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176. Jahrgang
wärts nehmen die Poſtämter u. die
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
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Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Wehr= und Deckungsvorlagen ſind dem
Reichstag am Samstag zur Beſchlußfaſſung
zuge=
gangen.
Nach der am Samstag veröffentlichten Denkſchrift für
das Marineluftſchiffweſen werden für dieſes
im ganzen 50 Millionen Mark oder 10
Millio=
nen Mark in fünf Jahresraten gefordert.
Der regierende Fürſt Heinrich XlV. von Reuß
j. L. iſt Samstag im 81. Lebensjahre geſtorben.
Das engliſche Unterhaus nahm nach zweitägiger
Debatte die Effektivſtärke der Marine nach dem
Etat an. Der Antrag auf Herabſetzung der
Effektiv=
ſtärke wurde mit 197 gegen 28 Stimmen abgelehnt.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
31 März 1813: Blücher und Wintzingerode überſchreiten
die Elbe bei Dresden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Die neue Heeresvorlage.
! Die jetzt bekannt gegebene neue Heeresvorlage
ſtellt ſich als eine Ergänzung des Geſetzes über die
Frie=
denspräſenzſtärke des deutſchen Heeres vom 27. März 1911
beziehungsweiſe 14. Juni 1912 dar. Nach dem geltenden
Geſetze ſollte vom 1. April 1911 ab die
Friedenspräſenz=
ſtärke des deutſchen Heeres als Jahresdurchſchnittsſtärke
allmählich derart erhöht werden, daß ſie im Laufe des
Rechnungsjahres 1915 die Zahl von 545 211 Gemeinen,
Gefreiten und Obergefreiten erreichte und in dieſer Höhe
bis zum 31. März 1916 beſtehen bleiben. Die neue
Vor=
lage erhöht die Friedenspräſenzſtärke, wie
ſchon mitgeteilt, auf 661 176 Gemeine, Gefreite und
Ober=
gefreite. An der Geltungsdauer des
Friedenspräſenzge=
ſetzes wird durch die neue Vorlage nichts geändert. Nach
der letzteren wird Preußen einſchließlich der unter
preußi=
ſcher Militärverwaltung ſtehenden Kontingente an dieſer
Friedenspräſenzſtärke mit 513 068 (bisher 420939) Mann
beteiligt ſein, Bayern mit 73 168 (60351), Sachſen mit
49 472 (41 625) und Württemberg mit 25 468 (21 296) Mann.
Die Einjährig=Freiwilligen kommen auch in Zukunft auf
die Friedenspräſenzſtärke nicht in Anrechnung. Die Zahl
der Formationen ſoll in der Weiſe vermehrt werden, daß
am Schluſſe des Rechnungsjahres 1915 beſtehen: bei der
Infanterie 669 (nach dem bisherigen Gefetz 651)
Batail=
lone, bei der Kavallerie 550 (516) Eskadrons, bei der
Fuß=
artillerie 55 (48) Bataillone, bei den Pionieren 44 (33)
Bataillone, bei den Verkehrstruppen 31 (18) Bataillone
und beim Train 26 (25) Bataillone. Die Formationen
bei der Feldartillerie, 633 Batterien, bleiben der Zahl nach
unverändert. Um die angegebene Präſenzſtärke zu
er=
reichen, ſollen jährlich rund 63000 Rekruten mehr
einge=
ſtellt werden. Die geſamte Heeresvermehrung beläuft ſich
auf rund 4000 Offiziere, 15000 Unteroffiziere, 117000
Ge=
freite und Gemeine und 27000 Pferde. Auf dieſen
Be=
ſtand werden zahlreiche Formationen der drei
Haupt=
waffen auf einen erhöhten Etat gebracht.
Die Vorlage enthält auch eine Denkſchrift über
das Marineluftfahrtweſen. Danach ſtellen ſich
die Ergänzungsforderungen auf 3
Marineluft=
ſchiffe, 2 Luftfahrtabteilungen mit je 5 Luftfahrzeugen,
eine Station mit 4 Doppel=Drehhallen und 2 feſten Hallen,
ſowie eine Mutterſtation mit 6 Außenſtationen. Der
Perſonalbedarf beträgt insgeſamt 1452
Deckoffi=
ziere, Unteroffiziere und Mannſchaften. Die Geſamtkoſten
betragen für die Jahre 1914 bis 1918 insgeſamt 50
Mik=
lionen.
Die Durchführung der ſämtlichen geplanten
Maß=
nahmen bei den drei Hauptwaffen iſt in Anbetracht ihrer
Dringlichkeit ſoweit als möglich, für den Oktober
1913 geplant. Nur bei den Spezialwaffen zwingen
Rück=
ſichten organiſatoriſcher Art zu einer Verteilung der
Durchführung auf einige Jahre. Die in den geltenden
Ge=
ſetzen über die Friedenspräſenzſtärke des deutſchen Heeres
bereits angeordneten organiſatoriſchen Maßregeln, deren
Verwirklichung noch im Vorjahre bis auf 1914 und 1915
verſchiebbar erſchien, ſollen ſchon im Herbſte 1913
durchge=
führt werden. In ähnlicher Weiſe ſoll die größtenteils
durch die Etats der letzten Jahre bereits angeſtrebte Be=
ſchaffung von Kriegsmaterial aller Art beſchleunigt
wer=
den. Auch iſt, wie die Begründung hervorhebt, ein
raſche=
rer und vermehrter Ausbau unſerer Feſtungen
erforder=
lich, damit dieſe den Unternehmungen des Feldheeres einen
ſicheren Rückhalt und Stützpunkt bieten können.
Zur Deckung der Mehrausgaben dienen ein
erhöhter Betrag der beſtehenden Zölle und Steuern, die
Erhebung eines Stempels für Geſellſchaftsverträge und
Verſicherungsquittungen, die Erweiterung des Erbrechts
des Staates, die Ueberſchüſſe von 1911/1912 und die
Er=
hebung des Wehrbeitrages, über die ſchon das Nähere
mitgeteilt worden iſt.
Aus Zöllen und Steuern ſind für 1913
24 Millionen Mark, für 1914 und 1915 je 16 Millionen
Mark Mehrerträge erwartbar. Die Erhebung eines
Stem=
pels von Geſellſchaftsverträgen und
Verſicherungsquittun=
gen verſpricht einen Beharrungszuſtand von 64 Millionen
Mark; indeſſen ſoll den Bundesſtaaten für den Verzicht
auf dieſen Stempel eine Entſchädigung gewährt werden,
und zwar für die erſten drei Jahre in Höhe des ganzen
Ergebniſſes des bisherigen Landesſtempels, für die drei
folgenden Jahre je die Hälfte. Infolgedeſſen erhielte das
Reich 1913 22 Millionen, 1914 und 1915 je 44 Millionen.
Das Geſetz über das Erbrecht des Staates
läßt für das Reich einen Jahresbeitrag von 15
Millionen Mark erwarten, für 1913 jedoch nur
5 Millionen. Der Ueberſchuß von 1911 beträgt
4 738457 Mark, der Ueberſchuß von 1912 75
Mil=
lionen. Der Wehrbeitrag, der nach dem
Ver=
mögensſtand vom 31. Dezember 1912 veranlagt wird ſoll
in zwei Jahresraten erhoben werden und einen
Geſamt=
ertrag von 975 bis 1000 Millionen Mark ergeben. In
ſpäteren Jahren würden bei unverkürzter Beibehaltung
der Zuckerſteuer und des Zuſchlags zur
Grundwechſelab=
gabe die fortdauernden Ausgaben der Wehrvorlagen mehr
als gedeckt ſein. Ihre Beibehaltung iſt daher nur bis
Ende 1917 in Ausſicht genommen Bei den fortdauernden
Ausgaben ergibt ſich für 1913 ein ungedeckter Betrag von
3 Millionen Mark für 1914 ein ſolcher von 63 Millionen,
für 1915 von 91 Millionen Mark. zuſammen von 157
Mil=
lionen Mark, denen jedoch nur die Bedeutung einmaliger
und vorübergehender Fehlbeträge zukommt. Es iſt daher
gerechtfertigt, zu ihrer Deckung den Wehrbeitrag mit
her=
anzuziehen. Die einmaligen Ausgaben beziffern ſich
ein=
ſchließlich dieſer ungedeckten Beträge auf 1055 Millionen
Mark, für deren Deckung aus den Ueberſchiſſen von 1912
rund 65 Millionen Mark bereitgeſtellt werden. Mithin
bleiben 990 Millionen Mark aus dem Wehrbeitrag zu
decken.
Neben der vorſtehend bezeichneten behandelt der
Ge=
ſetzentwurf noch zwei weitere Maßnahmen, nämlich die
Anſchaffung eines zur Befriedigung eines
außerordent=
lichen Bedarfs dienenden Beſtandes an
Silbermün=
zen bis zur Höhe von 120 Millionen Mark, ſowie die
Ausgabe weiterer Reichskaſſenſcheine in
Abſchnit=
ten zu 5 und 10 Mark bis zur Höhe von 120 Milionen
Mark, um aus ihrem Erlös einen gleich hohen Betrag in
gemünztem Golde mit der Zweckbeſtimmung des
Reichs=
kriegsſchatzes bereitzuſtellen. Beide Maßnahmen
verfol=
gen den Zweck. dem Finanzweſen des Reichs gegenüber den
in kritiſchen Zeiten geſteigerten Anſprüchen eine größere
Widerſtandsfähigkeit zu verleihen.
Betrachtet man dieſe Vorſchläge kritiſch, ſo iſt alſo
auseinanderzuhalten der Wehrbeitrag in Höhe von
½ Prozent von Vermögen über 10000 Mark und die
ein=
zelſtaatliche Beſteuerung von Einkommen, Vermögen und
Erbſchaften, die ſich in der Kopfſteuer von 1,25 Mark für
den Kopf der gegenwärtigen Bevölkerung äußert. Als dieſe
Steuerart bei der Finanzreform von 1909 im Antrag
Gamp vorgeſchlagen wurde, erklärten ſich beſonders die
Einzelſtaaten dagegen mit der Begründung, daß ſie dieſe
Laſt nicht würden tragen können. Da die Steuer
nun=
mehr vom Bundesrat ſelbſt vorgeſchlagen wird, ſo iſt
an=
zunehmen, daß die einzelſtaatlichen Miniſter
ſich mit ihr abgefunden haben, und daß ſie eben verſuchen
müſſen, die durch dieſe Steuer auf 2,05 Mark
hinaufge=
ſchraubten Matrikularbeiträge durch die einzelſtaatliche
Be=
ſteuerung von Einkommen, Vermögen und Erbſchaften
wieder hereinzuholen. Sollten entſprechende Geſetze in
einzelnen Staaten bis zum 1. April 1916 nicht zuſtande
kommen, ſo tritt eine Vermögenszuwachsſteuer
von Reichs wegen in Kraft. Daß die Ermäßigung der
Zuckerſteuer und des Grundſtücksſtempels wiederum würde
hinausgeſchoben werden, war nach dem Gang der letzten
Finanzaktion eigentlich zu erwarten. Neu und überraſchend
iſt dagegen der Vorſchlag eines Stempels auf
Geſell=
ſchaftsverträge und Verſicherungspolicen,
und es ſind die Einzelheiten darüber abzuwarten. Die von
der Regierung weiter berechneten Mehrerträge aus Zöllen,
Steuern und Gebühren mögen wohl richtig ſein und auch
in Zukunft tatſächlich eintreffen. Ob das Erbrecht des
Staates diesmal mehr Gegenliebe finden wird wie
1909, wo es mit der Nachlaßſteuer verkoppelt war und
darum fiel, bleibt abzuwarten. Damals erklärten ſich in
der Kommiſſionsberatung Zentrum, Konſervative, Anti=
ſemiten und Polen ſcharf gegen das Prinzip der Vorlage,
in dem ſie eine Lockerung der Familienbande ſahen. Der
Geſetzentwurf wurde dann auch am 5. Juli 1909 mit 190
gegen 136 Stimmen abgelehnt. Die Regierungsvorlage
rechnet nur mit einem Ertrage von 15 Millionen, der
Ent=
wurf von 1909 rechnete mit einem ſolchen von 25 Millionen.
Was endlich den Wehrbeitrag anlangt, der in den
Zeitungen bisher treffender „Kriegsſteuer” oder „
Kriegs=
kontribution” genannt worden war, ſo bleibt auch hier die
Aufnahme abzuwarten. Da in der Preſſe vielfach eine
Staffelung des Steuerſatzes und eine Heranziehung von
übergroßen Einkommen gefordert worden iſt, wird man
ſich angeſichts der verhältnismäßig primitiven
Grund=
lagen des Entwurfs noch auf mancherlei ſcharfe, vielleicht
auch erbitterte Erörterungen gefaßt machen müſſen.
In der allgemeinen Begründung der
Vorlage heißt es: „Durch die Ereigniſſegdie ſich auf
dem Balkan abſpielen, ſind die europäiſchen
Machtver=
hältniſſe verſchoben worden. Deutſchland hat in einem
Kriege, der ihm aufgenötigt werden ſollte, langgeſtreckte,
von Natur zum großem Teil offene Grenzen
möglicher=
weiſe gleichzeitig gegen mehrere Feinde zu ſchützen.
In=
folge der eingetretenen Verſchiebungen iſt es heute mehr
denn je unſere oberſte Pflicht, dieſen Schutz ſo ſtark zu
ge=
ſtalten, wie unſere Volkskraft es zuläßt. Die Stärke
un=
ſeres Heeres hat mit dem Wachstum der Bevölkerung nicht
völlig gleichen Schritt gehalten. Teile der wehrkräftigen
Bevölkerung bleiben gegenwärtig für den Waffendienſt
unausgebildet. Die allgemeine Wehrpflicht iſt aber die
bewährteſte Unterlage für Deutſchlands Stärke. Nur wenn
ſie verwirklicht bleibt, können wir der Zukunft mit dem
ſicheren Gefühl erfüllter Pflicht und feſten Vertrauens
ent=
gegenſehen. Dann bleibt auch die Armee jung, und wir
ſind nicht genötigt, im Kriegsfalle ältere Jahrgänge,
Män=
ner mit Frau und Kind, ſofort in vorderſter Linie an den
Feind zu führen, während junge, dienſttaugliche
Mann=
ſchaft zurückbleibt und beim Eintritt der Gefahr erſt
aus=
gebildet werden muß. Leitender Gedanke der Vorlage iſt
deshalb der Ausbau der allgemeinen Wehrpflicht nach dem
Stande der Bevölkerung. Rund 63000 Rekruten
ſollen jährlich mehr eingeſtellt werden. Ihre Einſtellung
wird vor allem dazu dienen, den Friedensſtand der
vor=
handenen Truppenteile zu erhöhen. Durch die ſo
ver=
beſſerte Zuſammenſetzung der Truppenteile erfährt das
Heer einen Zuwachs an ſchnell bereiter Kampfkraft, wird
ihm der Uebergang vom Friedens= in den Kriegsſtand
er=
leichtert, werden die im Kriegsfall einzureihenden
Jahr=
gänge des Beurlaubtenſtandes verjüngt und verſtärkt.
Soll die vermehrte Anſpannung
unſe=
rer Wehrkraft hiernach grundſätzlich nicht dazu
die=
nen, zahlreiche neue Truppenteile aufzuſtellen oder neue
große Truppenverbände zu ſchaffen, ſo können doch
ein=
zelne Neuformationen nicht länger entbehrt werden. Um
den zahlreicheren Heereserſatz ausbilden zu können, muß
das Offizier= und Unteroffizier=Korps weſentlich verſtärkt
werden. Zur Sicherung dieſer Verſtärkung ſollen die
Kriegsſchulen in Preußen noch um eine vermehrt, die
Ka=
dettenanſtalten in Preußen und Sachſen vergrößert, in
Preußen zwei Unteroffizierſchulen neu geſchaffen, die
preu=
ßiſchen und ſächſiſchen Unteroffizierſchulen und=Vorſchulen
verſtärkt werden. Der Unteroffiziererſatz wird
aber in erſter Linie durch Sicherſtellung ſeiner Zukunft
nach dem Ausſcheiden gewonnen. Daher ſoll die
Dienſt=
prämie nach 12jähriger aktiver Dienſtzeit von 1000 auf
1500 Mark heraufgeſetzt und die Abfindung für
Nichtbe=
nutzung des Zivilverſorgungsſcheines ebenfalls erheblich
höher bemeſſen werden. Die
Zivilverſorgungsentſchädi=
gung ſoll von 12 auf 20 Mark monatlich und die einmalige
Geldabfindung von 1500 auf 3000 Mark erhöht werden.
Dieſe Erhöhung ſoll auch für die Marine gelten. Um die
Unteroffizierslaufbahn auch ſonſt noch günſtiger zu
geſtal=
ten, iſt eine Beſſerſtellung der Unteroffiziere und
Kapitu=
lanten hinſichtlich der Verpflegung und durch Gewährung
von einzelnen beſonderen Zuſchüſſen in Ausſicht
genom=
men. Entſprechend der Erhöhung der
Friedenspräſenz=
ſtärke iſt auch eine Vermehrung des Beamtenperſonals für
allgemeine und beſondere Verwaltungszwecke, für
Rechts=
pflege und Seelſorge vorgeſehen. Ferner ſollen Mittel
für eine beſſere Verpflegung der Mannſchaften, ſowe für
freie Urlaubsreiſen in die Heimat bereitgeſtellt werden.
Die für den Ausbau der Luftflotte erforderlichen
Mittel, die bekanntlich anfangs in einer beſonderen
Vor=
lage angefordert werden ſollten, ſind in der jetzigen
14. Juni 1912 angeſetzte Friedenspräſenzſtärke machte ge=
14 Juni 1912 angeſetzte Friedenspräſenzſtärke machte
ge=
mäß der Volkszählung von 1910 0,838 202 vom Hundert
der Bevölkerung aus. Der Anteil wird durch die neue
Vorlage auf 1,018353 vom Hundert erhöht.
Preßſtimmen zu der Vorlage.
Das Berliner Tageblatt ſchreiht: Die neue
Wehrvorlage bringt nach den monatelangen Erörterungen
keine große Ueberraſchung, ſie beſchert uns in der
Haupt=
ſache nicht mehr, als erwartet wurde. Betreffs der
Ver=
mögensabgabe muß eine vernünftige Staffelung verlangt
werden. Betreffs der als Beſitzſteuer bezeichneten
Reichs=
vermögensſteuer wird die Frage nicht zu umgehen ſein
ob dies die allgemeine Beſitzſteuer ſein ſoll, die der Bun
desrat bis zum 30. April vorzulegen verſprochen hat.
Wenn ja, darf man geſpannt ſein, wie der Reichstag
dies ſtärkſte Stück, das ihm je geboten wurde, aufnehmen
wird. — Berl. Lokalanzeiger: Alles in allem
ge=
nommen, kann man ſagen, daß der Bundesrat ehrlich
be=
ſtrebt war, für die Deckungsvorlage eine Löſung zu ſuchen,
mit der die Volksvertretung ſich wohl oder übel
einver=
ſtanden erklären kann. Mit großer Begeiſterung wird ſie
ſich der Nachprüfung ſeiner Vorſchläge gewiß nicht
unter=
ziehen, aber ob es ihr gelingen wird, andere Wege
aus=
findig zu machen, als die verbündeten Regierungen ſie
jetzt empfehlen, darf bis auf weiteres bezweifelt werden.
— Berl. Neueſte Nachrichten: Wir verhehlen nicht,
daß wir gegen eine Reihe von Einzelheiten des neuen
Steuergeſetzes erhebliche Bedenken haben. Noch niemals
wurde dem Reichstag eine Steuervorlage vorgelegt, die
ſoweit wie dieſe den Wünſchen der Linken entgegenkommt
Gewiſſe Schwächen des Entwurfs zu beſeitigen, wird
Aufgabe des geſamten Parlaments ſein. Dieſen in ſeinen
Grundzügen zu zerſtören, hieße, das mühſelig errungene
Kompromiß der Bundesratsverhandlungen gefährden
oder gar illuſoriſch machen. — Tägliche Rundſchau
Der Grundgedanke, die neuen außerordentlichen Laſten in
der Hauptſache dem Beſitz aufzubürden, iſt ſowohl bei den
Wehrbeiträgen als bei der Deckung der laufenden Koſten
mit einer Strenge und Rückſichtsloſigkeit durchgeführt, die
auch ein Sozialdemokrat, wenn er ehrlich ſein will,
unbe=
dingt anerkennen muß. — Voſſiſche Zeitung: Die
Wehrvorlage wird auf mannigfache Sympathien, die ſich
aus der politiſchen Lage ergeben, rechnen können, dre
Deckungsvorlage dagegen wird in weiten Kreiſen lebhaftem
Liderſpruch begegnen und monatelang das Volk und die
Volksvertretung beſchäftigen In dieſer jetzigen Form
bedeute ſie eine beinahe vorbehaltsloſe Unterwerfung der
Regierung unter die reaktionärſten Parteigruppen.
Kreuzzeitung: Es erſcheint als keine glückliche
Lö=
ſung, daß in dem zu erlaſſenden Reichsgeſetz die
Beſteue=
rung der Erbſchaft von Ehegatten und Kindern unter dem
doch ſehr durchſichtigen Schleier der
Vermögenszuwachs=
ſteuer vorgeſchlagen wird.
Deutſche
Tages=
zeitung: In erſter Linie ſcheint es uns angebracht, nichr
einen gleichmäßigen Satz für alle Vermögen zu fordern,
ſondern vor allem für die kleinen Vermögen eine
Staffe=
lung nach unten vorzunehmen. Der dadurch entſtandene
Ausfall müßte einesteils durch höhere Staffelung des
Ab=
gabenſatzes bei den großen Vermögen, andernteils aber
durch eine ſchärfere Erfaſſung der großen Einkommen
ein=
gebracht werden. — Morgenpoſt: Eine ſehr bedenkliche
Neuerung iſt die Ausgabe von 120 Millionen Mark
Sil=
bermünzen und von 120 Millionen Mark
Reichspapier=
geldes zum Zwecke der Verſtärkung des
Reichskriegs=
ſchatzes im Juliusturm. Das bedeutet eine bedrohliche
Verſchlechterung unſerer Währung und der Deckung
un=
ſerer Reichsbanknoten. — Germania: Wir behalten
uns unſere Stellungnahme im einzelnen vor, bis die
Vor=
lage in ihrem Wortlaut veröffentlicht iſt.
Mehrere Wiener Blätter beſprechen die
Er=
höhung der deutſchen Wehrkraft und würdigen
die einmütige Opferwilligkeit, mit der das
deutſche Volk den Forderungen, die ſich aus der
gegen=
wärtigen ernſten Zeit ergeben, Rechnung trägt. Das
Fremdenblatt ſchreibt am Schluſſe ſeiner
Be=
ſprechung: „Das Deutſche Reich gibt eine Probe ſeiner
ungeheuren materiellen Kraft, aber auch ſeines feſten
Wil=
lens, ſeinen Platz an der Sonne unter allen Umſtänden
zu behaupten. Es verſteht den Appell zu dem „Opfer”
welcher nunmehr erklingt. Unter dem mächtigen Schut
des Reiches iſt der Wohlſtand ſeiner Bevölkerung
gewach=
ſen. Das deutſche Volk übt heute Revanche, indem es
den Staat in die Möglichkeit verſetzt, auch fernerhin zur
Aufrechterhaltung des Friedens und damit zur Sicherung
ruhiger, ungeſtörter, ziviliſatoriſcher Arbeit das Seine
bei=
zutragen.‟ Die Neue Freie Preſſe ſchreibt: „Wir
als Verbündete des Deutſchen Reiches ſehen mit
Bewun=
derung, mit welcher Opferfreudigkeit das deutſche
Bürger=
tum bereit iſt, die großen Koſten dieſer Vorlage zu tragen
und ein Schauſpiel zu geben, wie es ſeit dem Mittelalter
die Geſchichte nicht hat verzeichnen können.”
Deutſches Reich.
— Der Reichstag, der am Mittwoch wieder
zu=
ſammentritt, dürfte, wie verlautet, in der nächſten Woche
keine Vollſitzungen weiter abhalten, um den Parteien
Ge=
legenheit zu geben, zu den neuen Heeres= und
Steuervor=
lagen Stellung zu nehmen. Die plenarfreien Tage ſollen
gleichzeitig dazu dienen, die Arbeiten der
Budgetkommiſ=
ſion zu fördern, die noch den Etat des Auswärtigen Amtes
den Militärhaushalt und den Haushalt des
Reichsſchatz=
amtes zu beraten hat. In der zweiten Aprilwoche ſollen
die neuen Vorlagen zur erſten Leſung geſtellt werden. Die
erſte Leſung wird durch eine Rede des Reichskanzlers
ein=
geleitet werden. Die Beratung des Militärhaushalts
dürfte vorausſichtlich mit der neuen Heeresvorlage nicht
verbunden werden.
— Ein weiterer Rückgang der Einfuhr
ausländiſchen Fleiſches. Der ſchon im Monak
Dezember eingetretene Rückgang in der Einfuhr von
aus=
ländiſchem Vieh und Fleiſch hat ſich im vergangenen
Mo=
nat, für den jetzt die amtliche Statiſtik vorliegt, noch
ver=
ſtärkt. Die Urſache dafür dürfte lediglich in dem Ausgleich
der Preisunterſchiede zwiſchen Inland und Ausland zu
ſuchen ſein. Wenn auch die Einfuhr von friſchem
Rind=
fleiſch gegenüber dem Vormonat vorher nur einen
mäßi=
gen Rückgang zeigt, ſo beträgt doch bei einer Einfuhr von
29000 Doppelzentnern der Abſtand gegen den November
bereits 13000 Doppelzentner. Schweinefleiſch iſt von
43000 Doppelzentner im Januar auf 34000 im Februar
zurückgegangen. Von dieſen kamen 16000 aus den
Nieder=
landen und 12000 aus Rußland. Die Einfuhr von
Rind=
vieh zeigt einen Rückgang von rund 800 Stück gegen den
Januar; die Niederlande, deren Grenze jetzt geſperrt iſt,
führten noch 1800 Stück ein. Die Einfuhr von Schweinen
aus Rußland in das oberſchleſiſche Induſtriegebiet hat ſich
auf der gleichen Höhe wie im vorhergehenden Monat
ge=
halten. An Stelle des im Handelsvertrag mit Rußland
feſtgeſetzten Kontingents von rund 10000 Schweinen
mo=
natlich wurden im Februar infolge der Kontingents=
Er=
höhung 14769 Schweine eingeführt.
Ausland.
Schweiz.
Der Gotthardbahnpertrag. In der Sitzung
des Nationalrates verlangte der Vertreter des Kantons
Teſſin eine tarifariſche Gleichſtellung der Gotthardbahn
mit den anderen Schweizer Bahnen und empfahl die
An=
nahme des Gotthardvertrages, weil er vorteilhaft ſei.
Bundesrat Forrer hielt eine dreiſtündige Rede über die
Geſchichte der Gotthardbahn und die betreffenden
diplo=
matiſchen Unterhandlungen. Er beſtritt, daß von
ſchwei=
zeriſcher Seite ein Fehler begangen worden ſei. Die
Be=
ratung wird am Montag fortgeſetzt. Der Bundesrat wird
Vertagungs= und Vermittlungsanträge ablehnen. Die
Annahme des Staatsvertrages gilt als geſichert
Frankreich.
Die Kredite für die nationale
Ver=
teidigung. Der Bericht über die im Budgetausſchuß
für die Beſchleunigung der nationalen Verteidigung
be=
willigten Kredite von 420 Millionen wurde geſtern in der
Kammer verteilt. Von dieſen Krediten entfallen auf die
Artillerie 214 Millionen, auf den Geniedienſt 100
Millio=
nen, auf den Intendanzdienſt 21 Millionen, auf den
Eiſen=
bahndienſt 17 Millionen, auf die Pulvererzeugung 5 350 000
Francs, auf den Sanitätsdienſt 2600000 Francs, auf den
geographiſchen Dienſt 100000 Francs. Der von dem
gegenwärtigen Ackerbauminiſter Clementel verfaßte Bericht
ſchließt mit den Worten: Indem die Kommiſſion von
der Kammer die Genehmigung dieſer Kredite verlangt,
legt ſie Wert darauf, zu erklären, daß es ſich um die
na=
türliche und elementarſte Maßnahme der nationalen
Ver=
teidigung handelt, die in keiner Weiſe als eine Drohung
oder Herausforderung angeſehen werden könne. Man
kann nicht genug wiederholen, daß Deutſchland in den
letzten zehn Jahren für ſeine militäriſche Ausrüſtung eine
Milliarde mehr als Frankreich ausgegeben hat.
Ein Vertrauensvotum für die
Regie=
rung. Bei der Diskuſſion in der Kammer über den
Vor=
ſchlag der Kommiſſion, gemäß dem Antrage der
Sozia=
liſten, eine Amneſtie für anarchiſtiſche Verbrechen zu
erlaſ=
ſen, beſtanden der Juſtizminiſter Ratier und
Miniſter=
präſident Barthou auf der Notwendigkeit der Paragraphen
8 und 9, beſtimmte Individuen, die die Landesverteidigung
zu lähmen ſuchten, von der Amneſtie auszuſchließen. Nach
lebhafter Debatte verwarf die Kammer den ſozialiſtiſchen
Antrag mit 380 gegen 171 Stimmen.
Die Kredite für Marokko. Nachdem
Kriegs=
miniſter Etienne beruhigende Erklärungen über die
fort=
ſchreitende Herſtellung friedlicher Zuſtände in Marokko
ge=
geben hat, genehmigte der Senat die Kredite von 130
Mil=
lionen Francs für die Bedürfniſſe der Truppen in
Ma=
rokko mit 285 gegen 4 Stimmen.
Die dreijährige Dienſtzeit. Der
Heeres=
ausſchuß der Kammer ſprach die Anſicht aus, daß es
wün=
ſchenswert wäre, die vom Kriegsminiſter im Falle der
Einführung der dreijährigen Dienſtzeit verſprochenen
Mannſchaftsbeurlaubungen zu vermehren und beauftragte
ſeinen Berichterſtatter Paté, dem Ausſchuß die für die
Prüfung dieſer Frage erforderlichen Angaben bei der für
den 24. April anberaumten Wiederaufnahme der
Beratun=
gen vorzulegen. Paté erklärte einem Journaliſten, der
Heeresausſchuß wolle, ehe er ſich über die Dauer der
Be=
urlaubungen ausſpreche, die genauen Ziffern der
Mann=
ſchaftsbeſtände nach Einführung der dreijährigen
Dienſt=
zeit kennen, denn er beabſichtige, die Bedürfniſſe der
na=
tionalen Verteidigung mit den wirtſchaftlichen Intereſſen
des Landes in Einklang zu bringen.
In der Kommiſſion des Senats für
die Wahlreform erinnerten Miniſterpräſident
Bar=
thou und der Miniſter des Innern Klotz daran, daß der
Berichterſtatter ſelbſt zugegeben hätte, daß die
Minder=
heitsvertretung und das Amendement Peytral nicht
mit=
einander vereinbar ſeien. Die Regierung betonte den
Wunſch nach Verſtändigung und forderte die Kommiſſion
zur Mitarbeit auf. Clémenceau, der Vorſitzende der
Kom=
miſſion, dankte der Regierung für ihre Geneigtheit zu
einer Verſtändigung und erklärte, die Kommiſſion teile ſie
ohne Ausnahme. Bekanntlich veranlaßte das
Amende=
ment Peytral den Sturz des Kabinetts Briand.
Spanien.
Die Frage des konfeſſionellen
Unter=
richts. Graf Romanones erklärte, daß er einem ihn
be=
ſuchenden Ausſchuß von Diſſidenten und Freidenkern, die
ihn als liberalen Führer aufforderten, die
Parteiabgeord=
neten zu einer geplanten Volksverſammlung behufs
For=
derung des konfeſſionsloſen Unterrichts zu entſenden, eine
ablehnende Antwort erteilt habe, weil ein derartiger
Schritt eine Verkennung des allgemeinen Volksempfindens
darſtelle und er zwar eine liberale, aber keine radikale
Politik zu treiben beabſichtige. Es komme ihm darauf
an, in der bevorſtehenden Verfügung den Geiſt der
Tole=
ranz auszudrücken, der die Mitte halte zwiſchen dem
ſchroffen Auftreten der rechts= und linksſtehenden
Ele=
mente, und daher müſſe er von der Abhaltung der
Ver=
ſammlung, die durch Herausforderung der gegenteiligen
Meinungen den Erfolg des eigenen Vorgehens erſchwere,
dringend abraten.
Rumänien.
Die Seſſion des Parlaments iſt bis zum
15. April einſchließlich verlängert worden. Der
Miniſter=
rat beſchloß, den Staatsvoranſchlag um 20 Millionen Lei
zu erhöhen, der zum größten Teil auf das Budget des
Kriegsminiſteriums entfällt.
China.
Die tibetaniſche Frage. Die chineſiſche
Re=
gierung hat der engliſchen Regierung mitgeteilt, daß ſie
einen ſpeziellen Geſandten nach London zu ſchicken wünſche,
um über die tibetaniſche Frage zu einem Ausgleich zu
ge=
langen. Die chineſiſche Regierung hat für dieſe
Spezial=
miſſion Went=Sung Yao ernannt, der früher der zweite
Amban in Tibet geweſen iſt und daher die einſchlägigen
Verhältniſſe genau kennt. Die engliſche Regierung hatte
der chineſiſchen Regierung am 8. März mitgeteilt, daß ſie
Was die Tſchataldſcha=Armee
erduldete.
C) Erſt in künftigen Zeiten, wenn die Statiſtik die
Ge=
heimniſſe des Balkankrieges erhellen mag, wird
die Welt einen wirklichen Einblick in den Umfang der
Leiden gewinnen, die die Tſchataldſcha=Armee
in den letzten Wochen und Monaten erdulden mußte, und
die beinahe die Schrecken der offenen Feldſchlacht in den
Schatten ſtellen. Der in Konſtantinopel weilende
Ita=
liener R. Larco hat von vielen türkiſchen Offizieren, die
auf einige Tage nach der Hauptſtadt beurlaubt waren,
Einzelheiten erfahren, die er jetzt im Corriere della Sera
veröffentlicht und die ein wahrhaft erſchütterndes Bild
von den Leiden und Opfern der Soldaten enthüllen. Die
ganzen Wintermonate über ſtanden ſich die Tſchataldſcha=
Armee und das bulgariſche Heer gegenüber. Es war
leicht, in den Herbſtmonaten Gräben und Verſchanzungen
auszuheben, und ſie mochten auch gegen die Geſchoſſe des
Feindes Schutz gewähren, nicht aber gegen die
vernich=
tende Gewalt des unbarmherzigen Winters. Denn ſchnell
verwandelte der Regen die Gräben und Schanzen in
wahre Folterkammern, füllte ſie mit Waſſer und Lehm,
und in dieſen von der Natur improviſierten Sümpfen
verbrachten die Truppen nun Tag um Tag, faſt bis an die
Knie in Waſſer und Schlamm ſtehend. Was nutzte es,
daß man dieſe Sümpfe zuzuſchütten verſuchte, daß man
Steine, Reiſig und Aeſte herbeiſchleppte, um in ihnen
wenigſtens gehen zu können! Die benachbarten
Waldun=
gen wurden mit Axt und Säge geplündert, mitten in die
Gräben legte man Baumſtämme, um einen Halt für die
Füße zu finden. Aber neue Regenmengen gingen nieder
und vernichteten immer wieder die Früchte dieſer Arbeit.
Mit der Zeit begannen die Truppen die Verſchanzungen
mit haſtig improviſierten Dächern zu verſehen, aber gegen
das Waſſer, den Wind und die Kälte blieb der Kampf
vergebens.
Schon im November begannen die Leiden, die
berüch=
tigten Herbſtſtürme kamen, von Tag zu Tag wuchſen die
vom Himmel herabſtrömenden Waſſermengen: doch die
Soldaten mußten ausharren, kauerten Tag um Tag, vor
Kälte zitternd und bis auf die Haut durchnäßt im Winde
und konnten kaum noch ihre Gewehre umklammern. Die
Proviantwagen blieben im Schlamme ſtecken, es war nicht
möglich, ſie durch Menſchenkraft weiter zu bewegen, Pferde
verſanken bis an die Bruſt in die überall ſich bildenden
Moräſte, und oft waren die verzweifelten Anſtrengungen
die dieſe frierenden, von Lehm und Schlamm unkenntlich
gemachten Menſchen unternahmen, vergeblich. Und doch
war dieſe Leidenszeit nur ein Vorſpiel zu dem, was
kom=
men ſollte, zum Winter. Mit ihm hielt ſtumm und
uner=
bittlich der weiße Tod in die Gräben und Schanzen an
der Tſchataldſcha=Linie ſeinen Einzug. Vom Schwarzen
Meer herüber kamen die ſchneidenden Eiswinde, Nacht
um Nacht erſtarrte die Erde: und dann kam der Schnee
und bedeckte alles mit ſeinem weißen Leichentuch. Immer
tiefer verſanken die Lagerſtellen zwiſchen dieſen weißen
Gebirgen, immer größer wurde die Zahl der
Menſchen=
opfer. Man ſah ſich genötigt, den erſchöpften Soldaten
die Ruhezeit noch zu verkürzen, indem man die Vorpoſten
und Wachttruppen ſtündlich ablöſte. Aber keiner dieſer
ſchaurigen Wintermorgen dämmerte herauf, ohne daß man
dort draußen auf dem Schnee ſchwarze Geſtalten auflas:
Vorpoſten, Wachen und Soldaten, die erfroren waren.
Und wen der weiße Tod verſchonte, der ſah ſich langſam
dahinſiechen. Die Qualen und Entbehrungen dieſes Win
ters machten ſich an jedem Einzelnen fühlbar, von Tag
zu Tag wurde man matter, ſpürte, wie die Körperkräfte
abnahmen und der äußerſte Aufwand an Willenskraft
keinen Erſatz bot. Die Geſichter der Soldaten, die hier
mit der Kälte und der Feuchtigkeit ein wortloſes ſtummes
Ringen durchlitten, nahmen mit der Zeit einen ſeltſam
ſtumpfen, gleichgültigen und mutloſen Ausdruck an. Die
geſchwächten Körper boten dem Froſt keinen Widerſtand
mehr; an den Füßen begann es, ſie erſtarrten, die Haut
löſte ſich vom Fleiſche: und dann kam der Augenblick, da
jeder Schritt unmöglich geworden war. Jede Woche
mußten Hunderte und dann Tauſende ſolcher
Unglück=
lichen aus der Front entfernt werden; ſie waren
kampf=
unfähig geworden, Menſchen, von denen kein Opfer mehr
zu fordern war. Als die Ambulanzen überfüllt waren,
begann man die Ueberzähligen nach Konſtantinopel zu
ſchaffen. Dort konnte man in den ſpäten Abendſtunden
und zur Nachtzeit, wenn die Straßen leer waren, den
geiſterhaften Zug dieſer Aermſten einherziehen ſehen:
ab=
gemagerte Geſellen mit troſtlos dreinblickenden Augen,
die man nach Kräften den Augen der Bevölkerung
ent=
zog und möglichſt unauffällig in den Baracken und
Kran=
kenhäuſern verbarg, indes Konſtantinopel Karnepal
feierte.
Heute iſt es noch unmöglich, die Zahl dieſer Opfer
des Winters feſtzuſtellen, aber in eingeweihten Kreiſen
iſt es kein Geheimnis, daß weit über 20000 Mann
der Tſchataldſcha=Armee als Opfer des Winters aus der
Front kampfunfähig in die Lazarette übergeführt werden
mußten. Vorher hatte die Cholera ihre 25000 Menſchen
dahingerafft. Der Winter vollendete, was ſie nicht
ver=
mochte. Wenn dereinſt die Einzelheiten und die Zahlen
über dieſen Winter an der Tſchataldſcha=Linie bekannt
werden, wird die Menſchheit erſchüttert dieſe grauenvollen
Ziffern leſen, die von den Opfern erzählen, die dieſe
un=
glückliche Armee im Kampfe mit höheren Gewalten ihrem
Vaterlande bringen mußte.
die chineſiſche Republik erſt anerkennen könne, wenn ein
Abkommen über Tibet unter beſtimmten Vorausſetzungen
zuſtande gekommen ſei.
* Das bayeriſche Prinzregentenpaar
wird ſeine Reiſe an die ſüddeutſchen Höfe in Stuttgart
Karlsruhe und Darmſtadt am 2. Mai mit großem Gefolge
antreten. Pfingſten wird das Regentenpaar auf der
königlichen Villa Edenkoben in der Rheinpfalz verleben
dann mehrere Städte in der Rheinpfalz beſuchen und am
17. Mai über Würzburg nach München zurückkehren.
* Fürſt Heinrich XlV. von Reuß j. L. †.
Fürſt Heinrich XlV von Reuß j. L. iſt am Samstag
morgen 4 Uhr 16 Minuten ſanft entſchlafen. Fürſt
Heinrich XIV. war am 28. Mai 1832 in Koburg geboren.
Am 11. Juli 1867 folgte er ſeinem Vater, dem Fürſten
Heinrich LXVII., in der Regierung. Der Fürſt war
zweimal vermählt; in erſter Ehe mit der 1886 verſtorbenen
Herzogin Agnes von Württemberg, in zweiter
morgana=
tiſch mit der 1851 in Frankfurt a. M. geborenen Frau von
Saalburg (früher Friederike Grätz). Sein Nachfolger iſt
der am 10. November 1858 in Gera geborene, mit einer
Prinzeſſin zu Hohenlohe=Langenburg vermählte ſeitherige
Erbprinz Heinrich XXVII. Er hat bereits für
ſeinen Vater und den an der Ausübung der Regierung
dauernd behinderten Fürſten Heinrich XXIIWV. von Reuß
ä. L. die Regentſchaft geführt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 31. März.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Bevollmächtigten bei der
Zentralkommiſſion für die Rheinſchiffahrt Geheimen
Oberbaurat Imroth zu Darmſtadt die Erlaubnis zur
Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem
Deutſchen Kaiſer, König von Preußen, verliehenen
Kronen=Ordens 2. Klaſſe erteilt und dem Reallehrer
Edmund Hartmann in Gießen das Ritterkreut
2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
mit der Krone verliehen.
* Schulperſonalien. Uebertragen wurden den
Lehrern Philipp Angel zu Wald=Michelbach, Kreis
Heppenheim, eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Ensheim, Kreis Oppenheim, Jakob Simon zu
Dex=
heim, Kreis Oppenheim, eine Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Nackenheim, in demſelben Kreiſe; den
Schulamtsaſpiranten Philipp Rudolf Emmert aus
Alsheim, Kreis Worms, eine Lehrerſtelle an der
evange=
liſchen Schule zu Eich, Kreis Worms, Philipp
Gött=
mann aus Werſau, Kreis Dieburg, eine Lehrerſtelle
an der evangeliſchen Schule zu Lampertheim, Kreis
Bensheim, Karl Kummert aus Amberg (Bayern) eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Dienheim, Kreis
Oppenheim, Guſtav Schwamb aus Schornsheim,
Kreis Oppenheim, eine Lehrerſtelle an der evangeliſchen
Schule zu Lampertheim, Kreis Bensheim, Johannes
Baußmann aus Frei=Laubersheim, Kreis Alzey, eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Weinolsheim,
Kreis Oppenheim, Simon Zimmermann aus
Nacken=
heim, Kreis Oppenheim, eine Lehrerſtelle an der Ge
meindeſchule zu Bodenheim, in demſelben Kreiſe, Jakob
Knapp aus Hüttenfeld, Kreis Bensheim, eine Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Laubenheim, Kreis Mainz,
Wilhelm Huber aus Södel, Kreis Friedberg, die zweite
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Weiten=Geſäß, Kreis
Erbach. Ernannt wurde der. Schulamtsaſpiran
Heinrich Schepp zu Gießen zum Lehrer an der
Vorſchule des Landgraf=Ludwigs=Gymnaſiums zu
Gießen unter Belaſſung in der Kategorie der
Volks=
ſchullehrer mit Wirkung vom 1. April 1913 ab.
Zurück=
genommen wurde die Verſetzung des Lehrers an der
höheren Bürger=(Mädchen)=Schule zu Bensheim Jakob
Schmitt an die Volksſchule zu Mainz. In den
Ruhe=
ſtand verſetzt wurde am 19. März d. J. der Reallehrer
Edmund Hartmann an dem Landgraf=Ludwigs=
Gymnaſium zu Gießen auf ſein Nachſuchen unter
An=
erkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte mit
Wir=
kung vom 1. April 1913 an.
Das Großh. Regierungsblatt Nr. 9 vom
29. März enthält das Finanzgeſetz für das
Etats=
jahr 1913.
* Seinen 90. Geburtstag konnte der Wachtmeiſter i. P
Philipp Mohr begehen unter reger Anteilnahme ſeiner
Freunde und Bekannten. Das Dragoner=Regiment Nr.
24, deſſen älteſtes, noch lebendes Mitglied der Jubilar iſt,
bedachte ihn mit einem Geldgeſchenk, das ihm unter
Dar=
bringung aufrichtiger Glückwünſche von Leutnant von
Ebmeyer überreicht wurde. Auch eine Deputation
der Unteroffiziere des Regiments überreichte eine
Geld=
ſpende. Die Regimentskapelle erfreute durch ein
Morgen=
ſtändchen. Seine Freunde bereiteten ihm in ſeinem
Stammlokal von Henkel, in der Schießhausſtraße, eine
kleine Feier, bei der Herr Wachtmeiſter Ehrenhard:
im Namen des Regiments dem Geburtstagskinde die
Glückwünſche darbrachte. Die Glückwünſche Jung=
Deutſch=
lands überbrachte Bankbeamter L. Röder
* Kirchenkonzert St. Eliſabeth. Mit dem
Ver=
kauf von Karten für das Kirchenkonzert am 20. April
wird in nächſter Zeit begonnen werden. Es darf jetzt
ſchon das Intereſſe der muſikaliſchen Welt von
Darm=
ſtadt darauf hingelenkt werden, daß der Mainzer
Dom=
chor neben der Vorführung alter kirchlicher Meiſter, wie
Paläſtrina, Orlando di Laſſo, auch ein Probeſtück aus
der neueren Kirchenmuſik, aus der Missa choralis vor
Franz Liſzt, die am Oſterſonntag im Mainzer Dom
ſtarke Eindrücke hinterlaſſen hat, in Ausſicht ſtellt.
Weitere Mitteilungen werden an dieſer Stelle und im
Anzeigenteil rechtzeitig erfolgen.
* Stenographieunterricht in verſchiedenen
Stadt=
teilen beginnt heute und am Donnerstag für Damen und
Herren. Der veranſtaltende Gabelsberger
Stenographen=
verein von 1861, der größte und älteſte
Stenographenver=
ein am Platze, gibt Gewähr für gründliche und
gewiſſen=
hafte Ausbildung. Auch für die jetzt ſchulentlaſſenen jun
gen Leute wird der Beſuch der Kurſe empfohlen. Auch
Maſchinenſchreibunterricht wird jederzeit erteilt. (Siehe
Anzeige.)
S. Ludwigsmonument. Bei den Renovierungsarbei
ten im vergangenen Jahr fand man an dem Sockel unter
der Erzfigur Ludewigs I. zwei große Sandſteine total
ver=
wittert. Um ängſtliche Gemüter nicht zu beunruhigen,
wurde dies geheim gehalten und in aller Stille zwei neue
Quaderſteine beſchafft, welche nunmehr an ihren Platz
ge=
bracht, reſpektive ausgewechſelt werden ſollen. Da dieſe
Arbeit eine äußerſt gefährliche iſt, indem die Figur etwas
ſeitwärts gerückt werden muß, hat man hierzu die Nacht
von heute auf morgen vorggſehen, und hofft man, daß lis
zu den Morgenſtunden und dem Wiederbeginn des
Tages=
verkehrs die Hauptarbeit geſchehen und alle Gefahr
be=
ſeitigt iſt.
* Odenwaldklub. Am 13. April, zwiſchen 4 und
* Uhr nachmittags, wird die Ortsgruppe Ludwigshafen
des Pfälzerwaldvereins in Stärke von etwa 500 Per
ſonen hier eintreffen und im Städtiſchen Saalbau Ein
kehr halten. Es wird dort auch ein Konzert veranſtaltet
Die Mitglieder der= hieſigen Ortsgruppe des=
Odenwald=
klubs und deren Angehörigen werden gebeten, ſich zur
Begrüßung der auswärtigen Gäſte recht zahlreich im
Saalbau einzufinden.
Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 22. März l. J.
männ=
lich 9250, weiblich, 6534, zuſ. 15 584, in Prozenten 58,60,
41,60. Der Krankenſtand betrug am 22. März l. J.
männlich 460, weiblich 253, in Prozenten 4,75, 3,87
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 17. März. bis 22. März I. J. 6488,82 Mk. (1912:
5710,30 Mk.) An Wöchnerinnen waren vorhanden
am 22. März I. J. 24. Sterbefälle kamen vor
in der Woche vom 17. März bis 22. März I. J. 5.
* Vom Schwimmbad. Vom 1. April iſt das
Schwimmbad geöffnet: von morgens 7 Uhr bis abends
8½ Uhr, Samstags bis 9 Uhr abends. Sonntags von
morgens 7 Uhr bis 12½ Uhr.
Schlachtviehmarkt Darmſtadt. In der Woche
vom 23.— 29. März ſind 373 Schweine, 147 Kälber und
5 Schafe aufgetrieben worden.
Heſſiſche Handwerker=Zentral=Genoſſenſchaft.
1 Die von der Handwerkskammer zur wirtſchaftlichen
Förderung des Handwerks errichtete „Heſſiſche
Hand=
werker=Zentral=Genoſſenſchaft in Darmſtadt”, hielt vor
dem Großh. Amtsgericht in Darmſtadt ihre 9. ordentliche
Generalverſammlung ab. Von der Verwaltung konnt
wiederum ein in jeder Hinſicht günſtiger Geſchäftsbericht
und Jahresabſchluß vorgelegt werden. Infolge der faſt
gleichzeitigen Errichtung der Ueberland=Zentralen ir
Starkenburg, Rheinheſſen und Oberheſſen ſtieg die
Nach=
frage nach maſchinellen Einrichtungen in einer Weiſe, daſ
das Inſtitut den zeitweiſe geradezu ſtürmiſchen
Anforde=
rungen ſelbſt mit Anſpannung aller Kräfte kaum gerecht
zu werden vermochte. Beſonders beachtenswert iſt die
Er=
ſcheinung, daß von den im abgelaufenen Geſchäftsjahr
be=
tätigten Abſchlüſſen über 52 Prozent gegen bar innerhall
30 Tagen bezw. 3 Monaten gezahlt werden und nur füc
5 Prozent Zahlungsfriſten bis zu 4 bezw. 5 Jahre
ge=
währt werden mußten. Mit Recht ſieht die Verwaltung
in dieſer Tatſache den Beweis dafür, daß das Inſtitut
nicht nur wegen ſeiner günſtigen Zahlungsbedingungen
in Anſpruch genommen wird, ſondern ſich vor allem durck
ſeine ſtreng gewiſſenhafte und ſorgfältige Bedienung und
ſeine unbedingt uneigennützige techniſche und
wirtſchaft=
liche Beratung weitgehendes Vertrauen innerhalb des
heſſiſchen Handwerks erworben hat.
Der Geſamtumſatz ſtieg von 290075,36 Mark im
Vor=
jahre auf 349 522,64 Mark, an welcher Steigerung die
Ma=
ſchinenabteilung allein mit 54597,13 Mark beteiligt iſt
Beſondere Erfolge wurden auch in der Benzinabteilung
erzielt, in der den Abnehmern durch einen günſtigen
Ab=
ſchluß das Benzin halb ſo teuer geliefert werden konnte,
als der Marktpreis desſelben am Schluß des Jahres war.
Nach reichlichen Abſchreibungen und Rückſtellungen
ver=
bleibt ein Reingewinn von 10 427,68 Mark. Hiervon
wurde auf das Stammkapital von 100006 Mark die nach
dem Statut zuläſſige Höchſtdividende von 4 Prozent mit
4000 Mark beſchloſſen. An die Reſerven wurden 6000
Mark überwieſen, ſo daß dieſelben nunmehr 40000 Mark,
gleich 40 Prozent des Stammkapitals, betragen. Der Reſt
wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Ebenfalls als
ſehr günſtig wurden die Ausſichten auf das neue
Geſchäfts=
jahr bezeichnet, lagen doch Ende Februar bereits für
201000 Mark feſte Aufträge vor. Selbſtverſtändlich ſind
bei dieſem außergewöhnlich ſtarken Geſchäftsgang auch die
Betriebsmittel des Inſtitutes bis zur äußerſten Grenze
in Anſpruch genommen. Aufſichtsrat und Vorſtand haben
darum, um dem Inſtitut beſonders die Vorteile der
Bar=
zahlung zu erhalten, aus ſich heraus ein Darlehen von
25000 Mark zur Verfügung geſtellt.
Wolfskehlen, 29. März. Bei Erdarbeiten zum Zwecke
der Aushebung einer Dunggrube beim Neubau von Frau
Witwe Hamman wurde hier ein menſchliches
Ske=
lett in einer Bodentiefe von etwa 60 Zentimetern
gefun=
den. Das Skelett iſt ſehr gut erhalten, insbeſondere das
Gebiß.
Trebur, 29. März. Ein Feind der Störche iſt
ein hieſiger Einwohner, der die Niederlaſſung der Störche,
die ſeit Jahren auf ſeinem Anweſen niſteten, mit Gewalt
verhindern will. An dieſem Vorgehen wurde Aergernis
genommen und es hat die Gendarmerie den Storchenfeind
mit Recht wegen Tierquälerei angezeigt.
Offenbach, 29. März. In der Nacht zum 19. März
wurden an der Kreisſtraße Sprendlingen-Dreieichenhain
21 junge Obſtbäume von bis jetzt unbekannten
Tätern beſchädigt, teils durch Abbrechen der Kronen,
teils durch Abreißen der Aeſte. Ebenſo wurden in der
Nacht zum 9. März an der Kreisſtraße Klein=Steinheim-
Dietesheim (Gemarkung Klein=Steinheim) drei etwa vor
zwei Jahren angepflanzte Apfelbäumchen von bis jetzt
unbekannten Tätern ungefähr zwei Meter über der Erde
in böswilliger Weiſe abgebrochen. Für die Ergreifung
des erſten Baumfrevlers ſetzt das Kreisamt in einer
öffentlichen Aufforderung eine Belohnung von 100
Mark und für den zweiten eine ſolche von 50 Mark aus.
Offenbach, 29. März. Der Jagdaufſeher Chriſtian
Bauer ſchoß in Bieber am „Braunen See” einen
mäch=
tigen Steinadler. Der Vogel hatte ſich offenbar in
unſere Gegend verirrt, denn ſeit einem Jahrzehnt iſt in
der ganzen Umgegend kein Steinadler mehr geſchoſſen
worden. Beſonders erwähnt zu werden verdient noch,
daß der glückliche Schütze mit einer Kugel den Adler aus
ungefähr 100 Meter Höhe aus der Luft holte.
Seligenſtadt, 29. März. Auf friſcher Tat ertappt
wurde ein hieſiger junger Burſche, als er in einer
Wirt=
ſchaft den im Hausflur ſtehenden Eisſchrank ſeines
In=
haltes beraubt hatte und gerade mit ſeiner Beute von
dannen ziehen wollte.
Klein=Steinheim, 29. März. In der letzten Zeit kam
es häufig vor, daß die Schweſtern zur Nachtzeit durch
Klingeln zum Aufſtehen genötigt wurden. Sie ſaher
ſich dann einem Unbekannten gegenüber, der ſie in der
ge=
meinſten Weiſe beſchimpfte und bedrohte. Dieſe
Belä=
ſtigungen vermehrten ſich und in der vergangenen Woche
waren die Schweſtern auch mehrmals am Tage den
In=
ſulten des rohen Menſchen ausgeſetzt. Jetzt gelang es
endlich, den Täter in der Perſon eines 28jährigen
ver=
heirateten Arbeiters von Groß=Steinheim zu
er=
mitteln.
Lorſch, 29. März. Eingebrochen wurde in der
Zigarrenfabrik Reiß. Es wurde Tabak im Werte von
über 1000 Mark geſtohlen. Von dem Täter fehlt noch jede
Spur.
Mainz, 29. März. Der 14jährige Zwangszögling
Jo=
hann Funk, der am Jugendgericht wegen Diebſtahls
und Nahrungsmittelentwendung 14 Tage Gefängnis
er=
hielt, brannte am Bahnhof ſeinem
Trans=
porteur durch und konnte nicht eingeholt werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 29. März. Der von dem
Berliner Innungs=Ausſchuß zum 25jährigen
Regierungs=
jubiläum des Kaiſers geplante Feſtzug des
Ber=
liner Handwerks, in dem die Entwickelung des
Berliner Handwerks vom Mittelalter bis in die
Gegen=
wart zur Anſchauung gebracht werden ſoll, ſtößt in
Innungskreiſen auf Widerſpruch. So hat, wie die Allg.
Fl.=Ztg. mitteilt, die Berliner Fleiſcher=Innung in ihren
geſtrigen Monatsverſammlung die Beteiligung abgelehnt.
Ein ſolcher Feſtzug, ſo wurde zur Begründung dieſes
Be=
ſchluſſes angeführt, entſpreche nicht den Wünſchen des
Kaiſers, der ausdrücklich gebeten habe, man möge von
Aeußerlichkeiten abſehen und die für Ehrungen beim
Re=
gierungsjubiläum beſtimmten Gelder lieber zu
wohltäti=
gen und gemeinnützigen Stiftungen verwenden. Auch in
anderen Innungen macht ſich lebhafter Widerſpruch gegen
den geplanten Huldigungsfeſtzug geltend. — Das Ober=
Feuilleton.
Die heutige Damenmode — eine Geſundheitsgefahr
Ueber die ſchweren Gefahren, die in den reizenden
Neu=
heiten der Mode verborgen lauern, um die Geſundheit
der Trägerin zu untergraben, hat ſich eine engliſche
Auto=
rität auf ärztlichem Gebiete zu einem Mitarbeiter des
Daily Mirror in bemerkenswerter Weiſe ausgeſprochen.
Nach der Anſicht dieſes Mediziners iſt ein nicht geringer
Teil der Bruſtkrankheiten und Schwindſuchtsfälle auf die
Extravaganzen der Toilette zurückzuführen. „Der
ſchlimmſte Feind unter allen” erklärte er, „iſt die
aus=
geſchnittene Bluſe. Viele Frauen tragen dieſe
Bluſen, ohne auf die Witterung zu achten, Sommer und
Winter. Die Folge davon iſt, daß ſie ſich beim erſten
kalten Wind eine Erkältung zuziehen. Der Wind kann
nicht nur auf den freigelaſſenen Teil von Hals und Bruſt
eine ſchädliche Wirkung ausüben, ſondern er kann durch
dieſe Oeffnung überhaupt in die Kleider eindringen. Die
Dame aber läßt ſich durch dieſe Erkältung, den Vorboten
ſchlimmerer Uebel, nicht warnen, ſondern, da ſie ſo elegant
und modern gekleidet ſein will, wie ihre Schweſtern, trägt
ſie weiter die ausgeſchnittene oder durchbrochene Bluſe,
zieht ſich eine Erkältung nach der anderen zu, bis ſie eines
Tages zu ihrem Entſetzen entdecken muß, daß ſie der
Tu=
berkuloſe verfallen iſt. Der enge Rock iſt nicht viel
weni=
ger gefährlich als die ausgeſchnittene Bluſe. Da die
Parole ausgegeben war, daß man um ſo moderner
ge=
kleidet iſt, je enger der Rock anliegt, ſo waren die Damen
die ſich in dieſe Futterale ſteckten, gezwungen, auf den
wärmenden Unterrock zu verzichten. Der dünne Oberrock
iſt aber natürlicherweiſe kein genügender Schutz gegen die
Kälte, Und ebenſo verhält es ſich mit anderen Dingen,
die die Modegöttin in einer Laune befiehlt, ohne die
trau=
rigen Folgen zu bedenken. Da ſind die dünnen niedrigen
Schuhe, die ſpinnwebfeinen durchbrochenen Strümpfe, die
den Fuß, der vor allem vor Näſſe und Kälte geſchützt ſein
muß, allen Unbilden der Witterung ausſetzen und ſo die
Erkältungen geradezu züchten. Chroniſche Erkältungen
ſind bei jüngeren Frauen der direkte Weg zur
Schwind=
ſucht. Dazu kommt dann noch dieſe entſetzliche Erfindung
das Korſett, das die Organe des Unterleibes
zuſammen=
preßt und die Tätigkeit der Lungen erſchwert. Frauen,
die dieſe Art Kleidung tragen und ſich allen Forderungen
der Mode unterwerfen, ſind auch zumeiſt fanatiſche
Freun=
dinnen des Shopping, ſtürzen ſich in Einkäufe und
be=
geben ſich dadurch in eine neue Geſundheitsgefahr. Im
Eifer ihrer Geſchäfte eſſen ſie wenig, wodurch ihr
Organis=
mus geſchwächt wird. Die Jagd durch die ſtaubigen
Läden erhitzt ſie und macht ſie müde. Treten ſie aus dem
ſtickigen Geſchäft in die freie Luft, ſo trifft ſie der jähe
Witterungswechſel ohne allen Schutz, denn ſie denken nicht
daran, nun ein wärmeres Kleidungsſtück anzulegen. Da
die Schwindſucht eine ſo heimtückiſche und ſchleichende
Krankheit iſt, merken die Frauen erſt zu ſpät das
Gefähr=
liche in ihrer Kleidung und Lebensart, und ſo kann denn
die Mode Wirkungen hervorbringen, vor denen die Damen
zurückſchaudern würden, wenn ſie ſich vorher der
Möglich=
keit ſolcher Folgen bewußt wären.
* Die weibliche Erſatzreſerve in Frankreich. Die
gro=
ßen militäriſchen Rüſtungen bereiten den Franzoſen viele
Kopfſchmerzen, nicht zuletzt wegen des Mangels an Men
ſchenmaterial. Da hat nun ein Vorſchlag viel Anklang
gefunden, den Frau Jane Dieulafoy in dieſen Tagen der
Regierung gemacht hat. Frau Jane Dieulafoy genießt in
Frankreich eine außergewöhnliche Popularität, ſchon
des=
halb, weil ſie die einzige Franzöſin iſt, die die Erlaubnis
erhalten hat, Männerkleidung zu tragen. Und zwar
wurde dieſe Erlaubnis ſeltſamerweiſe ſeinerzeit von der
Regierung damit begründet, daß Frau Dienlafoy ſich
durch Ausgrabungen in Perſien große wiſſenſchaftliche
Verdienſte erworben habe. Ferner hat Frau Dieulafoy
dadurch einigen Ruhm erworben, daß ſie im deutſch=
fran=
zöſiſchen Kriege an der Seite ihres Mannes gekämpft hat.
Schon in jener Zeit will ihr der Gedanke an eine
weib=
liche Erſatzreſerve aufgedämmert ſein; ein Gedanke, der
ſie jetzt in die Tat umſetzen will. Aber nicht eine Schar
kriegswütiger Amazonen will Frau Dieulafoy
heran=
ziehen. Obwohl ſie „Hoſen anhat” iſt ſie eine der
friedfertigſten unter allen Kämpferinnen für die
Emanzi=
pation der Frau, die man gewöhnlich unter dem Namen
Suffragetten zuſammenfaßt. Ihr Plan geht vielmehr
darauf hinaus, die männlichen Kräfte, die durch den
mili=
täriſchen Verwaltungsdienſt der Front entzogen werden,
durch weibliche Erſatzmannſchaften für die Offenſive
ver=
wendbar zu machen. Auf dieſer Baſis ſoll die
Organiſa=
tion des „Bataillons der Frauen” aufgebaut werden. Im
übrigen wird das Rote Kreuz zum Muſter genommer
werden. Kaum, daß Frau Dieulafoy ihren Vorſchlag hat
verlauten laſſen, als auch ſchon aus allen franzöſiſchen
Provinzen begeiſterte Amazonen ihre Willfährigkeit
er=
klärten, dem Frauenbataillon beitreten zu wollen. Und
da der Kriegsminiſter, wie geſagt, der Sache ſehr
ſympa=
thiſch gegenüberſteht, ſo dürfte das Frauenbatailln in
nicht allzu ferner Zeit ins Leben gerufen werden.
* Auch Deutſch! In einer vornehmen Geſchäftsſtraße
des Berliner Weſtens lenkt das mit erleſenem Geſchmack
ausgeſtattete Schaufenſter eines Putzſalons das Intereſſe
jedes Paſſanten auf ſich. Auf dem Spiegelglas aber ſteht
in Goldlettern: ON PARLE TRANCAIS — ENGLISE
SPOKEN — MAN SPRICHT DEUTSCH.
kriegsgericht des 3. Armeekorps beſtätigte
nach zweitägiger Verhandlung das Urteil des
Kriegs=
gerichts der Landwehrinſpektion, durch das Sergeant
Wölkerling vom Feldartillerie=Regiment in Thorn wegen
Landesverrates zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren
Ehrverluſt und Ausſtoßung aus dem Heere verurteilt
worden war. Das Oberkriegsgericht beſchloß jedoch, von
den bei ihm beſchlagnahmten 73000 Mark 17000. Mark,
die als ſein Eigentum anerkannt wurden, dem
Angeklag=
ten zurückzugeben, erkannte jedoch noch auf 15000 Mark
Geldſtrafe. Die Verhandlung fand wegen Gefährdung
der Sicherheit des Staates unter Ausſchluß der
Oeffent=
lichkeit ſtatt. Nur das Urteil wurde in öffentlicher
Sitz=
ung verkündet: Landesverrat, begangen durch Verrat
wichtiger Dokumente an Rußland. — Der
Genehmig=
ung der Berliner Bier= und
Kinematogra=
phenſteuer durch den Oberpräſidenten haben die Mi
niſter des Innern und der Finanzen vorläufig nur auf
zwei Jahre zugeſtimmt mit dem Vorbehalt, die
Zeit=
beſchränkung geeigneten Falles auch vor Ablauf der
Friſt auf Antrag aufzuheben. — Die ſeit langer Zeit
ge=
ſuchten Eiſenbahnräuber, die beſonders die
Strecken nach Hanau, Karlsruhe und Frankfurt a. M.
un=
ſicher machten, ſind geſtern von der Leipziger
Kriminal=
polizei verhaftet worden. Es khandelt ſich um einen
Chauffeur namens Zennern und einen ſtellenloſen Kellner
namens Stefan. Die beiden ſtehen auch in dem Verdacht,
die in letzter Zeit in München und Berlin ausgeführten
großen Hoteldiebſtähle verübt zu haben.
Frankfurt a. M., 29. März. Der Mitinhaber der
be=
kannten Bankfirma Lincoln Menny Oppenheimer, Benny
Oppenheimer iſt heute nacht im Alter von 55
Jah=
ren geſtorben.
Wiesbaden, 29. März. Die Einführung des
neuen Oberbürgermeiſters Geh.
Oberfinanz=
rats Gläſſing findet am Montag, den 31. März I. J.,
nach=
mittags 4 Uhr, im Bürgerſaal des Rathauſes ſtatt, und
zwar in einer eigens dazu berufenen außerordentlichen
Sitzung der Stadtverordneten. — Gräfin
Meren=
berg, die jüngſt in Cannes verſtorbene Witwe des
Prinzen Nikolas von Naſſau, wird im Mainzer
Krema=
torium beſtattet werden. Der Zeitpunkt iſt noch nicht
be=
ſtimmt.
Homburg v. d. Höhe, 29. März. Heute morgen
macht=
das Kaiſerpaar einen Spazierritt über die Saalburg.
Gegen mittag unternahm der Kaiſer einen Spaziergang
durch den Kurpark zu den Brunnen in Begleitung des
Landrats Dr. Ritter von Marx, des Oberbürgermeiſters
Lübke, des Kurdirektors Grafen Zeppelin und des
Stadt=
verordnetenvorſtehers Dr. med. Rüdiger.
München, 29. März. In Anweſenheit des Prinz=
Regenten fand heute vormittag die Eröffnung des
neuen Verkehrsminiſteriums in der
Arnulf=
ſtraße, in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes, ſtatt.
An der Feier nahmen der Verkehrsminiſter v. Seidlin,
die Eiſenbahnpräſidenten und hohe Miniſterialbeamte teil.
Der Prinz=Regent ſprach dem Erbauer, Profeſſor Hocheder,
ſeine Anerkennung über das geſchaffene Bauwerk aus.
Der Bau, der auch ein Zentralbriefpoſtamt enthält, iſt in
7½Jahren mit einem Koſtenaufwand von etwa 10
Mil=
lionen Mark aufgefuhrt worden
Frankfurt a. d. O., 28. März. Auf Veranlaſſung der
Staatsanwaltſchaft in Liegnitz wurde geſtern in
Frank=
furt a. d. Oder Sternickel im Beiſein der Berliner
Kriminalkommiſſare Naſſe und Metelmann 23 Zeugen aus
den Kreiſen Liegnitz und Hirſchberg gegenübergeſtellt. Wie
früher berichtet, trat in der dortigen Gegend in den
Jah=
ren 1909 und 1910 ein Heuhändler auf, der ſich
Winkler nannte und von Ort zu Ort zog, um nach Heu
nachzufragen. In jener Zeit wurde in derſelben Gegend
eine ganze Reihe von Einbruchsdiebſtählen verübt. Dann
kam am 16. März 1909 ein Raubmord an einer Frau
Krauſe in Petersgrund und am 31. Dezember 1910
an dem Häusler Knötig in Pombſen im Kreiſe Jauer.
Noch in derſelben Nacht wurden während des
Silveſter=
gottesdienſtees in der Nachbarſchaft der Mordſtelle
meh=
rere Einbrüche verübt. Die damals vom
Kriminalkom=
miſſar Metelmann an Ort und Stelle eingeleiteten
Ermit=
telungen ergaben, daß in allen Fällen vorher am Tatort
ein fremder Heuhändler aufgetreten war. Alle Nach=
forſchungen nach dieſem Händler, der nach dem letzten
Morde plötzlich aus der dortigen Gegend verſchwunden
war, blieben erfolglos. Nach dem Ortwiger Verbrechen
und nach der Entlarvung Sternickels fiel der
Kriminal=
polizei ſofort die merkwürdige Uebereinſtimmung zwiſchen
der Brandſtiftung an der Miete mit den beiden Leichen
und dem Mord an der Frau Krauſe, der ebenfalls das
Anweſen in Brand geſteckt worden war, ſowie dem
Plag=
witzer Verbrechen auf. Es wurden damals ſchon die
ſchwe=
ren Verdachtsmomente mitgeteilt, die dafür ſprachen, daß
kein anderer als Sternickel dieſer berüchtigte „Heuhändler
Winkler” geweſen ſein könne. Die Ermittelungen, die
unterdeſſen nach dieſer Richtung hin angeſtellt wurden,
beſtätigten dieſe Annahme. Der „Heuhändler” war
ſeinerzeit in einem charakteriſtiſchen Anzug in Schleſien
aufgetreten, und zwar trug er einen langen Mantel, einen
Speſſarthut und einen Knotenſtock. Nun wurde bei der
Durchſuchung der Sternickelſchen Koffer u. a.
ein ſolcher Speſſarthut bei dem Raubmörder vorgefunden.
Sehr verdächtig erſchien es zudem, daß ſich Sternickel
hef=
tig dagegen ſträubte, mit dieſem Hut photographiert zu
werden. Trotzdem wurden mehrere Photographien von
ihm in dieſem Hut gemacht und der Staatsanwaltſchaft
n Liegnitz überſandt. Dieſe ließ ſie vielen Perſonen im
Kreiſe Liegnitz und Hirſchberg, die ſeinerzeit den
Heu=
händler geſehen hatten, vorlegen. Eine große Anzahl
von ihnen erkannte ſofort eine ſehr große und auffallende
Aehnlichkeit zwiſchen ihm und dem früheren „Heuhändler
Winkler‟ Geſtern wurden nun 23 dieſer Zeugen dem
Raubmörder gegenübergeſtellt. 22 von ihnen erkannten
nun bei der perſönlichen Gegenüberſtellung Sternickel
ſo=
fort und mit aller Beſtimmtheit als den langgeſuchten
„Heuhändler” der zwei Jahre lang der Schrecken ihrer
Gegend war, wieder. Obwohl es hiernach gar keinem
Zweifel mehr unterliegt, daß Sternickel mit dem „
Heu=
händler Winkler” identiſch iſt, leugnet dieſer immer noch,
der Händler zu ſein. Entgegen anderslautenden
Mittei=
lungen ſei noch darauf hingewieſen, daß Sternickel bisher
noch keine anderen Mordtaten, wie die in Ortwig und
Plagwitz, geſtanden hat. Es konnte auch feſtgeſtellt
wer=
den, daß der Raubmörder ſich viel in der ſchleſiſchen
Gegend aufgehalten hat und dort bekannt war.
Bern, 28. März. Der Königvon Sachſen iſt mit
den Prinzeſſinnen=Töchtern in Lugano eingetroffen.
Brüſſel, 28. März. Bei dem Einſturz des
eiſer=
nen Dachſtuhles eines Brauereiſchuppens ſind 20
Perſonen ſchwer verletzt worden, darunter fünf tödlich.
Madrid, 28. März. Der König iſt faſt gänzlich
hergeſtellt. Er wird ſeine gewohnte Tätigkeit
wahr=
ſcheinlich morgen wieder aufnehmen.
Rybinsk, 28. März. Durch den Eisgang auf der
Wolga ſind 100 Boote fortgetrieben worden
und geſunken. Der Schaden iſt ſehr groß; viele Schiffer
ſind der Kataſtrophe zum Opfer gefallen.
Weiteres aus der Wehrvorlage.
Neuformationen.
* Berlin, 29. März. Im einzelnen werden in
Preußen 1913/15 neu geſchaffen: U. a. 1
Armee=
inſpektion, 2 Feſtungsgouvernements, 1
Feſtungskomman=
dantur, 1 Inſpektion der Maſchinengewehrtruppen, 4
Ka=
valleriebrigadeſtäbe, 1 Fußartilleriebrigadeſtab 1
Pionier=
inſpektion, je 1 Inſpektion der Telegraphentruppen, der
Luftſchiffertruppen, der Fliegertruppen, des
Feſtungsver=
kehrsweſens, 12 Landwehrinſpektionen, 4
Kommandan=
turen für Truppenübungsplätze.
Bei der Infanterie: 15 Bataillone, 14
Radfahrer=
kompagnien, 14 Maſchinengewehrkompagnien, 15 Feſtungs=
Maſchinengewehrabteilungen, Etatserhöhung bei 465
Ba=
taillonen und 9 Maſchinengewehrabteilungen,
Vermehr=
ung der Stabsoffizier= und Hauptmannsſtellen.
Bei der Kavallerie: 6 Regimentsſtäbe, 30
Es=
kadrons, Etatserhöhung bei ſämtlichen Regimentern,
Ver=
ſtärkung der Reitſchulen, Vermehrung der
Rittmeiſter=
ſtellen.
Bei der Feldartillerie: Etatserhöhung bei
ſämtlichen Batterien und dem Lehrregiment der Feld=
artillerieſchießſchule, Vermehrung der Oberſtleutnants=
und Hauptmannsſtellen.
Bei der Fußartillerie: 3 Regimentsſtäbe, 6
Ba=
taillone, 4 Beſpannungs=Abteilungen, darunter zwei mit
niedrigem Etat, Etatserhöhung bei ſämtlichen Bataillonen,
bei drei Bataillonen unter Errichtung fehlender vierter
Batterien, und beim Lehrregiment der
Fußartillerieſchieß=
ſchule, Teilung der Beſpannungsabteilungen der
Regi=
menter mit zwei Standorten in zwei Abteilungen mit
niedrigem Etat, Vermehrung der Oberſtleutnants=Zulagen
und der Stabsoffizierſtellen.
Pioniere: Ein Kommando der Pioniere eines
Armeekorps, 2 Bataillone, Umwandlung der 8
Kom=
mandos der Pioniere eines Armeekorps und
von 8 Bataillonen in 8 Regimenter zu je
Scheinwerferabteilungen, Etatserhöh=
Bataillonen,
ung bei 19 Bataillonen, Umwandlung der 20
Scheinwer=
ferzüge in Scheinwerferabteilungen, Vermehrung der
Offi=
ziere uſw. bei den Feſtungsbehörden.
Verkehrstruppen: Umwandlung des
ſelbſtän=
digen Eiſenbahnbataillons in ein Regiment, Etatserhöh=
Lehrabteilung bei
ung bei den Eiſenbahnbataillonen
der Funkerſchule, 2 Luftſchifferbataillone, Umwandlung
der Fliegertruppe in 4 Fliegerbataillone.
Train: 1 Kommando des Trains, 1 Bataillonsſtab,
20 Kompagnien, Etatserhöhung bei allen Bataillonen.
Sonſtiges: 1 Kriegsſchule, Vergrößerung des
Ka=
dettenkorps, Verſtärkung der Unteroffizierſchulen und=
Vor=
ſchulen, Verſtärkung des Kriegsminiſteriums, des
Gene=
ralſtabes, der Adjutantur, der Traindepotdirektionen, der
Artilleriedepots, des Zeug= und Feuerwerksperſonals uſw.,
1 Sanitätsamt, Veränderungen und Verſtärkungen bei
den Sanitätsoffizieren, Verſtärkung der Militärveterinär=
Akademie, Vermehrung und Verſtärkung der
Bezirkskom=
mandos Vermehrung der Uebungen des
Beurlaubtenſtan=
des, Erweiterung des Rahmens der größeren
Truppen=
übungen, Berittenmachung von Verpflegungsoffizieren im
Manöver Verbeſſerung der Verpflegung von Mann und
Pferd, Maßnahmen im Intereſſe der Krankenbehandlung
und der Geſundheitspflege, freie Urlaubsreiſen der
Mann=
ſchaften in ihre Heimat.
Etatserhöhungen: Die Infanterie hat einen
neuen hohen Etat und den bisherigen hohen, künftigen
niederen Etat. Der neue hohe Etat ſind 721 Mann, ihn
erhalten in Preußen durch Heraufſetzung 252, in Sachſen
3, in Württemberg 3 Bataillone. Der neue hohe Etat
bei der Kavallerie iſt um 30 Mann und 30 Pferde ſtärker
als der bisherige hohe Etat. Bei der Feldartillerie ſind
die Batterien neuen hohen Etats (A) mit 6 Geſchützen,
3 Munitionswagen und 1 Beobachtungswagen beſpannt,
die neuen niedrigen Etats (B) haben 6 Geſchütze und 1
Beobachtungswagen beſpannt. A in Preußen 219, in
Sachſen 24, B in Preußen 237, in Sachſen 24, in
Württem=
berg 24 Batterien.
Der Nachtrags=
* Berlin, 29. März.
etat für 1913 enthält unter anderen nach=
Rate: Gefrieranlage
ſtehende Forderungen: 1.
in Mainz 8000 Mark; Neubau und Ausſtattung
eines Dienſtgebäudes für zwei Bezirkskommandos in
Frankfurt a. M. 150000 Mark; Neubau und
Aus=
tattung von Kaſernements für die Feſtungs=
Maſchinen=
gewehr=Kompagnien des Infanterie=Regiments Nr. 117
in Mainz 244000 Mark; Neu= und Erweiterungsbauten,
Unterkunft für zwei Pionierkompagnien und eine
Schein=
werferabteilung in Mainz 750000 Mark; für
Ausar=
beitung von Entwürfen und Plänen für Garniſonsbauten
in Elſaß=Lothringen ſind 220000 Mark vorgeſehen; für
eine Gefrieranſtalt in Straßburg i. E. werden gefordert
10000 Mark, desgleichen für Diedenhofen 8000 Mark, für
Metz 10000 Mark; Neubau von einem Viehgehöft in Metz
500 000 Mark; ſämtliche Kaſernements für eine Radfahrer=
und Maſchinengewehr=Abteilung in Kolmar 320000 M.;
Kaſernen=Neubauten für die Feſtungs=Maſchinengewehr=
Abteilungen in Mutzig 200000 Mark; Kaſernen=
Neu=
bauten für Radfahrer=Kompagnien in
Schlett=
ſtadt 175000 Mark; ebenſo für die Maſchinengewehr=
Abteilung in Straßburg i. E. 310000 Mark; ferner für
Feſtungs=Maſchinengewehr=Abteilung, für die der
Garni=
ſonsort noch vorbehalten iſt, 230000 Mark; Unterkunft
für 3 Kompagnien Pionier= und Scheinwerfer=Abteilung
Kunſthalle am Rheintor.
Die nun zu Ende gehende Ausſtellung des
Kunſtver=
eins beherrſchten die Baſeler Brüder Burckhardt und der
trotz des gewaltigen Unterſchiedes in der Technik ihnen
weſensverwandte Münchner Marxer neben Otto H.
Engel, unſerem Heimatkünſtler. Betrachten wir zunächſt
die Baſeler Gruppe als Geſamtheit, ſo offenbart ſich der
Maler Paul Burckhardt als der typiſche Vertreter
der jungen Baſeler Kunſt, deren beſter Interpret er iſt.
Er hat im großen Oberlichtſaal eine Kollektion ſeiner
farbenfrohen und ſtimmungsvollen Landſchaften
ausge=
ſtellt, die unendlich reich an Inhalt und an
Farbenſchön=
heiten ſind und den ſicheren Blick des reifen Künſtlers für
die Erhabenheit und Größe der Natur verraten und für
die Schönheiten in Farbe und Form, die ſie in tauſend
Einheiten bietet. Am beſten und reifſten findet ſein
Kön=
nen Ausdruck in der großen Sommerlandſchaft, die
meiſterhaft erfaßt iſt. Die Geſamtwirkung dieſes Bildes
iſt prachtvoll, weil die Details gelöſt ſind und dem ganzen
untergeordnet. In erfreulicher Friſche und Kernhaftigkeit
ſind dabei aber die Formen doch ſo weit gewahrt, wie ſie
eben der Blick auf ein ſo großes Stück Natur noch zu
faſſen vermag. Hierin liegt die ſcharfe Grenze, die dieſe
Kunſt trennt von dem ungeſunden franzöſiſchen Einſchlag,
der, ſo beſchämend das iſt, in Deutſchland, beſonders in
der Metropole der Intelligenz, heute Triumphe feiert, die
ſelbſt der franzöſiſchen Preſſe Spott hervorrufen.
Sein Bruder, Karl Burckhardt, der ſich der
Plaſtik zugewendet hat, ſtellt eine große Anzahl von
Ent=
würfen und Studien für die Metopen am Kunſthauſe in
Zürich aus. Vornehmlich Aktſtudien in Rötel und Kohle
und einige Pferdeſtudien in gleicher Technik. Der
Künſt=
ler hat den menſchlichen Körper in Linie und Form gut
erfaßt, was ſeinen Entwürfen aber noch höhere
Bedeu=
tung verleiht, iſt die Mannigfaltigkeit der Bewegung der
einzelnen Körper und der ganzen Szenen — es ſind meiſtens
Amazonen=Kampfſzenen — und der Muskelſpiele im
ein=
zelnen. Nicht alle die Blätter ſind reſtloſe Löſungen ihrer
Aufgaben, aber es läßt ſich einwandfrei feſtſtellen, wie und
wo der Künſtler ſelbſt dieſe Mängel erkannt und
abge=
ſtellt hat. So geben die Studien gleichzeitig einen Ueber
blick über den Aufbau der Einzelheiten, während in einem
leider nur ſehr ſkizzenhaft gezeichneten Geſamtbild kleinen
Formats eine Anſicht des Ganzen gegeben wird
Hermann Mayer=Baſel ſtellt die erſten
Ent=
würfe für eine Anzahl Kirchenfenſter aus. Sie laſſen wohl
die Abſichten des Künſtlers erkennen, aber kein Urteil über
ihre Farbenwirkung zu. Es darf höchſtens zugegeben
werden, daß ſie, Milderung im Kolorit vorausgeſetzt,
wirkliche Kunſtwerke zu werden verſprechen. Es darf dar=
über geſtritten werden, ob derartige Entwürfe überhaupt
ausſtellungsgeeignet ſind. Von E. W. Wolf=Baſel
ſind 10 Radierungen ausgeſtellt, phantaſievoll frei
ge=
wählten oder antik ſagenhaften Inhalts. Die Blätter
ſind künſtleriſch durchaus ungleich zu bewerten, ſowohl in
der Löſung des Vorwurfs wie in der Technik. Reich
n Inhalt, entbehren ſie meiſt der Klarheit des Ausdrucks
und der Perſpektive. Mängel, die in den größeren
Ra=
dierungen von Gg. Jahn=Loſchwitz zu höchſten
Vor=
zügen werden. Machen einige der Blätter dieſes
Künſt=
lers auch den Eindruck der Bravheit, ſo iſt es doch gerade
dieſe Schlichtheit, die eine erfreuliche Kraft und Friſche
verrät, die ſie zu prächtigen Erzeugniſſen der Radiernadel
geſtalten. Zeichneriſch und in der Technik ſind dieſe
Blät=
ter hervorragend
Nun zu Alfred Marxer=München. Ein Maler
voll deutſcher Kernhaftigkeit und Kraft und Friſche, der auch
dann dieſe Eigenſchaften nicht leugnet, wenn er
impreſſio=
niſtiſche Wege wandelt. Seine Technik iſt flott und locker,
ja robuſt, und er verſucht ſich hin und wieder auch auf dem
Gebiete des Neo=Impreſſionismus. Aber er weiß doch
ſtets die Grenze zu ziehen, die ihn von den Auswüchſen
ſcheidet. Seine geſunde Naturauffaſſung kommt immer
wieder zum Ausdruck. Farbenfrohe zeichnet all dieſe
Land=
ſchaften, Interieurs, Porträtſtudien, Stilleben und Akte
aus, ſo verſchieden in künſtleriſchem Werte ſie ſind:
Ge=
wagte Probleme und Farben= und Lichteffekte reizen ihn
und offenbaren auch ſein Können. Typiſch dafür iſt ſeine
Nackttänzerin, die faſt von Korinth ſein könnte und die
Aktſtudie „Bedienung” wenn man bei dem letzteren Bilde
auch ein gewiſſes Angſtgefühl nicht los werden kann daß
das heiße Getränk bei dieſer Art der Bedienung ſich in
den nackten Schoß ergießen könnte Jedenfalls kann man
ſeine Freude an dieſer Kollektion haben. Gleichwie an der
ebenſo umfangreichen von Otto H. Engel der
dies=
mal auch eine Anzahl kleiner Landſchaften ausſtellt, die
durch die Zartheit des Kolorits überraſchen und ſtark
im=
preſſioniſtiſche Beeinflußung befürchten laſſen. In der
Auffaſſung freilich bleibt auch in dieſen Bildern der
Künſt=
ler ſich treu. In den großen Oel=Landſchaften aber bringt
er wieder Proben ſeines eminenten Könnens, die wahre
Perlen deutſcher Malerei enthalten.
Mit drei hübſchen Aquarellen von bemerkenswerter
Friſche im Kolorit iſt der Darmſtädter H. Schlegel
ver=
treten. Es ſind Blätter von ſympathiſcher Bildwirkung
und ſehr gut gelöſten Farben= und Lichtaufgaben,
beſon=
ders das ſonndurchflutete Waldſtück und der Sommertag
bei Darmſtadt. Aber auch das dritte Bild iſt reich an
in=
timeren Stimmungen
Dr. Roland Walter=
Goldingen (Kurland) verrät in ſeiner Kollektion
getön=
ter Zeichnungen und Temperabildchen viel zeichneriſches
Talent und auten Farbenſinn, im Vorwurf eine Vor=
liebe für ſatiriſch angehauchten Humor. Die Bilder von
Suſa Walter=Riga entbehren hingegen der
Vertief=
ung in die Natur und ihre Farben, ein Mangel, über
den die Kraft der Technik nicht hinwegtäuſchen kann.
Emma Horlacher’s Blumenſtück iſt nicht ſchlecht in
der Bildwirkung. Auch das Kolorit iſt gut, doch fehlt
die=
ſen Blüten noch der duftige Schmelz, die Weichheit der
Farben.
Blieben von den Malern noch zu nennen Ewald
Reinhold=Hanau, deſſen „abſolute Malerei” die ſich
in der Verleugnung jeder Form, jeder Perſpektive, jeder
zeichneriſchen Unterlage äußert, für uns nur von
kunſt=
hiſtoriſchem Intereſſe iſt. Sie bildet nur eine Illuſtration
zur Frage, wie weit eigentlich der Neo= und
Expreſſio=
nismus noch gehen will in dieſer Entwickelung. (Wir
werden demnächſt eingehender zu dieſer Frage Stellung
nehmen.) Wer es vermag, ſich vollſtändig vom
Figür=
lichen los zu ſagen, für den darf konſtatiert werden, daß
die reine Farbenwirkung dieſer Bilder intereſſant iſt.
Die Plaſtik
iſt durch zwei außergewöhnliche Talente vertreten. Der
in jeder Beziehung kraftvollere energiſchere iſt Auguſt
Suter=Mannheim, deſſen Vorliebe für trutzige
Titanen=
geſtalten ſeinen Wecken von vornherein eine faſt
monu=
mentale Wirkung leiht. Dieſer männliche Torſo (Abguß
vom Stein) iſt eine prachtvolle Geſtalt voller Energien
und Leben, meiſterhaft herausgearbeitet und ſo
kompo=
niert, daß ſich Haltung und Geſte und die anatomiſchen
Einzelheiten zu köſtlicher Einheit formen. Und wie
prachtvoll ſind die übrigen Köpfe herausgearbeitet, vor
allem der Steinbrecher mit der trutzigen Faltenſtirn, dem
kraftſtrotzenden Nacken und Hals. Meiſterlich ſind dieſe
Figuren charakteriſiert und daß der Künſtler realiſtiſch
bleibt bis in Details, daß er feſt und innig an der Natur
klebt, dieſer nieverſagenden Kraft= und
Schönheitsſpen=
derin, ſoll ihm gewiß nicht verdacht werden. Im
Gegen=
teil!
Weniger monumental, denn die Größe der Figuren
allein bedingt keine monumentale Wirkung, iſt Louiſe
Schmidt=Frankfurt a. M. Aber ſie iſt ohne
Einſchrän=
kung eine tüchtige Künſtlerin. Die Gruppe „Großmutter
iſt vortrefflich komponiert und auch die Einzelheiten ſind
gut herausgearbeitet. Reizvoll iſt die Kompoſition des
noch im Marmorblock ruhenden entzückenden
Frauen=
antlitzes,„Vorfrühling” Feſſelt in dieſem die Weichheit
der Form und die ſaubere Bearbeitung des Steins, ſo
in der männlichen Bronzebüſte die Charakteriſtik und
energiſche Betonung der Raſſe. Sehr gut iſt auch die
Plakette des Dr. Hata, des Miterfinders des Salvarſan,
M. Stz
in Straßburg 350000 Mark; Kaſernements für
Fuß=
artillerie in Diedenhofen 950000 Mark; Feſtungs=
Artillerie=Abteilung in Diedenhofen 230000 Mark:
drei Kaſernements in Metz 250000 Mark;
Kaſernenneu=
bauten für die Beſpannungsabteilung in Metz 60000
Mark; eine Kavallerie=Kaſerne, deren Standort noch
vor=
behalten iſt, 1700 000 Mark; Neubau einer Train=Kaſerne
in Forbach 350000 Mark; ferner Neu=, Um= und
Er=
gänzungsbauten für Infanterie=Maſchinengewehr=
Kom=
pagnien, Kaſernements für Kavallerie=, Feldartillerie=
Pioniere und Verkehrstruppen, deren Standorte noch
vor=
behalten ſind. Ferner enthält der Etat für 1913 noch die
Forderung der erſten Rate für Kaſernenneubauten für
eine Radfahrer= und Maſchinengewehr=Abteilung in
Marburg 326000 Mark.
* Berlin, 29. März. Das Geſetz über die
Erhebung des einmaligen Wehrbeitrags
beſtimmt, daß die Höhe der Beitragspflicht nach dem
Vermögensſtande vom 31. Dezember 1912 ermittelt wird.
Die Feſtſtellung des Vermögens geſchieht nach dem
ge=
meinen Wert (Verkaufswert). Bei Grundſtücken, di
land= und forſtwirtſchaftlichen Zwecken dienen, wird der
Beitrag von dem Ertragswert berechnet (das fünfund
zwanzigfache des Reinertrages, den die Grundſtücke bei
ordnungsmäßiger Bewirtſchaftung bringen). Für die
Veranlagung zum Wehrbeitrag ſind die Bundesſtaaten
zuſtändig. Zur Abgabe einer Vermögensabgabe iſt
ver=
pflichtet, wer ein Vermögen von mindeſtens 10000 Mark
beſitzt. Er iſt erforderlicherweiſe verpflichtet, der
Ver=
anlagungsbehörde zur Prüfung ſeiner Angaben die
Ge=
ſchäftsbücher, Verträge, Schuldverſchreibungen,
Zins=
quittungen und Abrechnungen von Banken zur Verfügung
zu ſtellen. Die Veranlagungsbehörde iſt berechtigt, ſich
von dem Beitragspflichtigen die Richtigkeit und
Voll=
ſtändigkeit der Veranlagung an Eidesſtatt verſichern
zu laſſen. Für unrichtige oder unvollſtändige Angaben
ſind Geldſtrafen bis zum zwanzigfachen Betrag des ge
fährdeten Wehrbeitrags vorgeſehen, ferner ſind
Geld=
ſtrafen vorgeſehen für die Beamten, wenn ſie etwas über
den Inhalt der Vermögenserklärungen offenbaren.
Be=
freit ſind alle Perſonen, die nach völkerrechtlichen
Grundſätzen von der Zahlung direkter Steuern befreit
ſind, wie Bundesfürſten und=Fürſtinnen. Die
Bundes=
fürſten haben ſich bereit erklärt, ſich an dem
vaterländi=
ſchen Opfer zu beteiligen. Das Vermögen von
Eheleuten wird zuſammengerechnet, inſofern ſie
dauernd zuſammenleben.
In der Begründung des Geſetzentwurfes heißt
es: Die Verſtärkung der Wehrmacht des Deutſchen
Rei=
ches erfordert neben der Erſchließung neuer
Einnahme=
quellen zur Beſtreitung der fortlaufenden Ausgaben für
Heer und Flotte die Bereitſtellung außergewöhnlich hoher
Summen zur Deckung der einmaligen Koſten der
Wehr=
vorlage. Dieſe Mittel im Wege des Kredits zu be
ſchaffen, würde weder den anerkannten Grundſätzen
un=
ſerer Finanzgebarung, noch der nötigen Rückſicht auf die
gegenwärtige Lage des Geldmarktes entſprochen haben.
Die Jahrhundertfeier der politiſchen Erhebung
und Wiedergeburt Preußens und Deutſchlands weckt die
Erinnerung an die Betätigung ſelbſtloſer Vaterlandsliebe
und beiſpielloſen Opferſinnes. Wenn in einem ſolchen
Augenblicke bedeutſamer vaterländiſcher Erinnerungen die
verbündeten Regierungen dem Vorſchlage der Erhebung
eines einmaligen außerordentlichen Wehrbeitrages von
dem Vermögensbeſitz einſtimmig ihre Zuſtimmung geben,
ſo geſchieht dies in der feſten Ueberzeugung, daß auch
heute noch der Aufruf an die Opferwilligkeit der
Beſitzenden im deutſchen Volke einen lebhaften
Wider=
hall findet. Eine ſtarke Wehrmacht hat dem deutſchen
Volke eine jahrzehntelange Friedensarbeit ermöglicht und
bleibt auch in Zukunft eine ſichere Bürgſchaft und Gewähr
für die Erhaltung eines ehrenvollen Friedens und
da=
mit für den weiteren Fortſchritt auf allen Gebieten des
politiſchen, wirtſchaftlichen und kulturellen Lebens. Es
erſcheint deshalb keine unbillige Forderung an die
Be=
ſitzenden, einen nach der Höhe ihres Vermögens
bemeſſe=
nen einmaligen Beitrag an das Reich, das ihnen durch
ſeinen ſtarken Schutz ihren Vermögenserwerb ermöglicht
hat und den ungeſtörten Beſitz des Erworbenen
gewähr=
leiſtet, zur Verſtärkung ſeiner Rüſtung abzugeben. Daß
die vorgeſchlagene Abgabe vom Vermögen einen
außer=
ordentlichen Charakter hat und nicht
wieder=
kehren ſoll, iſt an ſich etwas Selbſtverſtändliches, wird zur
Vermeidung jeder Mißdeutung aber auch noch in ihrer
Bezeichnung als eines einmaligen außerordentlichen
Bei=
trages zum Ausdruck gebracht.
Berlin, 29. März. Das Geſetz über das
Erbrecht des Staates beſtimmt u. a.: Sind
ge=
mäß der Vorſchriften und der Form geſetzlicher
Beſtim=
mungen Großeltern Erblaſſer, als eigentliche Alleinerben
aber Verwandte vierte Erbrechtsordnung oder ferneren
Ordnung zur geſetzlichen Erbfolge berufen, ſo tritt an
deren Stelle das geſetzliche Erbrecht des Fiskus. Der
Fiskus iſt ferner geſetzlicher Erbe, wenn zur Zeit des
Erb=
falles weder Verwandte noch ſonſtige Erben vorhanden
ſind. Geſetzlicher Erbe iſt der Fiskus des Bundesſtaates
oder des Schutzgebietes, in dem der Erblaſſer zur Zeit
ſeines Todes ſeinen Wohnſitz hatte. Hatte er keinen
Wohnſitz in einem Bundesſtaat oder Schutzgebiet inne,
ſo iſt, wenn er zur Zeit des Todes Deutſcher war, und
zu dieſem Zeitpunkt einem Bundesſtaat oder Schutzgebiet
angehörte, der Fiskus dieſes Bundesſtaates Erbe. Wenn
er mehreren Bundesſtaaten angehörte und in den übrigen
Fällen iſt der Reichsfiskus geſetzlicher Erbe. Iſt der
Fis=
kus anſtatt der Großeltern des Erblaſſers geſetzliche:
Erbe, ſo hat er Haushaltungsgegenſtände, ſoweit ſie nich=
Zubehör von Grundſtücken ſind, ſowie Gegenſtände
per=
ſönlicher Art auf Antrag den Angehörigen
unentgelt=
lich zu überlaſſen. Das gleiche gilt für Schriftſtücke. Er
muß auch mit einer Geldabfindung des beweglichen
Erb=
gutes einverſtanden ſein. Sind Verwandte dritter
Erb=
rechtsordnung durch den Fiskus vom geſetzlichen Erbe
ausgeſchloſſen, ſo ſind ihnen die oben bezeichneten
Nach=
laßgegenſtände auf Antrag unentgeltlich zu überlaſſen
Andere zum Nachlaß gehörigen beweglichen Sachen und
Grundſtücke, die der Großvater oder die Großmutter von
ihm erhalten haben, ſind ihm käuflich zu überlaſſen.
Von den aus dem Erbrecht des Fiskus fließenden
Ein=
nahmen fließen dem Reich 75 Prozent, dem Bundesſtaat
25 Prozent zu.
* Berlin, 21. März. Der Geſetzentwurſ
über Aenderung im Finanzweſen enthält in
§ 1 die Verpflichtung der Bundesſtaaten, 1,25 Mark pro
Kopf der Bevölkerung neben den laufenden Matrikular
beiträgen zu entrichten, wobei der Bundesrat von Zeit zu
Zeit den Verteilungsmodus auf die einzelnen
Bundes=
ſtaaten nachprüfen ſoll. Die Verpflichtung der
Bundes=
ſtaaten zur Einführung einer allgemeinen
Vermögens=
beſteuerung, an deren Stelle, wenn ein Bundesſtaat bis
zum 1. April 1916 keine Vermögensbeſteuerung eingeführt
hat, eine Vermögenszuwachsſteuer treten ſoll, wird
feſt=
geſetzt. Die Aufrechterhaltung der Zuckerſteuer, die
Aus=
gabe von 120 Millionen Mark Silbermünzen als
außer=
ordentlicher Bedarf (wobei der aus den Münzprägungen
ſich ergebende Ueberſchuß für das Rechnungsjahr 1913
allerdings nur, ſoweit er 10750000 Mark überſteigt,
ver=
wendet werden kann), die Ausgabe von 120 Millionen
Reichskaſſenſcheinen werden in 6 Paragraphen feſtgelegt.
Das „Beſitzſteuergeſetz” ſelbſt, das, wie geſagt,
ſubſidiär in den Bundesſtaaten in Kraft treten ſoll, die
bis zum beſtimmten Termin keine Vermögensbeſteuerung
eingeführt haben, hat 78 Paragcaphen. Es beſtimmt
zu=
nächſt, daß vom Vermögenszuwachs eine
Beſitz=
ſteuer erhoben werden ſoll. Das Vermögen wird als
Grundvermögen (Grundſtücke einſchließlich Zubehör),
Be=
triebsvermögen (das dem Betriebe der Land= und Forſt
wirtſchaft, des Bergbaues oder eines Gewerbes dienende
Vermögen) und als Kapitalvermögen definiert, wobei das
Betriebsvermögen einer offenen Handelsgeſellſchaft oder
einer anderen Erwerbsgeſellſchaft den einzelnen
Teil=
habern im Verhältnis ihres Anteils angerechnet wird.
Die Abgabe iſt geſtaffelt, ſie beträgt vom Zuwachs bis zu
25000 Mark 0,5 v. H. und ſteigt bis zu 1,5 v. H.
Ueber=
ſteigt der Geſamtwert des ſteuerbaren Vermögens eines
Steuerpflichtigen den Betrag von 100000 Mark, ſo er=
höht ſich der Steuerſatz um 0,1 v. H. Bei noch größeren
Vermögen ſteigt dieſer Zuſchlag bis zu 1 v. H. Das im
Auslande oder einem anderen deutſchen Bundesſtaate
be=
findliche Grund= und Betriebsvermögen ſoll nicht zum
ſteuerbaren Vermögen gehören. Das
Kapitalver=
mögen wird ſodann eingehend definiert; freibleiben
ſollen nur Anſprüche an Witwen=, Waiſen= und
Penſions=
kaſſen an Kranken= und Unfallverſicherungen oder
Ange=
ſtellten=Verſicherungen Anſprüche an Renten und ähnliche
Bezüge, die mit Rückſicht auf ein früheres Arbeits= oder
Dienſtverhältnis gewährt werden. Noch nicht fällige
An=
ſprüche aus Renten und Kapitalverſicherungen ſind nicht
zu berückſichtigen. Möbel und Hausrat gilt nicht als Ver
mögen, wohl aber das zu einem Fideikommiß gehörige
Vermögen, als das Vermögen des Inhabers. Die
ding=
lichen und perſönlichen Schulden und Laſten dürfen
ab=
gezogen werden, aber keine Haushaltungsſchulden
Steuerpflichtig ſind mit dem Zuwachs ihres
ge=
ſamten ſteuerbaren Vermögens die Landesangehörigen
(mit den Ausnahmen, die etwa im preußiſchen
Steuer=
geſetz vorgeſehen ſind) und mit dem Zuwachs, der dem im
Lande befindlichen Grund= und Betriebsvermögen aller
natürlichen Perſonen entſteht, ohne Rückſicht auf Staats
angehörigkeit, Wohnſitz oder Aufenthalt. Vermögen unter
6000 Mark und ein Zuwachs unter 2000 Mark werden nicht
beſteuert. Das Vermögen nicht dauernd von einander
getrennt lebender Ehegatten wird zur Veranlagung
zu=
ſammengerechnet.
* Berlin, 29. März. Die Reichsbeſteuerung
von Geſellſchaftsverträgen ſieht für die
Be=
urkundung von Geſellſchaftsverträgen einen Steuerſatz von
4½ v. H. des Grundkapitals bezw. ſeiner Erhöhungen vor
bei inländiſchen Aktiengeſellſchaften oder
Kommanditgeſell=
ſchaften auf Aktien. Nur die Reichsbank, die deutſchen
Kolonialgeſellſchaften und die ihnen gleichgeſtellten
deut=
ſchen Geſellſchaften werden, wie die Geſellſchaften m. b. H.
nur mit 3 v. H. belegt. Einbegriffen ſind auch im
Aus=
land abgeſchloſſene Geſellſchaftsverträge, wenn dieſe
Ge=
ſellſchaften oder eine Filiale davon ihren Sitz im Inlanl
haben. Bei offenen Handelsgeſellſchaften, Exrwerbs=Ge
ſellſchaften des bürgerlichen Rechtes und Genoſſenſchaften,
deren Geſchäftsbetrieb über den Kreis ihrer Mitglieder
hinausgeht, ermäßigt ſich der Errichtungsſtempel auf ein
Zehntel vom Hundert des Wertes der Einlagen, muß aber
mindeſtens 20 Mark betragen, er geht bei
Gelegenheits=
geſellſchaften auf 10 Mack, bei den übrigen
Genoſſen=
ſchaften auf 5 Mark herunter.
Die Denkſchrift über das
Marineluft=
ſchiffweſen.
* Berlin, 29. März. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung veröffentlicht heute den Wortlaut der
Deckungs=
vorlagen mit Begründung, ſowie die Denkſchrift
über das Marineluftſchiffweſen. Danach
fordert der Ergänzungsetat 3 Millionen Mark für das
Luftſchiffs= und Flugweſen der Marine. Geplant ſind
zwei Luftſchiffſtaffeln von je vier in Dienſt befindlichen
Luftſchiffen und einem Luftſchiff als Materialreſerve. Für
beide Staffeln iſt ein Standort geplant mit vier
Doppel=
drehhallen für die in Dienſt befindlichen Luftſchiffe und
zwei feſten Hallen für die Materialreſerve. Für die
durchſchnittliche Gebrauchsdauer der Luftſchiffe ſind vier
Jahre angenommen. Für die Flugzeuge ſind eine
Mut=
terſtation und ſechs Außenſtationen mit zuſammen 50
Flugzeugen, von denen 36 in Dienſt gehalten
wer=
den, vorgeſehen. Die Luftſchiffe erfordern während
der Jahre 1914 bis 1918 35 Millionen Mark. Hiervon
entfallen 11 Millionen Mark auf die Beſchaffung der
Luft=
ſchiffe, 14 Millionen auf die Herſtellung der Landanlagen
und 10 Millionen Mark auf laufende Koſten. Da für
1914 und 1915 bereits vier Millionen zu Luftſchiffszwecken
ausgeworfen waren, beträgt der Mehrbedarf in den
genannten fünf Jahren 31 Millionen Mark. Die
Beſchaffung der Flugzeuge erfordert 3 Millionen, die
Landanlagen dafür 4 Millionen und der Betrieb 2
Mil=
lionen Mark. An Perſonal ſind 1452 Deckoffiziere,
Unteroffiziere und Mannſchaften erforderlich, deren
Be=
ſoldung und Verpflegung für fünf Jahre etwa 6 Mil=
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, 28. März:
Die Jungfrau von Orleans.
W-l. Vor gut beſetztem Hauſe ging heute Schillers
romantiſche Tragödie „Die Jungfrau von Orleans”
wie=
der mit ſtarkem Erfolge in Szene. Die Titelrolle ſpielte
eine junge Künſtlerin, Fräulein Eliſabeth Horn bei
der es ſich anſcheinend um eine Talentprobe handelte,
während ſonſt Fräulein Pils gerade die berufene
Vertre=
terin dieſer Rolle ſein dürfte, deren Dualismus derjenige
ihrer Individualität entſpricht. Es iſt nicht richtig, in der
Jungfrau das Heroinenhafte in erſter Linie
hervorzu=
kehren. Wenn der Herzog von Burgund ſagt:
„Wie ſchrecklich war die Jungfrau in der Schlacht,
Und wie umſtrahlt mit Anmut ſie der Friede‟,
ſo iſt in dieſen wenigen Worten die Charakteriſtik der
Johanna gegeben. Nur in der Eckſtaſe wächſt „die zarte
Jungfrau” zur Heldin empor, und gerade ihre Schuld iſt
ein Beweis für ihre echte Weiblichkeit. Die Vertreterin
des jugendlichen Faches, die imſtande iſt, das
Heroinen=
hafte mit dieſem zu vereinigen, iſt ſomit die berufene
Darſtellerin der Johanna. Nach dieſem Grundſatz war
auch die heutige Beſetzung der Rolle erfolgt.
Perſönlich=
keit und Organ ermöglichen Frl. Horn den Uebergang
vom Jugendlichen zum Heroinenhaften. Daß dieſer noch
nicht immer richtig getroffen und der rechte Ton noch nicht
immer gefunden wurde, iſt bei einer Anfängerin
begreif=
lich und natürlich. Sie verfiel noch zu häufig ins
Dekla=
matoriſche; dagegen ſprach ſie einzelne Szenen, wie den
Abſchiedsmonolog und die Erzählung vor dem König,
wieder überraſchend ſchön. Was an ihrer Darſtellung ſo
eigenartig wirkte, war das echte und natürliche
Empfin=
den und die jugendliche Begeiſterung, ihre ſozuſagen
jungfräuliche Kunſt, die ſich des Eindruckes unbewußt iſt,
den ſie macht. Dadurch kam es auch, daß ihre Darſtellung
überzeugender war, als die mancher routinierten
Künſt=
lerin. Alles in allem jedenfalls eine vielverſprechende
Talentprobe!
In der Beſetzung der übrigen Rollen waren wohl
nur geringe Aenderungen vorgenommen. Den feurigen
und draufgängeriſchen Dunois ſpielte Herr
Bau=
meiſter, der auch die Regie führte, mit impulſivem
Temperament, ein markiger Vertreter des Herzogs von
Burgund war Herr Heinz, die von Shakeſpeareſchem
Geiſte beeinflußte Rolle des Talbot ſpielte Herr
Weſter=
mann. Eine prächtige Verkörperung verlieh Herr Ehrle
dem jugendlichen Lionel. Der ſchwache, aber edelgeſinnte
König und deſſen Geliebte Agnes fanden durch Herrn
Schneider und Frl. von Sonnenthal
entſpre=
chende Vertretung. Etwas matt war Frl. Alſen als
Königin. Die übrigen Rollen im einzenen zu nennen,
würde zu weit führen
In der Inſzenierung war das Beſtreben nach
Ver=
einfachung des ſzeniſchen Apparates zugunſten des rein
künſtleriſchen Eindruckes erkennbar, und dieſes Prinzip
war zum Vorteil der Aufführung einheitlich durchgeführt
Der Krönungszug war in der früheren Inſzenierung aber
wirkungsvoller und entſprach mehr der Vorſchrift des
Dichters, der für die Charakteriſtik dieſer den Höhevunkt
der Handlung darſtellenden Szene ausdrücklich größeren
ſzeniſchen Prunk gewünſcht hat. Schließlich noch eine
Frage: Iſt das, was bei Richard Wagner höchſtes
künſt=
leriſches Prinzip iſt, bei Schiller etwas anderes? Nämlich
ſtrichloſe Aufführungen?
Sonntag, den 30. März.
Frühlingsfeſtſpiele.
1. Abend.
Triſtan und Iſolde.
Wl. Die Frühlingsfeſtſpiele, die zum Gedächtnis
Richard Wagners von der Direktion des Hoftheaters in
dieſem Frühjahr unter Heranziehung hervorragende:
künſtleriſcher Kräfte veranſtaltet werden und bei denen
Richard Wagners Meiſterwerke zur muſtergültigen
Wie=
dergabe gelangen ſollen, wurden heute abend mit der
Aufführung von „Triſtan und Iſolde” eröffnet, die ſich
durch die Mitwirkung erſter künſtleriſcher Kräfte von
aus=
wärts zu dem bedeutendſten Ereignis der bisherigen
Sai=
ſon geſtaltete. Ein feſtlich geſtimmtes Publikum hatte
das Haus bis auf den letzten Platz gefüllt, die
Großherzog=
lichen Herrſchaften wohnte nebſt hohem Beſuch der
Vor=
ſtellung in der großen Mittelloge bei.
Das künſtleriſche Gepräge verlieh der Aufführung die
muſikaliſche Leitung des Profeſſors Artur Nikiſch aus
Leipzig, der auch der gefeierteſte Künſtler des Abends
war, und der ſozuſagen neue muſikaliſche Werte für die
Triſtan=Aufführung ſchuf. Auf Einzelheiten genauer
ein=
zugehen, iſt bei der Fülle der neuen Eindrücke, die man
von dieſer denkwürdigen Aufführung erhielt, nicht
mög=
lich. Das Orcheſter, das durch mehrere Künſtler verſtärkt
worden war, verrichtete unter ſeiner Leitung wahre
Wun=
dertaten, und man wurde nicht müde, während der
fünf=
ſtündigen Aufführung dem Klangzauber und der
Ton=
pracht des Orcheſters zu lauſchen, die Ohr und Herz
ge=
fangen nahmen. Die Feinheit tonlicher Nuancierung und
der Klangſchattierungen machte ſich namentlich im zweiter
Akte geltend, deſſen muſikaliſche Stimmung wundervoll
herausgearbeitet wurde und deſſen unvergleichliche Schön
heiten ſich unter der Leitung des Meiſters erſt ganz
offen=
barten. Mit hinreißendem Schwung und dramatiſcher
Kraft wurde der letzte Akt geſpielt, der in Iſoldens
Liebes=
tod, der die Quinteſſenz Richard Wagnerſcher Kunſt
be=
deutet, einen prachtvollen, bleibende Eindrücke ſchaffenden
Abſchluß fand. Unterſtützt wurde der geniale Dirigent
durch die kunſtverſtändige Regie des Herrn Direktors
Rainer Simons aus Wien, der freilich mehr hinter
den Kuliſſen gewirkt, aber deshalb kein geringeres
Ver=
dienſt an der muſtergültigen Aufführung hatte.
Die Iſolde hatte in Frau Kammerſängerin Rüſche=
Endorf vom Stadttheater in Leipzig eine
ſtimmgewal=
tige und geſanglich vollendete Vertreterin erhalten, die
dieſe groß angelegte Partin in ſtrengem Stile der Richard
Wagnerſchen Kunſt durchführte und eine hochkünſtleriſche
Leiſtung bot, bei der das Vollbringen dem Wollen
ent=
ſprach und die dementſprechend einen in jeder Hinſicht
vollbefriedigenden Eindruck hinterließ. Auch der Triſtan
des Herrn Kammerſängers von Bary vom Hoftheater
in München war in großem Stile gehalten; ſeine Kunſt
und ſein Können kommen aber eigentlich erſt im letzten
Akte zur vollen Geltung, in dem er ein hinreißendes
Tem=
perament entfaltete; ſein Organ beſitzt nicht in allen
La=
gen denſelben Glanz, und inmitten ſeines ſonſt
hoch=
künſtleriſchen Vortrags wird man nicht ſelten durch eine
naturaliſtiſche Tongebung ernüchtert.
Unſere einheimiſchen Künſtler waren durchaus auf
der Höhe. Sehr ſchön ſang Fräulein Jacobs die
Braugäne im erſten Akt. Das Tagelied des zweiten
Aktes haben wir heute zum erſten Male einwandfrei
ſin=
gen hören: die wundervolle gegenſeitige Anpaſſung von
Geſang und Orcheſter, die dem Lied eine ganz neue
Be=
deutung verlieh, war wohl ein Verdienſt der Leitung.
Prächtig nuanciert und in der Wärme des Tones kaum zu
übertreffen war der Kurwenal des Herrn Weber,
muſter=
gültig der Marke des Herrn Stephani. Die kleineren
Partien des jungen Seemanns, des Melot, des Hirten
und des Steuermanns wurden von den Herren
Glo=
berger, Jahn, Thomſen und Kräger geſungen.
Die neuen Dekorationen und Koſtüme waren nach
Entwürfen von Profeſſor H. Lefler in Wien
angefer=
tigt. Die erſte Szene, das Verdeck des Schiffes, von dem
aus man auf das Meer blickte, zeichnete ſich durch
hiſto=
riſche Stilechtheit aus; in der zweiten Szene, dem Garten
vor dem Gemach Iſoldens, hatte man durch anſteigende
Terraſſen ein wirkungsvolles Arrangement geſchaffen, das
namentlich der Eingangsſzene zu größerem Eindruck
ver=
half; auch der Sternenhimmel und die Beleuchtung
weck=
ten Stimmung. Die Dekorationen boten aber nichts
Her=
vorragendes, vielmehr könnte man in den gemalten
Bäu=
men einen Rückſchritt, eine Rückkehr zu der über Bord
ge=
worfenen Tradition der gemalten Dekorationen erblicken.
Echt und prächtig wirkte dagegen der Burghof von Tareol
im letzten Akte mit dem in herbſtlichem Laube prangenden
Rieſenbaume und der ſtimmungsvollen Beleuchtung.
Das Publikum war ſehr begeiſtert und rief die
Künſt=
ler und Herrn Kapellmeiſter Nikiſch nach jedem Akte
immer von neuem hervor.
Die Frühlingsfenſpiele haben mit dieſer Vorſtellung
alſo einen vielverſprechenden Anfang genommen.
lionen Mark erheiſcht. Die Geſamtkoſten belaufen
ſich demnach auf 50 Millionen Mark, die
Jahres=
raten betragen durchſchnittlich 10 Millionen Mark.
Weitere Preßſtimmen.
* Intereſſant ſind die folgenden Ausführungen der
Münchener Neueſten Nachrichten, als des
führenden Organs des nach Preußen größten deutſchen
Bundesſtaates: „Die Erfaſſung der Vermögen ſchon von
10000 Mark an erſcheint uns ſehr bedenklich; hier wird
der Reichstag ein ernſtes Wort einzulegen haben. Ob an
Stelle der Beſteuerung der ganz kleinen Vermögen nicht
eine gewiſſe, wenn auch vorſichtig bemeſſene Staffelung
der Abgabe von größeren Vermögen und auch der
Ab=
gabe von höheren Einkommen vorzuſchlagen ſein wird,
das wird reichlich zu erwägen ſein. Sowohl bei den „
ver=
edelten Matrikularbeiträgen” wie bei dem „Erbrecht des
Reichs” hat der Umweg über die Einzelſtaaten den
Ge=
danken einer Reichsbeſitzſteuer verdunkelt und verdrängt.
Das bedeutet erſtens eine Beſchränkung der Finanzhoheit
des Reichs, eine Beſchränkung, die auch dadurch nicht völlig
aufgehoben wird, daß das Reich wenigſtens die Normen
feſtſetzt, die für den Erlaß der einzelſtaatlichen
Beſitzſteuer=
geſetze maßgebend ſein ſollen, und auch nicht dadurch, daß
das Reich in dem nicht ſehr wahrſcheinlichen Falle, daß
ein Bundesſtaat das erforderliche Beſitzſteuergeſetz bis 1916
nicht eingeführt hat, ſeinerzeit ergänzend eintritt. Es
be=
deutet ferner, daß den einzelſtaatlichen Regierungen und
den einzelſtaatlichen Landtagen immerhin ein erheblicher
Spielraum in Beziehung auf die Auslegung und
Aus=
führung der Vorſchriften des Reiches zur Erfüllung von
Aufgaben des Reiches gelaſſen wird. Das iſt kein
Fort=
ſchritt des Reichsgedankens. Es iſt aber ſchließlich auch
ein angeſichts der verlangten Opfer beſonders ſchwer
be=
greifliches und politiſch unkluges Mißtrauensvotum gegen
den Reichstag; und es wird den verbündeten Regierungen
nicht leicht werden, dieſen angeblichen Erſatz für das vom
Reichstag verlangte allgemeine Beſitzſteuergeſetz
dem=
ſelben Reichstag mundgerecht zu machen.
Die Kölniſche Zeitung ſchreibt zu den neuen
Steuerplänen, daß der Kampf um den Wehrbeitrag am
erbitterſten werden dürfte. Das Blatt fordert, daß die
untere Grenze der Vermögen weſentlich heraufgeſetzt werde
und die Steuerpflicht erſt beginne, wenn die Einnahmen
aus dem Vermögen zuſammen mit den Einnahmen aus
der Arbeit eine gewiſſe Summe erreichen. In der
Heran=
ziehung der großen Einkommen ſei die Regierung zu
vor=
ſichtig. Das Blatt empfiehlt ein Kompromiß dahin
gehend, einerſeits die Vermögensgrenze hinaufzuſetzen,
anderſeits aber ſchon die Eintommen von etwa 20000
Mark an zahlen zu laſſen. Sollte ſich dabei ein
Fehl=
betrag ergeben, ſo müßten die großen Vermögen, die
be=
ſſonders hohe Erträgniſſe abwerfen, entſprechend höher
be=
ſteuert werden.
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
Am Samstag nachmittag hatte ſich ein zahlreiches
Publi=
kum auf dem Flugplatz eingefunden, um die kühnen
Luft=
manöver unſerer Militärflieger zu verfolgen. Es flogen
Leutnant v. Mirbach mit Oberleutnant von den
Hagen, Leutnant Koch mit Leutnant Rücker und
Leutnant Reinhardt mit Oberleutnant Ludewig
Die Flieger führten von 4 bis 6 Uhr abends verſchiedene
Kurpenflüge und ſonſtige Flugmanöver über dem
Flugplatz aus. Auch unternahmen ſie mehrere gut
gelun=
gene Rundflüge über Darmſtadt in größeren
und kleineren Schleifen. — Gegen ½5 Uhr beſuchten auch
die beiden Prinzen in Begleitung ihrer Hofdame
den Flugplatz und ſahen den Flugmanövern zu.
Der 16. Zeppelin.
* Friedrichshafen, 29. März. „Z. 4” iſt nach
18ſtündiger Dauer= und Höhenfahrt um 12½ Uhr in der
Luftſchiffhalle glatt gelandet.
* Friedrichshafen, 29. März. Die
achtzehn=
ſtündige Abnahmefahrt des Luftſchiffes „Z. 4” hat einen
in allen Teilen ausgezeichneten Verlauf
ge=
nommen. Sie führte geſtern abend über Ulm, Stuttgart
bis kurz vor Mannheim, dort wurde gewendet und der
Kurs nach Süden genommen über die Rheinebene
hin=
aus bis Baſel. Kurz vor Mitternacht wurde Karlsruhe
paſſiert. Von Baſel ſteuerte das Luftſchiff nach
Schaff=
hauſen und zum Bodenſee, wo es ſich lange in hohen
Re=
gionen aufhielt. In dieſen Höhen verweilte das
Luft=
ſchiff den ganzen Vormittag, indem es bald über dem
See, bald in ſeiner Umgebung bis Ober=Schwaben und
andererſeits bis in die Schweiz hinein kreuzte, ſo daß die
Fahrt ſich in ihrem letzten Teile zu einer Höhenfahrt
geſtaltete. Die Führung hatte Oberingenieur Dürr. an
Bord war die vollzählige Abnahmekommiſſion. Die Offi
ziere haben ſich über den Verlauf der Fahrt ſehr
befrie=
digend geäußert. Es hat alles hervorragend geklappt,
be=
ſonders gut hatten die Maſchinen funktioniert, an denen
während der ganzen Fahrt und trotz zeitweilig ſehr hoher
Beanſpruchung nicht die geringſte Störung zu bemerken
war. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß noch einige weitere
Abnahmefahrten, insbeſondere Höhenflüge von Baden=
Oos unternommen werden, wohin das Luftſchiff am
Montag übergeführt wird. Vorher wird es
wahrſchein=
lich vom Prinzen von Wales beſichtigt werden,
deſſen Beſuch in Friedrichshafen am Montag erwartet
wird. Die Offiziere der Abnahmekommiſſion waren
nach ihrer Rückkehr Gäſte des Grafen Zepvelin, der
an der Fahrt nicht teilgenommen hatte.
* Pola, 28. März. Während der Ueberfahrt des
Erzherzogs Franz Ferdinand von Trieſt nach Pola ſtürzte
der Flieger Leutnant Banfield der mit einem
zwei=
ten Offizier einen Flug zur Begrüßung des Erzherzogs
unternahm, ab. Der Flieger erlitt einen Schenkelbruch
Der Erzherzog ſprach dem Flieger ſeine vollſte
Anerkenn=
ung für ſeine glänzende Fliegerleiſtungen aus, beſonders
für die Geſchicklichkeit und ſeine Geiſtesgegenwart, durch
die ein größeres Unglück verhütet wurde.
* Paris, 29. März. Der franzöſiſche Luftſchiffer
Rumpelmayer, der mit ſeiner 41ſtündigen Ballon
fahrt von Compiegne nach Charkow einen Weltrekord
erzielt hat, erzählte einem Berichterſtatter, daß ſein
Bal=
lon bei Krakau, als er in einer Höhe von etwa 300 Meter
über Befeſtigungswerke hinwegflog, von öſterreichiſchen
Soldaten beſchoſſen worden ſei, ohne jedoch Schaden zu
nehmen.
Vermiſchtes.
Blaue Donau — Blaue Adria!
Dies=
mal führt der Heſſiſche Landesausſchuß des
Deutſchen Flottenvereins ſeine Reiſegeſellſchaft
nicht an unſere Waſſerkante, ſondern an die Adria=
Ri=
viera, nicht an Deutſche Kriegs= und Handelshäfen,
ſon=
dern an Oſterreichiſche. Die Fahrt beginnt am 16. Juni
in Paſſau; auf zweitägige Donaudampferfahrt folgen drei
genußreiche Tage in der alten Kaiſerſtadt Wien; dann
24 Stunden 1000 Meter hoch auf dem Semmering und
drei Tage in Trieſt und Pola, dem Handels= bezw.
Reichs=
kriegshafen; zum Schluß am 21. Juni Ueberfahrt nach
Venedig. — Ausführliche Programme ſind von dem
Ver=
anſtalter (Darmſtadt, Waldſtraße 1) zu erhalten. —
Reiſe=
führer Hauptmann a. D. Vollmar, der mündlich
Aus=
kunft erteilt vormittags Heinrichſtr. 99, Erdgeſchoß,
nach=
mittags Waldſtraße 1.
Die Trauerfeierlichkeiten
in Athen.
* Athen, 28. März. Der Sarg mit der Leiche
des Königs iſt heute öffentlich in der Kathedrale
aus=
geſtellt. Tauſende ſchritten an ihm tief ergriffen vorüber
um dem geliebten König den letzten Gruß zu entbieten.
Die Königin Olga betete heute morgen lange an dem
Sarge des Königs, Prinz Joachim von Preußen
iſt aus Alexandria hier eingetroffen, um an den
Bei=
ſetzungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Der Prinz wurde
heute von dem Kronprinzen Georg und dem
deut=
ſchen Geſandten empfangen. Prinz Heinrich von
Preußen und Prinz Ernſt Auguſt von Cumberland
werden heute im Laufe des Tages an Bord des Kreuzers
Breslau” hier erwartet. Mitglieder der griechiſchen
Kö=
nigsfamilie, Vertreter Oeſterreich=Ungarns, Norwegens,
Spaniens, Belgiens, Kubas, Prinz Roland Bonaparte
der Metropolit von Kreta und die Mitglieder des
Heili=
gen Synods von Kreta ſind hier eingetroffen. Alle
Me=
tropoliten der neuen Provinzen und der Patriarch von
Alexandrien werden dem Begräbniſſe beiwohnen. Der
ſerbiſche Geſandte legte auf Befehl des Königs Peter an
dem Sarge einen Kranz mit der Inſchrift: „Georg I.,
dem Freunde und Verbündeten! Peter I.” nieder. Die
vierte Diviſion iſt aus Epirus hier angekommen, um die
militäriſchen Ehren bei dem Begräbniſſe des Königs zu
erweiſen.
Das Unwetter in Amerika.
* New=York 28. März. Nach den letzten geſtern
abend eingetroffenen Nachrichten hofft man, daß die
Ge=
ſamtzahl der bei der Ueberſchwemmung
Um=
gekommenen nicht größer iſt als 2000. In Dayton
wurden hunderte von Perſonen unverſehrt gefunden, die
man verloren glaubte. 60 Sträflinge eines Gefängniſſes,
die ſeit Dienstag ohne Nahrung und Waſſer ſind,
meuter=
ten und drohten dem Direktor des Gefängniſſes und
ſei=
ner Familie mit dem Tode. Der Direktor erbat zur Hilfe
Miliztruppen. Obſchon Lebensmittel fehlten, iſt niemand
des Hungers geſtorben. Man ſchätzt, daß in Dayton
al=
lein 75000 Perſonen obdachlos ſind. 15000 Häuſer
wur=
den unterſpült. Der Schaden in Dayton wird auf 25 Mil
lionen Dollar geſchätzt. Auch im Oſten von Pennſylva
nien leidet die Bevölkerung ſchwer. Viele Gruben ſind
geſchloſſen. Die Ueberſchwemmung erſtreckt ſich auf Ohio,
Indiana, Weſtvirginia, Weſtpennſylvanien, New=York.
Kentucky und Illinois. Der Schaden der Bahnen wird
auf 25 Millionen Dollar geſchätzt. Der Gouverneur von
Ohio erklärte, die Verluſte des Staates ſeien größer als
bei dem Erdbeben in San Francisco.
* New=York 28. März. Obwohl das Ende
der Ueberſchwemmung in Ohio und
In=
diana in Sicht iſt, herrſcht noch große Beſorgnis über
das Schickſal zahlreicher kleiner Ortſchaften. Aus vielen
Ortſchaften treffen noch Nachrichten von furchtbaren
Lei=
den durch Waſſer, Kälte und Hunger ein. Die Zahl der
Toten iſt jedoch übertrieben. In Dayton ſchreitet das
Rettungswerk durch Zuhilfenahme durch Motorboote
un=
ter militäriſcher Leitung rüſtig fort. Die
Bahnverbin=
dungen im Flutdiſtrikt ſind zum Teil wieder hergeſtellt
worden. Die Truppen ſind angewieſen worden, jeden
Plünderer ſofort niederzuſchießen.
* New=York, 28. März. Nach neuerlich
eingelau=
fenen Meldungen, die auf genauere Informationen
be=
ruhen, beträgt die Zahl der in Dayton bei dem
Hoch=
waſſer Umgekommenen etwa 200, ebenſo hoch iſt
der Verluſt an Menſchenleben in Columbus. Die Zahl
der Ertrunkenen iſt alſo nicht ſo hoch als anfangs
be=
fürchtet wurde. Auch aus den Außendiſtrikten des
Ueber=
ſchwemmungsgebietes wird gemeldet, daß das Hochwaſſer
zahlreiche Opfer gefordert hat. In Dayton wird der
Ver=
luſt an Eigentum auf 20 Millionen Dollar geſchätzt.
* New=York 29. März. Das Hochwaſſer in
Ohio und Indiana geht weiter zurück. Insgeſamt
ſollen nicht mehr als 500 Perſonen in den überſchwemmten
Gebieten umgekommen ſein.
New=York, 29. März. Das Fallen der Flüſſe
im Innern von Indiana und Ohio ließ die Ströme in
Ohio und Miſſiſippi, in die jene Flüſſe münden, über
die Ufer treten. Die Stadt Cincinnati iſt von den
ſchlimmſten Ueberſchwemmungen bedroht, die ſie bisher
erfahren hat. Der Kriegsſekretär Garriſon iſt in
Dayton angekommen. Beim Plündern iſt ein Mann
von den Milizen erſchoſſen worden. In Columbus ſind
zahlreiche Plünderer verhaftet worden. Die in vielen
Städten veranſtalteten Sammlungen für die
Rettungs=
werke belaufen ſich auf faſt 50000 Dollars.
Der Balkankrieg.
Die Antwort Bulgariens.
* London, 28. März. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, ſtimmte Bulgarien in ſeiner Antwort, die
den Mächten noch nicht übermittelt worden iſt, ſondern
ſich noch in den Händen der Verbündeten befindet, den
Vorſchlägen Europas, ausgenommen der vorgeſchlagenen
Grenzlinie Enos=Midia und der Frage der
Kriegsentſchä=
digung, zu. Dem Vernehmen nach will Bulgarien die
Vorſchläge der Mächte, dem Marmarameer fernzubleiben,
annehmen. Falls die Mächte einer Grenzlinie von Midia
zum Golf von Saros zuſtimmen, welche das
Marmara=
meer und die Dardanellen den Türken laſſen würde, und
falls ihm das Recht auf eine Kriegsentſchädigung im Prin
zip zugebilligt wird, will Bulgarien zugeſtehen, daß die Höhe
der Entſchädigung durch die Mächte und die verbündeten
Balkanſtaaten feſtgeſetzt wird. Die Tatſache, daß die Türkei
ſelbſt jetzt noch nicht bereit zu ſein ſcheint, ſich für beſiegt
zu erklären, könnte Bulgarien mehr aus militäriſchen als
aus politiſchen Gründen dazu zwingen, die
Tſchataldſcha=
linie anzugreifen. Die Feindſeligkeiten werden daher
nicht aufhören, bis die von den verbündeten
Balkan=
ſtaaten aufgeſtellten Friedensbedingungen von den
Tür=
ken angenommen ſind.
Aus Adrianopel.
* Sofia, 28. März. Geſtern iſt die
Eiſenbahnver=
bindung bis zur Adriabrücke wieder hergeſtellt worden
die vorausſichtlich in einigen Tagen wieder inſtand geſetzt
werden wird. Von heute an werden die Züge bis auf
1½ Kilometer von dem Adrianopeler Bahnhof verkehren
können. Der Eiſenbahnminiſter hat die Zufuhr von Mehl
angeordnet. Der Poſt= und Telegraphendirektor hat die
nötigen Maßnahmen zur Wiederherſtellung des Dienſtes
getroffen. Die Lage der Bevölkerung in der
er=
oberten Stadt ſcheint nicht ſo verzweifelt geweſen zu
ſein, wie ſie geſchildert worden iſt; auch dürften die
Ent=
behrungen nicht ſo groß geweſen ſein. Vor der
Ueber=
gabe ſteckten die Türken das Getreidedepot in Brand. Es
iſt ein Mehldepot entdeckt und das Mehl an die Armen
verteilt worden. Nur wenige Gebäude ſind
beſchädigt=
worden. Eine Epidemie herrſcht nicht. Viele Türken
zer=
ſchlugen ihre Gewehre, ehe ſie ſich ergaben. Mehrere
ſchwere Geſchütze ſind beſchädigt worden. Mehrere
Muni=
tionsdepots wurden in die Luft geſprengt und ſogar die
Pferde getötet, damit ſie nicht in die Hände der Sieger
fallen ſollten. Die bulgariſchen und ein Teil der
ſerbi=
ſchen Truppen ſind in der Stadt kaſerniert. Der Geiſt der
Truppen iſt ausgezeichnet. Die Militärbehörden haben
alle Maßnahmen zur Sicherung der Ordnung getroffen.
Die Konſuln haben hierüber ihre lebhafte Befriedigung
ausgeſprochen.
Der Erfolg der ſerbiſchen Truppen vor Adrianopel.
* Belgrad, 29. März. Von amtlicher ſerbiſchen
Seite wird die Nachricht, daß der Geſandte Nenadowitſch
und der ehemalige Miniſterpräſident Novakowitſch in
einer außerordentlichen Miſſion nach Petersburg reiſen
werden, als falſch bezeichnet. — Bei den letzten Gefechten
vor Adrianopel errang das dreizehnte ſerbiſche
Infan=
terie=Regiment einen ausſchlaggebenden Erfolg bei Jut=
Tepelar. Das dritte und vierte Bataillon dieſes
Regi=
ments hatten die Aufgabe, gemeinſam mit dem 52.
bulga=
riſchen Infanterie=Regiment zwiſchen dem 24. und 25.
März die obengenannte Stellung zu ſtürmen. Die
Tür=
ken empfingen die Stürmenden mit einem furchtbaren
Feuer, ſo daß ſich das bulgariſche Regiment zurückziehen
mußte. Die ſerbiſchen Bataillone hatten den Befehl
er=
halten, die Stellungen zu halten, was mit großer
Aus=
dauer ausgeführt wurde. Endlich gelang es beiden
Ba=
taillonen, vorzurücken und Jut=Tepelar zu ſtürmen. Die
Verluſte der Serben an Toten und Verwundeten waren
bedeutend. — Paſitſch erhielt zum Siege der Verbündeten
bei Adrianopel von dem montenegriniſchen
Miniſterpräſi=
denten Martinowitſch, dem bulgariſchen
Miniſterpräſiden=
ten Geſchow und dem griechiſchen Miniſterpräſidenten
Venizelos herzliche Gratulationen. Miniſterpräſident
Geſchow ſprach bei dieſer Gelegenheit ſeinen Dank für die
ſerbiſche Hilfe aus. Beſonders herzlich war die Depeſche
des Miniſterpräſidenten Venizelos. Paſitſch dankte allen.
telegraphiſch und beglückwünſchte Bulgarien zu dem
gro=
ßen Siege.
* Belgrad, 29. März. Nachträglich laufen von
dem General Stepanowitſch Meldungen über die
Ge=
fangennahme Schükri Paſchas ein, die
fol=
gendes beſagen: Als das 20. ſerbiſche Regiment nach
hef=
ligem, erfolgreichem Sturm das Fort Kadirlik=Idrim
ein=
genommen hatte, kam den Kämpfern auf ſerbiſcher Seite
erſt zum Bewußtſein, daß man einen ungeheuren Sieg
er=
rungen hatte. Im Fort befand ſich nämlich Schükrü
Paſcha mit 2 anderen Generälen, 22 hohen und 50
Subalternoffizieren. Der ſerbiſche Kommandant
begrüßte ehrerbietig den heldenmütigen Verteidiger
Adrianopels und erſuchte ihn, im Fort zu bleiben. Schükri
Paſcha ſowohl als ſeine Begleitung hatten ſich während
ihres Verbleibens in Kadirlik=Idrim der ritterlichſten
Be=
handlung durch die ſerbiſchen Truppen zu erfreuen, da
dieſe in dem Kommandanten Adrianopels den
Repräſen=
tanten des alten türkiſchen Heldenmutes und des
Pflicht=
gefühls erblickten. Erſt am folgenden Tag, nach den
Ver=
handlungen zwiſchen dem ſerbiſchen General
Stepano=
witſch und dem bulgariſchen General Iwanow, wurde
Schükri Paſcha an den letzteren als den bulgariſchen
Kom=
mandanten verwieſen und übergab dieſem ſich und ſeine
Armee förmlich. Die ſerbiſchen Truppen machten bisher
17000 Gefangene. Die Kriegsbeute iſt bedeutend, jedoch
nicht feſtgeſtellt. Die Teilung wird under den
Verbün=
deten nach Maßgabe der Truppenzahl erfolgen.
* Belgrad, 29. März. Das bulgariſche
Oberkom=
mando teilte dem Kommandanten der 2. ſerbiſchen Armee,
General Stepanowitſch, mit, daß der Rücktransport
der Serben nach Serbien am 29. ds. Mts. beginnen
werde, da ihre Anweſenheit nach Erledigung der Aufgabe
bei Adrianopel nicht mehr nötig ſei.
Die Botſchafterkonferenz.
* London, 28. März. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, wurde in der heutigen Sitzung der
Botſchaf=
tervereinigung, die 2 Stunden währte, die
Süd=
grenze Albaniens beſprochen. Es wurde kein
end=
gültiger Beſchluß gefaßt und man vertagte die
Beſprech=
ung auf Montag. Wie es heißt, beſtehen, obwohl außer
der Frage von Skutari keine ernſte Schwierigkeit
vor=
handen iſt, doch verſchiedene verwickelte Fragen im
Zu=
ſammenhang mit der Südgrenze, beſonders hinſichtlich der
Entſchädigung für Griechenland für die von den
griechi=
ſchen Truppen bereits beſetzten Punkte. Ein Teil des
Korfu gegenüberliegenden Gebietes, das Italien und
Oeſterreich=Ungarn zu Albanien geſchlagen zu ſehen
wün=
ſchen, wird wahrſcheinlich die Aufmerkſamkeit auf ſich
ziehen, aber die allgemeine Meinung herrſcht, daß dieſes
Gebiet der Inſel Korfu zu benachbart iſt, um nicht
Grie=
chenland zugeteilt werden zu müſſen. In amtlichen
Krei=
ſen hat man bis heute abend noch keine Nachricht über die
Antwort der Verbündeten auf die Vorſchläge
der Mächte und auch nicht über die Ueberreichung der
Kollektivnote an Serbien und Montenegro. Da die
Ge=
ſandten aller Mächte ihre Inſtruktionen erhalten haben,
o ruft das Stillſchweigen einige Ueberraſchung in
diplo=
matiſchen Kreiſen hervor.
London 29. März. Das Reuterſche Bureau
er=
fährt über die Beſprechungen der Botſchafter hinſichtlich
der Südgrenze Albaniens, daß die von Griechenland
vor=
geſchlagene Grenze am adriatiſchen Meer bei der Bai von
Chimara beginnt, von dort nach Tepelini zur Stelle des
Zuſammenfluſſes dem Drynos und dem Wioſa läuft, dem
Laufe des letzteren Fluſſes bis Kliſura folgt und von dort
den Kamm des Dangli=Gebirges entlang durch die Täler
des Devol und Schkumbi bis zum Ochrida=See geht, wo
ſie mit der Südſpitze an der von den Mächten beſtimmten
Nordoſtgrenze Albaniens zuſammentrifft. Die Botſchafter
haben noch keinen Beſchluß gefaßt, wie ſie zu der Frage
Stellung nehmen werden. Nach den Vorſchlägen, die einige
Mächte entworfen haben, ſollen jedoch etwa zwei Drittel
des von Griechenland beanſpruchten Gebietes Albanien
zugeſprochen werden mit 252000 Griechen und 141000
nichtalbaniſchen Mohammedanern. Ueberdies wird noch
vorgeſchlagen, daß das Feſtland gegenüber Korfu zu
Al=
banien geſchlagen werden ſoll.
Letzte Nachrichten.
* Sofia 30. März. Schükri Paſcha traf mit
ſieben anderen türkiſchen Generalen und den Offizieren
ſeines Generalſtabes, ſämtlich in Begleitung ihrer Ordon=
nanzen und der ihnen attachierten bulgariſchen Offiziere,
um vier Uhr früh mittelſt Sonderzuges auf
dem Bahnhof ein und wurden vom
Kom=
mandanten des Bahnhofs und dem
Platzkom=
mandanten empfangen. Die Kommandanten begrüßten
die gefangenen Offiziere herzlichſt und drückten
ihre Bewunderung für den Mut und die Tapferkeit der
Verteidiger Adrianopels aus. Schükri Paſcha und ſeine
Begleiter wurden in die ihnen zugewieſenen Wohnungen
gebracht.
* Belgrad, 29. März. Die Skupſchtina iſt
auf den 3. April einberufen worden.
* Berlin, 30. März. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau u. a.: „Die
Tatſache, daß Adrianopel nicht preisgegeben
wor=
den iſt, ſondern erſt nach langem heldenmütigem Wider
ſtande ohne Schaden für die türkiſche Waffenehre dem
übermächtigen Angreifer in die Hand fiel, erleichtert der
Pforte das Eingehen auf die von den Mächten in
Ausſicht genommenen Friedensbedingungen.
Durch den Geſamtſchritt der Botſchafter in Konſtantinopel
ſollen dieſe Bedingungen und gleichzeitig der Wunſch nach
Einſtellung der Feindſeligkeiten der Pforte mitgeteilt
werden. Wir möchten uns auch an dieſer Stelle der in
der bedeutungsvollen Rede Sir Edward Greys vom 25.
März ausgedrückten Erwartung anſchließen, daß eine
Fortdauer der Beſtürmung Skutaris von
Mon=
tenegro als ein zweckloſes Gemetzel erkannt und baldigſt
eingeſtellt werde. Damit würde der Anwendung von
Maßregeln vorgebeugt, die keine Großmacht herbeiführen
will, die aber bei anhaltender Auflehnung gegen den
Willen Europas unvermeidlich werden könnten. Ueber
die Feſtigkeit dieſes Willensſolltem an ſich
nicht täuſchen. Ernſte Gründe ſprechen dafür, daß
die einhellige Arbeit der Mächte auf der Höhe bleiben
wird, wie ſie ſich in der Dienstagsſitzung des
Unterhau=
ſes in den Ausführungen Asquiths und Greys unter der
Zuſtimmung des britiſchen Parlaments gezeigt hat.
Darmſtadt, 31. März.
* Zn Aſſiſtenten der land= und
forſtwirtſchaft=
lichen Berufsgenoſſenſchaft für das Großherzogtum
Heſſen wurden ernannt: Georg Lump, Heinrich Lipp,
Peter Berg zu Darmſtadt.
Künſtlerfeſt am 5. April im Saalbau. Man
ſchreibt uns: Der von General=Muſikdirektor Fritz
Steinbach=Köln geleitete erſte Teil des Feſtes ſoll
und wird ein Elite=Konzert in vollem Sinne ſein. Es
bringt von Beethoven die Leonoren=Ouvertüre und das
Viokin=Konzert mit Havemann, von Brahm’s, deſſen
Bedeutung erſt durch Steinbachs geniale Interpretation
ſeiner Werke weiteren Kreiſen erſchloſſen wurde, die
C-moll-Symphonie. Die Hofkapelle wird, wie ſchon
mitgeteilt, verſtärkt. Die Mitglieder der Oper und des
Schauſpiels treten vollzählig in den ſpäter folgenden
Kabarett=Vorſtellungen auf.
* Vogelsberger Höhenklub. Der im Jahre 1881
gleich=
zeitig mit dem Hauptverein gegründete Zweigverein
Darmſtadt des Vogelsberger Höhenklubs feierte am
Samstag abend ſein Dekorierungsfeſt, das ſo
zahlreiche Beteiligung gefunden hatte, daß der große Saal
des „Schützenhofes” bis auf den letzten Platz beſetzt war.
Von der Wand grüßte die von grünem Pflanzenſchmuck
umrahmte Büſte des hohen Protektors des Klubs, S. Kgl.
Hoheit des Großherzogs, und die von Meiſterhand ge
ſchaffenen Bilder der Klubhäuſer auf dem Hoherodskopf
und des Bilſteins. Es würde viel zu weit führen, die
zahlreichen Nummern des abwechslungsreichen
Pro=
gramms, das ſich unter der ſicheren Leitung des zweiten
Vorſitzenden, Herrn Miniſterialreviſors Bruchhäuſer,
flott abwickelte und das ausſchließlich von
Klubmitglie=
dern beſtritten wurde, einzeln zu beſprechen. Doch ſei
einiges daraus wenigſtens kurz erwähnt: Der erſte
Vor=
ſitzende, Herr Geh. Schulrat Dr. Schweisgut,
be=
grüßte die Anweſenden, beſonders den Vertreter des
Odenwaldklubs, aufs herzlichſte. Aus dem Bericht über
die Wandertätigkeit im abgelaufenen Jahre entnehmen
wir, daß ſich an den zwölf Wanderungen des letzten
Jah=
res im ganzen etwa tauſend Perſonen beteiligt haben.
Den Schluß des erſten Teils des Programms bildete die
wirklich hervorragende Darſtellung eines Luſtſpielchens:
„Der Rodelprinz” Aus dem zweiten Teil erwähnen wir
die Vorführung des V. H. C.=Kalenders, einer
humor=
vollen Darſtellung einzelner Ereigniſſe des letzten Jahres
in Wort und Bild, ferner die mit nicht endenwollendem
Beifall aufgenommenen Geſangs= und
Reigenaufführun=
gen der „Zillertaler” Ganz beſonders eindrucksvoll
ge=
ſtaltete ſich die Ueberreichung des Goldenen Abzeichens
an die eifrigſten Wanderer, das an 45 Damen und Herren
verliehen werden konnte. Dazu kommt noch die
Auszeich=
nung von 7 Buben und Mädchen, denn der V. H. C. hat
ja auch die Pflege der Jugendwanderungen in ſein
Pro=
gramm aufgenommen.
ie Dekorierung war diesmal in einer vom Schema
abweichenden Weiſe zu einer ſinnigen Feier ausgeſtaltet
worden. Die „Wanderluſt” dargeſtellt von einer ſungen
Dame, und gefolgt von zwei Waldmännchen. verherrlichte
in edler Sprache die Freuden des Wanderns in der
ſchö=
nen Natur, dem Jungbrunnen für Jung und Alt, und
überreichte den wackeren Wanderern das Goldene
Ehren=
zeichen. — Wenn wir ſchließlich noch die gediegenen Vor
träge der V. H. C.=Hauskapelle erwähnen, ſo ſoll dies
keine Zurückſetzung der übrigen Mitwirkenden bedeuten.
Die beiden Wanderungen immer herrſchende Harmonie
kam auch an dieſem Abend, der allen Teilnehmern noch
lange in Erinnerung bleiben wird, wieder voll zur
Gel=
tung. Der Abend hat dem Klub ſicher weitere Freunde
gebracht und bildete einen würdigen Abſchluß des an
Er=
folgen reichen Wanderjahres 1912/1913.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Homburg v. d. H., 30. März. Der geſamte
Hof nahm heute vormittag an dem Gottesdienſt in der
Erlöſerkirche teil. Später hörte der Kaiſer den Vortrag
des Vertreters des Auswärtigen Amtes, Geſandten von
Treutler. Zur Frühſtückstafel waren geladen Landrat
Ritter von Marx und Oberbürgermeiſter Lübke. Am
Nachmittag unternahmen die Majeſtäten und die
Prin=
zeſſin mit Gefolge eine größere Automobilfahrt über die
Saalburg, Wehrheim, Uſingen, Schmitten und zurück
über den Sandplacken. Das Wetter iſt ſehr warm.
* München, 30. März. Der Prinzregent genehmigte
das Geſuch des Profeſſors Soxhlet, Vorſtand der
landwirtſchaftlichen Zentralverſuchsſtation für Bayern
und Profeſſor für Agrikulturchemie an der Techniſchen
Hochſchule, um Entlaſſung aus allen ſeinen
Aemtern und verlieh ihm den Michael=Verdienſtorden
II. Klaſſe. Zu ſeinem Nachfolger wurde der Profeſſor
an der landwirtſchaftlichen Akadamie und der
Brauerei=
ſchule zu Weihenſtephan, Dr. Theodor Henkel,
er=
nannt.
* Stuttgart, 30. März. Der Prinz von Wales
fuhr heute nachmittag im Automobil nach
Fried=
richshafen. Für morgen iſt eine Beſichtigung der
Luftſchiffwerft unter Führung des Grafen Zeppelin und
anſchließend daran ein Aufſtieg mit dem Luftſchiff „2 4"
geplant.
* Gera, 29. März.
Der verſtorbene Fürſt
Heinrich XIV. verbrachte die letzten Tage nur im
Lehnſtuhl. Am Dienstag abend traten wiederholt
Schwächeanfälle ein; am Mittwoch abend nahm der
Fürſt nach längerem ruhigem Schlafe einige Nahrung
zu ſich. Am Donnerstag verſchlimmerte ſich ſein Zuſtand
und die Schwäche nahm zu. Heute früh verſtarb
der Fürſt in Anweſenheit des Erbprinz=Regenten
Heinrich XXVII. Die Prinzeſſin Eliſabeth von Solms=
Braunsfeld zeigte das Ableben ſofort durch Hiſſung
einer ſchwarzen Fahne auf dem fürſtlichen Schloſſe, ſowie
durch Trauergeläute um 8 Uhr an. Das fürſtliche
Hofmarſchallmt ordnete eine halbjährige Hoftrauer,
ſowie eine Landestrauer bis zum 28. April an.
Ferner haben bis zum 1. April, ſowie am Freitag, dem
Tage der Beiſetzung, alle öffentlichen Veranſtaltungen,
Konzerte uſw. zu unterbleiben. Ein heute erſchienenes
Patent gibt die Uebernahme der Regierun
des verſtorbenen Fürſten Heinrich XIV. durch den
bis=
herigen Erbprinz=Regenten Heinrich XXVII., ſowie
gleich=
zeitig die Uebernahme der Regentſchaft von Reuß
Aeltere Linie bekannt.
* Mülheim (Ruhr), 30. März. In der verfloſſenen
Nacht fuhr ein mit vier Perſonen beſetztes Automobil
der Zeche Viktoria Mathias” bei der Zeche „Humbold”
bei Mülheim gegen einen Bordſtein. Das Automobil
überſchlug ſich und die Inſaſſen wurden
herausgeſchleu=
dert. Der Chauffeur Inſel und ein Inſaſſe namens
Schleifhaken wurden lebensgefährlich verletzt und
ſtarben bald. Die beiden anderen wurden leicht verletzt.
Spezia, 30. März. In Gegenwart des
Königs=
paares, des Herzogs der Abruzzen, der Miniſter, der
Behörden und einer großen Menſchenmenge iſt heute
vormittag der fünfte Dreadnought „Andrea
Doria” glücklich vom Stapel gelaufen.
* Paris, 29. März. Der Senat nahm heute den
von der Kammer bereits früher angenommenen
fran=
zöſiſch=ſpaniſchen Marokko=Vertrag an.
In der Debatte erklärte der Miniſter des Aeußern
Pichon, zwiſchen den Vorteilen, die ſich die beiden
Ver=
tragſchließenden zugeſtänden, beſtehe Gleichheit. Frankreich
und Spanien ſeien ſolidariſch in der Ausführung des
Werkes der Ziviliſation in Marokko. Zum Schluß
be=
grüßte der Miniſter den glücklichen Abſchluß der
Ver=
handlungen, der den beiden Ländern einen neuen Grund
geben werde, ſich zu verſtändigen und zum Beſten beider
zuſammen zu arbeiten.
Paris, 29. März. Poincaré unterzeichnete heute
das Dekret, wodurch der Direktor des allgemeinen
Sicher=
heitsdienſtes Hennion an Stelle des in den
Ruhe=
ſtand getretenen, zu Ehrenpräfekten ernannten Lépine,
zum Polizeipräfekten ernannt wird. Lépine
er=
hielt vom Miniſter des Innern ein Schreiben, worin ihm
der aufrichtige Dank der Regierung für ſeine Verdienſte
ausgeſprochen wird, die er in 36 Jahren ſeiner glänzenden
Laufbahn im Militär= und Zivildienſt erworben hat
Der frühere Inſpekteur des Allgemeinen
Sicherheits=
dienſtes, der Direktor des Nationalmuſeums Pujalet,
wurde unter Beförderung zum Großoffizier der
Ehren=
legion zum Direktor des allgemeinen Sicherheitsdienſtes
ernannt.
Paris, 29. März. (Wolff=Bureau.) In der
Depu=
tiertenkammer erklärte der Kriegsminiſter in ſeiner Rede,
in der er den Antrag auf Amneſtierung der
Deſerteure bekämpfte, daß ſeit 1908 die Zahl der
Deſerteure nicht weniger als 2400 bis 2500 und die der
Geſtellungspflichtigen 9000 bis 10000 betrage. Eine
Amneſtierung der Deſerteure würde geradezu eine Prämie
auf die Fahnenflucht bedeuten. Die Regierung traf im
Intereſſe der Manneszucht alles unerläßliche, der
Zu=
nahme der Deſertionen Einhalt zu tun. Die Kammer
lehnte mit 336 gegen 219 Stimmen das Amendement,
das die Amneſtie auch auf Deſerteure erſtrecken wollte,
ab. Dagegen wurde ein gleichfalls von der Regierung
bekämpfter Paragraph angenommen, wonach denjenigen,
Die
die ſich nicht ſtellten, Amneſtie gewährt wird.
Kammer hat ſodann das ganze Amneſtiegeſetz
mit 481 gegen 36 Stimmen angenommen. Die
Regierung ſagte zu, bei den Eiſenbahngeſellſchaften wegen
Wiedereinſtellung der entlaſſenen Eiſenbahner vorſtellig
zu werden und in entgegenkommender Weiſe die
An=
gelegenheit der wegen der Beteiligung an dem Syndikat
beſtraften Lehrer nachzuprüfen. Kammer und Senat
vertagten ſich dann bis zum 6. Mai.
Petersburg, 30. März. Auf der Baltiſchen
Werft ſtürzte beim Bau einer Helling ein eiſerner
Ständer um und begrub mehrere Arbeiter.
Zwei waren ſofort tot, mehrere wurden ſchwer verletzt
Petersburg, 30. März. 5000 ausſtändige Werft
arbeiter der Werft von Nikolajew wurden auf
un=
beſtimmte Zeit ausgeſperrt.
Waſhington, 29. März. Der Vertreter des New=
Yorker Bankhauſes Hollins & Co. hat dem
Prä=
identen Wilſon mitgeteilt, das Syndikat der
amerikani=
ſchen Bankiers ſei bereit, China eine kurzfriſtige
Anleihe in Höhe von 10 Millionen Dollars zu
ge=
währen und ſpäter, falls es erwünſcht erſcheine, über
eine langfriſtige Anleihe von 100 Millionen oder
mehr zu verhandeln. Das Syndikat erſuche um die
Zu=
ſicherung, daß die Regierung die gegenwärtige Politik,
ſich von den Unterhandlungen fernzuhalten, fortſetze.
Der Vertreter erklärte: Wir wünſchen freie Hand zu
haben und billigen von Herzen die Haltung des
Präſi=
denten Wilſon gegenüber der Bankiergruppe, die ſich an
der Sechsmächteanleihe beteiligen wollte. Ferner wird
gemeldet, daß Wilſon ſich erfreut zeigte, daß
amerikani=
ſches Kapital für China verfügbar ſei.
Charlottenburg, 29. März. Die deutſche
Urauf=
führung der Oper „Das Mädchen aus dem goldenen
Weſten” von Puccini im Opernhauſe hatte einen
glän=
zenden Erfolg; der anweſende Komponiſt erntete über
70 (?) ſtürmiſche Herrorrufe.
— München, 30. März. In der verkehrsreichſten
Mittagsſtunde erbrachen auf offener Straße ein
früherer Kutſcher der Schuhfirma Schürr in Gemeinſchaft
mit einem 20 jährigen Burſchen einen Wagen der
ge=
nannten Firma, der auf kurze Zeit vom Kutſcher
ver=
laſſen worden war und entnahm demſelben einen
ſchweren Geldſack, welcher vom Poſtcheckamte
abge=
holt worden war. Es gelang, den jüngeren Burſchen,
als er mit dem Geldſack fliehen wollte, zu verhaften,
während der frühere Kutſcher entkam.
— Gera, 30. März. Auf der Weimar-Gerger Bahn
ließ eine unbekannte, vermutlich aus Gera ſtammende
Perſon ſich mit ihrem ſechs Jahre alten Töchterchen vom
Zuge überfahren. Die Frau war ſofort tot, das
Kind lebte zwar noch, doch ſind ihm die Beine abgefahren.
H. B. Hamburg, 29. März. Das neue Programm für
die Reiſe des Kaiſers auf dem neuen Hapag=
Dampfer „Imperator” iſt jetzt feſtgeſetzt worden. Dar
nach wird der Kaiſer am 28. April in Kuxhaven an Bord
gehen. Das Schiff geht nach Gibraltar. Die Fahrt
hin und zurück iſt auf fünf Tage berechnet. Einen ſechſten
vollen Tag gedenkt der Kaiſer ſich auf Gibraltar
aufzu=
halten. An der Reiſe werden der Reichskanzler, Herr
von Tirpitz und mehrere andere Miniſter und
Staats=
ſekretäre teilnehmen, ebenſo Vertreter von Hamburg und
hervorragende Perſönlichkeiten aus den Kreiſen des
Han=
dels und der Induſtrie. Auch der bekannte engliſche
Fi=
nanzmann Sir Erneſt Caſſel hat eine Einladung erhalten.
Briefkaſten.
J. D., J. Da der Garten von allen Seiten
einge=
ſchloſſen iſt, haben Sie ſich durch Erlegen des Haſen eines
Jagdvergehens nicht ſchuldig gemacht; Sie müſſen jedoch
den Haſen bei Meidung der Beſtrafung wegen Diebſtahls
dem Jagdpächter herausgeben. Entſchädigung für das
Erlegen des Haſen können Sie nicht verlangen.
Tageskalender
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr
(Ab. A): „Geſpenſte:
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum
Hauptverſammlung des Vereins „Daheim” um
8½ Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”.
Generalverſammlung der Zentralanſtalt für
Ar=
beits= und Wohnungsnachweis um 8½ Uhr im Saalbau,
Best.: Syr. Fici Californ. 75, Extr. Senn. liquid. 2o, Elix. Caryoph. comp. .
ig -Marke ,Zapatero‟
Bienennonig Tel. M
sagl Schulstr.
garantiert rein 71. II.W. Pfüsser 10.
(125a)
Aus dem Geſchäftsleben.
Man ſchreibt uns: Die Firma Schuhhaus
Friedrich Soeder, hier, Ludwigſtraße 12,
beab=
ſichtigt, die von ihr vor 2 Jahren gegründete Firma
Salamander” Paul Mathäs & Co., Ludwigſtraße 15,
in ein Geſchäft zu vereinen, in dem alsdann die
Haupt=
marken der Firma „Otto Herz & Cie.” und die Marke
„Salamander” in noch vergrößertem Umfange wie
bis=
her vertrieben werden. Die Vereinigung der beiden
Geſchäfte hängt mit der Lokalitätenfrage zuſammen, die
in aller Kürze geregelt ſein wird. Der von der Firma
Friedrich Soeder eingeleitete „extra billige Verkauf” in
dem alten Geſchäfte Schuhhaus Friedrich Soeder
dürfte als Folge dieſer vorerwähnten Maßnahmen zu
betrachten ſein.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine liebe Frau, unſere gute, treubeſorgte
Mutter, Schwiegermutter, Schweſter und Tante
Dorothea Land
geb. Lang
heute vormittag zu ſich zu nehmen.
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 30. März 1913.
Sandſtraße Nr. 28.
(7587
Die Beerdigung findet Dienstag, den
Apr
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß mein lieber Gatte,
unſer treubeſorgter Vater, Schwiegervater,
Großvater, Schwager und Onkel
(B7586
Herr Peter Geiger II.
Landwirt
heute ſanft entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 29. März 1913.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 1. April,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe Ludwigs
höhſtraße 14 aus, auf dem Beſſunger
Fried=
hofe ſtatt.
Todes-Anzeige.
Heute verschied nach längerem Leiden mein geliebter Mann, unser teurer Vater
Herr Bruno von Bochm Bezing.
In tiefer Trauer:
Elisabeth von Boehm Bezing
geb. Freiin Röder von Diersburg,
Ruth von Boehm Bezing,
Karl von Boehm Bezing,
Leutnant im Hus.-Rgt. von Schill (1. schles.) Nr. 4.
Darmstadt, den 29. März 1913.
(7585
Die Einsegnung findet Montag ½5 Uhr im Trauerhause statt, die Feuerbestattung in Offenbach.
Verſtelgerungskalender.
Dienstag, 1. April.
Lumpen= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr im
Städtiſchen Krankenhauſe.
Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr in der
Ar=
tillerie=Kaſerne (Regt. Nr. 61).
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Dra=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 23).
Stammholz=Verſteigerung um 10¼ Uhr im
Gaſthaus von Friedrich Lehr zu Altheim.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hier=
mit die traurige Nachricht, daß es Gott dem
Allmächtigen gefallen hat, heute nachmittag
2¾ Uhr unſeren lieben, guten, unvergeßlichen
Bruder, Neffen, Onkel und Schwager
Herrn
Grossh. Gerichts-Assessor
August Reinheimer
nach langem, ſchwerem Leiden zu ſich zu rufen.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Balthasar Reinheimer.
(7584
Darmſtadt, den 29. März 1913.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 1. April
1913, nachmittags 3¼ Uhr, vom Trauerhauſe in
Klein=Gerau, Schulſtraße 110, aus, ſtatt.
Druck=und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Zimmerwoh=
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In freier Lage
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Satzung der ſtädtiſchen Sparkaſſe.
Am 1. April d. Js. tritt die nachſtehende neue Satzung
der Sparkaſſe in Kraft.
Darmſtadt, den 28. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter,
Dr. Gläſſing.
Batzung der ſtädtiſchen Sparkaſſe
zu Darmſtadt.
Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung
vom 7. März 1912, ſowie vom 6. März 1913 und mit
Ge=
nehmigung Großy. Miniſteriums des Innern zu Nr.
M. d. J. 1474 vom 3. Februar 1913 wird fur die ſtädtiſche
Sparkaſſe Darmſtadt nachſtehende Satzung erlaſſen:
Rechtliche Natur.
§ 1. Die Sparkaſſe iſt eine Gemeinde=Anſtalt ohne
ſelbſändige Rechtsfähigkeit im Sinne des Art. 2 des
Sparkaſſen=Geſetzes vom 8. Auguſt 1902 und als
öffent=
liche Sparkaſſe im Sinne dieſes Geſetzes vom 1. Januar
1904 ab anerkannt.
Zweck der Kaſſe.
§ 2. Sie ſoll Gelegenheit zur ſicheren verzinslichen
Anlage von Erſparniſſen bieten.
Obere Leitung und Beaufſichtigung.
§ 3. Die obere Leitung und Aufſicht über ihren
Geſchäftsbetrieb iſt dem „Verwaltungsrat der
ſtädriſchen Sparkaſſe” übertragen.
Geſchäftsführung.
§ 4. Die Geſchäfte werden, ſoweit nicht nachſtehend
beſondere Beſtimmungen getroffen ſind, nach einer von
dem Verwaltungsrat mit Zuſtimmung der
Stadtverord=
neten=Verſammlung zu erlaſſenden Geſchäftsanweiſung
geführt.
Zuſammenſetzung des Verwaltungsrates.
§ 5. Der Verwaltungsrat beſteht:
1. aus dem Oberbürgermeiſter oder ſeinem geſetzlichen
Vertreter als erſtem Vorſitzenden;
2. aus 6 von der Stadtverordneten=Verſammlung zu
wählenden Mitgliedern, von denen vier ihr
ange=
hören müſſen während zwei aus den zu
Stadtver=
ordneten wählbaren Einwohnern der Stadt
ent=
nommen werden können.
Der Verwaltungsrat wählt aus ſeiner Mitte und für
die Dauer ſeiner Amtszeit einen zweiten Vorſitzenden,
dem in Vertretung des erſten Vorſitzenden die Führung
der Verwaltungsgeſchäfte zuſteht.
Wahl der Mitglieder des Verwaltungsrates.
§ 6. Die Mitglieder des Verwaltungsrates werden
je nach den Wahlen zur Stadtverordneten=Verſammlung
auf 3 Kalenderjahre gewählt. Die Gewählten haben bei
Ablauf der Wahlzeit oder im Falle früherer
Dienſtnieder=
legung ihr Amt bis zum Eintritt des Nachfolgers
weiter=
zuführen. Bei vorzeitigem Ausſcheiden eines Mitglieds
hat alsbald Erſatzwahl für den Reſt der Wahlzeit
ſtatt=
zuſinden.
§ 7. Die Pflicht zur Uebernahme des Amtes eines
Mitglieds des Verwaltungsrates iſt in den Vorſchriften
der Art. 18 und 19 der Städte=Ordnung begründet. Nach
den gleichen Vorſchriften regelt ſich auch die Frage der
Amtsniederlegung.
Verpflichtung der Mitglieder des Verwaltungsrates.
Die Verwaltungsratsmitglieder werden durch
den Vorſitzenden in ihr Amt eingeführt und, ſoweit nicht
ſchon geſchehen, durch Handgelöbnis auf gewiſſenhafte
Erfüllung ihrer Obliegenheiten verpflichtet.
Obliegenheiten des Verwaltungsrates.
§ 9. Für die Beſchlußfähigkeit des
Verwaltungs=
rates genügt die Anweſenheit von mindeſtens 4
Mitglie=
dern, einſchließlich des Vorſitzenden, wenn ſämtliche
Mit=
glieder ſchriftlich eingeladen worden ſind.
§ 10. Der Sparlaſſendirektor oder deſſen
Stellver=
treter hat allen Sitzungen des Verwaltungsrates mit
be=
ratender Stimme beizuwohnen, ſofern es ſich nicht um
die Beaufſichtigung der Geſchäftsführung durch den
Ver=
wallungsrat handelt.
§ 11. Die Beſchlüſſe werden nach Stimmenmehrheit
gefaßt. Bei Stimmengleichheit entſcheidet die Stimme
des Vorſitzenden.
Die Beſchlüſſe ſind niederzuſchreiben. Die
Nieder=
ſchriften werden von dem Vorſitzenden beglaubigt.
§ 12. Dem Verwaltungsrat liegt im beſonderen ob:
1. der Erlaß der Geſchäftsanweiſung für die Beamten
der Sparkaſſe, ſ. § 4;
2. die Beſchlußfaſſung über die Anlegung der Gelder
gemäß § 27, mit Ausnahme von Ziffer 3 und 7
(ſ. § 15 Ziffer 3);
3. die Führung von Rechtsſtreiten (ſ. auch § 15 Ziffer 6)
im Intereſſe der Kaſſe, mit der Befugnis,
Bevoll=
mächtigte zu beſtellen. Zu Vergleichen iſt die
Zu=
ſtimmung der Stadtverordneten=Verſammlung nur
dann erforderlich, wenn ſie nach Art. 125 der Städte=
Ordnung der Genehmigung der Aufſichts=Behörde
bedürfen;
4. die Anordnung der Vornahme eines
außerordent=
lichen Kaſſenſturzes und der nach dem Geſetz vom
8. Auguſt 1902 vorgeſchriebenen Nachprüfung der
ge=
ſamten Geſchäftsführung. Die Prüfungs=
Nieder=
ſchriften nebſt Anlagen ſind mit Gutachten oder
be=
ſonderem Antrag an den Oberbürgermeiſter
einzu=
ſenden;
5. die Verteilung der von der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung in mehrjährigen Zeitabſchnitten aus den
Kaſſen=Ueberſchüſſen zu verwilligenden Summen als
Belohnung an hier dienende Dienſtboten (§ 29), nach
den darüber jeweils erlaſſenen beſonderen
Beſtim=
mungen des Verwaltungsrates. Dieſe
Beſtimmun=
gen ſind in jedem Ausſchreiben über die Vergebung
der Belohnungen zu veröffentlichen;
6, die Feſtſtellung des von der Kaſſe aufgeſtellten
Jah=
resvoranſchlags über die Verwaltungskoſten vor
deſſen Einreichung an den Oberbürgermeiſter;
7. der Erlaß von Anordnungen über die Annahme
oder Zurückweiſung von Einlagen, ſowie über die
Kündigung von Einlagen;
8. die Aufnahme von Darlehen — auch gegen
Wechſel—
Obliegenheiten des Vorſitzenden.
§ 13 Dem Vorſitzenden des Verwaltungsrates (oder
ſeinem Stellvertreter) ſteht die obere Leitung der Anſtalt
zu. Er beruft und leitet die Sitzungen. Er erteilt
Ein=
nahme= und Ausgabeanweiſungen.
den der Kaſſe, Wertpapiere, ſonſtige
uldurkt
T
achſalblankette ſind von ihm in Ge=
meinſchaft mit dem Gegenbuchführer zu verwahren. Die
vollzogene Einlage oder Entnahme iſt auf dem
betreffen=
den Hinterlegungsblatt von beiden zu beſcheinigen.
Mindeſtens einmal in jedem Vierteljahr nimmt er
unter Zuziehung eines Verwaltungsrats=Mitgliedes einen
Kaſſenſturz der Hauptkaſſe vor.
Kaſſen= und Buchführung.
§ 14. Kaſſe und Bücher werden, ſofern nicht in der
zu erlaſſenden Dienſtanweiſung abweichende
Anordnun=
gen getroffen werden, nach den Dienſtvorſchriften für die
Gemeinde=Einnehmer geführt.
Obliegenheiten des Direktors.
§ 15. Der Direktor hat den Geſchäftsbetrieb zu leiten
und die Tätigkeit des dafür angeſtellten Perſonals zu
überwachen. Er iſt für den ordnungsmäßigen, den
er=
laſſenen Vorſchriften entſprechenden Geſchäftsgang
ver=
antwortlich. Zu ſeinen Obliegenheiten gehören ferner:
1. Die Führung der Hauptkaſſe;
2. das Vorbereiten und Ausführen der Beſchlüſſe des
Verwaltungsrates;
3, die rechtzeitige Anlage der verfügbaren Gelder in
den Fällen des § 27 Ziffer 3 und 7 (ſ. § 12 Ziffer 2);
4. die Vornahme unvermuteter Kaſſenſtürze, mindeſtens
dreimal im Jahre, bei den Hilfszahlſtellen. Das
Er=
gebnis iſt in den Tagebüchern zu beſcheinigen;
5. Die Vorlage des Jahresvoranſchlags über die
Ver=
waltungskoſten und des jährlichen Geſchäftsberichts
an den Verwaltungsrat;
6. die gerichtliche und außergerichtliche Vertretung der
Sparkaſſe (die Führung von Rechtsſtreiten — § 12
Ziffer 3 — ausgenommen) mit der Einſchränkung,
daß bei Darlehensaufnahmen — auch gegen Wechſel
und Barabhebungen der Gegenbuchführer
mit=
unterzeichnen muß.
Die nach § 3 dem Verwaltungsrat zuſtehende obere
Aufſicht über den Geſchäftsbetrieb der Sparkaſſe erſtreckt
ſich auch auf die hier genannten Obliegenheiten des
Direk=
tors Sie wird in der Regel durch den Vorſitzenden des
Verwaltungsrates ausgeübt, der im beſonderen auch die
Ausführung der Beſchlüſſe des Verwaltungsrats, ſoweit
ſie dem Direktor obliegt, zu überwachen hat.
Einlagen. Annahme und Verzinſung.
§ 16. Einlagen werden nach folgenden Grundſätzen
angenommen und verzinſt:
der Mindeſtbetrag einer Einlage iſt eine Mark;
2. der Zinsfuß und Zinsbeginn der Einlagen wird von
der Stadtverordnetenverſammlung nach Anhörung
des Verwaltungsrats feſtgeſetzt und von letzterem
öffentlich bekannt gegeben.
Eine Herabſetzung des Zinsfußes hat für bereits
vorhandene Einlagen erſt Wirkung nach dem Ablauf
des dritten auf die Bekanntmachung folgenden
Monats;
3. hat eine Einlage im Laufe des Jahres einen Betrag
erreicht, der beſtimmungsgemäß geringer verzinſt
wird, ſo kommt der geringere Zinsfuß für das ganze
Jahr auch dann in Anwendung, wenn die Einlage
bis zum Jahresſchluß wieder auf einen höher
ver=
zinslichen Betrag heruntergegangen ſein ſollte:
4. niemand kann für ſich mehr als ein Einlagenbuch
beſitzen. Für Sicherheitsleiſtungen oder
Mündel=
gelder können weitere Einlagenbücher ausgeſtellt
werden.
In das Einlagenbuch wird der Name des
Ein=
legers eingetragen. Dieſer Eintrag begründet jedoch,
vorbehältlich der Beſtimmung in § 17, kein
perſön=
liches Forderungsrecht des Eingetragenen gegenüber
der Sparkaſſe. Die Auszahlung von Kapital und
Zinſen kann vielmehr an jeden Inhaber des Buches
erfolgen, ohne daß die Sparkaſſe die Berechtigung
des Vorzeigers zu prüfen verpflichtet iſt.
Anlage von Mündelgeld.
§ 17. Soll nach der Erklärung des Einlegenden
Mündelgeld nach § 1809 des B. G. B. angelegt werden.
ſo iſt in dem Einlagenbuch bei dem Quittungsvermerk
und vor den Unterſchriften der Kaſſenbeamten zu
beſchei=
nigen, daß zur Erhebung des Geldes die Genehmigung
des Gegenvormundes oder des Vormundſchaftsgerichts
erforderlich iſt. Rückzahlungen werden nur an den geleiſtet,
der nach Maßgabe des Vermerks zur Verfügung über das
Einlagenbuch berechtigt iſt.
Erhebung und Beiſchreibung der Jahreszinſen.
§ 18. Die bis zum Schluſſe eines Verwaltungs=
(Kalender=)Jahres aufgelaufenen Zinſen ſind im
darauf=
folgenden Monat Januar zu erheben. Die bis
1. Februar nicht erhobenen Zinſen werden der Einlage
zugeſchrieben und mit ihr vom 1. Januar ab verzinſt.
Während der übrigen Zeit des Jahres (Februar bis
Dezember) werden Zinſen nur ausbezahlt, wenn zugleich
die Rückzahlung des ganzen Guthabens erfolgt.
Jahresbericht und Rechnung
§ 19. Nach dem Abſchluſſe einer jeden Jahresrechnung
hat die Kaſſe einen Jahresbericht über die geſamten
Ge=
ſchäftsergebniſſe zu fertigen. Die Rechnung ſelbſt mit
ihren Belegen wird acht Tage lang in dem Stadthauſe
zur Einſicht aufgelegt.
Rückzahlungen.
§ 20. Wer ſeine Einlage ganz oder zum Teil
zurück=
nehmen will, hat bei einem Kapitalbetrag bis zu 500 Mk.
einſchließlich, 8 Tage vorher, bei einem ſolchen von über
500 bis zu 1000 Mark einſchließlich, 4 Wochen und bei
größeren Summen 3 Monate vorher ſchriftlich zu
kündi=
gen. Vor Ablauf der erſten Kündigungsfriſt iſt eine
wei=
tere Kündigung nicht zuläſſig.
Wenn der Kaſſenbeſtand es erlaubt, können Einlagen
auch ohne vorherige Kündigung oder vor Ablauf der
Kündigungsfriſten zurückgezahlt werden.
Der Verwaltungsrat iſt ermächtigt, Einlagen zur
Abhebung in drei Monaten zu kündigen, vorbehältlich des
Rechts des Einlegers auf frühere Rückzahlung nach
Maß=
gabe der Beſtimmungen in Abſatz 1.
Quittungen über Einlagen und Vermerke über
Rückzahlungen.
§ 21. Quittungen über Einlagen und Vermerke über
Rückzahlungen ſind von einem Kaſſenführer und einem
Gegenbuchführer zu unterzeichnen. Quittungen haben
ohne beide Unterſchriften keine Gültigkeit.
Die Einleger erhalten bei der erſten Einlage koſtenfrei
mit fortlaufenden Nummern verſehene Einlagenbücher.
Das Einlagenbuch muß bei weiteren Einzahlungen, bei
Auszahlung der Jahreszinſen und bei jeder
Geldab=
hebung zur Vornahme der notwendigen Einträge bei der
Kaſſe vorgelegt werden. Die Einträge müſſen Betrag und
Datum der Einlagen und Rückzahlungen enthalten.
Nur bei gänzlicher Abhebung des Guthabens hat der
Empfänger den Betrag an Kapital und Zinſen, unter
Rückgabe des Sparkaſſenbuches, zu quittieren, während
Teilrückzahlungen ohne Empfangsbeſcheinigung erfolgen,
Aufhören der Verzinſung.
§ 22. Werden 30 Jahre nacheinander die Zinſen einer
Einlage weder erhoben, noch in dem Einlagenbuch
bei=
geſchrieben, ſo hört mit dem Ablauf des 30. Jahres die
Verzinſung auf.
Verfall der Einlage.
§ 23. Sind die Beſitzer von Sparkaſſenbüchern oder
ihre Rechtsnachfolger nicht zu ermitteln, ſo fallen die
Ein=
lagen ſamt Zinſen dem Reſervefonds der Sparkaſſe zu,
wenn die Vorausſetzungen der Verjährung nach den
Be=
ſtimmungen des B. G. B. gegeben ſind. Fehlt das
Ein=
lagenbuch in ſolchen Fällen, ſo kann die Ueberweiſung
des Guthabens an den Reſervefonds erſt nach erfolgter
Ausſchreibung geſchehen.
Als ausreichende Ermittelung hat die Anfrage bei
der Polizeiverwaltung des letzten bekannten Wohnſitzes
und einmalige öffentliche Aufforderung zum Vorbringen
von Anſprüchen auf die Einlage zu gelten.
Abhanden gekommene Sparkaſſenbücher.
§ 24. Iſt ein Einlagenbuch abhanden gekommen, ſo
hat der Verwaltungsrat auf Antrag und auf Koſten des
ſeitherigen Inhabers, wenn ihm ſowohl die Tatſache des
Verluſtes, als auch das Recht des Antragſtellers auf das
Buch genügend erwieſen erſcheint, ein zweimaliges
Auf=
gebot zu erlaſſen.
Iſt innerhalb dreier Monate, vom erſten Erſcheinen
der Bekanntmachung ab gerechnet, das Buch der Sparkaſſe
nicht vorgelegt worden, ſo iſt es von dem Verwaltungss
rate für kraftlos zu erklären. In dieſem Falle wird für
die beſtehende Einlage, ſofern nicht Rückzahlung erfolgt,
ein neues Buch unter neuer Nummer ausgefertigt.
Auskunftserteilung über Sparkaſſeneinlagen.
§ 25. Das Perſonal hat über alle ihm dienſtlich
be=
kannt gewordenen Angelegenheiten Verſchwiegenheit zu
beobachten. Beſonders dürfen Aufſchlüſſe über Einlagen
ohne Genehmigung des Vorſitzenden des
Verwaltungs=
rates an Dritte nicht erteilt werden. Ausnahmen hiervon.
ſind dem Direktor oder ſeinem Stellvertreter nur
geſtattet=
auf gerichtliche oder ſtaatsanwaltliche Aufforderung oder
auf Anfragen des Oberbürgermeiſters.
Den Einlegern können Beſcheinigungen über ihre
Spareinlagen von dem Kaſſenführer und dem
Gegenbuch=
führer ausgeſtellt werden.
Scheckverkehr.
§ 26. Die Sparkaſſe iſt befugt, für ihre Einleger den
Scheckverkehr einzuführen nach einer Geſchäftsanweiſung,
die vom Verwaltungsrate unter Zuſtimmung des
Ober=
bürgermeiſters und der Stadtverordneten=Verſammlung
zu erlaſſen iſt.
Anlage der Gelder.
§ 27. Die Gelder können angelegt werden:
1. in kündbaren Darlehens= oder Kredit=Forderungen,
für die Hypotheken an erſter Stelle beſtehen, oder in
kündbaren Kaufſchillingsforderungen mit dinglicher
Sicherung an erſter Stelle, in jedem Falle bis zu
60 Prozent des ortsgerichtlichen Schätzungswertes
des Unterpfandes;
2. in Darlehen an die Stadt Darmſtadt, andere
Gemeinden oder ſonſtige Verbände des öffentlichen
Rechts in Heſſen gegen Schuldſcheine, die — ſoweit
erforderlich — von der zuſtändigen Aufſichtsbehörde
genehmigt ſein müſſen.
Der Zinsfuß zu 1 und 2 wird nach Anhörung des
Verwaltungsrates von der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung feſtgeſetzt;
3. in Darlehen gegen Verpfändung von:
a) Schuldverſchreibungen und Buchſchulden des
Deutſchen Reiches oder eines deutſchen
Bundes=
ſtaates;
b) börſenfähigen Schuldverſchreibungen von Städten
und Kommunalverhänden des Deutſchen Reiches,
ſowie von der Stadt Darmſtadt garantierten.
Schuldverſchreibungen;
c) Schuldverſchreibungen der Heſſiſchen Landes=
Hypothekenbank und ſonſtigen mündelſicheren
Hypothekenpfandbriefen,
und zwar bis zu ¾ des Kurswertes zur Zeit der
Darlehensgewährung und längſtens auf ein Jahr.
Schuldverſchreibungen und Buchſchulden des
Heſſi=
ſchen Staates und der Stadt Darmſtadt, ſowie von
letzterer garantierte Schuldverſchreibungen können
bis zu 95 Prozent des Kurswertes beliehen und im=
Darlehenszinsſatz begünſtigt werden. Der
Lombard=
zinsfuß richtet ſich nach der Lage des Geldmarktes.
Er wird dementſprechend von dem Direktor
feſt=
geſetzt.
Wenn der Kurs um mehr als 5 Prozent ſinkt, iſt
der Schuldner verpflichtet, binnen fünf Tagen nach
der Aufforderung weitere Sicherheit zu beſtellen
oder=
nach Anweiſung des Direktors eine Abzahlung zu
leiſten.
Der Verwaltungsrat beſtimmt die Summe, die
für ſolche Geldanlage zur Verfügung geſtellt wird=
Die einzelnen Darlehen ſind zu ſeiner Kenntnis
zu bringen;
4. bis zur Geſamtſumme von 25000 Mark in Darlehen
gegen Bürgſchaft an hieſige unbeſcholtene Einwohner
in Beträgen bis 400 Mark auf längſtens ein Jahr.
Bei Darlehen bis zu 200 Mark einſchließlich genügt
die Stellung eines auf die Vorausklage und auf die
Anzeige nach § 777 B. G. B. verzichtenden Bürgen,
während bei höheren Darlehen unter gleichen
Vor=
ausſetzungen zwei Bürgen erforderlich ſind vom,
denen ein jeder ſelbſtſchuldneriſche Haftung für
das=
ganze Darlehen zu übernehmen hat;
durch Erwerb von Wertpavieren und Schuldbuch=
5.
ſorderungen der unter 3 aufgeführten Arten bis zu
höchſtens 30 Prozent der jeweiligen Aktiv=Kapitalien:
6. durch Gewährung von Darlehen auch ohne
Real=
ſicherheit an gemeinnützige Anſtalten, mit Zuſtimmung
des Oberbürgermeiſters und der Stadtverordneten=
Verſammlung;
7. als Scheck= oder befriſtetes Verzinſungsgeld; die
dafür geeigneten Banken und Bankhäuſer, die ihren
Sitz auch auswärts haben können, werden vom Ver=,
waltungsrat beſtimmt, ebenſo die etwa zu leiſtenden
Sicherheiten unter Beobachtung der für die Anlage
ſtädtiſcher Gelder genehmigten Grundſätze:
8. bis zum zehnten Teil der Rücklage in Aktien der
Heſſiſchen Landeshypothekenbank.
Haftung der Stadt.
§ 28. Die Stadt Darmſtadt haftet für die Erfüllung
der durch die Sparkaſſe eingegangenen Verpflichtungen.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. März 1913.
Nummer 74.
Berechnung des Reingewinnes,
§ 29. Der Reingewinn beſteht aus dem Ueberſchuß
ter Erträgniſſe des Geſchäftsbetriebes über deſſen Laſten
und wird in der Jahresrechnung feſtgeſtellt.
Der nach den Rückſtellungen verbleibende Reſt des
Reingewinnes wird, ſoweit nicht ſeine Verwendung für
milde und gemeinnützige Zwecke und für
Dienſtboten=
belohnungen durch die Stadtverordneten=Verſammlung
beſchloſſen wird, zur ſtädtiſchen Armenkaſſe abgeführt.
Amtliche Anzeigen.
§ 30. Die Anzeigen und Aufgebote nach den §§ 12
(Ziffer 5), 16, 23 und 24 dieſer Satzung werden in den
Darmſtädter Tagesblättern, mit denen die
Stadtverwal=
tung im Vertragsverhältnis ſteht, veröffentlicht.
§ 31. Die Satzung vom 22. Juli 1907 mit Nachtrag
vom 1. März 1909 wird aufgehoben und durch obige mit
Wirkung vom 1. April 1913 ab erſetzt.
Darmſtadt, den 10. März 1913.
Der Obervurgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Nachtrag.
Zinsbeſtimmungen für die Einlagen.
Der Zinsfuß für Einlagen beträgt:
bis einſchließlich 10000 Mark
. . 3½ vom Hundert,
von mehr als 10000 Mark für die ganze
Einlage
Die Zinſen werden nur von vollen Mark berechnet.
Der Zinſenlauf beginnt mit dem auf die
Kapitaleinzah=
lung folgenden Tage und endigt bei Rückzahlungen mit
dem der Erhebung vorausgehenden Tage.
Darmſtadt, den 10. März 1913.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende:
Wagner.
(7463so
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Boxer. 1 Boxer (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
(7553
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Die Erhebung einer ſtädtiſchen Kanalbenutzungsgebuhr.
Der ſeither in Wirkſamkeit geweſene Tarif für die Erhebung
einer Kanalbenutzungsgebühr hat mit Wirkung vom 1. April d. Js. ab
eine Aenderung erfahren.
Ich bringe hiermit den Wortlaut der Ortsſatzung mit
dem=
geänderten Tarif zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, 25. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Ortsſatzung
für die Erhebung einer Kanalbenutzungsgebühr.
Auf Grund des § 11 des Ortsſtatuts, betreffend die Anlage
von Hausentwäſſerungen, vom 1. Auguſt 1894 und des § 193 der
Städteordnung, wird zufolge Beſchluſſes der Stadtverordneten=
Verſammlung vom 6. März 1913 und mit Genehmigung Großh.
Miniſteriums des Innern vom 20. März 1913 nachſtehendes beſtimmt:
1. Für alle an das ſtädtiſche Kanalnetz bereits angeſchloſſenen
oder ſpäter in Gemäßheit des obigen Ortsſtatuts zum Anſchluf
gelangenden Hofreiten und Grundſtücke iſt von den Eigentümern oder
Beſitzern eine Kanalbenutzungsgebühr an die Stadtkaſſe zu entrichten.
2. Als Maßſtab für die Berechnung dieſer Abgabe dienen die
Brandverſicherungskapitalien der einzelnen Hofreiten. Demgemäß
werden als Kanalbenutzungsgebühr erhoben:
Für Hofreiten mit einem Brandverſicherungskapital
Für unbebaute Grundſtücke mit Kanalanſchluß bleibt beſondere
Vereinbarung vorbehalten.
3. Die Feſtſtellung der zu erhebenden Gebühr erfolgt zu Beginn
jedes Verwaltungsjahres.
4. Die Zahlung der Kanalbenutzungsgebühr hat zu Anfang
jedes Verwaltungsjahres zu erfolgen. Zur Zahlung iſt zunächſt
ver=
pflichtet, wer am 1. April des Jahres, für das die Gebühr zur
Erhebung kommt, Eigentümer oder rechtlicher Beſitzer der fraglichen
Hofreite iſt. Im Laufe eines Verwaltungsjahres eintretende Zu=
und Abgänge von Hofreiten und Aenderungen an den
Brandver=
ſicherungskapitalien haben auf die Feſtſtellung und Entrichtung der
Gebühr für das laufende Verwaltungsjahr keinen Einfluß.
5. Dieſer Tarif tritt am 1. April 1913 in Kraft.
Darmſtadt, den 25. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
(7201ds
2
Dichſten- Mammhotz- Anb
Stangen-Verſteigerung.
Montag, den 7. April, vormittags ½9 Uhr,
werden in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen aus den
Diſtrikten Mörsbacherſchlag (nächſt Born= und Langſchneiſe), Im
Bogen, Silzſchlag und Kleeneck der Forſtwartei Kleeneck verſteigert:
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IV. Kl. — 5,48 fm, 27 Stück Va Kl. — 15,77 fm, 226 Stück
Vb Kl. — 45,44 fm.
Derbſtangen, Fichte: 149 Stück I. Kl. — 12 fm, 228 Stück
II. Kl. = 9,67 fm.
Nummerverzeichniſſe werden nicht ausgegeben. Auskunft erteilt
Forſtwart Lang zu Meſſeler Falltorhaus, Poſt Meſſel.
Darmſtadt, den 28. März 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
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Nachlaß=Verſteigerung.
Mittwoch, den 2. April 1913,
nachmittags 3 Uhr,
werden im hieſigen ſtädtiſchen
Pfründnerhaus verſchiedene, zu
einem Nachlaß gehörige Möbel,
Wäſche= und Kleidungsſtücke
meiſt=
bietend gegen Barzahlung
ver=
ſteigert.
(7576oi
Darmſtadt, 29. März 1913.
Städtiſches Armen= und
Fürſorgeamt.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Kaufmanns
Richard Heinrichs in Darmſtadt,
Papierwarenhandlung, iſt zur
Ab=
nahme der Schlußrechnung des
Verwalters, zur Erhebung von
Einwendungen gegen das
Schluß=
verzeichnis der bei der Verreilung
zu berückſichtigenden Forderungen
— und zur Beſchlußfaſſung der
Gläubiger über die nicht
verwert=
baren Vermögensſtücke —
der
Schlußtermin auf
Dienstag, 15. April 1913,
vormittags 10 Uhr,
vor dem Großherzoglichen
Amts=
gerichte I hierſelbſt, Zimmer 201,
beſtimmt.
(7560
Darmſtadt, 22. März 1913.
Der Gerichtsſchreiber
des Großherzogl. Amtsgerichts I.
dn unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Bank für Handel und
In=
duſtrie, Darmſtadt.
Dem Dr. Otto Fiſcher in Berlin
iſt Prokura für die
Niederlaſſun=
gen in Berlin und Darmſtadt
(7561
erteilt.
Darmſtadt, 25. März 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Dünger=Verkauf.
Am Mittwoch, den 2. April,
vormittags von 10 Uhr ab,
wird auf dem Hofe der Train=
Kaſerne — Heidelbergerſtraße 49 —
die Matratzenſtreu der 2.
Kom=
pagnie öffentlich meiſtbietend
ver=
ſteigert.
(7365soi
Train=Bataillon Nr. 18.
(B6231
Franko- u. prompter Versand nach allen Stadtfeilen durch eignes Fuhrwerk
Dünger=Verkauf.
Dienstag, den 1. April 1913,
von 95 vormittags ab,
wird auf dem vorderen Hofe der
alten Kavallerie=Kaſerne in
Darm=
ſtadt die Matratzenſtreu von
einer Eskadron öffentlich meiſt=
(7412so
bietend verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23.
Matratzenſtreu=Verkauf.
Samstag, den 5. April ds. Js.,
um 8 Uhr vormittags,
wird auf dem Hofe der
Artillerie=
kaſerne am Beſſunger Weg die
Wintermatratzenſtreu aus einem
Batterieſtall öffentlich und
meiſt=
bietend verſteigert.
(7573omf
Darmſtadt, im März 1913.
I. Abteilung
Feldartillerie=Regts. Nr. 61.
Zut erhaltener Kohlenbadeofen
bill. abzugeben N.=
Ramſtädter=
ſtraße 51, Inſtallationsgeſch. (*8440
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Pferdemarkt, Holzhofallee32. (*5484
Kokspreiſe des ſtädt. Gaswerks
ab 1. April 1913.
A. Für den Koks=Kleinverkauf.
Nach Maß und nur gegen Barzahlung ab Gaswerk:
der Hektoliter Mk. 1.20
a) Gabelkoks
b) Nußkoks
„ 1.40
,
„
1.04
c) Bohnenkoks
Für das Faſſen und Anliefern von Koks in Säcken mit je einem
Hektoliter Inhalt, Mindeſtabnahme 3 Säcke, werden für den
Hekto=
liter 20 Pfg. erhoben. Die Säcke müſſen ſofort entleert und
zurück=
genommen werden können.
B. Für den Koks=Großverkauf.
Nach Gewicht, in Fuhren nicht unter 30 Zentner, ab Gaswerk:
a) Gabelkoks der Zentner 1 Mk. 30 Pfg.
40
b) Nußkoks
Bei Abnahme von 60 Zentnern lediglich in Wagenladungen an
einem Tage ab Gaswerk wird bis auf weiteres ein Nachlaß von
3 Pfg. auf den Zentner, bei Abnahme von mehr als 60 bis weniger
als 100 Zentner ein ſolcher von 5 Pfg., bei Abnahme von 100 bis
weniger als 200 Zentner ein ſolcher von 7 Pfg. und bei Abnahme von
200 bis w niger als 400 Zentner ein ſolcher von 10 Pfg. gewährt.
Für ſtändige Abnehmer (Selbſtverbraucher in der Stadt und
der nächſten Umgebung, ſo weit der Koks in Fuhren bezogen wird),
d. h. für ſolche, die eine dahingehende Erklärung bei der ſtädtiſchen
Gaswerksverwaltung abgeben und mindeſtens 30 Zentner auf einmal
beziehen, kommt für den ganzen, im Laufe eines Verwaltungsjahres
(1. April bis 31. März) ſtattfindenden Koksbezug der nachſtehende
Nachlaß auf die Grundpreiſe „B” nach Schluß des Jahres zur
Feſt=
ſtellung und Rückvergütung.
Bei Abnahme von 400 bis weniger als 600 Ztr. 12 Pfg. pr. Ztr.
2. Bei Abnahme von 600 bis weniger als 1000 Ztr. 14 „
3. Bei Abnahme von 1000 bis weniger als 2000 Ztr. 16 „ „ „
18 „
4. Bei Abnahme von 2000 und mehr Zentner
Die durch das ſtädtiſche Gaswerk bezogenen Koks werden mit
10 Pfg. Fuhrlohn für den Zentner berechnet. In dieſem Preis iſt
das einfache Abwerfen vom Wagen oder Karren in den Hof oder
Schuppen einbegriffen.
Für das Abtragen des Kokſes in Körben oder das nochmalige
Aufnehmen desſelben mit der Schaufel zur Weiterbeförderung an den
Aufbewahrungsort werden für den Zentner 5 Pfg. in Rechnung
ge=
ſtellt. Dahingehende Wünſche ſind gleichzeitig mit der Beſtellung bei
der ſtädtiſchen Gaswerksverwaltung, Frankfurterſtraße 29, aufzugeben.
Aus der Beſtellung muß die Menge und Sorte des
ge=
wünſchten Kokſes, ſowie der Stand oder Beruf und die
Woh=
nung des Veſtellers genau hervorgehen.
Die Fuhrleute ſind nicht berechtigt, Trinkgelder zu fordern.
Darmſtadt, den 28. März 1913.
(7503
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Eliſabethenſtr. 1, Seitenbau I.
Das Stärkſte.
Roman von Fritz Gantzer.
(Nachdruck verboten).
15)
Da riß ſich die Frau, die wie zerſchlagen neben dem
Bett ſaß, zuſammen, erhob ſich und drückte die Mutter
Sig=
nes ſanft in die Kiſſen zurück, lächelte und ſagte ſtill
feier=
lich: Ja, es war Ihre Signe.
Hierauf kauerte ſich ein bedrückendes Schweigen in
das Gemach, hockte mit ſtarren, rätſeltiefen Augen und
ohne Bewegung und wartete voll Sehnſucht auf den erſten
Laut, der ihm das Weiterwandern verſtatten würde.
Aber der kam lange nicht. Sibylle Frank war ihrer
Zunge nicht Herr; ſie hatte genugſam damit zu tun, ſich
ihrer wildwogenden Gedanken zu bemächtigen. Und Frau
Barbara wußte nicht, was ſie reden ſollte. Es war wie
eine Betäubung über ſie gekommen, nachdem ſie das
Ge=
heimnis offenbart. Nur eins empfand ſie mit
vernichten=
der Schärſe: Signe iſt nicht mehr dein eigen. Das
Ver=
hältnis zueinander wird von Stund an unter Umſtänden
ein ganz anderes werden denn bisher. Es kann ſich
lockern, von neuen Geſichtspunkten aus in Bahnen gelenkt
werden, die mehr oberflächlicher Natur ſind. Ja, es kann
ſein, daß es ſich ganz löſt. Aber wie es auch ſich wenden
mochte, in dem Falle würde es von Signes Mutter
ab=
hängen, wie es nun kam. Die Entſcheidung lag in ihrer
Hand.
Und als Frau Barbara nach Minuten endlich Worte
formte, war es nur das bange Fragen: Was werden Sie
nun tun?
Sibylle Frank heftete ihre dunklen Augen mit einem
klaren, feſten Ausdruck auf die Sprecherin: Das, was zu
Signes Beſtem iſt.
Eie nihlet ſich ingſen dec, ſchen zuns uhſe uid
fuhr fort: Aber bevor ich das kann, müſſen Sie mir etwas
von Signe und davon, wie Sie zu ihr ſtehen, erzählen.
Frau Barbara nickte zuſtimmend, und nach kaum einer
Viertelſtunde war Signes Mutter von allem
Wiſſens=
werten unterrichtet. Und ein Doppeltes hatte ſich ihr
be=
ſonders ſcharf eingeprägt: Signe weiß von ihrer
eigent=
lichen Herkunft nichts, ſie glaubt ſich zur Familie Bruns
als leibliche Tochter gehörig, und dieſe Frau, die da eben
von ihr erzählte, hängt an meinem Kinde, als wäre es ein
Stück ihres Leibes.
Der zu beſchreitende Weg lag ſonnenklar. Dennoch
zauderte ſie, ihn zu gehen. Trotz des hellen Lichts, der
ſeinen Verlauf ſo gewiß erkennen ließ, ſtanden für Sibylle
Frank Dornen an ſeinem Rande, die ihr Herz blutig
rei=
ßen mußten. Und als ſie endlich ſprach, zitterte ihre
Stimme von tiefer Wehmut, klang wie eine Glocke, durch
deren erzenen Leib ein Sprung ſeine Bahn genommen.
Ich habe ja überhaupt kein Anrecht mehr auf mein
Kind, begann ſie mit tiefgeſenkten Augen, deſſen ging ich
verluſtig, als ich mich einſt gewiſſenlos von ihm trennte.
Ich glaubte auch nie, ihm wieder zu begegnen. Und die
Sehnſucht nach ihm war unter der Laſt=und Not meines
Lebens ſacht geſtorben. Das dachte ich. Heute weiß ich,
daß ſie nur im Schlaf gelegen hat. Heute iſt ſie jäh und
wild hochgefahren und ſchreit nun nach ihrem Anrecht auf
Wiederſehen und Wiederfinden. Und zur Minute möcht
Sie ſah Frau Barbara
ich mein Kind wiederhaben.
nach ihren letzten Worten, die wie ein wehes Schreien den
Raum durchzittert hatten, mit heißen Augen an und fuhr
fragend fort: Verſtehen Sie das? Ach ja, Sie müſſen es
verſtehen; denn Sie ſind, wie ich, eine Mutter, die an dem,
was man von ſeinem Blut und Leben gab, hängt. Und
von den woes eite Auter nuch wuih, aſen Sie nic ur
zuletzt reden. ..
Wieder das geſenkte Augenpaar, wieder die zitternde,
zerriſſene Stimme mit dem wehen Unterton, als ſie nach
einem kurzen Stilleſein weiterredete: Ich will mich heute
zum zweiten Male von meinem Kinde losreißen und dier
Sehnſucht nach einem Wiederſehen tottreten. Einmal um
Signes willen. . . . Es wäre ein ſchreiendes Unrecht, das
ich an ihr beginge, wenn ich die ſtarken Wurzeln, die ihr
junges Leben in ihrer Familie geſchlagen, lockern wollte,
Ich würde ihr Sein damit in einen Zwieſpalt pflanzen,
an dem es zu Grunde gehen müßte. Nein, nein! Das ſoll
meiner ſtarken Liebe Zeugnis und Bekenntnis ſein: Bleib,
was und wo du biſt, mein Kind! Ich kann Dir Beſſeres
nicht geben. Bleib auch um dererwillen, die dein Leben
licht und ſtark und froh gemacht haben. Du biſt ihnen
allen, wer ſie auch ſein mögen, dieſes Bleiben ſchuldig.. ..
Iſt Ihnen mein Entſchluß ſo recht, Frau Bruns, liebe,
gute Frau Bruns?
Sie ſank nach ihrer Frage erſchöpft zurück und atmete
ſchwer. Ihre Augen glühten, als käme das verzehrende
Fieber wieder, und die mageren Finger grlffen krallend
in das Bett.
So froh Frau Barbaras Herz auch ſchlug, daß eine
Löſung, wie ſie gewünſcht, ſich gefunden, zum vollen
Er=
faſſen ihres Frohſeins kam ſie nicht. Ein tiefes Mitleid,
ein warm aufwallendes Mitempfinden zehrten ein gut
Teil hinweg. Sie legte ihre Rechte auf die gekrallt
ge=
ſchloſſenen, zuckenden Mutterhände der anderen und ſagte
leiſe: Gott ſegne Ihren Entſchluß. Und was wir tun
kön=
nen, um Ihnen das Leben lichter und leichter zu machen,
das ſoll gewiß geſchehen.
Sibylle Frank machte eine nuüdn Handbewegung.
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Ich finde für den letzten kargen Reſt meiner Tage
ſchon ein ſtilles, geborgenes Winkelchen. Drüben im
Rheinland, nicht weit von Köln, lebt eine gute, alte Baſe
von meiner Mutter Seite her, die des Lebens Laſt auch
allein trägt und lahm und taub iſt. Wenn ich zu ihr gehe
und mich zum Mittragen und Mithelfen anbiete, wird ſie
gewiß kein Türweiſen haben.
Sie ſchien ruhiger und gefaßter. Die ſtarren Hände
lagen friedſam auf der Decke, und die Augen waren ohne
zuckendes Licht. Sie wandte ſie Frau Barbara bittend zu:
Nur eins kann ich nicht verwinden: die Sehnſucht
nach einem allerletzten Wiederſehen.
Und als ſie in dem Augenpaare neben ihr etwas wie
Angſt aufleuchten ſah, fuhr ſie beſchwichtigend fort: Seien
Sie ohne Sorge. Ich bleibe ſtark. Und aus dem
Wie=
derſehen ſoll nimmer ein Wiederfinden werden. Schicken
Sie mir Signe?
Gern. Sie ſoll heute noch zu Ihnen kommen.
Nein, heute nicht mehr. Ich muß mich erſt wieder
zurechtfinden. Laſſen Sie drei Tage vergehen. Dann.
Und nachher, wenn ſie bei mir geweſen, will ich ſtill und
heimlich meine Füße weiterſetzen. . . . So ſoll es ſein.
Sie neigte den Kopf müde zur Seite, ſchloß die Augen
und winkte, zum Gehen auffordernd, matt mit der Hand.
Da erhob ſich Frau Bruns, neigte ſich behutſam über
Sibylle Frank und küßte ſie auf die Stirn. Und dann
ver=
ließ ſie mit leiſen Schritten den Raum.
Es wurde ſchon leiſe dämmrig im Hauſe, als Signe
drei Tage ſpäter die breite Treppe herabkam, um ſich auf
den Weg zum Krankenhauſe zu machen. Ihre Füße hatten
hurtigen, beflügelten Gang. Helles Frohſein lag auf
ihrem Geſicht. Das, was wie ein ſeeliſches Krankſein ihr
Inneres belaſtet, war dahin. Sie war wieder die alte
Signe. Und heute wunderte ſie ſich, daß ſie es tagelang
nicht geweſen.
Unten im Flur traf ſie auf Henning, der gerade aus
dem Laden trat. Er ſah lächelnd in ihr ſchönes Geſicht,
als ſie vor ihm ſtehen blieb, und fragte: Nun,
Schweſter=
chen, wohin noch?
Sie hielt ihm einen ſchlicht zuſammengewundenen
Strauß letzter blaßroter Roſen entgegen und entgegnete
mit einem neckiſchen Anflug im Ton: Rate einmal!
Und als ſie ſo in ihrer ganzen mädchenhaften
Lieb=
lichkeit vor ihm ſtand und etwas wie vom Duft einer ſüßen
Roſenknoſpe von ihr ſelbſt auszugehen ſchien, fühlte er
ein eigentümliches Brennen durch ſein Blur rinnen, das
ihn für Augenblicke verwirrte. Er griff nach ihrer Hand,
die die Roſen trug, zog ſie näher zu ſich heran und beugte
ſein Geſicht tief über den duftenden Strauß. Ganz feſt
und heiß umklammerte er ihre Rechte. Erſt nach
Sekun=
den rann es ernüchternd in ſeinem Sinn: Das ſind ja noch
wunderſchöne Teſtout, kam es wie im Bewußtſein einer
großen, peinlichen Verlegenheit verworren über ſeine
Lippen. Wen willſt Du damit erfreuen?
Sie hatte ihm ſchon ihre Hand entzogen und ſchien
auch verwirrt. Und es war ihr, als wenn die Angſt
der=
gangener Tage in ihr Sein zurückflöſſe wie ein
branden=
der Strom, dem ſie im Widerſtande nicht gewachſen. Alle
Gewalt mußte ſie aufwenden, um ihrer mühſam
zurück=
eroberten alten Stimmung Herr zu bleiben. Und als ihr
das am Ende gelungen, erwiderte ſie mit ruhiger Stimme,
durch die ein ſtilles Freuen ging: Du weißt doch,
Hen=
ning, daß ich meinem armen Findling draußen im
Kran=
kenhauſe heute einen letzten Beſuch machen will.
Jetzt erinnerte er ſich, daß bei Tiſch die Rede von
dieſem Beſuche geweſen. Da er indes von ſeinen Eltern
nicht mit in das Geheimnis gezogen worden war und für
die Perſon der Kranken demnach auch ein weitergehendes
Intereſſe bei ihm nicht beſtand, hatte er das Gehörte 5ald
vergeſſen. Nun wußte er wieder davon und ſagte
ge=
dehnt: Ah ſo! Dahin willſt Du! Und ſeine Augen ſtreiften
die Roſen mit einem Blick, in dem man leſen konnte:
Schließlich wäre es ohne Roſen auch gegangen! Signe las
wohl ſo etwas heraus. Die Roſen nehme ich auf
Mut=
ters Geheiß mit, ſagte ſie herb.
Aber warum denn auch nicht, lenkte er ein, ſich einen
ärgerlichen Blick gebend. Die Frau wird gewiß Freude
daran haben. Und nun will ich Dich nicht länger
aufhal=
ten, ſonſt wird es dunkel, ehe Du hinauskommſt. Auf
Wiederſehen, kleines Schweſterchen!
Zuletzt war wieder der alte herzliche Ton in ſeine
Stimme gekommen, der Signe den alten Frohſinn ganz
wiedergab. Sie ſtreckte ihm die Hand hin, ſagte ein
herz=
liches Wort des Abſchieds und empfand ein wohliges
Be=
friedigtſein, daß er ihre Hand feſthielt und an ihrer Seite
bis zum Hauseingange herſchritt, um ihr dann die Tür zu
öffnen.
Sie fuhren beide erſchrocken zurück, als ſie auf der
Schwelle einen Mann erblickten, der bei ihrem Erſcheinen
ſcheu zur Seite trat und haſtig die Straße hinabging.
Wer war das? fragte Signe ängſtlich.
Ich kenne den Menſchen nicht, erwiderte Henning.
Wahrſcheinlich ein Bettler. . . . Aber nun geh, Signe.
Sie ſtand noch einen Augenblick im unſchlüſſigen
Zau=
dern und fühlte ſich verſucht, Henning zu bitten, daß er ſie
begleiten möchte. Eine plötzliche, ihr unerklärliche Furcht
hatte ſie gepackt. Aber als ihr Henning dann leiſe
lä=
chelnd zunickte, ſchalt ſie ſich töricht und entfernte ſich mit
entſchloſſenen Schritten.
(Fortſetzung folgt.)
Handel und Verkehr.
Poſtſcheckverkehr. Zur weiteren Förderung
des bargeldloſen Zahlungsausgleichs wird das Poſt
ſcheckamt in Karlsruhe (Baden) am 1. April der daſelbſt
beſtehenden Abrechnungsſtelle der Reichsbank als
Mit=
glied beitreten. In dem Abrechnungsverfahren werden
auch Poſtſchecks ausgeglichen, die einer der
Abrechnungs=
ſtelle angehörenden Bank zur Einziehung übergeben
werden. Die Schecks müſſen mit dem quer über die
Vorderſeite geſetzten Vermerke „Nur zur Verrechnung‟
verſehen ſein und dürfen auch über höhere Beträge
als 10000 Mk. lauten. Mit Ausnahme des
Poſtſcheck=
amts in Danzig, wo keine Abrechnungsſtelle der
Reichs=
bank beſteht, ſind nunmehr alle Poſtſcheckämter des
Reichs=Poſtgebiets an den Abrechnungsverkehr der
Reichsbank angeſchloſſen.
* Berlin, 29. März. In der heutigen Sitzung des
dentralausſchuſſes der Reichsbank gedachte
Exzellenz Havenſtein in warmen Worten des verſtorbenen
Mitgliedes Bankier Ludwig Delbrück und gab dann die
Veränderungen in dem Status vom 22. bis 27. März
be=
kannt. In dieſer Zeit nahm der Metallbeſtand um 25
Mil=
lionen gegen 6 Millionen im Vorjahr, die Anlagen um
207 Millionen gegen 133 Millionen im Vorjahre, die
fremden Gelder um 185 Millionen gegen 78 Millionen
im Vorjahre zu. Die ungedeckten Noten betrugen am
27. März 509 Millionen Mark gegen 285 Millionen am
gleichen Tages des Vorjahres; der diesjährige Stand war
alſo um 224 Millionen ſchlechter. Die Veränderungen des
Status in dieſer Woche ſtanden hauptſächlich unter dem
Einfluß der Einzahlungen auf die neuen Reichs= und
preußiſchen Staatsanleihen. Die Girogelder waren am
22. März ungefähr gleich hoch wie im Vorjahre, ſind dann
aber bis zum 27. März weſentlich ſtärker angewachſen
durch die Vermehrung der öffentlichen Gelder. Trotzdem
der Status noch ſehr angeſpannt iſt, machte ſich doch eine
kleine Erleichterung bemerkbar. Am 28. Februar war der
Stand um 327 Millionen ſchlechter als im Vorjahr, am
22. März 271 Millionen, 27. März 224 Millionen. Die
Anſprüche an die Reichsbank ſeien geſtiegen, es ſeien
namentlich Wechſel mit langer Laufzeit eingereicht
wor=
den, und zum Quartalswechſel ſei eine außergewöhnliche
hohe Anſpannung zu erwarten. Der Goldbeſtand habe trotz
der großen Anſprüche keine Verminderung erfahren, es ſei
dies der allſeitigen Unterſtützung zu verdanken, welche
die Reichsbank bei threr Beſtrebung, den Goldbeſand
zuer=
halten, gefunden habe.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verautwortung; für ſie bleiht auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Veranlaßt durch den zweiten Automobilunfall am
Baſſin ſei dem Schreiber geſtattet, einen Vorſchlag zuc
Verhütung weiterer Unglücksfälle zu machen. Nach dem
erſten Falle ſcheint ſich ergeben zu haben, daß die frühere
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft und ſomit die jetzige
Firma Heag alles getan hat, wozu ſie geſetzlich verpflichtet
iſt. Der heſſiſche Automobilklub hat dann zwei große
Vorſichtstafeln aufſtellen laſſen, die aber, wie ſich jetzt
ge=
zeigt hat, ihren Zweck nicht erfüllen. Es muß alſo ein
Verfahren eingeſchlagen werden, das ſicherer die
Aufmerk=
ſamkeit der Autolenker auf die beſtehende Gefa hinweiſt,
wenn der Zug gerade im Begriff iſt, die Strage zu
kreu=
zen. Dieſes Verfahren beſteht darin, daß die Heag
ver=
anlaßt, daß an der Lokomotive entweder oben oder ſeitlich
eine rote Fahne herausgeſtreckt wird wenn der Zug ſich
noch in Ruhe befindet, (und auch während der Kreuzung
der Straße). Das wichtigſte iſt, daß die Fahne nach der
Straßenſeite herausgehalten wird, ſo lange der Zug hält
Wenn auch die Heag nicht geſetzlich verpflichtet iſt, die
Vorſichtsmaßregeln zu vermehren, ſo wird das eigene
Verantwortlichkeitsgefühl ſie doch veranlaſſen, alles zu
tun, was neuen Unglücksfällen vorbeugen kann. n.
Recht zu bedauern iſt das Eingehen der
Saalbau=
linie der elektriſchen Bahn und das Nichtverlängern
der=
ſelben nach der Artilleriekaſerne und dem Chauſſeehaus;
das wäre eine der rentabelſten Linien des Verkehrsnetzes
geworden. Die Geſchäftswelt der Eliſabethenſtraße und
des Ludwigsplatzes wird wohl das kaufkräftige Publikum
aus der Gegend demnächſt vermiſſen, denn ohne läſtiges
Umſteigen wird man nicht in den Mittelpunkt der Stadt
gelangen können.
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Kongreſſe und Verbandstage.
Erſter Deutſcher Kongreß für alkoholfreie
Jugenderziehung.
* Berlin, 29. März. Unter zahlreicher Beteiligung
wurde in vergangener Woche im Sitzungsſaale des Ahe
geordnetenhauſes der erſte deutſche Kongreß für
alkohol=
freie Jugenderziehung eröffnet, der auch aus Oeſterreich=
Ungarn, der Schweiz, Schweden und anderen Ländern
beſchickt iſt. An den Verhandlungen nehmen Männer und
Frauen aus allen Berufsſtänden teil, Vertreter der
Reichs=
ämter und Miniſterien, der Militär= und
Marinebehör=
den, der Kirchenbehörden, Lehrer= und
Lehrerinnenorgani=
ſationen, Frauenverbände, Aerzte, zahlreiche
Parlamen=
tarier u. a. Namens des vorbereitenden Ausſchuſſes
er=
öffnete der Senatspräſident beim Oberverwaltungsgericht,
Dr. v. Strauß und Torney, die Verhandlungen.
Die Bedeutung des Kongreſſes, ſo führte er aus, liege in
der Zuſammenfaſſung der vielfach zerſplitterten Kräfte.
Das Ziel der Tagung ſei die Förderung und Bewahrung
der Jugend. Als erſter Redner behandelte der Direktor
der Irrenanſtalt Friedrichsberg=Hamburg, Profeſſor Dr
Weygandt, die Gefahren des
Alkoholgenuſ=
ſies bei Kindern und der heranwachſenden Jugend
für die Geſundheit. Die lähmende Wirkung des Akohols
in körperlicher Hinſicht iſt von den Sportleuten längſt
er=
kannt worden. Die angeblich geiſtige Anregung des
Al=
kohols iſt wiederholt nachgeprüſt worden, und es hat ſich
erwieſen, daß der Alkohol auf die geiſtige Tätigkeit ſelbſt
hemmend wirkt. Die Widerſtandsfähigkeit des Körpers
gegen anſteckende Krankheiten wird bei ſtarkem
Alkohol=
genuß herabgeſetzt. Es hat ſich erwieſen, daß bei
Diph=
therie=Epidemien diejenigen Kinder am ſtärkſten
hinweg=
gerafft worden ſind, die Alkohol erhalten hatten. Die
durch Alkohol vermehrte Stoffwechſeltätigkeit laſſe ſich
durch andere Mittel weit beſſer erzielen, die nicht lähmend
wirken. Es iſt ein irriger Glaube, daß ſtillende Mütter
und Ammen Alkohol haben müſſen. Ferner ruft der
Al=
koholgenuß Beeinträchtigung des Wachstums hervor, wie
zahlreiche Tierverſuche beſtätigen.
Präfekt Dr. Strehler=Neiße ſprach über die
al=
koholgegneriſche Erziehung im Hauſe. Ec
betonte, daß die richtige Erziehung der Jugend dieſe
un=
bedingt dazu anleiten müſſe den Alkohol zu meiden. In
den erſten Jahren müßten die Kinder bereits an reizloſe
Koſt gewöhnt werden; Früchte Milch und einfache
Mehl=
ſpeiſen müſſen vorherrſchen. Das Kind müſſe unbedingt
vor dem Anblick des Alkoholgenuſſes und vor allem vor
dem Anblick der Folgen bewahrt bleiben.
Selbſtbeherr=
ſchung, Erziehung zur ſittlichen Freiheit und Pflege einer
charaktervollen Selbſtändigkeit ſiehe mit der
Jugend=
abſtinenz in enger Verbindung. Die Durchführung dieſes
Gedankens würde durch das Beiſpiel enthaltſamer Eltern
und Erzieher aufs nachdrücklichſte gefördert werden. Man
wolle jedoch jeden Schritt eines verſtändnisvollen
Ent=
gegenkommens dankbar anerkennen.
Ueber die Grundſätze zum
alkoholgegne=
riſchen Unterricht in der Schule ſtellte
Pro=
feſſor Ernſt Werner=Heidelberg nach einem
eingehen=
den Referat eine Anzahl von Leitſätzen auf, in denen
er die Mittel angibt, mit denen die Schule Led.
Alkohol=
gefahr entgegentreten kann. Die hauptſächlichſten Mittel
ſeien Unterricht und Gewöhnung. Die ſyſtematiſche
Be=
lehrung könne einem der vorhandenen Unterrichtsfächer
angegliedert werden. Eine Schwierigkeit liege allerdings
in der teilweiſen und noch mangelhaften Kenntnis des
Problems bei den Lehrern ſelbſt. Die Schulbücher
müß=
ten auf die Richtigkeit ihrer Angaben zur Alkoholfrage
unbedingt geprüft werden. Schulausflüge ſowie
Schul=
feſte ſollten völlig alkoholfrei veranſtaltet werden, eine
Beteiligung der Lehrer bei Feſten abgehender Schüler
ſollte nur dann zuläſſig ſein, wenn die Form eines
Kom=
merſes vermieden wird.
Sodann ſprachen im Anſchluß an das letzte Thema
ſechs weitere Redner über die Praxis des
alkoholgegneri=
ſchen Unterrichts in der Schule, und zwar getrennt nach
den einzelnen Kategorien Profeſſor Dr. Ponickau=
Leipzig und Fräulein Eliſabeth Kniebe=Göttingen
be=
handelten dieſe Frage vom Standpunkt der höheren
Kna=
ben= bezw. Mädchenſchule, Lehrer Temme=Nordhauſen
und Lehrerin Wilhelmine Lohmann=Bieleſeld vom
Standpunkt der Volksſchule, Lehrer Ulbricht:Dresden
und Frau Zander=Sieben=Berlin vom Standpunkte
der Fortbildungs= und Haushaltungsſchule.
Paſtor Nie. Rolffs=Dönabrick beiote in ſeinem
Vortrage: „Jugendpflege und Alkoholfrage‟
die Wichtigkeit einer Leitung der Jugend im
alkoholgeg=
neriſchen Sinne in der Zeit zwiſchen Schulbank und
Ka=
ſerne. Die von der Jugend ſelbſt begründeten
Organi=
ſationen übten keinen günſtigen Einfluß auf die Charak=”
terbildung aus. Mehr zu erwarten ſei von den
evangeli=
ſchen Jünglingsvereinen, den katholiſchen Lehrlings= und
Geſellenvereinen, den Turnvereinen, den konfeſſionell
neu=
tralen Jugendvereinen uſw. Da die Vereine jedoch nur
einen Bruchteil der Jugend umfaſſen, ſo wäre es am
beſten, die Jugendpflege gänzlich an die gewerblichen
Fortbildungsſchulen anzugliedern und auch dort gegen
den Alkohol zu wirken.
Es folgten darauf acht weitere Vorträge, welche
Ein=
zelbilder aus der Arbeit der alkoholgegneriſchen
Jugend=
organiſationen boten. Sodann wurde die Tagung in der
üblichen Weiſe geſchloſſen.
Sport, Spiel und Turnen.
* Pferdeſport. Die Wiesbadener Rennen
finden in dieſem Jahre ſehr frühzeitig ſtatt, und zwar das
Eröffnungs=Meeting am Sonntag, den 6. und
Dienstag, den 8. April. Die bekanntlich außerordentlich
gut gepflegte und landſchaftlich ſo ſchön gelegene Bahn bei
Erbenheim prangt bereits im ſchönſten Grün, und es ſind
zahlreiche Pferde für das Eröffnungsmeeting angemeldet.
Sr. Lawn=Tennis. Das Internationale Lawn=
Tennis=Turnier in Cannes brachte auch in
ſeiner Fortſetzung den deutſchen Spielern weitere Erfolge.
Außer den bereits gemeldeten Siegen vermochte H.
Klein=
ſchroth den Engländern Lowe 6.0, 6:0 zu ſchlagen, Rahe.
den Baron de Bertould 6:1, 6:2, während im Doppelſpielt
Rahe=H. Kleinſchroth über Poulin=Gault ſiegreich waren.
sr. Hockey. Die deutſchen Erfolge bei der engliſchen
Riviera=Hockey=Woche nehmen erfreulicherweiſe ihren
Fortgang. Wie man meldet, gelang es der deutſchen
Scratch=Mannſchaft in Folkeſtone den dortigen Hockey=
Klub nach ſpannendem Kampfe mit 3:2 knapp aus dem
Felde zu ſchlagen.
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Nach=
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