Jacob
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
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Holz=
ſtraße Nr. 11,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K67/13
verſteigert werden.
Darmſtadt, 20. September 1913.
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Oberverſicherungs=
amt iſt die Schließung der
unterzeichneten
Gemeindekranken=
verſicherung mit Wirkung des
Ab=
laufs des Jahres 1913
angeord=
net worden.
Dies wird unter dem Hinweis
zur öffentlichen Kenntnis gebracht,
daß die Befriedigung von
Gläu=
bigern, die ihre Forderungen nicht
binnen drei Monaten nach dieſer
Bekanntmachung anmelden, ver
weigert werden kann. Für
An=
ſprüche aus der Verſicherung
gilt dies nicht.
(19944
Weiterſtadt, 25. Sept. 1913.
Der Vorſtand der
Gemeinde=Krankenverſicherung.
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Die Beleidigung, Fr. Eimer u
Frl. Hotes in Gr. Meſſel
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ſproch. haben ſoll, nehme ich zurück.
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(K46/13
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das
einge=
legte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, 8. September 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
J. V.: Gauß, (V,18889
älteſter Gerichtsmann.
Bekanntmachung.
Freitag, den 3. Oktober I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Heinrich Jacoby VIII
Eheleuten dahier gehörige
Liegen=
ſchaft:
qm
Nr.
Flur
773 484 Hofreite Lieb=
II
frauenſtraße
Nr. 81,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K40/13
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das
einge=
legte Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 19. September 1913,
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
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Im Verlauf der nächſten Tage mußte es für den
klei=
nen Kreis von Sommerfriſchlern, der ſich an jedem
Mit=
tag und an jedem Abend um die Table d’hote des
Gaſt=
hofs „Zur Poſt” zuſammenfand, durchaus den Anſchein
gewinnen, als hätte ſich zwiſchen dem neuen Ankömmling,
deſſen verſchloſſenes und gedrücktes Weſen im allgemeinen
wenig Sympathie erweckte, und dem ſcharmanten,
allbe=
liebten Baron von Leiningen ein recht herzliches
Freund=
ſchaftsverhältnis herausgebildet. Man ſah das ſchöne
Fräulein Seyfried niemals anders als in der Geſellſchaft
der beiden Herren, die ſich ohne alle gegenſeitige
Eifer=
ſucht mit gleichem Eifer um ihre Gunſt zu bemühen
ſchie=
nen. Und wenn man auch nicht daran zweifelte, daß ſie
ſchließlich dem eleganten, heiteren Kavalier, der ſo
harm=
los liebenswürdig von ſeinen mannigfachen Reiſe= und
Sport=Abenteuern zu plaudern wußte, zuletzt vor dem
ſteifen, ſchweigſamen Gelehrten den Vorzug geben würde,
ſo hatte man doch insgeheim ſein Vergnügen an der
Ge=
ſchicklichkeit, mit der ſie ihre Freundlichkeiten zwiſchen
beiden zu verteilen wußte.
Wer unter all dieſen oberflächlichen Beobachtern hätte
denn auch ahnen ſollen, daß hier ein gemartertes
Men=
ſchenherz Stunde um Stunde die grauſamſten Qualen zu
erdulden hatte!
Schon am zweiten Abend nach ſeiner Ankunft in
Len=
genbach hatte Werner Marold in heller Verzweiflung
ſeinen Koffer gepackt, weil es ihn unmöglich dünkte, den
unwürdigen Zuſtand, zu dem er ſich durch Magda verur=
teilt ſah, länger zu ertragen. In der Frühe des nächſten
Tages hatte er abreiſen wollen, ein mit ſich ſelbſt
zerfalle=
ner, innerlich gebrochener Mann. Aber in eben dieſer
Morgenfrühe hatte er unter ſeinem Fenſter den lockenden
Klang einer weichen, dunklen Frauenſtimme gehört, die
zu ihm hinaufrief, ob er ſie auf einem Spaziergang an
den Tyburger See begleiten wolle. Und er hatte alles
ſtehen und liegen laſſen, um dem Sirenenrufe zu folgen.
Eine ganze Stunde lang hatte er bei dieſer
Morgen=
promenade das Glück genoſſen, mit ihr allein zu ſein, denn
der ſonſt unvermeidliche Herr von Leiningen hatte ſich erſt
oben am See zu ihnen geſellt. Und was Magda während
dieſer Stunde zu ihm geſprochen, mußte wohl
verheißungs=
voll genug geweſen ſein, ſeine Entſchlüſſe abermals zu
ändern. Denn von einer Abreiſe war nicht mehr die
Rede, und ſein Benehmen gegen den Baron, der ſich mit
der Offenherzigkeit eines echten Naturkindes um ſeine
Freundſchaft zu bewerben ſchien, wurde von dieſem
Augenblick an um vieles ungezwungener und freundlicher.
Die Glücksſtimmung aber, nach der ſeine Seele dürſtete,
ſtellte ſich auch jetzt nicht ein. Unabläſſig zwiſchen Zweifel
und Hoffnung hin= und hergeworfen, und ſelbſt im
Augen=
blick des Hoffens gepeinigt von einer niederdrückenden
Un=
zufriedenheit mit ſich ſelbſt, ging Werner Marold neben
den beiden allezeit fröhlichen Menſchen dahin, auf deren
Geſellſchaft er bei aller Pein, die ſie ihm zuweilen bereitete,
doch nicht für eine einzige Stunde verzichten mochte.
Wieder ſaßen die drei an einem der kleinen
Frühſtücks=
tiſche in der Veranda, als die impoſante Andreas=Hofer=
Geſtalt des echt tiroleriſch treuherzigen Wirtes zu ihnen
trat.
Der wackere Hann=Tobi, der zugleich Poſthalter von
Lengenbach war, hielt einen dickleibigen, fünfmal geſiegel=
ten Brief in der Hand und legte ihn nebſt dem
Quittungs=
formular und der eingetunkten Feder vor Werner Marold
auf den Tiſch.
Für Sie, Herr Doktor! ſagte er feierlich. Weils eine
gar ſo große Summe iſt, wollte ich’s Ihnen doch lieber
ſelbſt übergeben.
Während Werner mit raſchem Federzuge die
Emp=
fangsbeſtätigung unterfertigte, lag der Brief neben ihm
auf der Tiſchplatte, und es bedurfte für die beiden anderen
nicht mehr als eines flüchtigen Blickes, um die von einer
Kanzliſtenhand in großen Buchſtaben hingemalte
Auf=
ſchrift: „Inliegend fünfzehntauſend Mark” leſen zu laſſen.
Sie verhielten ſich ſchweigend, bis der Wirt ſich wieder
zurückgezogen hatte, und nur ein einziger, blitzſchneller
Blick des Einverſtändniſſes flog hinüber und herüber
zwi=
ſchen ihnen. Aber als ſie wieder allein waren, ſagte
Magda lächelnd:
Sie müſſen ja große Abſichten haben, Herr Doktor,
wenn Sie ſich mit einem ſo ausgiebigen Reiſepfennig
ver=
ſehen laſſen.
Werner, der den Umſchlag uneröffnet in die
Bruſt=
taſche geſchoben hatte, bemühte ſich, auf ihren ſcherzenden
Ton einzugehen.
Vielleicht vermuten Sie, daß ich ein ſchlechtes
Gewiſ=
ſen habe und auf dem Punkte bin, mich über Langenbach
auf den Weg nach Amerika oder Auſtralien zu machen.
Aber die Urſache dieſer Sendung iſt von weniger
verfäng=
licher Art. Sie ſtellt das Legat dar, mit dem ein vor
eini=
gen Monaten verſtorbener entfernter Verwandter mich
letztwillig bedacht hat und das der Teſtamentsvollſtrecker
mir jetzt ungeſchickterweiſe hierher ſchickt, ſtatt meine
Heim=
kehr abzuwarten.
Damit war der Gegenſtand erledigt, für den weder
Magda noch der Baron irgendwelches weitere Intereſſe
an den Tag legten, und man nahm die vorhin unter=
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
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brochene Unterhaltung wieder auf. Werner hatte davon
geſprochen, daß er in den nächſten Tagen eine größere
Bergtour unternehmen und ſich dazu beizeiten eines
Füh=
rers verſichern wolle. Er hatte dafür den nicht allzu
ſchwierigen Zehnerkogel ins Auge gefaßt, deſſen zackiges
Haupt man über die niedrigeren Vorberge hinweg ins
Tal von Lengenbach hinuntergrüßen ſah. Und der Baron
hatte ihm lebhaft zugeredet. Nun aber warf er beiläufig
ins Geſpräch:
Es iſt ſchade, daß Sie durchaus auf die Mitnahme
eines Führers verſeſſen ſind. Mir verderben dieſe Leute,
ſo brave und rechtſchaffene Burſchen ſie auch ſein mögen,
regelmäßig das ganze Vergnügen. Wenn Sie damit
ein=
verſtanden wären, auf dies läſtige und für geübte
Berg=
ſteiger bei dieſen harmloſen Gipfeln ganz überflüſſige
An=
hängſel zu verzichten, würde ich mit Freuden von der
Partie geweſen ſein.
Sind Sie denn Ihrer Sache ſo ſicher, Herr von
Lei=
ningen? Ich glaubte, Sie wären zum erſtenmal in dieſem
Teil der Tiroler Alpen.
Allerdings! — Und auf den Zehnerkogel, den ich noch
nicht kenne, würde ich für meine Perſon darum auch
ver=
zichten müſſen. Aber ich habe mich am zweiten Tage
mei=
nes Hierſeins einer Touriſtengeſellſchaft zu einer
Beſtei=
gung der Weißſpitze angeſchloſſen, und ich habe davon
einen ſo außerordentlichen Genuß gehabt, daß ich die
Tour mit dem größten Vergnügen wiederholen würde.
Für zwei erfahrene Kraxler, die ſich aufeinander verlaſſen
können, hat die Sache durchaus keine beſonderen
Schwie=
rigkeiten.
Und doch gilt die Weißſpitze hier für einen recht böſen
Gipfel, wandte Werner ein. Ich bin bei meinem früheren
Aufenthalt ausdrücklich vor ihr gewarnt worden.
Dns eſtce ſchuiche eigen des biſchans Seiteit,
rei vielleicht? Oder weil das Geſtein hier und da etwas
brüchig iſt? Das müßte ein ſonderbarer Hochtouriſt ſein,
der ſich davon zurückſchrecken ließe. Wenn’s eine
anſtän=
dige Wette gälte, würde ich mich getrauen, ganz allein
hin=
aufzugehen.
Ich würde mich hüten, Ihnen eine ſolche Wette
anzu=
bieten. Meine eigenen Erfahrungen haben mich zur
Ge=
nüge darüber belehrt, ein wie frevelhafter Leichtſinn jede
ohne ſichere Begleitung unternommene Hochtour iſt. Aber
wenn Sie die Weißſpitze in Wahrheit nicht für übermäßig
ſchwierig und gefährlich halten, ließe ſich ja vielleicht über
Ihren Vorſchlag reden.
Selbſtverſtändlich übernehme ich keinerlei
Verantwor=
tung, beeilte ſich Herr von Leiningen zu verſichern. Am
Ende kenne ich ja auch weder Ihre Leiſtungsfähigkeit noch
Ihre Unternehmungsluſt, Herr Doktor! Ein bißchen
Geiſtesgegenwart und Courage muß man ſchon mit in
den Ruckſack packen, wenn man da hinauf will. Wem’s
nur um einen Spaziergang zu tun iſt, der bleibt beſſer
da=
von.
Sie ſollten ſich in der Tat nicht von dieſem Verführer
beſchwatzen laſſen, Herr Doktor, miſchte ſich nun auch
Magda ein. Was für einen Kraftmenſchen vom Schlage
unſeres lieben Barons vielleicht bloß ein Kinderſpiel iſt,
muß darum nicht auch gleich für jeden anderen erreichbar
ſein.
Es mochte eine aus ſeinem eiferſüchtigen Mißtrauen
geborene Tauſchung ſein, als Werner einen leiſen
Bei=
klang von Spott in ihren Worten zu hören glaubte. Aber
ihre Bemerkung hatte ihm jedenfalls das Blut ins Geſicht
getrieben, und mit einer Haſt, die deutlich genug ſeine
Er=
regung verriet, ſagte er:
Auch ohne den Ruhm eines Kraftmenſchen für mich
in Anſpruch zu nehmen, bin ich bereit, die Tour mit Ihnen
zu machen, Herr von Leiningen! — Wenn Sie wollen,
ſchon morgen.
Der Baron warf durch das Fenſter einen prüfenden
Blick zum Himmel empor.
Es ſieht allerdings aus, als ob wir günſtiges Wetter
behalten würden. Und ſolche Chance ſollte man eigentlich
immer wahrnehmen. Aber ich mache Sie darauf
aufmerk=
ſam, daß wir dann ſchon am frühen Nachmittag von
hier aufbrechen müßten, um noch vor Einbruch der Nacht
die Amberger Hütte zu erreichen. Denn, wenn wir nicht
ſpäteſtens um vier Uhr morgens den Aufſtieg antreten,
haben wir wenig Ausſicht, bis zum Eintritt der
Dunkel=
heit wieder unten an der Schutzhütte zu ſein. — Sie ſind
doch mit allem Erforderlichen ausgerüſtet? — Einen
Eis=
pickel brauchen Sie übrigens nicht, da es ſich faſt
aus=
ſchließlich um Felsarbeit handelt.
Er fuhr fort, in der ſachverſtändigen Art eines
erfah=
renen Hochtouriſten von der beabſichtigten Partie zu
ſpre=
chen, und er war mit ſo lebhaftem Eifer bei der Sache,
daß es für Werner jetzt geradezu unmöglich geweſen wäre,
von der Verabredung zurückzutreten, ſelbſt wenn ihn die
gegebene Zuſage gereut hätte.
Und es hatte beinahe den Anſchein, als ob er ein
ſol=
ches Bedauern empfände. Denn er blieb im Gegenſatz zu
der Geſprächigkeit des Barons ſehr ſtill, beſchränkte ſich
auf die unmgänglich notwendigen Antworten, und ließ
nur immer wieder ſeine Augen mit ſeltſam nachdenklichem
und ſinnendem Ausdruck zu Magdas ſchönem, ruhig
heite=
rem Geſicht hinüberſchweifen.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 226.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
Seite 15.
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Vermiſchtes.
* Der Wert alter Zeitungen. „Der König der alten
Zeitungen, Robert Budd,” ſo iſt auf einem Firmenſchild
in einem Vorort Neu=Yorks zu leſen. „Alle
Tages=
zeitungen von 1833 bis heute werden hier verkauft.‟ Dies
iſt die Inhaltsangabe des ſonderbaren Geſchäftes. In
einem großen Magazin ſtauen ſich hunderte von
ſorgfäl=
tig zuſammengebundenen und ſortierten Ballen von alten
Zeitungen, die mit kurzen Inhaltsangaben etikettiert ſind.
Der „Zeitungskönig” erzählt, daß er 7 Millionen alte
Zei=
tungen beſitze, von denen jede mindeſtens zwei Dollar
wert ſei. Sein Vernögen betrage alſ 14 Millonen
natürlich falle es niemandem ein, wie er einem
Mit=
arbeiter des Technical World verſicherte, ihm dieſe
Summe zu zahlen. Mr. Budd erhält Aufträge aus allen
Teilen der Erde beſonders von Advokaten, die
irgend=
welche wichtige Aufklärungen im Auftrage ihrer Klienten
aus alten Zeitungen ſich zu verſchaffen ſuchen. Auch
Schriftſteller nehmen oft die Zuflucht zu dem
unerſchöpf=
lichen Lager Budds. Für jede Zeitung, die über ein Jahr
alt iſt, läßt ſich der Zeitungshändler 2 Dollar und 85
Cents bezahlen. Für jedes weitere Jahr erhebt er einen
Zuſchlag von 1 Dollar 50 Cents. Er verdient alſo
durch=
aus anſtändig bei ſeinem Handel, namentlich wenn man
bedenkt, daß er ſich die Zeitungen ſehr billig verſchafft.
Er ſteht mit den größten Klubs und Reſtaurants Neu=
Yorks in Verbindung, die ihm für eine beſcheidene Summe
ihre alten Zeitungen überlaſſen. Mr. Budd erzählt, daß
er jährlich 100000 Zeitungen kaufe und 5000 verkaufe.
Wie iſt er auf dieſen ſonderbaren Geſchäftszweig
ge=
kommen? Er hat ſeine Laufbahn in Waſhington als
armer Zeitungsjunge begonnen. Als, der Bürgerkrieg
ausbrach, zog er den Heeren nach und hat in den beiden
feindlichen Lagern einen ſchwungvollen Zeitungshandel
betrieben. Nach der zweiten Schlacht von Bull Run
ſag=
ten ihm einige Offiziere, daß ſie gern fünf Dollar für eine
Zeitung zahlen würden, in der dieſe Schlacht beſchrieben
ſei. Dies gab ihm den Anſtoß zu ſeiner
Geſchäfts=
gründung. Er kehrte nach Waſhington zurück und
ſam=
melte dort von ſeinen Kollegen und in Reſtaurants die
alten Zeitungen, die er dann Offizieren und Soldaten,
die den Feldzug mitgemacht hatten, antrug. Er hatte
einen großen geſchäftlichen Erfolg. 1872 zog er nach Neu=
York, wo er ſeinen Handel in größerem Maßſtab weiter
betrieb und namentlich eifrig alte Zeitungen ſammeln
konnte. Eine Feuersbrunſt hat ihm einſt den größten Teil
ſeines wertvollen Lagers zerſtört. Vor einiger Zeit hat
ihm eine Englüinderin eine groſe Summe für das Lager
angeboten. Mr. Budd konnte ſich aber nicht von ſeinen
Lieblingen trennen.
Literariſches.
— Heſſen=Nummer des Chriſtl.
Kunſt=
blattes. Ein Doppelheft dieſes Organs des Bundes
der Freunde für Volkskunſt (Auguſt=September d. J.)
bringt aus der Feder des heſſiſchen Bundesobmanns, Pfr.
Karl Sattler zu Staden, unter der Ueberſchrift: „Kirchen
und kirchliche Kunſt im Großherzogtum Heſſen” einen
Ueberblick über Kirchenbau, Malerei und Plaſtik innerhalb
des Gebietes der heſſiſchen Landeskirche. Der Verfaſſer
geht geſchichtlich vor, verweilend bei den Markſteinen der
Entwickelung, dabei aber z. B. auch kleinere Kirchen
wür=
digend, die ſonſt in größerem Rahmen die ihnen
gebüh=
rende Beachtung nicht finden können. Der heſſiſchen
Denk=
malpflege ein beſonderes Kapitel zu widmen, mußte ſich
der Verfaſſer bei dieſer Gelegenheit verſagen; doch zeigt
ſeine Arbeit faſt auf Schritt und Tritt, wie Kirche und
Denkmalpflege in Heſſen miteinander gehen und was ſie
ſich gegenſeitig zu danken haben. Das geht auch ſchon
her=
vor aus der ſtattlichen Anzahl von Abbildungen aus dem
Beſitze des Großherzoglichen Denkmalarchivs unter den 61
durchweg vorzüglichen Bildern. Die 69 Seiten umfaſſende
Abhandlung wird bei dem Fehlen einer beſonderen
Dar=
ſtellung über dieſes Gebiet dem von Wert ſein, dem
dar=
an liegt, den Beitrag der Kirche auf dem Gebiet der Kunſt
in ſeiner Bedeutung zu faſſen, den innerhalb des
Groß=
herzogkums einzureihen in den der Kirche Deutſchlands
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
Nummer 226.
Kongreſſe und Verbandstage.
37. Kongreß für Innere Miſſion.
EPD. Hamburg, 24. Sept. Wie
außergewöhn=
lich groß die Beteiligung an dem gegenwärtigen Kongreß
iſt, zeigte die geſtern bei Sagebiel veranſtaltete große
öffentliche Volksverſammlung, die von zirka
4000 evangeliſchen Männern und Frauen beſucht war und
bei der Generalſuperintendent Klingemann=Koblenz
und Paſtor Braun=Berlin in echter patriotiſcher
Be=
geiſterung über das Thema: „Chriſtentum und
Volks=
tum” ſprachen. In der heutigen Verſammlung ſprach
Gräfin Selma von der Groeben=Hannover über das
Thema: „Wie können die durch die Frauenbewegung
ge=
wonnenen Kräfte für den Dienſt der Inneren Miſſion
nutzbar gemacht werden?‟ Das Problem der
Frauen=
bewegung, ſo ungefähr führte die Rednerin in
anſprechen=
der Weiſe aus, iſt heute in aller Munde, aber viele ſtehen
leider heute auf dem Standpunkt: Ich kenne die
Frauen=
bewegung nicht, aber ich mißbillige ſie! Die durch die
Frauenbewegung gewonnenen Kräfte müſſen zur
Mit=
arbeit im Dienſte der Inneren Miſſion nutzbar gemacht
werden. In überzeugender Weiſe legte die Rednerin dar,
daß dazu ein verſtändnisvolles Eindringen in die
Frauen=
frage und Frauennöte, die zur Frauenbewegung führten,
Vorausſetzung iſt. Man gebe der Frau Gelegenheit, ſich
auswirken zu können im Sinne der evangeliſchen
Frauen=
bewegung, die der deutſch=evangeliſche Frauenbund
ver=
tritt. Gerade auf dem Gebiete der Sittlichkeitsfrage, dem
Kern der Frauenfrage, ſoll die Innere Miſſion mit der
chriſtlichen Frauenbewegung Hand in Hand gehen im
Kampfe um die höhere Sittlichkeit unſeres Volkes. So
wird die Innere Miſſion wervolle Mitarbeiterinnen
ge=
winnen. Als Ergänzung zu dem mit großem Beifall
aufgenommenen Vortrag ſprach Pfarrer Stock=Berlin
über: „Die Frau und die evangeliſche Gemeinde‟
Leben=
dige, bewußt evangeliſche Gemeinden brauchen wir, nicht
abgegrenzte Parochien, nicht bloße Kultgemeinden, Daran
müſſen Männer und Frauen arbeiten! Ein Bismarck hat
der Frau eine große Aufgabe im Aufbau des nationalen
Lebens gewieſen, und erſt recht gilt das im Blick auf das
kirchliche Gemeindeleben. Dieſer Dienſt an der eigenen
Kirchengemeinde ſollte für die evangeliſche Frau in
aller=
erſter Linie in Betracht kommen. Daneben ſoll ſie einen
weiten Blick haben für die großen ſittlichen Schäden
un=
ſerer Zeit, für die ihre Geſchlechtsgenoſſinnen bewegenden
Fragen. Auch der Rahmen der gegenwärtigen
Verfaſ=
ſung biete der Frau die Möglichkeit der Betätigung in der
Gemeinde, ſowie der Einordnung in die
Gemeindever=
waltung, wie ſie ja ſchon durch die Gemeinde= und
Syno=
dal=Ordnung möglich ſei. Er gedachte endlich der treuen
Arbeit der Diakoniſſen, die ſeit Jahrzehnten die Pioniere
der Liebesarbeit in den Gemeinden geweſen ſeien, und
forderte die gebildete Frauenwelt auf, auch im
Kirchen=
beſuch nicht nachzulaſſen und vor allen Dingen den Geiſt
fürbittender Liebe wach zu erhalten.
In der Diskuſſion wünſchte Pfarrer Haſſe=Eſſen
von ſeiten der Frauen etwas weniger Verteidigung. Sie
ſchaffe nur neue Angriffsflächen. Hauptpaſtor D.
Hun=
zinger=Hamburg wünſchte freie Ausſprache, die nur
der Sache förderlich iſt. Er hält die Frauenbewegung für
notwendig, ſpricht ſich aber gegen die Gewährung des
kirchlichen Wahlrechts an die Frauen aus, weil ſie nur
eine Etappe auf dem Wege der Erlangung des politiſchen
Wahlrechts ſei. Demgegenüber betonte Fräulein Paula
Müller, die Vorſitzende des Deutſch=Evangeliſchen
Frauenbundes, daß der Wunſch nach der Gewährung des
kirchlichen Wahlrechts geboren iſt aus dem Gefühl, daß
die Frauen ausgeſchloſſen ſeien aus einer Gemeinſchaft,
in die ſie gehören. Aber es ſollten keine Scheidewände
aufgeführt werden zwiſchen denen. die zuſammen arbeiten
ſollen. Dazu gehöre gegenſeitiges Verſtehenwollen. Die
Rednerin gibt die beſtimmte Erklärung ab, daß ſie die
Forderung des politiſchen Wahlrechts
ab=
lehne. Danach trat eine Frühſtückspauſe ein, worauf
D. Hunzinger über „Weſen und Entſtehung der
moder=
nen Unkirchlichkeit einen 1½ſtündigen Vortrag hielt. Seine
geiſtvollen Ausführungen faßte er ſchließlich dahin
zuſam=
men: Die Gründe des allgemeinen, aber aus ſehr
ver=
ſchiedenen Typen zuſammengeſetzten Phänomens der
modernen Unkirchlichkeit ſind vor allem in geiſtigen
Lebens=
ſtrömungen zu ſuchen, welche aus allgemeiner neuzeitlicher
Kulturentwickelung hervorgegangen ſind. Die
hauptſäch=
lichſten ſind: Die Verweltlichung der Kultur und der
praktiſche Materialismus des 19. Jahrhunderts; die
all=
gemeine, durch die Aufklärung erzeugte
Weltanſchauungs=
kriſis mit ihrem naturaliſtiſchen Höhepunkt um die Wende
des Jahrhunderts; die antikirchliche Agitation und
Er=
ziehungspraxis der ſozialiſtiſchen Partei; und endlich der
moderne religiöſe Subjektivismus und Individualismus.
* Dresden, 24. Sept. Die unter dem Protektorate
des Königs von Sachſen ſtehende zweite Tagung
des Vereins für Denkmalpflege und
Hei=
matſchutz wurde im Vereinshausſaale durch einen
Be=
grüßungsabend eingeleitet. Etwa 800 Teilnehmer aus
Deutſchland, Oeſterreich und der Schweiz waren anweſend.
Als Ehrengäſte waren unter anderen erſchienen Prinz
Jo=
hann Georg, Staatsminiſter Graf Vitzthum von Eckſtaedt,
Dr Beck, Oberbürgermeiſter Dr. Beutler und die Spitzen
der ſtädtiſchen und ſtaatlichen Behörden. Der Vorſitzende
des Bundes für Heimatſchutz, Beigeordneter Rehorſt=
Köln, begrüßte die Verſammlung und verlas ein
Schrei=
ben des königlichen Kämmerers von Criegern, in welchem
der König der Tagung einen guten Erfolg wünſcht. Nach
ihm ſprach Staatsminiſter Graf Vitzthum, der die
Vex=
ſammlung im Namen der ſächſiſchen Staatsregierung
be=
grüßte, ferner Oberbürgermeiſter Beutler namens der
Stadt Dresden, Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat
Miniſterialdirektor Schmidt=Berlin, der die Grüße der
preußiſchen Staatsregierung und der deutſchen
Bundes=
fürſten überbrachte, Miniſterialrat Freiherr Förſter=Wien
im Auftrage der öſterreichiſchen Regierung und Dr.
Boer=
lin im Namen der ſchweizeriſchen Vereinigung für
Hei=
matſchutz. Hierauf ergriff Profeſſor Schumann=Dresden
das Wort zu einem Lichtbildervortrag über Dresden und
ſeine Bauten. Mit einem geſelligen Beiſammenſein ſchloß
der Abend.
* Wien, 24. Sept. Die Teilnehmer am Deutſchen
Naturforſcher= und Aerztekongreß wurden
heute abend bei Hofe empfangen. Es waren etwa 3000
Perſonen erſchienen, darunter Miniſter Graf Stürgkh mit
den Mitgliedern des Kabinetts, Statthalter Freiherr von
Bienert, Bürgermeiſter Weiskirchner, der Polizeichef,
ſo=
wie von der deutſchen Botſchaft Prinz Stolberg=
Wernige=
rode. Um 7 Uhr erſchien als Vertreter des Kaiſers
Erz=
herzog Karl Franz Joſef mit dem Prinzen von
Lobko=
witz. Der Erzherzog begrüßte zuerſt den Präſidenten,
Profeſſor Hans Horſt Meyer, dann den
Miniſterpräſiden=
ten, die Miniſter und den Prinzen Stolberg=Wernigerode.
Hierauf hielt der Erzherzog Cercle und ließ ſich zahlreiche
Teilnehmer vorſtellen. Im Saale des Muſikvereins fand
am Abend zu Ehren der Kongreßteilnehmer ein
Feſtkon=
zert ſtatt.
Sport, Spiel und Turnen.
F.=C. Olympia 1898. Am Sonntag, den 28. ds. Mts.,
findet auf dem Platz des F.=C. Olympia, an der
Heidel=
bergerſtraße, das erſte Verbandsmeiſterſchaftsſpiel ſtatt,
und zwar wird der F.=V.=Frankenthal Olympia ſeinen
Beſuch abſtatten. Vor dieſem Treffen ſpielt die zweite
Mannſchaft des F.=C. Olympia gegen die erſte
Mann=
ſchaft des F.=C.=Sprendlingen. Auch hier wird guter
Sport zu erwarten ſein. Zu dem Kronprinzenpreis in
Duisburg ſendet die leichtathletiſche Abteilung Burtſchel,
der ſich hier mit Kern=München, Rau=Berlin,
Waffen=
ſchmied=Eſſen, Heeſch und Blatzheim=Duisburg zu meſſen
hat. Der Kronprinzenpreis wird in einem 50=, 100= und
200=Meter=Lauf ausgetragen, und derjenige, der in den
drei Läufen die meiſten Punkte hat, erhält den Preis.
sr. Feſtordnung für das Deutſch=Akademiſche Olympia
in Leipzig. Die dreitägige Veranſtaltung wird am 17.
Oktober, nachmittags 6 Uhr, durch einen
anderthalbſtündi=
gen Feſtakt in der Aula der Leipziger Univerſität
einge=
leitet, bei welchem u. a. der Rektor der Univerſität,
ſo=
wie Geheimrat Kuhn, der Förderer des Sports in
Leip=
zig, eine Rede halten werden. Um 8 Uhr abends findet
dann eine Empfangsfeſtlichkeit in den Prachträumen des
Buchhändler=Hauſes ſtatt. Der 18. Oktober bringt die Ein=,
weihung des Völkerſchlachtdenkmals, während der folgende
letzte Tag dem eigentlichen Sport gewidmet iſt. Der
Be=
ginn der deutſch=akademiſchen Olympiakämpfe iſt auf 9
Uhr morgens feſtgeſetzt. Die Preisverteilung mit
an=
ſchließendem Kommers findet in der Feſthalle der
Inter=
nationalen Baufachausſtellung ſtatt.
Sr. Die Londoner Polizei=Tauziehmannſchaft, die, wie
berichtet, am Dienstag abend in Berlin auf der
Durch=
reiſe nach England eintraf, beſichtigte am Mittwoch
vor=
mittag unter Führung von Generalſekretär Hauptmann
Roesler und einigen Berliner Schutzleuten die
Sehens=
würdigkeiten der Reichshauptſtadt. Nach einer Rundfahrt
durch Berlin ging es hinaus in den Grunewald, über die
Döberitzer Heerſtraße, die das beſondere Entzücken der
Engländer erregte, nach dem impoſanten deutſchen
Sta=
dion, wo ihre Begeiſterung den Höhepunkt erreichte. Im
Innenraum fochten die Policemen gleich einen Wettkampf
im Kugelſtoßen mit einer dort bereit liegenden Kugel aus,
und erzielten Leiſtungen, die das für die Olympia=
Sport=
medaille verlangte Mindeſtmaß von acht Metern weit
überſchritten. Ihrem Wunſche, gegen die hieſigen
Kolle=
gen ein Tauziehmatch auszufechten, konnte leider nicht
entſprochen werden, da man bei der Berliner Polizei einen
Sportbetrieb wie in London mit ſeinen
Polizeimeiſter=
ſchaften im Schwimmen. Ringen, Laufen uſw. nicht kennt.
Mittags um 1 Uhr mußte bereits die Rückreiſe nach
Lon=
don angetreten werden und man verabſchiedete ſich mit
einem herzlichen Händedruck und den Worten: Auf
Wiederſehen bei den Olympiſchen Spielen 1916!
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Zwetschenkuchen.
Zutaten: 100 g Butter, 250 g Mehl,
½ Päckchen von Dr. Oetkers „Backin‟,
½ Liter Milch, Zucker und Salz nach Geschmack.
Zubereitung: Die Butter rührt man
schaumig, fügt Zucker und Salz, das mit dem
„Backin” gemischte und gesiebte Mehl hinzu
und zuletzt die Milch. Den fertigen Teig rollt
man aus und belegt damit eine gut gefettete
Randform. Die durchschnittenen, entsteinten
Zwetschen werden auf den Teig gelegt, mit
einigen Butterflöckchen und Zucker überstreut
und der Kuchen ungefähr ¾/ Stunden gebacken.
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Zur Aufklärung!
Trotzdem eine hiesige Konkurrenzfirma einen Film „Die letzten Tage von Pompeji” gebracht hat, haben
wir uns dennoch entschlossen, die einzig dastehende Filmschöpfung
„Die letzten Tage von Pompejie
nach dem weltbekannten Roman von Edward Lytton Bulwer in unseren Spielplan aufzunehmen, einzig und allein
in der Ueberzeugung, daß unser Film den Konkurrenztilm gleichen Namens weit in den Schatten stellt und weil
wir stets nur das Beste für unser Publikum als gut genug halten.
Unser Film führt mit vollem Recht den Titel „Die letzten Tage von Pompeji”, nach dem
welt-
bekannten Roman von Edward Lytton Bulwer, und ist die Richtigstellung des Residenz-Theaters in Nummer 210 des
hiesigen „Tagblatts” nur Konkurrenzmanöver, um das Publikum irre zu führen.
Wir können mit Ruhe das Urteil den geehrten Theaterbesuchern überlassen, ob wir in unseren Ankündigungen
zuviel gesagt haben.
Morgen Samstag, den 27. September:
Beginn der Vorführung des grössten künstlerischen Ereignisses, der gewaltigsten Filmschöpfung der Saison: Monopolfilm
47
4
(22
6
Sage von venige
Daldlehten
nach dem berühmten Meisterwerk von Edward Lyton Bulwer.
6 Akte.
Spieldauer 2 Stunden.
Ueber 3000 Mitwirkende.
Alleiniges Aufführungsrecht für Darmstadt.
Dieses Kunstwerk reiht sich dem von uns bereits zweimal aufgeführten Werke „Quo vadis” würdig zur Seite.
Sämtliche Plätze sind numeriert und haben wir trotz der enormen Unkosten, welche uns dieser Film
auferlegt, beschlossen, keine Preiserhöhung eintreten zu lassen.
(*9809
Der Vorverkauf findet statt mittags von 11—1 Uhr u. von ½3 Uhr ab an der Tageskasse.
M
Täglich 3 Vorführungen: 3½, 6 und abends 9 Uhr.
Man beachte die in dem Schaufenster der Schuhfabrik Müller (neben dem Theatereingang) ausgestellten Photographien.
Vereins- und Vorzugskarten, sowie Passepartont haben in dieser Zeit keine Gültigkeit.
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Luftwärme 90 C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 14%C.
Woogs=Polizeiwache.
Kurſe vom 25. September 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
87.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,20
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,50
75,70
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,20
3½ do. Conſols . . . 84,50
75,70
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,75
92,00
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,50
83,50
do.
3½
74,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,50
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,10
4 do. do. (unk. 1918) 96,50
82,80
do.
3½
73,30
do.
76,20
3 Sächſiſche Renke.
4 Württemberg unk. 1921 97,20
do. v. 1875 92,40
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887
-
Italiener Renke
4½ Oeſterr. Silberrente 84,50
do. Goldrente . . . 89,60
4
do. einheitl. Rente 81,30
3 Portug. unif. Serie I
3 do. unif. Ser. III 64,60
do. Spezial . . . . 10,00
5
5 Rumänier v. 1903 . . 99,00
v. 1890 . . 91,00
do.
v. 1905 . . 88,00
4. do.
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,80
do. v. 1902 . . . . . 91,20
4½ do. v. 1905 . . . . 99,70
½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 —
4 Türk. Admin. v. 1903. 79,50
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 74,70
4 do. Staatsrente. . . 82,00
In Prot=
5 Argentinier . . . . . . 98,30
4½ Chile Gold=Anleiße . 92,00
5 Chinef. Staatsanleihe. 97,80
4½
90,10
do.
4½ Japaner . . . . . . . 89,70
5 Innere Mexikaner. . . 76,80
3
49,80
do.
4 Gold=Merikanerv. 1904 77,00
5 Gold=Merikaner . . . . 92,90
3½ Buenos Aires Provinz 67,50
Aktien inländiſcher
Transvortanſtalten,
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 144,60
7 Nordd. Bloyd . . . . . 123,50
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 126,50
Aktienausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenh. 67½
Einz. Mk. 403 . . 117,25
6 Baltimore und Ohio . 94,75
22,0)
6 Schantunghahn . . .
, „
8 Luxemb. Prince Henri 170,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 26,35
6 Pennſylvania R. R. .
Letzt: Induſtrie=
Aktien.
Divid.
4 Brauerei Werger
66,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . .
.. . 540,25
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . .247,50
30 Farbwerke Höhſt . . 615,00
20 Verein chen. Fabriken
Mannheim . . . . 330,50
10 Cement Heidelberg . . 145,00
30 Chem. Werke Albert 439,50
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 200.50
5 Lahmeyer. . . . . . .119,50
Letzte
InProz.
Tivid
8 Schuchert, Nürnberg 150,60
12 Siemens & Halske 215,80
5 Beramann Electr. . . 125,50
10 Deutſch.Ueberſee Electr. 165,89
0 Gummi Peter . . . . 78,00
0 Kunſtfeide Frankfurt
30 Adler=Fahrradwerk=
Kleyer . . . . . . 400,50
-
9 Maſchinenf Badeni:
0 Wittener Stahlröhren —
9 Steana Romana Petr. 147,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 215,00
12,83 Bad. Zucker=Wat= ga
häuſel. . . . . . . 205,50
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 86,00
0 Südd. Immobilien . 56,00
Vergwerks=Aktien,
10 Aumetz=Fried: . . . . 167,25
14 Bochumer Berg9. u.
Gußſt. . . . . . . 222,00
11 Deutſch=Luremburg.=
Bergb. . . . . . . 145,00
10 Gelſenkirchener . . . . 181,25
9 Harpener . . . . . . . 189,75
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 257½
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 75,00
6 Laurahütte . . . . . . 169,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 141,00
Weſteregeln 187,20
13
7½ South Weſt Africa 114½
Prioritäts=
Obligationen,
3½ Südd. Eiſenb.=Beſ. 87,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 97,90
4 Eliſabethbahn, freie . . 89,00
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 84,30
3 Prag=Duger . . . . . . 72,30
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,90
4 Oeſterr. Staatsbahn . 88,20
76,20
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,00
do
4
In Proz,
(
53,50
20) Oeſt. Sädb. (Lomb.)
77,00
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 83,80
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 85,75
4½ Moskau=Kaſan . . .
86,20
4
do.
, ,
4 Wlabichawchas . . . .
-
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Send. . 72,30
47
86,00
do.
½ Livorneſer
3 Saloniaue=Monaſtir . 63,60
4 Baadadbahn . . . . .
4½ Anatoliſche Eiſend. . 92,25
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 90,00
4 Northern=Paciſte . . . 94,00
4 Sonthern=Paciſic . . . 91,00
5 St. Louis und San
Franeisch. . . . .
I Tehnantepee . . . . . . 92,00
Bank=Aktien.
10 Pank für elektriſche
Untern. Zſtrich . . 184, 10
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bank .
143,00
9½ Berlin. Handelsgef. .161½
6½ Darmſtädter Bank . 115,90
12½) Deutſche Bank . . . 248,50
6 Deutſche Vereinsbank . 117,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 111,75
10 Diskonto=Kommandit 184,00
149,25
8½ Dresdener Bank
10 Frankf Hyvoth.=B. 207,00
6½ Mitteld. Kreditbank 114,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 117,20
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,30
6,95 Reichsbank . . . 134,20
7 Rhein. Kreditbank. . .127,10
3 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 107,20
7½ Wiener Bankverein . 132,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 24,3)
In Proz.
(2
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
84,50
S. 19. . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 25,00
3½
84,00
do.
4 Heſſ. Zand.=Hyp.=Bank 97,20
3½
84,20
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,60
E. 12, 13, 16 ..
E. 14, 15, 17, 24/26
96,60
18—23. . . . . . . .
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
S. 3—5 . . . . . . . . 84,00
E. 9—11 . . . . . .. 84,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
3½
84,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 93,60
3½ do. (unk. 1914) . . 83,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,70
do.
85,20
3½
Städte=
Obligationen.
-
4 Darmſtadt . . . . .
3½
86,50
do.
4 Frankfurt. . . . . . . 96,40
3½,
do.
95,70
Gießen . . . . . . .
3½
.
93,00
Heidelberg . . . . . .
3½
do.
4 Karlsruhe . . . . . . 94,40
3½
do.
86,50
4 Magdeburg. . . . .. .
zu,
.
4 Mainz . . . . . . .. 94,50
3½
do.
4 Mannheim . . . . . . 93,50
3½
do.
89,00
4 München . . . . . . . 97,40
3½ Nauheim . . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 95,50
3½
do.
83,50
4 Ofſenbach. .
,
In Proz.
(2
3½ Offenbach . . . . . . 87,30
4., Wiesbaden . . . . . .
do.
.
4 Worms. . . . . . . . 93,20
do.
85,50
3½
4 Liſſaboner v. 1886 . 76,80
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 180,40
3½ Cöln=Mindner , 100 136,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 111,80
3 Madrider . . Fs. 100 71,00
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,10
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 179,50
3 Oldenburger . . . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 111,90
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 201,00
Freiburger . . . . F3.15
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Mailänder . . . . Fs.45 —
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Oeſterreicherv. 1864fl. 100 568,00
do. v. 1858fl. 100 505,00
Ungar. Staats . fl. 100 384,00
Venediger . . . . Fs. 30 62,00
Türkiſche . . . . Fs. 400 166,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 26,36
20 Franks=Stücke . . . . 16,14
Amerikaniſche Noten. . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,40
Franzöſiſche Noten. . . . 80,75
Holländiſche Noten. . . . 168,40
80,20
Italieniſche Noten . .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,55
Reichsbank=Diskonto.
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Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. September 1913.
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Königs . . . . . . Olga Kallenſee
Zelide, Schweſter
des Zephoris . . Hede Schaub
Iſſalim, Leibarzt
des Königs . . . Franz Debus
Der Großadigar . Frz. Herrmann
Erſter
.. . Fritz Lang
. . . Br. Waigandt
Zweiter
Dritter (SP . . . Adolf Klotz
. . . Heinrich Geyer
Vierter
Ein Sklave . . . Arthur Vetter
Ort der Handl.: Goa. Zeit: 1520.
Chöre: Robert Preuß.
Die Tänze im 2. Akt, von Hedwig
Ehrle einſtudiert, werden
ausge=
führt v. Sybille Huber, Adelheid
Croneberg u. den Damen des Corps
de Ballet.
Geſtaltung d. Bühnenbildes: Hof
theatermaler Kurt Kempin u.
Ma=
ſchineriedirektor E. Schwerdtfeger
Nach d. 1. u. 2. Akte längere Pauſen.
Das Haus wird nur nach den
Aktſchlüſſen erleuchtet; die längeren
Pauſen werden durch Herablaſſen
des eiſernen Vorhangs angezeigt.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20. ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½ bis
1½ Uhr und eine Stunde vor
Be=
ginn der Vorſtellung; im
Ver=
kehrsbüro von 8 bis 1 Uhr
und von 2½ Uhr bis kurz vor
Be=
ginn der Vorſtellung. (Im
Ver=
kehrsbüro werden auch telephoniſch
Karten=Beſtellungen
entgegenge=
nommen. Telephon Nr. 1582.)
Ende 10½ U.
Anfang 7½ U. —
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Samstag, 27. Sept. Auß. Ab.
Sonder=Vorſtellung. „Maria
Magdalena.” Anfang 8 Uhr.
(Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt)
Sonntag, 28. Sépt. Nachmitt.
2½ Uhr. „Alt=Heidelberg.”
Erſte Volksvorſtellung zu ermäß.
Preiſen. Vorverkauf bis einſchl.
Samstag, 27. Sept., nur im
Ver=
kehrsbureau (Ernſt=Ludwigsplatz).
Verkauf der noch vorhandenen
Karten an der Tageskaſſe im
Hof=
theater am Tage der Vorſtellung,
vormittags von 11 Uhr ab.
Abends 7 Uhr. 16. Ab.=Vorſtell.
B 4. Neu einſtudiert und neu
inſzeniert: „ Der
Zigeuner=
baron”. Gewöhnl. Preiſe.
Montag, 29. Sept. 17. Ab.=Vſt.
D 5. Feſtvorſtellung aus Anlaß
der Tagung der Deutſchen
Zen=
trale für Jugendfürſorge. Zum
erſten Male wiederholt: „Hans
Sonnenſtößers Höllenfahrt.”
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
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