Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=; verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt am Mittwoch nachmittag in Cadinen
eingetroffen.
In Heidelbera ſtarb im 25. Lebensjahr die
Prinzeſſin Sophie von Sachſen=Weimar=
Eiſenach die einzige Tochter des Prinzen Hermann
von Sachſen=Weimar=Eiſenach.
Der 13. Hiſtorikertag wurde am Mittwoch im
Feſt=
ſaale der Univerſität Wien feierlich eröffnet.
Das griechiſche Königspaar iſt am Mittwoch
nachmittag aus Oſtende in Dover eingetroffen und im
Sonderzug nach Eaſtbourne weitergereiſt.
Auf der Ausſtellung in Gent brach abermals
Feuer aus, durch das vier Pavillons und ein
Privat=
haus zerſtört wurden.
Ein Straßenbahnzug, in welchem eine Abteilung
Alpentäger befördert wurde, ſtürzte von dem Viadutt
von Villeneuve auf der Straße Graſſe=Cagnes ab. Bis
jetzt ſind 11 Tote und 30 Verwundete
ge=
borgen. Drei Frauen und einige Soldaten liegen
noch unter den Trümmern.
Durch den Einſturz eines 60 Meter hohen
Schornſteins aus Stahl und Steinen im
Werking=
toner Eiſen= und Stahlwerk in Cumberland wurden
5 Arbeiter ſofort getötet, viele ſchwer verletzt.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
19. September 1813: Napoleon zieht ſich von Böhmen aus
auf Dresden zurück.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Ein Bekenntnis.
*⁎* Die Debatte über den Maſſenſtreik, welche die
Dienstag=Sitzung des ſozialdemokratiſchen Parteitages
ausfüllte, hat ſicherlich überall großes Intereſſe erweckt,
weil ſie manchen Einblick gewährte in die Empfindungen
und Anſchauungen der Genoſſen über eine Frage, deren
Bedeutung für die Allgemeinheit ſich nicht abſtreiten läßt.
Wir wollen uns hier mit den einzelnen Reden für und
gegen den Maſſenſtreik nicht beſchäftigen, ſondern nur auf
eine Bemerkung hinweiſen, die einem Redner wohl wider
Willen entſchlüpft iſt, die aber deshalb von ihrer
Wichtig=
keit nichts einbüßt. Der zweite Vorſitzende der
General=
kommiſſion der Gewerkſchaften Deutſchlands,
Reichstags=
abgeordneter Bauer, alſo ein für die Arbeiterverhältniſſe
immerhin kompetenter Beurteiler, erklärte im Laufe ſeiner
Ausführungen nämlich, daß die Sozialdemokraten wegen
des preußiſchen Wahlrechts keinen Anlaß hätten, mit dem
Maſſenſtreik va banque zu ſpielen. „Wir können”, ſo fuhr
Bauer fort, „mit dem Erreichten durchaus zufrieden ſein.
Die deutſche Arbeiterklaſſe hat ſich einen großen
wirtſchaft=
lichen Einfluß durch ihre Gewerkſchaften errungen und eine
Erhöhung der Lebenshaltung erkämpft,
die man früher nicht für möglich gehalten
hätte.‟ Das iſt ein ſehr wichtiges Bekenntnis, weil es
Zeugnis davon ablegt, daß es mit den wirtſchaftlichen
Zuſtänden in der deutſchen Arbeiterſchaft doch nicht ſo
ſchlecht beſtellt ſein kann, wie es die Sozialdemokratie
immer ausmalt. Wenn man deren Agitationsreden hört,
ſo kann es keine rechtloſeren und bedrängteren Menſchen
geben als die deutſchen Arbeiter, die durch die direkte und
indirekte Steuerlaſt zu Boden gedrückt werden, die infolge
der Aufwendungen für Heer und Marine am
Hunger=
tuche nagen, körperlich und geiſtig verkommen müſſen.
Daß die Koſten des Lebensunterhalts geſtiegen ſind,
wird immer mit Stentorſtimme verkündet, daß aber
trotz=
dem die Verhältniſſe gerade der Arbeiter ſich verbeſſert,
daß deren Löhne prozentual eine weit größere
Aufbeſſe=
rung erfahren haben als diejenigen anderer
Erwerbs=
klaſſen, als insbeſondere des Mittelſtandes, das gibt man
nicht zu. Gewiß, es ſind teuere Zeiten, aber darunter leidet
nicht der Arbeiterſtand allein, mindeſtens im gleichen Maße
der Handwerker, der kleine Gewerbetreibende und last,
but not least die freien gelehrten Berufe, in denen viel
Not herrſcht, die von keiner Erhöhung ihrer Lebenshaltung
in den letzten Jahrzehnten ſprechen können und wo das
Proletariat an Umfang immer mehr zunimmt.
Einſchrän=
kungen müſſen ſich heute nicht nur die Arbeiter auferlegen,
zu deren Gunſten die ſoziale Fürſorge eintritt und viele
Millionen jährlich verwendet werden, damit der kranke,
arbeitsunfähige und alte Arbeiter vor der äußerſten Not
geſchützt wird, was andere Berufsklaſſen leider nicht von
ſich ſagen können.
Es iſt erfreulich, daß die deutſche Arbeiterſchaft eine
erhöhte Lebenshaltung ſich erkämpft hat, aber nun ſoll ſie
das auch anerkennen und nicht immer die
wirtſchaft=
lichen und ſozialen Verhältniſſe im Deutſchen Reiche
herab=
ſetzen und ſo tun, als würden bei uns die Arbeiter nach
Strich und Faden ausgeſogen, als ſeien ſie entrechtet und
vogelfrei. Solche Uebertreibungen findet man immer
wieder in der ſozialdemokratiſchen Preſſe und in den
ſon=
ſtigen Kundgebungen der äußerſten Linken, niemals aber
die Anerkennung, daß er ſich mit dem übrigen Volke aller
Kulturerrungenſchaften erfreut, in Ruhe und Frieden unter
dem Schutze ſtaatlicher Sicherheit und Ordnung leben kann.
Hoffentlich bleibt das Bekenntnis des Sozialiſtenführers
Bauer nicht das einzige, hoffentlich dringt die
Ueberzeu=
gung in immer weitere Kreiſe, daß die deutſche
Arbeiter=
ſchaft in wirtſchaftlicher und ſozialer Beziehung ganz
er=
hebliche Fortſchritte gemacht hat, und daß ſie eigentlich
Ur=
ſache hat, mit ihrer Lage zufrieden zu ſein.
Deutſchland und Oſtaſien.
— Als ſeinerzeit die Mandſchudynaſtie geſtürzt und
durch die ſogenannte „kaiſerliche Republik” abgelöſt wurde,
hoffte man, daß eine neue Aera im Reiche der Mitte
heran=
brechen werde. War doch die Bewegung von den
An=
hängern moderner Reformen nach europäiſchem Muſter
ausgegangen, und ihre Führer waren an die Spitze der
neuen Regierung geſtellt. Dieſer Wechſel trat allerdings
plötzlich ein, und Einrichtungen, die hunderte von Jahren
beſtanden haben, ſind zu eingewurzelt, als daß ſie von
heute auf morgen ſich beſeitigen ließen. Aehnliche
Er=
ſcheinungen hat man ja auch in Japan erlebt, als dort
ur=
plötzlich alles nach europäiſchem Muſter reformiert wurde,
obwohl die Japaner weit ſchmiegſamer ſind als die
Chi=
neſen, die einen durchaus konſervativen Charakter haben.
Die große Maſſe des chineſiſchen Volkes iſt für einen
der=
artigen Umſchwung, wie er eingetreten iſt, noch nicht reif
genug, es kann ſich nur um die Ausleſe gebildeter
Per=
ſonen handeln, alſo einen recht kleinen Kreis, aus dem
ſich die leitenden Perſönlichkeiten rekrutieren.
Andererſeits konnte es nicht wundernehmen, daß bald
eine Gegenreaktion eintrat, die Unruhen im Gefolge haben
mußte. Dieſe ſind jetzt niedergeſchlagen, und auch die von
Japan drohende Gefahr ſcheint jetzt abgewendet zu ſein,
nachdem über die jüngſten Differenzen eine Verſtändigung
erzielt worden ſein ſoll. Die Bahn für eine friedliche
innere Entwicklung und ein Vorwärtsſchreiten auf
wirt=
ſchaftlichem Gebiete wäre alſo frei, wenn nicht über kurz
oder lang — was keineswegs ſo ganz von der Hand zu
weiſen iſt — erneute Schwierigkeiten auftauchen. In einer
ſolchen Periode einzuſetzen, um für die Intereſſen des
eigenen Landes etwas zu erzielen, iſt Aufgabe
weitblicken=
der Staatsmänner, und darum erſcheint es angebracht, daß
auch die deutſche Regierung in erhöhtem Maße ihr
Augen=
merk auf China richtet, um uns eventuell nicht von anderen
verdrängen zu laſſen. Es darf ſich nicht bloß darum
handeln, daß deutſche Armee=Inſtrukteure nach China gehen
oder daß junge Chineſen ihre militäriſche Ausbildung in
Deutſchland erhalten, vielmehr muß danach geſtrebt
wer=
den, daß es uns gelingt, ſowohl auf die Verwaltung einen
gewiſſen beſtimmenden Einfluß zu gewinnen, als auch
un=
ſerem Ausfuhrhandel Vorteile zu verſchaffen. Einige
er=
freuliche Anſätze ſind inzwiſchen gemacht worden; in
ver=
ſchiedenen Aemtern befinden ſich deutſche Ratgeber, ihre
Zahl iſt aber keine allzu große, auch aus anderen Staaten
werden derartige Beamte geſtellt, und unter den 22
be=
finden ſich nur 5 Deutſche. Es müßte verſucht werden,
dieſe Zahl zu erhöhen, wenn auch dadurch gleichwohl die
Begehrlichkeit anderer Mächte geweckt werden könnte. Nur
eine rückſichtsloſe Ellbogenpolitik kann hier helfen; anderen
Mächten iſt es ja auch gleichgültig, wenn Deutſchland
zu=
rückſtehen muß. Deutſchland hat in China gewichtige
wirt=
ſchaftliche Intereſſen, die es nachdrücklichſt zu vertreten gilt.
Ringsherum lauern die übrigen Mitbewerber,
insbeſon=
dere Japan, das mit aller Macht danach trachtet, ſich den
chineſiſchen Markt zu erſchließen und die europäiſchen
Kon=
kurrenten zu verdrängen. Man ſollte bei den leitenden
Stellen Deutſchlands es nicht immer als Pflicht betrachten,
Samthandſchuhe anzulegen.
Deutſches Reich.
Bundesrat und
Vermögenszuwachs=
ſteuergeſetz. Der Bundesrat wird ſich, nachdem er die
Ausführungsbeſtimmungen zum Stempelſteuergeſetz
be=
ſchloſſen hat, noch im Laufe dieſes Monats mit den
Aus=
führungsbeſtimmungen zum Wehrbeitragsgeſetz beſchäf=
tigen. Mitte Oktober werden im Bundesrat die
Verhand=
lungen über den Reichshaushaltsentwurf beginnen. An
dieſem Entwurf wird gegenwärtig noch gearbeitet. Wann
die Verhandlungen über die Ausführungsbeſtimmungen
zum Vermögenszuwachsſteuergeſetz ſtattfinden werden, iſt
einſtweilen noch nicht abzuſehen. Dieſes Geſetz iſt, wie man
weiß, dem entſchiedenen Widerſpruch einer größeren Zahl
von Bundesſtaaten begegnet, und nur mit großer Mühe iſt
es dem Reichskanzler gelungen, dieſen Widerſpruch bei den
meiſten der betreffenden Staaten zu beſeitigen. Die
Zu=
ſtimmung iſt aber nur ungern erfolgt, und verſchiedene
Regierungen rechnen, wie verlautet, damit, daß das
Ver=
mögenszuwachsſteuergeſetz nicht in Kraft treten, ſondern
durch andere Beſtimmungen erſetzt werden wird. Im
Laufe der nächſten Monate muß es ſich zeigen, ob dieſe
Erwartung irgendwie begründet iſt.
Erneute Beratungen zur Abänderung
des Handwerkergeſetzes. Noch in dieſem Herbſt
werden im Reichsamt des Innern Beratungen mit der
Organiſation der deutſchen Gewerbevereine ſtattfinden, um
auch dieſen Kreiſen Gelegenheit zu geben, ihren
Stand=
punkt zu allen einzelnen Fragen der kommenden
Hand=
werkernovelle zum Ausdruck zu bringen. Außerdem
wer=
den auch die Vertretungen von Handel und Induſtrie vom
Reichsamt des Innern aufgefordert werden, in
gemein=
ſamen Beratungen Stellung zu nehmen zu allen
denjeni=
gen Fragen, die die Intereſſen von Handwerk und
Indu=
ſtrie gemeinſam berühren. Nachdem im Sommer die
Or=
ganiſation der Handwerkskammern und der Innungen in
einer Handwerkerkonferenz ihre Wünſche zum Ausdruck
brachten, ſind dann alle an der Regelung der
Handwerker=
fragen beteiligten Kreiſe zu Wort gekommen. Außerdem
aber wird noch einmal, bevor die Vorlage an die
geſetz=
gebenden Körperſchaften gelangt, allen Kreiſen durch
Ver=
öffentlichung des Entwurfs Gelegenheit gegeben, etwaige
Abänderungsvorſchläge an der zuſtändigen Stelle zu
unter=
breiten. Wann ein fertiger Entwurf an den Reichstag
ge=
langen wird, läßt ſich einſtweilen noch nicht überſehen; daß
es ſchon in der nächſten Tagung ſein wird, darf nicht als
wahrſcheinlich gelten.
Ein deutſch=griechiſcher
Zentralver=
band zur Förderung der wirtſchaftlichen Intereſſen wird,
wie Berliner Blätter melden, am 8. Oktober im Hotel
Eſplanade in Berlin gegründet werden. Der Geh.
Lega=
tionsrat v. Jacobs, Vorſitzender des Vorſtandes der
Deut=
ſchen Levante=Linie, hat den Vorſitz in dem Ausſchuß
über=
nommen, der die Gründung des Verbandes betreibt. In
Griechenland ſollen entſprechende Stellen im Sinne der
deutſch=griechiſchen Beſtrebungen eingerichtet werden, und
in Athen iſt in dieſer Richtung bereits ein mit den
Ver=
hältniſſen genau vertrauter Hamburger Kaufmann tätig.
Später ſollen ſolche Stellen in Saloniki, Patras, Piräus,
Syra, Kanea auf Kreta uſw. entſtehen. Zu begrüßen iſt
es, daß der griechiſche Geſchäftsführer Theotoky dem
Unternehmen das größte Wohlwollen entgegenbringen
will. Auch das Auswärtige Amt iſt über die Beſtrebungen
des Zentralverbandes unterrichtet worden: Sehr
er=
wünſcht wäre im Intereſſe der Belebung des
Handelsver=
kehrs und der Auftragerteilung an die deutſche Induſtrie,
daß die deutſche Bankwelt ſich der Angelegenheit nach
Möglichkeit annimmt und ſich mit ihrem Kapital für
Grie=
chenland einſetzt. Immer aber muß vorausgeſetzt werden,
daß es der deutſchen Bankwelt auch gelingt, unſerer
In=
duſtrie einen angemeſſenen Nutzen aus den angeregten
Be=
teiligungen zuzuwenden. Gerade in den neuen Gebieten
Griechenlands ſind ganz bedeutende Schätze an Mineralien
und landwirtſchaftlichen Produkten vorhanden, und der
deutſchen Induſtrie iſt reiche Gelegenheit gegeben, ſich an
den neuen größeren Unternehmungen, die nach dem
Frie=
densſchluß ins Leben treten, zu beteiligen. Der Verband
will im übrigen unter Ausſchluß aller politiſchen Fragen
den Grundſatz der Gegenſeitigkeit pflegen, der den
grie=
chiſchen Unternehmungen die gleiche Förderung angedeihen
laſſen will wie den deutſchen.
— Die Verkehrseinnahmen deutſcher
Eiſenbahnen für den Monat Auguſt betragen
nach der im Reichseiſenbahnamt aufgeſtellten Ueberſicht im
Perſonenverkehr 97941336 Mark (gegen das Vorjahr
mehr 7459526 Mark im ganzen oder 7,22 Prozent auf
1 Kilometer); im Güterverkehr 175700512 Mark (gegen
das Vorjahr mehr 1904588 Mark oder 0,09 Prozent auf
1 Kilometer).
— Zur braunſchweigiſchen
Thronfolge=
frage wird dem Deutſchen Kurier geſchrieben: Zurzeit
finden zwiſchen der preußiſchen Krone und den Vertretern
des Hauſes Cumberland die Schlußbeſprechungen ſtatt
über die Bedingungen, unter denen Prinz Ernſt Auguſt
Seite. 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. September 1913.
Nummer 220.
die Regierung in Braunſchweig antreten ſoll. Die
Ver=
handlungen werden ſtreng vertraulich geführt. Geſagt darf
aber werden, daß die Verhandlungen vor dem Abſchluſſe
ſtehen, der allgemein befriedigen wird. Prinz Ernſt Auguſt
wird einen förmlichen Verzicht auf Hannover ausſprechen,
da andernfalls ein einſtimmiger Beſchluß im Bundesrat
über die Aufhebung der Entſchließungen vom 2. Juli 1885
und vom 28. Februar 1907 nicht zu erwarten iſt.
Ausland.
Frankreich.
Die Frage der Entlaſſung der
Jahres=
klaſſe von 1910 wird in dem Miniſterrat, der am
nächſten Montag unter dem Vorſitz des Präſidenten
Poin=
caré ſtattfindet, erörtert werden. Wie offiziös verlautet,
werden diejenigen Mannſchaften, die vor Ende dieſes
Mo=
nats entlaſſen werden ſollten, erſt zwiſchen dem 10. und
15. November heimgeſchickt werden.
Niederlande.
Die Kammer wählte zum erſten Kandidaten für
die Präſidentſchaft Borgeſius, Führer der liberalen
Ver=
einigung, zum zweiten Kandidaten Trölſtra, Führer der
Sozialiſtenpartei, und zum dritten den Katholiken van
Niſpen tot Sevenger, früherer Kammerpräſident.
Das Budget für 1914. Der Finanzminiſter
legte der Kammer das Budget für 1914 vor in der
gewöhn=
lichen Abrechnung über den Stand der Finanzen, aus der
hervorgeht, daß das Rechnungsjahr 1913, in dem ein
Defi=
zit von neun Millionen erwartet wurde, dank der
außer=
gewöhnlichen Zunahme der Einnahmen mit einem
Ueber=
ſchuß abſchließt. Für 1914 wurde die Ausgabe auf
253 345818 Gulden geſchätzt, davon 20953600 Gulden
außerordentliche, die Einnahmen auf 228 415617 Gulden
ſo daß ſich ein Defizit von 4930 201 Gulden ergibt. Das
Defizit wird ſich durch verſchiedene Erſparniſſe auf
2677481 Gulden verringern und man hofft, daß es dank
dem günſtigen Stande von Handel, Induſtrie und
Acker=
bau zur Hälfte gedeckt werden wird. Der Miniſter iſt aber
der Anſicht, daß die größte Sparſamkeit notwendig und
eine Erhöhung der Einnahmen unvermeidlich iſt, durch
eine Steuer auf das Einkommen und, bis über dieſe
Steuer abgeſtimmt iſt, durch Beibehaltung des Zuſchlages
von 10 Prozent auf die Gewerbe= und Vermögensſteuer,
außerdem durch eine Aenderung des Geſetzes über die
Erb=
folge.
Das Frauenſtimmrecht. 800 Frauen
veran=
ſtalteten im Haag eine Kundgebung zugunſten des
Frauen=
ſtimmrechts, da die Thronrede nicht die Gleichheit der
Männer und Frauen ankündigte. Vorher hatte der
Mini=
ſterpräſident eine Abordnung von zwei Frauen empfangen,
die ihm einen offenen Brief überreichten, in dem ſie ihrer
Unzufriedenheit Ausdruck geben. Der Miniſterpräſident
antwortete, der Geſetzgeber würde nach der angekündigten
Verfaſſungsreviſion das Frauenſtimmrecht gewähren
kön=
nen. Die Frauen zogen darauf ſchweigend an dem
Ge=
bäude vorbei, in welchem die Zweite Kammer tagte.
Dänemark.
Geſetzentwürfe über die
Verfaſſungs=
änderung. Miniſterpräſident Zahle hat im Folkething
einen Geſetzentwurf eingebracht, der die Abänderung der
Verfaſſung in derſelben Faſſung verlangt, wie ſie im
vori=
gen Jahre vom Folkething angenommen, vom Landsthing
aber abgelehnt worden war.
England.
Die Streiklage. Alle Güterbahnhöfe in
Bir=
mingham ſind geſchloſſen. 5500 Leute feiern. In
Liver=
pool iſt die Lage ausſichtsvoller. Eine Anzahl Leute iſt
zur Arbeit zurückgekehrt, die anderen, die noch feiern,
zei=
gen ſich gewillt, in Verhandlungen einzutreten. In Dublin
iſt die Lage noch ernſt. Die landwirtſchaftlichen Arbeiter,
die Mitglieder des Transportarbeiterverbandes ſind,
be=
gingen in Fingglaß bei Dublin Ausſchreitungen. Die
Polizei gebrauchte Revolver, wobei ein Knabe durch eine
Kugel getroffen wurde. Ein Zug Streikender in Dublin
ſchlug die Fenſter der Straßenbahnwagen ein.
Spanien.
Die franzöſiſch=ſpaniſchen
Beziehun=
gen. Graf Romanones erklärte dem San Sebaſtianer Be=
richterſtatter des Pariſer Neu=York Herald anläßlich des
Artikels des Miniſters Pichon über die franzöſiſch=
ſpani=
ſchen Beziehungen: „Frankreich und Spanien haben
die=
ſelben Beweggründe, zuſammenzugehen und zuſammen
zu handeln. Es beſtehen nicht bloß Gründe der Sympathie
zwiſchen den beiden Völkern, ſondern vor allem auch
Gründe des Intereſſes; und das alles ſelbſtverſtändlich,
ohne den verſchiedenen Freundſchaften Abbruch zu tun,
welche die beiden Völker mit anderen Nationen
unter=
halten können.
England und die Türkef.
Der Vizekönig von Indien, Hardinge, hielt bei der
Vertagung des geſetzgebenden Rats in Simla eine
bedeu=
tungsvolle Rede, in der er auf den Balkankrieg Bezug
nahm und ſagte: Die britiſche Regierung erkannte voll und
ganz, daß das Beſtehen der Türkei als ſelbſtändige Macht
von Wichtigkeit ſei, ebenſo, daß die Aufrechterhaltung des
Statusquo hinſichtlich der heiligen Orte in Arabien und
angeſichts der religiöſen Intereſſen der Mohammedaner in
Indien wichtig ſei. Die britiſche Regierung iſt noch immer
darauf bedacht, der Türkei bei der Einführung von
Refor=
men und der Feſtigung ihrer Stellung behilflich zu ſein.
Es gebe keinen Grund, weshalb die Türkei, während ſie
eine dauernde Reformpolitik verfolge, nicht die zweite
große mohammedaniſche Macht in der Welt ſein ſollte. Er
freue ſich, mitteilen zu können, daß England mit der
Tür=
kei zu einem freundſchaftlichen Uebereinkommen gelangt iſt,
welches beide Teile befriedige und für beide Regierungen
im Perſiſchen Golf und in Meſopotamien von Vorteil ſei.
Es brauche kaum geſagt zu werden, daß dieſer Abſchluß
der beſte Beweis für den Wunſch der britiſchen Regierung
ſei, die Unabhängigkeit der Türkei zu erhalten und die
freundſchaftlichſten Beziehungen weiter mit ihr zu pflegen
Er wolle ein Wort freundſchaftlicher Mahnung für die
Mohammedaner Indiens hinzufügen: Sie möchten nicht
vergeſſen, daß ſie einen Teil eines großen Reiches bildeten
und möchten dem Gedanken einer Einheit des Iſlams
keine unverſtändige Auslegung geben.
Griechenland.
Die Kriegsbeute der Griechen. Nach
offi=
ziellen Mitteilungen haben die Griechen im letzten Kriege
eine außerordentlich beträchtliche Beute gemacht.
Beſon=
ders groß ſind die eroberten Vorräte an Lebensmitteln
und Ausrüſtungsgegenſtänden, die in Demir=Hiſſar und
Doiran aufgeſtapelt waren. An Geſchützen wurden
er=
obert: 108 Magazinkanonen und 53 Kruppgeſchütze alten
Syſtems, ferner 12 Bethlehemgewehre, 45000
Mauſerge=
wehre, 4900 Martini, 18000 Mannlicher=Magazingewehre,
10050 neuere Mannlicher und 3000 Martinigewehre
türki=
ſcher Herkunft, im ganzen alſo 80950 Gewehre. Außerdem
wurden 3000 requirierte Pferde, 2000 Kavallerie= und 800
Artilleriepferde, ſowie 85000 Ziegen und Schafe, 4000
Ochſen und 800 Büffel eine Beute der Griechen. Außerdem
fielen den Griechen noch größere Barbeträge in die Hände.
Vereinigte Staaten.
Die Deutſchamerikaner und die
Aus=
ſtellung in San Franzisko. Die deutſchen
Ver=
bände in den Staaten Kalifornien, Waſhington, Oregon
und Texas haben an den Kaiſer eine Depeſche gerichtet, in
der ſie ihr Bedauern ausdrücken, daß das Reich auf der
Weltausſtellung in San Franzisko nicht vertreten ſein
werde und die angeſehene Stellung der Deutſchen in
Ame=
rika betonen.
Japan.
Die Forderungen an China. Japan ſtellte
keine neuen Forderungen an China. Das Gerücht, Japan
verlangte eine Verlängerung des Pachtvertrages der
Halb=
inſel Kwangtung, wird von der Oppoſition in der
Hoff=
nung ausgeſprengt, das gegenwärtige Kabinett durch
Stra=
ßendemonſtrationen zu ſtürzen. Wie es ſcheint, hat ſich
China nur mit den unbedeutenden Forderungen Japans
einverſtanden erklärt, während auf die Forderung einer
Entſchuldigung und der Entlaſſung des Generals
Tſchang=
hſuen noch keine Antwort eingegangen iſt. Wie erklärt
wird, hat das japaniſche Auswärtige Amt die britiſche
Regierung über ihre Haltung im Falle einer japaniſchen
Aktion zu Waſſer und zu Lande ſondiert, worauf ihm
ge=
antwortet wurde, daß England eine militäriſche Aktion
Japans mit Beſorgnis betrachten würde, da ſie geeignet
ſei, zur Aufteilung Chinas zu ermutigen. Hingegen würde
ſie die Forderung Japans auf Entſchuldigung und
Ent=
ſchädigung in Peking diplomatiſch unterſtützen.
* Zu der Ablehnung des Maſſenſtreiks
in Jena ſchreibt der Pariſer Temps: Die deutſchen
So=
zialdemokraten haben guten Grund, die Frage des
General=
ſtreiks mit anderen Augen als mit jenen der franzöſiſchen
Revolutionäre anzuſehen. Sie hüten ſich wohl, in einer
Aufwallung die ſchwere Maſchine zu zertrümmern, die ſie
mit ſo vieler Mühe aufgebaut haben. Sie wiſſen nämlich,
daß, wenn ſie ſich in ein ſo gefährliches Abenteuer, wie es
der Maſſenſtreik darſtellt, einlaſſen, ihre Wählerſchaft wie
Butter an der Sonne ſchmelzen würde. Sie wiſſen auch,
daß ein ſolcher Verſuch an den preußiſchen Bajonetten
ſcheitern könnte. Was bei dieſer Abſtimmung beſondere
Beachtung verdient, iſt der tatſächliche Widerwille der
deut=
ſchen Gewerkſchaften gegen einen Maſſenſtreik.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 19. September.
* Vom Hofe. Hofmarſchall Graf Meſſalas iſt
Mittwoch vormittag 11 Uhr 49 Min. von Jagdſchloß=
Wolfsgarten abgereiſt. — Um 12 Uhr mittags empfingen
Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin in
Wolfs=
garten den Geheimen Regierungsrat Lochmann, Kreisrat
in Offenbach. (Darmſt. Ztg.)
* Zum Geburtstag der Großherzogin. Auf das von
Herrn Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing an Ihre
König=
liche Hoheit die Großherzogin abgeſandte
Glück=
wunſchtelegramm traf folgende Depeſche ein?
Wolfsgarten, Jagdſchloß, den 17. September 1913. Für
die freundlichen Glückwünſche der Stadt Darmſtadt, über
die ich mich ſehr gefreut, ſage ich herzlichen Dank. Auch
für Ihre guten Wünſche danke ich Ihnen vielmals.
Eleonore.
An der Frühſtückstafel am Geburtstage nahmen teils
die Fürſtin=Mutter zu Erbach=Schönberg, ſowie Prinz und
Prinzeſſin Wilhelm zu Stolberg=Wernigerode.
* Eiſenbahnperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Packmeiſter Sebaſtian
Römer zu Worms und dem Bahnwärter Michael
Bierbaum zu Lorſch, beide in der Heſſiſch=
Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft, aus Anlaß ihrer am
1. September d. J. erfolgten Verſetzung in den
Ruhe=
ſtand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
„Für treue Dienſte” verliehen; ferner dem Hauswart
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Jakob
Hofius zu Alzey aus Anlaß ſeines am 15. Juni d. J.
erfolgten Ausſcheidens aus dem Staatseiſenbahndienſt
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für
treue Arbeit” verliehen.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Grafen
zu Erbach=Erbach auf die erledigte Lehrerſtelle an der
Volksſchule zu Nieder=Kainsbach, Kreis Erbach,
präſen=
tierte Schulamtsaſpirant Philipp Beilſtein aus
Niedernhauſen, Kreis Dieburg, für dieſe Stelle.
* Erledigt iſt eine mit einem evangeliſchen Lehrer
zu beſetzende Schulſtelle zu Utphe, Kreis Gießen.
g. Strafkammer. Wegen
Eſinbeuchsdieb=
ſtahls in Gemeinſchaft mit einem oder zwei nicht
er=
mittelten Komplizen hatte ſich geſtern der 26jährige
Tag=
löhner Georg Stegmann von Gummersbach vor der
Strafkammer zu veranſtworten. Er iſt ſchon mehrfach
vorbeſtraft und auch einmal aus dem Gefängnis
ausge=
brochen. Die letzte Strafe verbüßte er bis zum 19. Juni
1913 und in der Nacht zum 15. Juli verübte er bereits in
Eberſtadt verſchiedene Einbruchsdiebſtähle. Seine
frühe=
ren, auch mit Komplizen ausgeführten Einbruchsdiebſtähle
ſind alle nach einer gewiſſen Methode ausgeführt. Durch
ein Kellerfenſter hatten ſie ſich Eintritt in das Haus
ver=
ſchafft und dann Nahrungsmittel ſich angeeignet. Auch
für ſie ganz unbrauchbare Dinge, wie Kaffeezuſatz, ließen
ſie mitgehen. In Eberſtadt wurde im Hauſe von
Hinter=
mayer das Drahtgeflecht vom Kellerfenſter entfernt und
dann aus dem Keller Margarine, Streichhölzer und Brot
geſtohlen, bei Kaffenberger, ebenfalls durch Einſteigen
durch den Keller, 2 Flaſchen Wein und 2 Flaſchen Sprit,
in der Annahme, daß alles Wein ſei. Eine Flaſche
Zwetſchenſaft war auf ihren Inhalt unterſucht worden,
anſcheinend aber ſtehen gelaſſen, weil der Geſchmack
nicht=
zuſagte. Außerdem waren ein Paar Stiefel verſchwunden.
Schließlich ſuchten die Einbrecher noch das Haus von
Heinecke heim wo durch ein Fenſter eingeſtiegen wurde.
Hier fielen den hungrigen Dieben 4 Pfund Schinken,
Pfund Dörrfleiſch, Wurſt, Aepfel, 1 Flaſche Schnaps,
Zigarren, 12 Schachteln Zigaretten und Streichhölzer in
die Hände. Schon am Tage nach den Diebſtählen wurde
Stegmann in Frankfurt als ein Spezialiſt ſolcher
Einbrüche feſtgenommen. Man fand bei ihm noch
Ziga=
retten und Streichhölzer wie die geſtohlenen Waren und
einen Reſt von Margarine in dem Einwickelpapier der
Be=
ſtohlenen. Stegmann leugnet die Diebſtähle, er will die
Gegenſtände von einem Unbekannten gekauft haben. Die
drei Komplizen ſind in Eberſtadt beobachtet worden und
Die erſte preußiſche Eiſenbahn:
Berlin- Zehlendorf.
(Ein Jubiläum.)
C In dieſen Tagen iſt ein Dreivierteljahrhundert
ver=
floſſen, ſeit die erſte preußiſche Eiſenbahn, und zwar die
Potsdamer Strecke, zunächſt nur zwiſchen Berlin und
Zehlendorf, eröffnet wurde. Am 29. Oktober wurde dann
die ganze Linie Berlin-Potsdam feierlich dem Verkehr
übergeben, und ſie war mit ihren 26 Kilometern Länge die
größte bis dahin auf deutſchem Boden erbaute Bahn.
Lange Kämpfe hatte es gekoſtet, hartnäckige Widerſtände
waren zu überwinden geweſen, bevor dieſes, das
aller=
größte Aufſehen erregende Ereignis ſich wirklich und
wahr=
haftig vollziehen konnte.
Obwohl man bereits in England
Bahnunternehmun=
gen in größerem Stil vollendet und die hohe Bedeutung
der neuen Erfindung für den Verkehr erkannt hatte,
ob=
wohl ſchon 1835 die erſte Dampfbahn zwiſchen Nürnberg
und Fürth den Boden des Deutſchen Reiches befahren
konnte man ſich in Preußen nur ſchwer zu dem „neuen
Teufelszeug” entſchließen. Man war doch bisher mit den
vorhandenen Beförderungsmitteln ſo gut ausgekommen!
Viele, viele Eingaben, Geſuche und Deputationen gingen
von den wenigen Induſtriellen aus, die den Wert der
Eiſenbahn für den Handel erkannt hatten. Als eines Tages
der geniale Oberbürgermeiſter Franz Ziegler an der
Spitze einer ſolchen Deputation bei dem Oberpräſidenten
von Brandenburg erſchien, um die Genehmigung des
Eiſenbahnprojektes Berlin-Potsdam durchzuſetzen,
ſchüt=
tete ihm nach der offiziellen Audienz der Oberpräſident
mit folgenden vertraulichen Worten ſein Herz aus: „Nun
legen Sie einmal den Oberbürgermeiſter beiſeite, ſo wie ich
den Oberpräſidenten ablege, und dann ſagen Sie mir als
Mann zu Mann: Glauben Sie wirklich und wahrhaftig,
daß dieſe Eiſenbahnen dem Verkehr nützlich ſein können?”
Dieſe Anſchauungen des preußiſchen Beamtentums gingen
von den allerhöchſten Stellen aus. Als dem
Generalpoſt=
meiſter von Nagler, dem erſten Verkehrsbeamten des
preu=
ßiſchen Staates, der Entwurf zum Bau der Potsdamer
Bahn vorgelegt wurde, da meinte er entrüſtet: „Dummes
Zeug! Ich laſſe täglich diverſe ſechsſitzige Poſten nach
Potsdam gehen, und es ſitzt niemand drinnen; nun
wol=
len die Leute gar eine Eiſenbahn dahin bauen; wenn ſie
ihr Geld abſolut los werden wollen, ſo werfen ſie es doch
lieber gleich zum Fenſter hinaus, ehe ſie es zu ſolchen
un=
ſinnigen Unternehmungen hergeben!” König Friedrich
Wilhelm III aber ſoll gebrummt haben: „Kann mir keine
große Glückſeligkeit dabei vorſtellen, ob man ein paar
Stunden früher in Potsdam ankommt oder nicht.”
Trotzdem wurde das große Werk durchgeſetzt, und es
war ein Freudenfeſt für die Berliner, als ſie zum erſten
Male mit dem Dampfwagen fahren konnten. Freilich,
zu=
frieden war man mit der neumodiſchen Einrichtung nicht
ſehr. Dem einen ging es zu ſchnell, dem anderen zu
lang=
ſam. Es wurden ernſthafte Bedenken laut, daß man ſich
durch das Fahren mit dieſen raſchen, von einer
geheimnis=
vollen Macht bewegten Gefährten ſchwere Schädigungen
an Geiſt und Körper zuziehen könne, und wohl bedachtige,
vorſichtige Bürger ſchüttelten ablehnend den Kopf und
ge=
lobten, nie mit der Dampfbahn zu fahren. Sogar der Seele
Seligkeit ſollte empfindlich unter ſolchem Tun leiden. Der
Pfarrer Goßner hielt nach dem Bericht Hermann
Mark=
graffs im Sammler eine flammende Predigt gegen dieſe
„Erfindung des Teufels”; er malte der Gemeinde in grel=
len Farben den Vorwitz und die Vermeſſenheit aus, die
in ſolchen Gewinnen lägen und flehte alle ſeine Schäflein
inſtändigſt an, „ſich ja von dem hölliſchen Drachen, dem
Dampfwagen, um ihrer Seligkeit willen fernzuhalten”.
Andere wieder waren höchlichſt darüber enttäuſcht, wie
langſam es ging; gar nicht ſo ſehr viel ſchneller als in der
„Journaliere” So wandte ſich bald nach der Eröffnung
der Eiſenbahn irgend ein boshafter Spaßvogel mit der
ironiſchen Bitte an die Behörden, man möge doch dafür
Sorge tragen, daß die Fahrgäſte nicht zu ſehr durch das
Betteln beläſtigt würden, beſonders, daß nicht die
Inva=
liden mit Stelzfüßen hinter dem Zuge herliefen, um eine
milde Gabe zu fordern; das ſei nicht ſchicklich. — Als dann
aber die ganze Strecke bis Potsdam fertig geworden war,
hob ſich der Verkehr in erſtaunlicher Weiſe, und bald
wichen Spott und Furcht, Haß und Verachtung der
unein=
geſchränkten Bewunderung dieſer Macht, die eine neue
Aera der Kultur einleitete.
Wie ſehr damals noch alles vom britiſchen Vorbilde
abhing, beweiſt die Tatſache, daß die ſechs Lokomotiven,
die Schienen und Schienenſtühle für dieſe erſte preußiſche
Bahn, aus England bezogen wurden; für die Wagen ſelbſt
(zwei Staatswagen, fünf Wagen 1. Klaſſe, neun 2. Klaſſe.
28 zum Teil offene Wagen 3. Klaſſe, ſowie Gepäck= und
Viehwagen) waren die Federn, Pfannen, Achſen und
Rä=
der gleichfalls aus England eingeführt; die Wagen ſelbſt
waren dann in Berlin angefertigt, Die eine Million
Taler, die die Herſtellung dieſer eingleiſigen Bahn koſtete,
war durch Ausgabe von 5000 Aktien zu je 200 Taler
auf=
gebracht worden; die weitſchauenden Leute, die dieſe
zu=
nächſt ſo bedenklich ſcheinende Kapitalsanlage nicht
ver=
ſchmäht hatten, konnten mit ihren Gewinſten zufrieden
ſein.
Nummer 220.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. September 1913.
Seite 3.
die Figur des einen ſtimmt mit der des Stegmann
über=
ein. Das Gericht verurteilt Stegmann wegen zweier
ſchwerer Diebſtähle im wiederholten Rückfall zu 2 Jahren
1 Monat Gefängnis und 5 Jahren Ehrverluſt. Der
Verurteilte erkannte das Urteil an.
— Vom Großh. Hoftheater. Am Freitag findet
als Abonnementsvorſtellung für die Serie D der
Fauſt=
zyklus ſeinen Abſchluß. An dieſem Abend ſind be
ſchäftigt die Damen Pils, Alſen, Doſtal, Gothe, Müller=
Rudolph, Schaub, Begas, Liſchke, Kallenſee und
Wid=
mann, ſowie die Herren Baumeiſter, Weſtermann, Ehrle,
Hacker, Weber, Kräger, Bertram, Jannings, Schneider,
Waſſermann und Schützendorf. Der Beginn der
Vor=
ſtellung iſt auf 7½ Uhr angeſetzt. Samstag bleibt das
Hoftheater geſchloſſen. Am Sonntag geht unter Leitung
von Kapellmeiſter Lert und Regiſſeur Nowack Webers
„Freiſchütz” zum erſten Male in dieſer Spielzeit in
Szene. In einigen Hauptpartien ſind Neubeſetzungen
zu verzeichnen.
* Die Rechtsſchutzſtelle für Frauen und Mädchen
macht darauf aufmerkſam, daß es für diejenigen, die
beim Schöffengericht verklagt waren, ratſam erſcheint, nach
Verkündigung des Urteils auf der Gerichtsſchreiberei um
eine Abſchrift des Urteils zu bitten. Es iſt des Oefteren
ſchon vorgekommen, daß Klienten Berufung einlegen
woll=
ten und in Unkenntnis hatten ſie die Friſt,
innerhalb=
welcher die Berufung hätte eingelegt werden können,
ver=
ſäumt. Darum ſollte ſofort um eine Urteilsabſchrift
ge=
beten werden; mit dieſer komme man zur Rechtsſchutzſtelle,
um ſich dort zu befragen. Sprechſtunden: Altes Theater,
Montags und Donnerstags von 4—6 Uhr.
* Im Silberkranz. Sonntag, den 21. September,
feiern Herr Tapezier Guſtav Weiß und Ehefrau, Emma
geborene Anhäuſer, Ruthsſtraße 21, das Feſt ihrer
Sil=
bernen Hochzeit.
* Intereſſante photographiſche Aufnahmen vom Bau
der Chur=Aroſa=Bahn wurden von Fräulein
Suſanne Homann Atelier für Lichtbildkunſt
hier=
ſelbſt, hergeſtellt. Es handelt ſich um Aufnahmen der
rieſigen Brückenbogen und Pfeiler der Brücke in Peiſt und
des Viadukts von Languies, die ſich noch im Bau befinden
und die Entſtehung dieſer phänomenalen Werke in
inter=
eſſanter Weiſe veranſchaulichen. Die Aufnahmen — eine
Serie von 10 Stück — ſind zurzeit in der Bilderauslage
unſerer Expedition, Rheinſtraße 23, ausgeſtellt.
* Vorführung der Underwood=Meiſterſchafts=Methode
in Darmſtadt. Man ſchreibt uns: Dem Fortſchritt der
Zeit folgend. hatte es der unter dem Protektorat Sr. Kgl.
Hoheit des Großherzogs von Heſſen ſtehende Gabelsberger
Stenographen=Verein von 1861, Ehrenvorſitzender
Pro=
feſſor Eduard Pfaff=Darmſtadt, unternommen, ſeinen
Mitgliedern und einem größeren Kreiſe eingeladener Gäſte
die vor Jahresfriſt herausgegebene Underwood=
Meiſter=
ſchafts=Methode vorzuführen. Der Kaiſerſaal war ſtark
beſetzt, das Arrangement hatte die Firma Hoflieferant
Heinrich Elbert, G. m. b. H., Darmſtadt, welche die
Me=
thode ſeit Auguſt ds. Js. hier eingeführt hat, übernommen.
Es waren, um eine praktiſche Vorführung geben zu
kön=
nen, 18 Schreibmaſchinen im Saale aufgeſtellt worden. Die
ſeit Auguſt (Beginn der Schule) übenden Schüler zeigten
der Verſammlung nach einem intereſſanten
Einführungs=
vortrag des Herrn Bahlſen=Frankfurt a. M. die in der
kurzen Zeit bereits erworbenen Kenntniſſe. Die
Vorfüh=
rungen zeigten, was der Schüler in verhältnismäßig
kur=
zer Zeit zu leiſten vermag. Mit Recht wies der
Ehren=
vorſitzende des Vereins, Herr Profeſſor Eduard Pfaff,
darauf hin, daß es die Eigentümlichkeit und der Vorzua
der Methode iſt, daß ſie dem Schüler nicht nur den
rich=
tigen Weg zeigt, ſondern ihn auch zwingt, ihn zu gehen.
Daß die Taſten keine Buchſtabenbezeichnung tragen, iſt ein
Beiſpiel dieſes heilſamen Zwanges. Lebhafteres Intereſſe
erweckten die von den Schülern exakt befolgten Diktate des
Herrn Bahlſen bei der Verſammlung.
* Die Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt hält am
Donnerstag, 25. September, im Saale des
Gewerkſchafts=
hauſes ihre ordentliche Generalverſammlung ab. (Siehe
Anzeige.)
J=
Saiſon=Beginn im Orpheum. Das Orpheum
be=
ginnt ſeine (19.) Spielzeit 1913/1914 am Mittwoch, den
1. Oktober, mit einem Geſamt=Gaſtſpiel von „Jobs
luſtiger Kölner Bühne” Weitere Mitteilungen
folgen.
Wegwerfen von Papier auf der Straße. Da
in letzter Zeit wiederholt beobachtet und Klage darüber
geführt worden iſt, daß die Straßen und Plätze der
Stadt durch weggeworfene Papierſtücke, insbeſondere
Reklamezettel und Programme, in erheblichem Maße und
in mißſtändiger Weiſe verunreinigt werden, weiſt das
hieſige Polizeiamt in einer Bekanntmachung darauf hin,
aß ſolches Wegwerfen von Papier auf die Straße
ver=
boten iſt und Zuwiderhandlungen mit Geldſtrafe bis zu
0 Mark oder Haft beſtraft werden können. Die Schutz=
mannſchaft iſt angewieſen, auf die Befolgung der
Be=
ſtimmungen ein ſcharfes Augenmerk zu haben. Im
Intereſſe der Reinlichkeit und des Ausſehens der Straßen
unſerer Stadt iſt dringend zu hoffen, daß die
Bekannt=
machung der Polizei den gewünſchten Erfolg hat.
D Eberſtadt, 17. Sept. (Bilderausſtellung.)
In den Tagen vom 10. bis 15. September fand hier in
den beiden Rathausſälen eine Bilderausſtellung für
künſtleriſchen Wandſchmuck ſtatt, die vom heſſiſchen
Volks=
ſchriftenverein und dem Verein für ländliche Wohlfahrts=
Heimats= und Kunſtpflege veranſtaltet war. Sie umfaßt
eine große Anzahl künſtleriſcher Steinzeichnungen, zum
Teil von weltberühmten Malern. Die Ausſtellung fand
hier lebhaftes Intereſſe und wurde aus allen Kreiſen
unſerer Bevölkerung recht gut beſucht. Beſonders ſtark
war der Andrang am letzten Sonntag nachmittag, an dem
Herr Lehrer Haſſinger aus Darmſtadt auf Veranlaſſung
des hieſigen Volksbildungsvereins einen feſſelnden
Vor=
trag hielt über den Zweck der Ausſtellung und den Wert
guter Bilder für Haus und Familie. Seine meiſterhafte
Erläuterung einer Reihe der ausgeſtellten Bilder erſchloß
den Beſuchern das Verſtändnis für die im Bilde
darge=
botene Kunſt und wurde wirkſam unterſtützt durch
Vor=
trag paſſender Volkslieder durch eine Schulklaſſe. Viele
Bilder wurden gekauft bezw. gewonnen und werden ſich
in unſeren Häuſern einbürgern; mögen ſie ihren Beſitzern
traute Freunde ſein. Die Ausſtellung zeigt den Weg, wie
der vielfach auch im Bilde dargebotene Schund erfolgreich
verdrängt werden kann: nicht mit bloßen
Abwehrmaß=
regeln, ſondern durch Darbietung und Verbreitung echter
und wahrer Kunſt. Das iſt praktiſche Arbeit im Dienſte
der Volkswohlfahrt.
Eberſtadt, 18. Sept.
(Odenwald=
Sänger=
bund.) Der Geſangverein „Männerquartett Harmonie‟
Eberſtadt, Mitglied des O. S.=B., hat für Sonntag, den
21. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, nach „Hotel Viktoria” in
Seeheim a. d B. die Geſangvereine der vorderen
Berg=
ſtraße und Umgegend zu einer gemeinſchaftlichen
Ver=
ſammlung zwecks Zuſammenſchluſſes der Vereine an den
Odenwald=Sängerbund, eingeladen. Herr Profeſſor
Autenrieth, Großh. Badiſcher Seminarmuſiklehrer aus
Heidelberg, wird über geſangstechniſche und Bundesfragen
referieren. Es dürfte ſomit ein Beſuch der Verſammlung
für die Vereine von großem Intereſſe ſein.
Eberſtadt, 18. Sept. (Unfall.) Vorgeſtern geriet
ein Knecht der Kaiſermühle mit einem anderen Knecht in
Streit. Währenddeſſen liefen die Pferde des Erſteren
mit einem ſchwer beladenen Wagen die Böſchung hinunter.
Das Fahrzeug prallte an der Mauer ſo heftig an, daß ein
Pferd auf der Stelle tot war und das andere leicht verletzt
wurde. Der Knecht iſt geflüchtet. Der Schaden beläuft
ſich auf zirka 1500 Mark.
Ober=Ramſtadt, 18. Sept. (Leichenfund.) In
einem benachbarten Teiche wurde die Leiche der Ehefrau
Heinz aufgefunden. Ueber die Urſache iſt noch nichts
feſtgeſtellt, doch nimmt man an, daß Selbſtmord vorliegt.
D. Groß=Gerau, 18. Sept. (Todesfall.) Im
Al=
ter von 72 Jahren ſtarb hier geſtern der frühere
Kirchendiener und Glöckner der hieſigen evangeliſchen
Kirche, Heinrich Lämmermann III. Er verſah dieſes Amt
über vierzig Jahre und lebte ſeit Anfang Januar 1912 im
wohlverdienten Ruheſtand. Außerdem übte er auch
bis zu ſeiner Penſionierung — während 21 Jahren in
hieſiger Gemeinde die Fleiſchbeſchau aus. Mit
Lämmer=
mann iſt wieder ein Teilnehmer der denkwürdigen Kriege
von 1866 und 1870/1871 aus dem Leben geſchieden.
Nauheim bei Groß=Gerau, 18. Sept. (Das
Fahr=
rad im Dienſte der Nächſtenliebe.) Eine ganz
eigenartige, ſehr dankenswerte Einrichtung hat der hieſige
Radfahrerverein „Eichenlaub” getroffen. Da am Platze
weder ein Arzt ſeinen Sitz hat, noch eine Apotheke im Ort
ſich befindet, ſo haben ſich die Mitglieder des Vereins
ver=
pflichtet, bei allen nachts eintretenden Krankheitsfällen von
Ortseinwohnern ſofort unentgeltlich für Herbeiholung der
ärztlichen Hilfe und der Medikamente zu ſorgen. Der
Reihe nach ſind ſtets zwei Radler für dieſe Hilfeleiſtung
beſtimmt. Ihre Namen ſind öffentlich an verſchiedenen
Stellen im Dorfe angegeben.
Rüſſelsheim, 18. Sept. (Voranſchlag der
Ge=
meindekaſſe.) Wie die Haushaltsvoranſchläge in
aufſtrebenden Induſtrieorten innerhalb weniger Jahre in
die Höhe gehen, zeigt deutlich die hieſige Gemeinde.
Wäh=
rend im Jahre 1890 hier noch die geringe Summe von
9584 Mark Gemeindeſteuer zur Beſtreitung der laufenden
Bedürfniſſe ausreichte, iſt die Gemeindeſteuer bis zum
Jahre 1910 auf 187328 Mark und von 1910 bis 1913 gar
auf rund 300000 Mark angewachſen. Der Steuerſatz
be=
trägt heute hier 138 Prozent der Staatsſteuer. — (Licht
und Waſſer.) In einer ſtark beſuchten
Volksverſamm=
lung wurde hier auch über die Frage der Verſorgung mit
Licht und Waſſer referiert. Die Lichtfrage iſt neuerdings
durch ein gemeinſames Bezugsabkommen der Gemeinde
und der Firma Opel geregelt worden. Dagegen iſt die
Frage der Verſorgung mit Waſſer noch nicht ſpruchreif.
Das Anerbieten der Stadt Mainz, durch ihr neues Werk
bei Hof Schönau die Gemeinde mit Waſſer zu verſorgen,
bezeichnete ein Redner als durchaus günſtig, doch iſt es
noch nicht entſchieden, ob die Gemeinde nicht ein Werk auf
eigene Koſten erbaut.
M. Stockſtadt, 18. Sept. (Pachtpreiſe.) Wie ſehr
die Pachtpreiſe der Aecker geſtiegen ſind zeigt die
Wieder=
verpachtung des Domanialgutes „Mühlwörth” in der
Stockſtädter Gemarkung. Dieſes Feld, der weſtlichſte Teil
unſerer Gemarkung, iſt beſonders der Hochwaſſergefahr
ausgeſetzt. So wurde 1910 die ganze Ernte vernichtet.
Dabei ſind Pachtpreiſe von 80 bis 90 Mark pro Los
—2 heſſiſche Morgen gelöſt worden. Dieſes zeigt von
dem Landhunger der Taglöhner, die ein ſolches Los für
12 Jahre ſich erwerben wollten. Es ſind über 1400 Mark
pro Jahr mehr gelöſt worden.
Offenbach, 18. Sept. (Gegen das
Marktſteher=
tum.) Das Großh. Polizeiamt hat, um dem
berüch=
tigten Offenbacher Marktſtehertum entgegenzuſteuern, eine
Polizeiverordnung für den
Straßengewerbe=
betrieb ausgearbeitet, nach der alle die Perſonen, die auf
öffentlichen Straßen und Plätzen der Stadt ihre Dienſte
anbieten wollen, der Erlaubnis des Polizeiamtes
bedür=
fen. Man war der Anſicht, daß die entworfenen
Beſtim=
mungen keine beſſeren Handhaben als die allgemeinen
ge=
ſetzlichen Vorſchriften bieten, gegen die ſchlimmen Elemente
unter dieſen Leuten vorzugehen; befürchtet aber, daß aus
irgendwelchen Gründen gerade zur Uebernahme von
Ge=
legenheitsarbeit gedrängten Leuten die Möglichkeit
ge=
nommen würde, ſich auf dieſe Art den Lebensunterhalt
zu verdienen. Diebſtahl und ſonſtige unerlaubte
Hand=
lungen wären dann die zu erwartenden Folgen.
Offenbach, 18. Sept. (Hausſuchung.) In der
Buchhandlung des Verlags des ſozialdemokratiſchen
Offen=
bacher Abendblattes iſt heute vormittag eine
polizei=
liche Hausſuchung vorgenommen worden. Geſucht
wurde auf Veranlaſſung der Elberfelder
Staatsanwalt=
ſchaft nach einer Broſchüre „Wer will unter die Soldaten,
ein Ratgeber für angehende Rekruten” von Philipp
Win=
nen, die im Verlag von Molkenbuhr u. Co. in Elberfeld
herausgegeben worden iſt. Es handelt ſich um eine Schrift,
in der die angehenden Soldaten aufmerkſam gemacht
wer=
den, wie ſie ſich in der Kaſerne zu verhalten haben, um
nicht mit den Vorgeſetzten in Konflikt zu geraten, und
welche Rechte und Pflichten ſie haben.
Heppenheim, 18. Sept. (Gemeinderatswahl.)
Bei der geſtrigen Wahl von 6 Gemeinderatsmitgliedern
wurden gewählt Müllermeiſter Schäfer mit 585, Stadtrat
Dorn mit 572, Stadtrat Gremm mit 541, Stadtrat
Hell=
riegel mit 512, Landwirt Heinrich Mai I. mit 462 und
Stadtrat Koob mit 456 Stimmen. Der letztere iſt
So=
zialdemokrat und nur für 3 Jahre gewählt. Die anderen
ſozialdemokratiſchen Kandidaten blieben in entſchiedener
Minderheit.
Lampertheim, 18. Sept. (
Landwirtſchaft=
liches.) Heute wurden hier die erſten Grumpen
ver=
wogen; bezahlt wurden für den Zentner 10 Mark. Der
Sandtabak iſt zum größten Teil bereits geerntet.
Schnittgut bringt geringen, in den beſten Fällen nur
hal=
ben, oft ſogar nur ein Viertel des normalen Ertrages.
Die Qualität ſcheint ſehr gut zu ſein, doch befriedigt die
Quantität in keiner Weiſe, und man hört vielfach, daß
die Bauern den Tabakbau aufgeben wollen, um Gurken
und Spargel anzubauen. Der Kartoffelertrag iſt
wieder ſehr gut. — (Ein ſeltener Gaſt.) Eine
Wirt=
ſchaft in der Viernheimer Straße erhielt einen ſeltenen
Beſuch. Ein Faſelochs ſollte in einen anderen Stall
ge=
bracht werden, wobei er ſich vom Treiber losriß
und in die Wirtſchaft lief. Er ſchleifte mehrere Perſonen
mit und verübte ziemlichen Unfug an den Gerätſchaften,
bevor man ihn feſtnehmen konnte.
Erbach, 18. Sept. (Reiche Zwetſchenernte.)
Wir haben hier einen reichen Zwetſchenſegen zu
erwar=
ten. Die Bäume hängen zum Brechen voll. Die
Zwet=
ſchenernte iſt jetzt in vollem Gang. Zahlreiche Händler
und Landwirte der Umgegend kaufen dieſelben in
kleine=
ren und größeren Quantitäten zum Preiſe von 5—6 Mark
pro Zentner.
Mainz, 18. Sept. (Jugendtag des
Jung=
deutſchlandbundes Bezirk Mainz.) Am 28.
September veranſtalten die im Bezirk Mainz
zuſammen=
geſchloſſenen Vereine des Heſſiſchen Landesverbandes des
Jungdeutſchlandbundes einen Jugendtag, zu dem die
Vorarbeiten bereits feſt im Gange ſind. Einladungen
ſind zu demſelben auch an den Großherzog und den
eif=
rigen Förderer der Jungdeutſchland=Bewegung
General=
feldmarſchall Freiherrn von der Goltz ergangen. Letzterer
hat ſein Erſcheinen beſtimmt zugeſagt und wird auch am
Konzerte.
mm. Der erſte der drei Klavierabende, welche der hier
bereits beſtens bekannte Klaviervirtuoſe Raoul von
Koczalski abſolviert, fand am Mittwoch abend im
Hotel „Zur Traube” ſtatt. Eigene Konzerte auch
berühm=
ter Künſtler, die ganz am Anfang der Konzertſaiſon
ſtatt=
finden, pflegen nicht ſehr beſucht zu ſein; trotzdem fand ſich
eine Anzahl von Muſikfreunden zu dem
Vortrags=
abend ein, die alle dargebotenen Tonwerke von
verſchie=
denen Komponiſten freundlich aufnahmen und mit
Bei=
fallsbezeugungen nicht kargten. Am Anfang ſtand L. van
Beethovens Cmoll=Sonate, Opus 111, die mit
vorzüg=
licher Technik klangvoll zu Gehör kam, doch hätte wohl der
Adagioſatz der Ariette etwas beſeelter vorgetragen
wer=
den können, denn gerade die einfachen, zarten Harmonien
müſſen ſich bei dem Zuhörer vorher ins Ohr einſchmeicheln,
um ihn dann durch alle rhythmiſch und koloriſtiſch
berei=
cherten Variationen die Melodie leicht verfolgen zu laſſen.
Die vier folgenden Stücke: Etüde (As), Berceuſe, Valſe
und Ballade von Chopin gehören zu Koczalskis
Spezia=
lität und mögen zum Teil ſeine vorgetragenen Stücke
eige=
ner Arbeit „Images fugantes” vier loſe
aneinanderge=
reihte recht gefällige Tonbilder günſtig beeinflußt haben.
Sie ſind gute Salonmuſik, die, von einem gründlichen
Ken=
ner des Inſtrumentes komponiert, angenehm klingen und
glatt vorübereilen.
Mit einem Variationenwerk von Schubert und
Schu=
manns Arabeske und Traumeswirren waren die
Roman=
tiker vertreten. Eine ſchöne, heute noch anſprechende
So=
nate von Händels Zeitgenoſſen Domenico Scarlatti und
die mit ausgezeichneter Bravour geſpielte La Campanella
von Liſzt ſchloſſen den Abend.
Feuilleton.
** König Manuels neues Heim. Fulwell=Park, das
in Twickenham gelegene neue Heim des Königs Manuel
und ſeiner jungen Frau, der Königin Auguſta Viktoria,
iſt jetzt gerüſtet, das junge Paar aufzunehmen; am kom=
menden Samstag wird der Oeffentlichkeit Gelegenheit
ge=
boten, den Park zu beſichtigen, und wahrſcheinlich wird
auch künftig dem Publikum jeden Samstag der Parkbeſuch
freigeſtellt werden. In der Innenausſtattung dieſer
Königswohnung herrſcht die Lieblingsfarbe König
Ma=
nuels vor: Kirſchrot. Das Boudoir der jungen
Köni=
gin iſt faſt ganz in Kirſchrot gehalten und König Manuels
Salon führt den Namen „Das rote Zimmer‟. In dem
Roſenzimmer zeigen nicht nur Teppich, Wandbekleidung
und Vorhänge ein dunkles Roſa, ſelbſt die weißen Möbel
weiſen roſige Intarſien auf. Jedes der 17 Schlafgemächer
führt einen beſonderen Namen nach der vorherrſchenden
Farbe der Einrichtung: das grüne Zimer, das blaue
Zim=
mer, das malvenfarbige Zimmer uſw. Der Ballraum
wird als Salon dienen; die Decke iſt prachtvoll ausgemalt,
handgemalte Seidenpaneele auf ſchwarzem Grunde
beklei=
den die Wände. Die hohen Bogenfenſter führen auf den
Wintergarten. Im Speiſezimmer fallen die prachtvollen
Shippendalemöbel auf, ſowie ein ſchöner Marmorfries.
Das „Morgenzimmer” zeigt einen prächtigen alten Kamin
aus dem 18. Jahrhundert mit ſchönem Gitterwerk. Die
Quelle, die dem Hauſe ſeinen Namen gegeben hat, iſt noch
vorhanden und liefert durch eine im Keller angebrachte
Pumpe ausgezeichnetes Waſſer.
C.K. Das kirchenreichſte Land der Welt. Die
Ver=
einigten Staaten bergen im Verhältnis zur Bevölkerung
die größte Anzahl von Gotteshäuſern. Nach einer neuen
Statiſtik zählt man hier nicht weniger als 192 759 Kirchen,
kleinere Kapellen und Betſäle nicht mitgerechnet; dieſe
Kirchen haben Sitze für 58 536830 Perſonen. Das
Ge=
ſamteigentum, das zu dieſen Kirchen gehört, beläuft ſich
auf 5 Milliarden Mark; die Höhe der Schulden beträgt
etwa die Hälfte dieſer Summe. Da es in den Vereinigten
Staaten eine große Menge verſchiedener Sekten und
Reli=
gionsgemeinſchaften gibt, ſo beſitzen Hunderte von kleinen
Städten und Flecken eine Zahl von Kirchen, die in gar
keinem Verhältnis zu ihrer Bevölkerung ſteht. Valley=
Falls z. B. ſtellt ſeinen 1500 Einwohnern 8 Gotteshäuſer
zur Verfügung, und Deruyter zählt bei einer Bevölkerung
von 538 Seelen 4 Kirchen. Den Rekord aber ſtellt wohl
der kleine Flecken Pittsford auf, der bei 435 Einwohnern
über 5 Gotteshäuſer verfügt. Unter den größeren Städten
beſitzt Albany im Staate Neu=York 77 Kirchen für 100 253
Einwohner, Troy 73 Kirchen bei 76813 Einwohnern und
Rutland 14 Kirchen bei 13 500 Einwohnern.
* Die Burg Hohenzollern ohne Beſatzung. Die
lang=
jährige Beſatzung der Burg Hohenzollern, eine
Konſtan=
zer Kompagnie, verläßt in den nächſten Tagen die Burg,
da die Garniſon für immer aufgehoben wird. Die
Garni=
ſon Burg Hohenzollern war eine der eigenartigſten und
teuerſten Garniſonen, da ſie ganz abſeits des Verkehrs
lag. Die Mannſchaften erhielten bis zur Neuordnung
der Servisverhältniſſe im Jahre 1912 Gardelöhnung, der
Schloßhauptmann hatte Anſpruch auf 720 Mark, die drei
Offiziere auf 432 Mark Stellenzulage im Jahre.
ml. Die neueſte Parole für die Schuh= und
Strumpf=
mode. Da die Röcke an Tages= und Abendkleidern noch
immer ſehr kurz bleiben, ja ausgeſprochene Neigung zur
weiteren Verkürzung zeigen, iſt der Phantaſie der
Fuß=
bekleidungskünſtler und Strumpffabrikanten Tür und Tor
geöffnet. Und ſie machen von der ihnen gewährten
Frei=
heit ergiebigſten Gebrauch! Die neueſte Modelaune will
es, daß zwei ſolch extremer Kleidungsſtücke, wie Hut und
Schuh es ſind, in Farbe und Material in Einklang ſtehen.
Das Automobil iſt letzten Grundes an dieſem
übertriebe=
nen Schuh= und Strumpfluxus ſchuld, denn dank dem
Kraftwagen kann eine holde Schöne alljetzo das Schuh=
und Strumpfwerk tragen, ohne Gefahr laufen zu müſſen,
dieſe Erleſenheiten zu beſchmutzen. Da der braune
Samt=
hut zum Liebling der Herbſtſaiſon erkoren worden iſt, ſo
iſt der Schuh mit dunkelbraunem Samteinſatz die Mode
des Tages. Aber auch die tiefrote Burgunderfarbe
be=
hauptet in der Hutmode ihren Platz, und demzufolge ſind
tiefrote Burgunderſchuhe das erkorene Ideal mancher
Schönen. Stiefel aus Antilopenleder, für den Winter mit
Pelz gefüttert, ſind ein weiteres Erzeugnis der
Herbſt=
mode. Aber neben ihm wird noch immer der weiße,
perl=
nuttergeknöpfte Tuchſtiefel mit ſchwarzer
Lackleder=
tmrahmung oder der graue Renaiſſance=Wildlederſchuh
mit gleichfarbiger Seidenſtickerei für hochelegant gelten.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. September 1913,
Nummer 220.
Feſtplatze eine Anſprache an die Jugend halten. Das
Programm iſt in kurzen Zügen folgendes: Sonntag,
vor=
mittags 10 Uhr, Vorführungen der Mainzer
Schwimm=
vereine; 11 Uhr. Auffahrt der Mainzer Rudervereine.
Nachmittags 2 Uhr Aufſtellung des Feſtzuges am
Schloß=
platz; ½3 Uhr Abmarſch durch die Straßen der Stadt am
Gouvernement vorbei zum Feſtplatz, der ſich hinter dem
Stadtpark befindet. Von 3 bis 6 Uhr Vorführungen aller
Art Turnen an verſchiedenen Geräten, Freiübungen,
Fuß=
ball= und andere Spiele Leichtathletik, Vorführungen
der Wandervögel uſw., Anſprache des Freiherrn von der
Goltz an die verſammelte Jugend. Nach 6 Uhr
gemein=
ſamer Rückmarſch nach der Stadt. Abends 8 Uhr
ein=
faches Abendeſſen im Kaſino „Hof zum Gutenberg” an
dem Freiherr von der Goltz, verſchiedene Ehrengäſte und
die Vorſtandsmitglieder der dem Mainzer Bezirk des
Jungdeutſchlandbundes angeſchloſſenen Vereine
teil=
nehmen werden.
* Mainz, 18. Sept. (Waſſer=
Rettungsko=
lonne.) Da in letzter Zeit wiederholt bei Unglücksfällen
auf dem Rhein Menſchenleben zum Opfer gefallen ſind,
wurde geſtern abend in einer Sitzung unter dem Vorſitz
des Oberbürgermeiſters die Bildung einer ſtändigen
Waſſer=Rettungskolonne beſchloſſen. Kolonnenführer Joſ.
Wallau begrüßte die Erſchienenen und wies auf das
ge=
meinnützige Werk hin. Er bezeichnete als Hauptziel die
Anſchaffung eines Motorbootes; dann müßten
Rettungs=
boote vorhanden ſein, die mit Rettungsringen, Stangen,
Kringeln ausgeſtattet ſind. Es wurden hierauf zum
Vor=
ſitzenden der Verſammlung Joſ. Wallau und zum
Schriftführer Hch. Wilh. Fleck gewählt. Fleck bemerkte,
daß beim Ueberholen der Steuerleute die Schlepper
ſtop=
pen müßten und nicht weiter fahren dürften, bis der
Nachen ſich vom Schiffe entfernt habe. Wenn ſolche
Be=
ſtimmungen nicht beſtänden, dann müßten ſie geſchaffen
werden. Spediteur Jung iſt der Anſicht, daß die kleinen
Fahrzeuge unter 50 Tons mit Rettungsringen, Stangen
uſw. ausgerüſtet werden, damit werde vieles erreicht.
Es wurde der Vorſchlag angenommen, daß zwei
Rettungs=
nachen, einer für das hieſige, der andere für das Kaſteler
Ufer, angeſchafft werden, die mit allen
Ausrüſtungsgegen=
ſtänden verſehen ſind. Im Falle der Not können dieſelben
jeden Augenblick von den Steuerleuten, die ja ſtändig den
ganzen Tag über am Ufer ſind, zur Rettung Verunglückter
benützt werden. Außerdem ſollen nicht allein am Ufer,
ſondern auch auf der Straßenbrücke Rettungsringe
ange=
bracht werden. Für den Waſſer=Rettungsdienſt, Anlegung
von Notverbänden, Belebungsverſuche, künſtliche Atmung
ſollen unentgeltliche Kurſe ſtattfinden und wird
Sanitäts=
rat Dr. Metternich dieſelben leiten. Es ſollen hierzu die
Hafenarbeiter und Bureauangeſtellten, die in den Hallen am
Ufer tätig ſind, gewonnen werden. Die Ausbildung
mit dem Kringel will Sauerzapf gern übernehmen, da er
praktiſche Erfahrung darin hat.
Mainz. 18. Sept. (Kinderausſagen.) Wie
wenig man auf Kinderausſagen geben kann, wird wieder
durch ein neues Beiſpiel bereichert. Ein 13jähriger Junge
aus Biebrich kam nachmittags vom Schulgang nicht zurück
und fand ſich erſt am anderen Tage früh gegen 5 Uhr bei
ſeinen Eltern wieder ein. Er erzählte dieſen, laut M. J.,
folgende Geſchichte: Auf dem Wege zur Schule ſei er von
mehreren Perſonen, die in einem ſchwarzen
Auto=
mobil ſaßen, aufgegriffen und mit nach Wiesbaden
ge=
nommen worden. Man habe ihn hinter Wiesbaden im
Wald abgeſetzt und dann laufen laſſen. Wie ſich
heraus=
geſtellt, hatte der Junge einfach die Schule geſchwänzt und
ſich dann in Wiesbaden bis zur ſpäten Nacht
herumgetrie=
ben Um der Strafe zu entgehen, hatte er die Geſchichte
er=
funden.
Worms, 18. Sept. (Die Auskunfts= und
Fürſorgeſtelle für Lungenkranke) hält ihre
nächſten unentgeltlichen Sprechſtunden wie folgt ab: In
Eich, Freitag, den 3. Oktober, vormittags 8.30—9.30 Uhr;
in Alsheim: Samstag, den 4. Oktober, vormittags von 10
bis 11 Uhr; in Oſthofen, Montag, den 6. Oktober,
vormit=
tags von 10—11 Uhr; in Weſthofen. Dienstag, den 7.
Ok=
tober, vormittags von 9—10 Uhr; in Pfeddersheim,
Mitt=
woch, den 8. Oktober, vormittags von 10—11 Uhr, und in
Gundersheim, Donnerstaa, den 9. Oktober, vormittags von
9—10 Uhr. Die Sprechſtunden werden jeweils im
Ge=
meindehaus abgehalten. — (In der
nichtöffent=
lichen Stadtverordneten=Verſammlung)
wurde beſchloſſen, vorbehaltlich der miniſteriellen
Geneh=
migung, den vorgelegten Entwurf einer Neuregelung der
Gehälter der Volksſchullehrer anzunehmen. Weiter wurde
beſchloſſen, auch die Gehälter der Realſchullehrer, ſowie
der Lehrerinnen an der höheren Mädchenſchule neu zu
regeln.
Worms, 18. Sept. (Schwerer Unfall.) Geſtern
mittag erlitt der 10jährige Franz Finger, Sohn des
Ar=
beiters Joh. Finger, beim Spielen an der Stadtmauer
am Torturm einen doppelten Schädelbruch. Der
Junge hatte mit anderen an einem von ihnen an dem
Balkongebälk befeſtigten Seil den Balkon erklettert und
dann oben ſich über die Brüſtung zu weit hinausgelehnt,
wobei er das Uebergewicht bekam und aus einer Höhe
von etwa 8 Metern abſtürzte. Er mußte in das ſtädtiſche
Krankenhaus gebracht werden. Der Knabe iſt ſeinen
Ver=
letzungen erlegen.
Oſthofen, 18. Sept. (Höhenfeuer.) Bereits ſind
Anregungen ergangen, daß auf allen Höhen in unſerer
Rheingegend am 18. Oktober, abends 8 Uhr, zu gleicher
Zeit alle Feuer entzündet werden. Auf Einladung des
Herrn Bürgermeiſters Schmitt hat ſich im Wiſſigſchen
Saale ein Ausſchuß gebildet, der ſich die Aufgabe ſtellt,
am 18. Oktober eine würdige Feier in die Wege zu leiten.
Am Morgen des 18. Oktober wird die Lehrerſchaft mit der
Schuljugend den Tag mit einer großen Schülerfeier in der
Turnhalle einleiten. Abends 7 Uhr treten die Oberklaſſen
der Schulen, die Vereine und ſonſtigen Feſtteilnehmer auf
dem Marktplatze und den anliegenden Straßen an zu
einem Fackel= und Lampionzug durch Bismarck= Haupt=
Dalberg= und Mühlgaſſe nach der Bechtheimer Höhe am
Schlittweg, wo ein Freudenfeuer abgebrannt werden ſoll.
Gießen, 18. Sept. (
Automobilverbindun=
gen.) Der Gemeinderat der Stadt Butzbach
beſchäf=
tigte ſich auf Antrag der Eiſenbahnkommiſſion mit der
Frage, ob es tunlich ſei, eine Geſellſchaft zu gründen, die
einen Automobilverkehr zwiſchen folgenden
Or=
ten herbeiführe: Von Butzbach nach Niederweiden, Nieder=
und Ober=Mörlen, Lamgenhain, Ziegenberg, Auerbach,
Hochweiden, dann Butzbachhauſen, Eſpa uſw. Die ganze
Strecke beträgt etwa 60 Kilometer. Es ſoll verſucht
wer=
den, das Kapital bei den beteiligten Gemeinden
aufzu=
bringen. Auf Antrag des Stadtrats Dr. Voigt wurde die
Sache der Finanzkommiſſion überwieſen.
(*) Butzbach, 17. Sept. Bürgermeiſter Flach machte
in der geſtrigen Gemeinderatsſitzung die erfreuliche
Mit=
teilung, daß die Stadtrechnung mit einem
Ueber=
ſchuß von rund 10500 Mark abſchließt, obwohl 2450
Mark als rückſtändig verzeichnet ſind. An alten
Kriegsſchulden hat die Stadt noch 53000 Mark zu
tilgen. Die Kriegsſchuld ſtammt aus der
napoleo=
niſchen Zeit und betrug damals 100000 Gulden. Der
Stadtvorſtand beſchloß, dem Antrag Oppenheimer gemäß,
die Summe durch eine Anleihe zu tilgen und die
Ange=
legenheit dem Finanzausſchuß zu überweiſen.
Büdingen, 18. Sept. (Exploſion.) In
Bleichen=
bach explodierte eine Büchſe Sprengpulver in dem
Augenblick, als der Steinbrucharbeiter Kraft die Wirkung
des Pulvers ſeiner Einquartierung erläutern wollte. Dem
Kraft wurden an der Bruſt und im Geſicht ſehr ſchwere
Brandwunden zugefügt. Wahrſcheinlich wird er auch das
Augenlicht verlieren.
Manöper des XVIll. Armeekorvs.
Die Schlacht bei Ulmbach.
F.C. Hauptquartier Hochwaldhauſen bei
Ilbeshauſen, 17. Sept. Heute hatte das 18. Armeekorps
unter Führung ſeines kommandierenden Generals,
Gene=
ral der Infanterie v. Schenck, unter Leitung des
General=
oberſt v. Eichhorn, gegen einen markierten Feind zu
ope=
rieren. Der Uebung lag die allgemeine Kriegslage zu
Grunde, daß eine rote Armee über die Kinzig nach Süden
zurückgegangen, bei dem Rückzug aber eine Stauung im
Kinzigtale eingetreten ſei. Um Zeit zu gewinnen, waren von
dem roten 20. und 21. Armeekorps je eine Diviſion
be=
ſtimmt worden, den Abmarſch zu ſichern; der linke Flügel
des roten 20. Armeekorps ſtand bei der Schmitt=Mühle
nördlich Kreſſenbach im Steinau=Bachtal. Die Diviſion
vom roten 21. Armeekorps lehnte ſich hier nach links an
und hatte eine befeſtigte Feldſtellung in Linie
Schlüch=
tern=Berg=Höhe 421, ſüdlich Ulmbach=Sarrod, beſetzt.
Dem blauen 18. Armeekorps, das auf der rechten Flanke
der blauen Armee von Crainfeld und Heiſters aus
vor=
ging, ward der beſondere Auftrag, die rote Stellung
an=
zugreifen.
Das blaue 18. Armeekorps trat mit der 21. Diviſion
heute früh 6 Uhr von Ober=Moos in der Richtung auf
Salz mit der 25. Diviſion von Gunzenau in der Richtung
auf Holzmühl den Vormarſch an. Die rote markierte
Di=
viſion des 21. Armeekorps hatte eine Kavallerie=Diviſion
unter Oberſt v. Glaſenapp Kommandeur der 21.
Kaval=
lerie=Brigade, auf Rabenſtein mit einer reitenden Batterie
und einem Zug Maſchinengewehr vorgetrieben. Die über
Salz und Radmühl vorrückende blaue 21. Diviſion zwang
die rote Kavallerie=Diviſion zum Rückzug auf Sarrod und
ging aus dem Aurora=Forſt vorbrechend in der Linie
Sarrod-Ulmbach gegen die linke Flanke der roten
Stel=
lung mit der 41. Infanterie=Brigade zum Angriffe vor.
Die blaue Artillerie, Regiment 63, hatte auf den Höhen
bei Rebsdorf Feuerſtellung genommen und nach
Schwäch=
ung der Verteidigungsartillerie die rote Stellung
er=
ſchüttert. Die 25. Diviſion griff von Neuſtall in den
Kampf ein, zumal „Rot” bei Ulmbach große Infanterie=
Truppenmaſſen zeigte. Der linke rote Flügel wurde gegen
12 Uhr mittags geworfen. „Das Ganze Halt” brach das
bei andauernd niedergehendem Regen ausgeführte Gefecht
ab. Das Manöver 1913 hatte ſein Ende erreicht.
Gene=
raloberſt v. Eichhorn hielt hierauf die Kritik ab.
Schlußbetrachtung.
Am Ende der diesjährigen Manöver mögen zum
Schluſſe noch einige kritiſche Bemerkungen folgen: Die
Marſchleiſtungen der Infanterie waren ganz
her=
vorragende. Die Infanterie=Regimenter Nr. 118 und 168
hatten gewaltige Märſche zu bewältigen, die ſie glänzend
ausführten, ohne Marode und Fußkranke. Auch die 3.
und 4. Kompagnie Pioniere 25 zeichneten ſich in dieſer
Beziehung beſonders aus. Legten dieſe beiden
Kompag=
nien doch am Tage des Gefechts bei Ulmbach am 10.
Sep=
tember rund 52 Kilometer zurück. Die feldgraue
Uniform, die von den Truppen mit Ausnahme der
Ar=
tillerie während des Manövers getragen wurde, bewährte
ich an Stelle der vielfarbigen früheren Uniformierung
evident. Ihre Farbe ſchmiegte ſich dem Gelände an und
hob ſich von Wieſe, Feld und Wald und ſonſtigem Anbau
nicht ab. Auch ihr Schnitt iſt praktiſch. Der
Umlege=
kragen an Stelle des ehemaligen hohen ſteifen am Halſe
anliegenden Kragens bringt der Truppe namhafte
Er=
leichterung. Auf der anderen Seite hat der Gebrauch der
feldgrauen Uniform im Manöver gezeigt, daß ſie nicht ſo
dauerhaft iſt als der blaue Waffenrock und die ſchwarzer
Tuchhoſe leichter fleckt und Regen durchläßt, aber ſchneller
trocknet als der blaue Uniformrock.
Die Luftaufklärung war während der
Uebun=
gen eine präziſe und die Erkundungsergebniſſe für die
Truppenführer wertvolle. Im Vergleiche zu den
Leiſtun=
gen der Flieger während des Korpsmanövers des 18.
Armeekorps bei Panrod und Dauborn im September 1911
muß feſtgeſtellt werden, daß unſer Flugweſen ſeitdem
be=
deutende Fortſchritte gemacht hat. Die Aufträge waren
auch ſo geſtellt, daß die Fliegeroffiziere ihre
Erkundungs=
ergebniſſe für die fechtenden Truppen tatſächlich nutzbar
machen konnten. Sie richteten ſich auf beſtimmte Dinge,
z. B. „Aufſuchen der Aufſtellung der feindlichen Artillerie
oder „Feſtſtellen, wo die Reſerven ſich befinden” ufw. Die
Truppen waren ihrerſeits auch den Fliegern gegenüber
geübt und nahmen ſchon beim Hörbarwerden eines Flie=,
gers Deckung und vermieden, wenn es nicht durchaus
er=
forderlich, gegen die Flugzeuge zu feuern, denn
Infan=
terie iſt manchmal nur dadurch von oben erkennbar, wenn
ſie ſich zum Feuern zuſammenrottet oder tatſächlich feuert,
Die Manöverproviantämter, die vom 9. bis
16. September in Schlüchtern und Birſtein untergebracht
waren. funktionierten einwandsfrei. Das von ihnen an
die Truppen verausgabte geſchlachtete rohe Fleiſch wurde
jedoch von den Mannſchaften nicht ſo gerne akzeptiert wie
die früher ausgegebenen Fleiſchkonſerven.
Zuletzt noch ein Wort über die Verpflegung der
Truppen in den Quartieren. Sie war, wie es bei einer
ſo „militärfrommen” Bevölkerung in Oberheſſen und in
den Kreiſen Hanau, Gelnhauſen und Schlüchtern nicht
an=
ders zu erwarten ſtand, durchaus gut, auch in dem
Kreiſe Büdingen. Alles was darüber Gegenteiliges in
den Tagesblättern geſtanden, hat ſich ein Berichterſtatter
glatt aus den Fingern geſogen.
Kunſtnotizen.
Uleber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nacht
ſtehenden Erwöhnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Sinfonie=Konzerte der Hofkapelle=
Das jetzt bekannt gewordene Geſamtprogramm der für die
kommende Saiſon geplanten 6 Hofmuſik=Konzerte
über=
raſcht durch eine Anordnung, die in mehr als einer
Hin=
ſicht den feſten Willen der maßgebenden Faktoren bekundet,
den höchſten neuzeitlichen Anforderungen an große
In=
ſtrumentalkonzerte gerecht zu werden. Zunächſt wird die
Tatſache, ſtatt wie ſeit einigen Jahren in zwei Konzerten,
nunmehr das Orcheſter in vier Aufführungen
erheblich zu verſtärken, allgemeiner freudiger
Zuſtim=
mung begegnen. Dieſe Idee, deren Durchführung einen
erheblich größeren Koſtenaufwand verurſacht, wird
natur=
gemäß das Intereſſe und die Teilnahme, die in den letzten
Jahren nicht immer auf wünſchenswerter Höhe ſtanden,
neu beleben und den Aufführungen erhöhte
Anziehungs=
kraft verleihen. Mehr noch als die erwähnte Maßnahme iſt
die zweite, die Wahl verſchiedener Dirigenten,
dazu angetan, den Konzerten die größtmöglichſte
Beteili=
gung zu ſichern. Außer Herrn Hofrat de Haan und dem
neuengagierten Hofkapellmeiſter Herrn Ottenheimer, welche
beide je zwei Konzerte dirigieren werden, ſind zur Leitung
je eines Konzertes die Herren Generalmuſikdirektor Fritz
Steinbach und Siegmund von Hausegger gewonnen
wor=
den. Steinbachs Bedeutung, die zu würdigen die
Darm=
ſtädter Muſikfreunde beim letzten Künſtlerfeſt im April
dieſes Jahres Gelegenheit hatten, iſt namentlich im Süden
und Weſten Deutſchlands ſo allgemein bekannt, daß über
dieſelbe männiglich unterrichtet iſt.
Aber auch
von Hausegger, der nach Kogel eine Reihe von Jahren
in rühmlichſter Weiſe die Frankfurter Muſeums=
Konzerte leitete, weiß man, daß die deutſche Tonkunſt
in ihm einen der vornehmſten und erleſenſten Meiſter des
Taktſtockes beſitzt. Dieſe Ueberzeugung ſteht namentlich
in allen Muſikerkreiſen unumſtößlich feſt. Hausegger wird
ſich in dem von ihm zu dirigierenden zweiten Konzert auch
als Komponiſt mit ſeiner ſinfoniſchen Dichtung „Wieland,
der Schmied”, vorſtellen. Ueber Programm und Soliſten,
die nicht minder eine glückliche Aufſtellung und Wahl
er=
kennen laſſen, wird demnächſt berichtet werden.
C Konzert Wilh. Backhaus. Es wurde ſchon
mitgeteilt, daß der Großh. Kammervirtuoſe Prof.
Wil=
helm Backhaus vor ſeiner großen Tournee durch
Eng=
land und Amerika, die ihn bis 1915 von Europa fernhalten
wird, ſich in einer Reihe von Konzerten verabſchieden
wird. Das erſte dieſer Abſg,seds=Konzerte wird am
4. Oktober im Städtiſchen Saalbau in
Darm=
ſtadt ſtattfinden. Profeſſor Backhaus wird für dieſes
Darmſtädter Konzert, das ein Ereignis von höchſter
Be=
deutung in der kommenden Muſikſaiſon unſerer Reſidenz
zu werden verſpricht, ein beſonderes Programm aufſtellen,
aus dem in erſter Linie hervorzuheben iſt: „Paganini=
Variationen” Brahms, das ſchwerſte Stück der Klavier=
Literatur, in deſſen Wiedergabe Backhaus ohne Rivalen
daſteht. Es wird ihm Gelegenheit geben, nochmals die
ganze Virtuoſität ſeines Könnens glänzen zu laſſen. Prof.
Wilhelm Backhaus iſt, ſeit wir ihn zuletzt in Darmſtadt
hörten, von Triumph zu Triumph geſtiegen. Die Größe
ſeiner Kunſt iſt, wie allgemein rühmend anerkannt wird,
daß der Künſtler trotz ſeines phänomenalen techniſchen
Könnens es ſtets vermeidet, mit ſeinem techniſchen
Virtuo=
ſentum zu prunken; daß er ſtets der wahre große
Künſtler=
bleibt, der in erſter Linie Muſiker von edelſtem Empfinden
iſt. So ſchreibt noch jüngſt die Neu=Yorker Staatszeitung
u. a.: . . . „Wer aus dieſen hingeworfenen Notizen den
Eindruck gewinnt, daß Backhaus ein Klaviertitane iſt, der
würde gewaltig irren. Im Gegenteil iſt dieſer
fortſtür=
menden Technik der nachdenkliche Blick und das vornehm
gezügelte Temverament beigegeben, die von jeder
über=
triebenen Kraftanſtrengung zurückhalten. Backhaus baut
ſeine Technik nicht aus Blöcken zu einem ragenden Walhall
Kunſthalle am Rheintor.
II.
E. A. Weber=Düſſeldorf.
Impreſſionismus in gutem Sinne offenbaren die
lei=
der nur wenigen Bilder von E. A. Weber. Leider, weil
ſie unter ſich ſehr verſchiedenartig und kaum ein
abſchlie=
ßendes Bild vom Schaffen des Künſtlers geben. In
eini=
gen ſeiner Bilder, die ebenfalls in verſchiedene Räume
verſtreut ſind, macht ſich eine Härte im Kolorit
bemerk=
bar, die den ſonſt klaren Farbeneindruck ſtört, in anderen
wieder zeigt das Kolorit eine zu laxe Ausdrucksform.
Der farbige Geſamteindruck der Bilder Webers iſt meiſt
gut. Die flotte, robuſte, aber lockere Technik iſt der Farbe
ſtets untergeordnet. So wollen dieſe Bilder natürlich
nur farbig geſehen ſein. Daß der Künſtler trotzdem die
zeichneriſche Durcharbeit der Formen nicht vernachläſſigt,
ſoll ihm hoch angerechnet werden. Das ſöhnt auch aus
mit dem faſt unmöglichen Gelb, das ſelbſt die heißeſte
Sonne Südfrankreichs nicht auf den vervutzten Pfeilern
und Flächen des „Ponts St. Benezet” hervorzuzaubern
vermag. Um hier zu einem einigermaßen richtigen
Farb=
ton zu gelangen, muß der Beſchauer den Standpunkt
ſehr weit entfernt nehmen. Uebrigens iſt dieſes
Avig=
noner Brückenbild das beſte der Kollektion, wenn es
vielleicht auch intereſſanter und vor allem charakteriſtiſcher
geworden wäre, wenn der Maler ſeinen Standpunkt am
anderen Ufer der Rhone gewählt hätte. Auch das
ſonnen=
erfüllte La ville close iſt ein feſſelndes Bild.
Hermann Georgi,
deſſen Domizil teils mit Berlin, teils mit Darmſtadt
unter den Bildern vermerkt iſt, hat im kleinen Raum VI
eine Kollektion Radierungen hängen, die, als Ganzes
be=
trachtet, ſehr bemerkenswert ſind und in Einzelheiten Er=
zeugniſſe bedeutenden künſtleriſchen Könnens enthalten
Es ſcheint zwar, als habe der Künſtler in einigen noch
nicht den notwendigen inneren Zuſammenhang zwiſchen
ſeiner Technik und deren künſtleriſcher Ausdrucksform,
doch ſind z. B. die realiſtiſch aufgefaßten beiden Aktſtudien
durchaus ſichere, in der Zeichnung hervorragende
Arbei=
ten. Unter den Landſchaftsſtücken laſſen viele kalt und
ſcheinen unklar in der Kompoſition, andere ſind voller
Stimmung, reif durchdacht und ſicher komponiert.
Paul Götz=Räcknitz
hat in Raum II drei Gemälde hängen, die in ihrer faſt
aufdringlichen Farbigkeit, vor allem in der lapidaren
Aus=
drucksform, ſich recht ſeltſam in der Geſellſchaft von
Thie=
manns weichen Zeichnungen ausnehmen. Es war ein
Fehler, dieſe Bilder in dem kleinen Raum aufzuhängen.
in dem nicht die Möglichkeit gegeben iſt, den Standpunkt
ſo entfernt zu nehmen, daß die hart und koloſſal kräftig
aufgetragenen Farben ſich zu inniger Harmonie des
Kolo=
rits einen. Sie ſind ſonſt ſicher farbig gut erfunden,
be=
ſonders das rechts vom Beſchauer hängende Gartenbild
birgt eine Fülle farbiger Reize und iſt von eindrucksvoller
maleriſcher Wirkung. Für den ruhigen Charakter eines
Wohnraumes ſind allerdings auch dieſe Bilder nicht
ge=
chaffen. — Mit
Fritz Decker=Darmſtadt
iſt die Reihe der Ausſteller dann erſchöpft. Der junge
Bildhauer hat im Treppenhauſe zwei Köpfe in Gips
ſtehen, fleißige Schularbeiten, die von guter Beherrſchung
der Formen reden, die aber in der Auffaſſung
konventio=
nell ſind und nicht ſonderlich viel von künſtleriſchem
Aus=
druck zu ſagen wiſſen.
M. St.
* Berichtigung. In dem vorgeſtrigen erſten Artikel
muß es in der letzten Spalte Zeile 19 von oben ſtatt
„wüſten” heißen: „ſchmutzig=weißen”.
Nummer 220.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19, September 1913.
Seite 5.
auf, ſondern eher zu einem Palaſt der Feenkönigin.
Dieſer=
art kommt ein Zug vornehmer Abtönung in dieſe
Künſtler=
ſchaft, der auch das Aeußerliche entſpricht.‟ Den
Karten=
verkauf für Darmſtadt regelt die Firma Gg. Thies
Nachf. (Leopold Schutter), Eliſabethenſtraße.
* Raoul von Koczalskis Chopin=Abend
Raoul von Koczalski, deſſen erſtes Konzert einen ſo
glän=
genden Verlauf nahm, gibt am Montag, den 22. Sept.,
einen „Chopin=Abend”, ausſchließlich den Werken des
un=
ſterblichen Tondichters gewidmet. Es iſt beſonders
inter=
eſſant, den großen Künſtler als Interpreten Chopinſcher
Muſik zu hören, denn bekanntlich gilt Herr von Koczalski
heutzutage als der berufenſte Deuter des Meiſters.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 17. Sept. Die
Kron=
prinzeſſin traf heute früh um 5½ Uhr in Berlin ein
und begab ſich in der achten Morgenſtunde nach dem
kron=
prinzlichen Palais. Sie wird von hier aus die Reiſe
nach Bremerhaven antreten, um am 18. September eine
Fahrt auf dem Lloyddampfer „Kronprinzeſſin Cecilie” zu
unternehmen. — Die 70= und 59jährigen
Ge=
ſchwiſter Emilie und Luiſe Daun, die am
Mon=
tag in ihrer Wohnung in Wilmersdorf Selbſtmord
ver=
übt haben, haben, wie jetzt bekannt wird, ein Vermögen
von mehr als einer Viertelmillion beſeſſen. Das geſamte
Vermögen iſt der Stadt Wilmersdorf vermacht, während
die beiden einzigen Verwandten, ein durchaus nicht in
glänzenden Verhältniſſen lebender Neffe und eine kranke
Nichte, enterbt werden. In dem Teſtament befindet ſich
ferner die Beſtimmung, daß die Beerdigung der
Schwe=
ſtern durch den Wilmersdorfer Magiſtrat beſorgt werden
ſoll. Für die Beiſetzung ſind 3000 Mark ausgeſetzt. Die
enterbten Verwandten beabſichtigen das Teſtament
anzu=
fechten, da die Schweſtern ſeit längerer Zeit anſcheinend
an Geiſtesſtörungen gelitten hatten. — Bei einem
heftigen Gewitter heute abend, das ſich beſonders
über Potsdam entlud, ſchlug der Blitz in zwei
Straßen=
bahnwagen. Beide Male wurden die Leitungsdrähte
zerſtört. Die Inſaſſen der Wagen blieben unverletzt.
Frankfurt a. M., 17. Sept. (Palmengarten.)
Unter den verſchiedenen Darbietungen des Palmengartens
ragen die Herbſtblumen im Anzuchtgarten beſonders
her=
vor und unter ihnen die Dahlien, die lebhaftes Intereſſe
erregen und auch verdienen. Das Verſuchsfeld der
Deut=
ſchen Dahlien=Geſellſchaft bietet ſo viel Neues und
Schö=
nes, daß es ſich wohl verlohnt, es zu beſichtigen und den
Farben= und Formenreichtum der Dahlien zu bewundern.
Man ſieht, welch ſchönen Schmuck die Dahlien für den
Garten abgeben, und kann auf dem Verſuchsfeld
beob=
achten, welche Sorten ſich für unſere Gegend eignen. Von
12 Züchtern aus ganz Deutſchland ſind insgeſamt 110
Sor=
ten ausgeſtellt, die jetzt in vollem Flore ſtehen. Auch
an=
dere Herbſtblumen fehlen nicht, ſo die ſtaudigen
Herbſt=
aſtern in reichem Sortiment, die eine ſo dankbare
Jarten=
zier bilden, dann die chineſiſchen Aſtern, bekannte Blumen
in ſchönem Farbenſpiel, und auch die frühblühenden
Va=
rietäten der Winteraſter, des Chryſanthemum. Sehr reich
iſt der Flor der Canna indica auf dem Raſen vor den
Schauhäuſern, die ein lebhafteres Farbenſpiel zeigen, auch
die Blumenparterre=Anlagen am Eingang prangen im
Herbſtflor, deſſen Vorzüge bei der wohl erwogenen
Zu=
ſammenſtellung voll zur Geltung kommen. Das tropiſche
Waſſerpflanzenhaus iſt noch immer ein
Hauptanziehungs=
punkt für die zahlreichen Beſucher des Gartens.
Hanau, 18. Sept. (Vermächtnis.) Der Stadt
Hanau iſt von der verſtorbenen Rentnerin Fräulein Marie
Kreis ein Vermächtnis von 65000 Mark für bedürftige
Perſonen zugefallen.
Kaſſel, 18. Sept. (Bei einer Bootsfahrt auf
der Werra) ſtürzte die ſiebenjährige Tochter des
Ober=
ſchweizers Gyſer in den Fluß. Bei dem Verſuch des
Va=
ters, das Mädchen zu retten, kenterte das Boot. Dieſer,
ſeine Tochter und der ebenfalls im Boote anweſende Sohn
ertranken.
Hamburg, 18. Sept. (Die Hamburger
Typhus=
fälle.) Es beſteht in wiſſenſchaftlichen Kreiſen kaum
ein Zweifel darüber daß die Infizierung der Elbe mit
Typhusbazillen auf die vor fünf Wochen in München
be=
obachteten Typhuserkrankungen zurückzuführen iſt. Dieſe
waren bekanntlich auf den Genuß von roher Milch
zurück=
zuführen, die von einem Bauer in Hoopte bezogen wurde.
Die Abwäſſer müſſen damals mit den Typhusbazillen in
die Elbe gekommen ſein und ſich dort vermehrt haben.
Für die Verſorgung der Stadt mit Trinkwaſſer, ſowie
für das Wohlergehen der Bewohner hat die Verſeuchung
der Elbe nichts zu ſagen, weil das Trinkwaſſer ja
wieder=
holt filtriert wird. Die Schließung der Badeanſtalten iſt
auf eine ſanitäre Maßregel zurückzuführen, um eine
eventuelle Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern
oder womöglich im Keime zu erſticken.
Hamburg, 18. Sept. (Unterſchlagungs=
Affäre.) Zu der Verhaftung des Oberinſpektors
Sib=
bers der Hamburg=Südamerikaniſchen Dampfſchiffahrts=
Geſellſchaft und des Vorſtehers des Heuer=Bureaus von
derſelben Geſellſchaft, John Stehr, wird weiter berichtet,
daß die Verhafteten von dem Kriminalkommiſſar
vernom=
men wurden. Beide wurden dem
Unterſuchungsgefäng=
nis zugeführt. In die Angelegenheit ſoll eine ganze
Anzahl Offiziere der Geſellſchaft inſofern verwickelt ſein,
als ſie gezwungenermaßen ihre Unterſchrift leiſten
muß=
ten, wodurch es dem Oberinſpektor möglich wurde, eine
höhere Heuer für angeheuerte Leute der Geſellſchaft in
Rechnung zu ſtellen, als ſie wirklich bezogen. Soweit bis
jetzt feſtgeſtellt iſt, haben die beiden Beſchuldigten die
Geſellſchaft um 800000 Mark betrogen. Die anfänglich
angenommene Summe von 500000 Mark iſt auf Grund
der Vernehmung weiterer Zeugen, namentlich der
Offi=
ziere, um weitere 300000 Mark geſtiegen. Die
Betrüge=
reien datieren viele Jahre zurück und wurden ſchon vor
etwa 5 Wochen entdeckt, doch deckten die Mitalieder des
Aufſichtsrats unter der Hand aus eigenen Mitteln den
Fehlbetrag, ſo daß die Aktionäre nicht geſchädigt waren.
Als die Unterſchleife bekannt wurden, verließ Sibbers
als gekränkter Mann das Kontor, nachdem er ſich als
ver=
folgte Unſchuld hingeſtellt hatte. Die Machenſchaften
wurden aber durch umfangreiche Nachforſchungen
auf=
geklärt.
Rathenow, 18. Sept. (Die Prinzeſſin
Vik=
toria Luiſe) ſiedelt heute nach Potsdam ins Neue
Pa=
lais über. Prinz Ernſt Auguſt traf in der letzten Nacht
im Automobil aus dem Manöver hier ein. Das
Prinzen=
paar fährt mit dem Zug um 3.09 Uhr ab. Von Potsdam
begibt ſich der Prinz ſofort ins Manövergelände.
Dresden, 17. Sept. (Automobilunfall.) Das
Automobil des Grafen Einſiedel verunglückte bei
Großen=
hain im Nebel. Der Graf und der Chauffeur ſind leicht
verletzt, das Befinden der Gräfin iſt hoffnungslos.
Klauſenburg, 17. Sept. (Filmunglück.) Eine
Filmgeſellſchaft ließ eine Aufnahme von einem ungariſchen
Volksſtück machen, worin bei der Ueberfahrt über einen
Fluß ein Umkippen des Bootes vorgeſchrieben iſt. Die
Szene wurde in Gegenwart von vielen Tauſenden von
Zuſchauern vor der Mühlenſchleuſe des Szamos=Fluſſes
ausgeführt. Plötzlich wurden die aus dem umgeſtürzten
Boot ins Waſſer gefallenen zehn Schauſpieler gegen
die Mühlenräder geſchleudert. Beherzte Zuſchauer
ſprangen hinzu und retteten alle; mehrere wurden ſchwec
verletzt, eine Schauſpielerin iſt geſtorben.
Bern, 17. Sept. (Abgeſtürzt.) Eine aus drei
Herren und einer Dame beſtehende Touriſtenkolonne
be=
ſtieg am letzten Freitag den Pilatus in der
Bernina=
gruppe. Sie wurden zuletzt am Samstag früh geſehen.
Die am Montag aufgebrochenen Rettungskolonnen
kehr=
ten wegen des Schneeſturms unverrichteter Dinge um.
Am Dienstag brachen zwei große Führerkolonnen auf und
fanden die Touriſten tot in einer Gletſcherſpalte
auf. Die Leichen ſind geborgen worden. Die Toten ſind
zwei Herren und eine Dame aus Samaden und der
dreißigjährige Kurgaſt Milzewsky aus Berlin.
Gent, 18. Sept. (Feuer in der Ausſtellung.)
In der Ausſtellung brach heute um Mitternacht im
Re=
ſtaurant „Rheinland” Feuer aus, das ſich auf den
Pavil=
lon der Konditoren, Bäcker und Burgerſhuis ausdehnte.
Vier Pavillons ſind verbrannt, ebenſo auch ein
Privat=
haus am Boulevardpark. Nach einſtündiger Arbeit konnte
das Feuer gelöſcht werden.
Madrid, 18. Sept. (Rätſelhafter Mord.) Der
unter ſeltſamen Umſtänden erfolgte Tod des Deputierten
Marquez del Valle de la Renia erregt lebhaftes Aufſehen
Der Marquis jagte mit einer zahlreichen Geſellſchaft auf
ſeiner Beſitzung San Lucar, als plötzlich aus dem Dickicht
zwei Schüſſe knallten. Wenige Augenblicke ſpäter wurde
del Valle mit zwei Kugeln im Kopfe tot aufgefunden.
Man hält einen Selbſtmord für völlig ausgeſchloſſen und
neigt der Anſicht zu, daß es ſich um einen Unglücksfall
handelt, deſſen Urheber bisher noch unbekannt
geblie=
ben iſt.
Die Jubelfeier der Ludwig=
und Aliee=Stiftung.
* Beim Feſteſſen, an dem etwa 150 Perſonen
teil=
nahmen, wurde noch eine Reihe von Trinkſprüchen
ge=
wechſelt. Der Vorſitzende Kaßlick gedachte des
Großher=
zogspaares, beſonders des Geburtstages der Frau
Groß=
herzogin, und brachte ein Hoch auf das hohe Paar aus.
Herr Senz ſprach auf die Schulabteilung, Hauptlehrer
Huff auf die Kreisſchulkommiſſion, Hauptlehrer Löſch
auf die Stadt Darmſtadt, Schulrat Scherer gedachte mit
bewegten Worten noch einmal der Verdienſte Kaßlicks
und Lehrer Grimm der Frau des Vorſitzenden, Frau
Kaßlick, und teilte dabei mit, daß auf ihre Anregung hin
Herr Kaßlick zu der Lehrertöchter=Stiftung einen Beitrag
von 1000 Mark beigeſteuert habe. Mit begeiſtertem
Bei=
fall wurde dieſe Mitteilung aufgenommen, zeige ſie doch
aufs neue, zu welchen Opfern dieſer ſeltene Mann bereit
iſt, wenn es gilt, die Not im heſſiſchen Lehrerſtand zu
lindern. Wenn etwas geeignet war, die Feier gut
abzu=
ſchließen, ſo war es dieſe Nachricht, wirkte ſie doch wie
ein ſtilles heiliges Verſprechen, auch in Zukunft alles
daran zu ſetzen, daß das Lieblingswerk der heſſiſchen
Leh=
rer, die Ludwig= und Alice=Stiftung, auch weiter ſtrebe,
immer Vollkommeneres zu leiſten.
Trotz des ſchlechten Wetters fanden ſich zahlreiche
Teilnehmer zu einem Gang auf den Friedhof zum
Beſuch der Gräber des Gründers und der früheren Leiter
der Stiftung zuſammen. Am Grabe Johann Schmitts
legte Hauptlehrer Kaßlick mit einer kurzen Anſprache, die
mit dem Gelöbnis ſchloß, im Geiſte Schmitts für unſex
Volk allezeit zu wirken und zu arbeiten, einen
Lorbeer=
kranz nieder. Auch an den Gräbern der früheren Leiter,
Bernhard, Huth. Sauerwein, des langjährigen Rechners
Wißmann und des früheren Obmanns des Landes=
Leh=
rervereins Backes, fand Kaßlick Worte der Anerkennung
und des Dankes für all die treue Arbeit der nun im
Grabe Ruhenden.
Luftfahrt.
Ein Flug=Omnibus.
* Im vorigen Monat kam aus Rußland die Nachricht,
daß es dem Flieger Sikorsky gelungen ſei, mit einem
Flugzeug eigener Bauart mit ſieben Begleitern an Bord
die bisherige Höchſtleiſtung des Deutſchen Faller
bedeu=
tend zu überbieten. Während Faller auf einem Aviatik=
Flugzeug mit ſieben Mitfahrern ſich 6 Min. 48 Sek. in
der Luft gehalten hatte, konnte der Ruſſe ſeinen Flug auf
Stunde 58 Min. ausdehnen. Dasſelbe Flugzeug iſt
dann auch mit 12 Fluggäſten an Bord aufgeſtiegen und
hat mit ihnen einen Flug von mehr als einer Viertelſtunde
Dauer ausgeführt. Beide Leiſtungen übertreffen ſomit
weſentlich alles in dieſer Art bisher Erreichte. Sie ſind
aber beſonders intereſſant, weil für einen zukünftigen
Luft=
verkehr derartige Luftomnibuſſe, die gleichzeitig eine
grö=
ßere Anzahl von Perſonen zu befördern imſtande ſind,
außerordentlich wertvoll werden müßten. Aber auch heute
ſchon, wo die Flugzeuge nur erſt für militäriſche Zwecke
praktiſchen Wert beſitzen, ſchafft ein ſo großes
Tragver=
mögen bedeutende Vorteile. Es wird dadurch möglich
Flugzeugen, die für die Zerſtörung wichtiger Anlagen
be=
ſtimmt ſind, eine weit größere Menge von
Abwurfmuni=
tion mitzugeben als bisher. Man wird dadurch in
Zu=
kunft auch Anlagen von ſtärkerer Bauart mit Flugzeugen
bekämpfen können, gegen die jetzt noch Luftſchiffe angeſetzt
werden müſſen, deren Tragvermögen allerdings auch
die=
ſem neuen Flugzeugtyp gegenüber noch um ein Vielfaches
überlegen bleibt.
Die erzielten Erfolge verdienen aber um ſo mehr
be=
merkt zu werden, weil ſie, wie es jetzt bekannt wird. mit
einem Fluazeug erreicht worden ſind, das den ſonſt
ge=
bräuchlichen Typen gegenüber ganz weſentliche
Abweichun=
gen in der Bauart beſitzt. Das Flugzeug von Sikorsky iſt
der größte und ſchwerſte Flugdrache, der bisher geflogen
iſt. Es iſt ein Doppeldecker, der in ſeiner Geſamtanlage
an den bekannten Farmantyp erinnert. Die Länge beträgt
20 Meter, die Spannweite 28 Meter, der Flächeninhalt
120 Quadratmeter. Die untere Tragfläche hat etwa 5
Me=
ter Spannweite weniger als die obere. Das Gewicht
die=
ſes Rieſenflugzeuges beträgt ohne alle Nutzlaſt und
Be=
triebsſtoffe nicht weniger als 2700 Kilogramm, alſo
drei=
bis viermal ſo viel wie das der meiſten heute in Betrieb
befindlichen Flugzeuge. Angetrieben, wird der
Doppel=
decker durch vier deutſche Argusmotoren von je 100
Pferde=
kräften. Dieſe ſind nebeneinander über der unteren
Trag=
fläche eingebaut, und zwar eigenartigerweiſe ſo daß die
Mitte des Flugzeuges für die Mitfahrenden vollſtändig frei
bleibt, und treiben je eine Schraube unmittelbar an. Da
es aber Schwierigkeiten gemacht hat, die Umlaufszahl der
vier Motoren miteinander in Einklang zu halten, ſollen
jetzt alle vier Motoren an einer durchgehenden
Verbin=
dungswelle wirkſam gemacht werden. Die Geſchwindigkeit
des Flugzeuges beträgt 80 bis 90 Kilometer in der Stunde.
Für die Aufnahme der Beſatzung iſt eine geſchloſſene
Ka=
bine in die Mitte der beiden Tragflächen eingebaut, aus
der man durch Celluloidfenſter nach vorn und nach beiden
Seiten Ausblick erhält. Die Begleiterſitze befinden ſich in
drei Reihen hintereinander, jedoch iſt es auch möglich, in
der Kabine während des Fluges umherzugehen. Im
hin=
teren Teil der Kabine ſind Geber und Empfänger für
drahtloſe Telegraphie eingebaut. Die Antenne iſt über die
Tragfläche und von ihr zur Schwanzfläche geſpannt. Vor
der Kabine ſind ein Maſchinengewehr und zwei Azetylen=
Scheinwerfer aufgeſtellt.
Der wunde Punkt des ganzen Flugzeuges iſt
we=
gen des großen Gewichts das Anlaufgeſtell.
Ob=
wohl das ſtärkſte Material verwandt iſt und vier Kufen
und vier kunſtvoll gefederte Räder zur Verſügung ſtehen,
laſſen ſich Aufſtieg und Landung ohne Beſchädigung nur
auf feſtem Boden vornehmen. Weiter aber wird die
Aus=
wahl eines geeigneten Landungsgeländes dadurch
er=
ſchwert, daß An= und Auslauf des Flugzeuges Strecken
von mehr als 200 Meter Länge erfordern. Dieſe letzte
Eigentümlichkeit weiſt deutlich darauf hin, daß die Zeit
für derartige Luftomnibuſſe erſt gekommen ſein wird,
wenn die Zuverläſſigkeit der Motoren ſoweit geſteigert iſt,
daß unfreiwillige Zwiſchenlandungen ausgeſchloſſen ſind.
Bis dahin hat es noch lange Weile. Nichtsdeſtoweniger
haben die Arbeiten Sikorskys, die auch mit Beſtellungen
durch die ruſſiſche Heeresverwaltung belohnt worden ſind,
für heute ſchon ihren großen Wert. Sie haben bewieſen.
daß es möglich iſt, mit ſo großen Flugzeugen zu fliegen,
ſie haben aber auch die Schwierigkeiten gezeigt, die bei dem
noch unvollkommenen Stand des Motorenbaues heute
der=
artigen Beſtrebungen im Wege ſtehen. (Köln. Ztg.)
Die „Viktorig Luiſe”.
* Baden=Oos, 18. Sept. Das Luftſchiff „
Vik=
toria Luiſe” iſt heute morgen 7,20 Uhr zur Rückfahrt nach
Frankfurt a. M. aufgeſtiegen und hat um 7,50 Uhr in
flotter Fahrt Karlsruhe in nördlicher Richtung paſſiert.
— Um ½10 Uhr überflog die „Viktoria Luiſe” in mäßiger
Höhe von Süden nach Norden Darmſtadt.
* Frankfurt a. M., 18. Sept.
Das Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” das heute morgen 7,20 Uhr von
Baden=Oos aufgeſtiegen war, erſchien um 10 Uhr über
Frankfurt a. M. und landete glatt um 10,25 Uhr. Es
wird vorausſichtlich den Herbſt über in Frankfurt a. M.
bleiben.
Calais-Berlin.
* Calais, 17. Sept. Der deutſche Flieger
Fried=
rich landete mit ſeinem Fluggaſt, dem Konſtrukteur
Etrich, um 5,20 Uhr nachmittags. Beide wollen morgen
nachmittag nach Berlin zurückkehren.
* Frankfurt a. M., 18. Sept. Die Großherzoglich
Heſſiſche Vereinigung für Luftfahrt veranſtaltet
am Sonntag, den 28. September, in einem Zeppelin=
Luft=
chiff einen Rundflug von Frankfurt aus. Die
Ab=
fahrt von hier erfolgt um 10 Uhr vormittags und geht
über den Taunus nach Mainz, von Mainz Abfahrt 11,10
Uhr durch das Nahetal, die Rheinpfalz nach Worms, von
Worms Abfahrt 12,15 Uhr über die Bergſtraße nach
Darm=
ſtadt und von Darmſtadt Abfahrt um 1,30 Uhr über
Aſchaffenburg nach Frankfurt zurück.
HB. Frankfurt a. M., 18. Sept. Ein mit zwei
Perſonen beſetzter Doppeldecker der Eulerſchen
Flugzeug=
werke, welcher Dienstag abend Probeflüge unternahm,
mußte gegen 7½ Uhr abends aus einer Höhe von 300
Metern im ſteilen Gleitfluge im Felde bei Griesheim
heruntergehen, da der Motor ausſetzte. Beim Landen
überſchlug ſich der Apparat und wurde beſchädigt,
während der Flieger und ſein Begleiter unverletzt
davon=
kamen. Der Apparat blieb über Nacht auf freiem Felde.
Nachdem der Schaden ausgebeſſert war, wurde das
Flug=
zeug auf dem Luftwege nach dem Euler=Flugplatz
zurück=
gebracht.
* Köln, 18. Sept. Der Flieger Sequin iſt um 11¾
Uhr zum Weiterflug nach Paris aufgeſtiegen.
HB Landsberg a. d. Warthe, 18. Sept. Der
Schneidemühler Flugſtützpunkt wird als erſter
Preußens am 9. Oktober in Anweſenheit des Herzogs
Ernſt Günther von Schleswig=Holſtein und des
Kriegs=
miniſters ſeiner Beſtimmung übergeben werden.
HB Brüſſel, 18. Sept. Der belgiſche
Militär=
flieger Leutnant Godefroid, der am Dienstag auf dem
Flugfelde bei Antwerpen mit ſeinem Apparat ſo
unglück=
lich landete, daß er vom Sitz geſchleudert wurde und eine
Gehirnerſchütterung erlitt, iſt im Antwerpener
Militär=
hoſpital geſtorben.
* Petersburg, 18. Sept. Der Flieger
Pop=
lawko iſt 177 Werſt von Petersburg entfernt
abge=
ſtürzt. Da der Apparat zertrümmert iſt, hat er
den Weiterflug aufgegeben.
Der Automobilunfall des
Militär=
attachés v. Winterfeldt.
* Griſolles 17. Sept. Der deutſche Militärattaché
v. Winterfeldt iſt operiert worden. Die Aerzte
ſtellten feſt, daß die Blaſe unverletzt iſt. Es handelt ſich
um einen Harnleiterbruch. Die Operation, die in
der Narkoſe vorgenommen worden iſt, dauerte 50
Minuten und ſcheint geglückt zu ſein. Der Puls iſt gut.
Sein Zuſtand hat ſich anſcheinend gebeſſert. Nach Anſicht
des Oberſtabsarztes wird v. Winterfeldt in einem Monat
wiederhergeſtellt ſein, ſofern keine Komplikationen, die
mit einem Beckenbruch häufig ſind, eintreten.
18. Sept. Der Zuſtand des deutſchen
Mili=
tärattachés iſt immer der gleiche. Geſtern abend und
im erſten Teil der Nacht war ſein Befinden ſehrſchlecht.
In einem Augenblick hatten die Aerzte ernſte
Beſorg=
niſſe. Um 4 Uhr morgens trat eine leichte Beſſerung ein.
Die Prognoſe iſt noch ſehr zurückhaltend.
* Griſolles. 18. Sept. Heute vormittag
über=
brachte General Curiéres de Caſtelnau, der Souschef des
großen Generalſtabes, namens des Präſidenten der
Re=
publik dem deutſchen Militärattaché Oberſtleutnant von
Winterfeld die Inſignien eines Offiziers der
Ehrenlegion und erteilte die Akkolade.
Oberſtleut=
nant v. Winterfeld bat den General, dem Präſidenten
ſei=
nen herzlichſten Dank auszudrücken.
* Griſolles, 18. Sept. Die leichte
Beſſe=
rung im Zuſtande v. Winterfelds hält an. Der Kranke
trägt ſeine Leiden ſehr tapfer.
* Paris 18. Sept. Der deutſche Geſchäftsträger
Bot=
ſchaftsrat v. Radowitz hat im Auftrage und namens
ſeiner Regierung dem franzöſiſchen Miniſter des Aeußern
den Dank für die teilnahmsvolle Fürſorge ausgedrückt,
welche der Präſident der Republik ſowie die franzöſiſchen
Militär= und Zivilbehörden dem deutſchen Militärattaché
. Winterfeld zuteil werden ließen.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. September 1913.
Nummer 220,
Trambahnunglück.
* Nizza, 18. Sept. Drei Wagen der von Cagnes
nach Graſſe führenden elektriſchen Bahn
ent=
gleiſten und ſtürzten in eine 15 Meter tiefe Schlucht. Es
ſollen 12 Perſonen getötet und 30 verletzt worden
ſein. Die Rettungsarbeiten ſind wegen des Regens und
des in der Schlucht angeſammelten Schlammes ſehr
ſchwierig. Unter den Toten befinden ſich drei
Unteroffi=
ziere und ein Korporal. Die Bahn beförderte geſtern
zahl=
reiche Soldaten.
* Paris, 18. Sept. Nach einer Meldung aus
Nizza ſind die bei dem Trambahnunglück bei Graſſe
getöteten 12 Reiſenden zumeiſt Alpenjäger.
Außerdem befinden ſich unter den Toten mehrere Frauen,
ſowie der Gymnaſialprofeſſor Clary aus Nizza. Man
befürchtet, daß unter den Wagentrümmern noch die
Lei=
chen dreier Frauen und mehrerer Soldaten liegen.
Der Neu=Vorker Mord.
* Neu=York, 17. Sept. Kriminalbeamte haben
feſtgeſtellt, daß der Prieſter Schmidt drei Tage nach
der Mordtat eine andere Wohnung unter falſchem Namen
mietete. Die Polizei fand ferner Beweiſe, daß Schmidt
400 Dollars aus der Oſter=Kollekte der St. Joſephs=Kirche
geſtohlen und auch einen ihn beſuchenden Prieſter
be=
ſtohlen hat. Schmidt erklärte, die Aumüller habe nichts
von ſeinem Plane, die ſoziale Frage durch Herſtellung von
Geld für alle Armen zu löſen, gewußt.
H. B. Neu=York, 18. Sept. Der Kaplan Schmidt
entpuppt ſich im Laufe der polizeilichen Nachforſchungen
als ein immer größerer Verbrecher. Jetzt will
man auch ſehr erheblichen Grundſtücksſchwindeleien durch
ihn auf die Spur gekommen ſein. Ferner hat er
Kirchen=
gelder unterſchlagen. Die in Zeugenhaft befindliche
Freun=
din des verhafteten Zahnarztes Muret der vom
Polizei=
inſpektor Faurot für einen Bruder Schmidts gehalten
wird, erzählt, daß die Aumüller dem Schmidt mit
Bloß=
ſtellung gedroht habe, wenn er ſie nicht vor der Geburt
des Kindes heirate. Schmidt „praktizierte” auch als Dr.
Moliére, unter welchem Namen er ungeſetzliche
Operatio=
nen an Frauen vornahm. Er bleibt nach wie vor dabei,
bei allen Schurkereien auf Gottes Befehl gehandelt zu
haben.
* Aſchaffenbura, 18. Sept. Der mit dem Kaplan
Schmidt verhaftete Muret ſoll ein Vetter von
Schmidt ſein, Adolf Müller heißen und aus Mainz
ſtammen. Beide waren früher verfeindet, ſpäter aber
wurden ſie Freunde. Müller iſt gelernter Kaufmann und
iſt ſpäter nach Hamburg gegangen.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 17. September. Auftrieb durch Händler 140
Schweine, durch die Bezugsvereinigung 00 Schweine.
Preiſe: 1. Qual. (Schlachtgewicht 50 Kilogramm) 83 Mk.,
2. Qual. 82 Mk., 3. Qual. 81 Mk. Marktverlauf: Lebhaft,
geringer Ueberſtand. — Schweinemarkt am 18.
Sep=
tember. Auftrieb durch Händler 151 Schweine, durch die
Bezugsvereinigung 00 Schweine. Preiſe: 1. Qual.
(Schlachtgewicht 50 Kilogramm): 83 Mk., 2. Qual. 82 Mk.,
3. Qual. 81 Mk. Marktverlauf: Flott, geräumt. —
Käl=
bermarkt am 18. September. Auftrieb durch Händler:
139 Kälber, 1 Ziege. Preiſe je nach Qual. (
Lebend=
gewicht 50 Kilogramm) 56—67 Mk. Marktverlauf:
Lebhaft.
— Frankfurt a. M., 18. Sept.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: Rinder 110 Stück,
darunter 27 Ochſen, 2 Bullen, 81 Färſen und Kühe; Kälber
784, Schafe 165, Schweine 1657 Stück. Preiſe für 50
Kilo=
gramm Lebendgewicht: Kälber: Feinſte Maſt= (Vollm.=
Maſt) und beſte Saugkälber 66—70 Mark (Schlachtgewicht
112—117 Mark); mittlere Maſt= und gute Saugkälber 60
bis 66 Mark (110—112); geringere Saugkälber 55—60 Mk.
(93—102). Schafe: Maſtlämmer und jüngere
Maſtham=
mel 45—46 Mark (94—96); ältere Maſthammel und gut
genährte Schafe 36 Mark (86). Schweine: Fettſchweine
über drei Zentner Lebendgewicht 62—65 Mark (80—82);
vollfleiſchige Schweine über zweieinhalb Zentner Lebend=
Großherzogliches Hoftheater.
Donnerstag, 18. September,
Die Fledermaus.
W-l. Die Aufführung der „Fledermaus” zu Anfang
der Saiſon war wohl, um in politiſchem Stil zu reden,
ein Verſuchsballon, um die Probe zu machen auf die
Stimmung des Publikums für die Operette in dieſer
Saiſon. Daß dieſe Stimmung die gleiche, andauernd
günſtige geblieben iſt, hat die heutige Aufführung bewieſen,
wenn es auch voreilig wäre, aus dieſer muſikaliſch
be=
deutendſten Operette einen Schluß auf die ſüßlich=ſeichten
Machwerke der letzten Jahrzehnte zu ziehen.
Die Aufführung, die in demſelben ſtil= und
ſchmuck=
vollen Rahmen erfolgte, wie in der vorigen Saiſon,
ver=
lief ſehr animiert. Das eheirrende Eiſenſteinſche Paac
war heute durch Herrn Weber und Frau Becker
ver=
treten. Herr Weber, bisher der beſte Eiſenſtein, füllte
ſeinen Platz repräſentativ, darſtelleriſch und geſanglich viel
beſſer aus, als ſeine jüngeren Kollegen, für die er
vor=
bildlich ſein kann. Frau Becker, deren öſterreichiſcher
Dialekt zu den Wiener Operetten nicht übel paßte
be=
wegte ſich mit großer Sicherheit im Stil der leichten
Operette. Ihre Stimme, die einen ausgeſprochenen
Sou=
brettencharakter trägt, wird auch höheren Anforderungen
bezüglich der Trag= und Ausdrucksfähigkeit gerecht,
Eine liebenswürdige und pikante Verkörperung hatte die
durchtriebene Adele in Frau Beling=Schäfer
er=
halten, die, ſehr lebendig im Spiel, die Partie mit
ent=
zückender Sauberkeit ſang. Zu dieſem ſtilgerechten Trio
des Hauſes Eiſenſtein geſellte ſich Herr Globerger als
jugendlicher und ſtimmfriſcher Vertreter des ſchönen Alfred
mit dem hohen B.
Der Gefängnisdirektor, deſſen Rolle man Herrn
Jür=
gas nicht hätte nehmer ſollen. ſang Herr Bertram mit
zu ſchweren Akzenten, fand ſich aber mit der Darſtellung
der Rolle recht gut ab. Als famoſen Hüter des fidelen
Ge=
fängniſſes entfeſſelte Herr Jordan wieder Stürme der
Heiterkeit. Die übrigen Rollen waren in früherer Weiſe
beſetzt; zu nennen ſind noch Herr Peterſen als Dr.
Falke, Herr Schützendorf als Stotterbock Blind und
Frl. Jacobs als Prinz Orlofsky. Herr Kapellmeiſter
Kleiber leitete die wohlgelungene Aufführung mit
ech=
tem Wiener Temperament.
Angenehm fiel es auf, daß auch das Ballett im 2. Akt
einer Reform und Verbeſſerung unterzogen worden war.
Die von Frau Ehrle arrangierten und ſtilvoll
ausge=
führten fünf Tänze (ſpaniſch, ſchottiſch, polniſch, böhmiſch,
ungariſch) fanden viel Anklang und wohlverdienten Bei=
Kall
gewicht 62—64 Mark (80—81); vollfleiſchige Schweine
über zwei Zentner Lebendgewicht 62—65 Mark (80—82);
vollfleiſchige Schweine bis zu zwei Zentner Lebendgewicht
62—64 Mark (80—81). — Marktverlauf: Kälber und
Schafe, ſowie Schweine ruhig, geräumt.
* Meran, 18. Sept. Nach der Hitze des
September=
anfangs iſt bedeutende Abkühlung eingetreten. Daher iſt
die Witterung zurzeit ſehr angenehm und doch warm
ge=
nug, die ſpäteren Trauben raſch nachreifen zu laſſen.
Der Verſand hat in großem Umfange begonnen. Beinahe
ungeheuer iſt die Ernte in Aepfeln; auch anderes Obſt
iſt reichlich. Die Preiſe ſind zurückgegangen.
Vom Balkan.
Die Feſtſetzung der Grenzen.
* Konſtantinopel, 18. Sept. Laut einer nach
der heutigen Sitzung der türkiſchen und
bulga=
riſchen Delegierten veröffentlichten Mitteilung iſt
die Grenzfrage nunmehr endgültig geregelt. Die Grenze
beginnt an der Mündung der Maritza und endet in der
Resnaymündung, nördlich von Iniada. Dimotika,
Adria=
nopel und Kirk=Kiliſſe verbleiben der Türkei, Malko=
Tir=
nowo, Muſtapha=Paſcha und Ortaköj fallen den
Bulga=
ren zu.
* Belgrad, 18. Sept. Aus Cetinje wird gemeldet,
daß die direkten Grenzverhandlungen mit
Ser=
bien demnächſt wieder aufgenommen werden ſollen und
daß die montenegriniſche Regierung jetzt geneigt ſein ſoll.
den Wünſchen Serbiens entgegenzukommen; andererſtits
aber erfährt die Politica, daß der montenegriniſche
Mi=
niſterpräſident nach Rjeka in Montenegro abgereiſt ſei, um
dem dort weilenden König Nikita ſeine Entlaſſung
anzu=
bieten. Sein Rücktrittsgeſuch wird auf Zwiſtigkeiten
zurückgeführt, die in der Frage der inneren wie der
äuße=
ren Politik eingetreten ſeien.
* Sofia, 18. Sept. Der Austauſch der
bul=
gariſchen und ſerbiſchen
Kriegsgefange=
nen wird fortgeſetzt. Die Zahl der bulgariſchen
Gefange=
nen beläuft ſich auf 2893, die der ſerbiſchen auf 3901,
darunter 28 Offiziere.
* Konſtantinopel, 18. Sept. Nach Meldungen
aus guter türkiſcher Quelle ſoll es in den letzten Tagen in
der Nähe von Fghirdidere und Pachmatli in Weſtthrazien
zu Zuſammenſtößen zwiſchen Bulgaren und
der muſelmaniſchen Bevölkerung gekommen ſein.
Die Muſelmanen zogen ſich zurück.
* Janina, 18. Sept. Eine Depeſche aus Parga
an den griechiſchen Miniſterpräſidenten und
die Vertreter der Mächte in Athen bittet namens der
Be=
völkerung der Stadt und Umgebung ohne Unterſchied
der Religion, die reingriechiſchen Teile von Epirus nicht
vom Mutterlande trennen zu laſſen da die
Bevölkerung andernfalls entſchloſſen ſei, gegen jeden Feind
der nationalen helleniſchen Idee bis auf das Aeußerſte zu
kämpfen.
* Konſtantinopel, 18. Sept. Die Mehrzahl der
Botſchaften, denen die Abordnung aus
Gümüld=
ſchina eine Denkſchrift mit der Bitte um Unterſtützung
ſeitens der Mächte für die Unabhängigkeit Weſtthraziens
unterbreitete, antwortete, daß ſie infolge der bereits
kund=
gegebenen Haltung der Pforte und des allgemeinen
Wun=
ſches nach Frieden die Bewegung nicht ermutigen könnten.
* Valona, 18. Sept. Eſſad Paſcha hat, obwohl
er Mitglied der proviſoriſchen Regieruna iſt, die gegen
dieſe gerichtete Aktion eingeleitet. Der Regierung gehen
aus allen Landesteilen Telegramme zu. in der das
Vor=
gehen Eſſad Paſchas getadelt und die
Soli=
darität mit der Regierung mit der Verſicherung betont
wird, das Land gegen jeden inneren und äußeren Feind
ſchützen zu wollen. In Regierungskreiſen verlautet. Eſſad
Paſcha habe in Durazzo eine größere Summe
Staats=
gelder beſchlagnahmt.
Vermiſchtes.
H. St. Das erſte Weltmeiſterſchafts=
Preis=
friſieren wurde kürzlich im größten Saal Berlins
vor einer vieltauſendköpfigen Zuſchauerzahl ausgefochten.
Unſere deutſchen Frauen brauchen jetzt nicht mehr nach
Wien, Paris oder London zu gehen, um ſich Moden zu
holen. Das können ſie gut in Deutſchland, denn gerade
die deutſche Friſur beginnt tonangebend zu werden, das
beweiſen unſere großen deutſchen Friſeur=Zeitungen und
deutſchen Modeblätter und jetzt das große Internationale
Weltmeiſterſchaftsfriſieren, das zum erſten Male, und zwar
auf deutſchem Boden, ausgefochten und auch von
einem Deutſchen behauptet wurde. Der erſte Preis:
Welt=
meiſterſchaft und 3000 Mark in bar, kam nach Berlin, der
zweite Preis nach Wien, der dritte wieder nach Berlin,
der vierte und fünfte nach London. Frankreich ſchnitt
ſchlecht ab. Da ſich jeder ſein Modell ſelbſt ſtellen durfte,
ſo war natürlich alles blond, hellblond oder rotblond
ge=
wählt. Wenn nun zurzeit auch noch die flachen Friſuren
getragen werden, ſo konnte man doch feſtſtellen, daß die
ſchon angekündigte höhere Fiſur von den 118 Frieſierenden
auch meiſtens ausgeführt wurde. Es wurden friſiert:
Stirnlocken oder Franſen zu Geſicht, leicht angedeuteter
kurzer Scheitel, dann wieder etwas geſtellter Schopf, der
eigentliche Friſuraufbau auf dem Wirbel, beſtehend aus
Drehern oder ſchön ondulierten Strähnen (zur Verzierung
dienten Reiſchen, ſchöne Nadeln. auch mit Steinen beſetzt);
dann noch Reiher, geſteckt, ähnlich wie bei den Hüten (
rück=
wärts).
Literariſches.
„Es gibt keine häßlichen Frauen mehr, es gibt nur
Frauen, die ſich ſchlecht kleiden.” Zum Saiſonwechſel ſei
darum das prächtige Modealbum Elite Nr. 10
allen Damen beſtens empfohlen. Das 80 Seiten ſtarke
Album erſcheint in farbigem Prachtumſchlag — zirka 300
Modelle ſind in künſtleriſchem Farbendruck ausgeführt —.
Zu gleicher Zeit hochelegant und praktiſch, iſt Elite der
ſichere Führer durch das Labyrinth der Mode, der für jede
Gelegenheit, für jedes Alter das Richtige bringt. Das
Album enthällt Tailleurkoſtüme, reizende Beſuchs= und
Promenadetoiletten, ſowie die neueſten Hüte und die
moderne Pelzkonfektion; ferner zweckmäßige
Sportkleid=
ung, Bluſen vom einfachſten bis zum feinſten Genre,
Trot=
teur= und Bluſenröcke, allerliebſte Kinder= und
Backfiſch=
leidchen, Wäſche, geſchmackvolle Hauskleider, Negligés,
Schlafröcke, Wirtſchafts=, Putz= und Babyſchürzen,
Ueber=
gangs=, Regen= und Strapazierpaletots, ſowie
hochele=
gante Abendmäntel. Preis 2 Mark. Zu beziehen durch
jede Buchhandlung oder direkt vom Modeverlag Le grand
Thic, Wien 18, Witthauerſtraße 17.
— Die Standorte des deutſchen
Reichs=
heeres und der Kaiſerlichen Marine mit Armee=
Einteil=
ung und Verzeichnis der Truppenteile nach dem Stande
vom 1. Oktober 1913. Preis 30 Pfg., Leipzig, F. A.
Ber=
ger. Das Büchlein, das diesmal auch die Marine berück=
ſichtigt, enthält alle Neuformationen und Aenderungen vom
1. Oktober und geſtattet infolge ſeiner Ueberſichtlichkeit und
Zuverläſſigkeit ſchnelle Orientierung über unſer Heer.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 18. Sept. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt: Durch
die Zeitungen geht eine der Rhein.=Weſtf. Ztg. entnommene
Meldung, nach welcher auf Grund des momentanen
Stockens und Anwachſens des Verkehrs eine Verfügung
des Eiſenbahnminiſters ergangen ſei, die dahin geht,
daß=
alle zurzeit nicht direkt unabweisbar notwendigen
Ar=
beiten einzuſtellen oder doch deren Ausführung durch
un=
auffällige Verteilung auf längere Zeitdauer
hinauszu=
ziehen ſei. Wir ſind zu der Erklärung ermächtigt, daß ein
derartiger Erlaß ſeitens des: Eiſenbahnminiſters
nicht ergangen iſt.
* Sigmaringen, 18. Sept. Heute mittag ſind die
Prin=
zen Ferdinand und Karolvon Rumänien hier
eingetroffen. Sie werden ſich mit dem Prinzen
Wilhelm=
von Hohenzollern nach Grieſel begeben.
* Hechingen, 18. Sept. Wie die Zeitung Der
Zoller=
von ſehr zuverläſſiger Seite erfahren haben will, hegen
die=
badiſchen Hofkreiſe die beſtimmte Abſicht, an den
nächſten Landtag mit der Forderung einer
be=
trächtlichen Erhöhung der Zivilliſte
heran=
zutreten. Man ſpricht von einer Summe von 700000 Mk.
Der Zoller fügt hinzu, daß er dieſe Nachricht auch aufrecht
erhalte, wenn von irgend einer offiziellen oder offiziöſen
Seite ein Dementi erfolgen ſollte.
* Bremerhaven, 18. Sept. Die Kronprinzeſſin
Cecilie iſt mit Gefolge heute vormittag halb 11 Uhr
hier eingetroffen. Der Zug hielt direkt vor dem
Schnell=
dampfer „Kronprinzeſſin Cecilie‟. Präſident Achelis
und Direktor Heincken vom Norddeutſchen Lloyd waren
zum Empfang erſchienen. Oberbürgermeiſter Barckhauſen
begrüßte die Kronprinzeſſin am Zuge. Sie ging ſogleich,
begrüßt von dem Jubel der nach Hunderten zählenden
Menſchenmenge, zur Fahrt auf das Patenſchiff. Auf dem
Schiffe ſalutierten die Inſpektoren, Kapitäne, Offiziere
und Obermaſchiniſten des Norddeutſchen Lloyds. Das
Schiff ſteht unter der Führung des Kapitäns Pollack=
Nach Vorſtellung der Mitglieder vom Aufſichtsrat und
Vorſtand des Norddeutſchen Lloyds fand um 11.15 Uhr=
Frühſtück ſtatt. Um halb 1 Uhr ging das Schiff in See=
Das Wetter iſt prächtig.
* Kiel. 18. Sept. Die große Liebesgabe des
Guſtav=Adolf=Vereins in Höhe von 24065 Mark
iſt der Gemeinde Guhringen in Weſtpreußen zugefallen.
Außerdem erhielt die Gemeinde Leoben 9946 Mark.
Als Ort der nächſten Verſammlung wurde Freiburg i.
Br=
gewählt.
* Laage (Mecklenburg), 18. Sept. Das
Auto=
mobil in dem ſich der Berliner Vertreter der
Brenna=
bor=Werke Müller befand, iſt geſtern auf dem
Bahn=
übergang kurz vor Laage von einem Zuge erfaßt und
vollſtändig zertrümmert worden. Müller erlitt einen
Bruch der Wirbelſäule, ſchwere Schädelverletzungen und
mehrere Rippen= und Beinbrüche; er wurde in
hoff=
nungsloſem Zuſtande dem Krankenhaus zugeführt.
* Trieſt, 18. Sept. Heute vormittag iſt an Bord eines
Lloyddampfers die öſterreichiſche Sektion der
Grenzabſteckungskommifſion abgegangen. Sie
beſteht aus dem Oberſten Mietzel, zwei Offizieren des
militäriſch=geographiſchen Inſtituts, zwei
Sanitätsoffizie=
ren und 100 Mann vom 97. Infanterie=Regiment unter
dem Kommando von zwei Oberleutnants. Auch die
ita=
lieniſche Sektion iſt nach Skutari abgegangen. Sie
beſteht aus ſieben Stabsoffizieren und 100 Alpenjägern.
* Pontreſina, 18. Sept. Die Meldung von der
Auf=
findung der Leichen der vier vermißten Touriſten
am Piz Palü ſtellt ſich als falſch heraus. In Wicklichkeit
iſt von den Vermißten noch keine Spur gefunden worden.
Es fällt ununterbrochen Schnee. Rettungsverſuche ſind
ausſichtslos.
* Liſſabon, 18. Sept. In der Apotheke am Praca
de Camoß ereignete ſich eine Exploſion bei welcher
der Beſitzer getötet worden iſt. Die Feuerwehrleute
fanden in dem Hauſe vier Bomben. Gegen den Apotheker
war früher als Verſchwörer Anklage geſtellt worden, er
wurde aber freigeſprochen.
* London, 18. Sept. Die London-Northweſtern
Bahn gibt bekannt, daß ſie infolge des
Arbeiterausſtan=
des am Güterbahnhofe in Birmingham keine Fracht
annehmen kann und keine Verantwortung für eine
Be=
ſchädigung oder Verzögerung der rollenden Güter nach
Liverpool übernehmen kann.
* London, 18. Sept. Der Ausſtand der
Om=
nibusbedienſteten hat begonnen. Die
Verbands=
leitung erklärt, daß 350 Angeſtellte des Hauſes Tilling
feiern. Von 82 Wagen einer Garage in Leviſham ſind
heute früh ſieben oder acht Wagen ausgefahren.
Berlin, 18. Sept. Der Augenarzt Geh.
Medizinal=
rat Profeſſor Auguſt Hirſchberg feiert heute ſeinen 70.
Geburtstag. Zahlreiche Glückwünſche ſind bei ihm
eingelaufen. — Der Reichskanzler iſt aus der
Schweiz hierher zurückgekehrt.
— Berlin, 18. Sept. Der Hofpianiſt Sorman iſt
an den Folgen einer Mittelohrentzündung im Alter von 43
Jahren geſtorben. Er war ſeit vielen Jahren im
Stern=
ſchen Konſervatorium tätig. Unter ſeinen Kompoſitionen
wurde „Die Hexe von Tivoli” im Berliner Opernhauſe
aufgeführt.
Spandau, 18. Sept. Der Inhaber der Holzfirma
Paul Meyer iſt, angeblich wegen finanzieller
Schwie=
rigkeiten, ſeit einigen Tagen verſchwunden.
In Abſchiedsbriefen an Verwandte gibt er an, ſich das
Leben nehmen zu wollen.
H. B. Frankfurt, 18. September. Die Auslaufer
Karl Rehm von hier und Edmund Raßmann aus
Meiningen, der erſtere 24, der andere 18 Jahre alt,
wur=
den verhaftet, weil ſie vor einigen Tagen hier einen
Wohnungs=Einbruch verübten, wobei ſie für 1500
Mark Wertſachen erbeuteten. Am Tatort ließen die
Ein=
brecher einen ſelbſt angefertigten Dolch zurück. Bei der
Vernehmung räumten die beiden ein, daß ſie verabredet
hatten, jeden zu töten, der ſie überraſche. — In einer
Ver=
ſammlung von Gemeinde=Vertretern, die geſtern in
Sind=
lingen ſtattfand und die ſich mit der neuprojektierten
Automobil=Verkehrsſtraße Wiesbaden-
Frankfurt beſchäftigte wurde bekannt gegeben, daß
der Plan von allen beteiligten Gemeinden genehmigt ſei
und ſeiner Ausführung nichts mehr im Wege ſtände,
H.B. Karlsruhe, 18. Sept. Im Manövergelände bei
Säckingen ſtürzte der Regiments=Adjutant vom Feld=
Artillerie=Regiment Nr. 50 vom Pferde und wurde
ſchwer verletzt. — Bei Staufen wurde der Artilleriſt
Gungel durch den Hufſchlag eines Pferdes getötet.
Klausthal, 18. Sept. Das Wirtshaus „Zum
Löwen=
hof” in welchem Goethe während ſeiner Harzreiſa
wohnte, iſt geſtern nacht niederaebrannt.
Nummer 220.
Barmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. Septemper 1915.
Seite 7.
Uh Hanburg 18. Scht. Der Amtsrichter Dr.
Jo=
hannſen hat ſich bei Friedrichsruh unter den Be
liner
D=Zug geworfen und ſich überfahren laſſen. Der
Tod trat auf der Stelle ein. Ehezwiſtigkeiten ſind das
Motiv der Tat.
Das neue Kammergericht.
* Berlin, 18. Sept. Das neue Gebäude des Königl.
Kammergerichts im Kleiſtpark wurde heute
vor=
mittag in Gegenwart des Prinzen Auguſt Wilhelm
feierlich ſeiner Beſtimmung übergeben. Eröffnet wurde
die Feier durch einen Trompeten= und Poſaunenchor. Die
Uebergabe des Gebäudes erfolgte durch den Juſtizminiſter
Dr. Beſeler an das Königl. Kammergericht mit einer
Anſprache, die mit den Worten ſchloß: Und ſo übergebe ich
dem Kammergericht eine neue Arbeitsſtätte; unwandelbare
Treue zu Kaiſer und König und unbeugſamer
Gerechtig=
keitsſinn werden hier immer heimiſch ſein. Mit dieſem
Gelöbnis wollen wir unſerem kaiſerlichen und königlichen
Herrn unſeren Dank darbringen für den Schutz, welchen
das Recht ſtets bei ihm findet, deſſen auch ſein höchſtes
Landesgericht für alle Zeiten ſicher ſein kann. — In ſeiner
Erwiderung auf die Rede des Juſtizminiſters ſchilderte
der Präſident Heinroth die Aufgaben des höchſten
Ge=
richtshofes und ſeine Entwicklung und wandte ſich dann
ſan den Prinzen Auguſt Wilhelm, indem er darauf
hin=
wies, wie ſchon früher deſſen Vorfahren Hüter des
Rechts=
waren, und wie beſonders der Kaiſer über die Rechtspflege
des Landes wache. Zum Schluß überreichte ihm der
Prä=
ſident ein Exemplar der aus Anlaß der Feier verfaßten
Feſtſchrift. Nachdem Präſident Heinroth geſchloſſen hatte,
teilte Juſtizminiſter Dr. Beſeler mit, daß einer Anzahl
Herren, die ſich um die preußiſche Juſtiz beſonders
ver=
dient gemacht haben, von dem König
Ordensauszeichnun=
gen verlieben worden ſind. Während Geh. Oberjuſtizrat
Stauber, vortragender Rat im Juſtizminiſterium, die
Na=
men der Dekorierten verlas, überreichte Prinz Auguſt
Wilhelm mit einem Händedruck jedem einzelnen der
Herren die Auszeichnung.
Prinzeſſin Sophia von Sachſen=Weimar .
HB. Heidelberg, 18. Sept. Im 25. Lebensjahre iſt
heute früh die Prinzeſſin Sophie von Sachſen=Weimar, die
einzige Tochter des in Heidelberg wohnenden Prinzen
Wilhelm von Sachſen=Weimar, geſtorben. Die Prinzeſſin
iſt am 25. Juli 1889 in Düſſeldorf geboren. Die
Todes=
urſache iſt, nach dem Heidelberger Tageblatt, bis jetzt noch
unbekannt.
Der Tod der jungen Prinzeſſin hat hier um ſo
leb=
haftere Teilnahme hervorgerufen, als die. Nachricht heute
vormittag ganz unverhofft bekannt wurde. Die Prinzeſſin
war noch geſtern nachmittag blühend und geſund auf einem
Spaziergang in der Stadt geſehen worden. Sie war erſt
vor wenigen Tagen von einer längeren Autotour durch
Tirol, die ſie mit ihrem Vater unternommen hatte,
zurück=
gekehrt. Die Prinzeſſin war eine lebensluſtige, hübſche
Erſcheinung. Bekanntlich waren vor einiger Zeit Gerüchte
über eine Verlobung der Prinzeſſin mit dem Baron Hanns
von Bleichröder, dem Sohn des Berliner Finanzmanns,
in die Oeffentlichkeit gedrungen, doch wurde die Verlobung
vom Hauſe Weimarskategoriſch dementiert.
Cholera.
* Berlin, 18. Sept. Der Reichsanzeiger ſchreibt:
Wegen des Umſichgreifens der Cholera im
ſüd=
öſtlichen Europa und Kleinaſien wird für die aus den
Hä=
fen des Schwarzen und Aſowſchen Meeres, des Marmara=
und Aegäiſchen Meeres, ſowie den griechiſchen Häfen des
Joniſchen Meeres nach deutſchen Häfen kommenden
Schiffe und deren Inſaſſen eine Unterſuchung auf
Cholera=
bazillen angeordnet.
Botſchafterwechſel?
HB. Wien, 18. Sept. Seit einiger Zeit iſt das
Ge=
rücht in Umlauf, daß der öſterreichiſche Botſchafter in
Ber=
lin, Graf von Szögyeny=Marich bald aus
Ge=
ſundheitsrückſichten zurücktreten werde. In unterrichteten
Wiener Kreiſen wird nach wie vor mit Beſtimmtheit von
dem Prinzen Karl Emil zu Fürſtenberg als ſeinem
Nach=
folger geſprochen.
Schluß der Oeſterreichiſchen Manöver.
* Wien, 18. Sept. Am Schluß der geſtrigen großen
Manöver beſprach der Erzherzog=Thronfolger
vor der verſammelten Generalität die Uebung. Er
drückte ſeine volle Anerkennung über die Anlage und
Durchführung aus und gedachte der ausgezeichneten
Leiſtungen ſowohl der Kommandanten als auch der
Truppen, denen er dankte und ſeine volle Befriedigung
ausſprach, Sodann gedachte er mit äußerſt warmen
Wor=
ten des allerhöchſten Kriegsherrn der leider den
Manö=
vern fern bleiben müſſe, aber mit dem Herzen in dieſen
Tagen mitten unter ſeinen getreuen Truppen weile. Die
zu zündender Begeiſterung hinreißende Aufforderung, ein
dreifaches Hoch auf den Kaiſer, das Vorbild aller
mili=
täriſchen Tugenden, auszubringen, fand begeiſterten
Widerhall. Im Anſchluß an die Manöver fand die
Be=
ſichtigung des Kavalleriekorps ſtatt, das in muſtergültiger
Haltung, trotz der Anſtrengung in den letzten Tagen
friſch ausſehend, vor dem Erzherzog defilierte. Den
Ma=
növern wohnten die Gemahlin und die Kinder des
Erz=
herzogs=Thronfolgers bei.
Senſationsprozeß Sulzer.
BHI. Neu=York, 18. Sept. Heute beginnt in Albany
vor einem Tribunal, das aus dem Senat und ſieben
Ober=
richtern des Staates Neu=York beſteht, der
Diſziplinar=
prozeß gegen den Gouverneur Sulzer, der
bekannt=
lich des Meineides, der Unterſchlagung von Wahlgeldern
und korrupten Amtsführung angeklagt iſt. Man ſieht
ſen=
ſationellen Enthüllungen ſeitens Sulzers über die
Geheim=
niſſe der Tammany=Politik entgegen.
Brieinaſten.
V. 38. Wir bedauern, das Werk nicht zu kennen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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Man ſchreibt uns: Die Beliebtheit und die
Ver=
breitung der Knorr=Suppenwürfel ſind dadurch
begründet, daß ſie in der Qualität und Preiswürdigkeit
ſo ziemlich das Vollendetſte darſtellen. Spricht es nicht
von einer erſtaunlichen Leiſtungsfähigkeit, daß jede der
46 Suppenſorten, die Knorr herſtellt, von dem ihr
zu=
kommenden Eigengeſchmack ausgezeichnet wird, ſo daß
auch der verwöhnte Feinſchmecker dieſe fertig käuflichen
Suppen von hausgemachten nicht zu unterſcheiden
ver=
mag. Aber ganz abgeſehen von den rein äußerlichen
Annehmlichkeiten, die unſer Gaumen durch ſie erfährt —
der hohe Wert der Knorr=Suppenwürfel liegt auf einem
viel bedeutſameren Gebiete. Daß nämlich die Knorr=
Suppen unſerem Körper einen reichlicheren Gehalt an
Nährſtoffen zuführen, dürfte ſie bei ihrer Bllligkeit —
1 Würfel für 3 Teller 10 Pfg. — beſonders geeignet
machen, ein Volksnahrungsmittel zu ſein.
Der Geſamtauſlage heutiger Ausgabe unſeres
Blattes lezt ein Proſpekt bei von dem Herren=
und Knabenbekleidungshaus Philipp Heß, hier,
Schiller=
platz 5, betreffend Herren=Modenſchau Herbſt
und Winter 1913/14, worauf hiermit
hinge=
wieſen wird.
(19385
Die Geburt einer Tochter
zeigen hiermit an
(*9075
Ludwig Reichenheim u. Frau,
Ohlystrasse 30.
Darmstadt, 18. September 1913.
Statt Karten!
Eche
Die glückliche Geburt eines
kräftigen
MäDcHENs
zeigen an
Walter Baer
u. Frau Auguste, geb. Baum.
Darmstadt, 18. September 1913.
(19426
Todes=Anzeige.
Unſere herzensgute, lebensfrohe (*9090
Hilde
iſt uns in letzter Nacht nach nur zweitägiger
tückiſcher Krankheit jäh entriſſen worden.
In namenloſem Schmerze:
Heinrich Höſel und Frau, geb. Sturm,
nebſt Sohn.
Darmſtadt, 18. September 1913.
Die Beiſetzung findet in Chemnitz ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Dankſagung
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme an dem uns betroffenen ſchweren
Ver=
luſte ſagen hiermit Allen herzlichen Dank (19427
Familien Schuchmann u. Henning.
Darmſtadt, den 18. September 1913.
Danksagung.
Für die überaus herzliche Teilnahme bei dem
Hinſcheiden unſeres einzigen, unvergeßl. Sohnes
Jahus
ſprechen wir hiermit allen Bekannten,
insbeſon=
dere Herrn Pfarrer Kleberger für die troſtreiche
Grabrede, dem ſtädtiſchen Krankenhaus für die
aufopfernde Pflege, ſowie ſeinen Freunden, unſeren
Stammgäſten für die überaus zahlreichen Blumen=
und Kranzſpenden unſeren herzlichſten Dank aus.
Peter Grohrock und Frau, geb. Maibach.
Darmſtadt, den 18. September 1913.
(19375
Danksagung.
Für die bei dem Ableben meiner Schweſter
Julie Habermehl meiner Schweſter Amalie und
mir und beim Ableben meiner Schweſter Amalie
mir erwieſene warme Teilnahme geſtatte ich mir,
da eine perſönliche Ausſprache in allen Kreiſen,
in denen wir Mitgefühl gefunden haben, nicht
möglich iſt, auf dieſem Wege innigen Dank
aus=
zuſprechen.
(19367
Darmſtadt, 16. September 1913.
Purgold,
Geheimer Juſtizrat.
OME N
Melriche g
e Seen
Das DDarmſtädter Taablatte
erſcheint vom 1. Okfober an
Lhebennur Weckenat.
Bezugspreis 60 Pfg. monatlich.
Neu hinzutretende Abonnenten erhalten von heute an das „Darmſtädter Tagblatt.
bis Ende ds. Mts. gratis geliefert.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. September 1913.
Nummer 220.
Nach kurzer Krankheit starb unerwartet von Sonntag auf Montag
einer unserer hochverehrten Arbeitgeber, unser Seniorchef
Herr Geh. Kommerzienrat
Dr. phil., Dr. med. h. c., Dr. ing. h. C.
Louis Merck.
Aufrichtig beklagen wir das zu frühe Scheiden aus diesem Leben.
Wir waren jederzeit der festen Ueberzeugung, dass der Verstorbene Alles,
was die Wohlfahrt seiner Arbeiter anbetraf, nur zu unseren Gunsten
ent-
schieden und bei den von aussen versuchten Verwirrungen und
Irreführ-
ungen uns den nötigen Schutz gewährt hat.
Seinen unersetzlichen Verlust betrauern wir aufs Tiefste und
wer-
den wir sein Andenken stets in höchsten Ehren halten.
Die Arbeiterschaft der Firma
E. MERCk.
(19420
Geilehſent der leraelitihen Reſiſlenegentinte.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 19. September:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 30 Min.
Samstag, den 20. September:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
* Uhr 15 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 20. September:
Vorabend 6 Uhr. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 7 Uhr 15 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 21. September, an;
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 6 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Im Bereich des Tiefdruckgebietes, das geſtern
Mittel=
europa bedeckte, hatte unſer Bezirk trübes, kühles Wetter
mit ſtarken Regenfällen. Das Tiefdruckgebiet hat ſich nach
der Oſtſee verlagert; der ſkandinaviſche Ausläufer iſt
nord=
wärts vorgedrungen. Ueber dem Kanal liegt ein Teiltief,
Wir haben morgen meiſt trübes, kühles Wetter mit
ein=
zelnen Regenfällen zu erwarten.
Vorausſichtliche Witterung in Heſſen am Freitag,
den 19. September: Wolkig, einzelne Regenfälle, kühl.
Tageslalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½ Uhr
(Ab. D): „Fauſt” (Vierter Abend).
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
Druck und Berlage z. 6. Filicſhe eſtucdrnchaſt
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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kochen kann, ſucht Stellung bei
einzelner Dame oder älterem
Ehe=
paar; es wird mehr auf gute
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Mädchen arbeit ſucht
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Bevor=
zugt ſolche, die ſchon auf
Anwalts=
bureau tätig war. Anerbieten mit
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Näheres in der Exped. (*8439mdfs
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. September 1913.
Nummer 220.
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Nummer 220.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. September 1913.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund. 1 Jagdhund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag, vorm. 10 Uhr, ſtatt.
(19386
Bekanntmachung
betreffend Verunreinigung der Straßen und Plätze durch
Wegwerfen von Papier und dergleichen.
Nachdem in letzter Zeit wiederholt beobachtet und Klage darüber
geführt worden iſt, daß die Straßen und Plätze der Stadt durch
weggeworfene Papierſtücke, insbeſondere Reklamezettel und
Pro=
gramme, in erheblichem Maße und in mißſtändiger Weiſe
verun=
reinigt werden, ſehen wir uns veranlaßt, erneut darauf hinzuweiſen,
daß durch Artikel 112 des Polizeiſtrafgeſetzbuchs verboten iſt,
verun=
reinigende Gegenſtände auf Ortsſtraßen oder öffentliche Plätze
zu werfen, und daß Zuwiderhandlungen gegen dieſes Verbot nach
§ 366 Ziff. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe bis zu
60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft werden. Wir
haben die Schutzmannſchaft angewieſen, auf die Befolgung dieſer
Beſtimmungen ein ſcharfes Augenmerk zu haben und
Zuwiderhand=
lungen unnachſichtlich zur Anzeige zu bringen.
Darmſtadt, den 15. September 1913.
(19387fsi
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
6=
Eiſch=Kochkurſe.
Die Fiſch=Kochkurſe, die im Vorjahr für Frauen und Mädchen
auf Koſten der Teilnehmerinnen ſtattfanden, erfreuten ſich eines
großen Zuſpruchs. Verſchiedene Nachmeldungen konnten nicht mehr
berückſichtigt werden. Es ſollen deshalb auch in dieſem Herbſt wieder
derartige Kurſe eingerichtet werden.
Die Kurſe werden nach Bedarf in den Küchen der
haus=
wirtſchaftlichen Fortbildungsſchule in der Rundeturm=,
Lager=
haus= und Hermannſtraße abgehalten. Jeder Kurſus wird
4 Uebungstage zu je 3 Stunden umfaſſen, die nach Wahl in die Zeit
von 3—6 Uhr nachmittags oder 7—10 Uhr abends verlegt werden
können. — Die hergeſtellten Gerichte werden jedesmal am Schluſſe
des Unterrichts in gemeinſamer Mahlzeit von den Teilnehmerinnen
verzehrt. — Von den Küchenreinigungsarbeiten ſind die
Teilnehme=
rinnen dieſer Kurſe befreit.
Alle, die ſich an dieſen Kurſen beteiligen wollen, werden erſucht,
ſich am Dienstag, 23. ds. Mts., zwiſchen 4—5 Uhr, in der
Schulküche der Abteilung I der hauswirtſchaftlichen
Fortbildungs=
ſchule, Rundeturmſtraße 11, bei dem Leiter der Anſtalt zu melden.
Die Koſten betragen für jede Teilnehmerin 3 Mk.; ſie ſind
bei der Anmeldung zu entrichten. Weitere Koſten entſtehen nicht.
Darmſtadt, den 17. September 1913.
(19405
Der Schulvorſtand.
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Freitag, den 19. Septbr. 1913, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” (
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Verſteigerung vorausſichtlich beſtimmt.
(19417
Kapp, Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Beim Einnehmen von Vorräten
in die Keller kommt es öfter vor,
daß die daſelbſt befindlichen
Haupt=
abſperrhähne der Waſſerleitung,
ſowie die Waſſermeſſer
unzugäng=
lich werden.
Wir machen daher die
verehr=
lichen Intereſſenten darauf
auf=
merkſam, daß Haupt=Abſperrhahn
und Waſſermeſſer ſtets zugänglich
bleiben müſſen und bitten, beim
Einnehmen von Vorräten hierfür
beſorgt zu ſein.
(19158ids
Darmſtadt, 15. September 1913.
Städtiſche Waſſerwerks=
Verwaltung.
Rudolph.
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Zementbetonröhren.
Die Lieferung von 280 Meter
Zementbetonröhren verſchiedener
Lichtweiten ſoll verdungen werden.
Die Lieferungs=Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamt,
Zim=
mer Nr. 4, zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine
abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 25. Septemberl.J.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(19368fs
Darmſtadt, 17. September 1913.
Tiefbauamt.
. V.: Heuſel.
Mig
5
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4 do. Goldrente . . . 89,50
do. einheitl. Rente . 81,75
3 Portug. unif. Serie I 62,60
3 do. unif. Ser. III 64,60
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 99,20
v. 1890 . . 94,00
4 do.
v. 1905 . . 88,10
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4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,20
do. v. 1902 . . . . 91,60
½ do. v. 1905 . . . . 99,70
31 Schweden . . . . ..
4 Serbier amort. v. 1895 —
4 Türk. Admin. v. 1903 79,50
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 85,20
4 do. Staatsrente. . . 82,40
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5 Argentinier . . . . . . 98,90
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do.
4½ Chile Gold=Anleiße . 92,50
5 Chineſ. Staatsanleihe. 98,40
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91,10
4½ Japaner . . . . . .
5 Innere Mexikaner. . . 76,50
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Nummer 220.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19, September 1913.
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Ein neues Glück! Warum nur erſchien es ihm mit
einem Male ſo matt und farblos, ſo wenig verlockend und
ſo wenig berauſchend, dies aus ſtillen braunen
Mädchen=
augen winkende Glück? Er hatte ſich niemals auch nicht
in der Stunde der Erklärung und des Verlöbniſſes mit
Helene Bergmann, einer Selbſttäuſchung darüber
hinge=
geben, daß ſeine Empfindungen für ſie wenig oder gar
keine Ahnlichkeit hatten mit der ſengenden Glut, die
wäh=
rend ſeines erſten, jäh zerſtobenen Liebesgrames ſeine
Seele durchlocht hatte. Was Magda ihm geweſen war,
konnte ihm nie mehr eine andere ſein, das war ihm von
vornherein eine unverrückbare Gewißheit geweſen. Aber
er hatte darum nicht weniger für wahre und aufrichtige
Liebe gehalten, was er für die anmutige junge Schweſter
ſeines Freundes fühlte. Der Profeſſor Bergmann von der
mediziniſchen Fakultät der norddeutſchen Hochſchule, an
der ſich Dr. Werner Marold vor etwa Jahresfriſt als
Privatdozent habilitiert hatte, war der erſte Kollege
ge=
weſen, der dem faſt abſtoßend menſchenſcheuen und
ver=
ſchloſſenen jungen Dozenten voll liebenswürdigſter
Herz=
lichkeit ſein Haus erſchloſſen hatte. Und in dem ſtillen,
heiteren Frieden dieſes Hauſes hatte Werner Marold
ſeinen Glauben an die Menſchen und an den Wert des
Lebens wiedergefunden. Er hatte an manchem traulichen
Abend Gelegenheit gehabt, Helene in ihrem ruhigen, ge=
räuſchloſen Wirken als junges Hausmütterchen zu
be=
obachten, er hatte mit wachſender Freude an ſich ſelbſt die
wohltätige Wirkung erfahren, die ihr harmoniſches,
abge=
klärtes Weſen, ihre ſanfte Weiblichkeit, ihre allezeit bereite,
ſelbſtloſe Opferwilligkeit für die ihrem Herzen
Naheſtehen=
den auf ihre Umgebung übten. Und er war ganz ſicher
geweſen, ſich nicht zu belügen, als er in der
Lebensge=
meinſchaft mit einem ſolchen Weſen die ſicherſte Gewähr
eines echten und dauernden Glückes zu erblicken glaubte.
Niemals, ſeitdem das bindende Wort geſprochen worden
war, hatte er auch nur für die Dauer einer einzigen
Se=
kunde ſeinen Entſchluß bereut. Und er war auch in
die=
ſem Augenblick gewiß ſehr weit davon entfernt, ihn zu
be=
reuen. Aber er war ſich doch nie zuvor mit gleich
pein=
licher Deutlichkeit bewußt geworden, wie wenig wirkliche,
heiße Sehnſucht ſich bei dem Gedanken an die nahe
bevor=
ſtehende Vereinigung mit Helene in ihm regte — wie
wenig die ſtille, gelaſſene Freude, mit der er bis heute
die=
ſem Zeitpunkt entgegengeſehen, dem ſtürmiſchen Jubel
jenes erſten, für immer verflogenen Glücksrauſches
ähn=
lich ſah.
Er war voll Zorn über ſich ſelbſt, daß es nicht anders
ſein konnte. Denn nicht Helenen durfte er die Schuld
daran beimeſſen, deſſen war er aus ehrlichſter, innerſter
Ueberzeugung gewiß. Und in dem Unwillen über die
eigene unmännliche Schwäche erwog er mit voller
Ernſt=
haftigkeit den Entſchluß, auf der erſten Station
auszu=
teigen und nach München zurückzukehren, um ſeine
Ver=
lobte in der Frühe des kommenden Tages mit der be=
glückenden Kunde zu überraſchen, daß er bis zu der
Stunde, die ſie einander für immer zu eigen gab, auch
nicht einen einzigen Tag ohne ſie verleben wolle.
Langſam begann ſich unter dem Einfluß ſolcher
Vor=
ſätze der Aufruhr in ſeinem Innern zu ſänftigen, und er
hatte ſich eben mit einem tiefen Aufatmen wieder in das
Kiſſen zurückgelehnt, als ein leichtes Geräuſch wie das
leiſe Raſcheln von Frauenkleidern ihn zwang, den Blick
zu erheben. Er wußte, was ſeiner wartete. Hätte nicht
ein untrügiſches inſtinktives Empfinden es ihm geſagt, ſo
würde es ihm der feine, ſüße Duft verraten haben, der
plötzlich den engen Raum erfüllte, der Duft ihres
Lieb=
lingsparfums, das ſie auch als arme Verkäuferin niemals
hatte entbehren mögen.
Er blickte auf und ſah in das ihm zugewandte Geſicht
der in der offenen Schiebetür Stehenden. Er ſah, daß ihre
Schönheit in dieſen zwei Jahren keine Einbuße erlitten
hatte, daß ihr Aeußeres ganz unverändert geblieben war
abgeſehen vielleicht von der reiferen, frauenhaften Fülle
ihrer hohen, königlichen Geſtalt. Aber die Wirkung, die
ihre Nähe auf ihn übte, war eine andere, als er ſelbſt es
wohl noch vor wenig Minuten geglaubt haben würde. In
dieſem Moment war in ſeinem Herzen nichts mehr als die
Erinnerung an das Leid, das ſie ihm angetan, an das
herzloſe Spiel, das ſie mit ihm getrieben, an den
ſchänd=
lichen Verrat, den ſie an ihm verübt. Und er brauchte ſich
nicht Gewalt anzutun, brauchte ſich nicht zu verſtellen, um
ihr die harte, gleichgültige Miene unverſöhnlichen Haſſes
oder tiefſter Verachtung zu zeigen.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. September 1913
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Ich bitte um Verzeihung, ſagte ſie nach
ſekunden=
langem Zaudern mit unſicher klingender Stimme. Aber
ich kann in dem übervollen Zuge nirgends mehr einen
Platz finden. Wenn Sie mir alſo geſtatten wollten, einen
dieſer freien Sitze einzunehmen — —
Schon bei dem erſten Wort, aus dem ihm ihre Abſicht
klar geworden war, hatte er ſich erhoben und nach ſeinen
Bagageſtücken in dem Gepäcknetz gegriffen.
Nicht nur einer dieſer Sitze, ſondern der ganze Abteil
iſt zu Ihrer Verfügung, mein Fräulein!
Sie zögerte mit der Antwort, aber ſie gab die ſchmale
Oeffnung nicht frei, durch die er in den Verbindungsgang
hätte hinaustreten müſſen. Erſt als er mit ſeinem
Hand=
gepäck dicht vor ihr ſtand, ſagte ſie leiſe:
Warum müſſen Sie vor mir entfliehen? — Iſt es
Ihnen ſo ganz unerträglich, ein paar kurze Stunden in
meiner Geſellſchaft zu verbringen?
Ich fürchte allerdings, daß keiner von uns an dieſer
gemeinſamen Fahrt irgendwelche Freude haben würde.
Und ich möchte Sie darum drnigend bitten, ſie mir zu
er=
laſſen.
Die Aufforderung ließ an Deutlichkeit wahrlich nichts
zu wünſchen übrig, aber Magda Seyfried rührte ſich noch
immer nicht von ihrem Platz.
Sie fürchten vielleicht, daß ich unliebſame
Erinne=
rungen in Ihnen wachrufen — daß ich Sie mit alten
Ge=
ſchichten ermüden könnte? Aber ich verſichere Ihnen, daß
das eine grundloſe Beſorgnis iſt. Ich habe ja vorhin auf
dem Bahnſteig geſehen, daß dieſe alten Geſchichten für Sie
der Vergeſſenheit angehören. Und ſolche Gewißheit allein
konnte mir den Mut geben, mich mit meiner Bitte an Sie
zu wenden. Aber ich werde ſelbſtverſtändlich lieber die
ganze Reiſe draußen auf dem Gange zurücklegen, als daß
ich Sie Ihrer Bequemlichkeit beraube.
Dr. Marold ſah ein, daß es nicht mehr und nicht
weniger als eine Ungezogenheit ſein würde, ſie durch
in Beharren auf ſeiner Abſicht dazu zu zwingen, und er
fürchtete überdies, daß man in dem Nachbarcoupé auf ihr
ſeltſames Geſpräch aufmerkſam werden könnte. So legte
er ſchweigend das Gepäck an ſeinen Platz zurück und gab
ihr den Eintritt frei. Aber zugleich wurde ihm der
vor=
hin erwogene Gedanke, auf der nächſten Station den Zug
zu verlaſſen, zum feſten und — wie er meinte —
uner=
ſchütterlichen Entſchluß.
Magda führte nichts weiter bei ſich als einen kleinen,
ſehr eleganten und anſcheinend noch ganz neuen
Leder=
koffer, den ſie neben ſich auf den frei gebliebenen Sitz
zwi=
ſchen Werner Marold und ſie ſtellte. Und es war einer
jener merkwürdigen kleinen Zufälle, für die man ſelber
nur ſo ſchwer eine Erklärung findet, daß Werner ſich
deut=
lich erinnerte, einen Koffer von genau demſelben Ausſehen
vorhin in der Hand des alten Herrn gewahrt zu haben,
der unmittelbar vor ihm und Helene die Bahnſteigſperre
paſſiert hatte. Aber nur für einen flüchtigen Augenblick
vermochte ein ſo geringfügiger, bedeutungsloſer
Gegen=
ſtand ſeine Gedanken zu beſchäftigen. Dann galt all ſein
Sinnen nur noch der Frage, was er tun ſolle — ob es
wirklich geboten war, in dem bedrückenden Schweigen zu
verharren, das ſeit ihrem Niederſitzen eingetreten war —
oder ob dies ſtumme Schmollen nicht vielleicht einen ſehr
ſtarken Beigeſchmack von Lächerlichkeit habe. Aber es
blieb ihm erſpart, ſich dieſe Fragen mit einem Ja oder
Nein zu beantworten, denn ſeine ſchöne Begleiterin war
es, die nach Verlauf einiger Minuten zuerſt das Wort
ergriff.
Es war Ihre Braut, mit der ich Sie vorhin auf dem
Münchener Bahnhof ſah — nicht wahr, Herr Doktor? —
oder vielleicht ſchon Ihre Gattin?
Es war meine Verlobte, Fräulein Seyfried — ich
ge=
denke erſt in einigen Monaten Hochzeit zu machen.
Es mag töricht klingen, wenn ich Sie auf Grund
eines einzigen flüchtigen Eindrucks zu Ihrer Wahl
be=
glückwünſche. Aber ich kann mich im allgemeinen auf mein
Urteil über Menſchengeſichter verlaſſen — wenigſtens
ſo=
weit es ſich um Frauen handelt. Und ich habe ſelten
liebenswürdigere, ſympathiſchere Züge geſehen als die
jener jungen Dame.
Sie urteilen durchaus richtig. Der Himmel hat es
ſehr gut mit mir gemeint, als er mich dies edle, treue und
ſelbſtloſe Weſen finden ließ.
Er vermied es, ſie anzuſehen, und ſo entging ihm das
Lächeln, das bei ſeinen faſt pathetiſchen Worten um ihre
Lippen huſchte.
Sie leben noch immer in Neuenhagen? fragte ſie nach
einer abermaligen Pauſe in unbefangenem Geſprächston.
Und obwohl ihm dieſe Art der Unterhaltung zwiſchen
zwei Menſchen in ihrer Lage unſäglich albern vorkam, gab
er ihr doch in demſelben Tone über ſeine gegenwärtigen
Verhältniſſe Beſcheid.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 220.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. September 1913.
Seite 15.
Maahinatiinmimmmmmmmmmimmmmmmmlhhhiiltes
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2₰ 2g
(
e. ein-Rehe
L
.Feimit seidenen-Sammel-i.F.
Ekese! Wappenbildern
Millimuttmimmmummmmmnansamhmmmmnmimimeellalte
I,15061
Kongreſſe und Verbandstage.
65. Hauptverſammlung der Guſtav=Adolf=
Stiftung.
— Kiel, 17. Sept. Mittags 12 Uhr fand, wiederum
in der Univerſitätsaula, die erſte öffentliche
Haupt=
verſammlung ſtatt. Der Vorſitzende des
Zentral=
vorſtandes, Geh. Rat Dr. D. Hartung, knüpfte in ſeiner
geiſtſprühenden Eröffnungsanſprache an das heurige
große Gedächtnisjahr an. Wie insbeſondere auch unſer
evangeliſches Leben der religiöſe Geiſt jener Zeit belebt
habe, wies Redner unter anderem im Hinweis auf jenen
Kandidaten Großmann nach, der nach der Schlacht bei
Jena ſein Heimatsdorf vor den Franzoſen rettete und
dann Begründer des Guſtav=Adolf=Vereins wurde, in dem
ſeitdem etwas von dem Hauch jener Begeiſterung fortlebt.
Der Guſtav=Adolf=Verein ſei denn auch zum erſten ein
Werk des Glaubens; dem Glauben dienend, vom Glauben
geſtärkt, der jedes neue Werk mit Freuden aufnimmt. Unſer
Werk iſt ein Werk des Friedens. Wir wollen nicht gegen
die katholiſche Kirche, wir wollen für die evangeliſche
Kirche wirken. In dieſem Sinne habe ſchon Fricke das
Guſtav=Adolf=Werk als ein Friedenswerk bezeichnet. Der
Redner ſtreifte in dieſem Zuſammenhange auch die
Jeſu=
ttenfrage. Gerade um des Friedens willen ſei es da
frei=
lich der Wunſch, daß nicht zu viel „revidiert” werde. Der
Guſtav=Adolf=Verein will arbeiten, daß unſerem Volke
ſein Glaube, ſein Friede bewahrt und gemehrt werde und
ſein Gedächtnis an die Taten des lebendigen Gottes.
An die Ausführungen D. Hartungs, die einen tiefen
Eindruck hinterließen, ſchloß ſich der von Generalſekretär
P. Geißler=Leipzig erſtattete Jahresbericht des
Zen=
tralvorſtandes. Die Einnahmen ſämtlicher Guſtav=Adolf=
Vereine im Berichtsjahre 1912 ſtellten ſich auf zuſammen
2 268 706,08 Mark, und die gewährten
Geſamtunterſtützun=
gen betrugen 1889473,68 Mark. Der engere Rahmen der
Organiſationen umfaßt jetzt 42 Hauptvereine in
Deutſch=
land, 1 in Oeſterreich, 1 in Ungarn (Siebenbürgen). Zu
den 2123 Zweigvereinen geſellen ſich 718 Guſtav=Adolf=
Frauenvereine. Neuerdings beginnen auch die Deutſchen
im Auslande Guſtav=Adolf=Vereine zu begründen. Zu
denen in Braſilien und Argentinien iſt ein ſolcher in
Ru=
mänien und Bulgarien hinzugekommen. Verwendet
wur=
den die Summen (außer der ſchon vorgeſtern erwähnten
von zirka 140000 M. zu den Gehaltsbeiträgen für Pfarrer,
Lehrer uſw.) in erheblichem Maße für Bauzwecke: 33 neue
Kirchen und Kapellen wurden im Vorjahre fertiggeſtellt,
18 Grundſteinlegungen vorgenommen. Hierzu kommen
dann noch zahlreiche Fälle der Mithilfe bei Errichtung von
Pfarr= und Gemeindehäuſern, bei Erbauung von Diaſpora=
Anſtalten und=Schulen, für Beſchaffung von Glocken,
Orgeln, ſonſtigen Kircheneinrichtungen und für Zwecke der
Schuldentilgung.
An die von lebhaftem Beifall begleiteten
Ausführun=
gen ſchloß ſich die Ueberreichung der
Geldfeſt=
gaben. Es wurden im ganzen aus der Provinz von
Gymnaſien, Realanſtalten, Oberlyzeen und Lyzeen, dem
Schleswig=Holſteiniſchen Hauptverein und Kieler
Frauen=
verein, dem Schleswig=Holſteiniſchen Zweigverein des
Evangeliſchen Bundes, der Geſamtſynode, ſowie als
Er=
trag der Kollekten im Lande, insgeſamt 66 334 Mark
über=
geben. Ferner erbrachte die vor elf Jahren von Paſtor
D. Zauleck=Bremen begründete Guſtav=Adolf=
Kin=
dergabe, die dieſer zur allgemeinen Freude der
Ver=
ſammlung miteeiner erquicklich warmherzigen Anſprache
ſelbſt überreichen konnte, diesmal 30 915,20 Mark, das ſind
19 Prozent mehr als im Vorjahre. Dieſe Summe wurde
Herrn Pfarrer D. Zöckler für die evangeliſchen Anſtalten
in Stanislau übergeben, der in warmen Worten dankte
Den Schluß der faſt dreiſtündigen Sitzung bildeten noch
Begrüßungsanſprachen auswärtiger Gäſte.
Während der Sitzung lief folgendes vom Vorſitzenden
verleſene kaiſerliche Antwort=Telegramm aus
Potsdam ein: „Ihre Majeſtäten der Kaiſer und die
Kai=
ſerin haben mich zu beauftragen geruht, der
Hauptver=
ſammlung des Evangeliſchen Guſtav=Adolf=Vereins für
die freundliche Begrüßung und die treuen Segenswünſche
Allerhöchſtihren wärmſten Dank auszuſprechen. Ihre
Ma=
jeſtäten werden die bedeutungsvolle Arbeit der Guſtav=
Adolf=Stiftung auch fernerhin mit beſonderem Intereſſe
begleiten und wünſchen allen Mitarbeitern Gottes reichſten
Segen. v. Valentini, Geheimer Kabinettsrat.” —
Nach=
mittags 5 Uhr begann die zweite nichtöffentliche
Verſammlung der Abgeordneten in der „
See=
burg‟ Das Hauptintereſſe weckte der Vortrag des Geh.
Oberkonſiſtorialrats Dr. jur. Kapler=Berlin über das
Thema: „Unſere Aufgaben gegenüber den evangeliſchen
Deutſchen in den Kolonien, unter beſonderer
Berückſichti=
gung von Deutſch=Südweſtafrika” an der Hand einer
Kar=
tenſkizze in feſſelnder und überzeugender Weiſe
Den Beſchluß des Hauptfeſttages ſollen wiederum
zwei öffentliche volkstümliche
Verſamm=
lungen von abends 8 Uhr an bilden, die nach den
Er=
fahrungen des geſtrigen Dienstag den gleichen großen
Er=
folg, insbeſondere reichſten Beſuch aus allen Teilen der
Bevölkerung, darunter gerade auch der beſonders
andachts=
voll lauſchenden Arbeiterkreiſe, haben dürften.
Sozialdemokratiſcher Parteitag.
— Jena, 17. Sept. Im Mittelpunkte des heutigen
Sitzungstages ſtand der Bericht der
Reichstags=
fraktion, worüber der frühere Bremer Volksſchullehrer
und jetzige Vorſitzende des Jugendbildungsausſchuſſes,
Reichstagsabgeordneter Heinrich Schulz=Berlin,
refe=
rierte. Die Stellung der Fraktion zur Wehrvorlage
ſchei=
det vorläufig aus, da ſie mit den Steuerfragen zuſammer
behandelt werden ſoll. Gleichzeitig wird aber eine Reihe
von Anträgen, die mit dem Fraktionsbericht in
urſäch=
lichem Zuſammenhange ſtehen, mit zur Debatte geſtellt.
Sie beſchäftigen ſich mit dem Fehlen ſozialdemokratiſcher
Abgeordneter bei wichtigen Abſtimmungen, das ſcharf
mißbilligt wird, mit der Reichsarbeitsloſenverſicherung,
dem Kinderſchutzgeſetz und der Berner Konferenz
deut=
ſcher und franzöſiſcher Parlamentarier. Weiter wird die
direkte Geſetzgebung durch das Volk vermittels des
Vor=
ſchlages des Verwerfungsrechts (Referendum) gefordert.
Der Referent Schulz betont, daß die Fraktion wegen
ihrer Haltung im Reichstage, abgeſehen von den
Deckungs=
vorlagen, faſt nirgends angegriffen worden ſei. Er
ver=
teidigt das Fehlen einzelner Abgeordneter und
entſchul=
digt ſie durch unaufſchiebbare Berufspflichten. Die
An=
griffe auf die Fraktion wegen der Haltung in der
Wehr=
vorlage ſeien unberechtigt; man wolle die vollſeitige
Aus=
bildung des Heeres im Hinblick auf die Wehrhaftigkeit
des Volkes fördern, daher ſtellte man berechtigte
Forder=
ungen in der Richtung des Zieles: des Volksheeres ohne
Chargen.
In der Debatte erhob Rechtsanwalt Kurt
Roſen=
feld=Berlin den Vorwurf gegen die Fraktion, ſie hätte
es bei der Militärvorlage an der nötigen Verve fehlen
laſſen. Er tadelt beſonders das Verhalten der Fraktion
bei der Anſprache des Präſidenten am 16. Juni beim
Re=
gierungsjubiläum des Kaiſers. Die ſtumme
Demonſtra=
tion des Fernbleibens genüge nicht, man hätte heftiger
demonſtrieren müſſen. Dann wäre der Vorgang
unmög=
lich geweſen, daß die Fraktion an einer Beſchlußfaſſung
überhaupt nicht teilnehmen konnte. — Stengele=
Hamburg beſtreitet jeden Erfolg der Reichstagsfraktion.
Durch die Beſitzſteuer wäre das Volk von der Blutſteuer,
die die Militärvorlage enthalte, doch nicht befreit. Zu den
geheimen Kommiſſionsſitzungen hätten die Genoſſen nicht
gehen dürfen, denn von Bethmann Hollweg und ſeinen
Geſellen mit deren glänzender politiſcher Unkenntnis ſeien
doch keine Geheimniſſe zu erfahren. — Abg. Noske=
Chemnitz verteidigt die Fraktion. Die erzielten Erfolge
dürfe man keinen „Quark” nennen. Den vertraulichen
Beratungen fernzubleiben, wäre die größte Eſelei. Wir
werden ſuchen, auch fernerhin Konzeſſionen aus den
Mi=
niſtern und Staatsſekretären herauszuholen zugunſten des
Proletariats. — Abg. Ledebour begrüßt mit Freuden
die Kritik an der parlamentariſchen Tätigkeit, da ſie doch
Intereſſe an der Sache verrate. Man tue der Fraktion
aber Unrecht, ſie habe viel gearbeitet, beſonders in den
Kommiſſionen, was aus den Berichten hierüber nicht ſt
klar hervorgehen könne. — Adolf Hoffmann=Berlin
tritt den Ausführungen Ledebours bei. Wenn wir
nich=
wiſſen, wie die bürgerlichen Vertreter eingeſeift werden,
ſo könne man ſie auch nicht raſieren. (Heiterkeit.) Es wäre
gut, wenn die Fraktion überall ſo vertreten wäre, wie in
preußiſchen Parlament: ein Abgeordneter im Leſeſaal,
einer in der Bibliothek, einer im Erfriſchungsraum, einer
im Vorraum, einer auf der Rednertribüne und ein
Ge=
noſſe iſt der lebhafte Beifall. (Große Heiterkeit.)
Grumbach=Metz wünſcht, daß die Berner Konferenz
zu einer dauernden Verſtändigung der franzöſiſchen und
deutſchen Parlamentarier führe, beſonders bezüglich der
Fremdenlegion. — Abg. Dr. Frank=Mannheim iſt
mit der an der Fraktion geübt Kritik zufrieden. Wir
wer=
den dem Wunſche nach Anweſenheit der Abgeordneten
noch mehr nachkommen, um nicht in den Ruf einer
Frak=
tion von Schwänzern zu kommen. Die Forderungen in
der Sache der Militärvorlage ſind mannigfaltig. Wenn
wir Anträge zur Militärvorlage ſtellen, ſo hat das mit
unſerer grundſätzlichen Stellung zum Militarismus
abſo=
lut nichts zu tun. Die Konferenz mit den franzöſiſchen
Parlamentariern wird nicht die letzte ſein. In vielen
Fällen iſt eine Verſtändigung möglich, beiſpielsweiſe in
der Frage der Fremdenlegion. — Nach einem
Schluß=
wort des Referenten Abg. Schulz=Berlin erklärt ſich
der Pareitag mit dem Bericht der Reichstagsfraktion
ein=
verſtanden.
Die vorliegenden Anträge werden teils dem
Vor=
ſtande, teils der Reichstagsfraktion zur Berückſichtigung
überwieſen. Der Antrag Hamburg II, der das Fehlen
der Abgeordneten eine große Nachläſſigkeit nennt, wird
abgelehnt. — Hierauf wird über einen Antrag, im Jahre
1914 eine beſondere Frauenkonferenz
abzu=
halten, beraten. Die Referentin, Frau Reitze=Vegeſack,
erwartet von einem beſonderen Frauentag eine
Förder=
ung der Organiſation. — Eine kurze Debatte, in der ſich
ſämtliche Redner und Rednerinnen im Prinzip
einver=
ſtanden erklären, aber zum Ausdruck gebracht wird daß
der Parteitag ſich nicht auf einen Beſchluß feſtlegen könne,
den er nicht ſelbſt ausführen kann, führt zur Klärung der
Meinungen dahin, daß ein Vermittelungsantrag der Frau
Grünberg aus Nürnberg angenommen wird, wonach der
Parteivorſtand im Prinzip der Abhaltung eines
beſon=
deren Frauentages zuſtimmt und dem Parteivorſtand die
Ausführung des Beſchluſſes überläßt. —
Hierauf wurde
die Sitzung auf Donnerstag vertagt. Morgen gelangt
die Frage der Arbeitsloſenfürſorge zur Beratung.
Literariſches.
Die Wiener Mode, die ihren
ſechsundzwan=
zigſten Jahrgang ſoeben beſchloſſen hat und die ſicherlich
mit Stolz auf dieſe ſechsundzwanzig Jahre reicher
Ar=
beit und großer Erfolge zurückblicken kann, zeigt an, daß
ſie im neuen Jahrgang einen Teil der Moden und
Hand=
arbeiten in ihren vollen, natürlichen Farben zeigen wird.
Da unſere moderne Modekunſt ihre Erfolge der
eigen=
artigen Farbenwirkung verdankt, iſt es natürlich ſehr
wich=
tig, die Moden und Handarbeiten ſchon im Bilde auf ihre
Farbenwirkung abzuſchätzen. Die Wiener Mode wird
alſo an praktiſchem Wert durch dieſe Neuerung bedeutend
gewinnen und ſich ihren Leſerkreis beträchtlich erweitern
Denn ſie wird damit — da der Abonnementspreis nicht
erhöht wird — unſere billigſte farbige Moden= und
Fa=
milienzeitſchrift ſein.
— Freiheit, Unſterblichkeit und Gott
als Ideen der praktiſchen Vernunft. Von Arnold Rüſch
Geh. 2 Mk., geb. 2,80 Mk. Theod. Thomas, Verlag in
Leipzig. Der Verfaſſer beginnt ſeine Abhandlung mit
der Feſtſtellung, daß ſich die Bedürfniſſe des Gemüts, die
als Grundlage des Glaubens ſeit Menſchengedenken mit
dem Wiſſen in Streit liegen, immer weniger mit dem
zu=
frieden geben wollen, was man vernünftigerweiſe hoffen
darf. Das ſtreng in ſich zuſammenhängende und
folge=
richtig durchdachte Werk dürfte ſeiner überraſchenden
Er=
gebniſſe wegen Aufſehen erregen. Die rlare allgemein
verſtändliche Darſtellung, die Originalität der Gedanken
und die Wichtigkeit der behandelten Gegenſtände machen
es ferner für alle Kreiſe zu einer der ſpannendſten Lektüre,
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift ühernimmt die Redaktien
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund de
§ 21 Abſ. 2 des
vortlich.,
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender ver
Dr. A., dem Einſichtsvollen
Tiefgefühlten Dank wir zollen,
Weil am Montag, wie bekannt,
Einen großen Uebelſtand
Am Theater er belichtet
Und im „Eingeſandt” berichtet:
Daß ein weiblich’r Sem’nariſt
Auch ſehr kunſtbefliſſen iſt
Und dem männlichen Geſchlecht
Nicht allein gebührt das Recht,
Billig ſtets die Kunſt zu ſchauen.
Sich an Schönheit zu erbauen.
Richtig hat’s Herr A. getroffen
Denn es ſei hier wahr und offen
Nicht der „Direktion” verhehlt,
Daß auch uns bisweilen fehlt
Das bewußte runde Moos”.
(Allgemeines Menſchenlos.)
Gibt’s ein klaſſiſch ſchönes Stück,
Das wir gerne möchten ſeh’n,
In das Portemonnaie ein Blichk
Lehrt uns, — daß es nicht kann geh’n;
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Nummer 220.
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Der herbſtliche Laubfall.
Von O. Hein.
(Nachdruck verboten.)
„Die Bäume ſteh’n der Frucht entladen
Und gelbes Laub verweht in’s Tal.”
So ſingt Joh. Heinrich Voß in ſeinem an Boie
ge=
richteten Gedicht „Der Herbſtgang”.
Ludwig Tieck aber zeichnet in einem „Herbſtliede” die
Situation in der Natur. Er ſieht die Vögel davonziehen:
„Doch als ich Blätter fallen ſah,
Da ſagt ich: Ach! der Herbſt iſt da.”
Friedrich von Sallet beginnt ein „Herbſtlied” mit den
Worten:
„Durch die Wälder ſtreif ich munter
Wenn der Wind die Stämme rüttelt
Und ein Raſcheln bunt und bunter
Blatt auf Blatt herunterſchüttelt.
Denn es träumt bei ſolchem Klange
Sich gar ſchön vom Frühlingshauche,
Von der Nachtigall Geſange
Und vom jungen Grün am Strauche.”
Und Theodor Fontane läßt am Herbſtmorgen den Wind
die ſtarren Aeſte durchfegen und „ein Blatt aus beſſ’ren
Zeiten” ſuchen.
So zeichnen die deutſchen Dichter den Herbſt: der
Laubfall der Bäume iſt für ſie das bedeutungsvollſte
Symptom derjenigen Jahreszeit, die das Abſterben der
Natur uns bringt, die uns den Winter kündet.
Abſterben iſt nun freilich etwas zu hart geſagt. Der
Baum ſtirbt nicht. Nur der ſchöne Anblick des Naturlebens
ſtirbt ab. Der Baum richtet ſich nur für den Winterſchlaf,
wenn er die Blätter von ſeinen Zweigen ſchüttelt. Er
vollzieht dasſelbe, was zahlreiche Tiere tun, natürlich in
anderer Form.
Gewiß hat der Leſer ſchon vom Winterſchlaf mancher
Tiere etwas vernommen, in den ſie beim Nahen der
Winterkälte verfallen. Sie ziehen ſich in hohle
Baum=
ſtämme, Erdhöhlen zurück, ziehen ihren Körper zuſammen
und ſchließen die Augen und harren ſo, ohne jede oder
doch bei ſehr verringerter Nahrungsaufnahme, der
war=
men Jahreszeit entgegen. Sie leben vom Fett, das ſie in
der warmen Jahreszeit angeſammelt haben. Dieſer
Winterſchlaf zeigt ſich, wenn auch in ganz verſchiedener
Weiſe, bei den Schnecken, manchen Inſekten, Schlangen,
Eidechſen, Kröten, Fröſchen, einzelnen Säugetieren wie
Bär, Dachs, Fledermaus, Siebenſchläfer, Haſelmaus, Igel,
ee e und ar wbien n der ſehen Zem=
Tiere, die in der trockenen, regenloſen Zeit, die dort den
Sommer charakteriſiert, ſich zu einem Sommerſchlaf unter
eine Schlammdecke zurückziehen.
Aehnlich iſt es nun mit dem Winterſchlaf der
Laub=
hölzer, die diejenigen Organe, die ihr einen Teil der
Nahrungsaufnahme vermitteln, die Blätter, abſchütteln
und ſich mit einer verminderten oder unterdrückten
Nah=
rungsaufnahme begnügen.
Dadurch, daß in unſerer Zone der Laubabfall mit
einem ſtarken Temperaturniedergange zugleich zu
erfol=
gen pflegt, hat ſich vielfach der Glaube verbreitet, die
Blätter fallen ab, weil ſie erfrieren. Das iſt keineswegs
der Fall. Auch in Ländern, wo die Temperatur das ganze
Jahr hindurch eine ziemlich gleichmäßige iſt fallen die
Blätter ab, wenn auch dort der Blätterabfall nicht ſo
plötz=
lich und völlig erfolgt wie bei uns.
Daß es nicht die Kälte iſt, die die Blätter geradezu
abfrieren läßt ſehen wir an jedem Blumentopf vor
unſe=
rem Fenſter, deſſen Blätter abfallen, wenn wir denſelben
nicht begießen. Sie trocknen ab, nachdem ſie völlig welk
geworden ſind.
Die Urſache des Blätterabfalls bei der
Herabminde=
rung der Temperatur hat im Grunde genommen dieſelbe
Urſache wie das Abwelken der Blätter eines
eingetrock=
neten Blumentopfes oder wie es auch bei anhaltender
Dürre im Laubwalde geſchehen würde, wenn der Regen
die Natur nicht erfriſchte.
Dieſe Urſache iſt die Einſtellung der Tätigkeit der
Wurzeln des Baumes, die zu ſeiner Ernährung vor allem
nötig iſt.
Wenn es auch noch nicht friert, ſo iſt die
Nachttempe=
ratur doch ſo ſtark abgekühlt, daß die Wurzeln trocknen;
ſie verlieren ihre Saugfähigkeit, wenn die Zellen der
Wurzeln ſich durch das Zuſammentrocknen ſchließen, ſo
daß ſie nicht mehr imſtande ſind, Feuchtigkeit, die Nahrung
der Pflanze, aufzunehmen
Die Blätter aber, die den Zweck haben die in der
Pflanze durch die Wurzel aufgenommene Feuchtigkeit
wie=
der zu verdunſten, haben die in ihnen enthaltene
Feuchtig=
keit bald verdunſtet und müſſen nun, da die Zufuhr fehlt,
welken und abfallen.
Das iſt im großen und ganzen und in Kürze geſagt,
der Prozeß, der dem Herabfallen des Laubes vorangeht
und ihn hervorruft. Natürlich vollzieht er ſich im einzelnen
ſehr verſchieden, bald plötzlich, bald langſamer und
all=
mählich, je nach der Art und Größe des Baumes, je nach
ſeinem Standort und der Lage desſelben, je nach dem
Wechſel der Temperaturen und anderer
Witterungsver=
hältniſſe.
Wird beiſpielsweiſe das Laub des Baumes durch
an=
haltende Feuchtigkeit immer von neuem getränkt, ſo wird
der Verwelkungsprozeß gehemmt, wenn auch die
Nahr=
ungsaufnahme durch die Wurzeln längſt aufgehört hat.
Andererſeits kann der Verwelkungsprozeß ſehr beſchleunigt
werden, wenn durch den Einfluß der Sonnenſtrahlen die
Laubverfärbung ſich ſchneller vollzieht. Der
Verwelkungs=
prozeß beſteht nämlich in der Stoffentkeerungder Blattzellen;
die in den Blättern vorhandenen Bildungsſtoffe, wie
Stärkemehl, Fett, Eiweißſtoffe werden in die Stammteile
der Pflanze gezogen und ſo das Blattgrün zerſtört. Es
färbt ſich gelb oder rot, was oft einen farbenprächtigen
An=
blick gewährt, da der Zerſetzungsprozeß des Blattgrüns
nicht in allen Blättern und nicht in allen Teilen eines
ein=
zelnen Blattes gleichmäßig erfolgt, ſo daß das Gelb und
Rot in den mannigfachſten Schattierungen erfolgt und das
Laub oftmals eine nicht minder große Farbenpracht und
sfülle zeigt wie die üppigſte Vegetation zur Blütezeit der
Pflanzen. Nicht der Frühling, ſondern der Vorherbſt, ſo
behauptet Seidel, der ein feinſinniger Beobachter des
Naturlebens iſt, hat bei uns zu Lande die üppigſte
Farben=
palette.
Es kommt daher für den Zeitpunkt des Laubfalls nicht
die Pflanzengattung in Betracht. Bei den Vögeln weiß
man, daß einzelne Vogelarten den Winter nicht ſo
ver=
tragen können, wie andere, deren Flug in die heiße Zone
daher erſt ſpäter erfolgt. Man könnte meinen, daß
auch einzelne Baumarten der Kälte mehr trotzen
können und daher ſpäter das Laub abwerfen. Das
iſt nicht der Fall. Einzig und allein die
Witterungsver=
hältniſſe ſind für das Welkwerden der Blätter und
dem=
gemäß für den Laubfall beſtimmend.
Daher welken denn die gleichen Pflanzenarten auf den
Gebirgshöhen eher als im Tale; denn in den höheren
Standorten mindert ſich die Temperatur in der Erdſchicht
M
Tätigkeit eher ein, und es kommt nicht ſelten vor, daß im
Gebirge die Wälder bereits völlig entlaubt ſind wenn ſie
im Tal noch im vollen Grün des Blätterſchmucks prangen.
Und das geſchieht unter ein und demſelben Breitengrade
der Erde. Und ebenſo natürlich hält ſich der grüne
Laub=
ſchmuck der Bäume je länger, je mehr wir nach dem Süden
kommen.
So grünt unter Umſtänden, da ja auch die
Entwicke=
lung des Laubes ſich unter der gleichen Gunſt der Wärme
im Frühjahr vollzieht, ein Baum in einer nördlichen
Ge=
birgslage oft geradezu noch einmal ſo lange als die gleiche
Baumart in einem Tal des Südens. Die Kraft des
Bau=
mes wird durch dies längere Grünen weder verſtärkt noch
vermindert, der Baum kann dort die gleiche Lebenskraft
und =dauer habe wie da, die Natur paßt ſich eben überall
den Verhältniſſen an, und der Laubfall der Bäume iſt
eben ein Zeichen dieſer Anpaſſungsfähigkeit der
Baum=
pflanzen,
Natürlich können Wind und Froſt den
Verwelkungs=
prozeß und demgemäß den Laubfall der Blätter
beſchleu=
nigen. Plötzlicher Froſt kann ebenſo das Zellengewebe der
Blätter eintrocknen und zerſtören helfen wie die
Sonnen=
ſtrahlen, der Sturmwind kann rütteln an den Bäumen, daß
die verwelkenden Blätter eher abgeriſſen werden. Aber
dieſer Froſt und Sturmwind könnte keinen Laubfall
herbei=
führen, wenn die Wurzeln noch die Aufnahmefähigkeit
be=
ſäßen.
Nehmen wir z. B. den Fall an, daß man das Laub
eines noch grünenden Baumes etwa im Auguſt unter eine
Eishülle bringen wollte, ſo würde ein Laubfall durch
Er=
frieren dieſer Blätter nicht erfolgen können, da ihnen noch
die volle Kraft innewohnt und eine dauernde Kräftezufuhr
durch die Wurzel erfolgt. Erſt, wenn dieſer gehemmt wird,
dadurch, daß der Boden, in dem die Wurzel ſteckt, abkühlt,
kann jener Welkprozeß der Blätter eintreten.
Nur wenn alſo dem erſten Froſt des Herbſtes bereits
der Abkühlungsprozeß in der Erde voraufgegangen iſt,
kann das Abwelken und Abfallen der Blätter erfolgen, und
dieſer Laubfall kann ſich bei völliger Windſtille vollziehen,
wird natürlich durch Sturmwind aber befördert. Die Abr
gliederung des Blattes vollzieht ſich an ſeiner Baſis und
zwar dadurch, daß dort ſchon vor dem Laubfall in einer
dünnen Querzone, welche Trennungsſchicht genannt wird,
tafelförmige Zellen zur Zeit des Laubfalles ſich lockern,
wodurch die Abgliederung erfolgt. Die dadurch an der
Pflanze entſtehende kleine Wunde ſchließt ſich ſelbſt durch
eine dünne Korkſchicht.
Wie erwähnt, iſt der Laubfall der Bäume zu deren
Selbſtſchutz im Winter durchaus notwendig. Abgeſehen
davon, daß die Tranſpiration der im Winter feuchtarmen
Bäume dieſe völlig austrocknen und verdorren laſſen
würde, böte dies Laubdach auch dem Schnee eine Fläche,
ſo daß jeder ſtärkere Schneefall zweifellos die Baumkrone
vernichten würde. Wie ſehr dies der Fall ſein würde, ſehen
wir bei den Nadelhölzern, die auch ſchon unter Schneebruch
oft arg genug zu leiden haben. Wieviel mehr wäre das
bei Laubhölzern der Fall, wenn dichtes Laub dem Schnee
Stützflächen böte.
Der berbſtliche Laubfall iſt alſo nichts weiter als eine
jener Erſcheinungen in der Natur, die von der
Zweck=
mäßigkeit beſtimmt werden. Sentimental zu werden über
dieſen Vorfall im Naturleben, liegt gar kein Grund vor.
Der ſich entblätternde Baum iſt kein abſterbender, ſondern
ein ausruhender. Was der Dichter Guſtav Pfizer den
Baum im Herbſte ſagen läßt:
„Und ſoll dem Schickſal ich mich beugen?
Und ſtehen kahl und ſtumm?
Rauſcht kein Geſang mehr in den Zweigen,
So haut den Stamm auch umt
Gern neig’ ich mich mit voller Krone,
Nicht unbeweint, ins Grab,
So wie ein König ſteigt vom Throne.
Eh’ ihm entſinkt der Stab.”
Das iſt nur halb wahr. Es wäre ſchade um den
ent=
laubten Stamm, wenn man ihn umhauen würde. Es
wäre einem Morde im Schlafe vergleichbar. Denn ganz
ſo wie ein Schläfer kann auch der entlaubte Stamm ſich
nicht gegen den, der ihn fällt, durch ſeine grünende und
blühende Pracht wehren. Aber wartet nur, der jetzt kahl
daſteht, wird zu neuer voller Schönheit erwachen; dann
werden euch ſolche Gedanken nicht nahen können.
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(19423
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3 Etudes. 2 Nocturnes, 2 Valses,
3 Mazurkas, Fantasie-Impromptu,
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N
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geben. Näh. in der Exp. (*9110
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Freitag, den 19. Sept. 1913.
10. Abonnem.=Vorſtellung. D 3.
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Fauſt.
Tragödie von Goethe.
Muſik von Eduard Laſſen.
Vierter Abend.
Der Tragödie zweiter Teil
(II. Abteilung) in 3 Akten.
Spielleiter: Hans Baumeiſter.
Muſikal. Leiter: Erich Kleiber.
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Kurt Ehrle
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Johann. Heinz
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Käthe Gothe
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Raufebold, gew. Auguſt Kräger
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Haltefeſt, ſellen Emil Jannings
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Freitag, den 19. September 1913, Bieräbend
der Brauerei Krone, oberes Lokal.
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ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
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Künstlerkonzert.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. September 1913.
Nummer 220.
Schuss
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(19418
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Vl. Ausflug
Sonntag, den 21. September 1913,
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Freitag, den 19. September 1913, Bieräbend
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Kur-Konzert.
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Montag, d. 22. Sept., 8 Uhr:
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abends 8 Uhr, im Saale des Gewerkſchaftshauſes,
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höflichſt ein.
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3. Bericht von den Kongreſſen und Verbandstagen.
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4. Wahl der Rechnungsprüfungskommiſſion.
Um pünktliches und zahlreiches Erſcheinen erſucht
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für die Dauer der Spielzeit
abzu=
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Großherz. Hoftheater
Freitag, den 19. Sept. 1913.
10. Abonnem.=Vorſtellung. D 3.
Neu einſtudiert:
Fauſt.
Tragödie von Goethe.
Muſik von Eduard Laſſen.
Vierter Abend.
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(II. Abteilung) in 3 Akten.
Spielleiter: Hans Baumeiſter.
Muſikal. Leiter: Erich Kleiber.
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Hs. Baumeiſter
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Mephiſtopheles . Kt. Weſtermann
Der Kaiſer . . . Kurt Ehrle
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Charlotte Pils
Käthe Gothe
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terin der Helena Sophie Doſtal
Lynceus, der
Türmer .
Georg Weber
Raufebold, ) gew. Auguſt Kräger
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Haltefeſt, ſellen Emil Jannings
Philemon, e. Greis A. Waſſermann
Baucis, ſ. Gattin Minna Müller=
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Unterricht im
Maschinenschreinen
Wanderer
Die Sorge .
Die Not
Der Mangel
Die Schuld
Ein Lemure
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Maria Aegyptiaca Sophie Doſtal
Magna peccatrix Eliſabeth Horn
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Gretchen genannt Käthe Meißner
Geſtaltung d. Bühnenbildes:
Hof=
theatermaler Kurt Kempin u.
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ſchineriedirektor E. Schwerdtfeger.
Nach d. 1. u. 2. Akte längere Pauſen.
Das Haus wird nur nach den
Aktſchlüſſen erleuchtet; die längeren
Pauſen werden durch Herablaſſen
des eiſernen Vorhangs angezeigt.
Preiſe der Plätze (Gew.
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
4.20 ℳ, 14.—20. Reihe 3.40 ℳ,
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terre: 1.—5. Reihe 2.90 ℳ, 6.—8.
Reihe 2.35 ℳ, Proſzeniumsloge
6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
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konloge 5.20 ℳ, I. Rang 4.70 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ,
7. u. 8. Reihe 2.15 ℳ, I. Galerie
1.35 ℳ, II. Galerie 75 ₰.
Kartenverkauf: an der
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1½ Uhr und eine Stunde vor
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kehrsbüro von 8 bis 1 Uhr u.
von 2½ Uhr bis kurz vor Beginn
der Vorſtellung. (Im
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Karten=Beſtellungen
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nommen. Telephon Nr. 1582.)
Anfang 7½ U. — Ende 10½ U.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Sonntag, 21. Sept. 11. Ab.=Vſt.
A 3. „Der Freiſchütz.”
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wöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Montag, 22. Sept. Keine
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ſtellung.
Dienstag, 23. Sept. 12. Ab.=Vſt.
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Spielleiter: Hans Baumeiſter.
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Perſonen:
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Der Kaiſer . . . Kurt Ehrle
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Heermeiſter.
Charlotte Pils
Helena . .
Käthe Gothe
Euphorion
Phantalis, Beglei
terin der Helena Sophie Doſtal
Lynceus, der
Georg Weber
Türmer .
Raufebold, ) gew. Auguſt Kräger
Habebald, Ge= Hans Bertram
Haltefeſt, ſellen Emil Jannings
Philemon, e. Greis A. Waſſermann
Baucis, ſ. Gattin Minna Müller=
Rudolph
Wanderer
. . Frz. Schneider
Die Sorge .
Herta Alſen
Die Not .
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Der Mangel . . Käthe Müller
Die Schuld . . Agn. Wisthaler
Ein Lemure . . L. Schützendorf
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Mater Glorioſa . Olga Kallenſee
Maria Aegyptiaca Sophie Doſtal
Magna peccatrix Eliſabeth Horn
Eine Büßerin, ſonſt
Gretchen genannt Käthe Meißner
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Hof=
theatermaler Kurt Kempin u.
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ſchineriedirektor E. Schwerdtfeger.
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4.20 ℳ, 14.—20. Reihe 3.40 ℳ,
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6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
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176. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
221.
Samstag, den 20. September.
1913.
Die heutige Nummer hat 38 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Anzahl der bei dem Straßenbahnunfall auf
der Strecke Cannes=Graſſe getöteten
Per=
ſonen beträgt 17.
*
Auf dem Bahnhofe Baſſum ſtieß ein Güterzug mit einer
Lokomotive zuſammen. Beide Maſchinen, ſowie 12
Güterwagen entgleiſten und gingen teilweiſe in
Trümmer.
Am Todestage Stolypins wurde geſtern in Kiew ein
Stolypin=Denkmal enthüllt.
*
Wie amtlich mitgeteilt wird, haben die türkiſchen und
bulgariſchen Delegierten in ihrer Sitzung am
Donnerstag das Protokoll über die endgültige
Grenzfeſtſetzung unterzeichnet.
*
Das Repräſentantenhaus der Vereinigten
Staaten nahm die Währungsreform mit 286 gegen
84 Stimmen an.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Die Neuregelung der
Sonmtagerunte,
* Der Reichstag wird bekanntlich bei ſeinem
Wieder=
zuſammentritt Ende November unter den neuen Vorlagen
auch den vom Bundesrat bereits vor den Sommerferien
verabſchiedeten Entwurf eines Geſetzes, betreffend die
Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, vorfinden. Dieſer aus
15 Paragraphen beſtehende Entwurf beſtimmt im
weſent=
lichen:
Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter dürfen im
allgemei=
nen am erſten Weihnachts=, Oſter= und Pfingſttage
über=
haupt nicht, im übrigen an Sonn= und Feſttagen wie folgt
beſchäftigt werden: In den offenen
Verkaufs=
ſtellen iſt eine Beſchäftigung bis zu drei Stunden
zu=
läſſia. Die höheren Verwaltungsbehörden können für
Orte, an denen die Bevölkerung aus der weiteren
Um=
gebung an Sonn= und Feſttagen die offenen
Verkaufs=
ſtellen aufzuſuchen genötigt iſt. eine Beſchäftigung bis zu
vier Stunden zulaſſen. Die Gemeinde oder ein weiterer
Kommunalverband können durch ſtatutariſche Beſtimmung
die dreiſtündige Beſchäftigung für alle oder einzelne
Ge=
werbszweige auf kürzere Zeit einſchränken oder ganz
unter=
ſagen. Die Polizeibehörde kann alljährlich für höchſtens
ſechs Sonn= und Feſttage an denen örtliche Verhältniſſe
einen weiteren Geſchäftsverkehr erforderlich machen, in
offenen Verkaufsſtellen eine Beſchäftigung bis zu zehn
Stunden zulaſſen.
Der Geſetzentwurf wird ſeine ſozialen
Schutzvorſchrif=
ten über den Kreis der Handlungsgehilfen hinaus auch
auf andere Gruppen von Privatangeſtellten ert
ſtrecken, nämlich auf die Angeſtellten der
Verſicherungs=
unternehmer einſchließlich der Vereine zur Verſicherung
auf Gegenſeitigkeit, der Verſicherungsagenten und maller,
der Annoncenexpeditionen, der Stellenvermittler, der
Aus=
kunfteien, der Sparkaſſen, Konſumvereine und anderer
Vereine, die nach Art des Handelsgewerbes ihre Geſchäfte
betreiben. Damit wird alſo ein weiter Kreis von
Ange=
ſtellten in bezug auf die Sonntagsruhe denſelben Schutz
genießen, wie die Handelsangeſtellten. Mit dieſer
Be=
ſtimmung wird ein Wunſch des Reichstages wenigſtens
teilweiſe erfüllt der dahin ging, die Schutzvorſchriften,
die die Reichsgeſetzgebung in der Gewerbeordnung und im
Handelsgeſetzbuch hinſichtlich der Handelsangeſtellten in
bezug auf Sonntagsruhe, Arbeitszeit, Kündigungsfriſten
uſw. enthält, auch auf andere Klaſſen von Angeſtellten
auszudehnen. Bei den oben genannten Gewerbebetrieben
handelt es ſich nicht um offene Verkaufsſtellen, ſondern um
Kontore; infolgedeſſen kommt als Höchſtgrenze für die
Sonntagsarbeit eine Zeit von zwei Stunden in Betracht,
deren Lage von den zuſtändigen Behörden geregelt wird.
Der Geſetzentwurf berückſichtigt nicht alle die
Gewerbe=
betriebe, auf die ſich die Anregung des Reichstags bezieht.
Es iſt jedoch in Ausſicht genommen, für einzelne Gruppen
von Angeſtellten eine beſondere Regelung teils auf
geſetz=
lichem Wege, wie bei den Angeſtellten der Rechtsanwälte
und Notare, teils auf dem Verordnungswege
durchm=
führen. In Betrieben des Handelsgewerbes, die am
Sabbath und an jüdiſchen Feiertagen gänzlich
ruhen dürfen Angeſtellte jüdiſchen Glaubens an Sonn=
und Feſttagen bis zur Dauer von fünf Stunden mit der
Maßgabe beſchäftigt werden, daß die Geſchäftsräume für
den aligemeinen Verkehr geſchloſſen bleiben.
Weiterhin werden dann Ausnahmen feſtgeſetzt für
Arbeiten, die im Notfall oder im öffentlichen Intereſſe, für
geſetzlich vorgeſchriebene Inventuren, zur Verhütung des
Verderbens der Rohſtoffe oder zur Verhinderung des
Miß=
lingens von Arbeitserzeugniſſen vorgenommen werden.
Endlich wird noch beſtimmt, daß dieſe Vorſchriften einer
weitgehenden Beſchränkung des Gewerbebetriebes an
Sonn= und Feſttagen durch Landesgeſetz oder
landesrecht=
liche Verordnung nicht entgegenſtehen.
Auf den Verkauf von Arzneimitteln und Gegenſtänden
der Krankenpflege in Apotheken und den von Speiſen,
Getränken und Genußmitteln in Gaſt= und
Schant=
wirtſchaften zum Genuß auf der Stelle, auf
Muſik=
aufführungen und Schauſtellungen, theatraliſche
Vor=
ſtellungen und ſonſtige Luſtbarkeiten, ſowie auf das
Ver=
kehrsgewerbe findet dieſes Geſetz keine Anwendung.
Die Parteien in Ifalien.
Der Termin für die nächſten
Generalwah=
len in Italien iſt nun endgültig auf den 26. Oktober
feſtgeſetzt und wird auch in dem bevorſtehenden Erlaß, der
die Kammer auflöſt, genannt werden. Ueber das
mini=
ſterielle Programm verlautet, daß die Regierung die
demo=
kratiſche Richtung, die ihr bis jetzt ſo gute Dienſte geleiſtet
hat, beibehalten wird. Rückſichtlich der Stellung zum
Va=
tikan hält der Premier, Giolitti, an der bisherigen
Formel „Die freie Kirche im ſouveränen Staat” feſt.
Da=
mit ſoll die Möglichkeit eines Bruches mit den Leitern der
katholiſchen Partei ins Auge gefaßt werden, der allerdings
im Augenblick wenig wahrſcheinlich iſt, doch muß feſtgeſtellt
werden, daß ſich dieſe Beziehungen ſeit einiger Zeit
ver=
ſchlechtert haben. Es wird jedenfalls, um eine Wirkung
auf die Wähler zu haben, offiziös bekannt gegeben, daß
weder eine Anleihe, noch die Auflage neuer Steuern
be=
abſichtigt iſt und daß der Voranſchlag für die Flotte 300
Millionen, der für die Armee ungefähr 400 Millionen
be=
trägt. Es liegt die Abſicht vor, jedes Jahr einen
Dread=
nought zu bauen. Dieſe miniſteriellen Erklärungen müſſen
aber cum grano sales aufgenommen werden, denn es iſt
ganz unmöglich, daß trotz der guten finanziellen Lage
Italien ſeinen Verpflichtungen bei den bisherigen
Ein=
nahmequellen nachkommen kann. Nach den Wahlen
wer=
den alſo neue Steuer= und Anleiheprojekte wohl auf der
Bildfläche erſcheinen, und dann dürfte es ſich ereignen, daß
Herr Giolitti aus „Geſundheitsrückſichten” „zeitweiſe” von
ſeinem Poſten zurücktreten wird, denn er iſt viel zu klug
dazu, um das Odium auf ſich zu laden, dem Volke neue
Laſten aufzuerlegen. Es heißt zeitweiſe, weil er trotz
ſei=
ner 71 Jahre durchaus nicht amtsmüde iſt.
Was nun die einzelnen Parteien anbetrifft,
ſo haben von den Gegnern der Regierung die Sozialiſten
durch ihre Oppoſition gegen den libyſchen Krieg ſehr an
Gefolgſchaft verloren, und nur in den Induſtrieſtädten,
wo dieſer Krieg den Verluſt des Geſchäfts mit der Türkei
nach ſich gebracht hat, dürften ſie Gewinn erzielen. Von
den 5 Millionen neuen Wahlberechtigten, die ſich
haupt=
ſächlich aus den Analphabeten des Südens
zuſammen=
ſetzen und die vollſtändig unter dem Einfluß der Prieſter
ſtehen, haben ſie wenig zu hoffen. Eine Wiederkehr der
Macht, wie ſie ſie z. B. im Jahre 1898 hatten, haben ſie
nicht zu erwarten. Die Republikaner beſitzen zwar zwei
ſehr hervorragende Führer in Bazzilai und Eugenio
Schieſa, jedoch ſteht ihnen keine große Zukunft bevor, denn
darüber iſt man ſich in Italien ſo ziemlich allgemein einig,
daß an die Stelle der demokratiſchen Monarchie des
Hau=
ſes Savoyen nichts beſſeres geſetzt werden kann. Nur eine
kleine Gefolgſchaft beſitzt die konſtitutionelle Oppoſition,
an deren Spitze Sidney Sonnino ſteht. Es ſind dies meiſt
Männer von hervorragenden Eigenſchaften, was ſchon
daraus hervorgeht, daß ſie ſich hauptſächlich aus
Toska=
neſen zuſämmenſetzen, aber ſehr gering an Zahl. Eine
große Chance hätten die Katholiken, die mindeſtens fünfzig
Sitze gewinnen könnten, wenn der Vatikan ihnen freies
Spiel ließe. Das iſt aber nicht zu erwarten, da Pius X.
mit Recht aus der Gründung einer Partei ähnlich dem
deutſchen Zentrum Schwierigkeiten befürchtet. Es wären
auch noch die Nationaliſten zu erwähnen, die die
Intelli=
genz zu vertreten behaupten. Es ſind dies meiſt jüngere
Leute, ſoweit das in Italien überhaupt möglich iſt, da
der Eintritt in die Kammer erſt mit 30 Jahren erlaubt iſt,
ſo daß Parlamentarier mit 50 Jahren dort noch als jung
gelten. Bei Beginn des afrikaniſchen Feldzuges ſchien
es, als ob dieſe Partei eine große Bedeutung gewinnen
würde. Doch hat ſie Schiffbruch gelitten auf antiklerikalem
und Freimaurergebiete, und wenn ſie auch noch heute viel
von ſich her macht, ſo ſteht ihre Macht doch damit in gar
keinem Verhältnis.
Es läßt ſich alſo beinahe mit Sicherheit vorausſagen,
daß das Kabinett Giolitti eine ſtarke
Majori=
tät erhalten wird. Dabei iſt noch beſonders in Betracht
zu ziehen, daß bei den Wahlen im Jahre 1909 nur 62
Pro=
zent der Wahlberechtigten an der Urne erſchienen ſind, und
das war ſchon ein Rekord in der Beteiligung. Dieſer
Pro=
zentſatz wird ſich aber diesmal weſentlich verringern, denn
die neuen Wähler ſind noch gar nicht organiſiert und recht
indifferent. Die obligatoriſche Wahl wurde von
der Kammer zurückgewieſen, um den Wunſch der
Sozia=
liſten zu erfüllen, deren Gegner, d. h. die beſſeren Klaſſen,
überhaupt keine Stimmen abgeben. Die einzigen, die die
Maſſe in Bewegung ſetzen könnten, die Prieſter, müſſen
ja davon abſehen, ihren ſtarken Einfluß auf die
Bevölke=
rung auszuüben.
Deutſches Reich.
— Die Erhebung des Wehrbeitrages.
Die Ausführungsbeſtimmungen über die Zahlung des
erſten Wehrbeitrages ſollen, einer Korreſpondenz zufolge,
in der erſten Hälfte des nächſten Quartals ſo rechtzeitig
veröffentlicht werden, daß die Landesregierungen
ent=
ſprechende Vorkehrungen treffen können. Der Zeitraum,
innerhalb deſſen die Vermögenserklärung abzugeben iſt.
dürfte innerhalb des Januar 1914 feſtgeſetzt werden. Wenn
behauptet wurde, daß bis Ende Mai 1914 allgemein das
erſte Drittel des Wehrbeitrages von den Steuerpflichtigen
bezahlt ſein müßte, ſo iſt dies jedenfalls unrichtig. Man
wird, auch wenn den Vorſitzenden der
Veranlagungskom=
miſſionen zum Teil mehr Hilfskräfte infolge der
vermehr=
ten Arbeit zugewieſen werden, immerhin damit rechnen
können, daß die Zuſtellungen ſich zum Teil verzögern
werden, was naturgemäß von der verſchiedenartigen
be=
hördlichen Organiſation, von der Größe der Steuerbezirke,
ſowie von der Prüfung hoher Einkommen abhängig ſein
dürfte. Somit wird vermutlich damit gerechnet werden
können, daß ſpäteſtens bis Ende April die letzten
Steuer=
zettel zugeſtellt ſein werden, woraus hervorgeht, daß die
letzten Beiträge für das erſte Drittel des Wehrbeitrages
nicht bis Ende Mai, ſondern bis Ende Juli bezahlt ſein
müſſen. Die Zahlung des erſten Drittels des
Wehrbei=
trages würde demnach noch in das zweite Quartal 1914
hineinreichen, da die Beträge innerhalb von drei Monaten
nach der Zuſtellung gezahlt werden müſſen. Die
Veran=
lagung und Einziehung des Wehrbeitrages dürfte in den
einzelnen Bundesſtaaten ganz allgemein den Behörden der
direkten Steuerverwaltung übertragen werden. Für
Zah=
lung des zweiten und des letzten Drittels des
Wehrbei=
trages ſtehen die Endtermine (1. Februar 1915 und 1916)
bereits feſt.
— Eine Novelle zur Gewerbeordnung
wird dem Reichstage bei ſeinem Wiederzuſammentritt
zu=
gehen, die für kinematographiſche und phonographiſche
Vorführungen die Konzeſſionspflicht einführen wird. Im
Rahmen dieſer Novelle werden auch einige neue
Beſtim=
mungen öffentlich=rechtlicher Natur für den allgemeinen
Theaterbetrieb getroffen, die im Rahmen des neuen
Theatergeſetzes keine Regelung finden konnten. Das neue
Theatergeſetz iſt ſoweit fertiggeſtellt, daß es noch im Laufe
dieſes Jahres dem Bundesrat vorgelegt werden kann.
— Herabſetzung der Altersgrenze für
den Bezugder Altersrente. Dem Reichstag wird
noch in dieſem Jahre eine Denkſchrift zugehen über die
Erhebungen zur Frage der Herabſetzung der Altersgrenze
für den Bezug der Altersrente.
Deutſch=Amerikaner gegen San
Fran=
zisko. Auch aus angeſehenen deutſchen Kreiſen in
Ame=
rika werden große Bedenken gegen eine Beteiligung
Deutſchlands an der Weltausſtellung in San Franzisko
laut. So bringt die Neu=Yorker Staatszeitung eine
Kund=
gebung des Importeurs Hugo Reiſinger, der nach
mehr=
monatigem Aufenthalt in Deutſchland vor wenigen Tagen
nach den Vereinigten Staaten zurückgekehrt iſt. Herr
Rei=
ſinger iſt in der amerikaniſchen Handelswelt ſehr
ange=
ſehen und hat ſich beſonders große Verdienſte um die
deutſche Kunſt in Amerika erworben. Er äußerte ſich über
die Frage einer Beteiligung Deutſchlands folgendermaßen:
„Es muß berückſichtigt werden, daß der deutſchen
Reichs=
regierung nichts anderes übrig blieb, als abzulehnen.
Ein=
gehende Rundfragen bei den verſchiedenen in Frage
kom=
menden Induſtrien haben mit zweifelloſer Sicherheit
er=
geben, daß dieſe durchaus ausſtellungsmüde ſind. Die
an=
geregte Privatbeteiligung halte ich für einen Fehlſchlag,
ganz abgeſehen, von wem die Anregung ausgehen muß.
Die Privatbeteiligung einiger Induſtrien oder
Induſtrie=
gruppen vermag niemals eine würdige Vertretung des
Deutſchen Reiches auf einer Weltausſtellung zu ſchaffen,
und es iſt viel beſſer, daß Deutſchland in San Franzisko
gar nicht, als in unrichtiger Weiſe vertreten wird, aus der
fremde Nationen einen falſchen Schluß über die
Leiſtungs=
fähigkeit Deutſchlands auf induſtriellem Gebiete ziehen
würden.”
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 19. September 1913.
Nummer 220.
Herren- und Knaben-Bekleidungshauf
38
Heute Schlus
des Extra-Verkaufes
Gebr.
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Darmstadt
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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
176. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 221.
Die heutige Nummer hat 38 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Anzahl der bei dem Straßenbahnunfall auf
der Strecke Cannes=Graſſe getöteten
Per=
ſonen beträgt 17.
Samstag, den 20. September.
Sonn= und Feſttagen durch Landesgeſetz oder
landesrecht=
liche Verordnung nicht entgegenſtehen
Auf den Verkauf von Arzneimitteln und Gegenſtänden
der Krankenpflege in Apotheken und den von Speiſen,
Getränken und Genußmitteln in Gaſt= und
Schank=
wirtſchaften zum Genuß auf der Stelle, auf
Muſik=
aufführungen und Schauſtellungen, theatraliſche
Vor=
ſtellungen und ſonſtige Luſtbarkeiten, ſowie auf das
Ver=
kehrsgewerbe findet dieſes Geſetz keine Anwendung.
1913.
die neuen Wähler ſind noch gar nicht organiſiert und recht
indifferent. Die obligatoriſche Wahl wurde von
der Kammer zurückgewieſen, um den Wunſch der
Sozia=
liſten zu erfüllen, deren Gegner, d. h. die beſſeren Klaſſen,
überhaupt keine Stimmen abgeben. Die einzigen, die die
Maſſe in Bewegung ſetzen könnten, die Prieſter, müſſen
ja davon abſehen, ihren ſtarken Einfluß auf die
Bevölke=
rung auszuüben.
Auf dem Bahnhofe Baſſum ſtieß ein Güterzug mit einer
Lokomotive zuſammen. Beide Maſchinen, ſowie 12
Güterwagen entgleiſten und gingen teilweiſe in
Trümmer.
Am Todestage Stolypins wurde geſtern in Kiew ein
Stolypin=Denkmal enthüllt.
2
Wie amtlich mitgeteilt wird, haben die türkiſchen und
bulgariſchen Delegierten in ihrer Sitzung am
Donnerstag das Protokoll über die endgültige
Grenzfeſtſetzung unterzeichnet.
Das Repräſentantenhaus der Vereinigten
Staaten nahm die Währungsreform mit 286 gegen
84 Stimmen an.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Die Neuregelung der
Sontaßeruts,
* Der Reichstag wird bekanntlich bei ſeinem
Wieder=
zuſammentritt Ende November unter den neuen Vorlagen
auch den vom Bundesrat bereits vor den Sommerferien
verabſchiedeten Entwurf eines Geſetzes, betreffend die
Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, vorfinden. Dieſer aus
15 Paragraphen beſtehende Entwurf beſtimmt im
weſent=
lichen:
Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter dürfen im
allgemei=
nen am erſten Weihnachts=, Oſter= und Pfingſttage
über=
haupt nicht, im übrigen an Sonn= und Feſttagen wie folgt
beſchäftigt werden: In den offenen
Verkaufs=
ſtellen iſt eine Beſchäftigung bis zu drei Stunden
zu=
läſſig. Die höheren Verwaltungsbehörden können für
Orte, an denen die Bevölkerung aus der weiteren
Um=
gebung an Sonn= und Feſttagen die offenen
Verkaufs=
ſtellen aufzuſuchen genötigt iſt. eine Beſchäftigung bis zu
vier Stunden zulaſſen. Die Gemeinde oder ein weiterer
Kommunalverband können durch ſtatutariſche Beſtimmung
die dreiſtündige Beſchäftigung für alle oder einzelne
Ge=
werbszweige auf kürzere Zeit einſchränken oder ganz
unter=
ſagen. Die Polizeibehörde kann alljährlich für höchſtens
ſechs Sonn= und Feſttage an denen örtliche Verhältniſſe
einen weiteren Geſchäftsverkehr erforderlich machen, in
offenen Verkaufsſtellen eine Beſchäftigung bis zu zehn
Stunden zulaſſen.
Der Geſetzentwurf wird ſeine ſozialen
Schutzvorſchrif=
ten über den Kreis der Handlungsgehilfen hinaus auch
auf andere Gruppen von Privatangeſtellten
er=
ſtrecken, nämlich auf die Angeſtellten der
Verſicherungs=
unternehmer einſchließlich der Vereine zur Verſicherung
auf Gegenſeitigkeit, der Verſicherungsagenten und maller,
der Annoncenexpeditionen, der Stellenvermittler, der
Aus=
kunfteien, der Sparkaſſen, Konſumvereine und anderer
Vereine, die nach Art des Handelsgewerbes ihre Geſchäfte
betreiben. Damit wird alſo ein weiter Kreis von
Ange=
ſtellten in bezug auf die Sonntagsruhe denſelben Schutz
genießen, wie die Handelsangeſtellten. Mit dieſer
Be=
ſtimmung wird ein Wunſch des Reichstages wenigſtens
teilweiſe erfüllt, der dahin ging, die Schutzvorſchriften.
die die Reichsgeſetzgebung in der Gewerbeordnung und im
Handelsgeſetzbuch hinſichtlich der Handelsangeſtellten in
bezug auf Sonntagsruhe, Arbeitszeit. Kündigungsfriſten
uſw. enthält, auch auf andere Klaſſen von Angeſtellten
auszudehnen. Bei den oben genannten Gewerbebetrieben
handelt es ſich nicht um offene Verkaufsſtellen, ſondern um
Kontore; infolgedeſſen kommt als Höchſtgrenze für die
Sonntagsarbeit eine Zeit von zwei Stunden in Betracht,
deren Lage von den zuſtändigen Behörden geregelt wird.
Der Geſetzentwurf berückſichtigt nicht alle die
Gewerbe=
betriebe, auf die ſich die Anregung des Reichstags bezieht.
Es iſt jedoch in Ausſicht genommen, für einzelne Gruppen
von Angeſtelten eine beſondere Regelung teils auf
geſetz=
lichem Wege, wie bei den Angeſtellten der Rechtsanwälte
und Notare, teils auf dem Verordnungswege
durchzu=
führen. In Betrieben des Handelsgewerbes, die am
Sabbath und an jüdiſchen Feiertagen gänzlich
ruhen, dürfen Angeſtellte jüdiſchen Glaubens an Sonn=
und Feſttagen bis zur Dauer von fünf Stunden mit der
Maßgabe beſchäftigt werden, daß die Geſchäftsräume für
den allgemeinen Verkehr geſchloſſen bleiben.
Weiterhin werden dann Ausnahmen feſtgeſetzt für
Arbeiten, die im Notfall oder im öffentlichen Intereſſe, für
geſetzlich vorgeſchriebene Inventuren, zur Verhütung des
Verderbens der Rohſtoffe oder zur Verhinderung des
Miß=
lingens von Arbeitserzeugniſſen vorgenommen werden.
Endlich wird noch beſtimmt, daß dieſe Vorſchriften einer
weitgehenden Beſchränkung des Gewerbebetriebes an
Die Parteien in Italien.
(* Der Termin für die nächſten
Generalwah=
len in Italien iſt nun endgültig auf den 26. Oktober
feſtgeſetzt und wird auch in dem bevorſtehenden Erlaß, der
die Kammer auflöſt, genannt werden. Ueber das
mini=
ſterielle Programm verlautet, daß die Regierung die
demo=
kratiſche Richtung, die ihr bis jetzt ſo gute Dienſte geleiſtet
hat, beibehalten wird. Rückſichtlich der Stellung zum
Va=
tikan hält der Premier, Giolitti, an der bisherigen
Formel „Die freie Kirche im ſouveränen Staat” feſt.
Da=
mit ſoll die Möglichkeit eines Bruches mit den Leitern der
katholiſchen Partei ins Auge gefaßt werden, der allerdings
im Augenblick wenig wahrſcheinlich iſt, doch muß feſtgeſtellt
werden, daß ſich dieſe Beziehungen ſeit einiger Zeit
ver=
ſchlechtert haben. Es wird jedenfalls, um eine Wirkung
auf die Wähler zu haben, offiziös bekannt gegeben, daß
weder eine Anleihe, noch die Auflage neuer Steuern
be=
abſichtigt iſt und daß der Voranſchlag für die Flotte 300
Millionen, der für die Armee ungefähr 400 Millionen
be=
trägt. Es liegt die Abſicht vor, jedes Jahr einen
Dread=
nought zu bauen. Dieſe miniſteriellen Erklärungen müſſen
aber eum grano sales aufgenommen werden, denn es iſt
ganz unmöglich, daß trotz der guten finanziellen Lage
Italien ſeinen Verpflichtungen bei den bisherigen
Ein=
nahmequellen nachkommen kann. Nach den Wahlen
wer=
den alſo neue Steuer= und Anleiheprojekte wohl auf der
Bildfläche erſcheinen, und dann dürfte es ſich ereignen, daß
Herr Giolitti aus „Geſundheitsrückſichten” „zeitweiſe” von
ſeinem Poſten zurücktreten wird, denn er iſt viel zu klug
dazu, um das Odium auf ſich zu laden, dem Volke neue
Laſten aufzuerlegen. Es heißt zeitweiſe, weil er trotz
ſei=
ner 71 Jahre durchaus nicht amtsmüde iſt.
Was nun die einzelnen Parteien anbetrifft,
ſo haben von den Gegnern der Regierung die Sozialiſten
durch ihre Oppoſition gegen den libyſchen Krieg ſehr an
Gefolgſchaft verloren, und nur in den Induſtrieſtädten,
wo dieſer Krieg den Verluſt des Geſchäfts mit der Türkei
nach ſich gebracht hat, dürften ſie Gewinn erzielen. Von
den 5 Millionen neuen Wahlberechtigten, die ſich
haupt=
ſächlich aus den Analphabeten des Südens
zuſammen=
ſetzen und die vollſtändig unter dem Einfluß der Prieſter
ſtehen, haben ſie wenig zu hoffen. Eine Wiederkehr der
Macht, wie ſie ſie z. B. im Jahre 1898 hatten, haben ſie
nicht zu erwarten. Die Republikaner beſitzen zwar zwei
ſehr hervorragende Führer in Bazzilai und Eugenio
Schieſa, jedoch ſteht ihnen keine große Zukunft bevor, denn
darüber iſt man ſich in Italien ſo ziemlich allgemein einig,
daß an die Stelle der demokratiſchen Monarchie des
Hau=
ſes Savoyen nichts beſſeres geſetzt werden kann. Nur eine
kleine Gefolgſchaft beſitzt die konſtitutionelle Oppoſition,
an deren Spitze Sidney Sonnino ſteht. Es ſind dies meiſt
Männer von hervorragenden Eigenſchaften, was ſchon
daraus hervorgeht, daß ſie ſich hauptſächlich aus
Toska=
neſen zuſammenſetzen, aber ſehr gering an Zahl. Eine
große Chance hätten die Katholiken, die mindeſtens fünfzig
Sitze gewinnen könnten, wenn der Vatikan ihnen freies
Spiel ließe. Das iſt aber nicht zu erwarten, da Pius X.
mit Recht aus der Gründung einer Partei ähnlich dem
deutſchen Zentrum Schwierigkeiten befürchtet. Es wären
auch noch die Nationaliſten zu erwähnen, die die
Intelli=
genz zu vertreten behaupten. Es ſind dies meiſt jüngere
Leute, ſoweit das in Italien überhaupt möglich iſt, da
der Eintritt in die Kammer erſt mit 30 Jahren erlaubt iſt,
ſo daß Parlamentarier mit 50 Jahren dort noch als jung
gelten. Bei Beginn des afrikaniſchen Feldzuges ſchien
es, als ob dieſe Partei eine große Bedeutung gewinnen
würde. Doch hat ſie Schiffbruch gelitten auf antiklerikalem
und Freimaurergebiete, und wenn ſie auch noch heute viel
von ſich her macht, ſo ſteht ihre Macht doch damit in gar
keinem Verhältnis.
Es läßt ſich alſo beinahe mit Sicherheit vorausſagen,
daß das Kabinett Giolitti eine ſtarke
Majori=
tät erhalten wird. Dabei iſt noch beſonders in Betracht
zu ziehen, daß bei den Wahlen im Jahre 1909 nur 62
Pro=
zent der Wahlberechtigten an der Urne erſchienen ſind, und
das war ſchon ein Rekord in der Beteiligung. Dieſer
Pro=
zentſatz wird ſich aber diesmal weſentlich verringern, denn
Deutſches Reich.
— Die Erhebung des Wehrbeitrages.
Die Ausführungsbeſtimmungen über die Zahlung des
erſten Wehrbeitrages ſollen, einer Korreſpondenz zufolge,
in der erſten Hälfte des nächſten Quartals ſo rechtzeitig
veröffentlicht werden, daß die Landesregierungen
ent=
ſprechende Vorkehrungen treffen können. Der Zeitraum,
innerhalb deſſen die Vermögenserklärung abzugeben iſt.
dürfte innerhalb des Januar 1914 feſtgeſetzt werden. Wenn
behauptet wurde, daß bis Ende Mai 1914 allgemein das
erſte Drittel des Wehrbeitrages von den Steuerpflichtigen
bezahlt ſein müßte, ſo iſt dies jedenfalls unrichtig. Man
wird, auch wenn den Vorſitzenden der
Veranlagungskom=
miſſionen zum Teil mehr Hilfskräfte infolge der
vermehr=
ten Arbeit zugewieſen werden, immerhin damit rechnen
können, daß die Zuſtellungen ſich zum Teil verzögern
werden, was naturgemäß von der verſchiedenartigen
be=
hördlichen Organiſation, von der Größe der Steuerbezirke,
ſowie von der Prüfung hoher Einkommen abhängig ſein
dürfte. Somit wird vermutlich damit gerechnet werden
können, daß ſpäteſtens bis Ende April die letzten
Steuer=
zettel zugeſtellt ſein werden, woraus hervorgeht, daß die
letzten Beiträge für das erſte Drittel des Wehrbeitrages
nicht bis Ende Mai, ſondern bis Ende Juli bezahlt ſein
müſſen. Die Zahlung des erſten Drittels des
Wehrbei=
trages würde demnach noch in das zweite Quartal 1914
hineinreichen, da die Beträge innerhalb von drei Monaten
nach der Zuſtellung gezahlt werden müſſen. Die
Veran=
lagung und Einziehung des Wehrbeitrages dürfte in den
einzelnen Bundesſtaaten ganz allgemein den Behörden der
direkten Steuerverwaltung übertragen werden. Für
Zah=
lung des zweiten und des letzten Drittels des
Wehrbei=
trages ſtehen die Endtermine (1. Februar 1915 und 1916)
bereits feſt.
Eine Novelle zur Gewerbeordnung
wird dem Reichstage bei ſeinem Wiederzuſammentritt
zu=
gehen, die für kinematographiſche und phonographiſche
Vorführungen die Konzeſſionspflicht einführen wird. Im
Rahmen dieſer Novelle werden auch einige neue
Beſtim=
mungen öffentlich=rechtlicher Natur für den allgemeinen
Theaterbetrieb getroffen, die im Rahmen des neuen
Theatergeſetzes keine Regelung finden konnten. Das neue
Theatergeſetz iſt ſoweit fertiggeſtellt, daß es noch im Laufe
dieſes Jahres dem Bundesrat vorgelegt werden kann.
Herabſetzung der Altersgrenze für
den Bezug der Altersrente. Dem Reichstag wird
noch in dieſem Jahre eine Denkſchrift zugehen über die
Erhebungen zur Frage der Herabſetzung der Altersgrenze
für den Bezug der Altersrente.
Deutſch=Amerikaner gegen San
Fran=
zisko. Auch aus angeſehenen deutſchen Kreiſen in
Ame=
rika werden große Bedenken gegen eine Beteiligung
Deutſchlands an der Weltausſtellung in San Franzisko
laut. So bringt die Neu=Yorker Staatszeitung eine
Kund=
gebung des Importeurs Hugo Reiſinger, der nach
mehr=
monatigem Aufenthalt in Deutſchland vor wenigen Tagen
nach den Vereinigten Staaten zurückgekehrt iſt. Herr
Rei=
ſinger iſt in der amerikaniſchen Handelswelt ſehr
ange=
ſehen und hat ſich beſonders große Verdienſte um die
deutſche Kunſt in Amerika erworben. Er äußerte ſich über
die Frage einer Beteiligung Deutſchlands folgendermaßen:
„Es muß berückſichtigt werden, daß der deutſchen
Reichs=
regierung nichts anderes übrig blieb, als abzulehnen.
Ein=
gehende Rundfragen bei den verſchiedenen in Frage
kom=
menden Induſtrien haben mit zweifelloſer Sicherheit
er=
geben, daß dieſe durchaus ausſtellungsmüde ſind. Die
an=
geregte Privatbeteiligung halte ich für einen Fehlſchlag,
ganz abgeſehen, von wem die Anregung ausgehen muß.
Die Privatbeteiligung einiger Induſtrien oder
Induſtrie=
gruppen vermag niemals eine würdige Vertretung des
Deutſchen Reiches auf einer Weltausſtellung zu ſchaffen,
und es iſt viel beſſer, daß Deutſchland in San Franzisko
gar nicht, als in unrichtiger Weiſe vertreten wird, aus der
fremde Nationen einen falſchen Schluß über die
Leiſtungs=
fähigkeit Deutſchlands auf induſtriellem Gebiete ziehen
würden.”
*91.
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