Darmstädter Tagblatt 1913


08. April 1913

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176. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Prinz Heinrich von Preußen iſt am Sonntag
abend aus Athen hierher zurückgekehrt und nahm geſtern
mit der Prinzeſſin Heinrich an der Frühſtücks=
tafel
bei dem Kaiſerpaare in Homburg teil.
Die Beratung der Wehr= und Deckungsvorlagen
im Reichstag wurde geſtern mit einer großen Rede
des Reichskanzlers eröffnet.
Auf der Strecke zwiſchen Peſt und Fiume ſtieß ein
Schnellzug mit einem Laſtzug zuſammen, wobei
mehrere Perſonen getötet wurden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Ein Engländer über die deutſche
Luftſchiffahrt.

* In einem ausführlichen Aufſatze der Daily Mail
beſchäftigt ſich der zurzeit in Berlin weilende engliſche
Journaliſt Valentine Williams mit der deutſchen Luft=
flotte
und mit dem zähen Opfermut, mit dem trotz man=
cher
Rückſchläge das Ziel einer deutſchen Wehrfähigkeit
in den Lüften verfolgt wird. Er ſpricht von den gewal=
tigen
Aufwendungen, die die neue Wehrvorlage für die
deutſche Luftflotte vorſieht, und fährt dann fort:
Seitdem ich, von 3½ Jahren, das letztemal in
Deutſchland war, haben Volk und Regierung ihre Stel=
lung
zum Luftſchiff vertauſcht. Denn die allgemeine Be=
geiſterung
für die Perſönlichkeit des Grafen Zeppelin
drang damals kaum durch den eiſernen Ring privater Ein=
flüſſe
um den Thron bis zur Regierung. Im Publikum
ließen die mannigfachen Mißgeſchicke dann der erſten
ſchrankenloſen Begeiſterung eine ruhigere Betrachtung
Efolgen, die Allgemeinheit richtete ihre Aufmerkſamkeit im=
mer
mehr auf die Flugzeuge: und nun hatte die Regierung
die Möglichkeit dieſer Lenkballons für die Landesvertei=
digung
erkannt. Die deutſche Regierung iſt heute ein
füberzeugter Anhänger des Lenkballons. Durch manche
Mißerfolge nur angefeuert, ſetzten Graf Zeppelin und
ſeine Ingenieure ihre Verſuche und ihr Streben nach Ver=
beſſerungen
unausgeſetzt fort, bis ſie jetzt einen Luftſchiff=
typus
geſchaffen haben, der ſtückweiſe auf mechaniſchem
Wege in Friedrichshafen hergeſtellt werden kann. Die
Zeppelinwerke ſollen imſtande ſein, in einem Zeitraum
von drei bis vier Wochen das ganze Gerüſt eines Zeppe=
flinkreuzers
fertigzuſtellen. Aber trotz dieſer Anſtrengun=
fgen
auf dem Gebiete des Luftſchiffbaues werde das Flug=
zeugweſen
keineswegs vernachläſſigt.
Williams erzählt, daß er überraſcht geweſen ſei, wie
ſſehr ſich Johannisthal ſeit ſeinem letzten Beſuche entwickelt
ſund vergrößert hat. Eine ſtarke private Induſtrie hat ſich
entfaltet, und das Bemerkenswerteſte an dieſer deutſchen
Flugzeuginduſtrie iſt ihr Beſtreben, ſich von den franzöſi=
ſchen
Modellen abzuwenden‟. Der Engländer hat mit
leiner Anzahl deutſchen Autoritäten über die Vorzüge der
Luftſchiffe geſprochen; das Ergebnis dieſer Geſpräche war,
daß man die Zeppelinkreuzer als Verteidigungswaffen
auf dem Gebiete des Kundſchafterweſens als von größtem
Werte betrachtet, ſind die Fahrzeuge doch imſtande, we=
nigſtens
18 Stunden in der Luft zu bleiben und mit hoher
Geſchwindigkeit faſt jedem Wetter und der Nacht zu trotzen.
Man weiſt darauf hin, daß noch nie einen Zeppelin in
den Lüften eine Kataſtrophe betroffen habe. Die Unglücks=
fälle
, die Deutſchland bisher ſieben Zeppeline gekoſtet
haben, ſind auf Mangel an drehbaren Ballonhallen zu=
trückzuführen
. Mit der Errichtung ſolcher drehbaren Bal=
llonhallen
an allen ſtrategiſch wichtigen Punkten hofft man
die Notwendigkeit zu beſeitigen, daß Luftſchiffe bei ſchlech=
ſem
Wetter im Freien niedergehen müſſen und dabei der
Gefahr einer Vernichtung durch Sturm oder Blitz ausge=
ſetzt
bleiben.
Der Wert der Luftkreuzer für den militäriſchen Nach=
trichtendienſt
iſt durch die Verwendung drahtloſer Tele=
graphie
gewaltig geſteigert worden. Verſuche haben er=
geben
, daß der Luftkreuzer drahtloſe Meldungen auf Ent=
fernungen
von nahezu 700 Kilometern abgeben und
drahtloſe Meldungen auf Entfernungen von über
1000 Kilometern entgegennehmen kann. Der An=
nahme
, daß die Zeppelinkreuzer auch als wirk=
ſame
Angriffswaffe wertvoll ſind, begegnet der Eng=
länder
mit Zweifel Der Luftkrieg wird ſich vorausſicht=
lich
ſtets in einer Reihe von verwegenen Abenteuern ab=

ſpielen, bei denen Menſchen wie Maſchinen den höheren
Intereſſen geopfert werden müſſen. Daß die deutſchen
Luftſchiffe Schönwetter=Schiffe ſind, iſt kaum zu be=
ſtreiten
. Als ſolche aber werden ſie unſchätzbare Dienſte
im Land= wie im Seekriege leiſten, werden den Gegner
während der Mobiliſierung und des Aufmarſches beob=
achten
, werden alle Flottenbewegungen und Transporte
erkunden. Aber wenn ſie ungünſtiger Witterung in der
Luft vielleicht auch trotzen können, am Boden ſind dieſe
deutſchen Luftſchiffe wehrloſe Opfer der Elemente. Eine
Autorität hat mir beſtätigt, daß es für ein Luftſchiff un=
möglich
iſt, auf dem Lande oder auf dem Meere bei einem
Winde von 36 Kilometern ſicher niederzugehen. Ein Ma=
ſchinendefekt
kann eines dieſer Luftſchiffe jederzeit zu einer
jener Notlandungen zwingen, die ſchon mehr als einem
der ſtolzen deutſchen Luftkreuzer Verderben gebracht
haben.

Eine warnende Stimme gegen
den Chauvinismus.

* In der franzöſiſchen Monatsſchrift La Contro=
verſe
richtet deren Herausgeber Erneſt Archdeacon eine
ernſte Mahnung an ſeine Landsleute, ſich vom Taumel
des Chauvinismus frei zu machen. Contagieuse
folie (anſteckender Wahnſinn) hat er ſeinen Artikel über=
ſchrieben
. Er wendet ſich äußerſt ſcharf gegen die berufs=
mäßigen
Hetzer und nimmt namentlich den Matin aufs
Korn. Der ſtupide Feldzug gegen die deutſchen
Waren wird vor allem die wohlverſtandenen wirtſchaft=
lichen
Intereſſen Frankreichs ſchädigen. Gerade auf öko=
nomiſchem
Gebiet würden ſich die Eigenſchaften des Fran=
zoſen
und des Deutſchen aufs glücklichſte ergänzen.
Die franzöſiſchen Chauviniſten, die zum Kriege drän=
gen
, ſind gefährlicher als ein Bonnot oder Garnier, die
wenigſtens mit ihrer Perſon zahlten und durch Atavis=
mus
ſowie die Bedingungen ihres Daſeins zum Teil
entſchuldigt werden. Wenn aber wohlerzogene, gebildete
Männer es ſich zum Beruf machen, von ihrem Schreibtiſch
aus die ſchlimmſten nationalen Leidenſchaften der Maſſen
aufzupeitſchen, ſo müſſen ſie gebrandmarkt werden. Der
Patriotismus wird heute in Frankreich zum Geſchäft ge=
macht
. Ein Theaterſtückfabrikant braucht im 5. Akt nur
eine franzöſiſche Fahne anzubringen, Uniformen aufmar=
ſchieren
zu laſſen und die Deutſchen zu verhöhnen, wie
im Théätre Réjane, ſo iſt der Erfolg garantiert.
Archdeacon, der Deutſchland kennt, erklärt, im
deutſchen Volke immer nur ehrlichen Willen zum Frieden
und einem guten Verhältnis mit Frankreich angetroffen
zu haben. Wierholt wurden Franzoſen in deutſchen Lan=
den
mit Begeiſterung aufgenommen, ſo die ſiegreichen
Automobilfahrer Fournier, Braſier und Théry, ſo auch
Audemars, als er im vergangenen Jahre ſeinen Flug von
Paris nach Berlin ausführte. Hätten Deutſche unter den
gleichen Verhältniſſen einen ähnlichen Empfang in Frank=
reich
gefunden?
Nicht die Deutſchen ſind es alſo, die einen Bruch pro=
vozieren
! Ihr Kaiſer, ihre Regierung ſind zweifellos
friedlich und von den beſten Abſichten erfüllt; aber die
fortwährende Aufreizung der chauviniſtiſchen Inſtinkte in
den franzöſiſchen Volksmaſſen könnte nichtsdeſtoweniger
gefährlich werden und leicht eines Tages ſelbſt über die
Abſichten derjenigen hinausgehen, die ſie verurſachten,
ganz wie 1870.
Zum Schluß ſagt Archdeacon den Franzoſen einige
ganz beſonders bittere Wahrheiten. In militäri=
ſchen
Fragen erklärt er ſich inkompetent, glaubt auch, es
ſei heutzutage faſt unmöglich, die Chancen eines Krieges
vorauszuſagen. Der franzöſiſche Soldat ſteht dem deut=
ſchen
an Wert jedenfalls nicht nach, die franzöſiſche Gene=
ralität
der deutſchen an techniſcher Kapazität wohl ebenſo=
wenig
; aber es muß noch ein Faktor mit in Berechnung
gezogen werden, der ganz beſonders zählt und in Frank=
reich
nur zu gern überſehen wird. Der Erfolg eines
Krieges hängt vor allem von der Vorbereitung dieſes
Krieges ab und in letzter Linie vom Wert der ganzen Ver=
waltung
eines Landes. Niemand, der in beiden Län=
dern
gereiſt ſei, werde, wenn er unparteiiſch urteile, die
Ueberlegenheit aller deutſchen Einrich=
tungen
(der Franzoſe drückt ſich negativ aus: Uinfé=
riorité
fagrante des administrations frangaises) ab=
ſtreiten
, ob es ſich nun um die Poſt, den Telegraphen, das
Telephon oder um andere Verwaltungszweige handle.
Selbſt der chauvaniſtiſche Matin huldige, ohne es zu
wollen, dem deutſchen Gegner, wenn er den jährlichen
Mehrertrag der deutſchen Bahnen mit ca. 860 Millionen

bewerte, während der franzöſiſche Staat bei ſeinen Bah=
nen
noch 200 Millionen zuſetzen muß. Dieſe Tatſache der
organiſatoriſchen Ueberlegenheit der Deutſchen allein ſchon
laſſe die Annahme eines franzöſiſchen Sieges problema=
tiſch
erſcheinen.
Am Schluß ſeines Artikels richtet Archdeacon einen
warmen Appell an die Leute der Preſſe, die
dramatiſchen Autoren, überhaupt alle diejenigen, welche
auf die öffentliche Meinung Einfluß ausüben, und be=
ſchwört
ſie, nicht noch weiterhin Oel auf das Feuer zu
gießen. Es wäre nur zu wünſchen, daß dieſe vernünf=
tigen
Worte die größte Verbreitung in Frankreich fänden
und zu ernſtem Nachdenken anregten.

Deutſches Reich.

Konferenz im Reichsverſicherungs=
amt
. Im Reichsverſicherungsamt fand am 4. d. M. un=
ter
dem Vorſitz ſeines Präſidenten Dr. Dr. Kaufmann eine
Konferenz mit Vertretern der Landesverſicherungsämter,
Landesverſicherungsanſtalten und Sonderanſtalten ſtatt.
Der erſte Punkt der Tagesordnung betraf insbeſondere
die Stellungnahme der Verſicherungsanſtalten zu den An=
trägen
auf Heilverfahren der freiwillig Verſicherten im
allgemeinen, ſowie ſolcher Perſonen, die als verſiche=
rungsfreie
Beamte auf Grund früherer Pflichtverſicherung
ſich freiwillig weiterverſichern. Die Mehrheit der Vex=
treter
der Verſicherungsanſtalten uſw. war der Anſicht,
daß freiwillig Verſicherte hinſichtlich der Gewährung des
Heilverfahrens grundſätzlich nicht anders zu behandeln
ſeien, als die Zwangsverſicherten. Man war ferner dar=
über
einig, daß die Einleitung eines Heilverfahrens für
die in Frage ſtehenden Beamten regelmäßig von der
Leiſtung beſonderer Zuſchüſſe, ſei es der Beamten ſelbſt
oder der ſie beſchäftigenden Behörde abhängig zu machen
ſei. Darauf wurden weitere Punkte der Tagesordnung
erledigt, die u. a. die Gewährung der Altersrente von der
Vollendung des 65. Lebensjahres an, die Einrichtung von
Sammelkarten, ſowie die Vernichtung und die Erneue=
rung
von Quittungskarten betrafen. Bei der Frage der
Herabſetzung der Altersgrenze auf das 65. Lebensjahr
einigte man ſich dahin, daß die Prüfung dieſer Frage
nicht für ſich, ſondern in Verbindung mit der vom Reichs=
tag
geforderten Prüfung über die finanziellen Wirkungen
einer Herabſetzung der Altersgrenze für die Altersrente
auf 65 Jahre vorzunehmen ſei. Die Mehrkoſten der Her=
abſetzung
wurden von dem Berichterſtatter auf Grund der
von den Verſicherungsträgern vorgenommenen Aus=
zählungen
auf jährlich 47 Millionen Mark für das Reich
und 9½ Millionen Mark für die Verſicherungsträger ver=
anſchlagt
.
Der Bundesrat und das Jeſuiten=
geſetz
. Die Entſcheidung des Bundesrates über den vom
Reichstage angenommenen Antrag auf Beſeitigung des
Jeſuitengeſetzes iſt vorläufig auf unbeſtimmte Zeit vertagt
worden. Die Vertagung dieſer Angelegenheit dürfte mit
den augenblicklichen politiſchen Aufgaben des Reichstages
zuſammenhängen.
Mit dem Zwiſchenfall in Luneville
beſchäftigt ſich eine kurze Anfrage des Abgeordneten
Baſſermann im Reichstag. Der Führer der National=
liberalen
fragt an, ob der Reichskanzler Auskunft geben
könne über die Gründe, die das Luftſchiff zwangen, über
die franzöſiſche Grenze zu fliegen, und ferner über die
Verhandlungen, die deshalb mit der franzöſiſchen Regie=
rung
ſtattgefunden haben.
Der Geſetzentwurf über die Kon=
kurrenzklauſel
liegt noch der Kommiſſion des
Reichstages vor. In zahlreichen Orten haben daher Ver=
ſammlungen
des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen
ſtattgefunden, die an den Reichstag die Bitte gerichtet ha=
ben
, die Beratung des Entwurfs zu beſchleunigen. Das
Geſuch wird wie folgt begründet:
Es handelt ſich hier für viele Handlungsgehilfen um
eine Angelegenheit von großer wirtſchaftlicher Bedeutung.
Sie haben daher ein lebhaftes Intereſſe daran, daß das
Geſetz bald zuſtande kommt. Da der Entwurf dem Reichs=
tage
ſeit Ende November 1912 vorliegt. rechnen die An=
geſtellten
damit, daß der Reichstag das Geſetz noch vor den
Sommerferien verabſchiedet. Denn wenn der Reichstag
die endgültige Erledigung bis zum Herbſt verſchiebt,
würde das Geſetz erſt im Jahre 1914 in Kraft treten kön=. Nachdem aber ſowohl die verbündeten Regierungen
als auch der Reichstag anerkannt haben, daß der geger=
wärtige
Rechtszuſtand geändert werden muß werden die
geſetzgebenden Körperſchaften ſich auch der Meinung an=
ſchließen
, daß eine Verzögerung der Reichstagsberatungen
bis zum Herbſte nicht zu rechtfertigen iſt.
Sozialdemokratie und Studenten=
ſchaft
. Man ſchreibt der Poſt: Aus der Univerſitäts=

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Nummer 81

rede des Abgeordneten Dr. Liebknecht im preußiſchen Ab=
geordnetenhauſe
iſt als beſonders bezeichnend für die ſo=
zialdemorkatiſchen
Anſchauungen hervorzuheben einerſeits
die unerhörte Verdächtigung und Verunglimpfung der
deutſchen Studenten, andererſeits die unqualifizierbare
Lobpreiſung der ruſſiſchen Studenten. Der deutſchen Stu=
dentenſchaft
wird durch dieſe Ausführungen ein ſchlech=
tes
Zeugnis vaterländiſcher Geſinnung ausgeſtellt.
Umgekehrt erhellt aus der ſozialdemokratiſchen Be=
wertung
der ruſſiſchen Studenten, ein wie gefährliches
zerſetzendes Element mit denſelben in unſere akademiſche
Jugend hereingedrungen iſt, und man wird vertrauen
dürfen, daß der Unterrichtsminiſter nunmehr noch ſorg=
ſamer
darauf Bedacht nehmen wird, einem übermäßigen
Einſtrömen ſolcher zweifelhaften und gefährlichen ruſ=
ſiſchen
Elemente einen wirkſamen Riegel vorzuſchieben.
Bei allen Rednern wirkte die Empörung über das takt=
loſe
Benehmen des Sozialdemokraten Liebknecht nach, der
die vaterländiſchen Gefühle des Hauſes ſträflich verletzt
hatte. Vor allem gab der Abgeordnete von Savigny vom
Zentrum ſeiner Entrüſtung ſtarken Ausdruck und kündete
an, daß das Haus gegenüber der Verletzung des politiſchen
Anſtandes an ſchärfere Abwehrmaßregeln denken müſſe.

Ausland.

Schweiz.
Proteſt gegen den Gotthardbahnver=
trag
. An der Landsgemeinde in Genf, die am Sonntag
als Kundgebung gegen die Annahme des Gotthardbahn=
vertrages
einberufen worden war, nahmen gegen 15000
Perſonen teil, darunter viele politiſche Vereine mit um=
florten
Fahnen. Als Redner traten hauptſächlich einige
Genfer Stadträte auf, der Genfer Bürgermeiſter Gignoux
und der vertragsgegneriſche Nationalrat Willemin, faſt
alle Mitglieder des Genfer Aktionsausſchuſſes. Man miß=
billigte
die Haltung des Nationalrates und verſuchte die
Annahme des Vertrages als eines der traurigſten Ereig=
niſſe
in der Geſchichte der Eidgenoſſenſchaft hinzuſtellen.
An Uebertreibungen und Ausfällen, mit denen der ſchwei=
zeriſche
Bundesrat und die Vertragsſtaaten bedacht wur=
den
, fehlte es nicht. Die redneriſchen Wendungen, in wel=
chen
die Freiheit und Unabhängigkeit der Schweiz her=
vorgehoben
wurden, die ſich von keinem der Nachbarländer
unterjochen laſſen wolle, wurden brauſend beklatſcht. Die
Verhandlungen über den Gotthardbahnvertrag wurden
als Feilſcherei hingeſtellt, und dem Bundesrat wurde vor=
geworfen
, daß er auf den Nationalrat einen Druck aus=
geübt
habe. Außerdem wurden Ratsmitglieder, die für
den Vertrag geſtimmt haben, verdächtigt, daß ihnen per=
ſönliche
Verſprechungen gemacht worden ſeien. In einem
Beſchluß forderte man vom Ständerat, durch Ablehnung
des Vertrages den Willen des Genfer Volkes zu erfüllen,
und ſprach die Hoffnung aus, daß der Aktionsausſchuß
wirkſam die angekündigten Volksinitiativen durchführe.
Italien.
Ehrung der Teilnehmer am libyſchen
Kriege. In Rom wie in allen anderen Städten fand
am Sonntag in Gegenwart der Militär= und Zivilbehör=
den
und einer großen Menge die Verteilung von Tapfer=
keits
= und Erinnerungsmedaillen für die Teilnehmer an
dem libyſchen Kriege und an die Familien der im Kriege
Gefallenen ſtatt. Die feierliche Handlung veranlaßte be=
geiſterte
Kundgebungen für die Armee und Marine.
Frankreich.
Das Flottenprogramm. Nach einer offiziö=
ſen
Meldung ſind in dem von Marineminiſter Baudin
ausgearbeiteten Kadergeſetz verſchiedene Maßnahmen ins
Auge gefaßt, durch die eine Verjüngung der Kriegsflotte
erzielt werden ſoll. Der Marineminiſter habe gleichzeitig
vom Parlament einen auf 10 bis 12 Jahre zu verteilenden
Nachtragskredit von etwa 500 Millionen verlangt, durch
den das von der Kammer bereits bewilligte Flottenpro=
gramm
ſeine volle Wirkſamkeit erlangen ſoll. Unter an=
derem
ſollen aus dieſem Nachtragskredit drei Panzer=
ſchiffe
gebaut werden, durch welche die Schiffsdiviſionen
entſprechend dem von dem Oberen Marinerat abgegebe=
nen
Gutachten auf je vier Einheiten gebracht werden
ſollen. Ein Teil des Kredits ſoll für eine den modernen
Bedürfniſſen entſprechende Ausgeſtaltung der Kriegshäfen
verwendet werden. Schließlich ſollen beſonders die Tor=
pedobootszerſtörer
an Leiſtungsfähigkeit übertreffende

Aufklärungsſchiffe gebaut werden, die einen Tonnengehalt
von 6000, eine Geſchwindigkeit von 27 Knoten haben und
mit zehn Kanonen von 138 Millimeter ausgerüſtet werden
ſollen. Der Koſtenpreis für ein ſolches Aufklärungsſchiff
wird auf 19 Millionen veranſchlagt.
Vereinigte Staaten.
Die Tarifbill, die dem Kongreß vom Präſiden=
ten
Wilſon vorgelegt wird, beſteht auf Zollfreiheit für
Rohzucker und Rohwolle. Da die demokratiſchen Sena=
toren
der Woll= und Zucker=Staaten hiergegen opponieren
werden, ſo iſt ein langer ſchwieriger politiſcher Kampf
wahrſcheinlich.
Japan.
Die Anerkennung der chineſiſchen Re=
publik
. Die Abſicht der amerikaniſchen Regierung, die
hineſiſche Republik anzuerkennen, wird hier mehr als
eine Aenderung der amerikaniſchen Politik, aber als Be=
weis
für die Beſſerung in den inneren Verhältniſſen Chi=
nas
aufgefaßt. Wie man erfährt, iſt Japan bereit, die
chineſiſche Republik anzuerkennen, wenn die Solidität der
chineſiſchen Regierung ſich erwieſen hat, was jetzt noch
nicht der Fall ſei. Man glaubt nicht, daß der Schritt der
amerikaniſchen Regierung die Lage beeinfluſſen werde,
außer daß er die Harmonie in der Politik der Mächte
ſtört.
Anleihe. Das Schatzamt hat bekannt gegeben, daß
die aus London ſtammende Meldung, nach der ein An=
leiheabkommen
in Höhe von über 7000000 Pfund Ster=
ling
unterzeichnet worden ſei, den Tatſachen durchaus nicht
entſpreche. Das Schatzamt hat aber zugegeben, daß als
Vertreter der japaniſchen Intereſſen in England und
Frankreich der fungierende Sekretär der Finanzabteilung
Mori die Weiſung habe, auf die jüngſte Angelegenheit zu
achten, um den Abſchluß der Anleihe zu ſichern, die für die
Rückzahlung des entſprechenden Betrages der in kurzem
fälligen Eiſenbahnobligationen dienen ſoll. Finanzkreiſe
glauben, daß wahrſcheinlich die Anleihe in Paris durch die
franzöſiſch=japaniſche Bank unterzeichnet werden wird.

* Der Prinz=Regent von Bayern tritt
am 7. Mai eine Reiſe nach der Pfalz an, die ſich an die
Beſuche an dem württembergiſchen und badiſchen Hofe
anſchließt. Er begibt ſich dann von Speyer am Diens=
tag
, den 13. Mai, nachmittags 3½ Uhr, nach Darm=
tadt
. Der Regent wird auf der Reiſe von ſeiner Ge=
mahlin
begleitet ſein.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. April.

* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit die Großher=
zogin
empfingen am Samstag um 12 Uhr 30 Minuten
im Neuen Palais Frau Geheimerat Dr. Breidert und
Frau Geheime Kommerzienrat Stephan aus Mainz.
Oberſt Riedl, Kommandeur der Königl. Bayeriſchen
8 Infanterie=Brigade in Metz, nahm am Samstag an
der Frühſtückstafel im Neuen Palais teil. Abends
3 Uhr beſuchten die Großherzoglichen Herrſchaften das
Künſtlerfeſt im Saalbau. Prinz Heinrich von Preußen
iſt am Sonntag abend 9 Uhr 37 Minuten mit Gefolge
aus Athen im Neuen Palais eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Hroßherzog haben dem Kaiſerlichen Bezirksamt=
mann
Großh. Heſſiſchen Profeſſor Miſchlich zu Miſa=
höhe
, Schutzgebiet Togo, die Erlaubnis zur Annahme
und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem König von
Württemberg verliehenen Ritterkreuzes 1. Klaſſe des
Friedrichs=Ordens erteilt, dem Geheimen Kommerzienrat
Louis Kannengießer zu Mülheim a. d. Ruhr das
Komturkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen, den Poſtſekretären Karl Hofmann in
Jugenheim (Bergſtr.) und Heinrich Keller in Darm=
ſtadt
das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen, dem Hofrat
Aexander Koch, Kunſtſchriftſteller und Verleger in
Darmſtadt, die Erlaubnis zur Annahme und zum
Tragen des ihm von Sr. Maj. dem König von Württem=
berg
verliehenen Ritterkreuzes 1. Klaſſe des Friedrichs=
Ordens, dem Mitglied der Sanitätskolonne Darmſtadt,
dem Kolonnenführer=Stellvertreter und Rechner Johann
Baptiſt Silz zu Darmſtadt und dem Mitglied der
Sanitätskolonne Darmſtadt und Leiter der Außenabteilung
der Hauptkolonne Chriſtoph Wamboldt zu Darmſtadt
die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihnen
von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer, König von Preußen,
verliehenen Rote Kreuz=Medaille 2. Klaſſe erteilt.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Regierungsaſſeſſor Fritz Stumpf in
Darmſtadt zum Polizeikommiſſär bei dem Polizeiamt
Darmſtadt mit dem Titel Polizeiamtmann mit Wirkung
vom 15. April 1913 an.

* Uebertragen wurde der Schulamtsaſpirantin
Eliſabeth Gerhard zu Oppenheim eine Lehrerinſtelle
an der höheren Bürgerſchule zu Oppenheim unter Be=
aſſung
in der Kategorie der Volksſchullehrerinnen.
Prinz und Prinzeſſin Heinrich von Preußen ſind
geſtern abend 8,05 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Schnell=
zuge
direkt nach Kiel abgereiſt.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 5
vom 7. April hat folgenden Inhalt: 1. Ordensver=
leihungen
. 2. Ermächtigung zur Annahme und zum
Tragen fremder Orden. 3. Namensveränderungen.
4. Aufgabe der Zulaſſung zur Rechtsanwaltſchaft.
5. Dienſtnachrichten. 6. Verſetzungen in den Ruheſtand.
Perſonalnachrichten der Oberpoſtdirektion in Darm=
ſtadt
. Verliehen aus Anlaß des Scheidens aus dem
Dienſte: das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen den Poſtſekretären Hofmann
in Jugenheim (Bergſtraße) und Keller in Darmſtadt; der
Kgl. Kronenorden 4. Klaſſe dem Poſtſekretär Salzmann
in Darmſtadt; das Preußiſche Allgemeine Ehrenzeichen (in
Silber) den Oberpoſtſchaffnern Kneipp in Darmſtadt und
Struth in Mainz. Ferner wurde verliehen: der Charakter
als Rechnungsrat dem Oberpoſtſekretär Keil in Mainz
und dem Poſtmeiſter Gräff in Langen; der Charakter
als Poſtſekretär den Oberpoſtaſſiſtenten Beck in Erbach,
Breitwieſer in Offenbach, Daab, Faſig, Hahn, Molter,
Ochs und Scheuer in Mainz, Fiſcher, Kinzenbach und
Rörig in Gießen, Weber in Darmſtadt; den Poſtverwal=
tern
Schmidt in Echzell und Hottes in Steinfurth; der
Charakter als Telegraphenſekretär dem Obertelegraphen=
aſſiſtenten
Laun in Mainz; der Titel Oberpoſtaſſiſtent
den Poſtaſſiſtenten Adolph und Werner in Offenbach, Beck
in Friedberg, Etling in Butzbach, Gärtner und Kayſer in
Worms, Horſt und Schmidt in Gießen, Huck und Sche=
mehl
in Darmſtadt, Seip in Michelſtadt, Vorthmann in
Mainz; der Titel Obertelegraphenaſſiſtent den Tele=
graphenaſſiſtenten
Coburger und Gieſche in Mainz, Löffler
in Offenbach und Wohlfahrt in Darmſtadt. Verſetzt:
die Poſträte Gehlhar von Darmſtadt nach Erfurt unter
Uebertragung einer Stelle für Abteilungsdirigenten,
Lämmlein von Kiel nach Darmſtadt, Scherpe von Poſen
nach Darmſtadt; Oberpoſtinſpektor Wiebuſch von Minden
(Weſtf.) nach Gießen unter Ernennung zum Telegraphen=
direktor
; die Telegraphendirektoren Habermehl von Gießen=
nach
Mainz und Keller von Mainz nach Zwickau
(Sachſen); die Poſtinſpektoren Bürner von Meiningen
nach Mainz, Neuſchäfer von Aachen nach Darmſtadt unter
Uebertragung einer Hilfsreferentenſtelle bei der Ober=
Poſtdirektion und Schrage von Mainz nach Thann (Elſ.)
unter Uebertragung einer Poſtdirektorenſtelle; die Tele=
grapheninſpektoren
Blohmer von Mainz nach Magdeburg
und Wahl von Darmſtadt nach Chemnitz unter Uebertra=
gung
von Stellen für Bezirksaufſichtsbeamte; die Ober=
Poſtpraktikanten Litzinger von Darmſtadt nach Emden
unter Uebertragung einer Telegrapheninſpektorenſtelle und
Baumgarten von Metz nach Darmſtadt; die Poſtmeiſter
Bär von Lobſens nach Neu=Iſenburg, Baldauf von Neu=
Iſenburg nach Hamburg unter Uebertragung einer
Bureaubeamtenſtelle I. Klaſſe (Ober=Poſtſekretärſtelle),
Lang von Oppenheim nach Hanau als Ober=Poſtſekretär,
Supp von Pfungſtadt nach Eberſtadt; Ober= Telegraphen=
ſekretär
Weber von Offenbach nach Wiesbaden; Ober= Poſt=
ſekretär
Geiß von Bensheim nach Pfungſtadt als Poſt=
meiſter
; die Poſtſekretäre Creter von Darmſtadt nach
Köln, Gehlhar von Gießen nach Hattingen, Hausmann
von Langen nach Wanne und Kleinſchmidt von Eberſtadt
nach Darmſtadt; Telegraphenſekretär Baumgärtner von
Saargemünd nach Worms; Poſtverwalter Bernius von
Heidesheim nach Jugenheim; Ober=Poſtaſſiſtent Gernet
von Heppenheim nach Worms; die Poſtaſſiſtenten Dern
von Darmſtadt nach Frankfurt a. M.=Bockenheim, Gerhard
von Gießen, Hemer von Jugenheim, Olef von Gau= Al=
gesheim
und Schumacher von Mainz=Kaſtel nach Frankfurt
a. M., Klinger von Worms nach Mainz und Knecht von
Offenbach nach Neu=Iſenburg; Telegraphenaſſiſtent Kül=
zer
von Offenbach nach Mainz; Telegraphenmechaniker
Schmidt von Berlin nach Mainz. Ernannt: Poſt=
ſekretär
Kaufmann in Darmſtadt zum Bureaubeamten
I. Klaſſe (Ober=Poſtſekretär) bei der Ober=Poſtdirektion;
Ober=Telegraphenaſſiſtent Jertz in Mainz zum Ober= Poſt=
aſſiſtenten
und Poſtaſſiſtent Rechel in Darmſtadt zum Te=
legraphenaſſiſtenten
. Uebertragen: Eine Telegra=
phendirektorſtelle
dem Telegrapheninſpektor Bothe aus
Görlitz in Worms; ein Telegrapheninſpektorſtelle dem
Ober=Poſtpraktikanten Dox aus Dortmund in Mainz und
Schneider aus Stettin in Darmſtadt; eine Poſtmeiſterſtelle
dem Poſtſekretär Keller aus Remſcheid in Oppenheim; eine
Bureaubeamtenſtelle 1. Klaſſe (Oberpoſtſekretärſtelle) bei der
Ober=Poſtdirektion dem Poſtſekretär Kabey in Darmſtadt;
Ober=Poſtſekretärſtellen den Poſtſekretären Schäfer in
Mainz und H. Schmidt aus Schöneberg bei Berlin in
Bensheim; eine Ober=Telegraphenſekretärſtelle dem Tele=
graphenſekretärSeibel
aus Worms in Offenbach; Poſt=
ſekretärſtellen
den Poſtſekretären Petri in Darmſtadt und
Pfeifer in Mainz; Bureaubeamtenſtellen II. Klaſſe bei
der Ober=Poſtdirektion dem Ober=Telegraphenaſſiſtenten
Sommerlad und dem Ober=Poſtaſſiſtenten Schemehl aus
Mainz; Sommerlad führt fortan die Amtsbezeichnung
Ober=Poſtaſſiſtent eine Poſtverwalterſtelle dem Ober=
Poſtaſſiſtenten Ad. Diehl aus Mainz in Heidesheim.
Etatsmäßig angeſtellt: die Poſtaſſiſtenten Becker
in Langen, Braner in Oſthofen, Ditt und Schnell in Mainz,
Friedrich in Alzey, Galle in Bad Nauheim, Hechler, Wil=

Aus der eiſernen Zeit:
Des deutſchen Knaben Robert
Schwur‟

C Ernſt Moritz Arndt hat für den jungen Sohn
Robert ſeines Freundes Motherby, in deſſen Hauſe in
Königsberg er in den erſten Monaten des Jahres 1813
unvergeßliche Stunden verlebte, das, bekannte markige
Lied gedichtet von Des deutſchen Knaben Ro=
bert
Schwur in dem die mannhafte Geſinnung der
Kinder in jener großen Zeit ihren beredten Ausdruck fin=
det
. Alſo klingt dies jugendliche Gelübde: Ich ſchwöre
dir, o Vaterland, / Mit blankem Schwert in feſter Hand,
An des Altares heil’gem Schrein, / Bis in den Tod die
treu zu ſein. Auch ſchwör’ ich heißen, blut’gen Haß
Und tiefen Zorn ohn' Unterlaß ½ Dem Franzmann und
dem franſchen Tand, / Die ſchänden unſer deutſches Land.
Die Begeiſterung des Knaben, die hier im Gedicht lebt,
war in der Wirklichkeit gewiß nicht minder ſtark. Nie wohl
ſind Kinder ſo leidenſchaftlich von einer politiſchen Zeit=
ſtrömung
ergriffen worden, wie die Jugend im Frühling
vor 100 Jahren. Wie die Väter im Landſturm, ſo traten
die größeren Knaben in Kompagnien zuſammen und be=
waffneten
ſich mit Piken; auch die kleineren mußten einen
tüchtigen Knüppel haben. Ein armer Knabe, ſo erzählt
Freytag nach zeitgenöſſiſchen Aufzeichnungen, der in einer
Fabrik arbeitete, wurde gefragt, weshalb er keine Waffe

führe. Ich habe alle Taſchen voll Steine, die trug er
gegen die Franzoſen fortwährend mit ſich herum. Die
größte Freude erregten bei der Jugend die hellgellenden
Pfeifen von denen eine nach der Landſturmordnung
edermann mit ſich tragen ſollte, um ſich mit den andern
in der Dunkelheit zu erkennen und zu verſtändigen. Die
Jungens brachten es in der Benutzung dieſer ſchrillen
Signalpfeifen zu beſonderer Virtuoſität, und in allen
Straßen ſtiegen beſtändig überlaute Pfiffe in die Luft,
die mehr Spaß als Beunruhigung hervorriefen.
Ueberhaupt machte ſich die Jugend das ſchöne Vor=
recht
, den Ernſt im Spiel wiederzuſpiegeln, weidlich zu=
nutze
, und auf vielen Tummelplätzen mögen ſich bunte
Kampfſzenen abgeſpielt haben, wie ſie Wilhelm Hauff in
ſeinen Jugenderinnerungen ſchildert. Blüchers und Napo=
leons
, Franzmänner und Preußen prügelten ſich da herz=
haft
, und beſonders glücklich war der, der etwa einen der
viel bewunderten Koſaken darſtellen durfte. Doch nicht
nur im Spiel, auch in rührender Tat zeigte ſich die patrio=
tiſche
Geſinnung der Knaben. Viele von ihnen brachten
auch ihre geringe Habe auf dem Altar des Vaterlandes
zum Opfer, und es iſt nur ein Beiſpiel unter vielen, wenn
wir in den Veröffentlichungen der Sammelſtelle leſen:
Ein guter Knabe, W. v. B., zu jung, ſich ſelbſt dem Vater=
lande
zu geben, opfert ihm mit Freuden ſein kleines
Eigentum in zwei alten ſilbernen Medaillen, 10¼ Lot.
Mit der Hingabe ihrer Spargroſchen und dem Hochrufen
und Zujauchzen war’s den Größeren nicht getan: ſie woll=
ten
mit, mit ins Feld. Die wehmütige Tragik dieſer zu
jung Befundenen hat Holtei, der damals 15 Jahre war,

beweglich geſchildert: Ob es im Jahre 1813 ein Gym=
naſium
zu St. Maria=Magdalena gegeben habe, ob in
demſelben doziert worden ſei, das würd’ ich wahrhaftig
gar nicht wiſſen, wenn ich nicht wüßte, daß in der Klaſſe
in Gegenwart des Lehrers der königliche Aufruf an mein
Volk und an mein Heer vorgeleſen worden. Die uner=
läßlichen
ſiebzehn Jahre überhörten wir. Danach fragte
Keiner; nicht Einer fragte: wie alt biſt Du? Sondern Je=
der
rief: Gehſt Du mit? Ich gehe! Aber als ſich die
armen Fünfzehnjährigen nun dahin drängten, wo die
Freiwilligen eingeſchrieben wurden, da erlebten ſie bitte=
res
Herzeleid: Die Zeugniſſe über die erreichten Sieb=
zehn
wurden gefordert, und wer ſich nicht beſonderer
Protektion erfreute, mußte wegbleiben. So auch ich!
Meine Tränen hat Gott gezählt; ein Menſch vermöcht’ es
nicht. Selbſt die noch Kleineren litt’s nicht zu Hauſe.
In ſeinen Jugenderinnerungen eines alten Mannes hat
uns Wilhelm von Kügelgen reizend erzählt, wie er als
Elfjähriger auch ſeine Haut zu Markte tragen wollte.
Mit einem Stutzen ohne Rohr und Schloß bewaffnet, ging
er zu dem ſeinen Eltern befreundeten Hauptmann von
Voß, der auf den Spaß einging und ihm ein Patent für
den Train ausſtellte. Als aber der Vater das Blatt, das
dem Jungen ſein Paradies aufſchließen ſollte, lachend der
Mutter reichte und ſagte: Wilhelm iſt Trainknecht ge=
worden
! da fiel es dem kleinen Patrioten wie Schuppen
von den Augen, und er war aufs tiefſte verletzt. Ich ent=
wich
auf den Boden und erhing mich hier zwar nicht, warf
aber meinen Verführer, den Quaſiſtutzen, zurück in den
Rummel, aus welchem ich ihn kürzlich erſt erlöſt hatte a==

[ ][  ][ ]

Nummer 81.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Seite 3.

helm Schmidt und Winter in Darmſtadt, Knauf in Worms,
Maykemper und Philipp Schmidt in Eberſtadt, Blickhan
und Schwerdt in Offenbach; die Telegraphenaſſiſtenten
Filbert in Worms, Kirſchenſtein und Mildenberger in
Offenbach, Steller in Mainz; die Telegraphengehilfinnen
Brauch und Ettingshauſen in Mainz, Dorn in Gießen,
Frank, Eliſabethe Götz und Wilhelmine Götz in Worms,
Jung in Bingen. Beſtanden: die Poſtaſſiſtentenprü=
fung
: die Poſtgehilfen Bauer in Schotten, Beck in Offen=
bach
, Böhm in Babenhauſen, Linck in Ober=Ingelheim,
Peter Müller in Laubach, Weber in Ober=Olm; die Poſt=
anwärter
Becker in Langen, Blickhan in Offenbach und
Friedrich in Alzey. Angenommen: zu Poſtanwär=
tern
die Vizefeldwebel Heckmann in Oſthofen, Weiland in
Mainz und Wießmann in Nidda; zu Telegraphenanwär=
tern
: Feldwebel Fenger in Gießen, Wachtmeiſter Fiſcher
in Offenbach; zu Telegraphengehilfinnen: Sophie Hart=
mann
in Alsfeld und Emilie Horn in Bad Nauheim; zu
Poſtagenten: Landwirt Philipp Fritz in Holzhauſen und
Kaufmann Jakob Kern in Raunheim; zur Poſtagentin:
Frau Barbara Franke in Dromersheim. Entlaſſen:
Poſtaſſiſtent Metten in Mainz. Geſtorben; Poſtagent
Dickeſcheid in Dromersheim.
-g. Strafkammer. Vor der Strafkammer II hatte ſich
geſtern der 25jährige Tüncher Heinrich Bohrmann von
Dietesheim wegen Betrugs zu verantworten. Er
ſpiegelte am 18. Dezember in Langen der Frau des Georg
Heinrich vor, er habe von ſeinem Arbeitgeber den Auftrag,
ich von ihr 5 Mark geben zu laſſen, damit er nach Hauſe
fahren könne. Er wird unter Zubilligung mildernder
Umſtände zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.
Auf ganz gemeine Art beutete der 23jährige Arbeiter
Valentin Wolf Hinterlang aus Frankfurt a. M. ein
Dienſtmädchen aus, mit der er von Oktober 1912 bis 10.
Februar 1913 ein Verhältnis unterhielt. Er hatte ihr das
Heiratsverſprechen gegeben, wodurch ſich die Vertrauens=
ſelige
bewegen ließ, ihm ein Sparkaſſenbuch zugänglich zu
machen, von dem er über 100 Mark abhob. Auch ſonſt ent=
lockte
er ihr alles, was er nur irgend verwerten konnte.
Insgeſamt hat er das Mädchen um 224,70 Mark geſchädigt.
Er wurde zu 1 Jahr 10 Monaten Gefängnis und
Jahren Ehrverluſt verurteilt. Der 19jährige Tag=
löhner
Adam Boppel aus Ziegelhauſen iſt am 11. Fe=
bruar
1913 in der Gemarkung Gernsheim in ein Haus
eingeſtiegen und hat einen Geldbetrag von 100 Mark und
Kleidungsſtücke im Werte von 70 Mark geſtohlen. Ec
wurde zu 8 Monaten Gefängnis abzüglich 1 Mo=
nat
der Unterſuchungshaft verurteilt. Der 13jährige
Wilhelm B. aus Groß=Steinheim, der ſich mittels Urkun=
denfälſchung
einen Geldbetrag von 80 Mark erſchwindelt
hatte, wurde unter Zubilligung mildernder Umſtände zu
6 Tagen Gefängnis verurteilt.
Vom Groß. Hoftheater. Heute gelangt Roſſinis
Der Barbier von Sevilla mit Frau Kallenſee als Roſine
Herrn Globerger zum erſten Male als Almaviva und Herrn
Schützendorf zum erſten Male als Bartolo als 154.
Abonnementsvorſtellung, Buchſtabe C 38, zur Aufführung.
Die Vorſtellung, bei welcher die kleinen Preiſe gelten, be=
ginnt
um 7½ Uhr. Am Mittwoch bleibt das Hoftheater
wegen der Proben zum Donnerstag ſtattfindendenVorabende
des Ring des Nibelungen, Das Rheingold geſchloſſen
Die fremden Gäſte unter Leitung von Leo Blech wohnen
den Proben bereits bei. Die ſzeniſche Leitung der Tri=
logie
hat Richard Lert. Im Rheingold ſind von unſern
Künſtlern beſchäftigt die Damen Geyersbach (Freia), Ja=
cobs
(Erda und Rheintochter), Jüttner und Kallenſee
(Rheintöchter), ſowie die Herren Perkinz (Donner), Glo=
berger
(Froh), Schützendorf (Alberich), Bernhardt (Mime)
Stephani (Fafner). Am Freitag werden Die fünf Frank=
furter
zum letzten Male bei Volksvorſtellungspreiſen zur
Wiederholung gelangen.
nn Von der Gewerbeſchule Darmſtadt. Der Zudrang
der Schüler aus den gewerblichen Kreiſen zu dem dem=
nächſt
zu eröffnenden neuen Schuljahr an der hieſigen Ge=
werbeſchule
war diesmal ſo ſtark, wie noch nie zuvor.
Ueber 200 Schüler für die Sonntags= und Abendſchulen
Darmſtadt und Annaſtift Beſſungen wurden angemeldet
(ohne diejenigen, die ſich noch nachmelden), während we=
gen
Platzmangels nur etwa 100 Schüler untergebracht
werden können. Der Vorſtand und Aufſichtsrat der Ge=
werbeſchule
haben beſchloſſen, noch eine weitere neue
Abend= und Sonntagszeichenklaſſe proviſoriſch im Gebäude
der Landesbaugewerkſchule einzurichten. Von den bei der
letzten Aufnahme vorgemerkten Schülern wird dort der
größte Teil Aufnahme finden können, während der Reſt
im Laufe des Schuljahres vorausſichtlich auch noch Unter=
kunft
finden wird. Daß hier endlich einmal im Intereſſe
des Darmſtädter Gewerbeſtandes Wandel geſchaffen wer=
den
muß, kann nicht mehr zurückgewieſen werden.
Herr Lehrer Th. Knoll, der 17 Jahre lang als Unter=
richtsleiter
an der hieſigen Gewerbeſchule tätig war, iſt
mit Schluß des Schuljahres aus dem Lehrkörper der An=
ſtalt
ausgeſchieden. Der Aufſichtsrat ehrte den Scheiden=
den
mit einem herzlichen Dankſchreiben, während ſeine
Schüler ihm ein prächtiges Blumenarrangement mit Wid=
mung
überreichten.

* Darmſtädter Konferenz für evangeliſche Gemeinde=
arbeit
. Für die heute Dienstag, den 8. April, im Ge=
meindehauſe
, Kiesſtraße 17, ſtattfindende Verſammlung
der Gemeindekonferenz hat Herr Lehrer Helmreich von
hier einen Vortrag über Die Erziehung der Volksſchüler
zum Gemeindeleben zugeſagt. In einer Zeit, in der
neben dem Unterricht der Jugend auch ihre Erziehung
endlich die Wertung und Beachtung erfährt, die ihr ge=
bührt
, iſt zu erwarten, daß dieſer Vortrag, der ſich auf
eine reiche, in der praktiſchen Jugendbildungsarbeit ge=
wonnene
Erfahrung ſtützt, reges und allſeitiges Intereſſe
finden wird. Auch Gäſten ſteht die Teilnahme an der
Verſammlung frei.
§ Schutzmannsſchule. An der gemeinſamen Schutz=
mannsſchule
für das Großherzogtum Heſſen hat am
Montag vormittag der diesjährige Frühjahrslehr=
gang
hier im Polizeiamtsgebäude begonnen. Es iſt
dies ſeit Beſtehen der Schule der 17. Lehrgang. An
demſelben nehmen teil: zwei Schutzleute aus Darmſtadt,
zwei Schutzleute aus Mainz, zwei Schutzleute aus Offen=
bach
, ein Schutzmann aus Bensheim, ein Schutzmann
aus Bingen, ein Schutzmann aus Gießen und ein
Polizeikommiſſaranwärter aus Worms, zuſammen zehn
Mann.
* Baſar. Man ſchreibt uns: Die Vorbereitungen zu
dem am 27. d M. in der Turnhalle am Woogsplatz ſtatt=
findenden
Baſar zum Beſten der in Beſſungen zu erbauen=
den
katholiſchen Kirche ſind in vollem Gange. Der dem
Feſte zugrunde liegende Gedanke iſt der eines luſtigen
Frühlingsjahrmarkts. An den Büfetts und Verkaufsſtän=
den
werden die ſchönſten deutſchen Volkstrachten und da=
neben
ſpaniſche, italieniſche holländiſche, Tiroler und
Zigeunertrachten vertreten ſein und ſich überhaupt alles
zu einem künſtleriſch arrangierten farbenprächtigen Ge=
ſamtbilde
vereinigen. Möchte ein recht zahlreicher Be=
ſuch
die aufgewandte Mühe lohnen.
nn Doppelquartett Rheingold. Das am Sonntag
abend im Kaiſerſaal aus Anlaß des zehnjährigen Stif=
tungsfeſtes
des Doppelquartetts Rheingold veranſtaltete
Feſtkonzert erfreute ſich einer großen Teilnahme aus
allen Sangeskreiſen und geſtaltete ſich zu einem außer=
ordentlichen
künſtleriſchen Erfolg für den Jubelverein.
Zahlreiche Kunſtkräfte, beſonders Konzertſängerin Frl.
Becker=Darmſtadt, Konzertſänger Herr Imkol=Mainz, ſo=
wie
die Herren V. Haertl (Violine) und A. Heldmann
(Humoriſt) hatten ſich in den Dienſt des Abends geſtellt
und boten ihr Beſtes zur Verſchönerung des Feſtes auf.
Beſonders hervorzuheben iſt der von der kleinen Emma
Weber vorzüglich zum Vortrag gebrachte Feſtprolog
wofür ſie mit reichem Beifall und einem prächtigen Blu=
menſtrauß
ausgezeichnet wurde. Das Jubelquartett
Rheingold bot für den Feſtabend ſein Beſtes in Kunſt=
geſang
=Chören, wobei der mit feinſter Geſangstechnik zu
Gehör gebrachte Chor Bergmannslos (Radbod) von
Heuſer den Glanzpunkt des Abends bildete und mit Bei=
fall
überſchüttet wurde. Während des Konzerts gedachte
der Vereinspräſident, Herr Herrmann, in herzlichen
Worten der Gründer des Quartetts Rheingold, beſonders
des langjährigen erſten Präſidenten, Herrn Gg. Lutey,
und überreichte dieſem ein kunſtvolles Diplom als Ehren=
präſident
des Vereins. Auch der verſtorbenen Mitglieder
wurde in ehrender Weiſe gedacht. Im Namen der Damen
des Vereins übergab Frl. E. Helm als Feſtgeſchenk dem
vorzüglichen langjährigen Dirigenten, Herrn Fr. Damm,
einen prächtigen Taktſtock und als weitere Damenſpende
einen Notenſchrank für den Jubelchor, dem die Feſtver=
ſammlung
ein dreifaches Hoch widmete. Eine Theaterauf=
führung
, Suſannens Gardinenpredigt von Fräulein
Helm und Herrn F. Beſt ſehr ſchön zur Durchführung ge=
bracht
, bildete den Schluß des anregend verlaufenen Feſt=
abends
, auf den der Jubelchor Rheingold mit Stolz zu=
rückblicken
darf. Ein ſolenner Ball gab der Veranſtaltung
einen würdigen Abſchluß.
* Verein für Frauenſtimmrecht. Montag, den
14. April, wird die hieſige Ortsgruppe für Frauenſtimm=
recht
im Kaiſerſaal einen Teeabend mit Vortrag, muſi=
kaliſchen
Darbietungen und Lichthildern veranſtalten.
Herr Rechtsanwalt Staedel hat ſich bereit erklärt zu
ſprechen über: Bodenreform und Wohnungsfrage‟
Die zur Verfügung gelangenden Lichtbilder wurden vom
deutſchen Verbande für Frauenſtimmrecht ſeinen Orts=
gruppen
zur Verfüaung geſtellt. Sie bringen Szenen
aus der Geſchichte Ungarns und Anſichten von Peſt.
* Sportliche Erfolge. Man ſchreibt uns: Der
Frühjahrsgautag des Gaues IX. des D. R. B. fand
mit anſchließendem großen Gala=Saalfeſt am Sonntag,
den 6. April, in Fulda ſtatt. Der Veloziped=Klub
Darmſtadt hatte zu den Saalkonkurenzen für den 8er
Stabſchmuckreigen und 8er Schulreigen ſeine beiden
Reigenmannſchaften entſandt, welche dann auch mit je
einem 1. Preis nach Darmſtadt zurükkehren konnten.
Auch dieſer erneute Erfolg ſtellt der ſportlichen Leiſtungs=
ähigkeit
des Veloziped=Klubs, der faſt bei allen Saal=
und Korſowettbewerben ſtets die erſten Preiſe erringt,
ein gutes Zeugnis aus. Die Preiſe ſind während der
nächſten Tage im Schaufenſter der Blumenhandlung
D. Wenz, Eliſabethenſtraße, ausgeſtellt.

m. Die am 15. April beginnende Frühjahrs=
meſſe
wirft ihre Schatten voraus, denn in der Nähe
des Meßplatzes ſind ſchon eine Anzahl Wohnwagen
der Meßausſteller angekommen. Täglich treffen weitere
Wagen ein.
C. Der erſte Kuckuck? Man ſchreibt uns: Am Sams=
tag
wurde der erſte Ruf eines Kuckucks in der Eberſtädter
Tanne gehört. Auch der Wendehals, der nebſt dem Kuckuck
gewöhnlich Ende April eintrifft, iſt vereinzelt ſchon zu
ſehen. Dieſe Tatſache hängt mit der überraſchenden Ent=
wickelung
der Vegetation zuſammen, die gegen den lang=
jährigen
Durchſchnitt um wenigſtens 14 Tage voraus iſt,
wozu namentlich der überaus milde März beitrug, der an
ſeinen letzten Tagen faſt ſommerliche Wärme brachte. Im
Buchwald unſerer ſüdlichen Umgebung finden ſich ſchon
eit Oſtern einzelne belaubte Bäume und die allgemeine
Belaubung iſt nur noch eine Frage weniger Tage.
* Kino=Theater. Olympia=Theater. Das
Programm vom 8. bis 11. bringt das Drama in drei
Akten Um fremdes Glück, nach dem gleichnamigen Ro=
man
von Theo. K. Müglitz bearbeitet, den Film Des
Malers Meiſterwerk ein ergreifendes Drama aus dem
Leben; ferner den humoriſtiſchen Film Die Landratte‟
ſowie noch andere humoriſtiſche Einlagen. Intereſſant
ſind die kolorierten Bilder Ein Tag in der Kinderſtube‟
Nur noch 4 Tage läuft der äußerſt ſpannende und wiſſen=
ſchaftliche
Film Die letzten Wege des Kapitäns Scott.
(Siehe Anzeige.
§ Zuſammenſtoß. Am Sonntag vormittag zwiſchen
9 und 10 Uhr erfolgte Ecke Wald= und Wilhelminen=
ſtraße
ein Zuſammenſtoß zwiſchen einem Automobil und
einem Motorzweiradfahrer. Der Radfahrer kam zu Fall
und verſtauchte ſich den rechten Fuß. Außerdem wurde
das Motorrad ſtark beſchädigt.
Feſtgenommen. Am Samstag ſind hier ein
19 Jahre alter Schloſſer aus Frankfurt a. M. und ein
18 Jahre alter Melker aus Stuba wegen in Bensheim
verübten Diebſtahls feſtgenommen worden.
§ Erwiſchter Einbrecher. Am Sonntag abend
gegen 8 Uhr wurde im Hauſe Riedeſelſtraße 70 ein Ein=
brecher
von den heimkehrenden Hausbewohnern bei der
Arbeit überraſcht und feſtgenommen. Er hatte bereits
eine Kaſſette aufgebrochen aber nichts darin vorgefunden.
Der Einbrecher, etwa 40 Jahre alt, verweigert jede Aus=
kunft
über ſeine Perſönlichkeit.

Hauptverſammlung der Turngemeinde
Darmſtadt.

Man ſchreibt uns: An den letzten beiden Sams=
tagen
hielt die Turngemeinde Darmſtadt unter zahlreicher
Beteiligung ihrer Mitglieder die alljährliche Hauptver=
ſammlung
ab. Der 1. Sprecher begrüßte die erſchienenen
Turner aufs herzlichſte und gab ſeiner Freude darüber
Ausdruck, daß der Beſuch der Verſammlung gegenüber dem
der früheren Jahre beſſer ſei. Er ſprach die Hoffnung aus,
daß das Intereſſe für die Gemeinde und die ſchöne deut=
ſche
Turnſache weitere Fortſchritte machen möge. Er ge=
dachte
weiter der während des Vereinsjahres verſtorbenen
Mitglieder, deren Andenken in der üblichen Weiſe geehrt
wurde. Das von dem Schriftführer verleſene Protokoll
aus der letzten außerordentlichen Hauptverſammlung fand
Genehmigung. Dann ſchritt der 1. Sprecher zur Ehrung
derjenigen Turner, welche 50 bezw. 25 Jahre Mitglied der
Gemeinde ſind. Die Turner Auguſt Engel, Privatier, und
Gg. Brunner, Heilgehilfe, konnten auf eine 50jährige Mit=
gliedſchaft
zurückblicken; aus dieſem Grunde ernannte ſie
die Verſammlung zu Ehrenmitgliedern. Den beiden Ju=
bilaren
wurden entſprechende Ehrenurkunden ausgehän=
digt
, für die Herr Engel herzlichſt dankte und in längeren
Ausführungen von früheren Zeiten erzählte. 25 Jahre
gehören der Turngemeinde an die Herren Pianofortefabri=
kant
Hch. Arnold. Hofbuchbindermeiſter Fr. Thomas Hof=
ſpenglermeiſter
Adolf Kling, Kaufmann Ludwig Kling,
Kaufmann Adolf Spamer, Schreinermeiſter Heinrich
Schneider und Poſamentier L. Heß. Auch dieſe Jubilare
wurden mit Ehrenurkunden erfreut. Herr Arnold dankte
im Namen der Geehrten hierfür, und der 1. Sprecher
brachte ein begeiſtert aufgenommenes Gut Heil auf alle
Jubilare aus.
Hierauf folgte die Berichterſtattung, die als Erſter
der 1. Schriftführer mit dem Bericht des Vorſtandes er=
öffnete
. Der Säckelwart gab nähere Erläuterungen aus
der Rechnung des abgelaufenen Geſchäftsjahres, und der
Kontrolleur beſtätigte das Uebereinſtimmen ſeiner Bücher
mit denjenigen des Rechners Er machte ferner Mit=
teilungen
über den Mitgliederbeſtand, der ſich Ende 1912
aus 14 Ehrenmitgliedern, 428 Turnern, 41 Zöglingen, 21
Damen, 38 Knaben und 16 Mädchen zuſammenſetzt. Auf
Antrag der Rechnungsprüfer gewährte die Verſammlung
dem derzeitigen Rechner Entlaſtung für die Rechnung 1911
und dem früheren Rechner für die Rechnungen 1909 und
1910. Ueber den turneriſchen Teil erſtattete der Turnwart
eingehenden Bericht. Es beteiligten ſich an den Uebungen
welche an 104 Abenden (Vorjahr 100) ſtattfanden, 158
(152) Turner, 36 (42) Zöglinge, 21 (20) Damen. 38 (28
Knaben und 16 (12) Mädchen, ferner 31 Turner der Män=
nerriege
, zuſammen 300 (271) Vereinsangehörige. Die

Feuilleton.

CK. Männliches in der Damenmode. Ein dunkles
rund geſchnittenes Jackett, ganz ähnlich dem Sommer=
mantel
, den der Gatte trägt, eine ſtark farbige Weſte, die
zu dem Hute paßt, ein karrierter oder geſtreifter Rock
das iſt das neueſte Promenadenkoſtüm, in dem die Dame
mit dem Herrn der Schöpfung rivaliſiert. Engliſche Blät=
tter
beſchäftigen ſich gegenwärtig lebhaft mit der Herr=
ſchaft
des Ewig=Männlichen im Toilettenreich der Frau.
Beugt ſich auch die Modegöttin dem Willen der Suffra=
getten
? Soll der herbe Amazonenton, der ſo weite Kreiſe
der britiſchen Frauenwelt ergriffen hat, auch in der Klei=
dung
zum Ausdruck kommen? Man ſieht nach politiſchen
Anzeichen auf dieſem ſonſt ſo unpolitiſchen Gebiet und
muß jedenfalls feſtſtellen, daß die weibliche Tracht noch
ſelten ſo viel männliche Elemente aufgenommen hat, wie
in der diesjährigen Frühjahrsmode. Die neuen Mäntel.
ſo meint eine der vornehmſten Modiſtinnen des Londoner
Weſtends, ſind in ihrem Schnitt und ihrer Farbe dem
Herrenmantel ſehr ähnlich; ſie ſind aus ſchwarzem, marine=
blauem
oder dunkelgrünem Tuch und erhalten dadurch
eine burſchikoſe Note, daß Weſte und Hut, die dazu ge=
tragen
werden, in möglichſt lebhaften und bunten Farben
gehalten ſind. Auch Taſchen haben dieſe neuen Kleidungs=
ſtücke
und rauben damit dem Mann ein Vorrecht, deſſen
er ſich lange erfreuen durfte. Der Mantel hat zwei kleine
Taſchen und am Rock erſcheint wieder die früher verpönte
Seitentaſche. Die einfachen Karos oder Schleifen im Rock
wirken ebenfalls recht männlich, und ſo gefällt ſich die Eng=
länderin
von heute in einer Art Suffragetten=Uniform,
die gewiß ihre eigenartigen und pikanten Reize beſitzt.
Abenteuer eines Kinoſchauſpielers. Di Kino=
chauſpielerei
iſt für die Künſtler, wie hoch die Ga,n auch
manchmal ſein mögen, nicht immer ein Paradies.* m Caf=

faro erzählt der bekannte italieniſche Schauſpieler Capozzi,
der bei einer Reihe italieniſcher kinematographiſcher Auf=
nahmen
mitgewirkt hat, einige Abenteuer aus ſeiner
Tätigkeit. Einmal ſollte er den Eintritt in einen Löwen=
zirkus
darſtellen und mußte dabei ein Chriſtenmädchen
auf den Armen tragen. Es war beſtimmt, daß der Schau=
ſpieler
mit ſeiner Bürde durch eine Falltür in den Zirkus
hinaufſteigen ſollte; dann, wenn er ſich wieder in Sicher=
heit
gebracht haben würde, wollte man durch eine zweite
Falltür Löwen in den Zickus laſſen. Durch ein Verſehen
aber werden beide Falltüren zu gleicher Zeit geöffnet und
als Capozzi mit ſeinem Chriſtenmädchen in die Arena
kommt, ſieht er ſich plötzlich zwei großen, grimmig fauchen
den Löwen gegenüber. Das Mädchen ergreift ſofort die
Flucht und verſchwindet durch die Falltür. Man fürchtete
nun, daß die Löwen durch die Falltür ausbrechen könnten,
und ſo wurde ſie ſofort geſchloſſen. Capozzi war der Rück=
zug
abgeſchnitten, er ſah ſich allein im Zirkus den Löwen
gegenüber und hielt ſich für verloren. Sein Schickſal würde
ihn auch ereilt haben, wenn nicht ſchleunigſt der Löwen=
bändiger
herbeigeſtürzt wäre und die ungemütlichen
Beſtien zum Rückzug veranlaßt hätte. Ein anderes Aben=
teuer
, das weniger gefährlich war: Capozzi ſollte einen
internationalen Hochſtapler und Taſchendieb ſpielen. Da=
bei
kam eine Szene, bei der er in größter Haſt auf einen
ſchon abfahrenden Zug ſpringend und in ein Frauenabteil
verſchwinden ſollte. Der Darſteller nahm ordnungsgemäß
ein Billett erſter Klaſſe Turin-Moncalieri, und in dem
Augenblick, als der Zug ſich in Bewegung ſetzte, ſprang
er auf das Trittbrett und öffnete die Tür zum Damen=
koupé
, indeß der Kino=Photograph ſeine Aufnahme
machte. Das wäre alles ganz ſchön und gut geweſen: aber
in dem Coupé ſaß eine einſame engliſche Dame, die natür=
lich
keine Ahnung von der Bedeutung dieſes Manövers
hatte. Sie erſchrack nicht wenig, erzählt Capozzi, um
ſie zu beruhigen, riß ich mir den falſchen Bact ab und be=

mühte mich, ihr die Situation zu erklären. Aber ſie ver=
ſtand
kein Wort Italieniſch; ſtatt deſſen ergriff ſie den
Ring der Notleine und wollte den Zug zum Stehen brin=
gen
. Ich ahnte die Kataſtrophe, die damit entſtehen
würde, und packte die Dame am Handgelenk: ſie wurde
ohnmächtig. Der Zugführer ſtürzt herbei, Schaffner kom=
men
, man packt mich und will mich als echten Eiſenbahn=
räuber
verhaften. Schließlich gelingt es mir, zu Wort zu
kommen, und ich ſchreie aus Leibeskräften: Ich bin ein
Kino Schauſpieler‟ Das rettete mich. Man lächelte, die
Dame kam wieder zu ſich und das Abenteuer endete ohne
böſe Folgen.
Die Konkurrenz der Babys. Die große internatio=
nale
Baby=Ausſtellung, die am Freitag in New=York er=
öffnet
wurde, unterſcheidet ſich von anderen ähnlichen Ver=
anſtaltungen
dadurch, daß hier zum erſtenmal für die
Preisverteilung nicht die Schönheit der Kinder, ſondern
ihre Geſundheit maßgebend ſein wird. Nach der Er=
klärung
des Komitees weiß das Publikum im allge=
meinen
mehr über die Punkte eines preisgekrönten Pfer=
des
, Hundes oder einer Katze, als von jenen Punkten, die
für die Preiskrönung eines Babys maßgebend ſind.
Unſere Ausſtellung iſt ein erſter Schritt zu dem Ziele, die
Amerikaner dazu zu bringen, ſich für Babys nicht weniger zu
intereſſieren als für preisgekrönte Schoßhunde. Roſige
Wangen, große blaue Augen das alles iſt ſehr ſchön
und gut, aber der Verband für Kinderwohlfahrt, unter
deſſen Aufſicht die Ausſtellung ſtattfindet, legt andere Mäß=
ſtäbe
an die jungen Weltbürger. Eine genaue Tabelle iſt
ausgearbeitet, nach der das Baby prämiiert werden ſoll,
das die meiſten Punkte erringt. Es werden gut ge=
ſchrieben
: für richtige Länge 10 Punkte, für richtiges Ge=
wicht
10 Punkte, für die Schädelform 10 Punkte, Form der
Ohren 5 Punkte, Form der Stirn 5 Punkte, Abſtand
zwiſchen den Augen 5 Punkte, ſtarkes Kinn 5 Punkte,
Drüſen und Mandeln 10 Punkte, allgemeine Intelli=

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Nummer 81.

Früh=Männerriege turnte an 47 Abenden mit durchſchnitt=
lich
16 (20) Turnenden. Die Fechtriege übte an 45 Aben=
den
mit 7 Fechtern, ebenſo wurde das Raſenſpiel eifrig
gepflegt. Die Damenriege übte an 101 Turnabenden mit
durchſchnittlich 10 Damen, die Jugend=Abteilung an 88
Turnſtunden mit 21 Knaben und 16 Mädchen. Die
Schwimmriege übte wöchentlich das ganze Jahr mit einer
Teilnehmerzahl von durchſchnittlich 24 Turnern, ſie zeigte
ſan einem wohlgelungenen Schauſchwimmen mit 58 Teil=
nehmern
ihr Können. Turngänge fanden 7 ſtatt. An den
Veranſtaltungen der Gemeinde wirkte die Turnmannſchaft
ſin hervorragender Weiſe mit. Auch bei den Gauveranſtal=
tungen
und dem Kreisfeſt beteiligten ſich die Mannſchaften
zahlreich. Von dem Volkswetturnen in Pfungſtadt kehrten
ſie mit 9 Siegern, vom Feldbergfeſt mit 3 Siegern, vom
Gauturnfeſt mit 3 in der Oberſtufe und 18 in der Unter=
ſtufe
zurück. Ebenſo wurden ſämtliche Riegen preisgekrönt,
auch die Fechtriege erhielt eine erſte Auszeichnung. Beim
Bezirks=Zöglings=Turnen kehrten von 5 Zöglingen 4 mit
Erfolg zurück. Auf dem Kreisturnfeſt in Aſchaffenburg
hat die Mannſchaft ſehr gut abgeſchnitten. Die Turner=
riege
erhielt in der erſten Stärkeklaſſe eine zweite Aus=
zeichnung
; im Zwölfkampf blieben 2, im Neunkampf 3
(darunter Gg. Grohe mit der höchſten Punktzahl aller Be=
teiligten
) Sieger. Das Schwimmen brachte 4 Sieger und
beim Ringen für Nichtwetturner errang Turner Joſeph
den Ehrenſieg. Ferner wirkte die Turnmannſchaft bei der
Jung=Deutſchland=Schau, der Jahnfeier des Volksbil=
dungsvereins
und dem darauffolgenden Schauturnen der
Darmſtädter Turnerſchaft mit. Hoffentlich bringt das
Turnen weitere Fortſchritte, es kann nicht genug dahin ge=
wirkt
werden, dem Turnen weitere Intereſſenten zuzu=
führen
, zum Wohle der ſchönen deutſchen Turnſache.
Es folgten dann die Berichte der Redewarte, des
Bauwartes, des Bücherwartes, des Obmanns der Sing=
mannſchaft
, welche an 56 Singſtunden eine Beteiligung von
durchſchnittlich 21 Sängern aufzuweiſen hatte, und unter
der Leitung ihres neuen Dirigenten, Herrn Wilh. Etzold,
gute Fortſchritte machte. Ueber die Tätigkeit des Auf=
nahme
=Prüfungs=Ausſchuſſes und des Vergnügungs= Aus=
ſchuſſes
berichteten deren Vorſitzenden
Verſchiedene eingebrachte Anträge wurden teils ange=
nommen
und zum Teil abgelehnt. Satzungsabänderungen,
die durch die Anträge bedingt waren, fanden Genehmi=
gung
.
Bei der Vorſtandswahl wurden der 1. Sprecher,
Schriftführer, Säckelwart und Kontrolleur wiedergewählt,
das Amt eines zweiten Sprechers fand einen tüchtigen
Vertreter, ebenſo ſind die anderen Aemter mit bewährten
Turnern beſetzt worden; auch die Ausſchüſſe erhielten tat=
kräftige
Mitglieder.
Nachdem noch bei dem Punkt Verſchiedenes eine ein
gehende Ausſprache über die derzeitigen Verhältniſſe der
Gemeinde ſtattfand, ſchloß der 1. Sprecher mit einem Gut
Heil die arbeitsreiche Verſammlung.

Pfungſtadt, 7. April. Der hieſige Volksbild=
ſungsverein
veranſtaltete geſtern im Goldenen
Lamm einen Unterhaltungsabend, der dem Ge=
dächtnis
Richard Wagners gewidmet war. Der Ge=
ſſangverein
Männer=Quartett Herr Hillgärtner und ver=
ſchiedene
Lehrer hatten ſich in den Dienſt der Veranſtalt=
ung
geſtellt, um die Teilnehmer durch Klaviervorträge,
Chore und Lieder aus den Werken des bedeutenden Ton=
meiſters
einige Stunden aufs angenehmſte zu unterhal=
ten
. Im Mittelpunkt des Abends ſtand ein Vortrag
des Herrn Lehrers Karl Schmidt von hier, der ein
Lebensbild Richard Wagners vorführte und
ſeine Hauptverdienſte, die er ſich um die modern=klaſſiſche
deutſche Kunſt nicht nur als Meiſter der Muſik, ſondern
auch als Dichter erworben hat, hervorhob. Da das
Männer=Quartett, deſſen Dirigent Herr Lehrer Schmidt
iſt, auch einige alte Minne= und Volkslieder zum Vortrag
brachte, ſo verflocht der Redner auch das Wichtigſte über
den Minne= und Meiſtergeſang in ſeinen Vortrag. Der
Vorſitzende des Volksbildungsvereins, Herr Lehrer Grund,
lud am Schluſſe die Teilnehmer zum nächſten Fami=
klienabend
ein, an dem Herr Pfarrer Bürſtlein über
das Jahr 1813 ſprechen wird
Offenbach, 7. April. In Begleitung der Hofdame
von Rabenau und dreier Krankenſchweſtern traf am
Samstag nachmittag die Großherzogin von Heſ=
ſen
im Automobil, von Schloß Wolfsgarten kommend,
hier ein und ſtattete der Frau Juſtizrat v. Brentano,
die eine eifrige Förderin der Säuglings= und Mutter=
ſchutzbeſtrebungen
iſt, in ihrer Villa in der Geleitsſtraße
einen längeren Beſuch ab. Es waren etwa 40 Damen
der hieſigen Geſellſchaft zu einem 5 Uhr=Tee eingeladen.
Sanitätsrat Dr Liebenow hielt einen Vortrag über den
Stand der hieſigen Säuglings= und Mutterſchutzbeſtreb=
ungen
, während eine Oberſchweſter über die dortigen Er=
folge
auf dieſem Gebiete berichtete. Außerdem hatte man
leine kleine Ausſtellung von praktiſchen Gegenſtänden für
die obigen Fürſorgezweige veranſtaltet, die das größte
Intereſſe der Landesfürſtin hervorrief. Nach 2½ſtündi=

gem Aufenthalt fuhr die Großherzogin wieder nach Darm=
ſtadt
zurück.
Offenbach, 7. April. Ein ſchwerer Unfall, dem ein
jugendliches Leben zum Opfer fiel, ereignete ſich (wie wir
geſtern ſchon kurz gemeldet haben) am Samstag nachmittag
gegen 6 Uhr an dem nur mit einem ſogenannten Driller
verſchloſſenen Perſonenübergang der Lokalbahnſtrecke
Offenbach=Sachſenhauſen nächſt der Werkzeugmaſchinen=
abrik
Collet und Engelhardt. Zwei Kinder, die
echs= und die achtjährige Tochter des Kartonnagefabri=
kanten
Schnopp wollten noch vor einem daherkommen=
den
Zuge das Gleis überſchreiten, wobei ſie von der Ma=
ſchine
erfaßt und überfahren wurden. Das eine
Kind, dem die Räder über den Hals gingen, war ſo=
ort
tot, das andere kam mit ſchweren Verletzungen ins
ſtädtiſche Krankenhaus.
g. Bensheim, 7. April. Geſtern nacht brannte das
Wohnhaus des Güterbeſtätters Kraft nieder. Man
fand ſeinen Knecht tot in dem niedergebrannten Hauſe.
Die Entſtehungsurſache des Brandes iſt unbekannt.
Erbach i. O., 6. April. Heute mittag tagte im
Schutzenhof hier die Generalverſammlung des
Kreisobſtbauvereins des Kreiſes Erbach. Der
Vorſitzende, Herr Kreisrat v. Starck, begrüßte nach der Er=
öffnung
die Vertreter des Fürſten von Erbach=Schönberg
des Grafen zu Erbach=Erbach und Erbach=Fürſtenau, der
Landwirtſchaftskammer und Herrn Dr. Hofmann= Fried=
berg
. und erſtattete den Rechenſchaftsbericht über die Tätig=
keit
der einzelnen Ortsgruppen, ſowie die Rechnungsab=
lage
. Für 2 ausgeſchiedene Vorſtandsmitglieder wurden
die Herren Lehrer Heyl=König und Giebenhain=Michelſtadt
durch Zuruf gewählt. Dann erhielt das Wort Herr Oeko=
nomierat
Thömsgen=Michelſtadt zu einem Vortrag über
Landwirtſchaftlichen Obſtbau An der Diskuſſion über
den ſehr eingehenden Vortrag beteiligte ſich auch Herr
Bautechniker Behne=Darmſtadt. Die nächſtjährige Ver=
ſammlung
des Vereins wird in König ſtattfinden. Ir
der Zeitſchriftenfrage referierte Herr Archivrat Morneweg=
Erbach, auch Herr Dr. Hofmann=Friedberg ſprach hierüber.
Neben dem ſeither geleſenen Praktiſchen Ratgeber für
Obſt= und Gartenbau wurde die Friedberger Zeitſchrift,
die derzeit Ausgezeichnetes biete, als Belehrungsquelle in
Ausſicht genommen. Zum Schutz gewiſſer Obſtarten
wurde von verſchiedener Seite gewünſcht, daß die Sper=
linge
abgeſchoſſen werden dürfen, die auch im Winter die
Futterplätze bevölkern und andere, nützliche Vögel, ver=
treiben
und die gegenwärtig ſich in die aufgehängten
Meiſenkäſten einniſten. Am Schluß wurden etwa 100
für den Obſtbau nützliche Gegenſtände unentgeltlich verloſt
Der Vorſitzende ſchloß die Verſammlung mit Dank für den
überaus zahlreichen Beſuch.
* Lindenfels, 7. April. Das herrliche Frühlings=
wetter
am geſtrigen Tage brachte einen lebhaften
Verkehr hierher. Zu Fuß, Rad und Auto ſtellten ſich
die Ausflügler hier ein. Der Taunusklub, Ortsgruppe
Frankfurt, traf des Nachmittags mit nahezu 300 Teil=
nehmern
im Hotel Odenwald zum Kaffee ein. Die
Ortsgruppen des Odenwaldklubs Fürth und Wald= Michel=
bach
vereinigten ſich mit der hieſigen in der Harfe zu
gemütlichem Beiſammenſein. Noch einige Tage und un=
ſere
Wälder werden in vollem Frühlingsſchmucke prangen.
g. Beerfelden, 7. April. Der Kellner Heinrich Haas
in Kailbach hat ſich geſtern vormittag erſchoſſen. Der
Grund zu der Tat iſt nicht bekannt. Morgen findet ge=
richtliche
Leichenſchau ſtatt.
W Lampertheim, 7. April. Der Ankauf von auslän=
diſchen
Tabaken ſteht eben in der Hauptſaiſon. Ge=
kauft
wird auf den Märkten Amſterdam und Rotterdam
hauptſächlich Sumatra und Java. Die Preiſe ſind recht
hoch, die Nachfrage eine ſtarke. Einlagen koſten 14 Gul=
den
, Deckblätter kommen ſogar auf 12 Gulden das Pfund.
Der hohe Preis für Deckblätter erklärt ſich teils, wenn
man ſieht, daß nur recht helle Farben Mode ſind und
eben auch ausſchließlich von den Konſumenten der meiſt
beſſeren Zigarren verlangt werden. Unſere inländiſchen
Tabake ſind zur alleinigen Verarbeitung entſchieden zu
ſchwer; obwohl man dieſes Jahr Proben von Verarbeit=
ung
reiner Pfälzertabake mit vorzüglichem Erfolg gemacht
hat, wird man ſich zu einer ſolchen Fabrikation
nie entſchließen können. Der Betrieb in den hieſigen Fa=
briken
hat ſich in der letzten Zeit derart vergrößert, daß
die vier großen Geſchäfte am Platze in der Woche gegen
eine Million Zigarren verſenden. Andererſeits muß man
noch in Betracht ziehen, daß die Steuerabgaben bei der
Tabakfabrikation enorme Summen annehmen, denn das
hieſige Steueramt hat eine durchſchnittliche Jahresein=
nahme
von 1200000 Mark.
Mainz, 7. April. Einen grauenhaften Selbſt=
mord
verübte am Samstag abend kurz nach 9 Uhr der
33jährige Wirt Max Hch. Roth von der Turnhalle in
der Chriſtophsſtraße. Roth ſprang aus einem Fenſter
ſeiner im vierten Stock gelegenen Wohnung hinab in den
Hof der nebenan liegenden Chriſtophskirche und blieb mit
zerſchmetterten Gliedern tot liegen. Die Urſache zu der
ſchrecklichen Tat ſoll in einem körperlichen Leiden des Roth
zu ſuchen ſein.

Worms, 7. April. Verhaftet wurden ein
18jähriger, auf der Wanderſchaft begriffener Spengler
aus Bergzabern, der vom Großh. Amtsanwalt zu Gießen
wegen Diebſtahls ſteckbrieflich verfolgt wird, und ein hie=
ſiger
, 22 Jahre alter, wohnungsloſer Taglöhner, der am
Samstag nachmittag in der Humboldtſtraße verſucht hat,
einer Dame ein Handtäſchchen mit Gewalt zu
entreißen. Als ihm das nicht gelang, lief er davon,
er wurde aber bald darauf ermittelt und feſtgenommen.
Nackenheim, 7. April. Die Spar und Dar=
lehenskaſſe
hielt geſtern abend eine außerordentliche
Hauptverſammlung ab, um dem in der Gemeinde
verbreiteten Gerüchte entgegenzutreten, die Kaſſe habe
durch den Fall Hubert und den Zuſammenbruch der Ge=
noſſenſchaftsbank
große Verluſte erlitten. Der Rendant
der Kaſſe machte den zahlreich erſchienenen Mitgliedern
die Mitteilung, daß die Kaſſe an die Bank nur noch eine
ganz geringe Forderung habe. Erfreut war die Verſamm=
lung
von der Nachricht, daß der Prozeß der Kaſſe mit der
Hubertſchen Konkursmaſſe wegen Herausgabe der bei
Hubert für einen Kaſſierer deponierten acht Tauſendmark=
ſcheine
endgültig zugunſten der Kaſſe entſchieden wurde.
Gundersheim, 6. April. Geſtern iſt vor dem Bahn=
hof
Gundersheim an einer Stelle, wo der Eiſenbahn=
damm
infolge ſchlechten Untergrundes ſchon mehrmals
gerutſcht iſt, erneut ein Rutſch eingetreten. Hier=
durch
iſt das Hauptgleis zwiſchen Nieder=Flörsheim und
Gundersheim ünterbrochen. Der Verkehr wird bis auf
weiteres durch Umſteigen aufrecht erhalten.
Heidesheim, 7. April. Die wilden Kaninchen
machen ſich zurzeit wieder unangenehm bemerkbar. Ein
Hauptaufenthaltsort iſt die Bahnböſchung oberhalb des
Bahnhofs Uhlerborn gegen Budenheim zu. Hunderte
von bewohnten Höhlen und Gängen durchziehen die
Böſchung nach allen Richtungen; es nehmen die gefräßi=
gen
Tiere von hier aus ihre nächtlichen Gänge auf die
angrenzenden Fluren, um namentlich am jungen Korn
zu graſen
(*) Gießen, 6. April. Im Hotel Schütz tagte heute die
11. Mitgliederverſammlung der allgemeinen heſſi
chen Beamten=Sterbekaſſe unter dem Vorſitze
des Geheimen Oberbaurats Imroth=Darmſtadt. Mit
dem 31. Dezember 1912 hat das 9. Geſchäftsjahr abgeſchloſ=
ſen
. Die Entwickelung der Kaſſe iſt im abgelaufenen
Jahre eine ſtetig fortſchreitende geblieben und das günſtige
finanzielle Ergebnis hat es ermöglicht, die Dividende auf
35 Prozent feſtzuſetzen und dem Reſervefonds 3800 Mark
zu überweiſen. In der Kaſſe ſind 2138 Perſonen ver=
ſichert
, davon ſind 608 Stadtbeamte, 255 Finanzbeamte,
113 Lehrer, 108 Aktuare, 97 Oberlehrer, 172 mittlere Be=
amte
, 85 Eiſenbahnbeamte, 25 Geiſtliche uſw Die Jahres=
rechnung
zeigt eine Einnahme von 92 176,84 Mark und
eine Ausgabe von 92080 Mark. An Sterbegeldern wurden
8800 Mark bezahlt. Das Vermögen beträgt 250 364 Mark
gegen 210000 Mark im Vorjahre. Der Ueberſchuß der Kaſſe
beläuft ſich auf 12870 Mark. Im abgelaufenen Jahre wur=
den
121 Perſonen aufgenommen mit 76900 Mark Verſiche=
rungskapital
, das Geſamverſicherungskapital iſt 1414996
Mark. Die im Jahre 1912 vereinnahmten Bruttoprämien
betragen 44772 Mark, die Summe des gewinnbringenden
Jahresbeitrags beläuft ſich auf 31 445 Mark. Der Vor=
ſtand
wurde einſtimmig wiedergewählt. Als Ort der näch=
ſten
Mitgliederverſammlung wurde Mainz beſtimmt.
§ Gießen, 6. April. Die Feier des 75jährigen
Beſtehens der Gewerbeſchule fand heute unter=
ſehr
ſtarker Beteiligung der Handwerker Gießens und
Oberheſſens im Hotel Großherzog ſtatt. Der Vorſitzende
des Gewerbeſchulvereins Gießen, Profeſſor Dr. Kraus=
müller
, hielt die Eröffnungs= und Begrüßungsrede und
bewillkommte beſonders die zahlreichen Ehrengäſte. Als
ſolche waren erſchienen: der Regierungsvertreter Geheime=
rat
Mohr=Darmſtadt, Provinzialdirektor Dr. Uſinger,
Oberbürgermeiſter Mecum und zahlreiche Stadtverordnete,
Gewerbeſchulrat Meier als Vertreter der Zentralſtelle
in Darmſtadt. Gewerbeſchulrat Falk von der Handwerks=
kammer
und Kommerzienrat Heichelheim für die Handels=
kammer
. Nachdem die Vertreter ihre Glückwünſche ausge=
ſprochen
hatten, überreichte der Vorſitzende Horſt vom
Kaufmänniſchen Verein Gießen als Geſchenk ein Bild des
Großherzogs. Für die Gewerbevereine Friedberg, Bad=
Nauheim und Reichelsheim ſprach Schloſſermeiſter Kipp=
Bad=Nauheim. Der Leiter der hieſigen Gewerbeſchule,
Hauptlehrer Traber, legte in ſeiner Feſtrede die Entwick=
lung
und Bedeutung der Schule dar. Die Schule wurde
am 14. Januar 1838 gegründet, nachdem 1837 in Darm=
ſtadt
die erſte Gewerbeſchule ins Leben gerufen worden
war. 1878 erhielt die Schule eine Umgeſtaltung, auch
wurde eine Sonntagszeichenſchule damit verbunden. 1892
wurde Hauptlehrer Traber Leiter der Schule, zugleich
wurde ein neuer Lehrplan eingeführt, die Beſuchsziffer
ſtieg ganz bedeutend. 1912 wurde die Zeichenſchule in
eine gewerbliche Fortbildungsſchule umgewandelt. Als
Förderer der Gewerbeſchule haben ſich beſonders verdient
gemacht: Reichstagsabgeordneter Heiligenſtädt, Juſtus
von Liebig, Profeſſor von Rittgen, Ferd. Gail. Freiherr
von Gagern, Exzellenz Gnauth; der ſtattliche Neubau iſt

genz 10 Punkte, Beſchaffenheit der Haut 5 Punkte,
Beſchaffenheit der Muskeln 5 Punkte, Beſchaffen=
heit
der Knochen 5 Punkte, Rückgratsſtärke 10
Punkte, Fähigkeit zum Gehen oder Kriechen 5 Punkte.
Das Baby, das dieſe 100 Punkte vereinigt, iſt das Ideal=
Baby der Welt. Gemeldet ſind bisher Kinder zwiſchen
6 Monaten und 2 Jahren. Die Jury ſetzt ſich nicht aus
Damen, ſondern aus mediziniſchen Sachverſtändigen zu=
ſammen
. Von den preisgekrönten Babys ſollen kine=
matographiſche
Aufnahmen gemacht werden, und zugleich
werden alle Mütter Schriften mit Anweiſungen über die
Behandlung und die Ernährung von kleinen Kindern
gratis verteilt, auf daß alle Amerikanerinnen erfahren
möchten, wie man perfekte Babys heranzieht.
* Eine Max Reger=Zigarre. Man ſchreibt der Poſt
aus Meiningen: Seitdem Max Reger zum Leiter unſerer
Hofkapelle berufen iſt, iſt er der Gott der Meiningiſchen
Reſidenz geworden. Seine Popularität wächſt zuſehends.
Man trägt ſeinen Namen auf allen Lippen und zwar
iſt das ganz wörtlich zu nehmen, da es jetzt hier ſogar
Zigarren gibt, die den Namen Regers führen. Das iſ
wohl das Volkstümlichſte, was ein Komponiſt, und noch
dazu ein ſo ſchwieriger wie Reger, erreichen kann.
* Polizei und Damenhüte. Wie verlautet, iſt jetzt in
Berlin bei den Aufſichtsbehörden in Anregung gebracht
worden, auch den an den Hinterkrempen der Damenhüte
im Uebermaße aufgetürmten Hutſchmuck Strau=
ßen
=, Reiherfedern uſw. in das Verbot aufzunehmen.
Zur Begründung wird ausgeführt, daß es in Eiſen=
bahn
= und Straßenbahnwagen höchſt läſtig
und auch gefährlich iſt, neben oder hinter einer Dame mit
ſchräg emporſtehendem Hutſchmuck zu ſtehen oder zu ſitzen
Namentlich ſeien es Vogelfedern, die den Augen der Nach=
barn
gefährlich werden können, zumal derartiger Putz vor
dem Gebrauch einem chemiſchen Verfahren unterzogen oder
auch mit giftigen Farben behandelt wurde. Aber auch das
bloße Kitzeln des Geſichts durch eine fortwährend

von der Trägerin oder vom Winde bewegten Feder könne
ſehr läſtig wirken. Es komme auch vor daß der leicht ent=
zündbare
Flitter, zum Beiſpiel auf der Plattform der
Straßenbahn, einer brennenden Zigarre zu nahe komme
und dann einen keineswegs angenehmen Geruch verbreite.
Auch die ſchräg emporſtehenden Bandgarnituren ſeier
nicht ungefährlich, da ihr Drahtgerippe, wie der Berliner
zu ſagen pflegt, leicht ins Auge gehen kann
* Fade Brühe‟ Darf man ein Drama fade Brühe‟
nennen? Ja, das darf man hat das Amtsgericht Ber=
lin
=Mitte entſchieden. Der Geſchäftsführer des Verban=
des
deutſcher Bühnenſchriftſteller‟ Dr. Artur Dinter
ließ unlängſt in einem Breslauer Theater ein Schauſpiel
zur Uraufführung bringen, das von der Kritik wenig
freundlich beſprochen wurde. Unter anderem führte der
Kritiker des Bresl. Generalanz. aus, das Werk ſtelle eine
fade Brühe dar. Der Autor erhob Privatklage
wegen Beleidigung. Das Amtsgericht hat aber die Klage
abgewieſen. In der Begründung wurde geſagt, die tat=
ſächlichen
Ausführungen des Kritikers könnten als wahr
unterſtellt werden und ſeien an ſich nicht beleidigend. Auch
ſei der Ausdruck fade Brühe nicht ſtrafbar, da er ja
nicht der Perſon des Autors gelte.

Die Aufgabe des modernen Wohnhaus=
Erbauers.2)

Neuſchöpfung und Erhaltung die echte Synthefe.
Ganz befriedigt durch den Eindruck eines Kunſt=
werkes
ſind wir nur dann, wenn es etwas hinterläßt
das wir bei allem Nachdenken nicht bis zur Deutlichkeit
eines Begriffs herabziehen können. Dieſes feine Wort
*) Aus dem April=Heft der von Hofrat Alexander
Koch herausgegebenen Innen=Dekoration.

Schopenhauers, das die überragende Höhe des Künſt=
leriſchen
über dem nur Vernünftigen ſo klar prä=
ziſiert
, gilt nicht nur für die hohe Kunſt, ſondern für alles
eine künſtleriſche Einheit und Beſeelung Erſtrebende, ſo
auch für unſere großzügig erſtarkende Wohnkultur. Der
Architekt, der nur die Vernunft als Göttin anerkennt,
dem echte Kunſt in ihrer lebensvollen Tiefe ein noch Un=
erlebtes
und die Muſik der Großen, jene höchſte architek=
toniſche
Form mit tiefſtem Gehalt, ein Rätſel ſein muß,
iſt nicht geſchaffen zum Wohnhauserbauer; von
ihm, der dem Herzen der ſchöpferiſchen Natur zu ferne iſt,
können keine lebendigen Ströme ausgehen, die dem Volke
Erfüllung bieten. Induſtrie und Technik bedürfen zur
Verkörperung ihrer ſtarren ſich verhundertfachenden Macht
ſolcher Kräfte, unſere Wohnkultur aber fordert noch an=
deres
Der wahrhafte Architekt ſteht heute vor der größ=
ten
Aufgabe unſerer Periode: Er arbeitet mit an der
großen Syntheſe unſerer Zeit, an der großen Integrie=
rung
der wieder eine Einheit erſtrebenden, noch zuſam=
menhangloſen
Werte, an der Zuſammenfaſſung aller zum
lebendig=ſchönen Organismus. Darum iſt der Wohn=
hausarchitekt
nicht nur Neuſchöpfer und Sucher
der neuen Form, nicht nur ein mit hartem Zukunft=
willen
Begabter, ſondern notwendig auch ein ſtarker Ord=
ner
und liebevoller Erhalter und Ausbauer des beſtehen=
den
Schönen. Nicht nur das Streben nach Erzielung höch=
ſter
Leiſtung und ſtärkſten Form=Willen fordern wir vom
Wohnhauserbauer, ſondern auch intuitive Begabung. Er
ſei ein Seher, der in Wohnung und Geräte mehr zu ſehen
vermag als den unmittelbaren Gebrauchszweck, ein Lieben=
der
, der ein hohes zukünftiges Ideal ſozialen Lebens, wie
die tieferen Bedürfniſſe der Menſchen der Jetztzeit und
jedes einzelnen Auftraggebers zu erſchauen und zur rein=
ſten
Form zu verdichten vermag.
Die Stunden, die
wir in Schönheit leben, ſind die einzigen, in denen wir
wirklich leben. Nur vollwertige Menſchen und Künſtler
aber vermögen uns in ihren Schöpfungen ſolche wahr=
hafte
Erbauung zu bieten.
Lang=Danoli.

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Nummer 81.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Seite 5.

das Verdienſt Heiligenſtädts. Der Feſtakt wurde verſchönt
durch die Chöre des Geſangvereins Bürgergeſellſchaft un=
ter
Leitung des Muſiklehrers W. Gernhardt. An die Feier
ſchloß ſich die Beſichtigung der Jubiläums= Aus=
ſtellung
im Gewerbehaus; die eine Abteilung umfaßte
die Arbeiten der Gewerbeſchüler, die andere die Arbeiten
der gewerblichen Fortbildungsſchüler. Um 1½ Uhr war
Feſteſſen im Hotel Großherzog und 3½ Uhr begann in
Steins Garten Konzert; der Geſangverein Liederkranz
und die Infanterie=Kapelle wirkten dabei mit.
**) Gießen, 6. April. Die Eröffnung der völker=
kundlichen
Ausſtellung der Baſeler Miſſion fand
heute im Beiſein zahlreicher Ehrengäſte ſtatt. Kirchenrat
Schloſſer hielt die Eröffnungsrede und wies auf die
hohe Bedeutung der Ausſtellung hin. Weitere Anſprachen
hielten: der Rektor der Univerſität, Profeſſor Dr. Eck,
Beigeordneter Keller, Rechtsanwalt Engiſch als Vorſitzen=
der
des Kolonialvereins, Dekan Gußmann=Kirchberg und
Miſſionar Gſell.
(*) Hoch=Weiſel, 6. April. Diamantene Hoch=
zeit
feierte das Ehepaar Muſiker Johannes Mohr II.
Der Großherzog ſandte eine Bibel, das Oberkonſiſtorium
ein Teſtament. Die Vereine brachten dem Paar ein Ständ=
chen
. Das Paar iſt noch ſehr rüſtig und erlaubte ſich ſogar
abends noch ein Tänzchen. Bei dem Konzert wirkte der
Jubilar noch als Muſiker mit.

Schutzverein für Nieder=Modau.

* Nieder=Modau, 7. April. Die vom Schutz=
verein
für Nieder=Modau nach hier einberufene Verſamm=
lung
der Gläubiger des Spar= und Kreditvereins war
noch ſtärker beſucht, als die Verſammlung in Ober= Ram=
ſtadt
. Nachdem Bankdirektor Stein=Darmſtadt in einem
längeren Vortrage über die ſeitherigen Sanierungsbeſtre=
bungen
und über die Durchführung der jetzigen Hilfsaktion
berichtet hatte, empfahl Herr Juſtizrat Metz III.= Darm=
ſtadt
, ebenſo wie der als Gaſt anweſende Bankinſpektor
Mager aus Berlin dringend die Annahme des Ange=
bots
des Schutzvereins Der letztere hob hervor, daß er,
als Nieder=Modauer Kind, trotz ſeiner langen Abweſen=
heit
von der Heimat, dieſer ein treues Andenken ſtets be=
wahrt
habe und aus dieſem Gefühl heraus, ſowie als
Bankfachmann und als Genoſſenſchafter, den Nieder=
Modauer nur raten könne, das ſehr günſtige Angebot des
Schutzvereins glattweg anzunehmen. Man möge ſich noch
einmal zurückverſetzen in die Tage des Ausbruches des
Konkurſes, wie trübe damals die Ausſichten für die Spar=
kaſſegläubiger
geweſen ſeien, und was durch die intenſive
und verſtändnisvolle Arbeit der Konkursverwaltung, ſo=
wie
durch die Tätigkeit des Schutzvereins, insbeſondere
des Herrn Direktors Stein, erreicht worden ſei. Hoch an=
zuerkennen
ſei auch das Entgegenkommen der Darm=
ſtädter
Volksbank die durch die Bereitſtellung
eines größeren Kredits die Hilfsaktion fördere. Ein Ge=
winn
ſei es für die Gläubiger, durch den Schutzverein
jetzt ſchon in den Beſitz von 50 Prozent zu gelangen,
während der Konkursverwalter auf Grund geſetzlicher Be=
ſtimmungen
in der Lage ſei, doch nur 25 bis 30 Prozent
an die Gläubiger auszuſchütten. Herr Kreisrat Dr.
Wagner=Dieburg ſchloß ſich dieſen Ausführungen voll
und ganz an und erwähnte, daß die Worte mit allen
Rechten in der Abtretungsurkunde vollkommen am Platze
ſeien, denn die Rechte der Gläubiger müßten doch auf den
Schutzverein übergehen, er könne bei Erwerbung der For=
derungen
gegenüber der Konkursverwaltung nicht ſchlech=
ter
geſtellt ſein, als diejenigen Gläubiger, die ſich ihre
Forderung nicht aufkaufen laſſen wollten. Herr Rechts=
anwalt
Dr. Hoffmann II., der als Gaſt in der Ver=
ſammlung
weilte, gab wiederum eingehenden Bericht über
die Entwickelung des Konkursverfahrens und wies gleich=
falls
auf die Vorteile hin, die das Angebot des Schutz=
vereins
den Gläubigern böte. Eine Reihe von Anfragen
aus der Verſammlung wurden ausführlich beantwortet.
Auf Anregung des Herrn Pfarrers Weigel, der es für
gut hielt, die Stimmung der Verſammlung kennen zu ler=
inen
, wurde eine unverbindliche Abſtimmung vorgenom=
men
, die, ſoweit es ſich überſehen ließ. Einmütigkeit zum
Angebot des Schutzvereins auswies. Zum Schluſſe ſprach
Herr Bürgermeiſter Schaller gleichfalls für Annahme
des Angebotes und dankte unter dem Beifall der Ver=
ſammlung
den Herren des Schutzvereins und der Kon=
kursverwaltung
für die ſeither geleiſtete Arbeit.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 7. April. Profeſſor Slaby
iſt heute nachmittag, wenige Tage vor Vollendung ſeines
64. Lebensjahres, an den Folgen eines Schlaganfalls ver=
ſchieden
. Vor zwei Jahren erlitt er bei einem Jagdaus=
flug
einen erſten Schlaganfall. von dem er ſich erholte, vor
14 Tagen folgte ein neuer. Slaby war wiederholt Rektor
der Techniſchen Hochſchule in Charlottenburg und lange
Jahre Direktor des dortigen elektrotechniſchen Laborato=
riums
. Er iſt bekannt durch ſeine epochemachenden Erfin=
dungen
auf dem Gebiete der Funkentelegraphie. Der Kai=
ſer
ließ ſich von ihm über das ſchwierige Wiſſensgebiet
wiederholt Vortrag halten und ehrte ihn durch Berufung
in das Herrenhaus. Eine Verſammlung, die eine Reihe
der namhafteſten Berliner Künſtler geſtern abend einbe=
rufen
hatte, um die Begründung der ſeit langem geplan=
ten
wirtſchaftlichen Organiſation der Groß=
Berliner Künſtlerſchaft zu beraten, hatte gewal=

tigen Zuſpruch. Der Bürgerſaal des Rathauſes erwies ſich
als viel zu klein für dieſen Zweck; bis weit ins Treppen=
haus
hinein drängten ſich die Maſſen der Erſchienenen.
Es wurde eine Reſolution angenommen: Die Verſamm=
lung
beauftragt die Unterzeichner des Einladungsſchrei=
bens
, in gemeinſamer Beratung unter Heranziehung be=
rufener
Kräfte die beſte Form für den als notwendig er=
kannten
wirtſchaftlichen Zuſammenſchluß der Berliner
Künſtlerſchaft zu ſuchen. Ein auf der Frankfurter
Chauſſee wohnender Rechtsanwalt überraſchte, als er nach
Hauſe kam, zwei Einbrecher, die ſeine Wohnung durch=
ſtöberten
. Während es dem einen Spitzbuben gelang, die
Treppe hinunter zu flüchten, ſtürzte der andere auf den
Balkon und ſprang von der dritten Etage auf die Straße
hinab. Er erlitt ſchwere innere Verletzungen und wurde
feſtgenommen.
Frankfurt a. M., 6. April. Prinz Ernſt Auguſt,
Herzog zu Braunſchweig und Lüneburg,
traf heute abend 10 Uhr 9 Minuten mit dem Mailänder
D=Zuge auf dem hieſigen Hauptbahnhof ein. Zu ſeinem
Empfang hatte ſich Prinz Adalbert von Preußen, der
Marineuniform trug, auf dem Bahnſteig eingefunden. Die
beiden Prinzen begaben ſich, vom Publikum herzlich be=
grüßt
, zu dem bereit gehaltenen Automobil und fuhren
10 Uhr 15 Minuten nach Homburg v. d. H.
Frankfurt, 6. April. Graf Zeppelin traf
heute abend 8,20 Uhr in Begleitung des Kapitäns
Gluud der bekanntlich das Luftſchiff Z. 4 von Lune=
ville
nach Metz zurückführte, auf dem hieſigen Hauptbahn=
hof
ein, wo ſie von dem bereits hier weilenden Direktor
Colsmann empfangen wurden. Die Herren nahmen
im Frankfurter Hof Wohnung.
Frankfurt, 7. April. Für den Herzog von Cum=
berland
, Familie, Gefolge und Dienerſchaft iſt für den
9. April Quartier in einem Frankfurter Hotel beſtellt
worden.
Homburg v. d. H., 7. April. Geſtern nachmittag unter=
nahm
der geſamte Hof einen Automobilausflug
über Uſingen nach Weilburg und durch das Weiltal und
Weilmünſter zurück. Heute vormittag hörte der Kaiſer
den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts, Wirkl. Geh.
Rat v. Valentini, und des Vertreters des Auswärtigen
Amtes, Geſandten v. Treutler. Um 12 Uhr empfing das
Kaiſerpaar den Beſuchder Königin Wilhelmine
der Niederlande mit der Prinzeſſin Juliane
und den Prinzgemahl Heinrich. Später empfing
der Kaiſer eine Abordnung des 2. Königlich Sächſiſchen
Grenadier=Regiments Nr. 1 Kaiſer Wilhelm, König von
Preußen, deſſen Chef der Kaiſer iſt, zur Ueberbringung des
vom König von Sachſen dem Kaiſer verliehenen Dienſt=
Auszeichnungskreuzes und zur Ueberbringung einer vom
Regiment dargebotenen Erinnerungsgabe anläßlich des
25jährigen Jubiläums des Kaiſers. Zur Frühſtücks=
tafel
bei dem Kaiſerpaar waren geladen Prin=
und Prinzeſſin Heinrich von Preußen mit
Gefolge und die genannten ſächſiſchen Offiziere.
Wiesbaden, 7. April. Es ſteht nunmehr feſt, daß das
kaiſerliche Hoflager am 4. Mai von Homburg
nach Schloß Wiesbaden verlegt wird. Der Kaiſer
trifft am 4. Mai gegen 8 Uhr vormittags in Wiesbaden
ein. Die Kaiſerin und die Prinzeſſin Viktoria Luiſe wer=
den
im Laufe des Vormittags desſelben Tages folgen.
Der Aufenthalt in Wiesbaden erſtreckt ſich bis zum 8. Mai.
Marburg, 7. April. In Seelbach erſtach geſtern
abend ein oſtpreußiſcher Kuhſchweizer ſeinen Dienſtherrn,
den 60 Jahre alten Landwirt Kraft. Der Täter wurde
verhaftet.
Bernburg, 7. April. In der Saale ertranken
geſtern infolge Kenterns eines Bootes ein Musketier des
hier garniſonierenden 3. Bataillons 4. Thüring. Inf.=
Regts. Nr. 72 und fünf Kinder, drei Mädchen und zwei
Knaben im Alter von 13 Jahren. Der Soldat hatte die
Kinder auf der Fahrt von Aderſtedt nach Gröna auf ihr
Bitten an einer Anlegeſtelle in das Boot aufgenommen;
auf der Rückfahrt ereignete ſich dann das Unglück, wahr=
ſcheinlich
infolge Wechſelns der Plätze. Der Soldat er=
trank
bei dem Verſuche, die Kinder zu retten.
Krefeld, 6. April. Ein Irrſinniger veranlaßte
in der Hauptpfarrkirche während der Meſſe eine Panik
dadurch, daß er ohne jede Veranlaſſung mit einem Stock
auf zahlreiche weibliche Perſonen einhieb. In wilder
Haſt drängten die Beſucher der Kirche zu dem Ausgang.
Es wurden etwa 30 bis 40 Perſonen verletzt. Der Irr=
ſinnige
wurde nach dem Krankenhaus gebracht.
London, 7. April. Aus allen Teilen Englands kom=
men
Nachrichten über neue Untaten der Wahl=
weiber
. So wurden am Freitag, wie bereits gemeldet,
zwei Weiber auf friſcher Tat ertappt und verhaftet. Sie
ſtanden gerade im Begriffe, die große neue Tribüne des
Rennplatzes von Kelſo in Schottland anzuzünden und
hatten bereits zu dieſem Zwecke Lappen und Papiere mit
Petroleum getränkt und angezündet. Dagegen gelang es
anderen Weibern, die große Tribüne auf dem Renn=
platz
von Ayr in Brand zu ſtecken. Sie wurde durch
das Feuer vollſtändig zerſtört. Der Schaden beträgt etwa
70000 Mark. In Glasgow ſchlugen ſie alle Fenſter=
ſcheiben
der Arbeiterbörſe ein und an verſchiedenen
Stellen des Landes ſchnitten ſie ſämtliche Telegraphen=
leitungen
durch. In Liverpool ſchütteten ſie wieder
ätzende Säuren in die Briefkäſten, wodurch wieder Tau=
ſende
von Briefen vernichtet wurden. In New=Caſtle
verwüſteten ſie ſämtliche Blumenbeete des ſchönen Parkes.
Es iſt jetzt auch notwendig geworden, alle größeren

Schlöſſer auf dem Lande zu überwachen, da die Poli=
zeibehörden
erfahren haben, daß die Verbrecherinnen ſie
anzünden wollen. Es wurden aus London beſondere
Polizeiabteilungen zur Ueberwachung verſchiedener Schlöſ=
ſer
abgeſchickt. König Georg hat befohlen, daß das
Schloß Windſor noch unter ganz beſondere Bewach=
ung
geſtellt werde, da man weiß, daß die Wahlweiber es
in erſter Linie auf Windfor abgeſehen haben. Unter der
Bevölkerung herrſcht allgemein größte Entrüſtung gegen
das anarchiſtiſche Treiben dieſer Weiber. Wo ſie ertappt
werden, ſteht das Publikum nicht nur der Polizei ſofort
bei, ſondern die Poliziſten haben alle Mühe, zu verhin=
dern
, daß Lynchjuſtiz geübt wird. Mit politiſchen Fragen
haben dieſe Schandtaten der zerſtörungswütigen weib=
lichen
Rowdys nichts mehr zu tun. Es heißt, daß die
Frau Pankhurſt infolge ihres Hungerſtreiks wieder frei=
gegeben
ſei; wenn ſich dies beſtätigt, ſo wäre es unver=
antwortlich
, wenn man dieſe gemeingefährliche Perſon
wieder auf die Mitmenſchen losließe.

Der Nieder=Modauer Bank=
krach
vor der Strafkammer.

g. Im Schwurgerichtsſaale begann geſtern das Ver=
fahren
vor der Strafkammer I gegen Adam, Iſaak,
Beck und Ihrig. Der Andrang des Publikums iſt
wider Erwarten nicht beſonders groß. Kurz nach
8 Uhr werden die Angeklagten, die ſich in Unterſuchungs=
haft
befinden, in den Saal geführt. Gegen halb neun Uhr
erſcheint auch der Angeklagte Karl Ihrig. Die Angeklagten
nehmen jeder neben ſeinem Verteidiger Platz. Kurz nach
halb 9 Uhr eröffnet der Vorſitzende, Landgerichtsdirektor
Nagel die Verhandlung mit Verleſung der geladenen
Zeugen. Als Sachverſtändige ſind geladen der Herr Re=
gierungsrat
Baſtian und Bankdirektor Janſen aus
Frankfurt a. M. Die zur Verhandlung erforderlichen
Akten nehmen den ganzen Richtertiſch und zwei weitere
Tiſche ein.
Nach der Vernehmung der Angeklagten über ihre
Perſonalien und Verleſung der Anklage, ſowie der ein=
zelnen
gefälſchten Wechſel, 240 an der Zahl, im Betrage
von etwa 3 Millionen Mark, und Urkunden, Zeſſionen,
Schuldſcheine uſw., erfolgten die
Erklärungen der Angeklagten zu der
Anklage.
Der Angeklagte
Philipp Adam
erklärt, daß er die Anklage zugibt. Seit 1887 ſei
er Rechner geweſen. Mit ſeinen Bauſpekulationen habe
er 1888 oder 1889 begonnen, zunachſt mit Teiß.
Als er mit dieſem ſich auseinanderſetzen wollte, ſei er mit
Pallmann in Verbindung gekommen. Er oder die Kaſſe
haben aber kein Geld von Pallmann erhalten. Am 6.
September 1902 ſetzte einmal P. aus Gefälligkeit ſeine
Unterſchrift auf Wechſel der Kaſſe über einen Betrag von
25000 Mack. Daraufhin trat ihm Adam urkundlich
Grundſtückszeſſionen im Werte von 4050000 Mark ab,
obwohl die Kaſſe jene Wechſel ohne weiteres einlöſte, ſo
daß die Kaſſe keinerlei Verpflichtungen gegen P. mehr
hatte. Wie er ſpäter erfahren habe, hat P. dieſe Zeſſionen
verwertet. Auf die Frage des Vorſitzenden, was er ſich
bei der ganzen Sache eigentlich gedacht habe, antwortet
Adam, er habe ſich die Sache nicht genau überlegt. Dann
habe er begonnen, Wechſel zu fälſchen. Da ſich Roßmann,
ſein Schwager und Vorſtandsmitglied der Nieder=
Modauer Kaſſe weigerte, ſeine Unterſchrift unter die
Wechſel für Pallmann zu ſetzen, habe ihn P. veranlaßt, die
Unterſchrift Roßmanns zu fälſchen. Er habe die Wechſel
an P. gegeben, weil ihm dieſer ſagte, er habe ſein Geld
feſtgelegt und er brauchte Geld. Meiſt habe er den Stem=
pel
auf die Wechſel geſetzt, doch habe Pallmann einen
Stempel der Kaſſe ſelbſt im Beſitz gehabt.
Später ſei es auch ſehr häufig vorgekommen, daß er dem
P. Blankowechſel mit ſeiner Unterſchrift und der gefälſch=
ten
des Roßmann gab. Wie hoch dieſe einzelnen Wechſel
waren wußte er nicht. Der höchſte Betrag war 185000
Mark. Mit Iſaak habe er ſeines Wiſſens nie direkt zu
tun gehabt. Einmal habe er 22000 Mark nach der Ge=
noſſenſchaftsbank
ſchaffen wollen, da habe ihm P. erklärt,
er werde dies beſorgen. Später habe ihm P. geſagt, er
habe für ihn 12000 Mark eingezahlt. Was aus den
übrigen 10000 Mark geworden iſt, habe er nicht erfahren
auch nicht danach gefragt. Er habe nie irgend einen
Wechſel in die Bücher eingetragen, ſo daß der
geſamte Wechſelverkehr der Kaſſe, der ſich fortlaufend auf
etwa 300000 Mark belief, ohne irgendwelche Buchkontrolle
geſchah. Die Bilanzen habe zunächſt ein Lehrer B. und
päter der Angeklagte Beck aufgeſtellt, die Angaben zur
Aufſtellung habe er gemacht.
An Champagnerfeſten habe er nur einige Male teil=
genommen
, es ſei dabei auch niemals ausſchweifend her=
gegangen
, ihn ſeien dieſe Zuſammenkünfte auf höchſtens
40 Mark gekommen. Das geſamte Geld, das er brauchte,
ſei auf die Wechſel gekommen. An einigen Bauſpekulatid=
nen
ſei er auch beteiligt geweſen, wobei auch Verluſte ent=
ſtanden
ſind. Er habe auch Bargeld der Kaſſe entnommen,
die Höhe weiß er nicht anzugeben, außerdem habe er Wert=
papiere
, die der Kaſſe gehörten, verſilbert. Dies habe er
niemals ſelbſt getan, ſondern er habe die Urkunden ſtets
dem Pallmann gebracht. Es wird ſodann mit dem Ange=
klagten
eine Reihe von Einzelfällen durchgegangen, in
denen er Bürgſchaften namens der Kaſſe einging, ohne
daß für die Kaſſe irgendeine Veranlaſſung dazu beſtand.
So übernahm er auf Anraten des Pallmann eine Bürg=
ſchaft
auf ein Fünftel der Schulden eines hieſigen Holz=
händlers
, der ſaniert werden ſollte. Die Schuldenlaſt
dieſes Holzhändlers betrug 180000 Mark. In anderen
Fällen ging er Bürgſchaften ein für Hypotheken, die von
der Kaſſe abgelehnt waren. Aus allen dieſen Bürgſchaften
ſind der Kaſſe erhebliche Koſten entſtanden. Ueber alle
dieſe Manipulationen, die auf Veranlaſſung des Pall=
mann
vorgenommen wurden, will er ſich keine Gedanken
gemacht haben.
In die Bilanzen ließ er Poſten als Aktiva eintragen,
von denen er wußte, daß es uneinbringliche Gelder waren.
So 300000 Mark Zinsrückſtände, die zum Teil verjährt,
zum Teil uneinbringlich waren. Die Wechſel wurden
nicht aufgeführt, wohl aber die Urkunden, die garnicht im
Beſitz der Kaſſe waren. Er habe keine Ahnung von einer
Bilanz gehabt und könne heute noch keine machen. Auch
das Statut der Kaſſe habe er nicht durchgeleſen. Der Vor=
trag
der Bilanz in der Generalverſammlung habe ſtets
nur eine halbe Stunde gedauert, Auskünfte ſeien nie ver=
langt
worden. Im März 1908 legte er ſein Amt als
Rechner der Kaſſe nieder. Er wurde dann als Kontrolleur
gewählt, ſeines Eniſinnens auf Vorſchlag des Angeklagten
Beck. Er gibt auf Vorhalt dann zu, er habe gewußt, daß
die Bilanzen falſch ſind und den richtigen Vermögensſtand
der Kaſſe nicht zeigten. Am 26. Juni 1911 hat er ſein
Konto bei der Bank mit 366000 Mark anerkannt. Er gibt

Hanns Pellar als Porträtiſt

Hanns Pellar, deſſen glutenvolle Phantaſie ſeine
durch ſinnlich warmen Hauch lebendig gewordenen Bilder
in einen Rauſch von Farbentönen tauchte, iſt Porträtiſt
geworden. Wer ſeine köſtlichen ſtiliſierten Porträtſtudien
ſehen durfte, die hin und wieder in dem ſtimmungsvollen
Atelier umherſtanden und die dann in den großen Bild=
gruppen
frei nachgeſchafft und der jeweiligen Bildabſicht
eingeordnet, wieder auftauchten, dem war es längſ=
klar
, daß in dem Künſtler, der ſo meiſter=
haft
die unerlßlichen zeichneriſchen Grundlagen be
herrſcht, und der es hervorragend verſteht, alles,
Linie, Form und Farbe zu einen, ein beſonders ausge=
prägtes
Talent zur Bildnismalerei ſteckt. Nun liegen die
erſten Erzeugniſſe dieſes Zweiges ſeiner Kunſt vor und
beweiſen, daß die Vermutungen nicht täuſchten. Daß
Hanns Pellar auch vom Porträt ſeine eigene Auffaſſung
hat, daß er auch in dieſem ein eigenes zu geben mit
beſtem Erfolg beſtrebt iſt, bedarf kaum der Feſtſtellung.
Das ſoeben vollendete Porträt der Prinzeſſin Viktor
zu Erbach=Schönberg überraſcht in mehrfacher
Hinſicht auch den, der da glaubte, Pellars Kunſt zu kennen.
Es überraſcht zunächſt die ganz ungewohnte Schlichtheit
und Sachlichkeit und der Beſchauer läuft Gefahr. zu einem
vorſchnellen Urteil zu gelangen. bis beim näheren Be=
ſchauen
dann all die unendlich fein empfundenen
Schönheiten des Bildes und damit die Abſichten ſeines
Schöpfers offenbar werden. Vor einem ganz ſchlichten

hellen mattgrau getönten Hintergrund, der oben in ſchmä=
leren
und unten in breiteren dunkelgrauen Streifen über=
geht
, ſteht die Geſtalt der Dame ungezwungen und ohne
Poſe. Jedwedes Beiwerk. jede Aeußerlichkeit iſt ſtreng
vermieden und trotzdem feſſelt immer wieder die Bild=
wirkung
dieſes prächtigen Porträts. Und immer wieder
wird der Blick des Beſchauers auf dieſes feine ausdrucks=
volle
raſſige Geſicht mit dem faſt durchſichtigen Teint kon=
zentriert
, das ſo lebendig unter dem breitrandigen Samt=
hut
mit dem frei erfaßten roten Reiher heraus=
tritt
. Faſt plaſtiſch, trotz der unendlichen Weichheit und
Zartheit der Konturen, die übrigens glänzend gezeichnet
ſind. Und die fließende Weichheit der Linie beherrſcht das
ganze Bild. Sie leitet von dem in der Farbe ruhig ge=
haltenen
Gewand mit den reichen Ornamenten im Stoff
und von dem großen dunkeln Muff immer wieder über
zu dem beſtimmenden Moment des Porträts, dem Ge=
ſicht
. Das iſt erreicht durch die faſt raffinierte Un=
terſcheidung
der Malweiſe, der verſchiedenen ſtofflichen Be=
handlung
des Hintergrundes, des Mantels, des Hutes.
der Feder uſw. Keine der Techniken in dieſen Löſungen
des ſtofflichen Vorwurfs kehrt in dem Geſicht wieder.
Daher die Konzentration. Und trotzdem der ruhige, durch=
aus
abgetönte bildmäßig meiſterhaft erfaßte Geſamtaus=
druck
. Und trotz aller künſtleriſchen Freiheiten die fabel=
hafte
Aehnlichkeit des Porträts.
Mit den einfachſten Mitteln, die allerdings nur in der
Hand eines Meiſters ſolche Reſultate erzielen können, hat
der Künſtler ein Werk geſchaffen, vorbildlich als Porträt
M. St.
und von wunderbarer Schönheit als Bild.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Nummer 81.

zu, daß er von Ihrig verwarnt wurde, er dürfe nicht mehr
die Wechſelgeſchäfte machen. Ein Jahr habe er dann da=
mit
eingehalten und dann umſomehr Wechſel heraus=
gegeben
. Der Pallmann habe auch für ſeine Wechſel der
Kaſſe Proviſion angerechnet. Als ſeine Verfehlungen
ſchon bekannt waren, ließ er ſich noch von Beck 27000 Marl
geben, wovon er Wechſel einlöſte, darunter für 1200 Mark
private Wechſel. Im Jahre 1905 habe ſich Beck von ihm
1500 Mark geben laſſen, angeblich aus eigenen Mitteln.
Das Geld habe Beck zu Möbeln und zu Alimenten ge=
braucht
. Später habe ſich Beck noch 300 und 500 Mark
geben laſſen. Für die erſte Bilanz, die Beck aufſtellte, habe
er 1100 Mark zahlen müſſen, für die zweite, die ein junger
Mann machte, an Beck 500 Mark. Seit 1905 wurde von
den Reviſoren über die jammervolle Geſchäftsführung ge=
klagt
. Ob jemand dieſe Berichte geleſen habe, wiſſe er
nicht. Jedenfalls, meinte Adam, war irgendeine Aufſicht
nicht da. Bezeichnend für die Kontrolleurtätigkeit des
Perron iſt, daß dieſer die Aufſtellungen des Adam ohne
weiteres abſchrieb, ja, er gab ſich nicht einmal die Mühe,
die abgeſchriebenen Summen zu addieren, ſondern er
ſchrieb die Additionsſumme des Adam ebenfalls ab,
manchmal ſogar mit Fehlern. 1908 ſei ein
Brief von Ihrig gekommen, er und Roßmann
müßten fort. Er habe Ihrig, der bemerkte, e=
ſei
die Kaſſe vertragsmäßig verpflichtet, nur mit der Ge=
noſſenſchaftsbank
zu verkehren und es ſei ſtatutwidrig, ſich
durch Wechſel Kredit zu verſchaffen, geantwortet, es ſeien
lediglich Gefälligkeitswechſel für Pallmann, während P
die Sache umdrehte. Adam gibt dann zu, daß er Kredit
auf ſehr faule Hypotheken, ja Perſonalkredit bis zu
100000 Mark gegeben habe. Ende 1907 habe er dem An
geklagten Ihrig feſt verſprochen, keine Wechſel mehr zu
geben und die Anſtände zu beſeitigen. Von dieſem Zeit=
punkte
an habe er keine Wechſel mehr geſcheieben, aber
Pallmann habe noch Blankowechſel gehabt, die dieſer
wahrſcheinlich noch in den Verkehr gebracht habe. Ihrig
habe auch noch zwei Blankoakzepte von dem Pallmann
ſich geben laſſen, was er der Kaſſe mitteilte. Am 8. oder
9. Auguſt ſei er weggefahren, nachdem er ſich noch etwe
1500 Mark verſchafft habe. Daß Anzeige gegen ihn erſtattet
werden ſollte, habe er nicht gewußt. Er ſei nur durch=
gegangen
, weil die Kaſſe die Schuldanerkenntnis im Be=
ſitze
hatte und weil er wußte, daß die Sache zum Klappen
käme. Von Darmſtadt aus ſei er nach Zürich und von da
nach Amerika gefahren. Mitbeſtimmend für ſeine Flucht
war auch der Umſtand, daß ihm vom Kreisamt eine Friſt
von acht Tagen zur Ausgleichung des Mankos in der
Kirchenkaſſe gegeben war. Sein Vermögen vor Beginn
der Spekulationen ſchätzte Adam auf etwa 50000 Mark.
Dieſes Vermögen ſei durch ſeine Spekulationen verloren
gegangen. Große Ausgaben habe er perſönlich nicht ge=
macht
.
Gegen 1 Uhr wurde ſodann die Verhandlung auf
Dienstag halb 9 Uhr vertagt.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 7. April. Der Reichstag begann heute
mit der Beratung der
Wehr= und Deckungsvorlagen.
Präſident Dr. Kaempf eröffnet um 2¼ Uhr die
Sitzung mit einigen kurzen Mitteilungen. Sodann hielt
der Reichskanzler
folgende Rede: Meine Herren! Die Ihnen zur Annahme
unterbreitete Wehrvorlage fordert die Verſtärkung
unſerer Wehrmacht, welche nach dem einmütigen Urteil
unſerer militäriſchen Autoritäten notwendig iſt, um die
Zukunft Deutſchlands zu ſichern. Wir nutzen gegenwär=
tig
die Wehrkraft unſerer Bevölkerung nicht voll aus
Rund 280000 Rekruten ſtellen wir jährlich ein, aber die
militärtaugliche junge Mannſchaft Deutſchlands iſt ſo
ſtark, daß wir jährlich einige 60000 Mann mehr einſtellen
könnten. Trotz der Verſtärkungen, die wir periodiſch und
noch vor einem Jahre vorgenommen haben, hat die Ent=
wickelung
unſeres Heeres mit dem Wachstum der Bevöl=
kerung
nicht gleichen Schritt gehalten. Sollte uns jetzt ein
Krieg aufgenötigt werden, ſo können und werden wir ihn
ſchlagen in dem ſicheren Vertrauen auf die Tüchtigkeit und
Tapferkeit unſerer Armee. (Lebhafter Beifall.) Die Frage
iſt nur die: können wir uns weiterhin den Luxus geſtatten
auf Zehntauſende von ausgebildeten Soldaten zu ver
zichten, die wir haben könnten, die wir aber jetzt nicht ein=
ſtellen
? (Sehr richtig!) Niemand weiß, ob und wann uns
ein Krieg beſchieden ſein wird, aber ſoweit menſchliche
Vorausſicht reicht, wird kein europäiſcher Krieg entbren=
nen
, in den nicht auch wir verwickelt ſein werden. Dann
werden wir um unſere Exiſtenz zu kämpfen haben. Wer
will die Verantwortung dafür tragen, daß wir bei einem
Ringen auf Leben und Tod nicht ſo ſtark ſind, wie wir
ſtark ſein könnten? (Sehr richtig!) Dieſer Gedanke hat ſich
in den letztverfloſſenen Monaten wohl einem jeden mit
elementarer Gewalt aufgedrängt. Von Anfang des Bal=
kankrieges
an iſt es das Beſtreben aller Großmächte ge
weſen, den Krieg zu lokaliſieren. Keine Großmacht hat
an den territorialen Veränderungen auf dem Balkan Teil
haben wollen. Trotzdem hat lange Zeit eine Spannung
beſtanden, welche die beiden mit ihren Intereſſen am
nächſten beteiligten Großmächte Rußland und Oeſterreich=
Ungarn zu außergewöhnlichen militäriſchen Maßregeln
veranlaßte. Ich will nicht ſagen, daß in irgend einem
Augenblick der Krieg unmittelbar vor der Tür geſtanden
hat, aber es hat wiederholt des ganzen Verantwortlich=
keitsgefühls
der zunächſt intereſſierten Kabinette bedurft,
den beſtehenden Meinungsverſchiedenheiten und Inter=
eſſengegenſätzen
diejenige Schärfe zu nehmen, welche zu
einem gewaltſamen Ausbruch hätten führen können
Europa wird dem engliſchen Miniſter der auswärtigen
Angelegenheiten Dank wiſſen für die außergewöhnliche
Hingebung und den Geiſt der Verſöhnlichkeit, mit der er
die Londoner Botſchafterbeſprechungen geleitet und immer
wieder Gegenſätze zu vermitteln verſtanden hat. Deutſch=
land
nimmt an dieſem Dank um ſo williger Anteil, als
wir uns mit den Zielen der engliſchen Politik eins ge=
wußt
und treu zu unſeren Bundesgenoſſen ſtehend, in dem=
ſelben
Sinne gearbeitet haben. (Beifall.)
Sir Edward Grey hat unlängſt im engliſchen Unter=
hauſe
die bisherigen Ergebniſſe der Londoner Botſchafter=
beſprechungen
der Oeffentlichkeit bekannt gegeben. Dieſe
Darlegungen können als die Grundlage für die Behand
lung der orientaliſchen Angelegenheiten angeſehen wer=
den
, über die die Mächte ſich geeinigt haben. Es handelt
ſich jetzt darum, den Entſchließungen der Mächte unter
allen Umſtänden Geltung zu verſchaffen. Wir ſind ent=
ſchloſſen
, auf das energiſchſte hierbei mitzuwirken. ( Bei=
fall
.) Man hätte erwarten können, daß der Fall von
Adrianopel die Wiederherſtellung des Friedens auf dem
Balkan beſchleunigen würde. Das iſt leider nicht der
Fall geweſen. Die Türkei hat die ihr von den Mächten
unterbreiteten Vorſchläge für den Friedensſchluß akzep=

tiert, die Antwort der Balkanſtaaten iſt dagegen erſt vor=
geſtern
eingegangen. Sie unterliegt gegenwärtig der Be=
ſchlußfaſſung
der Geſamtheit der Großmächte. Ich ent=
halte
mich deshalb heute näherer Ausführungen. (Hört
Hört! rechts. Lachen links.) Hier und auch gegenüber
dem herausfordernden Widerſtreben Montenegros kommt
es vor allen Dingen darauf an, daß das bisherige Zuſam=
menarbeiten
der Großmächte auch weiter ſtandhält. An
der Flottendemonſtration beteiligen ſich ſämtliche Groß=
mächte
, außer Rußland, das aber die Aktion an ſich ſank
tioniert hat. Die Londoner Beſchlüſſe müſſen ſchleunigſt
und mit allem Nachdruck durchgeführt werden, dann wer=
den
auch die bisher noch ungelöſten Fragen eine friedliche
Löſung finden. Aber, meine Heeren, die Behutſamkei
und Vorſicht, mit der die Londoner Verhandlungen ge=
führt
wurden, und die Haltung, welche die Großmächte
gegenüber den kriegführenden Parteien und dieſe gegen=
über
den Großmächten einnehmen, zeigen doch ſehr ein=
dringlich
, wie nahe und empfindlich die Vorgänge au
dem Balkan das Verhältnis unter den Großmächten nicht
nur berühren, ſondern auch verhängnisvoll ſtören können.
Bis jetzt iſt es vor allem die Abgrenzung von Albanien
geweſen, welche Intereſſengegenſätze unter einem Teil der
Großmächte hervortreten ließ
Für die Zukunft iſt entſcheidend, daß an die Stelle
der europäiſchen Türkei mit ihrem paſſiv gewordenen
ſtaatlichen Leben Staaten getreten ſind, welche eine ganz
außergewöhnliche aktive Lebenskraft dokumentieren. Wir
alle haben ein dringendes Intereſſe daran, daß ſich dieſe
Kraft in der Friedensarbeit ebenſo bewährt, wie ſie es
im Kriege getan hat, und daß die Balkanländer einer
Epoche neuen Aufblühens entgegengehen: In engem
wirtſchaftlichen und kulturellen Zuſammenhang mit ihren
Nachbarn und der Geſamtheit der europäiſchen Staaten,
dann werden auch ſie ein Faktor des Fortſchritts und des
europäiſchen Friedens ſein. Trotzdem bleibt eins un
zweifelhaft: Sollte es einmal zu einer europäiſchen Kon=
frontation
kommen, die Slawen und Germanen einander
gegenüberſtellt, ſo bedeutet es für die Germanen einen
Nachteil, daß die Stelle im Syſtem der Gegengewichte
welche bisher von der europäiſchen Türkei eingenommen
wurde, jetzt zum Teil von ſüdſlawiſchen Staaten beſetzt
ſind. Dieſe Verſchiebung der militärpolitiſchen Situation
auf dem Feſtlande hat ſich ſeit längerer Zeit vorbereitet.
Jetzt, wo ſie in einem unerwartet großen Umfange ein=
getreten
iſt, würden wir gewiſſenlos handeln, wenn wir
nicht die Konſequenzen daraus ziehen wollten. Ich ſage
das nicht, meine Herren, weil ich einen Zuſammenſtoß
zwiſchen dem Slawen= und dem Germanentum für un
ausweichlich halte. Manche Publiziſten verfechten das
Gegenteil; das iſt ein gefährliches Unternehmen. Solche
Theſen wirken als in die Ohren klingende Schlagworte
ſuggeſtiv und düngen den Boden, auf dem mißleitete
Volksleidenſchaften in die Halme ſchießen. (Sehr richtig!)
Mit der Regierung Rußlands, unſeres großen ſlawi=
ſchen
Nachbarreiches, ſtehen wir in freundſchaftlichſter Be=
ziehung
(Beifall.) Seit ich im Amte bin, habe ich es als
meine Aufgabe angeſehen, vertrauensvolle und freund=
ſchaftliche
Beziehungen zu dem ruſſiſchen Kabinett zu
unterhalten. (Beifall.) Dieſes Beſtreben wird weſentlich
erleichtert durch die Direktiven, die Se. Maj. Zar Niko=
laus
der ruſſiſchen Politik vorzeichnet. Wir müſſen den
deutſchen Handel mit Rußland erweitern, denn wir er=
leben
dort eine Wiedergeburt, wie wir ſie außer Deutſch=
land
noch nicht geſehen haben. Es iſt aber nicht der Ge=
danke
zu befürchten, daß wir uns gegenſeitig ins Gehege
kommen. Die Tatſache allein, daß wir unſer Heer ver=
mehren
, kann nicht zu einem Kriege führen, wir wenig=
ſtens
werden ihn nicht entfachen. Auch nicht die gegen=
wärtigen
ruſſiſchen Machthaber. Ich wenigſtens glaube
es nicht, aber auch den Miniſtern anderer Staaten iſt es
bekannt, daß es in Rußland umfangreiche panſlawiſtiſche
Strömungen gibt, über die ſchon Bismarck geſprochen hat.
Neue Nahrung iſt dieſen Strömungen durch den Balkan=
krieg
zugeführt worden, und dieſe Strömungen haben
auch dazu beigetragen, daß eine langanhaltende Span
nung zwiſchen Oeſterreich und Rußland beſtanden hat. Ich
brauche das Erreichte nicht näher auseinanderzuſetzen, ich
brauche auf die ganzen Aeußerungen, die in der öſterrei=
chiſchen
und ruſſiſchen Preſſe aus dieſem Anlaß gemacht
worden ſind, nicht einzugehen, weil dies allgemein be=
kannt
ſein dürfte. Dieſe langwierige politiſche Fehde
ſpiegelt im Grunde eine einzige Frage wieder, und das iſt
das Balkanproblem, das alle Differenzen zwiſchen Oeſter=
reich
und Rußland hatte entſtehen laſſen. Als treue Ver=
bündete
Oeſterreich=Ungarns ſuchten wir zu mildern, ſo=
weit
es uns möglich war. Wir konnten natürlich den
Kopf nicht in den Sand ſtecken, und daß wir unſere Bun
destreue auch über die diplomatiſchen Vermittelungen
hinaus bewahrt hätten, brauche ich wohl nicht zu betonen.
Durch die Vorgänge auf dem Balkan iſt eine Belebung
der Raſſeninſtinkte eingetreten und eine erhebliche Ver=
ſchiebung
der geſamten militärpolitiſchen Situation. Bei
der erhöhten Bedeutung dieſer Frage haben wir dieſen
Umſchwung in Zukunft unbedingt mit in Rechnung zu
ſtellen.
Die deutſchen Beziehungen zu der franzöſiſchen Re=
gierung
ſind ſo gute wie bisher. Bismarck hat in ſeiner
großen Rede am 11. Januar 1887 das Verhältnis Deutſch=
lands
zu Frankreich eingehend geſchildert und, wie der
Verlauf gezeigt und die Geſchichte ſich entwickelt hat, den
Charakter der Franzoſen treffend charakteriſiert. Bis=
marck
ſagte damals: Daß die Franzoſen mit uns Frieden
halten wollen, iſt ſicher, wenn wir ſie nicht angreifen
Daran iſt nicht das geringſte geändert worden, wie die
40 Jahre Frieden beweiſen. Wir haben in dieſer Zeit den
Beweis dafür gegeben, daß wir mit Frankreich ſchiedlich=
friedlich
zu leben wünſchen. Treffende Worte zur Illu
ſtration der Lage brauchte Bismarck damals, als die von
Chauviniſten gedrängte Regierung ans Ruder kam: Die
Franzoſen werden uns angreifen, wenn ſie aus oberfläch=
lichen
Erwägungen heraus Grund haben glauben zu dür=
fen
, daß ſie uns überlegen ſeien, ja wenn ſie uns nicht
überlegen zu ſein glauben, aber durch Bündniſſe geſtärk
ſind, wird der Fall eintreten. Was uns die Zukunft zu
bringen vermag, weiß niemand. Durch den Chauvinis=
mus
, der die Kabinette treibt, und die Mächtekonſtellation
ſind die Ausſichten für den Frieden nicht geſtiegen, ſon=
dern
geſunken. Welche Dimenſionen heute ein Völker=
krieg
in der Zerſtörung von Völkern und Ländern
annehmen würde, davon kann ſich kein Menſch eine Vor=
ſtellung
machen. So viel ſteht feſt, daß gegen den Krieg
der Zukunft die vorhergegangenen ein Kinderſpiel ſind
ſo daß ſich wohl keine verantwortlich geſinnte Regierung
die Lunte an das Pulverfaß legen wird. Die Einigung=
unter
den einzelnen Parteien hat abgenommen, zugenom
men hat der Wert der öffentlichen Meinung. Und inner=
halb
der öffentlichen Meinung ſtehen diejenigen am wei=
teſten
voran, die ſich am lauteſten gebärden. Das ſind be=
ſonders
die demokratiſchen Staaten; da herrſchen nich
mehr Majoritäten, ſondern Minoritäten. Die franzöſiſche
Nation, ſo kriegstüchtig und tapfer, ſo ſtolz auf Ruhm und
Ehre des Vaterlandes und ſo opferwillig, wie es ſein
mag, ich glaube nicht, daß ſie in ihrer Geſamtheit zum

Kriege drängt. Aber für weite Kreiſe der Nation iſt es
wie eine Bezauberung, wenn die Chauviniſten gegen
Deutſchland hetzen, dann muß alles glauben, daß die fran=
zöſiſche
Armee der deutſchen, wenn auch nicht überlegen,
ſo doch zum mindeſten gewachſen ſei. Dabei ſpielt noch
eine große Rolle die Hoffnung auf die Freundſchaft Eng=
lands
; das iſt eine Gefährdung des Friedens und eine
Stärkung des franzöſiſchen Nationalempfindens. Alle
Kundgebungen des Chauvinismus zeigen die deutlich
gegen Deutſchland gerichtete Spitze, zu hetzen um jeden
Preis. Die franzöſiſche Armee iſt gut nach dem militäri=
ſchen
Urteil von Sachverſtändigen. Es iſt das Beſtreben
vieler Parteien in Frankreich, mit Deutſchland Frieden zu
halten, aber es gibt jenſeits der Vogeſen eine chauvini=
chiſche
Literatur, die, wenn ſie mit berechtigtem Stolz
von der Armee ſpricht, dies nur tut, um die Unterlegen=
heit
der deutſchen in günſtiger Weiſe darzutun. Man
pocht auf die überlegene franzöſiſche Artillerie, auf die
vortreffliche Infanterie, die Fliegertruppen, die im Frie=
den
beſſere Ausbildung der Soldaten, nur um unſere
Armee als unbedeutend hinzuſtellen. Ruſſiſcher Pan=
ſlawismus
und franzöſiſcher Chauvinismus verpeſten die
Friedensatmoſphäre. Stolz ſieht man in den türkiſchen
Niederlagen Niederlagen der deutſchen Konſtrukteure und
der deutſchen Geſchütze und in den Siegen der Balkan=
völker
die Ueberlegenheit franzöſiſcher Geſchütze und fran=
zöſiſcher
Inſtrukteure zur Evidenz nachgewieſen. Es
wurde bereits der Anſchluß der drei Balkanſtaaten an die
Tripelallianz voraus eskamotiert und mit einem Seiten=
blick
auf Elſaß=Lothringen über die Zukunft Deutſchlands
diskutiert. Es ſind dies zwar viel Illuſionen dabei, aber
wie man weiß, hat ja Frankreich ſchon einen Krieg wegen
Illuſionen begonnen. Als Bismarck 1887 das Septennat
forderte, begründete er dies weſentlich mit den Beziehun=
gen
zu den Nachbarnationen. Damals beſtand noch kein
Drei= oder ZZweibund und keine Tripel=Entente. Wir
können den Einfluß des Balkankrieges auf die Mächte be=
trachten
. Wir ſind ſeit jener Zeit bereit. Wir ſchätzen
den Frieden zu hoch, um den Krieg zu wünſchen, aber
wir halten auch am Dreibund feſt und ſind mit den ver=
bündeten
Mächten bereit, zu kämpfen, wenn es ſein muß.
Wir ſind die am weiteſten nach Norden vorgeſchobene
Macht des Dreibundes und von Weſten und Oſten einge=
keilt
, darauf angewieſen, weil wir unter Umſtänden ge=
zwungen
ſind, uns nach zwei Seiten zu wehren, auf der
Hut zu ſein. Der Herr Kriegsminiſter wird in der Kom=
miſſion
detaillierte Mitteilungen machen über die mili=
täriſchen
und ſtrategiſchen Maßnahmen unſerer Nachbar=
länder
. Das ſoll Ihnen beweiſen, daß unſerer Vorlagt
ſtichhaltige Gründe zugrunde liegen. (Lebhafter Beifall.
Ihr Beifall beweiſt mir, daß ich recht habe. Ich muß auch
an dieſer Stelle den Vorwurf zurückweiſen, daß wir ein
Wettrüſten veranſtalten. Ich bitte, von dieſer
Vorſtellung abzulaſſen. Mit unſerem ruſſiſchen Nach=
barn
können wir überhaupt nicht um die Wette
rüſten.
Der ruſſiſche Zar wird immer mehr
Soldaten zur Verfügung haben als wir. Und in einem
Kriege kommt es nicht auf die Zahl der Bataillone an,
ſondern auf den guten Geiſt der Nation, der ſich im Krieg
und im Frieden in unſerem Heer verkörpert. Wäre aber
mit Zahlen etwas bewieſen, ſo genügte der Hinweis, daß
unſere Nachbarn bedeutend größere Anſtrengungen ge=
macht
haben und noch machen, als dies bei uns der Fall
iſt. Rußlands politiſche Entwickelung und ökonomiſches
Wachstum gibt dem ruſſiſchen Reiche unerſchöpfliche Men=
gen
an Material und Kapital zur Ausbildung des Heeres,
und Hand in Hand mit der allgemeinen Entwickelung
geht eine ungeahnte Reorganiſation der Armee; Frank
reich macht alle Anſtrengungen, um ſein Heer auf der Höhe
zu halten, ſchon ſeit Jahren ſtellt es den letzten Mann ein.
Dazu will die franzöſiſche Regierung, um die Kriegs=
bereitſchaft
weiter zu pflegen, auf die Ausübung der drei=
jährigen
Dienſtzeit zurückgreifen. Das zeigt, daß man
gewillt iſt, nichts zu verſäumen. Von der allgemeinen
Wehrpflicht iſt ſeit einer Reihe von Jahren bei uns nicht
mehr die Rede geweſen. Wir machen Ihnen die Vorlage,
nicht weil wir Krieg, ſondern weil wir Frieden wollen
und weil wir, wenn ein Krieg kommen ſollte, die Sieger
bleiben wollen. Die große Mehrheit des Volkes erkennt
die große Bedeutung der Vorlage an und will, davon bin
ich feſt überzeugt, daß ſie Geſetz wird. Wir werden auch
dann, wenn ſie Geſetz geworden ſein wird ſo wenig
Störenfried der Welt ſein, wie wir es bis jetzt geweſen
ſind. Die Zeit vor 1870 waren negative Beweiſe, ſeit 1870
haben wir auch die poſitiven Beweiſe gezeig=
Von engliſchen Miniſterbänken iſt es in letzter Zeit
wiederholt betont worden, daß die Verhältniſſe zwiſchen
den einzelnen Nationen in der letzten Zeit auf dem aller
ernſteſten Punkt ſtanden, weil eine Mächtegruppierung
gegen die andere ſtand. Auch wurde betont, daß Eng=
land
beſtrebt war, dieſe Situation zu mildern. Ferner
wurde uns wiederholt Freundſchaft angetragen.
Ich
freue mich herzlich darüber, daß die Beziehungen zu Eng=
land
ſich gebeſſert haben. Aber wir wollen auch nicht
ſentimental ſein. Im politiſchen Geſchäftsleben iſt es wie
im bürgerlichen Geſchäftsleben. Beim Abſchluß von poli=
tiſchen
Geſchäften haben ebenfalls nur die Beſten und
Stärkſten den Vorteil, denn ſie zwingen den Schwachen.
Der Schwächling kommt ſtets unter die Räder. Ich habe
zu betonen, unſere Beziehungen zur ruſſiſchen und fran=
zöſiſchen
Regierung ſind gut. Mit England ſind wir in
freundſchaftlicher Arbeitsgemeinſchaft verbunden. Miſter
Churchill hat in ſeiner großen Rede auch die Frage der
Flotte berührt und ſeinen Gedanken wiederholt, den er
ſchon vor einem Jahre im Parlament ausgeſprochen hat,
daß zur Verminderung der Rüſtungen und zur Entlaſtung
der Schiffswerften die großen Mächte im Schiffbau ein
Jahr lang Feiertag machen müßten. Miſter Churchill hat
ſeine Anregung ſpeziell an uns Deutſche gerichtet, in den
Jahren 1914 oder 1915 keine Schiffe zu bauen. Aber er
hat auch gleichzeitig anerkannt, daß alle Großmächte ſich
an dieſer Abmachung beteiligen müßten. Mehrere Sach=
verſtändige
diesſeits und jenſeits der Nordſee fanden auch
beſondere Schwierigkeiten bei der eventuellen Ausführung
des Problems. Auch Miſter Churchill hat zugegeben, daß
ſeine Anregung Schwierigkeiten in ſich ſchließe. Auch iſt
mir nicht bekannt, daß Churchill in der öffentlichen Mein
ung Englands ungeteilte Zuſtimmung gefunden hat. Wir
werden abwarten müſſen, bis die engliſche Regierung mit
konkreten Vorſchlägen an uns herantritt. Wir fühlen uns
geehrt, daß dieſe Worte von engliſcher Seite ausgeſprochen
worden ſind. Das bedeutet doch einen großen Fortſchritt.
Es gab eine Zeit, wo jedes Wort eines Vergleiches zwi=
ſchen
der engliſchen und deutſchen Marine, zwiſchen deut=
ſchem
und engliſchem Schiffsbau Anlaß gab zu ſelbſtbe=
wußten
Reden. Freundlich berühren die Worte Chur=
chills
zum Schluſſe ſeiner Rede, daß die Beziehungen zu
Deutſchland durchaus herzlich ſind.
Ich habe, wie Sie ſehen, weder zu weiß, noch zu
ſchwarz gemalt. Wir allein, meine Herren, können über
unſere Zukunft entſcheiden, ob wir frohen Mutes allem
entgegenſehen wollen oder nicht. Darüber erwartet die
Nation Ihren Entſchluß. Die Wehrfähigkeit des Heeres
iſt letzten Endes der Prüfſtein für die moraliſche und

[ ][  ][ ]

Nummer 81.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Seite 7.

phyſiſche Kraft eines Volkes. Geben Sie dem deutſchen
Volke die allgemeine Wehrpflicht wieder und damit dem
Reiche den nötigen Schutz. Sie dürfen vor der hohen
Forderung nicht zurückſchrecken, die die Vorlage enthält
Wir ſprechen von ſchweren Opfern, ungeheuren Laſten
für die notwendige Verſtärkung unſeres Heeres, als ob
dies unſeren finanziellen Ruin oder eine Kriſis heraufbrin=
gen
würde. (Sehr richtig! bei den Soz.) Sie, meine
Herren, wenn Sie ſehr richtig rufen, haben keine Ahnung,
was unſere Nachbarn für Heer und Marine ausgeben
Wir haben trotz der wachſenden Heere den Burenkrieg,
den Balkankrieg von 1876 und den jetzigen gehabt, ohne
daß eine Gefährdung des europäiſchen Friedens eintrat.
Die immenſen Koſten, die wir in Deutſchland für unſere
Rüſtung ausgegeben haben, die niemand geſchadet und
allen genützt hat, haben Raum gelaſſen für eine ungeahnte
wirtſchaftliche Entwickelung, ſo daß Deutſchland ſo ſtark
iſt, wie noch nie. Unter dieſer Rüſtung ſtehen Handel,
Induſtrie und Gewerbe ſo günſtig da, daß die Kulturent=
wickelung
des geſamten Volkes und die Lebenshaltung
des Einzelnen einen immer höheren Aufſtieg genommen
haben. Die ganze Geſchichte zeigt uns kein Volk, das
zu Grunde gegangen wäre, weil es ſich durch ſeine Wehr=
haftmachung
erſchöpft habe, aber Völker ſind verkommen,
weil ſie ihre geiſtige und körperliche Wehrhaftmachung
verabſäumten. (Lebhafter Beifall.) Ein Volk, das nicht
mehr zur Opferwilligkeit geneigt iſt, um gerüſtet zu ſein,
weil es findet, daß die Rüſtung zu ſchwer iſt, hat ohne
Zweifel ſeine Rolle ausgeſpielt. Ich bitte Sie, meine
Herren, über alle Schwierigkeiten hinwegzuſehen und ſich von
den Gedanken leiten zu laſſen, wenn uns jemand Haus
und Hof bedroht, dann ſtehen wir bereit, bis zum Aeußerſten
zu gehen. (Beifall, Ziſchen bei den Soz., wiederholte leb=
hafte
Kundgebungen ſeitens der größten Mehrheit des
Hauſes.
Kriegsminiſter von Heeringen:
Unter den heutigen Verhältniſſen iſt das Friedens=
präſenzgeſetz
von 1912 nicht mehr ausreichend und eine
Verſtärkung unſerer Wehrmacht dringend nötig, um für
den Fall eines Krieges genügend gerüſtet zu ſein. Auf
Einzelheiten kann ich hier nicht eingehen. Ein großer
Teil der wehrfähigen Jugend wird heute nicht zum Dienſte
herangezogen und wir ſtehen vor der Tatſache, daß wir
im Falle eines Krieges auf die älteren Jahrgänge zurück=
greifen
müſſen, während geſunde junge Leute zu Hauſe
bleiben. Dieſe Einrichtung iſt unrichtig und die Vorlage
bringt hier eine entſprechende Aenderung. Die Vorlage
bezweckt nicht die Schaffung neuer Verbände, ſondern ſie
ſoll die Erweiterung und die Anpaſſung an die heutigen
Verhältniſſe bringen. Dies iſt dringend nötig, beſonders
bei den Verkehrstruppen, Eiſenbahn=, Telegraphen= und
Luftſchiffer=Abteilungen. Die Luftfahrzeuge zählen be=
reits
heute als eine brauchbare Kriegswaffe. Das Vor=
wärtsſchreiten
unſerer Ausbildung und die Erhöhung
unſerer Friedenspräſenz begünſtigen die Ausbildung der
Truppen im Frieden. Die einmal gemachte Verſtärkung
unſerer Rüſtungen dient vor allem zur Erhöhung der
Schlagfertigkeit. Dadurch wird auch die Vermehrung der
Offiziere und Unteroffiziere nötig. Deshalb fordern wir
die Errichtung von neuen Kriegsſchulen und Kadetten=
häuſern
und Unteroffiziersvorſchulen. Der vorgelegte
Entwurf iſt in einer Zeit ernſter Beunruhigung entſtan=
den
, er ſichert den ſoliden Ausbau der Armee nach allen
Richtungen. Wer vorurteilsfrei an die Prüfung heran=
tritt
, wird finden daß nichts Ueberflüſſiges gefordert wird.
Wenn Sie, meine Herren, die Vorlage bewilligen, dann
können wir der Entwickelung der Dinge ruhig entgegen=
ſehen
. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Haaſe=Königsberg (Soz.): Die vorliegende
Forderung überſteigt alles, was jemals für das Heer von
uns gefordert worden iſt. Es waren nichts als allgemeine
Redewendungen, die der Reichskanzler hier vorgebracht
hat. Er iſt über die Strömungen in den Nachbarländern
ohne weiteres hinweggegangen. Ein Krieg mit England
iſt ſelbſtverſtändlich ausgeſchloſſen. Ueber den Vorſchlag,
den Rüſtungen Einhalt zu tun, hat er nichts zu ſagen ge=
wußt
, ſtatt deſſen kommt dieſe maßloſe Vorlage. Die Aus=
führungen
des Herrn Reichskanzlers machten den Eindruck,
als ob auf dem Balkan die germaniſchen Mächte nieder=
gerungen
worden wären. Die große Mehrheit des deut=
ſchen
Volkes läßt es vollſtändig kalt ob Oeſterreich= Un=
garn
ſeine Machtgelüſte befriedigen kann, und wir ſind
nicht bereit, uns deswegen in einen Krieg zu ſtürzen.
Frankreich wäre niemals mit der Einführung der drei=
jährigen
Dienſtzeit hervorgetreten, wenn wir nicht mit der
Vorlage beglückt worden wären. Durch dieſe Vorlage iſt
eine Ernüchterung in allen Parteien Elſaß=Lothringens
hervorgetreten. Die chevalereske Art der Erledigung des
Unfalles des Z. 4 in Frankreich ſollte den Franzoſen
auch Sympathien bei uns gewonnen haben. Der Vor=
ſchlag
der Franzoſen, ſich in der neutralen Schweiz über
die Lage auszuſprechen, ſollte ohne weiteres angenommen
werden. Der Herr Reichskanzler hat vergeſſen, daß neben
der panſlawiſtiſchen Politik in Rußland eine mächtige ſo=
zialdemokratiſche
Bewegung exiſtiert, die das Volk von
Kämpfen freimachen will und es zu einer höheren Kultur=
ſtufe
, zu wahrer Freiheit der Menſchenwürde emporheben
will. Die deutſche Dienſtzeit von 2 oder 3 Jahren iſt viel
zu lang, das beweiſt am beſten die Inſtitution der Ein=
jährig
=Freiwilligen. Das hat 1908 ſchon der Zentrums
general Häusler ausgeführt, und daraufhin iſt gegen ihn
von der preußiſchen Regierung der ſchärfſte Terrorismus
ausgeübt worden. (Vizepräſident Dove rügt dieſen
Ausdruck.) Die Miliz wird und muß doch kommen. Die
Begeiſterung kann nicht mehr die Tatſache verleugnen,
daß wir mit den Rüſtungskoſten noch ſo weit kommen,
daß ſie nicht mehr beigebracht werden können. Daß die
Regierung wieder drauf und dran iſt, die kleinen Einkom=
men
und Vermögen zu belaſten, darauf deutet die Bei=
behaltung
der bisherigen, anſtatt der ſchon lange verſpro=
chenen
ermäßigten Zuckerſteuer hin.
Abg. Spahn (Ztr.): Die Entwickelung unſeres Hee=
resbudgets
hat gezeigt, daß trotz 42jähriger Friedenszeit
die Heereslaſten immer größer geworden ſind, als es wün=
ſchenswert
geweſen wäre. Es wäre angebracht geweſen,
wenn der Herr Kriegsminiſter etwas näher auf die Vor=
lage
eingegangen wäre, das dürfte wohl in der Kommiſ=
ion
nachzuholen ſein. Der Herr Reichskanzler hat uns
die Beziehungen zu den Mächten geſchildert und die Lage
als unſicher bezeichnet, wie dies ebenfalls Sir Edward

Grey getan hat. Ich betone, daß Zwiſchenfälle vorkom=
men
können, die alle Berechnungen über den Haufen wer=
fen
. (Zuruf bei den Soz.: Das war ſchon immer ſo!) Das
iſt nicht zu beſtreiten, aber trotzdem kann es mit in die
Berechnung einbezogen werden. Wir können unſerem
Heer nicht die Verhältniſſe eines anderen Staates zu
Grunde legen, die Machtverhältniſſe haben ſich eben ver=
ändert
. Verſtärkungen der Rüſtung muß der Leiſtungs=
fähigkeit
entſprechen und bei erwieſener Notwendigkeit mit
Luſt getragen werden. Ein verlorener Krieg würde noch
mehr Laſten verurſachen. Es iſt zwar nicht zu leugnen,
daß der größte Teil der Koſten dem Wirtſchaftsleben ent=
zogen
wird, ebenſo die Arbeiter, die durch Ausländer er=
ſetzt
werden müſſen. Auch wird zweifellos der Zinsfuß
ſteigen. Aber das darf uns nicht abhalten, die Vorlage
unvoreingenommen zu prüfen. Die Wehrpflicht iſt auf
Prozent feſtgelegt. Anfangs blieb die Zahl zurück, dann
wurde ſie eine Zeitlang eingehalten, um in den letzten
Jahren ziemlich erheblich zu ſinken. Die Vorlage über=
ſchreitet
dieſes eine Prozent. Wir ſind nicht zweifelnden
Sinnes, die Armee hat uns 40 Jahre lang den Frieden
gewahrt. Wir wollen ſie deshalb ſtärken, damit ſie allen
Eventualitäten bereit entgegentreten kann
Abg. v Liebert (Reichspt.): Es heißt eine ernſte
Großtat, die Lücke in unſerem Heerweſen zu ſchließen.
Aber was das wichtigſte iſt, daß genau nach 100 Jahren
die allgemeine Wehrpflicht wieder zur Geltung kommen
ſoll. Wären wir vor anderthalb Jahren ſo gerüſtet ge=
weſen
, dann wären wir bei dem Marokkohandel beſſer
weggekommen. Es iſt bezeichnend, daß der Elſaß= Loth=
ringer
de Wendel einen Vortrag mit einer Verherrlich=
ung
Napoleons, des größten Blutſaugers und Unter=
druckers
, halten konnte. Die Soldaten werden nicht in
dumpfen Kaſernen eingeſperrt, ſondern ſie kommen viel in
die freie Luft; freilich werden die Soldaten nicht alle So=
zialdemokraten
. Durch die vorliegende Vorlage werden
langjährige Wünſche der Heeresverwaltung auf Vervoll=
ſtändigung
der Formationen erfüllt. Abſtriche laſſen ſich da
nicht machen. Wie der Balkankrieg zeigt, iſt es Tatſache,
daß es ſich um einen Kampf zwiſchen Slawentum und
Germanentum um die Vorherrſchaft in Europa handelt.
Stärken wir deshalb unſere Wehrmacht.
Abg. Behrends (Wirtſch. Vgg.): Wir haben ſchon
früher unſere Zuſtimmung zur Vermehrung unſeres Heeres
gegeben. Auf dieſem Standpunkt ſtehen wir auch heute
noch. Eine ſtarke Rüſtung bringt zwar viele Koſten mit
ſich, aber ein Krieg noch viel mehr. Wir hoffen, daß ſich
die Opferwilligkeit des deutſchen Volkes bei der Notwen=
digkeit
dieſer Verſtärkung wieder glänzend beweiſt.
Wir ſtimmen der Vorlage zu.
Darauf wird die Weiterberatung auf Dienstag,
pünktlich 1 Uhr, vertagt. Schluß nach ½7 Uhr.

Luftfahrt.

* Paris, 7. April. Der Excelſior meldet: Als die
Nachricht von der Landung des deutſchen Luft=
ſchiffes
in Lunéville in London eintraf, reiſten ſo=
fort
mehrere engliſche Sachverſtändige nach
Lunéville ab wo ihnen die franzöſiſchen Behörden bereit=
willigſt
geſtatteten, das Luftſchiff zu ſtudieren. (!)
Die Engländer erklärten, daß ſie nichts wahrgenommen
hätten, was ihnen nicht ſchon längſt bekannt geweſen ſei.

Der Balkankrieg.

Zur Lage.
Die Berliner Börſe hat die Antwort des
Balkanbundes auf die Friedensbedingun=
gen
der Mächte ungünſtig beurteilt: Dieſe Auffaſſung
kann nicht überraſchen, da die Vorbehalte, unter denen der
Balkanbund die von den Mächten vorgeſchlagenen Bedin=
gungen
annimmt, auf ihre Ablehnung hinauslaufen. Das
gilt allerdings für den wichtigen Punkt der bulgariſch=
türkiſchen
Grenze inſofern nicht, als zuverläſſig be=
kannt
geworden iſt, daß die Mächte in dieſer Beziehung
noch zu einem unbedeutenden Zugeſtändnis bereit ſind.
Aber die Abtretung der Aegäiſchen Inſeln an den
Balkanbund können die Mächte nicht bewilligen, wofern
ſie nicht ihren Standpunkt, die Türkei als lebensfähige
aſiatiſche Macht zu erhalten, von Grund aus ändern wol=
len
. Ebenſowenig können die Mächte die Einſtellung
der Kriegsoperationen von der Annahme der
Bedingungen des Balkanbundes abhängig machen; denn
im gegenwärtigen Augenblick bedeutet dieſe Forderung
eine klare Unterſtützung des Strebens Montenegros nach
Skutari. Was der Balkanbund in bezug auf ſeine Kennt=
nisnahme
von den künftigen Grenzen Albaniens und
im Punkte der prinzipiellen Zubilligung einer Kriegs=
koſtenentſchädigung
verlangt, iſt dehnbar genug,
um kein ernſtliches Hindernis des Beginns der Friedens=
verhandlungen
zu ſein. Von den eingangs erörterten zwei
Forderungen aber läßt ſich nicht das Gleiche ſagen. Da=
her
erſcheint der Beginn der Friedensverhandlungen noch
immer nicht ſo nahe zu ſein, wie man es gewünſcht und
gehofft hat.
Die Stimmung gegen Montenegro iſt durch das über=
mütige
und herausfordernde Auftreten des Königs Nikita,
das neben der komiſchen auch eine ſehr ernſte Seite hat,
verſchärft worden.
Die Flottenkundgebung gegen Montenegro.
* Cetinje, 6. April. (Aus amtlicher montenegri=
niſcher
Quelle.) Der Miniſterpräſident antwortete
heute früh dem engliſchen Admiral, er bedauere tief, die
internationale Flotte in den Gewäſſern
Montenegros zu dem Zwecke verſammelt zu ſehen,
eine Preſſion auf Montenegro auszuüben, damit es dem
Verlangen der Großmächte bezüglich der Belagerung
Skutaris in der Einſtellung der Feindſeligkeiten ſei=
tens
Montenegros im Territorium des zukünftigen Alba=
nien
nachkomme. Montenegro brachte ſeinen Standpunkt
bereits in der an die Vertreter der Mächte gerichteten Mät=
teilung
vom 2. April zum Ausdruck. Infolgedeſſen wie=
derhole
er dieſen dem Admiral gegenüber und füge hinzu,
daß trotz der Preſſion, die die Anweſenheit der
Flotte in ſich ſchließe, Montenegro von ſeiner den Erfor=
derniſſen
des zwiſchen den Verbündeten und der Türkei be=
ſtehenden
Kriegszuſtandes, wie auch des ſeitens der Mächte
bei dem Ausbruch der Feindſeligkeiten proklamierten
Neutralitätsprinzips entſprechenden Haltung nicht ab=

gehen könne. Dieſes Prinzip ſei durch die Anweſen=
heit
der internationalen Flotte in den Gewäſſern Mon=
tenegros
zum Nachteil Montenegros verletzt worden.
* Kiel, 7. April. Die kleinen Kreuzer Straß=
burg
und Dresden haben Befehl erhalten, ſich
nach dem Mittelmeer zu begeben. Sie haben
geſtern abend die Ausreiſe um 10 Uhr 30 Minuten durch
den Kaiſer=Wilhelm=Kanal angetreten.
Slawenfreundliche Kundgebungen in Petersburg.
* Petersburg, 6 April. Auf Initiative der
Vereinigung der ſlawiſchen Geſellſchaf=
ten
wurden heute großartige Kundgebungen
zugunſten der ſlawiſchen Sache in der Haupt=
ſtadt
veranſtaltet. Vom frühen Morgen bis zum Abend
wimmelten die Hauptverkehrsſtraßen von Menſchen. Ge=
gen
2 Uhr begann in der Kaſan=Kathedrale eine Meſſe für
die Seelen der im Balkankrieg Gefallenen, der viele Mili=
tärperſonen
, Studenten, Mitglieder der Duma, des Reichßs=
rats
und die Mitglieder der ſlawiſchen Geſellſchaften bei=
wohnten
. Nach der Meſſe wurde ein öffentliches Gebet
für den Erfolg der Waffen der Verbündeten verleſen. Der
Platz vor der Kathedrale war dicht gefüllt mit Menſchen.
Um 3 Uhr nachmittags begab ſich die Menge, die auf
mehrere tauſend Perſonen angeſchwollen war, in die Auf=
erſtehungskirche
am Katherinen=Kanal, wo in dieſem
Augenblick ein Gottesdienſt ſtattfand. Fahnen mit den
Nationalfarben und ungeheure Plakate mit Inſchriften:
Skutari für Montenegro! und: Das Kreuz auf die
Hagia Sophia! wurden in der Menge getragen. Der Zug
wurde eröffnet durch eine Deputation der ſlawiſchen Ge=
ſellſchaften
, die ein Kranz für das Grab Alexanders III.
trug mit der Inſchrift: Dem Kaiſer Alexander, welcher
erkannte, daß Montenegro der einzige Freund
Rußlands iſt Mit entblößtem Haupte näherten ſich
die Manifeſtanten der Auferſtehungskirche, wo ſie ſich mit
einer anderen Menge vereinigten, die Fahnen, Trans=
parente
und große Kränze aus weißen Blumen für das
Grab Alexanders II. trug
Nach der Vereinigung der beiden Mengen zählte der
Zug mehrere tauſend Perſonen und erſtreckte ſich über
mehr als einen Kilometer. Der Zug bewegte ſich unter
Abſingen der ruſſiſchen und der bulgariſchen Hymne und
unter ununterbrochenen Hurrarufen nach der Peter=Paul=
Kathedrale. Eine Abordnung betrat die Kathedrale und
legte ein Kreuz auf das Grab Alexanders II. und einen
Kranz auf das Grab Alexanders III. nieder. Darauf zer=
ſtreute
ſich ein Teil des Zuges. Etwa 3000 Perſonen kehr=
ten
um und begaben ſich zur bulgariſchen Geſandtſchaft,
wo ſie die ruſſiſche und die bulgariſche Hymne ſangen.
Dann veranſtalteten ſie auch vor der ſerbiſchen Geſandt=
ſchaft
Kundgebungen. Schließlich begaben ſich die Mani=
feſtanten
zur Kaſan=Kathedrale, wo ſie ruhig auseinander=
gingen
. Während der ganzen Kundgebung kam es nir=
gends
zu Ausſchreitungen.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Beuthen, 7. April. Der von der polniſchen Be=
rufsvereinigung
zum 19. April verkündete Streik ergab
10868 Kündigungen bei einer Belegſchaft von 122628
Mann, die ſich auf 24 Gruben verteilen, mithin 9 Prozent
der Belegſchaft. Die Streikverkündigung wird von der
Grubenverwaltung als verfehlt betrachtet. Es wird ihr
wenig Bedeutung beigemeſſen.
Peſt, 7. April. Zwiſchen Peſt und Fiume ſtieß auf
der Station Ogulin ein nach Fiume gehender Schnell=
zug
mit einem aus der entgegengeſetzten Richtung kom=
menden
Laſtzuge zuſammen. Beide Lokomotiv=
führer
und beide Heizer, ſowie der Zugführer des Laſt=
zuges
wurden getötet. Unter den Paſſagieren befin=
den
ſich Tote und Verletzte.
* Paris, 7. April. Der Matin meldet, daß nicht der
amerikaniſche Milliardär Vanderbilt, ſondern der fran=
zöſiſche
Großinduſtrielle Menier das Schloß Che=
nonceaux
erſtanden habe, welches von Staats wegen
als hiſtoriſches Baudenkmal erklärt wurde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Ein enthülltes Toilette=Geheimnis. Ein Interview.
Eine berühmte Pariſer Spezialiſtin der Schönheitspflege,
die ſich vor kurzem vom Geſchäft zurückgezogen, nachdem ſie
durch eine erfolgreiche Behandlung welkgewordener, un=
chöner
Geſichtshaut ſich ein hübſches Vermögen verdient
hatte, gewährte mir jüngſt ein Interview. Mirlag natürlich
ſehr daran, die Natur des Geheimmittels zu erfahren, das ihr
einen ſolchen Erfolg verſchafft hatte. Ich mußte indeſſen hören,
daß ſie überhaupt kein Geheimmittel für d. Teint beſitze., Ein
nuſchöner Teint, ’ſagte ſie, iſt faſt jedesm. auf eine übermäßige
Anhäufung der feinen Hauptpartikel zurückzuführen, welche
die Epidermis bilden. Die überflüſſigen, abgeſtorbenen Par=
tikel
ſind die Urſache aller Linien u. Fältchen, aller Unreinig=
keiten
der Geſichtshaut; ihre vergilbte Färbung bildet den
mißfarbenen Teint, und ſie verdecken dabei die darunter be=
findliche
junge, friſche Haut. Mein Erfolg iſt lediglich der
Entdeckung zuzuſchreiben, daß ein einfaches vegetabiliſches
Löſungsmittel, das ſogenannte Parinolwachs, dieſe ver=
härteten
abgeſtorbenen Partikel in milder Weiſe entfernt u.
der Geſichtshaut ihren zarten, jugendlichen Hauch wieder=
gibt
. Das kann jede Dame ſelbſt ausführen. Parinolwachs
kann man in jeder Apotheke oder Drogerie bekommen am
beſten eign. ſich reines‟ Parinolw. dazu u. man braucht
es nur abends i. etwas liberal. Weiſe aufzutr.; wenn man es
dann morg. m. warm. Waſſer abwäſcht u. mit einem weichen
Tuch trocknet, wird man finden, wie viel reiner u. weicher d.
Haut gew. iſt. Eine drei= bis vierm. Wiederh. d. Verfah. ver=
vollſt
. d. Umwandl. " Allen Damen m. mißfarb. od. runzeliger
Geſichtshaut rate ich, dies einmal m. reinem Parinolwachs
z. prob. Aus eig. Erf. weiß ich, wie erfr. d. Reſultat iſt. (8316
MIIEMEMEEMMEEHE

Fikanke Neuheiten:



LR

FRÄNKFURT-MAIN
B
Sproffen-Paste
Maties-Herings-Pasfe
Mavannaise mit lomaten
Delikat, praktiſch, preiswerk.
I2

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Nummer 81.

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Ecke Elisabethen- u. Wilhelminenstrasse.

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Anlage und Unter-
haltung
von Gärten
:: jeden Stiles.::
(B7297

Der Geſamtauflage heutiger Ausgabe unſeres
Blattes liegt ein Proſpekt bei von der Firma
Robert Waldthauſen, G. m. b. H., Tuchfabrik, Aachen,
(IV,8348,58
worauf hiermit hingewieſen wird.
Familiennachrichten.

Statt beſonderer Anzeige.
Geſtern abend 9 Uhr verſchied nach kurzem
Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater
Carl Winter
Eisenbahn-Obersekretär.
Darmſtadt, den 7. April 1913.
Luiſe Winter, geb. Roſſel,
Hildegard Winter.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. April,
um 4 Uhr nachmittags, von der Friedhofs=
(B8388
kapelle aus, ſtatt.

Dankſagung.
Für die uns anläßlich des Ablebens
meiner unvergeßlichen Frau und unſerer
Mutter erwieſene Teilnahme ſagen wir
hiermit unſeren innigſten Dank.
Lehrer Heinrich Klein
und Kinder.
Gräfenhauſen, am 7. April 1913.
(8373

Danksagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Hinſcheiden unſeres unvergeßlichen, lieben
Onkels
(*9412
Herrn Apotheker
Wilneim Lauer
ſowie für die reichen Blumenſpenden danken
herzlichſt
die trauernden Hinterbliebenen.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchweren Verluſte meines lieben Mannes,
unſeres guten Vaters, ſagen wir Allen, beſonders
Herrn Pfarrer Diehl für ſeine troſtreiche Grabrede,
dem Kameradſchaftlichen Kriegerverein, allen Ver=
wandten
, Freunden und Bekannten, ſowie für die
zahlreichen Blumenſpenden unſeren innigſten Dank.
Luise Rau Witwe
nebst Hinterbliebenen.

Darmſtadt, den 8. April 1913.

(*9498

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte meines
lieben Mannes, unſeres guten Vaters, Großvaters,
Schwiegervaters, Schwagers und Onkels (8369
Herrn Johann Ningler
agen wir Allen unſeren tiefgefühlten Dank. Be=
ſonders
danken wir Herrn Kaplan Quinkert, den
Barmherzigen Schweſtern für ihre liebevolle Pflege
während ſeiner ſchweren Krankheit, den Beamten
und ſeinen Mitarbeitern des ſtädtiſchen Schlacht=
hofes
, ſowie dem ſtädtiſchen Arbeiterverein für die
Kranzſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Frau Margarete Ningler, geb. Lerch.
Darmſtadt, den 7. April 1913.

(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Todes=Anzeige.
Verwandten und Bekannten die traurige
Nachricht, doß heute vormittag ¾7 Uhr unſere
liebe, herzensgute, ſtets treuſorgende Mutter,
Tante und Großtante
(8332
Frau Jotichen Froltdg
geb. Kahn
im 80. Lebensjahre ſanft verſchieden iſt.
Um Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Erfelden a. Rh., den 6. April 1913.
Die Beerdigung findet ſtatt: Dienstag, den
den 8. April, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbe=
haus
aus in Erfelden.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen

Das Tiefdruckgebiet, das geſtern ganz Mittel= und
Weſteuropa bedeckte, iſt weiter oſtwärts vorgedrungen und
lagert mit ſeinem Kern über Oſtdeutſchland, während das
nordweſtliche Hochdruckgebiet ſich etwas verflacht hat. Die
Temperaturen ſind in Deutſchland etwas geſunken; Nie=
derſchläge
fielen verbreitet. Wir werden morgen auf die
Rückſeite des feſtländiſchen Tiefdruckgebietes kommen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 8. April: Be=
wölkung
abnehmend, meiſt trocken, kühler, nordweſtliche
Winde.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende vor
10 Uhr (Ab. C): Der Barbier von Sevilla‟
Konzerte: Bürgerkeller um 8 Uhr. Perkeo um
8 Uhr.

Verſteigerungskalender,
Mittwoch, 9. April.

Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟
Stammholz=Verſteigerung um 8½ Uhr im
Reſtaurant Zum Heiligen Kreuz.

Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
114 und Sonntags von 104 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

Ohne Reiben, ohne Einſeifen,
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eine Hausfrau mühelos ihre Wäſche
ſelbſt tun, wenn ſie dieſelbe mit dem
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wird gründlich erteilt. Anfr. unt.
(*9493imf
W94 an die Exn.

[ ][  ][ ]

Nummer 81.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Seite 9.

des

gegen

und

geht aus einer grossen Anzahl ärztlicher Zuschriften her-
vor
, von denen wir einlge im Auszuge hier foigen lässen:

Kreisarzt Dr. med. R. in L. Unaufgefordert gebe ich Ihnen die Eeklärung
ab, dass meine Erfahrungen am eigenen Körper, wie bei meinen Patienten, mir seit
12 Jahren gezeigt haben, dass der Zonifacinsbrunnen bei Gicht alle anderen Heil-
wässer
weit an Wirksamkeit übertrifft, Ich wende als Brunnen nur Zonifacins an.
Dr. med. R. in R. Der Brunnen macht nicht nur den Körper frei und
elastisch, sondern er übt auch auf das Gemüt und die Stimmung einen günstigen
Einfluss aus.
Dr. med. M. in &. Die Wirkung des Bonifaciusbrunnens gegen die Gallen-
steine
ist so ausgezeichnet, dass die Kolikaufälle nunmehr ganz beseitigt sind.
Jedoch gehen seit dem Gebrauch des Brunnens noch öfter Steine und deren
Trümmer mit dem Stuhlgang ab.
Stadtarzt Dr. med. Z. in N. Ich bin durch den vorjährigen Gebrauch des
Brunnens Vollständig Von meinem gichtisch rheumatischen Leiden befreit worden.

Der Ronifaeinsbrunnen ist in allen
Mineralwasserhandlungen Vorrätig.
Ausführliche Drucksachen kostenlos
durch die Brunnendirektion des

(III,5911

iſt geſtern dem Unterzeichneten ſein vielfach
prämiierter, grau und rot gezeichneter Papagei.
Er hört auf den Namen Lora ſchreit
Hurra! pfeift die Wacht am Rhein und ſingt:
Ja, das haben wir Mädchen ſo gerne,
Mit Erdal glänzt das Schuhchen ſo ſchick
Gegen hohe Belohnung abzugeben bei dem
tieftraurigen Rentier Schmalzhuber. (II,8320

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Des Sheriffs Belohnung.
Spannendes Wildwestdrama.
Einlagen aller Art

abei

Die letzten Wege des
Kapitän Scott.
Hervorragend guter wissenschaftlicher Film.
Unterzeichneter hat von heute die Geschäftsführung obigen
Theaters wieder übernommen und wird, wie allgemein be-
kannt
, mit nur erstklassiger Programmzusammenstellung,
flimmerfreier, scharfer Projektion, erstklassiger Klavier- und
Harmoniumbegleitung werte Besucher in jeder Hinsicht zu-
frieden
stellen.
Mit aller Hochachtung
Georg Hof.

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(8375im
Anfragen unt. W 93 an die Exved. ds. Blattes.

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Nummer 81.

Ortsgruppe
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Huldigungsfahrt nach
Friedrichshafen

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am 10./11. Mai ds. Js.
Anmeldungen bis ſpäteſtens 9. April erbeten an Herrn Ludwig Fscher=
8328
Neckarſtraße 10, woſelbſt auch nähere Auskunft erhältlich iſt

Darmstadt
vefeln Hraunshardter Hein E. B.
Einladung
B

zur Mitgliederverſammlung am Dienstag, den 15. April 1913,
nachmittags 4½ Uhr, in Neuen Gerichtsgebäude zu Darmſtadt,
(8324
Saal Nr. 303 2. Treppen
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorſtandes über die Tätigkeit des Vereins im
Jahre 1912.
2. Feſtſtellung des Voranſchlags für 1913.
3. Wahl des Ausſchuſſes.
Die Vorſitzende:
Marie, Fürstin zu Erbach-Schönberg.

onze

In der Sohamnestirche
am Dienstag, den 15. April 1913, abends 8 Uhr
zum Besten der Kinderbewahr-
anstalten
der Johannesgemeinde
unter gefälliger Mitwirkung von Frau Schmidt-IIling,
Konzertsängerin (Sopran) dahier; Fräulein J. Senfter
aus Oppenheim (Violine); des unter Leitung von Fräulein
Lilli Keil stehenden Damenchors und des Herrn Musik-
direktors
M. Klassert (Orgel) dahier.
Eintrittskarten zu 3., 2.50, 1.50 und 1 Mark den nume-
rierten
, zu 50 Pfg. den nichtnumerierten Platz sind
im Gemeindehaus der Johannesgemeinde, in der
Musikalienhandlung von H. Arnold, Wilhelminen-
strasse
9, im Verkehrsbureau und in der Kolonial-
warenhandlung
von März, Landwehrstrasse 191/
(8390is
gegenüber der Johanneskirche zu haben.

Richard Wagner-Verein Darmstadt
Mittwoch, den 9. April 1913, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde:
Julins Weismann-Abend
Mitwirkende: Fräulein Anna Hegner (Violine), Fräulein Carola
Hubert (Sopran), Herr Lennart von Zweygberg (Violoncello) und
der Komponist (Klavier).
Der Ibach-Konzertflügel ist aus dem Lager der Firma Hoflieferant
Heinrich Arnold (Wilhelminenstrasse 9).
Eintrittskarten für Nichtmitglieder (einschl. städtischer
Billettsteuer): Sperrsitz im Saal zu 5.20 Mk., numerierter Balkon
zu 3.20 Mk. und Galerie zu 1.60 Mk., Studentenkarten zu 1.10 Mk.
und Schülerkarten zu 60 Pfg. bei Heinrich Arnold, im Ver-
kehrsbüro
u. abends an der Kasse. Beitrittserklärungen
für das laufende Vereinsjahr, die noch vor dem obigen Konzerte
erfolgen, berechtigen zu dessen freiem Besuche. Der Beitrag
für den Rest des Jahres beträgt 10 Mk.
(8362
Der Vorstand.

Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu Mk. 1.50
(B3305
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.

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so wie diese in den ersten Kreisen der Gesellschaft getanzt werden.

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Ausstattung und Reklame
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nach dem Roman von Theo K. Müglitz.

Die Landratte
Humoristischer Schlager.

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Ergreifendes Drama aus dem Leben.

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Heute
und folgende Tage:

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Mimisches Drama
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Bussermann
dem größten Schauspieler
der Welt, in der Hauptrolle

Um dieses grandiose
Kunstwerk voll und ganz
genießen zu können, emp-
fiehlt
es sich, die Anfangs-
zeiten
der einzelnen Vor-
stellungen
um 3, 5,
9 Uhr einzuhalten.

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Monat April täglich
S grosse humorist. Konzerte
Musik, Gesang u. Tanz
§ Anfang abends 8 Uhr.
2 Sonntag Nachmittag 4 und
abends 8 Uhr. (7805a
Noe 66o66600000e

Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, den 8. April 1913.
154. Abonnem.=Vorſtellung. C 38.
Der Barbier von Sevilla.
Komiſche Oper in 2 Akten
von Roſſini.
Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: Wilhelm Riechmann.
Perſonen:
Graf Almaviva . Aug. Globerger
Doktor Bartolo . L. Schützendorf
Roſine, ſ. Mündel Olga Kallenſee
Baſilio, Muſik=
Alfred Stephani
meiſter .
Marzeline, Haus=Minna Müller=
Rudolf
hälterin.
Figaro, Barbier Georg Weber
Fiorillo, d. Grafen
Karl Bernhardt
Diener .
Ein Offizier
Auguſt Kräger
Ein Notar
Br. Waigandt
Ambroſio, Barto=
lo’s
Diener
A. Fleiſchmann
Einlage im 2. Akte: geſungen von
Olga Kallenſee.
Nach dem 1. Akte längere Pauſe.
Beurlaubt: Käthe Meißner.
Kleine Preiſe:
Proſzeniumsloge 5.10 M., Mittel=
loge
5.10 M., Balkonloge 4.60 M.,
I. Rang 4.10 M., II. Rang: 1.
Reihe 2.05 M., 7. u. 8. Reihe 1.65 M.
Sperrſitz: 1.13. Reihe 3.60 M.,
14.20. Reihe 3.10 Mk., Parterre:
1.5. Reihe 2.25 M., 6.8. Reihe
1.85 M., Erſte Galerie 1.05 M.,
Zweite Galerie 0.55 M.
Anf. 7½ Uhr. Ende vor 10 Uhr.
Kartenvk. v. 9½1½ u. v. 6½ U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 9. April. Keine Vor=
ſtellung
.
Donnerstag, 10. April. Außer
Abonnem. Frühlings=Feſt
ſpiele. II. Abend. Neu einſtud.
und neu inſzeniert: Der Ring
des Nibelungen. Vorabend:
Das Rheingold.
Erhöhte
Preiſe. Anfang 7 Uhr. (Vergl.
beſondere Anzeige.)
Freitag, 11. April. Außer Ab.
26. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. Die fünf
Frank=
furter
. Anfang 7½ Uhr.
Vorverkauf bis einſchl. Donners=
tag
, 10. April, nur im Verkehrs=
büreau
(Ernſt=Ludwigsplatz). Ver=
kauf
der noch vorhandenen Karten
an der Tageskaſſe im Hoftheater
am Tage der Vorſtellung, vorm.
von 11 Uhr ab.
Samstag, 12. April. Keine
Vorſtellung.
Sonntag, 13. April. Außer Ab.
Frühlin gs=Feſtſpiele.
III. Abend. Neu einſtudiert und
neu inſzeniert: Der Ring des
Nibelungen. Erſter Tag:
Die Walküre‟ Erhöhte Pr
Anf. 6 Uhr. (Vgl. beſ. Anzeige.)

[ ][  ][ ]

3 4l.

Dienstag, 8. Apeil.

1913.

An die Ortspolizeibehörden und die Feldpolizeibehörden des Kreiſes.

Wir empfehlen Ihnen bis zum 15. Mai ds. Js. zu berichten, was zur Aus=
führung
unſeres nachſtehend abgedruckten Ausſchreibens vom 5. Auguſt 1912 ( Amts=
verkündigungsblatt
Nr. 93 und 94 von 1912) geſchehen iſt.
Darmſtadt, den 2. April 1913.
(8313
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Es kommt leider ſehr häufig vor, daß Haushaltungs=Abfälle, Scherhen,
altes Papier u. dergl., namentlich auch alte Blech= und Emailgefäße, in Feld
und Wald, auf Wege und Plätze oder auf fremde Grundſtücke in unzuläſſiger
Weiſe gebracht oder weggeworfen werden. Art. 112 und 379 des Polizeiſtraf=
geſetzbuchs
geben die Möglichkeit, gegen ſolche Verunreinigungen von öffentlichen=
Straßen, Plätzen und Anlagen einzuſchreiten. Sofern auf Privatgrundſtücken an
öffentlichen Wegen ſolcher Unrat unverdeckt lagert, kann mit Polizeiverfügung im ein=
zeinen
Falle auf Grund des Art. 66 der Kreis= und Provinzialordnung durch uns
oder auf Grund des Art. 129b der Städteordnung durch den zuſtändigen Polizei=
beamten
vorgegangen werden. Nach Art. 38 des Feldſtrafgeſetzes iſt ſtrafbar, wer
unbefugt Steine, Scherben, Schutt oder Unrat auf fremde Felder wirft.
Ferner bildet es einen beklagenswerten Mißſtand, daß das Waſſer der Bäche
und Gräben durch Einleitung und Einwerfen fremder Stoffe immer mehr Ver=
unreinigungen
ausgeſetzt wird. Es iſt deshalb erforderlich, daß die Ortspolizeibehör=
den
auf den Zuſtand der Bäche und der in dieſelben mündenden Gräben ein beſon=
deres
Augenmerk richten und alljährlich Beſichtigungen derſelben vornehmen laſſen.
Dfrekte Zuleitungen verunreinigender Stoffe müſſen abgeſtellt werden. Oft kommt
es vor daß Schutt und Unrat an den Ufern der Bäche abgeſchüttet wird, damit er
vom Waſſer weggeſchwemmt werde, und daß Abfälle aus Haushaltungen (alte Blech=
geräte
, Scherben uſw.) in Gräben und Bäche geworfen werden. Bei dem allgemeinen
Intereſſe, welches an der Erhaltung eines möglichſt reinen Bachwaſſers beſteht, er=
ſcheint
es unbegreiflich, daß die Einwohnerſchaft mancher Orte an der Bekämpfung
dieſer bedauerlichen Mißſtände ſelbſt ſo wenig Anteil nimmt. Nach Art. 120 des
Polizeiſtrafgeſetzes iſt das unbefugte Einlegen oder Einwerfen von Steinen, Sand,
Erde, Bäumen, Schutt, Unrat und anderen feſten Körpern in die Bäche oder Gräben
oder Triebwerkskanäle bei erheblicher Geldſtrafe unterſagt.
Die erwähnten Mißſtände werden nicht ſelten auch dadurch begünſtigt, daß von
der Gemeinde nicht in ausreichender Weiſe für Plätze geſorgt iſt, wo Schutt, Haus=
haltungsabfälle
uſw. abgeladen werden können, oder daß dieſe Plätze bei der Ein=
wohnerſchaft
nicht genügend bekannt ſind.
me
Wir beauftragen Sie daher
1. das Polizei= und Feldſchutzperſonal zu genauer Aufmerkſamkeit auf die
beregten Mißſtände und deren Verhütung anzuweiſen;
2. für Abladeplätze für Schutt, Haushaltungsabfälle u. dergl. ſoweit erforderlich
zu ſorgen und bekannt zu machen, wo dieſe Abladeplätze liegen;
3. aus den Bächen und Gräben, ſowie von öffentlichen Wegen und Plätzen den
Unrat, wie Scherben, Blechgefäße uſw. entfernen zu laſſen und, ſofern auf
Privatgrundſtücken in der Nähe von öffentlichen Wegen ſolcher Unrat in
mißſtändiger Weiſe lagert, den Eigentümer zur Beſeitigung desſelben aufzu=
fordern
, wenn dieſer Aufforderung aber nicht entſprochen wird, das Weitere
wie oben bemerkt zu veranlaſſen.
Darmſtadt, den 5. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Wir weiſen anläßlich der bevorſtehenden Frühjahrsausräumung der offenen
Gewäſſer, insbeſondere der Mühl= und Wieſengräben, erneut auf die Beſtimmungen
der Artiekel 55 und 56 des Geſetzes, die Ausübung und den Schutz der
Fiſcherei betreffend, vom 27. April 1881 (Reg. Bl. S. 43 ff.) hin, wonach
1. dem Fiſchereiberechtigten ſo rechtzeitig vor dem Beginne der Arbeiten Nachricht
zu geben iſt, daß er ſein Intereſſe wahren kann (Art. 55), 2. öffentliche Fiſchwaſſer
nicht ſo ſtark abgeſchlagen werden dürfen, daß die Fiſche und Krebſe hierdurch zugrunde
gehen (Art. 56).
Nichtbeachtung dieſer Beſtimmungen zieht gemäß Artikel 63, 64 des Geſetzes Geld=
ſtrafen
bis zu 150 Mk., bezw. Haft, nach ſich.
Darmſtadt, den 3. April 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf vorſtehende Bekanntmachung hin und beauftragen Sie,
für ihre genaue Durchführung Sorge zu tragen. Insbeſondere machen wir Sie noch
auf die Beſtimmung des Artikel 55 Abſatz 2 des Geſetzes, betreffend die Aus=
übung
und den Schutz der Fiſcherei, vom 27. April 1881 (Reg. Bl. S. 43 ff.) auf=
merkſam
.
(8311
Darmſtadt, den 3. April 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Die Firma Gebr. Seidel in Pfungſtadt beabſichtigt, auf ihrem Fabrikgrundſtück
einen Dampfkeſſel aufzuſtellen.
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes
in dem Darmſtädter Tagblatt an gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürger=
meiſterei
Pfungſtadt zur Einſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
bei Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt vorzubringen.
(8357
Darmſtadt, den 4. April 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.

Veraiſtinechung.

Die Amtsräume der Großh. Kreisvermeſſungsämter Darmſtadt I und II be=
(6312
finden ſich nunmehr im Erdgeſchoß des Hauſes Bleichſtraße 1.
Darmſtadt, den 4. April 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Am 1., 3., 4., 7., 8., 10., 11, 14., 15., 17., 18., 21., 22., 24., 25., 28. und 29. April
1913 von 7½ Uhr vormittags bis zum Einbruch der Dunkelheit wird Schießen ab=
gehalten
.
Schußrichtung vom Steinhügel 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
: Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches=
wieſe
-Sauwieſe-Schreibertwieſe-Geishecke einſchließlich
wirdwährend des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafelnabgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt vom 25. September 1909), was zur allgemeinen
Kenntnis gebracht wird.
Darmſtadt, den 19. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(7555a
J. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Der Kreis=Ausſchuß hat beſchloſſen, den Kreisangehörigen zur Pflege ihrer Obſt=
baumpflanzungen
, ſoweit möglich, den Kreis=Obſtbautechniker und die Kreisbaum=
wärter
gegen Zahlung einer Vergütung an die Kreiskaſſe zur Verfügung zu ſtellen.
Anträge auf Inanſpruchnahme des Kreis=Obſtbautechnikers oder eines Kreis=
baumwärters
ſind an Kreis=Obſtbautechniker Dorſch, Neckarſtraße 3, zu richten.
Die an die Kreiskaſſe zu entrichtende Vergütung iſt wie folgt feſtgeſetzt:
a) Für Inanſpruchnahme des Kreis=Obſtbautechnikers:
5 Mark für den ganzen und 2,50 Mark für den halben Tag; ferner die auf=
gewendeten
Bahnfahrtkoſten;
b) Für Inanſpruchnahme eines Kreisbaumwärters:
3 Mark für den ganzen und 1,50 Mark für den halben Tag; ferner die auf=
gewendeten
Bahnfahrtkoſten.
Zu a und b kommen in Anſatz:
Bei Inanſpruchnahme bis zu 3 Stunden
. ½ Tag
bei 3 und mehr Stunden
1 Tag.
Die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden werden beauftragt, vorſtehende
Bekanntmachung zur Kenntnis ihrer Gemeindeangehörigen zu bringen.
Darmſtadt, den 1. April 1913.
(8358
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In. Vertr.: v. Werner.
Die bei Berechnung der Lieferungen für die Armee zugrunde zu legenden
Durchſchnittsmarktpreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat März 1913 für
Hafer 22. Mk., für Heu 8. Mk., für Stroh 5. Mk. pro 100 Kilo betragen. (8310

Orts=Satzung

für die Quartierleiſtungen und Naturalleiſtungen an die bewaffnete Macht im Frieden
in der Gemeinde Griesheim.
Auf Grund des § 7 des Reichsgeſetzes vom 25. Juni 1868, die Quartierleiſtungen
für die bewaffnete Macht während des Friedensſtandes betreffend, und § 9 der Inſtruk=
tion
zur Ausführung dieſes Geſetzes vom 31. Dezember 1868 und auf Grund der Geſetze
vom 13. Februar 1875 über die Naturalleiſtungen für die bewaffnete Macht im Frieden
wird hiermit für die Gemeinde Griesheim auf Beſchluß des Gemeinderats und mit
Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern vom 11. März 1913 zu Nr. M. d. J. 4314
folgendes beſtimmt:
§ 1.
Die Verwaltung der Einquartierungsangelegenheiten wird der von dem
Gemeinderat zu wählenden Einquartierungskommiſſion unter dem Vorſitz des Bürger=
meiſters
oder bei Verhinderung des Bürgermeiſters unter dem Vorſitz des Beigeord=
neten
übertragen.
Die Dienſtzeit der unſtändigen Mitglieder der Kommiſſion endet mit dem
Kalenderjahr, für welches dieſelben gewählt worden ſind.
Die Zahl der unſtändigen Mitglieder der Kommiſſion wird von dem Gemeinde=
rat
jedes Jahr neu beſtimmt.
§ 2.
Die ganze Gemeinde, einſchließlich aller zur Gemarkung gehörigen Gehöfte uſw.,
bildet einen Quartierbezirk.
§ 3.
Die Einquartierungspflicht liegt allen denen ob, die in der Gemeinde eine
Wohnung haben und zur Gemeindeſteuer herangezogen werden, ebenſo Juriſtiſchen Per=
ſonen
, Geſellſchaften und ſolchen Perſonen, die, ohne in der Gemeinde zu wohnen, in
der Gemeinde Häuſer, Grundſtücke oder Geſchäftslokale haben und für dieſe zur
Gemeindeſteuer herangezogen werden.
Befreit von der Benutzung zur Einquartierung ſind die in § 4 Abſ. 2 des Reichs=
geſetzes
vom 25. Juni 1868 aufgeführten Gebäude und Gebäudeteile.
Gebäude, in denen ſich mit gefährlichen oder anſteckenden Krankheiten Behaftete
oder Wöchnerinnen oder Leichen befinden, ſollen zur Einquartierung nicht benutzt werden.
§ 4.
Bei Verteilung der Einquartierung ſoll auf die Wohnungs=, Wirtſchafts= und
Gewerbebetriebsbedürfniſſe des Quartierpflichtigen Rückſicht genommen werden. Neben
dieſen Grundlagen foll bei der Verteilung beachtet werden, daß auf etwa je 60 Mark
Gemeindeſteuer je ein Mann zu übernehmen iſt.
§ 5.
Den Quartierpflichtigen iſt geſtattet, die ihnen obliegende Verbindlichkeit durch
Stellung anderweiter Quartiere (z. B. in Wirtshäuſern uſw.) zu erfüllen, jedoch iſt
dies vorher der Einquartierungskommiſion anzuzeigen. Das zu ſtellende Quartier
muß den Anforderungen entſprechen, welche an den Quartierpflichtigen ſelbſt geſtelle
werden können.
Für richtige Leiſtung iſt nur der Quartierpflichtige haftbar wie auch die durch
die Ausquartierung dem Quartierpflichtigen etwa entſtehenden Mehrkoſten von dieſem
zu tragen ſind.
§ 6.
Weigert ſich der Quartierpflichtige, die ihm zugedachte Einquartierung zu über=
nehmen
, oder iſt der Quartierpflichtige zeitweilig abweſend, ſo hat die Einquartierung
auf deſſen Koſten anderweit zu erfolgen.
Dieſe Koſten ſind nötigenfalls auf dem für die Gemeindeeinkünfte vorgeſchriebenen
Wege von den Pflichtigen beizutreiben.
§ 7.

Bei der Zuteilung der Einquartierung werden gerechnet:
1 General und die ihm gleichgeſtellten Chargen einſchließlich Bedienung 30 Gemeine,
20
1 Stabsoffizier
,
1 Hauptmann oder Leutnant
210
,
5
1 Feldwebel uſw.
2 8.
1 Fähnrich oder Vizefeldwebel .
S 2
1 Unteroffizier
. 1Gemeiner
1 Pferd ohne Fourage .

§ 8.
Werden Truppen mit Verpflegung einquartiert, ſo wird den mit Einquartierung
kedachten Einwohnern ein von dem Gemeinderat in dem betreffenden Jahre feſtzuſetzen=
der
Zuſchuß zu der von dem Reiche gewährten Entſchädigung bewilligt. Dieſer Zuſchuß
ſoll mit Rückſicht auf die jeweiligen Lebensmittelpreiſe bemeſſen werden und ſoll mit
Einſchluß der von dem Reiche gewährten Entſchädigung für Mundverpflegung und
Serbis pro Tag für jeden einquartierten und verpflegten Soldaten einſchließlich ünter=
ofizier
Sergeanten und ähnliche Charge den Betrag von 1.80 Mark nicht überſteigen
Für die einquartierten Offiziere wird den Quartiergebern nur die Reichsent=
ſchädigung
gewährt.
§ 9.
Wird der Gemeinde die Stellung von Fourage oder Vorſpann angeſonnen, ſo
beſchafft die Einquartierungskommiſſion den Bedarf auf die ihr am zweckmäßigſten
erſcheinende Weiſe, möglichſt unter öffentlicher Aufforderung, aus Mitteln der Gemeinde=
kaſſe
, in welche die vom Reiche zu gewährende Vergütung fließt. Nur wenn auf dieſem
Wege dem Anſinnen nicht rechtzeitig entſprochen werden kann oder die Fourage oder
der Vorſpann gegen die von dem Gemeinderat hierfür zuläſig erachteie Vergltung
nicht zu erlangen iſt, wird die Kommiſſion zu der in Anſpruch genommenen Leiſtung
die Beſitzer von Fouragebeſtänden, Zugtieren und Wagen unmitelbar heranziehen, und.
der Gemeinderat ſodann darüber beſchließen ob und welcher Zuſchuß aus Gemeinde=
mitteln
zu der von dem Reiche zu gewährenden Vergütung zu leiſten iſt.
§ 10.
Die Einquartierungskommiſſion iſt bezüglich der in den §§ 8 und 9 von ihr zu
Laſten der Gemeindekaſſe zuzugeſtehenden Vergütungen an die Weiſungen des Gemeinde=
rats
gebunden.
§ 11.
Dieſe Satzung tritt mit dem 1. April 1913 in Kraft.
Griesheim den 26. März 1913
Großherzogliche Bürgermeiſterei Griesheim.
(8335
Kunz.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich einge fangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſicht 2 Pinſcher, 1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findek dortſelbſt jeden
(8333
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[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Nummer 81.

Bekanntmachung.

In den letzten Tagen ſind auf dem Gelände Böllenfalltor=
Altes Schießhaus mehrfach Hunde von Spaziergängern ganz plötzlich
und unter Erſcheinungen verendet, die den Verdacht rechtfertigen,
daß in jener Gegend Giftbrocken liegen.
Wir warnen daher davor, Hunde in jener Gegend frei laufen
zu laſſen, und bitten jedermann, der ſachdienliche Angaben über dieſe
Erſcheinungen machen kann, um baldgefl. ſchriftliche oder mündliche
Mitteilung ſeiner Beobachtungen an uns.
Darmſtadt, den 5. April 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
(8303oim
Gennes.

Bekanntmachung,

die Abzahlungsgeſchäfte betreffend.
Nachſtehend bringen wir das Reichsgeſetz, betreffend die Ab=
zahlungsgeſchäfte
, vom 16. Mai 1894, wiederholt zur Kenntnis
(8264oi
Darmſtadt, den 2. April 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutſcher
Kaiſer, König von Preußen ꝛc. ꝛc.
verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zuſtimmung des
Bundesrats und des Reichstags, was folgt:
§ 1. Hat bei dem Verkauf einer dem Käufer übergebenen be=
weglichen
Sache, deren Kaufpreis in Teilzahlungen berichtigt werden
ſoll, der Verkäufer ſich das Recht vorbehalten, wegen Nichterfüllung
der dem Käufer obliegenden Verpflichtungen von dem Vertrage zu=
rückzutreten
, ſo iſt im Falle dieſes Rücktritts jeder Teil verpflichtet,
dem andern Teil die empfangenen Leiſtungen zurückzugewähren. Eine
entgegenſtehende Vereinbarung iſt nichtig.
Dem Vorbehalte des Rücktrittsrechts ſteht es gleich, wenn der
Verkäufer wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden Verpflich=
tungen
kraft Geſetzes die Auflöſung des Vertrages verlangen kann.
§ 2. Der Käufer hat im Falle des Rücktritts dem Verkäufer
für die infolge des Vertrags gemachten Aufwendungen, ſowie für
ſolche Beſchädigungen der Sache Erſatz zu leiſten, welche durch ein
Verſchulden des Käufers oder durch einen ſonſtigen von ihm zu ver=
tretenden
Umſtand verurſacht ſind. Für die Ueberlaſſung des Ge=
brauches
oder der Benutzung iſt deren Wert zu vergüten, wobei auf
die inzwiſchen eingetretene Wertminderung der Sache Rückſicht zu
nehmen iſt. Eine entgegenſtehende Vereinbarung, insbeſondere die vor
Ausübung des Rücktrittsrechts erfolgte vertragsmäßige Feſtſetzung
einer höheren Vergütung, iſt nichtig.
Auf die Feſtſetzung der Höhe der Vergütung finden die Vor=
ſchriften
des § 260, Abſ. 1 der Zivilprozeßordnung entſprechende An=
wendung
.
3. Die nach den Beſtimmungen der §§ 1, 2 begründeten
gegenſeitigen Verpflichtungen ſind Zug um Zug zu erfüllen.
§ 4. Eine wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflichtungen verwirkte Vertragsſtrafe kann, wenn ſie unverhältnis=
mäßig
hoch iſt, auf Antrag des Käufers durch Urteil auf den ange=
imeſſenen
Betrag herabgeſetzt werden. Die Herabſetzung einer ent=
richteten
Strafe iſt ausgeſchloſſen.
Die Abrede, daß die Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflichtungen die Fälligkeit der Reſtſchuld zur Folge haben ſollte,
kann rechtsgültig nur für den Fall getroffen werden, daß der Käufer
mit mindeſtens zwei aufeinander forgenden Teilzahlungen ganz oder
teilweiſe im Verzug iſt und der Betrag, mit deſſen Zahlung er im
Verzug iſt, mindeſtens dem zehnten Teile des Kaufpreiſes der über=
gebenen
Sache gleichkommt.
§ 5. Hat der Verkäufer auf Grund des ihm vorbehaltenen
Eigentums die verkaufte Sache wieder an ſich genommen, ſo gilt
dies als Ausübung des Rücktrittsrechts.
§ 6. Die Vorſchriften der §§ 1 bis 5 finden auf Verträge,
welche darauf abzielen, die Zwecke eines Abzahlungsgeſchäfts (§ 1
in einer anderen Rechtsform, insbeſondere durch mietweiſe Ueber=
laſſung
der Sache zu erreichen, entſprechende Anwendung, gleichviel
ob dem Empfänger der Sache ein Recht, ſpäter deren Eigentum zu
erwerben, eingeräumt iſt oder nicht.
§ 7. Wer Lotterieloſe, Inhaberpapiere mit Prämie (Geſetz vom
8. Juni 1871, Reichs=Geſetzblatt S. 210) oder Bezugs= oder Anteil=
ſcheine
auf ſolche Loſe oder Inhaberpapiere gegen Teilzahlung ver=
kauft
oder durch ſonſtige auf die gleichen Zwecke abzielenden Verträge
veräußert, wird mit Geldſtrafe bis zu fünfhundert Mark beſtraft.
Es begründet keinen Unterſchied, ob die Uebergabe des Papiers
vor oder nach der Zahlung des Preiſes erfolgt.
§ 8. Die Beſtimmungen dieſes Geſetzes finden keine Anwen=
dung
, wenn der Empfänger der Ware als Kaufmann in das Handels=
tregiſter
eingetragen iſt.
9. Verträge, welche vor dem Inkrafttreten dieſes Geſetzes
abgeſchloſſen worden ſind, unterliegen den Vorſchriften desſelben nicht.
Urkundlich Unſerer Höchſteigenhändigen Unterſchrift und bei=
gedrucktem
Kaiſerlichen Inſiegel.
Gegeben Prökelwitz, den 16. Mai 1894.
(L. S) Wilhelm.
Graf von Caprivi.

Bekanntmachung,

betreffend: Frühjahrsmeſſe 1913.
Auf Grund von § 366,10 R. St. G. B., Art. 264 Pol. St. G. B.
und Artikel 129b, Abſ. 2, der Städteordnung wird wegen der Früh=
jahrsmeſſe
für die Zeit vom 10. bis 24. April ds. Is einſchließ=
lich
angeordnet:
1. Der zwiſchen Mühl= und Stiftſtraße liegende Teil der Linden=
hofſtraße
iſt für Fuhrwerke geſperrt.
2. Auf den das Meſſe=Gelände umgebenden Straßenteilen darf
nur im Schritt gefahren oder geritten werden.
3. Durch die Reihen der Schau= und Verkaufsbuden darf weder
gefahren noch geritten noch geradelt werden.
Darmſtadt, 4. April 1913.
(8302oim
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Bekanntmachung.

Betr.: Polizeiliche Schutzmaßregeln in den bei Darmſtadt ge=
legenen
Waldungen.
Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß mit Wirkung
vom 15. April l. J. der Sicherheitsdienſt in der Waldumgebung der
Stadt, gleichwie in den Vorjahren, wiederum in Kraft tritt. Der
Auffichtsdienſt wird von 7 Forſtaufſehern ausgeübt, welche die Uni=
form
der ſtaatlichen Forſtwarte tragen und mit Gewehr ausgerüſtet
ſind. Ihre Aufgabe iſt die ſtändige Beaufſichtigung der die Stadt
umgebenden Waldungen unter beſonderer Berückſichtigung der von
dem Publikum begangenen Spazierwege.
Da den Forſtaufſehern die polizeiliche Ueberwachung der Wald=
umgebung
obliegt, ſind ſie von dem Großh. Kreisamt eidlich als
Polizeibeamte auf den Polizeiſchutz verpflichtet und im Beſitz einer
von dem unterzeichneten Polizeiamt ausgeſtellten Ausweiskarte.
In der Ueberzeugung, daß durch die ſtändige polizeiliche Ueber=
wachung
der Waldungen eine erhöhte Gewähr für die Sicherheit der
Spaziergänger gegeben iſt, richten wir hiermit an die Einwohnerſchaft
die Bitte, von etwaigen verdächtigen Wahrnehmungen in den Wäldern
die Forſtaufſeher oder das unterzeichnete Polizeiamt in Kenntnis
ſetzen zu wollen.
Darmſtadt, den 4. April 1913.
(8380ids
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

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Filiale Darmstadt, Rheinstrasse 33.

8386

Bekanntmachung.

In unſer Handelsregiſter
wurde heute eingetragen die Firma
in
Valentin Hofmann XIV
Griesheim mit dem Inhaber Jakob
Hofmann XI. daſelbſt. Die Ueber=
nahme
der in dem Geſchäft be=
gründeten
Verbindlichkeiten iſt bei
deſſen Erwerb durch Jakob Hof=
mann
Xl. ausgeſchloſſen worden.
Angegebener Geſchäftszweig: Bau=
geſchäft
und Handlung in Bau=
(8393
materialien.
Darmſtadt, den 2. April 1913.
Großh. Amtsgericht II.

Bekanntmachung.

(Stadtwald.)
Die bis längſtens den 14. I. M.
noch nicht eingelöſten Abfuhr=
ſcheine
aus den Holzverſteigerun=
gen
Nr. 11 vom 4. März ( Wohn=
orte
Darmſtadt und Dieburg) und
Verſteigerung Nr. 12 vom 10. März
(Wohnorte Darmſtadt, Groß= Zim=
tadt
, Griesheim, Gräfenhauſen
und Roßdorf) werden zwecks ander=
weiter
Verwertung des Holzes auf
Koſten der Säumigen von der
(8337if
Kaſſe zurückgezogen.
Darmſtadt, 4. April 1913.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Bekanntmachung.

Die heute in Nieder=Ramſtadt
abgehaltene Holzverſteigerung iſt
genehmigt. Die Abfuhrſcheine
können vom 10. April an abge=
(8396
holt werden.
Ober=Ramſtadt, 3. April 1913.
Gr. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.

Pferde=Verkauf.

Donnerstag, 10. April 1913,
vormittags 10 Uhr,
wird auf dem Hofe der Train=
aſerne
Darmſtadt, Eſchollbrücker=
ſtraße
24, ein zum Militärdienſt
icht geeignetes Dienſtpferd öffent=
lich
meiſtbietend gegen Barzahlung
(8374
verſteigert.
Train=Bataillon Nr. 18.

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[ ][  ][ ]

Nummer 81

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Seite 13.


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(Nachdruck verboten).
22)

O Gott, was ſollte ſie ſagen! Und als ſie noch wäh=
rend
des Dahinſchleichens von Sekunden in unendlicher
Verwirrung geſtanden, die Hände ineinander flechtend, daß
ein Schmerz in ihnen war, kam, heiſer hervorgeſtoßen, das
erſte Wort: Warum muß das alles ſo ſein? O Gott,
warum?! Es iſt mir, als wenn ich zwiſchen unentwirr=
baren
Dornen ſtände, die mich blutig ſtechen und mir un=
ſagbare
Schmerzen machen. Warum verſtießet Ihr mich
einſt? Warum blieb ich nicht bei Euch? Sage mir das
zu allererſt!
Die Not, Signe, die Not! gurgelte Stephan Frank.
Die Not? Was für eine Not? Kann denn Not je=
mand
zum Verlaſſen ſeines Kindes bewegen?
Der in ſeiner Ecke lachte ein heiſeres, mißtönendes
Lachen. Du kennſt wohl keine Not, daß Du ſo fragſt?
Nein, gewiß nicht. Du biſt im Wohlleben groß geworden,
du haſt immer an einem vollen Tiſch geſeſſen und ſtets
ein Dach über Dir gewußt. Aber wir ich
Warte, unterbrach Signe, der ein jäh hochfahrendes
Erinnern durch den Sinn zuckte. Höre erſt! Zuletzt nur
Du. Warum verließeſt Du auch die Mutter?
Ihr ganzes Sinnen ſprang zu ihr. Es war bisher
nur im matten, verſchwommenen Hinübergleiten bei ihr
geweſen. Nun kam es mit einem wilden Daherſtürmen
und riß die Sehnſucht wach. . . . Ja, ſofort, gleich nachher
wollte ſie zu ihr. Da würde kein Grauſen und Fürchten
ihrer warten, ſondern ein unendlich tiefes Glück das ihre

ſein. Der Gedanke an das Wiederſehen, an das Mutter=
ſagen
, an das reine Kindesglück im Mutterarm und am
Mutterherzen, dem einzig rechten, ſtimmte ſie weicher,
nahm ihr ein Stück Furcht und Abſcheu ja, die waren
immer noch in ihr und ließ ſie einen Schritt näher
treten.
Stephan Frank erhob ſich. Wir haben uns ſechzehn
Jahre gemeinſam durch Not gewunden, durch Laſter auch.
Das heißt, das Laſter war nur mein Weggenoſſe, Deine
Mutter hat reine Hände. Allein gelaſſen habe ich ſie erſt
vor ein und einem halben Jahre.
Warum?
Du biſt unerſättlich mit Deinem Warum mit Dei=
nem
ſtändigen Warum! wich der Gefragte in hellem Un=
willen
aus. Und wenn ich es Dir auch ſagen wollte, ich
wüßte nicht, was. Es war eben alles zerrüttet. Das ganze
Leben war und iſt noch wie ein zerbrochener Krug, den
man am liebſten auf den Schutthaufen werfen möchte,
weil er zu nichts mehr taugt. . . . So gehe nun wieder zu
Deinen Bruns, laß alles, wie es war. Und wenn ich aus
dieſem elenden Loch erſt wieder heraus bin, dann werde
ich mir einen Strick um den Hals knüpfen, damit es ein
für alle Mal zu Ende iſt. Ich hab’ das verfluchte Elend=
leben
ſatt bis obenan. . . . Geh’ nur, geh’! So geh’ doch!
.. . Es war verrückt, was ich dachte. Es geht nicht! Er
ſank ſtöhnend auf den Schemel und ſchlug die Hände vor
das Geſicht.
Was geht nicht? fragte Signe tonlos=
Daß es anders werden ſollte. Wieder beſſer, ſtieß er
nach einem langen Zögern hervor, während er ſich mit den
Fäuſten gegen die Stirn hämmerte, als wollte er ſie zer=
trümmern
. Ich dachte, wenn wir wieder alle drei zu=

ſammen ſein könnten, müßt’ es gut werden. Ich würde
ein beſſerer Menſch werden, es könnte vielleicht noch gehen
mit mir. . . Aber es iſt ja Wahnſinn, Dich zu bekommen.
... Sie laſſen Dich nicht los. Und Du willſt ja auch gar
nicht los!
Er ſank weit nach vornüber und wimmerte wie ein
hilfloſes Kind, bis auch dieſes Wimmern verrann und
lange, lange eine troſtloſe, tote Stille war.
Signe ſtand wie gelähmt. Wie denn? Wir wieder
zuſammen? Das war ein ganz neuer Gedanke. Alſo ſie
von Bruns fort. Dann völlig neue Verhältniſſe. Vielleicht
in Not, in Hunger hinein. In Schlimmeres am Ende
noch. . . . Sie begann zu zittern; ihr ganzer Körper flog
wie unter der Einwirkung eines Schüttelfroſtes. Sie hatte
den Gedanken, zu fliehen, ſich zu retten vor einem entſetz=
lichen
Verhängnis, und vermochte doch kein Glied zu
rühren. Wie gebannt ſtand ſie und rang mit ſich einen
bitteren, unſäglich bitteren Kampf. Was ſtand ihr nicht
alles entgegen! Die grauſe Furcht vor dem Neuen warnte
und ſchrie: Bleib! Die Dankbarkeit kam, erhob ihre reinen
Hände und forderte: Du mußt bleiben! Die Liebe eine
ſeit langen Jahren erfahrene nahte mit wehen Augen
und bat flehend: Bleib bleib’, bleib!! Und zuletzt der
kalte Egoismus mit klugem Erwägen und berechnendem
Sinn. Der lachte trocken und ſagte: Daß Du eine Törin
wäreſt! An die neunundneunzig Mal!
Und dann ſchlug eins das alles tot: eine tiefe, er=
barmende
Liebe zu dem dort, der ihr Vater war, der wie
ein Bild des Jammers und der Verkommenheit in dem
dunklen Winkel des elenden Loches kauerte In ihren Adern
ſein Blut, und dieſes Blut gebar die erbarmende, bin=
dende
Liese.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

Nummer 81.

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Und alles andere war wirklich tot? Ja, es ſtarb eben
unter Zucken und Beben. Das, was Signe Franks Seele
ſo eigen erſchauern ließ, war nur noch das wehe Beklagen
des Geſtorbenen.
Sie riß ſich zuſammen und näherte ſich in halbem
Taumel ihrem Vater, der regungslos, weit nach vornüber
fgebeugt, ſaß.
Ich will wohl, Vater! ſagte ſie. Und wenn ich nicht
wollte, ich müßte es ja tun. Ich muß, ich muß
verrann es ſchluchzend. Und dann wieder feſter: Ja, ich
will!
Der wüſte, verkommene Landſtreicher fuhr auf. Sein
Ate mging keuchend. Und neben dem flammenden Zu=
fahren
des ſchuftigen Bedenkens: Sie iſt wohl verrückt! das
andere, zur Minute doch mächtigere, obwohl es nur wie
ein leiſes Streicheln weicher Hände war: Sie iſt ein
Engel!
Das zwang ihn auf die Kniee. Er beugte den Kopf
ſo tief hinab, daß ſeine Stirn die Fußſpitzen Signes be=
rührte
, und weinte heraus: Mein Kind, mein Kind!
Sie neigte ſich tief zu ihm hinab und legte ihre zuckende
Rechte auf ſeinen Kopf: Steh’ auf, Vater! ſagte ſie gütig.
Es iſt alles gut. Nun will ich zu der Mutter gehen und
ſie herholen. Dann können wir zuſammen davon reden,
was werden ſoll. . . .
Ehe Stephan Frank zu einer Entgegnung kam, wurde
die Zellentür hart geöffnet. Rackelmann ſtand auf der
Schwelle und überflog das ſich ihm bietende Bild mit
einem nachdrücklichen, von einem hämiſchen Lächeln be=
gleiteten
Räuſpern. Die waren wohl nun alle beide ver=
rückt
! Na, und die Schande für die Brunsſchen, wenn’s
rum kam . .. obwohl er nichts erzählen würde, nein, der
Brunsſchen wegen. Aber ſchließlich kam’s doch rum. . .
Es gab ja Klatſchmäuler. . . . Donnerbüchſen und Flinten=
ſchrot
! Die Signe und der elende Hund von einem Land=

ſtreicher im Polizeigewahrſam wie zwei, die zuſammen=
gehören
! . .
So ähnlich ging’s Rackelmann in Haſt durch den Sinn,
ehe er nach dem erſchrockenen Auffahren beider ſprach:
Der Herr Bürgermeiſter haben anzuordnen geruht, daß
der geſtern in Haft Geſetzte ſofort auf freien Fuß gebracht
wird. Haben Sie das gehört, Sie, Herr Herr . . . Sie?
Raus aus Metz!
Signe trat mit einer zornigen Bewegung vor. Hüten
Sie ſich, Rackelmann! warnte ſie mit zitternder Stimme.
Werden Sie nicht wieder unverſchämt. Ich verbiete Ihnen,
ſo
, ,
Na, na, na! fuchtelte der protzig Aufgepflanzte mit
ſeiner weit vorgeſtreckten Rechten Signe rückſichtslos vor
dem Geſicht herum. Sie haben hier nicht die Bohne zu
verbieten! Hier ſind wir Autorität, verſtehen Sie? Das
junge Mädchen rangierte bei ihm mit Rückſicht auf das
ſoeben Geſchaute um mindeſtens drei Geſellſchaftsklaſſen
tiefer und kam jetzt noch hinter Heinsdorfs Rieke, die
Mittwochs und Sonnabends lumpenſammelnd durch Hat=
tinghauſen
zog. Und nu allons, raus! fuhr er dann in
ſeinem alten Herrenton fort. Innerhalb vierundzwanzig
Stunden muß der vermaledeite Kerl das Weichbild unſerer
guten Stadt Hattinghauſen verlaſſen haben. So haben der
Herr Bürgermeiſter zu verfügen geruht.
Signe warf den Kopf ſtolz zurück und würdigte Rackel=
mann
keines Blickes mehr. Komm, Vater! ſagte ſie nur
noch.
Rackelmann trat ſchen zur Seite. Ja, die war verrückt
geworden, total verrückt!
Stephan Frank ſchlich wie ein geprügelter Hund an
dem Herrn Ratsdiener vorüber und wagte kein Wort.
Wenn man ſich nicht tätlich an ihm vergriff, wie geſtern,
ertrug er die erniedrigendſte Behandlung ohne Mucken.
Die langen Jahre mit ihrem erbärmlichen Kreuz und Quer

und dem moraliſchen Tiefſtand hatten ihn abgeſtumpft. Er
reagierte nur noch auf Fußtritte und Rippenſtöße.
Rackelmann ſpie hinter ihm drein und hatte einen
gemeinen Fluch. Dann begab er ſich auf das Amtszimmer
des Herrn Bürgermeiſters zum Rapport.
Das Licht der blanken Oktoberſonne war wie ein gol=
denes
Tuch über den ganzen Marktplatz gebreitet, als
Signe mit ihrem Vater vor die Tür des Rathauſes trat.
Er zeigte rückſichtslos alle Defekte Stephan Franks. Ja,
wirklich: verwahrloſt und heruntergekommen an allen
Enden. Signe betrachtete ihn ſcheu. Mit ihm zuſammen
durch die ganze Stadt zum Krankenhauſe? Nein. So
wenig ſie ſich ſeiner ſchämte, war doch das ihr anerzogene
äſthetiſche Empfinden ſo ſtark, daß ſie allein zu gehen be=
ſchloß
. Aber ſie war andererſeits nicht imſtande, ihm das
direkt zu ſagen, da ſie feinfühlig erwog, es müſſe ihn ver=
letzen
, um ſo mehr verletzen, da ſie ihm erſt vor Minuten
verſichert, ſie wolle ſein Leben von jetzt an teilen. Sie
fand einen Vorwand und ſagte, ſie müſſe ſich erſt den Hut
von zu Hauſe holen, er möchte inzwiſchen voraufgehen
und am Krankenhauſe auf ſie warten.
Als ſie noch ſprach, kam der junge Sörenſen quer über
den Markt her und ſchritt geradeswegs auf das Rathaus
zu. Er ſtutzte, ging dann haſtiger und langte vor der
Treppe an, als Signe und ihr Vater ſie hinabſtiegen. Ein
höhniſches Lächeln ſtand auf ſeinem Geſicht. Plötzlich
drehte er Signe ohne Gruß den Rücken zu.
Die erſte Demütigung, dachte ſie, die Lipen feſt auf=
einander
preſſend. Aber ſie war ſchnell darüber weg. Nur
den Mut nicht ſchon vorher verlieren! Nun als erſte Kon=
ſequenz
ihres Entſchließens die Tapferkeit.
Sie kam ungeſehen in das Haus. Auch ihr behutſames
Treppenhinanſteigen blieb unbemerkt. Oben im Flur fand
ſie an der Garderobe einen ihrer Hüte, und drei Minuten
ſpäter war ſie ſchon wieder auf der Straße.
Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 81.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913.

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Kongreſſe und Verbandstage.

Nationalliberaler Parteitag
für Preußen.
Hannover, 6. April. Unter zahlreicher Be=
keiligung
von Delegierten aus allen Teilen der Monarchie
fand hier der 4. Preußiſche Vertretertag der National=
liberalen
Partei ſtatt. Den Verhandlungen ging
eine öffentliche Volksverſammlung am Abend vorher,
voraus, die überaus ſtark beſucht war und in der der
Führer der Nationalliberalen Partei Reichstagsabgeord=
neter
Baſſermann, über das Thema Reichspolitik=
ſprach
Er begründete die Wehrvorlage, für die nicht
Deutſchland, ſondern die politiſche Lage verantwortlich ge=
macht
werden müſſe, und trat für die Einführung einer

allemeinen Beſihſtener ein. Den eigentlichen Vertreter=
tag
eröffrete heute der Vizepräſident des Preußiſchen Ab=
geordnetenhauſes
, Geh. Juſtizrat Krauſe, mit einem
Hoch auf den Kaiſer.
Darauf nahm Abg. Geheimrat Dr. Friedberg das
Wort, um den vorliegenden Wahlaufruf für die
kommenden Landtagswahlen zu begründen.
Der Redner hält ſich in ſeinen Ausführungen im weſent=
lichen
an den Aufruf ſelbſt, der einleitend auf die Wahl=
rechtsreform
zu ſprechen kommt. Die Nationalliberale
Partei habe alles getan, um ein neues und gerechteres
Wahlrecht zu erreichen, die Bemühungen ſeien aber an
den Konſerbativen und am Zentrum geſcheitert. Die Na=
tionalliberale
Partei fordere auf das allerbeſtimmteſte,
daß die Regierung die Wahlrechtsreform als eine der
erſten Aufgaben der kommenden Legislaturperiode be=
trachte
. Die Partei lehne entſchieden die Einführung des
gleichen Wahlrechts ab, verlange aber geheime und direkte
Wahl und Beſeitigung der Drittelung der Urwahlbezirke
und Vermehrung der Zahl der Abgeordneten. Sie ver=
werfe
ferner die rein mechaniſche Einteilung der Wahl=
kreiſe
nach der Volkszahl, es werde eine Abgrenzung ver=
langt
in Berückſichtigung von Land und Leuten. Die Par=
tei
bekämpfe mit allen geſetzlichen Mitteln die Sozial=
demokratie
, die darauf ausgehe, die beſtehende Geſell=
ſchaftsordnung
umzuſtoßen und an deren Stelle eine rück=
ſichtsloſe
Klaſſenherrſchaft zu ſetzen. Die Partei fordere
eine Reform der inneren Verwaltung in Anpaſſung an
unſer Wirtſchaftsleben. Unſerer Landwirtſchaft und In=
duſtrie
ſoll der Zollſchutz erhalten bleiben, die Partei
widerſetze ſich dem Abbau der Zölle. Ferner trete die
Partei für die Erhaltung des notwendigen Seuchen=
ſchutzes
ein. Die innere Koloniſation müſſe mit allen
Mitteln in der Form von Bauernanſiedlungen gefördert
werden. Die Bildung von Fideikommiſſen müſſe mög=
lichſt
erſchwert werden. Der gewerbliche Mittelſtand be=
dürfe
nach wie vor der Unterſtützung und Förderung. Hier
werde u. a. verlangt: Aufhebung des § 100g der Gewerbe=
ordnung
und Schutz gegen den Bauſchwindel. Die Für=
ſorge
für die Arbeiterſchaft erfordere auch in Zukunft die

größte Aufmerſankeit, aber ebenſo der Schutz der Ar=
beitswilligen
. Die wirtſchaftliche Lage der Beamten und
Lehrer hätte ſich gebeſſert; wenn irgendwo noch Mißſtände
vorhanden, werde die Partei bemüht ſein, ſie zu beſei=
tigen
. Auf geiſtigem Gebiete fordere die Partei Freiheit
im Denken und Handeln, in Wiſſenſchaft und Kunſt. Die
Beſetzung der ſtaatlichen Aemter dürfe nur nach Fähig=
keit
, nicht nach Geburt, Religion oder Vermögen erfolgen.
Schließlich verlangt der Aufruf noch Schutz der Oſtmarken
und der Nordmark. In der Debatte wurden verſchiedene
Abänderungswünſche laut, denen zum Teil Rechnung ge=
tragen
wurde. Darauf wurde der Wahlaufruf einſtimmig
genehmigt.
Es gelangte ferner folgender Antrag zur Annahme:
Der 4. Allgemeine Preußiſche Vertretertag der Natio=
nalliberalen
Partei ſpricht die Erwartung aus, daß bei
den kommenden preußiſchen Landtagswahlen die Wahl=
kreisorganiſationen
und die Kandidaten gegenüber der
Sozialdemokratie keinerlei Verpflichtungen übernehmen.
Darauf wurde der Parteitag vom Vorſitzenden mit den
üblichen Dankesworten für geſchloſſen erklärt.

Handel und Verkehr.

* Berlin, 7. April. Der Allgemeinen Elek=
trizitätsgeſellſchaft
iſt die Konzeſſion für die=
elektriſche
Bahn Geſundbrunnen-Neukölln vom Miniſte=
rium
der öffentlichen Arbeiten der königlichen Genehnig=
ung
unterbreitet worden. Die Hälfte des Kapitalbedarfs
wird durch vertraglich vereinbarte Zinsgarantie der Stadt
Berlin geſichert. Für den verbleibenden Betrag iſt die
Ausgabe von Vorzugs= und Stammaktien in Ausſicht
genommen. Um in der Finanzierung der umfangreichen
Geſchäfte völlig freie Hand zu behalten, hat die A. E. G.
an ihr Konſortium 30 Millionen Mark zum Nennwert
rückzahlbare Schuldverſchreibungen begeben, die mit 5
Prozent für die erſten fünf Jahre ausgeſtattet ſind und
nachher in gleicher Weiſe wie die früheren Emiſſionen 4½
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Seite 16.

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[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. April 1913,

Nummer 81

Sport, Spiel und Turnen.

Pferderennen. Eröffnungsrennen in
Grunewald. Inveſtment=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz
1200 Meter: 1. Königl. Hauptgeſt. Graditz’ Pelikan (F
Geſtüt Mydlinghovens Maximilian
Bullock),
(Rice), 3. Smaragd (Shurgold). Tot. 9110, Pl. 14:10;
Tot. 58:10, Pl. 21:10; Pl. 19.10. Unpl.: Reichsanwalt (4),
Holofernes, Rubel, Palatin, Schlemm, Perugino, Türken=
bund
, Haarbuſch. Sternum wurde beim Start reiterlos,
entlief und die Einſätze wurden am Totaliſator zurück=
gezahlt
. Totr. Kopf1½ Lg. Tartar=Handikap;
5000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn E. Thiels Grä=
fentonna
(Shurgold), 2. Jasmin (Wenſch), 3. Sara
(Bleuler), 3. Jutta (Shatwell). Tot. 65110, Pl. 24,
97, 10, 13:10. Unpl.: Brabant, Delil, Maſſai, Sankt Theo=
bald
, Friſch, Qui Vive. Gegenwehr, Hals-¾ Lg.
Heerſtraße=Jagdrennen; Ehrenpreis und 4000 Mark, Diſt.
3500 Meter: 1. Leutn. A. von Hanſemanns Courvoiſier
Napoleon (Leutn. Graf Bethuſy=Huc), 2. Zitat (Leutn.
von Raven), 3. Jiu Jitſu (Leutn. Graf M. Lehndorff).
Tot. 43:10, Pl. 17, 16, 27110. Unpl.: Angola, Veſtival,
Torquemada (angeh.), Ich Dien (angeh.), Chanoine.
Leicht, 32½ Lg. Sappho=Handikap: 13000 Mark, Diſt.
1600 Meter: 1. Freiherrn H. von Reiſchachs Margarete
(Shatwell), 2. Colleoni (O. Müller), 3. Seehund Streit).
Tot. 103:10, Pl. 28, 21, 43:10. Unpl.: Induſtrie, Bajazzo,
Bürgermeiſter, Marzipan, Reichsritter, Pakt. Leicht, 2½
bis ¾ Lg. Impuls=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1000
Meter: 1. Herrn F. Lindenſtaedts Goldamſel (Rice), 2.
Pfalzgraf (Shatwell), 3. Ovation (Burns). Tot. 45:10,
Pl. 14, 13, 16:10. Unpl.: Haſtings, Seneca, Jacob, Prinz=
Gemahl. Sicher, ½½ Lg. Elben=Hürdenrennen; 4500
Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Herrn F. Strauchmanns
Salut (Weishaupt), 2. Mondſtein (Wiſcheck), 3. Omama
(B. Streit). Tot. 35:10, Pl. 15, 26, 20:10. Unpl.: Ingo,
Allgeſchwind, Frühwach, Bascaville, Sumatra. Ueber=
legen
, 23 Lg. Flunkermichel=Rennen; 5000 Mark,
Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn A. von Schmieders Felſen=
kirchen
(O. Müller), 2. Sybille (Lane), 3. Planet (W.
Bullock). Tot. 120:10, Pl. 51, 32:10. Unpl.: L’Amour,
Junggeſelle, Was ihr wollt. Sicher, 1½½ Lg.
Dresden, den 6. März. Preis von Pirna, Ehren=
preis
und 2200 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Major Graf
Wuthenaus Phönix, (Leutn. v. Moſch), 2. Prinz Braun
(Herr Leonhardi), 3. Rothaut (Herrn von Hatten). Tot.
36:10, Pl. 17, 49110. Unpl.: Eilige (4), Aeronaut, Mora.
Leicht, 2/ Lg. Preis von Königſtein; 2500 Mark,
Diſtanz 1600 Meter: 1. Graf Weſtphalens Orlow (Jangl)
2. Felſenburg (Rybka), 3. Caban (Dietrich). Tot. 35:10,
Pl. 13, 12:10. Unpl.: Sodom. Sehr leicht, 31½ Lg.
Moritzburger Jagd=Handikap; 2900 Mark, Diſtanz 3500
Meter: 1. Herrn K. Hartmanns Aladin (Leutn. Streſe
mann), 2. Haſchiſch (Beſ.), 3. Eo ipſo (Leutn. v. Moſch),
Tot. 25.10, Pl. 13, 12110. Unpl.: Leibhuſar, Lerobi. Ueber=
legen
, 2½2 Lg. Ehrenpreis=Handikap; Ehrenpreis
und 6500 Mark, Diſtanz 1500 Meter: 1. Major Graf Wu=
thenaus
Gaboriau (Brederecke), 2. Max Intyre ( Lom=
matzſch
), 3. Tapage (Jangl). Tot. 31.10, Pl. 26, 37, 39110.
Unpl.: Quirl (4), Ruſtic, Maruſchka, Oranier, Scotsgap
Chicane, Moslem, Merry Mat, Goldbach. Leicht, 1½
Lg. Elbtal=Jagdrennen; Ehrenpreis und 3000 Mark,
Diſtanz 4000 Meter: 1. Leutn. Graf Strachwitz! Nowton
(Beſ.), 2. The Gun (Leutn. von Witzleben), 3. Senſible
Symons (Herr Dodel). Tot. 22:10, Pl. 12, 13:10. Unpl.:
Chauri, Miß Gris, Laſt not leaſt. Sicher, ¾½ Lg.
April=Flachrennen; 4000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1
Herrn Guetſchows Roſenkavalier (Olejnik), 2. Black River
(Blades), 3. Vilja (Plüſchke). Tot. 24:10, Pl. 17, 17.10.
Unpl.: Partiſan (4), Jra. Leicht, 35 Lg.
Dortmund. Erſtes Rennen: 1. Zinia (Kühl, 2.
Siegmund (Piplies), 3. Daruvar (Ludwig). Tot. 19110
Pl. 11, 13:10. Unpl.: Paradox, Meg Dods. Zweites
Rennen: 1. Tenedos (Bock=Pol), 2. Shſtick (Gr. Brühl),
3. Red Blum (Leutn. Knobloch). Tot. 56:10, Pl. 20, 15:10.
Unpl.: Dublin, Füſilier. 515 Lg. Drittes Rennen:
1. Eſto (Schuller), 2. Sajodin (Ludwig), 3. Rabenlocke
(Kühl). Tot. 83:10, Pl. 17, 13, 13:10. Unpl.: Kurt, Veit,
Corodexter, Athlet. Kopf3 Lg. Viertes Rennen: 1.
Wahn (Hammer), 2. Lümmel I (Piplies), 3. Bakers Lad
(Ludwig). Tot. 38:10, Pl. 19, 18, 31:10. Unpl.: Dollar=
prinzeſſin
, Böske, Chateauvort, Zucht (4).
Fünftes
Rennen: 1. The Bun (von Treskow), 2. Rune II (Graf
Beiſel). 3. Door Mat (Leutn. Demnig). Tot. 22110.
Drei liefen. Sechſtes Rennen: 1. Flibuſtier (Ltn. Dem=
nig
), 2. Torciaba (von Bock=Pol), 3. Wild Girl ( Tres=
kow
). Tot. 55:10. Pl. 31, 18:10. Unpl.: Villanecio, Habs=
burg
. 66 Lg.
Wiesbaden. Erſtes Rennen: 1. Malotru (Gädicke),
2. The Green Hand (Dyhr), 3. Avongroft. Tot. 31.10,
Pl. 13, 14, 18:10. Unpl.: Fantaſie, Aegir, Topchidere,
Yazna, Polar Star, Waudru, Over the Matter, Griſine,
Carmel, Amzer. Zweites Rennen: 1. Gay Paris (Leutn.
Freyr), 2. Octavius (Weinſchenck), 3. Colelough II
(Berch). Tot. 64:10. Pl. 18, 36, 18:10. Unpl.: Blai Bag=

gley, May Royal, Baro, Hannani, Tempete III, Ready
Wit. Drittes Rennen: 1. Erato (Burian), 2. Jor
(Gädicke), 3. Mattiacum (Steinmann). Tot. 145:10, Pl.
28, 16, 46:10. Unpl.: Earl, Lornabe, Ocean, Abendſtern,
Contento, Suhogo, Herzog, Norton Lizzi. Viertes Ren=
nen
: 1. Meerbraut (Graf Holck), 2. Adler (Herr Pur=
gold
), 3. Succurs (Leutn. Weinſchenck). Tot. 34110, Pl.
18, 20, 17.10. Unpl.: Aſa, Jüdin, Revolte, Hilda. 4
Lg. Fünftes Rennen: 1. Druid Hill (Unterholzner), 2.
Sartorys (Th. Baſtian), 3. Carntoi. Tot. 72110, Pl. 16,
13, 16:10. Unpl.: Marotte, Milon II, Holdfaſt, Fauz
Pas II, Mir (gefallen). Sechſtes Rennen: 1. Black Swan
Purgold), 2. Haematits (Leutn. Knell), 2. Marokko
(von Berchem). Tot. 29110, Pl. 14, 17, 24:10. Unpl.:
Sunbad, Abſage, Ukas, Llandludne, Lynch Law, Baſtion,
Douce, Amie, Cerelo, Salambo. Siebentes Rennen:
1. Argile (A. von Schligen), 2. Saint Ferreal (Leutn.
Graf Holck), 3. Bilbao (Herr Utech), 3. Cape Flo=
rizel
(Leutn. Knell). Unpl.: Beau Manoir.
München=Riem. Erſtes Rennen: 1. Bauern=
fänger
(Scholz), 2. Parleur (Gehrke), 3. Raviſſante (Matz).
Tot. 22110, Pl. 11, 11:10. Unpl.: Carracas. 5 Lg.
Zweites Rennen: 1. Tenedos (Leutn. v. Bock und Polach),
2. Aſhſtick (Leutn. Graf Brühl), 3. Red Plum (Leutn.
Knobloch). Tot. 56:10, Pl. 20, 15:10. Unpl.: Rublin,
Fuſelier. 515 Lg. Drittes Rennen: 1. Samiel (Goetke)
2. Brodekin (Böhme), 3. Carus (Matz). Tot. 24:10, Pl.
12, 19, 13:10. Unpl.: Gregorius, Narſes, Cabin, Gretl.
½6 Lg. Viertes Rennen: 1. In Dubio (Beſ.), 2. Mon
Cheri (Leutn. Hutſchenreuter), 3. Sonnenblick (Leutn.
Frhr. von Lotzbeck). Tot. 20110. Pl. 13, 13110. Unpl.:
Cenſington, Perſica. ½ Lg.-Kopf. Fünftes Rennen:
1. Sideſlip (Böhme), 2. Les Graviers (Brumm), 3. Kron=
ſtadt
(Gehrke). Tot. 27110, Pl. 14, 16110. Unpl.: Secouſſe.
Ericuſa, Ludwigsfeld. 1½3 Lg.
Sechſtes Rennen:
1. Blauer Dunſt (Leutn. Zeltmann), 2. David II (Leutn.
von Lotzbeck), 3. La Patiniere (Beſ.). Tot. 14:10, Pl.
10, 10:10. Unpl.: Sublima. 1½2 Lg.
Trabrennen zu Hamburg=Farmſen. Erſtes
Rennen: 1. Beska (Doelemann), 2. Flirt (Knöpnadel),
3. Carmen II (Schlingmann). Tot. 43:10, Pl. 16, 16, 13:10.
Unpl.: Quappe, Seeſtern, Liſchen, P., Bice, Lady Elect=
wood
, Burgfalter, Heinerle. Kopf10 Lg.
Zweites
Rennen: 1. Acinot (E. Treuherz), 2. Magdalena (Fiſcher)
3. Winella (Wiltſhire). Tot. 33:10, Pl. 14, 21, 13:10. Un=
plaziert
: Nuſcha, Widerau, Ambroſia, L. St., Saladin,
Chiffa, Safo, Rivale. 3½ Lg. Drittes Rennen: 1
Buchholzer (Weilhammer), 2. Glücksbub (Schnurrmann),
3. Freddy I (Ch. Mills). Tot. 244:10, Pl. 59, 68, 26:10.
Unpl.: Maudeto, Hexenmeiſter, Fenella, Dante, Schampus,
Alentell jr., Dr. Ruſſian, Queruſſina. 12 Lg. Viertes
Rennen: 1. Aframont (E Treuherz), 2. Chelſea (A
Mills). 3. Brennus (Ch. Mills). Tot. 39110, Pl. 13, 15,
14:10. Unpl.: Miß Got, A. Hartcourt, Heritier, Jor. 12
Lg. Fünftes Rennen: 1. Felly (Ch. Mills), 2. Auguſt H.
(Maidment), 3. Sylveſter II Dieffenbacher). Tot 21:10,
Pl. 14, 47, 35:10. Schuldnerin, Diana II, Nora R., Ova=
tion
, Waſſermann, Novelliſt, Stotterin, Carmen. 410
Lg.
Sechſtes Rennen: 1. Senechal (Beſ.), 2. Quendel
(Beſ.), 3. Liddy G. (Fiſcher). Tot. 16110. Pl. 10, 12:10.
Unpl.: Nicolette. Weile-Weile. 7. Rennen: 1. Senior
(Ch. Mills), 2. Baumeiſter (Wiltſhire), 3. Hauptkerl
(Fiſcher). Tot. 18:10. Pl. 13, 15:10. Unpl.: Nachtlicht
(4), Patriot I, Azolla. 34 Lg.
Paris, 6. April. Prix de Croiſſy; Diſtanz 1400
Meter, 5000 Fr.: 1. Monſ. W. K. Vanderbilts Hallerie
(O'Neill), 2. Membakut (A. Lane), 3. Merveilleuſe (F
Lane). Tot. 37110, Pl. 18, 49, 34:10. Unpl.: La Mi Ca=
reme
, Proßba, Gars, Breton, La Segre, Faiſan, Notus,
Chryſolite, Eghiſte, Orphin. Hals-3 Lg. Prix de Fer=
rieres
; Diſtanz 2200 Meter, 5000 Fr.: 1. Monſ. Aug. Bel=
monts
Bavard III (F. Lane), 2. Siva II (J. Childs), 3.
Puritain (Jennings). Tot. 274:10, Pl. 87, 45, 78:10. Un=
plaziert
: Witkind I, Onferme, Gendarme, Kemmel, Roi
de Champs, Mallappris, Maitre Chabiron, Crebecut,
Oeuli, Gamin, Pr. de Normand, Le Chatouill, Badebek,
Oat Fly, Scrap. 1½1½ Lg. Prix de Mars; Diſtanz
2000 Meter, 8000 Fr.: 1. Monſ. E. Deutſchs de la M. Bon=
heur
du Jour (J. Childs), 2. Raveyre (Stern), 3. So=
liſte
(Bellhouſe). Tot. 68:10, Pl. 25, 34, 2310. Unpl.:
Voscarini, Diantree, Nectar III, Conſcrit, Winkelrid
Max. Prir des Sablons; Diſtanz 2000 Meter, 30000
Fr.: 1. Monſ. H. E. Duryeas Shannon (Mac Gee), 2
Gavarni III (J. Childs), 3. Bonbon Roſe (Bellhouſe).
Tot. 54:10, Pl. 21, 43, 27110. Unpl.: Romagny, Agenda
Floraiſon, Maboul, Le Cid III, Foxling, Lilium, Cor=
ton
II, Zenith. Prix de Fontainebleau; Diſtanz 2200
Meter, 15000 Fr.: 1. Monſ. A. Foulds Riverain (M.
Henry), 2. Le Candeur (J. Reiff), 3. Charing Croß
(Sharpe). Tot. 38:10, Pl. 16, 17, 24:10. Unpl.: Garne=
ment
(4), Vermet, Gloſter, Le Becquet, Pantagruel. Hals
bis ½ Länge. Prix de Chevilly; Diſtanz 3000 Meter,
10000 Fr.: 1. Monſ. A. Aumonts Hardie (M. Henry),
Ukaſe II (J. Reiff). Tot. 41:10, Pl. 15, 21, 19110. Unpl.:
Raſoir (4), Fanon, Nerac, Take Are, Le Quart dHeure.
Hals-½ Lg.

sr. Radrennen. Großer Preis von Düſſel=
dorf
. 30 Kilometer: 1. van Neck 23 Min. 15 Sek,. 2.
Scheuermann 29,700 Kilometer, 3. Saldow 29,600 Kilo=
meter
, 4. Günther 27,800 Kilometer. 50 Kilometer:
1. Günther 38 Minuten 39 Sekunden, 2. Scheuermann
49,900 Kilometer, 3. van Neck 41,650 Kilometer, 4. Saldow
46,600 Kilometer. Klaſſement: 1. Scheuermann 79,670
2. van Neck 78,650, 3. Günther 77,800, 4. Saldow 76,200
Kilometer. Zwei Fliegerrennen wurden von dem Han=
noveraner
Brehmer gewonnen.
Radrennen zu Erfurt. 30 Kilometer: 1. Hall
29 Min. 11,2 Sek., 2. Schwab 360 Meter, 3. Kjeldſen 1400
Meter, Altwein weit zurück. 40 Kilometer: 1. Hall 40
Min. 31,1 Sek., 2. Schwab 650 Meter, 3. Altwein 1595 Me=
ter
, 4. Kjeldſen 1995 Meter zurück. Geſamtklaſſement: 1.
Hall 70 Kilometer, 2. Schwab 68,990 Kilometer, 3. Alt=
wein
66,825 Kilometer, 4. Kjeldſen 66,605 Kilometer.
Straßenfernfahrt Rund durch Elſaß
und Baden: 1. Siewert=Berlin 8 Stunden 43 Minuter
2. Aberger=Berlin ½ Lg., 3. Bauer=Charlottenburg ½ Lg.
zurück, 4. Schenkel=Leipzig 8:47:00, 5. Schallwig=Mainz
½ Lg., 6. Weiſe=Berlin ½ Lg., 7. Meck=Düſſeldorf ½ Lg.
zurück, 8. Böhm 8:56:10.
A. Vanderſtuyft gewinnt den Preis der
Nationen. (Olympiabahn Berlin.) Auguſt Lehr=
Preis: 1. Lorenz, 2. Finn, 3. Kudela, 4. Peter. Dauer=
rennen
mit Vorgabe, 15 Kilometer: 1. Rocke (6 Runden
Vorgabe) in 10 Minuten 38,2 Sek.; 2. Leutert (5 Run=
den
) 1110 Meter, 3. Amort (3 Runden) 1380 Meter, 4
Pawke (Mal) 1690 Meter, 5. Jenske (1 Runde) 1810 Me=
ter
zurück. Harry Elkes=Memorial, 10 Kilometer: 1. Wal=
thour
7.34, 2. Nettelbeck 90 Meter, 3. Vanderſtuyft 180
Meter, 4. Janke 310 Meter, 5. Timmermanns 930 Meter
zurück. Preis der Nationen, 75 Kilometer: 1. A. Vander=
ſtuyft
53:35, 2. Nettelbeck 2610 Meter, 3. Janke 5090 Meter,
4. Timmermanns 7230 Meter, Walthour 9630 Meter zurück.
Tandemrennen: 1. Lorenz=Rudel, 2. Kudela=Peter, 3.
Hoffmann=Finn. Prämienfahren: 1. Pawke, 2. Krup=
kat
, 3. Freiwald.
Kunſtturnen. Das Stelldichein der geübteren
Turner des Main=Rhein=Gaues, das in der
Turnhalle der Turngemeinde Darmſtadt am Sonntag vor=
mittag
ſtattfand, und das den Zweck verfolgte die Wett=
turner
zu den Einzelkämpfen für das deutſche Turnfeſt in
Leipzig vorzubereiten und einen Austauſch von geeigneten
Kürübungen zu vermitteln, hatte eine Anzahl Zuſchauer
herbeigelockt, die mit Intereſſe den oft verblüffenden Kür=
übungen
der Turner folgten. Der Wettkampf bei einem
deutſchen Turnfeſt, insbeſondere derjenige im Kunſtturnen,
ſtellt an die Leiſtungsfähigkeit des Einzelnen große An=
forderungen
, und ſchon mancher tüchtige Turner hat auf
den heißerſehnten ſchlichten Eichenkranz verzichten müſſen,
ſei es infolge ungünſtiger Zuſammenſtellung ſeiner Kür=
übungen
, oder eines anderen Mißgeſchicks. Um nun die
erſtere Gefahr bei den Wetturnern des Main=Rhein=Gaues
nach Möglichkeit zu verringern, dazu diente auch die vor=
geſtrige
Uebungsſtunde, die unter der bewährten Leitung
des Gauturnwartes Hofferberth ſtattfand. Sie begann
mit dem Durchüben der für die diesjährige Gaunturn=
fahrt
beſtimmte Pflichtfreiübung, die ſchließlich im Takt
tadellos ausgeführt wurde. Hieran ſchloß ſich ein kurzes
Pflichtturnen am Reck, Barren und Pferd, ſowie ein Kür=
turnen
an den drei genannten Geräten, wobei manche
eigenartige Uebungsverbindung und manches Neue ge=
zeigt
wurde. Die Vorturner wurden von der Turn=
gemeinde
Darmſtadt geſtellt. Nach Durchturnen der von
dem 9. Kreis der deutſchen Turnerſchaft für das deutſche
Turnfeſt vorgeſehenen Längspferdübungen wurde die
Uebungsſtunde geſchloſſen. Es war ſchade, daß die für
das mittelrheiniſche Vorturnerturnen in Bockenheim be=
ſtimmten
Reckübungen der 1. Riege der Turngemeinde
Darmſtadt infolge zu ſtarker Inanſpruchnahme der Hände
der betreffenden Turner bei dem Kürturnen am Reck nicht
mehr vorgeführt werden konnten. Zu bemerken iſt noch,
daß der bekannte Gipfelturner Joſeph Lindner von der
Frankfurter Turngemeinde, der zufällig zum Beſuche ſeiner
Turnbrüder aus der Darmſtädter Turngemeinde hier
weilte, ſich in uneigennütziger Weiſe in den Dienſt der
guten Sache ſtellte. Wie verlautet, ſollen noch mehrere
derartige Uebungsſtunden ſtattfinden, ſo daß zu hoffen iſt,
daß die Turner des Main=Rhein=Gaues wohlgerüſtet zu
der großen Heerſchau in Leipzig antreten können.
sr. Fußball. Berlin ſchlägt Wien 422 (21).
Vor ungefähr 8000 Zuſchauern lieferten ſich am Sonntag
auf dem Hertha=Sportplatz die Städte=Mannſchaften von
Wien und Berlin ein ſehr ſchönes flottes Spiel. Die
Oeſterreichen waren namentlich in der Läuferreihe etwas
ſchwächer als in den Vorjahren. Bei den Berlinern zeigte
die Verteidigung glänzende Leiſtungen. Das Spiel war
im allgemeinen gleichmäßig verteilt. In der 10. Minute
erzielte der Mittelläufer Oppenheim für Wien das erſte
Tor. Erſt in der 26. Minute konnte Röpnack durch einen
ſehr ſcharf getretenen Strafſtoß den Ausgleich herbeifüh=
ren
. Einige Minuten ſpäter errang Berlin durch den Mit=
telſtürmer
Fuchs die Führung. In der zweiten Spielhälfte
fielen in der 17. Minute durch Worpitzky und in der 39.
Minute aus einem Gedränge heraus durch Arnd zwei wei=
tere
unhaltbare Tore, denen erſt kurz vor Schluß der Halb=
rechte
für Wien das zweite Tor entgegenzuſetzen vermochte
Trotz ſtarker Angriffe der Wiener blieb es bei dieſem
Stand bis zum Schluß. Zu bemerken iſt noch, daß in der
erſten Spielhälfte ein wegen Hand für Berlin gegebener
Elfmeterball von Röpnack abſichtlich vorbeigetreten wurde
Von den bisherigen 18 Städtewettkämpfen hat nun=
mehr
Wien 11 und Berlin 6 gewonnen. Einer endete un=
entſchieden
.
Darmſtädter Sportklub 1905. Das Spiel
zwiſchen dem Darmſtädter Fußballklub 05 und der Liga=
mannſchaft
des Sportklubs Bürgel endete nach ſpannen=
dem
Kampfe mit 4:4 Toren unentſchieden. Die zweite
Mannſchaft des Sportklubs gewann gegen die gleiche des
Freiſpielklubs Neu=Iſenburg mit 710, und die dritte
Mannſchaft der Hieſigen verlor in Neu=Iſenburg mit 610
Toren.

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