Darmstädter Tagblatt 1913


12. August 1913

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176. Jahrgang

werden angenommen in Darmſtadt,
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Der Kaiſer ſtattete am Sonntag der Stadt Lübeck
einen Beſuch ab und begab ſich von dort nach dem
Truppenübungsplatz Altengrabow.
Der deutſche Kaiſer ernannte den Könia von
Griechenland zum Generalfeldmarſchall.
Die außerordentliche Generalverſammlung des Deut=
ſchen
Metalkarbeiterverbandes hat ſich
gegen die Fortſetzung des Werftarbei=
terausſtandes
ausgeſprochen.
Der ſozialdemokratiſche Kongreß in Hol=
land
hat ſich gegen die Annahme von Mi=
niſterſtellen
im neuen Kabinett ausgeſprochen.
Die Türkei erklärte, Adrianopel nicht wieder
herausgeben zu wollen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Der Friedensſchluß.

Die Friedensurkunde.
* Der Friedensvertrag hat folgenden Wort=
laut
:
Friedensvertrag zwiſchen dem König von
Bulgarien einerſeits, den Königen von
Griechenland, Montenegro, Rumänien
und Serbien andererſeits.
Beſeelt von dem Wunſche, dem gegenwärtig zwiſchen
den beſeiligten Ländern beſtehenden Kriegszuſtande ein
Ende zu machen, und in dem Wunſche nach Ordnung. und
von dem Willen durchdrungen, den Frieden zwiſchen ihren
ſo lange heimgeſuchten Völkern herzuſtellen, haben die ge=
nannten
Mächte beſchloſſen, einen endgültigen Friedens=
vertrag
zu ſchließen und zu dieſem Zweck folgende Bevoll=
mächtigte
ernannt. (Folgt die Liſte der Friedensbevoll=
mächtiaten
.) Nachdem das Einvernehmen hergeſtellt war,
wurde beſchloſſen: § 1. Zwiſchen dem König der Bulaaren
und den übrigen Herrſchern, ſowie ihren Erben und Nach=
folgern
wird Friede und Freundſchaft herrſchen. § 2. Die
gemäß Anlage 5 zum Protokoll berichtigte Grenze zwi=
ſchen
Rumänien und Bulgarien wird von der Donau ober=
halb
von Turtukai ausgehen und am Schwarzen Meer
ſüdlich von Ekrene endigen. Es iſt ausdrücklich abgemacht,
daß Bulgarien in längſtens zwei Jahren die beſtehenden
Befeſtigungen von Ruſtſchut Schumla und die in einer
Zone von 20 Kilometer um Baltſchik herum ſchleifen wird.
Eine gemiſchte Kommiſſon wird binnen 14 Tagen an Ort
und Stelle die neue Grenzlinie feſtſetzen und die Vertei=
lung
der durch die neue Grenze geteilten Güter und Beſitz=
tümer
vornehmen. Im Falle von Meinungsverſchieden=
heiten
wird ein Schiedsſpruch in letzter Inſtanz entſchei=
den
. § 3 Die gemäß Anlage 9 im Protokoll feſtgeſetzte
Grenze zwiſchen Serbien und Bulgarien wird vom Pa=
tarioa
=Berge an der alten Grenze ausgehen der alten
türkiſch=bulgariſchen Grenze und der Waſſerſcheide zwi=
ſchen
dem Wardar und der Struma folgen. mit Ausnahme
des oberen Strumitza=Paſſes der bei Serbien bleiben
wird, und wird beim Beleſchgebirge endigen, wo ſie ſich
an die bulagriſch=türkiſche Grenze anſchließen wird. Ein
gemiſchter Ausſchuß wird binnen 14 Tagen die neue
Grenzlinie feſtſetzen und die Verteilung der durch die neue
Grenze geteilten Güter und Beſitztümer unter Vorbehalt
eines Schiedsſpruchs vornehmen. § 4. Die Fragen, die
ſich auf die alte ſerbiſch=bulgariſche Grenze beziehen, wer=
den
gemäß den zwiſchen den vertragſchließenden Parteien
entſprechend dem Zuſatzprotokoll zuſtandegekommenen
Vereinbarungen geregelt werden. § 5. Die gemäß An=
lage
5 zum Protokoll feſtgeſetzte Grenze zwiſchen Griechen=
land
und Bulgarien wird von der neuen ſerbiſch= bulgari=
ſchen
Grenze ausgehen, auf dem Kamm des Beleſchgebir=
ges
verlaufen und an der Mündung des Meſtafluſſes in
das Aegäiſche Meer endigen. Ein gemiſchter Ausſchuß
und ein Schiedsſpruch werden im vorhergehenden § 3
feſtgeſetzt. Es iſt auch ausdrücklich beſtimmt, daß Bulgarien
bereits jetzt auf jeden Anſpruch auf die Infel
Kreta Verzicht leiſtet. § 6. Die Hauptquartiere der ein=
zelnen
Armeen werden von der Unterzeichnung des Ver=
trags
verſtändigt werden. Die bulagriſche Regierung
verpflichtet ſich, bereits vom nächſten Tage an abzurüſten.
Die Truppen, die im Beſatzungsabſchnitt eines kriegfüh=
renden
Heeres garniſoniert ſind, werden auf einen ande=
ren
Punkt des alten bulgariſchen Gebiets verlegt werden
und erſt nach der Räumung des Beſatzungsabſchnitts in
ihre gewöhnlichen Garniſonen zurückkehren können. § 7.
Die Räumung des bulgariſchen Gebiets wird ſofort nach
der Demobilmachung der bulgariſchen Armee beginnen
und in längſtens vierzehn Tagen beendigt ſein. § 8. Wah=
rend
der Beſetzung bulgariſcher Gebiete behalten die Heere
das Recht zu Requiſitionen gegen Barzahlung. Sie wer=
den
die Eiſenbahnen zur Ueberführung von Truppen und
Lebensmitteln frei benutzen können, ohne eine Entſchädi=
gung
zu gewähren. Die Kranken und Verwundeten wer=
den
unter dem Schutz der genannten Armeen ſtehen. § 9.
Sämtliche Kriegsgefangenen werden ſobald wie mögſich
gegenſeitig zurückgegeben werden. Die Regierungen wer=
den
einander eine Aufſtellung der unmittelbaren Ausgaben

für die Verpflegung und den Unterhalt der Kriegsgefan=
genen
überreichen. § 10. Der gegenwärtige Vertrag wird
binnen 14 Tagen oder wenn möglich, noch früher ratifi=
ziert
und der Austauſch der Ratifikationen in Bukareſt
vorgenommen werden Zur Beglaubigung des Vorſtehen=
den
haben die Bevollmächtiaten ihre Unterſchrift und
Siegel beigeſetzt. Bukareſt, 10. Auguſt 1913.
Deutſchland und der Balkanfriede.
** Nirgends iſt wohl der Abſchluß des Bukareſter
Friedens mit größerer Genugtuung begrüßt worden, als
im Deutſchen Reiche. Denn diejenigen, die ſich da mit ſelten
großer Erbitterung bis zum Dazwiſchentreten Rumäniens
bekämpft hatten, ſtanden zu uns in den freundſchaftlichſten
Beziehungen, und die Herrſcher zweier dieſer Länder ſind
deutſchen Fürſtenhäuſern entſproſſen oder doch ſolchen
durch Familienbande nahe verwandt. Deshalb hat ſich
Deutſchland in dem Bruderzwiſte nicht nur ſtreng
neutral verhalten, ſondern auch, ſoweit die Rückſichten auf
die Neutralität es zuließen, in verſöhnlichem Sinne zu
wirken geſucht. Im letzten Stadium der Bukareſter Ver=
handlungen
ſcheint der von Berlin ausgegangene Einfluß
doch bedeutender geweſen zu ſein, als die Oeffentlichkeit
geahnt hat. Aus allen offiziöſen Meldungen ging
nur hervor, daß Deutſchland im Verein mit den übrigen
Mächten den Bukareſter Verhandlungen lediglich als un=
beteiligter
Zuſchauer gegenüberſtehe; nichts ließ auf eine
deutſche Sonderaktion ſchließen, wie ſie der erſtaunten
Welt durch den Telegrammwechſel zwiſchen
König Carol und Kaiſer Wilhelm offenbart
wird.
Es fehlt noch jegliche authentiſche Erklärung darüber,
welches der Anteil Kaiſer Wilhelms an dem definitiven
Friedensabſchluß iſt, aber dieſer Anteil muß nach den
Worten König Carols ein geradezu entſcheidender ge=
weſen
ſein, und auch der Kaiſer gibt in ſeinem Antwort=
telegramm
zu, zu dem jetzt Erreichten beigetragen zu
haben. Man iſt über die Art dieſer Einwirkung vorläufig
nur auf Vermutungen angewieſen und kommt wohl der
Wahrheit am nächſten, wenn man annimmt, daß Kaiſer
Wilhelm als perſönlicher Freund der beiden Herrſcher
Bulgariens und Griechenlands dort zur Nachgiebigkeit
und hier zur Mäßigung gemahnt hat. Es handelte ſich
dabei um keinen amtlichen Schritt, ſondern um einen pri=
vaten
, rein freundſchaftlichen, der vom Wohlwollen für
alle Teile und von Menſchenliebe diktiert war und Erfolg
gehabt haben muß, denn König Carol ſpricht dem Kaiſer
unzweideutig ein Verdienſt um den Friedensabſchluß zu.
Hoffentlich bleibt eine offiziöſe Aufklärung über den An=
teil
unſeres Kaiſers am Friedenserfolge nicht allzu lange
aus, damit die Welt von neuem erfährt, wie lebhaft der
Herrſcher des großen deutſchen Reiches immer beſtrebt iſt,
im friedliebenden Sinne ſeinen Einfluß geltend zu
machen.
Die Hervorhebung des kaiſerlichen Verdienſtes um
die Herſtellung des definitiven Friedens
könnte noch mit der von Rußland und Oeſterreich angeb=
lich
angeſtrebten Reviſion des Bukareſter Vertrages in
dem Sinne in Verbindung gebracht werden, daß auf Be=
treiben
des Kaiſers von einer ſolchen Reviſion Abſtand
genommen wird. Wie dem iſt, muß die Erfahrung lehren;
viel Erfolg kann man ſich von vornherein von einem der=
artigen
Schritte der beiden Großmächte nicht verſprechen,
und ein Herumdoktern an der ſo mühſam zuſtandegekom=
menen
Einigung iſt nicht nach jedermanns Geſchmack, wie
die Stimmung in Paris zeigt. Ueberwiegend herrſcht Be=
friedigung
über den Friedensſchluß vor und die Anſicht,
daß man an demſelben nicht rütteln ſoll. Auch in der
ofſiziöſen Auslaſſung des halbamtlichen deutſchen Blattes
über den Bukareſter Vertrag iſt von einer bevorſtehenden
Reviſion keine Rede, es heißt da vielmehr nur nach einer
Würdigung der Verdienſte Rumäniens und deſſen Königs
um die Beilegung der Streitigkeiten: Aus den harten
Kämpfen geht keiner der Balkanſtaaten ohne neue Ge=
biete
hervor, in denen lohnende Aufgaben und Hoffnungen
winken. Auch wenn vielleicht nicht alle Fragen für immer
gelöſt ſind, können die Kriegführenden ſich beglückwün=
ſchen
, daß ſie in Bukareſt den Frieden gefunden haben,
deſſen der verwüſtete Balkan und ſeine ſchwer heimgeſuch=
ten
Völker bedürfen. Auch Europa wünſcht, daß nun
endlich Frieden werde und bleibe. Hoffentlich erfüllt ſich
dieſer Wunſch, der nirgends aufrichtiger gehegt wird als
in Deutſchland.
Friedens=Trinkſprüche.
* Der rumäniſche Miniſterpräſident Majorescu
und Frau Majoreseu gaben im Miniſterium des
Aeußern in Bukareſt ein Galadiner zu Ehren der
Delegierten der Friedenskonferenz. Auch die rumäniſchen

Miniſter und ihre Gemahlinnen waren geladen. Miniſter=
präſident
Majoreseu brachte folgenden Trink=
ſpruch
aus:
Die Friedenskonferenz hat ihre Aufgabe erfüllt und
wird morgen zur endgültigen= Unterzeichnung des Ver=
trages
ſchreiten. Ich ſpreche den Delegierten der chriſt=
lichen
Balkanſtaaten nochmals meinen Dank für die Ehre
aus, daß ſie nach Bukareſt gekommen ſind, und in der
Hauptſtadt Rumäniens das Friedenswerk vollendeten das
ſo ſehnſüchtig erwünſcht und für die Zukunft unſerer Staa=
ten
ſo verheißungsvoll iſt. Die Uebereinſtimmung.
die in ſo kurzer Zeit erzielt wurde, und die Einheit der
Geſichtspunkte, die bei dieſer Gelegenheit feſtgeſtellt wer=
den
konnte, kennzeichnen eine neue große Macht in Europa.
Dieſes Ergebnis iſt erreicht worden ebenſo durch die un=
ermüdliche
Arbeit, wie durch den Geiſt der Ver=
föhnlichkeit
, von dem die Mitglieder der Konſerenz
Beweiſe gaben. Wir erheben unſere Gläſer auf die Ge=
ſundheit
unſerer erhabenen Mitarbeiter am großen Frie=
denswerk
.
Miniſterpräſident Paſitſch antwortete die Mit=
glieder
der Friedenskonferenz können Rumänien und ſei=
nem
erhabenen Herrſcher nicht beſſer huldigen, als dadurch,
daß ſie den Balkanvölkern für die Zukunft
die Wohltaten des Friedens ſicherten.
Die erſte Pflicht der Friedensdelegierten ſei, der gaſtlichen
Hauptſtadt Rumäniens, vor allem der erhabenen Perſon
des Königs =Carol, deſſen hohe Tugend, Weisheit und
Rechtlichkeit Rumänien zu einer Höhe von Kultur und
Macht erhoben häten, die es zum erſten Faktor in der
Politik Südoſteuropas machten den aufrichtigen tiefen
Dank auszuſprechen. Der König von Rumänien
erwarb ſich unvergänglichen Anſpruch auf die Dankbar=
keit
der Balkanvölker durch ſeine hochherzige Teilnahme
am Werke ihrer Befreiung und durch ſeine außerordentlich
wirkſame Tätigkeit zugunſten des Gleichgewichts auf dem
Balkan, wodurch er für die Wohlfahrt dieſes Teiles Euro=
pas
neue Grundlagen geſchaffen habe. Paſitſch dankte ſo=
dann
auch Maſoresen und den anderen rumäniſchen
Staatsmännern und ſchloß: Ich wünſche, daß Rumä=
nien
ſtets an der Spitze der Nation bleibt, die
wir vertreten, und ihnen den Weg der Ordnung, des
Friedens und des Fortſchrittes zeigt. Ich erhebe mein
Glas auf die Geſundheit und den Ruhm Seiner könig=
lichen
Majeſtät, auf ſein erhabenes Haus die königliche
Regierung und auf die Größe des ſchönen Rumänen=
landes
.
Am Sonntag abend fand im Königlichen Palais in
Bukareſt zu Ehren der Delegierten der Friedenskonfe=
renz
großes Galadiner ſtatt. Rechts von der Königin
ſaß Miniſterpräſident Paſitſch, links von ihr Venizelos,
rechts vom König die Kronprinzeſſin, links Wukowitſch,
rechts von der Kronprinzeſſin Tontſchew. Beim Nachtiſch
brachte der König folgenden Trinkſpruch aus:
Mit lebhafter Freude ſehe ich die Delegierten der
Balkanſtaaten vereinigt, welche ſoeben in der Hauptſtadt
Rumäniens den Frieden geſchloſſen und unterzeichnet
haben. Dieſer von der ganzen Welt heiß erſehnte Friede
verlangte auf der einen Seite ſtarke Reſignation und
ſchmerzliche Opfer, die jedoch unvermeidlich waren, um
die blutigen Kämpfe zu beendigen, die allzulange dauer=
ten
zwiſchen Völkern, die beſtimmt ſind, ſich zu verſtehen:
Opfer jedoch, gemildert durch die Erleichterung, die allen
denen gebracht wird, welche gelitten, und durch die Hoff=
nung
, eine Zeit gegenſeitigen Vertrauens und Gedeihens
für die Balkanhalbinſel anbrechen zu ſehen. Es iſt nicht
nur ein Wunſch, den ich ausdrücke ſondern auch meine
Ueberzeugung, daß, wenn unſere Staaten frei an ihrer
Organiſation und ihrer wirtſchaftlichen Entwicklung ar=
beiten
, ſie in wenigen Jahren die Früchte ihrer An=
ſtrengungen
und ihrer Weisheit ernten können. Die neue
Aera, die zu eröffnen von uns abhängt, wünſcht Rumä=
nien
beſonders aufrichtig. Rumänien wird mit ganzem
Herzen das Seinige beitragen, ihre Herbeiführung zu
erleichtern. Es iſt zu wünſchen, daß wir uns zu gemein=
ſamem
Handeln zuſammenſchließen, um ſo das ehle und
wünſchenswerte Ziel zu erreichen. Es wird uns die trau=
rige
Vergangenheit vergeſſen laſſen und die Wege zu einer
glücklichen Zukunſt bahnen. Unſere Völler werden uns
ſegnen Wir werden uns um die Menſchheit wohl ver=
dient
machen. Ich kann mich nicht enthalten, meine leb=
haſte
Bewunderung zu bezeugen für die dauernde Selbſt=
verleugnung
und Tapferkeit die Ihre braven Armeen wäh=
rend
des faſt einjährigen Kampfes gezeigt haben. Dieſer
Kampf muß die freie Entwicklung Ihrer Länder ſichern
und zwiſchen allen ein dauerndes Gleichgewicht herſtellen.
Das Gedächtnis derer die mit ihrem Blute das gemein=
ſam
unternommene Befreiungswerk bezahlten, muß heiliag
gehalten werden; das iſt eine fromme Pflicht der Dank=
barkeit
. Ich hege die feſte Ueberzeugung, daß der ge=
ſchloſſene
Friede dauerhaft ſein und mit Gottes Hilfe der
erſte Schritt werden wird zu einem fruchtbaren Einver=
ſtändnis
, welches Ihren Völkern neue Prüfungen erſparen
und ihnen helfen wird, ſich von dem ſoeben Durchgemach=
ten
zu erholen. Mein ſehnlichſter Wunſch iſt, zu ſehen,
daß ſich zwiſchen Rumänien und den Königreichen
der Balkanhalbinſel die freundſchaftlich=
ſtzen
Beziehungen in unſer aller Intereſſe anknüpfen
und aufrechterhalten werden. Zum Zeichen dieſer Gefühle
trinke ich auf die Geſundheit Ihrer erlauchten Souveräne
und bitte die göttliche Vorſehung, Schutz und Wohltaten
ihren Königreichen angedeihen zu laſſen.
Das ſtarke Griechenland.
* König Konſtantin richtete einen Tages=
befehl
an die Armee und die Flotte, in dem er zunächſt

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von der Unterzeichnung des Friedens und der Feſtſetzung
der griechiſch=bulgariſchen Grenze Mitteilung macht und
fortfährt: Ihr ſeid die Erbauer des neuen
Griechenlands, das durch Euer Blut, Eure Mühe,
Kämpfe und Entbehrungen groß geworden iſt. Aber Euer
Mut und Eure Standhaftigkeit haben unſer Vaterland
nicht nur groß, ſondern auch geehrt, geachtet und ruhm=
reich
vor aller Welt gemacht. Ich beklage tief, daß viele
Waffengefährten meine Worte nicht hören, aber ihr Blut
wurde nicht unnütz vergoſſen, ihr Andenken wird unver=
gänglich
ſein. Euch Lebenden drücke ich meine Bewunde=
rungen
und meinen Stolz aus, an der Spitze einer ſol=
chen
Armee und Flotte zu ſtehen. Den Teilnehmern an
den beiden Kriegen ſollen Denkmünzen verliehen werden,
aber darüber hinaus bin ich gewiß, daß in dem Herzen
jedes einzelnen das Gefühl lebt, er habe Griechenland
groß gemacht. Doch, unſer Werk iſt nicht vollendet. Grie=
chenland
muß ſtark,ſehr ſtark werden. Ich
werde ohne Unterlaß auf dieſes Ziel. hinarbeiten. Die
von Euch unter den Fahnen bleiben, werden mir dabei
treu wie auf dem Schlachtfelde helfen, und ihr, die ihr
voll Stolz und mit Triumph an den häuslichen Herd
zurückkehrt, bewahret und gebt weiter den unverrückbaren
Entſchluß, Griechenland militäriſch ſehr ſtark zu machen
zur Achtung für ſeine Freunde und zur Furcht für ſeine
Feinde.
Endgültiger Friede?
* Die Voſſiſche Zeitung führt in Artikeln Frieden oder
Vorfrieden aus:
In Bukareſt und Belgrad herrſcht großer Jubel über
den Depeſchenwechſel zwiſchen Kaiſer Wilhelm und König
Carol, da er eine ſichere Gewähr dafür bietet, daß von
einer Abänderung des Bukareſter Friedens=
vertrages
durch eine Macht keine Rede mehr ſein
könne. Bei genauerem Hinſehen ergibt ſich allerdings.
daß die Frage der Reviſion des Friedens von Bukareſt
nicht in dem Depeſchenwechſel zwiſchen Könia Carol und
Kaiſer Wilhelm berührt worden iſt. Der Friedensſchluß
der dank Dir ein definitiver bleibt, heißt es in der
Drahtung. Kaiſer Wilhelm vermeidet in ſeiner Antwort=
depeſche
, auf dieſen Punkt einzugehen. Er ſpricht ganz
allgemein ſeine Genugtuung über das Friedenswerk und
darüber aus, daß er zu dem Erreichten habe beitragen
können. Gleichwohl wird nicht in Bukareſt, Belgrad und
Athen allein, ſondern auch in Wien und Petersburg und
auch ſonſtwo der Eindruck nicht abgewieſen werden kön=
nen
, daß der deutſche Kaiſer wünſcht, der Friede von
Bukareſt möge den endgültigen Abſchluß des zweiten Bal=
kankrieges
bedeuten. Dächte er anders, ſo würde man
argumentieren, dann hätte er unzweifelhaft in ſeiner Ant=
wortdepeſche
eine Wendung einfließen laſſen, die das
dank Dir in dem Telegramm des Königs Carol ſanft
ablehnt, und dann hätte er auch nicht gerade in dieſem
Augenblick den König von Griechenland zum deutſchen
Generalfeldmarſchall ernannt.
Miniſterpräſident Venizelos verlieh ſeiner feſten
Ueberzeugung Ausdruck, daß die Beſchlüſſe der Friedens=
konferenz
endgültig bleiben würden, und daß die
Großmächte, falls ſie es für gut finden ſollten, den Frie=
densvertrag
zu überprüfen, nichts anderes tun könnten,
als die Beſchlüſſe der Konferenz zu ratifizieren.

Die Angſt vor der Verant=
wortung
.

* In einem alſo überſchriebenen Artikel weiſen die
Berl. N. Nachrichten darauf hin, daß die Sozialdemo=
kraten
in Holland und Dänemark infolge der
letzten Wahlen außerordentlich verſtärkt ins Parlament
einziehen und König Chriſtian ebenſo wie Köni=
gin
Wilhelmine deshalb ihren Führern die Beteili=
gung
am Miniſterium angeboten haben. In beiden Fällen
haben die Genoſſen abgelehnt, in Dänemark ſogar,
trotzdem ſie bei den Wahlen die meiſten Stimmen (108000)
auf ſich vereinigt hatten. In den Sozialiſtiſchen Monats=
heften
erklärte Eduard Bernſtein, er halte den Eintritt
der Sozialdemokraten ins Miniſterium für gut und nützlich,

ſobald dadurch die Sache des Proletariats gefördert
würde, und es gäbe keinen Grund, der den Eintritt ſeiner
Parteifreunde in ein Koalitionsminiſterium axiomatiſch
verböte. Ein Aufſatz des holländiſchen Genoſſen Vliegen
in demſelben Heft befürwortete die Ablehnung, wenn
man dafür den aus der liberalen Partei geſtellten Mi=
niſtern
die Verpflichtung zur Durchführung gewiſſer Pro=
grammpunkte
auferlegte. Er ſchrieb im Anſchluß darant
Dieſe Löſung halte ich aus dem Grunde für die wün=
ſchenswerteſte
, weil, wie die Dinge in der holländiſchen
Sozialdemokratie liegen, die Teilnahme der Sozialiſten
an der Regierung die Einigkeit der Partei ge=
fährden
könnte.
Betrachtet man dieſe Entwicklung der Dinge genauer,
ſo ſchreibt das genannte Blatt, ſo kann nicht zweifelhaft
bleiben, wo der wahre Grund für die miniſterielle Ab=
ſtinenz
der Sozialdemokratie zu ſuchen iſt. Es iſt die
Angſt vor der Verantwortung, die den Ge=
noſſen
ihr Nein herausgepreßt hat. Wir ſehen dieſelbe
Angſt in den erregten Reden der Luxemburg, Lenſch, Lieb=
knecht
uſw., ſie könnten mit der Zuſtimmung zur Deckungs=
vorlage
womöglich auch für die 136000 neuen Soldaten
mitverantwortlich gemacht werden, und ſchaudervoll er=
innert
man ſich an Millerand, der ſich auf ſeinem Mi=
niſterſeſſel
aus einem internationalen Pazifiziſten zu
einem Chauviniſten verwandelte. Man weiß eben nur
zu gut, daß alle Phraſen aus der Agitation elend zu=
ſammenbrechen
müſſen, wenn man hart vor den Tat=
ſachen
ſteht und praktiſche Arbeit leiſten ſoll, und
daß es leichter iſt, jeden Tag einen Miniſter zum Frühſtück
zu verſpeiſen, als ſelbſt Miniſter zu ſein. Man weiß ge=
nau
, daß man den Maſſen nicht den hundertſten Teil von
dem geben könnte, was man ihnen verſprach, und daß
ſelbſt der letzte Arbeiter bald merken würde, daß alles
eitel Phantaſie und Flunkerei geweſen iſt, was man ihm
in ſchwungvollen Verſammlungsreden vorgaukelte. Es
würde beängſtigend ſchnell gehen, bis die Maſſen ſich über=
zeugt
hätten, daß ihre Vertrauensmänner den Staat nicht
um ein Atom beſſer regieren könnten, als die Geſchäfts=
führer
der geſchmähten kapitaliſtiſchen Geſellſchaftsord=
nung
. Sozialdemokratiſche Miniſter wären das Ende der
ſozialdemokratiſchen Phraſe, wären die Entſchleierung
eines Bildes, vor dem die Arbeiter entſetzter zu Boden
ſinken würden, als jener Jüngling zu Sais. Es iſt jam=
merſchade
Bismarck hat das einmal ausgeführt , daß
wir den Sozialdemokraten nicht einmal eine Provinz zum
ſelbſtändigen Regieren überlaſſen können. Das Experi=
ment
würde ſo lehrreich ſein, wenn es nicht einen kleinen
Haken hätte: Wer bezahlt den Schaden, den die Herren
bis zu dem Augenblick, in dem ſie abgewirtſchaftet haben
würden, anrichten?

Deutſches Reich.

* Schnelle Arbeit. Am Tage der Verabſchie=
dung
der Wehrvorlagen, am 30. Juni, nahm der Reichs=
tag
mit allen gegen eine Stimme einen Initiativantrag,
betreffend Aenderung des Militärſtrafgeſetzbuches, an, der
für eine Anzahl Militärvergehen mildernde Umſtände
durchführen wollte. Nachdem der Reichskanzler für ſeine
Perſon ſich einverſtanden und bereit erklärt hatte, im
Bundesrat für den Antrag einzutreten, iſt der Geſetzent=
wurf
, wie gemeldet, bereits am Freitag vom Kaiſer voll=
zogen
und nunmehr auch im Reichsgeſetzblatt veröffent=
licht
worden. Durch dieſes Geſetz wird dem Militärſtraf=
geſetzbuch
ein neuer § 110a eingefügt, welcher lautet:
Liegt in den Fällen der §§ 100, 106, 107, 110 ein minder=
ſchwerer
Fall vor und iſt die Tat nicht im Felde begangen,
ſo kann die Strafe in den Fällen der §§ 100, Abſatz 1, und
106 bis auf ſechs Monate Gefängnis, in den Fällen der
§§ 100, Abſatz 2, 107 und 110 bis auf ein Jahr Gefängnis
ermäßigt werden. Im Abſatz 2 des § 109 wird das Wort
zwei durch das Wort einen erſetzt. Die angezogenen

Paragraphen handeln von Vergehen gegen die Diſziplin,
und zwar von Aufwiegelung, Meuterei, Aufruhr, den
Rädelsführern dabei und den daran hervorragend Be=
teiligten
. Daß die verbündeten Regierungen dem
Wunſche des Reichstages ſo prompt Rechnung getragen
haben, was bekanntlich nicht immer der Fall iſt, wird
allgemein anerkannt.
Entſchädigung für Schöffen und Ge=
ſchwor
ene. Der Reichsanzeiger veröffentlicht das Ge=
ſetz
über die Entſchädigung von Schöffen und Geſchwo=
renen
und eine Bekanntmachung des Reichskanzlers vom
2. Auguſt, betr. die Tagegelder und Reiſekoſten der Schöf=
fen
und Geſchworenen. Hiernach erhalten Schöffen und
Geſchworene für jeden Tag der Dienſtleiſtung ein Tage=
geld
von 5 Mark; als Tag der Dienſtleiſtung gilt jeder
Tag, an dem der Schöffe oder Geſchworene mit Rückſicht
auf ſein Amt am Sitzungsort anweſend ſein muß.
Schöffen und Geſchworene erhalten außerdem für jedes
durch die Dienſtleiſtung notwendig gewordene Nachtquar=
tier
eine Zulage von 3 Mark. Schöffen und Geſchworene,
die außerhalb ihres Wohnortes einen Weg von mehr als
zwei Kilometern zurückzulegen haben, erhalten als Reiſe=
entſchädigung
für jeden angefangenen Kilometer für den
Hin= und Rückweg: 1. bei Wegen, die auf Eiſenbahnen,
Kleinbahnen oder Schiffen zurückgelegt werden können,
6 Pfg., 2. bei Wegen, die nicht in dieſer Art zurückgelegt
werden können, 20 Pfg. Soweit ausnahmsweiſe aus be=
ſonderen
Gründen die Benutzung von Beförderungs=
mitteln
, die höhere Auslagen erfordern, notwendig iſt,
ſind die erforderlichen höheren Auslagen zu erſetzen. Die
Reiſeentſchädigung wird auch für die Reiſen gewährt,
die der Schöffe oder Geſchworene während der Tagung
nach ſeinem Wohnort und zurück macht, darf jedoch die
Höhe der Bezüge nicht überſteigen, die der Schöffe oder
Geſchworene erhalten haben würde, wenn er am
Sitzungsorte hätte anweſend ſein müſſen.
Engliſche Verdächtigungen. Nach einer
Meldung des Daily Chronicle hat der Kommandant des
deutſchen Zerſtörers D 8 der am 8. d. M. in Sunder=
land
einlief, die im Standard gegen ihn erhobene Be=
ſchuldigung
, als habe er bei den jüngſten britiſchen Flot=
tenmanövern
ſpioniert, mit Entrüſtung zurückgewieſen.
Er ſei gar nicht in der Nähe der Manöver geweſen, nicht
bei Nacht ohne Lichter gefahren und nicht von Blyth aus
von britiſchen Zerſtörern begleitet worden. Die ganze
Geſchichte ſei ein Phantaſiegebilde. Er ſei am 31., nicht
am 30. Juli, im Tyne während der Dunkelheit einge=
laufen
und ganz in der Nähe des Hafens britiſchen Zer=
ſtörern
begegnet. Er habe aber ein Signal von dieſen
nicht verſtehen können, deshalb ſeine Fahrtrichtung fort=
geſetzt
und einen Lotſen an Bord genommen. Darauf ſei
der britiſche Zerſtörer, der ihm fünf Minuten lang gefolgt
ſei, in anderer Richtung abgedampft. Er ſelbſt ſei bis
zum 29. Juli, an welchem Tage er von britiſchen Offi=
zieren
gehört habe, daß die Manöver beendet ſeien, in
Grimsby geweſen. Auch der Fiſchereikreuzer Zieten
habe ſich während der Manöver nicht in der Nähe der
britiſchen Flotte aufgehalten.
Die Wohltaten der Angeſtelltenver=
ſicherung
werden, wie man uns ſchreibt, bereits einer
ganzen Anzahl Verſicherten zuteil. Am 1. Januar d. J.
in Kraft getreten, hat die Reichsverſicherungsanſtalt für
Angeſtellte am 20. April mit der Gewährung von Heil=
verfahren
begonnen. Bis zum 15. v. M. waren nicht we=
niger
wie 4037 Anträge auf Heilverfahren eingegangen,
und zwar von 2630 männlichen und 1407 weiblichen Mit=
gliedern
. Erledigt wurden 2258 Anträge, 265 mußten
mangels ärztlicher Befürwortung abgelehnt werden, 89
Anträge wurden aus den verſchiedenſten Gründen zurück=
gezogen
. Vollſtändig durchgeführt ſind bereits 37 Heil=
verfahren
und 30 Zahnheilverfahren. Von den übrigen
1837 Antragſtellern wurden entſandt: 637 in Bäder (davon
erhielten 188 einen Zuſchuß zur Kur aus den Mitteln

Uſtima Chule.

Isländiſche Reiſebilder von Dr. Walter Georgi.
II.
Thingvellir.
Mit einem jungen isländiſchen Studenten als Führer
brach ich in den frühen Stunden eines wolkenloſen Som=
mermorgens
von Reykjavik nach dem Inneren der Inſel
auf. Thingvellir, Geyſir und Hekla mit ihren Wundern
erfüllten unſere Gedanken mit Spannung und Erwartung,
daß wir die Pferde zu ſchnellerem Tempo antrieben. Bis
zum Haukatal mit ſeinen weltberühmten Springquellen
bedarf es eines angeſtrengten Rittes von mindeſtens zwei
Tagen. Weſſen Kulturbedürfnis die weichen Polſter eines
D=Zug=Wagens nicht vermiſſen kann, darf mit ſeinen Wün=
ſchen
das ſpröde nordiſche Eiland nicht umwerben. Das
Innere Islands will erobert ſein, Schritt um Schritt mit
körperlicher Ausdauer und mancher Entbehrung.
Schon in den erſten Stunden nach der Abreiſe von
Reykjavik offenbart ſich die Seele der Inſel in ihrer herben
Schönheit. Weite Heideſtrecken dehnen ſich vor uns aus,
die von Talmulden mit kleinen düſteren Landſeen ſtim=
mungsvoll
unterbrochen werden. Soweit das Auge reicht,
welliges Gelände, über das armſeliges Vidirgeſtrüpp und
Heidekraut ſeine dunkle Kette breitet. Bizarr geformte
Lavablöcke ſtarren uns zu beiden Seiten des Weges ent=
gegen
, während zerbröckeltes Geröll nicht ſelten die Pferde
ſtraucheln läßt. Eine feierliche Stille liegt über der weiten,
einſamen Landſchaft, und nur aus der Ferne klingt hie
und da das melancholiſche Tippen eines Brachvogels. Von
Zeit zu Zeit begegnen uns Handelskarawanen, die aus
dem Inneren des Landes ihre Waren nach der Küſte
bringen.
Sechs Stunden hinter Reykjavik haben wir die Höhe
gewonnen. Ein weiter azurblauer Waſſerſpiegel liegt zu
unſeren Füßen, von braunſchwarzen Hügelketten einge=
rahmt
, die eine Kette tiefblauer ſchneebedeckter Berge über=
ragt
. Es iſt der Thingvallir, Islands größter Binnen=
ſee
, an deſſen Uſern ſich einſt die Vorfahren des heutigen
Volkes zum Ding verſammelten. Kurz bevor man den
See erreicht, öffnet ſich mit einem Male zur Linken eine

tiefe Felſenſchlucht. Nichts verrät auf dem weiten Lava=
felde
ihre Nähe, bis wir vor dem gähnenden Abgrunde
ſtehen. Der Isländer nennt ſie Almannagja, die Schlucht
aller Männer da die freien Männer Islands über 1000
Jahre hindurch auf ihrer Dingfahrt zum Ufer des Sees
die Schlucht paſſieren mußten. Steil ſenkt ſich der Reit=
weg
zur Sohle hinab. Jäh ſteigen zu beiden Seiten die
grauen Felsmauern empor, die weſtliche die öſtliche an
Höhe noch überragend. Lavablock auf Lavablock getürmt,
gleicht die Almannagja mit ihren gewaltigen Zyklopen=
mauern
, überall Zinnen und Zacken, Vorſprünge und
Erker bildend, einer verfallenen Rieſenburg. Kein Wun=
der
, daß Phantaſie und Poeſie hier ihr Märchenreich er=
richtet
haben und die Felſen mit Elben und Trollen bevöl=
kern
. Aber die Geologen zeigen weniger Sinn für Poeſie;
längſt ſind ſie ſich über die Entſtehung der Schlucht einig.
Ehemals ſoll die ganze Gegend am heutigen Thingvalla=
See ein unermeßliches Lavafeld geweſen ſein, deſſen Mitte
ſich infolge eines Erdbebens plötzlich geſenkt habe. An
zwei Stellen brach die ſich ſenkende ſpröde Lavadecke und
bildete ſo zwei Schluchten, die Almannagja und die ihr
parallel laufende Hrafnagja, während die Waſſer des
Oexarafluſſes der noch heute über die Felſen der Alman=
nagja
dahintoſt, die Senkung ausfüllten und ſie in einen
weiten See verwandelten. In ununterbrochener Linie er=
ſtreckt
ſich die Schlucht vom Nordweſtufer des Thingvalla=
Sees in das Land hinein, ein überwältigendes Kunſtwerk
der Natur. Durch eine Spalte in der öſtlichen Lavamauer
verlaſſen wir die Schlucht und reiten über das Dingfeld
nach einer kleinen Wellblechhütte, die uns für die Nacht
ihre gaſtlichen Pforten öffnet. Man hat ſie, dem von Jahr
zu Jahr wachſenden Touriſtenverkehr Rechnung tragend,
hier errichtet, damit die Gaſtfreundſchaft des Pfarrers von
Thingvellir, auf die ehemals die Fremden angewieſen
waren, nicht allzu häufig in Anſpruch genommen werde.
Noch am ſpäten Abend beſuchten wir die Dingſtätte.
Ueber Lavafelder und Lavageröll emporkletternd, tiefe Riſſe
und Spalten vorſichtig überſchreitend, gelangt man zu
einer ſchmalen, grasbewachſenen Halbinſel, die von zwei
tiefen, mit Waſſer gefüllten Spalten in der Lavadecke ge=
bildet
wird. Nach Norden hin ſteigt das Gelände zu einem
kleinen Hügel an, dem Lögberg, auf dem einſt bei dem
Althing der Geſetzesſprecher ſeinen amtlichen Platz hatte.

Thingvellir! Welches Isländers Herz ſchlägt nicht
höher bei dem Gedanken an dieſe Stätte, mit der die
isländiſche Geſchichte unzertrennlich verknüpft iſt. Als die
Urahnen der Isländer einſt, von ihrem Unabhängigkeits=
ſinn
getrieben, ihr norwegiſches Vaterland verließen und
Island zur neuen Heimat wählten, beſtand eine ihrer
erſten fruchtbaren Taten darin, daß ſie eine einheitliche,
gemeinſame Rechtsordnung ſchufen, und als Zentralorgan
das Althing mit der Handhabung der oberſten richterlichen
und geſetzgebenden Gewalt betrauten, während man ſeine
Wirkungsſtätte an das Ufer des Thingvalla=Sees verlegte.
Hier verſammelten ſich alljährlich im Sommer die Ding=
leute
, um über Wohl und Wehe des Landes zu beraten.
Manch wichtiger Beſchluß wurde im Laufe der Jahrhun=
derte
am Thingvellir gefaßt, der auf die Entwickelung des
Landes von tiefgreifender Bedeutung ſein ſollte. So kam
hier der in der Bekehrungsgeſchichte aller Völker einzig
daſtehende Vergleich zwiſchen den Anhängern des neuen
Glaubens und den Bekennern der Aſenlehre zuſtande, der
das Chriſtentum anſtelle des Heidentums zur Staatsreli=
gion
erhob, die Zerſtörung aller Tempel und Götzenbilder
anordnete, während man dem Heidentum dagegen einige
rituelle Zugeſtändniſſe machte. Faſt dreihundert Jahre
ſpäter (1264) huldigten an der Dingſtätte die Isländer dem
Sendboten des norwegiſchen Königs und beſiegelten ſo=
mit
das Ende ihres Freiſtaates. Die Inſel ward norwegi=
ſches
Schutzland, bis ſie im 14. Jahrhundert mit Norwegen
an Dänemark fiel. Zwar blieb auch jetzt noch das Althing
beſtehen, doch ſein Einfluß ſchwand von Jahr zu Jahr.
Anfangs des 19. Jahrhunderts hob man es eine Zeitlang
vollſtändig auf. Als man den Isländern ihr Althing wie=
dergab
, verlegte man es endgültig nach Reykjavik. Wie
ſehr auch damals die meiſten Isländer, vor allem ihr
Nationaldichter Bjarni Thörarenſen, mit aller Glut der
Beredſamkeit darzutun ſuchten, daß nur die frühere Ding=
ſtätte
Thingvellir ein würdiger Sitz der Verſammlung ſei,
daß nur hier das Althing volkstümlich und die alte
Selbſtändigkeit Islands wieder aufblühen werde; die
Gegenpartei, welche Reykjavik dafür gewählt ſehen wollte,
errang den Sieg.
Zur Zeit des Wiedererwachens des nationalen Bewußt=
ſeins
um die Mitte des vorigen Jahrhunderts ſollte die
alte Dingſtätte häufig der Ort allgemeiner Volksverſamm=

[ ][  ][ ]

der Verſicherungsanſtalt), 527 in Lungenheilſtätten, 417
in Sanatorien und 12 in Krankenhäuſer. Die reſtlichen
244 befinden ſich im Zahnheilverfahren. Die Befürchtun=
gen
, daß die Angeſtelltenverſicherung im erſten Jahre
ihres Beſtehens wohl kaum ein Heilverfahren genehmi=
gen
werde, ſind alſo hinfällig. Die Gewährung der erſten
Rente erfolgt bekanntlich auf Grund der Geſetzesbeſtim=
mung
erſt nach zehnjährigem Beſtehen der Angeſtellten=
verſicherung
.
Zum Werftarbeiterſtreik. Eine außer=
ordentliche
Generalverſammlung des Deutſchen Metall=
arbeiterverbandes
in Berlin nahm mit 126 gegen 18 Stim=
men
folgende Reſolution an:
Die außerordentliche Generalverſammlung des Deut=
ſchen
Metallarbeiterverbandes erklärt nach den Ausführun=
gen
des Vorſtandes und der Kollegen aus den Werftorten
in denen die Arbeit ohne Genehmigung des Vorſtandes
niedergelegt worden iſt, daß dieſes Vorgehen nicht in Ein=
klang
zu bringen ſei mit den Grundſätzen gewerkſchaft=
licher
Taktik und Diſziplin. Sie verurteilt das Vorgehen
dieſer Kollegen auf das entſchiedenſte, da es nicht geeignet
erſcheint, die Stoßkraft des Verbandes gegenüber dem
einigen, geſchloſſenen Vorgehen des Unternehmertums in
der Metallinduſtrie zu erhöhen. Aus dieſem Grunde iſt
die Generalverſammlung der Meinung, daß der Vorſtand
nicht anders handeln konnte, wie er gehandelt hat, ſogar
ſo zu handeln verpflichtet war. In richtiger Würdigung
der ganzen Situation, in die der Verband durch das Vor=
gehen
der Hamburger Kollegen gebracht worden iſt, ver=
langt
die Generalverſammlung von den Werftarbeitern,
den Kampf zu beenden. Der Vorſtand wird beauftragt,
nach Aufnahme der Arbeit, erneute Verhandlungen nach=
zuſuchen
und den Beteiligten vom Tage des Beginns des
Streiks bis zur Wiederaufnahme der Arbeit Streikunter=
ſtützung
zu zahlen, ſowie auch diejenigen Kollegen zu un=
terſtützen
, die nicht ſofort wieder eingeſtellt werden.
Die Landeskonferenz der Sozial=
demokraten
Heſſens, die am Sonntag in Mainz
ſſtattfand, nahm folgende Reſolution einſtimmig an:
Der Parteitag ſtellt ſich auf den Boden der von der
Reichstagsfraktion zu den Deckungsvorlagen abgegebenen
Erklärung und billigt ausdrücklich die Zuſtimmung der
Fraktion zu den beiden Beſitzſteuergeſetzen.

Ausland.

Frankreich.
Neue Forderungen für die Marine. Der
Matin erklärt heute, das Marineminiſterium werde nach
Zuſammentritt der Kammer die notwendigen Kredite for=
dern
, um im Jahre 1916 mit dem Bau eines fünften
Dreadnoughts von 25000 Tonnen Inhalt und mit 12 Ka=
nonen
von 360 Millimeter Durchmeſſer, die in drei Tür=
men
untergebracht werden ſollen, beginnen zu können.
Anfang 1916 würde alſo Frankreich zehn Dreadnoughts
im Bau haben. Ebenſo ſoll der Bau von Aufklärungs=
ſchiffen
, welche für 1919 vorgeſehen waren, bereits im
nächſten Jahre beginnen. Dieſe Aufklärungsſchiffe ſind
von einem ganz neuen Typ, haben einen Inhalt von
6500 Tonnen, eine Länge von 163 Metern und eine Ge=
ſchwindigkeit
von 28 Knoten. Für die Marine=Aeronautik
will der Miniſter 13600000 Francs fordern. Er will
zwei Flugzentren errichten, das eine in Biſerta, das an=
dere
an der Küſte der Azoren. Dieſe Zentren ſollen mit
allem Material für die Aeroplane und außerdem für drei
Luftſchiffe ſtarren Syſtems ausgerüſtet werden. Endlich
ſoll ein weiterer Kredit von 65300000 Francs verlangt
werden, welcher auf die Jahre 1912 bis 1920 verteilt und
für die Ausrüſtung des Arſenals in Lorient verwendet
werden ſoll.
Militäriſche Ausbildung an Lehr=
anſtalten
. La France Militaire veröffentlicht den
Text eines Geſetzesvorſchlages, welcher die militäriſche
Ausbildung an allen Lehranſtalten fordert. Dieſe ſoll
für die Jugend obligatoriſch gemacht werden. Außerdem
ſollen die weitere Ausbildung Geſellſchaften bezirksweiſe
übernehmen. Die Durchführung der Ausbildung unter=
ſteht
dem Kriegsminiſterium, und die Koſten für die Aus=

bildung und die Kontrolle ſollen dem Staate zur Laſt
fallen. Die Gemeinden ſollen verpflichtet ſein, die not=
wendigen
Räumlichkeiten zur Verfügung zu ſtellen. Es
ſoll eine beſondere Medaille geſtiftet werden.
Die Generalratswahlen. In dem zweiten
Wahlgange ſind die Generalratswahlen nunmehr voll=
ſtändig
beendet. Nach einer vom Miniſterium des Innern
veröffentlichten Zuſammenſtellung verlieren die Konſer=
vativen
und Nationaliſten 52 und die gemäßigten Re=
publikaner
(Progreſſiſten) 25 Mandate, die Linksrepubli=
kaner
gewinnen 12, die Radikalen und Sozialiſtiſch= Radi=
kalen
49, die ſozialiſtiſchen Republikaner 3 und die ge=
mäßigten
Sozialiſten 13 Mandate.
Holland.
Dasneue Kabinett und die Sozialdemo=
kraten
. Der ſozialiſtiſche Kongreß hat nach langen Be=
ratungen
und nach einer Verteidigungsrede des Führers
der Sozialiſten, Troelſtra, mit 375 gegen 320 Stimmen
die von der Mehrheit des Parteibureaus vorgeſchlagene
Reſolution abgelehnt. Der Kongreß hat ſich alſo gegen
die Annahme von Miniſterportefeuilles ausgeſprochen.
Rußland.
Wahlen zum finniſchen Landtag. Das
Wahlreſultat ergibt folgenden Beſtand des neuen Land=
tages
: 90 Sozialdemokraten, 38 Altfinnen, 29 Jungfinnen,
25 Schweden, 28 Agrarier. Im Vergleich mit den Wahlen
im Jahre 1911 gewannen die Sozialiſten 4 Sitze, die
Jungfinnen 1, die Agrarier 2; die Altfinnen verloren 5,
die Schweden 1, die chriſtlichen Arbeiter 1, letztere ſind
infolgedeſſen ganz aus dem Landtage verdrängt.
Amerika.
Die Vereinigten Staaten und Mexiko.
Präſident Wilſon erörterte in der Senatskommiſſion die
Grundzüge der Politik, die ſeiner Meinung nach Mexiko
gegenüber zu befolgen ſind. Auch Staatsſekretär Bryan
war in der Kommiſſion anweſend. Der Präſident erklärte,
John Lind wollte bis Sonntag in Veracruz warten und
werde dann wahrſcheinlich ſogleich nach Mexiko=City
gehen, wo er ſich durch den amerikaniſchen Geſchäftsträger
als Mittelsperſon mit Huerta in Verbindung ſetzen werde.
Es verlautet, daß die Unionſtaaten den proviſoriſchen
Präſidenten von Mexiko nur ermahnen werden, ſeine Ver=
ſprechungen
zu erfüllen, die er bei der Uebernahme der
Regierung nach Maderos Tode amtlich abgegeben habe,
nämlich, in Mexiko ſofort Wahlen ſtattfinden zu laſſen
und eine konſtitutionelle Regierung herzuſtellen.
E
* Ein ſoziales Werk der Kronprin=
zeſſin
. Schon in kürzeſter Zeit wird ein großes Wohl=
fahrtsunternehmen
ſeine Tätigkeit beginnen, das ſeine
Entſtehung der deutſchen Kronprinzeſſin verdankt und in=
folgedeſſen
den Namen Cäcilienhilfe trägt. Es verfolgt
den Zweck, notleidende Familien und Einzelperſonen, für
welche der Staat und die öffentliche Armenpflege nicht in
genügender und geeigneter Weiſe eintreten oder eintreten
können, vor ſittlichem oder ſozialem Niedergang zu be=
wahren
. Es wendet ſeine Fürſorge insbeſondere den
Hilfsbedürftigen zu, die ſich aus nicht unberechtigten
Gründen ſcheuen, ihre Notlage der Oeffentlichkeit preiszu=
geben
. Es handelt ſich aber nicht um eine neue Vereins=
gründung
, ſondern um die Zuſammenfaſſung bereits be
ſtehender großer Vereinigungen, die ſich zu einem gemein=
ſamen
Hilfsverbande zuſammenſchließen. Den bbeteilig=
ten
Verbänden werden keinerlei finanzielle Opfer aufer=
legt
, ſie ſollen nur nach Kräften in ihren Kreiſen tätig
dazu mitwirken. Perſönlichkeiten, die in der Stille Not
leiden, aufzufinden.
* Ein wunderliches Geſetz! Die Nordd
Allg. Ztg. ſchreibt: Wir haben ſchon wiederholt darauf
hingewieſen, daß Deutſche, die nach Italien reiſen, die
dort beſtehenden ſtrengen Verbote des Waffentragens be
achten müſſen. Die Gefahr, dieſe Verbote zu übertreten,
liegt um ſo näher, als zu den verbotenen Waffen neben
wirklichen Waffen, wie Schußwaffen, Degen und Meſſer
mit feſtſtellbarer Klinge auch einfach Taſchenmeſſer,

Scheren uſw von gewiſſer Länge gehören. Während
aber die Mitnahme von Waffen dem Inhaber eines Waf=
fenpaſſes
geſtattet iſt, dürfen die letztbezeichneten gefähr=
lichen
Werkzeuge in keinem Falle getragen werden. Die
Zuwiderhandlung gegen die betreffenden Vorſchriften hat
für den Fremden deshalb ſo unangenehme Folgen, weil
ſie mit Gefängnisſtrafe bedroht iſt. Erſt kürzlich iſt
die Außerachtlaſſung der italieniſchen Vorſchriften wieder
zwei Deutſchen verhängnisvoll geworden. Bei dieſen
wurden von der italieniſchen Polizei Taſchenmeſſer vor=
gefunden
, welche die zuläſſige Länge überſchritten. Sie
wurden deshalb verhaftet, die Nacht über im Polizeige=
wahrſam
zuſammen mit anderen Arreſtanten feſtgehalten
und erſt am folgenden Tage auf Verwendung des deutſchen
Konſulats freigelaſſen. Es ſei hier deshalb nochmals
zur Warnung betont, daß man in Italien u. a. Meſ=
ſer
und Scheren, die entweder zugeſpitzt oder mit einer
mehr als vier Zentimeter langen ſchneidenden Spitze oder
einer mehr als zehn Zentimeter langen Klinge verſehen
ſind, auch Raſiermeſſer Zirkel und Schlag=
ringe
nicht bei ſich führen darf.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 12. Auguſt.
* Keine Audienzen. Wie wir erfahren, wird Se.
Königl. Hoheit der Großherzog am Mittwoch,
den 13. Auguſt, weder Audienzen erteilen, noch Mel=
dungen
oder Vorträge entgegennehmen. Der Groß=
herzog
ſährt bekanntlich nach Mainz zur Truppenſchau.
Vom Hofe. Prinz und Prinzeſſin
Friedrich Karl von Heſſen mit drei Prinzen=Söhnen
ſowie Miß Chicheſter und Pfarrer Zimmermann aus
Darmſtadt nahmen am Sonntag an der Frühſtückstafel
zu Jagdſchloß Wolfsgarten teil. (Darmſt. Ztg.)
Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem katholiſchen Pfarrer Jakob
Klein zu Wimpfen die Krone zum Ritterkreuz 1. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Martin Geſſer
in Heuſenſtamm eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule
zu Bieber, Kreis Offenbach; dem Schulamtsaſpiranten
Philipp Degen aus Froſchhauſen die Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Wald=Erlenbach, Kreis Heppen=
heim
; dem Schulamtsaſpiranten Peter Herrmann aus
Alzey eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Unter=
Hambach, Kreis Heppenheim.
* Erledigte Stellen. Die Stelle des Kreis=
geometers
des Kreisvermeſſungsamts Offenbach.
Die mit einem evangeliſchen Lehrer zu beſetzende
Lehrerſtelle in Schannenbach, Kreis Bensheim.
Dem Lehrer kann eine Ortszulage bewilligt werden.
Die mit einem evangeliſchen Lehrer zu beſetzende
Schulſtelle zu Ober=Schönmattenwag, Kreis
Heppenheim.
Provinzialausſchuß. Wegen Erledigung ver=
ſchiedener
ſchleuniger Angelegenheiten findet eine außer=
ordentliche
Sitzung des Provinzial=Ausſchuſſes der
Provinz Starkenburg am Dienstag, den 19. Auguſt, vor=
mittags
9½ Uhr, mit folgender Tagesordnung ſtatt:
1. Geſuch des Abraham Jſaak gen. Adolf Caſper, aus Ber=
lin
, um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft
im Hauſe Friedrichſtraße 24. 2. Geſuch des Adam Rettig
aus Lindenfels, um Erlaubnis zum Betriebe einer
Schankwirtſchaft im Hauſe Bleichſtraße 40. 3. Antrag auf
Entziehung der dem Peter Theodor Kämmerer zu Offen=
bach
erteilten Wirtſchaftskonzeſſion. 4. Geſuch des Heinrich
Bott aus Calw, um Erlaubnis zum Betriebe einer
Schankwirtſchaft im Hauſe Magdalenenſtraße 3. 5. Dampf=
keſſelanlage
des Michael Leonhardt in Neu=Iſenburg.
Techniſche Hochſchule. Dem Profeſſor Dr.
Karl Roller zu Darmſtadt wurde die venia legendi
für Pädagogik an der Großherzoglichen Techniſchen
Hochſchule zu Darmſtadt erteilt.
Vom Großh. Hoftheater. Die neue Spiel=
zeit
beginnt am Sonntag, den 7. September, mit der
Neuinſzenierung von Wagners Tannhäuſer unter
muſikaliſcher Leitung von Kapellmeiſter Paul Otten=
heimer
. Das Schauſpiel nimmt am 10. September ſeine
Tätigkeit wieder auf. An dieſem Abend gelangt Fauſt‟
und zwar der Tragödie erſter Teil bis zur Hexenküche
einſchließlich, in neuer Inſzenierung unter Leitung von
Hans Baumeiſter zur Aufführung. Mit dieſen Vor=
ſtellungen
beginnt auch das neue Abonnement, zu dem
am 17. Auguſt die Anmeldungsfriſt abläuft.
* In Amerika verſtorbene Heſſen. Aus Toledo, Ohio,
wird berichtet: Wiederum hat einer von der alten Garde
vor dem unerbittlichen Tod die Waffen ſtrecken müſſen:

lungen ſein. Hier faßte man jene denkwürdigen Be=
ſchlüſſe
, die von Dänemark eine freie Verfaſſung verlang=
ten
. Jahrelanges zähes Feſthalten an den einmal geſtell=
ten
Forderungen brachten den gewünſchten Erfolg. Am
Tage der Milleniumsfeier zur Erinnerung an die 1000 Beſiedelung Islands, im Auguſt 1874, verkündete
König Chriſtian IX. perſönlich in Thingvellir vom Lög=
berg
herab unter dem Jubel der Bevölkerung den Islän=
dern
eine neue Verfaſſung, die den Wünſchen des Volkes
im weitgehendſten Maße entgegenkam und Island ſeine
innere Selbſtändigkeit wiedergab. 1885 ſah Thingvellir
zum letzten Male eine größere Verſammlung auf ſeinen
Feldern, die neue Forderungen an Dänemark ſtellte und
die alten Verfaſſungsſtreitigkeiten von neuem wieder auf=
leben
ließ. Seit dieſer Zeit iſt es ſtille geworden am
Thingvellir.
Lange ſitzen wir noch am Abend auf den Lavafelſen
am Lögberg. Das Rauſchen des in die Almannagja her=
abſtürzenden
Oexarafluſſes und das Rufen ſpielender
Kinder dringt durch die Ferne gedämpft an unſer Ohr.
Mit mattgoldenem Schein, wie bei uns an Spätherbſt=
tagen
, ſchleichen die ſcheidenden Sonnenſtrahlen über Lava
und Heide dahin. Allmählich verſinkt die Sonne hinter
den langgeſtreckten Felſenmauern der Almannagja, deren
Zacken und Zinnen ſich ſcharf vom Abendhimmel abheben.
Zu unſeren Füßen ſchimmert der ſilberweiße Spiegel des
Thingvallatn, über deſſen Waſſern die Schneefelder des
Hengill hinter zarten Abendnebeln verſchwimmen. Weiße
Rauchſäulen ſteigen in der Ferne auf. Es ſind heiße
Quellen, mit denen Island geradezu überſät iſt; denn
noch immer ſchüren die Feuergeiſter ihre unterirdiſchen
Flammen. Gar manchmal ſchon hat ihre Tücke den kühnen
Pionieren germaniſcher Kultur das Leben faſt unerträg=
lich
gemacht, und mehr als einmal hatte nach verheerenden
Vulkanausbrüchen die däniſche Regierung den Plan ins
Auge gefaßt, Island aufzugeben und ſeine Bevölkerung
in Jütland anzuſiedeln. Aber zum Glück für das isländi=
ſche
Volk iſt dieſer Plan niemals zur Ausführung gekom=
men
. Seit langen Jahrzehnten nun ſcheinen die Feuer=
geiſter
beruhigt und ſich ins Erdinnere zurückgezogen zu
haben. Nur die überall im ganzen Lande aufſteigenden
Rauchſäulen zeugen von ihrer Exiſtenz.

Feuilleton.

Iſadora Duncans Todesviſionen. Im Olivier
veröffentlicht Georges Maurevert einen Brief Jſadora
Duncans, den die durch den tragiſchen Tod ihrer beiden
Kinder ſo ſchwer heimgeſuchte Frau als Antwort auf einen
Beileidsbrief aus Korfu an Maurevert gerichtet hat und
in dem Jſadora Duncan davon erzählt, wie ſie die letzten
Monate vor der furchtbaren Kataſtrophe unter dem Drucke
dumpfer Todesahnungen dahinlebte und von düſteren
Viſionen gepeinigt wurde, die ihr das nahende Verhäng=
nis
vorauszukünden ſchienen. Man erinnert ſich, auf
welch traurige Weiſe die beiden Kleinen der Duncan um=
kamen
, das Automobil ſtürzte in die Seine, und mit dem
Kinderfräulein ertranken die beiden Kinder, ehe Rettung
möglich war. Ich wußte ſtets, ſo ſchreibt die gebeugte
Mutter in jenem Briefe, daß meine Kinder der beſte
Teil meines Lebens waren, aber ich wußte doch nicht,
daß ſie mein ganzes Leben bedeuteten, alle Freude alle
Triebkraft der Phantaſie und meiner Kunſt. Ich fühle
jetzt, daß mit ihnen mein Leben und meine Kunſt geſtor=
ben
ſind, und wenn ich weiter lebe, ſo lebt ein anderes
Weſen weiter, vielleicht ein beſſeres. Aber niemals werde
ich wieder tanzen. Jeden Morgen in der Frühe kamen
Deardree und Patrick tanzend und ſingend in mein Zim=
mer
. . . . Nur an jenem letzten Morgen hörte ich Patrick
weinen. Ich ging in ſein Zimmer. Der Kleine war
traurig und wollte ſein Frühſtück nicht eſſen. Ich nahm
ihn in meine Arme und tröſtete ihn. Dann war er be=
reit
, zu eſſen. Er hatte gerade angefangen, ſprechen zu
lernen; er ſagte: Bread and butter, Mamma, bread and
butter. Und dann lachten wir und ſpielten zuſammen
und ich ſchlug vor, im Automobil ſpazieren zu fahren.
Wir waren in Verſailles, wir kamen nach Paris, und
nach dem Lunch brachte ich ſie mit der Nurſe in das Auto,
ſie ſollten heimfahren. Ich umarmte ſie, und ſie winkten
mir mit ihren kleinen Händen Adieu. Und dann, ſcher=
zend
, küßte ich durch das Fenſter Deardrees Lippen. Das
Glas war kalt an meinen Lippen, und ich hatte ſofort eine
eltſame Beklommenheit aber das Auto fuhr davon.
Und wenige Augenblicke ſpäter waren ſie alle tot. . . Als
man ſie mir brachte und ich ſie in die Arme ſchloß, ſpürte

ich wieder, wie kalt das Glas an meinen Lippen geweſen.
Es war der Kuß des Todes. Und jetzt kämpfe ich mit
allen meinen Kräften, aber ich ſehe ſie immer in dieſem
Auto. . . .
Es iſt ſeltſam, aber ſchon zwei Monate vorher wurde
ich von Todesgedanken verfolgt. Jeden Abend, wenn ich
mein Atelier betrat, ſah ich drei große ſchwarze Vögel,
die da ſchwebten. Ich war von dieſen Erſcheinungen ſu
beunruhigt, daß ich den Doktor B. konſultierte; er führte
alles auf meine Nerven zurück und verordnete mir Stärk=
ungsmittel
. . . . Aber in Rußland wurde dieſe Vor=
ſtellung
ſo ſtark, daß ich glaubte, mein Tod nahe heran
und eines Abends, vor der Vorſtellung, ſchrieb ich einen
Brief, der im Falle des Ablebens geöffnet werden ſollte
und meine letzten Anordnungen enthielt. . . . Und dann,
eines Nachts auf der Eiſenbahn hörte ich den Chopinſchen
Trauermarſch, hörte ihn deutlich die ganze Nacht hindurch,
und ich hatte eine Art Viſion, die mir einen ſo ſtarken
Eindruck machte, daß ich ſie am nächſten Abend tanzte, ſo
wie ich ſie geſehen hatte, ohne Probe. Und man
ſagte mir ſpäter, daß das ganze Publikum geweint habe
worauf ich damals antwortete: Ja, es iſt ſeltſam, ich
hatte das Gefühl, als ſchritte ich auf mein eigenes, für
mich bereitetes Grab zu, ich fühlte einen eiſigen Wind,
und ſpäter, bei der Melodie der Auferſtehung, eine Art
Ekſtaſe, die mir kaum noch von dieſer Welt ſchien. . . . Und
während meiner ganzen Tournee durch Rußland wurde
ich durch eine Todesahnung verfolgt, und heute frage ich
mich, ob es möglich iſt, daß das Wort Zufall . . exi=
tiert
. Jenes Ereignis näherte ſich mir, ich fühlte es kom=
men
. Dreimal iſt mir dies Ereignis prophezeit worden.
Soll es wirklich ein Zufall ſein? Ein ſehr ſeltſamer Zu=
fall
! Und dann gibt Jſadora Duncan zu, daß ihr kurz
vorher eine Wahrſagerin angekündigt habe, daß ſie bald
in ihren teuerſten Gefühlen aufs tiefſte heimgeſucht wer=
den
würde.
C.K. Die Stadt der Blinddarmloſen. Die amerika=
niſche
Stadt Colebrook in Neu=Hamſhire tritt mit dem
Anſpruch auf, daß ihr der Ruhmestitel der blinddarm=
loſen
Stadt gebühre. Wie die einem eigentümlichen
Lokalpatriotismus huldigenden Bürger in den Blättern
mitteilen, haben ſich bereits über 200 von den 3000 Ein=
wohnern
des Städtchens einer Blinddarmoperation unter=

[ ][  ][ ]

Herr Wm. H. Birkenhauer iſt vor einigen Tagen zur
großen Armee einberufen worden, im Alter von etwas
uber 73 Jahren. Am 20. Mai 1840 in Nordheim im
Großherzogtum Heſſen geboren, wanderte er als 16 jähri=
ger
Jüngling, nachdem ſeine Eltern geſtorben waren, nach
Amerika aus. Er hielt ſich dann zunächſt in Toledo auf,
wo er eine Zeitlang in der Mineralwaſſerfabrik ſeines
Onkels H. Brand tätig war. Im Jahre 1857 ging er
dann nach Chicago, arbeitete dort eine Zeitlang und
wandte ſich dann nach dem Süden, wo er ſich in Neu=
Orleans und ſpäter in Mobile, Ala., aufhielt. Als im
Jahre 1861 der Krieg ausbrach, trat er in das 37. Ohio=
Freiwilligen=Regiment ein und diente bis zum Schluſſe
des Krieges. Als Korporal wurde er im Mai 1865 ehren=
voll
entlaſſen. Nach einem Aufenthalt in Chicago, wo er
eine Zeitlang eine Wirtſchaft betrieb, kehrte der damals
junge rüſtige Mann im Jahre 1869 nach Toledo zurück
und etablierte hier mit ſeinem Schwager F. C. Diehl eine
Zigarrenfabrik, die ſie bis zum Jahre 1879 mit Erfolg
betrieben. Im Jahre 1868 hatte ſich der Verſtorbene mit
Fräulein Friederike Diehl, der Tochter des damals in
Monroe, Mich., anſäſſigen Paſtors Chas. F. Diehl, ver=
heiratet
. Der Verſtorbene war einer der Gründer des
Wirtevereins und deſſen langjähriger Finanzſekretär; er
war auch Mitglied des Heſſen Vereins, des Teutonia=
Männerchors, des Pioniervereins und des Forſyth=Poſt,
G. A. R. Unter den Auſpizien des letzteren wurde der
Dahingegangene zur letzten Ruhe beſtattet. Weiter iſt
Herr Jac. Diehl, der Mitinhaber der Firma Miller
& Diehl, nicht mehr unter den Lebenden. Seit 30 Jahren
betrieb er in Nr. 327 Cherry Straße ein Mehl= und
Futtergeſchäft und war einer der liberalſten und geachtet=
ſten
Bürger der Stadt. Herr Diehl unterzog ſich im Herbſt
vorigen Jahres einer Operation; allein ſein Zuſtand wurde
nicht beſſer. Trotzdem er kränkelte, war er faſt immer, ſo=
weit
es möglich, im Geſchäft. Er iſt in ſeinem Heim, Nr.
1425 N. Erie Straße, ſeinem körperlichen Leiden erlegen
Herr Diehl wurde am 15. Mai 1855 in Biebesheim, Heſſen=
Darmſtadt, geboren. Sein Vater war dort Landwirt in
guten Vermögensverhältniſſen. Nach Abſolvierung meh=
rerer
Schulen trat er als Jüngling die Reiſe zu ſeinen
beiden in Toledo wohnenden Schweſtern an. Er gehörte
verſchiedenen Logen der Stadt an. So war er unter an=
derem
Freimaurer, Mitglied des Deutſchen Zentralver=
bandes
, gehörte dem Pionierverein, dem Heſſen=Verein
und dem Teutonia=Männerchor an. Ueberall nahm er
Ehrenſtellungen ein und genoß als Geſchäftsmann großes
Anſehen. Außer der Witwe hinterläßt er eine Tochter.
Am Vorabende ihres 63. Hochzeitstages iſt Frau Eliſa=
betha
Menzel im Alter von beinahe 85 Jahren in
Milwaukee, Wiskonſin, geſtorben. Frau Menzel wurde
in Aſpisheim bei Bingen a. Rh. geboren und kam mit
ihrem Gatten Fred. Menzel, der ſeine Braut am 8. Juli
1850 zum Altar führte, am 30. April 1859 nach Milwaukee.
Zeppelin=Beſuch. Geſtern hatte Darmſtadt zweimal
Zeppelin=Beſuch. Früh morgens gegen 8 Uhr zog einer
der ſtolzen Luftkreuzer, dem Anſcheine nach eines der
neuen Militärluftſchiffe, in langſamer Fahrt über Darm=
ſtadt
hinweg und entſchwand nach Süden zu in den Wol=
ken
, und nachmittags, kurz nach 6 Uhr, flog der Luftkreuzer
nach Frankfurt zurück. Ueber Darmſtadt wurde nachmit=
tags
eine doppelte Luftpoſt ausgeworfen, die in der Ge=
gend
der Frankfurter Straße niedergegangen ſein muß.
* Die Stenographen=Vereinigung Gabelsberger hielt
am Samstag eine gut beſuchte Monatsverſamm=
lung
im Fürſtenſaal ab. Nach Erledigung der geſchäft=
lichen
Angelegenheiten und Verteilung der Diplome vom
Bezirkswettſchreiben kam die Fidelitas zu ihrem Rechte. Der
gemütliche Teil wurde beſonders verſchönt durch mehrere
von reichem Beifall begleitete Zithervorträge ausgeführt
von Mitgliedern des Zitherklubs Edelweiß den Herren
Bingel, Bornſchlegl. Göhrig und Spiegel, die ſich in
freundlicher Weiſe hierzu bereit gefunden hatten. Das
Dargebotene legte beredtes Zeugnis ab von dem hervor=
ragenden
Können derſelben.
* Konzert. Hugenſchütz’ Felſenkeller. Heute
Dienstag konzertiert die vollzählige Kapelle des Großh.
Artillerie=Korps. Leitung Obermuſikmeiſter Franz
Mickley. (Siehe Anzeige.)
* Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats Juli
im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden: 149
Ochſen, 2 Bullen, 295 Kühe, 18 Jungrinder, 972 Kälber,
2404 Schweine, 44 Schafe, 3 Ziegen und 8 Pferde.
Beanſtandet wurden: 98 Ochſen, 2 Bullen, 208 Kühe,
8 Jungrinder, 12 Kälber, 450 Schweine und 3 Schafe.
Minderwertig wurde erklärt das Fleiſch von: 1 Ochſen,

zogen, und ununterbrochen folgen weitere Opfer des
Ruhmes von Colebrook, da durchſchnittlich zwei ſolche
Operationen pro Woche ſtattfinden. Ganz Amerika for=
dert
dies Yankee=Abdera kühnlich in die Schranken und
fragt, ob es wohl noch eine Stadt auf der Welt gäbe, die
bei gleicher Bevölkerung einen gleich ſtolzen Rekord auf=
weiſen
könne. Die meiſten der Leute, die ſich dem Meſſer
des Chirurgen anvertrauten, ſind vollkommen geſund ſie
haben ſich nur auf den Operationstiſch gelegt, weil ſie
ihrer geliebten Vaterſtadt den Vorrang vor allen anderen
Städten wenigſtens in dieſer Hinſicht ſichern wollten. Das
lächerliche Extrem, das in dieſer Uebertreibung der Mode
der Blinddarmoperation zum Ausdruck kommt, hat aber
einen intereſſanten Rückſchlag hervorgerufen: Colebrooks
Lorbeerkranz wird von verſchiedenen Seiten arg zer=
pflückt
, und es erheben ſich Stimmen, die die Vorliebe
für dieſe Art der Operationen als einen Rückfall in die
Barbarei brandmarken. Aerzte erklären, daß ein großer
Teil der Blinddarmoperationen ganz unnötig ſei und
die Beſchwerden, die man heute ſo raſch als eine Erkrank=
ung
dieſes Organs deutet, in einer großen Anzahl von
Fällen mit dem Blinddarm gar nichts zu tun haben.
ml. Die belohnte Diebin. Ganz Stockholm belacht
ein hübſches Geſchichtchen, das ſich in dieſen Tagen auf
dem dortigen Polizeikommiſſariat zugetragen hat. Man
hatte eine berüchtigte Diebin feſtgenommen, deren Spezia=
lität
der Diebſtahl von Wäſche und Kleidungsſtücken war.
Durch Kreuz= und Querfragen ergab ſich, daß die recht=
mäßige
Beſitzerin eines Teiles der Diebesbeute eine
Frau T. war. Ein Schutzmann benachrichtigte dieſe und
bat ſie, mit ihm zum Polizeikommiſſariat zu kommen,
damit ſie die ihr gehörigen Sachen wieder in Beſitz neh=
men
könne. Auf dem Polizeiamte begann nun ein gro=
ßes
Suchen unter der Beute, an dem ſich Frau T.,
der Poliziſt und ein junges Mädchen beteiligten, von
deren Liebenswürdigkeit die beſtohlene Dame höchſt ent=
zückt
war. Als ſie endlich all ihre Wäſcheſtücke heraus=
gefunden
hatte, drückte ſie der hilsbereiten Maid ein
Zweikronenſtück in die Hand und wollte dann auch dem
Schutzmann ein Trinkgeld geben. Der Hüter des Geſetzes
aber entgegnete: Wir nehmen nichts an Ja, aber
das Mädchen da hat doch ein Trinkgeld angenommen
kam es über die Lippen der verdutzten Dame. Das
iſt auch was anderes, das iſt die Diebin

14 Kühen, 2 Kälbern und 7¾ Schweinen. Bedingt
tauglich war das Fleiſch von: 1 Kuh und 1¾ Schwei=
nen
. Untauglich waren: 1 Kuh, 1 Jungrind, 2 Käl=
ber
, 1403 Organe, 248 kg Fett und 73 kg Fleiſch von
781 Tieren. Auf Trichinen wurden unterſucht:
2404 im Schlachthaus geſchlachtete Schweine, ſowie
3032½ kg für hieſige Metzger eingeführtes friſches Fleiſch
von 124 Schweinen. Der Nachunterſuchung wur=
den
unterzogen: 670 Sendungen eingeführtes Fleiſch,
enthaltend: 10403½ kg Rindfleiſch, 3690½ kg Schweine=
fleiſch
, 322 kg Kalbfleiſch, 2104 kg Hammelfleiſch und
80½ kg Ziegenfleiſch.
§ Mord= und Selbſtmordverſuch. Am Montag
morgen gegen 6 Uhr hat der in der Mauerſtraße
wohnhafte Gendarmerie=Wachtmeiſter i. P. F.
in ſeiner Wohnung ſeinem 16 Jahre alten Sohne
einen Schuß in die linke Schläfe und ſich dann
ſelbſt einen ſolchen in die rechte Schläfegegend beige=
bracht
. Beide ſind ſchwer verletzt und wurden mittelſt
Krankenautomobils in das Städtiſche Krankenhaus
verbracht.
Zu dem Familiendrama erfahren wir noch, daß der
ſchwer verletzte Sohn bald nach ſeiner Einlieferung ins
Krankenhaus verſtorben iſt. Die Verletzung, die ſich
der Vater ſelbſt beigebracht hat, iſt nur leichter Natur und
er konnte deshalb gleich nach ſeiner Einlieferung ein=
gehend
über ſeine Tat vernommen werden. Es iſt der
49jährige Gendarmeriewachtmeiſter i. P. Feith, der
zuletzt in Seligenſtadt ſtationiert war. Vor vier Jahren
trat er aus dem Gendarmeriekorps aus und iſt ſeitdem in
einem hieſigen Geſchäft als Buchhalter tätig geweſen.
Ueber den Grund zu der entſetzlichen Tat verlautet, daß
Feith zu einer in dem Geſchäft tätigen Frau in Beziehun=
gen
getreten war, und befürchtete Feith wohl ein Bekannt=
werden
dieſes Verhältniſſes, was ihn zu der Tat veran=
laßte
. Schon Anfang dieſes Jahres äußerte er Selbſt=
mordgedanken
, und er hatte ſich ſogar ſchon einen Revol=
ver
verſchafft. Seine Frau nahm ihm die Waffe jedoch
weg. Feith äußerte ſeitdem mehrfach auch zu ſeinem
Sohn, daß er ſich und ſeinen Sohn ums Leben bringen
werde, da er ſich nicht von ſeinem Sohn trennen möchte.
Er verſchaffte ſich die Waffe wieder und verwirklichte nun
am Montag früh ſeine Abſicht, während ſeine Frau in der
Küche beſchäftigt war. Vorher hatte er noch mehrere Ab=
ſchiedsbriefe
geſchrieben.
* Zum Raubmord im Eiſenbahnzug. In Langen er=
folgte
geſtern abermals eine Verhaftung eines aus Sprend=
lingen
ſtammenden Arbeiters unter dem Verdacht, an dem
Raubmord im Eiſenbahnzug beteiligt zu ſein. Der Be=
treffende
wurde jedoch bald darauf wieder freigelaſſen, da
er jedenfalls mit der Sache nicht in Verbindung zu
bringen iſt.
§ Entwichener Geiſteskranker. Ein Unterſuchungs=
gefangener
aus Offenbach, welcher zur Beobachtung
ſeines Geiſteszuſtandes im hieſigen Städtiſchen Kranken=
haus
untergebracht war, iſt in der Nacht von Samstag
auf Sonntag, nur mit einem Hemd bekleidet, entwichen.
Einem Schutzmann, welcher die Verfolgung des Ent=
wichenen
aufgenommen hatte, gelang es, denſelben in
der Nähe der Merckſchen Fabrik nach heftigem Wider=
ſtande
feſtzunehmen. Der Entwichene wurde mittelſt
Krankenautomobils in das Städtiſche Krankenhaus
zurückverbracht.
Aus dem Arbeitshaus Dieburg ſind während
des Monats Juli 20 Perſonen, welche daſelbſt korrek=
tionelle
Nachhaft verbüßten, entlaſſen worden. Die
längſte Dauer der Nachhaft betrug bei zwei Perſonen
je 730 Tage und die kürzeſte Dauex der Nachhaft bei
1 Perſon 21 Tage.
T Dieburg, 10. Aug. Bei der geſtrigen Stadt=
ratswahl
haben von 1100 Wahlberechtigten 838 von
ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Der Zentrumswahl=
verein
hat den Sieg davongetragen. Es wurden folgende
Herren in den Stadtrat gewählt: Seb. Schmidt mit 596,
M. Deuter mit 569, Wolf mit 514, C. Steinmetz mit 484
und H. Wick mit 481 Stimmen.
Offenbach, 11. Aug. Die feierliche Konſekration
der neuen Marienkirche fand heute vormittag
durch den Biſchof von Mainz ſtatt. Das Hochamt zele=
brierte
Dekan Faßbender. Als Vertreter der Stadt nah=
men
an der Feier teil Oberbürgermeiſter Dr. Dullo, die
Beigeordneten Porth und Rech, Stadtverordneter Neſſel,
ferner Kreisamtmann Kirnberger, Regierungsrat Gaß=
ner
, Regierungsrat Lindenſtruth, Juſtizrat von Brentano,
als Vertreter der evangeliſchen Gemeinde Pfarrer Hof=
maier
und Pfarrer Fuldat. Nach Schluß der kirchlichen
Feier fand ein Feſteſſen im Schützenhauſe ſtatt. Die
künſtleriſche Ausſtattung des Gotteshauſes in reichem
Barockſtil mit Bildhauerarbeit und Vergoldung wurde
von der Firma Wilhelm Klein, Hofweißbinder=
meiſter
aus Darmſtadt, ausgeführt.
Offenbach, 11. Aug. In der Wirtſchaft Zum Linden=
hof
in der Waldſtraße waren der 42jährige verwitwete
Barbier Heinrich Beus, der in dem Hauſe wohnt und
dort ein Barbiergeſchäft betreibt, ſowie der Keſſelſchmied
Ernſt Sparmann aus der Gabelsbergerſtraße in Streit
geraten; ſie wurden ſchließlich aus der Wirtſchaft hinaus=
gewieſen
. Kaum war Sparmann an die friſche Luft ge=
ſetzt
, als er auf der Straße ein langes dolchartiges feſt=
ſtehendes
Meſſer zog und damit auf den Beus ein=
ſtach
, der blutüberſtrömt zuſammenbrach. Als dann der
Kriminalſchutzmann Ernſt Boller ſeine Feſt=
nahme
bewirken wollte, ließ er von ſeinem Opfer los,
wandte ſich gegen den Kriminalbeamten und brachte ihm
einen Stich in die Bruſt bei, der die Lunge durch=
bohrte
. Boller brach beſinnungslos zuſammen und wurde
von der Sanitätswache in lebensgefährlichem Zuſtande ins
ſtädtiſche Krankenhaus gebracht. Der Barbier Beus iſt
ebenfalls lebensgefährlich verletzt, er hat fünf tiefe Meſſer=
ſtiche
am Körper und im Kopf und mußte ebenfalls ins
Krankenhaus gebracht werden. Der Vorfall ſpielte ſich
nachts gegen 11 Uhr ab. Der Meſſerheld wurde alsbald
verhaftet. Er iſt ein in den 20er Jahren ſtehender Burſche.
Er wurde zunächſt nach dem erſten Polizeirevier gebracht
und am Sonntag gefeſſelt dem Amtsgericht zugeführt.
Der Zuſtand des Kriminalbeamten, der als ein ruhiger.
durchaus gewiſſenhafter und beſonnener Beamter geſchil=
dert
wird iſt hoffnungslos, er war bisher nicht verneh=
mungsfähig
.
Sprendlingen, 11. Aug. Am Sonntag morgen brach
gegen 4.30 Uhr in dem Hutmagazin des Herrn Johann
Eder III. auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weiſe Feuer
aus. Es fand in dem reich gefüllten Lager von Stroh=
hüten
und kürzlich eingekauften Winterhüten reichliche
Nahrung. Mit Hilfe der Nachbarsleute gelang es bald,
das Feuer zu löſchen. Einen Hund, der zufällig in dem
Magazin ſich verſteckt hatte, fand man verkohlt am Boden
liegen. Der entſtandene Schaden, der ungefähr 3000 Mark
beträgt, iſt durch Verſicherung gedeckt.
Mainz, 10. Aug. Auf dem Großen Sande fand geſtern
nachmittag von dem 1. Naſſauiſchen Infanterie=Regiment
Nr. 87 eine Wörth=Gedenkfeier ſtatt. Oberſt von Gabin

ſchilderte in einer Anſprache die Ereigniſſe des 6. Auguſt
1870. Das Regiment Nr. 87 hatte an dieſer Schlacht
ruhmreichen Anteil genommen. 27 Offiziere und 382
Mann waren gefallen oder verwundet worden. Am
Samstag abend gegen 8 Uhr meldeten die Feuermelder
Großfeuer. In dem Waſchraum der Lackierer der
hieſigen Waggonfabrik war aus bis jetzt noch unbekannter
Urſache ein Brand ausgebrochen, der die Inneneinrich=
tung
des großen Raumes völlig zerſtörte. Der Gaſtellſchen
Fabrikfeuerwehr wie auch der freiwilligen Ortsfeuerwehr
und der Mainzer ſtädtiſchen Feuerwehr gelang es bald.
den Brand auf ſeinen Herd zu beſchränken
Budenheim, 11. Aug. Unter Anteilnahme der ganzen
proteſtantiſchen Gemeinde und zahlreicher Gäſte aus den
umliegenden Ortſchaften wurde heute nachmittag die neue
proteſtantiſche Kirche in ſeierlicher Weiſe einge=
weiht
. Sie iſt nach den Plänen des Profeſſors Pützer=
Darmſtadt von Bauunternehmer Fendrich hier mit
einem Koſtenaufwand von etwa 65000 Mark erbaut.
Worms, 11. Aug. Die Wiederherſtellungs=
arbeiten
an dem hieſigen Dom die mit kleinen
Zwiſchenpauſen ſeit zehn Jahren jeden Winter vorgenom=
men
wurden, ſind nun in der Hauptſache beendet. An
dem ſüdweſtlichen Domturm wurde am Mittwoch mit dem
Abnehmen des ſeit Jahresfriſt um den ganzen Turm ge=
bauten
Gerüſtes begonnen. Innechalb zehn Jahren
wurde der ganze Dom, der Innen= wie Außenbau, einer
eingehenden Renovierung unterzogen. Feſtgenom=
men
wurde ein früherer Rechtskonſulent von hier wegen
Betrugs im wiederholten Rückfall. Es wird ihm zur Laſt
gelegt, auf betrügeriſche Weiſe unter dem Vorgeben, er
ſei von Großh. Amtsgericht hier mit der Anfertigung von
Vermögensverzeichniſſen beauftragt von verſchiedenen
Leuten Geldbeträge erhoben zu haben. Wegen gleicher
Vergehen hat er erſt im Jahre 1911 eine mehrmonatige
Gefängnisſtrafe erhalten.
Friedberg, 10. Aug. Der neue Bahnhof
wurde heute früh ohne jede weitere Feierlichkeit eröffnet.
Als erſter Zug lief der Lokalzug Gießen=Frankfurt um
3 Uhr 38 Min. ein. Von höheren Beamten war lediglich
der Vorſtand des Betriebsamts 2 in Frankfurt, Regie=
rungs
= und Baurat Priſtau, anweſend. Mit dem
neuen Perſonenbahnhof wurde gleichzeitig der neue
Güterbahnhof eröffnet.
Dorheim, 11. Aug. Heute mittag gegen 12 Uhr ex=
plodierte
ein Apparat, in dem Schuhereme hergeſtellt
wurde. Die mit der Herſtellung der Creme beſchäftigte
Frau Steinwachs fing mit ihren Kleidern Feuer und
verkohlte vollſtändig. Ihr Mann, der ihr zu
Hilfe eilte erlitt lebensgefährliche Brandwunden.
(*) Grünberg, 10. Aug. Ein ſchwerer Einbruch
wurde in dem kleinen friedlichen Nachbarorte Belters=
hain
verübt. Am Dienstag bettelten dort zwei gut ge=
kleidete
junge Herren, die ziemlich frech auftraten und da=
durch
allgemein auffielen. Sie haben dann die Hofreite
des wohlhabenden Landwirtes Karl Petrie zum Schau= des Einbruches auserſehen und zwei Tage auf dem
ans Haus grenzenden Heuboden gelagert, ohne daß man
etwas merkte. Vom Heuboden aus drückten ſie ein Gefach
nach dem Speicher des Wohnhauſes ein und gelangten ſo
ins ganze Haus. Mittwoch abend hatte der Landwirt ein
Zwanzigmarkſtück in ſeinen Geldbeutel geſteckt, um es am
anderen Morgen wechſeln zu laſſen. In der Nacht ver=
ſchwand
es aus der Hoſe vom Stuhl, der am Bett ſtand.
Der Hausherr, der es am Donnerstag morgen merkte,
hatte ſeine Angehörigen im Verdacht. Um halb 11= Uhr
fuhr Petrie ins Feld vorher ſchloß er das Haus ab. Um
halb 12 Uhr ſchon kehrte ſeine Frau heim, um das Mittag=
eſſen
zu bereiten. Am Küchenſchrank fehlte der Schlüſſel;
der Schmied mußte öffnen; beim Kleiderſchrank war es
ebenſo. Ein unheimlicher Verdacht kam jetzt der Frau,
denn ſie dachte jetzt auch an das verſchwundene Goldſtück=
Sie rief Nachbarsleute, und man ſuchte im Haus weiter.
Kiſten und Kaſten waren durchwühlt, die Speiſekammer
aufgebrochen worden, mehrere große Cervelatwürſte und
Speck fehlten. Neue Stiefel und Kleidungsſtücke waren
verſchwunden. Der Tiſchkaſten war unverſehrt. Aber,
o Schreck, die Tiſchplatte war mit Gewalt abgeklemmt:
etwa 300 Mark undgfür über 1000 Mark Wert=
papiere
geſtohlen. In den Kleiderſchränken waren
alle Taſchen umgewendet, ja ſogar den beiden Dienſtmäd=
chen
hatten die Gauner ihre Pfennige entwendet. Endlich
entdeckte man das Loch auf dem Speicher und das Lager
der entflohenen Spitzbuben auf dem Heuboden. Die Po=
lizei
iſt in eifriger Tätigkeit.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 10. Aug. Nach dem Genuß
von gebratenem Hackfleiſch erkrankte in Charlot=
tenburg
der Kaufmann Samuel Reith, deſſen Frau und
Tochter, ſowie eine zur Pflege in der Familie weilende
Krankenſchweſter. Ein Arzt ſtellte Fleiſchvergiftung feſt.
Die Unterſuchung wurde eingeleitet. Beim Gießen von
falſchen Ein= und Zweimarkſtücken, die ſchon
zahlreich im Umlauf waren, wurde geſtern der Händler
Schulz in ſeiner Behauſung in der Bergſtraße überraſcht
und feſtgenommen.
In einem Hauſe in der Linden=
ſtraße
wurde plötzlich der 57jährige Berginvalide Rüff=
ling
wahnſinnig und verletzte eine Nachbarin ſchwer
und ebenſo deren Tochter mit einem Beil. Darauf ver=
ſuchte
er ſich zu erhängen, wurde aber rechtzeitig abge=
ſchnitten
.
Marburg, 10. Aug. Die Hundertjahrfeier
des 11. Jägerbataillons nahm einen impoſanten
Verlauf. In Parade ſtanden 5000 ehemalige Jäger, dar=
unter
500 Kriegsveteranen. Glückwunſchtelegramme tra=
fen
ein vom Kaiſer und der Königin=Mutter Maraherita
von Italien. 180 alte Kurheſſen und Naſſauer erhielten
eine Erinnerungsmedaille. Abends war die Stadt feſt=
lich
illuminiert.
München, 10. Aua. Die eifrigen Bemühungen, die
Leiche des bei dem Bootsunglück im Tegernſee er=
trunkenen
Sängers Sturmfels im See zu finden. ſind,
wie ſchon gemeldet, endlich erfolgreich geweſen. Am Sonn=
tag
nachmittag gegen 4 Uhr wurde vom Hoffiſcher und
ſeinen drei Fiſchern die Leiche bei der Badeanſtalt ans
Ufer gebracht, wo eine große Menſchenmenge die Ber=
gungsarbeiten
verfolgte. Sturmfels wurde an der glei=
chen
Stelle aufgefunden, wo das Boot gehoben wurde.
Die Bergungsarbeiten wurden mit Netzen und Boots=
haken
vorgenommen. Mit den Bootshaken wurden die
Netze verſenkt und dann zum Ufer gezogen. Die Leiche
des Sängers wurde ins Leichenhaus Tegernſee gebracht,
von wo ſie am Montag nach Ulm zur Feuerbeſtattung
übergeführt wird. Für die Bergung der Leiche erhalten
die Hoffiſcher angeblich eine Belohnung von 3000 M.
Hohemark, 11. Aug. Prinz Heinrich der
Niederlande iſt hier eingetroffen und hat ſich zur
Nachkur in das Sanatorium des Profeſſor Friedländer be=
geben
, wo er ſich ungefähr 14 Tage aufzuhalten gedenkt.
In ſeiner Begleitung befindet ſich ſein perſönlicher Ad=
jutant
Major von Suchteln.

[ ][  ][ ]

Duisburg, 10. Aug. Zu einem blutigen Auf=
tritt
kam es in dem niederrheiniſchen Orte Marxloh, wo
in dem Koſtgängerheim einer Witwe ein Koſtgänger, der
durch ein Geräuſch in ſeiner Mittagsruhe geſtört worden
war, plötzlich mit geladenem Revolver aus dem Schlaf=
zimmer
ſtürzte und alles niederſchoß, was ſich ihm in den
Weg ſtellte. Die Koſtwirtin brach, durch eine Kugel in
die Lunge getroffen, zuſammen. Erſt als der Wüterich
auch zwei Schlafkollegen durch Revolverſchüſſe verletzt
hatte, gelang es, den Wahnſinnigen zu überwältigen und
in Haft abzuführen. Die Koſtwirtin iſt tödlich verletzt dem
Hoſpital zugeführt worden.
Wien, 9. Aug. Die Affäre des Oberleutnants Geza
Mattatich, des Geliebten der vielgenannten Prinzeſſin
Louiſe von Belgien, gegen den jetzt Strafanzeigen wegen
Kreditſchwindels erſtattet worden ſind, ſoll durch
den ehemaligen Nürnberger Varietédirektor Rauch ins
Rollen gebracht worden ſein. Rauch, der jetzt in Lainz
(Niederöſterreich) als Privatier lebt, hat gegen Mattatich
eine Strafanzeige erſtattet. Er erklärt, daß er durch
Mattatich um eine Million Kronen geſchädigt worden ſei.
Er habe dieſe Summe im Laufe der letzten Jahre Matta=
tich
angeblich für die Prinzeſſin Louiſe von Belgien ge=
liehen
. In der Anzeige Rauchs ſoll auch Antrag auf Ver=
haftung
Mattatichs geſtellt worden ſein.
Bad Iſchl, 10. Aug. Prinz Ernſt Auguſt, Her=
zog
zu Braunſchweig und Lüneburg nebſt
Gemahlin, Herzogin Thyra von Cumberland, deren
Töchter, Prinzeſſin Marie Luiſe von Baden und Prin=
zeſſin
Olga, der Bruder der Herzogin von Cumberland,
Prinz Waldemar von Dänemark und deſſen Kinder, Prin=
zeſſin
Margarete und Prinz Viggo von Dänemark, ſind
mittags hier mit Gefolge aus Gmunden eingetroffen. Die
Herzoglich Cumberländiſche Familie nahm 2½ Uhr am
Familiendiner bei dem Kaiſer teil und kehrte nachmittags
nach Gmunden zurück.
Rom, 10. Aug. In der Angelegenheit des Auto=
mobilattentates
auf die Familie Pariſi iſt ein
neues Ereignis eingetreten. Die Gebrüder Caronti, die
infolge einer Anzeige des Bahnwärters Spaziani verhaf=
tet
worden waren, ſind als unſchuldig erkannt und frei=
gelaſſen
worden. Spaziani geſtand ein, ſelbſt mit zwei
Komplizen, den zwei Brüdern Secafini, in räuberiſcher
Abſicht, das Verbrechen begangen zu haben. Spaziani
und die Brüder Serafini ſind bereits verhaftet.
Paris. 11. Aug. Wie mehreren Blättern aus Luné=
ville
berichtet wird traf geſtern abend der deutſche Ar=
beiter
Schneider der ſich darüber beklagt hatte, daß
während ſeiner Dienſtübung Fanatiker in ſeine Wohnung
eingedrungen ſeien und ſeine Möbel zerſchlagen hätten,
mit ſeiner Frau und ſeinen zwei Kindern ein. Vor dem
Hauſe ſtanden etwa 20 Perſonen, und eine derſelben rief
Schneider zu: Biſt Du wieder da, ſchmutziger Preuße!
Die Polizei wurde von der Ankunft Schneiders verſtän
digt, der ſofort auf das Polizeikommiſſariat geführt und
dort einem längeren Verhör unterzogen wurde. Schneider
ſoll dabei, wie die Blätter wiſſen wollen, erklärt haben,
daß ſeine Frau die Einbruchsgeſchichte erzählt habe, um
ihn von ſeiner Uebung frei zu machen. Der Polizei=
kommiſſar
begab ſich darauf mit Schneider in deſſen Woh=
nung
, um in ſeiner Gegenwart feſtzuſtellen, daß niemand
in die Wohnung eingedrungen und die Einrichtung durch=
aus
unverſehrt war. Frau Schneider erklärte einem
Journaliſten, daß ſie durch die Haltung der Bevölkerung
erſchreckt worden ſei, welche alles bei ihr habe zer=
ſchlagen
wollen und ſie ſei dann aus Furcht abgereiſt.
Auch der Staatsanwalt verhörte das Ehepaar Schneider.
Es heißt daß Schneider ausgewieſen werden ſoll
Konſtantinopel, 10. Aug. Ein Feuer das heute
abend um 10 Uhr ausbrach, hat das Gebäude der fran=
zöſiſchen
Botſchaft in Therapia das altbe=
rühmte
Palais Ypſilanti, vollſtändig zerſtört. Die Mann=
ſchaften
der heute hier eingetroffenen deutſchen Kriegs=
ſchiffe
Breslau und Loreley leiſteten Hilfe. Es fand
gerade ein Diner anläßlich der Rückkehr des Botſchafters
Bompard ſtatt, als plötzlich ein Brand ausbrach. Die
Tiſchgäſte mußten eiligſt flüchten. Es gelang, das Archiv
zu retten. Ein Sekretär der italieniſchen Botſchaft, der ſich
an den Rettungsarbeiten beteiligt hatte, erlitt ziemlich
ſchwere Brandwunden.
Kalkutta, 11. Aug. Die ſchweren Regengüſſe
die in dieſem Jahre zu verzeichnen waren, haben in In
dien großen Schaden angerichtet. Im Nordweſten
von Kalkutta brach ein Damm, wodurch weite Länder=
ſtrecken
unter Waſſer geſetzt wurden. Mehrere Dörfer
wurden fortgeſchwemmt, wobei viele Perſonen den Tod
fanden. Auch die Eiſenbahnlinie ſteht unter Waſſer, ſo
daß die Verbindung mit Kalkutta unterbrochen iſt.

Der Kaiſer in Lübeckund Alten=Grabow.

* Lübeck 10. Aug. Anläßlich des heutigen Kaiſer=
beſuches
zeigt ſich Lübeck in prächtigem Feſtgewande. Der
Kaiſer traf um 5 Uhr 37 Min. mittels Sonderzuges auf
dem Bahnhofe ein und wurde hier namens der Stadt
von Bürgermeiſter Dr. Eſchenburg, den Senatoren
und Regierungsrat Dr. Geiſe empfangen. Nachdem der
Kaiſer den Bürgermeiſter aufs herzlichſte begrüßt hatte
und die Vorſtellung der zum Empfang erſchienenen Herren
erfolgt war, ſchritt der Kaiſer, von Hochrufen der dicht
gedrängten Menſchenmenge lebhaft begrüßt, die Front der
Ehrenkompagnie ab. Sodann fuhr der Kaiſer in Beglei=
tung
des Bürgermeiſters nach der Marienkirche. In
der Marienkirche fand eine muſikaliſche Aufführung ſtatt,
Von der Marienkirche aus begab ſich der Kaiſer mit Be=
gleitung
zu Fuß nach dem Rathaus. Dort hatten ſich
im Audienzſaal eingefunden: mit dem Bürgermeiſter die
Mitglieder des Senats und die Wortführer der Bürger=
ſchaft
, des Bürgerausſchuſſes, Vertreter des Offizierkorps
und andere.
Nachdem der Kaiſer im Audienzſaal des Rathauſes
eingetroffen war, hielt Bürgermeiſter Dr. Eſchenburg
folgende Anſprache: Allerdurchlauchtigſter Kaiſer! Unter
den mancherlei Feiertagen des Jubiläumsjahres 1913 iſt
der heutige Tag, an dem Lübeck Eure Majeſtät als Caſt
in ſeinen Mauern freudig begrüßt, für unſere Stadt von
ganz beſonderer Bedeutung. Uns Lübeckern kommt dieſe
Bedeutung um ſo klarer zum Bewußtſein, wenn wir in
unſere Geſchichte zurückblicken, in der der 10. Auguſt einen
wichtigen Gedenktag bildet. Es war im Jahre 1368 als
an dieſem Tage die Boten der Hanſeſtädte unter Lübecks
Führung in Wismar zuſammentraten, um über die Fort=
ſetzung
des gegen den König Waldemar von Dänemark
begonnenen Krieges entſcheidenden Beſchluß zu faſſen
Man einigte ſich dahin, daß, wie es bisher ſchon dem
Kaiſer und den Reichsfürſten gegenüber geſchehen war,
an eine große Zahl deutſcher Städte Briefe des Inhalts
geſandt werden ſollten, daß der vor der Macht der Hanſe=
ſtädte
hilfeſuchende, in das Deutſche Reich geflohene =
nig
nicht unterſtützt werden konnte. Kriege nahmen da=
mals
einen langſameren Verlauf als heute. Erſt ein volles
Jahr ſpäter erlag das feſte Schloß Helſingborg dem An=

ſturm der von Lübecks Bürgermeiſter Brun Warendrop
befehligten hanſeatiſchen Flotte und erſt nach einem wei=
teren
Jahre konnte der ehrenvolle Friede von Stralſund
geſchloſſen werden, in dem der däniſche Reichsrat ver=
ſprach
, den König Waldemar nur mit Zuſtimmung der
Hanſa zu erwählen. Das war die Zeit, in der, wie es im
Liede heißt: Der Vater hoch im Saale ein Haupt für
leere Kronen wählt! Jene Zeit liegt jetzt längſt hinter
uns. Aber wir haben es nicht zu beklagen, daß eine
andere an ihre Stelle getreten iſt. Iſt doch das prophe=
tiſche
Wort in Erfüllung gegangen, welches der Dichter
in der Septembernacht dem kühnen Wullenweber in den
Mund legte: Die Hanſa ſank das letzte Reich verfiel,
doch Deutſchland ſteigt empor lebendig.
Heute iſt der deutſche Kaufmann zu ſeinem Schutze
nicht mehr auf ſich ſelbſt angewieſen. Er braucht nicht
mehr vergeblich, um ſein gutes Recht bittend, an Kaiſer
und Reichsfürſten ſich zu wenden. Heute ſteht hinter ihm
das mächtige Deutſche Reich mit einer ſtarken deutſchen
Flotte, und über ſie hält Wacht das ſcharfe Auge ſeines
Kaiſers. Dieſes ſtolze Bewußtſein erfüllt alle deutſche
Herzen und erfüllte auch Lübecks Bewohner, als ſie im
März dieſes Jahres den Tag feierlich begingen, an dem
vor 100 Jahren unſere Stadt, die den Kelch der Leiden
bis auf den Grund hatte leeren müſſen, von jahrelanger
Bedrückung befreit wurde und erfüllte ſie, als am Tage
des Regierungsjubiläums Euerer Majeſtät ſie ſich dank=
bar
daran erinnerten, daß 25 Jahre des Friedens und
reichen Segens über unſer Vaterland dahingegangen ſind
in denen auch die Entwickelung unſerer Stadt die erfreu=
lichſten
Fortſchritte hat machen dürfen. Geruhen Euere
Majeſtät, den Ausdruck ehrfurchtsvollſten Dankes des
Senats und der Bürgerſchaft für den der Stadt Lübeck
geſchenkten Beſuch und die Verſicherung entgegenzuneh=
men
, daß ihre Bewohner Euerer Majeſtät allezeit in un=
wandelbarer
Liebe und Treue zugetan bleiben werden.
Ich heiße Euere Majeſtät auf das herzlichſte willkommen!
Der Kaiſer erwiderte auf die Anſprache des
Bürgermeiſters mit folgender Rede: Wollen Sie ſo gut
ſein, meinen herzlichſten und innigſten Dank entgegenzuneh=
men
und der geſamten Bürgerſchaft Lübecks auszuſprechen
zu dem zu Herzen gehenden Empfang, der mir von der
Bevölkerung dieſer altehrwürdigen Hanſaſtadt zuteil ge=
worden
iſt, ſowohl von den Alten wie von den Jungen.
Es iſt immer ſchön, die Stimmen der heranwachſenden
Jugend ſich miſchen zu hören in die Rufe der erwachſenen
und älteren Männer. Sie haben einen kurzen hiſtoriſchen
Ueberblick gegeben über die Zeit des Glanzes und der
Macht Lübecks, der Vormacht der Hanſa und auch über
die Zeit vor hundert Jahren, da auf ihr die Hand Gottes
prüfend ſchwer lag, wie auf unſerem ganzen Vaterlande.
Sie haben ganz richtig darauf hingewieſen, daß, obwohl
durch eine geradezu bewunderungswürdige Anſtrengung
der Bürger und der Kaufleute im deutſchen Vaterlande
ein Bundesgebilde entſtand, wie es die Welt nicht wieder
geſehen hat, dasſelbe auf die Dauer doch nicht beſtehen
konnte, weil die Macht des Reiches ihm fehlte und das
Verſtändnis des deutſchen Volkes für ſeine Wichtigkeit
nicht vorhanden war. Nunmehr dank der Gnade Gottes,
die in ganz ungewöhnlicher Weiſe Kaiſer Wilhelm dem
Großen zur Seite geſtanden hat, der auch einſt von =
becks
Bürgerſchaft begeiſtert begrüßt wurde, iſt das ge=
einigte
Vaterland. das Deutſche Reich, wiedererſtanden, mit
ihm ſelbſtverſtändlich auch die alten Aufgaben, die unge=
löſt
bleiben mußten, weil die Einigkeit, die Vorausſetzung
für ihre Löſung, fehlte. Und wenn es auch manchem nach
der großen Zeit, die wir alle miterlebt haben, wohl etwas
eintönig vorgekommen ſein mag, dieſer Uebergang, zu
dem gewöhnlichen, wenn ich es ſagen darf, einfachem Ar=
beitsleben
, ſo glaube ich doch, daß wir einen guten Schritt
vorwärts getan haben. Denn ich glaube es als meine
Aufgabe zu erkennen, dieſe alten Aufgaben wieder auf=
nehmen
zu müſſen und ſie dem deutſchen Volke vorzuſtellen
und ans Herz zu legen; daß dieſelben ſo ſchnell wieder
aufgefaßt wurden und in ſo überraſchender Weiſe in der
geſamten Welt durchgeführt worden ſind, das ſelbſtverſtänd=
lich
kann ſich der Kaufmann mit Recht zugute ſchreiben, und
daß die alten Hanſeſtädte mit dem alten Hanſegeiſte beſeelt
vorausgegangen ſind, und ſo möchte ich von dieſer Stelle
aus dem Kaufmann meinen Dank ausſprechen, daß die
Städte an der Norddeutſchen Waterkant in ihrer beiſpiel=
loſen
Brüderlichkeit und ihrem Wagemut eingetreten waren,
dem deutſchen Handel und der deutſchen Induſtrie und
den deutſchen Erzeugniſſen einen Platz in der Welt zu
ſichern, um den uns andere Staaten beneiden. Vor hun=
dert
Jahren lag die Hand des Korſen ſchwer über der
Stadt.
In dieſem Jahre feiern überall Städte, Dörfer
und Provinzen, Vereine und das ganze Volk die Zeit der
Erhebung und der Befreiung vom Drucke des Eroberers.
Es iſt eine Fügung des Himmels, daß er es ſo gewandt
hat, daß mein Jubiläum in dieſelbe Zeit fallen mußte
und die Feiern, die ich bisher mitgemacht habe von =
nigsberg
bis jetzt, haben einen Zuſammenklang der Her=
zen
des geſamten Volkes zum Ausdruck gebracht, der ſchö=
ner
nicht denkbar iſt. und ich meine, daß der heutige Abend
einen würdigen und ſchönen Stein in der Kette dieſer
Edelſteine des Gedenkens bildet. Dankbarkeit für das
alles, was die Vorſehuna für unſer Vaterland getan hat
in ſchweren wie in glücklichen Tagen, iſt heute abend in
der alten Hanſekirche Lübecks zum Ausdruck gekommen, und
es bedarf keiner großen Phantaſie, wenn man den Blich
durch die hohen Gewölbe der Kirche ſchweifen ließ über
die alten Epitaphien wenn man den mächtigen Tönen
der Orgel und des Chors lauſchte, ſich in die Zeit zurück=
zuverſetzen
. wo im Mittelalter in glücklicher und ſchwerer
Zeit die Ratsmannen und die Bürgerſchaft mit ihren
Frauen und Mädchen in der Kirche ſich verſammelten.
Wie ein Bild aus den Meiſterſingern entwickelt ſich der
heutige Abend vor mir. Wir haben Friedenszeit und was
wir dieſer zu danken haben, das ſehen wir, wenn wir
beobachten, wie im Südoſten unſeres Kontinents ſchwere
Kämpfe gebrauſt haben, die durch Gottes Fügung uns
unberührt ließen. Ich ſtehe hier vor Ihnen, meine Herren,
in dem Gewande des Seemanns, das iſt das Kleid des
Kindes meiner Schöpfung, und was dazu dienen kann,
jetzt und in der Zukunft dem deutſchen Kaufmann, der,
vom Hanſegeiſt beſeelt, im Auslande das Deutſchtum
vertritt und für Deutſchland arbeitet, die nötige Stärkung
und den nötigen Schutz zu verleihen, damit er den ihm
zuſtehenden Platz an der Sonne behauptet, das ſoll ge=
ſchehen
! Ich ſchütze den Kaufmann; ſein Feind iſt mein
Feind! Und Gott gebe, daß der deutſche Handel wie bis=
her
auch künftig unter meinem Schutz in Friedenszeit ſich
entwickeln möge.
* Lübeck, 10. Aug. Um 7 Uhr fand ein Bankett
m Bürgerſchaftsſaale ſtatt, an dem der Kaiſer, das Ge=
folge
, der präſidierende Bürgermeiſter, die Senatsmitglie=
der
, der Präſident des Bürgerausſchuſſes, der Komman=
deur
der 81. Infanteriebrigade, insgeſamt 40 Herrſchaften
teilnahmen. Die Rede des Kaiſers bei der Tafel
lautete: Ich erlaube mir, Euer Magnifizenz meinen herz=

lichſten Dank nochmals bewegten Herzens auszuſprechen
für den ſchönen Empfang in Lübeck. Es iſt in dieſer alten
und ehrwürdigen Handelsſtadt ſchon mancher deutſche
Kaiſer geweſen und Sie haben mir am heutigen Tage
manche alte Erinnerung und Urkunde gezeigt, die Kunde
gibt von den guten Beziehungen der deutſchen Kaiſer und
des Reiches zu Lübeck. Schutz= und Trutzbriefe auszuſtellen
iſt nicht mehr Aufgabe der deutſchen Kaiſer der heutigen
Zeit. Wenn ich aber nunmehr bitten darf, Euer Magni=
fizenz
ein Andenken meines Beſuches zu übergeben, ſo
bitte ich, daß ich zur Erinnerung an den weihevollen, herr=
lichen
Sonntagabend ein Kirchenfenſter für die Marien=
kirche
ſtiften darf, um meinen Dank der Bürgerſchaft und
der Stadt gegenüber auszudrücken. Alles, was ich ſonſt
fühle und denke, das faſſe ich zuſammen in die Worte:
Gott erhalte, ſchütze und ſegne die alte Hanſaſtadt Lübeck
in alle Zukunft! Und möge ſie ſtets des alten Wahlſpruchs
gedenken, der in ihrem Ratskeller ſteht: Das Fähnlein iſt
leicht an die Stange gebunden, aber es koſtet viel, es mit
Ehren wieder herunter zu holen. Möge es in Ehren ſtets
über Lübeck wehen. Die Stadt Lübeck hurra! hurra!
hurra!
Nach Beendigung des Mahles weilte der Kaiſer noch
kurze Zeit in der Kriegsſtube des Rathauſes. Kurz nach
9 Uhr trat der Kaiſer im Sonderzuge die Weiterreiſe nach
dem Truppenübungsplatz Alten=Grabow an.
* Truppenübungsplatz Alten=Grabow
11. Aug. Der Kaiſer iſt mit Gefolge im Sonderzuge
um 6 Uhr 30 Minuten hier eingetroffen. Oberſtallmeiſter
Freiherr v. Reiſchach ſchloß ſich dem Gefolge an. Der Kai=
ſer
begab ſich ſofort, nachdem er am Bahnhof zu Pferde
geſtiegen war, zum Truppenübungsplatz. Hier begann
eine Uebung der Garde=Kavalleriediviſion und der Kaval=
leriediviſion
A gegeneinander unter Leitung des General=
inſpekteurs
der Kavallerie v. d. Marwitz. Hieran ſchließt
ſich eine Uebung des Kavalleriekorps und zwar exerzier=
mäßige
Uebungen unter dem Befehl des Kaiſers. Das
Wetter iſt gut.

Luftfahrt.

Oſtpreußiſcher Rundflug.
* Königsberg, 10. Aug. (Teilweiſe wiederholt.
Bei regneriſchem und windigem Wetter erfolgte heute früh
von 5 Uhr ab der Start zum Oſtpreußiſchen Rundfluge.
Am Start waren erſchienen als Offiziersflieger Leutnant
Mahncke auf L. V. G.=Doppeldecker, Leutnant Geyer auf
Aviatik=Pfeil=Doppeldecker, Leutnant Pretzel auf Albatros=
Taube, Oberleutnant Hantelmann auf Rumpler=Taube,
Leutnant von Eckenbrecher auf Jeannin=Taube. Von den
Zivilfliegern nahmen teil: Alfred Friedrich auf Dietrich=
Taube, Suwelack auf Kondor=Eindecker, Stiploſcheck auf
Jeannin=Taube, Kühne auf Albatros=Eindecker, Caſpar
auf Gotha=Taube. Für ſämtliche Flieger war die Mit=
nahme
eines Fluggaſtes vorgeſchrieben. Zunächſt flogen
die Offiziere zum Zuverläſſigkeitsfluge nach Allen=
ſtein
(150 Kilometer) ab, und zwar Leutn. Mahncke um
5 Uhr 15 Min. 20 Sek, Geyer 5119119, Pretzel 5.34:2
Hantelmann 5.37117 und v. Eckenbrecher 6:28:59.
Mahncke mußte kurz nach 6 Uhr bei Bladiau wegen
Achſenbruches eine Notlandung vornehmen und flog nach
Erhalt einer neuen Achſe weiter. Hantelmann ging bei
Preußiſch=Holland nieder. Geyer erreichte das Allenſteiner
Flugfeld um 7 Uhr 21 Min. 29 Sek., Pretzel um 7140:36
und v Eckenbrecher 8:53:24.
Von den Zivilfliegern ſtarteten zum Zuverläſſigeits=
fluge
nach Inſterburg (85 Kilometer) der Flieger Fried=
rich
auf Dietrich=Taube um 5 Uhr 32 Min., Suwelack
auf Kondor=Eindecker um 5 Uhr 36 Min., Stiploſcheck
auf Jeannin=Taube um 5 Uhr 43 Min., Kühne auf
Albatros=Eindecker um 5 Uhr 45 Min.; zuletzt ſtartete
Caſpar nachdem der ſtrömende Regen ſich etwas ge=
legt
hatte, um 9 Uhr 51 Min. Suwelack kam um 5 Uhr
54 Minuten 51 Sekunden, Friedrich 6:56:28, Kühne 7102,
Stiploſcheck 716:1 in Inſterburg an. Der Harlang=Flieger
Roth iſt heute abend um 8 Uhr in Danzig gelandet. Er
beabſichtigt, ſich von dort aus, falls der Regen nachläßt,
außer Konkurrenz an dem Flug nach Inſterburg zu be=
teiligen
.
* Königsberg i. Pr., 11. Aug. Der heutige
Etappenrundflug hatte unter dichtem Nebel
ſehr zu leiden. Der Start der Offizierflieger von Allen=
ſtein
nach Inſterburg verzögerte ſich infolgedeſſen bis nach
neun Uhr. Die in Inſterburg nach Allenſtein aufgeſtie=
genen
Zivilflieger gerieten gleichfalls in ſtarken Nebel und
mußten ſämtlich Notlandungen vornehmen, die ohne Un=
fall
verliefen. Der Flieger Roth landete geſtern abend
wegen Dunkelheit im Kreiſe Wehlau und flog heute mor=
gen
um 8½ Uhr nach Inſterburg.
* Inſterburg, 11. Aug. Leutnant v. Ecken=
brecher
und ſein Begleiter Leutnant v Schröder
ſind bei Kleingnie, Kreis Gerdauen, 200 Meter hoch ab=
geſtürzt
. Der Apparat wurde zertrümmert, beide Flie=
ger
ſind unverletzt. Die übrigen vier Offiziere ſind in
Inſterburg angekommen, ebenſo Roth.
* Inſterburg, 11. Aug. Beim Zuverläſſig=
keitsflug
Inſterburg=Allenſtein, der heute
früh begonnen hat, mußte der Flieger Suwelack wegen
dichten Nebels bei Birkenfeld in der Nähe von Norden=
burg
eine Notlandung vornehmen, wobei er das Hand=
gelenk
brach. Auch ſein Apparat, ein Kondor=Eindecker,
wurde beſchädigt. Sein Begleitoffizier, Oberleutnant
Schettler, blieb unverletzt. Der Flieger Stiploſchek auf
Jeannintaube gab den Flug auf wegen Motordefekt.
* Königsberg, 11. Aug. Die heute morgen von
Inſterburg abgeflogenen Zivilflieger Kaſpar, Kühne
und Friedrich ſind bis 12 Uhr 30 Minuten ſämtlich
in Allenſtein eingetroffen.
* Riga, 11. Aug. Der franzöſiſche Flieger Ja=
noir
, der um 6½ Uhr in Tauroggen aufgeſtiegen war,
iſt um 9¼ Uhr im Vorort von Riga, Säſenhof, ge=
landet
. Janoir will heute nach Petersburg weiter fliegen.

Landwirtſchaftliches.

Frankfurt a. M., 11. Aug. Schlachtvieh=
markt
. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1296 Rinder,
darunter: 464 Ochſen, 72 Bullen. 760 Färſen und Kühe,
301 Kälber, 86 Schafe. 2184 Schweine. Marktverlauf:
Rinder und Schweine lebhaft, Ochſen und Schweine
Ueberſtand, Kälber lebhaft, Schafe ruhig. Ausverkauft.
Preiſe für 1 Zentner: 1. Rinder. A. Ochſen: a) voll=
fleiſchige
, ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes im Al=
ter
von 4 bis 7 Jahren, Lebendgewicht 5456 M. Schlacht=
gewicht
98104 M., b) junge, fleiſchige, nicht ausge=
mäſtete
und ältere, ausgemäſtete, Lebendgew 4852,
Schlachtgew. 8795, c) mäßig genährte junge, gut ge=
nährte
ältere, Lebendgew. 4247, Schlachtgew. 7787.
B. Bullen: a) vollfleiſchige, ausgewachſene höchſten
Schlachtwertes. Lebendgew. 5154, Schlachtgew. 8590.

[ ][  ][ ]

b) vollfleiſchige. jüngere, Lebendgew. 4850, Schlachtgew.
8386. C. Färſen und Kühe: a) vollfleiſchige, ausge=
mäſtete
Färſen höchſten Schlachtwertes Lebendgew. 50 bis
55, Schlachtgew. 8998, b) vollfleiſchige, ausgemäſtete
Kühe höchſten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren, Lebendgew.
4953, Schlachtgew. 9195, c) 1. wenig gut entwickelte
Färſen, Lebengew. 4649, Schlachtgew. 8894, 2. ältere,
ausgemäſtete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere
Kühe, Lebendgew. 4348, Schlachtgew. 8089, d) mäßig
genährte Kühe und Färſen, Lebendgew. 3641, Schlacht=
gewicht
7282, e) gering genährte Kühe und Färſen, Le=
bendgewicht
2831, Schlachtgew. 6473. 2. Kälber.
a) mittlere Maſt= und beſte Saugkälber, Lebendgew. 68
bis 70, Schlachtgew. 113117, b) geringere Maſt= und gute
Saugkälber, Lebendgew. 6467, Schlachtgew 108114.
3. Schafe. Maſtlämmer und Maſthammel, Lebendgew.
46, Schlachtgew. 97. 4. Schweine. a) vollfleiſchige
Schweine von 80 bis 100 Kg. (160 bis 200 Pfund), Le=
bendgewicht
6366, Schlachtgew. 8284, b) vollfleiſchige
Schweine unter 80 Kg. (160 Pfund), Lebendgew 6264,
Schlachtgew 8082, e) vollfleiſchige von 100 bis 120 Ka
(200 bis 240 Pfund), Lebendgew 6366, Schlachtgew.
8284, d) vollfleiſchige von 120 bis 150 Kg. (240 bis 300
(fund), Lebendgew. 6366, Schlachtgew. 8284 Mark.

Handel und Verkehr.

Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G.
m. b. H., am 31. Juli 1913. Aktiva. 1. a) Kaſſa,
Sorten und Kupons M. 43 247.24; b) Guthaben bei der
Reichsbank und dem Poſtſcheckamt M. 56774.76. Zuſ
M. 100022.. 2. Wechſel= u. Deviſen=Konto M. 437053.60.
3. Bankverkehr=Konto M. 548374.11. 4. Lombard=Konto
M. 327275.43. 5. Effekten=Konto M. 413658.24, a) inlän=
diſche
Staatspapiere Nom. M. 262 800.: b) ſonſtige bei
der Reichsbank und anderen deutſchen Notenbanken beleih=
bare
Wertpapiere M. 156300.: c) ſonſtige Wertpapiere
M. 57 500.. 6. Konto=Korrent=Konto (ſämtlich gedeckt)
M. 3203 637.91. 7. Vorſchuß= und Vorſchußwechſel=Konto
M. 780 633.49. 8. Beteiligung am Schutzverein für Nieder=
Modau M. 3000.. 8a. Haus= und Immobilien=Konto
M. 325 663.18. 9. Mobilien=Konto M. 2072.40. 10. Schrank=
fächer
=Konto M. 1. 11. Haus= und Immobilien= Unter=
haltungskoſten
=Konto M. 2956.60. 12. Verwaltungskoſten=
Konto M. 38 549.95. Sa. M. 6182897.91. Paſſiva.
1. Geſchäftsanteil=Konto M. 1445 566.29. 2. Reſervefonds=
Konto I M. 347914.18. 3. Reſervefonds=Konto II und
Immobilien=Reſerve M. 89310.07. 4. Delkredere=Konto
M. 50000.. 5. Penſions= u. Unterſtützungsfonds=Konto
M. 192355.08. 6. Darmſtädter Volksbank=Stiftungsfonds=
Ko nto M. 12500.. 7. Darmſtädter Volksbank= Stiftungs=
fonds
=Zinſen=Konto M. 116.65. 8. Hypotheken=Konto
M. 66000.. 9. Akzeptationen= u. Aval=Konto M. 67270.20.
10. Bankverkehr=Konto M. 11483.96. 11. Konto=Korrent=
Konto M. 104136.25. 12. Sparkaſſen= und Scheck=Konto
M. 3614 550.31. 13. Dividende=Konto M. 6454.35. 14. Zinſen=
Konto M. 172240.57. 15. Verſchiedene Beiträge und Ver=
gütungen
M. 3000. Sa. M. 6 182897.91. Umſchlag im
Juli 1913 M. 5 608 905.43. Zahl der Mitglieder 1990.

Die Beendigung des Balkan=
krieges
.

Der Friedensſchluß.
* Bukareſt, 10. Aug. Vom frühen Morgen an
füllten ſich die feſtlich geflaggten Straßen mit zahlreichen
Menſchenmengen, welche die Rückfahrt der Dele=
gierten
aus dem Miniſterium des Aeußern, wo die
Unterzeichnung des Friedensvertrages
ſtattgefunden, erwarteten. Die Fahrt des Königspaares
und der Delegation zum Gottesdienſt in der Metropoli=
tankirche
geſtaltete ſich zu einem Triumphzuge. Die
Volksmenge jubelte dem Königspaar, ſowie dem Mini=
ſterpräſidenten
Majorescu begeiſtert zu. Die allgemeine
Zufriedenheit mit dem erreichten Ergebnis, die ſchon in
den letzten Tagen wiederholt zum Ausdruck gekommen
war, zeigte ſich heute in dem dynaſtiſchen Gefühl der Be=
völkerung
auf ſehr kennzeichnende Weiſe.
Athen, 10. Aug. Die Ernennung des
Königs zum Generalfeldmarſchall der
deutſchen Armee und, wie jetzt bekannt wird, die
Verleihung des Großkreuzes des Roten Adlerordens an
den Kronprinzen Georg rufen hier einen vorzüglichen
Eindruck hervor. Ein höherer Offizier erzählte, daß die
vor den Kresnapäſſen ſtehenden Evzonen nach dem Ein=
treffen
der Friedensnachricht auch Kaiſer Wilhelm hoch
leben ließen.
* Belgrad, 11. Aug. Eine Salve von 101 Kano=
nenſchuß
verkündigte geſtern in der Stadt die Unter=
zeichnung
des Friedensvertrages in Buka=
reſt
. Den ganzen Tag über herrſchte eine lebhafte Be=
wegung
in der Stadt, die abends illuminiert war. Heute
wird in ſämtlichen Kirchen Serbiens ein Tedeum gefeiert.
Das Verhalten der Türkei.
Paris, 10. Aug. Der Petit Pariſien meldet,
daß der türkiſche Botſchafter geſtern bei dem Mi=
niſter
des Aeußern erſchien, um dieſem im Auftrage ſei=
ner
Regierung zu erklären, daß die Pforte auf kei=
nen
Fall Adrianopel wieder herausgeben
werde, ſelbſt nicht um den Preis weitgehender wirtſchaft=
licher
und territorialer Zugeſtändniſſe. Da das genannte
Blatt bekanntlich ſehr gute Beziehungen zum Quai
dOrſay hat, wird ſeine Information ſchon ſtimmen.
Paris, 10. Aug. Nach einer Depeſche aus Kon=
ſtantinopel
iſt die türkiſche Armee in Thrazien
durch fortwährenden Zuzug von Truppen aus Kleinaſien
rauf die Stärke von 400000 Mann gebracht worden. Die
Jungtürken und ihre Organe erklären, die Türkei ſei jetzt
in der Lage, den Beſitz Adrianopels gegen alle
Angriffe zu verteidigen.
* Konſtantinopel, 11. Aug. Der Miniſter=
rat
beriet geſtern die Antwortnote der Mächte.
Die Pforte dankt in ihr den Mächten für die freundſchaft=
lichen
Gefühle, die ſie durch ihr Verſprechen betreffend die
Abgrenzung bekundet haben, und erklärt, die Pforte mußte
um der Sicherheit der Grenze willen Adrianopel beſetzen.
Wenn die Mächte die Erhaltung eines dauernden Frie=
dens
wünſchten, müßten ſie die Beſetzung annehmen.
Letzte Nachrichten.
* Athen, 11. Aug. Eine Deputation der Ein=
wohner
von Melenikon, die im Hauptquartier dem
König vorgeſtellt wurde, erklärte, daß die Einwohner
von Menelikon nicht bulgariſche Untertanen
werden wollen, da ſie befürchten, alsdann maſſakriert
zu werden. Sie beſchloſſen, die Stadt zu verlaſſen, und
bitten den König, zu geſtatten, die neue Stadt auf
griechiſchem Boden zu errichten. Der König
ßimmte bewegt dem Vorſchlag zu und ordnete an, den

Auszug der Einwohner von Melenikon zu fördern, und
verſprach, daß griechiſche Truppen bis zur völligen Räum=
ung
Melenikons dort verbleiben.
* Bukareſt, 11. Aug. Die Delegierten un=
ternehmen
heute einen Ausflug nach Sinaia, wo ſie
Gäſte des Miniſters des Innern Jonescu ſind. Abends
gibt die Stadt Bukareſt zu Ehren der Delegierten ein
Bankett, morgen werden die Delegierten zur Erledigung
einiger Formalitäten nochmals zuſammentreten und über=
morgen
abreiſen. Der König begibt ſich morgen nach
Sinaia.
HB. Wien, 11. Aug. Die Neue Freie Preſſe
ſchreibt: Schon längere Zeit war bekannt, daß zwiſchen
Oeſterreich=Ungarn und Deutſchland in der
Beurteilung der Politik anläßlich des zweiten Balkan=
krieges
ſich Meinungsverſchiedenheiten er=
geben
haben. Der Depeſchenwechſel zwiſchen Kaiſer Wil=
helm
und König Carol macht dieſe Gegenſätze in der
Politik der beiden Verbündeten offenkundig. Die Depeſche
des Kaiſers an König Carol zeigt, daß er die Auffaſſung
des Königs teilt, daß der Friede definitiv ſei. Die De=
peſche
des Königs Carol beweiſt, daß Rumänien für ſein
Verhältnis zum Dreibunde den Anknüpfungspunkt nicht
mehr wie bisher in Wien, ſondern in Berlin ſucht. Wir
fragen, ob es ein Gewinn für uns iſt, wenn Deutſchland
eine ſolche Kundgebung unternimmt, die Spitzen gegen
unſere Politik hat, und wenn König Carol die Hände
nach Berlin ausſtreckt und zeigt, daß er ſich wohl in Ueber=
einſtimmung
mit der deutſchen Politik, aber durchaus
nicht in Uebereinſtimmung mit der Politik der öſter=
reichiſch
=ungariſchen Monarchie befindet.

Die Unruhen in China.

* Schanghai, 10. Aug. Die Regierung be=
förderte
am Samstag 2500 Mann und ein anderes ſtarkes
Kontingent flußabwärts. Sie wurden nördlich von den
Fremdenniederlaſſungen gelandet. Eine Abteilung von
1000 Mann trieb die Rebellen bei den Forts von Wu=
ſung
zurück. Die Rebellen in den Forts von Wuſung
dehnen ihre Verteidigungswerke aus. Die Regierungs=
truppen
rückten von vier Seiten jedesmal unter dem
Schutze der Flotte vor. Die Kriegschunken bei Wuſung
verſuchten zur Regierung überzugehen, doch entkam nur
ein Schiff, die übrigen wurden von den Rebellen ſelbſt ver=
brannt
. In den Forts von Wuſung ſoll Mangel an Mu=
nition
herrſchen, es ſoll zwar Munition in größerer
Menge in die Forts geſchmuggelt ſein, doch ſoll ſie für
die Geſchütze nicht brauchbar ſein. Tſungking hat ſeine
Unabhängigkeit erklärt; doch glaubt man, daß Szetſchuan
im großen und ganzen loyal iſt.
* Futſchan 11. Aug. Die Provinz Fukien hat
ihre Unabhängigkeitserklärung vom 20. Juli widerrufen.
* Hankau, 11. Aug. Zwiſchen Jotſchou und
Hunan begann eine Schlacht zwiſchen Regierungs=
truppen
und Aufſtändiſchen.

Literariſches.

Preisausſchreiben der Wiener Mode. Jedermann
kann an dem neuen Preisausſchreiben der Wiener
Mode für die ſchönſten Ferienphotographien teilnehmen.
60 Geldpreiſe im Betrage von 3000 Kronen ſind ausgeſetzt.
Da die einzigen Einſchränkungen zur Teilnahme nur die
ſind, daß Trockenplatten der Wiener Firma Langer &
Comp., G. m. b. H., und Papiere der Firma F. Hrdliczka
verwendet werden ſollen, ſteht die Gewinnung der Preiſe
jedem offen. Man wende ſich mit einer Poſtkarte an die
Adminiſtration der Wiener Mode, Wien V=, Gumpen=
dorferſtraße
87, und verlange die weiteren Einzelheiten
für das Preisausſchreiben, die jedermann koſtenlos zu=
geſtellt
werden.
Das Buch für Alle beginnt ſoeben ſeinen 49.
Jahrgang 1914. Das rühmlichſt bekannte Unternehmen
hat ſich ſchon längſt den Ruf erworben, das beſte und ge=
diegenſte
deutſche Familienblatt für die weiteſten Kreiſe
zu ſein. Reicher Bilderſchmuck macht es zu einem Pracht=
werk
im vollſten Sinne des Wortes; wirkungsvoller und
ſpannender Unterhaltungsſtoff feſſelt den Leſer vom erſten
bis zum letzten Heft. Alle vierzehn Tage wird zum
außerordentlich billigen Preiſe von nur 30 Pfg. ein Heft
ausgegeben. Zwei große Romane eröffnen den neuen
Jahrgang: Der Werwolf von Friedrich Jacobſen und
Die im Schatten leben von Fr. Lehne. Zwei Kunſt=
beilagen
in Farbendruck, Beim Klang der Lauteund
Eine Hochzeit im Grödner Tal ſind dem erſten Heft
beigefügt

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 11. Aug. Der braſilianifche Ge=
ſandte
Dr. Braſiliano Itibere da Cunha iſt in der ver=
gangenen
Nacht geſtorben.
* Bad Homburck 11. Aug. Die Kaiſerin fuhr
heute mittag 12 Uhr 7 Minuten nach Schloß Wilhelms=
höhe
bei Kaſſel, um der Prinzeſſin Reuß, geb. Prinzeſſin
von Preußen, einen Beſuch abzuſtatten. Die Kaiſerin wird
auf Schloß Wilhelmshöhe Wohnung nehmen und morgen
nach Homburg zurückkehren.
* Neu=Ruppin, 11. Aug. Die beiden Inſaſſen der
Strafanſtalt Sonneburg. Schröder und Weber aus Zech=
lin
, die 1883 vom Schwurgericht in Neu=Ruppin
wegen Mordes an der Geliebten ihres Freundes Mohnke,
der ebenfalls an der Tat beteiligt war, zum Tode ver=
urteilt
waren, ſind jetzt, nachdem ſie ſchon früher zu
lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt waren, anläßlich
des Regierungsjubiläums des Kaiſers endgültig frei=
gekommen
.
* Balakowo (Gouvernement Samara), 11. Aug. Auf
dem Dampfer Grafinja ſtürzte die Kajüte, auf
deren Dach ſich in Sysran über 800 Feldarbeiter
geſetzt hatten, ein. Die Zahl der Opfer iſt unbekannt.
* Konſtantinopel, 11. Aug. Während eines in
Muſtapha Paſcha herrſchenden Brandes explodierten
in einem bulgariſchen Hauſe zahlreiche Bomben.
Die Bevölkerung, von Panik ergriffen, flüchtete nach
Adrianopel, kehrte jedoch ſpäter nach Muſtapha Paſcha
zurück.
* Neu=York, 11. Aug. Die Vertreter der deutſchen
Kolonie in San Franzisko ſind mit dem Dampfer
Imperator nach Deutſchland abgereiſt, um dem
deutſchen Kaiſer anläßlich ſeines Jubiläums ein wertvol=
les
Geſchenk zu überreichen.
* Waſhington, 11. Aug. Nach Depeſchen, die beim
Staatsdepartement eingetroffen ſind, iſt John Lind, der
Vertreter des Präſidenten Wilſon, geſtern abend wohlbe=
halten
in Mexiko eingetroffen.
HB. Homburg v. d. H., 11. Aug. Zahlreiche Mit=
glieder
der Hofhaltung des Kaiſers und der Kai=
ſerin
von Rußland, Attachés und mehrere Kabi=
netts
=Staatsſekretäre der ruſſiſchen Reichskanzlei ſind in

Homburg eingetroffen. Man bringt dieſen unerwarteten
Beſuch mit einem demnächſt zu erwartenden Beſuch
der kaiſerlichen Familie in Verbindung. (?)
HB. Mannheim, 11. Aug. Der Polizeibericht meldet:
Als geſtern abend eine Fabrikarbeiterin namens Rubel
nach Hauſe zurückkehrte, vermißte ſie ihren 9½ Jahre
alten Sohn. Sie fand den Knaben in einem Koffer
entkleidet tot vor. Es liegt die Annahme nahe, daß der
Knabe ſich in dem Koffer verſteckte, der Deckel dann zu=
fiel
, ſo daß der Erſtickungstod eintrat.
H. B. Paris, 11. Aug. Wie aus London gemeldet
wird, iſt dem Prinzen Alexander von Batten=
berg
auf der Fahrt von Hull nach London aus ſeinem
Wagenabteil eine Kaſſette entwendet worden, die
Schmuckſachen im Werte von über 100000 Mark enthielt.
Vom Diebe fehlt noch jede Spur.
London, 11. Aug. Die Handtaſche mit Wert=
ſachen
im Betrage von 100000 Mark, die dem Prinzen
Alexander von Battenberg auf der Fahrt von Hull nach
London abhanden kam, iſt wieder gefunden worden.

Die Fälle Trömel und Müller.

HB. Nürnberg, 11. Aug. Ein aus Süddeutſchland
ſtammender Fremdenlegionär ſchreibt der Nürnberger
Zeitung aus Saida: Ich habe vom 1. Mai bis 31. Juli
1913 alle Deutſchen gezählt, die in die Legion gekommen
ſind. Es ſind 455 Mann geweſen, wovon 234 ins erſte
Regiment und die übrigen ins hieſige Regiment kamen
Meine Anſicht, daß Trömel es in der Legion nicht aus=
halten
werde, hat ſich beſtätigt. Ich habe Trömel im hie=
ſigen
Hoſpital beſucht. Er iſt zwar auf, ſieht aber nicht
beſonders aus. Ich verſuchte ein Geſpräch mit ihm anzu=
fangen
, er war jedoch ſehr vorſichtig und wortkarg. Nur
ſo viel brachte ich aus ihm heraus, daß er die Abſicht,
nicht nach Deutſchland zu gehen, aufgegeben hat. Trömel
geht kommenden Sonntag früh 6 Uhr von hier nach
Oran ab und wird wahrſcheinlich am 15. oder (16.
Auguſt den deutſchen Boden wieder betreten. Als Grund
der Entlaſſung aus der Legion gilt allgemein ſeine ner=
vöſe
Krankheit. Daß Trömel nicht nach Marokko kom=
men
würde, war vorauszuſehen. Was allen Bemühungen
ſeiner Angehörigen nicht gelungen iſt, Trömel von der
Legion frei zu bekommen, gelingt durch ſeine Krankheit.
Was nun die Affäre Müller anbelangt, ſoshat
mir ein Kamerad aus der 26. Kompagnie, der mit Müller=
in
Marokko war, erzählt, daß Müller wegen Deſertion
und Verleitung der Kameraden zur Deſertion zum Tode
verurteilt iſt, ferner, daß Müller nicht begnadigt,
ſondern reklamiert wurde und daß er am 8. Septemher
1909 oder 1910, an dem die Genehmigung der Reklama=
tion
und nicht der Begnadigung eingetroffen ſei, hinge=
richtet
wurde. Müller ſei, ſo viel er wiſſe, nicht Schwei=
zer
, ſondern Rheinländer geweſen. Die Eltern Müllers
wären nicht in Oran geweſen. Auch wäre er nicht in
Udſchda, ſondern in Adja erſchoſſen worden.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

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Dampfernachrichten.

Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Antonina von Mexiko, 7. Aug. 1 Uhr
45 Min. morgens in Neworleans. Cleveland, von
Boſton kommend, 7. Aug. 2 Uhr 55 Min. nachm. von
Boulogne. Schwarzburg von Galveſton kommend.
7. Aug. 5 Uhr nachm. von Norfolk. Spreewald‟ 6. Aug.
von Tambico nach Neworleans. Oſtaſien: Aleſia‟7. Aug.
9 Uhr abends von Rotterdam nach Antwerpen u. Hamburg,
Braſilia‟ 7. Aug. in Suez, heimkehrend. Brisgayia
6. Aug. 9 Uhr abends von Tſingtau nach Kobe. Mäce=
donia
7. Aug. 4 Uhr morgens von Antwerpen nach
Hamburg. Sambia 7. Aug. nachm. von Marſeille
nach Hamburg. Saxonia‟ 7. Aug. in Yokohama, heim=
kehrend
. Segovia 7. Aug. 2 Uhr nachm. von Algier
nach Havre. Suevia 7. Aug. nachm. von Tſingtau
nach Taku.
Verſchiedene Fahrten: Fürſt Bismarck
fünfte Nordlandfahrt, 7. Aug. 9 Uhr abends von Bergen.
Vergnügungsdampfer Meteor, ſiebente Nordlandfahrt,
7. Aug. 3 Uhr 30 Min. nachm. in Molde. Victoria Luiſe‟,
achte Nordlandfahrt, 7. Aug, in Kirkwall.

[ ][  ][ ]

EEin gut geraſener Kuchen iſt von ſeher der Stol=
aller
Hausfrauen geweſen. Früher war das Kuchen=
backen
, als man Hefe als Triebmittel verwenden mußte,
immer eine zeitraubende und umſtändliche Sache. Das
wurde anders, als Dr. Oetker ſein Backpulver Backin
in den Handel brachte und den Hausfrauen ſeine zuver=
läſſigen
Rezepte koſtenlos zur Verfügung ſtellte. Heute
kann jede Hausfrau mit Dr. Oetkers Backin und nach
Dr. Oetkers Rezepten in kurzer Zeit einen wohlgelungenen
Kuchen auf den Tiſch bringen. Man fordere beim Ein=
lauf
Backin dies iſt die geſetzlich geſchützte Bezeich=
nung
für Dr. Oetkers Backpulver und darf nicht nach=
gemacht
werden.
unenPan Tauſenden Kranken möchte jetzt eine Bade=
reiſe
not tun, indeſſen die finanzielle Frage
öder der Mangel an Zeit, vielfach auch das unſichere
Wetter, macht ihnen eine Reiſe unmöglich. All dieſe
wögen wiſſen, daß eine richtig angewandte, nur einige
Wochen energiſch fortgeſetzte häusliche Trinkkur mit Alt=
buchhorſter
Markſprudel Starkquelle (Jod=
Eiſen=Mangan=Kochſalz=Quelle) in den meiſten Fällen eine
Badereiſe vollſtändig erſetzt. Insbeſondere bei Nieren=,
Blaſen= und damit zuſammenhängenden Frauenleiden,
bei Blutarmut und Nervenſchwäche iſt der Alt=
buchhorſter
Markſprudel als Kurgetränk wegen ſeiner
ſo überaus günſtigen Erfolge dringend zu empfehlen.
Auf den der Stadtauflage heutiger Ausgahe beiliegenden
(16904
Proſpekt ſei hiermit hingewieſen.

Familiennachrichten.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzerfüllte Mitteilung, daß heute morgen
mein guter, einziger, unvergeßlicher Sohn
Paul Feith
im Alter von 16 Jahren plötzlich und uner=
wartet
verſchieden iſt.
Frau Sophie Feith, geb. Krimm
nebſt Angehörigen.
Darmſtadt, den 11. Auguſt 1913.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch, den
13. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr, vom Portale
des Friedhofs aus.
(*5420


Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte meines
lieben Mannes, unſeres lieben Vaters, Schwieger=
vaters
, Großvaters und Onkels
(B16908
Christian Best
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden ſagen
wir tiefgefühlten Dank. Insbeſondere danken wir
Herrn Pfarrer Rückert und dem Spar=Verein
Dienstag für die tröſtenden Worte am Grabe
des Dahingeſchiedenen, ſowie auch Allen, die dem
Heimgegangenen die letzte Ehre erwieſen haben.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Sophie Beſt Witwe, geb. Götz.
Darmſtadt, den 10. Auguſt 1913.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die nördliche Depreſſion hat ſich verflacht und iſt
zurückgewichen, während über dem Feſtland der Druck
geſtiegen iſt. Die Morgentemperaturen ſind in unſerem
Bezirk etwas geſtiegen. Wir werden morgen bei vor=
wiegend
weſtlichen Winden Abnahme der Bewölkung und
damit etwas wärmeres, meiſt trockenes Wetter zu er=
warten
haben.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 12. Aug.:
Wechſelnd bewölkt, meiſt trocken, etwas wärmer, weſtliche
Winde.

Tageskalender.

Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. Bür=
gerkeller
um 8 Uhr.

Verſteigerungskalender.

Mittwoch, 13. Auguſt.
Hofreite=Verſteigerung des Auguſt Kuhlmann
(Rhönring 11) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I

Mobiklar, uſw. Verſteigerung umn 1 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟.

Beſſunger Bücherhalle (Beſſungerſtraße 48). Un=
entgeltliche
Verleihung von Büchern an jedermann. Ge=
öffnet
: Dienstag, Donnerstag und Samstag abends
von 7½9 Uhr.
Dunck und Verlagt z. g. Milicſce Seſbucherackeret.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.


Todes=
Anzeige.
Statt jeder besonderen Anzeige.
Heute entschlief nach langem, schwerem Leiden, versehen mit den heiligen
Sakramenten, mein unvergesslich lieber Gatte, unser treusorgender Vater,
Schwiegervater, Grossvater und Bruder
Johannes Wagner
Privatier
im 63. Lebensjahre.
Darmstadt, den 11. August 1913.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Johannette Wagner, geb. Schmidt,
Willa d'Aubert, geb. Wagner, Erfurt,
Stabsarzt Dr. Eugen Wagner, Mörchingen (Lothr.),
Aenne Darboven, geb. Wagner, Hochkamp-Hamburg,
Professor Louis César d’Aubert, Erfurt,
Lina Wagner, geb. Schlapp, Mörchingen,
Arthur Darboven, Hochkamp-Hamburg,
Andreas Wagner, Architekt, Darmstadt,
Hanny d’Aubert, Erfurt,
Leutnant Walter Kükenthal, Erfurt,
Jorita u. Hans-Arthur Wagner.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 13. August, nachmittags 3 Uhr, von dem Trauerhause
Frankfurterstrasse 48 aus, statt.
Von Kondolenz-Besuchen bittet man Abstand zu nehmen.
(16934

Für die vielen herzlichen Beweise aufrichtiger Teilnahme und
für die trostreichen, warmen Worte des Herrn Pfarrer Rückert
anlässlich des Hinscheidens unserer unvergesslichen, treuen Mutter,
Grossmutter und Schwester
(B16903
Jad Uase Verkeiter Dwe.
geb. Stumpf
sprechen wir unseren innigsten Dank aus.
Darmstadt, 11. August 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.

[ ][  ][ ]

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Hauſe Neue Niederſtraße 17,
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Reinliche Frau ſucht Laufdienſt.
Schießhausſtraße 48.
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Ein Mädchen ſucht Laufdienſt.
*5375) Lichtenbergſtr. 23, 1. St.

Mädchen ſ. für ſof. Aushilfe.
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lerin
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Zuverl. Lauffrau ſucht Monats=
ſtelle
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(*5391

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Karlſtraße 3.
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Eliſabethenſtr. 56, II.

Mädch. mit gut. Zeugn. erhalt.
recht gute Stell. Herrſch. ſ. wegen
Verheiratung des Mädchens brav.
Alleinmädch. Frau Beria Nebling,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Ludwigſtraße 8.
(*5284oim

zum 15. Aug. oder
Geſucht 1. Sept. e. Stütze,
die ſelbſtändig kocht und gewandt
im Nähen iſt, in kleineren Haush.,
wo Mädchen vorhanden. Offert.
unt. H 3 an die Exp. (*5351im

A. 4 für gleich od. zum
Geſucyt 1. Oktober eine
Köchin, die auch Hausarbeit über=
nimmt
, für eine Herrſchaft, die
nach Berlin zieht. Offerten unter
H 4 ansdie Exp.
(*5352im

Saub. durchaus zuverl. Lauffrau
od. Mädch. vorm. 3, nachm. 2 Stund.
geſucht Taunusſtr. 1, I. (*5356im

Tüchtiges Servierfräulein
ſofort geſucht
(*5376
Obergaſſe 3 (Ratskeiler).

Lauffrau
geſucht Inſelſtr. 36, part. (16916

Saub. Lauffrau auf kurze Zeit
(*5404
geſ. Neckarſtr. 15, 1. St.

Tücht., fleißig. Dienſtmädchen
geſucht. Lohn 2530 Mk. Off.
unter F 97 an die Expedition
(16630a
ds. Bl. erbeten.

Geſucht bis zum 25. Auguſt ein
zuverläſſiges ſaub. Dienſtmädchen.
Heinrichſtr. 144, parterre. (16813soi

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halt
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geſundes Alleinmädchen, welches
auf dauernde Stellung rechnet, gute
Zeugniſſe beſitzt und ſelbſtändig
kochen kann, gegen guten Lohn.
Off. u. F40 a. d. Expedition. (16521g

Dienſtmädchen,
das auch bürgerl. kochen kann, für
2 Monate ſofort geſucht. Näheres
(16882im
bei der Exped. d. Bl.

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handen
, perfektes Hausmädchen
nach Wiesbaden in feines Herr=
ſchaftshaus
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auswärts. Frau Minna Dingeldein,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin, Eliſa=
(*5394
bethenſtraße 5, Tel. 531.

Alleinmädch., das koch. kann,
Haus= u. Küchenmädch. für g.
Stellg. geſ. Karolina Beck, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Elisabethenstr. 22, II. (*

Bis 15. Auguſt oder ſpäter ein
zuverläſſiges, ſauberes Dienſt=
mädchen
zu zwei Damen geſucht
Frankfurterſtr. 58, 2. St. (*5400

Tüchtige Waſchfrau geſucht.
Schloßgartenſtr. 73, II.
(*5396

Männlieh

SRaccon Jahroe
Glosser Jahresoe
dienst
wird durch den Erwerb der Li=
zenz
eines geſetzlich geſchützten Re=
klame
=Unternehmens für die Stadt
und den Bezirk Darmſtadt erzielt.
Dasſelbe beſteht bereits an großem
Platze mit dem beſten Erfolg. Es
wollen ſich nur ernſtliche Reflek=
tanten
, die über etwas Kapital ver=
fügen
, für dieſe durchaus ſolide
und reelle Sache unter W. S. 814
bei Ann.=Exp. Harris, Frank=
furt
a. Main melden.
(16885

Zur allſeitigen ſchnellen Ein=
führung
ſenſationelle Erfindung
überall, ſo auch für Darmſtadt,
unter günſt. Kondit. an ſolv.,
temperamentvolle Herren zu
vergeb. Sehr leichte, vornehme,
fortgeſ. groß. Gewinn bringende
Ne
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1000 Mk. Vorführung Hotel
Heß, Zimmer 2, Darmſtadt.
(*5218

geſucht zur
Steinhauergeſelle Ausführung
einer Arbeit Aliceſtr. 21, pt. (*5343

Leiſtungsfähige Firma, anderwärts nachweisbar
gut eingeführt, beabſichtigt noch für größere Bezirke
Eherdidevor

einzurichten. Apotheken, Drogerien ꝛc. ſind dauernde
Abnehmer. Herren, die in der Lage ſind, einige
Hundert Mark Kaution für das Depot zu hinterlegen,
bel. Off. unter Postlagerkarte 8, Mainz I.
einzureichen.
(IV,16891,46

Aerzte und Hpezialärzte
welche ſich für die von den Orts=, Betriebs= und
Innungs=Krankenkaſſen der Stadt Düsseldorf
ausgeſchriebenen Kaſſenarztſtellen intereſſieren, wer=
den
in ihrem eigenen Intereſſe gebeten, ſich vorher
(II,16886
zu erkundigen beim
Verband der Aerzte Deutſchlands
Leivzig, Dufourſtraße 18.

gleich wo wohnhaft, ſo=
EinHerl, ſort gesucht z. Verkaufv.
Zigarren an Wirte. Vergütg. M. 250
pro Mt. od. hohe Prov. (II,16876
A. Rieck & Co., Hamburg.

nh u. mehr i. Hauſe tägl.
510 Mälk z.verd. (Poſtk. genügt).
16828a) R. Hinrichs, Hamburg 15.

aller Berufe
Offene stellen enthält ſtets
die Zeitung: Deutſche Vakanzen=
(I,1627
Poſt, Eßlingen 143.

Jüngerer Hausburſche
(Radfahrer) ſofort geſucht (16924
Soderſtraße 2, (Molkereiladen).

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Feinſte Tafelbutter
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10 Stück 62 Pfg.
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10 Stück 74 Pfg.
Siedeier, extra groß
10 Stück 60 Pfg.
Feinſte friſche
Seinterer
10 Stück 85 Pfg. (1606
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Dr. Vidal, Stiftſtraße 11, (16845oi
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Aufnahme bei
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erforderlich, was überall unum=
gänglich
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30 05.

Dienstag, 12. Auguſt.

1913.

An die drispolzelbehörden und die Felbpolzeibehörden
des Kreiſes Darmſtadt.
Es kommt leider immer noch ſehr häufig vor, daß Haushaltungs=Abfälle,
Scherben, altes Papier u. dergl., namentlich auch alte Blech= und Emailgefäße,
in Feld und Wald, auf Wege und Plätze oder auf fremde Grundſtücke in
unzuläſſiger Weiſe gebracht oder weggeworfen werden. Art. 112 und 379 des
Polizeiſtrafgeſetzbuchs geben die Möglichkeit, gegen ſolche Verunreinigungen von
öffentlichen Straßen, Plätzen und Anlagen einzuſchreiten. Sofern auf Privatgrund=
ſtücken
an öffentlichen Wegen ſolcher Unrat unverdeckt lagert, kann mit Polizei=
verfügung
im einzelnen Falle auf Grund des Art. 66 der Kreis= und Provinzial=
ordnung
durch uns, oder auf Grund des Art. 129b der Städteordnung durch den
zuſtändigen Polizeibeamten vorgegangen werden. Nach Art. 38 des Feldſtrafgeſetzes
iſt ſtrafbar, wer unbefugt Steine, Scherben, Schutt oder Unrat auf fremde Felder wirft.
Ferner bildet es einen bedauerlichen Mißſtand, daß das Waſſer der Bäche
und Gräben durch Einleitung und Einwerfen fremder Stoffe immer mehr Ver=
unreinigungen
ausgeſetzt wird. Es iſt deshalb erforderlich, daß die Ortspolizeibehörden
auf den Zuſtand der Bäche und der in dieſelben mündenden Gräben ein beſonderes
Augenmerk richten und alljährlich Beſichtigungen derſelben vornehmen laſſen. Direkte
Zuleitungen verunreinigender Stoffe müſſen abgeſtellt werden. Oſt kommt es vor,
daß Schutt und Unrat an den Ufern der Bäche abgeſchüttet wird, damit er vom
Waſſer weggeſchwemmt werde, und daß Abfälle aus Haushaltungen (alte Blechgeräte,
Scherben uſw.) in Gräben und Bäche geworfen werden. Bei dem allgemeinen
Intereſſe, welches an der Erhaltung eines möglichſt reinen Bachwaſſers beſteht, erſcheint
es unbegreiflich, daß die Einwohnerſchaft mancher Orte an der Bekämpfung dieſer
bedauerlichen Mihſtände ſelbſt ſo wenig Anteil nimmt. Nach Art. 120 des Polizei=
ſtrafgeſetzes
iſt das unbefugte Einlegen oder Einwerfen von Steinen, Sand, Erde,
Bäumen, Schutt, Unrat und anderen feſten Körpern in die Bäche oder Gräben oder
Triebwerkskanäle bei erheblicher Geldſtrafe unterſagt.
Die erwähnten Mißſtände werden nicht ſelten auch dadurch begünſtigt, daß von
der Gemeinde nicht in ausreichender Weiſe für Plätze geſorgt iſt, wo Schutt, Haus=
haltungsabfälle
uſw. abgeladen werden können, oder daß dieſe Plätze bei der Ein=
wohnerſchaft
nicht genügend bekannt ſind.
Wir beauftragen Sie daher:
1. das Polizei= und Feldſchutzperſonal zu genauer Aufmerkſamkeit auf die
beregten Mißſtände und deren Verhütung anzuweiſen:
2. für Abladeplätze für Schutt, Haushaltungsabfälle u. dergl., ſoweit erforderlich,
zu ſorgen und bekannt zu machen, wo dieſe Abladeplätze liegen;
3. aus den Bächen und Gräben, ſowie von öffentlichen Wegen und Plätzen
den Unrat, wie Scherben, Blechgefäße uſw. entfernen zu laſſen und, ſofern
auf Privatgrundſtücken in der Nähe von öffentlichen Wegen ſolcher Unrat
in mißſtändiger Weiſe lagert, den Eigentümer zur Beſeitigung desſelben
aufzufordern, wenn dieſer Aufforderung aber nicht entſprochen wird, das
Weitere, wie oben bemerkt, zu veranlaſſen;
4. durch öffentliche Bekanntmachung vor den oben bemerkten Verunreinigungen
zu warnen.
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Gendarmerieſtationen des Kreiſes Darmſtadt.
Wir verweiſen auf vorſtehende Verfügung an die Ortspolizeibehörden und die
Feldpolizeibehörden des Kreiſes und beauftragen Sie, in den Landgemeinden bei
Verhütung der oben bemerkten Mißſtände mitzuwirken, ſowie ſtrafbare Verunreinigungen
zur Anzeige zu bringen. Insbeſondere wollen Sie, wenn Sie eine Verunreinigung

nötigenfalls ſofort
deren Urſache zu ermitteln ſuchen und darüber an uns berichten.
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(16912id

Bekanntmachung.

Das Großh. Proviantami Darmſtadt hat den Ankauf von Roggenſtroh auf=
genommen
. Der Heuankauf wird fortgeſetzt.
Darmſtadt, den 7. Auguſt 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir empfehlen, die Beteiligten Ihrer Gemeinden auf vorſtehende Bekannt=
machung
noch beſonders hinzuweiſen.
Darmſtadt, den 7. Auguſt 1913.
(16778sid
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Betreffend: Rechtsmittel gegen die Gemeindeſteuerveranlagung für 1913.
Auf Grund der Art. 46 und 50 des Gemeindeumlagegeſetzes vom 8. Juli 1911
hat Gr. Miniſterium der Finanzen, Abteilung für Steuerweſen, die Friſt, innerhalb
deren Rechtsmittel gegen die Gemeindeſteuerveranlagung für 1913 bei der erſten
Inſtanz anhängig gemacht werden können, für die zu unſerem Dienſtbezirk gehörigen
Gemeinden des Kreiſes Darmſtadt, ausſchließlich der Gemeinde Eberſtadt, bis zum
25. Auguſt einſchließlich und für letztere Gemeinde bis zum 28. Auguſt d. Js. ein=
ſchließlich
erſtreckt.
Ausgenommen von der Friſterſtreckung ſind diejenigen Rechtsmittel, die das für
für die ſtaatliche Veranlagung bereits rechtskräftig feſtgeſtellte Einkommen zum Gegen=
ſtand
haben.
Dies wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Darmſtadt, den 8. Auguſt 1913.
Großh. Finanzamt Darmſtadt II.
(1691d
v. Diemar.

Bekanntmachung.

Betreffend: Rechtsmittel gegen die Gemeindeſteuerveranlagung für 1913.
Auf Grund der Artikel 46 und 50 des Gemeindeumlagegeſetzes vom 8. Juli 1911
hat Großh. Miniſterium der Finanzen, Abteilung für Steuerweſen, die Friſt, inner=
halb
deren Rechtsmittel gegen die Gemeindeſteuerveranlagung für 1913 bei der erſten
Inſtanz anhängig gemacht werden können, für die Gemeinden Braunshardt, Erz=
hauſen
, Gräfenhauſen, Schneppenhauſen und Wixhauſen bis zum 25. Auguſt ein=
ſchließlich
erſtreckt.
Ausgenommen von der Friſterſtreckung ſind diejenigen Rechtsmittel, die das für
die ſtaatliche Veranlagung bereits rechtskräftig feſtgeſtellte Einkommeu zum Gegen=
ſtand
haben.
Dies wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
Langen, den 2. Auguſt 1913.
Großh. Finanzamt Langen.
(16911
gez. Doerr.
Landwirt Adam Riehl IV. in Pfungſtadt wurde, gemäß des Geſetzes über die
Entſchädigung für an Maul=und Klauenſeuche gefallenes Rindvieh vom 29. April 1912,
als Erheber für die Beiträge des an Maul= und Klauenſeuche gefallenen Viehs
für die Gemeinde Pfungſtadt verpflichtet.
(16920

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Dachshund. 2 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
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Wahl der Beiſitzer zum Kaufmannsgericht.
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Jahresgehalt mehr als 2000 Mk. bis 5000 Mk. einſchl. beträgt, auf,
ſich alsbald und ſpäteſtens bis zum 20. ds. Mts., unter Angabe
ihrer Beſchäftigungszeit innerhalb der letzten 2 Jahre, im Bureau
des Kaufmannsgerichts, Marktplatz 8 (Rathaus), Zimmer Nr. 9, zu
melden, damit ihre Aufnahme in die Wählerliſte für das Kaufmanns=
gericht
erfoigen kann.
(16859oi
Darmſtadt, den 5. Auguſt 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.

Oeſfentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und Nachſchautermine finden, ſolange Be=
dürfnis
, jeden Mittwoch, nachmittags von 56 Uhr, im Schul=
haus
in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr geborene, ſowie für
ältere mit der Impfung im Rückſtande verbliebenen Kinder ſtatt.
Darmſtadt, den 24. Juni 1913.
(14133a
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.
Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 13. Auguſt 1913, vormittags 11 Uhr
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration zur
Roſenhöhe‟)
verſchiedene Möbel, als: Büfetts, Schreibtiſche, Vertikos,
Trumeaurſpiegel. 1 Bücherſchrank, Kleiderſchränke,
Spiegel, Tiſche, Stühle, 1 Kredenz, Oelgemälde, Sofas,
Vorplatzgeſtell, 1 Eisſchrank, 1 Hackklotz, 1 Aquarium, 1 Bett,
1 Küchenſchrank, ferner 1 franz. Billard, Sprechapparate,
Halbleinen, Segeltuch, Anzüge, Bohrmaſchine. Schraubſtöcke,
Amboſſe, 1 Eiſenſcheere und 1 Landauer
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
(16919
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
in Darmſtadt, Georgenſtraße 11.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 13. Auguſt 1913, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal Zur Ludwigshalle ( Ober=
gaſſe
) zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1 Schreibmaſchine (Continental), 1 Glas=Aufſatz zu
einer Ladentheke, 1 Geige, 1 Pfandſchein über einen
verſetzten photogr. Apparat, 1 Warenſchrank, 1 Fahr=
rad
, 1 Kontrollkaſſe, 1 Ladentheke, 1 Vertiko, 1 Weiß=
zeugſchränkchen
und ſonſtige Hausmobilien.
Verſteigerung vorausſichtlich beſtimmt.
Darmſtadt, am 11. Auguſt 1913.
(16929
Kapp, Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.

Kranke Kleintiere
r
Tierklinikt werden in gute
Behandlung genommen. (*5128soi
W. Göbel, Pankratiusſtr. 48.
Herl & John, Manulatturwaru. (10416a

Woog, am 11. Auguſt 1913.
Waſſerhöhe am Pegel 3,80 m.
Luſtwärme 135 C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 170 C.
Wona=Polizei=Wache.

Schulgeld=Erhebung.
Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſium, die Großh.
Liebigs=und die Großh. Ludwigs=
Oberrealſchule, die Vorſchule der
Großh. Gymnaſien, die Vik=
toriaſchule
und das Lehrerinnen=
ſeminar
, die Eleonoren= und
Frauenſchule, ſowie die Mittel=
ſchulen
für das III. Kalender=
vierteljahr
1913 iſt bei Mei=
dung
des Beitreibungsverfahrens
bis Ende lfd. Mts. an den
Werktagen, vormittags von 8 bis
12½ Uhr, hierher zu entrichten.
Darmſtadt, 4. Auguſt 1913.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
(16661a

Bekanntmachung.

Dienstag, 23. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Jakob Gebhardt
dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr.
am
II 1220 118 Hofreite Neue
Ireneſtr. 3,
II 1229 37 Grabgarten da=
ſelbſt
,
35 Grasgarten da=
ſelbſt
,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K66/12
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das einge=
legte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, 6. Auguſt 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,16875

Bekanntmachung.

In unſer Handelsregiſter, Ab=
teilung
B, wurde heute eingetragen
hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter Aktienziege=
lei
Darmſtadt.
Der Direktor Heinrich Jakob
Weitzel iſt aus dem Vorſtande
ausgeſchieden und an ſeiner Stelle
der Direktor Karl Chriſtian Rückert
in Darmſtadt zum Vorſtandsmit
(16884
gliede beſtellt.
Darmſtadt, 8. Auguſt 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Zporf.
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das
Vermögen des Kaufmanns Wil=
helm
Löber in Darmſtadt iſt nach
erfolgter Abhaltung des Schluß=
termins
und Vollzug der Schluß=
verteilung
aufgehoben worden.
Darmſtadt, 23. Juli 1913. (16902
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.

Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 14. Auguſt l. Js., vormittags
9 Uhr und nachmittags 3 Uhr
(ev. Freitag, den 15. Auguſt, Fortſetzung)
verſteigere ich im Auftrag der Erben die zum Nachlaß des Hof=
dentiſten
Ad. Mahr gehörigen Möbel und Haushaltungsgegen=
ſtände
uſw. in der Wohnung
Wilhelminenſtraße 35, 1. Etage
und zwar:
1 Diwan mit Umbau, 1 Sofa mit 4 Seſſel, 1 Sofa mit
6 gepolſterten Stühlen, 1 Sofa, 1 Seſſel, 1 Schaukelſeſſel,
1 Lutherſtuhl, 2 Eckſeſſel, 4 Rohrſtühle und andere Stühle,
1 Bücherſchrank, 1 großer Spiegel mit Trumeau, 2 Auszieh=
tiſche
, alles nußbaum, 1 Herrenſchreibtiſch mit Auſſatz,
1 geſchnitzte Truhe, 1 Pfeilerſchränkchen, 1 kleines Büfett,
1 Damenſchreibtiſch, 1 Spiegelſchrank, 2 Kleiderſchränke,
1 Waſchkommode mit Marmorplatte, 2 Nachttiſchchen und
2 komplette Betten mit Roßhaarmatratzen, 2 geſtickte Ofen=
ſchirme
, verſchiedene Ziertiſche, 1 Spinnrad, 2 Etageren und
ſonſtige Zierſtücke, 1 Eisſchrank, 1 Flurgarderobe, 5 Regu=
lateure
u. Nippſachen, ferner 1 Smyrnateppich, 1 Linoleum=
Vorlage, ſämtliche Vorhänge, Kleider, darunter 1 Pelz=
mantel
und Mütze, Leib=, Bett= und Tiſchwäſche, ſodann
noch 3 elektriſche Lüſter und 2 Lampen,
40 Gelbilder und Aquarelle und
5 guit Ziche
und ſonſtige Bilder.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(16751si
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1913.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

Bekanntmachung.

In unſer Handelsregiſter, Ab=
teilung
A, wurde heute hinſichtlich
der Firma P. Rettig zu Darm=
ſtadt
folgendes eingetragen:
Geſchäft und Firma ſind auf
Kaufmann Peter Wenz zu Darm=
ſtadt
übergegangen. Der Ueber=
nang
der in dem Betriebe des
Geſchäfts begründeten Verbind=
lichkeiten
und Forderungen iſt bei
dem Erwerbe des Geſchäfts durch
Peter Wenz ausgeſchloſſen. Die
(16899
Firma iſt geändert in:
P. Rettig Nachfolger,
Peter Wenz.
Darmſtadt, 1. Auguſt 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

F
Düngel=Brinanſ.
Donnerstag, den 14. Auguſt,
von 950 Uhr vormittags ab,
wird auf dem hinteren Hofe der
alten Kavallerie=Kaſerne in Darm=
ſtadt
die Matratzenſtreu von einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend
(16874im
verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
Nr. 23.
Beckmäntel und Luftſchläuche,
beſte Qualit., ſolange Vorrat
reicht zu reduzierten Preiſen. (*5402
Fahrrad-Reparatur-Werkstätte Chr. Debus,
Tel. 1737. Nied.=Ramſtädterſtr. 57a.

[ ][  ][ ]

JOE2
LOE
2
Jeder Zug en. Gen
1
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ClGARET
nk seidlenen Sammefe
Wamenbülder-eilagen.

I,15308

Luftfahrt.

sr. Zum Todesſturz des Grade=Fliegers.
Am Sonntag früh ereignete ſich wie ſchon kurz mitgeteilt,
bei Brück in der Mark ein Flieger=Unfall, bei dem der
Grade=Pilot Roeßler und ſein Paſſagier Stefan
den Tod fanden. Die beiden Flieger waren vom Flug=
platz
Bork aus mit einem Grade=Apparat zu einem Ueber=
landflug
nach Brück aufgeſtiegen. Sie hatten bereits den
Ort erreicht und die Häuſer überflogen, als Roeßler an=
ſcheinend
bei einem zu ſteilen Gleitfluge die Herrſchaft
über den Aparat verlor. Bei der Landung überſchlug ſich
das Flugzeug. Als die Einwohner herbeieilten, hatten die
beiden Inſaſſen bereits den Geiſt aufgegeben. Roeßler
war früher Landwirt. Er war in Hainewalde bei Zwickau
am 19. Oktober 1889 geboren. Er machte auf einem Grade=
Flugzeug in Bork ſein Pilotenexamen und erhielt am
8. Juli 1912 das Flugzeugnis mit der Nummer 250. Sein
Paſſagier ſtand im 22. Lebensjahre.

Landwirtſchaftliches.

Die heſſiſchen Landwirte ſeien darauf
aufmerkſam gemacht, daß die Landwirtſchafts=
kammer
wie in früheren Jahren auch dieſes Jahr wie=
derum
eine gemeinſame Beſchickung der Deutſchen Gerſten=
und Hopfen=Ausſtellung zu Berlin mit heſſiſchen Brau=
gerſten
veranſtaltet. Die angemeldeten Gerſten werden bei
genügender Beteiligung in Darmſtadt einer Vorprüfung
unterzogen. Für die hierbei zur Berliner Ausſtellung aus=
gewählten
Gerſtenmuſter übernimmt die Landwirtſchafts=
kammer
die Transportkoſten und Anmeldegebühren. An=
meldungen
zur Beteiligung an dieſer Ausſtellung werden
von der Landwirtſchaftskammer entgegengenommen. Im
Intereſſe des heſſiſchen Braugerſtenbaues wäre es er=
wünſcht
, wenn ſich die Braugerſtenbau treibenden Land=
wirte
an der gemeinſamen Beſchickung recht zahlreich be=
teiligen
würden. Wegen Anmeldepapieren und ſonſtigen
Auskünften wolle man ſich ſofort an die Landwirtſchafts=
kammer
in Darmſtadt, Rheinſtraße 34, wenden.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Ob wir zwar heute in der Zeit eines man kann faſt
ſagen Kinderkultes leben, ſollte die ſchuldige Rückſicht,
zumal an öffentlichen Stellen, Erwachſenen gegenüber
gleichwohl nicht außer Acht gelaſſen werden. In den elek=
triſchen
Straßenbahnwagen zum Beiſpiel iſt es nicht mehr
Sitte, daß die Kinder hübſch ordentlich ſitzen, wie es frü=
her
Mode war und wie wir früher mußten, nein, ſie müſ=
ſen
auf den Bänken knien, und den Erwachſenen bleibt es
überlaſſen, im Vorübergehen die beſchmutzten, oder min=
deſtens
beſtaubten Schuhſohlen mit den Kleidern abzu=
wiſchen
! Das iſt bei überfüllten Wagen unvermeidlich
und durchaus mißſtändiſch, denn es iſt ärgerlich und unter=
wegs
höchſt fatal, ein gutes hellfarbiges Kleid auf dieſe
Weiſe verfleckt zu bekommen, wie mir es kürzlich paſſieren
mußte. Es wird daher an die Straßenbahnverwaltung das
höfliche und dringende Erſuchen gerichtet, die Schaffner
entſprechend inſtruieren zu laſſen und auf gewiſſenhafte
Einhaltung des Verbotes zu achten.
E. K.

Gewinnanszug
der
3. Prenßiſch-Süddentſchen
(229. Käniglich Preußiſchen) Klaſſenlotterie

2. Klaſſe 2. Ziehungstag 9. Auguſt 1913
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
96 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 10000 Mk. 4045
6 Gewinne zu 1000 Mk. 15995 200095 218043
8 Gewinne zu 500 Mk. 36013 57544 72305 114775
12 Gewinne zu 400 Mk. 29567 84449 108547 120497
204062. 207429
20 Gewinne zu 300 Mk. 5109 42067 43217, 48199
103984 115967 139795 186907 193118 217526
76 Gewinne zu 200 Mk. 3969 5116 6935 10511
10640 10754 13362 21231 29476 32352 47428 47434.
51021 53495 72074 76266 80572 84647 98773 101607
104192 105080 111276 111522 113861 118996 120551
125600 137146 140768 141862 162067 195862 204840
205448 206637 214741. 215282
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
96 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 3000 Mk. 106818
2 Gewinne zu 1000 Mk. 70374
6 Gewinne zu 500 Mk. 23036 26127 32840
10 Gewinne zu 400 Mk. 19153 52177 121800 203116
208061
32 Gewinne zu 300 Mk. 9008 12114 15433 17249
76923 79093 83186 91946 97373 106427 106969
146326 149467 191392 202696 203139
66 Gewinne zu 200 Mk. 4600 7659 15115 23634
24372. 34941 47452 53305 63708 64249 71595 76209
(78738 78924 98791 108820 110813 112448 117166
130102 140153 142748 152257 153948 161465 167117
169893 192697 194741 204027 204593 205437 211264
Die Ziehung der 3. Klaſſe der 3. Preußiſch=Süddeutſchen (229. Königl.
Preuß.) Klaſſenlotterie findet am 10. u. 11. September 1913 ſtatt.
Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne.
Telephonruf Nr. 1707.

1
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Bin Freitag am
Platze
zum Ankauf getragener Herren=
kleider
, Stiefel, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
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bis zu 20 Mk. Offerten unter
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Poſtkarte genügt.
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zu den höchſt. Preiſ. Poſtk. w.
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Zahle konkurrenzl. Preiſe.
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Eckhardtstr. 2, I., ſchön möbl. Wohn=
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78
I

Wie wir vergeben unſern
Schuldigern
Roman von E. Krickeberg.

(Nachdruck verboten.)
18
Anita vermied es hinfort ſorgfältig, dies für Brigitte
ſo ſchmerzliche Thema oder überhaupt ihre Familienver=
hältniſſe
zu berühren. Nur einmal noch kam das Geſpräch
unbeabſichtigt darauf, als ſie es für ihre Pflicht hielt,
Brigitte zu fragen, was denn der Verwandte dazu ſage,
daß ſie nun, daß ſie keine beſonderen Fortſchritte in
der Geſangskunſt mache, und ob ſie nicht doch vielleicht
lieber die Stunden einſtellen wollte. Es wäre ihr ein ſehr
peinlicher Gedanke, daß die Freundſchaft zwiſchen ihnen
Brigitte vielleicht verhindern könnte, ihr den Unterricht
zu kündigen.
Brigitte lachte nur: Darüber machen Sie ſich keine
Skrupel, im Gegenteil, der . . . der Onkel möchte am
liebſten, daß ich den ganzen Tag bei Ihnen muſiziere,
und er würde mit Freuden das Zehnfache an Honorar
zahlen.
Anita ſchüttelte den Kopf. Das muß ein ſeltſamer
Onkel ſein? Wie heißt er denn eigentlich?
Brigitte lachte ein wenig unfrei. Das iſt ein Ge=
heimnis
, ſagte ſie wichtigtuend.
O, pardon! Ich fragte, ohne mir etwas dabei zu den=
ken
. Aber es iſt doch merkwürdig, daß der Herr gerade

aufdie Riſt derſeſen iſt Sie holden dech endere ſchöne
Talente, die Sie ausbilden könnten.
Es lag Anita nichts daran, den Namen des Onkels=
zu
erfahren. Aber daß Brigitte ihn ihr nicht genannt
hatte, war doch wieder ein Beweis dafür, daß ſie noch
immer nicht rückhaltlos offen zu ihr war. Welcher Grund
konnte ſie hindern, ihr den Namen eines Mannes zu ſagen,
den Anita nicht kannte, und den ſie wahrſcheinlich ſofort
wieder vergeſſen würde? Aber auch ſonſt fuhr Brigitte
fort, alles, was ihre Familie betraf, ſorgſam von der
Freundin fernzuhalten, und das war doch mehr als bloße
Zurückhaltung, das war doch faſt ein Beweis von Miß=
trauen
.
So ſchien es Anita, daß Brigitte das Beſtreben habe,
ihre Bekanntſchaft mit ihrer Mutter zu verhindern. Zur
Gewißheit wurde ihr der Argwohn, als es ſich eines Ta=
ges
um eine Verlegung von Brigittes Stunde handelte.
Ich kann im Augenblick keine Beſtimmung treffen,
ſagte Anita, aber ich werde Ihnen gern ſelber Beſcheid
bringen. Ich muß ja die Straße paſſieren, in der Sie
wohnen, wenn ich vom Unterricht bei der Baroneſſe Schöl=
terlin
komme.
Liebſte, ich danke Ihnen herzlich, aber ich bin um
dieſe Zeit nicht daheim.
Nun, dann richte ich Ihrer Frau Mutter die Beſtel=
lung
aus.
Aber warum wollen Sie ſich denn die zwei Treppen
hinauf bemühen! Schreiben Sie mir doch einfach ein
Kärtchen, und wenn ich wirklich einmal eine Stunde ein=

büße, ſo kommt es bei meinem Rieſentalent auch nicht
darauf an.
Es ſollte humoriſtiſch klingen, ſie lachte auch dabei.
Aber das ſah gezwungen aus, und eine ihr ſonſt nicht
eigene Haſt lag in ihrem Weſen.
Wie Sie wollen, ſagte Anita kühl. Eine Mühe wäre
es für mich nicht geweſen.
Als ſie die Karte an Brigitte ſchreiben wollte, ſtellte
es ſich heraus, daß ſie wohl die Straße, aber nicht die
Nummer ihrer Wohnung wußte. Sie war in Verlegen=
heit
. Brigitte lebte mit ihrer Mutter zuſammen. Die
Wohnung würde alſo natürlich unter dem Namen des
zweiten Mannes der Frau von Steltz verzeichnet ſein,
und es fiel ihr jetzt erſt ein, daß ſie den nicht wußte, nie
von Brigitte gehört hatte. Immerhin kannte ſie ungefähr
die Lage der Wohnung, und vielleicht fände ſich im Adreß=
buch
ein Anhalt, aus dem ſie die Nummer entnehmen
konnte.
Zu ihrem Erſtaunen fand ſie den Namen von Steltz
verzeichnet. Sollte Brigittes Mutter denn zwei Männer
desſelben Namens beſeſſen haben? Als Brigitte am näch=
ſten
Tage zur Stunde kam, ſprach Anita in harmlos ſcherz=
haftem
Ton ihre Verwunderung aus:
Beinahe hätte ich Sie in dem großen Berlin nicht auf=
gefunden
.
Brigitte erſchrak ſichtlich, und wenn ſie ſich auch ſo=
fort
ſaßte und ſcheinbar ebenſo harmlos erklärte, ſie und
ihr Bruder nennten ſich nach dem Stiefvater und ſie be=
dauere
die Mühe, die Anita gehabt habe, ſo klang der Ton

[ ][  ][ ]

grosser

dauert nur bis Freitag, den 15. August

Ein Posten einzelner Teile von Porzellan-

Porzellan

Speiseteller, tief oder flach, 12 Stück 95
Milchkannen, ff. bemalt . . 6 Stück 95
Teekanne, bemalt .
. . 25
Teetassen mit Untertass., dünn, 6 Stück 95
88
Kaffeeservice, 9teilig
Kuchenteller, ff. bemalt . . . . . 25
Salz- und Pfeffermenage . . . . . 3
Kaffeekannen, indisch blau, groß . . 85

Speiseteller .
Speiseteller mit blauem Rand
Speiseteller mit buntem Rand
Geleekumpen .
Tonnen, bemalt
Essig- und Oelkrüge
Salz- und Mehlfässer
Butterdosen, Majolika .
Schüsseln, tief
Waschkannen

em annehmbaren
Preise.

Ein
Posten Hotel-Porze
Speiseteller mit grünem Rand
Dessertteller mit grünem Rand .
Kompotteller mit grünem Rand

Ein Posten
Waschgarnituren
moderne Dekors

Gießkannen, Speiseglocken,
Fliegenschränke, Fruchtpressen,
Eismaschinen, Eisschränke

Glaswaren

Aluminium

Emaille

Toiletteeimer mit Bügel
Löffelblech, extragroß
Wasserkrüge, gebaucht
Tassen, groß .
Wannen, oval
Leuchter
Schaffnerkrüge
Bundformen
,
Zwiebelbehälter .
Schüsseln, rund

125, 95
Kochtöpfe mit Deckel
23
Deckel, verschiedene Größen
Milchkocher 70 Kasserolen 85
90
Essenträger
85
Pfannen mit Stiel
Kaffee- und Zuckerbüchsen . Stück 95
95
Schüsseln mit Deckel
98
Salatseiher .

Weingläser mit Knopf
Butterdose, hübsches Muster
Zuckerschalen auf Fuß
Biergläser
Zitronenpressen .
Salz- und Pfefferstreuer
Likörservice mit Tablett
Eierbecher, geschliffen
Kristallgläser zum Aussuchen
Bierservice, Tteilig.

1.75
1.25, 98
1.15
25
98
25
95
98
78
3 Stück 95

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[ ][  ][ ]

Das Leben ist schwer? Nein, es wird leicht, wenn der Mensch es zu nützen versteht. Die Vorsehung will es so, daß Freud’ und
Leid, Krankheit und Gesundheit auf der Welt verteilt sind. Sollen wir trauern über Unabänderliches? Sollen wir es hoffnungslos mit
Gleichmut ertragen? Sorgen wir doch lieber, daß Krankheit uns solange als irgend möglich meilenfern bleibt. Sorgen wir rechtzeitig,
uns zu helfen durch die reichen Gaben der Natur, mit zäher Energie körperliche Leiden zu verringern, sie zu bannen, sie zu vertreiben.
Es hängt die Gesundheit, die Wiederkehr der Gesundheit oſt an einer Kleinigkeit. Wer sie verpaßt oder mißachtet, ist der Leidtragende.
Die Leute auf obigem Bilde haben gelernt, aus scheinbar Unbedeutendem, das uns die Natur liefert, die Gesundheit in vollen Zügen
zu trinken. Sie sind dem helltönenden Rufe gefolgt, der sieghaft von den Altbuchhorster Heilquellen kommt, deren markantester Vertreter
der Altbuchhorster Marksprudel Starkquelle ist, haben an der wieder eroberten Gesundheit begriffen, daß erst die eigene Erfahrung
das Recht des Urteils gibt. Vor solchen Anerkennungen Tausender... nein, Zehntausender, die Genesung fanden, muß jeder Zweiſel
verstummen. Die Quelie rief.... und zahllose Kranke kamen! Für alle hatte der Geist der Quelle die Losung: Kein Rückwärts, kein
Stillstand, nur vorwärts! Nach den von vielen Herzten und Professoren in glänzendster Form bestätigten Erfahrungen genügt meist
schon eine Trinkkur von wenigen Wochen mit Altbuchhorster Marksprudel Starkquelle, um die Wangen zu färben, den Blick freier zu
machen, Kraſt und Wohlbehagen, Frohsinn und Unternehmungslust einkehren zu lassen. Vor aliem, so sagt der erfahrene Arzt, reinigt
und erneuert der Altbuchhorster Marksprudel Starkquelle das Blut, die Grundlage für das zweckmäßige Zustandekommen aller körper-
lichen
Funktionen. Niemand, der krank ist, soll verzweifeln. Wo er Hilfe findet, geht aus den nachfolgenden Zeilen klar hervor.
Fragen wir jeden Arzt! Er wird uns ohne Zögern bestätigen, daß richtig angewandte, nur einige Wochen energisch fortgesetzte
Brunnen-Trinkkuren zu Hause
(ohne den zwang und die Unbequemlichkeiten einer kostspieligen Badereise)
besonders bei
und damit
zusammen-
M-
hängenden
MGdeieiden
Nieren-
Blase
miimm
mm
Iimimm
Blutarmut und Nervenschwäche
himmmmimm
unmmnmnnnnnnnnnumnnnmnmnun
IIIm
Unmmnhammmmammim
nach dem Stande der modernen wissenschaftlichen Forschung zur schnellen Genesung, wie überhaupt zur Kräftigung und Erhaltung
der Gesundheit geradezu unentbehrlich sind. Eins der heilbringendsten und beliebtesten, in zahlreichen Kliniken und Krankenhäusern
verordnetes, von vielen hervorragenden Aerzten und Proſessoren warm empfohlenes Heilwasser ist der
achkerster Miark Dbrader biarkadene
Cod-Eisen-Hangan-Kochsalzquelle).
Seine Wirksamkelt schon bel nur vierwöchigem täglichen Gebrauch ist hauptsächlich in der jetztzeit,
wenn der kranke oder kränkelnde Mensch innerlich und äußerlich auch durch den Einfluß der
Natur für eine Veränderung an Körper und Geist begünstigt ist, ganz außerordentlich.

[ ][  ][ ]

entleerung völlig normal, keine Mattigkeit, Herzklopfen geringer, Hll-
gemeinbeſinden
wesentlich gebessert. Frau B., 24 Jahre alt,
Blutverlust nach Entbindung, Schmerzen im Hinterkopf, Herzklopfen,
Appetitmangel. Das Kind, von der Mutter genährt, zeigt aufgetriebenen
Leib, ist verhärtet. Nach 5 Wochen Kur mit täglich 1 Liter Mark-
Sprudel sind die Kopfschmerzen fort, Schlaf und Appetit vorzüglich.
Stuhlgang, auch der des Kindes, ist normal.
Viele Frauen bestätigen seibst die glänzenden Er-
folge
. So schreibt Frau L. R.: Der Altbuchhorster Mark-Sprudel
hat mir bei einem alten Frauenleiden und chronischen Blasenkatarrh
sehr wertvolle Dienste geleistet, eine wunderbare Kräftigung der
leidenden Teile bewirkt. Ich hätte einen solchen Erfolg nie für möglich
gehalten. Seit ich Mark-Sprudel trinke, bin ich auch von meinen
Menstruationsbeschwerden, die mich jahrelang in der schrecklichsten
Weise quälten, befreit. Für kranke Frauen ist dieses Heilwasser un-
bezahlbar
, wie mir auch von meinem Arzte bestätigt wird. Polizei-
wachtmeister
Br. in D. gibt der hohen Freude Ausdruck über die
segensreiche Wirkung von 50 Flaschen Mark-Sprudel bei seiner Frau.
Ein energisches Lob sendet Frau K. B. aus Frankfurt a. M.: Der
Mark-Sprudel ist überaus angenehm zu trinken, was man nicht oft
bei derartigen Heilwassern finden wird. Mehr oder minder haftet
denselben ein unangenehmer Nachgeschmack an, was wohl mit viel
dazu beiträgt, daß die Patienten cese Trinkkuren zu Hause nicht
lange genug durchführen.
Den
Kaiercn u. Blusenkrannheleng
die durch den oft schnellen körperlichen Verfall wie eine mörderische
Seuche wirken, fällt alljährlich ein Heer von Menschen frühzeitig
zum Opfer.
Ungeheuer verbreitet sind diejenigen so überaus lästigen und bei
Hochgradigkeit gefährlichen Krankheitserscheinungen, welche sich in
Bissele, Mieren- u. Gallensteinen
kundgeben. Hier ist sitzende Lebensweise meist der unmittelbarste
Anlaß. Die Frauenwelt, die ja durch den komplizierteren Bau der
inneren Organe an sich schon leichter zur Erkrankung dieser Organe
neigt, unterliegt in höherem Grade auch der Gefahr der Erkrankung
von Nieren, Blase und Gallengang. Die Geburtsvorgänge tragen zu
dieser Entwickelung sicher sehr lebhaft bei.
Sorgfältige Regelung der Lebensweise, Fernhalten aller Reize auf
die Nieren ist Haupterfordernis der Verhütung und Behandlung. Wird
das Reinigungsbassin des Körpers verstopft oder verletzt, so muß es
den ordnungsmäßigen Dienst versagen.
Die ärztliche Wissenschaft ist bei allen ihren gewaltigen Fort-
schritten
immer wieder auf die alte bewährte Erfahrung zurück-
gekommen
, daß eine
etwa 46 Wochen hindurch fortgesetzte häusliche
tägliche Brunnen-Trinkkur
mit Aitbuchhorster Mark-Sprudel Starkquelle von ausgezeichneten
Erfolgen bei Nieren- u. Blasenleiden, ja oft von geradezu frappierender
Wirkung ist. Aus der Fülle der Gutachten und Anerkennungen vor
Herzten, sonstigen Fachleuten und Patienten sei nur folgendes her-
ausgegriſfen
:
Der Balneologe Professor H. B. lobt in einem leitenden
Aufsatz der Zeitschrift für Balneologie vom 15. Juli 1912, daß der
Geschmack des Altbuchhorster Mark-Sprudels trotz seines milden
ſod- sowie hohen Eisengehalts frisch und ohne unangenehme Nuancen
ist, und kommt auf Grund experimenteller Untersuchungen zu dem
bestimmten Schluß: Auf die Nierensekretion übt der Mark-Sprudel
eine lebhaſt anregende Wirkung aus.
Der Spezialarzt für physikalisch-diätetische
Therapie Dr. W. in C. belegt sein ausführliches Gutachten mit
einer großen Anzahl von Heilerfolgen. Instruktiv ist der folgende
Fall: Frau N., 42 Jahre alt. Beſund: Bläuliches Aussehen, kurz-
atmig
, beleibt, trockene und blutleere Haut, Verstopfung, asthmatische
Beschwerden, zeitweise Gicht mit Gries und Sand im Harn, Nieren-
kolik
, Blutwallungen und Schwindel, starke Monatsregel. Eine drei-
wöchige
Kur mit Mark-Sprudel förderte viele kleine und größere
Steine zutage, wodurch sich das Allgemeinbefinden hob und die
lokalen Erscheinungen in den Hintergrund traten. An einer sehr
großen Zahl von Einzelfällen aller Krankheitsarten hat der Brunnen-
arzt
Dr. G. in B. die besten Erfahrungen mit Behandlung durch
Mark-Sprudel gesammelt. Er berichtet über einen schweren Fall
von chronischer Nierenentzündung mit Vergrößerung der linken
Herzkammer: Näch 5 Wochen sind die Herztöne rein, ist Appetit
und Schlaf gut, Stuhlgang normal. Die Urinabsonderung ist ver-
mehrt
, kein Eiweiß, keme weißen Blutkörperchen, Allgemeinbeſinden
sehr gut. An sich selbst hat der vielgesuchte Berliner Arzt
Dr. R. Studien gemacht: Altbuchhorster Mark-Sprudel Starkquelle
habe ich selbst getrunken und bin mit demselben sehr zu=
frieden
gewesen.

Das Kapitel
Frauenleiden
stimmt zur Schwermut und zum Nachdenken. Sind die Frauen wirk-
lich
nur von der Natur dazu bestimmt, mehr zu leiden als die Männer?
Ist es ihre zartere Körperverfassung, die den Stürmen des Lebens
nicht so gewachsen ist wie die robustere Männernatur? Sicher geben
diese beiden Hauptmerkmaie, verbunden mit dem Mutterberuf, den
Ausschlag. Das Mutterglück wird oft furchtbar teuer erkauft mit
der Zugabe aller jener Krankheiten, die sich in nicht genügend ge-
festeten
Körpern als Folgen der Geburt einstellen. Da handelt es
sich nicht etwa nur um das, was man gemeinhin Unterleibskrank-
heiten
nennt. Ein aus dem Sexualleben entstandenes Leiden breitet
sich nur zu gern über die verschiedensten inneren Organe aus und
macht sich naturgemäß meist stärker fühlbar als im Falle gleichartiger
Erkrankung bei der Männerwelt. So wird es nur zu wahr, wenn
man von jeidgeborenen Frauen spricht. Viel trägt aber zur krank-
haften
Entwicklung zweifellos auch die Mode bei. Eine allzu gekünstelte
Kleidung, weiche die Frau nötigt, den Oberkörper und damit gerade
die edelsten Organe einzuzwängen, anstatt der natürlichen Ausdehnung
und Arbeitsmöglichkeit freien Lauf zu lassen, muß über kurz oder lang
Nachteile zeitigen. Oit genügt schon, daß ein einziges Hauptorgan
lebhaft geschädigt wird, um dadurch bald den ganzen Organismus
ungünstig zu beeinflussen. Selbstverständlich ist doch auch, daß in
unnaiürlich zusammengepreßten edlen Organen der Blutkreislauf nicht
normal tätig sein kann. Von wesentlichstem Einſluß auf die Entstehung
von Frauenleiden ist ferner in starkem Maße das Herausreißen eines
großen Teiles der Frauenwelt aus ihrem eigenflichen, dem Hause und
der Familie zu widmenden Berufe in das feindliche Leben hinein,
in die hastende, zerrüttende Erwerbsarbeit. So ist hier mit ganz
kurzen Strichen sicher gezeichnei, weshalb die Frauen der heutiger
Generation bedeutend anfechtbarer sind als ihre Vorfahren, also fast noch
mehr zu leiden haben, als von der Natur vorgesehen ist. Das muß
gerode auch den Frauen nahelegen, ihr Geschick zu erleichtern und
zu diesem Zwecke die richtigen Mittel anzuwenden.
Die Herzte, darunter Fapazitäten auf diesem Gebiete, be-
scheinigen
gerade bei Frauenleiden die denkbar besten Heilerfolge mit
dem Altbuchhorster Mark-Sprudel. Nur eine ganz kleine Auswahl
soll erwähnt werden. Der Spezialarzt Dr. W. berichtet: Frl. J.,
21 jahre alt, litt an Bleichsucht mit neurasthenischen Erscheinungen
durch Stoffwechsel infolge falscher Lebensbedingungen. Auch war
Weißfluß vorhanden, ohne Gebärmutterleiden. Mit täglich 2 Bechern
Altbuchhorster Sprudel gelang voellständige Heilung in 6 Wochen.
Dr. W. in N. verzeichnet ebensogute Erfolge: Achtzehnjähriges
Mädchen leidet an Appetitlosigkeit, die sich bis zum Ekelgefühl vor
Speise steigert. Nach vierwöchiger Behandlung mit täglich morgens
1 Becher Mark-Sprudel hat sich Appetit und Befinden bedeutend ge-
bessert
. Gewichtszunahme 4½ Pfund. 24 jährige Frau, 4 Ge-
burien
und 2 Fehlgeburten, vor und während der Ehe angestrengte
Fabrikarbeit. Klagt über Mattigkeit, Appetitmangel, Stuhlverstopfung
und schwere Menstruation. Nach vierwöchiger Kur mit fäglich zwei
Bechern Mark-Sprude! haben alle Beschwerden sehr weschtlich nach-
gelassen
. Gewichtszunahme 4 Pfund.
Aus dem besonders reichen Erfahrungsschatze des Bade- u.
Brunnenarztes Dr. G.: Frau E., 26 jahre alt, vor drei jahren
Entbindung, allgemeine Mattigkeit, Herzklopfen, Stuhlverstopfung,
monatliche Reinigung 810 Tage mit starken Schmerzen und Blutungen.
Nach 5½/ Wochen Rur mit täglich 2 Bechern Mark-Sprudel, Stuhl-

[ ][  ][ ]

n
S.
Slatarmut, Nervenschweche!

Im Zeichen der Blutarmut, Bleichsucht und Nervenschwäche
(Neurasthenie) mit allen den trüben, die Lebensfreudigkeit ein-
schränkenden
oder völlig unterbindenden körperlichen und geistigen
Erscheinungen, die sich daraus ergeben, steht heute ein außerordentlich
großer Teil der Menschheit. Diese Krankheitszustände sind, wie
jeder Arzt bestätigen wird, die Schrittmacher anderer, viel schwererer
Krankheiten. jede ernstere organische Erkrankung hat hier leichte
Arbeit zu verheerender Wirkung, weil der geschwächte Organismus
von vornherein nicht genügend widerstandsfähig ist. Die Kunst des
Arztes siegt über den akuten Krankheitsfall, aber sie scheitert am
Versagen der Kraft. Was der vollkräſtige Mensch leicht überwindet,
daran trägt der schwache Organismus, wenn er überhaupt im Kampfe
mit dem großen Gleichmacher siegt, nun vielleicht sein ganzes
Leben lang. Ist doch die leider allzu getreue Begleiterscheinung der
Blutarmut nicht nur ein schwaches Nervensystem, sondern auch ein
schwaches Herz. Das Herz selbst kann völlig gesund sein, aber
es kann durch den Mangel an Blutzufuhr jeden Augenblick aussetzen.
Eine ungeheure, noch vielfach unterschätzte Gefahr liegt in dieser
Möglichkeit, die schon bei geringerer körperlicher oder geistiger
Ueberanstrengung, ja bei einer unbedeutenden Aufregung zur Tatsache
werden kann. Auch ohne das Hinzutreten einer besonderen Krankheit
bricht dann der Körper oſt plötzlich zusammen. Der Zusammenbruch
wird beschleunigt, wo Mißbrauch von Alkohol und Tabak den mäßigen,
aufdas äußerste angespannten Kräftebestand um soschneller untergraben.

schwäche. Mit überzeugender Kraft begutachtet der Kranken-
hausdirektor
Prof. Dr. med. K.: Ich habe den Altbuch-
horster
Mark-Sprudel Starkquelle in einer Anzahl von Fällen in
dem von mir geleiteten städtischen Krankenhause angewandt und
ausgezeichnete Erfolge bei den verschiedenen Formen von Blut-
armut
gesehen. Dr. L. hat den Mark-Sprudel bei Bleichsucht,
Blutarmut und Erschöpfungszuständen aller Art, sowie Nerven-
schwäche
mit großem Erfolg verwendet. Der Brunnenarzt
Dr. G. schreibt begeistert: Eine Kur von vier Wochen schon
genügt, um die Wangen zu färben, Kraft und Wohlbehagen, Wider-
standsfähigkeit
und Lebenslust einkehren zu lassen. Andere Herzte
sagen noch bestimmter: Nach täglichem Gebrauch von zwei Bechern
Mark-Sprudel war in 46 Wochen vollständige Heilung eingetreten.
Den Anerkennungen von Patienten auf diesem Krankheits-
gebiete
gesellen sich fortgesetzt neue hinzu. Wahllos sind hier
einige wiedergegeben. M. D.: Seit Jahren Ett ich an quälender
Schlaflosigkeit. Meine Nerven waren so herunter, daß ich oftmals
der Verzweiflung nahe war. Ich konnte weder arbeiten noch essen,
mein Zustand war erbarmungswürdig. Auf den Rat meines Arztes
probierte ich schließlich Altbuchhorster Mark-Sprudel. Die beruhi-
gende
und kräftigende Wirkung dieses Heilwassers merkie ich
sofort, schon nach wenigen Flaschen kam auch der heißersehnte
Schlaf wieder, Ich trinke den Mark-Sprudel jetzt seit vier Monaten,
fühle mich so gesund, frisch und froh wie nie zuvor. Für Leute

Viele trinken den Altbuchhorster Mark-Spsudel mit größtem Erfolg zur Kräftigung ihrer Gesundheit und um Krankheiten
vorzubeugen. Von prickelndem und erfrischendem Geschmack, vermindert der Altbuchhorster Mark-Sprudel Starkquelle den
Wassergehalt der Gewebe, vermehrt die Zahl und den Farbstoff der roten Blutkörperchen, regt die Nierentätigkeit an, fördert
Appetit und Verdauung, schränkt die überschüssige Säurebildung ein, wirkt aufsaugend, blutverbessernd, beruhigend und kräftigend.

Blutarmut und Nervenschwäche grassieren als Zeichen unserer
hastenden Zeit besonders unter Frauen und Mädchen in unheim-
licher
Fülle. Der Geist der Frau strebt mächtig vorwärts, der
Körper geht zurück. Durch Blutarmut und Neurasthenie ge-
schwächte
Frauen, die von der eigenen schmalen Kraft noch durch
den Fortpflanzungsprozeß abgeben sollen, öffnen der Einkehr von
schweren Erkrankungen, der weiteren Schwächung des Organis-
mus
und schließlich der Geburt geschwächter Kinder, die schon
blutarm und nervös zur Welt kommen, Tür und Tor. Mit der
verringerten Fähigkeit, dem Geburtsprozeß und allen seinen Folgen
den nötigen körperlichen Widerstand entgegenzusetzen, stehen auch
die unendlich vielen Fehlgeburten in zweifellosem Zusammenhang.
Nichts ist wirkungsvoller, die Körpernatur zu unterstützen und
das gebrechliche Kräſteverhältnis zu regeln, als eine tatkräftige,
in reinster und idealster Form aus dem Naturboden selbst kommende
Hilfe, wie der
Hibuchhorster Mark-Sprudel Starkauelle.
Hervorragende Herzte, die dem Mark-Sprudel auch bei zahl-
reichen
andern Krankheiten das Zeugnis hoher Wirksamkeit mit
auf den Weg ins volle Menschenleben hinein geben, bestätigen ihm
seinen unbedingten Erfolg, namentlich bei Blutarmut und Nerven-

mit heruntergekommenen Nerven ist der Mark-Sprudel Gold wert.
B. A.: Mit Mark-Sprudel habe ich bei meiner Tochter, die an
hochgradiger Bleichsucht litt, die besten Erfolge erzielt. Das All-
gemeinbeſinden
hat sich gehoben und der Appetit wurde in hohem
Maße angeregt. L. S.; Ich trinke nun jeden Tag eine Flasche
Mark-Sprudel und hatte bereits nach 14 Tagen acht Pfund zuge-
nommen
. Die Blutarmut wurde in ganz bedeutender Weise ver-
ringert
. Der Mark-Sprudel schmeckt mir so vorzüglich, daß ich
denselben kaum mehr würde entbehren können. Aerztliche Be-
stätigungen
sind auch für folgende Fälle vorhanden: Fräulein P.,
Lungenspitzenkatarrh und Ble chsucht. Nach acht Wochen Herz-
töne
völlig rein, Atmungsgeräusch normal, Appetit und Allgemein-
beſinden
vorzüglich, 10 Pfund Gewichtszunahme. Frau H., 24 Jahre
alt, Bleichsucht. Schon nach zwei Wochen volle rote Wangen,
acht Pfund mehr Körpergewicht. Fräulein R., 20 Jahre alt, Nerven-
schwäche
und Blutarmut, Schlaflosigkeit, Gliederzktern, geschwollene
Lymphdrüsen. Nach vier Wochen Allgemeinbefinden vorzüglich,
10 Pfund Gewichtszunahme. Frl. S., 19 Jahr alt, Skrofulose
und Bleichsucht, Drüsenschwellung am Halse und in beiden Achsel-
höhlen
. Nach zwei Wochen Drüsen geschwunden, Gesichtsfarbe
gut gerötet, Kopfschmerzen und Mattigkeit nicht mehr vorhanden.
Gegenüber solchen Erfolgen ist ein Zweifel an der
glänzenden Wirkung des Altbuchhorster Mark-
Sprudels einfach nicht mehr möglich.

[ ][  ]

Dauer der Kur.

Von einer nur wenige Tage um-
fassenden
Badereise wird kein ver-
ständiger
Mensch Heilung erwarten.
Ebensowenig kann eine häusliche
Brunnenkur mit nur einigen wenigen
Flaschen vollen Erfolg bringen.
Zur erfolgreichen Brunnenkur
mit Altbuchhorster Mark-Sprudel
Starkquelle gehören, wenn der Arzt
nichts anderes vorschreibt, im all-
gemeinen
2050 Flaschen, bei hart-
näckigen
und veralteten Leiden etwa
5060 Flaschen. Jeder Arzt wird
bestätigen, daß der längere regel-
mäßige
Gebrauch des Altbuch-
horster
Marksprudel Stark-
quelle
auf den gesamten Organis-
mus
überaus wohltuend einwirkt.
Längere
Unterbrechungen
der Trinkkur
sind nicht ratsam, wenn es auch
nichts zu sagen hat, daß einmal aus
irgend einem wichtigen Grunde einen
oder zwei Tage die Trinkkur aus-
gesetzt
wird. Am besten läßt man
sich deshalb das erforderliche
Quantum gleich auf einmal kommen.
Das bietet nebenbei den Vorteil, daß
beim Bezuge einer größeren Anzahl
Flaschen zurzeit eine
Preisermäßisung
eintritt. Im Einzelverkauf kostet die
8/-Literflasche 65 Pfennig; die große
Flasche, die besonders für solche
Leute in Frage kommt, die täglich
mehr als ¾-Liter trinken, 95 Pfennig.
In den nachstehend genannten
Niederlasen
am hiesigen Platz ist der Mark-Sprudel
stets in frischer Füllung zu haben.
Wo nicht erhältlich, wende man sich
zwecks näherer Auskunſt direkt an die
Brunnen-Verwaltung des Mineral-
und Moorbades Altbuchhorst bei
Grünheide i. Mark.

Gebrauchsanweisung
(Falls der Arzt keine andere Einteilung vorschreibt):
Frühmorgens vor dem Frühstück 12 Trinkgläser.
Eine Stunde vor dem Mittagessen 1 Trinkglas.
Eine Stunde vor dem Abendbrot 12 Trinkgläser.

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