Abonnementspreis
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176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23 Beſſungerſtraße 47,
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Zusachisſteuer iſt, ſicherem Vernehmen der
Köln. Ztg. nach, fallen gelaſſen worden.
Der Mitinhaber und Leiter des Bankhauſes Delbrück,
Schickler u. Co. in Berlin, Herrenhausmitglied
Lud=
wig Delbrück, iſt im Alter von 53 Jahren
ge=
ſtorben.
Der König von Schweden iſt am Mittwoch
abend in Berlin eingetroffen.
Das ungariſche Abgeordnetenhaus hat eine
neue verſchärfte Geſchäftsordnung
ange=
nommen.
In Frankreich nimmt die Bewegung gegen die
Ein=
führung der dreijährigen Dienſtzeit
täg=
lich zu.
Die Ueberreichung der Antwort des
Balkan=
bundes auf den Vermittlungsvorſchlag der Mächte
iſt auf Freitag vertagt worden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Die Vermögensabgabe und
die deutſchen Fürſten.
* Da es feſtſteht, daß bei der Erhebung der
ein=
maligen Vermögensabgabe die deutſchen Fürſten auf ihr
Steuerprivileg verzichten werden, ſo gewinnt die Frage
Intereſſe, was etwa das Vermögen der deutſchen Fürſten
beträgt, das für dieſe einmalige Beſteuerung in Betracht
käme. Ueber das Vermögen der deutſchen Fürſten ſind
ſeinerzeit aus dem Jahrbuch der Millionäre, von dem
frü=
heren Regierungsrat und jetzigen Rechtsanwalt Martin
ins einzelne gehende Angaben mitgeteilt worden. Von
beſonderem Intereſſe mag es jetzt ſein, was der Verfaſſer
in ſeinem demnächſt erſcheinenden Jahrbuch über
Schle=
ſien zuſammenfaſſend über das Vermögen der deutſchen
Fürſten ſagt. Er ſchreibt:
„Wenngleich die Mitglieder der preußiſchen und
ſäch=
ſiſchen Königsfamilie und der großherzoglichen Familie
von Sachſen=Weimar zuſammen mindeſtens 300 Millionen
Mark Vermögen haben, ſo erſcheint es dennoch ſehr
un=
wahrſcheinlich, daß die übrigen 19 deutſchen Landesherren
mit ihren Familien weſentlich mehr als 200 Millionen
Mark zuſammen in Deutſchland beſitzen. Man ſagt oft,
der Fürſt von Schaumburg=Lippe ſei der reichſte deutſche
Fürſt wegen ſeiner großen Beſitzungen in Oeſterreich=
Ungarn. Man überſieht aber, daß der größte Teil dieſer
öſterreichiſch=ungariſchen Beſitzungen der
Sekundo=
genitur des Fürſtentums Schaumburg=Lippe gehören, die
dort wohnt. Auch ſonſt zählen die Güter des Herzogs von
Sachſen=Koburg und anderer Landesherren in Oeſterreich=
Ungarn und ſonſt im Auslande nicht zu den
Gegen=
ſtänden, die von einer Vermögensſteuer getroffen werden.
Selbſt das Einkommen eines Preußen von Gütern in
Oeſterreich=Ungarn wird nach dem zwiſchen Preußen und
Oeſterreich=Ungarn beſtehenden Vertrage nicht in Preußen
verſteuert. Ein Reichsgeſetz würde ſelbſtverſtändlich
die=
ſelben Grundſätze wie Preußen befolgen.
Das Vermögen der deutſchen
Landes=
herren und ihrer Familienmitglieder, das einer
deut=
ſchen Vermögensſteuer unterworfen werden kann.
überſchreitet auf keinen Fall insgeſamt eine halbe
Mil=
liarde Mark. Seine Veranlagung wird große
Schwierigkeiten machen. Im Königreich Sachſen gehört
das königliche Schloß in Dresden dem Staate, die innere
Einrichtung und alle Sammlungen aber dem königlichen
Hausfideikommiß. Der König von Sachſen dürfte aber
keine Neigung haben, dieſe Sammlungen von
außerordent=
lichem Werte einer Vermögensſteuerabgabe zu
unter=
werfen, da ſie ihm keinen Ertrag liefern. Auch Prinz
Friedrich Heinrich von Preußen wird verwundert ſein,
wenn man ſein rieſenhaftes Grundſtück von der
Wilhelm=
ſtraße zur Königgrätzer Straße im Werte von mindeſtens
15 Millionen Mark abſchätzen will, um es einer
Ver=
mögensſteuerabgabe zu unterwerfen. Das Grundſtück
be=
reitet ihm große Koſten, ohne daß es ihm auch nur das
geringſte einbringt.
Wahrſcheinlich werden die Fürſten ihr nicht
werben=
des Vermögen an Schlöſſern und Sammlungen nur mit
ſehr geringen Beträgen anſetzen und auch ihren Gütern
nicht den Verkaufswert zugrunde legen. Es iſt daher
an=
zunehmen, daß nur ein Vermögen von 300 bis 400
Millionen Mark für alle 22 landesherrlichen Häu=
ſer und Familien zuſammen veranlagt werden wird. Bei
1 v. H. Vermögensabgabe würde dies drei bis
vier Millionen Mark ergeben. Da die
Zivil=
liſten und Apanagen der 22 deutſchen Dynaſtien
zuſam=
men rund 40 Millionen Mark jährlich betragen und ihr
ſonſtiges Einkommen höchſtens 10 Millionen Mark
aus=
machen dürfte, ſo würde eine Reichseinkommenſteuer von
5. v. H. die landesherrlichen Häuſer jährlich mit 2½
Mil=
lionen Mark belaſten.”
Von der deutſch=franzöſiſchen
Grenzregulierung am Kongo.
** Die deutſche und die franzöſiſche Miſſion, die am
Kongo und in Kamerun die neue Grenzregulierung
durch=
führen, ſetzen ihre gemeinſamen wiſſenſchaftlichen
Ar=
beiten, über deren Programm ſich beide Teile verſtändigt
hatten, in gleicher Richtung fort. Im Matin wird ein
Bericht des Leiters der franzöſiſchen Miſſion des
Admini=
ſtrateurs Pérequet, veröffentlicht. Die Miſſion drang in
bisher unerforſchte Gebiete des Kongos ein, und es
ge=
lang ihr, nach einem mühſeligen Marſche die noch
unbe=
kannten Quellen des Pamafluſſes zu entdecken.
Der Pama mündet in der Nähe von Bangi bekanntlich
in den Ubangifluß. Die Miſſion hatte bei ihrem Marſche
in dem Urwald mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen,
denn die Eingeborenen der Pamaregion traten den
frem=
den Eindringlingen ſehr unfreundlich gegenüber. Vor
allem hatten die ſchwarzen Führer der Miſſion unter den
Feindſeligkeiten der Eingeborenen zu leiden; ihnen warf
man vor, den verhaßten Weißen den Weg gewieſen zu
haben. In der Gegend herrſcht noch heute die
Menſchen=
freſſerei. Bei den Quellen des Pama ſtieß Periquet der
Verabredung gemäß mit den Leutnants Meſſire und
Fri=
court zuſammen, die auf einem anderen Wege dem
glei=
chen Punkte zugeſtrebt waren. Die beiden Offiziere
hat=
ten bereits mit der Errichtung einer drahtloſen
Telegraphieſtation begonnen; nach deren
Fertig=
ſtellung wird man auf eine Entfernung von 1000
Kilo=
metern mit Brazzaville drahtloſe Nachrichten wechſeln
können. Das Quellengebiet des Pama wird als ein ſehr
ſchönes Land geſchildert, das aber während der
Trocken=
zeit oft durch große Buſchbrände heimgeſucht wird. Das
Feuer legen die Eingeborenen an, um die größeren
Sträu=
cher zu zerſtören. Oft nehmen dieſe Buſchbrände ſehr
ge=
fährliche Dimenſionen an und müſſen durch Gegenfeuer
bekämpft werden. Die Arbeiten der Miſſionen ſchreiten
ſtetig, aber langſam fort. Die Abteilungen erforſchen die
ihnen zugewieſenen Gebiete, aber die natürlichen
Schwie=
rigkeiten legen dem Tempo des Vordringens mancherlei
Hemmniſſe auf; vor allem haben die Miſſionen
unausge=
ſetzt mit der Feindſeligkeit der Eingeborenen zu rechnen.
Die Bewegung
gegen die dreijährige Dienſtzeit
in Frankreich.
* Eine große Anzahl von Gelehrten und
Schriftſtellern Frankreichs, darunter Anatole
France, Seailles und Bréal, erheben in einem
öffent=
lichen Aufruf entſchieden Einſpruch gegen die beiſpielloſe
Ueberſtürzung, mit welcher die
Militärvor=
lagen verabſchiedet werden ſollen. Sie verlangen, daß
das Militärgeſetz, durch welches das geiſtige und
wirt=
ſchaftliche Leben Frankreichs in ſo einſchneidender Weiſe
beeinflußt zu werden droht, eine gründliche Erörterung
erfahre. Die Bewegung gegen die dreijährige Dienſtzeit
nimmt in Paris und in der Provinz täglich zu. Am
Don=
nerstag fand unter dem Vorſitz des Profeſſors Séailles
eine große Verſammlung ſtatt, in der mehrere
Univerſi=
tätsprofeſſoren ſowie die Vertreter der
Menſchenrechts=
liga, der frühere Deputierte Préſſencé und der
Schrift=
ſteller Hyazinthe Leyſon, ein Sohn des berühmten
ver=
ſtorbenen Kanzelredners, gegen die geplante
Wiederein=
führung der dreijährigen Dienſtzeit Einſpruch erhoben.
Der republikaniſche Wahlausſchuß in Arnage (
Departe=
ment Sarthe) nahm eine Reſolution an, in der die
drei=
jährige Dienſtzeit als eine gegenwärtig durchaus
unge=
rechtfertigte Maßnahme bezeichnet und an die
republi=
kaniſchen Deputierten des Sarthedepartements die
Auf=
forderung gerichtet wird, ihrem bei den Wahlen im Jahre
1910 gegebenen Verſprechen gemäß gegen jede
Verlän=
gerung der Militärdienſtzeit zu ſtimmen. In der ſozia=
liſtiſch=republikaniſchen Deputiertengruppe führte der
ehe=
malige Kriegsminiſter Meſſimy aus, daß es ſowohl vom
innerpolitiſchen wie vom internationalen Geſichtspunkt
aus gut wäre, eine Ueberſtürzung der Verhandlungen
über den von der Regierung eingebrachten Geſetzentwurf
zu vermeiden. Er legte dar, daß verſchiedene
Maß=
nahmen in Betracht kämen, um der deutſchen
Heeresver=
mehrung die Spitze zu bieten. So könnte der ſtändige
Teil der Armee durch Kapitulanten und Anwerbungen,
ſowie durch eine ausgiebigere Verwendung des
nord=
afrikaniſchen Soldatenmaterials vermehrt werden.
Fer=
ner könnte der Kriegsminiſter durch Parlamentsbeſchluß
ermächtigt werden, durch drei, vier oder fünf Jahre die
freiwerdende Klaſſe kraft der ihm geſetzlich zuſtehenden
Befugnis während einer gewiſſen Zeit unter den Fahnen
zurückzuhalten. Schließlich könnte auch der
Regierungs=
entwurf angenommen werden, doch müßte man ihn
da=
durch erheblich mildern, daß man den Soldaten während
des dreijährigen Dienſtes Urlaub vom Geſamtausmaß
von neun Monaten gewährte. Die Ausführungen
Meſſi=
mys wurden mit großem Beifall aufgenommen.
Der Vollzugsausſchuß der radikalen und ſozialiſtiſch=
radi=
kalen Partei ſprach in einem einſtimmig angenommenen
Beſchlußantrag die Hoffnung aus, daß die
parlamentari=
ſchen Vertreter der Partei ſich nur nach einer gründlichen
Erörterung zu einer Abſtimmung über die Militärkredite
und die Dauer des Militärdienſtes verſtehen würden,
insbeſondere ſoll die Frage geprüft werden, ob das
Ge=
ſetz über die zweijährige Dienſtzeit auch wirklich alle jene
Mannſchaftsbeſtände geliefert habe, die bei einer
ent=
ſprechenden Anwendung des Geſetzes zu erwarten
ge=
weſen ſeien.
Deutſches Reich.
— Kaiſerbeſuch in Roſtock. Der Kaiſer
hat dem Kommando des Großherzoglich mecklenburgiſchen
Füſilier=Regiments Nr. 90 Kaiſer Wilhelm mitteilen
laſ=
ſen, daß er als Chef des Regiments der Einladung zur
Teilnahme an den Jubiläumsfeſtlichkeiten, die das
Regi=
ment anläßlich ſeines hundertjährigen Beſtehens im
Mo=
nat Auguſt begehen wird, ſehr gern Folge leiſte. Der
Monarch wird ſich nach Rückkehr von der Nordlandreiſe
von Kiel aus ſofort nach Roſtock begeben, woſelbſt das
erſte und dritte Bataillon in Garniſon liegt und wo die
Hauptfeier ſtattfindet, zu der das in Wismar
garniſonie=
rende zweite Bataillon eine Abordnung entſenden wird.
Auch der Großherzog von Mecklenburg=Schwerin wird
der Jubiläumsfeier beiwohnen.
— Die Verhandlungen im
Bauge=
werbe. Die zwiſchen den Vertragsparteien des
deut=
ſchen Baugewerbes geführten Vertragsverhandlungen
ha=
ben ihren vorläufigen Abſchluß dadurch gefunden, daß die
drei Unparteiiſchen ein von ihnen ausgearbeitetes
Ver=
tragsmuſter den Parteien zur Genehmigung
unterbreite=
ten. Dieſes Muſter führt über die grundſätzlichen
Streit=
fragen nach Art eines Schiedsſpruches eine Einigung
her=
bei, überläßt aber die Feſtſetzung der Löhne den örtlichen
Verhandlungen. Die Arbeitnehmer erklärten ſich bereit,
auf der Grundlage des Muſters die örtlichen und
Bezirks=
verhandlungen zu führen. Die Arbeitgeber erklärten, ſie
bedürften erſt der Zuſtimmung ihres Geſamtvorſtandes,
würden dieſem aber das Vertragsmuſter empfehlen. Wenn
die Arbeitgeber zuſtimmen, ſo ſollen die örtlichen und die
Bezirksverhandlungen am 19. April beendet ſein. Bis
dahin läuft der alte Vertrag weiter.
— Die Muſterſatzungen der
Kranken=
kaſſen. Die Muſterſatzungen der Krankenkaſſen
unter=
liegen gegenwärtig der Beſchlußfaſſung des Bundesrats
und dürften in nächſter Zeit veröffentlicht werden.
In=
deſſen wird die Veröffentlichung immerhin ſo ſpät
er=
folgen, daß die Beſtimmungen des Artikels 21 des
Aus=
führungsgeſetzes zur Reichsverſicherungsordnung kaum
noch in Anwendung kommen können. Dort iſt beſtimmt,
daß eine Kaſſe zu ſchließen iſt, wenn ihre Satzungen nicht
binnen ſechs Monaten nach dem gemäß Artikel 17
beſtimm=
ten Tage mit den Vorſchriften der
Reichsverſicherungs=
ordnung in Einklang gebracht ſind. Hiernach läuft die
Zeit für die Anpaſſung der Satzungen der beſtehenden
Krankenkaſſen am 30. Juni dieſes Jahres ab. Es Lleiben
alſo nur noch drei Monate, innerhalb deren die Kaſſen
nach Empfang der Muſterſatzungen ihre Satzungen
ab=
ändern und die Verſicherungsbehörden die Prüfung der
neuen Satzungen vornehmen müſſen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Oppoſition im ungariſchen
Abge=
ordnetenhauſe. In der Sitzung des ungariſchen
Abgeordnetenhauſes waren etwa 100 oppoſitionelle
Ab=
geordnete erſchienen. Sie vollführten einen derartigen
Lärm, daß der Präſident die Sitzung unterbrechen und
Polizei herbeirufen mußte. Die Oppoſition verließ
ſchließlich den Saal. Das Haus überwies zehn
Abge=
ordnete dem Immunitätsausſchuß, der zwei derſelben
von je 15 Sitzungen, die anderen acht von zehn Sitzungen
auszuſchließen beſchloß.
England.
Verteidigungsmittel und Lufftſchiffe.
Im Unterhauſe fragte Byles an, ob die Erklärungen von
Jagows und v. Tirpitz’ in der Budgetkommiſſion des
Deutſchen Reichstages eine Aenderung des britiſchen
Flottenetats zur Folge hätten. Parlamentsunterſekretär
Mac Namara erwiderte, Churchill werde bei der
Ein=
bringung des Flottenetats am 26. d. M. eine ausführliche
Erklärung abgeben. Desgleichen ſtellte Kriegsminiſter
Seely eine eingehende Erklärung über die Luftflotte bei
der Vorlegung des Heeresetats in Ausſicht.
Rees richtete an den Staatsſekretär Mac Kenna eine
Anfrage, ob Luftſchiffe in einer Höhe über 3500 Fuß
feſt=
geſtellt oder angehalten werden können, und was für
Schritte die Regierung zu tun gedenke, um die kürzlich
ge=
troffenen Beſtimmungen durchzuſetzen. Mac Kenna
er=
widerte: Die Antwort auf die erſte Frage hängt von dem
Witterungsſtande ab. Unter den gewöhnlichen
Witte=
rungsverhältniſſen kann die Form und der Typus des
Luftſchiffes genügend unterſchieden werden, um
feſtzu=
ſtellen, wo die Beſtimmungen übertreten werden. Die
Polizei wird mit dem Luftſchiff auf dem gewöhnlichen
Wege verfahren, wenn es landet. (Heiterkeit.) Gegen
Luftſchiffe, die nicht landen, werden die Militärbehörden
vorgehen. (Erneute Heiterkeit.) Rees fragte weiter, ob
die Beſtimmungen bei den beſtehenden Verhältniſſen
ernſthaft gemeint ſeien. Mac Kenna antwortete: Sehr
ernſthaft! Rees fragte dann, welche Schritte die
Re=
gierung zu unternehmen beabſichtigt, um die
Verteidi=
gungsmittel des Landes zu verſtärken, mit Rückſicht auf
die in dieſer Richtung von den anderen europäiſchen
Mächten getroffenen Maßnahmen. Asquith antwortete
daß die Abſichten und Pläne der Regierung ausführlich
dargelegt würden, ſobald der Heeres= und Flottenetat
eingebracht würde. Der Heeresetat werde in der nächſten
Woche vorgelegt.
Belgien.
Die Reform des Wahlrechts. In der
Kammer erklärte der Miniſterpräſident auf eine Anfrage,
daß, nachdem der ſozialiſtiſche Generalſtreik abgeſagt
wor=
den ſei, die Regierung ſich auf das Wahlergebnis vom
Juni 1912 berufe, und ſich höchſtens nur dazu verſtehen
könne, das Kommunal= und Provinzialwahlrecht zu
revi=
dieren. Das bedeutet, wie die anſchließende Debatte
feſt=
ſtellte, die Ablehnung jeder Verfaſſungsreviſion im Sinne
des gleichen Wahlrechts.
Spanien.
Kein franzöſiſch=ſpaniſches Bündnis.
Gegenüber einem Madrider Blatte, welches behauptet
hatte, daß die auf Anregung Englands eingeleiteten
Be=
ſprechungen über ein franzöſiſch=ſpaniſches Bündnis
ſchon ſehr vorgeſchritten ſeien, erklärte Graf Romanones
mehreren Berichterſtattern, daß weder direkte noch
in=
direkte Verhandlungen mit Frankreich ſchwebten, und
zwar weder durch Vermittlung Englands noch eines
an=
deren Staates. Bisher habe niemand an England eine
derartige Aufforderung gerichtet, und auch Spanien habe
keinerlei diesbezügliche Initiative ergriffen.
Kanada.
Die Schiffsbaufrage. Der Beginn der
zwei=
ten WWoche der Dauerdebatte über die Marinebill im
kana=
diſchen Unterhauſe iſt hauptſächlich bemerkenswert durch
die Verleſung der bisher unveröffentlichten Denkſchrift
des engliſchen Marineminiſters Churchill. Sie enthält die
Empfehlung, die kanadiſchen Schlachtſchiffe in England zu
bauen und bezweifelt die Zweckmäßigkeit, ſie in Kanada
zu bauen, wie von der kanadiſchen Oppoſition
vorgeſchla=
gen wurde. Die Oppoſition proteſtierte gegen die
Ver=
leſung im Auszug und verlangte die Verleſung
des vollen Textes. Der Premierminiſter Borden
tat dies und rief damit große Ueberraſchung hervor. Die
Liberalen waren in Verlegenheit gebracht und
charakteri=
ſierten die Bemerkungen Churchills als unberechtigte Ein
miſchung in die inneren Angelegenheiten des Dominiums.
Sie beſtritten die Richtigkeit der Behauptungen und
Schlußfolgerungen Churchills und fuhren in hitziger
Kri=
tik gegen die Einmiſchung fort.
* Rom. 12. März. Der Oſſervatore Romano
ſchreibt: Die Beſſerung im Befinden des Papſtes
hält an, ſo daß man die vollkommene Wiederherſtellung
für bevorſtehend halten kann. Da indeſſen die Aerzte dem
Papſt noch einige Ruhetage angeraten haben, und da die
Karwoche, während welcher die üblichen täglichen
Empfänge gewöhnlich ausgeſetzt werden, bevorſteht,
wer=
den dieſe Empfänge erſt wieder nach Oſtern aufgenommen
werden.
* London, 13. März. Auf dem geſtrigen Diner
des Vereins der Handelskammern ſprach der deutſche
Botſchafter über die Beziehungen zwiſchen
Handelsverkehr und Diplomatie. Fürſt
Lichnowsky ſagte, daß die Diplomatie von Anfang an
ſo eng mit dem Handelsverkehr verbunden ſei, daß man
ſagen könne, beide ſeien zugleich entſtanden. Denn
wirt=
chaftliche Rückſichten und der Schutz der Handelsintereſſen
hätten ſtets einen großen Einfluß auf die Geſtaltung der
auswärtigen Politik der Großmächte ausgeübt. Der
Bot=
ſchafter erinnerte an die alten Handelsbeziehungen
zwi=
ſchen England und Deutſchland zur Zeit der Hanſa.
All=
gemein habe man mit Ueberraſchung und Genugtuung
in den letzten Jahren die impoſanten Ziffern der
Han=
delsſtatiſtik beobachtet, die fortwährend noch impoſantere
Ziffern erſetzen. England und Deutſchland ſeien
gegen=
wärtig ihre beſten Kunden im Außenhandel. Dieſe
Tat=
ſache müßten ſich diejenigen immer wieder gegenwärtig
halten, die die öffentliche Meinung bilden und die an
der Geſtaltung der Geſchicke der Nationen Anteil hätten
Handelskonkurrenz brauche keine Verſtimmung zur
nöti=
gen Folge zu haben, wie die alte Freundſchaft zwiſchen
England und Amerika beweiſe, und man könne nur die
Fortdauer einer immer lebhafteren und
freundſchaft=
licheren Handelsrivalität zwiſchen England und
Deutſch=
land wünſchen. Handel und Diplomatie ſeien
Verbün=
dete. ihr Ziel ſei es, eine friedliche und gedeihliche
Ent=
wicklung zu ſichern. Die Rede des Botſchafters wurde
mit Beifall aufgenommen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 14. März.
Eine neue ſtädtiſche Anleihe.
In der außerordentlichen Sitzung der
Stadtver=
ordneten=Verſammlung vom 12. März ds. Js. wurde die
Begebung eines 4prozentigen Anlehens in Höhe von vier
Millionen Mark an ein Bankkonſortium unter Führung
der Diskontogeſellſchaft in Frankfurt a. M. einſtimmig
genehmigt.
Die Stadtverwaltung hat ſeither mit Rückſicht auf die
im Jahre 1910 notwendig gewordene Steuererhöhung in
ihren Vermögensausgaben zurückgehalten. Auch
wur=
den die Zeitverhältniſſe für Begebung eines Anlehens
ſtets ſchwieriger. Wenn die Stadt nunmehr mit dem
vor=
liegenden, kleineren Anlehen hervorgetreten iſt, ſo iſt dies
aus den eigenartigen Verhältniſſen der Gegenwart zu
er=
klären. Bekanntlich hat die Stadtverwaltung im Jahre
1908 aus Anlaß der Verlegung des Bahnhofes beſchloſſen,
ich mit dem Staate an dem freiwerdenden Gelände zu
be=
teiligen, das nach dem Staatsvertrag an den Staat allein
zurückfällt. Auf Grund einer vorläufigen Taxe hat ſich
der Staat mit 4700000 M., die Stadt mit 2700000 M
an dem Gelände beteiligt, das aus Anlaß der
Bahnhofs=
verlegung zur Verfügung ſtand. Der Herr Finanzminiſter
hatte ſich in durchaus dankenswerter und
entgegenkommen=
der Weiſe bereit erklärt, dieſe Forderung an die Stadt mit
Rückſicht auf die ſchwierigen Verhältniſſe der Gegenwart
ſeither zu ſtunden, auch hatte die Staatsverwaltung den
größten Teil dieſes Betrages bereits vorlagsweiſe für
die Stadt an die Baukaſſe der Eiſenbahndirektion Mainz
abgeführt. Damit der Staat nicht zu Schaden kam, mußte
dieſe Forderung naturgemäß verzinſt werden. Für die
Stadt beſtand daher die Verpflichtung, dieſe Forderung
zu tilgen, auch ſtand ſie vor der Notwendigkeit, für die
in Ausführung begriffenen Bauten (Erweiterung des
Krankenhauſes Erweiterung der Stadtkaſſe, Erbauung
des Krematoriums, der Straßenzüge nach dem
Haupt=
bahnhof, der Straßen nach dem Oſtbahnhof uſw.)
An=
lehensmittel aufzunehmen. In eingehender Weiſe hat
die Stadtverwaltung durch Vorverhandlungen feſtgeſtellt,
daß die Beſchaffung der Geldmittel auf anderem Wege
als dem der Obligationsanleihe nicht möglich war. Wenn
die Stadtverwaltung unter Anerkennung aller Bedenken,
die auch für den jetzigen Zeitpunkt geltend gemacht
wer=
den können, ſich nunmehr entſchloſſen hat, den Geldbedarf
der Stadt zu decken, ſo erfolgte dieſe
Ent=
ſcheidung in erſter Linie im Intereſſe
der Steuerzahler. Die Stadtverwaltung mußte
im Wege der Tilgung die Forderung für den
Grunder=
werb befriedigen und konnte andererſeits nicht daran
denken, den angeſammelten Ausgleichsfonds, welcher
größtenteils eine hohe Verzinſung zurzeit bringt, zu
opfern. Die Erhaltung dieſes Fonds, auf den auch die
Mittel für die Erhöhung zunächſt genommen wurden,
liegt unbedingt im Intereſſe der Steuerzahler. Im übri=
gen wurde in eingehender Weiſe feſtgeſtellt, daß die
Be=
gebung einer Anleihe auch zu dem Kurs von 94½
Pro=
zent gegenüber allen anderen, eingehend erwogenen
Vor=
ſchlägen der vorteilhafteſte Weg für die Stadt erſchien.
Es bedarf keiner Ausführung, daß der
relativ nicht günſtige Kurs nicht der
Kreditfähigkeit der Stadt gilt, die
die kapitalkräftigſte in Heſſen iſt der
Kurs iſt vielmehr der Ausdruck der
derzeitig außerordentlich geſpannten
Verhältniſſe des Effektenmarktes. In
letzter Zeit haben Städte und öffentliche Verbände
wie=
derholt ihre Anlehen zurückgeſtellt, da ſie überhaupt eine
Offerte nicht erhalten haben. Die Stadt Darmſtadt konnte
in eine Vertagung um ſo weniger einwilligen, als zurzeit
nicht abzuſehen iſt, daß in den nächſten Monaten eine
Auf=
wärtsbewegung ſtattfindet. Wiederholt haben
Sachver=
ſtändige erklärt, daß, ſelbſt wenn der Krieg beendet und
jede andere Kriegsausſicht geſchwunden iſt, der deutſche
Geldmarkt mit allen mühſam zurückgehaltenen
Anleihe=
forderungen überſchwemmt wird. Nach der Mitteilung
Sachverſtändiger ſind 500 Millionen Mark Anleihe für
deutſche Städte bereits genehmigt und weitere 500
Mil=
lionen Mark Anleihe angemeldet.
Zum Schluſſe darf noch bemerkt werden, daß
Ver=
gleiche mit Kurſen anderer öffentlicher Verbände nur
mög=
lich ſind, wenn zugleich auch die übrigen
Emmiſſions=
bedingungen, wie zum Beiſpiel die Frage der Verzinſung
des noch nicht ſofort benötigten Teils der Gelder mit in
Betracht gezogen werden. Es darf auch die Hoffnung
ausgeſprochen werden, daß die Beſſerung der Verhältniſſe
und bei den durch den Verkehr gehobenen Grundwerten
der Grunderwerb der Stadt Darmſtadt den Charakter
einer werbenden Anlage erhält und ſo der Kursverluſt
demnächſt wieder eingeholt werden kann.
* Vom Hofe. Prinz Rangſit von Siam nahm am
Mittwoch an der Frühſtückstafel im Neuen Palais teil.
Nachmittags 2 Uhr 26 Min. iſt der Fürſt zu Solms=Lich
zum Beſuch im Neuen Palais eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Samstag weder Audienzen erteilen,
noch Meldungen entgegennehmen. Die Vorträge der
Miniſter pp. finden von ½11 Uhr an im Neuen
Palais ſtatt.
* Von der Landesuniverſität. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den außerordentlichen
Pro=
feſſor bei der philoſophiſchen Fakultät der
Landes=
univerſität Dr. Willy Schmidt in Gießen auf ſein
Nachſuchen mit Wirkung vom 1. April 1913 aus dem
Staatsdienſte entlaſſen.
In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den Oberamtsrichter bei dem
Amtsgericht Wimpfen Wilhelm Krämer auf ſein
Nach=
ſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen
Dienſte, mit Wirkung vom 10. April 1913 und ihm
aus dieſem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 1. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
ver=
liehen; ferner wurde in den Ruheſtand verſetzt der
An=
ſtaltslehrer an der Zellenſtrafanſtalt Butzbach Reallehrer
Wilhelm Eſcher auf ſein Nachſuchen, unter
Aner=
kennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, mit Wirkung
vom 1. April 1913 an und ihm aus dieſem Anlaß das
Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen verliehen.
Erledigte Stelle. Eine mit einem katholiſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der
Gemeinde=
ſchule zu Langen, Kreis Offenbach.
* Militärdienſtnachricht. v. Oven, Major und
Bataillons=Kommandeur im Leibgarde=Infanterie=
Regi=
ment (1. Großh. Heſſiſches) Nr. 115, zur Dienſtleiſtung
beim Kriegsminiſterium kommandiert.
* Neue Johanniterritter. Der König von
Preußen hat den Hauptmann im Großh. Artilleriekorps,
1. Großb. Heſſiſchen Feldartillerieregiments Nr. 25, Erich
v. Gilſa, den Hauptmann im Leibgarde=
Infanterie=
regiment (1. Großh. Heſſiſchen) Nr. 115 Frhrn. Alexis
v. Buddenbrock=Hettersdorf, den Hauptmann
und Kompagniechef im Leibgarde=Infanterieregiment
1. Großh. Heſſiſchen) Nr. 115 Max v. Schröter
nach Prüfung derſelben durch das Kapitel und auf
Vorſchlag des Herrenmeiſters Prinzen Eitel=Friedrich von
Preußen zu Ehrenrittern des
Johanniter=
ordens ernannt.
Vom Großh. Hoftheater. In der ſamstägigen
Wiederholung der Straußſchen „Fledermaus” ſingt
Kammerſänger Weber die Partie des Eiſenſtein. D
Beſetzung mit den erſten Opernſoliſten in den übrigen
Hauptrollen iſt die der Erſtaufführung. Die Vorſtellung,
die dem Abonnementsbuchſtaben B zufällt, iſt die letzte
des Hoftheaters vor den Oſterferien. Das Hoftheater
nimmt am Oſtermontag mit einer Aufführung der
„Alda” unter der muſikaliſchen Leitung des
Kapell=
meiſters Paul Ottenheimer, der von der nächſten
Spiel=
zeit ab den Dirigentenpoſten innehaben wird, ſeine
Tätigkeit wieder auf.
70. Geburtstag. Man ſchreibt uns: Am
6. März vollendet Herr Karl Hornmann, Stuttgart,
Alleenſtraße 28, in geiſtiger und körperlicher Friſche ſein
70. Lebensjahr. In Darmſtadt geboren, war
Hornmann der Inhaber des jedem alten Darmſtädter
wohlbekannten Luxus= und Galanteriewarengeſchäftes
Ecke Wilhelminen= und Eliſabethenſtraße („Hornmanns=
Der „Fliegende Holländer‟ des
degäiſchen Meeres.
** Der Eifer, mit dem ſich beſonders die griechiſchen
Meldungen mit dem türkiſchen Kreuzer „
Hami=
dije” beſchäftigen, läßt deutlich erkennen, wie unbequem
den Balkan=Verbündeten dieſes einzige türkiſche
Kriegs=
ſchiff iſt, das durch ſeine verwegenen Kreuzfahrten und
ſeinen ſeemänniſchen Unternehmungsgeiſt den Gegnern
der Türkei die Sicherheit auf dem Meere raubt. In einem
Telegramm aus Athen wird jetzt eingeräumt, daß die
von den Griechen ſchon etwa zehnmal „in den Grund
ge=
bohrte” „in die Luft geſprengte”, „vollkommen
vernich=
tete” „Hamidije” an der kleinaſiatiſchen Küſte im Hafen
von Kavagia 15 griechiſche Segelſchiffe gefangen nahm,
von denen nur 4 in der Nacht unter dem Schutze der
Dun=
kelheit entfliehen konnten. Von den gefangenen
griecht=
ſchen Kapitänen erlangte der Kommandant der „Ham
dije” wertvolle Nachrichten über die griechiſchen Sch: und Truppentransporte, und mit einiger
Sorge fragt man ſich in Athen, welche neuen
Ueberraſch=
ungen die nächſten Tage vielleicht bringen. Der türkiſche
Kreuzer wird zum „Fliegenden Holländer” des Aegäiſchen
Meeres, verbreitet Befürchtungen und Schrecken, und bald
wird ſich der Aberglaube dieſes Schiffes bemächtigen, das
überraſchend bald hier, bald dort auftaucht, um dann
ſpurlos wieder zu verſchwinden. In Konſtantinopel
bringen die Kreuzfahrten und Anſchläge der „Hamidije‟
in dieſen trüben Tagen einen Lichtblick, und an jeder
Straßenecke hört man Aeußerungen, in denen Freude ſich
mit einem ſorgenvollen Seufzer verbindet: „Wenn wir
nur mehr dieſer Schiffe hätten!‟ Es war gemeldet, daß
die „Hamidije” in recht ſchlimmem Zuſtande an der Küſte
bei Alexandrette Zuflucht vor einem Sturm ſuchte. Sie
ſollte am Bug beſchädigt ſein, und, was noch ſchlimmer
war: eine: der Keſſel iſt aktionsunfähig geworden. Aber
der Unternehmungsgeiſt und die Wageluſt des jungen
Kapitäus Fuad Bej ſcheinen noch immer nicht
er=
ſchöpft; die Havarien wurden ſo gut es ging ausgebeſſert
und dann folgte der Handſtreich auf die 15 griechiſchen
Seg=
ler, der in Athen ſo viel Unbehagen erweckte. Jetzt weiß
man nur, daß die „Hamidije” nach dieſem geglückten
Ueberfall wieder in See ſtach, Kurs nach Symi nahm und
dort von der ägyptiſchen Jacht „Maruſſia” Kohlen
requi=
rierte. Seitdem iſt der Kreuzer wieder verſchwunden, und
nur das türkiſche Miniſterium mag wiſſen, in welchen
Re=
gionen er ſich jetzt befindet.
Das Schiff hat im jetzigen Kriege ſchon eine ſtattliche
Reihe höchſt gefährlicher Abenteuer beſtanden. Man weiß,
daß der Kreuzer 1903 gebaut wurde und urſprünglich den
Namen „Abdul Hamid” führte. Die Beſatzung beläuft ſich
auf wenig mehr als 200 Köpfe; die artilleriſtiſche
Aus=
rüſtung umnfaßt zwei 15=Zentimeter= und acht 12=
Zenti=
meter=Geſchütze, und außerdem noch kleinere
Schnellfeuer=
geſchütze. Man entſinnt ſich noch, wie das Schiff im
No=
vember nach einem Zuſammenſtoß mit einem bulgariſchen
Torpedo ſchwer verletzt nach Konſtantinopel zurückkehrte:
damals war die „Hamidije” von vier Booten angegriffen
worden und zwei der feindlichen Schiffe hatten ihr recht
ſchwere Havarien beibringen können. Der Kreuzer ſelbſt
war ſo ſchwer verletzt, daß ſein Schickſal beſiegelt ſchien.
Mit dem ſinkenden Schiffe nahm damals Fuad Bei Kurs
aufs hohe Meer; die ungewöhnliche Maßnahme erregte in
Fachkreiſen nicht wenig Verwunderung. Er aber wagte
es, und als er mit ſeinem lecken Schiffe endlich
Konſtan=
tinopel erreichte, ragte das Deck kaum noch 50 Zentimeter
über dem Waſſerſpiegel empor; die „Hamidije” ſank
buch=
ſtäblich bei der Einfahrt zum Dock. Der 29jährige
Kom=
mandant erklärte dann auch, warum er mit ſeinem
ſinken=
den Schiffe der Nähe der Küſte ausgewichen war: er
fürchtete, daß beim Anblick der Küſte der Geiſt ſeiner
Mannſchaft vielleicht erſchüttert worden wäre. Er hätte
dann mit einer Meuterei rechnen müſſen und wäre
viel=
leicht gezwungen worden, den Kreuzer auf den Strand zu
ſetzen. Inzwiſchen wurden die Schäden ausgebeſſert und
bald konnte der Kreuzer wieder auslaufen. Er hat den
Verbündeten den Truppennachſchub über See gewaltig
erſchwert und dem Gegner weittragende
Dispoſitionsän=
derungen auferlegt. Am 13. Februar erſchien die „
Hami=
dije” in Malta, lief aber nach 24 Stunden wieder aus, und
von neuem begann die unermüdliche Beläſtigung der
grie=
chiſchen Schiffe im Mittelmeer. Die Türken haben ihre
„Hamidije” voll Stolz die türkiſche „Nowik” genannt und
vergleichen ſie mit jenem kleinen ruſſiſchen Kreuzer, der einſt
den Japanern mehr Sorge und Unruhe bereitete, als die
ganze übrige rüſſiſche Flotte zuſammen.
Eck”), das er aus kleinen Anfängen durch Fleiß und
um=
ſichtige Führung zu einem erſten Geſchäfte dieſer Branche
emporbrachte. Ende der 90er Jahre gab Hornmann
das Geſchäft auf und ſiedelte nach Stuttgart über. Auch
in der Ferne iſt er ein anhänglicher Sohn ſeiner
Vater=
ſtadt geblieben.
Ausſtellung von Schülerzeichnungen. In
der Stadtknabenſchule II, Müllerſtraße,
werden am Samstag, den 15. März, von 2—5 und
Sonntag, den 16. März, von 10—1 und 3—6 Uhr die
Schülerzeichnungen zur allgemeinen Beſichtigung
aus=
geſtellt.
* In der obligatoriſchen Fortbildungsſchule findet
zurzeit eine Ausſtellung von Zeichnungen
und ſonſtigen Arbeiten der Metallarbeiter= und
Bauhandwerkerklaſſen, der Konditor= und
Schneiderfach=
klaſſe im Zeichenſaale der Ballonſchule ſtatt. Die
Aus=
ſtellung iſt geöffnet Freitag und Samstag von
3—6 Uhr und Sonntag von 10—1 Uhr. Alle
Intereſſen=
ten ſind zum Beſuch freundlichſt eingeladen.
* Allgemeiner Deutſcher Jagdſchutzverein. Unter dem
Vorſitz des Fürſten Karl zu Solm=Hohenſolms=
Lich, des Bruders unſerer Großherzogin, fand am Mittwoch
im Städtiſchen Saalbau die
Generalverſamm=
lung des Allgemeinen Deutſchen
Jagd=
ſchutzvereins (Landesverein Heſſen) ſtatt. Nach
Be=
grüßung der erſchienenen Mitglieder und Ehrung der im
letzten Jahre Verſtorbenen durch den Herrn Vorſitzenden
erſtattete der Schriftführer, Herr Hofjagdjunker Freiherr
von Wedekind, den Jahresbericht. Danach zählt der
Ver=
ein 490 Mitglieder, ſein Vermögen iſt nach Abzug von
46 Prämien an Perſonen, die ſich im Jagdſchutz verdient
gemacht hatten, und verſchiedenen Zuſchüſſen an jagdliche
Veranſtaltungen, noch etwa 6000 Mark. Das für das
kommende Jahr vorgelegte Arbeitsprogramm fand
ein=
ſtimmige Billigung, ſo daß die Verſammlung nach
einſtün=
diger Dauer ihr Ende erreichte. Hierauf hielt auf
Ver=
anlaſſung des Heſſiſchen Jagdklubs Herr
Univer=
ſitätsprofeſſor Dr. v. Eheberg=Erlangen einen
Vor=
trag über „Die volkswirtſchaftliche
Bedeu=
tung der Jagd‟
Ein gemeinſames
Abendeſſen, zu dem der Heſſiſche Jagdklub eingeladen
hatte, und das der Saalbauwirt, Herr Smets, in bekannt
vorzüglicher Weiſe ſervierte, blieb die Verſammlung
noch=
lange in angeregter Unterhaltung zuſammen. Beim Eſſen
dankte Fürſt Karl zu Solms=Lich dem Redner für
ſeine hervorragende Arbeit, Herr Kommerzienrat
Hick=
er brachte auf den Vorſtand des Jagdſchutzvereins und
beſonders auf deſſen verdienten Vorſitzenden ein beifällig
aufgenommenes Horridoh aus.
* Der Literariſche Verein hielt am Mittwoch
nachmittag unter dem Vorſitz von Profeſſor Dr. Baur
ſeine ordentliche Hauptverſammlung ab. Nach
dem Jahresberichte iſt die Zahl der Mitglieder, die
An=
fang 1912 176 Perſonen betrug, bei 27 Eintritten und
18 Austritten auf 185 Perſonen geſtiegen. Die
Ein=
nahmen betrugen 2352 Mk., die Ausgaben 2213 Mk., ſo
daß ein Kaſſebeſtand von 139 Mk. verbleibt. Eine große
Reihe wertvoller Werke aus den neueſten Erſcheinungen
des Büchermarktes wurde für die Bibliothek angeſchafft,
wobei die Darmſtädter und die heſſiſchen Dichter und
Schriftſteller beſondere Berückſichtigung fanden. Die
Teilnahme an den Veranſtaltungen des Darmſtädter
Vortragsverbandes wurde von den Mitgliedern dankbar
begrüßt. Im Intereſſe pünktlicher Ablieferung der
ge=
liehenen Bücher wurde auf Antrag des Vorſtandes
be=
ſchloſſen, daß künftig ein von anderer Seite verlangtes
Buch nach 4 Wochen eingefordert, jedes andere
ent=
liehene Buch gegen Erhebung einer Gebühr von
20 Pfg. nach 8 Wochen durch den Vereinsdiener
abge=
holt werden ſoll.
-gs. Exploſion während des Schulunterrichts. Geſtern
vormittag gegen ½12 Uhr explodierte in der
Mäd=
chen=Mittelſchule in der Viktoriaſtraße während des
Phy=
ſikunterrichts eine gußeiſerne Retorte, die man
zur Herſtellung von Sauerſtoff benutzte. Der Lehrer
und zwei Schülerinnen wurden von den Teilen
der Retorte nicht unerheblich verletzt. Die
Rettungswache brachte ein Mädchen und den Lehrer in
das ſtädtiſche Krankenhaus, während die zweite verletzte
Schülerin in die elterliche Wohnung gebracht werden
konnte. Der Lehrer hat eine Kopfverletzung
davongetra=
gen, die anſcheinend nicht ernſter Natur iſt. Bei dem im
Krankenhauſe befindlichen Mädchen iſt ein eiſerner Split=
ter am Hals eingedrungen, und man befürchtet, daß die
Luftröhre oder die Lunge verletzt worden iſt.
Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats Februar
im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden: 124
Ochſen, 1 Bulle, 252 Kühe, 13 Jungrinder, 876 Kälber,
2202 Schweine, 147 Schafe, 10 Ziegen und 27 Pferde.
Beanſtandet wurden: 74 Ochſen, 152 Kühe, 8
Jung=
rinder, 18 Kälber, 362 Schweine, 16 Schafe und 3 Pferde.
— Minderwertig wurde erklärt das Fleiſch von:
5
Ochſen, 5 Kühen, ¾ Jungrindern, 6¾ Kälbern,
2¾ Schweinen und 1 Schaf. — Bedingt tauglich war
das Fleiſch von: 1‟ Ochſen, 1 Kuh, ¾ Jungrindern,
1¼ Kälbern und 1¼ Schweinen. — Untauglich waren;
1 Kuh, 3 Kälber, 1064 Organe, 115½ kg Fett und 84 kg
Fleiſch von 633 Tieren.
Auf Trichinen wurden
unterſucht: 2202 im Schlachthaus geſchlachtete und 3 von
Privaten geſchlachtete Schweine, ſowie 2661½ kg für
hieſige Metzger eingeführtes friſches Fleiſch von 128
Schwei=
nen. — Der Nachunter ſuchung wurden unterzogen:
616 Sendungen eingeführtes Fleiſch, enthaltend: 12879 kg
Rindfleiſch, 3293 kg Schweinefleiſch, 484 kg Kalbfleiſch,
316 kg Hammelfleiſch und 141 kg Ziegenfleiſch.
Seeheim, 13. März. Die hieſige Villa des
Frhrn=
v. Heyl iſt für den Preis von 340000 Mark an einen
Großinduſtriellen aus Eſſen übergegangen.
Bensheim, 13. März. Am Neubau Müller in der
Hauptſtraße ſtürzte der Bildhauer Rieſeck ab, wobei er
einen Schädelbruch und innere Verletzungen erlitt. Nach
Anlegung eines Notverbandes wurde er durch die
Sani=
tätskolonne nach ſeinem Wohnort Darmſtadt gebracht.
WLampertheim, 13. März. Am Altrhein wurde
geſtern vormittag die Leiche des Anfang der 60er Jahre
ſtehenden Fabrikarbeiters Franz Gabler geländet. Da
bei der Leiche noch das Portemonnaie mit einer Barſchaft
von 107 Mark vorgefunden wurde, ſo liegt offenbar
Selbſtmord vor. Gabler wurde bereits ſeit 14 Tagen
vermißt. — Die vorgeſtern geländete Leiche wurde als
die des 12jährigen Knaben Rieger aus Heidelberg
er=
kannt. Das Kind iſt beim Spielen am 8. Februar dort in
den Neckar gefallen.
Dieburg, 13. März. Der 50jährige Bureauaſſiſtent
Peter Weber, der auf der hieſigen Bürgermeiſterei
be=
ſchäftigt iſt, wurde heute verhaftet. Blättermeldun
gen zufolge ſoll der Verhaftete umfangreiche
Unter=
ſchlagungen begangen haben.
Offenbach, 13. März. Die Frage der Abſchaffung
des Brückengeldes an der Mainbrücke zwiſchen
Fechenheim und Offenbach hat ſchon des öfteren zu
Erör=
terungen zwiſchen der Großherzoglich Heſſiſchen und
Kö=
niglich Preußiſchen Regierung geführt. Ein kürzlich durch
den Regierungspräſidenten zu Kaſſel der Handelskammer
zu Hanau zugegangener Beſcheid beſagt, daß beide
Staa=
ten die Aufhebung des Brückengeldes für nicht
aus=
führbar halten.
Seligenſtadt, 13. März. Eine in den ſiebziger Jahren
ſtehende Frau aus dem Rodgau ſprang hier in den
Main. Die Leiche wurde gleich darauf geländet. Die
Frau ſoll die Tat in geiſtiger Umnachtung begangen
haben.
Lämmerſpiel, 13. März. Der am Montag auf dem
Bahndamm ſchwer verletzt Aufgefundene iſt
der Arbeiter Martin Stick, der bis um 12 Uhr nachts
in einer Mühlheimer Wirtſchaft geweſen iſt. Auf dem
Heimwege iſt er dann auf den Bahndamm geraten.
Waldmichelbach, 13. März. Der Betrieb der hier
vor etwa 5 Jahren von der Firma Cornelius Heyl ir
Worms ins Leben gerufenen Kunſtlederfabrik
wurde dieſer Tage eingeſtellt.
Hirſchhorn a. N., 13. März. Bei der geſtrigen
Loh=
rindenverſteigerung dahier wurden nahezu
20000 Zentner Rinden ausgeboten. Der Beſuch war ſo
ſchwach wie nie zuvor, daher auch die noch nie
dage=
weſenen niederen Preiſe; denn es wurden
nur 2,70 bis 3.20 M. pro Zentner geboten und dabei
gingen nicht einmal alle Rinden ab. Für ſolch niedrige
Preiſe kann man die Rinden nicht einmal aufarbeiten
laſſen.
Worms. 13. März. In der vergangenen Nacht
ſtat=
teten Diebe dem Obſtkeller des Herrn Löckel in der
Schildergaſſe einen Beſuch ab Während zwei Burſchen
auf der Lauer ſtanden, ſchlich ſich ein dritter in den Keller
ein. Dieſen Eindringling nahm ein Wächter der Wach=
und Schließgeſellſchaft feſt und übergab ihn der Polizei;
die zwei anderen Burſchen entkamen.
Oppenheim, 13. März. Zwiſchen den Mitgliedern
einer an der Grenze zwiſchen Oppenheim und Nierſtein
unmittelbar an der Kanal=Mündung lagernden
Zigeu=
nerbande kam es geſtern abend zu einem heftigen
Streit, bei dem mehrere Revolverſchüſſe
ge=
wechſelt wurden. Die ſofort requirierte Gendarmerie
nahm die Verhaftung der Hauptbeteiligten vor. — Zur
Erinnerung an die Freiheitskämpfe
von 1813 wird auf Veranlaſſung der hieſigen
Turner=
ſchaft am nächſten Sonntag abend auf der Höhe der
„Landskrone” ein Freudenfeuer abgebrannt
wer=
den. Hieran ſchließt ſich eine mit turneriſchen
Aufführun=
gen verbundene Nachfeier, an der ſich auch verſchiedene
andere Vereine beteiligen.
Pfeddersheim, 13. März. Auf Anregung des
Turn=
vereins haben die Vorſtände ſämtlicher hieſigen
vater=
ländiſch geſinnten Vereine eine gemeinſame Sitzung
abge=
halten, in der beſchloſſen wurde, die
Hundertjahr=
feier der Befreiungskriege gemeinſam
am 15. März zu begehen. Auch umfangreiche
Freu=
denfeuer ſollen am Abend angezündet werden.
Aus Rheinheſſen, 13. März. Die Führer der
Ver=
einigung rübenbauender Landwirte
Heſ=
ſens und der Pfalz hatten geſtern in Frankenthal eine
Beſprechung mit der ſämtliche ſüddeutſchen
Roh=
zuckerfabriken umfaſſenden ſüddeutſchen
Rübener=
werbsvereinigung. Dieſe war vertreten durch die
Zucker=
fabriken Frankenthal und Waghäuſel. Deren Vorſtände
legten den Landwirten eingehend dar, daß der gebotene
Rübenpreis von 2.20 M. für 100 Kilogramm die äußerſte
Grenze darſtelle. bis zu der die Rohzuckerfabriken
ange=
ſichts der derzeitigen Preislage des Rohzuckers gehen
könnten. Demgegenüber wurde von ſeiten der Landwirte
ebenſo eingehend geltend gemacht, daß der Rübenbau in
hieſiger Gegend bei 2,20 M. ſich nicht mehr verlohne
während andererſeits die Rohzuckerfabriken ſehr günſtige
Ergebniſſe aufzuweiſen hätten; ſie erklärten, daß ſie der
am nächſten Sonntag ſtattfindenden
Vertrauensmänner=
verſammlung unter ſolchen Umſtänden den Rat geben
müßten, auf den Rübenbau für dieſes
Jahr zu verzichten. In dem Schlußwort
erklär=
ten die Fabrikvertreter, daß ſie vorziehen, lieber
einige Fabriken ſtillzulegen, als einen
höhe=
ren Rübenpreis zu bezahlen.
Friedbera, 13. März. Die Stadtverordneten=
Verſammlung billigte die Gründung einer
Semi=
narſchule und beſchloß die Einführung der
Billett=
ſteuer. Die Stadt erzielte für das Gelände des
Ar=
menfonds in der Gemarkung Wölfersheim einen Erlös
von nahezu 58000 M.
Der Schweizer Wolf hatte
beim Schreiner Keth einen wohlgelungenen Diebſtahl
ausgeführt und war gerade im Begriff, mit den
erbeu=
teten Sachen das Haus zu verlaſſen, als ihm der
Be=
ſtohlene begegnete und ihn feſtnahm.
(*) Büdingen, 13. März. Unter dem Vorſitz des
Kreisrats Böckmann tagte der Kreistag. Der
Vorſitzende widmete den verſtorbenen Mitgliedern einen
warmen Nachruf. Neue Kreisſtraßen ſollen erbaut
wer=
den von Fauerbach nach Nidda, von Hirzenhain nach
Glashütten, von Büdingen nach Michelau und nach dem
Findorfer Hof. Der Voranſchlag für 1913 wird in Höhe
von 414425 Mark genehmigt. Zum Hilfsfonds
für die notleidenden Mitglieder des
Vor=
ſchußvereins Ober=Mockſtadt werden 500 Mk
bewilligt; weitere 500 Mk. werden dem Hilfsverein für
Ober=Mockſtadt als unverzinsliches Darlehen überwieſen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 12. März. König
Guſtav V von Schweden und ſeine
Schwie=
gertochter, die Herzogin Maria von
Süder=
manland, ſind heute abend 6 Uhr 34 Minuten auf
dem Stettiner Bahnhof eingetroffen und von dem
ſchwe=
diſchen Geſandten in Berlin, Grafen v. Taube, und
meh=
reren Herren der ſchwediſchen Geſandtſchaft empfangen
worden. Der König und die Herzogin Maria begaben ſich
zunächſt zur ſchwediſchen Geſandtſchaft in der
Bellevue=
ſtraße. Um 8 Uhr trafen der König und die Prinzeſſin
im Königlichen Schloß ein, wo ſie von der Kaiſerin
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Die Münch.
Neueſt. Nachr. melden: Der Großherzog von
Sachſen=Weimar hat den Profeſſor Max
Litt=
mann in München mit den Entwürfen zu dem neuen
Flügelbau des Großherzoglichen Reſidenzſchloſſes in
Weimar betraut. — Hermann Sudermann hat
ſeinen Roman „Der Katzenſteg” durch den
Lichtſpielver=
trieb des Verbandes deutſcher Bühnenſchriftſteller an die
Projektionsgeſellſchaft „Union” und die Firma Dusker
G. m. b. H., zur Verfilmung verkauft. Als Honorar ſollen
60000 Mark gezahlt worden ſein; dazu kommt noch ein
Anteil an der Einnahme als Tantieme. Vielleicht
ent=
ſchließt Sudermann ſich, ein neues Drama direkt für
den Film zu ſchreiben. Warum der Umweg über die
Bühne? — Eine bemerkenswerte Schulneue
rung iſt in Eiſenach auf Anordnung der
Großher=
zoglichen Schulinſpektion probeweiſe zur Einführung
ge=
langt. Die ſonſt üblichen öffentlichen Schülerprüfungen
fallen diesmal fort, und ſtatt deſſen ſind Beſuchstage ein
geführt worden, an denen jedermann ohne Anſehen der
Perſon dem Unterricht beiwohnen kann. Die Neuerung
hat ſich vorzüglich bewährt, denn an den bisherigen
Be=
uchstagen waren die Eltern in großer Zahl in den
Schu=
len erſchienen, um ſich als Zuſchauer perſönlich von den
Kenntniſſen der Schüler zu überzeugen. Es iſt deshalb
geplant, für das geſamte Großherzogtum Sachſen=
Wei=
mar die ſonſt üblich geweſenen öffentlichen
Schülerprüfun=
gen durch die Einführung ſolcher Beſuchstage zu erſetzen.
C Die Farbenorgien der neueſten Mode. Das
Ren=
nen von Auteuil bringt alljährlich die Schau über die
neuen Moden, bringt die ſenſationellen Ueberraſchungen
der Frühlingstoiletten. Diesmal waren es unerhörte
Farbenſinfonien, die den beherrſchenden Eindruck
hinter=
ließen; nie wohl vorher hatte ein ſo bunter Jahrmarkt
der Eitelkeiten die Augen beunruhigt. Wäre ein
Wett=
bewerb für die originellſte Toilette ausgeſchrieben
wor=
den, ſo hätte der Preis wohl jener Dame zuerkannt
wer=
den müſſen, die in einem Kleid aus ſchwarzem Chiffon
erſchien, das mit rieſigen gelben Flecken, ſo groß wie
kleine Apfelſinen, überſät war. Ueber dem goldia
ſchil=
lernden Gewand trug ſie dann noch einen grellgelben
Frack mit zwei langen Schößen. Ein anderes
koloriſti=
ſches Wunder bot ein langer ruſſiſcher Frühlingsmantel
von leuchtendem Indigoblau, mit aoldenem Brokat beſetzt.
unter dem ein ſtark violetter Rock zum Vorſchein kam.
Recht merkwürdig ſtand auch ein eiſengrauer, mit
Hell=
blau aarnierter Rock zu einem kleinen knappen Jäckchen
in Stahlblau. Dieſes Koſtüm zeigte ſeine beſondere
Ori=
ginalität in einer großen Taſche, die von der rechten Seite
aus quer über den Rock hing. Man ſah der Trägerin das
ſtolze Bewußtſein an, daß ſie die einzige Dame mit einer
Taſche im Kleid in Auteuil war. Volle, ſchwere, ſchreiende
Farben überall! Jene grellen koloriſtiſchen
Kombinatio=
nen, die in der neueſten Mode der Malerei, im
Expreſſio=
nismus und Futurismus, als Zeichen einer künſtleriſchen
Revolution ſich dem Auge aufdrängen, ſcheinen von der
Farbenphantaſie der Mode nachgeahmt zu ſein.
Ziegel=
rote Jacketts werden mit grellblauen Röcken
zuſammen=
getragen, cremefarbene Röcke klingen mit
moſtrichfarbe=
nen Jacken ineinander, das einfache Schwarz des Rockes
wird durch ein glänzendes Blau aufgehoben. Dazu
kommt noch die Bizarrerie der bunten Streifen, Flecken
und Tupfen. Manche der Schönen prunken wenigſtens
äußerlich mit einer dämoniſchen Tiger= und Panther
natur, indem ſie die Zeichnungen im Fell der Raubtiere
nachahmen, andere haben ſich in Stoffe gehüllt, für die ſie
als Vorbild die extravaganteſten Tapetenmuſter ihrer
Wohnung benutzt haben. Selbſt dem Patriotismus muß
dieſe Farbenfreudigkeit dienen. So erſchien eine
Mode=
königin in Auteuil in der Tracht eines franzöſiſchen
Sol=
daten, wie ſie heute noch bei Maskeraden erſcheinen. Sie
trug ein vorn ganz kurz geſchnittenes, hinten lang
fallen=
des Jackett, das in einem ſchweren Rot leuchtete, dazu
eine weiße Weſte und einen dunkelblauen Rock, um die
Farben der Trikolore in möglichſten Einklang mit der
Mode zu bringen. Im Schnitt ſind weniger
ſchwer=
wiegende Veränderungen zu konſtatieren; die Anſätze zur
Krinoline machen ſich mehr und mehr bemerkbar, und um
die breiten Röcke fallen die Jacketts loſer und lockerer.
Das Neueſte iſt, daß die Damen ſowohl als offene Jacke
wie als Leibchen Herrenweſten anlegen, die natürlich in
allerlei Farben, in Roſa und Mauve, aber auch in
Schwarz=Weiß, getragen werden.
* Ein Geretteter über den Untergang des S 178‟.
Unter den fünfzehn Ueberlebenden der
Torpedobootkata=
ſtrophe vor Helgoland befindet ſich, wie aus der
veröffentlichten Liſte hervorgeht, auch der
Maſchiniſten=
maat Paul Rödiger. Dieſer hat in einem Briefe, der
den Leipziger Neueſten Nachrichten zur Verfügung
ge=
ſtellt wurde, die Einzelheiten des Unglücks wie folgt
ge=
ſchildert: „Das Unglück paſſierte 11 Uhr 40 Minuten, ich
lag in der Koje und verſpürte den Stoß ſelbſt nicht, auch
als ich Waſſer hereinrauſchen hörte, dachte ich ſchlaftrunken:
das iſt wie gewöhnlich bei ſchwerem Wetter, da legte ſich
das Boot ſchief nach Backbordſeite, jetzt ich bei klarem
Gedanken: reiß dich zuſammen, ich ſprang aus der Koie,
taſtete nach rechts — niemand mehr da, ging nach vorn
an den Niedergang und griff dabei links — niemand
mehr da, ich war alſo meiner Meinung nach der Letzte,
das Waſſer ſtieg und ſtürzte mit Macht durch den
Nieder=
gang, ich arbeitete mich mit Rieſenkräften dem
Waſſer=
druck entgegen, Stiege für Stiege. Auf der oberſten Stufe
ſtand ich dann bis zum Leib im Waſſer und holte tief,
tief Atem, wie ein Schwimmer vor langer Tauchſtrecke.
Da ſank das Hinterteil des Bootes. Ich wurde in den
Wirbel gezogen — tiefer und tiefer. Da fühlte ich, daß
ſich eine Leine um beide Füße gewickelt hatte. Blitzſchnell
kam mir der Gedanke: Sollſt du hier elend verſaufen?
Nein! Mit verzweifelter Kraft riß ich die Unterhoſe vom
Leibe, wobei die Leine mit abging, und arbeitete mich
hoch. Es dauerte lange, ſehr lange, und als all meine
Luft verbraucht war, kam ich an die Oberfläche. Nicht
weit von mir ſchwamm jemand auf irgendeinem
Wrack=
teile. Ich ſchwamm hin und ſchwang mich mit hinauf.
Wir verteilten uns, damit das Gleichgewicht blieb. Und
nun das Drama! Das Vorderteil des Bootes war noch
nicht geſunken, ſondern ſtand ſchräg aus dem Waſſer,
Sämtliche übrigen Menſchen ſtanden darauf und ſchrien
durcheinander. Alles dauerte drei bis vier Minuten. Wir
auf unſeren Planken krallten uns im Holz feſt. Die See
ging über uns und erſtarrte uns. Der Ingenieur geſellte
ſich zu uns, und das Boot ſank. Wir trieben etwa
drei=
viertel Stunde, riefen die naheliegenden Schiffe an, keine
Rettung. Trotzdem blieben wir vollſtändig klar bei
Sin=
nen. Des ſehr ſchweren Wetters wegen konnte von den
Linienſchiffen kaum ein Kutter ausgeſetzt werden. Ich
ſagte zu meinen Gefährten: „Noch zehn Minuten tragen
uns die Bretter — dann iſt Schluß.‟ Da kam ein Kutter;
dreimal zurückgeworfen, kam er endlich doch heran und
wir flogen hinein. Jetzt waren wir geborgen, und das
Frieren fina an. Der Obermaat hatte Unterhoſe und
Hemd, der Ingenieur Lederzeug und ich nur das Hemd an.
Nach halbſtündiger Fahrt kamen wir an Bord. Der
Unterkörper war wie abgeſtorben.”
* Der demokratiſche König. Könia Alfons beſuchte
die Redaktion und die Druckerei der Madrider liber’ len
Zeitung El Imparcial und verweilte in dieſen Räumen
ehr lange Zeit. Während ſeines Rundganges ließ ſich
der König verſchiedene Arbeiter vorſtellen. Einer
derſel=
ben überreichte ihm einige in ſeiner Anweſenheit auf der
Setzmaſchine gegoſſene Zeilen. Die Zeilen enthielten
einen Gruß und endeten mit dem Ausruf: „Es lebe der
demokratiſche König!‟ Der König nahm das Geſchenk
erfreut entgegen und ſteckte es in ſeine Taſche.
empfangen wurden. Die Prinzeſſin ſpeiſte bei der
Kai=
ſerin. Beim Kaiſer fand um 8 Uhr im Eliſabethenſaale
das alljährliche Botſchafterdiner ſtatt, an dem auch der
König von Schweden teilnahm. Zur Tafel führte der
Kaiſer die Gräfin Szögyeny=Marich, der König von
Schweden die Kronprinzeſſin. Geladen waren u. a. der
Reichskanzler v. Bethmann Hollweg, Staatsſekretär von
Jagow, der ſchwediſche Geſandte Graf v. Taube, der
ſchwediſche Hofmarſchall v. Peyron. An das Diner ſchloß
ſich eine muſikaliſche Abendunterhaltung an. — Anläßlich
der Aufſichtsratsſitzung der Gelſenkirchener Bergwerks=
Aktiengeſellſchaft wurde das 40jährige Jubiläum der
Ge=
ſellſchaft und des Vorſitzenden der Direktion, Geh.
Kom=
merzienrats Kirdorf, und zweier
Aufſichtsratsmit=
glieder gefeiert. Es wurde die Stiftung einer Kirdorf=
Medaille beſchloſſen, die an Mitglieder des Aufſichtsrats,
der Direktion und an Beamte verliehen werden ſoll, ſowie
die Stiftung einer Denkmünze für Arbeiter. Nachmittags
2 Uhr fand im Hotel „Adlon” in intimem Kreiſe die
feier=
lliche Ueberreichung des Ehrendoktordiploms der
Char=
llottenburger Techniſchen Hochſchule an den Geh.
Kommer=
zzienrat Kirdorf ſtatt. Die Hochſchule hatte als Vertreter
die Profeſſoren Geheimrat Miethe und Fritz Fiſcher, die
Bergakademie die Profeſſoren Stavenhagen und Tübbe
entſandt. In Vertretung des Rektors der Techniſchen
Hochſchule überreichte Profeſſor Miethe dem Gefeierten
das Ehrendiplom mit einer kurzen, warmen Anſprache.
Geh. Kommerzienrat Kirdorf dankte ebenſo herzlich und
ſſtellte den Herren die anweſenden Mitglieder ſeiner
Fa=
milie vor. Schließlich blieben die Herren noch einige
Zeit plaudernd zuſammen. Abends fand zu Ehren des
ſeuernannten im Hotel „Adlon” ein Feſteſſen ſtatt.
der Teilhaber des Bankhauſes Delbrück, Leo u. Co., Chef
des Hauſes Delbrück, Schickler u. Co., Ludwig
Del=
brück, iſt geſtern nachmittag plötzlich aus dem Leben
ge=
ſchieden. In den letzten Wochen an Nervoſität leidend
wohnte der Verſtorbene geſtern der kirchlichen Einſegnung
ſeiner beiden Kinder, eines Sohnes und einer Tochter,
in der Marienkirche bei. Bei Tiſch wurde er plötzlich von
einem Unwohlſein befallen; wenige Minuten ſpäter trat
der Tod des im 53. Lebensjahre ſtehenden
hervorragen=
den Finanzmannes ein. Ludwig Delbrück genoß das
be=
ſondere Vertrauen des Kaiſers, dem er es auch zu
ver=
danken hat, daß er vor einigen Jahren in das Herren
haus berufen wurde. — Einen unerwarteten
Ver=
lauf nahm, dem Berliner Lokalanzeiger zufolge, die
Obduktion des am 27. Februar erſchoſſen
aufgefun=
denen Hausdieners Reimann, der nach den Bekundungen
ſeiner Braut, der Kontoriſtin Müller, ſich durch zwei
Schüſſe in den Kopf getötet haben ſoll, nachdem er ſeine
Braut mit deren Einverſtändnis vergeblich zu erſchießen
verſucht hatte. Die Leichenöffnung ergab einwandfrei
daß Reimann die tödlichen Verletzungen von dritter Hand
erhalten hat. Die Braut des Ermordeten wurde daher
geſtern unter dem dringenden Verdacht der Mittäterſchaft
verhaftet.
Biebrich, 13. März. Geſtern und heute legte hier ein
Fiſchdampfer unter belgiſcher Flagge an. der 4000 Zentner
lebende ſchlachtreife Schleien
und
Karpfen an Bord hatte. Durch beſondere Einrichtung
in dem Schiffe befinden ſich die Fiſche fortwährend in
friſchem Waſſer. Hier wurden verſchiedene größere Poſten
an Wiesbadener Großfiſchhändler ausgeladen, die ſie
zunächſt in Weiher ſetzen laſſen. Von hier aus verſorgt
der Dampfer noch weitere Orte am Rhein mit ſeiner Ware.
Kiel, 12. März. Die Probefahrt des
Mo=
torſchiffes „Hagen” der deutſch=amerikaniſchen
Pe=
troleumgeſellſchaft fand heute ſtatt. Das Schiff iſt auf der
Germaniawerft der Firma Krupp erbaut worden und
ſtellt das erſte deutſche Ozeanſchiff mit deutſchen
Oelmoto=
ren nach deutſchem Syſtem dar. Die Tragfähigkeit des
Schiffes beträgt 8350 Tonnen. An der Probefahrt nahm
auch Prinz Heinrich perſönlich teil. Unter den
Anweſenden befanden ſich Geheimer Oberbaurat Fritz aus
dem Reichsmarineamt. Konteradmiral Henkel und
Ver=
treter der großen deutſchen und ausländiſchen Reedereien
und Werften. Prinz Heinrich hielt ſich über zwei
Stun=
den im Maſchinenraum auf und ließ ſich alle Details der
Anlagen erklären.
Rom, 12. März. Der Marineminiſter wurde
heute vormittag auf dem Wege zum Miniſterium von dem
inaktiven Konteradmiral Gozo überfallen, der ihm
ſohne ein Wort zu ſprechen, einen Fauſtſchlag zu verſetzen
ſuchte. Ehe der Miniſter darauf reagieren konnte,
nah=
men Karabinieri=Unteroffiziere Gozo, der ſehr erregt war
und Schimpfworte gegen den Miniſter ausſtieß, feſt. Der
Marineminiſter bewahrte ſeine Ruhe. Gozo war vor zwei
Jahren zur Dispoſition geſtellt worden auf den
einſtim=
migen Beſchluß der Beförderungskommiſſion, gegen den
er den Staatsrat erfolglos angerufen hatte. Er wurde
ſo=
fort verhaftet.
Nizza, 13. März. Das Zuchtpolizeigericht
verurteilte den ruſſiſchen Prinzen Nariſchkin und
Frau de Linder, durch deren Automobil kürzlich eine Per=
ſon getötet und drei verwundet worden waren, zu vier
Monaten Gefängnis, unter Zubilligung des bedingten
Strafaufſchubs.
Brüſſel, 12. Märcz. Wilmart, der geſtern verhaftete
Brüſſeler Millionenſchwindler, war ſchon
am 21. Oktober in Laon eingetroffen und im
Bahnhofs=
hotel abgeſtiegen, wo er ſich beſcheiden als Debois,
Ver=
treter der Oelmaſchinen Desmaret, einmietete. Er ging wenig
aus und brachte ſeine Zeit größtenteils im Hotelcafé zu,wo er
ſich mit den Stammgäſten durch ſein luſtiges Weſen ſehr
anfreundete. Perſönlichen Fragen wich er immer geſchick
aus, und als die kleinſtädtiſche Wißbegierde Verdacht
ſchöpfte und ihm auf den Kopf zuſagte, er ſei gar nicht der,
für den er ſich ausgebe, erfand er einen Roman. Er halte
ſich vor den Verfolgungen ſeiner Frau verborgen, mit der
er in Scheidung lebe. Er ſtattete die Erzählungen von
ſeinen ehelichen Leiden mit ſo überzeugenden Einzelheiten
aus, daß man ſpäter ſeine Vergangenheit nicht mehr
be=
rührte. Als aber Wilmart jüngſt in Feſtieux einen
Lund=
ſitz kaufte, wurden die Behörden aufmerkſam. Man hatte
auch hier in Brüſſel verſchiedene Anzeigen erhalten, daß
Wilmart mit hieſigen Freunden korreſpondierte und ſich
in der Umgebung von Laon aufhalten müſſe. Dadurch
wurden die dortigen Behörden aufmerkſam gemacht, und
man erfuhr auf Anfrage bei der Firma Desmaret, daß ſie
in Laon keinen Vertreter habe. Wilmart wurde
infolge=
deſſen polizeilich beobachtet. Als dann am Montag der
Verhaftungsbefehl aus Brüſſel eintraf, wurde er in Reims
feſtgenommen, wo er ſich unter dem Namen Camu
ein=
logiert hatte, und in das dortige Gefängnis gebracht.
Melbourne, 12. März. Die Taufe der zu.
künfti=
gen Bundeshauptſtadt wurde heute an Ort und
Stelle durch Lady Denman, die Gemahlin des
General=
gouverneurs in Gegenwart von 500 Gäſten vollzogen
Als Name wurde Canberra gewählt, die bisherige
Bezeichnung der Stadt. Dem Taufakte folgte die
Grund=
ſteinlegung für die Gedächtnisſäule durch den
General=
gouverneur, der ein Feſtbankett folgte.
Handelskammer Darmſtadt.
Sitzung vom 10. März.
In einer Vertreterkonferenz der Heſſiſchen
Handels=
kammern am 31. Januar, auf welcher die Handelskammer
durch die Herren Kommerzienrat Frölich, Syndikus Dr
Human und wiſſenſchaftlicher Hilfsarbeiter Dr. Kaſſel
vertreten war, iſt hauptſächlich über die Fragen des
Fortbildungsſchulzwanges für Mädchen
geſprochen worden. Es wurde beſchloſſen, dem Heſſiſchen
Handelskammertag eine Reſolution des Inhalts zu
unter=
breiten, es ſei eine beſſere Fortbildung der weiblichen
Jugend im allgemeinen Intereſſe und bezüglich der
kauf=
männiſchen weiblichen Angeſtellten auch im
Berufsinter=
eſſe wünſchenswert. Die Einführung des
Fortbildungs=
chulzwanges könne jedoch nur unter genauer
Berückſichti=
gung der Bedürfniſſe von Handel und Induſtrie und un
ter Berückſichtigung der Verhältniſſe der Nachbarſtaaten
erfolgen. Zu einer beſtimmten Stellungnahme erklärte
ſich der Handelskammertag erſt dann in der Lage, wenn
die Vorſchläge der Regierung vorliegen.
Im Hinblick auf die in Ausſicht ſtehende
Vollverſamm=
lung des Deutſchen Handelstages, ſowie den vorher
an=
geſetzten Heſſiſchen Handelskammertag haben am 28.
Ja=
nuar und 6. Februar Sitzungen der Vereinigten
Kommiſßionen für Geſetzgebung, Steuer=
und Zollweſen, ſowie für Kleinhandel
ſtatt=
gefunden, in welchen hauptſächlich über die Fragen des
Petroleummonopols und des Verkehrs mit
Nahrungs= und Genußmitteln eingehend
ge=
ſprochen wurde. Bezüglich der Frage des
Petroleum=
monopols wurde ſchließlich eine Reſolution fertiggeſtellt,
velche mit entſprechender Begründung der
Petroleumkom=
miſſion des Reichstags, dem Reichsſchatzamt, dem
Heſſi=
ſchen Miniſterium des Innern und dem Deutſchen
Han=
delstag vorgelegt wurde. Die Reſolution ſelbſt iſt durch
die Tageszeitungen bekannt geworden. In der Frage des
Verkehrs mit Nahrungs= und Genußmitteln ſprach ſich
die Handelskammer hauptſächlich gegen den Vorſchlag aus,
daß die gegenwärtig vom Kaiſerlichen Geſundheitsamt
zur Ausgabe gelangenden Entwürfe zu Feſtſetzungen über
Lebensmittel zu tatſächlichen Verordnungen werden. In
der Sitzung vom 6. Februar wurde beſchloſſen, ſich mit
geringen Abänderungen der Reſolution des Bundes
Deut=
ſcher Nahrungsmittel=Fabrikanten und=Händler in dieſer
Angelegenheit anzuſchließen, welche die Schaffung einer
Zentralſtelle für das Deutſche Reich beim Kaiſerlichen
Ge=
ſundheitsamt wünſcht, die Obergutachten in
Nahrungs=
mittelſtreitigkeiten abzugeben befugt iſt.
Auf dem Heſſiſchen Handelskammertag,
welcher am 9. Februar d. J. in Mainz ſtattfand, war die
Handelskammer durch die Herren Bankdirektor C.
Par=
cus, Geh. Kommerzienrat Dr. L. Merck, Kommerzienrat
F. Jacobi, Kommerzienrat L. Frölich, Wilhelm Kölb
Syndikus Dr. Human und wiſſenſchaftlicher Hilfsarbeiter
Dr. Kaſſel vertreten. Die gelegentlich dieſer Tagung
ge=
faßten Beſchlüſſe ſind inzwiſchen durch die Preſſe bekannt
geworden
Am 11. Februar hat eine Sitzung der
Verkehrs=
kommiſſion der Handellstammer
ſtattgefun=
den, in welcher über die Frage der falſchen Anwendung
von Gütertarifen, ſowie über Telephonweſen,
Briefbeför=
derung, Zugverbindungen und Tarifangelegenheiten
ver=
handelt wurde.
Am 13. Februar fand eine Sitzung des
Kurato=
riums der Kaufmänniſchen
Fortbildungs=
ſchule Darmſtadt ſtatt, in welcher der Tag der
Schlußprüfung auf den 15. März, nachmittags von
3—5 Uhr, feſtgeſetzt und die Prüfungsordnung ſelbſt
feſtgelegt wurde. Weiter wurde beſchloſſen, Prämien an
16 ſowohl durch ihre Leiſtungen wie durch ihr Betragen
würdig erſcheinende Schüler der Klaſſen Ia, Ib, Ie, IIa,
IIb und Ile zu gewähren.
An der erſten ordentlichen
Generalverſamm=
lung des Verbandes mitteldeutſcher
Indu=
ſtrieller in Frankfurt a. M., am Samstag, den 15.
Fe=
bruar, nahm in Vertretung der Handelskammer Syndikus
Dr. Human teil. Es fanden auf dieſer Verſammlung
Vor=
träge nebſt Ausſprache ſtatt über die Beſtrebungen und
bisherige Tätigkeit des Verbandes Mitteldeutſcher
Indu=
ſtrieller, ſowie über die Vorbereitung neuer
Handelsver=
träge.
An der Vollverſammlung des Deutſchen
Handelstages am 19. und 20. Februar in Berlin
nahmen die Herren Bankdirektor C. Parcus,
Kommer=
zienrat Jacobi, Kommerzienrat Frölich, Wilhelm Kölb
und Syndikus Dr. Human teil. Die Verhandlungen der
Vollverſammlung, in welcher als erſter Punkt das
Leucht=
ölmonopol, mit dem Syndikus der Kammer als
Refe=
renten auf der Tagesordnung ſtand, ſind inzwiſchen durch
die Preſſe bekannt geworden. In der Frage des Verkehrs
mit Nahrungs= und Genußmitteln blieben diejenigen
Kammern, wozu auch die Heſſiſchen Handelskammern
ge=
hören, in der Minderheit, welche ſich auf den
Stand=
punkt der Reſolution des Bundes Deutſcher
Nahrungsmit=
telfabrikanten und=Händler geſtellt hatten. Dieſe
Reſo=
lution war auch in einer ſehr ſtark beſuchten
Verſamm=
lung der Nahrungsmittelfabrikanten und=Händler am
17. Februar in Berlin nahezu einhellig wiederum
beſtä=
tigt worden. An dieſer Verſammlung hatte in Vertretung
der Handelskammer Herr Dr. Human teilgenommen.
In Unterſtützung der Wünſche der im
Oden=
wald gelegenen Diamantſchleifereien
un=
ſeres Bezirkes wurde an den Staatsſekretär des
Reichskolonialamts eine Eingabe gerichtet, in welcher
un=
ter näherer Darlegung des Sachverhalts unſererſeits die
Bitte ausgeſprochen wurde, es möchte künftighin der
deut=
ſchen Schleiferinduſtrie bei Abſchluß neuer Verträge
an=
ſtelle der bisherigen 5 Prozent zur Erhaltung und
Ausge=
ſtaltung der Induſtrie eine Rückvergütung von, 10
Pro=
zent für nachweislich ſelbſt verarbeitete Steine, jeweils
3 Monate nach Einkauf bewilligt werden. Sollte ſich die
Durchführung einer derartigen Maßnahme als unmöglich
erweiſen, ſo möchte der geſamte Vertrieb der deutſchen
Diamantenproduktion in möglichſter Nähe der
deut=
ſchen Schleiferzentren, alſo möglichſt in Hanau oder
Frankfurt a. M., etabliert werden. Das Syndikat, welches
die deutſch=ſüdweſtafrikaniſchen Steine übernimmt, ſollte
dann verpflichtet werden, den deutſchen
Diamantſchleife=
reien ſo viel an Rohware zum Schleifen zu überlaſſen,
als für eine gleichmäßige Beſchäftigung benötigt wird.
Daraufhin iſt vor kurzem ein Beſcheid des
Staatsſekre=
tärs des Reichskolonialamtes Dr. Solf eingelaufen, in
welchem derſelbe im Anſchluß an die Verhandlungen in
der zuſtändigen Reichstagskommiſſion unter näherer
Be=
gründung darauf hinweiſt, die Schleifer möchten ſich zu
einer Ein= und Verkaufsgenoſſenſchaft zuſammenſchließen,
die in der Lage iſt, ihren Mitgliedern die gleichen
Vor=
teile zuzuführen, welche die Eigenſchleifer von den
Ver=
günſtigungen haben, welche die Diamantenregie für die in
Deutſchland verarbeiteten Steine gewährt.
Nachdem eine ausführliche Darlegung des
Reichs=
kanzlers (Reichsſchatzamt) bezüglich des
Veredelungs=
verkehrs mit bedrucktem und unbedrucktem
ausländiſchen Papier zur Herſtellung von
Tüten eingelaufen war und gleichzeitig vom Miniſter
des Innern noch weitere Mitteilungen über dieſe
Angele=
genheit der Handelskammer zugegangen waren, wurde den
Intereſſenten erneut Gelegenheit zur Aeußerung gegeben.
Wir ſahen uns auf Grund der neu vorgebrachten
Tat=
achen wiederum veranlaßt, an unſerem ablehnenden
Standpunkt bezüglich des in Frage ſtehenden
Veredelungs=
verkehrs feſtzuhalten.
Konzert Paula Manecke.
Im Saale des Hotels „Zur Traube” fand am
Don=
nerstag abend ein intereſſantes Konzert ſtatt, in dem die
Darmſtädter Lautenſängerin Frl. Paula Manecke
zum zweiten Male in eigener Veranſtaltung vor das
Pu=
blikum trat. Wir freuen uns, konſtatieren zu
kön=
nen, daß die Vorausſagen, die wir an das erſte
Auftreten der jungen Künſtlerin geknüpft, ſich zu
ver=
wirklichen beginnen. Trotzdem Fräulein Manecke unter
einer bedauerlichen leichten Indispoſition zu leiden hatte,
erbrachte der Abend den Beweis, daß fleißiges Studium
unter bewährter Leitung (ſie iſt Schülerin der
Kammer=
ſängerin Frau Schloſſer=Jaide) die junge
Künſt=
lerin nun der Reife ſchönen Könnens entgegenführt. Ihre
Stimme ſcheint an Umfang zugenommen zu haben,
jeden=
falls geſtattet fortgeſchrittene Technik ausgedehnteren
Ge=
brauch vorhandener ſchöner Mittel. Wenn nun auch
perſönlicher Liebreiz
und
beſondere
Veranlag=
ung gerade die ſchlichten Volksweiſen inhaltlich zu
inter=
pretieren, die Lieder zur Laute am beſten gelingen ließen,
legte Fräulein Manecke doch auch im Kunſtgeſang
ſehr beachtenswerte Proben ihres Talentes ab, die
vielleicht den Wunſch gerechtfertigt erſcheinen laſſen, daß
die Künſtlerin ſich der Bühne, für die ſie äußerlich eine
Reihe ſehr ins Gewicht fallender Vorzüge mitbringt,
zu=
wenden möge. Sie ſang, wenn auch in bezug auf den
Vortrag nicht einwandfrei, ſo doch mit überraſchend
gutem Erfolge die Arie aus „Orpheus” von Gluck. und
hewies dabei, daß ihre Stimme ausreichender dramatiſcher
Ausdrucksmittel nicht entbehrt. Den ſtärkſten Erfola
er=
rang die junge Künſtlerin aber naturgemäß mit ihren
lo unendlich innig und anmutig vorgetragenen Liedern
zur Laute, die fortgeſetzt rauſchenden Beifall auslöſten.
Das Programm war geſchmackvoll und mit
künſtle=
riſchem Takt zuſammengeſtellt. Es brachte an Liedern
zur Laute: „Die junge Witwe” von R. Kaeſer=Rueff. ein
baskiſches Volkslied aus dem Franzöſiſchen, für
neun=
ſeitige Laute, „Feinsliebchen, du ſollſt”, arrang. von Scher=
rer, Verborgene Liebe” von Hildach, „Das Wuzerl” aus
der Nähe von Wien (1809) von H. Albert, zwei
platt=
deutſche Lieder von H. Luczack: „Lewark, o Lewark” und
„Min Nackeldei” Wiegenlied, und zum Schluß die mit
be=
onders reicher Empfindung geſungene Serenade (
Ber=
ceuſe) von Ch. Gounod, für Geſang mit Begleitung von
2 Lauten, die von den Eltern der Künſtlerin ſehr
fein=
ſinnig ausgeführt wurde. Im übrigen hatten ihre
Mit=
wirkung dem Konzert geliehen die Herren Konzertmeiſter
Paul Schnurrbuſch, der die Ballade und Polonäſe
von Vieurtemps ganz meiſterhaft ſpielte, und der Vater
der Künſtlerin, Herr Hofmuſiker W. Manecke, der u. a.
ein ungemein ſchwieriges Gitarre=Solo, nämlich den
erſten Satz aus der Grand=Sonate von Giuliani und die
Romanze von L. de Call, ſpielte, und ſeine ſchwere
Auf=
gabe mit beſtem künſtleriſchen Gelingen löſte. Mehr von
techniſch=muſikaliſchem Intereſſe waren die von ihm
mit Herrn Schnurrbuſch zuſammen geſpielten Stücke für
Violine und Laute: Deux Bourées von Mouret (1770),
arrang.: W. Manecke, Air von J. Matheſön (1681/1764)
und Deutſcher Tanz von W. A. Mozart (1756). — Am
Klavier wirkte als feinſinniger Begleiter Herr
Hofmuſi=
ker J. Winkler. — Das erfreulich zahlreich erſchienene
Publikum ſpendete reichen Beifall und der Künſtlerin
zahlreiche Blumen.
St.
Edvard Grieg=Abend.
S. Wie im Vorjahre, fand auch jetzt wieder im
Saal=
bau am Mittwoch, den 12. März, zum Beſten der Stiftung
Töchterhort” für verwaiſte Töchter von Reichs=Poſt= und
=Telegraphenbeamten eine muſikaliſche Veranſtaltung
größeren Umfangs unter Mitwirkung der verſtärkten
Infanteriekapelle ſtatt. Der Abend war als Edvard
Grieg=Feſt arrangiert und enthielt lediglich
Ton=
werke dieſes originellen norwegiſchen Meiſters. Den
Eröffnungsprolog von Fritz H. Chelius, der auf die
weltbeherrſchende Bedeutung der Poſt und des
Telegra=
phen Bezug nahm, wurde von der Großh, Hofſchauſvie=
lerin Fräulein Emma Mühlpforth mit entſprechen
dem Ausdruck geſprochen. Selbſtverſtändlich nahmen die
Vokalvorträge das Hauptintereſſe in Anſpruch, um ſo
mehr, als in der Großh. Hofopernſängerin Fräulein
Ger=
trud Geyersbach eine erſte Kraft ihre vollendete Kunſt
in den Dienſt der guten Sache geſtellt hatte, von der wir
auch auf dem ſpeziellen Kunſtgebiet des Liedervortrags
hervorragendes zu hören gewohnt ſind. Die mit beſter
Dispoſition zum Klavier geſungenen Lieder „Lockung”
Im Kahne” „Ein Traum” trugen der bedeutenden
Künſt=
lerin zahlreiche Hervorrufe ein, für die ſie mit einer
hüh=
ſchen Zugabe dankte. Ebenſo riefen die ſpäter mit
Orche=
ſterbegleitung geſungenen Ibſen=Lieder „Ein Schwan”
und Solvejgs tiefinniges Lied: „Der Winter mag ſcheiden
begeiſterten Beifall hervor. Die Klavierbegleitung wurde
von Herrn Friedrich Roth ausgeführt, der auch noch
drei lyriſche Stücke für Klavier: „Zug der Zwerge” „An
den Frühling” und „Hochzeitszug” mit verſtändnisvoller
Auffaſſung und ſchönem Anſchlag zum Vortrag brachte.
Eine größere und ſchwierigere Aufgabe fiel ihm mit dem
glanzvollen Klavierkonzert mit Orcheſter in A-moll zu
das den Abend beſchloß und eingehende Beſchäftigung
mit Griegs Werken bemerken ließ, für deren Vortrag er
eine augenſcheinliche Begabung beſitzt.
An Inſtrumentalwerken bot der Abend noch die
C-moll=Sonate, Op. 45, deren Violinpart von dem Or
cheſtermitglied Herrn Valentin Härtl techniſch
vollkom=
men einwandfrei geſpielt wurde. Durch eifriges
Stu=
dium des Vortrages, der Phraſierung und Tongebung
dürfte ſich jedoch der noch junge Mann diejenige
Selb=
ſtändigkeit der Auffaſſung noch aneignen, die ein ſo
an=
ſpruchsvolles Soloſtück zu einer künſtleriſch vollkommen
befriedigenden Wirkung erfordert. Aus der
Orcheſter=
ſuite „Peer Gynt” unter Herrn Obermuſikmeiſter
Hugo Hauskes Leitung ſeien als beſonders gelunger
Anitras Tanz und die Szene in der Halle des Bergkönigs
genannt, die auf die ſehr zahlreichen Beſucher auch
gro=
ßen Eindruck machten. Der Abend mit ſeinem einheitlichen
Programm wertvoller Kompoſitionen darf als recht
wohl=
gelungen bezeichnet werden.
Der Aufforderung des Deutſchen Handelstages
ent=
ſprechend, haben wir die Arbeitgeber=Vertrauensmänner
für die Angeſtellten=Verſicherung aufgefordert, ſie möchten
bei den Wahllen dör Arbeitgeber=Beiſützer
des Rentenausſchuſſes, des
Schiedsge=
richtes, des Oberſchiedsgerichtes, ſowie
ihrer Erſatzmänner ihre Stimme für die
Vor=
ſchlagsliſte B abgeben, welche am 3. Januar in Berlin
von einer vom Deutſchen Handelstag unter Mitwirkung
des Deutſchen Landwirtſchaftsrats, des Deutſchen
Hand=
werks= und Gewerbekammertags und des Deutſchen
An=
waltvereins veranſtalteten Verſammlung von Delegierten
der Arbeitgeber=Vertrauensmänner aufgeſtellt worden
war. Dieſe Vorſchlagsliſte B hat in den inzwiſchen
ſtatt=
gehabten Wahlen den Sieg errungen.
Die Handelskammer ſprach ſich auf Grund einer
An=
zahl vom Verein zur Wahrung der Intereſſen der
Kunſt=
honiginduſtrie angegebenen Geſichtspunkte dafür aus, es
möchte die Zuckerſteur für die Fabrikation
von Kunſthonig in gewerblichen Betrieben in
der=
ſelben Art und Weiſe aufgehoben werden, wie für
Obſt=
fabrikate.
Weiter erklärte ſich die Handelskammer damit
ein=
verſtanden, es möchte die Handelskammer Mainz dem
Großh. Miniſterium gegenüber ſich dahin äußern, es ſei
§ 9 der Maß= und Gewichtsordnung vom 30.
Mai 1908 auch für den faßweiſen Verkauf
von Wermutwein anzuwenden.
Eine Umfrage des Bundes der Induſtriellen in
Berlin bezüglich Gewährung der Ruhepauſen an
jugendliche Arbeiter wurde dahin beantwortet,
es möchte eine Regelung der Beſtimmungen der
Gewerbe=
ordnung, die eine verſchiedenartige Auslegung zulaſſen,
in der Weiſe ſtattfinden, daß der Satz 5 des § 136, Abſatz 1
der Gewerbeordnung eine Faſſung erhält, welche den
Intereſſen der Induſtriellen durchaus Rechnung trägt.
Hiernach ſoll bei einer 8ſtündigen aber zu ungleichen
Tei=
len auf den Formittag und Nachmittag verteilten
Arbeits=
zeit es genügen, wenn außer der Gewährung der
Mittags=
pauſe nur in die längere Arbeitszeit eine ½ſtündige
Pauſe eingeſchoben wird.
Da der Handelskammer Klagen über Beraubung
von Warenſendungen nach Spanien
zuge=
gangen waren, wurde beim Deutſchen Handelstag
bean=
tragt, es möchten zur Abſtellung des Mißſtandes die
all=
gemein in Deutſchland herrſchenden Verhältniſſe
feſtge=
ſtellt werden. Dementſprechend hat der Deutſche
Han=
delstag unter dem 18. Januar d. J. eine Umfrage bei
den Deutſchen Handelskammern veranſtaltet.
Zum Handelsſachverſtändigen beim
Kaiſerlichen Generalkonſulat in
Singa=
pore iſt Herr Karl Arnim Krieg ernannt worden.
In Beantwortung der umfangreichen Eingabe wegen
Ausgeſtaltung des Telephonverkehrs nach
Norddeukſchland Bayern Rheinland,
Sachſen und Schleſien war Mitte Januar ein
Schreiben des Reichspoſtamts eingelaufen, in welchem
mit=
geteilt wurde, es würden die Geſpräche mit dem
Rhein=
lande innerhalb angemeſſener Friſt erledigt. Auch ſei
eine ausreichende Verſtändigung vorhanden. Im übrigen
ſeien für das laufende Rechnungsjahr unter der
Voraus=
ſetzung, daß die hierzu erforderlichen beträchtlichen Mittel
durch den Etat bewilligt würden, zur weiteren
Verbeſſe=
rung der Verbindungen in Ausſicht genommen neue
Leitungen Darmſtadt-Frankfurt, Frankfurt-Hamburg,
Darmſtadt-Berlin und Darmſtadt-Würzburg. Die
Lei=
tungen für den Verkehr nach Sachſen und Schleſen auf den
ſtark beanſpruchten Stellen ſollen vermehrt werden. Zur
Herſtellung von unmittelbaren Leitungen von Darmſtadt
nach Leipzig, München und Nürnberg liege bei dem
ge=
ringen Verkehr für jetzt ein Bedürfnis nicht vor. Im
Anſchluß hieran iſt am 1. März der Handelskammer ein
Schreiben der Oberpoſtdirektion Darmſtadt zugegangen, es
würden neue Leitungen Darmſtadt-Frankfurt, Frankfurt-
Hamburg, Darmſtadt-Berlin und Darmſtadt-Würzburg
gelegt. Die Oberpoſtdirektion wolle für eine beſchleunigte
Ausführung dieſer Leitungen Sorge tragen. Die ſeitens
der Handelskammer noch geäußerten Bedenken, es könnte
der Sprechverkehr mit Hamburg wegen Fehlens einer
un=
mittelbaren Leitung Darmſtadt-Hamburg notleiden,
wurde mit dem Bemerken der Oberpoſtdirektion
beant=
wortet, daß die neue Leitung Frankfurt-Hamburg
haupt=
ſächlich zur Verbeſſerung des Sprechverkehrs Darmſtadt-
Hamburg hergeſtellt wird, ſo daß erwartet werden dürfe,
daß nach ihrer Fertigſtellung eine zufriedenſtellende
Be=
ſchleunigung in der Abwickelung des Sprechverkehrs
ein=
treten werde.
Bezüglich der im Dezember v. J. der
Eiſenbahndirek=
tion Mainz unterbreiteten Wünſche zu dem
kom=
menden Sommerfahrplan hat eine mündliche
Erörterung mit dem zuſtändigen Fahrplandezernenten
tattgefunden. Aus dieſer Beſprechung, ſowie aus dem
inzwiſchen veröffentlichten 1. Entwurf des Fahrplans vom
1. Mai 1913 und einem Schreiben der Eiſenbahndirektion
Mainz ergibt ſich, daß eine Anzahl von Wünſchen der
Handelskammer zunächſt keine Erfüllung findet. Dieſe
Wünſche beziehen ſich hauptſächlich auf die beſſere
Aus=
geſtaltung des direkten Verkehrs mit dem Rheinland,
auf die Beſchleunigung des Verkehrs auf der Strecke
Mainz-Aſchaffenburg, auf die Ausgeſtaltung des
Ver=
kehrs in der Richtung Kreuznach-Saarbrücken, des
Ver=
kehrs auf der Strecke Worms-Bensheim, ſowie der
Ver=
bindungen von Bensheim mit der Riedbahn, der
An=
chlüſſe von Sprendlingen (Rheinheſſen) bzw. Alzey nach
Darmſtadt und der Einlegung eines neuen Zugpaares auf
der Strecke Dornberg-Groß=Gerau-Frankfurt. Eine
weſentliche Verkehrsverbeſſerung bedeutet es, daß Zug
191 Aſchaffenburg-Darmſtadt-Mainz vom 1. Mai ab um
3,28 Uhr in Mainz und um 3,47 Uhr in Wiesbaden
ein=
treffen wird. Es iſt dort der Anſchluß an den Zug D171
Wiesbaden-Koblenz mit 4 Minuten Uebergangszeit
vor=
handen. Hervorzuheben iſt, daß ſchon in Mainz der
An=
ſchluß an den Schnellzug D 163 nach Köln erreicht wird,
der in Koblenz mit dem Zug D171 Wagen austauſcht.
Eine weitere weſentliche Verkehrsverbeſſerung iſt darin
zu erblicken, daß der Eilzug 154 Mainz-Darmſtadt vom
1. Mai ab nach Aſchaffenburg durchgeführt werden wird,
um hierdurch den Anſchluß an den Vormittagsſchnellzug
D160 Frankfurt-Wien über München zu erreichen. An
den Abendſchnellzug D161 Wien-München-Frankfurt
hat ſich leider ein direkter Anſchluß in Aſchaffenburg nach
Darmſtadt zunächſt nicht ſchaffen laſſen. Jedoch beſteht die
Verbindung nach Darmſtadt über Frankfurt mit dem
Zuge 980 ab Frankfurt 9,03 Uhr abends mit kurzem
Uebergang in Frankfurt.
Der Entwurf einer
Eiſenbahnzollord=
nung hat die Billigung der Handelskammer gefunden.
Es erſcheint wünſchenswert, daß die deutſchen
Intereſſen=
ten die mit ihnen in Verbindung ſtehenden ausländiſchen
Verfrachter darauf aufmerkſam machen, daß vom 1. April
1913 ab alle Waren, die zur Einfuhr nach oder Durchfuhr
durch Deutſchland beſtimmt ſind, von einer deutlich
ge=
ſchriebenen, dem Frachtbrief offen beigelegten, nach
vorge=
ſchriebenem Muſter in deutſcher oder franzöſiſcher Sprache
abgefaßten Warenerklärung in doppelter Ausführung
be=
leitet ſein müſſen. Die Beigabe der Erklärung hat der
Abſender auf dem Frachtbrief zu vermerken.
Eine Umfrage des Deutſchen Handelstages wegen der
Nachzahlung von Frachten im Verkehr mit
Rußland (Umrechnung aus der Rubel= in die
Mark=
währung) wurde dahin beantwortet, daß dieſer Mißſtand
auch im Handelskammerbezirk hervorgetreten ſei.
Meiſten=
teils kommen Sendungen ohne Frachtberechnungen an
weshalb größere Depots zur Sicherſtellung der Frachten
geſtellt werden müſſen. Erfolgt die Frachtberechnung
ſo=
fort, ſo ſtimmt dieſelbe vielfach nicht. Es erfolgen nach
3—5 Monaten noch Nachberechnungen, welche von den
deutſchen Firmen gezahlt werden müſſen, falls ſie nicht mit
ihren ruſſiſchen Lieferanten in regelmäßiger Geſchäftsver
bindung bleiben. Der Reklamationsweg wegen
anſchei=
nend zuviel gezahlter Frachten erſcheint in Rußland
voll=
ſtändig ausſichtslos. Der Handelstag wurde um
Abſtel=
lung dieſes Mißſtandes erſucht und gleichzeitig gebeten,
es möchte die Feſtſetzung der Umrechnungskurſe an der
Grenze für möglichſt lange Zeiträume vorgenommen
werden.
Weiter wurde der Deutſche Handelstag gebeten, er
möchte darauf hinwirken, daß die erſchwerenden
Verpackungsvorſchriften für Poſtpakete
nach Perſien über Rußland beſeitigt werden.
Tatſache iſt, daß Poſtſendungen von Rußland aus nach
Perſien in Leinwand eingenäht, in Leder und auch in
ge=
wöhnlichen Kiſten verpackt ſeitens der ruſſiſchen
Poſtver=
waltung angenommen werden. Es haben alſo die Ruſſen
für die Ausfuhr nach Perſien nicht die ſtrengen
Vorſchrif=
ten, welche ſie dem Ausland gegenüber zur Anwendung
bringen.
Auf eine Umfrage der Eiſenbahndirektion Magdeburg
hat ſich die Handelskammer für die Beförderungvon
lüſſigen Brauereiabfällen in
Privatkeſ=
elwagen ausgeſprochen. Die Angelegenheit hat eine
erhebliche volkswirtſchaftliche Bedeutung, da Trockenhefe
nicht nur ein erſtklaſſiges Futtermittel iſt, ſondern nach
Anſicht Sachverſtändiger auch gegen Tierſeuchen als
Vor=
beugungs= und Heilmittel wirkt. Die gegenwärtige
Ver=
ſendung in Holzfäſſern iſt deshalb nicht lohnend, weil ſeit
dem neuen Branntweinſteuergeſetz für Abfallprodukte
ſei=
tens der Brenner nur noch 50 Pfg. pro Hektoliter gegen
früher 1 Mark bezahlt werden, und außerdem die Fäſſer
welche ungefähr ½ bis ½ des Gewichts der Sendung
be=
tragen, bei der Fracht voll mitbezahlt werden müſſen. Es
kommt auch vor, daß im Sommer bei großer Hitze infolge
ſtarker Gärung der Abfallprodukte die Fäſſer
auseinander=
getrieben werden und der Inhalt ausläuft.
Die Vorſtände des Neckarſchiffer=Frachtenvereins für
Neckarſteinach und Hirſchhorn haben ſich über die
Miß=
ſtände in der Schleppſchiffahrt auf dem
Neckar beſchwert. Die Klagen wurden der
Handels=
kammer Heilbronn zur Kenntnisnahme und mit der
Auf=
forderung zu gemeinſamem Vorgehen bekannt gegeben,
worauf in einem Antwortſchreiben die genannte
Handels=
kammer mitgeteilt hat, es ſei von Heilbronn und
Mann=
heim aus ſchon energiſch auf die
Kettenſchleppſchiffahrts=
geſellſchaft in Heilbronn eingewirkt worden. Beſſerung
ſtehe in Ausſicht. Sollte man aber in ſeinen
Erwartun=
gen getäuſcht werden, ſo ſei die Handelskammer
Heil=
bronn gerne bereit, mit der Handelskammer Darmſtadt
im Intereſſe der Neckarſchiffahrt zuſammenzuwirken.
Von der Handelskammer Altona ſind die
Ver=
kaufsbedingungen für Lieferung friſcher
Heringe von Altona=Hamburg überſchickt worden,
welche auf dem Bureau der Handelskammer eingeſehen
werden können.
Nach einer der Handelskammer von
wohlunterrichte=
ter Seite zugegangenen Mitteilung iſt vor der Anknüpfung
von Geſchäftsbeziehungen mit einem angeblichen
Pro=
eſſor German Hofman in Valparaiſo, Calle
Independencia 1156, zu warnen. Die Handelskammer iſt
in der Lage, nähere Mitteilungen zu machen.
Gerichtszeitung.
Prozeß Sternickel.
** Frankfurt a. d. O., 13. März. Unter
gro=
zem Andrange begann heute der Prozeß gegen den
Raubmörder Sternickel und Genoſſen. Die
An=
geklagten wurden in einem geſchloſſenen Wagen durch
eine Hinterpforte nach dem Gerichtsgebäude
transpor=
tiert. Der Zutritt zum Verhandlungsſaal war nur gegen
Karte geſtattet. Um 10 Uhr nahm die Verhandlung
ihren Anfang. Sternickel erſchien in ſchweren Feſſeln, zu
beiden Seiten ſcharf bewacht.
Nicht alle Schandtaten des Verbrechers werden zur
Er=
örterung gelangen, da die Unterſuchung darüber noch
nicht völlig abgeſchloſſen iſt. Es ſteht zunächſt der
drei=
fache Raubmord beiOrtwig vom 7. Januar d. J.
zur Verhandlung. Als der Mörder, der den Namen Otto
Schoen angenommen hatte, ſeinerzeit zum Tatort des
Verbrechens geführt wurde, unternahm er einen
Flucht=
verſuch, den aber die Gendarmen durch Drohung, zu
ſchie=
ßen, verhinderten. Der vorgebliche Otto Schoen wurde
in Ortwig ſofort einem eingehenden Verhör unterzogen,
wobei den Beamten auffiel, daß der eine kleine Finger
des Feſtgenommenen verkrüppelt war. Die Beamten
er=
innerten ſich, daß dieſes Merkmal auch auf den lange
ge=
uchten Raubmörder Sternickel paßte. Es wurde daher
auf dem ſchnellſten Wege die Meßkarte Sternickels aus
der Berliner Zentrale beſorgt, und deren Abdrücke und
Merkmale ſtimmten mit denen des angeblichen Otto Schoen
überein. Unter der Wucht dieſer Tatſachen legte der
Ver=
brecher ein Geſtändnis ab, daß er wirklich Sternickel ſei.
Eine Beteiligung an dem Raubmorde in Ortwig ſtellte
er aber zunächſt in Abrede, den hätten vielmehr vier ihm
unbekannte Männer verübt. Inzwiſchen hatte aber die
Berliner Kriminalpolizei, die auf die Mitteilung von dem
Kapitalverbrechen umfangreiche Streifen in den
Kaſchem=
men und Verbrecherlokalen veranſtaltete, in einem
Lo=
kale im Oſten Berlins drei junge Burſchen feſtgenommen
die ſich durch großes Geldausgeben und unvorſichtige
Redensarten verdächtig machten. Die Feſtgenommenen
waren der 20 Jahre alte Arbeiter Georg Kerſten, ſein
zwei Jahre jüngerer Bruder Willy Kerſten und der
21 Jahre alte Arbeiter Franz Schliewenz. Nach
einem eingehenden Verhör gaben ſie zu, daß Sternickel
ie in einer Berliner Herberge angeworben habe, um
einen reichen Gutsbeſitzer überfallen zu helfen. Sie gaben
die Beteiligung an der Tat auch zu, behaupteten aber,
daß die eigentlichen Mordtaten von Sternickel herrührten,
der nacheinander erſt den Mann, dann die Frau und dann
das Dienſtmädchen erdroſſelt habe. Nach der Tat hätten
ie von Sternickel jeder etwas über 100 Mark erhalten,
die ſie an einem Tage in Geſellſchaft von Proſtituierten
verbrauchten. Die drei genannten Arbeiter haben ſich
daher neben Sternickel unter der gleichen Anklage zu
ver=
antworten; die Verhandlung wird erſt das jeweilige Maß
der Schuld feſtſtellen.
Luftfahrt.
* Frankfurt a. M., 12. März. Der neue
Genstog=
inſpekteur des Militär=Luft= und Kraftfahrweſens,
Ge=
neralmajor v. Haeniſch, der Nachfolger des Generals
Lyncker, ſtattete heute den Eulerwerken in
Frank=
furt a. M. ſeinen erſten Beſuch ab und beſichtigte die
Fabrikanlagen, die Neukonſtruktionen für 1913 und die
Fliegerſchule.
Von der Fliegerſtation Darmſtadt waren
6 Offiziere auf ihren Euler=Doppeldeckern durch die Luft
nach Frankfurt a. M. gekommen, um ſich bei dem neuen
Generalinſpekteur zu melden. Die Flugzeiten betrugen:
Leutnant v. Mirbach mit Oberleutnant v. Babo (
In=
fanterie=Regiment Nr. 114) als Beobachter, 28 Minuten
in 1200 Meter Höhe; Leutnant Sommer mit Leutnant
Bauer (Infanterie=Regiment Nr. 113) als Beobachter,
31 Minuten in 800 Meter Höhe; Leutnant Reinhardt
mit Oberleutnant Moeller (Infanterie=Regiment 116)
als Beobachter, 28 Minuten in 900 Meter Höhe. Die drei
Flugzeuge langten kurz hintereinander glatt auf dem
Euler=Flugplatze. Nach dreiſtündigem Beſuche reiſten
die Herren auf ihrer Inſpektionsreiſe nach Darmſtadt,
Metz und Straßburg weiter.
* Frankfurt a. M., 13. März. Auf dem geſtrigen
Rückflug der Offizierflieger von Frankfurt a. M. nach
Darmſtadt erfüllte Leutnant v. Mirbach als Erſter und
erſter Offizierflieger die Bedingungen der nationalen
Flugſpende für den Einſtundenflug mit Paſſagier über
Land. Der Offizier flog mit ſeinem Euler=Apparat um
4 Uhr 15 Minuten von Frankfurt a. M. ab über
Wies=
baden, Biebrich und Mainz und landete 5 Uhr 20
Minu=
en glatt auf dem Trupenübungsplatz in Darmſtadt. —
Leutnant Sommer kehrte ebenfalls auf dem Luftwege
nach Darmſtadt zurück. — Leutnant Reinhardt
blieb in Frankfurt a. M., um geſtern abend im „
Frank=
furter Hof” einen Vortrag über ſeine Flugerlebniſſe vor
dem Großherzog von Heſſen und dem Frankfurter
Flug=
portklub zu halten.
Aus dem ungariſchen
Abgeordnetenhaufe.
* Peſt 13. März. (Ausführliche Meldung.) Da
die Oppoſition ihr Erſcheinen zu der heutigen Sitzung
angekündigt hatte und Lärmſzenen befürchtet
wur=
den, waren umfangreiche Vorkehrungen ſeitens der
Regierung und der Mehrheitsparteien getroffen worden.
Die Oppoſitionellen erſchienen um 9½ Uhr im
Abgeord=
netenhauſe in einer Gruppe von 60 Mann. Weitere 40
Mann hatten ſich einzeln eingefunden. Die
Oppoſitionel=
len ſowohl wie die Abgeordneten der Mehrheitsparteien
nahmen ſchon lange vor Eröffnung der Sitzung ihre
Plätze ein. Das Haus war dicht gefüllt. Präſident
Tisza erſchien nach 10 Uhr im Saale und eröffnete die
Sitzung. Es herrſchte lautloſe Stille. Als der Präſident
weiterſprechen wollte, erhob ſich der Abgeordnete Lovaszy
und begann ebenfalls zu ſprechen. Die Rechte übertönte
die Worte durch laute Proteſtrufe. Die Linke ſekundierte
Lovaszy durch ſtürmiſche Beifalls= und Eljenrufe. Der
Präſident verſuchte vergeblich, ſich durch Läuten Gehör
zu verſchaffen. Von den oppoſitionellen Abgeordneten
riefen die Angehörigen der Juſth=Partei der
Mehrheits=
partei fortwährend Schmähungen zu. Die Abgeordneten
der Koſſuth=Partei und der Volkspartei beteiligten ſich
nicht an den Lärmſzenen. Die Andraſſy=Gruppe war
über=
haupt nicht erſchienen. Nachdem Lovaszy, von deſſen
Rede auch nicht ein Wort zu verſtehen war, ſchließlich
en=
dete, ſprach der oppoſitionelle Abgeordnete Abraham. Auch
von den Worten Abrahams war nichts zu verſtehen.
Während er ſprach, ließ der Präſident wiederholt
abſtim=
men. Es handelte ſich dabei um die Ueberweiſung
ver=
ſchiedener Abgeordneter an den Immunitätsausſchuß.
Schließlich ſuspendierte Präſident Tisza unter
allgemei=
nem Lärm um 11 Uhr die Sitzung. Die Abgeordneten
blieben im Saale Die Oppoſitionellen lärmten weiter.
Einer von ihnen benutzte eine Automobilhupe. Schließlich
legte ſich der Lärm wieder; während lautloſe Stille
herrſchte, zog eine Polizeimannſchaft, geführt
vom Ober=Inſpektor Vawlik, in den Saal und nahm
rings um die Oppoſitionellen Aufſtellung. Es entſpann
ſich ein lebhafter Disput, wobei die Oppoſitionellen den
Polizeibeamten klarzumachen verſuchten, daß ihr
Vor=
gehen geſetzwidrig ſei. Pawlik las die Liſte jener
Abge=
ordneten vor, welche er auf Anordnung Tiszas aus
dem Saale zu führen habe. Es erhob ſich ein
ohrenbetäubender Lärm. Schließlich gab Julius Juſth
durch ein Zeichen zu erkennen, daß er zu ſprechen wünſche.
Er erklärte daß die Oppoſition das Vorgehen der
Majo=
rität für ungeſetzlich halte und daß es geſetzwidria ſei,
Ab=
geordnete durch die bewaffnete Macht aus dem Saale
ent=
ernen zu laſſen. Die Oppoſition werde auch weiter, wie
bisher, gegen das Vorgehen Tiszas und der
Mehrheits=
parteien proteſtieren und keinen auf ſo geſetzwidrige Art
zuſtandegebrachten Beſchluß anerkennen. Hierauf zog die
Oppoſition unter Beſchimpfungen gegen den
Mi=
niſterpräſidenten Lukacs und den Vräſidenten Tisza aus
dem Saale. um im Klublokal der Volkspartei eine
Verſammlung abzuhalten.
Nachdem die Oppoſition den Saal verlaſſen hatte,
er=
öffnete Präſident Tisza wieder die Sitzung. Er erklärte,
die Oppoſition habe die Verhandlungen wieder
unmög=
lich machen wollen. Er ſei wieder gezwungen geweſen,
die bewaffnete Macht in Anſpruch zu nehmen. Das Haus
ſtimmte dem Vorgehen des Präſidenten einſtimmig zu
Hierauf begann das Haus die Verhandlung über die
Ge=
ſchäftsordnungsreform. Der Immunitätsausſchuß hielt
inzwiſchen um ½12 Uhr eine Sitzung ab, um die ihm
überwieſene Angelegenheit von zehn oppoſitionellen
Ab=
geordneten zu verhandeln. Der Ausſchuß beſchlo
zu
beantragen, das Haus möge die Abgeordneten Lovaszy
und Abraham aus je 15. die anderen acht Abgeordneten
aus zehn Sitzungen ausſchließen.
Vermiſchtes.
* Ein „deutſchvölkiſcher
Jugendver=
band” Um der deutſchvölkiſchen Sache eine größere
Stoßkraft verleihen und den deutſchvölkiſchen Gedanken,
ſowie das Stammesbewußtſein unter der deutſchen
Ju=
gend nach Kräften wecken und fördern zu können, iſt in
Berlin in aller Stille anſtelle des in den Vaterländiſchen
Schriftenverband aufgegangenen deutſchen
Jugendverban=
des ein neuer deutſchvölkiſcher Jugendverband
gegrün=
det worden. — Zweck des Verbandes iſt, in
allenddeut=
ſchen Städten deutſchvölkiſche Jugendbünde
aller Art zu gründen und ſchon auf derſelben Grundlage
gegründete Bünde unter dem Verband zu einem Ganzen
zuſammen zu ſchließen. — Bedeutende Männer
natio=
naler Richtung haben ihre Unterſtützung zugeſagt. — Alle
deutſchvölkiſchen Frauen und Männer, welche helfen
wollen, und alle auf deutſchvölkiſcher Grundlage
beſtehen=
den Jugendbünde, die den Anſchluß an den Verband
wünſchen, ſowie geldunterſtützende Freunde und Gönner
werden gebeten, ſich unter „Vaterland” bei der
Geſchäfts=
ſtelle dieſes Blattes zu melden.
— Internationale Baufach=
Ausſtel=
lung mit Sonderausſtellungen Leipzig
1913. In den Induſtriehallen der Internationalen
Bau=
fach=Ausſtellung ſind nunmehr Plätze für 1 560000 Mark
belegt. Trotzdem hält das Intereſſe der beteiligten Kreiſe
immer noch an, und es iſt keine Frage, daß auch das
letzte Plätzchen auf der Ausſtellung verkauft wird. In den
letzten Tagen hat die Nachfrage beſonders angezogen. Die
Entſpannung der politiſchen Lage mag dazu nicht
un=
weſentlich beigetragen haben. Aengſtliche Gemüter, die
bisher wegen der Kriegsgefahr zurückgehalten haben,
faſ=
ſen jetzt viel raſcher ihre Entſchließungen. Alle Branchen
des Bau= und Wohnweſens ſind ausgiebig vertreten
Man kann daher heute ſchon ſagen, daß die Baufach=
Aus=
ſtellung auch auf dem rein induſtriellen Gebiete durchaus
die Erwartungen erfüllt, wenn nicht ſogar übertroffen hat.
— Taifunverheerungen auf den
Pa=
lauinſeln bilden den Gegenſtand zweier amtlicher
Be=
richte, die in der neueſten Ausgabe des Deutſchen
Kolo=
nialblattes veröffentlicht werden. Der Verluſt an
Men=
ſchenleben iſt glücklicherweiſe gering, da nur ein Japaner
und ein Palaumann auf einem Boot umgekommen ſind.
Um ſo größeren Schaden hat der Taifun in den
Ortſchaf=
ten und auf den Plantagen der Eingeborenen angerichtet.
Auch die Miſſionsbauten in Malegeok und Eimelik ſind
vollſtändig zerſtört, dagegen kam die Regierungsſtation
inſofern glimpflich davon, als die Hauptgebäude ſtehen
blieben. Manche Inſeln ſind in ihrem Beſtande durch
den Taifun ſtark verkleinert worden. So hat z. B. die
Flutwelle gut ein Viertel der Inſel Kaijangl vollſtändig
weggeſpült, und von den im Oſten vorgelagerten kleinen
Inſeln blieb nichts weiter übrig, als die nackten Korallen
felſen. Betreffs der Ernährung wird trotz der
Vernich=
tung großer Kokosnußbeſtände eine allgemeine Notlage
nicht eintreten. Soweit die Chamorros und die
Pona=
peſen Unterſtützung bedürfen, iſt vom Bezirksamt in Jap
das Erforderliche veranlaßt worden.
Literariſches.
— Faſt allgemein hat ſich in Kreiſen der Familien
Gewerbetreibenden, Reiſenden, Hoteliers Cafetiers das
Bedürfnis geltend gemacht, an Stelle der koſtſpieligen
und unhandlichen Adreßbücher einen billigen und
prak=
tiſchen Erſatz zu ſchaffen. Für Frankfurt a. M. iſt dieſe
Aufgabe vom Volkswirtſchaftlichen Verlag in geradezu
glänzender Weiſe gelöſt worden. Das ſoeben erſchienene
Frankfurter Taſchen=Adreßbuch koſtet nur
1 M. und bietet durch ſeine praktiſche Anordnung die
Mög=
lichkeit ſofortiger Orientierung über die Adreſſen aller
Firmen und Geſchäftsleute uſw. aus Frankfurt und
Um=
gebung, einſchließlich Offenbach.
— Schloß Peleſch und ſeine
Bewoh=
ner. Von Paul Lindenberg. Mit etwa 250
Illuſtrationen, darunter Originalaufnahmen der
Prin=
zeſſin Maria von Rumänien und der Prinzeſſin Sophie
zu Wied, ſowie Originalzeichnungen von Dora Hitz, Emil
Limmer, Hans Rud. Schulze u. a. Elegant gebunden
12 M. Berlin C. 19, Otto von Holten. Ein neues
Prachtwerk von ganz eigenartiger Bedeutung und von
bleibendem Wert. Hier handelt es ſich nicht etwa um die
trockene Schilderung eines vielumfaſſenden Schloßbaues
ſondern um eine Reihe farbenfroher und feſſelnder
Bil=
der, die uns in glänzendem Rahmen außerordentlich viel
des Eigenartigen und Unbekannten geben. Im Schutze
gewaltiger Gebirgsrecken der Karpathen erhebt ſich nahe
Sinaia, gleich einem phantaſtiſchen Märchengebilde,
Schloß Peleſch, der Sommerſitz der rumäniſchen
Königs=
familie, und bezaubert jeden, der in ſeinen romantiſchen
Bann gerät. Ueber dreißig Jahre hat es gewährt, bis
König Carol, der Hohenzoller, dieſem Bau ſeine heute
abgeſchloſſene äußere und innere Geſtaltungg gab in einer
Schönheit und Vollendung, wie man auch nur Aehnliches
nicht zumz weiten Male auf dem Erdball finden dürfte.
Es war zu verſtehen, daß der deutſche Kronprinz, der im
Frühling 1909 in dieſem Schloß weilte, es als ein
Zau=
berſchloß bezeichnete, das auf ihn den tiefſten und unver
geßlichſten Eindruck gemacht. Von dem Schloß ſelbſt
wußte man bisher nur wenig, und wir müſſen es dankbar
begrüßen, daß es uns jetzt in Wort und Bild auf das
getreueſte vor Augen geführt wird. Paul Lindenberg, der
ſich durch ſeine Reiſewerke und ſeine ſonſtige umfaſſende
literariſche Tätigkeit einen bekannten Namen weit über
Deutſchlands Grenzen hinaus erworben, erzählt uns in
anziehendſter Weiſe vom Schloſſe und ſeinem reichen
In=
halt, gleichzeitig ein feſſelnd Stück neuerer Geſchichte
ge=
bend, einen maleriſchen Ausſchnitt Kultur= und
Völker=
lebens. Auch mit den königlichen Bewohnern und deren
Gäſten werden wir vertraut gemacht. Der Verlag von
Otto von Holten in Berlin hat dies Werk auf das
wür=
digſte ausgeſtattet. Unter den 250 Illuſtrationen befinden
ſich außerordentlich reizvolle Originalaufnahmen der
Kronprinzeſſin von Rumänien und der Prinzeſſin Sophie
zu Wied, neben Originalzeichnungen hervorragender
Künſtler.
Henrik Ibſens Peer Gynt. In freier
Ueber=
tragung für die deutſche Bühne geſtaltet, mit Epilog und
Randbemerkungen von Dietrich Eckart. Buchſchmuck
von A. Reich, München. Verlag Herold, Berlin=Steglitz,
4 M., geb. 5 M. — Peer Gynt iſt an ſinnlichem Glanze
allen anderen Werken Ibſens überlegen, es ſteht an Be
deutung der Konzeption ebenbürtig neben Goethes
„Fauſt”. In der Eckartſchen Uebertragung kommt der
ganze Glanz des Werkes zur Geltung, mit all ſeiner
nai=
ven Tiefe und Lebendigkeit. Man glaubt, vollendete
deutſche Original=Poeſie zu leſen.
Hans Much Zwei Tage vor
Damas=
kns. Verlag von E. Ungleich, Leipzig. Broſch. 2.20 M.,
geb. 2,80 M. Der bekannte Hamburger Immunitäts= und
Tuberkuloſeforſcher Much zeigt ſich uns in obiger
Erzäh=
lung als ein ſeltenes Talent. Er ſchildert uns mit
packen=
den, treffenden Worten die Zeit der erſten Ausbreitung
des Chriſtentums unter ſeiner Führung beſuchen wir die
prunkvollen, ſinnberauſchendden Heidenfeſte ebenſo wie die
heimlichen Zuſammenkünfte der Anhänger der neuen
Lehre und die Heimſtätten der Juden. In dieſe Welt des
Zwieſpalts tritt plötzlich Saulus, ein fanatiſcher Eiferer
der mit Feuer und Schwert die Anhänger Chriſti
aus=
rotten will.
— Arndts Werke. Auswahl in zwölf Teilen,
in 4 Bänden herausgegeben, mit Einleitungen und
An=
merkungen verſehen von Auguſt Leffſon und Wilhelm
Steffens. Deutſches Verlagshaus Bong u. Co. in
Ber=
lin W. 57. Die äußere und innere Geſchichte faſt eines
ganzen Jahrhunderts ſpiegelt ſich in Arndts langem
Le=
ben. Es iſt Zeit, daß der Dichter und Kämpfer wieder
allgemein geleſen und bekannt wird, und die obenge
nannte vortreffliche Ausgabe der Goldenen Klaſſiker
Bibliothek kommt dieſem Bedürfnis zur rechten Zeit
ent=
gegen. Hier finden wir in vier Bänden die Früchte eines
geſegneten Lebens vereinigt: ſeine Gedichte, und zwar
neben den allbekannten patriotiſchen wie „Der Gott, der
Eiſen wachſen ließ” auch ſolche perſönlichen und
idylli=
ſchen Inhalts; die politiſchen Schriften, allen voran das
köſtliche Dokument „Geiſt der Zeit” dazu die Märchen
und Kindergeſchichten und die wundervollen
Darſtellun=
gen aus dem eigenen Leben. All dies iſt von den
Heraus=
gebern durch Einleitungen und Anmerkungen
aufſchluß=
reich kommentiert worden, während das Leben ſelbſt im
Zuſammenhang von Wilhelm Steffens feſſelnd und
be=
lehrend dargeſtellt wird. Beilagen in Kunſtdruck und
Textbilder ergänzen den Inhalt in willkommener Weiſe;
die bekannten Vorzüge der Goldenen Klaſſiker=Bibliothek:
großer Druck, holzfreies Papier, geſchmackvolle Einbände
ſind auch hier wieder zu loben. So hoffen wir denn, daß
dieſes Werk, von dem jeder Band nur 2 M. koſtet, dazu
beitragen wird, Ernſt Moritz Arndt aufs neue zu einem
Lieblingsſchriftſteller ſeines Volkes zu machen.
— Im Verlage von Johs. Ibbeken in Schleswig
er=
ſcheint ſeit Anfang dieſes Jahres das Jahrbuch für
Verkehrswiſſenſchaften in vier
Quartalshef=
ten, deſſen erſtes uns vorliegt. Die Darbietungen laſſen
er=
kennen, daß das Jahrbuch die Grundlagen der modernen
Verkehrsbedürfniſſe geſchichtlich entwickeln und ſie
ſo=
wohl vom Standpunkt der Staatsverwaltungen wie der
Allgemeinheit beleuchten will, und daß es weiter den
Ausbau der Verkehrsgebiete und ihrer Einrichtungen zu
verfolgen und die Entwickelungsmomente ſcharf zu
er=
faſſen ſtrebt. Die einzelnen Gebiete ſind gleichmäßig
durch grundlegende kritiſch informierende und poſitiv
auf=
bauende Darbietungen behandelt. Wenn die folgenden
Hefte des Jahrbuchs halten, was das Heft 1 verſpricht,
werden ſie der Verkehrswiſſenſchaft als eine Quelle flies
ßen. aus der alle Diſziplinen, die ſich mit Verkehrsfragen
befaſſen, ſchöpfen können. Die typographiſche
Ausſtat=
tung entſpricht dem ernſten Charakter des Werkes.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* London, 12. März. Die Weſtminſter Gazette
ſchreibt: Einige deutſche Blätter ſagen, daß die Schlüſſel
der Situation in britiſchen Händen lägen. Das iſt vielleicht
ein zu großes Kompliment für uns, aber wir können
nach=
drücklich betonen, daß, ſoweit wir Einfluß beſitzen, wir ihn
rückhaltlos gebrauchen werden, um der wahnſinnigen
Idee eines Präventivkrieges zu ſteuern. Wenn
Frankreich wirklich eine europäiſche Verſchwörung gegen
Deutſchland ausheckte, die unſere und Rußlands
Zuſtim=
mung bedürfte, für einen Krieg, von dem General
Bern=
hardi geträumt, ſo können wir die abſolute Verſicherung
abgeben, daß wir keinerlei Anteil daran nehmen würden.
Wir freuen uns, die Franzoſen als unſeren Freund
be=
trachten zu können, aber wenn unſere Freunde eines
ſol=
chen Wahnſinns fähig wären, wäre es unſere
Freundes=
pflicht, ſie zurückzuhalten und nicht aufzuhetzen. Natürlich
halten wir dieſe ganze Panik für grundlos. Aber die
Ver=
ältniſſe in Europa ſind ſo, daß wir nichts tun dürfen,
was falſche Beſorgniſſe oder falſche Erwartungen erwecken
önnte, ſondern müſſen unermüdlich und unentmutigt für
die Entſpannung zwiſchen Tripel=Entente
und Dreibund wirken, die heute Europa am meiſten
not tut und deren Durchführung die ſtärkſte Sicherheit für
den Frieden ſein würde,
Die Demobiliſierung.
* Wien, 12. März. Ein amtliches Communigué
be=
agt: Die Petersburger Telegraphen=Agentur
veröffent=
licht im Anſchluſſe an das geſtern zur Ausgabe gelangte,
zwiſchen der öſterreichiſch=ungariſchen und
der ruſſiſchen Regierung vereinbarte
gleichlau=
tende Communigué einen ergänzenden Paſſus. Die
Aufnahme dieſes in der bezüglichen Vereinbarung der
beiden Kabinette nicht inbegriffenen Paſſus in dem im
Einvernehmen publizierten Text des Communiqués wurde
ſeitens Oeſterreich=Ungarns ſchon aus dem Grunde für
unnötig befunden, weil unſere politiſche Haltung
gegen=
über unſerem ſüdlichen Nachbarn nicht erſt aus den bei
bem gegenwärtigen Anlaß gepflogenen Erörterungen ſich
ergab. Es braucht in dieſer Richtung nur darauf
hinge=
wieſen zu werden, daß Graf Berchtold ſchon am 5. November
vorigen Jahres vor dem kompetenten Forum der
Dele=
gationen die Erklärung abgab, daß die Monarchie bereit
ſei, eine Grundlage zu dem dauernden, freundſchaftlichen
Einvernehmen mit den Balkanſtaaten zu ſchaffen.
Oeſterreich und Serbien.
* Wien 12. März. Der ſerbiſche Geſandte
in Wien, Jowanewitſch, der heute von Belgrad nach
Wien zurückgekehrt iſt, ſagte einem Vertreter der Neuen
Freien Preſſe folgendes: Die ſerbiſche Regierung
iſt beſtrebt, durch Tatſachen zu beweiſen, daß ſie die guten
Beziehungen zur Monarchie zu verbeſſern wünſcht.
Man iſt im Zuge, die Bedingungen vorzubereiten, unter
denen die Wünſche Serbiens realiſiert werden können und
die darauf abzielen, die Beziehungen zu Oeſterreich=
Un=
garn immer beſſer zu geſtalten. Wenn die ſerbiſche
Re=
gierung Truppen nach Skutari ſchickt, ſo tut ſie nichts an
deres, als daß ſie die elementarſte Bundespflicht erfüllt.
Das Schickſal der Stadt Skutari wird auf der Londoner
Botſchafterréunion entſchieden. Bevor jedoch die
Entſchei=
dung nicht endgültig iſt, haben die Montenegriner das
Recht, an der Realiſierung ihres Wunſches zu arbeiten.
Rumänien und Bulgarien
Petersburg, 12. März. Der hieſige bulga
riſche Geſandte erhielt ein Memorandum ſeiner
Re=
gierung über den Konflikt mit Rumänien. In
dem Memorandum, das der Geſandte der
Botſchafterkon=
ferenz überreichen wird, wird feſtgeſtellt, daß Bulgarien
zwecks Aufrechterhaltung guter nachbarlicher Beziehungen
zu Rumänien geneigt ſei, die Feſtungswerke von Siliſtria
zu ſchleifen mit der Verpflichtung, keine Befeſtigung an
der Grenze mehr anzulegen, ferner 10 Kilometer Küſte am
Schwarzen Meer bis zur Kartalabucht abzutreten und
Ru=
mänien in den eroberten Gebieten kirchliche und
Schul=
autonomie anzubieten. Zu weiteren Konzeſſionen könne
ſich Bulgarien nicht verſtehen. In einem von Rumänien
den Botſchaftern überreichten Memorandum wird erklärt,
daß Rumänien auf die Abtretung Siliſtrigs unmöglich
verzichten könne. In ruſſiſchen diplomatiſchen Kreiſer
hofft man, daß die Konferenz ein Kompromiß finden
wird.
Die Vermittelung der Mächte.
* Berlin, 12. März. Die deutſche Gruppe der
Interparlamentariſchen Union
tagte im
Reichstagsgebäude unter dem Vorſitz des Abg. Eickhoff
und faßte einſtimmig den folgenden Beſchluß: Die deutſche
Gruppe der Interparlamentariſchen Union ſpricht ihre leb
hafte Befriedigung darüber aus, daß es dank der
Ein=
mütigkeit der europäiſchen Großmächte gelang,
eine Ausdehnung des Balkankrieges über ganz Europa zu
verhindern, und daß ihre uneigennützigen Bemühungen
vorausſichtlich dahin führen werden, die politiſchen
Ver=
hältniſſe auf der Balkanhalbinſel in Uebereinſtimmung mit
den allgemeinen Intereſſen der Bevölkerung dieſer
Länder=
in einer Weiſe zu regeln, die eine dauernde
Beruhigung=
verſpricht. Die deutſche Gruppe drückt daher den Wunſch
aus, daß die Bemühungen der Großmächte
eif=
rig fortgeſetzt werden und zum Abſchluß eines
end=
gültigen Friedensvertrages führen mögen. Zugleich drückt
die deutſche Gruppe ihre aufrichtige Genugtuung und
Freude darüber aus daß die Beziehungen zwiſchen
Groß=
britannien und Deutſchland, zwiſchen ihren Regierungen
und Völkern aus dieſem Anlaß ſich ſo friedlich geſtaltet
haben.
* London, 13. März. Die Times ſchreibt: Die
un=
bedingte Annahme der Vermittelungsvorſchläg
der Mächte durch den Balkanbund muß erwartet
wer=
den. Die Mächte hätten der Türkei gegenüber die
Ver=
mittelung auf anderer Grundlage abgelehnt. Die
Verbün=
deten wüßten ſchon, daß die Mächte nicht die Abſicht hätten,
in der Vermittelung die Rolle von Zwiſchenträgern oden
Laufjungen zu ſpielen. Das Blatt fährt fort: Wir
ver=
trauen darauf, daß die Verbündeten nach reiflicher
Ueber=
legung ſich klar machen werden, daß es ſchädlich ſein
würde, die unbedingte Annahme der Anregungen eines
einigen Europas hinauszuſchieben. Alle Mächte ohne
Ausnahme, ſowohl die Nationen wie die Regierungen,
empfinden nachgerade, daß die Balkanfrage einem
euro=
päiſchen Skandal gleichkomme, ſie enthalte keine Gefahr
mehr für den europäiſchen Frieden, aber ſie laſſe die Welt
nicht zur Ruhe kommen, und auf dieſe Weiſe iſt ſie ebenſo
ein europäiſcher Unfug wie ein europäiſcher Skandal. Der
Unfug muß unterdrückt, der Skandal beſeitigt werden.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſagte nur die
Wahr=
heit, wenn ſie erklärte, daß die Verſtändigung zwiſchen
Oeſterreich=Ungarn und Rußland dankbar willkommen
ge=
heißen werde und das Vertrauen ſtärke, daß die
vereinig=
ten Bemühungen der Mächte die wenigen noch beſtehenden
Hinderniſſe beſeitigen werden.
* Sofia 12. März. Da einer der Verbündeten
einige Formänderungen verlangte, iſt die Ueberreichung
der Antwort des Balkanbundes auf den
Mediations=
vorſchlag der Mächte auf den Freitag vertagt
worden
— Athen, 12. März. Dem Verlangen
Grie=
chenlands entſprechend wird in der Antwort der
Balkanſtaaten auf den Mediationsantrag die
Be=
dingung enthalten ſein, daß die Pforte ſich ſchon jetzt
ver=
pflichte, die Rechte der in der Türkei lebenden Untertanen
der Balkanſtaaten ſicherzuſtellen und an der religiöſen und
nationalen Grundlage der unter türkiſcher Herrſchaft
ver=
bleibenden Stammesgenoſſen der Balkanſtaaten nicht zu
rütteln.
Belgrad 12. März. In der ſerbiſchen
Antwort auf den Mediationsantrag der Mächte wird
die Mediation angenommen, aber gleichzeitig erklärt, der
Balkanbund behalte ſich dennoch volle Freiheit in den
Ver=
handlungen vor. Die Hauptbedingungen ſind: Uebergabe
Adrignopels und Skutaris, ſowie die Zahlung einer
Kriegsentſchädigung in Höhe der zu übernehmenden tür=,
kiſchen Staatsſchuld
Der irrende Kreuzer.
* Belgrad, 12. März. Das Preßbureau teilt mitt
Nach der Beſchießung von Durazzo die gegen Mittag
erfolgte, erſchien die „Hamidieh” vor St. Giovanni
di Medua und beſchoß auch dieſe Stadt. Der angerichtete
Schaden iſt unbekannt. Von da aus nahm das Schiff die
Richtung auf Bari in Italien, wo es um 4 Uhr nachmittags
zehn Meilen vor dem Hafen geſehen wurde. Die weitere
Fahrt des Kreuzers iſt unbekannt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 13. März. Der Bundesrat hat den
zuſtändigen Ausſchüſſen den Entwurf eines Geſetzes über
die Errichtung eines Kolonialgerichtshofes, das
Abkom=
men zwiſchen Deutſchland und Italien über die
Arbeiter=
verſicherung, den Entwurf einer Bekanntmachung,
be=
treffend Befreiung von der Verſicherungspflicht nach dem
§ 1232 der Reichsverſicherungsordnung, die Vorlage
be=
treffend Ausführung des § 385 des Verſicherungsgeſetzes
für Angeſtellte und die Vorlage betreffend Aenderung der
Vorſchriften zur Bekämpfung des Ausſatzes überwieſen.
Dem Antrag auf Ernennung des Vorſitzenden der
Beruf=
ungskommiſſion für die Kaliinduſtrie wurde zugeſtimmt.
Ein Antrag betreffend Muſterſatzungen für Krankenkaſſen,
die Vorlage betreffend Genehmigung einer Tſingtau=
Stiftung zur Verbreitung der deutſchen Kultur in China
und der Entwurf einer neuen Dienſtanweiſung über die
Einziehung und Verrechnung der für die Geſchäfte des
Reichsgerichts in Anſatz kommenden Koſten wurden
ange=
nommen
* Berlin, 13. März. Der Miniſter des Innern gibt
bekannt, daß er für die Wahlen zur 22. Legislaturperiode
des Hauſes der Abgeordneten als
Wahl=
termin feſtaeſetzt hat, für die Wahl der Wahlmänner
den 16. Mai, für die Wahl der Abgeordneten den 3. Juni
dieſes Jahres. Wo infolge der Vornahme der
Abſtim=
mung in der Form der Friſt= oder Gruppenwahl die
enge=
ren Wahlen an den bezeichneten Tagen nicht durchgeführt
werden können, haben dieſe Wahlen an dem dafür
ander=
weit feſtzuſetzenden Wahltagen ſtattzufinden. mit der
Maßgabe, daß die Wahlen der Wahlmänner ſpäteſtens am
28. Mai, die Wahlen der Abgeordneten ſpäteſtens am
9. Juni abgeſchloſſen werden.
* Berlin, 13. März. Laut Mitteilung des
Polizeiprä=
ſidiums hat die Unterſuchung in dem Inſtitut für
Infek=
tionskrankheiten unzweideutig ergeben, daß es ſich bei
dem am 20. Februar getöteten Hunde um Tollwut
gehandelt hat. Der Beſitzer des Hundes iſt an leichten
Lähmungserſcheinungen erkrankt, die nach den neueſten
Forſchungen als durch die Schutzimpfung abgeſchwächte
Tollwuterſcheinungen anzuſehen ſind.
* Leipzig, 13. März. Vor dem Strafſenat des
Reichs=
gerichts begann heute vormittag der
Spionagepro=
zeß gegen den Kaufmann und ehemaligen Lehrer
Nau=
oks aus Wiliſcheken im Kreiſe Tilſit. Der
Ange=
klagte, der zuletzt auf der Werft von Blohm und Voß
an=
geſtellt war, iſt verdächtia des Diebſtahls, ſowie des
voll=
endeten und verſuchten Verbrechens gemäß dem § 1 des
Spionagegeſetzes. Ihm wird zur Laſt gelegt, bei der
Firma Blohm und Voß Bücher, Zeichnungen, Pläne und
Schriften, die der Firma und dem Reichsmarineamt
ge=
hören, geſtohlen und dieſe geheimzuhaltenden Dinge in
Paris und anderen Orten des Auslandes an auswärtige
Regierungen teils verraten, teils verſucht zu haben, ſie zu
verraten. Dafür hat er erhebliche Geldſummen erhalten.
Die Oeffentlichkeit iſt ausgeſchloſſen, 18 Zeugen und
Sach=
verſtändige ſind erſchienen.
* Rom, 13. März. Der König hat heute vormittag
den neuernannten Botſchafter des Deutſchen Reiches,
v. Flotow, in feierlicher Antrittsaudienz empfangen.
Die Audienz trug einen außerordentlich herzlichen
Cha=
rakter.
* Rom, 13. März. Der Papſt verbrachte die Nacht
gut. Die Beſſerung im Befinden hält an.
* Ottawa, 12. März.
Premierminiſter Borden
wandte ſich heute nachmittag gegen die Angriffe der
Oppoſition auf Herrn Churchill wegen der
Denk=
ſchrift, die Borden am Montag dem Hauſe vorgeleſen
hatte. Borden vertritt die Anſicht, daß ein
Kolonial=
premierminiſter das Recht habe, die Behörden im
Mutter=
lande um Rat zu fragen, und übernimmt die volle
Ver=
antwortung dafür, daß er es getan habe.
— Pinne, 13. März. Von den zwei ſchulpflichtigen
Brüdern eines Privatförſters brach der jüngere beim
Be=
treten des Eiſes eines Sees ein. Der ältere wollte ihn
retten, wobei beide ertranken.
— Boſton, 13. März. Als der Sarg des Admirals
Joſeph Eaton, der ſich im ſpaniſch=amerikaniſchen Krieg
auszeichnete, in der Kirche aufgebahrt war und ein
Trauer=
gottesdienſt abgehalten wurde, erſchienen Detektive und
verboten die Beerdigung, angeblich wegen
Giftmord=
verdachts. Die Witwe erklärte weinend, ſie habe ſeit
Jahren befürchtet, daß man ihr eine ähnliche Tat
zu=
ſchreibe, wenn ihr Mann ſterben ſollte. Jeglicher Verdacht
ſei aber grundlos.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Heute nachmittag 5½ Uhr verſchied ſanft
nach langem, qualvollem Leiden unſer guter
Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel
Wilhelm Funck
Grossh. Güterverwaltungsvorsteher i. P.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Anna Döring Witwe, geb. Funck,
Friedrich Funck u. Familie.
Darmſtadt, den 12. März 1913. (B6265
Die Beerdigung findet Samstag, den 15. ds.
Mts., nachmittags 4 Uhr, vom Portale des
Darmſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen uns ſo wohltuenden Beweiſe
herzlicher Teilnahme bei dem Hinſcheiden meiner
lieben Gattin, unſerer unvergeßlichen Mutter, Groß=
(6253
mutter, Schwiegermutter und Tante
Frau Katharina Krug
geb. Gouterolf
ſprechen wir auf dieſem Wege Allen unſeren
innig=
ſten Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
J. Krug, Betriebs-Werkmeister i. P.
Darmſtadt, den 13. März 1913.
Gottesdienſtliche Anzeige.
Stadtkapelle. Freitag, 14. März, abends 8 Uhr:
Paſſionsandacht. Pfarrer Beringer.
Gsitesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 14. März:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 15 Min.
Samstag, den 15. März:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
7 Uhr 10 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 15. März:
Vorabend 5 Uhr 55 Min. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
4 Uhr. Sabbatausgang 7 Uhr 15 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 16. März, an:
Morgens 6 Uhr 15 Min. Nachmittags 6 Uhr.
NB. Donnerstag, den 20. März:
Faſttag T. Esller.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das kontinentale Hochdruckgebiet verflacht ſich,
be=
herrſcht aber immer noch unſere Witterung. Im hohen
Norden ziehen ſtarke Depreſſionen ſchnell in weſtöſtlicher
Richtung vorüber. Wir befinden uns auf der Grenze
zwi=
ſchen hohem und tiefem Druck, ſo daß wir bei meiſt
weſt=
lichen Winden vielfach wolkiges, doch trockenes Wetter
ha=
ben. Die Tagestemperaturen haben ſich weſentlich
geän=
dert, doch trat heute nacht in unſerem Bezirk vielfach
leichter Froſt ein. Ein kleines Teiltief wird uns heute
vorübergehend beeinfluſſen, doch haben wir morgen keine
Aenderung des Wetters zu erwarten.
Ausſichten für Freitag, 14. März: Wechſelnd
be=
wölkt, meiſt trocken, mild, weſtliche Winde.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (außer Abonnement), Anfang
7½ Uhr, Ende 10 Uhr: „Die fünf Frankfurter”
Vorſtellung um 8½¼ Uhr im Orpheum.
Hauptprüfung und Konzert der Profeſſor Ph.
Schmittſchen Akademie für Tonkunſt im Saalbau.
Generalverſammlung des Ortsgewerbevereins
um 8½ Uhr im Reſtaurant Sitte.
Konzerte: Hotel Heß um 3 und 8 Uhr. —
Bürger=
keller um 8 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Uniontheater (Kunſtlichtſpiele), Rheinſtraße 6.
Reſidenztheater (am weißen Turm): Vorſtellungen
von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage Expedition
Rhein=
ſtraße 23): Die Unglücksſtelle des Berliner
Automobil=
verbrechens; ein montenegriniſches Belagerungsgeſchütz
vor Skutari; Vorführung von Waſſerflugzeugen vor dem
deutſchen Kaiſer in Wilhelmshaven; Leipzig im Zeichen
der Reklame.
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10—2 und von 6—9½ Uhr, Sonntags von 11—1 und
von 5—9 Uhr. Büche rausgabe findet ſtatt an jedem
Wochentage von ½11 bis ½1 Uhr und abends von
6 bis 9½ Uhr.
Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Amtliche Nachrichten des Grofh. Pollzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 2 Pinſcher, 1 Dachshund, 1 Jagdhund.
1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um
(6279
10 Uhr, ſtatt.
Untz= und Brennholz=Verſteigerung Nr. 13.
(Stadtwald.)
Montag, den 17. März I. Js., vormittags ½9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier verſteigert:
I. Forſtwartei: Städtiſche Danne (Forſtwart Ahlheim)
das Nutzholz aus den Diſtrikten: Unter dem Bahnhof (33, 34),
Bürgerſchlag (30, 31, 32), Landwehr (7) und verſchiedenen Diſtrikten,
und zwar:
Stämme: Kiefern I. Kl. — 1 Stück — 2,14 fm
6 „ — 8,21 „
II. „
„ III. „ — 44 „ — 43,59 „
IV. „ — 21 „ — 14,91 „
Fichten III. „ — 1 „ — 1,02 „
2,29
II. „ — 60
Derbſtangen!
II. Forſtwartei: Beſſunger Tanne (Forſtwart Geriſch)
das Nutzholz aus den Diſtrikten: Maitanne (31), Pelz (47), ſowie
das Nutz= und Brennholz aus den Diſtrikten Eichbaumeck (37),
Kaiſer=
ſchlag (12) und verſchiedenen Diſtrikten, und zwar:
Stück — 7,38 fm
Stämme: Kiefern II. Kl. —
III. „ — 23 „ — 14,— „
IV. „ — 12 „ - 6,12 „
7
1
— 1,55 „.
V.
Kiefern: Scheiter 133 rm, Knüppel 434 rm, Reiſigknüppel
218 rm, Stöcke 65 rm (fein), 130 rm (grob).
Das Brennholz hat die laufenden Nummern 211—794.
Unter=
ſtrichene Nummern kommen nicht zur Verſteigerung.
Stammholz=
verzeichniſſe ſind bei den oben genannten Forſtwarten zu haben. In
den beiden Tannen finden weitere Verſteigerungen nicht mehr ſtatt.
(5886of
Darmſtadt, den 7. März 1913.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Bekanntmachung.
Die am 10. und 11. März in
Roßdorf abgehaltene
Holzver=
ſteigerung iſt genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können vom
18. März an abgeholt werden.
Ober=Ramſtadt, 12. März 1913.
Großherzogliche Oberförſterei
Ober=Ramſtadt.
(6285
Daab.
Oel=Lieferung.
Die Anlieferung von ca. 8000 kg
Fußbodenöl ſoll vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, während der
Dienſt=
ſtunden offen.
Die Verdingungsunterlagen
wer=
den nach auswärts nicht verſandt.
Angebote ſind bis
Mittwoch, 26. März 1913,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(6206df
Darmſtadt, 12. März 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Die Anfertigung
von Tiſchen, Schränken u.
zwei=
ſitzigen Zeichentiſchen für die
ſtädtiſchen Schulen ſoll vergeben
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
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dingungen liegen bei dem
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zeichneten Amte, Grafenſtraße Nr. 30,
Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 20. März 1913,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(625ta
Darmſtadt, 12. März 1913.
Stadtbauamt.
Burbaum.
Bekanntmachung.
Die am 8. ds. Mts. abgehaltene
Holzverſteigerung iſt genehmigt.
Vom 15. ds. Mts, ab können die
Abfuhrſcheine bei den
betreffen=
den Kaſſenſtellen in Empfang
ge=
nommen werden.
Die Ueberweiſung erfolgt am
17. März.
(6295
Darmſtadt, den 12. März 1913.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
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Freitag, den 11. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreinermeiſter
Wil=
helm Hermann Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Klur Nr. am
III 1405 888 Hofreite
Wendel=
ſtadtſtraße ſ13,
III 1406 150 Grasgarten (
Vor=
garten) daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K19/13
verſteigert werden.
Darmſtadt, 27. Februar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,5038
Bekanntmachung.
Freitag, den 4. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr.,
ſoll die den Schreinermeiſter
Wil=
helm Hermann Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
394 298 Hofreite Kranich=
II 395 157
Grab=
ſteiner
ſteiner=
garten) ſtr. 35
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K54/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 6. März 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V.5680
Bekanntmachung.
Freitag, den 11. April 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Philipp
Jacoby dahier zugeſchriebenen
Lie=
genſchaften:
Flur Nr. qm
XIX 265 2199 Acker oberſte
Golläcker,
XIX 316 2634 Ackeram
Pfung=
ſtädter Weg.
LXVII 18 962 Wieſe, die
Ru=
dolfswieſe,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße Nr. 1, zwangsweiſe
verſteigert werden.
Darmſtadt, 24. Februar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
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Das Stärkſte.
Roman von Fritz Gantzer.
(Nachdruck vervoten.)
3)
Beide vergnügten ſich an dem regenſatten
Herbſt=
abende gerade damit, in dem großen, nur matt
erleuchte=
ten Flur, wo es an den Wänden alte Truhen und Schränke
mit merkwürdigem Zierat und wunderſamem Schnitzwerk
und daher auch die ſchönſten Winkel und dunklen Ecken
gab, Verſteck zu ſpielen, als die Mutter von ihrem
Aus=
gange heimkehrte. Trine Barkens trat hinter ihr durch
die eiſenbegitterte Haustür und trug ein winziges Bündel,
von dem ein Wimmern kam, als klage ein wundes
Kätz=
chen auf dem Arm. Die beiden Knaben drängten ſich
neu=
gierig hinzu und richteten ihre vom Spiel glühenden
Ge=
ſichter fragend zu Frau Barbara hoch.
Sie lächelte den Knaben zu und ſtreichekte im
Vor=
übergehen das wirre Blondhaar ihrer Lieblinge: Ich
bringe Euch ein Schweſterchen heim. Morgen ſollt Ihr
es ſehen.
Dieſe Neuigkeit war viel zu wichtig und ſchön, um
nicht ſofort verbreitet zu werden. Beide Knaven ſtürmten
in den rechts vom Flur liegenden Laden, der zu dieſer
Stunde voll von Käufern war und wo Herr Kröger, der
ſich ſtolz Prokuriſt nannte, zwei junge Leute und drei
Lehrlinge in flinker Haſt Beine und Hände in Bewegung
ſetzten. In all das Geräuſch dieſes vielgeſtaltigen, regen
Lebens ſtolperten Gerhard und Henning mit hellem
Freu=
denruf über die Schwelle und trompeteten gleichzeitig:
Hurra, die Mutter hat ein kleines Kind, und wir haben
nun eine Schweſter!
em erſten ſtarren Erſtaunen folgte ein vielſtimmiges
helles Lachen. Herr Kröger lachte, daß ihm die goldene
Brille von der breiten Naſe rutſchte, die beiden jungen
Leute verſchütteten vor lauter Vergnügen Zucker und
Zimmt, und die drei Lehrlinge wieherten wie junge
Füllen und hatten rote Geſichter. Und alle Kunden
lach=
ten auch. Es war ein lautes Getön in dem weiten Raum
mit den vielen Käſten, Ballen, Fäſſern, Säcken, Büchſen,
Flaſchen, Töpfen und Schachteln, ſo laut und noch nie
der=
artig vernommen, daß Herr Tobias Bruns aus ſeinem
Kontor nebenan, wo er über dem Hauptbuche geſeſſen, in
den Laden eilte und ein lautes: Was iſt denn? in das
bunte Lachen rief.
Es verſtummte nicht jählings, aber es verlief ſich
ge=
mach. Und endlich konnte Herr Kröger, noch mit Tränen
in den Augen, erklären: Die Jungen haben uns etwas arg
Vergnügtes erzählt. Sie brachtens ſo drollig raus, daß
wir uns tüchtig beluſtigten.
Was iſt das mit Euch? fragte Herr Tobias mit einem
gewiſſen Stirnrunzeln zu ſeinen beiden Knaven hin, die
wie bedrückte Sünder gegen die Türpfoſten gelehnt
ſtan=
den und ſich vor Verlegenheit mit den Füßen ſtießen.
Redet!
Es kam nun ganz kläglich heraus und ganz leiſe: Die
Mutter hat ein kleines Kind, und wir freuen uns, daß wir
nun eine Schweſter haben.
Herr Tobias Bruns lachte nicht. Er ſchüttelte nur
wie über einen törichten Scherz den Kopf, verwies die
Knaben aus den Laden und trat nach einem
kontrollieren=
den Blick über ſein Perſonal hin, das ſchon wieder vollauf
bei der Arbeit war und die nur noch verſtohlen kichernden
Kunden mit alter Geſchäftigkeit und verbindlichem Geſicht
bediente, in ſein Kontor zurück.
Sein Erſcheinen hatte wie ein kalter Waſſerſtrahl
ge=
wirkt, wie überhaupt immer von ſeinem ganzen Weſen
etwas Ernüchterndes ausging. Man achtere ihn ſeines
Reellität und Geradheit wegen, aber man liebte ihn kaum.
Die jeweiligen Lehrlinge fürchteten ihn, und auch die
zur=
zeit in die Geheimniſſe der kaufmänniſchen Künſte und
Gepflogenheiten eindringenden drei Bürſchchen machten
keine Ausnahme. Dennoch war Hans Lorenſen, der
jüngſte des Trios, ſo verwegen, ſeinem Chef, als er eben
den Rücken gewandt hatte, unter dem Schutze des ihn
ver=
bergenden Sirupfaſſes eine lange Naſe zu machen.
Es ging wie ein Lauffeuer durch die ganze Stadt:
Brunſens haben ein kleines Kind. Und ehe noch Herr
To=
bias Bruns ſich ſelbſt darüber klar war, wie die
merkwür=
dige Mitteilung aus dem Munde ſeiner Söhne zu
ver=
ſtehen ſei, hatten die Hattinghauſener ſchon ganz richtig
er=
faßt: Dieſes Kind iſt das Kind der Puppenſpieler .
worüber ſich ein krauſes Für und Wider in der ganzen
Stadt erhob. Und das vielfache Wider überwog. Es ging
wie ein Strom der Entrüſtung durch den Ort. Dazu
machte ſich das Kopfſchütteln der Verſtändnisloſigkeit breit,
das ein hämiſches Lächeln als Geſellin fand. Die
Brunsſche müſſe von Sinnen ſein, ſich das Laſter ins
Haus zu holen und den Schmutz. Es ſei eine Schande,
dem ehrſamen Bürgertum ſo etwas anzutun. Der fremde
Vogel gehöre in ſein altes Neſt. Und wenn die alten ſich
ſeiner entledigt hätten, dann möchte man ihn ſeinem
Schickſal überlaſſen. Und der Frau Barbara Bruns würde
man von Stund an ausweichen, dieſes Vagantenkindes
wegen. Kurz, faſt ganz Hattinghauſen war in Empörung
Frau Barbara wußte das. Aber es kümmerte ſie nicht,
Ihre einzige Sorge war, wie ſich Herr Tobias zu ihrem
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läufigen Obhut der alten Uſche, der treuen Magd des
Hauſes, anvertraut hatte, begab ſie ſich zu ihrem Manne
ins Kontoc.
Er hatte über ſeinen Zahlenreihen den merkwürdigen
Vorfall im Laden vorhin längſt vergeſſen und ahnte nicht
im geringſten, daß das Erſcheinen ſeiner Frau ihn wieder
daran erinnern würde. Ernſt und ſtill war Frau
Bar=
baras Geſicht, leiſe verklärt von der Gewißheit einer guten
Tat.
Tobias Bruns legte die Feder beiſeite, ſtrich ſich durch
das ſpärliche Haar und ſagte: Iſt es etwas Beſonderes,
Barbara?
Etwas Heiliges, Tobias. Wir ſollen zum dritten
Male Vater und Mutter werden.
Herrn Tobias packte ein wirres Gefühl ans Herz. Er
vermochte nichts zu erwidern und krauſte im ſuchenden
Grübeln nach einer Erklärung die Stirn.
Nun kam Frau Barbara doch ein Zittern in die Seele,
und ihr Herz tat ſchnellere Schläge. Tobias, begann ſie
endlich, ich habe im raſchen Entſchließen gehandelt, ohne
Deine Einwilligung zu beſitzen, aber ich entſchloß mich in
der Gewißheit, Deine Zuſtimmung zu erhalten, und in
dem Vorſatz, Dein Ja, wenn nötig, zu erbetteln. Sieh,
Tobias . . . Und das ſachliche Berichten kam.
Während des ganzen Erzählens blieb Herr Tobias
bei ſeinem Kopfſchütteln. Dann, als die letzten Worte
verklungen waren, ſprang er auf und formte ein klares,
kaltes Nein.
Ich hatte dies Wort nicht erwartet,
Und ich muß es Dir wiederholen.
So muß ich doch erſt zur Bettlerin vor Dir werden,
Tobias.
Wozu dieſe ganze Geſchichte, Barbara! fuhr es ihm
unwillig heraus. Ich verſtehe Dich nicht!
So höre mich an. Einmal trieb mich das, was man
Barmherzigkeit nennt. Man redet immer davon. Aber
man redet auch nur eben davon. Und wenn es einmal
gilt, barmherzig zu ſein, ſchließt man Haus und Herz mit
doppelten Riegeln, es müßte denn ſein, daß die
Barm=
herzigkeit kein Geld koſtet und keine Unannehmlichkeiten
mit ſich bringt. Und zum anderen trieb mich das ſündige
Maul der Welt. Dieſer und jener hat’s geſagt, Uſche hat
mie’s zugetragen: „Das elende Wurm ſollte man am
beſten im Stadtgraben erſäufen wie eine junge Katze.”
Da hat’s mich gepackt in gerechtem Zorn. Und ich bin
auf und davon gegangen und habe mir das Kind geholt.
Und Du müßteſt nicht Tobias Bruns ſein, wenn Du es
nun nicht behalten wollteſt. Dem jungen Vogel, der aus
dem Neſte fällt, gibt man die Stätte wieder, aber ein
elendes Menſchlein, das die Alten verſtießen, will man
erſäufen wie eine junge Katze. Tobias, ſchlag’ ein! Und
ſie hielt ihm ihre weiche, ſchlanke Frauenhand hin, die
Hand, die leiſe zitterte und wartend der anderen
ent=
gegenharrte.
Dieſe andere kam nicht ſofort. Man könnte das Kind
in Pflege geben, einer öffentlichen Anſtalt vielleicht
an=
vertrauen . . . Weshalb ſollen wir . . .
Tobias, Du biſt noch im Zaudern? Und ich hatte jetzt
ſo feſt auf ein frohes Ja vertraut.
Ihre herbe Enttäuſchung machte ihn weich. Es iſt
ein ſchweres Stück, Barbara, was Du Dir vorgenommen
haſt. Aber ich will mich durch Dich nicht beſchämen laſſen.
Wir wollen es verſuchen . .. und wenn . . .
Oh, nun kein Wenn und Aber mehr nach Deinem Ja.
Ich bin ſo froh. Komm, ich will Dir unſeren Findling
zeigen.
Da gingen ſie beide zum Wohnzimmer hinauf, wo
die alte Uſche leiſe Lieder ſang. Und nachher trugen ſie
die alte Familienwiege in das Schlafgemach. Herr
To=
bias Bruns war noch nicht froh. Er war ſogar ſtark
un=
zufrieden mit ſich, und das kleine, häßliche Ding hätte er
eigentlich haſſen mögen. Er haßte es auch — heimlich und
viele Wochen hindurch . . .
Aber Gerhard und Henning waren die Freude in
Perſon und hatten das kleine, häßliche Würmchen ſehr
lieb. Am liebſten hatte es Henning. Und jedem erzählte
er ſtolz: Ich habe jetzt eine Schweſter. Und die heißt
Signe.
(Fortſetzung folgt.)
Man
abonniert
auf das
Darmſtädter Tagblatt
außerhalb Darmſtadt bei jeder Poſtanſtalt
und bei jedem Briefträger, außerdem
in Alsbach . . . . . bei Herrn Lorenz Zahnweh,
Hauptſtraße 145
„ Arheilgen . . .
Frau H. Anthes X., Waldſtr.
„ Bickenbach. . ..
Herrn Peter Aßmus III.,
Hartenauerſtraße
„ Eberſtadt
„ Frau M. Gabel, Wilhelmſtr.
„ Erfelden . . . . . „ Herrn Jacob L. Petri,
Neugaſſe
Eſchollbrücken . „ Herrn Ludw. Roth, Makler
„ Griesheim. . . . „ Herrn Pet. Jackelen,
Darm=
ſtädter Chauſſee 27
Groß=Zimmern „ Herrn Joh. Reinhardt VI.
„ Hahnb. Pfungſt. „ Frau Glock, Kirchweg 3
„ Ingenheim . . . „ Herrn Peter Keil, Invalide
„ Nied,=Beerbach „ Herrn Georg Eßinger I.,
Raſiergeſchäft
„ Nied.=Ramſtadt „ Herrn J. Oehlſchläger
Frau Eliſe Dietrich
„ Ober=Ramſtadt
„
Herrn Karl Grünig IV.,
„ Pfungſtadt . . .
Bahnhofſtraße
Herrn Jacob Mitz
„ Seeheim . . . ..
„ Schneppenhauſen „ Herrn Heinrich Schroth,
Keſſelſchmied
Herrn Adam Mahr, Schuh=
„ Traiſa . . . . . .
macher
„ Weiterſtadt . . . „ Herrn! Carl Böhm,
Darm=
ſtädterſtraße
„ Wixhauſen . . . „ Herrn Wilhelm Deucker,
Invalide
Frau Friebeling, Wieſen=
„ Zwingenberg .
ſtraße 10.
Zweite Kammer der Stände.
67. Sitzung.
St. Darmſtadt, 13. März.
Am Regierungstiſche: Miniſter des Innern v.
Hom=
bergk zu Vach Exz., Miniſterialräte Hölzinger,
Dr. Kratz, Geh. Oberfinanzrat Dr. Rohde, Geh.
Oberbaurat Kilian, Finanzrat Dr. Michel; ſpäter:
Staatsminiſter Dr. v. Ewald Exz.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9 Uhr
15 Min. Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung
ein. — Auf die dringliche Anfrage der Abgg. Soherr
und von Brentano, den Lärm und die
Rauch=
plage in Bingen betr., verlieſt Geh. Oberfinanzrat
Dr. Rohde eine längere Regierungsantwort, in der es
unter anderem heißt: „Es wurde bereits darauf
hinge=
wieſen, daß der Verſchiebedienſt auf den
Staatsbahnglei=
ſen Bingen=Bingerbrück nicht zu entbehren iſt. Das
Ver=
ſchiebegeſchäft wird zum Teil auf der ſüdlichen Seite des
Bahnhofs Bingerbruck — auf der Binger= oder
Brücken=
ſeite —, zum Teil auf der Nordſeite dieſes Bahnhofes
auf der Kreuzbachſeite —, abgewickelt. Zur Entlaſtung
des Bahnhofes Bingerbrück kann nicht ein Teil dieſer
Ar=
beiten dem Bahnhof Bingen übertragen werden. Denn
der Bahnhof Bingen iſt nicht erweiterungsfähig und ſo
ſehr beengt, daß ſchon jetzt der Bahnhof Bingerbrück einen
Teil der Arbeiten übernehmen mußte, die eigentlich der
Bahnhof Bingen zu leiſten hätte. Doch iſt läſtigen und
ſtörenden Einwirkungen des Verſchiebedienſtes von der
Eiſenbahnverwaltung bereits in wirkſamer Weiſe
begeg=
net worden. Auch in Zukunft wird die
Eiſenbahnverwal=
tung auf dieſem Wege weiter vorgehen. Schon jetzt wird
bei dem Verſchiebedienſt mit beſonderer Sorgfalt darauf
geachtet, daß den Anwohnern kein Anlaß zu Beſchwerden
gegeben wird. Die Eiſenbahnverwaltung iſt beſtrebt, alle
techniſchen Neuerungen anzuwenden, die ſich zur
Vermin=
derung von Geräuſch, Rauch, Ruß und Staub eignen. Seit
Anfang Juli vorigen Jahres, ſind von den Anwohnern der
Eiſenbahnanlagen Beſchwerden nicht mehr eingegangen,
ſo daß ein günſtiger Erfolg der Maßnahmen der
Eiſen=
bahnverwaltung wohl angenommen werden kann.”
Es wird Beſprechung beſchloſſen. — Abg. Soherr
iſt über die Antwort erfreut. Der Binger Fremdenverkehr
iſt durch die geſchilderten Zuſtände bereits ſtark
beeinträch=
tigt worden. Es muß verhütet werden, daß das
Rangie=
ren uſw. direkt vor der Stadt erfolgt. — Abg. Molthan
ſpricht ebenfalls Dank für das Entgegenkommen der
Eiſen=
bahnverwaltung aus. In Budenheim herrſchen ähnliche
Verhältniſſe, die hoffentlich bald beſeitigt werden. —
Da=
mit ſchließt die Beſprechung.
Eine Anfrage des Abg. Dr. Wolf=Gonſenheim, betr.
Unfälle an der Kreuzungsſtelle der
Selz=
talbahn mit der Straße Ingelheim=Bingen,
lautet: Sind der Großh. Regierung die wiederholten
Un=
fälle an der Kreuzungsſtelle der Selztalbahn mit der
Straße Ingelheim=Bingen bekannt geworden und welche
geeigneten Maßregeln gedenkt die Großh. Regierung zur
Verhütung derartiger Unglücksfälle zu ergreifen?.
Geh. Oberfinanzrat Dr. Rohde verlieſt hierauf eine
Regierungsantwort, in der es am Schluße heißt: „Wenn
auch die angeführten Unfälle zum Teil auf das
Verſchul=
den der Fuhrwerksbeſitzer zurückzuführen ſein mögen, ſo
ſchien es der Aufſichtsbehörde doch auf Grund der örtlichen
Erhebungen und Beſichtigungen veranlaßt, den Uebergang
mit Schranken zu verſehen. Die Direktion der
Süddeut=
ſchen Eiſenbahngeſellſchaft hat ſich bereit erklärt, die
Schranken aufzuſtellen. Es wird dafür Sorge getragen
werden, daß die nötigen Einrichtungen alsbald
ausge=
führt werden.”
Es wird Beſprechung der Antwort beantragt und
be=
ſchloſſen, die Beſprechung bis nach der Pauſe zu vertagen.
Eine dringliche Anfrage der Abgg. Soherr und
Genoſſen, betr. die Beförderung der
Lokomo=
tivkohlen für die Eiſenbahndirektion
Mainz, lautet: Iſt es Großh. Regierung bekannt, daß,
entgegen früherer Gepflogenheit, die Lokomotivkohlen für
die Königl. Preußiſche und Großh. Heſſiſche
Eiſenbahn=
direktion Mainz jetzt ausſchließlich ab Grube per Bahn
befördert werden? Will Großh. Regierung nicht dahin
wirken, daß nach dem früheren Modus die Kohlen per
Schiff in den Bezirk verbracht werden, um dadurch: 1.den
vorhandenen Wagenmangel zu mildern; 2. erhebliche
Frachten zu erſparen, und 3. den heſſiſchen Häfen einen
entgangenen Verdienſt für die Zukunft zu ſichern?
Auch hierauf verlieſt Geh. Oberfinanzrat Dr. Rohde
eine Regierungsantwort, in der es unter anderem heißt:
„Es wurde damals feſtgeſtellt, daß allerdings die
ehe=
malige Heſſiſche Ludwigsbahn ihren Kohlenbedarf in der
Hauptſache über Guſtavsburg gedeckt hat, wo die
liefern=
den Reedereifirmen zum Teil eigene Hafenanlagen für
den Kohlenumſchlag beſaßen. Ebenſo hat auch die
Staatsbahnverwaltung nach dem Uebergang der
Lud=
wigsbahnſtrecken in die Eiſenbahngemeinſchaft von den
früheren Lieferanten der Heſſiſchen Ludwigsbahn zunäch‟
noch Ruhrkohlen weiter bezogen, die ausſchließlich ab
Guſtavsburg geliefert wurden. Dieſe Verhältniſſe haben
ſich ſpäter geändert. Mit der Einrichtung des
Kohlenkon=
tors gingen die beteiligten Eiſenbahndirektionen dazu
über, aus praktiſchen Gründen ihren Dienſtbedarf an
Kohlen unmittelbar auf der Zeche zu decken und ihn mit
dem eigenen Wagenmaterial an die Verbrauchsſtellen zu
bringen. Eingehende Unterſuchungen hatten zudem
dar=
getan, daß der Bezug der Dienſtkohlen auf dem Bahnweg
eine nennenswerte Mehrinanſpruchnahme des
Wagen=
parks nicht mit ſich brachte. Die Kohlen und Briketts für
die Eiſenbahndirektionen Frankfurt a. M. und Mainz zu
beſchaffen, lag vor Einrichtung des Eiſenbahnzentralamts
in Händen der Eiſenbahndirektion in Eſſen. Im Jahre
1905 iſt die Frage der Kohlenbeförderung auf dem
Waſſer=
wege in gemeinſamer Verhandlung dieſer drei Direktionen
erneut geprüft worden. Man ſah ſich jedoch nicht in der
Lage, zu dem früher gehandhabten Verfahren
zurückzu=
kehren. Der Königl. Preußiſche Miniſter der öffentlichen
Arbeiten, mit dem die Großh. Regierung wegen der
An=
gelegenheit im Jahre 1908 ins Benehmen getreten war,
hat die Wiedereinführung der Dienſtkohlenbezüge über
heſſiſche Umſchlageplätze ebenfalls abgelehnt. An der
Sachlage hat ſich inzwiſchen nichts geändert. Auch heute
kann die Staatseiſenbahnverwaltung aus den bereits
angeführten Gründen ein Eingehen auf die geäußerten
Wünſche zu ihrem Bedauern nicht in Ausſicht ſtellen.”
Eine Beſprechung der Antwort wird nicht beantragt.
Es folgt Beſprechung der Anfrage des Abg. Wolf=
Stadecken: die Geſchäftsführung der
Heſſi=
chen Landwirtſchaftskammer betreffend.
An=
frage und Regierungsantwort haben wir ſeinerzeit
mit=
geteilt. — Abg. Korell bekämpft die Stellung des Abg.
Wolf zur Landwirtſchaftskammer. — Abg. Molthan
kommt nochmals auf den kürzlich abgelehnten Antrag Bähr
betr. die Bekämpfung der Rebſchädlinge zurück und
er=
hebi Einſpruch gegen die Ausführungen des Abg. Bähr
in der Landwirtſchaftskammer. Er vertritt ſeine
ableh=
nende Haltung und begründet ſie damit, daß die
Regie=
rung ſelbſt ſagte, ſie brauche den Betrag nicht. — Abg.
Hauck: Man ſollte doch nicht immer die Intereſſen der
einen Provinz gegen die einer anderen ausſpielen.
Red=
ner kommt dann eingehender auf den Wahlkampf in
Nie=
der=Saulheim=Nierſtein zu ſprechen, in deſſen Verlauf
un=
würdige Verhältniſſe zutage getreten ſind. Die Anfrage
Wolf hat doch eine Klärung herbeigeführt. — Abg. Bach:
Der Gegenſatz zwiſchen den einzelnen Provinzen war
frü=
her berechtigt. Der in dem Wahlkampf angeſchlagene Ton
war nicht von Herrn Schätzel, ſondern von der anderen
Seite angeſchlagen worden. — Abg. Wolf verteidigt
nochmals ſeine Stellung zur Landwirtſchaftskammer. Er
werde ſich das Recht der Kritik nicht nehmen laſſen.
Red=
ner polemiſiert in ſcharfen perſönlichen Ausführungen
gegen den Abg. Korell=Ingelheim. — Abg. Korell=
Ingelheim weiſt die Angriffe in gleicher Weiſe zurück.
Nach weiteren Ausführungen des Abg. Brauer ſchließt
die Beſprechung. Die rein perſönliche Debatte iſt ohne
allgemeines Intereſſe.
Es folgt Beſprechung der Regierungsantwort auf die
Anfrage des Abg. Kredel und Genoſſen betr. die Lage
der Neckarſchiffer die wir ebenfalls ſeinerzeit
mit=
geteilt haben. Danach liegt ein beſonderer Notſtand, der
das Eintreten der Staatshilfe rechtfertigen könnte, nicht
vor. Ebenſo wie auf anderen Gebieten des
Wirtſchafts=
lebens werden auch die ungünſtigen Erwerbsverhältniſſe
der Neckarſchiffer bei der ſteuerlichen Veranlagung in
an=
gemeſſener Weiſe berückſichtigt werden. Die Großh.
Re=
gierung iſt alſo zu ihrem Bedauern außerſtande, ſtaatliche
Beihilfe in Ausſicht zu ſtellen.
Abg. Kredel bedauert, daß den Neckarſchiffern eine
Staatsbeihhilfe nicht gewährt werden kann. Er bittet
drin=
gend, der Neckarkanaliſation mehr Intereſſe zuzuwenden
und nach Möglichkeit darauf zu dringen, daß die Arbeiten
alsbald in die Wege geleitet werden. — Damit ſchließt
die Beſprechung.
Zur Beſprechung der dringlichen Anfrage des Abg.
Uebel: den Unfall am 23. Dezember 1911 im
Bahnhof Ober=Roden betreffend, zu dem wir die
Regierungsantwort ſeinerzeit ebenfalls veröffentlicht
haben, führt Abg. Uebel aus: Wir ſind von der Antwort
der Regierung wenig befrredigt. Die Regierung iſt gar
nicht auf den zweiten T” meiner Anfrage eingegangen,
was ſie zu tun gedenke, um die Unfälle zu verhüten. Er
ſchildert nochmals ausführlich die Verhältniſſe an der
be=
regten Stelle.
Geh. Oberfinanzrat Dr. Rohde: Ich muß auf das
entſchiedenſte dagegen Verwahrung einlegen, daß die
Re=
gierung ſich die Beantwortung der Anfrage leicht gemacht
hat. Nicht die Regierung, ſondern die Königl.
Eiſenbahn=
direktion, in letzter Linie der Herr Eiſenbahnminiſter, ſind
verantwortlich für die Sicherheit des Betriebes. Die
Re=
gierung kann höchſtens ihren Einfluß geltend machen, und
das tut ſie, ſo weit das irgend möglich iſt. Was nun den
unglücklichen Unfall des jungen Mannes betrifft, ſo iſt
einwandfrei feſtgeſtellt worden, daß er es an der nötigen
Vorſicht fehlen ließ. Das gleiche war bei dem 5jährigen
Kinde des Eiſenbahnbeamten der Fall, das blindlings in
eine Rangierabteilung hineinlief. Uebrigens kann ich
mitteilen, daß im Jahre 1914 der Umbau des Bahnhofes
Ober=Roden erfolgen ſoll, daß namentlich ſchienenfreie
Uebergänge geſchaffen werden. (Aha! Hört!)
Abg. Eißnert: Die Tatſache, daß der Umbau des
Bahnhofes beſchloſſen iſt und die Tatſache weiter, daß der
Witwe des Verunglückten eine Rente zugeſprochen wurde,
beweiſen doch, daß die Verhältniſſe am Bahnhof Ober=
Roden nicht ſo ſind, wie ſie ſein ſollen. Die mehrfachen
Anfragen und Beſchwerden waren alſo durchaus
berech=
igt. — Abg. Hartmann: Die Regierungsvertreter
ſoll=
ten einmal ſelbſt mit den Arbeiterzügen fahren, dann
wür=
den ſie ſich überzeugen können, daß die Arbeiter ſchlimmer
zuſammengepfercht werden, als die Tiere. — Abg. Uebel:
Aus den Ausführungen des Regierungsvertreters ſprach
notoriſche Ohnmacht. Es geht nicht an, daß ſie einfach
ſagt, ſie habe keinen Einfluß. Die Verpflichtung der
Re=
gierung geht doch weiter, als die Briefe zu vermitteln
zwi=
ſchen den Abgeordneten und der Eiſenbahnbehörde.
Abg. Ulrich ſtimmt dem zu. Es handelt ſich hier
keineswegs um eine interne Angelegenheit der
Eiſen=
bahn, ſondern um Intereſſen der öffentlichen Sicherheit.
Das muß den Herren der Eiſenbahnbehörde doch einmal
klargemacht werden. Auch die Ueberfüllung der 4. Klaſſe=
Wagen der Arbeiterzüge iſt ein Mißſtand, der im
öffent=
lichen Intereſſe bekämpft werden muß.
Geh. Oberfinanzrat Dr. Rohde: Der Abg. Ulrich
hat zwei Dinge miteinander verwechſelt, die Landespolizei
und den Betrieb. Wo es ſich um Straßenübergänge uſw.
handelt, wird natürlich von uns inſpiziert; dagegen ſind
die Verhältniſſe in den Bahnhöfen ſelbſt, die Führung der
Züge uſw., ausſchließlich Sache der Eiſenbahn; das iſt
im Vertrag von 1896 feſtgelegt.
Abg. Ulrich: Es iſt unerhört, daß die Regierung ſich
wieder hinter Vertragsbeſtimmungen verſchanzt. Wenn
Menſchenleben dauernd gefährdet ſind, iſt das keine innere
Angelegenheit, ſondern ein öffentliches Intereſſe. — Abg.
Dr. Schmitt: Ich halte ebenfalls die Haltung der
Re=
gierung heute für äußerſt merkwürdig und hoffe, daß ſie
nicht vorbildlich wird in den weiteren Fragen der
Eiſen=
bahn.
Nach der Pauſe wird zunächſt die obige
Regierungs=
antwort zur Anfrage des Abg. Wolf=Gonſenheim
be=
prochen. — Abg. Dr. Wolf: In bezug auf meine Anfrage
kann die Regierung ſich nicht hinter die
Vertragsbeſtim=
mungen verſtecken. Die Antwort iſt lediglich ein
Feſtſtel=
len der nackten Tatſachen; ſie enthielt keinerlei Eingehen
auf die gerügten Verhältniſſe. Ich habe mir einen Plan
von einem Fachmann anfertigen laſſen, der klar und
deut=
lich zeigt, wie unzulänglich und unhaltbar die
Verhält=
niſſe an der beregten Stelle ſind. Die
Sicherheitsmaß=
nahmen der Süddeutſchen ſind durchaus unzulänglich. Mit
einer Schranke iſt an der fraglichen Stelle nicht gedient;
dieſe würde vielmehr bei dem koloſſalen Verkehr ein
gro=
ßes Hindernis bedeuten und erſt recht Unfälle
herbeifüh=
ren. Es kann hier nur abgeholfen werden durch eine
Ueberführung der Landſtraße. — Abg. Wolf=Stadecken
rügt weitere Unzulänglichkeiten auf der Selztalbahn und
verweiſt auf ſeine mehrfachen früheren Beſchwerden.
Abg. Korell=Ingelheim warnt dringend vor der
Er=
richtung von Schranken, die ein erneutes
Verkehrshinder=
nis bilden würden. Ich bitte die Regierung, doch einmal
eine Koſtenrechnung aufzuſtellen für Herſtellung einer
Unter= oder Ueberführung. — Damit ſchließt die
Be=
ſprechung.
Eine Anzahl Poſitionen wird zurückgeſtellt.
Es folgt Beratung des Antrages der Abgg. U lrich
und Genoſſen, betreffend den Austritt aus den
Kirchengemeinſchaften: Die Kammer wolle die
Großh. Regierung erſuchen, den Landſtänden alsbald eine
Vorlage zu machen, durch welche: 1. eine Reviſion der
ge=
ſetzlichen Beſtimmungen betr. den Austritt aus der
Kir=
chengemeinſchaft im Sinne einer Erleichterung in die
Wege geleitet wird, und 2. die Stempelgebühren bei dem
Austritt aus den Kirchengemeinſchaften aufgehoben
wer=
den.
Die Regierung gab zu dem Antrage folgende
Er=
klärung ab: „Die Regierung muß es aus den im Schreiben
vom 18. März 1909 angeführten Gründen nach wie vor
ablehnen, den geſtellten Anträgen zu entſprechen.
Unter Hinweis auf die Ausführungen des
Ausſchußbe=
richtes des 34. Landtages über den gleichen Antrag ſchloß
ſich der Ausſchuß in ſeiner Mehrheit der ablehnenden
Stellungnahme der Regierung an und beantragt (mit
4 gegen 2 Stimmen): den Antrag der Abgeordneten Ulrich
und Genoſſen abzulehnen.”
10
2
2
4
G
11
Ein
Sker
Nahrhaft,
wohlschmeckend.
aus Dr. Oetker’s Puddingspulver zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.)
iſt eine ganz vorzügliche Speiſe, die für wenig Geld und mit wenig
Mühe täglich auf den Tiſch gebracht werden kann. Genaue
An=
weiſung ſteht auf jedem Päckchen.
Billig,
leicht herzustellen.
(II,6182
Abg. Adelung tritt nochmals für den Antrag ein,
für den aus liberalen Gründen auch alle religiös
Geſinn=
ten ſtimmen ſollten. Es ſei ein durchaus ungerechter
Stem=
pel, der eine Strafe legt auf den Austritt aus der
Kirchen=
gemeinde.
Zum Antrag der Abgg. Grünewald und
Genoſ=
ſen, betreffend das Reichsgeſetz über die
Be=
kämpfung gemeingefährlicher
Krankhei=
ten vom 30. Juni 1900: Die Staatsregierung wolle
Sorge tragen, daß gemäß Paragraph 34 des Reichsgeſetzes
betreffend die Bekämpfung gemeingefährlicher
Krankhei=
ten vom 30. Juni 1900 in Poſition 7 der die Ausführung
dieſes Geſetzes betreffenden heſſiſchen Bekanntmachung
vom 26. Oktober 1900 Beſtimmungen darüber getroffen
werden: „Wer die gemäß Paragraph 28 des Reichsgeſetzes
zu leiſtende Entſchädigung zu tragen hat, binnen welcher
Friſt der Entſchädigungsanſpruch geltend zu machen und
wie die Entſchädigung zu ermitteln und feſtzuſtellen iſt”
gibt Abg. Dr. Stephan eine Begründung des
Ausſchuß=
antrages. Der Ausſchuß erkennt wie die
Antragſtel=
ler die Notwendigkeit an, bezüglich der Bekämpfung der
gemeingefährlichen Krankheiten die heſſiſche Ausführungs=
Bekanntmachung im Sinne des vorliegenden Antrages zu
iergänzen, und bezüglich der Bekämpfung der übrigen
anſteckenden Krankheiten alsbald eine landesgeſetzliche
Regelung herbeizuführen, wie dies in einem großen Teile
Deutſchlands, insbeſondere in Preußen, Bayern, Baden
uſw. bereits geſchehen iſt. Der Ausſchuß beantragt
daher einſtimmig: 1. den Antrag der Abgeordneten
Grüne=
wald und Genoſſen (Druckſache Nr. 38) anzunehmen; 2. an
Großh. Regierung das Erſuchen zu richten, alsbald einen
Geſetzentwurf über die Bekämpfung übertragbarer
Krank=
ſheiten dem Landtage vorzulegen.
Staatsminiſter Dr. v. Ewald Exz. ſtellt als neuen
Regierungsvertreter Obermedizinalrat Dr. Balſer vor.
Obermedizinalrat Dr. Balſer (faſt unverſtändlich)
ſtellt die Vorlage eines Geſetzentwurfes betr. die
Bekämp=
fung gemeingefährlicher Krankheiten nach dem Muſter
Preußens in baldige Ausſicht.
Abg. Grünewald iſt mit der Regierungserklärung
einverſtanden. — Damit ſchließt die Beſprechung. Der
Ausſchußantrag wird angenommen.
Zu dem Antrag des Abg. Diehl, betreffend das
Weingeſetz: Ich beantrage, hohe Zweite Kammer
ſwolle beſchließen, Großh. Regierung zu erſuchen, im
Bun=
desrate zu beantragen: Die Reichsregierung möge einen
Geſetzentwurf in Vorlage bringen, der das beſtehende
Weingeſetz dahin abändere, daß bei Verſchnitt von
aus=
ländiſchem Weine mit einem deutſchen Weine eine
Kennt=
lichmachung dieſes Verſchnittes unbedingt gefordert wird,
ſo daß die Intereſſen des deutſchen Weinbaues in
gebüh=
frender Weiſe geſchützt werden, beantragt der
Aus=
ſchuß da eine Aenderung des Weingeſetzes, wie es der
Abg. Diehl beantragt, in Anbetracht des italieniſchen
Handelsvertrages zurzeit nicht angängig iſt: Zweite
Kam=
mer wolle beſchließen. Großh. Regierung zu erſuchen, im
Bundesrate zu beantragen: Die Reichsregierung möge bei
einer Neuordnung der Handelsverträge ſolche
Beſtimmun=
gen treffen, die den einheimiſchen Weinbau und
Weinhan=
del vor einer Schädigung durch Ueberſchwemmung mit
ausländiſchen Weine ſchützen und durch die eventuelle
Maßregeln im Sinne des Antrages Diehl durchgeführt
werden könnten.
Abg. Korell=Ingelheim verbreitet ſich eingehend
über den Paragraphen 3 des Weingeſetzes, deſſen richtige
Anwendung durchaus genügen würde, weſentliche
Schä=
digungen vom deutſchen Weinbau fern zu halten. Dazu
muß aber auch wieder die große Analyſe an den
Grenz=
ſtationen gefordert werden. Ich glaube, daß die
Regie=
rung im Bundesrat bei der Neuordnung unſerer
Handels=
verträge darauf hinwirken müßte, daß nicht eine Feſſel
hineinkommen darf, die den deutſchen Weinbau und
ehandel unlauteren ausländiſchen Manipulationen
preis=
gibt. — Abg. Molthan ſtellt feſt, daß gewiſſe
franzö=
ſiſche Weine ſich immer mehr dem Charakter deutſcher
Weine nähern, ſo daß nach Paragraph 3 des Weingeſetzes
überhaupt nicht feſtgeſtellt werden kann, ob der Charakter
des deutſchen Weines beeinträchtigt wird. Die
ausländi=
ſchen Weine, die zwecks Verſchnitt eingeführt werden, ſind
keineswegs immer unlautere Produkte; es werden auch
große Mengen naturreiner Weine eingeführt. Ich ſtimme
im übrigen den Ausführungen des Abg. Korell und auch
dem Ausſchußantrage zu.
Abg. Wolf=Stadecken
wendet ſich gegen den mehrfachen Verſchnitt, der es
ermög=
licht, daß heute eine Firma in Norddeutſchland
Nierſtei=
ner zu 450 Mark das Stück anbietet, der allerdings kaum
noch Nierſteiner iſt. Die zu engherzige Handhabung des
Paragraphen 3 iſt daran ſchuld. Im Reiche wird dieſer
Paragraph viel milder gehandhabt. Man muß dem
Wein=
händler geſtatten, die Weine ſo zu behandeln, wie ſie dem
deutſchen Weintrinker munden. — Abg. Schott (ſchwer
verſtändlich): Der Antrag Diehl hat vor Ablauf der
Han=
delsverträge, auch wenn er angenommen wird, keinen
Wert. Erſt bei Neuregelung der Handelsverträge kann
Abhilfe geſchaffen werden. — Es ſprechen noch die Abge
ordneten Finger, Korell, Molthan und Wolf.
Dann wird der Ausſchußantrag angenommen.
Es folgt Beratung des Antrags der Abgg. Ulrich
und Genoſſen, betreffend Einrichtung einer
ob=
ligatgriſchen ſtaatlichen
Mobiliarver=
ſicherung: die Kammer wolle beſchließen, Großh.
Re=
gierung um Vorlegung eines Geſetzentwurfes zu erſuchen,
betreffend Einrichtung einer obligatoriſchen ſtaatlichen
Mobiliarverſicherung.
Die Regierung ſteht dem Antrag ablehnen?
gegenüber. Durch eingehende Ermittelungen hat die
Re=
gierung feſtgeſtellt, daß eine ſtaatliche Verſicherung im
Großherzogtum Heſſen kein Bedürfnis iſt. Insbeſondere
iſt die Verſicherung der wenigen im Großherzogtum
vor=
handenen notleidenden Riſiken zu angemeſſenen Prämien
und Bedingungen ermöglicht. Dieſe Einrichtung hat
zu=
dem eine hohe ſittliche Bedeutung für den
Verſicherungs=
nehmer, weil ſie ihn zwingt, auf das Feuergefährliche im
Haushalt und Geſchäft und auf das Verhalten der
Familienangehörigen und Arbeitsperſonen den
Zünd=
ſtoffen gegenüber ein ſcharfes Augenmerk zu richten. Da
durch würden große Schadenfeuer verhindert. Der
Aus=
ſchuß ſtimmt in ſeiner Mehrheit den Ausführungen der
Großh. Regierung zu und beantragt den Antrag
der Abgg. Ulrich und Genoſſen abzulehnen.
Abg. Ulrich bedauert, daß der Ausſchuß immer
wie=
der auf einen ablehnenden Standpunkt kommt. In vielen
Fällen iſt die Mobiliarverſicherung bedeutend wichtiger
als die der Immobilienverſicherung. Es iſt recht
be=
dauerlich, daß die Regierung den Antrag ablehnt. Wir
werden ihn immer wieder einbringen, denn die Gründe,
die die Regierung für die Ablehnung geltend machte ſind
keineswegs haltbar. — Abg. Korell=Angenrod wird für
den Antrag ſtimmen, weil er die Anſicht des Abg. Ulrich
teilt. — Der Ausſchußantrag wird angenommen.
Zum Antrag der Abgg. Ulrich und Genoſſen,
be=
treffend Einführung der Sonntagswahlen
bei Kommunalwahlen: die Kammer wolle Großh.
Regierung erſuchen, den Landſtänden alsbald einen
Ge=
ſetzentwurf zugehen zu laſſen, durch welchen beſtimmt
wird, daß ſämtliche nach der Städteordnung und
Land=
gemeindeordnung vom 8. Juli 1911 vorzunehmenden
Wahlen ſtets an Sonntagen ſtattzufinden haben, und daß
für dieſe Wahlen als Wahlſtunden die Stunden von 1C
Uhr vormittags bis abends 8 Uhr feſtzuſetzen ſind,
be=
antragt der Ausſchuß nach eingehender Beratung
mit 4 gegen 2 Stimmen: a) den Antrag Ulrich und
Ge=
noſſen abzulehnen. b) nach einem Eventualantrag des
Abg. Reh Großh. Regierung zu erſuchen, den
Land=
ſtänden alsbald einen Geſetzentwurf vorzulegen, der in
der neuen Landgemeindeordnung die nachfolgende
Be=
ſtimmung an entſprechender Stelle aufnimmt: „Die
Wahlhandlung beginnt um 10 Uhr vormittags und wied
um 7 Uhr nachmittags geſchloſſen. In Gemeinden mit
weniger als 500 Einwohnern kann die Bürgermeiſterei
mit Zuſtimmung des Kreisamtes die Wahlhandlung auf
die Zeit von 2 Uhr nachmittags bis 7 Uhr nachmittags
feſtſetzen.‟ Dieſe Beſtimmung deckt ſich wörtlich mit dem
Inhalt des Artikels 32 Abſ. 2 des Geſetzes, die Landſtände
betr., vom 3. Juni 1911.
Zu den weiteren Anträgen der Abgg. Ulrich und
Genoſſen, Einführung des Proportionalwahlſyſtems bei
Kommunalwahlen; Abänderung des Artikels 36 de
Städteordnung und des Artikels 36 der
Landgemeinde=
ordnung vom 8. Juli 1911 betreffend; Beſeitigung des
Sitz= und Stimmrechts des höchſtbeſteuerten
Grund=
beſitzes in den Landgemeinden betreffend: Einführung
des paſſiven Wahlrechts für Geiſtliche und Volksſchullehrer
in Stadt= und Landgemeinden betreffend; Direkte Wahl
der Bürgermeiſter und Beigeordneten in Städten
be=
treffend: Beſeitigung des Beſtätigungsrechts bei Wahlen
von Bürgermeiſtern und Beigeordneten betreffend,
be=
antragt der Ausſchuß durchweg Ablehnung.
Abg. Raab: Die vorliegenden Anträge ſind von
uns ſchon wiederholt eingebracht worden und die Tatſache
daß ſie diesmal zum Teil mit Stimmengleichheit im
Aus=
ſchuß abgelehnt werden, gibt uns Hoffnung, daß Sie ſich
nun bald zu der ſozialdemokratiſchen Anſchauung über all
dieſe Dinge durcheingen werden. (Oho!) Redner gibt
dann nochmals eine eingehende Begründung der Anträge.
— Abg. Reh begründet ſeinen im Ausſchuß geſtellten
Eventualantrag und bittet, dieſen anzunehmen.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
Exz.: Schon mit Rückſicht auf die Stabilität der
Geſetz=
gebung muß die Regierung dem widerſprechen, daß ein
Geſetz geändert wird, das erſt in dieſem Jahr beſchloſſen
wurde. Aus dieſem Grunde müſſen wir auch den
Even=
tualantrag des Abg. Reh ablehnen. Sollte ſich das
Be=
dürfnis zur Abänderung der Wahlzeit im Sinne des
An=
trages herausſtellen, ſo kann das geſchehen auch ohne die
Klinke der Geſetzgebung in die Hand zu nehmen. Es kann
das auf dem Wege der Inſtruktion geſchehen, dazu
er=
klären wir uns bereit.
Abg. Joutz ſtimmt im allgemeinen den Anträgen des
Abg. Ulrich zu, beſonders dem bezüglich der Abſchaffung
des Beſtätigungsrechtes, deſſen ungünſtige Wirkung er am
eigenen Leibe erfahren habe. Er legt dazu ſeine
perſön=
lichen Verhältniſſe und Gründe ſeiner Nichtbeſtätigung
als Bürgermeiſter von Butzbach ausführlich dar. — Nach
weiterer kurzer Debatte ſchließt die Beſprechung.
Das Haus vertagt ſich auf Freitag 9 Uhr. —
Schluß halb 2 Uhr.
Erſte Kammer der Stände.
10. Sitzung.
St. Darmſtadt, 13. März.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Dr. v. Ewald
Exz., Finanzminiſter Dr. Braun Exz., Miniſter des
Innern von Hombergk zu Vach Exz., Geheimeräte
Süffert, W. Beſt, Dr. Beſt, Wilbrand, Dr.
Weber, Miniſterialrat Hölzinger, Oberfinanzrat
Balſer. Legationsrat Dr. Neidhart.
Präſident Graf von Schlitz gen. von Görtz
eröffnet die Sitzung um 3.45 Uhr und widmet vor Eintritt
in die Tagesordnung dem verſtorbenen Mitglied
Ge=
heimerat Haas einen kurzen warmen Nachruf. Mit
Be=
dauern ſtellt der Präſident feſt, daß auch der Geh.
Juſtiz=
rat Dr. Schmidt=Gießen aus dem Hauſe ſcheide, da er
einem Ruf nach Tübingen Folge leiſtet. An ſeine
Stelle ſei Herr Geh. Juſtizrat Dr. Leiſt und an Stelle
des Geheimerats Haas Herr Oekonomierat Walter
in das Hohe Haus berufen worden.
Es werden dann die neu in die Erſte Kammer
be=
rufenen Mitglieder Oekonomierat Walter und Geh.
Juſtizrat Dr. Leiſt=Gießen auf die Verfaſſung vereidigt.
Dann tritt das Hohe Haus in die Tagesordnung ein.
Erſter Gegenſtand iſt die Regierungsvorlage, den
Hauptvoranſchlag
der Staatseinnahmen und =ausgaben für das Etatsjahr
1913 uſw. betreffend. Zur Generaldebatte verlieſt Fürſt
Iſenburg=Birſtein eine längere Erklärung des
Ausſchuſſes, in der er u. a. ausführt:
Wie bereits in der Einleitung zu dem Budgetbericht
ausgeführt iſt, bietet der Hauptvoranſchlag 1913 ein
weſentlich erfreulicheres Bild als die Budgets der
frü=
heren Jahre. Nur in einem Punkt ſind die insbeſondere
von der Erſten Kammer gepflegten Beſtrebungen noch
nicht ſo zur Geltung gekommen, wie man das ſeinerzeit
wünſchte, nämlich in der Richtung der Vereinfachung und
Verbilligung der Staatsverwaltung. Eine eingehende
Beſprechung in der Vereinfachungskommiſſion bildete die
Vorlage der Großh. Regierung über eine andere
Einteil=
ung der Oberförſtereibezirke. Da bei dieſer
Organiſa=
tionsänderung die einzelnen Orte des Landes den
Ober=
förſtereien zugeteilt oder abgeteilt werden müßten, wurde
eine Subkommiſſion zur Beratung dieſer Frage gewählt
die der Vereinfachungskommiſſion Vorſchläge unterbrei
tete. Die Vorſchläge, die auf Einziehung von 9 Oberför
ſtereien gingen, fanden die Billigung der Kommiſſion
und es ſind bereits im Voranſchlag für 1913 4 dieſer
Stellen eingezogen worden. Ich habe bei der
Vereinfach=
ung der Oderförſtereien den Vorſchlag gemacht, das
In=
ſtitut der preußiſchen Forſtſekretäre in Heſſen einzuführen,
damit der Oberförſter von bureaukratiſchen Arbeiten
ent=
laſtet werde und ſich mehr wie bisher dem Außendienſt
widmen könnte. Aber auch in dieſer Richtung hatten
meine Vorſchläge keinen Erfolg.
Weiter wurde ſeitens Großh. Regierung eine
Denk=
ſchrift über die Steuerveranlagung in Heſſen vorgelegt.
Da zurzeit noch die Steuerbehörden mit der erſtmaligen
Veranlagung der Gemeindeſteuer nach dem Geſetz vom
8. Juli 191; befaßt ſind, konnten ſeitens Großh.
Regier=
ung Vorſchläge auf Vereinfachung im Beamtenapparat
noch nicht gemacht werden. Weiter ſchlugen wir vor, daß
die Verankagung arundſätzlich von mittleren Beamten
vorgenommen werde und daß nur ein akademiſch
gebil=
deter Beamter — etwa in jedem Kreis einer — als Lei=
ter dieſes Finanzamtes die ihm unterſtehenden
Veranlag=
ungsbeamten bei ihren Veranlagungsarbeiten
beaufſich=
tigen und ſie dirigieren ſolle. Dieſen akademiſch
gebil=
deten Vorſtänden der Finanzämter ſoll zugleich die
Auf=
ſicht über das Kaſſeweſen in ihrem Bezirk zufallen.
Un=
ſere Vorſchläge wurden in der letzten Sitzung der
Ver=
einfachungskommiſſion am 22. Mai 1912 beſprochen, eine
endgültige Stellungnahme der Großh. Regierung iſt aber
bis jetzt hierzu noch nicht erfolgt. Sie haben geſehen,
meine hohen Herren, daß wir an dieſem Reformwerk der
Vereinfachung der Staatsverwaltung ernſtlich
mitzuar=
beiten beſtrebt ſind und daß wir bei jeder Materie
ein=
gehende Vorſchläge auf Aenderung geſtellt haben. Leider
vermiſſe ich, daß auch ſeitens der Mitglieder Zweiter
Kammer, die dieſer Kommiſſion angehören, gleichfalls
Vorſchläge der Kommiſſion zur Beratung unterbreitet
wurden. Andererſeits muß ich aber auch mein Bedauern
ausſprechen, daß dieſe unſere Vorſchläge meiſt eine
un=
günſtige Aufnahme fanden.
Nun noch ein Wort zu den Vorſchlägen, die zur
Er=
zielung weiterer Erſparniſſe zu machen wären. Ich habe
bereits erwähnt die Vorſchläge, die ſeitens Seiner
Er=
laucht des Grafen Kuno zu Stolberg=Roßla und
meiner=
ſeits zu dem Steuerveranlagungs= und =
erhebungsverfah=
ren, ſowie zur anderen Geſtaltung des Kaſſeweſens
ge=
macht wurden. Ich will nicht erwähnen, die
Vereinfach=
ungen, die im Bauweſen gemacht werden können, da ja
die Denkſchrift der Großh. Regierung über dieſe Materie
bevorſteht. Bezüglich des Notariats haben wir im
Finanzausſchuß die Abſicht, die Zuſtändigkeit der Notare
für die Errichtung der Kaufverträge, ſowie zur
Erricht=
ung der Hypotheken für die beiden rechtsrheiniſchen
Pro=
vinzen auszuſchließen: Dieſe Maßnahme iſt beabſichtigt
nicht nur aus finanziellen Rückſichten, ſondern
insbeſon=
dere, weil hierdurch der Geſchäftsgang bei den Gerichten
vereinfacht wird. Jeder Vertrag über ein Grundſtück,
oder jede Hypothekerrichtung, die von einem Notar
beur=
kundet wird, muß demnächſt dem Richter zur Wahrung
im Grundbuch vorgelegt werden. Es leuchtet ein, daß
ein Richter nur einen ſolchen Vertrag beurkunden wird,
den er für eintragungsfähig hält. Dagegen wird ein
An=
trag eines Notars oft nicht dem Willen des für die
Ein=
tragung verantwortlichen Richters entſprechen, ſo daß das
Publikum, wenn die Beurkundung und die Eintragung
nicht durch dieſelbe Behörde erfolgt, Verzögerungen bei
ſeinen Immobiliengeſchäften erleidet und dadurch
ge=
ſchädigt wird. Weiter bleibt zu erwägen, ob nicht im
Ge=
richtskoſtenweſen Vereinfachungen erfolgen können.
Nun noch ein Wort zu unſeren Eiſenbahnen. In
welch erfreulicher Weiſe der Anteil unſeres Landes in
den letzten Jahren am Ueberſchuß der
Eiſenbahngemein=
ſchaft geſtiegen iſt, ergibt ſich aus der Zuſammenſtellung
auf Seite 19 des Berichtes. Der Herr Miniſter der
öffentlichen Arbeiten hat gelegentlich der
Eiſenbahn=
debatte im preußiſchen Abgeordnetenhauſe vor einigen
Tagen erklärt, daß man für das Jahr 1912 mit einem
Mehrertrag von 150 Millionen Mark gegenüber 1911
rech=
nen könnte; dies würde für unſer Land ein Mehr von
etwa 3 Millionen bedeuten und ſomit würde der Anteil
für 1912 auf die vor wenigen Jahren noch nicht für
mög=
lich gehaltene Höhe von 20 Millionen Mark kommen.
An=
geſichts der Entwickelung unſerer Einnahmen aus den
Eiſenbahnen iſt in den letzten Jahren in der Zweiten
Kammer der Reviſionsgedanke in den Hintergrund getreten,
jedoch bei der diesjährigen Eiſenbahndebatte hat die
Frage der Reviſion des Eiſenbahnvertrags eine
bedeu=
tende Rolle geſpielt, und man hat insbeſondere den
Wunſch geäußert, man möge es, ohne den Vertrag
abzu=
ändern, auf einen Verſuch ankommen laſſen; man hat
da=
bei insbeſondere den ſeitens der Zweiten Kammer am
Schluß des vorigen Landtags gefaßten Beſchluß ins Auge
gefaßt, der dahin ging: Die Großh. Regierung zu
er=
ſuchen, zur Klärung der ſeit Jahren über die Reviſion
des Gemeinſchaftsvertrags in der Oeffentlichkeit
behan=
delten Fragen dem Landtage eine genaue Ueberſicht
vor=
zulegen über die auf den heſſiſchen Linien der
preußiſch=
heſſiſchen Eiſenbahngemeinſchaft ſeit Beſtehen des
Vertra=
ges eingetretenen Betriebsſteigerungen und die dadurch
bedingte Werterhöhung. Seitens der
Eiſenbahnverwalt=
ung wurde darauf hingewieſen, daß eine ſolche Ueberſicht
nur gegeben werden könne, wenn man einige Jahre lang
den Betrieb des beiderſeitigen Netzes völlig getrennt
führe. Die Erſte Kammer ſteht nach wie vor
vertrags=
treu auf den Beſtimmungen des Vertrages von 1896;
ſie erkennt die Bedeutung dieſes Vertrags für unſer
Wirt=
ſchaftsleben, ſowie für die finanziellen Verhältniſſe
unſe=
res Landes voll an. Ich glaube, ich kann in allſeitigem
Einverſtändnis erklären, daß die Erſte Kammer nicht die
Hand bieten wird, daß an dieſem Vertrage gerüttelt
wird. Die Erſte Kammer vertritt dieſen Standpunkt in
der Anerkennung, daß Preußen in jeder Weiſe nicht nur
den Vertral loyal ſchloß, ſondern ihn auch jederzeit loyal
gehandhabt hat. Wir vertreten dieſen Standpunkt, da
nach unſerer Ueberzeugung unſer Land geſchädigt würde,
wenn man es auf einen Verſuch ankommen läßt zur
Er=
mittelung des wirklichen Anteils Heſſens an den
Erträg=
niſſen der Eiſenbahnverwaltung
Es wird dann alsbald in die Spezialberatung
einge=
treten. Soweit in Nachſtehendem anderes nicht bemerkt,
wird den Ausſchußanträgen debattelos zugeſtimmt
Zu Kapitel 2: Kameral= und Forſtdomänen,
beantragt Freiherr Wambolt von Umſtadt, den
für die Oberförſterwohnung in Groß=Umſtadt
beantrag=
ten Betrag von 30000 Mark zu ſtreichen und das Kavitel
nochmals an den Ausſchuß zurückzuverweiſen
Der Zurückverweiſungsantrag wird nach kurzer Debatte
angenommen.
Zum Kapitel 7a: Braunkohlenbergwerk
und Kraftwerk Ludwigshoffnung, rügt
Bankdirektor Parcus (faſt unverſtändlich) die
Unüber=
ſichtlichkeit der Buchführung des Wölfersheimer Werkes
die es nicht ermöglicht, ein genaues Bild über den Betrieb
zu gewinnen. Es muß unbedinat die kaufmänniſche
Buch=
führung für dieſes Werk eingeführt werden. Die
Preß=
ſteinfabrikation müßte noch ſo lange aufrechterhalten
wer=
den, bis das Kraftwerk rentiere. —
Das Kapitel wird
genehmigt.
Zu Kapitel 10: Staatseiſenbahnen, möchte
Graf Erbach=Erbach einige Wünſche äußern.
Zu=
nächſt ſind zahlreiche berechtigte Wünſche laut geworden, einen
Schnellzug zwiſchen Darmſtadt und Erbach einzulegen, der
morgens nach Darmſtadt und abends nach Erbach
zurück=
geht. Dieſe Wünſche möchte Redner warm befürworten.
Weiter bittet er, daß der Schnellzug von Frankfurt-
Hanau-Erbach-Eberbach nach Stuttgart, der um ¾8 Uhr
morgens von Frankfurt fortgeht und ¾1 Uhr in
Stutt=
gart ankommt, einen direkten Wagen erhält, der von
Frank=
furt bis Stuttgart durchgeht, damit man nicht 3—4 mal
umſteigen muß. Schließlich möge auch der Zug ½4 Uhr
von Stuttgart nach Erbach einen durchgehenden Wagen
erhalten. Redner bittet die Regierung, dieſe Wünſche zu
vertreten. — Graf Erbach=Fürſtenau unterſtützt
die=
ſen Antrag.
Finanzminiſter Dr. Braun Exz.: Die Regierung iſt
gern bereit, die geäußerten Wünſche an geeigneter Stelle
zu vertreten. Die Regierung ſelbſt hat ja einen dicekten
Einfluß nicht. Es ſcheint allerdings zweifelhaft, ob die
Wünſche erfüllt werden können denn die Einlegung von
Schnellzügen auf Teilſtrecken ſcheint ausgeſchloſſen, und
wenn von Frankfurt nach Stuttgart noch kein direkter
Wagen geht dürften dafür techniſche Gründe maßgebend
ſein, die ſo leicht nicht zu beſeitigen ſein werden. Die
Re=
gierung wird aber gern die Wünſche vermitteln.
Bezüglich der Arbeiterfahrkarten glaubt der
Aus=
ſchuß der Erſten Kammer, daß kaum anzunehmen iſt, daß
die Eiſenbahnverwaltung in der Lage ſein wird, dem
An=
trag der Abgeordneten Ulrich und Genoſſen
entgegenzu=
kommen, zumal davon nicht nur die heſſiſchen, ſondern die
geſamten Strecken der Gemeinſchaft getroffen werden. Der
Ausſchuß glaubt aber, dem Hohen Hauſe den Beitritt zu
dieſem Erſuchen nicht empfehlen zu ſollen und
bean=
tragt daher: 1. Bewilligung der Einnahme mit
17443000 Mark und der Ausgabe mit 480000 Mark; 2.
Beitritt zu dem von der verehrlichen Zweiten Kammer
beſchloſſenen Erſuchen, betreffend Anlage und Betrieb von
Automobillinien; 3. das auf Antrag der Abgeordneten
Ulrich und Genoſſen beſchloſſene Erſuchen, betreffend die
Ausgabe von Arbeiterfahrkarten für eine Strecke über 50
Kilometer abzulehnen. — Der Antrag wird
an=
genommen.
Zu Kapitel 12, Titel 1, Ziffer 2:
Schreibhilfe=
koſten, führt Geheimerat Dr. Strecker aus: Der Ausſchuß
glaubte im Hinblick auf die großen Mehrforderungen, die
demnächſt an das Land geſtpllt werden, und auf die
erfor=
derlichen Mittel zur Beſoldungsordnung uſw., die in der
Zweiten Kammer beſchloſſene erhöhte Zahl der
Anſtellun=
gen uſw. abzulehnen und zu erſuchen, die
Regierungsvor=
lage wiederherzuſtellen, nach der nur 20 Prozent der
Schreibgehilfen angeſtellt werden ſollen. Redner bittet,
dieſen Ausſchußantrag anzunehmen.
Staatsminiſter Dr. Ewald Exz. möchte nur noch
auf zwei Zahlen hinweiſen, die die Tatſachen illuſtrieren
ſollen. Würde der Vermittelungsantrag des Ausſchuſſes
ber Zweiten Kammer angenommen, ſo würde dadurch die
Anſtellung von 92 Gehilfen nötig mit einer jährlichen
Mehrausgabe von 73900 Mark im Mittel= und 88500
Mark im Höchſtgehalt. Würde der, Beſchluß der Zweiten
Kammer auf Anſtellung von 40 Prozent angenommen, ſo
müßten 183 Gehilfen mehr angeſtellt werden, was im
Mit=
tel= 146 900 Mark, im Höchſtgehalt 176000 Mark
Mehraus=
gabe erfordern würde.
Oberbürgermeiſter Dr. Göttelmann: Es iſt wohl
richtig, daß die Mehrforderungen den Staatsſäckel
erheb=
lich belaſten, doch hätte ich es lieber geſehen, wenn man
die Anſtellungen der Schreibgehilfen in einem etwas
ſchnelleren Tempo vornehmen würde. Jedenfalls bitte
ich, die Lage der Schreibgehilfen nach Möglichkeit zu
beſſern. — Der Ausſchußantrag, die
Regier=
ungsvorlage wiederherzuſtellen, wird
ein=
ſtimmig angenommen.
Es werden dann die Kapitel bis 75 überſchlagen, da
es die Geſchäftslage gebietet, zuerſt die Kapitel zu beraten,
in denen Diſſenſe vorliegen.
Zum Kapitel 75, Titel 1: Weinbau, macht Frhr.
vonHeyl zu Herrnsheim längere Ausführungen, in
denen er ſich über die Weinbergſchädlinge und deren Be
kämpfung verbreitet, inſonderheit über die
Reblausbe=
kämpfung. Er kommt danach zu dem dringenden Erſuchen, die
Bekämpfung der Reblaus mit aller Schärfe auch in
Zu=
kunft durchzuführen, weil hier ein großer Teil des
Natio=
nalvermögens ganz Deutſchlands, beſonders aber der
Pro=
vinz Rheinheſſen, in Gefahr gerät. Es wurden bis jetzt
für die Bekämpfung der Reblaus etwa 20 Millionen
aus=
gegeben. Dieſe Summe ſteht in gar keinem Verhältnis
zu dem ungeheuren Schaden, den die Reblaus noch
an=
richten kann, ſo daß man eigentlich noch einen erheblichen
Reſervefonds zur Verfügung hat. Weiter weiſt Redner
auf die großen Schäden hin, die der deutſche Weinbau
durch die Einfuhr billiger franzöſiſcher Verſchnittweine
er=
leidet. Unſere guten deutſchen Weinmarken müßten
un=
bedingt hiergegen geſchützt werden. Es wäre vielleicht
eine erhöhte Einfuhrſteuer auf franzöſiſche Weine in
Er=
wägung zu ziehen. Ganz abgeſehen davon, daß der
deut=
ſchen Induſtrie in Frankreich fortgeſetzt die größten
Schwie=
rigkeiten bereitet werden, iſt unſerem Weinbau dieſer
Schutz unbedingt notwendig.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
Exz. weiſt darauf hin, daß zurzeit ſchon 0,56 Prozent des
Wertes der geſamten Weinernte zur Bekämpfung der
Reb=
chädlinge Verwendung finden. Die Regierung iſt ſich
wohl bewußt, daß, ſo hoch die Summen auch ſind, die wir
aufwenden, hier noch gering ſind im Verhältnis zu dem
Nutzen, den wir dadurch erreichen. Schon das wird uns
Anlaß ſein, mit größter Energie die Reblausbekämpfung
weiter auszuüben. Wir werden insbeſondere auch die
amerikaniſchen Reben weiter ſtudieren und die Verſuche,
die auf der Weinbauſchule in großem Umfange betrieben
werden, mit größtem Intereſſe weiter verfolgen. Bei den
Maßnahmen, die von der Regierung ergriffen wurden, iſt
geklagt worden über die verſchiedene Handhabung der
Be=
ſtimmungen in Preußen und Heſſen. Wir haben jetzt durch
Verhandlungen mit Preußen eine gleichartige
Handhab=
ung der Bekämpfungsmaßregeln in den verſeuchten
Ge=
bieten erreicht. Was die Einfuhr ausländiſcher Weine
be=
trifft, ſo ſind die diesbezüglichen Bemerkungen von
größ=
tem Intereſſe für uns geweſen, um ſo mehr, als ſie ſich
heute in der Zweiten Kammer ſchon in gleicher Richtung
bewegten. Wir werden das bei den Verhandlungen im
Bundesrate im Auge behalten.
Geh. Kommerzienrat Bamberger möchte ſich gegen
den Vorſchlag des Frhrn. von Heyl ausſprechen, die
Ein=
fuhr franzöſiſcher Weine noch höher zu verſteuern, und
zwar im Intereſſe der deutſchen Sektinduſtrie, die ohnehin
ſchon ſchwer mit Steuern belaſtet iſt und, da ſie auf
be=
ſtimmte franzöſiſche Weine angewieſen iſt, ſchwer
geſchä=
digt würde. —
Frhr. von Heyl: Dem würde ja
ent=
gegengetreten werden können, wenn auch der franzöſiſche
Sekt mit einer erhöhten Einfuhrſteuer belegt würde.
Tat=
ſächlich iſt unſere deutſche Sektinduſtrie der franzöſiſchen
durchaus gleichwert.
Der Ausſchußantrag zu Kap. 75: 1.
Be=
willigung der Einnahme= und Ausgabebeträge; 2. die
Anträge auf Errichtung der Deckſtationen der Großh.
Re=
gierung zur Berückſichtigung zu überweiſen, wird dann
angenommen.
Zu Kapitel 75a: Landwirtſchaftskammer,
beantragt der Ausſchuß: 1. Bewilligung der Ausgabe mit
144 190 Mark, 2. dem von verehrlicher Zweiter Kammer
beſchloſſenen Erſuchen auf Erhöhung des Staatsbeitrags
zur Landwirtſchaftskammer nicht zuzuſtimmen.
Oekonomierat Walter beantragt, den zweiten Teil
des Antrages abzulehnen und dem Beſchluſſe Zweiter
Kammer beizutreten, da die Landwirtſchaftskammer die
Mittel zur Rebſchädlingsbekämpfung nicht entbehren
kann. — Fürſt Iſenburg Birſtein: Der
Finanz=
ausſchuß hat ſich mit ſeiner Ablehnung keineswegs gegen
die Landwirtſchaft erklären wollen, er wollte ſich nur
nicht für die Zukunft ſchon jetzt feſtlegen. Der Ausſchuß
iſt bereit, im Jahre 1914 den erneuten Antrag
wohl=
wollend zu prüfen. — Der Ausſchußantrag wird
ange=
nommen.
Zu Kapitel 79: Förderung des
kaufmänni=
ſchen Unterrichts, ſpricht Geh. Kommerzienrat
Bamberger den Abgg. Heerdt und Genoſſen Dank
dafür aus, daß ſie beantragten, in den Voranſchlag für
1914 einen nach Prüfung der Sachlage angezeigt
erſchei=
nenden höheren Betrag für die Förderung des
kauf=
nänniſchen Fortbildungsunterrichts einzuſtellen. Die
landwirtſchaftlichen Fortbildungsſchulen ſeien in dieſer
Beziehung ſtets beſſer behandelt worden. — Frhr. Heyl
zu Herrnsheim ſchließt ſich dem an. Daß die
Land=
wirtſchaft in dieſer Beziehung mehr erreicht hat, liegt
wohl an der agitatoriſchen Tatigkeit ihrer Organiſation.
Die Kaufmannſchaft hat heute zwar auch eine
Organiſa=
tion, aber dieſe betätigt ſich leider mehr politiſch, als in
ſachlicher Beziehung.
Das Kapitel wird
ange=
nommen.
Zur IX. Hauptabteilung: Miniſterium der
Juſtiz, ſpricht Geheimerat Dr. Hangen den Wunſch
aus, die Regierung möge im nächſten Voranſchlag zur
Weiterbildung der Juriſten einen Betrag von mindeſtens
10000 Mark einſtellen. — Zum Titel 2: Landgerichte
und Amtsgerichte, beantragt der Ausſchuß: 1.
Be=
willigung der Ausgaben von 2890253 Mark; 2. dem von
verehrlicher Zweiter Kammer beſchloſſenen Erſuchen auf
Erhöhung von
Aktuariatsaſſiſtenten=
ſtellen nicht zuzuſtimmen; 3. Großherzogliche
Regierung zu erſuchen, die beiden Amtsgerichte in
Darm=
ſtadt zu vereinigen; 4. die Erledigung des Antrags der
Abgg. Dr. Winkler und Dr. Boxheimer in Druckſache
Nr. 325 der verehrl. Zweiten Kammer bis zur Beratung
der Beſoldungsordnung zurückzuſtellen.
Geheimerat Dr. Strecker begründet kurz den Antrag.
Der Ausſchuß hat geglaubt, die Regierung nicht feſtlegen
zu ſollen.
Staatsminiſter Dr. v. Ewald Exz. möchte auch
hierzu nochmals kurz auf die Zahlen hinweiſen, die ſich
ergeben würden. Die Umwandlung von 30 Stellen
würde jährlich 86 400 Mark, die von 58 Stellen jährlich
167000 Mark koſten. — Nach kurzer weiterer Debatte
wird der Ausſchußantrag angenommen.
Nach Erledigung der Kapitel bis 97 vertagt ſich
das Haus auf Freitag 10 Uhr. Schluß 6¼ Uhr.
Literariſches.
H. L. Held, Die Idee des Buddhismus.
(Hans Sachs=Verlag, München. Preis 1,35 M.) In der
reichen buddhologiſchen Literatur fehlte bis heute eine
kurze und prägnante Darlegung des Buddhismus, die
hinreichend erſchienen wäre, das ſchwierige Gebiet jenes
fremden Religionsprozeſſes genugſam aufzuhellen. Auf
nur wenigen Bogen unternimmt es der bekannte
Ver=
faſſer des Buddha und Herausgeber der religiöſen
Kul=
tur, die urſprüngliche Idee jenes gewaltigen
meta=
phyſiſchen Gebäudes aufzuweiſen und gelangt hier zu
Reſultaten, die dieſe neueſte Schrift zu einer der
intereſſan=
teſten und originellſten Neuerſcheinungen des letzten
Jah=
res geſtaltet.
Deutſche Meiſterproſa. Ein Leſebuch
von Eduard Engel. Mit dem Bilde Leſſings und
8 handſchriftlichen Leſeſtücken. In Ganzleinen gebunden
3,50 M.; Geſchenkausgabe, vornehm gebunden 5 M.
Ver=
lag von George Weſtermann in Braunſchweig und
Ber=
lin. Der außergewöhnliche Erfolg von Eduard Engels
„Deutſcher Stilkunſt” iſt ein wahres Ereignis im
deut=
ſchen Bücherweſen und verſpricht auch eines in der
Ge=
ſchichte der deutſchen Stilentwicklung zu werden. Da iſt
es denn ein ſehr zeitgemäßer Gedanke geweſen, als
Sei=
tenſtück der „Deutſchen Stilkunſt” ein Werk darzubieten,
das allen, die ſich um einen wirklich guten Stil bemühen,
die unübertrefflichſte Anleitung gibt: eine Sammlung
von Proben ausgezeichneten deutſchen Stils. Eduard
Engel hat mit Finderglück und Geſchick das inhaltlich
Wertvollſte und künſtleriſch Vollendetſte aus allen
Jahr=
hunderten deutſcher Proſaliteratur ausgewählt, ſich dabei
aber keineswegs gehalten an die allbekannten, durch den
Abdruck in unzähligen Leſebüchern einigermaßen
abge=
droſchenen Proſaſtücke, ſondern er hat eine Fülle
herr=
lichen neuen Stoffes zuſammengetragen, woran der Leſer,
auch abgeſehen von der Freude an der künſtleriſchen
Form, reichen Inhaltsgenuß gewinnen wird
Erlebnis
und Bekenntnis. Eine
Sammlung von Selbſtbiographien. Herausgegeben von
Otto Fiſcher und Heinrich Schnabel. Martin
Mörikes Verlag, München. In den Bekenntniſſen der
glühendſten Seelen, in den Selbſtſchilderungen der
um=
aſſendſten und ſchärfſten Geiſter, wie in den beſcheidenen
Frinnerungen der einfachſten Menſchen mögen wir als
in wahrhaftigen Bildern uns ſelber ſpiegeln. Hier, aus
den ungefälſchten Dokumenten vergangener Menſchheit
mögen wir die lebendigſte Belehrung, die tiefſte Einſicht,
die bunteſten Bilder uns holen. Hier ſind unerſchöpfliche
Schätze, nie veraltend und immer neu ſich verſchenkend=
Wer über ſich ſelbſt ſchrieb, hat, ohne daß er es wollte,
mit ſeinem Herzblut geſchrieben.
Das Leben des Benvenuto Cellini.
Von ihm ſelbſt geſchrieben. Ueberſetzt von Heinrich
Conrad. Umfang etwa 650 Seiten, mit 4
Kunſtbei=
lagen Ausgabe in zwei Bänden in Halbpergament 12 M.
Verlag von Martin Möricke, München. Die glänzende
Uebertragung der Vita des Benvenuto Cellini von
Hein=
rich Conrad war bisher nur in teueren Ausgaben zu
er=
reichen. Daß dieſes herrliche Buch in der
unübertreff=
lichen noch geſetzlich geſchützten Ueberſetzung Conrads
nun=
mehr in der Sammlung „Erlebnis und Bekenntnis”
er=
ſcheint, wird gewiß allgemein begrüßt werden. Die
Leip=
iger Zeitung hat wohl mit Recht über die Conradſche
Ueberſetzung geſchrieben: „Wir wollen gleich ſagen: es
iſt die deutſche Ueberſetzung, die wir in Zukunft zur Hand
nehmen müſſen, eine glänzende Leiſtung der
Ueber=
ſetzungskunſt. Hier lebt der echte Cellini mit allem
knorrigen Eigenſinn, allen dialektiſchen Eigenheiten,
un=
gelenken Ausdrucksweiſen und ſtiliſtiſchen
Ungezogen=
heiten.
Eine Trinkkur im Hause
mit Kasseler Hafer-Kakao (Nur echt
in blauen Kartons für 1 M., niemals
lose!) empfiehlt sich besonders für
Blutarme u. Bleichsüchtise
und zwar
zum ersten Frühstück,
zwischen 10—11 Uhr Vormittags
zwischen 4—5 Uhr Nachmittags
vor dem Schlafengehen
also viermal täglich!
(I,479:
Kand= und Kosehlanlagen
ſowie Reparaturen und Reinigungen werden
fach=
gemäß ſauber ausgeführt. Voranſchläge koſtenlos.
geprüfter
Georg Kaiser, installateurmeister
Telephon 1067.
Rheinstrasse 5 (235a)
Wegen Aufgabe des Ladengeſchäfts
verkaufe die noch
Schuhwaren zu ganz billigen Preiſen.
Damen-
Boxcalf-
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Die Fortſchrittliche Volkspartei
veranſtaltete am Mittwoch im „Kaiſerſaal” eine ſehr gut
beſuchte öffentliche Volksverſammlung. Den
Vorſitz führte Stadtv. Saeng. Als Redner waren
an=
gekündigt die Landtagsabgeordneten Grünewald und
Henrich. Als erſter Redner erſtattete zunächſt Herr Abg.
Henrich Bericht über ſeine Tätigkeit im Landtag, wobei
er zum Eingang mit einigen launigen Sätzen die „
Auf=
nahmeprüfung” ſtreifte, der die Mehrheitsparteien die neu
eingetretenen Vertreter der bürgerlichen Linken
unter=
worfen haben Man werde ſich unterdeſſen an die neuen
Geſichter gewöhnt haben. Redner ging dann an Hand der
Budgets für 1912 und 1913 auf die Finanzlage des
Lan=
des ein, die ſich ſeit den letzten Jahren — dank der
gün=
ſtigen Wirtſchaftskonjunktur — erheblich gebeſſert habe.
Man dürfe aber jetzt nicht in übertriebenen Optimismus
verfallen. Redner warnte vor Stimmungs= und
Augen=
blickspolitik, die Leiſtungen des Landes müſſen im Einklang
bleiben mit der Leiſtungsfähigkeit ſeiner Bewohner, es
ſei zu fordern ſparſame Wirtſchaft und Vorſorge in guten
Jahren für künftige ſchlechte Zeiten. Redner ging dann
des näheren auf das Beſoldungsgeſetz von 1912 und ſeine
Verhandlung im Ausſchuß ein, wobei er die Kämpfe mit
den agrariſchen Gegnern des Wohnungsgeldes und einer
durchgreifenden Erhöhung einerſeits und mit der
Regie=
rung wegen der Deckung und der Erhöhung der
Volks=
ſchullehrergehalte andererſeits aufzeigte. Den ſchließlich
von der Mehrheit des Ausſchuſſes angenommenen Antrag
Oſann hatte Redner bereits zwei Wochen vorher
vergeb=
lich geſtellt und darum wieder fallen gelaſſen. Er bedauerte
die zweckloſen Kämpfe zwiſchen Volksſchullehrern und
Fi=
nanzbeamten, wobei er betonte, daß er ſich nicht in den
Dienſt einer beſtimmten Gruppe ſtellen könne, ſondern
lediglich vom Standpunkt objektiver Gerechtigkeit urteile.
Für die Lehrer habe er gleiche Behandlung wie für die
Beamten gefordert, aber andererſeits durfte auch die
Be=
amtenſchaft nicht geſchädigt werden. Auch die neue
Vor=
lage befriedige vielfach nicht und ſei ſehr verbeſſerungs=
m
ſätzlicher Aufbau ſei richtig, die Entſcheidung werde ſich
nicht darum drehen, wie einzelne Klaſſen behandelt
wer=
den, ſondern um die Kardinalfrage, ob penſionsfähiges
Wohnungsgeld oder nicht. Je länger die Beratung
hinausgezogen wird und je mehr man ſich den Wahlen
nähert, umſo ungewiſſer werden die Ausſichten des
Ge=
ſetzes. Redner ging dann noch auf das
Tilgungs=
geſetz, den Verſicherungsſtempel und auf das
Geſetz über die Beiträge der Gemeinden zu den Koſten der
höheren Schulen ein. Das letztere bringe Darmſtadt eine
Mehrbelaſtung von 80000 Mark. Es muß verſucht
wer=
den, wenn Ablehnung nicht zu erreichen iſt, wenigſtens
eine gerechtere Berechnungsgrundlage zu ſchaffen. Den
von manchen Seiten erhobenen Vorwürfen der
Programm=
verletzung durch einzelne Parteimitglieder ſei
entgegen=
zutreten. Insbeſondere ſei es nicht richtig, daß Pfaerer
Korell unter die Agrarier gegangen ſei, wie er aus deſſen
letzter Rede nachweiſt.
Redner beſprach dann noch die Abſtimmung im
Land=
tag wegen der Schreibgehilfen und der
Gerichts=
ſchreibergehilfen, und ging dann auf die
parteipoli=
tiſchen Verhältniſſe des Landes über. Den
Aus=
ſchlag in der Politik des Landes geben heute die Agrarier
in Verbindung mit dem Zentrum. Die Nationalliberale
Partei mache eine Ausnahme; während ſie im Reich und
in den übrigen Bundesſtaaten zur Linken zähle, halte ſie
in Heſſen zur Mehrheit der Rechtsparteien. Das ſei im
weſentlichen auf den ſtarken agrariſchen Einſchlag der
Partei zurückzuführen, der ſich dem Bauernbund und dem
Zentrum näher fühle als dem Liberalismus. Die
Führ=
ung der Partei ſteuere bewußt nach rechts. Angriffe
er=
folgen immer nur nach links, niemals nach rechts. Der
deutlichſte Beweis ſei die Linſe=Verſammlung, auf der
man jede gemeinſame liberale Weltanſchauung und ein
Zuſammengehen mit der Fortſchrittlichen Vollspartei
ſchroff abgelehnt habe; die liberale Vereinigung und die
Jungliberalen werden in der Partei feindſeliger
behan=
delt wie jede rechtsſtehende Partei. Redner bedauert dieſe
Haltung der Nationalliberalen Partei. Die
Fortſchritt=
liche Volkspartei iſt immer bereit geweſen zu gemeinſamer
Politik. Maßgebend muß die politiſche Haltung der
Par=
tei ſein und erſt dann kommen die Mandatsintereſſen. Der
Prüfſtein hierfür bleibe allezeit Bingen-Alzey, weil ſich
hieran zeige ob die Nationalliberale Partei es mit dem
Liberalismus oder mit deſſen ſchlimmſten Feinden halten
wolle.
Redner beſpricht im Anſchluß hieran die Vorgänge
bei der Prüfung der Wahl des Abg. Becker im Reichstag,
und er verurteilt ſcharf das Fehlen der 12 fortſchrittlichen
Abgeordneten, das übrigens nicht auf eine politiſche
Geg=
nerſchaft gegen Korell zurückzuführen ſei. Die jetzige
Situation macht dem Redner kein Vergnügen. Weite
Kreiſe der Stadt wünſchen ein Zuſammengehen beider
Parteien. An den Fortſchrittlichen liege es nicht, wie die
letzten Landtagswahlen bewieſen. Wie das in Zukunft
werde, könne man nicht wiſſen. Zum Schluſſe fordert
Redner auf, ſich auf einen Kampf gegen rechts wie gegen
links einzurichten, denn auch gegen die Sozialdemokratie
habe man ſich energiſch zu wehren. Er fordert alle
frei=
heitlich geſinnten Männer und Frauen auf, mitzuarbeiten
in der Partei, damit der Liberalismus in Heſſen wieder
eine Macht werde.
Abg. Henrich nahm der Abg. Juſtizrat Grünewald
das Wort. Er unterſtützte die Ausführungen des
Vor=
redners in der Beurteilung der politiſchen Lage und
namentlich auch der Nationalliberalen Partei, der er am
wenigſten das Recht zugeſtehen könne, über vermeintliche
Unſtimmigkeiten in der Fortſchrittlichen Volkspartei zu
ur=
teilen. Die Fortſchrittliche Volkspartei ſei in allen
Haupt=
fragen geſchloſſen und einig, ohne daß deshalb die
Selbſt=
ſtändigkeit der Fraktionsmitglieder in minder wichtigen
Fragen beeinträchtigt werde. Die Haltung Korells in der
Zollfrage bewege ſich durchaus im Rahmen der politiſchen
Grundſätze der Partei. Redner ging ſodann auf die
Jahr=
hundertfeier der Befreiungskriege ein, und beſprach im
An=
ſchluß daran die gegenwärtige Kriegsgefahr und ihren
Einfluß auf die wirtſchaftlichen Verhältniſſe, Peſſimismus
und Chauvinismus ſind üble Zeichen der Zeit eine ernſte
Kriegsgefahr beſteht zweifellos nicht. Die Friedensidee
ſei aus ideellen und noch mehe aus materiellen Gründen
viel wirkſamer, als man glaube. Er verurteilt die
auf=
regenden Artikel und auch die alarmierende Aufmachung
der neuen Militärvorlage. Die Fortſchrittliche Volkspartei
hat die Pflicht, die Vorlage ernſtlich zu prüfen, die
frühe=
ren Ablehnungen durch die Freiſinnigen waren wohl nicht
immer richtig. Die früheren Forderungen der Partei auf
mitttäriſchem Gebiet ſind unterdeſſen zu einem guten Teil
erfüllt worden. Der Löſung der Deckungsfrage müſſe der
Liberalismus mit Mißtrauen entgegenſehen, da die
Ge=
fahr beſtehe, daß eine wirkliche dauernde Beſitzſteuer nicht
kommt. Die Beſteuerung der Fürſten wird nicht viel
bringen.
Die Stellung der Partei zur Sozialdemokratie
bil=
det den Angelpunkt in der inneren Politik. Die
Sozial=
demokratie iſt, unbeſchadet aller grundſätzlichen
Gegner=
ſchaft, als eine gleichberechtigte Partei anzuſehen. Die
re=
preſſive Unterdrückungspolitik gegen die Sozialdemokratie
iſt zu verwerfen. — Die heutige Stellung, ſeine
ſtaatsrecht=
liche Grundlage verdankt der Beamte dem Liberalismus;
dem Beamten ſei ſeine wirtſchaftliche Exiſtenz zu ſichern.
Mit einem Hinweis auf die Ideale der Fortſchrittlichen
Volkspartei ſchloß Redner unter ſtürmiſchem Beifall.
In der Diskuſſion ſprach der Jungliberale Herr
Germann. Er bezichtigt Herrn Grünewald der
Ueber=
treibung und Einſeitigkeit gegenüber den
Nationallibe=
ralen und verweiſt auf die Unſtimmigkeiten in der
Frei=
ſinnigen Partei. Er beſpricht die Tätigkeit der Freien
Nationalliberalen Vereinigung, die auf eine
Verſtändig=
ung mit den Fortſchrittlern hinwirkte. Ihm antwortete,
mit Beifall empfangen, der Abg. Korell. Er erkannte
das ehrliche Beſtreben der Freien Vereinigung, die liberale
Einigung anzuſtreben, an, aber er bezweifelte, daß der
Weg hierzu der richtige ſei, und daß die Vereinigung
inner=
halb der Nationalliberalen Partei den nötigen Einfluß
er=
ringen werde. Er ging des näheren auf ſeine Stellung in
der Zollfrage ein. Der Weg zur Einigung mit der
National=
liberalen Partei geht über Bingen=Alzey. So lange dort
die Nationalliberalen Seite an Seite mit den Feinden
des Liberalismus gegen die Fortſchrittler kämpfen, iſt ein
Friede in Heſſen nicht denkbar. (Stürmiſcher Beifall.) Es
ſprachen nöch der Abg. Urſtadt und Lehrer
Ger=
mann. Das Schlußwort hatte Abg. Henrich,
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am Freitag, den 14. März, abends pünktlich 8½ Uhr,
im gelben Saale des Reſtaurants Sitte (Karlſtraße).
— Tagesordnung:
1. Bericht über die Tätigkeit des Vorſtandes, der Kommiſſionen
und der Gewerbeſchule. — 2. Rechnungsablage des Ortsgewerbe=
— 3. Neuwahl
vereins für 1911 und der Eckhardtſtiftung für 1912.
der 3 Vorſitzenden und 6 Vorſtandsmitglieder. — 4. Verſchiedenes:
Wahl der Prüfungsmeiſter und Geſellenbeiſitzer für die
Geſellen=
prüfungen; Vorſchläge u. Wünſche zu den diesjährigen Exkurſionen ꝛc.
Unſere Mitglieder erſuchen wir ergebenſt, recht zahlreich er=
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Auferordentliche Generalverſamnlung
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Zahlreiches Erſcheinen erwünſcht. — Die Wochenverſammlung
am Montag, 17. März, fällt aus. Muſikaufträge werden jederzeit
im Vereinslokal entgegengenommen. (*6996ki) Die Vereinigung.
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über 34,000 ähnlich lautende ſchriftliche Anerkennungen!
sr. Das Internationale Lawn=Tennis=Turnier zu
Nizza erweckt beim Publikum lebhaftes
Inter=
eſſe. Speziell die Kämpfe zwiſchen den bekannteren
Spielern finden ſtets zahlreiche Zuſchauer. Im
Herren=
einzelſpiel ſiegte Poulin über Codery 7—5, 6—4, G. R.
Allen über Staddart 5—7, 6—2, 6—4, Murray über
Gwynne=Evans 6—3, 6—4, Graf Salm über Gault 6—1,
6—2, Rahe über Salzmann 6—2, 6—2 und R. Kleinſchroth
über Chaud 6—2, 6—0. Im Dameneinzelſpiel waren
er=
folgreich Miß Ryan über Mrs. Perret 6—4, 7—5, die
deut=
ſche Meiſterin Frl. Rieck über Miß ONeill 6—3, 7—5. Im
gemiſchten Doppelſpiel ſiegten Gräfin v. d. Schulenburg.
F. W. Rahe gegen Miß Hulton-Walker 6—3, 6—2 und
im Herrendoppelſpiel R. Kleinſchroth-Larſey gegen
Mur=
ray-Harding nach zweiſtündigem Kampfe 5—7, 6—4,
11—9.
Sport, Spiel und Turnen.
* Fußballſport. Der Fußballſport im
Dienſte der Wohltätigkeit. Auch der
Fußball=
ſport hat ſich in den Dienſt der vaterländiſchen Sache
ge=
ſtellt und will ſeine am kommenden Sonntag durch
Wett=
ſpiele erzielten Einnahmen dem Veteranenfonds
zur Verfügung ſtellen. Unſere Darmſtädter
Sport=
vereine haben dem Rufe des Verbandes ſüddeutſcher
Fußballvereine Folge geleiſtet. Während Olympia auf
ihrem Platze ein Wettſpiel veranſtaltet, fährt der
Darm=
ſtädter Sportklub 1905 nach Hanau. Die Meiſterſchafts=
Elf des Sportklubs kann auf dieſe Einladung des F.=K.
Hanau 93 ſtolz ſein, zumal Hanau 93, der Altmeiſter des
Nordkreiſes wieder zu den ſpielſtärkſten Vereinen ſeines
Kreiſes zählt. Dies beweiſt ihr günſtiges Abſchneiden
gegen den F.=K.=Pforzheim mit dem unentſchiedenen
Re=
ſultat 111 Toren. Auch die 1. Mannſchaft des D. S. C
05 wird beſtrebt ſein, mit fairem und techniſch gutem Spiel
erfolgreich zu werden. Mußte doch im vorigen Jahre Hanau
93 ſich mit 7:3 Toren Sportklubs Mannſchaft beugen.
Die Militärfußballſpiele um die
Gardemeiſterſchaft wurden am Mittwoch
fortge=
ſetzt und brachten durchweg die erwarteten Reſultate.
Einen heißen Kampf lieferten ſich die Mannſchaften des 4.
Garde=Regiments zu Fuß und des 2. Garde=Regiments
zu Fuß, aus dem das 4. Garde=Regiment nur mit 3:2 als
knapper Sieger hervorging. Bis zur Pauſe führte das 2.
Garde=Regiment mit 211. Nach Halbzeit fand ſich dann die
Mannſchaft des 4. Garde=Regiments etwas beſſer
zuſam=
men und errang ſchließlich infolge ausgezeichneter
Ver=
teidigung den Sieg. Die Mannſchaft des Eiſenbahn=
Re=
giments Nr. 1 ſchlug die Mannſchaft des Eiſenbahn=
Regi=
ments Nr. 2 mit 3:0. Ein ſcharfes Treffen lieferten ſich
auch die Mannſchaften des 5. Telegraphen=Bataillons und
des Garde=Pionier=Bataillons, in welchem das
Tele=
graphen=Bataillon mit 2:0 Sieger blieb, nachdem der
Kampf noch bei der Pauſe 0:0 geſtanden hatte.
Pferdeſport. Rennen zu Compiegne. Prix
de IOrtille. Diſtanz 2800 Meter. Fr. 2000. 1. Monſ. Ch.
Lienart’s Piece d’Or (W. Head), 2. Jaxy (Berteaux), 3.
Roſette (A. Chapman). Tot. 29:10. Prix de la Sociéts
des Steeple Chaſes de France. Diſtanz 3400 Meter. Fr.
2600. 1. Monſ. J. D. Cohs Ramſes (Parfrement), 2.
Prince Galant (A. E. Bates), 3. Savate (Percy). Tot.
23:10. — Prix de Vieur Moulin. Diſtanz 4600 Meter:
Fr. 2 00. 1. Monſ. M. Portes Canteloup II (Monſ.
Mai=
tre), 2. Cayuga (Monſ. Royer). Tot. 44:10. — Courſe
Speciale de Haies de la Société Sportive
d’Encourage=
ment. Diſtanz 3000 Meter. Fr. 2000. 1. Monſ. L. Pates
Urbino (Higſon), 2. Hallowell (A. Carter), 3. Satyrane
(Dujardin). Tot. 79:10. — Prix de la Société des Steeple=
Chaſes de France. Diſtanz 3800 Meter. Fr. 5000. 1.
Monſ. Goutten de Tours La Breche (J. B. Moreau), 2.
Le Potache (Parfrement), 3. Renee II (Berteaux). Tot.
313:10. — Militär=Steeple=Chaſe. 1. Monſ. Guerins
Viveur II (Guerin), 2. Zicavo (de Saint=Didier), 3.
Gag=
nant (Rouyer). Tot. 20:10.
Luftfahrt.
sr. Ein neuer Höhenweltrekord für
Flugmaſchinen, bei dem zum erſten Male 6000 Meter
erreicht wurden, ſtellte der Chefpilot der Bleriot=Werke
Perreyon auf dem Flugfelde zu Buc mit einem
Ble=
riot=Eindecker auf, der mit einem 160 PS. Gnome=Motor
ausgeſtattet war. Der Apparat ſtieg mit unglaublicher
Geſchwindigkeit in die Höhe. In zwei Minuten waren
1000 Meter, in 15 Minuten 3800 Meter erreicht. Obwohl
Perreyon in 5700 Meter Höhe auf heftige Böen ſtieß, ſetzte
er doch den Aufſtieg weiter fort, bis ſein Barograph 6000
Meter Höhe anzeigte. Dann mußte er zum Abſtieg
ſchrei=
ten, denn der Sauerſtoff=Vorrat fing an auf die Neige zu
gehen. In 12 Minuten landete der Aviatiker wieder glatt
auf dem Flugfelde. Bei dem klaren Wetter vermochte das
Publikum den Flieger während des ganzen Fluges zu
beobachten. Der bisherige Weltrekord war von dem
Bleriot=Flieger Garros in Tunis mit 5610 Meter
aufge=
ſtellt worden.
Landwirtſchaftliches.
Wie im vorigen Jahre, ſo veranſtaltet der
Land=
wirtſchaftskammer=Ausſchuß für die Provinz Starkenburg
auch in dieſem Jahre eine Prämiierung von
Obſt=
baumpflanzungen, die gemäß der in Nr. 3 der heſſ.
landwirtſchaftlichen Zeitſckrift veröffentlichten
Beſtimm=
ungen, in den Landwirtſchaftskammer=Wahlbezirken I
(Rüſſelsheim-Trebur), II (Groß=Gerau) und III (
Gries=
heim-Gernsheim) bezw. in den zu dieſen Wahlbezirken
gehörigen Orten ſtattfinden wird. Intereſſenten, die ſich
an dieſem Wettbewerb beteiligen wollen, werden nochmals
darauf hingewieſen, etwaige Anmeldungen bis 20. d. Mts.
an den Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß in Darmſtadt,
Bismarckſtraße 52, einzureichen.
H. Frankfurt a. M., 13. März. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt war ſtarkes Angebot in
Landweizen und Landroggen vorhanden, während die
Kaufluſt ſehr geringfügig blieb. Die Preiſe wurden daher
ermäßigt und beſonders Landweizen gedrückt. Gerſte iſt
ebenfalls flau, wogegen Hafer und Mais keine
Preisver=
änderung zeigen. Futtermittel ſtetig. Die Forderungen
für Mehl ſind williger. Der Mannheimer
Ge=
treidemarkt zeigte ſchwächere Tendenz. An der
Ber=
liner Produktenbörſe war Getreide matt auf
friedlichere Beurteilung der politiſchen Lage. Die
aus=
ländiſchen Offerten waren direkt nicht erheblich billiger,
aber von zweiter Hand reichlicher und nachgiebiger.
Wei=
zen und Roggen gaben etwa 1 Mark nach, da die deutſchen
Getreidebeſtände erſter Hand, die größer als im Vorjahr
ſind, wenig Eindruck machten, weil viel nicht
markt=
fähige Ware darunter iſt. Hafer gleichfalls nachgebend
auf die größeren Zufuhren.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den
ameri=
kaniſchen Getreidemärkten (New=York und
Chicago) war Weizen anfangs ſchwächer auf große
Zu=
fuhren, die enttäuſchende Nachfrage für Lokoware, ſowie
Meldungen von Regenwetter im Südweſten der
Vereinig=
ten Staaten; ſpäter erfolgte Befeſtigung auf gutes
Export=
geſchäft. Mais lag im ganzen feſter auf Käufe der
Kom=
miſſionshäuſer und die kleineren Bahnzufuhren in
Chicago. Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort in dieſer
Woche von 66,56 Mill. Buſh. auf 66,14 Mill. Buſh.
zurück=
gegangen, hingegen die Maisvorräte von 17,92 Mill. Buſh
auf 20,06 Mill. Buſh. geſtiegen. In Kanada erhöhten ſich
die Weizenvorräte in dieſer Woche von 24,78 Mill. Buſh.
auf 27,82 Mill. Buſh.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſiger und Wetterauer, 20,50—20,75, nordd.
20,50—20,75, kurheſſiſcher 20,50—20,75, ruſſiſcher 23,75 bis
24,25, Kanſas 24—24,25, rumäniſcher 24—24,25, Redwinter
24—24,25, Manitoba 23,50—24, La Plata 23,25—23,75,
Walla Walla 23,50—24; Roggen, hieſiger, 17,75,
bayeri=
ſcher (Pfälzer) 17,75—17,80, ruſſiſcher 19,50—19,75,
rumäni=
ſcher 19,50—19,75, amerikaniſcher —; Gerſte, Pfälzer,
19,50—20, hieſige und Wetterauer 19—19,25, Riedgerſte
19—19,50, fränkiſche 19,25—19,75, ungariſche —, —; Hafer,
hieſiger, 18—18,50, bayeriſcher 18,25—18,50, ruſſiſcher 18,50
bis 21, amerikaniſcher 17—17,50, rumäniſcher 18,50—20,75;
Mais, mixed, 15,25—15,50, ruſſiſcher 15,50—17,75,
Donau=
mais 15,25—15,75, rumäniſcher 15,50—15,75, La Plata
15—15,10, weißer Mais 15,25—15,75, Weizenſchalen 10,50
bis 10,75, Weizenkleie 10,50—10,75, Roggenkleie 10,50 bis
10,75, Futtermehl 14—16, Biertreber, getrocknet, 13,75 bis
14,50, Futtergerſte 16—16,50. Weizenmehl hieſiges, Baſis
ab Mannheim, Nr. 0 30,75—31, feinere Marken 31,25 bis
31,50, Nr. 1 30—30,25, feinere Marken 30,50—30,75, Nr. 2
29—29,25, feinere Marken 29,50—29,75, Nr. 3 27—27,25,
feinere Marken 27,50—27,75, Nr. 4 24—24,25, feinere
Mar=
ken 24,50—24,75; Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0 27—27,75,
Nr. 1 24,75—25, Nr. 2 21,75—22.
930
Baugr
A. Nar 45e
G
führk viele Menſchen die tägliche
Berufs=
arbeit. Von der Straße bringen Sie die 2.
G=
Erkältung heim, die Ihnen ſo läſtig iſt.
Die Berufsarbeik auf der Straße erforderk 6
ein Vorbeugungs= und Linderungsmittel
M
für Heiſerkeit, Kakarrh und Huſten, und
das ſind die altbekannten Wybert=Tabletten, die in allen Apotheken
und Drogerien pro Schachtel 1 Mark koſten.
Gewinnauszug
der
2. Preußiſch-Füddeutſchen
(228. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotterie
3. Klaſſe 2. Ziehungstag 12. März 1913
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und H.
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 75000 Mk. 27448
2 Gewinne zu 15000 Mk. 89095
2 Gewinne zu 10000 Mk. 145257
2 Gewinne zu 5000 Mk. 32645
6 Gewinne zu 3000 Mk. 79176 203241 213928
6 Gewinne zu 1000 Mk. 25837 186846 199677
14 Gewinne zu 500 Mk. 25712 26222 29658 52285
111308 159640 221952
16 Gewinne zu 400 Mk. 21504 24133 98182
139319 148223 161068 203539 214015
76 Gewinne zu 300 Mk. 1409 2796 3045 7841.
14221 31627 32886 36503 36747 39554 41737 41829
47171 59282 63709 69302 80120 84798 89048 111482
113803 116303 122760 125328 130442 142113 144086
152280 161922 169697 180645 182998 185184 191228
208752 209545 214679 217444
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
144 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 50000 Mk. 115200
2 Gewinne zu 30000 Mk. 45906
2 Gewinne zu 3000 Mk. 98321
6 Gewinne zu 1000 Mk. 39305 122279 147027
16 Gewinne zu 500 Mk. 7205 15415 23305 24758
116995 134642 183291 215849
24 Gewinne zu 400 Mk. 7565 12216 15861 15943
71383 72169 80371 81431 120172 121611 157782 163998
66 Gewinne zu 300 Mk. 4694 4904 6400 8212.
35327 37743 38662 39248 40325 42425 48844 66844
57220 90245 91472 93310 110015 111676 120032
123267 126509 131087 141238 141441 146358 153197
166306 169124 172609 179816 184034 208562 216856
Die Ziehung der 4. Klaſſe der 2. Preußiſch=Süddeutſchen (228, Kgl.
Preußiſchen) Klaſſeulotterie findet am 11. u. 12. April ſtatt.
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