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176. Jahrgang
nonatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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bärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
aren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
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den Annoneen=Expeditionen. — Bei
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criebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Prgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
wie heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
ſſer Prinz=Regent von Bayern und
Ge=
ur ahlin ſind am Samstag nachmittag von Berlin in
lresden eingetroffen. Der Beſuch des
Regenten=
haares in Darmſt adt wird erſt im Laufe der
näch=
ſien Monate erwartet.
et Reichstag erledigte am Samstag die Etats der
Schutzgebiete und vertagte ſich ſodann bis zum
2 April.
ungariſche Abgeordnetenhaus hat die
Bahlreformvorlage angenommen.
e holländiſche Kammer hat mit 54 Stimmen
der Rechten gegen 35 Stimmen der Linken die
Geſetzes=
horlage betr. die obligatoriſche
Invalidi=
täts= und Altersverſicherung der
Ar=
beiter angenommen.
franzöſiſche Kammer nahm den
franzö=
ſch=ſpaniſchen Marokkovertrag faſt
ein=
ſü mmig an.
* Hafen von Baltimore ereignete ſich beim
änladen von Dynamit eine furchtbare
Explo=
kon. Die Zahl der Getöteten ſoll ſich auf 50
be=
aufen.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
März 1813: Der König von Preußen ſtiftet das Eiſerne
fgeuz.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7 und 8.
Die Deckungsfrage.
*⁎* Innerhalb der Reichsregierung iſt man mit Eifer
H, um die Frage der Koſtendeckung nicht nur für
änmaligen, ſondern auch für die dauernden Ausgaben,
turch die vorjährige und durch die kommende
Mili=
rvorlage verurſacht werden, zu löſen. Wie man
erichts dieſer Situation von einer Kriſis im
Reichs=
iſtteamt ſprechen kann, iſt unverſtändlich, denn die
Ar=
ſtillaſt, die der Schatzſekretär Kühn jetzt zu bewältigen
läßt in dieſem den Gedanken, ſich von den Geſchäften
ſſtückzuziehen, gar nicht aufkommen. Ein Wechſel in
Werſon des Staatsſekretärs würde auch die Situation
ſſiſt im geringſten erleichtern. Uebrigens iſt man ja mit
Aufnahme, die der Plan einer einmaligen
Reichs=
ſhögensſteuer gefunden hat, aus dem Gröbſten heraus.
Die näheren Beſtimmungen über dieſe Sonderſteuer
Aden einen der Programmpunkte der am Montag
nach=
tg im Reichsamt des Innern ſtattfindenden Fi=
Mnzminiſter=Konferenz bilden. Wenn dieſer
e in der Preſſe geſagt wurde, daß die Beteiligung der
Aſten an der Steuer nicht in der Vorlage enthalten ſein
Pde, ſo iſt das ganz ſelbſtverſtändlich, denn den
deut=
n Bundesfürſten ſteht die Steuerfreiheit kraft eigenen
Ahies zu, ſie kann alſo nicht durch Geſetz auch nur in
Am einzigen Falle aufgehoben werden, ſondern ſie
br unter allen Umſtänden ein freiwilliger Akt, deſſen
Seutung nur erhöht wird, wenn man von ihm möglichſt
ig Aufhebens macht, was ſicherlich dem Willen der
eiligten ſelbſt entſpricht, falls ſie ſich entſchloſſen haben,
ihrerſeits für außergewöhnliche Bedürfniſſe des
erlandes beſondere Opfer zu bringen.
Iſt ſomit zur Deckung der einmaligen Koſten eine
ſ Baſis vorhanden, ſo ſchwebt man wegen Aufbringung
Mdauernden Ausgaben in der Oeffentlichkeit noch völlig
Munkeln. Man darf aber wohl annehmen, daß inner=
I der Regierung ſchon beſtimmte Pläne ausgearbeitet
und am Montag den Finanzminiſtern zur Erörterung
Begutachtung unterbreitet werden. Dieſe laufenden
Wgaben ſind, wenigſtens ſoweit es ſich um die Koſten
vorjährigen Wehrvorlagen handelt, nach dem Be=
Wiſſee des Reichstages durch eine wirkliche Beſitzſteuer
Eecken, hinſichtlich der Koſten für die kommende
Vor=
hat die Regierung zunächſt noch Bewegungsfreiheit,
Mwird aber ihre Pläne wohl ſo einrichten, daß die
ſſſachen Schultern möglichſt wenig getroffen werden.
Ilenfalls iſt der Finanzminiſter=Konferenz am Montag
entſcheidende Bedeutung beizumeſſen.
IIn der Konferenz über die Heeresvor=
Me. zu der der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg die
Bſützenden der Fraktionen der bürgerlichen Parteien
und deren Stellvertreter für Freitag nachmittag
einge=
laden hatte, hielt zunächſt der Kriegsminiſter einen
Vor=
trag militärtechniſcher Natur. Im Anſchluß hieran ſprach
der Reichskanzler über die politiſche Lage. Ueber dieſe
Mitteilungen wurde ſtrengſtes Stillſchweigen auferlegt.
Dem Berliner Lokalanzeiger zufolge verlautet ſo viel, daß
die bisher genannte Höhe der Koſten, und zwar der
ein=
maligen mit einer Milliarde und der dauernden mit 200
Millionen jährlich, ihre Beſtätigung findet. Eine
Stel=
lungnahme der Parteiführer und eine Diskuſſion mit dem
Reichskanzler über die von dieſem gegebenen Darlegungen
aus der auswärtigen Politik hat nicht ſtattgefunden, denn
die Zuſammenkunft war nur von kurzer Dauer.
Der franzöſiſch=ſpaniſche
Marokko=Vertrag.
* Die franzöſiſche Kammer begann am
Frei=
tag mit der Beratung des Geſetzentwurfs, der die
Kon=
vention, die betreffs Marokkos in Madrid am
27. November 1912 zwiſchen Frankreich und Spanien
ge=
ſchloſſen wurde, genehmigen ſoll.
Der Miniſter des Aeußern Jonnart
er=
klärte, das franzöſiſch=ſpaniſche Abkommen
entſpreche dem Völkerrecht, nehme die franzöſiſchen
In=
tereffen wahr und achte die Rechte der anderen. Der
Hauptzweck des Abkommens ſei, für die Zukunft
Ur=
fachen von Mißverſtändniſſen zwiſchen den beiden großen
Völkern zu beſeitigen, die geſchaffen ſeien, ſich zu verſtehen.
Einem Rückfall in die Barbarei und dem Fanatismus
vorzubeugen, die weiten Flächen, die durch Anarchie
ver=
ödet ſeien, wieder zu beleben, das ſei das Werk der beiden
doppelt benachbarten Völker, die ihre Anſtrengungen und
Hoffnungen zuſammengeſchloſſen hätten. Wir
wünſch=
ten, erklärte Jonnart, mit Spanien in guter
Freundſchaft zu leben, und es lag uns am
Her=
zen, unſere Verpflichtungen zu halten. Der Miniſter gab
ſodann einen geſchichtlichen Ueberblick über die
Verhand=
lungen ſeit 1902 und erklärte dann weiter: Es ſei
unmög=
lich, Spaniens Rechte auf ſeine Zone zu beſtreiten, aber
angeſichts der durch das franzöſiſch=deutſche Abkommen
verurſachten Opfer würde es ungerecht geweſen ſein. wenn
Spanien nicht Kompenſationen zugeſtanden hätte für die
Handlungsfreiheit, die Frankreich für ſie beide erlangt
habe. In Marokko ſei eine Politik der Klugheit geboten.
Die Regierung ſei bemüht, Abenteuer zu
ver=
meiden, und. ſei entſchloſſen, ſich nur ſehr vorſichtig in
eine Unternehmung in Marokko einzulaſſen. Der
Miniſter legte ſodann das Programm für die in
der nächſten Zeit auszuführenden Arbeiten vor und
beſprach beſonders die Hafenarbeiten von
Caſa=
blanca. Frankreich werde das Werk der
Gerechtig=
leit und Ordnung in ſtändigem Einvernehmen mit der
Macht ausführen, welche mit ihm das Protektorat ausübe.
Die Möglichkeit, ſich in Einzelheiten an das Haager
Schiedsgericht zu wenden. beſeitige jeden Anlaß zu einer
ernſten Meinungsverſchiedenheit. Das Parlament habe
den lebhaften Wunſch, dies Verfahren für heikle
Gegen=
ſtände immer mehr angewendet zu ſehen. Der Miniſter
ſprach ſodann den Unterhändlern ſeinen Dank aus.
Eng=
land habe unabläſſig die Annäherung gefördert. was
Frankreich und Spanien nicht vergeſſen würden. Jonnart
ſagte weiter: Wir werden ritterliche Nachbarn auf dem
marokkaniſchen Boden haben, wo wir ſoviel Blut
ver=
goſſen und wo wir alänzende Ernte erwarten. Die
Inter=
eſſen der beiden Mächte, die zu der Aufgabe ſich
verbun=
den haben, Marokko zu ziviliſieren, ſind ſolidariſch. Die
beiden Regierungen wünſchten, die Entente der
nationa=
len Hoffnungen zu einer endgültigen zu geſtalten.
Die Kammer nahm ſchließlich das
franzö=
ſiſch=ſpaniſche Abkommen faſt einſtimmig
an.
Das Echo de Paris ſchreibt über die von dem
Mi=
niſter des Aeußern Jonnart in der Debatte über den
franzöſiſch=ſpaniſchen Marokkovertrag
gekennzeichnete Politik: Wenn dieſe Politik uns zu einem
beſonderen innigen Einvernehmen mit Spanien führen
ſollte, dann dürften ſich die Italiener darüber weder
ver=
wundern noch beunruhigen. Sie ſind durch andere
Not=
wendigkeiten verpflichtet, die Verbündeten von Mächten
zu bleiben, die vielleicht unſere Feinde ſein werden.
Spa=
nien dagegen iſt der Freund einer Macht, die wir als
un=
ſeren Bundesgenoſſen anſehen.
Deutſches Reich.
Eine Sommertagung des
Reichs=
tages dürfte kaum notwendig werden, die Regierung
rechnet mit einer ſolchen bis jetzt noch nicht. Ueber die
geſchäftliche Behandlung der Heeresvorlagen und ihrer
Deckungsgeſetze haben jüngſt zwiſchen dem Reichskanzler
und den Parteiführern neue Beſprechungen ſtattgefunden.
Man iſt der Meinung, daß der Haushalt und die
Heeres=
vorlagen bis zum 25. April verabſchiedet ſein können, und
daß zu dieſer Zeit auch die Steuergeſetze in dem Ausſchuß
beraten ſein werden. Der Militärhaushalt wird
unab=
hängig von der Heeresvorlage in zweiter Leſung be=
ſprochen werden, und zwar ſofort nach den Oſterferien,
hierauf folgt die erſte Leſung der Heeresvorlage und ihrer
Deckungsgeſetze in der zweiten Aprilwoche, den Schluß
der Haushaltsberatung bilden die Etats des
Reichskanz=
lers, des Auswärtigen Amtes und des Reichsſchatzamtes,
ſchließlich wird kurz vor der Vertagung, etwa am 23. und
24. April, die Heeresvorlage endgültig verabſchiedet
wer=
den. Dieſe Vorlage wird dem Ausſchuß ſpäteſtens am
11. April überwieſen werden, ſo daß er mindeſtens
ein=
einhalb Wochen der Einzelberatung widmen kann. Die
Beratung der Steuergeſetze wird in erſter Leſung im
Ple=
num ebenfalls etwa Mitte April erfolgen. Doch ſoll der
Ausſchuß dieſe Vorlage erſt nach Erledigung der
Heeres=
vorlage beraten. Am 27. Mai tritt das Plenum nach
vierwöchiger Pfingſtpauſe wieder zuſammen. Es wird
wahrſcheinlich nur einige Tage ſitzen, da vorausgeſetzt
wird, daß der Ausſchuß die Steuergeſetze bis zu dieſem
Termin noch erledigt haben dürfte, obwohl man hofft, daß
der Ausſchuß einen Teil der Pfingſtferien für ſeine
Ar=
beiten benutzen wird. Das Plenum wird Anfang Juni,
der genaue Termin hängt von den Landtagswahlen in
Preußen zum Teil ab, zum letzten Male zuſammentreten,
um die Steuergeſetze zu verabſchieden. Mitte Juni dürfte
dieſe Arbeit beendet ſein, ſo daß eine Feſtſitzung am
17. Juni zum Jubiläum des Kaiſers den Abſchluß der
Arbeit bilden könnte. Die Regierung iſt mit dieſem
Ar=
beitsplan einverſtanden und nimmt Rückſicht auf die ſich
immer mehr geltend machende Arbeitsmüdigkeit des
Reichstages. Die übrigen Vorlagen ſollen alle erſt im
Herbſt verabſchiedet werden.
-
Der Wahlprüfungsausſchuß des
Reichstages hat Bericht erſtattet über die Prüfung
der Wahl des Abg. v. Oertzen im 9. Wahlkreiſe des
Re=
gierungsbezirks Potsdam. In der Stichwahl war der
Abg. v. Oertzen mit 16942 Stimmen gegen 16652
ſozial=
demokratiſche Stimmen gewählt worden. An der Hand
der Wahlproteſte wurde für erwieſen erachtet, daß 412
in der Heilſtätte Beelitz befindliche Patienten
unberech=
tigterweiſe nicht zur Wahl zugelaſſen worden ſeien. Dieſe
Wähler hätten ihre Stimme für den ſozialdemokratiſchen
Kandidaten abgegeben. Die Kommiſſion zählte dieſe 412
Stimmen dem Unterlegenen zu und erklärte infolgedeſſen
die Wahl für ungültig. (Nicht abgegebene Stimmen ohne
weiteres einem beſtimmten Kandidaten zuzurechnen, iſt
eine Willkürhandlung.)
Die Errichtung einer Techniſchen
Hochſchule in Straßburg war auf Antrag der
verſchiedenen Fraktionen im elſaß=lothringiſchen Landtag
erwogen worden, und geeignete Vorſchläge wurden von
der Regierung in einer Denkſchrift unterbreitet. In dieſer
ſtellte die Regierung eine Berechnung auf, laut welcher
ein Betrag von 7,5 Millionen für einmalige und 500000
Mark für laufende Ausgaben für die Ausführung des
Projektes bereitgeſtellt werden müßten. Die Regierung
hatte daher Bedenken und wies in der Budgetkommiſſion
der Zweiten Kammer darauf hin, daß die Koſten zu groß,
ein Anſchluß an die Univerſität außerdem nicht ratſam
und von Fachleuten abgelehnt worden ſei. Die Einwände
wurden anerkannt und von der Weiterverfolgung des
Planes Abſtand genommen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die ungariſche Wahlreform. Das
un=
gariſche Abgeordnetenhaus hat die Wahlreformvorlgge
angenommen. Zu einer größeren
Meinungsverſchieden=
heit kam es am letzten Tage nur in der Frage der
Alters=
grenze. Hegedüs beantragte die Herabſetzung der
Alters=
grenze von 30 auf 24 oder 26 Jahre; doch wurde die
ur=
ſprüngliche Faſſung des Entwurfs, da Tisza für den Fall
der Annahme des geänderten Entwurfs mit ſeinem
Rück=
tritt drohte, mit allen gegen 17 Stimmen angenommen.
Präſident Graf Tisza veröffentlicht zur Richtigſtellung
ſeiner Ausführungen über die Wirkung des allgemeinen
Stimmrechts in Deutſchland eine längere Erklärung, in
der er betont, daß das allgemeine Wahlrecht auch im
Deutſchen Reiche den politiſchen Untergang des
Liberalis=
mus bedeute, und daß die Parteive hältniſſe des deutſchen
Reichstages eine parlamentariſche Regierung ganz
un=
möglich machen würden. Unter den 397 Mitaliedern des
deutſchen Reichstages erſcheine die liberale Partei mit 43.
die verſchiedenen bürgerlicheraditalen Frationen mit 42
Mitgliedern, ſo daß Liberale und Radikale ſelbſt mit
Hin=
zurechnung der 13 Mitglieder der Freikonſervativen
Reichspartei insgeſamt ein knappes Viertel der
Geſamt=
zahl ausmachten. Andererſeits aber machten die 90
Kle=
rikalen, die 110 Sozialdemokraten und die 33
Partikula=
riſten die Bildung einer konſervativen oder liberalen pax=
lamentariſchen Regierung zur abſoluten Unmöglichkeit.
Obwohl er ein prinzipieller Gegner des politiſchen
Ra=
dikalismus ſei, ſei es ihm nie eingefallen, geſinnungstreuc
Anhänger dieſer Ideen als ſittlich inferiore Elemente zu
bezeichnen. Er wolle nur das Land vor dem
Hereinſtrö=
men minderwertiger Demagogen der allerverſchiedenſten
politiſchen Richtungen bewahren. Es ſei eine eigentüm
liche Verblendung, einem Menſchen, weil er in gewiſſen
Detailfragen des Wahlrechts anderer Meinung ſei,
ob=
wohl er drei Jahrzehnte im Dienſte des Liberalismus
verbracht habe, als Erzfeind allen Fortſchritts
hinzuſtel=
len. Das neue ungariſche Wahlrecht erhöhe die
Wähler=
zahl beinahe um das Doppelte und erhöhe die Vertretung
der Arbeiterklaſſe von Null auf ein Viertel des ganzen
Wahlkörpers und überliefere eine Reihe ſtädtiſcher
Wahl=
bezirke ganz gewiß der ſozialiſtiſchen Arbeiterpartei.
Frankreich.
Der Wahlreformentwurf. Der Senat hat
im Einvernehmen mit der Regierung beſchloſſen, am
13. März die Verhandlungen über den
Wahlreforment=
wurf zu beginnen. Der Ausſchuß wird beantragen, daß
die Erörterung über dieſe Angelegenheit ohne
Unter=
brechungen in täglichen Sitzungen durchgeführt wird
Man glaubt, daß der Senat bereits ſeit Samstag in der
Lage ſein wird, über die weſentlichen Grundſätze des
Entwurfs abzuſtimmen, bezüglich deren die Regierung die
Vertrauensfrage ſtellen wird.
England.
Vertagung des Parlaments. Im
Ober=
hauſe wurde am Freitag eine ungewöhnlich kurz gehaltene
Thronrede verleſen, durch die das Parlament vertagt
wird. Der König bedauert, daß die Mitglieder des
Par=
laments nach der langen, anſtrengenden Sitzungsperiode
nur kurze Zeit von ihren Arbeiten entbunden würden, und
fügt hinzu, daß er bei dem erneuten Zuſammentreten in
einigen Tagen, dem Brauche gemäß, Gelegenheit haben
werde, ſich wieder an ſie zu wenden. Die neue Seſſion
beginnt am 10. März.
Reform des Oberhauſes. Der Daily
Tele=
graph macht die Mitteilung, daß das Kabinett damit
um=
gehe, ein Geſetz zur Reform des Oberhauſes
einzu=
bringen, und daß die Vorlage ſogar ſchon ihre Form
er=
halten habe, wenngleich ſie kaum noch in der eben
be=
ginnenden Seſſion eingebracht werden könne. Sollte die
Meldung des konſervativen Blattes zutreffen, ſo würde
das Kabinett daran denken müſſen, die Oberhausreform
in ſein nächſtes Wahlprogramm aufzunehmen.
Vereinigte Staaten.
Eine außerordentliche Seſſion des
iKongreſſes. Präſident Wilſon hat vorgeſchlagen,
der Anregung der Parteiführer zu folgen und eine
außer=
ordentliche Seſſion des Kongreſſes ausſchließlich der
Ta=
rifreviſion zu widmen. Eine Geſetzesvorlage über die
Währungsreform wird ebenfalls für die außerordentliche
Seſſion vorbereitet. Die Abſtimmung hierüber aber wird
bis zur ordentlichen Seſſion im September verſchoben
werden, damit Zeit für eine gründliche Prüfung der
Frage gegeben iſt.
Mexiko.
Der Racheſchwur der Familie Madero
Aus San Antonio in Texas wird gemeldet, daß die
Brü=
der des erſchoſſenen Präſidenten Madero, Emilio und
Raoul Madero, nach einem Eilritt über 600 Meilen in
Torreon angekommen ſind. Sie wurden von Gabriel
Madero empfangen. Die drei Brüder befinden ſich auf
dem Wege nach San Antonio, um dort die Ankunft der
übrigen Familienmitglieder abzuwarten. Die Brüder,
die im Norden des Landes große Beſitzungen haben und
immer noch über einen großen perſönlichen Anhang
ver=
fügen, haben geſchworen, die Ermordung ihres Bruders
an General Huerta blutig zu rächen. Sie ſind eifrig an
der Arbeit, neue Anhänger zu werben. Bereits jetzt hal
ſich ihnen General Corranza zur Verfügung geſtellt, der
mit 10000 Mann auf Mexiko marſchieren will, um den
Präſidenten Huerta zu ſtürzen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. März.
* Vom Hofe. Prinz Reinhard zu Solms=Lich iſt
am Freitag mittag 12 Uhr 14 Min. abgereiſt. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Major v. Lewinski,
Militärattaché bei der Geſandſchaft in München, den
Rittmeiſter Thon, Eskadronchef im Garde=Dragoner=
Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den Rittmeiſter
Wronsky, Kompagniechef im Großh. Heſſ. Train=Bataillon
Nr. 18, den Oberpfarrer Wahl von Beerfelden, den
Chef=
redakteur Ammenn; in beſonderer Audienz den Königlich
Bayeriſchen Geſandten Grafen Moy Exzellenz; zum
Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald, den
Finanz=
miniſter Braun, den Miniſter des Innern v. Hombergk
zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Röm=
held, den Profeſſor Pützer.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Vorſtand des Finanzamts Lauterbach,
Finanzamtmann Juſtus Reimherr zu Lauterbach, zum
Vorſtand des Finanzamts Langen.
* Miniſterzuſammenkunft in Berlin. Die Herren
Staatsminiſter v. Ewald und Finanzminiſter Braun
haben ſich geſtern nach Berlin begeben zur Teilnahme
an der heute beginnenden Miniſterkonferenz.
g. Provinzialausſchuß. Das Kreisamt ſtellte beim
Provinzialausſchuß den Antrag, dem in Gronau
gebore=
nen, 20jährigen Chauffeur Balthaſar Dörr zu Darmſtadt
den Führerſchein für Kraftfahrzeuge dauernd
oder für eine beſtimmte Zeit zu entziehen. Dörr iſt
ſchon wiederholt wegen Uebertretung des Geſetzes über
den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vorbeſtraft, u. a. in
Bensheim und Zwingenberg. Der Provinzialausſchuß gab
dem Antrag ſtatt und entzog den Führerſchein auf die
Dauer von 3 Jahren. — Michael Klumpp zu
Darmſtadt ſucht um Erteilung der
Wirtſchafts=
konzeſſion für das Haus Sackgaſſe 20 nach. Die
Wirt=
ſchaftsdeputation der Stadtverordnetenverſammlung
be=
jahte die Bedürfnisfrage, Polizeiamt und Gaſtwirteverein
verneinten ſie. Der Provinzialausſchuß verſagte die
Konzeſſion wegen Verneinung des Bedürfniſſes.
Die Gemeinderatsmitglieder Johann Jakob
Wal=
ther II. und Konſorten von Hüttenthal klagen wegen
eines Beſchluſſes des Kreisausſchuſſes Erbach vom 12.
Dezember 1912. Am 5. März 1912 war ein Faſelochs und
Eber verſteigert worden. Das Verſteigerungsprotokoll
wurde von den anweſenden vier Gemeinderatsmitgliedern
und dem Bürgermeiſter unterſchrieben. Auf Anregung
des Gemeinderechners, der glaubte, Anſtände bei der
Ober=
rechnungskammer zu haben, forderte das Kreisamt Erback
das Protokoll ein und veranlaßte dann, daß in einer neuen
Sitzung über die Verſteigerung Beſchluß gefaßt werden
ſolle. Dies geſchah am 30. September 1912. Auch dieſer
Beſchluß wurde vom Großh. Kreisamt Erbach beanſtandet
und nochmalige Beſchlußfaſſung veranlaßt. Die fünf
kla=
genden Mitglieder weigerten ſich, das Protokoll der
Sitz=
ung am 5. November 1912 über die Verſteigerung zu
un=
terſchreiben und taten dies auch nicht, weshalb ſie vom
Kreisausſchuß Erbach am 12. Dezember zu je 5 Marl
Geldſtrafe verurteilt wurden. Artikel 112 der
Land=
gemeindeordnung ſchreibt vor, daß Protokolle über die
Gemeinderatsabſchlüſſe von ſämtlichen
Gemeinderatsmit=
gliedern unterſchrieben werden. Da ſie dies unterließen,
erkannte der Kreisausſchuß auf Antrag des Bürgermeiſters
auf die erwähnte Geldſtrafe. Dieſe Mitglieder verfolgen
nun gegen die erkannte Strafe Berufung vor dem
Provin=
zialausſchuß, indem ſie ausführen, daß ſie nicht
verpflich=
tet wären, zu unterſchreiben, da der Bürgermeiſter die
Verſteigerung auch ohne ſie abgehalten habe. Sie hätten
ſich deshalb geweigert, das Verſteigerungsprotokoll zu
unterſchreiben, und es ſei auch in der Sitzung vom 30.
September und 5. November kein Gemeinderatsbeſchluß
zuſtande gekommen. Der Bürgermeiſter habe ſie lediglich
aufgefordert, zu unterſchreiben. Da die Protokolle ſtets
in einem Protokollbuch enthalten waren, hätten ſie auch
gar nicht erkennen können, daß es ſich bei dem angeblichen,
auf einem einzelnen Blatt ſtehenden Protokoll um einen
Beſchluß handle. Durch die Zeugenvernehmung kommt
der Provinzialausſchuß zu der Ueberzeugung, daß die
Kläger wußten, daß es ſich um einen Gemeinderatsbeſchlu
handelte, durch deſſen Nichtunterſchreiben ſie ſich ſtrafban
machten. Er verwarf deshalb den Rekurs.
Georg Kaffitz aus Karlsberg ſuchte am 14. Januah
bei der Bürgermeiſterei Heppenheim um Erteilung
eines Wandergewerbeſcheins nach. Dieſe legt
das Geſuch dem Kreisamt Heppenheim vor, das durch
Beſchluß vom 6. Februar das Geſuch ablehnte, da nag
§ 57,1 der Gewerbeordnung der Antragſteller einen feſtel
Wohnſitz haben müſſe. Kaffitz habe aber zweifellos nich
die Abſicht, einen feſten Wohnſitz in Heppenheim zu neh
men. Der Geſuchſteller verfolgte Berufung beim Pro
vinzialausſchuß, indem er ausführte, daß er bereits ſel
zwei Jahren einen feſten Wohnſitz in Heppenheim habe
Seinen Wagen habe er bereits verkauft und er beabſichtig
nicht, im Wagen umherzuziehen. Er will ſeine ſelbſtge
fertigten Blechwaren im Umherziehen verkaufen. Dei
Provinzialausſchuß erkannte auf Abweiſung des
Geſuches.
Im März 1911 wurde anläßlich einer vorgenommene
Bachſchau feſtgeſtellt, daß die Gewerkſchaft „Friedrich” von
Hungen Waſſer aus dem Riedbach entnimm
Die Entnahme geſchieht durch eine Pumpenanlage aus
einem Schacht, der durch ein Rohr mit dem Riedbach
Verbindung ſteht. Die Entnahme wird auf 20 Kubikmetg
ſtündlich angegeben, wovon jedoch nach Angabe der
werkſchaft etwa 12 bis 13 Kubikmeter alsbald wieder den
Bache zufließen. Außerdem aber führe die Gewerkſchaft
noch 30 bis 40 Kubikmeter Grubenwaſſer dem Riedbach
zu, ſo daß alſo dem Bach mehr Waſſer zugeführt werde
als entnommen. Eine Genehmigung im Sinne des Bach
geſetzes hat die Gewerkſchäft für die Waſſerentnahme nich
Deshalb veranlaßte das Kreisamt Gießen, daß einea
nehmigung mit den erforderlichen Unterlagen nachträglich
nachgeſucht werde. Eine Anzahl von Intereſſenten, u.d
auch die Provinzialdirektion Oberheſſen, die Beſorgniſſ
für das Inheidener Waſſerwerk hatte, erhoben Einwan
gegen jene Waſſerentnahme. Gegen die Anordnung des
Kreisamts machte die Gewerkſchaft Einwände in formelle
Hinſicht, auf die der Kreisausſchuß in ſeiner Sitzung von
1. Juni 1912 näher einging, aber die Einwendungen nich
als berechtigt erkannte. Gegen dieſes Erkenntnis e
folgte das Werk Berufung und da ſich der Provinzial
ausſchuß für Oberheſſen als befangen erachtete, ordne
das Miniſterium des Innern Verhandlung vor dem Pr
vinzialausſchuß für die Provinz Starkenburg an, die
Samstag unter dem Vorſitz von Reg.=Rat von Wernel
ſtattfand. Der Vertreter der Gewerkſchaft machte die glei
chen Einwände, indem er ausführte, das Berggeſetz vel
leihe in § 41 den Bergwerken im Intereſſe einer ordnung
gemäßen Ausbeute alle erforderlichen Rechte. Das Bach
geſetz käme nicht in Betracht, denn wenn das Berggeſel
nach dieſer Richtung eine Beſchränkung finden ſolll
müßte dies ausdrücklich bemeckt ſein, wie denn auch
Artikel 46 des Berggeſetzes ausdrücklich eine Beſchränkun
bezüglich der Genehmigung der Betriebe feſtgeſetzt iſt, in
dem ein Gutachten der Gewerbeinſpektion erforderlichg
macht iſt. Daß der Betrieb der Bergwerke nicht
einer Genehmigung zur Waſſerentnahme abhängig
macht werden ſolle, gehe auch daraus hervor, daß ihne
ausdrücklich alle Rechte für die Aufbereitung verlieh
worden ſind, dazu gehöre auch die Waſſerentnahme.
Provinzialausſchuß, der lediglich dieſe rechtliche Frage
entſcheiden hatte, verwarf die Berufung.
Perſonalnachrichten der Ober=Poſtdirektion
Darmſtadt. Verſetzt: Die Poſtaſſiſtenten Adam vil
Heldenbergen nach Oberſtein, Gebhard von Friedberg na
Düſſeldorf, Wilhelm Helm von Oberſtein nach Heldenbei
gen, Sahm von Düſſeldorf nach Friedberg, Sehrt vor
Beerfelden nach Kempen (Rhein), und P. Stauth von
Kempen (Rhein) nach Beerfelden. — Ernannt: Poſt
ſekretär Preſſer in Darmſtadt zum Ober=Poſtſekreid
(Bureaubeamten 1. Klaſſe). — Beſtanden: die Poſt
ſekretärprüfung: Poſtaſſiſtent Wilhelm Müller in Main
die Telegraphenſekretärprüfung: Ober=Telegraphenaſſiſten
Wolf in Worms. — Angenommen: als Telegraphen
gehilfin: Mathilde Gerhard in Gießen, Marie Hahn=
Butzbach, Ella Heimburg in Friedberg. Als Poſtagen
Landwirt Georg Blum II. in Melbach, Gemeindeeinnehme
Heinrich Bourgignon in Hirzenhain, Portefeuillermeiſtel
Jakob Pirot in Hauſen, Gemeindevorſteher Heinrl
Schwalm in Wißmar. Schneidermeiſter Johannes Ritz
Holzhauſen. — Freiwillig ausgeſchieden
Telegraphengehilfinnen: Eliſe Feiſer in Alsfeld
Auguſte Gebauer in Friedberg; die Poſtagenten: Heinl
Bergmann in Hirzenhain, Wilhelm Brück in Wißma
Adam Kaiſer in Hauſen und Schmidt in Holzhauſen;dl
Aus der eiſernen Zeit:
Der Tag des Eiſernen Kreuzes.
(10. März.)
** „Heil’ges Kreuz, ihr dunklen Farben, ½ Seid in
jede Bruſt geprägt, / Männern, die im Glauben ſtarben,
Werdet ihr aufs Grab gelegt.‟ Dieſe Strophe aus
Schenkendorfs Lied vom Eiſernen Kreuz ſchlägt den
feier=
lichen Grundakkord der Stimmung an, aus der heraus
am 10. März vor 100 Jahren, am Geburtstag der
Königin Luiſe, des verklärten Genius der Erhebung, das
ſchlicht erhabene Symbol dieſer großen Zeit, das Kreuz
aus Eiſen, geſchaffen wurde Der tiefe religiöſe
Grundzug der Bewegung fand ſeinen Ausdruck in dieſem
einzigen Ehrenſchmuck des heiligen Krieges, zu dem das
„vom Erlöſer geadelte Schandmal des Heidentums”
er=
hoben wurde. Das ſchlichte Blechkreuz trug jeder Land
wehrmann auf der Mütze; das Kreuz aus Eiſen ſollte
jeder, der es ſich im Befreiungskampf errungen, ſtolz au
der Bruſt tragen. Chriſtliche Zucht und Sitte wird in
dem „Kriegskatechismus für die Landwehr” als Urgrund
aller ſoldatiſchen Tugenden aufgezählt. Die Geiſtlichen
ſollten den Kriegern das Vertrauen auf Gottes Fügung
tief in die Seele legen; ſelbſt den Weltkindern kam in
die=
ſem Krieg gegen den „Antichriſt” die Erinnerung an die
alten Gottesſtreiter. „Ich möchte,” ſchrieb General
Bü=
low, „wie Cromwell ſeinen rothen Brüdern, einem jeden
Cavalleriſten eine Bibel an den Sattelknopf hängen und
bei der Schlacht ihm zurufen: Gott hat den Verruchten in
Eure Hände gegeben.”
Verknüpften ſich ſo mit dieſem ſinnvollen Ordensbild
Gefühle echt ſoldatiſcher Frömmigkeit und eines
chriſt=
lichen Patriotismus, ſo ward es zugleich zum Sinnbild
des gemeinſamen Kampfes aller, der Erfüllung einer allen
gemeinen Wehrpflicht. „Ihr alle ſollt mir Ritter heißen,
Ich ſchmück’ Euch mit dem Kreuz von Eiſen, / Auf! in
die blutige Schlacht hinein!” läßt Friedrich Förſter den
König in einem ſeiner Gedichte ausrufen. Das
Volkstüm=
liche dieſes Kreuzes, das an Offiziere wie Mannſchaften
gleichmäßig verteilt wurde und von dem jeder zunächſt die
zweite Klaſſe erwerben mußte, ſchuf die gewaltige
Reſo=
nanz, die dieſe Auszeichnung in den Herzen von Millionen
fand. Ein Gedanke gewann hier Geſtalt, den bereits die
Reformer von 1807 und 1808, Scharnhorſt, Gneiſenau und
Grolman in allen Einzelheiten erwogen hatten. Sie
verlangten damals, daß auch das Belohnungsſyſtem des
Heeres von Grund auf verändert werde. Bisher hatte es
im preußiſchen Heer zwei Ordenszeichen gegeben, den
Or=
den pour ie mérite ausſchließlich für die Offiziere das
Militärehrenzeichen ausſchließlich für die Mannſchaften
beſtimmt. Für das neu zu ſchaffende „Volk in Waffen”
durfte es nur noch einen Ehrenſchmuck geben, den
Scharnhorſt den „Verdienſt=Orden” nannte; nicht bei
Re=
vuen und Prunkfeſtlichkeiten ſollte er verliehen werden,
wie die früheren Orden, ſondern allein für eine
ausge=
zeichnete Tat im Kampf gegen den Feind. Nachdem
nun=
mehr das Volksheer begründet war, ſäumte der König
nicht, auch dieſen bisher auf dem Papier gebliebenen Plan
zur Wirklichkeit zu machen. Das Vorbild des ſchwarzen
Kreuzes auf weißem Mantel, das die preußiſchen
Ordens=
ritter als ihr heiliges Zeichen ſo ruhmvoll verteidig
hatten, mochte bei der Stiftung dieſes neuen „deutſchen
Kreuzes” vorſchweben. „War das alte Kreuz von Wollen,
Eiſern iſt das neue Bild, / Anzudeuten, was wir ſollen
Was der Männer Herzen füllt. / Denn nur Eiſen kann
uns retten, / Uns erlöſen kann nur Blut ½ von der Sünde
ſchweren Ketten, / Von des Böſen Uebermut.” So ſingt
Schenkendorf vom Urſprung des Ordens im alten
Preußenland.
Der Anſtoß zur Stiftung ging von Friedrich Wilhelm
ſelbſt aus. „Ich habe,” erzählt Boyen, „den eigenhändigen
erſten Entwurf des Königs, ſowie die von ihm mit
Blei=
ſtift entworfene Zeichnung ſelbſt in Händen gehabt. Es
war dies in jeder Hinſicht ein glücklicher Gedanke: die
Eigentümlichkeit des gewählten Zeichens, welches von
allen bisherigen Dekorationen abwich, das Metall, aus
dem es beſtand und das zugleich als Symbol der Zeit
dienen konnte, die Form, die an die deutſchen Ritter in
Preußen erinnerte, vor allem aber das gleiche Anrecht des
Soldaten, wie des Generals, gaben dieſem Schmuck einen
großen Wert und erzeugten bei dem allgemeinen Wunſch,
ihn zu erwerben, mehr als eine kühne Tat.” Mag diee
Skizze des Kreuzes, die ſein ungefähres Ausſehen feſl
ſtellte, vom König ſelbſt oder nach ſeinen Angaben von deſ
Kriegsrat Einſiedel, wie andere Quellen berichtene
worfen worden ſein, ſeine eigentliche einfach edle Geſtäll
tung erhielt es von Künſtlerhand: der Entwurf wur
Schinkel, dem genialen Meiſter, in deſſen Kopf ſich
mals zugleich großartige monumentale Pläne zur
herrlichung der Zeit formten, nach Berlin geſandt und v
ihm in der allbekannten Form ausgeführt mit den
Eichenblättern in der Mitte.
Zum Stiftungstage ward der 10. März,del
Geburtstag der Königin Luiſe gewählt,
deren „Tränen die Saaten des Völkerfrühlings ſo herrlih
aufſproßten.‟ Die Verordnung über die Stiftung wur
zugleich mit dem Aufruf „An mein Volk” am 20. Märzl
den Zeitungen veröffentlicht. „In der jetzigen groß
Kataſtrophe,” heißt es da, „von welcher für das Vaterlan
alles abhängt verdient der kräftige Sinn, der die Natib
ſo hoch erhebt, durch ganz eigentümliche Monumente
ehrt und verewigt zu werden. . . Wir haben dahere
ſchloſſen, das Verdienſt, welches in dem jetzt ausbrechen
den Kriege entweder im wirklichen Kampfe mit der
Feinde oder außerdem im Felde oder daheim, jedoch
Beziehung auf dieſen großen Kampf um Freiheit un
Selbſtändigkeit, erworben wird, beſonders auszuzeichne
und dieſe eigentümliche Auszeichnung nach dieſem Krie
nicht weiter zu verleihen.” Mit der Verleihung des Krei
zes, das in zwei Klaſſen und einem Großkreuz —fü
Blücher wurde ein beſonderes, das ſogenannte Blüche
kreuz geſchaffen — gegliedert war, wurden durch eine ſpl
tere Verfügung noch neue Ehrungen verbunden.
Namen der alſo Ausgezeichneten, die auf dem Feldede
Ehre geblieben, ſollten an erſter Stelle auf Gedächtnic
tafeln in den Kirchen eingegraben werden; bei der Toteſl
feier wurden ſie vom Geiſtlichen beſonders erwähnt un
auch ihre Hinterbliebenen noch geehrt, wie es bereit
Grolman mit mächtigen Worten in ſeinem Vorſchlag vol
1807 gefordert hatte. So war im Eiſernen Kreuzden
Kriegern des Befreiungsheeres das Zeichen gegeben,it
dem ſie ſiegen ſollten, zugleich eine hochſte Verdienſtkrofl
geſchaffen, heilig, über irdiſches Maß hinaus.
oſtagentin Louiſe Philippi in Melbach. — Geſtorben:
legraphenaſſiſtent Schacht in Darmſtadt.
* Wanderkurſe der Großh. Zentrale für Mutter=
und Säuglingsfürſorge in Heſſen. Der 12tägige
ſurſus, den die Wanderlehrerin der Großh. Zentrale
für Mutter= und Säuglingsfürſorge über die Pflege
nd Ernährung des Kindes in den beiden erſten
Lebens=
hren, in Heppenheim abgehalten hat, iſt am
Februar beendet worden. Der Kurſus erfreute ſich
mesplebhaften Zuſpruchs von den Frauen und Mädchen
ppenheims. Der Andrang war ſo ſtark, daß
zahl=
ſche Frauen und Mädchen, die an ihm teilnehmen
lten, nicht zugelaſſen werden konnten, obwohl der
urſus in zwei Abteilungen eingeteilt war. Am
Nach=
birtag nahmen 113 Mädchen der verſchiedenſten
Alters=
ſufen daran teil. Die Zahl der Teilnehmerinnen an
m abends ſtattfindenden Frauenkurſus betrug 150.
Frauen und 72 Mädchen konnte eine Beſcheinigung
ſer regelmäßige Teilnahme an dem Kurſus ausgeſtellt
erden. Zurzeit findet ein Wanderlurſus in
Lauter=
ach ſtatt. Für den März iſt ein Kurſus in Schotten
ngeſehen. Aus allen Teilen des Großherzogtums
d der Großh. Zentrale ſo zahlreiche Geſuche um
eranſtaltungen von Wanderkurſen zugegangen, daß
Zentrale demnächſt eine zweite Wanderlehrerin
an=
ſillen muß.
Hermann Knispel=Abend. Man ſchreibt uns:
n. erſten Tag in der Karwoche (Montag, den 17. März),
det wie alljährlich der Vortragsabend von Hermann
nispel im Saal zur Traube, abends ½9 Uhr, ſtatt.
arten ſind nur in Bergſträßers Hofbuchhandlung,
heinſtraße, erhältlich). Vielfachen Wünſchen entſprechend,
* der Künſtler ſein Programm auch diesmal wieder
den heiteren Ton geſtimmt. Zum Gedächtnis an
n vor 10 Jahren heimgegangenen heſſiſchen Dichter
ortfried Schwab (geſt. 2. März 1903) beginnt Herr
ni Spel mit deſſen hier noch nicht vorgetragenem
Lieder=
us „Wie die Walſerſchanze erbaut wurde‟. Es
ſten mit kleineren poetiſchen Gaben die großen
ſch weizer Gottfried Keller und Konrad Ferdinand
ſcher und zum Schluß der erſten Adteilung Arno
folz mit ſeinem Alt=Heidelberg verherrlichenden „Wie
lam” — In der zweiten Abteilung kommen
Baum=
ch, Rideamus ꝛc. zu Wort, in der dritten und letzten
Lundartliches im Pfälzer Dialekt: E Raiwerg’ſchicht
Max Barrack, von dem uns der Vortragende ſchon
manches köſtliche Stücklein brachte, und kleine Sachen
Rudolf Heilgers=Worms, der ſich mit ſeinen 1911
cienenen heiteren Dichtungen in Heſſiſch=Pfälziſcher
umdart „Dreimal hoch mei’ Mutterſproch!” unter den
alektdichtern raſch einen Namen gemacht hat.
Schlachtviehmarkt Darmſtadt. In der Woche
im 2.—8. März wurden 516 Schweine und 187 Kälber
etriehen.
* Schnepfenſtrich. Im Heſſiſchen Jagdklub
ten bis Samstag folgende Meldungen über Schnepfen
gelaufen: 1. von Herrn Jagdaufſeher Gla de=
Schneid=
n bei Königſtein im Taunus, der am 25. Februar eine
epfe (kam laut puitzend) ſchoß, am 1. März eine wei=
Schnepfe (ſtumm ſtreichend) beobachtete und am 6.
3. eine zweite Schnepfe (kam ebenfalls laut puitzend)
te; 2. von Herrn Forſtwart Bambach, Rheinböllen
Hunsrück über eine am 6. März auf dem Strich
ge=
ſene Schnepfe: 3. von Herrn Forſtwart Sommer=
Forſthaus Wieſenthal bei Mörfelden (Heſſen), der
März eine laut ſtreichende Schnepfe ſchoß und am 4.
Herrn Hch. Hauck, Frankfurt a. M., der (ebenfalls
März) von 2 laut ſtreichenden Schnepfen die hin=
„die ſich bei Unterſuchung als Männchen heraus
erlegte. Der Strich iſt alſo überall im Gange.
Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Ex
ſſon (Rheinſtr. 23) ſind von heute ab folgende Bilder
ausgeſtellt: Die Unglücksſtelle bei Hennigsdorf mit
über den Weg geſpannten Drahtſeilen; ein
monte=
iniſches Geſchütz bei der Belagerung von Skutari;
ührung von Waſſerflugzeugen vor dem deutſchen
Kai=
m Wilhelmshaven; Leipzig im Zeichen der Reklame.
Unfall. An der Ecke Heinheimer= und
Dieburger=
e wurde ein Schüler von einem Einſpänner=
Fuhr=
k überfahren. Der Schüler trug eine Quetſchung des
bes davon und mußte im Städtiſchen Krankenhaus
genommen werden.
Selbſtmordverſuch. Ein 21 Jahre altes Mädchen
ſſuchte ſich im Woog zu ertränken. Das Mädchen
ne durch einen Schutzmann noch rechtzeitig von
em Vorhaben gehindert und in das Städtiſche
Mkenhaus verbracht.
Brand. In dem Keller des Hauſes Langegaſſe 53
Mtand durch Entzünden von Seegras ein Brand,
ſcher durch die Hausbewohner alsbald gelöſcht wurde.
Exl’s Tiroler Bühne
hke im Rahmen eines Roſeggerabends ein für
Darm=
t neues Werk Peter Roſeggers zur Aufführung, das
aften Intereſſes würdig iſt. Es iſt ein nicht ganz
, aber in durchaus charakteriſtiſcher Arbeit zur
Lö=
gebrachtes Problem von bedeutenden
Moraltenden=
das der Dichter dem vieraktigen Volksſchauſpiel „Am
Tage des Gerichts” zugrunde gelegt hat und das
dem, von Sentimentalitäten allerdings nicht freien Stücke
einen erheblichen ſittlichen Wert verleiht. Es ſchildert
das Lebensſchickſal eines an ſich braven, durch Rauheiten
und Härten des Schickſals und der Menſchen, die es leiten,
auf die Bahn des Verbrechens getriebenen Menſchen,
eines Wildſchützen, der im Kampfe ums eigene Leben, das
er dem Weibe und den hungernden Kindern erhalten will,
zum Mörder wird an dem Förſter. Mit dieſem Moment
ſetzt das Drama ein und wird nun, frei von äußeren
„Taten” zu einem ſolchen der Seele. Der Mörder
leug=
net bis zuletzt und klagt in ſeiner Verzweiflung Gott und
die Menſchen an. Nichts kann ihn zum Geſtändnis
brin=
gen. Nur die unendlich große verzeihende Liebe vermag
es. Die Mutter des Erſchoſſenen, die am Tage des
Ge=
richts Kenntnis von dem Elend und Jammer der
darben=
den Familie des Mörders erhält, ſie, der er das größte
Leid zugefügt, ſie verdammt ihn nicht, nimmt ſich vielmehr
in erbarmender Liebe der Familie an und die Liebe wirkt
wie ein echter Sonnenſtrahl, der das Herz dieſes
Stief=
kindes des Glücks trifft, ſie erpreßt ihm das Geſtändnis.
Roſegger hat das Problem mit dem großen Können
des reifen Beobachters und feinen Kenners der Volksſeele
bühnenwirkſam bearbeitet und eine Anzahl höchſt
charak=
teriſtiſcher Geſtalten geſchaffen, wie die des trefflichen
Arreſtantenkleeblatts, das in die ſchwere und, wie geſagt,
oft ſentimentale Handlung einen köſtlichen Humor bringt.
Die Leiſtungen des Enſembles wurden der Dichtung
in vollendeter Weiſe gerecht. Eine Geſtalt voll wildem
Trotzes und in der ſeeliſchen Verzweiflung von
mitreißen=
der Tragik war Ferdinand Exl als Straßltoni und
ſein Weib wurde von Reſi Hagen mit einer Realiſtik
der Darſtellung gegeben, die Tränen erpreßten. Das
Oberförſterpaar wurde von Ludwig Auer und Anna
Erl voll Leben in ſchlichter Wahrheit, aber gerade dadurch
ehr wirkſam gegeben. Köſtlich waren die drei
Arreſtan=
ten der Herren Friedrich, Moran und beſonders
Köck, der ſich wieder als ein ungemein wirkſamer
Cha=
rakterkomiker erwies. Die übrigen kleineren Rollen waren
gut verteilt. Das Publikum nahm die Neuheit mit
rau=
ſchendem Beifall auf.
St.
W. Gernsheim, 7. März. Einen unangenehmen
Zwi=
ſchenfall erlebte geſtern ein mit drei Perſonen beſetzter
Freiballon. Die Gondel hatte ſich in den Kronen
der Bäume im Stadtwald aufgehängt. Nach Hilferufen
befreiten Waldarbeiter die Inſaſſen aus der gefährlichen
Lage.
Heppenheim, 8. März. Bei der hier ſtattgefundenen
Beigeordnetenwahl wurde der Landwirt Jakol
Heß mit 176 Stimmen zum Beigeordneten gewählt.
Offenbach, 8. März. In Sachen der
Ueberland=
entrale für den Kreis Offenbach hat die Gemeinde
Mühlheim der Stadt Offenbach einen Vorſchlag zur
Beteiligung unterbreitet, wonach der Ueberlandzentrale
als Aktiengeſellſchaft durch die A. E. G. errichtet
und betrieben werden ſoll und zwar mit einem
Aktien=
kapital, deſſen Zuſammenſetzung wie folgt gedacht iſt:
Stadt Offenbach 48 Prozent, A. E. G. 48 Prozent, Kreis
Offenbach 2 Proz., Gemeinde Mühlheim 2 Proz. Auch
der Bau und der Betrieb elektriſcher Bahnen im Kreiſe
Offenbach ſoll Aufgabe der neuen Aktiengeſellſchaft ſein.
Offenbach, 8. März. In der vergangenen Nacht iſt
der Großh. Reallehrer a. D. Ludwig Stahl nach
kurzer Krankheit im Alter von 67 Jahren verſchieden.
Stahl wurde am 4. Dezember 1846 in Uſingen i. T.
ge=
boren und folgte am 1. Januar 1874 von Caub am Rhein
aus einem von ſeiten des Offenbacher Direktors Greim
an ihn ergangenen Rufe nach Offenbach, wo er ſeitdem
im Dienſte der Realſchule, des Realgymnaſiums und der
Oberrealſchule unter 6 Direktoren im Dienſte der Jugend
tätig war. Neben ſeinen wiſſenſchaftlichen Fächern
er=
eilte Herr Stahl vorwiegend Turn= und
Geſangsunter=
richt. Stahl iſt Gründer des Gaues Offenbach=Hanau
der Deutſchen Turnerſchaft, war 21 Jahre lang
Gauver=
treter und leitete in dieſer Eigenſchaft eine Anzahl von
Feldbergfeſten, von 1876 an als Obmann des
Kampf=
gerichts. Außer dieſer umfangreichen Tätigkeit bekleidete
Stahl noch lange Jahre das Amt eines zweiten
Ob=
mannes der Freiwilligen Sanitätskolonne und die Stelle
eines Verwaltungsrats und zweiten Vorſitzenden des
alten Vereins „Ceres” Beſondere Verdienſte erwarb ſich
Stahl als Bearbeiter des „Liederbuches für die
deut=
ſchen Turnvereine” und des allbekannten „Heſſiſchen
Liederbuches”
Neu=Iſenburg, 8. März. Als der verheiratete Arbeiter
Ohwerk von hier in der Sprendlinger Landſtraße nach
ſeiner Arbeitsſtelle, den Offenbacher Gummiwerken, mit
einem Fahrrade fahren wollte, brach unterwegs plötzlich
die Gabel des Rades. Ohwerk ſtürzte derart von ſeinem
Rade, daß er beſinnungslos liegen blieb. Er trug ſchwere
Verletzungen am Kopfe, ſowie eine ſchwere
Gehirn=
erſchütterung davon.
Gau=Algesheim, 8. März. Das Gauturnfeſt
des 5. Gaues Rheinheſſen ſtellt gerade in dieſem
Jahre beſondere Anforderungen an den Feſtort, doch durch
die ſchaffungsfreudige Arbeit der einzelnen Kommiſſionen
ſind alle Vorbereitungen hierzu bereits getroffen. Ganz
Gau=Algesheim iſt zum Feſte gerüſtet. Der Turnausſchuß
läßt ſich insbeſondere die Jugendaufführungen angelegen
ſein. Voran der jugendliche Trommlerchor, ſo zog die
muntere Schar am letzten Sonntag hinaus auf den
Feſt=
platz zur Einübung. Eine große Zuſchauermenge hatte
ſich eingefunden. Es ſucht der Feſtverein den
Beſtrebun=
gen der Deutſchen Turnerſchaft zu genügen und dürfte
dies allerorts Beachtung finden, um ſo mehr gerade letzter
Tage (4. März) ein ſozialdemokratiſcher Abgeordneter im
Heſſiſchen Landtage die Jugendpflege in Heſſen als einen
Auswuchs bezeichnete und auf die Notwendigkeit der
ſo=
zialdemokratiſchen Turnvereine hinwies. Dagegen wird
unſere Turnerſchar entſchieden proteſtieren. Unſere Jugend
ſoll und muß zu körperlich und geiſtig friſch. fromm,
fröhlich, freien Menſchen, zu brauchbaren deutſchen
Män=
nern erzogen werden, auch ſie müſſen für alle Zeitläufte
gewappnet bleiben „Mit Gott, für Fürſt und Vaterland”.
Gimbsheim, 8. März. Der Rübenkrieg, der
immer noch zu keiner Einigung mit den Zuckerfabriken
geführt hat, hat zur Folge, daß in dieſem Jahre hier eine
bedeutend vermehrte Anpflanzung der verſchiedenen
Ge=
treideſſorten vorgenommen wird. Auch die
Spar=
gelanlagen erfahren nach den günſtigen Ernteergebniſſen
der letzten Jahre eine weſentliche Verbeſſerung.
Verſchie=
dene bedeutende Firmen haben Lieferungsverträge zum
Preiſe von 40 Pfg. für das Pfund abgeſchloſſen. Als eine
bedeutende Erleichterung des Fuhrverkehrs und als ein
gutes Verkehrsmittel erweiſt ſich die von der hieſigen
Gemeinde erbaute Brücke über die Lache.
Eſſelborn, 8. März. Vor vier Jahren iſt hier ein
Dienſtmädchen, das bei einem hieſigen Landwirt in
Stellung war, über Nacht ſpurlos verſchwunden.
Es wurde damals eine Verhaftung vorgenommen, aber
trotz aller Unterſuchung, auch mit Hilfe von
Polizeihun=
den, war und blieb das Mädchen verſchollen. Nun ſcheint
Licht in das Dunkel zu kommen, denn heute wurde kurz
vor dem Orte beim Graben von Zuckerrüben die Leiche
eines Mädchens gefunden. Die
Staatsanwalt=
ſchaft wurde ſofort davon in Kenntnis geſetzt.
Friedberg, 8. März. Das Großh.
Lehrerſemi=
nar, an dem neben dem Direktor Dr Hermann Schäfer
14 Lehrer, 3 außerordentliche Lehrer und i Hilfslehrer
wirkten, war im Jahr 1912 von 214 Schülern beſucht.
Da=
von waren evangeliſch 190, katholiſch 24; aus Oberheſſen
135, aus Starkenburg 48, aus Rheinheſſen 15, Nichtheſſen
16; nach dem Stand oder Beruf der Eltern: Söhne von
Lehrern 8, von Landwirten 100, von Handwerkern und
Geſchäftsleuten 66, von Beamten 40; nach der
Vorberei=
tung: von Präparandenanſtalten 159, von
Volksſchul=
lehrern 8, von Gymnaſien 6, von Realſchulen 41. Das
Schuljahr 1912 reicht vom 22. April 1912 bis 15. März
1913. Bei der Eröffnungsfeier wurde Seminarlehrer
Otto Höcker, bisher im Lehrerſeminar zu Alzey, in den
Dienſt eingeführt. Der dreitägige Ausflug vom 13.—15.
Juni 1912 führte in den ſüdlichen Schwarzwald. Am 24.
Auguſt beſuchte man in Darmſtadt die Ausſtellung „Der
Menſch” Am 1. Oktober übernahm Seminarlehrer Georg
Baldauf ſein Amt als Kreisſchulinſpektor der
Kreisſchul=
kommiſſion Büdingen; 6½ Jahre lang hat Herr Baldauf
am Lehrerſeminar erfolgreich gewirkt. Die freigewordene
Stelle wurde cand. paed. Karl Jungk proviſoriſch
über=
tragen. Der diesjährigen Entlaſſungsprüfung unter dem
Vorſitz des Geh. Oberſchulrats Dr. Scheuermann
unter=
zogen ſich 40 Schüler, die alle beſtanden. Am 31. Januar
war deren öffentliche Entlaſſungsfeier, bei der die
ſchei=
dende Oberklaſſe zum Zeichen dankbarer Anhänglichkeit dem
Lehrerſeminar das große, geſchmackvoll eingerahmte Bild
des Muſikdirektors Schmidt ſtiftete.
Langsdorf, 8. März. Zu der Unterbilanz der Spar=
und Darlehnskaſſe ſchreibt das M. T. noch:
Be=
kanntlich wurde vor etwa dreiviertel Jahren deren
Rech=
ner Roth ſeines Amtes entſetzt und
feſtge=
nommen, weil er eine Unterbilanz von etwa 36000
Mark hatte. Die Ermittelungen wurden in der
Zwiſchen=
zeit fortgeſetzt, jetzt hat ſich plötzlich ein Fehlbetrag
von 627000 Mark ergeben. Dieſes Vorkommnis
iſt ein erneuter harter Schlag für das landwirtſchaftliche
Genoſſenſchaftsweſen, der nicht weniger vernichtend
wir=
ken wird, wie Ober=Mockſtadt und Nieder=Modau, da
zahlreiche, beſonders kleine Exiſtenzen wieder um Hab und
Gut kommen werden. Der Regierung fällt wieder die
ſchwere Aufgabe zu, helfend einzugreifen, doch befürchtet
man mit Recht, daß damit die Zahl der ſchwach ſtehenden
Kaſſen, deren Zuſammenbruch ſich nicht aufhalten läßt,
noch lange nicht beendet iſt. Hier iſt nun endlich
einmal energiſches Eingreifen von ſeiten der Regierung
nötig, damit das Uebel an der Wurzel gefaßt wird.
Aus Oberheſſen, 8. März. Seit einigen Wochen
wer=
den die Bogenlampen auf dem Bahnhof Friedberg aus
dem Kraftwerk in Wölfersheim geſpeiſt Am
März wurden ferner die Ortsnetze in Dorheim, Södel
und Wölfersheim in Betrieb genommen. In der erſten
Hälfte des April folgen vorausſichtlich nacheinander die
Ortsnetze in Steinfurth, Oppershofen, Rockenberg,
Grie=
del und Gambach. Hierauf, etwa in der zweiten Hälfte
des April, werden die Orte Wohnbach, Obbornhofen,
Bellersheim, Bettenhauſen und Lich zum Anſchluß
kom=
men. Die Inbetriebnahme weiterer Fernleitungsſtrecken
und Ortsnetze wird alsdann im Monat Mai erfolgen
können.
Feuilleton.
* Abendſtern und Mond Am 11. März, um 9 Uhr
ds, nähert ſich der ſichelförmige zunehmende Mond
in grellem Lichte funkelnden Abendſterne von Süden
biss auf reichlich 2 Bogengrade oder 4 Vollmondbreiten.
dre Venus bis nach 10 Uhr über dem Horizont bleibt,
n man das großartige Geſtirnpaar während des gan=
Ubends am ſüdweſtlichen und weſtlichen Himmel
hen ſehen, und es kann auch denen, die ſonſt nicht
oder Gelegenheit finden, dem Sternenhimmel ihre
Inerkſamkeit zu ſchenken, empfohlen werden, an dieſem
ind einmal Ausſchau zu halten der herrliche Anblick
beiden ſich ſo nahen hellſten Geſtirne des nächtlichen
ſmels wird ſie reichlich belohnen.
Eine geſchichtliche Erinnerung an Schloß
Brauns=
r. Die Verlobungsfeier im Kaiſerhauſe, an der jeder
Deutſche ſeine helle Freude hat, iſt Veranlaſſung dazu
orden, daß eine ganze Fülle geſchichtlicher Erinner=
An hervorgeholt worden ſind, die mit mehr oder
Aiger Glück den Nachweis führen ſollen, daß die beiden
Mier Hohenzollern und Cumberland die
ocſelang entzweit waren, eigentlich zueinander gehören
ſe geſchichtliche Erinnerung, die beide
Eütenhäuſer betrifft, iſt bisher wenig beachtet worden:
aliſt, wie uns dünkt, eine beſonders wichtige. 6
Kilo=
nr von Darmſtadt entfernt liegt Schloß
Brauns=
dt. Das Schloß iſt in den 60er Jahren des 18.
Jahr=
hülperts von dem Landgrafen Georg Wilhelm erbaut und
wirch für Preußen von geſchichtlichem Wert, da es
jahre=
der jungen Prinzeſſin als Sommeraufenthalt diente,
die das deutſche Volk heute als ſeine Königin Luiſe
ver=
ehrt. Nicht nur war Schloß Braunshardt der jungen
Luiſe Heimat, ſondern auch ihre Schweſter Prinzeß
Friederike wurde mit ihr dort erzogen. Prinzeſſin Luiſe
die Urgroßmutter der Prinzeß Viktoria Luiſe und
Prin=
zeſſin Friederike, die Urgroßmutter des Prinzen
Cumber=
land, beide nebeneinander in Schloß Braunshardt, das iſt
eine geſchichtliche Erinnerung, die gegenwärtig ein
beſon=
deres Intereſſe beanſpruchen darf. Gerade in dieſem Jahre,
der hundertjährigen Wiederkehr der Echebung
Deutſch=
lands, tritt uns zwiſchen allen nationalen Erinnerungen
und Feiern das Gedächtnis an die Königin Luiſe, an
ihren Geburtstag nahe, beſonders für Darmſtadt, wo wir
die Braunshardt haben, in der ſie nach eigener Aeußerung
die glücklichſten Jahre ihrer Kindheit und Jugend
ver=
lebte. Die alten Linden=Alleen können uns noch erzählen,
wie ſie darunter geweilt, geſprungen und geſungen — auch
iſt das Haus und ſogar die Zimmer, bis auf innere
Auf=
friſchung, unverändert erhalten, darin die Prinzeſſinnen
Luiſe und Friederike unter Frl. v. Geliens Leitung
ge=
wohnt haben und aufgewachſen ſind.
Im Winter wurde nach Darmſtadt in das Alte
ein=
fache Palais am Markt übergeſiedelt, dieſes mußte leider
weichen, und ſo iſt uns Braunshardt in ſeiner alten treu
erhaltenen Geſtaltung doppelt wert als Erinnerungsort.
Es exiſtieren auch noch intereſſante Bilder, darauf die
alte Landgräfin Georg mit ihren 4 Enkeltöchtern vor dem
Schloß Braunshardt ſitzt; man ſieht manches darauf, das
Tracht und Etikette der damaligen Zeit vorführt und die
Prinzeſſinnen Luiſe und Friederike porträtähnlich im
Vorder=
grund zeigen. Als ſichtbaren Beweis der Pietät ſteht im
Park der Braunshardt ein Denkmal, das Königin Luiſe in
einer weißen Marmorbüſte in ganz jungen Jahren
dar=
ſtellt; möchte ihr Genius dort der Jugend Herzen mit
führen.
* Eine chineſiſche Brautlotterie. Die Hungersnot, die
gegenwärtig in der chineſiſchen Provinz Uen=tſchao wütet,
hat einem jungen Mädchen, deſſen Vater Richter in
Kian=tſe iſt, einen Gedanken eingegeben, den viele als
„heroiſch” bezeichnen, und der mindeſtens den Reiz der
Neuheit hat. Tief ergriffen von der entſetzlichen Not des
Volkes, das der Hunger dezimiert, hat die junge Dame
lange geſonnen, wie ſie den Hungernden helfen könnte,
und ſie hat ſchließlich wirklich ein Hilfsmittel gefunden.
Dieſes Mittel iſt eine Lotterie mit 30000 Loſen zu vier
Mark, und der Gewinn, der einzige Gewinn, den die
Lot=
terie verſpricht, iſt . . . die Veranſtalterin des Glücksſpiels
ſelbſt. Die Ziehung dieſer ſeltſamen Brautlotterie ſoll
demnächſt in Schanghai ſtattfinden und der glückliche
Ge=
winner erhält Herz und Hand und die 20000 Mark
Mit=
gift der Richtertochter. Daß ſich unter ſolchen Umſtänden
nur Junggeſellen und Witwer an der Lotterie beteiligen
können, iſt ſelbſtverſtändlich, es wäre denn, daß ſich die
wohltätige Jungfrau gegebenen Falles auch mit der Rolle
einer Nebenfrau begnügte. Einſchränkungen irgend
wel=
her Art ſind in dem Lotterieprojekt nicht vorgeſehen. Mag
er reich oder arm, Mandarin oder Kuli ſein — der Beſitzer
der Glücksnummer gewinnt unter allen Umſtänden eine
hübſche, wohlerzogene und für chineſiſche Verhältniſſe
wohlhabende Frau. Man reißt ſich um die Loſe, und ſie
ſollen bereits mit ganz bedeutendem Aufſchlag gehandelt
werden.
Zur Lage der Schreibgehilfen.
— Zum Verſtändnis der Abſtimmung der
Na=
tionalliberalen Fraktion im Landtag ſei folgendes
an=
geführt: Der Finanzausſchuß hatte einen
Kompromiß=
antrag der Abgeordneten Dr. Oſann,
Molthan und Henrich zum Beſchluß erhoben, nach
welchem 1. die Prozentzahl der anzuſtellenden
Schreib=
gehilfen von 20 Prozent der am 1. April 1912
vorhande=
nen Schreibgehilfen (Regierungsvorlage) auf 30 Prozent
erhöht werden ſolle. 2. Während einer Uebergangszeit
von 5 Jahren ſoll bei der Berechnung des Prozentſatzes
derjenigen, die angeſtellt werden können, nicht jedes
Mi=
niſterium für ſich gezählt werden, ſondern die
Prozent=
zahl ſoll durch Zuſammenzählen der drei Miniſterien
be=
rechnet werden. 3. Wenn eine Befreiung der
Schreib=
gehilfen von der Angeſtelltenverſicherung nicht gegeben iſt,
den Schreibgehilfen die Anwartſchaft auf Ruhegehalt und
Hinterbliebenenrente zu gewährleiſten. Sollte dies nicht
angängig ſein, ſo übernimmt der Staat die vollen
Bei=
träge zur Angeſtelltenverſicherung. Nur in einem
Punkte beantragte Abgeordneter Adelung eine
Aender=
ung der Beſchlüſſe des Finanzausſchuſſes, indem er den
Prozentſatz in Poſ. 1 von 30 Prozent auf 40 Prozent
erhöhte.
Der Finanzausſchuß hielt dieſen Antrag für zu
weit=
gehend, insbeſondere nach den von der Regierung
gege=
benen Zahlen, und beſchloß, auf ſeinem Satze von 30
Pro=
zent beſtehen zu bleiben. Dem Antrag Adelung ſtimmte
im Finanzausſchuß nur Abgeordneter Ulrich zu. Auf den
Standpunkt des Finanzausſchuſſes, der vom Abgeordneten
Molthan im Plenum vertreten wurde, ſtellte ſich die
Natio=
nalliberale Fraktion; der Antrag Adelung erhielt
dem=
mach die Mehrheit, da die Fortſchrittliche Volkspartei und
Zentrum, deren Vertreter im Ausſchuß gegen den Antrag
Adelung geſtimmt hatten, für den Antrag Adelung im
Plenum ſtimmten. Aehnlich war es mit dem Antrage des
Finanzausſchuſſes bezüglich der Umwandelung von
Ge=
richtsſchreibergehilfenſtellen in Akutariatsaſſiſtentenſtellen.
Die Ausſchußmitglieder Dr. Oſann, Molthan, Henrich
beantragten im Finanzausſchuß die Umwandelung von
30 Stellen, Abgeordneter Adelung von 58 Stellen. Auch
hier wollte die Nationalliberale Fraktion dem
Ausſchuß=
antrage folgen und 30 Stellen bewilligen, dagegen 58
er=
ſchien ihr bei den entſtehenden Koſten nicht vertretbar.
Dies zur Aufklärung, damit nicht der Gedanke
auf=
kommt, als ob die nationalliberale Fraktion nicht für die
Intereſſen der Schreibgehilfen in dem Rahmen des
Erreichbaren eingetreten ſei.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchiedt, bebält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— 6. Hofmuſik=Konzert. Mit bedeutend
verſtärktem Orcheſter bringt das letzte Hofmuſik=Konzert
der laufenden Spielzeit neben Beethovens gewaltiger
O-moll=Sinfonie eine ſinfoniſche Dichtung für großes
Orcheſter: „Der Einſiedler” von H. v. Keußler. Es
han=
delt ſich alſo hier um ein programmatiſches Werk. Der
poetiſche Grundgedanke verweiſt den Komponiſten im
weſentlichen auf ein von Weltabgeſchiedenheit und
ern=
ſter Selbſtbetrachtung redendes Gebiet. Ausgeſtattet mit
all dem techniſchen Rüſtzeug moderner Tonſetzkunſt, beſitzt
v. Keußler auch einen bedeutenden Fonds von
Erfind=
ungs= und Geſtaltungsgabe und ſo bedeutet ſein „
Ein=
ſiedler” eine wertvolle Bereicherung in der Literatur
moderner Inſtrumentalwerke großen Stils.
— Luſtiger Vortragsabend Konrad
Dre=
her. Das Programm des Vortragsabends, der
Diens=
tag, den 11. März, abends 8¼ Uhr, im „Kaiſerſaal”
ſtatt=
findet, wird in ſeiner Vielſeitigkeit und ſorgfältigen
Aus=
wahl und Zuſammenſtellung gerade die charakteriſtiſchen
und ſtärkſten Eigenſchaften des weltberühmten Humoriſten
in wirkſamer Steigerung zur Geltung bringen. Die erſte
Abteilung „Bauernhumor” iſt der naiven volkstümlichen
Kunſt gewidmet, in der Drehers Komik wurzelt: Von
Bauernhochzeiten wird erzählt, vom Haberfeldtreiben,
vom Bauerntheater — ja ſelbſt bis ins Grab bleibt dem
bayeriſchen Bauern der Humor treu, wie viele originelle
Grabinſchriften zeigen. Mit eingeflochtenen Liedern,
Gſtanzeln und Schnadahüpfln weiß Dreher ſeine
humo=
riſtiſchen Darſtellungen des Bauernlebens, der
Bauern=
kunſt draſtiſch zu beleben. In der zweiten Abteilung
kom=
men „Münchener Humoriſten” zu Wort: Namen, wie
Thoma, Hartl=Mitius, Ettlinger, Rüderer, Oſtini, deuten
das künſtleriſche Niveau dieſer Darbietungen an, und der
Name Dreher bürgt dafür, daß die Auswahl aus den
Dichtungen dieſer angeſehenen humoriſtiſchen Schriftſteller
nicht nach „literariſchen” Geſichtspunkten getroffen wurde,
daß vielmehr Stücke gebracht werden, die im Vortrag
un=
mittelbar packen und einſchlagen. Als heiterſter Kehraus
folgen in der dritten Abteilung Erinnerungen und
Vor=
träge aus Drehers „Kaiſer= und Bismarckabenden‟. Es
iſt bekannt, daß Drehers Komik ſich der höchſten Schätzung
des eiſernen Kanzlers erfreute, und daß er öfters nach
Friedrichsruh geladen wurde, wie er auch ein gerne
ge=
ſehener Gaſt der ſogen. „Bier=Abende” unſeres Kaiſers iſt.
Die Klavierbegleitung der in der erſten und dritten
Ab=
teilung eingeſtreuten Lieder hat Prof. Emil Kaiſer, der
bekannte Komponiſt und gew. öſterreichiſche
Militärkapell=
meiſter, übernommen, der die Pauſen durch den Vortrag
eigener Kompoſitionen ausfüllt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 8. März. Der
Groß=
chiffahrtsweg Berlin=Stettin wird nach
Mitteilung der Berliner Handelskammer vom 1. April
dieſes Jahres ab für alle ankommenden Schiffe
ver=
ſuchsweiſe für eine Durchfahrt zugelaſſen werden, um die
Einrichtungen und den Betrieb zu erproben. — Unter den
Schülerinnen der 94. Gemeindeſchule iſt eine
Augenkrankheit aufgetreten, die ſich in einer
Ent=
zündung der Bindehaut äußert und die einen ſehr
bös=
artigen Verlauf nimmt. Infolgedeſſen mußte geſtern der
Unterricht in der ganzen Schule eingeſtellt werden. Im
ganzen ſind etwa 30 Schülerinnen erkrankt. Bisher konnte
noch nicht feſtgeſtellt werden, ob die Krankheit identiſch iſt
mit der egyptiſchen Augenkrankheit, die außerordentlich
anſteckend und gefährlich iſt. — Bei der Beerdigung
des Ehepaares Plunz auf dem Eliſabethfriedhof
in der Ackerſtraße kam es zu peinlichen Szenen. Es hatte
ſich eine ſo große Menſchenmenge angeſammelt, daß die
Frauen und Kinder in Gefahr gerieten, erdrückt zu
wer=
den. Es kam beinahe zu einem Handgemenge. Kränze
wurden zerdrückt und vernichtet. Schließlich gelang es
der Polizei, die Menge zurückzudrängen. — Zu dem
Hen=
nigsdorfer Automobilverbrechen wird weiter mitgeteilt,
daß die Arbeiter Friedrich Dorenburg und Wilhelm
Spie=
wack aus Marwitz durch die weiteren Ermittelungen und
Rachforſchungen doch ſo ſchwer belaſtet worden ſind, daß
ſe für das Verbrechen wohl in Frage kommen können
Schon am Vormittag ergab es ſich, daß auch Spiewack,
der erſt wieder auf freien Fuß geſetzt werden ſollte, nicht
zur Entlaſſung kommen konnte. Beide befinden ſich noch
in Haft und werden auch nicht eher entlaſſen, bis völlige
Aufklärung in dieſer Angelegenheit geſchaffen worden iſt.
Dies iſt um ſo ſchwerer, als ſowohl Dorenburg wie
Spie=
wack zwei ganz verſtockte Männer ſind die auch noch
mehrere andere Straftaten auf dem Kerbholz haben.
Deren müßten ſich die Verdächtigen bekennen, wenn ſie
auf die an ſie geſtellten Fragen richtig antworten würden.
Beide ſind alte Wilderer und Gelegenheitsdiebe.
Wahr=
ſcheinlich kommen ſie auch für die Telephondraht=
Dieb=
tahle in Frage, die in der letzten Zeit wiederholt in der
dortigen Gegend verübt wurden.
Heidelberg, 8. März. Die Königin=Witwe von
Schweden iſt heute vormittag gegen 11 Uhr zu ihrem
gewohnten alljährlichen Frühlingsaufenthalt hier
einge=
troffen.
Heidelberg, 7. März. Durch einen großen
Erd=
rutſch bei den Bahnhofsneubauten am Karlstor
wur=
den heute mittag 4 Arbeiter verſchüttet. Während
es gelang, 3 derſelben lebend herauszuziehen, konnte der
vierte Arbeiter, Julius Lenz aus Handſchuhsheim, nur.,
als Leiche geborgen werden.
Straßburg, 7. März. In dem
Kurpfuſcher=
prozeß gegen die Geſchwiſter Mathis=Schiltigheim
wurden die Angeklagten vom Schöffengericht Schiltigheim
von der Anklage wegen Betrugs freigeſprochen,
dagegen wegen verbotenen Wahrſagens zu je 10 Mark
Zeldſtrafe verurteilt. Die Entlaſtungszeugen, die ſich aus
den verſchiedenſten Ständen rekrutierten, behaupteten, daß
hnen die Kunſt der Aerzte nicht geholfen habe, wohl aber
die „Schlofere‟
Koblenz, 8. März. Im benachbarten Orte
Winnin=
gen brach vergangene Nacht 5 Uhr Großfeuer aus.
Bis 8½ Uhr waren ſieben Häuſer ganz, zwei teilweiſe
nie=
dergebrannt. Der Schaden beträgt über 50000 Mark, iſt
aber durch Verſicherung teilweiſe gedeckt. Menſchen und
Tiere kamen nicht zu Schaden. Man vermutet, daß das
Feuer durch Selbſtentzündung auf einem Speicher
ent=
ſtanden iſt.
München, 7. März. Der Großherzog und die
Großherzogin von Mecklenburg=Schwerin
und Prinz Ernſt Auguſt zu Braunſchweig
trafen auf der Reiſe von Gmunden heute abend um 8 Uhr
in München ein und begaben ſich nach der Wohnung des
Prinzen.
Sangerhauſen, 7. März. Geſtern nachmittag kam auf
die Steuerkaſſſe zu Sotterhauſen ein beſſer
gekleideter junger Mann, der ſich als Regierungsaſſeſſor
von Bohlen=Halbach vorſtellte und angab, mit der
Re=
viſion der Steuerkaſſe von der Kreishauptkaſſe
beauftragt zu fein. Er entnahm der Steuerkaſſe 390 Mark
mit dem Bemerken, daß er ſie an die Kreishauptkaſſe
ab=
führen müſſe. Es ſtellte ſich ſpäter heraus, daß er ein
Schwindler iſt.
Prag, 8. März. Zur Flucht des Direktors
Dr. Götzl werden noch folgende Einzelheiten berichtet:
Die Schulden Dr. Götzls belaufen ſich ſchätzungsweiſe au
800000 Kronen. Als Götzl die Tochter des Kaufmanns
Götz heiratete, kaufte ihm ſein Schwiegervater die
Kunſt=
papierfabrik von Schröder u. Co. in Prag=Holleſchowitz.
Betriebskapital ſchoß Dr. Götzl ſelbſt ein, denn er beſaß
ein väterliches Erbe von 160000 Kronen. Das Ehepaar
führte einen ſehr koſtſpieligen Haushalt. Es gab keinen
Künſtler, der nach Prag kam, der nicht zu Götzl
einge=
laden wurde. So ſoll auch Siegfried Wagner bei ſeinem
Aufenthalt in Prag ſtets Gaſt im Hauſe Götzls geweſen
ſein. Seine Papierfabrik wurde mit Hilfe der
Böhmi=
ſchen Eskomptebank in eine Aktiengeſellſchaft
umgewan=
delt und Götzl zum Generaldirektor erwählt. Nicht
wenig zu ſeinem Zuſammenbruch hat das Pokerſpiel
bei=
getragen, dem ſich der Herr Generaldirektor mit Eifer
ergab, aber auch verfehlte Spekulationen, die namentlich
durch den Balkankrieg bewirkt wurden, trugen dazu bei,
ſein Vermögen zu untergraben. Bei der Flucht nahm
Götzl alles mit, was er an Barem erraffen konnte. Seine
Frau und ſein Kind ließ er allein — d. h. in
Gemein=
chaft mit einer leeren Kaſſe — zurück.
Hauptverluſt=
träger ſind u. a. der Direktor Kux. Direktor Feilchenfeld
und viele Mitglieder der Prager Geſellſchaft, in der Dr.
Götzl ſehr beliebt war. Der Bruder des Flüchtigen. Dr.
Arthur Götzl in Prag, ehemals Aſſiſtent in der Klinik
von Prof. Jsrael in Berlin, verlor ſein ganzes
Ver=
mögen, ebenſo der Opernſänger Mathien Frank, zurzeit
am Hoftheater in Mannheim.
Paris, 8. März. Geſtern nachmittag fuhr ein
Auto=
mobil, das zur Ausbildung von Chauffeuren der
Omnibusgeſellſchaften dient in der Avenue Bosquet in
einen Leichenzug. Zwei Perſonen wurden
lebens=
gefährlich, vier ſchwer verletzt.
Hokohama, 7. März. Eine gewaltige
Feuers=
brunſt äſcherte heute im Geſchäftsviertel der
Stadt die Börſe, mehrere Seidenwebereien und Waren=
Der Schaden
häuſer, ſowie 250 andere Gebäude ein.
wird auf eine halbe Million Yen geſchätzt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 8. März. Am Bundesratstiſch der
Staatsſekretär des Reichskoloniglamts Dr. Solf.
Präſident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um
2 Uhr 20 Minuten. Erſter Gegenſtand der
Tagesord=
nung iſt die
dritte Leſung des Notetats.
Abg. Haaſe (Soz.): Wir bedauern, daß die
Etats=
beratung bis Oſtern noch nicht zu Ende geführt werden
wird. Die Verantwortung trifft die Regierung, die den
Reichstag trotz aller Proteſte ſo ſpät einberufen hat.
Darin liegt eine Verkürzung der Rechte des Parlaments.
Es muß verlangt werden, daß der Etat in Zukunft früher
vorgelegt wird. — Abg. Seyda (Pole): Die
Oſtmarken=
zulage läuft mit dem 1. Januar d. J. ab und darf, da
ie aus dem neuen Etat geſtrichen worden iſt, nicht an
die betreffenden Beamten weitergezahlt werden.
Dar=
über möchte ich keinen Zweifel laſſen.
Damit ſchließt die Diskuſſion. Der Notetat wird
bewilligt.
Es folgt die Fortſetzung der zweiten Leſung des
Etats der Schutzgebiete,
und zwar zunächſt des Etats für Oſtafrika. Das Gehalt
des Gouverneurs wird ohne Debatte bewilligt. Eine
Re=
ſolution der Budgetkommiſſion auf Beſeitigung des
Ar=
beitszwanges für Eingeborene, Bereitſtellung von
Mit=
teln für Krankenhausbauten und Entſendung von
Aerz=
ten und Krankenpflegern wird angenommen. Beim
Ka=
pitel „Weiße Hilfskräfte” beantragt die Kommiſſion eine
Reſolution auf Förderung der Baumwollkultur in den
Schutzgebieten. — Abg. Krätzig (Soz.): Wenn unſere
Textilinduſtrie in ſchwieriger Lage iſt im Bezuge ihrer
Rohſtoffe, ſo ſind wir ganz gewiß nicht ſchuld daran. Der
Reſolution der Budgetkommiſſion vermögen wir nicht
zu=
zuſtimmen, denn von unſeren Kolonien iſt eine wirkſame
Bceinfluſſung des Baumwollmarktes nicht zu erwarten.
An der gegenwärtigen ſchwierigen Lage des
Baumwoll=
marktes iſt einzig und allein die Wirtſchaftspolitil
Deutſchlands ſchuld. Am allerwenigſten haben wir
An=
laß, die Regierung durch Reſolutionen zu
Nachtrags=
etats anzutreiben. Kommt die in der Reſolution gefors
derte Vorlage, dann iſt immer noch Zeit, ſich darühen
ſchlüſſig zu werden. Daß die Textilarbeiter ſchwerzu
kämpfen haben, geht auch aus einem katholiſchen Organ
hervor, in dem die Lage der Textilarbeiter im Münſter
lande als überaus traurig bezeichnet wird. —
Abg.
Schiffer=Borken (Ztr.): Wir ſtimmen der Reſolution
zu. Es iſt erfreulich, daß die Mehrheit des Hauſes und
die Regierung die Notwendigkeit einſehen, auche
Baumwollkultur in unſeren Kolonien kräftig zu förder
Deutſch=Oſtafrika muß durch Eiſenbahnen, insbeſonden
durch eine Stichbahn von Tabora nach den Nyanza=Seg
und durch Förderung der Schiffahrt auf allen afrikanß
ſchen Gewäſſern weiter erſchloſſen werden. Auch dadurch
können die Intereſſen unſerer dortigen Baumwollkultu
weſentlich gefördert werden. — Abg. Dr. Paaſch
(natlib.): Das Aufgeben unſerer Baumwollkultur wähl
eine völlig verfehlte Maßnahme. Wir würden imme
mehr abhängig werden von den amerikaniſchen kapit
liſtiſchen Spekulanten, die willkürlich den Baumwollprei
heraufſetzen können. Eine weitere Förderung der amer
kaniſchen Produktion wäre von empfindlichem Einflu
für unſere Textilarbeiter. Aus dieſer Erwägung herau
müſſen wir für die deutſche Produktion mehr ſorgen. Oſll
afrika iſt noch lange nicht erſchloſſen, ſo daß man noc
nicht die Möglichkeit überſehen kann, was aus dem Land
herauszuholen iſt. Die Vorwürfe, die der Abg. Krätzi
(Soz.) im Laufe ſeiner Rede gegen das
kolonialwirtſchaft=
liche Komitee und ſeinen Leiter Sup erhoben hat, ſin
ungerecht. Notwendig iſt vor allen Dingen dieAu
ſchließung des Landes durch Wege und Eiſenbahne
(Beifall.)
Staatsſekretär Dr. Solf: Ich danke dem Abg.
Paaſche, daß er die Ausführungen des Abgeordneten
reits zurückgewieſen hat. Die Kolonialverwaltung
dem kolonial=wirtſchaftlichen Komitee zu außerorden
lichem Danke verpflichtet, beſonders ſeinem Leiter, Heinl
Sup, der jetzt wieder vor der Ausreiſe nach Afrika ſteh
und dem ich gute Reiſe und beſte Erfolge wünſche. (
Leh=
haftes Bravo.) Deutſchland kann in der Baumwollkult
nicht zurückſtehen. Pflicht eines jeden Kolonialminiſten
iſt es, dieſer Aufgabe beſonders Aufmerkſamkeit zu wi
men. Das iſt eine große Kulturarbeit, von der allerdings
ein Erfolg von heute auf morgen nicht zu erwarten
Eine Denkſchrift über unſere Maßnahmen wird Ihneni
nächſten Jahre zugehen. — Abg. v. Böhlendorf
Kölpin (konſ.): Hinſichtlich der Baumwolle müſſeni
dahin wirken, daß wir in größerem Maße durch unſen
eigenen Kolonien vom Auslande unabhängig werden
Die Vorwürfe des Abg. Krätzig muß ich als Mitglied
kolonial=wirtſchaftlichen Komitees mit Entrüſtung zurck
weiſen. — Abg. Gothein (Fortſchr. Vpt.): Die Reſ
lution iſt von uns angeregt; wir werden ihr zuſtimmen
Notwendig iſt der Ausbau unſerer Waſſerſtraßen inde
Kolonien. Die Kolonialverwaltung ſollte dieſe Aufgall
übernehmen und ſie kräftig fördern. — Abg. Krätzil
(Soz.): Ich habe nicht die Baumwollkultur durchweg
worfen, ich habe mich nur dagegen verwahrt, Uebertre
ungen vorzunehmen, die hinterher zu Täuſchungen
zur Spekulation führen; die zu verhindern, iſt eine
dankenswerte Aufgabe.
Staatsſekretär Dr. Solf: In Oſt=Afrika haben
den Lauf des Ufidſchi bereits unterſucht. In erſtern
wird die Frage der Schiffahrt in Verbindung mit
Bahnprojekten erörtert. Den Unterlauf dieſes Fluſſe
haben wir bereits reguliert. 50000 Mark werden ind
em Etat ſchon angefordert für Flußregulierungen. Au
in Kamerun wird mit der Mittellandbahn die Binnen
ſchiffahrt gefördert. Für Südweſtafrika iſt das nicht mö
lich, da die Flüſſe dort unterirdiſch ſind.
Abg. Arendt (Reichsp.): Wenn irgendwo, ſo ſoll
hier die Parteipolitik zurücktreten. Nur die Sozial
demokraten kämpfen noch gegen Windmühlen. Das Lanl
iſt zur Baumwollkultur geeignet und deutſcher Fleiß wil
ſchon etwas erreichen. Die Entwicklung unſerer Kolonel
iſt glänzender als irgend jemand es vorausſehen konn
Das Kapitel wird bewilligt und die Reſolution
nommen.
Bei dem Titel 310000 Mark zur Bekämpfung epi
miſcher Krankheiten fordert Dr. Paaſche (natl.):
Erhöhung dieſes Etats=Titels iſt dringend zu wünſch
Durch die außerordentliche Verbreitung von Geſchlech
krankheiten in den Kolonien iſt die Kinderzahl eine der
geringe, daß noch nicht einmal ein Kind auf die Fami
kommt. Da müſſen die umfangreichſten Maßnahmen
troffen werden, um dieſe Krankheiten, wie auch den
holismus unter den Eingeborenen zu bekämpfen.
Staatsſekretär Dr. Solf: Die Verbreitung
Lues in den Kolonien iſt von dem Vorredner zu ſchwahl
gezeichnet worden. Sie kommt nur vereinzelt vor.
Trunkſucht iſt nicht von Deutſchen eingeſchleppt, die
betrinken ſich nicht in Alkohol, ſondern in heimiſchen
tränken. Da muß man Mäßigung anempfehlen, aberkei
Verbote erlaſſen.
Der ordentliche Etat wird bewilligt. Im auße
ordentlichen Etat befinden ſich mehrere Bahnprojekte
Dr. Paaſche (natl.): Es werden gegenwärtig nur
Eiſenbahnbau=Geſellſchaften mit der Ausführung unſet
Kolonialbahnen betraut; man ſollte auch ſonſtige
kurrenzen zulaſſen. Im übrigen bitte ich das Projekt
Auge zu faſſen, die Nordbahn bis zum See fortzuſetzen
Staatsſekretär Dr. Solf: Nicht zwei, ſondern
Geſellſchaften werden gegenwärtig mit Kolonialbahnhall
ten betraut. Die Konkurrenz iſt abſolut frei.
Die Abgg. Erzberger (Ztr.) und v. Böhlend
Kölpin (konſ.), ſchließen ſich dem Vorſchlag des Abg
Paaſche an, neben den im Etat vorgeſchlagenen Strecke
auch eine Eiſenbahnverbindung von Tabora nach Ruan
zu bauen.
Staatsſekretär Dr. Solf erklärt ſich ſchließlich damt
einverſtanden, daß in dieſer Hinſicht Vorarbeiten gemahl
werden. Das Haus beſchließt entſprechend und bewillig
den Reſt des Etats für Oſtafrika.
Es folgt der Etat für Kamerun. — Abg. Braba
(F. Vpt.): Neu=Kamerun wird jetzt weſentlich günſtig
beurteilt als zuerſt. Nötig ſind auch hier wieder Bahl
bauten und die Regulierung der Flüſſe. Leiderh
Kamerun auch mit dem Schwert erſchloſſen werden müſſen
Mit Stolz iſt ſtets der Name Dominik zu nennen, der=m
nicht viel Blut gekoſtet, ſondern vielmehr viel Blut
ſpart hat. Auch des früheren Gouverneurs Puttkamme
dürfen wir nicht vergeſſen, wenn wir der Erſchließung
Kameruns gedenken. Unſeren deutſchen Brüdern, die im
Intereſſe und in der vaterländiſchen Kultur dort ihl
Leben gelaſſen haben, können wir nicht beſſer danken
durch Förderung des Werkes für das ſie ihr Lebenen
etzten. (Bravo.) — Aba. Dr. Paaſche
Seite 5.
Etat für Südweſtafrika.
Hierzu liegt eine Reſolution der Kommiſſion vor auf
anderweitige Aufſtellung des Etats hinſichtlich der
Landes=
polizei und der Schutztruppe, ſowie auf Rückbeförderung
der nach Kamerun verbannten Hottentotten. Eine weitere
Refolution verlangt Verringerung der Schutztruppe.
Abg. Dr. Queſſel (Soz.): Die Beurteilung der Kolonie
auf Grund der Diamantenfunde zu gründen, wäre
ver=
fehlt, da die Diamanten im letzten Jahke an Zahl und
Wert bedeutend abgenommen haben, ſo daß ein gänzliches
Verſiegen dieſer Einnahmequelle in kurzer Zeit zu be
fürchten iſt. Wir verlangen, daß die Grenzen
Deutſch=
lands dem ſüdweſtafrikaniſchen Fleiß geöffnet werden
trotz aller Drohungen der Agrarier und trotz aller
abſpre=
chenden Urteile des Aſphaltagrariers, der die Deutſche
Tageszeitung mit Berichten aus Deutſchſüdweſt verſieht.
Für den Erholungsurlaub der ſüdweſtafrikaniſchen
Be=
amten werden ungeheuere Summen ausgegeben. Für
ſoziale Zwecke aber iſt kein Geld vorhanden. Die
Ge=
ſchlechtskrankheiten und der Skorbut wüten fürchterlich
unter den Eingeborenen. Die Exmittierten ſollten wieder
zurückgebracht werden. Die Hottentotten und die Hereros
ſind ſtark dezimiert worden.
Gouverneur Seitz: Der Vorredner hat auch den
trau=
rigen Fall vorgetragen, bei dem Sittlichkeitsverbrechen
an zwei Mädchen verübt wurden. Das erſte Urteil mußte
ich kaſſieren, und der zweite Spruch verurteilte den
Ange=
klagten zum Tode. Ich habe die Todesſtrafe aufgehoben
und in zehn Jahre Gefängnis umgewandelt. Was die
Lohnfrage anbelangt, ſo beträgt der Lohn für ungelernte
Arbeiter mindeſtens 10 Mark, für gelernte 18 bis 20 Mark
Bahnarbeiter, Kroaten und Italiener, wurden als
Ar=
beitsloſe bei mir vorſtellig, weil ſie ſtädtiſche Arbeiten nicht
für 6 Mark ausführen könnten. Ich verwies ſie an die
FFarmer im Lande, was ſie ablehnten, Sie verlangten
dann, auf Staatskoſten nach Europa gebracht zu werden,
womit ich mich unter der Bedingung einverſtanden
er=
klärte daß keiner von ihnen ein Bankguthaben beſitzen
dürfte! Da habe ich niemanden mehr wiedergeſehen. Die
Aerzte haben große Erfolge bei der Bekämpfung der unter
den Eingeborenen herrſchenden Krankheiten gehabt. Die
Hottentotten ſind ſchmutzig und beſtehen aus einer
zuſam=
mengewürfelten Geſellſchaft verſchiedener Stämme. Wir
werden ſie wohl wieder in ihre Heimat bringen müſſen.
Abg. Hoch (Soz.): Die Geſchichte der Kinderſchänderei
iſt unwiderſprochen durch die Blätter gegangen. Durch
die Ausführungen des Herrn Gouverneurs iſt ſie genügend
aufgeklärt. Die bewilliate Preisermäßigung von 5
Pro=
zent der eingeführten Diamanten kommt nur dem
Groß=
kapital zugute, aber nicht den Arbeitern. Das Kapital iſt
dadurch nur in den Stand geſetzt worden,
Schmutzkonkur=
renz zu treiben und die Löhne herunterzudrücken.
Staatsſekretär Dr. Solf: Die Ausführungen des
Vorredners, daß wir wohl für den deutſchen Handel,
aber nicht für die Schleifer geſorgt hätten, trifft nicht zu.
Wir haben die Schleiferſchule in Hanau gegründet, wir
haben uns auch mit der Regie in Verbindung geſetzt
daß in Berlin eine Schleiferei eingerichtet werden ſoll
Daß die Schleifer von den 5 Prozent keinen Vorteil gehabt
haben, iſt nicht erwieſen. Wir haben alles getan, daß die
Arbeiter Beſchäftigung haben. Wir können das Syndikat
ſchließlich nicht zwingen, den Arbeitern Brot zu geben
Abg. Dr. Queſſel (Soz.): Die Frage der
Kinder=
ſchänderei hat ſich, das gebe ich gerne zu, für die
Re=
gierung günſtig aufgeklärt. Der Gouverneur hat mit der
Begnadigung des jungen Verbrechers eine Tat vollbracht,
die ihm zur Ehre gereicht.
Hierauf wird das Gehalt des Gouverneurs
bewilligt. —
Die Reſolution der Kommiſſion auf
Verminderuna der Schutztruppe wird abgelehnt. Die
übrigen Kapitel des Etats für Südweſtafrika werden
debattelos bewilligt.
Es folgt der
Etat für Neu=Guineg.
Hierzu liegt eine Reſolution auf Verbot der Jagd
auf Paradiesvögel vor. — Abg. Höpflin (Soz.): Die
Paradiesvögel ſind ein Modeartikel für die ſogenannte
beſſere Geſellſchaft. Die Vögel müſſen gegen ihre
Aus=
rottung geſchützt werden. — Die Reſolution wird
ein=
ſtimmig angenommen und der Etat bewilligt. Ebenſo
ohne. Debatte der
Etat für Samoa.
Es folgt der
Etat für Kiautſchou.
Abg. Heckſcher (Fortſchr. Vpt.): Die beſte
Kultur=
arbeit, die noch Handel und Induſtrie zugute kommt, iſt
der Ausbau des Hochſchulweſens. — Abg. Nacken (Ztr.):
Die Entwickelung Kiautſchous iſt geradezu glänzend. Ein
gutes Zeichen iſt es, daß die geſchäftliche Tätigkeit dauernd
zunimmt. Der weitere Ausbau der Eiſenbahnen iſt
not=
wendig. — Staatsſekretär v. Tirpitz: Auch ich glaube
daß Tſingtau gerade in den letzten Jahren einen
beſon=
ders guten Aufſchwung genommen hat. Bezüglich der
Erweiterung der Bahn nach Süd=Schantung ſind wir
be=
reits mehrere Male mit Erfolg mit der chineſiſchen
Regie=
rung in Verbindung getreten. Durch die
Bodenunterſuch=
ungen ſind wir jetzt in der Lage, bald ein Hüttenwerk zu
Nach weiteren Bemerkungen der Abgg.
gründen
Schöpflin (Soz.) und Dr. Paaſche (natl.) wird der
Etat bewilligt. Ebenſo das Etatsgeſetz über die
Schutz=
gebietsſchuld.
Es wird vertagt auf Mittwoch, den 2. April,
nachmittags 2 Uhr. Tagesordnung: Antrag der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei auf Einſchränkung der
Fideikom=
miſſe, Petitionen.
Präſident Dr. Kaempf: Bevor ich die heutige Sitzung
ſchließe, will ich nicht unerwähnt laſſen die Gedenktage,
die wir demnächſt begehen können. Ich möchte noch einige
Worte widmen der Erinnerung an jene glorreiche Zeit,
in der die Geſetzgebung unter Stein und Hardenberg und
der Regierung Friedrich Wilhelms III. das preußiſche Volk
innerlich befreite und die es zu großen Leiſtungen befähigt
hat. Ich will gedenken der Tage, die uns die allgemeine
Wehrpflicht und den Aufruf „An mein Volk” brachten.
Dieſe Kriegsjahre, in denen die Aufopferung und
Mit=
hilfe von Arm und Reich, Hoch und Niedrig betätigt
wurden zur Befreiuna des geliebten Vaterlandes, leiteten
die Schaffung eines Deutſchen Reiches, die Einigung der
deutſchen Stämme ein. Wenn auch dieſe Zeit hart und
dornenvoll war, ſo ſteht doch das eine feſt, daß nunmehr
endaültig wir alle leben in Einigkeit, und daß dies ſ.
bleiben möge, dazu möge Gott uns helfen. (Lebhaftes
Bravo!) Angeſichts dieſer Tatſachen ſeiern wir alle dieſes
Feſt Preußens und ſeines Königshauſes mit als ein Feſt
des geſamten deutſchen Volkes. (Während der Anſprache
hatten ſich die bürgerlichen Parteien von ihren Plätzen
erhoben.) Ich wünſche Ihnen allen nun ein frohes Oſter
feſt und ſchließe hiermit die Sitzung. (Lebhafter Beifall.)
Schluß 7 Uhr 15 Minuten.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 8. März. Die Erſte
Kam=
mer der Landſtände iſt vom Präſidenten, Grafen
von Schlitz, gen. von Görtz, für Donnerstag, den
13. März, nachmittags 3½ Uhr, zur Abhaltung der
Ple=
narberatung über den Staatsvoranſchlag für 1913
einbe=
rufen worden. Da außer dem Budget noch zahlreiche
andere Beratungsgegenſtände der Erledigung durch die
Erſte Kammer harren, ſo ſind auch für Freitag und
Sams=
tag nächſter Woche noch Plenarſitzungen in Ausſicht
ge=
nommen worden.
*X* Darmſtadt, 8. März. Nachdem der
Finanz=
ausſchuß der Erſten Kammer den
Staatsvoran=
ſchlag für 1913 bereits in mehreren Sitzungen bearbeitet
hatte, fand geſtern nachmittag eine gemeinſame
Be=
ratung mit der Regierung darüber ſtatt, die bis zur
ſpäten Abendſtunde andauerte. Das Endergebnis war,
daß der Finanzausſchuß der Erſten Kammer im
weſent=
lichen den Beſchlüſſen der Zweiten Kammer beitrat und
den fertiggeſtellten Staatsvoranſchlag verabſchiedete. Der
Finanzausſchuß hat ſich jedoch bezüglich der
Schreibgehil=
fen und Gerichtsſchreiber nicht den Beſchlüſſen der
Zwei=
ten Kammer angeſchloſſen, ſondern ſich auf den
Stand=
punkt der Regierung geſtellt und ſtatt der mit Annahme
des Antrags Adelung beſchloſſenen Anſtellung von 40
Prozent der Schreibgehilfen nur eine ſolche von 20
Pro=
zent beſchloſſen. Ferner iſt der Ausſchuß nicht dem
Er=
ſuchen der Zweiten Kammer auf Anſtellung von 58
Ge=
richtsſchreibergehilfen beigetreten, ſondern hat die
Ab=
lehnung auch dieſes Antrages Adeluna beſchloſſen. Im
übrigen ſind nur noch einige unweſentliche Diſſenſe über
das Budget zwiſchen beiden Kammern vorhanden, deren
Beſeitigung keine Schwierigkeiten machen dürfte.
Der Beſuch des
PrinzsRegenten von Bayern
in Berlin und Dresden.
* Berlin, 7. März. Die Galatafel im Weißen
Saale des Königlichen Schloſſes fand heute abend 8 Uhr
ſtatt. In feierlichem Zuge unter großem Vortritt nahte
der Hof. Der Kaiſer in der Uniform ſeines bayeriſchen
Ulanenregiments mit dem roten Bande des Sankt
Huber=
tusordens führte die Prinzeſſin Ludwig, der Prinz=Regent
in der Uniform ſeines 47. Regiments mit dem Bande des
Schwarzen Adlerordens führte die Kaiſerin; es folgten
die anderen Fürſtlichkeiten. Gegenüber dem Kaiſer und
dem Prinz=Regenten ſaß der Reichskanzler, rechts von ihm
zunächſt Staatsminiſter Freiherr v. Hertling. Im Ver
folg des Mahles erhob ſich der Kaiſer zu einem
Trink=
ſpruch. Der Prinz=Regent erwiderte unmittelbar darauf
Nach der Tafel hielten das Kaiſerpaar und die bayeriſchen
Herrſchaften Cercle
* Berlin, 7. März. Bei der Galatafel zu Ehren
des Prinz=Regenten Ludwig und der Prinzeſſin Maria
Thereſia von Bayern, die heute abend im Weißen Saale
des königlichen Schloſſes ſtattfand, brachte der Kaiſer
einen Trinkſpruch aus, in dem er dem Prinzenpaar
für ſeinen Beſuch herzlich dankte und dann fortfuhr: Außer
den herzlichen perſönlichen Beziehungen
ver=
knüpfen uns und unſere Väter die ſtarken Bande deutſcher
Einheit und Einigkeit, die einſt in heißem Ringen
geſchmiedet wurden. Dankbar dürfen wir zurückſehen äuf
die langen Jahre, in denen es den deutſchen Fürſten
ge=
geben war, das damals Errungene in friedlicher
Ent=
wickelung zu fördern und zu pflegen. Der Hausritter
orden vom Heiligen Hubertus, durch deſſen Verleihung
Eure Königliche Hoheit jetzt die Gnade gehabt haben
fünf meiner Söhne auszuzeichnen, trägt die Deviſe: „In
Trau vaſt” Möge dieſer Wahlſpruch ein Symbol ſein
und bleiben für das Zuſammenſtehen der Häuſer
Wit=
telsbach und Hohenzollern für alle Zeit. Ich
erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl meines treuen
Freundes und Verbündeten, Sr. Königlichen Hoheit des
Prinz=Regenten Ludwig, Ihrer Königlichen Hoheit der
Frau Prinzeſſin Ludwig, des Hauſes Wittelsbach und
Bayerns, dem der Name, die reiche Erfahrung Eurer
Königlichen Hoheit zum eigenen und des ganzen Deutſchen
Reiches Beſten für lange, lange Jahre beſchieden ſein möge.
Prinz=Regent Ludwig dankte und ſagte: Die
Wärme des Empfanges, die wir bei Euren Majeſtäten
ge=
funden haben und die uns auch von der Reichshauptſtadt
entgegengebracht worden iſt, entſpringt den Gefühlen
un=
ſerer unauflösbaren Zuſammengehörigkeit,
die deutſche Fürſten und Völker in
Deutſch=
land eint. Eure Majeſtät dürfen gewiß ſein, daß ich
die von meinen Vorgängern in der Regierung Bayerns
dem Deutſchen Reiche erwieſene Treue ſtets bewahren
werde. Ich betrachte es als meine heilige Pflicht, in
engſtem Zuſammenſtehen mit Eurer Majeſtät und der
üb=
rigen deutſchen Fürſten an den hohen Aufgaben und der
Entwickelung des Reiches in guten und böſen Tagen
mit=
zuwirken. Das heurige Jahr bringt Eurer Majeſtät die
Jubelfeier einer 25jährigen, reich geſegneten
Regie=
rung, dem deutſchen Volke eine Reihe bedeutungsvoller
Gedenktage. Ich darf die Hoffnung ausſprechen, daß mir
hierdurch gerade in dieſem Jahre noch mehrfach das Glück
beſchieden ſein wird, mich des Zuſammenſeins mit Euren
Majeſtäten zu erfreuen. Mit aufrichtiger Genugtnung
er=
füllt es mich, daß der Kronprinz des Deutſchen
Rei=
ches durch die Stellung à la suite des 6.
Infanterieregi=
ments, deſſen Inhaber Eure Majeſtät ſind und das den
Namen Eurer Majeſtät unvergeßlichen Herrn Großvaters
führt, in noch nähere Beziehung zur bayeriſchen Armec
getreten iſt. Für die hohe Auszeichnung, die Eure Maje
ſttä mir dadurch erwieſen haben, daß das 2. Niederſchle
ſiſche Infanterieregiment Nr. 47 fortan meinen Namen
trägt, bitte ich meinen ganz beſonderen Dank entgegenzu
nehmen. Ich erhebe mein Glas und trinke auf das Wohl
Ihrer Majeſtäten des Kaiſers und der Kaiſerin, Ihres
hohen Hauſes, des hohen Brautpaaces, demzich auch bei
dieſer Gelegenheit meine herzlichſten Glückwünſche
wieder=
hole, des Königreichs Preußen und des ganzen Deutſchen
Reiches.
* Berlin, 8. März. Der Prinz=Regent und
Gemahlin wohnten heute morgen einer Meſſe in der
Hedwigskirche bei. Hierauf begav ſich der Prinz=Regent
auf die bayeriſche Geſandtſchaft und empfing dort die
bayeriſchen ſtellvertretenden Bevollmächtigten des
Bun=
desrats, die bayeriſchen Reichstagsabgeordneten, eine
De=
putation von in den Reichsämtern angeſtellten Bayern
eine Deputation des bayeriſchen Senats vom
Reichs=
militärgerich” eine Deputation der aktiven Offiziere, eine
Deputation der bayeriſchen Offiziere des
Beurlaubten=
ſtandes, eine Deputation des Vorſtandes des Vereins der
Bayern, eine Deputation des Vereins der ehemaligen Ka=
meraden der bayeriſchen Armee und eine Deputation der
kameradſchaftlichen Vereinigung ehemaliger 47er in
Ber=
lin. Die Prinzeſſin Ludwig erteilte heute vormittag im
Königlichen Schloß eine Reihe Audienzen.
* Berlin, 8. März. Heute mittag 12½ Uhr war
Tafel beim Kaiſerpaar, zu welcher aus den
Um=
gebungen, dem Gefolge und dem Ehrendienſt u. a.
ge=
laden waren: der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg
und die Geſandten Graf v. Lerchenfeld und v. Treutler.
Nach dem Frühſtück geleitete der Kaiſer den Prinz=
Re=
genten, die Prinzeſſin Eitel Friedrich und die Prinzeſſin
Ludwig zur Bahn. Die bayeriſchen
Herrſchaf=
ten ſind mit Verſpätung kurz nach 1½ Uhr vom
An=
halter Bahnhof abgereiſt. Auf dem Bahnhof hatten
ſich auch Mitglieder der bayeriſchen Geſandtſchaft und
Vertreter der bayeriſchen Kolonie eingefunden.
* München, 8. März. Prinz=Regent Ludwig
ſandte von Elſterwerda ein Telegrann an den Kaiſer,
in dem er dem Kaiſerpaar für alle Güte, den großartigen
Empfang in der Reichshauptſtadt und die ſchönen, dort
verlebten Stunden dankte.
* Dresden, 8. März. Prinz=Regent
Lud=
wig und Gemahlin die mittags Berlin verlaſſen
hatten, trafen heute nachmittag um 4 Uhr 5 Min. auf dem
Hauptbahnhof ein und wurden vom König, der die
Uni=
form ſeines bayeriſchen Infanterie=Regiments Nr. 15 mit
dem Bande des Hubertusordens angelegt hatten, dem
Kronprinzen, ſowie dem Prinzen und der Prinzeſſin
Jo=
hann Georg begrüßt. Im Reſidenzſchloß wurden die
Gäſte von der Prinzeſſin Mathilde und dem Prinzen Ernſt
Heinrich, ſowie den Töchtern des Königs begrüßt. Abends
halb 8 Uhr fand im Reſidenzſchloß Galatafel ſtatt
Der König von Sachſen brachte einen Trinkſpruch
aus, in dem er des verſtorbenen Prinz=Regenten Luitpold
gedachte. Der Prinz=Regent betonte in ſeinem
Trink=
ſpruch, daß er mit dem König von dem gemeinſamen
Wunſch beſeelt ſei, die Wohlfahrt beider Länder zu fördern
und in Treue zum Reich zu ſtehen, ſowie erfolgreich an den
großen Aufgaben mitzuarbeiten, deren Löſung die Ehre
Sicherheit und der Ruhm Deutſchlands erheiſche.
Das Torpedobootsunglück
bei Helgoland.
* Berlin, 7. März. Sämtliche in Berlin
akkredi=
tierten Reiche haben dieſer Tage teils telegraphiſch, teils
durch ihre Vertreter, und alle Monarchen durch ihre
Marineattachés dem Staatsſekretär, des
Reichsmarine=
amts ihre Teilnahme an dem Untergang des
Tor=
pedoboots „§ 178” ausſprechen laſſen. Das
Beileidstele=
gramm des Präſidenten Poincaré zum Untergang
des deutſchen Torpedobootes „S 178” an den deutſchen
Kaiſer hat folgenden Wortlaut: „Ich erfahre von der
ſchrecklichen Kataſtrophe, die die kaiſerliche Marine in
Trauer verſetzt hat und beeile mich, Eurer Majeſtät mein
tiefes Beileid zum Ausdruck zu bringen und die
Verſiche=
rung abzugeben, daß ich mit den Familien derer mitfühle,
die bei Erfüllung ihrer Pflicht untergegangen ſind.‟ Der
Kaiſer antwortete mit folgendem Telegramm: „Sie
haben die Güte gehabt, mir anläßlich der ſchrecklichen
Kataſtrophe bei Helgoland Ihre innigſte Teilnahme zu
bekunden. Ich bitte Sie, Herr Präſident, meinen
aufrich=
tigen Dank, ſowie den der deutſchen Marine
entgegenzu=
nehmen.”
Wilhelmshaven, 9. März. Heute vormittag
fand im Exerzierhauſe der zweiten Torpedodiviſion ein
Trauergottesdienſt für die mit dem
Torpedo=
boot „§ 178” untergegangenen Seeleute ſtatt. Außer
der zweiten Torpedodiviſion nahmen Abordnungen aller
Marineteile, der Stationschef Graf v. Baudiſſin, der Chef
der Hochſeeflotte, Vizeadmiral v. Ingenohl, der Chef des
erſten Geſchwaders. Vizeadmiral Lans, acht gerettete und
einige Angehörige der untergegangenen Seeleute an der
Trauerfeier teil. Nach dem Choral hielten der
evange=
liſche und der katholiſche Marinepfarrer Anſprachen.
Luftfahrt.
* Stuttgart, 8. März. Das neue Zeppelin=
Luftſchiff „L. Z. 16‟, das als „Z. 4‟ für die 2.
Kom=
pagnie des 2. Luftſchiffer=Bataillons in Königsberg
be=
ſtimmt iſt, wurde in den letzten Tagen durch Offiziere der
Luftſchiffer=Bataillone der techniſchen Prüfung
unterzogen. Heute früh iſt mit der Gasfüllung
be=
gonnen worden. Anfangs nächſter Woche beginnen die
Abnahme=Fahrten.
Sporf, Spiel und Turnen.
Preisreiten und Preisſpringen in Frankfurt.
— Frankfurt a. M., 8. März. Heute vormittag
be=
gannen die equeſtriſchen Darbietungen im Hippo
drom, für die zwei Tage vorgeſehen ſind. In der
Fürſtenloge wohnten der in Huſarenuniform erſchienene
Kronprinz mit Gemahlin, Prinz Friedrich Karl von
Heſſen mit Gemahlin und zwei Söhnen, die Prinzeſſin
Adolf von Schaumburg und der regierende Fürſt von
Schaumburg=Lippe dem Preisreiten bei. Der Vormittag
war mit der Jagdſpringkonkurrenz (Preis 1650 Mark
ausgefüllt, bei der 103 Pferde, darunter zwei, die dem
Kronprinzen gehörten ſtarteten. Die Reſultate waren:
Jagd=Springkonkurrenz.
Rittm. von
Günthers (Adj. 42. Kav.=Brig.) 6j. br. W. Siegmund
(Beſ.). 2. Sr. Kaiſerl. Hoheit des Kronprinzen 8j. br. W.
Kaugaroo. 3. Paul Heils 6j. br. W. Dark Rebel (Beſ.)
4. Lt. O. v. Hartliebs (4. Chev.) a. b. W. St. Inker (Beſ.).
5. Oblt. A. d'Hengelieres (2. Chev.) 8j. Sch.=W. Wexford
(Beſ.). 6. Lt. Crüwells (Drag. 9) 8j. F.=St. Renate (Beſ.).
Sämtliche ſechs Pferde hatten das Springen ohne Fehler
ausgeführt.
* Zrankfurt, 8. März. Das Preisreiten
und Pressſpringen des Rennklubs Frankfurt im
Hippodrom, das am Samstag begann und für das,
wie üblich, zwei Tage vorgeſehen ſind, hebt ſich vor den
frühern Veranſtaltungen durch die überaus große Zahl
der Meldungen hervor. Mehr als 600 Pferde ſollten ſich
nach den Nennungen den Preisrichtern ſtellen. Zwar iſt
die Zahl der Teilnehmer auch etwas geringer, immerhin
werden die verſchiedenen Konkurrenzen der beiden Tage
von mehr als 500 Pferden beſtritten. Der Zahl der Tiere
entſprechen auch, wie ſchon der erſte Tag zeigte, die
ge=
botenen ſportlichen Leiſtungen. Beſonderes Intereſſe fand
das Preisreiten durch die Anweſenheit des
Kronprin=
zen, der ja ein Freund jeden Sports iſt und beſonderes
Intereſſe dem Pferdeſport entgegenbringt. Es iſt
nich=
das erſtemal, ſo ſchreibt die Frankf. Ztg., daß der
Kron=
prinz an den Frankfurter Preisreiten teilnimmt. Er war
ſchon früher zweimal der Einladung des Rennklubs
ge=
folgt. Das hipiſche Feſt am Samstag begann, wie bereits
mitgeteilt wurde, ſchon am Vormittag. Zu der Nach
mittagsveranſtaltung war das kronprinzliche Paar
ſchon recht früh erſchienen. Ferner waren Prinz
Hein=
rich der Niederlande, das
Großherzogs=
paar von Heſſen, Prinz und Prinzeſſin Fried
rich Karl von Heſſen, die Prinzeſſin zu
Schaum=
burg=Lippe und Fürſt Adolf zu Schaumburg=
Lippe anweſend. Die Herrſchaften blieben bis zum
Schluß. Dann nahm die Kronprinzeſſin die
Preisverteil=
ung an die Siegerinnen in der Damen=Reitkonkurrenz vor.
Der Kronprinz hatte vorher während der Teepauſe den
Siegern im Unteroffizier=Reiten die Preiſe ausgehändigt
die aus goldenen und ſilbernen Uhren beſtanden. Von
den elf Pferden, die der Kronprinz für die beiden
Tage gemeldet hatte, traten heute ſieben in den
Wett=
bewerb. Sie wurden von Leutnant Graf Holck, Rittmeiſter
Walzer und Oberleutnant v. Mitzlaff geritten. Graf Holck
errang, wie bereits gemeldet, am Vormittag in der Jagd=
Springkonkurrenz mit Kangaroo den zweiten Preis; an
Nachmittag holte er ſich mit demſelben Pferd in der
Springkonkurrenz für prämierte Pferde den ſiebenten
Preis. Rittmeiſter Walzer bekam mit Powder in der
gleichen Veranſtaltung den elften Preis. Am Nachmittag
wurden auch die ſieben Huſaren=Schimmel des
Kronprinzen vom Stallperſonal in allen Gangarten
vor=
geführt. Dank der flotten Regie konnten die reiterlichen
Prüfungen trotz der großen Teilnehmerzahl in
verhältnis=
mäßig kurzer Zeit durchgeführt werden, ſo daß das
Pro=
gramm bald nach 7 Uhr erledigt war. Das
Kronprinzen=
paar und die anderen fürſtlichen Herrſchaften fuhren dann
in Automobilen zum Frankfurter Hof, wo abends das
Feſteſſen des Rennklubs ſtattfand. Die Ergebniſſe der ein
zelnen Konkurrenzen ſind wie folgt:
Springkonkurrenz für prämiierte
Pferde: 1. Paul Heils Grey Lad (Beſ.), 2. Otto Kochs
Bravo (Beſ.), 3. Rittm. v. Kilianis (1. Sch. Reiter)), Wilde
Roſe (Lt. Frhr. v. Bonnet), 4. Rittm. Wätjens (24. Drag.
Horridoh (Lt. v. Iſſendorf), 5. Rittm. v. Günthers (Adj
42. Kav.=Brig.) Harald (Beſ.), 6. Lt. Baus (9. Drag.)
Kathi (Rittm. Ritter), 7. des Kronprinzen Kangoo (Lt.
Graf Holck). 40 Teilnehmer.
Damen=Reitkonkurrenz: 1. Oblt. A.
dHen=
geliéres (2. Chev.) Chackwing (Frau d’Hengeliére=Daque),
2. Frau Gerta dHengelieres Gelſe (Beſ.), 3. Otto
Mau=
ritzs Vicky (Frau Mauritz), 4. Lt. v. Moſchs (14. Huſ.)
Beautiful (Frau Bender), 5. Rittm. Willmers (Schw. R.)
Ingo (Frau E. Willmer), 6. Oblt. Siebenbürgers Queen
Anne (Frau J. Boege), 7. Frau Käte Loeſches Micus
(Beſ.) 17 Teilnehmerinnen.
Gehorſams=Springkonkurrenz: 1. Oblt.
Frhr. v. Gorrups (4. Chev.) Saſcha (Beſ.) und K. Müllers
Wuſchu (Beſ.), 3. Lt. von Liftls (9. bayr. Art.) Mäuschen
(Beſ.), 4. Rittm. Richters (6. Jäg.) Mäxchen (Beſ.) und
H. C. Scheiblers Dora (Beſ.), 6. Lt. v. Moßners (23.
Drag.) Hermine (Beſ.) und Lt. v. Iſſendorfs (24. Drag.
Erika (Beſ.). 42 Teilnehmer.
Unteroffizier=Reitkonkurrenz. Feld
artillerie: 1., 2. und 3. Preis: Naſſauiſches Feldartillerie=
Regiment Nr. 27; Schwere Kavallerie: 1. Ulanen=Regt.
Nr. 7, 2. Küraſſier=Regt. Nr. 8. 3. Bayer. Ulanen=Regt
Nr. 2, 4. Württ. Ulanen=Regt. Nr. 11, 5. Küraſſier=Reg
Nr. 8; Leichte Kavallerie: 1. und 2. Garde=Dragoner=Regt.
Nr. 23, 3. Leib=Dragoner=Regt. Nr. 24, 4. Württ.
Dra=
goner=Regt. Nr. 25, 5. Württ. Dragoner=Regt. Nr. 26.
Die Romanow=Feier.
* Petersburg, 7. März. Heute nachmittag brachte
das diplomatiſche Korps mit ſeinen Damen dem
Kaiſer und der Kaiſerin zum Romanow=Jubiläum im
Konzertſaale des Winterpalais ſeine Glückwünſche dar.
Petersburg, 7. März. Der heutigen
Gala=
oper wohnten bei der Kaiſer, die beiden
Kaiſerin=
nen, die Großfürſten und Großfürſtinnen, die Miniſter
mit dem Miniſterpräſidenten Kokowzow an der Spitze, die
Mitglieder der Duma und des Reichsrats, zahlreiche
Hof=
würdenträger und hochſtehende Beamte und der Emir von
Buchara. Im Theater herrſchte große patriotiſche
Begei=
ſterung. Die Nationalhymne mußte auf Wunſch der
Zu=
ſchauer mehrere Male geſpielt werden. Das Kaiſerpaar
dankte wiederholt für die Kundgebungen des Publikums,
in der kaiſerlichen Loge ſtehend
* Petersburg, 8. März. Im Winterpalais
empfing die Kaiſerin=Mutter die Damen des Hofes
und der Stadt, die ihre Glückwünſche darbrachten. Dic
Kaiſerin nahm an den Feſtlichkeiten nicht teil. Im
ande=
ren Saale empfing der Kaiſer die ländlichen
Deputa=
tionen mit ihren Aelteſten. Nach dem Empfang der
Depu=
tationen wurde ein Diner gegeben. Abends fand im
Adelsſaale in Gegenwart der Majeſtäten ein von dem
Petersburger Adel veranſtalteter Ball ſtatt.
* Paris, 7. März. Anläßlich der Romanow=Feier
richtete Präſident Poincaré an den Kaiſer von
Rußland ein Telegramm mit den herzlichſten
Glück=
wünſchen und der Verſicherung, daß die Regierung der
Republik in Gedanken an der Feier teilnehme. Der
Prä=
ſident erneuert die Wünſche für das Glück des Kaiſers
und der Kaiſerin, ſowie des kaiſerlichen Hauſes und das
Gedeihen des befreundeten und verbündeten Rußland
Der Kaiſer erwiderte, er ſei der Sympathien
Frank=
reichs gewiß, aber es ſei ihm beſonders angenehm, ein
neues Zeichen der Sympathien zu erhalten; er verſichert
die Republik ſeiner unwandelbaren Freundſchaft und
ſchließt mit den Wünſchen für das Gedeihen Frankreichs
und das Wohlergehen Poincarés. Miniſterpräſident Bri
and und der Miniſter des Aeußern, Jonnart, wechſelten
aus dem gleichen Anlaß Telegramme mit den ruſſiſchen
Kollegen.
Die europäiſchen Militäretats.
* London, 8. März. Die Times ſchreiben: Es iſt
bezeichnend, daß die öffentliche Erörterung der
Flotten=
frage anſcheinend nicht die ſchroffen Formen annimmt,
die uns vor der Vorlage der Flottenetats ſo unangenehm
vertraut geweſen ſind. In den letzten zehn Jahren
kon=
zentrierte ſich die Aufmerkſamkeit faſt ausſchließlich auf die
rivaliſierenden Schiffbauprogramme
Deutſch=
lands und Englands; das iſt in dieſem Jahre
nicht der Fall. Aus verſchiedenen Gründen, die leider
nicht ſämtlich Vorbedingungen für den Frieden
enthal=
ten, iſt unſere Aufmerkſamkeit größtenteils auf andere
Fragen gelenkt. Das Gleichgewicht der rein militäriſchen
Macht iſt Veränderungen weitreichenden Charakters
unter=
worfen. Das Gewicht des Ottomaniſchen Reiches, das
lange Zeit einen ſehr bedeutenden, wenn auch unſicherey
Faktor auf der europäiſchen Wagſchale bildete, iſt abge=
tan, und was davon geblieben iſt, wird durch das
Emporſteigen der ſiegreichen
Balkan=
ſtaaten mehr als aufgehoben. Alle großen
euro=
päiſchen Militäretats laſſen die Wirkung dieſer
Aenderung erkennen und Deutſchland ſieht ſich genötigt,
ſich zurzeit auf eine große Vermehrung der
Friedens=
tärke ſeiner Armee zu konzentrieren. Die Flottenfrage
hat ſich von unſerem Standpunkte nicht verändert, wir bes
urteilen ſie objektiv, ohne Rückſicht auf andere Faktoren,
als die tatſächlichen Programme der fremden Mächtez
aber es bedeutet etwas, daß wir in Deutſchland eine
Neig=
ung erkennen können, das relative Verhältnis der
Flotten=
ſtärke zu akzeptieren, wie es Herr Churchill aufgeſtellt
hat und daß wir daher unſere Politik in einer
Atmoſphäre fortſetzen können, die weniger ſtark mit dem
Argwohn und der Unruhe früherer Jahre beladen iſt,
Das Blatt erörtert ſodann das Problem der engliſchen
Landarmee und der Luftflotte, ſowie das Verhältnis der
malaiiſchen und kanadiſchen Schiffe mit Beziehung auf
das engliſche Schiffbauprogramm.
Der Balkankrieg.
Der Einzug der Griechen in Janina.
* Athen, 7. März. Das erſte direkte Telegramm
aus Janina, datiert von geſtern abend 8 Uhr, iſt beim
Kriegsminiſterium eingetroffen und meldet den Einzug
des Thronfolgers in Janina. Er wurde von 15000
Ein=
wohnern; die ihm entgegengezogen waren, mit Begeiſtes
rung und unter Freudentränen begrüßt. Beim Einzuge
der Armee umarmten ſich die Leute und die Soldaten
drückten den Offizieren die Hand. Die Chriſten zerriſſen
den türkiſchen Fez. Außer den kriegstüchtigen Soldaten
wurden 6000 Verwundete und Kranke zu Gefangenen ge
macht. Ein Teil der türkiſchen Armee iſt vorgeſtern Nacht
nach Albanien entflohen. Vor der Flucht plünderten die
Türken die Läden der Chriſten. Seit geſtern morgen
herrſcht wieder Ruhe und Ordnung.
* Sofia, 8. März. Bulgarien hat den Mäch
ten eine Denkſchrift über den Streit mit Ru
mänien übergeben. Sie enthält den geſchichtlichen Stoff
der Entſtehung des Streits, der Verhandlungen in
Buka=
reſt, London und Sofia und die letzten bulgariſchen Zu
geſtändniſſe. Die bulgariſchen Rechte werden mit großem
Nachdruck verfochten. Die große Abordnung aus der Dog
brudſcha, die gegen eine Abtretung an Rumänien
Ein=
ſpruch erhebt, ſoll von Geſchow empfangen werden. Die
Anfragen über dieſe Angelegenheit werden am Donnerss
tag in der Kammer beſprochen werden, ebenſo andere üben
den Stand der ſerbiſch=bulgariſchen Beziehungen und den
Stand der Verhandlungen mit der Türkei.
Konſtantinopel, 9. März. Am Freitag und
Samstag wurde keinerlei amtlicher Kriegsbericht aus
gegeben. Nach Privatmeldungen iſt geſtern ein bulga
riſches Luftfahrzeug über Gallipoli geflogen.
* Berlin, 9. März. Die Norddeutſche Allgemein
Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: Die dipl
matiſche Arbeit zur Beendigung des Balkan
krieges hat auch in der letzten Woche nicht geruht.
den Balkanregierungen iſt die Frage wegen der Annahll
der Vermittlung der Großmächte für den Friedensſchl
amtlich geſtellt worden. Die Antwort darauf ſtehtnd
aus. Nach den vorläufigen Andeutungen darf erware
werden, daß die Erwiderung der Balkanſtaaten den Mäch
ten die Fortſetzung ihrer vermittelnden Bemühungen
nicht erſchweren wird. Die gütliche Beilegung des
bul=
gariſcherumäniſchen Streites iſt ſoweit gefördert, daß ein
in Petersburg zuſammentretende Verſammlung der
dor=
tigen Botſchafter der Großmächte unter dem Vorſitz des
ruſſiſchen Miniſter des Aeußern, Saſanow, zur
Vermitt=
lung in dieſer Frage berufen wird. In der albaniſchen
Frage geht die Behebung der öſterreichiſch=ruſſiſchen
Schwierigkeiten langſam vorwärts. Ein Rückſchlag
nicht eingetreten.
Dynamit=Exploſion im Hafen
von Baltimore.
* Baltimore, 7. März. An Bord einel
Barke, die neben einem britiſchen Dampfer im unteren
Hafen Dynamit einlud, ereignete ſich heute einel
ploſion. Beide Schiffe wurden vollſtändig zerſtöfl
Der Dampfer hatte eine Beſatzung von 25 Mann, die aud
auf der Barke arbeiteten. Nach dem Polizeibericht
den 4 Mann getötet und 25 verletzt.
Baltimore, 7. März. Die Anzahl der beide
Dynamitexploſion auf dem britiſchen Dampfer „Alun
Chine” Verunglückten dürfte bei weitem größe
ſein, als anfangs angenommen wurde. Man ſchätzt etzt
die Zahl der Getöteten auf 43 und die der
letzten auf 50.
* Baltimore, 7. März. Die Dynamitexpl
ſion auf dem britiſchen Dampfer „Alum Chine” veran
laßte eine Detonation, die in einem Umkreiſe von 100e
meilen vernehmbar war. Der Oberbau des amerikanf
ſchen Kohlenſchiffes Jaſon” wurde 700 Fuß weit we
geſchleudert, wobei 3 Mann von der Beſatzung getötet
und 19 verletzt wurden. Der angerichtete Schaden iſt ſehn
groß Baltimore, 7. März. Zu der Dynam
exploſion im Hafen werden noch folgende Einzel
heiten gemeldet: Das Dynamit befand ſich auf einen
neben dem Dampfer „Alum Chine” liegenden Leichtek
und zwar in einer Quantität von 340 Tonnen. Der nicht
weit von der Exploſionsſtätte liegende Schlepper „Atlan
tic” und der Regierungskohlendampfer „Jaſon” wurden
durch die Exploſion furchtbar mitgenommen. Eine Wark
ung hatte die Mannſchaft des „Jaſon” durch das
Erſchei=
nen von Flammen im Schiffsrumpf erhalten. 14 Mann
konnten rechtzeitig in das Boot ſpringen, das an der Seite
des Kohlenſchiffes lag, und dann ſofort losdampfen.ie
Exploſion erfolgte, als das Dampfboot 200 Fuß entferſl
war. Mächtige Stücke von dem Dampfer „Alum Chinel
wurden drei bis vier Meilen weit durch die Luft geſchleu
dert. Unter den umhergeſchleuderten Trümmern befanden
ſich auch viele noch nicht erplodierte Kiſten mit Dynamit
Eine davon fiel auf das Deck des Schleppers „Atlantie”
nieder, explodierte dort und tötete drei Perſonen. Ein
Schulhaus in Sparrows Point, mehrere Meilen von Bal
timore, wurde zerſtört, wobei mehrere Kinder verletzt
wurden.
Baltimore, 8. März. Nach den letztenMels
dungen ſind bei der Dynamitexploſion im hieſigen
Hafen 40 bis 50 Perſonen getötet und 60 verletzt
worden, unter ihnen 15 ſchwer. Der angerichtete Schaden
wird auf 500000 Dollar geſchätzt. Man glaubt, daß ſich
noch viele Leichen im Waſſer befinden.
Dekorierungsfeſt.
Wandern, o wandern . . .!
Wieder duftet’s im Saalbauſaale nach würzigen
annen, die in ſchier übergroßer Fülle ihr Leben im
ſtalde laſſen mußten, um Waldeszauber hineinzutragen
ſi den begrenzten Raum, der ſonſt verſchmaht und
ängſt=
gemieden von denen, die in Feld und Wald und Wieſe
ſheim; die die Schönheit und Freiheit der herrlichen
ſatur zu lieben verſtehen und die vor allem die Heimat,
ſe Jungbrunnen neuen Lebens, neuer Kraft zu neuem
Lcaffen, lieben und wertſchätzen;d ie hinauszogen in
ſichenden Sonnenſchein und in Regen und Sturm, in
chnee und Eis. Denn immer, immer iſt die Natur, die
hhabene, ja ſchön. Heute ſind ſie im Saale vereint zu
ſtudigem Tun. Der Sitte gemäß gilt es die zu feiern
in dem letzten Wanderjahre in Treuen dem Rufe zur
Panderung gefolgt und denen nun das erſehnte
gol=
ſene Zeichen wintt, des Wanderers Stolz. Auch hier
Saate umgibt ſie ja des Waldes Schönheit und würzi=
Duft, und in Bildern ringsum all die ſchönen Plätze
i Städtchen und Dörfer des Odenwaldes, der
Berg=
ſoße, die ſo oft zum Verweilen einluden, zur Ruhe und
ung.
Das Präſidium über den wieder in dem gewohnten
ſehmen eines Feſtkommerſes gehaltenen Abend führte
reidig und gewandt Herr Bürgermeiſter Mueller, der
eſitzende der Ortsgruppe Darmſtadt. Das
außerordent=
h reichhaltige und vielſeitige Programm wurde
einge=
ſßet mit einem ſchneidigen Marſch der Kapelle des
Leib=
ſrde=Regiments Nr. 115, unter Obermuſikmeiſter
Luske’s Leitung. Dann ſprach Herr Georg
peckel in gewohnt vortrefflicher Rhetorik den von
frn Eugen Köſer geſtifteten Prolog, den das
gemein=
mi geſungene Lied: „Wem Gott will rechte Gunſt er=
Eiſen” beſchloß.
Eine herzliche, poeſie= und ſchwungvolle Rede hielt
ſie Bürgermeiſter Mueller: Ein herzlich Friſchauf
ſen allen als Willkommgruß und herzlichen Dank für
aller Erſcheinen, auf die das Dekorierungsfeſt wieder
altgewohnte Anziehungskraft ausgeübt. Unſer alter
örier Saalbauſaal zeigt wieder das gewohnte prächtige
ld. Fleißige und geſchickte Hände haben ihn mit Liebe
ſermückt, und erwartungsfrohe, feſtlich geſtimmte
Men=
ſen füllen ihn. Beſonders ehrt uns die große Zahl der
ienenen Gäſte, vorweg der reiche Damenflor, dann
Herren Vertreter der Miniſterien, der Provinzial=
5 Kreisamts= und Lokalbehörden, ferner die Herren
Offizierkorps, der ſtädtiſchen Verwaltung und
Stadt=
rdnetenverſammlung, befreundeter Vereine, die
Ver=
ür der Preſſe und ſonſtigen Gönner und Freunde des
ſubs, und dann die zahlreichen Wandergenoſſen vom
ſentwaldklub. Zunächſt die im Zentralausſchuß
verkör=
e Elite und die Vertreter der Ortsgruppen, die
zahl=
ſch wie immer erſchienen ſind.
Wenn man ſo das Intereſſe ſieht an unſerer
Veran=
tung, könnte man meinen, vor lauter Zudrang an
Mit=
ern könnten wir uns kaum helfen. Leider iſt das
nicht ſo. Unſer vorjähriger Werberuf hat wohl 90
lie Mitglieder gebracht, aber 100 andere ſind wieder
getreten. Ich meine, wer unſeren grün=rot=blauen
ſrierungen nachgeht und ſo durch unſere Hilfe mit
beſonderen Schönheiten unſerer Wälder und Berge
hunt wird, der ſollte das Verlangen in ſich fühlen, auch
Gegenleiſtung zu bieten. Umſomehr, da wir unſere
ſtel auch im übrigen lediglich gemeinnützigen Zwecken
em. Wir haben über 7500 Kinder und zahlreiche Schul=
Maſſene in über 200 Wanderungen hinausgeführt und
Mit Geſundheit, Lebensfreude und Heimatliebe geför=
Wir haben auch in dieſem Winter Schneemeldedienſt
Arrichtet, und ſo die Ausübung des geſunden
Winter=
is erleichtert. Wir haben geſchätzte Redner für
inter=
ſhe Lichtbiſdervorträge gewonnen. Und noch eins dar
dieſem Zuſammenhange erwähnen: Unſere
Nieder=
druer Hilfsaktion, die etwa 7000 Mark erbracht hat
Großberzog allein hat 1000 Mark geſtiftet). Wenn die
ſurne auch verhältnismäßig klein iſt, hat ſie doch man=
Gute geſtiftet, In 49 Fällen konnte Unterſtützung,
Aſeben Fällen Beihilfe zur Erhaltung des Grundes und
Aierts den Geſchädigten gewährt werden. Auch andere
Wigruppen waren an der Hilfsaktion erfolgreich tätig.
rigens gibt mir dies erwünſchte Gelegenheit, allen zu
Alm, die dabei mitgewirkt, uns unterſtützt haben; ins
Ardere den Spendern für den Nieder=Modauer Hilfs=
. den Herren, die intereſſante Vorträge gehalten
hit, unſeren Markierern, der Preſſe für ihre
liebens=
mdige und tatkräftige Unterſtützung, den Lehrern und
Aerinnen und ſonſtigen Jugendfreunden, die unſere
Aher geführt haben, der Stadt Darmſtadt, die uns in
Reicher Weiſe materiell unterſtützte; Dank auch unſerer
Ihrenkommiſſion und den unterſtützenden bewährten
Würern auf unſeren Wanderungen. Unſere gemeinſamen
Uren haben ſich einer fortgeſetzt ſteigenden
Teilnehmer=
zu erfreuen; im Durchſchnitt ſind mehr als 130 Klub=
Aſſen bei unſeren Touren mitgewandert; und über 80
küllen wir wieder mit dem goldenen Zeichen ſchmücken.
Gund genug, unſer Dekorierungsfeſt in Freude über die
enwart und in froher Zuverſicht auf die Zukunft
ures Klubs zu feiern. Und dazu helfen Sie uns
hlalle mit! Einleiten aber wollen wir die Feier alter
er Sitte gemäß, indem wir unſeres hohen Protektors
Mres allverehrten Landesherrn, gedenken. Ich bitte
Zmit mir einzuſtimmen in den Ruf: S. K. Hoheit der
Aßherzog Friſchauf!
ſeit herzlicher, warmempfundener Rede ſprach der
Mit ende der Ortsgruppe Modautal, Herr Poſtſekretär
Wer dann allen Beteiligten den tiefempfundenen
Ak des Modautals, für die großartige Hilfsaktion aus
Mbrachte der Ortsgruppe Darmſtadt ein dreifach Friſch=
Dann nahmen die Darbietungen des Programms
Fortgang.
kerr Fritz Kugler erfreute durch vortreffliche
Angsvorträge. Er ſang mit künſtleriſchem Erfolge:
Spielmann” von Hildach, in dem ſeine ſchöne Stimme
Pur Geltung kam, und ein Frühlingslied, das Ober=
Mſmeiſter H. Hauske für Orcheſterbegleitung
kom=
viſert hat, während zu dem erſteren ſein Sohn, Herr
Ao Hauske im Verein mit dem Herrn Einj.=Freiw
Hltl die Begleitung verſtändnisvoll ausführten. Im
eren lag der gelangliche Teil in Händen des oft
be=
wten Darmſtädter Vokalquartetts unter Leitung des
Holln Indorf, das durch ſeine vorzüglichen
Lieder=
gaſſige ernſten und heiteren Gehalts wahre Beifallsſtürme
üſe lte.
den Clou des Abends bildete die Aufführung eines
resiid en Theaterſtückes lokal=humoriſtiſchen Inhalts, das
olſerum der oft bewährten Feder des Herrn Dr.
in Köſer entſtanden iſt: „Rivieraveilchen”
Muſtſpiel in zwei Aufzügen, das in feiner
ſatiriſch=
riſtiſchen Weiſe eine oft geübte Geſellſchaftslüge
unſter Zeit behandelte. Die eingebildete Frau Regie=
Mrat und ihr Schwiegerſohn in spe renommieren
gegenſeitig von ihren Auslandsreiſen und treffen ſich in
Wirklichkeit in Lichtenberg. Der Spielzettel verzeichnete
folgende Mitwirkende: Ehrlich, Regierungsrat: Herr Ad.
Specht Amalie, ſeine Frau: Frl. Tilde Nothnagel,
Lolo, ſeine Tochter: Frl. Friedel Schmitt, Flunkert,
Lehramtsaſſeſſor: Herr Theodor Schneider,
Freund=
lich, Gaſtwirt: Herr Fritz Kugler, Der Vorſitzende der
Ortsgruppe Darmſtadt: Herr Rud. Kiſſinger, Babette
und Lischen, Mädchen bei Freundlich: Frl. Emilie
Schmitt und Frl. Karoline Nothnagel. Der
erſte Aufzug ſpielt in der Wohnung Ehrlichs in Mainz
der zweite Aufzug in einem Gaſthaus in Lichtenberg.
Das Stück fand die denkbar beifallfreudigſte Aufnahme
Die Hauptdarſteller wurden mit Lorbeerkränzen, der
Dich=
ter gar mit einem „gefüllten” Lorbeerkranz ausgezeichnet,
die Herr Bürgermeiſter Mueller mit herzlichen
Dankes=
worten überreichte.
Herr Bürgermeiſter Mueller nahm in üblicher
Weiſe den Dekorierungsakt vor, den er mit einer
humorgewürzten anerkennenden Anſprache einleitete, Das
goldene Zeichen erhielten 83 Wanderer, deren Namen
wei=
ter unten folgen. Herr Zentner wurde mit der zehnten
Dekorierung zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.
Das von Herrn Gg. Fr. Schäfer gedichtete Lied „Den
Dekorierten” beſchloß den feierlichen Akt, nach dem Herr
Rieſinger vom Heſſiſchen Odenwaldverein
Gelegen=
heit nahm, deſſen Dank für die Einladung auszuſprechen
und die ſchönen Beziehungen zwiſchen beiden Vereinen
anzuerkennen. — Es war nach Mitternacht geworden, als
das Programm erledigt war. Doch die Wandergenoſſer
dachten auch jetzt noch nicht an die Trennung. Man blieb
in angeregter Stimmung noch lange in den unteren
Räu=
men beiſammen.
Dekorierte für 1912/13.
Es erhielten das goldene Zeichen zumerſten Male
19 Wanderer: Ferdinand Adam, Heinrich Becker, K. Fr
Bender, Albert Bibinger, Ludwig Böttinger, Hermann
Ebrecht, Hermann Eichhorn, Adam Fritz, Wilhelm Glenz,
Wilhelm Handſtein, Dr. Hans Hinrichs, Paul Iſenbügel
Heinrich Krauskopf, Auguſt Merz, Hans Oeſer, Hermann
Retzer, Jakob Schäfer, Ernſt Scherer, Ernſt Schmidt;
zum zweiten Male 18 Wanderer: Georg Bender,
Ludwig Buß, Philipp Glenz. Theodor Heime, Ludwig
Hering II, Kaſpar Henning, Leonhard Lohnes, Hermann
Müller, Adolf Reichard, Theodor Retzer, Friedrich Roth
Jean Ruppel, Heinrich Schäfer, Friedrich Schütz, Wilhelm
Straub, Wilhelm Vogt, Kilian Wehnert, Wilhelm Wolf;
zum dritten Male 20 Wanderer: Ludwig
Bend=
heim, Paul Elsner, Philipp Gerhardt, Wilhelm
Helf=
mann, Georg Hoffmann, Peter Ittmann, Karl Klee,
Theodor Körner, Eugen Metzger, Philipp Nöll, Georg
Seipel, Adam Schäfer, Karl Schäfer, Ludwig Schrauth,
Valentin Schropp, Karl Touché, Georg Völker, Georg
Vollhardt, Heinrich Walter, Fritz Weber: — zum
vier=
ten Male 6 Wanderer: Wilhelm Feyh, Konrad Frank,
Adam Metzger, Karl Oſt, Otto Seipp, Auguſt Weyel;
zum fünften Male 4 Wanderer: Robert Beramann
Valentin Michel, Georg Schmitt jun., Auguſt Winkler;
zumſechſten Male 3 Wanderer: Ludwig Bauer, Fritz
Bär, Jakob Pfeiffer: — zum ſiebenten Male
5 Wanderer: Heinrich Gutkäſe, Auguſt Helſenbein, Robert
Klump, Theodor Petry, Adam Reeg; — zum achten
Male: Philipp Reimund; — zum neunten Male:
Peter Hotz;
zum zehnten Male: Bernhard
Zentner; — zum elften Male 3 Wanderer: Hermann
Jung, Jean Keller, Wilhelm Notti; — zum zwölften
Male 2 Wanderer: Georg Böcher, Ralph Meiſel, und
endlich z um 16. Male: Konrad Pietz.
Literariſches.
Rundſchau des Kunſtgewerbes „Die
Leip=
ziger Meſſe” 11. Band, Oſtern 1913. Preis 2 M.
Moderner Kunſtverlag Dr. Trenkler u. Co Leipzig
Stötteritz. Pünktlich vor Beginn der Oſtermeſſe iſt auch
diesmal der neue Band der bekannten und beliebten
Zeit=
ſchrift erſchienen und gibt in Wort und Bild eine
Ueber=
ſicht über die Neuheiten auf der Leipziger Meſſe.
Beſon=
deren und bleibenden Wert erhält die Zeitſchrift durch
eine Reihe von Aufſätzen aus berufener Feder über
kunſt=
gewerbliche Fragen, ſowie über die verſchiedenen
Indu=
ſtrien und die ſie bewegenden Zeitfragen.
Darmſtadt, 10. März.
* Der Großherzog und die Großherzogin
wohn=
ten mit der Protektorin, der Fürſtin zu Erbach
Schönberg, und dem Prinzen zu Erbach
Schönberg geſtern vormittag der Prüfung der
Schmittſchen Akademie für Tonkunſt, be
der Kompoſitionen von Max Reger zum Vortrag
ge=
langten, bei.
* Erwiſchter Einbrecher. Der Juwelendieb Johann
Tomſic, ein Mechaniker aus Lüttai in Krain, der, in
der Nacht zum 22. Januar d. J. in dem Uhren= und
Goldwarenlager von Jäger in der Rheinſtraße
Goldſachen im Werte von 15,000 M. durch Einbruch
ge=
ſtohlen hatte, is Ludwigshafen fünf Tage ſpäter
verhaftet wurde und am 30. Januar dort nachts aus
dem Gefängnis ausgebrochen war, wurde in
Traun=
ſtein verhaftet, als er im Begriff war, nach
Salz=
burg zu reiſen. Vor drei Tagen war T. in der
Poſt=
agentur Prütting (Oberbayern) nachts eingebrochen und
hatte für 1200 Mark Briefmarken geſtohlen. Der
Münchener Erkennungsdienſt hat den verwegenen Ein=
und Ausbrecher durch ſeine Fingerabdrücke feſtgeſtellt.
Die in Darmſtadt geſtohlenen Juwelen wurden
bekanni=
lich nach ſeiner Verhaftung in Ludwigshafen in einem
Verſteck gefunden.
* Dieburg. Bei der am Samstag ſtattgefundenen
Bürgermeiſterwahl erhielt der ſeitherige, ſeit
27 Jahren an der Spitze der Gemeinde ſtehende
Bür=
germeiſter, Herr Andreas Krausmann, 556
Stim=
men, während der Gegenkandidat, Herr Beigeordneter
Auguſt Rödler, 385 Stimmen auf ſich vereinigte.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 8. März. Das Militärwochenblatt meldet:
Oberſt Broslue Kommandeur des Infanterie=
Regi=
ment Nr. 88 (Mainz) wurde mit der Führung der 67.
Infanterie=Brigade beauftragt
* Berlin, 9. März. Der Reichstagsabgeordnete
Baſſermann hat heute in der Wandelhalle des
Reichs=
ages ein parlamentariſches Frühſtück gegeben,
zu dem ſich 170 Gäſte, unter ihnen der Reichskanzler v.
Bethmann=Hollweg, die Staatsſekretäre Dr. Delbrück,
v. Jagow, Dr. Lisco, v. Tirpitz, Dr. Solf, Kühn und
Krätke, die Staatsminiſter v. Dallwitz, Dr. Sydow. v.
Schorlemer und Dr. Beſeler, hohe Beamte aller
Reichs=
ämter und Miniſterien, viele Abgeordnete des
Reichs=
tages und des Abgeordnetenhauſes, der Präſident des
Reichstages, Dr. Kaempf, der Direktor des Reichstages,
Jungheim, der Direktor des Abgeordnetenhauſes, Plate,
Oberbürgermeiſter Dr. Wermuth, Mitglieder der
Finanz=
welt und der Publiziſtik und andere hervorragende
Per=
ſönlichkeiten, eingefunden hatten. Abgeordneter
Baſſer=
mann und Gemahlin machten liebenswürdigeſt die
Hon=
neurs. Alsbald ſchloß eine lebhafte, vorwiegend politiſche
Unterhaltung, die große Geſellſchaft zuſammen, der der
eigenartige Raum der Wandelhalle einen beſonders
ein=
drucksvollen Rahmen bot. An der Feſttafel blieb man
mehrere Stunden zuſammen. Allen Teilnehmern
hinter=
blieb der Eindruck eines glänzenden geſellſchaftlichen
Bildes.
Lübeck, 9. März. Auf die durch den Senat an
den Kaiſer gerichtete Anzeige von der Stiftung des
Kaiſer Wilhelm=Volkshauſes durch den Senator
Foſſehl und die Errichtung eines Denkmals
Kaiſer Wilhelms I. antwortete der Kaiſer: Dem
Senat danke ich herzlichſt für die Mitteilung von der
hochherzigen Stiftung des Kaiſer Wilhelm=Volkshauſes
durch den Senator Foſſehl und von dem Beſchluß des
Senates und der Bürgerſchaft, dem hochſeligen Kaiſer
ein Reiterſtandbild zu errichten. Dieſe Beſchlüſſe, welche
an dem denkwürdigen morgigen Tage verkündet werden,
ſollen ablegen ein erneutes Zeugnis von dem patriotiſchen
und reichstreuen Sinn, der die altehrwürdige Hanſeſtadt
von jeher auszeichnete. Ich bringe beiden Werken
leb=
hafteſte Teilnahme entgegen und werde mich freuen,
weiteres über die Ausführung zu hören. Wilhelm I. R.
Beuthen (Oberſchleſien), 9. März. Geſtern abend
iſt an dem Schuhmacherehepaar Dylla ein
Doppel=
mord verübt worden. Das Ehepaar wurde durch acht
Dolchſtiche in die Herzgegend und die Schläfe getötet
Die Frau iſt 60, der Mann 70 Jahre alt. Als der Tat
dringend verdächtig ſind heute früh zwei Verwandte in
Myslowitz verhaftet worden. Angeblich ſind 300 Mark
gerauht worden.
* Stuttgart, 8. März. Heute abend erfolgt die
Aus=
perrung der organiſierten
Malergehil=
en in Stuttgart und im ganzen Lande. Betroffen
werden hier etwa 400 Malergehilfen, ſo daß die
Ausſper=
rung in Württemberg rund 800 Gehilfen umfaßt.
* Rom, 8. März. Der Senat verhandelte über das
Budget des Aeußern. Der Miniſter di San
Giuliano erwiderte auf eine Anfrage der Senatoren
Camporeale und Carafa, er habe ſeinen am 22. Februar
in der Kammer abgegebenen Erklärungen nichts
hinzu=
zufügen. Die Mächte ſeien angeſtrengt bemüht, den
Friedensſchluß im Balkankrieg zu
be=
ſchleunigen und den europäiſchen Frieden immer
weiter zu feſtigen. Die von Sir Edward Grey ſo edel
und weiſe geleitete Réunion der Botſchafter in London
habe bereits nützliche Früchte getragen. De=s Gleichgewicht
im Adriatiſchen Meer ſei durch die loyale Anwendung der
zwiſchen Italien und Oeſterreich=Ungarn beſtehenden
Ab=
kommen geſichert. Zwiſchen den beiden verbündeten
Re=
gierungen beſtehe volle Uebereinſtimmung und
gegentei=
tiges Vertrauen. Die Formel: der Balkan den
Balkan=
völtern, ſei die einzig mögliche Löſung und bilde zugleich
die Anwendung des Nationalitätenprinzips. Wenn dieſe
Formel bei ihrer Anwendung auf die Ortſchaften
auf Schwierigkeiten ſtoße, ſo habe man das
Ver=
trauen, dieſen Schwierigkeiten im Geiſte
gegen=
ſeitiger Verſöhnlichkeit begegnen zu können.
Allc
Großmächte wünſchen, den territorialen Statusquo
im Mittelmeer aufrecht zu erhalten. Die Beziehungen
Italiens zu Frankreich, auf die Senator Carafa
an=
geſpielt habe, ſeien herzlich, und die freundſchaftlichen
Worte, die der Miniſter Jonnart geſtern in der
franzöſi=
ſchen Kammer geſprochen habe, fänden ein Echo
eben=
ſolcher Gefühle in Italien. Der Redner verſicherte
ſchließ=
lich, daß die Regieruna ſich ihrer Pflichten für die
natio=
nale Verteidigung vollkommen bewußt ſei. Er glaube,
daß Albanien Grenzen haben müſſe, die dem Lande die
Wohlfahrt und die Entwicklung als Staat erleichterten.
Paris, 8. März. Der frühere Marineminiſter
Al=
fred Picard iſt geſtorben.
* Paris, 9. März. Nach einer Blättermeldung
wur=
den die Direktoren zweier Ziegelfabriken der Umgebung
von Belfort, welche vor 14 Tagen nach Schleſien gereiſt
waren, um dort Arbeiter aufzunehmen, von der deutſchen
Polizei wegen Verdachts der Spionage
ver=
haftet und, nachdem dieſer Verdacht ſich als
unbe=
gründet erwieſen hatte, acht Tage in Gewahrſam
ge=
halten, unter der Beſchuldigung, daß ſie junge Leute für
die Fremdenlegion angeworben hätten. Auch dieſe
Be=
ſchuldigung hat ſich als haltlos herausgeſtellt, doch ſeien
die beiden Fabrikanten dann gezwungen worden,
Deutſch=
land unverzüglich zu verlaſſen.
Paris, 9. März. Der nationaliſtiſche Deputierte
Puglieſi= Conti hat zu dem Geſetzentwurf über
die Militärkredite von 500 Millionen Francs einen
Zu=
ſatzantrag geſtellt, wonach zur Deckung dieſer Ausgaben
für jeden ausländiſchen in Frankreich beſchäftigten
Arbeiter, Angeſtellten oder iener eine jähr jährliche
Taxe von 125 Francs erhoben werdrn ſoll.
* Petersburg, 9. März. In dem großen Adelsſaale
fand geſtern Abend in Anweſenheit des Kaiſers und
der beiden Kaiſerinnen, der Großfürſten und
Großfürſtinnen, der Miniſter, der Hof= und
Staatswür=
denträger und zahlreicher Mitglieder beider Kammern
Hofball ſtatt. Die Majeſtäten wurden bei ihrer
An=
kunft mit Hurrarufen begrüßt. Der Adelsmarſchall des
Gouvernements in Petersburg, Prinz Saltykoff,
über=
reichte dem Kaiſer Brot und Salz und begrüßte ihn im
Namen des Adels. Der Ball wurde mit einer Polonaiſe
eröffnet. Als erſtes Paar ſchritten der Kaiſer und die
Gattin des Adelsmarſchalls des Diſtrikts Petersburg,
Frau Somoff, es folgten als zweites die Kaiſerin=Witwe
und Prinz Saltykoff, als drittes die Kaiſerin Alexandra
und der Adelsmarſchall Somoff. Nach der Polonaiſe
zogen ſich die Majeſtäten in die kaiſerliche Loge zurück,
wo ſie einige Mitglieder des diplomatiſchen Korps
be=
grüßten. Der Kaiſer und die Kaiſerin=Witwe blieben bis
Mitternacht, die Kaiſerin verließ um 11 Uhr den Ball
* Teheran, 8. März. Auf den Zolldirektor in
Buſhire, den Belgier Conſtant, und ſeine Frau wurde
geſtern abend ein Anſchlag verübt. Als das Ehepaar
von einem Diner nach Hauſe zurückkehrte, tauchte plötzlich
eine unbekannte Perſon neben dem Wagen auf und gab
mehrere Revolverſchüſſe ab. Frau Conſtant war ſofort
tot, ihr Mann wurde ſchwer verletzt.
Alicante, 9. März. Der Panzerkreuzer „
Cata=
luni” iſt nach Konſtantinopel abgegangen, um den
Kreuzer „Regina Regente” abzulöſen.
Rio de Janeiro, 9. März. Inſolge des außer
ordentlich ſtarken Wellenganges, der geſtern in der Bucht
von Rio herrſchte, iſt die Waſſerwehr von der
Bran=
dung durchbrochen worden. Die benachbarten
Straßen ſind überflutet, die Verbindungen unterbrochen
und die Einwohner abgeſchnitten.
— Halberſtadt, 8. März. In der
Schwurge=
richtsverhandlung gegen den Handelsmann Knebel
und die Arbeiter Stefan Sokolowſki und Wilhelm
Soko=
lowſki, die beſchuldigt ſind, am 15. November 1912 in
Gröningen den Knecht Albert Behrens ermordet und in
die Bode geworfen zu haben, wurde heute nach
vier=
tägiger Verhandlung das Urteil geſprochen. Sämtliche
Angeklagten wurden zum Tode und dauerndem
Ehr=
verluſt verurteilt.
H. B. Petersburg, 8. März. Während der
Romanow=
feier in Wilna hat ſich ein Einſturzunglück
er=
eignet. Eine große Zuſchauermenge war, um die Parade
der Truppen beſſer ſehen zu können, auf das Dach eines
Zirkus geſtiegen. Das dünne Holzdach brach unter der
großen Laſt zuſammen, und über hundert Perſonen, meiſt
Kinder, ſtürzten in den Zirkus. 30 Perſonen trugen Arm=
und Beinbrüche, ſowie zum Teil ſchwere innere
Ver=
letzungen davon. Eine Frau erlag kurz nach dem
Un=
fall ihren Verletzungen.
Zur Erkrankung des Papſtes.
* Rom, 9. März. Viele Kardinäle und Prälaten,
ſo=
wie Mitglieder des diplomatiſchen Korps haben
Erkun=
digungen über das Befinden des Papſtes
einge=
zogen. Vom Vatikan wurde die Auskunft gegeben, daß
es ſich um eine leichte Indispoſition handle, die keinen
Grund zu Beſorgniſſen gebe. Profeſſor Marchiafava
er=
klärte es für vollſtändig ausgeſchloſſen, daß es ſich um
Gicht handeln könne; es ſei eine leichte, wenn auch
ziem=
lich ausgedehnte Affektion der Bronchien ohne irgend ein
beunruhigendes Anzeichen, alſo keine ſchwere Erkrankung.
* Rom, 9. März. Der Meſſagero ſchreibt: Der
Se=
kretär des Papſtes, Monſignore Breſſan,
benachrich=
tigte die Schweſtern des Papſtes telephoniſch von deſſen
Unpäßlichkeit und fügte hinzu, daß der Kranke ſie
zu ſehen wünſche. Darauf begaben ſich ſeine Schweſter
Anna und ſeine Nichte Gilda in den Vatikan und ſprachen
lange mit dem Kranken. Der Papſt fühlte ſich erleichtert,
zeigte keine Beſorgnis und ſchrieb die Krankheit
einer Erkältung zu, die er ſich bei den Empfängen der
letzten Tage zugezogen hat. Die Aerzte Amici und
Mar=
chiafava nahmen geſtern abend von neuem eine
Unter=
ſuchung vor. Marchiafava beſtätigte die Diagnoſe Amicts,
die auf leichten Katarrh und Grippe lautete, und empfahl
unbedingte Ruhe. Das Befinden des Kranken war geſtern
abend unverändert. In der Fiebertemperatur iſt keine
Veranderung eingetreten, was als günſtiges Zeichen
aufgefaßt wird. In das Zimmer des Papſtes wird außer
ſemn Sekretären und ſeinem Kammerdiener niemand
zu=
gelaſſen. Der Papſt verbrachte die Nacht verhältntsmäßig
ruhig, aber ſchlaflos. Der Arzt Cagiati, der im
anſtoßen=
den Zimmer Nachtwache hielt, ſtellte kein beunruhigendes
Symptom feſt. Das Fieber dauert fort, der Auswurf iſt
normal.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Für jede Mutter
iſt es ein Glück, ein ſo ausgezeichnetes Hausmittel wie „Califig” bei
der Hand zu haben, das ſie ihren Kindern darreichen und gegebenen
Falles auch ſelbſt nehmen lann, wenn immer
es ſich nötig erweiſt, der ſo läſtigen chroniſchen
Stuhlverſtopfung vorzubeugen. Die an=
genehme, natürliche Weiſe, in der „Califig”
die Verdauungsorgane reinigt, ſein
anregen=
der, aromatiſcher Geſchmack und ſein
wohl=
tuender Einfluß auf den Stuhlgang, alle
u
dieſe Eigenſchaften ſtempeln „Califig
uuch,
dem idealen Mittel für den Familieng
das in keiner Hausapotheke fehlen ſollte.
allen Apotheken zu haben zu Mk. 1,50 die Flaſche. Extra große Flaſche
In
Mk. 2,50. Beſt.; Syr. ücl Californ. 75, Ext. Senn. liqu. 20, Elix. Caryoph. comp. 5.
Leinenhaus Becker
Wilhelminenstr. 17
Braut-Ausstattung
ausgestellt.
(5917
VO überall im Ge=
Eickud-KeiZens brauch! Wun=
— derbares Licht,
rinnen nicht, riechen nicht. Guß leicht beſchädigte billiger.
Pak. 65 u. 45 von Franz Kuhn, Chemische Werke, Nüraberg.
Hier: F. B. Grodhaus, Seifenfabr. am weißen Turm.
828
Aus dem Geſchäftsleben.
Die Brunnen=Inſpektion in Fachingen hat eine
Neu=Ausgabe der populären Broſchüre über den
Königlichen Mineralbrunnen zu Fachingen
Reg.=Bez. Wiesbaden) veranlaßt, welche auch in äußerer
Ausſtattung der Bedeutung der diesjährigen Jubiläums=
Feier Rechnung trägt. Die vornehm illuſtrierte
Publi=
ation wird auf Verlangen allen Freunden des mit Recht
ſo beliebten natürlichen Mineralwaſſers koſtenlos durch
die Brunnen=Inſpektion zugeſandt.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Craighall” 4. März 12 Uhr 45 Min.
nittags von Baltimore nach Neworleans. „Graf
Walderſee‟ 4. März 2 Uhr 30 Min. nachm. von New=
York nach Hamburg. „Inkum” nach Baltimore, 4. März
8 Uhr 45 Min. morgens in Boſton. „Hamburg” von
New=York nach Neapel und Genua, 5. März 10 Uhr
morgens von Gibraltar. — Weſtindien, Mexiko: „Dania‟
von Mexiko und Havana kommend, 5. März 2 Uhr
nachm. von Vingo. „Fürſt Bismarck” von Mexiko und
Havana kommed, 6. März 6 Uhr morgens in Havre.
„Grunewald” 4. März in Pto. Mexico. „Wasgenwald‟”
— Südamerika,
ausgehend, 4. März in Vera Cruz.—
Weſtküſte Amerikas: „Naſſovia” 3. März 10 Uhr abends
von Santos nach Buenos Aires Rede. „Troja 4. März
morgens von Rio Grande do Sul nach Buenos Aries,
Reede. — Oſtaſien: „Boyne” ausgehend, 4. März in
Port Said. „Sambia”, heimkehrend, 4. März 2 Uhr
24 Min. nachm. auf der Weſer. „Sileſia” 3. März
7 Uhr abends von Kobe nach Yokohama. — „
Cleve=
land”, zweite Weltreiſe, 4. März in Kobe.
Nordd. Lloyd Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14
„Kaiſer Wilhelm II.‟ 4. März 12 Uhr 30 Min. nachm.
von Bremen. „Prinzeß Irene” 1. März 1 Uhr nachm.
von New=York abgegangen. „Chemnitz” 4. März 8 Uhr
vorm. in Bremerhaven angekommen. „Breslau” 1. März
9 Uhr vorm. in Ealveſton angekommen. „George
Waſhington” 2. März 12 Uhr nachts in Bremerhaven.
„Rhein” 4. März 6 Uhr nachm. von Bremen nach
Baltimore abgegangen. „Prinz Ludwig” 2. März 11 Uhr
vorm. in Bremerhaven angekommen. „Goeben” 3. März
2 Uhr nachm. von Neapel abgegangen „Bremen” 2. Märs
2 Uhr nachm. in Colombo angekommen. „Prinz Eitel
Friedrich” 2. März 4 Uhr in Yokohama angekommen
„Prinzeß Alice” 2. März 10 Uhr nachm. in Aden
an=
gekommen. „Lützow‟ 2. März 9 Uhr nachm. von Algier
nach Oſt=Aſien abgegangen. „Bülow” 3. März 11 Uhr
vorm. in Hamburg angekommen. „Gneiſenau” 3. März
5 Uhr nachm. von Genua abgegangen. „Friedrich der
Große” 1. März 12 Uhr nachm. in Adelaide. „Roon”
4. März 6 Uhr vorm. von Suez nach Auſtralien
ab=
gegangen. Rheinland” 5. März 5 Uhr vorm. von
Sydney abgegangen. „Greifswald” 3. März 6 Uhr
vorm. in Sydney angekommen. „Elſaß” 2. März 7 Uhr.
nachm. in Melbourne angekommen. „Sierra Nevada”
3. März von Funchal nach Vigo abgegangen. „Sierra
Ventana” 26. Febr. von Montevideo abgegangen.
„Sierra Salvada” 2. März in Antwerpen angekommen.
Familiennachrichten.
Für die uns anläßlich unſerer Silbernen
Hochzeit und Verlobung unſerer Kinder
erwieſenen Ehrungen ſagen wir Allen auf
(*6572
dieſem Wege herzlichen Dank.
Georg Späth u. Frau
Julius Zeißler u. Frau.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Geſtern nachmittag entſchlief in Darmſtadt
plötzlich unſere liebe Schwägerin und Tante
M
Wäuiem Luise So1s
(5940
im 63. Lebensjahre.
Düſſeldorf, den 9. März 1913.
(Schäferſtr. 12).
August Bünger nebst Familie.
Einſegnung und Beerdigung finden Dienstag,
den 11. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, auf dem
Darmſtädter Friedhof ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben Frau, unſerer
Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau Bertha
Pretsch-
geb. Naumann
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank.
Ins=
beſondere Herrn Pfarrer Kleberger für die
troſt=
reichen Worte bei der Einſegnung, ſowie für die
(5931
zahlreichen Blumenſpenden.
Karl Pretsch u. Kinder.
Darmſtadt, den 8. März 1913.
Tageskalender.
Konzert der Großh. Hofmuſik um 7 Uhr im Hoftheate
(Hauptprobe vormittags 10 Uhr).
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Fräulein Müller um 5 Uhr im Saalbau
Verband für Jugendfürſorge).
Aſtronomiſcher Projektions=Vortrag von
Phyſiker Holtmann um 8¼ Uhr im Saalbau.
Vortrag von H. Scharrelmann um 8½ Uhr im „Kaiſen
ſaal” (Lehrerverein).
Verſammlung des Darmſtädter Hausbeſitzerverein
um 8½ Uhr im „Fürſtenſaal”.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 11. März.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr
alten Theater (Hochſchulſtraße)
Holzverſteigerung um 9 Uhr in der Güntherſch
Gaſtwirtſchaft zu Roßdorf.
Holzverſteigerung um 10 Uhr in der Hebererſchen
Wirtſchaft zu Meſſel.
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Domanialwald Frankenſtein (Zuſammenkunſt
beim Ausſichtsturm auf der Kohlwaldhöhe auf dem
Reitweg).
Nutzholz=Verſteigerung um 3 Uhr aufde
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meter 18 oberhalb Hahn).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdrucker
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; fur den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſ
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungenſin
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaig
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nich
zurückgeſandt.
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vor, von denen wir einige im Auszuge hier folgen lassen:
Kreisarzt Dr. med. R. in L. Unaufgefordert gebe ich Ihnen die Eeklärung
it, dass meine Erfahrungen am eigenen Körper, wie bei meinen Patienten, mir seit
Jahren gezeigt haben, dass der Bonifacinsbrunnen bei Gicht alle anderen
Heil-
nässer weit an Wirksamkeit übertrifft, Ich wende als Brunnen nur Zonifacius an
Dr. med. R. in K. Der Brunnen macht nicht nur den Körper frei und
astisch, sondern er übt auch auf das Gemüt und die Stimmung einen günstigen
nfluss aus.
Dr. med. M. in 8. Die Wirkung des Bonifaciusbrunnens gegen die
Gallen-
ſteine ist so ausgezeichnet, dass die Kolikaufälle nunmehr ganz beseitigt sind.
edoch, gehen seit dem Gebrauch des Brunnens noch öfter Steine und deren
tümmer mit dem Stuhlgang ab.
Stadiarzi Dr. med. Z. in N. Ich bin durch den vorjährigen Gebrauch des
Brunnens Vollständig Von meinem gichtisch rheumatischen Leiden befreit worden.
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Auf oben angeführte Preise gewähre bei Kasse-
Zahlung auch den üblichen Skonto von 3 Prozent
Aufforderung.
Die Witwen von Hofmarſtallbedienſteten, welche bei der am
20. April d. J. ſtattfindenden, legatmäßigen Zinſenverteilung „Der=
Stiftung des Großh. Oberſtleutnants a. D. Karl von Kreß zum
An=
denken an ſeinen Sohn Fritz von Kreß” Berückſichtigung finden wollen,
werden hierdurch aufgefordert, ſich, unter Vorlage eines
Zeugniſſes=
des einſchlägigen Ortsgerichts über Würdigkeit und Bedürftigkeit
längſtens bis zum 20. März d. J. ſchriftlich oder perſönlich bei
(5891od
uns zu melden.
Darmſtadt, 6. März 1913.
Großherzogliches Hofmarſtall=Amt.
Riedeſel Freiherr zu Eiſenbach.
Antz= und Brennholz=Verſtergerung Nr. 13.
(Stadtwald.)
Montag, den 17. März I. Js., vormittags ½9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier verſteigert:
I. Forſtwartei: Städtiſche Tanue (Forſtwart Ahlheim)
das Nutzholz aus den Diſtrikten: Unter dem Bahnhof (33, 34),
Bürgerſchlag (30, 31, 32), Landwehr (7) und verſchiedenen Diſtrikten.
und zwar:
Stämme: Kiefern I. Kl. — 1 Stück — 2,14 fm
— 8,21 „
„ III. „ — 44 „ — 43,59 „
IV. „ — 21 „ — 14,91 „
1,02 „
Fichten III. „ —
— 2,29 „
II. —60
Derbſtangen:
II. Forſtwartei: Beſſunger Tanne (Forſtwart Geriſch)
das Nutzholz aus den Diſtrikten: Maitanne (31), Pelz (47), ſowie
das Nutz= und Brennholz aus den Diſtrikten Eichbaumeck (37),
Kaiſer=
ſchlag (12) und verſchiedenen Diſtrikten, und zwar:
Stück = 7,38 fm
Stämme: Kiefern II. Kl. —
III. „ — 23 „ — 14,— „
IV. „ — 12 „ — 6,12 „
,
,
— 1,55
V. „
Kiefern: Scheiter 133 rm, Knüppel 434 rm, Reiſigknüppel
218 rm, Stöcke 65 rm (fein), 130 rm (grob).
Das Brennholz hat die laufenden Nummern 211—794.
Unter=
ſtrichene Nummern kommen nicht zur Verſteigerung.
Stammholz=
verzeichniſſe ſind bei den oben genannten Forſtwarten zu haben.
In=
den beiden Tannen finden weitere Verſteigerungen nicht mehr ſtatt.
(5886of
Darmſtadt, den 7. März 1913.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Deutsche Vereinsbank
Rheinstrasse 24
Ecke Saalbaustrasse Filiale Darmstadt
kauft und verkauft
ausländische Geldsorten
und ist.
amtliche Annahmestelle
für Einzahlungen auf Scheckkonten beim
k. k. Postsparkassenamt in Wien. (5904
Fädagozium Aeuenkeim-Heidelberg.
Gymn.-Realkl. Sexta Prima (8. Kl.); Einj. Freiw. Moderne Einrichtungen,
Förderung körperl. Schwacher. Anstaltsarzt. Spiel. Sport. Wanderungen,
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Aufgaben unt. Anleitung in Arbeitsstunden. Pregramm u. Früfungsergehnisse.
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Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 8. April.
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ſcher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
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bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
in cht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. un
Uhr, ſtatt.
(588s
Bekanntmachung.
Wir bringen nachſtehend die Vorſchriften des
Reichsvogelſchutz=
ſetzes vom 30. Mai 1908 (Reichsgeſetzblatt Nr. 31) zur allgemeinen
ſenntnis.
Vogelſchutzgeſetz.
Vom 30. Mai 1908.
§ 1. Das Zerſtören und Ausheben von Neſtern oder Brutſtätten
er Vögel, das Zerſtören und Ausnehmen von Eiern, das Ausnehmen
und Töten von Jungen iſt verboten.
Desgleichen iſt der Ankauf, der Verkauf, die An= und
Verkaufs=
ermittlung, das Feilbieten, die Ein=, Aus= und Durchfuhr und der
Transport der Neſter, Eier und Brut der in Europa einheimiſchen
Logelarten unterſagt.
Dem Eigentümer und dem Nutzungsberechtigten und deren
Beauftragten ſteht jedoch frei, Neſter, welche Vögel in oder an
Wohn=
ſämſern oder anderen Gebäuden oder im Innern von Hofräumen
eaut haben, zu zerſtören.
Auch findet das Verbot keine Anwendung auf das
Einſam=
neln, den Ankauf, Verkauf, die An= und Verkaufsvermittlung, das
ilbieten, die Ein=, Aus= und Durchfuhr und den Transport der
iſer von Möwen und Kiebitzen, ſoweit es nicht durch Landesgeſetz
her durch landespolizeiliche Anordnung auf die Eier dieſer Vögel
ſtr beſtimmte Orte oder für beſtimmte Zeiten ausgedehnt wird.
§ 2. Verboten iſt ferner:
a) jede Art des Fangens von Vögeln, ſolange der Boden mit
Schnee bedeckt iſt;
b) das Fangen von Vögeln mittels Leimes und Schlingen;
e) das Fangen und die Erlegung von Vögeln zur Nachtzeit
mit Netzen oder Waffen; als Nachtzeit gilt der Zeitraum,
welcher eine Stunde nach Sonnenuntergang beginnt und
eine Stunde vor Sonnenaufgang endet;
d) das Fangen von Vögeln mit Anwendung von Körnern oder
anderen Futterſtoffen, denen betäubende oder giftige
Beſtand=
teile beigemiſcht ſind, oder unter Anwendung geblendeter
Lockvögel;
e) das Fangen von Vögeln mittels Fallkäfigen und Fallkäſten,
Reuſen, großer Schlag= und Zugnetze, ſowie mittels
beweg=
licher und tragbarer, auf dem Boden oder quer über das
Feld, das Niederholz, das Rohr oder den Weg geſpannter
Netze.
Der Bundesrat iſt ermächtigt, auch beſtimmte andere Arten
es Fangens, ſowie das Fangen mit Vorkehrungen, welche eine
Maſſenvertilgung von Vögeln ermöglichen, zu verbieten.
§ 3. In der Zeit vom 1. März bis zum 1. Oktober iſt das Fangen
no die Erlegung von Vögeln, ſowie der Ankauf, der Verkauf und
s Feilbieten, die Vermittlung eines hiernach verbotenen An= und
ſirkaufs, die Ein, Aus= und Durchfuhr von lebenden, ſowie toten
zigeln der in Europa einheimiſchen Arten überhaupt, ebenſo der
hansport ſolcher Vögel zu Handelszwecken unterſagt.
Dieſes Verbot erſtreckt ſich für Meiſen, Kleiber und Baumläufer
1 das ganze Jahr.
Der Bundesrat iſt ermächtigt, das Fangen und die Erlegung
ſ immter Vogelarten, ſowie das Feilbieten und den Verkauf
der=
ſben auch außerhalb des im Abſ. 1 beſtimmten Zeitraums allgemein
der für gewiſſe Zeiten oder Bezirke zu unterſagen.
§ 4. Dem Fangen im Sinne dieſes Geſetzes wird jedes
Nach=
ellen zum Zwecke des Fangens oder Tötens von Vögeln, insbeſondere
Aufſtellen von Netzen, Schlingen, Leimruten oder anderen
Fang=
hrrichtungen gleichgeachtet.
§ 5. Vögel, welche dem jagdbaren Feder= und Haarwild und deſſen
rut und Jungen, ſowie Fiſchen und deren Brut nachſtellen, dürfen
16 Maßgabe der landesgeſetzlichen Beſtimmungen über Jagd und
ſiſcherei von den Jagd= oder Fiſchereiberechtigten und deren
Beauf=
ſagten getötet werden.
Wenn Vögel in Weinbergen, Gärten, beſtellten Feldern,
Baum=
hlanzungen, Saatkämpen und Schonungen Schaden anrichten, können
le von den Landesregierungen bezeichneten Behörden den
Eigen=
mern und Nutzungsberechtigten der Grundſtücke und deren Beauf
kaaten oder öffentlichen Schutzbeamten (Forſt= und Feldhüter,
Flur=
ſirtzen uſw.), ſoweit dies zur Abwendung dieſes Schadens
notwen=
iſt , das Töten ſolcher Vögel mit Feuerwaffen innerhalb der
ſtnoffenen Oertlichkeiten auch während der im §3 Abſ. 1 bezeichneten
kitt geſtatten. Das Feilbieten und der Verkauf der auf Grund
ſcyer Erlaubnis erlegten Vögel ſind unzuläſſig.
Ebenſo können die im Abſ. 2 bezeichneten Behörden einzelne
Lsnahmen von den Beſtimmungen in §§ 1 bis 3 dieſes Geſetzes zu
ſſſenſchaftlichen oder Lehrzwecken, zur Wiederbevölkerung mit
ein=
ien Vogelarten, ſowie für Stubenvögel für eine beſtimmte Zeit
für beſtimmte Oertlichkeiten bewilligen.
Der Bundesrat beſtimmt die näheren Vorausſetzungen, unter
lchen die im Abſatz 2 und 3 bezeichneten Ausnahmen ſtatthaft
n ſollen.
Von der Vorſchrift unter § 2a kann der Bundesrat für beſtimmte
zirke eine allgemeine Ausnahme geſtatten.
§ 6. Zuwiderhandlungen gegen die Beſtimmungen dieſes Geſetzes
der gegen die von dem Bundesrat auf Grund derſelben erlaſſenen
ſiordnungen werden mit Geldſtrafe bis zu einhundertundfünfzig
ark oder mit Haft beſtraft
Der gleichen Strafe unterliegt, wer es unterläßt, Kinder oder
dere unter ſeiner Gewalt ſtehende Perſonen, welche ſeiner Aufſicht
tergeben ſind und zu ſeiner Hausgenoſſenſchaft gehören, von der
bertretung dieſer Vorſchriften abzuhalten.
7. Neben der Geldſtrafe oder der Haft kann auf die Einziehung
ſe verbotswidrig in Beſitz genommenen, feilgebotenen oder verkauften
Peel, Neſter, Eier, ſowie auf Einziehung der Werkzeuge erkannt
rden, welche zum Fangen oder Töten der Vögel, zum Zerſtören
her Ausheben der Neſter, Brutſtätten oder Eier gebraucht oder
be=
ſimmt waren, ohne Unterſchied, ob die einzuziehenden Gegenſtände
n Verurteilten gehören oder nicht.
Iſt die Verfolgung oder Verurteilung einer beſtimmten Perſon
Ahr ausführbar, ſo können die im vorſtehenden Abſatze bezeichneten
laßnahmen ſelbſtändig erkannt werden.
§ 8. Die Beſtimmungen dieſes Geſetzes finden keine Anwendung
a) auf das im Privateigentume befindliche Federvieh;
b) auf die nach Maßgave der Landesgeſetze jagdbaren Vögel;
auf die in nachſtehendem Verzeichnis aufgeführten Vogelarten:
Tagraubvögel mit Ausnahme der Turmfalken, Schreiadler,
Seeadler, Buſſarde und Gabelweihen (rote Milane),
Uhus,
Würger (Neuntöter),
Sperlinge (Haus= und Feldſperlinge)
Rabenartige Vögel (Rabenkrähen, Nebelkrähen, Saatkrähen,
Elſtern, Eichelhäher),
Wildtauben (Ringeltauben, Hohltauben, Turteltauben),
Waſſerhühner (Rohr= und Bleßhühner),
Reiher (eigentliche Reiher, Nachtreiher oder Rohrdommeln),
Säger (Sagetaucher, Tauchergänſe),
alle nicht im Binnenlande brütenden Möwen,
Kormorane,
Taucher (Eistaucher und Haubentaucher),
ſſoch gilt auch für die vorſtehend unter a, b, e bezeichneten Vögel
Verbot des Fangens mittels Schlingen.
§ 9. Die landesrechtlichen Beſtimmungen, welche zum Schutze der
gel weitergehende Verbote enthalten, bleiben unberührt. Die auf
dund derſelben zu erkennenden Strafen dürfen jedoch den Höchſt=
Prag der in dieſem Geſetz angedrohten Strafen nicht überſteigen.
Gleichzeitig wird auf folgende landesgeſetzliche Vorſchriften,
betreffend Vogelſchutz, hingewieſen.
Zu §§ 8 und 9 des Reichsvogelſchutzgeſetzes kommt in Betracht
Art. 7 des Heſſiſchen Jagdſtrafgeſetzes vom 19. Juli 1858,
der lautet:
Art. 7. Zu den Tieren, welche Gegenſtand der Jagd ſind und
mit dem Worte „Wild” bezeichnet werden, gehören:
2. alles genießbare Federwild von einſchließlich den Droſſelarten
und Staren aufwärts. Von den kleineren Vögeln werden
nur die Lerchen zu dem Federwilde gerechnet;
3. Reiher und der ſchwarze Storch, ſowie ſämtliche Raubvögel,
worunter alle Adler, Falken, Buſſarde, Weihen und
Eulen=
arten zu verſtehen ſind.
Die landesgeſetzlichen Hegezeiten ſind in folgenden
Beſtimm=
ungen der Verordnung von 1893, die Ausführung des
Jagd=
ſtrafgeſetzes, insbeſondere Anordnungen wegen der Hegezeit
betreffend, enthalten:
§ 1. Die allgemeine Hegezeit in Wald und Feld beginnt mit
dem 1. Februar einſchließlich und endigt mit dem 31. Auguſt
ein=
ſchließlich.
2. Von der allgemeinen Hegezeit beſtehen, außer der im Art. 30
des Jagdſtrafgeſetzes angeführten, die nachfolgenden Ausnahmen:
. .. „ . ,
.
2... .. . .
,
3. .
4. die Hegezeit für Auer=, Birk= und Faſanenhähne beginn:
mit dem 1. Juni und endigt mit dem 31. Auguſt;
5. die Hegezeit für Enten beginnt mit dem 1. März und endigt
mit dem 30. Juni;
6. die Hegezeit für Trappen, Schnepfenarten, Brachvögel
und Kiebitze beginnt mit dem 1. Mai und endigt mit
dem 30. Juni;
7. die Hegezeit für Rebhühner beginnt mit dem 1. Dezember
und endigt mit dem 31. Auguſt;
8. die Hegezeit für den Star beginnt mit dem 1. Februar
und endigt mit dem 31. Juli;
die bezeichneten Tage jedesmal mit einbegriffen.
3. Es bleibt vorbehalten, aus forſt= und feldpolizeilichen
Grün=
den, die Hegezeit für einzelne Wildarten vorübergehend aufzuheben.
Artikel 30 des Jagdſtrafgeſetzes lautet:
Von der allgemeinen Hegezeit beſtehen folgende Ausnahmen:
I. In Wildparken beſteht für den Eigentümer des Parks in
Beziehung auf das eingeparkte Wild keine Hegezeit.
II. Während des ganzen Jahres dürfen von den Jagdberech
tigten erlegt werden:
1.
,
2. .
....
3. .
, . .......... ,„
4. alles Raubzeug;
5. .
........ ...
6. wilde Tauben;
7, alles Wild, welches im Großherzogtum oder in deſſen
nächſter Umgebung nicht ſetzt oder niſtet.
Zu beachten iſt ferner, daß nach § 360 Ziffer 13 des R.=Str.=
G.=B. mit Geldſtrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft beſtraft wird,
„wer öffentlich oder in Aergernis erregender Weiſe Tiere boshaft
quält oder roh mißhandelt” und nach § 368 Ziffer 11 des R.=Str.=
G.=B. mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen
beſtraft wird, „wer unbefugt Eier oder Junge von jagdbarem Feder
wild oder von Singvögeln ausnimmt.”
(5788si
Darmſtadt, den 3. März 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Geunes.
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des
Waſſer=
rohrnetzes in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
in der Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe
Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſers
mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
In der Nacht von Montag, den 10. zu Dienstag, den
11. ds. Mts. werden geſpült:
die Spülbezirke 1 und II.
In dieſe Bezirke fallen alle Straßenzüge ſüdlich der
Bismarck=
ſtraße, weſtlich vom Paradeplatz, nördlich des Teiles der Rheinſtraße
zwiſchen Ernſt=Ludwigs=Platz und Wilhelminenſtraße, weſtlich des
Teiles der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Rheinſtraße und
Heinrichs=
ſtraße, weſtlich vom Wilhelminenplatz, nördlich des Teiles der
Heinrichs=
ſtraße von der Wilhelminenſtraße bis zur Heidelberger=Straße, öſtlich
des Teiles der Heidelberger=Straße, zwiſchen Heinrichsſtraße und
Eſchollbrücker=Straße, nördlich der Eſchollbrücker=Straße, zwiſchen
Heidel=
berger=Straße und Stadtallee, nördlich der Stadtallee von der
Eſcholl=
brücker=Straße bis zur Main=Neckar=Bahn und öſtlich der Main=Neckar=
Bahn zwiſchen Stadt=Allee und Bismarckſtraße.
Von den dieſe Spülbezirke umgrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Bismarckſtraße, die oben angegebenen Teilſtrecken
der Wilhelminenſtraße und der Heinrichsſtraße und die Nordſeite der
Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigsplatz und Wilhelminenſtraße.
Ferner wird noch mitgeſpült die Frankfurter=Straße, zwiſchen
Bis=
marck= und Kahlertſtraße.
2. In der Nacht von Mittwoch, den 12. zu Donnerstag,
den 13. ds. Mts. werden geſpült:
die Spülbezirke III und IV.
In den Spülbezirk III fallen ſämtliche Straßenzüge nördlich
der Bismarckſtraße und weſtlich der Frankfurter=Straße, ſowie die
Straßenzüge nördlich der Holzhofallee und weſtlich der Main=Neckar=
Bahn.
Von den dieſen Bezirk umſchließenden Straßen werden
mitge=
ſpült die Frankfurter=Straße von der Kahlertſtraße aus in der Richtung
nach Arheilgen und die Holzhofallee.
In den Spülbezirk IV fallen die Straßenzüge öſtlich des Teiles
der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Heinrichs= und Rheinſtraße, ſüdlich
des Teiles der Rheinſtraße, zwiſchen Wilhelminenſtraße und Ernſt=
Ludwigs=Platz, ſüdweſtlich vom Ernſt=Ludwigs=Platz und Marktplatz,
ſüdweſtlich und weſtlich der Kirchſtraße, weſtlich des Teiles der
Karlsſtraße, zwiſchen Kirchſtraße und Heinrichsſtraße und nördlich des
Teiles der Heinrichsſtraße, zwiſchen Karls= und Wilhelminenſtraße.
Von den dieſen Spülbezirk eingrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Kirchſtraße, die oben angegebenen Strecken der
Karls= und Heinrichsſtraße, ſowie die Südweſtſeite des Ernſt=Ludwigs=
und des Marktplatzes und die Oſtſeite des Wilhelminenplatzes, ferner
wird mit dieſem Bezirk geſpült die Kapellſtraße.
3. In der Nacht von Samstag, den 15. zu Sonntag, den
16. ds. Mts. werden geſpült:
die Spülbezirke VI und VII.
Dieſe Bezirke liegen einmal zwiſchen Dieburger= bezw.
Alexander=
ſtraße und Heinrichsſtraße und erſtrecken ſich ferner vom Parade=
Ernſt=Ludwigs= und Marktplatz, ſowie der Kirch= und Karlsſtraße bis
zum Woog und der Odenwaldbahn; ausgeſchloſſen iſt die
Mathilden=
höhe, ſowie die Alexander= und Dieburger=Straße ſelbſt.
Darmſtadt, den 6. März 1913.
(5713so
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
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n Gütern und in den Dörfern herrſchten Elend und Not.
Fant ſah obdachloſe Menſchen und obdachloſes Vieh
Perall da, wo Feuer und Raub gewütet hatten.
Klaus hatte ſich zu einem beſtimmten Tage der letzten
hnuarwoche angemeldet. Das verhängnisvolle Los
ſlke in Gegenwart des Paſtors und Nikas in Heidegg
Pogen werden.
Diez, ſagte Nika am Nachmittage vor Klaus
An=
fnit, als ſie zufällig allein waren — in letzter Zeit hatte
ihn nur immer im Beiſein der anderen geſehen —
Bez, Du mußt mir ein Verſprechen geben: wenn Dir
borgen Heidegg zufallen ſollte — und bewirtſchaften wirſt
u es ja wohl in jedem Fall — ſo erkläre Dich doch ohne
korbehalt zum Antritt des Gutes bereit. Ich halte es
r eine Unvernunft von Dir und Fabi, daß ihr Erika
ch frei umhergehen läßt. Seht ihr denn nicht, daß
Längſt nicht mehr normal iſt? Alſo, Du übernimmſt
Lid=egg, Diez, und zahlſt Erikas Geld blank und bar
hraus. Mach nur einmal wieder Deine alten,
leicht=
ini gen, hübſchen Knabenaugen. Nicht wahr, Du nimmſt
n meinem Gelde, ſo viel wie Du brauchſt, um Heidegg
Bzutreten?
Nein, Nika, ich danke Dir, aber Dein Geld nehme ich
ht erwiderte er zu ihrer Ueberraſchung.
Aber, Diez, Du biſt — nicht recht geſcheit, wollte ſie
ſten, doch der unterbrach ſie: Ich danke Dir nochmals,
Pka, Du haſt ſchon ſowieſo genug für mich getan, um
ſich aufzufinden. — — Fabi oder Klaus können Heidegg
mien.
Und Du? rief ſie.
Ich gehe in die weite Welt, antwortete er kurz,
er=
griff ihre Hand, küßte dieſe und verließ das Zimmer ſo
raſch, daß er ihren halb zornigen, halb kläglichen
Nach=
ruf: Aber, Diez, ſo nimm doch Vernunft an! nicht mehr
hören konnte. Er ging in den Stall, wo er den alten
Heidegger Schimmel eingeſtellt hatte, und fuhr dann ſo
ſchnell, wie das brave Roß ſnur traben konnte, nach
Heidegg zurück.
Wenn er über die Schwelle ſeines Elternhauſes ſchritt,
war es ihm jedesmal ſo, als betrete er eine Gruft. Wie
es auch alles hier werden mochte — eines jedenfalls ſtand
feſt: mit Erikas Herrſchaft hier war es von morgen ab
zu Ende. Erika ſchien das auch zu wiſſen, denn ſie hatte
ihm heute höhniſch zugerufen, daß er ſich wohl ſchon
ganz als Herr hier fühle
Ach, er — vielleicht hätte er beſſer daran getan, gar
nicht erſt heimzukommen. Von Landwirtſchaft verſtand
er ja vorerſt recht herzlich wenig. Er hatte ſich es
aller=
dings gedacht, bei Fabi in die Schule zu gehen — nun
warf er alle Pläne und Hoffnungen über den Haufen.
Klaus und Edelchen würden die alte Heimat verlaſſen,
auch er würde verſuchen, eine neue zu finden — oder
— Ach, er mochte
ſollte er etwa hier mit anſehen —
heute am liebſten nichts mehr denken. —
Er hatte ſich bei zunehmender Dunkelheit angekleidet
auf ſein Lager in der Turmſtube geworfen. Ein nach
Sonnenuntergang jäh ausgebrochener Schneeſturm
um=
heulte das Haus.
Zuerſt war es Diez, als zögen allerhand
Erinnerun=
gen aus ſeiner Knabenzeit an ihm vorüber, dann war es
ihm, als öffnete ſicheganz ſacht die Tür ſeines Zimmers.
Nein, doch — es war eine Viſion im Halbſchlaf, ein
Schemen, der der toten Editha Züge trug. Er träumte
ja bereits — — Dann glaubte er, zu vernehmen, wie der
Schlüſſel in ſeiner Tür umgedreht wurde, doch, nein
er täuſchte ſich wohl: irgendwo unter der Diele knabberte
eine Maus. Dann ſchlief er völlig ein, ſo feſt und geſund,
als hätten nicht noch ſoeben allerhand Sorgen, die der
wilde Diez früher nie gekannt hatte, ihn geplagt.
Plötzlich erwachte er! Es war noch ſtockfinſter, ein
merkwürdiges Geräuſch drang an ſein Ohr: ein Knacken
und Kniſtern — er konnte nicht unterſcheiden, ob es vor
ſeiner Zimmertür war oder ihm zu Häupten in der oberen
Turmſtube, wo allerhand Gerümpel aufbewahrt wurde:
außer Gebrauch geſtellte Spinnräder, Pakete alter
Zei=
tungen, auch lagerte dort der Wintervorrat an Aepfeln
auf Stroh. Plötzlich drang ein ſtarker brenzlicher Geruch
ins Gemach. Diez ſuchte nach Streichhölzern und
zün=
dete das Licht auf ſeinem Nachttiſch an. Im bläulichen
Rauch, der nun das Zimmer zu erfüllen begann, flammte
es trübe. Hergott! ſollte irgend ein Rachſüchtiger doch
noch Feuer in Heidegg angelegt haben; merkte denn
nie=
mand ſonſt den Brand im Hauſe? Diez wußte nicht, daß
auf Erikas Anordnung, welche ihrem ſteten, angſtvollen
Mißtrauen entſprungen war, die Mägde ſchon ſeit
län=
gerer Zeit drüben in der Herberge ihren Schlafraum
hat=
ten. Pfui Teufel! fluchte Diez, als die Stubentür ſeinem
Rütteln nicht nachgab. Aber wo war denn der Schlüſſel?
Der ſteckte ſonſt von innen im Schloß? Aber er fehlte
ganz! Ueber der Zimmerdecke nahm das unheimliche
Geräuſch, das Kniſtern und Praſſeln zu — kein Zweifel
mehr: in der oberen Turmſtube war Feuer ausgebrochen.
Diez riß das Fenſter auf, denn der beißende Rauch,
der durch das Schlüſſelloch und Fugen hereinſtrömte,
drang ihm in Augen und Kehle. Er maß mit ſeinen
Blicken die Entfernung zwiſchen Fenſter und Erdboden
der Sprung dort hinunter konnte tödlich ſein. — —
Diez’ Uhr zeigte die erſte Stunde nach Mitternacht. Bis
der Morgen kam, war die Zimmerdecke längſt eingeſtürzt
und hatte ihn unter glühenden Trümmern begraben.
Nein, es gab keine Rettung mehr für ihn! Sein Fenſter
lag nach dem Schloßhof zu, hinter deſſen Mauern der
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würden niemandes Ohr erreichen. Der Sturm würde den
Schall ſeiner Stimme verſchlingen. Immer dichter und
beißender wurde der Rauch. Diez meinte, bereits eine
Gluthitze zu ſpüren. Vielleicht ſchwelte der Brand ſchon
ſeit Stunden. Vielleicht konnte in einem der nächſten
Augenblicke der Zuſammenbruch der Decke erfolgen. —
In dieſer höchſten Gefahr gewann Diez ſeine ganze
Kaltblütigkeit wieder. Mehr als einmal hatte er im
Felde dem Tode entgegengeblickt. Wäre er nicht jetzt ein
Krüppel, ſo hätte er verſucht, auf den ſchmalen
Mauer=
vorſprung des Turmes zu klettern, ſich an den Fenſterſims
zu klammern und bis zur Regenrinne zu taſten. Aus der
Dunkelheit der Sturmnacht ſchimmerte etwas Weißes,
Maſſiges empor: das flache, ſchneebedeckte Dach des
Or=
densbrunnen. Wenn es ſich doch dorthin hinüberſpringen
ließe! Aber, nein — er konnte ja hier keinen Anlauf
nehmen. Nein — — es ging nicht.
Da entdeckte er etwas anderes Weißes dicht unter
dem Fenſter an der Mauer. Diez’ Urgroßvater hatte die
Linden um den Ordensbrunnen gepflanzt. Ein Stamm
war an der Turmmauer groß geworden, und weil ſeine
Aeſte ſich zu nahe an letztere herandrängten, hatte der
Freiherr Matthias ihn eines Tages fällen laſſen wollen,
aber Frau Chriſta hatte Fürbitte eingelegt: Es iſt ein
ſo prächtiger Baum, Matthias, laß ihn ſtehen.
Blitz=
ſchnell erfaßte Diez die einzige Möglichkeit ſeiner Rettung.
Vorſichtig ſchwang er ſich aus dem Fenſter und ließ ſich
auf die Krone des ſtarken Baumes gleiten.
Ein paar Aeſte knackten und brachen unter ſeinem
Gewicht. Mühſam nur gelang es ihm, feſten Halt zu
ge=
winnen. Dann kletterte er mit großer Anſtrengung den
Baum hinab, ſprang endlich zu Boden und verſank bis an
die Hüften im Schnec.
Ein Blick auf den Turm gab ihm die Gewißheit,
daß es droben nun lichterloh brannte. Klirrend barſten
die Fenſterſcheiben von der Hitze. Diez verlor keinen
ütgentit ei, er ſchlg darmn, und eee
ſpäter war der Brand gelöſcht. Der Schaden war nicht
allzu groß, nur die oberſte Turmſtube war völlig
ausge=
brannt, und ein Teil der Zimmerdecke in Diez’ Zimmer
eingeſtürzt. Erika war nirgends im Hauſe zu finden.
Man ſuchte ſie überall, forſchte in Ställen, auf den Böden,
in den Kellern nach ihr. Dann meldete der Kutſcher Diez,
daß der Fuchs des gnädigen Fräuleins nicht in ſeiner
Box ſei.
Irma hatte ſich an dem Tage, an welchem Klaus
erwartet wurde, ungewöhnlich zeitig erhoben. Heute fiel
die Entſcheidung über Heidegg — heute wollte auch ſie
ſich zu einer Entſcheidung aufraffen. Einmal mußte es ja
doch klar werden zwiſchen ihr und Fabi. Sie wollte ihm
ſagen, daß er ſich als ganz frei betrachten möge; wollte
abreiſen, wenn es ſein mußte, auch gegen das Verbot
des Arztes. Seit Wochen hatte ſie ihr beiden Zimmer
nicht verlaſſen. Heute ging ſie in ihre Wohnſtube
hin=
über. Ihr war es, als käme ſie wieder nach Jahren
hierher. Zum erſtenmal, ſeitdem ſie in Eldenau weilte,
hatte dieſer Raum etwas Trauliches für ſie. Sie biß die
Zähne zuſammen. . . . Nur nicht weich werden!
Das Mädchen machte große, erſtaunte Augen, als
Irma ihr befahl, das Frühſtück heute hier zu ſervieren. . . .
Und melden Sie dem Herrn, daß ich ihn hier zu ſprechen
wünſchte, fügte ſie hinzu.
Der Herr Baron ſind nicht zu Hauſe, erwiderte das
Mädchen.
Mit dem Zwölfuhrzuge ſollte Klaus eintreffen — am
Nachmittag würden die Heidegger Kinder, Nika und der
Paſtor, nach Heidegg fahren. So mußte ſie geduldig
warten, bis er von einem ſeiner Ritte in die Wirtſchaft
heimgekehrt war.
Der weite Hof, den Irma von ihrem Sofaplatz
über=
blicken konnte, lag im hellſten Winterſonnenſchein, an den
Dächern hingen große, ſchimmernde Eiszapfen. Dex=Kut=
ſcher ſchirrte die Pferde vor den Schlitten, um Klaus vol
der Bahn abzuholen. Ein paar Mägde gingen
Eimern zum Viehſtall.
Plötzlich bemerkte Irma, daß die Leute aufgere
durcheinander liefen — vor der Hofpforte mußte ſich
gend etwas abſpielen; nun rannte auch das Geſinde
dem Herrenhauſe dorthin, und die beiden Mägde Irm
eilten über den feſtgeſtampften Schnee der Hofeinfahrt zu
Von dort her bewegte ſich langſam ein Zug.
einer Art von Tragbahre lang eine dunkle Geſtalt.
Irma erhob ſich und trat, von einem ängſtlichen Vorge
fühl ergriffen, dicht an das Fenſter heran, als die Leile
mit der Bahre unweit des Fenſters vorüber mußten.
Fabi! ſchrie Irma auf. Die Geſtalt auf der Bahl
war die Fabis. Mein Gott! — ſie erkannte den Manke
ihres Gatten. . . . .
Die Leute gingen mit abgezogenen Mützen, alſo
gen ſie einen Toten. . . . .
Fabi! ſchrie Irma noch einmal gellend auf, dan
wußte ſie nicht mehr, was mit ihr geſchah.
Als Irma dann wieder zum Bewußtſein erwachte
fiel ihr erſter Blick auf Edelchen, die ſich angſtvoll übel
ſie beugte.
Gott ſei Dank, ſie ſchlägt die Augen auf, hörte ſienwie
aus weiter Ferne eine Stimme ſagen.
Dieſe Stimme — nein, es war ja kein Traum! Hintel
Edelchen ſtand er, um den ſie ſolche namenloſe Qualen
erduldet hatte, von denen aber keine einzige ſo furchtbar
geweſen war, wie die Ueberzeugung, daß er tot ſei.
Dann vergaß Irma alles andere um ſich herum in dem
ſeligen Bewußtſein, daß Fabian vor ihr ſtand, ſie,als
er ihren Blick umfaßte, ihr tauſend beruhigende, zärtliche
Worte ins Ohr flüſterte. Nun waren die ſchlimmen Tage
dieſer jungen Ehe vorüber. Edelchen ſchloß leiſe die Tür
hinter ſich.
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Volks=
bildung. Die Beziehung von „Kunſt und Moral”
dieſes ſo alte und doch wiederum zu den brennenden
Ta=
gesfragen zählende Problem, behandelte Freitag abend
derr Profeſſor Dr. Goldſtein; und wie zeitgemäß ſein
Thema war, bewies der ſtarke Beſuch des Vortrages. Im
Intereſſe engerer Zuſammenfaſſung des Stoffes knüpfte
der Vortrag, indem er von den früheren Perioden abſah,
an die Entwickelung an, die künſtleriſche und moraliſche
Lebensanſchauung ſeit Ende des Mittelalters von der
Renaiſſance durch Aufklärung und Romantik einerſeits
und von der Reformation durch Kant und ſeine Nachfolger
andererſeits genommen haben. Verfehlt erwies ſich in
dieſem Werdegang ſowohl das Streben, die Kunſt
aus=
ſchließlich in den Dienſt der Moral zu ſtellen, als auch
das=
jenige ſouveräner Eigenſchaft der erſteren. Wie jene
Richtung die Aeſthetik auf Koſten der Ethik
hernieder=
drückt, ſſo verfällt dieſe in den entgegengeſetzten Fehler, im
reinen Selbſtzweck der Kunſt jedes Augenmaß für ihre
andere Bedeutung zu verlieren. Dieſe Extreme reichen
von der Ausartung, wie ſie der tugendſame Roman des
18. Jahrhunderts verkörpert, bis zur äſthetiſchen Ueber=
empfindung eines Oskar Wilde, d’Annunzio, Flaubert und
Sonhourt. Die Wahrheit liegt in der Mitte. Die Kunſt
ſoll eine unter den anderen Lebensbedingungen, das
wahre Kunſtwerk ſoll die Quelle zu einem künſtleriſchen
Erlebnis des Einzelnen ſein, das ihn über das
Alltags=
getriebe hinaushebt und ſich damit zur moraliſchen
An=
regung umſetzen kann.
Drei mächtige Mittel haben wir zur
Vervollkomm=
nung: Kunſt, Philoſophie und Religion, und inſoſern
ſtehen Kunſt und Moral in Beziehung. Vermag letztere
aus der erſteren Anregung und Kräftigung zu ſchöpfen,
ſo muß aber auch jene dieſe berückſichtigen. Der echte Künſts
er ſieht das Weſen der Dinge mit ſchärferem, hellerem
Auge; er eilt auch ſeiner Zeit voraus und prägt ihr neue
Werte, er umfaßt die Höhen und Tiefen menſchlichen
Empfindens, und er wird neben den Lichtſeiten auch den
Nachtbildern des Daſeins gerecht, aber ſiets iſt ſein
Stre=
ben auf das Ideal gerichtet, und deshalb wirkt ſein Werk
obald es in der Seele des anderen den gleichen Akkord
auslöſt. Als einzige feſte Grenze diene der Kunſt, daß ſie
m Streben nach Idealen nur menſchlich
Bedeutungsvol=
les darſtelle. Damit wird auch der Maßſtab gewonnen
wieweit ſie bei der Behandlung des ſittlich Bedenklichen
und endlich des Gemeinen, Niedrigen gehen darf,
das niemals zum Selbſtzweck werden ſoll. In
die=
ſem Sinne wird ſie zum Volkserziehungsmittel und, wenn
man ſie der breiten Maſſe nach Möglichkeit erſchließt, zu
dem beſten Rüſtzeug im Kampfe gegen Schund und
Schmutz, gegen Verflachung und Verrohung, damit die
Menſchheitsbahn aufwärts gehe.
Handel und Verkehr.
Poſtſcheckverkehr. Im Reichspoſtgebiet iſt
die Zahl der Kontoinhaber im Poſtſcheckverkehr Ende
Februar 1913 auf 77456 geſtiegen. (Zugang im Monat
Februar 966.) Auf dieſen Poſtſcheckkonten wurden: im
Februar gebucht 1347 Millionen Mark Gutſchriften und
1350 Millionen Mark Laſtſchriften. Das Geſamtguthaben
der Kontoinhaber betrug im Februar durchſchnittlich 159
Millionen Mark. Im Verkehr der Reichspoſtſcheckämten
mit dem Poſtſparkaſſenamt in Wien, der Poſtſparkaſſe in
Peſt, der luxemburgiſchen und der belgiſchen
Poſtverwal=
tung, ſowie den ſchweizeriſchen Poſtſcheckbureaus wurden
6,9 Millionen Mark umgeſetzt, und zwar auf 2820
Ueber=
tragungen in der Richtung nach und auſ 12200 Uebers
tragungen in der Richtung aus dem Auslande.
Nach dem Bericht der Frankfurter Hypos
thekenbank über das Geſchäftsjahr 1912 ſetzt ſich den
Gewinn des Geſchäftsjahres zuſammen aus: Ueberſchuß
der vereinnahmten über die bezahlten Zinſen 4 279 197,38)
Mark, Darlehensproviſionen 168 219,03 Mark, zuſammen
4 447 416,36 Mark. Hiervon gehen ab für Koſten uſw
793 532,26 Mark, und es verbleibt ein Reingewinn von
3 653 884 Mark. Nach Artikel 23 des Statuts iſt hiervonl
zunächſt der zehnte Teil mit 365 388,40 Mark in den von
dem Aufſichtsrat beſtimmten geſetzlichen Reſervefonds
ein=
zuſtellen. Sodann kommen in Abzug 4 Prozent erſte
Dividende aus 22 Millionen Mark mit 880000 Mark. Es
wird beantragt: dem geſetzlichen Reſervefonds weitere
234 611,60 Mark und dem außerordentlichen Reſervefonds
200000 Mark zu überweiſen. Von dem verbleibenden
Betrage von 1 973884 Mark kommen in Abzug: Tantiemg
des Aufſichtsrats 218849,56 Mark, Tantieme des Vorſtan
des 114 403,54 Mark, Vergütungen an die Beamten undl
diesjährige Jubiläumsgabe 152200 Mark; zuſammen
488 430,90 Mark. Es wird vorgeſchlagen, 1320000 Mark
zu weiterer Dividende von 6 Prozent zu beſtimmen,
ins=
geſamt alſo 10 Prozent zu verteilen, und überſchießende
168 430,90 Mark zuſammen mit dem vorjährigen
Gewinn=
vortrag von 471 478,83 Mark auf neue Rechnung vorzutras
gen. Die 51. ordentliche Generalverſammlung der Aktio
näre findet am 27. März ſtatt. Der Bericht enthält als
Anhang einen Rückblick auf 1863—1912.
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Z. Bericht über die Kanalgebühren.
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in 4 Aufzügen von C. Morré.
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Mittwoch, 12. März, 8¼ Uhr, Saal zur Traube
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im Gemeindehause der Martinsgemeinde, Mollerſtr 23.
1. Geſchäftliche Mitteilungen.
2. Vortrag des Herrn Pfarrers Müller-Offenbach a. M. über:
„Die evangeliſch=kirchliche Arbeit an der heranwachſenden
weib=
lichen Jugend, ihre Notwendigkeit und ihre Geſtaltung.” (5916
Gäste willkommen!
Eintritt frei!
Montag, den 10. März, abends 8½ Uhr
ſpricht im Kaiſerſaal, Grafenſtraße
H. Scharrelmann
über
Erziehung und Unterricht.
Eintritt 30 Pfg. und 1 Mk. (num. Platz). Karten im
Ver=
kehrsbureau. — Freie Ausſprache.
(5889
Der Vortrupp.
Darmstädter Lehrerverein.
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Dienstag, 11. März 1913, 8 Uhr Saal zur Traube:
Lieder-Abend
von
Voigt
Dr. Geore
unter Mitwirkung des Pianisten Georg Zscherneck.
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Strauss, Schumann, Beethoven-Sonaten.
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