Abonnementspreis
Inſerake
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
der Reichstag beendete geſtern die
General=
debatte über die Wehrvorlage, worauf die
Vorlage der Budgetkommiſſion überwieſen wurde.
So=
dann wurde die Generaldiskuſſion über die
Deckungsvorlage mit einer Rede des
Stats=
ſekretärs Kühn begonnen.
Prinz Heinrich von Preußen iſt am Montag
abend von Kiel nach England abgereiſt.
Das Herzoaspaar von Cumberland iſt geſtern
mittag in Frankfurt a. M. eingetroffen und reiſt
heute vormitag nach Homburg.
Die letzten Nachrichten über das Befinden des
Papſtes lauten beunruhigend.
In einer außerordentlichen Tagung des Kongreſſes
der Vereinigten Staaten verlas Präſident
Wilſon eine Botſchaft.
In Peking wurde am Dienstag das erſtechineſiſche
Parlament eröffnet.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8.
Die internationale Hotel=
Hochſchule.
*⁎* Die im vorigen Jahre von der
Hauptverſamm=
lung des internationalen Hotelbeſitzervereins beſchloſſene
Gründung einer internationalen Hotelhochſchule, durch
welche dem Bedürfnis der praktiſchen und theoretiſchen
Ausbildung der Angeſtellten des Hotelweſens abgeholfen
werden ſoll, geht nunmehr ihrer Verwirklichung entgegen,
nachdem zwiſchen dem Bildungsausſchuß des genannten
Vereins und der Stadt Düſſeldorf eine Verſtändigung
darüber erfolgt iſt, daß dieſe Stadt Sitz der Schule werden
ſoll und dafür erhebliche Auſwendungen zu machen ſich
verpflichtet hat. So wird ſie die Errichtung eines
Schul=
gebäudes übernehmen und auch einen Teil der Koſten des
geſamten Schulbetriebes tragen, vorläufig aber zur
pro=
viſoriſchen Unterbringung der Schule die erforderlichen
Räume zur Verfügung ſtellen.
Welchen Namen die Anſtalt führen ſoll, darüber wird
erſt die Entſcheidung fallen; die Bezeichnung unterliegt
der Genehmigung der Staatsbehörde. Die Schule ſtellt
einen ganz neuen Typus einer Fachſchule dar, ſie iſt nicht
zu verwechſeln mit den ſchon beſtehenden Hotelfachſchulen
und ſonſtigen Unterrichtsanſtalten für das Hotelgewerbe,
und ſie ſoll den Charakter einer Hochſchule erhalten. Als
Lehrfächer ſind außer dem eigentlichen Hotelweſen
vor=
geſehen: Volkswirtſchaft, Nahrungs= und
Genußmittel=
lunde, Hotel= und Fremdenrecht, Hotelbauten, fremde
Sprachen. Die Ausbildungszeit dauert vier Semeſter,
wo=
für von den Schülern ein Schulgeld von 300 Mark
er=
hoben wird. Zunächſt rechnet man mit einem Beſuche von
50 Schülern, doch dürfte ſich dieſe Zahl ſpäter erheblich
fteigern.
Solche Unternehmungen, wie das hier beſchloſſene,
liegen ganz im Zeichen unſerer Zeit, welche trotz der
Vor=
herrſchaft des Materialismus auf den meiſten Gebieten
ſich doch nicht aller ideellen Regungen entäußert hat, ihm
vielmehr zielbewußt eine der geiſtigen Vertiefung und
Charakterbildung zugewandte Strömung entgegenſetzt.
Alle dieſe Schöpfungen dienen dazu, das Erwerbsleben
zut den höchſten Stufen techniſcher Vervollkommnung
em=
porzuheben und dem einzelnen Gliede zugleich durch
Er=
weiterung ſeines geiſtigen Blickes die Möglichkeit
ſelbſtän=
dägen Schaffens nach verbeſſerten Grundſätzen und
Metho=
den zu gewähren. Es kann nicht fehlen, daß aus der
Düſſeldorfer Anſtalt einmal die Elite der Angehörigen des
Hotelierberufes hervorgehen wird.
die Aufnahme der Kanzlerrede
in Frankreich.
— Der Pariſer Temps zieht folgende Lehre aus der
Rede des Reichskanzlers: Der Reichskanzler hat eine Rede
lgehalten, die wir nicht genug loben können, denn ſie
ent=
hält zahlreiche Lehren für Frankreich, und
Frank=
freich wird ſich dieſelben zunutze machen. Die Rede
be=
lleuchtet wunderbar, was wir bereits wußten; man wird
jetzt beſſer begreifen, was Miniſterpräſident Barthou zur
Verteidigung der dreijährigen Dienſtzeit geſagt hat. Der
Reichstag hat eine Rede gehört, welche zwei Fliegen mit
eintem Schlage trifft, denn ſie wird die Annahme zweier
Militärvorlagen herbeiführen — der deutſchen und
der franzöſiſchen.
Verſchiedene Boulevardblätter werden nicht müde, ſich
an Deutſchland zu reiben und uns als Friedensſtörer
hin=
zuſtellen. Im übrigen aber läßt ſich nicht verkennen, daß
auch durch die Regierungskreiſe jetzt ein mehr oder
minder antideutſcher Zug geht, wenn vielleicht dies auch
mit Rückſicht auf die dortige Militärvorlage bis zu einem
gewiſſen Grade zu verſtehen iſt. So iſt wohl auch die Rede
zu verſtehen, welche der Kriegsminiſter Etienne beim
Bankett der Reſerveoffiziere in Rouen gehalten hat. Er
führte die franzöſiſche Militärvorlage auf die Rüſtungen
des Dreibundes zurück und bemerkte, daß man unter
die=
ſen Umſtänden nicht untätig bleiben könnte. Der
fran=
zöſiſche Truppenbeſtand ſei zurzeit ungenügend, und um
Wandel zu ſchaffen, habe die Regierung die dreijährige
Dienſtzeit vorgeſchlagen, deshalb nenne man die
Fran=
zoſen Chauviniſten. Dieſer gegen Herrn v. Bethmann
Hollweg geführte Hieb muß wirkungslos abprallen, denn
mit dem Chauvinismus hat der Reichskanzler ganz andere
Kreiſe gemeint als die, denen Herr Etienne nahe ſteht.
Der Miniſter ſchloß mit den Worten: Frankreich wolle eine
ſtarke Armee nicht allein zur Verteidigung, ſondern auch,
um im Kriegsfalle ſiegen zu können. Dieſe Rede deutet
immerhin auf eine etwas gereizte Stimmung auch bei den
maßgebenden Kreiſen des weſtlichen Nachbarreiches, und
ſie zeigt, daß es wirklich not tut, unſeren militäriſchen
Schutz zu verſtärken, um nicht eines Tages unliebſam
überraſcht zu werden. Es iſt wohl auch nicht von ungefähr,
daß Herr Delcaſſé, der erſt einige Wochen in
Peters=
burg ſeines Amtes als Botſchafter der franzöſiſchen
Re=
publik waltet, in den nächſten Tagen zu einem
vierzehn=
tägigen Urlaub nach Frankreich reiſt. Man weiß, daß der
Genannte alles andere als ein Deutſchenfreund iſt, und er
hat es aus dieſem Grunde bereits verſtanden, ſich an der
Newa einen maßgebenden Einfluß zu ſichern. Er wird
während ſeines Pariſer Aufenthaltes wohl nicht
verfeh=
len, zu verſuchen, bei den Machthabern an der Seine etwas
Dampf aufzumachen und die franzöſiſche Regierung in
er=
höhtem Maße für etwaige ruſſiſche Wünſche zu gewinnen.
Die Botſchaft des Präſidenten
Wion,
* Präſident Wilſon verlas in dem zu einer
außerordentlichen Tagung zuſammengetretenen
Kon=
greß eine Botſchaft. Die Wiederaufnahme der
Ge=
wohnheit, von welcher man ſeit einem Jahrhundert
ab=
gekommen war, daß der Präſident in Perſon ſeine
Bot=
ſchaft vor dem Kongreß verlas, hatte nach dem Kapitol
ein vornehmes Publikum gezogen, das dieſem neuen
Er=
eignis beiwohnen wollte. Die Diplomatenloge war
über=
füllt, und Vertreter aller fremden Höfe waren anweſend.
In der Botſchaft betonte Präſident Wilſon, daß die
außerordentliche Seſſion den Zweck habe, die
Erleich=
terung der dem Volkeaufgebürdeten Laſten
zu beſchleunigen, zugleich der Ungewißheit ein Ende zu
machen, worin die Geſchäftswelt hinſichtlich der künftigen
Zölle ſchwebe. Die Botſchaft führt dann aus: Schon lange
waren wir von dem beſcheidenen Begriff des Schutzes der
heimiſchen Induſtrie zu dem Gedanken fortgeſchritten, daß
die Induſtrie ein Anrecht auf die direkte
För=
derung (Patronage) durch die Regierung habe,
bewußt oder unbewußt bauten wir ein Syſtem von
Privi=
legien auf, die Befreiung vom Wettbewerb, daß jeder, auch
roheſten Form von Kombination, eine Schaffung von
Monopolen leicht machte. Wir müſſen alles abſchaffen,
was nach Privilegien oder künſtlicher Begünſtigung
aus=
ſieht, wir müſſen unſeren Geſchäftsleuten und
Produzen=
ten als Anſporn die ſtändige Notwendigkeit auferlegen,
leiſtungsfähig, wirtſchaftlich, unternehmend, Meiſter im
Wettbewerb, tüchtigere Arbeiter und Kaufleute als irgend
wer in der Welt zu ſein. Abgeſehen von den lediglich im
Intereſſe der Staatseinkünfte auf Artikel, die wir nicht
produzieren und auf Luxusartikel gelegten Zöllen, ſollen
die künftigen Zölle nur bezwecken, eine
leiſtungs=
fähige Konkurrenz zu ſchaffen, den Geſchäftsgeiſt
Amerikas im Konkurrenzkampfe mit den übrigen der Welt
zu ſchärfen. Wir müſſen in unſeren Zollgeſetzen und in
unſerem Zollſyſtem Aenderungen treffen, die freiere und
geſundere Entwicklung, die nicht eine Umwälzung oder
Verwirrung zum Ziel haben kann. Wir müſſen unſeren
Handel, beſonders unſeren Außenhandel,
aus=
bauen. Wir benötigen Märkte und ein erweitertes
Ar=
beitsfeld mehr als je. Wir müſſen auch die Induſtrie
ausbauen, müſſen ihr an Stelle künſtlicher Stimulation
Freiheit geben, aber nur inſoweit, als dadurch aufgebaut
und nicht niedergeriſſen wird. Am Schluß der Botſchaft
ſagte der Präſident, er werde vielleicht ſpäterhin die
Auf=
merkſamkeit des Kongreſſes auf Reformen lenken,
wel=
chen Tarifänderungen unmittelbar folgen oder ſich
ihnen anſchließen ſollten. Die hauptſächlichſte dieſer
Maß=
nahmen ſei die Reform der Bank=Währungsgeſetze.
Deutſches Reich.
Die Parteien und die
Deckungs=
frage. Nach der parteiamtlichen Nationalliberalen
Korreſpondenz hält die Nationalliberale Partei an der
Forderung einer allgemeinen Beſitzſteuer feſt; die
Nach=
richtenſtelle ſchreibt: „Die Fraktion wird in der
Deckungs=
frage nach wie vor an der Forderung einer allgemeinen
Beſitzſteuer (Vermögens= oder Erbſchaftsſteuer) feſthalten.
Sie kann in der Vorlage der Regierung eine Erfüllung
ihrer Forderung nicht erwirken.‟ Die Fortſchrittliche
Volkspartei hat beſchloſſen, die ſogenannte Veredelung der
Matrikularbeiträge an ſich nicht zu bekämpfen, wohl aber
die Erhöhung der bisherigen Matrikularbeiträge um 1,25
Mark, weil nach der Faſſung der Regierungsvorlage die
Entſcheidung über die Aufbringung dieſer Mehrbeiträge
in die Einzellandtage verlegt wird. An Stelle der
Er=
höhung der Matrikularbeiträge wird die Fortſchrittliche
Volkspartei in erſter Linie eine Erbanfallſteuer und in
zweiter Linie eine quotiſierte Reichsvermögensſteuer
be=
antragen. Das Zentrum ſtimmt nach den bisherigen
Aeußerungen ſeiner Preſſe zwar der einmaligen
Ver=
mögensabgabe zu, wird aber die Einführung einer
Staffe=
lung, die mit niedrigerem Satz als 0,5 Prozent beginnt,
und nicht über 1 Prozent ſteigt, verlangen; es wird ferner
die Hinaufſetzung der unteren Vermögensgrenze von 10000
Mark, ſowie die ſtärkere Heranziehung der großen
Ein=
kommen, vielleicht ſchon von 20000 Mark aufwärts,
an=
regen. Hingegen ſollen ſich die Bedenken gegen die
ver=
edelten Matrikularbeiträge mit dem Sicherungsgeſetz zur
Einführung einer Beſitzſteuer in den Einzelſtaaten lebhaft
vermehrt haben. Das Erbrecht des Staates bekämpft die
Partei nach wie vor.
Der Wahlprüfungsausſchuß, des
Reichstags verhandelte über eine grundſätzliche
Frage, und zwar unter Zuziehung eines
Regierungskom=
miſſars. Es handelt ſich um die Entſcheidung darüber,
ob die in die Wählerliſte eingetragenen Wähler bei einer
Nachwahl zur Ausübung des Wahlrechts auch dann
be=
rechtigt ſind, wenn ſie inzwiſchen ihren Wohnſitz verlegt
haben. Der Ausſchuß beſchloß mit 12 gegen 2 Stimmen,
dieſe Frage, die aus Anlaß der Prüfung der Wahl des
Abgeordneten von Halem=Schwetz akut geworden iſt, dem
Plenum zur Entſcheidung zu übertragen.
— Die Erhöhung der
Veteranenbei=
hilfen. Gelegentlich der Beratung der
Budgetkommiſ=
ſion über die Beihilfen an hilfsbedürftige Veteranen hat
der Reichsſchatzſekretär ſich bereit erklärt, höhere Mittel
zur Unterſtützung der alten Krieger bereitzuſtellen. Ein
entſprechender Geſetzentwurf iſt im Reichsſchatzamt in den
Hauptzügen fertiggeſtellt und dürfte demnächſt an den
Bundesrat gelangen. Die wichtigſte Beſtimmung des
Entwurfs iſt die Erhöhung der Beihilfen von 120 M. auf
150 M. jährlich. Nach dem Stande vom 1. März 1913
beziehen gegenwärtig 245000 Kriegsteilnehmer Beihilfen;
eine Erhöhung der Beihilfe um 30 Mark bedeutet ein
jährliches Mehrerfordernis von 7¼ Millionen Mark. Es
beſteht die Abſicht, die Vorlage bald an den Reichstag
zu bringen, damit ſie gemeinſam mit den Wehrvorlagen
verabſchiedet werden kann. Das Mehrerfordernis muß
aus den laufenden Einnahmen gedeckt werden, da das
Leuchtölgeſetz, aus deſſen Erträgniſſen die Mittel
genom=
men werden ſollten, nach den bisherigen Beſchlüſſen die
notwendigen Ueberſchüſſe nicht ergeben wird.
Gegen die Errichtung einer
Ham=
burger Univerſität. Die Hamburger
Handels=
kammer wendet ſich in einer ausführlich gehaltenen
Er=
klärung gegen die geplante Errichtung einer Univerſität
in Hamburg. Es liege kein Bedürfnis dafür vor. Eine
Univerſität würde mehrere Nachteile für Hamburg mit
ſich bringen. So würde ſie den Schwerpunkt des
öffent=
lichen Lebens zuungunſten von Handel, Schiffahrt und
Induſtrie verſchieben. Sie würde das Vorleſungsweſen
und das Kolonialinſtitut in eine nebenſächliche Stellung
drängen und daher verkümmern laſſen, auch das ohnehin
unzureichende höhere Schulweſen in Hamburg unter ihrem
Uebergewicht leiden laſſen. Zudem würde die Univerſität
mit ihren zwei Fakultäten doch nur eine unvollſtändige
Einrichtung ſein und Hamburg kaum zum Ruhme
ge=
reichen. Endlich würde ſie den Staatshaushalt ungemein
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. April 1913.
Nummer 83.
belaſten. An Stelle der Univerſität ſollte ein weiterer
Ausbau des allgemeinen Vorleſungsweſens und des
Ko=
lonialinſtituts mit nicht überhaſteter Entwickelung treten.
Wenn dieſe Einrichtung über das Gebiet der Kolonien
hinauswachſen und ihre Wirkſamkeit auf überſeeiſche
Ver=
hältniſſe ausdehnen würde, ſo würde damit eine
Einrich=
tung getroffen werden, die der Wiſſenſchaft dienen und
ſich dabei doch in die beſonderen hamburgiſchen
Verhält=
niſſe organiſch einfügen würde.
Ausland.
Schweiz.
Anleihe. Der Bundesrat genehmigte den Vertrag
zwiſchen der Eidgenoſſenſchaft und dem ſchweizeriſchen
Bankenſyndikat, betreffend die Uebernahme einer Anleihe
von 31½ Millionen Francs. Zur Emiſſion gelangen 30
Millionen. Die Feſtſetzung der Uebernahme des
Emiſſions=
kurſes erfolgt durch den Vorſtand des Bankenſyndikats.
Die Zeichnung findet vorausſichtlich am 25. April ſtatt.
Belgien.
Der bevorſtehende Generalſtreik.
We=
gen des am Montag beginnenden Generalſtreiks wurden
die Brüſſeler Garniſon und die Flandernſchen Regimenter,
die zu Felddienſtübungen ausziehen ſollten,
zurückgehal=
ſten. Die Schulen werden geſchloſſen und ſollen den
Bür=
gergarden und den Gendarmen zu Unterkunftsräumen
dienen. Die ſtädtiſchen Arbeiter proteſtierten dagegen
daß der Bürgermeiſter ihnen die Teilnahme an dem Streik
verbot. In Antwerpen wurde das Abhalten von
Ver=
ſſammlungen unter freiem Himmel verboten. Im
Kohlen=
ſgebiet des Borinage wird auf ſämtlichen Kleinbahner
geſtreikt werden, doch ſollen die zur Erhaltung des
Koh=
lenbergwerks nötigen Arbeiten geleiſtet werden. Die
Un=
ruhe in Brüſſel wie im ganzen Lande wächſt ſehr.
Vereinigte Staaten.
Die Tarifreviſion. Die
Ausführungsbeſtim=
mungen zu der Tarifbill ſind teils äußerſt draſtiſch. Von
vielen Seiten wird erklärt, daß die Vorteile, die den
Im=
ſporteuren durch die Zollreduktionen erwachſen, durch
ſchi=
kanöſe Ausführungsbeſtimmungen ausgemerzt werden.
In der Tarifbill wird das gegenwärtige Syſtem der
Klaſſifizierung und Abſchätzung zwecks Verhütung des
Zollbetruges verſchärft. Für den Zollbetrug ſind ſchwere
Strafen vorgeſehen. Die Zollabſchätzer erhalten größere
Befugniſſe für die Vernehmung von Zeugen und die
Prü=
ffung von Zolldokumenten. Die Beſtimmung ermächtigt das
Schatzamt, Waren von der Einfuhr auszuſchließen, falls
der ausländiſche Fabrikant beim Verfrachten dem im
Aus=
lande weilenden Spezialagenten des Schatzamtes einen
Einblick in die Geſchäftsbücher und andere Dokumente,
welche ſich auf die Klaſſifizierung und den Wert ſolcher
Waren beziehen, verweigert. Für Waren, die hier zu
einem niedrigeren Verkaufspreiſe als am Heimatsmarkte
abgeladen werden, iſt ein Aufſchlagszoll (Dumpingduty)
vorgeſehen.
Die Einführung der direkten Wahl der
Senatoren iſt tatſächlich eine Beſtimmung der
ameri=
kaniſchen Verfaſſung geworden, nachdem die geſetzgebende
Körperſchaft von Connecticut vor kurzem dieſe
Abände=
rung ratifiziert hat und dadurch die 36 Staaten die
er=
fforderliche 4=Majorität für die Beſtimmung
ausgeſpro=
chen haben. Es bleibt nur noch übrig, daß die
Gouver=
neure dieſer Staaten den Staatsſekretär Briot davon
be=
nachrichtigen, der dann die Proklamation, welche die
Ab=
länderung verkündet, erlaſſen wird.
Marokko.
Angriffauf Tetuan? Wie aus Caſablanca
ge=
meldet wird, verſuchte der Prätendent El Hiba, im
geſam=
ten Atlasgebiet Anhänger um ſich zu ſcharen, indem er auf
den Märkten den heiligen Krieg verkünden läßt. Der Kaid
der Anflus iſt ſeinerſeits bemüht, in der Gegend von
Aga=
dir eine Harka zu verſammeln. Nach einer
Blättermel=
dung aus Tetuan ſollen die Kaids der Rifſtämme eine
Harka aufgebracht haben, die dank den Verſtärkungen aus
dem Innern an 20000 Mann zählen ſoll. Die Harka, die
angeblich mit Mauſergewehren ausgerüſtet und mit
reich=
licher Munition verſehen iſt, plane einen nächtlichen
An=
griff auf Tetuan und erforderlichenfalls eine Belagerung
dieſer Stadt. In Tetuan lägen zwar über 7000 Mann
ſpaniſcher Truppen, doch ſei die Bevölkerung ſehr
beun=
ruhigt, da ſie befürchte, daß ein Teil der Eingeborenen im
Augenblick des Angriffs einen Aufſtand anzetteln könnte
China.
Eröffnung des erſten chineſiſchen
Par=
laments. Am Montag iſt das erſte chineſiſche
Parla=
ment eröffnet worden. Auf den mit Triumphbögen
ge=
ſchmückten Straßen drängte ſich eine dichte Menſchenmenge.
Die gemeinſame Eröffnungsfeier des Senats und des
Re=
präſentantenhauſes fand unter dem Salut der Geſchütze im
Abgeordnetenhauſe ſtatt. Anweſend waren 500
Volksver=
treter von im ganzen 596 und 177 Senatoren von im
gan=
zen 274. Die Galerien waren von chineſiſchen und fremden
Beſuchern dicht beſetzt. Der Senior des
Repräſentanten=
hauſes begrüßte die Verſammlung und erklärte das
Par=
lament für eröffnet. Unter großer Begeiſterung wurder
alsdann beide Häuſer auf Samstag vertagt. —
Juanſchi=
kais Botſchaft an das Parlament wurde, da ſeine
Präſi=
dentſchaft nur eine proviſoriſche iſt, nicht öffentlich verleſen.
Er ſpricht darin dem Parlament ſeine herzlichſten
Glück=
wünſche zu ſeiner Eröffnung aus und die Hoffnung, daß
die Republik 10000 Jahre dauern möge. — Der
ameri=
kaniſche Geſchäftsträger hat China mitgeteilt, die
Ver=
einigten Staaten würden die chineſiſche Republik
aner=
kennen, nachdem die Parlamentsbeamten ernannt und ſich
das Parlament für beſchlußfähig erklärt habe. Braſilien
und Mexiko werden in Uebereinſtimmung mit den
Ver=
einigten Staaten handeln.
* Simon Kopper †. Das Gouvernement von
Deutſch=Südweſtafrika gibt bekannt, daß Simon Kopper
am 31. Januar d. J. auf ſeinem Wohnſitz in
Betſchuana=
land geſtorben iſt. Die Meldung iſt dem Gouvernement
amtlich von dem High Commiſſioner von Südafrika
zuge=
gangen. Der alte Widerſacher der deutſchen Herrſchaft hat
ein Alter von etwa 70 Jahren erreicht. Seitdem er
in=
folge des Aufſtandes vom deutſchen Boden verdrängt war,
lebte er mit den ihm treu gebliebenen Hottentotten unter
engliſchem Schutz in der Kalahari. Sein Wohnſitz war der
Sammelpunkt aller unzufriedenen Elemente, die aus
irgend welchen Gründen Urſache hatten, ſich jenſeits der
deutſchen Grenze der ſtrafenden Gerechtigkeit zu entziehen.
Noch im Herbſt vorigen Jahres hatte er mehrere bewaffnete
Räuberbanden zum Zwecke des Vieh= und Menſchenraubes
über die deutſche Grenze geſandt. Die Wachſamkeit der
deutſchen Schutztruppe vereitelte jedoch dieſe Pläne. Die
Hauptbande wurde aufgegriffen, die Anführer zum Tode
verurteilt und die übrigen zur dauernden Zwangsarbeit
nach Kamerun befördert.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. April.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften begaben ſich am Dienstag abend 7 Uhr mit
Gefolge im Auto nach Mainz, wohnten daſelbſt im
Stadttheater der Wohltätigkeitsvorſtellung des
Allge=
meinen Deutſchen Frauen=Vereins vom Roten Kreu;
an und kehrten 11 Uhr 10 Min. wieder nach Darmſtadt
zurück. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Generalmajor Noeldechen,
Inſpekteur der 1. Fuß=Artillerie=Inſpektion in Berlin, den
Poſtſekretär Hofmann von Jugenheim a. d. Bergſtr., den
Eiſenbahn=Oberſekretär Fink von Mainz, den Ober=
Militär=Intendanturſekretär Hemmerling bei der
Inten=
dantur der Großh. Heſſ. (25.) Diviſion, den
Miniſterial=
ſekretär beim Staatsminiſterium Dr. Heß, den
Regierungs=
aſſeſſor Freiherrn Löw von und zu Steinfurth von
Bensheim, den Kaufmann Reber von Langerfeld bei
Barmen; zum Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald,
den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den
Kabinettsſekretär Dr. Wehner.
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: das Komturkreuz
1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
dem Generalmajor Noeldechen, Inſpekteur der 1. Fuß
Artillerie=Inſpektion, ſeither Kommandeur der 25. Feld=
Artillerie=Brigade (Großh. Heſſiſchen); das Allgemeine
Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für Verdienſte” dem
Vizefeldwebel a. D. Riemann, ſeither Hoboiſt im
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 116; dem Geheimen Oberrechnungsrat Dr. Guſtar
Siebert zum 8. April die Krone zum Komturkreuz
2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
und dem Gemeindeeinnehmer Johann Philipp Bauer
zu Meßbach das Allgemeine Ehrenzeichen mit der
In=
ſchrift „Für treue Dienſte‟
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Bahn=
wärter in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Philipp Walther zu Erbach i. O. mit Wirkung
vom 1. Mai d. Js. an.
* Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen. Wie
mitgeteilt wird, ſind bei der Landesverſicherungsanſtalt
Großh. Heſſen im Monat März 1913 — 352 Anträge
ein=
gegangen, und zwar: 260 Anträge auf Invaliden= und
Krankenrente (J. u. K.), 18 Anträge auf Altersrente (A.),
26 Anträge auf Witwen= und Witwerrente (W.), 34
An=
träge auf Waiſenrente (O.), 14 Anträge auf Witwengeld
(Wg.). Unerledigt wurden in dieſen Monat übernommen
520 Anträge, ſo daß 872 Rentengeſuche in Bearbeitung
ſtanden. Es fanden Erledigung: 326 Anträge durch
Be=
willigung (255 J., 7 K., 21 A., 12 W., 6 Wg., 25 O.),
6 Anträge durch Anwartſchaftsbeſcheid (§§ 1258 und 1743
R. V.O.), 49 Anträge durch Ablehnung, weil unbegründet
(39 J., — A., 6 W., — Wg., 4 O.), 22 Anträge durch andere
Weiſe — Zurücknahme uſw. (14 J., 6 A., — W., 2 Wg.,
O.), zuſammen 403 Anträge, ſo daß 469 als unerledigt
auf den Monat April laufenden Jahres übernommen
wer=
den mußten. — In welchem Umfange die
Landesverſiche=
rungsanſtalt Großh. Heſſen Heilverfahrenskoſten für ihre
Verſicherten übernimmt, ergibt ſich aus nachſtehenden
Er=
läuterungen: Ende März 1913 waren in den
nachverzeich=
neten Anſtalten verſicherte Perſonen
unterge=
bracht: 1. Ernſt Ludwig=Heilſtätte bei Sandbach 122,
2. Eleonoren=Heilſtätte bei Winterkaſten 51, 3.
Göttmann=
ſche Anſtalt in Reichelsheim i. O. 28, 4. Bad Nauheim 37,
5. Bad Orb 17, 6. Dr. Loſſenſche Anſtalt in Darmſtadt 4,
7. Verſchiedene Anſtalten, wie Krankenhäuſer, Kliniken
und dergleichen mehr 12, zuſammen 271.
g. Strafkammer. Vor der Strafkammer II hatte ſich
geſtern der Händler Georg Büdesheim aus Griesheim
wegen Beleidigung und Urkundenfälſchung zu
verantwor=
ten. Der Angeklagte hatte Lieferungen für die
Militär=
behörde, wobei ihm ein Konkurrent ſehr läſtig wurde. Er
ließ nun, um dieſen Konkurrenten unſchädlich zu machen,
durch ſeinen minderjährigen Sohn Briefe an die
ver=
ſchiedenen Regimenter ſchreiben, durch die der
Konkurren=
möglichſt herabgeſetzt werden ſollte. Das Gericht
ver=
urteilte den Angeklagten Büdesheim zu ſechs
Mona=
ten und den Sohn zu einer Woche Gefängnis.
Zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der
Provinz Starkenburg am Mittwoch, den 16 April,
vormittags
½ Uhr, iſt folgende Tagesordnung
feſt=
geſetzt: 1. Antraa des Kreisamts Darmſtadt wegen
Unterſagung des Trödlergewerbes der Eliſe Saß von
Darmſtadt. 2. Geſuch der Marie Fuchs geb.
Brüſſer=
mann aus Darmſtadt um Erlaubnis zum Betriebe einer
Schankwirtſchaft im Hauſe Grafenſtraße Nr. 2. 3. Klage
des Gemeinderatsmitglieds Dr. med. Ehrmann zu
Gerns=
heim gegen die Entſcheidung des Kreisausſchuſſes des
Kreiſes Groß=Gerau vom 30. Januar d. J. 4. Klage
des Ortsarmenverbandes Frankfurt a. M. gegen den
Ortsarmenverband Bieber wegen Erſatz von Kranken
hauspflegekoſten für die Kinder Thereſe und Marie
Schmidt.
Landwirtſchaftskammer für das
Großherzog=
tum Heſſen. Unter dem Vorſitz des Oekonomierats
Walter=Lengfeld fand eine Sitzung des Vorſtandes
der Landwirtſchaftskammer für das Großherzogtum
Heſſen ſtatt. Nach eingehenden Referaten des Mitglieds
Krapp und des Rechtsanwalts Meiſel wurde
be=
ſchloſſen, dafür einzutreten, daß in allen Kreiſen neben
den geſetzlich vorgeſchriebenen allgemeinen
Ortskranken=
kaſſen auch Landkrankenkaſſen zu errichten ſeien.
Man ging von der Anſicht aus, daß die Organiſation
der Landkrankenkaſſen dem landwirtſchaftlichen Intereſſe
mehr entſpräche, als die der allgemeinen
Ortskranken=
kaſſen. Die Veranſtaltung einer Studienreiſe Ende
Juni oder Anfang Juli d. Js. nach Hannover und
Oldenburg wurde genehmigt. Zum Deutſchen
Wein=
bauverband wurden als Vertreier gewählt die Herren
Oekonomierat Hahn=Heßloch, Emil Schätzel=Selzen,
Bürgermeiſter Römer=Erbes=Büdesheim und
General=
ſekretär Leithiger. Von Beſchickung der von dem
land=
wirtſchaftlichen Verein Frankfurt für 1913 in Ausſicht
genommenen Ausſtellung von Ziegen wird ſeitens der
Landwirtſchaftskammer Abſtand genommen.
* Geheimer Oberſchulrat i. P. Greim P. Am
Diens=
tag abend ſtarb im Alter von 88 Jahren der in weiten
Kreiſen bekannte und hochgeſchätzte Geh. Oberſchulrat i. P.
Friedrich Wilhelm Greim, der ſich noch bis
zu=
letzt einer guten Geſundheit und geiſtigen Friſche
erfreute. Der Verſtorbene wurde am 12. Mai
1824 zu Mommenheim (Kreis Oppenheim) als
Sohn des dortigen Pfarrers geboren. Er ſtudierte
in Gießen und Marburg Theologie und machte im Jahre
1849 ſein Staatsexamen, von Januar bis November 1850
war er dann Pfarrvikar in Feil in der bayeriſchen Pfalz,
März bis November 1851 Pfarrverweſer zu Dorn=Dürk
heim, Kreis Worms, März 1852 bis April 1857 Pfarr
vikar zu Selzen, Kreis Oppenheim, Januar bis Dezember
1858 Lehrer an der höheren Mädchenſchule zu Offenbach
Januar 1859 bis Oktober 1860 proviſoriſcher Lehrer an
der Realſchule zu Offenbach, November 1860 bis Mitte
Oktober 1863 erſter Lehrer und Direktor der Realſchule zu
Alsfeld und Oktober 1863 bis Juli 1874 Direktor der Real=
Hochwanderungen in
Spitzbergen.
C.K. „Wenn ich zurückſchaue auf die Landſchaften, die
ich in den verſchiedenſten Teilen der Welt geſehen habe,
ſo glaube ich, daß einige von denen, die mir im Innern
von Spitzbergen entgegentraten, zu den allerſchönſten
ge=
hören.” Mit dieſen Worten feiert der große engliſche
Forſchungsreiſende und Geograph Sir Martin
Con=
way im Windſor Magazine die Alpenwelt Spitzbergens
jenes arktiſchen Landes, das gerade in den letzten Wochen
wieder ſo viel genannt worden iſt. Die Gebiege, die ſich
im Norden und Süden erheben, ſind verhältnismäßig
klein. Bis zu dem Meeresſpiegel, über den ſie ragen, ſind
ſie mit Schnee bedeckt, aber 6000 Fuß iſt wohl die größte
Erhebung des Landes, und die gewöhnliche Höhe der
Bergketten liegt zwiſchen 3—4000 Fuß. Aber wenn man
bedenkt, daß die Schneelinie der Alpen im Sommer etwa
10000 Fuß hoch liegt, ſo wird man einſehen, daß dieſe
Gebirgsketten mit den Alpen nur dann verglichen werden
könnten, wenn man annähme, die Alpen wären bis an
den Rand ihrer Sommerſchneelinie ins Meer verſunken.
Jede alpine Hochtouriſtik entwickelt ſich ja erſt im Bereich
des ewigen Schnees, und ſo können es denn die Höhen
von Spitzbergen mit den Alpen wohl aufnehmen.
Die Bergketten dieſes arktiſchen Gebietes ſind ſehr
viel enger aneinandergedrängt, als die der Alpen. Kette
ſtreckt ſich neben Kette hin in einer Entfernung von 3—
Kilometer, ſo daß man, wenn man auf einer hohen Spitze
ſteht, eine erſtaunliche Menge von Berggipfeln um ſich
ſieht, ein grandioſes Panorama, für das weder die Alpen
noch eine andere große Gebirgskette eine Parallele bietet.
Es iſt, wie wenn die ungeheure Welt des Himalaja auf
ein Fünftel verkleinert und dann von einem einzigen
Gipfel aus ſichtbar gemacht worden wäre. Auch die Berge
des Südpolarkreiſes die in letzter Zeit entdeckt wurden
bieten keinen Vergleich mit dieſem wildzerklüfteten Gebiet.
Zwiſchen dieſer Unzahl von Spitzen findet ſich natürlich
die Gelegenheit für Hochtouriſtik jeder Art. Da gibt es
nadelſpitze Felſen, deren Anhänge ſteil und zerriſſen nie
derſtürzen, runde Kuppeln, Pyramiden, kurz Erhebungen
jeder Art und Form. Und jeder Gipfel iſt noch unberühr
vom Menſchenfuß, ſo daß der Bergſteiger nur zwiſchen den
„Neuheiten” zu wählen hat und das Glück der Eroberung
jungfräulicher Höhen vollauf koſten darf. Reiſen im
In=
nern von Spitzbergen iſt freilich keine leichte Arbeit. Man
muß all ſeine Habe auf einem Schlitten mit ſich ziehen,
und die Schlitten haben das denkbar ungünſtigte Terrain
zu überwinden. Innerhalb von 14 Tagen waren
Con=
way immer ſeine Schlitten zerbrochen. Die Gletſcher ſind
in ihrem unteren Lauf durch unentwirrbare Labyrinthe
von Spalten in Eistürme zerſpalten, und nur mit größter
Schwierigkeit läßt ſich ein Weg in dieſen gefährlichen
Irr=
gärten finden. Weiter oben hält dann den Touriſten ein
mit Waſſer vollgeſogener Boden feſt, da ſich der
Winter=
ſchnee durch das langſame, aber beſtändige Tauen im
Sommer in eine Art tiefen naſſen Schlammes verwandelt
hat, der auch nicht die leichteſte Laſt trägt. Drei bis vier
Kilometer weit watet man ſo bis an die Knie oder an die
Bruſt durch eiskalten Schlamm. Hier und da ſind große
Abflußſtröme zu kreuzen, deren Bett von blauem Eis
außerordentlich ſchlüpfrig iſt. Aber noch höher oben
ver=
ſchwinden dann all dieſe Unannehmlichkeiten, und den
Wanderer umfängt ein weites Bereich von ſchönem feſten
Schnee oder körnigem Eis, auf dem man mit Schiern
vor=
trefflich vorwärts kommt. Von einem geeigneten Lager
aus hat man nun Muße, die märchenhafte Schönheit
die=
ſer Szenerie zu bewundern. Da erhebt ſich auf der einen
Seite eine Felſenkette in wunderſamſter Leuchtkraft der
Farben, gebadet in ein helles Roſa und ein blendendes
Grün. Und dieſes koloriſtiſche Wunder iſt umrahmt von
der ſtrahlenden Weiße ewigen Schnees.
„Die herrlichſte Tour, an die ich mich in Spitzbergen
erinnere, war der Aufſtieg auf den höchſten damals
bekann=
ten Gipfel, den Mount Hedgehog. Er ſcheint gerade auf
dem Rande des Meeresſpiegels zu ſtehen und ſteigt in
einem großen Sprung über 5000 Fuß empor. Durch einen
dichten Nebel klommen wir hinan, und ſtanden dann
plötz=
lich im reinſten lichteſten Sonnenſchein, in der einſamen Höhe
nur umringt von all den Spitzen umher. Die Sonne zu
unſern Häuptern malte in dem wogenden Nebelmeer ein
wechſelndes Spiel der wunderſamſten Lichter und
glü=
hendſten Farben, die dann wieder von tiefen blauen
Schat=
ten verſchluckt wurden. Kein Wind, noch irgendein Laut
waren in der Luft, nur ein einziges endloſes Summen,
wie das Schwärmen einer ungeheuren Bienenſchar, und
dies Geräuſch wurde verurſacht von dem unaufhörlichen
Niederfallen kleiner Eiszapfen, die durch den
Sonnen=
ſchein von der Eismaſſe abgetaut wurden und mit einem
ganz zarten Geklirr in kleinſte Teilchen zerſprangen. Ein
Jahr oder zwei ſpäter traf ich dasſelbe Phänomen auf
einem Berg in Feuerland an. Ich habe niemals etwas
Aehnliches in den gemäßigten Zonen der Welt gefunden.
Conway hält Spitzbergen für ein ausgezeichnetes Feld der
Hochwanderungen. Dies Land wird niemals eine
Tou=
riſtengegend werden, wie es die Alpen nun ſind; dazu hat
die Küſte ein zu ſchlechtes Klima, und das Innere iſt
kaum zugänglich. Der echte Bergſteiger, dem es um Hoch
touren zu tun iſt, hat alſo dieſe wundervolle Gebirgswelt
ganz für ſich.
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. April 1913,
Seite 3.
chule zu Offenbach. Im Auguſt 1874 wurde er
vortragen=
der Rat im Miniſterium des Innern, Abteilung für
Schulangelegenheiten, mit dem Amtstitel Oberſchulrat.
Im Jahre 1880 erhielt er den Charakter als Geh.
Ober=
ſchulrat. Seit dem 1. April 1895 lebte Greim im
Ruhe=
ſtande. Er war Inhaber 1. des Komturkreuzes zweiter
Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen,
und 2. des Militär=Sanitätskreuzes und der
Kriegsdenk=
münze für Nichtkombattanten. Von 1870 bis 1873 war er
Landtagsabgeordneter und hat einen hervorragenden
An=
eil am Zuſtandekommen des heſſiſchen Volksſchulgeſetzes.
Er ruhe in Frieden!
Der Titel Hoflieferantin wurde verliehen an Fräul.
lnna Baeck hierſelbſt Eichbergſtraße 25. Frl. Baeck
hat bekanntlich das Konfektionsgeſchäft der Frau Klara
Bley vor einigen Jahren käuflich übernommen.
Zur Nationalſpende für das Kaiſerjubiläum
zum Beſten der chriſtlichen Miſſionen in den deutſchen
Schutzgebieten iſt, wie wir vernehmen, von Pfarrer a. D.
Leydhecker in Auerbach eine Gabe von 10000 Mk.
gezeichnet worden.
Der Ortsgewerbeverein hielt am Dienstag abend
unter dem Vorſitze des in letzter Generalverſammlung neu
gewählten Herrn Stadtverordneten Sames eine
gut=
beſuchte Vorſtandsſitzung mit reichhaltiger
Tages=
rdnung ab. Nach Wahl verſchiedener Kommiſſionen zur
Förderung einzelner Vereinsangelegenheiten wurde die
Frage der Zuſtellung des Gewerbeblattes durch die Poſt
erörtert. Verſchiedene, ſich als notwendig erwieſene
Satzungsänderungen wurden durchberaten und zur
Be=
ſchlußfaſſung hierüber eine außerordentliche
Ge=
teralverſammlung im Oktober dieſes Jahres
feſt=
gelegt. Zur Frage der Verlegung bezw. Aufhebung der
ür die Krankenkaſſen und Invalidenverſicherung
beſtehen=
en gemeinſamen Meldeſtelle (Waldſtraße 6) ſetzte der
Vorſtand die Beratung aus bis Entſcheidung darüber
ge=
roffen iſt, ob eine Landkrankenkaſſe errichtet werden ſoll
der nicht. Aus der Eckhardtſtiftung zur Förderung der
rheoretiſchen und praktiſchen Ausbildung junger
Gewerbe=
reibenden wurde einem Schüler der Gewerbeſchule ein
Stipendium bewilligt. Dem Voranſchlag für 1913, in
Sinnahme und Ausgabe mit 3050 Mark abſchließend,
ourde zugeſtimmt. Eine eingegangene Beſchwerde über
die Art und Weiſe der Nutzholzverſteigerung (Stadtwald),
vie ſie vor kurzem von der Großh. Oberförſterei
Darm=
ttadt zum Nachteile des Kleingewerbe= und
Handwerker=
tandes gehandhabt wurde, veranlaßte eine eingehende
lusſprache; es ſoll die Angelegenheit weiter verfolgt
verden.
Lehrerſängerchor. Auf das am Samstag im
ſtädtiſchen Saalbau ſtattfindende Konzert mit Frau
Paula Werner=Jenſen aus Berlin als Soliſtin
ei hiermit nochmals aufmerkſam gemacht. Näheres iſt
us dem Anzeigenteil der heutigen Nummer zu erſehen.
— Der Darmſtadter Vortragsverband
veran=
taltet am Donnerstag, den 17. April, zur Vorfeier von
ichard
Vagners 100 jährigem Geburtstag einen
Parſifal”=Abend, deſſen Reinertrag der hier ſeit 15 Jahren
eſtehenden Männerortsgruppe der Richard
Wagner=
ipendienſtiftung zugute kommen ſoll. Redner des
lbends iſt der als vorzüglicher Wagnerkenner bekannte
Profeſſor Dr. Gotthold Heuning aus Leipzig, der
ine Ausführungen durch muſikaliſche Erläuterungen
m Klavier und Vorführung der Bayreuther „Parſifal”=
Oekorationen in Lichtbildern unterſtützen wird.
Deutſcher Wehrverein. General Keim befindet
ch auf dem Weg der Beſſerung und kommt nun am
2. April nach Darmſtadt. Der Vortrag über: „
Welt=
lage und Wehrfragen” findet an dieſem Tage im Saale
der Turngemeinde, Woogsplatz, ſtatt Schon jetzt können
Karten und eine beſchränkte Anzahl numerierter Sitze
u etwas erhöhtem Preiſe im Verkehrsbureau und bei
der Geſchäftsſtelle des Deutſchen Wehrvereins,
Wilhel=
ninenſtraße 14, bezogen werden. (Näheres folgt durch
Unzeige.)
Abendunterhaltung. Die Abteilung Geſelligkeit
er Kaufmänniſchen Stenographengeſellſchaft „
Gabels=
berger” veranſtaltet am Sonntag, den 13. April, im
Kaiſerſaal” eine Abendunterhaltung mit anſchließendem
anz. Für den 1. Teil der Feſtfolge haben ihre
Mit=
wirkung zugeſagt: Frl. Wilhelmine Eichner vom Stadt=
Heater in Heilbronn, die Singmannſchaft der
Turn=
emeinde und Herr Philipp Mechler. (Näheres ſiehe
ſie Anzeige.)
Vogelsberger Höhenklub. Kaum iſt das alte
Wanderjahr reich an Erfolgen zur Neige gegangen, ſo
idt auch ſchon der hieſige
Zweigverein zur erſten
Wanderung im neuen ein. Dieſe führt von Ober=
Ramſtadt über Ernſthofen nach Neunkirchen, von dort
zum Kaiſerturm und hinab an der Eleonorenheilſtätte
vorbei nach Lindenfels, der „Perle des Odenwaldes”
und nach dem Endziel Fürth zu. Wie bei den
ſeit=
herigen Wanderungen dürfte es an Ueberraſchungen
auch diesmal wohl nicht fehlen und darum „Friſch auf
zur fröhlichen Wanderſchaft!
§ Ueberfahren. Am Montag mittag gegen 12 Uhr
wurde an der Ecke der Ober= und Schloßgaſſe ein ſechs
Jahre alter Knabe von einem Fuhrwerk uberfahren.
An den erlittenen inneren Verletzungen iſt der Knabe
noch an demſelben Abend gegen 11 Uhr im Städtiſchen
Krankenhaus geſtorben.
§ Hundefang. Im März wurden durch den hieſigen
Polizei=Hundeaufſeher 37 Hunde eingefangen. Hiervon
ſind 24 Hunde von ihren Eigentümern wieder ausgelöſt
worden, 6 Hunde wurden verkauft und 7 Hunde mußten
getötet werden.
Heimverband Darmſtadt.
nn. Unter dem Vorſitz der Frau Sanitätsrat Dr.
Hüffell hielt der Heimverband Darmſtadt am
Mittwoch nachmittag um 3 Uhr im Rathausſaal ſeine erſte
Jahresverſammlung ab, die von den Mitgliedern
gut beſucht war. Als Beirat des Verbandes wohnte Herr
Bürgermeiſter Mueller den Verhandlungen bei. Nach
herzlicher Begrüßung der erſchienenen Damen erſtattete
Frau Sanitätsrat Dr. Hüffell den Jahresbericht. Am
26. April vorigen Jahres konnte das erſte Heim in der
Annaſtraße (Haus Schneider) eröffnet werden. Ein
Ge=
fühl der Erleichterung beherrſchte alle, daß es möglich war,
nicht nur die Einrichtung des erſten Hauſes vorzubereiten,
ſondern auch älteren, alleinſtehenden Damen eine gute
Unterkunft und ein vorzüglich eingerichtetes Heim zu
bie=
ten. Die Zahl der Heimverbandsmitglieder hat bereits
das erſte Hundert überſchritten, und zahlreiche
Einrich=
tungsgegenſtände wurden dem neuen Heim überwieſen,
wofür den Spendern wärmſter Dank ausgeſprochen wird.
Auch dem Arbeitsausſchuß und denjenigen, die ſich um die
Verwaltungsangelegenheiten verdient gemacht, ſei
öffent=
lich gedankt. Das Mobiliar iſt gegen Feuerſchaden mit
4000 Mark verſichert. Das Heim iſt auch gegen Einbruch
verſichert. Der von Fräulein Ploch vorgetragene
Kaſ=
ſenbericht für 1912 ergibt 7574,76 Mark in Einnahme
und 6225,08 Mark in Ausgabe. Die Rechnung war Herrn
Bürgermeiſter Mueller zur Prüfung übergeben und
wurde für richtig befunden. Der Voranſchlag für
1913 wird mit 8900 Mark in Einnahme aus dem
Pen=
ſionspreis der Heim=Inſaſſen und die Ausgaben auf 8660
Mark feſtgeſetzt. Der Voranſchlag des Heimvereins 1913
wird mit 380 Mark in Einnahme und 59 Mark in
Aus=
gabe genehmigt. Die Vorſitzende dankt der
Rechnungs=
führerin, Fräul. Ploch, und auch der Heim=Vorſteherin in
herzlichen Worten für treue und uneigennützig geleiſtete
Arbeit. Sie teilt dann mit, daß vierzig bis fünfzig
An=
meldungen für Aufnahme in das Damenheim vorliegen.
Wegen Platzmangel konnten bisher nur 6 Damen
Unter=
kunft finden. Frau Ramſpeck, als eine der erſten
Be=
wohnerinnen des Heims, berichtete ſodann über die
Ein=
richtung des Heimes und über die vortreffliche Aufnahme
und das angenehme und harmoniſche Verhältnis der
Be=
wohner untereinander.
Eine längere Beſprechung veranlaßte die
Errich=
tung eines weiteren Heims. Man habe nicht
die Abſicht, bei dieſem einen Heim ſtehen zu bleiben. Eine
Unterſtützung der Stadt und des Staates ſei aber
nötig, um es auch beiden Geſchlechtern bewohnbar zu
ſchaf=
fen. Beſonders die Stadt Darmſtadt müſſe ein Intereſſe
an der guten Unterbringung alteingeſeſſener Bürger im
Alter haben, wozu das ſtädtiſche Pfründnerhaus ſich heute
nicht mehr eigne. Auch wohlhabende Bürger Darmſtadts
dürften die Beſtrebungen des Heimverbandes wohlwollend
und pekuniär unterſtützen. Sei dieſes der Fall, dann könne
man an den Bau eines Eigenheims für beide
Geſchlechter herantreten. Auch Herr
Bürger=
meiſter Mueller ſteht dieſem Plan ſympathiſch gegenüber,
empfiehlt aber, erſt der Erwerbung oder Ermietung eines
weiteren Heims näherzutreten. Die Verſammlung
be=
ſchließt in dieſem Sinne.
C Eberſtadt, 9. April. Unweit der Kreuzung des
neuen Frankenſteiner Wegs mit der alten Dieburger
Straße wird eine neue Forſtwartwohnung
er=
baut bezw. die bisherige Forſtwartei auf dem
Franken=
ſtein in das neue Gebäude am Fuße des Berges verlegt
werden. Die Arbeiten ſind ſeitens des Großh.
Hochbau=
amtes zurzeit ausgeſchrieben. Der bisherige Förſter auf
dem Frankenſtein, Herr Klöpper, der in den Ruheſtank
getreten iſt, führt die Reſtauration auf dem Berge weiter,
wodurch ein allgemeiner Wunſch der zahlreichen Beſucher
des prächtigen Ausſichtspunktes erfüllt iſt.
—
Crumſtadt, 9. April. Man ſchreibt uns verſpätet:
Am Sonntag kam in unſerm rührigen Volks= und
Heimat=
verein Schillers „Glocke” vertont von Romberg, unter
trefflicher Leitung unſeres verdienſtvollen Herrn Pfarrers
Schäfer in einer für örtliche Verhältniſſe geradezu
muſtergültigen Weiſe zur Aufführung. Ganz herrlich
klan=
gen die Chöre; beſonders waren der äußerſt ſchwierige
ſog. „Frauenchor” und der „Revolutionschor” von
hervorra=
gender Wirkung auf die Zuhörer. Man kann dem Chor, der
nahezu 100 Perſonen zählte und ſich in einmütiger Weiſe
us Mitgliedern ſämtlicher hieſiger Geſangvereine
zu=
ſammenſetzte, die größte Anerkennung zollen. Ebenſo gut
gelangen auch das von Chormitgliedern geſungene
Solo=
quartett für vier Männerſtimmen und dasjenige für vier
gemiſchte Stimmen; auch das Duett für zwei
Männer=
ſtimmen ſei lobend erwähnt. Beſonders aber ſei der
Soliſten gedacht, die ſämtlich Crumſtädter waren, denn
wie alle übrigen iſt auch Herr Dr. Dannenberger
der mit ſeiner wohlgeſchulten, angenehmen Stimme die
Tenorpartie übernommen hatte, geborener Crumſtädter.
Fräulein Schaffner die über eine ſchöne
Sopran=
ſtimme verfügt, ſang ihre Partie in tadelloſer Weiſe.
Eben=
ſo beherrſchte Herr Volk, dem die umfangreiche Rolle
des Meiſters zugeteilt war, mit einem markigen Bariton
ohne jegliche Ermüdung bis zum Schluſſe dieſe Rolle.
Die Klavierbegleitung des ganzen Werkes lag in Händen
der Frau Poſtmeiſter Donat, einer Dame von nahezu
70 Jahren, die ſich aber ihrer Aufgabe äußerſt gewandt
und ſicher entledigte. Unterſtützt wurde ſie von einem
kleinen Streichorcheſter und Flöte, das ebenfalls viel zum
guten Gelingen des Werkes beitrug. Dem Leiter des
Gan=
zen, Herrn Pfarrer Schäfer, wurde ein mächtiger
Lor=
beerkranz überreicht, von dem er in ſinniger Weiſe Zweige
allen hervorragenden Mitwirkenden überreichte. Der
Abend war durch zwei Sätze aus einer Haydnſchen
Sin=
fonie, geſpielt mit Klavier vierhändig und Streichorcheſter,
eröffnet worden. Ferner hatten ſich noch einige Künſtler,
die von früheren Veranſtaltungen her im beſten
Anden=
ken ſtanden, zur Verfügung geſtellt.
* Goddelau, 9. April. Soeben wird unter Aufſicht
der hieſigen Bahnmeiſterei am Stockſtädter Bahnhof ein
etwa 700 Meter langes drittes, ſogenanntes
Ueber=
holungsgeleiſe, gelegt und zugleich eine
Unterfüh=
rung errichtet. Im Laufe der Zeit ſollen auch die übrigen
Stationen dieſer Strecke mit Unterführungen verſehen
werden.
Offenbach, 9. April. Geſtern nachmittag geriet in der
äußeren Waldſtraße das ſechsjährige Söhnchen des
Ger=
bers Heinrich Keil, Waldſtraße 168, unter das Auto einer
hieſigen Metallwarenfabrik. Das Kind, das plötzlich in
das Auto hineingelaufen ſein ſoll, wurde von dem
Kot=
flügel erfaßt, und zur Erde geſchleudert, wobei es ſich
chwere innere und äußere Verletzungen
zuzog. Es wurde in das Städtiſche Krankenhaus
ver=
bracht. Den Chauffeur ſoll keine Schuld treffen.
B Heppenheim, 8. April. Heute vormittag 11 Uhr
trug ſich in der Müllerei von Philipp Schäfer dahier ein
tödlicher Unglücksfall zu. Der 64jährige
ver=
heiratete Müllergeſelle Nikolaus Gölz von Bensheim,
der in dem erwähnten Betrieb ſeit drei Tagen beſchäftigt
iſt, wollte mit dem Fahrſtuhl nach unten fahren. Hierbei
lehnte ſich Gölz zu weit vor und wurde mit dem Kopfe
zwiſchen Fahrſtuhl und Umfaſſungsmauer eingeklemmt,
Der Tod trat ſofort ein. — Seit einigen Tagen iſt eine
Abteilung des Telegraphen=Bataillons Nr. 4
in Karlsruhe, beſtehend aus einem Offizier, fünf
Unter=
offizieren und 35 Mann, hier einquartiert. Der
Aufent=
halt dauert bis zum 15. dieſes Monats. Die Truppe iſt
mit dem Telegraphenbau der Main=Neckarbahn entlang
beſchäftigt.
W. Lampertheim, 9. April. Geſtern fand im
Ortsge=
werbeverein die feierliche Ueberreichung der
Ge=
ſellenbriefe ſtatt. Es hatten an der Prüfung
teilge=
nommen: 2 Kleidermacherinnen, 1 Bäcker. 1 Friſeur, 2
Schreiner, 2 Schuhmacher, 1 Spengler, 1 Wagner und 2
Zimmerleute.
Lampertheim, 9. April. In dem Sägewerk von
Jan=
ſon im Induſtriehafen wurde einem Taglöhner durch ein
umſtürzendes ſchweres Brett die Schädeldecke
ein=
geſchlagen. Er ſtarb alsbald.
Viernheim. 9. April. Der Aufſichtsrat und der
Vor=
tand des hieſigen Kreditvereins erlaſſen folgende
Bekanntmachung: „Seit einigen Tagen werden Gerüchte
über unſere Kaſſenverhältniſſe verbreitet, die geeignet ſind,
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, 8. April.
Der Barbier von Sevilla.
W-l. Roſſinis liebenswürdige und graziöſe Oper „Der
Barbier von Sevilla” ging heute zum zweiten Male in
dieſer Saiſon mit dem gewohnten Erfolge in Szene. Die
Titelpartie ſang wieder Herr Weber mit glänzendem
Gelingen, und die des Baſilio hatte Herr Stephani
wieder übernommen, der dieſe durch die neue Leitung einer
Peviſion unterzogene Partie mit prächtigem Humor und
Organ ſang. Frau Kallenſee hat die Roſine hier ſchon
lei ihrem Gaſtſpiel mit Erfolg geſungen und zeichnete ſich
autch heute durch die geſchmackvolle Art ihres Vortrages
umd die müheloſe Beherrſchung der Koloratur aus, wenn
ihre Stimme auch, namentlich in der höheren Lage, etwas
verſchleiert war. Herr Globerger, der den Almaviva
erſtmalig ſang, erfreute durch die ſaubere und ſchöne
Ton=
emtfaltung,. beſonders am Anfang der Vorſtellung, legte
ſich dann aber ſtimmlich etwas Zurückhaltung auf. Die
ſolle des geprellten Doktors ſpielte und ſang Herr
Schützendorf mit vielem Humor. Mochte er im
all=
gemeinen auch etwas zu jugendlich=temperamentvoll ſein
urnd im einzelnen zu ſtark auftragen, ſo war die Leiſtung
als Ganzes doch ein Beweis achtunggebietenden Könnens
und eines wirklichen, für das komiſche Fach prädeſtinierten
alentes. Die müſikaliſche Leitung hatte Herr Lert, die
Regie Herr Riechmann.
Das laute Soufflieren zu Anfang der Vorſtellung
und das die Blitzerſcheinungen begleitende klappernde
Ge=
rauſch wirkten ſtörend.
Feuilleton.
Die Inſel des Schreckens bei Adrianopel. Ein
er=
ſchütterndes Bild von dem grauenvollen Schickſal der in
Adrianopel dahinſiechenden kranken türkiſchen Soldaten
entrollt der franzöſiſche Korreſpondent Ludovic Naudean
irn Journal. In Begleitung des gegenwärtig in der
er=
ſoberten Stadt weilenden ehemaligen franzöſiſchen
Kriegs=
müniſters Meſſimy und einiger bulgariſcher
Generalſtabs=
ffiziere hat Naudeau die im Norden Adrianopels
liegende ſumpfige Tundſchainſel beſucht, die „Inſel des
Schreckens”. In dieſer durch zwei Brücken mit der Stadt
verbundenen Inſel waren urſprünglich die bei der
Ein=
nahme Adrianopels gemachten türkiſchen Gefangenen
untergebracht. Die bulgariſche Heeresleitung, die ſich
außerſtande ſah, über Nacht den Proviant für 60000
hungernde türkiſche Soldaten herbeizuſchaffen, hat zwar ſo
ſchnell als möglich mit dem Abtransport der
Kriegsge=
fangenen nach Bulgarien begonnen, und die letzten noch
marſchfähigen Türken ſind inzwiſchen nach Bulgarien
unterwegs: aber das Schickſal der Kranken die
zurückge=
blieben ſind, iſt entſetzlich. „Was zwiſchen den beiden
Armen der Tundſcha blieb, iſt nur eine Nachhut
jammern=
der und ſtöhnender Geſpenſter,” ſo berichtet der Franzoſe;
„1000 oder vielleicht 2000 lagen hier auf dem feuchten
Boden, ſie ſind nicht transportfähig, es ſind Sterbende, die
inmitten von Toten auf Erlöſung harren. Die Cholera
iſt es die dieſe letzten türkiſchen Verteidiger unaufhaltſam
dem Tode zutreibt; aber nicht die Cholera allein. Gewiß,
auch ſie fordert in dieſer Schar der Todgeweihten ihre
Opfer; aber die Aerzte, Bulgaren wie Türken, erklären,
daß dieſe Gefangenen zum größten Teile der körperlichen
Erſchöpfung erliegen; ausgehungert bietet ihr Körper keine
Widerſtandsfähigkeit, die fürchterlichen kalten Nächte im
Freien tuen ihr Uebriges, und die giftigen Nebel, die kalt
im Morgengrauen aus den Sümpfen aufſteigen, ſind die
einzige. Nahrung dieſer Unglücklichen. Auf der Inſel
ſtehen einige Platanenbäume Bis zur Höhe von 3 Meter
ſind ſie vollſtändig kahl: in den Tagen nach der Uebergabe
riſſen die verzweifelten, verhungernden Gefangenen die
Blätter und Aeſte ab, um ſie zu verſchlingen, da kein Biſſen
Nahrung zu erhalten war. Kein Wunder, daß unter
die=
ſen Erſchöpften die Cholera, die Ruhr und der Typhus
auftraten und eine furchtbare Ernte hielten. „Die
Tund=
chainſel iſt heute ein Krankheitsherd geworden, die Aerzte
rechnen nicht mehr damit, auch nur einen Lebenden dem
Tode zu entreißen.” Und wie war das möglich? Wie
konnten die Eroberer dieſe unglücklichen, hilfsbedürftigen
Menſchen dem Hungertode in die Arme treiben? Nur
eine Antwort gibt es: die eiſerne Notwendigkeit des
Krieges Es war nicht möglich, ſo plötzlich die gewaltigen
Nahrungsmittelmengen heranzuſchaffen, die notwendig
geweſen wären. Die Bahnbrücke war geſprengt, der
Ver=
kehr gelähmt. Und vor der Wahl, die eigenen Soldaten
oder einen Teil der Gefangenen hungern zu laſſen, mußte
das grauſame Geſetz der Selbſterhaltung den Bulgaren
den Vorzug geben. Vae Vietis! „Das iſt der Krieg, der
Krieg in ſeiner ganzen Ungeheuerlichkeit.
* Zur Pſychologie der Suffragetten ſchreibt ein
an=
geſehener Pfychiater der Frkf. Ztg.: Ein ſtark
hyſteri=
ſcher Zug geht auch in England durch dieſe Bewegung,
aufgebaut auf unbefriedigte weibliche Inſtinkte, objektlos
gebliebenes Talent zur Aufopferung, gefühlsmäßige
Ver=
ſtiegenheit, kurz auf Altjungfertum (welches übrigens
durch die Ehe nicht immer ausgeſchloſſen wird). Bisher
waren die Aeußerungsformen der Bewegung noch relativ
harmlos, zum Teil beluſtigend. Die neueſten Streiche
er=
innern aber an ernſter zu nehmende Vorbilder: an die
Petroleuſen der Kommune und die Heldinnen des
Revo=
lutionstribunals. Was uns dabei unverſtändlich bleibt,
iſt die Hilfloſigkeit der Behörden dieſen
Damen gegenüber, die mit dem aus Rußland
übernom=
menen Mittel des Hungerſtreiks im Falle der Verurteilung
ihre Freilaſſung aus dem Gefängnis erzwingen. Ich kenne
die Beſtimmung des engliſchen Strafvollzuges nicht
ge=
nügend, um zu wiſſen, welche Möglichkeiten zur Remedur
gegeben wären. Wenn es wirklich keine gäbe, wäre wohl
der Hungerſtreik ſchon länger bei den Sträflingen in
Ueb=
ung. Bis zum Beweis des Gegenteils muß man wohl
annehmen, daß dabei eine ſpezifiſch engliſche Auffaſſung
vom Ladytum eine Rolle ſpielte, die den
Gefängnisver=
waltungen die Pflicht auferlegt, ſich „gentlemanlike” zu
benehmen. Bei uns wäre die Frage ſehr raſch
er=
ledigt. Ein Gefangener, der die Nahrung verweigert,
würde vom Arzt unterſucht, je nach ſeinem Zuſtand in eine
Irrenanſtalt oder in die Krankenabteilung des
Gefäng=
niſſes überwieſen und hier oder dort nach ärztlichem
Er=
meſſen, eventuell zwangsmäßig, mit dem
Magen=
ſchlauch gefüttert werden; eine Prozedur, die zwar für
alle Beteiligten nicht reizvoll, bei richtiger Technik aber
ungefährlich iſt, wie die täglichen Erfahrungen aller
Irren=
anſtalten beweiſen. Auch den hyſteriſchen Hyänen würde
die Magenſonde ſicherlich keinen Schaden antun. Die
wil=
den Auswüchſe der Suffragetten=Bewegung wären ſehr
raſch zu beſeitigen, wenn man den Damen jede
Reklame=
möglichkeit und damit der ganzen Bewegung die Reſonanz
abſchneiden würde: keine Berichte über ihre
Taten in der Preſſe, keine Berichteüber Ge=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. April 1913.
Nummer 83.
das Anſehen der Kaſſe aufs ſchwerſte zu ſchädigen. Wir
haben keinen Grund zu leugnen, daß uns aus unſerer
Verbindung mit der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaft in Darmſtadt ein Verluſt
entſteht. Dieſer kann jedoch mit Leichtigkeit von der
Kaſſe ſelbſt aus ihren eigenen Mitteln gedeckt werden.
Von einem Verluſt der Mitglieder kann keine Rede ſein,
auch nicht ein Pfennig wird verloren gehen. Gleichzeitig
gibt der Verein die letztjährige Bilanz bekannt.
Hier=
aus iſt zu erſehen, daß der Geſamtumſatz 1597059 Mark
betrug. Der Verein hatte einen Reingewinn von 5015
Mark. Am Ende des Jahres zählte die Kaſſe 766
Mit=
glieder.
Biblis, 9. April. Die Bibliſer
Genoſſen=
ſchaft beſitzt fünf Aktien der Genoſſenſchaftsbank zu 1000
Mark. Dieſer Verluſt von 5000 Mark, ſollte er in vollem
Umfange zu beklagen ſein, wird von den eigenen
Betriebs=
mitteln (Reſervefonds und Betriebsrücklage) gedeckt
wer=
den. Ein Verluſt der Spareinleger oder der Verluſt
ſon=
ſtiger Gelder iſt nicht zu befürchten.
Mainz, 9. April. Während die Aprikoſenbäume, deren
Blüte jetzt ſchon allenthalben beendet iſt, auf den
hochge=
legenen Teilen der hieſigen Gemarkung ein vorzügliches
Ausſehen zeigen und ſehr reiche Fruchtanſätze aufweiſen,
ſtehen Tauſende von Bäumen in der Niederung ohne
jeg=
lichen Fruchtanſatz völlig kahl da. Wie ſich jetzt
heraus=
ſtellt, ſind die Blütenknoſpen dieſer Bäume, die
ſchon zu Ende Februar und Anfang März ſehr weit
vor=
geſchritten waren, bei der damaligen Froſtperiode total
erfroren. — Die Gründung eines Richard
Wag=
ner=Vereins iſt geſichert, nachdem eine Reihe von
Mainzer Damen und Herren ihren Beitritt angemeldet
haben. Auch die bisher an auswärtige Zweigvereine
an=
geſchloſſenen Mitglieder des Allgemeinen Richard
Wag=
ner=Vereins dürften nun vollzählig zu der hieſigen
Orts=
gruppe übertreten.
Mainz, 9. April. Einen guten Fang machte geſtern
abend die Kriminalpolizei am hieſigen Hauptpoſtamt. Im.
Laufe des Nachmittags waren mit dem von Frankfurt
kommenden Poſtzuge zwei Poſtanweiſungen hier
eingetroffen, von denen die eine auf 1100 Mark, die andere
auf 1000 Mark lautete. Die Beträge ſollten
poſt=
lagernd erhoben werden. Durch einen Betrug
wäh=
rend der letzten Tage aufmerkſam gemacht, ſchöpfte der
dienſttuende Poſtaſſiſtent Verdacht und fragte ſofort
tele=
graphiſch in Frankfurt a. M., wo die beiden
Poſtanwei=
ſungen aufgegeben worden waren, an, ob dort die beiden
mit ihren Nummern bezeichneten Anweiſungen
vorſchrifts=
mäßig verbucht und eingetragen ſeien. Sofort traf die
Antwort ein, daß dies nicht der Fall, die beiden
An=
weiſungen alſo fingiert ſeien. Die hieſige
Poſtverwaltung benachrichtige daraufhin ſofort die
Kri=
minalpolizei, die auch alsbald drei Beamte ſchickte
Die Kriminalpoliziſten verteilten ſich unauffällig an
ver=
ſchiedenen Schaltern und im freien Raum des
Poſtgebäu=
des. Als kurz nach 6 Uhr ein fein gekleideter Herr im
Zylinder erſchien und nachfragte, ob nicht zwei
Poſtan=
weiſungen poſtlagernd an ihn aus Frankfurt eingetroffen
ſeien, ſprangen auf ein von dem Schalterbeamten
gegebe=
nes Zeichen ſofort die Kriminalbeamten auf den Herrn zu
und nahmen ihn feſt. Der völlig überraſchte Gauner hatte
zwar noch die Dreiſtigkeit, ſich über das Verhalten der ſich
als Kriminalpoliziſten legitimierenden Beamten zu
be=
ſchweren, geſtand aber zuletzt den beabſichtigten Betrug
zu. Er wurde als der 40 Jahre alte in Frankfurt geborene
Eiſenbahnaſſiſtent Raſch ermittelt.
In einer
Wohnung eines Hauſes in der Illſtraße entſtand geſtern
abend kurz vor 10 Uhr eine Gaserploſion, bei der
eine Zwiſchenwand umgeriſſen und ſonſtige
Schäden in der Zwiſchenwand angerichtet wurden. Die
Urſache der Exploſion iſt noch nicht aufgeklärt.
Bingen, 9. April. Obgleich die Vorbereitungen zum
Bau der neuen Rheinbrücke bei Rüdesheim ſo
gnt wie erledigt ſind, laufen jetzt noch Proteſtebei
der Eiſenbahnverwaltung ein. Die
Stadtver=
ordnetenverſammlung von Rüdesheim hat ſich mit der
Lage der Brücke zufrieden gegeben, dagegen den Beſchluß
gefaßt, gegen die Linienführung Geiſenheim-Rüdesheim
Widerſpruch zu erheben. Auch die gemeinſame
Vorſtands=
ſitzung des Hausbeſitzer= und Verkehrsvereins in
Rüdes=
heim faßte den Beſchluß, gegen die Linienführung beim
Magiſtrat Widerſpruch zu erheben. Auf der
rechtscheini=
ſchen Seite bis zur Rüdesheimer Aue ſind jetzt einzelne
Abmeſſungen der Brücke bekannt
gewor=
den. So ſollen die beiderſeitigen Fußwege der Brücke
1,5 Meter breit werden. Die Höhe der Brücke, vom
Waſ=
ſerſpiegel aus gemeſſen, iſt auf 17,10 Meter feſtgelegt.
Hierbei iſt jedoch das Gitterwerk nicht einbegriffen. Der
erſte Brückenpfeiler auf der rechtsrheiniſchen Seite kommt
hinter den Hafendamm, der zweite in den Rhein ſeitlich
von der Hafeneinfahrt, der dritte etwa 175 Meter vom
Ufer entfernt und der vierte an die Rüdesheimer Aue
Die einzelnen Spannweiten betragen 84,70 Meter, 196,40
Meter und 92,55 Meter
Stammheim, 9. April. Aus Lebensüberdruß
verſuchte ſich der Landwirt Fauſt letzthin wiederholt zu
entleiben, wurde aber jedesmal daran gehindert. Geſtern
gelang es ihm, ſich unbemerkt zu erhängen. Als man
ihn fand, war er bereits tot
Aſſenheim, 9. April. In der hieſigen Lehmgrube
ſtürzte eine Lehmwand ein, begrub einen
Acker=
knecht, der gerade an der Stelle arbeitete unter ſich und
tötete ihn.
richtsverhandlungen und vor allem keine
er=
zwungenen Freilaſſungen mit der nachfolgenden
renom=
mierenden Verwertung. Einſtweilen indeſſen ſcheint in
England der Ekel über das ganze Treiben noch nicht ſtark
genug zu ſein, um zur Verordnung der allein wirkſamen
pſychologiſchen Heilmittel zu ſchreiten.
— Blumen auf dem Meere. Am 13. April werden
von New=York aus drei Frauen ſich einſchiffen, die
ſeiner=
zeit durch den Untergang der „Titanic” ihre Gatten
verloren haben: Frau Jacques Futrelle, Frau Henri B.
Harris und Frau Georges Thorne. Und zwei Tage
ſpä=
ter, am Jahrestage jener Schiffskataſtrophe, werden
ſie an der Stelle, wo ein Jahr früher die „Titanic” von
den Fluten verſchlungen wurde, ihrer Männer gedenken
Es ſollen an jener Stätte Blumenkörbe in das Waſſer
hinabgeſenkt werden, der Schiffsgeiſtliche wird vorher eine
kurze Andacht abhalten, die Maſchinen werden ſtoppen,
und dann wird dasſelbe Lied ertönen, das einſt beim
Untergang der „Titanic” erklang: „Näher zu Dir, mein
Gott.‟ Der Plan zu dieſer Totenandacht auf hohem
Meere iſt von Frau Harris und Frau Futrelle
ausge=
gangen. Frau Futrelle pflegte bis vor kurzem regelmäßig
an die Meeresküſte zu gehen und ſcharlachrote Blumen in
die Wellen zu werfen, denn das waren die
Lieblings=
blumen ihres Mannes, und in ſeinem letzten Briefe hatte
er noch von ihnen erzählt. Die drei Damen fordern alle
anderen Witwen auf, ſie zu begleiten und das Grab der
„Titanic” mit Blumen zu ſchmücken.
* Die Katze als Brandſtifterin. In Grung brannte
die Beſitzung des Häuslers Ewald Steinert, beſtehend in
Wohnhaus und Stallgebäude, Gedingehaus und Scheuer,
vollſtändig nieder. Im Küchenofen hatte ſich eine Katze
auf der Aſche ihr Wärmeplätzchen auserſehen, wobei das
Fell in Brand geriet. Das Tier flüchtete in ſeiner Angſt
in die Scheune und ſteckte das Stroh in Brand. Das
Feuer griff ſchnell um ſich, ſo daß von den Gebäuden
nichts zu erhalten war. Die Feuerwehren beſchränkten ſich
auf den Schutz der Nachbargebäude.
* 50 Pfennig für das Leben der Frau. In der
Leip=
ziger Straße in Weißenfels fiel eine Frau in die Saale
und wäre beſtimmt ertrunken, wenn nicht im letzten
Augen=
blick der erſt 16 Jahre alte Sohn des Gaſtwirts Kind ſie
mit ſchwerer Mühe herausgezogen hätte. Von dem
Ehe=
gatten der Geretteten erhielt der tapfere Junge 50 Pfennig.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 8. April. In einer
ge=
heimen Mitgliederverſammlung der im Verbande der
Schneider und im Hirſch=Dunckerſchen Gewerkverein
or=
ganiſierten Herrenkonfektionsſchneider Groß=
Berlins wurde heute in geheimer Abſtimmung mit 358
gegen 251 Stimmen beſchloſſen, am heutigen Mittwoch die
Arbeit zu den von den Vertretern der kämpfenden Par
teien vereinbarten Bedingungen wieder aufzunehmen. Der
neue Tarifvertrag, der für vier Jahre gilt, ſieht
Lohn=
erhöhungen von durchſchnittlich 7 bis 10 Prozent vor.
Mit dem Verſammlungsbeſchluß iſt der ſeit Wochen
be=
ſtehende Streik beendet und die Gefahr einer Ausſperrung
aller organiſierten Herrenkonfektionsſchneider in ganz
Deutſchland beſeitigt. — Am Samstag teilte die 30jährige
Frau Martini in Wilmersdorf der Polizei mit,
daß ſie den 35jährigen früheren Gutsbeſitzer Kulpe, dem
ſie die Wirtſchaft führte, in ſeinem Schlafzimmer tot
auf=
gefunden habe. Der Befund ergab, daß der Tod durch
Er=
ſchießen eingetreten war. Da keine Anhaltspunkte für ein
Verbrechen vorlagen, wurde der Selbſtmord des Mannes
angenommen. Frau Martini ſtützte dieſe Annahme durch
Mitteilungen über zerrüttete Vermögensverhältniſſe.
Nach=
trägliche Einläufe bei der Polizei verdächtigten die Frau,
daß ſie den Kulpe aus Eiferſucht erſchoſſen habe. Frau
Martini wurde feſtgenommen. Sie leugnet die Tat. Die
Piſtole, durch die Kulpe den tödlichen Schuß erhielt, war
zwei Tage vorher von der Frau bei dem Leihamt ausgelöſt
worden. — Heute abend gegen 11 Uhr kam es im
Zir=
kus Carré, der zurzeit in Neukölln Vorſtellungen gibt,
zu einer aufregenden Szene. Der Direktor führte
ſechs Pferde vor, wobei plötzlich eines von dieſen, durch
irgend einen Umſtand erſchreckt, aus der Reihe brach und
in das Publikum hineinſprang. Die entſetzten Zuſchauer
flüchteten, während das immer wilder werdende Pferd
durch die Sitzbänke brach und nur mit Mühe von den
An=
geſtellten gefaßt und beruhigt werden konnte. Bei der
Panik, die im Zirkus entſtand, wurden teils durch das
Pferd, teils durch die flüchtende Menge eine große Anzahl
Perſonen, wie es heißt etwa 30, verletzt,
glücklicher=
weiſe bis auf einen, einen Kaufmann, leicht. Letzterer
mußte in einer Droſchke in ſeine Wohnung geſchafft
wer=
den. Die Vorſtellung wurde nach dem Vorfall fortgeſetzt,
doch hatte etwa die Hälfte der Zuſchauer den Zirkus
ver=
laſſen.
Frankfurt, 9. April. Der Herzog von
Cumber=
land iſt heute nachmittag 1 Uhr in Begleitung ſeiner
Gemahlin und ſeiner Tochter, der Prinzeſſin Olga
hier eingetroffen. Es fand kein offizieller Empfang ſtatt.
Am Zug hatten ſich nur die nächſten Verwandten
einge=
funden: das Prinzenpaar Mar von Baden, das
Prinzen=
paar Friedrich Karl von Heſſen und Prinzeſſin Viktoria
Luiſe mit ihrem Bräutigam, dem Prinzen Ernſt Auguſt
von Cumberland. Die fürſtlichen Damen trugen, wegen
der Hoftrauer um den König von Griechenland, alle
Trauerkleidung, der Herzog war in Zivil, ebenſo ſein
Sohn. Das Herzogspaar nahm in einem Automobil Platz
das die Standarte der preußiſchen Prinzeſſinnen und die
herzogliche Standarte trug; im gleichen Wagen ſaß das
Brautpaar. Die herzogliche Familie wohnt während ihres
hieſigen Aufenthalts im Frankfurter Hof, in den gleichen
Appartements die vor kurzem der Kronprinz innehatte.
Im ganzen ſind für 21 Perſonen Zimmer beſtellt. Im
Laufe des Nachmittags erfolgte ein Beſuch bei der
Land=
gräfin von Heſſen. Ferner iſt eine Beſichtigung des
Schloſ=
ſes Rumpenheim bei Hanau vorgeſehen. Am Abend weilt
die herzogliche Familie beim Prinzenpaar Friedrich Karl.
Die Abreiſe nach Homburg erfolgt Donnerstag vormittag
11 Uhr 24 Minuten im Extrazug.
Bad Homburg, 9. April. Der Kaiſer machte heute
vormittag einen Spaziergang und beſuchte im Verfolg
des=
ſelben die Hohe Mark. Die Prinzeſſin Viktoria
Luiſe und der Prinz Ernſt Auguſt ſind heute in
Frankfurt zur Frühſtückstafel bei dem Prinzen und der
Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen geladen.
Morgen mittag 11.50 Uhr treffen hier der Herzog
und die Herzogin von Cumberland mit
Sonder=
zug ein, mit ihnen Prinzeſſin Olga, Herzogin zu
Braun=
ſchweig und Lüneburg, und Prinz und Prinzeſſin Max von
Baden. Im Gefolge der Cumberländiſchen Herrſchaften
befinden ſich Hofdame Gräfin v Kielmannsegg, Hofdame
Baronin v Hinüber, Geheimrat Baron v. d. Wenſe,
Haus=
marſchall Graf Grote und Kammerporſteher Major a. D.
Mertens.
Straßburg, 9. April. In der
Landesirrenan=
ſtalt Stephansfeld wo der frühere
Zahl
meiſteraſpirant Wolter wegen ſeiner
Alarmie=
rung der Straßburger Garniſon zur Beobachtung ſeines
Geiſteszuſtandes untergebracht iſt, wurde der Verſuch
ge=
macht, Wolter zu befreien. Ein Automobil fuhr vor der
Anſtalt vor, dem zwei Inſaſſen entſtiegen und ein gefälſch
tes Schreiben der Straßburger Staatsanwaltſchaft vor
wieſen. Sie gaben an. Wolter zur Vernehmung nach
Straßburg bringen zu müſſen. In der Anſtalt ſetzte man
ſich telephoniſch mit der Staatsanwaltſchaft in Verbindung.
Daraufhin ſtellte es ſich heraus, daß die beiden Befreier
das Schreiben gefälſcht hatten. Die beiden Automobiliſten
entkamen. Schon vor einigen Wochen war der Verſuch
gemacht worden, Wolter aus dem Straßburger Hoſpital
zu befreien
Dortmund, 9. April. Im hieſigen Gerichtsgefängnis
wurde der 20 Jahre alte Arbeiter Schweckendick ent
hauptet, der am 18. Auguſt gemeinſchaftlich mit dem
Arbeiter Bachmann den Schneidergeſellen Lefath in einem
Wäldchen bei Dortmund ermordete und beraubte.
Bach=
mann, der bei Begehung der Tat noch nicht 18 Jahre alt
war, wurde ſeinerzeit zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt.
Hamburg, 9. April. Der Rieſendampfer „
Im=
perator” wird am 21. April den Hamburger Hafen
ver=
laſſen und nach ſeinem Liegeplatz auf der Unterelbe
ab=
gehen, um dort Kohlen und Proviant einzunehmen. Am
26. April ſoll eine Probefahrt von einem Tag
unternom=
men werden.
Kiel, 8. April. Die Strafkammer verhandelte gegen
den früher in Kiel, zuletzt in Köslin tätig geweſenen
Re=
gierungsaſſeſſor Lewicki wegen Erpreſſung und
Betruges, begangen an einem hieſigen Fabrikanten.
Lewicki ließ ſich, als er den Polizeipräſidenten im
Vor=
ahre vertrat, von einem Fabrikanten, gegen den die
Unter=
ſuchung wegen Spionageverdachts ſchwebte, 141000 Mark
auszahlen, indem er angab, dieſe als Schmiergelder
be=
nutzen zu wollen. Lewicki, der 80000 Mark Schulden
hatte, verbrauchte das Geld für ſich. Das Gericht
ver=
urteilte ihn in mehrſtündiger Verhandlung zu drei Jahren
Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverluſt. Bei der
Ver=
handlung wurde die Oeffentlichkeit ausgeſchloſſen.
Graz (Steiermark), 9. April. In die Villa der
Gräfin Hartenau drangen nachts Diebe ein und
entwendeten Schmuckſachen und Juwelen von ſehr großem
Werte. Von den Dieben fehlt bisher jede Spur.
Peſt, 8. April. Nach einer Blättermeldung wurde vor
einigen Tagen ein angeblicher ruſſiſcher Spion namens
Bravura verhaftet. In ſeiner Wohnung wurden
zahl=
reiche Feſtungspläne und militäriſche Notizen, ſowie eine
weitverzweigte chiffrierte Korreſpondenz gefunden.
Bra=
vura verfügte über bedeutende Geldmittel, die durch eine
franzöſiſche Bank angewieſen wurden. Man vermutet, daß
Bravura, der aus Petersburg gebürtig iſt und dem
ruſſi=
ſchen Militärſtande angehört, zahlreiche Mitſchuldige hat
doch ſtellt er jede Spionageabſicht in Abrede. Die Polizei
beobachtet vollkommenes Stillſchweigen.
Brüſſel, 8. April. Infolge der Gerichtsentſcheidung
über die Erbanſprüche der Töchter König Leopolds dürfte
die Eröffnung des Konkurſes über das
Vermö=
gen der Prinzeſſin Luiſe unmittelbar
bevor=
ſtehen. Und zwar wird das Verfahren jedenfalls in Paris
eröffnet. Die Schulden der Prinzeſſin werden auf 17
Mil=
lionen Fr. geſchätzt, indeſſen dürften ſie ſich bei einer
Prü=
fung dieſer Forderungen durch den Konkursverwalter ſehr
weſentlich verringern. Aus dieſem Grunde halten die
An=
wälte der Prinzeſſin ein Konkursverfahren durchaus im
Intereſſe der Prinzeſſin ſelbſt. Man rechnet auch damit,
daß die Verwandten der Prinzeſſin eine unpfändbare
Lebensrente zur Verfügung ſtellen werden in Höhe von
etwa 100000 Fr. Beſonders die Prinzeſſin Klementine,
die Gattin des Prinzen Viktor Napoleon, die durch
An=
nahme des Kompromiſſes, den die belgiſche Regierung zur
Regelung des Erbſchaftsſtreites vorgeſchlagen hatte, drei
Millionen mehr erhielt als ihre Schweſter, ſoll bereit ſein,
der Prinzeſſin Luiſe beizuſpringen. Uebrigens hat letztere
noch eine anſehnliche Erbſchaft zu erwarten, und zwar
von ihrer Tante, der Kaiſerin Charlotte, der unglücklichen
Witwe Maximilians, die bekanntlich in geiſtiger
Umnach=
tung lebt und jetzt im 74. Lebensjahre ſteht. Es wird
behauptet, daß von ihrem Vermögen acht Millionen Fr.
der Prinzeſſin zufallen werden.
London, 9. April. Laut Daily Expreß iſt ein
An=
ſchlag der Wahlweiber entdeckt worden. Sie
woll=
ten das große Ereignis der Fußballſaiſon, den Final Cup,
am 19. April, durch Sprengung der Tribünen während
einer Nacht vereiteln.
Die bedeutende Führerin der
Frauenſtimmrechtsbewegung, Miß Annie Kenny, iſt
heute nachmittag unter der Anklage der Aufreizung
ver=
haftet worden.
Die Beſoldung der Oberlehrer
in Heſſen.
— Der Heſſiſche Oberlehrerverein hat
nachſtehende Eingabe an die Regierung und die
bei=
den Kammern gerichtet:
Wir bitten, endlich auch in Heſſen, wie das faſt in
allen deutſchen Bundesſtaaten ſchon ſeit Jahren
durchge=
führt iſt, die Oberlehrer in ihrem Gehalt den richterlichen
Beamten an den Amts= und Landgerichten, die Direktoren
der höheren Lehranſtalten mindeſtens den
Landgerichts=
direktoren gleichzuſtellen. Dieſe Bitte enthält eine von
der geſamten Oberlehrerſchaft Deutſchlands ſchon ſeit
Jahrzehnten vertretene grundſätzliche Forderung, deren
Vertretung der deutſche Oberlehrerſtand als Ehrenſache
anſieht.
Was die Gleichſtellung der Oberlehrer mit den Amts=
und Landrichtern betrifft, ſo beziehen wir uns im
allge=
meinen auf die Begründungen, die dafür in der
Denk=
ſchrift des Verbandes akademiſch gebildeter Lokalbeamten
in Heſſen über die neue Beſoldungsordnung vorgebracht
ſind. Im beſonderen möchten wir nochmals darauf
hin=
weiſen, daß die neue heſſiſche Regierungsvorlage zwar
eine Gleichſtellung der Oberlehrer mit den Amtsrichtern,
nicht aber mit den Oberamtsrichtern und Landrichtern
vorſieht, und ausdrücklich betonen, daß wir uns mit einer
ſolchen teilweiſen oder vielmehr nur ſcheinbaren
Gleich=
ſtellung keineswegs zufrieden erklären können. In den
deutſchen Bundesſtaaten, in denen die Gleichſtellung
durch=
geführt iſt
und das ſind, wie geſagt, faſt alle
Bundes=
taaten?) — kommt es nicht vor, wie das nach der
Vor=
lage der Fall ſein würde, daß die Oberlehrer das
Höchſt=
gehalt der Oberamts= und Landrichter überhaupt nicht
erreichen können. Wir bitten alſo um eine völlige
Gleich=
ſtellung, das heißt um Gleichſtellung der
Ober=
lehrer mit den Amts= und Landrichtern. Eine
ſolche iſt um ſo mehr gerechtfertigt, als die
Be=
fördeungsmöglichkeit der Oberlehrer im
Vergleich zu den Juſtizbeamten eine
außerordent=
lich geringe iſt. Selbſt wenn die Gleichſtellung nach
unſerer Bitte durchgeführt wäre, alſo die Oberamts= und
Landrichterſtellen nicht als gehobene aufzufaſſen wären,
was ſie nach der Regierungsvorlage tatſächlich den
un=
ſeren gegenüber ſind, wäre die Beförderungsmöglichkeit
der Juſtizbeamten imer noch 2¼mal ſo groß als die
unſere. Außerdem können die Juſtizbeamten in viel
höhere Stellen vorrücken als die Oberlehrer. In der
Ge=
haltsklaſſe 74, der höchſten, in der ſich noch Beamte aus
dem Oberlehrerſtand befinden, ſind 33 Juſtizbeamte, d. h.
14 Prozent von ſämtlichen, dagegen nur 3 ehemalige
Ober=
lehrer, d. h. 0,6 Prozent. Alſo befinden ſich in dieſer
Klaſſe über 20mal weniger Oberlehrer als Juſtizbeamte.
In den noch höheren Gehaltsklaſſen, in denen es keine
ehemaligen Oberlehrer mehr gibt, befindet ſich immer noch
eine ganze Reihe Juſtizbeamten, nämlich 3 Prozent.
Für die Direktoren der höheren Lehr
anſtalten ſind in der Regierungsvorlage drei
Gehalts=
klaſſen vorgeſehen: 1. Direktoren der Realſchulen 5800 bis
7000 Mark, 2. Direktoren der Vollanſtalten zu Laubach,
Büdingen, Alsfeld und Heppenheim 6200—7000 Mark,
3. Direktoren der übrigen Vollanſtalten 6200—7400 Mark.
Danach würde nicht einmal die höchſte Klaſſe (3.) das
Höchſtgehalt der Amts= und Landgerichtsdirektoren
errei=
chen, für die 6200 bis 7600 Mark vorgeſehen ſind, und die
übrigen Schuldirektoren würden nur die
Höchſtgehalts=
ſätze der Oberamtsrichter und Landrichter erreichen. Die
Oberamtsrichter würden ſogar noch beträchtlich beſſer
ge=
ſtellt ſein, da ſie eine Dienſtzulage von 300 Mark beziehen
ſollen. Der Oberamtsrichter in Darmſtadt II und die
Vorſitzenden der Kammer für Handelsſachen in
Darm=
ſtadt und Mainz — Höchſtgehalt 7000 Mark — 500 Mark
Dienſtzulage — würden ſogar höher ſteigen als die
höchſt=
beſoldeten Schuldirektoren. Nach dieſem Vorſchlage iſt
*) Reich und Preußen, Sachſen, Württemberg, Bayern,
Baden, Oldenburg, Braunſchweig, Waldeck, Schaumburg=
Lippe, Reuß j. und ä. Linie, Schwarzburg=
Sondershau=
ſen, Sachſen=Weimar, Hamburg, Lübeck.
Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. April 1913.
Seite 5.
das Verhältnis der Gehälter der Schuldirektoren zu
den=
jenigen der richterlichen Beamten ein ſo ungünſtiges,
wie es im ganzen Reiche nicht mehr vorkommt
Nur in Baden, Anhalt und Mecklenburg=Schwerin ſind
die Direktoren der Vollanſtalten ſchlechter geſtellt als die
Landgerichtsdirektoren, aber auch in dieſen Staaten kommt
es nicht vor, daß ein Oberamtsrichter oder ein
Land=
gerichtsrat in ſeinem Höchſtbezug über einen ſolchen
Direk=
tor ſteigt. Dagegen ſind die Direktoren der Vollanſtalten
den Landgerichtsdirektoren vollkommen — d. h. im
An=
fangs= und Endgehalt — gleichgeſtellt in Oldenburg,
Reuß j. Linie und Sachſen=Altenburg, im Endgehalt
gleichgeſtellt — und das iſt das weſentliche — in Preußen
und Braunſchweig, und beſſer geſtellt als die
Land=
gerichtsdirektoren in Sachſen und Bayern. In Sachſen
erreichen ſie das Höchſtgehalt der
Landgerichtspräſiden=
ten, in Bayern beziehen ſie im Anfangsgehalt 800 Mark
und im Endgehalt 1200 Mark mehr als die
Landgerichts=
direktoren, Oberlandesgerichtsräte und Oberſtaatsanwälte.
Demnach wird man unſere Bitte ſchwerlich für
unbeſchei=
den halten können, die Direktoren der neunklaſſigen
An=
ſtalten den Amts= und Landgerichtsdirektoren
gleichzu=
ſtellen, und zwar alle, auch diejenigen der Vollanſtalten
zu Laubach, Büdingen, Alsfeld und Heppenheim. In der
Schülerzahl — mit Ausnahme vielleicht von Laubach — iſt
es nicht begründet, die letzteren zurückzuſetzen. Im
übri=
gen gilt hier, was die Regierungsvorlage zur
Begründ=
ung der Gleichſtellung der Oberamtsrichter mit den
Land=
richtern im Höchſtgehalt vorbringt. Auch hier empfiehlt
es ſich, die Direktoren an den kleineren Plätzen nicht
ſchlech=
ter zu ſtellen als die anderen, weil das für ſie „einen
An=
reiz ſchafft, in ihren Stellen dauernd zu verbleiben”
Auch die Direktoren der Realſchulen ſind
nach der Regierungsvorlage in ihren Gehältern im
Ver=
gleich zu den richterlichen Beamten zu ungünſtig geſtellt.
Nur in Mecklenburg=Strelitz finden ſich hier ähnliche
Ver=
hältniſſe. In Baden ſind zwar die Höchſtgehälter der
Direktoren der Nichtvollanſtalten denen der Oberlehrer
und der Richter an Amts= und Landgerichten gleich, in
allen anderen Staaten aber überſteigen ſie mehr oder
min=
der im Höchſtgehalt die Richter an den Amts= und
Land=
gerichten. Nach der neuen Regierungsvorlage aber würde
faſt ein Drittel ſämtlicher richterlicher Beamten an den
Amts= und Landgerichten — nämlich alle Oberamtsrichter
und drei Landgerichtsräte — im Höchſtgehalt höher
kom=
men als die Direktoren der Realſchulen. Wir empfinden
das als eine unbillige Minderbewertung der von unſeren
Standesgenoſſen geleiſteten Arbeit. Eine mäßige
Er=
höhung des Endgehaltes der Direktoren an den
Real=
ſchulen rechtfertigt ſich auch aus dem Grunde, weil bei
einer allzu großen Spannung in den Höchſtgehältern der=
Direktoren an den Vollanſtalten und derjenigen an den
Realſchulen die letzteren danach ſtreben werden, mögli
raſch an eine Vollanſtalt zu kommen. Das würde alſo
einen beſchleunigten Wechſel in den
Realſchuldirektoren=
ſtellen zur Folge haben, was nicht im Intereſſe dieſer
Schulen liegt.
Wir bitten alſo, die völlige Gleichſtellung der
Ober=
lehrer mit den Richtern an den Amts= und
Land=
gerichten,
die Gleichſtellung der Direktoren an den Vollanſtalten
mit den Landgerichtsdirektoren,
eine Verminderung der Spannung in den
Höchſtgehäl=
tern der Realſchuldirektoren und der Direktoren an den
Vollanſtalten
bewirken zu wollen, und ſind der Anſicht, daß für uns in
Heſſen dieſe Fragen am beſten und zufriedenſtellendſten
zu löſen ſind, wenn wir uns hierbei der vorbildlichen
preußiſchen Gehaltsordnung im weſentlichen anſchließen.
Der Nieder=Modauer
Bank=
krach vor der Strafkammer.
Dritter Verhandlungstag.
g. Die Vernehmung des Angeklagten
Moſes Jſaak
wird fortgeſetzt. Er gab im Anſchluß an das
Arrange=
ment Kreditbank=Genoſſenſchaftsbank an, daß auf
Anreg=
ung des Angeklagten Ihrig auch eine Ablöſung ſeiner
an=
deren Verbindlichkeiten vorgenommen werden ſollte. Nach
längeren Auseinanderſetzungen gibt er dann zu, daß es
möglich ſein könne, daß die Anregung dazu von ihm
aus=
gegangen ſei. Seine Hinterlegung bei den
Ban=
ken, beſonders bei der Elſäſſiſchen Bank in Pfandbriefen
betrugen damals 1100000 Mark, für die er perſönlich
haft=
bar war. Nachdem durch das Arrangement mit der
Ge=
noſſenſchaftsbank etwa 500000 Mark abgelöſt worden
waren, blieben noch rund 566000 Mark Verbindlichkeiten,
zu deren Ablöſung dann die Verkaufs= und
Verwertungs=
geſellſchaft in Frankfurt a. M. gegründet wurde. Jſaak
beſtreitet, daß er bei der Gründung dieſer Geſellſchaft
mit=
gewirkt oder ſie angeregt habe. Er muß dann aber
zu=
geben, daß er im Dezember 1908 an ſeinen Vertreter ein
Schreiben richtete, in dem er ſagte, man gründe eine
Ge=
ſellſchaft, die meine Verbindlichkeiten abnimmt. Welchen
Zweck die Geſellſchaft hatte und wer die Gründer waren,
will er nicht wiſſen. Er wiſſe aber, daß die Geſellſchaft
bald nach ihrer Gründung ſeine „Sanierung” unternahm.
Durch einen Vertrag vom Februar 1910 trat er ſein
ge=
ſamtes Vermögen, Forderungen, Haus= und Grundbeſitz
und Wertpapiere ab. Außerdem zahlte ſein Schwager und
ſein Bruder noch 50000 Mark in die Geſellſchaft. Er ſelbſt
gab ſeine Lebensverſicherung hinein, und ſeine
Verwand=
ten übernahmen außerdem die Bürgſchaft für die
Prä=
mienzahlung. Aber ſchon vor dieſem ſchriftlichen Vertrage
ſeien von der Geſellſchaft Engagements von ihm
über=
nommen worden. In dem Vertrage wurde feſtgelegt, daß
ein etwaiger Ueberſchuß dem Iſaak nicht, ſondern der
Ge=
ſellſchaft zugute kommen ſolle. Er habe damals
ausge=
rechnet, daß ein Ueberſchuß von 200000 bis 300000 Mark
herauskommen müßte. Auf die Frage des Vorſitzenden,
warum er dann ſein geſamtes Vermögen abgetreten habe,
kann er nur antworten, daß er ſeine Engagements los ſein
wollte.
Auf die Frage des Sachverſtändigen Regierungsrat
Baſtian, ob er nicht bei Abſchluß des Vertrages mit der
V.=V.=G. noch Engagements in Minen= und Eiſenbahn=
Shares hatte und warum dieſe eventuell im Vertrage
nicht aufgeführt worden ſind, ſagt Jſaak, daß er ſeines
Wiſſens damals keine Engagements mehr hatte.
Regie=
rungsrat Baſtian bemerkte, daß er in einem
Reviſions=
bericht der V.=V.=G. die Bemerkung gefunden hat, die
Sharesengagements Iſaaks an der Londoner Börſe
hät=
ten einen Verluſt ergeben. Dies war längere Zeit nach
dem Vertrag Iſaaks mit der V.=V.=G. Jſaak gibt an, er
habe bei der Geſellſchaft den Antrag geſtellt, das Konto
zu übernehmen. Auf die Frage, aus welchem Grunde er
den Antrag geſtellt habe, antwortet IJſaak nur, er wollte
auch von dieſem Engagement befreit ſein, da die Shares
ſehr billig geworden ſeien. Das Geld zu dieſen
Speku=
ationen habe er von ſeinen Verwandten erhalten.
Es wird ſodann zur Vernehmung des Angeklagten
Heinrich Beck
geſchritten. Er ſchildert zunächſt ſeine Vorbildung. Er
war bis zu ſeiner Militärzeit beim Zentralkirchenfonds
tätig, wo er die Buchführung und Rechnungsaufſtellung
ausführte. Nach ſeiner Entlaſſung vom Militär kam er
1902 auf Veranlaſſung des Geheimerats Haas in den
Genoſſenſchaftsverband, wo er zunächſt auf dem Burean
beſchäftigt wurde. 1904 kam er nach Abſolvierung eines
Kurſes für Reviſionsbeamte in die Reviſionsabteilung,
zu=
nächſt als Reviſionsaſſiſtent. 1906 ſtellte er im Auftrag
des Genoſſenſchaftsverbandes auf Wunſch der Nieder=
Modauer Kaſſe die Bilanz für 1905 auf. Hierfür erhielt
er nur Diäten und ſein Gehalt durch den Verband. Er
hatte hier mehrere Wochen zu tun gehabt, die Arbeit war
ſehr kompliziert, da die Bilanz von 1904 von dem Lehrer
Adelberger nach Kontoauszügen geſtellt war, die oft
Ad=
ditionsfehler aufwieſen. Auf Fragen ſeinerſeits erwiderte
Adelberger, daß die Bilanz durch Ab= und
Zuſchrei=
bungen ſtimmend gemacht wurde. Die von
ihm, Beck, aufgeſtellte Bilanz von 1905 ſei nach den
Unter=
lagen in Ordnung und richtig geſtellt geweſen. Ob die
Unterlagen geſtimmt hätten, habe er nicht geprüft, das
ei ſeiner Meinung nach eine innere Ver
waltungsangelegenheit. Die Bilanz von 1905
chloß mit einem Gewinn ab. Für 1906 ſtellte er die Bilanz
im Auftrage des Adam privatim auf, wofür er 1100 Mark
erhielt. Er ſei faſt jeden Samstagnachmittag und
Sonntag=
vormittag während dreiviertel Jahre in Nieder=Modau
geweſen und habe die Bücher mehrere Wochen in ſeinem
Hauſe gehabt. Es hätten ſich ſehr viel Anſtände gezeigt,
die ziemlich alle erledigt wurden. Nur die Anſtände, daß
über ein Teil von Zeſſionen, ſowie vorausbezahlten
Kauf=
ſchillingen ein Konto nicht beſtand, konnte nicht beſeitigt
werden, da die Urkunden nicht da waren. Er habe die
Summen deshalb ſo eingeſtellt. Für die Bilanz von 1907
habe er auch die Vorarbeiten geleiſtet. In die Bilanz von
1907 wurde die Bezeichnung „Zweifelhafte Forderungen”
durch das gleichbedeutende „dubioſe” erſetzt. Dieſe
Du=
bioſe wurde zum vollen Wert in die Bilanz eingeſtellt.
Beck glaubte ſich dazu berechtigt, denn hierüber ſein ein
Vor=
ſtands= und Aufſichtsratsbeſchluß herbeigeführt worden.
Der Bericht des Angeklagten Beck an den
Genoſſenſchafts=
verband, der über die Verſammlung vom September 1906
berichtete, in der die Verhältniſſe der Kaſſe neugeregelt
wurden, und mit Rückwirkung vom 1. Januar 1906 der
Zinsfuß für Schuldſcheine und Darlehen erhöht wurde
und ein Gewinn von 1905 herangezogen wurde, iſt ſeitens
des Verbandes mit der Bezeichnung ad acta verſehen.
Am 1. April 1908 wurde er Rechner des Nieder=Modauer
Vereins, nachdem Adam auf Veranlaſſung der
Genoſſen=
ſchaftsbank und des Genoſſenſchaftsverbandes ſein Amt
niederlegen mußte, da er auf die Anfragen und
Aufforde=
rungen nach Sicherheiten und Urkunden gar keine oder nur
unzureichende Antworten erteilte.
Kurz nach ſeinem Amtsantritt habe er einen
Aufſichts=
rats= und Vorſtandsbeſchluß erwirkt, daß er für die von
ihm aufgeſtellten Bilanzen von 1905, 1906 und 1907 nicht
haftbar gemacht werden ſolle. Er wollte dies aus dem
Grunde bewirkt haben, weil er nicht wußte, ob die
Unter=
agen zu dieſen Bilanzen richtig ſind. Es habe im
Auf=
ſichtsrat und Vorſtand niemand etwas bei dieſem
Ver=
langen gefunden und nach den Beweggründen gefragt,
daß er für Arbeiten, die er ſelbſt gemacht hat, nicht
ver=
antwortlich ſein will. Daß Adam zum Kontrolleur
ge=
wählt wurde, habe er nicht angeregt jedenfalls ſei dies
aus Mitgliedskreiſen geſchehen. Er habe der Wahl aber
zugeſtimmt. Bei der Uebergabe der Kaſſe waren 40 Marl
Kaſſenbeſtand vorhanden. Er habe zunächſt längere Zeit
zu tun gehabt, die Urkunden zuſammenzuſuchen. Die
Schuldverſchreibungen hätten im Tanzſaal frei auf Tiſchen
gelegen, ſelbſt auf dem Boden hätte er Urkunden gefunden.
Bei Neuanlegung der miſerabel geführten Bücher habe er
dann noch verſchiedene Anſtände gefunden, wie
Nichtein=
tragung von Zeſſionen und Einſtellung von großen
Zins=
rückſtänden und anderes. Von den Reviſionsberichten von
1905 und 1906 habe er keine Kenntnis gehabt, auch 1908
noch nicht von der Mißwirtſchaft im Verein. 1908 teilte
die Genoſſenſchaftsbank der Nieder=Modauer Kaſſe mit,
daß Wechſel in Höhe von 320000 Mark im Lauf ſeien, die
von Nieder=Modau akzeptiert ſind. Schon am 1. März
1905 hatte der Aufſichtsrat mit Entrüſtung davon
Kennt=
nis genommen, daß Wechſel in Höhe von 90000 Mark an
Pallmann und Roßmann für die Kaſſe akzeptiert worden
waren. Mit dieſer Summe wurde damals das Konto des
Adam und Pallmann belaſtet, und das Geld ſollte mit 6½
Prozent verzinſt werden. Als dieſe neuen Wechſel
be=
kannt wurden, beauftragte die Kaſſe die
Genoſſenſchafts=
bank, Recherchen über dieſe Wechſel anzuſtellen. Adam
den er fragte, gab zu, daß er die Wechſel unterſchrieben
habe. Bürgermeiſter Roßmann, der ja ſelbſt ſtets
be=
trunken geweſen ſei, habe geantwortet: Ich habe Wechſel
unterſchrieben, ohne das geringſte Bedenken. Ich habe ja
von Wechſelgeſchichten keine Ahnung. Daß die
Unter=
ſchrift Roßmanns gefälſcht war, wußte natürlich er nicht
und auch nicht die Genoſſenſchaftsbank. Er habe ſpäter
eine Auskunft über die angeſtellten Recherchen nicht
er=
halten, wohl aber glaubte er, daß ſich Ihrig von Pallmann
Sicherheiten geben laſſen würde. Die Genoſſenſchaftsbank
erhielt dann auch den Auftrag von Nieder=Modau, die
Wechſel einzulöſen.
Im Mai 1907 habe er dann feſtgeſtellt, daß ein
Kaſſen=
vorrat von 12000 Mark beſtehen müßte. Er habe damit
das Konto des Adam belaſtet, womit er die Summe für
die Kaſſe geſichert gehalten, denn Adam galt für ſehr reich.
Der Kaſſenvorrat der garnicht da war
wurde in die Aktiva eingeſtellt. Er, Beck, habe
das für berechtigt gehalten. Im Jahr 1909 ſtellte er für
die Bilanz von 1908 feſt, daß ſich durch die
uneinbring=
lichen Forderungen, ein Verluſt für den Verein in Höhe
von 260000 Mark ergab. Selbſt wenn dieſe Summe noch
als Aktiva eingeſtellt worden wäre, kam eine Unterbilanz
von 14000 Mark heraus. Es wurde daraufhin mit dem
Angeklagten Ihrig Rückſprache genommen und man ſei
ſich darüber einig geweſen, daß die Kaſſe gehalten werden
müſſe und gehalten werden könne. Da der Verluſt durch
die Nachläſſigkeit des Vorſtandes und des Aufſichtsrats
ermöglicht wurde, ſollten dieſe auch perſönlich und
ſoli=
dariſch dafür haften. In einer Verſammlung von
Vor=
ſtand und Aufſichtsrat des Vereins im November 1909
wurde dann beſchloſſen, daß die Mitglieder des
Vor=
ſtandes und Aufſichtsrats eine Schuldurkunde über 275000
Mark unterſchreiben ſollten, durch die ſie ſich verpflichten,
die Summe bis 1919 auf Anfordern ohne Kündigung zu
zahlen. Es wurde dann weiter beſchloſſen, wie Beck
an=
gibt, auf Vorſchlag des Angeklagten Ihrig, dem
Aufſichts=
rat und Vorſtand aus dem Verdienſt des Vereins jährlich
5000 Mark zu überweiſen, welche Summe aber nicht
aus=
gezahlt, ſondern zur Tilgung jener Schuldſumme von 275000
Mark verwandt werden ſollte, Auf Vorhalt des Vorſizenden
gibt Beck zu, daß den Mitgliedern des Aufſichtsrats weiter=
hin außerdem für jede Sitzung 3 Mk. gezahlt wurde für ihre
Tätigkeit. Ihrig hätte auch verſprochen, wenn die
Schuld=
anerkenntnis unterſchrieben werde, könnte er auch aus
einem Fonds dem Verein Summen zur Verfügung ſtellen.
Nachdem der Schuldſchein unterſchrieben war, erſchien die
Summe von 260000 Mark, die bisher als uneinbringliche
Forderungen in den Aktiven der Bilanz ſtanden, wieder
in der Aktiva. Auf die Frage des Vorſitzenden, ob
das noch eine richtige Bilanz ſei, antwortete Beck,
dasſei eine eigene Frage.
Wie aus einem Brief hervorgeht, wurde nach einer
Beſprechung Becks mit Pallmann P. aus dem Wechſelkonto
Pallmann=Adam ausgeſchieden und Adam haftete von da
allein für die Wechſelſumme. Aus welchem Grund das
geſchah, könne er nicht ſagen. Das Konto Adams bei dem
Nieder=Modauer Verein betrug damals etwa 366000
Mark.
Bei der Generalverſammlung wurde nichts davon
er=
wähnt, daß der Verluſt eine ſolche Höhe erreicht hatte, es
wurde nur mitgeteilt, daß ein Verluſt entſtanden ſei, der
vom Vörſtand und Aufſichtsrat übernommen worden ſei
Auch von der hohen Belaſtung Adams wurde der
Gene=
ralverſammlung nichts mitgeteilt. In der gemeinſamen
Sitzung wurde noch beſchloſſen, Adam zur Uebergabe von
Sicherheiten und Beibringung von anderweitigen
Liegen=
ſchaften zu veranlaſſen. Die Bemühungen wären ohne
Erfolg geweſen
Im Laufe der Jahre 1908 und 1909 habe er ein
Kaſſenmanko von 2000 Mark gehabt, es ſei ihm deshalb
ein Kredit von 2000 Mark bewilligt worden. Da ihm ſonſt
noch Ausgaben im Intereſſe des Vereins erwachſen ſeien,
hat er den Kredit um 3000 Mark überſcheitten. Um dies
zu verdecken, fälſchte er das Protokoll über die
Vorſtands=
ſitzungen. Dieſe Fälſchung gibt Beck zu. Er will dieſes
Beld nur im Intereſſe der Kaſſe verbraucht haben. Ferner
wird Beck zur Laſt gelegt, Adam 1908 und 1909 noch 27000
Mark ausgezahlt zu haben. Er habe dies getan, weil ihm
Adam ſagte, er brauche Geld für die Engagements mit
Pallmann, dann habe er ein Haus gebaut, und auch
hier=
für habe er Gelder verlangt. Drei Meiſter, die an dem
Haus arbeiteten und Geld verlangten, ſeien
Aufſichtsrats=
mitglieder geweſen. Alle Zahlungen an Adam erfolgten
gegen Quittung. Eine Quittung von Adam vom 5.
Sep=
tember 1908 über 350 Mark änderte er auf 550 Mark ab,
weil er bei Kaſſenſchluß ein Kaſſenmanko von 200 Mark
feſtſtellte und ſich dann entſann, daß er Adam 550 Mark
ausgezahlt habe. Die Aenderung in den Büchern erfolgte
erſt längere Zeit danach. Beck erklärt, er halte ſich
für berechtigt, eine Quittung, die er in
Hän=
den habe, abzuändern, da er genau wußte, daß er
550 Mark ausgezahlt habe. Auf den Gedanken, ſich die
zu=
viel gezahlten 200 Mark von Adam zurückgeben zu laſſen,
iſt er anſcheinend aus leicht begreiflichen Gründen nicht
gekommen. Ferner ſoll Beck nach Notizen Adams dem
Adam in mehreren Fällen weniger Geld gegeben haben,
als er ſich Quittungen ausſtellen ließ, oder Adam mußte
auch Quittungen ausſtellen, ohne daß er Geld erhielt.
Beck beſtreitet das ganz entſchieden.
Gegen 2 Uhr wird die Verhandlung auf Donnerstag
vertagt.
Die Ausſtellung für
Geſchäftsbedarf und Reklame.
M. St. Frankfurt, 9. April.
Die Ausſtellung für Geſchäftsbedarf und Reklame, die
morgen, Donnerstag, in der Feſthalle in Frankfurt a. A
eröffnet wird, war heute nachmittag den Vertretern der
Preſſe in einer Vorbeſichtigung zugänglich. War die
Ausſtellung ſelbſt, ſoweit die einzelnen Stände in Frage
es wurde überall
kommen, auch noch höchſt unfertig,
noch mit Hochdruck gearbeitet — ſo läßt die
Vorbeſichti=
gung doch die Feſtſtellung zu, daß die Ausſtellung die
um=
fangreichſte und erſchöpfendſte iſt, die je in einer deutſchen
Stadt gezeigt wurde, und ſie liefert den Beweis, wie
un=
gemein fortgeſchritten unſere deutſche Induſtrie auf den
in Frage kommenden Gebieten iſt. Vielfach, ja faſt
durch=
weg, iſt ſie imſtande, die Konkurrenz mit dem Auslande,
hier vor allem mit Amerika, das als klaſſiſches Land
prak=
tiſcher Arbeit allerdings bahnbrechend war und auch noch
heute führend iſt, erfolgreich aufzunehmen. Wie faſt auf
allen Gebieten, hatten auch auf dem der maſchinellen
Bu=
reaubedarfartikel deutſche Ingenieure und Techniker die
Erfindungen des Auslandes vertieft und mit der
deut=
ſchen Gründlichkeit und Zuverläſſigkeit ausgebaut. Und
noch eins iſt es, was dieſe Ausſtellung eklatant erweiſt,
den Aufſchwung unſeres Buchgewerbes und aller
ver=
wandten Zweige, wie Plakate, Druckſachen aller Art,
Packungen und Reklamen, den die letzten Jahre brachten,
ſeit die Beſten unſerer Künſtler ſich in den Dienſt des
Kunſtgewerbes ſtellten. Die faſt 200 Firmen umfaſſende
Liſte der Ausſteller iſt Beweis dafür, in welcher
Groß=
zügigkeit und Vielſeitigkeit auf dieſer Ausſtellung alles
das vertreten iſt, was die einſchlägigen Induſtrien fün
Betriebe jeder Art, ſowohl in bezug auf mechaniſche
Hilfs=
mittel, wie für zweckmäßige Geſtaltung des Buchungs= und
Kundenweſens, der Organiſation des Innen= und
Außen=
betriebes und ſeiner Kontrolle, ſowie der Propagierung
von Produkten und Einrichtungen zum Zwecke ihrer
Ver=
breitung auf den Markt bringen. Ein umfaſſendes,
viel=
verzweigtes Betätigungsfeld umſchließt heute der Begriff
„Geſchäftsbedarf und Reklame” Kein Beruf und keine
Verwaltung die ihrer entraten, und deshalb auch niemand,
der an dieſer Ausſtellung vorübergehen, und darauf
ver=
zichten könnte, kennen zu lernen, was unſer Berufsleben
erleichtern und angenehmer geſtalten. Mühe, Zeit und
Geld ſparen und unſeren Wirkungskreis erweitern ſoll.
Viele bedeutſame Fragen wird jeder Arbeitende in dieſer
Ausſtellung beantwortet finden, die tief in ſeinen
Inter=
eſſenkreis greifen. Organiſation und Arbeitseinteilung
beherrſchen jeden Betrieb, ſei er nun behördlicher,
kauf=
männiſcher oder induſtrieller Natur. Die Ausſtellung
zeigt die Mittel, die eine auf dieſen Gebieten raſtlos
ſchaf=
fende Induſtrie ſchafft und zeigt uns, ſie zu nützen.
Ergänzt wird die Ausſtellung durch eine Kollektiv=
Ausſtellung des Vereins Deutſcher
Reklame=
fachleute, die in zwei Abteilungen, je eine für
Reklame=Produzenten und Reklame=
Ver=
braucher zeigt, welche Höhe heute dieſe modernſte
Er=
cheinung unſeres Verkehrs= und Wirtſchaftslebens
er=
klommen hat, und in welcher Vielfältigkeit der Formen
ſie Anwendung findet.
Die Ausſtellung iſt ſehr überſichtlich arrangiert und
hat in der gleichmäßigen Innenaufteilung der prächtigen
Feſthalle in offene und gedeckte Stände eine
ſympathi=
ſche äſthetiſche Löſung gefunden. Die geſamte
Reklame=
abteilung iſt in den oberen Räumen untergebracht. Sie
bringt als Neuerung auf dem Ausſtellungsgebiete auch
einige Kollektionen des geſamten Reklamematerials
ein=
zelner Firmen.
In den ſeitlichen großen Parterreräumen iſt eine
Sonderausſtellung aus Buchgewerbe und
Gra=
phik arrangiert, die von Herrn Klingſpor=Offenbach
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. April 1913.
mit ausgezeichneter Sachkenntnis und künſtleriſchem
Ge=
ſchmack ausgewählt iſt. An dieſer Abteilung iſt eine
große Anzahl erſter deutſcher Verleger und Künſtler
be=
teiligt. Sie zeigt in hervorragenden Beiſpielen
Buch=
kunſt, Buchbinderkunſt und Gelegenheitsdruckſachen. Der
Zuſammenhang dieſer Abteilung mit Geſchäftsbedarf und
Reklame iſt nur ſcheinbar loſe. Denn eigentlich gab das
moderne Buchdruckgewerbe, dem die Künſtler zuerſt ihr
Können widmeten, die Grundlage zu der ganzen
moder=
nen Bewegung. Eine der koſtbarſten und ſchönſten
Grup=
pen dieſer Abteilung iſt die Auswahl von Erzeugniſſen
der Ernſt=Ludwig=Preſſe (Profeſſor Kleukens)
auf der Künſtlerkolonie, der Privatdruckerei des
Groß=
herzogs. Sie liefert natürlich in erſter Linie in höchſtem
Maße Luruskunſt. Aber dieſe Luxuskunſt iſt von höchſter
Bedeutung für das ganze Buchgewerbe, weil ſie neue
Wege zeigt auch zur Veredelung wohlfeiler
Druckerzeug=
niſſe. Köſtliche Buchwerke ſandte in reicher Kollektion auch
der Inſelverlag, der Verlag Müller=München und viele
andere deutſche Verleger, die mit der Förderung
künſtle=
riſcher Buchausgaben und Drucke eine dankenswerte Kul
turaufgabe leiſten. Tatſächlich haben wir auch hierin ſchon
England, das bisher führend auf dieſem Gebiete war
anerkanntermaßen überflügelt. Außer Büchern und
Ein=
bänden, darunter ſolche von 1000 und mehr Mark Wert
ſind an intereſſanten Einzelſtücken hier ausgeſtellt: genaue
Kopien der Schenkungsurkunde der Hohkönigsburg des
Kaiſers, des Ehrendoktordiploms der Gießener
Univerſi=
tät für den Großherzog, Speiſenkarten und Einladungen
des Großherzogs, Exlibris der deutſchen Kronprinzeſſin,
köſtliche Neudrucke alter Gudrunausgaben, eine kleine,
aber ungemein wertvolle und intereſſante Sammlung eng
liſcher Drucke. Von namhaften deutſchen Künſtlern ſind
vertreten mit größtenteils hervorragenden und
vorbild=
lichen Entwürfen zu Exlibris, Buchſchmuck,
Wappen=
büchern, Schriften uſw. Thoma, Max Klinger, Ciſſarz,
Behrens, Melchior Leichter, Otto Greiner, Baſtanier, Uhde,
Volkmar, Schröter (Karlsruhe). Die Wiener Werkſtätten,
Otto Hupp, Rudolf Koch, Eckmann, u. v. a. Die Liſte iſt
bei weitem nicht erſchöpfend.
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
* Am Mittwoch wurden von den Darmſtädter Fliegern
größere Ueberlandflüge ausgeführt.
Zwi=
ſchen 6 und 7 Uhr morgens ſtieg Leutnant Sommer mit
Leutnant v. Bornſtedt auf zu einem Ueberland
flug nach Mainz. Die Fahrt der 45 Kilometer langer
Strecke dauerte 30 Minuten. Der Flieger landete in
Mainz auf dem „Großen Sand‟ Die Rückfahrt nach
Darmſtadt erfolgte eine halbe Stunde nach der Landung
ebenfalls in 30 Minuten. Ferner flog Leutnant Koch
mit Oberleutnant Ludewigüber Mainz nach
Hei=
delberg, wo ſie glatt landeten. Leutnant Koch bleibt
bis Donnerstag in Heidelberg, um am Donnerstag den
Weiterflug anzutreten. Der Pilot beabſichtigt einen
größeren Ueberlandflug von 300
Kilo=
metern um ſich das dritte Pilotenzeugnis zu erwerben.
Der Weg des Fluges iſt noch nicht feſtgelegt. — Leutnant
Reinhardt mit Leutnant Ritter führte einen
Ueberlandflug nach Deidesheim aus; ſie ſind
dort ebenfalls glatt gelandet. Dieſe Flieger werden
eben=
falls am Donnerstag die Rückfahrt nach
Darm=
ſtadt antreten.
Die Wahrheit über Lunéville.
* Die Tägliche Rundſchau iſt in der Lage, die
Mit=
teilung eines militäriſchen Teilnehmers an
der Fahrt des „Z. 4” zu veröffentlichen, wonach die
ganze Angelegenheit noch viel ſkandalöſer erſcheint, als
ſonſtige private Darſtellungen es ahnen ließen. Es iſt
wirklich völlig unverſtändlich, warum man (bei
Nordoſt=
wind!) ſtundenlang ohne Orientierung an der Grenze
herumfuhr, ſtatt nach Deutſchland hineinzugehen, zumal da
nicht Metz, ſondern Baden=Oos der befohlene
Landungs=
ort war. Entgegen den bisherigen „offiziellen”
Meldun=
gen wird übrigens in unſerer Mitteilung erneut der
Mangel an Betriebsſtoff hervorgehoben, und zum
erſten=
mal die Feſtſtellung gemacht, daß kein Deutſcher von der
Beſatzung des „Z. 4‟ an Bord durfte, während die
Fran=
zoſen ſcharenweiſe ſich darin zu ſchaffen machten! Die
Mitteilung lautet: Was die Fahrt des 3. 4‟ anbetrifft
ſo ſteht ſoviel feſt: Das Schiff hatte nur für ſechs
Stun=
den Benzin an Bord. Man hatte von 8 Uhr vormittags
bis nach 12 Uhr, als man erkannte, daß man in Frankreich
war, keine Orientierung. Man verſuchte gegen 9 Uhr, um
ſich zu orientieren, tiefer zu gehen, ſtellte aber feſt, daß
die Wolken ſehr tief lagen, teilweiſe bis auf 100 Meter
über der Erde. Es wurden Schüſſe gehört, und man
lan=
dete, weil man keine Betriebsſtoffe mehr hatte und auch,
hätte man ſolche noch gehabt. Verwickelungen vermeiden
wollte. Mit der mangelhaften Ausrüſtung an
Betriebs=
ſtoffen bei einer Höhenfahrt, die doch nur Zweck hat be
voll ausgerüſtetem Schiff, und dem ſtundenlangen Fahren
ohne jede Orientierung, weiß man beim beſten Willen
nichts anzufangen. So etwas darf nicht — unter keinen
Umſtänden — vorkommen! Die Beſatzung wurde wie in
Feindesland behandelt. Niemand durfte das Schiff mehr
betreten. Poſten mit aufgeplanztem Seitengewehr waren
an jeder Gondel aufgeſtellt und hatten der Beſatzung den
Zutritt zu verwehren. Dieſe mußte zuſehen, wie Scharen
von Neugierigen, Militär= und Zivilperſonen, das Schiff
betraten, ſich genau umſahen, photographierten und
Meſ=
ſungen vornahmen. Der Diviſionskommandeur wollt
die Offiziere in ſeiner Wohnung verpflegen und unter
bringen, dieſes Anerbieten wurde dankend abgelehnt.
Dar=
auf wurde der Beſatzung Eſſen an das Schiff gebracht. Die
ganze Beſatzung, einſchließlich der Abnahmekommiſſion
blieb über Nacht im Freien. In die Gondeln durfte ſie
nicht. Das Verhalten der Offiziere und Beamten war
we=
der kameradſchaftlich noch ritterlich. Die Beſatzung wurde
faſt verächtlich und ohne jede Achtung behandelt.”
Eine bittere Ergänzung zu dieſer Ausſage bringt die
Illuſtrierte Pariſer Zeitung „Excelſior” die auf der
Titel=
ſeite eine große Photographie aus der hinteren Gondel des
Zeppelin veröffentlicht. Zum erſtenmal gewinnt man hier
einen genauen Ueberblick über die Anordnung und
Lage=
rung der Motoren und der Propeller; und die techniſchen
Angaben, die dieſe ſehr anſchauliche Aufnahme begleiten
laſſen keinen Zweifel darüber, daß man den Zeppelin nicht
nur durchſucht, ſondern auch ſehr gründlich auf ſeine
Eigentümlichkeiten hin unterſucht hat. In dem
begleiten=
den Artikel werden die Zeppeline mit unverhohlener und
rückhaltloſer Anerkennung als wahre „Wunder der
Prä=
ziſion” genau geſchildert und beſchrieben. „Der
Zwiſchen=
fall, der es uns ermöglicht hat, die mechaniſchen Wunder
des Zeppelin aus der Nähe zu betrachten, hat uns
bewie=
ſen, daß wir auf dem Gebiete der Lenkballons im
Ver=
gleich mit den Deutſchen noch Anfänger ſind. Es iſt
über=
flüſſig, darauf einzugehen, welchen Wert die genaue
Kennt=
nis der Anatomie der deutſchen Luftſchiffe für uns
ge=
winnen kann.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 9. April. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 1 Uhr 4 Minuten. — Die
erſte Beratung der Wehr= und Deckungsvorlagen
wird fortgeſetzt. Abg. Doormann (Fortſchr. Vpt.):
Unſere Stellung zu der Vorlage iſt von meinem
Partei=
freunde Dr. Müller=Meiningen ausführlich und auch
deutlich genug dargeſtellt worden. Die Materie iſt ſehr
dürftig begründet; dies beſtärkt uns darin, daß die
Vor=
lage ſachlich geprüft werden muß. Es iſt nicht richtig
daß Dr. Müller den Generalſtab gegen das
Kriegsmini=
ſterium hat ausſpielen wollen. Er hat lediglich auf das
gefährliche Treiben eines Teiles der konſervativen Preſſe
hinweiſen wollen. Auch war es nicht richtig vom
Kriegs=
miniſter, in ſeiner letzten Rede darüber hinwegzugehen,
daß die Militärbehörden und die Diplomatie von den
Er=
eigniſſen auf dem Balkan ſich haben überrumpeln laſſen.
Wir billigen die Erhöhung der Dienſtprämie für
Unter=
offiziere, verlangen aber auch die Ausdehnung dieſer
Einrichtung auf die Marine. Einzig Widerſpruch er
heben müſſen wir gegen die Anwendung der
Militärver=
ordnungsverhältniſſe auf Perſonen, die nach dem Offi
zier=Penſionsgeſetz verabſchiedet werden. Die Zahlen ſind
auch nicht richtig, die hier angegeben werden, wonach noch
mehr Dienſttaugliche vorhanden ſind, als jetzt angeforder
werden. Es wird notwendig ſein, einen großen Teil be
dingt tauglicher Perſonen einzuſtellen; gefordert werden
muß deshalb, daß auch in Zukunft eine peinliche Korrekt
heit beim Aushebungsgeſchäft obwaltet. Es ſind große
Opfer, die dadurch den einzelnen Familien auferlegt
wer=
den, daß ihnen mehr Söhne als bisher durch den
Militär=
dienſt entzogen werden. Da wären verſchiedene Erleich
terungen: Abkürzung der Dienſtzeit, Beurlaubungen uſw.,
am Platze. Hoffen wir, daß die Opfer, die uns durch dieſe
Vorlage auferlegt werden, durch die erhöhte Sicherheit des
Reiches und durch erhöhten Schutz der Volkswirtſchaft
auf=
gewogen werden.
Generalleutnant Wandel: Die Frage der
Aufbring=
ung des Rekrutenerſatzes, wie es die Vorlage fordert, iſt
von der Militärverwaltung eingehend geprüft worden
Dieſe Prüfungen ergaben zweifellos, daß es möglich ſein
wird, ohne irgendwelche Herabſetzung der Anforderungen
an die körperliche Beſchaffenheit die geforderte Zahl der
Rekruten ganz zu ſchaffen. Die Beſtimmungen für die
Aufbringung des Erſatzes ſind 1893 gegeben und bis heute
iſt nichts daran geändert worden. Damals wurde nur
das Körpermaß etwas heruntergeſetzt. (Aha! links.) Ein
verringertes Körpermaß iſt kein Schaden für den
Militär=
dienſt, im Gegenteil, oft ein Vorteil. Während bei den
Franzoſen 82 Prozent der Wehrſähigen ausgehoben
wer=
den, ſind es bei uns nur 58 bis 59 Prozent. Hinſichtlich
der Reklamationen iſt beabſichtigt, irgendeine Aenderung
in dem bisherigen Verfahren nicht eintreten zu laſſen.
Abg. Hägy (Elſ.): Die Vorlage läßt ſich nur
erklä=
ren als die Forderung eines Volkes, das ſich in ſeiner
Exiſtenz bedroht ſieht. Daß dies der Fall iſt, können wir
in Elſaß=Lothringen nicht anerkennen. Wir glauben nicht
an einen Weltkrieg. Die Bevölkerung Elſaß=Lothringens
hat ſich gegen jede Kriegstreibereien ausgeſprochen, und
gerade nationaliſtiſche bekannte Politiker haben an dieſer
Friedenskundgebung teilgenommen. In Frankreich ſind
dieſe Kundgebungen ſicher nicht ohne Eindruck geblieben.
Es hat ſich in der Lage nichts geändert. Es hat ſich nichts
ereignet, was einen Zweifel an der Wehrfähigkeit des
Deutſchen Reiches hervorrufen könnte. Auch die
Begründ=
ung der Vorlage hat unſeren Standpunkt nicht ändern
können. Es iſt durch die Vorlage nur ein Moment der
Beunruhigung in die Bevölkerung hineingetragen
wor=
den, das nicht dem Frieden dient. Im Intereſſe des
Rei=
ches und der Erhaltung des Weltfriedens iſt mit der
Ab=
lehnung der Vorlage am beſten gedient. (Beifall bei den
Elſäſſern.)
Abg. Werner=Hersfeld (Rfpt.): Im Gegenſatz zu
dem Vorredner bin ich der Anſicht, daß die Vorlage eine
Notwendigkeit iſt. Nach den Ausführungen der
Abgeord=
neten Dr. Müller=Meiningen und Doormann müßte man
annehmen, daß ſie ſtrickte Gegner der Vorlage ſind. Aber
ſchließlich werden ſie ſich noch bekehren. Wenn auch die
Regierung in Frankreich den Frieden will, ſo muß man
doch mit der Volksſtimmung rechnen, und deshalb iſt es
gut, wenn wir uns beizeiten vorſehen. Dieſe Vorlage iſt
keine Bedrohung unſerer Nachbarn, ſondern nur eine
Sicherſtellung unſeres Reiches. Das Slawentum
erfor=
dert unſere vollſte Aufmerkſamkeit. Bedenklich iſt das
Vorgehen der Balkanſtaaten. 1911 konnte noch niemand
die Vorgänge vorausahnen, und auch jetzt iſt
charakteri=
ſtiſch die kühne Sprache des Königs von Montenegro, des
Souveräns aller Hammeldiebe. (Stürmiſche Heiterkeit.)
Präſident Dr. Kaempf ruft den Redner wegen der
Aeußer=
ung zur Ordnung. (Erneute ſtürmiſche Heiterkeit.
Abg. Dr. Frank=Mannheim (Soz.): Das Vorgehen
der Regierung gleicht dem des Bauernburſchen, der am
Tiſche ſein Meſſer wetzt und behauptet, nur friedliche
Ab=
ſichten zu haben. (Sehr gut!) Wir hätten die Vorlage
nicht bekommen, wenn wir nicht das Jubiläumsjahr
hätten. Ich will den Vergleich mit 1813 nicht weiter
ſpinnen, wenn auch der Reichskanzler und der
Kriegs=
miniſter ſicher nichts dagegen haben würden, wenn ich ſie
mit Freiherrn vom Stein und Scharnhorſt vergliche. (
Hei=
terkeit.) Einen Napoleon haben wir nicht. Wir müßten
ſchon auf die Serben oder den ſchon erwähnten König
Nikita zurückgreifen. (Große Heiterkeit.) Die
Begründ=
ung mit der Slawengefahr iſt nicht durchſchlagend. Geſtern
iſt das Parlament der chineſiſchen Republik eröffnet
wor=
den. Vielleicht kommt bald der Tag, wo Rußland ſich
größere Sorge um ſeine Oſtgrenze machen muß, als wir
jetzt. (Sehr gut!) Es wird geſagt, die Vermehrung des
Heeres ſolle gegen die Sozialdemokratie wirken; das iſt
ein Kinderglaube. Wenn 60000 Sozialdemokraten
ein=
gezogen werden, ſo kommen 80000 wieder aus den
Ka=
ſernen heraus. (Sehr gut!) Das Zentrum bewährt ſich.
wie überall, ſo auch bei uns wieder als die beſte
Schutz=
truppe für den Militarismus. Eine Reichstagsauflöſung
würde uns nicht dezimieren. Wir haben bei der vorletzten
Wahl nur verloren, weil wir mit dem Zentrum gingen.
(Große Heiterkeit.) Die beſte Sicherung des Reiches iſt ein
einheitliches Recht, ein beſſeres preußiſches Wahlrecht, wie
der beſte Grenzſchutz gegen Rußland eine
polenfreund=
liche Politik iſt. (Sehr richtig!) Das militäriſche Recht
muß reformiert werden. Jeder Offizier, der ein Duell
annimmt, ſollte mit ſchlichtem Abſchied entlaſſen werden.
Die Mitalieder der regierenden Häuſer ſollten der
allge=
meinen Wehrpflicht unterworfen werden. Das
Einjähri=
genprivilegium iſt zu beſeitigen. Auch die Rechtsfeſtlegung
für die Reſerveoffiziere iſt zu fordern. Die politiſche
Ueberwachung iſt bezeichnend, ſie dehnt ſich ſogar auf
Ab=
geordnete und Präſidenten aus. (Hört, hört!) Das
ein=
zige Intereſſe an der Rüſtung hat das Rüſtungskavital;
deshalb iſt es an der Zeit, die Waffenfabriken in die Regie
des Reiches zu nehmen. Das beſſere Verhältnis zu Eng
land iſt zu begrüßen. Es wäre richtig, wenn die Einlad=
ung der Schweiz zu einer Verſtändigungskonferenz
ange=
nommen würde. Das Volk würde ſchon bei einem
Feier=
abendjahr aufatmen. Die Vernunft wird ſich ſchließlich
doch noch zu einer europäiſchen Großmacht auswachſen
Mit uns werden dann auch die bürgerlichen Kreiſe
arbei=
ten. Hinter uns ſtehen dann zwei Kulturnationen und
wir arbeiten zum Segen des Vaterlandes. (Lebh. Beifall
bei den Soz.)
Abg. Häusler (Ztr.): Bei der derzeitigen
politi=
ſchen Lage und bei den geographiſchen Verhältniſſen
un=
ſeres Vaterlandes iſt neben einer ſtarken Flotte auch ein
ſtarkes Landheer die Grundlage für unſere nationale
Exi=
ſtenz. Der einzig ſtichhaltige Grund für die Vorlage iſt
der, daß die allgemeine Wehrpflicht, die jetzt mehr oder
weniger bloß auf dem Papier ſteht, durchgeführt werden
ſoll, da das Heer nicht gleichen Schritt mit der
Bevölker=
ungszunahme gehalten hat. Was nützt aber ein Quin
quennatgeſetz, wenn fortgeſetzt neue Heeresvorlagen
kom=
men? (Sehr richtig! bei den Soz.) Es gibt nur einen
Weg, der wirklich gangbar iſt, um die Ungleichheiten zu
beſeitigen, nämlich die weitere Verkürzung der Dienſtzeit,
die Abſchaffung der dreijährigen Dienſtzeit bei der
Ka=
vallerie und des Einjährigenprivilegs. (Hört, hört! bei
den Soz.) Die geſetzliche Feſtlegung einer längeren
Ur=
laubszeit iſt zu erwägen. Bei Verkürzung der Dienſtzeit
würde die Schlagfertigkeit nicht behindert. In bezug auf
die Marſchfähigkeit und Schießleiſtung iſt das
ſchweize=
riſche Heer uns überlegen. (Hört, hört! bei den Soz.) In
erſter Linie muß die Ausbildung ſich auf das
Kriegs=
mäßige beſchränken, dann findet ſich die Gelegenheit für
die Verkürzung der Dienſtzeit. Es würde der Welt
impo=
nieren, wenn wir die Wiedereinführung der dreijährigen
Dienſtzeit in Frankreich mit einer Herabſetzung unſerer
Dienſtzeit beantworten würden. (Lebhafte Zuſtimmung
bei den Soz.) Eine dreimonatige Ausbildung der
Erſatz=
reſerve iſt dringend zu verlangen. Es iſt nicht richtig, daß
die Erſatzreſerve keinen Wert hätte. Das Jahr 1870 und
der Balkankrieg beweiſen das Gegenteil. Auch hat man
vor 100 Jahren die beſten preußiſchen Erfolge mit den
ſogenannten Krümpern erzielt. Gute Finanzen ſind die
erſte Bedingung für die Erfolge im Zukunftskrieg. Die
Steuerkraft muß geſchont werden, um einen Reſervefonds
zu haben. Bei uns aber iſt die Steuerkraft tatſächlich ſchon
überſpannt. Die Löhnung unſerer Soldaten iſt trotz der
lukrativen Aufbeſſerung im vorigen Jahre (Heiterkeit) ſc
dürftig, daß jeder Vater für ſeinen Sohn noch perſönliche
Opfer bringen muß. Durch die Streichung der
überflüſſi=
gen Pferderationen, der vielen Funktionszulagen uſw.
laſſen ſich viele Millionen erſparen. Auch die Sinekuren
müſſen beſeitigt werden. Die Schießübungen müſſen
ein=
geſchränkt werden. Unſere Truppenübungsplätze koſten
viele Millionen. Der Lurus im Offizierkorps und mit
den Uniformen muß beſeitigt werden. Ohne eine
Revi=
ſion in dieſer Hinſicht iſt für meine Perſon eine neue
Heeresſteuer undiskutierbar. (Lebh. Hört, hört! bei der
Soz.) Ich erkenne den Pflichteifer im Heere an, aber
dennoch iſt vieles zu ändern. Die Vorurteile müſſen
ſchwinden, auch hinſichtlich der jüdiſchen Vorgeſetzten.
(Hört, hört!) Alle Mißſtände, die ſich im Frieden heraus
ſtellen, müſſen beſeitigt werden, da ſie im Falle eines
Krie=
ges einen ungünſtigen Einfluß, ausüben können. (Der
Reichskanzler betritt den Saal.) Wir müſſen auch
auf die Hebung der ſittlichen und religiöſen
Anſchauun=
gen im Heere dringen. Da möchte ich den Reichskanzler
fragen, wie er ſich zu der Erklärung des Kriegsminiſters
ſtellt, und ihn bitten, uns zu ſagen, ob ein Angehöriger
des Offizierſtandes, der den Geboten Gottes und des
Staates entgegen einen Zweikampf annimmt, noch fer
ner für die Verwendung in der Armee geeignet iſt?
(Bravo! im Zentrum.) Unſere Intendanturen arbeiten zu
ſchwerfällig. Auch der Aerztemangel iſt ſchwer
empfind=
lich. (Zurufe bei den Konſ.) Auf Ihren (nach rechts)
Beifall verzichte ich. (Lebhaftes ſtürmiſches Bravo! bei
den Soz.) Die Fortſchritte in der Bewaffnung des
Aus=
landes müſſen bei uns ſtreng berückſichtigt werden. Die
Veteranenfürſorge liegt bei uns ſehr im Argen.
Kriegsminiſter v. Heeringen: Meine Herren, wenn
die Vorlage von den verſchiedenen Rednern kritiſch
ge=
prüft worden iſt, ſo kann ich wohl ohne Uebertreibung
ſagen, es trifft nicht alles zu. Ich ſtehe auf einem gan
anderen Standpunkt. (Heiterkeit.) Für uns kommt ledig
lich die Schlaafertigkeit unſeres Heeres in Frage. Was
die größeren Koſten unſerer Armee im Vergleich zur
fran=
zöſiſchen anlangt, ſo kommt dies von der beſſeren Löhnung
und Unterbringung unſerer Soldaten. Reichtümer hat
noch kein Offizier bei uns erworben. Unſere
Organiſa=
tion und Formation des Heeres koſtet ebenfalls viele
Mil=
lionen. Eine Reduktion der inaktiven Offiziere iſt nicht
möglich. Das Material der Artillerie genügt durchaus.
Die Ausſtellungen hiergegen, die bereits erhoben worden
ſind, beſonders gegen die Ausbildung, halte ich für ſehr
bedenklich, wenn ſie im Auslande bekannt werden. Daß
unſere Artillerie ſchnellſtens marſch= und ſchießfertig iſt
das ſind die einzigen Momente, die bei der Ausbildung
dieſer Truppe befolgt werden. Die Dienſtzeit iſt nicht zu
lang. Man kann mit weniger Zeit unmöglich die
Aus=
bildung der Soldaten vornehmen; je länger die Aus
bildungszeit, um ſo beſſer wird das Soldatenmaterial
werden. Ich glaube, der kleinere Teil ſind nicht die
Vor=
teile der Vorlage, ſondern vielmehr die Schwächen. Wenn
Frankreich jetzt die dreijährige Dienſtzeit für die .
Ka=
vallerie verlangt, ſo beweiſt das, daß man eingeſehen hat,
daß eine Ausbildung der Soldaten in dieſer kurzen Zeit
eben nicht möglich iſt. Die Erſatzreſerve hat noch niemals
größere Erfolge zu verzeichnen gehabt, als wohl in der
Zeit der Schlacht von Dennewitz, wo man das Gewehr
umdrehte und mit dem Kolben dreinſchlug mit den
Wor=
ten: So flutſcht et better.
Bayeriſcher Generalmajor v. Wenninger: Der
Herr Abgeordnete Häusler hat zweifellos ein
ſachverſtän=
diges Urteil gehabt. Wenn er aber während ſeiner aktiven
Dienſtzeit geſagt hätte, ein bis zwei Stunden genügten
zur Dienſtbeſichtigung, ſo würde er es nicht zum General
gebracht haben. Er beſaß ſachverſtändiges Urteil. (Zuruf:
Beſitzt!) Nein, beſaß er, denn nur die Artillerie kannte er
aus eigener Erfahrung. Dieſes Urteil wurde abgeſchloſſen
als er zur Dispoſition geſtellt wurde. Die Infanterie und
Kavallerie kennen zu lernen hatte er keine Gelegenheit
ge=
habt, und er konnte ſich deshalb auch kein Urteil bilden.
Herr Häusler gab zu, daß die Artillerie gewaltige
Fort=
ſchritte gemacht hat. Durch dieſe Aeußerung iſt es klar
bewieſen, daß der Herr kein ſachverſtändiges Urteil
ab=
geben kann. Dieſe Feſtſtellungen muß ich machen ange
ſichts der Tatſache, daß die Aeußerungen des Herrn
Häus=
ler als ſachverſtändiges Urteil aufgefaßt wurden. (
Gro=
ßer Lärm. Unruhe.) Vizepräſident Dove: Hier ſind die
Herren nur Abgeordnete, Sie können alſo nicht von Sach
verſtändigen ſprechen. (Sehr richtig links.) v.
Wennin=
ger fortfahrend: Ich glaubte dieſe Bezeichnung aus einem
Gefühl der Wohlanſtändigkeit gebrauchen zu können. Ich
habe hier nicht als Bundesratsvertreter Bayerns,
ſondern als Angehöriger der Armee geſprochen.
Abg. Laux (bayer. Bauerbund): Der Herr
General=
major ging ohne Zweifel in ſeinem Tone zu weit, er bätte
bedenken ſollen, daß der Herr nicht mehr General, ſondern
Abgeordneter iſt. Abg. Häusler hätte bedenken ſollen,
daß jedes Wort von den Hetzern in anderen Ländern
an=
ders ausgelegt wird, als es gemeint iſt. Wir werden
alles Notwendige bewilligen, alles Ueberflüſſige aber
ſtreichen.
Reichskanzler v. Bethmann Hollweg: Nicht
der letzte Teil der Debatte hat mich veranlaßt, nochmals
das Wort zu ergreifen, ſondern das Bedürfnis, zwei
Punkte, die geſtern und heute erwähnt wurden, kurz richtig
zu ſtellen: Zunächſt muß ich der Auslegung meiner
Aeußerung entgegentreten, die dahin geht, ich hätte das
Slawentum und Germanentum in Gegenſatz gebracht. Ich
betone, daß ich von panſlawiſtiſchen Strömungen
geſpro=
ſchen habe. Man konnte nicht vorausſehen, daß im
gegen=
wärtigen Balkankrieg der panſlawiſtiſche Gedanke eine
markante Rolle ſpielen könnte. Ich will aber auf den
Stand=
punkt des Teils der Publiziſten näher eingehen, die
be=
haupten, ich hätte eine Auseinanderſetzung zwiſchen
Sla=
wentum und Germanentum gefordert. Ich habe gegen
dieſes Schlagwort Widerſpruch eingelegt, ich habe
ein=
gehend davor gewarnt und wiederhole dieſe ernſte
Warn=
ung noch einmal. Die ernſten Mahnworte ſind verwechſelt
worden. Ich habe von panſlawiſtiſchen Strömungen
ge=
ſprochen. Dieſe Strömung iſt aber nicht mit Völkern
identiſch. Angehörige der germaniſchen Raſſe ſind in
gro=
ßer Zahl in alle Länder verſtreut, das iſt auch der Fall
hei den Slawen, deshalb kann davon keine Rede ſein.
Un=
wahr und unrichtig und um deswillen iſt es unrichtig, weil
es zwiſchen uns und Rußland einen Gegenſatz nicht
gibt. Darum ſchädigt dieſes Schlagwort auch unſere
Be=
ziehungen zu unſerem Nachbarreich Rußland. Der zweite
Grund, weshalb ich das Wort ergriffen habe, iſt der,
daß hier von verſchiedenen Rednern eine ganz verkehrte
Darſtellung über die Entſtehung der Wehrvorlage gegeben
worden iſt. Sie iſt weder auf das Drängen des
Wehr=
vereins hin, noch durch eine Kapitulation meines
Nach=
varn, des Herrn Kriegsminiſters, und meiner Perſon vor
dem Generalſtabschef entſtanden, ſondern in Würdigung
der geſamten politiſchen und militärpolitiſchen
Verhält=
niſſe. Bereits im November vorigen Jahres war ich von
der Notwendigkeit einer Ergänzung unſerer Rüſtungen
überzeugt. Auf Grund dieſer Ueberzeugung, die auch von
dem Herrn Kriegsminiſter und dem Generalſtabschef
ge=
eilt wurde, wurden die Vorarbeiten in Angriff
genom=
men. Daß wir mit dieſen Vorarbeiten nicht ſofort an die
Oeffentlichkeit getreten ſind, meine Herren, das brauche
ich wohl nicht zu erklären. Unſer Entſchluß ſtand damals
eſt, denn wir hatten die Verantwortlichkeit erkannt, die
Sicherheit des Reiches in der Zukunft ſicher zu ſtellen. Der
Eindruck, der mir aus den Reden geworden iſt, geht dahin,
aß ſich wohl die große Mehrheit der Parteien dieſes
ohen Hauſes bei dem kommenden Entſchluß von
dem Gefühl der gleichen Verantwortlichkeit leiten laſſen
wird wie wir. (Lebh. Beifall.)
Hiermit ſchließt die Debatte, da die Rednerliſte
er=
ſchöpft iſt. Zur perſönlichen Bemerkung ergreift noch
ein=
ial das Wort Generalmajor v. Wenninger: Ich er=
Kreife nochmals das Wort, weil ich das Bedürfnis habe,
ramens des bayeriſchen Offizierkorps mein tiefſtes
Be=
dauern zum Ausdruck zu bringen, daß Herr Häusler
mit ſeiner Rede nicht den Beifall ſeiner Partei, ſondern
rur den der Sozialdemokraten gefunden hat. (Lärm bei
den Soz.) — Die Debatte wird nochmals eröffnet. — Abg.
Ledebour (Soz.): Ich muß die energiſchſte
Verwahr=
ung einlegen gegen derartige Bemerkungen, die einem
Abgeordneten das Merkmal der moraliſchen
Minderwer=
tigkeit auferlegen ſollen. Daß der Abg. Häusler nicht den
Beifall ſeiner Partei gefunden hat, ging Herrn v.
Wen=
ſinger gar nichts an. Alle Parteien müſſen bei einiger
Selbſtachtung mir zuſtimmen. — Generalmajor v.
Wen=
n inger: Dieſe Worte beweiſen die Richtigkeit meiner
Ausführungen. (Lärm bei den Soz.) — Abg. Frank=
Mannheim (Soz.): Die letzten Worte bieten eine treffende
Flluſtration für die Anmaßung militäriſcher Kreiſe, die
felbſt nicht vor einer Perhorreszierung des Parlaments
urückſchrecken. (Vizepräſident Dove: Das iſt nicht
ge=
chehen.) Frank fortfahrend: Aber verſucht worden
Dieſe Ausführungen ſollten doch nur den Zweck haben,
dem Abg. Häusler als Mitglied des Heeres außerhalb des
Hauſes Schwierigkeiten zu ſchaffen. Dieſe Anmaßung, in
die Stimmung des Parlaments einzugreifen, weiſe ich
zutrück. (Beifall b. d. Soz. Zuruf: Das Zentrum ſchweigt.)
Die Debatte iſt hiermit geſchloſſen. Die Vorlage wird
am die Budgetkommiſſion verwieſen.
Es beginnt die
Generaldiskuſſion über die Deckungsvorlagen.
Staatsſekretär Kühn: Für die erforderliche neue
Geeresverſtärkung ſind für 1913 bis 1915 faſt 1000 300000
Mark aufzuwenden. Wäre dieſe Summe zu dem
Zeit=
punkt unſerer finanziellen und gewerblichen Sanierung
erforderlich geworden, ſo hätte man ernſte Bedenken
haben müſſen, eine Milliarde für dieſe Verſtärkungen
be=
teit zu ſtellen. Nicht die patriotiſchen Erinnerungen an
1813, die ich durchaus nicht verkennen will, waren die
Ver=
anlaſſung, daß wir auf die einmalige Vermögensabgabe
zurückgekommen ſind. Eine Anleihe aufzunehmen, war
uns unmöglich, wenn wir nicht in die alte
Schuldenwirt=
ſchaft zurückkommen wollten und nicht die künftigen
Ge=
nerationen belaſten wollten, die ebenſo militäriſche
Auf=
gaben zu erfüllen haben. Durch die Vermögensabgabe
brauchen wir nicht an eine Verzinſung und Tilgung der
Summe herantreten. Die Vermögensabgabe erzielt, alle,
untter Vorantritt der Bundesfürſten, haben teil daran,
ine gerechte und wenig fühlbare Belaſtung der
beſitzen=
den Kreiſe, verbunden mit Einheitlichkeit und Einfachheit
der Erhebung. Der Wehrbeitrag und ſeine Bedeutung
werden im weſentlichen anerkannt. Der Gedanke würde
ſeiner entſprechenden vaterländiſchen Bedeutung entkleidet,
venn auch nur die Möglichkeit einer Wiederholung
gege=
ben wäre. Das Jahr 1913 ſoll einen Markſtein in der
Ge=
ſchichte des Heer= und Finanzweſens darſtellen. Die
Re=
gberung legt Ihnen in §§ 1 und 2 den Geſetzentwurf einer
beſonderen Beſitzſteuer vor, der im weſentlichen zur
Seckung der dauernden Ausgaben in Höhe von 80
Millio=
nen dienen ſoll. Eine reine Reichsvermögensſteuer mußte
ausſcheiden, nicht nur für jetzt, auch für ſpäter, da wir
den Bundesſtaaten ihre Einnahmequellen aus der
Ein=
komenſteuer ohne Schädigung der eigenen Aufgaben nicht
entziehen dürfen. Eine Ausdehnung der Erbſchaftsſteuer
chien uns auch nicht geraten. Die Beſitzſteuer wird dem
Reich 80 Millionen bringen; ſie tritt am 1. April 1916 in
Kraft, allerdings nur in denjenigen Bundesſtaaten, die
bis zu dieſem Tag beſondere Geſetze in dieſer Richtung
nicht beſchloſſen haben. Ich glaube daß die Anordnung
der Ler Baſſermann=Erzberger entſpricht. Neben der
Beſitzſteuer erſchien uns weiter erforderlich die Einführung
der Stempelabgabe für Aktien=Geſellſchaften und
Ver=
ſicherungsverträge. Als letzter Deckungsentwurf kommt
ſchließlich der Entwurf über das Erbrecht des Staates
ferner die Weiterbeibehaltung der Grundwechſelabgabe
und der Zuckerſteuer für einige Jahre. Neben der Ein=
führung von neuen Steuern hielten wir im Intereſſe der
Schlagfertigkeit des Heeres die Schaffung einer größeren
Metallreſerve (Gold= und Banknoten) für nötig, was
wohl allgemeine Zuſtimmung finden wird. Zugeſtehen
wird jeder, der die Vorlage gewiſſenhaft prüft, daß
Deckung für die Koſten der Heeresverſtärkung
erforder=
lich iſt und daß die gemachten Vorſchläge nach
Möglich=
keit den gerechten Wünſchen des Volkes entſprechen. Der
föderative Charakter des Reiches muß unter allen
Um=
ſtänden gewahrt werden. Der Ausbau unſeres Heeres
hat ſich als notwendig erwieſen. Das geſchieht letzten
Endes doch nur, um dem Reiche die ſichere Wehr eines
kriegsbereiten Heeres zu geben, zur Sicherheit, Wohlfahrt
und Größe unſeres gemeinſamen Vaterlandes. (Lehhafter
Beifall.)
Hierauf wird die Weiterberatung auf
Donners=
tag pünktlich 1 Uhr vertagt. — Schluß gegen 6 Uhr.
* Berlin 9. April. In der Budgetkommiſ
ſion des Reichstages erklärte der Kriegsminiſter
auf eine geſtrige Anfrage des Zentrums über die Duell=
Frage, daß ſeit dem Jahre 1897 aus nichtigen Gründen
kein Duell mehr zuſtande gekommen ſei. In dieſer
Be=
ziehung ſei in erfreulicher Weiſe eine Wandlung der
An=
ſchauungen in dem Offizierkorps eingetreten. Seit dem
Jahre 1897 ſeien 71 Duelle durch Vermittelung des
Ehren=
rates bezw. durch allerhöchſte Entſcheidung verhindert
wor=
den. Auf eine Anfrage bezüglich des Falles des Grafen
Königsmarck erklärte der Kriegsminiſter, daß vor der
Be=
endigung des gerichtlichen Verfahrens gegen den Grafen
Königsmarck das militäriſche Ehrengericht nicht in
Funk=
tion treten könne.
* Berlin, 9. April. In der
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstages wünſchte ein Mitglied der
Fortſchrittlichen Volkspartei zu wiſſen, wieviel jüdiſche
Einjährige in dem letzten Jahre zu
Offiziersaſpiran=
ten befördert oder zu Reſerveoffizieren gemacht worden
ſeien. Der Kriegsminiſter erwiderte, eine Statiſtik darüber,
wieviel jüdiſche Einjährige zu Offiziersaſpiranten
beför=
dert würden, beſtehe nicht. Jeder qualifizierte Einjährige,
gleichviel welcher Konfeſſion, könne nach den beſtehenden
Vorſchriften befördert werden. Ein Zentrumsredner
unter=
ſtützte das Verlangen nach der Vorlage einer Statiſtik
Gegenüber der Klage, daß die Juden in den
Kadetten=
anſtalten keine Aufnahme fänden, führte der
Kriegsmini=
ſter aus, daß es ſich hier um chriſtliche Erziehungsanſtalten
handle. Der Schluß der Zentrumsreſolution, betr. eine
Statiſtik über den Reſerveoffizier=Erſatz, wurde
ange=
nommen.
Die Erkrankung des Papſtes.
* Rom, 8. April. Alle Kardinäle und das
diplo=
matiſche Korps verlangen Nachrichten über den Zuſtand
des Papſtes. Die Kardinäle de Lai, Gennari, delle
Volpe, die Botſchafter von Oeſterreich=Ungarn und Italien,
der ſpaniſche Geſandte, der bayeriſche Geſandte, der
Groß=
meiſter des Maltheſerordens begaben ſich zum
Staatsſekre=
tär Merry del Val und baten um Nachricht. Die Schweſtern
und die Nichte des Papſtes beſuchten dieſen um 4 Uhr
30 Min. und unterhielten ſich bis 8 Uhr abends mit ihm.
* Rom, 8. April. Die Blätter beſchäftigen ſich
ein=
gehend mit der Erkrankung des Papſtes. Die
Tribuna ſchreibt, der Papſt wäre von der letzten
Krank=
heit noch nicht völlig wiederhergeſtellt. Man hätte ihn
Empfänge, wenn auch in beſchränkter Zahl, wieder
auf=
nehmen laſſen, nur weil er ſeine Untätigkeit bedauerte.
Dies ſei für die gegenwärtige Erkrankung mit von
Ein=
luß geweſen. Seit einiger Zeit ſei eine große
Herz=
chwäche und Unregelmäßigkeit in der Herztätigkeit
feſt=
geſtellt worden. Auch ſeien neuerdings Eiweiß im Urin
und deutliche Anzeichen dafür feſtgeſtellt worden, daß die
Nieren in Mitleidenſchaft gezogen ſeien.
* Rom, 8. April. Das Giornale d’Italia verzeichnet
eine Verſion, wonach der Papſt geſtern abend einen
Ohnmachtsanfall erlitten habe, fügt jedoch hinzu,
daß eine andere Verſion, wonach der Papſt Schüttelfroſt
verſpürte und ihn ein Fieber befiel, größeren Glauben
ver=
diene. Prof. Marchia=Fava ſtellte feſt, daß die
Er=
krankung keinen beunruhigenden Charakter trage. Das
Blatt ſagt weiter: Der Papſt iſt ſo deprimiert, daß der
Beſuch ſeiner Schweſtern ihn ſehr bewegt. Abends
ver=
ließ die ältere Schweſter den Vatikan mit Weinen und
ge=
öteten Augen. All dies macht großen Eindruck im
Vati=
kan. Die Pilger, die nach der Wiederherſtellung des
Papſtes empfangen werden ſollten, begaben ſich in die
Ba=
ſilika von St. Peter, um gemeinſame Gebete für die
Ge=
ſundung des Papſtes abzuhalten.
Rom, 8. April. Zwiſchen 7 und 8 Uhr beſuchten
die Aerzte Marchia=Fava und Amici wiederum den Papſt.
Man verſichert, daß ſie eine Beſſerung in ſeinem
Be=
inden feſtgeſtellt hätten. Die Temperatur hält wenig über
37 Grad.
* Rom 9. April. Die Vita ſchreibt: Das Fieber
hält ſich beim Papſte auf 38 bis 38½ Grad, die Atmung,
die ein beunruhigendes Symptom bot, iſt jetzt
zufrieden=
tellender. Vor der heutigen genauen Unterſuchung und
Anwendung beſtimmter Medikamente läßt ſich über die
Schwere der Krankheit nichts ſagen. Der Vita zufolge
handelt es ſich um Nierenentzündung.
Rom 9. April. Der Papſt verbrachte eine
ſchlaf=
loſe, ziemlich unruhige Nacht. Gegen 11 Uhr
ve=
merkte Dr. Amici, welcher im Nebenzimmer wachte, daß
die Temperatur auf über 38 Grad geſtiegen war. Indeſſen
war der Papſt heute früh fieberfrei. Die Doktoren
Marchiafava und Amici machten dem Papſt einen
einſtün=
digen Beſuch. Der Papſt iſt ſehr ſchwach und verweigert
die Nahrungsaufnahme. Seine Umgebung überredete
ihn mit Mühe, wenigſtens Milch und Eier aufzunehmen.
Die Audienzen ſind für den ganzen April abgeſagt worden.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* Wien, 9. April. Das Fremdenblatt folgert aus
den Aeußerungen der leitenden
Staatsmän=
ner insbeſondere aus den Reden Saſonows, di San
Ziulianos, Bethmann Hollwegs und Greys daß die
Hoff=
nung gerechtfertigt ſei, daß ſich das Ziel, das ſich die
Poli=
tik Europas geſetzt hat, mit der nötigen Geduld und
Zähig=
keit auch tatſächlich in Frieden erreichen laſſe. Das
Frem=
denblatt konſtatiert befriedigt, daß Oeſterreich=Ungarn ſich
mit ſeinem Standpunkte und der Entſchloſſenheit, die
Ver=
eitelung der einmal gefaßten europäiſchen Beſchlüſſe nicht
zuzulaſſen, in voller Uebereinſtimmung mit den
Groß=
nächten befindet, woraus die Schlußfolgerung gezogen
werden könne, daß trotz aller Hemmungen und
Schwierig=
eiten der auf die Erhaltung des Friedens gerichtete Wille
Europas ſich bis ans Ende ſiark genug erweiſen werde,
um alle illegitimen Widerſtände und leichtſertigen
Pro=
vokationen in die gebührenden Schranken zu bannen.
* Wien 9. April. Die Reichspoſt erfährt: In
maß=
gebenden Kreiſen wird die Lage ſeit geſtern
optimi=
tiſcher beurteilt. Die Ausſchiffung der ſerbiſchen
Trup=
pen in Saloniki erfolgte auf die Initiative der ſerbiſchen
Regierung welche auch weitere Nachſchübe von Truppen
und Munition nach Skutari nicht mehr machen will. In
der Antwort auf die Vorſtellungen der Großmächte
er=
ſuchte Serbien auch um eine genaue Bekanntgabe der
feſt=
geſetzten Grenzen Albaniens, der Wunſch ſoll erfüllt
wer=
den. Man knüpft daran die Erwartung, daß Serbien dann
auch die Konſequenzen ziehen und Albanien räumen wird.
Es wird beſtätigt, daß die montenegriniſche Regierung die
offene Order der Pforte an Eſſad Paſcha über den Abzug
der Zivilbevölkerung von Skutari mit dem Hinweis auf
militäriſche Gründe nicht durchließ.
Die Kundgebung gegen Montenegro.
* Petersburg, 8. April. Wie die Petersburger
Telegraphen=Agentur meldet, iſt die Note über die
Hal=
tung der ruſſiſchen Regierung bei der
Flot=
tendemonſtration gegen Montenegro, welche
in auswärtigen Blättern am 6. April veröffentlicht und
dem ruſſiſchen Miniſterium des Aeußeren zugeſchrieben
wurde, erfunden.
London, 9. April. Die Daily Mail ſchreibt: Es
iſt eine Frage für die beteiligten Mächte, ob ſie nicht ſelbſt
nach der Herausforderung Montenegros
König Nikolaus eine goldene Brücke bauen und ihm durch
eine handgreifliche Kompenſation einen ehrenvollen
Rück=
zug ermöglichen könnten, vorausgeſetzt, daß er bereit wäre,
auf Skutari zu verzichten und ſeine Truppen von der
Be=
lagerung der Stadt zurückzuziehen, könnte man ihm eine
Summe Geldes anbieten, die es ihm ermöglichen würde,
die Verluſte, die ſein kleiner Staat während des Krieges
erlitten hat, wettzumachen und das Landgebiet, das ihm
zufallen wird, zu entwickeln. Das iſt vielleicht kein
hero=
iſcher Kurs für die Mächte, aber, um ein größeres Unheil
zu verhüten und dem Frieden den Weg zu ebnen, würde
das europäiſche Konzert gut beraten ſein, wenn es in die
Taſche griffe.
Die Botſchafter=Konferenz in London.
* London, 8. April. Wie das Reuterſche Burequ
erfährt, wird die Botſchafter=Vereinigung, die
heute im Auswärtigen Amte zuſammentrat und über zwei
Stunden dauerte, vor Freitag nachmittag nicht mehr
zu=
ſammentreten. Die Botſchafter trafen die Entſcheidung
über die Bedingungen der Antwort, die die Mächte
den Balkanſtaaten als Antwort auf ihre letzte Note
überreichen werden. Im Laufe des Abends ſandten die
Botſchafter Telegramme an ihre Regierungen, in denen
ihre Entſcheidungen dargelegt werden. Es beſteht Grund
zu der Annahme, daß die den Balkanverbündeten bereits
mitgeteilten Entſcheidungen der Mächte unverändert
geblieben ſind, und daß dieſe aus der Antwort
her=
vorgehen. In den zuſtändigen Kreiſen wird betont, daß
die wirkliche Frage die ſei, ob die Kriegführenden den
Frieden wünſchen. Im bejahenden Falle, ſo wird erklärt,
ſollte wohl keine Schwierigkeit beſtehen, den Frieden
zu=
ſtande zu bringen. Es ſollen zwei Vorſchläge finanziellen
Charakters gemacht werden, die einen gewiſſen Einfluß
auf die montenegriniſche Regierung haben dürften. Aber
über keinen dieſer Punkte iſt eine genaue Auskunft zu
er=
halten. Der montenegriniſche Friedensdelegierte hatte
heute eine Unterredung mit dem franzöſiſchen Botſchafter
und beſuchte ſpäter Sir Artur Nicolſon im Auswärtigen
Amte.
Auslaſſungen König Nikitas.
* Die National=Zeitung hatte ſich an König Nikolaus
von Montenegro mit der Frage gewandt, wie er ſich
gegenüber dem Einſpruch der Großmächte gegen die
Be=
lagerung Skutaris zu verhalten gedenke. Der König
ant=
wortete mit nachſtehendem Telegramm: „Cetinje, 7. April.
Auf Ihre heutige Anfrage wollen Sie folgendes zur
Kenntnis nehmen: Wir hegen die tiefſte Ueberzeugung,
daß unſere Sache vor Gott und den Menſchen gerecht iſt.
Wir wünſchen dem albaniſchen Volk alles Gute und wollen
mit ihm im beſten Einvernehmen als gute Nachbarn leben.
Die Stadt Skutari iſt jedoch der uralte Sitz unſerer
Kö=
nige geweſen. Skutari iſt für unſere nationale und
wirt=
ſchaftliche Entwickelung unentbehrlich, und wir werden nur
einer großen Uebermacht gegenüber auf dieſe Perle des
Landes verzichten.”
20 Millionen in bar ſtellen auch
eine gewiſſe Uebermacht dar, der man ſich beugen kann,
wenn man will. — Nach einer anderen Mitteilung, die
ber wenig Glauben verdient, habe König Nikita erklärt,
daß er, falls man ihn mit Gewalt an der Fortſetzung der
Belagerung Skutaris hindern werde, ſich zur Abdankung
gezwungen ſehe. Wie der Temps weiter meldet, ſollte
König Nikolaus hinzugefügt haben, daß in dieſem Falle
das montenegriniſche Volk ſich unter ſerbiſche Oberhoheit
ſtellen ſolle. (2)
Letzte Nachrichten.
H. B. Wien, 9. April. Der Pariſer Korreſpondent
der Neuen Freien Preſſe erfährt von unterrichteter Seite,
daß die Mächte die Regierungen von Petersburg und
Rom, die in der jetzigen Kriſe ihre freundſchaftliche
Ge=
ſinnung zu Montenegro gezeigt haben, mit der Miſſion
betrauten, perſönlich Verhandlungen mit
Kö=
nig Nikita einzuleiten, in denen für Montenegro
fi=
nanzielle und territoriale Vorteile in Ausſicht geſtellt
wer=
den, die König Nikita nur dann ablehnen könnte, falls er
ſeine perſönliche Eitelkeit und das beſchränkte Intereſſe
für die Popularität der Dynaſtie über die wirtſchaftlichen
Intereſſen ſeines Landes ſtellt. Man glaubt aber hier
an=
nehmen zu können, daß es der montenegriniſchen
Regie=
rung gelingen wird, den Eigenſinn ihres Souveräns zu
brechen, und daß die montenegriniſche Frage nunmehr
ihrer endgültigen Löſung entgegengeführt wird. Auch die
ſerbiſche Regierung wirkt in Cetinje auf dieſe friedliche
Löſung hin. Man weiß hier, daß Serbien, das ſeinen
Alliierten mit Soldaten unterſtützte, ihm kürzlich eine
An=
leihe verweigert hat, und daß ferner Serbien in Cetinje
darauf hingewieſen hat, daß es durch die Blockade
ver=
hindert ſei, die montenegriniſche Belagerungs=Armee vor
Skutari durch Truppen zu verſtärken. Alle dieſe Momente
wirken zuſammen, um ein Nachgeben des Königs Nikita
vorausſehen zu laſſen.
Literariſches.
Durch ganz Europa geht unverkennbar eine Woge
nationaler Erhebung, weltgeſchichtliche Probleme tauchen
auf, und aufs große Ganze richtet ſich der Blick beſorgter
Vaterlandsfreunde. Die geſchichtlichen Ereigniſſe der
Ver=
gangenheit werden wieder lebendig — beſonders jener
Epoche, die die Grundlage der heutigen politiſchen
Ent=
wvicklung geworden iſt. Unter Beeinflußung ſolcher
Ver=
hältniſſe ſchrieb Hermann Stegemann ſeinen Roman „Die
Krafft von Illzach”, der in dem ſoeben erſchienenen Heft
14 der Gartenlaube ſeinen Anfang nimmt und allen
Reichsdeutſchen willkomen ſein muß. Der Roman verſetzt
uns zunächſt in die Tage der Mobilmachung 1870, ſchil=
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. April 1913.
Nummer 83.
dert mit der Kraft und Plaſtik eines Zola verſchiedene
Schlachtenſzenen und ſtellt dar, welche inneren Kämpfe
und äußeren Lebensſchickſale der Krieg 1870—71 über eine
Familie von ſtarker Kultur und Eigenart gebracht hat, die,
im Elſaß angeſeſſen, nun durch den Krieg und ſeine
Fol=
gen bis an die Wurzeln ihres Daſeins ihres Denkens und
Fühlens erſchüttert wurde. Es entſtand eine vaterländiſche
Dichtung, die zeigt. wie eine gewaltige Zeit Menſchen
reifen laſſen und zu ſittlich und national hochſtehenden
Perſönlichkeiten entwickeln kann.
Lehrbuch des Schachſpiels, Einführung
in alle Zweige des Schachſpiels, als Spielgeſetze,
Spiel=
eröffnungen, Kombinationen des Mittelſpiels (
Fehler=
ausnutzungen), Endſpiele, Spielpraxis (Meiſterpartien)
und Kompoſitionen (Probleme und Studien) von J.
Ber=
ger. Zweite, umgearbeitete Auflage des Katechismus des
Schachſpieles. (Max Heſſes illuſtrierte Handbücher, Band
26.) Max Heſſes Verlag, Leipzig, 1912. Preis 1,50 Mk.
Dieſes Buch hat in der erſten Auflage eine gute Aufnahme
gefunden. In der neuen Auflage hat der Autor alle
ſeit=
herigen Fortſchritte in der Schachtheorie berückſichtigt und
insbeſondere auch dem Anfänger das Studium des Buches
im erſten Teile durch Einfügung von Diagrammen und
durch ausführliche Erklärungen erleichtert.
Stimmen aus dem Publikum.
Für
dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
röffentlichungen und
örund des § 21 Abſ. 2 des
keinerlei Verantwortung für ſie bleibt auf
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Ueber die Kartenausgabe für den Zuhörerraum in
der Verhandlung gegen Adam und Genoſſen wird lebhafte
Klage geführt, da zu wenig Karten, wie man uns ſagte,
mur 50 Stück, ausgegeben werden dürfen. Um dieſe
wenige Karten wird ſich faſt geriſſen und man muß
über=
haupt von Glück ſagen, wenn man eine ſolche erhaſcht.
Landleute, die es am meiſten angeht und die extra
hierher=
kommen, mußten länger wie ¼ Stunde vor der
Haus=
verwaltersloge im Gedränge warten, bis ſich jemand in
der Loge ſehen ließ, und ſchließlich mußten ſie
unverrich=
ſteter Weiſe abziehen. Der Zuhörerraum iſt doch groß
ge=
nug für 80 Sitzplätze. Warum ſorgt man nicht für weitere
Sitzgelegenheit und warum gibt man die Frauenplätze
nicht frei, da Frauenkarten faſt gar keine verlangt werden.
Das Publikum hat ein großes Intereſſe an dieſem Nieder=
Modauer Bankkrach und dementſprechend müßte die Be
hörde alles tun, daß möglichſt viele Zuhörer den
Verhand=
lungen beiwohnen können.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)
* Köln, 9. April. Unter Teilnahme von über 200
VVereinen und in Gegenwart des Oberpräſidenten von
Rheinbaben, der Spitzen der Militär= und Zivilbehörden
von Köln, der Regierungspräſidenten von Aachen und
Düſſeldorf, der Oberbürgermeiſter von Aachen und Bonn,
von Vertretern der Rheiniſchen Adelsgenoſſenſchaft, der
evangeliſchen und jüdiſchen Geiſtlichkeit und von Reichs=
und Landtagsabgeordneten fand heute die feierliche
Inthroniſation des Erzbiſchofs von Köln,
Dr Felix v. Hartmann, ſtatt.
* Königſee, 9. April. In der vergangenen Nacht
ent=
ſtand in dem benachbarten Ort Unterhain Feuer. Es
brannten ſechs Wohnhäuſer und zehn Nebengebäude
nie=
der. Der angerichtete Schaden iſt ſehr groß. Die
Ur=
ſache iſt unbekannt.
* Chriſtiania, 9. April. Das Blatt Tidens Tegn
mel=
det aus Spitzbergen vom 8. April: Die
Expedi=
tion Staxrud iſt jetzt marſchfertig. Staxrud ging
heute hier mit 16 Hunden ab. 5 davon waren von Green
Harbour. Loſer Schnee verzögert das Vorwärtskommen,
da aber ſämtliche Hunde friſch ſind, kommt er trotzdem
ſchnell vorwärts. Die Expedition geht die Innenſeite der
Adventbay entlang, um mit der aus der Wydebay
an=
gekommenen ein Zuſammentreffen zu ermöglichen.
Mor=
gen früh geht der Reſt der Expedition mit ſämtlichen 20
Renntieren ab. Beide Expeditionen vereinigen ſich vor
der Adventbay und wenden ſich dann nordwärts. Die
„Hertha” war geſtern ſegelfertig, der Sturm trieb jedoch
das Eis gegen Green Harbour, ſo daß das Schiff nicht
hinauskam. Wenn die Kälte andauert, friert das Schiff
lein.
2
24
. . 3.2W.
2
Trauer-Kleider, TrauerLostüme
3
Trauer-Blausen, Tauer-Rödke ,
Trauer-Mäntel, Trauer-Stoffe
Inereicher Auswahl!
Rnderungen sofart
Gebr. Höstein.
Ludmigsplatz.
1. 2
(840
Hea
4
464a
Neue Kraft durch Bioson!
Ich trank Bioſon zur Kräftigung und Bluterneuerung bei
Blutarmut u. allgemeiner Schwäche u. habe damit den
denk=
bar beſten Erfolg erzielt. Mein Allgemeinbefinden beſſerte
ſich merklich, Kraft u. Energie nahmen weſentlich zu. C.
Wieder, Schweidnitz, Unt. Wilhelmſtr. 22. Unterſchrift
be=
glaubigt: 8. Jan. 1913, Groeger, Kgl. Notar. Bioſon nur echt
in großen Paketen à 3 Mk. in Apotheken, Drogerien. (III,8564
Sie kennen doch alle Juſtus von Liebig?
Den berühmten Chemiker? Nun, kein Geringerer als er
at vor 74 Jahren den hohen Wert der Sodener
Ge=
meindeheilquellen nachgewieſen. Vornehmlich aus zweien
der wichtigſten dieſer Quellen werden Fays ächte Sodener
Mineral=Paſtillen hergeſtellt, und die längſt anerkannte
Wirkſamkeit der Fay’ſchen Paſtillen bei allen Katarrhen
der Luftwege, Heiſerkeit, Huſten, Indispoſition erklärt ſich
damit von ſelbſt. Man achte aber auf den Namen Fay u.
weiſe Nachahmungen zurück. Beſonderes Kennzeichen:
Amtliche Beſcheinigung des Bürgermeiſter=Amtes Bad
Soden a. T. auf weißem Kontrollſtreifen.
(I,8550
Nur veringe Kurkosten
erfordert eine Trinkkur mit Kasseler
Hafer-Kakao. (Nur echt in blauen
Kartons für 1 M., niemals lose!)
Magen- und Darmleidenden
wird der rechtzeitige und
regel-
mäßige Genuß dieses anerkannten
Kräftigungsmittels ärztlich verordnet.
(I,8549
Wann Der Stadtauflage heutiger Ausgabe tiegt ein
Proſpekt bei der Firma Müller & Ober
(Inh. A. Ober), Großh. Hoflieferanten, Karlſtraße 30
derſelbe bildet einen Auszug aus dem Hauptkatalog 1913
der Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer, A.=G., Frank=
(8568
furt a. M., worauf hiermit hingewieſen wird.
Familiennachrichten.
Statt Karten!
(*9778
Frieda Hohlfeld
Willi Gunder
VERLOBTE
Oberwaldhaus
Am Woog
Statt Karten!
Die glückliche Geburt eines Sohnes
be-
ehren sich anzuzeigen
(*9790
Bauinspektor Reuling
und Frau Eugenie, geb. Reiss.
Darmstadt, den 9. April 1913.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Geſtern nachmittag 6 Uhr entſchlief ſanft
unſer guter, lieber Vater
(B8571
Herr
Friedrich Waneim Grom
Geheimer Oberschulrat i. P.
Darmſtadt, 9. April 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Professor Dr. Greim,
Mathilde Greim.
Die Beerdigung findet Freitag, 11. April,
vormittags 11 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt. —
Blumenſpenden und
Kondolenz=
beſuche dankend abgelehnt.
Geute abend verſchied unerwartet mein
innigſt=
geliebter, treuer Gatte, unſer guter Vater,
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager
Herr
Generaldirektor der Firma Cornelius Heyl
Ritter hoher Orden
im nahezu vollendeten 62. Lebensjahre.
Worms, Bensheim, Heidelberg,
den 7. April 1913.
(8581
Im Namen der Hinterbliebenen:
Katharina Hochgeſand, geb. Müller,
Guſtav Hochgeſand, Großh.
Regierungs=
baumeiſter,
Dr. med. Julius Hochgeſand,
Emmi Hochgeſand,
Chriſtel Hochgeſand, geb. Nebel,
Martha Hochgeſand, geb. Nebel,
und 2 Enkelkinder.
Die Beerdigung findet Donnerstag, 10. April,
3 Uhr nachmittags, vom Trauerhauſe
Sieg=
friedſtraße 7 aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten die traurige Nachricht, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, meine
innigſt=
geliebte Frau, unſere herzensgute Mutter,
Tochter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Marle Vhrath
geb. Wallbott
heute abend 10 Uhr nach langem, qualvollem
Leiden zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
In tiefer Trauer:
Philipp Vollrath,
Hedwig Vollrath.
Darmſtadt; den 8. April 1913.
Die Beerdigung findet Freitag, den 11. April,
vormittags 11 Uhr, vom Trauerhauſe
Mühl=
ſtraße 17½ aus, ſtatt.
(8577
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet im Weſten hat ſich weiter
ver=
flacht; weſtlich von Skandinavien iſt eine Depreſſion
er=
ſchienen. Ueber Mitteleuropa lagert normaler Druck, der
ſich noch zu verſtärken ſcheint. Geſtern war es in
Deutſch=
land noch trüb, aber meiſt trocken. Ueber Nacht heiterte
es vielfach auf. Wir dürften jedoch langſam unter den
Einfluß der nördlichen Depreſſion kommen.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 10. April:
Wolkig, meiſt trocken, milder.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende vor 10
Uhr (außer Abonnement): „Das Rheingold”
Verſammlung des Vereins der Hundefreunde
Darm=
ſtadt und Umgegend um 9 Uhr im „Perkeo”
Konzerte: Rummelbräu um 8 Uhr. — Bürgerkeller
um 8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 11. April.
Hofreite=Verſteigerung des Wilhelm Hermann
(Wendelſtadtſtraße 13) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Acker=Verſteigerung des Hch. Philipp Jacoby um
10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr
in der Ludwigshalle.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Dra=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 24).
Faſeleber=Verſteigerung um 11 Uhr im Hauſe
des Faſelhalters Laumann zu Meſſel.
Holzverſteigerung um 9½ Uhr bei Wilhelm
Gru=
ber Witwe zu Thomashütte.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Imimmmiar
II,8321
118
[ ← ][ ][ → ]Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. April 1913.
Seite 9.
estaurant
nmelbrat
Heute Donnerstag Künstler-Konzert!
(8588
Frisch
Lebend
Rheinſalm
Weſerſalm
Silberſalm
Seezungen
Rotzungen
Steinbutt
Heilbutt
Hechte
Karpfen
Schleien
Aale
Forellen
Zander
Maiſiſche
Nordsee-Schellfisch
Nordsee-Cabliau
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Seelachs
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Ludwigsplatz, gegenüber der
„Stadt Pfungstadt‟.
Telephon 40.
Am Dienstag mitag 1. Uhr
wurde auf dem Wege von der
„Bockshaut”, Kirchſtraße, bis
Ludwigsplatz ein
Portemonnaie mit
Inhalt verloren
Der Finder iſt erkannt und
wird gebeten, dasſelbe im
Fund=
büro Hügelſtr. abzugeb., andern=
(*9702
falls Anzeige erfolgt.
Lehrersängerchor.
Samstag, 12. April, abends 8 Uhr,
im Städtiſchen Saalbau:
II. Winter=Konzert.
Mitwirkende: Frau Paula Werner-Jensen
aus Berlin (Alt)
Leitung: Herr Wilhelm Borngässer.
Karten zu 3, 2 und 1 Mark in der Hofmuſikalienhandlung von
Schutter, Eliſabethenſtraße, und im Verkehrsbureau.
Die Mitglieder des Volksbildungsvereins erhalten im
Verkehrs=
bureau Karten zu bedeutend ermäßigten Preiſen.
(8580
Oeffentliche Wirteversammlung
Freitag, den 11. April 1913, nachmittags 4 Uhr,
bei Kollege Bitsch, Bleichstrasse 17.
Tagesordnung:
Die Lage im Gaſtwirtgewerbe.
Referent Kollege v. d. Heyden aus Köln.
(8547df
Zahlreichen Beſuch erwartet
Der Einberufer.
V. II. C.
Zweigverein
Darmstadt.
Sonntag, 13. April:
1. Wanderung
Ober-Ramstadt-
Neun-
kirchen-Lindenfels-
Fürth.
(8546
6 Stunden.
Abf. vorm. 657 Uhr vom Ostbahnh.
Rückk. abends 854 Uhr am Hptbh.
Kinder-Sitz- u. Liegewag.
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Kranichſteinerſtr. 54, 1. St.
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Ab 1. April
konzertiert täglich
Salon- (916a
Damen-Orchester
Dir. Jos. Schmiedel.
Steis freier Eintritt.
Sesssssesssssse66e
Konzertsaal Perkeo
8 Alexanderſtr. 12 und 14. §
Monat April täglich
3 grosse humorist. Konzerte
Muslk, Gesang u. Tanz.
8 Anfang abends 8 Uhr.
S Sonntag Nachmittag 4 und
abends 8 Uhr. (7805a
Sosssssssosssessseese
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 10. April 1913.
Außer Abonnement.
Frühlings-Festspiele.
II. Abend.
Das Rheingold.
Perſonen: „
Wotan,
3 .
Donner,
Froh,
Loge, 15
Fricka,
Freig, 132.
Faſolt,
Rieſen
Fafner,
Mime, 7 lungen Karl Bernhardt
Woglinde,
2
Wellgunde,
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Aug.G
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3 M., Waſcht. 4 M., 2 Stühle 3 M.
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Beſſungerſtraße 34.
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*9738dfs) Ludwigſtr. 16, III.
.. Gt. Geyersbach
Erda, 55 . . Anna, Jgcobs
. Alfred Stephani
Alberich, Nibe= L. Schützendorf
Olga Kallenſee
§ Kathar. Jüttner
Anna Jacobs
Wotan: Fritz Feinhals,
Kgl. Kammerſänger, vom
Hof=
theater in München,
* Loge: Heinrich Henſel,
Gr. Bad. Kammerſänger, vom
Stadttheater in Hamburg,
Fricka: Cäcilie Rüſche=
Endorf, Kgl. Kammerſängerin,
Stadttheater in Leipzig,
vom
* Faſolt: Wilh. Fenten,
vom Gr. Hof= und
National=
theater in Mannheim,
Es findet keine Pauſe ſtatt.
Anfang 7 Uhr. — Ende vor 10 Uhr.
Kartenverk. v. 9½ —1½ u. v. 6 U. an.
Der Beginn der Vorſtellung wird
durch Fanfaren angezeigt.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 11. April. Außer Ab.
26. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. „Die fünf
Frank=
furter.” Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 12. April. Keine
Vorſtellung.
Sonntag, 13. April. Außer Ab.
Frühlings=Feſtſpiele.
III. Abend. Der Ring des
Nibelungen. Erſter Tag:
„Die Walküre‟. Erhöhte Pr.
Anfang 6 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Montag, 14. April. 155. Abonn.=
Vorſt. C 39. Ibſen=Zyklus.
III. Abend. „Nora.” Kleine
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Dienstag, 15. April. 156. Ab.=
Vorſtell. A. 39. „Tiefland.”
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. April 1913.
Nummer 83
nichefe
Hiedn
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mit Ia Patent-Matratze . Mk. 18.50
Metall-Betten
Mk. 8.50 bis 42.−
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Markt 11
Tel. 2188
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Betreffend die Ephraim Löb Bentheim=Stiftung.
Aus obenbezeichneter Stiftung ſind zurzeit mehrere bare
Aus=
ſtattungen nach Befinden des Vorſtandes an ſolche bedürftige
Per=
ſonen weiblichen Geſchlechts im Alter über 20 Jahren zu vergeben,
die in gerader Linie von Ephraim Löb Bentheim von Darmſtadt,
Abraham Löb Bentheim von Sprendlingen, Gumpel Löb Bentheim
von Meſſel, Simon Löb Bentheim von Groß=Bieberau abſtammen,
verlobt ſind, oder ſeit dem 1. April 1903 ſich verheiratet haben.
Bewerberinnen wollen ſich bei dem Unterzeichneten, indeß nur
ſchriftlich, binnen 4 Wochen melden, unter Beifügung beglaubigter
Nachweiſe
über ihre Abſtammung; 2. über ihr Alter; 3. über die
ſtatt=
gehabte Verlobung und die Zuſtimmung der Eltern oder des
Vor=
mundes, eventuell auch die vollzogene Verehelichung; 4. über ihre
Bedürftigkeit; 5. darüber, daß ſie der moſaiſchen Religion treu
geblieben ſind.
(8565ds
Darmſtadt, den 31. März 1913.
Der Vorſtand der Ephraim Löb Bentheim Stiftung.
Dr. Richard Oppenheimer, Rechtsanwalt
An die Mitglieder und Spareinleger des Leih=
und Sparvereins, e. G. m. u. H., Weiterſtadt.
Zur Hufkiarung.
Um allen irrigen Auffaſſungen und Gerüchten zu begegnen,
erklären wir hiermit, daß unſere Kaſſe bei der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaftsbank A.=G. zu Darmſtadt nur als Aktionärin mit
1 Aktie zu 1000 Mk. auf das Grundkapital beteiligt iſt, ſowie daß
bei derſelben ein Guthaben von uns mit 9000 Mk. ohne jede weitere
perſönliche Haftung für deren Verbindlichkeiten ſteht.
Weiterſtadt, 8. April 1913.
Für den Vorſtand:
8582)
Krämer.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 11. April I. J., vorm. 9 Uhr u. nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich auf Antrag der Erben aus einem Nachlaß im
Ver=
ſteigerungslokal Ludwigshalle, Obergaſſe 12,
nachſtehend verzeichnete Gegenſtände an den Meiſtbietenden gegen
bare Zahlung, als:
1 Diwan, 2 Sofas, 1 Sofa m. 6 Stühl., 2 Spiegelſchr., 1Vertiko,
1 Bücherſchrank, 2 Kommoden, 2 Pfeilerſchränkchen, 1 Büfett,
1 Spieltiſch, verſchiedene andere Tiſche, 1 Schreibtiſch, 1 pol.
2tür. Kleiderſchrank in nußb., 1 Kleiderſchrank in Eichenholz,
6 verſchiedene 1= u. 2tür. Kleiderſchränke, 2 Küchenſchränke,
Tiſch und Stühle ꝛc., 4 komplette Betten, 2 Waſchkommoden
und Nachtſchränkchen, 1 Schaukelſeſſel und verſchiedene
andere Seſſel, Teppiche, Vorhänge, Spiegel und Bilder,
2 Pendülen, Vaſen, Nippſachen, 1 Kinderſportwagen,
1 Dauerbrandofen, ſaſt neu, und 1 Partie Porzellan,
Wäſche und anderes mehr.
(8329id
Darmſtadt, den 8. April 1913.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, 10. April 1913, nachmittags 3 Uhr
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
a) beſtimmt: Eine große Partie Herren= und Damenhand
ſchuhe.
um 4 Uhr beſtimmt: 1 großes Oelgemälde (
Land=
chaft) mit Goldrahmen, 1 Standuhr mit
Marmor=
ſockel und 1 Bild mit Muſikwerk.
)vorausſichtlich: 2) Pianinos, 4 Schreibtiſche, 12 Sofas=
8 Diwans, 3 Trumeaux, 8 Kleider=, 2 Spiegel= und 2 Glas
ſchränke, 10 iriſche Oefen, 1 Kaſſenſchrank, 1 Nähmaſchine‟
2 Fahrräder uſw.
(8544
Darmſtadt, den 9. April 1913.
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Gesang-Unterricht, Ton- und Stimmbildung
Korrektur verbildeter Stimmen
Ausbildung für Oper und Konzert
Eugene Wolff, Frankfurt a. M., Cronbergerstraße 34. (II,8274
Ein groß. Leder=Sofa ganz bill. zu
Lußboden ausſpähnen, Polieren
perk., oder gegen kleines Sofa oder 7 v. Möbeln ſow. alle Schreinerarb.
Waſcht. zu vertauſchen Arheilger=w. angenom. Schneider, Schreiner
ſtr. 75, 1. St., Eing. Ireneſtr. (*9717 Wieſenſtr. 9, Ecke Grafenſtr. (*9708
Emnpfehle i1
Telefonf garantiert
367 frischester
Ware:
Alle Sorten feiner
Fluß= und Seefiſche
wie echter
Rhein-Salm
Heilbutt im Ausschnitt
Austern, Hummer
Kaviar
Konſerven
Marinaden
Eiſl Räucherwaren
Ferner billige Konſumfiſche
Preiſe ab Laden (8598
Cabliau
Seelachs
Goldbarsch
Schellfische 20
Herings-Salat
in feinſter Zubereitung
ſowie alles weitere billigſt.
Ludwig Mösinge
Mans-N. nur untere fnaus-1.
42
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Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter B wurde heute eingetragen die Firma
„Automatiſche Cigarrenrolltiſch Compagny, Geſellſchaft mit beſchränkter
Haftung” zu Pfungſtadt. Gegenſtand des Unternehmens iſt die
Her=
ſtellung und der Vertrieb der automatiſchen Cigarrenrolltiſche, die für
den Kaufmann Wilhelm Gernsheimer zu Viernheim zur Patentierung
angemeldet ſind, und die Herſtellung von Cigarren und deren
Ver=
trieb. Das Stammkapital der Geſellſchaft beträgt 20000 Mark. Auf
das Stammkapital leiſtet der Geſellſchafter Wilhelm Gernsheimer
eine Stammeinlage von 10000 Mark, die Geſellſchafterin Binchen
Stern eine ſolche von ebenfalls 10000 Mark. Der Geſellſchafter
Wilhelm Gernsheimer bringt als ſeine Einlage die Lizenz des ihm
durch Gebrauchsmuſter geſchützten automatiſchen Cigarrenrolltiſches
„G 32293‟ ein, der auch bereits für ihn zum Patent angemeldet iſt,
erteilt mithin der Automatiſchen Cigarrenrolltiſch Compagny G. m.
b. H. das Recht, die ihm geſchützten automatiſchen Cigarrenrolltiſche
herzuſtellen und zu vertreiben. Der Wert dieſer Einlage wird auf
10000 Mark feſtgeſetzt, ſo daß die Geſamteinlage des Geſellſchafters
Wilhelm Gernsheimer geleiſtet iſt. Geſchäftsführer ſind:
Kaufmann Wilhelm Gernsheimer in Viernheim und Frau
Binchen Stern geb. Plaut, in Gütern getrennte Ehefrau des Metzgers
Wilhelm Stern in Pfungſtadt. Der Geſellſchaftsvertrag iſt am
26. Februar 1913 feſtgeſtellt. Die Geſellſchaft iſt errichtet zunächſt
auf die Dauer von zwei Geſchäftsjahren. Geſellſchafter ſind die
beiden Geſchäftsführer. Wird die Geſellſchaft von einem der beiden
Geſellſchafter nicht ſpäteſtens am 1. Oktober 1914 auf den 31.
De=
zember 1914 gekündigt, ſo wird ſie von da an auf unbeſtimmte Zeit
feſtgeſetzt. Während ſie vor dem 1. Januar 1915 nur in der hier
vorgeſehenen Weiſe und nur auf den 31. Dezember 1914 kündbar iſt,
iſt ſie von da an mit vierteljährlicher Kündigungsfriſt auf den Schluß
des Geſchäftsjahres kündbar. Das Geſchäftsjahr iſt das
Kalender=
jahr. Das erſte Geſchäftsjahr beginnt mit der Eintragung der
Ge=
ſellſchaft und endet am 31. Dezember 1913. Geſchäftsanteile der
Ge=
ellſchaft ſind nur mit Zuſtimmung aller Geſellſchafter veräußerlich.
Die Geſellſchaft wird durch die beiden Geſellſchafter Wilhelm
Gerns=
heimer und Binchen Stern zuſammen als Geſchäftsführer vertreten.
Die Geſchäftsführer können nur zuſammen Willenserklärungen für
die Geſellſchaft abgeben. Die Beſtellung der Geſchäftsführer iſt nur
aus wichtigen Gründen widerruflich. Stirbt einer der Geſellſchafter,
ſo haben deſſen Erben unverzüglich einen Bevollmächtigten zu
be=
ſtellen, der in ihrer Vertretung an die Stelle des verſtorbenen
Geſell=
chaſters tritt. Solange dieſer Bevollmächtigte nicht zum
Geſchäfts=
führer beüellt iſt, vertritt von dem Tode eines Geſchäftsführers an
der überlebende Geſchäftsführer die Geſellſchaft allein. Die
Geſell=
chaft wird außer durch die Kündigung oder durch Auflöſungsbeſchluß
der Geſellſchafter auch aufgelöſt, wenn einer der beiden Geſellſchafter
in Konkurs verfällt.
(8600
Darmſtadt, den 4. April 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Stamm=, Nutz= und Brennholz=Verſteigerung.
Montag, den 14. April und Dienstag, den 15. April I. J. 10 Uhr anfangend, werden im Klein=Zimmerner
Gemeindewald folgende Holzſortimente öffentlich meiſtbietend
ver=
ſteigert:
Stamm= und Nutzholz:
4 Eichen
— 3,82 Feſtmeter Inhalt
— 48,34
220 Fichten
,
18 Lärchen
4,41
181 Derbſtangen — 6,68
,
„
Brennholz:
Scheiter, rm: 17 Buchen, 3 Eichen, 56 Kiefern, 1 Lärche.
Knüppel, rm: 14 Buchen, 3 Eichen, 155 Kiefern, 2 Birken.
Wellen: 735 Kiefern, 350 Buchen, 80 Eichen.
Stöcke, rm: 4 Buchen, 11 Eichen, 21 Kiefern.
Zuſammenkunft bei Herrn Gaſtwirt Heberer am Bahnhof.
Bemerkt wird, daß am erſten Tag nur Stammholz zum Ausgebot
kommt.
Klein=Zimmern, am 7. April 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Klein=Zimmern.
Kiefer.
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Großer freihändiger Möbelverkauf
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Telephon 1774 Bleichſtraße Nr. 1 Telephon 1774
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1 Speiſezimmer, eich., Büfett, Kredenz. Ausziehtiſch, 6
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[ ← ][ ][ → ] 3 42.
Donnerstag, 10. April.
1913.
Bekanntmachung.
In dem Kabinettsgut Kranichſtein ſind binnen 3 Wochen nach
amtstierärzt=
licher Feſtſtellung der Abheilung der Krankheit Neuerkrankungen an Maul= und
Klauenſeuche nicht vorgekommen. Da die Desinfektion vorſchriftsmäßig
ausge=
führt und durch den beamteten Tierarzt abgenommen worden iſt, gilt die Seuche
gemäß § 176 der Ausführungsvorſchriften des Bundesrats zum
Reichsvieh=
ſeuchengeſetze vom 7. Dezember 1911 als erloſchen. Die mit Bekanntmachungen
vom 3. und 4. März ds. Js. (Amtsverkündigungsblatt Nr. 27 vom 6. März
ds. Js.) erlaſſenen Anorduungen werden hiermit aufgehoben.
Darmſtadt, den 8. April 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Ortspolizeibehörden des Kreiſes.
Sie wollen die vorſtehende Bekanntmachung auf ortsübliche Weiſe
veröffent=
lichen. Aufgehoben ſind nicht nur die angeordneten Sperrmaßnahmen, ſondern
auch das Verbot des Handels mit Klauenvieh ohne vorgängige Beſtellung,
ſowie das Verbot der Abhaltung der hieſigen Zuchtviehmärkte.
8559
Darmſtadt, den 8. April 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Nach einer Mitteilung des Reichsamts des Innern wird im laufenden Jahre
der öffentliche Reichswetterdienſt (Sommerdienſt), ebenſo wie in den Vorjahren, am
1. Mai beginnen und bis Ende September dauern.
(8545
Darmſtadt, den 5. April 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Am 1., 3., 4., 7., 8., 10., 11, 14., 15., 17., 18., 21., 22., 24., 25., 28. und 29. April
1913 von 7½ Uhr vormittags bis zum Einbruch der Dunkelheit wird Schießen
ab=
gehalten.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
und Waldofad ausſchließlich,
Weſten: Dammweg=Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertwieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt vom 25. September 1909), was zur allgemeinen
Kenntnis gebracht wird.
Darmſtadt, den 19. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V: Dr. Reinhart.
(7555a
Bekanntmachung.
Der Georg Sinner in Griesheim beabſichtigt auf dem Grundſtück Alte
Darm=
ſtädterſtraße 54 zu Griesheim ein Schlachthaus zu errichten.
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes
im Darmſtädter Tagblatt an gerechnet, auf dem Büro der Großh. Bürgermeiſterei
Griesheim zur Einſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
bei der Großh. Bürgermeiſterei Griesheim vorzubringen.
Darmſtadt, den 7. April 1913.
(8583
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die Erweiterungsarbeiten
am Bahnhof Roßdorf fertiggeſtellt ſind.
Termin zur landespolizeilichen Abnahme der Arbeiten iſt beſtimmt auf:
Dienstag, den 22. April 1913, nachmittags 3 Uhr 53 Minuten
an Ort und Stelle.
Einwendungen gegen die planmäßige Ausführung der Erweiterungsarbeiten
ſind bei Meidung des Ausſchluſſes in dem landespolizeilichen Abnahmetermin
vor=
zubringen.
Darmſtadt, den 7. April 1913.
(8584
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Volizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde:
Inpolizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund. 1 Pinſcher (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
(8556
dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Da wir in Erfahrung gebracht haben, daß in dem
Friſeur= und Barbier=Gewerbe
der Betrieb= an Sonn= und Feſttagen wiederholt über die zuläſſige
Zeit hinaus ausgedehnt worden iſt, ſowie daß Gehilfen, Lehrlinge
und Arbeiter in dieſen Betrieben an den genannten Tagen länger
als zuläſſig beſchäftigt worden ſind, ſehen wir uns veranlaßt, erneut
auf die
Bekanntmachung des Großherzogl. Kreisamts
Darmſtadt vom 4. Mai 1908,
die den Betrieb in dem Friſeur= und Barbiergewerbe an Sonn= und
Feſttagen, ſowie die Beſchäftigung von Arbeitern in dieſem Gewerbe
an den genannten Tagen regelt, hinzuweiſen. Wir bemerken dazu,
daß nach der Rechtſprechung, insbeſondere des Oberlandesgerichts
Darmſtadt nach Eintritt der für den Schluß des Betriebs
feſt=
geſetzten Stunde (12 Uhr) auch dasjenige Publikum nicht mehr
bedient werden darf, welches zwar ſchon in den
Geſchäfts=
räumen der Friſeure und Barbiere anweſend iſt, mit deſſen
Bedienung aber zu der genannten Zeit noch nicht begonnen
worden iſt. Wir machen weiter darauf aufmerkſam, daß die
Be=
kanntmachung auch diejenigen Friſeure und Friſeuſen betrifft, welche
kein offenes Ladengeſchäft haben. Schließlich weiſen wir die
Arbeit=
geber noch auf die Beſtimmungen des § 162 Ziffer e der
heſſi=
chen Ausführungsverordnung zur Gewerbeordnung hin, welcher
beſagt: „Wenn die Sonntagsarbeiten länger als 3 Stunden dauern,
ſo ſind die Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntag für volle
36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntag mindeſtens in der Zeit
von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder in jeder Woche während
der zweiten Hälfte eines Arbeitstages, und zwar ſpäteſtens von
1 Uhr nachmittags ab, von jeder Arbeit freizulaſſen. Wenn die Arbeiter
durch die Sonntagsarbeit am Beſuch des Gottesdienſtes gehindert
werden, ſo iſt ihnen an jedem dritten Sonntag, die zum Beſuch des
Gottesdienſtes erforderliche Zeit frei zu geben.”
Zuwiderhandlungen gegen dieſe auf Grund der §§ 105b, e
und e der Gewerbeordnung erlaſſenen Beſtimmungen, ſowie gegen
die Vorſchriften der nachſtehenden Bekanntmachung werden nach
§ 146a Abſ. 1 der Gewerbeordnung mit Geldſtrafe bis zu 600 Mk.,
im Unvermögensfalle mit Haft beſtraft.
Wer Arbeitern an
Sonn= und Feſttagen in unzuläſſiger Weiſe Beſchäftigung gibt und
bereits zweimal wegen einer Zuwiderhandlung gegen die
diesbezüg=
lichen Vorſchriften rechtsträftig verurteilt worden iſt, wird nach
§ 146 a Abſ. 2 der Gewerbeordnung, falls die Straftat vorſätzlich
begangen wurde, mit Geldſtrafe von 50 bis 1000 Mk. oder mit
Haft beſtraft.
(8450mds
Darmſtadt, den 5. April 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Betreffend: Antrag der Friſeure, Barbiere und Perückenmacher zu
Darmſtadt auf Erlaß einer Anordnung gemäß § 41b der
Reichsgewerbeordnung.
Nachdem bei der Abſtimmung ſich die Mehrheit der Beteiligten
dem ſeitens einer Anzahl von in Darmſtadt wohnhafter Friſeure,
Barbiere und Perückenmacher geſtellten Antrag (ſiehe unſere
Bekannt=
machung vom 12. März ds. Js., „Tagblatt! Nr. 64) angeſchloſſen hat,
beſtimmen wir hiermit unter Abänderung der ſeither gültigen
Beſtim=
mungen für die Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt auf Grund des
§ 41b der Gewerbeordnung und des §85 der Ansführungsanweiſung
zur Gewerbeordung mit Wirkung vom 15. Mat 1908 folgendes:
I. Die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern
im Barbier= und Friſeur=Gewerbe iſt
1. verboten am zweiten Weihnachts=, Oſter= und Pfingſttage
mit Ausnahme der Arbeiten bei der Vorbereitung von
öffent=
lichen Theatervorſtellungen oder Schauſtellungen,
2. geſtattet an den übrigen Sonn= und Feſttagen
a) außerhalb der Betriebsſtätte bis mittags 12 Uhr,
b) innerhalb der Betriebsſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12
Uhr mittags,
c) innerhalb und außerhalb der Betriebsſtätte bei der
Vor=
bereitung von öffentlichen Theatervorſtellungen oder
Schau=
ſtellungen, ſowie in der Karnevalszeit (vom 1. Januar bis
Faſtnacht) während der Zeit von 6—9 Uhr nachmittags.
II. Ein Betrieb in dem Friſeur= und Barbier=Gewerbe dans
nur inſoweit an Sonn= und Feſtragen ſtattfinden, als eine
Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern
geſtattet iſt.
Darmſtadt, 4. Mai 1908.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Betr.: Polizeiliche Schutzmaßregeln in den bei Darmſtadt
ge=
legenen Waldungen.
Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß mit Wirkung
vom 15. April l. J. der Sicherheitsdienſt in der Waldumgebung der
Stadt, gleichwie in den Vorjahren, wiederum in Kraft tritk. Der
Auffichtsdienſt wird von 7 Forſtaufſehern ausgeübt, welche die
Uni=
form der ſtaatlichen Forſtwarte tragen und mit Gewehr ausgerüſtet
ſind. Ihre Aufgabe iſt die ſtändige Beaufſichtigung der die Stadt
umgebenden Waldungen unter beſonderer Berückſichtigung der von
dem Publikum begangenen Spazierwege.
Da den Forſtaufſehern die polizeiliche Ueberwachung der
Wald=
umgebung obliegt, ſind ſie von dem Großh. Kreisamt eidlich als
Polizeibeamte auf den Polizeiſchutz verpflichtet und im Beſitz einer
von dem unterzeichneten Polizeiamt ausgeſtellten Ausweiskarte.
In der Ueberzeugung, daß durch die ſtändige polizeiliche
Ueber=
wachung der Waldungen eine erhöhte Gewähr für die Sicherheit der
Spaziergänger gegeben iſt, richten wir hiermit an die Einwohnerſchaft
die Bitte von etwaigen verdächtigen Wahrnehmungen in den Wäldern
die Forſtaufſeher oder das unterzeichnete Polizeiamt in Kenntnis
ſetzen zu wollen.
Darmſtadt, den 4. April 1913.
(8380ids
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Ausführung von Gasanlagen im Innern der
Gebäude und Grundſtücke.
Die Einrichtung von Gas=Beleuchtungs=, Heiz= und Kraft=
Anlagen im Innern der Gebäude und Grundſtücke, welche an das
Rohrnetz des ſtädtiſchen Gaswerks angeſchloſſen werden ſollen, ſowie
die Vornahme von Erweiterungen, Veränderungen und Reparaturen
darf nur durch ſolche Inſtallateure erfolgen, die vom Herrn
Ober=
bürgermeiſter eine ſchriftliche Erlaubnis hierzu erhalten und ſich
ver=
pflichtet haben, alle dieſe Einrichtungen unter Zugrundelegung und
gewiſſenhafter Beobachtung der hierfür erlaſſenen Beſtimmungen und
Vorſchriften auszuführen.
Dieſe Erlaubnis iſt folgenden Firmen erteilt:
Gottfried Beck, Karlſtr. 39.
Hugo Kötting, Liebfrauenſtr. 75.
Gebr. Becker Nachf., Grafen=
Wilh. Krätzinger, Ludwigſtr. 11.
ſtraße 27.
Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
Heinrich Becker, Brandgaſſe 2.
Ludwig Lautenſchläger,
Neckar=
ſtraße 26.
Lud. Breitwieſer, Nieder=Ram=
Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
ſtädterſtr. 54.
Heinr. Brunner, Eliſabethenſtr. 33. Ludw. Luck, Heidelbergerſtr. 59.
KarlDarmſtädter, Sandbergſtr. 66 V. Marquardt u. Ph. Wamſer,
W. Eberhardt, Nieder=Ram=
Dieburgerſtraße 54.
Phil Maul, Heidelbergerſtr. 19.
ſtädterſtr. 11.
Fr. Ewald (Inh. Fr. Wenz)
Müller u. Dilling, Kaſinoſtr. 27.
Soderſtraße 49 und 54.
Gg. Neumann, Heidelbergerſtr. 117
Theodor Fey, Kranichſteinerſtr. 8a. Aug. Neumeyer Wwe., Große
Ochſengaſſe 22.
Georg Aug. Fink, Rhönring 53.
Ludwig Fiſcher, Langgaſſe 21.
Heinr. Ningler, Landwehrſtr. 47.
Bernhard Gans, Rheinſtr. 47.
Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
Heinrich Pauli, Orangerie=Allee7.
Franz Geiger, Karlſtraße 36.
Wilh. Gelſius, Fuhrmannſtraße 6. Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15.
Jakob Glock, Langegaſſe 9.
F. W. Preußner, Bleichſtr. 40.
Guſtav Göckel, Kariſtr. 12.
Karl Rockel Nachf. (Inh. Georg
Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
Momberger), Schützenſtr. 4.
G. W. Roth, Moosbergſtr. 97.
Philipp Handſchuch, Schloß=
Philipp Roth, Mühlſtr. 17.
gartenſtraße 37.
Ludwig Heppenheimer, Luiſen= J. Rühl, Saalbauſtr. 24.
Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
ſtraße 2.
Wilh. Heppenheimer, Kiesſtr. 80. Friedr. Schiller, Tannenſtraße 7.
Karl Schreiner. Soderſtr. 48.
Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44. Franz Schulz, Karlſtr. 104½.
Balth. Ittmann, Liebfrauenſtr. 89. Heinrich Schwarz, Kiesſtr. 36.
Leonh. Sommer, Roßdörferſtr. 3.
Hermann Jung, Bleichſtr. 11.
Wilh. Stauß, Inſelſtraße 21.
Karl Jung, Kaplane gaſſe 17.
Karl Tänzer, Marktplatz 7.
Philipp Jung, Alexanderſtr. 9.
Karl Kämmerer, Parcusſtraße 10. Michael Vollrath, Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße 51.
Gg. Kaiſer, Rheinſtr. 5.
Rob. Kaiſer, Landgraf Georgſtr. 8. Hch. Waldſchmidt,
Ludwigshöh=
traße 21.
Georg Keil, Eliſabethenſtr. 36.
Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
Auguſt Keller, Kaupſtr. 45.
Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 7.
Adolf Kling, Grafenſtr. 35.
Ludw. Kling & Co., Rheinſtr. 17. Val. Wedel, Beckerſtraße 7.
Klink E= Rettberg, Ludwigspl. 8½.Karl Wenz, Wendelſtadtſtr. 39.
Albert Klöpfer, Beſſungerſtr. 84.Karl Zahrt, Hofſtallſtraße 8.
Phil. Kraus Nachf. (Inh. Adam
Bender), Karlſtraße 51.
Darmſtadt, den 2. April 1913.
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
(8052si
Friedrich.
druteier, rebhuhnf. Italiener, u.
1 junger Zuchthahn bill. abzug.
(*3271sd
Stiftsſtraße 20.
Khalselongue, neu, verſt., 25 Mk.
tr.,
P. Friese, Tapeziermſtr.
Pankratiusſtr. 69. (29546aid
Konkursverfahren.
Ueber den Nachlaß der Georg
Seibel II. Witwe, Eliſabete, geb.
Darmſtädter, in Pfungſtadt, wird
heute, am 8. April 1913,
nachmit=
tags 4¾ Uhr, das
Konkursverfah=
ren eröffnet.
Der Amtsgerichtstaxator Ernſt
Wolff in Darmſtadt wird zum
Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
1. Mai 1913 bei dem Gerichte
anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über
die Beibehaltung des ernannten
oder die Wahl eines anderen
Ver=
walters, ſowie über die Beſtellung
eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132
der Konkursordnung bezeichneten
Gegenſtände und zur Prüfung der
angemeldeten Forderungen auf.
Montag, den 5. Mai 1913,
vormittags 9 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Neues Gerichtsgebäude,
Erdge=
ſchoß, Zimmer Nr. 104, Termin
an=
beraumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur
Konkurs=
maſſe etwas ſchuldig ſind, wird
aufgegeben, nichts an den Nachlaß
zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung
auf=
erlegt, von dem Beſitze der Sache
und von den Forderungen, für
welche ſie aus der Sache
abgeſon=
derte Befriedigung in Anſpruch
nehmen, dem Konkursverwalter bis
zum 1. Mai 1913 Anzeige zu
(8601
machen.
Großherzogl. Amtsgericht II
zu Darmſtadt.
(2)0
Dunger=Herkauf.
Samstag, den 12. April, von
9½ Uhr vormittags ab
wird auf dem hinteren Hofe der
alten Kavallerie=Kaſerne in
Darm=
ſtadt die Matratzenſtreu einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend
(541df
verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23.
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Kanar.=Zuchtweibch. bill. zu verk.
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Eingang Marktſtraße. (*9719
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Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. April 1913.
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Und als ſie Hand in Hand ins Haus getreten waren
und ſo nun die Treppe hinanſtiegen, ſagte Signe: Ich
möchte eine ernſte Sache mit Dir beſprechen, Henning.
Willſt Du ſo gut ſein und mir dazu Gelegenheit geben?
Ihr gemeſſener, feierlicher Ton machte ihn ſtutzig.
Aber er fragte nichts, ſondern erklärte ſich ſofort bereit.
Je höher ſie die Treppe hinankamen, deſto
wunder=
licher wurde es Signe zu Sinn. Der liebe Flur mit all
ſeinen vielen lieben Kleinigkeiten: dem Knarren der
Treppenſtufen, dem geſchweiften Lauf des Geländers, der
dunkel gebeizten Täfelung der Decke, dem breiten
Sonnen=
goldbande vom oberen Flurfenſter her und dem Hausrat
an den Wänden — dies und vieles noch umfing ſie mit
vertrautem Gruß, ſchmiegte ſich ihr in die Seele wie eines
lieben Liedes Klang. Alles, was hinter ihr lag, deuchte
ſie ein wüſter, quälender Traum, und ihr zur Seite lachte
wieder die reine, klargoldene Wirklichkeit.
Nun war ſie oben, und Hennings Frage: Wo
möch=
teſt Du mit mir ſprechen? riß ſie aus dem ſüßen Taumel
einer flüchtigen Spanne Zeit.
Wo es Die recht iſt, erklärte ſie mit leiſe wankender
Stimme.
Er hften diemioſte ir und ies ſein der Ziumer
treten, das er einſt mit Gerhard geteilt hatte und jetzt
allein benutzte. Von Signe vor Tagen gepflückte bunte
Herbſtblätter aus dem Garten ſtanden in einem
blauge=
rifften Krug aus Steingut auf dem Tiſch und waren vom
Glanz der Mittagsſonne überſchüttet. Drüben an der
Wand machte ſich das ſchwarze Lederſofa breit. Dort
nahm Signe Platz. . . Henning fuhr es im Verknüpfen
von Tatſachen erinnernd durch den Sinn: Genau auf
der=
ſelben Stelle ſaß auch Gerhard an dem Abend vor ſeiner
Abreiſe. Er ging mit über die Bruſt gekreuzten Armen
zu einem der Fenſter und lehnte ſich dort leicht an.
Nun ſchütte Dein Herz aus, kleine Signe. Er lächelte
ihr zu und dachte voll neuer Sorge: Wie gequält alles an
ihr ausſieht.
Zunächſt war ihr nach einem kurzen Schweigen
be=
ginnendes Erzählen ein ängſtliches Zaudern und ein
ſcheues Suchen nach Worten. Erſt als ſie eine Weile
ge=
ſprochen, redete ſie fließender. Sie verſuchte es, ihm
ver=
ſtändlich zu machen, wie unendlich komplizierr ihre Gefühle
ſeit Tagen ſeien, wie unausſprechlich ſie gelitten, wie ſie
ein wehes Herzbluten über das andere gehabt. Wie ſie
noch litt.
Henning ſtand längſt mit geſenktem Kopf und ſpürte
das drängende Treiben ſeines zum Herzen anſtrömenden
Blutes. Er wußte noch nicht, wie ſie hinauswollte, aber er
enſand duniet, deß ſie ihn öinen uegent eines Er.
ſchütterndes offenbaren müſſe.
Für Sekunden ſchwieg ſie jetzt. Wie dieſe Stille
be=
klemmend, den Atem erwürgend, in dem Raum laſtete.
Das heitere Sonnenlicht ſchwand plötzlich auch. Schien
wie hinweggetrunken und aufgeſogen. Die bunten
Blät=
ter in dem blaugerifften Steinkrug ſtanden im koten Grau
wie etwas Geſtorbenes.
Und nun wanderte der Klang von Signes Stimme
erneut durch dies graue, ſtille Zimmer. Sie war matt,
farblos, dieſe Stimme, ſchwankte zitternd wie eine
vibrie=
rende Harfenſaite, war nicht wie etwas, das aus jungem
Munde kam, ſondern berührte wie etwas Altes, Müdes,
Gebrochenes.
Sieh, Henning, es war alles ſo gut und friedſam
und freundlich um mich her. Es hatte alles einen ſo
hellen, klaren Klang. Ich war froh und glücklich. Und
nun? . . . Nun iſt alles ſo ganz, ganz anders. Wie es
iſt, das kann ich Dir nicht ſagen. Dafür habe ich kein
Wort. Ich weiß, daß ich nicht in dies Haus gehöre. Was
mich ſo ſtark und feſt mit ihm und euch allen verband, hat
ſich gelöſt. . . Ein Stärkeres iſt über Nacht gekommen
und hat andere Bande geknüpft. Und das Stärkere treibt
mich nun aus dieſem Hauſe, zieht mich hinweg. Ich muß
fort, Henning.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. April 1913.
Nummer 83.
das Lederſofa gelehnt. Ihre Augen waren ohne Glanz
und hingen wie tot an ſeinem Geſicht.
Er konnte noch nicht widerſtehen, ließ die Arme ſchlaff
ſinken lund trat einen wankenden Schritt vor. Signe
ſagte er nur, wie nach verſchloſſenen Wahrheiten taſtend,
wie in einem Bemühen, die Fäden, von denen ihe Tun
ausging und die verworren vor ſeinem Geiſte hingen, in
die ſtarke Hand des Verſtehens zu bekommen. Und
end=
lich: Wie kannſt Du das wollen! Warum willſt Du fort?
Ich ſagte es ſchon: das Stärkere zwingt mich. Ich bin
keine Bruns, ſondern eine Frank . . . Signe Frank,
Hen=
ning! Ich wäre geblieben, ſoſern ich nur von dieſer Signe
Frank erfahren. Aber nun, da ich weiß, daß es auch einen
Stephan Frank gibt, einen, der ein unſagbar elendes
Leben mit ſich herumſchleppt, und eine blaſſe, verhärmte
Frau auf der Welt iſt, die ein heimliches Sehnen nach
ihrem verlorenen Kinde trägt, muß ich fort zu dieſen
bei=
den. Und ich will auch fort, Henning. . . Ich glaube, Du
verſtehſt mich nicht, ich ſehe, daß Du den Kopf ſchüttelſt
und die Stirn krauſt. . . So habe ich mich alſo doch wohl
getäuſcht, als ich hoffte, bei Dir Entgegenkommen zu
finden.
Sei nicht hart, Signe. Ich bemühe mich, Dich zu
verſtehen, obwohl, wie Du Dir ſagen mußt, damit etwas
ſurchtbar Schweres von mir verlangt wird. Wenn Du
mich ſo völlig hoffnungslos ſiehſt, hat das ſeinen Grund
vor allem in etwas anderem, das mir als Pflicht auf die
Seele gebunden iſt. Du darfſt nicht fort, Signe.
Sie ſah ihn verſtändnislos an. Ach, Henning, gib
mir nicht neue Rätſel auf. Sprich offen.
Forſche nicht. Aber wiſſe: ich muß alles verſuchen,
Dich zum Bleiben zu bewegen.
Und es wird alles nutzlos ſein.
Signe! Er rief es ganz laut und packte ſie an den
Handgelenken, faſt roh, preßte ſie und ſah ihr in die
angſt=
voll geöffneten Augen.
Sie beugte ſich zitternd zurück, ſtand nun mit weit
nach hinten geneigtem Oberkörper vor ihm und empfand
den Druck an ihren Gelenken als einen brennenden
Schmerz. Ihre Lippen waren nicht geſchloſſen. . . Wie
leuchtende Korallen glühten ſie in ihrem ſchlohweißen
Ge=
ſicht. Und ein feiner, ſüßer Atem ging in raſchen Stößen
über ſie.
Henning ſpürte ihn. Das Brennen, das ſchon geſtern
in ſeinem Blute aufgeflammt, kam jetzt in noch ſtärkerem
Maße wieder. Es goß ihm etwas unſagbar Seliges in
die Adern, machte, daß er faſt von Sinnen ward. . . Ja,
war er von Sinnen?
Eben hatte er ſich noch mit breitmachender
Deutlich=
keit ſeines gegebenen Wortes erinnert, dem fernen
Bru=
der das Herz Signes zu hüten . . . und nun . . . war ſein
eigenes Begehren nach dieſem Herzen entflammt!
Wirklich, er war wie in einem Taumel, kam zu keiner
Hielt nur immer noch Signes Handgelenke
Klarheit.
umklammert . . . daß ſie nun aufſchrie und laut ſeinen
Namen rief.
In demſelben Augenblick ging die Tür. . . Henning
fuhr herum, als fühle er ſich bei etwas Unerlaubtem
er=
tappt, und gab Signe bei dieſer Bewegung frei. Sie ſtand
zitternd, am ganzen Leib bebend und richtete ihre Augen
auf Frau Barbara, die eben ins Zimmer trat und die Tür
hinter ſich ſchloß.
In ihren Augen ſtand ein forderndes Fragen.
Hen=
ning ließ es gar nicht ſo weit kommen, daß es auch ihre
Lippen formten. Er begann, wie um ſeine Erregung zu
ſänftigen, ein Auf und Ab in dem Zimmer und
wieder=
holte mit kurzen Worten, was ihm Signe ſoeben offenbart.
Signe hatte ſich in eine Ecke des Sofas geſchmiegt und
den Kopf auf die Lehne gelegt. Ein heißes, trockenes
Schluchzen war hörbar.
Während Henning ſprach, hatte ſeine Mutter, nach
einem Halt ſuchend, die Hände auf die Tiſchpratte geſtützt.
Sie fühlte ein immer ſchnelleres Hämmern ihres Herzens
und fand kein Wort, als der Sprecher geendet. Nur ihre
Augen redeten. Sie waren mit dem Ausdruck elenden
Unglücklichſeins auf die faſſungsloſe Signe gerichtet. Und
nun kam ſie langſam um den Tiſch herum, näherte ſich der
Schluchzenden und beugte ſich über ſie. Signe! ſagte ſie
ganz leiſe, mit wie zerſprungen klingender Stimme.
Ganz langſam richtete ſich das junge Mädchen in die
Höhe und ſah das über ihr Haupt geneigte Geſicht mit den
jammervollen Augen. Warum macht ihr es mir ſo
unſag=
bar ſchwer? ſtöhnte ſie. Stoßt mich doch liever aus dem
Hauſe. Ich muß ja fort.
Und wohin willſt Du, Signe?
Zu meiner Mutter, gemeinſam mit meinem Vater
Wir wollen ſie ſuchen. Sie iſt fort.
Und wenn Du Deine Mutter nun nicht findeſt?
Oh, ich muß ſie finden. Ich will mir die Füße
wund=
laufen, um zu ihr zu kommen, ich will, wenn es ſein muß,
bis ans Ende der Welt gehen.
Du armes, unglückliches Kind, brach Frau Barbara
in heißes Weinen aus. Die Sünde Deines Vaters
zer=
bricht Dein Leben, macht Dich elend, treibt Dich in die
Irre. Ich beklage Dein Geſchick aus tiefſter Seele.
Beide Arme ſchlang ſie um Signe und zog ſie an ſich.
Und da vergaß die Geliebkoſte, daß ſie nicht am Herzen
ihrer Mutter ruhte. Die alte, verſinkende Zeit kehrte
wie=
der, breitete über die Gegenwart einen verdunkelnden
Schleier und verſtattete es, daß ſie auch dieſe Frau noch
einmal Mutter nannte.
O meine Mutter! ſtieß ſie leidenſchaftlich heraus und
barg ihr Geſicht an Frau Barbaras Bruſt.
Henning war ſeiner Bewegung nicht mehr Herr, er
wandte ſich der Tür zu und verließ das Zimmer in Haſt.
Der harte Klang der ſich hinter ihm ſchließenden Tür
ließ die ſich eng umſchlungen Haltenden
auseinander=
fahren. Sie ſahen ſich erſchrocken in die Augen.
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Nummer 83.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. April 1915.
Seiterrw.
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Luftfahrt.
sr. Der Höhenweltrekord für
Flugmaſchi=
nen, der am 1. März dieſes Jahres von dem Cheſpiloten
der Bleriot=Werke, Perreeyon, bei Buc aufgeſtellt wurde,
iſt von der Sport=Kommiſſion des Franzöſiſchen Aero=
Klubs offiziell mit 5880 Metern anerkannt worden.
sr. Eine neuartige Ballonverfolgung,
bei der gleichzeitig Luftkreuzer, Flugzeuge und Automobile
in Aktion treten ſollen, veranſtaltet der Frankfurter
Ver=
ein für Luftſchiffahrt am 19. April. Die Aufgaben für
dieſen intereſſanten Wettbewerb hat das
General=
kommando des 18. Armeekorps geſtellt. Der Uebung liegt
folgende Idee zugrunde: Aus einer belagerten Feſtung
lin dieſem Falle Frankfurt a. M.), die in einem Umkreiſe
von zirka 10 Kilometern eingeſchloſſen iſt, ſteigen
Frei=
ballone auf, um die feindlichen Truppen zu überfliegen
und Nachrichten aus der Feſtung zu befördern. Sobald
Die Freiballone ſichtbar werden, machen ſich je drei
Auto=
rnobile für jeden Ballon an die Verfolgung, ferner auch
Militärflugzeuge und ein Motorluftſchiff. Die Automo=
Hile müſſen die Ballone bei der Landung erreichen, bevor
die Inſaſſen eine Telegraphenſtation aufſuchen können.
Die Flugzeuge und die Führer des Luftſchiffes ſollen
ver=
ſuchen, die Freiballone zu überfliegen, und zwar in einer
Höhe in der ihnen möglich iſt, auf den Polen der Ballone
angebrachte Ziffern zu leſen. Glückt es den Verfolgern
micht, dieſe Bedingungen zu erfüllen, ſo gelten die
Frei=
ballone als Sieger.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Pferde=Rennen. Wiesbaden, 8. April. 1.
Ren=
rten: 1. Flottweg (B. Streit), 2. Kylander (
Unterholz=
rier), 3. Mattiakum (Kühl). Tot. 30110, Pl. 16, 19110.
Inpl.: Erika, Rodoſto (4). 1—¾4—6 Lg. — 2. Rennen:
1. Jor (Lt. v. Moßner), 2. Cape Florizel (Lt. Knel),
3, — Llanludno (Lt. Wittmack), 3. — Douce Amie (Lt.
GBraf Holck). Tot. 18:10, Pl. 12, 15, 45, 11.10. Unpl.:
Sunbath (gef.), Piece d’Or, Prince Albert Il (gef.),
Sa=
ville, Over the Matter, Saint Fabian, Allesley. 2—5 Lg.
bis tot. Rennen. — 3. Rennen: 1. Commandant (B.
Streit), 2. Earl (E. Francke), 3. Goldgräber (Dyhr).
Tot. 39110, Pl. 24, 74:10. Unpl.: Rrato (4), Abendſtern,
Diana. 4—3—2 Lg. — 4. Rennen: 1. Saint Ferreol (
Be=
ſitzer), 2. Holdfaſt (Leutn. Graeff), 3. Druid Hill (Leutn.
Graf Bredow). Tot. 45.10, Pl. 19, 42, 38.10. Unpl.: Old
Rum, Sartorys, Choiſy le Roi, Colclough II, Runbir,
Braw Ladie. 1½—1—2 Lg. — 5. Rennen: 1. Iriſh Lad
B. Streit), 2. Cypris II (Gädicke), 3. Marette (Kügl).
Tot. 45:10, Pl. 16, 13, 26:10. Unpl.: Kitty X., Solide,
Electrique, Banagher II, Dame des Pres (4), Milon II.
—3—4 Lg. — 6. Rennen: 1. Ozean (Dyhr), 2. Ordnung
Kühl), 3. Bilbao (Gädicke). Tot. 51:10, Pl. 19, 24:10.
Unpl.: Aegir (4), Sigurd (4). 1 Lg.-Kopf—4 La.
Rennen: 1. Black Swan (Herr Purogld), 2. Sunbath
Leutn. Graf Holck), 3. Proſpero (Leutn. v. Moßner).
Tot. 25:10, Pl. 12, 16. 12:10. Unpl.: Ukas, Mielleux (4),
Haematite, J. H. L., Rax. 1 Lg.-Hals.
Hannover. Gulliver=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz
500 Meter: 1. Dr. Lemckes Kalchas (Cleminſon), 2.
Lock=
uf (Torke), 3. Eccolo (Raſtenberger). Tot. 14110. Drei
liefen. Sehr ſicher, Kopf-2 Lg. — Bennigſen=Rennen;
5.500 Mark, Diſtanz 1500 Meter: 1. Herrn V. Herſeldts
Wunderhold (Torke), 2. Siegmund (Piplies), 3. Berber
Raſtenberger). Tot. 34:10, Pl. 15, 17110. Unpl. Miß
Quick (4), Cody. Sicher, 1—1
2 Lg. — Kaltenweider
Jagdrennen; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 3200
Meter: 1. Leutn. Weidemanns Myman (Leutn. v. Moſch),
Country Couſin (Leutn. v. Stammer), 3. Miß Fife
Leutn. Frhr. v. Zobel). Tot. 382:10, Pl. 42, 14, 15:10.
Unpl.: Heidenkind (4), Water Ouzel, Brookdale, Snow=
dons Knight. Sehr leicht, 4—4—6 Lg. — Blitz=Rennen;
10000 Mark, Diſtanz 1100 Meter: 1. Herrn W.
Linden=
ſtädts Rahana (Burns), 2. Julius Cäſar (Slade), 3.
Granville (Smith). Tot. 56:10, Pl. 19, 25, 26:10. Unpl.:
Kis=betyar (4), Traum, Iſa, Norton Con, Rubi Mac
Kie, King Baſalt. Leicht, ½—1 Lg.-Kopf. — Pokal;
Goldpokal und 6000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn
F. C. Krügers Lavaliere (Raſtenberger), 2. Rejoice
(Slade), 3. Konſequenz (Jeſſop). Tot. 68:10, Pl. 18, 15,
24:10. Unpl.: Bignonne (4), Hongrie, Jack Horner, Fox,
Chutbeh, Götterſage, Doktor. Leicht, 2—1—1 Lg. —
Orca=
dian=Jagdrennen; Ehrenpreis und 3500 Mark, Diſtanz
4000 Meter: 1. Leutn. Frhr. v. Cramms und Leutn.
v. Werlhofs Blondel (Leutn. v. Raven), 2. Kebty (Leutn.
Loog), 3. Tory Hill (Hptm. Schönberg). Tot. 22110, Pl.
13, 16, 35:10. Unpl.: Voigt (4), Schwärmerin. Lucky Jap,
Poſſible (angehalten). Gegenwehr, ¾—¾—4 Lg.
sr. 12. Deutſches Turnfeſt in Leipzig. Nach den
bis=
herigen Meldungen beabſichtigen nicht weniger als 35000
Turner an den allgemeinen Freiübungen des Turnfeſtes
teilzunehmen. Da aber nur für die Hälfte auf dem
gro=
ßen Freiübungsplatz Raum vorhanden iſt, ſollen die
jedenfalls das größte Kontingent ſtellenden ſächſiſchen
Turner ihre Uebungen an einem anderen Tage vorführen.
Auch Truppenteile aller Waffengattungen werden ſich
an dem Deutſchen Turnfeſt beteiligen. Die Leitung
die=
ſer Turnübungen hat das Königlich Sächſiſche General=
Kommando des 19. Armeekorps ſelbſt in die Hand
genom=
men. Militäriſche Vorführungen, die Freiübungen,
Fech=
ten, Schützenlaufen und Fußballwettkämpfe umfaſſen,
fin=
den am letzten Tage des Feſtes, nämlich Mittwoch, den
16. Juli, ſtatt.
sr. Fußball. Die Fußball=Meiſterſchaft.
Nach den Ergebniſſen des Sonntags ſtehen nunmehr die
Meiſter ſämtlicher deutſcher Landesverbände feſt. Es fehlt
Norddeutſchland, das ſich aber diesmal nicht an den
Kämpfen um die Deutſche Fußball=Meiſterſchaft beteiligt
und außerdem durch den auf alle Fälle ſpielberechtigten
bisherigen deutſchen Fußball=Meiſter Holſtein=Kiel ſowieſo
vertreten wird In der Vorrunde am 20. April ſtehen ſich
zunächſt die Berliner Viktoria und der Meiſter des
Baltiſchen Raſen= und Winterſport=Verbandes, „Pruſſia
Samland”=Königsberg, gegenüber. Hier iſt an einem
Sieg der Berliner nicht zu zweifeln. Ungewiß iſt dagegen
der Ausgang aus dem Zuſammentreffen des ſüddeutſchen
Meiſters Stuttgarter Kickers mit dem Meiſter des
weſt=
deutſchen Spielverbandes, Duisburger Spielverein in
Frankfurt a. M. Der Sieger aus dieſer Begegnung,
fer=
ner Holſtein=Kiel, die Berliner Viktoria und der in der
Vorrunde ſpielfreie Meiſter von Mitteldeutſchland, Verein
für Bewegungsſpiele=Leipzig, werden ſich dann am 27.
April in der Zwiſchenrunde treffen. Das Endſpiel um die
Deutſche Meiſterſchaft findet dann am Pfingſtſonntag
ſtatt.
sr. Lawn=Tennis. Das Lawn=Tennis=
Tur=
nier um die Meiſterſchaft von Frankreich
auf gedeckten Plätzen wurde in Paris beendet. Die
Mei=
ſterſchaft gewann auch in dieſem Jahre wieder Gobert, der
in der Schlußrunde auf Laurentz traf, den er mit 6:3, 4:6,
6:2, 6:4 ſchlagen konnte.
sr. Ringen. Der polniſche Meiſterringer
Cyganie=
wicz traf in Boſton mit dem Deutſch=Ruſſen Georg
Lurich in einem Match im Catch=as=catch=can=Stil
zu=
ſammen. Der Kampf endete überraſchenderweiſe nach
ein=
ſtündiger Dauer unentſchieden. Kurz vorher hatte Lurich,
der ſich zurzeit in ausgezeichneter Form befindet, den
Franzoſen Cazeaux in Kanſas City zweimal
hintereinan=
der beſiegt. Man beabſichtigt in Amerika, Lurich
nun=
mehr dem amerikäniſchen Catch=as=catch=can=Weltmeiſter
Frank Gotch gegenüberzuſtellen, der im Kampf um dieſen
Titel bereits Georg Hackenſchmidt und Cyganiewicz
be=
ſiegte.
sr. Das internationale Motorboot=Meeting von
Mo=
naco wurde mit 3 Regatten fortgeſetzt. Am Vormittag
ſtarteten zunächſt die Boote der engliſchen 21 Fuß=Klaſſe
um den Preis des Mittelmeeres in einem 50 Kilometer=
Rennen, und zwar blieb Angela II in 1 Stunde 8
Mi=
nuten 59 Sekunden Sieger. Den 2. Preis holte ſich Fugi=
Yama in 1111:42, den 3. Sieg Dyack in 1116:27. Im
ganzen waren 14 Boote geſtartet. Ferner bewarben ſich
die großen Kreuzer der 5. Klaſſe um den Preis der
Ri=
viera über 50 Kilometer. Sieger blieb Flambeau in
1.09:55,3 mit weitem Vorſprung vor Nunia in 1:55114.
Nachmittags konkurrierten die Gleitboote um den Preis
von Monaco. Es kamen 4 Boote an den Start. Von
bieſen ſchied ader Sanios noch vor Beginn des Reunens
aus, da der Magnet=Apparat verſagte. Von den übrigen
übernahm Vonna die Führung vor Le Quatre und
Sun=
beam. Nachdem die Boote bereits 1½ Runden
zurück=
gelegt hatten, kam auch Santos nach erfolgter Reparatur
wieder aus dem Hafen heraus und nahm trotz des
Zeit=
verluſtes das Rennen noch auf. Da auch Vonna
inzwi=
ſchen Motor=Havarie erlitten hatte, konnte Santos gegen
dieſe das verlorene Terrain gut machen. Die beiden
an=
deren Boote, von denen Le Quatre führte, ſchienen ſchon
das Rennen zu gewinnen. Kurz vor dem Ziel gelang es
dann dem ſchnellen Santos doch noch, den Sunbeam zu
erreichen und um 300 Meter zu ſchlagen. Le Quatre
beendete die 50 Kilometer in 53 Minuten 56 Sekunden,
Santos gebrauchte, die Startverſpätung eingerechnet,
5831, Sunbeam 59:26112. Gleichzeitig mit den
Motor=
booten ſtarteten auch die Waſſerflugzeuge, die mehrfach
Havarie erlitten. Vor allem wurde die Maſchine des
Pi=
loten Janoir bei einer Gleitflug=Landung ſchwer
beſchä=
digt. Der Deperduſſin=Apparat von Devienne verlor bei
der Landung einen Schwimmer. Labouret überſchlug ſich
mit ſeinem Aſtra=Zweidecker bei dem Niedergang auf dem
Waſſer und mußte den ſchwer beſchädigten Apparat aus
dem Wettbewerb zurückziehen. Prévoſt hatte gleichfalls
Havarie beim Niedergehen auf dem Waſſer. Das
Höhen=
ſteuer ſeines Apparates wurde zerbrochen, doch kann der
Schaden leicht repariert werden. Im allgemeinen hat ſich
gezeigt, daß das Niedergehen mit den Flugmaſchinen auf
dem Waſſer den Fliegern die größten Schwierigkeiten
bereitete.
Kongreſſe und Verbandstage.
— Limburg a. d. Lahn, 7. April. Geſtern fand
hier die 16. Jahresverſammlung des Main=
Weſer=Gaues im Deutſchnationalen
Hand=
lungsgehilfen=Verban de ſtatt. Vertreten
waren 48 Ortsgruppen durch über 150 Mitglieder. Im
Auftrage des Gauvorſtandes erſtattete Vorſteher Herr Jul.
Schellin=Frankfurt a. M. den Jahresbericht. Aus ihm
geht hervor, daß der Gau und ſeine Ortsgruppen in
ſozial=
politiſcher Beziehung im Vorjahr ungemein rührig waren.
Alle Fragen der kaufmänniſchen Standespolitik, wie
Sonntagsruhe, Ladenſchluß, Samstagfrühſchluß,
Er=
holungsurlaub und Stellenvermittelung, wurden
geför=
dert, die Frauenarbeit durch koſtenloſe Verbreitung eines
Berufswegweiſers und durch die Forderung der
Haus=
wirtſchaftsſchulen, ſowie Ablehnung weiblicher
kaufmän=
niſcher Fortbildungsſchulen in ihren ſchädlichen Wirkungen
bekämpft, und über die neuen Verſicherungsgeſetze in
zahl=
reichen Verſammlungen Aufklärung verbreitet. Bei den
Angeſtelltenverſicherungswahlen erzielte der Gau 152 Sitze
gegenüber 99 des 58er und Leipziger Verbandes
zuſam=
mengenommen. Der planmäßigen Jugendpflege im
vater=
ländiſchen Sinne wurde beſondere Aufmerkſamkeit durch!
zwei gut verlaufene Jugendtage und zu beruflicher
Tüch=
tigkeit durch Unterrichtskurſe und Vorträge geſchenkt. Ende
1912 zählte der Gau 6234 Mitglieder, einſchließlich 791
Jugendlichen in 63 Ortsgruppen. Der in Einnahme und
Ausgabe mit 6280 Mark balanzierende Voranſchlag für
1913 wurde glatt genehmigt; ebenſo vollzogen ſich die
Er=
ſatzwahlen zum Vorſtande einmütig. Ein Antrag des
Gauvorſtandes, die Jugendpflege noch weiter
auszuge=
ſtalten, wurde einſtimmig angenommen und Wilh. Gieße=
Frankfurt als Jugendwart für Heſſen und Naſſau beſtellt.
Nachdem Wiesbaden als nächſtjähriger Tagungsort
ge=
wählt war, hielt Bott=Hamburg einen gehaltvollen
Vor=
trag über die Ertüchtigung des
Handlungsgehilfenſtan=
des, in welchem den Führern der Ortsgruppen Mittel und
Wege gezeigt wurden, den Handlungsgehilfenſtand
fort=
laufend berufstüchtiger zu machen. Dieſer Vortrag
bil=
dete die Ergänzung zu einem pädagogiſchen Lehrgang,
der ſchon am Vormittage mit mehr als 40 Teilnehmern
ſtattgefunden hatte. Darauf ſprach Schellin=Frankfurt
über das Thema: „Was ſind wir in Heſſen und Naſſau
dem Verbandstage in Frankfurt a. M. ſchuldig?” indem
er für einen lebhaften Beſuch der geſamten
Handlungs=
gehilfenſchaft aus Heſſen und Naſſau zu dem großen
Deut=
ſchen Handlungsgehilfentage vom 14. bis 16. Juni in
Frankfurt a. M. plädierte. Der Vertreter der Verwaltung,
Richard Döring=Hamburg, hielt alsdann eine begeiſtert
aufgenommene Schlußrede. Der in großer Einmütigkeit
und Begeiſterung verlaufenen Tagung folgte ein Feſtabend
der Ortsgruppe Limburg im D. H.=V., der in allen Teilen
wohl gelang.
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Es besitzt zwar nicht die Eigenschaft an Stellen, wo
überhaupt keine Haarwurzeln vorhanden sind, Haare zu
erzeusen — (denn ein solches Mittel zibt es nicht,
wennschon dies von manehen auderen Uineturen in den
Zeitungen fälschlich behauptet wird)- wohl aber stärkt
es die Kopfhaut und die Haarwurzeln derartig, dass das
Ausfallen des Haares in kurzer Zeit aufhört und sich
aus den Wurzeln, so lange diese eben noch nicht
abge-
storben sind, neues Haar entwickelt, wie dies bereits
durch zahlreiche praktische Versuche fe
gestellt ist.
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Bad=Nauheim,
— Jetzt, im Frühling, wores mit jedem Tag, ja, mit
jteder Stunde draußen in der Natur ſchöner wird, wo
alles anfängt zu grünen und zu blühen, da regt ſich in uns
Menſchen die Reiſelnſt. Der vergangene Winter iſt, wenn
auch nicht ſehr kalt, ſo doch ganz beſonders lang geweſen,
da der Herbſt mit kalten Regentagen ja ſchon im Auguſt
einſetzte. Um ſo mehr verlangen wir jetzt nach Wärme
und ſonnigen Tagen und die Sehnſucht ſteigt in uns auf,
einen ſchönen Ort aufzuſuchen, wo wir ſie recht ausgiebig
genießen und uns der jungen Frühlingspracht erfreuen
können. Wer in einer großen Stadt wohnt und ſtets
um=
geben iſt von dem Getriebe und der Haſt des modernen
Lebens, oder wer einen aufreibenden, anſtrengenden
Be=
auf hat, der ſollte, wenn er es eineichten kann, ſich öfter
eine kleine Ausſpannung gönnen. Dies wird für ſeine
WGeſundheit von größerem Wert ſein als ein einmaliger
längerer Urlaub. Zu dieſer Erkenntnis iſt man in den
letzten Jahren immer mehr gekommen. Um einen Platz
zum Ausruhen zu finden, dazu iſt keine lange Reiſe nötig.
Beſonders wir in Mittel= und Süddeutſchland ſind ſo reich
jan Naturſchönheiten, wohin wir auch ſchauen, daß es
nur eines ausſchlaggebenden Hinweiſes auf einen
be=
ſtimmten Erholungsort bedarf, um uns der Qual der
Wahl zu entheben. Wir erwähnen darum heute die
präch=
itige Wetterau, die eine köſtliche Perle birgt: Bad=
Nau=
heim.
Nicht in ſeiner Eigenſchaft als weltberühmtes Bad,
als das Ziel Tauſender, die ihm alljährlich zuſtreben, um
Heilung oder Erleichterung von ihren Leiden zu ſuchen,
möchten wir es heute ſchildern, ſondern nur als idealen
Platz zum Ausruhen, zum Sichfreuen an der
wieder=
erwachenden Natur. Denn hierzu bietet Bad=Nauheim
Gelegenheit in reichem Maße. Herrlich gelegen am Fuße
des Johannisberges, vereinigt es alle nur erdenklichen
Vorzüge. Im Laufe der letzten Jahre, die ihm mit einem
Aufwand von 10 Millionen ſeitens des heſſiſchen Staates
eine vollſtändige Neu= und Umgeſtaltung der
Badeein=
richtungen gebracht haben, hat es ſich zu einer regelrechten
Gartenſtadt herausgebildet. Ein Garten iſt das ganze
Bad=Nauheim. Ein Ganten von ſo herrlicher grüner
Pracht und dabei von ſo natürlicher, ſo angenehmer
un=
gekünſtelter grüner Herrlichkeit, daß Auge und Sinn dieſe
Schönheit mit unendlichem Behagen aufnehmen. Der
Park, der im Laufe des letzten Herbſtes und Winters
ver=
größert worden iſt, umfaßt jetzt 400 Morgen und iſt
da=
mit der größte Kurpark in ganz Deutſchland. Er iſt
wun=
derſchön gepflegt, hat einen Raſen von ſaftiger grüner
Schönheit, herrliche Laubbäunne und Buſchwerk und als
beſondere Zierde einige Blutbuichen, deren blaurotes Laub
in die grüne Pracht einen abſonderlich ſchönen Ton bringt.
Seine Wege ermöglichen infolge ihrer vorzüglichen
In=
ſtandhaltung das Spazierengehen bei jeder Witterung, da
ſie auch nach ſtarken Regengüſſen ſchnell abtrocknen.
Ge=
radeſo vorzüglich ſind die Prongenaden in dem ſich direkt
an den Park auſchließenden Framenwald. Der
Johannis=
berg bietet einen entzückenden Ausblick auf die Höhen
des Taunus, in die Wetterau und auf Friedberg mit ſeinem
alten Schloß, in dem im Jahre 1910 die ruſſiſche
Zaren=
amilie mehrere Monate zubrachte. Bad=Nauheim iſt
be=
kanntlich ein Lieblingsaufenthalt vieler Fürſtlichkeiten,
und die Saiſon 1912 iſt durch die 4½wöchige Anweſenheit
der deutſchen Kaiſerin eröffnet worden.
Die Konzerte des bekannten Winderſtein=Orcheſters
haben in dieſem Jahre bereits am 6. April begonnen, die
offizielle Saiſon wird am 16. April eröffnet. Die
präch=
tigen Tennisplätze und der Golfplatz — beides
Muſter=
anlagen — harren der Spieler. Auch in dieſem Sommer
ſollen wieder große Tennis=, Golf= und Hockey=Turniere
ſtattfinden.
Die Schönheiten des in friſchem frühjahrlichem Schmuck
prangenden Bad=Nauheim ſind den Bewohnern der
nähe=
ren Umgegend noch lange nicht genügend bekannt und
überraſchen jeden aufs freudigſte, der ſie zum erſtenmal
ſieht. Und wer Bad=Nauheim einmal aufgeſucht und in
der kräftigen, reinen Luft, der wohltuenden Ruhe und
wundervollen Umgebung ſeine Nerven geſtärkt hat, der iſt
ſicher nicht zum letztenmal hier geweſen.
Handel und Verkehr.
Im Reichspoſtgebiet
Poſtſcheckverkehr.
iſt die Zahl der Kontoinhaber im
Poſtſcheckver=
kehr Ende März 1913 auf 78421 geſtiegen (
Zu=
gang im Monat März 965). Auf dieſen
Poſtſcheck=
konten wurden im März gebucht 1440 Millionen Mark
Gutſchriften und 1438 Millionen Mark Laſtſchriften. Das
Geſamtguthaben der Kontoinhaber betrug im März
durch=
ſchnittlich 169 Millionen Mark. Im Verkehr der
Reichs=
poſtſcheckämter mit dem Poſtſparkaſſenamt in Wien, der
Poſtſparkaſſe in Budapeſt, der luxemburgiſchen und
bel=
giſchen Poſtverwaltung, ſowie den ſchweizeriſchen
Poſt=
bureaus wurden 7,2 Millionen Mark umgeſetzt, und
zwar auf 2810 Uebertragungen in der Richtung nach und
auf 13 410 Uebertragungen in der Richtung aus dem
Auslande.
H. Frankfurt a. M., 7. April. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Der Wochenmarkt zeigte im allgemeinen
einen ruhigen Verkehr. Während Landweizen in guter
Qualität geſucht war und dafür die vorwöchigen Preiſe
ſchlank bewilligt wurden, lag Landroggen bei reichlichem
Angebot flauer, bei indes mäßigen Umſätzen. Hafer und
Mais blieben ſtill und unverandert, Braugerſte wurde
billiger oferiert, wogegen für Kleie beſſere Frage beſtand.
Die Forderungen für Mehl ſind etwas echöht. Der
Mannheimer Getreidemarkt iſt feſt bei
an=
ziehenden Preiſen. An der Berliner
Produkten=
börſe war Getreide feſt auf die Heraufſetzung der
Aus=
ländiſchen Offerten, ſowie auf Käufe der Kommiſſionäre
und Importeure. Das Inlandsangebot war
zurückhalten=
der, beſonders in guten Sorten! Die neu ankommende
Ware iſt vielfach unkontraktlich und man fürchtet, daß die
Erledigung der Maiverpflichtungen Schwierigkeiten
begeg=
nen wird. In Hafer war die Haltung auf Deckungen und
die ſtarke Nachfrage für den Export hier eine feſte. Nach
den letzten Kabelnachrichten von den amerikaniſchen
Getreidemärkten (New=York und Chicago), war
Weizen und Mais nach mehrfachen Schwankungen
ſchließ=
lich anſehnlich beſſer auf ungüſtige Berichte aus
Argen=
tinien, feſtere Notizen von Winnipeg und den, der Hauſſe
günſtig lautenden Viſible Supply=Ausweis. Beſonders
waren die Maitermine höher. Die ſichtbaren
Weizenvor=
räte ſind dort in dieſer Woche von 62,62 Mill. Buſh. auf
60,49 Mill. Buſh. und die Maisvorräte von 21,49 Mill.
Buſh. auf 19,73 Mill. Buſh. zurückgegangen, während in
der gleichen Zeit in Kanada die Weizenvorräte von 25,22
Mill. Buſh. auf 26,01 Mill. Buſh. geſtiegen ſind.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen, hieſiger und Wetterauer 20,80—21,
Nord=
deutſcher 20,80—21, Kurheſſiſcher 20,80—21, Ruſſiſcher
23,50—25, Kanſas 23,75—24,25, Rumäniſcher 23,50——24,75,
Redwinter 23,75—24,25, Manitoba 23—24, Laplata 23,75
bis 24,25, Walla Walla 23,75—24,25; Roggen hieſiger
17,35—17,45, Bayeriſcher (Pfälzer) 17,35—17,50, Ruſſiſcher
19,50—19,75, Rumäniſcher 19,25—19,50, Amerikaniſcher —;
Gerſte Pfälzer 17—18, hieſige und Wetterauer 17—18,
Riedgerſte 17—18, Fränkiſche 17—18, Ungariſche —;
Hafer, hieſiger 17,50—18,50, Bayeriſcher 17,50—18,50,
Ruſſiſcher 18,50—19,50, Rumäniſcher 18,50—19,50,
Ameri=
kaniſcher 17,25—18,25; Mais mixed 15—15,25, Ruſſiſcher
15,50—15,75, Donaumais 15,25—15,50, Rumäniſcher 15,50
bis 15,75, Laplata 15—15,25, Weißer Mais 15,25—15,50,
Weizenſchalen 10,50—10,75, Weizenkleie 10,50—10,75,
Rog=
genkleie 10,75—11, Futtermehl 14—16, Biertreber
getrock=
net 13,50—14, Futtergerſte 16,35—16,60; Weizenmehl,
hieſiges (Baſis ab Mannheim) Nr. 0 31,25—31,75, feinere
Marken 32—32,25, Nr. 1 30—30,25, feinere Marken 30,50
bis 30,75, Nr. 2 28,75—29, feinere Marken 29—29,25, Nr. 3
27—27,75, feinere Marken 27,50—27,75, Nr. 4 24—24,25,
feinere Marken 24,50—24,75; Roggenmehl, hieſiges!
Nr. 0 27—27,25, Nr. 1 24,75—25, Nr. 2 21,75—22.
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6..
Auszug aus dem Hauptkatalog 1913
Iimmmmmmmmhmmmmim
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Adler Export 1913
Adler Tourenrad Nr. 54N
Rahmen mit Außenlötung, regulär 59,5 cm; hoch 64,5 cm; nieder
54,5 cm. Runde obere Hinterradstreben direkt an die Muffe angelötet.
Sattelstütze mit Expanderklemmung. — Tretkurbeln mit Keilbefestigung.
Vernickeller Vordergabelkopf. — Staubdichte, ölhaltende Kugellager
mit Kugelhaltung. — ½‟ Rollenkeite mit ½‟ Gliedern.
Rahmen: regulär 59,5 cm; hoch 64,5 cm; nieder 54,5 cm. — Adler-
Tretlager mit vorteilhaftester Anordnung des Kugellaufs. — Kurbein
mit ovalem Querschnitt. — Runde Hinterradstreben. — Lenkstange
mit Innenklemmung. — Außenlötung. — Vernickelter Vordergabelkopf.
Staubdichte, ölhaltende Kugellager mit Kugelhaltung. — 3/6‟
Rollen-
kette mit 5/‟ Gliedern.
Draht- oder Wulst-Pneumatiks folgender Marken nach Wunsch: Centaur-, Centrum-, Gloria-, Phönix-, Stoeckicht-Extra-
Prima-, Stoeckicht-Resolut-, Dunlop-Prima, Continental-Prima-, Excelsior-Prima-, Harburg-Wien-Prima-Pneumatiks.
Adlerwerke vorm. Heinrich Klever A. G.
Ueber 5000 Arbeiter.
Frankfurt a. Main.
Gegründet 1880.
Fabrikation: Fahrräder, Automobile, Schreibmaschinen.
Kgl. Preuss. Staatsmedaille in Gold für gewerbliche Leistungen.
Weltausstellung Brüssel 1910: Zwei Grands Prix. Weltausstellung Turin 1911: Vier Grands Prix.
Geeetoesesssseegeseeestsseegessesssescossegseeseeseeseseeesaseseesessessesseeosessscso
Inh. A. Ober
MULLER & OBER,
Großherzogliche Hoflieferanten
Karlstraße 30
Fernsprecher 2498 DARMSTADT
Draht- oder Wulst-Pneumatiks folgender Marken näch Wunsch: Centaur-, Centrum-, Gloria-, Phönix-, Stoeckicht-Extra-
Prima-, Stoeckicht-Resolut-, Dunlop-Prima-, Continental-Prima-, Excelsior-Prima-, Harburg-Wien-Prima-Pneumatiks.
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Ml
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mr Die Forderungen für Mehl ſind etwas echöht., Der
EuF!
Adler Tourenrad Nr. 55N
Rahmen regulär 59,5 cm, hoch 64,5 cm, nieder 54,5 cm, extrahoch
69,5 cm. — Adler Tretlager mit vorteilhaftester Anordnung des
Kugel-
laufs. — Obere und untere Hinterradgabel aus durchlaufenden Röhren
mit Steg, gefällige Form. — Lenkstange mit Innenklemmung. —
Ver-
nickelter Vordergabelkopf. — Staubdichte, ölhaltende Kugellager mit
Kugelhaltung. — 3/16‟ Rollenkette mit 5/‟ Gliedern (auf besonderen
Wunsch mit ½‟ Rollenkette mit ½‟ Gliedern).
M
Adler Nr. 56N
Moderner Straßenrenner mit abfallendem Rohr
Adler Tretlager mit vorteilhaftester Anordnnug des Kugellaufs.
Obere und untere Hinterradgabel aus dürchlaufenden Röhren mit Steg,
gefällige Form. — Lenkstange mit Innenklemmung. — Vernickelter
Vordergabelkopf. — Staubdichte, ölhaſiende Kugellager mit
Kugel=
haltung. — 18% Rollenkette mit ½% Gliedern. — Doppeldickendspeichen.
Adler Straßenrenner Nr. 57N
Rahmen regulär 50,5 cm, hoch 64,5 cm, nieder 54,5 cm, extrahoch
60,5 cm. — Adler Tretlager mit vorteilhaftester Anordnung des
Kugel-
laufs. — Obere und untere Hinterradgabel aus durchlaufenden Röhren
mit Steg, gefällige Form. — Lenkstange mit Innenklemmung. —
Vorder-
rad-Felgen-Bremse. — Vernickelter Vordergabelkopf. — Westwood-
Stahlfelgen, vernickelt, mit schwarzen, rot eingefaßten Mittelstreifen.
Doppeldickendspeichen. — Staubdichte, ölhaltende Kugellager mit
Kugelhaltung. — ½‟ Rollenkette mit ½2‟ Gliedern. — Doppelte
Silber-
linien und Emaille-Schild.
Unser Distance- und Bahn-Renner hat sich bei zahlreichen Dauerrennen
hervorragend bewähn. — Der etwas kürzere Hinterrahmen läßt die
Montage von Kettenrädern bis zu 56 Zähnen zu. — Rahmen regulär
58,5 cm, hoch 63,5 cm, nieder 54,5 cm. — Gewicht in
Bahnrennaus-
statlung mit Sattel und Pedalen ca. 11 kg. — Schmales Glockenlager.
Obere und untere Hinterradgabel aus durchlaufenden Röhren mit Steg,
gefällige Form. — Lenkstange mit Innenklemmung. — Westwood-
Stahl-
felgen. — Auf Wunsch wird diese Maschine auch mit Holzfelgen ohne
Aufpreis geliefert. — Doppeldickendspeichen. — Staubdichte, ölhaliende
Kugellager mit Kugelhaltung. — 1/‟ Rollenkette mit ½‟ Gliedern.
Adler Nr. 57N
Adler Nr. 58N Distance- u. Bahnrenner
Feines Luxusrad in Touren- und Halbrenn-Ausstattung
Rahmen regulär 50,5 cm, hoch 64,5 cm, nieder 54,5 cm, extrahoch
69,5 cm. — Adler Tretlager mit vorteilhaftester Anordnung des
Kugel-
laufs. — Obere und untere Hinterradgabel aus durchlaufenden Röhren
mit Steg, gefällige Form. — Lenkstange mit Innenklemmung. —
Ver-
nickelter Vordergabelkopf.
Staubdichte, ölhaltende Kugellager mit
Kugelhaltung. — 1/‟ Rollenkette mit ½‟ Gliedern. —
Doppeldickend-
speichen.
Adler Nr. 59N
Geschäfts-Zweirad.
Adler Fahrräder
mit Rettenkasten.
Rahmen regulär 59,5 cm; hoch 64,5 cm; nieder 54,5 cm. — Lieferbar
in farbiger Emaillierung und mit Firmenschild in folgenden Farben:
hellgrün, dunkelgrün, mittelblau, hellrot, dunkelrot, hellbraun,
dunkel-
braun, schwarz. Andersfarbige
Auf Wunsch liefern wir die Adler
Damenräder 61N, 62N (nur mit
schwarz emailliertem Blech in
Emaillierungen auf Wunsch.
Adler Tretlagermit vorteilhaftester
Anordnung des Kugellaufs.
Obere und untere Hinterradgabel
aus durchlaufenden Röhren mit
Steg, gefällige Form. —
Lenk-
stange mit Innenklemmung. —
Staubdichte und ölhaltende
Kugel-
lager mit Kugelhaltung. — 3/16‟
Rollenkette mit 5/‟ Gliedern,
extra stark.
Adler Damenrad Nr. 60N
Herrenräder 55N, 56N, 57N, Adler
28‟ Rädern) mit Kettenkasten aus
hocheleganter Ausführung. — Die
Maschinen mit Kettenkasten haben
ausschließlich Kettenräder mit
44 Zähnen und Ketten mit ½"
Gliedern. (Nachträglich kann ein
Blechkettenkasten beiden oben
an-
geführten Modellen nur angebracht
werden, wenn das betreffende
Fahrrad speziell hierfür passend
bestellt wurde.
Räder nieder 66 cm (— 26%: regulär und hoch 71 cm
Rahmen regulär 55,5 cm; hoch 61,5 cm; nieder 49,5 cm.
(—28‟). — Kleiderschutz. — Adler-Tretlager mit vorteilhaftester Anordnung des Kugellaufs. — Kurbeln mit ovalem
Querschnitt. — Runde Hintergabelstreben. — Lenkstange mit Innenklemmung.
Außenlötung. — Vernickelter
Vordergabelkopf. — Staubdichte, ölhaltende Kugellager mit Kugelhaltung. — ½‟ Rollenkette mit ½ Gliedern.
Adler Damenrad Nr. 6170
Adler Damenrad Nr. 627
Luxusrad.
Feines
Rahmen regulär 55,5 cm; hoch 61,5 cm; nieder 49,5 cm; extrahoch
66,5 cm. — Räder nieder 66 cm (— 26% regulär, hoch und extrahoch
71 cm (— 28‟). — Kleiderschutz. — Celluloid-Kettenschutz. — Adler-
Tretlager mit vorteilhaftester Anordnung des Kugellaufs. — Rahmen
doppeltgeschweiſt. — Obere und untere Hinterradgabel aus
durch-
laufenden Röhren mit Steg, gefällige Form. — Lenkstange mit
Innen-
klemmung. — Vernickelter Vordergabelkopf. — Staubdichte und 51 Kugellager m. Kugelhaltung. — 1s‟ Rollenkette m. ½‟ Gliedern.
Rahmen regulär 55,5 cm; hoch 61,5 cm; nieder 49,5 cm; exlrahoch
66,5 cm; — Räder nieder 66 cm (— 26%); regulär hoch und
extra-
hoch 71 cm (— 23‟). — Kleiderschutz. — Celluloid-Kettenschutz.
Adler-Tretlager mit vorteilhaftester Anordnung des Kugellaufs. —
Rahmen doppelt geschweift. — Obere und untere Hinterradgabel aus
durchlaufenden Röhren, mit Steg, gefällige Form. — Lenkstange mit
Innenklemmung. — Vorderrad-Felgenbremse. — Vernickelter
Vorder-
gabelkopf. — Westwood-Stahlfelgen, vernickelt, mit schwarzen, rot
eingefassten Mittelstreifen. — Staubdichte und ölhaltende Kugellager
mit Kugelhaltung. — ½‟ Rollenkette mit ½‟ Gliedern. — Doppelte
Silberlinien und Emaille-Schild. — Doppeldickendspeichen.
Draht- oder Wulst-Pneumatiks folgender Marken nach Wunsch: Centaur-, Centrum-, Gloria-, Phönix-, Stoeckicht-Extra-
Prima-, Stoeckicht-Resolut-, Dunlop-Prima-, Continental-Prima-, Excelsior-Prima-, Harburg-Wien-Prima-Pneumatiks
Adler Rettenlos No. 10
für Damen
Einfach geschweiſter Rahmen. — Obere Hinterradgabel mit ovalem
Quer-
schnitt der Rohre. — Lenkstange mit Innenklemmung. — Vernickelter
Vordergabelkopf. — Doppeldickendspeichen. — Westwood-Stahlfelgen.
Staubdichte, ölhaltende Kugellager mit Kugelhaltung in allen Lagern.
Doppelle Silberlinien.
Adler Rnabenrad No. 10
Rahmen regulär 47,5 cmn, nieder 41,5 cm. — Räder nieder 61 cm ( 24‟,
regulär 66 cm (— 26%). — Doppel-Glockenlager. — Untete
Hinterrad-
gabel aus durchlaufenden ovalen Röhren mit Steg. — Oihaltende
Kugellager. — ½‟ Rollenkeite mit ½‟ Gliedern. — Lenkstange mit
Innenklemmung.
Adler Mädchenrad No. 11
Rahmen regulär 47,5 cm, nieder 41,5 cm. — Räder meder 61 cm (— 24‟),
regulär 66 cm (— 26%). — Zelluloid-Rettenschutz. — Doppel-
Glocken-
lager. — Rahmen einfach geschweiſt. — Untere Hinterradgabel aus
durchlaufenden ovalen Röhren mit Sieg. — Olhaltende Kugellager. —
½‟ Rollenkette mit ½” Gliedern, — Lenkstange mit Innenklemmung.
Draht- oder Wulst-Pneumatiks folgender Marken nach Wunsch: Centaur-, Centrum-, Gloria-, Phönix-, Stoeckicht-Extra-
Prima-, Stoeckicht-Resolut-, Dunlop-Prima-, Continental-Prima-, Excelsior-Prima-, Harburg-Wien-Prima-Pneumatiks-
Adler Transport-
Dreirad No. 9
Räder 71 cm (— 28‟). — Tragfähigkeit ca. 150 kg außer dem Fahrer.
Gepäckrost oder Pritsche aus Holz. — Rostdimensionen: reguläre
Größe 80 cm lang und 70 cm breit. — Doppel-Glockenlager. — Justierbare
Kugellager für die Hauptachse. — Staubdichle, ölhaltende Kugellager für
Vorderrad, Tretlager und Pedale. — ½% Rollenkette mit 1‟ Gliedern,
Nachspannen der Kette mittels Exzenter. — Mit Dunlop-Continental-
Excelsior-Harburg-Wien- oder Stoeckicht-Transport-Pneumatik.
Adler Transport-Dreirad No. 10
80 cm lang u. 70 cm breit. — Tretkurbel mit Keilbefestigung. — Justierbare
Kugellager für die Hauptachse. — Staubdichte, ölhaltende Kugellager für
Vorderachse, Tretlager und Pedale. — ½‟ Rollenkeite mit 1‟ Gliedern.
Nachspannen der Kette mittelst Exzenter. — Mit Dunlop-Continental-
Excelsior-Harburg-Wien- oder Stoeckicht-Transport-Pneumatik.
Richard Pet rsen, Großbuchdruckerei, Hannover-Ricklingen.