Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt.
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Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Am Sonntag trat in Berlin der 10. Deutſche
Ton=
künſtlertag zuſammen.
Der Deutſche Sängerbund trat am Sonntaa in
Koburg zu einem außerordentlichen Deutſchen
Sän=
gertage, dem 17, ſeit ſeinem Beſtehen, zuſammen.
Der Prinz=Regent von Bayern hat das Gnadengeſuch
des zum Tode verurteilten Mörders Straſſer
abgelehnt.
In Wien wurde geſtern der 85. deutſche
Natur=
forſcher= und Aerztetag eröffnet.
König Konſtantin von Griechenland
emp=
fing am Sonntag den Miniſter Pichon und hatte mit
ihm eine längere Konferenz. Im Elyſée wechſelte König
Konſtantin mit dem Präſidenten Poincaré herzliche
Trinkſprüche.
Der ruſſiſche Miniſter des Aeußern Saſonow iſt am
Sonntag abend in Paris eingetroffen und
reiſte heute früh nach Vichy zum Kurgebrauch weiter.
Die ſerbiſche Regierung kündigt die Abſicht an,
die früher beſetzten ſtrategiſchen Punkte in
Albanien wieder zu beſetzen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Staatsmänner auf Reiſen.
— Herr Saſonow, der ſeit dem Herbſt 1910 die
aus=
wärtige Politik des Zarenreiches leitet, hat Rußland
ver=
laſſen, um ſich zunächſt nach Frankreich zu begeben, wo er
in Vichy die Kur gebrauchen will. Es iſt
ſelbſtverſtänd=
lich, daß er in Paris eingehende Beſprechungen mit den
maßgebenden Kreiſen haben und auch von Poincaré
empfangen werden wird. Im vorigen Jahre machte
Sa=
ſonow ſeine Auslandsreiſe ebenfalls im September, er
beſuchte aber zunächſt England, kam dann erſt nach
Frank=
reich, um über Berlin, wo er mit dem Reichskanzler
ſo=
wie dem Staatsſekretär des Aeußern konferierte und auch
eine Audienz beim Kaiſer hatte, nach Petersburg
zurück=
zukehren. Damals ſtand Europa unter dem Eindruck des
Tripolisfriedens und des Kriegsbeginns am Balkan; für
den leitenden Staatsmann des Zarenreiches, das neben
Oeſterreich=Ungarn das größte Intereſſe an der
Entwick=
lung der Dinge auf der Balkanhalbinſel hatte, gab es
alſo Stoff genug zu Erörterungen der Lage und aller
Möglichkeiten, die der Krieg im Gefolge haben konnte.
An ſolchem Stoff wird es auch diesmal nicht fehlen, denn
Saſonow kommt zu einer Zeit nach Weſteuropa, wo die
Ereigniſſe am Balkan im großen und ganzen abgeſchloſſen
ſind und die Großmächte vor der Notwendigkeit ſtehen,
zu der neugeſchaffenen Lage Stellung zu nehmen. Große
kulturelle und wirtſchaftliche Aufgaben harren der Löſung,
und das europäiſche Konzert wird ſich der Mitarbeit nicht
entziehen können und auch nicht entziehen wollen.
Schließ=
lich liegt es ja in ſeinem Vorteil, ſich das bisher auf dem
Balkan eroberte Tätigkeitsfeld zu behaupten und dasſelbe
nach Möglichkeit auszudehnen. Man kann nur wünſchen,
daß Deutſchland in dem bevorſtehenden Konkurrenzkampfe
nicht ins Hintertreffen gerät; Frankreich hat dadurch, daß
es ſeinen Geldmarkt den Balkanſtaaten zur Verfügung
ſtellt, viele Chancen voraus weshalb wir um ſo größere
Anſtrengungen machen müſſen, um in dem Wettkampfe
zu beſtehen.
Doch wir wollen wieder auf die Reiſe Saſonows
zu=
rückkommen und glauben, daß bei den Pariſer
Beſprechun=
gen eine übereinſtimmende Politik des Zweibundes auf
der Balkanhalbinſel im Vordergrunde ſtehen wird. Wohl
iſt der Friede geſchloſſen, aber zur definitiven
Neuord=
nung der Dinge im Südoſten Europas gehört noch die
Erledigung mancher wichtigen Frage, die den Mächten
noch viel Kopfzerbrechen bereiten wird. Auch andere
An=
gelegenheiten gibt es für Saſonow in Paris zu erörtern,
ſo die Botſchafterfrage in Petersburg, wo anſcheinend
Del=
caſſé nur vorübergehend tätig iſt. Ferner hat wohl die
Anweſenheit des franzöſiſchen Generalſtabschefs in
Ruß=
land dieſe und jene Anregung gegeben, die ſich Saſonow.
zur perſönlichen Beſprechung vorbehalten hat. Auch der
Verlauf des Beſuches König Konſtantins in Paris, ſowie
überhaupt die griechiſch=franzöſiſchen Beziehungen, an
denen ja auch Rußland ein Intereſſe hat, dürften
Gegen=
ſtand der Diskuſſion ſein. — Auf der Rückkehr aus
Frank=
reich wird Saſonow wieder in Berlin Station machen.
An der Newa empfindet man wohl das Bedürfnis, zu
zeigen, daß Rußland ſeine Gunſt gleichmäßig austeilt
dem Alliierten und dem ihm durch traditionelle
Freund=
ſchaft Naheſtehenden.
Die Trinkſprüche im Elyſée.
* Im Verlaufe des zu Ehren des Königs Konſtantin
im Elyſée veranſtalteten Frühſtücks brachte Poincaré
folgenden Trinkſpruch aus:
„Sir! Indem ich Ew. Majeſtät die beſten
Willkomm=
wünſche darbringe habe ich das große Vergnügen, der
edlen helleniſchen Nation vor ihrem erhabenen Herrſcher
den. Ausdruck der Gefühle Frankreichs zu erneuern.
Nichts, was das tapfere griechiſche Volk berührt, ließ
Frankreich jemals gleichgültig. Es begrüßte einſt mit
Be=
geiſterung die ruhmvolle Wiedergeburt der modernen
Zi=
viliſationen und verfolgte ſeitdem mit einer Art
Familien=
ſtolzes die raſchen Fortſchritte, die Griechenland ſeiner
Vaterlandsliebe und ausdauernden Energie verdankte.
Es beglückwünſche ſich, daß es auf Bitten der helleniſchen
Regierung die Aufgabe habe übernehmen können,
wäh=
rend der beiden letzten Kriege über die Sicherheit ihrer
Landsleute zu wachen. Es freue ſich, daß es zwiſchen ihren
Offizieren und den unſerigen enge Bande der
Kamerad=
ſchaft habe knüpfen ſehen. Es zollte dem Heldenmut und
den Erfolgen der ſchönen Truppen Ew. Majeſtät Beiſall.
Es nahm Teil an ihrer Trauer wie an ihrer Freude
Ge=
ſtern noch betrauerte es mit Ew. Majeſtät und ganz
Grie=
chenland den grauſamen Verluſt des Herrſchers, deſſen
treue Freundſchaft es erfahren hatte und der mir im
letz=
ten Jahre ſo liebenswürdig ſelbſt für die tätige
Anteil=
nahme dankte, von der Frankreich ihm wiederholte
Be=
weiſe gegeben habe Ich bitte Ew. Majeſtät, zu glauben,
daß Frankreich deſſen Gefühle unveränderlich ſind, für
Griechenland der loyale und ſichere Freund bleibt, der es
immer war. Ich erhebe mein Glas zu Ehren Ew.
Maje=
ſtät, und trinke auf die Größe und Wohlfahrt
Griechen=
lands.
König Konſtantin antwortete:
Ich danke Ihnen. Herr Präſident, für die
Willkomm=
wünſche die Sie an mich gerichtet, und für die beredten
Worte, in denen Sie an die Gefühle unveränderlicher
Freundſchaft erinnert haben, welche Ihre edle Nation
immer für Griechenland bekundet hat. Ich bin
meines=
teils glücklich, dem erſten Beamten der Republik meine
lebhafte Dankbarkeit auszudrücken für die werivolle
Un=
terſtübzung, die Frankreich nicht aufhörte, dem
Befreiungs=
werk Griechenlands zu gewähren. Von ſeinem Erwachen
zur Unabhängigkeit bis einſchließlich der ruhmreichen
Kämpfe, die es ſoeben geliefert, in guten wie in böſen
Tagen ihrer Geſchichte iſt die griechiſche Nation immer
auf die Sympathie und die Unterſtützung der großen
fran=
äbſiſchen Nation geſtoßen. Neuerdings noch hat
Frank=
reich während zweier Kriege großmütig die Miſſion
über=
nommen, über die Sicherheit meiner Landsleute zu
wa=
chen. In dem Augenblick, wo ſich ſchwere Fragen erhoben,
welche die Lebensintereſſen Griechenlands berührten, war
es Frankreich das immer bereit, die Sache der
Gerechtig=
keit und Freiheit zu unterſtützen, die Initiative ergriff, um
die Rechte meines Volkes zu verteidigen. Dank der
un=
ermühlichen Sorge meines verewigten Vaters, deſſen
Ge=
dächtnis Sie in Worten erwähnten, die mich tief gerührt
haben, iſt Griechenland ungeachtet ſo vieler
Schwierigkei=
ten auf dem Wege des Fortſchritts und der Geſittung
wei=
tergegangen. Im Bewußtſein ſeiner Kräfte und ſeiner
Rechte hat es ſich vorbereitet für den Kampf. aus dem es
größer und geachteter hervorgegangen iſt. Und in dieſer
letzten Vorbereitung hat es noch einmal die Hilfe
Frank=
reichs genießen dürfen. Die Regierung der Republik hatte
die Freundlichkeit. Griechenland eine aus hervorragenden
Offizieren aller Waffen zuſammengeſetzte Miſſion zu
be=
willigen, die unter Leitung des Generals Eydour mit
Sachverſtändnis. Arbeitseifer und hinreißender
Begeiſte=
rung an ihre Aufgabe gegangen und der meine Hochschtung
zu bezeugen mir ganz beſonders angenehm iſt. Ich bitte
Sie, Herr Präſident, zu glauben, daß ich die Gefühle
tä=
tiger Anteilnahme von der Frankreich Griechenland ſo
viele Beweiſe gegeben hat, hoch einſchätze und größten
Wert lege auf die Erhaltung und Entwickelung der Bande
traditioneller Freundſchaft, welche beide Länder einigen.
Ich erhebe mein Glas zu Ehren des Herrn Präſidenten
der Republik und Frau Poincaré und trinke auf die
Wohl=
fahrt und den Ruhm Frankreichs.”
Die Mehrzahl der Pariſer Blätter erörtert den
von König Konſtantin ausgebrachten Trinkſpruch in
küh=
lem, ja abweiſendem Tone. Die Republique
Francaiſe ſchreibt: Der Toaſt des Königs iſt korrekt
und ſteif. Es iſt der Toaſt des Feldmarſchalls, in dem
man von der warmen Begeiſterung des griechiſchen Volkes
nichts verſpürt. Unter dieſen Umſtänden ſehen wir nicht
ein was General Eydour in Griechenland tun ſoll.
Ge=
wiß werden wir Griechenland unſere Freundſchaft
be=
wahren, aber wir dürfen uns nicht den Anſchein geben,
daß die uns angetane und nicht wieder gut gemachte
Unhöflichkeit vergeſſen iſt. — Die Autorité ſagt: Man
vergleiche den Wortlaut der Reden von Berlin und der
von Paris, ſowie die beiden Beſuche miteinander. In
Berlin ein offizieller Empfang und eine Fanfarenrede, in
der verkündet wird, daß die griechiſchen Siege den
deut=
ſchen Grundſätzen zu verdanken ſind. In Paris inkognito
empfangen und eine Rede, die ganz leiſe den Beiſtand
Frankreichs anerkennt und der franzöſiſchen
Militärmiſ=
ſion einige Blumen ſtreut. Wir werden der Anſicht ſein,
daß dies wenig iſt und daß wir mehr verdient
ha=
ben. Der Zwiſchenfall iſt nicht beendet und
das Mißverſtändnis iſt nicht zerſtreut, aber die Schuld
trägt nicht die griechiſche Regierung und nicht die
griechi=
ſche Nation. — Gil Blas ſchreibt: Da König
Konſtan=
tin nicht mit dem Herzen ſprach, ſo werden ſeine Worte
auch nicht zu dem Herzen Frankreichs gehen. Die uns
allen zugefügte Kränkung iſt dadurch nicht
ge=
heilt und die Pariſer Bevölkerung hat keinen Grund,
die ironiſche und ſchmollende Haltung aufzugeben, die ſie
ſeit zwei Tagen dem König gegenüber eingenommen hat.
Der frühere Unterrichtsminiſter Steg ſchreibt im
Evenement: Venizelos hat ſofort die Gefahr erkannt,
der Griechenland durch die Eitelkeit des Königs ausgeſetzt
war. Er hat ſich auf Seiten Frankreichs geſtellt.
Frank=
reich wird dem griechiſchen Volke die Haltung des Königs
nicht nachtragen, aber es wird Bürgſchaften verlangen.
Der Matin meint, man könne nicht leugnen, daß die
Worte Poincarés einen gerechten Tadel und eine höfliche
Lektion für den König enthalten. Der Trinkſpruch des
Königs klinge verlegen und würde die von ihm an Kaiſer
Wilhelm gerichteten Worte nicht verwiſchen Man kann
ſich für befriedigt erklären, aber erſt die Zukunſt wird dem
Toaſt ſeine wirkliche Bedeutung verleihen. — Die
Lan=
terne bedauert, daß in dem Trinkſpruch nicht vom
Frie=
den die Rede geweſen ſei. — Der Radical ſchreibt:
Wenn der König im Hinblick auf die jüngſte Entgleiſung
die Verſtimmung der öffentlichen Meinung nicht
ver=
ringern konnte, ſo hat er aber doch nunmehr das Recht
auf unſer Wohlwollen. Aber die Potsdamer Lektion darf
nicht verloren gehen. Unſere Diplomatie hat ſelbſt
un=
ſeren Freunden gegenüber die Intereſſen von den Gefühlen
zu trennen. — Der dem Quai dOrſay naheſtehende
Pe=
tit Pariſien erklärt: Häufig erſtarken die
Freund=
ſchaften, wenn nach einer leichten Schwierigkeit eine
ehr=
liche Auseinanderſetzung erfolgt iſt. Die
franzöſiſch=
griechiſche Brüderlichkeit wird morgen ſtärker denn je ſein.
Auch die France und einige andere Blätter erklären,
daß der Trinkſpruch für Frankreich befriedigend ſei.
Graf Zeppelins Memoiren.
* In nächſter Zeit wird, wie aus Luftſchifferkreiſen
geſchrieben wird, ein Memoirenwerk erſcheinen, das
nächſt den Erinnerungen Bismarcks wohl eines der für
die deutſche Kulturgeſchichte der neueſten Zeit
bedeutſam=
ſten werden dürfte. Graf Zeppelin, der Pionier der
Luftſchiffahrt und Schöpfer unſerer wichtigſten Luftwaffe,
iſt nämlich damit beſchäftigt, ſeine Erinnerungen
niederzuſchreiben. Es liegt auf der Hand, daß dieſen
Me=
moiren, die wahrſcheinlich ſchon demnächſt an die
Oef=
fentlichkeit gelangen werden, eine ungewöhnliche
Bedeu=
tung zukommt, denn es iſt klar, daß eine derartige
authen=
tiſche Schilderung der langen Kampf= und Leidensjahre,
die Graf Zepelin bis zur allgemeinen Anerkennung
durch=
zumachen hatte, einen bedeutenden
dokumen=
tariſchen Wert beſitzen wird, der alle bisher
gegebe=
nen Darſtellungen von dritter Hand weit übertreffen wird.
Das Stuttgarter Neue Tagblatt bemerkt hierzu:
Daß Graf Zeppelin weniger eigenem Triebe, als dem
Drängen von außen folgend mit der Abfaſſung ſeiner
Memoiren beſchäftigt iſt, iſt nicht neu. Die Arbeit, mit
der er einen ihm befreundeten Herrn betraut hat, iſt
ſogar längſt im Gange. Sie erlitt nur immer wieder
Verzögerungen, da der Graf durch andere praktiſche
Ar=
beiten ſtark in Anſpruch genommen iſt Den Höhepunkt
der Zeppelinſchen Erinnerungen wird ſicherlich die
Schil=
derung jener Tage im Jahre 1908 bilden, die die
Wen=
dung zum Guten im Leben und der Arbeit Zeppelins
brachten: der Tage von Echterdingen, in denen das
deutſche Volk mit ſeiner Nationalſpende ſo großartig
ein=
griff, um dem Grafen Zeppelin die Weiterarbeit an
ſei=
nem Werk zu ermöglichen. Es liegen gerade jetzt die
erſten authentiſchen Mitteilungen über die Ver= der „Zeppelin.=Spende” vor,
aus denen folgende Einzelheiten intereſſieren dürften:
Aus der Summe von 6 100000 Mark errichtete Graf
Zep=
pelin die „Zeppelin=Stiftung” mit der Beſtimmung, daß
alle Einkünfte aus dieſer Stiftung der Entwicklung der
Luftſchiffahrt und deren Verwendung für die Wiſſenſchaft
dienen ſollten, und daß 1500 000 Mark des Kapitals
un=
antaſtbar mündelſicher anzulegen ſeien. Der Vorſtand der
Stiftung iſt uneingeſchränkt Graf Zeppelin; nach ſeinem
Tode ſind es Freiherr v. Gemmingen und Freiher v.
Baſ=
ſus, denen ein Aufſichtsrat zur Seite ſtehen wird.
Zu=
gleich mit der Stiftung wurde als G. m. b. H. der „
Luft=
ſchiffbau Zeprelin” gegründet, von deſſen Kapital (im
ganzen 4 Millionen Mark) die Stiftung 3 698 000 Miark
beſitzt. 300 000 Mark der Geſchäftsanteile übernahm Graf
Zeppelin perſönlich, je einen Anteil von 1000 Mark
er=
hielten Freiherr v. Gemmingen und Freiherr v. Baſſus.
Der Stiſtung wurden noch die Mittel für den Erſaßz des
bei Echterdingen zerſtörten Schiffes und für die
Herſtel=
lung des ſpäteren Militärluftſchiffes „Z. 1” entnommen.
Beide Schiffe hatte Graf Zeppelin dem Reiche zu liefern,
um eine ihm vom Reichstage in Anerkennung ſeiner
Leiſtungen bewilligte Summe von 2150000 Mark
ein=
zulöſen. Die Mittel waren beſtimmt, ihm ſeine früheren
Auslagen zu erſetzen, ſie hätten ihm zugleich ermöglicht,
ſein Werk durchzuführen. Als dann der vom Reichstag
bewilligte Betrag mit Ablieferung beider Schiffe
einge=
löſt werden konnte erſtattete Graf Zeppelin alle ihm früher
zur Verfügung geſtellten Mittel zurück auch die Aktionäre
der ehemaligen „Aktiengeſellſchaft zur Förderung der
Luft=
ſchiffahrt” erhielten die von ihnen längſt ausgebuchten
Beträge für ihre Aktien wieder.
Seite. 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. September 1913.
Nummer 223.
Deutſches Reich.
— Die neuen Vorſchriften für Theater
und Kinematographen. Durch eine offiziöſe
Meldung iſt darauf hingewieſen worden, daß in der
kom=
menden Novelle zur Gewerbeordnung neue
Beſtimmun=
gen öffentlich=rechtlicher Natur für den allgemeinen
Theaterbetrieb und für kinematographiſche und
phono=
graphiſche Vorführungen zur Einführung gelangen
wer=
den. Es wird ſich dabei um eine Abänderung der §§ 32,
33a und 33b, ſowie um eine Einfügung neuer
Paragra=
phen 32a—32e in die Gewerbeordnung handeln. Zu dieſen
Aenderungen werden folgende neue Beſtimmungen in
Vorſchlag gebracht:
Für Bühnenunternehmen darf die Erlaubnis
ver=
ſagt werden, wenn 1. die zum Betriebe des Unternehmens
beſtimmten Räumlichkeiten wegen ihrer Beſchaffenheit
oder ihrer Lage den polizeilichen Anforderungen nicht
ge=
nügen; 2. wenn die für das Unternehmen erforderlichen
Mittel nicht nachgewieſen ſind; die Erteilung der
Er=
laubnis kann von der Hinterlegung einer Sicherheit
ab=
hängig gemacht werden, durch welche die Forderungen der
Angeſtellten ſichergeſtellt werden; 3. wenn der
Nach=
ſuchende die für den Betrieb des Unternehmens
erforder=
liche Zuverläſſigkeit, insbeſondere in ſittlicher, artiſtiſcher
und finanzieller Beziehung nicht nachzuweiſen vermag.
Der Bundesrat ſoll befugt ſein Vorſchriften für
Bühnen=
unternehmer über die Führung von Büchern zu erlaſſen.
Wer Bühnenunternehmen ohne Beſchränkung auf eine
beſtimmte Räumlichkeit betreiben will, bedarf dazu einer
beſonderen Erlaubnis, neben der für die einzelnen Orte
noch die Genehmigung der Ortspolizeibehörde
erforder=
lich iſt. Die Genehmigung ſoll nur dann verſagt werden
dürfen, wenn die Räumlichkeiten den polizeilichen
An=
forderungen nicht entſprechen oder wenn ein Bedürfnis
für das Unternehmen nicht vorliegt. Der Bundesrat ſoll
befugt ſein, über den Geſchäftsbetrieb der Perſonen, die
gewerbsmäßig die öffentliche Aufführung von
Bühnen=
werken vermitteln, Vorſchriften zu erlaſſen.
In § 33a wird die Verpflichtung zur Nachſuchung
einer Erlaubnis auch auf alle kinematographiſchen und
phonographiſchen Vorführungen ausgedehnt.
Gegen=
wärtig bedarf der Erlaubnis, wer gewerbsmäßig
Sing=
ſpiele, Geſangs= und deklamatoriſche Vorträge,
Schau=
ſtellungen von Perſonen oder theatraliſche Vorſtellungen,
ohne daß ein höheres Intereſſe der Kunſt oder
Wiſſen=
ſchaft dabei obwaltet, veranſtalten will. Unter dieſe
Be=
ſtimmungen fallen kinematographiſche und
phonographi=
ſche Vorführungen nicht. Durch die Unterſtellung der
Kinematographen unter den 33a der Gewerbeordnung
wird auch für ſie die Bedürfnisfrage bei der
Konzeſſions=
erteilung maßgebend.
— Der Wahlaufruf der badiſchen
Na=
tionalliberalen. Als erſte aller Parteien
ver=
öffentlicht die Nationalliberale Partei ihren Wahlaufruf
für die bevorſtehende Landtagswahl. Einleitend gedenkt
der Aufruf der Erinnerungsfeiern an das Jahr 1813, des
Regierungsjubiläums des Kaiſers und des großen Werkes
der Wehrvorlage, die uns den Frieden und dem Reiche
die Machtſtellung ſichert. Trotz des für die Stichwahl mit
den Sozialdemokraten abgeſchloſſenen taktiſchen
Abkom=
mens erklärt ſich die Nationalliberale Partei in Baden
als eine ſcharfe Gegnerin der Sozialdemokratie, von der
ſie durch grundſätzliche Anſchauungen auf wichtigen
Ge=
bieten des öffentlichen Lebens, beſonders in nationalen
Fragen, getrennt iſt. Der Hauptkampf der
Nationallibe=
ralen richtet ſich diesmal gegen den Rechtsblock, in dem
ſich Zentrum, Konſervative und Bund der Landwirte
ver=
einigt haben. Die ganze Kraft muß eingeſetzt werden
um einen Sieg des klerikal=konſervativen Blocks zu
ver=
hüten. Gegenüber den Behauptungen der Zentrumspreſſe,
als ſtrebe die Nationalliberale Partei die Trennung von
Kirche und Staat an, verſichert der Parteivorſtand, daß
die Fraktion für eine Verlängerung des Dotationsgeſetzes
für die Kirchen eintrete. Auch dem Ausbau des
Schul=
weſens, beſonders der Fürſorge für die ſchulentlaſſene
Jugend, ſowie der Verſorgung des ganzen Landes mit
elektriſcher Kraft wird die Nationalliberale Fraktion ihre
volle Aufmerkſamkeit zuwenden.
— Einberufung des ſächſiſchen
Land=
tages. Der ſächſiſche Landtag wird zum 11. November
zuſammenberufen werden. Es iſt dies die letzte Tagung
vor den Neuwahlen von 1915. Der wichtigſte Gegenſtand
der Beratungen wird die Reformierung der Erſten
Kam=
mer ſein, die von den Liberalen und Sozialdemokraten
ſeit langem gefordert, aber von der Regierung und den
Konſervativen verweigert wird. Weiter werden der
Schutz der Arbeitswilligen, die Neuordnung des
Beam=
tenrechts, die Reform des Wahlrechts zum
Landeskultur=
rate, Beſoldungs= und andere Petitionen eine große Rolle
bei den Verhandlungen, namentlich der Zweiten Kammer,
ſpielen. Eine Aenderung der politiſchen Konſtellation iſt
nicht zu erwarten: Nationalliberale und Fortſchrittker
werden auch weiterhin zuſammengehen und
vorausſicht=
lich ein Wahlbündnis ſchließen.
Ausland.
Frankreich.
König Konſtantin verbrachte den größten
Teil des Sonntags in ſeinem Hotel, wo er mit ſeinem
Adjutanten Oberſt Levidis arbeitete. Um 10 Uhr ſprach
der Miniſter des Aeußern Pichon im Hotel vor und hatte
mit dem König eine Unterredung, die nahezu dreiviertel
Stunden dauerte. In ihr ſollen alle in der
Balkanange=
legenheit noch ſchwebenden Fragen behandelt worden
ſein, inſonderheit die neugeſchaffene Lage in Albanien,
und eine in nächſter Zeit von Griechenland in Frankreich
aufzunehmende Anleihe.
England.
Der Eiſenbahnerſtreik. Die Londoner
Blät=
ter drücken ihre Befriedigung über das Nachlaſſen des
Eiſenbahnerſtreiks aus. Das öffentliche Intereſſe iſt
gegenwärtig auf die im Handelsamt zwiſchen den
Ar=
beitgebern und Angeſtellten der Automobilomnibuſſe
ſtatt=
findende Konferenz gerichtet. Die unnachgiebige Haltung
der Leute verurſacht Beſorgnis. Ihre Vertreter erklären
es nicht dulden zu wollen, daß die Annahme der
For=
derungen aufgeſchoben werde. Der Verband der
Auto=
mobildroſchkenführer erklärte ſich bereit, den Angeſtellten
der Automobilomnibuſſe im Bedarfsfalle eine wöchentliche
Unterſtützung bis zu 2000 Pfund zu gewähren.
Die Armeemanöver finden vom 22. bis 26. ds.
Mts. in der Gegend ſüdöſtlich von Birmingham ſtatt.
Die oberſte Leitung hat Feldmarſchall Sir John French
in ſeiner Eigenſchaft als Chef des Generalſtabes und
erſtes Mitglied des Kriegsrates. Taktik und Strategie
ſollen diesmal in den Hintergrund treten. Die
angrei=
fende Partei wird auf zwei parallelen Straßen
vormar=
ſchieren. Beſondere Aufmerkſamkeit wird dabei dem
kriegsmäßigen Nachſchub und der Leiſtungsfähigkeit der
Kraftfahrkolonnen zugewendet werden. Vier Luftſchiffe
und 40 Flugzeuge ſollen, auf beide Parteien verteilt, an
den Manövern teilnehmen. König Georg und
wahr=
ſcheinlich auch die Königin werden den Uebungen
bei=
wohnen. Das Königliche Hauptquartier wird Althorpe
Towers bei Northampton ſein, wo der König als Gaſt
des Earls Spencer eintreffen wird.
Rußland.
Der Einführung der Militärpflicht für
Automobile ſtimmte der Kriegsrat auf Vorſchlag des
Generalſtabes zu. Die Vorlage hierüber wird der
Reichs=
duma vorgelegt werden.
Türkei.
Die Franzoſenfreundlichkeit der
Tür=
kei. Die Voſſiſche Zeitung meldet aus Konſtantinopel:
Für den ſtärkeren Umfang der augenblicklichen
Fran=
zoſenfreundlichkeit in Konſtantinopel iſt es bezeichnend,
daß das Blatt Jeune Turc, das bisher auch unter den
ſchwierigſten Umſtänden und oft allein in der ganzen
Türkei ſeine deutſchfreundliche Geſinnung offen und
be=
ſtimmt bekannte, die Aeußerung des Finanzminiſters
Dſchavid Bei, daß das einzige Heil der Türkei in der
politiſchen und wirtſchaftlichen Anlehnung an Frankreich
liege, mit der Bemerkung begleitet, daß dieſe Aeußerung
die Ueberzeugung der Redaktion des Blattes ſowie aller
Osmanen zum Ausdruck bringe.
Japan.
Kriegsverluſte der japaniſchen
Ma=
rine. Die japaniſche Marine gibt jetzt den erſten
ab=
ſchließenden Bericht über die Verluſte im ruſſiſch=
japani=
ſchen Kriege bekannt. Die durchſchnittliche Tagesſtärke
der japaniſchen Marine betrug während des Krieges
42500 Köpfe. Der Geſamtverluſt betrug 3692, davon 1883
Mann tot. Von dieſen wurden durch feindliche Geſchoſſe
nur 660 getötet, während die anderen ſämtlich durch
Er=
trinken (1080) oder durch Verletzungen beim Sinken von
Schiffen (143) das Leben verloren. Die Verluſte, die ſich
durch den Tod Verwundeter ergaben, waren gleichfalls
ſehr minimal. Fünf Sechſtel der Verwundeten wurden
vollſtändig geheilt. Die Höhe der Verluſte auf den
ein=
zelnen Schiffen ſchwankte je nach dem Zweck und der
Bauart des Schiffes. Von den Schlachtſchiffen hatte den
größten Verluſt das Flaggſchiff des Admirals Togo, das
in der Schlacht 28 v. H. ſeiner Beſatzung verlor. Den
überhaupt größten Verluſt hatte die „Hatſuſe” die von
den Ruſſen in den Grund gebohrt wurde. Hierbei kamen=
86 v. H. der geſamten Mannſchaft ums Leben.
* Zur Fleiſchverſorgung. Von verſchiedenen
Seiten war die endgültige Einſtellung der Fleiſcheinfuhr
aus Rußland nach Groß=Berlin um deſſentwillen
voraus=
geſagt worden, weil die beteiligten ſtädtiſchen Organe
bis=
her einen Antrag auf Genehmigung der Einfuhr über
den 1. Oktober hinaus nicht geſtellt haben. Dieſe
Schluß=
folgerung iſt nach einer offiziöſen
Magiſtratsmitteilung=
vollkommen irrig. Die Fleiſcheinfuhr iſt zeitweilig
unter=
blieben, weil die wärmere Jahreszeit ſie nur unter
Auf=
wendungen geſtattet haben würde, die mit der damaligen
Preislage nicht zu vereinen geweſen wären. Es iſt aber
damals ausdrücklich vorbehalten worden, auf ſie
zurück=
zukommen, ſofern die Verhältniſſe es von neuem
erfor=
dern. Jetzt iſt der Preis von Rind= und Schweinefleiſch
bereits wieder derart geſtiegen, daß die Erwägung der=
Wiederaufnahme der Einfuhr ſich aufdrängt. In Berlin,
das bekanntlich den Fleiſchbezug für die Vororte mit
übernommen hat, ſtehen Beratungen zunächſt in der De=t
putation für Notſtandsfragen unmittelbar bevor. Es iſt
nach den früheren Aeußerungen der landwirtſchaftlichen
Verwaltung mit Beſtimmtheit anzunehmen, daß die
Er=
laubnis verlängert werden wird, ſobald die Städte ſie
beantragen, und zwar um ſo mehr, als die Voraus=, die im vorigen Jahre zu ihr führten, bereits
jetzt in vollem Maße wieder vorliegen. Das Reichsgeſetz,
das die Herabſetzung des Zolles für die betreffenden
Fleiſchſendungen vorſieht, erſtreckt ſeine Wirkung, wie
bekannt, vorläufig bis zum 31. März 1914.
* Deutſch=Amerikaner an Kaiſer
Wil=
helm. Aus Los Angeles wurde folgendes an den
deut=
ſchen Kaiſer gekabelt: Wir bitten, Eurer kaiſerlichen
Maje=
ſtät ehrfurchtsvollſt das folgende unterbreiten zu dürfen:
Mit dem Beſuch von Eurer Majeſtät Bruder, des Prinzen
Heinrich, königliche Hoheit, in den Vereinigten Staaten
ſetzte hier ein Zuſammenſchluß aller Deutſch=Amerikaner
ein, die heute im Deutſch=Amerikaniſchen Nationalverband
über das ganze Land hin vereinigt ſind neben den
ſon=
ſtigen deutſchen Verbänden. Wir alle erziehen unſere
Kinder nach den deutſchen Grundſätzen, die uns oder
un=
ſere deutſchen Eltern und Voreltern zu treuen Bürgern
unſerer neuen Heimat und tüchtigen Menſchen gemacht
haben; wir haben aus dieſen Gründen und unter der
Rückwirkung der glänzenden Weltſtellung, die unter Eurer
Majeſtät Führung das Deutſche Reich erreicht hat, dem
amerikaniſchen Deutſchtum ſeine heutige angeſehene
Stel=
lung im Lande mithelfend verſchaffen können. Deutſch
iſt heute zu unſerer hohen Genugtuung die meiſt
ver=
breitete Fremdſprache in den Vereinigten Staaten, iſt in
Schulen und Verkehr unter den fremden Sprachen
füh=
rend. Wir glauben zu dem heutigen Stande der ſo un=
Die Seele Verdis im Spiegel
ſeines Briefwechſels.
*⁎* Aus den unveröffentlichten Briefen
Verdis teilt Aleſſandro Luzio, der Mitherausgeber der
großen Briefſammlung des Meiſters, deren
Er=
ſcheinen gegenwärtig in Mailand vorbereitet wird, im
Corriere della Sera einige Auszüge mit, die ſich zu einem
ſcharfumriſſenen Bilde vom Weſen Verdis, des großen,
freien Menſchen, zuſammenfügen. Zum erſten Male
emp=
fängt hier die Welt einen tiefen Einblick in die ſchweren
Widerſtände und in die harten, zehrenden Entbehrungen,
die das Schickſal dieſem körperlich zarten und ſchwachen
Menſchen auferlegte, ehe er ſich endlich zur
Unabhängig=
keit durchrang; und rein und groß enthüllt ſich ein
Cha=
rakter, dem Leiden, Enttäuſchungen, Widerwärtigkeiten
und Aergerniſſe nur zu Stufen werden, die ihn zu immer
ſchönerer und reicherer Entfaltung eines ſeeliſchen Adels
emporführen. Spott, Hohn, Verkennung und Feindſchaft
begegneten ihm auf ſeinem Wege; zu ſchmerzlichen
Ent=
täuſchungen geſellen ſich Sorge und Not, aber nie
ver=
mag die naheliegende Gefahr einer Verbitterung dieſem
Menſchen etwas anzuhaben. Fremd bleibt ihm der
Hoch=
mut; und ſelbſt ſpäter, als ſein Name bereits berühmt iſt,
iſt ſein ausgeglichenes künſtleriſches Selbſtbewußtſein
das gleiche wie immer und kann ſich nur dann zu zornigen
Worten entflammen, wenn die Kunſt ſelbſt und ihre
Würde angetaſtet zu werden drohen.
Der empörte Zorn des Schaffenden läßt ihn ſeinem
Verleger Riccordi bittere Vorwürfe machen, weil
Rie=
cordi mehr auf hohe Einnahmen als auf eine künſtleriſch
würdige Darſtellung der Werke ſah. „Du darfſt nicht
aus=
ſchließlich an Gewinne und Profite denken. Du weißt,
wenn die Kunſt verhöhnt wird, werde ich es mir zur
Pflicht machen, ſie zu rächen; denn was wäre ich, wenn
ich das nicht täte? . Ich habe Dir ſchon einmal'
ge=
ſagt, wenn ich Händler hätte werden wollen, dann hätte
mich niemand davon abhalten können, nach der „
Tra=
viata” jedes Jahr eine Oper zu ſchreiben, und mir ein
Vermögen zu machen, das dreifach ſo groß wäre wie das,
was ich mein eigen nenne.” Und er fordert von Riccordi,
daß er lieber Werke von der Bühne zurückziehe, als eine
verſtümmelte Darſtellung zuzulaſſen. „Ich verlange nur,
Herr meiner eigenen Kleidung zu ſein, und will niemand
ſchädigen. Und ich füge hinzu: Nehmen Sie die
Bedin=
gungen an oder verbrennen Sie die Partitur; ich werde
ſelbſt das Feuer anmachen und ſelbſt den Falſtaff den
Flammen übergeben.” Immer aber will Verdi perſönlich
zurückſtehen, will als Menſch im Hintergrunde bleiben;
will, daß nur das Werk durch ſich allein wirke oder
ver=
ſage. Denn „ich glaube wie immer, daß die perſönlichen
Erfolge nur der Perſönlichkeit nützen und nicht der Kunſt.
Als 1871 für die „Arda” eine große Reklame inſzeniert
wird, iſt er außer ſich, fühlt ſich aufs Tiefſte gedemütigt
und beſchämt, und noch 1887 wehrt er ſich mit Händen und
Füßen gegen die Zumutung, zur Othello=Aufführung in
Rom zu bleiben. „Künſtleriſch geſprochen, iſt meine
An=
weſenheit vollkommen überflüſſig, alſo was ſoll ich dort?
Mich zeigen? Mich beklatſchen laſſen: Es iſt bei mir kein
Gefühl der Beſcheidenheit oder des Stolzes; es iſt nur ein
Gefühl perſönlicher Würde, das ich nicht abzulegen
ver=
mag.”
Für den weiten Sinn des großen italieniſchen
Mei=
ſters iſt die ehrfürchtige Anerkennung, die er der
deut=
ſchen Muſik und Wagner freudig zollt,
bezeich=
nend. Als er Wagners Tod vernimmt, ſchreibt er in
höchſter Erregung in ſein Notizbuch: „Traurig, traurig,
traurig! Wagner tot! Als ich die Nachricht las, war ich
entſetzt. Eine große Perſönlichkeit iſt dahingegangen.
Zum Zorn ſeiner Landsleute tritt Verdi für die
Wagner=
ſche Forderung des verdeckten Orcheſters mit
Enthuſias=
mus ein, und als Bülow ihm ſeine Bewunderung
aus=
ſpricht, freut er ſich, „nicht aus perſönlicher Eitelkeit”
ſon=
dern, weil er ſpürt, „daß die wirklich großen Künſtler
ohne Vorurteile der Schule, der Nationalitäten und der
Zeit urteilen. Wenn die Künſtler des Nordens und des
Südens verſchiedene Tendenzen haben, ſehr verſchiedene
dann ſollen ſie alle den echten Charakter ihrer Nation
be=
wahren, wie das Wagner ſo treffend fordert. Glücklich
ihr, die ihr noch die Kinder Bachs ſeid! Und wir ? Auch wir,
Kinder Paleſtrinas, hatten einſt eine große und eine
eigene Schule . . .
Aber Wagners Stellung zu Liſzt,
Meyerbeer und dem bayeriſchen König; Wagners
Fähig=
keit, für ſeine hohen Ziele Geld und Protektion zu
er=
langen, hat Verdi nie verſtehen können. Sein ritterlicher
Unabhängigkeitsſinn lehnte ſich zornig auf ſchon bei dem
Gedanken, man könne ihn unterſtützen, fördern oder
pro=
tegieren wollen. „Seit ſechs Jahren ſchreibe ich
unauf=
hörlich, ziehe von Land zu Land und habe niemals ein
Wort mit einem Journaliſten geſprochen, nie einen
Freund um einen Dienſt gebeten, nie den Reichen den
Hof gemacht, um Erfolg zu haben. Nie, nie; immer werde
ich ſolche Mittel verſchmähen. Ich tue mein Beſtes in
meinen Werken und laſſe die Dinge ihren Lauf nehmen,
ohne auch nur den leiſeſten Einfluß auf die Meinung der
Oeffentlichkeit zu erringen zu ſuchen” ſchreibt er 1848.
Als eine Feſtaufführung zu Ehren Roſſinis durch
Intrigen Marianis zu Fall gebracht wird, iſt Verdi
empört: „Wir werden wiederum bewieſen haben, daß wir
uns nur zuſammenfinden, wenn der eigene Vorteil und
die eigene Eitelkeit winken, wenn unſere Namen in den
Theatern genannt und durch die Straßen und Plätze
ge=
ſchleppt werden, wie Charlatane auf den Jahrmärkten;
aber wenn unſere Perſönlichkeit hinter einer Idee und
hinter einem großen und ſchönen Werk verſchwinden ſoll,
dann läuft alles davon, dann kommt die egoiſtiſche
Gleich=
gültigkeit, die die Geißel und das Unglück unſeres
Vater=
landes ſind.” Und als 1889, zur 50. Wiederkehr des Tages,
da ſein „Oberto” zuerſt aufgeführt wurde, der Gedanke
an eine Jubiläumsaufführung auftaucht, kämpft er wie
ein Löwe gegen dieſen Plan, deſſen Ausführung „kein Feſt,
ſondern ein Skandal wäre.” „Wenn eine Konzeſſion
not=
wendig iſt dann ſchlage ich vor, das Jubiläum 50 Jahre
nach meinem Tode zu feiern. Drei Tage genügen, um
Menſchen und Dinge zu vergeſſen. Der große Dichter ſagt?
„Himmel, ſchon zwei Monate tot und noch nicht
vergeſ=
ſen ?"
Als 1881 eine Verdi=Büſte in der Scala
aufge=
ſtellt wurde, iſt er der einzige Gegner des Gedankens und
immer wieder fordert und bittet er, man möge das
ge=
ſammelte Geld für einen wohltätigen Zweck verwenden:
In ſeiner Heimatſtadt Buſſeto aber erregt er Staunen
und dann Zorn, als er mit flammenden Worten gegen den
Luxus eines Theaterbaues proteſtiert, der hauptſächlich
ſeinen Werken zugute kommen ſollte; und als Patriot
verlangt er, daß das Geld dazu verwendet werde, die
Kargheit der Staatskaſſe zu mildern: „Denn dereinſt
ſoll=
man nicht ſagen, daß das Vaterland an Geldnot
zu=
grunde ging.”
Nummer 223.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. September 1913.
Seite 3.
geheuren vielſeitigen geiſtigen und wirtſchaftlichen
Be=
ziehungen der beiden großen Länder durch unſere
uner=
müdliche Kleinarbeit von Haus zu Haus, von Mund zu
Mund unſererſeits mit beigetragen zu haben, denn wo
man deutſche Sprache und deutſche Kultur hegt und pflegt,
da finden auch die Produkte deutſcher Arbeit und
deut=
ſchen Geiſtes einen willigen Markt. Wie hatten wir
Deutſch=Amerikaner, beſonders des Weſtens und
Süd=
weſtens, wo die wirtſchaftliche Zukunft dieſes Landes
liegt, uns darauf gefreut, unſeren Mitbürgern auf der
Ausſtellung in San Franzisko 1915 den heutigen hohen
Stand deutſcher Kultur und deutſchen Wirtſchaftslebens
vorzuführen, wie hatten wir uns darauf gefreut, daß
vom ſtolzen deutſchen Hauſe die deutſche Flagge wehen
würde, die Farben unſerer alten Heimat, unſeres
Stamm=
landes, auf das wir alle ſo ſtolz ſind! Wie
niederſchmet=
ternd wirkte daher die Nachricht, daß das Deutſche Reich
das ungefähr ein Viertel der Bewohner dieſes Landes
als das Land ihrer und ihrer Vorfahren Abſtammung
anſehen, auf der Ausſtellung in San Franzisko nicht
ver=
treten ſein wird! In Ehrfurcht und Verehrung die
Prä=
ſidenten der Staatsverbände von Kalifornien, Oregon
und Waſhington des Deutſch=Amerikaniſchen
National=
verbandes und die Groß=Präſidenten des Ordens der
Her=
mannsſöhne von Teras und Kalifornien.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 23. September.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften, ſowie der in Jagdſchloß Wolfsgarten
an=
weſende Beſuch nahmen am 20. d. Mts. das Frühſtück
bei Prinz und Prinzeſſin Franz Joſeph von
Batten=
berg. (Darmſt. Ztg.)
Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Königlich Preußiſchen
Kammerherrn und Kabinettsrat a. D. Dr. von Behr=
Pinnow in Berlin das Komturkreuz 1. Klaſſe des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Von der Landesuniverſität. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den außerordentlichen
Pro=
feſſor an der Univerſität Kiel Dr. Hans Gmelin zum
ordentlichen Profeſſor in der juriſtiſchen Fakultät der
Landesuniverſität Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober
1913 ernannt.
* In den Ruheſtand verſetzt wurden der Lehrer
an der Volksſchule zu Nieder=Florſtadt, Kreis
Fried=
berg, Ludwig Hechler auf ſein Nachſuchen, unter
Aner=
kennung ſeiner fünfzigjährigen treuen Dienſte, vom 1.
Ok=
tober d. Js. an und der Lehrer an der Volksſchule zu
Darmſtadt Karl Fölſing auf ſein Nachſuchen, unter
Anerkennung ſeiner mehr als fünfzigjährigen treuen
Dienſte, vom 1. November d. Js. an.
Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den Bezirkskaſſier
der Bezirkskaſſe Groß=Umſtadt, Rendant Nicolaus
Werner zu Groß=Umſtadt, vom 15. Oktober 1913 an,
unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte,
auf ſein Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt und ihm
aus dieſem Anlaß den Charakter als „Rechnungsrat”
verliehen, ferner den Kreisdiener bei dem Kreisamt
Mainz Jakob Schäfer mit Wirkung vom 20.
Sep=
tember 1913 an in den Ruheſtand verſetzt.
* Erledigt iſt die Stelle des Bezirkskaſſiers der
Bezirkskaſſe Groß=Umſtadt vom 15. Oktober d. Js. ab.
Die Strafkammer II hatte ſich geſtern mit einer
für Heimarbeiter überaus wichtigen Rechtsfrage zu
be=
ſchäftigen. Der 53jährige Portefeuiller Jean Puth von
Offenbach hatte am 10. Januar von der Steuerbehörde
einen Strafbefehl erhalten, weil er ein Gewerbepatent als
Hausgewerbetreibender nicht gelöſt hatte. Puth iſt für
einen Offenbacher Unternehmer als Heimarbeiter tätig;
er erhält das fertig zugeſchnittene Material und hat
ge=
nau nach Muſter zu arbeiten. Das Schöffengericht
Offen=
bach hatte am 21. Mai auf Freiſprechung erkannt
und im Urteil ausgeführt: Nach den einſchlägigen
Be=
ſtimmungen ſind die Heimarbeiter kranken= und
invaliden=
verſicherungspflichtig. Nun iſt zwiſchen den
Organiſatio=
nen der Arbeiter und der Unternehmer der Lederinduſtrie
in Offenbach ein Tarifvertrag abgeſchloſſen, nach dem die
Arbeitgeber zur geſetzlichen Beitragsleiſtung zur Kranken=
und Invalidenverſicherung ſich verpflichten. Nur eine
Anzahl meldet ſich ſelbſt freiwillig bei der
Ortskranken=
kaſſe an, aber dies geſchieht nur, um bei dem häufigen
Arbeitswechſel Scherereien und Unterbrechung der
Ver=
ſicherung zu vermeiden. Es geht hieraus der Begriff
eines ſelbſtändigen Unternehmers nicht hervor. Dies war
auch bei Puth der Fall. Die Steuerbehörde hatte das
als einen Beweis erachtet, daß er ſelbſtändiger
Haus=
gewerbetreibender ſei. Die Amtsanwaltſchaft hatte gegen
dies freiſprechende Urteil des Schöffengerichts Berufung
eingelegt, mit der ſich geſtern die Strafkammer II zu
be=
ſchäftigen hatte. Als Sachverſtändiger äußerte ſich zu=
nächſt Aſſeſſor Nikolai, der der Auffaſſung iſt, daß Puth
Hausgewerbetreibender ſei, denn er habe perſönliche
Selbſtändigkeit, da er Anfang und Ende der Arbeitszeit
ſelbſt wählen könne. Auf die wirtſchaftliche
Selbſtändig=
keit komme es nicht an. Sachverſtändiger
Handelskammer=
ſyndikus Dr. Cratz führt aus, daß der Begriff des
Heim=
arbeiters nicht im Geſetz umſchrieben ſei. Die
mannig=
faltigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe der Heimarbeit laſſen
ſich nicht in einen feſten juriſtiſchen oder
volkswirtſchaft=
lichen Begriff hineinbringen. Auch im § 14 der
Reichs=
gewerbeordnung ſei ein ſolcher Begriff nicht gegeben. Iſt
der Arbeiter an keine beſtimmte Arbeitszeit gebunden,
er=
hält er ſämtliche Zutaten geliefert und ſtellt er die
Ar=
beit mit Hilfe ſeiner Familie, aber ohne fremde
Hilfskräfte her, ſo ſei er zweifellos als Heimarbeiter
zu betrachten. Hat er dagegen Zutaten zu kaufen, ſo falle
er unter den Begriff des Hausgewerbetreibenden,
des=
gleichen, wenn er ſeine über 25 Jahre alten Söhne
be=
ſchäftigt und entlohnt. Gauleiter Hepp vom
Lederarbeiterverband ſtimmt dieſen Ausführungen zu.
Die Strafkammer verwirft die Berufung der
Amtsanwalt=
ſchaft, und die Koſten, einſchließlich der notwendigen
Koſten der Verteidigung des Angeklagten, werden der
Staatskaſſe auferlegt. Puth ſei nicht als öffentlicher
Ge=
werbetreibender zu betrachten. Er habe keinen
Unter=
nehmergewinn gehabt, es mache auch nichts aus, daß er
einige Arbeiten, wie das Schärfen, außer dem Hauſe habe
beſorgen laſſen. Er habe davon keinen
Unternehmer=
gewinn gehabt, ſondern lediglich ſeinen Lohn erhalten.
Daß er keine beſtimmte Arbeitszeit einzuhalten hatte, ſei
auch kein maßgebendes Zeichen für einen
Hausgewerbe=
treibenden, ſondern er bekam ſein Penſum für die Woche,
und es war ſeine Sache, wie er ſich die Arbeit einteilte.
Puth iſt alſo lediglich ein Heimarbeiter und deshalb nicht,
wie die Steuerbehörde annimmt. gewerbeſteuerpflichtig.
Da die Sache juriſtiſch nicht einfach lag, waren die Koſten
der Verteidigung auf die Staatskaſſe zu übernehmen.
Der 56jährige Taglöhner Benedikt Glück aus Genf
war vom Amtsgericht Groß=Gerau neben einer
Gefäng=
nisſtrafe wegen Bettelns mit Ueberweiſung an die
Lan=
despolizeibehörde bedacht worden. Er legte gegen die
Ueberweiſung Berufung ein. In ſeinem Plädoyer
be=
merkte der Stagtsanwalt, daß das Miniſterium in einem
Erlaß darauf hingewieſen habe, wie Heſſen deshalb von
Bettlern überſchwemmt werde, weil ſie hier weniger auf
Ueberweiſung ins Arbeitshaus zu rechnen brauchten. Die
Strafkammer verwarf die Berufung. — Der 47jährige
Bäcker Auguſt Johann Schön aus Böhmen hat ſich am
10. Mai in Langen unter einem falſchen Namen ins
Ge=
fangenenregiſter eintragen laſſen. Er iſt wegen weiter
Entfernung vom Erſcheinen entbunden. Er wurde wegen
Urkundenfälſchung zu 6 Wochen Gefängnis
abzüg=
lich 4 Wochen der Unterſuchungshaft verurteilt. — Der
Arbeiter Reichling von Offenbach hatte am 18.
Fe=
bruar 1913 einen Streit mit einer Arbeiterin. Dieſe
veranlaßte ihren damaligen Bräutigam, dem Reichling
eine Abfuhr zuteil werden zu laſſen. Am Abend fielen
nun der Arbeiter Franz Fauſt und ſein 22jähriger
Bru=
der Joſef über den Reichling her, wobei Franz Fauſt
den R. mit dem Meſſer mißhandelte. Das Schöffengericht
verurteilte Franz Fauſt zu 5 Monaten und Joſef
Fauſt zu 3 Monaten Gefängnis wegen
gemeinſchaft=
licher Körperverletzung. Die Strafkammer verwarf die
eingelegte Berufung des Joſef Fauſt. — Der Wirt
Jo=
hann Michael Legat von Offenbach hatte vom
Kreis=
amt Offenbach einen Strafbefehl erhalten wegen
Ver=
gehens gegen das Stempelgeſetz. In ſeiner Wirtſchaft
hatte im Mai eine wandernde Muſikantengeſellſchaft
mu=
ſiziert und war nach einigen geſpielten Stücken
weiter=
gewandert. Da ſowohl er als auch die Muſiktruppe
einen Erlaubnisſchein für das Konzertieren nicht hatte,
war er nach Anſicht des Kreisamtes ſtrafbar. Das
Schöf=
fengericht Offenbach erkannte auf Freiſprechung, da
den wandernden Muſikanten jeder Betrieb unmöglich
ge=
macht werde, wenn verlangt wird, daß ſie für jeden
ein=
zelnen Fall einen Erlaubnisſchein hätten. Die
Straf=
kammer verwarf die Berufung der Staatsanwaltſchaft.
Der Begriff „Veranſtaltung von Konzerten” ſetze voraus.
daß der Wirt eine gewiſſe Vorbereitung trifft, was in
dem vorliegenden Falle und in allen gleichen Fällen nicht
möglich iſt. Die Staatsanwaltſchaft wird jedenfalls die
prinzipielle Frage bis zum Oberlandesgericht durchführen.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 4. Oktober, vormittags
9½ Uhr, lautet: 1. Bürgermeiſterwahl zu Götzenhain.
2. Enteignung von Gelände zur Eröffnung der
Berg=
ſtraße in Bieber. 3. Jagdverpachtung zu Unter=
Schön=
mattenwag.
Vom Großh. Hoftheater. Die
Karten=
beſtellungen der Abonnenten für das Gaſtſpiel
Slezak müſſen bis längſtens heute im Beſitz der
Hauptkaſſe des Großh. Hoftheaters ſein. Die Ausgabe
der beſtellten Billets beginnt am Donnerstag. An
dieſem Tag beginnt auch der Verkauf für die
Nicht=
abonnenten zu erhöhten Preiſen an der Tageskaſſe des
Hoftheaters und im Verkehrsbureau. Das Gaſtſpiel
ſelbſt findet am Freitag, den 3. (Alda) und Sonntag, den
5. Oktober (Meiſterſinger von Nürnberg) bei
auf=
gehobenem Abonnement ſtatt. Heute gelangt im
Dienstags=Abonnement „Hamlet” bei kleinen Preiſen
zur Aufführung. In der Aufführung von „
Tann=
häuſer” am Mittwoch, die im Abonnement der
Serie B zufällt, ſingt nicht Frl. Greta Jonſſon die
Eliſa=
beth, ſondern Frl. Geyersbach. Am Donnerstag findet
die Erſtaufführung einer der erfolgreichſten Komödien der
letzten Jahre ſtatt. Paul Apels heiteres Traumſpiel „Hans
Sonnenſtößers Höllenfahrt” mit Muſik von
Bermann geht an dieſem Tage unter Leitung von Brung
Harprecht zum erſten Male in Szene.
w. Vom alten Bahnhof. Heute Dienstag wird
die Eiſenbahnkontrolle 2, welche ſeither im alten Main=
Neckarbahngebäude untergebracht war, nach dem alten
Ludwigsbahnhofsgebäude verlegt werden. Der Umzug
muß bis zum 1. Oktober fertig ſein, weil das
Stationsgebäude der Main=Neckarbahn ſofort einem
Umbau unterzogen wird.
Die dafür ausgeworfene
Summe beträgt 98000 Mk. Der vor zehn Tagen
nieder=
gegangene ſehr ſtarke Gewitterregen hat in mehreren
Amtsräumen des Stationsgebäudes der Main=
Neckar=
bahn die Decken derart durchweicht, daß ein ſchleuniger
Auszug dringende Notwendigkeit wurde. In den alten
Warteſälen erſter und zweiter Klaſſe wurden raſch einige
Dienſträume hergerichtet und als Notgartiere bezogen.
Das in der unteren Rheinſtraße früher der Heſſiſchen
Ludwigsbahn gehörige Gebäude ſoll ebenfalls verlaſſen
und ein Neubau errichtet werden, der ſich an
das alte Main=Neckar=Stationsgebäude anſchließt und
bis an den unterſten Teil der Rheinſtraße am früheren
Bahnübergang reicht. Die Ausſchreiben für den Neubau
werden in kurzer Zeit veröffentlicht werden. Da die
Kontrolle 2 nur ſo lange im Ludwigsbahnhofsgebäude
untergebracht werden ſoll, bis der Umbau obengenannten
Gebäudes ſertig iſt, ſpricht man davon, für die Beamten
die ungeteilte Arbeitszeit einzuführen, um die etwa
für die kurze Benutzung notwendig werdende
Beleuch=
tung aller Dienſträume, deren Koſten 20000 Mk.
be=
tragen ſoll, zu ſparen.
* Die Abiturienten vom Jahre 1888. In den letzten
Tagen waren 25 Jahre verfloſſen, ſeit die
Herbſtabiturien=
ten des Ludwig Georgs=Gymnaſiums vom Jahre 1888
dieſe Anſtalt mit dem Zeugnis der Reife für die
Univerſi=
tät verließen. Zur feſtlichen Begehung dieſes Tages
hat=
ten ſich von 27 Abiturienten am Samstag 22 eingefunden,
um im Kreiſe der ehemaligen Mitſchüler alte
Erinnerun=
gen auszutauſchen. Mit beſonderer Freude hat es erfüllt,
daß ſämtliche Abiturienten ſich noch am Leben und in
gu=
ten Lebensverhältniſſen befinden. Die Feier wurde
ein=
geleitet durch einen Beſuch der ehemaligen Schulräume,
die unter Führung des derzeitigen Direktors, Herrn Geh
Schulrat Mangold, eingehend beſichtigt wurden, wobei
den Jubilaren in liebenswürdiger Weiſe Einblick in die
damaligen Prüfungsarbeiten geſtattet wurde. Ein
Früh=
ſchoppen bei Sitte vereinte dann die Teilnehmer zur erſten
Ausſprache. Nachmittags folgte ein Gang auf die
Lud=
wigshöhe, abends Feſteſſen mit anſchließendem Kommers
im Kaiſerſaal, bei dem manche heitere Reden, unter denen
die des Herrn Bürgermeiſters Mueller mit trefflichem
Humor gewürzt war, gehalten und für dieſen Zweck
ge=
dichtete Erinnerungslieder geſungen wurden, die die ſchon
angeregte Stimmung auf den Höhepunkt brachten. Eine
photographiſche Aufnahme am Sonntag im Hofe des
al=
ten Gymnaſiums mit anſchließendem Frühſchoppen im
Bahnhofshotel beſchloſſen die ſeltene Feier. Man trennte
ſich mit dem Bewußtſein, einige ſchöne Stunden vexlebt
zu haben und beſeelt von dem Wunſche, daß die Feier
dazu beitragen möge, das ſchöne Verhältnis zwiſchen
den Konabiturienten zu einem noch innigeren zu
geſtal=
ten. Die Leitung der wohlgelungenen Veranſtaltung lag
in den Händen des Herrn Ingenieur Georg
Mark=
wort.
* Odenwaldklub. Zwar fehlte der ſtrahlende
Son=
nenſchein, der der Landſchaft, zumal im lieblichen
Main=
tal, den ſatten Glanz und die ſchwelgende Farbenpracht
verleiht, aber dennoch bot auch bei bedecktem Himmel die
ſechſte Jahreswanderung Bilder von eigenartigem Reiz
und packender Stimmung. Die gewiſſenhafte Vorarbeit
der beiden Führer Gutkäſe und Straub ließ die
125 Wandergeſellen nach beſtimmtem Plane wandern, und
dadurch, daß ſich die Leiter des Marſches öfters frei
hielten von den ausgetretenen Geleiſen und abſeits der
Heerſtraße liegende Pfade ſuchten, wurde auch den
Klub=
genoſſen, die ſich heimiſch im Odenwald wiſſen, Neues
in mancherlei Geſtalt gezeigt. Der Marſch führte von
König am Geſundheitsbrunnen vorbei nach dem
Hain=
haus, das den geſchichtlichen Sinn rückwärts wendet in
die Römerzeit und den Naturfreund überwältigt durch
Feuilleton.
C. Meteorologiſches aus Heſſen. (Vergl. Nr. 196 dieſes
Blattes vom 22. Auguſt.) Der verfloſſene Auguſt war
überaus kühl und abnorm trocken. Die Temperaturmittel
ſchwanken zwiſchen 17,3 Grad Celſius in Mainz und 13,8
in Lauterbach (Darmſtadt: 16,4). Den höchſten
Thermo=
meterſtand unter den 12 Stationen notierte Worms mit
28,8 Grad am 4., während das Thermometer am gleichen
Tage in Schotten nur auf 25,2 ſtieg. In Darmſtadt war
der 29. mit einem Maximum von 26,8 der wärmſte Tag.
Die niedrigſten Stände fielen faſt überall auf den 7., wo
Lauterbach nur noch 2,9 Grad über Null notierte
gegen=
über 10,1 Mainz (Darmſtadt: 7,8). Die größte Zahl der
Srmmertage wurde in Worms mit neun beobachtet,
wo=
gegen Schotten nur einen notierte (Darmſtadt: ſieben).
Die Bewölkung war durchſchnittlich hoch; die Prozentſätze
ſchwanken zwiſchen 67 in Bad Nauheim und 50 in
Neun=
kirchen (Darmſtadt: 58). Die Niederſchlagsſummen
blie=
ben trotz der bedeutenden Trübung erheblich hinter dem
langjährigen Durchſchnitt zurück. Am regenreichſten war
die Tromm mit 52,7 Millimetern, während Echzell mit
nur 10,7 das andere Extrem darſtellt (Darmſtadt: 21,7)
Die höchſte Tagesmenge wurde in Offenbach mit 18,4
Mil=
limetern beobachtet, wogegen in Münzenberg 3,2 der
größte Tagesniederſchlag war. Als Seltenheit in dieſem
Srmmermonat muß es bezeichnet werden, daß das ganze
Land von Hagelfällen verſchont blieb. Auch die
Gewitter=
zahl bewegte ſich infolge der vielfach herbſtlichen Kühle in
mäßigen Grenzen (1—6). Abgeſehen vom Binger Pegel
blieb das Mittel des Rheinwaſſerſtandes nicht unerheblich
hinter dem langjährigen Durchſchnitt zurück. Noch mehr
galt dies vom Waſſerſtand der Lahn, während Neckar,
Main und Nidda annähernd normale Stände meldeten.
* Telephoniſche Uebertragung von
Opernaufführun=
gen. Die Münchener N. Nachrichten ſchreiben: Um
An=
fragen aus unſerem Leſerkreis zu genügen, teilen wir mit,
daß die telephoniſche Uebertragung von
Opernaufführun=
gen, die man in Wien, Paris und einigen anderen
Städ=
ten des Kontinents öffentlich bezw. im Abonnement ge=
ſtattet hat, hier in München der Oeffentlichkeit nicht
zu=
gänglich iſt. Die Erfindung der telephoniſchen
Uebertragung einer vollſtändigen
Opernauffüh=
rung machte vor einigen Jahren in der Preſſe großes
Aufſehen. Sie hat ſich jedoch — nachdem ſich der erſte
Be=
geiſterungsſturm gelegt hatte — als ziemlich
unvollkom=
men herausgeſtellt, und zwar hauptſächlich wegen der
frag=
lichen Aufſtellung der vermittelnden Mikrophone. Um
nämlich eine unverſchleierte und unverwiſchte
Klangwirk=
ung, genau wie wir ſie im Opernhauſe ſelbſt genießen
können, zu übertragen, wäre entweder die Anbringung
eines großen Mikrophones ungefähr in der Mitte der
Bühne vor dem Souffleurkaſten erforderlich — und das
läßt ſich räumlich nicht ausführen — oder aber auch eine
äußerſt komplizierte Anordnung und Kuppelung vieler,
verſchieden großer und mannigfach verteilter Mikrophone
auf der Bühne, im Orcheſter, im Proſzenium uſw. Hier
ergibt ſich jedoch eine neue Schwierigkeit, die vielleicht am
beſten am praktiſchen Beiſpiel erörtert werden kann:
Neh=
men wir an, die Sängerin hält ſich in der Mitte der
Bühne auf und ſingt gerade nach vorne, ſo wird
natur=
gemäß der Schall gleichmäßig aufgenommen und
verhält=
nismäßig gut übertragen werden können. Sowie ſie ſich
jedoch einer Seite bezw. einer Kuliſſe nähert, verſtärkt ſich
der Ton in dem dort angebrachten Mikrophon gleich
un=
natürlich, und ſingt ſie nach rückwärts, wird es klingen
wie aus ganz, ganz weiter Entfernung. Es ergäbe ſich
alſo als Grundbedingung für ein gutes Hören ein
firier=
ter Standpunkt des Sängers, was ohne weiteres der
Dar=
ſtellungskunſt zuwiderläuft.
Aehnlich verhält es ſich mit der Wiedergabe der
Or=
cheſtermuſik — da müßten in der Nähe der Pauken und
des Blechs ſehr kleine, bei den Streichern ſehr große
Mikrophone angebracht werden. Auch dann iſt es noch
fraglich, ob in der Praxis eine richtige dynamiſche
Ver=
teilung erzielt werden könnte. Aus all dem reſultiert, daß
wegen der techniſchen Schwierigkeiten ein ungetrübter
muſikaliſcher Genuß am Telephon noch nicht zu
ermög=
lichen iſt. Der Anſchluß an ſich iſt techniſch nicht
ſchwie=
rig und würde auch keine beſonders hohen Koſten
ver=
urſachen.
An der Münchener Hofoper ſind im
Proſze=
nium einige Mikrophone angebracht — dem Zuſchauer
kaum ſichtbar —, angeſchloſſen ſind jedoch außer dem
Deut=
ſchen Muſeum — wo die Uebertragung wiſſenſchaftlichen
Zwecken dient — nur der königliche Hof (als Beſitzer des
Hauſes), einige königliche Prinzen und
Verwaltungsſtel=
len, ſowie diejenigen Beamten, die den
Ueberwachungs=
dienſt haben; im ganzen kaum ein Dutzend.
CK. Das Telephon der Milliardäre. Eine
amerika=
niſche Geſellſchaft hat die Schöpfung einer direkten
Tele=
phonverbindung von Neu=York mit San Franzisko und
Los Angeles unternommen; doch werden ſich das
Ver=
gnügen, ſich auf eine Entfernung von 5600 Kilometer hin
zu unterhalten, nur ſehr reiche Leute geſtatten können. Die
Anlage iſt nämlich außerordentlich teuer; die Drähte
be=
ſtehen aus abſolut reinem Kupfer und haben einen
Durch=
meſſer von fünf Millimeter; alle 14 Kilometer wird eine
Verſtärkungsſtation eingerichtet. Da zudem zwiſchen Neu=
York und San Franzisko ein Zeitunterſchied von dre
Stunden beſteht, ſo wird die praktiſche Benutzungsdauer
der Linie ſehr beſchränkt. Man hat daher den Preis für
ein Geſpräch von drei Minuten auf 20 Dollar feſtgeſetzt.
* Eine Linde, die Weintrauben trägt. Eine hübſche
Täuſchung bietet im Garten des Hutmachermeiſters
Schönlein in Meißen eine Linde, deren Geäſt mit
reifen=
den Weintrauben behangen iſt. Ein Weinſtock am Giebel
des Hinterhauſes, dem durch bauliche Veränderungen in
der Nachbarſchaft Luft und Sonne verkümmert worden
waren und der infolgedeſſen ſchon ſeit Jahren keine
Trau=
ben mehr getragen hatte, war ſeit dieſer Zeit auch nicht
mehr ſachgemäß gepflegt worden. Sich ſelbſt überlaſſen,
trieb der licht= und lufthungerige Stock ſeine Ranken nach
allen Seiten in die Höhe. In dem Gezweige des in ſeiner
Nähe ſtehenden Lindenbaumes fanden nun einige
der=
ſelben einen feſten Halt und ſchlängelten ſich durch die
Krone, in der ſie die zu ihrer Fruchtbarkeit nötigen
Le=
bensbedingungen wiederfanden, und ſomit auch wieder
reichen Traubenbehang zeitigten. Weitere Trauben hängen
an den auf dem Hausdache liegenden Ranken desſelben
Stockes.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. September 1913.
Nummer 223.
den koſtbaren Beſtand an uralten, mächtigen Bäumen.
Zur erſten Raſt lud das liebliche Dörfchen Vielbrunn, wo
in der „Krone” vielgeſchäftige Hände ein wohlverdientes
Frühſtück reichten. Bald war Ohrenbach erreicht, und
als Ziel eines herzſtärkenden Aufſtiegs winkte das Rote
Bild. Der Abſtieg beflügelte den Schritt, zumal in
Rü=
denau ein ergiebiger Zwetſchenkuchenſchmaus in Ausſicht
geſtellt wurde. Wenn die Kuchenfläche auch bedenkliche
Lücken aufwies, ſo erfreute man ſich doch in wärmender
Enge der Kaffeepauſe und wandte ſich nach der Stärkung,
in den entzückenden Bildern des Maintals ſchwelgend,
dem Endziel zu. Mit ſtaunender Bewunderung
betrach=
tete man die Hainſäulen, die unvergänglichen Zeugen
rö=
miſcher Kunſttätigkeit, und zog mit frohem Lied in
Mil=
tenberg ein. Von der Tätigkeit der Wegwackeren in der
gaſtlichen „Roſe” hätte Homer geſagt: „Sie erhoben die
Hände zum lecker bereiteten Mahle‟. Daß beim folgenden
gemütlichen Zuſammenſein Reden. Geſänge und Vorträge
nicht fehlten, iſt ebenſo ſelbſtverſtändlich, wie der
freund=
liche Austauſch herzlicher Worte zwiſchen der Ortsgruppe
Miltenberg und den Darmſtädter Klubgenoſſen.
* Jung=Darmſtadt. Am Sonntag, den 28. d. Mts.,
findet die diesjährige Brückenbauübung von Jung=
Darm=
tadt am Großen Woog ſtatt. Die Beſichtigung der
Brücken findet um 3 Uhr ſtatt.
C Das Münchener Marionettentheater (Direktion
Fernando) auf der Meſſe bietet eine ganz reizende und
intereſſante Unterhaltung für jung und alt. Die äußerſt
vielſeitige und abwechſelungsreiche Vorſtellung beginnt
mit einem entzückenden Varietétheater en miniature, das
ein ganzes Programm mit Sängerinnen, Tänzerinnen,
Komikern, amerikaniſchen Exzentriks, komiſchen
Enſemble=
ſzenen und Zaubereien uſw. vorführt. Es iſt köſtlich und
techniſch zugleich ſtaunenswert, zu ſehen, wie die
reizen=
den Marionetten einzig mit den Fingern bewegt werden.
Bei den Klavierſpielen, mehr noch bei den Cakewalk,
eines graziöſen Tanzduetts, ſind die Bewegungen ſo
natürlich, daß man ſchier vergißt, nur Puppen zu ſehen.
Auch ſonſt bietet die Vorſtellung noch eine Fülle des
Sehenswerten. Da ſind noch dreſſierte Hunde und Affen,
magiſche Spiele im Kleinen, pantomimiſche Duette
humo=
riſtiſchen Inhalts. Herr Direktor Fernando
produ=
ziert ſich als außerordentlich geſchickter Zauberkünſtler,
der es den Beſten ſeiner Art gleich tut, und zum Schluß
folgt die Vorſtellung einer Reihe von Allegorien,
Zer=
ſtörung von Meſſina, Seeſchlachten, Erdbebenkataſtrovhen
und ein Zukunftskrieg auf dem Meer, in dem ſogar ein
Zep=
pelinkreuzer entſcheidend in die Schlacht eingreift, u. v. a.
Auch das Unglück der „Titanie” wird vorgeführt, wie
das ſtolze Schiff mit einem Eisberg zuſammenſtößt, ſinkt.
ſeine Rettungsboote klar macht und wie dann andere
Schiffe zur Rettung herbeikommen uſw., ganz wie es in
den Blättern geſchildert war. Es handelt ſich bei dieſen
Vorführungen nicht um Bilder, ſondern um Darſtellungen
mit kleinen plaſtiſchen Nachbildungen von Schiffen, die
richtia auf bewegten Wellen ſchwimmen und mit
Feuer=
werkskörpern ſchießen. — Sicher wird ieder etwas nach
ſeinem Geſchmack finden, der in dieſen Tagen das
Mün=
chener Marionettentheater beſucht.
§ Zuſammenſtoß. Am Samstag nachmittag gegen
1 Uhr hat ein Automobil in der Nähe des Ballonplatzes
mit einem Motorwagen der elektriſchen Straßenbahn
derart kollidiert, daß das hintere Verdeck des Automobils
beſchädigt und zwei Inſaſſen aus dem Automobil
heraus=
geſchleudert wurden. Die Inſaſſen haben keinen
körper=
lichen Schaden genommen.
Diebſtähle auf dem Meßplatz. Einem
Dienſt=
mädchen iſt am Sonntag nachmittag gegen 5 Uhr auf
dem Meßplatz das Portemonnaie mit etwas über drei
Mark Inhalt aus der Handtaſche geſtohlen worden. —
Zwiſchen 6 und 7 Uhr wurde einer Frau die
Hand=
taſche vom Arme abgeſchnitten und entwendet. In der
Taſche befand ſich ein Portemonnaie mit etwa vier
Mark Inhalt, ein Schlüſſel und ein Taſchentuch
* Der Einbruch in der Wilhelminenſtraße. Zu der
Notiz im geſtrigen Blatte über das Einbrechertrio geht
uns von der Wach= und Schließ=Geſellſchaft
folgende Richtigſtellung zu: In der fraglichen Nacht
beob=
achtete der Wächter Nr. 4 der Wach= und Schließ=
Geſell=
ſchaft, wie drei Männer aus dem Zigarrenladen des
An=
weſens Wilhelminenſtraße 8 heraustraten und ſich zu
ver=
ſtecken ſuchten. Das Anweſen wird nicht von uns
be=
wacht; trotzdem hat unſer Wächter es ſich angelegen ſein
laſſen, dieſen Leuten das Handwerk zu legen und iſt
ſo=
fort zur Hügelſtraße gegangen, um dieſen Vorgang den
Schutzleuten zu melden. Ein Schutzmann ging in
Ge=
meinſchaft mit unſerem Wächter nach dem Tatorte.
Wäh=
rend dieſer Zeit ſuchten ſich die drei Einbrecher zu
zer=
ſtreuen; einer davon verſuchte in dem Glauben, er ſei
von unſerem Wächter nicht beobachtet worden, nach
kur=
zer Zeit zurückzukehren, um ſeinen Plan auszuführen.
Unterdeſſen traten unſer Wächter und der Schutzmann
aus dem Anweſen heraus und ſahen, wie der Einbrecher
an dem Anweſen vorbei die Wilhelminenſtraße herunter
ging und in die Eliſabethenſtraße einbog. Unſer
Wäch=
ter zeigte dem Schutzmann dieſen Einbrecher und dieſer
nahm darauf denſelben nicht in dem Laden, ſondern
in der Eliſabethenſtraße, Ecke
Luiſen=
ſtraße, feſt.
§ Feſtgenommen. Am Sonntag nachmittag iſt
ein 21 Jahre alter Dreher von hier wegen eines in
Arheilgen verübten Mordverſuchs feſtgenommen
worden. Es handelt ſich um den 21 Jahre alten Dreher
A. Werner von hier, der auf ſeine Geliebte, die zirka
25 Jahre alte Marg. Ploch in Arheilgen, am Samstag
nach einer Eiferſuchtsſzene mit einem Revolver ſchoß.
Das Mädchen ſchlug ihm auf den Arm und der Schuß
ging fehl. Werner flüchtete und wurde an der
Wohnung der Dienſtherrſchaft des Mädchens in der
Rheinſtraße beobachtet und feſtgenommen.
In der
Ge=
fangenenzelle wurde er tobſüchtig, ſpielte den wilden
Mann und wurde nunmehr in das Krankenhaus
gebracht.
§ Streitigkeiten. Ein Arbeiter wurde in der Nacht
von Samstag auf Sonntag in einer Wirtſchaft in der
Altſtadt durch einen Meſſerſtich verletzt. — In derſelben
Nacht iſt auf dem Ludwigsplatz ein Mann durch
Fuß=
tritte mißhandelt worden. Er mußte durch die
Sani=
tätswache nach dem Städtiſchen Krankenhaus verbracht
werden.
* Kinotheater. Man ſchreibt uns: Uniontheater
(Rheinſtraße 6). Wie aus dem Anzeigenteil zu erſehen
iſt, beginnt das Uniontheater in den nächſten Tagen mit
der Vorführung des Aufſehen erregenden Wunderwerkes
der Kinokunſt: „Die letzten Tage von Pompeji‟ Der
Film, der ſeine Bilder aus dem berühmten Bulwerſchen
Kulturroman des römiſchen Heidentums entnimmt, zeigt
in ſechs Akten bei einer Vorführungsdauer von über
zwei Stunden die letzten Tage der vom Veſuv
verſchlun=
genen Stadt. Man kann um ſo mehr auf den großen
Film geſpannt ſein, als vor einigen Tagen ein gleiches.
allerdings nur zweiaktiges Werk, unter dem gleichen Namen
von einem anderen Lichtſpieltheater gegeben wurde, das
aber ſowohl in bezug auf die Größe des Films als auch
in der Ausführung der Bilder nicht im entfernteſten mit
dem am Samstag eintreffenden Werke konkurrieren kann.
Von der Größe des Gebotenen bekommt man einen
klei=
nen Begriff, erſtens, wenn man die auswärtige Preſſe
ver=
folgt und zweitens wenn man die in den nächſten Tagen
das ganze Schaufenſter des neben dem Eingang des
Theaters befindlichen Schuhgeſchäfts von Müller
ausfül=
lenden unzähligen prachtvollen Photographien beſichtigt.
H. Gundernhauſen, 22. Sept. (
Gemeinderats=
wahl.) Bei der Beigeordnetenwahl wurde anſtelle des
freiwillig zurückgetretenen, wohlverdienten Herrn Heinrich
Hanſtein der Landwirt Herr Heinrich Breidenbach
ein=
ſtimmig gewählt. Daß Herr Breidenbach eine allgemein
geachtete und beliebte Perſönlichkeit iſt, beweiſt, daß von
den 278 Wahlberechtigten 215 von ihrem Wahlrecht
Ge=
brauch machten. — Zu der hundertjährigen
Wiederkehr der Schlacht bei Leipzig am 19.
Oktober ſoll eine große nationale Feier veranſtaltet
wer=
den, an deren hehrer Ausgeſtaltung ſich alle hieſigen
Ver=
eine beteiligen wollen. Damit ſich auch die Schulklaſſen
am Vorabend an dem Freudenfeuer auf dem Stetteritz
beteiligen können, ſind die Herbſtferien laut Beſchluß des
Schulvorſtandes auf die Zeit vom 25. September bis 15.
Oktober verlegt.
(Prämienvertei=
Groß=Umſtadt. 22. Sept
ung.) Die Bezirksſparkaſſe Groß=Umſtadt wird bei
ihrer nächſten Mitgliederverſammlung Prämien an ſolche
Dienſtboten und Handwerksgeſellen ihres Bezirks
ver=
teilen, die 5 Jahre lang ununterbrochen bei demſelben
Dienſtherrn gearbeitet, in deſſen Haus auch ihre Koſt
emp=
fangen, ſich ſittlich gut geführt und ihre Sparſamkeit durch
Einlagen bei der Kaſſe oder durch Zuwendungen an
un=
terſtützungsbedürftige Angehörige erwieſen haben.
Zeug=
niſſe, die vom Dienſtherrn auszuſtellen und von dem
Bürgermeiſter des betreffenden Wohnorts zu beglaubigen
ſind, ſollen bis 10. Oktober an die Bezirksſparkaſſe Groß=
Umſtadt eingeſandt ſein.
Offenbach, 22. Sept. (Schwerer Sturz.) Der
24jährige Landwirt Chriſtian Rückert, der in der
Hauptſtraße 125 im benachbarten Weißkirchen wohnt, war
damit beſchäftigt, ein junges Pferd einzureiten. Das
wilde Tier warf ſeinen Reiter ab, ſtürzte ſelbſt und
be=
grub dieſen unter ſich. Rückert zog ſich dabei ſchwere
innere Verletzungen zu. — (Eine Meſſerſtecherei)
ſpielte ſich in der Sonntagnacht in der Glockengaſſe ab.
Dart wurde nach einem voraufgegangenen
Wirtshaus=
ſtreit der Maurer Ludwig Koßhirt aus der Ernſt
Lud=
wigſtraße 62 des Stadtteils Bürgel durch Meſſerſtiche an
beiden Schultern und der Stirne ſo ſchwer verletzt, daß
er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. — (
Main=
waſſer und Kanaliſation.) Ueber Maßnahmen
zur beſſeren Reinhaltung des Mainfluſſes,
für die auch Verbeſſerung der Abwäſſerverhältniſſe der
Stadt Offenbach eine Rolle ſpielt und die im Reichstag
und Landtag wiederholt zur Sprache gekommen iſt, haben
im Auftrage der Reichsregierung die Herren Profeſſor
Dr. Lehmann=Würzburg, Geh. Oberbaurat Dr.=Ing.
Keller=Berlin und Profeſſor Dr. Spitta ein Gutachten
eingereicht, das jetzt vorliegt. Nach einer eingehenden
Er=
örterung aller ſchädlichen Einwirkungen durch die
Ab=
wäſſer und deren Abhilfe ſchließt das Gutachten mit
einer Beurteilung des Entwurfes der
neuen Kanaliſation Offenbachs. Die
Kana=
iſation in ihren Grundzügen wird als zweckmäßig
aner=
kannt. Anſchluß an Frankfurt ſei untunlich, die
Klär=
anlage bald erforderlich. Dem Vorgehen Offenbachs
müßten ſich auch die anderen Quellen der Verunreinigung
anſchließen. Schuld an der Verunreinigung des
Mai=
nes ſind nach dem Gutachten hauvtſächlich: die
Zellſtoff=
fabriken Aſchaffenburg und Stockſtadt, die chemiſche
Fa=
brik Caſſella u. Co. in Mainkur, die Zuckerfabrik Groß=
Umſtadt, die Stadt Offenbach mit ihren Großinduſtrien.
Das Gutachten des Reichsgeſundheitsrats nennt die
bis=
herige Kanaliſation Offenbachs unzureichend, die
Ab=
wäſſerreinigung ungenügend. Offenbach müſſe ſo
kanali=
ſiert werden, daß Ablagerungen in den Kanälen nicht
mehr vorkommen. Nach Möglichkeit ſeien die Abwäſſer
der Kläranlage zuzuführen und zu reinigen, die
gereinig=
ken Abwäſſer unterhalb des Offenbacher Wehres in den
Main zu führen. Von einer Bodenberieſelung wird mit
Rückſicht auf die hohen Koſten und die in anderen Städten
geſtellten Forderungen abgeſehen; das Syſtem der
Rei=
nigung wird nicht vorgeſchrieben. Verlangt wird nur
die Ausſcheidung von 60 Prozent der Schwebeſtoffe des
vorgeklärten Waſſers, das Waſſer dürfe nicht angefault
in den Fluß kommen, gedrängter Bau der Anlagen,
Ver=
meidung von Geruch= und Fliegenplage dauernde
Sach=
verſtändigenkontrolle, einwandfreie Beſeitigung des
Schlammes. Unter Vorausſetzung dieſer Maßnahmen
können die Fäkalien eingeleitet werden. Das Projekt
der neuen Kanaliſation der Stadt Offenbach wird im
allgemeinen gutgeheißen, nur wäre der Anſchluß der
Oehler=Werke erwünſcht, wenigſtens der Fäkalien.
Groß=Steinheim, 22. Sept. (Todesfall.) Heute
vormittag verſchied der Bürgermeiſter Karl Friedrich
Svielmann im Alter von 58 Jahren infolge eines
Herzſchlages. Die Beerdigung findet Mittwoch, den
24. September, nachmittags 4 Uhr, ſtatt.
Ginsheim, 22. Sept. Ein
nachahmenswer=
tes Beiſpiel genoſſenſchaflichen
Zuſam=
menhaltens zeigte die geſtrige Generalverſammlung
der Spar= und Darlehenskaſſe e. G. m. u. H. zu
Gins=
heim (Kreis Groß=Gerau). Von 280 Mitgliedern waren
in der Verſammlung 152 anweſend. Vorſtand und
Auf=
ſichtsrat rechnen als vorſichtige Kaufleute mit dem
Ver=
luſt ihrer Aktien bei der Landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaftsbank in Höhe von 6900 Mark. und mit einem
Aus=
fall von 50 Prozent auf das rund 240000 Mark betragende
Guthaben bei der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchafts=
bank, zuſammen Ausfall rund 127000 Mark. Nachdem
die Reſerven und das Geſchäftsguthaben der Genoſſen
mit zuſammen 43000 Mark an dieſem Verluſte gekürzt
ſind, bleibt ein ungedeckter Verluſt von 84000 Mark. Man
rechnet mit 250 zahlungsfähigen Mitgliedern, ſo daß
dem=
gemäß auf ein Mitglied ein Verluſtanteil von 340 Mark
entfällt. Um gleich wieder den Grundſtock zur Bildung
eines eigenen Vermögens zu ſchaffen, ſchlug die
Verwal=
tung der Generalverſammlung vor, den Geſchäftsanteil
von 50 Mark auf 400 Mark zu erhöhen. Nach
eingehen=
der Debatte wurde die Erhöhung des Geſchäftsanteils
einſtimmig beſchloſſen. Ebenſo wurde einſtimmig der
Beſchluß des Vorſtandes und Aufſichtsrates genehmigt,
der Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank gegenüber
auf 50 Prozent der Forderungen zu verzichten, wenn und
inſoweit dieſer Verzicht zur Vermeidung einer
Ueber=
ſchuldung und eines Konkurſes der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaftsbank erforderlich wird. Die Mitglieder in
Ginsheim waren ohne Unterſchied des Standes und der
Parteizugehörigkeit — Landwirte und Arbeiter —
ein=
heitlich von dem Gedanken beſeelt, ſich die anerkannt
guten Leiſtungen der Spar= und Darlehenskaſſe zu er=
halten. Der ganze Verlauf der Ginsheimer
Generalver=
ammlung beſtätigt aufs neue, daß die Mitglieder der
Darlehenskaſſen bereit ſind, Opfer auf ſich zu nehmen und
auch in ſchwerer Stunde treu zu ihren
Verwaltungsorga=
nen zu ſtehen, wo dieſe in gewiſſenhafter Arbeit wirkliche
Leiſtungen aufzuweiſen haben. Die übrigen
Gläubiger=
genoſſenſchaften der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchafts=
bank, die zum allergrößten Teile nicht ſo ſchwer getroffen
ſind, wie Ginsheim, hätten in der nächſten Zeit nur dem
Ginsheimer Beiſpiel zu folgen, und man könnte die
Kriſis im heſſiſchen landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchafts=
weſen im weſentlichen als erledigt betrachten.
W. Lampertheim, 22. Sept.
(
Bürgermeiſter=
wahl.) Die hieſige Bürgermeiſterwahl verlief
nach reger Agitation ziemlich ruhig. Bürgermeiſter
Box=
heimer wurde mit großer Stimmenmehrheit
wieder=
gewählt.
Lampertheim, 22. Sept. (Erwiſchter
Ein=
brecher.) In der Nacht zum Sonntag wurden hier
mehrere Einbrüche verübt, wobei namentlich Kleider,
Schuhe und Wertſachen erbeutet wurden. In
verſchiede=
nen Fällen drang der Einbrecher bis in die Schlafzimmer
und plünderte Kleiderſchränke. Dem Polizeidiener
ge=
lang es, den Burſchen auf friſcher Tat zu ertappen und
feſtzunehmen. Es iſt der 33 Jahre alte, ſeit ſechs Wochen”
hier wohnhafte Fuhrknecht Gg. Schumacher aus Groß=
Sachſen, der erſt kürzlich eine längere
Zuchthausſtrafe=
verbüßt hat.
Mainz, 22. Sept. (Radium.) Den Bemühungen
des Beigeordneten Dr. Külb und des Chefarztes des
Ro=
chusſpitals Dr. Reiſinger iſt es gelungen, von privater
Seite 30000 Mark zur Beſchaffung von Radium für das
(
Merkwürdi=
ſtädtiſche Krankenhaus zu erhalten.
ger Schutzmann.) Ein auf der Roſe voſtierter
Schutzmann erregte durch ſchikanöſes Betragen bei
Paſ=
ſanten und Ladenbeſitzern großes Aergernis. Die
Volks=
menge, die ſich nach und nach angeſammelt hatte, führte
den Hüter der öffentlichen Ordnung unter Geleitung
eines anderen Poliziſten zur Wache. Eine ſtrenge
Unter=
ſuchung iſt eingeleitet worden.
Mainz, 22. Sept. (Ein Bubenſtreich) hatte
geſtern üble Folgen. Ein Knabe, der auf ein im Gange
befindliches Fuhrwerk ſprang, ſtürzte ab und erlitt
der=
artige Verletzungen am Kopfe, daß er verbunden werden
mußte. — (Der vergeſſene Hausſchlüſſel.) Der
Küchenchef eines Reſtaurants auf dem Schillerplatz wollte
am Freitag abend in ſpäter Stunde nochmals das Haus
verlaſſen. Da er keinen Hausſchlüſſel hatte, ließ er
ſich von ſeinem Fenſter auf ein Dach im
Hofe herab und verſuchte nun an der Wand in den
Hof hinabzuklettern. Bei dieſem Verſuche verlor er den
Halt und ſtürzte mehrere Meter tief in den Hof hinab.
Er zog ſich anſcheinend innere Verletzungen zu und mußte
in das Rochushoſpital gebracht werden. — (Schwere
Verletzung.) An einer Umformerſtation auf dem
Höfchen ſollte heute vormittag ein Apparat in den
Schacht verbracht werden. Als die Stange noch nicht
ganz feſt war, fuhr ein Fuhrmann mit ſeiner Rolle
da=
gegen. Die Stange fiel auf eine ältere Marktfrau, die
ſchwer verletzt wurde. In einem Laden in der
Nähe=
wurde ihr die erſte Hilfe zuteil.
Finthen, 22. Sept (Vom Auto überfahren.)
Geſtern abend gegen 6 Uhr wurde in der Mainz=
Binger=
ſtraße ein elfjähriger Junge von einem
Automo=
bil überfahren. Während der gut beſuchten
Kirch=
weihe iſt der Verkehr auf dieſer Straße vor der „Krone”
und dem „Adler” ſehr rege. Erſt vor zwei Jahren wurde
in der Nähe der Unfallſtelle ein 17jähriges Mädchen
überfahren. Ob die klaffenden Wunden am Kopf des
Knaben ernſter Natur ſind, war noch nicht feſtzuſtellen.
Der Arzt, ſowie ein Mitglied der Sanitätskolonne waren
ſofort zur Stelle. Die Nummer des Autos wurde
er=
kannt.
Worms, 21. Sept. (Abſchiedsfeier.) In
An=
weſenheit des Brigadekommandeurs Generalmajors
Frei=
herrn von Speßhart fand geſtern abend im
Offiziers=
kaſino eine Abſchiedsfeier für die aus dem Regimente
an=
läßlich der Heeresvergrößerung ausſcheidenden Offiziere
ſtatt. Außer dem Offizierkorps des Regiments hatten ſich
auch zahlreiche Teilnehmer aus Zivilkreiſen zu der Feier
eingefunden.
Worms, 22. Sept. (Eine nächtliche
Revol=
verſchießerei.) In der vergangenen Nacht geriet der
zurzeit in der Wirtſchaft „Zum Rheinthal” vorübergehend
wohnende 27 Jahre alte Hauſierer (Neger) Martin Ellioth
aus Liberia (Afrika) in ſeinem Zimmer mit ſeiner Frau
in Streitigkeiten, wobei die Frau um Hilfe rief. Der
Wirt und einige Gäſte eilten hinzu und ſchafften ihn aus
dem Hauſe. Darauf ſchlug der Neger an der
Wirtſchaft etwa 10 Fenſterſcheiben von außen
ein, infolgedeſſen ein Menſchenauflauf entſtand.
Unter=
deſſen war der Neger davongelaufen und feuerte, als
er von mehreren Leuten verfolgt wurde, mittels
Re=
volvers einen Schuß ab, der den völlig
unbetei=
ligten, zufällig in der Nähe geweſenen 20 Jahre alten
Fabrikarbeiter Jakob Kiefer von hier in den Leib
traf. Die Verletzung iſt erheblich, Lebensgefahr ſoll
jedoch zurzeit nicht beſtehen. Der Verletzte wurde ins
Krankenhaus gebracht. Der Täter, der nach der Tat
flüch=
tig gegangen war, hat ſich ſpäter der Polizei freiwillig
geſtellt und befindet ſich in Haft. — (Todesfall.)
Geſtern früh verſchied in Eger am Tegernſee Herr
Wil=
helm Nebel. Im Juni 1872 erfolgte ſein Eintritt in
die Firma Cornelius Heyl, und im September 1911 trat
er als Prokuriſt und Disponent dieſes Hauſes in den
Ruheſtand; mit Herrn Piſtor zuſammen hat er viele Jahre
lang die kaufmänniſche Leitung der Firma innegehabt.
Herr Nebel, der früher große Reiſen ins Ausland
unter=
nahm. hatte einen hohen Ruf als Münzenſammler; ſein
der Vaterſtadt und dem Altertumsverein gewidmetes
Buch „Die Münzen von Worms”, das er durch Paul
Joſeph bearbeiten ließ, bildet die Zierde der einſchlägigen
Literatur.
Oppenheim, 22. Sept. (Das
Landskronturn=
feſt.) Die Frage der Verlegung des volkstümlichen
Tur=
nens des Gaues Rheinheſſen nach einem anderen Platze
hat nun eine endgültige Regelung erfahren.
Da der bisherige Platz zu klein war, ſollte das Feſt einem
anderen Vereine übertragen werden. Es hatten ſich ſchon
verſchiedene Vereine darum beworben. Nun hat ſich die
Stadtverwaltung von Oppenheim mit dem
Gauausſchuß dahingehend geeinigt, daß das Feſt
auf=
einem in der Nähe gelegenen 4½ Morgen großen Acker
abgehalten werden ſoll. Dieſer Acker iſt von der
Stadt=
verwaltung zum Preiſe von 7000 Mark erworben worden.
Die Stadt Oppenheim könnte mancher Stadtverwaltung
in dieſer Hinſicht als Beiſpiel dienen. Obwohl nicht
groß und leiſtungsfähig, hat ſie für die Turnerei doch ſo
viel übrig, daß ſie bereit iſt, auch materielle Opfer zu
leiſten.
Bingen, 22. Sept. (Die neue Rheinbrücke)
Vom Bahnhof Gaulsheim (Rheinheſſen) wird
gegenwär=
tig ein Gleis zum Transport von Materialien uſw. nach
der neuen Rheinbrücke ausgeführt, deren Endpunkt unweit
Kempten liegt. Auf dem Lande werden jetzt durch
mäch=
tige Krahnen mit Greifern Erdmaſſen ausgehoben. um
Nummer 223.
Seite 5
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. September 1913.
Platz für die Landpfeiler zu ſchaffen. Das gewonnene
Material wird in den toten Rhein gefahren und dort
verſenkt. Weithin ſichtbar ſtehen an der linken Rheinſeite
drei verbundene Betonpfähle, die mit Vorrichtungen zum
Anziehen des Blitzes verſehen ſind; eine Eiſenbeton=
Ge=
ſellſchaft will dort feſtſtellen, wie der Blitz auf Eiſenbeton
wirkt. Eiſenbeton, das neue und wertvolle feſte Material,
ſpielt neben Baſaltſteinen die wichtigſte Rolle beim
Brückenbau. Schon der Caiſſon, der beim Beginn der
Ausſchachtung im Flußbett verſenkt wird, iſt aus
Eiſen=
beton, bei einzelnen Pfeilern aus Eiſen und wird mit
Beton gedeckt. Der Caiſſon, eine Art Taucherglocke, wird
an Ort und Stelle aus Eiſenplatten zuſammengenietet,
ſchwebend an mächtigen Balken, die mit der Dampframme
ins Flußbett eingerammt ſind, aufgehängt und dann mit
Maſchinenhilfe gleichmäßig bis auf den Flußboden
ver=
ſenkt. Das Waſſer wird durch Druckluft hinausgetrieben
und in dem leeren Caiſſon arbeiten durchſchnittlich 16
Ar=
beiter je 8 Stunden mit Hacke und Spaten unter einem
Druck von 0,8 Atmoſphären. Der Arbeitsraum iſt bei den
einzelnen Caiſſons durchſchnittlich 22 Meter lang, 8 Meter
breit und 2,30 Meter hoch. Man glaubt in einem großen
Saal zu ſtehen, der mit Zigarrenrauch angefüllt iſt, denn
dichter Waſſerdampf erfüllt den Caiſſon, in dem dumpf
die Schläge der Arbeiter ertönen. Sie fördern ein
blau=
graues Geſteins= und Erdmaterial zutage, das durch
Luft=
druck emporgeſchafft und in ein eiſernes Kiesſchiff
ver=
laden und weggebracht wird. Auf ihn aufgetragen wird
ebenfalls Beton, umgeben von Baſaltquadern von je rund
3600 Kilogramm Gewicht. So entſteht eine
Pfeilergrund=
lage, wie ſie feſter und haltbarer nicht gedacht werden
kann und die Jahrhunderte überdauern wird, ohne durch
das Waſſer auch nur den geringſten Schaden zu erleiden.
Gegenwärtig wird bereits an einer Reihe von Pfeilern
gearbeitet. Pfeiler 9, mitten im Fluß, an dem zuerſt
be=
gonnen wurde, iſt bald vollendet. Bei Pfeiler 10 iſt der
Caiſſon fertig zum Verſenken, beim Pfeiler 11 iſt die
Pfahlwand geſchlagen, an welcher der Caiſſon aufgehängt
wird. Bei Pfeiler 7 wird der Caiſſon gegenwärtig
mon=
ttiert. Pfeiler 6 kommt direkt an die Einfahrt des
Rüdes=
heimer Hafens zu ſtehen.
Wörrſtadt, 22. Sept. (Mutter und Tochter
im Tode vereint.) In tiefes Leid wurde die
Fa=
milie Weber hier durch zwei tragiſche Sterbefälle verſetzt.
Nach längerem Leiden ſtarb die 25 Jahre alte Tochter
des Hauſes. Der 60 Jahre alten Mutter des Mädchens
ging der Tod der Tochter ſo ſehr zu Herzen, daß ſie
wenige Stunden ſpäter ihrem Liebling im Tode folgte.
nv. Pfaffen=Schwabenheim, 20. Sept. (Jahresfeſt
der Inneren Miſſion.) Nächſten Sonntag, den
28. September, findet in der hieſigen Gemeinde das
Jah=
resfeſt der Inneren Miſſion für Rheinheſſen ſtatt. Im
Feſtgottesdienſt, der um 2¾4 Uhr ſeinen Anfang nimmt,
wird der Miſſionsgeiſtliche der Inneren Miſſion, Herr
Pfarrer Memmert=Darmſtadt, die Predigt halten. In
der Nachverſammlung werden außer dieſem Herr Pfarrer
Zimmermann=Darmſtadt und der Ortsgeiſtliche, Herr
Pfarrer Türck, reden. Der Superintendent der Provinz,
Herr Oberkonſiſtorialrat Euler, hat ſein Erſcheinen beim
Feſt in Ausſicht geſtellt.
Bad Nauheim, 22. Sept. (
Denkmalsenthüll=
ung.) Ein Denkmal für den Geheimen Medizinalrat
Dr. Friedrich Bode, der als erſter Badearzt im Jahre
1837 nach Nauheim kam und durch Wort und Schrift zuerſt
auf den Wert der Quellen hinwies, wurde heute hier
ent=
hüllt. Die Ausführung des Denkmals, ein Relief Bodes
in einen im Park ſtehenden Findling eingelaſſen, war dem
Bildhauer Georg Wagner in Buchſchlag übertragen.
Sani=
tätsrat Dr. Baur, der Vorſitzende des Aerzte=Vereins, der
die Mittel durch freiwillige Gaben aufbrachte, hielt die
Gedächtnisrede.
(*) Büdingen, 21. Sept. Die
landwirtſchaft=
liche Kreisſchau war ſehr ſtark beſchickt und gab
ein ſchönes Bild der geſamten Landwirtſchaft des
Krei=
ſes. Sämtliche Abteilungen waren mit dem Beſten
ver=
treten, was Ackerbau, Viehzucht und andere in die
Land=
wirtſchaft einſchlagende Gebiete aufzuweiſen haben. Heute
mittag traf der Miniſter des Innern von Hombergk zu
Vach in Begleitung des Prodinzialdirektors Dr.
Uſin=
ger, des Präſidenten der Landwirtſchaftskammer, Walter=
Lengfeld, und des Fürſten Wolfgang von Büdingen ein.
Der Miniſter war von der Ausſtellung ſehr befriedigt.
Auch die Reichstagsabgeordneten Dr. Werner und Strack,
Graf. Wilhelm zu Laubacht, die Landtagsabgeordneten
Bähr, Fenchel, Dorſch, Breidenbach und Dr. Weber
weil=
ten in der Ausſtellung. Beim Feſteſſen brachte Kreisrat
Böckmann das Hoch auf den Großherzog aus. Einen
Elanzpunkt des Feſtes bildete der Feſtzug mit prächtigen
landwirtſchaftlichen und hiſtoriſchen Gruppen.
Ausſtel=
lungsleiter war der Vorſitzende des
Landwirtſchaftskam=
mer=Ausſchuſſes für Oberheſſen, Landtagsabgeordneter
Breidenbach=Dorheim. Ein ungeheurer Menſchenandrang
herrſchte in der Ausſtellung, in der Stadt und Bahnhof.
(*) Ober=Widdersheim, 21. Sept. Ein ſchweres
Unglück ereignete ſich in dem Baſaltwerk. Ein
Spreng=
ſchuß ging frühzeitig los und dem Arbeiter Kimpel direkt
ins Geſicht; die Geſichtshälfte wurde vollſtändig zerfleiſcht
und das linke Auge zerſtört. Auch Naſe und rechtes
Auge haben ſchwer gelitten. Der Schwerverletzte wurde
in die Klinik nach Gießen gebracht. Entgegen anderer
Meldung befindet ſich der Arbeiter Kimpel noch am Leben;
man hofft, ihn wieder herzuſtellen.
Mainzlar, 22. Sept. (Unfall.) Der Schloſſermeiſter
der Firma Scheidhauer u. Gieſing geriet geſtern in den
Steinkoller des Werkes der ſich im Gange befand. Da
die Maſchine nicht ſofort angehalten werden konnte,
wur=
den dem Unglücklichen ein Arm und ein Bein buchſtäblich
vom Leibe geriſſen. Er wurde in die Klinik nach Gießen
gebracht.
Gemeinnützige Bauvereine im Großherzogtum
Heſſen.
* In Vilbel hielten am Sonntag dje
Gemein=
nützigen Bauvereine im Großherzogtum Heſſen ihren
Ver=
bandstag ab, der aus allen Teilen des Landes gut
be=
ſucht war. Der Verbandsvorſitzende, Großh.
Landes=
wohnungsinſpektor Gretzſchel begrüßte die
Erſchiene=
nen und widmete dem verſtorbenen Vorſtandsmitglied
Bürgermeiſter Dr. Frenay einen warmen Nachruf.
Nach weiteren Begrüßungen erſtattete der Vorſitzende den
Jahresbericht. Die Bautätigkeit lag, wieder ſehr
danieder, was beſonders durch die Schwierigkeit der
Geldbeſchaffung verurſacht wurde. Es wurden nur 3000
Wohnungen neu errichtet, während die
Bevölkerungszu=
nahme etwa 3700 neue Familien brachte. Die heſſiſchen
Baugenoſſenſchaften errichteten im Jahre 1912 52 Häuſer
im Werte von 420000 Mark. Insgeſamt ſind jetzt
785 Häuſer für den Betrag von 8¼ Millionen Mark
er=
baut, welche 1612 Wohnungen enthalten. Erſtrebenswert
ſei die Verteilung einer Dividende von 4 Prozent für alle
Baugenoſſenſchaften, da die Verteilung von nur 3½
Pro=
zent nicht ausreiche. Anzuerkennen ſei, daß die Reſerven
bis jetzt ein volles Drittel des eingezahlten Geſchäfts=
kapitals betrage. Eingegangen ſeien die Genoſſenſchaften
Roßdorf, Homburg a. O. und Fürth i. O.; neu gegründet
wurden Genoſſenſchaften in Worms, Guſtavsburg,
Bi=
ſchofsheim und Offenbach. Der Vorſitzende nahm dann
Veranlaſſung die in der Verſammlung des
mittelrheini=
ſchen Fabrikantenvereins durch den Vorſitzenden der
Bauvereinigung in Gonſenheim gefallene, Aeußerung,
daß die Bauunternehmer billiger bauen wie die
Bauver=
eine, entſchieden zurückzuweiſen, da es vor allem auch auf
die Art der Bauausführung ankomme. Redner berührt
dann die weitere Belebung der einzelnen
Baugenoſſen=
ſchaften durch Vorträge uſw die rationellere Ausnützung
der Hausgärten uſw. Das Ergebnis der durch den
Vor=
ſtand vorgenommenen Reviſionen ſei allgemein als ein
gutes zu bezeichnen. Empfohlen wurde dann weiter die
Einreichung der Baupläne der einzelnen Genoſſenſchaften
an den Vorſtand zur Prüfung. Der Wohnungsreform
wurde erfreulicherweiſe vom Reich und den
Bundesſtaa=
ten rege Aufmerkſamkeit geſchenkt.
Sparkaſſendirektor Döring=Gießen gab
Mitteilun=
gen über die Behandlung der Wertzuwachsſteuer. Eine
Genoſſenſchaft in Gießen habe 9600 Mark Steuer zahlen
müſſen. Die Verſammlung beſchloß, den Vorſtand zu
be=
auftragen, weitere Schritte in der Sache zu veranlaſſen
Bei der Neuwahl des Vorſtandes wurden die bisherigen
Mitglieder Gretzſchel und Döring einſtimmig wieder= und
Abgeordneter Wiegand als drittes Vorſtandsmitglied neu
gewählt. Wie Oberlehrer Geck mitteilte, hat die Vilbeler
Baugenoſſenſchaft ſeit 1909 19 Häuſer gebaut, ſo daß ihr
von den 22 erworbenen Bauplätzen nur noch drei zur
Verfügung bleiben. 38 Familien häben dadurch eine
bil=
lige und geſunde Wohnung erhalten. Abgeordneter
Wie=
gand ſpricht kurz zu der Frage der Bürgſchaft durch die
Gemeinden, wobei er betont, daß die ſoziale Frage nur
mit der Wohnungsfrage gelöſt werden könne. Die
Ge=
meinden ſollten dieſe durch Uebernahme der Büraſchaften
kräftig fördern und ſollten dies um ſo mehr tun, als ſie
gar kein Riſiko dabei haben könnten. Auch der Staat und
die Landeskreditkaſſe müßten viel mehr zur
Wohnungs=
verbeſſerung tun. Döring=Gießen hält die Gründung
einer Zentralverbandskaſſe für den jetzigen ungünſtigen
Zeitpunkt nicht geeignet. Als Ort des nächſtjährigen
Ver=
bandstages wurde Guſtavsburg beſtimmt. Der
Sitzung folgte um 2 Uhr ein gemeinſames Mittageſſen
und ſpäter Beſichtigung der Genoſſenſchaftshäuſer, der
Heilquellen und der Burgruine.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 21. Sept. Der ſeit
länge=
rer Zeit vermißt geweſene Inhaber der Spandauer
Holz=
firma Meyer u. Söhne, Paul Meyer, hat ſeine
Ab=
ſicht, Selbſtmord zu verüben, ausgeführt. Er wurde
heute vormittag bei Pichelswerder aus dem Stößſee als
Leiche geländet. — In der letzten Nacht wurden von der
Kriminalpolizei zwer Spielklubs in Berlin W.
aus=
gehoben. Geld und Spielapparate wurden beſchlagnahmt
und die Namen der Anweſenden, unter denen ſich eine
Das
Anzahl bekannter Spieler befand, feſtgeſtellt.
große Eiſenbahnunglück auf dem Bahnhof
Jannowitzbrücke wird am nächſten Dienstag und
Mittwoch den Gegenſtand umfangreicher Verhandlungen
vor der 4. Strafkammer des Landgerichts I bilden. Die
gegen den Eiſenbahngehilfen Franz Landt gerichtete
An=
klage lautet auf fahrläſſige Tötung und Körperverletzung
unter Verletzung der Berufspflicht. Das Unglück hatte
ſich am 30. Oktober 1912, morgens 7½ Uhr, auf dem
Stadtbahngleiſe des Bahnhofs Jannowitzbrücke ereignet.
Dort war ein Nordringzug auf einen Vorortzug
aufge=
fahren. Durch den Anprall entgleiſten vier Wagen des
Vorortzuges und drei Wagen des Nordringzuges, und
es wurden ſiebzig Perſonen zum Teil ſchwer verletzt.
Einer der Verletzten iſt noch an demſelben Tage
geſtor=
ben. Der Grund zu dem Zuſammenſtoß iſt in unrichtiger
Signalſtellung zu ſuchen, und die Schuld an dieſer wird
dem Angeklagten aufgebürdet, der ſeinerſeits die Schuld
von ſich abwälzt und unzulängliche techniſche
Einrichtun=
gen für das Unglück verantwortlich macht. — Am
Mitt=
woch, früh 7,30 Uhr, ſoll eine Beſichtigung der
Oertlich=
keit (Station Jannowitzbrücke) von Gerichts wegen
ſtatt=
finden.
Frankfurt, 21. Sept. Prinz Wilhelm von
Sachſen=Weimar, der Vater der in Heidelberg
ver=
ſtorbenen Prinzeſſin Sophia, erſucht, die Heidelberger
Meldung der Frankf. Ztg. dahin richtig zu ſtellen, daß
Herr Dr. von Bleichröder an der Trauerfeier nicht
teilgenommen habe, vielmehr auf Veranlaſſung der
An=
gehörigen des Hauſes Weimar nicht zugelaſſen
wor=
den ſei.
Wiesbaden, 22. Sept. (Beim Spielen
erſchoſ=
ſen.) In einer Wirtſchaft im Vororte Dotzheim erſchoß
geſtern beim Spielen mit einem Jagdgewehr, das der
Wirt einen Augenblick in den Garten geſtellt hatte, ein
15jähriger Junge eine 4jährige Nichte des Wirtes namens
Keller
Schlettſtadt, 22. Sept. (Vom Rigi abgeſtürzt.)
Die geſtern am Rigi abgeſtürzte Dame aus Schlettſtadt
iſt die 19 Jahre alte Tochter Adeline des hieſigen
Mühlen=
beſitzers Joſeph Peterſchnitt. Sie hielt ſich in der letzten
Zeit in einem Hotel in Interlaken auf, um einen
Koch=
kurſus durchzumachen. Vor acht Tagen reiſte ihr Bruder
von hier nach Interlaken, um ſeine Schweſter
heimzu=
holen. Bei einer Tour auf den Rigi, die ſie mit ihrem
Bruder unternahm, iſt dann die Dame auf einem
Fuß=
wege gegen Unterſtetten, einem an ſich ganz ungefährlichen
Wege, abgeſtürzt. Der Abſturz läßt ſich nur dadurch
er=
klären, daß die Dame abſeits Blumen pflücken wollte und
über die Felshalde hinunterglitt und ſo den Tod fand.
Die Leiche wurde nach Vitznau gebracht.
Halberſtadt. 22. Sept. (Unfall im Schacht.) Auf
der Gewerkſchaft Dingelſtedt brach in der Nacht zum
Sonn=
tag beim Abteufen in dem bereits über 200 Meter tiefen
Schacht die Bühne. Die auf der Bühne ſtehenden
Arbei=
ter ſtürzten 30 Meter in die Tiefe. Zwei
Arbei=
ter, Heinrich Gutjahr aus Darmſtadt und
Karl Kupfer aus Aſpenſtedt, wurden getötet; mehrere
andere Arbeiter wurden leicht verletzt.
Hamburg 22. Sept. (Triebwaſgen=Unfall.)
Auf der elektriſchen Vorortbahn ſchlug geſtern aus dem
Führerſtande des zweiten Triebwagens, der ohne
Bedie=
nung in dem Zuge mitfuhr, eine ſtarke elektriſche Flamme
in den Wagen hinein. Zwei Damen und zwei Herren
wurden an den Händen und im Geſicht ſchwer verletzt.
Paris, 22. Sept. (Automobilunglück.) Bei
St. Pol (Dep. Pas de Calais) fuhr ein mit drei Perſonen
beſetztes Automobil, deſſen Lenker dem Schlagbaum eines
Bahnüberganges ausweichen wollte, durch die Hecke des
Bahndammes auf das Gleis und wurde von einem Zug
erfaßt und an 100 Meter weit geſchleift. Zwei Perſonen
wurden getötet, die dritte in hoffnungsloſem Zuſtande
in ein Krankenhaus gebracht.
Paris, 22. Sept. (Revolverattentat auf
eine Prozeſſion.) Aus Melun wird gemeldet:
Hier feuerte ein Mann mehrere Revolverſchüſſe auf eine
anläßlich der Diözeſanverſammlung abgehaltene
Prozeſ=
ſion ab. Der Domherr Caudron wurde von zwei Kugeln
ſchwer, ein 19jähriges Mädchen leicht verletzt. Der Täter,
ein gewiſſer Sixte, der vor mehreren Jahren aus einem
Irrenhauſe entlaſſen worden war, iſt verhaftet worden.
Bordeaux, 22 Sept. (Automobilunfall.) Ein
Auto, in dem ſich der Unterpräfekt von Bezas, Campiu,
der Kabinettschef Gaudin, der Profeſſor Capus, ein
Bru=
der des Dramatikers, und ein Generalrat befanden, ſtürzte
infolge eines Reifenbruches um. Der Profeſſor Capus
und der Kabinettschef Gaudin wurden ſchwer verletzt.
Dublin, 22. Sept. (Ausſchreitungen.) Heute
nacht kam es hier zu einem ernſthaften Zwiſchenfall, als
der Pöbel die Straßenbahnwagen angriff.
Die Wagen wurden übel zugerichtet. Die Polizei machte
von ihren Knütteln Gebrauch. Mehrere Perſonen wurden
verletzt.
Neu=York, 21. Sept. (Dampfkeſſelunglück
auf einem Dampfer.) Auf dem Dampfer „Berlin”
der geſtern den Hafen verließ, um nach Neapel zu fahren,
platzte ein Dampfkeſſel. Die Maſchiniſten Hermann Wolff
und Auguſt Kleinſchmidt wurden durch das ſiedende
Waſſer verbrüht. Der Dampfer kehrte zurück und brachte
die Verletzten ins Spital, wo Wolff des Nachts
geſtor=
ben iſt. Das Befinden Kleinſchmidts iſt bedenklich.
Lahore, 22. Sept. (Bankkrach.) Die Direktoren
der Volksbank von Indien, die 72 Filialen
unter=
hält, u. a. beſonders in Karachi, Bombay, Lucknow,
Kal=
kutta, Rangun und Kaſchmir, und mit einem Kapital von
1200000 Rupien arbeitet, haben beſchloſſen, den Betrieb
einzuſtellen. Dieſem Beſchluß folgte die Schließung der
Bank von Amritſar, die 40 Filialen, meiſtens im
Pandſchabgebiet, unterhält. Am Samstag fand ein
fort=
geſetzter Anſturm auf die Banken in Lahore, die indiſcher
Leitung unterſtehen, ſtatt. Bisher ſind die unter engliſcher
Leitung ſtehenden Banken nicht in Mitleidenſchaft
ge=
zogen worden. Wenn der Anſturm auch noch Montag
andauert, hält man es für nicht unwahrſcheinlich, daß
zahlreiche indiſche Banken gezwungen werden, ebenfalls
zu ſchließen. Die Lage wird als ſehr ernſt angeſehen.
Die Geſchäftsleute erklären ſelbſt, daß ſie nicht
voraus=
ſagen könnten, welche ſchwerwiegenden Folgen ſich noch
ergeben könnten.
Parlamentariſches.
Der Finanzausſchuß der Zweiten Kammer tritt am
1. Oktober zu ſeiner nächſten Sitzung zuſammen, um
die Beratung der Beſoldungsordnung fortzuſetzen. Eine
frühere Einberufung der Sitzung war nicht möglich, weil
ein Mitglied des Ausſchuſſes bis Ende September
ver=
reiſt iſt.
Bezirksturnfeſt des Heſſenbundes
Darmſtadt 1913.
O.W. Vergangenen Sonntag fand auf dem
Sport=
platz der Jugendvereinigung der Johannesgemeinde an
der Windmühle in ſchlichter Weiſe das „Bezirksturnfeſt
des Heſſenbundes Darmſtadt 1913” ſtatt. Um 12 Uhr
mit=
tags traten zirka 130 junge Turner zum friedlichen
Wett=
kampfe an. Nachdem die allgemeinen Freiübungen
vor=
geführt waren, begann der Sechs= und Dreikampf, bei
welchen zum Teil ſehr gute Leiſtungen zu verzeichnen
waren. Die Darmſtädter Jugendvereine errangen
fol=
gende Preiſe:
Jugendverein der Martinsgemeinde:
Sechskampf, Oberſtufe: 1. Preis Paul Breitbarth mit 124
Punkten; Sechskampf, Unterſtufe: 2. Preis Karl Schmitt
mit 109 P., 6. Preis Ernſt Keßler 94½ P., 8. Preis W.
Krautwurm 92½ P. Sechskampf, Zöglinge: 7. Preis
E. Made 76 P., 9. Preis M. Luther 75 P., 10. Preis K.
Spatz 73½ P., 11. Preis Phil. Feigk 72 P., 15. Preis Aug.
Wagner 66 P., 16. Preis Guſt. Spengler 63½ P., 17. Preis
Friedrich 61 P., 19. Preis A. Möſer 55½ P., 20. Preis
Ph. Schäfer 53½ P.
Jugendverein der
Petrusge=
meinde. Sechskampf, Oberſtufe: 2. Preis R. Seelbach
108 Punkte, 3. Preis F. Schildt 102 P.; Sechskampf,
Unterſtufe: 3. Preis L. Müller 103 P., 5. Preis K. Wolf
97 P., 7. Preis L. Kropp 94 P. Sechskampf, Zöglinge:
7. Preis Ludwig Bopp, Heinr. Pathenſchneider 76 P., 17.
Preis A. Körner 61 P., 18. Preis W. Plößer 60 P.
Jugendverein der Paulusgemeinde. Sechskampf,
Unterſtufe: 1. Preis Landmann 125 Punkte; Zöglinge:
4. Preis R. Stiepel 80½ P., 8. Preis K. Greiner 75½ P.
Jugendvereinigung der Johannesgemeinde.
Sechskampf, Zöglinge: 12. Preis H. Werle 70½ Punkte,
13. Preis F. Schmitt 68 P., 14. Preis A. Böhm 67 P.,
16. Preis H. Kühne 63½ P. — Dreikampf:
Jugend=
verein der Martinsgemeinde. Unterſtufe: 9. Preis
Grie=
bel 42 P., 12. Preis Molter 38 P., 14. Preis H. Thomas
36 P.; Zöglinge: 2. Preis Kautſchke 59 P., 4. Preis
Pfenning 57 P. — Jugendverein der Petrus=Gemeinde.
Unterſtufe: 4. Preis W. Beyer 50 P. — Jugendverein der
Paulus=Gemeinde. Oberſtufe: 3. Preis W. Klipſtein 36
Punkte; Unterſtufe: 3. Preis G. Klipſtein 54 P. —
Ju=
gendverein der Johannes=Gemeinde. Unterſtufe: 1. Preis
Ph. Heilig 59 P., 2. Preis F. Galonske 55 P.; Zöglinge:
2. Preis L. Kürner 59 P., 3. Preis W. Schäfer 58 P.,
6. Preis H. Kraus 54 P., K. Rüſter 54 P., 7. Preis H.
Schnellbächer 48 P., 9. Preis A. Heyl 46 P., 10. Preis H.
Jochem 45 P., 12. Pr. L. Bonſt 43 P.
Jugendverein der
Stadtgemeinde. Zöglinge: 8. Preis O. Wenzelberg
47 P. — Wartburgverein. Unterſtufe: 8. Preis
H. Spahr; Zöglinge: 8. Preis W. Jockel. 47 P., 13. Preis
K. Ringk 42 P., G. Schmidt 42 P.
Im Anſchluß an dieſe Kämpfe folgte die 400=Meter=
Stafette, die nach heißem Ringen von dem
Jünglingsver=
ein Arheilgen mit Handbreite vor Martinsgemeinde=
Darmſtadt gewonnen wurde.
Als letzte Nummer des Programms kamen dann die
Meiſterſchaftskämpfe zum Austrag. I.
Turner=
ſtufe. 100 Meter=Laufen: 1. W. Hein, Martinsgemeinde=
Darmſtadt, 13½ Sek., 2. Ph. Heilig, Johannesgemeinde=
Darmſtadt, 3. P. Breitbarth, Martinsgemeinde=Darmſtadt.
Hochſprung: 1. P. Breitbarth. Martinsgemeinde, 1.55
Me=
ter; 2. O. Wamboldt. Petrusgemeinde, 1,45 Meter.
Stab=
hochſprung: 1. Ph. Heilig, Johannesgemeinde, 2,60 Meter;
2. O. Wambold, Petrusgemeinde, 2,50 Meter; 3. R.
Seelbach, Petrusgemeinde, 2,30 Meter. 400 Meter=Lauf:
1. K. Kuhn, Johannesgemeinde, 1 Min, 5 Sek. 1000
Me=
ter=Lauf: 1. W. Beyer, Petrusgemeinde, 3,8½ Min.; 2. E.
Finger, Johannesgemeinde; 3. K. Kuhn, Johannesgem.
3000 Meter=Lauf: 1. E. Röhsling, Johannesgem., *12/
Min.; 2. W. Klipſtein, Paulusgem.; 3. E. Finger,
Jo=
hannesgemeinde. Weitſprung: 1. O. Wamboldt, 4,80
Me=
ter; 2. Breitbarth, 4,60 Meter; 3. Griebel, Martinsgem.,
4,50 Meter. Kugelſtoßen: 1. O. Wamboldt, 9,45 Meter:
2. Ph. Weſp=Arheilgen, 8,60 Meter; 3. Breitbarth, 7,95
Meter.
II. Zöglingsſtufe. 100 Meter=Lauf: 1. H.
Kraus, Johannesgem., 13½
Sek.; 2. K. Schleumann,
Luthergemeinde=Worms; 3. K. Rüſter, Johannesgemeinde.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. September 1913.
Nummer 223.
* Auf dem Flugplatz Wanne abſolvierte heute
der Pilot Baſſer einen Dreiſtundenflug um den Preis
der Nationalflugſpende, womit ihm der Betrag von 3000
Mark zufällt. Das Flugzeug iſt der bekannte Militärtyp=
Taube des Ingenieurs Schumacher und iſt ausgerüſtet mit
einem 70pferdigen R.=A.=W.=Motor der Rheiniſchen
Aero=
werke in Düſſeldorf. Baſſer ſtartet demnächſt mit
dem=
ſelben Flugzeug um die neuen Preiſe der
Nationalflug=
ſpende für Ueberlandflüge.
* Mülhauſen, 22. Sept. Der Aviatikflieger
Stöffler iſt, wie aus Warſchau gemeldet wird, in der
Nacht zum Samstag zum Weiterflug nach Paris
aufge=
ſtiegen; er mußte aber nach kurzer Zeit wegen ſtarken
Ne=
bels niedergehen und landete darauf auf einem
militäri=
ſchen Uebungsplatz. Das Flugzeug wurde zunächſt
be=
ſchlagnahmt und Stöffler ſelbſt einige Stunden
zurückge=
halten, bis ſeine Perſonalien feſtgeſtellt waren. Nach
ſeiner Freilaſſung flog Stöffler nach Warſchau zurück.
Bis zur Stunde iſt bei den hieſigen Aviatikwerken von
Stöffler keine weitere Nachricht eingetroffen.
* Etampes, 22. Sept. Henri Farman, der in
Begleitung ſeiner Frau einen Flug unternommen hatte,
ſtürzte ab. Er erlitt eine ſchwere Verletzung am linken
Bein, ſeine Frau einen Bruch des Ellenbogens.
Weitſprung: 1. F. Galonske, 4,67 Meter; 2. F. Schmitt,
4,30 Meter; 3. Kürner, Johannesgem., 4,20 Meter.
Ku=
gelſtoßen: 1. Galonske, 7,89 Meter; 2. F. Schmidt, 6,80
Meter; 3. Kautſchke, 6,18 Meter. 1000 Meter=Lauf:
1. Jochim, Johannesgem., 3,15½ Min. Stabhochſprung:
u. H. Kürner, 2,10 Meter (ohne Konkurrenz). 400 Meter=
Lauf: 1. H. Kohl, Johannesgemeinde, 1,2½ Min.; 2.
Sylex=Worms; 3. Keßler, Martinsgemeinde. Hochſprung:
1. F. Schmidt, 1,55 Meter (ohne Konkurrenz). 3000 Meter=
Lauf: 1. Jochim, Johannesgem., 11,32 Min.; 2.
Schnell=
bächer, Johannesgem.; 3. Kiefer=Worms.
Um halb 7 Uhr wurden die Sieger verkündet und
mit den üblichen Zurufen beglückwünſcht. Was man bei
dieſen Wettkämpfen an Kraft, Energie und Zähigkeit von
den jugendlichen Turnern ſah, war dazu angetan, das
Herz eines jeden Jugendfreundes höher ſchlagen zu laſſen.
waren doch die Jungens von 12 bis 6 Uhr ununterbrochen
mit Anſpannung aller Kräfte tätig, und kaum einem ſah
man ein Zeichen der Ermattung an. Ebenſo gebührt dem
unermüdlichen Kampfgericht ein herzlicher Dank für die
Opferwilligkeit und Sorgfalt, mit welcher es ſeines
ſchwe=
ren Amtes waltete. Das Feſt, das ohne jeden Mißton
verlief, war ſorgfältig von dem Turnwart Wamboldt
vor=
bereitet, und die Jugendvereine können mit Stolz darauf
zurückblicken.
Luftfahrt.
Friedrichshafen-Paris.
* Köln, 22. Sept. Der Pilot Dahm, der mit einem
Waſſerflugzeug in Friedrichshafen am 20. d. M.
aufgeſtie=
gen war und hier eine Landung vorgenommen hatte, iſt
heute vormittag nach Kiel weitergeflogen.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 22. Sept. Auftrieb durch Händler 163 Schweine,
Auftrieb durch die Bezugsvereinigung 94 Schweine.
Schlachtgewicht 50 Kilogramm. Preiſe, 1. Qualität, 82 M.,
2. Qualität 81 M., 3. Qualität 80 M. Marktverlauf:
mäßig; Ueberſtand.
— Frankfurt a. M., 22. Sept.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Preiſe für 1 Zentner
Lebendgewicht (Schlachtgewicht). Auftrieb: 1403 Rinder,
einſchließlich 24 aus Oeſterreich, darunter 518 Ochſen, 52
Bullen, 833 Färſen und Kühe, 285 Kälber, 134 Schafe
2264 Schweine. Rinder. Ochſen: 1. vollfleiſchige,
ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes im Alter von vier
bis ſieben Jahren 51—56 (93—97), 2. junge, fleiſchige,
nicht ausgemäſtete und ältere ausgemäſtete 48—51 (87 bis
93), 3. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 45 bis
47 (83—87). Bullen: 1. vollfleiſchige, ausgewachſene
höch=
ſten Schlachtwertes, 49—51 (81—85), 2 vollfleiſchige,
jün=
gere 44—48 (76—83). Färſen und Kühe: 1. vollfleiſchige.
ausgemäſtete Färſen höchſten Schlachtwertes 50—53 (89
bis 95), 2. vollfleiſchige ausgemäſtete Kühe höchſten
Schlachtwertes bis zu ſieben Jahren 47—49 (87—88
3. a) wenig gut entwickelte Färſen 42—47 (81—90), b)
äl=
tere, ausgemäſtete Kühe und wenig gut entwickelte
jün=
gere Kühe 42—46 (78—86), 4. mäßig genährte Kühe und=
Färſen 32—39 (64—78), 4. gering genährte Kühe und
Fär=
ſen 26—31 (59—70). Kälber. 1. Mittlere Maſt= und
beſte Saugkälber 60—65 (102—110). 2. Geringere Maſt=
und gute Saugkälber 54—58 (92—98). Schafe.
Maſt=
lämmer und Maſthammel 46 (96). Schweine: 1.
voll=
fleiſchige Schweine von 80 bis 100 Kg. (160 bis 200 Pfd.)
Lebendgewicht 63—65 (80—83), 2. vollfleiſchige Schweine
unter 80 Ka. (160 Pfd.) Lebendgewicht 62,50—64 (80 bis
82). 3. vollfleiſchige von 100 bis 120 Kg. (200 bis 240 Pfd.)
Lebendgewicht 63—65 (80—82), 4. vollfleiſchige von 120
bis 150 Ka. (240 bis 300 Pfd.) Lebendgewicht 62,50—65
(80—82). Marktverlauf: Am Rindermarkt gedrückter
Handel und Ueberſtand. Kälber werden bei gedrücktem
und Schafe bei ruhigem Geſchäftsgang ausverkauft.
Schweine hinterlaſſen bei mäßig regem Handel geringen
Ueberſtand.
Vermiſchtes.
O.K. Wichtige Funde aus Sarbiniens
Vor=
geſchichte. Die im Auftrage der italieniſchen
Regie=
rung unter der Leitung von Prof. Taramelli in Sardinien
auf dem Gebiete der Gemeinde Sardara vorgenommenen
großen Ausgrabungen haben zu einer Reihe ſehr
bedeu=
tungsvoller Entdeckungen geführt, die neues Licht auf die
Vorgeſchichte Sardiniens werfen und die Wiſſenſchaft
ver=
anlaſſen müſſen, die bisherigen Anſchauungen über den
Ur=
ſprung des Kupfer= und Bronzeguſſes der Mittelmeervölker
einer Reviſion zu unterziehen. Auf dem Platze vor der
alten Kirche Santa Anaſtaſia gelang die Freilegung eines
großartig angelegten uralten Brunnentempels,
„eines wirklichen unterirdiſchen Nuraghen, mit
Zugangs=
treppe, der zum Schutze einer heilig gehaltenen alten
Ther=
malquelle errichtet war, die noch heute fließt‟. Die dabei
entdeckten Architekturdetails und Ornamente weiſen
Ver=
wandtſchaft mit ähnlichen Arbeiten der Paläo=Etrusker
und mit Arbeiten von Mykenä und Aegypten auf.
Aufge=
fundene Götterbilder beſtätigen den Doppelkult, der einer
ſchöpfenden Göttin, einer Dea mater, und einer männlichen
Gottheit, die als Stierkopf dargeſtellt iſt, gewidmet war.
Damit iſt der Nachweis für das Beſtehen eines
altſardini=
ſchen Kultes erbracht, der dem Kult des Minotaurus, des
Gottes Apis und des chaldäiſchen Stieres ähnelt. In
Gräbern fand man Töpferarbeiten aus neolithiſcher Zeit.
Vor allem aber gelang die Entdeckung einer
vorge=
ſchichtlichen Gießerwerkſtatt, mit Gußgefäßen
für Kupfer und Bronze. Sie zeigt, daß die
vorgeſchicht=
lichen Bewohner Sardiniens dieſe Kunſt mit ihren
ärm=
lichen Hilfsmitteln bereits ſehr weit entwickelt hatten und
allem Anſchein nach darin für alle am Mittelmeerbecken
lebenden Völkerſchaften Vorbild wurden.
ml. Kälte, das beſte Haarwuchsmitte I.
„Die Polarländer ſind das Dorado der Kahlköpfe!‟ Darin
gipfeln die Beobachtungen, die der bekannte Polarforſcher
Erneſt Shackleton auf ſeiner Südpolarexpedition gemacht
hat. Er ſtellte feſt, daß einige der Teilnehmer, die bei der
Ausreiſe nur einen äußerſt ſpärlichen Haarwuchs beſaßen,
ſchon kurze Zeit, nachdem ſie in den Polarregionen
weil=
ten, ſich eines prächtigen Haarſchopfes erfreuen konnten.
Dabei war das neue Haar von einer Beſchaffenheit,, die
das Entzücken jedes Haarkünſtlers erregt haben würde:
dicht, kräftig, glänzend. Uebrigens ſoll die Beobachtung,
daß die Kälte das beſte Haarwuchsmittel iſt, ſchon früher
gemacht worden ſein. So iſt es bekannt, daß Leute, die
in Kühlräumen arbeiten oder ſich dort längere Zeit
auf=
halten, nie an Kahlköpfigkeit leiden, ſondern den
prächtig=
ſten Haarwuchs beſitzen. Auch die Tierwelt der
Polar=
region rühmt ſich ja des dichteſten und ſchönſten
Haarpel=
zes was den Schluß zulaſſen dürfte, daß die Temperatur
dieſer Gegenden dem Haarwuchs ſehr zuträglich iſt.
So=
bald aber Polartiere in Gegenden mit wärmerem Klima
gebracht werden, wird ihr Haar lichter. Warum ſollten
nun dieſe Temperaturunterſchiede nicht in gleichem Maße
auch den Haarwuchs des Menſchen beeinfluſſen? Man
kann alſo die Beobachtung Shackletons als wahr
unter=
ſtellen, und darum ergehe an alle Kahlköpfe, oder ſolche,
die es zu werden drohen, der Rat: „Auf in die
Polar=
region!“
Literariſches.
Handbuch der Kunſtwiſſenſchaft.
Her=
ausgegeben von Dr. Fritz Burger=München, in
Verbin=
dung mit den Profeſſoren Curtius=Erlangen, Egger=Graz,
Hartmann=Straßburg, Herzfeld= und Wulff=Berlin,
Neu=
wirth=Wien. Pinder=Darmſtadt, Singer=Dresden, Graf
Vitzthum=Kiel, Wackernagel=Leipzig, Weeſe=Bern, Willich
und Oberbibliothekar Leidinger=München. Mit ca. 3000
Abbildungen. Lieferung 5 und 6, Burger, Deutſche
Male=
rei der Renaiſſance, Heft 3 und 4. (Akademiſche
Verlags=
geſellſchaft, Neubabelsberg.) Hatten wie ſchon nach den
vorliegenden Lieferungen noch nie ſo etwas typographiſch
Vollkommenes geſehen, ſo bietet dieſe neue Lieferung nach
Ausſtattung wie nach Inhalt eine neue große
Ueberraſch=
ung. Die bisherigen Kunſtgeſchichten machten uns mit den
Hauptperſönlichkeiten oder den allgemeinen
kulturgeſchicht=
lichen Verhältniſſen vertraut, hier aber wird der
Künſtler wie das Publikum den großen und
höchſt inſtruktiven Abſchnitt über Kunſt und
Künſtler vielfach wie eine Offenbarung begrüßen.
Da blickt man in die Werkſtatt, ins Schaffen, Leben und
Denken des damaligen Künſtlers, ſieht wie er vor dem
Modelle ſchafft, das Geſchaffene verarbeitet, wie der
Schü=
ler vom Meiſter lernt, wie er mit dem Skizzenbuch als
fahrender Scolare durchs Land zieht, wie er kopiert und
komponiert, die Großen wie die Kleinen, wie fertige
Kom=
poſitionstypen von Atelier zu Atelier wandern uſw. Von
wiſſenſchaftlicher Seite aber wäre zu ſagen, daß hier die
Kunſtwiſſenſchaft auf eine ganz neue Baſis der Betrachtung
geſtellt wird. Von der Bilderfülle kann man ſich eine
Vor=
ſtellung machen wenn man hört, daß nicht weniger als
82 Illuſtrationen, außerdem 3 prächtige Farbenbilder und
4 ſchöne Tafeln allein dieſe Lieferung zieren. So kann
dies wahrhaft gediegene Werk dem kunſtliebenden
Pu=
blikum aufs wärmſte empfohlen werden; wir ſind
über=
zeugt, daß es überall freudigſte Aufnahme finden wird.
Blüten und Blätter, Erzählungen und
Skizzen von F. W. Kiefer. Gebrüder Memminger G. m.
b. H. Abteilung Verlagsbuchhandlung, Würzburg. Zweite
Auflage, 181 Seiten. Geb. 1,20 Mk. In 22 Erzählungen
und Skizzen führt der Verfaſſer neben heiteren Geſchichten
dem Leſer mit kurzen markigen Strichen auch den tiefen
Ernſt des Lebens vor. Er weiß treffend jede Figur zu
ſkizzieren. Herzerquickend iſt ſein Humor in verſchiedenen
ſeiner Schilderungen. Das Werk iſt flott geſchrieben und
dürfte den Leſer in jeder Hinſicht befriedigen.
— Velhagen & Klaſings Volksbücher.
Preis jedes Bandes 60 Pfg. Nr. 93: Leipzig. Von
Dr. Johannes Kleinpaul. Mit 43 Abbildungen, einem
Plan von Leipzig und Umgebung und einem farbigen
Um=
ſchlagbild. Nr. 94: Peter Roſegger. Von Dr. Ernſt
Decſey. Mit 28 Abbildungen und einem farbigen
Um=
ſchlagbild. Nr. 95: Georg Friedrich Händel. Von
Guſtav Thormälius. Mit 25 Abbildungen und einem
farbigen Umſchlagbild. Nr. 96: München. Von
Maxi=
milian Krauß. Mit 54 Abbildungen, darunter acht in
far=
biger Wiedergabe (einſchließlich des Umſchlagbildes).
— Die deutſche Angeſtelltenverſicherung.
Gemeinverſtändlich dargeſtellt von
Landesverſicherungs=
aſſeſſor Seelmann, Vorſtandsmitglied der
Landesverſiche=
rungsanſtalt Oldenburg. Preis 2,75 Mk. gebunden (10
Stück 22.50; 25 Stück 50 Mk.). Der Verfaſſer bietet hier
eine erſchöpfende Darſtellung der Angeſtelltenverſicherung
in ſyſtematiſcher Form. Das Buch iſt für Angeſtellte und
ihre Arbeitgeber geſchrieben, daher durchaus
gemeinver=
ſtändlich.
Vom Balkan.
Serbien und Albanien.
* Belgrad, 21. Sept. Die Regierung ermächtigte
ihre Vertreter im Auslande, die Regierungen, bei der ſie
beglaubigt ſind, auf die Gefahr hinzuweiſen, der die
Grenze gegen Albanien, welches noch ohne die
elemen=
tarſte Organiſation und
wo die vollſtändige
Anarchie herrſcht, ausgeſetzt iſt, falls nicht in
aller=
kürzeſter Zeit die Ordnung und Sicherheit wieder
her=
geſtellt wird. Die ſerbiſche Regierung hat die
Ueber=
zeugung gewonnen, daß die Albanier in den an Serbien
grenzenden Gebieten die Bevölkerung bewaffnen und
einen Angriff auf unſer Gebiet vorbereiten. Außerdem
überſchreiten Albaner die Grenze, um die ſerbiſchen
Alba=
neſen aufzureizen, ihnen Waffen zu geben und ſie gegen
die ſerbiſchen Behörden und die ſerbiſche Armee
aufzu=
wiegeln. Da die Verſuche von albaneſiſcher Seite ſich
täglich immer zahlreicher wiederholen, hat die ſerbiſche
Regierung die notwendigen Schritte unternommen, um
den Frieden in dieſem Teile Serbiens zu ſichern, und
gleichzeitig erklärt, daß ſie energiſche Maßregeln zur
Ver=
teidigung ihres Gebietes ergreife. Hiernach kann
nie=
mand überraſcht ſein, wenn ſich Serbien im Zuſtande
be=
rechtigter Verteidigung befindet. Sobald den Albanern
der Gedanke kommt, Angriffsverſuche in den ſerbiſchen
Gebieten zu machen, dann wird Serbien, obwohl es ſeinen
guten Willen zeigte und den Wünſchen der Großmächte
zuvorkommend ſeine Truppen vom albaniſchen Boden
zurückzog, ſich gezwungen ſehen, die wichtigſten ſtrategi=
ſchen. Punkte auf albaniſchem Gebiete, wenn auch nur
proviſoriſch, wieder zu beſetzen.
* Wien, 22. Sept. Die Albaniſche
Korreſpondenz=
meldet: Die Grauſamkeiten, die die Serben in
den ihnen von der Londoner Botſchafterreunion
zugewie=
ſenen Gebieten gegen die albaniſche Bevölkerung
ſeit Monaten, namentlich in den Wilajets Koſſowo und=
Djakova, verübt haben, haben zu einem Aufſtande der
Albaneſen gegen die Serben geführt. Seit längerer Zeit
finden zwiſchen albaniſchen Banden und ſerbiſchen
Trup=
pen blutige Kämpfe ſtatt. Da ſerbiſche Abteilungen in
einigen Kämpfen bisher völlig unbeteiligte Dörfer
nieder=
gebrannt haben, gewinnt der Aufſtand immer größere
Ausdehnung. Auch in dem autonomen albaniſchen
Ge=
biet des Drin iſt die Erregung gegen die Serben auf das
höchſte geſtiegen. Infolge der Sperrung der Straßen
nach den Märkten in Djakova und Prizrend ſeitens der
Serben herrſcht im ganzen nordöſtlichen Teile von
Ma=
liſſia Hungersnot.
* Belgrad, 22. Sept. Das ſerbiſche Preſſebureau
meldet: Die Anarchie in Albanien wächſt. Vor=,
geſtern machten Albanier auf ſerbiſchem
Gebiet=
in der Umgegend von Dibra einen Angriff. Alle
Maß=
nahmen ſind getroffen, um die Angriffe zurückzuſchlagen,
Die ſerbiſch=montenegriniſche Frage.
* Wien, 20. Sept. Nach einer Meldung der
Poli=
tiſchen Korreſpondenz aus Belgrad erwartet man dort,
daß die Herſtellung des gütlichen Einvernehmens zwiſchen
Montenegro und Serbien über die Abgrenzungs= und
die Hafenfrage ohne Schiedsgericht in einiger Zeit
er=
zielbar ſein werde. In der Hafenfrage werde von
Ser=
bien nicht die Erwerbung eines Eigentumsrechtes,
ſon=
dern nur die Mitbenutzung von Antivari, wie ſie
Ser=
bien in Saloniki zugeſtanden iſt, angeſtrebt. Montenegro
nehme jedoch den Standpunkt ein, daß ihm die
Möglich=
keit einer ſolchen Einräumung an Serbien durch die einer
italieniſchen Geſellſchaft im Hafen von Antivari
vertrags=
mäßig zuſtehenden Rechte entzogen ſei. Dieſer
montene=
griniſche Einwand erſcheint, wie man hinzufügen kann,
als bloßer Vorwand, da die Rechte der italieniſchen
Geſellſchaft nur den Bau eines Hafens und einer dazu
ge=
hörigen Eiſenbahn betreffen; die Sorge vor der
wirt=
ſchaftlichen, und als Folge davon, der politiſchen
Auf=
ſaugung durch Serbien dürfte auf montenegriniſcher Seite
maßgebend ſein.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)
* München, 22. Spet. Der Prinz=Regent hat das
Gnadengeſuch des zweimal zum Tode verurteilten
Mörders Straſſer, der am 13. Mai den
Militär=
attaché der preußiſchen Geſandtſchaft, Major v Lewinsky,
und den Oberwachtmeiſter Bohlender erſchoſſen hatte,
abgelehnt.
* Bremen, 22. Sept. Der Direktor des Norddeutſchen
Lloyd, Heineken, hat von der Kronprinzeſſin
Ce=
cilie folgendes Telegramm erhalten: Glücklich
zu=
rückgekehrt, möchte ich Ihnen noch einmal den
allerherz=
lichſten Dank ſagen für die herrliche Fahrt auf meinem
Patenſchiff. Sie wird mir unvergeßlich bleiben. Ich
werde ſtets daran denken, mit welcher großen
Freundlich=
keit der Norddeutſche Lloyd mich in dieſen Tagen
aufge=
nommen hat. Mein Geburtstag auf See war für mich ein
ganz beſonders ſchönes Erlebnis.
* Allenſtein, 22. Sept. Der Kronprinz und die
Kronprinzeſſin ſind heute morgen auf dem
hie=
ſigen Hauptbahnhof eingetroffen und haben ſich zu
mehr=
tägigem Aufenthalt nach der benachbarten Oberförſterei
Neu=Ramuck begeben. Die beiden älteſten Söhne des
Kronprinzenpaares waren bereits am Sonntag in
Allan=
ſtein eingetroffen und nach Neu=Ramuck gefahren.
* Wien, 22. Sept. Die Neue Freie Preſſe verzeichnet
das in hohen militäriſchen Kreiſen umgehende Gerücht,
nach dem der Chef des Generalſtabs, General der
Infan=
terie Freiherr Conrad v. Hötzendorff, in der nächſten
Zeit von ſeinem Poſten zurücktreten wird.
Er hat heute einen Urlaub angetreten. Die Urſache des
Rücktritts ſieht man in dieſen Kreiſen in
Meinungsver=
ſchiedenheiten innerhalb der kompetenten Stellen, die ſchon
längere Zeit andauern ſollen.
* Wien, 22. Sept. Die 85. Verſammlung
Deutſcher Naturforſcher und Aerzte, an der
4000 Perſonen teilnehmen, wurde heute im Parlament in
feierlicher Weiſe eröffnet. In Vertretung des deutſchen
Botſchafters war Legationsrat von Bethmann Hollweg
erſchienen. Der Generalſekretär der Akademie der
Wiſſen=
ſchaften, Univerſitätsprofeſſor Becke, gedachte in ſeiner=
Begrüßungsrede des Friedenswillens der beiden
mächti=
gen Monarchen, die auch in den letzten ſchwierigen
Zei=
ten ſich als rechte Friedenskaiſer bewährten, und ſchloß
mit einem Hoch auf Kaiſer Franz Joſef und Kaiſer
Wilhelm. Der Unterrichtsminiſter Huſſarek entbot den
deutſchen Naturforſchern und Aerzten namens der
Re=
gierung herzliches Willkommen. Nach ihm ſprach der
Miniſter des Innern, Heinold, der ſich insbeſondere
mit dem Zuſammenhang der mediziniſchen und
natur=
wiſſenſchaftlichen Studien und mit den dem Miniſterium
des Innern unterſtehenden ſozialen Angelegenheiten
be=
ſchäftigte. Ferner begrüßte den Kongreß Bürgermeiſter
Weiskirchner namens der Stadt Wien, und der
Rek=
tor der Univerſität, Hofrat Weichſelbaum, namens der
Alma mater. Es folgten Vorträge des Münchener
Aſtro=
nomen Profeſſors v. Seeliger über die Probleme der
modernen Aſtronomie und des Profeſſor Einne=Leipzig
über die mineralogiſche Charakteriſtik des kriſtallinen
Zu=
ſtandes.
Griſolles, 22. Sept. Der ärztliche Morgenbericht
über das Befinden des deutſchen Militärattachés,
Oberſtleutnants v. Winterfeldt, meldet eine leichte
Beſſerung. Nachts betrug die Temperatur 37,7, Puls=
110, regelmäßig, aber ſchwächer. Die Atmung iſt normal.
Die flüſſige Nahrungsaufnahme iſt gut. Die Nerven ſind
ſehr ermüdet. Die Vorausſage bleibt ernſt.
* London, 22. Sept. Die ſtreikenden
Eiſenbahnange=
ſtellten in Liverpool und Birmingham haben heute
mor=
gen die Arbeit wieder aufgenommen.
* Waſhington, 22. Sept. Mexikaniſche
Konſtitutiona=
liſten melden. Oberſt Francisco Cardenas der angebliche
Mörder Maderos, ſei in der Nähe von Mechoacan
ermordet worden, wohin er ſich habe begeben wollen,
um das Kommando über die Bundestruppen zu
über=
nehmen. Cardenas ſoll ermordet worden ſein, weil
be=
fürchtet wurde, er könne die Befehle verraten, die er in
der Nacht erhalten hat, da Madero getötet wurde. Cars
denas befehligte damals die Truppen, welche Madero
aus dem Palaſt in das Gefängnis überführten.
H. B. Berlin, 22. Sept. Vor dem Schwurgericht I bes
gann heute der Prozeß gegen den Diener Rits
ter, der wegen des Knabenmordes angeklagt iſt,
den er am 11. Mai d. J. in einem Hauſe der Hohenzollern=
Nummer 223.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. September 1913.
Seite 7.
ſtraße an dem 13jährigen Knaben Otto Klähn begangen
hat. Der Gerichtshof beſchloß, während der ganzen
Ver=
handlung die Oeffentlichkeit auszuſchließen, jedoch den
Vertretern der Preſſe den Zutritt zu geſtatten. Der
Vor=
ſitzende ſprach darauf die Ueberzeugung aus, daß die
Preſſe alles Anſtößige vermeiden werde.
— Berlin, 22. Sept. In der Waldſtraße wurden
heute früh der Portier Weinmüller und ſeine Frau
tot aufgefunden. Die Frau hatte ſich mit Gas
ver=
giftet, nachdem ihr Mann vorgeſtern geſtorben war, an
deſſen Leiche ſie gewacht hatte.
— Kaſſel, 22. Sept. Anläßlich der
Jahrtauſend=
feier der Stadt Kaſſel überreichte eine Abordnung
des großen Kaſſeler Bürgervereins an den
Oberbürger=
meiſter eine Spende zugunſten der Ferienkolonien für
Kaſſeler Volksſchulkinder in Höhe von 31000 Mark.
Geſtern fand für die ſtädtiſchen Beamten ein Feſtkommers
ſtatt.
H. B. Frankfurt a. M., 22. Sept. In dieſen Tagen
treffen die erſten von den 150 Milligramm Radium
von den beſtellten 600 Milligramm von London hier ein.
Dieſe Radiummenge ſoll ſofort bei Behandlung von
Krebs=
kranken in Anwendung gebracht werden.
H.B. Kuxhaven, 22. Sept. Die beiden
Bergungs=
dampfer „Reiher” und „Albatroß” des Norddeutſchen
Bergungsvereins, die zum Aufſuchen des Wracks
des Marine=Luftſchiffes „L. 1"
von Kurhaven
ausgelaufen waren, ſind unverrichteter Sache nach hier
zurückgekehrt. Die beiden Dampfer haben 48 Stunden
die angebliche, durch eine Boje bezeichnete
Untergangs=
ſtelle in weitem Umkreiſe mit einem beſonders
eingerich=
teten Such=Apparat abgeſucht, aber nichts gefunden. Dies
beſtätigt die Annahme, die man von Anfang an in
Fach=
kreiſen hatte, daß das verhältnismäßig leichte Wrack des
Luftſchiffes nach dem Untergang noch unter dem Waſſer
weit fortgeführt worden iſt.
— Zürich, 22. Sept. Der Direktor der Thurgauiſchen
Kantonalbank in Romanshorn hat ſich erſchoſſen.
Es ſind erhebliche Unterſchlagungen feſtgeſtellt.
— Neuchatel, 22. Sept. Eine von über 50
Arbeiter=
familien bewohnte Mietskaſerne geriet geſtern nacht
in Brand. Die Bewohner ſtürzten kopflos die Treppen
hinunter. Mehrere wurden gerettet.
Mord und Selbſtmord.
* Frankfurt a. M., 22. Sept. Heute abend kurz nach
7 Uhr erſchoß der 22jährige Hausburſche Johann
Ba=
ſtian, der bei einem Bäckermeiſter in der Alten
Mainzer=
gaſſe beſchäftigt war, die ebenfalls dort
be=
ſchäftigte Verkäuferin Katharina Schaub
und dann ſichſelbſt. Die Schaub hatte den Baſtian
mit ſeinen Liebesanträgen abgewieſen. Baſtian hatte
eine längere Zuchthausſtrafe verbüßt, weil er im Streit
ſeinem Gegner ein Meſſer in den Leib geſtoßen hatte, und
der Bäckermeiſter hatte ihn nur auf ſeine dringende Bitte
aufgenommen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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zeiten an Einzeltischen. Führer u. Hotelpro-
KronU wekte auf Anfrage kostenlos (IV 19114.83
Aus dem Geſchäftsleben.
Die Petroleumlampe iſt mit den länger
wer=
denden Abenden wieder in ihre Rechte getreten. Bei den
vielen Unglücksfällen, welche durch Exploſionen von
Petro=
leumlampen oder durch Umfallen reſp. Zertrümmern
bren=
nender Lampen hervorgerufen werden, rechtfertigt ſich
wohl ein beſonderer Hinweis auf das ſeit ca. 30 Jahren
im Handel befindliche Kaiſeröl, nicht explodierbares
Petroleum, aus der Petroleum=Raffinerie vorm.
Auguſt Korff in Bremen. Während das
gewöhn=
liche Petroleum einen Entflammungspunkt von ca. 21 Grad
Celſius hat, liegt derſelbe beim Kaiſeröl laut Atteſten erſter
Autoritäten bei über 50 Grad C., wodurch die Exploſion
einer mit Kaiſeröl gefüllten Lampe und eine
Feuers=
gefahr beim eventuellen Zertrümmern derſelben
vollſtän=
dig ausgeſchloſſen iſt. Außer dieſem Vorzuge iſt die
Licht=
ſtärke des Kaiſeröls bedeutend größer als beim
ge=
wöhnlichen Petroleum; das Kaiſeröl brennt viel
ſpar=
ſamer und iſt von abſolut waſſerheller Farbe und faſt
geruchlos. Es eignet ſich auch vorzüglich zur Speiſung von
Petroleumöfen und Petroleumkochmaſchinen.
Pfarrer Lic. Neuberg
und Frau Else, geb. Locher
zeigen die‟Geburt eines
KNABEN
an.
Dresden, den 19. September 1913.
Paul Gerhardtstraße 20.
(19656
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Belgia‟ 18. Sept. 6 Uhr 15 Min. morgens
von Baltimore nach Hamburg. „Indianola” 17. Sept.
6 Uhr abends in Neu=York. „Inkula” von Neworleans
kom., 18. Sept. von Norfolk. „Kaiſerin Auguſte Victoria”
nach Neu=York, 18. Sept. 10 Uhr 30 Min. morgens
Cuxhaven paſſiert. „Willehad”, von Kanada kommend,
18. Sept. 3 Uhr 30 Min. morgens in Rotterdam. —
Weſtindien, Mexiko: „Georgia‟ 17. Sept. 6 Uhr morgens
in Boca Grande. „Parthia”, von Weſtindien kommend,
18. Sept. 3 Uhr nachm. in Hamburg. „Schwarzwald”
18. Sept. in Pto. Columbia, ausgehend. — Oſtaſien:
„Goldenfels” 18. Sept. 10 Uhr abends von Havre über
Bremerhaven nach Hamburg. „Graecia” 17. Sept.
8 Uhr abends von Tſingtau nach Hongkong. „Liberia”
18. Sept. 10 Uhr morgens von Schanghai nach Kobe.
„Preußen” 18. Sept. morgens in Malta, heimkehrend.
„Sachſen” 18. Sept. 6 Uhr morgens von Dalny nach
Hankow. „Südmark” 18. Sept. in Singapore, ausgehend.
Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
„Kronprinzeſſin Cecilie” 16. Sept. 11 Uhr vorm. in
16. Sept.
Bremerhaven. „Kaiſer Wilhelm der Große
12 Uhr mittags von Neu=York. Kaiſer Wilhelm II.‟
16. Sept. 8 Uhr vorm. in Neu=York. „Kronprinz
Wil=
helm” 17. Sept. 6 Uhr nachm. von Cherbourg. „Prinzeß
Irene‟ 16. Sept. 11 Uhr vorm. von Gibraltar. „
Bar=
baroſſa‟ 16. Sept. 12 Uhr mittags Gibraltar paſſiert.
„Neckar” 17. Sept. 2 Uhr nachm. von Baltimore.
„Königin Luiſe” 18. Sept. 12 Uhr mittags von Neu=
York. „König Albert” 17. Sept. 1 Uhr nachm. in
Balti=
more. „Friedrich der Große‟ 16. Sept. 2 Uhr nachm. in
Neu=York. „Köln‟ 18. Sept. 7 Uhr 30 Min. Dungeneß
paſſiert. „Chemnitz” 18. Sept. 4 Uhr nachm. von
Bremer=
haven. „Prinzeß Alice” 18. Sept. 5 Uhr. nachm. von
Genua. „Lützow‟ 17. Sept. 6 Uhr nachm. in Hongkong.
„Gneiſenau” 17. Sept. 5 Uhr nachm. in Hongkong.
„Kleiſt‟ 18. Sept. 12 Uhr mittags von Genua. „Prinz
Eitel Friedrich” 18. Sept. 11 Uhr vorm. von Genua.
„Seydlitz” 18. Sept. 4 Uhr vorm. von Algier. „Goeben”
18. Sept. 4 Uhr nachm. in Sydney. „Rheinland‟ 17. Sept.
6 Uhr nachm. von Port Said. „Franken” 19. Sept.
12 Uhr mittags in Brisbane. „Göttingen” 17. Sept. 10 Uhr
vorm. von Melbourne. „Schleſien” 18. Sept. 1 Uhr
vorm. von Bremerhaven. „Coburg” 18. Sept. von
Liſſabon. „Sierra Cordoba” 17. Sept. von Rio de
Janeiro. „Sierra Ventana” 18. Sept. von Boulogne.
„Borkum” 16. Sept. Lizard paſſiert. „Willehad” 18. Sept.
in Rotterdam. „Piſa‟ 16. Sept. in Quebec. „Durendart”
18. Sept. in Bremen. „Eiſenach” 17. Sept. in Rotterdam.
Würzburg” 16. Sept. in Santos. „Aachen” 18. Sept.
in Rio de Janeiro. „Gotha” 18. Sept. von Funchal.
„Prinz Heinrich” 17. Sept. 3 Uhr nachm. von Marſeille.
„Coblenz‟ 17. Sept. 6 Uhr von Hongkong. „Manilla”
16. Sept. von Batavia.
Beſſunger Bücherhalle (Beſſungerſtraße 48).
Un=
entgeltliche Verleihung von Büchern an jedermann.
Ge=
öffnet: Dienstag, Donnerstag und Samstag abends
von 7½—9 Uhr.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Gatten, unſeres
guten Vaters, Bruders und Onkels, beſonders den
ſtädtiſchen Arbeitern und Bedienſteten, ſowie ſeinen
Mitarbeitern, ferner Herrn Pfarrer Beringer für
die troſtreichen Worte am Grabe, unſeren herz=
(19705
lichſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Löbig Witwe,
Anna Hort geb. Löbig.
Wilhelm, Lorenz, Regina Löbig.
Darmſtadt, den 22. September 1913.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende nach 10½
Uhr (Ab. A.): „Hamlet, Prinz von Dänemark”.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
Bilder vom Tage (Auslage Expedition Rheinſtr. 23):
Zur Tauſendjahrfeier der Stadt Kaſſel: Blick aus einem
Zeppelin=Luftſchiff auf den Kaſſeler Juſtizpalaſt. — Ein
deutſcher Bahnhof in der Schweiz: der neue badiſche
Bahnhof in Baſel, Ueberſicht der Gleisanlagen für den
Perſonenverkehr, Mittelbau und Haupteingang. — Die
folgenſchwere Exploſionskataſtrophe in Koburg: die
Trümmer des eingeſtürzten Hauſes. — Eine große
Probemobilmachung in Dänemark.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 24. September.
Hofreite=Verſteigerungen: des Heinrich
Schnei=
der (Aliceſtraße 30) um 9 Uhr auf dem Ortsgericht I,
des Jakob Schroth (Schulſtraße 12) um 9 Uhr auf dem
Ortsgericht I. — des Adam Ihrig (Kahlertſtraße 49) um
10 Uhr auf dem Ortsgericht I, — des Friedrich Röder
(Martinſtraße 74) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Aecker=Verſteigerung des Friedrich Röder um
9 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für des Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Verlangen Sie überall ausdrücklich
das Fabrikat der Wolfram-Lampen
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tiengesellschaft, Augsburg.
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Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Der hohe Druck hat ſich ſeit geſtern verſtärkt und
be=
deckt heute ganz Weſt= und Mitteleuropa; die Depreſſion
über Rußland hat ſich etwas nordwärts verlagert. Unter
ihrem Einfluß hatten wir geſtern bei meiſt weſtlichen
Winden trübes Wetter und Niederſchläge, ſtellenweiſe auch
Gewitter. Von Weſten her nähert ſich ein neues Tief;
doch werden wir morgen von ihm noch nicht weſentlich
beeinflußt werden.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 23. September.
Wechſelnd bewölkt, meiſt trocken, weſtliche Winde.
S ere
Das Darmſtädter Taablatte
erſcheint vom 1. Oktober an
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Bezugspreis 60 Pfg. monatlich.
Neu hinzutretende Abonnenten erhalten von heute an das Darmſtädter Tagblatte
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. September 1913.
Nummer 223.
Was ist modern?77
Was wird modern sein??
Diese Fragen, die sich jjede Dame stellen
muss, erübrigen sich für diejenigen,
welche die amerikanischen, stets
ton-
angebenden
56
Nue6
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3½ do. Conſols . . . 84,70
76,10
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,70
92,00
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3½
.
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83,60
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3½
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4 Hamburger Staatsanl. 97,60
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4 do. do. (unk. 1918) 96,50
82,70
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3½
73,60
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3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberg unk. 1921 97,10
3½
do. v. 1875 92,40
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 97,20
56,90
1¾ Griechen v. 1887
Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 84,80
4 do. Goldrente . . . 89,60
do. einheitl. Rente 81,30
4
3 Portug. unif. Serie I
do. unif. Ser. III 64,90
3 do. Spezial . . . . 9,60
5 Rumänier v. 1903 . . 99,00
4 do. v. 1890 . . 94,00
do.
v. 1905 . . 88,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,20
4 do. v. 1902 . . . . 91,50
4½ do. v. 1905 . . . . 99,70
-
3½ Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 —
4 Türk. Admin. v. 1903 79,50
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 85,20
4 do. Staatsrente. . .
Zf.
In Prot.
5 Argentinier . . . . . . 98,80
82,80
do.
4½ Chile Gold=Anleiße . —
5 Chineſ. Staatsanleihe. 97,20
41.
.
-
4½ Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner. . . 76,70
3
50,00
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 78,60
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Aktien ausländiſcher
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5 Anatol. Eiſenb. 60½
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6 Baltimore und Ohio
Schantungbahn . . . . 123,00
8 Luxemb. Prince Heuri 168,50
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 27,50
6 Pennſylvania R. R.
Induſtrie=
Letzte
Aktien.
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4 Brauerei Werger . . 66,00
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30 Farbwerke Höhſt . . 618,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 330,75
10 Cement Heidelberg . . 145,30
30 Chem. Werke Albert 440,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 301,00
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In Proz.
Letzte
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 153,40
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5 Bergmann Electr. . . 127,25
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 166,20
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30 Adler=Fahrradwerke
.408,10
Kleyer
, „
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15 Zellſtoff Waldbof . . 216,25
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10 Aumetz=Friede .
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11 Deutſch=Luremburg.”
Bergb. . . . . . . 146,75
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10 Kaliwerke Aſchersleben 141,00
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7½ South Weſt Africa 118,50
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3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 87,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 97,90
4 Eliſabethbahn, freie ..
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 84,70
3 Prag=Durer . . . . . . 72,50
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,90
4 Oeſterr. Staatsbahn . 88,40
76,90
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 96,90
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do.
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4½ Moskau=Kaſan . . . 34,00
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7½ Vergiſch=Märkiſche
Bank . . . . . . . 143,10
9½ Berlin. Handelsgef. .160
6½ Darmſtädter Bank 116,10
12½ Deutſche Bank . . . 248,75
6 Deutſche Vereinsbank 116,75
6 Deutſche Effekt.= un
W.=Bank . . . . . 111,80
10 Diskonto=Kommandit 184½
8½ Dresdener Bank
149,60
10 Frankf. Hypoth.=B. 206,50
6½ Mitteld. Kreditbank 114,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 117,00
7 Pfälziſche Bank. .. . 122,50
6,95 Reichsbank . . . . 135,00
7 Rhein. Kreditbank. . .126,75
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 107,60
7½ Wiener Bankverein . 132,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 94,30
InProz.
If.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
84,50
S. 19. . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv
S.15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
3½
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,20
3½
84,20
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,60
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
96,60
8—23. . . . . .
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
S. 3—5 . . . . . . . . 84,00
S. 9—11 . . . . . . . 84,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
3½
84,00
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . .
93,60
3½ do. (unk. 1914)
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,70
3½
85,40
do.
Städte=
Obligationen.
-
4 Darmſtadt . . . .
31
86,50
do.
4 Frankfurt. . . . . . . 96,40
31
do.
95,70
.„
-
4 Gießen . . . . . . . .
31
84,20
do.
4 Heidelberg . . . . . . 92,90
31
do.
4 Karlsruhe . . . . . . 94,50
3u
do.
86,50
. , .
-
Magdeburg. . . . .
Zu
.
Mainz . . .. . . .. —
31
do.
85,50
Mannheim . . . . . . 93,75
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89,00
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97,30
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Nürnberg. . . . . . . 95,50
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3½ Offenbach . . . . . . 87,30
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g0
31
87,20
do.
., „
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85,00
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3½ Cöln=Mindner , 100 135,50
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3 Madrider . Fs. 100
4 Meininger Pr.=Pfand=
136,30
briefe . . . . .
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Unverzinsliche
Anlehensloſe.
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Bekanntmachung
betreffend Vernnreinigung der Straßen und Plätze durch
Wegwerfen von Papier und dergleichen.
Nachdem in letzter Zeit wiederholt beobachtet und Klage darüber
geführt worden iſt, daß die Straßen und Plätze der Stadt durch
weggeworfene Papierſtücke insbeſondere Reklamezettel und
Pro=
gramme, in erheblichem Maße und in mißſtändiger Weiſe
verun=
reinigt werden, ſehen wir uns veranlaßt, erneut darauf hinzuweiſen,
daß durch Artikel 112 des Polizeiſtrafgeſetzbuchs verboten iſt,
verun=
reinigende Gegenſtände auf Ortsſtraßen oder öffentliche Plätze
zu werfen, und daß Zuwiderhandlungen gegen dieſes Verbot nach
§ 366 Ziff. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe bis zu
60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft werden. Wir
haben die Schutzmannſchaft angewieſen, auf die Befolgung dieſer
Beſtimmungen ein ſcharfes Augenmerk zu haben und
Zuwiderhand=
lungen unnachſichtlich zur Anzeige zu bringen.
Darmſtadt, den 15. September 1913.
(19387fsi
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Die hieſige Fürſorgeſtelle für Lungenkranke (Wilhelminenſtraße 34) wird ab
1. Oktober 1913 bis auf weiteres ihre Sprechſtunden Mittwochs von 11—12 Uhr
vormittags und 1—3 Uhr nachmittags abhalten.
(19643id
Darmſtadt, den 20. September 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Verloſungvon Schuldverſchreibungen der Provinz Starkenburg.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplans der Provinz Starkenburg ſind heute
nachſtehende 3½ % ige Schuldverſchreibungen auf den Inhaber durch Verloſung zur
Rückzahlung am 1. Dezember 1913 berufen worden, nämlich:
Lit. A. Nr. 45, 46, 83, 169 und 393
—5 Stück à 1000 Mark.
„ B Nr. 122, 169, 205, 232, 242 und 503 — 6 Stück à 500 Mark,
C Nr. 15, 25, 90, 214, 233 und 374 — 6 Stück à 200 Mark.
Die Rückzahlung erfolgt bei der Bank für Handel und Induſtrie zu Darmſtadt
und bei der Provinzialkaſſe der Provinz Starkenburg daſelbſt.
Die Verzinſung der Schudverſchreibungen hört mit dem obengenamnten
Ver=
falltag auf.
(19621
Darmſtadt, am 17. September 1913.
Großherzogliche Provinzial=Direktion Starkenburg.
Fey.
Bekanntmachung.
Unter Bezugnahme auf unſere Bekanntmachung vom 21. Auguſt 1912, betreffend
Maßregeln zur Verhütung der Einſchleppung von Geflügelſeuchen, (
Amtsverkündigungs=
blatt Nr. 102 vom 31. Auguſt 1912) bringen wir hiermit zur Kenntnis, daß nach
Be=
ſtimmung des Reichskanzlers wildes Geflügel, wie Wildgänſe, Wildenten,
Wild=
ſchwäne, der amtstierärtlichen Unterſuchung an der Reichsgrenze und den ſonſtigen
Beſchränkungen der für Hausgeflügel getroffenen Anordnungen nicht unterliegt.
(19625
Darmſtadt, den 18. September 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
6
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und Nachſchautermine finden, ſolange
Bedürfnis, jeden Mittwoch, nachmittags von 5 bis 6 Uhr, im
Schulhaus in der Rundeturmſtraße, für im Vorjahr geborene,
ſowie für ältere mit der Impfung im Rückſtande verbliebenen
Kin=
der ſtatt.
(14133a
Darmſtadt, den 24. Juni 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.
Bauplanänderung.
Der von der Stadtverordneten=Verſammlung gutgeheißene
Be=
bauungsplan über die Aenderung der Hauptzufuhrſtraße C nach
dem neuen Südbahnhof liegt in der Zeit vom 17. September bis
einſchließlich 2. Oktober ds. Js. auf dem Stadtbauamt, Grafenſtr. 30,
zur Einſicht offen. Einwendungen gegen den Plan ſind bei Meidung
des Ausſchluſſes während dieſer Friſt daſelbſt vorzubringen.,
(19214mi
Darmſtadt, den 13. September 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Faſeleberverkauf.
Ein der Gemeinde gehöriger, zur weiteren Zucht untauglicher,
junger Faſeleber ſoll im Submiſſionswege verkauft werden.
Offerten, mit entſprechender Aufſchrift verſehen, ſind bis
Mon=
tag, den 29. September 1913, vormittags 11 Uhr, bei uns
ein=
zureichen.
Bedingungen liegen auf unſerem Büro zur Einſicht offen.
(19679ids
Eſchollbrücken, den 22. September 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Eſchollbrücken.
Götz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 24. September 1913, vorm. 11 Uhr
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration „zur
Roſenhöhe”) dahier verſchiedene Möbel, als:
1 Plüſchgarnitur, Salonſchrank. Kleiderſchränke, Vertikos,
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1 Jalouſieſchrank, 1 Ruhebett, ferner 1 Eisſchrank, 1
Hack=
klotz und 1 franz. Billard
(19674
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
in Darmſtadt, Georgenſtraße 11, I.
Beſchluß,
Da der Konkursverwalter
ange=
zeigt hat, daß in dem
Konkurs=
verfahren über das Vermögen des
Jakob Schroth, Inhabers der
Firma A. Merz, hier, nach
Be=
richtigung der Maſſeſchulden und
Maſſekoſten zur Befriedigung der
Konkursgläubiger nichts übrig
bleibt, ſoll in der erſten
Gläu=
bigerverſammlung vom 3. Oktober
1913, vormittags 11½ Uhr,
Zim=
mer Nr. 219, dieſe vorweg über
die Einſtelung des
Verfabrens=
wegen Unzulänglichkeit der Maſſe
gehört und hierüber Beſchluß ge=
(19686
faßt werden.
Darmſtadt, 18. September 1913.
Großherzogliches Amtsgericht, I.
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En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Baugeſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung
Pla=
tanenhain, Darmſtadt.
Das Stammkapital iſt auf Grund
des Beſchluſſes der Geſellſchafter
vom 12 September 1913 um
15 000 Mk. erhöht und beträgt jetzt
120 000 Mk.
Auf das erhöhte Stammkapital
bringen ein die Geſellſchafter:
1. Profeſſor Albin Müller in
Darmſtadt von der ihm gegen die
Geſellſchaft zuſtehenden
Architek=
tenhonorarforderung den Betrag
von 5000 Mk.
2. Ingenieur Heinrich Fritz in
Darmſtadt von der ihm gegen die
Geſellſchaft zuſtehenden
Forde=
rung aus Werkvertrag den Betrag
(19635
von 5000 Mk.
3. Hofdachdeckermeiſter Jean
Keller in Darmſtadt von der ihm
gegen die Geſellſchaft zuſtehenden
Forderung aus Werkvertrag den
Betrag von 5000 Mk wofür jedem
der genannten Geſellſchafter der
Betrag von 5000 Mk. auf ſeiner
Stammeinlage angerechnet wird.
Darmſtadt, 19. September 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handels=Regiter,
Ab=
teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 16. September 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Georg Roth.
Geſchäft und Firma iſt auf
Kaufmann Philipp Kolb in
Darm=
ſtadt übergegangen.
Der Uebergang der in dem
Be=
triebe des Geſchäfts begründeten
Verbindlichkeiten und
Forderun=
gen iſt bei dem Erwerbe des
Ge=
ſchäfts durch Philipp Kolb
aus=
geſchloſſen.
Die Firma iſt geändert in:
Georg Roth Nachf.
Phi=
lipp Kolb.
Am 18. September 1913.
Gelöſcht die Firma (von
Amts=
wegen):
Ober=Ramſtädter
Kamm=
fabrik Inhaber Philipp
Glückert, Darmſtadt.
Am 19. September 1913.
Gelöſcht die Firma:
Ernſt Lorey, Ingenieur,
Geſundheitstechniſche
An=
lagen, Darmſtadt. (19634
Darmſtadt, 20. September 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
Im Konkurs über den Nachlaß
des Oberamtmanns Ernſt
Lud=
wig Spamer von Eberſtadt
be=
tragen die Teilungsmaſſe 883,05 ℳ,
die zu berückſichtigenden Forde=
(19677
rungen 2143,68 ℳ.
Darmſtadt. 20. September 1913.
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L
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. September 1913.
Nummer 223.
Sport, Spiel und Lurnen.
* Sportliche Erfolge. Man ſchreibt uns: Der
Velo=
ziped=Klub Darmſtadt hat wiederum eine Reihe
hervorragender Erfolge zu verzeichnen. Bei dem am letzten
Sonntag ſtattgehabten Radrennen auf der Rennbahn zu
Mainz ſiegte die Mannſchaft des Veloziped=Klubs,
be=
ſtehend aus den Herren Damus, Zimmermann, Sehring,
Schäfer, im Opel=Vereinsmannſchaftsfahren und errang
den 1. Preis mit 5 Punkten gegen den Radrenn=Klub
„Mars” mit 11 Punkten. Im Hauptfahren errang Damus
den 2. Preis, Erſter wurde Weltmeiſter Chr. Rode. Im
Erſtfahren fiel der 1. und 2. Preis auf die Mitglieder
Thomä und Köhler. Auch im Tandemfahren fiel der 1.
Preis an das Paar Damus=Zimmermann, und ferner der
3. Preis an die Mitglieder Sehring=Lüderitz. Die
Darm=
ſtädter waren in Mainz die Favoriten.
Sr. Pferde=Rennen. Mülheim-Duisburg. Erſtes
Rennen: 1. Kandahar (Evans), 2. Iſa (Buſch), 3. Satire
(Aſchenbrenner). Tot. 30110. Pl. 14, 15, 41:10. Unpl.:
La Frouſſe, Parthian II, Ghislaine, File partout, Yazna,
Grey Man. 1½—½ Lg. — Zweites Rennen: 1. Vorſpiel
(E. Francke), 2. Amſel (Printen), 3. Knappe (Dyhr). Tot.
26:10. Pl. 11, 12, 11:10. Unpl.: Laura, Werde Licht,
Ragiſ=
ſante, Devil, Sonne, Ludwingsfeld. 2—¾4Lg.— Drittes
Ren=
nen: 1. Wahn (R. Francke), 2. Waddles (Surſen), 3.
Nor=
ton Lizzi (Hutter). Tot. 29110. Pl. 10, 10, 11:10. Unpl.:
Latour, Angovin, Little Mite Chaperon. 2½— Lg.
Mülhein4-Duisburger Vereinkgungpreis; 12000 Maick,
Diſtanz 3600 Meter: 1. Hrn. J. u. G. Reimanns Courier
(Kühl), 2. Nordſtern (Schuller), 3. Fruſch (Dhyr). Tot.
18:10. Pl. 14, 32110. Unpl.: Marokko. Ueberlegen 7—5
Lg. — Fünftes Rennen: 1. Teufelsmädel (Barleben), 2.
Kiltonga (Kühl), 3. Meg Dods (R. Francke). Tot. 26:10.
Pl. 13, 13, 18:10. Unpl.: Kleingala, Ruby Mac Kie,
Ju=
riſt, Dora. Hals-2 Lg. — Sechſtes Rennen: 1.
Stroh=
blume (E. Francke), 2. Der kleine Bär (Gläſer), 3.
Maxi=
milian (R. Francke). Tot. 30110. Pl. 14, 29, 17110. Unpl.:
Tambour, Nelſon, Maritza, Undine, Lermoos. ½—1½
Lg. — Siebentes Rennen: 1 Salve (Voigt), 2. Chalabre
(Kühl), 3. Marotte (Burian). Tot. 31:10. Pl. 14, 14:10.
Unpl.: Roſy, May=May. 6—Hals.
sr. Freiherr S. A. v. Oppenheim hat mit
ſeiner Gewinnſumme nunmehr das achte Hundertauſend
überſchritten und bleibt hinter dem vom Kgl. Hauptgeſtüt
Graditz aufgeſtellten deutſchen Rekord von 811320 Mark
nur noch um 2770 Mark zurück. Der nächſte Sieg der
Oppenheimſchen Farben bringt alſo zugleich einen neuen
deutſchen Rekord. Der Schlenderhaner Züchter wird
aller Vorausſicht nach in dieſer Saiſon nicht nur der
er=
folgreichſte Rennſtallbeſitzer Deutſchlands, ſondern ſogar
von Europa ſein, denn die in den anderen großen
Renn=
ſport treibenden Länder an der Spitze ſtehenden Ställe,
Baron E. Rothſchild in Frankreich, Mr. J. B. Joel in
England und Herr v Mautner von Markhof in
Oeſter=
reich=Ungarn haben erſt erheblich geringere Gewinnſummen
zu verzeichnen.
Grunewald. Preis von Lichtenberg; 4500 Mark,
Diſtanz 3000 Meter: 1. Hptm. R. Spiekermanns Onir (B.
Streit), 2. Reform (Newey) 3. Fife Honours (W.
Wink=
ler). Tot. 30110. Pl. 15, 18, 78:10. Unpl.: Katarakt (4),
Immo (4), Partiſan, Decima, Seilfahrt (ausgebr.), Mona
Liſa, Bora (gef.), Giabar (gef.), Havanna (gef.), Delila.
Scharfer Kampf Kopf—9—5 Lg. — Preis von Waldfried;
7300 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Hrn. Balduins Animato
(Davies), 2. Jeune fille (Hellebrand), 3. Jasmin (Scheffer).
Tot. 17110. Pl. 15, 40:10. Unpl.: Balkan, Sankt
Theo=
bald, Donners Bruder. Kampf Kopf-Hals-¾ Lg.
Saphir=Rennen; 10000. Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1.
Frhrn. S. A. v. Oppenheims Miramare (Archibald), 2.
Terminus (Raſtenberger) 3. Liſtig (Burns). Tot. 15110.
Pl. 11, 15110. Unpl.: Grazie (4), Askania Ueberlegen
2—1—¾ Lg. — Handikap der Mark; 10000 Mark, Diſtanz
4500 Meter: 1. Hrn. F. v. Schmidt-=Paulis Dandolo
(Streit), 2. Doppelgänger (Strickland), 3. Turandot (
Ne=
wey: Tot. 53110. Pl. 21. 27:10. Unpl.: Herkus Monte
(4), Jungtürk, Rojeſtwensky. Ueberlegen 2½—4—3 Lg.
— Preis von Bockſtadt; 13000 Mark, Diſtanz 2200 Meter:
1— Hrn. A. und C. v. Weinbergs Emperador (Shaw),
2— Hrn. Balduins Nabob (Davies), 3. Auſterlitz
(Burns). Tot. 17 (Emperador), 52 (Nabob) :10. Pl. 18,
30110. Unpl.: Cola Rienzi (4), Anker. Tot. Rennen-
Kopf-2 Lg. — Preis von Wilhelmsruh; 8500 Mark,
Di=
ſtanz 1000 Meter: 1. Hrn. F. Müllers Genua (Garrigan);
2. Peruſia (Burns), 3. Eichenblatt (Davies). Tot. 108:10.
Pl. 31, 65, 31:10. Unpl.: Adamant (4), Najade Norda-
Grachus, Borchhorſt, Aquamarin, Wunderlampe, Moet,
Magdalena, Romulus Kampf Kopf-Hals-½ Lg.
Kifber=Handikap; 10000 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1.
Hrn. A. und C. v. Weinbergs Catena (Archibald), 2. Saint
Cloud (Raſtenberger), 3. Eau de Cologne (Davies). Tot.
51:10. Pl. 15. 14, 14:10. Unpl.: Vogelfrei (4), Luntrus,
Carino, Kröſus. Colleoni, Reichsanwalt.
Leicht
1½—Hals—½ Lg.
Breslau. Graf Johannes=Rennard=Rennen; 6000
Mack, Diſtanz 1200 Meter: 1. Hrn. E. S. Fürſtenberg’s
Schatzgräber (Shmith I), 2. Nordbahn (Wedgewood), 3.
Kluge Elſe (H. Teichmann). Tot. 61:10. Pl. 31, 63 22110.
Unpl.: Gedulla (4), Palaſtdame Centaur, Verbrecher,
Syracus. Nicolo, Kampf Kopf-½—Kopf. — Henckel=
Handicap; 5000 Mark, Diſtanz 2200 Meter: 1. Frau J.
Spindler’s Goldbach (Benſch) 2. Matador (Blades), 3.
Bob (Thalheim). Tot. 48:10. Pl. 21, 22:10. Unpl.:
Phynix, Gräfentonna, Dürkheim, Haarbuſch, Gabociau.
Sicher ¾—1½—½ Lg. — Wratislawia=Preis; 25000
Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Hrn. A. und C. v.
Wein=
ebergs Orelio (Hewiit), —2. Hasdrubal (H. Teichmann),
2—1 Ilſebill (O. Müller). Tot. 19110. Pl. 14, 34, 15.10.
Unpl.: Clos (4), Mars la Tour, Swift, Mataafa, Indor,
Goldfiſch. Vechalten 1—totr.—2 Lg. — Kynaſt=Jagd=
Rennen; 3000 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Prinz M.
Schaumburg=Lippes Freude (Lt. Graf Saurma), 2.
Boabdil (Hr. Alnoch), 3. Scherz (Lt. v. Scholtitz). Tot.
30110. Pl. 17, 33110. Unpl.: Polichinelle, Oeſata, Arnulf.
Sehr leicht 2½—1 Lg. — Verloſungs=Rennen; 4500 Mark,
Diſtanz 1400 Meter: 1. Major Gr. v. Wuthenau’s Ruſtic
(Drechsler), 2. Prinz Kukuk (O. Müller), 3. Iſolde II
(Dietrich). Tot. 35:10. Pl. 31, 17, 91:10. Unpl.:
Napa=
gedl, Phönix, Radium, Mildred, Walzerträumer, Abdul
Hamid, Ferdinand, Badminton. Kopf ½—/ Lg.
Anker=Rennen; 4500 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Prinz
M. Schaumburg=Lippe’s Türkenbund (O Müllec), 2.
Ga=
boriau (Brederecke), 3. Moslem (H. Teichmann). Tot.
27110. Pl. 15, 26:10. Unpl.: Willybrook. Sehr ſicher
1½ Lg. — Namslauer Jagd=Rennen; Ehrenpreis 4000
Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Lt. Martin’s Pindar (Beſ.),
2. Fiſchotter (Lt. Frhr. v. Berchem), 3. Morenga (Lt. Graf
Saurma). Tot. 63:10. Pl. 37, 24:10. Unpl.: Allgeſchwind,
Jaſpis, Tugela. Sehr ſicher 1½—Kopf.
sr. Leipzig. September=Handikap; 5200 Mark,
Diſtanz 1600 Meter: 1. Hrn. F. Grunow’s Ordner (Slade),
2. Mansfield (Oleijnik, 3. Third Ace (A. Plüſchke) . Tot.
71:10. Pl. 19. 19, 20110. Unpl.: Gernot, Germania I,
Felſenburg, Marion. Sicher ¾—1½ Lg. — Tribünen=
Rennen; 4000 Mark, Diſtanz 1000 Meter. 1. Geſtüt
Myd=
linghofen’s Echte Perle (Slade), 2. Pracht (F. Bullock),
3. Annollet (Schläfke). Tot. 32110. Pl. 14, 13, 16110.
Unpl.: Achmed, Curſor, Pfeil, Komm doch. Sehr leicht
3—Hals. — Wettiner=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 4000
Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Hrn. K. Hartmann’s
Carol=
ling (Lt. Streſemann), 2. Flint (Lt. v. Wangenheim), 3.
Pois de Senteur (Hr. v. Weſternhagen). Tot. 26:10. Pl.
13, 15, 16:10. Unpl.: Talmont (gef.), Goahead
Boryſt=
hone, Miß Gris. Sehr ſicher 2—Kopf. — Sächſiſcher
Staatspreis; 6200 Mark, Diſtanz 1350 Meter: 1. Kgl.
Hauptgeſtüt Graditz’ Germaniſt (F. Bullock), 2. Moneta
(Lane), 3. Ravenna (Dye). Tot. 16:10. Pl. 15, 30:10.
Unpl.: Orpheus, Komm doch. 2—1 Lg. — Schleuſſiger
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 3500 Mark, Diſtanz 4000
Meter: 1. Hrn. M. Lücke’s Samum (Lt. Streſemann), 2.
Gondolier (Lt. v. Falckenhauſen), 3. Alike (Hr. Herder).
Tot 18110. Pl. 13, 16110. Unpl.: Coeur de Lion. Sehr
ſicher 1½—1 Lg. — Leipziger Baufach=Ausſtellungs=
Han=
dikap: 8000 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Gr. A. Henckel’s
Rancho (F. Bullock), 2. Silmſon (Lade), 3. Hubertus (A.
Plüſchke). Tot. 23110. Pl. 13, 12:10. Unpl.: Rex II,
Ly=
ſander. Sicher ¾—½ Lg.
sr. Paris-Bois de Boulogne, 21. Sept. Prix
de la Lorie; 5000 Francs, Diſtanz 1100 Meter: 1. Monſ.
Fiſchhofs Sigrid Arnoldſon (Stern), 2. Saint Euſtache
(Garner), 3. Royal Franton (O'Connor). Tot. 58110.
Pl. 23, 55, 100110. Unpl.: Dogwood (4), Duncan II,
Scheherazade, La Gangue, Belle de New=York, Cocorico,
Cambridgeſhire, Medaille dior. 2—2½ Lg. — Prix de
Ma=
drid; 10000 Francs Diſtanz 2000 Meter: 1. Monſ. M. de
Rothſchilds Abel (M. Barat), 2. La Ribaude (MacGee), 3.
Kamavoda (O'Neill). Tot. 25:10. Pl. 13, 15. 18:10.
Unpl.: Podoue II, (4), Omnis, Guſel, Renard Bleu III,
Hulotte, Prince de Normandie. 3—½ Lg. — Prix de
Satory; 20000 Francs, Diſtanz 4000 Meter:Comte de St.
Phalles Philippe II (G. Clout), 2. Orſonville (J. Reiff),
3. Malefice (Marſh). Tot. 14:10. Pl. 11, 13:10. Unpl.
Lutteuſe, 10—10 Lg. — Prix de la Salamandre; 15000
Francs, Diſtanz 1400 Meter: 1. Monſ. A. Monniers Le
Grand Preſſiany (Garner), 2. Maitre et Seigneur (M.
Barat), 3. Sloughi (Stern). Tot. 34:10. Pl. 16, 43,
19110. Unpl.: Allumeur, Montgoger, Durbar,
Saccha=
roſe, Famechon. Mandrin. 1—1 Lg. — Prix du Prince
dOrange; 30000 Francs, Diſtanz 2400 Meter: 1. Monſ.
E. Blancs Dagor (G. Stern) 2. Predicateur (O Neill),
3. Martial III (J. Reiff). Tot. 52:10. Pl. 21, 19.10.
Unpl.: Shannon. Teipolette, Clairville, Saint Pé. 3—2
Lg. — Prir de Chatillon. 6000 Francs, Diſtanz 2409
Me=
ter: 1. Monſ. Veil=Vicards Capitän Fracaſſe (J.
Childs), 2. Neſtor II (Garner), 8. Vetiver (M. Barat).
Tot. 161:10. Pl. 26, 15, 18:10. Unpl.: Soir de Pacques
(4), Sea Lord, Crebecut, Fil d’Ecoſſe, Amabo ¾—2½ Lg.
sr. Le Tremblay, 20. Sept. Prix du Plant=
Champigny; 3000 Francs, Diſtanz 2800 Meters 1. Mony
Ote, P. du Verdier’s Etheree II (O. Neill), 2. Druideſſe
II (Allemand), 3. Atocha (J. Reiff). Tot. 25:10. Pl. 12,
50, 13:10. Unpl.: Roche Courbe (4), Miſere, Bolazec
Allicourts, Ophelie III, Melvyl, Kram, Illuminee. Kopf
bis 1½ Lg. — Prir Colombes; 3000 Francs, Diſtanz 2150
Meter: 1. Monſ. Com. Blac’s Kola (Turner), 2. Velum
(Nervo), 3. Marinettey (L. L. Bara). Tot. 194:10. Pl.
37, 22. 19110. Unpl.: Conſcrit (4), Boule de Neige V.,
Fire Chat, Charuex, Teſſin. 2½ Lg.-Kopf. — Prix
Ache=
res; 3000 Francs, Diſtanz 1100 Meter: 1. Monſ. J. D.
Cohn’s Chatelet (J. Reiff), 2. Flocon (F. Rovella), 3.
Hickory (Mac Gee). Tot. 90110. Pl. 29, 24, 20110. Unpl.
Tally Ho, Feerimonde, Pailette d’Argent, Phyſicien,
Samonzet, Landwaſter, Gonneville, Machette, L’Adorable.
2—¾4 Lg. — Prix Joubert; 6000 Francs, Diſtanz 2000
Meter: 1. Monſ. Mme. Cheremſteff’s Oreade (Ch.
Childs), 2. Hieville, (J. Childs), 3 Notre Beguin II
(Jey). Tot. 19110. Drei liefen. 2. Lg.-Hals.
— Prix
Vincennes; 4000 Francs. Diſtanz 1100 Meter: 1. Monſ.
H. Ternynck’s La Puce (J. Reiff), 2. Lisbem (G. Stern),
3. La Valliere IV (F. Lane). Tot. 67:10. Pl. 25, 21,
51:10. Unpl.: Djamy, Benvrou, Le Gendarme, Mephiſto
III, Au Petit Bonheur, Mira Flor, Monbines, Rutland,
Montagan. Brumaire III, Ladyſhip, Meleille. Hals=
Hals. — Prix Fontainebleau; 4000 Francs, Diſtanz 2150
Meter: 1. Monſ. W. Flatman’s Ignotus (Marſh), 2.
Princeſſe dArvor (Jennings), 3. Freeman (Garner).
Tot. 52110. Pl. 19, 16, 20110. Unpl.: Linois, Cham,
Hydromel III, Fidelia, Harry de Windt, Ninive IV,
Pamina. 3—1½ Lg.
sr. Berliner Radrennen. Berlin. Großer
Preis von Deutſchland: 1. Vorlauf 25 Kilometer.
1. Günther 19:34,4, 2. Beck 1120 Meter, 3. Shephard 5020
Meter. 4. Schipke 9380 Meter zurück. — 2. Vorlauf 25
Kilo=
meter: 1. Walthour 19102.2, 2. Timmermann 1910 Meter, 3.
Schipke 2500 Mtr., 4. Bordoni 4120 Mtr. zurück.— 3. Vorlauf
25 Kilometer: 1. Ryſer 19:50,2. 2. Guignard 380 Meter,
3. Erxleben 2090 Mtr., 4. Hall 2530 Mtr. zurück.—
Hoffnungs=
lauf 15 Kilometer: 1. Timermann 12221,1, 2. Beck 210
Me=
ter, 3. Schipke 620 Meter, 4. Erxleben 660 Meter, 5.
Shep=
hard 130 Mtr. zurück. — Endlauf nach 25 Kilometer
abge=
brochen: 1. Walthour 19117,2, 2. Günther 850 Meter, 3.
Timmermann 990 Meter, 4.Guignard 1280 Meter, 5. Ryſer
(Motordefekt) 8830 Meter zurück. — Match Lorenz gegen
Mannſchaft: Krupkat-Freiwald-Behrendt-Jokiel-
Reh=
ra-Linſener: 1. Lauf: (Mannſchaft vom Mal), Lorenz
100 Meter zurück. 1. Lorenz. — 2. Lauf: (Ausſcheidungs=
Rennen), 1. Lorenz. — 3. Lauf: (Handikap), 1. Mannſchaft.
4. Lauf: (Tandems gegen Lorenz), 1. Lorenz.
sr. Radrennen zu Köln. Großer Preis von
Eu=
ropa, ein Dauerrennen über 100 Kilometer in zwei
Läu=
fen. Der Europa=Meiſter Linart vermochte ſein Verſagen
in der Weltmeiſterſchaft wieder auszugleichen, denn er
gewann beide Läufe überlegen, beide Male von Anfang
bis Ende führend. Sein Sieg wurde ihm noch erleichtert,
da Saldow und Huybrechts von Rad= und Motorſchäden
betroffen wurden. Den erſten Lauf über 30 Kilometer
be=
endete Linart in 21:48,3 vor Saldow 1630 Meter,
Huy=
brechts 3040 Meter und Stellbrink 3280 Meter zurück. Für
den zweiten Lauf über 70 Kilometer benötigte der Belgier
51:21,4. Zweiter wurde Stellbrink 540 Meter, vor
Huy=
brechts 4860 Meter und Saldow 4880 Meter zurück. — Das
Klaſſement ergab: 1. Linart 100 Kilometer, 2. Stellbrink
96,180 Kilometer, 3. Saldow 92,500 Kilometer, 4.
Huy=
brechts 92 100 Kilometer. Im Malfahren ſiegte der
Ber=
liner Hoffmann vor Bremher und Krahner. Das
Zwei=
ſitzerfahren wurde von Hoffmann-Bremher vor Süßmilch
Nowack gewonnen.
Nürnberg. In der Hauptnummer, dem
Inter=
nationalen Flieger=Kriterium, bewies der neue
Welt=
meiſter Rütt durch einen neuen Sieg wiederum ſeine
große Form. Er ſiegte im Geſamtklaſſement mit 6
Punk=
ten vor Perchicot 7, Peter 8 und Ellegaard, der enttäuſchte,
9 Punkte. Den 1. Lauf brachte überraſchenderweiſe der
Berliner Peter mit halber Länge vor Perchicot, Ellegaard
und Rütt an ſich, der in den letzten Metern
Maſchinen=
ſchaden erlitt. Den 2. Lauf gewann der Weltmeiſter mit
halber Länge vor Ellegaard, dem eine Viertellänge zurück
Perchicot vor Peter folgte und den dritten Lauf
eben=
falls mit nur Handbreite vor Perchicot, Peter, weitere
Länge, und Ellegaard. Rütt gewann dann auch noch als
Malmann ſtartend das Handikap vor Perchicot (20 Meter),
Schmidt (100 Meter) und Großkopf (200 Meter).
sr. Schwerer Sturz auf der
Radrenn=
bahn. Bei dem Fritz-Theile=Erinnerungsfahren über
eine Stunde in Halle, an dem Lange=Erfurt, Bäumler=
München und Ahrens=Köln teilnahmen, ſtürzte der
Favo=
rit Lange in der 27. Minute infolge Platzens des
Vor=
derradreifens. Die Sturzkappe hatte ſich bei dem Unglück
verſchoben und dadurch ihre Beſtimmung verfehlt, ſo daß
der Fahrer einen ſchweren Schädelbruch erlitt,
Der Zuſtand iſt äußerſt bedenklich und läßt leider
das Schlimmſte befürchten. In einem vorhergegangenen
10 Kilometer=Rennen ſiegte Lange in 10 Min. 40½ Sek.
vor Ahrens 150 Meter und Bäumler 400 Meter zurück.
Bei dem Radrennen in Antwerpen am
Sonntag gewann Stol ein 20 Kilometer=Rennen ohne
Führung in 28 Minuten mit 16 Punkten vor Leon Buyſſe
mit zehn und Redig mit 6 Punkten. Das 80 Kilometer=
Mannſchaftsfahren mußte regenshalber nach 40 Kilometer
abgebrochen werden. Das Klaſſement war: 1. Stol-M.
Buyſſe achtzehn Punkte, 2. Redig-Vanruyſeeveldt 10
Punkte, 3. Vandevelde-Vanderberghe 7 Punkte.
sr. Lawn=Tennis. Bei dem Internationalen Lawn=
Tennis=Turnier von Biarritz feierte an dem Endſpiel um
die Meiſterſchaft von Biarritz der deutſche Champion
Froitzheim einen ſchönen Erfolg. Es gelang ihm,
nach intereſſantem Kampfe mit 6:4, 236, 6:1, 4:6, 7.5 den
ſpielſtarken Franzoſen Decugis abzufertigen. Das Paar
Rahe-Germot ſiegte im Herrendoppelſpiel 6:2, 6:3 und
im gemiſchten Doppelſpiel triumphierten H. Kleinſchroth-
Frau Decugis über R. Kleinſchroth-Aryani mit 7:5, 6:2.
* Fußball. Am Sonntag eröffnete der F.=K. „
Teu=
tonia”=Weiterſtadt ſeine neue Saiſon und konnte gegen
den F.=K. „Chattia”=Wolfskehlen mit 14 gegen 2 Toren
gewinnen.
sr. Laufſport. Sillier, Sieger im
Diſtanz=
lauf Berlin-Breslau. Der am vergangenen
Sonntag in Berlin auf der Trabrennbahn in Mariendorf
begonnene Diſtanzwettlauf, der in fünf Etappen nach
Breslau führte, erreichte am Sonntag mit der letzten
Etappe von Liegnitz nach der ſchleſiſchen Hauptſtadt über
70 Kilometer ſein Ende. Hempel, der ſich bei der
vor=
letzten Etappe eine Sehnenzerrung zugezogen hatte,
er=
ſchien nicht am Start. Als Erſter erreichte Männel=
Dres=
den nach 6104:00 das Ziel in Breslau. Neun Minuten
ſpäter folgte der Berliner Fuchs vor Sillier mit 6:22:05
und Hermann Müller mit 6:28:05. Im Geſamtklaſſement
ſteht Sillier, der Sieger der erſten und zweiten Etappe, an
erſter Stelle. Er gebrauchte für die 350 Kilometer lange
Strecke im ganzen 32 Stunden 39 Minuten. Auf den
nächſten Plätzen enden Hermann Müller=Berlin mit 34
Std. 37 Min. 40 Sek. der bereits 46jährige Gottſchlink=
Brieg mit 36:59110, Adam=Berlin 37104:30 und Mahr=
Berlin 37:35:55.
sr. Die Reichsregierung und die olympiſchen Spiele
1916 zu Berlin. Das große Intereſſe, das den olympiſchen
Spielen von der Reichsregierung entgegengebracht wird,
zeigt ſich u. a. darin, daß dem Deutſchen Reichsausſchuß
für olympiſche Spiele eine erhebliche finanzielle
Unter=
ſtützung in Ausſicht geſtellt worden iſt. Infolgedeſſen wird
der Reichsausſchuß in der Lage ſein, aus dieſen Mitteln
den ihm angeſchloſſenen deutſchen Verbänden namhafte
Zuſchüſſe zu geben, die von dieſen wieder zur turneriſchen
und ſportlichen Ausbildung der Teilnehmer für 1916
ver=
wendet werden ſollen. Insgeſamt ſieht der Etat der
olym=
piſchen Spiele hierfür 300000 Mark vor, von denen 200 000
Mark an die deutſchen Turn= und Sportverbände
aufge=
teilt werden ſollen, während der Reſt für Beſchickung
wich=
tiger ausländiſcher Wettkämpfe, Uebungskurſe im
Deut=
ſchen Stadion uſw. zur Verfügung angeſetzt iſt.
Außer=
dem rechnet der Deutſche Reichsausſchuß auf eine tätigere
Unterſtützung ſeiner Beſtrebungen als bisher durch private
Fördererzuſchüſſe. Im Hinblick auf die in Amerika,
Eng=
land und Schweden von privaten Stellen aufgebrachten
Hunderttauſende nehmen ſich die in Deutſchland bisher
mühſam geſammelten wenigen Zehntauſende geradezu
be=
ſchämend aus.
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6.
Ich habe von jenem nächtlichen Krawall geleſen,
be=
ſtätigte der Kommiſſär höflich. Und ich beklage aufrichtig,
mein Fräulein, durch meine Begleitung den Anlaß zu
Ihrer im Grunde ja ganz begreiflichen Aufregung gegeben
zu haben. — Wünſchen Sie die Hilfe des Arztes, der in
jedem Augenblick eintreffen muß, auch jetzt noch in An=
Fruch zu nehmen?
Nein — nein! — Ich fühle mich wieder ganz wohl
—— Und ich habe keinen anderen Wunſch als den, ſo ſchnell
als möglich meine Reiſe foxtzuſetzen. — Weiß ich doch nicht
einmal, was aus meinem Gepäck geworden iſt und ob ich
es jemals wieder zu Geſicht bekommen werde.
Den kleinen Handkoffer, den der Gendarm vorhin
auf einen Tiſch geſetzt hatte, mußte ſie längſt erſpäht
ha=
ben, und als der Kommiſſär ſie auf denſelben aufmerkſam
machte, ſchüttelte ſie denn auch mit einer geringſchätzigen
Gebärde den Kopf.
Oh, es iſt mir nicht um dieſe Taſche, die nur wertloſe
Dinge enthält, ſondern um meine beiden großen Koffer,
die ich in München als Paſſagiergut habe aufgeben laſſen.
Es iſt nämlich ſo ziemlich alles darin, was ich beſitze.
Die Herrſchaften dürfen wegen der Wiedererlangung
ihres Eigentums ganz unbeſorgt ſein, verſicherte der
Kom=
miſſär, der ſeine Blamage jetzt durch faſt übergroße Ver=
bindlichkeit und Dienſtwilligkeit einigermaßen wieder gut
zu machen ſuchte. Alle Gepäckſtücke, die wegen
Abweſen=
heit ihrer Eigentümer in Kufſtein der vorgeſchriebenen
zollamtlichen Behandlung nicht unterworfen werden
konn=
ten, bleiben auf dem dortigen Bahnhof zurück. Und wenn
die Herrſchaften mir auf einige Minuten ihre Gepäckſcheine
überlaſſen wollen, werde ich ſofort auf telegraphiſchem
Wege veranlaſſen, daß man Ihren Effekten eine ganz
be=
ſondere Sorgfalt zuwendet.
Ich wünſche nicht, Sie damit zu bemühen, mein Herr,
lehnte Magda freundlich ab. Ich möchte nur
weiterfah=
ren. Wann geht der nächſte Zug nach Innsbruck?
Der Beamte machte ein verlegenes Geſicht.
Morgen früh um halb ſechs. Und das iſt überdies
ein ſchrecklich langſamer Perſonenzug, den gnädiges
Fräu=
lein ſchwerlich werden benutzen wollen. — Der Expreßzug
von München paſſiert Roſenheim leider erſt um zwölf Uhr
mittags.
O weh! machte ſie, ohne daß ihre Beſtürzung doch
allzu groß ſchien. Was, um Gottes willen, ſoll denn
wäh=
rend dieſer langen Zeit aus mir werden? Wir ſind doch
jetzt ſchon mitten in der Nacht.
Da trat Werner, der während der letzten Minuten als
ſchweigſamer Zuhörer abſeits geſtanden hatte, abermals
auf ſie zu und ſagte halblaut:
Ich hoffe, daß Sie es nicht ablehnen werden, ſich
mei=
nem Schutze zu vertrauen. Da ich annehme, daß man nicht
die Abſicht hat, uns gegen unſeren Willen noch länger
hier zurückzubehalten, bitte ich um die Erlaubnis, Sie in
ein Hotel zu führen, deren es hier doch wohl ſicherlich
einige gibt.
Der Beamte, der die letzten Worte gehört hatte, war
ſofort erbötig, einen dienſtbaren Geiſt zu beſchaffen, der
den Reiſenden das Handgepäck tragen und ihnen den Weg
in das nahegelegene Hotel weiſen ſollte. Er ſelbſt
gelei=
tete ſie bis an den Ausgang des Bahnhofes und erſchöpfte
ſich in Entſchuldigungen, die Werner mit der
beruhigen=
den Verſicherung erwiderte, daß er für ſeine Perſon nicht
die Abſicht habe, den Vorfall zum Gegenſtand einer
Be=
ſchwerde oder einer Erörterung in der Oeffentlichkeit zu
machen.
Als ſie endlich von dem beinahe allzu artigen Herrn
losgekommen waren, wollte Werner nach einem kleinen
Zaudern Magda den Arm bieten, aber ſie lehnte es mit
einem Kopfſchütteln ab.
Es bedrückt mich, in Ihrer Schuld zu ſein, ſagte ſie
leiſe. Sie hätten das nicht für mich tun ſollen.
Was ich für Sie getan habe, braucht Sie wahrlich
nicht zu beſchweren. Denn es war ja, bei Licht beſehen,
ein ziemlich unfreiwilliger Ritterdienſt. Wenn Sie ſich
jedoch trotzdem zur Erkenntlichkeit verpflichtet fühlen, ſo iſt
es in Ihre Hand gegeben, die Schuld zu tilgen.
In meine Hand? — Und inwiefern?
Gewähren Sie mir morgen vor Ihrer Weiterreiſe
eine Möglichkeit, Sie noch einmal zu ſprechen.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. September 1913.
Nummer 223.
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Weshalb begehren Sie das? — Wozu ſollte es uns
frommen?
Ich kann mich nicht mit den halben Andeutungen
be=
gnügen, die ich vorhin von Ihnen vernommen. Ich muß
volle Klarheit haben, damit ich dieſe quälende Unruhe
aus meinem Herzen bringe. Sie dürfen mir die Erfüllung
meiner Bitte nicht verweigern.
Sie hatten den Eingang des Hotels bereits erreicht,
und da der Portier mit unterwürfiger Verbeugung auf ſie
zukam, mußten ſie raſch zum Schluß ihrer Unterhaltung
gelangen.
Sie wollen nicht in dieſem Hauſe abſteigen? fragte
Magda haſtig. Und da er verneinte, wie ſie es auch
un=
zweifelhaft erwartet hatte, fuhr ſie fort:
Wenn Sie eine Stunde vor dem Abgang des
Expreß=
zuges hier nach mir fragen wollen, werde ich mich nicht
weigern, Ihnen Rede zu ſtehen.
Ich danke Ihnen, flüſterte er. Gute Nacht!
Gute Nacht! gab ſie zurück. Und dann, mit einem
ſeltſamen Aufblitzen in ihren ſchwarzen Augen: Träumen
Sie ſüß von Ihrer reizenden Braut, Herr Doktor!
Sie war im Innern des Hauſes verſchwunden, bevor
er ihr hätte antworten können. Aber er würde auch keine
Antwort gefunden haben, wenn ſie länger gezögert hätte.
Mit brennender Stirn, einen Aufruhr leidenſchaftlicher
Empfindungen im Herzen, ſchritt er wie ein Träumender
hinter dem Gepäckträger, der ihn zu einem anderen Hotel
führen ſollte, durch die laue Sommernacht dahin.
3.
Müde und abgeſpannt nach einer in unruhigem, oft
unterbrochenem Schlummer verbrachten Nacht, ſaß Werner
Marold am nächſten Morgen im Frühſtückszimmer ſeines
ziemlich beſcheidenen Gaſthofes. Es war ſeine Abſicht
geweſen, die Vormittagsſtunden mit einem langen
Spa=
ziergang hinzubringen, aber ſelbſt dazu fühlte er ſich in
ſeiner gegenwärtigen Gemütsverfaſſung zu matt und
energielos. Er griff alſo nach der erſten beſten an der
Wand hängenden Zeitung und überflog zerſtreut die
zu=
meiſt recht unintereſſanten Nachrichten, mit denen das
Provinzblättchen ſeine anſpruchsloſen Abonnenten
rega=
lierte. An einer Notiz aber, auf die er in der Rubrik „
Ver=
miſchtes” geſtoßen war, blieb unwillkürlich ſein Auge
haf=
ten. Er hatte da den Namen Robert Leißner geleſen, und
nach dem Erlebnis des geſtrigen Abends war es
begreif=
lich genug, daß dieſer Name für ihn eine beſondere
Be=
deutung gewonnen hatte.
Es war die ausführliche Geſchichte des von dieſem
Leißner verübten Betruges, die da erzählt wurde.
Weni=
ger die Größe der für ein bedeutendes Bankinſtitut
im=
merhin unbeträchtlichen Summe, als die außerordentliche
Dreiſtigkeit und Verſchlagenheit in der Ausführung des
Gaunerſtreiches verlieh dem Vorfall ein beſonderes
Inter=
eſſe, und der wahrſcheinlich einem großen Berliner Blatte
entnommene Artikel beſchäftigte ſich darum ziemlich
ein=
gehend mit den bisherigen Ermittelungen der
Kriminal=
polizei über die Perſon des verwegenen Betrügers.
Trotz ſeiner gedrückten Stimmung mußte Werner Ma=
rold lächeln bei dem Gedanken, daß man ihn für dieſen
kecken Hochſtapler gehalten, deſſen erfinderiſche
Schlau=
heit und deſſen dreiſtes Vertrauen auf die
Leichtgläubig=
keit ſeiner Mitmenſchen ihm faſt eine gewiſſe
Bewunde=
rung zu verdienen ſchienen. Auch von ſeiner ſchönen
Gat=
tin, der mutmaßlichen Gefährtin ſeiner Flucht, war am
Schluſſe des Artikels mit einigen Zeilen die Rede. Man
hatte in bezug auf ſie nicht viel mehr feſtſtellen können,
als daß ſie vor ihrer Verheiratung mit Leißner an
ver=
ſchiedenen öſterreichiſchen Provinztheatern als Mia Serla
ſchauſpieleriſch tätig geweſen war, und daß ſich der
Hoch=
ſtapler vor etwa einem halben Jahre, faſt unmittelbar
nach Verbüßung ſeiner letzten Gefängnisſtrafe, in Graz
hatte mit ihr trauen laſſen. Durch den eigenartigen Reiz
ihrer Erſcheinung, vor allem durch die Schönheit ihres
wundervollen, goldroten Haares, war ſie überall
aufge=
fallen, wo ſie ſich in Geſellſchaft ihres Mannes gezeigt
hatte. Und der Verfaſſer der Notiz gab zuletzt der von der
Kriminalpolizei geteilten Vermutung Ausdruck, daß das
aufſehenerregende Aeußere der jungen Frau die
Verhaf=
tung der Flüchtlinge, die allerdings jetzt ſchon einen
be=
deutenden Vorſprung gewonnen haben könnten, weſentlich
erleichtern würde.
Der übrige Inhalt des Blättchens hatte für Werner
jetzt kein Intereſſe mehr. Er legte es beiſeite, beglich ſeine
Rechnung und gab den Auftrag, ſein Gepäck zum
mit=
tägigen Expreßzug an den Bahnhof zu ſchaffen, da er nicht
noch einmal in das Hotel zurückzukehren gedenke.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 223.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. Seprember 1913.
Seite 15.
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. %. 055
I, 15308
Kongreſſe und Verbandstage.
4. Deutſcher Kongreß für Säuglingsſchutz.
Breslau, 20. Sept. Am letzten
Verhandlungs=
tage des 4. Deutſchen Kongreſſes für Säuglingsſchutz
be=
ſchäftigte man ſich mit der Rechtsſtellung des
un=
ehelichen Kindes nach deutſchem Recht. Der erſte
Referent, Amtsgerichtsrat Landsberg=Lennep, gab
der Anſicht Ausdruck, daß man bei der Beurteilung der
Rechtslage des unehelichen Kindes nicht von dem
Stand=
punkt ausgehen dürfe, daß die Eltern eine ſittliche
Verfeh=
lung begangen hätten. Der Anſpruch des Volksganzen geht
dahin, daß dieſe Kinder erhalten bleiben und zu
brauch=
baren Volksgenoſſen erzogen werden. Deshalb muß die
Sonderſtellung des unehelichen Kindes gegenüber dem
ehelichen aufgehoben werden. Der uneheliche Vater müßte
für den Unterhalt wie ein ehelicher Vater haften.
Alters=
grenze, Abfindungsrecht uſw. ſollten abgeſchafft werden;
dafür müßten die Beſtimmungen über die
Ehelichkeits=
erklärung erleichtert werden. Der väterliche Großvater
ſoll mit dem Kinde gerade ſo verwandt ſein, wie der
mütterliche und das Kind ſoll auch ein Anrecht auf den
Namen des Vaters haben, ohne gezwungen zu ſein, ihn
zu tragen. — Korreferent zu dieſem Thema war
Stadt=
rat Dr. Köhler=Leipzig, der ſich beſonders über die
Verwaltungsmaßnahmen, die zurzeit beſtehen, verbrei=
Die Veruſsvormundſchaft, die hauptſälchlich für die
unehelichen Kinder in Betracht kommt, hat gute Erfolge
erzielt. Die Konfeſſion des Verufsvormundes iſt ohne
jede Bedeutung. Eine Hauptaufgabe der
Berufsvormund=
ſchaft iſt die Beſchaffung des Unterhalts für die
unehe=
lichen Kinder. Der Unterhaltsanſpruch des Kindes gegen
den Vater muß unbedingt verbeſſert werden. Sehr
um=
ſtritten iſt auch die ſogen. exceptio plurium, mit der der
außereheliche Vater den Rechtsanſpruch des
außereheli=
chen Kindes auf Unterhalt vernichten kann. Sie bedarf
genauer Erhebungen und Ueberlegung darüber, ob man
dieſe Einrede kurzweg beibehalten oder beſeitigen oder
ſie etwa mit minderer Wirkung ausſtatten will. Die
Adoption unehelicher Kinder durch den Stiefvater iſt zu
erkeichtern. Zum Schluß hebt Redner die Notwendigkeit
einer weitgehenden Fürſorge für die unehelichen Kinder
hervor. — Nach weiterer Debatte ſtimmt die
Verſamm=
lung den Leitſätzen des Referenten zu. Nachdem
hier=
mit die Verhandlungen des Kongreſſes erledigt waren,
ſand im Anſchluß daran noch eine
Mitgliederverſamm=
lung der Deutſchen Vereinigung für Säuglingsſchutz ſtatt,
in der geſchäftliche Gegenſtände erledigt wurden.
Sozialdemokratiſcher Parteitag.
— Jena, 20. Sept. Der heutige letzte
Verhand=
lungstag des ſozialdemokratiſchen Parteitages begann mit
eine Debatte über die Ma ifei er. Ebert=Berlin wies
auf die Schwierigkeiten hin, die ſich aus der Ausführung
der früheren Parteibeſchlüſſe, insbeſondere des Beſchluſſes,
daß die nichtfeiernden Parteigenoſſen ihren
Arbeitsver=
dienſt am 1. Mai an den Maifeierfonds abführen
ſoll=
ten. Eine große Anzahl der Genoſſen hat ſich geweigert,
dies zu tun, ſo daß ſich große Schwierigkeiten ergaben,
Nach kurzer Debatte, in der bedauert wird, daß ein
ſo hohes Ideal, wie der Weltfeiertag, ſo verhunzt
wor=
den iſt, wird ein Antrag des Parteivorſtandes
angenom=
men, in welchem dem Beſchluß des Leipziger Parteitages
1909 hinzugefügt wird, daß der Parteitag von den in
Bureaus und Redaktionen der Partei und der
Gewerk=
ſchaften angeſtellten Parteigenoſſen erwartet, daß ſie ihren
Arbeitsverdienſt am 1 Mai an den Maifeierfonds
ablie=
fern. — Ein Antrag, welcher verlangt, daß die preußiſche
Landtagsfraktion dafür wirken ſolle, daß der Austritt
aus der Kirche koſtenlos ſei, wird angenommen. Die
Wahl des Ortes für den nächſten Parteitag
wird dem Parteiausſchuß überlaſſen. Ein Antrag, ihn
zwecks Beratung über die Tagesordnung des Wiener
Internationalen Kongreſſes früher zu legen, wird dem
Vorſtand zur Erwägung überwieſen.
In dem nun folgenden Schlußwort führt der
Vorſitzende Ebert, nachdem er den Genoſſen von Jena
Z
folgendes aus: „Wie auf den übrigen Parteitagen, ſo
ſind auch hier über die Art des Maſſenſtreiks und deſſen
Propaganda die Meinungen auseinandergegangen. Volle
Einigkeit herrſcht aber über das Ziel, zu deſſen Erreichung,
wenn alle anderen Mittel verſagen eventuell der
Maſſen=
ſtreik angewendet werden ſoll. Die Dreiklaſſenſchmach
muß beſeitigt werden, koſte es, was es wolle! Unſer
Ent=
ſchluß iſt klar, nicht nur für die Partei, ſondern auch für
die, welche ſich der Beſeitigung des Dreiklaſſenwahlrechts
widerſetzen. Wenn es ſein muß, werden wir
zum äußerſten Mittel greifen. Für unſere
Gegner war die Tagung eine bitte Enttäuſchung. (!) Sie
ſetzen ihre einzige Hoffnung in die Selbſtzerfleiſchung der
Partei. Gerade an dieſen Parteitag haben unſere Feinde
beſondere Hoffnungen geknüpft. Mit Freude können wir
konſtatieren, daß bei aller ſachlichen Schärfe unſere
Ver=
handlungen getragen wurden von gutem
kameradſchaft=
lichen Geiſte Nach einem Hoch auf die deutſche, die
inter=
nationale Sozialdemokratie erklärte der Vorſitzende Ebert
den Parteitag für geſchloſſen.
Berlin, 21. Sept. Unter zahlreicher Beteiligung
ſeiner Mitglieder trat hier im Abgeordnetenhauſe der
Zentralverband deutſcher Tonkünſtler und
Tonkünſtlerinnen zu ſeiner zehnten Tagung
zu=
ſammen, zu der auch verſchiedene Vertreter ſtaatlicher und
ſtädtiſcher Behörden erſchienen waren. Nach verſchiedenen
Begrüßungsanſprachen erſtattete der Vorſitzende
Gött=
mann (Berlin) den Jahresbericht, der unter anderem
er=
wähnt, daß der Zentralverband ſich wegen Freigabe des
Parſifal mit einer Petition an den Reichstag gewandt
hat. Von ſeiten des Vereins der akademiſch gebildeten
Muſiklehrer in Köln lag ein Antrag vor in welchem
ver=
langt wird, daß die Erlaubnis zur Erteilung von
Muſik=
unterricht von dem Beſtehen einer Prüfung abhängig
ge=
macht wird. Die Verſammlung ſtellte ſich aber nicht auf
dieſen Standpunkt, ſondern erklärte es nur für
wünſchens=
wert, daß eine Prüfungsſtelle eingerichtet werde, vor der
die Muſiklehrer und Muſiklehrerinnen eine Prüfung
ab=
legen könnten. Rechtsanwalt Dr. Oſterrieth=Breslau
behandelte die Konſequenzen, die das
Stellenvermittler=
geſetz für die Konzertagenten und Künſtler bringt.
Red=
ner empfahl die Schaffung einer
Engagementsvermitte=
lungsſtelle, um die Intereſſen der Künſtler zu wahren.
Schließlich hörte die Verſammlung noch ein Referat von
Eichberg=Berlin über die Stellung der Muſiklehrer zur
Angeſtelltenverſicherung. Es wurde beſchloſſen, dahin zu
wirken, daß die Muſiklehrer von der Stellung unter das
Angeſtelltenverſicherungsgeſetz befreit würden.
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Darmſtadt
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(IV, 19628,83
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Ein=
kommen von Mk. 10 000.— geboten. Das Unternehmen eignet ſich
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beabſich=
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Reinverdienſt um obigen Betrag zu erhöhen.
Das Unternehmen iſt in jeder Beziehung vornehm, höchſt
rentabel und von Dauer. Erforderliches Kapital 3—5000 Mk.
Büro=
unkoſten werden vergütet.
(19627ii
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Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. September 1913.
Nummer 223.
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gleichen Namens, der hier einige Tage gezeigt
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Gne
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Fornelius,
F . Alexand. Monti
Roſenkranz, 8 . Paul Peterſen
Güldenſtern,) S.
. Rich. Jürgas
Bernardo, 1 Offi= Emil Kroczak
Marcellus,) ziere Auguſt Kräger
Francisco, Soldat Adolf Klotz
Der Geiſt von
Hamlet’s Vater. JohannesHeinz
Fortinbras, Prinz
von Norwegen . Emil Jannings
Gertrude, Königin
von Dänemark,
Hamlet’s Mutter Sofie Doſtal
Ophelia, des
Po=
lonius Tochter
Charlotte Pils
Osrik, ein
Edel=
mann
Emil Kroczak
Ein Schauſpieler. Herm. Knispel
Erſter
Toten= Adolf Jordan
Zweiter gräber Frz. Herrmann
Ein Bote .
Br. Waigandt
Ein Prieſter
Auguſt Kräger
Ein Diener .
Arthur Vetter
Ein Matroſe
Kurt Schüppel
Im Schauſpiel:
König . . . . . Herm. Knispel
Königin . . . . Eliſabeth Horn
Lucianus
. . Adolf Klotz
Die Handlung iſt in Helſingör.
Nach dem 2. Akte längere Pauſe.
Das Haus wird nur nach den
Aktſchlüſſen erleuchtet; die längeren
Pauſen werden durch Herablaſſen
des eiſernen Vorhangs angezeigt.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½ bis
1½ Uhr und eine Stunde vor
Be=
ginn der Vorſtellung; im
Ver=
kehrsbüro von 8 bis 1 Uhr
und von 2½ Uhr bis kurz vor
Be=
ainn der Vorſtellung. (Im
Ver=
kehrsbüro werden auchtelephoniſch
Karten=Beſtellungen
entgegenge=
nommen. Telephon Nr. 1582.)
Anfang 7 U. Ende nach 10½ U.
Nach Schluß ieder Vorſtellung
ſind vor dem Theater
Straßen=
bahnwagen aufgeſtellt, die direkt
zum Hauptbahnhof, zur
Heidel=
bergerſtraße (Ecke Landskronſtr.),
zur Landskronſtraße u. zum
Herd=
weg fahren.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Mittwoch, 24. Sept. 13. Ab.=Vſt.
B 3. „Tannhäuſer.” Gew.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 25. Sept. 14. Ab.=
Vorſt. C 4. Zum erſten Male.
„Hans Sonnenſtößers
Höllenfahrt.”
Ein heiteres
Traumſpiel in 5 Bildern v. Paul
Apel. Gew. Preiſe. Anf. 7½ Uhr.
Freitag, 26. Sept. 15. Ab.=Vſt.
D 4. „Wenn ich König
wäre!” Kl. Preiſe. Anf. 7½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 27. Sept. Auß. Ab.
I. Sonder=Vorſtellung. „Maria
Magdalena.” Anfang 8 Uhr.
(Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.)
Außer Abonnement.
Zweimaliges Gaſtſpiel des k. k.
Kammerſängers Leo Slezak.
Freitag, 3. Okt., abends 7 Uhr:
„Alda”. Große Oper mit
Bal=
lett in 4 Akten von Verdi. (
Rha=
damés: Leo Slezak.)
Sonntag, 5. Okt., abends 6 Uhr:
Die Meiſterſinger von
Nürnberg.” Oper in 3
Auf=
zügen v. Rich. Wagner. (Walther
von Stolzing: Leo Slezak)
Der Kartenverkauf zu beiden
Vorſtellungen beginnt am
Don=
nerstag, 25. Sept., an der
Tageskaſſe des Hoftheaters,
vor=
mittags v. 9½—1½ Uhr u.
gleich=
zeitig im Verkehrsbüro v. 8—1 Uhr
vorm. und v. 2½—8 Uhr nachm.
Preiſe der Plätze für jede
einzelne Vorſtellung: Sperrſitz
5.70 ℳ, Parterre 3.70 ℳ,
Pro=
ſzeniumsloge 8.20 ℳ, Mittelloge
8.20 ℳ, Balkonloge 8.20 ℳ, Erſter
Rang 6.70 ℳ, Zweiter Rang 3.70 ℳ,
Erſte Galerie 2.15 ℳ, Zweite
Galerie 1.15 ℳ.
Für jede im Vorverkauf
abge=
gebene Karte wird eine Gebühr
von 20 ₰ erhoben.
Großherz. Hoftheater
Dienstag, den 23. Sept. 1913.
12 Abonnem.=Vorſtellung. A. 4.
Hamlet, Prinz von Dänemark.
Trauerſpiel in 5 Akten
von Shakeſpeare.
Spielleiter: Hans Baumeiſter.
Perſonen:
Claudius, König
von Dänemark . Kt. Weſtermann
Hamlet, Sohn d.
vor. u. Neffe d.
jetzigen Königs . H. Baumeiſter
Polonius, Ober=
Kämmerer . . . Heinrich Hacker
Laertes, ſ. Sohn Kurt Ehrle
Horatio, Sohn d.
Statthalters von
Norwegen,
Ham=
let’s Freund . . Frz. Schneider
Seite 22.
Nummer 223.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 23. September 1913.
Was das Odol beſonders
aus=
zeichnet vor allen anderen
Mund=
reinigungsmitteln, iſt ſeine
merk=
würdige Dauerwirkung, die aller
Wahrſcheinlich=
keit nach darauf zurückzuführen iſt, daß ſich das Odol
beim Mundſpülen förmlich in die Zähne und die
Mundſchleimhaut einſaugt, dieſe gewiſſermaßen
im=
prägniert und ſo gleichſam die Mundhöhle mit einer
mikroſkopiſch dünnen, aber dichten antiſeptiſchen Schicht
überzieht, die noch ſtundenlang, nachdem man ſich
den Mund geſpült hat, ihre Wirkung äußert. Dieſe
Dauerwirkung beſitzt kein anderes der für die tägliche
Mund= und Zahnpflege überhaupt in Betracht
kom=
menden Präparate. Sie gibt demjenigen, der Odol
täglich gebraucht, die Gewißheit, daß ſein Mund
ſtun=
denlang geſchützt iſt gegen die Wirkung der
Gärungs=
ſtoffe und Fäulniserreger, die die Zähne zerſtören.
Preis: ¼ Flaſche (Monate ausreichend) M. 1.50,
(I,19592
½ Flaſche M. —.85.
Der Viehbeſtand des Großherzogtums
Heſſen im Vergleich mit dem des Reichs
und anderer Länder Deutſchlands.
2) Das erſte Vierteljahrsheft der Statiſtik des Deutſchen
Reiches für 1913 bringt eine vorläufige
Zuſammenſtel=
lung der Ergebniſſe der Viehzählung vom 2.
Dezem=
ber 1912. Danach waren im Großherzogtum Heſſen
62 690 Pferde vorhanden. Gegen 1907, wo 61951
vorhanden waren, hat ſich der Beſtand um 1,2 Prozent
vermehrt. Dieſe Vermehrung ſteht unter dem Durchſchnitt
der Vermehrung im Deutſchen Reiche, denn dieſer beträgt
3,9 Prozent. Im übrigen aber entſpricht der
Pferde=
beſtand Heſſens dem Reichsdurchſchnitt, denn ſowohl im
Reich wie in Heſſen kommen auf einen Quadratkilometer
8 Pferde. Die meiſten Pferde hatte Berlin aufzuweiſen,
wo 734 Pferde auf den Quadratkilometer kommen. Auch
die freien Städte mit ihrem dazu gehörigen Gebiet
wei=
ſen einen ſtarken Pferdebeſtand auf. So kommen auf
einen Quadratkilometer in Hamburg 51, in Bremen 30
und in Lübeck 14. Da aber in Berlin und den freien
Städten andere Verhältniſſe herrſchen, ſo müſſen dieſe
auch anders behandelt und können nicht zum Vergleich
mit anderen Ländern herangezogen werden. Die meiſten
Pferde hatte Oſtpreußen mit 13, die wenigſten Sachſen=
Meiningen und Schwarzburg=Rudolſtadt mit 4 auf den
Quadratkilometer. Faſt überall im Deutſchen Reiche iſt
eine Vermehrung des Pferdebeſtandes zu verzeichnen,
und nur einige wenige Länder weiſen einen kleinen
Rück=
gang auf. Dieſe Vermehrung iſt um ſo wunderbarer,
als doch durch die immer größer werdende Verbreitung der
Automobile viele Pferde überflüſſig werden. Eine recht
erfreuliche Vermehrung zeigen auch die Maultiere
und die Eſel, die dazu beſtimmt ſind, die
Hundefuhr=
werke immer mehr zu verdrängen. Heſſen hatte 1907 nur
14 Maultiere, 1912 aber ſchon 28. Eſel waren 1907 140
vorhanden, 1912 aber 224. Auch dieſe beiden Tierarten
haben ſich im ganzen Deutſchen Reiche ſehr ſtark vermehrt,
1907 waren nur 942 Maultiere und 10349 Eſel
vorhan=
den, 1912 dagegen 1747 Maultiere und 11115 Eſel. Der
Rindviehbeſtand Heſſens betrug 1907 332 498 und
1912: 302 584. Mithin iſt eine Verminderung von 9
Pro=
zent zu verzeichnen. Dieſe Verminderung iſt leider faſt
überall eingetreten. Sie betrug im Durchſchnitt im Reich
2,3 Prozent. Da auch die übrigen Schlachttiere (Schafe,
Schweine, Ziegen) eine Verminderung zu verzeichnen
haben, ſo iſt das auffällig und um ſo merkwürdiger, als
der Fleiſchkonſum ſich doch ſtändig vermehrt und unſere
geſamte Landwirtſchaft doch einmütig beſtrebt iſt, ſo viel
Fleiſch zu erzeugen, daß Deutſchland in bezug auf ſeinen
Fleiſchbedarf völlig unabhängig wird vom Auslande.
Auf den Quadratkilometer kamen in Heſſen 40 Stück
Rind=
vieh, im Reich 37, in Berlin 190, in Hamburg 30, in
Bre=
men 69, in Lübeck 35, in Schleswig=Holſtein, das
rind=
viehreichſte Land Deutſchlands, 57, in Mecklenburg=
Stre=
litz, das doch einen Ochſenkopf im Wappen führt, aber nur
19 Stück. So wenig Rindvieh hat kein anderes deutſches
Land aufzuweiſen.
Die Verminderung der Schafe geht ja ſchon ſeit
Jahren mit Rieſenſchritten voran. Die Bedingungen für
die Schafzucht werden eben immer ungünſtiger. In Heſſen
zählte man noch 1907 64643 Schafe, 1912 aber nur noch
47545. Sie haben ſich alſo um 26,4 Prozent vermindert.
Im ganzen Reiche betrug die Verminderung 24,9 Prozent,
und zwar iſt ſie überall zu verzeichnen, mit einer einzigen
Ausnahme; Berlin, das ſich ſo gerne die Stadt der
In=
telligenz nennen läßt, kann ſtolz darauf ſein, als einziger
Bezirk Deutſchlands eine Vermehrung der Schafe
verzeich=
nen zu können. Auf einen Quadratkilometer kamen in
Heſſen 6, im Reich 16, in Mecklenburg=Strelitz 32, in Reuß
ältere Linie und Schaumburg=Lippe aber nur 2.
Recht erheblich haben ſich in Heſſen auch die Schweine
vermindert. 1907 wurden 384815 gezählt, 1912 aber nur
336 124. Es iſt alſo eine Verminderung um 12,7 Proz.
eingetreten. Der Reichsdurchſchnitt betrug aber nur 1,2
Prozent. Auf den Quadratkilometer kamen jedoch in
Heſſen immer noch 43 Schweine, während im Reich nur
40 auf den Quadratkilometer kommen. Das
ſchweine=
reichſte Land Deutſchlands iſt Schaumburg=Lippe mit 166
Schweinen auf den Quadratkilometer. Die wenigſten
Schweine kommen in Bayern und Württemberg vor, denn
da weiſt der Quadratkilometer nur 24 auf.
Auch die Ziegen, die Kühe des kleinen Mannes,
haben trotz aller Bemühungen der in letzter Zeit wie
Pilze aus der Erde geſchoſſenen Ziegenzuchtvereine eine
Verminderung erfahren, die im Reiche 4,2 Prozent
be=
trägt. In Heſſen hat ſich dieſe Verminderung nicht
gel=
tend gemacht. Im Gegenteil, hier iſt eine kleine Vermeh.
rung eingetreten. 1907 wurden 131960 und 1912 132116
Ziegen gezählt. Auf den Quadratkilometer kommen in
Heſſen 17 Ziegen; das iſt weit über den Durchſchnitt, der
nur 6 im Reich beträgt. Am wenigſten Wert ſcheint man
in Oſtpreußen auf die Ziegenzucht zu legen, denn dort
kommt nur eine einzige Ziege auf den Quadratkilometer,
während das ziegenreichſte Land Deutſchlands, das
Für=
ſtentum Lippe=Detmold, 32 auf den Quadratkilometer
auf=
weiſt.
Nun kommt das liebe Federvieh. Im
Gegenſatz zu den eben behandelten Tieren weiſt das
Ge=
flügel überall im Deutſchen Reiche eine erfreuliche
Zu=
nahme auf. Nur Bayern macht eine Ausnahme. Dort
iſt eine Verminderung von 2,5 Prozent eingetreten. Heſſen
hatte 1907 1604771 Stück Federvieh, 1912 aber 1671 468.
Die Zunahme beträgt alſo 4,2 Prozent und ſteht damit
noch hinter dem Reichsdurchſchnitt, der 7 Prozent beträgt,
zurück. Auf den Quadratkilometer kommen in Heſſen 204
Stück Geflügel, im Reich nur 152; in dem geflügelreichſten
Lande Deutſchlands, in Oldenburg, 241 und in dem an
Geflügel ärmſten Lande, Mecklenburg=Strelitz, 77.
Merk=
würdig iſt, daß die Freien Städte und Berlin einen
un=
geheueren Geflügelbeſtand aufweiſen. So kamen auf den
Quadratkilometer in Berlin 982, Hamburg 452, Bremen
690 und Lübeck 239.
Den Schluß bilden die Bienenſtöcke, die auch
eine kleine Vermehrung aufzuweiſen haben. Dieſe
Ver=
mehrung, die im Reich 1 Prozent beträgt, iſt in Heſſen
recht bedeutend, denn ſie beträgt dort 5,3 Prozent. Die
Zahl der Bienenſtöcke ſtieg von 33 513 im Jahre 1907 auf
35 276 im Jahre 1912. Die wenigſten Bienenſtöcke hat
Braunſchweig aufzuweiſen, die meiſten Württemberg und
Baden. Auf den Quadratkilometer kamen in Heſſen 4,
im Reich 5, in Braunſchweig 2 und in Baden und
Würt=
temberg 9.
Landwirtſchaftliches.
Der Obſt= und Gartenbauverband für den Kreis
Darmſtadt hat anläßlich der diesjährigen
Obſtbaumprä=
miierung nachſtehenden Beſitzern von Obſtanlagen Preiſe
zuerkannt: a) jüngere Pflanzungen von 3—15
Jahren. I. Preiſe — 10 Mark: Herr Peter
Guß=
mann in Eberſtadt, Herr Peter W. Kolb in Eberſtadt, Herr
Peter Funk VII. in Griesheim. — II. Preiſe
8 Mk.:
Herren Adam Keßler in Roßdorf, Heinrich Hill III. in
Eberſtadt, Heinrich Weigand in Schneppenhauſen,
Fried=
rich Schmidt=Schneppenhauſen. — III. Preiſe
6 Mk.:
Herren Georg Philipp Löffler in Roßdorf, Georg Meyer
in Roßdorf, Ludwig Seeger II. in Pfungſtadt, Philipp
Engel VII. in Griesheim, Bürgermeiſter Lorenz in
Roß=
dorf, Beigeordneter Gg. Wilh. Lotz in Erzhauſen.
b) ältere Pflanzungen, von 15 und mehr Jahren.
Preiſe — 10 Mark: Herren Georg Pfeiffer IV in
Eberſtadt, Adam Daum in Eberſtadt, Wirt Deuſſer in
Weiterſtadt. — II. Preiſe — 8 Mark: Herren Adam
Knobel II. in Gräfenhauſen, Jakob Berk in Erzhauſen,
Georg Weſp V. in Wixhauſen, H. Frick in Pfungſtadt.
III. Preiſe — 6 Mark: Herren Joh. Unger in
Pfung=
ſtadt, Jakob Petri IV. in Weiterſtadt, Peter Mink I. in
Eberſtadt. — e) Spaliere an Hauswänden,
Mauern uſw. I. Preiſe — 10 Mark: Herren
Pri=
vatier Mylius in Darmſtadt, Landwehrſtraße 5,I, Gg.
Wil=
helm Bender II. in Erzhauſen. — II. Preiſe — 8 Mk.:
Herren Lademeiſter Plößer in Arheilgen, Philipp
Keß=
ler III. in Roßdorf, Peter Funk VII. in Griesheim.
III. Preiſe — 4 Mark: Herren Philipp Rieß in
Weiter=
ſtadt, Konrad Gunkel II. in Roßdorf, Frau E.
Hammel=
d)
Beerenobſt=
mann in Darmſtadt, Herdweg 98.
pflanzungen. I. Preis — 5 Mark: Herr
Lade=
meiſter Plößer in Arheilgen.
D Obſtſortenbeſtimmungstag. Auf eine
richtige Bezeichnung der einzelnen Obſtſorten hinwirkend,
veranſtaltet der Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß, wie im
vorigen Jahre, auch dieſen Herbſt einen ſogenannten
Obſt=
ſortenbeſtimmungstag. Die Obſtzüchter werden auf dieſe
Veranſtaltung aufmerkſam gemacht und ſofern unbekannte
Sorten vorhanden ſind, hierdurch aufgefordert, von je
einer Sorte fünf normal ausgebildete Früchte mit Angabe
über Reifezeit derſelben, Alter, Tragbarkeit,
Geſundheits=
zuſtand, Form und Unterlage des betr. Baumes.
Wachs=
kum der Krone (ob hängend= flach= oder hochwachſend)
bis 5. Oktober l. Js. an den Landwirtſchaftskammer=
Aus=
ſchuß in Darmſtadt einzuſchicken. Da es ſich nicht lohnt,
die eingeſandten Früchte wieder zurückzuſchicken, iſt bei
Einſendung mehrerer Sorten zu empfehlen, dieſelben
ein=
zeln mit einer Nummer zu verſehen, nach welcher
gegebe=
nenfalls der ermittelte Name mitgeteilt wird.
Die Stare in den Weinbergen. Kaum
reifen die erſten Trauben heran, da treten auch ſchon die
Stare in großen Scharen auf und ſuchen die Weinberge
in verheerender Weiſe heim. Sie richten an den reifen
Beeren ganz enormen Schaden an. Beſonders lebhaft ſind
in dieſer Hinſicht die Klagen aus den Orten Nierſtein,
Nackenheim und Oppenheim, die in ihrer Nähe große
Schilfrohrbrüche am Rhein beſitzen, in denen die Stare
ſehr willkommene Niſtplätze finden. Schwärme von vielen
Hunderten ſteigen dort täglich auf und fliegen
landein=
wärts nach den Weinbergen. In mehreren Gemeinden
hat man ſchleunigſt die Zahl der mit Schußwaffen
aus=
gerüſteten Schützen vermehrt, um die ſchädlichen Vögel zu
verſcheuchen.
* Berlin, 20. Sept. Wöchentlicher
Saaten=
ſtandsbericht der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats Die
ver=
ſpätete Getreideernte kann im allgemeinen als beendet
an=
geſehen werden, wenn auch im mittleren Deutſchland,
beſonders in den höheren Lagen noch manche Haferfelder
nicht abgeerntet, ja zum Teil noch nicht geſchnitten ſind.
Sowohl die ſtarke Verzögerung der Getreideernte, als
auch der teils zu naſſe, teils zu trockene Boden haben die
Herbſtbeſtellung hinausgezogen, ſo daß ſie noch im
An=
fange ſteht und ſehr wenig Wintergetreide erſt geſät iſt.
Beſonders wird aus dem Oſten über eine verſpätete
Herbſtbeſtellung berichtet. Die Ausſichten für die
Kar=
toffelernte haben ſich in der letzten Woche etwas gebeſſert,
doch gehen auch jetzt noch die Anſichten über den Ertrag
auseinander. Während man bei den Frühkartoffeln
mehr=
fach über Fäule und geringe Erträge klagt, wird bei den
ſpäteren Sorten vielfach eine befriedigende bis gute
Ernte, ſowohl nach der Menge, wie nach der „
Beſchaffen=
heit, erwartet. Hin und wieder hat man mit der
Kar=
toffelernte begonnen. Die Rüben haben ſich weiter gut
entwickelt, wenn man auch ſtellenweiſe befürchtet, daß die
Wurzeln nach Größe und Zuckergehalt nicht dem üppigen
Blattwuchs entſprechen und deshalb noch warmes und
ſonniges Wetter erwünſcht ſei. Sowohl die Wieſen= wie
auch die Kleefelder haben im allgemeinen einen guten
Nachſchnitt geliefert, der wohl zum größten Teile
ge=
borgen iſt.
Literariſches.
— Heſſes Volksbücherei. Nr. 819—830. Preis
jeder Nummer 20 Pfg. Leipzig, Heſſe & Becker Verlag.
Die neue Reihe iſt offenbar als gediegene Reiſelektüre
zu=
ſammengeſtellt; ſie vereint geſchickt Ernſtes und Heiteres,
Inland und Ausland. — Der Kunſthiſtoriker
Bayers=
dorfer zeigt ſich in ſeinen Jugenderinnerungen „Der
Teufel auf der Kirchweihe” (Nr. 819) als trefflicher
Hu=
moriſt. — Mahlos „Vampir” und ſeine anderen
Balkan=
geſchichten (Nr. 820) ſind gerade heute am Platze. —
Eliſa=
beth Goedickes „Inſelkönig” (Nr. 821—23) iſt ein
über=
aus feſſelnd geſchriebener Roman, der in der holſteiniſchen
Schweiz ſpielt. — Hedenſtjernas wirklich „
ausge=
wählte‟ Erzählungen und Humoresken (Nr. 824/25)
wer=
den dem ſchwediſchen Volksſchriftſteller auch in Deutſchland
viele neue Freunde erwerben. — Anton Schotts Roman
„Eines Verganteten Kinder” (Nr. 826—29) bietet in
an=
ſchaulichſter, volkstümlichſter Form feſſelnde Bilder aus
dem Wäldlerleben, während Holger Drachmanns
Strandgeſchichte „Vierzehn Tage” (Nr. 830) auch den
literariſchen Feinſchmecker befriedigt.
Keinlichkeit isthalbe Gesundheit.
Aus dieser Wahrheit ergibt sich die Tatsache, dass es nicht gleichgültig
sein kann, womit der Reinigungsprozess durchgeführt wird. Gilt das schon
für anorganische Dinge, um wieviel mehr für die Haut, durch deren Poren
sich nützliche wie schädigende Substanzen dem Blutkreislauf mitteilen.
Die -Lecina-Seife empfiehlt sich selbst am besten durch ihren
nährenden Grundstoff und ihre milde, wohltuende Wirkung als!
Faktor der Körperpflege.
Wunderbar weicher Schaum, selbst in kaltem Wasser. —. Diskret parfümiert.
Ausgiebig im Gebrauch.
S
In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. — Preis
50 Pfg.; 3 Stück M 1.40. — Alleiniger Fabrikant:
Ferd. Mülhens, Köln a. Rh. (Gegr. 1792).