Darmstädter Tagblatt 1913


01. August 1913

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 12 Seiten.

Wehrbeitrag und Beſitzſteuer.

Vom Ceheimen Oberregierungsrat Dr. Hoffmann,
vortrag. Rat im Reichsſchatzamt, Berlin=Großlichterfelde.*)
I.
Den großen Finanzgeſetzgebungswerken der Jahre
1906 und 1909 iſt raſch genug in dieſem Jahre der Er=
innerung
an 1813 ein drittes gefolgt, das in jeder Hinſicht
bemerkenswert iſt. Vor allem geben ihm die außerordent=
liche
Höhe der Beträge, die im Intereſſe einer alsbaldigen
erheblichen Stärkung unſerer Wehrmacht aufzubringen
waren und die Art der Aufbringung dieſer Mittel ſelbſt
das Gepräge Die neuere Finanzgeſchichte der außer=
deutſchen
Großſtaaten hat in beiden Beziehungen nichts
dem ähnliches aufzuweiſen.
In dem Wehrbeitragsgeſetz iſt unter ein=
mütiger
Zuſtimmung der Nation und der Volksvertret=
ung
die Aufgabe gelöſt, den einmaligen Betrag von rund
einer Milliarde Mark ohne Aufnahme einer Anleihe auf=
zubringen
, für die ein aufnahmefähiger Markt zudem
nicht vorhanden geweſen wäre und deren Zinſendienſt
allein die Einführung einer großen Steuer erfordert hätte.
Der Wehrbeitrag war als einmaliges Ver=
mögensopfer
der Nation für Zwecke ihrer Rüſtung
gedacht. Indeſſen ließ ſich mindeſtens an den hohen un=
fundierten
Einkommen ohne offenbare Unbilligkeit nicht
vorübergehen. Der Reichstag hat unter Herabſetzung
der ſteuerfreien Grenze nach verſchiedenen vergeblichen
Verſuchen einer künſtlichen Kapitaliſierung des Einkom=
mens
, den Beitrag vom Einkommen neben den Beitrag
vom Vermögen gefetzt. Dabei ergab ſich, wollte man
nicht zu Doppelbeſteuerungen kommen, die im urſprüng=
lichen
Entwurf glücklich vermiedene Notwendigkeit, ſchei=
den
zu müſſen zwiſchen dem Einkommen aus ſchon vom
Vermögensbeitrag getroffenem Vermögen und dem rei=
nen
Arbeitseinkommen. Was Rente und was Arbeitsein=
kommen
iſt, läßt ſich aber für die mit Betriebskapital ar=
beitenden
Beitragspflichtigen einwandfrei nicht feſtſtellen.
Das Geſetz hat ſich denn in ziemlich roher Weiſe damit
geholfen, daß es vom feſtgeſtellten Einkommen einen Be=
trag
von 5 v. H. des abgabepflichtigen Vermögens ab=
zieht
. Verzinſt ſich das Vermögen katſächlich niedriger,
ſo kann ein daneben vorhandenes Einkommen aus gewinn=
bringender
Beſchäftigung nunmehr in ſehr erheblichem
Maße aus der Steuerpflicht herausfallen.
Was als beitragspflichtiges Vermögen
anzuſehen und wie dieſes zu veranlagen iſt, beſtimmt das
Wehrbeitragsgeſetz ſchon wegen des noch zu erörternden
Zuſammenhanges mit dem Beſitzſteuergeſetz ſelbſtändig.
Dagegen läßt es als beitragspflichtiges Ein=
kommen
dasjenige Einkommen gelten, das nach den
mit Ausnahme von Elſaß=Lothringen überall beſtehen=
den
Landeseinkommenſteuergeſetzen zuletzt vor oder gleich=
zeitig
mit der Veranlagung zum Wehrbeitrag als ſteuer=
pflichtiges
Einkommen feſtgeſtellt worden iſt. Damit er=
übrigt
es ſich, allein des einmaligen Wehrbeitrags wegen
in einer das Landesſteuerweſen empfindlich berührenden
Weiſe eine beſondere Einkommensveranlagung herbeizu=
führen
. Es müſſen dabei allerdings die erheblichen Ab=
weichungen
in der Feſtſetzung deſſen, was als ſteuerpflich=
tiges
Einkommen nach den einzelſtaatlichen Geſetzgebun=
gen
anzuſehen iſt, in Kauf genommen werden. Es be=
trifft
das vor allem die Art und Höhe der zuläſſigen Ab=
züge
und die Frage, inwieweit Zufallsgewinne als Ein=
kommen
zu gelten haben. Da gemeinhin das Einkom=
men
nicht ziffernmäßig genau, ſondern nur nach ſeiner
Zugehörigkeit zu einer beſtimmten Steuerſtufe feſtgeſtellt
wird, ſoll nach dem Geſetz für den Wehrbeitrag das nied=
rigſte
Einkommen der Steuerſtufe als feſtgeſtellt angenom=
*) Aus Nr. 15 der Deutſchen Juriſtenzeitung. Bei der
ſchweren Verſtändlichkeit dieſes Geſetzes und ſeiner gro=
ßen
finanziellen Bedeutung wird dieſe Abhandlung in
weiten Kreiſen unſerer Leſer beſonderes Intereſſe in=
den
, zumal der Verfaſſer als Regierungsvertreier an dem
Zuſtandekommen des Geſetzes weſentlich beteiligt war.
und zu deſſen Auslegung beſonders berufen iſt.

Das Wichtigſte vom Tage.

In Gegenwart des Kaiſers und des Königs von
Norwegen wurde geſtern die Frithjofſtatue
auf Balholm feierlich enthüllt.
Geſtern vormittag begannen vor dem Militärgericht in
Moabit unter ſehr ſtarkem Andrang des Publikums die
Kriegsgerichtsverhandlungen in der
Krupp=Affäre.
Die Berufungsverhandlung gegen das Urteil
des Erfurter Kriegsgerichts, die heute in
Kaſſel ſtattfinden ſollte, wurde auf unbeſtimmte Zeit
vertagt.
Nach Erledigung des Budgets vertagte ſich die fran=
zöſiſche
Kammer auf unbeſtimmte Zeit.
Die Friedenskonferenz in Bukareſt hielt am
Mittwoch nachmittag ihre erſte Sitzung ab und beſchloß
zunächſt einen fünftägigen Waffenſtillſtand.
Die zweite Sitzung wurde auf Donnerstag nachmittag
anberaumt. Der Waffenſtillſtand hat mit dem 31. Juli,
mittags 12 Uhr, begonnen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

men werden, in welcher der Steuerpflichtige veranlagt iſt
oder ohne Berückſichtigung der eine Steuerermäßigung
begründenden perſönlichen Verhältniſſe zu veranlagen ge=
weſen
wäre.
In der Begriffsbeſtimmung des beitragspflichtigen
Vermögens folgt das Geſetz im weſentlichen dem preußi=
ſchen
Ergänzungsſteuergeſetz. Es zieht alſo, wie dieſes,
das geſamte bewegliche und unbewegliche Vermögen nach
Abzug der Schulden zur Abgabe heran, läßt hierbei aber
Möbel, Hausrat und andere nicht zum Grund= oder Be=
triebsvermögen
oder zum eigentlichen Kapitalvermögen
gehörende Gegenſtände, insbeſondere alſo auch Schmuck=
und Kunſtgegenſtände, frei, um jedes unerwünſchte, klein=
liche
Eindringen in innere Familienverhältniſſe zu ver=
meiden
und die im nationalen Intereſſe erwünſchte Er=
haltung
der im Familienbeſitz befindlichen Kunſtſchätze
nicht zu gefährden.
Zum beitragspflichtigen Kapitalvermögen gehört auch
der Kapitalwert von Renten und anderen dauernden Be=
zügen
(mit den geſetzlich zugunſten von Penſionen, Ver=
ſicherungsrenten
uſw. gemachten Ausnahmen). Da als
Einkommen das landgeſetzlich feſtgeſtellte ſteuerpflichtige
Einkommen gilt, werden die hierin enthaltenen Renten=
bezüge
u. U. nochmals durch den Beitrag von Einkom=
men
getroffen. Der Abzug von 5 v. H. des Kapitalwer=
tes
wird meiſt nicht ausreichen, die Doppelbeſteuerung zu
beſeitigen. Die Beitragspflicht erſtreckt ſich wie nach preu=
ßiſchem
Rechte auch auf die noch nicht fälligen Anſprüche
aus Lebens= und Kapitalverſicherungen oder Rentenver=
ſicherungen
, aus denen der Berechtigte noch nicht in den
Rentenbezug eingetreten iſt.
Beitragspflichtig ſind mit ihrem Vermögen und mit
ihrem Einkommen die natürlichen Perſonen, nur mit ihrem
Vermögen, und zwar im weſentlichen nur mit den wir=
lichen
Reſervekontenbeträgen, die Aktiengeſellſchaften und
Kommanditgeſellſchaften auf Aktien. Von einer Heran=
ziehung
des Vermögens der toten Hand iſt aus verſchie=
denen
ſachlichen Gründen Abſtand genommen worden.
Für die natürlichen Perſonen beſtimmt ſich die Beitrags=
pflicht
teils objektiv, teils ſubjektiv. Ausländiſches Grund=
und Betriebsvermögen iſt nie, inländiſches ſtets ( ver=
mögens
=) beitragspflichtig. Für die Heranziehung des
ſonſtigen Vermögens, insbeſondere alſo des in= und aus=
ländiſchen
Kapitalvermögens, und für die Heranziehung
des Einkommens iſt im allgemeinen maßgebend, ob der
Vermögens= oder Einkommensinhaber an dem noch zu
erwähnenden Stichtage deutſcher Staatsangehöriger war
oder zwar Ausländer geweſen iſt, zu dieſem Zeitpunt
aber im Deutſchen Reiche des Erwerbs wegen dauernden
Aufenthalt genommen hatte. Eine Ausnahme beſteht für
Auslandsdeutſche, die ſich ſeit länger als zwei Jahren im
Auslande aufgehalten haben. Auf die deutſchen Schutz=
gebiete
, die hiernach als Ausland gelten, iſt das Geſetz
nicht ausgedehnt.
Bei Ehegatten findet eine Zuſammenrechnung des bei=
derſeitigen
Vermögens ſtatt. Gebundenes Vermögen gilt
als Vermögen des Inhabers. Ebenſo fällt der Regel
nach für das der Nutznießung unterliegende Vermögen
der Wehrbeitrag dem Eigentümer zur Laſt.
Sowohl der Beitrag vom Vermögen wie der Beitrag
vom Einkommen ſind in ihrer Höhe geſtaffelt. Bei
erſterem iſt die ſogen. Durchſtaffelung gewählt, d. h. der
in Betracht kommende höchſte Staffelſatz findet nicht auf
das Geſamtvermögen, ſondern die einzelnen Staffelſätze
ſinden jeweilig auf die in die Grenzen der Staffel fallen=
den
Vermögensabſchnitte Anwendung.
Die Vermögensbeitragsſtaffel beginnt mit 0,15 v. H.
für die erſten 50 000 Mark und 0,35 v. H. für die zweiten
50 000 Mark Vermögen und ſteigt bis zu 1,5 v. H. für den
10 Millionen Mark überſteigenden Vermögensteil. Bei=
tragsermäßigungen
ſind vorgeſehen beim Vorhandenſein
unterhaltsberechtigter Kinder und wenn der Beitrags=
pflichtige
mehr als zwei Söhne beim Heer oder der Frotie
dienen hatte oder bis 1916 dienen haben wird. Die
ſteuerfreie Grenze iſt bei 10000 Mark Vermögen ein=
ſchließlich
gezogen, erhöht ſich aber u. U., wenn nur ein
Einkommen von mehr als 20004000 Mark oder ein ſol=
ches
von nicht mehr als 2000 Mark vorhanden iſt, auf
30 000 oder 50 000 Mark.
Der Beitrag vom Einkommen beginnt mit 1 v. H.
bei Einkommen bis zu 10 000 Mark, beträgt 1,2 für höhere
Einkommen bis zu 15 000 Mark und ſteigt allmählich wei=
ter
bis auf 8 v. H. bei einem Einkommen von mehr als
500 000 Mark. Die bei 5000 Mark einſchließlich gezogene
ſteuerfreie Einkommensgrenze bezieht ſich auf das feſtge=
ſtellte
Einkommen, nicht etwa auf den Einkommensbetrag
nach Abzug von 5. v. H. des außerdem vorhandenen Ver=
mögens
. Nur wenn nach dem Abzug weniger als 1000
Mark verbleiben, iſt der Reſtbetrag außer Berechnung zu
laſſen.
Stichtag für die Veranlagung iſt der 31. Dezem=
ber
1913. Beitragspflichtig iſt diejenige Perſon, auf die
an dieſem Tage die Vorausſetzungen für die perſönliche
Steuerpflicht zutreffen; beitragspflichtig iſt das Vermögen
nach der Belegenheit, der Geſtaltung und dem Wert, wie
ſich dieſe für den bezeichneten Tag ergeben. Unter Um=
ſtänden
dürfen die Vermögensabſchlüſſe des letzten Rech=
nungs
= oder Wirtſchaftsjahres zugrunde gelegt werden.
Bemeſſungsgrundlage bildet im allgemeinen der ge=
meine
Wert (Verkaufswert), bei land= und forſtwirtſchaft=
lich
genutzten Grundſtücken der nach dem Fünfundzwanzig=
fachen
des durchſchnittlich erzielten Jahresreinertrags be=
meſſene
Ertragswert. Trotz der ganz anderen und höheren
Verzinſung des ſtädtiſchen Grundbeſtes ſoll der in glei=
cher
Weiſe nach dem Pacht= oder Mietertrage berechnete
Ertragswert auch für bebaute, Wohn= oder gewerblicher=

Zwecken dienende Grundſtücke gelten. Es iſt dies trotz
des zugelaſſenen, übrigens ziemlich willkürlichen Abzugs
von einem Fünſtel für Nebenleiſtungen die bedenklichſte
Beſtimmung des Geſetzes, die indeſſen durch das Recht des
Beitragspflichtigen gemildert wird, die Zugrundelegung
des gemeinen Wertes zu fordern.
Veranlagt und erhoben wird der Wehrbeitrag, und
zwar ohne Verwaltungskoſtenentſchädigung, durch die
Bundesſtaaten, die zur Mitwirkung auch die Gemeinden
heranziehen können.
Grundlage für die Vermögensveranlagung bildet die
Vermögenserklärum g. Sie kann von jedem Bei=
tragspflichtigen
gefordert werden und ſie muß auch ohne
ſolche Aufforderung von jedem Beitragspflichtigen oder
deſſen geſetzlichen Vertreter abgegeben werden, wenn
jener mehr als 20 000 Mark Vermögen, oder bei mehr als
4000 Mark Einkommen mehr als 10 000 Mark Vermögen
hat (Deklarationszwang). Die Veranlagungs=
behörde
kann nötigenfalls Ordnungszwangsſtrafen anwen=
den
, den Beitragspflichtigen bei unterlaſſener, rechtzeiti=
ger
Abgabe der Erklärung auch mit einem Zuſchlag von
5 bis 10 v. H. des ſchuldigen Wehrbeitrages belegen. Das
nähere wegen des Inhalts der Erklärung und der Ein=
reichungsfriſten
beſtimmt der Bundesrat. Die Veranlag=
ungsbehörde
kann Einſicht in die Bücher und Papiere des
Beitragspflichtigen verlangen, auch Zeugen und Sachver=
ſtändige
uneidlich vernehmen, iſt aber nicht berechtigt,
dem Beitragspflichtigen eine Verſicherung an Eides Stotk
abzunehmen.
Der Verpflichtung der öffentlichen Behörden, aus ihren
Büchern uſw. den Veranlagungsbehörden Auskunft über
die Vermögensverhältniſſe, des Beitragspflichtigen zu
geben, entſpricht eine ſtrenge Geheimhaltungspflicht der
Veranlagungsbehörde dritten Perſonen gegenüber. Die
Poſt=, Schuldbuch= und Sparkaſſenverwaltungen ſind von
jeder Auskunftspflicht ausgenommen. Eine Auskunfts=
pflicht
der Banken über das bei ihnen verwahrte Ver=
mögen
ihrer Kunden beſteht gleichfalls nicht.
Feſtgeſtellt wird der Wehrbeitrag durch: Erteilung
eines Veranlagungsbeſcheides der gleichzeitig
die für eine ſpätere Veranlagung zur Beſitzſtener maß=
gebende
Vermögensfeſtſtellung zu enthalten hat. Er iſt
bloßer Feſtſtellungsbeſcheid, wenn ſich ein bei=
tragspflichtiges
Vermögen nicht ergeben hat. Die Rechts=
mittel
gegen die Beſcheide ſind die gleichen, wie bei den
direkten Landesſteuern. Neu iſt der übrigens nur für den
Wehrbeitrag aufgeſtellte Grundſatz, daß auf Grund rechts=
kräftiger
Entſcheidung zu erſtattende Beträge mit 4 v. H.
für das Jahr zu verzinſen ſind.
Der Wehrbeitrag iſt in drei Raten zu entrichten, die
erſte binnen drei Monaten nach Zuſtellung des Veranlag=
ungsbeſcheids
, die zweite bis 15. Februar 1915, die dritte
bis 15. Februar 1916. Bei Vorauszahlung wird ein Dis=
kont
in Abzug gebracht. In beſonderen Fällen kann Stun=
dung
bewilligt werden.
Bei den Strafbeſtimmungen, die ſich im übrigen an
das beſtehende Steuerſtrafrecht anlehnen, iſt neu, daß in
gewiſſen Fällen abſichtlicher Hinterziehung des Wehr=
beittags
Gefängnisſtrafe eintreten kann. Das Strafver=
fahren
iſt das gleiche wie in ſonſtigen Zoll= und Steuer=
(Schluß folgt.)
ſtrafſachen.

Das unruhige Mexiko.

Man dürfte wohl nicht zu weit gehen, wenn man
behauptet, daß von allen ſüdamerikaniſchen Staaten
Mexiko der unruhigſte iſt. Man iſt es von den kleinen
ſüdamerikaniſchen Republiken ja gewohnt, daß ſie, ſobald
ihnen ein Präſident oder die Regierung mißliebig wird,
ſie dieſe einfach abſetzen, oder was dort als dasſelbe gilt,
ſie gefangen ſetzen und letzten Endes erſchießen. Die mexi=
kaniſche
Frage lenkt nun ſchon ſeit vielen Jahren die Auf=
merkſamkeit
der ganzen ziviliſierten Welt auf ſich, Präſi=
dentenſtürze
, Revolutionen, politiſche und ſonſtige Morde
ſind an der Tagesordnung, die Anzahl der bei dieſen
Kämpfen ums Leben gekommenen unbeteiligten Perſonen
iſt eine ungeheure und faſt jeder Staat iſt im Laufe der
Zeit mit Schadenerſatzanſprüchen für zerſtörtes Leben
und Eigentum ſeiner Angehörigen an die derzeitige mexi=
kaniſche
Regierung herangetreten.
Seit dem Sturze des greiſen Präſidenten Diaz will
die Ruhe in dem von der Natur ſo überaus reich geſeg=
neten
Staate überhaupt nicht wiederkehren und man
fragt ſich, wie die Dinge eigentlich enden werden. Der
gegenwärtige Präſident der Republik, General Huerta,
der zu ſeiner Regentſchaft auch nur auf ſehr blutigen
Pfaden gelangte, hat es noch immer nicht vermocht, von
den Vereinigten Staaten von Nordamerika die Anerken=
nung
ſeiner rechtmäßigen Präſidentſchaft zu erhalten. Alle
in Betracht kommenden europäiſchen und außereuropäi=
ſchen
Staaten, in Sonderheit auch Deutſchland, haben
Huertas Präſidentſchaft anerkannt, wohl in der Hoffnung,
daß im Intereſſe ihrer Schutzbefohlenen endlich einmal
Ruhe einkehren würde. Im Gegenſatz zu den übrigen
Staaten ſcheint die Regierung in Waſhington
nach den neueſten Meldungen entſchloſſen zu ſein, Huerta
nicht anzuerkennen und eine Kommiſſion nach Mexiko zur
Unterſuchung der Sachlage zu entſenden, trotzdem der

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amerikaniſche Geſandte in Mexiko die Regierung der Ver=
einigten
Staaten hat wiſſen laſſen, daß es für dieſe am
beſten wäre, endlich die Anerkennung Huertas auszuſpre=
chen
. Was die Vereinigten Staaten mit dieſer ihrer Son=
derpolitik
letzten Endes bezwecken, läßt ſich im Augen=
blick
nicht ſagen. In letzter Zeit zirkulierten auch Gerüchte
von einer Demiſſion Huertas und man glaubte
ſchon, daß die Beklemmung endlich weichen werde, bis
ſich dann dieſe Gerüchte als unbegründet herausſtellten.
Schließlich muß die Regierung der Vereinigten Staaten
ſich ihrer Handlungsweiſe vollkommen bewußt ſein, zu=
mal
man mit Recht ſagen kann, daß ſie Land und Leute
am beſten zu beurteilen in der Lage iſt.
Aus Waſhington, 30. Juli, wird gemeldet: Der
amerikkaniſche Botſchafter in Mexſiko,
Wilſon, verteidigte in einer geheimen Sitzung des
Senatskomitees für auswärtige Angelegenheiten die ein=
geſchränkte
Anerkennung des Präſidenten Huerta. Ein=
zelheiten
des Vorſchlages ſind nicht bekannt geworden,
doch haben eine Anzahl von Senatoren berichtet, daß er
einen günſtigen Eindruck gemacht habe. Nach einer ande=
ren
Meldung aus Waſhington ſind dem Staatsdepartement
Gerüchte zugekommen, daß Huerta in wenigen Tagen
abdankt. Als wahrſcheinlicher Nachfolger wird Dela=
barra
bezeichnet.

Deutſches Reich.

Der Ausſchuß zur Prüfung der
Rüſtungslieferungen. Der Reichskanzler hat an
die großen Parteien des Reichstags das Erſuchen gerichtet,
je zwei Mitglieder zu benennen, die einen Sitz in dem
Ausſchuß zur Prüfung der Rüſtungslieferungen erhalten
ſollen. Der Reichskanzler wird im Oktober den Ausſchuß
bilden, der aus Abgeordneten der größeren Parteien, aus
Vertretern der beteiligten Reſſorts und aus geeigneten
Sachverſtändigen beſtehen wird. Aufgabe des Prüfungs=
ausſchuſſes
wird es ſein, mit der Regierung beſtimmte
Fragen, die ſich auf unſere Rüſtungslieferungen beziehen,
zu erörtern, und gewiſſe Zweifel aufzuklären. Der Aus
ſchuß wird auch die Befugnis erhalten, Sachverſtändige
zu vernehmen. Ein Recht zur=Zeugenvernehmung, wie
die parlamentariſchen Unterſuchungskommiſſionen nach
engliſchem Muſter, beſitzt der Ausſchuß nicht.
Ein Erfolg des kriegsminiſteriellen
Rundſchreibens an die Handelskammern.
Die Poſt ſchreibt: Das Rundſchreiben des Kriegsmini=
ſters
an die Handelskammern, in dem Handel, Gewerbe
und Induſtrie um tunlichſte Berückſichtigung verabſchiede=
ter
Offiziere bei der Vergebung geeigneter Poſten erſucht
werden, hat, wie wir hören, in der verhältnismäßig kur=
zen
Zeit nach ſeinem Bekanntwerden bereits den Erfolg
gehabt, daß bis jetzt ſchon zahlreiche Meldungen einge=
gangen
ſind, in denen verabſchiedeten Offizieren Poſten
in den verſchiedenen Gewerbezweigen angeboten werden.
Es iſt hierbei aber andererſeits darauf hinzuweiſen, daß
für Stellungen, für die ein Gehalt von 6000 M. und dar=
über
ausgeſetzt iſt, auch ſehr hohe und beſondere Anforde=
rungen
geſtellt werden. Es werden u. a. vollendete
Sprachkenntniſſe in zwei und mehr Sprachen verlangt;
die Zugehörigkeit zu einer beſtimmten Truppe wird als
Vorbedingung geſtellt, und meiſt iſt das 45. Lebensjahr
als Altersgrenze geſetzt, bis zu der man Stellungen an
Offiziere vergeben will. Hieraus geht hervor, daß ver=
hältnismäßig
ſehr wenige Bewerber ſich für ſolche Poſten

eignen werden. Auch für Stellungen, für die nur ein ge
ringes Einkommen ausgeſetzt iſt, werden teilweiſe verhäl=
nismäßig
weitgehende Anforderungen geſtellt. Es kommt
hinzu, daß zum Teil auch Kautionen verlangt werden, die
ein großer Teil der verabſchiedeten Offiziere nicht beizu=
bringen
in der Lage iſt. Weiter muß natürlich berückſich=
tigt
werden, daß in jedem einzelnen Falle eine beſondere
Nachprüfung notwendig iſt, da nur ſolche Stellen empfoh=
len
werden können, die wirkliche Sicherheit für den Be=
werber
bieten.
Eine Reichszentrale zur Bekämpfung
des Zigeunerunweſens. Die Umwandlung der
ſchon ſeit mehreren Jahren mit Erfolg arbeitenden baye=
riſchen
Landeszentrale zur Bekämpfung des Zigeuner=
unweſens
in eine Reichszentrale wird vorausſichtlich im
Frühjahr nächſten Jahres nach dem Umzug der Münchener
Polizeidirektion in das neue Polizeidienſtgebäude ſtatt=
finden
. Die Verhandlungen mit den einzelnen Bundes=
ſtaaten
ſind im Gange; Preußen hat ſeine Zuſtimmung
bereits erklärt. Die Beitrittserklärungen mehrerer ande=
rer
Bundesſtaaten ſtehen zwar noch aus, ſind aber im
Laufe der nächſten Monate zu erwarten.
Ein Organ der rechtsſtehenden Par=
teien
für Süddeutſchland. Das Organ der
ſüddeutſchen Konſervativen, die Deutſche Reichspoſt, wird
zum 1. Oktober ihr Erſcheinen einſtellen. An ihre Stelle
wird in Stuttgart die Süddeutſche Zeitung treten, die aber
nicht mehr ein eigentliches konſervatives Parteiorgan ſein
wird, ſondern alle rechtsſtehenden Kreiſe in Süddeutſch=
land
, vor allem auch die Rechtsnationalliberalen, ſam=
meln
ſoll.

Ausland.
Schweiz.

Franzöſiſche Kapitaliſten als Anſied=
ler
in der Schweiz. Wie man aus Genf ſchreibt,
drohen franzöſiſche Steuerpflichtige gegenwärtig die an
Savoyen angrenzenden Schweizer Kantone, beſonders
aber das für Ausländer ganz ſteuerfreie Waadtland, zu
überſchwemmen; überall tauchen franzöſiſche Agenten auf,
die größere Beſitzungen für lange Mietkontrakte ſuchen,
um darin franzöſiſche Kapitaliſten unterzubringen, die
vor der drohenden neuen Beſteuerung ausreißen. Evians,
Thonon und andere prunkvolle franzöſiſche Rentiersruhe=
ſitze
wollen ſich jetzt, wo die Republik die Vermögensſteuer
ernſthaft ins Auge faßt, über den blauen Genfer See nach
der ſchönen Schweiz hinüberretten und würden, wenn nicht
noch in letzter Stunde auf dieſe neuen, wegen der Heeres=
vermehrung
nötigen Belaſtungen verzichtet wird, dieſe
Luxusbäder geradezu entvölkern. Auch die weſtſchweize=
riſchen
Banken werden gegenwärtig von franzöſiſchen Ka=
pitalien
überflutet. Die franzöſiſchen Kolonien in Genf,
Nyon, Lauſanne, Vevey, Montreux uſw. werden ſich allem
Anſchein nach in Jahresfriſt an Kopfzahl verdoppelt und
verdreifacht haben.

Frankreich.

Die Erledigung des Budgets. Die
Kammer ſtimmte im ganzen über das Budget ab und be=
ſchloß
nach unbedeutenden Aenderungen die Zurückverwei=
ſung
an den Senat mit 428 gegen 70 Stimmen. Kammer
und Senat einigten ſich in einer bis 1½ Uhr nachts
dauernden Sitzung über das Budget für 1913, deſſen Er=
ledigung
nunmehr mit einer Verſpätung von ſieben Mo=
naten
erfolgt. Die Hauptſchwierigkeit bildete in der letz=
ten
Stunde der Artikel des Budgets über die Gehalts=
erhöhung
der Staatsangeſtellten, namentlich der Poſtbe=

amten, der von der Kammer angenommen, vom Senat je=
doch
abgetrennt worden war. Die Kammer willigte
ſchließlich in die Abtrennung ein und nahm den vom Se=
nat
gefaßten Beſchlußantrag an, in dem der Gehaltser=
höhung
grundſätzlich zugeſtimmt wird. Der ſozialiſtiſche
Deputierte Sembat, Obmann des Kammerausſchuſſes für
Poſt= und Telegraphenweſen, deutete in einer Erörterung
dieſer Fräge an, daß die Poſtangeſtellten vielleicht, wie
ſchon einmal, in den Ausſtand treten könnten, falls ihnen
die verſprochene Gehaltserhöhung nicht bewilligt würde.
Eine von dem radikalen Deputierten Periſſoud einge=
brachte
Interpellation über die in Paris geplante Emiſ=
ſion
einer mexikaniſchen Anleihe wurde bis zum Wieder=
zuſammentritt
der Kammer vertagt, nachdem die Regie=
rung
verſprochen hatte, daß die Emiſſion dieſer Anleihe
bis dahin nicht geſtattet werden würde. Die Kammer
vertagte ſich dann auf unbeſtimmte Zeit. Der Senat
wollte am Donnerstag nachmittag die Erörterung des
Dreijahr=Geſetzes beginnen und wird ſie vorausſichtlich
noch am Samstag beenden.
Flottenpolitik. In der Kammer fragte Laneſ=
ſan
an, welche Beweggründe die Regierung beſtimmten,
die offenſiven und defenſiven Seeſtreitkräfte auf dem At=
lantiſchen
Ozean aufzuheben und beinahe die ganze Küſte
Frankreichs zu entblößen. Man gedachte wohl, den mari=
timen
Einfluß zwiſchen Frankreich und England zu teilen.
Frankreich ſollte die Polizei auf dem Mittelmeer aus=
üben
, indem es den Weg nach Indien bewachte, England
ſollte die franzöſiſchen Küſten im Norden und am Atlan=
tiſchen
Ozean ſchützen. Dann ſeien nach Entſendung gro=
ßer
Einheiten nach dem Mittelmeer die zur Verteidigung
des Atlantiſchen Ozeans beſtimmten Geſchwader aufge=
hoben
worden. Sollten denn die Landbatterien von Dün=
kirchen
bis zum Bidaſſoa durch feindliche Schiffe zerſtört
werden, bevor ſie einen einzigen Schuß abgeben könnten?
Laneſſan ſagte weiter: Die Regierung hat Leute und
Geld, muß alſo die Küſten des Ozeans verteidigen. Ich=
will
die Entente cordiale nicht angreifen, aber die erſte
Pflicht des Landes iſt, für ſich ſelbſt zu ſeiner eigenen
Verteidigung zu rüſten. Die engliſchen Flottenmanöver=
bewieſen
, daß die deutſche Flotte trotz der engliſchen Flotte
den Kanal forcieren und ſogar Landungen bewerkſtelligen
könnte. Marineminiſter Baudin erklärte: Bei der Aus=
dehnung
ſeiner Küſten hat Frankreich ein Intereſſe daran,
alle Kräfte im Mittelmeer zu konzentrieren. Dieſe Kon=
zentration
der aktiven Seeſtreitkräfte iſt zurückzuführen
auf die Feſtſtellungen der Regierungen über die Lage
Europas. Das Defenſivgeſchwader wurde für untauglich
erklärt. Wir haben kein Recht, unſeren Offenſivgeſchwa=
dern
etwas an Kraft zu entziehen. Es iſt erwieſen, daß
die Rolle von Rochefort nicht mehr bedeutend ſein kann.
Die Junggeſellenſteuer. Die von der Fi=
nanzkommiſſion
der Kammer vorgeſchlagene Junggeſellen=
ſteuer
ſoll erweitert werden. Nach ſtatiſtiſchen Angaben
Dr. Bertillons hat Frankreich 1350000 Junggeſellen,
1900000 kinderloſe Familien, 2 400000 Familien Mit
einem Kinde und 2650000 Familien mit zwei Kindern=
Der Figaro ſchlägt nun vor als normal drei Kinder ans
zunehmen und die oben angeführten Familien und die
Junggeſellen zu beſteuern. Bei einer Durchſchnittsſteuer
von 30 Francs für jeden Franzoſen würde dies jährlich
500 Millionen Francs ergeben. Dem Kriegsminiſter, ſo=
wie
dem Finanzminiſter iſt eine entſprechende Vorlage be=
reits
unterbreitet worden.
Poincarés Reiſe nach Spanien. Das
Echo de Paris meldet, daß Präſident Poincaré ſeine Reiſe

Himmelserſcheinungen
im Auguſt.

A. K. Nahezu doppelt ſo viel wie im Juli bewegt ſich die
Sonne im Auguſt nach Süden: während die Abnahme
ihrer nördlichen Deklination im vorangehenden Mo=
nat
nur 4¾ Grade betrug, wächſt dieſer Wert im Auguſt
um 9½ Grade; am 1. Auguſt iſt die Deklination der Sonne
gleich 18 8 am 31. Auguſt nur noch gleich 89 477.
Dadurch verkleinern ſich die Tagbogen und die Mittags=
höhen
der Sonne, und zwar ſinkt ihre Mittagshöhe
für den Parallel von 54 (Norddeutſchland) von 54 am
1. bis auf 44¾‟ am 31. Auguſt, für den Parallel von 510
(Mitteldeutſchland) von 57 am 1. bis auf 47¾0 am 31.,
endlich für den Parallel von 48 (Süddeutſchland und
Oeſterreich, etwa die Breite von Wien) von 60' am 1. bis
auf 50¾‟ am 31. Auguſt. Demgemäß verkürzt ſich auch die
Tageslänge ſehr bedeutend nämlich von 15½ bis auf
13¾ Stunden im nördlichen Gebiet, von 15½ bis auf 13½.
Stunden im mittleren und von 15 bis auf 13½ Stunden
im ſüdlichen Gebiet. Zunächſt erfährt indeſſen die Tages=
helligkeit
noch eine weſentliche Verlängerung durch die im
Norden 1¾, im Süden 2 Stunden währende Morgen= und
Abenddämmerung; ſpäter beträgt dieſe im Norden noch
1½, im Süden noch 1¾ Stunden.
Mit dem Uebertritt der Sonne in das Kalenderzeichen
der Jungfrau am 23 Auguſt geht die Zeit der Hunds=
tage
die am 23. Juli begonnen hat wieder zu Ende.
Unſer Mond wechſelt im Auguſt zu folgenden Zeiten
ſeine Phaſen: Neumond am 2., um 1 Uhr 58 Min, nach=
mittags
, Erſtes Viertel am 9., um 5 Uhr 3 Min. vormit=
tags
, Vollmond am 16., um 9 Uhr 27 Min. nachmittags,
Letztes Viertel am 25., um 1 Uhr 18 Min. vormittags, und
Neumond abermals am 31., um 9 Uhr 38 Min. nachmit=
tags
. Der Mond befindet ſich in Erdnähe zu Mitternacht
vom 4. zum 5. Auguſt bei einem Abſtande von 56.5 Erd=
halbmeſſern
und in Erdferne am 19. Auguſt, um 9 Uhr
vormittags bei einem Abſtande von 63.7 Erdhalbmeſſern
à 6378 Kilometer.
Am 31. Auguſt ereignet ſich eine in Europa unſichtbare
partielle Sonnenfinſternis. Sie beginnt um
9 Uhr 2 Min. nachmittags und endigt um 10 Uhr 42 Min.
nachmittags. Sichtbar iſt die Finſternis nur in Grönland
und an der Nordoſtküſte Nordamerikas.
Die Beobachtung der großen Planeten geſtaltet
ſich im Auguſt, wie überhaupt der noch kommenden Monate
dieſes Jahres außerordentlich günſtig. Merkur, der am
4. Auguſt, um 12 Uhr mittags, in ſeine untere Sonnen=
konjunktion
kommt, dann alſo zwiſchen Smne und Erde

hindurchgeht, erreicht am 22. Auguſt, um 2 Uhr nachmit=
tags
, ſeine größte weſtliche Ausweichung, 18 25' und iſt
daher im letzten Monatsdrittel etwa ½ Stunde lang am
frühen Morgenhimmel im Oſten mit bloßem Auge wahr=
zunehmen
. Man findet ihn links unten von der glänzen=
den
Venus, auf der Verbindungslinie zwiſchen dieſer und
der noch unter dem Horizont weilenden Sonne. Sein
Erdabſtand nimmt von 0.59 bis 1.15 Erdbahnhalbmeſſer
oder Einheiten à 149.48 Millionen Kilometer zu, ſein
ſcheinbarer Durchmeſſer von 11.3 bis auf 5.8 ab. Ve=
nus
geht im Sternbild der Zwillinge gegen 1½ Uhr
früh im Nordoſten auf und ſtrahlt als hellſtes Geſtirn bis
in den dämmernden Tag hinein; am Schluſſe des Monats
tritt ſie in das Bild des Krebſes über. Der Planet ent=
fernt
ſich von der Erde: anfänglich beträgt ſein Abſtand
0.93, zuletzt 1.14 Einheiten, ſein Scheibendurchmeſſer ver=
kleinert
ſich daher von 18.1 bis auf 14.7. Am 29., um
1 Uhr vormittags, gelangt der Mond mit dem Morgen=
ſtern
in Konjunktion, wobei der Mond nördlich von dem
Planeten ſteht. Mars erhebt ſich im Bilde des Stiers
zuerſt um Mitternacht, am Schluſſe des Monats ſchon um
11 Uhr abends über den nordöſtlichen Horizont. Er nähert
ſich uns weiter von 1.48 bis auf 1.31 Erdbahnradien, und
ſein ſcheinbarer Durchmeſſer wächſt von 6.3 bis auf 7.1;
ſein Glanz nimmt infolgedeſſen ſtetig zu. Die ausge=
ſprochen
rötliche Farbe des Mars findet ihre Erklärung in
den den größten Teil ſeiner Landflächen einnehmenden
Wüſten, deren Sand auch auf unſerem eigenen Planeten
gelblich und rötlich iſt. Am 24. Auguſt, um 7 Uhr abends,
kommt Mars mit Saturn in Konjunktion, Mars weilt ka=
bei
nahe nördlich von jenem. Am 26. Auguſt, um 9 Uhr
vormittags, hat ferner der Mond mit dem Planeten
Konjunktion, nachdem er eine Stunde früher ſchon den
Saturn paſſiert hat. Jupiter, rückläufig im Bilde
des Schützen erreicht am Monatsanfang um 10 Uhr
abends. am Monatsſchluſſe bereits um 8 Uhr den Meri=
dian
, ſteht aber ſehr tief. Der Erdabſtand vom Jupiter
vergrößert ſich von 4.27 bis auf 4.58 Einheiten, was eine
Verkleinerung des Scheibendurchmeſſers von 46."7 bis auf
43.6 zur Folge hat. Eine Konjunktion des Jupiter mit
dem Monde findet am 13. Auguſt, um 5 Uhr vormittags,
ſtatt, nachdem der Jupiter ſchon drei Stunden unterge=
gangen
iſt. Vorher weilt der ſich der vollen Phaſe
nähernde Mond noch ſüdweſtlich (rechts unten) von dem
Planeten. Saturn geht im Bilde des Stiers
er ſteht nordöſtlich (links) von Aldebaran anfänglich
um 12½, ſchließlich ſchon um 11 Uhr abends im Nordoſten
auf. Der Erdabſtand des Saturn verkleinert ſich von 9.61
bis auf 9.16 Einheiten, der Scheibendurchmeſſer vergrößert
ſich dadurch von 16.9 bis auf 17.8; die große Achſe der
ſchon ſehr weit geöffneten Ringellipſe hat um Monats=

mitte den Wert von 41.1, die kleine Achſe denjenigen von
18.3. Auf ſeine Konjunktion mit Mars am 24. Auguſt
haben wir oben bereits hingewieſen. Am 26. Auguſt, um
8 Uhr vormittags, kommt der Mond mit ihm in Konjunk=
tion
, während der vorangehenden Nacht befindet ſich der
im letzten Viertel ſtehende Mond noch ſüdöſtlich (rechts
unten) vom Saturn. Uranus ſteht im Bilde des
Steinbocks alſo recht tief, in den erſten Tagen des Mo=
nats
gegen Mitternacht, in den letzten Tagen ſchon gegen
10 Uhr abends im Meridian, eine Strecke (27½‟) öſtlich
(links) vom Jupiter. Seine Entfernung von der Erde
wächſt von 18.81 bis auf 18.98 Einheiten, ſein ſcheinbarer
Durchmeſſer beträgt 4.4, zuletzt 4.3. Genaue Stellungen
des Uranus ſind: am 1. Auguſt Rektaſzenſion 20h 31m 53s=
und Deklination 190 33' am 31. Auguſt Rektaſzenſion
20h 27m 21s und Deklination 19 48' Neptun
bleibt im Bilde der Zwillinge wegen ſeiner Sonnen=
nähe
bis zum Monatsſchluſſe verborgen, kann aber zu=
letzt
wieder mit ſtarken Inſtrumenten am Morgenhimmel
beobachtet werden. Der Abſtand dieſes Planeten von der
Erde verkleinert ſich von 30.98 bis auf 30.75 Erdbahnhalb=
meſſer
; ſeine Scheibe zeigt nur einen Winkelwert von 2.5.
Während der Tage um den 10. Auguſt, insbeſondere
an dieſem Datum ſelbſt, kann man weit mehr Stern= fallen ſehen, als ſonſt; die Erde begegnet um
dieſe Zeit dem periodiſchen Meteorſchwarme der Per=
ſeiden
deren Körperchen aus dem Bilde des Perſeus
ausſtrahlen. Daneben bemerkt man aber noch eine Anzahl
anderer Meteore.
Die Pracht des Fixſternhimmels beeinträchtigt
das Mondlicht vorwiegend in den Tagen vom 11. bis 23.
Auguſt (Vollmond 16. Auguſt). Den aus Milliarden von
Sonnen gewobenen unbegreiflich weit entfernten Sternen=
ſtrom
der Milchſtraße ſieht man, etwa um 10 Uhr abends,
vom Nordnordoſthorizont aufſteigen und nahe öſtlich am
Zenit vorbei zum Südſüdweſthorizont herabſinken. Seinen
ſchimmernden Weg markieren die näheren Sonnen, deren
Konſtellationen wir als die Bilder Fuhrmann und
Perſeus Caſſiopea Schwan Adler und Schlan=
genträger
kennen. Vom Tierkreiſe, der ſich ſehr ſtark zum
Südhorizonte herabneigt, bemerkt man nicht weniger als
neun Bilder, meiſt freilich nicht in ihrer ganzen Ausdeh=
nung
, nur drei ſind völlig verborgen. Im Nordweſten be=
merkt
man noch Sterne des Löwen im Weſten die
Jungfrau im Südweſten die Wage und den Skor=
pion
im Süden den Schützen weiter den Steinbock, den
Waſſermann und die Fiſche, endlich im Nordoſten auf=
gehend
den Widder Nahe dem Zenit (ſüdwärts) funkelt
Wega in der Leier am Weſthimmel Arckurus im Boo=
tes
und am Nordweſthimmel der Große Bär.

[ ][  ][ ]

nach Spanien vorausſichtlich am 6. Oktober antreten
werde. Das Programm umfaßt außer den Feſtlichkeiten
in Madrid auch eine Beſichtigung der Waffenfabrik in
Toledo und eine Flottenſchau in Cartagena, der der Prä=
ſident
an Bord eines franzöſiſchen Panzerkreuzers bei=
wohnen
wird. Der Präſident, der vom Miniſter Pichon
begleitet ſein wird, wird auf dem Waſſerwege nach Frank=
reich
zurückkehren.

England.

Bei der Beratung des Heeresetats im
Unterhauſe beantragte die Oppoſition eine Reduk=
tion
als Kritik der allgemeinen Politik des Kriegsamtes.
Die erforderliche Zahl der Armeeflugzeuge bildete den
Hauptſtreitpunkt. Die Oppoſition erſchien in großer Zahl
zur Abſtimmung. Obwohl die Beſetzung des Hauſes wäh=
rend
der ganzen Sitzung nur ſchwach war, wurde der Re=
duktionsantrag
doch mit 280 gegen 247 Stimmen abge=
lehnt
. Die Miniſteriellen brachen in lauten Beifall aus
als ſie ſahen, daß ſie einer Niederlage entgangen waren.
Die Unioniſten drückten ihre Freude darüber aus, daß die
Majorität der Regierung ſo klein war.

Spanien.

Verbot des Haſardſpiels. Allen Provinz=
behörden
, namentlich denen des Nordens, wurde der Auf=
trag
erteilt, in allen Kaſinos und Badeorten ohne Aus=
nahme
das Haſardſpiel zu verbieten.

Amerika.

Die Währungsbill der Vereinigten
Staaten. Glaß, der Vorſitzende des Bankkomitees des
Repräſentantenhauſes der Vereinigten Staaten kündigt
an, daß die Währungsbill wahrſcheinlich amendiert wer=
den
dürfte. Es iſt nämlich die Schaffung eines beraten=
den
Ausſchuſſes vorgeſehen, der aus Bankiers zuſammen=
geſetzt
iſt und mit der Bundesreſervekommiſſion zuſam=
menarbeiten
ſoll. Der beratende Ausſchuß ſoll aber kei=
nen
beherrſchenden Einfluß ausüben, ſondern lediglich
fals beratende Kapazität fungieren.
Unruhen in Venezuela. In Wilhelmſtad
auf Curacao iſt das Gerücht im Umlauf, daß die Anhänger
Caſtros Coro eingenommen und den Gouverneur, Gene=
ral
Jurado, feſtgenommen haben. Ferner verlautet, daß
Caſtro in Venezuela gelandet ſei. Die politiſche Lage in
Venezuela iſt kritiſch. Zahlreiche hervorragende Perſön=
lichkeiten
ſind verhaftet worden. Eine Anzahl Anhänger
Caſtros, darunter ſeine zwei Neffen, ſind heimlich nach
Coro und Bogota abgereiſt. Die Blätter melden, daß die
Anhänger Caſtros eine Revolution vorbereiten. Der
Führer der nationalliberalen Partei in Venezuela, Gene=
ral
Joſé Hermandez, hat von ſeinem Agenten an der ko=
lumbiſchen
Grenze die telegraphiſche Nachricht erhalten,
daß Caſtros Anhänger in Venezuela angelangt ſind.
** Was ein Streik in den Randminen
bedeutet. Sollte der drohende Streik in den Gold=
minen
von Witwatersrand proklamiert werden, ſo wäre
damit die Induſtrie Transvaals mitten ins Herz getrof=
fen
. Ohne ſeinen Handel wäre das Land ein unbedeuten=
der
Ackerbauſtaat und Johannesburg ein kleiner Markt=
flecken
. Die Bedeutung der Randminen=Induſtrie erhellt
ſchlagend aus einer Reihe von Zahlen. Seitdem im Mai
1887 eine einheitlichere Ausbeutung der Goldminen be=
gann
, ſind bis Ende Juni 1913 nach den Statiſtiken der
Regierung im ganzen 7320 Millionen Gold gewonnen
worden. Der jährliche Ertrag von Witwatersrand
allein belief ſich im Jahre 1912 auf 744 Millionen:
die Produktion ſämtlicher Minen in ganz Transvaal auf
mehr als 775 Millionen. Da die geſamte Goldproduktion
der Welt im Jahre auf etwa 1980 Millionen geſchätzt wird.
ſo liefern die Randminen mehr als ein Drittel alles Gol=
des
, das gewonnen wird. Die Goldausfuhr umfaßt denn
auch nicht weniger als zwei Drittel der geſamten Ausfuhr
von Südafrika. Von den 775 Millionen des letzten Jahres
erhielten die Aktionäre der Minen gegen 160 Millionen
und ebenſoviel etwa wurde an die weißen Arbeiter be=
zahlt
, deren Zahl 25000 beträgt. Die eingeborenen und
ſonſtigen farbigen Arbeiter, deren Geſamtheit man auf
200000 beziffert, empfingen mehr als 112 Millionen.
Durch den Streik aber würde nicht nur dieſe Hauptindu=

ſtrie des Landes betroffen werden, ſondern auch die bei=
den
anderen wichtigſten Induſtrieunternehmungen wür=
den
lahmgelegt: die Eiſenbahninduſtrie und der Dia=
mantenhandel
. Das Hauptſchienenſyſtem, das faſt 8000
engliſche Meilen umfaßt, iſt im Beſitze der Regierung und
wirft unter normalen Verhältniſſen etwa 240 Millionen
im Jahre ab die zum größten Teil aus den Transporten
ind dem Bedarf der Mineninduſtrie gewonnen werden.
Dazu kommen noch gegen 650 engliſche Meilen Schienen=
veg
, die Privatgeſellſchaften gehören und auch von den
Minen abhängig ſind. Der Diamantenhandel, deſſen Er=
rag
jährlich auf 160 Millionen geſchätzt wird, wäre durch
den Streik ebenfalls außerordentlich gefährdet.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 1. Auguſt.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: das Komturkreuz
1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
dem Generalmajor Franke, beauftragt mit Wahr=
nehmung
der Geſchäfte des Feldzeugmeiſters, ſeither
Kommandeur der 50. Infanterie=Brigade (2. Großh. Heſſ.);
dem Oberbriefträger Peter Becker in Bingen das
Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift Für lang=
jährige
treue Dienſte‟
* Von der Landesuniverſität. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den ordentlichen Profeſſor in
der philoſophiſchen Fakultät der Landes=Univerſität, Dr.
Alfred Körte zu Gießen, für die Zeit vom 1. Oktober
1913 bis einſchließlich 30. September 1914 zum Rektor
der Landes=Univerſität Gießen und den Privatdozenten
Profeſſor Dr. Robert Holtzmann in Straßburg zum
ordentlichen Profeſſor für Geſchichte in der philoſophiſchen
Fakultät der Landes=Univerſität in Gießen vom 1. Oktober
1913 ab ernannt.
* Pfarrperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben der durch die Dekanatsſynode
des Dekanats Nidda für den Reſt der laufenden Wahl=
periode
vollzogenen Wahl des evangeliſchen Pfarrers
Heinrich Brill zu Ober=Widdersheim zum Dekan des
Dekanats Nidda und der auf die Dauer von 5 Jahren
vollzogenen Wahl des evangeliſchen Pfarrers Heinrich
Weiß zu Wallernhauſen zum Stellvertreter des Dekans
des Dekanats Nidda die Beſtätigung erteilt.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Heinrich Krug aus Dieburg eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Dexheim, Kreis Oppenheim.
* Ernannt wurde der Karl Heinrich Koerſchens
in Darmſtadt zum Schreibgehilfen bei dem Amtsgericht
Darmſtadt I.
* Erledigte Stelle. Eine mit einem katholiſchen
Lehrer zu beſetzende Lebrerſtelle zu Klein= Auheim.
* Mitgliederverſammlung der Großh. Zentrale für
Mutter= und Säuglingsfürſorge in Heſſen. Am Samstag,
den 2. Auguſt, wird die Großherzogliche Zentrale
ihre diesjährige Mitgliederverſammlung im
Rathaus am Markt abhalten. Der Ausbau der Zentrale
iſt nunmehr vollendet; die Verſammlung wird davon ein
richtiges Bild geben; es iſt eine große Anzahl von Ein=
ladungen
ergangen, ſo daß auf eine größere Teilnehmer=
zahl
gerechnet werden kann. Auch die Großherzogin wird
vorausſichtlich daran teilnehmen.
* Silberne Hochzeit. Morgen, Samstag, feiern
Herr Rangiermeiſter P. Göttmann und deſſen Ehe=
frau
, geb. Koch, das Feſt der Silbernen Hochzeit.
* Gabelsberger Stenographen=Verein 1861.
Es ſei nochmals auf das Samstag, den 2. Auguſt, im
Kaiſerſaal ſtattfindende Sommerfeſt verwieſen.
Gäſte ſind zu dieſer Veranſtaltung herzlich willkommen.
Die Beſichtigung der Weinheimer S. C.= Wachen=
burg
durch den Ortsgewerbeverein findet am Sonntag,
den 3. Auguſt, ſtatt. Von hervorragender Bedeutung iſt
dieſes im deutſchen Burgſtil erbaute große Werk, das von
dem Weinheimer Alte Herren=Verband für den Wein=
heimer
Senioren=Convent errichtet wurde. Von künſtleri=
ſchem
Werte iſt das ganze Bauwerk, entworfen und aus=
geführt
von dem Direktor der Großh. Landesbaugewerk=
ſchule
zu Darmſtadt, Herrn Profeſſor Wienkoop, der
auch in liebenswürdigſter Weiſe die Führung des Ge=
werbevereins
übernommen hat. Die eigenartige Burg
beſteht aus dem Bergfried mit der Ehrenhalle. Recht inter=
eſſant
ſind das Wappentor und das untere Burgtor mit
dem Fuchsturm. Das größte Intereſſe beanſprucht der
Palas, der den Feſtſaal, den Kapitelſaal, die Wirtſchafts=
räume
und das Sitzungszimmer enthält. Alles in allem,
es iſt ein Meiſterwerk, das für jedermann ſehenswert iſt.
Dazu kommt noch ein herrlicher Rundblick, der ſich dem
Wanderer von oben bietet. Gegen Norden und Oſten in
den lieblichen Odenwald, gegen Süden und Weſten in die

ſchier unendlich ſcheinende Rheinebene, wo ſich am Hori=
zonte
der Hochwald abhebt und wo die Türme von Speyer
und Worms ihn grüßen. Weinheim ſelbſt, das ſich male=
riſch
an den weſtlichen rebenumkränzten Hängen des
Odenwaldgebirges aufbaut und im übrigen eine pracht=
volle
Lage zu verzeichnen hat, birgt gleichfalls noch eine
Reihe bedeutender Sehenswürdigkeiten, ſo daß ſich eine
Beteiligung an der Veranſtaltung reichlich lohnen dürfte.
(Näheres ſiehe Anzeigenteil.)

* Konzert. Hugenſchütz Felſenkeller.
Heute, Freitag, konzertiert die vollzählige Kapelle des
Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter Leitung des
Obermuſikmeiſters M. Weber. Im Programm haben
u. a. einige Quartette für Poſaunen Aufnahme ge=
funden
. Außerdem werden nur gern gehörte Stücke
Wiedergabe finden. (Siehe auch Anzeige.)

Gernsheim, 31. Juli. Wie wir hören, hat ſich der
Zuſtand des Amtsgerichtsrats Maſer aus Gernsheim
a. Rh., der in der Nacht von Sonntag auf Montag ſchwer
verletzt in die Dr. Loſſenſche Klinik nach Darmſtadt gebracht
wurde, bedeutend gebeſſert. Der Schuß hat keine
Lebensgefahr zur Folge.
h- Auerbach, 31. Juli. Herr Pfarrer Leydhecker
und Frau, eine geb. Remy, die beide vor mehreren Mo=
naten
in Frankfurt geſtorben ſind, haben ihr hübſches Be=
ſitztum
am Eingang in das Fürſtenlager nebſt einem Ka=
pital
von 25000 Mark dem Diakoniſſenhaus in
Frankfurt a. M. vermacht. Das reizend gelegene
Anweſen gibt alſo, wie ſchon früher mitgeteilt, ein Er=
holungsheim
für evangeliſche Kranken=
ſchweſtern
. Außer den bereits mitgeteilten Zuwendun=
gen
an den Verſchönerungsverein und den Turnverein er=
hielten
die hieſigen Armen und die Kleinkinder=
ſchule
je 1000 Mark. Auch das aus drei Perſonen be=
ſtehende
dienende Perſonal wurde mit ganz beträchtlichen
Beträgen bedacht, ſo der Hausdiener mit 3000 Mk. Auch
vielen auswärtigen Korporationen und wohltätigen An=
ſtalten
haben die Verſtorbenen Vermächtniſſe zugewieſen.
-h- Von der Bergſtraße 30. Juli. Am morgigen Tage
erhalten verſchiedene Orte der unteren Bergſtraße durch
das Badiſche Dragoner=Regiment Nr. 21 Einquar=
tierung
.
Offenbach, 31. Juli. Mit dem Umbauder Bahn=
anlagen
iſt nun begonnen worden. Zunächſt muß der
neue Güterbahnhof in der Gemarkung Bürgel hergeſtellt
werden. Zur Durchführung dieſer Arbeiten wurde am
Steinweg in der Nähe der Rohrmühle ein Bureau für
den Bahnmeiſter, ſowie ein techniſches Bureau an der
Bauſtelle errichtet.
Buchſchlag, 31. Juli. Die Gemeinde Buch=
ſchlag
, die zurzeit zu dem Standesamtsbezirk Langen
gehört, bildet vom 1. September 1913 an einen ſelbſt=
ſtändigen
Standesamtsbezirk mit einem be=
ſonderen
Standesamt.
Neuſtadt i. O., 30. Juli. 25 Jahre ſind es
heute, daß Herr J. Hebermehl das Amt eines
Gemeinde=Einnehmers in unſerer Gemeinde
bekleidet. In dieſer langen Zeit hat er es verſtanden,
ſich infolge ſeines geraden offenen Charakters weit über
die Grenzen ſeines Wirkungskreiſes beliebt zu machen.
Seine Dienſtgeſchäfte, auch die eines Untererhebers und
Rechners der Spar= und Darlehnskaſſe Neuſtadt, die im
Laufe der Jahre noch hinzukamen, verſah er bis jetzt
ſtets mit großer Hingebung und Gewiſſenhaftigkeit und
zur vollſten Zufriedenheit ſeiner vorgeſetzten Behörden.
Es ſollte deshalb dem allgemein geehrten und geachteten
Jubilar an dem heutigen Tage an Ehrungen auch nicht
fehlen. Der Gemeindevorſtand überreichte ihm im
Namen der Gemeinde ein wohlgelungenes Bild, Neu=
ſtadt
mit dem Breuberg darſtellend, und von allen
Seiten liefen Glückwünſche ein. Möge es ihm vergönnt
ſein, ſein Amt noch recht lange in voller Rüſtigkeit zu
bekleiden
Mainz, 31. Juli. Die geſtrige Stadtratsſitzung
mußte wegen Beſchlußunfähigkeit vertagt wer=
den
, da nur 24 der Stadtväter erſchienen waren und auch
der 25. unterwegs befindliche nicht die fehlenden drei er=
ſetzen
konnte. Die Mainzer Polizei wird demnächſt
mit Browningpiſtolen ausgerüſtet werden,
welche die Beamten während des Nachtdienſtes tragen
ſollen. Es finden allwöchentlich Schießübungen auf einem
Schießſtande der Militärbehörde ſtatt. Das M. J.
ſchreibt unter der Stichmarke Die Verpreußung
Heſſens: Auf der im heſſiſchen Gebiet gelegenen Bahn=
ſtrecke
Mainz-Bingen der Preußiſch=Heſſiſchen Eiſenbahn=
gemeinſchaft
ſind in letzter Zeit die ſeither rot=weiß ge=
ſtrichenen
Signalmaſten uſw ſchwarz=weiß,
alſo mit den preußiſchen Landesfarben, angeſtrichen
worden. Nach den Beſtimmungen des Staatsvertrages

Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.

P. Münchner Theater. In den Münchner
Kammerſpielen fand am 29. Juli die deutſche Uraufführ=
ung
der dreiaktigen Komödie Der Faun von Edward
Knoblauch ſtatt. In der heutigen Geſellſchaft noch
dazu in der ſteifen engliſchen, erſcheint plötzlich ein antiker
Faun. Man wüßte nichts mit dem Geſellen anzufangen,
wenn er nicht in ſo intimem Verhältnis zu den Tieren,
alſo auch den Rennpferden, ſtünde Lord Stombury, der
ſein ganzes Vermögen auf dem Turf=Platz verloren hat,
ſteckt den Faun in moderne Geſellſchaftskleider und benutzt
den Pferdeſprachekundigen dazu, ſein Geld wieder und noch
einiges dazu zu gewinnen. Die Kontraſte, die ſich zwiſchen
den Aeußerungen des Naturburſchen und der verlogenen
Geſellſchaftsmoral ergeben, ſind drollig, aber nicht neu,
und auf gar keinen Fall etwa myſtiſch tief, wie uns der
Autor glauben machen möchte. Paul Heyſe hat in ſeinem
Letzten Kentaur ein ähnliches Problem behandelt und
ein Kunſtwerk geſchaffen, weil er den entſprechenden künſt=
leriſchen
Takt für eine ſolche Aufgabe beſaß. Leiſe Ironie
und melancholiſche Wehmut liegt in des deutſchen Dich=
ters
poetiſcher Schöpfung. Edward Knoblauch wendet die
Geſchichte ins widerlich Sexuelle. Der Faun iſt bei ihm
eigentlich nur ein Kuppler großen Stils. Auch dieſe Dich=
tung
iſt dem einzigen Gott der Modernen: Priopus, ge=
weiht
. Wenn uns dieſe Herren nur nicht Griechiſch
kommen wollten. Ihr Panſerualismus hat mit echtem
Griechentum auch nicht eine Spur gemein. Der Grieche
empfand das willenloſe Untergehen in purer Geſchlecht=
lichkeit
als Noſos d i. Krankheit, Uebel. Geſpielt wurde
vieder ganz vortrefflich. Erich Ziegels Faun iſt
te Sehenswürdigkeit. Der Darſteller gab dieſer Böck=
nſchen
Geſtalt viel aus Eigenem und ſchuf eine unver=
geßliche
Figur. Ihm vor allem iſt der ſtarke Erfolg der
Novität zu danken.
b. Von der Heidelberger Univerſität. Das
broßh. Badiſche Miniſterium hat dem außerordentlichen

Univerſitäts=Profeſſor Dr. Adolf Koch in Heidelberg,
der im Beleidigungsprozeß gegen den ordentlichen Pro=
feſſor
der Nationalökonomie Dr. Max Weber ſeinen Straf=
antrag
zurückziehen und die hohen Koſten des ungewöhn=
lich
umfangreichen Prozeſſes auf ſich nehmen mußte, im
Diſziplinarverfahren die venia legendientzogen.
Dr. Adolf Koch hatte ſich im Jahre 1897 an der Univerſität
Heidelberg für Geſchichte habilitiert, und ſeitdem widmete
er ſich hauptſächlich der Geſchichte des Zeitungsweſens.
Seit fünf Jahren war Dr. Adolf Koch bemüht mit all=
jährlichen
Subventionen des Vereins deutſcher Zeitungs=
verleger
eine journaliſtiſche Bibliothek einzurichten, die
ſchon eine ſtattliche Zahl wertvoller Bände aufweiſt. Es
iſt nun eine große Frage, wem dieſe Bibliothek gehört,
Herrn Dr. Koch oder der Univerſität Heidelberg, da der
Verein deutſcher Zeitungsverleger und andere Stifter doch
ſicherlich nur die wiſſenſchaftlichen Intereſſen der jour=
naliſtiſchen
Vorleſungen, die nun nicht mehr ſtattfinden,
fördern wollten.
* Kinematographie, ein neues Lehrfach.
Aus München wird gemeldet: Die Kinematographie wird
nunmehr zum Lehrfach erhoben werden. Die Münchener
Techniſche Hochſchule wird die erſte Hochſchule ſein, an der
die Kinematographie vorgetragen werden wird. Vom
Winterſemeſter 1913/14 ab iſt ein Kolleg Täuſchungsarten
und Kinematographie mit Demonſtcationen von Profeſſor
Dr. Burmeſter angekündigt.

C.K. Türkiſche Eulenſpiegeleien. Charakteriſtiſche
Streiflichter aus der Aera Abdul Hamids veröffentlicht im
Auguſtheft der bei der Deutſchen Verlags=Anſtalt in Stutt=
gart
erſcheinenden Deutſchen Revue der General Izzet
Fuad=Paſcha, und erzählt dabei zum Schluß zwei
türkiſches Weſen kennzeichnende Anekdoten. Den
Gegenſatz von einſt und jetzt zeigt die Art, wie die Ge=
ſandten
Europas früher beim Sultan zugelaſſen wurden
und wie ſie heute empfangen werden: Der Geſandte ward
eingelaſſen, mußte aber noch im zweiten Hof warten. Dem
Sultan wurde gemeldet: Ein armer nackter und an Hun=
ger
ſterbender Chriſt bittet zur Audienz bei Euer Hoheit

zugelaſſen zu werden. Man laſſe ihn kleiden und gebe
ihm zu eſſen. antwortete der Sultan. Daraufhin wurde
dem armen Chriſten ein Pelz umgeworfen, und man führte
ihn in den Bankettſaal. Heute empfängt der Sultan die
Geſandten als Freund, als Gentleman und, wenn es eine
feierliche Audienz iſt, die er gewährt, nicht mehr in einem
offenen Hof und auf Schemeln, ſondern in einem prunk=
vollen
Palaſt und mit einem ſeines Ranges würdigen Ge=
pränge
; und wenn Coquelin oder Sarah Bernhardt durch
Konſtantinopel kommen, ſo läßt ſie der Befehlshaber der
Gläubigen liebenswürdig bitten, in ſeinem kleinen Theater
im Palaſte zu ſpielen, und wohnt dort, in einem Fauteuil
ſitzend, mit Vergnügen den Vorſtellungen der großen fran=
zöſiſchen
Künſtler bei. Die ganze Art des Türken aber
charakteriſiert der Türke ſelbſt mit folgender Geſchichte:
Der größte Feind der Türken iſt der Türke ſelbſt. Iſt
es nicht ſchade, daß für nichts und wieder nichts unſere
Fähigkeiten, unſere Kräfte, unſere Reichtümer, unſere Bo=
denſchätze
, unſere unbekannten Wälder, unſer Volk und
unſere Tugenden dem Untergang entgegengehen, während
alles das ein ungeheures wunderbares Werkzeug bilden
könnte? Aber leider, das Schlimme, das wir uns ſelbſt
antun, hat uns bis jetzt niemand angetan! Wir ſind
unbewußte und unbedachte große Kinder. Es gibt bei
uns eine Perſönlichkeit ſie hat wirklich exiſtiert von
der man ſich die merkwürdigſten Anekdoten erzählt; es war
der Hodſcha Nasreddin=Efendi. Eines Tages ſtieg der
Hodſcha auf einen Baum und ſchlug, um Holz zu bekom=
men
, mit ſeiner Axt alle Zweige von dem Baum ab.
Schließlich kam er auch an den Aſt, auf dem er ſelber ſaß.
Jemand kam des Weges daher; als er den Hodſcha in
einer ſo gefährlichen Lage ſah, rief er ihm zu: Holla!
Hodſcha=Efendi, was macht Ihr denn da? Noch ein oder
zwei Arthiebe, und Ihr werdet den Aſt abhauen, auf dem
Ihr ſitzt. Der Hodſcha zuckte nur mit den Achſeln, und
der Mann ging weiter. Beim vierten Axthieb der folgte,
krachte der Aſt, und der Hodſcha ſtürzte auf die Erde er=
hob
ſich aber gleich wieder und lief in größter Haſt hinter
dem freundlichen, liebenswürdigen Warner her, den er
auch bald einholte. Noch ehe der Mann ſich hatte umwen=
den
können, packte ihn der Hodſcha am Kragen und ſagte

[ ][  ][ ]

muß aber bekanntlich zur Wahrung der heſſiſchen Hoheits=
rechte
bei ſarbigen Anſtrichen auf heſſiſchem Gebiet die
rot=weiße Landesfarbe verwendet werden. Aus welchen
Gründen man jetzt von dieſer Vertragsbeſtimmung abge=
gangen
iſt. iſt uns nicht bekannt.
* Mainz, 31. Juli. In der vergangenen Nacht kurz
nach 4 Uhr brach in der Lackfabrik Stamm auf der
Ingelheimer Au Großfeuer aus. Das Siedehaus.
in dem ſich fünf Keſſel mit Lack gefüllt befanden, iſt voll=
ſtändig
ausgebrannt. Nach längerer Zeit gelang
es der Feuerwehr, den Brand zu löſchen. Der Material=
ſchaden
iſt bedeutend.
Worms, 31. Juli. Zwei pfiffige Handwerks=
burſchen
, wandernde Schloſſergeſellen, hatten, um ihrem
müden Leibe während der heißen Zeit Ruhe zu gönnen,
unterhalb des Mannheimer Hafens einen Nachen
losgemacht, mit dem ſie kreuzfidel bis Worms
gondelten, wo der amüſanten Waſſerpartie von der Po=
lizei
ein vorzeitiges Ende bereitet wurde, denn ſie ver=
haftete
die beiden Schloſſer wegen Diebſtahls.
Nierſtein, 31. Juli. Unſere Gemeinde, die mit
30 297400 Mark Vermögen eingeſchätzt iſt, iſt die
reichſte im Kreiſe Oppenheim. Die älteſte
Frau in Rheinheſſen, die Witwe Buhl, beging
heute ihren 97. Geburtstag im Kreiſe ihrer Kinder, Enkel
und Urenkel in vollſter Rüſtigkeit.
* Bad Nauheim, 30. Juni. Vor den hier weilen=
den
amerikaniſchen Aerzten hielt heute vor=
mittag
Profeſſor Schott einen Vortrag über die
Sprudel und Quellen auf dem Sprudelhof, an den ſich
ein Rundgang durch die Badeanlagen anſchloß. Um
12½ Uhr fand im Kurhausſaal ein Eſſen ſtatt, bei
welchem Oberſt v. Frankenberg eine Anſprache hielt,
die vom Präſidenten Dr. Gramo erwidert wurde. Um
3 Uhr erfolgte die Weiterfahrt nach Homburg v. d. H.,
wo die Teilnehmer nach ihrer Ankunft von den Herren
der Mediziniſchen Geſellſchaft, Oberbürgermeiſter Lübke
und dem Stadtverordnetenvorſteher Rüdiger empfangen
und begrüßt wurden. Nach einer Beſichtigung der Kur=
anlagen
fand im Kurſaal ein Feſteſſen ſtatt, das die
Stadt den Gäſten gab.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 30. Juli. Der ehemalige
Unterſtaatsſekretär im Kultusminiſterium Bartſch der
bis 1900 wirkte, vollendet heute ſein 80. Lebensjahr.
Die auswärtigen Brauereien haben eine ge=
meinſame
Klage gegen den Magiſtrat Berlin wegen der
Beſteuerung des von ihnen nach Berlin eingeführten
Bieres angeſtrengt. Sie beſtreiten der Stadt Berlin das
Recht zur Beſteuerung auswärtiger Betriebe. Im
Polizeipräſidium in Schöneberg ſind drei Kinder aus
Köln gefunden worden, die dort ausgeſetzt waren.
Es handelt ſich um die drei Kinder des Handelsmannes
Elkan Kolatzki, die bei einer Frau Braun in der Spichern=
ſtraße
in Pflege gegeben worden waren. Kolatzki, der auf
Meſſen und Märkten herumfährt, hatte die Kinder der
Frau Braun in Pflege gegeben. Er hat wohl infolge der
ſchlechten Geſchäftslage ſich außerſtande geſehen, die
Pflegegelder für die Kinder zu zahlen, und hat einen
Brief an die Pflegemutter geſchrieben, in dem er ſeine
Notlage ſchildert. Frau Braun wandte ſich an die Armen=
kommiſſion
der jüdiſchen Gemeinde und an die Armen=
verwaltung
der Stadt Wilmersdorf. Die Unterſtützungen
waren nicht genügend und es wurden ihr höhere Unter=
ſtützungen
in Ausſicht geſtellt. Da die Frau aber keine
andern Mittel als die der öffentlichen und privaten Armen=
pflege
für die Kinder aufwenden konnte, konnte ſie nicht
warten. Sie entſchloß ſich, ſich der Kinder zu entledigen
und ging mit ihnen nach dem Polizeipräſidium in Schöne=
berg
, ſetzte die Kinder auf eine Bank im Flur und gab
dem älteſten der Mädchen den Brief in die Hand, den der
Vater an ſie geſchrieben hatte. Hier wurden die Kinder
gefunden und vorläufig von Amtswegen in Pflege ge=
nommen
. Heute nachmittag wurde bei einem Dach=
ſtuhlbrande
der in der Joachim=Friedrichſtraße in
Wilmersdorf wütete, ein Feuerwehrmann von glühenden
Steinmaſſen getroffen und erlitt ſchwere Brandwunden.
Die 25 Jahre alte Tochter eines im ſelben Hauſe wohnen=
den
Kaufmanns erlitt, als ſie ſich zum Fenſter hinaus=
beugte
, um den Brand zu beobachten, eine ſchwere Ver=
letzung
, in dem von oben feſter Putz herunterfiel. Auf
Veranlaſſung der Staatsanwaltſchaft wurde heute vor=
mittag
bei mehreren Rechtsanwälten eine Haus=
ſuchung
vorgenommen, da der dringende Verdacht be=
ſtand
, daß ſie für Referendare gegen Entgelt ihre ſchrift=
lichen
Arbeiten zum Aſſeſſor=Examen angefertigt hatten,
die jene dann als eigene Arbeiten der Kommiſſion ein=
reichten
. Die Hausſuchungen haben namentlich bei jünge=
ren
Rechtsanwälten umfangreiches Material zutage ge=

fördert, durch das ſich der Verdacht vollauf beſtätigte.
Gegen die Beteiligten wird das gerichtliche Verfahren ein=
geleitet
werden
Bad Homburg v d. H., 30. Juli. Eine Geſellſchaft
von etwa 60 amerikaniſchen Aerzten, darunter
zahlreiche Damen, traf heute unter Führung der Herren
Kaiſerl. Rat Dr. Breitenfeld und Dr. Kovacz aus Neu=
York hier ein. Am Bahnhof wurden ſie von den Herren
Oberbürgermeiſter Lübke, Stadtverordnetenvorſteher Dr.
Rüdiger, Stadtrat Baehl, Konr. Ritter, Geheimrat Hoe=
ber
, Geheimrat Weber, Geheimrat Lommel und Dr. Pa=
riſer
, die dem Komitee zur Führung der Amerikaner an=
gehörten
, empfangen und zunächſt nach dem Kurpark
geleitet, wo eine eingehende Beſichtigung der Quellen
ſtattfand. In der Wandelhalle des Eliſabethbrunnens
ſprach Herr Dr. Rüdiger kurz über die chemiſche Zuſam=
menſetzung
der einzelnen Quellen, während ſich bald nach=
her
bei der Beſichtiaung des Kaiſer=Wilhelms=Bades Herr
Geh. Sanitätsrat Dr. Weber über die Indikationen und
die Erfolge Homburger Heilwäſſer bei der Trink= und
Badekur, ſowie über die beſonderen Anwendungsformen
verbreitete. Die Darlegungen beider Herren wurden mit
großem Beifall aufgenommen. Um 7 Uhr abends ver=
einigte
man ſich zu einem von der Stadt= und Kurver=
waltung
gegebenen Feſtmahl im bblauen Saale des
Kurhauſes. Herr Oberbürgermeiſter Lübke ſprach Worte
herzlicher Begrüßung namens der Stadt= und Kurverwal=
tung
, wies darauf hin, daß ſeit Jahren Amerikaner Hom=
burg
aufſuchen und daß es auch in Amerika als Heilbad=
wohlbekannt
iſt. Er ſchloß mit einem Hipp, hivp. hurra!
auf die amerikaniſchen Gäſte. Herr Geh. Sanitätsrat Dr.
Lommel begrüßte die amerikaniſchen Aerzte namens der
Mediziniſchen Geſellſchaft. Auch er gedachte der zahlreichen
Beziehungen von Amerikanern zu Homburg, erwähnte die
vielſeitigen Heilfaktoren und gab dem Wunſche Ausdruck.
daß der heutige Aerztebeſuch die Verbindungen Homburgs
mit Amerika noch weiter ausgeſtalten möge. Sein Hoch
galt den Gäſten. Kaiſerlicher Rat Breitenfeld aus Neu=
York dankte für den überaus freundlichen Empfang,
worauf Dr. Ryan aus Des=Moines in längerer Rede die
Vorzüge Homburgs, ſeine ſchöne Lage, ſeine heilkräftigen
Quellen uſw. feierte. Sein Hoch galt dem Oberbürger=
meiſter
und den Gaſtgebern, Stadt= und Kurverwaltung.
So verlief das Mahl in harmoniſchſter Weiſe, und man=
ches
Proſit erklang auf die deutſch=amerikaniſche Freund=
ſchaft
. Um 10 Uhr fuhren die amerikaniſchen Aerzte mit
der Eiſenbahn nach Wiesbaden weiter.
Straßburg, 30. Juli. Heute morgen war im Senats=
ſaal
des allgemeinen Kollegienraumes der Univerſität die
feierliche Exmatrikulation des Prinzen
Joachim von Preußen. Prinz Joachim wird wie=
der
in das Heer eintreten.
Kaſſel, 31. Juli. Die für morgen angeſetzte Be=
rufungsverhandlung
gegen die zu Zuchthaus=
ſtrafen
verurteilten Erfurter Reſerviſten und Land=
wvehrmänner
iſt auf unbeſtimmte Zeit vertagt worden.
München=Gladbach, 30. Juli. Unter dem Verdachte,
vor einem Monat die Haushälterin Marte er=
mordet
zu haben, wurde geſtern der Metzger Hahn
verhaftet. Er hat bereits ein Geſtändnis abgelegt
und will bei Begehung der Tat durch einen Schriftſetzer
Völker unterſtützt worden ſein. Dieſer iſt noch nicht er=
griffen
worden. Beide ſtehen auch in dem Verdacht, einen
Mordverſuch an einem Pfarrer in Nieder=Pleis begangen
zu haben.
Hamburg, 31. Juli. Im April 1909 wurde die bei
dem Fleiſcher Schnellſen bedienſtete Minna Timm er=
mordet
aufgefunden. Jetzt iſt es der Polizei ge=
lungen
, als ihren Mörder den 22 Jahre alten Maurer
Arthur Ernſt aus Altona zu verhaften.
Kiel, 30. Juli. Regierungsaſſeſſor Lewicki, der im
April von der hieſigen Strafkammer wegen Betrugs
und Beſtechung zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jah=
ren
Ehrverluſt verurteilt worden war, verantwortete ſich
heute, nachdem das Reichsgericht das Urteil aufgehoben
hatte, erneut vor der Strafkammer. Das Gericht erkannte
wegen fortgeſetzten Betrugs auf vier Jahre Gefängnis,
3000 Mark Geldſtrafe und fünf Jahre Ehrverluſt.
Neuhammer (Schleſien), 30. Juli. Als heute morgen
der Kommandeur des 58. Infanterie=Regiments, Oberſt
Bode die Front abritt, erlitt er einen Herzſchlag und
war ſofort tot.
Paris, 31. Juli. Dem Journal wird aus Saida
(Algerien) gemeldet, daß der dortige Gemeindearzt, der im
Verein mit mehreren Aerzten den Geiſteszuſtand des
Fremdenlegionärs und früheren Bürgermeiſters Trömel
geprüft hat, erklärt habe, Trömel ſei zwar nicht geiſtes=
krank
, aber von einer an Neuraſthenie grenzenden Wil=
lensſchwäche
. Die Kameraden Trömels erzählen, er habe
häufig ſein Bedauern darüber ausgeſprochen, daß er Weib
und Kind verlaſſen habe. Man glaubt, daß Trömel dem=

nächſt auf Grund des ärztlichen Gutachtens entlaſſen wer=
den
wird.
Paris, 31. Juli. Der kulturhiſtoriſche Schrift=
ſteller
Vicomte d’Avinal wurde vom Zuchtpolizeigericht
von Avranche (Departement Manche) zu einer Geldbuße
von 7500 Francs verurteilt weil er ſeit mehreren
Jahren ſeinen Abnehmern ein Getränk verkauft habe, das
er mit nicht trinkbarem Waſſer und Chemikalien vermiſcht
habe. Die Strafanzeige gegen Vicomte d’Avinal war vom
Syndikat der franzöſiſchen Winzer erſtattet worden.
Madrid, 31. Juli. Geſtern kam es in Valeneia
bei einem Stiergefecht aus bisher unaufgeklärter Ur=
ſache
zu einer wüſten Panik. Wahrſcheinlich hatte ein
Beſucher irgendein Gerücht ausgeſprengt. Plötzlich er=
ſcholl
der Ruf: Rette ſich, wer kann!, und die Zuſchauer
drängten ſich in wahnſinniger Haſt den Ausgängen zu. Bei
dem entſetzlichen Gedränge wurden viele Perſonen zu
Boden geriſſen und mit Füßen getreten. Die Zahl der
Verletzten beläuft ſich auf mehr als 250.
Neu=York, 30. Juli. Oeſtlich der Felſengebirge herrſcht
furchtbare Hitze. In Chicago ſtarben 13 Perſonen
an Hitzſchlägen.
Waſhington, 30. Juli. Heute nachmittag brach ein
ſchweres Unwetter los, das den Bahnverkehr
lahmlegte und großen Schaden anrichtete. Mehrere Regie=
rungsgebäude
wurden durch Blitzſchläge beſchädigt. Zahl=
reiche
Perſonen wurden verletzt.

Der Raubmord im Eiſen=
bahnzuge
.

* Darmſtadt, 31. Juli. Die Bemühungen der
Kriminalpolizei, den Wilhelm Koch, auf deſſen Namen
Uhr und Kette verſetzt wurden, zu ermitteln, haben noch
nicht zu einem Erfolg geführt. Dieſer Koch hat, wie aun=
mehr
feſtſteht, vor etwa zwei Jahren in Frankfurt, Main=
zer
Landſtraße 216, gewohnt, nicht 116, wie erſt bekannt
gegeben wurde. Koch hat ſich von Frankfurt unbekannt
wohin abgemeldet. Er hat ſpäter einmal eine Anſichts=
karte
von Leipzig aus an ſeine Logiswirtin geſchrieben.
Seit dieſer Zeit iſt ſein Aufenthalt unbekannt. Von den
Behörden werden natürlich erforderlichenfalls Verhaftungen
verdächtiger Perſonen vorgenommen. Es iſt aber nicht
ingebracht, alle dieſe Verhaftungen zu veröffentlichen, denn
die Betreffenden, deren Unſchuld ſich bisher noch immer
nach kurzer Zeit herausſtellte, werden immerhin ſchon
durch die Verhaftung an ſich kompromittiert. Auch geſtern
wurde in Neu=Iſenburg ein Taglöhner verhaftet. Es
ollten verſchiedene Eiſenbahnbeamte auf Grund der Photo=
graphie
angegeben haben, er ſei am Mordtag in Sprend=
lingen
geweſen. Auch ſoll er am Morgen nach Frankfurt
gefahren ſein, angeblich, um ſich nach einer Stellung um=
zuſehen
. Der verhaftete Verdächtige gab an, er ſei am
Samstag nachmittag zuhauſe geweſen. Der Mann wurde
nach kurzer Zeit wieder aus der Haft entlaſſen.

Luftfahrt.

g. Darmſtadt, 31. Juli. Auf der hieſigen Flieger=
ſtation
herrſchte heute ſchon von 5 Uhr früh an ein reges
Treiben. Gegen 5 Uhr überflogen zwei Flieger in be=
deutender
Höhe Darmſtadt. Am Abend ereignete ſich leider
ein Unfall, der glücklicherweiſe ohne ernſte Folgen ab=
lief
. Der Apparat, mit dem der Gefreite Gorlt flog,
zertrümmerte beim Landen, der Flieger ſelbſt
blieb unverletzt.
* Leipzig, 31. Juli. Das Militärluftſchiff.
Z. 1, das geſtern abend 10 Uhr 55 Minuten unter Füh=
rung
des Hauptmanns v. Horn in Königsberg zu einer
Fernfahrt nach Leipzig aufgeſtiegen war, iſt heute
früh gegen 7 Uhr hier eingetroffen und um 7½ Uhr glatt
vor der Halle gelandet.

Die 300. Fahrt der Viktoria Luiſe‟.
Frankfurt 31. Juli. Das Zeppelinluft=
ſchiff
Viktoria Luiſe unternahm geſtern nach=
mittag
um ½5 Uhr eine Paſſagierfahrt nach
Wiesbaden, an der ſich 15 Fahrgäſte beteiligten. Das
Schiff überflog den Rheingau und kehrte dann nach Frank=
furt
zurück, wo es kurz vor 7 Uhr abends glatt landete.
Nach vorgenommenem Paſſagierwechſel erhob ſich die
Viktoria Luiſe bei prachtvollem Wetter zu einer noch=
maligen
Rundfahrt um Frankfurt. Dieſe Fahrt
war die 300. des Schiffes ſeit ſeiner Indienſtſtellung. Mit
Blumen und Girlanden feſtlich geſchmückt und mit einer
ſilbernen Tafel verſehen. auf der in Rieſengröße die Zahl
300 prangte, zog das Luftſchiff ſtolz durch ſein Element,
Die Landung vollzog ſich um 8 Uhr 40 Min. Der Führer
des Schiffes Kapitän Blew und das Perſonal verſam=
melten
ſich dann zu einer kleinen Feſtlichkeit.

Der Werftarbeiterſtreik.

Stettin, 31. Juli. In einer Mitgliederver=
ſammlung
der Verwaltungsſtelle Stettin des Deutſchen
Metallarbeiterverbandes wurde geſtern der
Beſchluß vom 24. d. M., wonach keine Gelder an die
Hauptkaſſe in Stuttgart geſandt werden ſollen, wieder
aufgehoben. Der am Dienstag von den ſtädtiſchen
Hafenarbeitern mit 300 gegen 55 Stimmen gefaßte Be=
ſchluß
, in den Streikzutreten, wenn der Magiſtrat
nicht ihre Tarifforderungen anerkenne, wurde in mehr=
ſtündiger
Verhandlung vom Magiſtrat beraten. Der ſtädti=
ſchen
Arbeiterſchaft wurde in Ausſicht geſtellt, daß der am
5. September ſtattfindenden Stadtverordnetenverſamm=
lung
ein Vorſchlag auf Lohnerhöhung gemacht werden
ſolle. Die Hafenarbeiter nahmen geſtern abend den Be=
ſchluß
an, die Beſchlüſſe der Stadtverordnetenverſammlung
abzuwarten.
* Hamburg, 30. Juli. Eine Verſammlung
der hieſigen Ortsgruppe des Metallarbeiterver=
bandes
die ſich mit dem Werftarbeiterausſtand und der
bevorſtehenden außerordentlichen Hauptverſammlung des
Verbandes in Berlin beſchäftigte, hat einen ſehr erregten
Verlauf genommen. Die Redner griffen die bekannte Hal=
tung
des Vorſtandes, keine Streikunterſtützung zahlen zu
wollen, aufs ſchärfſte an. Es liefen verſchiedene Anträge
des Inhalts ein, die Machtbefugnis der Verbandsleitung
weitgehend zu beſchränken. Auf beſchwichtigende Einwen=
dungen
von anderer Seite wurden dieſe Anträge dann
zurückgezogen, dafür wurde aber ein Beſchluß gefaßt, als
Delegierte nur ſolche Perſonen nach Berlin zu ſchicken, die
dort vorbehaltlos die Berechtigung des Werftarbeiteraus=
ſtandes
vertreten wollen.
Hamburg, 31. Juli. Der Verband der
Eiſeninduſtriellen hat dem Verband der Metall=
induſtriellen
mitgeteilt, daß der Geſamtverband Deutſcher
Metallinduſtrieller beſchloſſen habe, zur Heranziehung von
Arbeitswilligen eine Umlage bei den Mitgliedern des Ge=
ſamtverbandes
zu veranſtalten.

zu ihm: Ihr, der Ihr gewußt habt, daß ich fallen würde,
ſagt mir auch, wann ich ſterben werde
* Der arme
Teufel, der dem Hodſcha eine ſichere Tatſache vorhergeſagt
hatte, befand ſich angeſichts dieſer Frage in großer Ver=
legenheit
. Ich finde in dieſer Geſchichte von dem Hodſcha
viel Aehnlichkeit mit dem, was wir tun, nur mit dem
Unterſchied das muß man zugeben daß unſer Aſt
recht feſt iſt Das wurde noch vor ein paar Jahren
geſagt. Ob der Türke die letzten Worte auch heute noch
wiederholen würde?
Das Jubiläum des Kaſchmirſchals. Genau 100
Jahre ſind jetzt verfloſſen, ſeit der erſte Kaſchmirſchal in
der Modewelt Europas auftrat. In den Tuilerien erſchien
er, maleriſch draviert um die ſchönen Schultern der geiſt=
vollen
Mme, de Bourrienne, und erweckte Neid und Sehn=
ſucht
in vielen Frauenherzen. Seitdem iſt das zarte Ge=
webe
aus dem herrlichen Hochland Oſtindiens ein Lieb=
lingsſchmuck
der Frauenwelt geblieben, und ſo kann ihm
denn mit gutem Recht Jean=Louis Vaudoyer im Gaulois
eine huldigende Gedenkrede halten. Das Erſcheinen des
Kaſchmirſchals in Europa bezeichnet die Hochblüte der
Schalmode, die bereits eine Reihe von Jahren früher ein=
geſetzt
hatte. Man hat behauptet, die Zier dieſer Umlege=
tücher
ſei mit dem Zuge Napoleons nach Aegypten auf=
gekommen
, aber man wollte damit nur die Mode an ein
berühmtes Ereignis anknüpfen. Marie=Antoinette hatte
ſich bereits ein paar Schals von einer Reiſe nach Spanien
mitgebracht, wo ſie ja ſtets die Nationaltracht gebildet.
Doch ein notwendiges Element der Toilette wurde die
leichte Drapierung erſt mit der griechiſchen Mode, in der
man ohne Aermel und ohne Fichu ſich zeigte und daher
etwas zur Verſchleierung der ſonſt hüllenloſen Glieder
haben mußte. Das höchſte Anſehen genoſſen bald indiſche
Gewebe, und es war der Stolz der Modedame, einen
Schal zu tragen, den vorher ein Sultan, ein Rajah oder
Nabob beſeſſen. Aber erſt 1813 wurde das feinſte und
zarteſte dieſer indiſchen Gewebe entdeckt das duftige Wun=
der
aus den Alpentälern von Kaſchmir, wo man die ſchön=
ſten
Schals anfertigte. Der Kaſchmirſchal hat in der Ge=
ſchichte
unſerer Mode mehrere Blütezeiten durchlebt. Zur
Zeit des zweiten Kaiſerreiches feierte er ſeine Wiederkehr,

und heute ziert man ſich wieder mit Vorliebe mit ihm.
Aber der Schimmer höchſter Begeiſterung und einer ge=
heimnisvollen
Romantik, der dieſe langen weichen Schleier
bei ihrem erſten Auftreten umgab, iſt für immer verflogen.
Damals wurden ganze Bücher dem Kaſchmirſchal und
ſeiner Herſtellung gewidmet, und aus einem dieſer Werke,
das einen Pariſer Fabrikanten ſolcher Schals, J. Rey,
zum Verfaſſer hat und 1823 erſchien, führt Vaudoyer ku=
rioſe
Einzelheiten an. Das Heimatland dieſes Gewebes
wird darin als ein wahres Eden geſchildert, in dem glück=
liche
Menſchen etwas von ihrer Freude und Heiterkeit, von
dem Sonnenglanz ihrer Täler in ihre Stoffe hineinwebten.
Dann wird ausführlich von dem Material geſprochen, aus
dem die Schals hergeſtellt wurden und das ein großes
Geheimnis umgab. Wir wiſſen heute, daß die feinſten
Schals aus dem Haar des Dromedars und dem Unter=
haar
der wilden Tibetziege angefertigt werden. Damals
aber verſtieg man ſich ſogar zu der Behauptung, daß dazu
das ſchwache und beſonders feine Fell von totgeborenen
Lämmern verwendet werde, eine Anſicht, die aber Rey aus
Gründen der Moral und der Wahrheit ablehnt. Der
Haupthandel aing damals über den ruſſiſchen Markt Ma=
kariew
doch wurden natürlich bald auch Nachahmungen,
die in Frankreich entſtanden, ſehr beliebt.
ml. Unter Kameraden‟ Das Umſichgreifen der Trink=
geldunſitte
auf den franzöſiſchen Bahnen aab kürzlich dem
Direktor einer der großen Eiſenbahngeſellſchaften den Ge=
danken
ein, ſeine Ferienreiſe dazu zu benutzen, eine Probe
auf das Exempel zu machen. So drückte er denn auf einer
Station in der ſelbſtverſtändlichen Vorausſetzung, daß das
Perſonal ihn nicht kennen würde, einem gefälligen Schaff=
ner
ein paar Franken in die Hand, um, nachdem der
Mann das Geld mit freundlichem Schmunzeln in die Taſche
geſteckt hatte, den Trinkgeldempfänger in ſtrengem Ton an=
zuherrſchen
: Was. Sie nehmen Trinkgelder? Ja, wiſſen
Sie denn nicht, daß das ſtreng verboten iſt? Freilich
weiß ich das, mein Herr, war die gemütliche Antwort,
und ich nehme auch von gewöhnlichen Paſſagieren nichte
an, aber, da Sie doch mein Kollege ſind, dachte ich mir
weiter nichts Schlimmes dabei.

[ ][  ][ ]

wieder entzogen werden. Verhandlungsführer: Wie hoch
bewerten Sie den Vorteil, den Sie durch Brandt hatten?
Tilian: Das kann ich nicht ſagen, ich habe Geld nicht er=
halten
, die Darlehen habe ich ſpäteſtens nach mehreren
Tagen zurückgegeben. Verhandlungsführer: Hatten Sie
Zuſchuß von Hauſe? Angeklagter Tilian: Nein, ich wohnte
aber bei der Mutter, ſo daß ich von meinen 125 Mark vom
Wohnungsgeld noch ſparen konnte. Für die Bewirtung
habe ich mich ſtets erkenntlich gezeigt. Auf Vorſchlag des
Verhandlungsführers wird der Inhalt des Brandtſchen
Notizbuches geheim gehalten werden. Damit iſt die Ver=
nehmung
des erſten Angeklagten beendet.
Angeklagter Schleuder: Eine Entſchädigung
für meine Nachrichten, die ich Brandt unentgeltlich ge=
geben
habe, habe ich nicht erhalten. Er hat ſich ſtets als
der ältere, beſſer geſtellte und reich verheiratete Kamerad
gezeigt, er hat mir meine Unkoſten erſtattet. Die kleine=
ren
Geldgeſchenke, die er mir machte, müſſen zuſammen
200 Mark betragen, 75 Mark auf einmal habe ich nie er=
halten
. Die Beträge für meine Zechen waren ganz gering=
fügig
, meinem Nachfolger den Brandt zu empfehlen, war
ganz unmöglich, weil ich bei ſeinem Eintritt nicht mehr
in Berlin war. Ich habe Brandt die Mitteilungen ledig=
lich
zu ſeinem Bedarf gemacht, damit er ſeine Stellung
bei der Firma befeſtigen konnte. Der Gedanke der Ge=
fährlichkeit
meiner Angaben unter dem Geſichtspunkte der
Landesverteidigung iſt mir nie gekommen. Verhandlungs=
führer
: 15 von dieſen Kornwalzen ſind doch dem Abge=
ordneten
Liebknecht beflattert. Ebenſo konnten ſie auch
an das Ausland gehen. Schleuder: Das iſt mir nie mög=
lich
erſchienen. Verhandlungsführer: Hier liegen mehrere
Kornwalzen vor. Der Sachverſtändige, Major Frahnert,
hat gegen die Verleſung nichts einzuwenden. Der Ver=
handlungsführer
verlieſt einen Bericht betreffend die Lie=
ferungsbeſtimmungen
und Verzugsſtrafen. Angeklagter
Schleuder: Von dieſen Verhandlungen im Kriegsmini=
ſterium
iſt mir nichts bekannt. Eine weitere Kornwalze
betrifft die Beſtellung einer großen Zahl von Kanonen.
Angekl. Schleuder: Ich weiß nicht, um welche Kanonen
es ſich hier handelt, ich kann mich hierzu nicht äußern, auch
fällt der Termin in die Zeit vor meiner Anſtellung. Was
die Lieferung ſtaatlicher Fahrzeuge betrifft, ſo geſchieht
die Vergebung durch das Kriegsminiſterium direkt. Die
Feldzeugmeiſterei hat nur die Vergebungsverfügung zu
bearbeiten. Da habe ich allerdings die Preisgegenüber=
ſtellungen
an Brandt gegeben. Betreffend die Lizenzgebüh=
ren
will der Angeklagte damit nicht in Verbindung ſtehen
Schleuder: Ich bin infolge der neuen Gehaltsaufbeſſerung
beſſer geſtellt als meine Vorgänger, auch habe ich von
meinen Verwandten viele Lebensmittel bekommen und
niemals Schulden gemacht. Die Ausſagen einer Zeugin,
ich hätte hohe Beträge von Brandt bekommen, ſind maß=
los
übertrieben. (Ein Brief der Zeugin wird verleſen,
in dem von großen Geldgeſchenken Brandts geſprochen
wird.) Aus dem Brief ſpricht blinde Eiferſucht, jetzt will
die Zeugin manches gut machen. Ein Verteidiger bittet,
den Angeklagten zu fragen, ob Brandt nicht in Form von
Behauptungen den Angeklagten ausgehorcht habe. Angekl.
Schleuder: Brandt zeigte ſich ſtets beſſer informiert, als ich
es war. Verteidiger: In der Kornwalze iſt von Freun=
den
die Rede? Vorſitzender: Jawohl! Damit iſt dieſe Ver=
nehmung
beendet.
Ein Angeklagter proteſtiert dagegen, daß ein Jour=
naliſt
mit jüdiſchem Ausſehen zeichneriſche Skizzen an=
fertige
. Das Zeichnen wird vom Verhandlungsführer
unterſagt.
Es folgt die Vernehmung des Angeklagten Zeugleut=
nants
Hinſt. Dieſer gibt auf Befragen des Vorſitzenden
an, daß Brandt ihn in Form, ſehr gut informiert zu ſein,
ausgehorcht habe. Etwas Strafbares habe er in den An=
gaben
von Brandt nicht erblickt. Ich war überzeugt, daß
andere Firmen ebenſo unterrichtet waren, wie Brandt.
(Bewegung.) Entgelt hatte ich nicht bekommen, jedenfalls
iſt mir davon nichts zum Bewußtſein gekommen. Von
Brandt habe ich ein Darlehen von 100 Mark erhalten, die=
ſes
aber alsbald wieder zurückgegeben. Unrichtig iſt, daß
es ſich um eine reguläre Berichterſtattung handelt. Die
Unterhandlungen erfolgten meiſt in dem Bureau des Herrn
Brandt, und zwar in Zivil, wie es in Berlin üblich iſt.
Bei dem Reſtaurationsbeſuch hat Brandt meiſt gezahlt,
jedoch ſtets unter dem Vorwande familiärer Ereigniſſe,
Geburtstag der Frau u. a. Unmäßige Zechen haben wir
nie gemacht. Geldgeſchenke habe ich wohl erhalten, aber
keine Weihnachtsgratifikation. Die Zahlungen erfolgten
für Auslagen. Wenn ich das Protokoll unterſchrieben
habe, daß ich Geld in anderer Form von Brandt erhalten
habe, ſo habe ich das getan unter dem Einfluß der lan=
gen
Unterſuchungshaft. Vertreter der Anklage: Der An=
geklagte
will doch nicht behaupten, ich habe ein Geſtändnis
von ihm erpreßt. Angeklagter Hinſt: Die Geſamtaus=
lagen
Brandts betrugen wohl 200 bis 300 Mark. Ich
habe etwa 150 Mark erhalten für meine Auslagen, für
Fahrgelder uſw. Eine Entſchädigung für meine Nachrich=
ten
habe ich darin nicht erblickt. Verhandlungsführer: Ge=
fordert
haben Sie kein Geld? Angeklagter: Nein. Ich
habe mir überhaupt nichts bei der Sache gedacht. Meine
Bedenken wurden von Brandt ſofort zerſtreut.
Rechtsanwalt Ulrich: War dem Angeklagten nichts
bekannt, wonach Beamte der Firma Krupp beſonders ent=
gegenkommend
behandelt werden ſollen? Angeklagter Hinſt:
Ja, das trifft zu. Verhandlungsführer: Doch nicht von
Unteroffizieren oder Zeugleutnants? Kriegsgerichtsrat
Dr. Welz: Alle Vertreter der Induſtrie ſollen höflich
abgefertigt werden, nicht bloß diejenigen der Firma
Krupp. Angeklagter Hinſt: Die Vertreter der Firma
Krupp genießen doch eine Ausnahmeſtellung. Das beruht
wohl auf dem Monopol. Rechtsanwalt Ulrich: Hat
Brandt nicht direkt geſagt, die Vorgeſetzten wüßten davon
Beſcheid und die Zeugfeldwebel täten da ihren Dienſt?
Hinſt: Zu verſtehen gab er es mir. Ich war hier ohne
jeden Anhang und freute mich, in Berlin einen Bekannten
gefunden zu haben, der nicht vom Kommiß war. Ver=
handlungsführer
: Sie hätten von Ihrem Hauptmann die
Erlaubnis einholen müſſen, ob Sie Brandt die Nachrichten
geben konnten. Angeklagter Hinſt: Ich bin von Brandt
völlig eingelullt worden, und hatte ſchon deshalb keine Be=
denken
, weil die anderen Offiziere den gleichen Verkehr
pflegten. Der Unterſchied zwiſchen beſchränkten und wei=
ten
Submiſſionen war mir bekannt. Eine weitere Reihe
von Fragen ſoll geheimer Verhandlung vorbehalten blei=
ben
. Angeklagter Hinſt: Brandt ſprach ſtets in der Ich=
form
niemals als Kruppvertreter. Meine Dienſtzeit lag
gerade in der Zeit der Umbewaffnung. Brandt machte
dabei aus vier Worten, die ich ihm ſagte, einen langen
Bericht. Daraus ergibt ſich die große Zahl der Korn=
walzen
. Der Verhandlungsführer bringt einzelne Korn=
walzen
, die auf den Angeklagten zurückgeführt werden,
zur Verleſung. Der Angeklagte gibt zu, einen Bericht
über Aufhebung von Konventionalſtrafen im Falle der
Nichtſchädigung des Staates an Brandt gegeben zu haben.
Dies habe er für unbedenklich gehalten, da Krupp dabei
nicht in Betracht komme. Kriegsgerichtsrat Dr. Welz:
Krupp hatte wegen der Konferenz doch ein Intereſſe an
der Sache. Eine Kornwalze über Vergebung von Fahr=

Der Krupp=Prozeß.

* Berlin, 3. Juli. Vor dem Militärgericht
in Moabit begann heute die Verhandlung gegen Tilian
und Genoſſen, ein Vorſpiel zu dem vielbeſprochenen
Krupp=Prozeß. In dem kleinen Verhandlungs=
raum
, der bei weitem nicht ausreichte die Einlaßſuchen=
den
aufzunehmen und in dem es an allen Bequemlich=
keiten
, wie Schreibpulten für die Preſſe fehlt, verfammelte
ſich ein faſt rein militäriſches Auditorium. Siebzehn An=
geklagte
, meiſt Zeugoffiziere, erſchienen gleichfalls in
Uniform und geſchmückt mit Orden und Ehrenzeichen.
Nur der Angeklagte Dröſe nahm in ſchlichtem Gehrock auf
der Anklagebank Platz. Der Gerichtshof ſetzt ſich
zuſammen aus Oberſt Hauff, als Vorſitzenden, Kriegs=
gerichtsrat
Dr. Cörrens als Verhandlungsführer, Major
Wagler von der Landesaufnahme des großen General=
ſtabs
, Hauptmann v. Langendorf vom großen Generalſtab
und Kriegsgerichtsrat Dr. Berenſprung als Beiſitzer. Die
Anklagebehörde wird vertreten durch Kriegsgerichtsrat Dr.
Welt. Verteidiger ſind die Rechtsanwälte Ulrich, Dr.
Barnau, Graſſe und Dr. Wirth. Pünktlich 9 Uhr wurde
die Verhandlung eröffnet. Die Angeklagten, die Zeu=g
leutnants Tilian. Hinſt, Hoge und Schleuder, Ober=
intendanturſekretär
Pfeiffer, Sekretär Dröſe, früherer
Feuerwerker, jetzt Beamter der Firma Krupp, und Feuer=
werker
Schmidt ſind vollzählig zur Stelle. Ebenſo iſt die
Mehrzahl der Zeugen erſchienen, unter denen ſich auch
zwei Damen befinden. Nach der Eidesleiſtung der
Beiſitzer wurden die Zeugen einſtweilen entlaſſen. Die
Vernehmung der Angeklagten dürfte ſich bis 2 Uhr nach=
mittags
hinziehen.
Die Zeugen werden bis auf eine Ausnahme, die Ehe=
frau
des Herrn Brandt, beurlaubt. Der Verhandlungs=
leiter
verlieſt darauf die Perſonalien der Angeklagten.
Weder dieſe noch die Führungszeugniſſe ergaben irgend=
welche
beſondere Momente. Die Zeugniſſe ſind faſt durch=
weg
außerordentlich vorteilhaft für die Angeklagten. Nur
einer von ihnen iſt mit einem einfachen Verweis vorbe=
ſtraft
. Sodann wird die Anklageſchrift verleſen. Der Ver=
treter
der Anklage beantragt ſodann, in breiteſter
Oeffentlichkeit zu verhandeln, namentlich an=
geſichts
des Aufſehens das die Sache in der in= und aus=
ländiſchen
Preſſe gemacht hat. Auch die Heeresverwaltung
hat großes Intereſſe daran, nur wenn vitale Intereſſen
der Landesverteidigung in Frage kommen, ſo bei Be=
ſprechung
der Geheimberichte, bei der auf Konſtruktions=
fragen
einzugehen ſein werde, ſei der Ausſchluß der
Oeffentlichkeit erwünſcht. Rechtsanwalt Ulrich ſchließt
ſich dieſem Wunſche namens der Angeklagten an, damit die
unglaublichen Uebertreibungen, unter denen die Ange=
klagten
ſchwer zu leiden hätten, beſeitigt und die Ange=
legenheit
auf das richtige Maß zurückgeführt werden
könnte. Das Gericht beſchloß entſprechend.
Der Verhandlungsleiter gab ſodann einen Ueberblick
über die Vorgeſchichte der Affäre. Er ging dabei
auf die Tätigkeit des heute als Zeugen geladenen Beamien
der Firma Krupp Brandt ein, der mit ehemaligen Kame=
raden
in Verbindung geſtanden haben ſoll, um Geheim=
material
zu erhalten durch das der Firma Krupp die alte
Monopolſtelluzig geſichert werden ſollte, Die Verneh=
mung
der Angeklagten ergab etwa folgendes Bild: Ange=
klagter
Tilian hat den Herrn Brandt auf einem Ausflug
der Feuerwerker nach der Oberſpree kennen gelernt. Auf
Kegelabenden iſt Brandt an ihn herangetreten mit dem
Wunſche, ſobald wie möglich von bevorſtehenden Liefe=
rungen
unterrichtet zu werden Die Durchſchnittspreiſe
und die Konkurrenzpreiſe hätte der Angeklagte dem
Brandt vielleicht dann und wann, keineswegs aber dau=
ernd
und in großem Umfange mitgeteilt. Auf Befragen
des Verhandlungsleiters erklärte Tilian: Mein Verhält=
nis
zu Brandt war ein kameradſchaftliches. Ich hatte
keine Bedenken., ihm dieſe Mitteilungen zu machen, da es
ſich eben um die Firma Krupp handelte. Einen Uebertritt
in die Firma Krupp plante ich nicht, ſonſt hätte ich nicht ſo
lange auf meine Beförderung zum Offizier gewartet. Wir
haben uns des öfteren im Ratskeller Fürſtenhof und im
Rheingold getroffen. Von großen Feſtgelagen iſt keine
Rede. Mindeſtens in der Hälfte der Fälle habe ich die
Zeche bezahlt und mich durch Geſchenke in Form von
Sträußen, Blumenkörben für Frau Brandt und Geſchenke
für die Kinder revanchiert. Ein Aequivalent für meine
Mitteilungen erblickte ich in den Regalierungen nicht.
Zechgelage haben wir nicht abgehalten. Geldgeſchenke
habe ich nicht erhalten. Wenn ich Brandt gelegentlich um
20 oder 30 Mark anborgte, habe ich ſie ihm pünktlich zins=
los
zurückgegeben. Unrichtig iſt, daß ich am 2. Februar
nachmittags in Zivilkleidung ins Brandtſche Bureau ge=
gangen
ſei, da ich mittags ſchon mit Frau und Kind ver=
reiſt
bin. Verſtöße gegen beſtehende Verfügungen hinſicht=
lich
der Benachrichtigung von Firmen ſind mir nicht be=
wußt
. Die betreffenden alten Vorſchriften waren mir nicht
bekannt. Auch durfte den Vertretern von Firmen der Zu=
tritt
zu den Dienſtſtellen im Miniſterium nicht geſtattet
werden. In der Feldzeugmeiſterei hat mich Brandt nie
aufgeſucht. Unſer Verkehr war ganz öffentlich. Manchmal
lagen zwei bis drei Wochen zwiſchen den Zuſammen=
künften
. Nur gelegentliche Mitteilungen ſind Brandt von
mir zugegangen, nicht, wie behauptet wird, bis zu 350
Kornwalzen. Die erſten vorliegenden Kornwalzen ſtam=
men
aus dem Jahre 1910.
Ein beſchlagnahmtes Notizbuch Brandts ergibt, daß
der Angeklagte doch in großem Umfange Material gegeben
hat. Angeklagter Tilian: Ich möchte beſtreiten, daß
Brandt dieſes Material von mir hat. Verhandlungs=
führer
: Das hat Brandt klar zugegeben. Das Notizbuch
enthält Konkurrenzpreiſe und beweiſt, daß Ihre Zuſam=
menkünfte
regelmäßig waren. Tilian: Es haben aber
auch vier Wochen zwiſchen den Zuſammenkünften gelegen.
Verhandlungsführer: Sie haben Ihren Nachfolger Schleu=
der
dem Brandt empfohlen. Tilian: Bei einem Kegelabend
habe ich ſie bekannt gemacht, wie es üblich iſt. Ich habe
dabei hinzugefügt, daß Brandt Intereſſe für Nachrichten
für Lieferungszuſchläge habe. Etwas Pflichtwidriges da=
bei
iſt mir nicht bewußt. Dies wäre höchſt unklug geweſen.
Verhandlungsführer: Es käme in dieſem Falle eventuell
die Verjährung in Betracht. Iſt Ihnen nicht bewußt ge=
worden
, daß Brandt Unfug mit den Nachrichten treiben
und ſie an das Ausland geben könnte, womit die Inter=
eſſen
der Landesverteidigung verletzt wären? Tilian:
Nein. Ein derartiges Gefühl habe ich nie gehabt. Wenn
es nicht Krupp geweſen wäre, ſo hätte ich überhaupt nichts
geſagt. Zwiſchen Krupp und dem Staate beſteht nach
meiner Meinung ein Verhältnis, in dem es keine Geheim=
niſſe
gibt. Verhandlungsführer: Der Staat hatte ein
Intereſſe daran daß Krupp nicht beſondere Vorteile
daraus ziehen könnte, daß ihm die Preiſe der Konkurrenz
bekannt gegeben würden. Tilian: Krupp war überdies
von der Leiſtungsfähigkeit der Firma Ehrhardt unter=
richtet
. Die dieſer Firma gegebenen größeren Aufträge
mußten ihr aber bei der Neubewaffnung der Artillerie

zeugen, Verteilung der Lieferungen und die Preiſe an
Brandt geliefert zu haben, gibt der Angeklagte zu. Es ſei
Krupp gegenüber unbedenklich geweſen, da dieſe Firma
keine fertigen Waren lieferte. Verhandlungs=
führer
: Es konnten aber wichtige Schlüſſe auf mili=
täriſche
Verſuche aus dem Beſtellbuche gezogen werden.
Angeklagter Dröſe: Das iſt nicht möglich. Verhandlungs=
führer
: Es handelt ſich darum, daß die zur Verfügung=
ſtellung
des Buches Vorbedingung für Ihre Anſtellung
bei der Firma Krupp war. Angeklagter Dröſe: Ma=
terielle
Vorteile habe ich nicht von Brandt gehabt, auch
hat er mich nicht bei Krupp untergebracht.
Es folgt die Vernehmung des Angeklagten Zeugleut=
nants
Hoge: Meine Unterhaltungen mit Brandt waren
rein kameradſchaftlich. Brandt zeigte ſich beſſer infor=
miert
als mancher Artillerieoffizier in der Truppe. Außer
den Kegelabenden führten uns muſikaliſche Veranſtaltun=
gen
zuſammen, auf denen ich Brandt unbedenklich einige
Mitteilungen machte, die mir erlaubt erſchienen. Das
alte Protokoll, betr. die Verſchwiegenheit, war mir in
den 13 Jahren meiner Dienſtzeit nicht mehr genügend in
Erinnerung. Dazu kommt, daß die Sachen, die ich an
Brandt gegeben habe, nicht geheime waren. Brandt und
andere Vertreter von Firmen waren vollſtändig infor=
miert
. Kriegsgerichtsrat Dr. Welz: Brandt hätte als
Gegenleiſtung dieſes neue Material ſeinerſeits nun doch
auch den Vertretern anderer Firmen geben können. War
dem Angeklagten die Gefährlichkeit ſolcher Dinge nicht be=
wußt
? Angeklagter Hoge: Ich gab dem Brandt keine
geheimen Sachen.=Er gab mir einmal ein Darlehen von
1000 Mark, um das ich ihn bat, da ſein Gehalt das eines
Regimentskommandeurs überſteigen ſollte. Ich glaubte,
daß ich der Firma Krupp gegenüber keine Vorſicht wal=
ten
laſſen brauchte, wie ich das gegenüber der Firma
Müller getan habe. Brandt nahm gewiſſermaßen eine
Direktorſtelle ein. Die geheimſten Mobilmachungspläne
waren ihm bekannt. Er verhandelte auch vielfach direkt
mit hohen Behörden. Damit ſchließt dieſer Teil der
Beweisaufnahme. Es tritt eine halbſtündige Pauſe ein.
In der Nachmittagsſitzung kommt zunächſt zur Ver=
nehmung
Ober=Intendantur=Sekretär Pfeiffer. Der
Angeklagte erklärt, daß er mit Brandt 1889 auf der Ober=
feuerwerkerſchule
zuſammen geweſen ſei. Dieſe Bezieh=
ungen
friſchte er 1906 auf. 1908 lud ihn Brandt zum
Mittageſſen ein; hierbei bat Brandt ihn, künftig mit ihm
häufiger zuſammenzukommen. In der Folgezeit geſchah
dies etwa alle 14 Tage. Brandt bezahlte die Zeche, einige
Male auch der Angeklagte. Im letzten und vorletzten Mo=
nat
traf er mit Brandt etwa 6 bis 7 Mal zuſammen. Ich
hatte keine Bedenken, Geſchenke anzunehmen, da ich wußte,
daß Brandt ein gutes Einkommen bezog. Weihnachten
1908 erhielten meine Kinder von Brandt 100 Mark. Ich
war darüber betroffen und teilte das Brandt unumwun=
den
mit. Brandt meinte, er habe das nur aus Freundſchaft
getan. Ich habe dann auch in ſpäteren Jahren Geld=
geſchenke
von Brandt erhalten. Er ſagte mir wiederholt,
daß dieſe Gelder aus ſeiner eigenen Taſche gingen. Es
werden im ganzen etwa 500 Mark ſein. Verhandlungs=
führer
: Die Anklage behauptet nun, daß Sie dem Brandt
wichtige, geheim zu haltende Nachrichten aus dem Kriegs=
miniſterium
übermittelt hätten. Angekl.: Das iſt nicht
wahr. Verhandlungsführer: Brandt gab aber ſofort nach
ſeiner Verhaftung an, daß er durch einen Bekannten aus
dem Kriegsminiſterium die Nachrichten erhalten hätte.
Angekl.: Das iſt eine Gemeinheit. (Heiterkeit.) Es iſt mir
unverſtändlich, wie Brandt zu ſolchen Behauptungen kom=
men
kann. Verteidiger Rechtsanwalt Bernauer: Wie be=
gründete
Brandt ſeine Stellung? Er gab an, er ſei Aſſi=
ſtent
bei Krupp, welche Stellung er durch ſeine fachmän=
niſchen
Kenntniſſe als Artilleriehandwerker erhalten habe.
Er ſelbſt beziehe einſchließlich Wohnungsgeldzuſchuß 5150
Mark. Er habe kein Vermögen. Beim Beginn des Ver=
kehrs
hatte er 3600 Mark. Rechtsanwalt Bernauer frägt
den Angeklagten, ob es richtig iſt, daß er wiederholt auch
andere Bekannte um Darlehen anging. Angekl.: Ich
hatte eine große Familie, da kamen Krankheiten und ich
mußte wiederholt Darlehen aufnehmen. Es kommt ſo=
dann
ein Schreiben zur Verleſung, das der Angeklagte
Pfeiffer während ſeiner Unterſuchungshaft über ſeinen
Verkehr mit Brandt aufgeſetzt hat und in dem er angibt,
daß er in Brandt nicht den Vertreter der Firma Krupp,
ſondern nur den wohlwollenden Freund geſehen habe.
Brandt behauvtete mehrmals, daß er außer ſeinem Ge=
halt
keine Bezüge erhalte. Hauvtmann Kronemann von
der Feldartilleriezeugmeiſterei Berlin gibt an, daß
Brandt die Bedingungen und die Preiſe ohne weiteres
erfahren hätte, wenn er als Vertreter von Krupp nach
Spandau gekommen ſei. Hierauf wird die Verhand=
lung
im Intereſſe der Landesverteidigung unter Aus=
ſchluß
der Oeffentlichkeit fortgeführt. Nächſte Sitzung
Freitag 9 Uhr.

Vermiſchtes.

Entſcheidung des Kammergerichts
und Reichsgerichts betreffend den Namen
Singer. Eine Berliner Nähmaſchinen=Großhandlung,
welche in zahlreichen Zeitungsreklamen den Namen Sin=
ger
mißbrauchte, um dadurch ihren Maſchinen Abſatz zu
verſchaffen, iſt nunmehr auf Antrag der Singer= Geſell=
ſchaft
vom Kammergericht und Reichsgericht verurteilt
worden, bei Vermeidung einer Geldſtrafe für jeden Fall
der Zuwiderhandlung, die Ankündigung von Singer=
Nähmaſchinen zur Bezeichnung von Nähmaſchinen, welche
nicht von der Singer Co. herrühren, zu unterlaſſen. Im
Intereſſe des Publikums, welchem in zahlreichen Fällen
einem älteren Syſtem der Singer Co. nachgebaute Ma=
ſchinen
als ſogenannte Singer=Maſchinen angeboten
werden, ſind dieſe Entſcheidungen unſerer höchſten Gerichte
ſicher zu begrüßen, da ſie geeignet erſcheinen, dem erwähn=
ten
Mißbrauch einen Riegel vorzuſchieben.

Landwirtſchaftliches.

Frankfurt a. M., 31. Juli. Schlachtvieh=
markt
. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: Rinder 143
Stück, darunter Ochſen 52. Bullen 6, Färſen und Kühe 85,
Kälber 686. Schafe 50, Schweine 1690. Preiſe für 1 Zent=
ner
Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark: feinſte
Maſt= (Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber 6668 (110
bis 113), mittlere Maſt= und gute Saugkälber 6165
(103110), geringere Saugkälber 5860 (98102).
Schweine: Fettſchweine über 3 Zentner Lebendgewicht
6165 (8083), vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner
Lebendgewicht 6164 (7982), vollfleiſchige Schweine
über 2 Zentner Lebendgewicht 6265 (8083), vollflei=
ſchige
Schweine bis zu 2 Zentnern Lebendgewicht 6265
(7880). Marktverlauf: Kälber und Schafe zu Markt=
beginn
lebhaftes Geſchäft, das ſpäter abflaute, ausver=
kauft
. In Schweinen gedrückter Handel, geringer Ueber=
ſtand
.

[ ][  ][ ]

Die Enthüllung der Frithjofſtatue
in Norwegen.

* Vangsnäs, 31. Juli. Heute früh herrſchte an=
fangs
Nebel. Später klärte ſich das Wetter auf. Um
7 Uhr fuhren Segeljachten, Ruderboote und Dampfer aus
Sogn und Bergen, voll von Paſſagieren, nach Vangsnäs,
wo ſich ein buntes Volksleben entwickelte. Gegen 10 Uhr
war die ganze Strecke vom Strande bis zur Staue von
einer großen Volksmenge aus der Umgegend und Tou=
riſten
aller Nationalitäten belebt. Ein engliſcher und ein
deutſcher Touriſtendampfer, die im Sognefjord ankern,
ſetzten ihre Paſſagiere an Land. Um 11.10 Uhr traf auf
dem Kriegsſchiffe Troll König Haakon ein, in deſſen
Gefolge ſich der Miniſter des Aeußern, Ihlen, und der
frühere Miniſterpräſident Michelſen befanden. Der König
wurde vom Amtsmann Chriſtenſen empfangen. Eine
Viertelſtunde ſpäter langte das Depeſchenboot Sleipner
mit dem Kaiſer und deſſen Gefolge an. Die beiden
Monarchen begaben ſich ſofort zu der Statue durch eine
Allee von Flaggenmaſten mit norwegiſchen Flaggen, von
Tauſenden von Menſchen ehrerbietigſt begrüßt. Deutſche
Marineſoldaten bildeten um die Statue die Ehrenwache
und paradierten, als die Majeſtäten vorbeikamen, wäh=
rend
das Militärorcheſter die norwegiſche Königshymne
ſpielte. Darauf trat der Kaiſer im Helm an die Frith=
jof
=Statue und hielt folgende Rede:
Eure Majeſtät! Um Ruhe und Erholung von ſchwerer,
verantwortungsreicher Arbeit zu finden, wandte ich mein
Schiff nach Norden. Mit echter altgermaniſcher Gaſtlichkeit
nahm mich das norwegiſche Volk auf, ſo daß meine Reiſen
ihren Zweck vollkommen erfüllen konnten. Es drängt mich,
meiner warmen Dankbarkeit dafür ein ſichtbares Zeichen
zu verleihen. Das fand ich in dem herrlichen Sagenkreis
des Nordens: zwei Geſtalten taugten mir beſonders gut
dafür: der Beherrſcher von Baleſtrand König Bele, Inge=
borgs
Vater, und Frithjof, der tapfere ſeebefahrene Held.
Beide ſtehen nun vollendet. Bele, von des Grafen Görz
kundiger Hand geformt, thront auf ſeinem Grabhügel,
Frithjof, ein Meiſterwerk des Profeſſors Unger, ragt auf
Vangsnäs empor, über dem Grab ſeiner angebeteten
Ingeborg und dem ſeinigen. Norweger türmten Felſen
zu einem mächtigen Unterbau, wie auch norwegiſcher Gärt=
nerkunſt
der Blumenſchmuck entſtammt, während deutſche
Matroſen meines Schiffes Wittelsbach gemeinſam mit
Gladenbecks kundigen Monteuren das Standbild fügten.
Aber nicht nur das Zeichen meines Dankes an Norwegen
allein ſoll dieſer ragende Recke ſein! Nein eine größere,
allgemeinere Bedeutung kommt ihm zu. Er ſoll das Wahr=
zeichen
für Skandinavier, Deutſche, Angelſachſen und alle
diejenigen Stämme ſein, die mit Stolz ſich zu der gewal=
tigen
Gruppe der indogermaniſchen Völker zählen! Wie
er ſo daſteht, ſchwertfroh und ſchwertgewohnt auf die vor=
nehmſte
und Lieblingswaffe der Germanen, auf ſein gutes
Schwert Angurwadel geſtützt, das ſtets Böſes ſchlug, litt
Unrecht nie: in männlicher Zuverſicht und in unerſchrocke=
nem
Selbſtgefühl, ſo ſoll er alle Indogermanen daran er=
innern
, daß ſie eines Stammes, eines Blutes ſind, daß es
ihnen durch Gottes Gnade vergönnt geweſen iſt, in der
Vergangenheit Großes für die Entwicklung der Welt und
ihrer Kultur zu leiſten und daß ſie treu und feſt zuſammen=
halten
ſollen, um auch in Zukunft die großen Aufgaben,
die Gott ihnen ſtellen wird, zum Segen der ganzen Menſch=
heit
gemeinſam zu löſen. Das will ich, daß es Frithjof
allen ſagt, die ihn betrachten werden. Das walte Gott!
Geruhen Eure Majeſtät nunmehr dieſes Denkmal, das
Zeichen meines kaiſerlichen Dankes an Norwegen, in Gna=
den
übernehmen zu wollen! Achtung, präſentiert! Drei
Hurra für Seine Majeſtät König Haakon VII.
König Haakon erwiderte bei der Enthüllung der
Frithjof=Statue folgendes: Es iſt mir eine liebe Pflicht,
Eurer Majeſtät im Namen der Norweger und in meinem
eigenen Namen für das großartige Kunſtwerk zu danken,
das Eure Majeſtät geſchenkt haben. Es erinnert uns an
die Taten unſerer Wikinger und wird dazu beitragen, ihr
Andenken auch für die Nachkommen zu bewahren und ihnen
zu zeigen, daß die Taten der Norweger nicht mit den Per=
ſonen
ſterben. Unſere Freude über die Statue wird noch
bedeutend erhöht durch die Wertſchätzung, die wir für den
Geber hegen. Seit vielen Jahren, ich glaube ſeit 1888,
haben Eure Majeſtät alljährlich Norwegen beſucht. Ihre
großen Gaben an die Domkirche in Drontheim, Ihre groß=
artige
Hilfe bei dem Brande in Aaleſund im Jahre 1903,
Ihre Liebenswürdigkeit gegenüber allen, die mit Ihnen in
Berührung gekommen ſind, alles das zuſammen hat ver=
anlaßt
, daß wir Norweger in Eurer Majeſtät einen Freund
Norwegens erblicken.
Darauf übergab der Kaiſer dem norwegiſchen Volk
die Frithjof=Statue. Nach dem Abſingen der norwegiſchen
Nationalhymne wurde die Statue enthüllt. Ein Muſik=
ſtück
, geſpielt von einem deutſchen Orcheſter unter Leitung
des Komponiſten Ole Olſen, beſchloß die Feier.

Der neue Balkankrieg.

Die Friedenskonferenz in Bukareſt.
* Bukareſt 30. Juli. Zu der auf heute nachmittag
4 Uhr anberaumten erſten Sitzung der Friedens=
konferenz
im Miniſterium des Aeußern erſchienen die
fremden Delegierten kurz vor 4 Uhr. Zuerſt kamen die
Serben und Montenegriner, dann die Bulgaren und die
Griechen, jede Delegation geſondert. Die rumäniſchen
Delegierten erſchienen einzeln. Von den Behörden waren
beſondere Maßregeln getroffen, welche das Betreten des
Miniſteriums Unbefugten nicht geſtatten. Vor dem Palaſt
ſammelte ſich eine Anzahl Neugieriger an.
* Bukareſt 30. Juli. (Agence Telegraphique
Roumaine.) Die Sitzung der Friedenskonfe=
renz
begann um 4 Uhr. Vom erſten Augenblick an
herrſchte bei den Beſprechungen vollkommene Cour=
toiſie
. Miniſterpräſident Majorescu hieß die Erſchienenen
im Namen des Königs und der rumäniſchen Regierung
willkommen. Miniſterpräſident Paſitſch bat im Namen
der Verbündeten Majorescu, den dauernden Vorſitz bei
der Konferenz zu übernehmen. Der Vorſchlag wurde durch
Akklamation angenommen. Majorescu hielt eine An=
ſprache
, auf die der griechiſche Miniſterpräſident Veni=
zelos
erwiderte. Er erklärte, daß die Miſſionen dem Vor=
ſchlage
der Suspenſierung der Feindſeligkeiten zuſtimm=
ten
. Tontſchew, der ſich dem Vorſchlag anſchloß,
drückte den Wunſch aus, daß alle Miſſionen von dem glei=
chen
Geiſte der Verſöhnlichkeit beſeelt ſein möchten wie die
Bulgaren. Die Sitzung wurde dann unterbrochen, um
den militäriſchen Sachverſtändigen Gelegenheit zu geben,
das Abkommen über die Einſtellung der Feindſeligkeiten
zu redigieren. Nach der Wiederaufnahme der Sitzung=
billigte
die Konferenz das Protokoll über einen Waffen=
ſtillſtand
von fünf Tagen. Vier Exemplare wur=
den
den Chefs der Miſſionen übergeben, damit ſie an die
Hauptquartiere telegraphiert würden. Alle Bevollmächtig=
ten
verzeichneten mit lebhafter Genugtuung die einmütige

Zuſtimmung zu dem Waffenſtillſtand. Die Konferenz ver=
tagte
ſich alsdann auf morgen 4 Uhr. Um 6 Uhr wurde
Venizelos vom König zur Audienz empfangen. Der
könig der Hellenen richtete an Venizelos ein langes Tele=
gramm
, in dem er gegen die Behauptungen der Bulgaren
von angeblichen Grauſamkeiten der Griechen gegen die
Kutzowalachen proteſtiert und die Bulgaren der Metzeleien
ind Brandſtiftungen beſchuldigt. Der König beruft ſich
dabei auf das Zeugnis der Vertreter der ganzen auswär=
igen
Preſſe, die ſich bei der griechiſchen Armee befänden.
* Athen. 31. Juli. Wie das Miniſterium des
Aeußern mitteilt, haben die militäriſchen Delegierten
in Bukareſt einſtimmig für die Einſtellung der Feind=
ſeligkeiten
Bedingungen beſchloſſen, in denen es heißt: Die
Demarkationslinie, durch weiße Fahnen gekennzeichnet,
wird in gleicher Entfernung von den am 31. Juli mittags
von den gegenſeitigen Vorpoſten bbeſetzten Linien feſtge=
legt
. Der Waffenſtillſtand beginnt am 31.
Juli. mittags 12 Uhr, und dauert fünf Tage. Die
Kriegführenden werden ſich die getroffenen Beſtimmungen
gegenſeitig mitteilen, damit auf allen Fronten die Feind=
ſeligkeiten
gegenſeitig aufhören. Die Hauptquartiere wer=
den
dringend benachrichtigt, um die notwendigen Befehle
erteilen zu können.
Adrianopel und die Türkei.
* Bukareſt, 30. Juli. Der türkiſche Ge=
andte
überreichte in ſeiner geſtrigen Audienz dem
König die Antwort des Sultans auf die letzte Depeſche
König Carols. Der Sultan ſucht darin nachzuweiſen, daß
er Beſitz Adrianopels für den Schutz Konſtantinopels
und der Dardanellen notwendig ſei.
* Konſtantinopel, 31. Juli. Das Miniſterium
des Aeußern erklärt die Blättermeldung, daß die Türkei
an der Bukareſter Konferenz teilzunehmen wünſche, für
falſch. Enver Bey telegraphiert aus Adrianopel, er
werde ſich weigern, mit ſeinen Truppen wieder aus Adria=
nopel
abzuziehen, ſelbſt wenn dadurch das Kabinett ge=
ſtürzt
werden ſollte. Auch der Miniſter des Innern, Ta=
laat
, erklärte, die Türkei werde nicht aus Adrianopel
weichen.

Die Unruhen in China.

* Schanghai, 30. Juli. (Reuter.) Hier iſt fol=
gende
Depeſche der Handelskammer von Nanking einge=
troffen
: Kiukiangſing hat Nanking verlaſſen. Die
Unabhängigkeitserklärung iſt widerrufen worden. Die
Stadt iſt ruhig.
* Schanghai, 30. Juli. (Reuter.) Heute fand eine
allgemeine Ruhepauſe in den Angriffen ſtatt: Ein
Angriff auf Wuſung hat noch nicht ſtattgefunden.
* Hſutſchufu, 30. Juli. Nordchineſiſche
Truppen, die auf 1220000 Mann geſchätzt werden,
ſind hier eingetroffen und werden teils durch die
Bahn, teils auf dem großen Kanal nordwärts nach
Tſchingkiang befördert.
* Kiukiang, 30. Juli. (Reuter, via Hankau.) Die
Regierungstruppen trafen Vorbereitungen
für eine Schlacht in der Nähe von Sako. Alle regu=
lären
Truppen in Hankau werden mit großer Eile an die
Front befördert. Die Artillerie der Nordchineſen beläuft
ſich auf 40 Geſchütze.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Kiel, 31. Juli. Das neue Turbinen= Linien=
chiff
König Albert wurde heute früh mit Flag=
genparade
in Dienſt geſtellt.
* Neu=York, 31. Juli. Ueber die weſtlichen und die
Zentralſtaaten nach Oſten hin ging eine Hitzwelle. In
Chicago kamen 20 Todesfälle vor an Hitzſchlag, in
Cleveland 12, in Neu=York 4. Auch in anderen Städten
ſind mehrere Perſonen an Hitzſchlag geſtorben.
* Cincinnati, 31. Juli. Während eines Motorrad=
rennens
ſtieß einer der Mitfahrenden, namens Johnſon,
gegen den Träger einer elektriſchen Lampe. Der
Benzinbehälter ſeines Fahrzeuges explodierte. John=
ſon
und eine zweite Perſon verbrannten. Sechs Perſonen
wurden tödlich, elf ſchwer verletzt.
* Johannesburg, 30. Juli, 8 Uhr 30 Min. abends.
Der Sekretär des Eiſenbahnerverbandes erklärte heute, daß
die Eiſenbahner ſich von der revolutionären
Propaganda vollſtändig losſagen. Die Arbeiter
in den Bahnhöfen von Johannesburg hielten heute eine
nicht offizielle Abſtimmung ab, die eine große Mehrheit
gegen den Streik ergab. Die Behörden ſind überzeugt,
den Verkehr aufrecht erhalten zu können.

Berlin, 31. Juli. Nach Unterſchlagung von
10000 Mark ging heute vormittag der Hausdiener Menthey
flüchtig.
Madrid, 31. Juli. In Barcelona ſtreiken
augenblicklich 12000 Textilarbeiter. 15000 Soldaten und
1400 Mann Gendarmerie ſind aufgeboten.
Petersburg, 31. Juli. Als der ruſſiſche Konſul
Kusminski geſtern abend in Scharaſin in der Mon=
golei
in Begleitung zweier Koſaken einen Spaziergang
nachte, verſuchte ein mongoliſcher Soldat ihn hinterrücks
mit dem Bajonett niederzuſtechen. Es gelang aber
den Koſaken, den Stoß abzulenken, ſo daß der Konſul nur
leicht verletzt wurde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

CGARET

Mit. eidsnsn.


Dr. Kuhns Erome, Bional,
Schönheit: 2.00, 1. 0, Vional=Seife 80,
50, vorz. Franz Kuhn, Kronen=Parf., Nürn=
berg
. Hier: F. B. Grodhaus, Seifenfabr. am
weißen Turm, ſowie in Apoth., Drog. u. Parf. (V,5661

Einem Teil der Stadtauflage unſerer heutigen
Ausgabe liegt ein Proſpekt bei von der Firma
Carsch, Frankfurt a. M., Liebfrauenſtr. 810, betr. den
heute beginnenden großen Saiſonausverkauf genannter
Firma, worauf hiermit hingewieſen wird. (IV,16313,94

Dampfernachrichten.

Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem Ver=
treter
Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
Kronprinzeſſin Cecilie 29. Juli 6 Uhr morgens in
Neu=York angekommen. Kaiſer Wilhelm II. 29. Juli
11 Uhr vorm. in Bremerhaven angekommen. Breslau
26. Juli 8 Uhr vorm. in Baltimore angekommen.
Berlin 28. Juli 7 Uhr vorm. in Neu=York angekommen.
Elſaß 26. Juli in Sydney angekommen. Tübingen
27. Juli in Buenos Aires angekommen. Polarfahrt:
Großer Kurfürſt 28. Juli in Merok angekommen.

Statt beſonderer Anzeige.
Tieferſchüttert teilen wir hierdurch mit, daß
unſer lieber, treuſorgender Gatte und Vater
igg
I ribarien Willei Klschmann
Großh. Hess. Kammersänger und Regisseur a. D.,
Ritter hoher Orden,
nach kurzem, aber ſchwerem Kampf am 28. v. Mts.
ganz unerwartet infolge eines Herzſchlages ver=
ſchieden
iſt.
In tiefer Trauer:
Anna Riechmann, geb. Hohmann,
Adolf Riechmann, Dr. jur.
Berlin, Cöln,
(16334
z. Zt. Kolberg.
Die Einſegnung und Ueberführung von Kolberg
nach Berlin in das Krematorium fand am
Donnerstag, den 31. Juli 1913; die Feier im
Krematorium findet am 2. Auguſt 1913 ſtatt.

Todes=Anzeige.
Es hat dem Allmächtigen gefallen, meinen
lieben Mann, unſeren guten Vater, Großvater,
Schwiegervater, Schwager und Onkel (16335
Herrn Casimir Kaiser
Garde-Unteroffizier i. P.
nach kurzem, ſchwerem Leiden heute vormittag
9½ Uhr im 79. Lebensjahre zu ſich zu rufen.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eliſabeth Kaiſer, geb. Hildenbrand,
Familie Wilhelm Kaiſer.
Darmſtadt, den 31. Juli 1913.
Die Beerdigung findet Samstag, den 2. Auguſt,
nachm. 4 Uhr, vom ſtädt. Friedhof aus, ſtatt.

Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.

Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 1. Auguſt:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 2. Auguſt:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
9 Uhr.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religians=
geſellſchaft
.

Samstag, den 2. Auguſt:
Vorabend 7 Uhr 20 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 9 Uhr.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 3. Auguſt, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
NB. Montag, den 4. Auguſt:
Rausch Caudesch Aw.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Wetterlage, hat ſich ſeit geſtern nicht ſehr ge=
ändert
. Unter dem Einfluß des weit ausgebreiteten
Hochdruckgebietes haben wir heiteres, trockenes Wetter.
Die Depreſſion, die geſtern über Frankreich lag, ſcheint
ſüdoſtwärts abzuziehen, ohne unſere Witterung weſent=
lich
zu beeinfluſſen. Wir können deshalb mit Fortdauer
des ſchönen Sommerwetters rechnen,
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 1. Auguſt:
Meiſt heiter, trocken, warm, Gewitter.

Tageskalender.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. Bür=
gerkeller
um 8 Uhr. Brauerei=Ausſchank Fay.
Hotel Zur Krone zu Auerbach um 4½ Uhr.
Verſtergerungsfalender.
Samstag, 2. Auguſt.
Hafer ernte= Klee= und Holzverſteigerung
um 8 Uhr in Gemarkung Eberſtadt; Zuſammenkunft auf
dem Kühruhweg an der Einfriedigung (Kühruhſtirn).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich
in Darmſtadt. Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die Redaktion des Tagblatts zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind beizu=
fügen
; nachträgliche werden nicht berückſichtigt. Un=
verlangte
Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Amtliche Nachrichten des Groſh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Dachshund, 1 Boxer. 1 Foxterrier ( zu=
gelaufen
). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten
Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt. (16304

Bekanntmachung.
Freitag, 19. September 1913,
vormittags 9 Uhr,
ſollen die:
1. dem Schloſſermeiſter Friedrich
Rettig in Darmſtadt,
2. deſſen Ehefrau daſelbſt,
zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Fkur Nr. qm
VI 436 157 Hofreite Fran=
kenſteinſtraße

Nr. 42,
VI 436¾/10 27 Grasgarten
(Vorgarten)
daſelbſt,
VI 437 130 Grabgarten da=
daſelbſt
,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt
mannſtraße 1, zwangsweiſe verſtei=
(K53/13
gert werden.
Darmſtadt, 28. Juli 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
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Grosses Militär-Konzert
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Leitung: Obermuſikmeiſter M. Weber.
ImProgramm: Fledermaus, Der liebe Auguſtin, Wallen
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Wie wir vergeben unſern
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Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
10

4. Kapitel.
Anita verbrachte eine ſchlafloſe Nacht. Sie ſaß am
Bett des ſchwach fiebernden Kindes, das ſich unruhig hin
und her warf, und lauſchte auf ſein Atmen.
Es war ganz ſtill im Zimmer, nur die alte Standuhr
auf dem Konſol haſpelte mit ihrem unermüdlichen Ticktack
die Zeit herunter.
Genau ſo war es geweſen, als Anita faſt beſinnungs=
los
vor Angſt am Sterbebett des Gatten ſaß. Genau ſo
einförmig haſtig hatte die Uhr getickt, genau ſo unbarm=
herzig
waren ihre Zeiger vorgerückt bis zu dem Augen=
blick
, da ſich ein ſchwarzer, gähnender Abgrund vor dem
jungen Weibe auftat, bereit, es zu empfangen. Und Anita
wäre hinabgeſtürzt, wenn nicht zwei kleine, weiche Hände
ſich klammernd an ſie geheftet, wenn nicht die alten des
erprobten Freundes ſie geſtützt und getragen hätten, bis
ſie Schritt für Schritt den feſten Grund unter den Füßen
zurückgewonnen hatte.
Wieder hielt ſie eine Krankenwache, aber keine ſo qual=
voll
tranrige denn der kleine Patient, der mit ſeinen roten

Pausbäckchen wie das Urbild der Geſundheit in den wei=
ßen
Kiſſen lag, würde am anderen Morgen nach einem
tüchtigen Schlaf friſch und fröhlich wieder erwachen. Kein
Abgrund dehnte ſich vor ihr aus und doch, ſie konnte
das grauenvolle Bild jener Todesnacht nicht los werden
und nicht die quälende Angſt vor einem neuen, ſich ihr
nahenden Schrecknis bannen.
Ich bin gekommen, deinem Kinde um jeden Preis zu
rauben, was ihm gehört, hatte jener Mann geſagt, und
im nächſten Augenblick ebenſo rückhaltlos eingeſtanden,
daß er darauf ausgehe, die Liebe ſeines kleinen Neffen zu
gewinnen. Was bedeutete dieſer Widerſpruch? Was
konnte ihm die Liebe eines Kindes ſein, das ihn haſſen
lernen mußte, ſobald es ſelbſtändig zu denken vermochte?
Aber wenn man es nun daran hinderte, ſelbſtändig
denken zu lernen! Gott Gott! wohin geriet ſie!
Sah Eberhardt von Drewensberg aus, als ob einer ſol=
chen
Schändlichkeit fähig wäre? Wie konnte das Ebenbild
des verſtorbenen Gatten ſo lügen? Und doch, er log, er
mußte lügen, entweder ihr und dem Kinde oder ſeinen
Eltern gegenüber.
Onkel Eberhardt lieber Onkel, lallte Heini im
Traum. Da . . . da haſt du auch mein Schäfchen, ich
ſchenke es dir.
Anita ſchlang die Hände ineinander, daß ſie ſchmerz=
ten
. Seitdem ſie den Bruder ihres verſtorbenen Mannes

zum erſtenmal geſehen hatte, ging er neben ihr einher
wie ein Schatten. Er drängte ſich zwiſchen ſie und das
Kind; er blickte neben dem Gatten aus dem Rahmen des
Bildes auf ſie herab mit den teuren Augen des Verſtor=
benen
; er nahm alle ihre Gedanken in Beſchlag. Sie
ingſtigte ſich vor ihm und ſie haßte ihn zu gleicher Zeit.
Gewiß, es kommt nur daher, daß ich eiferſüchtig bin
auf Heinis Liebe, ſagte ſie ſich, und vielleicht ſehe ich zu
ſchwarz, vielleicht iſt es nur eine augenblickliche Laune
des Drewensberg, ſich für das Kind zu intereſſieren. Ich
muß vergeſſen, daß ich Heinis Mutter bin, wenn ich zu
einem unparteiiſchen Urteil kommen will.
Und ſie zwang ſich mit aller ihr zu Gebote ſtehenden
Energie zur Ruhe. Sie ſtrengte ſich über die Maßen an,
Klarheit in die verworrenen Empfindungen ihrer Seele
zu bringen. Und wie ſie ſo die Vorgänge des vorigen
Tages noch einmal überdachte, ſich jedes ſeiner Worte,
jeden Blick von ihm zurückrief, ſtieg langſam, aber unwider=
ſtehlich
ein Verdacht in ihr auf ein Verdacht, der ihr
das Blut ſtocken machte und den Atem raubte. Er war
von einem ſchroffen Gegner faſt zu einem Verbündeten
geworden, er hatte ihre Hand ſtürmiſch geküßt und ſie
ſelbſtvergeſſen mit Blicken angeſehen, vor denen ſie erſt
jetzt in der Erinnerung erſchrak.
Barmherziger Gott, ſollte er ihr die Schmach antun
wollen, ſich ihr dem Weibe zu nähern? Hatte ſie ſich

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umſonſt gedemütigt, ihm ihre Lebensgeſchichte zu er=
zählen
?
Oder und bei dem Gedanken überlief ſie ein ſiedend
heißer Zorn legte man ihr einen Fallſtrick, wollte man
ſuchen, ſie zu verführen, um nachher mit dem Beweis her=
vortreten
zu können: da ſeht ihr ja, welch Geiſtes Kind
ſie iſt, und daß ſie mit ihrer Sippe nicht hineingehört in
die ehrenwerte Familie der Drewensbergs. Das Kind
und die Mutter an ſich ziehen, betören durch Geſchenke und
gute Worte . . . und dann dem Elend überantworten .
Sie ſchauerte zuſammen, langſam rieſelte es kalt durch
ihre Glieder, das Herz tat ihr zum Brechen weh.
Mit einer wahren Angſt ſuchte ſie ſich an den Ge=
danken
zu klammern, daß ihr Mann den Bruder für einen
Ehrenmann erklärt hatte, auch noch nachdem er mit ihm
zerfallen war, und daß in ihrem eigenen Innern eine
Stimme zu Eberhardts Gunſten ſprach. Vergebens! Ein
ſo ſchneller, ſo gewaltiger Umſchwung nach Jahren der
Feindſchaft war nicht glaubhaft. Und jede freundlichere
Regung für Eberhardt von Drewensberg tauchte alsbald
wieder unter in dem Meer einer grenzenloſen Erbitterung.
Natürlich mußte der Drewensberg vorher ſcheinbar Frie=
den
mit ihr machen, wenn er ſich ihr auf irgend eine Art
verlangend nähern wollte.
Heini war erwacht. Er ſetzte ſich in ſeinem Bettchen
auf und ſtarrte die Mama ſchlaftrunken an.
Wo iſt Onkel Eberhardt mit der Leiter, Mutti?
Sie hätte aufſchluchzen mögen in zorniger Verzweif=
lung
. Du haſt geträumt, Heini, Dein Onkel war nicht hier.
Wir haben Nacht jetzt, Kind.
Doch, Mutti, Onkel war hier, beharrte der Kleine.
Duthatteſt die ſchönen blauen Trauben ganz oben auf dem

Den beſict und Outelhulſe mn de eier ſernter=
geholt
; und Väterchen Harto hat gezankt, Mutti, daß Du
immer ſo ſchrecklich bös mit Onkel Eberhardtchen biſt
ganz gewiß!
Schlaf Kind! ſagte Anita mit trockener Kehle. Morgen
kannſt Du mir mehr davon erzählen. Und Heini war bald
wieder in Schlummer geſunken.
Eine grenzenloſe Traurigkeit erfüllte Anita. Wie
leicht war es doch, ein Kind an ſich zu ziehen. Eine Wein=
traube
, eine Handvoll Süßigkeiten genügten, ſolch kleines
Herz zu feſſeln. Wenn man es dann für ſich allein beſitzen
wollte, brauchte man nur noch klug ſo oder ſo die Mutter
zu beſeitigen.
Oh, pfui pfui! Ihre Hände ſtreckten ſich unwillkür=
lich
abwehrend aus, ihren Augen brannten in dem tot=
blaſſen
Geſicht. Langſam, einem Zwange gehorchend, er=
hob
ſie ſich, ergriff das Licht und ſchritt in das anſtoßende
Zimmer zu dem Bilde ihres Mannes. Das Licht hoch er=
hoben
, daß ſein Schein voll auf ſein Geſicht fiel, ſtand ſie
da, während ihr Blick ſich andächtig in die Züge des Ver=
torbenen
verſenkte.
Alle Zurückſetzung, die ſie in ihrer kurzen Ehe von der
Familie ihres Mannes erfahren, aller Schmerz und Kum=
mer
, den der eigene Sohn um ſeiner Liebe willen von
Eltern und Bruder zu ertragen hatte, lebte wieder in ihr
auf. Konnte von jenen Leuten irgend etwas Gutes für
ſie kommen? Mußte ſie, die man um keinen Preis aner=
kennen
wollte, nicht auf alles, ſelbſt darauf gefaßt ſein,
daß die Füße Eberhardts von Drewensbergs ihre Frauen=
ehre
gewiſſenlos in den Staub traten?
Und Du haſt ihn ſo lieb gehabt, Heinz! Sie ſchrie es
faſt hinaus. Länger konnte ſie ſich nicht beherrſchen, an

allen Gliedern zitternd, kaum fähig, das Licht in Sicher=
heit
zu bringen, ſank ſie in die Knie. Ihre Hände klam=
merten
ſich um die Armlehne eines Seſſels, und auf=
ſchluchzend
barg ſie den Kopf in die Polſter.
Als Heini gegen Morgen in einen ruhigen geſunden
Schlaf fiel, warf ſich Anita noch für eine kurze Stunde der
Erholung, angekleidet wie ſie war, auf das Bett. Ihr
Geſicht ſprach von einer völligen Erſchöpfung, aber der
Ausdruck eines feſten Willens lag um den herb geſchloſſenen
Mund. Sie wußte jetzt, was ſie ſich und dem Kinde ſchul=
dig
war.
Heini erwachte am Morgen geſund und heiter wie
immer. Zwar ſah er noch ein wenig blaß und angegriffen
aus, ſeiner guten Laune aber tat das keinen Abbruch.
Kommt heute Onkel Eberhardtchen wieder? war ſeine
erſte Frage, nachdem er mit einem blinzelnnden Blick die
Morgenſonne begrüßt hatte.
Willſt du nicht erſt deiner Mutter Guten Morgen
ſagen, Heini? fragte Anita vorwurfsvoll.
Paarmal, Mutti! meinte der kleine Schelm, und er
hing ſich ſo ſtürmiſch liebkoſend an Anitas Hals, daß ſie
den Onkel darüber vergaß.
Nicht ſo Heini. Kaum hatte er der Mutter den ſchul=
digen
Tribut entrichtet, ſo begann er von neuem:
Kommt Onkel Eberhardt heute?
Anita erfaßte eine ſtille Wut. Sie kannte die Beharr=
lichkeit
ihres Söhnchens. Sie wußte, nun würde dieſer
ſchreckliche Onkel Eberhardt wieder den ganzen Tag des
Hauptgeſprächsthema des kleinen Quälgeiſtes bilden, und
der bloße Gedanke daran machte ſie zittern.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Kongreſſe und Verbandstage.

* Die Generalverſammlung des All=
gemeinen
Deutſchen Vereins für Haus=
beamtinnen
fand in dieſem Jahre in Frank=
furt
a. M. ſtatt. Es hatten ſich dazu Vorſtandsmitglie=
der
wie Vertreterinnen der Zweigvereine, Ortsgruppen
und Sprechſtellen des Vereins aus allen Teilen Deutſch=
lands
eingefunden. Der Verein umſchließt 6 Zweigver=
eine
und 11 Ortsgruppen mit 19 Geſchäftsſtellen und 22
Sprechſtellen in 40 Orten des Deutſchen Reiches und dar=
über
hinaus von Abbazia in Oeſterreich bis Memel in
Nordoſten, von Straßburg bis Leipzig, von Stuttgart
bis Berlin. Der Verein iſt vor faſt 20 Jahren von Damen
der beſten Kreiſe auf Veranlaſſung von Frau Mathilde
Weber=Tübingen und unter tatkräftiger Hilfe von Frau
Hauptmann Anna Schmidt=Leipzig zu Nutz und Frommen
der Hausbeamtinnen (häusliche Angeſtellte, die über dem
Dienſtperſonal ſtehen) gegründet worden. Heute umfaßt
der Verein rund 5500 Mitglieder, von denen eine ſtatt=
liche
Anzahl, beſonders auch derer, die in Frankfurt in
Stellung ſind, den öffentlichen Verhandlungen der Ge=
neralverſammlung
mit lebhaftem Verſtändnis folgten.
Die Verhandlungen brachten neben den üblichen allge=
meinen
Rechenſchaftsberichten Beſprechungen über Satz=
ungsänderungen
, die mit der beſonderen Arbeit des Ver=
eins
zuſammenhängen.
Beſondere Aufmerkſamkeit fand und iſt auch für wei=
tere
Kreiſe wichtig der Bericht der Zentrale der
Stellenvermittelung des Vereins, welche ſich
in Leipzig befindet, während der engere Vorſtand ſeit
zwei Jahren nach Kaſſel verlegt worden iſt. Die Zen=
trale
der Stellenvermittelung faßt die Tätigkeit aller Ge=
ſchäftsſtellen
zuſammen, verbindet ſie miteinander, und
der Bericht beſprach zunächſt die Notwendigkeit und den
Wert der Stellenvermittelung für die weitere Tätigkeit
des Vereins: Nur durch die Stellenvermittelung kann
man überhaupt Fühlung mit den Hausbeamtinnen ge=
winnen
das Haus, das ſie ſchützt, ſchließt ſie gleich=
zeitig
von der Welt, von ihren Berufsgenoſſinnen ab.
Außerdem hängt nicht nur das Wohl der Hausbeamtin=
nen
, ſondern vielleicht mehr noch das Wohl des Hauſes
davon ab, daß die rechte Perſönlichkeit an die rechte Stelle
kommt. Deshalb kann die Stellenvermittelung nur von
gebildeten Damen geleitet werden, welche zu erkennen
vermögen, wie viel Glück, aber auch wie viel Unheil
durch die rechte, gewiſſenhafte, oder durch die gedanken=
loſe
Stellenbeſetzung hervorgerufen werden kann. Da=
mit
gehört auch die Stellenvermittelung des Vereins in
den Bereich ſozialer Fürſorge wie ſeine ganze übrige
Tätigkeit. Es wurden dann ſehr ausführliche Zahlen=
angaben
über die Vermittelung gemacht, die zum Teil
ſehr lehrreich waren. Die Zahl der Vermittelungen iſt
von Jahr zu Jahr geſtiegen und betrug in der letzten Ge=
ſchäftszeit
3122. Der Hauptprozentſatz an der Vermittel=
ung
umfaßte die Kindergärtnerinnen und Kinderfräulein,
dann folgten die Stützen, Wirtſchaftsfräulein, Hausdamen
und Geſellſchafterinnen, die geprüften und ungeprüften
Erzieherinnen, Sekretärinnen, Kammerjungfern, eine
Meierin, Lehrſtützen. Dem Alter nach waren dieſe Be=
werberinnen
unter 17 und zwiſchen 17 und 62 Jahren;
2 ſogar noch über 62. Die meiſten waren zwiſchen 20 und
30, aber auch die Jahre zwiſchen 30 und 40 ſind noch ein
ſehr gutes Alter für die Hausbeamtin. Später tut ſie
gut, nicht mehr zu oft zu wechſeln, ſich ſelbſtändig zu

machen oder an eine Rente zu denken. Die der Haus=
beamtin
gebotenen Gehälter ſind zum Teil ſehr gut ( Höchſt=
gehalt
200 Mark monatlich bei freier Lebenshaltung, ſagt
der Bericht), auch bei niedrigem Anfangsgehalt, doch
völlig freie Lebenshaltung, ſelbſt Lehrſtützen ohne
irgendwelche ſchulgemäße Vorbildung erhalten wenig=
ſtens
noch kleines Taſchengeld. Wo bekommt ein jun
ges Mädchen in anderen Berufen und ſelbſt bei ſchul=
gemäßer
Vorbildung in einer erſten Stelle gleich ſo viel
Gehalt, daß er den Koſten freier Lebenshaltung gleich=
käme
, und meiſt einer Lebenshaltung, wie ſie ſich eine An=
geſtellte
in manchen anderen außerhäuslichen Berufen nach
jahrelanger Tätigkeit nicht gönnen kann! Man kann alſo
die häuslichen Frauenberufe immer noch als
recht einträgliche bezeichnen und die Frauen gleichzeitig
nicht warm genug auf dieſe ihre eigenſten Berufe, aus
denen ſie niemand vertreiben wird, hinweiſen. Der Ver=
ein
darf ſatzungsgemäß Stellen nur an Mitglieder ver=
mitteln
. Aber Hunderttauſende von Hausbeamtinnen
gibt es noch im Reich, die dem Verein nicht angeſchloſſen
ſind. Und 700 Stellen konnten im letzten Jahre aus
Mangel an geeigneten Bewerberinnen nicht beſetzt
werden!
Intereſſante Vorträge hoben die Generalverſamm=
lung
der Hausbeamtinnen auch auf einen höheren Stand=
punkt
als den, von dem aus man Generalverſammlungen
von Berufsorganiſationen im allgemeinen betrachtet. Die
drei Vorträge, welche teils gleich nach der Generalver=
ſammlung
, teils am Nachmittag ebenfalls öffentlich und
unentgeltlich gehalten wurden, betrafen Hauswirt=
ſchaftliche
Muſterſchulen. Der Verein plant
ine Ausbildungsanſtalt für Hausbeamtinnen im Anſchluß
an das Heim des Zweigvereins Frankfurt, über welche
Fräulein Albrecht=Berlin ſprach. Herr Profeſſor Dr.
Theobald Ziegler=Frankfurt a. M. bot einen ethiſch wie
iterariſch gleich wertvollen Vortrag über Fremd und
Zuhauſe welcher mit Zugrundelegung Schillerſcher
Ausſprüche das Verhältnis von Hausbeamtin und Herr=
ſchaft
in ebenſo anregender wie lehrreicher, aber keines=
wegs
lehrhafter Weiſe behandelte. Frau Dr. Altmann=
Gottheiner=Mannheim ſprach über Die Frau als
Konſumentin, die Pflichten auch der Hausbeamtin
nach dieſer Richtung hin berührend. Das Vereinsblatt
Die Hausbeamtin bringt in ſeiner Auguſtnummer ſämt=
liche
Berichte im Wortlaut; in einer der folgenden Num=
mern
auch den Vortrag von Profeſſor Ziegler.

Sport, Spiel und Turnen.

* Der Sportklub 1908 Griesheim hält aus Anlaß
ſeines fünfjährigen Beſtehens am 10. Auguſt ein Pokal=
Wettſpiel, verbunden mit olympiſchen Spielen, ab.
Die letzteren beſtehen in 100= 200= 500=Meter=Lauf und
2000=Meter=Dauerlauf. Die Fußball=Sechſerkämpfe ſind
in A=. B= und C=Klaſſen eingeteilt. Nach Erledigung die=
ſer
Kämpfe findet ein Ehrenpreisſpielen ſtatt. Dem Ver=
ein
ſtehen ſehr wertvolle Pokale, Kunſtgegenſtände und
Diplome zur Verfügung. Es dürften bei zahlreicher Be=
teiligung
intereſſante Treffen ſtattſinden. Einheimiſche
Vereine ſind von den Fußball=Sechſerkämpfen ausge=
ſchloſſen
. Das Herbeiziehen fremder Spieler iſt unterſagt.
Anmeldungen ſind tunlichſt an den Sportklub 1908 in
Griesheim bei Darmſtadt zu richten, der auch jede Aus=
kunft
bereitwilligſt erteilt.

Landwirtſchaftliches.

n Schaupflügen mit Motorpflügen für
Landwirte. Die Fortſchritte, welche auf dem Gebiete
der Landwirtſchaft in dem letzten Jahrzehnt zu verzeichnen
ſind, wurden weſentlich unterſtützt durch die ausgedehntere
Verwendung landwirtſchaftlicher Maſchinen
und Geräte, welche heute ſchon in vielen Fällen eine
hohe Vervollkommnung erfahren haben. In der neueſten
Zeit iſt man auf dem Gebiete des Motorpflug=
weſens
beſtrebt, diejenigen Fortſchritte zu erzielen, die
die Einführung des Motorpfluges in der breiteren Land=

wirtſchaft ermöglicht. Der heutige landwirtſchaftliche Be=
trieb
ſtellt zu einigen Zeiten des Jahres außerordentliche
Anſprüche an die menſchlichen wie tieriſchen Arbeitskräfte.
Ein geeigneter Motorpflug iſt daher tatſächlich ein Bedürf=
nis
geworden. Um den Landwirten und Intereſſenten
Gelegenheit zu geben, die neueſte Konſtruktion eines in
der Praxis ſchon vielfach in Tätigkeit befindlichen Motor=
pfluges
während der Arbeit kennen zu lernen, veranſtaltet
die Landwirtſchaftskammer für das Großherzogtum Heſſen
ein Schaupflügen, bei welchem ein Motorpflug der
Stock Motorpflug=Geſellſchaft m. b. H.=Berlin zur Vor=
führung
gelangt. Das Schaupflügen erfolgt auf dem
Hofgute Habitzheim, Station Lengfeld i. Odw.,
am 5. und 6. Auguſt, jeweils in der Zeit von 124 Uhr
nachmittags. Alle Landwirte ſeien auf dieſe Veranſtaltung
rufmerkſam gemacht.
Darmſtadt, 31. Juli. Schlachtviehmarkt.
Schweinemarkt am 30. Juli. Auftrieb durch Händler
121 Stück. Preiſe für 50 Kilogramm Schlachtgewicht:
erſte Qualität ausgeſuchte Ware 84 Mk., zweite Qualität
83 Mk., dritte Qualität 82 Mk. Marktverlauf: mäßig;
Ueberſtand. 31. Juli. Auftrieb durch Händler: 141
Stück. Preiſe für 50 Kilogramm Schlachtgewicht: erſte
Qualität ausgeſuchte Ware 84 Mk., zweite Qualität
83 Mk., dritte Qualität 82 Mk. Marktverlauf: ruhig;
leberſtand. Kälbermarkt. Auftrieb durch Händler
133 Stück. Preiſe für 50 Kilogramm Lebendgewicht: je
nach Qualität 4962 Mk. Marktverlauf: rege.

FABRIK-
ANSichT

SaieinKlekuhtt
(Gold-
Saten Geid mundstück)
Cigareffen
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Grienlaldähcku Cigoreffen Jubrik
(Jenidzeresden, Inh. Jlgo Jietz.
KoflieferantS Md. Jönigsneachsen.
Wkasffer.

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ſind MAGals altbewährte Suppenartikel:
MAdels Würze Probefläſchchen 10 Pfg.
MAdals Bouillon=Würfel 5 Stück 20 Pfg.
MAgals Suppen zu 10 Pfg. für 23 Teller,
eſonders wertvoll.
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Wendelſtadtſtr. 8, 1. Stock.

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Speiseteller mit blauem Rand . . 9
Speiseteller mit buntem Rand . . 12
Geleekumpen .
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Tonnen, bemalt . . . . . . . 16
Essig- und Olkrüge . . . . Stück 22
Salz- und Mehlfässer . . . . Stück 75
Butterdosen, Majolika . . . . . 75
Schüsseln, tief
. . 25
Waschkannen . .
. 95

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Waschgarnituren
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Ess-Servicen
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Speiseteller, tief oder flach, 12 Stück
Milchkannen, ff. bemalt . 6 Stück
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Teekanne, bemalt . .
Teetassen m. Untertassen, dünn, 6 St
Kaffeeservice, 9teilig .
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Kuchenteller, ff. bemalt . . . . .
Salz- und Pfeffermenage . . . .
Kaffeekannen, indisch blau, groß .

95
95
25
95
88
25
3
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Posten Hotel-Porzellan

Ein
Speiseteller mit grünem Rand .
Dessertteller
Kompotteller mit grünem Rand

20
18
15

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Gießkannen, Speiseglocken,
Fliegenschränke, Fruchtpressen,
Eismaschinen, Eisschränke

Kaban

Glaswaren

Weingläser mit Knopf
Butterdose, hübsches Muster
Zuckerschalen auf Fuß . .
Biergläser . .
,
Zitronenpressen . . . .
Salz- und Pfefferstreuer .
Likörservice mit Tablett . .
Bierbecher, geschliffen . . .
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Bierservice, 7teilig .

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Deckel verschiedene Größen . . . 23
Milchkocher 70 Kasserolen 85
.90
Essenträger . .
. . . . 85
Pfannen mit Stiel .
Kaffee- und Zuckerbüchsen . Stück 95
. 95
Schüsseln mit Deckel .
. 98
Salatseiher . . . .

Ein Posten Wandahren 88

Emaille

Toiletteeimer mit Bügel . . . . . 1.75
Löffelblech, extragroß . . . . 1.25, 98
Wasserkrüge, gebaucht . . . . . 1.15
Tassen, groß .
. . . .25
Wannen, oval
. . . 98
Leuchter . . . . . . . . . . 25
Schaffnerkrüge . . . . . . . . 95
. . . 98
Bundformen . .
. . . 78
Zwiebelbehälter
3 Stück 95
Schüsseln, rund

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Unser bekannter großer
Saisotz
Ausverkauf
beginnt Freitag, 1. August, 8 Uhr
Die großen Erfolge, die wir bisher mit unseren Inventur=Ausverkäufen hatten, schreiben
wir der Tatsache zu, daß wir unseren Kunden ganz außergewöhnliche Vorteile geboten
haben und daß wir diese Veranstaltungen großzügig und streng reell durch=
führten
. Auch jetzt räumen wir unsere Läger wiederum zu derart billigen Preisen, daß
eine unter so günstigen Bedingungen gemachte Anschaffung eine Lanz enorme
Ersparnis bedeutet. 7 Die zum Verkauf gelangenden Serien enthalten fast ausschließlich
elegante moderne Formen und Muster, sowie hervorragend dauerhafte strapazier=
fähige
Qualitäten. Sämtliche Kleidungsstücke tragen ihre Original=Preiszettel. Die Aus=
verkaufs
=Seriennummern bezw. Preise sind auf der Rückseite derselben deutlich vermerkt.
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Zzitte wenden!

[ ][  ][ ]

Wir stellen folgende Posten zum Verl

5 Posten
Touristen-Sport- und Loden-Anzüge
Große Posten: ausschließlich moderne Farben und Formen, vorzügliche
zweckentsprechende Qualitäten in bedeckten und helleren Mustern mit
Ansatzhosen, Breeches oder langen Hosen, teils original englische Fabrikate.

Posten I seitherige Preise M 22 bis 27,
M 28 bis 35,
II
M 36 bis 45,
III
M 48 bis 56,
M 58 bis 70,

jetzt durchweg M 18.
M 23.
M 29.
M 38.
M 49.

3 Posten Wetter-Mäntel

garantiert wasserdichte vorzügliche Strichloden. Qualitäten in grauen
und grünlichen Sportfarben. Ulster- und Raglanformen.
Posten I seitherige Preise M 16 u. 18, jetzt durchweg M 13.
II
M 22 bis 27,
M 19.
M 28 bis 35,
III
M 24.

2 Posten Herren-Peleiinen
aus garantiert wasserdichten vorzüglichen Strichloden in dunkel- und
mittelgrauen Farben.
Posten I seitheriger Preis M 11, jetzt
M 8.25
II
14,
M 10.25

4 Posten
Gummi- u. wasserdichte Stoff-Mäntel
Hierunter befinden sich vortreffliche original englische Fabrikate in
Ulster- und Raglanformen, sowie ganz leichte Raglans aus Seiden-
Gummi-Stoff in mode, rostbraunen, wassergrünen, grauen Farben und
Cover-Coats.
Posten I seitherige Preise M 20 bis 23, jetzt durchweg M 16.
M 25 bis 28,
II
M 20.
M 30 bis 36,
III
M 25.
M 40 bis 48,
IV
M 32.

5 Posten farbige
Westen aus Wasch- und Wollstoffen
Diese Sortimente enthalten prachtvolle Muster und Qualitäten u. a. auch
hochelegante Tuchwesten in den modernsten Farben.
Posten I seitherige Preise bis M 4.,
jetzt durchweg M 2.50
II
M 6.,
N 4.
M 8.
III
M 5.50
M 11.,
N 7.50
M 15.,
N 9.50
ferner 1 Posten à M 1.75

7 Posten Herren-Hosen
Strapazierbare Arbeits-Buxkin- und elegante, gestreifte, meist reinn
Kammgarn-Qualitäten für Rock-Anzüge, Gehrock-Anzüge und Ma
Saccos und Westen,
Serie I seitherige Preise M3. bis 4..
jetzt durchweg M
M 4.50 bis 5.50,
II
I
M6. bis 8.
M
III
M8.50 bis 11.-,
IV
M12.- bis 15.-,
V
M16.- bis 21.-,
VI
M22.- bis 26.-,
VII.
M

Ca. 3000 Sacco-Anzü
leichte und halbschwere Qualitäten
Der grösste Teil unserer enormen Lager-Bestände in hellen, be
und ganz dunklen Farben, Cheviot-, weiche Melton- und Kan
Artikel in durchaus moderner, teils englischer Musterung. Grö.
strapazierbare vorzügliche Stoffe zum Durchtragen, aber au
leichte Kammgarn-Zwirn-Stoffe.
Ferner Marengo-Saccos und Westen
und dunkelblaue Anzüge
prachtvolle halbschwere Qualitäten aus Ia. reinwollener Melton-,
und Iwill-Ware
Sämtliche Anzüge sind in ein- oder zweireihi;
eleganter, hochmoderner Form
Einteilung der Posten:
Posten I seitherige Preise M 22 bis 28, jetzt durchweg M
M.
30 bis 36,
M
38 bis 45,
48 bis 58,
M.
60 bis 70,
M
72 bis 88,
VI
, M
Die Serien V und VI ersetzen feine und allerfeinste Maßarb

1 Posten Sporf-Hosen
aus Loden, Manschester und Sport-Cheviot-Qualitäten, Ansa
Breeches und lange Forngen
seitherige Preise M 6.50 bis 8.50,
jetzt durchweg M

4 Posten Tennis- und Strand-Hose
Unser gesamter Vorrat. Die Posten IIh bis IV enthalten ausscl
reinwollene, weisse und hellgestreifte Flanell-Qualität.
Posten I seitherige Preise M 5.50 u. 6.
jetzt durchweg M
II
M 8.50bis10.-,
M
III
M11.-bis 14.-
IV
, M 15.- bis 20.

[ ][  ][ ]

a) Aus der Herren-Abteilung

osten schwarze u. farb. Lüster-Saccos
er gesamter Vorrat in schwarzen, stahlblauen und farbigen Qualitäten.
Saccos der Serie V sind erstklassig in Qualität und Verarbeitung und
ersetzen feine und feinste Maßarbeit.
ten I seitherige Preise bis M 5.50, jetzt durchweg M 3.75
M 8.,
N 5.50
N 7.75
M11.,
M 10.50
M 15.,
M 19.
M 13.00
M 26.,
M 16.75
ferner 1 Posten à M 2.50

ühjahrs- und Herbst Ulster,
Paletots und Cover-Coats
für die Reise, den Sport und die Strasse vorzügliche
Cheviot- und Homespun-Qualitäten (teils original englische
Fabrikate) in modernen, feschen 1 und 2 reihigen
Formen (weit gehalten).
r-Coats modefarbige, rehbraune und grünlich melierte Muster, teils
unverwüstliche Qualitäten in normaler Paletot-Form
oder hocheleganter kurzer schicker Sport-Form, teils
mit Seidenfütterung.
größtenteils hervorragende mittel- und dunkelgrau melierte
ots
Marengo Melton-Qualitäten teils mit Seide gefüttert.
n I seitherige Preise M 22 bis 30, jetzt durchweg M 19.
M 32 bis 38,
M 25.
M40 bis 48,
III
N32.
M 50 bis 58,
M 40.
M 60 bis 68,
M 48.
M 70 bis 85,
M 59.
Die Serien V und VI ersetzen feine und allefeinste Maßarbeit.

osten Flanell-Anzüge
hellgrau, blau-weiß gestreift und weiß, 1- und 2-reihige Formen.
n I seitherige Preise M 38,
jetzt durchweg M 27.
M 40 bis 50,
M 33.
M 52 bis 60,
M42.
ferner 1 Posten à M 9.75

osten beigefarbene Waschsaccos
rite Preise bis 1 6,
jetzt durchweg M 4.25
M 8,
M 5.75

1 Posten beigefarbene und gestreifte Wasch-Anzüge
jetzt durchweg M13.75
seitherige Preise M 17, 18, und 19,

1 Posten beigefarbene und gestreifte Wasch-Anzüge
jetzt durchweg M 24.
seitherige Preise M 32 und 33,

1 Posten Saccos aus echter Rohseide
jetzt durchweg M 12.50
seitherige Preise bis M 18,
1 Posten Saccos aus Ia echter Rohseide
jetzt durchweg M 18.
seitherige Preise bis M 22,

1 Posten Saccos aus echter Rohseide
extra feine Qualitäten
jetzt durchweg M 21.
seitherige Preise bis M 32,
1 Posten hocheleg. Anzüge aus Rohseide
jetzt durchweg M 42.
seitherige Preise bis M 60,
1 Posten hocheleganter Wasch-Anzüge
in feinster Werkstatt-Verarbeitung. Ganz feine Robseide-Imitation
jetzt durchweg M 38.
seitherige Preise M 43 und 54,
1 Posten Wasch-Joppen starke strapazierbare Qualitäten
jetzt durchweg M 1.90
seitherige Preise bis M 3.75
1 Posten Sport-Wasch-Joppen
jetzt durchweg M 3.25
seitherige Preise bis M 10,
3 Posten Auto-Staubmäntel
in bequemen weiten Formen
Posten I seitherige Preise M 12 und 14
jetzt durchweg 8.75
18
II
13.
24 und 28
III
19.50
1 Posten Sommer Chauffeur-Anzüge
vorzüglich waschbare Cord-Qualitäten in vielen Farben, wie dunkelbraun,
hellbraun, beige, grau etc.
jetzt durchweg M 20.
seitherige Preise M 25,
1 Posten Sacco Livré-Anzüge
aus blauen und grauen Tuch=Qualitäten, farbig paspoiliert
jetzt durchweg M 25.
seitherige Preise M 45 und 48,

1 Posten Herren- und Knaben-Sport-Mützen
M0.75

2 Posten Herren-Filz-Hüte moderne weiche Form M 2.25

[ ][  ]

b) Aus der Knaben- und Jünglingsabteilung

e Posten Sacco-Anzüge für junge Herren
im Alter von 14 bis 17 Jahren
ein- und zweireihige moderne Formen, prachtvolle, teils englisch gemusterte
Dessins und Farben. Vorzügliche strapazierbare Stoffe zum Durch-
tragen
. Auch dunkle Kammgarn- und Cheviot-Qualitäten.
Posten I seitherige Preise M 16 bis 20, jetzt durchweg M 12.7
M 18.
M 22 bis 27,
II
M 23.
M 28 bis 33,
III
M 28.
M 33 bis 42.
IV
M33.
M 38 bis 48,
V
M 39.
M 45 bis 58,
VI

3 Posten Norfolk- und Sport-Anzüge
für junge Herren im Alter von 14 bis 17 Jahren
Moderne fesche ein- und zweireihige glatte und Faltenformen mit glatten
Kniehosen, Ansatz-Hosen oder Breeches aus engl. gemusterten. aparten
Cheviot- und Homespun-Qualitäten.
Posten I seitherige Preise M 22 bis 27, jetzt durchweg M 17.50
M23.
II
M 27 bis 33,
M 28.
III
M34 bis 42,

Größe 3 bis 8
1 Posten Norfolk-Schul-Anzüge
jetzt durchweg M 6.75
Ferner 6 Posten
Knaben-Norfolk- und Sport-Anzüge
in prachtvollen modernen Mustern und Farben und in äusserst kleidsamen
Formen
a) für das Alter von 5 bis 8 Jahren:
Posten I seitherige Preise M 13 bis 17, jetzt durchweg M 10.
M 17 bis 21,
II
M 13.75
III
M 21 bis 26, M 16.50
b) für das Alter von 9 bis 13 Jahren:
IV seitherige Preise M 16 bis 20, jetzt durchweg M 12.25
M21 bis 27,
M 17.
M 27 bis 35,
VI
M 21.50

4 große Posten Knaben-Wollstoff-Anzüge
in den modernsten Jacken- und Blusenformen aus blauen Kammgarn- und
Phantasiestoffen bis zu den allerfeinsten Qualitäten darunter auch ent-
zückende
Baby-Anzüge
Posten I seitherige Preise M 11 bis 14, jetzt durchweg M 8.7
II
M 14 bis 19,
M 11.75
III
M 20 bis 26
M 15.50
IV
M 27 bis 32,
M 19.50

Ferner 1 Posten zweireihige moderne
Knaben-Sacco-Anzüge
in den neuesten Mustern und Farben mit kurzen und langen Hosen für
das Alter von 9 bis 13 Jahren
jetzt durchweg M 11.50

2 Posten engl. gem. Prinz Heinrich-Anzüge mit Ueber
kragen für das Alter von 5 bis 7 Jahren, ganz enorm billiges Angebo
durchweg M 8.50 und 6.74

1 Posten dunkelblaue Prinz Heinrich-Anzüge mit Ueber
kragen aus reinwollen Kammgarn, ganz gefüttert für das Alter von
bis 7 Jahren, aussergewöhnliches Angebot.
Gr. 00 M 5.50 (jede weitere Größe 50 Pfg. mehr)

2 Posten Frühjahrs- und Herbst-Ulster
Zum Durchtragen für das Alter von 14 bis 17 Jahren ganz vorzüglic
englisch gemusterte Flausch-Cheviot und Homespun-Qualitäten.
Posten I seitherige Preise M 25 bis 30 jetzt durchweg M 19.5
II
M 32 42
M 26.50

2 Posten Knaben Pyjacks und Ulster vorzügliche halt
schwere Qualitäten apart gemusterte Cheviot- und Homespun-Stoff
M 9.7.
Für 2 bis 7 Jahre seither, Pr. M 12 bis 16,
8 13
M14.7.
M 18bis 27,
2 Posten Knaben-, Schüler- u. Jüngl.-Pelerinen
in folgenden Längen 55 bis 75 cm. 80 bis 100 cm. 105 bis 120 cr
1.25
5.15
M4.25
Posten I
8.75
6.75
M 4.90
II
aus garantiert wasserdichten vorzüglichen Strich-Loden, mit langen Durcl
griffen, abknöpfbarer Kapuze und Trag-Riemen.

5 Posten Knaben-Hosen starke strapazierbare Buxkin-Qualitäte

Größe 1 bis 6 mit Leibchen
M0.90
Posten I
M 1.35
II
M1.75
III

Größe 7 bis 12 für Hosenträg.
1.90
2.65
3.15

dunkelblaue, reinwollene, ganz gefütterte Kammgarn-Qualitäten

N2.75
Posten IV
N3.75

3.15
4.90

1 Posten reinwollener Flanell-Blusen
für das Alter von 2 bis 9 Jahren
jetz durchweg M 3.5
regulärer Preis bis zu M 7.50,
Große Posten Wasch-Blusen und Wasch-Anzüg
Größe
M0.75, 1., 1.35, 1.65, 2.10, 2.6
0 bis 6
Blusen
7 10 N 1.10, 1.50, 1.75, 2.25, 2.75,3.2
3.
Kieler Blusen 0 6 M 1.75, 2.75,
4.7
9 10 N 2.25, 3.45,
Kieler Anzüge
4.7
4.
1 4 M 3.
5 10 M 3.75, 4.75,
6.-
Prinz Heinrich
3.75, 5.50, 8.-
1 4 M
9.5
Anzüge
5 8 M 4.60, 6.80,

2 Posten hochelegante Baby-Anzüge
M 5.50 und 7.50

M 1.7
1 Posten entzückende Spiel-Anzüge
2 Posten
hocheleg. Sport-Hemden u. Sport-Bluser
Größen 2 bis 6
M 2.25. Größen 7 bis 17
M3.-
Diese Posten enthalten durchweg vorzügliche Qualitäten in Drell, Satin ur
Fantasie-Wasch-Stoffen in gestreiften, beigefarbenen und grauen Muster
deren regulärer Wert enorm viel höher ist und für deren Wasch-Ech
heit bei richtiger Behandlung wir unbedingt aufkommen.

ENGLERT&ScHIOSSER