Darmstädter Tagblatt 1913


28. März 1913

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176. Jahrgang

wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Stadtpfarrer D. Dr. Diehl in Darmſtadt wurde zum
zweiten Profeſſor am Predigerſeminar in
Friedberg ernannt.
Der Kaiſer, die Kaiſerin und die Prinzeſſin Vik=
toria
Luiſe haben ſich geſtern abend nach Bad
Homburg begeben.
Bei der Einbringung des Flottenetats im engli=
ſchen
Unterhauſe hielt der erſte Lord der Admira=
lität
Churchill eine Rede, in der er u. a. auch für
eine Pauſe im Flottenbau eintrat.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
28. März 1813: Allgemeiner Bittgottesdienſt in allen
preußiſchen Kirchen für den Heiligen Krieg‟.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Ein griechiſcher Appell.

* Die Handelskammer von Athen ſchreibt
uns: Die Handelskammer von Athen, die amtliche Vertre=
terin
der kaufmänniſchen und induſtriellen Kreiſe, hält es
in Hinſicht auf das gute Verhältnis, das zwiſchen
Deutſchland und Griechenland beſtehen ſoll, als
ihre Pflicht, die Aufmerkſamkeit auf folgende Tatſachen zu
lenken, die geeignet ſind, die Handelsbeziehungen
beider Länder ernſtlich zu beeinfluſſen.
Das griechiſche Volk iſt ſich bewußt, einen Befreiungs=
krieg
unternommen und Gebiete beſetzt zu haben, deren
Bewohner in überwältigender Mehrheit Hellenen ſind, die
ſeit langen Jahrhunderten unter der ſchrecklichſten aller
Tyranneien geſeufzt haben und die noch kürzlich unter der
ſogenannten parlamentariſchen Herrſchaft der Jungtürken
Baſtonaden, Maſſeneinſperrungen, Boykotts, Geld=
erpreſſungen
und, was noch ſchlimmer iſt, abſcheuliche Be=
kehrungen
mit allen Mitteln zum Islam erfahren mußten.
Das griechiſche Volk iſt ſich gleichzeitig bewußt, teuer und
ehrenvoll die Freiheit ſeiner Brüder erobert zu haben; es
weiß, daß die Schlachten von Sarandaporos und Yennitſa,
die Einnahme von Saloniki, der Vormarſch, der nach un=
aufhörlichen
Kämpfen zur Eroberung von Vodena,
Oſtrova, Florina, Korydja führte, endlich der heldenhafte
Feldzug von Epirus, der durch die Einnahme von Janina
gekrönt, von allen militäriſchen Größen des Auslandes be=
wundert
wurden. Die ausländiſchen militäriſchen Schrift=
ſteller
haben auch ihre Bewunderung nicht verhehlt über die
achtunggebietende Rolle der griechiſchen Flotte und die
Tatſache, daß das griechiſche Heer, das 230000 Mann zählt
und bis zur Stunde 86 450 Gefangene gemacht hat, von
dieſem Geſichtspunkt aus einen wahrhaften Sieg er=
rungen
hat.
Endlich iſt dem griechiſchen Volke bewußt, daß, obwohl
die muſelmänniſche Minderheit der Länder, die nun be=
freit
ſind, während fünf Jahrhunderte der griechiſchen Be=
völkerung
Leben, Eigentum und alle Rechte grauſam ge=
nommen
hatte, gerade dieſe Muſelmänner in einer Weiſe
beſchützt worden ſind, die die Bewunderung der Türken
ſelbſt hervorrief. Als Probe der Hochherzigkeit des grie=
chiſchen
Volkes muß beſonders angeführt werden, daß
Griechenland jetzt noch in Saloniki 25000 muſelmänniſche
Flüchtlinge ernährt und unterhält, von denen kein ein=
ziger
aus den durch ſeine Truppen beſetzten Gebieten
ſtammt. Man kann nicht ſtark genug betonen, daß kein
einziger Muſelmann aus den von dem griechiſchen Heer
beſetzten Gebieten geflohen iſt. Nachdem nun das grie=
chiſche
Volk ſich bewußt iſt, ſowohl vom militäriſchen wie
vom menſchlichen Standpunkt aus ſeiner Pflicht völlig ge=
nügt
zu haben, und da es ſieht, daß die Preſſe der ganzen
Welt ſeinem Gebaren zuſtimmt und ſeine geſchichtlichen
und völkiſchen Rechte auf die Gebiete anerkennt, denen es
die Freiheit gab, ſieht es andererſeits mit Trauer, wie eine
große Anzahl von Zeitungen in Deutſchland die militäri=
ſchen
Erfolge beſpricht, mit Ironie die Freiheit der be=
freiten
Griechen behandelt und vor allem die griechiſchen
Soldaten ſolcher Uebergriffe und Grauſamkeiten beſchul=
digt
, wie ſie der griechiſchen Natur widerſtreben. Iſt man
doch ſoweit gegangen, zu drucken, daß Griechenland, das
ſeit ſeiner erſten Verfaſſung (1822) den Juden volle Gleich=
heit
bewilligt hat, und das mit England und Italien eines
der wenigen Länder iſt, wo weder politiſche noch wirt=
ſchaftliche
Vorteile gegen die Juden beſtehen, zu ſagen, daß
es in Saloniki eine antiſemitiſche Bewegung ſich entwickeln

läßt. Als dieſe Gerüchte das erſte Mal auftauchten, hat
ſie der Groß=Rabbiner von Saloniki durch wiederholte
öffentliche Erklärungen und einen Brief an den Prinzen
Nicolaus, Gouverneur von Saloniki, in aller Form wider=
rufen
laſſen. Alle Juden von Bedeutung, die Saloniki
danach beſucht haben, haben das gleichfalls beſtritten, und
trotzdem fahren gewiſſe Blätter Ihres Landes fort, von
griechiſchem Antiſemitismus zu ſprechen.
Durch ſolche Meldungen wird im griechiſchen Volke
der Eindruck erweckt, daß ihm Deutſchland ſelbſt ſyſtema=
tiſch
feindlich iſt. Man weiß, daß Griechenland, das ſelbſt
in der Vergangenheit der Handelsteil war, der das ſchwer=
wiegende
Wort im Mittelmeerbecken ſprach, nunmehr ſeine
Grenzen verdoppelt hat, ſein Einfluß vorwiegend gewor=
den
und ſein Vorrang ſich vergrößert hat. Sein Einfluß
iſt ſo vorherrſchend geworden, daß ſelbſt die Großmächte
gezwungen ſind, damit zu rechnen. Der Krieg hat Grie=
chenland
die Gelegenheit verſchafft, Proben ſeiner wirt=
ſchaftlichen
und finanziellen Kräfte zu geben, die alle die
Ausländer, die mit ihm in Handelsbeziehungen waren,
erſtaunt haben. Auch iſt die griechiſche Regierung die ein=
zige
unter den kriegführenden Staaten, die alle Sachen,
die von den militäriſchen Verwaltungen beſtellt wurden,
bar bezahlt hat. Keine der Banken und keiner der Kauf=
leute
wollte von dem Moratorium Gebrauch machen, das
ihm das Geſetz während des Krieges erlaubte, und alle
haben fortgefahren, ihren Verpflichtungen wie bisher nach=
zukommen
.
Die Handelskammer von Athen zählt unter ihren Mit=
gliedern
eine Anzahl von Perſonen, die lange in Deutſchland
gelebt und es oft beſucht haben, und die außer der Be=
wunderung
für das deutſche Volk auch den Eindruck zu=
rückgebracht
haben, daß es weit entfernt iſt, Griechenland
ſyſtematiſch zu befeinden. Unſere Handelskammer hat
andererſeits die Verpflichtung, alles zu tun, um die wirt=
ſchaftlichen
Beziehungen zwiſchen Griechenland und den
anderen Völkern zu entwickeln. Sie hat darum ihr mög=
lichſtes
getan und wird es weiter tun, um zu verhüten, daß
ſich Gerüchte ausbreiten, die eine ſchwere Schädigung die=
ſer
Beziehungen mit ſich bringen. Sie hat beſonders ihr
möglichſtes getan, daß die griechiſche Preſſe in keinen
Kampf gegen die betr. deutſchen Blätter eintritt, und daß
ſie vor allen Dingen den Plan eines Boykotts, der in
gewiſſen Kreiſen beſtand, bekämpfte. Gleichzeitig aber
wendet ſie ihre Aufmerkſamkeit auf die Tatſache, daß ein
Volk, wie das griechiſche, auch empfindlich ſein muß gegen
ebenſo ungerechte wie ſyſtematiſche Verurteilung, und hält
es für ihre Pflicht, im Intereſſe der moraliſchen und kom=
merziellen
Beziehungen das Ausland über die Stimmung
der Oeffentlichkeit in Griechenland unterrichtet zu halten.

Eine Flottenrede Churchills.

* Bei der Einbringung des Flottenetats im
engliſchen Unterhauſe hielt der Erſte Lord der Admiralität
Churchill eine Rede, in der er ſagte:
Die Urſache der Steigerung der Flotten=
ausgaben
liegt nicht in der Anzahl der im letzten
Jahre begonnenen und für dieſes Jahr geplanten neuen
Schiffe verſchiedener Klaſſen. Die Steigerung der frühe=
ren
, des jetzigen und der künftigen Etats rührt vielmehr
her aus fünf Hauptgründen: Erſtens aus dem politiſchen
Entſchluß, die Zahl der kriegsfertigen in Dienſt gehaltenen
Schiffe infolge des neuen deutſchen Flotten=
geſetzes
zu erhöhen, und aus dem Entſchluß, die Zahl
der Schiffe und des beſoldeten Perſonals zu erhöhen;
zweitens: aus der Steigerung der größeren Schnelligkeit,
Armierung und Ausrüſtung und der Herſtellungskoſten
von Kriegsſchiffen aller Art. Es iſt notwendig, mit ähn=
lichen
in der ganzen Welt im Bau befindlichen Kriegs=
ſchiffen
Schritt zu halten; drittens: aus der Einführung
und Ausgeſtaltung dienſtlicher Neuerungen, hauptſächlich
in der Verwendung von Rohöl als Heizmalerial, aus der
Heranziehung der Luftfahrt und der drahtloſen Tele=
graphie
; viertens: aus dem allgemeinen Anwachſen der
Preiſe und Löhne, beſonders der Koſten für Kohle, Oel,
Stahl und alle Materialien, die beim Schiffsbau gebraucht
werden; fünftens: aus dem Zurückbleiben des Schiffs=
baues
während der letzten zwei Jahre das ſich ergab
aus dem Unvermögen der Lieferanten, ihre Termine ein=
zuhalten
, und das ſich in den Verzögerungen bei der Aus=
führung
des laufenden Flottenprogramms zeigte.
Die Flotte geht jetzt durch eine Periode, nicht ledig=
lich
der Expanſion, ſondern auch ſchneller und unaufhör=
licher
Entwicklung. Das letzte deutſche Flotten=
geſetz
hat die Zahl der Schiffe, die wir jährlich zu bauen
haben. vermehrt. Dieſes Geſetz und die Erforderniſſe des
Mittelmeeres haben die Zahl der Größenverhältniſſe der
Schiffe noch weiter geſteigert, die in höchſter Bereitſchaft
erhalten werden müſſen. Es iſt keine Ausſicht vor=
handen
, die gewaltigen dauernden und wachſenden Koſten
in den Flottenetats der künſtigen Jahre zu vermeiden
wenn nicht die Periode der Rivalttätund des

techniſchen Fortſchritts zu einem Ende kommt.
Von allen Nationen in der Welt ſind wir vielleicht am
beſten imſtande eine derartige Ausdehnung zu tragen,
falls ſie fortgeſetzt werden ſollte. Aber es gibt glück=
licherweiſe
einen Weg, der offen ſteht und offen bleiben
wird, durch den die Völler ein Ende der Stlaverei
erreichen können, in die ſie ſich ſelbſt begeben haben
In der Sphäre des Flottenwettbewerbs iſt
alles relativ. Die Stärke einer Flotte iſt ihre Stärke, ver=
glichen
mit einer anderen. Der Wert eines Schiffes hängt
gänzlich von den zeitgenöſiſchen Schiffen ab, dem es viel=
leicht
entgegentreten muß. Jedoch ſehen wir, daß die
Schiffstypen einer jeden Seemacht die der früheren Jahre
in unerbittlicher Hartnäckigkeit verdrängen, daß viele Mil=
lionen
von Jahr zu Jahr trotzdem vergeudet werden, und
daß das Entwickelungstempo dauernd nichts verändert,
ohne einen wirklichen Gewinn in der relativen Flotten=
ſtärke
. Kann ein Vorgang ſinnloſer ſein? Die Frage,
die ſich die Großmächte und nicht nur die Großmächte,
ſondern die großen Nationen vorlegen ſollten, iſt dieſe:
Wenn für den Zeitraum eines Jahres kein neues Schiff
für irgend eine Flotte gebaut worden wäre, würden un=
ſere
Flottenintereſſen oder die nationale Sicherheit in
irgend einer erkennbaren Weiſe gefährdet werden? Wir
haben heute gute Schiffe, ſie ſind die beſten der Welt, bis
beſſere gebaut werden. Können ſie nicht ein Jahr die
Herrſchaft behalten, bevor ſie zurückgeſetzt werdens
Warum ſollten wir alle nicht für ein Jahr im Schiffsbau
einen Feiertag eintreten laſſen ſoweit eine neue Kon=
ſtruktion
oder unter allen Umſtänden eine neue Konſtruk=
tion
eines Linienſchiffes in Betracht kommt? Das iſt
die Frage, die ich im vorigen Jahre geſtellt habe, das iſt
der Vorſchlag, den ich in dieſem Jahre wiederhole. Er
ſchließt keine Aenderung in der relativen Stärke der Flot=
ten
in ſich ein und er bedingt nicht das Aufgeben irgend
eines Planes bezüglich der Flottenorganiſation oder der
Flottenvermehrung; er widerſtreitet keinem Syſtem eines
Flottengeſetzes, er ſchließt keine Einſchränkung der wirk=
lichen
Flottenſtärken ein. Er iſt ſo einfach daß er zu kei=
nen
Mißverſtändniſſen führen kann. Unſere Schiffstech=
nik
iſt nicht minderwertiger als die irgend einer anderen
Macht; unſere Erfahrungen ſind weit größer, unſere
Hilfsmittel ſind reichlicher, unſere Pläne haben auf dem
Weltwettbewerb die alte Ueberlegenheit behauptet, und
nach dem, was wir von anderen Ländern hören unter=
liegen
unſere Preiſe und die Qualität unſerer Arbeiter
gewiß keinem Tadel. In jedem Jahre, ſo lange die
neuen Schiffe gebaut werden, werden wir die beſten
bauen, die die Wiſſenſchaft erfindet. Wir, werden unſen
Beſtes tun, die Führung der Konſtruktion aufrecht zu er=
halten
, die für die Herrſchaft zur See nicht weniger wichtig
iſt, als das Uebergewicht in der Anzahl.
Es iſt kein Appell der Schwäche des keuchenden Zu=
rückbleibens
ſondern ein Appell der Stärke des in
der Front Streitenden, den wir an alle Nationen richten,
und an keine Nation mit größerer Aufrichtigkeit, als an
unſeren großen Nachbar jenſeits der Nordſee. Laſſen Sie
mich ſofort und unreſerviert im Namen der Regierung
ſagen, wie ſehr wir den ruhigen und freundlichen Ton
und die Stimmung bei den letzten deutſchen Marine=
debatten
begrüßen. Nach einer Zeit tätiger Vorberei=
tungen
für die Marine iſt es befriedigend, zu finden, daß
unſere Beziehungen ſichtlich und fühlbar ſich gebeſſert
haben, und dies nach den Gefahren und Beklemmungen,
unter denen Europa in den letzten Monaten geſtanden hat.
England und Deutſchland haben die Ueberzeu=
gung
gewonnen, daß es beider Wunſch iſt, den Frieden zu
bewahren. Die Gefühle des guten Willens, das wachſende
gegenſeitige Vertrauen und die gegenſeitige Achtung tragen
viel dazu bei, dem Wettſtreit auf dem Gebiete der Marine
die Unruhe und Gefahr fortzunehmen und uns zu erlauben,
den ehernen Tatſachen der Lage mit Ruhe und mit einem
gewiſſen Gleichmut entgegenzutreten. Wir müſſen ferner
einen anderen Irrtum vermeiden: wir dürfen nicht ver=
ſuchen
, in den neuen deutſchen Marineerklärungen einen
Sinn zu finden, wie wir wünſchen und den ſie nicht haben.
Wir dürfen ferner nicht verſuchen, die deutſche Marinepoli=
tik
unſeren Wünſchen anzupaſſen durch eine zu genaue
Interpretation der freundlichen Sprache die in Deutſch=
land
mit der Abſicht. zu beruhigen, geführt worden iſt.
Wenn z. B. geſagt würde. Herr v. Tirpitz habe anerkannt,
daß Englands Uebergewicht von 16 zu 10 an Dreadnoughts
das Einverſtändnis von Deutſchland habe und dieſes
Uebergewicht beſteht tatſächlich bereits jetzt faſt genau
Deutſchland dürfe daher folgerichtig nicht beginnen, ein
neues Schlachtſchiff zu bauen, bevor wir es tun, ſo würde
dies ſehr ſchaden, und wenn der Staatsſekretär des
Aeußern in dieſem Punkte auf die deutſche Regierung
einen Druck ausüben und ſie auf diplomatiſchem Wege drän=
gen
würde, in dieſem Jahre keine neuen Schiffe zu bauen.
ſo würde dies nur zu Rekriminationen führen. Tatſachlich
iſt das deutſche Bauprogramm von drei neuen Schiffen für
das Jahr 1913 bereits vom Reichstage angenommen wor=
den
, und man kann annehmen, daß der Bau dieſer Schiffe
unverzüglich begonnen werden wird.
Unſere Politik zur See Deutſchland
gegenüber, die ich mir erlaubt habe vor dem Hauſe
auseinanderzuſetzen. und die allgemeinen Beifall gefunden
hat, hat in keiner Weiſe ühle Folgen gezeitigt Sie iſt ge=
gründet
auf Stärke und Aufrichtigkeit und ſchließt jeden
Gedanken an ein Feilſchen aus, das in die Verhandlungen
nur Gereiztheit hineinbringen würde. Beide Nationen
müſſen vollkommen frei ſein, bei den Rüſtungen zur See
den Kurs einzuſchlagen, der ihnen zu irgend einer Zeit
der weiſe und richtige zu ſein ſcheint. Es iſt die jüngſte
Politik der Regierung, ſoweit es uns möglich iſt, unter
allem nötigen Vorbehalt im voraus zu erwägen, welche
Folgen dieſes Bauprogramm Deutſchlands für

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unſeren eigenen Schiffsbau für annähernd dieſelbe Reihe
von Jahren haben werde, und zu erklären, daß, wenn in
irgend einem beſonderen Jahre das Programm der Her=
ausforderung
behindert oder aufgehoben werden ſollte, un=
ſer
dadurch veranlaßtes Programm unter allem nötigen
Vorbehalt ebenfalls vermindert oder aufgehoben werden
ſolle. Hätten die in dem deutſchen Flottengeſetz bewillig=
ten
Neubauten ſich auf die erhöhte Rate von zwei Schlacht=
ſchiffen
im Jahre während der nächſten ſechs Jahre und
die engliſchen Neubauten ſich auf vier Schiffe beſchränkt,
ſo hätten nach Anſicht der Admiralität drei Schiffe genügt,
um das Sechzig=Prozent=Verhältnis in Dreadnoughts auf=
recht
zu erhalten. Da Deutſchland ſeine Neubauten um
zwei Schlachtſchiffe in der genannten ſechsjährigen Pe=
riode
vermehrt hat, ſo werden auch die engliſchen Pläne
für Neukonſtruktionen um vier Schlachtſchiffe erhöht wer=
den
, von denen zwei in jedem Jahre auf Stapel gelegt
werden müſſen. Somit werden, wie ich bereits im vorigen
Juli geſagt habe, in dieſem Jahre fünf Neubauten gegen
drei ausgeführt werden. Das engliſche Bauprogramm der
letzten ſechs Jahre wird auf dieſe Weiſe, wie ich im Unter=
hauſe
im vorigen Juli erklärt habe, ſich im ganzen auf 25
gegen 14 Neubauten belaufen. Zu dieſen neuen
Schiffen werden für jedes der von der deutſchen Regierung
auf Stapel gelegten Schiffe zwei weitere Schiffe gelegt
werden. Ferner ſollen hierzu noch diejenigen Schiffe
kommen, die infolge der neuen Flottenentwicklung im
Mittelmeer notwendig werden.
Dies iſt die Grundlage unſerer Flotten=
politik
, die, wenn ſie kaltblütig während der
nächſten Jahre verfolgt wird, unſer. Land und
das ganze engliſche Weltreich jedem Druck durch
fremde Flotten entziehen wird, und deſſen Durchführung
in keiner Weiſe Streitigkeiten mit unſeren deutſchen Nach=
barn
hervorzurufen braucht. Man wird ſagen, daß in dem=
ſelben
Verhältnis, wie die britiſche Ueberlegenheit in Vor=
Dreadnoughts verſchwindet und die Dreadnoughts den
Hauptteil der Schlachtlinien ausmachen, die gegenwärtige
allgemeine Ueberlegenheit von nahezu 2 zu 1 abgeſchwächt
werden würde gegen ein reines Dreadnought=Verhältnis
von 16 zu 10. Aber unſere Programme ziehen das Ver=
alten
der britiſchen Vor=Dreadnoughts voll in Rechnung
Dieſe Programme bedeuten 25 Schiffe gegen 14, das iſt
das Verhältnis, nicht 16 zu 10, ſondern 18 zu 10. Die
Differenz zwiſchen dieſen Programmen und dem Neubau=
verhältnis
von zwei Kielen zu einem beträgt in dieſen
ſechs Jahren tatſächlich nur drei Schiffe. Man muß aber
die Einführung der Ueber=Dreadnoughts in Rechnung
ſtellen. Mit dem angedeuteten Programm, das eine Ver=
mehrung
um 21 Schiffe für die britiſche und um 12 Schiffe
für die deutſche Geſamtzahl in ſich ſchließt, gelangen wir im
Jahre 1920dahin, daßwir 41 fertige oder im Bau befindliche
britiſche Ueber=Dreadnoughts, wenn man die kanadiſchen
und malayiſchen Schiffe hinzuzieht, 45 gegen 24 deutſche
Ueber=Dreadnoughts haben. Das heißt ein Uebergewicht
in der mächtigſten Schiffsklaſſe, das dem Verhältnis von
einem zu zwei Kielen ſich nähert. Selbſt zu jenem Zeit=
punkt
wird unſere Ueberlegenheit an Vor=Dreadnoughts
nicht gänzlich aufgehört haben, ins Gewicht zu fallen
Churchill wandte ſich dann techniſchen Fragen zu und
ſchloß: Im letzten Jahre habe ich im Namen der Re=
gierung
gefragt und öffentlich angeboten, nicht ein ein=
ziges
britiſches Kapitalſchiff in dieſem Jahre zu bauen,
wenn Deutſchland keins baut, und führte aus, wie
vorteilhaft ein ſolches Abkommen für die verhältnismäßige
Stärke der deutſchen Seemacht ſein würde. Dieſer Vor=
ſchlag
hat ſoweit keine Früchte getragen. Seither hatten
wir ein neues deutſches Flottengeſetz und ſeither ſind die
deutſchen Schiffe für 1913 ſchon bewilligt worden. Die
Kolonien werden für das britiſche Reich im Jahre 1913
neue Linienſchiffe bauen. Dieſes Jahr iſt feſtgelegt wor=
den
, aber nehmen ſie 1914 an. Ich habe keinen Grund zu
der Annahme, daß es der Wunſch der deutſchen Regierung
iſt, ihr Bauprogramm für dieſes Jahr zu verſchieben oder
aufzuſchieben. Wenn es aber ihr Wunſch ſein ſollte, ſo
ſhat ſie es nur bekannt zu geben. Niemand baut Dread=
noughts
zum Vergnügen. Da 1914 eins von jenen Jahren
liſt, in dem von vier neuen Schiffen zwei auf Stapel liegen,
ſſo wird ein gegenſeitiges Nachlaſſen offenbar keine Nach=
teile
für die relative Stellung Deutſchlands ſein. Es iſt
jedoch klar, daß ein ſolches Abkommen auch andere Mächte
außer England und Deutſchland berühren würde, und
iwiederum Frankreich und Rußland einerſeits und Oeſter=
treich
und Italien andererſeits würden in Erwägung zu
ziehen ſein. Ich bin ſanguiniſch genug, keine unüberwind=
lichen
Schwierigkeiten zu ſehen in dieſem gemeinſamen
Vorgehen der engliſchen und deutſchen Regierung, denn
der Friede und die Wohlfahrt der Welt iſt uns über alle
Maßen unſchätzbar, und wenn zwiſchen beiden ein Ab=
kommen
, ſei es auch nur für ein ſpezielles Jahr, geſchloſſen
wird, und um ſo verſchwenderiſche, zweckloſe und nichtige
Torheiten zu verhindern, ſo würde man ein weiteres
internationales Ziel erreichen, und es wäre um ſo mehr
Urſache vorhanden für einen allgemeinen Frieden.

Deutſches Reich.

Die Beratungen der Heeres= und
Deckungsvorlagen ſind in den Ausſchüſſen des
Bundesrats abgeſchloſſen worden. Das Plenum be=
ſchäftigte
ſich in ſeiner Donnerstagsſitzung mit den
Vorlagen. Wie die Tägliche Rundſchau hört, wird die
Heeresvorlage ſpäteſtens morgen veröffentlicht werden.
Die laufenden Ausgaben ſtellen ſich auf 185 Millionen
Mark, die einmaligen auf 890 Millionen Mark. Die Zahl
der Rekruten, die gefordert werden, beträgt 63000. Wie
weiter verlautet, handelt es ſich im ganzen um acht Ent=
würfe
, nämlich um Vorlagen zur Aenderung der Geſetze
über die Friedenspräſenzſtärke, der Beſoldungsordnung
und des Mannſchaftsverſorgungsgeſetzes, ferner um Ent=
würfe
für ein Geſetz zur Aenderung im Finanzweſen, ein
Geſetz zur Aenderung des Reichsſtempelgeſetzes, ein Wehr=
beitragsgeſetz
, ein Geſetz über das Erbrecht des Staates
und eine Vorlage zur Ergänzung des Reichshaushaltsetats
für 1913.
Die Novelle zur Gebührenordnung
für Zeugen und Sachverſtändige iſt jetzt dem
Bundesrat zur Durchberatung zugegangen, ſo daß ſie vor=
ausſichtlich
noch in dieſer Tagung an den Reichstag ge=
langen
kann. Im allgemeinen handelt es ſich bei den Be=
ſtimmungen
der Novelle um eine Heraufſetzung der Höchſt=
ſätze
. Insbeſondere die Gebühren für Sachverſtändige
haben eine Erhöhung erfahren, die ſich im Durchſchnitt auf
50 v. H. beläuft. Entſprechend den Wünſchen ſachverſtän=
diger
Kreiſe ſind auch Steigerungen der Sätze für die Nacht=
quartiere
und den Aufwand in dem Geſetzentwurf ent=
halten
. Für die in der Novelle nicht enthaltenen Sätze
gelten die bisherigen Gebühren, die in der jetzt gültigen
Gebührenordnung feſtgeſetzt ſind. Durch die Heraufſetzung
der Höchſtſätze, die langgehegten Wünſchen des Parlaments
entſpricht, iſt ſelbſtverſtändlich eine bedeutende Vermehrung
der Koſten zu erwarten, ſo daß alſo eine Verteuerung der
Rechtspflege eintritt. Sowohl die Parteien im Zivilpro=
zeßverfahren
, als auch die Staatskaſſe werden dieſe Koſten
zu ſpüren haben.
Abwehrrüſtung. Der Köln. Ztg. wird aus Ber=
lin
geſchrieben: In der Kammerrede des franzöſiſchen Mi=
niſterpräſidenten
Barthou fällt der Satz auf, es ſei ihm
ein leichtes, gegenüber dem Vorwurf, eine künſtliche Kam=
pagne
genährt zu haben, auf die ſchrecklichen und drohen=
den
Rüſtungen hinzuweiſen, die anderswo verwirklicht
oder vorbereitet würden‟. Es wird ſich empfehlen, den
Wortlaut der Barthouſchen Ausführungen abzuwarten.
Wenn der Miniſter die Rüſtungen anderer Länder als
ſchrecklich bezeichnet haben ſollte, ſo wäre dies nur ein Ge=
fühlsausdruck
. Sollte er indes wirklich die Rüſtungen
anderer Länder als drohend hingeſtellt haben, ſo enthält
dies ein politiſches Urteil, das man nicht annehmen kann
Die neue deutſche Wehrvorlage iſt keine Bedrohung des
Auslandes, ſie iſt vielmehr beſtimmt, einer für Deutſchland
bedrohlichen Lage zu begegnen.
Die thüringiſchen Staaten und ihre
Vertretung beim Bundesrate. Das Herzogtum
Sachſen=Meiningen hat die Abſicht, als einziger von den
thüringiſchen Kleinſtaaten, die Vertretung ſeiner Inter=
eſſen
beim Bundesrat dem Bevollmächtigten des König=
reichs
Bayern mit zu übertragen. Welche Gründe für die=
ſen
Plan maßgebend geweſen ſein mögen, entzieht ſich der
Oeffentlichkeit. Demgegenüber werden alle übrigen thü=
ringiſchen
Staaten (gleichwie die Hanſaſtädte) ihre Ver=
tretung
in die Hände eines einzigen Bevollmächtigten, des
weimariſchen Staatsminiſters, Geheimen Staatsrats Dr.
Paulſen, legen. Dieſer wird alsdann Vertreter von fol=
genden
Bundesſtaaten werden: dem Großherzogtum
Sachſen=Weimar, der Herzogtümer Altenburg, Koburg und
Gotha, der beiden Schwarzburgiſchen Fürſtentümer und
der beiden Reuß. Durch dieſe Zentraliſierung wird ſich
der Geſchäftsgang weſentlich vereinfachen und die Koſter
bedeutend verringern.

Ausland.
Schweiz.

Der Gotthardbahnvertrag. Der National=
at
hörte den Bericht der Referenten der Kommiſſion an,
welche für die Ratifizierung des Gotthardbahnvertrages
prachen. Für die Kommiſſionsmehrheit ſprach von
Planta=Graubünden gegen die Ratifizierung und ſchlug
vor, die Gotthardbahn ſollte durch eine ſelbſtändige Ge=
ſellſchaft
auf Grund des alten Staatsvertrages betrieben
werden.

Frankreich.

Die Gegner des Kabinetts wünſchen aus ver=
ſchiedenen
Gründen nicht, daß Miniſterpräſident Barthou
nochmals interpelliert werde. Der Hauptgrund iſt die Be=
fürchtung
, die Regierung mindeſtens 60 Stimmen ge=
winnen
zu ſehen, denn verſchiedene, die gegen die Re=
gierung
ſtimmten, würden für die Regierung ſtimmen, um
den Präſidenten der Republik nicht zu desavouieren und
as Regime nicht zu gefährden. Der Abgeordnete Breton,
der interpellieren wollte, hat verzichtet. Die Vertreter der
linksrepublikaniſchen Kammergruppe billigten den von den
ſozialiſtiſch=republikaniſchen Deputierten gefaßten Beſchluß,
die Interpellation über die allgemeine Politik der Re=
gierung
zurückzuziehen. Offiziös wird übrigens verſichert
daß die Regierung nicht daran denke, ſich von einem ihrer
Anhänger interpellieren zu laſſen, und verlangen werde,
daß der Geſetzentwurf über die Amneſtie verhandelt werde.
Dieſe Debatte dürfte ſich ziemlich lebhaft geſtalten, nament=
lich
die Frage der Amneſtierung der Deſerteure dürfte eine
ſcharfe Erörterung hervorrufen.
Die Frage der dreijährigen Dienſtzeit.
Einer Blättermeldung zufolge wird Miniſterpräſident
Barthou im Einvernehmen mit allen ſeinen Kollegen dem
Armeeausſchuß der Kammer mitteilen, daß der Kriegs=
miniſter
, entſprechend dem Artikel 33 des Geſetzes von 1905
über die zweijährige Dienſtzeit beſchloſſen habe, die Klaſſe
von 1910 unter den Fahnen zurückzubehalten. Dies ſoll
auch innerhalb der von dem Geſetz vorgeſchriebenen Zeit
dem Parlament zur Kenntnis gebracht werden. Das Mi=
niſterium
halte es für ſeine Pflicht, hierdurch dem Parla=
ment
die unerläßliche Notwendigkeit der dreijährigen
Dienſtzeit vor Augen zu führen.

England.

Ein Vorſtoß der Unioniſten im Unter=
hauſe
. Bei Beginn der Sitzung des Unterhauſes am
Mittwoch widerſprachen die Unioniſten unerwarteterweiſe
bei einem Abſchnitt des Budgets, der gewöhnlich ohne De=
batte
angenommen wird. Da die Anhänger des Mini=
ſteriums
argwöhnten, daß dieſer überraſchende Angriff ge=
plant
ſei, ſo ſetzten ſie die Debatte fort, bis die Anhänger
der Regierung Zeit hatten, ſich einzufinden. Als ſchließ=
lich
zur Abſtimmung geſchritten wurde, hatte die Regierung
nur eine Mehrheit von 39 Stimmen. Die Debatte war
ſehr erregt. Der iriſche Nationaliſt William Moore wurde
ausgeſchloſſen, weil er das Verhalten des Schatzſekretärs
als ſchmachvoll bezeichnete. Die Debatte wurde immer
erregter. Die Oppoſition war ſichtlich gereizt von der Ent=
ſcheidung
des Shermans. Der Liberale Sir Arthur Mark=
ham
nannte die Oppoſition einen Haufen von Bierbank=
politikern
. Er weigerte ſich, das zurückzunehmen, und
wurde aufgefordert, das Haus zu verlaſſen, was er
auch tat.

Vereinigte Staaten.

Die Zolltarifreviſion. Mr. Underwood, der
Führer der demokratiſchen Partei, erklärte, daß er und
Präſident Wilſon in ihren Anſichten über die Zolltarif=
reviſion
übereinſtimmten. Wie gemeldet wird, ſoll der
Zolltarif Beſtimmungen enthalten, die Gegenſeitigkeits=
abkommen
ermöglichen. Von verſchiedenen Seiten werden
für Fleiſch, Tee, Kaffee und Bodenprodukte abgeſtufte Zoll=
ſätze
verlangt; die höheren Zölle wären nur anzuſetzen,
wenn das Bundesbudget ein Defizit aufweiſen würde
Die Einkommenſteuer muß 110 Millionen Dollar jährlich

Witz und Humor im Jahre 1813.
Von Hugo Möller=Fries.
Nachdruck verboten.)

Es iſt kein Wunder, wenn im Jahre 1813 ſich an die
Fahnen der ſiegenden und verbündeten Heere der Witz und
Humor heftete. Wie der Witz ſelbſt etwas Befreiendes an
ſich hat, wie er uns zuweilen vom Zwange erlöſt, ſo ent=
wickelt
er ſich auch erſt in der Freiheit. Alles atmete auf,
befreit vom Drucke der franzöſiſchen Eroberer. Da ent=
wickelte
auch der Witz ſein ſiegend Szepter. Kaum war
Napoleon in Rußland unterlegen, da regte er ſich, da
ſchoſſen die Napoleon=Karikaturen aus dem Erdboden. Es
iſt nicht zartfühlend, den unterlegenen Eroberer mit den
Keulenſchlägen des Spottes ganz totzuſchlagen. Aber
wann war je der Witz zartfühlend! Und man muß den
Jubel nach langer Unterdrückung mit in Rechenſchaft
ziehen.
Da ſehen wir eine Karikatur von J. M. Volz, betitelt:
Das wahre Porträt des Eroberers‟ Das Geſicht iſt aus
Leichen gebildet, die Bruſt bildet eine Landkarte, auf der
alle Siege der Verbündeten verzeichnet ſind. Darunter
findet ſich die Unterſchrift: Napoleon der erſte und letzte,
durch den Zorn des Himmels Kaiſer der Jakobiner Be=
ſchützer
der Conféderation der Spitzbuben, Bevollmächtig=
ter
der Höllenliga, Großkreuz der Unehrenlegion, Kom=
mandierender
General der Legionen von Skeletten, zurück=
gelaſſen
in Moskau, Smolensk, Leipzig uſw. Der Schnellſte
an der Téte der Ausreißer, After=Prieſter von Sanhedrin
After=Prophet der Mohammedaner, hohle Säule des chriſt=
lichen
Bekenntniſſes.
Berühmter iſt ein engliſches Karikaturbild des Malers
Truikſhanks: Wellington als Rieſe dargeſtellt, hält den
Liliput=Napoleon in der Hand und gibt ihm einen Naſen=
ſſtüber
, indem er das Püppchen auf dem Daumen reiten
läßt. Die deutſche Kopie des Bildes trug als Unterſchrift
die folgenden Verſe:
Ein Männlein kam aus Korſika
Und meinte groß zu werden,

Und zu verſchlucken fern und nah
Die Völker all auf Erden.
Allein es war ſein Spiritus
Durch eines Mannes Erbſenſchuß
Gar jämmerlich getroffen.
Da kam das Männlein wiederum
Aus Elba hergefahren,
Und lockte in ſein Kaiſertum
Von neuem unſere Scharen
Da ſah ihn gar der große Mann
Für einen Daumenreiter an
Und gab ihm Naſenſtüber,
Ein Bild von J. M. Volz Der glückliche Jäger
ſtellt Napoleon dar, einen Bock auf dem Rücken. Die Un=
terſchrift
des kurz nach dem Rußland=Feldzug offenbar er=
ſchienenen
Blattes trägt die Unterſchrift: Da habe ich
einen netten Bock geſchoſſen! Ein anderes Blatt wieder
ſtellt einen Teufel mit Napoleon als Wickelkind dar und
läßt den Teufel, der das Kindlein zärtlich hält ſprechen:
Das iſt mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!
Am häufigſten iſt Napoleons Höllenfahrt dargeſtellt,
ſei es, daß er mit den Haaren herbeigeſchleift wird, oder
ein Teufel ihm als Pferd dient, oder der Fürſt der Böſen
ihn zum Beiſpiel mit den Worten empfängt: Ich ſelbſt
hätte an Ihrer Stelle nicht mehr tun können als Sie.
Auch als korſikaniſches Teufelchen ſehen wir den Gewal=
tigen
, und ein Koſak ſagt zu ihm: Sieh einmal, wie Du
Dich in die Enge zurückgezogen.
Der Kaiſer von Oeſter=
reich
und der König von Preußen benutzen Napoleon als
Ball beim Ballſpiel. In einer Menagerie wird er als
blutdürſtiges Raubtier gezeigt. In der neu eröffneten
Leipziger Barbierſtube zapfen ihm die Gehilfen das Blut
ab und ſchinden ihn. Als Nußknacker quält er ſich vergeb=
lich
, eine Nuß mit der Aufſchrift Leipzig zu knacken. Sein
Denkmal ſteht auf einem Piedeſtal von lauter Totenköpfen
und Gebeinen.
Daneben gab es natürlich auch Spottbilder die nicht
gerade auf Napoleon Bezug nehmen. So exiſtieren zwei
Karikaturenzeichnungen des berühmten Gottfried Scha=

dow des Berliner Bildhauers. Das eine iſt ein Spott=
bild
auf die Entſetzung Berlins im Jahre 1813. Das
undere betitelt ſich Klage der Napoleonsfreunde nach
ſeiner Gefangennahme. Auf dem erſtbezeichneten Blatt
ſehen wir, wie der preußiſche Grenadier, der ruſſiſche Bär
und John Bull den Feind aus Berlin herausgejagt haben
und ihm mit ihren drei gewichtigen Geſtalten das Halle
ſche Tor verſperren. Draußen empfangen die Fliehenden
die Kanonen vom Windmühlenberg aus, und ein Grena=
dier
mit erhobenem Kolben ſchlägt auf ſie ein. Am Kol
ben leſen wird die Worte: Das fluſcht! Im Vorder=
grunde
ſtehen die verblüfften Franzoſen, die ungemein
komiſch wirken. Der Tambour iſt, anſtatt auf die Trom=
mel
zu ſchlagen, hingefallen. Auf dem anderen Bildr
ſehen wir alle die Typen in komiſcher Darſtellung vereint,
welche durch den Untergang Napoleons Schaden erlitten.
Jene Auguſttage des Jahres 1813, als die Franzoſen
vor den Toren Berlins ſtanden, gaben übrigens zu einem
hübſchen Gelegenheitswitz Anlaß, der heute noch in einer
bekannten Berliner Redensart anklingt. Man wußte am
22. Auguſt in Berlin, daß es in der Nähe der Stadt zu
einer Schlacht gekommen ſein mußte, und um darüber
vielleicht Neues zu hören, ging man ins Theater, wo man
damals noch am eheſten derlei Nachrichten erhalten konnte
weil ſich dort immer einige prominente Perſönlichkeiten
einfanden, die über das Neueſte unterrichtet ſein konnten.
Den Kanonendonner hatte man in den Nachmittagsſtun=
den
gehört, gleichwohl wurde weiter im Königlicher
Schauſpielhauſe geſpielt, obwohl dann am Abend Bauern=
wagen
mit Verwundeten in die Stadt kamen, von denen
man erfahren, daß es bei Groß=Beeren zu einer Schlacht
gekommen ſei. Endlich war die Siegesbotſchaft von Groß=
Beeren ins Theater gelangt; man hatte ſie dem ſehr be=
liebten
Komiker Unzelmann mitgeteilt, der in einem Sing=
ſpiel
einen Bedienten zu geben hatte. Er ergreift ſeinen
dreieckigen Bedientenhut, tritt tauf die Bühne, obwohl
ſeine Szene noch nicht gekommen war; die Schauſpielerin,
welche ſeine Herrin gab, ſieht ihn befremdet an, er aber
ſagt ruhig, im Tone ſeiner Rolle: Ich wollte der Frau
Hofrätin und den Herrſchaften da unten (aufs Puhlikum

[ ][  ][ ]

abwerfen; hinſichtlich der Steuerhöhe und der ſteuerpflich=
tigen
Einkommen beſtehen noch Differenzen.
*
*
* Der Kaiſer traf am Mittwoch nachmittag 1.30 Uhr
im Seebad Ahlbeck ein, das reichen Flaggenſchmuck
angelegt hatte. Kriegervereine, Turnvereine und die frei=
willige
Sanitätskolonne hatten ſich auf dem Bahnhof zum
Empfang aufgeſtellt. Der Kaiſer ſchritt mit dem Gefolge
durch die vor dem Kinderheim errichtete Ehrenpforte auf
den Bauplatz und beſichtigte die Bauten, über deren Fort=
gang
der Kaiſer ſich ſehr erfreut ausſprach. Um 2.35 Uhr
trat der Kaiſers mittels Hofzuges die Rückreiſe an. Es
handelte ſich um die Beſichtigung des Erholungs=
heims
für Berliner Arbeiterkinder an der
Oſtſee, deſſen Begründer der Kaiſer iſt. In ſeiner Be=
gleitung
befanden ſich u. a. ſein Leibarzt Oberſtabsarzt Dr.
Niedner und Fräulein Marie Kirſchner, die Tochter des
verewigten Berliner Oberbürgermeiſters der die Leitung
der neuen Anſtalt anvertraut werden ſoll. Am Oſtſtrande
des Seebades in der Richtung gegen Swinemünde, erhebt
ſich das Erholungsheim. Eine umfangreiche Anlage iſt in
neun Monaten aus dem Erdboden gewachſen. Drei Pa=
villons
für Schlaf= und Wohnzwecke, ein großer Speiſe=
ſaal
, ein Wirtſchaftsgebäude, mehrere Spielhallen, ein Iſo=
lierpavillon
für Kranke, Wohnräume für das Haus= und
Küchenperſonal, für die Oberin, die Hausmeiſterfamilie
und für Pflegerinnen, Bade= und Duſchräume, Waſſer=
leitung
, elektriſches Licht, Zentralheizung und Warmwaſſer=
bereitung
, alles iſt vorhanden, was der Geſundheit der er=
holungsbedürftigen
Kinder irgendwie förderlich ſein kann.
Die Geſamtkoſten betragen einſchließlich der noch ausſtehen=
den
inneren Einrichtung 300000 Mark, die aus der Privat=
ſchatulle
des Kaiſers und durch freiwillige Beiträge gedeckt
werden. Das Heim bleibt ſechs Monate im Jahre geöffnet
und wird 900 Schulkindern aus Arbeiterkreiſen in jedem
Sommer Erholung gewähren.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. März.
Stadtpfarrer D. Dr. Diehl
iſt zum zweiten ordentlichen Profeſſor der
Theologie am Predigerſeminar und
Pfarrer zu Friedberg mit Wirkung vom Dienſt=
antritt
ab, ernannt worden. Dem aufrichtigen Glückwunſch zu
dieſer Ernennung zwingt es uns, ein Wort des Bedauerns
hinzuzufügen über das Scheiden dieſes Mannes aus unſerer
Mitte der es in ſo ſeltenem Maße verſtanden hat, das
Amt des Seelſorgers rein menſchlich aufzufaſſen und aus=
zuüben
und der in jahrelanger emſiger Forſcher=
arbeit
manches dem Vergeſſen preisgegebene Kultur=
dokument
zu neuem Leben erweckte, dadurch und auch
ſonſt durch ſeine literariſche Tätigkeit eine Fülle
neuer Werte ſchuf. Er hat in der Zeit ſeiner Wirkſamkeit
in Darmſtadt ſtets mitten im öffentlichen Leben unſerer
Reſidenz geſtanden, weit über das Maß deſſen hinaus,
was ſein Amt ihm gebot. Lebhaften ſegenvollen Anteil
hat er ſtets an der Volksbildungsarbeit genommen und
ſeine hervorragende Kenntnis der Volksſeele und der
eeliſchen und geiſtigen Bedürfniſſe des Volkes ließen ihn
in dieſer Arbeit Wege einſchlagen, die ſtets zum Ziele
führten. Die Gebiete ſeiner Arbeit waren übrigens faſt
unbegrenzt und ſeine Forſcherarbeit hat er ſchon in früher
Jugend begonnen. Hoffentlich findet ſie durch die Ver=
ſetzung
keinen Abſchluß.
Wilhelm Diehl iſt geboren zu Groß=Gerau am 10.
Januar 1871 als Sohn des Gutsbeſitzers Johann Balthaſar
Diehl. Er beſuchte von 18771885 die Höhere Bürger=
ſchule
zu Groß=Gerau, dann von 18851890 das Ludwig=
Georg=Gymnaſium in Darmſtadt, ſtudierte Sommer=
ſemeſter
1890 in Tübingen und von Winterſemeſter 1890
bis Ende Sommerſemeſter 1893 in Gießen evangeliſche
Theologie. Er beſtand Ende Sommerſemeſter 1893 ſein
erſtes theologiſches Examen. Dann beſuchte er von Herbſt
1893 bis Herbſt 1894 das Predigerſeminar in Friedberg
und promovierte im Sommerſemeſter 1893 zum Licentiaten
der Theologie. Im Februar 1895 machte er ſein zweites
Examen in Darmſtadt und wurde im März 1895 Pfarr=
aſſiſtent
in Darmſtadt. In dieſer Stellung blieb er bis
Juni 1898. Als Pfarraſſiſtent war er im erſten Jahr im
Dienſt bei der Martins= und Johanneskirche, von 1896
an nur an der Johanneskirche. Im Juni 1898 ward er
previſoriſcher Lehrer an der Oberrealſchule in Darmſtadt,
blieb aber in dieſer Stelle bloß bis Oſtern 1899. Oſtern
1899 ward er zum Pfarrverwalter der Diaſporagemeinde
Hirſchhorn am Neckar ernannt und auf dieſer Stelle im
Juni 1899 definitiv. Nach achtundeinhalbjährigem Wir=
ken
in Hirſchhorn ward er nach Darmſtadt als Stadt=
pfarrer
verſetzt. Er übernahm im Oktober 1907 zuerſt

den Kaplaneibezirk und wurde im Juni 1911 in den jetzi=
gen
Bezirk, den Schloßbezirk, verſetzt. Im erſten Jahr
ſeiner Pfarraſſiſtententätigkeit, Sommer 1895, promovierte
er zum Dr. phil. Als Pfarrer in Hirſchhorn ward er an=
läßlich
des Landgraf Philipp=Jubiläums 1904 im No=
vember
zum Doktor der Theologie honoris causa von
der theologiſchen Fakultät in Gießen promoviert. Die
Studien heimatkundlicher Art begann Diehl, wie
geſagt, ſchon als Schüler der höheren Bürgerſchule und ſetzte ſie
bis zur Univerſitätszeit fort. Sein Arbeitsfeld waren die
römiſchen und germaniſchen Grabfelder ſeiner Heimat. Er
brachte durch Abſuchen der Felder und ſyſtematiſche Grab=
ungen
eine ſchöne Sammlung von Urnen, Schmuckgegen=
ſtänden
, Münzen und beſonders eine äußerſt reichhaltige
Sammlung von Terra Sigillata=Bruchſtücken zuſammen
die noch in ſeinem Beſitz iſt und der Forſchung manchen
Dienſt ſchon geleiſtet hat. Das Muſeum des Gym=
naſiaſten
Diehl war bereits in den 80er Jahren Gelehrten
von Ruf bekannt. In den Anfang der Studentenzeit fällt
der Beginn der literariſchen Tätigkeit. Erwähnenswert
iſt aus dieſer Zeit eine Artikelſerie, die im Groß=Gerauer
Anzeiger erſchien und die römiſchen und germaniſchen Al=
tertümer
, die Diehl bei Groß=Gerau geſunden hatte, be=
handelte
. In dieſer Zeit hatte er auch eine literariſche
Fehde. Er hatte behauptet, daß auf Eſch, einem Fund=
platz
römiſcher Altertümer, ein Kaſtell aus Domitians Zeit
geſtanden habe. Dies wurde von dem Forſcher Kofler,
der dort gegraben hatte, beſtritten. Im Jahr 1900 bekam
Diehl recht. Profeſſor Anthes grub das Kaſtell aus und
verlegte es in dieſelbe Zeit.
Auf der Univerſität war Diehls Spezialgebiet: Altes
Teſtament. Aus dieſem Gebiet iſt die Promotionsſchrift
zum Lizentiaten und zum philoſophiſchen Doktor genom=
men
. Profeſſor Stade wollte Diehl zur Habilitation ver=
anlaſſen
. Er ſchlug aber aus. In Friedberg kam er wie=
der
auf Heimatſtudien. Die Anregung dazu gab der da=
malige
Profeſſor am Predigerſeminar, jetzige Prälat
D. Flöring, der Diehl auf Studien über die Konfirmation
brachte. Dieſe Studien wurden im Pfarramt fortgeſetzt.
Ihre Frucht war das 1897 erſchienene Buch: Zur Ge=
chichte
der Konfirmation, das nachwies, daß Heſſen
das Heimatland der Konfirmation iſt. Dieſer Erſtlings=
arbeit
aus dem Gebiete der heſſiſchen Kirchengeſchichte
folgten nun von Jahr zu Jahr eine Fülle von Einzel=
ſtudien
aus demſelben Gebiet. 1899 erſchien das Buch:
Zur Geſchichte des Gottesdienſtes, das für
die Geſchichte des Gottesdienſtes und der gottesdienſt=
lichen
Handlungen in Heſſen eine ganz neue Grundlage
ſchuf und von der Kritik äußerſt freundlich aufgenommen
ward. An dieſes erſte Buch, das ſich mit liturgiſchen
Dingen beſchäftigte, reihten ſich Studien und Veröffent=
lichungen
über die Geſchichte der heſſiſchen Geſang=
bücher
uſw. Im Jahre 1899 begann Diehl auch das Ge=
biet
des heſſiſchen Kirchenrechts zu bearbeiten. Durch
den Fund des Rationarium Synodi Geraviange war
er in der Lage, zu verblüffenden Reſultaten zu gelangen,
die die Auffaſſung der kirchenrechtlichen Entwickelung der
heſſiſchen Landeskirche von Grund aus änderten. Im
Jahre 1900 kam Diehl auf das Gebiet, dem ſeine wert=
vollſten
Arbeiten zu danken ſind. Er übernahm auf An=
regung
von Geheimerat Nodnagel hin die Herausgabe der
Heſſiſchen Schulordnungen, nachdem ihm das
Miniſterium den Dienſt an der einklaſſigen Volksſchule in
Hirſchhorn wöchentlich 25 Stunden bei faſt 60 Kin=
dern
, der mit der Pfarrei Hirſchhorn damals noch ver=
bunden
geweſen war, in dankenswerter Weiſe abgenom
men hatte. Das Ergebnis waren drei insgeſamt über
1600 Seiten umfaſſende Bände, die in der bekannten
Sammlung Monumenta Germaniae paeda-
gogica
erſchienen. Dieſer umfaſſenden Arbeit, die
glänzend beſprochen wurde, reihten ſich eine Fülle wei=
terer
ſchulgeſchichtlicher Arbeiten an. Sie führten Diehl
im Jahre 1902 dazu, eine Sammlung unter dem Titel:
Quellen und Studien zur heſſiſchen Schul=
und Univerſitätsgeſchichte herauszugeben, von
der bis jetzt 7 Bände, davon 6 von Diehl, erſchienen ſind.
1906 erfolgte die Gründung der Zeitſchrift: Beiträge
zur heſſiſchen Schul= und Univerſitäts=
geſchichte
, herausgegeben von Diehl und Profeſſor
Meſſer in Gießen, von der ſoeben das achte Heft er=
ſcheint
. Dieſen Gründungen ſchloß ſich im Jahre 1907
die Gründung des Heſſiſchen Schulmuſeums
an, das trotz der geringen Mittel, die Diehl zur Verfüg=
ung
ſtanden, jetzt zu einer Sammlung geworden iſt, die
jeden Forſcher auf dem Gebiete der Schulgeſchichte ent=
zücken
kann. Sie iſt zurzeit in drei Zimmern des May=
ſchen
Stifts untergebracht.
Bei der Ueberſiedelung nach Darmſtadt wandte ſich
Diehl einem neuen wiſſenſchaftlichen Arbeitsgebiete zu:
der Bearbeitung der Darmſtädter Lokal=
geſchichte
. Von ſeiner Feder ſind in den Jahren 1908
bis 1913 etwa 170 Aufſätze in hieſigen Blättern erſchie=
nen
, die ſich mit der Geſchichte Darmſtadts und ſeiner Um=

gebung beſchäftigen. Hoffentlich kommen ſie einmal ge=
ammelt
heraus. Auch ein ſchönes Büchlein über die
Stadtkirche iſt hier zu nennen. Im November 1908 er=
öffnete
Diehl dann mit gleichgeſinnten Freunden die
Herausgabe der Heſſiſchen Volksbücher Von
dieſem dankenswerten Unternehmen ſind bis jetzt 15
Bände erſchienen. Die Zahl der an Private und Volks=
bibliotheken
verkauften Exemplare beträgt über 20000.
Endlich iſt er Mitbegründer und Herausgeber der Heſ=
ſiſchen
Chronik
Trotz dieſer Rieſenarbeit hat er ſeinen Dienſt getan
und noch Zeit gefunden zu Vorträgen und Veranſtalt=
ungen
der mannigfachſten Art. Erwähnt ſeien ſeine Auf=
führungen
Alt=Darmſtadt und Vor hundert Jahren
zum Beſten der auf ſein Betreiben im Januar 1912 er=
öffneten
Kleinkinderſchule ſeines Pfarrbezirks; ferner die
Vorträge über Alt=Darmſtadt im Volksbildungsverein,
Altſtadtverein, Frauenverein des Schloßbezirks. 1911 er=
ſchien
von D. Dr. Diehl der Roman: Der gefangene
Pfarrer der bereits 1912 ſeine zweite Auflage erlebte.
Selbſt damit ſind die Gebiete ſeiner Tätigkeit noch nicht
erſchöpft. Er war Mitglied der Muſeumsdeputation
und gehörte auch der Landesſynode an. Möge Herr Pro=
feſſor
D. Dr. Diehl in ſeiner neuen Tätigkeit die gleiche
Arbeitsfreude ſich bewahren und ſein Wirken von gleichem
Segen bleiben.
C
** Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheiten der Groß=
herzog
und die Großherzogin, ſowie die Prin=
zeſſin
Heinrich folgten geſtern abend einer Ein=
ladung
des Oberhofmarſchalls Frhrn. v. Ungern=Sternberg
zum Abendeſſen.
In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Koheit der Großherzog den evangeliſchen Pfarrer
Wilhelm Römheld zu Pfungſtadt auf ſein Nachſuchen
bis zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit, mit Wirkung
vom 1. Mai 1913.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Rudolf Doré aus Ockenheim, Kreis Bingen, eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Rüſſelsheim, Kreis
Groß=Gerau, mit Wirkung vom 1. April d. J. an.
* Erledigte Stelle. Die Stelle eines Reallehrers
an der Liebigs=Oberrealſchule zu Darmſtadt vom
1. April 1913 an. Der Inhaber der Stelle muß den
Geſangunterricht, ſowie Turnunterricht erteilen und das
Schülerorcheſter leiten können. Meldungen ſind bei der
vorgeſetzten Kreisſchulkommiſſion oder Direktion einzu=
reichen
, und zwar ſo zeitig, daß ſie von dieſer Stelle
ſpäteſtens am 12. April mit Würdigung der Miniſterial=
abteilung
für Schulangelegenheiten vorgelegt werden
können.
g. Kriegsgericht. Der Musketier Emil Stahl vom
Infanterie=Regiment Nr. 168 ſtand geſtern wegen Ka=
meradendiebſtahls
vor dem Kriegsgericht der
25. Diviſion. Der Angeklagte hatte im vorigen Jahre
wegen Fahnenflucht und Betrugs eine Gefängnisſtrafe
von 6 Monaten erhalten, weshalb er nicht im Herbſt zur
Entlaſſung kam, ſondern erſt am 25 März entlaſſen wer=
den
ſollte. Kurz vor ſeiner Entlaſſung nun ließ er ſich
abermals zu einem Gelegenheitsdiebſtahl verleiten, indem
er einem Kameraden den Verlobungsring entwendete, den
er für 4,50 Mark verſetzte. Ein Teil des Geldes wurde
bei ihm noch vorgefunden, das dem Beſtohlenen zurück=
gegeben
werden konnte. Das Gericht verurteilt den An=
geklagten
unter Zubilligung mildernder Umſtände zu drei
Wochen ſtrengem Arreſt. Der Musketier Georg
Weimer aus Schwanheim vom Infanterie=Regiment
Nr. 117 war auf dem Truppenübungsplatz bei einem
Major als Burſche. Er ließ ſich verleiten, einen Betrag
von 9 Mark, den er zur Bezahlung einer Rechnung er=
halten
hatte, für ſich zu verwenden. Um dieſe Unter=
ſchlagung
zu verdecken, ſtahl er in der Nacht einem ſchla=
fenden
Kameraden das Portemonnaie mit 28 Mark In=
halt
aus der Hoſentaſche. 15 Mark von dem Gelde ver=
brauchte
er für ſich, während das Portemonnaie mit dem
übrigen Gelde bei ihm verſteckt vorgefunden wurde. Er
wurde zu 4 Wochen ſtrengem Arreſt und Verſetzung
in die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes verurteilt.
Techniſche Hochſchule. Wie der Darmſt. Ztg.
aus Hannover gemeldet wird, iſt der etatsmäßige Pro=
feſſor
für Waſſerkraftmaſchinen, einſchließlich Schwung=
räder
und Regulatoren, ſowie Geſchichte des Maſchinen=
weſens
an der Techniſchen Hochſchule Hannover, Dr.=
Ing. Ernſt Braun, zum 1. April an die Techniſche
Hochſchule zu Darmſtadt berufen worden.
Profeſſor Braun iſt ein geborener Württemberger (geb.
1878 zu Schönmünzach). Seine Ausbildung erhielt er
an der Techniſchen Hochſchule zu Stuttgart; war
19021904 Aſſiſtent bei Profeſſor v. Bach, 19041906
Ingenieur der Maſchinenfabrik Germania in Chemnitz
und 19061910 der Maſchinenfabrik von Eſcher, Wyß.
u. Co. in Zürich. Im Herbſt 1910 erfolgte ſeine Be=
ufung
zum Profeſſor in Hannover.

deutend) mur melden, daß wir heute keine franzöſiſche Ein=
quartierung
mehr bekommen. Es muß nun hinzugefügt
werden, daß Unzelmann eine frappierende Aehnlichkeit
mit dem früher in Berlin kommandierenden franzöſiſchen
General Augerau hatte und dieſe im ſelben Moment ge=
ſchickt
benützend, ſtülpte er ſich ſeinen dreieckigen Hut in
ſchiefer Richtung auf den Kopf, wie ihn die franzöſiſchen
Generale zu tragen pflegten, und Augerau kopierend fügte
er der obigen Nachricht zu: Wir begeben uns rückwärts
nach Trebbin. Ooch eene ſcheene Gegend! Man kann
ſich vorſtellen, welchen Jubel dieſe Improviſation erregte.
die natürlich lange den Geſprächsſtoff der Berliner bil=
dete
, ſo daß die Redensart bald bekannt wurde, und noch
heutigen Tages ſagt man ſpottend in Berlin: Ooch eene
ſcheene Jejend!
Heldenmütig aber iſt der Witz jenes alten Kriegers
dem in der Schlacht bei Leipzig beide Beine weggeſchoſſen
wurden, und der nun brummte: Iſt mir ſchon recht, das
kommt davon! Seele und Leib habe ich alle Morgen im
Gebet dem lieben Gott anempfohlen, die Beine aber habe
ich vergeſſen, dafür hat ſie jetzt auch der Teufel geholt!
Die Leipziger Schlacht hat überhaupt den Volkswitz
ganz beſonders ausgelöſt. Man verhöhnte Napoleon in
jeder Weiſe. Der Gelehrte tat es, indem er, den Namen
Bonaparte benützend, meinte, der Kaiſer ſei a bona parte
in malam partem abiit (von der guten Seite zur ſchlech=
ten
abgegangen). Der Ungelehrte machte ſich den fremd=
ländiſchen
Namen in ſeiner Weiſe zurecht, indem er ihn in
Näpel Bonenbart verwandelte
In einer Schilderung des Lebenslaufes des Kaiſers
werden alle Teile ſeines Körpers in ironiſcher Weiſe be=
ſchrieben
, z. B. der Mund in der folgenden Weiſe:
Er öffnet ihn, und er verſpricht,
Er ſchließt ihn, und er hält es nicht.
Selbſt in humoriſtiſchen Kinderliedern wurde der
große Korſe verſpottet, z. B
A, a, a, der Napl iſt wieder da,
Gleich muß ihm der Schimmel geſattelt ſein.

Nach Brüſſel will er reiten ein . . .
O, o, o, ganz richtig, Herr Napo,
Und wenn der Blücher ſtreichen läßt,
So ſitz’ er hübſch im Bügel feſt!
Neben Napoleon war es natürlich Jéröme, der von
Napoleon zum König von Weſtfalen erhöhte Bruder, wel=
cher
den Spott ſeiner von ihm befreiten Landeskinder er=
tragen
mußte. Die Kaſſeler atmeten auf, als er unfrei=
willig
Abſchied genommen hatte und lachten mit dem
Bauer, der die ſtolze, überall angebrachte Inſchrift H. R.
R. (Hieronymus Napoleon Rex) ſich in ſeiner Weiſe
nämlich ſo auslegte: Hei nümmt Rietut! (Reißaus)
Auch in der Poeſie des Krieges herrſchte nach der
Leipziger Schlacht der Humor vor. Unter dem Titel
Grammatiſch politiſche Gedanken eines Sachſen nach der
Leipziger Völkerſchlacht heißt es:
Zum Weiſen Leipzigs ſprach mit Hohn
Jüngſt der Tyrann. Ihr kennt ihn ſchon
Lehrt eure Schüler conjugiren
Und laßt ſie fleißig deeliniren.
Wir Deutſchen folgten dieſem Rathe
Und kamen aus der Declination
Bald in die Conjugation.
Er aber ſelbſt ging rückwärts im Donate.
(Donat war das lateiniſche Lehrbuch.)
Die Wahrheit kann er fertig zwar,
Doch nicht das Schickſal deelinieren,
Activum und Paſſivum gar
Verwechſelt er beim Conjugiren.
Wenn wir die Schlachtberichte frager.
Spricht er: Wir haben ſtatt wir ſind geſchlagen!
Und in einem anderen Gedicht wird Die akademiſche
Laufbahn Napoleons geſchildert:
Die Univerſitäten alle
Hat mit Succeß Er frequentiert.
In Jena, Wien, Berlin und Halle
Und Königsberg viel Lärm vorführt,

Und Gott und alle Welt turbirt,
Doch Gott ſei Dank, mit Knall und Falle
In Leipzig endlich ausſtudiert.
In einem Extrablatt der Spenerſchen Zeitung wurde
in humorvoller Weiſe der Erfolg bei Leipzig als das Ende
der Napoleoniſchen Herrſchaft in der folgenden Weiſe ver=
kündet
:
Den braven Bürgern dieſer Stadt
Gab manches frohe Extrablatt
Zum Guten Kraft und Leben.
Da ’s lange keins gegeben hat,
Wird heut ein Extraextrablatt
Ganz gratis ausgegeben
Ein Wütherich der Höll’ entſtieg,
Sein Leben war ein grauſer Krieg,
Den hat nun Gott entſchieden.
Erfochten ward ein Extraſieg,
Vollendet iſt ein Extrakrieg,
Dem folgt ein Extrafrieden;
Dem Extravolk der Extraſtadt
Verkündet ihn dies Extrablatt,
Drob freu’ es ſich nicht wenig.
Und wer dies Blatt geleſen hat,
Geh’ ſeinen Weg und ſchrei’ ſich ſatt:
Heil unſerm Extrakönig!
Aber als dann die Deutſchen gemeinſam den Feind
geſchlagen hatten, begann auch bald wieder die gegen=
ſeitige
Verſpottung. Der Inhaber einer Sammlung von
Kupferſtichen, der Bildniſſe jener Heerführer beſaß, welche
ſich im Kriege ausgezeichnet hatten, wird gefragt, woher
es wohl komme, daß ſo wenige Feldherren der Arnee
eines beſtimmten Staates in dieſer Sammlung ſeien.
Ach, erwiderte er, dieſe Generale hielten ſich vermutlich
immer ſehr weislich vom Stiche entfernt!

[ ][  ][ ]

* Sonderausſtellungen Deutſcher Privatſamm=
lungen
im ſtädtiſchen Ausſtellungsgebäude auf der
Mathildenhöhe. Heute vormittag wird die Ausſtellung
der Privatſammlung des Herrn Dr. Karl Lanz aus
Mannheim auf der Mathildenhöhe eröffnet. Der Beſuch
dieſer Veranſtaltung iſt unentgeltlich, ausgenommen am
Freitag jeder Woche, wo 1 Mk. Entree erhoben wird.
Am heutigen Freitag als dem Eröffnungstage dagegen
wird zu der Ausſtellung, die von 11 Uhr an zugänglich
iſt, kein Entree erhoben. Die Sammlung iſt in dem
großen Oberlichtſaal des Ausſtellungspalaſtes (Eingang
durch den Hochzeitsturm) wirkungsvoll untergebracht
und wochentags von 111 Uhr vormittags und 35 Uhr
nachmittags, Sonntags von 102 Uhr geöffnet.
Atelierbeſuch. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog
ſtattete geſtern dem Atelier des Herrn Architekten Em. Joſ.
Margold auf der Künſtlerkolonie einen längeren Be=
ſuch
ab.
* Prof. Ph. Schmittſche Akademie für Tonkunſt. Von
der hohen Protektorin der Akademie, Ihrer Durchlaucht
der Fürſtin Marie zu Erbach=Schönberg, iſt der
Direktion nachſtehendes, für Lehrer und Schüler gleich
ehrenvolles Schreiben unter dem 26. März zugegangen:
Ich möchte mit dieſen Zeilen die verehrten Herren Direk=
toren
der Akademie bitten, dem Lehrperſonal der mir ſo
teuren Anſtalt und auch’den Schülern und Schülerinnen
meinen herzlichſten Dank auszuſprechen für die ausgezeich=
neten
und in hohem Grade erfreulichen Leiſtungen bei den
Hauptprüfungen dieſes Frühjahres. Es war mir eine
große Freude und Genugtuung, mich überzeugen zu kön=
nen
, welch hohe, künſtleriſche Ziele erreicht wurden, und
welche bedeutenden Fortſchritte in den letzten zwei Jah=
ren
zu verzeichnen ſind. Mit den wärmſten und treueſten
Wünſchen für das fernere Blühen und Gedeihen der Aka=
demie
: Fürſtin Marie zu Erbach=Schönberg, Prinzeſſin
von Battenberg.
Heſſiſche Reichspartei. In der nächſten Zeit
werden von Führern der Deutſchen Reichspartei hier in
Darmſtadt ſprechen: die Herren Freiherr v. Pech=
mann
, München; General v. Liebert, Mitglied des
Reichstages, Berlin, und Landrat v. Kardorff, Mitglied
des Preußiſchen Abgeordnetenhauſes. Näheres über
Tag, Ort und Gegenſtand der Verſammlung wird noch
bekannt gegeben werden.
* Deutſcher Wehrverein. Im großen Saal des
Saalbaues wird Herr Generalmajor Keim über den
Deutſchen Wehrverein und die neue Wehr=
vorlage
ſprechen. Als Tag für den Vortrag iſt der
8. April in Ausſicht genommen. Näheres wird demnächſt
noch bekannt gegeben werden.
Der Ortsgewerbeverein wird, neben ſeinen
ſonſtigen Veranſtaltungen, auch in dieſem Jahre wieder
die ſo beliebt gewordenen Wanderungen in die
Umgebung von Darmſtadt unternehmen. Auf weniger
bekannten Wegen wird er ſeine Mitglieder (Gäſte immer
willkommen) durch Wald und Wieſen führen, und dabei
ſtets beſorgt ſein, daß auch die Damen und erwachſenen
Kinder der Familien teilnehmen können. Ein gemüt=
liches
Beiſammenſein und ein Tänzchen für alt und jung
ſollen, wenn immer möglich, den Abſchluß bilden. Die
erſte Wanderung für dieſes Jahr findet am kommenden
Sonntag ſtatt. Von Station Egelsbach führt der Weg
nach Forſthaus Nikolauspforte, und dann in den Groß=
Gerauer Park mit ſeinen uralten Baumrieſen und dem
zahlreichen Damwild nach Groß=Gerau. Da keine Ein=
kehr
unterwegs ſtattfindet, ſo iſt kleines Handveſper recht
angebracht. Gewandert wird bei jeder Witterung und
iſt entſprechende Kleidung zu wählen. Liederbücher nicht
vergeſſen. Alles Nähere in den Anzeigen.
Im Baugewerbe begannen für den hieſigen Be=
zirk
geſtern die örtlichen reſpektive bezirklichen Verhand=
lungen
zum Abſchluß eines neuen Tarifvertrags. Dieſe
Verhandlungen ſind für die geſamte Bevölkerung von
nicht unerheblichem Intereſſe, ob ein neuer Tarifvertrag
durch gegenſeitige Vereinbarung ohne Arbeitskonflikte
zuſtande kommt oder nicht. Eine ſo ausgedehnte Ar
beitseinſtellung wie im Jahre 1910 im Baugewerbe be=
deutet
nicht nur eine große Störung im Baugewerbe
mit ſeinen Nebengewerben, ſondern hat auch ſonſt in
wirtſchaftlicher und ſozialer Beziehung auch einſchneidende
Wirkungen.
Orpheum. Es wird hierdurch beſonders darauf
hingewieſen, daß ſämtliche noch im Umlauf befindliche
Eintrittskarten bis Montag, den 31. März, be=
nutzt
werden müſſen, da ſolche nach dieſem Zeit=
punkte
ihre Gültigkeit verlieren.
gs- Unfall. Geſtern vormittag gegen 9 Uhr verun=
glückte
in einer hieſigen Maſchinenfabrik ein Lehrling
dadurch, daß ein Schwungrad umfiel und den Jungen
ſo unglücklich traf, daß er einen komplizierten Unterarm=
bruch
davontrug. Der Verunglückte wurde durch die

Rettungswache mittels Krankenkraftwagens in das
Städtiſche Krankenhaus verbracht.
Der Retter in der Not. Das Pferd eines
Kaufmanns in der Sackgaſſe ſtürzte am Mittwoch mit
dem Hinterkörper in eine Dunggrube. Es wurde
die Feuerwache zur Hilfeleiſtung gerufen. Die Mann=
ſchaften
brachten in kurzer Zeit mit dem Hebeapparat
das Pferd auf feſten Boden ohne Beſchädigung des
Tieres. Um 2 Uhr 30 Minuten nachmittags rückte die
Wache ab zur Löſchung eines Heckenzaunes nächſt dem
Orpheum.

Der Heſſiſche Diakonieverein

hielt geſtern nachmittag ſeine Hauptverſammlung
im Synodalgebäude zu Darmſtadt ab. Nach der Be=
grüßung
der Verſammlung durch den Vorſitzenden
Herrn Dekan Zaubitz=Bensheim, erſtattete der Ver=
einsgeiſtliche
, Herr Pfarrer Schneider, den Jahres=
bericht
für das Jahr 1912. Aus dieſem Jahresbe=
richt
iſt für die größere Allgemeinheit folgendes wert=
voll
: Die Mitgliederzahl des Vereins iſt weiter
geſtiegen (am 1. Januar 1024). Im aktiven Dienſt
ſtehen augenblicklich 84 Schweſtern, zu denen noch 9 Re
erveſchweſtern kommen. Eine ganze Reihe Schweſtern
ſtehen im Dienſte heſſiſcher evangeliſcher Gemeinden. Die
Zahl der Schülerinnen, die in der Krankenpflege
unterrichtet werden, iſt ebenfalls gewachſen. Schweſtern=
konferenz
und Schweſternrat ermöglichen in ſelbſtverant=
wortlichem
Zuſammenwirken mit der Vereinsleitung eine
geſunde, lebendig fortſchreitende Entwickelung der
Schweſternſchaft aufs glücklichſte. Ausgebildet wer=
den
die Schweſtern in Krankenhäuſern zu Groß=Gerau,
Hanau, Nordhauſen. Hamburg und im Gemeinde=
pflegeſeminar
zu Darmſtadt, das ſeit 1909 20 Ver=
einsſchweſtern
beſucht haben. Stetig weiter fortſchreitende
Ausgeſtaltung dieſes Seminars insbeſondere Erwer=
burg
eigener Seminarräume iſt Ehrenpflicht des Ver
eins. Dem Heſſiſchen Landesverein vom Roten
Kreuz konnten für den Kriegsfall 12 Schweſtern und
Schweſternſchülerinnen zur Verfügung geſtellt werden
Das Fröbelſeminar des Vereins hat ſeine Arbeit in ge=
wohnter
Weiſe und mit der alten Schülerzahl auch im
letzten Jahre fortgeſetzt. Der Ueberblick über die Rech=
nungen
zeigt folgende Zahlen: Einnahmen: 45 650,89 M.,
verfügbares Baukapital: faſt 25000 M., Ausgaben:
45805,34 M. Die Finanzlage iſt, wenn auch bei der ſtei=
genden
Arbeit eine Steigerung der Einnahmen not=
wendig
iſt, geſund.
In der folgenden öffentlichen Verſammlung ſprach
Frau Profeſſor Elsbeth Krukenberg über das Thema:
Augenblickshilfe und vorbeugende Wohl=
fahrtspflege‟
Die Referentin führte ungefähr fol=
gende
Gedanken aus: Alle Wohlfahrtsarbeit der Ver=
gangenheit
an Armen, Kranken und Verwahrloſten war
bis vor ungefähr 100 Jahren entweder nur eine ausſichts=
loſe
Augenblickshilfe, oder nur unter dem Geſichtspunkt
betrieben, die Wohlfahrtsbedürftigen von der Geſellſchaft
zu ſondern, oder endlich nur ein Ausfluß des Bedürf=
niſſes
der frommen Seelen nach guten Werken. Vor al=
lem
durch dieſe Umſtände iſt die Bedürftigkeit trotz unge=
heurer
Wohltätigkeit nicht vermindert worden. Sie iſt
auch nicht zu vermindern, wenn man nicht neben die Ab=
hilfe
augenblicklicher Not die Arbeit zur Vorbeugung dro=
hender
Not ſtellt bezw. in Angriff nimmt. Dies iſt zum
Teil ſchon geſchehen in der ſtaatlichen Armenfürſorge und
Verſicherungsgeſetzgebung, wenn auch die durch unſere
modernen Verhältniſſe bedingte, immer ſteigende Ab=
nahme
des Helfens von Menſch zu Menſch ſehr zu be=
dauern
iſt. An dieſem Punkte muß denn die organiſierte
Wohlfahrtspflege vorbeugender Art, die vor allem eine
Arbeit auch der Frauenvereine iſt, in die Breſche ſprin
gen. Die vorbeugende Arbeit der Frauenvereine wird
dann zunächſt eine einfache Hauspflege ſein, dann ſich
aber auch angelegen ſein laſſen müſſen, andere, ſchwerere
Probleme in vorbeugender Art anzufaſſen; die Refe=
rentin
führt als ſolche vorbeugende Arbeit an: alkohol
gegneriſche Propaganda durch Aufklärung und Errichtung
alkoholfreier Heime und Speiſehäuſer; Jugendbewahrung
(Säuglingsfürſorge), Einſchränkung der Frauenarbeit,
Zurückführung der verheirateten Frau in das Haus, Woh=
nungsreform
und Bodenreform, Schaffung von Möglich=
keiten
edler Volkserholungen; Bekämpfung der Schund=
und Schmutzliteratur, beſonders in der poſitiven Art der
Einrichtung guter Meß= und Kirmesbücherbuden und
Schaffung von Volks= und Kinderleſehallen, deren Män=
gel
allerdings nicht überſehen werden dürfen; ferner Er=
richtung
von Kinderhorten, in denen die Kinder zur Ar=
beit
erzogen werden; Fürſorge für die heranwachſende
männliche und weibliche Jugend: Erziehung zu tüchtigen
Hausfrauen und Berufsarbeiterinnen; Schaffung des
Frauendienſtjahres nicht eigentlich in Krankenpflege,
ſondern mehr in Hauswirtſchaft und Kindererziehung.

Zu dieſen Forderungen vorbeugender Wohlfahrts=
arbeit
kämen dann für Frauen beſonders noch in Betracht
Obligatoriſche Fortbildungsſchule mit hauswirtſchaft=
lichem
Unterricht; Unterweiſung in den wichtigſten Rechts=
fragen
; private Stellenvermittlung ſollte abgelöſt werden
durch ſolche von Vereinen und öffentlichen Korporationen;
pflichtgemäße Heranziehung von Frauen zu dieſer vor=
beugenden
Wohlfahrtspflege; Schaffung von Meiſter=
kurſen
für weibliche Handwerker, Dienſtboten und der=
gleichen
; Heranziehung von Frauen, namentlich bei Fra=
gen
der Erteilung von Schankkonzeſſionen. Solche Heran=
ziehung
von Frauen ſoll aber im Intereſſe der Sache nicht
nur ehrenamtlich, ſondern auch in Geſtalt feſter Beſoldung
ſtattfinden. Reicher Beifall lohnte die erfahrenen Worte
der Referentin. In der folgenden Diskuſſion ergriffen
noch das Wort: Dekan Zaubitz, Prälat D. Dr. Flöring,
Schweſter Marie Zorn, Pfarrer Fuchs.

Fachausſtellung.

C) Die von der hieſigen Gewerbeſchule veranſtaltete
Fachausſtellung für Kunſtgewerbe= und De=
korationsmalerei
in den Parterreräumen des
alten Hoftheaters in der Alexanderſtraße hat ſich fort=
geſetzt
eines großen Zuſpruchs aus Intereſſentenkreiſen
zu erfreuen und finden die dort ausgeſtellten Schüler=
arbeiten
ungeteilten Beifall. Bereits im Eingang zum
Unterrichtslokal ſind die Decken und Wände im reichſten
modernſten Stil ausgeführt und mit Wappenmuſtern ge=
ſchmückt
, und beſonders die Diele, mit einem wirkungs=
vollen
Renaiſſance=Schild in Schwarz und Goldſchrift im
Hintergrund, gibt dem Entree einen wirkungsvollen Ab=
ſchluß
. Im Unterrichtslokal ſelbſt ſind Decken und Wände
in den verſchiedenartigſten Maltechniken zur Darſtellung
gebracht, die ein bedeutendes Können der Schüler auf dem
Gebiete der modernen Dekorationsmalerei dartun. Die
in Caſeinfarben an den Wänden und Sockeln des Saales
gezeigten Stoffimitationen und Tupfmalereien auf rauhem
Verputz (ein neues Malverfahren) wirken durch die feine
und geſchmackvoll gewählte Farbenzuſammenſtellung
ruhig und dezent auf den Beſchauer. Die Arbeiten wur=
den
in verſchiedenen Techniken, wie Leim= Caſein=, Game=
lit
= und Oelfarbe, während eines viermonatigen Unter=
richtskurſes
ausgeführt und gaben den Schülern reich=
lich
Gelegenheit, die einzelnen Malmethoden zu erlernen
und auch dazu zu verwendende Materialien, wie in der
Praxis, kennen zu lernen.
Die Fachſchule für Dekorationsmalerei wurde im
laufenden Winter von 17 Schülern (Lehrlingen und Ge=
hilfen
im Maler= und Weißbindergewerbe) beſucht. Der
Leiter des Kurſes, Herr Dekorationsmaler Eidam, wirkt
bereits 19 Jahre mit beſtem Erfolg an der hieſigen Ge=
werbeſchule
und hat auch bereits hier und in anderen
Städten des Landes, beſonders auf dem Gebiete der Kir=
chenmalerei
, hervorragende Leiſtungen zu verzeichnen.
Auch eine große Anzahl von Fachgenoſſen haben ſich über
die Arbeiten und Leiſtungen der Schüler anerkennend
ausgeſprochen. Die Ausſtellung iſt noch bis zum 30. März
einſchließlich täglich von 9 bis 5 Uhr geöffnet.

-h- Auerbach, 27. März. Das von der Gemeinde er=
richtete
Hochwaſſerreſervoir in der Schallers=
dölle
unterhalb des Schloſſes iſt ſo weit fertiggeſtellt, daß
es in Bälde in Benutzung genommen werden kann. Da=
durch
wird es ermöglicht, daß das Baugelände am Ge=
birge
ganz bedeutend erhöht wurde, und zwar faſt bis zur
halben Höhe des Schloßberges. Die angenehme Wit=
terung
der letzten Tage hat ſchon viele Fremde ver=
anlaßt
, ſich zur Erholung hier niederzulaſſen. In den
Hotels und Privathäuſern ſind zurzeit ſo viele Kurgäſte
anweſend, wie ſchon in manchen Jahren im Juni nicht.
In der letzten Zeit wurden hier drei Villen ver=
kauft
.
-h- Von der Bergſtraße, 27. März. Die Winter=
ſaaten
haben ganz vorzüglich überwintert, ebenſo der
Weinſtock, deſſen Schnitt bereits beendet iſt. Die Beſtel=
lung
der Felder mit Gerſte und Hafer iſt überall im
Gange. Bis jetzt ſind die Ausſichten für den Landwirt in
dieſem Jahre recht gut.
Rüſſelsheim, 27. März. Der Großherzog von
Heſſen ſtattete in Begleitung der beiden Söhne des
Prinzen Heinrich, der Prinzen Waldemar und Sigismund
von Preußen, den Opelwerken in Rüſſelsheim a. M.
einen längeren Beſuch ab, um ſich über die Ar=
beiten
an ſeinem neubeſtellten Opelwagen zu orientieren.
Nach einem Rundgang durch die Fabrik kehrten die Gäſte
im Automobil nach Darmſtadt zurück.
W. Lampertheim, 26. März. Bei dem geſtrigen
Oſtermarkt gerieten einige Burſchen in Streit und es ent=
ſtand
eine allgemeine Stecherei. Der Arbeiter Delp

Das Völkerſchlachtdenkmal bei Leipzig.

Das Rieſenmal der deutſchen Freiheit, das Leip=
ziger
Völkerſchlachtdenkmal, das ſeiner feierlichen Ein=
weihung
am 18. Oktober dieſes Jahres entgegengeht, wird
in wahrhaft gigantiſchen Ausmeſſungen der Nachwelt
Kunde geben von dem blutigen Ringen der Völker gegen
Napoleons Gewaltherrſchaft und von wiedererſtandener
deutſcher Macht und Herrlichkeit. Dieſes Denkmal iſt das
größte Denkmal der Welt. Es überragt mit ſeinen 91 Me=
tern
das bisher größte Denkmal, die von den Franzoſen
Amerika geſchenkte Freiheitsſtatue am Eingang des New=
Yorker Hafens, um 11 Meter. 12½ Tauſend Kubikmeter
Granit (im Gewichte von mehr denn ½ Million Zent=
ner
) aus den Beuchaer Steinbrüchen in der Nähe Leip=
zigs
und 100000 Kubikmeter Zementſtampfbeton ſind in
das Denkmal eingebaut. Das Ganze hat ein Gewicht von
10 Millionen Zentner oder einer Milliarde Pfund. Das
Gerüſt, das während des Baues rings um dieſen aufge=
führt
war, hat eine Leihſumme von 300000 Mark gekoſtet,
ſeine einzelnen Balken aneinandergelegt würden eine
Strecke von Leipzig bis Breslau, d. h. etwa 375 Kilo=
meter
, bedecken. An Erdbewegungen hat der Denkmals=
bau
etwa 1 Million Kubikmeter erfordert. Das ganze
Denkmalsgelände hat eine Längenausdehnung von einem
halben, eine Ausdehnung in die Breite von einem viertel
Kilometer. An Höhe kommt dem Völkerſchlachtdenkmale
von deutſchen Denkmälern das auf dem Kyffhäuſer errich=
tete
mit 65 Metern am nächſten, ſein Rauminhalt iſt aber
16mal kleiner als der des Leipziger Males. Das Denk=
mal
auf dem Niederwalde iſt nur 38,6 Meter hoch. Die
Geſamtkoſten des Denkmals werden ſich auf etwa 6 Mil=
lionen
Mark belaufen, die der Deutſche Patriotenbund
unter ſeinem hochverdienten erſten Vorſitzenden Kammer=
rat
Clemens Thieme in zwanzigjähriger mühevoller Ar=
beit
zuſammengebracht hat. Rieſenhaft wie dieſe Zah=
len
ſind auch die Maße des figürlichen Schmuckes des
Denkmals; die untere Vorderſeite ziert ein Relief, das
den deutſchen Kampfſchutzengel St. Michael auf dem
Schlachtfelde im Augenblicke des Sieges darſtellt; es hat
die Höhe von 25 Metern und eine Breite von 60 Metern.

Die Figur des Erzengels allein mißt 11 Meter, die zwei
Adler zu ſeinen Seiten klaftern mit je 7 Meter Flügel=
breite
. Die Buchſtabenhöhe des altdeutſchen Wahlſpruchs
Gott mit uns über dem Relief iſt 1,80 Meter. Das in
Pyramidenform ſich aufbauende Denkmal enthält im In=
nern
eine Kuppelhalle von 68 Meter Höhe, in der ein
ganz anſehnlicher Kirchturm Platz fände. Durch zwei=
malige
Unterbrechung der Decke iſt die Halle in drei Teile
gegliedert, eine Krypta, eine Ruhmeshalle und einen
Oberbau. In der Krypta ſind 8 Pfeiler eingebaut, die
in 5½ Meter hohen Schickſalsmasken endigen, an jedem
Pfeiler ſtehen je 2 Krieger von je 3½ Meter Höhe; in der
Ruhmeshalle ſitzen vier allegoriſche Koloſſalfiguren vor
9,60 Meter Höhe, welche die Opferfreudigkeit, die Tapfer=
keit
, die Glaubensſtärke und die deutſche Volkskraft dar=
ſtellen
. Der Kopf jeder dieſer Figuren iſt durchſchnittlich
,65 Meter groß, die Schulterbreite mißt 4 Meter, ein
Mittelfinger 1,10 Meter, die Fußlänge 2,25 Meter und
die Fußbreite 1,25 Meter. Die Tapferkeit mißt von der
Ferſe bis zum Knie 4 Meter; zwei ſehr große Männer
aufeinanderſtehend würden alſo erſt an das Knie heran=
reichen
. Alle vier Figuren koſteten zuſammen etwa 360 000
Mark. Zu jeder Figur waren über 500 Zentner Granit
(100 Kubikmeter) erforderlich. An den 4 Figuren allein
wurde über 3 Jahre gearbeitet. Im oberen Teile der
Ruhmeshalle reiten 324 gleichgebildete Reiterfiguren in
11 Reihen übereinander um die Kuppelwölbung herum
Sie ſind der einzige Schmuck des Denkmals, der in Beton
gebildet iſt. Am Oberbau des Denkmals ſtehen außen
12 Kriegergeſtalten von je 12 Meter Höhe, jeder dieſer
Wächter der Freiheit wiegt über 4000 Zentner, ein Fuß
etwa 50 Zentner, jeder Kopf iſt 1,60 Meter hoch. Den
Abſchluß des Ganzen bildet eine gigantiſche aus 120 Werk=
ſtücken
hergeſtellte, quadratiſche Deckplatte von 10,60 Meter
Seitenlänge und 3,60 Meter Höhe. In dieſen impo=
ſanten
Maßen, die ſonſt nur von den Pyramiden des Al=
tertums
und den Bauten orientaliſcher Herrſcher erreicht
werden, wird das deutſche Ruhmesmal auf dem blutge=
tränkten
Gefilde der Leipziger Völkerſchlacht auf Jahr=
tauſende
unſeren Enkeln von der Wiedergeburt des deut=
ſchen
Volkes zeugen.

Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.

* Darmſtädter Künſtler auswärts. Ueber
das Gaſtſpiel von Frl. Eliſabeth von Schröder
als Tosca in der Kurfürſtenoper zu Berlin ſchreiben
die Berl. Neueſten Nachrichten: In der Kurfürſten=
oper
gaſtierte als Tosca Eliſabeth von Schröder
vom Hoftheater in Darmſtadt. Ihre Leiſtung ver=
dient
in jeder Hinſicht Anerkennung, verfehlte auch
auf das Publikum ihre eindrucksvolle Wirkung nicht.
Die ſchmelzreichen, biegſamen und tragfähigen ſtimm=
lichen
Mittel der intereſſanten Künſtlerin haben in der
italieniſchen Schule eine ausgezeichnete Ausbildung er=
halten
, die ſie befähigt, mühelos den ſtarken dramatiſchen
wie lyriſchen Affekten der Partie durchaus gerecht zu wer=
den
. So kann ſie, bei ſicherer Behandlung der Stimme,
ſich ganz der darſtelleriſchen Aufgabe hingeben. Die ſchöne
ſchlanke Erſcheinung feſſelte in jeder Szene, mit jeder
Nüance ihres klugen, durchaus überzeugungsſtarken
Spiels, in den mit Leidenſchaft gefühlten Empfindungen
der Liebe und Eiferſucht, wie in denen voll Haß, Rache
und Verzweiflung. So dürfte Sarah Bernhard die Tosca=
in
Sardous Drama geſpielt und gelebt haben. Eliſa=
beth
von Schröder iſt von dem von echtem Künſtlerblut be=
lebten
Schlage der Akté. Sie verfügt über die glückliche
Vereinigung aller für die weiblichen Hauptpartien der
modernen Oper nötigen Mittel. Die große Schmerzens=
arie
des zweiten Aktes zeigte die Künſtlerin auf der Höhe
ihres ſtimmlichen und muſikaliſchen Könnens und ihres
von innerer Wärme und Tiefe beſeelten Vortrages. Aller
Wahrſcheinlichkeit nach wird die Künſtlerin berufen ſein,
die durch das Scheiden der Deſtinn und der Farrar im
Perſonal der Königlichen Oper entſtandene Lücke auszu=
füllen
. Des Sieges wird ſie auch dort gewiß ſein. Die
Voſſiſche Zeitung ſchreibt: Die Sängerin, die, ehe ſie
die Bühnenlaufbahn einſchlug, Zeitungsberichten zufolge
mehrere Jahre lang Hofdame der Herzogin Ernſt Günther
von SchleswigsHolſtein war, hat den Schritt vom glatten

[ ][  ][ ]

erhielt zwei Stiche in den Kopf und wurde ſchwer ver=
letzt
. Der Täter iſt ſofort verhaftet worden.
Waldmichelbach, 27. März. Ein 23 Jahre alter, ver=
heirateter
Wagenführer ſchnitt ſich in geiſtiger Um=
nachtung
mit einem Raſiermeſſer den Hals durch.
Der Tod trat ſofort ein. Der Mann war ſchon längere
Zeit krank.
Mainz, 27. März. Zu den veröffentlichten Nachrich=
ten
über das Geſtändnis des vielfachen Mörders Ster=
nickel
in dem Mord in der Uferſtraße wird von zuſtän=
diger
Stelle mitgeteilt, daß lediglich der Verdacht auf=
getaucht
iſt, daß Sternickel dieſen Mord verübt haben
könnte, und daß in der Sache eine Vorunterſuchung ge=
führt
wird. Es iſt aber nicht richtig, daß Sternickel dem
Staatsanwalt in Frankfurt a. d. O. ein Geſtändnis ge=
macht
hat und daß der Unterſuchungsrichter in Mainz
von einem ſolchen Geſtändnis durch eine Mitteilung aus
Frankfurt a. d. O. benachrichtigt worden iſt.
Der
Raubanfall auf einen Soldaten des Feldartillerie=
Regiments Nr. 27 von hier erſcheint nach den neueſten
Feſtſtellungen immer rätſelhafter. Die Angaben
des Artilleriſten werden ſtark bezweifelt. Von einem
Täter konnte noch keine Spur entdeckt werden. Vor allem
erſcheint bei der Sache der Umſtand verdächtig, daß der
verwundete Soldat von ſeiner Waffe keinerlei Gebrauch
machte, und der weitermarſchierende Kamerad nicht das
geringſte von dem Vorgang merkte und auch keinen Hilfe=
ruf
hörte. Sehr zu denken gibt auch die Schußrichtung
des nach dem Kopfe des Artilleriſten gerichteten Revolver=
ſchuſſes
. Der Soldat will nämlich den Schuß in kniender
Stellung erhalten haben. In dieſem Falle aber wäre es
völlig unmöglich, daß ein Fremder auf ihn geſchoſſen
habe, da die Kugel kurz über der Kokarde in die Mütze
eindrang und in ſehr ſteiler Richtung aufwärts im obe=
ren
, vorderen Teile derſelben wieder herauskam. Das
beweiſt unzweideutig, daß der Schuß tief von unten her
kam.
Mainz, 27. März. Ein jugendlicher Räuber
wurde geſtern verhaftet. Der junge, hoffnungsvolle
Burſche, ein 18jähriger Müßiggänger von hier, raubte auf
dem Großen Sand einen 14jährigen Knaben regelrecht
aus. Sitzen da neulich zwei Männer im Wirtshaus
zuſammen, die ſich gerade kennen gelernt haben. Schließ=
lich
zieht der eine von ihnen ſeine Börſe und will be=
zahlen
. Wie erſtaunt er aber, als er ſie leer findet, da er
ſich doch genau beſinnen kann, zwei Zehn= und zwei
Zwanzigmarkſtücke hineingetan zu haben. Sofort fällt
ſein Verdacht auf ſeinen Nachbarn und er fordert ihn auf,
mit ihm auf die Polizeiwache zu kommen. Dieſer erklärt
ſich dazu bereit, denn über eine ſolche Verdächtigung fühle
er ſich völlig erhaben. Und tatſächlich wird er auf der Po=
lizei
gründlich durchſucht, ohne daß irgend etwas von
dem geſtohlenen Gelde zum Vorſchein kommt. Schon ſoll
er wieder entlaſſen werden und ſein Begleiter bittet ihn
um Verzeihung, als ein Kommiſſar bittet, noch eine wei=
tere
Unterſuchung mit ihm vornehmen zu dürfen. Er
ging mit ihm in das nächſte Krankenhaus und läßt ihn
mit Röntgenſtrahlen durchleuchten und bei
dieſer Prozedur zeigen ſich dann ganz deutlich die ver=
loren
gegangenen Geldſtücke im Magen des
UUnterſuchten.
Oppenheim, 27. März. Für das alljährlich hier ſtatt=
findende
Landskronturnfeſt des 5. Turngaues
Rheinheſſen wird der 31. Auguſt in Ausſicht genommen.
Friedberg, 27. März. Auf der Landſtraße zwiſchen
Dorheim und Fauerbach ſtürzte ein Fuhrmann
von ſeinem Wagen, deſſen Räder ihm über das Geſicht
gingen. Als das Fuhrwerk ohne Führer hier ankam,
forſchte man nach und fand den Mann ſchwer verletzt
am Wege liegen.
Butzbach, 27. März. Im nahen Langgöns wurden
durch ein Großfeuer zwei mit Vorräten dicht gefüllte
Scheunen eingeäſchert.
Elpenrod, 27. März. Zu der Notiz, den Unfall
des Förſters Jäger aus Elpenrod (Oberheſſen) be=
treffend
, wird uns von unterrichteter Seite mitgeteilt:
Der ſich am 19. cr. auf einem Dienſtgang von Elpenrod

nach Ruppertenrod befindliche Förſter Jäger wollte in
einem benachbarten Dorfe ſeine verheiratete Tochter be=
ſuchen
, wurde aber von dem an dieſem Tage vorherr=
ſchenden
ſtarken Regen davon abgehalten. Gegen abend
machte ſich Jäger auf den Heimweg nach Elpenrod, bat je
doch eine in Ruppertenrod anſäſſige Frau um ein Bröt=
chen
, da er in letzter Zeit oft Schwindelanfälle hatte, die
aber, nachdem er etwas gegeſſen, immer verſchwanden.
Unterwegs muß er trotzdem einen ſolchen Anfall bekom=
men
haben, ſo daß er zu Fall kam und ſich hierbei ſchwere
Verletzungen im Unterleib zuzog. Zwei zufällig nach ſei=
nem
Orte zurückkehrende Leute fanden ihn abends gegen
9 Uhr vom Regen völlig durchnäßt in bewußtloſem Zu=
ſtande
am Rande des Weges und brachten ihn nach Hauſe.
Trotzdem Jäger bei völligem Bewußtſein war und ſogar
die Bemerkung ſeiner Frau, ſeine auswärts wohnenden
Kinder von dem Unfalle in Kenntnis zu ſetzen, mit den
Worten ablehnte: Wozu die Aufregung, in drei Tagen
mache ich wieder meinen gewohnten Dienſt iſt er am
20. cr. nachmitags an den ſich zugezogenen Verletzun=
gen
verſtorben.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 26. März. Profeſſor Köt=
ſchau
, der Leiter der Abteilung für chriſtliche Bildwerke
an den Berliner Muſeen, hat die an ihn ergangene Be=
rufung
zum Direktor der ſtädtiſchen Muſeen in Düſſeldorf
angenommen.
In dem Falſchſpielerprozeß
bezeichnete der zweite Angeklagte, der ehemalige Infan=
terieleutnant
und Fliegeroffizier Niemela, die von der
franzöſiſchen Regierung eingegangene Auskunft, wonach
er des Falſchſpiels verdächtig und aus ſämtlichen franzö=
ſiſchen
Spielklubs ausgewieſen worden ſei, als falſch. Auf
die Frage des Vorſitzenden, warum er ſich ſtets an fran=
zöſiſchen
Spielorten aufgehalten habe, verweigerte er die
Auskunft, da er im ſtaatlichen Intereſſe vor voller Oeffent=
lichkeit
nichts ausſagen könne. Demgegenüber erwiderte der
Staatsanwalt, er habe verſchiedene Auskünfte, u. a. auch
bei dem franzöſiſchen Miniſter des Innern, über Niemela
eingezogen, die ergeben hätten, daß deſſen Aufenthalt an
franzöſiſchen Spielorten mit militäriſchen Dingen nicht
das geringſte zu tun habe. Darauf antwortete Niemela,
er könne ſchwarz auf weiß beweiſen, was er dort getan
habe, u. a. ſei er bei den franzöſiſchen Manövern geweſen.
Die 30jährige Ehefrau des Fabrikarbeiters Römer
in Niederſchöneweide, die Mutter von zwei Kindern
einem Knaven von 3 und einem Mädchen von 2 Jahren,
wurde geſtern von Spaziergängern beobachtet, wie ſie auf=
geregt
im Tiergarten am Neuen See entlang ging. Plötz=
lich
umſchlang ſie die Kleinen und ſtürzte ſich mit ihnen
in den See. Es gelang Vorübergehenden, alle drei aus
dem Waſſer zu ziehen, ehe ſie ertrunken waren. Auf der
Hilfswache im Tiergarten wurde ihnen Pflege zuteil. Die
Frau gab an, ſie habe ſich den Tod geben wollen, weil ſie
wegen Gewerbevergehens eine Strafe zu erwarten habe.
Ihre Kinder wollte ſie nicht allein zurücklaſſen. Zu dem
großen Straßenunglück wird noch mitgeteilt, daß
nach dem Ergebnis aller bisherigen Ermittelungen die
Schuld allein den Führer der Kraftdroſchke trifft. Seine
Verletzungen ſind nicht lebensgefährlich. Der Zuſtand der
verunglückten Fahrgäſte iſt dagegen noch ſehr bedenklich.
Ludwigshafen, 27. März. Der am Dienstag früh bei
den Löſcharbeiten am Lagerhaus der Firma Zimmern
tödlich verunglückte Feuerwehrmann, Bäcker=
meiſter
Seewald, iſt heute nachmittag ¾4 Uhr, ohne
das Bewußtſein wieder erlangt zu haben, ſeinen Verletz=
ungen
erlegen.
Karlsruhe, 26. März. Der Prinz von Wales
traf, von Bruchſal kommend, gegen 6 Uhr im Automobil
hier ein. Im Reſidenzſchloß wurde er vom Großher=
zogspaar
und der Großherzogin Luiſe empfangen. Heute
abend findet im Palais Familien=Diner ſtatt. Der Prinz
hat im Reſidenzſchloß Wohnung genommen
Hamburg, 26. März. Das Seeamt verhandelte=
heute
wegen des Zuſammenſtoßes des Damp=
fers
Amerika mit dem engliſchen Unterſeeboot

B 2 der am 4. Oktober vorigen Jahres erfolgte und
wobei das Unterſeeboot ſank und 12 Mann ertranken.
Das Urteil des Seeamtes beſagt, der Unfall ſei durch
den zweiten Offizier der Amerika verſchuldet worden,
weil dieſer infolge ungenügenden Ausgucks die Lichter
des Unterſeebootes nicht rechtzeitig ſah und ſich auch dureh
eine Meldung des Ausgucksmannes nicht zu größerer
Vorſicht bewegen ließ. Die Mitſchuld des Unterſeebootes
ſei nicht erwieſen.
Helgoland, 27. März. Der Bergungsdampfer Rei=
her
landete geſtern die Leiche eines Matroſen vom
Torpedoboot S. 178"
Die Kleider waren mit
dem Namen Friedrichs gezeichnet. Die Leiche wird nach
Wilhelmshaven gebracht.
Innsbruck, 26. März. In der vergangenen Nacht
zerſtörte in Trieſen bei Vaduz in Liechtenſtein ein bei einem
heftigen Föhnſturm ausgebrochenes Schaden=
feuer
17 Wohnhäuſer ſamt den Oekonomiegebäuden.
Der Schaden iſt ſehr bedeutend
Rom, 27. März. Dem Fürſten Bülow wurde
im Expreßzuge Rom=Mailand ſeine Brieftaſche ge=
ſtohlen
. Der Täter iſt bisher noch nicht ermittelt.
Brindiſi, 26. März. Prinz Heinrich von
Preußen und Prinz Ernſt Auguſt, Herzog zu
Braunſchweig und Lüneburg, ſind hier eingetroffen und
haben ſich an Bord des Panzers Breslau begeben, der
nach dem Piräus in See geht.
Paris, 27. März. In einer Werkſtätte der Pulver=
fabrik
in Nordouet bei Cherbourg, wo das Pulver B
und die Geſchoſſe für die Kriegsflotte hergeſtellt werden,
entſtand durch die Entzündung von Melinit ein Brand,
welcher die Werkſtätte faſt vollſtändig einäſcherte. Die
Arbeiter konnten ſich retten.
Toulon, 26. März. In dem Wrack des vor meh=
reren
Jahren infolge einer Exploſionskataſtrophe verun=
glückten
Panzerſchiffes Jena, das in der Nähe
der Inſel Porquerolles liegt, iſt durch die Unvorſichtig=
keit
von Arbeitern, die mit der Loslöſung von Panzer=
platten
beſchäftigt waren, eine Feuersbrunſt aus=
gebrochen
. Die Marinefeuerwehr konnte des Brandes
bisher nicht Herr werden. In dem Wrack, das vor einiger
Zeit an einen Unternehmer verkauft wurde, ſollen ſich
noch große Vorräte an Kohlen befinden.

Parlamentariſches.

*X* Darmſtadt, 26. März. Der Sonderaus=
chuß
für die Reviſion der landſtändiſchen Ge=
ſchäftsordnung
iſt vom Kammerpräſidenten Köhler
für Samstag, den 5. April, zu einer Sitzung einberufen
worden, in der die ſchon ſeit mehr als zwölf Jahren ge=
plante
Abänderung der landſtändiſchen Geſchäftsordnung
vom 17. Juni 1874 in Beratung genommen werden ſoll.
Der Kammerpräſident hatte ſchon vor längerer Zeit der
Regierung und dem Präſidium der Erſten Kammer einen
vorläufigen Entwurf für eine neue landſtändiſche Ge=
ſchäftsordnung
unterbreitet, die ſich in ihren Grundzügen
auf das alte Geſetz ſtützt, aber auch eine ganze Reihe dem
modernen parlamentariſchen Leben angepaßter Beſtim=
mungen
enthält, wie ſolche auch bei der Reviſion der Ge=
ſchäftsordnungen
der Landtage von Preußen, Bayern,
Württemberg und Elſaß=Lothringen Aufnahme gefunden
hat. Auf dieſen proviſoriſchen Entwurf ſind nunmehr die
Rückäußerungen der beiden anderen geſetzgebenden Fak=
toren
erfolgt und die Aufgabe des Sonderausſchuſſes, dem
außer den fünf Vorſtandsmitgliedern der Kammer noch
ſieben Abgeordnete als Mitglieder angehören, ſoll es ſein,
aus dem nun vorliegenden umfangreichen Material eine
neue Geſetzesvorlage über die Abänderung der landſtän=
diſchen
Geſchäftsordnung vorzubereiten, eine Arbeit, die
aller Wahrſcheinlichkeit nach nicht weniger Mühe und par=
lamentariſche
Kämpfe erfordern wird, wie die drei im
vorigen Landtag glücklich zum Abſchluß gekommenen Ge=
ſetzeswerke
über die Gemeindeumlagen=, die Verwaltungs=
geſetz
= und die Wahlrechtsreviſion. Jedenfalls iſt ſoviel
ſicher, daß dieſe jetzt vorzubereitende Vorlage nicht vor der
Verabſchiedung der Beſoldungsreform in der Zweiten
Kammer zur Beratung gelangen wird.

Parkett des Hofes auf die oft nicht weniger gefährlichen
Bretter, die die Welt theatraliſchen Scheins bedeuten, nicht
zu bereuen. Sie zeigte in der vielumworbenen Partie
daß echtes Bühnenblut in ihren Adern rollt, und nichts
außer einem einigermaßen rudimentären Hofknix nach
Schluß des zweiten Aktes, rief die Erinnerung an die ganz
anders geartete Rolle wach, die ſie einſt auf der Bühne
des Lebens zu ſpielen hatte. Der Lokalanzeiger lobt
die warmtimbrierte, ausgeglichene Stimme, die gewandte,
gut charakteriſierende Darſtellung und die prächtige Büh=
nenerſcheinung
. Der Berliner Börſen=Kourier ſchreibt:
Ihre Leiſtung war außergewöhnlich intereſſant, für
eine Debütantin direkt verblüffend. Aus ihrer nicht ſehr
fülligen, hellen Stimme hat eine allerbeſte italieniſche
Schulung weit mehr herausgeholt, als das Material
eigentlich hergeben wollte. Erſtaunlich war ihre abſolute
Freiheit und Sicherheit im muſikaliſchen Vortrag. Im
Darſtelleriſchen aber bekundete ſie ſo viel Kultur (oder
Raſſe) und ſtiliſtiſche Begabung, eine ſolche angeborene,
ſchauſpieleriſche Virtuoſität ihres ſchönen Körpers, daß
man ihr auf dieſe eine Rolle hin die glänzendſte Zukunft
prophezeien möchte. Natürlich hat ſie auch Vorbilder ge=
habt
, erinnert ſehr an die Akté, der ſie in der Ekſtaſe weit
nachſteht, die ſie aber in der ſchauſpieleriſchen Nüance
ſchon heute übertrifft. Als Ganzes bedeutete ihre Dar=
ſtellung
die denkbar ſtärkſte Talentprobe.
C. Meteorologiſches aus Heſſen (Vgl.
Nr. 43 ds. Bl. vom 20. Februar.) Der verfloſſene Fe=
bruar
war in ſeiner erſten Hälfte ungewöhnlich mild, in
der zweiten ziemlich kalt bei meiſt heiterem Wetter und
Oſtwinden: die Temperaturmittel des Monats lagen
etwa 1 Grad über dem langjährigen Durchſchnitt. Die
Gegenſätze bilden Darmſtadt mit 3,4 und Hochwaldhauſen
mit 0,1 Grad Celſius, während Lauterbach mit einem
Mittel von 0,9 die zweitkälteſte Station war. Hinſichtlich
der niedrigſten Temperaturen bilden Hochwaldhauſen mit
13,1 und Mainz mit 5.8 Grad die Gegenſätze
wogegen die Extreme der Höchſtſtände nach Worms mit
12,5 und nach Hochwaldhauſen mit 8,0 Grad fallen. In
Darmſtadt ſtellen ſich die betreffenden Werte auf 11,6 am
7. und 6,0 am 21. Die Zahl der Froſttage ſchwankt
zwiſchen 19 in Lauterbach und 13 in Darmſtadt und Alzey,
wogegen Eistage (Temperatur ſtändig unter Null) nur
an der Hälfte der Stationen vorkamen mit einem Mari=
mum
von 4 in Hochwaldhauſen und Neunkirchen. Die
Bewölkung war für einen Wintermonat ausnehmend ge=
ring
; am ſchwächſten war ſie in Neunkirchen mit 40, am
ſtärkſten in Schotten mit 67 Prozent. (Darmſtadt: 48.)
Die Niederſchlagsmengen waren meiſt ſehr gering, mit
Ausnahme einiger oberheſſiſcher Stationen. Die Gegen=
ſätze
bilden Hochwaldhauſen mit 69.1 und Forſthaus Ech=
zell
mit 11,4 Millimeter, dem Gernsheim mit 12,4 folgt.
Die größte Tagesmenge meldet
(Darmſtadt: 14.4.
Herbſtein mit 26,4 Millimeter am 2., während in Wimpfen
dieſer Wert nur 4,1 Millimeter betrug. (Darmſtadtz6.2.)

Schnee fiel im allgemeinen nur ſpärlich; in Wimpfen, auf
der Juhöhe und in Beerfelden fehlte er ganz, wogegen
Ulrichſtein und Herchenhain immerhin 6 Schneetage ver=
zeichneten
. Hagelfälle kamen vereinzelte im Odenwald
vor, und Oberolm und Vilbel notierten ein Gewitter.
Die Mittel der Waſſerſtände entſprechen in Gernsheim,
Mainz und Bingen ungefähr dem 60jährigen Durchſchnitt
im Gegenſatz zum Wormſer Mittel, das um 22 Zentimeter
niedriger war=
* Eine Univerſität Dresden. Ueber die
Gründung einer Univerſität Dresden hat der Oberbürger=
meiſter
Geheimrat Dr. Beutler dem Rat und den
Stadtverordneten eine Denkſchrift vorgelegt, die den
großen Plan ſehr gründlich erörtert. Es wird daran
feſtgehalten, daß Techniſche Hochſchule und Tierärztliche
Hochſchule mit dem neu zu ſchaffenden Inſtitut verſchmol=
zen
werden ſollen, das außer ihnen eine mediziniſche, eine
juriſtiſch=ſtaatswiſſenſchaftliche und eine philoſophiſche,
jedoch keine theologiſche Fakultät enthalten ſoll. Der Orga=
niſationsplan
und die Art der Angliederung der beiden
genannten Hochſchulen wird ausführlich dargelegt. Neben
einem Betrage von 500000 Mark, der von der Stadt be=
eits
für den Neubau der Tierärztlichen Hochſchule in
Ausſicht geſtellt wurde, werden die Koſten für die Stadt
auf 9500000 Mark als einmalige und 280000 Mark jähr=
lich
als laufende Ausgaben berechnet. Sie ſollen aufge=
bracht
werden durch die Hälfte einer 10 Millionen um=
faſſenden
Anleihe und durch jährliche Rücklagen für einen
Univerſitätsfonds. Es iſt natürlich, daß dieſe Vorſchläge
des Oberbürgermeiſters noch gründlich durchberaten wer=
den
; aber im allgemeinen kann man ſagen, daß die Mehr=
heit
der Bürgerſchaft und der Stadtverordneten hinter
ihnen ſteht. Die Frage wird im nächſten Landtage zur
Erörterung gebracht werden.
* Ein Erfolg der deutſchen Schrift.
Wie der Allg. Anzeiger für Druckereien mitteilt, können
die 850 deutſchen Univerſitätsprofeſſoren, die im vergan=
genen
Jahre eine Bewegung zur Zurückdrängung der un=
ſerer
Sprache unangemeſſenen Lateinſchrift eingeleitet ha=
ben
. mit Befriedigung feſtſtellen, daß zwei Dutzend Zeit=
ſchriften
mit Hunderttauſenden Auflagenhöhe den Latein=
druck
ſchon aufgaben, um zur deutſchen Schrift zurückzu=
kehren
.
Ariſtokratinnen als Geſchäftsfrauen. Es iſt eine
überraſchende Tatſache, daß gerade in England, deſſen
vornehmer Geſellſchaft von oberflächlichen Beobachtern ſo
oft die Abhängigkeit von Vorurteilen nachgeſagt wird,
eine ganze Reihe von Damen der höchſten Ariſtokratie
nicht davor zurückgeſchreckt iſt, in das Erwerbsleben ein=
zutreten
und Geſchäftsfrauen zu werden. Am bekannte=
ſten
iſt der Fall der Lady Duff Gordon, die unter
dem Namen Lucile ein Schneideratelier einrichtete, Modi=
ſtin
wurde, große Erfolge hatte und heute, da ihr Atelier
zu einer Aktiengeſellſchaft umgewandelt worden iſt, als

Direktrice ein ſehr hohes Gehalt bezieht. Aber Lady Duff
Gordon iſt nur ein Beiſpiel für viele. Schwerer als ſie
hatte, wie in der neuen Nummer der Dame ausgeführt
wird, Lady Auckland zu kämpfen, denn ſie erwählte
nicht nur aus Betätigungsdrang einen Beruf, ſondern
aus harter wirtſchaftlicher Notwendigkeit. Um ihrem
Sohn in Orford eine ſtandesgemäße Erziehung geben zu
können, verkaufte Lady Auckland kurz entſchloſſen ihre be=
rühmten
Perlen, und eines ſchönen Tages eröffnete ſie in
der Daker Street in London einen Laden für Innendeko=
ration
und Möbel. Durch ihre zahlreichen Beziehungen
faßte ſie bald Fuß; das Intereſſanteſte aber iſt die Tat=
ache
, daß ſie durch ihre Tätigkeit im Detailhandel und
in ihrem Laden durchaus keine Einbuße in ihrer geſell=
ſchaftlichen
Stellung erlitten hat. Sie verkehrt noch heute bei
Hofe, und an ſolchen Tagen kann man in der Morning=
Poſt, dem Organ der engliſchen Ariſtokratie, die lakoniſche
ſachliche Ankündigung leſen: Da Lady Auckland zu
Hofe befohlen wurde, iſt ſie heute außerſtande, in ihrem
Geſchäfte Daker Street 72 anweſend zu ſein. Auch die
Gräfin Eſſex betreibt ein Geſchäft, das ſie perſön=
lich
überwacht; und dabei ein Geſchäft, bei dem künſtle=
riſcher
Geſchmack und Kunſtſinn keine Rolle ſpielen, denn
Lady Eſſer leitet eine große Wäſcherei. In einer Lon=
doner
Vorſtadt hat ſie dieſe Modellwäſcherei aufgetan,
um London zu zeigen, daß Leinen und Spitzen auch ge=
waſchen
werden können, ohne dabei zerfetzt zu werden.
Aber noch umfangreicher iſt der weitausgedehnte Stoff=
handel
, den die Herzogin von Sutherland. wohl
eine der reichſten Damen der engliſchen Ariſtokratie, aus
kleinen Anfängen heraus zu einer großen Organiſation
entwickelt hat. Die Herzogin verkauft ſchottiſche Homes=
puns
und verfolgt mit ihrem Geſchäft philanthroviſche
Ziele, indem ſie den ſchottiſchen Heimarbeitern größere
Verdienſte ermöglichen will. Einen ſchwunghaften Gemüſe=
handel
betreibt die Hon. Mrs. Frances Wolſeley
in Suſſex, in unmittelbarer Nähe des Ahnenſchloſſes ihres
Vaters. Sie iſt eine vortreffliche Gärtnerin, zieht Ge=
müſe
, verkauft es im Großbetriebe nach der nahen Stadt
und erzielt ſehr anſehnliche Umſätze. Auch die Lady
Aileen Wynham=Quinn, die Tochter des Lord
Dunraven, hat ſich als tüchtige und unternehmende Ge=
ſchäftsfrau
einen Namen gemacht, hat auf dem Landſitze
ihres Vaters bei Limerick eine große Veilchenfarm er=
richtet
, von der faſt alle Blumenhändler Englands Veil=
chen
beziehen. Zugleich aber betreibt ſie im Sommer ein
Hotel, und wer in dem Gaſthof dieſer Ariſtokratin gewohnt
hat und ſie als Hoteldirektor ſchalten ſah, wird zugeben,
daß ſie ihren Beruf verſteht.
C.K. Was junge Mädchen in New=York nicht tun
ſollen. Der Kreuzzug gegen den Weiße Sklaven=Handel
der in Amerika jetzt mit beſonderem Eifer geführt wird.
hat erſtaunliche Enthüllungen über die Ausdehnung des
Mädchenhandels in New=York gezeitigt und die raffinier=

[ ][  ][ ]

Luftfahrt.

Von der Darmſtädter Flieger=
ſtation
. Anläßlich der Beſichtigung des Maſchinen=
gewehr
=Ausbildungskurſes führte am Donnerstag vor=
mittag
Leutnant Sommer mit dem kommandierenden
General des 18. Armeekorps, General v. Schenck, einen
Ueberlandflug nach Weiterſtadt und Büttelborn
aus. General v. Schenck iſt der erſte kom=
mandierende
General, der einen Ueberlandflug
unternommen hat. Ferner machten Leutnant Rein=
hardt
mit Oberleutnant Ritter und Leutnant Koch
mit Oberleutnant Ludewig verſchiedene Luftmanöver
über dem Flugplatze. Auch Leutnant Sommer ſtiea
nochmals mit Paſſagier auf. Am Nachmittag flogen
noch Leutnant Mirbach mit Oberleutnant von der
Hagen und Leutnant Sommer mit Kapitänleutnant
Röhr, ſie dehnten ihre Flüge bis nach dem Rhein aus.

Der Balkankrieg.

Die Einnahme von Adrianopel.
* Sofia, 27. März. Ueber den Gang der Ope=
rationen
vor Adrianopel am 24., 25. und 26.
März werden folgende Einzelheiten bekannt ge=
geben
: Am 23. März abends erging vom Haupt=
quartier
an den Oberkommandierenden der Zwei=
ten
Armee der Befehl, die vorgeſchobenen Stel=
lungen
der Türken auf dem Oſtſektor anzugreifen und zu
nehmen. Daraufhin befahl der General die Eröffnung
der Operationen für den Nachmittag des folgenden Tages.
Um 2 Uhr nachmittag wurde auf allen Sektoren durch Be=
lagerungsgeſchütze
das Feuer eröffnet, welches bis 8 Uhr
abends anhielt und das die Türken lebhaft mit der ganzen
Belagerungsartillerie erwiderten. Nach 8 Uhr abends
wurde die Beſchießung weniger lebhaft, um den Truppen
die Möglichkeit zu geben, ſich für den Angriff auf die vor=
geſchobenen
Stellungen vorzubereiten. In der Nacht vom
24. zum 25. März gegen 3 Uhr früh rückte das bulgariſche
30. Infanterie=Regiment auf dem Oſtſektor gegen Kume=
dere
vor und durchzog den Ort gegen 4.15 Uhr. Gleich=
zeitig
eröffneten die Feld= und Belagerungsgeſchütze das
Feuer gegen die türkiſchen Stellungen. Der Feind ant=
wortete
mit heftigem Infanterie= und Artilleriefeuer auf
die vorrückenden Kolonnen. Unter dem Schutze der bul=
gariſchen
Artillerie rückten die Truppen kühn vor und
nahmen bei Tagesanbruch die vorgeſchobenen Stellungen
Kontſchtepe, Mas Elek, Maltepe, Sepudjilar, Demirkapon,
Eskikumlaik und Patſchedjilar mit dem Bajonett, während
das 56. Regiment in einem tollkühnen Angriff gegen den
Feſtungsgürtel im Norden zwiſchen Aisvasbabe und
Taſchtabia vorwärts ſtürmte. Zwölf Geſchütze wurden er=
obert
und 300 Mann gefangen genommen. Zu derſelben
Zeit nahmen die Truppen des ſüdlichen Sektors Pamu=
kryrcy
und drangen gegen Takatbair und Daudjaros vor.
Das ſerbiſche 20. Regiment bemächtigte ſich ſeinerſeits
eines Hügels nordweſtlich Kadinkenjis. Auf dem linken
Flügel nahm die ſerbiſche Timok=Diviſion Ekmektſchikeny.
Die ſerbiſche Donau=Diviſion kämpfte mit ihrer Belager=
ungsartillerie
um den Beſitz von Papastepe und ſuchte den
ganzen Tagdie ſchwerefeindliche Artillerie niederzukämpfen.
Auf dem Oſtſektor rückten die Truppen entſchloſſen vor
und erſchienen gegen 10 Uhr morgens 200 bis 300 Schritt
vor dem Feſtungsgürtel, wo ſie die folgende Nacht ver=
brachten
. 1000 Mann, ſechs Maſchinengewehre und 21 Ge=
ſchütze
, von denen ſofort ſieben Schnellfeuergeſchütze gegen
den Feind in Tätigkeit geſetzt wurden, fielen in die Hände
der Bulgaren. Gegen abend machte ſich die Ueberlegen=
heit
der bulgariſchen Belagerungsarmee fühlbar. Mehrere
türkiſche Batterien ſtellten ihr Feuer ein. Da der Befehl
gegeben wurde in der Nacht die Forts anzugreifen, kam
es zu ſehr lebhaftem Artilleriefeuer auf beiden Seiten.
Die Infanterie zerſtörte die künſtlichen Hinderniſſe und
nahm mit Tagesanbruch die ganze Linie der Forts mit
dem Bajonett. Gegen 8½ Uhr morgens begannen die
Türken in Adrianopel Depots, Kaſernen, Hoſpitäler ſo=
wie
andere militäriſche Gebäude zu zerſtören und die Stadt
an einigen Punkten in Brand zu ſtecken.
* Sofia 26. März. Die Einnahme Adria=
nopels
wurde durch 21 Kanonenſchüſſe der Stadt ver=
kündet
und mit großer Begeiſterung aufgenommen.
Eine ungeheure Menſchenwenge bewegt ſich durch die
Straßen und alle Kirchenglocken läuten. General Iwanow
teilte dem Generaliſſimus Sawow telegraphiſch mit, daß
ſich Schükri Paſcha und deſſen Generalſtab ihm ergeben

hätten. Er, Iwanow, beſtellte den Kommandanten der
Stadt und den Chef der Garniſon, der die nötigen Maß=
nahmen
zur Aufrechterhaltung der Ordnung treffen werde.
Morgen wird Iwanow ſeinen Einzug in Adrianopel hal=
ten
. Im ganzen Lande werden morgen für das Seelen=
heil
der gefallenen Soldaten und für die Verherrlichung
des Sieges Gottesdienſte abgehalten werden. Miniſter=
präſident
Geſchow ſandte eine Depeſche an den Gene=
raliſſimus
Sawow, in der er ihn und die tapfere Armee
zu dem glänzenden Erfolge von Adrianopel beglückwünſcht,
der den ſiegreichen Feldzug der bulgariſchen Armee wür=
dig
kröne. In einem Antworttelegramm dankte Sawow
für die Glückwünſche und hob hervor, jeder, vom einfachen
Soldaten bis zum General, bemühte ſich, die Aufgabe zu
erfüllen, die ihm von dem König und der Regierung an=
vertraut
war. Auf dieſe Weiſe erfüllten die Armee durch
die Waffen und die Regierung durch die Politik ihre
Pflicht gegenüber der Krone und dem Vaterland.
Sofia, 26. März. König Ferdinand in
Begleitung des Kronprinzen Boris und des Prinzen
Kyrill ſind nach Adrianopel abgereiſt. Der Kronprinz
wird den König bei den Leichenfeierlichkeiten für den
König Georg von Griechenland vertreten.
Petersburg, 26. März. Der heutigen Sitzung
der Reichsduma wohnten der Präſident der bulgari=
ſchen
Sobranje, Danew, und der bulgariſche Geſandte
in Petersburg, Pobtſchew, bei. Nach Verleſung des Tele=
gramms
über die Einnahme Adrianopels wurde
die Sitzung aufgehoben. Die Deputierten brachen in
Hurrarufe auf Bulgarien aus, nahmen die beiden Bul=
garen
auf die Schultern und trugen ſie im Triumph, be=
gleitet
von dem Präſidenten und dem Vizepräſidenten,
nach dem Katharinenſaal. Die Deputierten ſangen mehr=
mals
die ruſſiſche und die bulgariſche Hymne. Es wur=
den
mehrere Reden gehalten. Die Geiſtlichkeit der Duma
zelebrierte ein Tedeum und dankte der Vorſehung für den
Sieg der bulgariſchen Brüder. Unter erneuten Beifalls=
kundgebungen
verließen die Bulgaren die Duma.
Die albaniſche Frage.
* London, 26. März. In der heutigen Nach=
mittagsſitzung
der Botſchaftervereinigung
wurden die Vorſchläge Oeſterreich=Ungarns über die
Grenzen Albaniens formell angenommen. Die
Vertreter der Mächte in Belgrad und Cetinje werden
nunmehr die Anweiſung erhalten, die montenegriniſche
und die ſerbiſche Regierung von der Entſcheidung der
Mächte über die Nord= und Nordoſtgrenze Albaniens zu
unterrichten. Man erwartete, daß die Botſchafterver=
einigung
mit der Erörterung der Südgrenze Albaniens
beginnen würde, jedoch wird, da es an Zeit mangelte
der Gegenſtand in der nächſten Sitzung am Freitag be=
ſprochen
werden. Die Sitzung dauerte 1½ Stunden. Die
erſte halbe Stunde wurde durch eine Erklärung des rumä=
niſchen
Sondergeſandten Miſchu ausgefüllt, der die An=
ſichten
ſeiner Regierung über die rumäniſchen Intereſſen
in dem von den Verbündeten beſetzten Gebiete, beſon=
ders
über die Stellung der Kutzowalachen in Süd= Alba=
nien
, ausführlich entwickelte.
Das Reuterſche Bureau erfährt weiter, daß eine Dele=
gation
der Kutzowalachen, der der Profeſſor Murnu von
der Univerſität Bukareſt, der Profeſſor Papahadji von
Epirus und der Profeſſor Valacride von Bukareſt ange=
hören
, morgen von London nach Berlin und Rom fah=
ren
wird, um den Mächten die Forderungen der Kutzo=
walachen
hinſichtlich der Garantien in Albanien und in
den Gebieten, die in den Beſitz der Verbündeten über=
gehen
werden, zur Kenntnis zu bringen. In London
wurde die Delegation von Sir Edward Grey und den
Botſchaftern empfangen.
Skutari.
* Wien, 27. März. Oeſtereich=Ungarn
wandte ſich mit dem Erſuchen nach Konſtantinopel, Eſſad
Paſcha möchten Weiſungen erteilt werden, daß er dem
Abzug der Zivilbevölkerung aus Skutari
keine Hinderniſſe mehr in den Weg lege. Man hofft, daß
dieſer Schritt in Konſtantinopel von den übrigen Groß=
mächten
unterſtützt wird. Das Bombardement Skutaris
iſt gegenwärtig noch eingeſtellt. Die ſerbiſche Regierung.
hat angeordnet, ohne die Demarche der Großmächte in
Belgrad abzuwarten, daß die Beſchießung der Stadt durch
ſerbiſche Truppen unterbleibt, ſolange der Abzug der
zivilbevölkerung nicht erfolgt iſt. Von der montenegrini=
chen
Regierung liegt an hieſiger zuſtändiger Stelle noch
keine Mitteilung von neuerlichen Entſchließungen vor.

Nach Meldungen von anderer Stelle ſchreibt das Amts=
blatt
in Cetinje, daß, nachdem um 4 Uhr nachmittags dier
vom König gewährte 50ſtündige Friſt für den Abzug der
Zivilbevölkerung aus Skutari abgelaufen ſei, das Ober=
kommando
beauftragt ſei, das Bombardement in verſtärk=
tem
Maße wieder aufzunehmen.
Letzte Nachrichten.
* Belgrad, 27. März. Während der Erſtürs=
mung
von Adrianopel ſandte Schükri
Paſcha ſeinen Adjutanten zum 20. ſerbiſchen Regiment,
um mit dem Kommandeur der ſerbiſchen Armee über die
Uebergabe der Feſtung zu verhandeln. General Stepano=
witſch
lehnte das Anerbieten mit der Begründung ab,
daß er nicht Höchſtkommandierender ſei. Er ſetzte den
General Iwanow in Kenntnis, der erklärte, daß er die
Uebergabeverhandlungen ſelbſt führen wolle. Die ſer=
biſche
Timok=Diviſion beſetzte die Forts des nordweſt=
lichen
Sektors, deren Beſatzungen ſich ergaben. Die ſer=
biſche
Donau=Diviſion ging mit der Vorhut bis an die
Brücke bei Karagatſch vor, wo die türkiſchen Truppen ſich
ebenfalls den Serben ergaben
Sofia, 27. März. Während der Operationen
bei Adrianopel erhielten die Diviſionen der bul=
gariſchen
Vorhut an der Tſchataldſchalinie den
Befehl, gegen die Türken die Offenſive zu ergreifen. Die
Offenſive begann gleichzeitig mit jener bei Adrianopel
und dauerte vom 24. bis 26. März. Im Verlaufe der
Kämpfe wurde feſtgeſtellt, daß die Türken mit fünf In=
fanteriediviſionen
und einer Kavalleriebrigade, von der
Flotte im Marmarameer unterſtützt, gegen die bulgariſche
Vorhut operierten. Die Bulgaren ſetzten unaufhaltſam
ihren ſiegreichen Vormarſch fort und beſetzten die Linie
Arnautjoej=Tſchataldſcha (Stadt)=Goeſtſcheli, die Höhen
öſtlich von Akalan, Kalfakoej, Sofaskoej und Ormanli.
Die türkiſchen Diviſionen, die unaufhörlich zurückgedrängt
wurden, zogen ſich auf die Hauptlinie von Tſchataldſcha
unter den Schutzbereich der ſchweren Feſtungsartillerie
zurück. Die Bulgaren beſetzten jetzt die früher eingenom=
menen
Stellungen der Tſchataldſchalinie. Wie der
Kommandant der vereinigten erſten und dritten Armee
telegraphiert, wurde die Nachricht von der Einnahme
Adrianopels von den Truppen bei Tſchataldſcha und Bu=
lair
mit Begeiſterung aufgenommen.
Belgrad, 27. März. Die von dem Preſſe=Bureau
in Cetinje verbreitete Meldung von der Kapitula=
tion
Dſchavid Paſchas war verfrüht. In Wirk=
lichkeit
hat Dſchavid Paſcha die Uebergabe nur unter der
Bedingung angeboten, daß er ſelbſt den Degen behalten
dürfe und daß die Degen ſeiner Offiziere nach dem Ab=
ſchluß
des Waffenſtillſtandes zurückgegeben würden. Das
Hauptquartier war damit einverſtanden, in der Zwiſchen=
zeit
änderte jedoch Dſchavid Paſcha ſeine Meinung. Jetzt=
ſchweben
weitere Verhandlungen.
Cetinje, 27. März. Die Einnahme Adria=
nopels
hat hier einen tiefen Eindruck gemacht. Vor der
bulgariſchen Geſandtſchaft wurden Sympathiekundgebun=
gen
zum Ausdruck gebracht. Die Mitglieder der könig=
lichen
Familie, die Mitglieder der Miniſterien und des
diplomatiſchen Korps haben bei der bulgariſchen Geſandt=
ſchaft
ihre Glückwünſche ausgedrückt. König Nikita
hat Glückwunſchtelegramme an König Fer=
dinand
und den Miniſterpräſidenten
Geſchow geſandt.

Das Unwetter in Amerika.

* Chicago. 26. März. Die Ueberſchwem=
mungen
haben den Verkehr auf den Oſtbahnen, die
durch Indiana und Ohio laufen, lahmgelegt. Die
Verkehrslage hat ſich gegen geſtern verſchlimmert.
Die Cheſapeake, Bigfour und andere Bahnen ſtellten den
fahrplanmäßigen Betrieb ein. Viele Bahnzüge liegen
auf der Strecke feſt. Die Bahnbeamten erklären die Lage
für die ernſteſte ſeit zwanzig Jahren. Es ſei unmöglich
vorauszuſagen, wann die Wiederherſtellung des Betrie=
bes
möglich ſein werde. Die Lakeſhorebahn iſt die ein=
zige
Oſtbahn, deren Geleiſe in Ohio nicht ernſtlich beſchä=
digt
ſind.
Dayton, 26. März. Die ganze Nacht hindurch
leuchteten Brände auf. An 5000 Perſonen dränd
gen ſich in den oberen Stockwerken der Häuſer ohne Licht,
ohne Trinkwaſſer und ohne Nahrungsmittel, unter der
Kälte ſchwer leidend. Ununterbrochen bemühen ſich
Ruderboote, Perſonen zu retten. Die Zahl der Toten
wird zwiſchen 500 bis 2000 angegeben. Große Verluſte

ten Methoden ans Licht gebracht, mit denen die Opfer ge=
fangen
werden. Um den jungen Mädchen nun einzu=
prägen
, was ſie nicht tun dürfen, haben mehrere humani=
täre
Geſellſchaften von New=York ein Warnungs=
blatt
ausgearbeitet, das auf allen Eiſenbahnſtationen
und in allen Straßenbahnwagen in auffälliger Weiſe an=
gebracht
werden ſoll. Unter den zahlreichen Verboten
die auf dieſer Tafel ausgeſprochen ſind befinden ſich auch
folgende: Mädchen ſollen niemals ſtehen bleiben, um
einer Frau zu helfen, die augenſcheinlich zu ihren Füßen
auf der Straße in Ohnmacht fällt; ſie ſollen ſich vielmehr
ſofort an einen Poliziſten wenden, damit er die nötige
Hilfeleiſtung beſorge. Mädchen ſollen niemals einer
Einladung zum Beſuche einer Sonntagsſchule oder Bibel=
ſtunde
Folge leiſten, die ſie von Fremden erhalten, ſelbſt
wenn die Fremden als fromme Schweſtern oder Nonnen
gekleidet ſind, ja ſelbſt wenn ſie das Gewand von Geiſt=
lichen
tragen. . . Mädchen ſollen niemals eine Fremde
begleiten, ſelbſt wenn die Fremde als Krankenſchweſter
gekleidet iſt; ſie ſollen niemals Geſchichten glauben, wenn
ihnen Leute, die ſie nicht genau kennen, erzählen, ihre
nächſten Verwandten hätten einen plötzlichen Unfall er=
litten
; denn das iſt einer der gewöhnlichſten Tricks der
Frauenverkäufer. Mädchen ſollen niemals Schokolade
oder Nahrung irgendwelcher Art annehmen, noch Blumen
riechen, die ihnen von Fremden angeboten werden; ſie
ſollen auch nicht Parfüms oder Süßigkeiten von fliegen=
den
Händlern vor ihrer Tür kaufen, da all dieſe Dinge
Betäubungsmittel enthalten können.
* Ein Zwiſchenfall. Auf ſpaßige Weiſe iſt in
Oberröblingen am See ein Dieb ſeinem Schickſal
entgangen. In die dortige Verkaufszentrale war einge=
brochen
worden und dem Spitzbuben waren beträchtliche
Mengen Waren in die Hände gefallen. Der berühmte
Polizeihund eines benachbarten Städtchens, von deſſen
Spürſinn man ſich Wunder erzählte, war mit ſeinem
Herrn auf telephoniſchen Ruf bald zur Stelle. Man
führte ihn zu dem ausgeraubten Verkaufslokal. Er nahm
ſofort Witterung und eilte, die Naſe dicht am Boden, da=
von
. Alles in äußerſter Spannung. Nun wird ſich ja
bald herausſtellen, wo der Dieb zu finden iſt. Aber plötz=
lich
bleibt Grete mitten auf der Straße ſtehen, dreht ſich
zweimal um ſich herum und wirft 6 Junge. Man ſchaffte
die wackere Mutter, die bis zum letzten Augenblick ſo ge=
treulich
ihrer Pflicht gewaltet hatte, ſamt ihren Jungen
alsbald in einer Kiſte fort.

Zur Ausſtellung der Gemäldeſammlung
Dr. Karl Lanz auf der Mathildenhöhe.)
Von Prof. Dr. Georg Biermann.

Mit der Ausſtellung der Gemäldegalerie des Herrn
Dr. Karl Lanz=Mannheim im hieſigen ſtädtiſchen Aus=
ſtellungsgebäude
auf der Mathildenhöhe wird auf Ver=
anlaſſung
Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs eine kleine
Folge von Sonderausſtellungen erſter deutſcher Privat=
ſammlungen
eröffnet, die dem hieſigen, aber auch allge=
mein
dem kunſtfreudigen deutſchen Publikum die Gelegen=
heit
darbieten ſoll, an hervorragender Stelle Einblick in
die Beſtrebungen großzügiger Kunſtſammler zu gewinnen
und einen Teil jener Schätze näher kennen zu lernen, die
ſonſt der Oeffentlichkeit verſchloſſen ſind. Entſcheiden für
die Vorführung ſolcher überaus wertvoller Sammlungen
aus Privatbeſitz in erſter Linie Verſtändnis und Loyali=
tät
der Sammler ſelbſt, die ſich zur Förderung der Groß=
herzoglichen
Kunſtbeſtrebungen für mehrere Wochen von
ihren koſtbaren Schätzen trennen, ſo wird auf der anderen
Seite immer das Beſtreben ausſchlaggebend ſein, nur
ſolche Galerien nach Darmſtadt einzuladen, denen die Per=
ſönlichkeit
ihrer Beſitzer ſelbſt den Stempel aufgeprägt hat,
ganz einerlei welchen Sammeltendenzen ſie im einzelnen
folgen. Denn das Zuſammenbringen edler Kunſtwerke
aus älterer und neuerer Zeit in Privatbeſitz weiſt nicht
nur auf die Höhe der jeweiligen Kultur eines Volkes hin,
ſondern der Amateur formt in dieſen Werken mit Be=
wußtſein
einen nicht zu verkennenden Ausdruck ſeines
eigenen Geſchmacks und ſeines beſonderen künſtleriſchen
Empfindens.
Vor den Bildern aber, die Dr. Karl Lanz ſo glücklich
iſt, ſein eigen zu nennen, überkommt den Beſchauer wie
von ungefähr das erhebende Gefühl, einem Beſitz zu be=
gegnen
, den die Jahrhunderte ſelbſt geadelt haben. Jedes
dieſer Kunſtwerke redet ſeine eigene Sprache und erzählt
mit ſtets verwandten Zungen von dem Schaffen der erſten
Künſtler vergangener Tage. Den inneren Zuſammenhang
zwiſchen den einzelnen Kunſtperioden vermittelt die
*) Die nachfolgenden Ausführungen bilden das Vor
wort zu dem die Ausſtellung begleitenden illuſtrierten
Katalog. Wir drucken es mit gütiger Erlaubnis des Ver=
faſſers
, des künſtleriſchen Beirates des Großherzogs,
hier zur allgemeinen Orientierung ab. Die Redaktion.

Qualität der Stücke und ſo verſchiedenartig auch die Be=
kenntniſſe
ſein mögen, die jeder dieſer Schöpfer der
Gegenwart vermacht hat, ſo unfehlbar wachſen ſie im
Rahmen der Sammlung zu einer ſeltenen Harmonie zu=
ſammen
. Da ſteht neben dem urtümlich deutſchen Cra=
nach
der ariſtokratiſche van Dyck; neben dem ſein eigenes
Lebensſchickſal ſymboliſch umformenden Lichtzauberer
Rembrandt der Sprößling der Grazien F. Boucher als
das echte Kind einer ſinnlich heiteren Zeit; neben den
impreſſioniſtiſch ſchaffenden Holländern vom Schlage der
Hals Ruisdael, Maes, Hobbema u. a. die ſtille Melodik
der Italiener mit der Madonna des Giampietrino die die
Wiſſenſchaft über kurz oder lang doch als ein Werk des
Lionardo anerkennen dürfte und der Salome des So=
lario
aus dem gleichen Kunſtkreiſe. Und wie Rubens und
Jordaens den Höhepunkt vlämiſchen Schaffens bedeuten,
o umſchreiben die Meiſterwerke der engliſchen Schule des
verklingenden achtzehnten Jahrhunderts mit dem präch=
tigen
Auftakt des an van Dyck gebildeten Sir Peter Lely
das Verlangen einer bis zum letzten ariſtokratiſchen Kunſt=
epoche
nach Eleganz und mondäner Repräſentation. Aus
dieſem kultivierten Kreiſe tritt der Schotte Raeburn mit
einem wundervollen Herrenbildnis als das ſtärkſte male=
riſche
Temperament ſouverän hervor, während Reynolds,
Hoppner und Sir Thomas Lawrence ihrerſeits zwar
deutlich die Linie zu dem Vater der engliſchen Malerſchule,
dem großen van Dyck, rückwärts weiſen, aber gleichzeitig
auch bekunden, daß ſie den Geſchmack des Rokoko einer
moderneren Ausdrucksform anzugleichen verſtanden haben.
Was die Galerie aber außer den hier erwähnten Pro=
ben
ſonſt noch umſchließt, paßt ſich ausnahmslos dem
gleichen Verlangen des Sammlers, nur Bilder edelſter
Reife zu vereinigen, an. Man begegnet vor dieſen Werken
einem Kapitel Kunſtgeſchichte, das ſich die Gegenwart
zwar ſchon längſt zurückeroberte, das in ſolcher Auswahl
aber auch berufen iſt, dem Geſchmack unſerer künſtleriſch=
noch
immer in Gärung begriffenen Zeit vorbildlich zu
ſein.
Daß Dr. Karl Lanz, dem auch an dieſer Stelle noch=
mals
gedankt ſei, die Bilder ſeines Beſitzes nach Darm=
ſtadt
gegeben, mag von all denen als eine frohe Verheiß=
ung
gewertet werden, die, wie der Schreiber dieſer Zeilen=
davon
überzeugt ſind, daß hier der Aegide eines die Kunſt
nit Inbrunſt liebenden Fürſten Kulturaufgaben vorbe=
halten
ſind deren Erfüllung zum Teil ſchon die nächſte
Zukunft bringen muß.

[ ][  ][ ]

an Menſchenleben ſind auch in den von Ausländern be=
wohnten
Stadtteilen zu beklagen, da die Fremden ihre
Wohnungen trotz der Warnung, daß ein Bruch des Schutz=
dammes
bevorſtehe, nicht verließen. Als der Dammbruch
erfolgte, ſtürzte eine Waſſermaſſe von 12 Fuß Höhe in
die Straßen und überſchwemmte ſie in einer Viertel=
ſtunde
. Zahlreiche Gebäude wurden innerhalb einer
Stunde hinweggeſchwemmt. Ganze, dicht bevölkerte
Straßenreihen wurden in Trümmerhaufen verwandelt.
Zahlreiche Häuſer ſtehen bis an das Dach unter Waſſer.
Es wurde eine dringende Aufforderung um Zuſendung
von Lebensmitteln nach New=York geſandt, doch iſt die
Zufuhr zurzeit unmöglich.
*. Toledo (Ohio), 26. März. Hundert Ort=
ſchaften
in Nordweſt=Ohio ſind ganz oder teil=
weiſe
überſchwemmt. In Weſt=Indianapolis ſtehen
Frauen und Kinder fußtief in ihren Häuſern im Waſſer
und leiden furchtbar unter der Kälte.
In Young=
ſtown
ſind alle induſtriellen Anlagen geſchloſſen. Der
Fluß ſteigt weiter. Der Sachſchaden in den Carnegie=
Steel=Anlagen wird auf 2½ Millionen Dollars geſchätzt.
* New=York, 26. März. Durch die Straßen
von Peru (Indiania) rauſcht das Waſſer bis zu 20 Fuß
tief. Zahlreiche Leichen von Frauen und Kindern treiben
in den Fluten. Die Nacht verbrachten die Frauen und
Kinder, ſich umarmend, auf den Dächern. Die Kälte ſtei=
gert
die Not. In Indianapolis iſt der Waſſerſtand
weiter geſtiegen. Das dortige vornehme Viertel iſt über=
ſchwemmt
. In Peru brach geſtern plötzlich der Schutz=
damm
des Wabaſhfluſſes: Hunderte von Menſchen ſind
ertrunken. Auf dem Wabaſhfluß treiben viele Wohnhäu=
ſer
, deren Bewohner ſich an die Dächer anklammern. Die
heftige Strömung macht es unmöglich, ſie mit Booten zu
erreichen.
Columbia, 26. März. Der Gouverneur er=
hielt
um 3 Uhr die Mitteilung aus Dayton, daß das
ganze Geſchäftsviertel in Dayton brenne und wahrſchein=
lich
völlig zerſtört würde. Die Leute ſpringen von den
Dächern ins Waſſer.
*
New=York, 26. März. Die Meldungen aus
den Ueberſchwemmungsgebieten beſtätigen die großen
Verluſte an Menſchenleben und Material.
Die Telephon= und Telegraphenverbindungen ſind faſt
völlig unterbrochen. Hunderte von Brücken ſind einge=
ſtürzt
. Dayton ſcheint faſt gänzlich zerſtört. Der Gou=
verneur
von Ohio meldet: In Ohio ſind faſt 250 000
Menſchenobdachlos. Das Parlament dieſes Staa=
tes
hat 500000 Dollars für Hilfszwecke bewilligt; außer=
dem
ſendet die Bundesregierung große Mengen an
Lebensmitteln. Man glaubt, daß in Indianapolis 200
und in Columbien 150 Perſonen ertrunken ſind. Der Ge=
ſamtverluſt
an Menſchenleben wird auf mindeſtens 1300,
der Materialſchaden auf etwa 50 Millionen Dollars ge=
ſchätzt
. Eine Million Arbeiter iſt brotlos. Die Verluſte
des Handelsverkehrs entziehen ſich jeder Schätzung.
* Waſhington, 26. März. Präſident Wilſon
hat einen Aufruf an die Nation erlaſſen um Unter=
ſtützung
der Ueberſchwemmten. Er ſagt darin, daß das
furchtbare Hochwaſſer die Größe eines nationalen Un=
glücks
angenommen habe.
* Chicago, 26. März. Das Hochwaſſer hat
die Stationen der öſtlichen Eiſenbahnlinien in Indiana
und Ohio abgeſchnitten. Heute iſt die Lage be=
trächtlich
ſchlechter als geſtern. Es iſt keine Ausſicht au=
ein
Nachlaſſen der Ueberſchwemmung vorhanden. Die
Cleveland= Cincinnati= Chicago-St. Louis, Cheſepeake=
und Ohio und Pittsburg-Cincinnati-Chicago= und St.
Louis=Eiſenbahnen geben bekannt, daß die Fahrpläne
aufgehoben ſind. Die Lakeſhore=Michigan=Southern=
Railway iſt die einzige Linie, die keine merklichen Schä=
den
erlitten hat. Amtlich wird erklärt, daß ſeit 20
Jahren keine Ueberſchwemmung in dieſem
Maßſtabe aufgetreten iſt. Aus allen betroffenen Gebieten
wird unaufhörlicher Regen gemeldet. In Eineinnati ha=
ben
die Behörden dringende Maßregeln für die Rettungs=
aktion
getroffen.
* New=York 27. März. Es iſt noch nicht mög=
lich
, den durch die Fluten hervorgerufenen Verluſt
an Menſchenleben und Eigentum zu ſchätzen.
Solange das Waſſer fällt, ſind die Retter wegen der
reißenden Strömung nicht imſtande, wirklich Hilfe zu brin=
gen
. Geſtern abend wurde in Dayton bei dem großen
Brande auch ein Hotel mit 200 Perſonen eingeäſchert.
Die Dämme bei Chillichothe und Fremont ſind von den
Fluten durchbrochen; in Sharron ereigneten ſich zahlreiche
Unglücksfälle.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Potsdam, 27. März. Der Kaiſer nahm heute
vormittag 10 Uhr eine Kompagniebeſichtigung im Luſt=
garten
zu Potsdam vor. Es wurden beſichtigt die Leib=
kompagnie
, die 3., 7. und 9. Kompagnie des 1. Garde=
regiments
zu Fuß. Die Beſichtigung war ſehr eingehend
und fiel zur vollen Zufriedenheit des Monarchen aus.
Nach dem Parademarſch, zu dem auch die übrigen Kom=
pagnien
des 1. Garderegiments zu Fuß hinzugezogen
waren, nahm der Kaiſer militäriſche Meldungen ent=
gegen
, und zwar u. a. vom Prinzen Leopold von
Bayern anläßlich ſeines Rücktrittes als General=
inſpekteur
der 4. Armeeinſpektion, von dem neuernann=
ten
Generalinſpekteür der 4. Armeeinſpektion Prinzen
Rupprecht von Bayern, vom Generalinſpekteur
der 6. Armeeinſpektion Herzog Albrecht zu Würt=
temberg
. Außerdem empfing der Kaiſer den groß=
britanniſchen
Oberſtleutnant Ruſſel zur Ueberreichung
der britiſchen Rangliſte, und den ſchwediſchen Rittmeiſter
von Adlercreuz zur Ueberreichung der ſchwediſchen Rang=
liſte
. Später begab ſich der Kaiſer zum Frühſtück in das
Regimentshaus des 1. Gardereaiments zu Fuß.
Karlsruhe, 27. März. Der Prinz von Wales
3
iſt heute vormittag 11 Uhr über Baden=Baden und Wild=
bad
nach Stuttgart abgereiſt.
Troppau, 27. März. Heute früh wurde an dem
früheren Korporal der Reſerve Johann Bagacz, welcher
am 19. März beim Rückmarſch von einer Felddienſtübung

den Oberleutnant Schramek durch einen Gewehrſchuß
hinterrücks ermordete, das auf Hinrichtung durch
den Strang lautende Urteil im Hofe der Rudolf=
Kaſerne in Anweſenheit eines Militärkommandos durch
den Wiener Scharfrichter vollſtreckt.
* Rom, 27. März. Im Kapitol fand heute die Er=
öffnung
des Internationalen Geogra=
phiſchen
Kongreſſes ſtatt, der von der königlich
italieniſchen Geſellſchaft für Geographie veranſtaltet iſt.
Anweſend waren der König, die Miniſter di San Giu=
liano
, Bertolini, Spingardi, Cattolica und Credaro
mehrere Deputierte und Senatoren, zahlreiche Kongreß=
mitglieder
, darunter die Forſcher Grandidier, Norden=
ſkjöld
, Paſſarge u. a., der Bürgermeiſter von Rom,
Nathan. Der Präſident der Geographiſchen Geſellſchaft
Marquis Capelli und der Unterrichtsminiſter Credaro
hielten Anſprachen. Schließlich ſprach namens der aus=
ländiſchen
Delegierten Nordenſkjöld.
Derbent, 27. März. Im Kurach=Bezirk ſind infolge
eines Erdbebens in fünf Dörfern viele Häuſer zer=
ſtört
worden. Einzelheiten fehlen noch.

HB. Berlin, 27. März. Wie das Depeſchen=Bureau
Herold von zuſtändiger Seite erfährt, iſt die Bundes=
ratsſitzung
, die zur definitiven Erledigung der
Heeresvorlage heute ſtattfinden ſollte, auf morgen ver=
choben
worden. Dies ſoll ſeinen Grund darin haben,
daß die Deckungsfrage noch keine völlige Löſung gefun=
den
hat.
Berlin, 27. März. Während der Verhandlung ge=
gen
den wegen Diebſtahls angeklagten Kutſcher Albert
Schuhmann aus Steglitz geriet der Angeklagte in
Wut, als der Staatsanwalt gegen ihn 1 Jahr Gefängnis
beantragte und ſtürzte ſich auf ſeinen Verteidiger,
um ihn zu erwürgen. Der Tobende konnte nur mit Mühe
überwältigt werden und wurde dann vorläufig der
Irrenanſtalt überwieſen
HB. München, 27. März. Das Dorf Fahrnbach
im Bayeriſchen Wald iſt heute früh bei Wind und Waſſer=
mangel
einem Brande zum Opfer gefallen. Die Hälfte
der Einwohnerſchaft iſt obdachlos und hat ihre ganze
Habe verloren.
Wien, 27. März. Beim Verlaſſen der Wohnung
blieb der frühere Generalſtabschef Beck mit den Sporen
am Teppich hängen und ſtürzte einige Stufen der Treppe
hinab. Er erlitt einen rechten Unterarmbruch. Der Ver=
letzte
iſt achtzig Jahre alt und ein Jugendfreund des
Kaiſers
Prag, 27. März. Das Sechstagerennen
mußte vorläufig unterbrochen werden, angeblich
weil ſich zwiſchen den geſchäftlichen Veranſtaltern des
Rennens erhebliche Differenzen herausgeſtellt haben.
Mailand, 27. März. Heute wurde gegen das Po=
lizeigebäude
unweit der Porta Viktoria eine Bombe
geworfen, die einen ziemlich großen Sachſchaden an=
richtete
. Es wurde niemand verletzt.
HB. Madrid, 27. März. Ein ſchwerer Sturm
hat in Alginet bei Valencia großen Schaden angerichtet
Der Eiſenbahnverkehr mußte eingeſtellt werden. Eine
Anzahl von Perſonen wurde: durch die großen Hagel=
ſchloßen
verletzt. Der Sturm dauerte eine Stunde lang
und hat beträchtliche Verheerungen angerichtet, zumal
die Saaten völlig vernichtet wurden und die Ernte daher
verloren iſt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Der Hochdruckkern hat ſich weiter nordoſtwärts ver=
lagert
und liegt heute über Skandinavien. Von Weſten
her drängt ſich tiefer Druck vor der in unſeren Bezirk
heute morgen ſchon Randwirbel entſendet. Wir haben
daher heute morgen wolkiges Wetter bei etwas tieferen
Temperaturen wie ſeither. In Heſſen ſind über Nacht
leichte Regen gefallen, während faſt das ganze übrige
Deutſchland trocken war. In Oſtdeutſchland iſt die Wind=
richtung
öſtlich; ſie dreht nach Weſten zu nach Süden um.
Wir werden morgen höchſtens den Einfluß leichter Rand=
wirbel
zu erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 28. März: Wech=
ſelnd
bewölkt, leichte Niederſchläge, mild.


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(B7297

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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere Mutter, Großmutter und Urgroßmutter
Eilsabethe Seibel
nach kurzem Krankenlager im 80. Lebensjahre
zu ſich in die Ewigkeit zu nehmen.
(7351
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Schoch.
Darmſtadt, den 26. März 1913.
Die Beerdigung findet am Freitag, nachmit=
tags
½3 Uhr, vom Portale des Friedhofes
aus, ſtatt.

Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Be=
kannten
die traurige Mitteilung, daß meine
liebe Frau, meiner Kinder treubeſorgte Mutter,
unſere Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
(B7322
10
Pau Dorothea Gotha
nach kurzem, aber ſchwerem Leiden im Alter
von 59 Jahren ſanft verſchieden iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Chr. Gotha.
Darmſtadt, den 27. März 1913.
Heidelbergerſtraße 21.
Die Beerdigung findet am Samstag, 29. d. M.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Darm=
ſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.

Dankſagung.
Für die uns bewieſene herzliche Teilnahme
bei dem uns betroffenen ſchweren Verluſte ſagen
wir Allen unſeren tiefgefühlten Dank.
(B7327
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Kugel.
Darmſtadt, den 26. März 1913.

Gsttesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.

Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 28. März:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 30 Min.
Samstag, den 29. März:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
7 Uhr 40 Min.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.

Samstag, den 29. März:
Vorabend 6 Uhr 15 Min. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 30. März, an:
Morgens 6 Uhr 15 Min. Nachmittags 6 Uhr.

Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. D), Anfang 7 Uhr,
nach 10½ Uhr: Die Jungfrau von Orleans.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 29. März.
Nutzholz=Verſteigerung um 8½ Uhr in
Turnhalle am Woogsplatz.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftoleben: Haus Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
-
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

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Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigen=
tümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteige=
rung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag
vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(7305

Warenhaus= und Filialſteuer.

Die nachſtehenden, von den Großh. Miniſterien des Innern
und der Finanzen genehmigten Ortsſatzungen treten am 1. April
ds. Js. in Kraft.
a) Ortsſatzung
betreffend die Erhebung einer Warenhausſteuer in Darmſtadt.
Auf Grund der Artikel 19 ff. des Geſetzes, die Gemeinde
umlagen betreffend, vom 8. Juli 1911 und des Artikels 15 des Ge
etzes, die Städteordnung betreffend, vom 8. Juli 1911, wird au
Beſchluß der Stadtvertretung vom 30. Januar 1913 nach gutächtlicher
Aeußerung des Oberbürgermeiſters und des Kreisausſchuſſes und
mit Genehmigung der Großh. Miniſterien des Innern und der
Finanzen vom 19. März 1913 für den Gemeindebezirk der Stadt
Darmſtadt folgendes beſtimmt:
§ 1.
Gewerbliche Unternehmen, inſoweit ſie den Kleinhandel mit
Waren verſchiedener Gattungen nach Art der Warenhäuſer, Groß=
haſare
, Abzahlungs=, Verſteigerungs= und Verſandgeſchäfte im großen
betreiben, ſind zur Zahlung einer beſonderen Gewerbeſteuer Waren=
hausſteuer
an die Stadt Darmſtadt verpflichtet.
§ 2.
Steuerpflichtig ſind ſowohl Hauptniederlaſſungen als auch
Zweigniederlaſſungen auswärtiger Geſchäfte der in § 1 bezeichneten.
Art. Beſitzt eine gewerbliche Unternehmung in Darmſtadt Filial=
betriebe
in Darmſtadt, ſo iſt ſie mit dieſen als ein Ganzes zu be=
urteilen
.
§ 3.
Maßgebend für die Pflicht zur Zahlung der Warenhausſteuer
iſt der Umſatz des letzten, zur Zeit der Veranlagung abgelaufenen
Geſchäftsjahres. Hat das Unternehmen noch kein volles Geſchäfts=
jahr
beſtanden, ſo iſt der Jahresumſatz nach den zur Zeit der Ver=
anlagung
vorliegenden Anhaltspunkten zu ſchätzen. Während des
Steuerjahres eintretende Aenderungen ſind erſt bei der Beſteuerung
für das folgende Jahr zu berückſichtigen.
Die Betriebsinhaber ſind verpflichtet, auf die an ſie ergehende
Aufforderung der zuſtändigen Steuerveranlagungsbehörde innerhalb
einer von dieſer vorzubeſtimmenden Friſt eine Erklärung über
den erzielten Umſatz, ſowie darüber einzureichen, welcher Teil des
Anlage= und Betriebskapitals und welcher Teil des Ertrags auf den
Kleinhandel entfällt. In der Aufforderung iſt der Rechtsnachteil
anzudrohen, daß nach fruchtloſem Ablauf der Friſt die entſprechenden
Feſtſtellungen ohne weitere Mitwirkung des Beteiligten von Amts
wegen erfolgen würden, daß ihm für das betreffende Steuerjahr eine
Einſprache dagegen nicht zuſtehe, und daß er zur Steuer herangezogen
werde, als wenn er lediglich den Kleinhandel betreibe.
§ 4.
Die Warenhausſteuer wird nach dem im Kleinhandel erzielten
Jahresumſatz des Unternehmens erhoben und beträgt:
von mehr als
bis einſchließlich
des Umſatzes
150000
300000
1 vom Hundert
450000
300000
1½
600000
450000
,
600000
1000000 .
2½
000000
Ueberſteigt die hiernach berechnete Warenhausſteuer nachweis=
lich
15% des Ertrags im Sinne des Artikels 11 Abſatz 3 des Ge=
ſetzes
, die Gemeindeumlagen betreffend, ſo iſt ſie auf Antrag des
Pflichtigen auf dieſen Betrag, keinesfalls aber auf weniger als 1%
des Umſatzes zu ermäßigen.
§ 5.
Die Warenhausſteuer wird durch die Inſtanzen veranlagt, von
denen die Gewerbeſteuer veranlagt wird. Gegen deren Entſcheidungen
finden die gegen die Zuziehung zu den Gemeindeumlagen zuläſſigen
Rechtsmittel ſtatt.
§ 6.
Iſt bei einem gewerblichen Unternehmen die Vorausſetzung für
die Erhebung von Warenhaus= und Filialſteuer gegeben, ſo gelangt
nur diejenige Steuer zur Erhebung, die den höheren Steuerertrag
ergibt.
§ 7.
Im übrigen gelten die Vorſchriften des Geſetzes, die Gemeinde=
(7054md
umlagen betreffend, vom 8. Juli 1911.
§ 8.
Dieſe Ortsſatzung tritt am 1. April 1913 in Kraft.
Darmſtadt, den 22. März 1913
Der Oberbürgermeiſter.
b) Ortsſatzung
betreffend die Erhebung einer Filialſteuer in Darmſtadt.
Auf Grund der Artikel 24 kk des Geſetzes, die Gemeindeum=
lagen
betreffend, vom 8. Juli 1911 und des Artikels 15 des Geſetzes,
die Städteordnung betreffend, vom 8. Juli 1911 wird auf Beſchluß
der Stadtvertretung vom 30. Januar 1913, nach gutächtlicher Aeuße=
rung
des Oberbürgermeiſters und des Kreisausſchuſſes und mit
Genehmigung der Großh. Miniſterien des Innern und der Finanzen
vom 19. März 1913 für den Gemeindebezirk der Stadt Darmſtadt
folgendes beſtimmt:
§ 1.
Gewerbetreibende, die im Gemeindebezirk der Stadt Darm=
ſtadt
ohne in ihm ihren Wohnſitz oder Hauptbetriebsſitz zu
haben Verkaufsſtellen oder Lager unterhalten, von denen aus
Waren zum Verkauf abgegeben werden, ſind zur Zahlung einer be=
ſonderen
Gewerbeſteuer Filialſteuer an die Stadt Darmſtadt
verpflichtet.
§ 2.
Die Filialſteuer wird nach dem Jahresumſatz der Verkaufs=
ſtelle
oder des Lagers erhoben und beträgt:
1000 50000 Mk. einſchl. 1 v. H.
von einem Umſatz von
über 50000100000
1½
vom weiteren
100000200000
,

2½
200000 Mk.

Ueberſteigt die hiernach berechnete Filialſteuer nachweislich 15%
des Ertrags im Sinne des Artikels 11, Abſ. 3 des Geſetzes, die Gemeinde=
umlagen
betreffend, ſo iſt ſie auf Antrag des Pflichtigen auf dieſen
Betrag, keinesfalls aber auf weniger als 1% des Umſatzes zu ermäßigen.
Beſitzt ein Gewerbetreibender im Gemeindebezirk Darmſtadt
mehrere Verkaufsſtellen oder Lager, ſo ſind dieſe als ein Ganzes
zu beurteilen.
§ 3.
Maßgebend für die Pflicht zur Zahlung der Filialſteuer iſt der
Umſatz des letzten zur Zeit der Veranlagung abgelaufenen Geſchäfts=
jahres
. Hat das Unternehmen noch kein volles Geſchäftsjahr be=
tanden
, ſo iſt der Jahresumſatz nach den zur Zeit der Veranlagung
vorliegenden Anhaltspunkten zu ſchätzen. Während des Steuerjahres
eintretende Aenderungen ſind erſt bei der Beſteuerung für das fol=
gende
Jahr zu berückſichtigen.
Die Betriebsinhaber ſind verpflichtet, auf die an ſie ergehende
Aufforderung der zuſtändigen Steuerveranlagungsbehörde innerhalb
einer von dieſer vorzubeſtimmenden Friſt eine Erklärung über den
Umfang ihres Geſchäftsbetriebs und weitere für die Steuerveranlagung
erhebliche Tatſachen einzureichen. In der Aufforderung iſt der Rechts=
nachteil
anzudrohen, daß nach fruchtloſem Ablauf der Friſt die ein=
chlägigen
Verhältniſſe ohne weitere Mitwirkung der Beteiligten von
Amts wegen feſtgeſtellt würden, und daß ihnen, abgeſehen von der
etwa verwirkten Strafe, für das betreffende Steuerjahr eine Ein=
ſprache
dagegen nicht zuſtehe.

§ 4.
Die Steuer wird durch die Inſtanzen veranlagt, von denen die
Gewerbſteuer veranlagt wird. Gegen deren Entſcheidung finden die
gegen die Zuziehung zu den Gemeindeumlagen zuläſſigen Rechts=
mittel
ſtatt.
§ 5.
Iſt bei einem gewerblichen Unternehmen die Vorausſetzung
für die Erhebung von Warenhaus= und Filialſteuer gegeben, ſo ge=
angt
nur diejenige Steuer zur Erhebung, die den höheren Steuer=
ertrag
ergibt.
§ 6.
Im übrigen gelten die Vorſchriften des Geſetzes, die Gemeinde
umlagen betreffend, vom 8. Juli 1911.
7.
Dieſe Ortsſatzung tritt am 1. April 1913 in Kraft.
Darmſtadt, den 22. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.

Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine
Nr. 2175, 15 599, 18431, 18639, 21310 und 25 650
werden hiermit aufgefordert, ihre Anſprüche innerhalb 14 Tagen,
vom Tage des Erſcheinens dieſer Bekanntmachung an gerechnet, in
unſerem Geſchäftszimmer Kirchſtraße Nr. 9 geltend zu machen
widrigenfalls nach Ablauf dieſer Friſt gemäß § 32 des Statuts vom
18. Auguſt 1900, betreffend die ſtädtiſche Pfandleihanſtalt Darmſtadt,
die Kraftloserklärung der Pfandſcheine erfolgen wird.
Darmſtadt, den 26. März 1913.
(7288
Städtiſche Pfandhausverwaltung.
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liegt in der Zeit
vom 27. März bis 10. April d. J.
während der Dienſtſtunden auf
dem Geſchäftszimmer der Stadt=
kaſſe
(Grafenſtraße 28) zur Ein=
ſicht
der Zahlungspflichtigen offen.
Etwaige Einwendungen ſind
innerhalb der gleichen Friſt, bei
Meidung des Ausſchluſſes, münd=
lich
oder ſchriftlich bei der genannten
Stelle vorzubringen. (7200df
Darmſtadt, 25. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.

Losholz=Ausgabe.

Die Ausgabe des Losholzes an
diejenigen Bezugsberechtigten der
früheren Gemeinde Beſſungen, die
hiervon mündlich verſtändigt wur=
den
, findet Montag, den 3 1. März
1. Js., nachmittags von 3 bis
5 Uhr, in dem Turnſaal des
Schulhauſes der Stadtknaben=
ſchule
III, Ludwigshöhſtraße
Nr. 42, ſtatt.
(7290fs
Ich bringe dies hiermit noch=
mals
zur Kenntnis der Beteiligten.
Darmſtadt, 26. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.

Bekanntmachung.

Freitag, den 11. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreinermeiſter Wil=
helm
Hermann Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
lur Nr. qm
III 1405 888 Hofreite Wendel=
ſtadtſtraße
13,
III 1406 150 Grasgarten ( Vor=
garten
) daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K19/13
Darmſtadt, 27. Februar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,5038

Bekanntmachung.

Freitag, den 11. April 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Philipp
Jacoby dahier zugeſchriebenen Lie=
genſchaften
:
Flur Nr. qm
XIX 265 2199 Acker, oberſte
Golläcker
XIX 316 2634 Ackeram Pfung=
ſtädter
Weg,
LXVII 18 962 Wieſe, die Ru=
dolfswieſe
,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
Nr. 1, zwangsweiſe
verſteigert werden.
Darmſtadt, 24. Februar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI.5141

Bekanntmachung.

Freitag, den 9. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Hauptmann à la suite
Eduard Zernin Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 625 602 Hofreite Neckar=
ſtraße
Nr. 9,
IV 626 557 Grasgarten mit
Gartenhaus
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K24/13
Darmſtadt, 26. März 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,7296

MM
Bekanntmuchung.

Im Konkurs über das Ver=
mögen
des Aron Wolff von
Pfungſtadt betragen die Teilungs=
maſſe
2417.70 , die nichtbevorrech=
tigten
Forderungen 44 151.62 .
Darmſtadt, 26. März 1913.
Reibſtein,
7304)
Konkursverwalter.

Matratzenſtreu=Verkauf.
Samstag, den 29. ds. Mts.,
um 8 Uhr vormittags, wird im
Hofe der Artilleriekaſerne am
Beſſungerweg die Winterma=
tratzenſtreu
aus einem Batterie=
ſtall
öffentlich und meiſtbietend
verſteigert.
(6931smf
Darmſtadt, im März 1913.
I. Abteilung Feld=Art.=Regts. 61.
hr
Scheeibmäschine
Helios‟, faſt neu, 70 Mk.
Müller & Ober,
Karlſtraße 30. (6524a
abzu=
40 Lik. Ia Vollmilch geben
Zu erfr. in der Exped. (7282dfs
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lands
, sind wir in unserem seitherigen Lokale bezw. in den Expeditionsräumlichkeiten derart beengt, daß wir gezwungen sind, unsere Geschäfts-
lokalitäten
zum großen Teil zu verlegen.
Wir werden also unsere seitherigen Lokalitäten und Laden Rheinstraße 39 vollständig aufgeben.
Das Haupt- und Ladengeschäft verlegen wir nach

Marienplatz 9

während unsere permanente Ausstellung Rheinstrasse 41 wie seither geöffnet bleibt.
Bei dieser Gelegenheit möchten wir nicht versäumen, unseren zahlreichen Kunden und Freunden aus allen Kreisen für das Wohlwollen
und die stete Weiterempfehlung unserer Firma unseren verbindlichsten Dank auszusprechen.
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Das Stärkſte.
Roman von Fritz Gantzer.
(Nachdruck verboten.)
(13)

Von Signe ungeſehen, verließ ſie das Haus. Auf
dem langen Wege hatte ſie vollauf Zeit, ruhiger zu
denken. Ja, ſie kam damit ſogar ſo weit, daß ſie ihre Be=
fürchtungen
als eine große Torheit von ſich wies. Signe
hatte ſeit Monaten ſchon unter wechſelvollen Stimmungen
zu leiden, die ihren Grund in der Entwickelung haben
mochten, in der ſie gerade ſtand, und es würde auch dies=
mal
nichts weiter ſein. Ja, ja, es war ſchon ſo! Ganz
gewiß dachte ſie das zuletzt, und ihr geplanter Beſuch im
Krankenhauſe deuchte ſie faſt überflüſſig. Dennoch wollte
ſie ihn nun auf alle Fälle zur Ausführung bringen.
In ihrer Eigenſchaft als Vorſtandsmitglied der Kran=
kenhausverwaltung
hatte ſie keinerlei Schwierigkeiten,
auch außerhalb der Beſuchsſtunden Eintritt zu erlangen.
Mit größter Zuvorkommenheit wurde ſie empfangen und
nach ihren Wünſchen gefragt. Sie bat um eine Unter=
redung
mit der Schweſter, die die geſtern eingelieferte
Kranke pflegte, und erkundigte ſich bei ihr zunächſt nach
dem Befinden der Fremden.
Sie erfuhr dasſelbe, was man ſchon Signe geſagt.
Dieſe Auskunft befriedigte ſie natürlich nicht. Und als
die Schweſter ihren ſachlichen Bericht beendet, fragte ſie,
ob man wiſſe, wer dieſe Kranke ſei.
Darüber kann ich Ihnen nichts ſagen. Irgendwelche
fAusweispapiere trug die Frau nicht bei ſich. Es handelt
iſich offenbar um eine gänzlich mittelloſe, durch widriges
(Geſchick völlig heruntergekommene Perſon, die dem Ver=

hungern nahe war. Seit ihrer Aufnahme liegt ſie, wie
geſagt, in einem hochgradigen Fieber, das ihren ſchwachen
Körper verzehren dürfte.
Das tut mir aufrichtig leid, bedauerte Frau Bruns.
Phantaſierte die Kranke auch?
Die Schweſter bejahte. Soviel ich aus den wirren,
unzuſammenhängenden Reden entnehmen konnte, befand
ſich die Kranke auf der Suche nach . . . .
Ihrem Kinde? vollendet die ſich hart in die Höhe
richtende Zuhörerin fragend, während ſie das Gefühl
hatte, als grüben ſich krallende Hände in ihr Herz.
Die Schweſter ſah erſtaunt auf und wundert ſich über
die fahle Geſichtsfarbe Frau Barbaras. Dann ſagte ſie,
den Kopf leiſe bewegend: Nein, nach dem Grabe ihres
Kindes. Wenn ich recht hörte, ſoll das Kind hier in Hat=
tinghauſen
beſtattet ſein. Sie nannte auch ſeinen mir
allerdings unverſtändlich gebliebenen Namen.
Frau Bruns wollte es nicht, ſie lehnte ſich mit aller
Wucht dagegen auf, den Namen, der ihr auf der Seele
brannte, auszuſprechen. Aber ſie kam nicht umhin. War
es vielleicht Signe? fragte ſie, faſt unhörbar, das Wort
förmlich herauspreſſend.
Es könnte ſein. Aber ich will es nicht behaupten.
Es könnte ſein! . . . .
Und wenn es war? Eine lange Reihe überlegender
Gedanken ſpann ſich in Haſt durch Frau Barbaras Sinn:
Dann war dieſe Signe doch nicht ihre Signe. Denn jenes
Kind, nach dem das Verlangen der Fremden ſtand, war
ja geſtorben, und nur ſeinen Hügel ſuchte ſie, Es müßte
denn ſein, daß ſie falſch unterrichtet war, vielleicht Ver=
mutungen
hegte oder daß ſie im Fieber die Tatſachen
verkehrte... .. Ein Wirrwarr von Vorſtellungen. Damit

kon ſi uiht gurecht Es blich els, nie es wer. s
dunkel, unentwirrbar, verſchleiert. Kurz entſchloſſen er=
hob
ſie ſich.
Ich danke Ihnen, Schweſter. Und nun führen Sie
mich, bitte, zu der Kranken. Ich möchte mich von ihrem
Befinden noch perſönlich überzeugen.
Obwohl die Schweſter über das lebhafte Intereſſe
ihrer Beſucherin an der Fremden ein Verwundern über
das andere empfand, kam ſie dem Wunſche doch wortlos
nach.
Frau Barbaras Füße zitterten, als ſie über die
Schwelle des Krankenzimmers trat, und ihre Augen ſaug=
ten
ſich mit einem heißen Suchen auf dem Geſicht der in
einem unruhigen Halbſchlaf liegenden Kranken feſt, als
ſie ſich der ſchlichten, eiſernen Lagerſtatt genähert hatte.
Zug um Zug des ſchmalen, fiebergeröteten Leidensge=
ſichts
ſtudierte ſie in dem Bemühen, eine Aehnlichkeit,
und ſei es auch nur die leiſeſte, knappſte, mit dem Antlitz
Signes herauszufinden. Aufatmend richtete ſie ſich erſt
nach Minuten hoch. Nichts, nichts! Das hier konnte
Signes Mutter nicht ſein. Schon des Alters wegen nicht.
Denn dieſes ſorgen= und gramdurchfurchte Geſicht mochte
wohl nahezu ſechzig Jahre eines elenden, erbärmlichen
Lebens geſehen haben. Und die Frau, die ſich einſt wei=
nend
von ihrem Kinde getrennt, war, wie Herr Bruns
damals erzählte und Barbara ſich jetzt erinnerte, ein
junges Weib von knapp dreißig Jahren geweſen.
Vielleicht bringt’s gute, gewiſſenhafte Pflege doch
noch einmal zurecht, ſagte ſie, ehe ſie ging. Und daß Sie
nichts unverſucht laſſen werden, iſt ja ſelbſtverſtändlich.
Ganz gewiß, Frau Bruns. . . .
Trotzdem ſie das Krankenhaus in einem Gefühl der

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Erleichterung verließ, ſtand ihr Heimweg doch unter dem
Zwang peinigender Ueberlegungen. Der am Tage vor
Signes Konfirmation noch für Jahre hinausgeſchobene
Vorſatz, ſie über ihre eigentliche Herkunft zu unterrichten,
deuchte ſie jetzt zu einer brennenden Frage geworden, auf
die ſie ſich zur Minute noch keine entſcheidende Antwort
zu geben vermochte. War es jetzt an der Zeit? Gingen
die eigentlichen Gefühlszuſtände Signes doch tiefer, und
waren ihre feinſten Wurzeln ſchließlich in einem geheim=
nisvollen
ſeeliſchen Vorgange zu ſuchen, der in ſeiner
Entſtehung unergründbar war? Schlummerte ein Ahnen
in ihr, das, durch Verknüpfung wunderlicher Zufälle ge=
weckt
, ihr zu ſagen begann: Das Blut Deines Leibes iſt
anderen Urſprungs, als Du bisher wähnteſt! War die
wunderbare Pſyche ſo geheimnistief, ſo wunderbar, daß
ſie deſſen überhaupt fähig war?
Und wenn ja, dann war es an der Zeit, Signe die
Augen zu öffnen, dann durfte man nicht zögern, keine
Minute mehr zögern, wenn man ſich nicht eines Verbre=
chens
an ihrer Seele ſchuldig machen wolle.
Aber!
Dies Aber warf der Egoismus in den Weg. Stand
hinter ihm und ſah mit ſtarren Augen eines auf ſeine
Rechte Pochenden, dem grübelnden Geſchöpf Menſch in
das erſchrockene Geſicht. Starrte und lachte höhniſch:
Mit mir mußt Du auch rechnen! Und nun rechne und
finde Dich mit mir ab.
Vielleicht iſt dieſe Fremde doch Signes Mutter? He!
Und vielleicht erfährt das Signe auch? He!
Das war das Aber!
Und dann? Ja, es gibt doch Blutsbande, die ſtärker

ſind als Dankbarkeit und Anhänglichkeit . . . . Alſo: Du
könnteſt Signe verlieren. Es könnte ſein, daß ſie Dich
verläßt und . . . .
Um alles nur das nicht!
Nun, dann ſchweig, ſchweig! Begehe lieber ein
Verbrechen an ihrer Seele und ſage nichts, ſage nichts!
Ja, noch warten! Lieber noch warten. Denn Signe
war ihr ja wie ein leibliches Kind ans Herz gewachſen.
Und wenn es ihr verloren ginge, dann ginge mit ihm
ein Stück ihres Lebens.
Und wenn es wirklich ſein ſollte, daß jene Fremde
Signes Mutter war aber es wird, es kann ja nicht
ſein dann doch auch dem törichten Zufall begegnen,
der es Signe verraten könnte.
Bis dahin waren Frau Barbaras Gedanken haltlos
gekommen. Aber nun ſtanden ſie plötzlich wie vor einem
unüberſchreitbaren Hindernis, das einer abgründigen
Kluft oder einem reißenden Waſſer glich.
Wie Signe bewahren? Wie ſie ſich für jeden Fall
erhalten?
Ein einziges Wort brachte mit einem Schlage helles
Licht.
Fort! Sie mußte fort. So lange fort, bis jede Ge=
fahr
vorüber war. Auch die ſchließlich nur eingebildete
Gefahr.
Und als Frau Barbara Bruns über die Schwelle
ihres Hauſes trat, war ſie entſchloſſen, nach ihrem Vor=
ſatze
zu handeln.
Sie begab ſich ſofort zu ihrem Gatten, um mit ihm
Rat zu pflegen.
Der lächelte ſie nach ihren Ausführungen eigen an.

Sein Lächeln konnte heißen: Biſt Du töricht! Aber auch:
Oh, Du kluge Frau!
Als Frau Barbara nach dem Grunde ſeines Lächelns
forſchte, ſagte er beides.
Du biſt töricht, Barbara, trotz aller Deiner Klugheit,
die Du offenbart haſt. Signe gehört uns, niemand hat
ein Anrecht auf ſie, denn wir. Und wenn ihre Mutter
wirklich kommt, heute oder morgen, ſo wird Signe doch
nie von uns gehen; denn ſie hängt an uns wie an leib=
lichen
Eltern.
Es gibt etwas, das ſtärker iſt als Anhänglichkeit,
Tobias.
Du denkſt an das Geſetz, das die Bande des Blutes
ſchreibt?
Sie nickte. Ja. Das iſt ein ehernes, unwandel=
bares
Geſetz.
Er ſtand von ſeinem Kontorſeſſel auf und begann
ein gewichtiges Auf= und Abſchreiten. Es hat ſeinen
Meiſter, Barbara. Man geht dieſem Geſetz zuliebe nicht
aus dem Wohlleben in Armut, aus geordneten Verhält=
niſſen
nicht in die wüſte Zerfahrenheit eines Vagabunden=
lebens
. Signe iſt ſo vollkommen mit uns und der Art
unſeres Lebens verwachſen, daß ſie die Wurzeln ihres
Seins nicht mehr aus dem Boden der ihr vertraut ge=
wordenen
Verhältniſſe löſen kann, ohne daran einfach
zugrunde zu gehen . . . Und wenn Du ſie fortſchicken
ſollteſt, doch fortſchicken, wohin? Auch mußt Du bedenken,
daß Du ſie unnötig in Unruhe verſetzeſt. Laß alles, wie
es iſt. Du ſiehſt Gefahren, die in Wirklichkeit nicht vor=
handen
ſind.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

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Kreistag des Kreiſes Darmſtadt.

St. Darmſtadt, 27. März
Im Rathausſaale fand heute vormittag unter dem
Vorſitz des Provinzialdirektors Fey eine Sitzung des
Kreistages ſtatt. Nach Feſtſtellung der Beſchlußfähigkeit
und Beſtellung der Urkundsperſonen widmete der Vor=
ſitzende
dem verſtorbenen Mitgliede Geh. Juſtizrat
Schmeel einen warmen Nachruf und ſtellte dann Herrn
Regierungsrat Piſtor der Verſammlung vor. Darauf
wurde in die Tagesordnung eingetreten.
Der Vorſitzende, Provinzialdirektor Fey, gibt über
die wirtſchaftlichen und finanziellen Verhältniſſe des Krei=
ſes
, ſowie den Stand der Kreisverwaltungsangelegen=
heiten
folgenden Ueberblick: Wenn wir auch in dieſem
Jahre die
finanzielle Lage
unſeres Kreiſes als eine günſtige bezeichnen dürfen, ſo
hat dies darin ſeinen Grund, daß Kreisamt und Kreis=
ausſchuß
bemüht waren, überall die ſeitherigen Grund=
ſätze
einer einfachen und ſparſamen Verwaltung, ſowie
einer Weiterführung und Ausgeſtaltung der Kreisein=
richtungen
in ruhiger und maßvoller Weiſe einzuhalten.
Die dem Kreistage vorliegende letztgeſtellte Rechnung
ſchließt in Einnahme und Ausgabe von 654 484 Mark und
mit einem Ueberſchuß von 30030,70 Mark ab. Den Mehr=
ausgaben
in einzelnen Etatspoſten ſtehen entſprechende
Mehreinnahmen gegenüber. Um Einzelnes hervorzu=
heben
, ſei bemerkt, daß infolge der günſtigen Finanzlage
der Provinz bei den Provinzialumlagen 5665 Mark er=
ſpart
wurden, ebenſo wurde bei Beſoldungen, Tage=
gelder
und Gebühren im ganzen eine Erſparnis von 2892

Mark erzielt, während für Kreisunterſtützungen 13 273
Mark mehr ausgegeben werden mußten, wobei die
Zwangserziehungskoſten ſehr beträchtlich ins Gewicht
fallen. Auch die Ausgaben für die Verpflegung orts=
armer
Geiſteskranker ſind weſentlich geſtiegen. Aus Nutz=
ungen
von Kreisſtraßen, insbeſondere aus dem Obſtbau,
wurde ein erheblicher Mehrbetrag erzielt. Die Einnah=
men
aus Obſtbau überſteigen zum erſtenmal ſeit langen
Jahren die Ausgaben. Es gingen für Obſt ein: 1908
4676 Mark, 1909 3804 Mark, 1910 5712 Mark, 1911
7522 Mark, 1912 9135 Mark. Die Kreisumlagen
betrugen im Jahre 1912 453 217 Mark und werden im
Jahre 1913 nicht erhöht, ſondern bleiben auf demſelben
Betrag, obgleich unſere Steuerkapitalien fortwährend
wachſen und ſomit ohne wachſende Belaſtung die Um=
lagen
entſprechend dieſem Wachstum erhöht werden könn=
ten
. Die Schulden des Kreiſes betragen 74000 Mark.
Sie werden mit 10 Prozent getilgt.
Die Entwickelung des Kreiſes in wirtſchaftlicher und
ſozialer Hinſicht im letzten Jahre war im allgemeinen
eine recht zufriedenſtellende. Der Kreis hat ſich auf dem
Gebiete der ſozialen Fürſorge
auch im letzten Jahre als ein für die Gemeinden eintreten=
der
und dieſe ganz erheblich entlaſtender Gemeindeverband
erwieſen. In dem neuen Voranſchlag für 1913 nimmt
dieſe Entlaſtung wieder eine hervorragende Stelle ein.
Der Kreis hat der Stadt Darmſtadt und den Landgemein=
den
folgende Verpflichtungen und Koſten abgenommen:
Pflegegeld für 225 ortsarme Geiſteskranke 100000 Mk.,
Pflegegeld für 25 ortsarme Schwachſinnige 10000 Mk.,
3. Pflegegeld für 30 ortsarme Epileptiſche und ortsarme
Blinde mit 16200 Mk., 4. die Hälfte der Zwangserzieh=
ungskoſten
für etwa 300 Zöglinge 32500 Mk., insgeſamt
alſo 158700 Mark. An Zwangserziehungskoſten mußten
5000 Mark mehr vorgeſehen werden als im Vorjahre.
Außerdem hat der Kreis ganz oder teilweiſe noch über=
nommen
die Koſten der Desinfektion der Wohnungen bei
Epidemiefällen, der Nahrungsmittelkontrolle, der polizei=
lichen
Unterſuchung und Heilung von weiblichen Perſonen,
die an Geſchlechtskrankheiten erkrankt ſind, die Koſten der
Tuberkuloſefürſorgeſtellen, die Koſten für Vertilgung von
Schädlingen in der Land= und Forſtwirtſchaft. Der Kreis
eiſtet ferner Beiträge zur Landwirtſchaftlichen Winter=
ſchule
, zur Arbeiterkolonie, zum Verbande der Rettungs=
häuſer
und Erziehungsvereine, zum Zentralverein für
Errichtung billiger Wohnungen. Neu vorgeſehen iſt ein
Betrag von 1000 Mark zur Förderung der Säuglings=
pflege
und des Mutterſchutzes in den Landgemeinden (in
Darmſtadt leiſtet die Stadt einen Beitrag von 4000 Mk.
für das Eleonorenheim und die Milchküche). Die hervor=
ragende
Tätigkeit der Großh. Zentrale iſt zur Genüge
bekannt; es iſt auch aus einem vor kurzem in der Preſſe
erſchienenen Artikel erſichtlich, was dieſelbe im letzten
Jahre insbeſondere auch in den Landgemeinden geleiſtet
hat. Weiter ſind vorgeſehen für Transport verunglückter
und kranker Perſonen aus den Landgemeinden in die

Krankenhäuſer von Darmſtadt, ſowie zur Unterſtützung
und Förderung des freiwilligen Rettungsdienſtes im
Kreiſe 1500 Mark. Der Freiwilligen Sanitätskolonne‟
in Darmſtadt hat der Provinzialdirektor aus Anlaß der
Feier ihres 25jährigen Beſtehens Glückwünſche und Dank
für ihre von warmer Nächſtenliebe getragenen Beſtrebun=
gen
und für ihre vortrefflichen, durch Ordnung und Dis=
ziplin
ſich auszeichnenden Einrichtungen ausgeſprochen.
Auf dem Gebiete der
Jugendpflege,
für welches im Vorjahre 800 Mark bewilligt wurden, war
die Kreisverwaltung in 1912 zum erſten Male in aus=
gedehnter
Weiſe tätig. Es wurde zunächſt der Verein für
Jugendfürſorge zu Darmſtadt der unter Leitung des
Herrn Bürgermeiſters Mueller außerordentlich eifrig und
erfolgreich tätig iſt, mit einem namhaften Beitrage unter=
ſtützt
. In den größeren Gemeinden Arheilgen, Eberſtadt,
Griesheim, Nieder=Ramſtadt, Ober=Ramſtadt, Pfungſtadt,
Roßdorf wurden Vorträge über ländliche Wohlfahrts=
pflege
und Jugendfürſorge vor Verſammlungen, an
denen Lehrer, Geiſtliche, Bürgermeiſter und Aerzte teil=
nahmen
, gehalten. Daraufhin wurden in dieſen Gemein=
den
durch Lehrer und Geiſtliche Jugendvereinigungen ge=
bildet
, die weſentlich die körperliche, geiſtige und ſittliche
Kräftigung der Jugend, beſonders auch der ſchulentlaſ=
enen
, zum Ziele haben. An die beſtehenden vaterländi=
ſchen
Turnvereine wurden Turn=, Schüler= und Zöglings=
abteilungen
angegliedert und die Lehrer veranlaßt, ſich in
dieſen Vereinen einen beſtimmenden Einfluß zu ſichern.
Das iſt außerdem auch in einigen kleinen Gemeinden ge=
ſchehen
: Eſchollbrücken, Meſſel, Waſchenbach. In Arheil=
gen
, Eberſtadt, Griesheim, Pfungſtadt und Roßdorf wur=
den
Leſe=, Spiel= und Handarbeits=Abende eingerichtet.
Es wurde die weibliche ſchulentlaſſene Jugend an je zwei
Abenden wöchentlich im Schulhauſe und in der Turnhalle
durch dortige Lehrerinnen verſammelt, um mit ihnen zu
leſen, ſpielen und turnen und Handarbeiten zu fertigen.
Auch die Schulwanderungen wurden gefördert. Zu dieſen
Veranſtaltungen, ſowie zur Anſchaffung von Spielgeräten
und zur Errichtung von Schüler= und Volksbibliotheken
wurden Beihilfen teils aus Mitteln des Kreiſes, teils aus
denjenigen des Vereins für ländliche Heimat= und Wohl=
fahrtspflege
, teils der Gemeinden gegeben. Auch der
Bund Jungdeutſchland wurde gefördert. Auf Koſten des
Kreiſes nahmen Hauptlehrer Haſſenzahl von Arheilgen
und Lehrer Hering von Griesheim an einem Führerkurſus
im Oktober und November 1912 in Berlin Anteil. Mit
Hilfe der genannten Lehrer wurde die körperliche und
geiſtige Ertüchtigung der Jugend in den Landgemeinden,
und zwar unter enger Beziehung zur ländlichen Wohl=
fahrts
= und Heimatpflege, planmäßig organiſiert. Wir
betrachten die Jugendpflege als einen der wichtigſten
Zweige der ländlichen Wohlfahrtspflege überhaupt und
wollen ſie hiervon ſchon deshalb um ſo weniger trennen,
als wir ſo in der Lage ſind, auch Mittel des Vereins für
ländliche Wohlfahrts= und Heimatpflege für die Jugend=

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(7328

[ ][  ][ ]

beſtrebungen nutzbar zu machen. In Arheilgen, Eberſtadt
und Roßdorf fanden im Jahre 1912 Elternabende
ſtatt, bei denen die Jugend durch Detlamationen, Geſangs=
vorträge
, muſikaliſche und turneriſche Darbietungen
reichen Unterhaltungsſtoff bot. In einigen anderen Ge=
meinden
ſind ſolche Unterhaltungsabende in Vorberei=
tung
. Bei dem Schulhausneubau in Arheilgen und dem
Erweiterungsbau in Roßdorf wurde die Einrichtung von
Schulbädern und Schulküchen vorgeſehen. Auch in Eber=
ſtadt
wird wohl im nächſten Jahre die Einrichtung eines
Schulbades im neuen Schulhauſe möglich werden. Ver=
uchsweiſe
wurde in Roßdorf auf Anregung des Vor=
ſtandes
des Vereins für ländliche Heimat= und Wohl=
jahrtspflege
ein Kurſus in Obſtbaukunde an die Fortbil=
dungsſchule
angeſchloſſen. Er wurde neben dem eigent=
lichen
Fortbildungsunterricht in zwei beſonderen Stunden
wochentlich durch den Kreisobſtbautechniker abgehalten;
20 Schüler nahmen freiwillig daran teil, denen auf Kreis=
koſten
das Jägerſche Buch Praktiſche Anleitung zur Obſt=
kultur
als Belohnung für ihren Fleiß überreicht wurde.
Für dieſen Unterricht haben ſich nunmehr die Gemeinden
Eberſtadt und Pfungſtadt gemeldet. Beſondere Verdienſte
um die Ausgeſtaltung der Jugendpflege haben ſich die
Herren Profeſſor Kiſſinger und Profeſſor Dr. Frenzel er=
worben
, welche ihre dienſtfreie Zeit mit ſehr anerkennens=
wertem
Eifer und beſtem Erfolge dieſer Sache gewidmet
haben. Nicht minder müſſen wir der ſegensreichen Tätig=
keit
des Herrn Pfarrers Zimmermann=Wixhauſen dank=
bar
gedenken. Es muß aber noch beſonders anerkannt
werden und iſt hocherfreulich, daß dieſe Beſtrebungen auch
bei der Lehrerſchaft im Kreiſe warmes Verſtändnis, Ent=
gegenkommen
und rege Förderung gefunden haben. In
Gräfenhauſen und Wixhauſen ſind Kleinkinderſchulen ent=
ſtanden
; in Traiſa ſoll das alte Schulhaus in Kürze für
dieſe Zwecke hergerichtet werden. Beſondere Fürſorge
wurde noch den Pflegekindern, insbeſondere auch den
über 6 Jahre alten, gewidmet. In Eberſtadt, wo ſehr
viele Pflegekinder ſich befinden, wurde ein beſonderer
Verein von Frauen gegründet, welche den Pflegeeltern
und Pflegekindern regelmäßige Beſuche abſtatten. Die
Pflegekinder werden bis zum Alter von 1½ Jahren von
den Schweſtern der Zentrale für Säuglingspflege und
Mutterſchutz beſucht. Auf dem Gebiete der

Volksbildung

wurden verſchiedenen Ortsvereinen Zuſchüſſe zu Volks=
bibliotheken
geleiſtet und die Beſtrebungen wegen Gründ=
ung
und Vermehrung von Volksbibliotheken gefördert.
Der Kampf gegen die Schundliteratur wurde tatkräftig
unterſtützt. Für die Gemeinden Arheilgen, Eberſtadt,
Griesheim, Pfungſtadt, Ober=Ramſtadt und Roßdorf ſind
auf Veranlaſſung der Kreisverwaltung und Dank beſon=
derer
Bemühungen des Herrn Profeſſors Dr. Frenzel die
Anſchaffung von Lichtbilderapparaten beſchloſſen, und esſoll
in dieſen Gemeinden nunmehr die regelmäßige Abhaltung
von Lichtbildervorträgen eingerichtet werden. Eberſtadt
hat auf Veranlaſſung der Kreisverwaltung für ſeine ge=
ſamte
Jugend einen ſehr großen Spiel= und Turnplatz
zur Verfügung geſtellt. Die Wanderhaushal=
tungsſchule
hat ſich ſehr gut eingelebt und außer=
ordentlich
günſtig entwickelt; ſie hat ſeit ihrem Beſtehen
(1. Oktober 1910) bereits 16 Kurſe mit ſehr gutem Erfolge
in folgenden Orten durchgeführt: Arheilgen, Eberſtadt,
Griesheim, Nieder=Ramſtadt, Ober=Ramſtadt, Pfungſtadt
und Roßdorf. Namentlich iſt es in neuerer Zeit auch
gelungen, Abendkurſe für Fabrikarbeiterinnen unter zahl=
reicher
Beteiligung einzurichten. Auf Veranlaſſung der
Kreisverwaltung wurden ferner acht Fiſchkochkurſe
auf dem Lande, die außerordentlich gut beſucht waren,
abgehalten. Mit der hauswirtſchaftlichen Unterrichtung
der ſchulpflichtigen Mädchen des letzten Schuljahres wird
in Pfungſtadt ein vielverſprechender Anfang gemacht.
Ferner wurde, durch die Kreisverwaltung, ohne daß je=
doch
Mittel des Kreiſes in Anſpruch genommen wurden,
ein Verein für Erbauung billiger Eigen=
häuſer
in den Landgemeinden ins Leben ge=
rufen
. Die Ermöglichung des Baues von Eigenhäuſern,
namentlich aber auch die rechtzeitige Beſchaffung von Bau=
gelände
, iſt ein dringendes Bedürfnis, um die Bevölker=
ung
ſeßhaft zu erhalten und der Landflucht zu ſteuern.
Bei den günſtigen Bedingungen für die Gewährung von
Kapitalien hofft man, daß alle die Landgemeinden, die
dem Zweckverbande bis jetzt nicht beigetreten ſind, dies
baldigſt tun. Endlich ſind Verhandlungen im Gange,
durch welche eine Landkolonie für Unfallver=
letzte
und Invalide im Kreiſe errichtet werden
ſoll. Für das Unternehmen iſt von dem bekannten Groß=
induſtriellen
Herrn Dr. A. Wülfing in hochherziger Weiſe
ein Kapital von 50000 Mark als Grundſtock zur Verfüg=
ung
geſtellt worden. Es wird auf weitere Förderung
dieſes Unternehmens, insbeſondere durch die Unfall= Be=
rufsgenoſſenſchaften
, gerechnet. Eine finanzielle Betei=
ligung
des Kreiſes kommt dabei nicht in Betracht. Für
das Zuſtandekommen der Anſtalt bemüht ſich in ſehr dan=
kenswerter
Weiſe Herr Dr. Rigler, Chefarzt der Ernſt=
Ludwigs=Heilanſtalt hier. Der Provinzialdirektor hat
es übernommen, dieſe Sache zu fördern und die Verhand=
lungen
zu führen; es hat bereits eine Beſprechung mit
den Vertretern der Unfall=Berufsgenoſſenſchaften, Aerzten
und namhaften Sozialpolitikern ſtattgefunden. Die Grund=
lage
für das Projekt iſt nunmehr feſtgeſtellt. Man hofft,
daß dieſe gute Sache auch fernerhin Beifall und Förde=
rung
findet. Bei der Tätigkeit der Kreisverwaltung auf
ſozialem Gebiete kommt derſelben weſentlich zu ſtatten
die Unterſtützung und Förderung ihrer Beſtrebungen durch
die Kreisabteilung des Heſſiſchen Vereins für
ländliche Heimat= und Wohlfahrtspflege.
Dadurch wird für die Verwaltung das Intereſſe und die
Mitarbeit weiterer Kreiſe der Bevölkerung in den ver=
chiedenſten
Richtungen ſozialer Tätigkeit erweckt und er=
halten
. Namentlich auch auf dem Gebiete der Jugend=
fürſorge
hat ſich die enge Verbindung der Jugendfürſorge
mit der ländlichen Heimat= und Wohlfahrtspflege außer=
ordentlich
bewährt.
Ich will am Schluſſe noch des wichtigſten Vorganges
auf dem Gebiete desſozialen Verſicherungs=
weſens
erwähnen: der Durchführung der Reichsver=
icherungsordnung
, ſowie des Angeſtelltenverſicherungs=
geſetzes
. Unter die Reichsverſicherungsordnung fallen im
Kreiſe rund 28000 Perſonen. Es ſind zwei Verſicherungs=
ämter
, eines für die Stadt bei der Bürgermeiſterei und
eines für die Landgemeinden bei dem Kreisamte errichtet
worden. Die Vorſchriften der Reichsverſicherungsordnung
über die Krankenverſicherung treten am 1. Januar 1914 in
Kraft. Der Kreistag wird ſich heute noch mit einem An=
trage
des Kreisausſchuſſes wegen Errichtung einer Orts=

und Landkrankenkaſſe für die Landgemeinden des Kreiſes
beſchäftigen.

Auf wirtſchaftlichem Gebiete
muß ich noch einen kurzen Blick werfen auf die Ueberland=
zentrale
. Es ſind bis jetzt mit 12 Orten des Kreiſes
(Erzhauſen, Braunshardt, Eſchollbrücken, Gräfenhauſen,
Hahn, Meſſel, Roßdorf, Schneppenhauſen, Weiterſtadt,
Wixhauſen, Nieder=Ramſtadt, Traiſa) Verträge ge=
chloſſen
. Die Vorarbeiten für die Durchführung nehmen
einen regen Fortgang. Was die Vorortbahnen an=
langt
, ſo ſind ſeit längerer Zeit Verhandlungen zwiſchen
der Stadt Darmſtadt, der Heag und den Landgemeinden
im Gange, um eine Einigung über die Elektriſierung her=
beizuführen
. Die Kreisverwaltung ſucht dieſe Einigung
aufs lebhafteſte zu fördern; ſie hofft, daß ſie bald zuſtande
kommt, wobei ſie der Ueberzeugung iſt, daß die raſchere
und beſſere Verkehrsverbindung, namentlich aber auch die
beabſichtigte Führung der Bahn in die Mitte der Ort=
ſchaften
nicht nur den Verkehr, ſondern auch die Ver=
mögenswerte
der in der Nähe der Bahn befindlichen Häu=
ſer
und Grundſtücke weſentlich heben wird. Mit Eberſtadt
iſt nunmehr der Vertrag zuſtande gekommen. Zur Berg=
ſtraßenbahn
iſt zu bemerken, daß Alsbach und Jugen=
heim
den von der Heag verlangten Garantie=Zuſchuß und
die Geländeſtellung übernommen haben. Seeheim und
Malchen verhalten ſich, was den Garantiezuſchuß anlangt,
noch ablehnend. Der Schwerpunkt der Verhandlungen
liegt nun im Kreiſe Bensheim und bei den dortigen Ge=
meinden
.

Von großem Intereſſe für den Kreis Darmſtadt, ins=
heſondere
aber auch die Stadt Darmſtadt, iſt die elek=
triſche
Bahnverbindung Darmſtadt- Ar=
heilgen
-Offenbach. Im Kreiſe Offenbach ſind
Beſtrebungen im Gange, eine elektriſche Bahn von Offen=
bach
bis Egelsbach im Anſchluß an die Linien des Offen=
bacher
Stadtbahnnetzes durch eine Geſellſchaft erbauen zu
laſſen, und es iſt auch ziemlich ſicher, daß dieſe Beſtrebun=
gen
binnen kurzem zum Ziele führen. Für die Stadt
Darmſtadt und den Kreis beſteht das lebhafteſte Intereſſe,
daß für das Stück Arheilgen-Egelsbach, das verhältnis=
mäßig
kurz iſt, der Anſchluß jetzt nicht verſäumt wird und
daß der Ausbau und Betrieb dieſes Stückes Hand in
Hand mit demjenigen von Offenbach-Langen-Egelsbach
für die Zukunft wenigſtens vertragsmäßig ſichergeſtellt
wird, wenn auch der Bahnbau noch hinausgeſchoben wird
Erfahrungsgemäß ſind ſolche bei dem erſten Projekt aus=
fallenden
Stücke (vergl. Reichelsheim-Fürth) ſpäter
kaum mehr einzubeziehen. Wenn man bedenkt, daß die
elektriſche Bahnverbindung von Darmſtadt nach Offenbach
nicht viel länger ſein wird, wie diejenige von Frankfurt
nach Offenbach und daß dieſe Verbindung für Darmſtadt
den faſt verloren gegangenen, früher beſtandenen Verkehr
mit Langen und der dortigen, außerordentlich in der Ent=
wickelung
begriffenen Gegend wieder aufgreifen wird, ſo
wird man erkennen, welch bedeutende Intereſſen der
Stadt Darmſtadt und unſeres Kreiſes hier in Frage kom=
men
und zu wahren ſind.

Im Kunſtſtraßenweſen liegt ein Neubaupro=
jekt
vor: Kreisſtraße Arheilgen-Kranichſtein-Darmſtadt
das Nähere ergibt die Anlage 5 zum Kreiskaſſenvoran=
ſchlag
. Die Koſten betragen rund 24000 Mark. Im Vor=
anſchlag
über die Straßenunterhaltung iſt die Aufbeſſe=
rung
der Dienſtbezüge der Kreisſtraßenwärter und der
Obſtbaumwärter vorgeſehen. Aus Anlage 1 zum Voran=
chlag
ergibt ſich das Nähere. Die geſamten Unterhal=
tungskoſten
betragen 94251 Mark. Für Kleinpflaſter ſind
vorgeſehen 100000 Mark (Eberſtadt-Kühler Grund und
Darmſtadt-Griesheim, Reſtſtrecke). Die Länge der Kreis=
ſtraßen
unſeres Kreiſes beträgt 168 Kilometer, ihr Wert
iſt auf 5,5 Millionen geſchätzt, einſchließlich Geländewert
von 2,5 Millionen. Ueber die Kreisabdeckerei
iſt ein beſonderer Voranſchlag aufgeſtellt, der in Einnahme
und Ausgabe mit 27616 Mark abſchließt und einen Zu=
ſchuß
des Kreiſes zu dieſem Betrieb von 7149 Mark vor=
ſieht
. Die Rechnung ſchließt ab mit 29776 Mark. Der
Zuſchuß des Kreiſes beträgt nach der Rechnung 9761 Mk.
Ueber die Tätigkeit des Kreisausſchuſſes
enthält Seite 11 des gedruckten Berichts nähere Angaben
Im ganzen wurden 1132 Gegenſtände erledigt, 33 ſtreitige
im öffentlichen und mündlichen Verfahren durch Entſchei=
dungen
und 1099 durch Beſchlüſſe in nichtöffentlichen
Sitzungen

Möge die weitverzweigte Tätigkeit der Kreisverwal=
tung
, die Stadt und Land in gleicher Weiſe zu fördern
ſtets beſtrebt iſt, den Beifall des Kreistags finden, und
unſer Zuſammenarbeiten auch fernerhin ein erfreuliches
und gedeihliches ſein.

In der Beſprechung des Berichtes fragt Stadtv.
Sames an, wie es mit der im vorigen Jahr beſchloſſe=
nen
Errichtung des Gewerbegerichtes ſtehe. Der Vor=
ſitzende
teilt mit, daß das Statut ſchon vor längerer Zeit
dem Miniſterium des Innern eingereicht wurde, daß aber
noch keine Entſcheidung ergangen iſt. Es wird beſchloſſen,
eine Bitte an das Miniſterium um baldige Erledigung zu
richten. Auf Anfrage des Geheimerat Dr. Louis
Merck teilt der Vorſitzende mit, daß es nicht möglich iſt,
die Elektriſche Bahn über Eberſtadt hinaus zu bauen,
wenn Seeheim und Malchen ſich weigern, die geforderte
Garantie zu übernehmen, daß alſo an dem Wider=
ſtand
Seeheims die Bergſtraßenbahn ſchei=
tern
kann.

Die Verwaltungsberichte für 1911 und die Rech=
nungen
für 1911, die von Herrn Beig. Jäger geprüft ſind,
werden debattelos genehmigt. Aus der Feſtſetzung der
Voranſchläge für 1913 iſt von Intereſſe der
Bau und die Unterhaltung der Kreis=
ſtraßen
.

Es ſind danach u. a. vorgeſehen: Darmſtadt- Gries=
heim
-Wolfskehlen mit Abzweigung nach Büttelborn
Darmſtadt-Mainz) 7,5784 Kilometer Chauſſee und
3,2200 Kilometer Kleinpflaſter, 1857,50 Mk.: Darmſtadt-
Weiterſtadt-Braunshardt-Worfelden 7,8200 Kilometer
Chauſſee, 995 Mk.; Darmſtadt-Gräfenhauſen-Mörfelden
8,6890 Kilometer Chauſſee, 3125 Mk.; Darmſtadt- Baiers=
eich
(Darmſtadt-Frankfurt) mit Abzweigungen nach
Bahnhof Arheilgen, nach Kranichſtein, zur Aumühle, nach
Bahnhof Wixhauſen und nach Erzhauſen 7,9935 Kilometer
Chauſſee und 6,6856 Kilometer Kleinpflaſter, 2987,50 Mk.;
Wixhauſen-Gräfenhauſen-Schneppenhauſen bis zur Ein=
mündung
in die Straße Weiterſtadt-Braunshardt (Nr. 2)
5,9860 Kilometer Chauſſee 10810 Mk.; Darmſtadt-Meſſel
Urberach (Darmſtadt-Seligenſtadt) mit Abzweigungen
von Meſſel nach Bahnhof Meſſel, nach Eppertshauſen, ſo=
wie
nach Offenthal 17,2375 Kilometer Chauſſee, 4387,50

Mk.; Darmſtadt-Einſiedel (Darmſtadt-Dieburg) 5,2500
Kilometer Chauſſee, 350 Mk.; Darmſtadt-Roßdorf-
Spachbrücken (Darmſtadt-Hirſchhorn) mit altem Roß=
dörfer
Weg 11,1464 Kilometer Chauſſee, 12695 Mk.
Darmſtadt-Schachenmühlen mit Abzweigungen nach
Traiſa, nach Nieder=Ramſtadt, Waſchenbach und Franken=
hauſen
13,3360 Kilometer Chauſſee, 3805 Mk.; Roßdorf-
Ober=Ramſtadt-Nieder=Modau (Roßdorf--Gumpener
Kreuz) mit Abzweigungen von Roßdorf nach Gundern=
hauſen
(Roßdorf-Aſchaffenburg) und von Ober=Ramſtadt
nach Zeilhard 12,5421 Kilometer Chauſſee, 1390 Mk.; Eber=
ſtadt
-Ober=Ramſtadt-Hahn (Eberſtadt-Zipfen) mit Ab=
zweigungen
Kühler Grund-Ober=Beerbach und Ober=
Ramſtadt-Rohrbach 16,8829 Kilometer Chauſſee, 2440
Mk.; Darmſtadt-Bickenbach (Darmſtadt-Heidelberg) mit
Abzweigung Eberſtadt-Seeheim und nach Malchen
8,3105 Kilometer Chauſſee und 3,8610 Kilometer Klein=
pflaſter
, 595 Mk.; Eberſtadt-Pfungſtadt-Hahn- Bruch=
mühle
(Eberſtadt-Gernsheim) 5,9157 Kilometer Chauſſee
bezw. 2,6103 Kilometer Kleinpflaſter, 3290 Mk.; Bickenbach
Pfungſtadt-Griesheim und Abzweigungen Pfungſtadt
Crumſtadt 13,2717 Kilometer Chauſſee bezw. 0,1983
Kilometer Kleinpflaſter 1020 Mk.: Darmſtadt- Eſcholl=
brücken
-Hahn 9,2488 Kilometer Chauſſee bezw. O,4012
Kilometer Kleinpflaſter 2502,53 Mk.; Averſum an die
Stadt Darmſtadt 972,47 Mk. Zuſammen 151,2085 Kilo=
meter
Chauſſee und 16,9764 Kilometer Kleinpflaſter,
53 222,50 Mark.

Ueber die Voranſchläge der Kreisabdeckerei=
kaſſe
referiert Regierungsrat von Werner. Der Vor=
anſchlag
balanziert mit 27616 Mark in Einnahmen und
Ausgaben.

In die Kommiſſion für die Elektriſche Bahn Offen=
bach
-Langen-Egelsbach-Arheilgen werden die Herren
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, Stadtvv. Sames.
Stemmer, Saeng und Bürgermeiſter Benz= Arheil=
gen
gewählt.

Durch die Verlegung des Hauptbahnhofs Darmſtadt
und die Ausdehnung der Stadt nach Norden zu gewinnt
der Bahnhof Kranichſtein für den Güterverkehr eine immer
ſteigende Bedeutung. Den nächſten Zufuhrweg nach der
Stadt bildet zurzeit der ſogenannte Dreiſchlägerweg,
deſſen Ausbau als Kreisſtraße im Intereſſe des Verkehrs
erforderlich erſcheint. Die Länge dieſer Strecke iſt 1240
Meter wovon 130 Meter in der Gemarkung Arheilgen
liegen, der übrige Teil, von dem 500 Meter bereits
chauſſiert ſind, liegt in der Gemarkung Darmſtadt. Die
Kronenbreite iſt zu 8 Meter angenommen, die Fahrbahn=
breite
zu 5 Meter. Die Koſten betragen 24130 Mark. Es
wird beantragt, dem Bau der Straße unter der Voraus=
ſetzung
zuzuſtimmen, daß die Verhandlungen mit der
Stadt Darmſtadt und der Gemeinde Arheilgen wegen
Stellung des Geländes und des Koſtenbeitrags vorher
zum Abſchluß kommen und das Projekt die Zuſtimmung
dieſer Beteiligten findet. Der Kreisausſchuß wird er=
mächtigt
, das Weitere zu beſchließen, auch das Projekt,
falls die Anlage einer Ueberführung zuſtande kommt, ent=
ſprechend
abzuändern. Der Antrag wird nach längerer
Debatte angenommen.

Landkrankenkaſſe.

Der Kreisausſchuß beantragt, entſprechend dem An=
trage
des Verſicherungsamtes für die Landgemeinden,
eine allgemeine Ortskrankenkaſſe und eine Land=
krankenkaſſe
zu gründen. Von der Ausgeſtaltung
einer der beſtehenden Ortskrankenkaſſen ſoll abgeſehen
werden. Stadtv. Sames bittet den Antrag abzu=
lehnen
und verteidigt in längeren Ausführungen die be=
ſtehenden
Ortskrankenkaſſen. Der Vorſitzende und Kreis=
amtmann
Dr. Michel verteidigen den Antrag und
weiſen es zurück, daß politiſche Rückſichten den Antrag be=
ſtimmt
hätten. Im Intereſſe der ländlichen Arbeiter und
Dienſtboten iſt die Landkrankenkaſſe durchaus zu befür=
worten
. Bürgermeiſter Lang ſpricht ſich hingegen
ebenfalls für die Ortskrankenkaſſen aus. Desgleichen
wiederholt Stadtv. Sames. Es wird ſchließlich be=
ſchloſſen
, keine Landkrankenkaſſe ſondern nur
eine allgemeine Ortskrankenkaſſe zu bilden.

Den Schluß der Tagesordnung bildet die
Wahl
der Taxatoren und Stellvertreter für die nach §§ 15 und
16 der Pferde=Aushebungs=Vorſchrift vom 17 Juli 1900
zu bildenden Aushebungs=Kommiſſionen auf die Dauer
von 6 Jahren, 1913 bis einſchließlich 1918. Es ſcheiden
aus: a) Aushebungsbezirk Darmſtadt:
Taxatoren: 1. Landwirt Adam Kaus dahier, 2. Ru=
dolf
Reimann dahier, 3. Rentner Heinrich Kramer II. in
Pfungſtadt. Stellvertreter: 1. Landwirt Adam
Gründler dahier, 2. Poſthalter Walther jr. dahier, 3. Fa=
brikant
Auguſt Keller in Eberſtadt. b) Ausheb=
ungsbezirk
Eberſtadt: Taxatoren: 1. Peter
Breitwieſer in Eberſtadt (geſtorben), 2. Ludwig Engel I.,
in Pfungſtadt, 3. Chriſtian Steinmetz III. daſelbſt.
Stellvertreter: 1. Auguſt Dörner in Eberſtadt,
2. Landwirt Leonhard Hill daſelbſt, 3. Gemeinderatsmit=
glied
Auguſt Eis in Ober=Ramſtadt.
Für den Taxator Breitwieſer wird deſſen Stellver=
treter
Dörner für dieſen der Landwirt Friedrich
Kiſtinger, als Stellvertreter gewählt. Im übrigen
erfolgt Wiederwahl. Gegen 2 Uhr wird die Sitzung ge=
ſchloſſen
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Vorſt. A 37. Ibſen=Zyklus.,
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7½ Uhr. (Vgl. beſ. Anz.)