Darmstädter Tagblatt 1913


17. März 1913

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Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang

monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 22 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Die Erſte Kammer hat ſich am Samstag auf unbe=
ſtimmte
Zeit vertagt.
Das Wettſingen um den Kaiſerpreis wird in
Frankfurt a. M. in den Tagen vom 4. bis zum 8.
Mai ſtattfinden.
Der herzoglich=ſächſiſche Staatsminiſter a. D. Wirklicher
Nat Dr. v. Bonin iſt am Samstag geſtorben.
Der Schweizer Bundesrat richtete eine Bot=
ſchaft
an die Bundesverſammlung, betreffend die Neu=
organiſation
der Bundesverwaltung.
Der ſerbiſche Geſandte in Rom und frühere Miniſter=
präſident
Wuitſch iſt in Fiume geſtorben.

Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
17. März 1813: Aufruf des Königs von Preußen d. d.
Breslau: An mein Volk! und An mein Krieges=
heer
!
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.

Der engliſche Waſſerſtrahl.

Als der Plan der Wiedereinführung der
dreijährigen Dienſtzeit in Frankreich
auftauchte, kannte im erſten Anſturm, geſchürt durch eine
entſprechende Agitation gewiſſer Blätter, der Jubel hier=
über
keine Grenzen, man erblickte daran das beſte und
ſchnellſte Mittel, um die deutſchen Rüſtungen in Schach zu
halten. Einſichtige warnten aber vor dieſem Taumel, und
gaben der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Ernüchterung
bald eintreten würde. Dieſe iſt ſogar ſchneller erfolgt, als
man erwarten konnte, und niemand anders als das ſo
eng befreundete England iſt es geweſen, das einen ſehr
herben Tropfen Wermut in den Freudenkelch hat fallen
laſſen. Der bekannte Zwiſchenruf des engliſchen Premier=
miniſters
, der das Beſtehen einer Verpflichtung Englands,
Frankreich erforderlichenfalls mit Truppen zur Hilfe zu
kommen, rundweg in Abrede ſtellte, hat in Frankreich
enormes Aufſehen hervorgerufen, weil man dort immer
in dieſem Wahne lebte und ſich dadurch von gewiſſen=
loſen
Hetzern in die antideutſche Stimmung hineintreiben
ließ. Das rächt ſich, und um ſo grauſamer iſt jetzt das Er=
wachen
, wenn auch andererſeits für die Regierung dadurch
ein Argument mehr für die Heeresvorlage gewonnen iſt.
Trotz alledem iſt der moraliſche Eindruck, den dieſe
Wendung macht, ein recht deprimierender, und die chau=
viniſtiſchen
Blätter ſind mit einem Schlage recht kleinlaut
geworden. Auch die Erklärungen der offiziöſen Weſt=
minſter
Gazette zu der ganzen Angelegenheit haben ihre
Wirkung nicht verfehlt, ſie haben den Eindruck der Worte
des engliſchen Premierminiſters noch weiter vertieft.
Gleichzeitig muß man auch an der Seine zuſehen, wie die
Beziehungen zwiſchen England und Deutſch=
land
unleugbar eine Beſſerung erfahren haben, und zwar
eine ſo nachhaltige, daß Herr Asquith es ſich nicht ver=
ſagen
konnte, auf das gemeinſame erſprießliche Zuſam=
menwirken
in den Balkanwirren hinzuweiſen. Das hat
natürlich bei den Franzoſen gleichfalls einige Beklemmung
ausgelöſt, und manche Leute ſchauen jetzt aus wie die be=
kannten
Lohgerber, denen die Felle weggeſchwommen
ſind.
Alles das trifft zuſammen, um die urſprüngliche Be=
geiſterung
für die Heeresvorlage ganz bedenklich herabzu=
dämpfen
, und ſchon aus der großen Zahl von Gegenvor=
ſchlägen
, die von den verſchiedenſten Seiten gemacht wer=
den
, geht hervor, daß ein Stimmungsumſchwung einge=
treten
iſt, der von einer überſtürzten Neuordnung der
Dinge nichts wiſſen, ſondern alles ſehr genau prüfen will,
bevor man an die Entſcheidung herangeht. Bezeichnend
iſt es auch, daß nach einer Meldung des Figaro die Parla=
mentskommiſſion
, die ſich mit der Militärvorlage zu be=
faſſen
hat, zunächſt den außerordentlichen Kredit von einer
halben Milliarde abgelehnt hat, wenngleich dies auf eine
Zufallsmehrheit zurückzuführen ſein ſoll. Bemerkenswert
bleibt indeſſen, daß der Finanzminiſter von der Kommiſ=
ſion
beauftragt wurde, vor allen Dingen klarzulegen, auf
welche Weiſe er die 500 Millionen decken wolle. Man
ſieht, der Taumel iſt ſehr ſchnell verflogen, und das iſt
recht gut, die Ernüchterung ſchützt vor Abenteuer, deren
Folgen ſich gar nicht hätten abſehen laſſen.

Deutſches Reich.

Von der Finanzminiſter=Konferenz
Auf der in Berlin abgehaltenen Finanzminiſter= Konfe=
renz
ſollen, wie von mehreren Seiten behauptet wird,
die mittleren Bundesſtaaten mit ihrem Widerſtande gegen
die von Preußen vorgeſchlagene Vermögens= Zuwachs=
ſteuer
durchgedrungen ſein. Den ſtärkſten Widerſtand
gegen die preußiſchen Pläne leiſtete Sachſen. Ein Spiei=
tus
=Monopol wird nicht zu den neuen Steuerquellen ge=
hören
.
Das Herzogspaar von Cumberland
wird, wie aus Gmunden berichtet wird, die Reiſe an den
deutſchen Kaiſerhof am 27. März antreten. Die Rückkehr
aus Potsdam iſt für 31.März oder 1. April zu erwarten.
Den jüngſten Meldungen zufolge iſt ein Beſuch des deut=
ſchen
Kronprinzenpaares in Gmunden in Ausſicht genom=
men
, und zwar iſt hierfür der Monat Mai auserſehen.
An der Hochzeit in Berlin werden alle Mitglieder des
Hauſes Braunſchweig und Lüneburg teilnehmen.
Der neue Entwurf über die Er=
richtung
eines oberſten Kolonialgerichts=
hofes
in Berlin wird dem Reichstage Anfang April vor=
gelegt
werden. Da der Entwurf, der dem Reichstage ſchon
früher vorlag, den Wünſchen des Reichstages in weit=
gehendem
Maße Rechnung trägt, wird gehofft, daß der
Entwurf noch vor der Sommerpauſe erledigt werden
wird. In dieſem Sinne ſoll auch auf die Verabſchiedung
des Reichs= und Staatsangehörigkeitsgeſetzes hingewirkt
werden, damit es gewiſſermaßen als Jubiläumsgabe zum
Jubiläum des Kaiſers Geſetz werden kann. Ueber die
wichtigeren Beſtimmungen des Geſetzes herrſcht jetzt Ueber=
einſtimmung
zwiſchen der Regierung und den Parteien.
Die Rudolſtädter Budgetbewilli=
ger
. Die ſozialdemokratiſche Mehrheit des Rudolſtädter
Landtags hat bekanntlich vor einigen Tagen den Etat an=
genommen
. Dazu ſchreibt nun die reviſioniſtiſche Mann=
heimer
Volksſtimme:
Wir nehmen an daß die Rudolſtädter Fraktion ihre
guten Gründe für ihr Verhalten hat, und wollen ſie fern
vom Schuß nicht kritiſieren. Aber wie ſinnlos erſcheint
die Stellung der Geſamtpartei in der Budgetfrage ange=
ſichts
ſolcher Erfahrungen! Solange wir in der Minder=
heit
ſind, miſſen wir unbekümmert um die politiſchen
Folgen, den Etat ablehnen: ſobald wir aber die Mehrheit
beſitzen, dürfen wir das Budget in ſeinen weſentlichen
Punkten unverändert laſſen und dafür ſtimmen! Die ſüd=
deutſchen
Genoſſen, die dieſe Entwickelung vorausſagten
und die Partei deshalb vor unausführbaren Reſolutionen
bewahren wollten, wurden zur Zeit des Nürnberger und
des Magdeburger Parteitags als Verräter beſchimpft.
Die Vernunft iſt aber doch nicht totzumachen und die Er=
kenntnis
ſchreitet ſchnell. Das zeigen uns die lehrreichen
Vorgänge in Rudolſtadt.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Das ungariſche Magnatenhaus war am
Freitag der Schauplatz eine neuen Hetze gegen den Mi=
niſterpräſidenten
Lukacs. Diesmal brachte Baron Pronay
die Anklagen Geſys in ſcharfer Rede zur Sprache und hielt
ſich darüber auf, daß Lukacs im Abgeordnetenhauſe den
Sachverhalt ausführlich dargelegt, im Magnatenhauſe
aber vollſtändig geſchwiegen habe. Er fragte ihn, ob er
das aufrechterhalte, was er im Abgeordnetenhauſe geſagt
habe. Lukacs, der durch Eingehen auf dieſe Frage dem
Grafen Karolyi zu der von der Oppſition heiß erwarteten
Darlegung des Sachverhalts nicht Gelegenheit geben
wollte, ging der Antwort auch heute aus dem Wege, indem
er erklärte, daß die Sache vor dem Gericht anhängig ſei
und nicht auf ein Nebengeleiſe geſchoben werden dürfe.
Der Präſident des Verwaltungsgerichts Wlaſſics wider=
ſprach
Lukacs und äußerte die Meinung, daß die Gerichts=
verhandlung
die Darlegung des Sachverhalts nicht hin=
dere
. Die Antwort des Miniſterpräſidenten wurde mit
100 gegen 26 Stimmen zur Kenntnis genommen. Pronay,
Baron Kemeny, Graf Deſſewffy und Wlaſſics verlangten
hierauf die Vertagung der Beratung über die Wahlreform,
weil dieſe nur nach Entfernung der Oppoſition unter mi=
litäriſchem
Schutz geſchaffen worden ſei. Als der Ver=
tagungsantrag
abgelehnt wurde, verließ die Oppoſition
den Saal und die Wahlreform wurde mit überwiegender
Mehrheit angenommen.
Schweiz.
Neue Organiſation der Bundesver=
waltung
. Der Bundesrat richtete eine Bot=
ſchaft
an die Bundesverſammlung, betreffend die neue Or=

ganiſation der Bundesverwaltung. Bisher war der je=
weilige
Bundespräſident, deſſen Amt jedes Jahr wechſelt,
der Chef des politiſchen Departements, das die auswär=
tigen
Angelegenheiten beſorgt. Um eine konſtante Leitung
des Auswärtigen herbeizuführen, ſoll künftig der
Bundespräſident Chef desjenigen Departements blei=
ben
, das er vorher inne hatte. Das bisherige Departement
für Handel und Induſtrie, ſowie Landwirtſchaft wird ge=
teilt
, indem der Handel dem politiſchen Departement an=
gegliedert
, die übrigen Geſchäftszweige zu einem Volks=
wirtſchafts
=Departement vereinigt werden. Auch neue
Dienſtzweige werden geſchaffen, wie das Waſſerwirtſchafts=
amt
und das Veterinäramt, insbeſondere die Verwal=
tungsorganiſation
wird durchgeführt in dem Sinne, daß
den Beamten ſelbſtändigere, größere Befugniſſe einge=
räumt
werden. Der Antrag auf Vermehrung des Bun=
desrats
von 7 auf 9 wurde abgelehnt, da dies die Ge=
ſchloſſenheit
der Exekutive gefährde, keine Notwendigkeit
beſtehe und bei der Wahl von neun Bundesräten große
politiſche Schwierigkeiten entſtänden.
Frankreich.
Die Rüſtungskredite und die drei=
jährige
Dienſtzeit. Die Budgetkommiſſion der
Kammer hat die Rüſtungskredite im Prinzip angenom=
men
. Die Kommiſſion ſtrich jedoch 80 Millionen, die für
die Herſtellung von Feldhaubitzen beſtimmt ſind, da die
von dem Major Malandrin erfundene Vorrichtung es er=
möglicht
, die 7,5=Zentimeter=Kanonen als Haubitzen zu
verwenden.
Ueber die Sitzung des Heeres=Ausſchuſſes
der Kammer wird noch gemeldet:
Der radikale Deputierte Bénazet trat entſchieden für
die Wiedereinführung des dreijährigen Dienſtes ein, indem
er nach einem Vergleich zwiſchen den deutſchen und den
franzöſiſchen Beſtänden erilärte, die Haltung Deutſchlands
mache es dem franzöſiſchen Parlament zur Pflicht, für die
Regierungsvorlage zu ſtimmen. Dagegen bekämpfte der
ſozialiſtſch=republikaniſche Deputierte und ehemalige Mi=
niſter
Augagneur den Geſetzentwurf mit großer Schärfe.
Das Geſetz, ſagte er, gebe Frankreich in Kriegszeiten nicht
einen Mann mehr. Zu einer entſprechenden Verſtärkung
der Deckungstruppen würden 30000 Mann genügen.
20 000 Mann würde man leicht finden, wenn man alle
Soldaten des Verwaltungsdienſtes zum Waffendienſt her=
anziehen
werde, die übrigen 10 000 Mann könnten von
den Garniſonen des Innern geliefert werden. Die 200
Millionen, die die Einführung der dreijährigen Dienſtzeit
koſten würde, könnte man beſſer zur Erhöhung des Soldes
der Ofſiziere und Unteroffiziere verwenden. Der links=
republikaniſche
Deputierte Joſeph Reinach erklärte, eine
Ablehnung des Geſetzentwurfes wäre ein Verbrechen gegen
das Vaterland. Anläßlich des von Jaures geſtellten
Antrages, dem Kriegsminiſter neue Fragen zu unterbrei=
ten
, kam es zu einem lebhaſten Zwiſchenfall. Der natio=
naliſtiſche
Deputierte von Nancy, Major Dryant, ein
Schwiegerſohn des Generals Boulanger, erklärte in hef=
tigen
Worten, daß es Jaurés lediglich um eine Ver=
ſchleppung
der Debatte zu tun ſei, denn ſchließlich werde
er, wie auch immer die Antwort des Kriegsminiſters lau=
ten
möge, zweifellos gegen die dreijährige Dienſtzeit
ſtimmen. Jaurés erhob gegen den Vorwurf der Obſtruk=
tion
ſcharfen Einſpruch und der Ausſchuß nahm dann auch
ſeinen Antrag an.
Die unter Beteiligung mehrerer Univerſitätsprofeſ=
ſoren
in Paris abgehaltene Proteſtverſammlung gegen die
dreijährige Militärdienſtzeit verlief ſehr ſtürmiſch. Meh=
rere
hundert Camelots du Roi, die die Redner mit
Hohngeſchrei unterbrachen, wurden nach einer heftigen
Prügelei, bei der es auf beiden Seiten Verwundete gab,
aus dem Saal geworfen. In Rennes hielten etwa 1000
Sozialiſten in der Arbeitsbörſe ein Meeting gegen die
dreijährige Dienſtzeit ab. Plötzlich drangen etwa drei=
hundert
nationaliſtiſche Studenten, die Marſeillaiſe ſin=
gend
und Trikoloren tragend in den Saal. Es entſtand
eine furchtbare Rauferei. Die Sozialiſten vertrieben
ſchließlich die Studenten, zerriſſen ihre Fahnen und prü=
gelten
ſie mit den Fahnenſtangen durch. Mehrere Stu=
denten
wurden erheblich verletzt. Auf der Straße kam es
noch wiederholt zu Zuſammenſtößen zwiſchen Sozialiſten
und Studenten.
Rumänien.
Neuerungen in der Armee. In dem Kriegs=
miniſterium
wird an mehreren Geſetzentwürfen gearbeitet,
die wichtige Neuerungen in der Armee einführen ſöllen.
Es wird ein Geſetzentwurf vorbereitet, nach dem die
Militärdienſtzeit von 21 auf 25 Jahre erhöht wird; die
aktive Dienſtzeit bleibt wie bisher bei den Infanterie=
Regimentern 2 Jahre, bei den anderen Truppen=
gattungen
3 und 4 Jahre. Die Reſervedienſtzeit wird von
10 auf 12, die Milizdienſtzeit von 4 auf 6 Jahre erhöht.
Ein zweiter Geſetzentwurf bezweckt die Verallgemeine=

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. Marz 1913.

Nummer 64.

rung des Militärdienſtes durch Aufhebung der bisher be=
ſtehenden
zahlreichen Ausnahmebeſtimmungen.
Amerika.
Die argentiniſche Regierung entſendet
demnächſt drei Sonderbotſchaften nach den Vereinigten
Staaten, Italien, Frankreich, Deutſchland und England
um für die offiziellen Glückwünſche bei der Jahrhundert=
feier
im Mai 1910 zu danken. Die nach Deutſchland und
England reiſende Sonderbotſchaft wird am 20. März von
Buenos Aires abfahren und ſich zuerſt nach Deutſchland
begeben.
Japan.
Die Beratung des Budgets. Unter ſtür=
miſchen
Szenen hat die Budgetkommiſſion des Abgeord=
netenhauſes
das Budget mit einer Mehrheit von einer
Stimme angenommen. Der Vorſitzende der Kommiſſion
iſt zurückgetreten. Im Abgeordnetenhauſe wird eine ſehr
kleine Regierungsmehrheit möglich ſein.

* Bern, 14. März. Die Delegierten der
internationalen Friedens= Geſellſchaf=
ten
verſammelten ſich unter dem Vorſitz des belgiſchen
Senators Lafontaine im internationalen Friedensbureau
in Bern. Es wurde beſchloſſen, ein Manifeſt gegen die
neuen Rüſtungen zu erlaſſen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 17. März.

* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
verzog
empfingen am Samstag den Rittmeiſter a. D.
v. Kotze; zum Vortrag den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Erledigte Stellen. Die Stellen je eines Bezirks=
kaſſeaſſiſtenten
bei den Großh. Bezirkskaſſen Darm
ſtadt und Offenbach zum 1. April d. Js.
g. Strafkammer. In der am Samstag ſtattgefun=
denen
Strafkammerſitzung kam zwiſchen dem angeklagten
verantwortlichen Redakteur des hieſigen ſozialdemokrati=
ſchen
Organs und dem Privatkläger ein Vergleich zu=
ſtande
. Der Angeklagte hatte in der Nummer vom 5. Juni
1912 einen Artikel gebracht, in dem dem Geometer Krech=
berger
in Nauheim ehrverletzende Vorwürfe gemacht
wurden. Auf ſeine Privatklage erkannte das Schöffen=
gericht
Groß=Gerau auf 150 Mark Geldſtrafe. In der
vom Angeklagten eingelegten Berufung kam der Vergleich
dahin zuſtande, daß ſich der Angeklagte bereit erklärt, die
in dem Artikel enthaltenen Beleidigungen mit dem Aus=
druck
des Bedauerns zurückzunehmen, ferner erklärte er
ſich zur Uebernahme ſämtlicher entſtandenen Koſten bereit
und zur Zahlung von 75 Mark an die Ortsarmen Nau=
heims
, zu Händen des dortigen Bürgermeiſters, und den
Vergleich in ſeinem Blatte zu veröffentlichen.
Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft. Die Ein=
nahmen
im Monat Februar 1913 betrugen: 1. Perſonen
verkehr 557579 Mk. (gegen 507 407 Mk. im Februar 1912.
2. Güterverkehr 75616 Mk. (67978 Mk.) 3. Neben=
einnahmen
2404 Mk. (2484 Mk.) 4. Geſamteinnahmen
635 599 Mk. (577869 Mk.).
* Von der Heag. Mit dem Eintritt der wärmeren
Jahreszeit und Herannahen des Frühlings hat in den
Straßen allenthalben die Bautätigkeit rege begonnen. In
erſter Linie fallen die Erweiterungsbauten der Straßen=
bahn
durch die Heag, welche Geſellſchaft bekanntlich im
Herbſt v. J. die Konzeſſion für verſchiedene neu zu er=
bauende
Bahnſtrecken erhielt, ins Auge. Noch während der
Froſt ein Aufreißen der betr. Straßenzüge verhinderte,
wurden die Schienen angefahren und verteilt, und das la=
gernde
Geleiſe deutete bereits auf umfangreiche Arbeiten
hin. Inzwiſchen ſind nun die alten Gleisanlagen der
Dampfbahnſtrecke in der Neckar= und Heidelbergerſtraße
größtenteils entfernt und durch neue, ſtärkere Schienen er=
ſetzt
worden. Dieſe Arbeiten waren inſofern mit beſon=
deren
Schwierigkeiten verknüpft, weil das Verlegen des
neuen und das Entfernen des alten Gleiſes ohne jede Stö=
rung
des Dampfbahnbetriebes erfolgen mußte. Die neuen
Geleiſe liegen in der Neckar= und Heidelbergerſtraße bis
Ecke Beſſungerſtraße, und wird die Weiterverlegung ſofort
einſetzen, ſobald die erforderliche Verlegung der Telegra=
phenkabel
ſeitens der Poſtbehörde in den oberen Teil der
Heidelbergerſtraße beendigt iſt.
Weiter werden in der Eliſabethenſtraße die Geleiſe
bis zur Neckarſtraße durchgelegt, und in die letztgenannte
Straße eingeführt. Auch dieſe Arbeiten dürften bald be=
ſendigt
ſein, da die Schienen zum Teil ſchon eingefügt ſind.
Sehr intereſſant geſtaltet ſich das Gleisdreieck an
der Einmündung der Neckarſtraße in die Rhein=

ſtraße. Durch dieſes Gleisdreieck wird es der elektriſchen
Bahn ermöglicht, von der Neckarſtraße nach beiden Rich=
tungen
in die Rheinſtraße einzufahren. Auch auf dem
Marktplatz und Schillerplatz iſt die Heag zurzeit eifrig dabei,
die Geleiſe einzubauen. Hier macht ſich das Aufreißen
des Pflaſters beſonders unangenehm bemerkbar, und wer=
den
dieſe Arbeiten ganz beſonders beſchleunigt. Die
Doppelgeleiſe vom Schillerplatz bis zur Stiftſtraße liegen
bekanntlich ſeit Herbſt v. J., und wird die elektriſche Stra=
ßenbahn
vorläufig bis zur Stiftſtraße verkehren, bis die
Fertigſtellung der neuen Straße zum Oſtbahnhof auch
die Verlegung der Schienen bis dorthin geſtattet. Wei=
terhin
hat die Heag auch die Gleisanlage in der Bismarck=
ſtraße
, zwiſchen Frankfurter= und Wendelſtadtſtraße, und
weiter die neuen Geleiſe durch die Frankfurterſtraße be=
reits
ſeit längerer Zeit in Auftrag gegeben. Die Anliefe=
rung
dieſer Schienen wird im April erfolgen, ſo daß die
Verlegung alsdann beginnen kann.
Hand in Hand mit den Gleisarbeiten erfolgen die
Bauarbeiten der Oberleitungsanlage für die Zuführung
des elektriſchen Stromes. In der Neckar= und Eliſabethen=
ſtraße
ſind die erforderlichen Roſetten zur Befeſtigung
des Querdrahtes bereits angebracht, und ſind in der erſt=
genannten
Straße auch die Querdrähte ſchon geſpannt und
wird mit der endgültigen Verlegung des Oberleitungs=
drahtes
bereits begonnen. Leider wird der Bau der
Oberleitung durch ein teilweiſe geringes Entgegenkom=
men
der Hausbeſitzer, bezüglich Anbringung der Roſetten,
ſtark beeinträchtigt, trotzdem die Heag für das Nichtſtören
durch die fraglichen Roſetten garantiert, und außerdem die
Erlaubnis zur Anbringung derſelben auf jederzeitigen
Widerruf erfolgt. Gerade der ſteigende Verkehr in den
Städten hat allgemein dazu geführt, innerhalb der Stra=
ßen
die Maſte möglichſt verſchwinden zu laſſen und durch
die im Laufe der Jahre bedeutend verbeſſerten Roſetten
zu erſetzen.
Soweit ſich jetzt ſchon überſehen läßt, wird der Be=
trieb
auf den neuen Strecken in den nächſten Monaten
überall eröffnet ſein. Die Inbetriebnahme der einzelnen
Strecken wird ſofort nach deren Fertigſtellung erfolgen.
Auf die beabſichtigte Linienführung auf den neuen Strek=
ken
und verſchiedene Einzelheiten werden wir in weiteren
Artikeln zurückkommen.
Verein Recht und Wirtſchaft. In einer gut be=
ſuchten
Verſammlung iſt am Freitag abend eine Orts=
gruppe
Darmſtadt des Vereins Recht und
Wirtſchaft gegründet worden. Der Verein, welcher
am Ende des zweiten Jahres ſeines Beſtehens bereits
mehr als 2500 Mitglieder in Deutſchland zählt, will freie
Arbeitsgemeinſchaften ſchaffen, in denen Juriſten mit
Vertretern des Wirtſchaftslebens ihre Meinungen aus=
tauſchen
. Es ſoll ſo das beiderſeitige Verſtändnis für
wirtſchaftlich=juriſtiſche Fragen belebt werden. Dem
Verein gehören in Deutſchland neben zahlreichen Juri=
ſten
bereits eine beträchtliche Anzahl hervorragender In=
duſtrieller
und Vertreter des Handels an. Auch in der
Darmſtädter konſtituierenden Verſammlung war eine An=
zahl
von Induſtriellen und Kaufleuten zugegen, welche
ſofort die Mitgliedſchaft des Vereins neben einer grö=
ßeren
Anzahl von Juriſten erwarben. Die lebhafte Aus=
ſprache
an Hand eines belehrenden einleitenden Vor=
trages
des Herrn Oberlandesgerichtsrats Lang über die
Zwecke und Ziele des Vereins führte zunächſt zu der
Bildung des Vorſtandes. Zum 1. Vorſitzenden wurde
Herr Kommerzienrat und Handelsrichter F. Jacobi, zum
2. Vorſitzenden Herr Oberlandesgerichtsrat Lang und zum
Schriftführer Herr Handelskammerſyndikus Dr. Human
gewählt. Die Verſammlung erzielte vollkommenes Ein=
verſtändnis
darüber, daß die nächſte Aufgabe der neuen
Ortsgruppe darin beſtehen müſſe, Themata für allgemein
intereſſierende Vorträge nebſt daran anſchließender Aus=
ſprache
über die juriſtiſche und wirtſchaftliche Seite der
betreffenden Fragen zu finden. Weiter wurde zur Be=
lehrung
des Juriſtenſtandes die Beſichtigung von indu=
ſtriellen
Werken als ſehr wünſchenswert bezeichnet.
Der Bauverein Daheim‟ Darmſtadt, hält
eine Generalverſammlung am Montaa, den 31. März,
im Reſtaurant Kaiſerſaal mit der Tagesordnung ab:
Bericht des Vorſitzenden. 2. Rechenſchaftsbericht.
3. Wahl von vier Vorſtandsmitgliedern. 4. Erledigung
der Anträge von Mitgliedern. Das abgelaufene
Geſchäftsjahr war ein finanziell ſehr günſtiges.
Die letzten 6 Häuſer ſind fertig geſtellt und alsbald nach
Fertigſtellung von Kaufliebhabern bezogen worden; auch
von den übrigen 44 Häuſern hat keines im letzten Ge=
ſchäftsjahre
leer geſtanden. Leider war es nicht möglich,
vaſſendes neues Gelände zu finden; es liefen zwar ver=
ſchiedene
Angebote ein, aber der Vorſtand konnte ſich zu
einem Kauf noch nicht entſchließen, da keine Offerte
allen Wünſchen entſprach. Er wird ſich ſelbſtverſtändlich
weiter bemühen, um baldigſt mit neuer Bautätigkeit be=
ginnen
zu können; auch für künftig zu erbauende Häuſer
liegen ſchon mehrere Anmeldungen von Kaufliebhabern
vor. Der Umſtand aber, daß kein unbebautes Gelände
im vergangenen Jahr vorhanden war, ſondern das ge=

ſamte Anlagekapital ſich verzinſte, ermöglicht es, der
Generalverſammlung die höchſtzuläſſige Dividende
von 4 Proz. in Vorſchlag zu bringen und weiter zu
beantragen, daß ein kleiner Ausgleichfonds geſchaffen
werde, aus welchem in Jahren ſtärkerer Bautätigkeit die
Dividende erhöht werden darf, ſo daß die Mitglieder
für die nächſten Jahre mit einer ſtändigen Verztnſung
ihrer Anteilſcheine von 4 Proz. rechnen können.
g. Die öffentliche Prüfung der Kaufmänniſchen Fort=
bildungsſchule
am Samstag bildete den Abſchluß des
Schuljahres 1912/13. Geprüft wurden vier Klaſſen. Die
Klaſſe IIle wurde von Herrn Leyerzapf in einfacher
Buchführung in Verbindung mit Rechnen und Korreſpon=
denz
wobei die Schüler durch praktiſche Beiſpiele ihr Wiſ=
ſen
in Buchführung und Korreſpondenz zeigten, geprüft.
Die Antworten erfolgten präzis und bewieſen, daß die
Schüler in den Geiſt der Sache eingedrungen ſind. Harr
Lehrer Löw ging mit der Klaſſe IIa ebenfalls mit prak=
tiſchen
Beiſpielen die Verfaſſungs=, Rechts= und Handels=
kunde
durch. Es wurden beſonders die Beſtimmungen der
Geſetze und der Verfaſſung durchgegangen, die der Kauf=
mann
beherrſchen muß, ſo die Eintragung der Firmen in
das Handelsregiſter, der Klageweg im Zivil= und Straf=
recht
, die Inſtitution der Reichsbank uſw. Herr Werner
ging mit der Klaſſe Ile die Grundlagen des Stenographen=
ſyſtems
Gabelsberger durch und zum Schluß Herr Lehrer
Speckhardt mit der Klaſſe le das Geld=, Kredit= und
Bankweſen. Mit Verſtändnis gaben dieſe Schüler über
die Grundlagen des Geld= und Kreditweſens Ant=
wort
. Hierauf nahm Herr Lehrer Speckhardt die Ver=
teilung
der zur Verfügung geſtellten Bücherprämien vor:
Es erhielten Prämien: Aus Klaſſe la: Hermann Ende=
res
, Heinrich Heberer, Gottwald Schönig, aus lb: Adam
Baumüller, Ludwig Jung, Heinrich Moter, Adam Stein,
aus le Wilhelm Röper, Wilhelm Engel, Alexander Hal=
kenhäuſer
, aus Ila: Georg Epting, Jean Pfeifer, aus
IIb: Wilhelm Beyer, Ernſt Fenske, Georg Roth, und aus
IIe: Friedrich Herzberger. Zum Schluß gab der Vor=
ſitzende
des Kuratoriums, Herr Kommerzienrat Fxö=
lich
, beſonders den in das praktiſche Leben hinaustreten=
den
Schülern herzliche Geleitworte auf den Weg.
Hermann Knispel=Abend. Es ſei noch einmal.
auf den Vortragsabend hingewieſen, den der geſchätzte
Künſtler heute, Montag, den 17. März, abends ½9 Uhr,
im Saale Zur Traube veranſtaltet. Seine wohl=
geſchulte
und bewährte Vortragskunſt, die die Zuhörer=
tets
in den Bannkreis der Dichtung zu ziehen vermag,
hat ihn überall vorteilhaft bekannt gemacht. Es ſei
daran erinnert, daß Hermann Knispel auch in Städten
wie Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt, Augs=
burg
mit großem Beifall geſprochen hat.
Im Konſervatorium Süß, Mühlſtraße 70, deſſen
Prüfungen in 9 Abteilungen am Samstag abend für
die Vor= und Mittelklaſſen beendet wurden, finden nun=
mehr
noch drei Prüfungskonzerte der Kunſtſchüler
Montag, Dienstag und Mittwoch, abends von 8 Uhr an,
im Konzertſaal der Anſtalt bei freiem Eintritt für jeder=
mann
ſtatt, der ſich für ernſte Muſik und pädagogiſche
Arbeit intereſſiert. Das Programm iſt ſehr reichhaltig
und enthält eine Reihe der ſchönſten und beſten Kompo=
ſitionen
, weshalb hier beſonders darauf hinwieſen ſei. An
ganzen Werken werden vorgetragen: Beethovens Sonaten
op. 24, op. 90 und op. 111, Klavierquartett von Mendels=
ſohn
, Trio op. 99 von Schubert, Violinkonzerte von
Bruch und Mendelsſohn, Saint=Saéns Variationen für
2 Klaviere. Außerdem in Teilen Mozartſche Klavier=
konzerte
mit Orcheſterbegleitung, Solo= und Enſembleſätze
von Sindina, Dvoräk, Weber, Mozart Haydn u. a. m.
* Predigt=Zyklus. Wie man uns mitteilt, findet wäh=
rend
der Karwoche in der hieſigen St. Ludwigskirche
ein Predigt=Zyklus ſtatt, deſſen Abhaltung der Oblaten=
pater
Dindinger übernommen hat. Die Predigten
ſind abends um 8 Uhr.
* Schlach viehmarkt Darmſtadt. In der Woche
vom 9. bis 15. März d. J. betrug der Auftrieb
466 Schweine und 174 Kälber. Die hieſigen Schlacht=
viehmärkte
ſind durchaus nicht allein für die hieſigen
Metzger beſtimmt, ſondern es ſteht jedermann frei,
Schlachtvieh direkt zu kaufen oder zu verkaufen. Es
wäre zu wünſchen, wenn die Viehbeſitzer ihre ſchlacht=
reifen
Tiere hierher zum Markt brächten. Auswärtige
Käufer von Schlachtvieh werden hier ebenſo gern geſehen,
wie die Einheimiſchen. Es iſt zu hoffen, daß die Darm=
ſtädter
Schlachtviehmärkte beſondere Bedeutung für
Darmſtadt und Umgebung erhalten.
* Steuer zahlen! Wir machen unſere Leſer darauf
aufmerkſam, daß das VI. Ziel der Gemeindeſteuern für
das Rechnungsjahr 1912 bis Ende lfd. Monats an die
Stadtkaſſe zu entrichten iſt.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expedi=
tion
ſind von heute ab folgende Bilder neu ausgeſtellt:
Von den Jahrhundertfeiern der Befreiungskriege; Por=
träts
vom Tage; vom Beſuch des Prinz=Regenten Ludwig
von Bayern auf dem Flugplatz von Johannisthal bei Ber=

1813.
Jubiläumsnotizen von Willi Dünwald.

Nachtr ck verboten.)
An mein Volk:
Aufruf des Königs. Wirkung und Opferwilligkeit beim
Volke. Organiſationen. Rüſtungen.
Kriegs=
erklärung
. Gneiſenaus Jubel.
Das Verlangen nach vaterländiſcher Wiedergeburt,
das in den Herzen der Deutſchen heimlich, doch unentwegt
gebrannt, war flackernd hochgeſchlagen, als Yorck mit ſei=
nem
Hilfskorps, das Preußen Napoleon zum ruſſiſchen
Feldzug ſtellen mußte, den Anſchluß an das retirierende
Armeekorps Macdonalds verzögerte und am 30. Dezember
1812 bei Tauroggen mit den Ruſſen eine Konvention ge=
ſchloſſen
hatte. Und obgleich auch der König von Preußen
unwillig geworden und ein neues Jena und Auerſtedt
fürchtete, mußte er doch, ſo ſehr er auch zögerte, dem Geiſte
der Zeit folgen, der nach Wiedererlangung von Freiheit,
Unabhängigkeit und Größe drängte. Volksſtimme ging
über Königsſtimme. Oſtpreußen war, angefeuert vom
Freiherrn vom Stein, ohne ſeinen König zu fragen, in
Waffen getreten; andere Provinzen waren dieſem Beiſpiel
gefolgt, und der Zar von Rußland, beraten vom Frei=
herrn
vom Stein, hatte um Waffenbrüderſchaft gebeten.
Und die war am 27. Februar betätigt worden: Königs=
ſtimme
hatte ſich mit Volksſtimme vereint. Sie ſprach nun
zum Volke:
Brandenburger, Preußen, Schleſier, Pommern, Li=
tauer
! Ihr wißt, was Ihr ſeit ſieben Jahren geduldet
habt, Ihr wißt, was Euer trauriges Los iſt, wenn wir
den beginnenden Kampf nicht ehrenvoll enden. Erinnert
Euch an die Vorzeit, an den Großen Kurfürſten, den
Großen Friedrich. Bleibet eingedenk der Güter, die unter
ihnen unſere Vorfahren blutig erkämpften. Gedenkt des

frohen Beiſpiels unſerer mächtigen Verbündeten. Selbſt
kleinere Völker ſind für gleiche Güter gegen mächtige
Feinde in den Kampf gezogen und haben den Sieg er=
rungen
. Große Opfer werden von allen Ständen gefordert
werden. Aber welche Opfer auch vom Einzelnen gefordert
werden mögen, ſie wiegen die heiligen Güter nicht auf,
für die wir ſie hergeben, für die wir ſtreiten und ſiegen
müſſen, wenn wir nicht aufhören wollen, Preußen und
Deutſche zu ſein. Keinen Ausweg gibt es, als einen ehren=
vollen
Frieden oder einen ruhmvollen Untergang. Auch
dieſem würdet Ihr getroſt entgegenſehen, weil ehrlos der
Preuße und der Deutſche nicht zu leben vermag.
Kommende Generationen, die den Krieg durch Ver=
nunft
überwinden und belächeln, werden nicht umhin
können, vor der glühenden Begeiſterung und Aufopfe=
rungsfähigkeit
in deutſchen Landen nach dieſem Aufruf
des 17. März 1813 ſtaunende Ehrfurcht zu haben.
Unerhörtes, nie Dageweſenes geſchah. Leid eint;
was man ſieben Jahre zuſammen erduldet, dafür ſollte
nun Schulter an Schulter Rache geübt werden. Der Tod
wurde dem Leben gleichgeſtellt. Sieg, Befreiung! oder
Untergang und Tod! Das war die Deviſe. Dunkle Glut
ſtrahlte aus deutſchen, ſonſt nur ſanft blickenden blauen
Augen.
Das Volk ſtand auf, der Sturm brach los.
Was mannbar, folgte dem Rufe. Beamte entliefen
dem Aktenſtaub: Gelehrte verließen ihren erhabenen Ka=
theder
; Kaufleute warfen die Ellen in die Ecken; keiner
mochte hobeln, feilen oder den Blaſebalg treten. In den
oberen Klaſſenzimmern der Gymnaſien war Wüſte und
Leere. Studenten zogen zum Tode hinaus; Göttinger,
Hallenſer und Jenaer Kommilitonen machten ſich auf nach
Breslau und einten ſich mit den preußiſchen. Was lauſen
konnte, lief dem Alltag davon, Mummelgreiſe wurden gelb
vor Neid
Die Prinzeſſin Wilhelmine bildete den Frauenverein
zum Wohle des Vaterlandes. Auch hiex trat einende,

Geſellſchaftsunterſchiede verwiſchende Schweſterſchaft ein=
Schön und häßlich, reich und arm wirkte nebeneinander,
arbeitete der Wehrkraft in die Hand. Neben der Baxo=
neſſe
ſtand die Bürgerin; ſorgten, in Begeiſterung geeint,
für Hemden, Hoſen und Strümpfe der Soldaten und die
es werden wollten. Man zupfte Berge von Scharpie, denn
damals kannte man noch nicht den Segen der Sublimat=
Verbandgaze.
Das Volk ſtand auf, der Sturm brach los.
Das war mehr denn Rüſtung zum Streite, das war
Religion. Jeder wollte mitgeholfen haben. Selbſt die
ſchlimmſten Querulanten ließen ſich Gehalt oder Penſion
empfindlich kürzen, ohne zu mucken. Jeder ließ ſich für
die Truppen Pferde aus den Ställen treiben, und ſehr
fraglich war, ob er je eine Vergütung dafür bekam.
Es hatte der König darauf hingedeutet: Große Opfer
werden von allen Ständen gefordert werden. Man gab,
man ſchenkte; die Geizigen ſchien der Teufel geholt zu
haben. Jede Stadt, jeder Kreis hatte den Ehrgeiz, viele
Freiwillige auszurüſten. Dicke Geldſäcke baten den Staat,
in ſie hineinzugreifen und zinsloſe Kapitalien herauszu=
nehmen
. Andere ſandten den Silberſchmuck ihrer Tafel=
Frauen und Fräuleins nahmen den Schmuck von Hals,
Arm und Hüfte und ſchenkten ihn dahin oder löſten
das Haar, das vielleicht noch keinen Liebſten in trauter
Nacht gefangen hielt, und boten es der Scheere. Gaben ihr
ein und alles, ihr ſchönſtes und beſtes, das ſie beſaßen.
Was will es beſagen, daß Offiziere und Beamte auf
Gehalt oder Penſion verzichteten, wo Kinder ihre Spar=
büchſen
mit ſilbernem oder kupfernem Inhalt hergaben.
Und Arme ſich erinnerten, daß Hiob noch ſchlimmer daran
geweſen, und auch noch einiges fanden, das des Hergebens
lohnte. Der einen Laden hatte, riß ungezählte Ellen von
Leinwand und Tuch ab und gab Der Schneider nähte
umſonſt; ihm war Wolluſt, bei jedem Stich zu denken, er
ricke einen Franzoſen. Der Schuſter ſchnitt Riemen vor=

[ ][  ][ ]

Nummer 64.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Seite 3.

lin; zur Einnahme der türkiſchen Feſtung Janina durch
die Griechen.

Ortsgewerbeverein Darmſtadt.

kk. Seine 73. ordentliche Generalverſamm=
lung
hielt am Freitag abend im Gelben Saale des Re=
ſtaurant
Sitte der Ortsgewerbeverein ab, die
gut beſucht war. Den Bericht über die Tätig=
keit
des Vereins im abgelaufenen Jahre gab Herr
Schloſſermeiſter J. Jakobi, aus dem zu entnehmen iſt
daß das abgelaufene Jahr ein Jahr ſehr eifriger und er=
folgreicher
Arbeit und mit erſichtlicher aufſteigender Ent=
wicklung
geweſen ſei. Die ſchon lange erwartete Beſſerung
der allgemeinen wirtſchaftlichen Lage ſei nicht eingetreten.
Anläßlich ihrer 25jährigen Mitarbeit im Vorſtand be=
glückwünſcht
der Vorſitzende die Herren Ph. Hillgärt=
ner
. C. F. Mahr und Profeſſor Dr. Sonne. Eine
wichtige Arbeit des Vereins war die Veranlaſſung von
Eingaben an die in Betracht kommenden Behörden zwecks
Erhöhung der Stundenlöhne bei Ausführung ſtaatlicher
bezw. ſtädtiſcher Unterhaltungsarbeiten. Man hoffe auf
einen günſtigen Erfolg. Auf die an den Herrn Ober=
bürgermeiſter
gerichtete Eingabe zwecks Ermäßigung des
Gaspreiſes für gewerbliche Betriebe ſtehe die Antwort
noch aus. Ein Geſuch des Feſthausvereins um Beitritt
als korporatives Mitglied habe der Vorſtand abgelehnt.
Mit eingegangenen Beſchwerden wegen Vergebung von
Arbeiten und Lieferungen an Generalunternehmer durch
das hieſige Militärbauamt habe ſich der Vorſtand öfters
beſchäftigen müſſen. In mehrfachen Eingaben ſei dar=
auf
hingewirkt worden, daß alle Arbeiten getrennt ver=
geben
werden.
Die Weiterentwicklung der Gewerbe=
ſchule
verfolge der Vorſtand mit beſonders lebhaftem
Intereſſe. Der Zuſchuß zur Gewerbeſchule ſei angemeſſen
erhöht und aus Mitteln der Eckardtſtiftung und des Ver=
eins
Beträge zu Prämienzwecken und Unterſtützung un=
bemittelter
Schüler bewilligt worden. Eingehend habe
ſich weiter der Vorſtand mit der Frage der Neuorganiſa
tion der Gewerbeſchule und der Schaffung von Lehrwerk=
ſtätten
befaßt. Zur Tätigkeit der Kommiſſionen über=
gehend
, bemerkt der Redner, daß ſieben Vorträge und
zehn Ausflüge und Beſichtigungen veranlaßt wurden. Die
Tätigkeit des Herrn Hild bei Abnahme der Geſellen=
prüfungen
wurde dankend erwähnt. Die Teilnehmer=
zahl
an den drei Vorbereitungskurſen für die
Meiſterprüfuna belaufe ſich auf insgeſamt 114. Zu
verzeichnen ſei ein Mitgliederzuwachs von 64 Mitgliedern,
ausgetreten bezw durch Tod ausgeſchieden ſeien 20. ſo
daß zurzeit der Geſamtmitgliederſtand 634 betrage. Das
Andenken der 16 Verſtorbenen wird durch Erheben von
den Sitzen geehrt. Hierbei wird insbeſondere des vor
kurzem verſtorbenen Ehrenmitgliedes, des Herrn Ge=
heimen
Baurats i. P. Becker, gedacht. An Lebens= und
Vereinsjahren ſei er das älteſte Mitglied des Gewerbever=
eins
geweſen. Er gehörte eine lange Reihe von Jahren
dem Vorſtande an und habe durch Vorträge, Vorführung
von Maſchinen und deraleichen mehr die Vereinsbeſtre=
bungen
auf das Vorteilhafteſte unterſtützt. Mit einem
Appell. recht fleißig neue Mitglieder zu werben, ſprach
Herr Jakobi zum Schluſſe noch allen Förderern des
Vereins den wärmſten Dank aus. Der Gewerbeverein
werde unter ſolchen Umſtänden auch in Zukunft in der
Lage ſein, den ſtetig wachſenden Aufgaben gerecht zu
werden.
Herr Baurat Jaeger berichtet über die Tätig=
keit
der Gewerbeſchule, die ſich im Vergleich
zu den früheren Jahren nicht weſentlich verändert habe.
Die Schule ſei voll beſetzt, die Räume unzureichend. Er=
freulicherweiſe
geſtalte ſich die Frage des Neubaues einer
Gewerbeſchule jetzt günſtiger, da die Verhandlungen we=
gen
Erwerbung eines Bauplatzes am Ererzierplatz dem=
nächſt
zum Abſchluß gelangen würden. Mit dem Neubau
werde auch die Frage der obligatoriſchen Fortbildungs=
ſchule
gelöſt. Zwei parallele Anſtalten nebeneinander zu
führen ſei ein Mißſtand Die Rechnungsablage
des Vereins für 1911 erſtattet Herr Rechnungsrat
Rumpf. Die Einnahmen betragen 4702,06 M., die Aus=
gaben
3418,95 M. und der Kaſſenvorrat 1283,11 M., das
Vermögen 21 524,50 M., darunter die Dr. Bernh. Schröder=
Stiftung mit 1037,66 M.
Die Rechnungsablage der
Eckardtſtiftung ergab einen Geſamtvermögensbe=
ſtand
von 11 770,65 M. mit einem Anteil des Ortsge=
werbevereins
von 6801,13 M. Beide Rechnungen wur=
den
ohne Beanſtandung geprüft und wird dem Rechner
Entlaſtung erteilt. Ein hiernach zur Beratung ſtehender
Antraa Kraus, die Rechnungsablage für die Folge
pünktlicher, und zwar jeweils für das abgelaufene JJahr
erſtatten zu laſſen. fand Zuſtimmung und wird einer im
Herbſt dieſes Jahres einzuberufenden außerordentlichen
Generalverſammlung zum Beſchluſſe überwieſen. Die er=
forderlichen
Satzungsänderungen und die Rechnungsab=
lage
für 1912 ſollen auf dieſer Verſammlung erfolgen.

Die Wahlen zum Vorſtand ergaben: 1. Vor=
ſitzender
Stadtverordneter und Maurermeiſter H
Sames, 2. Vorſitzender Stadtverordneter und Glaſer=
meiſter
L. Werner, 3. Vorſitzender Malermeiſter Gg.
Kraus. Von den ausſcheidenden Vorſtandsmitglie=
dern
werden die Herren Geißner, J. Jakobi, Ph
Hillgärtner. Gg. Möſer I., Schembs und
Thomae wiedergewählt. Ueber die Wahl der
Meiſter=und Geſellenbeiſitzer für die
Geſellenprüfungen berichtete Herr Hofſpengler=
meiſter
W. Eberhardt; deſſen Vorſchläge werden an=
genommen
. Ebenſo erklärt ſich die Verſammlung mit den
Vorſchlägen des Herrn Kraus für die diesjährigen Be=
ſichtigungen
und Ausflüge einverſtanden
Ein weiterer Antrag Kraus will zur pünktlichen und
gleichmäßigeren Zuſtellung der Vereinszeitſchrift, Das
Gewerbeblatt, durch die Poſt zuſtellen laſſen. Die Ver
ſammlung unterſtützt dieſen Antrag und überweiſt ihn
dem Vorſtand zur weiteren Veranlaſſung. Es wurden
noch die Herren Schreinermeiſter W. Müller und Gla=
ſermeiſter
B. Felmer zu Rechnungsprüfern für die
nächſte Rechnungsablage beſtellt, worauf die Verſamm=
lung
geſchloſſen wurde.
Griesheim, 15. März. Die hieſige Polizei verhaf=
tete
einen jungen Mann, der in Darmſtadt ein
Fahrrad geſtohlen und mit dieſem das Weite ge=
ſucht
hatte. Der junge Mann wurde in das Darmſtädter
Unterſuchungsgefängnis gebracht.
Bensheim, 15. März. Der am Donnerstag abge=
ſtürzte
Zementarbeiter Rieſeck aus Darmſtadt, iſt in der
Nacht zum Samstag im Darmſtädter Krankenhaus ſei
nen Verletzungen erlegen.
Offenbach, 15. März. Mit der Frage, ob eine Aut o=
verbindung
zwiſchen Enkheim und Offen=
bach
geſchaffen werden ſoll, beſchäftigte ſich eine zu die=
ſem
Zwecke in Enkheim einberufene Verſammlung, der
Vertreter der Wachenbucher Auto=Geſellſchaft und ein
Vertreter der A. E. G. beiwohnten. Die Bedürfnisfrage
wurde allſeitig anerkannt. Es ſoll eine G. m. b. H. ge=
gründet
und vorläufig ein Auto beſchafft werden. Sobald
ſich die Rentabilität herausſtellt, ſollen weitere Autos
gekauft werden. Zur Erledigung der Vorarbeiten wurde
ein Ausſchuß aus vier Enkheimer Bürgern gebildet.
Gau=Algesheim, 15. März. Aus dem Gleis
ſprang hier beim Rangieren der Packwagen des um
3,24 Uhr aus Kreuznach hier ankommenden Perſonenzuges.
Um den Wagen ins Gleis zu bringen, mußte ein Hilfs=
zug
aus Bingerbrück requiriert werden. Nach mehrſtün=
diger
Arbeit war der Wagen ins Gleis gehoben. Der
Verkehr war während der ganzen Zeit nicht unterbrochen.
Der Packwagen war oberhalb des Stationsgebäudes bei
einer Weiche aus dem Gleis geſprungen. Die Wahl des
Gemeinderechners H. Eberle in Wolfsheim zum Ab=
geordneten
des Bezirkes Gau=Algesheim der Heſſiſchen
Landwirtſchaftskammer iſt für ungültig er=
klärt
worden, weil ein Wahlmann abſtimmte, der nicht in
der Wählerliſte ſtaand. Es hat eine Neuwahl ſtattzufinden.
Gießen, 15. März. Der Bürgerverein hielt
im Einhorn eine Mitglieder=Verſammlung ab. Profeſſor
Dr. Rauch ſprach über die Gießener Kunſt=
ſammlungen
. Wir haben in Gießen eine ganze Reihe
von Stätten, die der Kunſt dienen. Das archäologiſche In=
ſtitut
hat in der letzten Zeit namentlich auf dem Gebiet
des Hellenismus eine beträchtliche Erweiterung erfahren,
Leider iſt es nicht möglich, die zahlreichen Werke der
Kleinkunſt zweckentſprechend unterzubrin
gen. Auch das kunſtwiſſenſchaftliche Inſtitut hat in den
letzten Jahren eine weſentliche Bereicherung erfahren.
Das Lokal des Kunſtvereins iſt vermöge ſeiner ungünſti=
gen
Lichtverhältniſſe ungeeignet. Es beſteht die Abſicht,
eine ſtädtiſche Galerie zu begründen. Es
ſtehen zwei Projekte in Frage. Das eine geht dahin, die
drei hier vorhandenen Kunſtſammlungen in einem zweck=
entſprechenden
Gebäude zu vereinigen, vielleicht im jetzi=
gen
Bürgermeiſtereigebäude. Eine Kunſtbibliothek und
in Leſezimmer würde die Sammlungen vervollſtändigen.
Das zweite Projekt geht dahin, die alte Klinik für die
Kunſtſammlungen zu verwenden. Auch das ethnographiſche
Muſeum und das hiſtoriſche Muſeum könnten in
die alte Klinik verlegt werden. Namentlich das
hiſtoriſche Muſeum enthält Schätze, die in ganz
Deutſchland einzig daſtehen.
Namentlich die darin
vorhandenen fränkiſchen Gräber ſind nur einmal auf der
Welt vorhanden. In der Beſprechung teilte Stadtverord=
neter
Winn mit, daß beabſichtigt ſei, in der alten Klinik
eine ſtändige Gewerbeausſtellung einzu=
richten
.
Bad=Nauheim, 15. März. Infolge eines Fehl=
trittes
ſtürzte Gärtnereibeſitzer Klee in ſeinen
offenen Brunnen und ertrank, ehe ihm Hilfe
gebracht werden kannte.

Darmſtädter Schulen.
II.

* Das Großh. Ludwigs=Georgs= Gymna=
ſium
hatte im letzten Schuljahr einen Schulerbeſtand von
451, davon waren evangeliſch 382, katholiſch 55, iſraelitiſch
11, ſonſtige 3; aus Darmſtadt gebürtig waren 390, aus
anderen heſſiſchen Orten 55, aus nichtheſſiſchen Orten 19;
normal alt waren 374. Die Reifeprüfung haben beſtanden
am 22. Februar 25 Abiturienten. Das Lehrerkollegium
beſteht aus Direktor und 25 ſonſtigen Lehrkräften. Die
Vorſchule der Gymnaſien ſiedelte Oſtern 1912 aus dem
alten Pädagogium in das Gymnaſialgebäude über. Der
Jahresbericht enthält eine Beilage von Prof. Kißner:
Das Bildungsideal der Romantik‟ Das neue Schul=
jahr
beginnt am Dienstag den 1. April
Das Großh. Neue Gymnaſium hatte am 15.
Mai 1912 einen Schülerbeſtand von 190; davon waren
evangeliſch 165, katholiſch 16, iſraelitiſch 7, ſonſtige 2;
normal alt waren 130. Aus Darmſtadt gebürtig waren
94, aus anderen heſſiſchen Orten 90, aus nichtheſſiſchen
Orten 5, Ausländer 1. Auffallend iſt der hohe Prozent=
ſatz
der Nicht=Darmſtädter. Die Reifeprüfung am 24.
September 1912 beſtanden 3, am 14. März 1913 21 Ober=
primaner
. Das Lehrerkollegium beſteht aus dem Direk=
tor
und 20 weiteren Lehrkräften. Das pädagogiſche Semi=
nar
hatte 17 Mitglieder. Der Jahresbericht enthält eine
wiſſenſchaftliche Beilage: Entwickelungsgeſchichte Heſſen=
Darmſtadts, 1. Teil: Vom Tode Philipps des Großmüti=
gen
bis zur franzöſiſchen Revolution von Oberlehrer
Profeſſor Dr. Karl Hattemer. Das neue Schuljahr be=
ginnt
am Dienstag den 1. April. In den Mitteilungen
an die Eltern werden dieſe auf die großen Gefahren auf=
merkſam
gemacht, die der geſunden Entwickelung unſerer
Jugend durch die Schund= und Schmutzliteratur drohen
und gebeten, durch ſorgfältige Ueberwachung der Geld=
ausgaben
und der Lektüre ihrer Kinder die Schule in
ihrem Kampf gegen die verderblichen Wirkungen eines
ſkrupelloſen, gemeinen Erwerbsſinnes zu unterſtützen.
Die Großh. Liebigs=Oberrealſchule hatte
am 15. Mai 1912 einen Schülerbeſtand von 362; davon
waren evangeliſch 356, katholiſch 4, iſraelitiſch 2, normal
alt waren 192, alſo etwas mehr als die Hälfte. Aus
Darmſtadt gebürtig waren 265, aus anderen heſſiſchen
Orten 95, aus nichtheſſiſchen Orten 2. Die Reifeprüfung
beſtanden am 20. September 1912 3, am 5. März 1913 15.
Das Lehrerkollegium zählt außer dem Direktor 19 Lehr=
kräfte
, das pädagogiſche Seminar ſeit Herbſt 1912 10 Mit=
glieder
. Der Jahresbericht enthält eine Ueberſicht über
die Berechtigungen der Oberrealſchule und eine Beilage
von Prof. Getroſt: Die freie Perſpektive im Zeichenunter=
richt
der Mittelklaſſen höherer Lehranſtalten. Das neue
Schuljahr beginnt am Dienstag 1. April. In den Mit=
teilungen
richtet die Direktion an die Eltern die Bitte,
die Lektüre und die häuslichen Arbeiten der Kinder zu
überwachen und, da nur durch reges Zuſammengehen der
Schule mit dem Haus Erfolge auf dem Gebiete des Un=
terrichts
und der Erziehung erzielt werden können, mit
der Schule Hand in Hand zu gehen, nicht aber erſt zur Zeit
der Verſetzung ſich an die Lehrer zu wenden.
Fortbildungs=
Die Kaufmänniſche
chule der Großh. Handelskammer Darmſtadt hatte am
Ende des verfloſſenen Schuljahres einen Beſtand von
261 Schülern (gegen 282 am Anfang); davon waren evan=
geliſch
224, katholiſch 32, iſraelitiſch 5. Das Lebensalter
der Schüler lag in der Hauptſache zwiſchen 14 und 17
Jahren. Im Alter von 14 Jahren ſtanden 24 Prozent,
von 15 Jahren 28 Prozent, von 16 Jahren 36 Prozent,
von 17 Jahren 11 Prozent, von 18 und mehr Jahren
1 Prozent. Vorgebildet waren in Volksſchulen 55 Pro=
zent
, in Mittelſchulen 33 Prozent, in Privatſchulen 1½
Prozent, in höheren Schulen 10½ Prozent. Fortbildungs=
ſchulpflichtig
waren 96½ Prozent. Nach Geſchäftsbranchen
verteilten ſich die Schüler auf Fabriken mit 17 Prozent,
auf Großhandlungen mit 13 Prozent, auf Banken mit 1½
Prozent, auf Großgewerbebetriebe mit 5½ Prozent, auf
Detailgeſchäfte mit 48 Prozent, auf kaufmänniſche Bu=
reaus
7½ Prozent, auf ſonſtige Bureaus 7½ Prozent.
Mit Ausnahme eines Schülers waren alle Beſucher der
Schule bei in Darmſtadt anſäſſigen Firmen in Lehre. Der
Lehrkörper beſteht aus dem dirigierenden Direktor, 8 Leh=
rern
für den kaufmänniſchen Unterricht, 2 Lehrern für Ste=
nographie
und Maſchinenſchreiben, 1 Lehrer für franzöß=
che
Sprache. Das neue Schuljahr beginnt am Montag=
den
31. März.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 15. März. Die Kaiſerin
und Prinz Auguſt Wilhelm trafen heute früh um
7 Uhr 50 Minuten von Langenburg wieder hier ein.
Mit 570 leerſtehenden Wohnungen marſchiert
zurzeit der Weſten an der Spitze aller Stadtteile Berlins.

eigenen Leder: für Soldatenſtiefel, die er im Geiſte be=
reits
auf des Feindes Hintern appliziert hat.
Die Welt kam aus dem Gleiſe. Die Menſchen hatten
ihr Geſicht verändert. Selbſt das äußere Zeichen ſtaatlich
und kirchlich genehmigter Liebe war entbehrlich geworden:
160000 Trauringe rollten in die Kriegskaſſe.
*
Heere wurden aus dem Fußboden geſtampft. Soldat
zu ſein, mußte für jedermann Ehrenſache werden; bis da=
hin
war es ein fragwürdiges Metier geweſen. So kamen
die Freiwilligen Jäger zur Welt, dieſe grüngekleideten,
ſich ſelbſt unterhaltenden Freiwilligen, die den Regi=
mentern
der alten Armee angegliedert wurden. Regiment
und Vorgeſetzte durften ſie ſich ſelbſt wählen; Krieger
ſollten ſie ſein im Heere, nicht Arbeiter; ihre Miſſion durfte
nicht darin zu ſehen ſein, Garniſonen zu bewachen, den
Brotwagen zu begleiten oder Ordonnanzen zu tragen.
Der König konnte aus jedem einen Offizier machen. Die
Geringſchätzung für den Soldatenſtand mußte überwunden
werden; darum hieß es: Kein junger Mann zwiſchen dem
17. und 24. Lebensjahre kann zu einer Auszeichnung ge=
langen
, ſo er nicht ein Jahr einem Jägerdetachement an=
gehört
hat. Den Jünglingen ſchwindelte vor Glück. Man
bekam freiwillige Jäger, ſoviel man wollte. Die Zivil=
verwaltungen
bekamen einen Schreck; ihre Arbeitskräfte
folgten dem Kalbfell wie alle, die jung und grün zwiſchen
17 und 24 ſtanden. Derart bildete man einen ideellen
Kriegerſtand, eine koſtbare Pflanzſtätte des künftigen Offi=
zierkorps
.
Das Schillſche Korps erſtand ſeinem ruhmvollen
Grabe, lebte wieder auf in dem Lützowſchen Freikorps
Es waren Leute aus ehemaligen preußiſchen Provinzen,
die Schar der Rache genannt, geführt von Major von
Lützow.
Die Landwehr ward organiſiert. Zu ihr gehörten
die Männer bis ins 40. Lebensjahr hinauf. Sie trugen
ſchwarze oder blaue Litewka, Leinenhoſe und eine Tuch=

mütze mit Kreuz und Inſchrift: Mit Gott für König und
Vaterland.
Als letzte kriegeriſche Inſtanz ſtand der Landſturm da.
ohne Uniform und ohne Abzeichen. Von ihm ſagte der
König: Der Kampf. zu dem der Landſturm berufen wird,
iſt ein Kampf der Notwehr, der alle Mittel heiligt, die
ſchneidendſten ſind die beſten. Er hatte die Werte vor
Feindeshand zu ſichern, mußte Feld und Wald vernichten
Dörfer und Städte zerſtören, ſtand in Ausſicht, daß der
Feind ſie in Beſitz nahm. Grauſam war ihr Amt.
Ihnen allen winkte als größte Ehre und Anerkennung
für Tapferkeit das Eiſerne Kreuz. Vom Stoffe eiſern
wie die Zeit, von Geſtalt religiös wie der Atem der Zeit!
Dem General konnte es verliehen werden, wie dem ein=
fachſten
Soldaten. Am Geburtstage der Königin Luiſe
hatte der König es geſtiftet.

Die Zeit hatte ſich erfüllt. Der König ließ die Maske
fallen, ſtellte ſich auf Yorcks Seite, bekannte frei und offen
die mit Rußland abgeſchloſſene Allianz und erklärte
Frankreich am 20. März den Krieg. Juſt in dem Augen=
blick
, da Napoleon ſich bereit erklärte, Preußen Zugeſtänd
niſſe zu machen
Scharnhorſt, Blücher und Gneiſenau umſtanden den
König; ſie waren hergekommen zum Mittun. Scharnhorſt
war es, der rüſtete, der durch ſeinen Idealismus verſtand,
ein Heer von 135000 Mann aus dem Boden zu ſtampfen
das zum größten Teil vom Volke aus eigener Taſche aus=
gerüſtet
und unterhalten wurde.
Am 15. März war Kaiſer Alexander in Breslau ein=
getroffen
, umarmt und geküßt vom König, vom Volke auf
den Schild der Begeiſterung gehoben.
Das ruſſiſch=preußiſche Rütli verwaltete ſich in zwei
ruſſiſchen und zwei preußiſchen Vertretern, ihr Herr Un=
parteiiſcher
ward Freiherr vom Stein, des Rütlis Seele.
Endlich zur Wahrheit und zum freien Handeln zu=
rückgekehrt
, predigte tiefergreifend Schleiermacher in Ber=

lin. Man war; die Tage waren übervoll vom Gedanken
der Befreiung, Reden und Lieder floſſen über begeiſterte
Zungen. Arndt ſang vom Gott, der Eiſen wachſen ließ,
Theodor Körners kindjunges Herz pries Königin Luiſe
als Schutzgeiſt der Rache, brachte mit glühendem Wort die
Jugend zur Todesverachtung. Durch Sonette ſprach
Rückert, in Liedern Fouqué und Schenkendorf.
Freiwillige Jäger und Freikorps ſuchten ſich in Be=
geiſterung
zu übertreffen. Hie Idee des Preußentums von
hoher, edler Geſinnung; dort Idee des Deutſchtums, ver=
kündet
durch Jahn und Frieſen als Häupter ſtudentiſcher
Jugend
Kommende Generationen, die ihre Angelegenheit im
Haag erledigen, werden nicht umhin können, Ehrfurcht zu
haben vor dem Gedächtnis großer Männer der Wiſſen=
ſchaft
und des Geiſtes, die in der preußiſchen Hauptſtadt
als dem Landſturm zugehörig Handgriffe klopften. So
der Philoſoph Fichte und ſein noch nicht erwachſener
Sohn; ſo Schleiermacher, der berühmte Prediger; ſo Iff=
land
, der große Schauſpieler. und viele mehr. Der Schritt
vom Erhabenen zum Lächerlichen iſt nahe; in dieſem Falle
dieſen Schritt zu tun, wäre der frivolſte und ſpöttiſchſte
Kerl nicht imſtande.
Gneiſenau gingen die Augen über: Es iſt eine große
und herzerhebende Zeit. Es wird mir ſchwer, mich der
Tränen zu enthalten, wenn ich all dieſen Edelmut, dieſen
hohen teutſchen Sinn gewahr werde. Welches Glück, ge=
lebt
zu haben, bis dieſe weltgeſchichtliche Zeit eintrat. Nun
mag man gerne ſterben, wir hinterlaſſen unſeren Nachkom=
men
die Unabhängiakeit.
Nur einer war ſkeptiſch in deutſchen Landen. Der Ge=
nius
Goethe hielt dem Genius Napoleon treue Brüder=
ſchaft
. Er. Goethe, konnte nicht ausdenken, daß das Ge=
waltige
möglich werde. Rüttelt nur an Euren Ketten.
ſagte er zu Körners Vater, der Mann iſt Euch zu groß,
Ihr werdet ſie nicht brechen.

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Nummer 64.

Eine Stiftung in Höhe von 1 Million Mark
hat der Geh. Kommerzienrat Joſeph Seiler der Tuchver=
ſandfirma
F. A. Seiter in Berlin-Deſſau aus Anlaß
ſeines 60. Geburtstages zugunſten ſeiner Angeſtellten er=
richtet
. Alle Angeſtellten der Firma, die 25 Jahre dort
tätig waren oder arbeitsunfähig werden, ſollen aus die=
ſer
Stiftung eine Penſion bis zur Hälfte ihres Einkom=
mens
erhalten. In dem Vorort Lichtenrade erſchoß
ſich geſtern nacht in einer Laube der Kaufmann Otto Hel=
wig
aus Tempelhof, nachdem er zuerſt ſeine Geliebte, die
Arbeiterfrau Röhl aus Berlin, getötet hatte. Aus hinter=
laſſenen
Briefen geht hervor, daß beide die Tat aus Furcht
vor Aufdeckung des Verhältniſſes begingen.
Straßburg i. E., 15. März. Einem großen Juwe
lendievſtahl iſt man hier auf die Spur gekommen.
In einem Juwelengeſchäft erſchien ein gut gekleideter
Fremder, der Juwelen im Werte von 60000 Mark zum
Verkauf anbot, die nach ſeiner Angabe aus einer Erb=
ſchaft
ſtammen ſollten. Der Juwelier war zum Abſchluß
des Geſchäftes geneigt, verlangte aber, daß der Fremde
die Rechtmäßigkeit ſeines Beſitzes an den Juwelen nach=
weiſen
ſollte. Dieſer verſprach, bis zum Abend den ge=
wünſchten
Nachweis zu bringen und ließ die Juwelen in
dem Geſchäft zurück. Inzwiſchen war aber bekannt ge=
worden
, daß vor einigen Tagen in Zürich für etwa 60 500
Mark Juwelen geſtohlen worden waren. Der Fremve
muß davon Wind bekommen haben, denn er erſchien nicht
wieder. Die geſtohlenen Juwelen konnten dem Züricher
Juwelier wieder zurückgeſtellt werden
Metz, 15. März. Die bei der geſtrigen Gerichtsver=
handlung
über den früheren Leutnant Erb ver=
hängte
Strafe beträgt 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus (nicht
Gefängnis).
Mannheim, 15. März. Seinen Verletzungen erlegen
iſt geſtern der Stationsleiter Valentin Sauer aus
Darmſtadt, der am 12. d. M. von einem Perſonenzug
auf der Strecke Waldhof=Mannheim beim Elektrizitäts=
werk
überfahren und ſchwer verletzt wurde
Biebrich, 15. März. Geſtern abend gegen 8 Uhr brach
in der Sodafabrik und Salz=Großhandlung Adolf Hof=
mann
Feuer aus das ſämtliche Fabrikationsgebäude
das ſchnelle Umſichgreifen des Brandes wurde
ergriff.
dadurch begünſtigt, daß die Lagerhalle außer größeren
Mengen Salz noch eine ganze Menge leichtbrennbare Ma=
terialien
enthielt. Auch lagerten in einer Scheune 100
Zentner Heu. Der Brand dehnte ſich mit ſolcher Geſchwin=
digkeit
aus, daß aus dem angrenzenden Garniſonlazarett
der königlichen Unteroffizierſchule die Kranken entfernt
werden mußten, weil ein Uebergreifen des Feuers zu be=
fürchten
war.
Weimar, 15. März. Der Landtag genehmigte die Re=
gierungsvorlage
über den Neubau des Goethe=
Nationalmuſeums, der 114000 Mark erfordert.
Bielefeld, 15. März. Zu Beginn des geſtrigen Wag=
ner
=Konzerts im Stadttheater ſtürzte plötzlich die
mittlere Verſenkung in die Tiefe und riß 30 Perſonen
des gemiſchten Chors mit ſich. Vier wurden ſchwer, eine
große Anzahl leichter verletzt. Bei dem Konzert wirkter
im ganzen 200 Perſonen mit. Das Unglück iſt allem An=
ſcheine
nach dadurch entſtanden, daß die Verſenkung zu
ſehr belaſtet war.
Krakau, 15. März. Zwiſchen den Ortſchaften Bi=
vincza
und Zogioſto trat eine derartige Eisſtockung
ein, daß mehrere Ortſchaften total überſchwemmt
wurden. Zahlreiche Brücken wurden weggeriſſen. Nach
angeſtrengter Tätigkeit gelang es einige zu Hilfe geru=
fenen
Pionier=Abteilungen, die drei Stockwerke hohen
Eismaſſen zu ſprengen und ſo der Flut Abzug zu ver=
ſchaffen
. Mehrere Menſchen haben dabei ihr Leben ein=
gebüßt
. Zahlreiches Vieh iſt ertrunken.
Fiume, 15. März. Der ſerbiſche Geſandte in Rom,
der frühere Miniſterpräſident Michael Wuitſch, iſt in
der Erregung über das Hinſcheiden ſeiner Gattin plötz=
lich
geſtorben. Letztere hatte ſich, wie mitgeteilt, in der
Sorge um ihren Gatten erſchoſſen.
Neapel, 14. März. Der König von Schweden
iſt hier eingetroffen.
Paris, 15. März. Das Hennigsdorfer Auto=
mobil
=Attentat hat jetzt auch in Frankreich
Nachahmung gefunden. Wie aus Rezſy gemeldet wird
iſt der Notar Rothel nur durch Zufall einem ähnlichen
Anſchlage entronnen. Sein Auto rannte plötzlich auf der
Chauſſee gegen ein Hindernis und wurde in den Graben
geſchleudert. Der Chaufſeur, der einige Meter weit fort=
geſchleudert
wurde, erlitt ſchwere Verletzungen, während
der Notar mit leichteren Verletzungen davonkam. Es

ſtellte ſich heraus, daß quer über die Chauſſee von einem
Baum zum anderen ein Drahtſeil geſpannt war, das
den Unfall hervorgerufen hatte. Glücklicherweiſe fuhr der
Wagen mit verminderter Geſchwindigkeit, ſo daß das
Seil riß, ohne mit den Inſaſſen des Wagens in Berühr=
ung
zu kommen.
Paris, 15. März. Auf Anordnung der Staatsanwalt=
ſchaft
wurde die Pariſer Tingeltangel=Sängerin Martha
Berget verhaftet unter der Beſchuldigung, daß ſie die
Gattin eines Fabrikanten in Auch im Departement Gers,
mit dem ſie ein Liebesverhältnis unterhalten hatte, mit=
tels
vergifteter Datteln zu töten verſucht hat.
Monte=Carlo, 15. März. Herzog Georg von
Sachſen=Meiningen iſt noch nicht wiederherge=
ſtellt
, ſondern muß in Cap St. Martin weiter das Bett
hüten. Empfänge ſind vorläufig abgeſagt.
Chriſtiania, 14. März. Der kleine, im Gudbrandtal
gelegene Ort Skiaaker iſt, wie ſchon gemeldet, durch
ein ſchreckliches Lawinenunglück heimgeſucht
worden. Gegen Mitternacht wurden die Bewohner des
Dorfes durch ein donnerndes Geräuſch aus dem Schlafe
geweckt, und ehe ſie ſich aus ihrer Beſtürzung erholt hatten
war der größte Teil des Ortes bereits unter zwei rieſigen
Schneelawinen begraben. Drei Gehöfte wurden buchſtäb=
lich
zertrümmert, viele andere ſchwer beſchädigt. Es wur=
den
fünfzehn Tote, davon fünf Kinder, aus den Schnee=
maſſen
geborgen; ſieben andere Dorfbewohner ſind ſchwer
verletzt. Faſt alle Nachbargemeinden eilten zu den Ret=
tungsarbeiten
herbei. Bei den Rettungs= und Aufräum=
ungsarbeiten
wurde noch eine Anzahl getötetes Vieh zu=
tage
gefördert. Außer den bereits gemeldeten 15 Toten
und ſieben Schwerverletzten hat die Kataſtrophe anſcheinend
weitere Menſchenopfer nicht gefordert. Die Aufräumungs=
arbeiten
machen mit Unterſtützung der aus den Nachbar=
orten
herbeigeeilten Bewohner raſche Fortſchritte. Drei
von den Lawinen am ſchwerſten betroffene Bauernhöfe
ſind mit allen Nebengebäuden von der Gewalt der nie=
derſtürzenden
Schneemaſſen dem Erdboden vollſtändig
gleich gemacht worden. Auch aus anderen Gegenden des
ſüdlichen Norwegens wurden Lawinenſtürze gemeldet
Aſtrachan, 14. März. Von den am 3. März auf einer
Eisſcholle in das Meer getriebenen 55 Fiſchern
wurden 45 gerettet. Zwei ſind ſchwer leidend, einer iſt
erfroren. Das Schickſal der übrigen iſt unbekannt.
Hobart, 14. März. Die Aurore das Schiff der
Expedition Mawſons erreichte die Station Wild
am 23. Februar und nahm Wild und ſeine ſieben Gefähr=
ten
, die ſich alle wohl befanden, an Bord. Wild teilte
formell mit, daß er für Großbritannien von dem ganzen
Gebiet, von Kaiſer=Wilhelmsland an bis zu 101 Grad
30 Minuten öſtlicher Länge und bis zu 67 Grad 30 Minu=
ten
ſüdlicher Breite, Beſitz ergriffen habe. Das Land iſt
feierlich König Georg V.=Land getauft worden.

Heſſiſche Reichspartei.

Im Kaiſerſaal hielt am Samstag abend die neu ge=
gründete
Heſſiſche Reichspartei eine Verſammlung ab, die
ſich eines außerordentlich zahlreichen Beſuches zu erfreuen
hatte. Den Vorſitz führte
Rechtsanwalt Dr. Bopp,
der die Erſchienenen herzlichſt begrüßte und ſich dann kurz
über die Gründe verbreitete, die zur Gründung der Heſſi=
ſchen
Reichspartei geführt haben. Als wir vor mehr als
Jahresfriſt an die Gründung der Heſſiſchen Reichspartei
herangingen, iſt uns mancher Vorwurf gemacht worden
auch der, daß wir durch eine Uebertragung der Reichs=
partei
nach Heſſen neue Zerſplitterung in das Bürgertum
trügen. Der Vorwurf iſt ſchon geſchichtlich unbegründet
Die erſten Reichstagswahlen nach 1870/71 haben die
Reichspartei in Heſſen auf dem Plan geſehen, zu einer
Zeit alſo, als die liberalen Parteien im heutigen Sinn
noch nicht beſtanden, die Nationalliberale Partei beiſpiels=
weiſe
in ihrer Mitte noch Männer zählte, die unentwegte
Freihändler waren, wie Bamberger, Rickert. Auch hier
in Darmſtadt vereinigte der Kandidat der Reichspartei
eine achtungsgebietende Minderheit auf ſich. In anderen
Kreiſen, wie Bingen-Alzey, ſtand die Reichspartei ſogar
zur Stichwahl und zwei oberheſſiſche Mandate waren
lange Jahre in ihrem Beſitz. Aber auch ſachlich iſt der
Vorwurf einer Zerſplitterung unbegründet. Es gilt uns
im Gegenteil, die mannigfach in kleine Parteigruppen zer=
ſtreuten
konſervativ denkenden Männer auf einem gemein=
ſamen
Boden zu vereinigen und ſo dem öffentlichen Leben

ſonſt verlorengehende Kräfte nutzbar zu machen. In un=
ſerer
Zeit der Verhetzung großer Volksteile, in einer Zeit,
deren Ernſt auch der größte Optimiſt nicht mehr leugnen
kann, erſchien uns keine Partei geeigneter, als Boden
einer Sammlung für alle Männer, die nicht nur vater=
ländiſch
empfinden, ſondern auch der Auffaſſung ſind, daß
es Zeit iſt, dem Zug nach ſchrankenloſer Entwickelung auck
einmal wieder den Ruf nach Bewahrung des bewährten
Alten, als eben die Reichspartei. Die Reichspartei, die
im eigentlichen Sinn die Partei Bismarcks genannt wer=
den
kann, die zuerſt die Bewegung zum Schutz der vater=
ländiſchen
Arbeit einleitete und dabei in gleicher Weiſe
Berückſichtigung ſowohl der Landwirtſchaft als der Ir
duſtrie verlangte und durchſetzte. Wie der Reichs=
gedanke
immer der Leitſtern der Partei war, ſo iſt die
Reichspartei auch in allen anderen großen Fragen dem
großen Kanzler gefolgt, und der Kampf gegen alle Um=
ſturzbeſtrebungen
war und iſt ein unveräußerlicher
Grundſatz der Partei und das ſcheidet uns alle, die wir uns
ſo vereinigt haben, von der Linken. Scheidet uns auch
von der Nationalliberalen Partei als ganzes, daß wir
ein auch nur zeitweiſes taktiſches Bündnis politiſcher Art
mit der Sozialdemokratie verwerfen. Es wird dadurch
nicht nur eine Verwirrung der politiſchen Begriffe ir
breite Schichten der Wähler getragen, die ſich ſchließlich
am Bürgertum rächen muß, es wird dadurch auch die
politiſche Heuchelei großgezogen. Wir verſtehen voll=
kommen
das Streben der arbeitenden Klaſſen nach Ver=
beſſerung
ihres Loſes. Aber wir verurteilen den Weg,
auf dem dieſe Beſtrebungen verwirklicht werden ſollen,
der nach unſerer Ueberzeugung zum Zerfall des Reiches
und damit wieder zu einem Verſinken großer Volks=
ſchichten
in Zuſtände des wirtſchaftlichen Elends führen
müßte. Aus unſerem Nachbarlande Baden tönt wieder
volksverführeriſch der Ruf der Großblockleute mit dem
Schlagwort: Kampf der Reaktion! Junker und Pfaffen
ſind gefährlichere Feinde als der Umſturz! Da iſt es gut,
geſchichtliche Erinnerungen aufzufriſchen. Schon einmal
hat Baden verſucht, uns blinde Heſſen mit einem höhe=
ren
Maß von Freiheit zu beglücken, ſie uns mit den Fah=
nen
der Revolution ins Land zu tragen 1848. Bei
Hemsbach und Lauterbach haben unſere Vorfahren dem
Verſuch ein kurzes blutiges Ende bereitet. Hoffentlich
findet unſere Zeit, ſei es auch in der Wahlſchlacht, die
gleich entſchiedene Abſage an dieſe Art der Befreiung.
(Beifall.)
Reichstagsabgeordneter Dr. Arendt:
Schonoft iſt, wenn wir in der Geſchichte zurückblättern,
feſtzuſtellen geweſen, daß vom Süden des Reiches aus
demokratiſierende Beſtrebungen ſich bemerkbar machten
Es iſt daher nur natürlich, daß der geſunde Sinn der ſüd=
deutſchen
Bevölkerung ſich von neuem eint, um dem
demokratiſierenden Zug einen Damm entgegenzu=
ſetzen
. So haben ſich denn in Bayern, Württemberg,
Heſſen uſw. von neuem Reichsparteien gegründet. Es
iſt nicht ohne Bedeutung, daß gerade in den Tagen der
Märzerinnerungen ein neues Aufleben der Bewegung zu
konſtatieren iſt. Wenn man kürzlich im Reichstag an=
weſend
war, als der Präſident die Rede hielt über die
Erinnerung an die Volksbefreiungen Deutſchlands, und
da ſah, wie die Sozialdemokraten den Saal verließen
der, ſoweit ſie blieben, ſo taten, als gehe die ganze Rede
ie nichts an, während alle Parteien des Hauſes dem Red=
ner
Beifall zollten, ſo muß man doch wünſchen, daß ein=
mal
die ehrlichen deutſchen Arbeiter auf den Tribünen
anweſend wären, um das wahre Geſicht der Sozialdemo=
kratie
, die ſich Arbeiterpartei nennt, zu erkennen. Es iſt
tatſächlich bedrohlich, wie die deutſche Soziakdemokratie
weite Schichten des Volkes geradezu vergiftet, und für
eden einſichtigen und ehrlich empfindenden Deutſchen iſt
es klar, daß die Niederſchmetterung der Sozialdemokratie
die Forderung des Tages iſt. So haben wir zu kämpfen
gegen innere Feinde, und die Augen offen und das
Schwert ſcharf zu halten gegen äußere Feinde. Die Fran=
zoſen
werden unſere Feinde bleiben, ſelbſt wenn wir
ihnen Elſaß=Lothringen zurückgeben würden. England
neidet uns unſere aufſtrebende Weltmachtſtellung. Daß
wir über vier Jahrzehnte hindurch den Frieden wahrten,
danken uns die Völker nicht. Auch gegen den Haß der
ſlawiſchen Raſſe müſſen wir uns wehren. So ſind wir
von Feinden rings umgeben und ſchweben immer in der
Befahr, für einen eventl. Weltkrieg den Puffer abzu=
geben
. Wir ſtehen neuerdings vor der Tatſache, daß die
Türkei, die uns ein Bundesgenoſſe ſein konnte, zertrüm=
mert
wurde und daß die Balkanvölker einen ſehr erheb=

Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.

P. Münchener Theater. In den Mün=
chener
Kammerſpielen fand die Uraufführung
eines Ludwig Thomaſchen Einakters: Das
Säuglingsheim ſtatt. Mit achtunggebieten=
der
Fixigkeit folgt Thoma den politiſchen Ereig=
niſſen
. Die Annahme einer wohltätigen Stiftung,
eines Säuglingsheims, durch den Staat Neuburg‟
nimmt Thoma zum Anlaß, das Miniſterium dieſes
Staates als ein Kollegium boshafter Trottel hin=
zuſtellen
. Die Stiftung des verſtorbenen Rentiers
Eichenlaub wird nur dann angenommen, wenn die Auf=
nahme
der Säuglinge im Verhältnis der Stärke der Kon=
feſſionen
ſtattfindet. So und ſo viel Prozent Katholiken
und ſo und ſo viel Proteſtanten und Iſraeliten. Erklär
ſich die Witwe nicht mit dieſer Bedingung einverſtanden,
ſo wird der Betrieb einfach verboten. Mag man auch ein
ſcharfer Kritiker der Taten des Neuburger Miniſteriums
ſein, nach einer ſo geiſtverlaſſenen Verulkung fühlt man
eine gewiſſe Sympathie für die auf ſo klotzige Weiſe dem
Gelächter überantworteten Leitenden des Staates Neu=
burg‟
. In dieſer Arbeit ſteckt auch nicht die Spur von
Geiſt echter Satire. Ohne jeden künſtleriſchen Ernſt ſind
hier die üblichen Simpliziſſimus=Typen und =Witze
kliſcheeartig zuſammengeſetzt im grenzenloſen Vertrauen
auf die nie verſagende Wirkung dieſer Schlager beim
großen Publikum. Aber dieſe Unterſchätzung des Publi=
kums
beginnt ſich bereits zu rächen. Während ein Teil
ſchrie und tobte vor wonnigem Behagen, verhielt ſich der
andere, der größere Teil, ſtumm und entfernte ſich kopf=
ſchüttelnd
. Gerade vom Standpunkt des echten Freiſinns
aus muß gegen jeden Geſchäftsfreiſinn proteſtiert werden
und eine ſolche grobe Ausſchlachtung ver politiſchen Stim=
mungen
.
* Parſifal und die deutſchen Hof=
bühnen
. Aus Dresden wird gemeldet, daß ſich die
maßgebenden Stellen nun entſchloſſen haben, den Parſifal
nicht zu ſpielen. Auch die Münchener Hofoper nimmt in
dieſer Frage eine abwartende Haltung ein. Vorläufig
denke man wenigſtens nicht daran, das Bühnenweihfeſt=
ſpiel
aufzuführen.
E. B. Alt=Heidelberg
der größte
chauſpiel=Erfolg der Welt! Meyer=Förſters

Alt=Heidelberg, deſſen Erfolg in der Theatergeſchichte
der Welt einzig daſteht, iſt mit Beginn dieſes Jahres
über das 20. fremde Land hinausgekommen; es fand im
Yurakuza=Theater in Tokio die japaniſche und am 10.
Februar in Liſſabon die portugieſiſche Erſtaufführung
ſtatt. Das deutſche Studentenſtück hat ſich damit 22 fremde
Länder erobert: Ungarn, Böhmen, Frankreich, England
Italien, Belgien, Flandern, Holland, Schweden, Nor=
wegen
, Dänemark, Rußland, Spanien, Portugal, Oeſter=
reich
, Schweiz, Nordamerika, Südamerika, Südafrika, Ka=
nada
, Auſtralien und Japan. Man hat Alt=Heidelberg einſt
bei ſeinem Siegeszuge über die deutſchen Bühnen prophe=
zeit
, dieſes Schauſpiel werde mit ſeinen ſentimentalen
Empfindungen jenſeits der deutſchen Grenzen völlig ver=
ſagen
. Insbeſondere die romaniſchen Völker würden ihm
ganz verſtändnislos gegenüber ſtehen. Nun hat Alt=
Heidelberg längſt alle fünf Erdteile durchzogen. Sein
Triumph in Amerika war faſt beiſpiellos, von London
ging es nach vielen Hunderten von Aufführungen in alle
engliſchen Kolonien. Wie groß und nachhaltig aber be=
ſonders
der Eindruck in Frankreich, Spanien und Italien
war, geht daraus hervor, daß eine große Reihe roma=
niſcher
Komponiſten zuerſt Maſſenet ſich um das
deutſche Schauſpiel bewarben und immer noch bewerben.
Kein deutſches Schauſpiel hat bisher auch nur annähernd
im Auslande einen Erfolg gehabt, der ſich ſo ſchnell voll=
zog
und der über die vielen Jahre hin bis heute ſo unver=
ändert
andauert.
CK. Deutſche Muſik in Paris. In dem
neuen von Aſtruc und Erneſt van Dyck geleiteten Opern=
haus
von Paris, dem Théätre des Champs=Elyſées, das
am 2. April feſtlich eröffnet wird, werden nach dem jetzt
feſtſtehenden Arbeitsprogramm deutſche Muſik und deutſche
Künſtler eine hervorragende Rolle ſpielen. Die erſte
Opernaufführung, der Benvenuto Cellini von Berlioz,
wird Weingartner dirigieren; und die zweite Premiere
bildet der Freiſchütz der ebenfalls von Weingart=
ner
dirigiert wird. Später folgen dann Aufführungen
der Elektra und des Roſenkavaliers von Richard
Strauß; beide Werke werden in Paris von dem En
ſemble der Dresdener Hofoper dargeſtellt. Für die
geplanten großen Sinfoniekonzerte iſt neben Toscanini
und Mengelberg wiederum Felix Weingartner gewonnen,
und als Soliſtin wird Lilly Lehmann mitwicken.
Dann aber plant Aſtruc in ſeinem Pariſer Opernhaus die
Aufführung des Parſifal wobei er ſich an das Vor=

bild Bayreuths halten will. Dieſe Muſteraufführungen
ſo heißt es im Programm, werden unter der Mitwirkung
Bayreuther Künſtler ſtattfinden, die die ihnen vom Mei=
ſter
auferlegten Traditionen bewahrt haben. Im übrigen
ſieht das Programm des Theaters der Champs=Elyſées
für dieſe Saiſon noch folgende Aufführungen vor: Der
Barbier von Sevilla Lucia von Lammermoor Cha=
liapin
wird den Boris Godunow in Paris kreieren und
dann in der Oper Ehowantſchina von Muſſorgsky auf
treten. Im Herbſt wird die Manon Lescaut Puccinis,
der Roi malgré lui von Chabrier und die Feerie Iſo=
line
von Meſſager in Szene gehen. Im Sommer findet
ein Gaſtſpiel des ruſſiſchen Balletts mit Nijinsky und der
Karſawina ſtatt. Die Penelope von Gabriel Fauré
wird dagegen vorausſichtlich noch im Mai zur Aufführung
kommen.

* Ein Charakterzug Kaiſer Wilhelms I. In dieſen
der Erinnerung des erſten deutſchen Kaiſers geweihten
Tagen ſei auch eines Vorganges gedacht, der ſo recht ge=
eignet
iſt, die vornehme Geſinnung und die Herzensgüte
dieſes Herrſchers zu kennzeichnen. Am 17. März 1863
dem 50jährigen Gedenktage der Errichtung der preußk
ſchen Landwehr, wurden zu den in Berlin abgehaltenef
Feſtlichkeiten auch 4000 Veteranen der Befreiungskriegt
geladen. In dem dem Könige zur Beſtätigung vorge=
legten
Feſtprogramm hieß es urſprünglich: Die Krüp
pel werden dem Zuge in königlichen Marſtallequipagen
nachgefahren‟ Das Herz des Königs empörte ſich aber
gegen dieſe liebloſen Worte, er ſtrich ſie und ſchrieb an
deren Stelle: Die für das Vaterland ehren=
voll
Verwundeten werden dem Zuge in könig=
lichen
Equipagen nachgefahren.
Eine Stadt ohne Schmutz und Rauch. Es iſt in
der Geſchichte ein Fall ohne gleichen, daß eine Stadt ſchon
vor ihrer Geburt einen Namen erhält. Dieſer Fall iſt
ſoeben in Auſtralien, im Yaß=Bezirk von Neuſüdwales,
Ereignis geworden. Dort hat bei der Grundſteinlegung
der neuen Bundeshauptſtadt Lady Denman, die Gattin
des General=Gouverneurs, der zu erbauenden Kapitale
nach dem bei Schiffstaufen üblichen Zeremoniell den
Namen Canberra gegeben. So nennen nämlich die Ein=
geborenen
dieſe Gegend. Die Gründung der Stadt, die
vor drei Jahren beſchloſſen wurde, bildet wohl das aben=
teuerlichſte
Kapitel der romantiſchen Geſchichte, die ſich
uns in der ſtaunenswerten Entwickelung Auſtre

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Nummer 64.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Seite 5.

lichen Machtzuwachs erreicht haben. Es unterliegt kei=
nem
Zweifel, daß durch dieſen Machtzuwachs der Balkan=
völker
der Wert unſeres Bündniſſes mit Oeſterreich und
Italien bedeutend verringert wurde. Darum war es un
erläßlich, daß wir unſere eigene Wehrkraft entſprechend
verſtärkten. Unſere Gegner ſehen daraus, daß wir uns
wappnen für alle Fälle, und ſie werden ſich hüten, es au
einen Kampf mit uns auf Leben und Tod ankommen zu
laſſen. Tun ſie es aber dennoch, dann werden ſie uns
eben gerüſtet finden. Es ergöbt ſich alſo für uns daraus
die heilige Pflicht, die geforderte Mehrausgabe für die
Heeresvermehrung zu tragen und möglichſt einhellig und
möglichſt ſchnell die Zuſtimmung zu geben. (Bravo!) Par=
teien
darf es dabei nicht geben, es gilt, große nationale
Opfer zu bringen. Die Abgabe vom Vermögen zu er=
heben
, war ein hoher vaterländiſcher Gedanke, und es
muß dankbar anerkannt werden, daß auch die deutſchen
Fürſten ſich dieſer nationalen Opfergabe nicht entziehen.
(Bravo!) Zu der Pumpwirtſchaft vor der Finanzreform
dürfen wir nicht zurückkehren, darum dürfen die Mehr=
forderungen
nicht wieder durch Anleihen gedeckt wer
den. Hätten wir die Reichsfinanzreform nicht durchge=
führt
, wären wir heute nicht in der Lage, die Neufor=
derungen
zu decken. Dieſe Reichsfinanzreform war alſo
eine dringende nationale Aufgabe, und es war ein ſchwe=
rer
Fehler der Nationalliberalen Partei, daß ſie ſich die=
ſer
nationalen Aufgabe entzog. Es hat eine Zeit gege=
ben
, daß der Unterſchied zwiſchen unſerer Partei und
der Nationalliberalen nur ein geographiſcher Begriff
war. Heute noch könnte ich mit Herren, wie Graf Oriola,
Frhrn. von Heyl, Dr. Becker und auch Dr. Oſann in
einer Partei ſitzen. (Hört, hört!) Aber was uns von der
Nationalliberalen Partei heute ſcheidet, iſt die von Baden
gekommene Großblockpolitik, iſt die Tatſache, daß aus
ihren Reihen ſoviel Stimmen für Bebel und Scheide=
mann
abgegeben werden konnten. Am meiſten aber die
Haltung der Partei bei der Finanzreform. Man mag
über die Erbſchaftsſteuer denken, wie man will, aber man
durfte nicht, als ſie gefallen war, einfach nicht mehr mit=
machen
. Das war keine Vaterlandspolitik, das war
Parteipolitik. Damit hat die Partei den nationalen
Boden verloren. Die Liberalen haben durch eigene Kraft
nur ſehr wenig Mandate erringen können. Die Fort=
ſchrittliche
Volkspartei mußte, um überhaupt Mandate
zu erhalten, das ſchmähliche Bündnis mit der Sozial=
demokratie
eingehen, und die Nationalliberale Partei
hat ſich mit dieſer Fortſchrittlichen Volkspartei, die ſich
ganz außerhalb der bürgerlichen Partei geſtellt hat, ver=
bündet
auf Gnade und Ungnade. Der Jungliberalis=
mus
unterſcheidet ſich in nichts mehr von der Stellung
der deutſchen Demokratie. (Sehr richtig!) Das muß zum
Untergang führen. Gewiß haben unſere arbeitenden
Klaſſen ein Recht, Beſſerung ihrer Lage zu verlangen
und anzuſtreben. Aber wir dürfen dabei nicht vergeſſen,
daß die Arbeiter nicht allein da ſind, daß wir einen ſehr
breiten Mittelſtand haben, der der Jungbrunnen des
Volkes iſt, und der ſchwer bedroht iſt. Wir wollen, daß
der Mittelſtand leben bleibt als wirkſamer Schutz für
Staat und Nation. Wir wollen keine einſeitige Politik
treiben und nicht Handel und Induſtrie und Landwirt=
ſchaft
gegeneinander ausſpielen. Wir fordern in unſerer
Politik gleichen Schutz für alle. Bismarck ſelbſt hat uns
die Politik gelehrt. Bismarcks Wirtſchaftspolitik hat
unſer Volk voran gebracht, wie es nie zuvor der Fall war.
Ich glaube und hoffe, daß unſer deutſches Volk doch in
ſeinen inneren Kämpfen den rechten Weg findet. Ge=
rade
die Entwickelung des Radikalismus wird es den
rechten Weg erkennen laſſen. Der Weg, den die Natio=
nalliberale
Partei geht, iſt aber nicht der rechte. Die
alten Führer dieſer Partei, Bennigſen, Miquel uſw.,
würden heute mit eiſernem Beſen dazwiſchen fahren, um
die Schwärmer der Großblockpolitik zu entfernen. Un=
ſere
Partei erkennt als die erſte und größte Aufgabe der
nationalen Gegenwart die Bekämpfung der Sozial=
demokratie
.
Ich möchte ſchließen mit den Worten, die Herr von
Kardorf einſt ſprach: Wenn wir im Unrecht ſind, dann
wollen und ſollen wir beſiegt werden. Wenn wir aber
im Recht ſind, ſoll es nicht unſere Schuld ſein, wenn wir
nicht ſiegen. (Lebh. Beifall.)
An den Vortrag ſchließt ſich eine
Diskuſſion.
Reallehrer Kahl weiſt darauf hin, daß die Neu=
gründung
der Reichspartei tatſächlich einen Keil in die
bürgerlichen Parteien getrieben hat. Wir kennen in unſe=
rem
Wahlkreis nur einen Kampf gegen die Sozialdemo=
kratie
. Und wenn wir dieſen Kampf beſtehen wollen,
müſſen alle bürgerlichen Parteien zuſammengehen. Die
Neugründung nimmt ihnen aber die Stoßkraft. Wenn
die Reichspartei nun etwa einen eigenen Kandidaten
aufſtellt, käme mit unfehlbarer Sicherheit der Freiſinnige
in die Stichwahl. Die Gründung der Reichspartei war
aber auch völlig unnötig, wenn wir uns die Leitſätze an=
ſehen
, die jeder Nationalliberale Wort für Wort unter=
ſchreiben
kann. (Lebh. Beifall.) Rechtsanwalt Dr.
f

Bopp: Es kommt weniger auf die Leitſätze an, als
darauf, wie dieſe in der Praxis betätigt werden. Der
Herr Vorredner ſelbſt wird nicht beſtreiten wollen, daß
der Linksliberalismus ſich in einer Weiſe breit macht,
der ſelbſt dem eigenen rechtsſtehenden Teil der National=
liberalen
Partei recht unbequem zu werden beginnt.
(Bravo!) Reichstagsabgeordneter Dr. Arendt: Der
Herr Vorredner (hat die Sache etwas einſeitig behan=
delt
. Er iſt von dem Standpunkt ausgegangen, daß die
Reichspartei unter allen Umſtänden einen eigenen Kan=
didaten
aufſtellen muß. Das iſt keineswegs der Fall.
Wir werden vielmehr Männer wie Oſann durchaus und
gern unterſtützen. (Bravo!)
Herr Fabrikant
Klingſpor=Offenbach: Wenn eine Zerſplitterung in
die bürgerlichen Reihen hineingetragen wird, iſt dafür
nicht die Reichspartei verantwortlich zu machen, ſondern
diejenigen Kreiſe der Nationalliberalen Partei, die die
verdienten Männer in den eigenen Reihen bekämpfen.
Ich erinnere an Frhrn. von Heyl, an Dr. Becker u. a.
Reallehrer Kahl verteidigt nochmals die Stellung
der Nationalliberalen. Das Zuſammengehen mit den
Sozialdemokraten in Baden entſchuldige man nicht, aber
man kann es begreifen, da die Vorherrſchaft des Zen=
trums
zum unerträglichen Druck für die Nationalliberalen
geworden war. Reichstagsabgeordneter Dr. Arendt:
Jede Stärkung der Sozialdemokraten hat eine Stärkung
des Zentrums zur Folge. In Baden iſt übrigens eine
Zentrumsmehrheit ohne Konſervative nicht möglich.
Nach einem Schlußwort des Vorſitzenden wird um
11 Uhr die Verſammlung geſchloſſen mit dem Ruf: Kaiſer
und Reich, Fürſt und Land hurra, hurra, hurra!

Gerichtszeitung.

Der Sternickel=Prozeß.
* Frankfurt a. d. O., 15. März. In der heuti=
gen
Sitzung des Sternickel=Prozeſſes, die kurz vor 1 Uhr
begann, führte der Staatsanwalt in ſeinem Plädoyer
aus: Die Fülle der verleſenen Schuldfragen könnte, wenn
man die Verhandlung nicht miterlebt hätte, den Eindruck
erwecken, als wenn es ſich um eine in tatſächlicher und
rechtlicher Beziehung ſchwierige oder umfangreiche Sache
handele; beides treffe nicht zu. Der Tatbeſtand iſt ſehr
einfach, auch der rechtliche Tatbeſtand iſt durchaus nicht
ſchwierig. Es handelt ſich lediglich um die bekannten
und landläufigen Begriffe des Raubes und des Mor=
des
, und bei Sternickel der Brandſtiftung. Die Ange=
klagten
geben zu, daß ſie dem Ehemann Kalies gehören=
des
Geld abnehmen wollten und daß ſie ſich darüber tlar
waren, ſie müßten den ihnen eventuell entgegentretenden
Widerſtand beſeitigen. Die Komplizen Sternickels ſind
nicht der Beihilfe, ſondern der Mittäterſchaft ſchuldig.
Die Angeklagten können uns nicht nachweiſen, daß ſie
nur eine Betäubung durch Strangulation beabſichtigten,
wer betäuben will, der ſtranguliert nicht. Sternickels Be=
hauptung
, daß er nur einen Raub beabſichtigte, iſt nicht
richtig. Wenn die Tötung vorher nicht beabſichtigt war,
ſo mußten die Komplizen doch anderer Anſicht werden,
als das Drama begann, als dem Ehemann die Kehle zu=
gezogen
wurde. Wenn ſie trotzdem mitmachten, mußten
ſie ſich über die Folgen klar ſein. Es kann bei den drei
Mitangeklagten nicht der geringſte Zweifel beſtehen, daß
ſie an der Tötung mit vollem Bewußtſein mitgewirkt
haben. Danach werden Sie, meine Herren Geſchworenen,
auch zur Bejahung ſämtlicher Schuldfragen
nach Mord bei allen Angeklagten kommen. Bedauer=
lich
iſt es, daß wir trotz der Roheit und Scheußlichkeit
des Verbrechens keine Handhabe haben, auch den jüng=
ſten
Täter, Willi Kerſten, der noch nicht 18 Jahre alt iſt,
einer Straſe entgegenzuführen, die er verdient. Aber da
müſſen wir uns dem Geſetze beugen. Wohl aber bilte
ich Sie, durch Ihren Wahrſpruch dahin zu wirken, daß
die anderen drei Täter die Strafe trifft, die noch viel zu
milde für ſie iſt: die Todesſtrafe.
Der Verteidiger Sternickels erklärt, er
wolle nicht aus Schwarz Weiß machen, und plädierte
dann in längeren juriſtiſchen Ausführungen auf Raub.
Die übrigen Verteidiger plädierten auch für Raub bezw.
Beihilfe dazu. Oberſtaatsanwalt Naumann
erwiderte, es könne keinem Zweifel unterliegen, daß
Sternickel der Anführer bei der ganzen Sache geweſen
ei; daraus dürfe man aber nicht folgern, daß ſeine Mit=
äter
nur willenloſe Werkzeuge geweſen ſeien. Die An=
geklagten
haben ſich alle ſagen müſſen und haben ſich ge=
ſagt
, daß die Folge ibrer Handlungsweiſe der Tod der
betreffenden Perſonen ſein müſſe. Die Angeklagten haben
eder für ſich die Tat als eigenes Ziel verfolgt, und ſo=
mit
ſind auch die drei Komplizen als Mittäter zu be=
ſtrafen
.
Nach kurzer Revlik und Duplik zwiſchen Staats=
anwalt
und Verteidigung tritt eine Pauſe ein. Nach die=
er
wird den Angeklagten das Wort geſtattet. Der
Angeklagte Sternickel erklärt: Ich bin bei vielen
Bauern in Stellung geweſen, die Herrſchaft hat mich ſtets

lieb gehabt. Es beruht auch auf Unwahrheit, was die
Grete Kalies ſagte, daß ihr Vater mich entlaſſen wollte;
er hat mich ſogar in meiner Arbeit gelobt. Die Frau iſt
auch nicht erſchlagen, ſondern nur erdroſſelt worden. Ich
habe die Sache wahrheitsgemäß dargeſtellt. Die Ange=
klagten
Willi und Georg Kerſten erklären unter
Tränen, wenn ſie gewußt hätten, was Sternickel vor
hatte, wären ſie nicht mitgegangen. Der Angeklagte
Schliewenz beantragt ſeine Freiſprechung,
Es folgt die Rechtsbelehrung der Ge=
ſchworenen
, worauf ſich dieſe um ¼7 Uhr zur Be=
ratung
zurückziehen. Nach zweiſtündiger Beratung ſtellt
ſich heraus, daß die Geſchworenen nur noch einer aber=
maligen
Rechtsbelehrung bedürfen, da ihnen der Unter=
ſchied
zwiſchen Mithilfe und Mittäterſchaft nicht klar ge=
worden
iſt. In kurzer Zeit iſt ihnen dieſe gegeben und
die Geſchworenen ziehen ſich aufs neue zurück. Nach drei
Stunden, um 10¾ Uhr, erſcheinen ſie wieder im Saale
und der Obmann verkündet den Wahrſpruch. Ster=
nickel
wird des Raubes und des Mordes in drei Fällen
und der Brandſtiftung ſchuldig geſprochen. Willi Kerſten,
Georg Kerſten und Paul Schliewenz werden des Tot=
ſchlags
, begangen an dem Gutsbeſitzer Kalies, ſowie des
Mordes in zwei Fällen, begangen an Frau Kalies und
dem Dienſtmädchen Philipp, ferner des ſchweren Raubes
ſchuldig geſprochen. Nach halbſtündiger Beratung des
Gerichtshofes verkündet der Vorſitzende Dr. Wrede das
Urteil:
Sternickel wird wegen dreifachen Mordes in
Tateinheit mit ſchwerem Raub und vorſätzlicher Brand=
ſtiftung
dreimal zum Tode, fünf Jahren Zucht=
haus
und dauerndem Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte,
Willi Kerſten wegen zweifachen Mordes und einem
Totſchlag unter Verſagung mildernder Umſtände in Tat=
einheit
mit ſchwerem Raub zu 15 Jahren Gefäng=
nis
Georg Kerſten und Franz Schliewenz
wegen zweier Morde und einem Totſchlag unter Ver=
ſagung
mildernder Umſtände in Tateinheit mit ſchwerem
Raub zweimal zum Tode, fünf Jahren Zuc,thaus
und dauerndem Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte ver=
urteilt
.

Der Balkankrieg.

Ausſicht auf Friede?
Sofia, 14. März. In der Sobranje er=
klärte
heute Miniſterpräſident Geſchow, er hoffe, daß der
Friede bald zuſtande kommen werde, jedoch
werde Bulgarien nur Frieden ſchließen, wenn die Bedin=
gungen
den Opfern entſprächen. Die Beziehungen zu
den Verbündeten hätten ſich in letzter Zeit durch Zwiſchen=
fälle
, die untergebrdnete Organe hervorgerufen hätten,
etwas verdunkelt, aber die Regierungen ſeien über alle
Fragen einig. Das Bündnis, deſſen Text geheim blei=
ben
müſſe, ſei ſehr feſt.
Aus Adrianopel.
Konſtantinopel, 14. März. Asdamer ver=
öffentlicht
den Brief eines Armeniers aus
Adrianopel vom 8. März. Darin heißt es: Die Be=
hörden
haben allen Proviant aus den Privathäuſern zu=
ſammengetragen
und verteilen ihn unter die Bevölkerung.
Ebenſo wurden Kleider den Wohlhabenderen zur Vertei=
lung
abgenommen. Die Magazine und Backöfen werden
bewacht. Jeder erhalte 350 Gramm Brot, ein Stück Käſe
und Konſerven. Zweimal wöchentlich werden Mehlſuppen
verabreicht. Anſtatt Salz wird geſalzener Käſe gegeben.
Heizmittel fehlen. Auf weiten Strecken iſt kein Baum
oder Strauch mehr vorhanden. Nur die Nußbäume blie=
ben
verſchont, weil Nüſſe ein Exportartikel der Stadt
ſind. Das Bombardement erfolgt nur zeitweiſe.
Der bulgariſche Miniſterpräſident über die gegenwärtige
Lage.
* Sofia, 15. März. Auf der Tagesordnung der ge=
ſtrigen
Sobranje=Sitzung ſtanden Interpellationen
betr. die bulgariſch=rumäniſche Streitfrage
und den Stand der Friedensverhandlungen
ſowie die Beziehungen Bulgariens zu Ser=
bien
und Griechenland. Nachdem mehrere Red=
ner
ihre Interpellation begründet hatten, ergriff der Mi=
niſterpräſident
und Miniſter des Aeußern Geſchow das
Wort. Er erklärte, daß mit der Türkei direkte Verhand=
lungen
nicht gepflogen werden. Der Miniſter verlas die
von den Verbündeten in Beantwortung des Mediations=
angebots
der Mächte überreichte identiſche Note der Alliier=
ten
und fügte hinzu, die Vermittelung der Mächte, die auf
dem Artikel 6 der Hager Konvention beruhe, ſei nicht bin=
dend
. Was den bulgariſch=rumäniſchen Streitfall betreffe,
ſo ſei an die Stelle von Verhandlungen die von beiden
Ländern angenommene Vermittelung getreten. Der Mi=
niſter
gab eine Geſchichte dieſes Streitfalles und ſagte:

rollt. Der Miniſter der öffentlichen Arbeiten hat bereits
die charakteriſtiſchen Grundzüge der neuen Hauptſtadt in
aller Ausführlichkeit bekannt gegeben und ſozuſagen eine
Viſion des Ideals einer Zukunftsſtadt erſtehen laſſen.
Danach wird Canberra eine Stadt ohne Staub, ohne
Rauch, ohne Schmutz, ohne Gerüche und ohne das Auge
beleidigende Armenviertel ſein. Die Straßen werden ſo
ſpiegelblank wie das Parkett eines Königsſchloſſes leuch=
ten
. Der Rauch wird durch die Selbſtverzehrung ver=
nichtet
und ebenſo werden alle ſchädlichen und übelduften=
den
Gaſe, die die verſchiedenen induſtriellen Prozeſſe er=
zeugen
, beſeitigt werden. Die Sauberkeit der Straßen
ſoll durch das Verbot eines jeden durch tieriſche Kraft be=
wirkten
Verkehrsbetriebs erleichtert werden. Auch die
Kohle bleibt ausgeſchaltet. Nur Gas, oder elektriſche
Oefen oder durch Gasöfen unterhaltene Heizanlagen wer=
den
zu Koch= und Erwärmungszwecken zugelaſſen. Selbſt=
verſtändlich
werden auch die Bahnen elektriſch betrieben
Die Stadt wird in zwei getrennte Bezirke geteilt, von
denen der eine dem Geſchäftsleben dient, während der
andere ausſchließlich für Wohnungen reſerviert bleibt.
So ſoll ſich Canberra, die jüngſte und vollkommenſte,
wahrſcheinlich aber auch die nüchternſte aller Weltſtädte,
in einigen Jahren präſentieren, wenn es nach dem Willen
ihrer ehrgeizigen Gründer geht, und wenn ſich dieſer
Wille zu den Wundertaten umſetzt, die uns das Pro=
gramm
in ſo verführeriſcher Beleuchtung zeigt.
* Krokodile als Haustiere. Die Hunde haben in Ber=
lin
ſeit ein paar Wochen an Anſehen eingebüßt; ſogar die
Katzen ſieht man jetzt mißtrauiſch an. Das Geſpenſt der
Tollwut ſpukt. Da ſucht ſich denn der praktiſche Berliner
einen Hausfreund, der in puneto Tollwut etwas ver=
läßlicher
iſt. Er wandert, mit ein paar Goldfüchſen be=
waffnet
, nach der inneren Stadt und erſteht ſich ein
junges Krokodil. Die Tiere machen keinen Lärm, ſind
ungefährlich, nur etwas geiſtesträge. Sie haben eine

Länge von etwa 50 Zentimetern. Ein größeres Geſchäft
in der Elſaſſer Straße bietet preiswert und billig junge
mexikaniſche Kaimans (eine ſüd= und mittelame=
rikaniſche
Krokodilart) an. Wer’s nicht glaubt, der über=
zeuge
ſich. Die Tierchen ſind im Schaufenſter ausgeſtellt
und finden guten Abſatz. Man folgt damit einem ame=
rikaniſchen
Vorbild. Jenſeits des großen Waſſers iſt es
üblich, die geſchätzten Scheuſale einander geſchenksweiſe
zu überreichen.

Konzerte.

mm. Einen ſehr ſchönen Abſchluß fanden die dies=
jährigen
Hauptprüfungen der Ph. Schmittſchen Akademie
für Tonkunſt mit dem (63.) Konzert am Samstag abend
im großen Saale des Städtiſchen Saalbaus. Die hohe
Protektorin, die Fürſtin Marie zu Erbach=Schönberg,
wohnte auch diesmal der wohlgelungenen Veranſtaltung
bei. Der ſehr zahlreiche Beſuch von Freunden der Aka=
demie
zeigte aufs neue, welch reges Intereſſe den ernſten
Beſtrebungen der Anſtalt in weiteren Kreiſen entgegen=
gebracht
wird. Die Ruhe und Sicherheit, mit welcher die
vorgeſchrittenen Schüler und Schülerinnen ſich ihrer zum
großen Teil ſehr anſpruchsvollen künſtleriſchen Aufgaben
entledigten, mußte ehrliche Bewunderung abnötigen, und
iſt der beſte Beweis dafür, daß durch ſtrenge und plan=
mäßige
Ausbildung der Technik ein hoher Grad von
Selbſtändigkeit erreicht wird, ohne den ein Künſtler dau=
ernde
Erfolge nicht erzielen kann. Hand in Hand
geht dabei ſchon auf den mittleren Stufen des Unterrichts
die äſthetiſche Durchbildung und Einführung in die
Kunſtformen, welche gerade in der Tonkunſt zur Bildung
eines verſtändigen Vortrags führen muß.
Mit drei Paraphraſen über Choralmelodien für
zweiſtimmigen Frauenchor mit Inſtrumentalbegleitung
von Arnold Mendelsſohn wurde unter Leitung des Kom=

poniſten das Schlußkonzert eingeleitet. Aus dieſen dürfte
die gelungenſte, die mit einer techniſchen Kunſt ſonderglei=
chen
gearbeitete Paraphraſe O Lamm Gottes ſein, deren
eigenartige Schönheiten ſich dem Hörer mit jeder Strophe
mehr enthüllen; der koſtbare Edelſtein der altehrwürdigen
Weiſe leuchtet hier in einer neuen koſtbaren Faſſung
glänzend hervor. Alles einzelne aus dem ſehr reichhal=
tigen
Programm beſonders zu nennen, würde indeſſen zu
weit führen. Von vorzüglichen Einzelleiſtungen führen
wir Zwei Klavierſtücke die mit virtuoſem Können und
brillanter Technik geſpielte Konzert=Etüde von Mosz=
kowsky
und die von reifem Verſtändnis zeugende Rhap=
ſodie
Nr. 8 von Liszt (Fräulein Margaret Kapp), ſowie
Drei Klavierſtücke von Liszt, beſonders das zweite (Frl.
Luiſe Mock) an. Sehr anmutig und lieblich war der Vor=
trag
der hübſchen Drei Kinderlieder für Sopran und
obligate Violine von Reinecke (Frau Luiſe Schmitt, Frl.
Ilſe Hoffmann). Drei weitere Lieder von Schumann
und Schubert wurden von Frl. Math. Stork geſungen.
Violinſtücke (Romanze von E. Spies und Gavotte von
Méhnl=Burmeſter) ſpielten Frl. Adele Köhler bezw. Frl.
Maria von Schad, ſowie Frl. Lili Waitz, die in der Can=
tilene
der ziemlich ſchweren G=dur=Romanze von Beetho=
ven
gute Bogenführung zeigte, außerdem noch einige jün=
gere
talentvolle Schüler. Eine hübſche Spezialität der
Schmittſchen Akademie iſt das Zuſammenſpiel auf mehre=
ren
Flügeln und die beſte Uebung für ſpäteres Konzer=
tieren
und Begleiten. Unter den von 16 Spielern an acht
Flügeln geſpielten Stücken machte beſonderen Eindruck
Wagners Einzug der Gäſte auf die Wartburg und die
beſonders wirkſam arrangierte Akademiſche Feſtouver=
türe
von Brahms, mit der das Konzert der Akademie
ſchloß. Die Klavierbegleitung zu den Soloſtücken hatten
Frl. Schwan und Herr Klaſſert übernommen. Den Direk
toren, Herren Schmitt und Hutter, wurden prächtige
Lorbeerkränze überreicht als Ausdruck dankbarer Ver=
ehrung
ihrer Schülerinnen.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Nummer 63.

Nach den Siegen der dulgariſchen Arme erhiellen wir
Kenntnis davon, daß Rumänien eine Grenz= Re=
gulierung
verlange. Wir entſandten den Kammer=
Präſidenten Dr. Danew, um unſerm Nachbarn die Ver=
ſicherung
zu geben, daß kein Menſch in Bulgarien je daran
gedacht habe, ihn anzugreifen. Am 8. Januar erhielten
wir von unſerem Geſandten in Bukareſt eine Depeſche
worauf wir Dr. Danew, ausgeſtattet mit den notwendigen
Inſtruktionen, nach London entſandten. Die Antwort
Rumäniens ging uns am 25. Januar zu und am
27. Januar traf eine Ergänzung hierzu ein. Der Mini=
ſter
gab den weſentlichen Inhalt des Londoner Proto=
kolls
vom 29. Dezember bekannt, in welchem Bulgarien
erklärte, es werde den Kutzowalachen in den zukünftigen
bulgariſchen Gebieten Schul= und Kirchen=Autonomie ge=
währen
, wobei Rumänien das Recht erhalten ſolle, jene
unter der Kontrolle der bulgariſchen Regierung zu ſub=
ventionieren
. Bulgarien erklärte ſich des weiteren bereit
die Befeſtigungen von Siliſtria zu ſchleifen. Dieſe Maß=
nahme
gab Rumänien, das das Recht behielt, ſeine Süd=
grenze
zu befeſtigen, die gewünſchte abſolute Sicherheit.
Bulgarien gab ſeine Zuſtimmung zu einer
Grenz=Regulierung unter Abtretung eines
Grenzdreiecks.
Bezüglich der Beziehungen zu Serbien und
Griechenland ſtelle ich mit Vergnügen feſt, daß weder
in der Führung der kriegeriſchen Operationen, noch in den
Friedensverhandlungen in London, noch bei dem letzten
Meinungsaustauſch über die gleichlautende Antwort auf
die Demarche der Mächte unter den Verbündeten irgend=
welche
Meinungsverſchiedenheiten einen Schatten auf das
Bündnis geworfen haben. Wir haben uns zur gegenſei=
tigen
Verteidigung unſerer Intereſſen verpflichtet. Die
Stipulationen des zwiſchen uns und den übrigen Balkan=
ſtaaten
abgeſchloſſenen Ententevertrages ſind durchgeführt
worden. In der Ausführung der von den Verbündeten
übernommenen Verpflichtungen hat es keine Weigerung
und kein Zögern gegeben. Darüber, den Krieg bis zu
Ende zu führen, hat zwiſchen den verbündeten Staaten
die vollſte Uebereinſtimmung geherrſcht. Wir können uns
an dem aufrichtigen Wunſche der Verbündeten, das Hiſto=
riſche
der Allianz aufrecht zu erhalten, genügen laſſen
und lokale Zwiſtigkeiten gewiſſer ſubalterner Organe, die
mehr Eifer als Takt beſitzen, werden ſich auf dieſer Grund=
lage
regeln laſſen.
Der Miniſter kam ſodann auf die bedauernswerten
Zwiſchenfälle in Sabotsko und Nigritta zu
ſprechen und hob die von der griechiſchen und der bulga=
riſchen
Regierung getroffenen Maßnahmen hervor und gab
der Hoffnung Ausdruck, daß angeſichts des allgemeinen
Entſchluſſes der Regierungen der Verbündeten, keinerlei
Konflikte mehr aufkommen zu laſſen, es gelingen werde,
alle Urſachen zu Mißverſtändiſſen und Beſchwerden zu
beſeitigen, um die Befürchtung verſtummen zu machen,
daß bei der Verteilung der beſetzten Gebiete, die übrigens
noch auf der Tagesordnung ſtehe, es zu unvermeidlichen
Zwiſten kommen werde. Hinſichtlich der Beendigung des
Krieges, ſagte der Miniſterpräſident, müſſe er kategoriſch
erklären, daß, ſo ſehr Bulgarien den Frieden
wünſche, dieſer Frieden vollſtändig den ungeheuren, vor
dem Waffenſtillſtand gebrachten Opfern und den fühlba=
ren
Verluſten nach der Wiederaufnahme der Feindſelig=
keiten
entſprechen müſſe, zumal dieſe Wiederaufnahme durch
die Weigerung der neuen jungtürkiſchen Regierung, trotz
der einmütigen Ratſchläge der Großmächte und des nicht
minder einmütigen Entſchluſſes des von Kiamil Paſcha
einberufenen großen Diwans, hervorgerufen worden ſei.
Das elementarſte Gerechtigkeitsgefühl fordere, daß den
Verbündeten mehr gegeben werde als das, womit ſie ſich
früher zufrieden gegeben hätten. Nur Leute von mangel=
hafter
Urteilskraft können behaupten, daß wir nach Wie=
deraufnahme
der Feindſeligkeiten keine bemerkenswerten
Ergebniſſe zu erzielen vermöchten. Die verhinderte, ſeit
langem vorbereitete Landung der Türken, die Zerſtörung
eines türkiſchen Panzerſchiffes in Abweſenheit aller
Kriegsſchiffe, die denkwürdige Niederlage bei Bulair, wo
die Türken nach ihrem eigenen Geſtändnis mehr als 14000
Tote und Verwundete hatten, das Unvermögen des Fein=
des
, ſich aus den Befeſtigungen, hinter denen er ſich ver=
ſteckt
hält, hervorzuwagen, trotz der großen Verſtärkungen,
die er noch immer aus ſeiner Bevölkerung ſchöpfen kann,
denn ſie iſt fünfmal größer als die unfrige all das ſind
Tatſachen, die im Zuſammenhang mit der glänzenden Ein=
nahme
von Janina ſeitens der uns verbündeten Griechen
unwiderleglich beweiſen, daß unſer Gegner nicht das Recht
erworben hat, gegenwärtig günſtigere Bedingungen zu ver=
langen
, als jene, die ihm durch die Delegierten der Ver=
bündeten
im Laufe der Friedensverhandlungen in Lon=
don
gemacht worden ſind und die er damals mit ſolcher
Leichtfertigkeit zurückgewieſen hat. Es war daher, wie
wir glauben, vollkommen gerechtfertigt, daß die Ver=
bündeten
an dieſe Bedingungen in der Antwort,
welche heute bezüglich der Mediation den Groß=
mächten
übermittelt wird, erinnerten. Sache der Groß=
mächte
iſt es, ſich nunmehr darüber auszuſprechen, was
den Verbündeten nach den neuen ſchweren Opfern, die ſie
uicht durch ihre Schuld erlitten, gegeben werden ſoll, und
wir hoffen, daß ihr Richterſpruch derart ſein wird, daß
die Annahme desſelben ſich durch ſeine Weisheit und Ge=
rechtigkeit
beiden Teilen aufzwingen wird.
Auf den rumäniſch=bulgariſchen Streit=
fall
zurückkommend, erklärte der Miniſterpräſident Ge=
ſchow
die Regierung werde alle Bemühungen aufwen=
den
, um die vermittelnden Mächte über dieſe Frage auf=
zuklären
und ſie von der Notwendigkeit zu überzeugen,
eine Formel zu finden, welche nicht nur den gegenwarti=
gen
Streitfall regelt, ſondern auch keinen Keim zu künf=
tigen
Mißhelligkeiten zwiſchen den beiden durch Jahrhun=
derte
lange gute Nachbarſchaft und unwan=
delbare
Freundſchaft verbündeten Staa=
ten
zurückläßt. Auf die zwiſchen den Verbündeten be=
ſtehenden
Beziehungen übergehend, erinnerte der Miniſter=
präſident
ſchließlich an den Entſchluß Bulgariens, treu
ſeine Verpflichtungen zu erfüllen und ſprach die Ueber=
zeugung
aus, daß auch die Verbündeten die ihren ebenſo
loyal einhalten werden. In der feſten Ueberzeugung von
der Notwendigkeit der Erhaltung des Bündniſſes, nicht
nur in der Gegenwart, ſondern auch für die Zukunft, eines
Bündniſſes, das ihren wahren Intereſſen entſpricht, wer=
den
die Verbündeten alles mögliche tun, damit das Werk
von dem verdienten Erfolg gekrönt wird. Wir haben,
ſchloß der Miniſterpräſident, Beweiſe von Vorausſicht und
Geduld gegeben. Wir beſitzen den vollen Glauben an die
bewundernswerte bulgariſche Nation, vor deren Einſicht
und Stärke wir uns beugen.

Die Friedensverhandlungen.
* London, 15. März. Die Botſchafter haben
ſich heute vormittag im Auswärtigen Amt verſammelt,
um die Antwort der verbündeten Balkanſtaaten zu er=
örtern
.
HB. Wien, 15. März. Der Politiſchen Korreſpon=
denz
geht aus Paris von franzöſiſcher Seite folgende
Meldung zu: Die Hemmungen, welche die Friedens=

beſtrebungen durch die Bedingungen der Balkan=
ſtaaten
erfahren, ſind nach Aeußerungen der franzöſi=
ſchen
Diplomatie ſchwerer, als vorauszuſehen war. Es
wird allerdings erwartet, daß die Balkanregierungen dieſe
Bedingungen nicht für bindend betrachten, da ſonſt eventl.
die ganze Aktion in Frage geſtellt werden könnte. Zu
der ungünſtigen Beeinfluſſung des Urteils über die Aus=
ſichten
einer Verſtändigung trägt auch der ungeklärte
Charakter der politiſchen Lage in der Türkei mit bei.
Die militäriſchen Abſichten der Türkei.
* Köln, 15. März. Die Köln. Ztg. meldet aus
Konſtantinopel: Es iſt gar nicht möglich, ſich ein
Bild davon zu machen, was die Regierung zu tun beab=
ichtigt
, ob ſie die Defenſive wählen oder die Entſchei=
Immer noch kommen
dungsſchlacht annehmen will.
friſche Truppen in Konſtantinopel vom Schwarzen
Meer an und werden nach den Dardanellen gebracht, um
dort auf der aſiatiſchen Seite gegen eine etwaige griechiſch
Landung bereit gehalten zu werden. Daß der Miniſter
des Innern, Hadſchi Adil, der von ſeiner angeblichen
Krankheit wieder hergeſtellt iſt, am Miniſterrat teilnahm,
gilt als ein Beweis dafür, daß die Jungtürken unter
allen Umſtänden ihren Angriffsgedanken durchſetzen
wollen, zumal der ehemalige Großweſir Said Paſcha, der
ein Gegner dieſes Gedankens iſt, dem Miniſterrat nicht bei=
wohnen
wollte und vorher die Pforte verließ.
Die Botſchafterkonferenz.
* London, 15. März. Wie das Reuterbureau mel=
det
, befaßte ſich die Botſchaftervereinigung heute
ausſchließlich mit der Antwort der Verbündeten. Man
verhehlt ſich nicht, daß die Bedingungen der Ver=
bündeten
als übertrieben angeſehen werden. In
gewiſſen Kreiſen ſtellt man ein Gefühl von Gereiztheit
feſt, die von der Art herrührt, die man auf orientaliſche
Weiſe feilſchen nennt. Zum letzten Ende ſind jedoch die
Botſchafter nicht der Anſicht, daß die Antwort jede Mög=
lichkeit
einer Mediation ausſchließt. Daher werden die
Mächte auch beim nächſten Schritt der Verbündeten die=
ſen
gewiſſe Ratſchläge geben, die, wie man hofft, das Er=
gebnis
haben werden, daß die Bedingungen der Verbün=
deten
in dem Sinne modifiziert werden, der nach der
Meinung der Mächte für den Friedensſchluß eine gün=
ſtigere
Grundlage bilden wird. Die Vereinigung hat ſich
bis auf den kommenden Mittwoch vertagt.

Letzte Nachrichten.

HB. Belgrad, 15. März. Nach hier eingetroffenen
Meldungen iſt das Bombardement gegen
Adrianopel von allen Seiten wieder eröffnet wor=
den
. Alle jetzt aufgeſtellten ſchweren Haubitzen und Be=
lagerungsgeſchütze
nehmen daran teil. Nachts flüchteten
aus der ſerbiſchen Artillerie 107 Mann und 6 Offiziere
zum bulgariſchen Lager, 87 Mann und 2 Offiziere von
den Belagerten. Alle ſagten aus, daß ſie aus Hunger
geflüchtet ſeien.
Konſtantinopel, 16. März. Die Dette Publi=
que
gewährte einen Vorſchuß von 300000 Pfund.
Konſtantinopel, 16. März. Wie verlautet, be=
gann
an der Tſchadaldſchalinie nach einem Anariff der
Bulgaren ein größeres Gefecht. Nach amtlich ver=
öffentlichten
Meldungen fand bei Kaſſapkoei ein Kampf
ſtatt, wobei die Bulgaren zurückgeſchlagen wurden.
Geſtern wurde gegen Adrianopel ein leichtes Bomharde=
ment
unterhalten.
Konſtantinopel, 16. März. Der Zwiſchenfall
auf dem Dampfer Henri Fraiſſinet iſt beige=
legt
. Da eine Nachforſchung an Bord keine Kriegs=
kontrebande
ergab, teilte der Großweſier der franzöſiſchen
Botſchaft die Freigabe des Dampfers mit.
Konſtantinopel 16. März. Die Pforte erhielt
noch keine offizielle Mitteilung von den Friedens=
bedingungen
der Verbündeten. Sowohl die leitenden
türkiſchen als auch die diplomatiſchen Kreiſe halten die
Bedingungen für unannehmbar und eine Mediation auf
dieſer Grundlage für unmöglich. In der Pforte nahe=
ſtehenden
Kreiſen nimmt man an, daß die Mächte dieſe
Bedingungen der Türkei nicht einmal mitteilen, ſondern
trachten werden, ſie zu ändern und für die Pforte an=
nehmbar
zu machen. Nach ſicheren Informationen ſeien
die Mächte entſchloſſen, eventuell den Balkanſtaaten die
Bedingungen aufzuerlegen, die ſie ſelbſt aufſtellen werden.
Die Großmöchte würden für eine Grenzlinie San
Stefan Maritza=Enos intervenieren.
Athen, 16. März. Die Inſel Samos iſt
geſtern von griechiſchen Truppen beſetzt worden.
Athen, 16. März. Der Kronprinz meldet: Die
8. Diviſion, in der Gegend von Delvino und Argyro=
kaſtro
kämpfend, ſchlug bei Ariniſta die Nachhut
des Feindes; 1600 Türken wurden gefangen.
Alexandria, 16. März. Der türkiſche Kreuzer
Hamidij iſt hier eingetroffen.
Podgoritza, 16. März. Am Freitag begann
ein furchtbares Bombardement aller Belage=
rungsgeſchütze
gegen die Befeſtigungen Skutaris und
die Stadt ſelbſt. Ein Stadtviertel wurde in Brand ge=
ſchoſſen
.

im Unterhauſe über die Bemühungen der Mächte zue
Löſung der Orientkriſe bemerkt die Nordd. Allg. Ztg.:
Wenn Asquith hierbei beſonderen Nachdruck auf die Feſt=
ſtellung
legte, daß das einmütige Zuſammenarbeiten
Deutſchlands und Großbritanniens bei der Behandlung
der jüngſten Orientkriſis gegenſeitiges Vectrauen zwiſchen
den beiden großen Nationen hervorrief, ſo wird man ſich
bei uns dieſer Erklärung gern anſchließen.
* Paris, 15. März. In dem heute im Elyſée abge=
haltenen
Miniſterrat teilte der Miniſter des Aeußern
Jonnart mit, daß die franzöſiſche Botſchaft in Kon=
ſtantinopel
geſtern den Kreuzer Léon Gambetta nach den
Dardanellen geſchickt habe, um der franzöſiſchen
Flagge durch Erwirkung der Freigabe des Dampfers
Henry Freyeinet, den die Türken wider alles Recht zu=
rückbehielten
, Achtung zu verſchaffen.

* Berlin, 16. März. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: Die For=
derungen
des Balkanbundes ſind teilweiſe recht
weitgehend und greifen außerdem in mehr als einem
Punkt auf Fragen über, die mit den europäiſchen In=
tereſſen
verknüpft ſind und die deshalb nicht ohne Mit=
wirkung
Europas gelöſt werden können.
Wir nennen beiſpielsweiſe die Entſcheidung über die Zu=
kunft
Skutaris und die Aegäiſchen Inſeln und das Ver=
langen
nach einer Kfriegsentſchädigung. Untan dieſen
Umſtänden ſind die Vorſchläge der Verbündeten einer ein=
gehenden
Nachprüfung durch die Mächte zu unterziehen.
Damit wird leider dem allgemein gehegten Friedens=
wunſch
eine neue Geduldprobe auferlegt. Wir halten in=
deſſen
an der Hoffnung feſt, daß die ſchwierige Arbeit der
europäiſchen Vermittelung trotz der noch entgegenſtehenden
Hinderniſſe glücklich durchgeführt werden kann. Seit der
Einnahme Janinas macht Montenegro erhöhte Anſtreng=
ungen
, um Skutari in ſeine Gewalt zu bringen. Man
muß as beklagen, daß in dieſen Kämpfen das Leben ſo
vieler tapferer Männer geopfert wird, ohne daß daraus
für Montenegro ein Vorteil erwächſt. Nach dem ein=
mütigen
Willen Europas ſoll Skutari, wel=
ches
auch ſein Schickſal in dieſem Feldzug ſein mag, mit
dem künftigen Albanien vereinigt werden.
Man möchte glauben, die Klugheit des Königs Nikolaus
werde ſeinem Volke neue ſchwere Opfer erſparen, die nach
Lage der Dinge nutzlos bleiben müſſen. Betreffs der
Verhandlungen der Botſchafter in Peters=
burg
zur Löſung der rumäniſch bulgariſchen Frage
ſpricht die Norddeutſche Allgemeine Zeitung die Erwar=
tung
aus, daß die Botſchafter in Petersburg ihre Arbeit
in demſelben verſöhnlichen Geiſte begingen und durchfüh=
ren
werden, wie die Botſchafter in London. Zu den
Aeußerungen des engliſchen Premierminiſters Asauith

Luftfahrt.

Friedrichshafen, 15. März. L. Z. 164
machte heute ſeine 3. Probefahrt bei ſehr lebhaftem Weſt=
wind
, der bis zu 14 Sekundenmetern betrug. Die Fahrt
war inſofern beſonders bemerkenswert, als zum erſten
Male vom Oberdeck des Schiffes aus mit einem Maſchi=
nengewehr
geſchoſſen wurde. Es wurden im ganzen faſt
500 Schüſſe abgegeben, wobei es ſich zeigte, daß die ganze
Anordnung ihrem Zwecke genügte und ein bequemes und
ſicheres Arbeiten mit dem Maſchinengewehr ermöglichte.
Der heutigen Fahrt kommt damit eine epochemachende Be=
deutung
zu.

Handel und Verkehr.

* Darmſtädter Anleihe. Auf die im Anzeigenteil
der heutigen Nummer enthaltene Zeichnungs=Einladung auf
4000000 Mark 4prozentige mündelſichere Anleihe der
Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt wird auch an dieſer
Stelle hingewieſen.

Erdbeben.

* Jugenheim (Erdbebenwarte), 15. März.
Geſtern vormittag 9 Uhr 59 Minuten begann die Aufzeich=
rung
eines heftigen Erdbebens, das faſt 3 Stun=
den
dauerte. Nach den Berechnungen liegt der Herd 9509
Kilometer entfernt in Japan.
Hohenheim, 14. März. Die Erdbebenwarte
regiſtrierte heute ein ſtarkes Fernbeben in einer
Entfernung von 8000 Kilometern. Die Hauptausſchläge
erfolgten um 10 Uhr 40 Minuten vormittags.

Wirbelſturm in Amerika.

* New=York, 14. März. Der geſtrige Sturm
in den mittleren und weſtlichen Gebieten der Union=
ſtaaten
von den großen Seen bis zum Golf von Mexike
hat großen Schaden angerichtet. Es ſollen 60 bis 100
Perſonen umgekommen ſein.
* New=York, 14. März. Ein Wirbelſturm
hat in Louiſiana, Texas, Alabama, Miſſiſſippt und
Tennesſee 60 Opfer gefordert. In Naſhville wurden etwa
20 Perſonen getötet und viele Gebäude dem Erdboden
gleich gemacht. Ein furchtbarer Sturm herrſcht auch in
North=Illinois, einſchließlich Chicago.

Literariſches.

Deutſche Roman=Zeitung und Roman=
hibliothek
. Gern ſieht man in jeder Woche dem Er=
ſcheinen
des neueſten Heftes entgegen. Iſt ſie doch ſeit
Jahren ein unentbehrlicher literariſcher Ratgeber der deut=
ſchen
Familie geworden. Namen von Klang ſtehen in den
Reihen der Autoren. Zurzeit hat die Redaktion wieder
einen glücklichen Griff getan. Gelaugt doch Der Graben=
pfarrer
eine Hochgebirgserzählung von Arthur Achleit=
ner
, zum Abdruck. Spannende Erlebniſſe eines Benedik=
tinerpfarrers
ſind der Mittelpunkt der humorvollen Er=
zählung
. Der Held iſt ein Original, die Charaktere ſind
mit ſicherer Hand gebildet, reizende und ſeltſame Sujets
aus dem Leben der Gebirgler verleihen der Erzählung
Spannung und Handlung. Ein trefflich gelungenes Werk.
Ferner bringt die Zeitſchrift Das Recht der Jugend‟
Novelle von Johannes Schlaf. Durch das Ganze geht
eine geſunde Kraft, ein Griff ins volle Menſchenleben,
ein beredtes Zeugnis von der tiefen Gereiftheit des Dich=
ters
. Man bittet, von der Verlagsbuchhandlung Otto
Janke, Berlin SW. 11, Probenummern einzufordern.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)

Berlin, 15. März. Das Urteil im Dabern=
dorfer
Mordprozeß gegen den Brunnenbauer
Kolbe wegen Totſchlags lautet auf fünfzehn Jahre
Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverluſt, und gegen die
Frau Behm wegen Begünſtigung ein Jahr Gefängnis.
Der Vorſitzende hob bei der Urteilsverkündung hervor,
daß es ſich um eine ſo gemeine Tat handle, daß das
höchſte Strafmaß noch zu gering erſcheine; es komme
noch hinzu, daß Kolbe wiederholt vorbeſtraft und bei
Frau Behm, daß die Tat gegen ihren eigenen Ehemann
verübt wurde.
* Baden=Baden, 15. März. In Gegenwart des Groß=
herzogspaares
von Baden fand heute nachmittag 3½ Uhr
die Eröffnung der Deutſchen Kunſtausſtel=
lung
Baden=Baden 1913 ſtatt. Nach einer Begrü=
zungsanſprache
von Profeſſor Engelhorn erklärte der
Großherzog, in deſſen Umgebung ſich auch Kultusminiſter
Dr. Böhm und Geheimer Oberregierungsrat Flad befan=
den
, die Ausſtellung für eröffnet, der er einen guten Erfolg
wünſchte. Unter den zahlreich erſchienenen Karlsruher
Künſtlern bemerkte man u. a. die Profeſſoren Thoma und
Ritter. Nach der Eröffnung fand im Kurhauſe ein Mahl
mit daran anſchließenden muſikaliſchen Vorträgen und
Tanz ſtatt.
* Krefeld, 15. März. Wie die Krefelder Zeitung
meldet, ſind ſeit heute nachmittag 15000 Arbeiter der
Krefelder Seidenwebereien ausgeſperrt. Die Fabri=
kanten
beabſichtigen für den Fall, daß die Arbeiter an
ihren Forderungen feſthalten, am nächſten Samstag
weitere 5000 Mann auszuſperren.
Bremen, 15. März. Die Weſer=Zeitung meldet aus
Bremerhaven: Geſtern abend ereignete ſich an Bord des
Fiſchdampfers Vigilant kurz nach dem Auslaufen eine
Exploſion der Petroleumbehälter. Drei
Mann der Beſatzung ſtanden ſofort in Flammen, 2 erlitten
ſchwere Brandwunden, ein dritter ſprang, einer Feuer=
äule
gleich, in das Waſſer und ertrank. Der ganze Ma=
ſchinenraum
ſtand in Flammen. Das brennende Schiff
wurde von einem Marinedampfer und einem Schlepper
nach Bremerhaven geſchleppt. Nach mehrſtündiger Tätig=
keit
löſchte die Feuerwehr den Brand. Der Schaden, den
der Dampfer erlitten hat, iſt erheblich. Die beiden Schwer=
verletzten
wurden in das Krankenhaus gebracht.

[ ][  ][ ]

Nummer 64.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Seite 7.

5 Rom, 15. März, Das Giornale d Fialiae melbet:
Das Befinden des Papſtes iſt nach Ausſage der
Aerzte, die ihn heute vormittag beſuchten, zufriedenſtellend.
* Sorrent, 15. März. Heute nachmittag ſind der
König von Schweden und die Herzogin von
Södermanland auf Capri eingetroffen. Bei ihrer
Landung wurden ſie von der Königin von Schweden und
den Behörden begrüßt und begaben ſich ſodann nach ihrer
Villa in Anacapri.
Paris, 15. März. (Senat.) Bei der Debatte über
die Wahlreform bekämpfte Couyba, Mitglied des
Kabinetts Caillaux, das Verhältniswahlſyſtem. Er bat,
Briand möge in dieſer Angelegenheit nicht die Vertrauens=
frage
ſtellen und dem Senate die Möglichkeit geben, ſich frei
auszuſprechen. Colin, Anhänger des Verhältniswahl=
ſyſtem
, erklärte, die Kammer werde das letzte Wort haben.
Die radikale Partei werde es nicht darauf ankonmen laſ=
ſen
, daß ein liberal=ſozialiſtiſches Kartell gebildet werde.
Paris, 16. März. Heute vormittag wurde der
Maſchiniſt eines Zuges der Untergrundbahn
von einer Ohnmacht befallen und der führerlos ge=
wordene
Zug brauſte in raſender Eile an mehreren
Stationen vorüber. Viele Reiſende wollten ſchon auf
das Gleiſe ſpringen, als es einem im Zuge befindlichen
Schutzmann gelang, in den Motorwagen einzudringen
und den Zug zum Stehen zu bringen.
Paris, 16. März. Die Zahl der Teilnehmer an
dem heute nachmittag von dem revolutionären all=
gemeinen
Arbeiterverband veranſtalteten Proteſt=
meeting
gegen die dreijährige Dienſtzeit wird auf
mehr als 25000 angegeben.
Paris, 16. März. Die Polizei verhaftete den
Anarchiſten Thibault, den Mittäter Lacombes bei dem
Ueberfall auf das Poſtbureau in Bezons.
Paris, 16. März. Nach einer Blättermeldung aus
Toulon traf ein während der geſtrigen Schießübungen
vom Panzerſchiff Jules Ferry abgefeuertes Geſchoß
ein Haus in dem am Meer gelegenen Orte Vorrivoli,
Es drang durch das Dach und die Decke des erſten Stock=
werkes
, wo es explodierte und vier Perſonen ſchwer
verwundete.
* Paris, 16. März. Die Gendarmerie verhaftete
in St. Leger bei Chälons=ſur=Saöne zwei Soldaten
des 29. Infanterie=Regiments, die in trunkenem Zu=
ſtande
mehrere Offiziere ihres Regiments mit dem Bajo=
nett
zu töten drohten und die ärgſten Beſchimpfungen
gegen die Armee und die Offiziere ausſtießen.
* Rueil, 16. März. Unter den Trümmern der durch
Feuer zerſtörten Gasanſtalt wurden die Leichen des
Pförtners und ſeines vierjährigen Kindes gefunden.
Paris, 16. März. Wie ſich herausſtellte, iſt bei
der Brandkataſtrophe in Rueil niemand umge=
kommen
. Zwei Perſonen ſind verletzt.
Drontheim, 15. März. An der Küſte wurden
Schiffstrümmer angetrieben; unter denſelben be=
findet
ſich ein Schild mit dem Namen Stettin. Es wird
vermutet, daß es ſich um den Erzdampfer Peruvia
handelt, der in Stettin beheimatet und überfällig iſt.
Der Dampfer, der 13 Mann Beſatzung hatte, ging am
1. März von Larvik nach Rotterdam in See.
* London, 15. März. Der Militäretat weiſt Aus=
gaben
in Höhe von 28 220000 Pfund Sterling auf, das
iſt ein Mehr von 360 000 Pfund Sterling. Der Etat ent=
hält
234 000 Pfund Sterling für die Luftſchiffahrt.
Madrid, 16. März. Die auf heute angeſetzte, von
katholiſchen Damen einberufene Proteſtverſamm=
lung
gegen die fakultative Geſtaltung des Religions=
unterrichts
wurde abgeſagt. Ueber die Gründe
zirkulieren verſchiedene Lesarten. Die wahrſcheinlichſte
iſt in einem Briefe des Sekretariats des Biſchofs an das
Blatt Epoca gegeben. Danach gab der Miniſterpräſident
dem Biſchof von Madrid in einer Zuſammenkunft Ver=
ſicherungen
, die der Biſchof auf Grund von Inſtruktionen
aus Rom für ausreichend erachtet, um die erregte
Stimmung der Katholiken zu beruhigen.
Montevsdeo, 16. März. Ein ſtarker Sturm
richtete bedeutenden Schaden an. Fünf Menſchen ſind
getötet, viele verletzt worden.
New=York, 15. März. Der Expräſident von Vene=
zuela
Caſtro reiſte mit dem Dampfer Amerika nach
Hamburg.
* Tokio, 15. März. Nach lebhafter Debatte iſt das
Budget vom Abgeordnetenhauſe mit einer Mehrheit
von fünf Stimmen angenommen worden.
Verhaftung eines deutſchen Konſularagenten.
* New=York, 15. März. Aus Tucſon (Arizona) wird
gemeldet, daß die Rebellen des Staates Sonora
den deutſchen Konſularagenten Max Müller in Sonora
verhaftet haben. Wie verlautet, haben ſie die Bank,
deren Leiter Müller war, beſetzt und geplündert, jedoch
nur 2000 Peſos gefunden. Müller ſoll angeblich das Miß=
fallen
der Behörden dadurch erregt haben, daß er ſich
weigerte, eine Anleihe zu geben.
* Nogales (Arizona), 16. März. Aus Mexiko ein=
getroffene
Amerikaner erklärten, der Deutſche Max Mül=
ler
werde im Kapitol von Hermoſillo in Einzelhaft ge=
halten
. Zahlreiche Geſchäftsleute in Hermoſillo ſeien
wegen Verweigerung von Geldern verhaftet worden, doch
ſei Müller der einzige Ausländer. (Notiz des Wolff=
ureaus
: An amtlicher Stelle liegen keine Nachrichten zur
Feſtſtellung des Sachverhalts vor. Die erforderlichen
Schritte ſind eingeleitet worden.)

Feſenener üichen nitrde lrde
Winke für Mütter.
Du darfſt von Deinem Kinde nicht erwarten, daß es
Dir ſagt, was und wo ihm etwas fehlt. Du, die Mutter,
biſt naturgemäß diejenige, welche täglich das Weſen und
Treiben der Kleinen überwacht, und die jede Störung ſo=
fort
erkennen ſollte. Von Dir wird zu allererſt Rat und
Hilfe erwartet.
Nun zeigt ſich ja jede, ſelbſt die geringſte geſundheitliche
Störung bei den Kleinen alsbald durch ein Nachlaſſen des
Spieleifers, durch ein Schwinden der fröhlichen Laune.
Treten zu dem noch Appetitmangel, belegte Zunge, un=
ruhiger
Schlaf und dergleichen Anzeichenmehr dann ögere
nicht länger, ſondern gib Deinem Liebling einen Kaffee=
löffel
voll des beliebten Califig Californiſcher Feigen=
ſirup
, und in kürzeſter Friſt wirſt Du ſehen, wie die
Störungen ſchwinden, und das Kind wieder munter und
fidel wird.
Califig iſt eine glückliche Kombination des ſüßen
Feigenſaftes mit heilſamen, als wohltuend bekannten
Kräuterauszügen. Sein Geſchmack iſt ſo angenehm, daß
alle Kinder Califig gerne nehmen. Califig reinigt die
Verdauungsorgane in prompter, dabei milder, beſchwerde=
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vor. Eine genaue Gebrauchsanweiſung für die Anwen=
dung
bei Erwachſenen und Kindern liegt jeder Flaſche
bei. Eine Flaſche Califig gehört in jede Hausapotheke,
damit man ſie immer bei der Hand hat. Wenn Du noch
keine haſt, dann vergiß nicht, Dir eine beim nächſten Aus=
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Geſtern abend ½6 Uhr verſchied nach
langem Leiden unſer lieber Onkel
Herr
Heinrich Daniel Kolb
im 52. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 15. März 1913.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Kolb,
Familie Blechschmidt.
Die Beerdigung findet Montag, den 17. März,
nachmittags 3½ Uhr, vom Portale des Fried=
hofes
aus, ſtatt.
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne des Ver=
ſtorbenen
.
6569

Dankſagung.

Für die liebevollen Beweiſe innigſter Anteil=
nahme
an dem uns betroffenen ſchmerzlichen Ver=
luſt
ſprechen wir hiermit unſeren herzlichſten
(6570
Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Anna Döring Witwe, geb. Funck,
Friedrich Funck u. Familie.
Darmſtadt, den 17. März 1913.

Todes=Anzeige.
Geſtern abend entſchlief ſanft unſere liebe
Mutter und Schwiegermutter
(6548
Frau Emma Kritzler
geb. Dilthey
Witwe des Großherzogl. Landgerichtsrats
Dr. Friedrich Kritzler
im 75. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten:
Ludwig Kritzler, Reichsmilitäranwalt,
Berta Mangold, geb. Kritzler,
Franziska Kritzler, geb. Mangold.
Darmſtadt u. Berlin, den 15. März 1913.
Die Beerdigung findet am Montag, den
17. März, nachmittags 2½ Uhr, vom Trauer=
hauſe
Bismarckſtraße 9 aus, ſtatt. Einſegnung
¼ Stunde vorher.

Todes=Anzeige.
Hiermit die traurige Mitteilung, daß meine
liebe Frau, unſere unvergeßliche Mutter
Elise Weber
geb. Gruber
heute morgen nach kurzem Leiden ſanft ent=
ſchlafen
iſt.
(*7307
Darmſtadt, den 15. März 1913.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Weber u. Kinder,
Dieburgerſtraße 18.
Die Beerdigung findet Montag, den 17. März,
nachm. 3 Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.

e

Prüfungskonzert um 8 Uhr im Konſervatorium
für Muſik (Mühlſtraße 40).
Verſammlung der Bezirksgruppe Darmſtadt des
Hanſa=Bundes um 8½ Uhr im Reſtaurant Kaiſerſaal.
Monatsverſammlung des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht Ornis um 8½ Uhr in der Stadt
Pfungſtadt.
Ausſtellung von Handarbeiten der Viktoriaſchule in
der Turnhalle (geöffnet von 101 und 36 Uhr).
Ausſtellung von Schülerinnen=Arbeiten der Haus=
wirtſchaftlichen
Fortbildungsſchule im Volksſchulgebäude
in der Lagerhausſtraße (geöffnet von 35 Uhr).

Verſteigerungskalender.
Dienstag, 18 März.

Hofreite=Verſteigerung des Philipp Krämer
(Neue Ireneſtraße 4) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Meßplätze=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Dünger=Verſteigerung um 8 Uhr in der Ar=
tillerie
=Kaſerne (Regt. Nr. 61)
um 9½ Uhr in der
Artillerie=Kaſerne (Regt. Nr. 25).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Nummer 64.

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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Nummer 64.

Amtliche Nachrichten des Großh. Volzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher. 1 Dobermann (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier aus=
gelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
(6530
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Spülung des Waſſerrohrnetzes.

Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des Waſſer=
rohrnetzes
in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
in der Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe
Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſers
mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 17. zu Dienstag, den
18. ds. Mts. wird geſpült:
Spülbezirk V.
Derſelbe wird umfaßt von der Frankfurter=Straße ( Herrngarten=
ſeite
), Odenwaldbahn, Dieburger= und Alexanderſtraße und enthält
Theaterplatz und Muſeum.
Mitgeſpült werden die außerhalb liegenden Straßenteile Kranich=
ſteiner
=Straße, Hohler Weg, Dieburger=Straße und Ringſtraße (äußere),
zwiſchen Dieburger=Straße und Seiterswieſenweg.
Spülbezirk VIII.
Derſelbe liegt ſüdlich der Heinrichsſtraße bis zur Wilhelminen=,
Karls= und Beſſunger=Straße und öſtlich der Ludwigshöhſtraße.
Mitgeſpült werden die Straßen der Mathildenhöhe.
In der Nacht von Mittwoch, den 19. zu Donnerstag,
den 20. ds. Mts. wird geſpült:
Spülbezirk IX.
Derſelbe liegt weſtlich des Straßenzuges Ludwigshöhſtraße,
Beſſunger=, Karls= und Wilhelminenſtraße und wird von der Heinrichs=
und Eſchollbrücker=Straße begrenzt.
Außerdem findet in der Nacht von Donnerstag, den 20. zu
Freitag, den 21. ds. Mts. eine Druckrohrſpülung ſtatt.
Darmſtadt, den 6. März 1913.
Städtiſche Waſſerkswerverwaltung.
(6323so
Rudolph.

Neuorganiſation der Krankenkaſſen nach der
Reichsverſicherungsordnung.

Nach den Beſtimmungen der Reichsverſicherungsordnung können
mit Wirkung vom 1. Januar 1914 neben den Ortskrankenkaſſen ſoge=
nannte
Landkrankenkaſſen errichtet werden.
Mitglieder dieſer Landkrankenkaſſen ſind die in der Landwirt=
ſchaft
Beſchäftigten, die Dienſtboten, die im Wandergewerbe Beſchäf=
tigten
, die Hausgewerbetreibenden und ihre hausgewerblich Beſchäf=
tigten
, die in der Gärtnerei, im Friedhofsbetrieb, in Park= und
Gartenpflege Beſchäftigten, wenn ſie in Teilen landwirtſchaftlicher
Betriebe tätig ſind. (§ 235 R. V. O.)
An ſich wäre für den Bezirk der Stadt Darmſtadt eine Land=
krankenkaſſe
zu errichten. Die Beſchlußfaſſung hierüber wäre Sache
der Stadtverordneten=Verſammlung. Nach § 229 R. V.O. kann aber
die Errichtung einer Landkrankenkaſſe neben der Allgemeinen Orts=
krankenkaſſe
mit Genehmigung des Oberverſicherungsamts unter=
bleiben
, wenn das Verſicherungsamt nach Anhören beteiligter Arbeit=
geber
und Verſicherungspflichtiger das Bedürfnis verneint.
Die hieſige Vereinigte Ortskrankenkaſſe hat ihre Zulaſſung als
Allgemeine Ortskrankenkaſſe für den Bezirk der Stadt Darmſtadt
nach Maßgabe der Beſtimmungen des zweiten Buches der Reichs=
verſicherungsordnung
beantragt. Es fragt ſich hiernach, ob neben
dieſer Kaſſe, deren Zulaſſung zweifellos erfolgen wird, eine Land=
krankenkaſſe
für den Bezirk der Stadt Darmſtadt errichtet werden ſoll,
oder ob es ſich empfiehlt, hiervon Abſtand zu nehmen. Im letzteren
Falle würden die an ſich zur Landkrankenkaſſe gehörigen Verſicherten
der Allgemeinen Ortskrankenkaſſe zufallen.
Wir fordern hiermit alle die Perſonen, die einer der eingangs
erwähnten Klaſſen von Verſicherten angehören, ſowie deren Arbeit=
geber
auf, ihre Meinung über die Frage der Errichtung einer Land=
krankenkaſſe
für den Bezirk der Stadt Darmſtadt bis ſpäteſtens
Samstag, den 22. ds. Mts., in Zimmer 5 des ſtädtiſchen
Hauſes Waldſtraße 6 zum Ausdruck zu bringen. Inſoweit Er=
klärungen
nicht abgegeben werden, nehmen wir an, daß die Betei=
ligten
die Errichtung einer ſolchen Kaſſe neben der Allgemeinen Orts=
krankenkaſſe
nicht für erforderlich halten. Wir bemerken, daß die
Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt in ihrer jetzigen Geſtalt etwa
15000 Mitglieder hat und daß die Zahl der vom 1. Januar 1914 an
landkrankenkaſſenpflichtigen Perſonen im Bezirk der Stadt auf etwa
5000 geſchätzt wird.
(6547oid
Darmſtadt, den 15. März 1913.
Verſicherungsamt der Stadt Darmſtadt.
Kröll.

Die Ausführung von ca. 7000 qm Kleinpflaſter, ſowie das Setzen
der Wandſteine auf der Kreisſtraße von Eberſtadt nach Nieder=
Ramſtadt ſoll auf dem Wege des allgemeinen öffentlichen Wett=
bewerbes
vergeben werden.
Die Bedingungen liegen an den Vormittagen auf dem Bureau
des Unterzeichneten (Neckarſtraße 3) zur Einſicht offen, woſelbſt auch
die Angebote bis ſpäteſtens Freitag, den 28. lfd. Mts., vormit=
tags
10 Uhr, entgegen genommen werden.
(6556
Darmſtadt, den 13. März 1913.
Der Großherzogliche Kreisbauinſpektor.

Holzverſteigerung.

werden chie u. bill garn.,
Hüte alte Sachen verwendet.
N. Krick, Kaupſtr. 32 (*7284om

werden ſchön und billig
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Lichtenbergſtr. 22, I., links. (*7281

Dienstag, den 25. März I. J., vorm. von 9 Uhr an,
ſollen in der Gaſtwirtſchaft von Friedrich Bender (Zum Löwen)
in Nieder=Ramſtadt aus den Diſtrikten Hinterforſt und Kohlberg
verſteigert werden:
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Knüppel rm: 120 Buchen, 21 Eichen, 44 Kiefern ꝛc.;
Reiſig H. W.: 134 Buchen, 27 Kiefern ꝛc.;
Stöcke rm: 22 Buchen, 13 Kiefern.
Unter den Buchenwellen befinden ſich ca. 90 Hundert ſehr
ſchöne Stammwellen. Die mit F gezeichneten Nummern werden
nicht verſteigert.
Mittwoch, den 26. März,
werden aus denſelben Diſtrikten in demſelben Lokal von vormit=
tags
9 Uhr ab verſteigert:
Stämme:
Eichen 2 St. III. Kl., 1 St. IV. Kl.
Kiefern 8 St. III. Kl., 4 St. IV. Kl.
Lärchen 48 St. V. Kl.
Fichten 1 St. III. Kl., 2 St. IV. Kl., 52 St. V. Kl.
Derbſtangen: Lärchen 203 St. I. Kl., 40 St. II. Kl.
Fichten 688 St. I. Kl., 143 St. II. Kl.
Nähere Auskunft erteilt Herr Forſtwart Harniſch zu
Emmelinenhütte.
Ober=Ramſtadt, den 12. März 1913.
(6512
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.

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offen. Auch werden dort die An=
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abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 20. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(6531oi
reichen.
Darmſtadt, 14. März 1913.
Tiefbauamt.

Bekanntmachung.

Die im Diſtrikt Frankenſtein
am 11. und 12. März I. Js.
abgehaltenen Holzverſteigerungen
ſind genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können von
Samstag, 22. März I. Js., an
bei den Kaſſeſtellen eingelöſt
werden.
(6510
Ueberweiſung und erſter Abfahr=
tag
Dienstag, 25. März I. Js.
Eberſtadt, 14. März 1913.
Großh. Oberförſterei Eberſtadt.
Joſeph.

Matratzenſtreu=Verkauf.

Dienstag, den 18. ds. Mts.,
um 8 Uhr vormittags,
wird im Hofe der Artilleriekaſerne
am Beſſunger Weg die Winter=
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Nummer 64.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

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Das Stärkſte.
Roman von Fritz Gantzer.
(Nachdruck verboten.)
5)

Das Jahr geht gut aus, Frau Bruns, begann er, ſich
neben die Wiege ſtellend, in der die kleine Signe mit run=
den
Krullaugen und ſchlafgeröteten Bäckchen lag und die
roſigen Finger im erſten Spiel bewegte.
Wieſo, Herr Lührs?
Es wird die Laſt, die es Ihnen gebracht, wohl auch
noch wieder abnehmen.
Ich verſtehe nicht.
Nun, auf Lübeck zu, keine vier Meilen von hier, hat
man drei wegen Diebſtahls gefaßt und gelocht . . . die
Puppenſpieler von dazumal. Da wäre es nun an der
Zeit, der pflichtvergeſſenen Sippe etwas nachzuſchicken.
Er ſah nach der Wiege und wollte den Sermon, daß man
Kinder, die man in die Welt ſetzt, auch ernähren müſſe,
beginnen.
Frau Barbara ſtellte ſich wie eine ihre Küchlein ver=
teidigende
Glucke vor das Kind und ſah Lührs ſo ernſt
und durchdringend an, daß ſein Lächeln jach ſtarb und
ſein Blick verlegen zur Erde fuhr.
Aber, lieber Lührs, das ſagen Sie mir? Und von
einer Laſt reden Sie? Sehen Sie ſich dies Kind an! Iſt
tas wohl eine Laſt?
Schon nicht, wenn Sie meinen . . . aber .
Alle Aber ſind Dinge mit lahmen Füßen und matten
Händen. Nein, wenn ich nicht muß, gebe ich das Kind
nicht zurück.
Wenn Sie meinen. Es wäre ja auch für das arme

Wurm mehr als ein Segen. Und ſein Lächeln kam ge=
mach
wieder und war endlich heller als Winterſonne.
Als er ging, drückte er Frau Barbaras Hand warm
und lange und ſagte: Wir würden eine gute Welt haben,
wenn wir lauter Menſchen auf ihr fänden, die ſo wären,
wie Frau Barbara Bruns iſt.
Sie hörte nicht auf das Lob und entgegnete ab=
lenkend
: Sehen Sie, Herr Lührs, wie das Kind lacht!
Es ſoll wohl nicht. Und es wird unter Ihren Augen
immer lachen. . . . Gott befoblen, Frau Bruns.
Daheim mußte Trine Barkens zum Mittag etwas
extra Gutes kochen, und Kaſpar Bömken bekam einen Ta=
ler
. Fürs Finden damals, als Lohn nachträglich.
Was Kaſpar nicht verſtand. Erſt Trine half ihm zu=
recht
.
Am Abend dieſes Tages hatte Frau Barbara mit
ihrem Manne eine lange Unterredung. Am nächſten Mor=
gen
verreiſte Herr Tobias.
Als er am nächſten Morgen heimkam, ſagte er: Es
iſt alles in Ordnung. Die Eltern haben uns das Kind
gegen Zahlung einer geringen Abfindungsſumme über=
laſſen
. Die Frau ſchien nicht recht einverſtanden, ſie war
ſehr traurig und weinte. Aber der Mann lachte und ſagte:
Gott ſei Dank!
Die arme Mutter! Frau Barbara ſpürte etwas Heißes
in ihren Augen und fuhr verſtohlen mit der Hand darüber
hin. Dann ſand ſie ein leiſes Lächeln. Das war wie ein
Dank und ein Gelöbnis.
So wäre Signe alſo endgültig unſere Tochter.
Tobias nickte. Ja, aber das Kind tſt noch nicht ge=
tauft

O, das arme Heidenbutnichen! hi:

figer den Gedanken, daß es ſo ſein könnte. Nun wollen
wir’s bald gutmachen.
Am Silveſternachmittag, gegen die Dunkelheit hin, als
die Welt ſich mit haſtigem Sinn zur geräuſchvollen Vex=
abſchiedung
des alten Jahres rüſtete, fand im Brunsſchen
Hauſe eine ſtille Feier ſtatt. Die kleine Signe lag in
weißen Kiſſen wie eine Roſenknoſpe und ſah dem jungen
Hilfsgeiſtlichen, der ihr das Taufwaſſer auf Stirn und
Bruſt träufte, mit großen, wie verſtändigen Augen an und
lächelte ein wunderſüßes, heiliges Kinderlächeln:
Und von nun an hieß ſie Signe Bruns.
Die Zeit war mit feſtem Stecken und ſtarken Füßen
um einen guten Teil Weges weiter gewandert und hatte
nahezu ſechzehn Jahre hinter ſich gelaſſen.
Signe Bruns ſtand kurz vor ihrer Konfirmation. Wer
ſie von jeher gekannt und ihr Aufwachſen miterlebt hatte,
mußte ſich wundern, was aus dem Kinde geworden war.
Die Jahre hatten ihr ein Stück Lieblichkeit und Anmut um
das andere geſchenkt. Ihr Körper war zu wohlabgetön=
tem
Ebenmaß rank und ſchlank in die Höhe gegangen. Noch
fehlte ihm die Weichheit in der Linienführung, das, was
den Reiz des jungen Mädchens ausmacht, wenn ſeine
Entwicklung abgeſchloſſen iſt; aber man durfte ſchon jetzt
mit Gewißheit annehmen, daß Signe Bruns dieſen Reiz
einſt in reichſtem Maße beſitzen würde.
Der an ihr vorübergehende Fremde blickte ſie aufmerk=
ſam
an, aufmerkſamer, als er es vielleicht bei zehn oder
fünſzehn anderen jungen Mädchen gleichen Alters tat.
Ihre Erſcheinung feſſelte unwillkürlich.
Und ien das Iniereſſe für ſie beſonders ſtark packte,
ds Rciste wahl za: an einen zuſt des Weges Kommen

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Nummer 64.

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den die Frugt Der ſibiſes zunge Rähchanß Dumn bieh
es ſelten: Signe Bruns. Häufiger kam als Beſcheid: Die
Signe. Und gar mancher erwiderte mit einem leiſen
Lächeln des Stolzes: Unſere Signe.
Und merkwürdig: die ſo redeten und mit ihrer Aus=
kunft
eine Art Mitbeſitzrecht zum Ausdruck brachten, waren
nicht ſelten die, die das Wickelkind einſt am nachhaltigſten
geſchmäht hatten.
Und das war ebenſo merkwürdig: noch niemand von
ihnen allen hatte zu ihr von ihrer Herkunft geſprochen.
Keiner hatte es gewagt, ihr einmal hämiſch oder im Haß
ins Ohr zu flüſtern: Du biſt ja ein Vagantenkind, oder:
Du gehörſt ja überhaupt nicht zur Familie Bruns. . . . Du
biſt ein Vogel aus fremdem Neſt.
Die Jahre hatten das Geſchehnis von einſt faſt zum
Vergeſſen gebracht. Die Erinnerung daran war wie ge=
ſtorben
. Und wo ſie noch in dem Winkel einer Seele
hockte, war ſie farblos und verſtaubt und hatte kein In=
tereſſe
daran, das alte Geheimnis dem ahnungsloſen Ohr
Signes zu enthüllen.
Signe Bruns. Nur ſo. Die Tochter des Herrn To=
bias
Bruns.
Ihm hatte die veränderungsmächtige Zeit das Haar
noch ſtärker gelichtet und den ſchmalen Reſt mit ſilbrigem
Garn durchſponnen. Und ſeinem Herzen hatte ſie wär=
menden
, ja, wärmſten Schlag für die Pflegetochter gegeben.
Kurzweg: er liebte das Kind.
Auf ſeine Art.
Es war nie ein ſtarkes, ſichtliches Aufwallen dieſes
Gefühls, ſelten eins, das Worte fand. Aber in ſeinen
Augen lag immer etwas von einer ſtillen Freude, wenn
ſie auf Signe ruhten, und wenn man ſie ihm genommen
hätte, ſo wäre ihm der Verluſt ſchmerzlich geweſen.
Im Geſchäft war er der alte kühle Rechner, der ſeinen
Vorteil und die Ausdehnung ſeiner Beziehungen im Auge
behaltende Mann geblieben. Seit Jahren trug er ſich mit

Geit e e nen enen e
ner kaufmänniſchen Kenntniſſe ins Ausland gehen und an
einem oſtindiſchen Platze eine angeſehene Hamburger Ex=
portfirma
vertreten. Henning war zur Uebernahme des
Geſchäfts daheim, das bedeutend vergrößert werden ſollte,
beſtimmt. Beide beſuchten zurzeit die Handelshochſchule
in Lübeck und wurden für die nächſten Tage nach Been=
digung
ihrer Studien zurückerwartet. Gleich nach Signes
Konfirmation würde Gerhard dann abreiſen und Henning
daheim ins Geſchäft eintreten.
Signe war ſchon ſeit über einem Jahre allein im
Hauſe; wie Frau Barbara oft verſichert: als rechtes Son=
nenkind
und als lieblicher Erſaß für die fernen Söhne.
Wenn wir Dich nicht hätten, ſagte ſie wiederholt, wie ein=
ſam
würde es um uns Alternde ſein, und wie leer würde
uns das weite Haus erſcheinen. Sie war froh und dank=
bar
, daß ihnen das Geſchick Signe beſchert hatte. Und ihre
Liebe zu dem Kinde war grundlos tief und erhaben heilig,
wie die, die nur eine Mutter zu empfinden vermag. Sie
hätte ſich oft ſelbſt ſegnen mögen für ihre einſtige Guttat
an der Verlaſſenen.
Der Laden bot das alte Bild. Nur die Geſichter der
jungen Leute und Lehrlinge waren fremd. Wie etwas
Unveränderliches berührte einzig Herr Kröger, der Tobias
Bruns nicht untreu geworden war. Noch immer ſtand er
während der ſtilleren Stunden mit übergeſchlagenem Bein
am hochfüßigen Pult, paßte den Lehrlingen auf die Finger
und blinzelte zwiſchendurch über ſeine Brille weg auf den
Marktplatz, wo die Tauben mit ſtolzem Trippeln einher=
ſtolzierten
und die Sperlinge ihr lärmendes Gezänk zum
Beſten gaben. Oder er bediente während der Hochflut des
Geſchäftsganges die vornehmen Kunden: die Frau Bür=
germeiſter
und die Frau Oberpfarrer und die Frau Doktor
und alle die, die auf dieſer Stufe ſtanden oder doch gleich
auf der nächſten darunter kamen.
Oſtern war in dieſem Jahre früh, ſchon wenige Tags

Ger en tetente etenerter 31 g.
tergott nahm allerdings auf ſeinen jungen Vetter im grü=
nen
Gewande wenig Rückſicht und blies ihm einen ſcharfen
Nordoſt durch das dünne Röckchen, das ihn fror und ſeinen
Veilchenaugen das Lächeln verging. Die Leute ſagten, es
gäbe in dieſem Jahre weiße Oſtern, und die Gärten
lagen noch wüſt.
Signe trauerte über das lange Verziehen des Früh=
lings
. Sie hatte von ihrem Konfirmationstage immer
als einem ſolchen geträumt, der erſtes zartes Grün an
Buſch und Baum ſehen und ſich verſtohlen die erſten Veil=
chen
in das Haar winden würde. In der warmen Luft
heimgekehrter Schwalben Jubellaut und über der lachen=
den
Saat der welligen Ebene vor den Toren ſteigender
Lerchen Jauchzer. Jungen Frühling ringsum, jungen
Frühling im Herzen. Und zu allem hehre Glockenklänge
von St. Sebaldus weit ins helle Land lugendem Turm.
Und nun würde es wohl ſo ganz anders ſein! Schließ=
lich
flockte es wie im Winter, und der Frühling ſchlief noch
ſchier. Wenn Uſche nicht recht behielt: Der Frühling
kommt ſchon zur Zeit. Er wird doch unſerer Signe zum
erſten Ehrentage lachen.
An dieſes Wort dachte Signe, als ſie am Tage vor
Palmſonntag, ſchon gegen den Abend hin, nach dem ein
Stück von der Stadt entfernt liegenden Bahnhof hinaus=
ging
, um Gerhard und Henning, die heute von Lübeck ka=
men
, abzuholen. Und Uſches Verſicherung machte ſie hoff=
nungsfroh
, gab ihren ſchönen, klugen, dunkelbraunen
Augen einen hellen Glanz und hob ihre Füße zu ſtarken,
elaſtiſchen Schritten. Oder war’s die blanke Freude in Er=
wartung
des nahen Wiederſehens, die ihr das glückliche
Frohgefühl ins Herz ſchmiegte? Oder tat es ein=
zig
und allein der erwartungsreiche Ausblick auf der Zu=
kunft
Wundergarten, der nun als etwas Neues, Schönes
vor ihr liegen mußte, ſich ihr öffnen mußte.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 64.

armſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Seite 13.

Ik

mündelsichere Anleihe

der Hauf
-und
Restuenzstaur Darmstauf
unverlosbar und unkündbar bis 1925
eingeteilt in Schuldverschreibungen à Mk. 2000, 1000, 500 u. 200,
werden unter folgenden Bedingungen zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt:
1. Die Zeichnung findet
Mittwoch, den 19. März 1913
während den üblichen Geschäftsstunden statt:
in Darmstadt: bei den Herren Nauheim & Co.,
in Frankfurt a. M.: bei der Direction der Disconto-Gesellschaft,
bei den Herren J. Dreyfus & Co., und L. & E. Wertheimber,
in Mainz: bei der Direction der Disconto-Gesellschaft.

Der frühere Schluss der Zeichnung bleibt jeder Stelle vorbehalten.
2. Der Zeichnungspreis beträgt

(654f

2

abzüglich 4% Stückzinsen vom Tage der Abnahme bis 1. April 1913. Der Stempel der Zuteilungs-
schlussnote
geht zu Lasten des Zeichners.
3. Die Zeichnungsstellen sind berechtigt, eine Kaution von 5% des gezeichneten Betrages in bar
oder börsengängigen Wertpapieren zu verlangen.
4. Zeichnungen, welche unter Uebernahme einer Sperrverpflichtung abgegeben werden, finden
vorzugsweise Berücksichtigung.
5. Die Zuteilung, welche sobald als möglich nach Schluss der Zeichnung durch schriftliche
Benachrichtigung der Zeichner erfolgt, unterliegt dem freien Ermessen jeder einzelnen Zeichnungsstelle.
6. Die Abnahme der zugeteilten Stücke hat gegen Zahlung des Preises bei derjenigen Stelle, bei
welcher die Zeichnung vorgenommen wurde, bis zum 1. April 1913 zu erfolgen.
7. Die börsenmässige Zulassung der Schuldverschreibungen wird alsbald
beantragt werden.

Frankfurt a. M., Barmen, Berlin, Darmstadt, Essen (Ruhr), Stuttgart, im März 1913.
Direction der Disconto Gesellschaft. Barmer Bankverein Hinsberg Fischer
Commerz- und Disconto-Bank. J. Dreyfus & Co. Simon Hirschland.
F. W. Krause & Co., Bankgeschäft. Nauheim & Co.
Stahl & Federer Actiengesellschaft. L. & E. Wertheimber.

C0.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Nummer 64.

Erite Kammer der Stände.
13. Sitzung.
St. Darmſtadt, 15. März.

Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Dr v. Ewald
Exz., Finanzminiſter Dr. Braun Exz., Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach Exz., Geheimeräte
Dr. B ller, Beſt.
Pruſident Graf von Schlitz gen. von Görtz er=
öffnet
die Sitzung um 10½ Uhr. Das Hohe Haus tritt
alsbald in die Tagesordnung ein. Erſter Gegenſtand iſt
Antrag von 5 Mitgliedern der Erſten Kammer der Stände,
betreffend
die Zivilliſte Seiner Königlichen Hoheit
des Großherzogs.
Wir beantragen: 1. Die Zivilliſte Seiner Königlichen
Hoheit des Großherzogs wird vom 1. April 1913 an für
die Dauer Seiner Regierungszeit auf 1365000 Mark für
das Jahr feſtgeſetzt. 2. Auf dieſe Summe wird für das
Etatsjahr 1913 der nach Artikel 3 des Geſetzes, betref=
fend
die Dienſtbezüge der Staatsbeamten und Volksſchul=
lehrer
und ihrer Hinterbliebenen, ſowie die Deckungs=
mittel
und die Vereinbarung über die Mittel zur Auf=
beſſerung
der Hofbeamten uſw. vom . . . März 1913
(Druckſache Nr. 346 der Verh. Zweiter Kammer) bewil=
ligte
Betrag angerechnet.
Der Antrag iſt unterzeichnet: Kuno Graf zu Stolberg=
Roßla; Adalbert Graf zu Erbach=Fürſtenau; Franz
Foſeph Fürſt zu Iſenburg=Birſtein; Karl Parcus; Dr.
Strecker.
Fürſt Iſenburg=Birſtein berichtet namens
Der Ausſchuß beantragt:
des Ausſchuſſes.
Großh. Regierung zu erſuchen, den Ständen alsbald eine
Vorlage zu machen, wonach die Zivilliſte Seiner König=
lichen
HHoheit des Großherzogs vom 1. April 1913 an um
einen den Bedürfniſſen der Haus= und Hofhaltung an=
gemeſſenen
ergänzenden Betrag erhöht wird. Zur Be=
gründung
führt Redner aus: Nachdem nachträglich
nachgewieſen iſt, daß die proviſoriſch bewilligte Er=
höhung
der Zivilliſte Seiner Königlichen Hoheit des
Großherzogs für die in Betracht kommenden Bedürf=
niſſe
der Haus= und Hofhaltung nicht ausreicht, ſieht ſich
der Ausſchuß veranlaßt, die Großh. Regierung zu er=
ſuchen
, durch eine zweckentſprechende Vorlage die erfor=
derliche
Ergänzung in Vorſchlag zu bringen.
Staatsminiſter Dr. v. Ewald Exz.: Die Großher=
zogliche
Regierung hofft, daß der Abſicht, die dem Antrag
zugrunde liegt, entſprochen werden kann.
Der Ausſchußantrag wird dann ein=
ſtimmig
angenommen.
Ohne Debatte erledigt das Hohe Haus dann fol=
gende
Poſitionen nach den Anträgen der Ausſchüſſe: Re=
gierungsvorlage
, betreffend Geländetauſch zwiſchen
dem Großherzogtum=Landeseigentum und der Philip=
pine
Schaurer in Frei=Weinheim. Regierungsvorlage,
Geſetzentwurf, den Bau einer Verbindungsbahn
Rüdesheim (Geiſenheim) nach Sarmsheim
Ockenheim) betreffend. Antrag der Abgeordneten
von Brentano und Genoſſen. Ausdehnung des Gel=
tungsbereichs
der Ortstaxe Offenbach=
Frankfurt a. M. betreffend. Antrag der Abgeord=
neten
Soherr und Genoſſen, Abänderung des Artikels 24

der Rheinſchiffahrtsordnung betreſſend. An=
träge
der Abgeordneten Henrich und Genoſſen und Ulrich
und Genoſſen, das Wahlgeſetz betreffend. Vorſtellung
des Landesverbandes deutſcher Militäranwärter, Beſetz=
ung
der Kanzleigehilfenſtellen bei den
Kollegialgerichten betreffend. Anträge der Ab=
geordneten
Ulrich und Genoſſen, Reviſion der Beſtim=
mungen
über Aufrechterhaltung der Ordnung
in den Gerichtsſitzungen, Rechtsmittelbelehrung,
Terminsvertagungen und Entſchädigung für unſchuldig
erlittene Unterſuchungshaft betreffend. Vorſtellung des
Adam Schäfer in Hechtsheim, Rechtsbeeinträch=
tigung
betreffend. Vorſtellung der Witwe des Ge=
richtsdiener
=Subſtituten Adam Hauſt in Viernheim, Ge=
währung
einer Gnadenpenſion betreffend.
Antrag der Abgeordneten Ulrich und Genoſſen, Ueber=
nahme
aller Armenlaſten auf den Staat be=
treffend
. Vorſtellung des Allg. Deutſchen Schriftvereins
zu Berlin, Erhaltung der deutſchen Schreib= und Druck=
ſchrift
betr. Vorſtellung des Verbandes Deutſcher Hand=
lungsgehilfen
zu Leipzig, Einführung des Fortbil=
dungsſchulzwanges
für weibliche kaufmän=
niſche
Angeſtellte betreffend. Antrag der Abge=
ordneten
Ulrich und Genoſſen, die Ausbildung be=
fähigter
Kinder unbemittelter Eltern be=
treffend
. Antrag der Abgeordneten Ulrich und Genoſſen,
Anſtellung von Bezirksärzten und Ueberführung
der Apotheken in Gemeinde= oder Staats=
eigent
um betreffend. Antrag der Abgeordneten Ulrich
und Genoſſen, Einführung einer obligatoriſchen ſtaatlichen
Vieh= und Schlachtviehverſicherung betref=
fend
. Antrag der Abgeordneten Singer, Wiegand und
Genoſſen, Beſchäftigung Arbeitsloſer betref=
fend
. Vorſtellung des Heinrich Döring I. in Großen= Bu=
ſeck
, Unterſtützung der Landwirte durch Stel=
lung
von Militärpferden bei Ausbruch der Maul= und
Klauenſeuche betreffend. Vorſtellung der Phil. Volk II.,
Witwe Erben zu Höchſt i. O., Entſchädigung für die durch
Einführung des Zündholzſteuergeſetzes erlit=
tenen
Verluſte betreffend. Vorſtellung der Schachtelmacher
Philipp Hofmann III. und Georg Trinkaus III. von
Brensbach, Entſchädigung der durch das Zündwarenſteuer=
geſetz
entſtandenen Verluſte betreffend. Vorſtellung der
Steueraufſeher Gimbel und Genoſſen zu Mainz, Erlaß
der Rückzahlung der zu viel erhaltenen Schiffsbeglei=
tungsvergütung
betreffend. Antrag der Abgeord=
neten
Dr. Zuckmeyer und Genoſſen, Vergebung von
öffentlichen Arbeiten und Lieferungen be=
treffend
. Vorſtellung des Jakob Leonhard zu Darmſtadt,
Vorſitzender des Ortsvereins Darmſtadt des Verbandes
Deutſcher Eiſenbahn=Handwerker=Kolonnenführer, Auf=
nahme
in das Beamtenverhältnis betreffend.
Dringlicher Antrag des Abgeordneten Uebel, die Ein=
richtung
beſſerer Fahrgelegenheit für die
in Frankfurt a. M. beſchäftigten Bauarbeiter aus Groß=
Zimmern, Dieburg, Münſter uſw. betreffend. Vorſtellung
des Vorſtandes des Verkehrsverbandes der Strecke Frank=
furt
a. M.Darmſtadt zu Neu=Iſenburg, Verkehrs=
wünſche
betreffend. Vorſtellung des früheren Bahn=
wärters
Heinrich Walther in Ober=Ingelheim, Gewäh=
rung
eines Ruhegehaltes betreffend. Vorſtel=
lung
des Bahnhofsverwalters i. P. C. Keller zu Worms,
Erhöhung der Penſionen der ehemaligen Heſſi=

ſchen Ludwigsbahn=Beamten beireſſnd. Vorſtellng
des Stationsaſſiſtenten i. P. Balthaſar Schmidt in Darm=
ſtadt
, Aufbeſſerung ſeiner Penſion betreffend,
und Antrag der Abgeordneten Soherr und Genoſſen, die
Rauchplage in Bingen betreffend.
Es folgt die Beratung des Antrages von 26 Mitglie=
dern
der Erſten Kammer der Stände, betreffend
das Gemeindeumlagengeſetz
vom 8. Juli 1911, die Großh. Regierung zu erſuchen:
1 einen Geſetzentwurf, betreffend Auslegung des Ge=
meindeumlagengeſetzes
vom 8. Juli 1911 vorzulegen, wo=
durch
die Doppelbeſteuerung des landwirtſchaftlichen Be=
triebskapitals
beſeitigt wird; 2. alsbald einen Geſetz=
entwurf
vorzulegen, wodurch beſtimmt wird, daß der
Steuerpflichtige bei künftigen Veranlagungen ſchon wäh=
rend
des Veranlagungsverfahrens von der Bewertung
ſeiner landwirtſchaftlichen Grundſtücke durch die Steuer=
behörde
bezw. die Veranlagungskommiſſion Kenntnis er=
hält
, um ihm das Antragsrecht gemäß Artikel 4 des Ge=
ſetzes
vom 8. Juli 1911 auf Beſteuerung nach einem Mittel=
wert
zu ſichern.
Graf Kuno zu Stolberg=Roßla gibt eine
kurze Begründung zu dieſem Antrage: Da das landwirt=
ſchaftliche
Betriebskapital in Artikel 9 Abſatz 3 des Ge=
meindeumlagengeſetzes
der Gewerbeſteuer unterworfen
wird, ſo ergibt ſich bei der Zugrundelegung des Ertrags=
wertes
gemäß Artikel 4 Abſatz 3 des Gemeindeumlagen=
geſetzes
eine teilweiſe Doppelbeſteuerung des landwirt=
ſchaftlichen
Betriebskapitals. Dieſe Konſequenz iſt in
hohem Grade unerwünſcht; ſie ſchwächt die Bedeutung v=
nach
langen parlamentariſchen Kämpfen errungenen Mög=
lichkeit
der Beſteuerung nach dem Mittelwert, weil die
Spannung zwiſchen dem gemeinen Wert und Ertrags=
wert
dadurch verringert wird. Es wird deshalb der An=
trag
geſtellt, zum klaren Ausdruck zu bringen, daß bei Be=
rechnung
des Ertragswertes nur die Bodenrente berück=
ſichtigt
werden darf. Zu 2. Das Gemeindeumlagen=
geſetz
tritt am 1. April 1913 in Kraft. Die Veranlagung
hat inzwiſchen ſtattgefunden, und zwar für die landwirt=
ſchaftlichen
Grundſtücke nach dem gemeinen Wert. Der
Steuerpflichtige hat bis jetzt keine Möglichkeit gehabt, die
Bewertung ſeiner Grundſtücke kennen zu lernen. Er war
alſo nicht in der Lage, zu prüfen, ob es für ihn zweckmäßig
iſt, von dem Artikel 4 Abſatz 3 Bildung eines Mittel=
wertes
Gebrauch zu machen. In den nächſtfolgenden
Jahren ergibt ſich genau dasſelbe Bild, da grundſätzlich
in jedem Jahre eine Neuveranlagung des Grund und
Bodens ſtattfinden ſoll. Es wäre deshalb richtiger ge=
weſen
, wenn die Großh. Regierung angeordnet hätte, daß
nach Feſtſtellung des gemeinen Werts der Grundſtücke eine
Mitteilung dieſer Feſtſtellung an den Steuerpflichtigen
erfolgt. Der Antrag bezweckt, dieſe Mitteilung herbeizu=
führen
.
Geheimerat Dr. Becker: Die Frage der Beſteuerung
des Grundbeſitzes nach dem Ertragswert macht Fort=
ſchritte
, wenn auch nicht geſagt werden kann, daß alle
modernen Steuergeſetze danach handeln. Ich glaube aber,
dieſe Frage brauchen wir auch heute nicht zu erörtern, da
ſie von Einfluß auf die Stellung der Regierung zu den
beiden Anträgen nicht iſt. Wir müſſen uns daran halten,
was von uns mit ſchweren Kämpfen erreicht worden iſt.
Was die Stellung der Regierung zu den beiden Anträgen
anlangt, bitte ich mir zu geſtatten, dieſe in einigen Sätzen

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[ ][  ][ ]

Nummer 64.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Seite 15.

darzulegen. Die beiden Anträge bringen ia an ſch nichts
Neues. Die beiden Punkte, um die es ſich handelt, ſind
bereits in mündlichen und ſchriftlichen Verhandlungen
zwiſchen den beſonderen Intereſſenten und den beiden
am Gemeindeumlagengeſetz beteiligten Miniſterien klar=
geſtellt
worden. Es iſt in dieſen Verhandlungen aus=
drücklich
von der Regierung erklärt worden, daß das,
was in der Ziffer 11 des Antrages behandelt wird, von
uns von voruherein als Doppelbeſteuerung erkannt wor=
den
iſt. Schon bei der Ausarbeitung der Einführungs=
beſtimmungen
haben die ſchwierigen Fragen, wie der Er=
tragswert
feſtzuſtellen und zu berechnen iſt, uns beſchäftigt.
Die Frage iſt um ſo ſchwieriger, weil man ſich dabei nicht
auf einen einheitlichen Willen, auf den klaren Wortlaut
des Geſetzes beziehen kann; denn in dem Geſetz iſt nur
von Ertrag und Ertragswert die Rede, aber von der Feſt=
ſtellung
des Ertrages iſt irgend etwas weiteres nicht ge=
ſagt
. Es kommt als weite Schwierigkeit hinzu, daß von
einem einheitlichen Willen des Geſetzgebers keine Rede
ſein konnte. Was die Zweite Kammer für einen Begriff
von dem Worte Ertrag hat, weicht völlig ab von dem,
was die Erſte Kammer als Ertragswert bezeichnet wiſſen
wollte. Ich will nur darauf aufmerkſam machen, daß der Ge=
danke
der Zweiten Kammer doch der war, daß man hier
in das Gemeindeumlagengeſetz etwas hineinbringen
wollte, was anklingt an die Vorſchriften des Reichserb=
ſchaftsſteuergeſetzes
. In den Ausſchußverhandlungen war
denn auch ſchon darauf hingewieſen worden, wie ſchwer
die Feſtſtellung des Ertrages iſt, und es war kein Zweifel,
daß man ſich den Beſtimmungen des Reichserbſchafts=
ſteuergeſetzes
anſchließen wollte. Man hat ſogar als Ma=
terial
die gleichen Zahlenunterlagen gewählt. Danach
hatte man ſicher der Meinung ſein müſſen, es habe als
Ertrag angeſehen werden müſſen das Ergebnis der Wirt=
ſchaft
, ohne jeden Abzug der Arbeitsrente. So legt näm=
lich
das Erbſchaftsſteuergeſetz den Ertrag aus. Wir haben
uns damals gegen die zu weitgehende Auslegung erklärt.
Wir haben uns geſagt, die Arbeitsrente muß unter allen
Umſtänden abgezogen werden. Es blieb ſchließlich nichts
anderes übrig, als auf dem Boden des Kompromiſſes,
der ja immer mehr oder weniger ſchlecht iſt, etwas zu er=
reichen
. Geht man auf die Rente des Landwirtſchafts=
beſitzes
zurück, ſo ergibt ſich, daß das was herausgewirt=
ſchaftet
wird, doch nur herausgewirtſchaftet werden kan;
unter Zuhilfenahme des Kapitals. Wir haben ſchon in
den allererſten Verhandlungen darauf hingewieſen, daß
man damit wohl oder übel zu einer Doppelbeſteuerung
kommt, die aber nicht zu vermeiden war. Wir haben uns
im Einklang befunden mit der Wiſſenſchaft. Rente von
Grund und Boden allein gibt es nicht; es gibt nur eine
Rente in Verbindung mit dem Betriebskapital. Es bleibt
alſo nichts anderes übrig, als demnächſt, wenn die Dop=
velbeſteuerung
ſich zahlenmäßig unangenehm bemerkbar
macht, und darauf allein kommt es dem Steuerzahler doch
an, eine Aenderung oder Ergänzung des beſtehenden Ge=
meindeumlagengeſetzes
vorzunehmen. Wie man das zu
bewerkſtelligen hat, iſt eine Frage für ſich. Darüber wird
es zweckmäßig ſein, ſich gemeinſchaftlich im Ausſchuß noch
zu unterhalten. Der einfachſte Weg wäre wohl der, daß
man, wenn man einmal von einem Ertragsbeſitz ausgeht,
das landwirtſchaftliche Betriebskapital nicht mehr extra
in Anfatz bringt. Das würde theoretiſch und pral=
tiſch
der richtigſte Weg ſein. Der zweite Weg
wäre der umgckehrte: Man käßt das landwirtſchaftliche
Betriebskapital in Anſatz und berechnet den Ertragswert
nach dem gemeinen Wert. Der dritte Weg wäre der, daß
man beim Ertragswert abſetzt den Wert des Betriebs=
kapitals
, ſo daß man auf der einen Seite den Ertrags=
wert
, verglichen mit dem gemeinen Wert von Grund und
Boden, auf der anderen Zeite den des Betriebskapitals
erhält. Das iſt aber wohl nicht der richtige Weg.
Feſt ſteht alſo, daß die Regierung vorausgeſehen
hat, daß die Art und Weiſe, wie der Ertragswert feſtge=

ſtell wird, zu einer Doppelbeſtenerung führen muß, daß
dieſe Doppelbeſteuerung aber
uner=
wünſcht
iſt und daß wir bereit ſind, dieſe
unerwünſchte Wirkung zu beſeitigen.
Die Ziffer 2 des Antrages behandelt eine mehr for=
melle
Frage. Hierzu iſt es vielleicht nicht unerwünſcht,
ſich einmal über die techniſche Seite der Veranlagung uſw.
zu verbreiten. Redner kommt nach eingehenden Darleg=
ungen
über ſteuertechniſche Fragen zu dem Schluß, daß
der Steuerzahler auch nach den derzeitig beſtehenden Be=
ſtimmungen
ſehr wohl Zeit und Gelegenheit hat, ſich über
die Berechnung des gemeinen Wertes und über die Ver=
anlagung
zu informieren und daß ihm eine gewiß nicht
zu knappe Friſt von 2 Monaten zur Reklamation gege=
ben
iſt. Im Intereſſe der Städte müßte es liegen, die
Steuerzettel ſo früh als möglich herauszubringen. Wir
ſind der Meinung, daß ſchon während der Veranlagungs=
zeit
der Steuerzahler doch Gelegenheit haben muß,
über die Berechnung des gemeinen Wertes ſeines Be=
ſitzes
und dergleichen zu informieren. Wir ſind aber auch
der Meinung, daß das gar nicht mehr geſetzlich feſtzu=
legen
iſt. Das iſt ſelbſtverſtändlich nach Artikel 4 des Ge=
meindeumlagengeſetzes
. Bei der allgemein gewünſchten
Sparſamkeit ſollte man der Steuerbehörde nicht die emi=
nente
Arbeit zumuten, die die Doppelausfertigung von
Steuerzetteln, bezw. ſolcher über die Veranlagung, erfor=
dern
würde. Wir ſind aber gern bereit, erneut die
Steuerbehörden darauf hinzuweiſen, daß ſie ſtets, wo
irgendwie Unklarheit herrſcht. bereitwilligſt jede Aus=
kunft
zu geben haben, obwohl das eigentlich ſelbſtver=
ſtändlich
iſt. Im übrigen darf ich noch zufügen, daß das
ja nicht die einzigen Schwierigkeiten ſind, die das neue
Gemeindeumlagengeſetz gebracht hat. Wir ſind gerne be=
reit
, ernſthaft daran mitzuarbeiten, dieſe Schwierigkeiten
aus der Welt zu ſchaffen, und wir ſind dankbar, wenn
uns auch in Zukunft irgendwelche ſich ergebende Miß=
ſtände
direkt zur Kenntnis gebracht werden.
Graf zu Stolberg=Roßla: Daß ſich der Ge=
danke
der Beſteuerung nach dem Ertragswert immer mehr
durchringt, iſt nicht zu bezweifeln. Wenn der Herr Regie=
rungsvertreter
ſagte, es war ein verſchiedener Wille bei
der Erſten und Zweiten Kammer, ſo iſt das nicht richtig.
Der Wille war derſelbe. Beide wollten den Ertragswert.
Das Hohe Haus hat dieſen Willen gleich klar betont,
wohingegen die Zweite Kammer Bedenken äußerte, weil
die kleinen Betriebe infolge mangelhafter Buchführung
eine Berechnung erſchwerten oder unmöglich machten. So
kam man in beiden Kammern zu dem Mittelweg. Kommt
man aber nun auf dieſem Mittelweg zu noch höheren
Sätzen, als der gemeine Wert, ſo iſt damit die urſprüng=
liche
Abſicht doch nicht erreicht. Wir müſſen alſo einen
anderen Ausweg finden, und das allein will der Antrag.
Auf das ſchwierige Gebiet der ſteuertechniſchen Fragen
kann ich dem Herrn Regierungsvertreter allerdings nicht
folgen.
Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim: Da die Bean=
ſtandungen
im allgemeinen ja von der Regierung zuge=
geben
werden, ſind längere Ausführungen auch nicht mehr
nötig. Tatſache iſt, daß der gemeine Wert vollſtändig
bankerott iſt und daß der von uns eingegangene Kompro=
miß
unhaltbar iſt. Das iſt auch der Standpunkt der Zwei=
ten
Kammer, denn unſer Antrag iſt im Einverſtändnis
mit der Mehrheit der Zweiten Kammer formuliert wor=
den
. Es wäre richtiger geweſen, das alte Geſetz noch ein
Jahr zu verlängern, da es nicht möglich war, alle für das
neue Geſetz notwendigen Erhebungen anzuſtellen. Das
heute zutage getreiene Entgegenkommen von ſeiten des
Herrn. Geheimerats Dr. Becker iſt doppelt zu begrüßen.
Es kann ſich für uns jetzt nur noch darum handeln, Mittel
und Wege zu finden, begangene Fehler gut zu machen.
Ich möchte dazu auf die preußiſche Geſetzgebung ver=
weiſen
.

Geheimerat Dr. Becker: Ich glande, daß der klein=
bäuerliche
Beſitz kein Intereſſe daran hat, nach dem Er=
tragswert
beſteuert zu werden, denn aus kleinbäuerlichem
Beſitz wird verhältnismäßig mehr herausgewirtſchaftet
als aus dem Großbeſitz. Ich möchte dann nochmals dar=
auf
hinweiſen, daß ja keine Meinungsverſchiedenheit dar=
über
beſteht, daß der Ertragswert beſteuert werden ſoll=
Die Meinung geht nur darüber auseinander, wie der
Ertrag berechnet wird. Wenn die hohen Herren nur ein=
mal
vergleichen wollten, was darüber alles ſchon ge=
ſchrieben
oder gedruckt wurde. Aus den bis jetzt erlaſſe=
nen
Geſetzen ſind mindeſtens 7 verſchiedene Meinungen=
herauszuleſen
. Der Gedanke der Doppelbeſteuerung
iſt übrigens an ſich nicht ungeſetzlich. Die Doppelbeſteuer=
ung
beſteht kraft Geſetz ſchon lange beim Waldbeſitz. Hiert
iſt er noch von niemand beanſtandet worden, weil die
in Frage kommende Summe eine erheblich geringere.
Rolle ſpielt.
Bankdirektor Parcus (faſt unverſtändlich) hält die
von der Regierung geübte Veranlagung nicht für richtig,
weil ja, falls ein Beſitzer noch eine Brennerei hat, und
daraus Einkünfte bezieht, dieſe in der Gewerbeſteuer ver=
ſteuern
muß. Er iſt auch der Meinung, daß die Veran=
kagung
zur Informierung der Grundbeſitzer über den
gemeinen Wert nur eine einmalige Arbeit iſt, die in den
kommenden Jahren nicht oder nur ſehr gering wieder=
kehrt
.
Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim: Wenn das land=
wirtſchaftliche
Betriebskapital aus der Gewerbeſteuer her=
ausgenommen
wird, wäre die Doppelbeſteuerung ſchon
zum Teil beſeitigt. Er verbreitet ſich nochmals über
ſteuertechniſche Fragen und über das entſprechende preu=
ßiſche
Geſetz. Kaufmänniſch betrachtet, handelt es ſich
hier eigentlich um ganz einfache Rechnungen. Die Wirr=
niſſe
kommen erſt hinein, wenn die Fragen durch ſo und
ſo viele Inſtanzen gehen und ſteuerphiloſophiſch behan=
delt
und geſetzmäßig interpretiert werden Es iſt natür=
lich
, daß wir in der Dialektik dem Herrn Geheimerat nicht
gewachſen ſind. Ich möchte aber davor warnen, die Be=
deutung
dieſes Plädoyers allzu groß einzuſchätzen.
Es folgen perſönliche Bemerkungen über die Frage,
ob der Antrag ſich in Uebereinſtimmung befindet mit dem
Antrag Weber=Brauer in der Zweiten Kammer. Ge=
heimerat
Dr. Becker weiſt zur Abkürzung der Verhand=
lungen
nochmals darauf hin, daß ja ſachlich keinerlei
Meinungsverſchiedenheiten beſtehen und daß, da dies
der Fall iſt, ſich auch Mittel und Wege finden werden, dieſ
Fragen zu löſen. (Bravoh
Damit ſchließt die Debatte. Der Antrag wird
angenommen. Ebenſo ohne Debatte die Feſtſetzung
des Voranſchlags über die Ausgabebedürf=
niſſe
der Erſten Kammer im Rechnungsjahr 1913.,
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft. Das Haus
wird auf unbeſtimmte Zeit vertagt.
Schluß 1. Uhr 15 Min.

In dem Bericht des Darmſtädter Tagblatts über die!
Sitzung der Zweiten Kammer vom 14. März=
ſind
folgende Irrtümer enthalten: 1. Zur Vorſtellung
der Gepmeter 2. Klaſſe wird berichtet, der Abg. Henrich
habe geſagt: Die Lage der Geometer ſei ſehr traurig,
namentlich inſofern, als ſie der Verſicherungspflicht nicht
unterlägen. Abg. Henrich hat aber geſagt: Die Lage
der Geometer iſt eine traurige wegen ihrer ſehr ungünſti=
gen
Anſtellungsverhältniſſe, und im weiteren empfinden
es dieſe Beamten als eine Ausnahmebehandlung, daß ſie=
im
Gegenſatz zu faſt allen übrigen Kategorien der Anges
ſtelltenverſicherungspflicht unterliegen.
2. Bei Kapitel 89 (Gerichtsſchreibergehilfen) iſt ge=
ſagt
: Der Abg. Henrich haben ſich gegen beide Teile des
Ausſchußantrages erklärt. Das iſt unrichtig; Abg. Hen=
rich
hat ſich gegen den erſten Teil, aber für den zweiten=
Teil des Ausſchußantrages erklärt.

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Seite 16

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

64.

[ ][  ][ ]

3 64.

Montag, 17. Mätez.

1913.

Provinsialtag.

-g. Darmſtadt, 15. März.
Im Rathausſaale trat am Samstag vormittag der
Provinzialtag der Provinz Starkenburg unter dem
Vorſitz des Herrn Provinzialdirektors Geh. Rat Fey zu einer
öffentlichen Sitzung zuſammen. Der Vorſitzende
eröffnete mit begrüßenden Worten um 10½ Uhr die Sitz=
ung
und ernannte zu Urkundsperſonen die Herren Bürger=
meiſter
Nuß und Oekonomierat Walter Die Ver=
leſung
der Präſenzliſte ergab die Anweſenheit von 25
Mitgliedern, der Provinzialtag iſt alſo beſchlußfähig.
Herr Provinzialdirektor Fey gedachte ſodann, der im
vergangenen Jahr verſtorbenen Mitglieder des Provin=
zialtages
, der Herren Beig. Egenolf=Darmſtadt, Kom=
merzienrat
Diefenbach=Darmſtadt, Geh. Juſtizrat
Schmeel=Darmſtadt, Bürgermeiſter Dr. Frenay=
Bensheim und Altbürgermeiſter Zerweck= Zwingen=
berg
, zu deren Gedenken ſich die Anweſenden von ihren
Plätzen erhoben.
Herr Provinzialdirektor Fey er=
ſtattet
hierauf den
Verwaltungsbericht des Provinzialaus=
ſchuſſes
und deir Provinzial= Pflege=
anſtalt
vom Rechnungsjahr 1911:
Zu Beginn der letzten Sitzung des Provinzialtags
im vorigen Jahre konnte ich die wirtſchaftlich und finan=
ziell
günſtige Lage der Provinz feſtſtellen. Ich freue mich,
das auch heute tun zu können. Was die Finanzver=
hältniſſe
der Provinz anlangt, ſo ſind dieſelben
andauernd recht gute. Trotz umfangreicher Beteiligung
an Verbeſſerung der Hauptverkehrsſtraßen insbeſondere
duech Kleinpflaſteranlagen, haben wir einen nicht unbeträcht=
lichen
Ueberſchuß erzielt und es konnten daher ohne Er=
höhung
der Umlagen für 1913 nicht nur wiederum ausge=
dehnte
Kleinpflaſteranlagen vorgeſehen werden, ſondern
es ſind namentlich auch die Mittel vorhanden, um zu den
von den Kreiſen vorgeſehenen Erhöhunghn der Löhns
der Kreisſtraßenwärter entſprechende Zuſchüſſe zu leiſten
und um außerdem die ſeitherige Wirkſamkeit der Provinz
auf dem Gebiete der öffentlichen Wohlfahrtspflege und
bei Förderung von Wohlfahrtseinrichtungen in der Pro=
vinz
aufrecht zu erhalten. Die Provinzialumlagen, die
(wie in 1912) ſich auf 521000 Mark in 1913 belaufen, be=
trugen
1909: 542000 Mark, 1910: 557000 Mark, 1911:
551000 Mark. Aus dem gedruckten Rechenſchaftsberichte
geht hervor, daß die zuletzt geſtellte Rechnung mit einem
füeberſchuſſe vor 69562,30 Mark abſchließt. Die Mehr=
ausgaben
, die ſich bei einzelnen Etatspoſten ergeben, wur=
den
durch Mehreinnahmen und Erſparniſſe reichlich gedeckt.
IIn der Provinzialverwaltung war man bemüht, den ſeit=
heriggn
einſiichen und verhältnismäßig geringe Koſten
berurſachenden Geſchäftsbetrieb in allen Geſchäftszweigen
kufrecht zu erhalten und die Koſten, welche durch die in=
folge
der neuen Verwaltungsgeſetzgebung wachſende
Mehrarbeit entſtehen, auf ein möglichſt geringes Maß zu
beſchränken. Die letzte Rechnung ſchließt mit 998099 Mark
n Einnahme und mit 795710,71 Mark in Ausgabe ab, ſo
ſaß ein rechnungsmäßiger Reſt von 201389 Mark ver=
leibt
. Auf dieſem Reſte laſten indes noch verſchiedene

ſich der
Ueberſchuß ergibt. Es iſt anzunehmen daß die Provinz
auch für die nächſten Jahre unter Beibehaltung des ſeit=
herigen
Umlageſtandes ohne jeden Fehlbetrag auskommt.
wenn an den ſeitherigen Verwaltungsgrundſätzen feſtge=
halten
wird. Wenn wir in Betracht ziehen daß unſere
Steuerkapitalien ſeit 1909 erheblich geſtiegen ſind, die Um=
lagen
alſo, wenn ſie mit dieſer Steigerung in gleichem
Maße ſich bewegt hätten, erheblich höher ſein könnten,
ohne daß tatſächlich die Belaſtung der Kreiſe und Gemein=
den
geſtiegen wäre, ſo können wir mit unſerem finan=
ziellen
Ergebnis wohl recht zufrieden ſein. Die wirtſchaft=
liche
Entwickelung der Provinz bewegt ſich in aufſteigen=
der
Linie und bietet recht gute Ausſichten für die Zukunft.
Die im vorigen Jahre beſchloſſene Beteiligung der Pro=
vinz
an der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft hat ſich
als durchaus vorteilhaft erwieſen. Insbeſondere macht
die Ueberlandzentrale,
wenn deren Durchführung auch von großen Schwierig=
keiten
begleitet war, günftige Fortſchritte und die Ueber=
zeugung
, daß man es hier mit einem durchaus groß=
zügigen
Werke, das gerade auch den Landgemeinden zum
beſonderen Vorteile gereicht, zu tun hat, dringt immer
mehr durch. Kaum eine Einrichtung iſt in der Tat mehr
geeignet, dem flachen Lande einen außerordentlichen wirt=
ſchaftlichen
Aufſchwung zu ſichern. Nicht nur der Land=
wirtſchaft
, ſondern namentlich auch dem Gewerbe= und
Arbeiterſtand wird ſich dies Werk nützlich erweiſen. Der
gegenwärtige Stand der Arbeiten an der Ueberland=
zentrale
iſt nach der mir gewordenen Information fol=
gender
:
Für den erſten Ausbau in den Kreiſen Darmſtadt und
Dieburg, wofür der Aufſichtsrat der Heag 2500 000 Mark
genehmigt hat, ſind bis jetzt mit 69 Gemeinden Vertrige
abgeſchloſſen worden. Die erforderlichen Materialien für
die Hochſpannungs= und Niederſpannungsleitungen ſind
beſtellt und werden vorausſichtlich in den nächſten Wochen
angeliefert. Die Verhandlungen wegen Aufſtellung und
Führung der Hochſpannungsleitungen ſind ſoweit ge=
diehen
, daß mit der Errichtung der Maſte uſw. begonnen
werden kann. Die Gemeinde Ober=Ramſtadt, die ein
eigenes Elektrizitätswerk beſitzt und bei Durchführung der
Leitungen Bedenken hatte, hat nunmehr den vorgelegten
Vertragsentwurf genehmigt und damit das Durchleit=
ungsrecht
verliehen, ſo daß das Hochſpannungskabel vom
Elektrizitätswerk bis zur Ober=Ramſtädter Gemeinde=
grenze
verlegt und die Hochſpannungsleitung für 20 000
Volt bis nach Groß=Umſtadt alsbald gelegt werden kann.
Die oberirdiſchen Zuführungsleitungen in den einzel=
nen
Ortſchaften des Kreiſes Dieburg werden zurzeit be=
arbeitet
Mit den Hausbeſitzern werden Verhandlungen
gepflogen. Auch das Ortsnetz für Groß=Umſtadt wird in
der nächſten Zeit in Angriff genommen werden. Es iſt
daher heute ſchon zu überſehen, daß Groß=Umſtadt in den
Monaten September bis Oktober mit Strom verſorgt
werden kann. Der Ausbau der übrigen, in dem Kreiſe
Dieburg gelegenen Ortſchaften wird in der Zwiſchenzeit
fortgeſetzt, ſo daß vorausſichtlich im Laufe des Winters
1913/14 ſämtliche beteiligte Orte des Kreiſes mit elek=

nach
den Gemeinden Richtung Weiterſtadt, Schneppenhauſen,
Mörfelden wird zurzeit gleichfalls bearbeitet, jedoch kann
heute noch nicht beſtimmt angegeben werden wann der
Ausbau dieſer Strecke erledigt ſein wird. Weitere Vor=
arbeiten
ſind getroffen, indem die Gemeinden des Modau=
und Reichenbachertals bis nach Heppenheim den Normal=
vertrag
angenommen haben, ſo daß nach Genehmigung
der erforderlichen Mittel durch den Aufſichtsrat, auch die=
ſer
Ausbau im Laufe des Winters 1913/14 in Angriff ge=
nommen
werden kann. Dieſe Strecke koſtet rund 250000
Mark. Die Zuführung von elektriſcher Energie nach der
Bergſtraße iſt vorläufig zurückgeſtellt, da die von dem Gas=
gruppenwerk
Bensheim mit Gas verſorgten Gemeinden
ſich über die Zuführung elektriſcher Energie noch nicht
haben entſchließen können.
Die beſtehenden Elektrizitätswerke Lindenfels und
Reichelsheim ſind von der Heag käuflich erworben und
werden alsbald in Drehſtrom umgebaut. Die in der Nähe
von Lindenfels befindlichen Ortſchaften Schlierbach,
Ellenbach, Eulsbach ſollen bei dieſer Gelegenheit eben=
falls
mit elektriſcher Energie verſorgt werden. Wegen
weiteren Ausbaues des Ueberlandleitungsnetzes iſt Füh=
lung
genommen mit den Gemeinden in den Kreiſen
Heppenheim und Erbach. Sollten beim Ausbau des bisher
geplanten Ueberlandleitungsnetzes beſondere Schwierig=
keiten
nicht entgegentreten ſo iſt anzunehmen, daß auch
die Gemeinden des Gerſprenz= und Mümlingstals in
wenigen Jahren mit Licht verſorgt werden können. Die
Direktion der Heag iſt bemüht, in friſcher und energiſcher
Weiſe das große Werk durchzuführen. Hierbei ſie zu för=
dern
, liegt im allgemeinen Intereſſe der Kreiſe und Ge=
meinden
. Es iſt hier ein Zuſammenarbeiten nötig und
ein Zurückſtellen kleinlicher Geſichtspunkte. Für die wikt=
ſchaftliche
Entwickelung der Provinz iſt weiter von beſon=
derer
Bedeutung das
Kunſtſtraßenweſen.
Wir haben hier in unſerer Provinz an der mit den Krei=
ſen
vereinbarten Unterſcheidung von Hauptverkehrs=
ſtraßen
und Nebenſtraßen feſtgehalten. Dieſer Unterſchied
hat ſich, das muß wiederholt geſagt werden, als durchaus
praktiſch erwieſen. Wir ſtehen, was unſere Straßenunter=
haltung
anlangt unter dem Einfluß beſonders ungünſtiger
Verhältniſſe. Der Hauptverkehr zwiſchen Nord und Süd
geht über unſere Straßen, nicht minder ein beträchtlicher
Verkehr von Oſt nach Weſt. Für einen Teil unſerer
Straßen (im Ried) ſind die Bodenverhältniſſe äußerſt un=
günſtige
. Der durchgehende und einheimiſche Automobil=
verkehr
auf unſeren Straßen ſteigt von Jahr zu Jahr.
Dabei benutzen 3 große Automobilfabeiken (Adler, Benz
und Opelwerke) unſere Straßen zu Probefahrten. Von
Frankfurt. Mannheim und Heidelberg iſt der Verkehr von
Laſtautomobilen von beſonderer Bedeutung. Die Laſt=
automobile
ruinieren die Straßen ganz gewaltig, da die
Anhängewagen vielfach keine Gummi=Bereifung haben.
Die Provinzialdirektion hat bereits vor einiger Zeit
Großh. Miniſterium gebeten, bei dem Bundesrat ſchär=
fere
Vorſchriften gegen die Laſtautomobile ( Gummibereif=
ung
, Gewichts= und Breiteminderung) zu erlaſſen.

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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Nummer 64.

Die Kleinpflaſteranlagen, mit denen man in unſerer
Provinz ſeit einigen Jahren und zwar zuerſt in Heſſen
vorgegangen iſt, müſſen angeſichts dieſes Verkehrs, dem
die Chauſſeen mit Kleinſchlagdecke nicht Stand halten,
immer weiter gefördert werden. Es iſt den Kreiſen
außerdem empfohlen worden, für alle Hauptverkehrs=
ſtraßen
vom ſogenannten Flickſyſtem zum Walzſyſtem
überzugehen. Die Straßenunterhaltungskoſten in der
Provinz für 1913 betragen 1033000 Mark. Darunter ſind
42820 Mark für Verzinſung und Tilgung der für Klein=
pflaſter
aufgenommenen Kapitalien enthalten. Der Ge=
ſamtwert
der Kunſtſtraßen, an deren Unterhaltung die
Provinz ſich beteiligt, beträgt (einſchließlich Gelände und
Baumpflanzungen) rund 45 Millionen. Kleinpflaſter=
anlagen
ſind für 1913 folgende vorgeſehen:
1. Teile der Ortsdurchfahrt Auerbach und Bensheim,
2 Ortsdurchfahrt Bensheim-Gadernheim, 3. Lorſcher
Straße (Bensheim), 4. Teilſtrecke Groß=Gerau- Mann=
heim
, 5. Eberſtadt-Kühler Grund, 6. Darmſtadt- Gries=
heim
, Reſtſtrecke, 7. Groß=Gerau-Mörfelden, 8. Heppen=
heim
-Ebersberg, 9. Iſenburg-Sprendlingen 10. Offen=
bach
-Mühlheim.
Die Provinz darf ſich
im Verkehrsweſen
jedoch nicht auf den Landſtraßenverkehr beſchränken. Das
Verkehrsweſen auf den Eiſenbahnen und Waſſer=
ſtraßen
iſt für unſere Provinz, die von 3 großen Stcö=
men
begrenzt wird, gewiß noch von großer Bedeutung.
In dieſer Hinſicht iſt der Provinz weder geſetzlich noch
torganiſatoriſch bis jetzt eine ausreichende Zuſtändigkeit
verliehen. Da aber die Verkehrsverhältniſſe für die wirt=
ſchaftliche
Entwickelung der Provinz von größter Bedeu=
tung
ſind, ſo muß ihnen für die Folge eine größeres
Augenmerk zugewendet werden und man darf nicht ferner=
hin
der Vereinstätigkeit alles überlaſſen. Insbeſondere
muß auch eine Fühlungnahme der Provinz mit den Eiſen=
bahnbehörden
, dem Eiſenbahnbeirate und den Handels=
kammern
angeſtrebt werden. Zu dieſem Zwecke empfiehlt
es ſich auf Grund des Art. 92 des Geſetzes vom 8. Juli
1911 eine beſondere Kommiſſion zu bilden,
welche die Intereſſen der Provinz auf dieſem Gebiete ver=
treten
ſoll. Auf dem Gebiete der
Wohlfahrtspflege
war die Provinz mit Erfolg tätig zur Herſtellung von
Ordnung und zur Verbeſſerung der Einrichtungen bei den
Arbeits= und Herbergsſtätten für Wanderer‟. Eine neuc
Wanderordnung iſt mit den Provinzen Oberheſſen und
Rheinheſſen und mehreren benachbarten Preußiſchen Re=
gierungsbezirken
beraten worden. Zur Ausgeſtaltung
des allgemeinen öffentlichen Arbeits= und Stellennach=
weiſes
wurde ein Zuſammenwirken aller Arbeitsnach=
weisſtellen
der Provinz durch den Provinzialausſchuß ver=
anlaßt
. Die Krüppelfürſorge, die Fürſorge für Tuber=
kulöſe
, ſowie für epileptiſche Kinder und die auf Be=
kämpfung
dee Inſektionskrankheiten gerichteten Beſtreb=
ungen
werden von der Provinz gefördert. Das Brauns=
hardter
Heim für unterkunftsloſe Mädchen erhielt
finanzielle Beihilfe. Die Provinz leiſtet weiter namhafte
Beiträge zur Förderung des landwirtſchaftlichen Winter=
ſchulweſens
und zu der landwirtſchaftlichen Haushal=
tungsſchule
. Sie fördert außerdem die Fürſorgeerziehung,
ſowie die Beſtrebungen auf dem Gebiete der Säuglings=
pflege
und des Mutterſchutzes. Endlich hat ſie für das
Lupusheim in Gießen eine finanzielle Förderung vorge=
ſehen
. Die Fürſorge für gebrechliche ſieche und alte Per=
ſonen
betätigt die Provinz in umfaſſender Weiſe in der
Provinzialpflegeanſtalt bei Eberſtadt.
In der Anſtalt wurden im Jahre 1910 = 542, in 1911
558 Perſonen, und zwar 299 Männer und 259 Frauen, ver=
pflegt
. Der Betrieb der Anſtalt für 1913 erfordert eine
Ausgabe von 189280 Mark, die jedoch durch die Ein=
nahmen
der Anſtalt aus Verpflegungsgeld und Gärtnerei=
Betrieb bis auf 37000 Mark wieder gedeckt werden, welch
letzteren Betrag die Provinz zuzuſchießen hat. Die
Tätigkeit des Provinzialausſchuſſes, insbeſondere in der
Rechtſprechung, iſt ſtark angewachſen. Es wurden im gan=
zen
253 Angelegenheiten erledigt, darunter 149 im münd=
lichen
und öffentlichen Verfahren und 114 durch Beſchlüſſe
in nichtöffentlicher Sitzung.
Die Beſchäftigung in der Selbſtverwaltung iſt, das
darf ich zum Schluſſe betonen, für jeden Verwaltungs=
beamten
eine beſondere Quelle der Anregung, ſie eröffnet
für jeden Beteiligten ein weites Feld zu fruchtbringender,
befriedigender Arbeit. Die Selbſtverwaltung iſt gleich=
zeitig
das beſte Schutzmittel gegen Bureaukratismus da
ſie die praktiſchen Anforderungen des Lebens jedem For=
malismus
vorzieht und entgegenſtellt.
Möge in der Provinz der Zuſammenhalt
der Verwaltung mit den gewählten Ver=
tretern
der Provinz ſtets ein feſter und die
Zuſammenarbeit eine einige und zielbe=
wußte
ſein, damit die Provinz an wirt=
ſchaftlicher
Kraft und gedeihlicher Ent=
wickelung
, ſowie an Einfluß in öffentlichen
Angelegenheiten immer mehr gewinne!
Beig. Porth=Offenbach wünſcht, daß die Ein=
nahmen
und das Vermögen im Rechenſchaftsbericht ge=
trennt
aufgeführt werden, ferner möchte er anregen, daß
bei Aufführung der Berechnung für die Beiträge der Kreiſe
eine überſichtlichere Aufſtellung inſofern erfolgen ſolle,
als Offenbach, das zu den Koſten der Provinzialpflege=
anſtalt
zu Eberſtadt nicht beiträgt beſonders aufgeführt
werden möge Provinzialdirektor Fey dankt für die
Anregungen, die berückſichtigt werden ſollen. Die Rech=
nung
wird ſodann genehmigt.
Es wird nunmehr in die Beratung des
Vöranſchlags der Provinzialkaſſe und der
Provinzialpflegeanſtalt für 1913
eingetreten. Beim Titel 28: Bau und Unterhaltung der Kreis=
ſtraßen
(605 212,73) wünſcht Beig. Porth=Offenbach, wenn
in den erſten Jahren das Kleinpflaſter Erſparniſſe ermög=
licht
, daß dieſe zu einer verſtärkten Schuldentilgung für
dieſe Anlage verwendet werden mögen. Es wurde ein

Antrag angenommen, der das Großh. Miniſterium des
Innern erſucht, beim Bundesrat Schritte zu tun, daß die
Vorſchriften über den Verkehr von Laſtautomobilen dahin
daß die Anhängewagen Gummibereifung haben müſſen
und das Gewicht und die Breite der Wagen beſchränkt
wird, baldigſt erlaſſen werden mögen. Es wurde ſodann
nach dem Voranſchlag beſchloſſen, für die Straße von
Jägersburg nach Biblis aus Mitteln des Staates
für 1913 4000 Mark einzuſtellen. Für die Straße von
Seidenbach nach Erlenbach erhöhen ſich nach Mit=
teilung
der Straßenneubaubehörde für den ſüdlichen
Odenwald die urſprünglich auf 34188 Mark veranſchlag=
ten
Baukoſten auf 37485,65 Mark. Es ſind noch rückſtändig
an Beiträgen der Provinz 2504,54 Mark. Dieſe Reſtbei=
träge
ſollen erſt nach Vorlage der Wirtſchaftsrechnung ein=
geſtellt
werden. Desgleichen wird bei dem Umbau der
Straße Bensheim-Gronau Gemarkung Bens=
heim
, längs des Friedhofs beſchloſſen, den geringen Reſt=
beitrag
des Staats erſt nach Vorlage der Wirtſchaftsrech=
nung
einzuſtellen.
Im Kreis Darmſtadt war über den Ausbau
des Verbindungswegs vom Bahnhof Kranichſtein
nach der Straße Darmſtadt-Meſſel als
Kreisſtraße zu beſchließen. Die Länge dieſer Strecke
iſt 1240 Meter, wovon 130 Meter in Gemarkung Arheilgen
liegen; der übrige Teil, von dem 500 Meter bereits chauſ=
ſiert
ſind, liegt in Gemarkung Darmſtadt. Die Kronen=
breite
iſt zu 8 Meter angenommen, die Fahrbreite zu
5 Meter. Die 24130 Mark betragenden Koſten verteilen
ſich wie folgt: Staat 8812,50 Mark, Provinz 5875 Mark,
Kreis 5875 Mark, Stadt Darmſtadt 2525,50 Mark, Ge=
meinde
Arheilgen 1042 Mark; Summa 24130 Mark. Es
wird beantragt, dem Bau der Straße unter der Voraus=
ſetzung
zuzuſtimmen, daß die Verhandlungen mit der
Stadt Darmſtadt und der Gemeinde Arheilgen wegen
Stellung des Geländes und des Koſtenbeitrages vorher
zum Abſchluß kommen und das Projekt die Zuſtimmung
dieſer Beteiligten findet. Der Provinzialausſchuß wird
ermächtigt das weitere zu beſchließen, auch das Projekt,
falls die Anlage einer Ueberführung zuſtande kommt, ent=
ſprechend
abzuändern. Von einer Einſtellung von Mit=
teln
wird vorerſt abgeſehen. Es wird demgemäß beſchloſ=
ſen
. Für die Straße von Lengfeld nach Groß=
Umſtadt ſind noch rückſtändig an Staatsbeiträgen
11107 Mark 65 Pfg., an Provinzbeiträgen 1538 Mark
44 Pfg. Es wurde beſchloſſen, die noch ausſtehenden Reſt=
beiträge
des Staates und der Provinz zu bewilligen.
Bei der Straße von Babenhauſen nach Harres=
hauſen
wird beſchloſſen, von einer Einſtellung von
Staatsbeiträgen abzuſehen und aus Mitteln der Provinz
2000 Mark einzuſtellen. Zur Verbreiterung der Kreis=
ſtraße
Lengfeld-Habitzheim, deren Koſten auf
12000 Mark veranſchlagt worden ſind, werden die auf den
Staat und die Provinz entfallenden Beiträge von 4500
Zum Umbau der
Mark bezw. 3000 Mark bewilligt.
Mümlingbrücke im Straßenzug Neuſtadt- Seck=
mauern
ſteht nur noch ein Reſtbeitrag der Provinz von
3750 Mark zurück; dieſer wird bewilligt. Für die Straße
von Unter=Oſtern über Ober=Oſtern nach
Weſchnitz iſt nur noch ein Reſtbeitrag der Provinz rück=
ſtändig
von 6085 Mark 74 Pfg., die durch Erſparniſſe beim
Straßenbau Schönnen-Heiſterbach gedeckt ſind. Zum
Kreisſtraßen=Neubau Hembach-Kirch=Brombach
werden aus Mitteln des Staates und der Provinz je 2000
Mark eingeſtellt. Für den Kreisſtraßen=Neubau Ober=
Moſſau-Spreng wird von der Einſtellung von
Mitteln für 1913 abgeſehen.
Für den Straßenneubau Worfelden nach Straße
Groß=Gerau-Mörfelden werden aus Mitteln
des Staates 3000 Mark und aus denen der Provinz 5000
Mark in den Voranſchlag eingeſtellt; desgleichen für den
Straßenneubau Juhöhe-Bonsweiher von dem
Staatsbeitrage 3000 Mark und dem Provinzialbeitrage
6100 Mk. Der Straßenneubau Lörzenbach- Fah=
renbach
war von dem vorjährigen Provinzialtag unter
der Vorausſetzung grundſätzlich genehmigt, daß die Um=
wandlung
der derzeitigen Halteſtelle in eine Güterver=
ladeſtelle
ſeitens der Bahnverwaltung erfolgt, da nur in
dieſem Falle die Ausführung des Straßenbaues begrün=
det
erſcheint. Nach Mitteilung der Bahnverwaltung liegt
jedoch eine ſolche Abſicht zurzeit nicht vor. Da der Provin=
zialausſchuß
ſich durch Augenſcheinseinnahme überzeugt
hat, daß die Erbauung der Straße für beide Orte immer=
hin
manche Vorteile bietet und eine weſentliche Verbeſ=
ſerung
für den Verkehr nach der Halteſtelle darſtellt, ſo
findet er gegen das Projekt nichts mehr zu erinnern und
beantragt deſſen Genehmigung. Wegen Mangel an Mit=
teln
kann jedoch die Bereitſtellung von Beiträgen vorläu=
fig
nicht erfolgen.
Zum Straßenneubau Mackenheim-Weiher
war die Genehmigung der Straße dem Provinzialaus=
ſchuß
anheimgegeben, vorbehältlich der Prüfung der Be=
dürfnisfrage
im wirtſchaftlichen, finanziellen und Ver=
kehrsintereſſe
. Der Provinzialausſchuß hat inzwiſchen
das Bedürfnis anerkannt und will dem Bau zuſtimmen,
unter der Vorausſetzung, daß der größte Geländebeſitzer,
deſſen Berückſichtigung für die Wahl der längeren Linie
nach Weiher ausſchlaggebend war, einen baren Zuſchuß
von 5000 Mark zu den Baukoſten leiſtet, das ihm gehörige,
in die neue Straße fallende Gelände koſtenlos zur Ver=
fügung
ſtellt und die koſtenloſe Ausbeutung ſeines Stein=
bruches
geſtattet. Der Provinzialausſchuß beantragt da=
her
, das Projekt nach Weiher unter den vorbemerkten
Vorausſetzungen zu genehmigen. Mangels vorhandener
Mittel kann die Einſtellung von Beiträgen für 1913 nicht
.
Herr Sames wünſcht Aufklärung, wie
hoch die Geländekoſten ſich ſtellen würden. Nach längerer
Ausſprache wird ein Antrag angenommen, daß das Ge=
lände
von der Gemeinde zu ſtellen iſt und dem Kreisamt
Heppenheim die Genehmigung des Gelände= Erwerbsprei=
ſes
vorzubehalten. Dem Straßenumbau Wimpfen-
Heinsheim wird zugeſtimmt, von einer Bewilligung
von Mitteln jedoch vorläufig abgeſehen. Zur Herſtel=
lung
der Ortsdurchfahrt im Zuge der Kreisſtraße
Götzenhain von dem Orte bis zur Zufahrtſtraße zu
dem Bahnhof Götzenhain ſind an Beiträgen des Staates

und der Provinz noch rückſtändig 2398 Mark 44 Pfg. bezw.
1598 Mark 96 Pfg. Dieſe Beiträge werden bewilligt.
Ferner wurde dem Umbau der Kreisſtraße
Rimbach-Lützel=Rimbach zugeſtimmt, von einer
Einſtellung von Mitteln jedoch vorerſt abgeſehen. Bei
dem Straßenprojekt Lengfeld-Nieder=Klingen
beantragt der Provinzialausſchuß bei dem Provinzialtag,
ihn zu ermächtigen, das Projekt zu genehmigen, wenn die
techniſche und wirtſchaftliche Prüfung desſelben die Aus=
führung
des Projektes als geeignet erſcheinen laſſen. Auch
beantragt der Provinzialausſchuß bei dem Provinzialtag
die Ermächtigung, geeignet ſcheinenden Falles das Pro=
jekt
abzuändern, insbeſondere auch der Straße eine au=
dere
Führung mit Einmüdung am Weſtende von Lengfeld
zu geben, ſoweit ſolches zur Vermeidung der erheblichen
Steigung ihm zweckmäßig erſcheinen würde. Von einer!
Einſtellung von Beiträgen zum Straßenbau muß zurzeit
abgeſehen werden. Dieſe Ermächtigung erſcheint er=
wünſcht
, weil in Gemarkung Lengfeld die Feldbereinigung
im Gange iſt und deshalb eine Beſchleunigung der Be=
ſchlußfaſſung
über das Projekt und deſſen Genehmigung
zweckmäßig erſcheint. Herr Sames ſtellt feſt, daß!
er ſich inzwiſchen von der Wichtigkeit dieſes Neubaucs=
überzeugt
habe. Auch Oekonomierat Walter tritt warm
für die Anlage der Straße ein. Der Antrag des Pro=
vinzialausſchuſſes
wird angenommen. Auch der
Neubau der Meerbach=Brücke im Straßenzuge
Bensheim-Gronau wurde genehmigt.
Ablöſung des Brückengeldes für die Main=
brücke
Offenbach-Fechenheim.
Der Oberbürgermeiſter der Stadt Offenbach hat fol=
genden
Antrag geſtellt: Nachdem aus den verſchiedenſien
Kreiſen die Anregung an uns ergangen war, die Aufheb=
ung
des Brückengeldes bei der hieſigen Mainbrücke zu
betreiben, haben wir durch Verhandlungen mit Großn.
Finanzminiſterium zunächſt feſtgeſtellt, daß dasſelbe be=
reit
iſt, in die Aufhebung zu willigen, wenn entſprechend=
den
Beſtimmungen des Geſetzes vom 12. Auguſt 1896, be=
treffend
den Bau von Kunſtſtraßen, ein Achtel der Koſten
von den beteiligten Gemeinden, ein Viertel vom Kreiſe,
ein Viertel von der Provinz getragen werden; drei Achtel
würde, wie nach dem genannten Geſetz, der Staat tragen.
Der Oberbürgermeiſter fragt an, ob die Provinz Starken=
burg
prinzipiell bereit wäre, ſich mit dem auf 4942 Mark
jährlich berechneten, nach dem Geſetz auf ſie entfallenden
Anteil zu beteiligen, wenn es dadurch gelänge, das Brük=
kengeld
auf der Mainbrücke zu beſeitigen. Der Pro=
vinzialausſchuß
erſucht deshalb den Provinzialtag, ihn
zu ermächtigen, die weiteren Verhandlungen zur Erledig=
ung
des obigen Antrags, ſoweit er die Provinz angeht,
zu führen, auch dem Antrage geeigneten Falles zuzuſtim=
men
und den oben bezeichneten Betrag von 4942 Mark zu
Laſten der Provinz zu bewilligen. Der Betrag ſoll, ſo=
weit
erforderlich, dem Reſervefonds entnommen werden.
Dem Antrag wird zugeſtimmt.
Zum Voranſchlag über Einnahme und Ausgabe
der Provinzial=Pflegeanſtalt der Pro=
vinz
Starkenburg
für das Jahr 1913 berichtet der Direktor der Anſtalt, Dr.
Textor: Der Reſt der Rechnung für 1911 beträgt
49 299,62 Mark, davon ſind nicht verfügbar: 1. 23044,21
Mark, welche als Kaſſevorrat für 1912 vorgeſehen ſind,
und 2. 4000 Mark, welche zur betriebsſicheren Inſtand=
ſetzung
der zwei Aufzüge in den Haupthäuſern auf das
Rechnungsjahr 1912 übertragen worden ſind. Die alten
Aufzüge ſind infolge von Konſtruktionsmängeln unbenutz=
bar
. Das Fehlen der Aufzüge macht ſich immer ſtörender
bemerkbar, weil die Anſtalt ſich ihrer vollen Belegung
nähert, ſo daß auch gebrechliche Leute in den oberen Stock=
werken
untergebracht werden müſſen. Zur Vermeidung
der Erhöhung des Zuſchuſſes der Provinz erſcheint es
gerechtfertigt, die durch die Pflegegelderhöhung eingetre=
tene
Mehreinnahme von 10000 Mark, nicht wie 1911 vor=
geſehen
, zur außerordentlichen Schuldentilgung zu ver=
wenden
. Mithin bleiben verfügbar für 1913: 22 255,41 Mk.
Der Geſamtbetrag der zu erwartenden Einnahme an
Pflegegeldern iſt 98 272,50 Mark. Der im Rechnungsjahr
1913 umzulegende Zuſchuß der Provinz zu den Einnah=
men
der Pflegeanſtalt beträgt 37141,57 Mark, gegen
36 615.96 Mark, mithin 525,61 Mark mehr als im Vorjahr.
Die Summen der Ausgaben belaufen ſich auf 189 280,18
Mark, gegen 187129,88 Mark. Auch hierbei wird von
mehreren Rednern die kaufmänniſche Buchführung ange=
regt
, um ordnungsgemäß Erneuerungsfonds anlegen zu
können.
Der Voranſchlag der Provinzialkaſſe und der
Provinzial=Pflegeanſtalt werden ſodann ge=
nehmigt
.
Auf Vorſchlag des Herrn Fabrikanten Böhm= Offen=
bach
werden die wegen abgelaufener Dienſtzeit ausſchei=
denden
Mitglieder des Provinzialausſchuſſes: Geheimen
Jnſtizrat Dr. Lahr von Darmſtadt, Bürgermeiſter Nuß
von Gernsheim, Rentner Schmidt von Offenbach, Bür=
germeiſter
Oekonomierat Trautmann von Rimbach durch
Akklamation wiedergewählt, und für den verſtorbenen
Herrn Bürgermeiſter Dr. Frenay von Bensheim der Herr
Regierungsrat Bürgermeiſter Dr. Löslein=Bensheim
neugewählt. Die ausſcheidenden Erſatzmänner: Ober=
bürgermeiſter
Dr. Gläſſing=Darmſtadt und Beigeord=
neter
L. Müller=Eberſtadt wurden ebenfalls durch
Akklamation wiedergewählt. Zu dem neu zu bildenden
Ausſchuß für Verkehrsweſen wurde die Zu=
ſtimmung
gegeben. Es ſollen demſelben angehören: Die=
Vorſitzenden der Handelskammern Darmſtadt und Offen=
bach
, der Handwerkskammer, die Vorſitzenden des Darm=
ſtädter
Verkehrsvereins und des Verkehrsverbandes der
Bergſtraße. Der Ausſchuß erhält die Ermächtigung. ſch=
auf
(12 Mitglieder zu ergänzen. Der frühere Rechner
und Hausverwalter der Provinzial=Pflegeanſtalt Ludwig
Korell zu Berlin ſucht um Ausſtellung einer Beſchei=
nigung
nach, daß ſeiner Witwe und den Kindern die Pen=
ſion
zuſteht. Der Provinzialausſchuß ſtimmt dem zu.
Hierauf ſchließt der Vorſitzende mit Dankesworten um
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Nummer 64.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

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im Winter 1912/13
(Einundachtzigſtes Vereinsjahr)
nnter Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters Hofrat W. de Haan
und unter Mitwirkung
der Konzertſängerinnen Frau Hildegard Bömer aus
Koblenz und Frau Vally Fredrich Hötiges aus Bremen,
der Konzertſänger Herrn Franz Müller aus Darmſtadt
und Herrn Profeſſor 0.to Freylag aus Stuttgart,
des Stadtorganiſten Herrn Wilheim Borngässer ſowie
der Grossherzoglichen Hofkapelle.
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Zu Konzert und Hauptprobe kann nur eine beſchränkte Anzahl
Eintrittskarten käuflich abgegeben werden. Es empfiehlt ſich, die
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im Reſtaurant Kaiſerſaal, Grafenſtraße 18.
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2. Rechenſchaftsbericht.
3. Wahl von Vorſtandsmitgliedern.
4. Erledigung der Anträge von Mitgliedern.
Anträge ſind bis zum 24. März bei dem Vorſitzenden, Herrn
Rechtsanwalt Dr. Stein, Annaſtraße 20, einzureichen. Die Rechnung
liegt zur Einſicht der Vereinsmitglieder vom 24. März an bei Herrn
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Rechner Sulzmann, Gräfenhäuſerſtraße 11, auf.
Darmſtadt, den 17. März 1913.
Der Vorstand.

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[ ][  ]

Seite 22.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 17. März 1913.

Nummer 64.

N
2
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Mutter= und Säuglingsfürforge
im Kreiſe Darmſtadt.

Die Arbeit der Großh. Zentrale für Mutter= und
Säuglingsfürſorge bezweckt, die hohe Sterblichkeit der
Kinder in den erſten Lebensjahren zu bekämpfen und die
Mutter nach Möglichkeit vor nachteiligen Folgen der Ent=
bindung
zu bewahren. Ihre Tätigkeit gilt in erſter Linie
nicht den kranken, ſondern den geſunden, lebensfähigen
Kindern, die ſie vor Krankheit bewahren will.
Dieſes Ziel ſucht ſie vor allem durch eine unermüdliche
Aufklärungsarbeit unter der Bevölkerung zu erreichen.
Zur Erleichterung dieſer Arbeit ſind in den einzelnen
Kreiſen Zweigſtellen eingerichtet, die in der Regel von
dem Kreisrat geleitet werden, und der Aerzie, Geiſtliche,
Lehrer, Vertreter von Wohlfahrtsvereinen, Vertreter der
Arbeiterſchaft, Hebammen und ſonſtige an der Säuglings=
fürſorge
intereſſierte Perſonen angehören. Die Fürſorge
tätigkeit wird durch Kreispflegerinnen, langjährig in
Säuglingsfürſorge und Krankenpflege ausgebildete Schwe=
ſtern
ausgeübt, denen Fürſorgeſchweſtern beigegeben ſind.
Die Wanderlehrerin der Großh. Zentrale hat die Auf=
gabe
, durch Vorträge und 14tägige theoretiſche und prak=
ſtiſche
Kurſe die weiteſten Kreiſe der Bevölkerung mit den
Grundſätzen der Säuglingsfürſorge vertraut zu machen.
Die beiden von der Zentrale eingerichteten Anſtalten, das
Eleonorenheim in Darmſtadt und die Kinderklinik in Gie=
ßen
, ſollen nicht nur Kindern die erforderliche Pflege ge=
währen
, die ihnen im Elternhaus nicht zuteil werden kann
ſondern ſie dienen auch zur Ausbildung der Schweſtern
und durch die dort ſtattfindenden Kurſe für Säuglings=
pflege
der Belehrung der Bevölkerung. In den 47 Mut=
kterberatungsſtellen
, welche die Zentrale in allen Teilen
des Großherzogtums eingerichtet hat, werden die Mütter
durch 56 von der Zentrale honorierte Aerzte über die
Pflege und Ernährung der Säuglinge belehrt. Welche
Arbeit hier geleiſtet wird, geht daraus hervor, daß jetzt
ſchon jährlich über 6000 Kinder in die Beratungsſtellen
gebracht, und daß dort jährlich etwa 50000 Beratungen
erteilt werden.
Ueberall ſind die Aerzte der Beratungsſtellen und die
Helferinnen der Zentrale bemüht, die Mütter zu veran=
flaſſen
, ihre Kinder ſelbſt zu ſtillen. Um dies zu ermög=

lichen, werden erforderlichenfalls Stillbeihilfen in Milch,
Hafer oder Tropon gewährt. Häufig werden auch, wenn
in dem Haushalt die für den Saugling erforderliche
Wäſche nicht vorhanden iſt, Säuglingsbündel geliefert.
Durch zahlreiche Hausbeſuche jährlich gegen
60000 wachen die Schweſtern darüber, daß auch im
Elternhaus und in der Pflegeſtelle dem Kind eine ſach=
gemäße
Pflege und Ernährung zuteil wird. Insbeſon=
dere
dienen dieſe Beſuche auch dazu, eine wirkſame Pflege=
kinderaufſicht
, entſprechend den Vorſchriften des Geſetzes
vom 10. September 1878 und der Inſtruktion vom 14.
Mai 1880, zu ermöglichen. In zahlreichen Fällen hat die
Zentrale Wöchnerinnen durch zuverläſſige Frauen Haus=
hilfe
gewährt. In einzelnen Orten hat ſie im Anſchluß
an die Beratungsſtellen nach dem Grundſatz der Selbſt=
hilfe
Haushilfskaſſen gegründet. Auch dieſe Einrichtung
ſoll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden.
Im Kreis Darmſtadt war der Zentrale eine beſonders
intenſive Arbeit möglich. Insbeſondere hat das Entgegen=
kommen
des Großh. Kreisamts und des Großh.
Polizeiamts und die Tätigkeit des Alice= Frauen=
vereins
es ermöglicht, die Pflegekinderauf=
icht
durch Schweſtern in einer vorbildlichen Weiſe
durchzuführen. Jedes einzelne in entgeltlicher Pflege be=
findliche
Kind wird im Auftrag des Kreisamts und in
der Stadt Darmſtadt des Polizeiamts von den Schweſtern
und Helferinnen der Zentrale bis zur Vollendung des
6. Lebensjahres, in der Stadt bis zum Alter von 1½ Jah=
ren
, ſtändig überwacht. Daran ſchließt ſich in der Stadt
die Aufſicht des Alice=Frauenvereins, während auf dem
Lande die Fürſorgetätigkeit vom 6. Lebensjahr an von
Frauenvereinen übernommen wird.
Die Aufſicht wird im Landkreis durch eine Kreispflege=
rin
und eine Fürſorgeſchweſter, in der Stadt durch 2 von
der Zentrale beſoldete Diakonieſchweſtern unter der Lei=
tung
der Hilfsarbeiterin an der Großh. Zentrale geführt.
In Darmſtadt wird ſeit 1. Juni 1912 denjenigen Säug=
lingen
, welche die Stadt zu unterſtützen verpflichtet iſt,
die erforderliche ärztliche Behandlung durch 2 von der
Zentrale honorierte Armenkinderärzte zuteil.
Zurzeit beſtehen 3 Beratungsſtellen in Darm=
ſtadt
; im Landkreis ſind in Pfungſtadt, Arheilgen, Ober=
und Nieder=Ramſtadt Beratungsſtellen, in Weiterſtadt,
Wixhauſen und Gräfenhauſen Wiegeſtunden eingerichtet
worden. Eine weitere Beratungsſtelle wird demnächſt in
Roßdorf eröffnet werden. In Griesheim fehlt es infolge
des Marktganges der Frauen an der für das Gedeihen
einer Beratungsſtelle erforderlichen Frequenz; die Kreis=
pflegerin
ſucht aber die an anderen Orten durch die Be=
ratungsſtelle
geleiſtete Arbeit durch zahlreiche Hausbeſuche
wenigſtens teilweiſe zu erſetzen und den Müttern beratend
zur Seite zu ſtehen. Die Hebammen des Kreiſes neh=
men
abwechſelnd an den einzelnen Beratungsſtunden teil.

Die Wanderlehrerin der Zentrale hat im vergangenen
Jahr in Ober=Ramſtadt einen Wanderkurſus über=
Säuglingspflege abgehalten, der von 120130 Frauen
und Mädchen regelmäßig beſucht wurde. Ein Wander=
muſeum
für Säuglingsfürſorge wird dem=
nächſt
eröffnet werden. Es ſoll zuerſt etwa 2 Monate lang
in Darmſtadt, alsdann auch in den Landgemeinden aus=
geſtellt
werden und wird weſentlich dazu beitragen, das
Verſtändnis für die Arbeit der Zentrale in die weiteſten
Kreiſe der Bevölkerung zu tragen.
In zahlreichen Fällen wurde in verſchiedenen Ge=
meinden
des Kreiſes Wöchnerinnen Haushilfe gewährt.
In Eberſtadt wurde auf Veranlaſſung und unter Mitwir=
kung
der Großh. Zentrale ein auf dem Prinzip der Selbſt=
hilfe
beruhender Hauspflegeverein gegründet, der von der
Zentrale durch einen jährlichen Zuſchuß von 200 Mark
unterſtützt wird. Eine Haushilfeverſicherungskaſſe, die im
Fall der Krankheit oder Niederkunft Haushilfe gewähren
ſoll, wird demnächſt von der Zentrale in Darmſtadt ins
Leben gerufen werden. Das Eleonorenheim in Darm=
tadt
, das Säuglingsheim der Zentrale, dient dazu, ſolchen
Kindern, die zwar nicht krank ſind, aber der Anſtaltspflege
bedürfen, vorübergehend eine allen hygieniſchen Anforde=
rungen
entſprechende Unterkunft und Verpflegung zu ge=
währen
.
Im vergangenen Herbſt wurde im Landkreis Darm=
ſtadt
, dem erſten Landbezirk des Deutſchen Reiches, durch
die Zentrale die Berufsvormundſchaft eingeführt. Der
Vorſitzende des ſtädtiſchen Pfegeamts und Berufsvor=
mund
für die Stadt Darmſtadt hat auf Veranlaſſung der
Zentrale auch das Amt des Berufsvormundes für den
Landkreis übernommen. In der kurzen Zeit ſeit Einfüh=
rung
dieſer Einrichtung iſt er bereits in 2030 Fällen
zum Vormund beſtellt worden und ſeine Tätigkeit, die vor
allem dem Kind zur Durchführung ſeines Unterhaltsan=
ſpruches
dienen ſoll, hat ſich als eine ſehr wertvolle Er=
gänzung
der Säuglingsfürſorge im Kreis Darmſtadt er=
wieſen
.
Diejenigen Ausgaben der Zentrale, die lediglich dem
Kreis Darmſtadt zugute kamen, betrugen bereits am Ende
des vergangenen Jahres über 16000 Mark. Davon wur=
den
für Gehälter der ausſchließlich in der Stadt und im
Kreis tätigen Schweſtern 6380 Mark verausgabt. für die
Unterhaltung der Beratungsſtellen und die Koſten der
Reiſen der Schweſtern zu den Beratungsſtunden 250
Mark, für Honorar der an den Beratungsſtellen tätigen
Aerzte 3760 Mark, für Honorar der Armenkinderärzte
rund 600 Mark, des Berufsvormundes etwa 200 Mark.
Für Haushilfe wurden in derſelben Zeit 360 Mark, für
Zuſchuß an den Hauspflegeverein Eberſtadt 200 Mark ver=
ausgabt
. Stillbeihilfen wurden an Bewohner des Kreiſes
im Wert von etwa 3670 Mark gewährt. Säuglingsbündel
wurden im Wert von 420 Mack in den Kreis geliefert.

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