Abonnementspreis
Inſerafe
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt geſtern von Wilhelmshaven in
Bre=
men eingetroffen.
„
Die Kaiſerin iſt mit der Prinzeſſin Viktoria Luiſe
geſtern von Gmunden wieder in Berlin eingetroffen.
*
Geſtern nacht iſt das Torpedoboot „§ 178” zwei
bis drei Seemeilen ſüdlich von Helgoland von dem
Kreuzer „Yorck” gerammt worden und geſunken.
Nur ein kleiner Teil der Beſatzung konnte gerettet
werden.
Der Oberſte Kriegsrat in Frankreich hat ſich
für die Erhöhung der Effektivſtärke der
Truppen und die unbedingte dreijährige
Dienſt=
zeit ausgeſprochen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Zum Beſuche des
PrinzsRegenten von Bayern
in Berlin.
*⁎* Große Vorbereitungen ſind am deutſchen
Kaiſer=
hofe getroffen worden zum Empfang hoher Gäſte. Aber
diesmal iſt es nicht ein ausländiſcher Herrſcher, der in
Berlin einzieht, ſondern ein deutſcher Bundesfürſt ſoll
be=
grüßt werden: Prinz=Regent Ludwig von Bayern macht
nach Uebernahme der Regierung mit ſeiner Gemahlin dem
Kaiſerpaare ſeinen Antrittsbeſuch.
Der jetzige Verweſer des Königreichs Bayern ſagte
einmal von ſeinem Vater, dem verſtorbenen Prinz=
Regen=
ten Luitpold, dieſer vergeſſe nie, was er dem Reiche, dem
Kaiſer ſchuldig ſei, aber er vergeſſe dabei auch nicht, was
er ſeinem eigenen Lande ſchulde. Auf demſelben
Stand=
punkt ſteht auch der jetzige Prinz=Regent, dem ſelbſt von
dem eifrigſten bayeriſchen Partikulariſten das Zeugnis
nicht verſagt werden kann, daß er ſein engeres Vaterland
liebt und deſſen Wohl ſtets im Auge gehabt hat, der aber
auch ein guter deutſcher Patriot iſt und von jeher für die
Größe des Reichs feſt und aufrichtig in die Schranken
trat. „Mögen die Deutſchen nie vergeſſen, wodurch die
Be=
freiungskriege notwendig wurden und wodurch ſie geſiegt
haben!” An dieſes Wort ſeines Ahnen Ludwig I.
er=
innerte Prinz=Regent Ludwig einmal und fügte hinzu:
„Notwendig wurden die Befreiungskriege durch die
Un=
einigkeit der Deutſchen und deren Eiſerſucht. Möchte ſo
ctwas nie mehr vorkommen! Geſiegt hat das Deutſche
Reich durch die Einigkeit der Deutſchen.‟ Dieſer
Aus=
ſpruch gibt die Gewähr, daß Prinz=Regent Ludwig keine
Schranke zwiſchen Nord und Süd unſeres Vaterlandes
errichten, ſondern alles dazu beitragen wird, daß
Deutſch=
land ſich unter Erhaltung der Eigenartigkeit ſeiner
ein=
zelnen Stämme immer mehr entwickelt zu ein em Reiche
und einem Volke.
Prinz=Regent Ludwig darf, wenn er heute
Donners=
tag mit ſeiner Gemahlin in Berlin eintrifft, eines
herz=
lichen Empfanges ſeitens der kaiſerlichen Familie und der
Bevölkerung gewiß ſein. Er iſt ja in der Reichshauptſtadt
kein Fremder, er weilte häufiger dort, namentlich auch als
Vertreter ſeines Vaters. Kaiſer Wilhelm weiß ein gutes
Einvernehmen mit den deutſchen Bundesfürſten wohl zu
ſchätzen, und Bayern nimmt als zweitgrößter Staat mit
ſeinen wichtigen Reſervatrechten im Reiche eine
beſon=
dere Stellung ein. Auch dem erſten Kanzler lag die
fort=
ſchreitende vertrauensvolle Annäherung zwiſchen Nord
und Süd ſehr am Herzen, und in ſeinen „Gedanken und
Erinnerungen” finden ſich noch Zeugniſſe für dieſen
bun=
desfreundlichen Grundzug ſeiner inneren Reichspolitik,
vor allem im Verkehr zwiſchen Preußen und Bayern. In
bezug auf die Freude über die Macht und das Anſehen
des Reiches gibt es ja längſt keine Mainlinie mehr, und
auch in Bayern wird man in dieſen Tagen mit herzlicher
Sympathie den Verlauf des Beſuchs des Prinz=Regenten
am Kaiſerhofe verfolgen und Genugtuung empfinden über
die Ehrungen, die dort dem Verweſer des Königreichs
zu=
teil werden.
Die franzöſiſche
Heeres=
verſtärkung.
* Der Oberſte Kriegsrat in Frankreich, der
unter dem Vorſitz des Präſidenten Poincaré und im
Bei=
ſein des Miniſterpräſidenten Briand und des
Kriegs=
miniſters Etienne tagte, hat nach dreiſtündiger Sitzung
einſtimmig erklärt, daß es im Intereſſe des Landes
un=
bedingt notwendig ſei, die
Effektiv=
ſtärke der Truppen zu erhöhen. Nachdem
er verſchiedene Mittel zur Erreichung dieſes Zieles, als
Kapitulation, Erſatz der Oekonomiehandwerker durch
Zi=
vilarbeiter, allmonatliche Einberufung von Reſerviſten zu
den Fahnen, eine Dienſtzeit von 27 oder 30 Monaten
ge=
prüft und einſtimmig als unzureichend erklärt hatte, ſprach
er ſich ebenſo einſtimmig für die unbedingte
drei=
jährige Dienſtzeit ohne irgendwelchen
Dispens aus.
Ueber die wichtige Sitzung wird noch gemeldet: Die
Generäle wieſen auf die bedauerlichen Folgen
der zweijährigen Dienſtzeit hin, ſie erklärten,
daß ſie bei den Beſichtigungen wiederholt den geringen
Mannſchaftsbeſtand der Kompagnien, Batterien und
Schwadronen feſtgeſtellt und die Wahrnehmung gemacht
hätten, wie ſehr unter dieſen Umſtänden die Ausbildung
der Soldaten gelitten habe. Ein großer Teil der Debatte
bezog ſich auf die Frage der Deckungstruppen.
Mehrere Generäle hoben dabei hervor, daß für ein Land,
deſſen allgemeine Politik einen defenſiven Charakter habe,
eine um ſo dringendere Notwendigkeit beſtehe, ſtarke
Dek=
kungstruppen zu beſitzen. Die Vermehrung des
Mann=
ſchaftsbeſtandes durch die dreijährige Dienſtzeit werde
es ermöglichen, die Infanterie=Kompagnien der
Armee=
korps an der Oſtgrenze auf 200 Mann zu erhöhen, ſo daß
die Deckungstruppen den erſten Angriff aushalten
könn=
ten, beinahe, ohne das Eintreffen der Reſerviſten
abwar=
ten zu müſſen. Als einzige Milderung des
drei=
jährigen Dienſtes wurde von dem oberſten
Kriegs=
rat ein regelmäßiger Urlaub in Ausſicht genommen, der
hauptſächlich den Zweck haben ſoll, den Soldaten die
Be=
teiligung an landwirtſchaftlichen Arbeiten zu ermöglichen.
Mit der Frage, ob das Geſetz über die dreijährige
Dienſt=
zeit bereits auf die unter den Fahnen ſtehenden
Trup=
pen anzuwenden wäre, hatte ſich der Oberſte Kriegsrat
nicht zu befaſſen, da der Kriegsminiſter auf Grund des
beſtehenden Geſetzes ermächtigt iſt, die freiwerdende
Jah=
resklaſſe zurückzubehalten, falls er es für notwendig hält.
Er iſt lediglich verpflichtet, den Parlamenten davon
Mit=
teilung zu machen, ſobald es ihm tunlich erſcheint.
Die gemäßigt republikaniſchen, konſervativen und
na=
tionaliſtiſchen Blätter ſprechen ihre lebhafte Befriedigung
über die von dem Oberſten Kriegsrat abgegebene
Aeuße=
rung aus, dagegen machen mehrere radikale Organe ernſte
Vorhalte.
Der Miniſterrat wird ſich unter dem Vorſitz
des Präſidenten Poincaré mit der von dem Oberſten
Kriegsrat abgegebenen Anſicht beſchäftigen und zweifellos
beſchließen, in der Kammer raſcheſtens einen dieſer Anſicht
entſprechenden Geſetzentwurf einzubringen. Sache
des Finanzminiſters wird es ſein, die Rückwirkungen
die=
ſes Geſetzes auf das Budget ziffernmäßig feſtzuſtellen.
Nach einer Blättermeldung nahm der Budgetausſchuß
den Bericht Clementels, der ſich für die von der
Regie=
rung verlangten Militärkredite von 500
Mil=
lionen ausſpricht, einſtimmig an und beſchloß ſodann,
der Kammer einen Geſetzentwurf vorzulegen, der eine
ſtändige Kontrolle über die Verwendung der für die
na=
tionale Verteidigung beſtimmten Kredite verlangt.
Deutſches Reich.
Heeresvorlage und Deckungsfrage.
Wenn geplant iſt, die einmaligen Ausgaben der Vorlage
im Betrage von etwa einer Milliarde Mark durch eine
ein=
malige Abgabe vom Vermögen zu decken, ſo iſt dabei zu
berückſichtigen, daß dazu für eine ganze Reihe von
Bun=
desſtaaten erſt eine Veranlagung notwendig wird. Denn
nur Preußen, Sachſen, Baden, Heſſen, Oldenburg,
Braun=
ſchweig, Gotha und Schaumburg=Lippe haben eine
Ver=
mögensſteuer eingeführt, deren Veranlagung als Maßſtab
für die einmalige Abgabe vom Vermögen dienen kann.
Die Vorlage der Reichsregierung dürfte daher eine Norm
für die Vermögensveranlagung aufſtellen, die ſich
naturge=
mäß nach Möglichkeit an die der vorhandenen
Vermögens=
ſteueru anſchließen wird. Heute bereits Berechnungen
aufzuſtellen, in welcher Höhe die einmalige Abgabe be=
meſſen werden dürfte, iſt aus dem Grunde noch zwecklos,
weil die mit einer Milliarde angenommene Höhe der
ein=
maligen Koſten noch keineswegs feſtſteht. Bisher liegt
dem Reichsſchatzamt nur eine Koſtenberechnung vor, die
ſich auf das Jahr 1913 bezieht. Die Höhe der laufenden
Ausgaben im Beharrungszuſtand und der einmaligen
Ausgaben ſteht jedoch noch nicht feſt.
Novelle zur Gewerbeordnung. Eine
Vorlage zur Abänderung der §§ 56 und 56e der
Gewerbe=
ordnung iſt vor einigen Tagen dem Bundesrate
zugegan=
gen. Nach einer Mitteilung in der Preſſe ſollte dieſe
No=
velle die Aufgabe haben, die Beſtimmungen über den
Ver=
trieb von Schmutz= und Schundliteratur zu verſchärfen.
Wie man jetzt erfährt, trifft dieſe Maßnahme nicht zu.
In der dem Bundesrat voörliegenden Novelle wird
viel=
mehr beſtimmt, daß Spielkarten, Rohbernſtein und
Pfand=
ſcheine durch Wandergewerbetreibende nicht verkauft
wer=
den dürfen. Durch dieſe Beſtimmung ſoll beſonders den
betrügeriſchen Machenſchaften entgegengewirkt werden.
Schließlich will die Novelle noch die Vorſchriften über
Wanderlager und Wanderauktionen verſchärfen.
Nament=
lich in den Parlamenten ſind in dieſer Hinſicht vielfach
Klagen laut geworden, die im Intereſſe des Kleinhandels
eine Verſchärfung der beſtehenden Beſtimmungen
forder=
ten. Ein völliges Verbot der Wanderlager beabſichtigt die
Regierung jedoch nicht, doch ſollen einſchränkende
Beſtim=
mungen dort eintreten, wo die Wanderlager keine
Exiſtenz=
berechtigung haben. Die betreffende Novelle dürfte dem
Reichstage vorläufig noch nicht zugehen.
Abg. Dr. Becker und die
National=
liberalen. Der Abgeordnete Dr. Becker=Sprendlingen,
deſſen Wahl bekanntlich vor kurzem mit einer Stimme
Mehrheit für gültig erklärt worden iſt, wurde ſeinerzeit
in die nationalliberale Reichstagsfraktion nicht
aufgenom=
men, weil er gewiſſe Bedingungen, die ihm geſtellt worden
waren, nicht erfüllen zu können glaubte. In der
Wahl=
prüfungskommiſſion hatten die beiden nationalliberalen
Mitglieder für die Ungültigkeit geſtimmt. Eines dieſey
Mitglieder, der Abgeordnete Liſt=Eßlingen, iſt nun, wie
die Süddeutſche Nationalliberale Korreſpondenz mitteilt,
vor der entſcheidenden Kommiſſionsſitzung an den
Abge=
ordneten Becker herangetreten, mit der Frage, ob er, falls
ſeine Wahl für gültig erklärt werden ſollte, der Fraktion
beitreten werde, d. h. die ihm früher geſtellten
Bedingun=
gen nun annehmen werde. Dr. Becker lehnte das ab. Die
Verantwortung für dieſe Mitteilung muß der genannten
Korreſpondenz überlaſſen bleiben.
— Die deutſche Diamanteninduſtrie.
In der Budgetkommiſſion des Reichstages erklärte
Staatsſekretär Dr. Solf, daß in Hanau und demnächſt auch
in Berlin Diamantenſchleiferſchulen errichtet werden
ſoll=
ten, wo auch der Amſterdamer Schliff gelehrt wird. In
Deutſchland könnten nur fünf Prozent der gewonnenen
Diamanten an den Mann gebracht werden. Der
aus=
wärtige Markt ſei für uns nicht zu entbehren. Heute ſchon
einen deutſchen Markt zu ſchaffen, ſei nicht erreichbar=
Für die deutſche Diamanteninduſtrie ſei das Möglichſte
ge=
tan. Der deutſchen Induſtrie und den deutſchen
Schlei=
fern würden die Diamanten fünf Prozent billiger
ge=
liefert. Die Vergebung der Diamanten im freien
Wett=
bewerb ſei geſichert.
Der Geſetzentwurf zur Stärkung
des Deutſchtums in den Provinzen
Weſt=
preußen und Poſen iſt dem preußiſchen
Abgeord=
netenhauſe zugegangen. Er beſtimmt, daß das
Anſied=
lungsgeſetz in folgender Weiſe abgeändert werden ſoll:
1. im § 1. Der der Staatsregierung zur Verfügung
geſtellte Fonds wird um 175 Millionen Mark erhöht, von
denen 100 Millionen Mark zur Feſtigung bäuerlicher
Gü=
ter durch die Umwandlung in Anſiedlungsrentengüten
und zur Förderung der Seßhaftmachung von Arheitern
auf dem Lande zu verwenden ſind. 2. Der im §. 7a deu
Staatsregierung zur Verfügung geſtellte Fonds wird um
30 Millionen erhöht. Ferner ſoll der im Artikel 2 des
§ 1 des Geſetzes, betreffend die Maßnahmen zur
Stär=
kung des Deutſchtums in den Provinzen Weſtpreußen und
Poſen, vom 1. Juni 1902 der Staatsregierung zur
Ver=
fügung geſtellte Fonds um 25 Millionen erhöht werden. ——
Aus der Begründung ſei entnommen: Durch die
Anſied=
lungsgeſetze wurden der Staatsregierung insgeſamt 725
Millionen zur Verfügung geſtellt, und zwar für die
Hauptaufgabe: Bauernvermeyrung 475 Millionen, für
Domänen= und Forſtankäufe 125. für die Feſtigung des
bäuerlichen Beſitzes und zur Förderung von
Arbeiterſied=
lungen 75 und für die Feſtigung größerer Güter 50
Mil=
kionen. Die für den Erwerb und die Beſiedlung von
Grundſtücken bereitgeſtellten Geldmittel werden am 19.
März erſchöpſt ſein, die Geldmitet für die bauerliche
Beſitzbefeſtigung und die für die Domänen und
Forſtan=
käufe ſind ausgegeben. Von den Geldmitteln für die
Feſtigung größerer Güter wird Anfang April 1913 noch
ein reichliches Drittel vorhanden ſein.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Wahlreform im ungariſchen
Par=
lament. Sämtliche Mitglieder der vereinigten
Oppoſition erſchienen am Dienstag im Sitzungsſaale
des ungariſchen Abgeordnetenhauſes. Die erwarteten
hef=
tigen Szenen blieben aus.
Apponyi ergriff das Wort und proteſtierte, daß in
dieſem Hauſe die Wahlreform in Abweſenheit der
Oppoſi=
tion verhandelt werde. Die Oppoſition könne jedoch nicht
eher an der Beratung teilnehmen, bevor die Verletzung
der Hausordnung, welche am 4. Juni verübt worden
iſt, nicht wieder gut gemacht worden ſei. Zwiſchen
der Oppoſition und der Regierung ſei eine ſo große Kluft,
daß ein Zuſammenwirken unmöglich ſei. Deshalb wäre
es das Beſte, das Haus aufzulöſen und Neuwahlen
vorzu=
nehmen, keinesfalls könne jedoch das Abgeordnetenhaus
eine derart wichtige Reform ohne Mitwirkung der
Oppo=
ſition vornehmen. Es charakteriſiere die Situation, daß
der Geſetzentwurf über die Ausdehnung des Wahlrechts
unter Proteſtrufen der großen Maſſe unter dem Schutze
der Bajonette verhandelt wird
Nach der Rede
Apponyis verließ die ganze Oppoſition den
Beratungs=
ſaal. Hierauf ergriff der Miniſterpräſident Lukacs das
Wort. Es ſei ein erfreuliches Zeichen, daß die Oppoſition
ſich zu der Einſicht bekehrt habe, daß man nicht durch
Lär=
men und Toben, ſondern durch Teilnahme an der
Dis=
kuſſion des Parlaments zur Geltung gelangen könne. Es
ſei unrichtig von Apponyi, von einem Rechtsbruche zu
ſprechen, ein Rechtsbruch ſei von der Oppoſition verübt
worden, die durch den Mißbrauch der Lücken der
Geſchäfts=
ordnung lange die Beratungen unmöglich gemacht habe,
ſo daß es notwendig geworden ſei, am 4. Juni die ver
letzte Rechtsordnung wiederherzuſtellen. Schließlich drückte
der Miniſterpräſident die Hoffnung aus, daß die
Oppoſi=
tion, die heute jede Solidarität mit den
Straßenkund=
gebungen ablehnte, zur Einſicht gelange, daß ſie ihre
Pflicht durch Teilnahme an den Beratungen des
Abgeord=
netenhauſes erfüllen müſſe, auch ohne daß in aller Eile
Neuwahlen vorgenommen würden. — Das
Abgeordneten=
haus ſetzte nach einer Pauſe die Beratung der
Wahlreform=
vorlage fort.
Frankreich.
Auflage auf Kohlenförderung. Die
Kammer hat mit 364 gegen 195 Stimmen den ſozialiſtiſchen
Zuſatzantrag zu dem Finanzgeſetz angenommen, den auch
die Regierung und die Kommiſſion unterſtützten. Dadurch
wird jede Tonne verſandter oder verkaufter Steinkohle
mit einer Auflage von 50 Centimes belegt in allen
Gru=
ben, worin für die Tonne ein Francs Reinertrag erzielt
wird. Finanzminiſter Klotz hob hervor, daß dieſe Steuer,
die 14 Millionen liefern wird, ſehr mäßig ſei, angeſichts
der großen Pflichten der Steuerträger.
Nachtragskredite für Marokko. Die
Re=
gierung brachte in der Kammer einen Geſetzentwurf ein,
durch welchen Nachtragskredite für Marokko für das
Etatsjahr 1912 in Höhe von 133 Millionen Francs
ge=
fordert werden.
England.
Ergänzungen des
Luftſchiffahrts=
geſetzes. Das Amt des Innern erließ auf Grund des
kürzlich angenommenen Luftſchiffahrtsgeſetzes
Beſtimmun=
gen, die u. a. eine lange Aufzählung von Oertlichkeiten
enthalten, über denen jede Art von Luftſchiff= oder
Flug=
zeugverkehr verboten iſt. Alle Aeroplane aus dem
Aus=
land müſſen über einen von acht beſtimmten Streifen des
Küſtenlandes in das Vereinigte Königreich gelangen und
innerhalb fünf Meilen landeinwärts landen. Für
Be=
ſuche ausländiſcher Luftſchiffe iſt die Erlaubnis durch den
britiſchen Konſul einzuholen, dem genaue Angaben über
die Beſatzung des Luftſchiffes und den Zweck der Fahrt
gemacht werden müſſen. Ausländiſche Aeroplane bedürfen
für den Flug nach England nicht der Erlaubnis des
bri=
tiſchen Konſuls, doch muß achtzehn Stunden vorher eine
Mitteilung über den beabſichtigten Flug mit allen
Einzel=
heiten an das Amt des Innern in London gerichtet
wer=
den. Luftſchiffe wie Aeroplane müſſen ihre Ankunft an
der Küſte melden und dürfen ihre Fahrt nicht fortſetzen,
bis ſie die Erlaubnis dazu erhalten, wobei ihnen
gleich=
zeitig mitgeteilt wird, unter welchen Bedingungen ihnen
die Weiterfahrt geſtattet wird. Niemand, der im Luftſchiff
oder Flugzeug in das Vereinigte Königreich gelangt, darf
zollpflichtige Waren, photographiſche Apparate,
Brief=
tauben, Sprengſtoffe oder Schußwaffen mit ſich führen.
Beſuche ausländiſcher Marine= oder Militärluftſchiffe,
be=
iehungsweiſe Flugzeuge ſind verboten, es ſei denn, ſie
erfolgten auf Einladung oder mit Erlaubnis der
eng=
liſchen Regierung. Uebertretungen dieſer Beſtimmungen
werden mit ſechs Monaten Gefängnis und 200 Pfund
Sterling Geldſtrafe geahndet. Auf Luftſchiffe oder
Flug=
zeuge, die über verbotene Oertlichkeiten fliegen, kann
ge=
ſchoſſen werden.
Kanada.
Die Beratung der Flottenvorlage
wurde am Dienstag im Unterhaus mit einer Nachtſitzung
begonnen. Man erwartet, daß die Sitzungen
ununter=
brochen bis Samstag nacht dauern, da die
Geſchäftsord=
nung des Parlaments einen Schluß der Debatte nicht
vor=
ſieht. Laurier brachte am frühen Morgen zu dem
Be=
chlußantrage, welcher lautet, 45 Millionen Dollar zu dem
Zweck zu verwenden, die aktive Flottenſtärke des Reiches
unmittelbar zu erhöhen, ein Amendement ein, ihn ſo
ab=
zuändern: Für ſchleunige Organiſation eines kanadiſchen
Flottendienſtes im Zuſammenwirken und enger Beziehung
mit der Reichsflotte. Die Einpeitſcher der Oppoſition
er=
klärten, ſie würden ſich der Annahme des Geſetzentwurfs
in der Regierungsfaſſung bis zum äußerſten widerſetzen,
um die Regierung zu zwingen, an das Volk zu appellieren.
3.
* Gmunden, 4. März. Die Kaiſerin und
Prinzeſſin Viktoria Luiſe ſind nach überaus
herz=
licher Verabſchiedung von dem Herzogspaar von
Cumber=
land, dem Prinzen Ernſt Auguſt und den übrigen
Fürſt=
lichkeiten, die den Beſuch zum Bahnhof geleiteten, heute
abend um 10 Uhr 30 Minuten nach Berlin abgereiſt.
Prinz Ernſt Auguſt reiſt morgen nach München. Der
Prinz und die Prinzeſſin Mar von Baden traten die
Rück=
reiſe nach Karlsruhe einige Minuten nach der Abfahrt der
Kaiſerin an.
* London 4. März. Der König und die
Königin haben geſtern abend mit Gefolge bei dem
deutſchen Botſchafter Fürſten Lichnowsky
in der deutſchen Botſchaft geſpeiſt, die zu Ehren des
erſt=
maligen Erſcheinens der Majeſtäten reich geſchmückt war.
Unter den Gäſten befanden ſich der ruſſiſche Botſchafter
und Gräfin von Benckendorff. der italieniſche Botſchafter
und Marquis Imperiali, Lordgroßkanzler Viscount
Hal=
dane, Lordgeheimſiegelbewahrer Marquis of Crewe. Lady
of Crewe, der Staatsſekretär des Aeußern Sir Edward
Grey, der Kolonialminiſter Harcourt und Frau Harcourt,
Frau von Kühlmann und die Mitglieder des Stabes der
Botſchaft. Es wurde an zwei runden Tiſchen geſpeiſt.
An einem hatte König Georg den Ehrenplatz mit der
Fürſtin Lichnowsky. an dem anderen Königin Mary mit
dem Fürſten Lichnowsky zur Seite. Nach Aufhebung der
Tafel trug Hermann Gura deutſche Lieder vor.
* Petersburg, 5. März. Die
Romanow=
feier in Moskau und Koſtroma iſt auf Mai verſchoben
worden, weil die Zarin in einigen Wochen einem
freudigen Ereignis entgegenſieht. Der Kaiſer, die Kaiſerin.
der Großfürſt=Thronfolger und die Großfürſtinnen ſind
geſtern nachmittag aus Zarskoje=Selo hier
ein=
getroffen und haben im Winterpalais Wohnung
ge=
nommen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. März.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Hauptmann Lauteſchläger
vom 2. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 61, den Direktor
der Akademie für Tonkunſt Schmitt, den
Finanzamt=
mann Dr. jur. Petry, den Hofjuwelier Schneider von
Leipzig, den Geheimerat Strecker von Mainz, den
Pro=
feſſor van Calker von Gießen, den Fabrikant Maier, den
Rentner Schönenberg und den Sanitätsrat Dr. Pullmann
von Offenbach; zum Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald,
den Finanzminiſter Braun, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Direktor der Internationalen
Schlafwagen=Geſellſchaft Alfred Clauſius zu Berlin
und dem Direktor der Rheiniſchen Automobil=Geſellſchaft
Heinrich Schölvinck zu Berlin das Ritterkreuz 1. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
ver=
liehen, ferner den Mitgliedern der freiwilligen
Sanitäts=
kolonne vom Roten Kreuz Darmſtadt Johann Philipp
Vogel zu Darmſtadt das Silberne Kreuz des Ver=
dienſtordens Philipps des Großmütigen und Johannes
Stier daſelbſt das Allgemeine Ehrenzeichen am Bande
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen.
* Erledigte Stelle. Eine mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Lich, Kreis
Gießen.
Schwurgericht. Der zu 3 Wochen Gefängnis
ver=
urteilte Student Bauer wird gegen ſeine Verurteilung
Reviſion beim Reichsgericht einlegen. Auch der
Stu=
dent Allſtädt beabſichtigt, eine Reviſion des Urteils
herbeizuführen, während Bahr wahrſcheinlich das Urteil
anerkennen wird, da er ſonſt bis zur endgültigen
Ver=
urteilung weiter in Unterſuchungshaft bleibt.
Doktor=Ingenieur=Prüfung. Der Diplom=
Ingenieur Max Händel aus Dresden hat ſich am
Dienstag an der hieſigen Techniſchen Hochſchule der
mündlichen Doktor=Ingenieur=Prüfung im
Hochbaufach mit Erfola unterzogen.
Rh. Von der Großh. Techniſchen Hochſchule.
Für das Sommer=Semeſter wurde als Vorſitzender
des Ausſchuſſes der Studierenden Herr
studk. G. Hager (Akademiſcher Chor) gewählt und
zu=
weiteren Mitgliedern des Vorſtandes die Herren O.
Schwab (Germania), Th. Boeckling (Haſſo=Boruſſia),
W. Berger (Nichtinkorporiert) und Scherer (
Nichtinkor=
poriert). — Zu der im Monat April ſtattfindenden
Diplom=Vorprüfung, die für alle Abteilungen
abgehalten wird, haben ſich insgeſamt 123 Studierende
angemeldet, wovon 42 Nachprüfungskandidaten ſind.
Auf die einzelnen Fachrichtungen verteilen ſich dieſe
Zahlen folgendermaßen: Architektur 20 (davon 6
Nach=
prüfungskandidaten), Bauingenieurweſen 33 (13).
Ma=
ſchinenbau 43 (16), Papierfabrikation 2, Elektrotechnik 17
(7), Chemie 6 und Elektrochemie 2.
* Dem Heſſiſchen Diakonieverein iſt von Herrn
Pfarrer Stromberger=Zotzenbach ein Vermächtnis
im Betrage von 10000 Mk. zugefloſſen. Mit dieſer
Zu=
wendung iſt dem Verein die Möglichkeit gegeben, für
beſſere Räumlichkeiten zu ſorgen. Schon ſeit einiger
Zeit iſt das Gemeindepflegeſeminar überfüllt, ſo daß die
Unterbringung der Schweſtern kaum mehr möglich iſt.
Dieſe Tatſache zeigt, wie der Heſſiſche Diakonieverein
in aller Ruhe ſeine Arbeit ausdehnt. Von Jahr zu.
Jahr werden auch die Gemeinden, die Schweſtern
wollen, reichlicher verſorgt. Nicht minder iſt die Zahl
der Anmeldungen ſo groß, daß es manchmal längerer
Wartezeit bedarf, bis neue Schweſtern eingeſtellt werden
können. Dieſer Zudrang von Mädchen, die den
An=
forderungen des Diakonievereins entſprechen, iſt ebenfalls
ein gutes Zeichen für die Tatſache, daß die Arbeit des
Diakonievereins immer mehr Anerkennung findet und
immer weitere Kreiſe berührt.
— Abſchiedsgaſtſpiel von Agnes Sorma im
Städtiſchen Saalbau. Es ſei nochmals auf das
heutige letzte Gaſtſpiel von Frau Agnes
Sorma aufmerkſam gemacht, wobei Ibſens
Familien=
drama Geſpenſter” zur Aufführung gelangt, in dem
Frau Sorma die Rolle der Frau Alving ſpielt.
* Vorträge. Auf Anregung des Darmſtädter
Lehre=
rinnenvereins, des Allgem. Deutſchen Frauenvereins,
Ortsgruppe Darmſtadt), des Deutſch=Evang.
Frauen=
bundes (Ortsgruppe Darmſtadt), des Verbandes Evang.=
Kirchl. Frauenvereine, des Kathol. Frauenbundes (
Zweig=
verein Darmſtadt) wird Frl. Marie Müller, frühere
langjährige Lehrerin an der Viktoriaſchule, im Verband
für Jugendwohlfahrt und Jugendfürſorge
der Stadt Darmſtadt Montag, den 10. März, im
Herrſchaftsſaal des „Saalbaus” einen Vortrag halten
über: „Berufsbildung und
Berufsausſich=
ten für die Schülerinnen der höheren
Mäd=
chenſchule, mit beſonderer Berückſichtigung der
Ver=
hältniſſe in Heſſen.” Wenn eine Berufsberatung für die
abgehenden Schülerinnen der Volksſchule bei ihrem
Ein=
tritt in den Lebenskampf ſchon längſt als eine ſoziale
Pflicht erkannt worden iſt, ſo iſt eine ſolche Beratung
ebenſo wichtig für die Mädchen der gebildeten Stände, die
vielfach einer Berufswahl erſt recht unſicher und ratlos
gegenüberſtehen. Es fehlt die Berufstradition, die den
Knaben einen feſten Rückhalt bietet. Bei der höheren
Frauenbildung iſt alles noch im Fluß. Es gilt für unſere
jungen Mädchen, ſelbſtändige Perſönlichkeiten zu werden,
die imſtande ſind, auf eigenen Füßen zu ſtehen. Allen
Kreiſen, die ſich für dieſe wichtige Angelegenheit
inter=
eſſieren, ſei der Beſuch des Vortrags empfohlen.
Man ſchreibt uns: H. Scharrelmann, der friſche
Erziehungs= und Schulreformer, ſpricht nächſten Montag
im Kaiſerſaal. Das Ziel ſeines Ringens iſt bekannt.
Nicht Wiſſen, ſondern Leben iſt ſeine Loſung, nicht
er=
müdendes und trübſeliges Einlernen, ſondern friſches,
fröhliches, ſelbſtſchöpferiſches Erarbeiten. Daß das
ſon=
nige Jugendglück auch in der Schule eine Heimſtätte habe
und nicht durch ſtarre, pedantiſche Schablonen verſcheucht
werde, dafür hat er ſeine Exiſtenz in die Schanze ge=
Kinderreiche und kinderarme
Ehen.
Von Kreisarzt Dr. Pilf=Wiesbaden.
Woltmann ſagt in ſeiner Politiſchen Anthropologie”:
„Wenn eine an ſich tüchtige Familie oder Raſſe ſich der
Ruhe und dem Genuß hingibt, wenn nicht fortwährend
der Drang und der Zwang zur Anſtrengung wirkſam
bleiben, ſo tritt ein Verfall der moraliſchen Energie ein.”
Unſere deutſchen Mitbürger, leider ganz beſonders
die der wohlhabenden und reichen Stände, haben
be=
dauerlicherweiſe außerordentlich triftige Gründe, ſich dieſe
trefflichen Worte nach allen Richtungen hin gründlich zu
überlegen und zu Herzen zu nehmen. Seit etwa zehn
Jahren, vielleicht ſchon länger, breitet ſich nach den höc
minderwertigen Muſtern des Auslandes auch bei uns
das ſchwächliche Beſtreben aus, die Kinderzahl abſichtlich
zu beſchränken; man fängt an, auf die Kinderloſigkeit,
auf das Einkinder= oder Zweikinderſyſtem geradezu ſtolz
zu ſein und dieſen krankhaften Zuſtand als eiwas
Nach=
ahmenswertes zu betrachten. Ein Mann, der mehr als
die höchſtens zwei üblichen Kinder aufzuweiſen hat, wird
vielfach als „dumm und rückſtändig” bezeichnet, und
unbe=
greiflicherweiſe, wie hier nicht verſchwiegen werden darf,
ſind es häufig gerade die Aerzte, die derartigen Anſichten
praktiſch und theoretiſch huldigen. Für den, der viel mit
der Landbevölkerung in Beührung kommt, muß es klar
geworden ſein, daß auch ſchon unter den Bauern die
kinderarmen Ehen „modern” werden, und das iſt eine
Er=
ſcheinung, die tatſächlich bedenklich iſt, denn es wird
ſchlimme Zuſtände in der Großſtadtbevölkerung und im
Heere geben, wenn erſt der kräftige ländliche Nachwuchs
ſpärlicher wird.
Es iſt hier nicht der Ort, ſchwerwiegende
ſozialvoli=
tiſche Erörterungen vorzubringen, ſondern die Aufgabe
dieſer kurzen Betrachtung, die beſonders für Eltern und
ſolche, die es werden wollen, beſtimmt iſt, ſoll vor allem
die ſein, den höheren moraliſchen, ſittlichen
Wert einer kinderreichen Ehe gegenüber der
kinderarmen hervorzuheben. Um Mißverſtändniſſen
vor=
zubeugen, ſei noch ausdrücklich betont, daß die
Kinder=
loſigkeit aus offenbarer, dauernder materieller Not, die
Kinderarmut wegen Krankheit der Eltern, beſonders der
Frau, auf einem ganz anderen Gebiete liegen; ſolche
Eltern leiden faſt immer ihr ganzes Leben lang derart
unter dem Kindermangel, daß ihnen niemand das
auf=
richtigſte Mitleid verſagen wird, das dieſe tauben Blüten
am ſchönen Baume der Menſchheit, dieſe welk abfallenden
Blätter wirklich im vollſten Maße verdienen.
Die Frage nach dem Zweck unſeres Daſeins, unſeres
Lebens, muß hier kurz geſtreift werden, denn die
Erfahr=
ung lehrt, daß weitaus die größte Zahl der Menſchen,
die Gebildeten nicht ausgenommen, eine klare Antwort
darauf nicht geben kann, ſchon deshalb nicht, weil die
wenigſten überhaupt darüber nachzudenken pflegen. Von
metaphyſiſchen Erwägungen müſſen wir hierbei natürlich
vollſtändig abſehen, da ihnen jede praktiſche und fördernde
Bedeutung abgeht; ſie ſind außerdem hauptſächlich
geeig=
net, den Egoismus des Einzelnen zu ſteigern, weshalb
ſie glücklicherweiſe in Wirklichkeit nicht den geringſten
irgendwie nachhaltigen Einfluß auf unſer Kulturleben
mehr haben; denn ſonſt würde das allgemeine Wohl nicht
unerheblich leiden.
Der Zweck unſeres und allen Lebens iſt, kurz geſagt,
der, durch ſtetes Vorwärtsſtreben und folgerichtige
Entwickelung für das Wohl des großen Ganzen zu
ar=
beiten und dadurch an einer in jeder Weiſe immer
grö=
ßeren Vervollkommnung der Menſchheit mitzuwirken
jeder Menſch iſt verpflichtet, die in ihm ruhenden Kräfte
zu entfalten und zu mehren, wodurch er der
Allgemein=
heit dient und ſich ſelbſt glücklich macht.
Zur Durchführung dieſes Grundgedankens braucht
der Menſch eine nicht unerhebliche Anzahl von guten
Eigenſchaften; eine große Anzahl von ihnen kann ge=
rade in einer kinderreichen Ehe ſich vollkommen
ent=
falten.
Von dieſen Eigenſchaften ſoll zuerſt eine der
ſchön=
ſten Tugenden genannt ſein, die leider unſerem
Vater=
lande gegenüber vielfach ſo ſchmerzlich vermißt wird —
die Selbſtloſigkeit; gemeint iſt aber nicht jene
mißverſtandene, nach irgend einer Vergeltung
aus=
ſchauende Selbſtloſigkeit, die in ſchwächlicher Weichheit
wahllos und planlos die eigene Perſönlichkeit und den
eigenen Beſitz anderen opfert, ſondern jene echte, die
auf=
recht, klaren und feſten Geiſtes, mit ſicherer Hand im
engeren und weiteren das an andere austeilt, was ihnen
wirklich nützlich und nötig iſt zur wirklichen
Vervollkomm=
nung. Dieſe echte, kraftvolle Selbſtloſigkeit weiß den
Beſitz und die eigene Perſönlichkeit und Ueberzeugung
wohl feſtzuhalten, und gerade die Eltern vieler Kinder
werden genötigt ſein, dieſe Tugend zu üben und ihren
Kindern wiederum ein Vorbild zu ſein; ſie werden jie
ſelbſt alles das entziehen, was den Kindern notwendiger
iſt. Sie werden auf viele oberflächliche ſogenannte
Ge=
nüſſe des Lebens verzichten, die das Gemüt verflachen
und die Verſtandesentwickelung nicht fördern. Was ſich
ſolche Eltern entziehen, wird faſt immer auch ihnen ſelbſt
in jeder Hinſicht zum Segen gereichen. Daß ſie durch
ein=
ache, nüchterne und ſparſame Lebensweiſe ſich auch ihre
Geſundheit und ihre körperlichen Kräfte länger und
leich=
ter erhalten, ſoll hier nur kurz angedeutet werden. Die
Erkenntnis, daß eine beſcheidene, reizloſe Ernährung für
Erwachſene und für Kinder der bisher üblichen
Ueber=
fütterung in jeder Weiſe vorzuziehen iſt, bricht ſich zum
Glück immer mehr Bahn, und der unglückliche Wahn, daß
jeder Menſch täglich möglichſt viel Fleiſch und
Fleiſch=
brühe, Eier und Bier vertilgen müſſe, um kräftig und
leiſtungsfähig zu ſein, wird immer mehr beſeitigt.
Die Eltern mit ihrem einzigen oder ihren zwei
Kin=
dern ſind häufig nicht imſtande, dieſen übertriebene
Wünſche auf vielen Gebieten zu verſagen, weil ſie ſtatt
der ſtarken Selbſtloſigkeit der ſchwachen huldigen. Außer=
ſchlagen. Jugendluſt und Jugendfreude als Grundlage
aller Jugenderziehung! Es iſt bekannt, daß dem
Schar=
relmannſchen Ungeſtüm die herkömmlichen
Schulordnun=
gen zu enge wurden, und daß die Bremer Schulbehörde
den eigenwilligen Erziehungskünſtler entließ. Aber
Scharrelmann hat auch außerhalb der ſtaatlichen
Lauf=
bahn ſein Arbeitsfeld gefunden und ſich als pädagogiſcher
Methodiker und vielſeitig packender Jugendſchriftſteller
große und anerkannte Verdienſte erworben. — Zur
Ein=
ladung von Scharrelmann haben ſich die neugegründete
Darmſtädter Ortsgruppe des „Vortrupp” und der
Darmſtädter Lehrerverein zuſammengeſchloſſen.
(Näheres wird durch Anzeige bekannt gemacht.)
Im Kaufmänniſchen Verein (E. V.) wird am
Samstag Herr Rechtsanwalt Schoedler im
Vereins=
lokal einen Vortrag halten über „Rechte und
Pflich=
ten des Kaufmanns beim Kauf‟. Das
inter=
eſſante Thema, welches außerordentlich wichtige Fragen
des kaufmänniſchen Verkehrs, wie Mängelrüge u. a:
um=
faßt, wird zweifellos in erſchöpfender und feſſelnder Weiſe
behandelt werden, ſo daß den Mitgliedern (auch Gäſte
ſind willkommen) ein genuß= und lehrreicher Abend in
Ausſicht ſteht. (Siehe Anzeige.
Verein für Vogel= und Geflügelzucht (älterer
Verein). In der von 63 Mitgliedern beſuchten Ver
ſammlung gab der Vorſitzende bekannt, daß ſich
wieder 5 neue Mitglieder gemeldet haben, weſche
aufge=
nommen wurden. Der 1. Vorſitzende berichtete ſehr
ein=
gehend über die am 2. März in Worms abgehaltene
nationale Geflügelausſtellung. Ferner gab derſelbe noch
bekannt, daß am 15. März die Brutmaſchine des
Vereins in Betrieb geſetzt wird. Mit der Verloſung
von einem Stamm 1,2 Hamburger Silberlack und
1,1 Japaniſche Seidenhühner, ſowie der üblichen
Frei=
verloſung von 150 Eiern konnte die ſchön verlaufene
Verſammlung geſchloſſen werden.
Hundefang. Während des Monats Februar ſind
durch den hieſigen Polizeihundeaufſeher 23 Hunde
ein=
gefangen worden. Hiervon wurden 14 Hunde von ihren
Eigentümern wieder ausgelöſt, 4 Hunde ſind verkauft
worden, 1 Hund wurde tot im Stalle gefunden und
4 Hunde mußten getötet werden.
§ Selbſtmordverſuch. In der Nacht zum Mittwoch
kurz nach 12 Uhr machten zwei 17 Jahre alte
Ver=
käuferinnen einen Selbſtmordverſuch,
in=
dem ſie ſich in den Woogſtürzten und zu ertränken
ſuchten. Beide wurden jedoch auf ihre Hilferufe durch
einen patrouillierenden Schutzmann, welcher die
Hilfe=
rufe hörte, wieder aus dem Woog herausgezogen und
gerettet.
— Nieder=Ramſtadt, 4. März. Dem Geſangverein
Harmonie wurden zu ſeinem 50jährigen Jubiläum,
das er mit großem Geſangswettſtreit verbindet
über Erwarten große Geldſpenden gemacht. Er
ver=
fügt nunmehr über einen Fonds von 2500 Mark.
Außer=
dem wurden ihm zahlreiche Kunſtgegenſtände von
Ver=
einen und Privatperſonen geſtiftet, darunter drei äußerſt
wertvolle Preiſe für das höchſte Ehrenſingen.
S. Auerbach, 5. März. Das Auerbacher Schloß
be=
kommt, wie ſchon gemeldet, elektriſche Beleuchtung. Die
Inſtallation der Lampen ſoll ſo beſchleunigt werden, daß
bis Oſtern die Anlage in Betrieb genommen werden kann.
In der heute ſtattfindenden Vorſtands=Sitzung des
hie=
ſigen Verſchönerungsvereins, ſoll auch beraten werden,
wie es zu ermöglichen iſt, daß ein Zugangsweg
durch den Wald nach dem Schloſſe beleuchtet
werden kann. Die Gemeinde hat die Aufbringung
der Mittel hierzu bei einer früheren Beratung abgelehnt.
Groß=Gerau, 5. März. Ein fremder Burſche hatte
auf dem nahen Schönauer Hof ein Fahrrad
geſtoh=
en, und verſuchte, dieſes in einer hieſigen Wirtſchaft
ſchleunigſt zu verkaufen. Der Beſtohlene nahm ſofort in
einem Auto mit einem Gendarmen die Verfolgung des
Diebes auf. Dieſer aber eilte, als er ſich entdeckt ſah,
nach der hieſigen Faſanerie, hinter deren Mauern er im
Gebüſch ſpurlos verſchwand. Alles Suchen ſchien
vergeb=
lich. Da bemerkte man, wie in einem Dickicht die
Fa=
ſanen wiederholt ſcheu aufflogen und laut ſchrien. Man
ſuchte nach und fand den Fahrraddieb, einen 26jährigen
Tagelöhner, in dem Gebüſch.
Offenbach, 5. März. Für die Errichtung einer
Badeanſtalt in dem Stadtteil Bürgel wurden die
Koſten in Höhe von 85000 Mark bewilligt. — Gegen den
Ingenieur Colloge ſchwebt noch immer ein
Diſzi=
plinarverfahren aus Anlaß der Kanalmißſtände. Die
Stadt hält C. noch immer das pfändbare Gehaltsteil
zu=
rück, da ſie Schadenerſatzanſprüche an ihn geltend macht.
Auf Vorſchlag des Gerichts ſoll dem beklagten Beamten
nunmehr noch die Hälfte des zurückbehaltenen
Gehalts=
teils ausbezahlt werden, und dann die Zivilklage bis
April 1914 ausgeſetzt werden, in der Annahme, daß
bis dahin eine Klärung der Schuldfrage im
Diſziplinar=
verfahren erfolgt ſein wird.
Offenbach, 5. März. Bei der Uebung der
Frei=
willigen Feuerwehr am Feuerwehrturm ereignete
ſich ein ſchwerer Unfall. Beim Scheine des
elek=
triſchen Scheinwerfers machten die Feuerwehrleute
Leiter=
übungen, bei denen die Leitern ſenkrecht eingehängt
wer=
den und die Feuerwehrleute ſich mittels eines
Sicherheits=
karabiners einhaken. Hierbei ſtürzte plötzlich der in den
40er Jahren ſtehende Werkmeiſter Paul Vogel aus der
Höhe des erſten Stockwerks ab, weil er ſich anſcheinend
beim Einhaken verſehen hatte und der Sicherheitskarabiner
nicht ſchloß, ſo daß er beim Freiſtand den Halt verlor
Der Abgeſtürzte zog ſich eine heftige
Gehirnerſchüt=
terung und einen Fußknöchelbruch zu. Er wurde ſofort
in das ſtädtiſche Krankenhaus gebracht, wo er in einem
bedenklichen Zuſtande darniederliegt, der eine Lebensge
fahr nicht ausſchließt. — Ein eigenartiger Unfall führte
geſtern nachmittag den Tod der 52 Jahre alten, in der
Geleitsſtraße wohnhaften Ehefrau Margarete Marx
her=
bei. Die Frau wollte vom erſten Stock einen Eimer
Putzwaſſer heruntertragen. Hierbei ſtieß ſie mit dem
Eimer auf die Treppenſtufe auf und ſtolperte
infolge=
deſſen, kam zu Fall und ſtürzte mit dem Eimer die
Treppe hinunter. Die Unglückliche ſchlug mit dem
Kopfe ſo heftig auf den Eimer auf, daß ſie das Genick
brach und der Tod auf der Stelle eintrat.
Neu=Iſenburg. 5. März. Im Forſtbezirk Dreieich,
unweit der Iſenburger Gemarkungsgrenze, wurde ein
gutgekleideter, etwa 45= bis 48jähriger Mann erhängt
aufgefunden. Außerdem hatte ſich der Mann mit
einem Revolver einen Schuß in den Rachen
beige=
bracht. Man fand bei der Leiche nichts als einen Zettel,
auf dem der Wunſch ausgeſprochen iſt, von der Behörde
neben ſeinen Mitmenſchen und nicht abſeits von dieſen
beerdigt zu werden.
Mainz, 5. März. Eine große Schlägerei
ent=
ſtand in der vergangenen Nacht um 2 Uhr in der
Scharen=
gaſſe unter Schiffern. Der Schiffer Adam Schäfer
erhielt einen Stich in die Lunge, der Schiffer
Jo=
hann Ledage fünf Stiche in den Rücken und einen in den
Arm, der Heizer Auguſt Jelpig einen Stich in den Hals
zwei in den Rücken und einen in das Geſicht. Die
Schwer=
verletzten wurden von der Sanitätswache ins
Rochus=
hoſpital gebracht. Die Polizei nahm drei Schiffer in Haft.
Vor einigen Tagen meldete der Polizeibericht, daß ein
Poſtaſſiſtent wegen Unterſchlagung
ver=
haftet worden ſei. Es handelt ſich um den
Poſtaſſiſten=
ten M. von hier, der vertretungsweiſe als Vorſteher einige
Monate nach Guntersblu m verſetzt wurde. Als dort
in letzter Zeit die Kaſſe einer Reviſion unterzogen wurde,
entdeckte man einen Fehlbetrag von 2000 Mark.
Worms, 5. März. Das Kolonialfeſt der
Frauen war die erſte größere Veranſtaltung, die von
der hieſigen Ortsgruppe des Frauenvereins vom Roten
Kreuz für die Kolonien Montag nachmittag im großen
Saale des Kaſinos geboten wurde, und darüber herrſcht
kein Zweifel, daß ſie überaus gut gelungen iſt und für die
hohen nationalen Ziele dieſes Frauenvereins ſehr
ein=
dringlich geworben hat. Der Saal war dicht beſetzt, und
alle Anweſenden folgten den Darbietungen mit großer
Anteilnahme. Herr Bürgermeiſter Dr. Wettſtein (
Wein=
heim a. d. B.), hielt einen intereſſanten Vortrag über die
koloniale Frauenfrage, der lebhaften Beifall fand. — Die
Vorſitzende Frau Oberbürgermeiſter Köhler erſtattete
eingehend Bericht über die Entwicklung der
Ortsgruppe und des Landiesvereins über
die Arbeiten und Beſtrebungen, die Ziele und Erfolge,
Die Vorſitzende ſprach die Hoffnung aus, daß die deutſche
Frauenwelt auf dem bedeutungsvollen Gebiet des
deut=
ſchen Kolonialweſens dem Vaterlande Großes leiſten und
daß in der Ortsgruppe auch in Zukunft ein harmoniſches
Zuſammenwirken beſtehen werde. Dem ſchloß ſich die
Verſammlung mit herzlichem Beifall an. Es folgte dann
die Einnahme des Tees, der von jungen Damen gereicht
wurde, während ſich eine zwangloſe Unterhaltung
ent=
wickelte. Die Kolonialpoſtkarten wurden fleißig gekauft.
Etwas beſonders Schönes bot das Kolonialfeſt unſerer
Ortsgruppe mit muſikaliſchen Vorträgen durch
heimiſche Künſtler. Herr Hauptmann Freienſehner
erwies ſich als ein begabter Violinkünſtler und ſeine Frau
Gemahlin als eine feinſinnige Begleiterin, ſo daß die
Vorträge für Violine und Klavier (Andante von Ph. E.
Bach, Violinkonzert G=dur von Mozart, Paraphraſe über
Walters Preislied Andante aus der A=dur=Sonate von
Beethoven, Violinkonzert von Beriot) den Zuhörern feine
künſtleriſche Genüſſe boten und mit herzlichem Dank
auf=
genommen wurden. Frau Hüttenbach und Frau
Stefanie Baruch ihre ausgezeichnete Begleiterin am
Klavier, hatten ſich gleichfalls in den Dienſt der guten
Sache geſtellt. Frau Hüttenbach ſang die Konzertarie aus
dem „Odyſſeus” von Bruch, und ſie erfreute mit drei
Lie=
dern (Schmerzen von R. Wagner, Geſang Weilas von H.
Wolf, Liebesfeier von L. Weingartner), deren geſangliche
und ſinnliche Wiedergabe die Zuhörer entzückte. Aber auch
den Augen wurde ein beſonderer Genuß bereitet: ein
japaniſcher Tanz und ein Tanzduett nach der Muſik von
Leo Fall „Der liebe Auguſtin‟ Das waren gar reizende
und graziöſe Darbietungen, die den lebhafteſten Beifall
fanden und das Kolonialfeſt in ſchöner Weiſe zu Ende
führten. Es darf mit Genugtuung feſtgeſtellt werden, daß
der Wormſer Frauenverein vom Roten Kreuz für die
Ko=
lonie mit ſeiner erſten Veranſtaltung einen vollen Erfolg
erzielt und alle Beſucher hochbefriedigt hat. Auf ein von
der Vorſitzenden des Vereins, Frau Oberbürgermeiſter
Köhler, im Namen der Verſammlung an die
Großher=
zogin Ehrenvorſitzende der heſſiſchen Landesgruppe,
gerichtetes Telegramm traf noch während der
Veran=
ſtaltung folgende telegraphiſche Antwort aus Darmſtadt
ein: „Frau Oberbürgermeiſter Köhler, Worms. Allen
Beteiligten herzlichen Dank; hoffe, daß Veranſtaltung
ſchön verläuft. Eleonore.”
Heidesheim, 5. März. Die hieſigen
Bahnhofs=
anlagen genügen ſeit langem nicht mehr dem
geſtei=
gerten Perſonen=, Eilgut= und Frachtgutverkehr. Da keine
Unterführung vorhanden iſt, ſo können nicht gleichzeitig
zwei Züge von verſchiedener Richtung einfahren, wodurch
es täglich vorkommt, daß Züge vor der Einfahrt geſtellt
werden müſſen. Von der Eiſenbahnverwaltung iſt jetzt ein
Plan zur Errichtung einer neuen
Bahn=
hofsanlage ausgearbeitet worden. Nach demſelben
ſoll das Bahnhofsgebäude etwas mehr nach Weſten zu
ſtehen kommen mit Unterführung und Ueberdachung der
Bahnſteige. Soll das Projekt zur Ausführung kommen,
ſo würde auch der ſtark benutzte Uebergang oberhalb des
Bahnhofs am Friedhof beſeitigt und die Straße unter
dem Bahnkörper hindurchgeführt werden.
Friedberg, 5. März. Geſtern früh 5 Uhr 32 Minuten
ſtieß der Perſonenzug 1821 auf dem hieſigen
Bahnhof mit dem hinteren Teil eines Güterzuges
zu=
ſammen. Die Lokomotive des Perſonenzuges und ein
Güterwagen wurden unbedeutend beſchädigt, Perſonen
ſind nicht verletzt.
(*) Friedberg, 5. März. Zwecks Förderung des Obſt=
und Gartenbaues in der Wetterau wurde geſtern in einer
ſtark beſuchten Verſammlung ein Kreis=Obſt= und
Gartenbauverein gegründet. Dem neuen Vorſtand
gehört an als Vorſitzender, Kreisrat Schliephake, als
deſſen Stellvertreter Stadtrat Damm=Friedberg. Der
Voranſchlag zeigt 1362 Mark in Einnahme und Ausgabe,
Vom 27. bis 29. September hält der hieſige Ortsverein
ſeine erſte Obſt= und Gartenbauausſtellung ab.
Büdingen, 5. März. Der Hilfsverein in der
Konkursſache der Obermockſtädter Vorſchuß=
und Kreditkaſſe hat bis jetzt, wie in einer
Vor=
ſtandsſitzung des Hilfsvereins mitgeteilt wurde, 578
Gläu=
biger der Obermockſtädter Kaſſe mit einer
Geſamt=
forderung von 601957 Mark gegen einen Nachlaß von
123 391 Mark befriedigt. Zu befriedigen waren rund 920
Gläubiger. Es hat ſich alſo deren Zahl auf ein
Vier=
tel vermindert. Auch von den Konkursforderungen
hat der Hilfsverein mehr als die Hälfte auf ſich vereinigt.
Es ſind am 17. Februar im Sparkaſſengebäude zu Nidda
179000 Mark ausbezahlt worden. Dieſer Betrag iſt aber
nur ein Viertel der Summe, welche die Mitglieder der
Kaſſe zur Befriedigung der Gläubiger aufbringen müſſen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Crwähnung geſchieh:, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
ei Zu dem Konzert, das Sigrid Arnoldſon
morgen, Freitag, den 7. März, im Saale der „Traube‟
veranſtaltet, ſei hier noch aus den vielen vorliegenden
Kritiken die der Köln, Ztg. wiedergegeben, die ſich über
die berühmte Künſtlerin wie folgt äußert: „Je mehr die
Kunſt des bel canto durch die Krafterforderniſſe des
modernen Muſikdramas und das Vorwalten des
Sprech=
geſanges in demſelben in den Hintergrund gedrängt wird,
deſto mehr Entzücken gewährt es, einer Sängerin zu
be=
geanen, die ſich durch keine Zeitſtrömung hat bewegen
laſſen, dem reinen Kunſtgeſang den Rücken zu kehren, deren
ganze Individualität den von ihm geſtellten Bedingungen
entſpricht, dazu in einer Rolle, deren ganze Wirkung auf
der vollendeten Schönheit des Geſanges beruht. Die
viel=
geprieſenen Zeiten aus der Blüte der italieniſchen Oper
in den dreißiger Jahren in Paris ſcheinen wieder
ver=
wirklicht, wenn eine Sigrid Arnoldſon die Roſine in
Roſſinis „Barbier” durchführt, und die zum Ueberdruß
bekannte Oper wird durch ſie faſt zu einer Neuheit. Sie
iſt neben Adelina Patti wohl noch die
ein=
zige, die das Vermächtnis des Geſangsmeiſters
Stra=
koſch am treueſten gewahrt und am erſprießlichſten
ver=
wertet hat. Jedem ihrer Töne, ſei es im getragenen, ſei
es im kolorierten Geſange, iſt ein voller Adel der
Klang=
farbe zu eigen. Durch keine Intonationsſchwankungen,
über die ſelbſt berühmte Künſtler nicht erhaben ſind, trübt
ſie dem muſikaliſchen Ohr den Genuß. Die Stimme, die
in ihrem ganzen Umfange wie in zarten Blütenduft
ge=
taucht erſcheint, erwies ſich vom tiefen H bis zum hohen
D gleich wohlklingend, die Verſchiedenheiten einzelner
dem „können ſie es ſich leiſten” Man ſehe nur dieſe fetten
Elternpgare mit ihrem überfütterten, einzigen, üblichen
„Bubi” ſchläfrig und gelangweilt in einer Droſchke ſitzen
und ihren Sonntagnachmittagsausflug machen; irgendwo
wird dann gut und teuer gegeſſen und getrunken und die
Unglücklichen ſchlendern ſatt und übellaunig nach Hauſe.
Der kinderreiche Vater dagegen macht mit den Seinen
einen geſunden, fröhlichen Fußmarſch, bei dem Brot
ge=
geſſen und Quellwaſſer getrunken wird; dabei bleiben
alle friſch und luſtig für die Arbeit der Woche, und zu
atter Uebellaunigkeit und körperlicher Trägheit iſt keine
Veranlaſſung. Ein anderes Geſchlecht wächſt in ſolchem
Hauſe heran. „Im Rudel gedeihen ſie am beſten” hat
irgend ein Menſchenkenner geſagt, und andererſeits reden
die vielen geiſtig und körperlich mißratenen Einzelkinder
eine deutliche Sprache.
Es iſt ganz ſicher, daß die Eltern in kinderarmen
Ehen die hohen Ziele und die höchſten Lebenszwecke nicht
in dem wünſchenswerten Grade erreichen können; ſie
können ihre Kräfte im Wettbewerb nicht genügend ent
falten, ſie arbeiten nicht ausreichend zum Wohle des
Ganzen. Sie verſinken leicht in Selbſtſucht. Schlaffheit,
Trägheit und unedle Genußſucht, und oft bleiben die
Fol=
gen, für ſie ſelbſt bemerkbar, nicht aus: wenn das Kind‟
mißrät oder ſtirbt, ſtehen ſie allein da.
Die Entſagung und Selbſtloſigkeit kinderreicher Eltern
führt wiederum leicht und immer mehr zur ſchönen
Tu=
gend der Selbſtbeherrſchung, an der es leider ſo
manchen Eltern auffallend mangelt. Wie ſehr in einem
kinderreichen Hauſe die Eltern ſelbſt im Laufe der Jahre
durch die Kinder zu Höherem geführt und geradezu „
er=
zogen” werden, das wird jeder empfinden, der
nach=
denkend auf vergangene Jahre zurückblickt.
Warum ſoll es ein unmögliches und unbilliges
Ver=
langen ſein, daß ein kinderloſer oder kinderarmer Mann
je nach Vermögen und Einkommen eine Steuer zahlt, die
vielleicht ſo hoch iſt wie das Schulgeld, das ein
kinder=
reicher Vater für ſeine Kinder zahlt? In kinderarmen
Familien wird ſo viel Geld vergeudet, daß es ein wahrer
Segen für dieſe Leute ſein könnte, wenn ſie ſich
wenig=
tens etwas in ihren ungeſunden und ſelbſtſüchtigen
Aus=
gaben einſchränken müßten. Ein weiteres Eingehen auf
dieſe Angelegenheit gehört nicht hierher, ebenſowenig
wie der Vorſchlag einer Junggeſellenſteuer oder
Beſteuer=
ung der Männer, die nicht Soldat zu werden brauchen.
Jedenfalls aber ſei ein beſſerer Schutz kinderreicher
Ehen und Familien dem Staate dringend empfohlen!
Die traurigen Folgen, die das Laſter und die abſichtliche
Beſchränkung der Kinderzahl zum Beiſpiel in unſerem
Nachbarlande Frankreich bereits gezeitigt haben, ſind
be=
kannt genug. Wir verſagen unſeren franzöſiſchen
Men=
ſchenbrüdern unſer Mitleid nicht. Sorgen wir aber auch
dafür, daß uns ſelbſt einſt niemand deshalb zu
bemit=
leiden braucht. Nicht oft genug kann die warnende
Stimme erhoben werden! Wir ſind bereits auf falſchem
Wege, aber noch iſt es Zeit zur Umkehr.
Eine reiche Zunahme und eine nachhaltige
Vermehr=
ung des Volkes iſt eine der größten Notwendigkeiten des
Fortſchritts, ohne die ein wirklicher, fruchtbringender
Wettbewerb nicht möglich iſt. Und an dem Fortſchreiten
und der krafkvollen Entwickelung unſeres Volkes und
Vaterlandes, und damit der ganzen Menſchheit, wollen
wir doch alle mitarbeiten!
Die Eltern einer kinderreichen Familie müſſen faſt
immer mehr Fleiß aufwenden, um die Kinder zu
ernäh=
ren und zu erziehen, und dieſer erhöhte Fleiß und die
dadurch erreichte größere Leiſtungsfähigkeit im Beruf und
auf anderen Gebieten kommen wiederum dem Staate,
der Menſchheit im allgemeinen zugute. Ein Vermögen
für lachende Erben kann unter ſolchen Umſtänden
frei=
lich ſelten angeſammelt werden, aber nach Anſicht geiſtig
und ſittlich hochſtehender Menſchen ſind aut erzogene und
geſunde Kinder ein viel vornehmerer Reichtum als Gold
und auch Kinder bringen ihren Eltern im Alter
wohl=
verdiente Früchte. Was hat ſo ein armes Einzelkind
da=
von, wenn ihm nachher wirklich ein Vermögen hinter=
laſſen wird, das es nur hindert, auf eigenen Füßen zu
ſtehen? Solcher Menſch kennt nicht das ſtolze, kraftvolle
Gefühl, ſich durch eigene Stärke und ſelbſtändiges Wollen
emporgearbeitet zu haben.
Der Energieloſigkeit, der Verweichlichung, die in den
kinderarmen Ehen liegt, ſei eine fröhliche, ſelbſtbewußte
Kraft der kinderreichen Häuſer entgegengeſetzt; der
jäm=
merlichen Schwäche und Feigheit, die ſich mit
Verſchanz=
ung hinter zahlreichen Sophiſtereien vor einer frohen
Kinderſchar fürchtet, ſtehen gegenüber der hohe Mut zur
Arbeit und die ſtolze, kraftvolle Lebensbejahung. „ Die
immer wieder vorgebrachten Scheingründe ſind zu
be=
kannt, als daß ſie hier erwähnt zu werden brauchten
„Bequemer” und „gemütlicher” „ſicherer”, „vernünftiger”
und „vorſichtiger” und wie die ſchönen Worte dieſer
malthuſianiſchen Helden heißen mögen, mag es ja ſein,
ich mit dem üblichen „Pärchen” zu begnügen, aber was
zuletzt aus unſerem lieben Vaterlande, aus der
Menſch=
heit werden ſollte, wenn jeder dieſen ſchwächlichen,
ent=
arteten, feigen und unmoraliſchen Grundſätzen huldigen
würde, das bedenken dieſe Vorſichtsrieſen wohl kaum.
Von den abſichtlich oder unabſichtlich unglücklichen
Ehe=
vaaren, denen Dachshunde, Foxterriere oder andere Köter
die Kinder erſetzen ſollen, ſchweigt man am beſten
mit=
leidsvoll.
Wir wollen auf eine kraftvollere Jugend hoffen, die
reicher iſt an Leib und Seele, die den ſtarken Mut hat
das Leben zu fördern, anſtatt es zu verneinen und
einzu=
dämmen
Eine Bitte und einen Wunſch, die ſicherlich nicht
un=
gerechtfertigt ſind, werden darum viele Einſichtige an den
Staat richten, und das ſind dieſe: Der Staat möge
mehr als bisher die kinderreichen Ehen ſchützen
und ſtützen, denn auf ihnen beruht der größte Teil
der Kraft und die blühende Zukunft des Staates und des
Volkes.
Stimmlagen, wie der vom hohen F zum A, verlieh dem
Geſange ein anziehendes individuelles Gepräge.
* Ueber Marcell Salzer, der am nächſten
Samstag hier auftritt und deſſen Name trotz der
Ueber=
fülle der Veranſtaltungen dieſer Woche wieder die
ge=
wohnte Anziehungskraft ausübt, liegen folgende neue
Preßſtimmen aus Berlin, Hamburg und Wien vor:
Ber=
lin, Der Tag: „Der Eröffnungsabend — im Zeichen
des „Ausverkauft” ſtehend — war wirklich luſtig. „Direkt
zum Heulen” würde der Berliner Volksmund ſagen. Es
kann dabei gleich geſagt werden, daß dieſe Bezeichnung
gar nicht ſo unpaſſend iſt für die echte Humorſtimmung,
bei der die Träne dem Lachen gar nicht ſo fern liegt.
Hamburg, Hamb. Correſp.: Ein Salzer=Abend iſt
gleichbedeutend mit einigen Stunden reichen und vollen
Vergnügens. Dieſer unerſchöpfliche Sprecher, dieſer
Pro=
teus der Stimmungen, der wuchtigſten Ernſt wie tollſten
Witz bietet und nie ermüdet, nie ein Nachlaſſen ſeiner
faſzinierenden Spannkraft zeigt, iſt nur in dem einen immer
derſelbe: in ſeiner eigenartigen, ſympathiſchen,
inter=
eſſanten Perſönlichkeit.
Wien, Neue Freie Preſſe:
„So oft man dieſen gefeierten Vorleſer, dieſen
hinreißen=
den, lebendigen Interpret aller Dichtungsformen und
Meiſter plaſtiſcher und doch ſo unendlich ſorgſam
abge=
tönter Rede auch vernommen haben mag: man iſt immer
wieder über dieſe unerſchöpflich ſprudelnde Laune, dieſe
Fülle luſtiger und ſogleich wiederum tief tragiſcher
Nüancen, Wendungen, Ueberraſchungen und
Ueberrum=
pelungen des Zuhörers verblüfft. Dieſe aus einem
ju=
gendlich friſchen, in Begeiſterung jubelnden und lachenden
Temperament quellende Kunſt hat mit dem ſonſtigen
Re=
zitatorentum kaum den Begriff gemein.”
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. März. Die von der
Akademie der Künſte zur Vorfeier des
Regierungsjubi=
läums des Kaiſers in den Räumen der Akademie ver
anſtaltete Ausſtellung iſt heute mittag von dem
Prinzen Auguſt Wilhelm eröffnet worden. Zu dem
Eröffnungsakt und der anſchließenden Beſichtigung war
eine Reihe hervorragender Vertreter der Behörden ſowie
des künſtleriſchen und wiſſenſchaftlichen Lebens
erſchie=
nen mit ihren Damen. Der Prinz wurde von dem
Präſi=
denten der Akademie Manzel empfangen und trat unter
ſeiner Führung ſofort zur Beſichtigung der überaus
reich=
haltigen Ausſtellung ein, die ſodann dem allgemeinen
Beſuch geöffnet wurde. — Der frühere Präſident des
preußiſchen Herrenhauſes, Freiherr v. Manteuffel,
iſt heute abend im Alter von 68 Jahren geſtorben.
Die Privatklage die der Profeſſor Baumgarten
in Kiel, der Verteidiger Jathos, gegen den
verantwort=
lichen Redakteur des Evangeliſch=Kirchlichen Anzeigers
für Berlin, Paſtor Branding, angeſtrengt hat,
beſchäf=
tigte heute die Berufungsinſtanz des Berliner
Land=
gerichts. Bekanntlich iſt der Privatbeklagte in erſter
In=
ſtanz zu einer Geldſtrafe von 500 Mark verurteilt worden.
Die heutige Verhandlung endete mit einem Vergleich,
in dem der Beklagte die in dem Artikel des Evangeliſch=
Kirchlichen Anzeigers enthaltenen Beleidigungen mit dem
Ausdruck des Bedauerns zurücknahm, ſich zur Zahlung
der ſämtlichen Koſten bereit erklärte und auch die Koſten
für die Veröffentlichung dieſes Vergleichs in der
Kreuz=
zeitung, dem Reichsboten und dem Evangeliſch=Kirchlichen
Anzeiger übernahm. — 800 in dem Verbande der
Malerei=
geſchäfte in Berlin und den Vororten organiſierte
Malermeiſter haben einſtimmig beſchloſſen, am
8. März ſämtliche organiſierten Gehilfen zu entlaſſen.
Vor dem Schwurgericht des Landgerichts Berlin I fand
heute die Verhandlung gegen den 26jährigen Buchdrucker
Minow wegen verſuchten ſchweren Raubes ſtatt, der
im Jahre 1907 die Aufſehen erregenden Meſſerattentate
auf drei kleine Mädchen unternommen hatte, von welch
letzteren eines an den Folgen der Verletzungen geſtorben
iſt. Wegen dieſer Attentate war der Angeklagte ſeinerzeit
außer Verfolgung geſetzt worden, da er die Tat in einem
„Zuſtand von Geiſtesſtörung” begangen hatte. Heute hatte
er ſich wegen eines am 24. Oktober 1912 begangenen
ſchwe=
ren Raubmordverſuches zu verantworten, der lebhaft an
die Mordtat des vor kurzem verſtorbenen Raubmörders
Trenkler erinnert. Der Angeklagte hatte in einem Laden
der Franſeckyſtraße die Inhaberin Frl. Gerlach überfallen
und zu Boden geworfen. Nachdem er die Ladentür
ver=
ſchloſſen hatte, ſchlug er mit dem bereitgehaltenen
Eiſen=
rohr auf die Ueberfallene ein, die ſich durch Hochheben der
Hände zu ſchützen ſuchte und laut um Hilfe rief. Minow
beraubte die Kaſſe und floh, wurde aber ergriffen.. Er
wurde des verſuchten ſchweren Raubes für ſchuldig
er=
klärt. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten mit
Rückſicht auf die Schwere der Tat und die zutage getretene
Roheit zu einer Zuchthausſtrafe von ſechs Jahren und
er=
kannte ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer
von zehn Jahren ab. Der Angeklagte, der bei der
Ver=
kündung des Urteils völlig zuſammengebrochen war,
nahm die Strafe ſofort an.
Köln, 4. März. Ein Dienſtmädchen, das einen
zweijährigen Knaben auf dem Arme trug, wurde von
einem Laſtfuhrwerk erfaßt. Das Kind geriet unter die
Räder und wurde ſofort getötet. Nicht weit von
die=
ſer Unglücksſtätte entfernt überrannte ein Automobil drei
Perſonen, eine ältere Frau, eine 20jährige Dame und
einen Knabon. Alle drei Perſonen mußten dem Hoſpital
zugeführt werden.
Halle a. d. S., 4. März. In der Dölauer Heide fand
geſtern früh ein Duell zwiſchen Offizieren ſtatt.
Leut=
nant Quiring vom Infanterieregiment Nr. 160 iſt
durch einen Bruſtſchuß ſchwer verletzt worden.
Brüſſel, 4. März. In dem Berufungsprozeß
der Prinzeſſinnen Stefanie und
Louiſ=
wegen des Nachlaſſes König Leopolds erklärte der
Staats=
anwalt, daß etwa 60 Millionen Francs der
Niederfüll=
bacher Stiftung den Prinzeſſinnen zufallen müßten. Das
Urteil wird ſpäter geſprochen.
London, 4. März. Ein ernſter
Zuſammen=
ſtoß ereignete ſich heute morgen auf der Höhe von
Good=
win Sand zwiſchen dem Dampfer „Beacon Light” und der
deutſchen Bark „Anna‟. Erſterer wurde an der
Backbord=
ſeite des Bugs ſtark beſchädigt. Ueber die deutſche Bark
liegen noch keine Nachrichten vor.
Parlamentariſches.
* Der Zweiten Kamme der Stände ging, der
Darmſt. Ztg. zufolge, der nachſtehende Geſetzentwurf
zur beſchleunigten Erledigung zu:
Geſetz über die Dienſtbezüge der Staatsbeamten und
Volksſchullehrer und ihrer Hinterbliebenen, ſowie die
Deckungsmittel und die Vereinbarung über die Mittel zur
Aufbeſſerung der Hofbeamten uſw. betreffend.
Artikel 1. Das Geſetz, die Dienſtbezüge der
Staatsbeamten und Volksſchullehrer und ihrer
Hinter=
bliebenen, ſowie die Deckungsmittel betreffend, vom 17.
Juli 1912 (Reg.=Bl. S. 423 ff.) gilt auch für das
Etats=
jahr 1913. Artikel 2. Die für das genannte Etatsjahr
einem Beamten oder Lehrer nach Artikel 1 zuſtehenden
Bezüge werden auf die Bezüge aufgerechnet, die er vom
1. April 1913 an nach der Verabſchiedung der
Regierungs=
vorlage vom 7. Dezember 1912 (Druckſache der Zweiten
Kammer, Nr. 278) erhalten wird. Artikel 3. Die
Ver=
einbarung über die Mittel zur Aufbeſſerung der
Hof=
beamten und=Bedienſteten, ſowie des Perſonals des
Hof=
theaters und der Hofmuſik (Verhandlungen der Zweiten
Kammer vom 4. Juli 1912, Prot. Nr. 34 S. 987 und
Ver=
handlungen der Erſten Kammer vom 11. Juli 1912, Prot.
Nr. 7 S. 108) gilt auch für das Etatsjahr 1913.
Ar=
tikel 4. Die Gehaltsregulative für Volksſchullehrer
(vgl. Art. 7 des Geſetzes, die Gehalte der Volksſchullehrer
betr., in der Faſſung der Bekanntmachung vom 30. Ok
tober 1905) bleiben, inſofern ſie nicht mit Genehmigung
Unſeres Miniſteriums des Innern geändert werden, auch
dann in Kraft, wenn ihre Gehalts= oder Vergütungsſätze
hinter den Bezügen zurückbleiben, die einem Lehrer nach
Artikel 1 dieſes Geſetzes für 1913 und nach Artikel 3 des
Geſetzes vom 17. Juli 1912 für 1912 zuſtehen. In dieſem
Falle werden die Beträge, die notwendig ſind, um jene
Bezüge zu erreichen, von den Gemeinden vorgelegt und
ihnen am Schluß des Etatsjahres aus der Staatskaſſe
er=
ſetzt. Artikel 5. Die Ausführungsvorſchriften zu
die=
ſem Geſetz werden von Unſerem Staatsminiſterium
er=
laſſen. ꝛc. ꝛc.
In der Begründung heißt es: Auf dringendes
Verlangen der Ländſtände nach einer baldigen
defini=
tiven Regelung der Beamten= und
Lehrer=
beſoldungen durch eine organiſche Reviſion der
jetzigen Gehaltsſätze und unter Beſeitigung der
vorhan=
denen Unſtimmigkeiten und Härten gab die Regierung die
Zuſage, noch im Laufe des Etatsjahrs 1912 eine ſolche
Vorlage einzubringen. Die Regierung iſt dieſem
Ver=
ſprechen durch die Vorlage vom 7. Dezember
1912 nachgekommen, welche die von den Ständen als
äußerſt dringlich bezeichnete organiſche Reviſion der
Be=
amten= und Lehrergehalte ſowie neue Vorſchläge wegen
des Wohnungsgeldzuſchuſſes der Staatsbeamten nach den
zutage getretenen Anregungen enthält. Bis jetzt iſt in
die Behandlung dieſer Vorlage noch nicht
eingetreten worden. Die Regierung muß daher
da=
mit rechnen, daß die Vorlage vör dem 1. April 1913
nicht mehr verabſchiedet wird. Für dieſen Fall
ſcheint es notwendig, die Geltungsdauer des Geſetzes vom
17. Juli 1912, das am 31. März 1913 abläuft, auf das
Etatsjahr 1913 zu verlängern damit die Beamten,
Volksſchullehrer, Staatsdienſtanwärter, Penſionäre und
Hinterbliebenen weiter im Genuß wenigſtens der
provi=
ſoriſch bewilligten Aufbeſſerungen bleiben.
Ausdrücklich erwähnt ſei, daß damit die Vorſchriften
in Artikel 1 Abſatz 3 und Artikel 3 Abſatz 2 des Geſetzes
vom 17. Juli 1912 wegen der Ruhegehalte der Beamten
und Volksſchullehrer auch auf die Beamten und
Volksſchullehrer anwendbar werden, die vom 1. April
1913 an bis zu dem Zeitpunkt in den Ruheſtand treten
werden, in dem die künftige Beſoldungsordnung
end=
gültig verabſchiedet wird.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 5. März. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Minuten.
Vor Eintritt in die Tagesordnung erhält das Wort
Staatsſekretär v. Tirpitz: Ich habe dem hohen Hauſe
die traurige Mitteilung zu machen, daß unſere Marine
in der letzten Nacht von einem ſchweren Verluſt
betroffen iſt, dem eine große Anzahl von Menſchenleben
zum Opfer gefallen iſt. Es handelt ſich um einen
Zu=
ſammenſtoß zwiſchen S. M. S. „Yorck” und dem
Torpedo=
boot „S. 178‟ Genauere Angaben habe ich ſelbſt darüber
noch nicht. Ich weiß auch nicht genau, ob das Unglück
direkt während des Manövers ſtattgefunden hat oder nach
dem Manöver, nachdem die Lichter ſchon geſetzt geweſen
ſind. Der Umſtand, daß verhältnismäßig wenige
ge=
rettet worden ſind — nur der Arzt, der Ingenieur und
15 Unteroffiziere und Mannſchaften, alle übrigen ſind
er=
trunken —, iſt wahrſcheinlich dem ſehr ſtürmiſchen Wetter
in der Nordſee zuzuſchreiben. Meine Herren! Die
Ma=
rine beklagt den frühen Seemannstod ſo vieler wackerer
Kameraden auf das tiefſte und wird dieſelben in hohen
Ehren halten. Aber der Unglücksfall hat der Marine ein
Anſporn zu ſein, den dahingeſchiedenen Kameraden in
treuer Pflichterfülluna zu folgen zum Dienſt für Kaiſen
und Reich. — Präſident Dr. Kaempf: Mit tiefem
Schmerz haben wir die Trauerbotſchaft vernommen, die
der Herr Staatsſekretär des Reichsmarineamts uns ſoeben
gemacht hat. Der Deutſche Reichstaa wird mit dem
ge=
ſamten deutſchen Volke den braven Männern, die in treuer
Pflichterfüllung den Tod gefunden haben, ein ehrenvolles
Andenken bewahren. Sie haben ſich zum Zeuanis deſſen
von Ihren Sitzen erhoben, was ich hiermit feſtſtelle.
Während dieſer Anſprachen hatten ſich die Mitalieder
ſämtlicher Parteien von ihren Plätzen erhoben
Auf der Tagesordnung ſteht zunächſt der Antrag der
Konſervativen auf
Schaffung kleiner Garniſonen,
freie Fahrten für Militärurlauber, Bewilligung von
Ernteurlaub uſw. Ein in der gleichen Richtung ſich
be=
wegender Antrag der Wirtſchaftlichen Vereinigung wird
mit zur Debatte geſtellt. — Abg. v. Flemming (konſ.):
Die neue Heeresvorlage gibt uns Anlaß dieſen Antrag
hier wieder vorzubringen. Von der Schaffung einer
grö=
ßeren Anzahl kleiner Garniſonen würde den Hauptvorteil
der Mittelſtand, in erſter Linie die Handwerker haben.
Keine Stadt wird ſich ſcheuen, die Laſten auf ſich zu
neh=
men, die durch Uebernahme von Garniſonen bedingt
wer=
den. Wir ſtehen auf dem Standpunkt, daß es eine große
Gefahr iſt, derart viele Leute in die großen Städte zu
ſchicken, da ſie dort allzu ſehr der Agitation der
Sozial=
demokratie ausgeſetzt ſind. Die Diſziplin wird auf dieſe
Weiſe allmählich untergraben, wofür auch ſchon durch die
Jugendorganiſation der Sozialdemokratie geſorgt wird.
Den Militärurlaubern ſollte alljährlich einmal freie
Eiſen=
bahnfahrt unter Benutzung von Schnellzügen gewährt
werden. Soweit es mit dem dienſtlichen Intereſſe
ver=
einbar iſt, ſollte auch in größerem Umfange Ernteurlaub
gegeben werden. Die Verhältniſſe im vorigen Jahre
zeigen, wie notwendig es iſt, oftmals mit einer großen
Anzahl von Leuten die Ernte unter Dach und Fach zu
bringen. Weiter verlangen wir, daß alljährlich nur
ein=
mal eine Kontrollverſammlung abgehalten wird, und
wün=
ſchen, daß Ernteſchäden und ſonſtige Schäden, die durch
militäriſche Uebungen verurſacht werden, ſchneller und
durch möalichſt große Kommiſſionen abgeſchätzt werden.
Eine Erhöhung des Servisgeldes für Pferde muß endlich
berbeigeführt werden. Ich bitte Sie unſeren Antrag
ein=
ſtienmia anzunehmen. Sje nützen damit in allererſter Linie
dem Mittelſtand. (Beifall bei den Konſervativen.) — Abg.
Noske (Soz.): Die dünne Schicht, die hinter dieſem
An=
trage ſteht, liefert in erſter Linie den Offizierserſatz Man
verſteht deshalb Ihr großes Intereſſe an dieſen Dingen.
Wir vermögen nicht. dem Antrag in allen Dingen
zuzu=
ſtimmen, und beantragen ſchon jetzt Einzelabſtimmung
Konzerte.
mm. Einen erleſenen hohen Genuß für alle
Kunſt=
freunde, welche die Gediegenheit und urſprüngliche
Friſche der a capella=Muſik des 16. und 17. Jahrhunderts
modernen Produkten vorziehen, bereitete dieſen der
Richard Wagner=Verein mit ſeinem 212.
Ver=
einsabend am 4. März in der Woogsturnhalle. Die
Berliner Barthſche Madrigal=
Vereini=
gung, die ihre vollendete Kunſt im polyphonen Geſang
hier ausübte, beſteht aus neun hervorragend muſikaliſch
durchgebildeten und ſtimmbegabten Mitgliedern, die ein
vorzügliches Enſemble bilden und mit ihrem
verdienſt=
vollen Leiter Artur Barth vollkommen ſich in das Weſen
der von ihnen gepflegten Kunſtgattung vertieft und
ein=
gelebt haben. Die, Wiedergabe der zahlreichen, hohe
künſtleriſche und nicht geringe phyſiſche
Leiſtungsfähig=
keit vorausſetzenden Chorgeſänge rechtfertigte den Ruf, der
dem Enſemble vorausgeht, durchaus und man konnte
ſich wirklich erquicken an dem edlen Wohlklang der
Stim=
men und dem Vortrag der herrlichen Meiſterwerke einer
hochgeſinnten, alle humaniſtiſchen Diſziplinen mit gleich
liebevoller Sorgfalt pflegenden glücklichen Zeit geſunder
Kunſtübung. Wenn ſo wie es von den Berliner
Künſt=
lern geſchah, dieſe prachtvollen Tonſätze von Paleſtrina,
Laſſo, Haßler, Gaſtoldi und Friederici, um nur die
be=
kannteſten Namen hervorzuheben, ausgeführt werden,
muß jedes Vorurteil gegen alte Chormuſik ſchwinden,
und wer das fröhlich geſungene Tanzlied Haßlers luſtiger
ausgelaſſener Geſellen (Gagliardes) „Tantzen und
ſprin=
gen . . ſteht mir im Sinn” oder Daniel Friedericis, des
Roſtocker Cantor primarius, heiter belebtes Chorlied
„Kupido am Bienenſtock” gehört hat, dürfte ſich freuen,
daß die ernſten alten Meiſter, von denen meiſtens nur
geiſtliche Werke bekannt zu ſein pflegen, auch für edle
Ge=
felligkeit echter Hausmuſik komponierten. In jener Zeit
erwartete man von ſtudierenden jungen Leuten und
wohl=
erzogenen Damen, daß ſie eine Stimme ſofort tadellos
vom Blatt ſingen konnten und die Ablehnung hätte ihnen
Verachtung eingetragen.
Geiſtvoller Witz und Muſik im Reim der Sprache iſt
dem Madrigal, einer Nebenform des Sonetts, eigen. Die
zur Unterlage der Kompoſition anregenden Texte lieben
aber auch ſehr, die Freude an der Natur auszuſprechen,
dem „ſüßen Schatten” (Nr. 3c) und dem „Echo”, bei
Or=
lando di Laſſo, dem berühmten, von Zeitgenoſſen
„Fürſt und Phönir unter den Komponiſten” genannten
Oberkapellmeiſter des Herzogs Albert V. von Bayern, von
dem außer dieſen noch ein hymnenartiger Geſang an den
heiligen Nikolaus und, dieſem parodiſtiſch nachgebildet,
ein Landsknechtsſtändchen tadellos zu Gehör kamen.
Von Hans Leo Haßler, der am Hofe Rudolfs II. in Prag
lebte, enthielt das Programm außer dem ſchon
erwähn=
ten noch als Schlußnummer die ſcherzhafte Klage eines
von Amor verwundeten Herzens: „Mein Lieb wil mit
mir kriegen‟. Die übrigen Geſänge des Engländers John
Bennet, des Franzoſen Paſſereau (um 1530), der beiden
Sachſen Wolfgang Mylius und Valentin Hausmann und
des Nürnbergers Hans (Chr.) Haidens „luſtigs Liedlein”
gefielen ungemein und wurden zum Teil da capo
ver=
langt. Orazio Vecchi (1551—1605) und der ernſte
Pale=
ſtrina waren an den Anfang des Programms geſtellt.
In der Ausführung von Staccato, Steigerungen uſw.,
wurde überall ein richtiges Maß eingehalten, ſo daß die
Kompoſitionen durch ihre Faktur ſelbſt gut zur Wirkung
gelangten. Mit Ausnahme des Einſatzes der Gagliarde
war die Tonreinheit tadellos, die rhythmiſche Straffheit,
Präziſion des Einſatzes überall vorzüglich, und der Effekt
deshalb ein großartiger.
Feuilleton.
B. B. Die Lektüre in der Kaſerne. Eine Neuerung für
die Soldaten iſt im Laufe der Wintermonate in
verſchie=
denen Armeekorps eingeführt worden und dürfte wohl
bald allgemeine Nachahmung finden. Um nämlich die
Soldaten während ihrer Freizeit mehr an die Kaſerne zu
feſſeln, und ſie vom Beſuch der Wirtshäuſer abzuhalten,
wurden in den Kaſernen beſondere Leſe= und Schreib=
zimmer eingerichtet. Hier konnten die Soldaten
unge=
ſtört Briefe ſchreiben und Bibliothekbücher leſen und
mehr=
fach wurden ſogar auch Zeitungen und Zeitſchriften zur
Lektüre für die Soldaten ausgelegt. Da auch die
man=
nigfachſten Unterhaltungsſpiele, wie Schach, Dame,
Do=
mino Wettreiten uſw. zur Verfügung geſtellt waren, ſo
iſt es nur ſelbſtverſtändlich, daß dieſe Neuerung von den
Soldaten mit großer Freude aufgenommen und gern
be=
nutzt wurde.
* Der Komponiſt der „Widerſpenſtigen” flüchtig!
Dieſe „aufregende Neuigkeit” unterbreitet die
National=
zeitung ihren Leſern durch folgende Mitteilung: „Dr.
Götzl der Komponiſt der„Widerſpenſtigen”
flüchtig. In Prag erregt eine Finanzaffäre des
Kom=
poniſten Dr. Anſelm Götzl, der wegen eines Defizits von
anderthalb Millionen Kronen flüchtig geworden iſt,
allge=
meines Aufſehen. Dr. Götzl war Generaldirektor eines
Papierfabrik=Konſortiums und ſoll — er beſaß ſelbſt ein
großes Vermögen — ſein Geld und dem Konſortium
ge=
hörende Summen an der Börſe verſpekuliert haben.
Er=
hat, wie feſtgeſtellt worden iſt, Prag bereits am
Donners=
tag verlaſſen, um ſich nach Amerika zu begeben. De=
Götzl, der als Komponiſt einen guten Ruf hat, iſt in
Ber=
lin durch ſeine Oper „Der Widerſpenſtigen Zähmung”
weiteren Kreiſen bekannt geworden. Auch ſeine „
Zier=
puppen” und „Précieuſes Ridicules” werden mit großem
Erfolge an vielen Theatern geſpielt.”
Armer, gemütvoller und deutſcher Hermann Goetz,
beinahe 40 Jahre nach deinem Tode mußt du
der Verdächtigung ſolcher Miſſetaten, als da ſind
Unter=
ſchlagungen, „Zierpuppen” und „Précieuſes Ridicules”
dich ausſetzen!
* Die „Unglückszahl” 13 wird, wie das Wiesbadener
Tagblatt mitteilt, anſcheinend auch in Wiesbaden
ausge=
merzt. Auf Verlangen des Inhabers der Autodroſchke
Nr. 13 wurde nämlich dieſem von der Polizeibehörde
eine andere Nummer zugeteilt. Das gleiche geſchah im
Vorjahr dem Eigentümer der Pferdedroſchke mit jener
über die verſchiedenen Punkte. Eine Erhöhung der
Ser=
visgelder für Pferde iſt berechtigt. Für Einſchränkung
der Kontrollverſammlungen ſind auch wir. Die Leute
ſetzen ſich bloß bei den geringſten Uebertretungen unerhört
harten Strafen aus. Der Ernteurlaub iſt nur ein
Not=
behelf, es muß vielmehr auf die Verkürzung der
Dienſt=
zeit hingearbeitet werden. Die Ernteurlauber müſſen
mindeſtens die gleiche Entlohnung bekommen wie die
Landarbeiter. Die Landflucht entſteht nicht aus
Ver=
gnügungsſucht. Die Landwirte mögen anſtändige
Woh=
nungsverhältniſſe ſowie Löhne ſchaffen, dann bleiben die
Leute. Wir würden das lieber ſehen, als daß dieſe
Scha=
ren in die Großſtädte kommen und dort als Lohndrücker
wirken. Die Wohnungen für Landarbeiter ſind oft
ſchlech=
ter als die Schweineſtälle. Einmalige freie
Eiſenbahn=
fahrt wünſchen wir den Soldaten ebenfalls. Der
Schaf=
fung der kleinen Garniſonen ſtimmen wir nicht zu ſchon
aus Sparſamkeitsrückſichten. Von Sparſamkeit iſt
über=
haupt vielfach nichts zu bemerken, namentlich, wenn es
ſich um Heranziehung ganzer Huſarenregimenter zu
höfi=
ſchen Zwecken handelt, um eine halbe Stunde Spalier zu
bilden. Die Antragſteller werden auch, wie ich glaube,
beantragen, daß Garderegimenter in die kleinen
Garni=
ſonen geſchickt werden. Die kleinen Garniſonen lehnen
wir ab — Abg. Angerpointner (Ztr.): Bei
Eiſen=
hahnbenutzung ſollte den Urlaubern die Fahrt in den
Eilzügen eingeräumt werden. Auch den übrigen Punkten
des Antrages ſtimmen wir zu. Ich bitte Sie, den Antrag
möglichſt einſtimmig anzunehmen. — Abg.
Schulen=
burg (natlib.): Den Städten erwachſen große Koſten
durch die Garniſonen. In den Anforderungen ſollte die
Militärverwaltung nicht zu weit gehen. So ſollte die
koſtenfreie Hergabe für Exerzierplätze nicht verlangt
wer=
den, da ſie ſchon für Kaſernements uſw. zu ſorgen haben.
Im übrigen ſtehen wir der Forderung der kleinen
Gar=
niſonen ſympathiſch gegenüber. Die freie
Eiſenbahn=
fahrt iſt berechtigt. Es ſollten aber auch den Veteranen
bei Regimentsjubiläen Militärfahrkarten zugewieſen
wer=
dan. Für die Soldaten verlangen wir
Briefportofrei=
heit. Dem Antrage ſtimmen wir in allen Teilen zu.
(Beiſall.)
Abg. Weinhauſen (Fortſchr. Vpt.): Die
Konſer=
vativen bringen dieſe alten abgegraſten Sachen jetzt wie
der vor im Hinblick auf die bevorſtehenden
Landtags=
wahlen. Der Schaffung kleiner Garniſonen ſtehen wir
wohlwollend gegenüber, doch muß die Auswahl ſorgfältig
vorgenommen werden. Es beſtehen Bedenken gegen die
kleinen Garniſonen. Die Unkoſten der Städte bezüglich
Kaſernen, Waſſer= und Lichtleitungen ſind ſo groß, daß
kaum ein wirtſchaftlicher Vorteil daraus den Städten
er=
wachſen wird. Auch den Marineſoldaten muß freie
Ur=
laubsfahrt zugebilligt werden. Daß die Soldaten zu
Erntezeiten Urlaub bekommen, erkennen wir für beide
Teile als berechtigt an. Eine zweimalige
Kontrollver=
ſammlung halten wir für eine überflüſſige Beläſtigung.
Eine Heraufſetzung der Servisgelder für Pferde halten
wir angeſichts des geſunkenen Geldwertes für berechtigt.
Auf Antrag des Abg. Baſſermann wird ein
bereits früher geſtellter Antrag der nationalliberalen
Par=
tei, der die gleiche Materie betrifft, mit zur Debatte
ge=
ſtellt. — Abg. v. Oertzen (Reichspt.): Gerade die
Ka=
vallerie hat ein großes Intereſſe daran, in kleinen
Gar=
niſonen zu liegen, weil ſie da in der Lage iſt, ihre
Uebungsritte weiter auszudehnen, als in der Großſtadt.
Auch die Fouragebeſchaffung iſt in der Kleinſtadt leichter,
Dem Antrage, den Urlaubern einmal im Jahre freic
Eiſenbahnfahrt zu gewähren, ſtimmen wir zu. Die
Ab=
ſchätzung der Ernteſchäden ſollte beſchleunigt werden,
da=
mit der Bauer ſeine Ernte heimbringen kann. — Es wird
ein Schlußantrag geſtellt und angenommen. Das
Schluß=
wort erhält der Abg. Dietrich (konſ.): Wenn Herr
Noske die Arbeiterwohnungen auf dem Lande als ſchlecht
bezeichnete, ſo beweiſt er damit, daß er die
Wohnungs=
verhältniſſe nicht kennt. Sie ſind beſſer als in der
Groß=
ſtadt. Von einer Wahlmache kann bei unſerem Antrage
nicht die Rede ſein. Er liegt dem Hauſe ſchon ſeit Jahr
und Taa vor.
Der Antrag wird in allen ſeinen Teilen
ange=
nommen, ſoweit er die Schaffung kleiner Garniſonen
verlangt, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, die
übrigen Teile einſtimmig.
Es folgt eine ganze Reihe von
Petitionen.
Zunächſt kommt eine Petition nach
reichsgeſetz=
licher Regelung der Wanderfürſorge zur
Verhandlung. Die Kommiſſion beantragt Ueberweiſung
zur Berückſichtigung, bezüglich der Beſchäftigung von
Wanderarbeitern Uebergang zur Tagesordnung. — Abg.
Böhle (Soz.): Eine reichsgeſetzliche Regelung iſt
un=
bedingt notwendig, zumal erſt zwei Staaten eine Regelung
vorgenommen haben. — Nach weiteren Bemerkungen des
Abg. Bernſtein (Soz.) wird die Petition nach dem
Antrage der Kommiſſion erledigt — Eine Anzahl
Peti=
tionen wird ohne Debatte erledigt. Eine Petition auf
Feſtlegung des Oſterfeſtes wird der Regierung als
Ma=
terial überwieſen. — Eine andere Petition verlangt, aus
der Eidesformel die religiöſen Worte zu entfernen und
die zwangsweiſe Teilnahme von Diſſidentenkindern am
Religionsunterricht zu beſeitigen.
Abg. Gröber
(Ztr.): Wir ſind gegen den ſozialdemokratiſchen Antrag
und wollen es bei dem Beſchluß der Kommiſſion belaſſen.
Der Antrag verlangt Trennung von Kirche und Staat. —
Die Petition wird nach dem Kommiſſionsantrag erledigt.
Nächſte Sitzung: Donnerstag 1 Uhr.
Kolo=
nialetat. — Schluß ½7 Uhr.
Untergang des Torpedobootes
„§ 17846.
* Helgoland 5. März. Heute nacht iſt das
Torpedoboot „§ 178” von einem unbekannten Schiff
gerammt worden und geſunken. Die Zahl der
Ertrun=
kenen iſt noch unbekannt.
* Helgoland, 5. März. Von dem gerammten
Torpedoboot „§ 178‟ ſind, wie verlautet, nur 15
Per=
ſonen der Beſatzung gerettet worden, 50 bis
60 ſind ertrun ken. „§ 178” wurde von dem
Kreuzer „Yorck” gerammt. Die Unfallſtelle liegt zwei bis
drei Seemeilen ſüdlich von Helgoland.
* Berlin, 5. März. (Amtlich.) Das
Torpedo=
boot „§ 178” iſt in der vergangenen Nacht 11.30 Uhr
bei der Rückkehr von einer Nachtübung durch den
großen Kreuzer „Yorck” gerammt worden und in kurzer
Zeit geſunken. Nur ein geringer Teil der Beſatzung
hat gerettet werden können. Der große Kreuzer „Yorck”
iſt unbeſchädigt. Der Unglücksfall hat ſtattgefunden fünf
Seemeilen nordöſtlich von Helgoland.
„S 178‟ lief im Jahre 1909 von der Schichauwerft
von Stapel und hat bei einer Waſſerverdrängung von
636 Tonnen einen Beſatzungsetat von 83 Mann. Das
Boot gehörte zur II. Halbflottille, die zur Zeit in dem
Verbande der Aufklärungsſchiffe, dem der große Kreuzer
„Yorck” angehört, in der Nordſee übt. „§ 178” iſt in
Wil=
helmshaven beheimatet. Eine amtliche Verluſtliſte wird
ſich erſt aufſtellen laſſen, ſobald die Geretteten gelandet
worden ſind, an Hand der Beſatzungsliſten, die bei den
Marineteilen am Lande, in dieſem Falle der zweiten
Tor=
pedobootsdiviſion in Wilhelmshaven, geführt werden.
HB. Helgoland, 5. März. Unter den wenigen
Geretteten von dem untergegangenen Torpedoboote
befindet ſich auch der Stabsarzt des Bootes. Sofort nach
dem Zuſammenſtoß traten die Scheinwerfer der
großen Kriegsſchiffe in Tätigkeit und es wurden
Leucht=
kugeln abgefeuert, um die Unfallſtelle zu beleuchten. Trotz
der umfangreichen Rettungsaktion konnte der
Panzer=
kreuzer und ein anderes Torpedoboot nur einen kleinen
Teil der Mannſchaft des untergegangenen Bootes retten.
* Kiel, 5. März. Wie hier mitgeteilt wird,
er=
tranken bei dem Untergange des Torpedobootes „S
178‟ 67 Mann der Beſatzung. Von den dem Tode
ent=
ronnenen Mannſchaften des verunglückten Torpedobootes
wurden einige vom Kreuzer „Yorck” gandere von einem
Torpedoboot gerettet. — Taucher ſuchen die Unfallſtelle
ab, die ſich in der Nähe der Dünen befindet.
* Wilhelmshaven, 5. März. Die
Wilhelms=
havener Zeitung erfährt von zuſtändiger Stelle:
Ge=
rettet worden ſind von dem „Torpedobaat „S 178‟.
Marineingenieur Kühn, Aſſiſtenzarzt Nanke, die
Ober=
maſchiniſtenmaate Byttlick, Rödenger und Schönbeck, der
Bootsmannsmaat Meyer, die Obermatroſen Franz,
Lo=
binth=und Großkopf, die Oberheizer Koch, Glein und
Vego, der Matroſe Mullin, die Maſchiniſtenanwärter
Spackien und Certes Merleck. Der Matroſe Heider ſoll
ſchwer verletzt ſein. Der eigentliche Kommandant,
Kapi=
tänleutnant von Zaſtrow, war in der letzten Nacht an
Bord nicht anweſend und entging ſomit dem Tode. Das
Boot wurde geführt von Oberleutnant z. S. Pies. Außer
dieſem iſt auch Oberleutnant z. S. Schede ertrunken.
* Wilhelmshaven, 5. März. Kurz vor der
Abfahrt nach Bremen empfing der Kaiſer den
Stations=
chef Admiral Grafen von Baudiſſin und nahm die
Mel=
dung über die Kataſtrophe entgegen. Der Kaiſer ſprach
der Station ſein inniges Beileid aus und ordnete an, daß
alle im Hafen liegenden Schiffe auf Halbmaſt flaggen.
* Berlin, 5. März. Die heutige Sitzung des
Ab=
geordnetenhauſes eröffnete Vizepräſident Dr.
Porſch mit folgender Anſprache: „Meine Herren!
Unſere Marine iſt in der letzten Nacht von einem
ſchwe=
ren Unglücksfall betroffen worden.
Zeitungsnach=
richten zufolge iſt das Torpedoboot „§ 178” von dem
Linienſchiff „Yorck” gerammt worden und geſunken,
wo=
bei 75 Mann der Beſatzung den Tod fanden. Die Herren.
welche ich bis jetzt ſprach, waren gleich mir tief erſchüttert
von dieſem Vorfall. Ich glaube, dem Gefühl des ganzen
Hauſes zu entſprechen, wenn ich von dieſer Stelle aus
unſerer tapferen Marine und den Angehörigen der
Ver=
ſtorbenen unſere herzliche Teilnahme ausſpreche.”
Die Abgeordneten hatten ſich von den Sitzen erhoben.
Der Balkankrieg.
Friedensverhandlungen.
* Konſtantinopel. 5. März. Man beginnt
nun=
mehr auch in offiziellen Kreiſen der Pforte zu erklären, daß
die Verhandlungen mit den Mächten eine
E in igung bezüglich mehrerer Punkte für den
Friedensſchluß welcher nahe bevorſtehe, ergab
Es ſcheine überdies, daß die Preſſe die öffentliche
Mein=
ung für die Idee des Friedens vorbereiten wolle. Das
Blatt Ifham betont, wie ſehr diejenigen getäuſcht wurden,
welche immer noch den Krieg verlangten, während ernſte
Möglichkeiten für den Abſchluß des Friedens ſich
dar=
boten. Das Blatt billigt die Grenzlinie Iniada-Enos,
welche einerſeits vollkommen dem Wunſche der Mächte
Rechnung trägt, andererſeits aber auch das berechtigte
ſtrategiſche Verlangen ſtellt, die Verteidigungslinie Viſa-
Lüle=Burgas innerhalb der ottomaniſchen Grenzen
auf=
recht zu erhalten, was einen bedeutenden Fortſchritt
zu=
aunſten der Löſung dieſer wichtigen Streitfrage darſtellt.
Das Blatt erklärt weiter: Die Frage der Inſeln ſchwebe
zwiſchen der Türkei und den Mächten. Die Pforte weigere
ſich. eine Kriegsentſchädigung zu bezahlen; ſie beſtehe
dar=
auf, daß die Balkanſtaaten einen Teil der ottomaniſchen
Schuld übernehmen. Das Komitee für Einheit und
Fort=
ſchritt hielt nachmittags eine Verſammlung ab, der große
Bedeutung zugeſchrieben wird. In der Verſammlung
wurde auch über die Friedensfrage geſprochen.
* Sofia, 4. März. Die Kommentare, welche
aus=
ländiſche Blätter an engliſche Blättermeldungen über eine
angebliche Abtretung Adrianopels knüpfen,
werden von kompetenter Seite als unbegründet
be=
zeichnet. Die Regierung hat bisher keine amtliche Ver=
ſtändigung erhalten, ſondern nur Andeutungen aus
drit=
ter Hand, daß die Türken eventuell eine künftige
Grenz=
linie von San Stefano nördlich von Kap Iniada zu der
Maritzamündung anbieten; vorausgeſetzt, daß der
Balkan=
bund von allen übrigen Forderungen, namentlich von
einer Kriegsentſchädigung, abſehe. Die bezeichnete Linie
würde die Abtretung Adrianopels einſchließen. Der
Vorſchlag wird von den Verbündeten als unannehmbar
und wertlos bezeichnet.
* Athen, 5. März. Geſtern abend um 7 Uhr
erſchie=
nen die Geſandten der ſechs Großmächte im Miniſterium
des Aeußern und kündigten gemeinſchaftlich dem Miniſter
Koromilas an, daß die Pforte die Vermittelung
der Mächte zum Abſchluß des Friedens
nach=
geſucht habe. Sie ſtellten die Anfrage, ob Griechenland
dem Vorſchlag zuſtimme. Der Miniſter des Aeußern
dankte den Mächten und bat um Zeit, damit er ſich mit
den Verbündeten vor Erteilung der Antwort ins
Einver=
nehmen ſetzen könne
* Belgrad, 5. März. Geſtern nach 5 Uhr
nachmit=
tags erſchien der öſterreichiſch=ungariſche Geſand te
v. Ugrom ſowie die übrigen Vertreter der Großmächte
im Miniſterium des Aeußern und richteten an den
Mini=
ſterpräſidenten Paſitſch die Anfrage, ob die
verbünde=
ten Staaten die Vermittelung der Großmächte
für den Abſchluß des Friedens mit der Türkei annehmen.
Paſitſch erwiderte, die ſerbiſche Regierung werde
c=
mit ihren Verbündeten ins Einvernehmen ſetzen und dann
antworten.
Ein Angriff der Griechen zur See.
* Athen, 4. März. Die Agence d’Athenes meldet
aus Korfu: Geſtern vormittag 11 Uhr verließ eine
Divi=
ſion der griechiſchen Schlachtflotte in Schlachtordnung den
Hafen in der Richtung nach Norden. gefolgt von mehreren
Transportſchiffen. Gegen halb 2 Uhr beſchoſſen die
Kriegsſchiffe Santi Quaranta. Die Bevölkerung von
Korfu vernahm die Kanonade gleich entferntem Donner.
Nach telephoniſchen Nachrichten leiſteten die Türken keinen
Widerſtand und flohen. Um 11 Uhr abends kehrten die
Transportſchiffe nach Korfu zurück. Die griechiſchen
Truppen beſetzten Santi Quaranta; die türkiſche Artillerie
iſt vernichtet.
Skutari für Montenegro.
* Cetinje, 4. März. Amtlich wird gemeldet: Der
König hat den Kriegskorreſpondenten erklärt: „Der
Entſchluß Montenegros, Skutari durch Waffengewalt
zu nehmen, wird durch den Beſchluß der Großmächte, daß
Skutari Albanien zufallen ſoll, nicht geändert.
Montene=
gro wird ſeine Operationen fortſetzen bis Skutari
erobert wird; keine Macht wird ſeine Truppen ohne
große Opfer aus Skutari entfernen. Skutari iſt eine
Lebensfrage für Montenegro. Ein einziger Weg führt
zur Befeſtigung des Friedens in einigen Gebieten des
Balkans, nämlich die vollkommene Garantie für die
Exi=
tenz und die freie Entwickelung Montenegros. Hierzu iſt
es notwendig, daß Montenegro Skutari mit Umgebung
erhält. Die Geduld Montenegros iſt erſchöpft.”
Der Albaneſenkongreß.
*(Trieſt, 4. März. Die auf dem Albaneſenkongreß
gefaßte Reſolution erkennt den Entſchluß der
Groß=
mächte, ein unabhängiges Albanien zu ſchaffen, dankbar
an. Die Großmächte werden gebeten, das begonnene
Werk raſch zu vollenden. Die Reſolution betont, es
be=
deute das Lebensintereſſe Albaniens, daß die Blockade
und der Kriegszuſtand baldmöglichſt aufhörten. In der
Reſolution wird darauf hingewieſen, daß Albanien ohne
Entwickelungsfähigkeit und ohne große Städte als
Ziviliſationszentrum unmöglich ſei.
Eine Erklärung des Großweſirs.
* Konſtantinopel 5. März. In einem
Inter=
view gab der Großweſir folgende Erklärung ab:
Die Unterzeichnung des Friedens iſt nicht,
wie verſichert wird, unmittelbar bevorſtehend.
Adria=
nopel iſt nicht abgetreten worden, wie man ſagt. Wahr
iſt, daß die Beſprechungen mit den Mächten
fortdauern, direkte Verhandlungen mit Bulgarien
werden nicht gepflogen. Wir nahmen die Mediation der
Mächte an und brachten ihnen unſere Vorſchläge zur
Kenntnis. Die Mächte haben auch ohne Zweifel die
Ver=
bündeten erſucht, ihre Bedingungen bekannt zu geben. Wir
warten die Entſcheidung der Mächte ab. Die Entſcheidung
der Mächte und die Entſcheidung Europas iſt aber nicht
bindend für die Türkei. Die Mächte intervenieren nicht,
ſondern bieten nur ihre guten Dienſte an. Es iſt
notwen=
dig, die mehr oder weniger falſchen Gerüchte über
die Verhandlungen mit Vorſicht aufzunehmen
Die Türkei lehnt es ab, eine Kriegsentſchädigung zu be
zahlen. Die Begründungen in der Broſchüre der
Direk=
tion der bulgariſchen Schuldenverwaltung ſind aber eine
Stütze für unſere Behauptungen. Die muſelmaniſche
Be=
völkerung in den beſetzten Gebieten wandert in die Türkei
aus, bringt Elend mit und bildet für uns eine furchtbare
Laſt. Die Entvölkerung, über die ſich die Bulgaren
be=
klagen, dürfte zwei bis drei Einwohner auf den
Quadrat=
kilometer in den neuen Balkanprovinzen betragen, welche
40 Einwohner auf den Quadratkilometer zählen, während
in unſeren aſiatiſchen Provinzen nur zehn, in einiger
Landſtrichen nur zwei Einwohner auf den
Quadratkilo=
meter kommen. Wenn wie die Bulgaren behaupten, die
wirtſchaftlichen Folgen des Krieges für ſie
ſo ſind ſie das nicht
minde=
verhängnisvoll ſind,
für uns. Das Argument, daß die Türkei nicht
die geringſten Koſten für Rumelien zu tragen hat, iſ
nicht ſtichhaltig. Was ſoll aus den 20000 Beamten
Ru=
meliens werden. Werden ſie uns nicht immer zur Laſt
allen und müſſen wir ſie nicht jetzt ſchon als zur
Dispoſi=
tion geſtellt behandeln? Wiſſen die Bulgaren nicht, daß
die Türkei gezwungen iſt. jedes Jahr Anleihen
aufzuneh=
men und noch weitere Anleihen aufnehmen muß? Die
ottomaniſche Staatsſchuld beträgt rund drei
Milliarden. Das ausländiſche Kapital, das in der
Türkei angelegt iſt, beträgt die gleiche Summe, während
die bulgariſchen Schulden unbedeutend ſind. Die
bulga=
riſchen Eiſenbahnen gehören dem Staate. Bei uns iſt
das nicht der Fall. Ich glaube, daß die Gläubiger der
Türkei eine ganz andere Auffaſſung ihrer Intereſſen
haben.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 5. März. Der Ikdam
mel=
det: Der Miniſterrat hat in ſeiner geſtrigen Sitzung
den Bericht des türkiſchen Botſchafters in Petersburg
über das Reſultat der
Friedensverhandlun=
gen in Petersburg beraten und beſchloſſen, neue
Inſtruktionen an den Botſchafter zu ſenden. Auf Grund
derſelben hofft der Miniſterrat, daß die
Meinungsver=
ſchiedenheiten wegen der türkiſch=bulgariſchen Grenze
bei=
gelegt werden. Im allgemeinen lehnt man hier jeden
Gedanken an eine Kriegsentſchädiauna ab.
ominöſen Ziffer. Auch einen Dienſtmann oder Packträger
Nr. 13 wird man in Wiesbaden vergebens ſuchen. Einigen
Haus= oder Villenbeſitzern in den vornehmeren Straßen
iſt ſogar geſtattet worden, ihre Hausnummer 13 gegen
eine andere umzutauſchen. So am Bismarckring, in der
Frankfurter Straße, Guſtav=Freytag=Straße, am Kaiſer=
Friedrich=Ring, in der Paulinenſtraße, Rauenthaber
Straße, Ruhbergſtraße, Sonnenberger Straße, Stiftſtraße.
In einzelnen dieſer Straßen führt das betreffende Haus
die Nummer 11a, in anderen ſpringt die Zählung direkt
von 11 auf 15 über. Im Adreßbuch heißt es in ſolchen
Man ſieht, die Zahl
Fällen: „Nummer 13 exiſtiert nicht.”
der Anti=13=Angſtmeier iſt groß im ſchönen, aufgeklärten
Wiesbaden.
* Die Bulldogge, der Mann und die Hoſe. Auf dem
Broadway in New=York, da, wo er ſich mit der 45. Straße
kreuzt, wo das Criterion=Theaur ſteht, wurde jüngſt der
Strom des Verkehrs durch einen baumlangen Herrn von
ſtangenförmiger Geſtalt aufgehalten: der Heer ſchlenderte
nämlich ſorglos quer über den Fahrdamm und wäre
bei=
nahe überfahren worden, wenn nicht die Schutzleute
ein=
gegriffen hätten. Der baumlange Mann kümmerte ſich
aber gar nicht darum, ſondern widmete ſich aufs höflichſte
ein paar Damen, denen er beim Beſteigen eines
Omni=
buſſes behilflich war. In dieſem Augenblicke erſcheint ein
Herr mit einer Bulldogge an der Leine auf dem freien
Platz, der durch das Aufhalten des Wagenverkehrs
ent=
ſtanden iſt. Die Bulldogge ſieht den „Baumlangen” reißt
ſich mit Gewalt los und wählt deſſen Hoſenbeine zum Ziel
ihrer Biſſe. Ihr Beſitzer ſucht ſie zurückzureißen, aber
immer wieder ſchnappt ſie nach den Hoſenbeinen. Dem
langen Manne aber macht das gar nichts aus. Er
verab=
ſchiedet ſich aufs höflichſte von den Damen und ſcheint erſt
jetzt zu bemerken, was in den unteren Regionen ſeines
Leibes vor ſich geht. Er macht aber keine Miene, ſich
gegen den beißenden Hund zur Wehr zu ſetzen, ſondern
wirft ihm einen mitleidigen Blick zu, greift in die Taſche
und zieht ein großes Plakat hervor. Darauf ſteht: „Kauft
Eure Hoſen bei K. Y. Z. Sie ſind unzerreißbar.”
Luftfahrt.
* Halle (Saale), 5. März. Die Erbauerin der
Parſevalſchen Luftſchiffe, die
Luftfahrzeug=
geſellſchaft in Bitterfeld, die gegenwärtig für England
einen Parſevalballon baut, hat, wie die Saalezeitung
meldet, mit England einen Vertrag abgeſchloſſen,
wonach England die Erlaubnis erhält, nach den
Zeich=
nungen der Geſellſchaft innerhalb eines beſtimmten
Zeit=
raumes beliebig viele Parſevalballone zu bauen; für
jedes dieſer Luftſchiffe hat England eine beſtimmte
Summe an die Luftfahrzeuggeſellſchaft zu zahlen.
Erdbeben.
z. Erdbebenwarte Darmſtadt=
Jugen=
heim, 5. März. Das am 4. März nachmittags 5 Uhr in
Heidelberg verſpürte Erdbeben ſcheint durchaus
lokalen Charakter gehabt zu haben, da die
In=
ſtrumente der hieſigen Erdbebenwarte nur eine ſehr
ſchwache mikroſeismiſche Regiſtrierung von 5 Uhr 9
Mi=
nuten 11 Sekunden an ergeben haben. Heute herrſcht
auffallend ſtarke ſeismographiſche
Boden=
unruhe, die auf atmoſphäriſche Störung (Stürme,
plötz=
liche Temperaturveränderung und dergl.) ſchließen laſſen.
Der Amtsantritt des Präſidenten
Wilſon.
* Waſhington, 4. März. Nach Schluß des
feier=
lichen Redeaktes fuhren der neue und der bisherige
Prä=
ſident vom Kapitol nach dem Weißen Hauſe.
Un=
mittelbar hinter dem Wagen, in dem Wilſon und Taft
fuhren, ſetzte ſich die Inaugurationsparade in
Bewegung. Etwa 30000 Perſonen marſchierten in der
Parade, die in vier Diviſionen geteilt war. Als
Groß=
marſchall der Parade fungierte Generalmajor Leonhard
Wood. Die erſte Diviſion bildeten die regulären Truppen,
die zweite die Staatsmilizen, die dritte die
Veteranen=
verbände und patriötiſchen Organiſationen, die vierte
zahlreiche bürgerliche Körperſchaften. Unter den letzteren
befanden ſich viele politiſche Klubs, darunter Tammany
Hall mit 1500 Mitgliedern, ferner 3000 Studenten, 200
Cowboys und 35 Indianer. Auch viele
Staatsgouver=
neure ritten in der Parade mit ihren Stäben. Die
Pa=
rade ging die Pennſylvania=Avenue entlang, die, gleich
der ganzen Stadt, in prächtigem Blumen= und
Flaggen=
ſchmuck prangte. Vor dem Weißen Hauſe verabſchiedete
ſich Taft dem Brauche gemäß von Wilſon. Der neue
Präſident entſtieg dem Wagen und begab ſich auf die dort
errichtete Ehrentri büne, von wo er die Parade Revue
paſſieren ließ. Unter den Klängen zahlreicher
Muſik=
kapellen erfolgte der Vorbeimarſch, während Wilſon
ent=
blößten Hauptes für die ihm erwieſenen
Ehrenbezeugun=
gen dankte. Die Parade löſte ſich dann auf. Der neue
Präſident begab ſich in das Weiße Haus.
Die Inaugurierungsfeier fand am Abend
ihren Abſchluß mit der Illumination der Stadt und
einem großartigen Feuerwerk. Bald nach
Sonnenunter=
gang erſtrahlten Straßen und Gebäude in einem Meer
von Licht. Gewaltige Scheinwerfer warfen ihre breiten
Lichtkegel auf die Kuppel des Kapitols. Die breite
Penn=
ſylvania=Avenue bildete vom Kapitol bis zum
Waſhing=
ton=Cirele ein einziges Lichtmeer. Der Ehrenhof vor
dem Weißen Hauſe bildete den Glanzpunkt der
Illumi=
nation. Viele tauſende von Menſchen waren
zuſammen=
geſtrömt, um Zeugen des Schauſpiels zu ſein, das nach
Einbruch der Dunkelheit mit einem Feuerwerk ſeinen
Höhepunkt erreichte. Eine Rakete und gleich darauf ein
Bombenſchlag leiteten das Feuerwerk ein. Im nächſten
Augenblick ſtiegen zahlloſe Ballone auf, die ſich inmitten
eines Regens von Raketen und Lichtkugeln hell vom
Him=
mel abhoben. Es folgte ein Salut von 101
Mörſer=
ſchüſſen. Sodann ſtiegen Lichtkugeln über dem Weißen
Hauſe auf und zerſtäubten Strahlenbündel, welche die
Nationalfarben zeiaten. Andere Lichtkugeln zeigten in
den Lüften in rieſigen Buchſtaben die Namen Wilſon
und Marſhall. Für die Verwandlungseffekte war eine
gewaltige Maſchinerie in Bewegung geſetzt worden. Die
Vorbereitungen nahmen eine Fläche von 2000
Quadrat=
fuß ein. Zunächſt erſchien ein ungeheurer Roſenſtrauß,
der ſich nach einer Weile in eine ſtrahlende amerikaniſche
Flagge von rieſigen Dimenſionen verwandelte. Die Flagge
verwandelte ſich ſchließlich in die Bilder des Präſidenten
Wilſon und des Vizepräſidenten Marſhall. Dann war
das Schauſtück zu Ende. Nach und nach erloſchen die
Lich=
ter, und um Mitternacht war die Stadt wieder in Dunkel=
Vermiſchtes.
Bildmarken. „Mit den Bildmarken durch
alle Galerien der Welt” iſt das Motto einer neuen
Sam=
melart, die ſich im Sturm die Gunſt des großen
Publi=
kums erobert. Die großen. unvergänglichen Meiſterwerke
der Malerei ſichtet die Bildmarken=Sammlung durch
kupferdruckartige, je 5 mal 8 Zentimeter große,
ausge=
zeichnet gelungene Reproduktionen in Form der
Bild=
marken nach den einzelnen Galerien, in denen die Bilder
ihre bleibende Stätte haben. Durch die Bildmarken wird
der Sammeleifer von groß und klein, jung und alt auf
Wege geleitet, die dauernd unendlichen Nutzen durch
be=
lehrende und erbauende Anſchauung der großen
Meiſter=
werke ſichern. Von allen Reklame=Marken und
Aehn=
lichem haben die Bildmarken den höchſten bildneriſchen
Wert und ſie kommen, wie Dr. E. W. Bredt, der
Kon=
ſervator der Königl. Graphiſchen Sammlung in München,
ganz richtig ſagt, dem Verlangen des großen Publikums
nach den beſten Bildern zu erſtaunlich billigen Preiſen
nach. Die einzelne Bildmarke koſtet 2, der ganze 32
ver=
ſchiedene Bilder enthaltende Bildmarken=Bogen 60 Pfg.
Die Bildmarken, von denen monatlich 6t Stück (2 Wogen
à 60 Pfg.) und im Laufe der Zeit über 10000 Stück
er=
ſcheinen, bedeuten eine neue Epoche in unſerer Bildung
durch Bilder und kommen dem geſunden Empfinden des
Volkes nach. Sie erſcheinen im Galerie=Verlag, Berlin=
Steglitz 66, und ſind auch in den beſſeren Buch= und
Papierhandlungen zu haben. Sie ſeien hiermit
wohl=
verdientermaßen wärmſtens empfohlen.
Stuttgarter
Lebensverſicherungs=
bank a. G. (Alte Stuttgarter). Das abgelaufene Jahr
1912, das 58. ſeit Beſtehen, brachte der Bank wieder einen
großen Zuwachs. Eingereicht wurden 14 198 Anträge
über 110,8 Millionen Mark. Zur Aufnahme gelangten
11 565 Verſicherungen mit 88.1 Millionen Mark. Durch
Tod wurden fällig 1667 Verſicherungen über 11,7
Millio=
nen Mark und durch Ablauf bei Lebzeiten 1129
Verſiche=
rungen über 8,0 Millionen Mark. Nach Abzug des
Ge=
ſamtabganges verbleibt in der Todesfallverſicherung ein
Reinzuwachs von 7562 Verſicherungen mit 60.1 Millionen
Mark Kapital. Einſchließlich der Altersverſicherung
be=
trug Ende 1912 der Geſamtverſicherungsbeſtand der Bank
163 567 Verſicherungen über 1 Milliarde und 77,8
Millio=
nen Mark.
Literariſches.
Die beiden heſſiſchen Lehrervereine haben ein Buch
herausgegeben: Denkſchrift über das
Dienſtein=
kommen der Volksſchullehrer im
Großher=
zogtum Heſſen, bearbeitet von dem 1. Schriftführer
des Landes=Lehrervereins. Es umfaßt 64 Seiten mit
ver=
ſchiedenen Tabellen und iſt im Buchhandel bei Ludwig
Saeng in Darmſtadt für 45 Pfennig zu haben. Die Schrift
will nachweiſen, daß die heſſiſchen Lehrer ein Anrecht auf
volle Gleichſtellung mit den mittleren Staatsbeamten
haben und zeigt, wie weit ſie dieſen gegenüber noch
zurück=
ſtehen müſſen.
— Die direkten Gemeindeſteuern in den
größeren badiſchen Städten und ihre Reformen
in den Jahren 1906 und 1910 im Vergleich mit dem
preu=
ßiſchen Gemeindeſteuerſyſtem. Von Dr. Otto Mayer.
(Volkswirtſchaftliche Abhandlungen der badiſchen
Hoch=
ſchulen. Neue Folge. Heft 15.) Karlsruhe i. B. 1913.
G. Braunſche Hofbuchdruckerei und Verlag. Preis 2 Mk.
Die vorliegende Arbeit will einen Beitrag zum
Ver=
ſtändnis der badiſchen Gemeindeſteuerverfaſſung und der
Reform derſelben bieten. Sie wendet ſich an die
Kommu=
nalpolitiker und an alle dieienigen, die dem
Gemeinde=
finanzweſen als einem wichtigen Zweige unſeres
öffent=
lichen Lebens Intereſſe entgegenbringen, insbeſondere an
die im Gemeindeleben ſelbſt ſtehenden Perſonen und
Be=
hörden und an die bei der Handhabung und Ueberwachung
der Gemeindeſteuern tätigen Staatsorgane.
Freiherr von Schlicht, Frauen!
Humo=
riſtiſch=ſatiriſche Plaudereien aus einer glücklichen Ehe.
Preis broſch. 2 Mk., geb. 3 Mk. (Verlag von B. Eliſcher
Nachf. in Leipzig.) — Meine Frau iſt die Perle aller
Frauen — ſagt meine Frau. „O. du böſer Schlicht!” wird
da manch eine „beſſere Hälfte” ausruſen. Aber wenn ſie
erſt all die diskreten Indiskretionen „aus einer glücklichen
Ehe” kennen wird, ſollte ſie da am Ende nicht reumütig
ſagen: „Und doch, recht hat er — — ſo ſind wir (oder
wenigſtens die andern)!” Und die getreuen Hausväter?
In mehr oder weniger dankbarer Erinnerung werden ſie
zuſtimmend lächeln: „Ja, ſo ſind ſie, unſere lieben, lieben
Frauen!” Und wenn man all die köſtlichen Situationen
miterleben darf, die dem Verfaſſer als dem
Hauptleid=
tragenden immer wieder zu wirklich allerliebſten, in ihrer
Objektivität doppelt wirkenden Randbemerkungen
Veran=
laſſung geben, dann müſſen wir ſchon geſtehen: Es hat
wirklich keinen Zweck, ſich noch zu wundern! —
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)
* Berlin, 5. März. Die Kaiſerin und die
Prin=
zeſſin Viktoria Luiſe nebſt Gefolge ſind heute nachmittag
um 2 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof eingetroffen.
* Stuttgart, 5. März. Bei der Beſprechung der
Deckung der einmaligen Koſten der
Heeres=
vorlage durch eine einmalige Abgabe vom Vermögen
ſchreibt der Staatsanzeiger: Wie wir vernehmen, ſteht
die württembergiſche Regierung dem
Ge=
danken der Erhebung einer einmaligen Abgabe vom
Be=
ſitz behufs Deckung der einmaligen Koſten der
Heeresvor=
lage ſympathiſch gegenüber.
Hannover, 5. März. Aus Anlaß des
Hennigs=
dorfer Raubmordanſchlages gegen das
Auto=
mobil des Juweliers Plunz hat der Allgemeine Deutſche
Automobilklub für künftige derartige Fälle zur
Ergreif=
ung der Attentäter 5000 Mark ausgeſetzt.
* Bremen, 5. März. Der Kaiſer iſt im Automobil
von Wilhelmshaven kommend, um 12 Uhr 10 Minuten
mit Gefolge vor dem Rathauſe angekommen, wo er vom
Senat, den Spitzen der Behörden und dem Offizierkorps
empfangen wurde. Das Wetter hat ſich aufgeklärt. Die
Straßen, die der Kaiſer paſſierte, prangten in reichem
Flaggenſchmuck. In den Straßen vor dem Rathauſe hatte
ſich ein zahlreiches Publikum eingefunden das den Kaiſer
herzlich begrüßte. Entgegen dem bisherigen Brauche
be=
gab ſich der Kaiſer nicht in den Ratskeller, ſondern durch
die untere Halle nach dem neuen Rathauſe, das er
ein=
gehend beſichtigte. Um 1 Uhr nahm der Kaiſer, indem er
einer Einladung des Senats folgte, das Frühſtück im
neuen Rathauſe.
* Brüſſel, 5. März. Das Urteil in dem Prozeß
der Prinzeſſinnen Stephanie und Luiſe
gegen den belgiſchen Staat wird am 2. April geſprochen.
2 Paris, 5. Mäez,. Der unter dem Vorſitz des
Präſt=
denten Poincaré ſtattgehabte Miniſterrat genehmigte
den der einmütigen Aeußerung des Oberſten Kriegsrates
entſprechenden Geſetzentwurf betreffend Einführung
der dreijährigen Dienſtzeit ohne Ausnahme
und ohne Vergünſtigungen. Der Geſetzentwurf wird ſchon
morgen der Kammer vorgelegt werden.
H. B. Berlin, 5. März. Auf dem Hofe des
Gefäng=
niſſes in Plötzenſee wurde heute morgen 7 Uhr der 20
Jahre alte Petruczewski hingerichtet, der im Juli
v. J. den Rentier Jup in Schöneberg ermordete und
be=
raubte.
Briefkaſten.
Lapins. Zwiſchen dem Kreisamt Darmſtadt und
den zum Kreis gehörenden Oberförſtereien iſt vereinbart,
daß Förſter und Feldſchützen die Lapins ſchießen dürfen.
An Stelle des ſonſt üblichen Schußgeldes hat man ihnen
das erlegte Wild überlaſſen. Wie wir erfahren, ſoll für
künftighin keine Schießerlaubnis erteilt werden.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Volles Vertrauen gerechtfertigt!
Trotzdem ich Bioſon nur kurze Zeit gebraucht habe, war
der Erfolg ſo durchgreifend und überraſchend, daß ich
in Bioſon mein volles Vertrauen ſetze und es überall da
empfehle, wo es gilt, körperliche Kraft zu unterſtützen,
zu fördern oder zu erſetzen. Schweſter Johanna,
Saarbrücken, Sofienſtraße Nr. 15. Unterſchrift
be=
glaubigt: 7. Nov. 1912, Harraeus, Kgl. Notar. Bioſon,
Blechdoſe (ca. ½ kg) Mk. 3.— erhältlich in Apotbeken,
Drogerien. Verlangen Sie vom Bioſonwerk,
Frank=
furt a. Main, Gratisprobe und Broſchüre. (III,5595
H
Sge
An
Auf Kadfer
haben ſich zahlreiche Fahrer gewöhnt,
Wyberk=Tabletken mitzunehmen. Die ſtau=
7
bige Luft, das raſche Atmen greiff die Kehle
an, ſie wird krocken, der Hals rauh und die
Stimmle heiſer, beſonders wenn man ſich
noch von der Fahrk erhitt dem Zuge ausgeſeßk hat. Dann wirken ein
paar Wybert=Tablekten Wunder: wie ſie im Munde zergehen, lindern
ſie die Heiſerkeit und ſchaffen einen freien Hals. Der Preis iſt in allen
Apotheken und Drogerien 1 Marß pro Schachtel. Niederlagen in
Darmſtadt: in ſämtlichen Apotheken; Drogerie von
Fr. Beckenhaub, Kirchſtraße 27. Drogerie Gg. Liebig
& Co., Luiſenſtraße 4; Martins=Drogerie,
Pan=
kratiusſtraße 41; Drogerie Chr. Schwinn, Rheinſtraße 8;
Drogerie C. Watzinger, Wilhelminenſtr. 11; Central=
(I.2823
Drogerie. Eliſabethenſtraße 30.
BPSsos
der idesle poröse Wäschestoff für Herrenhemden
besfer Schufz gegen Erkältungen
vorräfig in
Baumwolle Helbleinen Flenell
empfiehlf
Ferdinand Carl Winfer
nigl Hoheit des Grossherzoge
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II
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124a
49 ℳ.
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Trauer-Kleider, Trauer-Lastüme
8
Trauer-Blausen, Trauer-Röcke
Trauer-Mäntel, Trauer-Stoffe
In reicher Auswahl!
Anderungen sofart!
Gebr. Höslein.
2 Ludwigsplatz.
8
4464a
Aus dem Geſchäftsleben.
Am Konfirmationstag möchte die Hausfrau
ihren Angehörigen und Gäſten einen wirklich
ſchmack=
haften Kuchen vorſetzen. Das Kuchenbacken wird aber
zu einer teuren Sache, wenn die Hausfrau meint,
un=
bedingt Kuhbutter verwenden zu müſſen. Sie kann
Geld ſparen, wenn ſie an Stelle der teuren Kuhbutter
das aus Pflanzenfetten hergeſtellte Produkt Palmona
(Pflanzen=Butter=Margarine) nimmt. Dabei läßt ſich
bei Verwendung von Palmona nicht nur die gleiche
Schmackhaftigkeit erzielen, ſondern der Kuchen bekommt
auch eine ſchöne, gleichmäßig braune Farbe, wie ſie
ſelbſt beim Gebrauch von Butter nicht beſſer erreicht
werden kann.
Geuzsſe,,
Subben
sind die besten!
Allein echt mit dem Namen MAGGl und der Schutzmarke Kreuzstern.
autgenugt
[ ← ][ ][ → ] Jeder Tag der Arbeit ſtellt die weit=
1
gehendſten Anforderungen an unſere Körper=
und Nervenkraft. Darum ſollte der moderne Menſch
vor allem daran denken, ſich geſund und leiſtungsfähig
zu erhalten und für vollwertigen Erſatz der verbrauchten
Stoffe zu ſorgen. Das von der Wiſſenſchaft anerkannte
und von den Aerzten erprobte Mittel für alle, die ſich
matt und elend fühlen, heißt Sanatogen. Sanatogen
führt dem erſchöpften Organismus gerade diejenigen
Stoffe zu, deren er zur völligen Neubelebung und
Ver=
jüngung, zur Hebung aller ſeiner Kräfte und Leiſtungen
bedarf. Auf den der heutigen Nummer beiliegenden
Proſpekt der Sanatogenwerke Bauer & Cte., Berlin
SW. 48, womit auch eine Gratisprobe des bewährten
Mittels, ſowie belehrende Broſchüren angeboten werden,
ſei hiermit hingewieſen.
(IV,5596, 134
Goltesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 7. März:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 15 Min.
Samstag, den 8. März:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Predigt 9 Uhr
25 Min. Sabbatausgang 7 Uhr 5 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religionz=
geſellſchaft.
Samstag, den 8. März:
Vorabend 5 Uhr 45 Min. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
4 Uhr. Sabbatausgang 7 Uhr 5 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 9. März, an:
Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 5 Uhr 45 Min.
NB. Sonntag, den 9. März u. Montag, den 10. März:
Rausch Chaudesch Ador Soheni
Familiennachrichten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
von nah und fern bei der Beerdigung unſeres
lieben Vaters, Großvaters, Urgroßvaters u. Onkels
Jakob Jourdan
ſagen wir Allen, beſonders Herrn Pfarrer
Zimmer=
mann für die troſtreiche Grabrede, ſowie der
Krankenſchweſter für ihre liebevolle Pflege und
dem Militär=Verein unſeren herzlichen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Wixhauſen, 4. März 1913.
(5616
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute nacht 12 Uhr entſchlief ſanft nach
kurzem Leiden meine liebe Frau, unſere Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter
(5607
Frau Bertha Pretsch
geb. Naumann
im Alter von 67 Jahren.
Darmſtadt, den 5. März 1913.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Pretsch u. Kinder.
Die Beerdigung findet Freitag, den 7. März,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Todes=Anzeige.
Schmerzerfüllt teilen die traurige Nachricht
mit, daß heute morgen 2 Uhr mein
unvergeß=
licher Gatte, unſer Vater, Sohn, Bruder,
Schwager und Onkel
(5557
Herr Josef Labriola
nach langem, ſchwerem, mit Geduld ertragenem
Leiden im Alter von 30 Jahren ſanft entſchlief.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Joſef Labriola und Kinder,
Familie Julius Labriola,
Familie Oreſt Labriola,
Guiſeppe Morgantini nebſt Frau.
Gammelsbach, Wiesbaden, Florenz,
den 4. März 1913.
Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag
halb 3 Uhr ſtatt.
Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet über Südeuropa hat ſich wenig
verändert, während ſich die Depreſſion über Island
oſtwärts verlagert hat. Unter dem Einfluß von
Rand=
wirbeln der nördlichen Zyklone war es geſtern in
Deutſchland wolkig bei normalen Temperaturen.
Nieder=
ſchläge fielen verbreitet, jedoch in unerheblicher Menge.
Heute morgen liegen die Temperaturen in Deutſchland
zwiſchen 8” und 10‟ Von Weſten her ſteigt der Druck,
ſo daß wir vorläufig unter Hochdruckeinfluß kommen
dürften.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
6. März: Wechſelnd bewölkt, nur noch leichte
Nieder=
ſchläge, kühler, windig.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. D). Anfang 7½ Uhr,
Ende gegen 11 Uhr: „Der fliegende Holländer”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Saalbautheater. Anfang 8 Uhr: Gaſtſpiel von
Agnes Sorma (Geſpenſter)
Vortrag von Herbert Eulenberg um 8 Uhr im „
Ma=
thildenhöhſaal” (Freie lit.=künſtl. Geſellſchaft).
Wiſſenſchaftlich=religiöſer Vortrag von
Dr. med. Oberdörffer um 8¼ Uhr im „Kaiſerſaal”.
Monatsverſammlung des Gartenbauvereins um
8 Uhr im „Fürſtenſaal”.
Konzerte: Hotel Heß um 3 und 8 Uhr. — Bürgerkeller
um 8 Uhr. — Rummelbräu um 8 Uhr.
American=Bio beim Bismarckdenkmal.
Vor=
ſtellungen von 3—11 Uhr täglich.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 7. März.
Bauplätze=Verſteigerung des Philipp von der
Schmitt um 11 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Eberſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft.
am Friedhof zu Eberſtadt).
Nutzholz=Verſteigerung um 9½ Uhr auf der
Straße Eppertshauſen-Münſter (beginnend bei
Eppertshauſen).
Druck und Verlag: L. C. Witlich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Haus Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Bilanz der Darmſtädter Volkshank
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haſtpflicht.
Aktiva.
per 31. Dezember 1912.
Paſſiva.
ℳ 130 ℳ 15
ℳ 15 .6
2.
1. Geſchäftsguthaben:
1. Kaſſe, fremde Geldſorten und Zins=
98 869 59
ſcheine .
a) verbleibender Mitglieder . . . . 1 4295467
2. Guthaben bei der Reichsbank und
b) ausſcheidender Mitglieder . . .
1 489 40877
59 861
22 12825
dem Poſtſcheck=Konto . . .
2. Reſervefonds I
,
337 586 18
,
3. Wechſel
386 679 34
, „
, ,
3. Reſervefonds II . . . . . .
70 109 109
4. Deviſen
125480
..
-
4. Immobtlien=Reſerve . . . . . .
4000
5. Wertpapiere:
5. Delkrederefonds
50 000 —
a) Anleihen des Reichs und der
6. Penſions= und Unterſtützungsfonds
187 767—
Bundesſtaaten .
250 828 185
7. Darmſtädter Volksbank=Stiftung
12500—
b) Sonſtige bei der Reichsbank be=
8. Darmſtädter Volksbank=Stiftung,
leihbare Wertpapiere
171723 95
Zinſen=Konto . .
11665
„ „
c) Sonſtige börſengängige Wert=
9. Spareinlagen:
49 331 55
papiere .
a) täglich fällig
18707096
336
472 22035
d) Sonſtige Wertpapiere . . . . .
b) mit Kündigungsfriſt unter drei
450 57050
6. Guthaben bei Banken.
Monaten
1 600 880 14
7. Forderungen aus Lombardierung
c) mit vierteljährlicher Kündigung .
657 926
16
331970 85
börſengängiger Wertpapiere
d) mit halbjährlicher Kündigung . . . 534 922 952980 850 21
8. Kontokorrent=Forderungen (ſämtlich
10. Scheck=Einlagen
15
724379
3155 271
gedeckt)
11. Kontokorrent=Schulden . . . . .
136 886 42
9. Feſtbefriſtete Hypothekforderungen
12. Schulden bei Banken
14950 59
und Güterziele . . . . .
*
31276189) 13. Hypothekſchulden (Stiftsſtraße 9) .
66000
10. Vorſchüſſe:
14. Forderungen aus:
20 658 98
a) Gegen Wechſel.
a) übernommenen Kautionskrediten 2990
b) Sonſtige Vorſchüſſe (ſämtlich
b) übernommenen Garantien und
623273 611 64393259
gedeckt) .
,,
63000
Bürgſchaften .
65 990
,
11. Forderungen aus:
15. Dividende=Konto
.
2839162
2990
a) Geleiſteten Kautionen .
16. Vorauserhobene Zinſen:
b) Garantien u. Bürgſchaften (ſämt=
66670
a) von Bankverkehr=Konto . . . .
63000
65 990
lich gedeckt) . .
b) von Vorſchuß=Konto
2 25465
c) von Vorſchußwechſel=Konto . . .
143
12. Noch zu empfangende Zinſen:
950—
d) von Wechſel=Konto
2 464. 55 5 52890
a) von Haus=Konto
355 50
b) von Immobilien=Konte I
17. An früher ausgeſchiedene Mitglieder
515
c) von Immobilien=Konto II . .
174180
zu zahlende Geſchäftsguthaben
3 136 60
d) von Lombard=Konto . .
158 448 80
18. Reingewinn . .
. „
6 506 40
11 46350
.
e) von Vorſchuß=Konto
2 405 65
13. Mobilien=Konto
3 663 50
14. Schrankfächer=Konto
15. Grundſtücke:
a) Geſchäftshaus Hügelſtr. 8 u. 16,
225000
amtl. Taxe 358000 ℳ .
b) Haus Schützenſtr. 12 (Immobilien=
7056
Konto I) Steuerwert 57000 ℳ .
c) Haus Stiftsſtr. 9 (Immobilien=
Konto II) amtliche Taxe 120 000 ℳ 114865 37 34692137
16. Beteiligung am Schutzverein für
3000
Nieder=Modau G. m. b. H. .
620 105 19
(530 105 ſ1s)
Die Geſchäftsanteile der Mitglieder betrugen am 31. Dezember 1911 ℳ 1503991.47; in 1912 wurden an Dividenden gutgeſchrieben
ind bar einbezahlt ℳ 5360461; an ausgeſchiedene Mitglieder wurden zurückbezahlt ℳ 66 445.51, ſo daß ſich Ende 1912 das Geſamtguthaben
Die
Ge=
auf ℳ 1491 150.57 beläuft. Von 942 Mitgliedern betragen die Haftſummen ℳ 942 000.—, von 1045 Mitgliedern ℳ 2090 000.—
ſchäftsguthaben haben ſich von 1911 auf 1912 um ℳ 12840.90, die Haftſumme in der gleichen Zeit um ℳ 54 000.— vermindert. Am
Jahres=
ſchluſſe betrugen die Haftſummen obiger 1987 Genoſſen ℳ 3032 000.—.
Ende 1911 zählte die Genoſſenſchaft 1989 Mitglieder; im Laufe des Jahres 1912 ſind 100 Mitglieder beigetreten; dagegen ſind
ausgeſchieden: durch Tod 60, freiwillig 37, durch Ausſchluß 5, verbleibt Stand am 31. Dezember 1912 1987 Mitglieder.
Die von der Generalverſammlung genehmigte Dividende von ſechs Prozent wird von heute ab — aber nur gegen
(5558
Vorlage der Geſchäftsanteilbücher — ausbezahlt, bzw. gutgeſchrieben.
Darmſtadt, den 5. März 1913.
Darmstädter Volksbank eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.
Thomas.
f. Habicht.
Stein.
Guterh. Lieg=Sitzwagen f. 5 M
z. verk. Löffelg. 10, I., r. (*6143
6
erch
(ariste
8
Weihlich.
Junge Dame
bewandert in Stenographie,
Ma=
ſchinenſchreiben, Buchführung uſw.,
mit engliſchen und franzöſiſchen
Sprachkenntniſſen und guten
Zeug=
niſſen, ſucht paſſende Stellung für
nur vormittags. Gef Off. unt.
N14 an die Exp. ds. Bl. (5544mdf
Fräulein
in Stenographie u. Maſchinenſchr.
bewandert, ſucht paſſende Stellung.
Off. erb. u. N 48 a. d. Exp. (*6142
bewandertin
Steno=
lein
3
Frauiein, graphie,
Schreib=
maſchine (Syſtem Underwood) und
allen vorkommenden Kontorarbeit.,
ſucht zum 1. April anderw. Stell.
Gefl. Off. u. N 46 a. d. Exp. (*6122
Tüchtige Flickerin, im
Aus=
beſſern von Weißzeug, Herren= u.
Damenkleidern geübt, hat noch Tage
frei Waldſtr 3, II., I. (*6066ds
Perf. Schneiderin wünſcht noch
einige Kunden. M. Keſſel, Ried=
(*6058ds
eſelſtraße 42, p., I.
Durchaus tüchtige Schneiderin
nimmt noch einige beſſere Kunden
in und außer dem Hauſe an.
Off. u. M 31 a. d. Exp. (*5728id
au erfahren in Küche
re F
Aelterr Klun, und Hausarbeit,
ſucht Stelle zur Führung des
Haushaltes. Offert. unter N 11
an die Exped. ds. Bl. (*6016md
Frau ſucht Putzen od. Aushilfe
Luiſenſtr. 32, Sutter (*6183
Hauzmächen, 21 Jahre att, mit
guten Zeugn., ſucht ſof. Stelle, geht
auch zu Kind., Zimmer= u.
Haus=
mädchen nach Wiesbaden, jüng.
Alleinmächen ſuchen Stellen für
1. April. Minna Dingeldein,
gewerbs=
mäßige Stellenvermittlerin,
Eliſa=
bethenſtr. 5, Telephon 531. (*6174
Rlleinmädch., geſ. Alter, welch.
gut bürg kocht, m. ſ. g. Zeugn.,
ſucht Stell. z. ält. Ehep. o. einz. Dam.
w. mehr. i. Mädch. ſ. Stll. z. 1. April.
Vertrade Hartmann, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin.
(*6132
Niederramſtädterſtraße 31.
Gut ampf. Mädchen ſucht für
(*6157
morgens Laufdienſt.
Näh. Heidelbergerſtr. 8, Hths.
Frau ſucht Laufd. morg. 2 St.
*6098) Gr. Ochſengaſſe 26, 1. St.
Gebildete Dame
30er Jahre, wünſcht event. per ſof.
für die Nachmitt. bei älterer Dame
Beſchäftig. Ref. ſtehen zu Dienſten.
Off. unt. N 40 an die Exp. (*6113
Bebr. Kontschu
EKera F reise
von Donnerstag, 6. März
bis Donnerstag, 13. März
Markt 2
für
9112!!
Nadeln —
Nähnadeln „Blitz‟ . Brief 6 ₰
„ Goldöhr Brief 9 ₰
Maschinen-Nadeln 2 Stück 5 ₰
Stecknadeln . . . 2 Briek 5 2
Stecknadeln, Stahl, Brief 6 ₰
Stecknadeln, Stahl, Karton 28
Büsten
für
Schneiderei
mit Ständer
5.95 ₰
ohne Ständer
St9s ℳ
— Armblätter
Trikot, Batist, waschbar, Seide
Preislagen: . 15, 20, 25, 30 ₰
35) 40 ₰ bis 1.15
Armblätter z. Anzieh. v. 95 ₰ an
1 Partie . . . 2 Paar 10 ₰
-Kragenstützen —
„La Gacieuxe‟ 2 Stück 3 ₰
„Darling‟.
2 Stück 5 ₰
„Carola‟
2 Stück 5 ₰
Druckknöpfe
Haken u.
augen
Druckknopf „666‟ 2 Dtz. 15 ₰
„ „Walzertraum‟ Dtz 15 ₰
„Firmax‟ Dtz. 17₰
Haken u. Schingen, Paket 2 Z
„ „ „ versilo. „ 7 ₰
Feder-Haken
Dtz. 3 3
„Silvana‟
2 Stück 8 ₰
„Salta‟
2 Stück12 ₰
— Diverses
Reihgarn
kl. Spulen 6 ₰
Reihgarn . . gr. Spulen 17 ₰
Leinenzwirn . . Stern 6 ₰
Messing-Ringe Dtz von 8 ₰ an
GELEGENHEITS-KKUFE
in diversen Artikeln:
Ersatz-Taschen f. Unterröcke
Stück
Perlmutter-Knöpfe karte . à. 2 Dtzc. 28 ₰ Reste Gummiband Stück von 10a Mangelknöpfe . . . . . . Partie 3 Dtz. 3 ₰ Pompadouf, Knüpfarbeit. Imitation, jed. Stück 95 ₰ Kimono-Ueber-Blusen abgepaset 1.95 Kragen für Morgenröcke . Stück 1.95 — Fingerhüte
Stück 1, 3, 5, 8, 12 ₰
5614)
Centimeter-Masse
Stück 6, 8, 10, 12, 18 ₰
Besenlitzen
Meter 5, 7, 8, 9, 10 ₰
1
Gebr. Ne
2s
2 Markt 2
2 Markt 2
Mitglied des Rabatt-Sparvereins Darmstadt.
Jg. Fran ſucht f. morg. 2 St.
Beſchäftig. Wienersſtr. 16, Mſd. (*
Beſſ. ält. Mädch. mit gut. Empf.,
in der bürgerl. u. fein. Küche u.
Hausarb. ſelbſt., ſucht Stelle zu ält.
beſſ. Herrn. Gertrude Hartmann,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Nieder=Ramſtädterſtraße 31. (*6131
ſpricht u. ſchreibt
Jg. Mallki, engl., franz. u.
italieniſch, ſucht ſofort irgend
welche Beſchäftigung.
Offerten unter N 17 an die
Expedition d. Bl.
(*6072
Mehr. Mädchen ſ. ſ. i.
Privat=
u. Geſchäftshäuſ. Stellg. Karolina
Beck, gewerbssmäßige
Stellenver=
mittlerin, Eliſabethenſtr. 22, II. (*
Junges Mädchen uns
firm in bürgerlicher Küche, Nähen,
Plätten, ſucht baldigſt Stelle als
Stütze der Hausfrau. Gute Zeugn.
Ang. sub K. L. 27 postlag.
Niedern-
hausen 1.
(5575
Junge Frau ſucht Laufdienſt
morgens 2 Stunden Gr. Och
en=
gaſſe 4, Manſarde.
(*6128
Einfaches Fräulein, kinderlieb,
ucht per 1. April evtl. ſpät. Stell.
in kl. beſſ. Haushalt als Stütze.
Kocht ſelbſtändig u. übern. ſämtl.
Hausarb. Familienanſchluß erbet.
Offerten sub N 43 an die Exped.
dieſes Blattes.
(*6126
Für 2 junge Mädchen, 16 und
18 Jahre alt, wird für tagsüber
Stellung zu Kindern od. in klein.
Haushalt geſucht Wienersſtr. 52,
Seitenbau, 1. Stock.
(*6146
Gewandte Frau empfiehlt ſich
bei Konfirmationen zum Servieren
Liebfrauenſtraße 111, I.
(*6145
Verhältniſſehalber ſucht eine
Dame aus beſſ. Familie für
nach=
nittags bei einem Arzt, Photogr.
od. in einem Geſchäfte Beſchäftig.
Offerten uI. N. 52 Exped. (*6 42
Kantich
Kaſſierer
der 17 Jahre in einem hieſ. Abzahl.=
Geſchäft als Sonntagskaſſier tätig
war u. einwandfrei dieſe Stelle
ver=
ließ, ſucht ähnl. Vertrauenspoſten.
Gefl. Offert. unt. N 56 Exp. (*6187
Bauführer
gelernter Maurer, 32 Jahre alt,
mit prima Zeugniſſen, firm in
Bau=
führung, Voranſchlag und
Abrech=
nung, ſeit Jahren in erſtem
Baugeſchäft Darmſtadts tätig.
ſucht zum 1. April event. ſofort
anderweitig Stellung. Offerten u.
M58 an die Exped. (*5817ids
Anlangstelle auf Konieor od.
Bauk-
geschäft wird v. jung. Kaufmann
geſucht. Offert. unter N 30 an
die Expedition d. Bl. (*6102ds
Lehrling
Suche für meinen Sohn mit
Ein=
jährig=Freiwilliger=Berechtigung
Lehrſtelle auf Bankgeſchäft oder
Bank. — Offerte unter N. 8 an
die Exped. erbeten.
(5529mdf
Lenriing
Suche für meinen Sohn, m.
Ein=
ährig=Freiwilliger=Berechtigung,
paſſende Lehrſtelle.
Offerten unter N 35 an die
Ex=
pedition d. Bl. erbeten. (5530mdf
Beiblich
Me
lücht. Hänerinnen
erhalten lohnende Heimarb.
in fein. Knabenkonfektion. (488
Oppenheimer &Co., Schulstr. 2.
Behrmädchen
Theodor Kalbfuss, Markt 10.
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Schulzeug=
niſſen für ſofort oder
1. April geſucht.
(5634ds
Geteten heiten Sper deſcht
wird eine
Verkäuferin,
welche in der Hauptſache die Kaſſe
zu führen und die Kontorarbeiten
zu beſorgen hat, per 1. April oder
früher zu engagieren geſucht.
Nur Damen, welche an ernſtes,
ſelbſtändiges Arbeiten gewöhnt
ſind, wollen unter Angabe des
Alters und der bish. Laufbahn
Offerten einreichen unter Chiffre
M45 an die Exped. (5379imd
Tüchtige, perfekte
M.
N
Tanteharbckterin
nur ſolche, die Vorzügl. leiſt., bei
dauernd. Stellung u. höchſt. Lohn
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Lang, feine Damenſchneiderei,
Mühlſtraße 40, J
(*6075ds
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Probe=Arbeit mitbringen.
Leinenhaus Becker
17 Wilhelwinenstr. 7. (5482mäf
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(5554dfs
Portune, Bleichſtr. 1c.
4.2
Seidelt
gewandt., tüchtiges Mädchen m.
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Haus=
alt (drei erwachſene Perſonen),
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Reinliche junge Mädchen
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dauernd geſucht. Näh. bei Wehner
& Fahr, Schokoladenfabrik,
Holz=
hofallee 1.
(5621dfs
Hohes (5556dd
Jahres=Einkommen.
Wir ſuchen
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feinen Beziehungen zur
Vermittelung von
Aus=
teuer=Aufträgen
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verwandtſchaft=
licher und geſellſchaftlicher
Beziehungen. Angenehme,
reſpektable, dabei höchſt
lohnende, abſolut diskrete
Erwerbsquelle.
Näh. Ausk. durchaus
un=
verbindlich für Anfragende
bereitwilligſt.
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Ge=
ſchäftslokal nicht erforderl.
H. & W. Budde, Bielefeld 61.
Ausſteuer= und Wäſche=
Verſaud=Geſchäft.
Lieferanten Königl. u. Fürſtl.
Hofhalt. u. d. Nordd. Lloyd.
Gegründet 1859.
Referenzen über ca. 1400
gelieferte Braut=
Ausſtat=
tungen liegen vor. Hunderte
v. Damen a. feinſt. Kreiſen
erzielen hierd. hoh. Einkom.
Angehende Verkauferin
(*6171
geſucht
Schubkegel, Ludwigsplatz.
Lehrmädchen
us ord. Fam. für den Verk.
ge=
ſucht. Es wollen ſich nur ſolche
melden, welche die Mittelſchule od.
e. Handelslehranſtalt beſucht haben.
C. F. Erb Nachf.
Obere Eliſabethenſtr. (*5935md
Lehrmädchen
für die Zuſchneiderei geſucht.
Vor=
kenntniſſe im Nähen erwünſcht.
Eichbergs Nachfolger,
obe Wlhelminenſtrabe 90 (*565
Suche per ſofort ordentliches,
reinliches Laufmädchen od. junge
Frau für morgens von 7 bis
12 Uhr. Zu ſprechen vormitt. von
8—11 Uhr. Zu erfragen in der
Expedition.
5776imd
Zu 2 ält. Leuten wird ein
zu=
verläſſ. Mädchen, das ſelbſtänd
kochen kann u. die Hausarb. verſt.,
indauernde St. geſ. Lohn nach
Ver=
einbarung. Beckſtr. 72, I. (5342imdf
Suche: Köchin. u. Hausmädch,
älterer Herr ſucht einfach. Mädch.,
welch. gut kocht, eine Dame wünſcht
Mädchen für alle Arbeiten,
Herr=
ſchaft (2 Leute) ſucht wegen
Ver=
heiratung brav. Mädchen, andere
Mädch. m. guten Zeugn. bei hoh
Lohn in Geſchäftsh. zum 15. März
u. 1. April. Frau Berta Neßling,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
(*5967md
Ludwigſtr. 8.
Junges Mädchen
kann die Küche gründl. erlernen,
evtl. ohne gegenſeitige Vergütung
E. Rollhäuſer, Oekonom, Offiz.=
(*5952mdf
Kaſino, Train=Batl. Nr. 18.
Gesucht
ein braves,
ſauberes Dienſtmädchen,
nicht über 20 Jahre, mit guten
Zeugniſſen, per 1. April. (5367a
Frau W. Sundheimer-Nagel
Ernſt=Ludwigſtr. 16, II.
Ich ſuche ſelbſtändige
zu=
verläſſige
(3374a
Köchin
zum 1. April, wegen Verhei=
Nur
ratung der jetzigen.
ſolche mit guten Zeugniſſen
wollen ſich melden bei
Frau M. Wittich,
Eichbergſtraße 1.
ſucht für 1. April ein
zuver=
läſſiges, nicht mehr zu junges
Mädchen
das ſelbſtändig kochen kann,
auch alle andere Arbeit
ver=
ſteht u. nur gute Zeugniſſe
beſitzt. Näheres
Eichberg=
ſtr ße 1.
(3373a
Geſucht zum 1. April ein zuverl.
das ſelbſtänd. koch.
Mädchen kann u. Hausarb.
verſt. Hausmädch. vorh. Mit Buch
zu meld. nachm. v. 6—7 Uhr bei Frau
Frof. Ihle, Hermannſtr. 49. (*5769ds
Alleinmäd=
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Mark 50 Millionen 4% Reichsanleihe
Mark 100 Millionen 4% Preußiſche Staatsanleihe
Unkündbar bis 1. April 1925
liegen zur öffentlichen Zeichnung auf bis:
Freitag, den 7. März d. J., mittags 1 Uhr.
Der Zeichnungspreis beträgt:
a) für diejenigen Stücke, die unter Sperrung bis 15. Januar 1914 in das Reichs= oder Staatsſchuldbuch
unter Verrechnung von
einzutragen ſind, 98,40 Mark für je 100 Mark Nennwert:
4% Stückzinſen.
b) für alle übrigen Stücke 98,60 Mark für je 100 Mark Neunwert.
Die Zeichner können die ihnen zugeteilten Anleihebeträge vom 17. März d. J. ab jederzeit voll bezahlen, ſie ſind jedoch verpflichtet:
des zugeteilten Betrages ſpäteſtens am 26. März d. J.
50%
„ 14. Mai d. J.
25
24. Juni d. J.
25
zu bezahlen. Zeichnungsheträge bis 5000 Mark einſchließlich ſind am 17. März d. J. ungeteilt zu berichtigen. Die Abnahme muß an
derſelben Stelle erfolgen, welche die Zeichnung angenommen hat.
Die näheren Bedingungen, ſowie Zeichnungsſcheine ſind erhältlich bei den Zeichnungsſtellen:
Dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere, der Königlichen Seehandlungs=Hauptkaſſe und der Preußiſchen Central=
Genoſſenſchafts=Kaſſe, bei allen Reichsbank=Hauptſtellen, Reichsbankſtellen und den Reichsbank=Nebenſtellen mit Kaſſeneinrichtung,
bei der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und ihren ſämtlichen Zweiganſtalten, ſowie bei den nachſtehenden Stellen:
in Berlin: Bank für Handel u. Induſtrie.
Berliner Handels=Geſellſchaft. — S.
Bleich=
röder. — Commerz= u. Disconto=Bank.
Delbrück Schickler & Co. — Deutſche Bank.
Direction der DiscontoGeſellſchaft.
Dresdner Bank. — Hardy & Co., Geſ. mit
beſchränkter Haftung. — F. W. Krauſe & Co.
Bankgeſchäft. — Mendelsſohn & Co.
Mitteldeutſche Creditbank. — Nationalbank
für Deutſchland. — A. Schaaffhauſen’ſcher
Bankverein. — Gebrüder Schickler.
Aachen: Rheiniſch=Weſtfäliſche Disconto=
Geſellſchaft Actiengeſellſchaft.
„ Barmen: Barmer Bank=Verein Hinsberg,
Fiſcher & Comp.
Braunſchweig: Braunſchweigiſche Bank
und Creditanſtalt A.=G.
Bremen: Deutſche Nationalbank,
Kom=
mandit=Geſellſchaft auf Aktien.
Breslau: Breslauer Disconto=Bank.
S. 2.
Eichhorn & Co. — E. Heimann.
Landsberger. — G. v. Pachaly’s Enkel.
Schleſiſcher Bank=Verein.
Caſſel: L. Pfeiffer.
in Chemnitz: Chemnitzer Bank=Verein.
Coblenz: Mittelrheiniſche Bank.
A. Levy.
Cöln: Deichmann & Co.
Sal. Oppenheim jr. & Co, — J. H. Stein.
„ Dresden: Gebr. Arnhold. — Phil. Elimeyer.
„ Elberfeld: Bergiſch=Märkiſche Bank. — v.
der Heydt=Kerſten & Söhne.
„ Eſſen: Eſſener Bank=Verein. — Eſſener!
Gredit=Anſtalt. — Rheiniſche Bank.
Simon Hirſchland.
„Frankfurt a. M.: Deutſche Effecten= und
Wechſelbank. — Deutſche Vereinsbank. —
Frankfurter Bank. — Lazard Speyer=Elliſſen.
Jacob S. H. Stern. — L. & E.
Wert=
heimber.
Halle a. S.: Halleſcher Bankverein von
Kuliſch, Kaempf & Co. Commandit=
Geſell=
ſchaft a. Actien. —
H. F. Lehmann.
Reinhold Steckner.
„ Hamburg: L. Behrens & Söhne. — Joh.
Berenberg, Goßler & Co. — Conrad Hinrich
Donner. — Norddeutſche Bankin Hamburg.
— Schröder Gebrüder & Co. — Vereinsbank
in Hamburg. — M. M. Warburg & Co.
in Hannover: Hannoverſche Bank. — Ephraim
Meyer & Sohn.
„ Karlsruhe: Veit L. Homburger. — Straus
& Co.
„ Königsberg i. Pr.: Norddeutſche
Credit=
anſtalt.
„ Leipzig: Allgemeine Deutſche Credit=
An=
ſtalt. — Hammer & Schmidt.
„ Ludwigshafen (Rh.): Pfälziſche Bank.
„ Magdeburg: Magdeburger Bank=Verein.
— Mitteldeutſche Privatbank
Aktiengeſell=
ſchaft. — F. A. Neubauer.
Mannheim: Rheiniſche Creditbank. —
Süd=
deutſche Disconto=Geſellſchaft A.=G.
München: Bayeriſche Handelsbank.
Bayeriſche Hypotheken= und Wechſel=Bank.
— Bayeriſche Vereinsbank.
„ Nürnberg: Bayeriſche Disconto= &
Wechſel=
bank A.=G. — Anton Kohn. —
Vereins=
bank.
„ Poſen: Oſtbank für Handel u. Gewerbe.
„ Straßburg i. E.: Allgemeine Elſäſſiſche
Bankgeſellſchaft.
Stuttgart: Württembergiſche Vereinsbank
und bei den in Deutſchland belegenen Haupt= bezw. Zweigniederlaſſungen dieſer Firmer:
(IV,5626
Mark 400 Millionen 4% Preußiſche Schatzanweiſungen,
wovon Mark 200 Millionen zum Umtauſch der am 1. April d. J. fälligen Schatzanweiſungen beſtimmt ſind,
fällig: 200 Millionen am 1. Mai 1917, 200 Millionen am 1. Auguſt 1917,
liegen zur ökfentlichen Zeichnung auf bis:
Freitag, den 7. März d. Js., mittags 1 Uhr.
Für Barzeichnungen beträgt der Zeichnungspreis 99% unter Verrechnung von 4% Stückzinſen.
Für Umtauſchanmeldungen ſtellt ſich der Bezugspreis ebenfalls auf 99%.
Die zum Umtauſch bereiten Beſitzer geben ihre am 1. April 1913 fälligen Schatzanweiſungen bis ſpäteſtens zum Zeichnungstage
(7. März) zu pari in Zahlung und erhalten bei Aushändigung der neuen Stücke eine Barvergütung von einer Mark für je 100 Mark
Nennwert.
Jeder Zeichnungsſtelle ſteht das Recht zu, die Friſt für die Einreichung der alten Schatzanweiſungen auf
Antrag bis zum 14. März er. zu verlängern. Der Antrag muß rechtzeitig bis zum 7. März er. geſtellt werden
und die Verpflichtung enthalten, die zu bezeichnende Summe neuer Schatzanweiſungen gegen Einreichung von
alten zu beziehen.
Die gegen Barzahlung abzunehmenden Schatzanweiſungen können vom 17. März d. J. ab jederzeit voll bezahlt werden, müſſen jedoch bezahlt
werden mit:
50% des zugeteilten Betrages ſpäteſtens am 26. März 1913,
„ 14. Mai 1913,
St;
„ 24. Juni 1913.
Zeichnungsbeträge bis 5000 Mark einſchließlich ſind am 17. März d. J. ungeteilt zu berichtigen. Die Abnahme muß an derſelben Stelle
erfolgen, welche die Zeichnung angenommen hat. (Für die Einlieferer der zum Umtauſch angemeldeten Schatzanweiſungen kommt eine
Einzahlung nicht in Frage.)
Die näheren Bedingungen ſowie Zeichnungsſcheine ſind erhältlich bei:
Der Königlichen Seehandlung (Preußiſche Staatsbank), den Reichsbankanſtalten oder bei den
Zeichnungs=
ſtellen der jetzt neu ausgegebenen Reichs= und Preußiſchen Staatsanleihen (vergl. vorſtehende Bekanntmachung). (IV,5627
Conserven
Brechspargel, 4 Sorten
Stangenspargel, 6 Sorten
Spargel-Köpfe, 2 Sorten
Erbsen, deutsche, 3 Sorten
Erbsen, franz., 5 Sorten
Erbsen m. Carotten, 2Sorten
Schnitt- und Brechbohnen
7 Sorten
2 Pfd.-Dose von 35 ₰ an
Princessbohnen, 3. Sorten
Dicke Bohnen, Flageolets
Gemischte Gemüse, 2 Sort.
Cardons, Kohlraby,
engl. Géléris
Sellery in Scheiben
Spinat, Tomaten-Purée
Artischokenböden
Steinpilze, Morcheln,
Pfifferlinge,
Champignons, 5 Sorten
Trüffeln, 2 Sorten
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do. v. 1875 93,60
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¼ Griechen v. 1887 .. —
3‟ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 87,30
4. do. Goldrente . . . 90,10
do. einheitl. Rente 84,50
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4 do. v. 1890 . . 91,10
do. v. 1905 . . 86,70
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,30
4 do. v. 1902 . . . . 9020
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4 Türk. Admin. v. 1903 77,50
4 Türk. unifiz. v. 1903 87,00
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4 do. Staatsrente. . . 83,90
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In Prot.
5 Argentinier . . . . . .100,60
86,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 93,40
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,00
4½
93,20
do.
4½ Japaner . . . . . . . 90,90
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3
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5 Gold=Mexikaner . . . . 97,30
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Transportanſtalten.
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10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 209,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 82,30
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 91,80
Franz=Jofefs=Bahn . . 87,30
3 Prag=Duxer . . . . . . 73,80
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 91,60
do.
75,50
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 98,70
do.
Sehmn.
Bf.
29 Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,10
77,00
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 91,20
4 Ruſſ Südweſt. . . . . 86,80
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,50
86,40
do.
4 Wladichawchas
86,80
4 Rjäſan Koslow . . . . 86,50
3 Portugieſ. Eiſenb. .. 75,10
4½
do.
6a
2½, Livorneſer .
38,75
3 Salonique=Monaſtir . 62,00
4 Baadadbahn . .
80,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. 94,00
4 Miſſouri=Paciſie. . .. 70,00
4 Northern=Paciſic . . . 98,50
4 Southern=Paciſic .
93,40
5 St. Louis und San
Franeisco. . . . . 81,20
5 Tehuantepec . . . . .
95,75
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 187,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 150,2
9½ Berlin. Handelsgef. .168,2.
6½ Darmſtädter Bank . 123,50
12½) Deutſche Bank . . .
55,75
6 Deutſche Vereinsbank . 123,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 119,00
10 Diskonto=Kommandit 190,40
8½ Dresdener Bank . 155,75
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,60
6½ Mittelb. Kreditbank 120,60
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,00
7 Pfälziſche Bank. . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . 137,20
7 Rhein. Kreditbank. . . 135,75
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 113,00
7½ Wiener Bankverein . 135,25
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,00
Seden
Zf.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
86,80
S. 19. . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
97,50
S. 52 . . . .
.
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,25
3½
87,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,10
3½
do.
86,90
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
98,40
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 98,70
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 86,90
S. 3—5 . . . . . . . . 86,70
S. 9—11 . . . . . . . 86,80
4 Meininger Hyp.=Bank 97,40
3½
86,5
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 97,40
3½ do. (unk. 1914)
86,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 98,50
3½
87,80
do.
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . ..
97,50
15½,
do.
87,00
Frankfurt. . . . . . . 98,50
3½
do.
95,2
4 Gießen . .
96,50
3½
do.
Heidelberg . . . . . . 97,00
P.
do.
87,70
4 Karlsruhe
. . . . 96,50
3½
do.
87,30
Magbedurg. . . . . .
3½
do.
4 Mainz . . . . . . . . 97,40
3½
do.
87,50
4 Mannheim . . . . . . 96,20
3½
do.
87,00
München . . . . . . . 99,40
3½ Nauheim . . . . . . —
Nürnberg. . . . . . . 98,70
31,
do.
87,60
4 Offenbach . . . . . . . 100,00
3f.
In Proz
3½ Offenbach . . . . . . —
4 Wiesbaden . . . . . . 98,40
3½
do.
96,40
Worms . .
. . 97,30
88,50
do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 76,50
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 174,90
3½ Cöln=Mindner 100 140,00
Holl. Komm. . fl. 100 110,30
3 Madrider . . Fs. 100 74,00
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,60
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,00
3 Oldenburger . . . .
½ Raab=Grazer fl. 150 112,60
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 35,80
Braunſchweiger =Tlr. 20 197,00
Freiburger . . . . Fs. 15 110,00
Mailänder . . . . Fs. 45 —
do. . . . Fs. 10 —
Meininger . . . . . fl. 7 34,30
Oeſterreicherv. 1864 fl. 100 —
do. v. 1858fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100 380,00
Venediger . . . . Fs. 30 54,00
Türkiſche . . . . Fs. 400 158,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,43
20 Franks=Stücke . . . . 16,30
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¾
Engliſche Noten . . . . . 20,46
Franzöſiſche Noten. . . . 81,15
Holländiſche Noten. . . . 168,55
Italieniſche Noten . . . . 79,55
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,55
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf die §§ 3, 15—27 der Verordnung vom 6. Mai 1927, den
Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die Strafbeſtimmungen im Falle
einer Verſäumnis wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des
Stempels für Fahrräder für das Rechnungsjahr 1913
von heute ab bis 31. März 1913 an jedem
Wochentage, vormittags von 9 bis 12 Uhr,
bei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, welche ſie auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der oben erwähnten
Zeit, unter Vorlage der Radfahrkarten, zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen
hierzu vorliegen, während derſelben Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag au
Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizeirevier,
2. für die Landgemeinden des Kreiſes bei der Großh. Bürgermeiſterei des
Wohnorts
vorzubringen. Befreiungs=Anträge, die nach dem 1. April 1913 geſtellt werden,
können keine Berückſichtigung mehr finden.
Darmſtadt, den 17. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Verordnung, den Radfahrverkehrbetreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll,
hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifes zum Urkundenſtempelgeſetz
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene Stempelabgabe
für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reiches.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
haben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
führen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
bis 31. März des folgenden Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in der
Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen Zeitraum
nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
ein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht,
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Radfahr=
karten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19 . .‟.
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
hoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg Di) und dahinter in 5 aun hohen Ziffern die
Nummer der Radfahrkarte (§ 16). Die Nummern werden, je nachdem ſie von einer
Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt worden ſind,
in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Landbezirk eines
Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in der Farbe der
Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes dagegen in
ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Nummer=
platte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
wer=
den muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet derart
zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die Nummerplatte
wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen Fahrrädern
unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koſten der
Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
zur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon auch bei einem Wechſel des
Fahrrades, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal und
zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrades und ſodann alljährlich im Monat
März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte bei dem
Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden Antrag
zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
läng=
ſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Nummerplate
anzuzeigen.
Wer ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter Rückgabe
der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und dem
Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
oder Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das die
Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn=oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden; das
letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte Nummerplatte
behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führer, die
nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur vorübergehend
überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen, die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Arbeitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mark nicht erreicht;
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum Beſuche
der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der Wohnung
entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten;
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22, Abſ. 2
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
1. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde da=
daß das Fahrad ü b enmiegen d zu denſlichen Zwelen
verwendet wird.
2. in den Fällen der Ziffer 2 der letzte Steuerzettel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei odi? Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Beſcheinig=
ung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde
beſtätigt ſein muß:
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das Miniſterium
des Innern, das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mit=
führen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Per=
ſonen, wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecke beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1899 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleich=
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon trifft die
ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt, ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
den Tariſnummern 10, 35. 41, 19. 59, 58. 60, 20 erforderlichen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 2 bis 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derjenige.
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit trilk
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde.
Die Beſtimmung des Abſ. 2. Satz 2 findet Anwendung.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
Darmſtadt, den 15. Februar 1913
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(47923.
Fey.
Bekanntmachung.
Bei einer am 28. v. Mts. abgeſchlachteten Kuh des Gutspächters Adolf
Hage=
dorn auf Kabinettsgut Kranichſtein iſt die Maul= und Klauenſeuche feſtgeſtellt
worden. Mit Rückſicht auf § 176 pos. b der Ausführungsvorſchriften des Bundesrats
vom 7. Dezember 1911 zum Reichsviehſeuchengeſetze vom 26. Juni 1909 muß das
bezeichnete Gehöft zunächſt noch als verſeucht angeſehen werden.
Auf Grund des § 18 des Reichsviehſeuchengeſetzes und der erwähnten
Ausfüh=
rungsvorſchriften wird hiermit Folgendes angeordnet:
Das Großh. Kabinettsgut Kranichſtein (Hof mit Gutsbezirk) bildet einen
Sverrbezirk. An den Haupteingängen des Sperrbezirks ſind Tafeln mit der
deut=
lichen und haltbaren Aufſchrift „Maul= und Klauenſeuche-Sperrbezirk. Einfuhr und
Durchtreiben von Klauenvieh, ſowie Durchfahren mit Wiederkäuergeſpannen verboten”
leicht ſichtbar anzubringen.
Für den Sperrbezirk gilt Folgendes:
1. Sämtliches Klauenvieh unterliegt der Stallſperre. Die abgeſperrten Tiere
dürfen aus den Ställen (Standorten) mit polizeilicher Erlaubnis nur
zur ſofortigen Abſchlachtung entfernt werden.
2. Die Verwendung der auſ dem Gehöft befindlichen Pferde und ſonſtigen
Einhufer außerhalb des geſperrten Gehöſtes iſt geſtattet, jedoch, inſoweit
dieſe Tiere in geſperrten Ställen untergebracht ſind, nur unter der
Be=
dingung, daß ihre Hufe vor dem Verlaſſen des Gehöfts desinfiziert werden.
3. Geflügel iſt ſo zu verwahren, daß es das Gehöft nicht verlaſſen kann.
4. Fremdes Klauenvieh iſt von dem Gehöft fernzuhalten.
5. Milch darf aus dem Gehöſt nur nach vorheriger Ablochung oder einer
anderen ausreichenden Erhitzung abgegeben werden.
Als ſolche iſt anzuſehen:
a) Erhitzung über offenem Feuer bis zum wiederholten Aufkochen,
b) Erhißzung durch unmittelbar oder mitelbar einwirkenden, ſtrömenden
Waſſerdampf auf 85%,
c) Erhitzung im Waſſerbad und zwar: entweder auf 85% für die Dauer
einer Minute oder auf 70 für die Dauer einer halben Stunde.
6. Die Entfernung des Düngers aus den Ställen und die Abfuhr von
Dünger und Jauche von Klauenvieh aus dem Gehöft müſſen nach den
Vorſchriften des § 19 Abſ. 3, 4 der Anweiſung für das
Desinfektions=
verfahren erfolgen.
7. Futter= und Streuvorräte dürfen für die Dauer der Sperre nur mit
polizeilicher Erlaubnis und nur inſoweit aus dem Gehöft ausgeführt
werden, als ſie nachweislich nach dem Ort ihrer Lagerung und der Art
des Transports Träger des Anſteckungsſtoffs nicht ſein können.
Leere Futter= und Düngerſäcke dürfen aus dem Gehöft nur nach
erfolater Desiniektion entfernt werden.
8. Gerätſchaften, Fahrzeuge, Behältniſſe und ſonſtige Gegenſtände müſſen,
ſoweit ſie mit kranken oder verdächtigen Tieren oder deren Abgängen in
Berührung gekommen ſind, desinfiziert werden, bevor ſie aus dem Gehöft
herausgebracht werden. Milchtransportgefäße ſind nach ihrer Entleerung
zu desinfizieren.
9. Die Stallgänge der Ställe des Gehöfts, die Plätze vor den Türen dieſer
Ställe und vor den Eingängen des Gehöfts, die Wege an den Ställen
und in den zugehörigen Hofräumen ſowie die etwaigen Abläufe aus den
Dungſtätten oder den Jauchebehältern ſind täglich mindeſtens einmal mit
dünner Kalkmilch zu übergießen. Bei Froſtwetter kann an Stelle des
Uebergießens mit Kalkmilch Beſtreuen mit gepulvertem friſch gelöſchtem
Kalk erfolgen.
10. Die geſperrten Ställe (Standorte) dürfen, abgeſehen von Notfällen, ohne
volizeliche Genehmigung nur von dem Beſitzer der Tiere, deſſen Vertreter,
den mit der Beaufſichtigung, Wartung und Pflege der Tiere betrauten
Perſonen und Tierärzten betreten werder
11. Zur Wartung des Klauenviehs in dem Gehöft dürfen Perſonen nicht
ver=
wendet werden, die mit fremdem Klauenvieh in Berührung kommen.
12. Sämtliche Hunde ſind feſtzulegen. Der Feſtlegung iſt das Führen an der
Leine und bei Ziehhunden die feſte Anſchirrung gleich zu achten. Die
Ver=
wendung von Hirtenhunden zur Begleitung von Herden und von
Jagd=
hunden bei der Jagd ohne Leine kann geſtattet werden.
13. Schlächtern, Viehkaſtrierern, ſowie Händlern und anderen Perſonen, die
gewerbsmäßig in Ställen verkehren, ferner Perſonen, die ein Gewerbe im
Umherziehen ausüben, iſt das Betreten aller Ställe und ſonſtiger Standorte
von Klauenvieh, desgleichen der Eintritt in das Seuchengehöft verboten.
14. Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperrbezirk ſowie das Durchtreiben
von ſolchem Vieh durch den Bezirk iſt verboten. Dem Durchtreiben von
Klauenvieh iſt das Durchfahren mit Wiederkäuergeſpannen gleichzuſtellen.
II.
Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Anordnungen werden nach § 74 kf
des Reichsviehſeuchengeſetzes beſtraft.
Darmſtadt, den 3. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
V.: Dr. Reinhart.
An die Ortspolizeibehörden des Kreiſes.
Wir machen Sie auf vorſtehende Bekanntmachung aufmerkſam. Sie wollen
die=
ſelbe ortsüblich — auch durch Anſchlag — veröffentlichen laſſen und außerdem die in
Ihren Gemeinden anſäſſigen Viehhändler noch beſonders darauf hinweiſen.
Darmſtadt, den 3. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Da die Maul= und Klauenſeuche in einem Gehöft in der Gemarkung
Darmſtadt feſtgeſtellt worden iſt, wird der Handel mit Klauenvieh, der ohne
vorgängige Beſtellung entweder außerhalb des Gemeindebezirkes der gewerblichen
Niederlaſſung des Händlers oder ohne Begründung einer ſolchen ſtattfindet, auf Grund
des § 20 Abſatz 3 des Reichsviehſeuchengeſetzes vom 26. Juni 1909 und des § 168 der
Ausführungsvorſchriften des Bundesrats vom 7. Dezember 1911 im Kreiſe
Darm=
ſtadt bis auf weiteres verboten.
Als Handel im Sinne dieſer Vorſchrift gilt auch das Aufſuchen von Beſtellungen
durch Händler ohne Mitführen von Tieren und das Aufkaufen von Tieren durch Händler.
Zuwiderhandlungen gegen das Verbot werden, wenn ſie vorſätzlich begangen
werden, gemäß § 74 des Reichsviehſeuchengeſetzes mit Gefängnis bis zu zwei Jahren
oder mit Geldſtrafe von 15 bis zu 3000 Mark beſtraft.
Darmſtadt, den 3. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
An die Ortspolizeibehörden des Kreiſes.
Wir beauftragen Sie, die vorſtehende Bekanntmachung ortsüblich — auch durch
Anſchlag — zu veröffentlichen. Den in Ihren Gemeinden anſäſſigen Viehhändlern
iſt die Bekanntmachung ſofort unterſchriftlich zu Protokoll zu eröffnen. Das
Protokoll über die Eröffnung iſt von Ihnen aufzubewahren.
(5561
Darmſtadt, den 3. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Da die Maul= und Klauenſeuche auf dem Kabinettsgut Kranichſtein feſtgeſtellt
worden iſt, wird die Abhaltung der Zuchtviehmärkte dahier gemäß § 168 der Aus=
führungsvorſchriften des Bundesrats vom 7. Dezember 1911 zum
Reichsviehſeuchen=
geſetze vom 26. Juni 1909 hiermit bis auf Weiteres verboten.
Darmſtadt, den 4. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
An die Ortspolizeibehörden des Kreiſes.
Wir beauftragen Sie, die vorſtehende Bekanntmachung ſofort ortsüblich — auch
durch Anſchlag—
zu veröffentlichen und die in Ihren Gemeinden anſäſſigen
Vieh=
händler beſonders zu benachrichtigen.
Darmſtadt, den 4. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Am 3., 4., 7., 11, 14., 17., 18., 28., 31. März 1913 von 85 Uhr vormittags bis
zum Dunkelwerden wird Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des
XVIII. Armeekorps auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker -Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909.)
Darmſtadt, den 19. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(5123a
I. V: Dr. Reinhart.
Das Bezirkskommando I Darmſtadt erläßt nachſtehende
Bekanntmachung.
Die Zuſtellung der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen erfolgt im Kreiſe
Darmſtadt in der Zeit vom 10.—25. März 1913; im Stadtbezirk durch Ordonanzen
(Aushändigung ohne Empfangsbeſcheinigung), im Landbezirk in gewöhnlichen Briefen
unter „Heeresſache” durch die Poſt.
Die bis dahin noch nicht zur dienſtlichen Kenntnis gebrachten
Wohnungsver=
änderungen ſind ſofort zu melden. Für unterlaſſene Meldungen — was ſich bei der
Zuſtellung der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen herausſtellt — tritt Beſtrafung ein.
Die Mannſchaften des Stadtbezirks haben, falls ſie nicht ſelbſt zu Hauſe ſind,
eine andere Perſon des Hausſtandes mit der Empfangnahme der Kriegsbeorderungen
oder Paßnotizen zu beauftragen.
Die vom 1. April 1913 ab nicht mehr gültigen Kriegsbeorderungen und
Paß=
notizen (rote Farbe) ſind an dieſem Tage durch die Mannſchaften des
Beurlaubten=
ſtandes ſelbſt zu vernichten, die neuen, von gelber Farbe, in den Militärpaß einzukleben.
Alle Mannſchaften des Beurlaubtenſtandes ſind verpflichtet, ihrem
Bezirksfeld=
webel ſofort Meldung zu erſtatten, wenn ſie am 25. März 1913 abends noch nicht
im Beſitze ihrer Kriegsbeorderung oder Paßnotiz ſind. Für unterlaſſene Meldung
— was ſich bei den Kontroll=Verſammlungen uſw. herausſtellt — tritt Beſtrafung ein.
Darmſtadt, am 21. Februar 1913.
(4842ii
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt
J. V.: von Werner.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 2 Dachshunde. Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(5576
Bekanntmachung.
Wir ſehen uns veranlaßt, in Erinnerung zu bringen, daß das
Ausklopfen, Ausſchütteln, Abkehren uſw. von Bettwerk.
Tep=
pichen, Kleidungsſtücken, Staubtüchern und dergleichen
Gegen=
ſtänden nach Straßen, öffentlichen Plätzen und Vorgärten hin
gemäß § 366‟ Str.=G.=B. und Art. 292 Pol.=Str.=G. unſtatthaft und
mit Strafe bedroht iſt.
Die Schutzmannſchaft iſt zur genauen Ueberwachung angewieſen.
Darmſtadt, den 3. März 1913.
(5577
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung hringen wir erneut zur
allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 3. März 1913.
(5581
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
betreffend die Regelung des Fuhrwerksverkehrs in der
Schwanen=
ſtraße, zwiſchen der Schloßgarten= und der Gardiſtenſtraße.
Auf Grund des Artikel 56 der Städteordnung wird nach
An=
hören der Stadtverordnetenverſammlung mit Genehmigung des Großh.
Miniſteriums des Innern vom 28. Mai 1910 zu Nr. M. d. J. 8525
verordnet, was folgt:
1. Die Schwanenſtraße zwiſchen der Schloßgarten= und der
Gardiſtenſtraße wird für den durchgehenden Verkehr von Fuhrwerken,
Automobilen und Motorfahrrädern in der Richtung von der
Gar=
diſten= nach der Schloßgartenſtraße geſperrt.
Die genannte Straßenſtrecke darf nur von der
Schloßgarten=
ſtraße aus befahren werden. Fuhrwerke haben im Schritt zu fahren.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmung werden
auf Grund des § 366 Ziffer 10 des R.=St.=G.=B. mit Geldſtrafe bis
zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 3. Dieſe Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer
Ver=
kündigung im Darmſtädter Tagblatt in Kraft.
Darmſtadt, den 6. Juni 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
Bekanntmachung.
Da in letzter Zeit wiederholt über Beläſtigungen des
Publi=
kums durch Ball= und andere Spiele auf der Straße Beſchwerde
geführt worden iſt, ſehen wir uns veranlaßt, darauf hinzuweiſen, daß
nach Art. 292 des Polizeiſtrafgeſetzbuches und § 366,7 des
Reichsſtrafgeſetzbuches derienige mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk.
oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft wird, der auf Straßen
oder öffentlichen Plätzen mit Steinen oder anderen Gegenſtänden
wirft, wodurch Menſchen beſchädigt oder verunreinigt werden
können. Unter dieſen Tatbeſtand fallen insbeſondere auch Spiele
mit Hartgummibällen.
Iſt die mit Strafe bedrohte Handlung von Kindern begangen
worden, ſo werden nach Art. 44 des Polizeiſtrafgeſetzbuches die
Eltern oder andere aufſichtspflichtige Perſonen, die es an der
er=
forderlichen Aufſicht haben fehlen laſſen, beim erſten Fall
voli=
zeilich verwarnt, im Wiederholungsfalle mit Geldſtrafe bis zu
einem Drittel der auf die Uebertretung ſelbſt angedrohten Strafe
belegt.
Bei eintretenden Körperverletzungen können außerdem nach
§§ 823 ff., 832 des Bürgerlichen Geſetzbuches für den Täter und
auf=
ſſichtspflichtige dritte Perſonen (Eltern uſw.) weitgehende
zivilrecht=
liche Schadenerſatzverpflichtungen entſtehen.
Darmſtadt, den 3. März 1913.
(5578
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Steuer=Erhebung.
Das 6. Ziel der
Gemeinde=
ſteuer für das Rechnungsjahr
1912 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, den 1. März 1913.
Die Stadtkaſſe.
(5587a
Koch.
Erdarbeiten
im Rechnungsjahr 1913.
Bedingungen liegen in dem
Ge=
ſchäftszimmer, Waldſtraße Nr. 19,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen, auch werden dort
die Angebotsformulare abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 13. März 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
daſelbſt einzureichen. (5568dsi
Darmſtadt, 27. Februar 1913.
Städt. Waſſerwerksverwaltung.
Rudolph.
Lieferung von Schläuchen
für das Rechnungsjahr 1913.
Bedingungen liegen in dem Ge
ſchäftszimmer, Waldſtraße Nr. 19,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen, auch werden ſie
gegen Entrichtung von 50 Pfg.
(5569dsi
abgegeben.
Eine Abgabe der Bedingungen
nach auswärts findet nicht ſtatt.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 13. März I. Js.,
vormittags 11½ Uhr,
daſelbſt einzureichen.
Darmſtadt, 27. Februar 1913.
Städt. Waſſerwerksverwaltung.
Rudolph.
Herr Armenarzt
Dr. Degen
iſt auf 14 Tage verreiſt und wird
in der Armenpraxis durch Herrn
Dr. Hammer, Beſſungerſtraße 3,
vertreten.
(5613
Darmſtadt, den 4. März 1913.
Städtiſches Armen= und
Fürſorgeamt.
Krapp.
En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Pelz= und Plüſchwaren=
Induſtrie, Geſellſchaft mit
beſchränkter Haftung,
Darmſtadt.
Durch Beſchluß der Geſellſchafter
vom 27. Februar 1913 iſt die
Ge=
ſellſchaft aufgelöſt.
(5552
Rudolf Reichardt, Kaufmann in
Frankfurt a. M., iſt Liquidator.
Darmſtadt, 28. Februar 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
Zur Verhütung von Unglücksfällen ſehen wir uns
wieder=
holt veranlaßt, die Eigentümer und Führer von Fuhrwerken jeder
Art auf die geltenden Beſtimmungen über die Beleuchtung der
Fuhrwerke nach Eintritt der Dunkelheit, ſowie über Einhalten
der rechten Straßenſeite und Fahren in gemäßigter
Geſchwin=
digkeit hinzuweiſen.
Die Schutzmannſchaft iſt zur ſtrengen Ueberwachung und
ge=
gebenenfalls Anzeigeerhebung angewieſen.
Darmſtadt, den 3. März 1913.
(5579
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Im Intereſſe des ungehinderten Fußgängerverkehrs auf den
Fußſteigen iſt das Befahren der Fußſteige mit Fuhrwerken jeder
Art (auch Handwagen) bei Strafe verboten. Ausgenommen von
dieſem Verbote iſt, ſoweit hierdurch der Fußgängerverkehr nicht
ge=
hindert wird, die Beförderung von Kindern in Kinderwagen und
von Kranken in Krankenwagen (Fahrſtühlen); es dürfen jedoch
niemals 2 Kinder= oder Krankenwagen gleichzeitig nebeneinander
auf dem Fußſteig aufgeſtellt oder fortbewegt werden.
Die Schutzmannſchaft iſt zur Ueberwachung angewieſen und
wird namentlich gegen das die Fußgänger in hohem Grade
gefähr=
dende Abwärtsfahren der Kinder mit Sportwagen u. dergl. auf
den Fußſteigen ſteiler Straßen einſchreiten.
Darmſtadt, den 3. März 1913
(5580
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Verwaltungsbericht für das Jahr 1911.
Der Verwaltungsbericht für das Rechnungsjahr 1911, ſowie die
Rechnungen der Stadtkaſſe und der übrigen ſtädtiſchen Kaſſen für
das Rechnungsjahr 1911 und der ſtädtiſchen Sparkaſſe für das
Ka=
lenderjahr 1911 liegen von Donnerstag, den 6. März, bis
ein=
ſchließlich Freitag, den 14. März ds. Js., gemäß Art. 180 der
Städteordnung, im Stadthaus, Zimmer Nr. 39, während der
Dienſt=
ſtunden zur Einſicht offen. Bemerkungen zum Bericht und zu den
Rechnungen ſind ſchriftlich einzureichen.
(5499md
Darmſtadt, den 3. März 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
G
Kohlen=u. Sterveverein, griede Ober=Ramſtradt
Der Bedarf von ca. 38—45 Waggon Kohlen Nuß II (aus
dem Ruhrgebiet) und ca. 20—25 Waggon Briketts für das
Ge=
ſchäftsjahr 1913/14 ſoll vergeben werden.
(5097sid
Angebote unter der Bezeichnung „Anlieferung für Kohlen” ſind
verſchloſſen bis Samstag, 8. März 1913, bei dem I. Vorſitzenden
Adam Rückert III., Ernſt=Ludwigſtraße
einzureichen. Lieferungsbedingungen ſind bei demſelben in deſſen
Wohnung oder gegen Einſendung von 30 Pfg. zu erhalten.
Der Vorstand.
Verſteigerungs-Anzeige.
Samstag, den 8. März 1913, nachmittags 3 Uhr,
verſteigert der Unterzeichnete, zum Nachlaß des
Tiefbauamtsbuch=
halters H. Luber dahier, Pankratiusſtraße 40, gehörig, folgende
Gegenſtände erbteilungshalber gegen Barzahlung:
1 Vertiko, 1 Schreibſekretär, 2 Sofas, 2 Kommoden, 1 kompl.
Bett, 1 zweitür. Kleiderſchrank, 2 eintür. Kleiderſchränke,
1 runden Tiſch, 2 viereckige Tiſche, 1 Schreibtiſchſtuhl, diverſe
Stühle, 2 Seſſel, 2 Kuckucksuhren, 1 ſilb. Taſchenuhr nebſt
Kette, 2 Büchergeſtelle, 2 Spiegel, 1 Stehpult, 1 Meyers
Lexikon, 1 Globus, 1 Küchenſchrank, 1 Küchentiſch, .
Waſſer=
bank uſw.
Darmſtadt, 1. März 1913.
(5266od
Der Nachlaßverwalter:
G. Stauss, Ireneſtraße 5
(a. d. Frankfurterſtraße).
Bekanntmachung.
Die Lieferung der für das Rechnungsjahr 1913 bei dem
Groß=
herzoglichen Landgerichte dahier und der Großherzoglichen
Staats=
anwaltſchaft bei demſelben erforderlichen Schreibmittel mit
Aus=
nahme der Aktendeckel ſoll im Wege öffentlicher Ausſchreibung vergeben
werden. Bezüglich des Papiers haben ſich die Lieferanten den
Ver=
pflichtungen gemäß den Beſtimmungen der Bekanntmachung vom
17. Januar 1907 — Reg.=Blatt Nr. 7 — zu unterwerfen.
Für das Großherzogliche Oberlandesgericht und die Großh
Staatoanwaltſchaft bei demſelben wird das Recht der
Zuſchlags=
erteilung auf die geſtellten Angebote vorbehalten. Angebote unter
Beifügung von Muſtern, ſind auf der Gerichtsſchreiberei des
Land=
gerichts
altes Gerichtsgebäude, Mathildenplatz 13, dahier,
Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 36,
woſelbſt auch die Bedingungen eingeſehen werden können, verſchloſſen,
ſpäteſtens in dem zur Eröffnung der Angebote beſtimmten Termine vom
Samstag, den 15. ds. Mts., vormittags 10 Uhr,
einzureichen. Zum Termine haben Bewerber oder Bevollmächtigte
derſelben Zutritt.
Die Zuſchlagsfriſt läuft bis 25. ds. Mts. (einſchl.)
Darmſtadt, den 4. März 1913.
Der Großherzogliche Landgerichts=Sekretär
Denk.
(5562
Der Brieftaubenverein Weiterſtadt
hat ſeine Brieftauben der Marineverwaltung zur
Verfügung geſtellt.
Weiterſtadt, 3. März 1913.
(5487mdf
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Becker.
Brennholz=Verſteigerung Nr. 12.
Stadtwald.)
Montag, 10. März 1913, vormittags ½9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogspkatz 5) dahier aus der
Forſt=
wartei Heiligkreuz (Forſtwart Hofmann), das in den Diſtrikten
Kahleberg (55), Eichelacker (56) ſitzende Holz mit den laufenden
Num=
mern 1409—1719, ſowie das Dürr= und Windfallholz aus verſchiedenen
Diſtrikten mit den laufenden Nummern 1720—2036 verſteigert, und
zwar:
Scheiter: 469 rm Buchen, 95 rm Eichen, 2 rm Aſpen,
8 rm Fichten;
Knüppel: 670 rm Buchen, 183 rm Eichen, 16 rm Erlen,
8 rm Aſpen, 33 rm Fichten, 3 rm Kiefern;
Reiſig=Knüppel: 182 rm Buchen, 55 rm Eichen:
Stöcke: 23 rm Buchen (fein), 4 rm Eichen (fein), 29 rm
Fichten (grob).
Unterſtrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Weitere
Brennholzverſteigerungen finden in der Forſtwartei Heiligkreuz
nicht mehr ſtatt. Um vorherige Einſichtnahme des Holzes wird
(5176sd
gebeten.
Darmſtadt, den 27. Februar 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Holz=Verſteigerung.
Mittwoch, 12. März I. J., vormittags ½9 Uhr,
wird in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen das Dürr= und
Windfallholz der Forſtwartei Kalkofen (Nr. 418—806), ſowie das
Durchforſtungsholz aus Saufangteil 24 (an der Hanauerſtraße) und
aus Kleeneck alles Brennholz, das zwiſchen Bornſchneiſe,
Dreibrücken=
ſchneiſe, Bahn und Meſſeler Chauſſee ſitzt (Nr. 470—496 und 556—769)
verſteigert:
Scheiter, rm: 52 Buchen I. Kl., 210 Buchen II. Kl., 2
Hain=
buchen, 321 Eichen, 33. Birken, 11 Kiefern 7 Fichten, 6 Erlen;
Knüppel, rm: 150 Buchen, 7 Hainbuchen, 2 6 Eichen,
56 Birken, 8 Kiefern, 77 Fichten, 12 Erlen; Reiſig, Wellen:
2560 Buchen, 330 Birken; Stöcke, rm: 52 Buchen, 80 Eichen,
1 Kiefer.
Blau unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Das
Stockholz ſitzt nur in Forſtwartei Kalkofen. Auskunft erteilen Förſter
oeſch zu Kallofen, Poſt Darmſtadt, und Forſtwart Lang zu
Meſſeler Falltorhaus. Poſt Meſſel.
Darmſtadt, den 4. März 1913
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
(5560
Außz= und Drennholz Gerſteigerung.
Freitag, den 7. März lfd. Js., ſollen im Eberſtädter
Ge=
meindewald, Diſtrikte: Kirchtanne, Prömſter, Schleifberg und
Kalk=
ofen nachverzeichnete Holzſortimente öffentlich, meiſtbietend, an Ort
und Stelle verſteigert werden.
Es gelangen zum Verkauf:
a. 2 Fichtenſtämme — 0,68 Fm.
30 Kiefern=Derbſtangen von 9—12 m Länge
Reisſtangen
950
27 rm „ Zaunpfoſten à 2,20 m lang
1800 Stück Kiefern=Wellen,
25 rm „ Scheiter
73 rm
Stock
205 rm „ Knüppel
Buchen=Stämme von 35—50 cm Durchm. u. 4—7 m lang
b.
46 Kiefern=Derbſtangen von 8—10 m Länge
500 Stück Kiefern=Wellen
10,8 rm. „ Scheiter
4,2 rm Buchen=Scheiter
„ „ Knüppel
Stock
2,2
Die Zuſammenkunft der Steigerer findet vormittags 9 Uhr am
Friedhof ſtatt. Das unter b aufgeführte Holz im Diſtrikt Prömſter
wird nicht an Ort und Stelle verſteigert, ſondern ungeſehen verkauft.
Nähere Auskunft erteilen die Forſtwarte Pfeiffer und Döring in
Eberſtadt.
Eberſtadt, den 28. Februar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
(5329id
Schäfer.
Nutzholz-Verſteigerung.
Montag, den 10 März I. J., mittags 12 Uhr,
werden im Oberen Treburer Forſthaus bei Walldorf verſteigert:
. 30 Stück Kiefern=Stämme III. Klaſſe — 20,17 fm.
8,10 „
III.
2. 11
III. „ — 10,35 „
3. 14 „
,
III. „ — 8,72 „
4. 12 „
— 1,75 „
„ Buchen=Stamm
5.
„ — 7,65 „
„=Stämme II.
,,
II
, — 20,44 „
7, 21 „
5,07 „
IV.
,
(5247sid
Trebur, den 1. März 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Trebur.
Lieferung
von Hydranten und
Abſperr=
ſchiebern für das
Rechnungs=
jahr 1913.
Bedingungen liegen in dem
Ge=
ſchäftszimmer, Waldſtraße Nr. 19,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen, auch werden ſie
gegen vorherige Einſendung von
50 Pfg. in Briefmarken abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 13. März I. Js.,
vormittags 9½ Uhr,
daſelbſt einzureichen. (5572dsi
Darmſtadt, 27. Februar 1913.
Städt. Waſſerwerksverwaltung.
Rudolph.
Lieferung
von gußeiſernen Muffenröhren
und Formſtücken im
Rechnungs=
jahr 1913.
Bedingungen liegen in dem
Ge=
ſchäftszimmer, Waldſtraße Nr. 19,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen, auch werden ſie
gegen vorherige Einſendung von
50 Pfg. in Briefmarken abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 13. März 1913,
vormittags 11 Uhr,
daſelbſt einzureichen. (5571dsi
Darmſtadt, 27. Februar 1913.
Städt. Waſſerwerksverwaltung.
Rudolph.
eif
Fuhrteiſtungen
im Rechnungsjahr 1913.
Bedingungen liegen in dem
Ge=
ſchäftszimmer, Waldſtraße Nr. 19,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen, auch werden dort
die Angebotsformulare abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 13. März I. Js.,
vormittags 10½ Uhr,
daſelbſt einzureichen. (5570dsi
Darmſtadt, 27. Februar 1913.
Stadt. Waſſerwerksverwaltung.
Rudolph.
Lieferung
von Schreibmaterialien.
Die Lieferung der
Schreibmate=
rialien (Aktendeckel und
Brief=
umſchläge ausgenommen), ſowie
der Buchbinderarbeiten im
Rech=
nungsjahr 1913 für Großh.
Amts=
gericht Darmſtadt I ſoll vergeben
werden. Anerbieten mit Muſter
ſind bis
Montag, 17. März 1913,
vormittags 9 Uhr,
einzureichen. Bezüglich der Menge
und Beſchaffenheit der zu
liefern=
den Papierarten, ſowie der
Be=
dingungen iſt das Nähere auf
Dienſtzimmer Nr. 204 zu erfahren.
Zuſchlagsfriſt 1 Woche. (5636
Gerichtsſchreiberei Großh.
Amts=
gerichts Darmſtadt I — Abteilung
für ſtreitige Gerichtsbarkeit.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die Brennholz=Verſteigerung
Nr. 11 vom 4. März l. Js. iſt
ge=
nehmigt.
Ausgabe der Abfuhrſcheine am
11. ds. Mts. Tag der Ueberweiſung
und erſter Abfuhrtag am 12. März
(5574
1913.
Darmſtadt, den 4. März 1913.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Verſteigerungen
und
Taxationen
aller Art übernimmt unter billig=
(*5759ids
ſter Berechnung.
Auch einzelne Möbel=Stücke
werden zum Verkauf oder zur
Verſteigerung angenommen.
Auktionator
F. Kurtz u. Taxator
Pädagogſtraße 2. Teleph. 1202.
(mit Noten)
Mandoline zu verkaufen
(*6159
Stiftſtraße 56, 2. Stock.
Bepieles Janinos
aus Herrschafts-Besitz
eingetauscht), 1. Fabrikat
Knauss, Kaiserl.
Hof-
pianofabrik, Coblenz.
Mk. 395.−
Fabrikat Biese,
Hof-
lieferant Sr. Majestät des
Königs von Preussen,
Mk. 445.−
werd. mit weitgehendster
fachmänn. Garantie geg.
bar u. Raten abgegeben.
Lieferung frei
Pianoforte-Großhandlung
KARL ARNOLD
cke
nur Erbacherstraße,
nächst d. Schwimmbad.
Kein 2. Magazin in der
(5284ods
Innenstadt.
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verſteigere ich auf freiwilligen Antrag im Hauſe
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Trumeauſchränkchen mit Spiegel, 1 ovaler Tiſch m.
Marmor=
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Nachttiſche, 8 Rohrſtühle nußb. und andere Stühle, 1 Seſſel
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ſocken, 44 Paar Herrenhemden und=Jacken;
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2 Kommoden, 7 Wirtstiſche, 83 Wirtsſtühle, 2 Glas=,
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Kontroll=
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Japanläufer, 60 Japanmatten, 32 Chinamatten, 7
Kokos=
teppiche, 1 Landauer, 2 Anzüge, 1 Sohlennähmaſchine pp.
Darmſtadt, den 5. März 1913.
(5559
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Bleichſtraße 9.
55
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Bleichſtraße Nr. 1
Telephon 1774
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tiſche, Vertikos, Tiſche u. Stühle, Salon=Gold= u. großer
Trumeauſpiegel, gr. eich. Ausziehtiſch, Kredenz, 2 Sekretäre,
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Mainz, im Februar 1913.
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Zweite Kammer der Stände.
61. Sitzung.
St. Darmſtadt, 5. März.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Dr. v. Ewald
Exz., Finanzminiſter Dr. Braun Exz., Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach Erz., Miniſterialrat
Hölzinger, Geh. Landesökonomierat Müller;
ſpä=
ter: Geheimerat Dr. Becker, Geh. Oberfinanzrat Dr.
Rohde.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9.15 Uhr.
Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein. — Die
Beratung des Hauptvoranſchlages wird bei
Ka=
pitel 75:
Förderung einzelner Zweige der
Land=
wirtſchaft,
fortgeſetzt. — Zur Bekämpfung von Rebſchädlingen
be=
antragt der Abg. Bähr, den ſeither gewährten Betrag
von 2000 Mark auf 4000 Mark zu erhöhen, da die zur
Ver=
fügung ſtehenden Mittel nicht ausreichten. Die Großh.
Regierung erklärte hierzu, daß dieſe Aufgabe ſich die
Re=
gierung ſelbſt vorbehalten habe und auch vermittels ihrer
Organe und Anſtalten, wie die Obſt= und Weinbauſchule
in Oppenheim, eher in der Lage ſei, zur Löſung der Frage
beizutragen, als die Landwirtſchaftskammer.
Abg. Bähr begründet ſeinen Antrag noch in längeren
Ausführungen und bittet um ſo mehr um Bewilligung des
Betrages, als der Etat ja ſo günſtig ſei, das zu geſtatten.
Abg. Molthan vertritt den ablehnenden Standpunkt
des Ausſchuſſes, der mit der Regierung der Anſicht iſt,
daß die Bekämpfung der Reblaus in den Händen der
Behörden bleiben muß, die bisher dieſe Bekämpfung
lei=
teten. Zudem iſt bereits auf Antrag der Abgeordneten
Dr. Weber und Brauer, den allgemeinen Betrag zur
Be=
kämpfung der Rebſchädlinge zu erhöhen, für 1914 Zuſage
erfolgt.
Abg. Korell=Ingelheim meint, die Beweisführung
des Abg. Molthan ſei nicht ſtichhaltig, denn der Autrag
Bähr ſoll doch der diesjährigen Bekämpfung durch die
Landwirtſchaftskammer dienen. Redner verbreitet ſich
dann über das Reblausgeſetz im allgemeinen und begrüßt
es, daß die Mittel zur Bekämpfung der Rebſchädlinge aus
dem Vermögensteil in den Verwaltungsteil übergeführt
würden. Man wird jetzt wohl mit der Maſſenvernichtung
von Rebſtöcken vorſichtiger ſein und ganz von ſelbſt zu
milderer Handhabung der Ausführungsbeſtimmungen
kommen. Die Hauptkoſten der Reblausbekämpfung
ent=
ſtehen durch die Ausrottungen der Rebſtöcke, die vielen
Praktikern als ſehr übertrieben erſcheinen, wodurch die
Weinbergsbeſitzer ſehr geſchädigt werden. Einem der
ſchwer Geſchädigten, der um Erhöhung ſeiner
Entſchädi=
gung nachſuchte, iſt geſagt worden, er ſolle den Klageweg
beſchreiten. Der Mann hat aber dazu kein Geld. Die
Regierung ſollte doch entgegenkommender ſein. Es müßte
auch eine andere Art der Berechnung der Entſchädigung
eintreten, die zur gerechteren Beurteilung führt. Die
Ge=
ſuche um Geſtattung der Aus= reſpektive Einführung von
veredelten Reben werden ſcheinbar ganz nach Belieben
behandelt, ſo daß ſich das ſcherzhafte Wort gebildet hat,
man zähle au den Knöpfen ab, ob das Geſuch bewilligt
oder abgelehnt werden ſoll.
Miniſterialrat Hölzinger: Der Abg. Bähr hat ſich
ſcheinbar mit ſeinem Antrag im Kapitel geirrt. Er hätte
ſeinen Antrag beſſer beim Kapitel „
Landwirtſchaftskam=
mer” geſtellt. Die Regierung kommt mit dem ihr zur
Ver=
fügung ſtehenden Betrag ganz gut aus. Wir hoffen, mit
dem Betrag von 2000 Mark auch fernerhin auszukommen,
und es wird der Landwirtſchaft nicht den geringſten
Scha=
den tun, wenn die Erhöhung um 2000 Mark nicht bewilligt
wird. Es muß dem Abg. Bähr als Mitglied der
Land=
wirtſchaftskammer bekannt ſein, daß dieſe ſelbſt nach ihren
letzten Beſchlüſſen keinen Mehrbedarf für bereate Zwecke
nötig hat. Es wird alſo ein Ueberſchuß an Mitteln zur
Verfügung ſtehen, für die gar keine
Verwendungsmöglich=
keit vorliegt. Wir bitten alſo, den Antrag Bähr
abzu=
lehnen. Der Abg. Korell=Ingelheim hat gerügt, daß die
Regierung ſich früher über die Fragen der Bekämpfung
der Reblaus nicht ausgeſprochen hat, daß ſie ſich
neuer=
dings aber doch zu milderer Handhabung entſchloſſen hat.
Es iſt richtig, daß wir dem Drängen einzelner Winzer
ſtochgegeben haben; doch bedeutet das keine Nachgabe
unſeres prinzipiellen Standpunktes. Wir ſind nach wie
vor der Meinung, daß, je ſchärfer die Bekämpfung der
Reblaus durchgeführt wird, je ſicherer ſie iſt. Die Frage
der Hagelentſchädigung der Gemeinde Gumbsheim iſt von
ſeiten der Regierung erledigt.
Geh. Landesökonomierat Müller geht zunächſt auf
Einzelheiten der vorgebrachten Beſchwerden ein und ſtellt
feſt, daß das Entſchädigungsverfahren durchaus korrekt
iſt und daß die Binger Verſammlung ſogar ausgeſprochen
hat, daß unſer Entſchädigungsverfahren beſſer ſei, als
das der anderen Bundesſtaaten. Die Regierung iſt
fort=
geſetzt beſtrebt, eventl. noch auftretende Härten zu
mil=
dern und durchaus gerecht vorzugehen. Eine volle
Ent=
ſchädigung auch für den etwaigen ſpäteren Gewinn
aus=
zurottender Rebſtöcke ſieht das Reichsgeſetz nicht vor. Es
kann nur der tatſächliche Wert der ausgerotteten Reben
entſchädigt werden. Das Reichsgeſetz fordert ausdrücklich,
daß auch alle ſeuchenverdächtigen Reben ausgerottet
wer=
den. Seuchenverdächtig ſind aber doch ſicher die ganzen
Streifen, die in eine m Herd liegen und die mit
dem Arbeitsgerät uſw. aus dieſem Herd in Berührung
gekommen ſind. Die Herdabgrenzung iſt eine der
ſchwie=
rigſten Fragen der ganzen Reblausbekämpfung. Wir
gehen da den einzig möglichen und richtigen Weg, wären
aber ſehr dankbar, wenn uns ein gangbarerer Weg
ge=
zeigt würde. Was die Ausfuhr von Wurzelreben betrifft,
ſo bedürfen derartige Geſuche der Zuſtimmung des
Reichs=
kanzlers, wenn es ſich nicht um benachbarte Weinberge
eines Beſitzers handelt. In ſolchen Fällen könnte die
Regierung eine Ausnahme geſtatten.
Miniſterialrat Hölzinger: Wenn der Abg. Korell
gemeint hat, die Uebertragung der Mittel auf den
Ver=
waltungsteil würde ein Sparen an den
Winzerentſchä=
digungen zur Folge haben, ſo iſt das nicht zutreffend
Die Regierung wird nach wie vor nach Recht und
Gerech=
tigkeit die Entſchädigungen bemeſſen.
Abg. Finger (ſchwer verſtändlich) bittet die
Re=
gierung, das Mittel zur Bekämpfung der Peronoſpora
das im vorigen Jahre als Erſatz für Kupferkalkbrühe ſo
warm empfohlen wurde, genau auszuprobieren. Zur
Reblausbelämpfung mächte er der Regierung ſeine wärmſte
Anerkennung ausſprechen. Er unterſchreibe alles, was
von ſeiten der Regierungsvertreter geſagt worden iſt,
Abg. Wolf=Stadecken: Wenn jeder berufene oder
unberufene — meiſt ſind es unberufene — Politiker ſich
mmaßt, über alle Einzelheiten der Landwirtſchaft zu
prechen, wird dadurch neue Beunruhigung in die
Be=
völkerung getragen. Bei der Landwirtſchaft gilt mehr
wie anderswo das Wort: Probieren geht über
Studie=
ren!” und bei uns nützt alle akademiſche Bildung nichts.
(Große Heiterkeit.) Da möchte ich doch ſagen, Gott ſchütze
mich vor meinen Freunden, vor meinen Feinden kann ich
mich ſelber ſchützen. Da hat Herr Dr. David neulich
ge=
ſagt, die Kleinbauern könnten ſich leicht ſo und ſo viel
mehr Stücke Großvieh halten, wenn ſie billige
Futter=
mittel kaufen könnten. Das iſt doch das gleiche, als wenn
man ſagte, ich könnte leicht ein reicher Mann ſein, wenn
ich das große Los gewinnen würde. Zuſtimmen müſſe
er, daß der Mangel an weiblichen Dienſtboten eine
Haupt=
kalamität in der Landwirtſchaft ſei. Es iſt bald an der
Zeit, aus rein volkswirtſchaftlichen Intereſſen ein
Jngendſchutzgeſetz zu erlaſſen, das die Tätigkeit der
Mäd=
chen in den Fabriken überhaupt oder wenigſtens bis zu
einem gewiſſen Alter verbietet. Das würde dazu
beitra=
gen, unſere Mädchen wieder zu Frauen und MMüttern zu
erziehen. Redner empfiehlt, an den Böſchungen und
Ein=
ſchnitten der Eiſenbahnen Walnußbäume anzupflanzen,
und führt weiter Beſchwerde darüber, daß beim Umbau
der Telegraphenleitung auf der Derheimer Chauſſee
Obſtbäume willkürlich beſchädigt worden ſind. Den
Antrag Bähr bekämpfe er aus praktiſchen Gründen. Die
Landwirtſchaftskammer möge erſt einmal prüfen, ob nicht
in ihrem Etat auch geſpart werden könnte.
Abg. Hauck ſchließt ſich den Ausführungen des Abg.
Molthan zum Antrag Bähr an. Da man aber nicht weiß,
ob der Antrag Weber=Brauer zu Kapitel 75a
angenom=
men wird, ſo empfiehlt es ſich doch, die Abſtimmung
zurückzuſtellen, damit wenigſtens die 2000 Mark für die
Schädlingsbekämpfung gerettet werden. Er ſtellt einen
dementſprechenden Antrag. — Abg. Dr. Weber
bean=
tragt zur Geſchäftsordnung, daß die Kapitel 74 und 75 a
mitberaten werden. — Der Finanzausſchuß
bean=
tragt neuerdings, den Antrag Bähr in Verbindung mit
dem Antrag Brauer zu Kapitel 75a in Erwägung zu
ziehen.
Abg. Beſt: Es gibt leider noch kein wirkſameres
Mittel zur Bekämpfung der Reblaus, als die
rückſichts=
loſe Ausrottung. Es iſt unbedingt notwendig auch noch
einen ſicheren Schutzgürtel um die Reblausherde zu
ziehen. Die Rückſicht auf Einzelne muß hier ſchwinden
gegenüber den Intereſſen der Allgemeinheit. Bei
Ab=
meſſung der Schäden ſollte die Regierung nicht knauſern,
es iſt aber bekannt, daß die Forderungen immer ſehr
hoch geſtellt werden. Bei Ueberführung von Reben aus
einer Gemeinde in die andere muß unbedingt die größte
Vorſicht walten.
Abg. Raab wendet ſich gegen Aeußerungen des
Abg. Wolf, beſonders dagegen, daß er ſagte, die Preiſe
für landwirtſchaftliche Erzeugniſſe dürften nicht wieder
zurückgehen, wenn die Landwirtſchaft rentieren ſollte.
Als die ſchlechten Jahre einſetzten, forderte man mit Recht.
daß die Allgemeinheit mit daran tragen ſoll. Jetzt aber,
da für die Landwirtſchaft beſſere Zeiten kamen, müſſen
doch auch die Preiſe wieder auf ein erträgliches Maß
zurückgebracht werden. Der Leute= und Dienſtbotennot
könnten die Landwirte ſelbſt ſteuern, wenn ſie die
Dienſt=
boten beſſer behandeln würden. (Widerſpruch beim
Bauernbund.) — Abg. Mergell möchte die
Reichspoſt=
verwaltung in Schutz nehmen gegen den Vorwurf des
Abg. Wolf. Die Telegraphenverwaltung gehe durchaus
ſtets geſetzlich vor.
Abg. Breidenbach polemiſiert gegen den Abg.
Wolf bezüglich des Obſtbaues. Der Obſtbau ſei lange
nicht ſo unrentabel, als Herr Wolf annimmt.
Deutſch=
land führt für über 190 Millionen Obſt ein. Der Anbau
der Walnußbäume iſt nicht zu empfehlen. Die Leutenot
iſt geeignet, manche Betriebe der Landwirtſchaft geradezu
zu unterbinden. Die Geſindeordnung, die der Abg. Raab
mildern will, geht noch lange nicht weit genug. (
Wider=
ſpruch bei den Soz.) Dem Abg. Wolf möchte ich, obwohl
er mein Fraktionskollege iſt, raten, in Zukunft ſich etwas
zu mäßigen. (Heiterkeit.) Die Landwirtſchaftskammer
wirtſchafte ſehr ſparſam.
Abg. von Brentano wendet ſich gegen den Abg.
Beſt, der den Standpunkt vertrat, es ſei notwendig, in
der Reblausbekämpfung möglichſt ſcharf vorzugehen. Das
klingt ſcharfmacheriſch. Wir ſind wohl Auhänger des
Ge=
ſetzes, aber wir wünſchen, daß es nicht ſtrenger
gehand=
habt wird, als in nichtheſſiſchen Gebieten. Das iſt aber
vielfach der Fall. In der Entſchädigungsfrage ſollte man
auch das Herz und das Wohlwollen mitſprechen laſſen,
wo nach dem Geſetz ungerechte Härten vorliegen.
Abg. Buſold beſtreitet, daß die Kleinbauern unter
Leutenot zu leiden haben. Denen fehlt es nicht an
Leu=
ten, ſondern nur an Land. Die Geſindeordnung iſt
reform=
bedürftig, weil ſie zu der Gewerbeordnung eine
Zurück=
ſetzung bedeutet. Der Landarbeiter muß ſich ja
zurück=
geſetzt fühlen gegenüber dem Induſtriearbeiter. Darum
kann man es ihm nicht übel nehmen, wenn er in die
Stadt geht. Die Landkrankenkaſſen bringen eine erneute
— Abg. Bähr pole=
Zurückſetzung der Landarbeiter.
miſiert gegen den Vorredner bezüglich der
Geſindeord=
nung. Er beſpricht dann mehrmals ſeinen Antrag und
bedauert, daß er allgemein mißverſtanden wurde.
Miniſterialrat Hölzinger: Wenn über den
An=
trag des Abg. Bähr eine ſo große Unklarheit herrſcht, ſo
liegt das wohl daran, daß der Aba. Bähr meinte, ſein
An=
trag ſei ſo furchtbar klar und einfach. Einſach ſei er
wohl denn er verlangt einfach 2000 Mark mehr
einzu=
ſtellen. Aber wie dieſe zu verwenden ſind, darüber hat
ſich Herr Bähr weder im Ausſchuß noch hier richtig
aus=
geſprochen. Tatſächlich liegen die Verhältniſſe ſo, daß
die Regierung das Geld nicht braucht, weil ſie mit den
bisherigen Mitteln zu dieſem Zweck vollſtändig
aus=
kommt.
Abg. Ulrich vertritt nochmals den Standvunkt des
Ausſchuſſes und begründet dann die Anträge ſeiner
Par=
tei, die Regierung zu erſuchen, für den Kreis Offenbach
eine praktiſch gelegene Deckſtation zu errichten und dieſe
Deckſtation in Langen zu ſtationieren. Redner
polemi=
ſiert dann gegen den Abg. Bähr bezüglich der
Landarbei=
er und der Geſindeordnung weiter in perſönlichen
Aus=
führungen in gleicher Angelegenheit gegen die Abgg.
Wolf, Dorſch, Breidenbach u. a. — Abg. Fenchel
be=
gründet ſeinen Antrag, eine Deckſtation in Lich zu
ſtatio=
nieren. Die Landwirte der Licher Gegend würden
da=
durch zu einer Ausdehnung der Pferdezucht kommen.
Abg. Korell=Ingelheim weiſt die verſteckt oder
offen gegen ihn gerichteten Angriffe des Abg. Wolf zurück.
Er habe nur über Dinge geſprochen, die er zu kennen
glaube. Ueber die Reblausgefahr und ihre Bekämpſung
habe er ſich in eingehendem Studium und in
Studien=
reiſen genau informiert. Richtig iſt, daß die Abſchätzung
der Entſchädigungsſumme in Heſſen entgegenkommender
iſt, als in anderen Bundesſtaaten, aber man müſſe
trotz=
dem ab= und zugeben und nicht immer am Buchſtaben des
Geſetzes hängen. Den Geſichtspunkt der Möglichkeit
der Verſchleppung müſſe man weniger betonen, als den
der wahrſcheinlichen.
Vizepräſident Dr. Schmitt gibt Kenntnis von einem
vierten Deckſtations=Antrag des Abg. von Brentano,
der eine Deckſtation im Kreiſe Bingen, etwa in Gau=
Algesheim wünſcht.
Abg. Hartmann bezeichnet als eine Haupturſache
der Leutenot die ſchlechte Behandlung. Man dürfe den
ländlichen Dienſtboten nicht zumuten, mit den Pollacken
zuſammen zu wohnen und zu ſchlafen. Wenn noch ſo, wie
rüher, das patriarchaliſche Verhältnis herrſchte,
wo die Dienſtboten am Tiſche des Herrn aßen, wäre auch
die Dienſtbotennot nicht ſo groß. Wenn übrigens die
Bodenpreiſe niedriger wären, könnte der Kleinbauer auch
beſſere Löhne zahlen. — Es ſprechen noch die Abgg.
Breidenbach, Molthan, von Brentano.
Miniſterialrat Hölzinger: Die erneuten Anträge
auf Errichtung von Deckſtationen bringen die Frage
wie=
der in Fluß auf Schaffung eines weiteren Landesgeſtüts.
Das erfordert einen Mehrauſwand von ¾ Millionen. Bei
der immer noch notwendigen Sparſamkeitsbetätigung iſt
das eine ſehr bedenkliche Sache.
Nach weiteren Ausführungen der Abaa. Bähr,
Bu=
ſold, von Brentano und Hauck ſchließt die
De=
batte. Die Abſtimmung ergibt Annahme des
Aus=
ſchußantrages. Der Antraa des Abg. Bähr wird
abgelehnt. Die Anträge Ulrich, Fulda,
Fen=
chel und von Brentano, betreffend Deckſtationen,
werden einſtimmig angenommen.
Darauf wird die Sitzung um 2.35 Uhr auf
nach=
mittags 3¼ Uhr präzis vertagt.
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6 2. Sitzung.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Dr. v. Ewald
Exz., Finanzminiſter Dr. Braun Exz., Geheimeräte
Dr. Becker, Dr. Beſt, Lorbacher, Miniſterialrat
Hölzinger, Regierungsrat Spamer.
Vizepräſident Dr. Schmitt eröffnet die Sitzung
um 3½ Uhr. Die Etatsberatung wird beim Kapitel 74:
Bodenmeliorations= und
Waſſer=
verſorgungsweſen,
das zurückgeſtellt war, fortgeſetzt. Abg. Molthan
refe=
riert über Nachtragsforderungen der Regierung, zwecks
weiterer Meliorationen im Vogelsberg und zwecks
Ent=
ſchädigung der Schälwaldbeſitzer die Summe der
Aus=
gaben von 516 246 Mark auf 525 246 Mark zu erhöhen
und die Regierung zu erſuchen, im Hauptvoranſchlag für
1914 nach Antrag des Abg. Korell=Angenrod den Betrag
unter Titel 4 von 10000 Mark auf 15000 Mark zu
er=
höhen. Es liegt weiter ein Antrag der Abgeordneten
Dr. Oſann, Molthan und Dr. Weber vor, die
beantra=
gen, zu Kapitel 75a die Regierung zu erſuchen, im Sinne
des Antrages der Abgeordneten Brauer und Genoſſen im
Hauptvoranſchlag für 1914 einen nach Prüfung der
Sach=
lage angezeigt erſcheinenden höheren Betrag der
Land=
wirtſchaftskammer zur Verfügung zu ſtellen.
Abg. Lang: Die Waſſerleitungen im Odenwald
ſeien von ſſegensreicher Wirkung, doch iſt zu rügen, daß
der von der Kulturinſpektion Darmſtadt erfundene „
Wid=
der” bei niedrigem Waſſerſtande nicht funktioniert. Die
Gemeinden haben dadurch viele Koſten. Ich bitte, zu
er=
wägen, ob man den armen Gemeinden nicht mit
Staats=
mitteln helfen kann.
Abg. Breidenbach legt in längeren
Ausführun=
gen die Notwendigkeit der im Antrage Korell=Angenrod
geforderten Erhöhung der Summe für Meliorationen im
Vogelsberg dar und bittet, die Meliorationen im
Vogels=
berg in etwas ſchnellerem Tempo auszuführen. Er
be=
fürwortet weiter den Antrag Brauer. Die
Landwirt=
ſchaftskammer hätte das Miniſterium ſchon 1910, als die
Abſicht beſtand, die Staatszuſchüſſe zu kürzen, auf das
Bedenkliche einer ſolchen Maßnahme aufmerkſam gemacht
und insbeſondere darauf hingewieſen, daß die
Staats=
zuſchüſſe, einſchließlich der geſtrichenen
Verwaltungs=
koſten, um zirka 96000 Mark zurückgegangen ſind. Nach
den ſeither gepflogenen Verhandlungen über die
Aufſtel=
lung des Voranſchlages pro 1913 im Vorſtand der
Land=
wirtſchaftskammer und in den Ausſchüſſen ergeben ſ.
Mehrforderungen in Höhe von 45000 Mk. Eine Deckung
aus eigenen Mitteln würde die Landwirtſchaftskammer
hricht haben. Die Großh. Regierung war ebenſo wenig
wie der geſamte Ausſchuß imſtande, zu dieſen
unerwarte=
en Neuforderungen ſofort Stellung nehmen zu können.
Der Abg. Brauer beantragt danach, die Summe dieſes
Kapitels um 45000 Mk. zu erhöhen. Der Ausſchuß konnte
jedoch mit Rückſicht auf den erſorderlichen Abſchluß der
Verhandlungen die Angelegenheit nicht mehr erledigen.
tedner bittet daher, dem Antrag Brauer zu entſprechen.
Er bittet weiter, die Beſtrebungen, die nicht rentierenden
Schälwaldungen in Hutweiden umzuwandeln, zu
unter=
ſtützen und befürwortet die angeforderten
Mehrforderun=
pen für die Förderung der Ziegenzucht, der
Kaninchen=
zucht, für die Bekämpfung der Gelbſucht der Reben uſw.,
üir Bodenkultur im allgemeinen u. a. m.
Miniſterialrat Hölzinger: Die Regierung war
jegen des zu ſpäten Eingehens der Forderungen der
Landwirtſchaftskammer nicht in der Lage, dieſe
Forde=
rungen im einzelnen zu prüfen. Sie muß deshalb, wic
hereits im Ausſchuſſe erklärt wurde, ſich darauf
beſchrän=
ken, die Mehrforderungen in Erwägung zu ziehen für den
Etat von 1914. Wenn immer wieder darauf hingewieſen
wird, daß die Regierung die Zuſchüſſe für die
Landwirt=
ſchaftskammer herabgeſetzt hat gegenüber den Zuſchüſſen
für die Landwirtſchaftlichen Provinzialvereine, ſo muß
doch darauf verwieſen werden, daß der
Landwirtſchafts=
kemmer dafür das Beſteuerungsrecht verliehen wurde, das
der Landwirtſchaftskammer anſtatt der 78000 Mark mehr
als 200000 Mark einbringt.
Abg. Hartmann unterſtützt die Klagen des Abg.
Lang. Die Widder funktionierten ſehr ſchlecht und
ver=
urſachten den Gemeinden viele Koſten.
Regierungsrat Spamer: Das Patent auf die
Ver=
beſſerung der ſogen. „Widder” iſt von dem Erfinder,auf
eine hieſige Firma übergegangen. Der Kulturtechniker
Fitter hat alſo damit nichts mehr zu tun. Richtig iſt, daß
die Erfindung, wie faſt alle neuen Erfindungen, an
Kin=
derkrankheiten litt. Dieſe mußten erſt in einer Reihe von
Verſuchen und Verbeſſerungen beſeitigt werden. In den
Fällen, wo nicht örtliche Verhältniſſe es anders bedingten,
hat die Firma die Reparaturen auf ihre Koſten
ausge=
führt. Staatszuſchüſſe wurden in einzelnen Fällen bereits
gewährt.
Nach weiteren Ausführungen des Abg. Hartmann
ſchließt die Debatte. — Der Ausſchußantrag auf
Bewilligung von 144 190 Mark wird angenommen.
Ebenſo der nachträgliche Ausſchußantrag, die Regierung
zu erſuchen, im Sinne des Antrages der Abgeordneten
Grauer und Genoſſen im Hauptvoranſchlag für 1914 einen
nach Prüfung der Sachlage angezeigt erſcheinenden
höhe=
keit Betrag der Landwirtſchaftskammer zur Verfügung zu
ellen, und die übrigen Anträge. Der Antrag Raab wird
ür erledigt erklärt.
Kapitel 79 wird debattelos erledigt.
Zu Kapitel 86: Gewerbliche
Unterrichts=
nſtalten, beantragt Abg. Beſt als
Ausſchußbericht=
rſtatter, den Antrag Bach den Beitrag zur
Kunſt=
werbeſchule in Mainz um 1000 Mark zu erhöhen der
ſtegierung für den Etat 1914 zur Erwägung zu
über=
weiſen. — Der Antrag wird angenommen.
Das Miniſterium des Innern iſt damit
rledigt. (Bravo!)
Es folgt IX. Hauptabteilung:
Miniſterium der Juſtiz.
Zur Generaldebatte führt Staatsminiſter Dr.
n Ewald Exz. aus: Ich halte es für nötig, gleich zu
eginn der Beratung den Standpunkt der Regierung zur
ſage der Schreibgehilfen klar zu ſtellen. Bereits im
Jorigen Jahre iſt darauf hingewieſen worden, in welchem
Naße die Koſten der Schreibgehilfen im Laufe der Jahre
eſtiegen ſind. Sie betrugen im Jahre 1911 noch 514000
kark; 1912 ſchon 560000 Mark, und im laufenden Etat
gar 657000 Mark. Wenn man erwägt, daß im Jahre
B82 dieſe Koſten nur 76000 Mark betrugen, ſo iſt dieſe
teigerung außerordentlich hoch. Nun haben wir früher
Uerdings ein anderes Syſtem gehabt. Man hat früher
den einzelnen Reſſortvorſtänden ein Averſum überwieſen;
ßraus hat er ſeine Schreibhilfen bezahlen müſſen. Erſt
m Jahre 1897 ſind wir dazu gekommen, eine große
An=
hl von Schreibgehilfen zu ſtaatlichen Beamten zu
hachen. Wenn das nun ſo weiter geht, würden wir zu
inem Beamtenboer kommen, das für unſere Verhältniſſe
Heſſen doch nicht geeignet iſt. Bei uns beſteht der
rundſatz, wenn ein Schreibaehilfe 30 Jahre alt
gewor=
n iſt=und=10 Jahre zur Zufriedenheit ſeinen Dienſt ge=
tan hat, er dann angeſtellt werden muß. Dieſer
Grund=
ſatz beſteht bei keiner anderen Dienſtſtelle und auch in
kei=
nem anderen Bundesſtaat. Wir haben daher früher ſchon
vorgeſchlagen, im Kapitel 12 zunächſt eine Aenderung
in=
ſofern eintreten zu laſſen, daß das Lebensalter von 30
auf 35 Jahre und das Dienſtalter von 10 auf 15
Jahre heraufgeſetzt wird. Außerdem ſoll die
Stellenzahl kontingentiert werden, um ſie in ein
Verhält=
nis zu bringen eu den Beamten in den einzelnen Reſſorts
Der Ausſchuß ſagt an einer Stelle ſeines Berichts, daß
die Zahl der Beamten viel zu hoch ſei, und fordert
mög=
lichſte Einſchränkung. Damit iſt ſchwer in Einklang zu
bringen der Antrag des Ausſchuſſes, in Zukunft ſtatt 20
Prozent gar 30 Prozent der ſämtlichen Schreibgehilfen
anſtellungsberechtigt zu machen. Wenn wir nach dem
der=
zeitigen Syſtem verfahren, würden wir im laufenden
Jahre 112 Gehilfen anzuſtellen haben allein im
Juſtiz=
reſſort. Es muß nun, wenn Sie unſere Vorſchläge
an=
nehmen, allerdings eine gewiſſe Milderung für die
Ueber=
gangszeit eintreten. Das läßt ſich erreichen, indem man
die Schreibgehilfen, die am 1. April 1912 zur Anſtellung
gelangen würden, anſtelle mit dem 35. mit dem 33.
Lebensjahre und anſtelle mit dem 15. mit dem 13.
Dienſt=
jahre anſtellt. Damit würden wir nach und nach zu dem
Kontingent kommen. Es würden in den nächſten drei
Jahren im Juſtizreſſort 28 Schreibgehilfen zur Anſtellung
kommen. Ganz ohne Härten geht es allerdings nicht.
Dieſe Härten mußten ſich aber auch andere Beamte
ge=
fallen laſſen. Es iſt alſo durchaus nicht unberechtigt,
wenn wir hier gleiche Maßnahmen ergreifen. Unter dieſen
Verhältniſſen, glaube ich, daß es am beſten ſein würde,
wenn die Herren ſich damit einverſtanden erklären, daß
das Kontingent auf 20 Prozent feſtgeſetzt wird und nicht
wie der Ausſchuß vorſchlägt, auf 30 Prozent. Der
finan=
zielle Unterſchied beläuft ſich auf mindeſtens 54000 Mark.
Um nach und nach auf das richtige Verhältnis zu kommen,
würden wir dann bei zwei Vakanzen nur immer eine
be=
ſetzen. Den berechtigten Anſprüchen der Schreibgehilfen
würde durch die Vorſchläge der Regierung nach
Möglich=
keit entgegengekommen.
Abg. Dr. Zuckmeyer wünſcht zunächſt, daß das
Kapitel Juſtizminiſterium, damit es nicht immer an den
Schluß der Beratung kommt, wo die Zeit ſehr knapp iſt,
in den nächſten Jahren abwechſelnd vorweg genommen
wird. Er führt dann aus: Leider ſind die Beſchwerden,
die wir im Vorjahre vorgebracht haben, ſoweit ſie die
Aktuariatsaſſiſtenten und Gerichtsſchreibergehilfen
betref=
fen, ohne jede Wirkung geblieben. In den
Anſtellungs=
verhältniſſen dieſer Beamten hat ſich gar nichts gebeſſert.
(Redner legt das mit Zahlenmaterial dar.) Wenn der
Herr Staatsminiſter heute ſagt, daß 28 Stellen außer dem.
Kontingent beſetzt werden ſollen, ſo iſt das wohl ein
Auf=
geben des Widerſtandes, aber der Prozentſatz iſt zu klein
Unzufrieden ſind auch die akademiſchen Beamten; ich
er=
wähne hierzu nur die Reſolution des Heſſiſchen
Richter=
vereins, der die preußiſchen Gehaltsſätze für die heſſiſchen
Richter anſtrebt. Eine Forderung, deren Berechtigung
nicht von der Hand zu weiſen iſt, zumal bei gleicher
Vor=
bildung bei uns auch die Anſtellungsverhältniſſe ſchlechter
ſind. Dabei iſt es doch gerade für dieſen Stand
notwen=
dig, daß ſeine Angehörigen zufriedengeſtellt werden.
Denn Richter ſind auch Menſchen, und bei einem
unzufrie=
denen und verärgerten Richter liegt die Möglichkeit vor,
daß das auch ſeine Entſcheidungen einmal beeinflußt
möchte nun in dieſer Beziehung auch einmal einen Blick
nach oben werfen. Ich halte es nicht für richtig, daß die
Miniſtergehälter nicht entſprechend den übrigen
Beamten=
gehältern erhöht worden ſind. Das entſpricht nicht der
Billigkeit und auch nicht dem Standpunkt der Kammer.
Für die Gehaltsbemeſſung muß auch der Rang und die
Verantwortung der Stelle in Betracht gezogen werden.
Daß die Koſten für Schreibhilfen derart geſtiegen ſind, iſt
eigentlich werkwürdig, denn die Beſchäftigung der
Ge=
richte hat abgenommen. Nur die Zahl der Armenſachen
iſt um das Doppelte vermehrt worden. Ich halte es für
durchaus unrecht, daß das Armenrecht ſo zahlreich
ver=
liehen wird auch an Leute, die ſehr gut zahlen könnten.
Dabei bin ich aber dafür, daß, wer einmal das Armenrecht
hat, auch ganz genau ſo behandelt wird wie derjenige, der
eine Koſten bezahlt. Das iſt aber nicht immer ſo. In
erſter Linie nicht bezügl. der Zeugenvernehmungen. In der
Praxis haben ſich bezüglich des Urkundenſtempelgeſetzes
ſchwere Mißſtände ergeben. (Redner führt dazu
Einzel=
fälle aus Mainz an.) Insbeſondere iſt es die Nummer 46
des Tarifs, den Immobilienſtempel betreffend, gegen die
vielfach Klagen erhoben werden, da ſie geradezu zu einer
Unveräußerlichkeit des Immobiliarbeſitzes führt.
Da=
durch bekommen die Leute keine zweiten Hypotheken, und
es geht ein erhebliches Nationalvermögen verloren. Die
Zahl der Zwangsverſteigerungen mehren ſich
beänaſtig=
end. Eine Herabſetzung des Stempels würde auch im
Intereſſe des Fiskus liegen, denn es würden dann auch
mehr Verkäufe abgeſchloſſen. Ein eventueller Ausfall
könnte aber gedeckt werden durch einen Stempel auf
Pri=
vatverträge, der in Preußen länaſt erhoben wird, und
durch Aufhebung der freien Zuſtellung in Gerichtsſachen.
Die Gerichtskoſten müßten unbedingt ſchneller eingezogen
werden. Die Eingabe der Landbürgermeiſter
betreffend=
die Beurkundung der Immobilien enthalte eine ſchwere
Beleidigung der Notare, denen das Vertrauen der
Bevöl=
kerung abgeſprochen wird. Eine Beſeitigung des
Nota=
riats könnte doch nur eine Verſtaatlichung ſein; dieſe liegt
aber, wie ziffernmäßig nachgewieſen, nicht im fiskaliſchen
Intereſſe. Zum Schluß beſpricht der Redner die
Bericht=
erſtattung der Preſſe über die Kammerverhandlungen und
rügt, daß dieſe nicht obiektiv, ſondern je nach der Partei
der Redner gefärbt erfolgt.
Abg. Dr. Schmitt beſpricht ebenfalls
Anſtellungs=
verhältniſſe der Juſtizbeamten. Die Zahl der mittleren
Beamten der Juſtizverwaltung ſei von der Regierung
nicht genau angegeben worden; es ſind nur 154, nicht 162.
Wenn nur die 28 Schreibgehilfen angeſtellt werden, wird
man die zweite Auflage der Beſchwerden erleben. Die
Aktuariatsaſſiſtenten wünſchen eine wenn auch nur
ge=
ringe Vermehrung der Aktuare, die ſich jetzt leicht
ermög=
lichen läßt. Den Ausführungen des Abg. Dr. Zuckmeyer
zum Stempelgeſetz ſtimme er im großen und ganzen zu,
doch ſollte bezüglich des Niederlaſſungsſtempels eine
Er=
mäßigung durch das Miniſterium wohl möglich ſein.
Es ſind noch 12 Abgeordnete im Hauſe anweſend,
dar=
unter 6 Juriſten.
Abg. Grünewald meint, die Berichterſtattung
richte ſich wohl nicht immer nach der Partei, denn ſeine
Reden werden in der Frkf. Ztg. oft ſehr ſchlecht
be=
handelt. Richtig iſt, daß bei einem zu hohen
Urkunden=
ſtempel weniger herauskommt, als bei einem niedrigen
Stempel. Der Reichsſtempel iſt ja ein Teil der vom
Zen=
trum ſo geprieſenen Reichsfinanzreform. Freiwillige
Umlegungen werden durch den hohen Stempel in den
Städten unmöglich gemacht. Eine Herabſetzung der
Ur=
kundenſtempel iſt alſo wohl zu wünſchen. Die Einrichtung
der Notariate iſt doch von Segen geweſen, denn ſie hat
die Rechtsſicherheit in erheblichem Maße gefeſtigt. Ueber
den Richterſtand können wir unſere vollſte Zufriedenheit
ausſprechen. Es ſind vor allem keine Fälle von
Klaſſen=
juſtiz eingetreten. Um ſo mehr ſchmerzt es, daß dieſe
Beamten mit uns nicht zufrieden ſind, ebenſo wenig wie
die Gerichtsſchreiber. Ich möchte bezüglich der letzteren
an eine Aeußerung des Abg. Gutfleiſch erinnern, der den
Grundſatz aufſtellte, daß derjenige, der dem Staat den
Dienſt leiht, den der Staat verlangt, auch angeſtellt
wer=
den muß. Die Zunahme der Schreibgehilfen liegt in der
Natur der Sache; ſie darf kein Hindernis ſein, die Leute
anzuſtellen. Hierfür iſt einzig die Frage maßgebend, oh
die Leute voll beſchäftigt ſind, und ob nicht unnütz
ge=
ſchrieben wird.
Darauf tritt Vertagung ein. — Nächſte Sitzung
Donnerstag 9 Uhr.
Schluß halb 7 Uhr.
Vorträge.
Das Balkanproblem und die
gegen=
wärtige Lage. Der Nationalliberale
Ver=
ein hatte am Dienstag im Kaiſerſaal einen
Vor=
tragsabend veranſtaltet, der äußerſt zahlreich beſucht
war. Herr Univerſitätsprofeſſor Staehlin=Heidelberg
ſprach über das Balkanproblem und die
gegen=
wärtige Lage. Nachdem Herr Landtagsabgeordneter
Dr. Oſann die Erſchienenen begrüßt und den Redner
des Abends vorgeſtellt hatte, führte Herr Profeſſor Dr.
Staehlin die Zuhörer zunächſt in die Geſchichte den
Türkei ein. Der ſeines prunkenden Glanzes verlaſſene
Serail in Konſtantinopel bilde ſo recht ein Spiegelbild
ge=
fallener Größe und einſtiger Macht. Er ſchilderte, wie
das Türkenvolk unter Osman ſeinen Eroberungszug aus
dem Inneren von Aſien heraus antrat, wie es das mit
tapferer Gegenwehr verteidigte Konſtantinopel eroberte
und damit ſeinen Fuß nach Europa ſetzte, wie es ſeine
Herrſchaft nach allen Himmelsrichtungen ausdehnte, bis
es unter Soliman dem Prächtigen zu Lande und zu
Waſſer den Gipfelpunkt ſeiner Macht erreichte. Die
Ur=
ſachen des Zerſetzungsprozeſſes der bald nach dem Tode
Solimans des Prächtigen einſetzte und bis in die neueſte
Zeit fortdauerte, ſieht Redner in verſchiedenem. Das
Lehnsſyſtem wurde zur Günſtlingswirtſchaft, die zu
Zöli=
bat verurteilten, zu rauhen Kriegern und Staatsmännern
ſpartaniſch erzogenen geraubten Sklaven, gingen unter in
der Schwelgerei und der Verweichlichung des Harems,
die Sultane wurden Narren und Tyrannen. Während
die unterjochten Chriſtenſtämme auf dem Balkan
allmäh=
lich mehr und mehr wieder erſtarkten, brach das
Türken=
reich im Innern in der Jahrhunderte Lauf mehr und mehr
zuſammen. Ein Stück nach dem anderen bröckelte ab, bis
zuletzt nur noch die Eiferſucht der europäiſchen
Groß=
mächte das morſche Reich aufrecht erhalten kann. In dem
zweiten Teil ſeines Vortrags ſchilderte der Redner die
gegenwärtige Lage. Mit dem Berliner Kongreß war das
Streben Rußlands nach der Vorherrſchaft auf dem
Bal=
kan gebrochen, es mußte hinfort ſich mit der Protektion
der ſlaviſchen Balkanſtaaten und der Förderung
gemein=
ſamer ſlaviſcher Kultur begnügen. Während nun die
ſelbſtändig gewordenen Balkanmächte ſich immer mehr
entwickelten, ging das Osmanenreich unaufhaltſam
ſeinem Zerfall entgegen. Die Haupturſache des heutigen
Zuſammenbruchs ſah der Redner in der gewaltſamen
Verpflanzung des doktrinären Liberalismus
weſteuro=
päiſcher Art durch die Jungtürken auf dem Boden des
Iſlam. Der Zerfall der Armee ſei vor allem auch
da=
durch hervorgerufen, daß ſeit Jahren die beſten Truppen
des Reichs in blutigen Kämpfen zerrieben wurden. Zum
Schluß ſeiner Ausführungen warf der Redner noch einen
Blick in die Zukunft. Wer die Kriegsfackel auf dem
Bal=
kan entzündet habe, ob Italien, Serbien oder, was mehr
Wahrſcheinlichkeit beſitze, ruſſiſche Intrigen, laſſe ſich
nicht feſtſtellen, durch die politiſche Konſtellation, durch die
deutſch=engliſche Verſtändigung uſw. ſei der Friede
ge=
ſichert, noch einmal die Türkei ſelbſt mit europäiſchem
Be=
ſitz gerettet. Ob dieſer Beſitz ihrer möglichen Erneuerung
nicht im Wege ſtehen würde, ſei fraglich. Man müſſe
ab=
warten, ob nicht dereinſt der Zeitpunkt auch einer
Auf=
teilung ihres kleinaſiatiſchen Beſitzes gekommen ſei. Für
Deutſchland ſei es jedenfalls erſt geboten, für ſeinen
An=
teil an dem wirtſchaftlichen Aufſchwung der
kleinaſia=
tiſchen Türkei zu ſorgen. Oeſterreich falle die Aufgabe zu,
ſich mit den Balkanſtaaten freundſchaftlich zu verſtändigen.
Dem Redner ſtattete noch Abg. Dr. Oſann den Dank
der Verſammlung ab. Damit fand der Abend ſeinen
Ab=
ſchluß.
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*6116do) Inl. Lich Alexanderſtr. 3, p.
die grosse Landgräfin.
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Poſtkarte genügt. Telephon 2085.
Handel und Verkehr.
Generalverſammlung der Darmſtädter
Volksbank, e. G. m. b. H.
Nachdem der Vorſitzende des Aufſichtsrates, Herr
Ludwig Roll, über die Tätigkeit dieſer Körperſchaft
im abgelaufenen Jahre und über die Prüfung der
Jah=
resrechnung berichtet hatte, verbreitete ſich Herr Direktor
Stein eingehend über die wirtſchaftlichen und politiſchen
Ereigniſſe des Jahres 1912, über die Wirkungen, die ſie
auf die Vechältniſſe unſerer Stadt und auf die
Verhält=
niſſe des Inſtituts im beſonderen gehabt haben. Die
An=
ſätze zu einer Beſſerung auf dem Baumarkt, die im
porigen Jahre zu bemerken waren, hätten ſich nicht
fort=
geſetzt. Die auf dem Grundbeſitz laſtenden hohen reichs=
und landesgeſetzlichen Abgaben und Steuern, dazu der
Umſtand, daß für III. Hypotheken ausreichendes Kapital
nur ſchwer zu beſchaffen ſei, hemmen den Umſatz auf dem
Immobilien=Markte und ſeien ein Hindernis für die
beſſere Geſtaltung des Baumarktes, der außerdem noch
an früher verſchuldeter ſtarter Ueberproduktion leide. Die
Not des Hausbeſitzers, II. Hypothelen zu erhalten, könne
erſt wieder gründlich beſeitigt werden, wenn auf dem
Geldmarkte eine längere Zeit andauernde Flüſſigkeit
herrſche. Fördernd für die Löſung der Frage der II
Hypothek werde ſein, wenn die Beſtrebungen, die für den
Hypothekarkredit ſehr nachteiligen geſetzlichen
Beſtimmun=
gen abzuändern, Erfolg hätten. Redner erwähnte
be=
ſonders die Beſtimmungen, daß ein
Nichthypothekargläu=
biger die Mieten pfänden oder ſich abtreten laſſen könne,
zum Nachteil des Hypothekargläubigers. Ausſicht, daß
der Geldmarkt wieder flüſſig werde, biete ſich für die
nächſte Zeit nicht. Der Geldmarkt weiſe jetzt im März
noch Sätze auf, die um dieſe Jahreszeit ſeit vielen Jahren
nicht feſtzuſtellen ſeien. Die andauernde Geldteuerung
finde hauptſächlich ihre Begründung in der
Hochkonjunk=
tur, die die Induſtrie und der Großhandel im
abgelaufe=
nen Jahre zu verzeichnen hatten und die erfreulicherweiſe
noch andauere. Eine Geldknappheit ſei erſt zu verzeichnen
infolge der Ereigniſſe am Balkan und der hierdurch
er=
wachſenden Furcht vor europäiſchen Verwickelungen.
Herr Stein wies auf die im letzten Jahre vielfach
erfolg=
ten Stürme auf eine Reihe öffentlicher Sparkaſſen hin, die
von einer grundloſen Furcht vor einer Beſchlagnahme
ein=
gegeben geweſen ſeien. In politiſch unruhigen Zeiten
habe jedoch das Publikum die Pflicht, Ruhe zu halten und
die Gelder von den Sparkaſſen und den Banken nicht
zurückzuziehen, da dieſe Gelder nach dem Völkerrecht weder
von dem eigenen Staate noch von dem Feinde
beſchlag=
nahmt werden könnten. Schon im Frühjahr 1912 ſeien
Krediteinſchränkungen von den Banken veranlaßt worden,
nachdem der Präſident der Reichsbank an die großen
In=
ſtitute die ernſte Bitte gerichtet hatte, in der
Kreditgewäh=
rung geſunde Grenzen einzuhalten. Wenn die Reichsbank
ſchon in Friedenszeit in ungewöhnlichem Maße in
An=
ſpruch genommen werde, wie könne ſie ihre Aufgabe
er=
füllen, wenn wirtſchaftliche oder gar politiſche Kriſen
ein=
treten ſollten? Redner gibt ein ziffermäßiges Bild über
die bei der Volksbank beſtehende gute Liquidität und
über das günſtige Verhältnis zwiſchen eigenem Vermögen
zu dem im Geſchäfte arbeitenden fremden Kapital. Im
abgelaufenen Jahre ſeien keinerlei Verluſte an Ausſtänden
eingetreten, lediglich die geſetzlich erforderlichen
Abſchreib=
ungen an dem Beſtand erſtklaſſiger Wertpapiere haben das
Gewinnerträgnis der Bank etwas gemindert. Mit einem
kurzen Hinweis auf den Zuſammenbruch in Nieder=Modau
und auf die Hilfsaktion, die hoffentlich in den nächſten
Tagen zuſtande käme, und mit herzlichem Dank an die
Mitglieder des Aufſichtsrates für deren uneigennützig
Tätigkeit, ſowie mit Worten der Anerkennung für die
Be=
amten der Bank ſchloß Herr Stein ſeinen mit Beifall
auf=
genommenen Bericht. Der Antrag des Vorſtandes und
Aufſichtsrates, den § 17 des Statuts, der von der
Zu=
ſammenſetzung und Wahl des Aufſichtsrates handelt, den
heutigen Zeitverhältniſſen entſprechend zu ändern, wurde
von Herrn Juſtus Weber begründet und von den Herren
Nachtigall, Ganß und Direktor Stein befürwortet. Die
ſpäter erfolgte Abſtimmung über den Antrag ergab die
einſtimmige Annahme ſeitens der anweſenden 102 Mit=
glieder. Die Bilanz und die Gewinnverwendung wurden
dem Vorſchlage der Verwaltungsorgane gemäß
geneh=
migt und dieſen auch die Entlaſtung erteilt. Ebenſo
er=
folgte die einſtimmige Annahme der neuen Beſtimmungen
über die Gewährung von Ruhegehalten an die Beamten
uſw. Ueber den Allgemeinen Genoſſenſchaftstag in
Mün=
chen berichtete Herr Hofſpengler Rühl, wofür ihm der
Vorſitzende Dank ausſprach. In den Aufſichtsrat wurden
neu gewählt die Herren Philipp Baumann, Friedrich
Delp, Ludwig Kugel, Georg Rühl und Karl
Zim=
mer.
H. Frankfurt a. M., 4. März. (Fruchtmarkt
bericht.) Infolge des milderen Wetters war die
Stim=
mung des Wochenmarktes abgeſchwächt. Da auch das
An=
gebot reichlich war, aber die Mühlen nur wenig kauften
ſo wurden Landweizen und insbeſondere Landroggen
bil=
liger offeriert, ohne daß dabei größere Abſchlüſſe
erfolg=
ten. Hafer und Mais ruhig. Braugerſte ſtärker
ange=
boten. Futtermittel unverändert. Die Forderungen für
Mehl ſind williger, nachdem auch die ſüddeutſchen Mühlen
ihre Preiſe ermäßigt haben.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt ruhig
bei kleinen Umſätzen. An der Berliner
Produkten=
börſe übte der Witterungsumſchwung ebenfalls ſeinen
Einfluß aus und die Preiſe wurden niedriger geſtellt,
da=
bei blieb das Geſchäft träge, weil der Konſum, die
Müh=
leu und Händler nur das notwendigſte abnehmen. Hafer
auf Lieferungen blieb behauptet. Amerikaniſcher Mais
war um 1 Mark niedriger. Inländiſche Gerſte iſt in allen
Sorten ſtark und billiger angeboten. Nach den letzten
Kabelnachrichten von den amerikaniſchen
Ge=
treidemärkten (New=York und Chicago) war
Wei=
zen und Mais ſchließlich matter auf günſtige Ernteberichte
aus Indien, das günſtige Wetter und die enttäuſchende
Nachfrage ſeitens des Publikums; ebenſo lauteten die
Viſible Supply=Ziffern à la baisse. Die ſichtbaren
Weizen=
vorräte ſind dort in dieſer Woche von 66,77 Mill. Buſh
auf 66,56 Mill. Buſh. zurückgegangen, aber die
Maisvor=
räte von 16,58 Mill. Buſh. auf 17,92 Mill. Buſh. geſtiegen.
In Kanada erhöhten ſich die Weizenvorräte in dieſer
Woche von 24,39 Mill. Buſh. auf 24,78 Mill. Buſh.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen hieſiger und Wetterauer, 20,75—21, Nordd.
20,75—21, Kurheſſiſcher 20,75—21, Ruſſiſcher 23,75—24,75,
Laplata 23,50—24, Rumäniſcher 23,75—24,50, Redwinter
24—24,25, Manitoba 24,25—24,50, Kanſas 24—24,25,
Walla Walla 23,75—24,25; Roggen hieſ., 17,75—17,85,
Bayeriſcher (Pfälzer), 17,80—17,90, Ruſſiſcher 19,50 bis
19,75, Rumäniſcher 19,50—19,75; Gerſte Pfälzer, 19,25
bis 19,75, hieſige und Wetterauer 19,25—19,75, Riedgerſte
19—19,50, Fränkiſche 19,25—19,75; Hafer hieſ., 18—19,
Bayeriſcher 18—19 Ruſſiſcher 19,50—20,25, Amerikaniſcher
17—17,50, Rumäniſcher 19,50—20,25; Mais, mixed, 15
bis 15,25, Ruſſiſcher 15,25—15,75, Donaumais 15,25 bis
15,75, Rumäniſcher 15,25—15,75, Laplata 15—15,25, Weißer
Mais 15,25—15,50, Weizenſchalen 10,50—10,75, Weizenkleie
10,50—10,75, Roggenkleie 10,50—10,75, Futtermehl 14 bis
16, Biertreber, getrocknet, 13,75—14,50, Futtergerſte 16,25
bis 16,50. Weizenmehl, hieſiges, Baſis ab Mannheim
Nr. 0 31—31,25, feinere Marken 31,50—31,75, Nr. 1 30 bis
30,25, feinere Marken 30,50—30,75, Nr. 2 28,50—28,75,
feinere Marken 29—29,25, Nr. 3 27—27,25, feinere Marken
27,50—27,75, Nr. 4 24—24,25, feinere Marken 24,50 bis
24,75. Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0 27—27,25. Nr. 1 24,75
bis 25, Nr. 2 22,25—22,50.
Holzverſteigerungen.
w. Lampertheim, 4. Mäcz. Die geſtrige
Holz=
verſteigerung der Domäne hat die der Gemeinde an
hohen Preiſen noch übertroffen. Es wurden gelöſt für
Buchen=Scheiter 10 Mark und darüber, für Buchen=
Knüp=
pel 8—9 Mark, Buchen=Wellen 12—14 Mark, eichene
Schei=
ter 7—8 Mack, eichene Knüppel 6—7 Mark.
Luftfahrt.
Der Prinz Heinrich=Flug 1913.
Die Veranſtalter des Prinz Heinrich=
Flu=
ges hielten in Baden=Baden unter dem Vorſitze Sr.
Exzellenz General Gaede eine Sitzung ab, die von 17
Vereinen der Südweſtgruppe des Deutſchen Luftfahrer=
Verbandes beſchickt war. Oberſtleutnant Freiherr v.
Ol=
dershauſen=Straßburg, der Vorſitzende des
Arbeitsaus=
ſchuſſes, konnte die mit großem Beifall aufgenommene
Mitteilung machen, daß dank des Intereſſes Privater und
der Kommunalbehörden die großzügige Finanzierung
be=
reits geſichert ſei. Beſonders anziehend wird der
dies=
jährige Flug noch dadurch werden, daß mehrere
Zep=
pelin=Luftſchiffe mit den Flugzeugen in
Konkur=
renz treten werden. Dr. Joſeph=Frankfurt berichtete über
den erfreulichen Fortgang der Verhandlungen über die ſo
ſchwierigen Verſicherungsfragen. Die Bereitſtellung der
Zelte für die Flugzeuge bildet ſtets eine ſchwierige
Or=
ganiſationsangelegenheit bei Ueberlandflügen. Dr. Linke,
der bereits im vergangenen Jahre den Flugzeugzelt=
Wett=
bewerb zu Frankfurt geleitet hat, konnte auch hierüber
günſtiges berichten. Die Südweſtgruppe des Deutſchen
Luftfahrer=Verbandes veranſtaltet auch einen
Waſſer=
flugzeug=Wettbewerb, deſſen Termin für Juli
in Ausſicht genommen iſt. In Anbetracht der Tatſache,
daß viele Fachleute, wie beiſpielsweiſe die Franzoſen und
Belgier, den Waſſerflugzeugen nicht nur für die Marine,
ſondern beſonders auch für die Kolonien größte Bedeutung
beimeſſen, iſt es im nationalen Intereſſe zu begrüßen, daß
auch in dieſem Jahre eine Konkurrenz die Fabriken zur
Arbeit auf dieſem ſchwierigen Gebiete ermuntern ſoll.
Sport, Spiel und Turnen.
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G. Bellevilles Vico (A. Carter), 2. Unipar (Parfrement),
3. Manthelan (Wallon). Tot. 24:10. — Prix de I'Erdre.
4000 Francs Diſtanz 2800 Meter: 1. Monſ. J. Lieur”
Voyageur (Gaudinet), 2. Cancan II (Häs jr.), 3. Oeillet
Prix de L’Anjou.
Blanc II (Wallon). Tot. 28:10.
3000 Francs, Diſtanz 3700 Meter: 1. Monſ. R. Periacs
Sartorys (A. E. Bates), 2. Bruges (Powers), 3. Tremolo
Debiſhop). Tot. 42:10. — Prix du Thouet. 5000 Francs,
Diſtanz 3400 Meter: 1. Monſ. J. D. Johns Ramſes (
Par=
frement), 2. Fontenoy (F. Williams), 3. Moxa (E. Hardy)
Tot. 40110. — Prix de la Sarthe. 5000 Francs, Diſtanz
3000 Meter: 1. Monſ. Ch. Kohlers Reſtigouche (F.
Wil=
liams), 2. Polo Alto (Powers), 3. Nickel (Thibault), Tot.
48:10. — Prir de la Mayenne. 4000 Francs, Diſtanz 3400
Meter: 1. Monſ. D. Kelekions Odr (E. Hardy), 2. L
Futur (Lancaſter), 3. Camyre (F. Williams). Tot. 360:10.
sr. Die Rhein=Motor=Boot=Regatta des Motorjacht=
Klubs von Deutſchland, die am 7. Juni in Mannheim
be=
ginnt und über Biebrich, Koblenz und Bonn nach Kölm
führt und der ſich eine weitere deutſch=
hollän=
diſche Tourenfahrt am 11. und 12. Juni nach
Amſterdam anſchließt, wird unter dem Protektorat der
Prinzeſſin Adolf von Schaumburg=Lippe vor ſich gehen,
die jetzt das ihr angetragene Protektorat übernommen hat.
Lawn=Tennis. Das interngtionale Lawn=
Tennis=Turnier zu Monte Carlo fand jetzt
ſeinen Abſchluß. Das Herreneinzelſpiel gewann der
auſtraliſche Weltmeiſter A. F. Wilding. Er war in der
Vorſchlußrunde auf Decugis geſtoßen, den er 3:6, 620,
6:3 abfertigte. In der Schlußrunde traf er dann auf
Pou=
lin, den er 6:0, 622, 611 ſchlagen konnte. Das Damen=
Einzelſpiel wurde zwiſchen Miß Ryan und Frau O'Neil
entſchieden und von letzterer 6:3, 8:6 gewonnen. Das
ge=
miſchte Doppelſpiel ſah Wilding=Miß Ryan über Myers=
Miß J. Tribb 6:4, 6:3 ſiegreich. Das Herren=Doppelſpiel
gewannen Rahe=H. Kleinſchroth mit 2:6, 622, 633, 7.5
gegen Wilding=R. Kleinſchroth. Auf das Turnier von
Monte Carlo folgt jetzt ein weiteres in Mentone, an dem
die gleichen Spieler teilnehmen.
Die Gründung eines internationalen
Lawn=Tennis=Verbandes, die ſeit langem
vor=
bereitet wurde, iſt jetzt in Paris erfolgt. Es waren
Delegierte aus folgenden Ländern in der
Gründungsſitz=
ung vertreten: Deutſchland, Frankreich, England,
Bel=
gien, Oeſterreich, Vereinigte Staaten, Auſtralien,
Süd=
afrika, Rußland, Schweden, Dänemark, Schweiz und
Hol=
land. Die Satzungen des neuen Internationalen
Ver=
bandes werden in einer weiteren Sitzung aufgeſtellt.
Bei den teuren Zeiten
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Dekerierungstost
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Samstag, 8. Märzd. Js., abendss Uhr
im großen Saale des Städtiſchen Saalbaus ſtatt.
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Mitglieder und Freunde des Klubs ſind hierzu
Der Vorstand.
herzlichſt eingeladen.
Touristenanzug erwünscht. Tür die Damen der Mitglieder sind die Galerien reserviert.
Verband für Zugendfürsorge
(
der stadt Darmsfadt.
280
Montag, den 10. März, nachmittags 5 Uhr, im Herrſchafts=Saal
des Saalbaus.
(5608
E&
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früher Lehrerin an der Viktoria=Schule, über Berufsbildung und
Berufsausſichten für die Schülerinnen der höher. Mädchenſchulen
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Samstag, 8. März, abends 9 Uhr,
im Vereinslokal „Kaiſerſaal”, Grafenſtr.:
10
O
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des Herrn Rechtsanwalt Karl Schoedler
„Rechte u. Pflichten des Kaufmanns beim Kauf”.
Gäſte ſind willkommen. (5620) Der Vorſtand.
Saalbau, gr. Saal. Montag, 10. März. abends 8 ¼4 Uhr
EinAusflug inden Weltenraum
Astronomischer Projektions-Vortrag
des Physikers Gerhart Heltmann aus Hamburg.
Karten zu M. 3.—, M. 2.— u. M. 1.25 bei Georg Thies Nachf. (5545mdso
O5
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mit Fragenbeantwortung und
(5330idf
Kursus für Lebenskunst
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Dr. med. Oberdörffer gailingen in Baden)
Donnerstag, 6. März,
I.Im Kaisersaal, Grafenstr. 18, abends 8¼ Uhr:
c ſeine Heil= u.
Selus dis Lirzi, Wunderkraft
im Lichte der Religion, Naturwiſſenſchaft u. Heilkunde.
Die Entwicklung von Kultur u. Religion im Abendlande.
Freitag, 7. März,
II. In Fürstensaal, Grafenstr. 20, ab. 8½ Uhr, ſodann
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Neckarſtr. 3, Hof, Samstag, 8. März, abends 8¼ Uhr:
6f
5
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Gedwigſtr. 3. Für Mitglieder der Mazdaznan=Vereinigung halbe Preiſe.
Saal zur Traube:: Freitag, 7. März, 8 Uhr
1
Einziges grosses
Vokal-
mt hetrunentellensert
gegeben von der Königl. und Grossherzogl. Hessischen
und Sachsen-Weimarischen Kammersängerin Madame
Primadonna der Opéra Comique in Paris, des Königl.
Theaters (Coventgarden) in London.
Unter gefälliger Mitwirkung des Herrn
GEORG ADLER
Professor am Konservatorium in Frankfurt a. M.
Konzertflügel: Bechstein, aus dem Lager von
A. W. ZIMMERMANN (L. Schweisaut), DARMSTADT.
Karten im Vorrerkauf Ml. 30, 290, 1.30 und 80 Pfg.
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Pianohandlung, Elisabethenstrasse 12; an der Abend-
(4945dsd
asse Mk. 4.—, 3.—, 2.— und 1.—.
Donnerstag, den 6. März:
(5525md
Opern- u. Operetten-Abend.
P
Suluntor ie Anstieh
Nur nach 9 Mare
N
Orpheum
Tel.
385
Gastspiel: Exl’s
Tiroler Bühne
Donnerstas
Honte
den 6. März:
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Zum I. Male:
Im Tage des Gerichts
Volks-Schauspiel in 4 Akten
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Rheinstrasse 14. (5633
Anfanr 8½, Uhr.
SSchöner Rehpinſcher, pr.
Ab=
ſtammung, ſchw. mit roſtbr.,
zu verk. Parkusſtr. 9, I. (*5974mds
he
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 6. März 1913.
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Der Steuermann
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loge 6.10 M., Balkonloge 5.10 M.,
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.—
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Galerie 1.25 M.,
II. Galerie 0.65 M.
Anf. 7½ Uhr. — Ende geg. 11 Uhr.
Kartenvk. v. 9½ —1½ u. v. 6½ U. an.
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Tosea.‟ Tosca: Eliſabeth v.
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Haſe=
mann’s Töchter.”
Zu dieſer
Vorſtellung findet ein
Kartenver=
kauf nicht ſtatt.
Soßntag, 9. März. Nachmitt.
2½ Uhr: 23. Volksvorſtellung zu
ermäßigten Preiſen. Neu
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ſtudiert: „Guten Morgen, Herr
Fiſcher.‟ Hierauf: „Die ſchöne
Galathee.‟ Zum Schluß:
Cham=
pagner=Viſionen (Ballett).
Vorverkauf bis einſchl.
Sams=
tag, 8. März, nur im
Verkehrs=
büro, Ernſt=Ludwigsplatz.
Ver=
kauf der noch vorhandenen Karten
an der Tageskaſſe im Hoftheater
am Tage der Vorſtellung, vorm.
von 11 Uhr ab. — Abends 7 Uhr:
137. Ab.=Vorſtell. A 35. Die
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Konzertkarten nur in der Akademie,
Das Direktorium der Akademie für Tonkunst: Wilhelm Schmitt, Willy Hutter
Allgemeiner Evangeliſch=Proteſtantiſcher Miſſionsverein
Sonntag, den 9. März 1913, nachmittags 4 Uhr:
Aapaniſche Feier
im Kaiſerſaal (Grafenſtraße)
mit Verkauf japaniſcher Gegenſtände, Miſſionsſchriften u. Poſtkarten.
Aufführung eines japaniſchen Trauerſpiels „Sogoro” von Adolt Wendt,
Japaniſcher Lieder zur Guitarre und einer Szene „Im
Frauen=
gemach” von Anna Ethel.
Eintrittspreis: 3, 2, 1 Mk., 50 und 25 Pfg.
(5611
Karten im Verkehrsbüro und an der Kaſſe.
Saalöffnung und Beginn des Verkaufs um 3 Uhr.
Zeeehen
Darmstadt.
Samstag, den 8. März 1913, abends 8¼ Uhr
im grossen Saale des Kaisersaals
Lustiger Abend
(Einziges hiesiges Auftreten in dieser Saison)
von Professor
Mareen Saizer!
Neues Programm.
O. J. Bierbaum, Karl Ettlinger, K. Fr. Ginzkey, Seima
Lagerlöf, Frhr. v. Liliencron, Alexander Moszkowski,
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P. Rosegger, Ludw. Thoma, Mark Twain, Henry
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F. Urban, Ernst v. Wolzogen u. A.
Karten zu Mk. 4.—, 3.—, 2.—, 1.50 und 1.— sind im
Verkehrsbureau und abends an der Kasse zu haben.
Das Lustige Salzerbuch in jeder Buchhandlung.
MannaannannanaeduunnnasanesMAnauannsnann umet
Dienstag, 11. März 1913, 8 Uhr Saai zur Traube:
Lieder-Abend
von
Dr. Georg Voigt
unter Mitwirkung des Pianisten Georg Zscherneck.
Lieder von Brahms, Dvorak, Rubinstein
Strauss, Schumann, Beethoven-Sonaten.
Konzertflügel: Julius Feurich.
Karten an der Abendkasse zu 3, 2, 1 Mk., im Vorverkauf
zu 2.50, 1.50, 0.80 in der Hofmusikalienhandlung von Gg. Thies
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„Schneeglöckchen‟
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Salostor im Anstich.
Lieder zur Laute
Mitwirkende:
Herr Konzertmeister Paul Schnurrbusch (Violine),
Herr Hofmusiker H. Winkler (Klavier), Herr
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musiker W. Manecke (Laute).
Karten zu Mk. 3.—, 2.— u. 1.— bei Georg Thies Nachf.,
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der schönsten u. vornehmst
gespielten, zeigt die Leiden
einer Frau, die das grosse
Opfer um ihre Familie aus
Eiend und Not zu retten,
bringt, ihr häusliches Glück
zu vernichten.
Der Einsiedler
gutes, tiefergreifendes
ameri-
kanisches Drama.
Der Stichling
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Die Lieblinge des Hauses
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Haus Heidegg.
Von Hedda v. Schmid.
(Nachdruck verboten.)
27)
Als Nika ein paar Tage nach Fabians Abreiſe in der
Dämmerung von einem ſolchen vergeblichen
Samariter=
gang in ihr WoWhnzimmer zurückkehrte, brannte dort zu
ihrer Verwunderung bereits eine der hohen Stehlampen.
Aus der Sofaecke erhob ſich bei ihrem Eintritt eine lange,
hagere Figur — eine Reihe von Uniformknöpfen blitzte
im Lampenſchein . . . .
Diez! ſchrie Nika auf. Beinahe wäre ſie ihm um den
Hals gefallen in ihrer Freude, den Langerwarteten,
Tot=
geſagten leibhaftig vor ſich zu ſehen. Aber dann fragte
ſie haſtig — leiſe und in ungläubigem Schreck: Diez,
was iſt das?
Ja, Du mußt ſchon mit dem Händedruck der Linken
vorlieb nehmen, ſagte er mit dem alten, luſtigen
Stimm=
klang früherer Zeiten. Den rechten Arm hat mir eine
Feindeskugel zerſchoſſen, und dann — nachdem ſie ihn mir
im Hoſpital ſchlecht und recht zuſammengeflickt und mich
heimwärts geſchickt hatten, da verſchlimmerte er ſich
plötz=
lich unterwegs; ich blieb monatelang in einem elenden
Neſt liegen — bis man mir den Arm ſchließlich ohne viel
Federleſen abnahm.
Der rechte Rockärmel war an einem Knopfe des
Rockes befeſtigt.
Du Armer, Du Aermſter, klagte Nika und zog Diez
n der Linken näher zur Lampe — Laz Dich mal
an=
ſchauen! Wie ſiehſt Du denn ans? Halb vrrhungert?
Na, es geht, meinte Diez humpriſtiſch. Erika hat es
allerdings für unnütz befunden, zur Heimkeyr des
ver=
lorenen Sohnes gleich ein Kalb zu ſchlachten. Wenn Du
mir etwas zum Eſſen ſervieren laſſen wollteſt, Nika, wäre
ich Dir rieſig dankbar.
Aber ſelbſtverſtändlich — gleich, gleich. Und Nika,
halb benommen noch von Diez’ endlicher Heimkehr, eilte
ſelber zur Mamſell und gab ein halbes Dutzend
verworre=
ner Befehle, deren Ergebnis zum Glück für den hungrigen
Diez ſich nachher nichts deſtoweniger als ein ſehr
reich=
liches Abendbrot erwies.
So ohne Sang und Klang biſt Du heimgekehrt?
fragte Nika dann. Seit wann biſt Du überhaupt hier?
Seit heute früh. — Ich hatte das Glück, den letzten
Bahnzug vor dem Ausſtand der Lokalbahn denutzen zu
können. Auf einem Bauernfuhrwerk kam ich nach
Hei=
degg. Erika erfroren die Begrüßungsworte beinahe auf
den Lippen, ſo eiſig klangen ſie. Und unſer altes Haus!
Ueberhaupt nicht wieder zu eckennen!
Nicht wahr? ſtimmte Nika bei. Erika muß weg aus
Heidegg!
Es iſt die Geſchichte vom Maulwurf und dem Igel
die dummen Maulwürfe ſind wir Heidegger, wir,
Mutter Chriſtels Kinder.
Ja und Erika iſt das Stacheltier, das Euch aus
Eurem alten, lieben Bau hinausgedrängt hat. Na, jetzt
biſt Du ja da!
Ich armer Krüppel, erwiderte Diez mit einiger
Bitterkeit, die bei ihm ganz überraſchend wirkte. Und
dem wollen wir erſt abwarten, eb die Bauern hier auf
uns nicht ein Keſſeltreiben anſtellen und uns in aller
Ge=
ſchwindigkeit ein höhniſches Halali blaſen werden. Ich
bin durch Gegenden gefahren, in denen der Aufruhe hell
lodert. Auch bis hierher in unſere ſtille Ecke kann der
Funke dringen. Seitdem ich Erika heute meine
Befürch=
tungen ausſprach, iſt ſie ganz außer Rand und Band und
verſetzt Heidegg in einen Belagerungszuſtand. Sie war
außer ſich darüber, daß ſich die Zugbrücke nicht mehr
auf=
ziehen läßt. Na, überhaupt, Erika — alle Achtung vor
ihrer wirtſchaftlichen Tüchtigkeit, — aber ich weiß nicht
ſie iſt ſo merkwürdig — ſeid Ihr denn alle blind? . . .
Man muß ſich allerdings ſehr an ihre Art gewöhnen,
entgegnete Nika; daß ſie abſonderlich iſt, daran erblicke
ich ſchon längſt nichts Auffallendes mehr. Abec laſſen wir
nur Erika — erzähle mir von Dir, und bevor angerichtet
iſt, will ich Dir mit dem älteſten Wein des Eldenauer
Kellers ein Willkommen zutrinken. Du armer Junge, Du
— wenn Dich Mutter Chriſtel eben ſehen könnte! Nika
ſtreichelte ein wenig ſcheu Diez’ leeren Rockärmel.
In Diez’ ſchmalem, tiefgebräuntem Geſicht zuckte es.
Der Gedanke an Mutter war mein Beſtes in den ſchweren
Kriegszeiten, ſprach er.
Und Dir hat auch ihr letzter Gedanke im Leben
ge=
golten, ſagte Nika leiſe,
Dann ſchwiegen ſie .
Der Wein wurde gebracht. Auf Dein Wohl, Diez,
rief Nika, und eine frohe Zuverſicht klang aus ihren
Worten.
Das war nun Diez’ Heimkehr — unter einem fremden
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I, 5593)
Hus ſeines Geſchlechts aber ſchlich ein Graen
der
Wind peitſchte Schnee gegen die lichtloſen Fenſter und
heulte um die alten Mauern . . . .
Erika, mit einer Laterne in der Hand, ſtieg in den
Keller hinab, um nach Falltüren und unterirdiſchen
Gän=
gen zu ſuchen, durch die man ſich im Falle einer
drohen=
den Gefahr hätte retten können.
Daß der Bruder nach ihrem unfreundlichen Empfang
ſeinen Militärmantel umgenommen hatte und in den
Schnee hinausgegangen war, durch Kälte und
Sturm=
wetter zu Fuß bis nach Eldenau, kümmerte ſie nicht. Er
würde ſchon den Rückweg finden müſſen — er hatte leere
Taſchen und dauernd keinen anderen Unterſchlupf als
Heidegg — das beruhigte Erika.
Sie ſah wie eine rieſige Fledermaus aus in Fabis
altem Mantel, den er einmal in der Halle zu Heidegg
ver=
geſſen, und den ſie dann ſtillſchweigend ſich angeeignet
hatte. Sie klopfte mit einem Hammer gegen eine
Keller=
wand, die ihr hohl zu ſein ſchien und vielleicht ein
ge=
heimes Verſteck darbieten konnte.
Diez war ja da — nun mußte ſie auf ihrer Hut ſein
— und die Bauern drohten von der anderen Seite.
Erika griff ſich an den Kopf. Stand nicht jemand
hinter ihr? Kauerte nicht dort in der Ecke eine Geſtalt?
Sie hatte ja niemand mehr, dem ſie=trauen konnte.
Ent=
ſtellt ſah ſie aus und vernachläſſigt in ihrer Kleidung.
Wo waren jene Zeiten hin, in denen ſie und Editha
ſtun=
denlang in Modeblättern ſtudiert hatten, um etwas zu
finden, wodurch die Farbloſigkeit ihrer äußeren
Erſchein=
ung gehoben werden könnte! Seit zwei Jahren hatte
Erika ſich keinerlei Ausgaben für ihre Toilette geſtattet
ihr kurzes, ſtark ergrautes Haar war ſtruppig und
ſchicht gepſfegt den Lodenleid, das ſie lngaus,
laß=
ein, auch an Sonn= und Feſttagen trug, ſah man es an,
daß Vieh= und Pferdeſtall, Sonne und Regen, Ackerkrume
und Moorwaſſer ihre Spuren dort hinterlaſſen hatten.
*:
Die Admiralin Borowin hatte in Iſa jemand
ge=
funden, den ſie ſo recht nach Herzensluſt verwöhnen konnte.
Iſa war ſo dankbar über alle ihr erwieſene Liebe,
ſo kindlich anſchmiegend und widerſprach ihrer neuen,
mütterlichen Freundin niemals.
Einige Tage vor Weihnachten ſagte die Admiralin:
Iſa, nun iſt es aber die allerhöchſte Zeit damit, daß Du
Deinen hieſigen Verwandten einen Beſuch machſt.
Welchen Verwandten denn, Tante Stephanie? fragte
Iſa, die mit ihren Gedanken eben in Heidegg war. Sie
hätte es der Admiralin nie eingeſtanden, daß ſie jetzt noch
an Heimweh litt.
Nun, Steenhuſens doch, liebes Kind. Haſt Du die
denn ganz vergeſſen? So unliebenswürdig Warinka
ſel=
ber iſt, ſo verlangt ſie doch von ihrer Umgebung,
über=
haupt von allen Menſchen die größte Aufmerkſamkeit.
Und wenn ihr die nicht zuteil wird, dann muß der arme
Reginald doppelt unter ihren Launen leiden. Sie quält
ihren Mann wirklich halb zu Tode. Dir nähme ſie es
fraglos ſehr übel, wenn Du ihr keinen Beſuch machteſt.
Iſa gehorchte mechaniſch.
Reginald hatte ſich ſeit jenem Beſuch nicht im Hauſe
der Admiralin blicken laſſen. Iſa hatte er, wie es ſchien,
nun ganz vergeſſen. Damals bei ſeiner kurzen
Anweſen=
heit hier war alles ſo überſtürzt vor ſich gegangen, er
hatte keine Zeit für ſie gehabt, und ſie hatke vor lauter
Scheu ihn nicht einmal nach Bubi gefragt. Doch wenn
ſe mit der Abmiralin ausgeſahren war oder einen
Spa=
ziergang am Stromkai oder in den entlaubten Alleen des
Sommergartens gemacht hatte, waren ihre Blicke immer
ſuchend zu allen hübſchen, elegant gekleideten Kindern
hinübergeſchweift, die von Ammen und Wärterinnen in
ihrer maleriſchen, ruſſiſchen Nationaltracht ſpazieren
ge=
führt wurden. Vielleicht war Bubi unter ihnen? Sie hatte
das entzückende Kinderbild des kleinen Paul Steenhuſen
nicht vergeſſen.
Steenhuſens bewohnten eine Zimmerflucht in einem
palaſtartigen Hauſe im eleganteſten Teil der Reſidenz.
Der Pförtner, oder, wie man in Petersburg ſagt, der
„Schweizer”, eilte befliſſen herzu, um den Wagenſchlag zu
öffnen, als die Kutſche der Admiralin vor dem Hauſe hielt.
Die Herrſchaft wäre verreiſt, lautete ſein
ehrfurchts=
voller Beſcheid — bloß der junge Herr wäre zu Hauſe.
Bitte, bitte, Tante Stephanie, ich möchte Bubi ſehen,
bettelte Iſa.
Sie ſtiegen die teppichbelegten Marmorſtufen zum
zweiten Stock empor. Ein junges, freundliches Dienſt= öffnete knickſend. Als es die Admiralin erkannte,
knickſte es noch tiefer: Ach — Euer Gnaden —
So, Du biſt alſo noch hier, Daſcha, nickte die Ad=,
miralin. Es iſt hübſch von Dir, daß Du meiner Empfehl=.
ung Ehre machſt und nicht alle Vierteljahr Deine
Herr=
ſchaft wechſelſt, wie die meiſten Dienſtboten jetzt.
Die niedliche Daſcha ſtammte vom Gut der
Admira=
lin, wo ihr Vater in Dienſten ſtand.
Nun führe uns zum jungen Herrn — ich weiß ſchon
Deine Herrſchaft iſt verreiſt.
(Fortſetzung folgt.)
Zu den hier abgebildeken Modellen ſind
die Welkruf genießenden
Butterick’s Schnittmuſter,
nach denen jede Dame ohne
Schwierig=
keit ihre Garderobe ſelbſt anfertigen
kann, erhältlich.
NebEr. Nr UE
Bei Beſtellung iſt genaue Angabe der
Nummer, Taillenweite, Hüftweite und
Oberweike erforderlich. Bezugsquelle für
Butterick’s Schnittmuſter
ſind die überall beſtehenden Butterick’s=
Agenturen oder auch die Schnittmuſter=
Abteilung von Butterick’s Moden=Revue,
Berlin W8, Leipziger Straße 102.
Der Aufputz des Kleides.
Wer wird heute nicht ſchon von bulgariſcher Stickerei, von bulgariſchem
Stil der Bluſen oder von „futuriſtiſchen” Farbenkombinationen gehört haben?
„Leider gehört haben,” möchte man am liebſten hinzufügen, denn auch dieſe
Mode, ſo reizvoll ſie ſein kann, wird ganz beſtimmt viel Geſchmackloſes
nach ſich ziehen, wie jede Mode, die eine Apartheit bedeuket, die etwas
„gewaltſam” iſt.
Moden, die dieſe beiden Qualitäken aufweiſen, ſind ausnahmslos nur
erfreulich, wenn gewiegter Geſchmack ſtreng darüber wacht, wie und wo ſie
auszuführen und anzuwenden ſind. Schon ſeit geraumer Zeit macht ſich
hinſichtlich eines gewiſſen Genres von Kleidern, Bluſen, Mänkeln und Hüten
der Einfluß orientaliſchen Geſchmacks bemerkbar, und zwar war es wohl
zweifellos Doiret, der dieſen Stein ins Nollen brachte.
Aus gewiſſen orientaliſchen Nuancen, jenen onotes persiennes”, von
denen man faſt in jedem
fran=
zöſiſchen Modebericht lieſt, jenen
leuchtenden Stickereien, bunt
ge=
muſterken Stoffen, Turbans und
halbanliegenden Gewändern,
ent=
wickelte ſich das „Genre
Bul=
gare”, von dem man heute
ſpricht, und das wohl —
wenigſtens vorläufig — für
die Allgemeinheit nur bezüglich
der Garniturmiktel und höchſtens
der Bluſenſtoffe in Betracht
kommt.
In bunten, ſcharfen Farben
geſtickke Kragen ſind ein großer
58 866
Modeartikel, und zwar ſind ſie
die von der Maſchine
ausge=
führten Imitakionen jener feinen
Handſtickereien, mit denen die
großen Dariſer Couturiers ſchon
im Winter begannen ihre koſt=
6
baren Modelle zu garnieren; ſie
ſind die Imikakionen jener
leuch=
kenden Blumen, aus Wolle
oder Garn gehäkelt, die ſie
wie der Maler gleich grellen
Lichkeffekken auf die dunklen
Kleider ſetzen.
Stickereien im bulgariſchen
Genre bringt die Induſtrie auch
als Meterware, ſo daß man
nach Belieben Kragen, Nevers
und Manſchetten, Weſtenteile
und Gürkel, Hutköpfe und
Hut=
kopfumrandungen aus denſelben
bilden kann. Tief brünette
Frauen kleiden dergleichen
ſcharf=
farbige Garnituren in der Regel
1
ſehr gut, und ſo iſt hier zum
Beiſpiel ein neues Hilfsmittel
gefunden, um ein ſchworzes
ſagen wir ein Konfirmationskleid
— aufzuhellen und den weißen
Aufputz, der ſo elegant er auch
ſein mag, ſtets unpraktiſch iſt,
zu umgehen.
Unter dem Einfluß dieſer
S
perſiſchen Note in der Mode
hat ſich auch die Vorliebe dafür
58800
entwickelt, auf dem Kleide ſelbſt
einfache Stickereien in bunter
Wolle oder in bunkem Garn auszuführen, was heute, da man
durch=
aus waſchechte Stickgarne hat, ſelbſt wenn es ſich um einen weißen
Anter=
grund handelt, keine riskanke Sache iſt — es handelt ſich nur darum, das
richtige Stickmaterial zu wählen. Man führt entweder abgeſetzte ſtiliſierte
Blumen aus oder ganz einfache Girlanden, und zwar geſchieht dies mit
beſonderer Vorliebe auf weißen Krepp= oder Frottinſtoffen, deren unebene
Oberfläche und lockere Webweiſe ſich mit der genannten primitiven Stickerei
harmoniſch vereinen und ein Bild abgeben, das dem aktuellen Geſchmack
entſpricht.
Für Erwachſene empfehlen ſich dieſe Stickereien hauptſächlich für Bluſen
und Mädchenkleider jener reizvollen, anſpruchsloſen Form, die aus einem im
Taillenſchluß leicht eingehaltenen Rock und einer legeren, ungefütterten Bluſe
beſtehen. Den Nock wird man in der unkeren Dartie zum Beiſpiel mit zwei
breiten Säumen ausſtatten, welche durch die im Stoff ausgeführte Stickerei
auseinander gehalten werden. Die Säume läßt man am beſten als
Hohl=
ſäume ausführen; wo zu dieſem Zweck keine Maſchine zur Verfügung ſteht,
unkerziehe man ſich der Mühe, die Arbeit mit der Hand auszuführen, das
ganze Kleid erhält dadurch ein anderes „Cachet”, als wenn der Saum mit
der Maſchine geſteppt wird. Säume wie Stickerei wiederholen ſich auf der
Bluſe längs des Vorderſchluſſes, den bunte, zur Stickerei paſſende Knöpfe
bewirken.
Auf dieſe Art und Weiſe kann zum Beiſpiel die Aufgabe gelöſt werden,
ein Kleid herzuſtellen, das die Anſprüche der letzten Modernität befriedigt,
ohne an das Nadelgeld eines jungen Mädchens große Anforderungen zu
M. v. Suttner.
ſtellen.
Beſchreibung zu unſeren Abbildungen.
Nr. 58511. Ein graziöſer, drapierter Nock, bei dem die Draperie einfach in Falten
an der Seitennaht hochgenommen iſt, wird uns unter Nr. 58511 gezeigt. Trotzdem ein
Muſter zu einem Grundrock vorgeſehen iſt, braucht man dieſes nicht unbedingt zu
ver=
wenden, da durch Anbringung eines Falkenteiles ebenfalls ein ſehr guter Effekt erzielt
wird. Eine andere Möglichkeit iſt, den Grundrock aus Seide herzuſtellen und für den
Aeberrock Voile Ninon zu verwenden. Da aber der genannke Rock in vielen anderen
Arten angeferkigk werden kann, iſt es beſſer, dies dem perſönlichen Geſchmack zu über.
laſſen. Material bei einer Taillenweite von 61 cm: Von 88 cm breitem Stoff für den
Grundrock 2,20 m. Von 115 cm breitem Stoff für den gefältelten Teil 65 cm. Dreis
des in 7 Größen erhältlichen Muſters 85 Pfennig.
Nr. 58599. Gegenwärtig iſt die Saiſon ſchon zu weit vorgeſchritten, um noch
ausgeſprochene Winkerkleider anzufertigen, aber ſie iſt auch noch nicht weit genug
ge=
diehen, um ſchon an Sommerkleider zu denken. Deshalb bringen wir unter Nr. 58599
ein Modell, das ſicher mit Freuden begrüßt werden wird, da es ſich für die
Aebergangs=
zeit ſehr gut eignet. Dieſes Kleid
kann ausgeſchnitten oder mit
Steh=
kragen gearbeitet werden. Irgend=
Ge
8)
ein dunkler Stoff, ſo wie ihn auch
die Abbildung zeigt, iſt am emp=
7
fehlenswerteſten. Für den Kragen
und die Manſchetten verwendet man
einen helleren Stoff, wenn man nicht
gar irgendein weißes Makerial
vor=
ziehen ſollte. Auch ein Futtermuſter
iſt vorgeſehen. Die Bluſe mit
Vorder=
ſchluß hat je eine über die Schultern
gehende Gibſonfalte. Die in zwei
Längen vorgeſehenen Aermel werden
unker der Falke in das Armloch
ein=
geſetzt. Der angefügte fünfteilige
Rock hat zu jeder Seite des
Hinker=
paneels eine Falte. Material bei
einer Oberweite von 91 cm: Von
110 cm breitem glatken oder geſtreiften
Stoff ohne Strich 3,75 m. Von
70 cm breitem abſtechenden Stoff
für den Robespierrekragen, die
Manſchetten und den Gürtel 40 cm.
Dreis des in 7 Größen erhältlichen
Muſters 1 Mark.
Nr. 58722. Die Jacketts der
kommenden Saiſon ſind
außerordent=
lich kleidſam und in ihrer
Zuſammen=
ſtellung ſo einfach, daß es jeder
Dame möglich iſt, ſich ſelbſt
gut=
ſitzende Jacketts anzufertigen. Die
kleine Mühe wird nicht allein durch
die Erſparnis der Schneiderkoſten,
ſondern auch durch die Gewißheit,
gut angezogen zu ſein und ſich mit
reicheren Schweſtern getroſt meſſen
zu können, reichlich belohnt. Als
beſonders hübſch iſt das unker
Nr. 58722 abgebildete Modell zu
be=
zeichnen. Weſteneinſatz und Kragen
ſind bei dieſem Jackett aus
ab=
ſtechendem Stoff anzufertigen, den
man zu dieſem Zweck ausſticken kann,
es genügt aber auch irgendein
ge=
muſterter Stoff. Für das Jackett
ſelbſt kann man jeden beliebigen
Stoff verwenden, zum Beiſpiel
bro=
ſchierten Crépe de Chine, Matelaſſé,
Cheviot, Tuch uſw. Zwei
ver=
ſchiedene Aermel ſind vorgeſehen.
.
An der gehobenen Taillenlinie iſt
See
das Jackett etwas angekrauſt, aber
die Schoßanſätze, welche in zwei
58722 u. 58511
verſchiedenen Längen vorhanden ſind,
ſind an den Hüften anliegend
ge=
arbeitet. Die Nahk, welche Schoßanſätze und Taille verbindet, wird durch einen
Bandgürtel oder einfachen Schnurbeſatz verdeckt. Material bei einer Oberweite von
91 cm für das 69 cm lange Jackett: Von 110 cm breitem Stoff 1,60 m. Von 70 cm
breitem abſtechenden Stoff für den Kragen und den Weſteneinſatz 50 cm. Dreis des
in 7 Größen erhältlichen Muſters 85 Pfennig.
Nr. 58866. Bei einiger Aufmerkſamkeit wird es keiner Frau entgehen, wie
all=
gemein beliebt jetzt Kappen ſind. Ein großer Vorzug derſelben iſt, daß man ſie auf
verſchiedene Arten anfertigen kann. Muſter 58866 enthält drei Schnitte: eine Kappe
mit eingereihtem Kappenkeil, eine Kappe mit mehrbahnigem Kappenteil und eine mit
glattem Kappenkeil, ſo daß jede Dame die ihr am paſſendſten erſcheinende ausſuchen
und mit der Zuſammenſtellung anfangen kann. Hübſch wirkt es auf alle Fälle, wenn
man das gleiche Material wie für das Koſtüm, mit dem man es krägk, verwendet, aber
auch Seide, Sammet uſw. eignen ſich für den genannten Zweck. Eine hübſche Roſetke,
ein Federſtutz uſw. vervollkommen ſicher noch den guten Effekt. Muſter Nr. 58866 wird
in 4 Größen geſchnitten. Dreis dieſes Muſters 45 Pfennig.
Nr. 58800. Ein ſehr niedliches Kleid für Mädchen, das ſich als Beſuchskleid oder
als gutes Kleid in den Sommermonaten eignet, iſt unter Nr. 58800 illuſtriert. Es wird
hier aus Vordürenſtoff gearbeitet gezeigt, der keinerlei weiteren Aufputz verlangt. Wird
aber irgendein glatter Stoff gewählt, ſo iſt als Verzierung ein Einſatz zu empfehlen
oder, wenn man ſich bei der Herſtellung des Kleides Zeit laſſen will, irgendeine hübſche,
im Stoff ausgeführte Stickerei. Das Empirekleidchen wird jedem Mädchen bis zu
14 Jahren gut ſtehen. Es iſt auch ein Futtermuſter vogeſehen. Der
Halsaus=
ſchnitt iſt viereckig, und die kurzen Aermel ſind in tiefe Armlöcher eingeſetzt. Der
angefügte Nock iſt einteilig. Material für ein zehnjähriges Mädchen: Von
110 cm breitem Stoff 1,90 m. Von Einſatz 4,10 m. Dreis des in 9 Größen
er=
hältlichen Muſters 65 Pfennig.
58599
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rinke Mut des neuen Le
as!
(Soethe: „Der Schatzzräber‟).
ſſärchen und Sagen erzählen uns von zur Erholung dienen soll. Noch mehr aber zehren,
65
Jungbrunnen, deren Wasser neues abgesehen von Krankheitszuständen, an unserer Kraft
ch
ſa
Leben spendet.
Sorge, Gram und Aerger, von denen kein Mensch,
Neues Leben heißt: volle Gesund- sei er Unternehmer oder Arbeiter, Soldat oder Zivilist,
heit, jugendliche Spannkraft unseres Beamter oder Kaufmann, verschont bleibt.
Geietes und Körpers, fieche Ar.
jene Peiniger unterwühlen langsam aber sicher
beitslust und Daseinsfreude.
unsere Gesundheit; ihr Wirken ist um so verhängnis-
Zu viele feindliche Mächte sind es, die Tag für voller, weil man oft lange Zeit garnichts davon merkt.
Tag, ja Stunde um Stunde daran arbeiten, uns diese
So viel steht fest: es gibt unter hundert Menschen
köstlichen Gaben zu verderben. Da ist zunächst das
Uebermaß der Arbeit, das fast auf jedem Menschen kaum fünf, deren Wohlbeſinden nichts zu wünschen
unserer Zeit lastet. Die Arbeit selbst ist ein Segen, übrig ließe.
Wie mancher seufzt, wenn er an die Erzählungen
aber sobald sie unsere Kräfte übersteigt, wird sie uns
zum Schaden. Dieser vergrößert sich, wenn wir, um vom jungbrunnen zurückdenkt, mit heißer Sehnsucht:
uns aufzupeitschen, nun auch in den Vergnügungen „Wenn’s doch so was nicht bloß im Märchen gäbe!‟
und Zerstreuungen über das hinausgehen, was uns Ach
hätt’ ich doch meine Gesundheit wieder!
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Nun! Es gibt ein Mittel, all den feindlichen Kräften, von denen eben die Rede ist, entgegenzuwirken:
Sanatogen.
Wer sagt das? Und wer beweist es?
Diejenigen, die zum Urteil in den Fragen der Gesundheit
berufen sind: die Aerzte.
Mehr als 16000 Aerzte
und zwar sowohl medizinische Forscher und
weltbe-
rühmte Universitätsprofessoren, als auch die Männer
der täglichen ärztlichen Praxis haben in ausführlichen,
wissenschaftlichen Arbeiten oder kurzen und bündigen
Gutachten bekundet, daß Janatogen einen
Jjung-
brunnen bedeutet, aus dem man „Mut des Lebens‟
trinken kann, die Kraftquelle, die den ganzen Körper
und besonders auch die Nerven von Grund auf stählt.
Wer bestätigt es? Ein ganzes Heer von
Männern und Frauen, denen Sanatogen zur Hilfe, zur
Rettung geworden ist, eine große Schar von Eltern,
deren Kinder durch Sanatogen für den Kampf ums
Dasein widerstandsfähig und tüchtig gemacht sind.
Und jeder kann selbst den Wert des Sanatogens
ermessen, wenn er im eigensten Interesse die
nachlorgenden Ausführungen liest, die das Wesen dieses
idealen Mittels zur Kräftigung des Körpers und der
Nerven beleuchten. Ein Beispiel soll dabei helfen.
Was tut man, wenn der belagernde Feind die Mauer
einer Festung zerschossen hat, sodaß eine Oeffnung
entstanden ist, durch die er eindringen kann? Man setzt
alles daran, diese Lücke zu schließen; man richtet die
ganze Wucht der Verteidigung auf diesen Punkt.
Nun, mit der von Gram, Aerger, Sorge,
Ueber-
arbeitung und Krankheiten umlagerten
Festung der Gesundheit
ist es nicht anders.
Die Gefahr entsteht zuerst in den Nerven. Diese
unendlich feinen, aber auch unendlich empfindlichen
Lebensfäden, die vom Hirn und Rückenmark den ganzen
Organismus durchziehen und von denen die gesamte
Tätigkeit der ganzen Körpermaschine abhängt, sie
wer-
den schadhaft. Warum? Ganz einfach, weil sie zu stark
angestrengt werden. Sie werden dadurch natürlich
verbraucht, oder, mit einem anderen Worte, abgenutzt.
Hier also muß die Verteidigung einsetzen. Den
Nerven müssen die Stoffe, aus denen sie erbauf sind,
rasch, unmittelbar und in genügender Menge zugeführt
werden, damit sie ihre Lücken wieder schließen.
Phosphor und Eiweiß bilden nun aber das
Bau-
material der Nerven. Phosphoreiweiß verlangen diese
zu ihrer Wiederherstellung. Und
Sanatogen ist Phosphoreiweiss.
Sanatogen ist demnach das Mittel, dem Körper
seine Spannkraft zurückzugeben und zu erhalten.
Hören wir, ehewir in der Beweisführung fortfahren,
wie der weltberühmte norwegische Dichter Ejörnson
und sein Arzt über ihre eigenen Erfahrungen mit
Sana-
togen urteilten! Frau Björnson berichtet darüber brieflich:
„Björnson braucht Sanatogen täglich und findet,
daß ihm die Wirkung dieses wunderbaren
Kräf-
tigungsmittels außerordentlich wohltut. Auch
unser Doktior ist der gleichen Meinung.‟
Nicht bloß Björnsons „Doktor”, nein, man kann
wohl sagen, die gesamte Aerztewelt ist dieser Meinung.
Einer der größten medizinischen Forscher unserer
Zeit, der vor wenigen Jahren verstorbene Wirkl.
Ge-
heime Rat, Professor Dr. v. Leyden, Exzellenz, schrieb:
„Das Sanatogen habe ich in der Klinik und in
meiner Privatpraxis bei schwachen Kranken viel
und gern verordnet und bin mit den Erfolgen
außerordentlich zufrieden.‟
Und der Leibarzt weiland S. Majestät Kaiser
Friedrichs III., Se. Exzellenz Geheimrat Prof. Dr. med.
v. Tobold, schrieb:
„Sanatogen hat sich bei meinen Patienten, welche
nachlangwierigen Lungenkrankheiten u.
Schwäche-
zuständen des Magens und der Ernährung
wesent-
lich gelitten hatfen und körperlich
herunterge-
kommen waren, in der hervorragendsten Weise
als diäfetisches Mittel bewährt. Der Appetif
stei-
gerte sich merklich, und darauf trat eine erfreuliche
Zunahme des Körpergewichtes ein. Ebenso gehen
meine Beobachtungen und Erfahrungen dahin, daß
Patienten, welche namentlich nach überstandener
Influenza, wie so häufig, in ihrem gesamten
Nerven-
spstem erschüttert waren und die lästigen
Erschei-
nungen der Neurasthenie zeigten, durch denGebrauch
des Sanatogens in verhältnismäßig kürzerer Zeil
wieder Körperfrische und Lebensmut gewannen.‟
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Was lernen wir daraus?
Wir sehen, dass nicht etwa blos die Nerven, nein, dass der ganze Körper, der
gesamte Organismus durch das „wunderbare Kräftigungsmittel‟ Sanatogen eine wahre
Verjüngung auch nach den schwersten Krankheiten erfährt!
Woher kommt das?
Weil Sanatogen den für das Gedeihen des ganzen Körpers wichtigsten Stoff, das Eiweiss,
in reinster Form enthält. Wie notwendig gerade dieser ist, beweist ein Grund.
satz der ärztlichen Wissenschaft, welcher lautet: „Ohne Eiweiß kein Leben!“
Weil Sanatogen, wie in der medizinischen Universitäts-Klinik zu Wien”) festgesteilt wurde.
die für die Gesundheit so überaus wertvollen roten Blutkörperchen um
mehr als die Hälfte vermehrt.
Weil Sanatogen den Appetit anregt und so eine ausgiebige Ernährung des geschwächten
Körpers ermöglicht.
*) „Wiener Medizinische Wochenschrift‟ 1900 No. 9.
Zum Gebrauch von Sanatogen geradezu verpflichtet
ist darum jeder, der es mit seiner Gesundheit ernst
nimmt, besonders dann,
wenn der Körper durch Ueberarbeitung, Gram,
Aerger, Sorge oder aus irgend welchen anderen
Grün-
den ermattet ist,
wenn man sich elend und energielos fühlt,
während einer Krankheit, oder wenn man eine
solche eben überstanden hat,
nach allen Blutverlusten, im Besonderen also zuch
nach Operationen,
bei Blutarmut und Bleichsucht,
in allen Fällen der Nervenschwäche (Neurasthenie),
für Mütter in der Zeit des Stillens,
für Kinder in der Zeit der Entwickelung.
Kein
Sanatogen ist
Luxus
sondern für jedermann
ein zeitweise unentbehrliches Kräftigungsmittel.
Neben den zahlreichen Angehörigen der gelehrten
Berufe, der Kaufmannschaft, des Beamtentums, des
Offizierstandes verdanken Tausende von Arbeitern und
Handwerkern dem Sanatogen die Wiedergewinnung
ihrer vollen Arbeitsleistung.
Wem seine Gesundheit lieb ist,
der schiebe einen Versuch mit Sanatogen nicht auf die
lange Bank, sondern hole sich in der nächsten Apotheke
oder Drogerie eine Packung Sanatogen, die schon zum
Preise von M. 1.65 zu haben ist. Man lasse sich aber
nichts Minderwertiges aufnötigen, sondern bestehe auf
Lieferung von Sanatogen, denn nur auf Sanatogen
be-
ziehen sich die vorstehenden Ausführungen und die
Atteste der 16000 Aerzte!
Eine Gebrauchsanweisung liegt jeder Packung bei.
Aus ärztlicher Feder stammen Broschüren, die nicht nur
nähere Mitteilungen über Sanatogen und zahlreiche
Aerzte-
zeugnisse enthalten, sondern auch fesselnde Belehrung über die
Wissenschaft vom menschlichen Körper und wichtige Winke
für die Gesundheitspflege geben. Dieselbenwerden von dem
Ver-
lag Bauer & Cie, Berlin SW 48, bis auf weiteres kostenlos und
postfrei abgegeben. Es genügt, umstehenden
Abforderungs-
zettel mit genauer Adresse auszufüllen und abzusenden.
A.
2 5 4 5 6 7 8 9 10 11 12 15 14 15 16 17 18 19 20 21 22 25 24 25 26 27 28 29 70
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den letzten drei Jahren glücklich herausgekommen ſind.
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Composéstoffe
Kammgarnstoffe
Zeugnisse
Sanatogen als Kräftigungsmittel
bei Magen- und Darmleiden.
Geh. Rat Professor Dr. Ewald, Berlin (
Zeit-
schrift für diät. u. phys. Therapie 1903):
„ . . . Ich kann nach meinen Erfahrungen aussagen,
daß ich das Sanatogen in einer großen Anzahl von
Fällen (Stoffwechselstörungen, besonders auf
ner-
vöser, neurasthenischer Grundlage) angewandt und
recht gute Erfolge gesehen habe.‟
Med.-Rat Dr. Roth, dirig. Arzt des
Kranken-
hauses zu Bamberg:
„ . . . Sanatogen hat sowohl bei Rhachitis und
Skro-
julose, als auch im Rekonvaleszentenstadium, bei
Iyphus, Diphtheritis, Lungenentzündung und bei
Magen- und Darmerkrankungen die besten Erfolge
gezeitigt, und die Prüfung ist in jeder Beziehung
vollständig zufriedenstellend ausgefallen.‟
Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Neisser, Direktor
der Universitätsklinik, Breslau:
„Meine bisherigen Erfahrungen mit Sanatogen,
na-
mentlich bei schlechten Essern und Neurasthenikern,
waren sehr günstige.‟
Sanatogen als Kräftigungsmittel
bei Nervenleiden.
Geh. Rat Prof. Dr. med. Eulenburg, Berlin:
„Seit dem ersten Bekanntwerden des Sanatogen
habe ich von diesem Nährpräparate bei
funktio-
nellen Nervenleiden in immer steigendem Maße
Gebrauch gemacht und seine Anwendung nie zu
bedauern gehabt.‟
Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Ziehen, Berlin:
„Ich teile Ihnen ergebenst mit, daß das Sanatogen
sich im allgemeinen bei Nervenkrankheiten bewährt
hat, die mit einer Herabsetzung der Ernährung
einhergingen.‟
Sanatogen als Kräftigungsmittel
bei Lungenleiden.
Dr. med. Elsässer, Oberarzt des städt. Spitals
für Lungenkranke, Mannheim:
„Nachdem ich im Spital für Lungenkranke hier
längere Zeit die verschiedensten Nährpräparate
angewandt habe, kann ich Ihnen auf Ihren Wunsch
mitteilen, daß ich als eins derzuträglichsten und
wirk-
samsten das „Sanatogen” schätzen gelernt habe.‟
Oberstabsarzt a. D. Dr. med. von Hahn,
Spe-
zialarzt für Lungenkrankheiten, früher in
Sülz-
hayn, jetzt in Görbersdorf:
„ich teile Ihnen ergebenst mit, daß ich „Sanatogen‟
sehr gerne und mit gutem Erfolge bei
Lungen-
kranken mit schwachem Magen anwende.‟
Sanatogen als Kräftigungsmittel
bei Frauenleiden.
Prof. Dr. med. Dührssen, Berlin:
„ihr Präparat habe ich viel bei meinen Kranken
angewandt und gute Erfolge an denselben gesehen.
Es wurde auch von diffizilen Kranken gern
ge-
nemmen und auch in Fällen vertragen, wo wegen
Darniederliegens der Verdauung auch leicht
ver-
dauliche Nahrungsmittel zurückgewiesen wurden.
Infolgedessen hat mir das Sanatogen zur Kräftigung
des geschwächten Organismus vor und nach
Ope-
rationen wertvolle Dienste geleistet.‟
Sanatogen als Kräftigungsmittel
bei Blutarmut.
Dr. Ferchmin, Leibarzt Sr. Majestät des
Kai-
sers von Rußland in Petersburg:
„ . . . Meiner Tochter, die sehr nervös und blutarm
ist, hat das Sanatogen bei längerem Gebrauche
er-
freulich geholfen, der Appetit hob sich, das
Körper-
gewicht nahm zu und die Färbung der Haut wurde
eine bessere.‟
Wer Janatogen noch nicht kennt, verlange eine Gratisprobe von den Janafogenwerken, Berlin SW48.
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.
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Herren Bauer 6 Cie, Berlin SW48
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Sanatogen als Kräftigungsmittel
1. bel Nervenleiden
S. bei Bleichsucht und Blutarmut
z. bef Schwächezuständen aller Art 6. bei Kinderkrankheiten
3. bei Magen- und Darmleiden
7. bei Frauenleiden
4. bei Lungenleiden
8. bei Ernährungsstörungen
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(Deutliche Schrift erbeien)
Ort und Straße:
Diesen Abschnitt bitten wir in offenem Kuvert, welches mit J=Pf.=Marke zu frankieren ist, einzusenden.
Dricen Woht
Aher
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Heb. F——
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