Inſerate
Abonnementspreis
176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
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Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Bei einem Bootsunglück auf dem Tegernſee
er=
trank der Wiener Tenoriſt Fritz Sturmfels=
Auf dem Schwielowſee (Prov. Brandenburg) kenterte
ein Segelboot mit 8 Perſonen; 3 ertranken.
Vor dem Swinemünder Strand kenterte ein
Motor=
boot. Von den 22 Inſaſſen ertranken 17.
In Koburg wurde geſtern der dritte
Flugzeug=
ſtützpunkt eingeweiht.
Der franzöſiſche Senat nahm das Geſetz über
die dreijährige Dienſtzeit mit 254 gegen
37 Stimmen an.
In London wurde am Mittwoch der 17.
inter=
nationale Mediziniſche Kongreß eröffnet,
zu dem 7000 Aerzte erſchienen ſind.
Durch Dynamiterploſionen wurden in
Johan=
nesburg 16 Häuſer zerſtört.
Tageskalender zur Geſchichte der
Biefreiungskriege.
8. Auguſt 1813: Errichtung der preußiſchen Landwehr=
Reſerve=Armee.
Oeſterreich antwortet auf Napoleons Vorſchläge mit
einem Ultimatum.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6. und 7.
Frieden!
* Erleichtert atmet die Welt auf bei der Meldung,
daß endlich, nach achtmonatigem blutigen Ringen und
bei=
ſpielloſen Opfern an Blut und Geld, nach unerhörten
Brandſchatzungen eines armen, unglücklichen Volkes, das,
erſt dem Haß und der Rache der Sieger und dann der
Beſiegten preisgegeben, demoraliſiert und dezimiert und
zum Teil ausgerottet worden iſt, der lang erſehnte Frieden
eingetreten iſt und das blutige Schauſpiel auf dem
Bal=
kan ein Ende haben ſoll. Jahrzehnte werden nicht
aus=
reichen, die Wunden zu heilen, die dieſer unſelige Krieg
den Völkern am Balkan geſchlagen hat; einer langen,
ernſten und ehrlichen Friedensarbeit wird es bedürfen,
um den maßloſen Haß und die Leidenſchaften, die er
ent=
facht hat, erfolgreich zu bekämpfen und niederzuſchlagen
und den Frieden im Innern wiederherzuſtellen.
Der Friedensſchluß iſt ein Werk Rumäniens, das durch
(Vorſtellungen und, wie es heißt, durch Drohungen auf den
Abſchluß hingewirkt hgt. Die Präliminarien ſind zurzeit
noch nicht bekannt, doch weiß man, daß der Friede auf
der Grundlage der neuerlich verminderten ſerbiſch=
griechi=
ſchen Bedingungen, jedoch unter dem bulgariſchen
Vorbehalt der ſpäteren Billigung dieſer
WBedingungen durch die Großmächte
abge=
ſchloſſen worden iſt. Eine neue Schwierigkeit wird noch
durch die Regelung der türkiſchen Forderungen entſtehen,
die durch die Beſetzung Adrianopels wieder auf die
Tagesordnung geſetzt worden ſind.
In den Wiener diplomatiſchen Kreiſen wird der in
Bukareſt geſchloſſene Friede infolge des Inhaltes ſeiner
Bedingungen nur als Vorfriede bezeichnet. Es könne
ſchon heute als feſtſtehend bezeichnet werden, daß
Oeſter=
freich=Ungarn die Beſtimmungen des Bukareſter
Vorfrie=
dens nicht als ſolche erachte, die eine dauernde Ruhe und
Ordnung auf dem Balkan gewährleiſten können.
Oeſter=
reich=Ungarn ſei der Anſicht, daß Europa von ſeinem
Rechte der Ueberprüfung Gebrauch machen muß,
um den Vorfrieden von Bukareſt zu einem dauernden
Frieden auszubauen. Mit Beſorgnis erfülle der Umſtand,
daß in bulgariſchen Städten etwa 300000 mazedoniſche
Flüchtlinge ſich befinden, welche die Nachricht von dem
Verluſt des Vaterlandes an Serbien und Griechenland
in große Aufregung verſetzen dürfte.
Die Voſſiſche Zeitung meldet aus Bukareſt: Vor
Unterzeichnung des Friedensprotokolls wird eine
öſter=
reichiſch=ruſſiſche Erklärung verleſen werden,
daß beide Mächte ſich bezüglich Kawalas das Recht der
Ueberprüfung vorbehalten wollen. Bulgarien wird
dann erklären, daß es ſich nur gezwungen den
Konferenz=
beſchlüſſen unterwirft, und die Einwirkung der Großmächte
anrufe. Darauf wird die Konferenz einſtimmig einen
Beſchluß faſſen, wodurch die Einwirkung der Großmächte
bezüglich Adrianopels und Thraziens angerufen wird.
Eine ſichtlich offiziöſe franzöſiſche Note ſtellt ſeſt, daß die
franzöſiſche Regierung die Reviſion des
Buka=
reſter Vertrages für unnütz und für unmöglich halte,
je=
doch erklärt, daß ſie, falls die übrigen Großmächte eine
Reviſion wünſchen ſollten, nicht die Verantwortung
über=
nehmen münde, ſich von ihnen zu trennen. Immerhin ſei
man im hieſigen Miniſterium des Aeußern der Anſicht, daß
man, ’falls die Großmächte tatſächlich über die Kawala=
Frage zu entſcheiden haben ſollten, niemals die dafür
er=
forderliche Stimmeneinhelligkeit erzielen werde.
Preßſtimmen zum Friedensſchluß.
Das Berliner Tageblatt ſchreibt: Kaum etwas
von den 100 Kilometern der Aegäiſchen Küſte haben die
Bulgaren noch für ſich retten können. Aber das Mitgefühl
mit ihrem Geſchick wird durch die Erinnerung an das
er=
ſtickt, was ſie mit ihren einſtigen Verbündeten im „Namen
des Kreuzes” an Jammer, Blut und Elend durch Thrazien
und Mazedonien getragen haben. Das Balkanproblem iſt
um keine Schwierigkeit ärmer, höchſtens durch die
Erfind=
ung des neuen Staatsweſens Albaniens noch um einige
Komplikationsmöglichkeiten reicher geworden. In
Deutſch=
land wird man ſich mit kühler Ruhe ſagen, daß allzu enge
politiſche und finanzielle Allianzen vorläufig nur Laſten
bringen können. — Die Berliner Neueſten
Nach=
richten ſtellen feſt: Der bulgariſche Großmachtstraum iſt
endgültig ausgeträumt. Der Balkan wird aus den Wirren
nicht als ſiebente Großmacht unſeres Erdteiles
hervor=
gehen, ſondern als eine bunte, von tauſend Rivalitäten
durchkreuzte Vielheit von Mittel= und Kleinſtaaten, die
auch in Zukunft einen Herd unberechenbarer politiſcher
Störungen und Beunruhigungen bilden werden. — Der
Berliner Lokalanzeiger ſagt: Der kräftige Appell
an die allgemeine Friedensliebe der Balkanmächte, den der
rumäniſche Vorſitzende der Bukareſter Konferenz am
Dienstag an die Unterhändler richtete, hat ſchneller, als
es noch geſtern ſchien, den Friedensſchluß herbeigeführt.
Man wird ihn in Europa überall mit Freuden begrüßen.
Die Voſſiſche Zeitung bemerkt: Die Kriege
wur=
den um neue Grenzen geführt. Einige wichtige Fragen,
die ſich ebenfalls auf die Land= und Machtverteilung
be=
ziehen, bleiben noch ungeregelt die thraziſche, albaneſiſche
und ägäiſche. Ueber dieſes Problem wird män noch
außer=
halb Bukareſts zu verhandeln haben. — Die Berliner
Morgenpoſt ſchreibt: Bulgarien iſt in dem zweiten
Balkankrieg der Niedergebrochene. Die nächſte Zeit wird
bereits lehren, ob nicht König Ferdinand ſelbſt ein Opfer
dieſes Zuſammenbruches wird.
Die Wiener Blätter begrüßen den Abſchluß des
Bukareſter Friedens als ein Ereignis von
außerordent=
licher Tragweite, wobei ſie die Bemühungen Rumäniens
um das Zuſtandekommen des Friedens rühmend
hervor=
heben. Den Bukareſter Abmachungen werde hoffentlich
bald im Intereſſe der Kultur und der Menſchlichkeit ein
dauernder Friede folgen.
Die geſamte Pariſer Preſſe gibt in warmen
Worten dem Gefühl der Erleichterung und Genugtuung
über den Friedensſchluß Ausdruck. Der Figaro zollt
den Unterhändlern der Balkanſtaaten lebhaftes Lob, weil
ſie ohne Winkelzüge und langes Feilſchen zum Ziele
ge=
langt ſeien. Die Balkanvölker hätten bewieſen, daß ſie
ihre Angelegenheiten in ſehr befriedigender Weiſe ſelbſt
regeln lönnten; dies bilde eine beherzigenswerte Lehre.
Wenn irgend welche Mächte jetzt noch an eine Reviſion des
Friedensvertrages denken ſollten, dürfe man annehmen,
daß ſie bald auf dieſen Gedanken verzichten werden. Die
an dem Balkankriege Beteiligten — fährt das Blatt fort
ſind erſchöpft und haben das dringende Bedürfnis, ihre
Kräfte wieder zu gewinnen. Bei dieſem Werke der
Wie=
derherſtellung können ſie alle ohne Ausnahme auf den
Bei=
ſtand Frankreichs rechnen. Frankreich wird ſeinen ganzen
Einfluß und alle ſeine Hilfsmittel anwenden, um den
Bal=
kanvölkern die Heilung ihrer Wunden zu ermöglichen, und
ſein lebhafteſter Wunſch wäre es, wenn die Feinde von
geſtern wieder Freunde und Verbündete werden könnten.
Das Echo de Paris ſchreibt: Der Friedensvertrag
wird Bulgarien, Serbien und Griechenland zu faſt gleich
ſtark bevölkerten Ländern machen. Dies zeigt, daß er trotz
des Angriffes und der Niederlage der Bulgaren gerecht iſt,
und daß alle Balkanvölker ziemlich die gleiche
Entwicke=
lungsmöglichkeit haben. Noch niemals vielleicht hat eine
ſo verwickelte und blutige Kriſe zu einem ſolchen
Gleich=
gewichtsergebnis geführt.
Der Matin meint: Das
Klügſte wäre offenbar die Wiederherſtellung des
Balkan=
bundes vom vergangenen Jahre. Aber der zweite Krieg
läßt ſo viele Bitterkeiten zurück und die Leidenſchaften ſind
noch zu erregt, als daß man ſchon jetzt dieſe Möglichkeit
ins Auge faſſen könnte. Was die Frage von Adrianopel
anlangt, ſo iſt man in den zuſtändigen Pariſer Kreiſen
nicht der Anſicht, daß die Regelung dieſer Angelegenheit
allzu großen Schwieriakeiten begegnen werde. Die
Groß=
mächte und auch die Balkanſtaaten ſind in dem Wunſche
einig, daß Adrianopel den Bulgaren zurückerſtattet werde.
Selten noch hat ſich die Türkei einer ſolchen Einmütigkeit
der Staatskanzleien gegenüber befunden. Sie hat ſich
ſonſt immer deren Meinungsverſchiedenheiten zunutze
ge=
macht, aber diesmal wird ihr dies nicht glücken.
Immer=
hin wird es nützlich ſein, der Türkei für das im Intereſſe
des Friedens verlangte Opfer territoriale und ſonſtige
Entſchädigungen zu gewähren.
Lord Roberts Enthüllungen.
In der Auguſtnummer der Engliſh Review macht
Feldmarſchall Lord Roberts in einem für die
allgemeine Wehrpflicht in England eintretenden Artikel
einige Enthüllungen, an denen man in Deutſchland
nicht achtlos vorübergehen ſollte. Zunächſt berichtet er in
der Einleitung, das engliſche Volk ſei ſich offenbar der
Gefahr eines Krieges mit Deutſchland im
Jahre 1911 nicht klar bewußt geweſen. Manche
Herbſt=
nacht hindurch habe die engliſche Heimflotte in der
Cri=
martybucht gelegen, „die Torpedonetze herunter, mit auf
Deck ſchlafenden Batteriemannſchaften mit ſcharfer
Muni=
tion in den Rohren und mit kriegsmäßigen Torpedos”,
weil man den ſtärkſten Grund hatte, anzunehmen, daß in
jedem Augenblick ein plötzlicher Ueberfall vom Auslande
her erfolgen könnte.
Es ſei dahingeſtellt, ob derartige engliſche
Vorſichts=
maßnahmen gegenüber Deutſchland berechtigt waren. Wer
ſich die politiſche Lage vom Herbſt 1911 vergegenwärtigt,
wird den Eindruck haben, daß wohl Deutſchland auf einen
derartigen engliſchen Ueberfall gefaßt ſein mußte, nicht
aber umgekehrt, da wir damals durch unſere
Auseinander=
ſetzungen mit Frankreich über Marokko wohl gewiſſe
eng=
liſche Kreiſe ſtörten, aber unſererſeits wahrlich keine
Ver=
anlaſſung hatten, uns ohne Not durch einen unbeſonnenen
Angriff die engliſche Feindſchaft auf den Hals zu laden.
Wenn die Engländer einen deutſchen Angriff wirklich
be=
fürchteten, ſo haben ſie damit Deutſchland Abſichten
unter=
ſtellt, die der alten engliſchen Praxis, den Krieg in dem
ihnen genehmen Augenblick ohne Kriegserklärung zu
er=
öffnen, entſpricht, um ſich den Vorteil eines überraſchenden,
rückſichtsloſen Angriffes zu ſichern.
Wichtiger iſt, was Lord Roberts einen Satz ſpäter
berichtet: „Unſere Expeditionsarmee war in
glei=
cher Weiſe bereit, jeden Moment nach Flandern
ein=
geſchifft zu werden, um ſich an der Aufrechterhaltung
des europäiſchen Machtgleichgewichts zu beteiligen.‟ Durch
dieſe Enthüllung ſtraft Lord Roberts die, von Sir Edward
Grey ſeinerzeit im engliſchen Unterhauſe abgegebene
Er=
klärung Lügen, daß die — nota bene von engliſchen
Blättern gemeldete — engliſche Abſicht, im Falle eines
deutſch=franzöſiſchen Krieges ein Expeditionskorps nach
dem Feſtlande zu ſenden, gegenſtandsloſe deutſche
Hirn=
geſpinſte ſeien, und beſtätigt durchaus die Enthüllungen
des Kapitäns Faber, die damals nicht einmal in
Deutſch=
land rechten Glauben fanden, da ſie zu phantaſtiſch
er=
ſchienen. Vor allem aber beweiſt dieſe Indiskretion Lord
Roberts, daß England im Falle eines Krieges
gar nicht daran denkt, die von ihm ſelbſt garantierte
Neu=
tralität Belgiens und Hollands zu
reſpek=
tieren. Davon war man in deutſchen militäriſchen
Kreiſen wohl auch ohnedies überzeugt. Dagegen hat man
es anſcheinend in Belgien und Holland bisher noch nicht
geglaubt oder ſich bisher ſo geſtellt, als ob man es nicht
glaube, oder lieber den engliſchen Einflüſterungen ſein
Ohr geliehen, daß Deutſchland im Kriegsfalle die
Neutra=
lität Belgiens nicht reſpektieren werde. Angeſichts dieſer
Enthüllung begreift man auch die engliſche Nervoſität
gegen die Befeſtigung der Scheldemündung, die eine
eng=
liſche Transportflotte verhindern könnte, in die Schelde
einzulaufen und vor Antwerpen zu erſcheinen. Inzwiſchen
hat man ſich ja aber auch in Belgien und Holland
über=
zeugt, von welcher Seite der belgiſchen und holländiſchen
Neutralität wirklich Gefahr droht. Mit derfelben Frage
der Entſendung eines engliſchen Expeditionskorps nach
Belgien hat ſich Lord Roberts übrigens bereits im
De=
zember 1911 in der Times befaßt im Anſchluß an eine
kurze Anfrage, die Lord Portsmouth kurz zuvor im
eng=
liſchen Oberhauſe an den damaligen Kriegsminiſter Lord
Haldane geſtellt hatte: „Ob wir im Falle eines
kontinen=
talen Krieges nicht ſofort ein Expeditionskorps nach
Bel=
gien geſchickt hätten?” Lord Haldane hat eine
Beantwor=
tung der Frage abgelehnt mit der Begründung, „daß der
Fall zu hypothetiſch wäre, um ihn zu erörtern‟. Der
tie=
fere Grund ſeiner Nichtbeantwortung iſt aber
augenſchein=
lich geweſen, daß der Fall nicht hypothetiſch genug,
ſon=
dern, wie die Auslaſſungen Lord Roberts beweiſen, kurz
zuvor mehr als hypothetiſch, nämlich höchſt aktuell,
ge=
weſen iſt.
Deutſches Reich.
— Deutſch=öſterreichiſche
Arbeiterver=
ſicherung. Im Reichsamt des Innern haben zwiſchen
Vertretern der deutſchen und der öſterreichiſchen Regierung
eingehende Beratungen ſtattgefunden über die gegenſeitige
Anwendung der Arbeiterverſicherung. Oeſterreich wünſcht
ein Abkommen zu treffen, das ſich gegenſeitig auf weitere
als die bisher zugeſtandenen Zweige der
Arbeiterverſiche=
rung und über den reinen Grenzverkehr ausdehnt. Ein
ähnliches Abkommen iſt bereits im vorigen Jahre
zwi=
ſchen Deutſchland und Italien zuſtandegekommen.
Engliſche Verdächtigungen. Der
Stan=
dard bringt einen längeren Artikel in dem er erklärt, aus
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Auguſt 1913.
Nummer 184.
guter Quelle zu wiſſen, daß deutſche Spione die letzten
engliſchen Manöver an der Südküſte verfolgt hätten. Dieſe
Manöver, ſo ſchreibt das Blatt, waren zu dem Zweck
un=
ternommen, feſtzuſtellen, ob es einer fremden Macht
mög=
lich ſei, 75000 Mann an der Küſte zu landen. Weiter
er=
klärt das Blatt, deutſche Schiffe, darunter der deutſche
Kreuzer „Zieten” und das Torpedoboot „D 8”, ſeien die
beobachtenden Schiffe geweſen. Sie hätten ſich in der
dor=
tigen Gegend angeblich zu dem Zweck aufgehalten, deutſche
Fiſcherboote zu ſchützen. In Marinekreiſen ſagt man, daß es
ſehr ſchwer ſei, eine Schuld in derartigen Fällen zu
be=
weiſen. Man ſagt, es ſei nicht das erſte Mal, daß
der=
artige Spionage von deutſcher Seite betrieben werde.
— Die deutſche Beteiligung an der
Welt=
ausſtellung in San Franzisko. In der
Zei=
tungskorreſpondenz Hamburger Beiträge wird gutachtlich
eine Aeußerung Ballins über die deutſche Beteiligung an
der Weltausſtellung in San Franzisko veröffentlicht.
Darin wird mitgeteilt, daß Ballin, obwohl ſonſt ſtets
Gegner der Beteiligung an Weltausſtellungen, der Anſicht
iſt, daß die Beteiligung Deutſchlands an der Ausſtellung
in San Franzisko ſtark im deutſchen Intereſſe liege, weil
ſie Gelegenheit gebe, im Zuſammenhang mit der
Eröff=
nung des Panamakanals eine wirkſame Propaganda auf
dem für die deutſche Induſtrie in Zukunft ſicher ſehr
wich=
tigen Abſatzgebiete an der amerikaniſchen Weſtküſte zu
machen.
— Die braunſchweigiſche
Thronfolge=
frage wird, wie die B. Z. erfahren haben will, den
Bundesrat in einer ſeiner erſten Sitzungen nach den
Ferien wieder beſchäftigen. Sie iſt jetzt ſoweit gediehen,
daß nur noch ein formaler Beſchluß des Bundesrats
not=
wendig iſt. Wie verlautet, wird der Bundesrat vom
Prinzen Ernſt Auguſt von Cumberland einen
ausdrück=
lichen Verzicht auf die Krone des ehemaligen Königreichs
Hannover verlangen. Der Prinz iſt bereit, dieſen Verzicht
zu unterzeichnen. Dieſe Erledigung der Angelegenheit,
der durch die erneute Agitation der Welfenpartei eine
Komplikation drohte, wird ſo beſchleunigt werden, daß der
Wechſel in der Regierung Braunſchweigs, wie geplant,
Ende Oktober erfolgen kann. Wir geben dieſe Meldung
mit allem Vorbehalt wieder.
— Eine Novelle zur Gewerbeordnung
wird im Reichsamt des Innern ausgearbeitet und ſoll
als=
bald der öffentlichen Kritik unterbreitet werden. Die ſchon
ſeit vielen Jahren erörterte Frage der Abgrenzung von
Fabrik und Handwerk, die erſt in einer vor einigen Wochen
ſtattgehabten Beſprechung im Reichsamt des Innern mit
Vertretern des Handwerks gründlich beraten wurde, ſoll
nun ihrer geſetzlichen Löſung entgegengeführt werden.
Eine weitere Regelung ſoll die Stellung des Handwerks
im Handelsregiſter und die Unterſtellung juriſtiſcher
Per=
ſonen unter die Vorſchriften des Handwerkergeſetzes
er=
fahren. Ferner iſt eine Aenderung des § 100g der
Ge=
werbeordnung in Ausſicht genommen, der die
Preisfeſt=
ſetzung für Waren und Leiſtungen von Mitgliedern der
Zwangsinnungen betrifft. Es iſt eine Abänderung des
Wortlautes dieſes Paragraphen in der Richtung
beab=
ſichtigt, daß künftighin den Innungen die Feſtſetzung von
Mindeſtpreiſen ermöglicht wird.
— Der wirtſchaftliche Rückſchlag. Der
Er=
lös aus Beitragsmarken der Invalidenverſicherung geht
dauernd zurück, ein deutliches Zeichen des wirtſchaftlichen
Rückſchlags. Im Monat Juni dieſes Jahres iſt der Erlös
gegen denſelben Monat des letzten Jahres um nahezu eine
Million zurückgegangen. Der Rückgang betrug genau
901804 Mark, der Erlös noch 20036 394 Mark, während
er im letzten Jahre alſo faſt 21 Millionen betragen hatte.
An dem Rückgang iſt die Mehrzahl der
Verſicherungs=
anſtalten beteiligt. In den Hanſeſtädten iſt der Erlös von
176 227 auf 163878 Mark gefallen. Eine kleine Zunahme
haben nur wenige Anſtalten, ſo Hannover, Weſtfalen,
Heſſen=Naſſau, Rheinprovinz, Oberfranken, Schwaben,
Baden, Mecklenburg, Thüringen, Oldenburg und
Braun=
ſchweig. Ueber zwei Millionen Erlös hatte noch die
Ver=
ſicherungsanſtalt der Rheinprovinz mit 2625 532 Mark
und die des Königreichs Sachſen mit 2117835 Mark, über
eine Million die von Schleſien mit 1584882 Mark, die
von Brandenburg mit 1360 212 Mark, die von Weſtfalen
mit 1 202379 Mark und die von Berlin mit 1 199 215 Mark.
Die Zahlungen aus Invaliden=, Kranken= und
Altersren=
ten ſind dagegen im Mai gegen das Vorjahr um etwa eine
halbe Million geſtiegen. Sie betragen jetzt 13 934736 Mark.
An Hinterbliebene wurden im ganzen 278592 Mark
ge=
zahlt.
— Arbeitsloſenverſicherung in Bayern.
Bei einer Beſprechung des bayeriſchen Miniſters des
Innern, Freiherrn von Soden, mit einer Abordnung des
bayeriſchen Gewerkſchaftsverbandes wegen der
zunehmen=
den Arbeitsloſigkeit in Bayern erwähnte der Miniſter, wie
die Soziale Praxis berichtet, daß er bereits vor 10 Jahren
einmal einen Plan einer Arbeitsloſenverſicherung
inner=
halb ſeines damaligen Reſſorts erwogen habe. Dieſer
Plan ſei jedoch an der Haltung der Arbeiterſchaft
geſchei=
tert. Würde er die Ueberzeugung haben, daß ſich
neuer=
dings ſolche Widerſtände nicht ergäben, dann wäre er
geneigt, dem Plan einer Arbeitsloſenverſicherung
inner=
halb des bei der Verkehrsverwaltung beſchäftigten
un=
ſtändigen Perſonals näher zu treten. Aus dieſen und
anderen Bemerkungen geht hervor, daß die Regierung
nunmehr der Frage einer Arbeitsloſenverſicherung, die
über den ſtädtiſchen Rahmen hinausgeht, ernſthaft
näher=
treten will.
Ausland.
Frankreich.
Die Heeresvorlage im Senat. Wie bereits
gemeldet, hat der Senat das Dreijahrgeſetz angenommen.
Bei Erörterung des Artikels über die Einſtellung der
Zwanzigjährigen erklärte Clémenceau, er ſei für die
Ein=
ſtellung, aber er glaube, die Frage ſei nicht genügend
ſtu=
diert. Die Verwaltung werde nicht Zeit haben, die
hygie=
niſchen Maßregeln zu ergreifen, welche der
Geſundheits=
dienſt für nötig halte. Die Regierung nehme die
Ein=
ſtellung der Zwanzigjährigen nicht aus militäriſchen,
ſon=
dern aus politiſchen Gründen vor. Man gibt zu, daß
es eine gefährliche Uebergangszeit iſt, behauptet aber, daß
die Deutſchen in derſelben Lage ſeien. Ich ſage nein,. denn
Deutſchland hat die dreijährige Dienſtzeit bei der
Kaval=
lerie und Artillerie und zieht im Winter Reſerven ein;
es hat zwei Armeekorps mehr. Wir können im Augenblick
weder das 19. Armeekorps noch die Kolonialarmee mobil
machen. Es heißt, uns in Abenteuer ſtürzen, wenn man
ein improviſiertes Militärgeſetz annimmt. Der
Geſetzent=
wurf iſt nicht zuſammenhängend genug. Wir ſtimmen
ihm im Prinzip zu; aber ſagen Sie, was Sie denken,
nicht, was man von Ihnen zu denken verlangt. — Der
Miniſterpräſident erwiderte Clémenceau, er habe recht mit
der Erklärung, daß in einer ſolchen Frage die
geſetzgeben=
den Körperſchaften nicht den politiſchen Motiven nachgeben
dürften, doch, fügte Barthou hinzu, das Geſetz iſt nicht
improviſiert, wenn es das Ergebnis der Prüfung der
Kammer iſt. Die Einſtellung der Zwanzigjährigen iſt
par=
lamentariſchen Urſprungs. Redner erklärte, wie die
Re=
gierung dazu gekommen ſei, die Einſtellung der
Zwanzig=
ährigen anzunehmen, welche die beiden zuſtändigen
Ge=
ſundheitsbehörden, vorbehaltlich gewiſſer Garantien,
bil=
ligten. Schon jetzt ſeien hygieniſche Maßregeln für die
Einſtellung im November angeordnet. Man müſſe die
Einſtellung ſchon dies Jahr annehmen oder ganz
verwer=
fen. Man müſſe außerdem den neuen Zuſtrom der
Kapi=
tulanten ausnutzen. Deutſchland erreiche im November
nicht alle dem neuen Geſetz entſprechenden Truppenſtärken.
Uebrigens geſtatte der Artikel 33 des Geſetzes von 1905 im
Falle einer kritiſchen äußeren Lage die Wiedereinberufung
des zuletzt entlaſſenen Jahrganges. Das vorgeſchlagene
Geſetz diene nicht Abenteuern, ſondern der notwendigen
unaufſchiebbaren Verteidigung des Landes. Die Zurück=
verweiſung des Geſetzentwurfs an die Kammer ſei nicht
denkbar, denn dann würde das Geſetz nicht rechtzeitig
ver=
abſchiedet. Nach kurzer Erwiderung Clémenceaus folgte
die gemeldete Abſtimmung.
Millies=Lacroix verlangte namens der
Finanzkommiſ=
ſion eine Verminderung der im Artikel 12 des Geſetzes
feſtgeſetzten Entſchädigungen an Familien, deren Ernährer
eingezogen ſind. Der Antragſteller berechnete die
Aus=
gaben, die dieſer Artikel erforderlich machen würde, auf
97600000 Francs und erklärt, der Miniſterpräſident und
der Finanzminiſter hätten nicht das Recht zu einer
der=
artigen Verſchwendung. — Berichterſtatter Doumer trat
für den Artikel ein. Eine ernſthafte Kontrolle werde
Ver=
ſchwendungen zu verhindern wiſſen. — Finanzminiſter
Dumont ſagte, die Beamten würden eifrig darüber wachen,
daß keinerlei Vergeudungen vorkämen. Er ſchätzte die
Koſten auf ungefähr 50 Millionen. Miniſterpräſident
Bar=
thou erklärte, er verkenne die Bedeutung der gegen den
Artikel 12 vorgebrachten Einwände nicht, doch ſei die
An=
nahme des Geſetzes in dieſem Augenblick das höhere
In=
tereſſe. Er verlangte die Ablehnung des Zuſatzantrages
Millies=Lacroix. Mit der Annahme dieſes Zuſatzantrages
würde der Senat das ganze Geſetz zum Scheitern bringen.
Schließlich wurde der Zuſatzantrag mit 246 gegen 45
Stimmen abgelehnt und der Artikel 12 durch
Handauf=
heben angenommen.
In der Nachmittagsſitzung nahm der Senat den
Ar=
tikel an, der beſtimmt, daß die Jahresklaſſe 1913 in der
zweiten Hälfte des November eingeſtellt werden ſoll.
England.
Die Haager Friedenskonferenz. Im
Unter=
hauſe fragte Barnes, ob die britiſche Regierung im
Hin=
blick darauf, daß es wünſchenswert ſei, für die nächſte
Friedenskonferenz ein Programm zu haben, der Regierung
im Haag zu verſtehen geben wolle, daß es wahrſcheinlich
die allgemeine Zuſtimmung aller Regierungen finde, wenn
die Regierung im Haag die Initiative zur Einberufung
der Konferenz zwecks Vorbereitung eines ſolchen
Pro=
gramms ergreifen würde. Parlamentsunterſekretär
Ac=
land erwiderte: Die britiſche Regierung wird die
An=
ſichten der anderen Regierungen hierüber feſtſtellen, ſobald
die Lage im nahen Oſten weniger Intereſſe beanſprucht.
Bis dahin kann ich natürlich der Haager Regierung keine
Vorſchläge machen, obwohl mir die Anregung Barnes
ſympathiſch iſt.
Vereinigte Staaten.
Die Geldreformbill. Präſident Wilſon gab
bekannt, er erwarte, daß die Geldreformbill in der
gegen=
wärtigen Seſſion des Kongreſſes ſofort nach
Verabſchie=
dung der Tarifbill zur Beratung gelangen werde.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. Auguſt
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Kreisrat Freiherrn
von Starck in Erbach die Erlaubnis zur Annahme
und zum Tragen des ihm von Sr. Königl. Hoheit dem
Prinz=Regenten Ludwig von Bayern verliehenen
Ver=
dienſtordens vom Heiligen Michael 3. Klaſſe und dem
Rentner Sartorius, Hauptmann der Landwehr a. D.,
zu Lauterbach die Erlaubnis zur Annahme und zum
Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer und
König von Preußen verliehenen Roten Adler=Ordens
4. Klaſſe erteilt.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
an der Gemeindeſchule zu Hofheim, im Kreiſe
Bens=
heim, Balthaſar Bernius auf ſein Nachſuchen, unter
Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, vom
1. November 1913 an.
* Perſonalien von der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahngemeinſchaft. Den Zugführern Georg
Schuld, Michael Kleiſinger und Johann Steiger
zu Biſchofsheim und Adam Köhler zu
Ober=
roden; den Eiſenbahnunteraſſiſtenten Wendelin
Roſen=
berger zu Oppenheim, Emil Sulzmann zu
Wix=
hauſen; den Weichenſtellern 1. Klaſſe Karl Endner
zu Groß=Gerau, Leonhard Mohr zu Wiebelsbach=
Die Perſeiden.
A. K. Alljährlich um das Datum des 10. Auguſt
beobachtet man am nächtlichen Firmament ein ſtarkes
An=
ſchwellen der Meteore. Die meiſten der aufleuchtenden
Körperchen nehmen ihre Richtung von einem Punkte (dem
Radiationspunkte) aus, der bei Rektaſzenſion 44” und
Deklination —56% alſo bei den Sternen Gamma und Eta
in dem ſich zum größten Teile über die Milchſtraße
aus=
breitenden Bilde des „Perſeus” liegt. Sie heißen aus
dieſem Grunde „Perſerden”. Ihre erſten Vorläufer ſtellen
ſich ſchon Ende Juli ein; ihr Maximum fällt auf den
10. Auguſt, und zwar in die frühen Morgenſtunden dieſes
Tages, da der „Perſeus” erſt nach Mitternacht im
Nord=
oſten aufgeht; einige Nachzügler erſcheinen auch noch in
den folgenden Tagen. Dazwiſchen werden aber noch viele
andere Meteore, deren Schweifrichtung nicht auf den „
Per=
ſeus” weiſt, ſichtbar; insgeſamt zählt man nämlich mit
Einſchluß der Perſerden zwölf verſchiedene Hauptſtröme
von periodiſchen Meteoren im Auguſt überhaupt iſt
dieſer Monat neben dem November der
ſternſchnup=
penreichſte des ganzen Jahres. An mehreren
Obſervatorien, insbeſondere dem zu Kaſan (Rußland),
werden die Perſeiden jedesmal genau beobachtet und die
ſcheinbaren Bahnen aller in den Tagen um den 10. Auguſt
ſichtbaren Meteore in Karten eingetragen. Aufgrund der
an zwei verſchiedenen Orten gewonnenen Darſtellungen
und Beobachtungszeiten werden dann die wahren Bahnen
und damit die Höhen der Entzündung und des Verlöſchens
der Meteore berechnet. Man hat auf dieſe Weiſe öfter
Anfangshöhen von mehr als 500 Kilometern über der
Erd=
oberfläche gefunden, woraus wieder folgt, daß ſich die
Erdatmoſphäre noch weſentlich höher erſtrecken muß.
Die Geſchichte der Perſeiden reicht ſehr weit zurück;
ſchon ihr früher gebrauchter volkstümlicher Name „
Lau=
rentiustränen” deutet auf eine ſehr entfernte Zeit: der
Heilige Laurentius, dem der 10. Auguſt geweiht iſt, erlitt
im Jahre 258 den Märtyrertod. Newton wies ſogar 1863
nach, daß die Nachrichten über die Perſerden bis zum
Jahre 687 vor unſerer Zeitrechnung zurückgehen. Die
Periodizität der in Rede ſtehenden Meteore erkannte 1839
Herrick, während Schiaparelli ſie ſpäter als Teile des
Ko=
meten 1862 III erkannte; eine Entdeckung, die zugleich den
Beweis vom Zuſammenhange der Kometen und Meteore
erbrachte.
Feuilleton.
C) Juanſchikai im chineſiſchen Kaiſerpalaſte. Einen
intereſſanten Beitrag zum Verſtändnis der verworrenen
politiſchen Situation in China liefert die ſoeben aus dem
fernen Oſten nach England zurückgekehrte Reiſende Frau
Aubrey Le Blond in einem Londoner Blatte, in dem ſie
eine Schilderung von der gegenwärtigen Lebensweiſe
Juanſchikais gibt. „Wenn Juanſchikai, wie ich zu
glau=
ben Grund habe, ſich mit der Abſicht trägt, der er ſte
Kaiſer einer neuen chineſiſchen Dynaſtie
zu werden, ſo geſchieht das nur, weil er und andere
ein=
ehen, daß China als Republik undenkbar bleibt.
Juan=
ſchikais älteſter Sohn Juanjuntai, der dann ſein
Nachfol=
ger würde, ſpricht fließend Engliſch und hat viele engliſche
Freunde. In Peking haben ſich die Verhältniſſe ſo
zuge=
ſpitzt, daß Juanſchikai niemals mehr den Bereich ſeiner
Wohnung verläßt, und er handelt darin weiſe, denn ſeine
Ermordung wäre das Signal für eine Anarchie im ganzen
Lande. An dem Tage vor dem Zuſammentritt des
Parla=
ments oder — wie man in Peking ſagt — der
National=
verſammlung, zog Juanſchikai plötzlich und unerwartet in
aller Stille um, verließ ſein neben der Finanzſchule in
der Weſtſtadt liegendes Haus, in dem ſich die
Abgeordne=
ten trafen, und bezog in der Kaiſerlichen Stadt den Palaſt
der verſtorbenen Kaiſerin=Witwe. Dieſer Palaſt liegt
nicht in der verbotenen Stadt, aber in der Nähe des
ſüd=
lichen Sees, einen Steinwurf von der berühmten
Mar=
morbrücke entfernt, die heute durch eine hohe Wand und
Drahthinderniſſe entſtellt iſt. Der die verbotene Stadt
um=
gebende Wall und Graben iſt für den kleinen Kaiſer und
ſein Gefolge reſerviert. Juanſchikais jetzige Wohnſtätte
iſt in ihrem ganzen großen Flächeninhalt von einer Mauer
umgeben, und überall ſieht man bewaffnete Leute. In
Peking will man wiſſen, daß gegen 10000 ausgewählte
Truppen in der Reſidenz des Präſidenten quartieren. Es
iſt für jeden unmöglich, ohne beſondere Einladung
Juan=
ſchikais Zutritt zu ihm zu erlangen. Er iſt im Laufe des
letzten Jahres ſtark gealtert; die große Verantwortung und
die endloſen Aufregungen machen ſich fühlbar.
Der älteſte Bericht von der Schöpfung der Welt.
Die älteſte bisher bekannte Erzählung von der Schöpfung
der Welt hat Dr. Arno Poebel auf einem Täfelchen
ent=
ziffert, das vor einigen Jahren bei den Ausgrabungen in
Nippur gefunden wurde und deſſen glückliche Beſitzerin die
Pennſylvania=Univerſität iſt. Das Täfelchen ſtammt nach
einem Bericht aus Neu=York aus der Regierungszeit von
Hammurabi, etwa um 7000 v. Chr. Der Bericht klingt
wie eine neue Faſſung der bibliſchen Schilderung, doch
mit dem wichtigen Unterſchied, daß als Weltſchöpfer eine
Göttin und nicht ein Gott erſcheint. Dr. Poebel, der
noch mit der Kontrolle ſeiner Ueberſetzung beſchäftigt iſt,
deſſen Reſultaten aber bereits die Autoritäten der
Penn=
ſylvania=Univerſität zugeſtimmt haben, betont, daß bei
dieſer erſten Erzählung der Weltſchöpfung die Geſtalt einer
Göttin ganz deutlich im Vordergrund ſtehe und die beiden
männlichen Gottheiten, von denen geſprochen wird, als
verhältnismäßig unwichtig erſcheinen.
** Die „konkurrenzlos billige” Trauung. Die
Standes=
beamten ſeufzen in verſchiedenen Teilen der Vereinigten
Staaten ſehr darüber, daß die Zahl der Trauungen und
damit ihre wichtigſte Einnahmequelle mehr und mehr
ab=
nehme. Solch traurige Zeiten erfordern beſondere
Maß=
nahmen und deshalb treibt im amerikaniſchen
Heirats=
geſchäft die Reklame ſeltſame Blüten. Den Vogel ſchießt
Mr. Mullen aus Cincinnati mit ſeinen „konkurrenzlos
billigen Trauungen” ab, die er in einem eigenen Proſpekt
gehörig ins Licht rückt. Allen Paaren, die ſich etwa auf
der Durchreiſe trauen laſſen wollen, ſtellt er ſich zu jeder
Zeit Tag und Nacht zur Verfügung. Sein Preistarif iſt
ſorgſam abgeſtuft, beginnt mit einer lächerlich geringen
Summe, die er weislich verſchweigt und ſteigt bis 40 Mk.
Die Preiſe richten ſich ganz nach den „Fineſſen” mit denen
das Brautpaar in den Bund fürs Leben eintreten will.
Die 40 Mk.=Offerte bietet folgendes großartige Programm:
„Mein Auto erwartet ſie am Zuge oder vor Ihrer
Wohn=
ung; dann werden Sie im raſchen Fluge nach dem
Trau=
ungsſalon geführt. Hier angekommen, finden Sie ein
Boudoir für die Braut vollſtändig eingerichtet mit einem
franzöſiſchen Spiegel, Puderdoſe, Parfüm, Brennſchere
und allem, was zum Boudoir einer Dame gehört. Iſt
alles bereit, dann werden Sie vor einen blumenbeladenen
Tiſch geführt, auf dem ein Phonograph einen ſchönen
Hochzeitsmarſch ſpielt. Während der Zeremonie macht
ein Photograph eine Aufnahme von der Szene, und die
Photographie erhalten Sie ſchön gerahmt am nächſten Tag
zugeſchickt. Nach der Aufnahme verfügen Sie ſich wieder
in das Automobil und werden raſch zu einem Hotel
ge=
fahren, wo bereits alle Vorkehrungen für das
Hochzeits=
diner von mir getroffen ſind. Außerdem wird dem jungen
Paar ein ſchön dekorierter Trauſchein von mir überreicht.”
Nummer 184.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Auguſt 1913.
Seite 3.
Heubach, Chriſtoph Opper zu Bickenbach, Peter
Krum=
meck zu Goddelau=Erfelden und Wilhelm Voigt
zu Dornberg=Groß=Gerau; dem Bahnhofaufſeher Jakob
Maurer zu Dietzenbach wurden die unkündbare
An=
ſtellung verliehen.
Ernannt wurde der Großh. Heſſiſche
Gerichts=
aſſeſſor Dr. Hermann Derſch zum Kaiſerlichen
Regierungsrat bei der Reichsverſicherungsanſtalt für
Angeſtellte.
* Die weitere Amtsdauer von Vertretern der
Arbeitgeber und der Verſicherten bei den
Ver=
ſicherungsanſtalten. Auf Grund des Artikel 4 des
Ein=
führungsgeſetzes zur Reichsverſicherungsordnung hat der
Bundesrat beſtimmt: Die Friſt, die in der
Bekannt=
machung vom 25. November 1911 (Zentralblatt für das
Deutſche Reich 1911 S. 725) für die Amtsdauer der
gegenwärtigen Mitglieder der Ausſchüſſe der
Ver=
ſicherungsanſtalten, ſowie der gegenwärtigen Vertreter
der Arbeitgeber und der Verſicherten in den Vorſtänden
der Verſicherungsanſtalten (§ 76, § 74 Abſ. 2 des
Inva=
lidenverſicherungsgeſetzes) vorgeſehen iſt, wird bis zum
31. Dezember 1914 verlängert.
D Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 16,
vom 7. Auguſt, hat folgenden Inhalt: 1.
Bekannt=
machung, die Genehmigung von Schenkungen betreffend.
2. Vorleſungsverzeichnis der Großherzoglich Heſſiſchen
Ludwigs=Univerſität zu Gießen. 3. Ueberſicht über die
in den zum Finanzamtsbezirk Bingen gehörenden
Ge=
meinden des Kreiſes Bingen zu erhebenden
Gemeinde=
ſteuern für das Rechnungsjahr 1913. 4. Berichtigung.
* Genehmigte Schenkungen. Im Laufe des
II. Vierteljahrs 1913 ſind von Sr. Königl. Hoheit dem
Großherzog die nachſtehenden Schenkungen
ge=
nehmigt worden: 1. Schenkung des Geheimen
Kom=
merzienrats S. Heichelheim zu Gießen für den Bau
eines Handelskammergebäudes im Betrage von 10000 Mk.;
2. Schenkung der Frau Joſefa Margareta Schmidt
Witwe geborene Volk zu Mainz an die deutſche
Geſell=
ſchaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen im
Betrage von 20000 Mk. als „Eheleute Georg Schmidt=
Stiftung” unter der Auflage, daß die Zinſen des
Be=
trags je zur Hälfte den Rettungsmannſchaften und den
Hinterbliebenen der bei dem Rettungsdienſt
Verun=
glückten zu gut kommen; 3. Letztwillige Zuwendung der
Privatin Chriſtine Eliſabethe Serth zu Darmſtadt an
die Stadt Darmſtadt zur Unterſtützung armer
allein=
ſtehender Frauen im Betrage von 10000 Mk.; 4.
Zu=
wendung des verſtorbenen Rentners Carl Arnold zu
Neu=Iſenburg an den deutſchen Bund der Vereine für
naturgemäße Lebens= und Heilweiſe E. V. in Berlin im
Betrage von ca. 25000 Mk.; 5. Schenkung der Geheime
Kommerzienrat Sigmund Heichelheim Eheleute zu
Gießen an die Stadt Darmſtadt zur Unterſtützung
würdiger und bedürftiger Perſonen jüdiſcher ſowie
chriſtlicher Religion im Betrage von 25000 Mk.;
6. Schenkung des Rittergutsbeſitzers Carl Purizelli zu
Rheinböllerhütte an die katholiſche Kirche Bingen für
arme Erſtkommunikanten im Betrage von 5168,88 Mk.;
7. Schenkung der Portland=Zementwerke Heidelberg-
Mannheim Aktiengeſellſchaft an die Gemeinde Weiſenau
bei Mainz zur Unterſtützung der Armen der Gemeinde
im Betrage von 10000 Mk. als „Zementwerk
Heidel=
berg-Mannheim=Stiftung”
* Militärdienſtnachrichten. Koettſchau, Major
und Lehrer an der Kriegsſchule in Glogau, zum Stabe des
Infanterie=Leibregiments Großherzogin (3. Großh. Heſſ.)
Nr. 117 verſetzt.
g. Ferienſtrafkammer. Die 18jährige aus Italien
ſtammende Dienſtmagd Maria Santellani ſtand
ge=
ſtern vor der Ferienſtrafkammer unter der Anklage, in 15
Fällen Manſardendiebſtähle verübt zu haben. Die
An=
geklagte hat trotz ihrer Jugend ein umfangreiches
Vorſtraf=
regiſter aufzuweiſen. Seit 1907 bis 1912 hat ſie wegen
Diebſtahls 13 Gefängnisſtrafen verbüßt. Immer wieder
wurden der Angeklagten die mildernden Umſtände
zugebil=
ligt und ſie ſo vor dem Zuchthaus bewahrt. Trotzdem
dankte ſie die Milde der Gerichte ſehr ſchlecht. Auch die
über ſie verhängte Zwangserziehung hatte keinen Erfolg,
ſie mußte mit einem ſehr ſchlechten Zeugnis entlaſſen
wer=
den. Von Januar bis Mai dieſes Jahres waren nun in
Darmſtadt fortwährend Manſardendiebſtähle verübt, ohne
daß man zunächſt einen Anhalt für den Täter hatte.
Dem Kriminalſchutzmann Weber fiel eines Tages die
An=
geklagte auf, die, mit einem Meißel bewaffnet, durch die
Straßen ging. Eine bei ihr vorgenommene Hausſuchung
förderte dann eine ganze Reihe geſtohlener Gegenſtände
zu=
tage. Da die Angeklagte leugnete, irgend etwas geſtohlen
zu haben, konnte die Polizei erſt nach vielen Bemühungen,
die Eigentümer der bei der Angeklaaten vorgefundenen
Gegenſtände feſtſtellen. Nach und nach geſtand ſie dann
notgedrungen jeden einzelnen Fall ein, der ihr
nachgewie=
ſen werden konnte. Sie ging bei ihren Diebeszügen
ganz=
raffiniert vor. Nach ihrer Angabe fand ſie die meiſten
Manſarden offen, doch gibt ſie auch zu, in einem Falle
die Tür mit dem Meißel gewaltſam aufgebrochen zu ha=
ben. Sie will unter einem unwiderſtehlichen, inneren
Drange handeln. Einer der ihr zur Laſt gelegten
Ein=
brüche wurde in Rothenburg verübt, dem Wohnort
ihrer Eltern, je einer in Eberſtadt und Griesheim,
die übrigen hier. Es iſt anzunehmen, daß ſie ſchon einen
Teil der geraubten Sachen verkauft und von dem Erlös
gelebt hat. Sie arbeitete nur vorübergehend als
Lauf=
mädchen, wobei ſie noch günſtige Gelegenheiten
auskund=
ſchaftete. Auf ihren Streifzügen führte ſie auch ein
dolch=
ähnliches Meſſer bei ſich, das ſie jedenfalls auch zum
Oeff=
nen der Türen benutzte. Die Beſtohlenen ſind alles
unbe=
mittelte Leute und wurden von den Diebſtählen
empfind=
lich getroffen, da die Angeklagte alles nur irgend
Verwend=
bare mitgehen hieß. Der Staatsanwalt beantragte, ihr
noch einmal die mildernden Umſtände nicht zu verſagen,
und ſie wegen Diebſtahls in 15 Einzelfällen zu 3½ Jahren
Gefängnis zu verurteilen. Das Gericht verurteilte ſie
wegen eines einfachen und eines fortgeſetzten ſchweren
Diebſtahls zu 2 Jahren 9 Monaten Gefängnis,
abzüglich 3 Monaten der Unterſuchungshaft.
2 Zur Herbeiführung der Neuorganiſation der
Arbeitsvermittlung in Darmſtadt ſind unter Führung
der Zentralanſtalt für Arbeits= und
Wohnungsnach=
weis ſchon längere Zeit Verhandlungen im Gang
Vorgeſtern fand nun unter dem Vorſitz des Herrn
Bürger=
meiſters Mueller im Städtiſchen Saalbau eine
Aus=
ſprache zwiſchen den Vertretern von etwa 70 Behörden,
Kor=
porationen, ſowie Arbeitgeber= und Arbeitnehmer=
Ver=
einen über den Organiſationsplan ſtatt. Die
Not=
wendigkeit des Zuſammenſchluſſes aller intereſſierten
Kreiſe zu einem Zweckverband wurde grundſätzlich
an=
erkannt und eine aus 5 Arbeitgeber= und 5
Arbeit=
nehmervertretern beſtehende Kommiſſion eingeſetzt, die
unter dem Vorſitz des Herrn Bürgermeiſters den
Satzungsentwurf endgiltig feſtſtellen ſoll. Ueber ſeine
Annahme und über die Gründung des Verbandes wird
dann eine demnächſt einzuberufende Verſammlung
Be=
ſchluß faſſen.
Zimmerbrand. In der Manſarde des Hauſes
Karlſtraße Nr. 47 iſt in vergangener Nacht zwiſchen
11 und 12 Uhr ein Zimmerbrand ausgebrochen.
Derſelbe entſtand durch eine auf einer Kiſte geſtandene
abgebrannte Kerze, wodurch die auf der Kiſte
befind=
lichen Bücher und Papier in Brand gerieten.
* Konzerte. Hugenſchütz’ Felſenkeller. Die
Ausführung des heutigen Konzertes obliegt der Kapelle
des Leib=Dragoner=Regiments Nr. 24. Leitung: Ober=
Im
muſikmeiſter Rühlemann. (Siehe Anzeige.)
Brauerei=Ausſchank Fay (Alexanderſtraße 23)
findet heute Freitag wieder ein Konzert ſtatt,
ver=
bunden mit Bockbierfeſt. (Siehe Anzeige.)
Kranichſtein, 7. Aug. Der Bahnhof
Kranich=
ſtein, deſſen Umbau ſich durch die Verlegung der
Darm=
ſtädter Bahnhöfe als notwendig herausſtellte, iſt nahezu
fertiggeſtellt. Die Erweiterung und die Anlage
neuer Gleiſe hat dem Bahnhof einen viel breiteren
Be=
triebsraum geſchaffen, ſo daß jetzt die Abfertigung
der Güterzüge uſw. viel flotter als früher von ſtatten
gehen kann. Die Rangiermanöver vollziehen ſich
weſent=
lich ſchneller und leichter. Gegenwärtig wird am Oſtende
des Bahnhofs ein eiſerner Steg ausgeführt, mit deſſen
Vollendung der Bahnhof Kranichſtein als fertiggeſtellt
an=
geſehen werden kann. Für den umfangreichen Umbau
wurden rund 1 200000 Mark aufgewendet.
* Auerbach, 7. Aug. Nächſten Freitag findet hier im
„Hotel zur Krone” das 6. und drittletzte diesjährige
Kur=
konzert der Kapelle des Garde=Dragoner=Regiments ſtatt.
Mit dem Konzert iſt bei günſtiger Witterung Reunion
verbunden. — Anſtelle des beabſichtigten 2.
Burg=
feſtes, deſſen Abhaltung auf Schwierigkeiten geſtoßen
iſt, iſt die Veranſtaltung einer National=Feier
gegen Ende des Monats auf dem Auerbacher Schloß
ge=
plant, womit ein Volksfeſt verbunden ſein ſoll.
* Lampertheim, 7. Aug. Ueber die Schau von
Hunden aller Raſſen veranſtaltet von dem „
Bull=
dogg=Klub” Mannheim am 31. Auguſt in den Räumen
des „Darmſtädter Hof” zu Lampertheim, wird uns
ge=
ſchrieben: Die Vorarbeiten ſind im beſten Gang. Eine
Reihe von Ehrenpreiſen iſt bereits geſtiftet. Der Klub
„Süddeutſcher Schäferhundfreunde” Sitz Mannheim,
glie=
dert eine Spezialſchau ſeiner Raſſe an. Die Schau iſt
an=
erkannt von dem Süddeutſchen Verband kynologiſcher
Vereine ſowie von der Delegierten=Kommiſſion (D. C.).
Es iſt alſo für ſportliche Durchführung Gewähr geleiſtet.
Das Programm der Schau iſt folgendes: Samstag, 30.
Auguſt, von abends 6 Uhr ab, Empfang der Herren
Preis=
richter und auswärtigen Gäſte, von 8 Uhr ab geſelliges
Zuſammenſein mit den Herren vom Ehrenausſchuß, den
Preisrichtern und Gäſten, Sonntag, 31. Auguſt: Morgens
8 Uhr, Eröffnung der Schau, von 9 Uhr ab Annahme von
Hunden, 10 Uhr Frühſtück und Uebergabe der Ehrenpreiſe
an die Herren Preisrichter, 11 Uhr kleiner Spaziergang
an den Rhein oder in die Stadt, 12 Uhr Beginn der
Prämierung, 5½ Uhr Ausgabe der Diplome und
Ehren=
preiſe, 6 Uhr Schluß der Schau, 6½ Uhr
gemeinſchaft=
liches Eſſen, nachdem offizieller Schluß. Um 4 Uhr
Verloſung des von dem S. V. K. V. geſtifteten Bechers.
Offenbach, 7. Aug. Der 22jährige Sohn des
Häfner=
meiſters Karl Thomann aus der Bismarckſtraße, der
ſich aus Unvorſichtigkeit eine Leuchtgasvergiftung
zugezogen hatte, iſt geſtern abend an den Folgen der
Ver=
giftung geſtorben.
M. Stockſtadt, 8. Aug. Große bauliche
Verän=
derungen werden gegenwärtig auf dem hieſigen
Bahnhof ausgeführt. So wird das ganze
Stations=
haus umgebaut, ein drittes
Ueberholungs=
gleis iſt ſchon fertiggeſtellt, damit dem geſteigerten
Ver=
kehr durch Entlaſtung der Bahnhöfe Goddelau,
Biebes=
heim und Gernsheim Rechnung getragen werden kann.
Damit aber auch die beim Ueberſchreiten der Gleiſe
vor=
liegende Lebensgefahr beſeitigt wird, wird eine
Unter=
führung für den Perſonenverkehr gebaut. Dieſe Arbeit
hat eine Baufirma von Worms von der
Betriebsinſpek=
tion zur Ausführung übertragen bekommen.
Unvocher=
geſehene Schwierigkeiten haben ſich bei dem Bau ergeben,
Da das Mauerwerk bis auf den feſten Rheinkies gebaut
werden muß, hat ſich das Grundwaſſer unliebſam
be=
merkbar gemacht. Nachdem in wochenlanger Arbeit die
Quellen durch Beton abgedichtet waren, iſt dieſe Woche
wieder ein armdicker Waſſerſtrahl aus dem
Untergrunde durchgebrochen. Trotzdem Tag und
Nacht mittelſt eines Elektromotors eine Pumpe in
Tätig=
keit geſetzt wird, tritt das Waſſer doch mit ſolcher Gewalt
zutage, daß das ganze Mauerwerk beinahe einen Meter
unter Waſſer ſteht.
Mainz, 7. Aug. Vom dritten Stock eines
Hauſes am Kaiſer=Wilhelmsring ſtürzte das 4jährige
Töchterchen eines Bureaubeamten und ſchlug mit dem
Kopf auf den Deckel der Abortgrube auf, wodurch dieſer
zerbrach und das Kind in die Grube ſtürzte. Das
bewußtloſe Mädchen wurde ins Krankenhaus gebracht,
wo es nicht hoffnungslos darniederliegt. — Ecke der
Zang=
gaſſe und Hinteren Bleiche hat eine Frau einem 5jährigen
Knaben, der bei ſeinem Bruder einen kleinen
Geld=
betrag geholt hatte, das eingewickelte Geld aus
der Hand genommen und davon eine Mark
ent=
wendet. Den verbleibenden kleinen Reſt hat ſie dem
Kna=
ben eingeſchlagen wieder zurückgegeben. — Ein 50jähriger
Taglöhner ſtürzte geſtern nachmittag während der
Arbeit in einen tiefen Schacht. Außer einem
Armbruch zog er ſich noch ſchwere innere Verletzungen
zu. Die Sanitätswache brachte ihn ins Rochushoſpital.
Worms, 7. Aug. Ueber die in einzelnen Orten des
Kreiſes Worms aufgetretene Kinderlähmung teilt
das Großh. Kreisgeſundheitsamt mit: In den Orten
Worms, Horchheim, Rhein=Dürkheim und Hamm ſind
Er=
krankungen in Kinderlähmung vorgekommen. Die
Krank=
heit, die infektiös iſt, befällt zumeiſt die Kinder in den
erſten Lebensjahren. Sie hat bis jetzt einen
leich=
ten Verlauf genommen. Die Nachricht, daß daran
zwei Kinder in Horchheim geſtorben ſeien, iſt
unrich=
tig. Von den Behörden ſind zur Verhütung einer
wei=
teren Verbreitung der Krankheit die erforderlichen
Maß=
nahmen getroffen worden. Notwendig iſt in erſter Linie,
wie dies auch bei anderen übertragbaren
Kinderkrank=
heiten allgemein bekannt iſt. Kinder vor dem Verkehr mit
Familien, in denen Erkrankungen an Kinderlähmung
vor=
gekommen ſind, ſo lange zu hüten, bis nach ärztlichem
Er=
meſſen eine Gefahr der Uebertragung nicht mehr beſteht.
Beſonders zu beachten iſt dieſe Vorſchrift für die Kinder
in den erſten beiden Lebensjahren. Die Aerzte des
Krei=
ſes werden aufgefordert jeden Fall von Kinderlähmung,
auch verdächtige Fälle dem Kreisgeſundheitsamt alsbald
anzuzeigen.
Alzey, 7. Aug. Vorgeſtern fanden unter dem Vorſitz
des Bürgermeiſters Dr. Sutor zwei
außerordent=
liche Stadtverordnetenſitzungen ſtatt, in
denen über den Elektrizitätsvertrag mit der
rheinheſſiſchen Ueberlandzentrale beraten wurde.
Als
Sachverſtändiger der Stadt war Herr Diplom=Ingenieur
Joſt aus Leipzig, als Vertreter der Ueberlandzentrale
deren Direktor Bühring und Ingenieur Wandt aus
Mann=
heim anweſend. Die ſchwierige Frage iſt nunmehr zu
einem endgültigen Abſchluß geſtern gelangt. Die
Stadt übernimmt die elektriſche Energie und verkauft dieſe
ihrerſeits weiter an die Bürgerſchaft. Der Wortlaut des
Vertrages wird jetzt auf der Bürgermeiſterei feſtgelegt und
dann, der geſetzlichen Beſtimmung gemäß, der ſtaatlichen
Aufſichtsbehörde zur Prüfung und ſodann zur
Genehmig=
ung vorgelegt.
Sprendlingen (Rheinh.), 7. Aug. Ein Soldat der
Mainzer Luftſchifferabteilung, die gegenwärtig mit ihrem
Militärballon hier übt, ging an einer Bauſtelle vorbei, als
plötzlich der Hausgiebel vor den Füßen des
Musketiers einſtürzte. Der Soldat blieb unter einer
Staubwolke bewußtlos liegen. Erſt nach
länge=
rer Zeit kam er in ſeinem Quartier wieder zum
Bewußt=
ſein. Dabei zeigte es ſich, daß ihn kein Stein oder
Ge=
bälk getroffen, ſondern lediglich der Luftdruck ihn zu
Boden geriſſen hatte.
Bingen, 7. Aug. Nachdem die Vorarbeiten zum Bau
der neuen Rheinbrücke zwiſchen Rüdesheim und
Bingen weit vorgeſchritten ſind, iſt der Bau vergeben
wor=
den. Beteiligt ſind an den Arbeiten die
Gutehoffnungs=
hütte in Oberhauſen, das M. A. N.=Werk in
Guſtavs=
bura und die Firma Harkort in Duisburg. Nach der
Herſtellung dürfte die Brücke zu den bedeutendſten
Brückenbauwerken Deutſchlands zählen. Die
eiſernen Ueberbauten der zweigleiſigen Brücke werden ein
Gewicht von rund 10000 Tonnen oder 200000 Zentnern
haben. Um dieſe Teile vom Ort der Herſtellung zur
Bau=
ſtelle zu bringen, werden 1000 Güterwagen oder 50
Güter=
züge zu 20 Wagen nötig ſein. Die Brücke ſoll ſchon Ende
1914 dem Verkehr übergeben werden. Sie wird unter
Umſtänden auch dem Lokalverkehr Bingen-
Rüdesheim dienen. Wie bei mündlichen
Unterhand=
lungen in Ausſicht geſtellt wurde, ſoll bei Dauerſtörungen
des Waſſertrajekts ein Verkehr mit Triebwagen
zwiſchen Bingen und Rüdesheim-Geiſenheim eingerichtet
werden. Im übrigen werden die Fußgängerſteige zu
bei=
den Seiten der Brücke an und für ſich ſchon den Verkehr
bei Nebel, Eisgang, Hochwaſſer uſw. aufrecht erhalten.
Friedberg, 7. Aug. In der Nacht vom 9. zum 10.
Auguſt wird der neue Bahnhof Friedberg in
Betrieb genommen. Er liegt etwa 700 Meter
wei=
ter ſüdlich wie der bisherige Bahnhof. Die
Längenaus=
dehnung des neuen Bahnhofs beträgt 3,3 Kilometer,
wäh=
rend die des alten nur 1,3 Kilometer war; die
Durch=
ſchnick’sbreitenausdehnung iſt 2—300 Meten. Von der
ſtattlichen Empfangshalle gelangt man durch die Sperre
ohne Treppen benützen zu müſſen, zum Bahnſteig 1. mit
dem die übrigen 4 Bahnſteige zu je zwei Gleiſen durch
Unterführungen verbunden ſind. Die Bahnſteige ſind
ſämtlich überdacht und je 300 Meter lang. Die umfang=
Mit Stolz und Genugtuung kann Mr. Mullen ſeinen
Pro=
ſpekt damit ſchließen, daß er den ſehen wolle, der ein
ſol=
ches Programm für den gleichen Preis ausführe.
sh Auch ein Geburtstagsgeſchenk. Hohe Herrſchaften
werden nicht nur bei allen möglichen Gelegenheiten von
allen möglichen Leuten antelegraphiert, ſie müſſen
mit=
unter auch recht ſonderbare Geburtstagsgeſchenke über ſich
ergehen laſſen. Davon kann Prinz Oskar von Preußen
eine Geſchichte erzählen, der vor kurzem ſeinen 25.
Ge=
burtstag feierte. Unter ſeinen Geburtstagsgeſchenken
be=
fand ſich eine entwertete alte Fahrkarte, mit der es folgende
Bewandtnis hatte. Vor zirka 25 Jahren machte ein
biederer Einwohner des Fleckens Hüls bei Kempen eine
Geſchäftsreiſe nach Berlin. Nach Erledigung ſeiner
geſchäft=
lichen Angelegenheiten beſichtigte er die
Sehenswürdigkei=
ten der Reichshauptſtadt und befand ſich am 27. Juli 1888
im alten Kaiſerſchloſſe, als der übliche Salut die Geburt
eines Prinzen ankündigte, eben des Prinzen Oskar von
Preußen. Von patriotiſchen Gefühlen bewegt fuhr der
Mann nach Hauſe, wo ihm durch einen Zufall die
Eiſen=
bahnfahrkarte mit dem Datum der Prinzengeburt nicht
abgenommen wurde. Dieſe Karte hütete der glückliche
In=
haber durch die langen 25 Jahre, und als der 25. Geburtstag
des Prinzen herannahte, ſetzte er ſich hin und ſchrieb einen
ſäuberlichen Geburtstagsbrief, in dem er dem Prinzen
ſeine Glückwünſche ausſprach und zugleich die „hiſtoriſche
Eiſenbahnfahrkarte überreichte. Der Prinz hatte genügend
Verſtändnis für die gute Meinung des Abſenders, und ſo
ließ er dem braven Mann durch ſeinen Adjutanten ein
Dankſchreiben und ſein Bild mit eigener Unterſchrift
zu=
gehen.
Wie man dem Hahn das Krähen abgewöhnt
er=
zählt ein luſtiger franzöſiſcher Soldatenbrief aus Marokko,
ein Bericht eines Korporals bei den Schützen. Ein
Ser=
geant beſaß einen Hahn, der ihm offenbar ſehr teuer war;
das Tier aber machte ſich mißliebig, weil es an den
weni=
gen Morgen, da man nicht durch die Marokkaner geſtört
wurde, durch ſein gellendes Kikeriki den Schlaf der braven
Soldaten ſtörte, bis der Sergeant ein ebenſo ſinnreiches
wie verblüffend einfaches Mittel fand, ſeinem zweibeinigen
Penſionär die läſtige Unſitte des Krähens abzugewöhnen.
Er band dem armen Hahn eine Schnur ans Bein, und
jedesmal, wenn im Morgengrauen Chantecler ſeine
Stimme erhob, zog er energiſch an der Schnur, ſo daß der
Sänger hinfiel und ſein ſchönſtes Kikeriki in der Mitte
abbrach. Das ging ein paar Tage ſo; als dann aber der
pflichtgetreue Hahn merkte, daß jeder Verſuch eines
Kike=
riki ihn auf rätſelhafte Weiſe zu Boden ſchmetterte, wurde
er mißtrauiſch, reſignierte und ließ ſchließlich die Sonne
aufgehen, ohne ſie mit ſeinem Geſang zu begrüßen. Aber
die erfinderiſchen Soldaten zögerten nicht, dieſes probate
Syſtem auch auf andere Tiere anzuwenden, und die erſten
Opfer ſind die Eſel geworden. Wenn ein Eſel ſein „JA”
brüllt, hebt er den Schwanz. Alſo hängt man ihm nur
einen Stein an den Schwanz, und er vermeidet alle
klang=
vollen Gefühlsäußerungen. Das Verfahren iſt einfach und
billig, das wahre Ei des Kolumbus . . .
* Der verkehrsreichſte Ort der Welt. Der
verkehrs=
reichſte Ort der Welt zu ſein, und zwar während 5½
Tagen jeder Woche, nimmt jenes ſchmale Gebiet in der
City von London für ſich in Anſpruch, das von der Börſe,
der Bank von England und dem Manſion Houſe (
Herren=
haus) begrenzt wird. Es wird angenommen, daß täglich
mindeſtens 500000 Menſchen darüber hin= und
zurückflu=
ten und nicht weniger als 50000 Fuhrwerke es paſſieren.
Der allerdichteſte Verkehr ſpielt ſich allerdings direkt vor
dem Herrenhaus ab. Laut polizeilicher Aufzeichnungen
und ſtatiſtiſcher Angaben häuft ſich der Verkehr an dieſer
Stelle derart, daß täglich im Durchſchnitt nicht weniger als
30000 Fuhrwerke aller Art und Gattungen an dieſer
be=
ſonderen Ecke vorüberkommen, während die Zahl von
250000 Fußgängern ſehr häufig noch überſchritten wird.
Da Samstag nachmittags ſchon früh Geſchäftsſchluß in der
City iſt und auch der Sonntag für den geſchäftlichen
Ver=
kehr nicht mitrechnet, ſo dürfen dieſe Zahlen allerdings
einen Rekord aufweiſen.
Seite L.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Auguſt 1913.
Nummer 184.
reichſten Arbeiten haben ſich am Südende des Bahnhofs
vollzogen, wo rund 700000 Kubikmeter Erdmaſſen bewegt
werden mußten. Die Bauzeit für den Bahnhof betrug
zwei Jahre, die Baukoſten waren rund 7 Millionen,
wo=
von Heſſen 600000 Mark übernommen hat.
Kirchberg, 6. Aug. Im nahen Forſtrevier Herlasgrün
ſind in den letzten Wochen gegen 30 verendete
Rehe aufgefunden worden. Von einem Sachverſtändigen
wurde feſtgeſtellt, daß in dem Reviere die
Rachen=
fliege auftritt, die ſich in Naſen und Augen der Rehe
feſtſetzt und ihre Eier im Kehlkopf ablegt. An den daraus
entſtehenden Maden gehen die Rehe dann zugrunde.
(*) Schotten, 6. Aug. Die 54 Gemeinden des
Kreiſes Schotten zahlen im Rechnungsjahr 1913 die
Summe von rund 160000 Mark Staatsſteuer.
An der Spitze ſteht Schotten mit 21000 Mark. Die
Ge=
ſamtſumme an Gemeindeſteuer beträgt für die 54
Gemein=
den rund 400000 Mark. Schotten erhebt 45000 Mark,
Laubach 31000 Mark, Gedern 30000 Mark, Ulfa 14 200
Mark, Eichelsdorf 13000 Mark, Oberſchmitten 12000 Mark,
Eichelſachſen 11500 Mark. Ulrichſtein 11000 Mark,
Ober=
ſeemen 11000 Mack, Ruppertsburg 9900 Mark. In bezug
auf Höhe des Prozentſatzes ſtehen an der Spitze:
Schmit=
ten mit 248,9 Glashütten mit 236 und Kolzenhain mit 213
Prozent, am günſtigſten ſtehen: Freienſeen mit 26,7,
Lardenbach mit 68,8, Ruppertsburg mit 74, Michelbach
mit 71 und Wetterfeld mit 76,6 Prozent.
Marienborn, 7. Aug. Bei der gerichtlichen
Unterſuch=
ung des Vorfalles in Marienborn, bei dem der
Feld=
ſchütze Arnoldſeinen Todfand, wurde
einwand=
frei feſtgeſtellt, daß den Fuhrknecht Nier an dem tragiſchen
Falle ſelbſt keinerlei direkte Schuld trifft.
Ar=
nold hat ſeinen Tod dadurch ſelbſt verſchuldet, daß er in
der Aufregung den gegen Nier gerichteten Revolver
unge=
ſichert in das umgehängte Futteral ſtecken wollte, wobei
ſich die Waffe entlud. Die Schlagader im Unterleib war
völlig zerriſſen, ſo daß in kürzeſter Zeit der Tod durch
Verblutung eintreten mußte. Nier wird ſich, obwohl er
durch den Apfeldiebſtahl indirekt die ganze Tragödie
ver=
ſchuldet hat, nur wegen Felddiebſtahls, Widerſetzlichkeit
gegen die Staatsgewalt und tätlicher Beamtenbeleidigung
zu verantworten haben.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. Aug. In den Berliner
Verkehrsunternehmungen ſind Beſitzverſchiebungen
einge=
treten, die zu einer weitgehenden Umwälzung im
Ver=
kehrsleben führen dürften. Die Große Berliner
Straßenbahn hat von dem Bankhaus S. Bleichröder
etwa vier Millionen Mark Aktien der Allgemeinen
Berliner Omnibusgeſellſchaft übernommen.
Die der Hochbahn=Geſellſchaft naheſtehende Deutſche Bank
hat gleichfalls rund 4 Millionen Mark Omnibusaktien von
dem Fürſtentruſt übernommen. Das Kapital der
Omni=
busgeſellſchaft beträgt im ganzen etwa 12½ Millionen
Mark. Um die noch freien 4 Millionen Mark dürfte noch
ein Kampf zwiſchen Straßenbahn und Hochbahn
ent=
brennen. — Nachdem ſeit dem Verbot, die
Hut=
nadeln ohne Sicherung zu tragen, einige Monate
ver=
ſloſſen ſind, kommen die ungeſicherten Nadelſpitzen
wie=
der zum Vorſchein. Als heute morgen einen Herr einen
Wagen der Linie 87 beſtieg, ſtellte er ſich, da er eine
Zi=
garre rauchte, auf die hintere Plattform. Neben ihm
ſtand eine Dame. Als dieſe, die einen modernen kleinen
Hut trug, ihren Kopf wandte, um irgend etwas auf der
Straße zu beobachten, bohrte ſich eine Hutnadel in den
Panamahut des Herrn neben ihr und warf ihn herunter.
Erfreulicherweiſe wurde nur der Hut getroffen. — Aus
einem eigenartigen Grunde iſt der Gemeinde Weißenſee
bis auf weiteres der Betrieb des Springbrunnens
im Schwanenteich verboten worden. Der Motor
und die Pumpe des Brunnens ſind in einem
Verwalt=
ungsgebäude untergebracht, in deſſen erſtem Stockwerk ein
Mieter wohnt. Dieſer fühlte ſich durch den Lärm der
Maſchinenanlagen in ſeiner Ruhe geſtört und erwirkte auf
Grund eines ärztlichen Zeugniſſes eine einſtweilige
Ver=
fügung, durch die der Betrieb der Anlage vorläufig
ver=
boten wurde. Die Gemeinde Weißenſee hat nun gegen
dieſen Befehl Berufung eingelegt und eine aus mehreren
Aerzten beſtehende Kommiſſion gewählt, die prüfen ſoll,
ob durch das Geräuſch des Motors ein geſundheitlicher
Schaden für den Mieter erwachſen kann.
Frankfurt, 7. Aug. Die Kaiſerin kam heute
vor=
mittag in Begleitung einer Hofdame im Automobil vom
Homburger Schloß nach Frankfurt zum Empfang ihrer
Schweſter, der Prinzeſſin Chriſtian von Schleswig=
Hol=
ſtein, die um 9.29 Uhr mit dem Hamburger Schnellzug
hier eintraf. Nach kurzer herzlicher Begrüßung auf dem
Bahnſteig beſtiegen die Damen ſofort das Auto und
fuh=
ren nach Homburg.
München, 7. Aug. Der Magiſtrat bewilligte für die
Beſchaffung von Meſothorium dem neuen
Krebsheilmittel, 200000 Mark.
Bochum, 6. Aug. In der Nachbargemeinde Eickel iſt
der Bergmann Heinrich Woiſejewski im Bett
ver=
brannt. Der Mann war in der Nacht in angeheitertem
Zuſtande nach Hauſe gekommen und hatte ſich mit einer
brennenden Zigarre ins Bett gelegt, die, nachdem
Woiſe=
jewski eingeſchlafen war, das Bett in Brand ſetzte. Am
Morge: fanden Familienangehörige den Mann in dem
verbrannten Bett halb verkohlt vor. Der Tod iſt
an=
ſcheinend durch Erſtickung eingetreten.
Neresheim, 7. Juli. Der Hirſchwirt Böhm von
Diſchingen wurde geſtern nachmittag auf dem Felde vom
Blitz erſchlagen und ein neben ihm arbeitender
Knecht betäubt. Dieſer kam im übrigen mit dem Schrecken
davon.
Marienbad 7. Aug. Zur Vorbereitung des hieſigen
Kuraufen thaltes des Prinzen von Wales,
der in den nächſten Tagen einige Zeit die Kur benutzen
will, ſind eingetroffen der Oberzeremonienmeiſter des
eng=
liſchen Königs, der Chef der Detektive König Eduards VII.
mit einigen Beamten, der Profeſſor der deutſchen Sprache
an der Univerſität Orford, Prof. Fiedler, mehrere
Hof=
beamte und Diener. Der Prinz wird in den nächſten
Tagen als Earl of Cheſter ankommen.
Innsbruck, 7. Aug. Rechnungsrat Freiherr von
Kuhn wurde hier verhaftet wegen Unterſchlagung
einer halben Million Kronen zum Schaden der
Alpen=
ländiſchen Volksbank deren Geſchäftsleiter er war. Im
Zuſammenhang damit wurden der Exbuchhalter der
Volks=
bank und ein Verſicherungsbeamter verhaftet.
London, 6. Aug. Prinz und Prinzeſſin Eit el
Friedrich, die ſich in den letzten 14 Tagen inkognito
in Edinburgh aufgehalten haben, ſind geſtern nach dem
ſchottiſchen Hochland abgereiſt.
London, 6. Aug. Der 17. Internationale
Mediziniſche Kongreß iſt heute vormittag in der
Alberthall eröffnet worden. Siebentauſend Aerzte mit
ihren Damen füllten faſt das rieſige Gebäude. Prinz
Arthur von Connaught ſagte in ſeiner Eröffnungsrede,
der König habe ihn beauftragt, die Hoffnung des Königs
zum Ausdruck zu bringen, daß ſolche internationalen
Ver=
einigungen zum Fortſchritt der großen mediziniſchen
Wiſſenſchaft und zum allgemeinen Wohl der Menſchheit
beitragen würden. Staatsſekretär Sir Edward Grey
be=
merkte, dies iſt ein Kongreß, der unſere Intervention
nicht fordern kann, handelt es ſich noch nicht um nationale
oder politiſche Rivalitäten. Sir Thomas Barlow
ver=
las ſodann die Präſidentenrede.
Johannesburg, 6. Aug. Hier ſind verſchiedene
Ex=
ploſionen vorgekommen, die auf Dynamit
zurück=
zuführen ſind, das zweifelhafte Elemente beiſeite geſchafft
und angehäuft hatten, um es bei neuen Attentaten zu
ver=
wenden. Geſtern nacht iſt ein verborgener Vorrat von
Dynamit in einem offenen Raum an der Peripherie von
Germiſton explodiert. 16 Häuſer wurden zerſtört. Die
Fenſter vieler Häuſer wurden zertrümmert.
Stadtverordnetenverſammlung.
St. Darmſtadt, 7. Auguſt.
Bürgermeiſter Mueller eröffnet die Sitzung um
¾44 Uhr, begrüßt beſonders herzlich Herrn Stadtv. Gallus,
der nach längerer Krankheit wieder geneſen iſt, und macht
vor Eintritt in die Tagesordnung folgende
Mitteilungen:
Es haben gedankt: 1. die Kommandantur für die
bewilligte Beihilfe zum Beſten des Invalidendank; 2. die
Ludwig= und Alice=Stiftung für den bewilligten
Jubi=
läumsbeitrag; 3. der Verein Volksküche” für die
Ueber=
nahme einer Darlehns=Bürgſchaft; 4. der Kunſtverein für
das Großherzogtum Heſſen für den Beitritt der Stadt zu
dem Verein.
Die Großh. Landesbaugewerkſchule hat
zur Eröffnung und Beſichtigung ihrer Ausſtellung von
Schülerarbeiten eingeladen.
Die Direktion der Heſſiſchen Eiſenbahn=
Aktien=Geſellſchaft hat auf eine wegen der ſtarken
Rauchentwickelung der Dampfſtraßenbahn=Lokomotiven in
der Sitzung der Stadtverordneten=Verſammlung erhobenen
Beſchwerde mitgeteilt, daß das Fahrperſonal der
Dampf=
ſtraßenbahn angewieſen worden iſt, alle Vorſchriften, die
zur Verhütung übermäßiger Rauchentwickelung angetan
ſind, ſtreng zu befolgen
Das Großh. Polizeiamt hat aus Anlaß von Klagen,
die in der letzten Sitzung der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung über Ausſchreitungen und Auswüchſe
im Fuhrwerksverkehr geführt wurden, die
Schutz=
mannſchaft erneut mit der aufmerkſamſten und ſchärfſten
Ueberwachung des Fuhrwerksverkehrs und
unnachſicht=
lichen Vorgehens durch Strafanzeigen beauftragt.
Die Fürſtin zu Erbach=Schönberg, als
Präſidentin des Vereins der Freundinnen
jun=
ger Mädchen und des Braunshardter Heimvereins, hat
die von der Verwaltung als Erſatz des Aſyls für
fürſorge=
bedürftige Mädchen vorgeſchlagenen ſtädtiſchen
Einrichtun=
gen im Pfründner= und Armenhaus eingehend beſichtigt
und ſich damit einverſtanden erklärt.
Die Hausbeſitzer der Frankfurter Straße
bitten in einer Eingabe, durch ſchnellen Ausbau der
elek=
triſchen Straßenbahn und Neuherrichtung des Fahrdamms
die Uebelſtände in der durch den Verkehr ſehr
abgenutz=
ten Frankfurter Straße baldigſt zu beſeitigen.
Das Direktorium der
Reichsverſiche=
rungsanſtalt für Angeſtellte hat auf eine
An=
frage mitgeteilt, daß die Anſtalt grundſätzlich bereit iſt, auch
in Darmſtadt hypothekariſche Beleihungen
zur 1. Stelle vorzunehmen.
Anträge.
Die Stadtvv. Aßmuth und Friedrich haben an
den Herrn Oberbürgermeiſter folgende Anfragen gerichtet:
1. Welche Maßnahmen gedenkt die Stadtverwaltung zu
er=
greifen. zur Abwehr der ſchweren Schädigungen des
geſam=
ten Wirtſchaftslebens unſerer Stadt, infolge der
abermaligen Verſchlechterung des
Ar=
beitsmarktes? 2. Iſt die Stadtverwaltung gewillt,
zur Feſtſtellung des Umfanges einer Hilfsaktion, ſowie zur
Schaffung geeigneten Materials für die beantragte
Ar=
beitsloſenverſicherung, alsbald eine amtliche
Arbeitsloſen=
zählung anzuordnen?
Stadtv. Lindt hat den Antrag geſtellt, Branddirektor
Fiſcher der an der Feuerwehrtagung in Leipzig
teilgenommen hat, möge in der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung Bericht über die Tagung erſtatten. — Die
An=
träge gehen in geſchäftsordnungsmäßige Behandlung.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Stadtv.
Wittmann führt aus:
Die
Nachträge zum Ortsbauſtatut uſw.
für die Bruchwieſen= und Bruſtſtraße waren bereits in
der Sitzung am 26. Juni ds. Js. Gegenſtand der
Bera=
tung und wurden damals an den Hochbauausſchuß
zurück=
gewieſen, um über die Aufnahme der Beſtimmung, die die
Zulaſſung von Dienſtbotenräumen über dem bewohnbaren
Dachgeſchoß vorſieht, nochmals ſich gutachtlich zu äußern.
Der Hochbau=Ausſchuß hat die Nachträge in der
vorliegen=
den Faſſung erneut zur Annahme empfohlen.
*
Die Stadtvv. Dr. Noellner, Aßmuth, Pickert
äußern Bedenken gegen den Antrag, doch macht Beig.
Jäger darauf aufmerkſam, daß es ſich hier nicht um
etwas Neues handelt, ſondern um Beſtimmungen, die
andere Straßen gleicher Breite bereits beſtehen. Im
Mi=
niſterium werde die Stellungnahme des Ausſchuſſes ge
teilt.
Stadtbaurat Steinberger vertritt die gleiche
An=
ſicht und führt behördliche Gutachten mediziniſcher
Sach=
verſtändiger an, die ſich durchaus für die hygieniſch
ein=
wandfreie Geeignetheit der hellen luftigen Räume in
den Dachgeſchoſſen ausſprechen, wenn ſie den
feuerpolizei=
lichen Vorſchriften uſw. entſprechen. Der Unterſchied in
den Wärmegraden in Hitzeperioden beträgt höchſtens
2 Grad im Verhältnis zu den übrigen Wohnräumen des
Hauſes. Aehnlich iſt es mit der Kälte, gegen die dieſe
Wohnungen genügend geſchützt werden können und müſſen.
Auch in bezug auf Luft und Licht ſind dieſe
Dachwohnun=
gen durchaus einwandfrei. Im übrigen wird die ſtädtiſche
Baupolizei ſicher dafür Sorge tragen, daß die hier in
Frage kommenden Wohnungen durchaus einwandfrei
ge=
ſtaltet werden
Stadtv. Sames verbreitet ſich eingehend über die
Entwickelung der heutigen Bauweiſe unter beſonderer
Be=
rückſichtigung der Dachgeſtaltung, und kommt zu dem
Schluß, daß heute in den allermeiſten Fällen in den ſteilen
Dachgeſchoſſen geradezu ideale Wohnräume geſchaffen wur=
Ausſtellung von Schülerarbeiten in der
Großh. Landesbaugewerkſchule.
St. Schon mehrfach iſt an dieſer Stelle der
außer=
ordentlich erſprießlichen Wirkſamkeit der Großh.
Landes=
baugewerkſchule im Intereſſe der Wiederbelebung und
Feſtigung der heimatlichen Bauweiſe rühmend gedacht
worden. Unter der tatkräftigen und zielbewußten Leitung
ihres Direktors Prof. Wienkoop, dem ein ganz
ausge=
zeichneter, tüchtiger Lehrkörper auf allen Gebieten der
Bau=
kunſt zur Seite ſteht, werden alljährlich zahlreiche Schüler
ausgebildet, die nach beſtandenen Examina, die, nebenbei
bemerkt, andauernd angeſpannt werden, ins Land
hinaus=
ziehen mit feſten und reifen grundlegenden Kenntniſſen
zur Ausübung ihres ſchönen und
verantwortungs=
ſchweren Berufes und die Gedanken der Pflege ſchöner
deutſcher heimatlicher Baukunſt in die Praxis umſetzen.
Mit klarem Blick hat man an dieſer Bildungsſtätte ſchon
längſt erkannt, daß es ein ſchwerer Fehler war,
ſich prinzipiell über all das Schöne und Gute, was
die ſo
überaus gewiſſenhaften und oft ungemein
fein empfindenden Baumeiſter der Vorzeit, geſchaffen
haben, hinwegzuſetzen, nur, um abſolut neues
zu ſchaffen. Die Rückkehr zur Natur, zur
Ehrlich=
keit, zur Betonung der Wahrheit und Echtheit des
Mate=
rials, mußte von ſelbſt dazu führen, daß man den
Bau=
ſtil wieder dem heimatlichen Landſchaftsbilde anpaßte,
daß man bewußt den akademiſchen Charakter der
Bau=
kunſt vermied und zu einer ausgeſprochenen
volkstüm=
lichen Bauweiſe zurückkehrte. Selbſtredend unter
Berück=
ſichtigung aller Eigenſchaften des modernen Materials ꝛc
Dieſer Weg mußte zur Herausarbeitung einer
Heimat=
kunſt im beſten Sinne des Wortes führen und wenn wir
dieſem Ziel heute in erfreulicher Weiſe nahe gerückt ſind,
ſo hat die Großh. Landesbaugewerkſchule erheblichen
An=
teil daran.
Das beweiſt ſie auch zurzeit wieder in der geſtern
eröffneten Ausſtellung von Schülerarbeiten
und von in einer beſonderen Gruppe vereinigten
ſelbſt=
tändigen Arbeiten ihrer ehemaligen Schüler. Es iſt ein
in der Tat hocherfreuliches Bild, das dieſe Ausſtellung in
ihrer Geſamtheit und in Einzelheiten bietet,
gewiſſer=
maßen ein baukünſtleriſches Bekenntnis im großen, das
als ganzes ein Kulturdokument iſt, an dem viele Einzel=
teile mitgeſchafft haben. Insbeſondere Fachleute,
Architekten, Handwerksmeiſter und Gewerbetreibende,
aber auch dasjenige Publikum, welches an den
Fort=
ſchritten auf intellektuellen Gebieten Anteil und Intereſſe
nimmt, ſeien auf die Ausſtellung aufmerkſam gemacht, die
an ſich übrigens vorbildlich geordnet iſt.
Ausgeſtellt ſind ſämtliche Diſziplinen des
Unter=
richtes im Hoch= und Tiefbau; ein unendlich differenziertes
und vielverzweigtes Gebiet menſchlicher Betätigung bietet
ſich dem Beſchauer. Nach einem orientierenden Rundgang
haben wir eine allgemeine Ueberſicht gewonnen. Wir
ſehen in fünf Klaſſen in klarem Syſtem geordnet die
vor=
bereitenden Fächer in Lehrheften aufgelegt, wir ſehen die
konſtruktiv=wiſſenſchaftlichen Fächer, Baukonſtruktionslehre,
Statik und wir ſehen die künſtleriſch=formalen Fächer
Frei=
handzeichnen, Formenlehre und ſelbſtändiges Entwerfen.
Wir bekommen ferner einen Einblick in die Tätigkeit
einer Schule außerhalb des eigentlichen Schuldienſtes;
wie die jungen Techniker eingeführt werden in das Weſen
der heimiſchen Bauweiſe. Dörfer und Städtchen der
nächſten Umgebung werden aufgeſucht, dort wird alles
ge=
zeichnet, gemeſſen, photographiert, was nur irgend
An=
ſpruch machen kann auf hiſtoriſch=baukünſtleriſche
Beden=
tung. Und wie wichtig iſt ſolch eine Unterrichtsart, wer
beachtet den Reiz, die Schönheiten ſolcher einfacher
Bau=
werke, wie ſie aus den Aufnahmen die uns da gezeigt
werden, erſichtlich ſind? Achtlos geht die Menge vorüber
an dieſen Zeugen einer verfloſſenen, faſt vergeſſenen
Kul=
turperiode; achtlos überläßt man dieſe Dinge ihrem
naturgewollten Schickſal, immer mehr verſchwindet Stück
um Stück und der Erſatz, den die heutige Generation
bie=
tet, bringt das Verlorene nicht wieder. Von Staatswegen
iſt ein Schutz ſolcher Werke alter Kultur organiſiert, und
iſt hierdurch wenigſtens für die nächſte Zeit gegen
Ver=
ſchandelung und Zerſtörung geſorgt; die Schule muß ſich
aber ihrer beſonderen Aufgabe beſinnen, ſie muß ſorgen,
daß das neu zu erſchaffende ſich allmählich wieder neben
dem alten, dem Untergang geweihten ſehen laſſen kann.
Leicht wird es dem jungen, modernen Techniker nicht
gemacht; der Lehrſtoff iſt gewaltig und faſt möchte es
un=
glaublich erſcheinen, daß man Jünglinge mit meiſt nicht
mehr als guter Volksſchulbildung auf ſolche Höhe
techni=
ſcher Erziehungskunſt bringen kann.
Auf unſerem Rundgang ſahen wir bisher die
Ar=
beiten des Hochbaues; es folgen nun diesbeiden Tiefbau=
klaſſen, hier werden die theoretiſchen Kenntniſſe des
Eiſen=
bahnbaues, des Brückenbaues und der Statik des Erd=
und Straßenbaues, des Waſſerbaues und des Städtiſchen
Tiefbaues vorgeführt. Dieſe Unterrichtsfächer ſind
durch=
weg den Forderungen der neuen modernen Zeit angepaßt.
Es ſind kaum 30 Jahre als man in Städten Kanäle zum
Abzug der Abfallflüſſigkeiten herſtellte, heute iſt dies ein
ausgedehntes wiſſenſchaftliches Gebiet, ebenſo die anderen
Diſziplinen des Eiſenbahnbauweſens, des Brückenbaues
und des Waſſerbaues. Groß iſt das Intereſſe, das die
ernbegierige Jugend an dieſen Dingen nimmt und es iſt
nicht zuletzt ein beſonderer Faktor, daß mit dieſen Dingen
ein junger Menſch ſich einen Lebensunterhalt voller Luſt
und Freude am Schaffen zu eigen machen kann.
Ein beſonderes Intereſſe dürfte ſchon die erwähnte
Abteilung dieſer intereſſanten Ausſtellung gewähren, die
den früheren Schülern der Landes=
Baugewerk=
ſchule gewidmet worden iſt. Hier haben eine Anzahl im
praktiſchen Leben ſtehende junge Architekten, Techniker und
Beamte Arbeiten ausgeſtellt die ſie ſelbſtändig nach dem
Verlaſſen der Schule, auf ſich ſelbſt geſtellt, geſchaffen
haben. Ohne Zweifel iſt hier der Zuſammenhang mit der
Schule erſichtlich. Wir werden auf dieſe Abteilung noch
des Näheren zurückkommen.
Faſſen wir das Ganze zuſammen, ſo ſehen wir ein
einheitliches, geſchloſſenes Bild, eine fortlaufende
Entwick=
lung, einen Aufbau vom einfachen zum höheren, reif
durch=
dachten Gebilde.
Die Ausſtellung wurde geſtern morgen vom Direktor
der Schule Profeſſor Wienkoop in Gegenwart einer
Anzahl geladener Gäſte, unter welchen wir die Herren
Miniſterialrat Hölzinger Oberregierungsrat Gräf
Provinzialdirektor Fey, Baurat Wagner, Baurat
Diehl u. a. bemerkten, eröffnet. In ſeiner Anſprache
dankte der Direktor den Herren für ihr Erſcheinen und wies
beſonders darauf hin, daß die Schule ſich mit bewußter
Abſicht auf die guten Vorbilder der Vergangenheit ſtützt,
und zwar auf die Zeit, in welcher die Baukunſt noch den
Charakter der Volkstümlichkeit trug. Dieſe Kunſtübung
ging im Verlaufe des verfloſſenen Jahrhunderts verloren,
wurde zu Beginn unſeres Jahrhunderts von einer alles
Vorhandene verwerfenden Kunſt abgelöſt, die aber infolge
ihres zu ſehr auf das perſönliche Moment zugeſchnittenen
Prinzips ſich nicht zur Geltung durchringen konnte und
heute zu einer Verſchmelzung des guten, lebensfähiger
Nummer 184.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Auguſt 1913.
Seite 5
den, die zu bewohnen aber auch keinerlei Bedenken
vor=
liegen. Allerdings ſollte man immer gerade Fenſter
ver=
langen. Man ſollte dem Statut ruhig zuſtimmen.
Stadtv. Schupp ſpricht ſich ebenfalls für das Statut
aus. Es handle ſich bei den hier in Frage kommenden
Wohnräumen durchaus nicht um ſolche zweiter Güte, oder
um Zurückſetzung der Dienſtboten.
Stadtv. Dr. Noellner erklärt, daß er für das
Sta=
tut zu haben ſein wird, wenn der Zuſatz gemacht wird,
daß die Wohnungen an geraden Giebelwänden liegen. —
Stadtv. Pickert bleibt bei ſeiner gegneriſchen Anſicht,
weil er es für einen Rückſchritt hält, daß man zuviel
Men=
ſchen in einem Wohnhaus zuſammenpfercht. — Auch Stadtv.
Aßmuth bleibt auf gegneriſchem Standpunkt ſtehen.
Nach weiterer Debatte der Stadtvv. Sames. Dr. Kolb.
Möſer und Bürgermeiſter Mueller wird das
Sta=
tut angenommen.
Baudispensgeſuche.
In den Neubauten gegenüber dem Hauptbahnhof
ſollen im Dachgeſchoß Räume für Dienſtboten eingerichtet
werden, wozu die Genehmigung erbeten wird. Nach dem
Ortsbauſtatut können mit Zuſtimmung der Baupolizei
ein=
zelne bewohnbare Räume im Dachgeſchoß zugelaſſen
wer=
den, wenn die Räume in feuerpolizeilicher und
geſundheit=
licher Hinſicht den Anforderungen entſprechen. Unter der
Vorausſetzung, daß die Fenſter genügend große
Abmeſſun=
gen erhalten und die Räume nicht untereinander durch
Türen verbunden werden, wird das vorliegende Geſuch
be=
fürwortet. Nach dem Referat des Stadtv. Sames und
kurzer Debatte wird dem Geſuch entſprochen.
Der Vorgarten des Hauſes Soderſtraße 90 ſoll,
nach=
dem der Inhaber der in dem Hauſe betriebenen Wirtſchaft
gewechſelt hat, auch weiter zu Wirtſchaftszwecken benutzt
werden. Da ſich Unzuträglichkeiten bisher nicht ergeben
haben, wird die nachgeſuchte Ausnahme von der
Beſtim=
mung im § 4 der Ortsſatzung über die Anlage und
Be=
nutzung der Vorgärten befürwortet und nach dem Bericht
des Stadtv. Werner genehmigt. Zu einer hierzu
vor=
liegenden Beſchwerde über die ſchweren Ruheſtörungen
dieſer Wirtſchaft meint Stadtv. Dr. Noellner, dieſe
Mißſtände könnten beſeitigt werden, wenn die Polizei
rich=
tig gehandhabt wird. Das Polizeiamt ſoll darum erſucht
werden.
Aufhebung einer Straße.
Die in dem Bebauungsplan vorgeſehene
Verbin=
dungsſtraße D zwiſchen der verlängerten
Kirſchen=
allee und der Rößlerſtraße ſoll im Intereſſe der
Erweiterungsmöglichkeit eines dort gelegenen
Fabrik=
anweſens aufgehoben werden. Da ein Verkehrsintereſſe
an der Erhaltung des Straßenteils nicht beſteht, hat der
Hochbauausſchuß der Aufhebung zugeſtimmt. Das gleiche
tut die Verſammlung nach dem Referat des Stadtv.
Wagner. Es wird dabei vorbehalten, über etwaige
Einwände ſeinerzeit zu beſchließen.
Vom neuen Friedhof.
Stadtv. Wagner führt aus: Für die erſte
Bau=
periode des neuen Friedhofes wurde ſeinerzeit ein Kredit
von 303 200 Mark bewilligt. Nachdem dieſe
Bauausführ=
ungen der Vollendung entgegengehen, iſt es erforderlich,
weitere Mittel aus dem für die Geſamtanlage bewilligten
Kredit zur Verfügung zu ſtellen, damit die ſeinerzeit
be=
ſchloſſene einheitliche Durchführung der Anlage keine
un=
zweckmäßige Unterbrechung erleidet. Zur Ausführung in
dem zweiten Bauabſchnitt iſt die Herſtellung des
Haupt=
portals und der Verbindungshalle vorgeſehen. Hierfür
wird ein Kredit von 78000 Mark beanſprucht,
deſſen Bewilligung beantragt wird. Die Verſammlung
ſtimmt zu.
Herſtellungen in einem ſtädtiſchen
Gebäude.
Die Dachgeſchoßwohnung in dem ſtädtiſchen Gebäude
Rundeturmſtraße 13 ſoll anderweitig vermietet und muß
vorher gründlich inſtandgeſetzt werden. Die Koſten
be=
tragen hierfür 350 Mark, deren Bewilligung beantragt
wird. Die Verſammlung ſtimmt nach dem Referat des
Stadtv. Kolb zu
Städtiſche Mietverträge.
Nachdem dem chemiſchen Unterſuchungsamt
in dem ſtädtiſchen Gebäude Lagerhausſtraße 15 neue
Dienſträume zur Verfügung geſtellt worden ſind, iſt ein
neuer Mietvertrag mit dem Vorſtand des Amts
verein=
bart worden, deſſen Genehmigung beantragt wird. Nach
dem Referate des Stadtv. Lin dt ſtimmt die
Ver=
ſammlung zu.
der Mieter des Ladens in dem ſtädtiſchen
Ge=
bäude Grafenſtraße 30 hat gebeten, den mit ihm
abgeſchloſſenen Mietvertrag auf die Dauer von 5 Jahren
auszudehnen und ihm eine Kündigungsfriſt von 1 Jahr
zuzugeſtehen. Der Hochbau=Ausſchuß hat ſich hiermit ein=
verſtanden erklärt und beantragt demgemäß. Die
Ver=
ſammlung ſtimmt zu. Referent: Stadtv. Dr. Kolb.
Ueber
die neue Wahlkreiseinteilung
berichtet Bürgermeiſter Mueller: Nach Artikel 3 des
Geſetzes, die Landſtände betreffend, vom 3. Juni 1911, hat
Darmſtadt 3 Abgeordnete zu wählen, iſt alſo nach
Ar=
tikel 19 in ebenſo viele Wahlkreiſe einzuteilen. Dieſe
Wahlkreiſe ſollen: 1. räumlich abgegrenzt ſein, 2. je ein
zuſammenhängendes Ganzes bilden und 3. eine annähernd
gleich große Anzahl von Einwohnern enthalten.
Allen dieſen Forderungen wird die folgende
Einteil=
ung, die als Mittelpunkt den Luiſenplatz (
Mo=
nument) vorzieht, gerecht:
Es wird begrenzt: I. Wahlkreis: von Rheinſtraße
(von Luiſenplatz ab weſtlich)-Allee einerſeits, und
von Luiſenplatz-obere Rheinſtraße-Paradeplatz-
Hof=
theaterplatz — Hochſchulſtraße —Lauteſchlägerſtraße-
Hein=
heimerſtraße (von Lauteſchlägerſtraße ab nördlich)-
Elf=
eicherweg andererſeits, alles einſchließlich — 27858
Ein=
wohner.
II. Wahlkreis: von Luiſenplatz-obere
Rhein=
ſtraße-Paradeplatz — Hoftheaterplatz — Hochſchulſtraße-
Lauteſchlägerſtraße-Heinheimerſtraße (von
Lauteſchläger=
ſtraße an nördlich)-Elfeicherweg einerſeits und von
Wil=
helminenſtraße (von Luiſenplatz bis Hügelſtraße)—
Hügel=
ſtraße (von Wilhelminenſtraße bis Karlſtraße)—
Kapell=
ſtraße-Nieder=Ramſtädter Straße andererſeits, alles
aus=
ſchließlich — 27 290 Einwohner.
III. Wahlkreis: von Wilhelminenſtraße (von
Luiſenplatz bis Hügelſtraße)-Hügelſtraße (von
Wilhel=
minenſtraße bis Karlſtraße)-Kapellſtraße-Nieder=
Ram=
ſtädter Straße einſchließlich einerſeits und von Rheinſtraße
von Luiſenplatz ab weſtlich)-Allee ausſchließlich
anderer=
ſeits — 28063 Einwohner: zuſammen 83 211 Einwohner,
ohne Militär. — Die Einteilung wird
debatte=
los genehmigt.
Ausdehnung des Radfahrwegs.
Das Großh. Polizeiamt beabſichtigt, bei Großh.
Mi=
niſterium zu beantragen, daß der Radfahrverkehr, der
bis=
her außer auf dem Radfahrwege nur auf dem für
Fuhr=
werke beſtimmten Wegen und Plätzen geſtattet war,
künf=
tig auch auf folgenden öffentlichen Plätzen und Wegen
er=
laubt wird: 1. auf dem Marienplatz außerhalb der
gepflaſterten Fußwege; 2. auf dem Meßplatz; 3. auf dem
Weg durch den Platanenhain in der Richtung
von dem Nicolaiweg nach dem Lucasweg. Der
Verkehrs=
ausſchuß hat dieſem Vorſchlag zugeſtimmt. Nach dem
Referat des Stadtv. Saeng wird der Antrag
ange=
nommen.
Stadtv. Dr. Noellner bittet hierzu, feſtzuſtellen,
warum Radfahrer nicht direkt an das Wartehäuschen auf
dem Ernſt=Ludwigsplatz fahren dürfen, für den doch keine
Sonderbeſtimmung beſteht.
Der Automobilverkehr in der=Kirchſtraße.
Der Heſſiſche Automobilklub hat bei dem
Großh. Polizeiamt angeregt, die Kirchſtraße, die zurzeit
für den Durchfahrtsverkehr für Kraftwagen und
Motor=
räder geſperrt iſt, für den ungehinderten Verkehr wieder
zu öffnen, wenn auch zunächſt nur verſuchsweiſe. Das
Polizeiamt hat die Stadtverwaltung um Aeußerung
hier=
über erſucht. Der Verkehrsausſchuß hat ſich nach dem
Referat des Stadtv. Saeng für Ablehnung des
Ge=
ſuchs ausgeſprochen und hat auch die an den Eingängen
der Kirchſtraße angebrachten Verbotſchilder, die der
Auto=
mobilklub als zu wenig auffällig bemängelt hatte, für
ausreichend erklärt.
Bürgermeiſter Mueller kann die Bedenken des
Re=
ferenten nicht teilen und bittet, den Automobilverkehr durch
die Kirchſtraße doch zu geſtatten, zumal ſchon jetzt für
einige Geſchäfte in dieſer Straße und für die Feuerwehr
Ausnahmen beſtehen. Es hat ſich ergeben, daß die
Stra=
ßenbahn zu keinerlei Hinderniſſen oder Mißſtänden Anlaß
gab, und es werden ſich auch im Autoverkehr keine
Miß=
ſtände ergeben. Jedenfalls wäre es falſch, dem modernſten
Verkehrsmittel derartige Hinderniſſe in den Weg zu legen.
Stadtv. Sames ſpricht ſich in gleicher Weiſe aus. Die
Bedenken des Stadtv. Saeng ſeien unhaltbar; er bittet,
dem Antrag des Heſſiſchen Automobilklubs ſtattzugeben.
In anderen Städten, wie Köln, Gießen uſw., werde durch
viel engere Straßen gefahren. (Sehr richtig!)
Stadtv. Saeng bleibt bei ſeiner Anſicht, zumal
lei=
der meiſt zu ſchnell gefahren wird und zu wenig Rückſicht
genommen wird auf die Fußgänger. — Stadtv. Linck
bittet, wenigſtens den Teil von der Holzſtraße an
frei=
zugeben, der breit genua iſt. — Stadtv Schupp teilt den
ablehnenden Standpunkt des Stadtv. Saeng aus den
glei=
chen Gründen, die dieſer angeführt hat. Als geborener
Fußgänger bleibt er Gegner der Autofahrer. (Heiterkeit.)
Stadtv. Dr. Nodnagel ſchlägt vor, die beregten
gelben Schilder anzubringen, doch nicht zur Sperrung,
ſondern zur Vorſchrift von höchſtens 10 Kilometer
Ge=
ſchwindigkeit für die Kirchſtraße. — Stadtv. Aßmuth
ſpricht im gleichen Sinne. Man ſollte wenigſtens den
Verſuch machen. — Auch Stadtv. Sames ſtimmt dem zu.
Der Antrag des Stadtv. Saeng wird
abgelehnt, der Antrag des Stadtv
Nod=
tagel, die Durchfahrt in der Schnelligkeit
von 10 Kilometern zu geſtatten,
ange=
nommen.
Eine Flugzeughalle.
Auf dem Grundſtück Kranichſteiner Straße 68½ iſt
die Errichtung einer Fluazeughalle beabſichtigt. Da das
Gelände außerhalb des Bebauungsplanes liegt. iſt eine
Ausnahme von der Vorſchrift in § 5 des Ortsbauſtatuts
erforderlich, die der Hochbauausſchuß befürwortet hat. Der
Antrag wird nach dem Referat des Stadtv. Wittmann
angenommen.
Tagung der Zentrale für Jugendfürſorge
in Darmſtadt.
Am 29. und 30. September d. J. wird die Deutſche
Zentrale für Jugendfürſorge auf Einladung
der Stadtverwaltung ihre diesjährige Tagung in
Darm=
ſtadt abhalten. Es iſt in Ausſicht genommen, daß die
Stadtverwaltung den Teilnehmern neben der Begrüßung
eine Bewirtung in einfacher Form bietet. Der
Finanzausſchuß hat dem Vorſchlage zugeſtimmt und die
Bewilligung der erforderlichen Mittel beantragt.
Stadtv. Schupp ſpricht ſich aus
Sparſamkeitsgrün=
den dafür aus, daß derartige Bewirtungen von Vereinen
und Kongreſſen uſw. in Zukunft unterbleiben.
Bürgermeiſter Mueller ſtellt feſt, daß der
Finanz=
ausſchuß alle derartigen Geſuche ſehr genau prüft, ehe er
etwas bewilligt. Alle dieſe Aufwendungen verzinſen ſich
in indirekter Weiſe und kommen der Stadt wieder zugute.
Aehnlich ſpricht ſich Stadtv. Dr. Noellner aus.
Jeder Kongreßteilnehmer gibt doch hier ſein Geld aus,
das den Steuerzahlern zugute kommt, und jede andere
Stadt bemüht ſich mit großen Opfern, Kongreſſe zu
er=
halten. (Zuſtimmung.) — Stadtv. Lehr unterſtützt dieſe
Ausführungen. — Stadtv Friedrich iſt dafür, daß
anſtatt der Bewirtung ethiſche Genüſſe geboten werden.
Bürgermeiſter Mueller weiſt darauf hin, daß dieſe
ethiſchen Genüſſe in Form einer Theatervorſtellung ja
vorangehen ſollen. — Stadtv. Saeng ſtimmt dem
Bür=
germeiſter zu.
Der Antrag wird dann angenommen.
Die Tagesordnung iſt damit erſchöpft.
Der Kaiſer in Swinemünde.
* Swinemünde, 7. Aug. Der Kaiſer beſichtigte
heute morgen um 8 Uhr das zweite Schulſchiff der
Deutſchen Schulſchiff=Schülervereinigung. Das
Schul=
ſchiff, welches die Ueberwaſſerteile eines Linienſchiffes
darſtellt, bietet eine Belegmöglichkeit für 200 Mann und
iſt auf einem von der Behörde überlaſſenen Platze im
Hafengrund in der Nähe des Liegeplatzes der „
Hohen=
zollern” errichtet. Die anweſenden Schüler in
Matroſen=
uniform ſtanden in Parade. Der Kaiſer ließ ſich an Land
Infanterie=Exerzieren vorführen, ſodann in der Batterie
Geſchützererzieren an kleinen Kanonen, welche zum Feuern
mit Salutkartuſchen eingerichtet waren. In der Batterie
richtete der Kaiſer einige Worte an die Schüler, in welchen
er den Nutzen hervorhob, den die Betätigung für ſie ſelbſt
und für das Vaterland hätte, und betonte, daß die
Be=
ſtrebungen der Vereinigung beſonders geeignet ſeien, die
Knaben zur Diſziplin und Ordnung zu erziehen. Zum
Schluß der Beſichtigung richtete der Kaiſer an den Leiter
der Vereinigung, Kunſtmaler Georg Schmitt=
Wilmers=
dorf. anerkennende Worte und ſprach mit Oberlehrer
Müller, welchem das Swinemünder Schulſchiff beſonders
unterſteht, ſowie mit einem Lehrer aus Hildburghauſen.
der ſich hier wegen der Errichtung einer Schulſchiffes in
Hildburghauſen informierte. Beim Verlaſſen des
Uebungsplatzes ſpielte die Schülermuſik den holländiſchen
Ehrenmarſch und die Nationalhymne. Der Kaiſer hatte
große Freude an den Uebungen und deren exakten
Aus=
führung.
Von 10 Uhr ab wohnte der Kaiſer dem Schießen
des Fußartillerie=Regiments v. Hinderſin Nr. 2 bei und
begab ſich auf dem Waſſerwege zum Leuchtturm, wo ſich
der Kaiſer weſtlich der Strandbatterie aufſtellte. Hierauf
erfolgte ein einſtündiges Schießen in See auf ſchwimmende
Scheiben. Der Kommandeur des Fußartillerie=Regiments
Nr. 2, Oberſt Wolff, erhielt den Kronenorden 2. Klaſſe.
Heute vormittag traf der ſtellvertretende Cheſ des
Zivil=
kabinetts, Geh. Oberregierungsrat Strempel, ein. Der
Kaiſer hörte ſpäter den Vortrag des Kriegsminiſters
und den des Chefs des Militärkabinetts. Zur
Frühſtücks=
tafel an Bord der „Hohenzollern” waren geladen der
frü=
here amerikaniſche Botſchafter in Petersburg Lengerke=
Meyer, ferner u. a. der kommandierende General des
2. Armeekorps, General der Infanterie v. Linſingen, und
der Generalinſpekteur der Fußartillerie, Generalmajor
Lauter. Die Schüler der Deutſchen Schulſchiff=
Schüler=
vereinigung beſuchten auf Befehl des Kaiſers das Schiff
„Kolberg” wo ihnen das Geſchützererzieren,
Torpedoerer=
zieren und der Signaldienſt vorgeführt wurden. Darauf
wurde ihnen die „Hohenzollern” in Bau und Anlage
er=
klärt und die Schüler auf das Deck der Kaiſerjacht geführt.
Die „Kolberg” wird heute zur Flotte entlaſſen.
* Swinemünde. 7. Aug. Der Kaiſer iſt
hier=
her zurückgekehrt.
Luftfahrt.
Ein Abſturz Hirths.
H.B. Berlin, 7. Aug. Geſtern abend ereignete
ſich ein gefährlich ausſehender Sturz des Fliegers
Helmuth Hirth. Er hatte mit ſeinem Albatros=
Ein=
decker kaum den Startplatz verlaſſen, als der Flieger
plötzlich in der Kurve abrutſchte. Der Apparat ſtürzte
ſenkrecht aus 8 Meter Höhe zur Erde und
überſchlug ſich dabei zweimal. Der Apparat war
voll=
ſtändig zertrümmert und begrub den Flieger
unter ſich, der aber wie durch ein Wſunder mit einigen
unbe deutenden Schrammen am Kopfe
da=
von kam.
* Berlin, 7. Aug. Geſtern abend 7 Uhr 48 Min.
andete auf dem Flugplatz Johannisthal der
fran=
zöſiſche Flieger Janoir mit ſeinem Derperduſſin=
Ein=
decker ohne Paſſagier. Er war um 5 Uhr früh in
Etam=
pes bei Paris aufgeſtiegen, hatte ſich unterwegs
ver=
flogen und war u. a. in Degen in Holland geſichtet
wor=
den und mußte auch verſchiedene Zwiſchenlandungen
vor=
nehmen. Günſtiges Wetter vorausgeſetzt, gedenkt Janoir
heute nach Petersburg weiterzufliegen. Er wird
ſich mit dieſer Luftreiſe um den Michelin=Preis bewerben.
* Johannisthal, 7. Aug. Der Deperduſſin=
Flieger Janoir der geſtern abend 7.48 Uhr in
Jo=
hannichal angpkommen iſt, führt einen 80pferdigen
Gnome=Motor im Apparat. Er war nach franzöſiſcher
Zeit um 5 Uhr früh in Etampes aufgeſtiegen
und um 10.15 Uhr in Gent gelandet, um Benzin und Oel
einzunehmen. Der Flug von Etampes dauerte ſölange,
weil Janoir mit ſehr ſtarkem Gegenwind und Regen
zu kämpfen hatte. Um 1 Uhr ſtieg Janoir wieder auf
und flog von Gent über Minden-Hannover direkt nach
Johannisthal. Er kam unterwegs wieder in Regen und
Nebel, die ihm die Orientierung und Fortkommen ſehr
erſchwerten. Janvir beabſichtigt heute nachmittag den
Weiterflug über Tilſit nach Petersburg.
Den Flug Paris-Johannisthal, auf dem ſich Janoir
faſt nur nach dem Kompaß gerichtet hat, hat er
durch=
ſchnittlich in 800 bis 1500 Meter Höhe zurückgelegt.
* Koburg, 7. Aug. Anläßlich der
Einweih=
ung des Flugzeugſtützpunktes ſandte der
Her=
zog folgendes Telegramm an den Kaiſer: Soeben habe
ich den dritten deutſchen Flugzeugſtützpunkt
ſeiner Beſtimmung übergeben können. Alle an der
Schaff=
ung des Werkes Beteiligten, ſowie zehn Flugzeugführer
mit den Beobachtungsoffizieren ſenden Ew. Majeſtät mit
mir treue deutſche Huldigungsgrüße. Karl Eduard. Der
Kaiſer antwortete: Ich danke Dir und den
verſam=
melten Fliegern herzlich für die treuen Huldigungsgrüße
und wünſche dem nationalen Werk fortſchreitendes
Ge=
lingen. Wilhelm.
* Greiz 7. Aug. Geſtern abend erſchien das
Mili=
tärflugzeug „A. 66” mit Leutnant Cörper als Führer
und Oberleutnant Beyersdorf als Begleiter über der
Stadt und landete auf der Inchwitzer Höhe. Die
Flie=
ger hatten, von Chemnitz kommend, ſich verflogen und
waren anſtat dem Elſter= dem Göltzſchiale gefolgt. Nach
einſtündigem Aufenthalt ſtiegen ſie wieder auf und ſchlugen
die Richtungnach Koburg ein. Die Offiziere waren
geſtern früh um 6 Uhr in Johannisthal
aufge=
ſtiegen.
* London, 7. Aug. Oberſt Cody vom engliſchen
Militärflugweſen, der heute morgen mit einem Paſſagier
bei Alderſhot in einem Flugzeuge aufgeſtiegen war.
Gedankens aller Schaffenden geführt hat. Die Schule hat
die Pflicht, dieſe Erſcheinungen zu verfolgen und die
Nutz=
anwendungen zu ziehen, damit ſie ihren Zöglingen
Lebensfähiges, Brauchbares mit auf den Weg in die
praktiſche Betätigung geben kann.
Hieran ſchloß ſich eine eingehende Beſichtigung der
ausgeſtellten Pläne, Entwürfe, Modelle, Aufnahmen uſw.
an, welche den Beſichtigenden den vollgültigen Beweis
davon erbrachte, daß die Landes=Baugewerkſchule ein
her=
vorragend wichtiger Faktor in der Erziehung des jungen
techniſchen Nachwuchſes iſt.
Im Laufe des
Nachmit=
tags beehrten die Herren Geheimerat Römheld,
Bürger=
meiſter Mueller und Baurat Jaeger die Ausſtellung mit
ihrem Beſuche.
An der Ausſtellung ſind folgende Klaſſen unter den
zu den einzelnen Fächern bezeichneten Lehrkräften beteiligt:
Klaſſe V: Freihandzeichnen: Bildhauer F. Scheich.
Formenlehre: Lehrer Fey, Baukonſtruktion und
Bau=
zeichnen: Regierungsbaumeiſter Roehrich. Klaſſe IV
Freihandzeichnen: Bildhauer F. Scheich
Baaformen=
lehre und Schattenlehre: Lehrer Fey, Statik: Ingenieur
Ackermann, Baukonſtruktion und Bauzeichnen:
Archi=
tekt Becker. Klaſſe III: Baukunde:
Regierungsbau=
meiſter Roehrich ,Bauformenlehre: Architekt Völmy,
Statik: Ingenieur Ackermann, Baukonſtruktion und
Bauzeichnen: Architekt Bachem, Freihandzeichnen:
Bild=
hauer Scheich. Klaſſe II: Darſtellende Geometrie:
Lehrer Fey, Statik: Ingenieur Ackermann,
Freihand=
zeichnen: Bildhauer Scheich, Entwerfen: Architekt
Stumpf, Baukunde und Bauformenlehre: Architekt
Becker, Baukonſtruktion und Bauzeichnen: Architekt
Bachem. Klaſſe I: Modellieren und Freihandzeichnen:
Bildhauer Scheich, Bauformenlehre: Direktor Profeſſor
Wienkoop, Statik: Ingenieur Ackermann,
Ent=
werfen: Architekt Stumpf. — Tiefbau. Klaſſe II
und I: Brückenbau, Statik und Feſtigkeitslehre,
Eiſenbahn=
bau: Ingenieur Voigt. Städtiſcher Tiefbau und
Stra=
ßenbau: Dipl.=Ing. Henſel Waſſerbau: Dipl.=Ing.
Hainz.
Alle die Lehrer dürfen ſtolz ſein auf ihre Erfolge und
mit ihnen die Schule und das ganze Heſſenland, zu deſſem
Beſten ſie ſo ſegensreich wirkt.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Auguſt 1915.
Nummer 184.
ſtürzte mit ſeinem Begleiter aus einer Höhe von 200
Metern ab. Beide waren ſofort tot.
* London, 7. Aug. Das Flugzeug Codys
explodierte nach dem Berichte eines Augenzeugen in
der Luft und wurde in tauſend Stücke zerriſſen.
Handel und Verkehr.
* Hanau, 7. Aug. Die Aktien=Geſellſchaft
Hanauer Kunſtſeide=Fabrik mit dem Sitz in
Groß=Auheim bei Hanau hat ihren Betrieb
ſtillgelegt und das geſamte Perſonal, etwa 300
Per=
ſonen, entlaſſen, da die erforderlichen Betriebsmittel nicht
vorhanden ſind. Die durch die Sanierung beſchafften
neuen Betriebsmittel in Höhe von 750000 Mark durch
Ausgabe von Vorzugsaktien waren unzureichend. Es
ſoll nunmehr die Liquidation der Geſellſchaft beantragt
werden. Das unter der neuen Direktion hervorgebrachte
Kunſtſeide=Produkt wurde von Fachleuten als ein
erſt=
klaſſiges bezeichnet.
Erdbeben.
* Jugenheim, Erdbebenwarte, 7. Aug. In
der vergangenen Nacht wurde ein Fernbeben
auf=
gezeichnet, das bei einer Herdentfernung von 9500
Kilo=
metern noch ſehr ſtarke Bodenbewegungen hervorbrachte.
Der Beginn der Regiſtrierung war 11 Uhr 28 Min. 11
Sek., das Maximum der Erdbodenſchwingung war 12 Uhr
10 Min. Der Erdbebenherd liegt in Zentral=
Amerika.
* Hohenheim, 7. Aug. Die hieſige
Erdbeben=
warte verzeichnete heute nacht um 11,28 und 3,24 Uhr
zunächſt ein ſtärkeres und dann ein ſchwächeres
Fern=
beben in einer Entfernung von 1900 Kilometern. Das
erſte Beben hatte ſeine Hauptausſchläge um 12,56 und das
zweite um 4,09 Uhr.
— Innsbruck, 7. Aug. Heute morgen 1 Uhr 15
Minuten wurde hier ein heftiges Erdbeben verſpürt.
Bootsunfälle.
* Tegernſee, 7. Aug. Der Wiener Operettentenor
Fritz Sturmfels iſt geſtern im Tegernſee
ertrun=
ken. Er hatte mit dem Wiener Kammerſänger Leo
Slezak und einem dritten Herrn bei gutem Wetter eine
Segelpartie unternommen. Plötzlich änderte ſich
das Wetter und ein Gewitter zog auf. Im Gewitterſturm
kenterte das Boot und die drei Segler fielen ins Waſſer.
Slezak und der andere Herr konnten ſich an dem Boot
feſthalten. Sturmfels dagegen geriet in das Segelwerk
und ertrank. Die Leiche Sturmfels’ iſt noch nicht geborgen
worden. Sturmfels war 10 Jahre lang als erſter
Ope=
rettenſänger in Leipzig engagiert. Er war der populärſte
Künſtler Leipzigs.
* München, 7. Aug. Das Bootsunglück auf
dem Tegernſee bei dem der Wiener Operettenſänger
Sturmfels den Tod fand, ereignete ſich nach der
Schil=
derung der München=Augsburger Abendzeitung, nachdem
der Intendant der Frankfurter Oper Volkner ſich
be=
reits hatte ausbooten laſſen und während Kammerſänger
Slezak mit Sturmfels wieder auf den See
zurückgefah=
ren war. Ein Augenzeuge ſchildert dem Blatt den Vorfall
folgendermaßen: Slezak fuhr mit ſeinem Boot gegen 4½
Uhr mit den Herren Volkner und Sturmfels von ſeiner
Villa in Egern nach Tegernſee zur Badeanſtalt Kellera.
Unterwegs begegneten ſie einem Herrn Ganghofer, dem
Bruder des am See ebenfalls anſäſſigen Dichters, in deſſen
Motorboot. Ganghofer wollte die Herren warnen, da eben
ein Gewitter aufſtieg, ſie hörten aber wegen des Lärms,
den der Motor machte, Ganghofers Warnung nicht und
fuhren weiter. Bei Kellera ſtieg Intendant Volkner
aus, Slezak dagegen ſuhr mit Sturmfels noch einmal
zurück. Inzwiſchen hatte auch Ganghofer, der ein Unglück
ahnte, gewendet und befand ſich eben in der Nähe des
Sle=
zakſchen Bootes, als er von der anderen Seite Hilferufe
hörte. Der Sturm war ausgebrochen. In einem anderen
Segelboot befanden ſich ein Herr und eine Dame in
Ge=
fahr. Während Ganghofer dieſe rettete, kenterte das
Boot Slezaks. Dieſer ſchwamm nach dem Ufer,
während Ganghofer ſeine Geretteten gleichfalls nach Egern
brachte. Bevor er ans Land kam, begegnete ihm bereits
Slezak in einem Boot und bat ihn, zu Hilfe zu kommen.
Sturmfels ſchwimme noch draußen im See. Ganghofer
wendete, es kamen andere Boote, aber Sturmfels war
ſchon mit dem Boot untergegangen.
In Sturmfels verliert die deutſche Bühne einen
ihrer bekannteſten Operettentenöre. Er war viele Jahre
an der Leipziger Operette tätig, wo ihn das Publikum
ſehr verehrte. Er gaſtierte in Berlin, Wien, an faſt
ſämt=
lichen größeren Operetten Deutſchlands und auch in
Amerika, wo er beſonders gefeiert wurde. Sturmfels
ſtand noch in jungen Jahren und hatte eine glänzende
Zukunft. Für das kommende Spieljahr war er an das
Wiener Carltheater als erſter Tenor engagiert.
Kammerſänger Slezak iſt insolge der überſtandenen
ſeeliſchen Aufregung und körperlichen Anſtrengung
er=
krankt.
Kaputh (Prov. Brandenburg), 7. Aug. Auf dem
Schwielowſee kenterte ein Segelboot mit 8
Per=
ſonen. Oberlehrer Waſſermann, deſſen Sohn und der
Lehrer Sommer ertranken. Unter den Geretteten
be=
findet ſich eine Frau Fabian, die mit ihrem Kinde
ſchwim=
mend das Ufer erreichte. Alle Inſaſſen ſtammen aus
Berlin.
* Swinemünde, 7. Aug. Heute nachmittag
ken=
terte vor dem Swinemünder Strand infolge einer
Sturmböe das Motorboot „Friedrich Karl”. Von
den 22 Inſaſſen konnten nur 5 gerettet
werden; 16 Perſonen und der Bootsführer
ertranken. Das Konzert der Kapelle der Kaiſerjacht
„Hohenzollern” auf der Seeplatte wurde ſofort
abge=
brochen. Unter dem am Strande befindlichen nach
Tau=
ſenden zählenden Badepublikum herrſchte eine furchtbare
Panik. Kurz vor dem Unfall war der Kaiſer den
Strand entlang nach dem Seebad Ahlbeck gefahren.
* Swinemünde, 7. Aug. Zu dem
Boots=
unglück wird weiter gemeldet: das gekenterte Boot
ge=
hörte dem ertrunkenen Bauer. Sein Sohn konnte
ge=
rettet werden. Das Unglück ereignete ſich zwiſchen 4 und
5 Uhr nachmittags unweit des Seeſtegs. Die Angaben
über die Zahl der Vermißten ſchwanken.
Als erſter Toter wurde der Landgerichtsrat Frank=
Berlin ans Land geſpült. Die ſofort von der Mannſchaft
der „Hohenzollern” und Badeärzten vorgenommenen
anderthalbſtündigen Wiederbelebungsverſuche hatten
kei=
nen Erfolg. Sein 12jähriger Sohn wird noch vermißt.
Seine 15jährige Tochter wurde gerettet. Weiter ſind
er=
trunken der Kaufmann Goldemann=Berlin und ſein
Sohn, der Referendar iſt, ferne: Kaufmann Braun=
Berlin und ſein Sohn, der ebenfalls Referendar iſt. Drei
Ungarn ſind gerettet worden, ein vierter befindet ſich im
Krankenhauſe. Der Bürgermeiſter von Swinemünde und
die Badeärzte ſowie Sanitätsmannſchaften ſind am
Strande. Der Regierungsdampfer und Motorboote ſind
in See gegangen, weil man annimmt, einige der
Ver=
mißten ſeien von Fiſchern aufgenommen worden.
Wei=
tere Nachrichten über Gerettete, außer den genannten fünf
Perſonen, ſind noch nicht eingetroffen.
Der neue Balkankriege
Der Friedensabſchluß.
* Bukareſt, 6. Aug. Der Friede iſt mündlich
auf der Grundlage abgeſchloſſen worden, daß Strumitza
an Bulaarien und Kawala an Griechenland fallen.
* Bukareſt, 6. Aug. Die heutige Sitzung der
Friedens konferenz dauerte von 4 Uhr
nachmit=
tags bis 8 Uhr abends. Nach langen Beratungen wurde
der Frieden im Prinzip abgeſchloſſen. Die
Präliminarien werden morgen vormittag 11 Uhr
unter=
zeichnet. Unmittelbar darauf wird ein neuer
Waffenſtill=
ſtand abgeſchloſſen werden. Auch die Unterzeichnung des
Demobiliſierungs=Abkommens erfolgt morgen.
* Bukareſt, 6. Aug. Der rumäniſche
Miniſter=
präſident hat Bulgarien erklärt, daß ohne formelle
Vor=
behalte Bulgariens am Donnerstag, dem Tage vor der
Beendigung der Waffenruhe, der Friede
unkerzeich=
net werden müſſe, andernfalls werde Rumänien
im Einverſtändnis mit Serbien und Griechenland am
Samstag Sofia beſetzen. Darauf wurde der Friede
ab=
geſchloſſen.
* Bukareſt, 7. Aug. Die heutige Sitzung der
Kon=
ferenz brachte die formelle Beſtätigung der in privaten
Sitzungen bezüglich der Grenzfrage getroffenen
Verein=
barungen. Die Bulgaren haben auf der ganzen Linie
nachgegeben, da ſie von keiner Seite mehr
Unterſtütz=
ung fanden. Sie hoffen jedoch, in dem morgen zur
Ab=
faſſung des Friedensprotokolls zuſammentretenden
Redak=
tionskomitee ihre Wünſche in irgend einer Form zur
Gel=
tung zu bringen.
H. B. Bukareſt, 7. Aug. Die Redaktion des
Friedensvertrages wird ungefähr drei Tage in
Anſpruch nehmen. Die Bulgaren haben keinen offiziellen
Proteſt eingelegt, da ſonſt die übrigen Delegierten nicht
unterzeichnet hätten. Die bulgariſchen Delegierten ſind
ſehr niedergeſchlagen und einer von ihnen äußerte: Ein
ſchweres Unglück für uns.
* Bukareſt, 7. Aug. Die konſervative Epoca
teilte mit, daß die rumäniſche Regierung auf die
Demarche des öſterreichiſchen Geſandten
ant=
wortete, ſie lege darauf Wert, daß die Bukareſter
Abmachungen nicht einen vorübergehenden ſondern
endgültigen Charakter tragen, und daß ſie
den=
jenigen, der eine europäiſche Intervention hervorrufe,
nicht als Freund betrachten könne. Die öſterreichiſche
Ge=
ſandtſchaft dementiert dieſe angebliche Mitteilung der
rumäniſchen Regierung, die ſie als glatt erfunden
be=
zeichnet.
HB London, 7. Aug. Der Bukareſter
Korreſpon=
dent des Daily Telegraph ſchreibt ſeinem Blatte:
Be=
treffs des heute zu ſchließenden Friedens werden
fol=
gende drei Erklärungen gemacht werden: Zuerſt
werde Majorescu den Delegierten die von der ruſſiſchen
Regierung überreichte Note vorlegen. Weiter wird die
Konferenz den Wunſch ausdrücken, daß man entſprechende
Maßnahmen treffe, um dem Frieden Geltung zu
ver=
ſchaffen betreffs der zwiſchen der Türkei und den
Balkan=
ſtaaten vereinbarten Grenze. Drittens wird Bulgarien
einen Proteſt in Bukareſt erheben und die Mächte bitten
den Vertrag zu ſeinen Gunſten zu ändern. Der Text
die=
ſes Proteſtes war bis zur Abſendung dieſes Telegramms
noch nicht feſtgeſetzt. Er wird jedoch wahrſcheinlich
be=
ſagen, daß Bulgarien den Vertraa unterſchrieben habe
weil die Mächte den Friedensſchluß wünſchten und
Bul=
garien hoffe, daß die Großmächte für die von ihm
be=
zeigte Friedensliebe ihren Schutz Bulaarien angedeihen
laſſen werden. In welcher Weiſe aber Bulaarien wünſcht.
daß dies aeſchehen ſoll, wird nicht geſagt. Dieſe Erklärung
wird in Form eines Protokolls gegeben werden. Ohne
Frage wollen die bulaariſchen Delegierten nur ihre
Rück=
kehr nach Sofia möglich machen. Zum Schluſſe ſagt der
Korreſpondent noch, daß das heute zu unterſchreibende
Protokoll die Saat zu einem neuen Balkankriege in ſich
birgt.
Adrianopel und die türkiſchen Forderungen.
* Konſtantinopel, 7. Aug. Geſtern abend fand
eine Verſammlung der Botſchafter beim
Mark=
grafen Pallavicini ſtatt. Es wird verſichert, daß,
nach=
dem die Botſchafter ihre Ausſichten ausgetauſcht hätten,
ſei eine völlige Uebereinſtimmung feſtgeſtellt worden.
Die beſchloſſene Demarche wegen Adrianopels findet
wahrſcheinlich heute ſtatt.
H. B. Konſtantinopel 7. Aug. Die Türkei
wird, wie in Pfortekreiſen verlautet, an Bulgarien
Ent=
ſchädigungsanſprüche für die Schäden ſtellen,
die beim Rückzuge der Bulgaren verurſacht worden ſind.
Eine Ablehnung dieſer Anſprüche will man in
Konſtan=
tinopel gegebenenfalls als casus belli betrachten.
Zwi=
ſchen dem Generaliſſimus Izzet Paſcha und den hier
weilenden griechiſchen Delegierten finden Verhandlungen
bezüglich der Uebergabe von Dedeagatſch an die Türkei
ſtatt. Da Dedeagatſch etwa 25 Kilometer über dem
Grenz=
punkte Enos liegt und mithin von Bulgarien beanſprucht
wird, ſo dürften dieſe Verhandlungen auf den
entſchiede=
nen Widerſpruch von Bulgarien ſtoßen.
* Konſtanti nopel, 7. Aug. Die identiſche
Note der Großmächte über die Adrianopeler
Frage wurde heute dem Großweſir übermittelt.
Die Opfer des Balkankriegs.
Der angeblich in Mazedonien weilende
Korreſpon=
dent des Corriere della Sera, der ſämtliche Hauptpunkte
der Balkanſchlachtfelder beſucht hat, veranſtaltet in einem
längeren Bericht eine Schätzung der Verluſte der
Balkan=
ſtaaten. Er ſchätzt die Opfer an Menſchen und
Geld im erſten Feldzug folgendermaßen: Bulgarien:
350000 Mann mobiliſiert, 80000 Tote, 1200 Millionen
Mark Koſten. Serbien: 250000 Mann mobiliſiert,
80000 Tote, 620 Millionen Mark Koſten.
Griechen=
land: 150000 Mann mobiliſiert, 10000 Tote, 280
Mil=
lionen Mark Koſten. Montenegro: 30000 Mann
mobiliſiert, 8000 Tote, 16 Millionen Mark Koſten.
Türkei: 450000 Mann mobiliſiert, 100000 Tote, 1600
Millionen Mark Koſten. — Für den zweiten Feldzug ſind
nach derſelben Quelle die Ziffern ſchätzungsweiſe folgende:
Bulgarien: 60000 Tote, 720 Millionen Mark Koſten.
Serbien: 40000 Tote, 400 Millionen Mark Koſten.
Wenn man hierzu die Ermordeten, die Opfer der
Cholera und anderer Epidemien hinzunehme, ſo dürften
die Menſchenverluſte mindeſtens 400000
be=
tragen, während die finanziellen Koſten insgefamt auf
5 200 000000 Mark zu ſchätzen ſeien.
Die Unruhen in China.
* Peking, 6. Aug. Nachdem Kanton ſeine
Un=
abhängigkeitserklärung widerrufen hat, hält man in den
Geſandtſchaften die Rebellion für nahezu
be=
endet. Die Mehrzahl der Rebellenführer iſt nach
ver=
ſchiedenen Richtungen geflüchtet. Sunjatſen iſt auf
einem japaniſchen Dampfer nach Formoſa gegangen. Die
Anſicht iſt weit verbreitet, daß die Rebellion die Luft
ge=
reinigt hat und die Regierung ſtärken wird, da ſie die
Schwäche von Juanſchikais Gegnern offenbart hat. Die
Führer der Kuomingtangpartei, die ſich in Peking
befin=
den, haben Juanſchikai und dem Premierminiſter, dem ſie
noch vor kurzem die Ermordung von Sungtſchanyen zur
Laſt gelegt hatten, ihre Aufwartung gemacht. Die Partei
hat 5 Rebellenführer ausgeſtoßen .
Literariſches.
Dr. V. Georgevitch, ſerbiſcher
Miniſterpräſi=
dent a. D.: Die Albaneſen und die
Groß=
mächte. 8‟. Leipzig, 1913. S. Hirzel. Preis geheftet
2 Mk., gebunden 3 Mk. Der Verfaſſer beweiſt auf Grund
gründlicher, ſorgfältiger Forſchungen, daß die Albaneſen,
die, nebenbei erwähnt, das einzige Volk Europas ſind,
das keine eigene Schriftſprache, ja kein eigenes Alphabet,
geſchweige denn eine nationale Literatur aufzuweiſen
hat, aber auch gar keine Eigenſchaft beſitzt, die eine
Nation ausmachen, daß ſie als gewalttätiges,
arbeits=
cheues, völlig kulturloſes Volk gänzlich unfähig ſind,
einen ſelbſtändigen nationalen Staat zu bilden. Jedem,
der ſich mit Politik beſchäftigt, werden die Ausführungen
des Verfaſſers viel Intereſſantes bieten. Die Ausſtattung
des Buches iſt geſchmackvoll.
— Bei der einſchneidenden Wirkung der neuen
Steuern beſteht im Publikum ein ſtarkes Bedürfnis ſich
darüber raſch und genau zu informieren. Eine handliche
Ausgabe der neuen Steuern von 1913 erſcheint daher ſoeben
in der „Sammlung deutſcher Geſetze” des Verlags J.
Bensheimer (Mannheim und Leipzig). Das praktiſch
zu=
ſammengeſtellte Buch (in Leinen gebd. nur 1 Mk.) enthält
die genauen Texte (Wehrbeitrag. Beſitzſteuergeſetz,
Finanz=
geſetz, Reichsſtempelgeſetz und Nebengeſetze), ein
ausführ=
liches Sachregiſter und eine überſichtliche Einleitung.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 7. Aug. Die Norddeutſche Allgemeine Zig.
meldet: Der Reichskanzler iſt heute vormittag aus
Hohenfinow eingetroffen und nahm nachmittags eine
Reihe von Vorträgen entgegen; ſodann hielt er
Beſprech=
ungen ab. Am Freitag vormittag hält der Reichskanzler
beim Kaiſer in Swinemünde Vortrag.
* Berlin, 7. Aug. Die bulgariſche Geſandtſchaft
dementiert die in der Preſſe erſchienene Meldung, daß
der bulgariſche Thronfolger, Prinz Boris, plötzlich
er=
krankt ſei, und erklärt, der Prinz erfreue ſich des beſten
Wohlſeins.
* Karlsruhe, 7. Aug. Wegen
Depotunterſchla=
gung in Höhe von angeblich 30000 Mark haben ſich
geſtern die beiden Inhaber der Bankfirma Werner und
Wehrle hier der Kriminalpolizei geſtellt und ſind verhaftet
worden.
* Paris, 7. Aug. Vor der Annahme des
letz=
ten Artikels des Militärgeſetzes verlas der
Präſident der Armeekommiſſion eine Erklärung, in
welcher er den Senat bat, den Text des Geſetzes
unver=
ändert anzunehmen wie den der Kammer, deutete aber an,
daß in Uebereinſtimmung mit der Regierung kürzeſt
Ab=
änderungen gemacht würden. Die Armeekommiſſion
werde beim Wiederzuſamentritt des Parlaments den
neuen Text vorlegen; aber man dürfe nicht einen Tag
zögern, Frankreich die notwendige militäriſche Verfaſſung
zu geben. Der Präſident der Kommiſſion fügte hinzu:
Das Parlament bewilligte den Armeeführern die ihnen
zu=
komenden Mittel; ich bin überzeugt, daß dieſe aus dem
Geſetz das Reſultat ziehen, das wir für die Sicherheit des
Vaterlandes erwarten.
* Barcelona, 7. Aug. Die amtlich feſtgeſtellte Zahl
der Streikenden beträgt in Barcelona 26445, an
anderen Orten 27573. Der Gouverneur unterbreitete
einer Abordnung der Streikenden einen
Vermittelungs=
vorſchlag des Miniſters des Innern. Die Abordnung
ſtellte die Antwort für morgen in Ausſicht. — In Farraſa
kam es zwiſchen Streikenden und Arbeitswilligen, die
mehreren Werken angehören, zu Tumulten.
HB. Berlin, 7. Aug. Ein Unfall mit tödlichem
Ausgang hat ſich in Groß=Lichterfelde zugetragen. Der
Bauunternehmer Guſt. Benz aus Steglitz war auf ſeinem
Motorrad nach Groß=Lichterfelde gefahren. Als er
vom Bahnhofe aus nach der Garde=Schützenkaſerne fuhr
und an dieſer vorüber wollte, kam ein Soldat auf ſeinem
Zweirad, der in die Kaſerne hinein wollte. Benz, der ſehr
ſchnell fuhr, ſtieß mit dem Soldaten ſo kräftig zuſammen,
daß dieſer zu Boden geſchleudert wurde. Er fiel mit dem
Kopf gegen die Bordſchwelle und war auf der Stelle tot.
HB. Berlin, 7. Aug. Der 19jährige Kaufmann Georg
Kunze aus Berlin wollte im Tornower See mit
ſeinen beiden Brüdern baden. Während die Brüder am
fer ſtanden, ſchwamm Kunze weit in den See hinaus. Er
geriet dabei in einen Strudel und ging unter. Obwohl
die Brüder ſofort Hilfe herbeiholten, konnte Kunze nicht
mehr lebend geborgen werden.
HB. Ludwigshafen, 7. Aug. Nach einer Mitteilung
aus Eſch a. d. Alzette iſt bei einem Einbruch in die
Spar=
kaſſe zu Eſch der dritte Ludwigshafener
Kaſ=
ſenräuber die den Ueberfall auf die Sparkaſſe der
Badiſchen Anilin= und Sodafabrik ausführten, erwiſcht
und feſtgenommen worden.
HB. Weißenburg, 7. Aug. Erfolgreiche Berufung hatte
ein Soldat des in Weißenburg garniſonierenden
In=
fanterie=Regiments beim Oberkriegsgericht eingelegt. Er
war von der erſten Inſtanz zu einer Zuchthausſtrafe
von fünf Jahren und Ausſtoßung aus dem Heere
verurteilt worden, weil er einen Veteranen, der die
Schlachtfelder beſuchte, überfallen haben ſollte. Das
Ober=
kriegsgericht konnte ſich von der Schuld des Angeklagten,
der unter lautem Schluchzen fortgeſetzt ſeine Unſchuld
be=
teuerte, nicht überzeugen und ſprach ihn frei.
— Greifswald, 7. Aug. Beim Verlaſſen des
ein=
fahrenden Zuges geriet der Tapezierer Grolle aus
An=
klam unter das Trittbrett, wobei ihm der Bruſtkorb
ein=
gedrückt wurde. Der Tod trat ſofort ein.
Peſt, 7. Aug. Seit heute morgen wütet wiederum
in Kaſchau und Umgegend ein Wolkenbruch. Ein
großer Teil des Komitats Abanj ſteht unter Waſſer. Der
geſamte Verkehr iſt unterbrochen.
Paris, 7. Aug. Vor ſechs Jahren
verſchwan=
den aus der Stadtbibliothek von Saint=Germain zwei
Nummer 184.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Augnſt 1913.
Seite 7.
koßbare Manuſtripte, von denen eines die Sig=1
tuten des Ordens des Heiligen Michael darſtellte, das
andere war ein Erbauungsbuch Heinrichs II. Der Wert
wurde auf 70000 Francs geſchätzt. Der Dieb wurde
da=
mals ermittelt, abgeurteilt und die Ordensſtatuten
zurück=
geſtellt; das Erbauungsbuch blieb unauffindbar. Vor
einigen Tagen erſchien der Pfarrer Duchesne, einer
der Kirchenälteſten von Saint=Germain, und überbrachte
das vermißte Buch. Es war bei einem Kaffeehausbeſitzer
gefunden worden, wo es vor Jahren ein Gaſt als Paket
hatte liegen laſſen.
HB. Neu=York, 7. Aug. Nach Meldungen aus
Car=
racas hat General Gomez, der Präſident von
Vene=
zuela, 7000 Mann gegen Caſtro aufgeboten. Caſtro ſoll
aber 12000 Mann zur Verfügung haben. In Venezuela
iſt die Aufregung groß. Die Nachrichten über Morde,
Ausſchreitungen uſw. ſeitens der Anhänger Caſtros
wer=
den hier ungläubig aufgenommen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das weſtliche Hochdruckgebiet hat ſich wieder weiter
oſtwärts ausgebreitet und uns in ſeinen Bereich gezogen.
Infolge der nördlichen Winde und des heiteren Himmels
ſind die Temperaturen heute nacht ſtark geſunken (
Lauter=
bach: Min. 3 Grad). Im übrigen hat ſich die Wetterlage
wenig geändert, ſo daß wir mit Fortbeſtehen der
herr=
ſchenden Witterung zu rechnen haben.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 8. Auguſt:
Wech=
ſelnd bewölkt, meiſt trocken, kühl, nördliche Winde.
Tageskalender.
Ausſtellung von
Schülerarbeiten der
Landesbaugewerkſchule Neckarſtraße 3 (geöffnet von
11—1 Uhr).
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
Brauerei=Ausſchank Fay um 8 Uhr. — Hotel „Zur
Krone” zu Auerbach um 4½ Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage in unſerer Expedition,
Rheinſtraße 23): Berlin aus der Vogelſchau, das
Reichs=
tagsgebäude und der Königsplatz mit der Siegesſäule,
Blick auf die Straße Unter den Linden (aufgenommen
aus dem Zeppelinluftſchiff „Hanſa”); zu den
Friedens=
verhandlungen der Balkanſtaaten in Bukareſt; Feier
des Reichsfeuerwehrverbandes am Völkerſchlachtdenkmal
in Leipzig; von der Eiſenbahnkataſtrophe auf Jütland.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 9. Auguſt.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Dragoner=Kaſerne (Regt. Nr. 23).
Motorwagen-Fahrräder.
en vorlenge Pfedteepeut Preistlste.
Vertreter: Haas & Bernhard, Rheinstr.
Simmmmmmmmmmmmmnmmmi
Mite
D eer. oge 2
7
*2
Slnhoher Gunst,
o
Sge
e
Stch Zmittseidenen Sammele.
herchmtrs.
eeke) Wapbenbildern? -Joh.
Sühnmſeihiuminmmmmmmmmtatserthiensettiiehhäimiurtlahlinies
I.15061
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1.50. Franz Kuhn, Kronen=Parf., Nürnberg.
Hier: F. B. Grodhaus, Seifenfabr. a. weißen
Turm, ſowie in Apotheken, Drog. u. Parfüm. (V,6278
Bitte recht ſchnell — ich muß zur Bahn
(geben Sie mir doch ſechs Schachteln Fays ächte
Sodener Mineral=Paſtillen. Aber bitte, keine
Nach=
ahmung. Denn ich lege beſonderen Wert auf Paſtillen,
die aus den Gemeinde=Heilquellen ſtammen, die zu
Kurzwecken gebraucht werden. Fays Sodener gehören
4zu meiner wichtigſten Ausrüſtung, da man im jähen
Witterungswechſel nach durchnäſſendem Regen, bei
Zug=
wind, immer ernſte Erkältungen zu gewärtigen hat und
4well Fays ächte Sodener da als Vorbeugung und Hilfe
4gleich ideal ſind. Beſondere Kennzeichen: Der Name
„Fay” u. weißer Kontrollſtreifen mit amtlicher
Beſcheini=
gung des Bürgermeiſter=Amtes Bad Soden a. T. (I,16788
Die Ststugnose da
Möbel=Fabrik
D
Gg. Ehrhardt & Sohne
Oahe
n Darmſtadt a
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Mae Aa unsec waden
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beren, 2u Nandige Gusstellung von
Ruserwoh-
nungen Selobergstr. 50 zu. badkigen und
kosten-
los Bunneung n uncke
Jnnmame z aungen. (15944a
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem Hinſcheiden unſeres lieben Vaters,
Groß=
vaters, Schwiegervaters, Bruders, Schwagers und Onkels
(16704
Christoph Benz, Werkführer
ſagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, ſeinen titl. vorgeſetzten Behörden und Beamten,
ſeinen werten Kollegen und den Arbeitern der Lackierer=Abteilung, den Angeſtellten der Firma Doll & Benz,
Darmſtadt, für die zahlreiche Beteiligung und Kranzſpenden, ſowie Herrn Pfarrer Hofmann für ſeine
trefflichen Worte unſeren tiefgefühlten Dank.
Wixhauſen, den 7. Auguſt 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Gelledienſt der beraeitſchen Feictersteneint.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 8. Auguſt:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 15 Min.
Samstag, den 9. Auguſt:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
8 Uhr 50 Min..
Faſten, Zerſtörung Jeruſalems. Montag abend 8 Uhr
45 Min. Dienstag früh 6 Uhr 45 Min. Dienstag
abend 7 Uhr.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 9. Auguſt:
Vorabend 7 Uhr 15 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 8 Uhr 50 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 10. Auguſt, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
NB. Montag, den 11. Auguſt:
Nachmittags 6 Uhr. Abends 8 Uhr 40 Min.
Dienstag, den 12. Auguſt:
Faſttag des 9. Aw.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto=Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für des Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Haus Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Schweſter,
Schwägerin und Tante
(*5055
Fräulein
Helena Jung
ſagen herzlichen Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 8. Auguſt 1913.
Heute früh verſchied an den Folgen eines
mehrjährigen chroniſchen Leidens, unſere liebe
Mutter und Großmutter
Frau
ne.
Mlise Vierhele
geb. Stumpf
was wir hiermit geziemend mitteilen.
Carl Emil Vierheller
und Familie.
16707)
Darmſtadt, den 7. Auguſt 1913.
Nach langem, schwerem Leiden verschied heute unsere liebe, gute,
treu-
besorgte Mutter, Grossmutter und Schwester
(B16693
Drau eaise Fierkeiter Dibe
geborene Stumpf
m Mhrem 72. Lebensjahre.
Darmstadt, den 7. August 1913.
Die trauernden Kinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Samstag, den 9. August 1913, nachmittags 4½ Uhr, vom Trauerhause Herdweg 67
aus, statt.
Von Kondolenz-Besuchen bittet man höft. Abstand zu nehmen.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(16698
empfehlen grosse Posten
Kinderstiefel
riesig billig.
1 Posten vorzügl. Wichsled. 27—30 31—35
Schnürstiefel,
breite
Fasson . . .
ℳℳ3.50 ℳ4.25
1 Posten solide Box Schnür- 27—30
stiefel, moderne breite
Fasson, Derbyschnitt . . ℳ4.25
1 Posten vorzügliche Rindbox- 27—30
Schnürstiefel,
breite
Fasson, Derbyschnitt
*4.90
1 Posten allerbeste Rindbox- 27—30
Schnürstiefel,
breite
Fasson, Pr. Boden . .
5.75
in Wichsleder
1 Posten vorzügliche Schnür- ℳ 4.75 u. ℳ 5.75
stiefel für Knaben
in Rindbox
Grösse 36—39
Segeltuch- Gr. 23—26
Sandalen 95 ₰ ℳ
Leder-Sandalen
Gr. 23—26 27—30
moderne Fasson,
genähter Boden
36 1.95 ℳ 2.25 ℳ 2.655
Viele einzelne Paare
bedeutend unter Preis.
(16679
Gebr Blum
Markt 5
Schwarz-weisse Marken.
Für die Orts=, Betriebs= und
Innungskranken=
kaſſen der Stadt Düſſeldorf und Vororte
werden
praktuche Herzte und
Spezial=Herzte
geſucht.
Es wird ein Mindeſteinkommen von 8000 Mk. jährlich
bei langfriſtigen Verträgen garantiert. Privatpraxis geſtattet.
Diskrete Behandlung der Bewerbungsgeſuche wird
zu=
geſichert. Offerten ſind zu richten unter Df. R. 10473
an Rudolf Mosse, Düsseldorf.
(I,16687
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Auguſt 1913.
Nummer 184.
Torfverſteigerung.
Montag, den 11. Auguſt 1913, vormittags um 10 Uhr
anfangend, werden auf dem Rathauſe zu Pfungſtadt
ca. 400000 Stück Torf
an die Meiſtbietenden verſteigert.
Pfungſtadt, den 6. Auguſt 1913.
(16684fs
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
J. V.: Nungeſſer.
Schlosserei und mechanische Werkstätte
Darmstadt, Landwehrstrasse 47
Autogene Schweißerei, Walzenguß-Anstalt
Dreh- und Hobelarbeiten
Reparaturen an Maschinen, Motoren und Apparaten
jeder Art.
(16176a
Ve
Geichansübernanme.
Den verehrten Herrſchaften in Darmſtadt und Umgebung bringe
ich hiermit höflichſt zur Kenntnis, daß ich am 1. Auguſt d. J. den
Brauerei=Ausſchank Löwen=Bräu, Groß=Zimmern
übernommen habe. Es wird mein Beſtreben ſein, meine Gäſte in
jeder Beziehung wirklich ſolid und gewiſſenhaft, bei mäßigen Preiſen
Gleichzeitig lade ich die werten Herrſchaften zu dem
zu bedienen. —
ſam 17. d. M. ſtattfindenden Militärkonzert bei freiem Eintritt,
ſowie zu dem am 24. Auguſt ſtattfindenden Kirchweihfeſt ganz
er=
gebenſt ein.
Hochachtungsvoll
Groß=Zimmern, 6. Aug. 1913.
16681ff)
Julius Lenz.
Bannerweihe
der Kegler-Vereinigung für Süd- und Mitteldeutschland
verbunden mit grossem
Ehren- und Geld-Preiskegeln
vom 9. bis 13. August cr.
auf dem
Festhallen-
zu Frankfurt a. M. — Gelände.
10 neuerbaute Bahnen. 600 Ca. 10,000 Mark Geldpreise.
Samstag, den 9. August, 6 Uhr abends Eröffnung des Vergnügungsparkes, grosses Militär-
Konzert und Tanz; ½9 Uhr: Fest-Kommers in der Bayr. Bierhalle.
Eintrittspreis 30 Pfg.
Sonntag, den 10. August, 12 Uhr vormittags: Banner-Festzug durch die Stadt; 2 Uhr:
Bannerweihe auf dem Festplatz, Eröffnung des Preiskegelns.
Eintrittspreis 50 Pfg.
Montag, den 11. August, abends Grosse Schlachtenmusik, ausgeführt von 3 Mil.-Kap.
Eintrittspreis bis 6 Uhr 30 Pfg., ab 6 Uhr 50 Pfg.
Dienstag, den 12. August, abends Italienische Nacht.
Eintrittspreis 30 Pfg.
Mittwoch, den 13. August, abends 9 Uhr Fest-Kommers. Bei eintretender Dunkelheit:
Grosses Brillant-Feuerwerk.
Eintrittspreis bis 6 Uhr 30 Pfg., ab 6 Uhr 50 Pfg.
Preiskegeln täglich von 8 Uhr vormittags bis 12 Uhr abends.
Nachmittags und abends: Militär-Doppel-Konzert.
Täglich von 7 Uhr abends Tanz.
à 5 Stück zu Mk. 1.— sind im Automat zum Deutschen
Vorverkauf von Blockbilletts schütz, Zeil 68, in den Filialen der Firma G. M. Holz,
im Keglerheim, Bergerstrasse 121, bei H. Dauth, Taunusstrasse 27, Cig. Schmitt, Am
Eschenh. Tor, Stempel-Eck, Katharinenpforte 13 zu haben.
Kinder bis 12 Jahre
(16682
haben freien Eintritt.
Landbarter
per Pfd. 1,25 bei 5 Pfd. 1,20 Mk.
empfiehlt (*5107
M. Greib,
Telephon 735. Schulſtraße 9.
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jva
Mivell
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(*5079
pedition dieſes Blattes.
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Guterhalt. Sitz= u. Liegewagen
billig zu verkaufen. Näheres
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N
Dunger=Verkauf.
Samstag, den 9. Auguſt,
von 980 Uhr vormittags ab,
wird auf dem vorderen Hofe der
alten Kavalleriekaſerne in
Darm=
ſtadt die Matratzenſtreu von einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend
verſteigert.
(16676df
Garde=Dragoner=Regiment
Nr. 23.
Landſchafts=
gartner
empfiehlt ſich in Anlegen und
Unterhaltung von Gärten. Billige
Preiſe und fachgemäße Bedienung.
Rudolf Hank, Moosbergſtraße 24.
Poſtkarte genügt.
(B16301
Unat
Im
Theater-Kutbmar, Miete
und
(II,16645
C.
Der Vertreter derſelben wird
wegen erhobener Klage dringend um
Angabe ſeiner Adreſſe unter 2 874.
an Haasenstein & Vogler,
A.-G., Mannheim, gebeten.
Ernstgemeint.
Witwer, Landwirt, 45 J. alt, mit
ein. erwachſenen Mädchen, möchte
ſich mit einem Fräulein od.
kinder=
loſer Witwe mit entſprechendem
Alter u. etwas Vermögen, am
lieb=
ſten vom Lande, verheiraten. Off.
(*4988dfs
u. G 2 a. d. Exp.
Zitwer, anf. ö0er, Handw. in
3
ſich. Stellg., 1700 Mk.
Jahres=
verd., einige tauſend Mark bar.
Vermögen, wünſcht m. ält. Mädch.
od. Witwe ohne Kind., jedoch nicht
unt. 45 Jahr., zwecks ſpät. Heirat
bekannt zu werd. Anonym zweckl.
Off. u. F 74 a. d. Exp. (*4889mf
Woog, am 7. Auguſt 1913.
Waſſerhöhe am Pegel 3,80 m.
Luftwärme 14 C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 13½ C.
Woog=Polizei=Wache.
Düngon.
ton Naoht.
Verein 88 Darmstadter Focht ollf
Durg
IIn!
Inn!
EnsnAIIInn
Samstag, 9. August, findet das
Sommer-Fest
im Garten des Vereinshauses statt.
(16710
Brauerel-Ausschank ray
Alexanderstrasse 23
Freitag, den 8. Auguſt 1913
22a%
2
Srosses Bockbiertes!
mit Konzert
wozu freundlichſt einladet
(*5109
W. Appel, Restaurateur.
Konzertgarten
29
Hügenschulz reisenkener
Telephon 1445 Inh. Hans Tod Dieburgerstr. 97
26. Wochentags-Konzert
Heute Freitag, den 8. Auguſt
C
Grosses Milltar-Konzert
der vollzähligen Kapelle des Leib=Drag.=Regts. Nr. 24
Leitung: Obermuſikmeiſter Rühlemann.
Im Programm u. a.: „Die Teufelszunge” Bravourſtück für
Cornet à Piston (Solo). „Großer Triumphmarſch” mit Benutzung
der hiſtoriſchen Trompeten.
(*5093
Anfang 8 Uhr. Eintritt mit Programm 15 Pfg.
udwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Sreuer) Mk. 2.—
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
(B1130
66
Hotel „Zur krone Auerbach.
Freitag, den 8. Auguſt 1913, nachmittags von 4½ Uhr, bis
10½ Uhr abends:
(16697
Sechstes grosses Kur-Konzert
ausgeführt von der Kapelle des Garde=Dragoner=Regts. Nr. 23.
Eintrittspreis 20 Pfg. Blocks von 20 Karten 2 Mk.
Bei günstiger Witterung: Reunion.
oi
Decken
Wrißbinder=Arbeiten, von
4 M., Küchen von 5 M. an. Off.
u. G 33 an die Expd.
(*5115
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ein Gehrock f. mittl. Fig. zu vk.
*5095) „Riedeſelſtr. 35, Seitenb.
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bel per 13 ds. Mts. nach Frankfurt geſ.
Näh. Ludwigshöhſtraße 27. (*5078
Um
Ter
r erteilt Zither=Unterricht?
Hel Offerten unter G 29 an
(*5100
die Expedition ds. Bl.
Nummer 184.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Auguſt 1913.
Seite 9.
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Braune Chevreau=Schnürſtiefel, Lackkappen 7.
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Elegante Schnürſchuhe Derby Lackkappen
6.
Elegante Lack=Schnürſchuhe
7.
Moderne weiße Leinen=Halbſchuhe
4.5
Schwarze Leder=Spangenſchuhe
2.
Segeltuch=Schuhe in ſchwarz und braun
1.7
Leder=Hausſchuhe 36—42
1.4
Sammet=Hausſchuhe 36—42
1.2
31—35
3.75
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4.40
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u. Wienersſtr., Tel. 1598. (16315a
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Mark=
sprudel Starkquelle (Jod=
Ei=
ſen=Mangan=Kochſalzquelle) hat
mir bei einem alten
Me
Fädehleiden
u. chron. Blaſenkatarrh ſehr
wert=
volle Dienſte geleiſtet, die Schmerzen
und Schärfen völlig genommen und
eine wunderbare Kräftigung der
leidenden Teile bewirkt. Ich hätte
einen ſolchen Erfolg nie für möglich
gehalten, habe mich nie ſo wohl und
geſund gefühlt, wie jetzt nach der Kur
mit Ihrer Wunderquelle.
Dieſelbe=
wirkt vor allem glänzend auf die
Tätigkeit der Nieren, reinigt das
Blut und die Säfte. Seit ich Ihren
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(Nachdruck verboten.)
15
Heini hatte aufmerkſam zugehört. Aber da er nicht
verſtand, was da geſagt wurde, kehrte er zu ſeinem Thema
zurück.
Mutti! Onkel Eberhardt hat doch die Erdbeeren
ver=
geſſen, ſchmollte er.
Aber, Heini! Ich bringe Dir doch ſo viele Erdbeeren
mit, wie Du nur immer wünſchen kannſt.
Schadet nichts! Onkel ſeine ſchmecken auch.
Wenn ich Dir nun Erdbeeren mitbringen wollte,
Heini, miſchte ſich Fräulein von Steltz ins Geſpräch,
würdeſt Du die annehmen?
Ach, meinte Heini wegwerfend, Onkels und Tanten
verſprechen kleinen Jungens immer einen ganzen Berg
voll und halten nicht Wort.
Aber ich halte Wort, und Onkel Eberhardt wird
ge=
wiß auch noch Wort halten.
Na, ſchön! lobte Heini.
Bitte, beſtärken Sie das Kind nicht in der
Erinne=
rung an ſeinen Onkel, ſagte Anita verſtimmt.
Er ſcheint nicht Ihr Freund?
Nein, er iſt mir nicht ſympathiſch.
Trotzdem er, wie Sie ſagen, Ihrem verſtorbenen
Gatten ſo ähnlich ſieht?
Das trägt nur dazu bei, meine Abneigung zu
ver=
ſtärken. Was kommt es auf das Aeußere an, wenn das
Innere von zwei Menſchen ſo himmelweit verſchieden iſt?
Mein Gatte war das Ideal eines ritterlichen Mannes,
Eberhardt von Drewensberg iſt — einer von vielen.
Das klingt hart aus Ihrem Munde
Anita zuckte nervös die Schultern. Wollen wir nicht
weiter ſingen?
Ich muß geſtehen, ich fühle mich heute nicht recht
aufgelegt dazu. Laſſen Sie uns lieber mit dem kleinen
drolligen Kerlchen plaudern.
Ihr Onkel wird nicht ſehr damit einverſtanden ſein,
daß Sie die Geſangſtunde vertändeln wollen.
Mein Onkel?
Sagten Sie nicht, daß ein Verwandter Ihre Stimme
ausbilden läßt?
Ja, aber wie kommen Sie darauf, daß es gerade ein
Onkel ſein müſſe?
Ich weiß nicht — es liegt ſo nahe, daß ein alter,
reicher Onkel —
Brigitte lachte hell auf. Da haben Sie recht! Ich
muß es ihm jedenfalls erzählen. Aber er wird ſich nicht
ſehr geſchmeichelt fühlen, von einer ſchönen jungen Frau
zu den alten Onkels gezählt zu werden, denen eigentlich
nur ihr Reichtum Exiſtenzberechtigung gibt.
So war das natürlich nicht gemeint, Fräulein von
Steltz.
Aber Brigitte lachte nur und ſagte nichts. Die Sache
ſchien ſie höchlichſt zu amüſieren.
Einige Tage darauf hatte Anita ſich bei einer
aus=
wärtigen Stunde verſpätet. Sie trat ſchnell und
unver=
hofft ins Muſikzimmer, wo Brigitte von Steltz ihrer ſchon
harrte, und überraſchte ſie, wie ſie, vor dem Bilde ſtehend,
in ſeiner Betrachtung verſunken war.
Das Bild ſcheint eine beſondere Anziehungskraft auf
Sie auszuüben, meinte Anita, ihrer Schülerin einen
freundlichen Schlag auf die Schulter gebend. Brigitte
ſchrak zuſammen. Sie wurde rot, und ihr Blick irrte
verlegen über Anita hin. Doch ſchnell gefaßt
er=
widerte ſie:
Ja, es ſieht einem Herrn, den ich kannte, wunderbar
ähnlich.
Noch einem? rief Anita unangenehm überraſcht. Ich
hätte nie geglaubt, daß ſo viele Menſchen meinem Manne
gleichen könnten.
Sie ſind eiferſüchtig, Frau von Drewensberg=
Mein Gott! Das Andenken an den Verſtorbenensiſt
ja alles, was mir von meinem kurzen Glück geblieben iſt!
Iſt jener Mann, dem das Bild gleicht, der bewußte
Vetter?
Ja — der bewußte!
Seite 10
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Auguſt 1913.
Nummer 184
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Nun, dann ſei ihm verziehen, denn er iſt Ihnen
teuer.
Wie gütig Sie ſind! Brigitte nahm ihre Hand und
drückte ſie. Aber jener Onkel Eberhardt, dem können Sie
es nicht verzeihen, daß er Ihrem Gatten ähnlich ſieht?
Nein, ich zürne ihm darum bitter.
Das iſt eine ganz verkehrte Geſchichte.
Keineswegs — ſie iſt ganz einfach: Sie liebe ich,
alſo auch, was zu Ihnen gehört, und jenen nicht. — Aber
da wir nun wieder auf dieſes Thema gekommen ſind,
will ich Sie bitten, den Bruder meines Mannes ein für
allemal aus unſerem Geſpräch zu laſſen. Ich mag nicht
von ihm hören!
So unangenehm iſt er Ihnen?
Es knüpfen ſich ſehr häßliche Erinnerungen an ihn,
und es regt mich auf, nur an ihn zu denken.
Brigitte hatte nicht vergeſſen, Heini die verſprochenen
Erdbeeren zu bringen. Seitdem war ſie Heinis
Freun=
din und ſein „Fräulein Gittachen von Steltz” oder ſeine
„Gitta von Steltzchen”, je nach dem Grade ſeiner
Zärt=
lichkeit.
Sie kam fortan niemals ohne ein Geſchenk für ihren
kleinen Verehrer, und wenn Anita ſchalt, daß ſie ihr den
Buben gar zu ſehr verwöhne, und daß ſie es durchaus
nicht dulden könne, wenn Brigitte ſich ſo viele Ausgaben
für das Kind mache, es bedrücke und beſchäme ſie, lachte
ſie nur und bat innig:
Liebe, gute Frau von Drewensberg, gönnen Sie mir
doch das Vergnügen! Das Leben zeigt mir ſo ſelten ein
heiteres Geſicht, und der ſüße Bub iſt mein Sonnenſchein.
Sehen Sie doch nur, wie er auf dem Steckenpferd reitet!
Iſt es nicht zum Entzücken drollig? Man möchte den
Schlingel in jeder Stellung malen.
Vergeſſen war Anitas Unbehagen, der gerechte
Mut=
terſtolz regte ſich in ihr, und die beiden Frauen ſahen
dem Spiel des kleinen Schlingels mit leuchtenden
Augen zu.
Eines Tages machte Fräulein von Steltz den
Vor=
ſchlag, daß ſie mit Heini gemeinſam den Zoologiſchen
Garten beſuchen wollten. Ihre Stunde könnte an dem
Tage einmal ausfallen, dann wäre Anita gegen Abend
frei und könne nachkommen, ſie würde mit Heini
voraus=
gehen. Doch Anita wollte davon durchaus nichts wiſſen.
Seit dem Tode ihres Mannes ſeien ihr Welt und
Men=
ſchen verhaßt. Sie fürchte ſich faſt vor ihnen und könne
ſich nicht entſchließen, auszugehen.
Es ſei ja nur ein Spaziergang mit etwas Belehrung
und etwas Vergnügen, und Heini müſſe doch auch
ein=
mal hinauskommen, drängte Brigitte.
Heini würde von dem alten Vater Harto regelmäßig
ausgeführt, die Beiden ſeien häufige Gäſte des
Zoologi=
ſchen Gartens. Aber ob auch Anita mit einer wahren
Angſt bat, man möge ſie doch daheim laſſen, der Trubel
draußen mache ſie ganz krank, beharrte Brigitte
hart=
näckig auf ihrem Vorſchlag, und ſie fand einen
ebenbür=
tigen Verbündeten in Hartkopf. Der verfiel
merkwür=
digerweiſe zur ſelben Zeit auf die Idee; Anita, die ſo
tierlieb ſei, müſſe unbedingt einmal die jungen Löwen
im Zoologiſchen Garten ſehen.
Die Beiden begann immer wieder davon, drängten,
malten in den herrlichſten Farben die Freude an dem
Entzücken des Kindes aus, drohten ſchließlich, Anita mit
Gewalt entführen zu wollen, ſo daß ſie endlich, müde von
dem nutzloſen Widerſtreben, nachgab.
Das iſt ſeit langer Zeit der erſte vernünftige
Ent=
ſchluß von Ihnen, meinte Hartkopf in ſeiner
ungeſchmink=
ten Aufrichtigkeit. Sie ſind viel zu jung, um ſich von den
Menſchen und dem Leben abzuſchließen. Auch das Trauern
muß ſeine Grenze haben. Alles zu ſeiner Zeit! Das
viele Grübeln hat Sie ſchon dahin gebracht, daß Sie die
Welt manchmal ganz verkehrt anſehen.
Ich kann Ihnen aber auch nichts mehr recht machen!
klagte Anita.
Das kommt wieder, ſobald Sie Vernunft
angenom=
men haben.
Dann fürchte ich, es kommt nie mehr.
Fräulein von Steltz ſtellte ſich bald nach Tiſch ein, um
Heini abzuholen, der vor ungeduldiger Erwartung ganz
zappelig war. Anita hatte ihn allerliebſt herausgeputzt
mit einem weißen Matroſenanzug mit hellblauem
Kra=
gen und einem flotten Matroſenmützchen, unter dem die
braunen Locken in krauſer Fülle hervorquollen. Die
großen dunklen Kinderaugen ſtrahlten mit der Sonne um
die Wette.
Ich werde mit meinem kleinen Ritter Staat machen,
meinte Fräulein von Steltz bewundernd. Heini hatte
jedoch ſeine beſonderen Begriffe von ſeinen
Ritter=
pflichten.
Wirſt Du mich auch hochheben, Fräulein von Steltz,
wenn wieder ſo viele Menſchen vor dem Affenhaus ſtehen?
Und auf Deiner Schulter ſitzen laſſen, wie Väterchen
Harto?
Ich will es verſuchen, Heini, wenn Du verſprichſt,
mich Tante Gitta zu nennen. Heini ſagte gnädig zu, und
dann zogen die Beiden ſeelenvergnügt von dannen.
Um fünf Uhr ſtellte ſich Hartkopf ein, um Anita
ab=
holen. Dachte ich’s doch! ſagte er ungehalten. Wir haben
zwanzig Grad Reaumur im Schatten, und Sie tragen wie
gewöhnlich Ihr ſchwarzes Kleid. Wenn man Sie doch
endlich aus dieſer ungeſunden Stimmung aufrütteln
könnte!
Ich wage es heute ſchon den ganzen Tag nicht, dem
Bilde ins Auge zu ſehen, weil mir zu Mute iſt, als ob
ich im Begriff ſtände, mich an dem Andenken des Toten
zu verſündigen — und Sie verlangen gar, daß ich die
Trauer ablege.
Nun, Fräulein von Steltz iſt eine vernünftige
Per=
ſon, ſie wird Ihnen ſchon allmählich den Kopf
zurecht=
rücken!
(Fortſetzung Folat.)
Nummer 184₰
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Anguſt 1913.
Seite 11.
Sasf
2
Ker.
Sport, Spiel und Turnen.
* Leichtathletik. Man ſchreibt uns: Um dem
Auf=
ſchwung unſeres Sportes noch weitere Bahnen zu öffnen,
hat ſich der Darmſtädter Sportklub 1905
ent=
ſchloſſen, bei ſeinen kommenden IV. nationalen
olym=
piſchen Spielen auch Militär= und Schülerwettkämpfe zu
veranſtalten. Für die Militärmannſchaften unſerer
Heſ=
ſiſchen Diviſion iſt eine 600 Meter=Stafette und Tauziehen
vorgeſehen, und für die Schüler unſerer hieſigen
Lehr=
anſtalten hat man einen 50 Meter=Lauf eingelegt. Der
Darmſtädter Sportklub hat ſtets die Militärverwaltung,
ſowie unſere Schulen bei Einführung neuer Sportarten
beſtens unterſtützt. Er ſtellte ſtets in bereitwilligſter
Weiſe ſeinen Platz den Militärmannſchaften zur
Verfüg=
ung. Ebenfalls widmet ſich der Sportklub ſtets gerne
unſerer Schuljugend. Er beſitzt heute verſchiedene
Schülermannſchaften, die unter Leitung eines älteren
Mit=
gliedes in allen Fertigkeiten unterrichtet werden. Auch
ſie werden die Gelegenheit wahrnehmen und an den IV
nationalen olympiſchen Spielen des Sportklubs
teil=
nehmen.
sr. Lawn=Tennis. Die Lawn=Tennis=
Meiſterſchaften von Rußland wurden jetzt in
St. Petersburg entſchieden. An den Kämpfen beteiligten
ſich auch die beſten engliſchen und franzöſiſchen Spieler.
Der bekannte Engländer Dixon unterlag
überraſchender=
weiſe gegen den ruſſiſchen Fürſten Sumarokoff=Elſten, der
ſich als vorzüglicher Linkshänder zeigte, mit drei Sets zu
zwei. In der Herrendoppelmeiſterſchaft waren die
Aus=
länder in der Schlußrunde unter ſich. Das engliſche
Paar Dixon-Prebble ſiegte über das franzöſiſche Team
Decugis-Germot mit 3 Sets zu 1.
Im Internationalen Lawn=Tennis=
Turnier zu Franzensbad, das jetzt im Anſchluß
an die Turniere in Marienbad und Karlsbad abgehalten
wurde, ſiegte im Wettbewerb um den Bäder=Preis
Froitz=
heim=Straßburg Zweiter wurde Bergmann=Dresden und
Dritter Baron H. Morpurgo=Wien. In der Meiſterſchaft
von Franzensbad ſiegte im Herreneinzelſpiel Froitzheim
vor Bergmann und Latour=Wien. Die Damen=
Meiſter=
ſchaft fiel an Frau Elliſſen vor Frau Maſchka und Frau
Amenda. Das Herren=Doppelſpiel gewannen Froitzheim=
Bergmann gegen die Gebrüder Morpurgo.
Luftfahrt.
sr. Die Auguſt=Statiſtik des Flugplatzes
Johannisthal weiſt nicht weniger wie 3300 Flüge
auf, die an 30 Flugtagen von 120 Fliegern abſolviert
wurden. Außerdem unternahmen fünf Aviatiker Verſuche.
Die größte Summe der Flugzeiten und die meiſten
Auf=
ſtiege hatte Stiefvater auf Jeannin=Taube mit 34
Stun=
den 16 Min. und 406 Aufſtiegen zu verzeichnen. Die
Ge=
ſamtdauer aller Flüge beträgt 356 Stunden 22 Minuten.
Es wurden im vergangenen Monat ſieben Offiziers=
Piloten ausgebildet und zwar Lt. Schreiner (Etrich=
Taube), Lt. v. Sieroth (Wright=Doppeldeckec), Lt. Hailer
(Rumpler=Taube) und auf Albatros=Apparaten die
Leut=
nants Wuthenow, Münſter, Roeſch und Schroeder.
Fer=
ner erfüllten die Zivil=Piloten Henkel (Albatrosf und
Ziegler (Melli=Beſe=Taube) die Bedingungen für das
Fliegerzeugnis. Von den vom Flugplatz unternommenen
Ueberlandflügen ſind diejenigen von Audemars und
Le=
tort nach Paris von Lt. Canter nach Kiel, Lt. Joly nach
Königsberg und Hirth nach Mannheim hervorzuheben.
Es ereigneten ſich ſechs nennenswerte
Flugzeugbeſchädig=
ungen, ſo daß der geringe Prozentſatz von 0,19
heraus=
kommt.
Landwirtſchaftliches.
Darmſtadt, 6. Aug. (Schweinemarkt.
Auftrieb durch Händler 140 Schweine. Preiſe: 1. Qugl.
ausgeſuchte Ware (Schlachtgewicht 50 Kilogramm) 84 Mk.,
2. Qual. 83 Mk., 3. Qual. 82 Mk. Marktverlauf: Lebhaft,
Ueberſtand. — Schweinemarkt am 7. Aug. Auftrieb
durch Händler 70 Schweine. Preiſe: 1. Qual. ausgeſuchte
Ware (Schlachtgewicht 50 Kilogramm) 84 Mk., 2. Qual
83 Mk., 3. Qual. 82 Mk. Marktverlauf: Mäßig,
Ueber=
ſtand. —
Kälbermarkt am 7. Aug. Auftrieb durch
Händler 139 Kälber, 3 Schafe. Preiſe (Lebendgew. 50
Kilo=
gramm) je nach Qualität 57—65,5 Mk. Marktverlauf:
Mäßig.
* Groß=Gerau 5. Aug. Ueber den Verlauf des
letzten Ferkelmarktes iſt folgendes zu berichten:
Aufgetrieben waren 714 Tiere und die Nachfrage bei den
zahlreich anweſenden Käufern ziemlich rege. Bezahlt
wur=
den für Ferkel 13—18 Mark, für Springer 22—24 Mark
und für Einleger 40—45 Mark pro Stück. Am Schluß des
Marktes war nahezu alles verkauft. Der nächſte
Ferkel=
markt iſt am Montag, den 11. d. M. — Wir weiſen
noch=
mals darauf hin, daß am Dienstag, den 19. Aug.,
auf dem Marktplatze dahier eine Kreis=Ziegenſchau,
verbunden mit Prämiierung, ſtattfindet, wozu ein
Auf=
trieb von mehreren Hundert Ziegen und Böcken der
Saa=
ner Raſſe zu erwarten ſteht und Kaufliebhabern die
gün=
ſtigſte Gelegenheit geboten iſt, ihren Bedarf zu decken.
* Berlin, 5. Aug. Der Saatenſtand in
Preußen anfang Auguſt 1913 iſt, wenn 2 gut, 3 mittel
bedeutet: Winterweizen 2,5 (im Auguſt 1912 2,5),
Som=
merweizen 2,7 (2,5), Winterſpelz 2,3 (2,1), Winterroggen
2,7 (2,5), Sommerroggen 3,0 (2,8), Winiergerſte 2,7 (—),
Sommergerſte 2,6 (2,4), Hafer 2,6 (2,7), Erbſen 2,8 (2,8),
Acker (Sau)=Bohnen 2,6 (2,4), Wicken 2,8 (2,6), Kartoffeln
2,6 (3,0), Zuckerrüben 2,4 (2,6), Futterrüben 2,5 (2,6),
Flachs (Lein) 2,6 (2,6), Klee 2,6 (3,4), Luzerne 2,6 (3,0),
Rieſelwieſen 2,4 (2,5), andere Wieſen 2,7 (3,1).
—
Frankfurt a. M., 6. Aug.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1398 Schweine.
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht):
Fettſchweine über 3 Zentner Lebendgewicht 63½—66 Mk.
(80—83 Mk.), vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner
Lebendgewicht 63—65 Mk. (80—82 Mk.), vollfleiſchige
Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 63—67 Mk. (81
bis 83 Mk.), vollfleiſchige Schweine bis zu 2 Zentnern
Lebendgewicht 63—67 Mk. (80—83 Mk.). Marktverlauf:
Geſchäft langſam, bedeutender Ueberſtand.
H. Frankfurt, 5. Aug. (Fruchtmarktbericht.)
Am Wochenmarkt war neue Landfrucht erſtmalig
ange=
boten. Die Qualität erweiſt ſich als vorzüglich und es iſt
zu wünſchen, daß bei anhaltend gutem Erntewetter die
Beſchaffenheit weiterhin ſo gut bleibt. Landweizen iſt
nur mäßig offeriert, aber ſchwächer; hingegen war
Land=
roggen reichlicher vorhanden und ebenfalls nachgebend im
Preis. Auch Proben neuer Gerſte wurde gezeigt und iſt
die Ware ziemlich grobkörnig. Die Abgeber ſtellten jedoch
ziemlich hohe Preiſe, zwiſchen 17 und 18 Mark, was die
Käufer zurückhielt. Hafer blieb behauptet aber ruhig.
Mais war knap und feſt. Futtermittel preishaltend. Die
Forderungen für Weizenmehl ſind williger, für
Roggen=
mehl bei effektiver Lieferung jedoch etwas höher. Der
Mannheimer Getreidemarkt iſt feſt, aber
Käu=
fer reſerviert An der Berliner Produktenbörſe
war Getreide zu Beginn gut behauptet. Gute verfügbare
Ware bleibt knapp und geſucht. Das anhaltend ſchöne
Erntewetter verhinderte indeſſen eine Preisſteigerung.
Die Auslandsofferten waren unverändert. Später lag
Roggen ſchwächer. Aus Rußland ſollen Regenmeldungen
vorliegen. Für Hafer herrſchte guter Konſumbegehr
Nach den letzten Kabelnachrichten von den amerikaniſchen
Getreidemärkten (Chicago und Neu=York) war Weizen
und Mais nach mehrfachen Schwankungen abgeſchwächt
auf größeres Angebot der Farmer in neuer Ernte und
Meldungen über Regenſchauer in Jowa. Die ſichtbaren
Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche von 34,50 Mill.
Buſh. auf 38,87 Mill. Buſh. geſtiegen, hingegen die
Mais=
vorräte von 7,82 Mill. Buſh. auf 6,39 Mill. Buſh.
zurück=
gegangen. In Kanada nahmen die Weizenvorräte in
die=
ſer Woche von 6,84 Mill. Buſh. bis 5.56 Mill. Buſh. ab.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſiger und Wetterauer, 21, nordd. 21,
kurheſſi=
ſcher 21, ruſſiſcher 23,25—24,25, La Plata 22,75—23,75,
rumäniſcher 23,25—24,25, Kanſas 23,50—24, Manitoba
22,25—24, Redwinter 23—23,75, Walla Walla 22.50—23,50.
Roggen, hieſiger, 17,25, bayeriſcher 17,25, ruſſiſcher 18,50
bis 18,75, amerikaniſcher 17,50—17,75, rumäniſcher 18,50
bis 18,75. Gerſte, Pfälzer, —, hieſige und Wetterauer
17—17,25, Riedgerſte — ungariſche — fränkiſche
Hafer, hieſiger, 16,50—17,50, bayeriſcher 16,75—17,50,
ruſſiſcher 18,50—20,50, amerikaniſcher 17,75—18,25,
rumä=
iſcher 18.75—20,50. Mais, mixed, 14,50—14,60, ruſſiſcher
14,75—15, Donaumais 14,75—14,85, rumäniſcher 14,80—15.
La Plata 14,75—15, weißer Mais 14,70—14,80;
Weizen=
ſchalen 9,25—9,50, Weizenkleie 9,25—9,50, Roggenkleie 10
bis 10,50. Futtermehl, 12—14, Biertreber, getrocknet, 12,50
bis 13, Futtergerſte 15—15,50. Weizenmehl, hieſiges
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bis 29,75, feinere Marken 30—30,25, Nr. 3 27—27,25,
fei=
nere Marken 27,50—27,75, Nr. 4 23—23,25, feinere Marken
23,50—23,75. Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0 27,50 bis
27,75, Nr. 1 25,50—25,75, Nr. 2 21,50—21,75.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Augnſt 1913.
Nummer 184.
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