Abonnementspreis
Inſerake
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annonen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 28 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Wahl des Abgeordneten von Bingen=
Alzey, Dr. Becker, wurde mit 1 Stimme Mehrheit
vom Reichstage für gültig erklärt.
dem Prinzen Ernſt Auguſt, Herzog zu
Braun=
ſchweig und Lüneburg, iſt der Schwarze
Adler=
orden verliehen worden.
76
Der franzöſiſche Kriegsminiſter und der
Fi=
nanzminiſter ſuchten in der Finanzkommiſſion des
Se=
nats um die Genehmigung nach, 72 Millionen für
Luftſchiffahrtszwecke und für die Verſtärkung
der Artillerie uſw. einzuſtellen.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
. Februar 1813: Preußiſch=ruſſiſcher Bündnisvertrag von
Kaliſch.
Preußen verfügt über 107000 Mann Feld= und
Re=
ſerve=, ſowie 30 000 Mann Garniſon=„und Erſatztruppen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Italiens Außenpolitik.
— In der italieniſchen Kammer hat der Miniſter des
eußern di San Giuliano eine groß angelegte
tede über die äußere Politik gehalten, in der er
gewiſſermaßen ſein Programm darlegt. In der
Haupt=
ſache befaßten ſich die Darlegungen des Miniſters
begreif=
licherweiſe mit der Situation im Mittelmeer, an dem
ja Italien die größten Intereſſen hat. Die Quinteſſenz
ſeiner Rede ging dahin, das Gleichgewicht in der Adria
und dem Mittelmeer zu erhalten, und da darf es denn als
ein hocherfreuliches Zeichen gelten, mit welcher Herzlichkeit
der Leiter der italieniſchen Außenpolitik über Oeſterreich=
Ungarn ſprach und deſſen Intereſſen mit den italieniſchen
identifizierte, wobei er nicht vergaß, auch auf die
Mit=
wirkung Deutſchlands hinzuweiſen, das er vor den
übri=
gen Großmächten beſonders heraushob. Der Miniſter
ſprach „von dem innigen Zuſammenarbeiten” zwiſchen
Italien und Oeſterreich=Ungarn, ein Wort, das man ſelten
vom Tiber her gehört hat. Ebenſo betonte er, daß
Oeſter=
reich=Ungarn die gleichen Intereſſen wie Italien im
Mit=
telmeer habe, was die gegenſeitige Freundſchaft der beiden
verbündeten Regierungen verſtärke.
Von weittragender Bedeutung aber iſt die Erklärung,
daß Italien kein müßiger Zuſchauer ſein könnte, wenn
durch die Macht der Ereigniſſe gegen den Willen Italiens
und ſeiner Verbündeten früher oder ſpäter erhebliche
terri=
toriale Veränderungen im Mittelmeer eintreten ſollten.
Schon lange hat man keine ſo feſte Sprache eines
italieni=
ſchen Miniſters vernommen, und er konnte ſie auch nicht
führen, wenn er nicht gewiß wäre, daß die anderen
Drei=
bundmächte hinter ihm ſtehen und erforderlichenfalls
be=
reit wären, eine Störung des Gleichgewichts im
Mittel=
meer nicht zu dulden. Italien muß tatſächlich das größte
Gewicht darauf legen, daß das Mittelmeer die freie Bahn
der Nationen bleiben muß, und niemand darf es als ſein
Eigentum beanſpruchen. Man wird anderwärts dieſe
Sprache verſtehen, und bereits kommt ein Echo von der
Seine, indem der Rappel ſchreibt, die Ausführungen
wären ein Beweis diplomatiſcher Unterordnung, und
Deutſchland brauche ſich nicht mehr verlaſſen zu fühlen.
Gleichzeitig erinnert das Blatt an die Worte Bülows von
der Extratour und bemerkt, daß di San Giuliano jetzt ſich
zu Deutſchland bekannt habe.
Damit trifft das Blatt das Richtige, denn die Rede
ſtellt ſich, wenn es auch nicht direkt ausgeſprochen wird,
als ein unbedingtes Bekenntnis zur
Dreibund=
politik dar, und man darf ſich bei uns deſſen freuen.
In den letzten Jahren hat die italieniſche Regierung
ein=
geſehen, daß ſie von der Tripel=Entente herzlich wenig zu
erwarten hat, und daß es für das Apeninnenreich vom
größten Vorteil iſt, im Dreibunde zu verharren. In
die=
ſem Sinne iſt die Außenpolitik Italiens ſeitdem gehalten,
es ſind tatſächlich keine Extratouren mehr zu verzeichnen,
und der Dreibund hat dadurch an Feſtigkeit und
Beſtän=
digkeit nicht wenig gewonnen.
Die Wahlkiſte.
* Der Berliner Lokal=Anzeiger ſchreibt: Nicht mehr
lange, und wir werden eine Wahlurnenhalle errichten
können. In dieſer Gedenkhalle für die Zeiten
leiden=
ſchaftlicher Wahlkämpfe werden wir wie in einem
Rari=
tätenmuſeum für die nachgeborenen Geſchlechter die bunte
Schar der Sammelbüchſen aufbewahren, die bisher bei
den Reichstagswahlen zur Aufnahme der Stimmzettel
er=
koren waren. Man nannte ſie alleſamt Wahlurnen,
dieſer Sammelname paßte aber nur unter der
Voraus=
ſetzung, daß unter Umſtänden auch eine Suppenterrine, ein
Zylinderhut oder ein Papierkorb eine Urne vorſtellen
kann. Dieſe gemiſchte Geſellſchaft von Wahlurnen alſo
wird eines ſchönen Tages verſchwunden ſein und an ihre
Stelle wird die Uniformität der Wahlkiſte
treten. Zwar will man die Kiſten, um mit den alten
Ueberlieferungen nicht überſtürzt zu brechen, auch
ferner=
hin Urnen benamſen, es dürfte aber ſchwer halten, dem
Volke der deutſchen Wähler auf die Dauer einzureden,
daß ein langgeſtreckter, hochgereckter Holzkaſten von
er=
nüchternder Einfachheit, in den in der Regel immer nur
nach Verlauf einer Jahresreihe ein Haufen Namenszettel
hineingetan wird, in Wirklichkeit eine Wahlurne ſei.
Wir werden es dennoch glauben müſſen, wenn der
Bundesrat den ſchon ſeit Wochen ihm vorliegenden
Antrag zur Abänderung des
Wahl=
reglements angenommen haben wird. Danach ſoll
angeordnet werden, daß als Wahlurne in Zukunft ein
viereckiger Kaſten zu dienen hat, dem man eine
Höhe von mindeſtens 90 Zentimeter und eine Spannweite
von mindeſtens 35 Zentimeter zugedacht hat, unbeſchadet
der Liberalität der Wahlvorſteher, denen anheimgeſtellt
wird, eine Wahlkiſte von noch rieſigeren Dimenſionen ſich
zuzulegen. Der Zweck der bedeutſamen Neuerung iſt:
eine geſunde Miſchung der Wahlzettel zu verbürgen,
da=
mit den Läſterreden der Urgrund entzogen wird, daß in
den häufig angewandten Miniatururnen die Stimmzettel
ſich genau in der Reihenfolge der antretenden Wähler
aufeinanderlegen. Aber noch andere ſchätzenswerte
Tu=
genden laſſen der zukünftigen Wahlkiſte ſich nachſagen.
Sie wird ein Höhenmaß haben, daß auch der Arm des
längſten Wahlvorſtehers nicht bis auf ihren Grund reicht,
was dazu nötigt, beim Entleeren der Kiſte ſie
umzu=
ſtülpen, anſtatt die Zettel mit der Hand herauszuholen.
Auch wird vereinzelten Heißſpornen die Laune
verdor=
ben, die Wahlurne in frivoler Eigenmacht zu ergreifen
und tüchtig zu ſchütteln, denn mit einer Kiſte, die auf der
Erde ſteht und ſich bis über Tiſchhöhe emporreckt, läßt ſich
eben ſolch ein dreiſtes Spiel nicht treiben. . . . Ja, das iſt
auch eine impoſante Neuerung, daß die Wahlurne ihrer
Höhe wegen neben dem Wahltiſch auf dem Boden wird
ſtehen müſſen. Die Wahlkiſte wird aber ſich als
Friedens=
inſtrument bewähren, indem ſie die vielen Beſchwerden
über die ſträfliche Engbrüſtigkeit der alten Urnen
hin=
fällig macht.
Deutſches Reich.
Schlechte Ausſichten für die
Bau=
ſaiſon 1913. Vom Deutſchen Arbeitgeberbund für
das Baugewerbe wird uns geſchrieben: Für die in
die=
ſem Monat bevorſtehende Neuregelung der
Arbeitsbedin=
gungen im Baugewerbe iſt es nicht ohne Einfluß, ob eine
ſchwache oder ſtarke Bautätigkeit im Jahre 1913 zu
er=
warten iſt. Eine Umfrage des Deutſchen
Arbeitgeber=
bundes für das Baugewerbe bei ſeinen 500
Ortsverbän=
den hat nun ergeben, daß für das ganze Deutſche Reich
— mit Ausnahme weniger Orte, in denen größere
ſtaat=
liche oder ſtädtiſche Bauten auszuführen ſind, — die
Aus=
ſichten ſehr ſchlecht, vielfach geradezu troſtlos ſind. Auch
der ſehr weit linksſtehende Wirtſchaftsſtatiſtiker Rich.
Calwer kommt in ſeiner Zeitſchrift Die Konjunktur nach
ſachverſtändiger Beurteilung der gegenwärtigen
wirt=
ſchaftlichen Zuſtände zu dem Schluß: Die Ausſichten für
die Bauſaiſon 1913 haben ſich angeſichts dieſer Sachlage
nicht unerheblich verſchlechtert. Der Vorwärts hatte
be=
reits im Dezember zugegeben, daß der Ablauf des Tarifs
diesmal im Baugewerbe in eine Zeit ſchwerſter Kriſe
trifft. Um ſo überraſchender iſt es, daß die
ſozialdemo=
kratiſche Preſſe jetzt plötzlich dem Arbeitgeberbund für das
Baugcwerbe „Stimmungsmache” vorwirft, wenn er
wahr=
heitsgemäß auf die ſchlechten Ausſichten der kommenden
Bauſaiſon hinweiſt. Dieſer Vorwurf wird nirgends
ernſt genommmen werden, wo man in der Lage iſt, ſich
ein eigenes Urteil zu bilden.
— Ausſtände und Ausſperrungen im
Jahre 1912. Ueber Ausſtände und Ausſperrungen
im Jahre 1912 bringt das Februarheft des Reichs=
Arbeits=
blatts eine vorläufige Ueberſicht. Danach wurden im
Jahre 1912 — die eingeklammerten Zahlen ſind die des
Jahres 1911 — 2500 (2566) Ausſtände beendet, von denen
7238 (10640) Betriebe getroffen wurden. Die Höchſtzahl
der Ausſtändigen betrug 405746 (217809). Die
Aus=
ſtandsbewegung hatte alſo zwar äußerlich nicht
zugenom=
men, aber einen erheblich größeren Perſonenkreis erfaßt
als 1911; ſie war dabei im ganzen weniger erfolgreich.
Denn es hatten vollen Erfolg 388 (497), teilweiſen 1028.
(1186), keinen Erfolg 1084 (883) Ausſtände. — Die
Aus=
ſperrungen haben nach der Zahl der Kämpfe mit 324 (232)
und der Betriebe mit 2558 (1933) zugenommen, nach der
Höchſtzahl der Ausgeſperrten mit 74780 (138357)
abge=
nommen. 96 (73) hatten vollen, 213 (146) teilweiſen, 15
(13) keinen Erfolg.
Zur mecklenburgiſchen
Verfaſſungs=
frage wird dem Roſtocker Anzeiger von zuſtändiger
Seite mitgeteilt: In Verfolg der dem Lande bekannten
Beſtrebungen der großherzoglichen Regierung, eine
Re=
form der beſtehenden Landesverfaſſung, tunlichſt im
Ein=
vernehmen mit der derzeitigen Landesvertretung, alſo in
Gemeinſchaft mit den beiden Ständen, Ritterſchaft und
Landſchaft, zuſtande zu bringen, fanden in der jüngſten
Zeit erneute Beſprechungen mit den Mitgliedern der
bei=
den Stände ſtatt, welche die Herbeiführung des
vorge=
dachten Zieles zum Gegenſtande haben. Die
Beſprechun=
gen werden fortgeſetzt und vorausſichtlich noch längere
Zeit dauern. Alle Preſſemitteilungen über die bisherigen
Ergebniſſe und angeblich geplante Maßnahmen ſind
un=
richtig und entbehren jeglicher Begründung.
— Die Feſtlegung des Oſterfeſtes. In
der Budgetkommiſſion des preußiſchen
Abgeordneten=
hauſes wurde zu Beginn der Beratung des Kultusetats
die Frage der Feſtlegung des Oſterfeſtes erörtert. Der
Kultusminiſter erklärte, die bisherigem Verhandlungen
in Rom hätten keine Geneigtheit für eine Aenderung
ſeitens der katholiſchen Kirche ergeben. Zurzeit ſei keine
Hoffnung auf eine Aenderung vorhanden.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Oppoſition im ungariſchen
Abge=
ordnetenhauſe. In der Sitzung des ungariſchen
Abgeordnetenhauſes erſchienen die Mitglieder der
Oppo=
ſition nicht, obwohl der Endtermin für die Dauer der
Ausſchließung für ſämtliche renitente Abgeordneten der
oppoſitionellen Parteien abgelaufen iſt. Die Oppoſition
erließ eine Erklärung, daß ſie erſt bei den Verhandlungen
über die Wahlreform erſcheinen werde. Auf die
In=
terpellation eines Mitgliedes der Regierungspartei führte
der Miniſterpräſident Lukacs aus, es ſei eine
widerwär=
tige Heuchelei, daß die Oppoſitionellen über die Wahlkaſſe
entrüſtet ſeien, da ſie während ihrer Regierungszeit ſelbſt
eine Wahlkaſſe beſeſſen hätten. Er habe niemals in
Ab=
rede geſtellt, daß die Regierungspartei eine Wahlkaſſe
be=
ſaß und daß ihr verſchiedene Gelder zugefloſſen ſeien,
doch könne er entſchieden behaupten, daß niemals ein
Heller der Wahlkaſſe zugefloſſen ſei, der dem Staat
ge=
hört hätte. Die moraliſchen Beweggründe dieſer
Kam=
pagne erſchienen ſehr ſeltſam, da bekannt ſei, daß, falls
ſich der Miniſterpräſident entſchloſſen haben würde, mit
der Oppoſition auf Grund ſeiner Beteiligung am
Kabi=
nett ein Kompromiß zu ſchließen, man ihn einen
charak=
tervollen Politiker genannt hätte. In dem Augenblick,
als es offenbar geworden ſei, daß ihm dies unmöglich
war, ſei er als Panamiſt hingeſtellt (Heiterkeit) und gegen
ihn eine Verleumdungskampagne eröffnet worden.
Frankreich.
72 Millionen für
Luftſchiffahrts=
zwecke und die Artillerie. Der Kriegsminiſter
und der Finanzminiſter ſuchten in der Finanzkommiſſion
des Senats um die Genehmigung nach, 72 Millionen für
Luftſchiffahrtszwecke, für die Verſtärkung der Artillerie
mit neuen Feſtungsgeſchützen, die eine Reichweite von
14 Kilometern beſitzen, uſw. einzuſtellen. Von der
Ver=
mehrung des Effektivbeſtandes war nicht die Rede. Die
Kommiſſion zeigte ſich für die angeforderten Kredite
geneigt.
Die Wiedereinführung der
dreijähri=
gen Dienſtzeit. Das Echo de Paris will wiſſen, daß
die Mehrheit im Miniſterium, insbeſondere der
Miniſter=
präſident Briand, Kriegsminiſter Etienne, Marine=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Nummer 48
miniſter Baudin und der Miniſter des Aeußern Jonnart,
für die Wiedereinführung der dreijährigen Dienſtzeit ohne
irgendwelche Vergünſtigung ſeien. Die Regierung werde
jedoch erſt das Ergebnis der Vorarbeiten des
Kriegsmini=
ſteriums abwarten, bevor ſie einen endgültigen Beſchluß
faſſe. Es ſei zweifellos, daß die Regierung für den von
ihr geplanten Geſetzentwurf die Dringlichkeit beantragen
und unter Stellung der Vertrauensfrage verlangen werde,
daß derſelbe noch vor den Oſterferien angenommen wird.
Automobilſteuer. Der Finanzminiſter legte
dem Budgetausſchuß der Kammer einen Geſetzentwurf
über eine neue Automobilſteuer vor, die je nach den
Pferdekräften 50 bis 250 Francs jährlich betragen würde.
Das Ergebnis dieſer neuen Steuer, welche auf 8 Millionen
geſchätzt wird, ſoll zur Unterhaltung der ſtaatlichen Stra
ßen verwendet werden.
Portugal.
Die portugieſiſchen Kolonien. In der
Kammer erklärte der Miniſter des Aeußern, daß die
Nach=
richten über angebliche deutſch=engliſche Verhandlungen,
betreffend portugieſiſche Intereſſen, unrichtig ſeien und
fügte hinzu: England denke nicht daran, eine
internatio=
nale Konferenz über koloniale Angelegenheiten zu
veran=
laſſen. England wiſſe, daß ſein Gefühl ſeinen
Verbün=
deten gegenüber ihm nicht geſtatte, in Verhandlungen
ein=
zutreten über einen Vertrag, eine Konvention oder ein
Abkommen, die ſo beſchaffen wären, daß ſie die
Souve=
ränität und die Integrität der portugieſiſchen Kolonien
antaſten könne. Zwiſchen England und Deutſchland
be=
ſtände kein Vertrag, keine Konvention und kein Abkommen
ſolcher Art. Es iſt unrichtig, daß Verhandlungen in
dieſem Sinne angeknüpft ſind. Deutſchland befaßt ſich
ganz und gar nicht mit einer internationalen Konferenz
zur Beratung der Kolonialfragen und es weiſt den
Ge=
danken zurück, eine Verletzung der Souveränitätsrechte
Portugals ins Auge gefaßt zu haben.
* Ausländer an preußiſchen
Hoch=
ſchulen. Im Verlaufe der Beratung der
Budgetkom=
miſſion des preußiſchen Abgeordnetenhauſes fand eine
Ausſprache über die Zulaſſung von Ausländern an den
Univerſitäten ſtatt. Auf mehrere Beſchwerden aus der
Mitte der Kommiſſion wegen ungenügender Vorbildung
und beſonderer Rückſichtnahme auf ausländiſche
Doktoran=
den erklärte der Kultusminiſter, das weitgehende
Gaſt=
echt an den Univerſitäten ſei für Deutſchland von großem
Verte, da durch die ſtudierenden Ausländer für ſpätere
Zeiten nützliche Beziehungen zum Auslande angeknüpft
würden. Vorausſetzung ſei aber, daß die Ausländer das
Gaſtrecht zu würdigen wüßten und das Studium der
Hei=
miſchen nicht beeinflußten. Die Gebühren für die
Zu=
laſſung zu den Inſtituten ſeien letzthin verdoppelt
wor=
den und es würden in neuerer Zeit bezüglich der
Vorbil=
dung tunlichſt die gleichen Anforderungen geſtellt, wie
bei den Inländern. Der Halleſche
Studenten=
ſtreik ſei veranlaßt worden durch unrichtige
Hand=
habung eines Miniſterialerlaſſes aus dem Jahre 1896.
Remedur ſei geſchaffen worden. Jetzt würden an allen
Univerſitäten die Studenten zu den Kliniken nur
zuge=
laſſen, welche das Phyſikum beſtanden hätten. Weitere
Maßnahmen zur Beſchränkung der Beſuche der Ausländer
an den Univerſitäten ſeien erwogen worden, doch ſeien
ſie noch nicht abgeſchloſſen. Mehrfach wurde alsdann noch
verlangt, daß, wie in München. nur ein beſtimmter
Pro=
zentſatz der Studierenden Ausländer ſein dürfe.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. Februar.
* Austritt aus der Erſten Kammer der Stände.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben den
mit Wirkung vom 1. März d. J. ab ausgeſprochenen
Verzicht des ordentlichen Profeſſors der juriſtiſchen
Fakultät der Landesuniverſität, Geheimen Juſtizrat
Dr. Arthur Benno Schmidt in Gießen auf die Rechte
eines Mitgliedes der Erſten Kammer der Stände
ange=
nommen.
Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Kreisarzt bei dem Kreisgeſundheitsamt
Alsfeld Medizinalrat Dr. Georg Langermann zum
Kreisarzt bei dem Kreisgeſundheitsamt Bensheim mit
Wirkung vom Tage des Dienſtantritts.
* Kirchliche Dienſtnachrichten. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den evangeliſchen Pfarrer
Philipp Münch zu Dornheim auf ſein Nachſuchen
unter Anerkennung ſeiner langjährigen treu geleiſteten
Dienſte, mit Wirkung vom 1. April 1913, in den
Ruhe=
ſtand verſetzt, den Direktor des evangeliſchen
Prediger=
ſeminars zu Friedberg, Geheimen Kirchenrat D. Karl
Eger auf ſein Nachſuchen behufs Uebernahme einer
Profeſſur an der Univerſität Halle=Wittenberg, mit
Wirkung vom 1. April 1913, aus dem heſſiſchen
Kirchen=
dienſte entlaſſen, den von dem Geſamthauſe Solms auf
die evangeliſche Pfarrſtelle zu Ober=Ofleiden präſentierten
Pfarraſſiſtenten Georg Goeckel zu Neuſtadt i. O. für
dieſe Stelle beſtätigt, dem Pfarrer Karl Kappeſſer
zu Eberſtadt (Kreis Gießen) die evangeliſche Pfarrſtelle
zu Hangen=Weisheim und dem Pfarrverwalter Adam
Hartmann zu Stadecken die evangeliſche Pfarrſtelle
daſelbſt übertragen.
* Verſetzt wurde der Brückenwärter Michael Lichtel
zu Oppenheimer Fahrt in gleicher Dienſteigenſchaft mit
Wirkung vom 1. April d. J. an die fliegende Nähe bei
Gernsheim.
* Erledigte Stelle. Die Stelle eines
Hauptſteuer=
amtsdieners bei Großh. Hauptſteueramt Offenbach.
n. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen den
60 Jahre alten Zigarettenfabrikanten Jakol
Jakobſohn von hier wegen
Steuerhinter=
ziehung und verurteilte den abweſenden Angeklagten
zu 10000 Mark Geldſtrafe, die bei
Uneinbring=
lichkeit mit einem Jahre Gefängnis zu
ver=
büßen ſind. Unmittelbar nach der Entdeckung ſeines
raffinierten Treibens gelang es ihm, im April v. Js., als
Steuerbeamte im Geſchäftslokal zur näheren Ermittelung
erſchienen waren, zu entwiſchen, und ſein Aufenthalu
konnte noch nicht feſtgeſtellt werden. Seit einer Reihe von
Jahren war er hier anſäſſig und betrieb die Herſtellung
und einen Handel mit Zigaretten im großen, wobei et
höchſt geſchickt ſeine Abnehmer und den beauſichtigenden
Steuerbeamten mit gefälſchten Banderolen zu täuſchen
wußte. Endlich fiel eine ſolche Fälſchung einem Kunder
in Frankfurt a. M. auf und es erfolgte Anzeige. J. hatte
ſich durch eine nichtsahnende Druckerei in unauffälliger
Art Mittelſtücke mit Aufdruck für 100 Stück herſtellen
laſ=
ſen, und echten Banderolen über 5 Stück das Mittelfeld
herausgeſchnitten und durch ein ſorgfältig eingeklebtes
über 100 Stück erſetzt. Hiermit verſah er dann die
Quit=
tungen und entzog ſo 95 Stück jeweils der Verſteuerung.
Die Fälſchung ſelbſt iſt ein beſonderes Vergehen gegen
§ 25 des Zigarettenſteuergeſetzes von 1906, zu deſſen
Ver=
handlung die Anweſenheit des Angeklagten erforderlich
iſt, während die Hinterziehung als Vergehen nach § 18, 19
des erwähnten Geſetzes in Abweſenheit des durch
öffentliche Zuſtellung geladenen J. abgeurteilt werden
konnte. Die Steuerbehörde vermochte an Hand von J.s
Geſchäftsbüchern und durch Vernehmung der Kunden
einen Abſatz im letzten Halbjahre feſtzuſtellen, dem ein
Steuerhinterziehung von etwa 1000 Mark entſprach, und
die drei letzten Jahre kommen als nicht verjährt in Frage.
Mangels igenügender Feſtſtellung der hinterzogenen
Steuerſumme, deren vierfacher Betrag ſonſt als Strafe
an=
zuſetzen iſt, kann das Gericht Geldſtrafe von 50 Mark bis
100000 Mark ausſprechen; von letzterer Befugnis machte
das Urteil Gebrauch. — Ferner ſtanden drei Diebſtähle,
bezüglich deren die Täter geſtändig waren, zur Anklage.
Der jugendliche Taglöhner L. M. und der 18jährige
Re=
tuſcheur H. W., beide von hier, waren ertappt worden,
als ſie nach Einſteigen in die Aktien=Ziegelei hier altes
Metall (Dachkandeln. Meſſing uſw.) entwendet hatten,
und fortſchaffen wollten. Erſterer erhielt fünf Tage,
— Der 22
letzterer drei Monate Gefängnis.
Jahre alte Ofengießer Matthias Jung von
Eber=
ſtadt, der aus einem Garten Wäſche geſtohlen hat wurde
zu acht Monaten Gefängnis, und der 26jährige.
rückfällige Hausburſche Johann Bauer von hier, der
ſich in einem gemieteten Zimmer an den einem vorherigen
Mieter gehörigen und für Miete zurückgehaltenen Hab
ſeligkeiten, im Werte von 100 Mark. vergriff, zu neun
Monaten Gefängnis verurteilt. — Weiter erhiel
die 26 Jahre alte rückfällige Schneiderin Katharina
Leonhard aus Frankfurt a. M. für zwei hier verübte
Notbetrügereien und falſche Namensangabe zwei Wo
chen Geſſängnis und zwei Wochen Haft=
Sie hatte einen Konditor um 2 Mark Zeche und einen
Wirt um ein kleines Darlehen beſchwindelt. — In der
Tags vorher begonnenen und geſtern beendigten, unter
Ausſchluß der Oeffentlichkeit geführten Verhandlung
we=
gen Kuppelei verurteilte die Strafkammer den Wir
und Metzgermeiſter Johann Schwahl aus Gernsheim
nach § 180 des Strafgeſetzbuches zu drei Monatem
und ſeine Ehefrau zu acht Monaten Gefängnis=
— Vom Großh. Hoftheater. Der muſikaliſche
Ein=
akterabend wird am Freitag erſtmalig wiederholt. Den
Anfang macht Dalcroze’s „Onkel Dazumal” dann folgt
die mit Beifall aufgenommene Suppé’ſche Operette „Die
ſchöne Galathee” und den Beſchluß macht das Ballett.
„Champagnerviſionen‟ Der Feſtabend, den das
Hof=
theater zum Beſten des in Darmſtadt zu erbauenden
Feſthauſes am Montag, den 3. März, veranſtaltet, wird
ein beſonders intereſſantes Programm bieten. Die
her=
vorragendſten Kräfte des Hoftheaters werden mit
Dar=
bietungen des ſeriöſen und heiteren Genres dem Abend.
ihre Mitwirkung leihen. Neben den heimiſchen Künſtlern
ſind auch illuſtre Gäſte zur Mitwirkung gewonnen
wor=
den, wie Wilhelm Backhaus und Frau Profeſſor Vicki
Baum, die berühmte Wiener Harfenvirtuoſin. Ein
er=
höhtes Intereſſe gewinnt der Abend noch durch die
Mit=
wirkung der Elizabeth Duncan=Schule, mit deren
Dar=
bietungen der Feſtabend eingeleitet wird. Der
allge=
meine Kartenvorverkauf beginnt am Donnerstag an der
Kaſſe des Hoftheaters.
— Von der Künſtlerkolonie. Der Großherzog beſich
tigte am Montag eingehend die Neubauten, die nach den
Plänen von Prof. Albin Müller auf der Mathildenhöhe
errichtet werden. Dieſe Gebäudereihe, die vorerſt nur
den dritten Teil des ganzen Bauprojektes bildet, beſteht
aus 6 Etagen=Mietshäuſern, an die ſich nach der
Garten=
ſeite ein großer Atelierbau angliedert. Die ganze
Bau=
gruppe wird einen weſentlichen Beſtandteil der Ausſtellung
der Darmſtädter Künſtlerkolonie bilden. Drei der
Häu=
ſer werden zur Schauſtellung von Wohnungseinrichtungen
der Ausſtellung reſerviert, während die Wohnungen der
anderen drei Gebäude vorausſichtlich ſchon zum 1. Oktober
1913 und zum 1. Januar 1914 vermietet und bezogen
wer=
den können.
— Abnahme der Tuberkuloſe=Sterblichkeit in Heſſen
Nach den Feſtſtellungen der Großh. Zentralſtelle für
Lan=
desſtatiſtik beträgt die Sterblichkeitsziffer an Tuberkuloſe
im Großherzogtum Heſſen im Jahre 1912 auf 10000
Le=
bende berechnet — 12,9 gegen 13,8 im Jahre 1911, alſo
wiederum ein Rückgang, und zwar von 0,09. In den
Jah=
ren 1890, 1900 und 1910 waren die entſprechenden Zifferr
30,1, 23,6 und 14,2; die Sterblichkeit an
Tuber=
kuloſe iſt alſo im Zeitraum von 22. Jahren von 30,1
auf 12,9 zurückgegangen. Dieſe Erſcheinung iſt
über=
aus erfreulich; ſie laßt erſehen, daß die planmäßige Be
kämpfung dieſer Volksſeuche, an der vorwiegend die
Lan=
desverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen, der Tuberkuloſe=
Fonds der Großherzogin und zahlreiche Gemeinden und
Krankenkaſſen, ferner der Heilſtättenverein und die
Tuber=
kuloſe=Fürſorgeſtellen beteiligt ſind, zu den beſten
Hoff=
nungen berechtigt.
H. K. Außerterminliche Meiſterprüfungen. Wie bereits
verſchiedentlich bekanntgegeben, läuft am 1. Oktober 191s
die geſetzliche Friſt ab, bis zu welcher die Meiſterprüfung
noch ohne Nachweis der beſtandenen
Geſel=
lenprüfung abgelegt werden kann. Um den in
Be=
tracht kommenden Handwerkern Gelegenheit zu geben, ſich
dieſe Vergünſtigung zunutze zu machen, wurde die
Abhal=
tung einer außerterminlichen
Meiſterprü=
fung angeordnet, zu welcher Meldeſchluß am 8.
Fe=
bruar 1913 beſtimmt iſt. Es hat ſich nun bereits eine
un=
erwartet große Zahl von Prüflingen gemeldet, auch laſſen
zahlreiche Rückſprachen mit Handwerkern darauf ſchließen,
daß in vielen Kreiſen der Wunſch beſteht, ſich unbedingt in
dieſem Jahre der Prüfung zu unterziehen, wenn noch
ge=
nügende Zeit zur Vorbereitung vorhanden wäre. Aus
dieſem Grunde hat die Handwerkskammer zu Darmſtadt
zunächſt für den Bezirk der Meiſterprüfungskommiſion für
die Provinz Starkenburg eine zweite außertermin
liche Prüfung angeordnet und wird der genauere
Meldetermin rechtzeitig bekannt gegeben. Die Inter
eſſenten ſeien bereits jetzt ſchon hierauf hingewieſen und
werden Meldungen auch nach dem 28. Februar bei der
Handwerkskammer zu Darmſtadt, Georgenſtraße 9, ent
gegengenommen.
Die Entdeckung einer
vorgeſchichtlichen
Bildhauer=
werkſtätte.
C Durch die reichen Funde der letzten Jahrzehnte iſt
uns die prähiſtoriſche Kunſt als die erſte und ſchon bedeut
ſame Schönheitsſchöpfung der Menſchheit beſonders nahe.
gebracht worden; aber das Werden und Entſtehen dieſer
Kunſtwerke war uns bisher ein Geheimnis, und ſo
be=
deutet denn die Entdeckung einer Bildhauerwerkſtätte der
Vorzeit eine einzigartige Vertiefung unſerer Kenntniſſe,
führt uns gleichſam zu den Quellen dieſer früheſten
Kunſt=
übung. Einer der bedeutendſten franzöſiſchen Archäologen,
der Graf Begouen, hat nun in einer Grotte in Ton
ge=
formte Bildwerke gefunden, die erſten ihrer Art,
die in dem Atelier eines urgeſchichtlichen Plaſtikers
un=
ausgeführt liegen geblieben ſind. Die beiden Biſons
aus Ton, die von dem Grafen und ſeinen Söhnen ir
einer Höhle des Tue d’Audoubert in der Gemeinde vor
Montesquieu Avantés (Ariége) entdeckt wurden,
befin=
den ſich in einem vortrefflichen Erhaltungszuſtand.
Ueber ſeinen hochintereſſanten Fund berichtet
Begauen ausführlich in der franzöſiſchen Zeitſchrift
L’Anthropologie. Im hinterſten Winkel einer der
ober=
ſten Gänge der Höhle, wenigſtens 700 Meter vom Eingang
entfernt, haben dieſe Statuen bisher den Schlaf der Jahr
tauſende geſchlummert. Der Eingang ſelbſt iſt durch
einen Waſſergang verſperrt, den ein unterirdiſcher, hier
wieder erſcheinender Fluß bildet. Man muß mit einem
Boot etwa 60 Meter weiter unter der Erde fahren, bevor
man zu der Stelle gelangt. Die Grotte beſteht aus drei
Stockwerken, von denen das erſte mit dem Waſſer auf
dem=
ſelben Niveau liegt. Ueber eine ſteile Klippe von zwei
Meter Höhe klettert man in das zweite Stockwerk, und
von dieſem gelangt man durch einen engen Kamin in die
dritte Etage. Hier geht es an mit einigen Zeichnungen
geſchmückten Wänden vorüber in einen niedrigen Saal,
deſſen Hintergrund durch Stalaktiten verſperrt wird.
Nach=
dem drei Säulen dieſer Tropfſteingebilde niedergelegt
worden waren, konnten die Entdecker durch eine enge
Oeffnung in einen kleinen Gang eindringen, deſſen Boden
mit Ton bedeckt iſt und Abdrücke von menſchlichen Fuß=
tapfen, von Bärentatzen und =haaren bewahrt hat. Von
hier aus kommt man in den Saal der Biſons. „Die
beiden Statuen ſind gegen einen Felsblock gelehnt und
trefflich ausgeführte Kunſtwerke. Das Tier, das an erſter
Stelle liegt, iſt weiblich und mißt 61 Zentimeter in der
Länge und 29 Zentimeter vom Bauch bis zur Spitze des
Hökers; das mannliche Tier mißt 63 und 31 Zentimeter
Nur die rechte Seite des Tieres iſt vollendet; die gegen
den Fels gelegte Seite iſt überhaupt nicht bearbeitet. Der
ausgetrocknete Ton hat zwar tiefe Riſſe erhalten, aber die
Geſtalt der Tiere und alle Einzelheiten ſind trefflich
be=
wahrt, da die Statuen gegen den Felſen gelehnt waren.
An der glatten Oberfläche der Körper erkennt man noch
deutlich die Spuren der Glättung, die der Künſtler
vor=
nahm. Das Auge iſt bei dem Weibchen durch eine Art
Kugel aus Erde mit einer Vertiefung in der Mitte
dar=
geſtellt und wirkt außerordentlich realiſtiſch; der dadurch
hervorgebrachte Blick gibt dem Geſicht Leben, während
das Männchen durch die nicht ausgefüllte runde
Augen=
höhlung eine leere Phyſiognomie erhält. Der Bart, der
bis zum Bauch reicht, iſt durch Riefelungen angedeutet,
die mit einem kleinen hölzernen oder knöchernen Spatel
gemacht ſind während der Künſtler ſich bei der Darſtellung
der wolligeren Mähne damit begnügte, mit ſeinem
Dau=
men einige noch deutlich wahrnehmbare Eindrücke in den
Ton zu machen.” Auf dem Boden des Raumes bemerkt
man noch zwei Entwürfe und eine mehr ausgeführte
Skizze von Biſons, die in den Ton hineingezeichne
ſind; bei der Skizze iſt mit der Modellierung des Kopfes
begonnen.
Wir erhalten hier einen Hinweis auf die
Arbeits=
weiſe dieſes prähiſtoriſchen Bildhauers. „Dieſe Skizze
erlaubt, anzunehmen, daß die Künſtler, nachdem ſie die
Silhouette des Tieres auf den Boden gezeichnet hatten,
um die angegebenen Linien ringsum Ton aufhäuften und
ſo einen plaſtiſchen Kern herſtellten, an dem dann die
Detailarbeit mit runden Tonſtäbchen ausgeführt wurde,
wie ſie auf dem Boden des Ateliers noch herumliegen
Die unbearbeitet gelaſſene Seite der Statuen, die von
beträchtlicher Dicke iſt, ſieht ganz ſo aus, wie eine vom
Boden aufgehobene Tonmaſſe, ſo daß ſie dieſe Methode
der plaſtiſchen Bildnerei beſtätigen würde. Außerdem
haben wir noch mehrere runde Höhlungen im Ton
be=
merkt, deren Ränder Fingerabdrücke zeigen und die auf
dieſe Weiſe entſtanden ſein könnten.‟ Dieſe Ton=
modelle, die ein einzigartiges Dokument darſtellen,
ſind noch nicht von Ort und Stelle entfernt worden, und
man trägt Bedenken, überhaupt einen Transport zu
wagen.
Gottardo Segantini.
Vor kurzem hat der ältere Sohn Giovanni Segau
tinis, Gottardo — ſchon bisher als treuer Reproduk
tionsradierer nach Werken ſeines Vaters allgemein
be=
kannt, — als Maler ſeine erſte öffentliche Ausſtellung in
Deutſchland gehabt. Der Münchener Kunſtverein hatte
ihm einen ſympathiſchen Raum zur Verfügung geſtellt
den Segantinis Bilder mit ihrem hellen farbigen Leuchter
wirkungsvoll füllten. Eine zweite Ausſtellung ſoll in
Berlin folgen und ſomit ſteht der noch verhältnismäßig
junge Maler vor einem bedeutungsvollen Abſchnitt in
ſeiner künſtleriſchen Laufbahn.
Die Ausſtellung in München gab ein ſchönes und eint
heitliches Bild von der Echtheit des künſtleriſchen Wollens
und auch der bereits errungenen Reife des Könnens einet
überaus reich veranlagten und kultivierten Geiſtes. Wie
würde man einem ſolchen gerecht werden, wollte man
ſeine Leiſtungen an der Höhe der Vollendung ſeiner
künſt=
leriſchen Vorfahren abmeſſen. Dieſe Art der Betrachtun
mag nur allzu leicht bei Segantini als dem Sohne des
großen Meiſters den Kritiker reizen. Aber man wird ſich
gerechterweiſe darüber freuen dürfen, wenn man bemerkt
wie die perſönlichſte Originalität des Sohnes mit der
An=
ſchauungsweiſe des großen Vaters eine geiſtige
Ver=
wandtſchaft aufweiſt, daß die Kunſt des Vaters dem
Sohne zu einem wirklichen großen und befreienden
Erleb=
nis geworden iſt. So braucht der Sohn die Nähe des
Vaters nicht zu verhüllen, von ihr fortzuſtreben: er ent
faltet gerade in ihr am freieſten und glücklichſten ſein
eigene reiche Perſönlichkeit.
Gottardo Segantini — geboren 1882 in Puſiand beil
Como — hat erſt zwei Jahre nach dem 1889 erfolgten Tod
ſeines Vaters mit der künſtleriſchen Arbeit begonnen un
in kurzer Friſt als Autodidakt bereits klare Linien einel
künſtleriſchen Phyſiognomie erreicht. In Maloja fande
die Grundlagen für ſein künſtleriſches Schaffen und
Rom, wohin er vor fünf Jahren übergeſiedelt iſt, hat
es dann ausgebaut. Dort hat er ſein Geſicht, hier ſeine
Nummer 48.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Seite 3.
* Zum Gedächtnis an Karl Amand Mangold wurde
ant Moptag vormittag von den Mitgliedern der Familie
Mangglo im Verein mit Frau Lilli Wolfskehl das Grab
Mongelds mit Lorbeerkränzen geſchmückt.
— Verzeichnis neu hergeſtellter Fernſprechanſchlüſſe
und Aenderungen bei beſtehenden Sprechſtellen. a) Neue
Anſchlüſſe: 2200 Max Anſpach, Hoflieferant und
Herrengarderobe, Ernſt=Ludwigsplatz 1: 2193 Carl
Arn=
heiter, Kaufmann, Ludwigsplatz 2: 2188 M. Buchdahl,
Betten=Spezialhaus, Markt 11: 2210 Darmſtädter
Möbel=
fabrik, G. m. b. H., Filiale, Wilhelminenſtr. 35; 2192
Lud=
wig Erbes, Weißbindermeiſter, Moosbergſtr. 53; 2494
Fliegerſtation. Kgl. Preußiſcher Truppenübungsplatz,
Darmſtadt; 2187 Ferd. Frank, Pianiſt, Ludwigſtr. 16;
2189 Frau Oberſtleutnant Goldmann, Annaſtr. 30; 1829
Hermann Hachenburger Bindfaden Engros=Export,
Rheinſtr. 37; 2191 G. Heyd Rechtsanwalt,
Eliſabethen=
ſtraße 25½; 2194 Robert Hübner, Büchſenmacherei, Jagd=
und Sportartikel, Ernſt=Ludwigſtr. 11: 2203 Wilhelm
Kalbfuß, Kaufmann, Wilhelminenſtr. 29; 2195 Martin
Mertens, Waren=Agenturen. Nieder=Ramſtädter Straße 89;
2185 Samuel Reinheimer, Metzgerei, Arheilger Straße 46;
2490 Martin Röhrig, Hotelier, Karlſtr. 1; 2190 Stapel,
Gartendirektor, Frankfurter Straße 16½; 2198 Gg.
Wil=
lenbücher, Schreinermeiſter, Herdweg 6. — b) Aende
rungen: 1478 L. Beſt, jetzt Emil Kayſer; 236 Hans
Chriſt, jetzt Rheinſtr 47: 669 Donges u. Wieſt, jetzt
Nr. 2496; 1065 Feid. Georg, jetzt Nr. 2491; 657 Heß, Karl,
Nachf., jetzt Eliſabethenſtr. 2; 1624 Hotel Stadt Friedberg,
Carl Egner, jetzt Hotel=Reſtaurant Hans Chriſt; 1374
L. Katzmann. jetzt Nr. 2497; 612 A. Kowalski, jetzt L.
Scharmann Nachf.. Schulſtr. 7; 651 Müller u. Ober, jetzt
Nr. 2498; 1659 Nieswandt, Mar, jetzt Rheinſtr. 29; 1538
Oberrechnungskammer, Großh., jetzt Nr. 2493; 762
Pen=
ion Internationale, jetzt Nr. 2499; 2557 Max Pfaelzer,
jetzt Mathildenplatz 9; 275 Rote Radler, Bahnhofsplatz,
jetzt K. Weller, Kolonialwarenhandlung, Obergaſſe 5/7;
519 Jean Stichel, jetzt Schulſtr. 1: 1477 Albert Weicker,
etzt Georg Moewes: 1820 Hermann Wertheim, jetzt
Nr. 2495.
— e) Abgebrochene Sprechſtellen:
2560 Hachenburger; 418 Hotel Kölniſcher Hof; 1568
Moh=
winckel: 682 Schmidt, Werner.
— Die Darmſtädter Nationalliberale Partei hat
die=
ſen Winter mit der Ausführung eines Programms
be=
gonnen, das in der folgenden Zeit weiter ausgebaut und
bereichert werden ſoll. Es handelt ſich um die
Veran=
ſtaltung von — übrigens jedermann zugänglichen
Vorträgen, die in zwangloſer Auswahl wichtige und
aktuelle Fragen aus dem Streit der politiſchen
Tages=
meinungen herausheben und in zwar populärer, aber
gründlicher, ſachlich=förderlicher Form behandeln ſollen.
Nicht eigentliche Volksverſammlungen, die ja viel mehr
ein politiſches Schauſtellen, eine Parade bieten, werden ſo
veranſtaltet, ſondern ernſte ſachliche Auseinanderſetzungen,
deren Zwecke die gründliche Belehrung und Anregung der
politiſchen intereſſierten Kreiſe iſt. Nicht die agitatoriſche
Phraſe, ſondern die ernſte Arbeit, das ſachliche Argument
kommen da zu ihrem Recht. Die Vorträge wurden
bis=
her, ihrem Rahmen entſprechend, gut beſucht und die
De=
batten gaben ein lebhaftes Zeugnis für das warme
Inter=
eſſe, auf das dieſe Veranſtaltung geſtoßen iſt. Mit einer
größeren derartigen Verſammlung wird
die Nationalliberale Partei nun an alle Wähler
heran=
treten. Am Dienstag, den 4. März, wird Herr
Iniverſitätsprofeſſor Dr. Staehlin aus Heidelberg
ie auswärtige Lage und das
Balkan=
problem im Kaiſerſaal in einem hiſtoriſch=
poli=
tiſchen Vortrage behandeln. Der Redner, Hiſtoriker an
der Heidelberger Univerſität, iſt ein namhafter Kenner
des Balkans. Er wird eine über der Tagespolitik
ſtehende, die gegenwärtige Lage aus dem Gange der
Ge=
ſchichte erklärende, deshalb äußerſt intereſſante und
an=
regende Darlegung des Balkanproblems, des
öſterreichiſch=
kuſſiſchen Konfliktes und der Jungtürkenfrage bieten. Die
Verſammlung wird öffentlich und jedermann
u gänglich ſein. An den Vortrag ſchließt ſich eine
freie Diskuſſion. Näheres wird noch durch Inſerate und
Plakate bekannt gegeben werden.
Freie Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler.
Man ſchreibt uns: Mit gutem Erfolg hat die „Freie
Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler” ihre Agitations=
und Organiſationstätigkeit in den letzten Tagen
fort=
geſetzt. Am Samstag, den 22. Februar, ſprach ihr
Ge=
chäftsführer, Dr. Otto Linſe=Mainz, in einer vom
Nationalliberalen Verein Schotten einberufenen
ſtark=
beſuchten öffentlichen Verſammlung in Schotten (
Wahl=
kreis Alsfeld=Lauterbach), am Sonntag nachmittag in
Weickartshain (Wahlkreis Gießen). Dieſer
Ver=
ammlung war eine geſchäftliche Sitzung voraufgegangen,
in der ein mehr als 80 Mitglieder zählender, der Freien
Vereinigung angeſchloſſener „Nationalliberaler Verein
für Weickartshain und Umgegend” aus der Taufe
ge=
hoben wurde. Sonntag abend ſprach Dr. Linſe alsdann
in einer gutbeſuchten öffentlichen Verſammlung in
Laubach (Wahltreis Alsfeld=Lauterbach). Entſprechend
einer aus der Verſammluug heraus gegebenen
An=
regung wurde die Gründung eines Nationalliheralen
Vereins Laubach beſchloſſen, dem noch an demſelben
Abend 25 Mitglieder beitraten. — An den genannten
Verſammlungen nahm der Vertreter des Wahlkreiſes
Alsfeld=Lauterbach im Reichstage, Herr Abg. Heck=
Alsfeld, teil, der ſeinen Wählern einen eingehenden
Bericht über die Tätigkeit des Reichstags und die
Haltung der Nationalliberalen Reichstagsfraktion zu
den einzelnen zur Beratung geſtandenen Gegenſtänden
erſtattete.
Akademiſche Volksunterrichtskurſe. Am
Sonn=
tag veranſtalteten die akademiſchen
Volksunter=
richtskurſe im Kaiſerſaal ihr Schlußfeſt. In
urzen Worten hieß der Vorſitzende, Herr stud. Botſch,
die Gäſte willkommen und wünſchte insbeſondere den
Hörern nach der ernſten Arbeit im vergangenen Semeſter
frohe Stunden. Herr stud. Wagner eröffnete dann
mit ſeinen Rezitationen das Programm. Herr Engel
rezitierte zwei Gedichte Darmſtädter Dichter. Sehr
an=
ſprechend waren die beiden Volkslieder, die von drei
Kursteilnehmern, den Herren Haſenzahl, Diez und
Mann, vorgetragen wurden. Daß die Hörer keine Mühe
ſcheuten, um ſelbſt zum Gelingen des Feſtes beizutragen,
zeigten die Darbietungen in dem dreiaktigen Theaterſtück
Zum Schluß wurde „Hans Huckebein, der Unglücksrabe‟
in Lichtbildern vorgeführt. Bevor mit dem Tanz
be=
gonnen wurde, ergriff noch Herr Mann das Wort
und dankte im Namen der Kursteilnehmer der Stadt
und den Staatsbehörden für ihre Unterſtützung, und
den Studenten für ihre Bemühungen.
Der Ortsgewerbeverein hat dieſer Tage über
ſeine Tätigkeit und Einrichtungen ein kurzes
Pro=
gramm an eine Reihe von Handwerkeru, Gewerbe=
und Handeltreibenden, Fabrikanten und an ſonſtige
Intereſſenten ergehen laſſen und bei dieſer Gelegenheit
zur Mitgliedſchaft eingeladen. Für alle diejenigen, die
ihre Beitrittserklärungen noch nicht veranlaßt haben,
genügt vielleicht ein nochmaliger Hinweis über die
Be=
deutung und Aufgaben des Gewerbevereins. Zeugnis
für das ſeitherige erfolgreiche Wirken desſelben dürfte
die ſchon ſeit nahezu 75 Jahren ausgeübte Betätigung
auf dem Gebiete des gewerblichen Schulweſens, in der
Förderung und Wahrnehmung der Intereſſen des
Handwerks und Gewerbes abgeben. Die berufliche und
wirtſchaftliche Förderung ſeiner Mitglieder und des
ein=
heimiſchen Gewerbeſtandes iſt weiterhin eine ſeiner
Hauptaufgaben. Zur Förderung des Gewerbes und
Kunſtgewerbes ſtehen den Mitgliedern die unter Aufſicht
der Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe ſtehende
Bibliothek, die Vorbilderſammlung, die Auslegeſtelle
deutſcher Patentſchriften, die chemiſche Prüfungsſtation
für die Gewerbe und das Gewerbemuſeum zur
Ver=
fügung. Auf dem Gebiete des Verſicherungsweſens iſt
für die Mitglieder des Gewerbevereins beſondere
Vor=
ſorge getroffen. Die vorhandenen
Verſicherungsgelegen=
heiten, wie Sterbekaſſe, Haftpflicht=, Unfall= und
Lebens=
verſicherung uſw., ſind mit nennenswerten Vorteilen
verbunden. In den im Winter ſtattfindenden Vorträgen
und Beſprechungen werden gewerbliche und allgemein
intereſſierende Fragen behandelt und hierdurch,
ſo=
wie durch Beſichtigung induſtrieller Anlagen,
Aus=
ſtellungen uſw. den Mitgliedern Gelegenheit zur
Be=
reicherung ihrer Kenntniſſe geboten. Durch
Familien=
ausflüge und geſellige Vereinigungen für die Mitglieder
und deren Angehörige wird auch dem gemütlichen Teil
Rechnung getragen. Das allwöchentlich erſcheinende
„Gewerbeblatt für das Großherzogtum Heſſen” mit der für
Architekten, ſowie alle dem Baugewerbe angehörenden
Perſonen und für Baubeamte beſonders intereſſanten
Monatsbeilage „Heimatliche Bauweiſe” enthält alle
wichtigen Bekanntmachungen, intereſſante gewerbliche
und techniſche Abhandlungen uſw., ſowie behördliche
Ausſchreibungen, insbeſondere die Submiſſionen.
Mit=
glied des Ortsgewerbevereins kann jeder
Gewerbe=
treibende, Fabrikant oder Kaufmann, wie überhaupt
jeder Freund des Gewerbes gegen einen Jahresbeitrag
von nur 4 Mk. werden. Damit wird das Recht der
Teilnahme an den allgemeinen Vorteilen,
Veranſtal=
tungen und Einrichtungen des Ortsgewerbevereins, des
Landesgewerbevereins und der Großh. Zentralſtelle für
die Gewerbe erworben.
* Verſammlung des Hausbeſitzer=Vereins. Der
Hausbeſitzer=Verein hielt am Montag abend im
gelben Saale des Reſtaurants Sitte eine äußerſt gut
be=
ſuchte außerordentliche Verſammlung ab.
Der neue Vorſitzende, Herr A. von Heſſert, widmete
dem aus Geſundheitsrückſichten zurückgetretenen bisherigen
Vorſitzenden, Herrn Inſpektor Scheyrer, herzliche
Worte der Anerkennung für ſeine verdienſtvolle Tätigkeit.
Dem Vorſtand ſei vielfach der Vorwurf der Unfruchtbarkeit
gemacht worden. Das ſei unberechtigt, da die Schuld nicht
auf ſeiten des Vorſtandes liege, ſondern auf der der
Mit=
glieder, die den Beſtrebungen des Vorſtandes zu
gleich=
zültig gegenüberſtänden. Der Vorſtand habe deshalb
be=
ſchloſſen, den Verein zu reorganiſieren, den Vorſtand zu
erweitern und damit arbeitsfähiger zu machen. Redner
beleuchtete dann eingehend die Schäden, die den Hausbeſitz
in ſeine jetzige mißliche Lage gebracht haben, und erörterte
ie bis jetzt freilich reſultatloſen Schritte, die den
Haus=
beſitzern aufgeladenen Laſten, wie Waſſergeld,
Kanalge=
bühren uſw. auf die Allgemeinheit abzuwälzen. Der der
Bürgermeiſterei vom Vorſtand unterbreitete Vorſchlag,
dieſe Gebühren getrennt von den Steuern zu erheben, ſei
bis jetzt ohne Antwort geblieben. Der Vorſitzende machte
den Vorſchlag, eine Anzahl Mitglieder möchten ſich zu
einer regen Vereinsagitation in der Stadt beim Vorſtand
melden, um die beabſichtigte Propaganda des Vereins in
die Wege zu leiten. Daraufhin erklärten ſich ſogleich
zahl=
reiche Anweſende hierzu bereit. Herr Mahr trat warm
für den Zuſammenſchluß der Hausbeſitzer ein. — Herr
Speckhardt betont, daß der Verein doch auf einen
Er=
olg zurückblicken könne, die Aenderung der
Schnakenver=
ordnung, die dem zielbewußten Vorgehen des Vorſitzenden
Herrn v. Heſſert zu danken ſei.
Herr Architekt Schembs ſprach ſodann über die neue
Kanalgebühren=Ordnung. Er ging zunächſt auf
den ſtädtiſchen Entwurf des geänderten Tarifs der
Kanal=
benutzungsgebühr ein und ſtellt die einzelnen Sätze der
Gebühren jetzt und in Zukunft vergleichweiſe
nebeneinan=
der. Das Geſamtmehr der neuen Gebühren gegen ſeither
(87000 Mark) betrage 42000 Mark. Redner proteſtierte
dann energiſch gegen dieſe neue Belaſtung des
Hausbe=
ſitzes und ſprach die Hoffnung auf eine Milderung der
neuen Gebührenordnung aus. (Lebhafter Beifall.)
Stadt=
verordneter Sames erläuterte die direkten
Steuerver=
hältniſſe Darmſtadts nach den verſchiedenen Klaſſen und
hre Verteilung auf dieſe. Redner bezeichnet als Fehler
der neuen Kanalgebührenordnung, die Gebühr über
100 000 Mark Gebäudewert nicht mehr progreſſiv ſteigen zu
laſſen, ſondern auf 60 Mark feſtzuſetzen. Damit gehe viel
verloren. In Darmſtadt ſei der volle
Brandverſicherungs=
wert (½ pro Mille) als Grundlage der Gebühr gelegt
worden. Von allen Städten, die in der Denkſchrift
ge=
nannt ſeien, habe Darmſtadt mit die allerniedrigſte
Ge=
bühr. Es ſeien 225 Gebäude in Darmſtadt über 100000
Mark Brandverſicherungswert, die nur 60 Mark
bezahl=
ten. Das ſei eine ſoziale Ungerechtigkeit. Die
Unrentabi=
lität des Haus= und Grundbeſitzes zu jetziger Zeit führt
Redner auf zu niedrige Mieten zurück, die um ein Prozent
zu tief ſtänden. Herr Sames beſprach dann das
Gemeinde=
umlagengeſetz und ſeine Folgen und kam zu dem Schluß.
daß die Kanaleinlaufgebühr berechtigt ſei. Ein ſozialer
Ausgleich ſei nur darin zu erblicken, daß die Gebäude
über 100000 Mark Wert in derſelben Weiſe progreſſiv
be=
laſtet werden, wie die kleinen Hausbeſitzer. Herr Sames
ſprach ſich dann noch entſchieden gegen die Errichtung neuer
Bauquartiere aus.
In der Debatte trat Herr Lutz für Beſeitigung
aller Kanalgebühren für Hausbeſitzer und gleichmäßige
Verteilung dieſer Koſten auf Vermögen, nicht aber auf
Hausbeſitz ein — Herr Haurey bezeichnet die Verteilung
der Einlaufgebühr nach den Vorſchlägen Sames als
ge=
recht. Richtiger aber wäre es geweſen, dieſe Gebühren mit
auf die ſtärkeren Schultern der Mieter abzuwälzen.
Herr Goetz ſchlägt vor, das Sekretariat des
Vereins=
auszubilden, um die Eingaben mit Nachdruck verfolgen zu
können. Die Hausbeſitzer müßten von dem Grundſatz
ausgehen, daß ſie in der Minderheit ſeien. — Herr
Speck=
hardt betonte, daß der Darmſtädter Hausbeſitz ½ bis
5 der geſamten Steuern in Darmſtadt zahlt. Es wäre
doch nicht mehr als recht und billig, daß dieſe wenigen
Geſichtskreis gebildet. Sein liebſtes Thema aber iſt das
Sold der Sonne, das alle Dinge dieſer Welt mit der
glei=
ſchen ewigen Liebe umſpinnt und durchglüht, ſeien es nun
ie Ruinen Roms, ſeine Gärten, ſeine Campagna oder die
hythmiſch empfundene menſchliche Geſtalt; überall aber
werden die zerſtreuten Lichtſtrahlen durch ein Seeliſches
eſammelt und vergeiſtigt.
Von den einzelnen Bildern ſeien einige
herausge=
ſoben. Eine große Darſtellung der römiſchen Campagna
nit den lang ſich hinziehenden Sabinergebirgen im
Hin=
ergrunde hängt mit der Anſchauungsweiſe des Vaters
eſonders deutlich zuſammen, doch zeigt gerade dieſes Bild
jeſonders klar, wie perſönlich der Sohn ſich in dieſe
An=
chauungsweiſe der Größe und der intimen Naturgewalt
neingelebt und durch ſie ein neues Gebiet, die römiſche
kampagna, für das moderne Auge erſchloſſen hat. So
erade mußte dieſe Landſchaft einmal geſehen werden.
Ein Selbſtporträt offenbart den durch und durch
mo=
rnen Menſchen und außerdem die beſondere Art von
es Malers Technik: das Körperliche im Vordergrund iſt
äftig modelliert und das Landſchaftliche im Hintergrund
uchtend farbig, ungezwungen diviſioniſtiſch, d. h. in
vie=
n. kleinen Partikelchen behandelt. Dadurch erhält der
frund ein brillantes Leuchten, tritt aber dennoch
vibrie=
ſend und luftig zurück. So erſcheint auf einem Bilde der
ſehelmte Kopf eines römiſchen Kavallerieſoldaten vor der
der Sonne daliegenden Porta Pia lebendig und voll
ür Rom typiſcher Kraft, ſo ein liegender weiblicher Akt
teiner offenen Halle mit dem Durchblick auf römiſche
dächer in faſt klaſſiſcher Klarheit der Anordnung und ſchön
der räumlichen Wirkung.
In einer ganzen Reihe von Bildern ſetzt ſich
Segan=
ni rein maleriſch mit den Ruinen des alten Rom
aus=
knander, fein beobachtend, wie das Licht über das
zer=
llene Gemäuer, über offene Wölbungen und wuchernde
räuter und Sträucher hinſpielt. Und in Bildern wie der
ſommenden Stunde” bricht ſich eine feine poetiſche
Sin=
gkeit mit glücklichen Griffen maleriſche Bahn. Blumen
reuend von der Geſtalt der Hoffnung herangeführt,
hreitet die „kommende Stunde” durch eine blühende
Früh=
ngslandſchaft — einen römiſchen Garten — uns zu.
Mit einem hohen Ernſte, der vor allem zum Erbe
ines Vaters gehört, hat Gottardo Segantini ſein Werk
s hierher geführt. Wenn ſich uns in der Kunſt ſeines
katers zuweilen ein Wunder zu enthüllen ſcheint, ſo fin=
den wir in der Kunſt des Sohnes ein unmittelbar und
echt Menſchliches, hier wie dort aber dieſelbe Liebe für
alle Dinge und dasſelbe Streben nach Klarheit und Licht.
Gottardo Segantini, der durch ſeine Frau, eine
ge=
borene Darmſtädterin, auch verwandtſchaftliche
Bezieh=
ungen zu Deutſchland hat, wird gewiß auch mit ſeiner
Kunſt bald einen feſten Fuß auf deutſchem Boden faſſen.
München.
Dr. Hermann Konnerth.
Konzerte.
W. Zur Vorfeier von C. A. Mangolds 100.
Geburts=
tag gelangte am Montag abend deſſen großes Chorwerk
„Frithjof” unter Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters
Hofrats deHaan, der nicht nur mit dem Taktſtock, ſondern
auch mit der Feder für die Ehrung des Andenkens des
Darmſtädter Altmeiſters eingetreten iſt, zur Aufführung.
Der Abend trug als Erinnerungsfeier an den früheren
langjährigen verdienſtvollen Dirigenten des Muſikvereins
ein gewiſſes feſtliches Gepräge, und der gehobenen
Stim=
mung der Zuhörerſchaft wurde auch die ſchön verlaufene
Auffuhrung ſelbſt gerecht.
Ueber das Chorwerk Mangolds kann man ſehr viel
und ſehr wenig ſagen, je nachdem man den Einflüſſen
nachſpüren will, unter denen der Komponiſt bei der
Ab=
faſſung ſeines großen Werkes geſtanden hat, und es den
gleichzeitigen Erzeugniſſen auf dem Gebiete des weltlichen
Oratoriums im weiteren Sinne einreihen und danach
be=
werten will. Dies iſt Sache der Fachwiſſenſchaft.
Un=
beſtritten tritt uns der Komponiſt in dieſem Werke als ein
von hohen künſtleriſchen Idealen beſeelter und feinſinniger
Muſiker von ganz hervorragendem Können und
da=
neben als ein Meiſter des Chorſatzes entgegen. Die
Kompoſition trägt nicht nur den ſtreng durchgeführten
einheitlichen Charakter eines Kunſtwerkes, das, wie der
Komponiſt ſelbſt bemerkt hat, ſich von jeder bewußten
äuße=
ren Wirkung fernhält und das mit poetiſchem Empfinden
und künſtleriſchem Takte dem jedesmaligen
Stimmungs=
gehalte der Einzelſzenen gerecht wird, ſondern es enthält
auch einzelne prächtige Chornummern, die geradezu als
eine Bereicherung der Muſikliteratur bezeichnet werden
und als ſolche auch in der Muſikgeſchichte nicht übergangen
werden können. Wir nennen unter anderem nur den
Früh=
lingschor, Wikingerbalk, Chor der Prieſter und des Volkes
((Nr. 14 und 25). Ueberhaupt iſt das Schönſte nicht in den
Solopartien und Duetten, ſondern in den Chornummern
niedergelegt. Prachtvoll klingt die erſte Abteilung aus,
in deren Schlußnummer der Chor mit dem Gebete
Inge=
borgs wirkungsvoll verflochten iſt; außer den ſchon
ge=
nannten ſind die Chöre Nr. 18 und 19 der zweiten
Abtei=
lung bemerkenswert; ferner in der drittenAbteilung der
hei=
tere Frauenchor (21), das kunſtvoll verſchlungene Quintett
mit Chor, das nordiſche Volkslied (Trinklied mit Chor)
und der feierliche Schlußchor, die in ihrem Aufbau oft an
Altmeiſter Bach erinnern. Die Solopartien der erſten
Ab=
teilung ſind etwas gekünſtelt; ſchöner ſind die der dritten
Abteilung, die Arioſo der Wala und der Ingeborg, und
namentlich die herrliche Nummer „Rings Tod‟
Das Publikum wurde erſt nach der erſten Abteilung
warm, ſpendete aber dann von dem Frühlingschor an
faſt nach jeder einzelnen Nummer lebhaften und
begeiſter=
ten Beifall.
In der Aufführung, die eine ſehr liebevolle und
ſorg=
fältige Einſtudierung erkennen ließ und die Herr
Hof=
kapellmeiſter de Haan mit jugendlich zu nennender
Be=
geiſterung leitete, bewährten ſich in erſter Linie die Chöre
ls zuverläſſige Stütze des Ganzen; ſie begeiſterten ſich an
ihrer Aufgabe und ſangen ſchöner, denn je zuvor. In
der Beſetzung der Solopartien hätten wir dagegen
man=
hes anders gewünſcht. Herr Kammerſänger Paul
Schmedes aus Berlin, der die Tenorpartie des
Frith=
jof ſang, ſchwächte den guten Eindruck ſeines Vortrages
an ſich durch die fortgeſetzte unruhige Tongebung und das
unſchöne Forcieren der Höhe wieder ab. Sehr hübſch und
mit vieler Empfindung ſang Frau Schmidt=Illing
die Partie der Ingeborg; unſeres Erachtens aber
erfor=
dert die Partie das Organ einer dramatiſchen Sängerin,
da ſie hohe Anforderungen an die Ausdrucks= und
Trag=
fähigkeit der Stimme ſtellt. Ueber gute ſtimmliche Mittel
gebietet Herr Ludwig Guggenheim=Worms, der die
Baritonpartien ſana und namentlich mit der des Königs
Ring einen tiefen Eindruck zu erzielen wußte. Die
klei=
neren Solopartien waren durch Fräulein Elſe
Diefen=
häler und Herrn Otto Brömme aus Frankfurt gut
vertreten.
Der Großherzog und die Großherzogin
wohnten der Aufführung, mit welcher der Muſikverein
und ſein verdienſtvoller Dirigent viek Ehre eingelegt
haben, bis zum Schluſſe bei.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Nummer 48.
tauſend Hausbeſitzer mindeſtens die gleiche Berechtigung
haben, wie die an Zahl viel ſtärkeren Mieter. Eine gleiche
Verteilung der Laſten ſei deshalb das erſtrebenswerte,
gerechte Ziel. — Rechtsanwalt Dr. Bopp: Der
Groß=
beſitz ſolle nicht gegen den Kleinbeſitz ausgeſpielt werden,
ſondern beide müßten zuſammengehen. Es gebe nur ein
Mittel außer dem Zuſammenſchluß, das ſei, dem
Ausein=
anderwachſen des Bauplans entgegenzutreten und die
Er=
ſchließung neuer Bauquartiere zu verhindern. Hier müſſe
radikal Schluß gemacht werden. — Herr Schembs brachte
eine Entſchließung zum Vorſchlag. Nach weiterer
angeregter Ausſprache wurde folgende, etwas geänderte
Entſchließung einſtimmig angenommen: „Das
Kanalnetz erfüllt eine Funktion, welche der Allgemeinheit
zugute kommt. Das Intereſſe der Grundſtücksbeſitzer wird
in der Grundſteuer bereits ſteuerlich herangezogen. Der
Hausbeſitzerverein erwartet, daß deshalb die Allgemeinheit
die Koſten für die jährliche Verzinſung, Tilgung und
Un=
terhaltung des Kanalnetzes trägt, und zwar in Geſtalt
beſonderer nicht auf dem Steuerzettel erſcheinender
Ab=
gaben.‟ — Der Vorſitzende ſchloß dann mit Dankesworten
an die Erſchienenen die Verſammlung. Der Bericht des
Herrn L. Speckhardt über „Spar= und Darlehnskaſſen
ſtädtiſcher Hausbeſitzer” wurde wegen der vorgerückten
Stunde auf einen weiteren Verſammlungsabend
ver=
ſchoben.
Frauenverein der Martinsgemeinde. Einen äußerſt
genußreichen Abend bereitete der Frauenverein der
Martinsgemeinde ſeinen Mitgliedern und
Freun=
den mit ſeinem 3. Vortragsabend, der Montag abend
im dichtgefüllten Saal des Gemeindehauſes —
Moller=
ſtraße — ſtattfand und bei dem Herr Pfarrer
Bickel=
haupt au Groß=Umſtadt einen Vortrag mit
Lichtbil=
dern hielt, das Thema behandelnd: „Die Wartburg in
Sage und Geſchichte.” In poetiſchen Verſen, die der
Ver=
herrlichung der Wartburg — welche mit ihrer herrlichen
Umgebung zuerſt im Bilde vorgeführt wurde — gewidmet
waren, eröffnete der Redner ſeinen Vortrag. Er führte
an, daß die Burg, die nun nahezu 800 Jahre alt iſt, einſt
der Burgſitz der Landgrafen vonThüringen und Zeuge vieler
edler Taten, Rittertreue und Künſte war. — Vom Jahre
1300—1500 ſinkt die Wartburg in ihrer Bedeutung zurück,
dann aber kam eine Zeit, die der Burg neuen Ruhm
brachte. Denn einer der größten deutſchen Männer
Dr. Martin Luther — war es, der dort in ſeiner
Verban=
nung die Bibel überſetzte. — Der Vorſitzende des
Frauen=
ivereins Herr Pfarrer D. Waitz ſprach hierauf dem
Redner den Dank der ganzen Verſammlung aus.
— Kaufmänniſcher Verein Darmſtadt (E. V.).
Ver=
ſpätet eingegangen.) Am Samstag fand die diesjährige
ordentliche Generalverſammlung des
Kauf=
männiſchen Vereins ſtatt, die ſich eines guten
Beſuches erfreute. Zunächſt wurde der Jahresbericht, der
den Mitgliedern vorher im Druck zugegangen war, zur
Diskuſſion geſtellt. Weſentliche Einwendungen wurden
gegen ihn nicht erhoben und Anfragen aus
Mitglieder=
kreiſen zufriedenſtellend beantwortet. Auf Antrag des
Aufſichtsrates, der die Bücher=, Kaſſe= und
Geſchäftsfüh=
rung im abgelaufenen Vereinsjahr geprüft und für richtig
befunden hatte, wurde ſeitens der Verſammlung dem
Vorſtand Entlaſtung erteilt. Die Neuwahl des Vorſtandes
hatte das Ergebnis, daß der erſte Vorſitzende, Herr
Ludwig Fiſcher, durch Zuruf einſtimmig wiedergewählt
wurde. Die Zettelwahl der übrigen Vorſtandsmitglieder
berief die ſeitherigen Herren in überwiegender Mehrheit
wieder in den Vorſtand. Der vorgerückten Zeit halber
konnten die weiteren Punkte der Tagesordnung eine
Er=
ledigung nicht finden und wurde beſchloſſen, ſolche
dem=
nächſt einer Mitgliederverſammlung zur Entſcheidung
vor=
zulegen. Nachdem Herr Ernſt Weis noch einen kurzen
Rückblick auf die ſeitherigen Leiſtungen des Vereins
ge=
worfen und der Ziele und Beſtrebungen gedacht hatte,
wurde die Verſammlung mit dem Wunſche auf ein
fer=
neres Blühen, Wachſen und Gedeihen des Vereins, der in
einem Hoch auf den Kaufmänniſchen Verein Darmſtadt
ausklang, geſchloſſen.
Der Sportklub „Haſſia 1908” hielt am letzten
Samstag ſeine diesjährige Hauptverſammlung ab,
die ſehr gut beſucht war. Der 1. Vorſitzende, Herr
Muſik=
lehrer W. Beh, eröffnete die Verſammlung mit einer
An=
ſprache, die einen kurzen Rückblick auf das verfloſſene
Ver=
einsjahr enthielt. Beſonders im Fußballſport wurder
ſchöhe Erforge erzielt, es wurden zwei 1., ein 2. und ein 3.
reis im Fußballſpielen errungen; auch die ſonſtigen
Ver=
anſtaltungen waren immer ſehr gut beſucht. Der im
Herbſt vor. Js. veranſtaltete Fußballwettſtreit fand eine
rege Beteiligung ſeitens der auswärtigen Vereine.
Als=
dann verlas der Rechner den Kaſſenbericht, der eine
Ein=
nahme von 593,40 Mark und Ausgabe 579,10 Mark
auf=
weiſt. Bei der Vorſtandswahl wurde als 1. Vorſitzender
Herr W. Beh einſtimmig wiedergewählt. Nachdem noch
verſchiedene Anträge erledigt worden waren, ſchloß der
1. Vorſitzende mit einem kräftigen Hipp=Hipp=Hurra auf
die Weiterentwicklung der Haſſia die Verſammlung, an
die ſich ein gemütlicher Teil anſchloß.
* Reſidenz=Theater am weißen Turm. Ein wirklich
guter Film iſt das dreiteilige Liebespoem „Verklun=
gene Lieder” von Gaumont. Der Film, der durch die
Mit=
wirkung der anmutigen Suzanne Grandais und durch das
glänzende Spiel des Leonie Perret (die beiden Helden
aus „Ewige Zeugen”) beſonderen Wert gewinnt, iſt reich
an intimen Schönheiten. „Verklungene Lieder” wird nur
bis Freitag, alſo nur 3 Tage, im Reſidenztheater
vorge=
führt werden. (S. Anz.)
Union=Theater (Kunſtlichtſpiele Rheinſtraße 6)
Vom 26. bis 28. Februar ſtehen im Mittelpunkt des
Pro=
gramms das dreiaktige Stillerſche Schauſpiel „Das Kind”
und das hiſtoriſche Drama „Der Kuß des Kaiſers” das
einer wirklichen Begebenheit aus der neapolitaniſchen Zei
entnommen iſt. Die Truppe Nelton zeigt artiſtiſche Kunſt,
während uns die Naturaufnahme „Die Gräber der alten
Kaiſer von Anam” in Buddhas Reich führt. Der Humor
kommt im „Ulk im Film” und in einem urkomiſchen
Film „Romeo als Maler” zum Wort.
— Pfungſtadt, 25. Febr. Im hieſigen Rathausſaale
er=
ſtattete geſtern nachmittag Herr Kreisſchulinſpektor Prof
Dr. Frenzel=Darmſtadt vor einer größeren Zahl
einge=
ladener Damen und Herren ein Referat über „Ländliche
Wohlfahrtspflege und Heimatſchutz”. Danach wurde eine
Ortsgruppe des Vereins für „ländliche Wohlfahrtspflege
und Heimatſchutz” gegründet. Den Vorſitz in der hieſigen
Ortsgrupe übernahm Herr Dr. med. Frank, der Herrn
Prof. Dr. Frenzel für ſeine Anregungen herzlichen Danl
ausſprach.
— Bensheim, 25. Febr. Der Vortrupp Darmſtadt
der Heſſiſche Goethebund und der Bund Heſſiſcher
Schul=
reformer haben ſich in einer ſcharfen Eingabe an
das Miniſterium des Innern dagegen gewendet
daß der Aufführung des Werningſchen
vaterländi=
ſchen Jubiläumsfeſtſpiels „Deutſchlands
Erwachen. Erhebung und Einigung” die
Unterſtützung der Schulbehörden zuteil werde, da das
Stück nicht geeignet ſei, den vaterländiſchen Gedanken zu
fördern. Das Miniſterium hat die Angelegenheit prüfen
laſſen.
Groß=Umſtadt, 25. Febr. Der Zweigverein des
Evangeliſchen Bundes hielt einen ſehr gut
be=
ſuchten Familienabend ab, auf dem
Lehramts=
aſſeſſor Hilsdorf auf Grund perſönlicher Eindrücke und
Erlebniſſe einen intereſſanten Vortrag über Frankreich,
Land und Leute hielt, der durch Lichtbilder aus der
Uni=
verſitätsſtadt Grenoble und Umgebung illuſtriert war.
Nach einer Erörterung der neueſten Abſtimmung im
Reichs=
tage über das Jeſuitengeſetz wurde folgende
Ent=
ſchließung angenommen: „Die von zahlreichen
Mit=
gliedern und Freunden des Evangeliſchen Bundes beſuchte
Verſammlung des Zweigvereins Groß=Umſtadt legt um des
konfeſſionellen Friedens willen Verwahrung ein gegen
den Beſchluß des Reichstages vom 19. Februar 1913,
be=
treffend die Aufhebung des Jeſuitengeſetzes und gibt der
Hoffnung Ausdruck, daß der hohe Bundesrat die
Zufalls=
mehrheit in ihrer eigenartigen Zuſammenſetzung und nach
ihren verſchiedenartigen Gründen würdigt und dem
An=
trag ein entſchiedenes Nein entgegenſetzt.
Eppertshauſen, 25. Febr. Der 16jährige Sohn des
hieſigan Landwirts Peter Joſeph Müller M. war
geſtern mit dem Aufladen von Eis beſchäftigt und trat
dabei auf das Rad, als gerade das Pferd fortging.
Da=
bei kam er ſo unglücklich zwiſchen Rad und Wagen, daß
ihm Ober= und Unterſchenkel des einen Beines
gebro=
chen wurden.
Offenbach, 25. Febr. Ein ſchwerer
Unglücks=
fall, der leicht einen gefährlichen Charakter annehmen
konnte, ereignete ſich heute vormittag um 10 Uhr an der
Landesarenze. Der Fuhrknecht Ernſt Ankenbrand
war mit einem, dem Gutspächter Viehmann in
Rumpen=
heim gehörigen Wagen, mit dem er Eis nach
Sachſenhau=
ſen gefahren hatte, von Frankfurt her auf dem Heimweg
begriffen. Aus bis jetzt unaufgeklärter Urſache ſcheuten
die Pferde und gingen durch. Ankenbrand fiel vom
Wa=
gen, kam unter die Räder und erlitt eine
Gehirn=
erſchütterung und eine Verletzung des rechten Armes,
ſo daß ſeine Ueberführung ins Krankenhaus erforderlich
war.
sd Bürſtadt, 25. Febr. Die Baumfrevler, die
zwiſchen hier und Lampertheim auf der Kreisſtraße eine
Anzahl junger Obſtbäume zerſtörten, ſind
durch die eifrigen Bemühungen der hieſigen Gendarmerie
ermittelt worde n. Es ſind zwei noch ſehr junge
Burſchen von hier, die zugeben, aus Uebermut die Bäume
beſchädigt zu haben.
Gimbsheim, 25. Febr. Das 6jährige Söhnchen des
Landwirtes Balzer kam dem Ofen ſo nahe, daß die
Kleider Feuer fingen. Obwohl die Flammen bald
erſtickt wurden, hat der Knabe ſehr ſchwere Brandwunden
am ganzen Körper erlitten; ſein Zuſtand iſt bedenklich.
Gießen, 25. Febr. Bei einer Reviſion der Drogerie
des Apothekers Stockbauer in Bad=Nauheim 1909 durch
das Kreisgeſundheitsamt Friedberg ergab ſich, daß St.
keine Genehmigung zum Handel mit
Gif=
ten hatte, und eine große Zahl nicht freigegebener Stoffe
führte, unbefugt Rezepte anfertigte, und daß Gefäße, die
verbotene Stoffe enthielten, mit andern Schildern verſehen
waren. Deshalb wurde Anzeige erhoben und St., wie
auch ſein Vorgänger, zu Geldſtrafen verurteilt. St. ſuchte
hierauf um die Genehmigung zum Handel mit Giften nach
und erhielt ſie. Bei einer wiederholten Reviſion in 1912
wurde feſtgeſtellt, daß St. in noch größerem Umfange
ver=
botene Stoffe führte wie 1909. Aus dieſem Grunde
be=
antragte das Kreisgeſundheitsamt Entziehung der
erteilten Erlaubnis mit der Begrundung, daß es
zu gefährlich ſei, wenn in Bad=Nauheim mit ſeinen vielen
Kranken eine Stelle beſtehe, wo ſtark wirkende Mittel und
Gifte erhältlich ſeien. Das Kreisamt Friedberg ſchloß ſich
dieſem Antrag an. Ihm wurde von dem Provinzial=
Ein
gewerbs=
ausſchuß ſtattgegeben.
mäßiger Antiquitätenfälſcher hat auch unſer
Muſeum geſchädigt. Das Muſeum erwarb Abbildungen
aus Gießens Franzoſenzeit, Kopien von Perſonen, die
Ende des 18. Jahrhunderts in Gießen lebten. Die Kopien
trugen als Verfertiger den Namen Leib. Durch eine
Ver=
handlung vor dem Schöffengericht Berlin=Mitte wurde
feſt=
geſtellt, daß der Schauſpieler Joſ. Kuderna, ein Künſtler
im Fälſchen von Antiquitäten, die Bilder ſelbſt
verfer=
tigt hat.
Friedberg, 25. Febr. Der Betrieb der Grube der
Manganerzeugungsgewerk=
Eiſen= und
ſchaft Ober=Roßbach mußte infolge
Waſſerein=
bruchs vorläufig teilweiſe ſtillgelegt
wer=
den. Auch die benachbarte Grube „Roßbach” hat unter
dieſem Umſtande gelitten, doch konnte hier der Betrieb
aufrecht erhalten werden. Der Schaden iſt bedeutend.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Das Darmſtädter Streichquartett
lenkt das Intereſſe in ſeinem am Montag, den 3. März.
in der „Traube” ſtattfindenden vierten Abend auf
einen bedeutenden Komponiſten der Gegenwart: Pau
Juon. In Moskau am 8. März 1872 geboren, widmete
ſich Juon nach Abſolvierung einer höheren Schule
zu=
nächſt dem Violinſpiel unter Leitung des berühmten
Geigers Hrimaty. Kompoſition ſtudierte er bei Tanejem
und Arensky. Immer mehr erſtarkte in ihm der Dranc
zu produktiver Betätigung. Nach fünfjährigem Beſuche
des Moskauer Konſervatoriums hatte er ſich endgültig
für den Komponiſtenberuf entſchieden. Als
Zweiund=
zwanzigjähriger ging er nach Berlin, um ſich unter
Woldemar Bargiel weiterzubilden. Zwei Jahre ſpäter
bekleidete er die Stellung eines Kompoſitionslehrers in
Baku. Hier, fern von den vielſeitigen Anregungen des
europäiſchen Muſiklebens, war ſeines Bleibens nicht vor
langer Dauer. Er kehrte nach Berlin zurück, wo er ſich
nunmehr als Theorielehrer und ſchaffender Künſtler
nie=
derließ. Der Schwerpunkt ſeines Schaffens liegt auf dem
Gebiete der Kammermuſik. Und hier ſind es wieder
Werke in den verſchiedenſten Gruppferungen des Klaviers
mit anderen Inſtrumenten, denen ſeine beſondere Vorliebe
gilt. Das hieſige Programm enthält ein Klavierquintett
ov 44 in F und ein Klavierquartett op. 50 in G. Beide
Werke tragen das Gepräge einer ſtarken Perſönlichkeit und
ſind von modernem Geiſt erfüllt. Sie entbehren nicht!
eines gewiſſen ſlaviſchen Einſchlags, der, ohne je
auf=
dringlich zu wirken, eine Fülle aparter Klangwirkunger
hervorbringt. Erinnert das Quintett noch hin und wiede
an eins der großen Vorbilder Juons, an Joh. Brahms
ſo ſpricht aus op. 50 bereits eine durchaus von fremden
Einflüſſen freie Individualktät. Dieſe neueſte, auf der
letzten Tonkünſtler=Verſammlung zu Danzia aus der
Tauf=
gehobene Schöpfung, wird in der Preſſe übereinſtimmenk
als eines der hervorragendſten Erzeugniſſe moderner
Kammermuſik bezeichnet. — Der Komponiſt wird
ſelbſt den Klavierpart ſeiner beiden Werke
überneh=
men. — Zwiſchen den beiden Stücken von Juon gelangt
eins der ſchönſten Streichquartette von Dvorak, op. 105,
in As-dur zur Aufführung.
— Agnes Sorma=Gaſtſpiel im
Darm=
ſtädter Saalbautheater. Wie bereits erwähnt,
bringt Herr Direktor Willi Römheld im Darmſtädter
Saalbautheater zwei große Gaſtſpielabende auserleſener
Kunſtleiſtung. Agnes Sorma gaſtiert in zwei
Rol=
len, deren jede dieſe berühmte Künſtlerin in einem an
deren Gebiete ihre ans Wunderbare grenzenden
Geſtal=
tungs= und Charakteriſierungstalente wirken läßt.
Zwei=
mal bietet ſie ihre alanzvollen Leiſtungen, einheitlich in
allen ihren Weſenszügen, erfüllt von Wahrheit, ſo daß
dieſe zwei Gaſtdarſtellungen für die Sorma ſeither
über=
all zu glänzendſten Triumphen wurden. Als erſtes
Gaſt=
ſpiel am Mittwoch, den 5. März, abends 8 Uhr,
gelangt, wie ſchon angekündigt, Hermann Sudermanns
vieraktiges Schauſpiel „Johannisfeuer” zur
Auf=
führung. Hermann Sudermann iſt ja auch in Darmſtad
durch die Aufführung ſeiner Werke auf das
Vorteilhafteſt=
bekannt. Es iſt daher mit um ſo größerer Freude zu be
grüßen, daß uns dieſes wertvolle Werk durch Frau Sorma
geboten wird denn die größten Erfolge feierte die große
Künſtlerin gerade mit dieſer Gaſtſpielrolle der „Marikke‟
in Sudermanns „Johannisfeuer‟. Das Stille, Träume=
Feuilleton.
* Parſifal in Monte Carlo. Ueber die Parſifal=
Auf=
führung in Monte Carlo ſchreibt L. Feuchtwanger in der
Schaubühne: Dieſe durchaus konventionelle und
alt=
modiſche Vorſtellung des Hohelieds üppiger Askeſe und
heiliger Geilheit zeitigte drei Ergebniſſe. Einmal, daß
die Litvinne zwar eine wundervolle, allen Zerriſſenheiten
der Kundry angepaßte Stimme hat, daß aber ihre
gro=
teske Beliebtheit ſie auf der Bühne unmöglich
macht. Zum Zweiten, daß Herr Rouſſeliére, der
Parſifal war, ein Sänger, vor allem aber
ein Spieler iſt, deſſen Namen man ſich wird
mer=
ken müſſen; die ſchlichte, fromme Sachlichkeit, mit der er
Parſifals Unberührtheit, ſeine Verzückungen und Triumphe
geſtaltete, gemahnte über Wagner hinaus an die
mittel=
alterlichen Meiſter, die ihre tiefen und mittelalterlichen
Geheimniſſe in die Legende hinausträumten. Zum
drit=
ten aber, und dies ſcheint mir das Weſentlichſte, erwies
dieſe Vorſtellung, daß das Bühnenweihfeſtſpiel, ſeiner
gewohnten eſoteriſchen Verbrämung beraubt, als eine
peinliche, augenverdrehende und letzten Endes
lang=
weilige Oper wirkt, als ſtiliſiertes Oberammergau. Die
breite Oberflächlichkeit des Textes, ſein pathetiſches und
kitzelndes Bußgetändel, ſeine in gewundenen Phraſen und
ſpottſchlechten Reimen einherſtelzende Allerweltsmyſtik,
ſeine wohlfeilen Hoheprieſter=Geſten vermögen den Abend
dichteriſch ſo wenig auszufüllen, wie muſikaliſch die
ſie=
benunddreißig kargen, endlos wiederkehrenden Motive.
Die franzöſiſche Ueberſetzung) an ſich recht brav und getreu.
enthüllt notwendig, was im Oriainal ſachlich, und was
bloßes Gerede iſt: die Sinnloſigkeit der Uebergänge vor
allem läßt ſich nicht cachieren. Und die dürre und
richtige Inhaltsangabe, die die Direktion den Beſuchern
der franzöſiſchen Premiere als eine Art Gebrauchsanwei=
ſung mit auf den Kreuzweg gab. zeigt klärlich, wie brüchig
das Skelett dieſes maſſigen Myſteriums iſt. Die Idee
der Kaſino=Verwaltung, die Atmoſphäre der Roulette
durch ein Weiheſpiel pikant zu würzen, iſt originell und
reizvoll: aber Monſieur Gunsbourg muß ſich ſchon um
eine farbigere Büßeroper umtun. Oder wollten uns die
Herren am Ende nur ad oculos et aures demonſtrieren,
was für eine langweilige Angelegenheit im Grunde die
Tugend iſt?
C.K. Die Erziehung zur Suffragette. Die jüngſten
über das Maß der bisherigen Geſchmackloſiakeiten weit
hinausgehenden Ausſchweifungen der
eng=
liſchen Suffragettes haben in England die Frage
angeregt, wie es möglich ſein kann, daß durchweg
hoch=
gebildete Frauen imſtande ſind, im politiſchen Kampfe
zu brutalen Mitteln der Willkür zu greifen. Man beginnt
zu zweifeln. ob die Errungenſchaften der
mo=
dernen höheren Mädchenbildung, auf die
man bisher gern ſtolz war, nicht im Gefühlsleben der
heranwachſenden weiblichen Generation eine Verrohung
und eine Entartung hervorrufen, die durch das errungene
reichere Wiſſen nicht als aufgewogen angeſehen werden
kann. Im Century Magazine werden gerade in dieſen
Tagen die Erfolge der höheren Mädchenbildung einer
unparteiiſchen Unterſuchuna unterzogen. Man hatte einſt
gehofft, daß die Zulaſſung der weiblichen
Jugend zur höheren Bildung die Lö.
ung der ſozialen Fragen fördern würde.
Aber die in England erzielten Erfolge ſcheinen das nicht
zu beſtätigen, ja, man beginnt heute zu glauben, daß
man damals falſche Bahnen einſchlug und daß
das moderne Syſtem der Mädchenerziehung wenig dazu
geeignet iſt, ideale Frauen heranzuzieben. In der Tat
zeigt es ſich, daß aus den engliſchen Mädchengymnaſien
und aus den Colleges zum größten Teile Frauen
hervor=
gehen, die den Zuſammenhang mit ihrem Geſchlechte ab=
geſtreift haben. Immer klarer zeigt es ſich, daß die
Suffragette trotz ihrer hohen Bildung und ihrer
weit=
reichenden Kenntniſſe als Frau und Perſönlichkeit ver
armt iſt und daß bei ihr alle jene Eigenſchaften, die als
die Vorzüge des weiblichen Geſchlechtes gelten können,
verkümmert und entſtellt ſind. Eine männlich
Frau aber kann ebenſo wenia das Ideal einer Erzie
hung ſein wie ein weiblicher Mann. Da die Suffragette
faſt ausnahmslos eine ſehr hohe Bildung beſitzt. muſ
zwiſchen dieſer Bildung und ihrer Weſensentwickelüng
ein Zuſammenhang beſtehen. Faſt alle jungen Mädchen,
die enaliſche Colleges verlaſſen, zeigen einen ſtarken Sinn
für Unabhängiakeit aber zugleich auch Arroganz.
Spott=
luſt und eine Unduldſamkeit, die ſich ebenſo auf Menſchen
wie auf Ideen erſtrecken. Sie iſt unzufrieden,
wider=
ſpruchsvoll. burſchikos und ſowohl in der Familie wie in
der menſchlichen Geſellſchaft nur ein Element der
Unord=
nung. Die Folge davon iſt wiederum, daß ſie faſt immer
unglücklich iſt.
* Der Präſident ohne Sitzvlatz. Wie unangenehm es
manchmal iſt, in einem demokratiſchen Staate zu reiſen
das mußte jüngſt auch der zukünftige Präſident der Verf
einigten Staaten von Amerika. Wilſon, auf ſeiner letzten
Fahrt von New=York nach Princetown erfahren. Dek
Zua war überfüllt, und obwohl zahlreiche Reiſende den
zukünftigen Präſidenten erkannten, fiel es niemand eit
Wilſon ſeinen Platz anzubieten. Als es Wilſon endli
auf der kleinen Station Neubraunſchweig gelana; ſi
einen Platz zu erobern, erſchienen zu ſeinem Unglück meh
rere Damen auf dem Plan. Wilſon war natürlich del
einzige Reiſende, der ſo aalant war. einer Dame ſeine
Platz anzubieten, Zum Lohn für ſeine Höflichkeit hat
er das Vergnügen, noch weitere drei Stunden ſtehend i
Zuge zu verbringen.
Nummer 48.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Se ite 5.
riſche, die keuſche Innerlichkeit im Weſen dieſer
Frauen=
geſtalt, — wohl eine der beſten, die Sudermann geſchaffen
— kommt ebenſo vollkommen bei Frau Sorma zum
Aus=
druck, wie der Ausbruch der lange zurückgehaltenen
Emp=
findung, und der herbe Schmerz der Entſagung im
Schlußakt. Das zweite und letzte Gaſtſpiel am
Don=
nerstag, den 6. März, bringt uns nach langer
Pauſe wieder einmal das gewaltige dreiaktige
Familien=
drama „Geſpenſter” von Ibſen in der Originalregie=
Einrichtung des Herrn Profeſſor Max Reinhardt vom
Berliner Deutſchen Theater, womit ſich Frau Sorma
in der tieferſchütternden Hauptrolle der „Frau Alving”
verabſchiedet.
* Unter dem Titel „Zwiſchen Kreuz und
Halbmond” hält, wie mehrfach mitgeteilt, der
be=
kannte Kriegsberichterſtatter E. Reichsfreiherr von
Binder=Krieglſtein am 29. Februar im
Städti=
chen Saalbau einen Vortrag mit Lichtbildern über die
Aufſtände und Kriege des letzten Jahres am
Balkan. Die Perſönlichkeit des Vortragenden iſt dem
deutſchen Publikum aus ſeinen glänzenden Berichten
wohl beſtens bekannt und erübrigt es, nur zu bemerken,
daß Herr Eugen Reichsfreiherr von Binder=Krieglſtein der
einzige zünftige Kriegsberichterſtatter in Deutſchland und
Oeſterreich iſt und ſelbſt unter ſeinen engliſchen und
fran=
öſiſchen Kollegen wegen ſeiner ſeit 16 Jahren auf allen
Kriegsſchauplätzen der Welt mitgemachten Feldzügen,
Aufſtänden und Expeditionen als der Doyen der
Kriegs=
berichterſtatter angeſehen wird. Auch ohne große Reklame
dürften die Vorträge des Herrn Baron von Binder=
Kriegl=
ſtein im voraus eines glänzenden Erfolges ſicher ſein.
(Vorverkauf bei der Firma Gg. Thieß, Nachfolger.
Siehe auch Anzeige.)
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. Febr. In dem
Befin=
den des Oberbürgermeiſters von
Charlot=
enburg, Schuſtehrus, iſt eine bedenkliche
Ver=
chlimmerung eingetreten. Im Laufe der vergangenen
Nacht ſtellte ſich eine einſeitige Lungenentzündung ein.
Heute vormittag hielten die beſorgniserregenden
Erſchein=
ungen an. — Die Jahrhundertfeier der
Char=
lottenburger Techniſchen Hochſchule ſoll am
10. März ſtattfinden. — Der Lagerverwalter Robert
roßmann erſchoß geſtern abend aus Eiferſucht
eine Frau und verſuchte dann ſich ſelbſt zu erſchießen.
Als ihm dies nicht gelang, öffnete er die Gashähne und
hängte ſich. — Die Urſache des Unfalles auf dem
Frunewaldſee iſt anſcheinend der Umſtand, daß am
vergangenen Donnerstag an der Unfallſtelle geeiſt worden
war. Es hatte ſich bei der in den letzten Tagen neu
ein=
getretenen Kälte zwar wieder Eis gebildet, doch beſaß
dies noch nicht die genügende Stärke. Von einer
Bezeich=
nung der gefährlichen Stelle durch Stroh oder Reiſig hat
niemand etwas geſehen, und Abſperrungen vom
fiskali=
ſchen See hat keine Behörde vorgenommen.
Im Königl. Schloß fand heute abend
Familien=
tafel ſtatt und für das Gefolge Marſchalltafel. Den Tag
beſchlöß ein Théätre paré im Opernhaus. Von dem
Generalintendanten Grafen Hülſen=Häſeler und dem
Oberhofmarſchall Grafen Eulenburg geführt, erſchienen
in der großen Hofloge die Kaiſerin und die Königin von
Dänemark, der Kaiſer, der Königvon Dänemark,
ſowie die anweſenden Prinzen und Prinzeſſinnen. Der
Kaiſer trug die däniſche Marineuniform, der König die
Uniform ſeines Huſaren=Regiments. An der Brüſtung
der Loge nahmen die Kaiſerin und die Köniain
nebeneinander Platz. Neben der Königin ſaß der
Kai=
ſer, Prinzeſſin Eitel Friedrich und Prinzeſſin Viktoria
Margarete, neben der Kaiſerin der König, ſowie die
Kronprinzeſſin. In der großen Diplomatenloge hatte
der Reichskanzler mit däniſchen Diplomaten Platz
ge=
nommen. Gegeben wurde „Kerkyra” unter muſikaliſcher
Leitung des Kapellmeiſters Dr. Besl. In der Pauſe
wurde in dem zu einem Gartenſalon umgewandelten
Foyer Cercle gehalten.
Frankfurt, 25. Febr. Die „Vereinigten
Land=
wirte von Frankfurt a. M. und Umgegend”
hielten geſtern in der „Harmonie” in Sachſenhauſen ihre
diesjährige Hauptverſammlung ab. Aus den Kreiſen
Frankfurt, Wiesbaden, Wiesbaden=Land, Höchſt, Uſingen,
Ober= und Unter=Taunus, Hanau, Gelnhauſen, Offenbach,
Friedberg und Büdingen waren etwa 400 Landwirte
er=
ſchienen. Ueber die zukünftige Verſorgung Frankfurts
mit Milch traf der Verband eine wichtige Entſcheidung.
Er beſchloß, die Gründung einer großen
Milch=
zentrale nach Hamburger Muſter mit einer täglichen
Zufuhr von mindeſtens 100000 Litern, die dann einzeln
an die Händler abgegeben werden ſollen. Den an der
Zentrale beteiligten Landwirten wird dabei ein ſtets
gleichbleibender Preis für die Milch gewährleiſtet.
Frankfurt, 25. Febr. Wegen Unregelmäßigkeiten bei
einer Lotterieziehung iſt bekanntlich gegen den
Lotteriekollekteur Ferdinand Schäfer aus
Düſſel=
dorf das Verfahren wegen Betrugs eingeleitet und ſeine
Verhaftung verfügt worden. Die Vorunterſuchung, die
der Unterſuchungsrichter Landgerichtsrat Dr. Göhring
führte, iſt nach 5½ Monaten dieſer Tage geſchloſſen
wor=
den. Die Akten ſind dem Staatsanwalt zugegangen. Der
Verteidiger hat nunmehr Beſchwerde gegen die
Verhaf=
tung ſeines Klienten eingelegt.
Bad Homburg, 25. Febr. Die Kaiſerin wird nach
Oſtern wieder Bad Homburg zu längerem Kuraufenthalt
beſuchen. — Der Antrag der Stadtverwaltung Homburg
v. d. H., den Namen der Stadt in Bad Homburg
um=
wandeln zu dürfen, hat kürzlich die Genehmigung
er=
halten.
Gundelsheim, 25. Febr. Das vielen Darmſtädtern
aus eigenem Kuraufenthalt vorteilhaft bekannte
Sanato=
rium Schloß Hornegg bei Gundelsheim am Neckar hat
unter der Leitung des aus Heſſen ſtammenden
Sanitäts=
rats Dr. Römheld, der ſeit Ende der 90er Jahre dort
aufopfernd und ſegensreich wirkt, einen großen Aufſchwung
genommen. Das landſchaftlich ſo ſchön in der Nähe
Wimpfens gelegene und mit erſtklaſſiger neuzeitlicher
Ein=
richtung verſehene Sanatorium wurde jetzt von der
Kö=
nigin von Württemberg zu längerer
Erholungs=
kur gewählt; ein neues Zeichen der Erfolge ſeines
ärzt=
lichen Leiters.
Oberurſel, 25. Febr. Heute morgen fand in
Gegen=
wart zahlreicher Vertreter der ſtädtiſchen Behörden die
Einweihung der neuen ſtädtiſchen Realſchule ſtatt
wobei Schuldirektor Profeſſor Wallenfels und
Bürger=
meiſter Füller Anſprachen hielten. Die nach den Plänen
des Architekten Thyriot errichtete Gebäudegruppe iſt im
Frührenaiſſanceſtil gehalten und fügt ſich dem Städtebild
in maleriſcher Schönheit an. Die Geſamtbaukoſten
betru=
gen rund 300000 Mark. Der Anſtalt, die jetzt auf 50 Jahre
ihres Beſtehens zurückblickt, wurden aus Anlaß der
Neu=
einweihung zahlreiche Stiftungen vermacht.
Kolmar, 24. Febr. Heute nachmittag 3 Uhr fand man
in ihrer Wohnung die Schauſpielerin des hieſigen
Stadt=
theaters Winni Wolters mit einer Schußwunde im
Kopfe vor. Es handelt ſich um einen
Selbſtmord=
verſuch. Die Unglückliche wurde ſchwer verletzt nach dem
Spital verbracht. Ueber die nähere Urſache der Tat iſt
nichts bekannt.
Bochum, 25. Febr. Ein folgenſchweres
Un=
glück hat ſich bei der Schießarbeit auf der Zeche „Unſer
Fritz” in Wanne zugetragen. Auf der genannten Zeche
waren mehrere Bergleute mit Sprengarbeiten
be=
ſchäftigt. Dabei begaben ſich drei Männer nach einem
ab=
gegebenen Schuß zu früh an die Schießſtelle, noch ehe die
giftigen Gaſe abgezogen waren. Ein Mann erſtickte, die
beiden anderen wurden ſchwer betäubt. Es gelang, ſie mit
Sauerſtoffapparaten wieder ins Leben zurückzurufen.
Hamburg, 24. Febr. In einem Hauſe in der
Martha=
ſtraße, in welchem die Leiche der Verkäuferin Pickel
in einem Koffer aufgefunden worden iſt, ſind heute nacht
eine dort wohnende Frau und ein Mann unter dem
Ver=
dachte verhaftet worden, den Tod des Mädchens durch
einen unerlaubten Eingriff verſchuldet zu haben.
Paris, 25. Febr. In einem Kino=Theater in
Teteghem bei Dünkirchen entzündete ſich ein Film.
Es entſtand eine furchtbare Panik, wobei zahlreiche
Kin=
der und Frauen im Gedränge zu Boden geſtoßen und mit
Füßen getreten wurden. An 20 Perſonen erlitten
erheb=
liche Verletzungen.
London, 24. Febr. Die Blätter berichten heute wieder
von dem Erſcheinen eines geiſterhaften
Luft=
ſchiffes, das am Freitag zwiſchen 9 und 10 Uhr über
Selbe in Yorkſhire beobachtet wurde. Eine ganze Reihe
von anſcheinend glaubwürdigen Zeugen, die die
Erſchein=
ung beobachteten, haben ſich gemeldet, aber den Körper des
Luftſchiffes hat kein Menſch geſehen, nur zwei Lichter,
eines vorn, das andere hinten. Es könne kein Zweifel
ſein, daß es die Lichter eines Luftſchiffes waren, wird
ver=
ſichert, das eine Weile ſehr niedrig und bewegungslos
über dem Balby=Arſenal ſchwebte. Plötzlich aber ſetzten
ſeine Maſchinen ein und mit rieſiger Geſchwindigkeit und
einem Summen, ähnlich dem einer Hummel, nur
uner=
meßlich verſtärkt, verſchwand das Luftſchiff ſchnell am
Horizont. Wie geſagt, es finden ſich ſo viele
Augenzeu=
gen der Erſcheinung, und die Blätter wundern ſich, daß
man dem fremden Eindringling vom Arſenal aus nicht
das Zeichen zum Landen gab oder, falls dieſes nicht
be=
folgt wurde, es mit Artillerie niederzubringen ſuchte,
wo=
zu das neue Geſetz die Militärbehörden ermächtigt. Es
iſt indeſſen ein eigentümlich Ding, auf Luftſchiffe zu
ſchie=
ßen, denn die Geſchoſſe fallen ſtets auf den Schützen zurück,
ob man trifft oder nicht.
London, 24. Febr. Die Führerin der Anhängerinnen
des Frauenſtimmrechts, Frau Pankhurſt, iſt heute
nach=
mittag verhaftet worden. Sie hielt in der letzten
Woche eine flammende Rede, in der ſie die Verantwortung
für die Exploſion im Hauſe Lloyd Georges
auf ſich nahm.
Jeframow (Gouvernement Tula), 24. Febr. Auf der
Uzlowaja Jeletz=Bahn riſſen ſich infolge böswilliger
Los=
löſung einer Schiene die Poſtwagen von der
Loko=
motive los und ſtürzten einen ſechs Faden hohen
Bahndamm hinab. Dabei wurde ein Mädchen
ge=
tötet, drei Paſſagiere und der Schaffner erlitten
Knochen=
brüche. 18 Perſonen wurden leicht verletzt.
New=York, 24. Febr. Expräſident Caſtro von
Venezuela iſt mit drei bekannten Venezolanern nach Kuba
abgereiſt. Er ſoll ein Schiff und Waffen gekauft haben,
die ihn in Kuba erwarteten, wo er eine neue Revolution
gegen den Präſidenten Gomez von Venezuela einleiten
will.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 25. Febr. Vizepräſident Dr. Paaſche
eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten. — Auf der
Tagesordnung ſtehen zunächſt
Wahlprüfungen.
Die Wahl des Abg. Koelſch (natl.) ſoll nach dem
Antrag der Wahlprüfungskommiſſion für ungültig
er=
klärt werden. — Abg. Dr. Bollert (natl.): Namens
meiner Partei habe ich zu beantragen, für heute einen
Be=
ſchluß über dieſe Wahlprüfung auszuſetzen und dieſe an
die Kommiſſion zurückzuverweiſen. Die Verhältniſſe bei
der mit ganz geringer Majorität erfolgten Wahl ſind noch
nicht genügend geklärt. Die in dem Proteſt gemachten
Behauptungen, daß eine Anzahl der abgegebenen
Stim=
men ungültig ſeien, da die betreffenden Wähler
Armen=
unterſtützung erhalten hätten, haben ſich zum großen
Teil tatſächlich als unrichtig erwieſen. — Abg. v.
Brock=
hauſen (konſ.): Ich bitte, dem Antrage Bollert nicht
nachzukommen. Es handelt ſich um eine ſehr eingehende
Erörterung in der Kommiſſion, die uns tagelang
beſchäf=
tigt hat. Eine Unklarheit beſteht nicht mehr, das hat die
Kommiſſion, die zum zweiten Male über dieſe Wahl
be=
richtet hat, feſtgeſtellt. Daß dieſe Wahl für ungültig
er=
klärt werden muß, liegt auf der Hand. Ich bitte, die
Wahl für ungültig zu erklären. — Abg. Neumann=
Hofer (Fortſchr. Volkspt.): Wenn der Reichstag bei der
erſtmaligen Verhandlung die Beweiserhebung beſchloſſen
hat, ſo iſt damit nicht geſagt, daß das Plenum den
Pro=
teſtpunkten beitritt. Die Ungültigkeit wird beantragt, weil
bei der Schlußrechnung der Kommiſſion feſtgeſtellt wurde,
daß der Abg. Koelſch mit drei Stimmen in der
Minder=
heit geblieben iſt. Nun wird behauptet, dem gegneriſchen
Kandidaten aus denſelben Gründen, wie die gegen Koelſch
angeführten, vier Stimmen abzuziehen. Da bleibt uns
nichts übrig, als die Angelegenheit nochmals an die
Kom=
miſſion zurückzuverweiſen. — Abg. Schwarze=
Lipp=
ſtadt (Zentr.): Die Kommiſſion hat jeden einzelnen Fall
geprüft. Die Sache liegt vollſtändig klar, ſo daß wir
heute ſchon zur Beſchlußfaſſung kommen können. — Abg.
Stadthagen (Soz.): Es ſtellt ſich doch heraus, daß
in mehreren Einzelheiten noch nicht Beweiserhebungen
veranſtaltet worden ſind. Eine Prüfung muß unter
die=
ſen Umſtänden nochmals ſtattfinden. Deshalb iſt es auch
nach unſerer Meinung nötig, die Angelegenheit noch
ein=
mal an die Kommiſſion zurückzuverweiſen. — Nach
wei=
teren Bemerkungen der Abgeordneten Dr. Bollert
(natl.), Dr. Pfleger (Zentr.), Dr. Neumann=
Hofer (Fortſchr. Volksvt.) und Schwarze=Lippſtadt
(Zentr.) wird die Wahl Koelſch zur nochmaligen
Beratung an die Wahlprüfungskommiſſion verwieſen.
Es folgt die Wahl des Abgeordneten Dr. Becker
Heſſen (wildnatl.). Auch hier beantragt die Kommiſſion.
die Wahl für ungültig zu erklären. Das
Zentrum beantragt entgegen dieſem
Ungültig=
keitsantrag die Gültigkeitserklärung. — Abg.
Dr. Arendt (Reichspt.): Bei der Wahl Beckers handelt
es ſich lediglich um eine einfache Rechtsfrage. Es hat ſich
ergeben, daß die Vorſchriften des Wahlreglements verletzt
worden ſind. In Sprendlingen iſt das Wahlbureau nicht
ordnungsgemäß verwaltet geweſen. Bei der Entſcheidung
im Plenum ſollten nicht Parteirückſichten Platz greifen.
Zum wenigſten ſollten wir doch hier den Schein wahren,
als ob das Recht noch etwas zu gelten hat. (Hört! hört!
bei den Sozialdemokraten.) Wird die Wahl Beckers für
ungültig erklärt, ſo beweiſt das, daß nicht mehr nach den
Grundſätzen des Rechts, ſondern nach Parteigrundſätzen
über die Wahl entſchieden wird. (Sehr richtig! rechts.
Große Unruhe links.) — Vizepräſident Dr. Paaſche
teilt mit, daß vom Zentrum ein Antrag auf Gültigkeit
ge=
ſtellt ſei, über den heute nachmittag um 5 Uhr
nament=
lich abgeſtimmt werde. — Abg. v. Trampezins ki
(Pole): Uns ſind beide Kandidaten in dieſem Falle
gleich=
gültig. Wir meinen aber, daß eine erwieſene
Unregel=
mäßigkeit bei einem Wahlgang eine angefochtene Wahl
nicht gültig machen kann. Wir ſtimmen für Ungültigkeit.
— Abg. Dr. Werr (Zentr.): Wir ſind der Anſicht, daß
die Wahl im Orte Sprendlingen von dem Geſamtergebnis
abzuziehen iſt. Daraus ergibt ſich dann die Gültigkeit
der Wahl des Abg. Dr. Becker, die wir auszuſprechen
bitten. — Abg. Neumann=Hofer (Fortſchr. Volkspt.):
Die Haltung des Abg. Dr. Arendt iſt nicht verſtändlich.
Bei ganz ähnlichen Sachverhalten bei früheren
Wahl=
prüfungen hat er einen entgegengeſetzten Standpunkt
ein=
genommen. Seine Haltung iſt geradezu pervers. (Glocke.
Vizepräſident Dr. Paaſche: Sie dürfen einem
Mit=
gliede des Hauſes nicht perverſe Haltung vorwerfen.
— Heiterkeit.) — Ich bitte Sie, für Kaſſierung der Wahl
zu ſtimmen. — Abg. Stadthagen (Soz.): Wenn man
derartig wie Dr. Arendt argumentiert, ſo bedeutet das
eine Verhöhnung des Rechtsgrundſatzes. Wie man die
Berechnungen auch anſtellt, immer kommt ein Minus für
Dr. Becker heraus. Seine Wahl muß für ungültia
er=
klärt werden. Ich bitte Sie, ſich dem Beſchluß der Kom
miſſion anzuſchließen. — Abg. Braband (Fortſchr.
Volkspt.): Mit Entſchiedenheit muß die Anſicht des
Kol=
legen Dr. Arendt zurückgewieſen werden, als ob es ſich
hier um eine Machtfrage handle. (Sehr gut!) Fühlt ſich
der Reichstag nicht ſtark genug, in eigener Sache zu
han=
deln, ſo muß er die Wahlprüfungen an ein. Gericht
ab=
geben. (Sehr gut! links.) Wir fühlen uns frei von
Vor=
urteilen und beurteilen die Frage vollſtändig objektiv und
ſtimmen für Ungültigkeit der Wahl. — Abg. Liſt=
Eß=
lingen (natl.): Hier handelt es ſich um eine reine
Rechts=
frage. Es fragt ſich, ob man zu der neuen Praxis
über=
gehen ſoll, daß man einzelne Wahlakte kaſſieren kann.
Ich gehöre zu denjenigen, die in der Kommiſſion für dieſe
neue Praxis ſich nicht haben entſcheiden können. Ein Teil
meiner Freunde iſt allerdings anderer Anſicht.
Entſchie=
den zurückgewieſen werden muß die Anſicht, als ob wir
nicht nach reiflichen Erwägungen aller Momente in der
Kommiſſion unſere Stellung eingenommen hätten. Die
Kommiſſion hat alle Einzelheiten genau geprüft. Ihre
Befugniſſe hat ſie dabei nicht überſchritten. Das
objek=
tive Ergebnis iſt, daß nicht die Wahlhandlung in
Sprend=
lingen abgetrennt werden darf, ſondern daß die ganze
Wahl kaſſiert werden muß. Es ſcheint aus dieſer Debatte
hervorzugehen, daß es notwendig iſt, das Geſchäft der
Wahlprüfung nach dem Muſter Elſaß=Lothringens einem
unabhängigen Gericht zu überlaſſen. Ich darf ſchon bei
dieſer Gelegenheit darum bitten, unſeren diesbezüglichen
Initiativantrag anzunehmen. (Beifall.)
Abg. Dr. Spahn (Zentr.): Der klare Wortlaut des
Wahlreglements beſagt, daß der Wahlakt von
Sprend=
lingen kaſſiert werden muß. Dieſe alte Praxis, einzelne
gebniſſe kaſſieren zu können, hat ſich durchaus bewährt.
ir haben keine Veranlaſſung, in dieſem Falle von
die=
ſer Praxis abzuweichen. Ich bitte Sie, die Wahl für
gültig zu erklären. — Abg. Dr. Arendt (Reichsvt.): Seit
vierzig Jahren hat ſich die Praxis, wie wir ſie vertreten,
durchaus bewährt. Der Sprendlinger Wahlakt iſt
un=
zweifelhaft zu kaſſieren. Der Reichstaa würde unendlich
viel Zeit erſparen, wenn die Wahlprüfungen einem
Ge=
richtshof übertragen würden. Dieſe Methode würde auch
noch den Vorteil haben, daß die Waylprülungen ſchneller
erledigt werden könnten, als es jetzi der Fall iſt.
Abg. Schwarze=Lippſtadt (Ztr.): Die
Wahlprüf=
ungen früherer Zeit ergaben die Praxis, daß kaſſierte
Er=
gebniſſe einzelner Orte aus dem Geſamtergebnis
auszu=
ſcheiden hatten. Ich verſtehe nicht, warum man bei
die=
ſer Wahl von der alten Praxis abgehen will. — Abg.
Waldſtein (Fortſchr. Vpt.): Auch ich bin der Anſicht
daß, wenn in einem Ort Unregelmäßigkeiten
vorgekom=
men ſind, das Reſultat dieſes Ortes kaſſiert werden muß.
Doch iſt es ſelbſtverſtändlich, daß dann das geſamte
Re=
ſultat ebenfalls zu kaſſieren iſt. — Abg. Fiſcher=
Berlin (Soz.): Die Situation iſt ganz verworren. Rechter
Hand, linker Hand, alles iſt vertauſcht. Rechte und
Zen=
trum müßten nach ihrem bisherigen Verhalten für die
Ungültigkeit ſein. — Abg. Neumann=Hofer
(Fortſchr. Vpt.): Das Reſultat von Sprendlingen kann
nicht vom Geſamtreſultat abgezogen werden.
Nach weiteren Bemerkungen wird zur
nament=
lichen Abſtimmung geſchritten. Es erklärten ſich
für die Gültigkeit der Wahl 159 Abgeordnete,
da=
gegen ſtimmten 158 und 3 enthielten ſich der Stimme. Die
Wahl des Abg. Dr. Becker iſt ſomit für gültig
er=
klärt.
Für die Gültigkeit ſtimmten die Rechte, das Zentrum
und ein großer Teil der Nationalliberalen. Gegen die
Gültigkeit ſtimmten die Freiſinnigen, Sozialdemokraten,
Polen; außerdem ſtimmten, ſoweit ſich das bis jetzt
über=
ehen läßt, von den Nationalliberalen die Abgg. Prinz
Schönaich=Carolath, Baſſermann, Frhr.
v. Richthofen, Dr. Semler, Beck=Heidelberg. Dr.,
Happe und Dr. Thoma gegen die
Gültigkeits=
erklärung.
Es folgt die Wahl des Abg. Haupt (Soz.): Die
Wahlprüfungskommiſſion beantraat die
Ungültigkeitser=
klärung, die Sozialdemokraten die Gültigkeit. — Abg.
Reishaus (Soz.): Wir dürfen hoffen, daß der
Reichs=
tag unſerem Antrag entſpricht. — Abg. Graf v. Weſtarp
(konſ.) beantragt Ungültigkeitserklärung der Wahl des
Abg. Haupt, und zwar in namentlicher
Abſtim=
mung. — Abg. Schwarze=Lippſtadt (Ztr.): Es
ſind erhebliche Verſtöße gegen das Wahlreglement
vor=
gekommen. — Abg. Dr. Arendt (Reichspt.): Bei
die=
ſer Wahl in dem Orte Groß=Wudick handelt es ſich um
ganz andere Handlungen, als in Sprendlingen. In
letz=
terem Ort handelte es ſich um ein formales Vergehen,
während hier agitatoriſche Momente mitſprechen. — Abg.
Dr. v. Veit (konſ.): Ich bitte, den ſozialdemokratiſchen
Antrag abzulehnen und dem Kommiſſionsbeſchluß
beizu=
treten. — Abg. Dr. Neumann=Hofer (Fortſchr.
Vpt.): Die Gültigkeitserklärung der Wahl des Abg. Dr.
Becker iſt auf die Stimmenthaltung des Abg. Haupt
zurückzuführen, deſſen Wahl jetzt zur Verhandlung ſteht
Es muß völlige Klarheit geſchaffen werden, deshalb muß
nochmals eine Beratung in der Kommiſſion ſtattfinden.
Abg. Schmidt=Meißen (Soz.): Der Abſtrich von
Möckern iſt zu Unrecht erfolgt. Es muß nochmals Kom=
Vizepräſident Dr.
miſſionsberatung erfolgen.
Paaſche teilt mit, daß die Sozialdemokraten ihren An=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Nummer 48.
trag dahin abgeändert haben, die Wahl nochmals an die
Kommiſſion zurückzuverweiſen. — Nach weiteren
Be=
merkungen des Abg. Schwarze=Lippſtadt (Ztr.)
ſſchließt die Debatte.
Ueber den Antrag der Sozialdemokraten,
Zurückver=
weiſung an die Kommiſſion, wird namentlich
abge=
ſtimmt. Von 312 Anweſenden ſtimmen für
Zurückver=
weiſung 170, dagegen 142 Mitglieder. Die Wahl wird
alſo an die Kommiſſion zur nochmaligen Verhandlung
zurückverwieſen.
Es folgen Petitionen. Eine Reihe von
Petitio=
nen werden ohne Debatte nach den Beſchlüſſen der
Kom=
miſſion erledigt. — Es wird vertagt. Nächſte Sitzung
Mittwoch 1 Uhr (Schwerinstag). Antrag der
Natio=
nalliberalen auf Regelung des Submiſſionsweſens, der
Konſervativen auf Schaffung von kleinen Garniſonen,
freie Urlaubsfahrten und dergl. — Schluß 6 Uhr 45
Mi=
nuten.
* Berlin, 25. Febr. In der
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstages wurde bei der Beratung des
Etats für das Reichskolonialamt der
An=
trag des Zentrums, von den für die Zentralverwaltung
und die dauernd erforderlichen Hilfskräfte nachgeforderten
Summen 11500 Mark und von einer Anzahl
Beamten=
ſtellen 14 abzuſtreichen, gegen die Stimmen der
National=
liberalen und Konſervativen angenommen, trotzdem der
Unterſtaatsſekretär Dr. Conze und Staatsſekretär Dr.
Solf für die Bewilligung der geforderten Summen
ein=
getreten waren.
Die Univerſität Frankfurt.
* Berlin, 24. Febr. Die Budgetkommiſſion
des Abgeordnetenhauſes begann heute vormittag
die Beratung des Etats des Miniſteriums der Geiſtlichen
und Unterrichtsangelegenheiten. Hinſichtlich der
Uni=
verſität Frankfurt a. M. erklärte der Miniſter,
er ſei noch nicht ſicher, ob die Univerſität ſchon zum 1.
Ok=
tober 1914 eröffnet werde. Bei der Beſprechung der
finanziellen Verhältniſſe der Univerſität führte
ein Regierungskommiſſar aus, daß die weſentlichen
Ein=
richtungen vorhanden ſeien, ſo die Akademie für Sozial=
und Handelswiſſenſchaften, die naturwiſſenſchaftlichen
In=
ſtitute (Senckenberg), die Krankenanſtalten und
Bibliothe=
ken (Stadt und Rothſchild). Schon jetzt würden 600000
bis 700000 Mark ohne Krankenhäuſer jährlich
aufgewen=
det. Künftig würden jährlich 1,4 Millionen, wiederum
ohne Krankenhäuſer, zur Verfügung ſtehen. Die letzteren
würden nach den Verhältniſſen der Univerſität Breslau
berechnet und jährlich etwa 700000 Mark erfordern, ſodaß
etzt im ganzen 2 100000 Mark jährlich zur Verfügung
ſtän=
den. Dazu kommt ein geſicherter Kapitalbeſtand von 8,3
Millionen Mark. Hieraus ſeien für Bauten 2½ bis 3
Millionen zu entnehmen, 2 Millionen Mark zu einem feſten
Reſervefonds unter Zuwachs der Zinſen, während der
Reſt zinstragend angelegt werde und tatſächlich als
Re=
ſervefonds für ſpätere Bedürfniſſe diene. Von mehreren
Seiten der Kommiſſion wurde hervorgehoben, daß trotz
allem Wohlwollen für die neue Univerſität, die der
An=
regung und der Tatkraft des Oberbürgermeiſters Adickes
zu danken ſei, ſeitens des Abgeordnetenhauſes Gewicht
auf die Prüfung der finanziellen Seite zu legen ſei, weil
der Staat bei ſpäter wachſenden Bedürfniſſen eventuell
eintreten müſſe. Die vorjährige Reſolution habe neben
Wahrung des Charakters als Univerſität, der Rechte des
Staates und der Fakultäten und der Freiheit der
Wiſſen=
ſchaften auch betont, daß weitere Unterlagen dafür zu
geben ſeien, daß in abſehbarer Zukunft keine Slaatsmittel
erforderlich würden und die Vorlegung der Verträge
gefor=
dert werde. Wenn auch die Regierung erklärte, daß die
Mit=
tel ausreichend geſichert ſeien, ſo ſei doch eine Nachprüfung,
namentlich in rechtlicher Beziehung, und die Vorlegung
der Verträge erforderlich. Auch der Vorſitzende der
Kom=
miſſion hob als ſolcher den vorjährigen Beſchluß
betref=
fend die Vorlegung der Verträge hervor und erſuchte
na=
mens der Kommiſſion um deren rechtzeitige Kenntnisgabe.
Der Miniſter ſagte die Vorlegung einer Zuſammenſtellung
der zur Verfügung ſtehenden Beträge in Form eines
Etat=
entwurfs zu. Von einer Seite wurde hervorgehoben,
daß ſich die Ausgaben der Univerſität Breslau in 20
Jahren verdoppelt hätten. Demgegenüber wurde von
Re=
gierungsſeite erwidert, daß die Geſtaltung der Univerſität
Frankfurt ganz beſonders gut ſei.
Die Nationalflugſpende.
* Berlin, 24. Febr. Der Verwaltungsausſchuß der
Nationalflugſpende hat in ſeiner ſetzten Sitzung über
die Verwendung der Nationalſpende im Jahre
1913, nunmehr endgültige Beſchlüſſe gefaßt.
Nach langwierigen Verhandlungen iſt es der
Natio=
nalflugſpende, dank dem Entgegenkommen der Deutſchen
Verſicherungsgeſellſchaften gelungen, in Ergänzung der
Lei=
ſtungen der Reichsfliegerſtiftung eine Verſicherung der
Flieger gegen Unfall durch deutſche Geſellſchaften — und
zwar zu einer verhältnismäßig geringen Pramie —
zu=
ſtande zu bringen und dadurch jeden deutſchen Flieger im
Falle einer durch Unfall erfolgten Arbeitsunfähigkeit vor
Sorgen um ſeinen Lebensunterhalt zu bewahren. Die
Verſicherung erfolgt unter Geſchäftsführung der Victoria
und unter Mitbeteiligung des Nordſterns, des
Stuttgar=
ter Vereins und der Wilhelma.
Das bereits in der Tagespreſſe mitgeteilte Syſtem
der Prämiierung von Stundenflügen wird den alten
Pi=
loten ermöglichen, ſich die Verſicherungsprämie und noch
weitere größere Summen unter zunächſt leichten
Bedingun=
gen zu erfliegen. Dieſe Bedingungen ſollen jährlich neu
aufgeſtellt werden, um eine ſyſtematiſche Steigerung der
Flugleiſtungen zu erreichen.
Die Ausbildung von neuen Piloten ſoll ſich bis zum
1. Oktober lediglich auf ſolche junge Leute erſtrecken, die
bereit ſind, an dieſem Termin in die Fliegertruppe
einzu=
treten und auf Perſonen des Beurlaubtenſtandes vom
Ge=
freiten aufwärts im Alter bis zu 35 Jahren. Nach dem
1. Oktober werden auch Perſonen mit beſonderer techniſcher
Vorbildung ohne Rückſicht auf ihr militäriſches
Verhält=
nis ausgebildet werden. Die Auswahl wird zunächſt den
Fabriken überlaſſen, denen auch die Ausbildung obliegt.
Fliegerſchulen kommen für dieſe Ausbildung nicht in
Frage. Für die dringend notwendige theoretiſche
Aus=
bildung ſollen beſondere Anſtalten vorgeſehen werden.
Die Nationalflugſpende hat an zuſtändiger Stelle die
Erteilung der Berechtigung zum einjährig=freiwilligen
Dienſt gemäß § 89 Ziffer 6 der Wehrordnung als
Flug=
zeugführer unter der Vorausſetzung beſonderer praktiſcher
und theoretiſcher Leiſtungen angeregt. Es ſteht zu hoffen,
daß dieſer Anregung in Kürze ſtattgegeben wird.
Für Wettbewerb der Vereine iſt ein Zuſchuß bis zu
150 000 Mark, für einen im Jahre 1914 zu veranſtaltenden
Waſſerflugzeugwettbewerb Preiſe von 100000 bis 125000
Mark in Ausſicht genommen. Ferner ſind für eine größere
Zahl von Flugſtutzpunkten Beihilfen hewilligt.
Luftfahrt.
— Darmſtadt, 25. Febr. Heute nachmittag
unter=
nahmen die Flieger der hieſigen Fliegerſtation
mehrere Ueberlandflüge. Leutn. Reinhardt
flog mit Oberleutn. Blumenbach als Beobachter
nach der Bergſtraße und landete nach dem 12
Mi=
nuten dauernden Fluge in elegantem Gleitflug bei der
Station. Leutn. Sommer unternahm mit Leutn.
Eich=
horn einen Flug von über einer Stunde, der ziemlich
bis nach Heidelberg führte. Leutn. Koch flog mit Leutn.
Wagner etwa 20 bis 25 Minuten, wobei eine Höhe von
etwa 1000 Metern erreicht wurde. Die Flieger führten
beim Abſtieg elegante Kurven=Gleitflüge mit
vollſtändig abgeſtelltem Motor aus in einer
Höhe von 200 bis 250 Metern.
* Stuttgart, 25. Febr. Das Zeppelin=
Luft=
chiff „Erſatz Z. 1” erſchien heute mittag 12 Uhr, von
Baden=Oos kommend, über der Stadt und trat, nachdem
es einen Bogen über der Stadt beſchrieben hatte, ſofort
die Rückfahrt nach Baden=Oos an. Führer des
Luftſchiffes, das eine Uebungsfahrt machte, war
Haupt=
mann Horn.
Handel und Verkehr.
* Schlafwagenzüge Frankfurt-Berlin.
Zur Entlaſtung der ſtets ſtark beſetzten D=Züge
Frank=
furt-Berlin und Berlin-Frankfurt Nr. 1 und 2 werden
vom 7. bis 16. Mai, 30. Juni bis 16. Juli, 2. Auguſt bis
. September, 22. bis 24. Dezember d. J., 1. bis 3.
Ja=
nuar, 9. bis 12. und 14. bis 17. April 1914 reine
Schlaf=
wagenzüge Frankfurt-Berlin und Berlin-Frankfurt
be=
ördert. Von Frankfurt fährt der Schlaſwagenzug um
10.16 Uhr abends ab; er trifft in Berlin, Anhalter
Bahn=
hof, um 7,30 Uhr ein. Die Abfahrt von Berlin erfolgt um
10,40 Uhr abends die Ankunft im Frankfurter
Hauptbahn=
hof um 7 Uhr früh. Durchweg fahren die Züge 100
Kilo=
meter, ehe ſie anhalten.
* Berlin, 25. Febr. Von unterrichteter Seite wird
mitgeteilt, daß zwiſchen der Eſſener
Kredit=
anſtalt und dem Eſſener Bankverein in Eſſen
eine Verſtändigung über eine Fuſion erfolgt iſt; die
De=
tails ſollen morgen veröffentlicht werden.
H. Frankfurt a. M., 25. Febr. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Trotz der kälteren Witterung war das
An=
gebot für einheimiſche Brotfrüchte recht reichlich, ſo daß
die ebenſo rege Kaufluſt zu unveränderten Preiſen
be=
friedigt wurde. Ausländiſche Brotfrüchte ſehr ruhig und
weiter hoch gehalten. Hafer und Mais gut behauptet
Futtermittel und Mehl ſtetig. Gerſte lag eher ſchwächer.
Der Mannheimer Getreidemarkt zeigte
feſte Haltung. — An der Berliner
Produkten=
börſe war Weizen behauptet, da die ausländiſchen
Offerten nicht nachgiebiger waren, und Laplata=Weizen
aus erſter Hand etwas teurer offeriert wurde; hingegen
Roggen ſtärker offeriert und niedriger, auf das teilweiſe
niedrigere Angebot vom Inlande und auf das mildere
Wetter, deſſen Fortdauer die Wetterwarte ankündigte;
auch Hafer war nachgebend auf das mildere Wetter.
Nach den letzten Kabelnachrichten (New=York und Chicago)
waren Weizen und Mais, nach zeitweiſer Abſchwächung,
auf günſtige Ernteberichte aus dem Südweſten der
Ver=
einigten Staaten und enttäuſchender Nachfrage nach
Loko=
waren ſchließlich wieder befeſtigt, da die Viſible=Supply=
Ziffern der Hauſſe günſtig lauten. Die ſichtbaren
Weizen=
vorräte ſind dort in dieſer Woche von 67,68 Mill. Buſh.
auf 6677 Mill. Buſh. zurückgegangen; hingegen die
Mais=
vorräte von 14,24 Mill. Buſh. auf 16,58 Mill. Buſh.
ge=
ſtiegen.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen. hieſiger und Wetterauer. 20,90—21, Nordd. 20,90
bis 21. Kurheſſiſcher 20.90—21, Ruſſiſcher 23,50—24,50,
Kan=
ſas 23—24, Rumäniſcher 23,50—24.50, Redwinter 23 bis
23 75, Manitoba 22—24, Laplata 23—23.50, Walla Walla
23,25—23,75. — Roggen, hieſiger, 18. Bayeriſcher (
Pfäl=
zer) 18—18,10. — Gerſte. Pfälzer, 19—20, hieſige und
Wetterauer, 19—19,50, Fränkiſche 19—20, Riedgerſte 19—20.
Hafer, hieſiger 18—19, Bayeriſcher 18—19. Ruſſiſcher
18—21. Rumäniſcher 18—20.75. — Mais, mixed. 15 bis
15.25. Ruſſiſches 15.25—15.50, Donaumais 15—15,40,
Ru=
mäniſches 15,25—15.50. Laplata 15—15,50. Weißes Mais
15,20—15.50. Weizenſchalen 10.50—10,75. Weizenkleie 10,50
bis 10,75, Roggenkleie 10.50—10.75, Futtermehl 14—16,
Biertreber. getrocknet, 13 75—1450. Futtergerſte 16,50 bis
16,75, Weizenmehl. hieſiges. Baſis ab Mannheim. Nr. 0
31—31,25. feinere Marken 31,50—31.75. Nr. 1 29,50—30,
feinere Marken 30.25—30,50. Nr. 2 28—2825, feinere
Marken 2850—28,75, Nr. 3 27—27,25, feinere Marken
27.50—27.75. Nr. 4 24.50—24,75, feinere Marken 25 bis
25,25. Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0 26—26,50. Nr. 1
24—24,50, Nr. 2 22—22,50.
Vermiſchtes.
* Komfort und Hygiene im
Haus=
bau. Bis vor kurzem ſpielten die Begriffe
Kom=
fort und Hygiene im deutſchen Hausbau noch
eine verhältnismäßig geringe Rolle, während ſie
in England ſchon ſeit hundert Jahren die
Grund=
lage jedes Hausbauentwurfes gebildet haben. Urſache
hierzu iſt das Vorherrſchen der Mietwohnung in
Deutſch=
land, wobei — als Spekulationsobjekt — meiſt keinerlei
höherer Geſichtspunkt maßgebend war. Erſt in neuerer
Zeit iſt hierin einigermaßen Wandel geſchaffen worden,
und der ſpekulative Bauunternehmer zieht jetzt nicht nur
den „Komfort”, ſondern ſogar die „Kultur” in den
Wohn=
ungsbau herein. Die „Kulturwohnung” iſt in Berlin W.
das Neueſte. Dazu gehören zum Beiſpiel Aufzug, warmes
Waſſer, Staubſauger, Müllſchlucker, fließendes Waſſer in
jedem Schlafzimmer und elektriſch regulierte Uhr. All das
iſt jedoch, wie Herm. Mutheſius in dem neueſten 4. Heſt
der Arena (Stuttgart, Deutſche Verlags=Anſtalt) ausführt,
lediglich ein Renommierkomfort. Wirklicher Komfort
be=
ſteht im Grunde ſeines Weſens aus Dingen ganz anderer
Art als Müllſchlucker und Staubſauger. Im allgemeinen
gehen Komfort und Hygiene zuſammen. Während aber
der Komfort mehr eine Sache des perſönlichen Gefühls iſt,
ſtellt die Hygiene ein Ergebnis der wiſſenſchaftlichen
Er=
kenntnis dar. Den Unterſchied zwiſchen beiden kann man
ſo ausdrücken, daß der Komfort ſich im Wohlfühlen
die Hygiene ſich im Wohlbefinden des Bewohners
äußert. Wie es nun Dinge der Hygiene gibt, die mit
Komfort unmittelbar nichts zu tun haben, ſo umgekehrt
auch Geſichtspunkte des Komforts, die mit der Hygiene in
keiner Berührung ſtehen. Für unſere Wohnungsanlage
aber fallen die Geſichtspunkte der Hygiene und des
Kom=
forts nach den Darlegungen von Mutheſius kurz in folgen=
den Hauptregeln zuſammen: Die Wohnung ſei erſtens
ſonnig, es ſei zweitens für reine Luft durch Schaffung von
Durchzugsmöglichkeit (reichliche Fenſteröffnungen, evtk.
künſtliche Entlüftung) geſorgt. Drittens: Feuchtigkeit iſt
unter allen Umſtänden auszuſchließen, da ſie die
Krank=
heitserreger nährt und den Körper für die Aufnahme von
Krankheitsſtoffen empfänglich macht. Als viertes iſt auf
eine einwandfreie Abführung der Abwäſſer und
Abfall=
toffe die denkbarſte Sorgfalt zu verwenden. Aber gerade
in dieſer Beziehung wird noch außerordentlich leichtfertig
und ſorglos verfahren. Fünftens endlich iſt es im
Inter=
eſſe der geſunden Ernährung unbedingt nötig, geeignetr
Aufbewahrungsräume für Vorräte zu ſchaffen. Die
Speiſekammer ſei luftig, kühl und mit denkbar guten
Ein=
richtungen verſehen. In dieſen fünf ſind die
allerwichtig=
ſten Geſichtspunkte des Komforts und der Hygiene
zuſam=
mengefaßt. Ihre Beachtung allein würde genügen, um
eine Wohnung jedem Mieter zu einem Aufenthalt zu
ge=
ſtalten, in dem er ſich nicht nur wohl fühlt, ſondern auch
wohl befindet, ſo daß er gern auf manche andere, ſich oft
nur durch den Mietpreis für den Vermieter wohltuend
er=
weiſende moderne Errungenſchaft der „Kultur” verzichten
würde.
Die Flutder Fundybucht. Nordöſtlich von der
White Mountains hat das Gezeitenſpiel des Atlantiſche
Ozeans einen großen Teil des Kontinents in eine Halb
inſel von merkwürdiger Form geſtaltet, die heutige
Pro=
vinz Neuſchottland der kanadiſchen Dominion. Zwiſchen
ihr und der Küſte von Neubraunſchweig hat der Ozean
die weite Bucht von Fundy ausgewaſchen, und nur ein
ſchmaler Landſtreifen trennt ſie noch vom Golf von
St. Lorenz. Die Meeresflut dringt in die Bucht von
Fundy mit großer Wucht ein und ſendet Waſſermauern
von dreizehn bis ſechzehn Meter Geſamthöhe aufwärts,
die jede Schiffahrt unmöglich machen. Die weiten Sand=.
und Schlammflächen der Ebbe werden dann in kürzeſter
Friſt mit tiefem Waſſer bedeckt, und in den Flußläufen
fließt das Waſſer nicht dem Meere zu. ſondern das
Meer=
waſſer dringt in ihnen auf viele Kilometer hinauf.
der Hauptſtadt von Neubraunſchweig. St. John, hat dieſe
außerordentliche Meeresflut ein merkwürdiges Naturſpiel
zur Folge. Dort mündet der von hohen Felsmauern
ein=
gedämmte, hundertfünfzig Meter breite St. Johnfluß in
einem gegen fünf Meter hohen Waſſerfall, überſpannt von
zwei kühnen Brücken, in die Bucht von Fundy. Dringt
die Hochflut ein, die an dieſer Stelle acht Meter Höhe
er=
reicht, ſo gleicht ſie nicht nur das Gefälle des St.
John=
fluſſes aus, ſondern dreht den Waſſerfall ſozuſagen um,
indem ſie ſich in einem Sturz von drei Meter Höhe über
den Waſſerfall ſtromaufwärts ergießt, um die
langge=
ſtreckten Fjorde des Fluſſes auszufüllen. Beim Eintritt
der Ebbe kommt allmählich wieder der Süßwaſſerfall des
Fluſſes zur Geltung. So wiederholt ſich das
merkwür=
dige Spiel, das von einer der beiden Brücken einen
groß=
artigen Anblick darbietet.
Literariſches.
Der Handel nach England und dat
engliſche Handelſsrecht. Praktiſches Handbuch
für den deutſchen Kaufmann und Juriſten von Otto W.
H. Inhulſen i. Fa. Gerbel u. Inhulſen, German
Advo=
cates, London. Preis 2,75 Mk. Verlag der modernen
kaufmänniſchen Bibliothek, G. m. b. H., Leipzig=R. Ein
vollſtändiges jedem verſtändliches Werk in deutſcher
Sprache über die engliſchen Geſchäftsgebräuche und
Rechtsverhältniſſe hat bisher der Exportwelt gefehlt. In
der vorliegenden Schrift ſtellt der Verfaſſer, ein
bekann=
ter Londoner Anwalt, ſeine langjährigen praktiſchen
Ex=
fahrungen in England in der Form eines praktiſchen.
täg=
lich zu gebrauchenden Handbuches der Kaufmannſchaft,
dem Studierenden der Hndelswiſſenſchaft, dem
Bankbe=
amten und dem deutſchen Juriſten in der Hoffnung zur
Verfügung, daß dies Werk mit dazu beitragen möge,
ein=
beſſeres den Handel förderndes Verſtändnis zwiſchen den
beiden in Frage ſtehenden Nationen anzubahnen.
— Rembrandt Handzeichnungen.
Her=
ausgegeben von Kurt Freiſe, Karl Lilienfeld, Heinrich
Wichmann. Hermann Freiſes Verlag. Parchim i. M.
Sämtliche Handzeichnungen Rembrandts ſollen in dem
groß angelegten Werke, deſſen erſter Band ſoeben
erſchie=
nen iſt, in guten Abbildungen reproduziert werden, viele
davon überhaupt zum erſten Male. Die Ausſtattung der
einzelnen Bände iſt äußerſt vornehm und gediegen, der
Preis denkbar billig. Jeder Band iſt einzeln käuflich und
bildet ein abgeſchloſſenes Ganze. In dem vorliegenden
erſten Band werden zum erſtenmal ſämtliche im
Rijkſpren=
tenkabinett zu Amſterdam befindlichen Handzeichnungen
Rembrandts in einer Geſamtausgabe geboten. Eine
Ein=
leitung, in der die einzelnen Blätter gewürdigt werden,
ſowie ein kritiſches Verzeichnis geben dem Werke auch
wiſſenſchaftlichen Wert. Wohl keines anderen Meiſters,
Handzeichnungen bieten eine ſolche Fülle von
künſtleri=
chen Eindrücken. Und nichts führt ſo tief in die
Schaf=
fensweiſe, in die Kunſt des großen Holländers ein, wie
gerade ſeine Handzeichnungen. Preis broſchiert 8 Mk
Manfred Kyber: Unter Tieren. Mit,
effektvoller Titelzeichnung. Broſch. 3 Mk., geb. 4 Mk.
Vita, Deutſches Verlagshaus, Berlin=Ch.) Der durch
ſein Drama „Meiſter Mathias” und durch manche andere
bemerkenswerte Arbeit rühmlichſt bekannte Autor
bietet=
hier eine Reibe ergötzlicher Geſchichten, die ſich unter den
Tieren abſpielen, ohne daß ſie irgendwie an „Fabeln” ers
innern. Kyber hat einen ganz eigenen Sinn für das
Leben der Tiere und ſchildert es mit frappierender
Beobachtungsſchärfe. Es iſt ein graziös geſchriebenes
Buch von großem ethiſchem Gehalt, das bei der treuen
Gemeinde, die Kyber ſchon heute um ſich geſchart hat, viel
Anklang und erheblichen Abſatz finden wird.
Velhagen u. Klaſings Volksbüchen=
Preis jedes Bandes 60 Pfennig. Nr. 72. Kaiſel
Wilhelm II. Von Profeſſor Dr. Karl Berger. Mit
49 Abbildungen, darunter 5 in farbiger Wiedergabe (
ein=
chließlich des Umſchlaabildes). Der weithin beſtens
be=
kannte Schiller= und Körnerbiograph bietet in dieſem
Bande ein glänzend in unbeirrtem Streben nach möe
lichſter Gerechtigkeit geſchriebenes Bild unſeres Kaiſers
Das Buch iſt vorzüglich ausgeſtattet, zum Teil mit
far=
bigen Illuſtrationen verſehen und koſtet nur 60 Pfennigg
Dasſelbe ſei allen unſeren alten und jungen Leſernzu
Anſchaffung beſtens empfohlen.
Die Ausgabe 1913 des Europa=Brieff
marken=Kataloges von Hugo Miche l. Apolda
(Preis 1 Mark und Porto, direkt zu beziehen) liegt uns
vor. Ein brillantes Werk mit über 1400 Abbildungen,
fein gebunden, handlich, überſichtlich, enthält die wir
lichen Nettopreiſe für alle Marken, mit wiſſenſchaftlicher
Gründlichkeit ermittelt, verzeichnet auch die neueſten
Marken vom Kriegsſchauplatz und enthält diesmalas
Zugabe eine Aufſtellung der hauptſächlichſt
vorkommen=
den falſchen Stempel mit genauen Abbildungen derſelben.
Als Band 8 der Otto Robertſchen Spielbücher=
Sammlung erſchien unter dem Titel: „Einfache
Schachaufgaben nebſt Löſungen für Anfänger im
Schachſpiel von Max Weiß” ein empfehlenswertes Buch
im Verlag von Otto Maier in Ravensburg und koſtet
Nummer 48.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Seite 7.
nur 80 Pfennig. Das Buch ſetzt jeden in den Stand,
ſelb=
ſtändig in die Geheimniſſe des Schachs tiefer eindringen
zu können und ſeine Kenntniſſe in dieſem Spiel zu
ver=
tiefen.
Der Balkankrieg.
Konſtantinopel, 25. Febr. Der Großweſir,
der auf ſeiner letzten Reiſe die Flotte in den Dardanellen
inſpizierte, übermittelte den Offizieren und Mannſchaften
die Glückwünſche des Sultans für die in allen
See=
kämpfen bewieſene Tapferkeit. Er hielt dabei eine
Anſprache, in der er ſagte, der Sultan habe erkannt, daß
das gegenwärtige Unglück der Türkei darauf
zurückzufüh=
ren ſei, daß es an einer Flotte fehle. Es ſei der Wunſch
des Sultans, daß die Türkei eine gut ausgebildete Flotte
beſitze. Die Regierung werde dieſem Wunſche entſprechen.
H. B. London, 25. Febr. Die Daily=New meldet
aus Konſtantinopel: Wie hier bekannt wird, ſteht Italien
in geheimer Unterhandlung mit den Jungtürken,
hin=
ſichtlich des Ankaufs der Inſeln Rhodos, Laros und
Stampila, die bereits von den Italienern beſetzt ſind.
Der Kaufpreis ſoll 800 Millionen betragen.
Das Geld ſoll ſofort ausgezahlt werden. Das Abkommen
wird jedoch erſt bekannt gegeben werden, nachdem der
Kauf abgeſchloſſen iſt.
Die Revolution in Mexiko.
* Waſhington, 24. Febr.
Der
Kriegs=
ſekrekär Stimſon hat dem Generalmajor Carter den
Befehl erteilt, die zweite Kavalleriediviſion zu
mobili=
ſieren, damit ſie, wenn nötig, ſofort nach Galveſton gehen
könne.
* New=York, 24. Febr. Nach einem Telegramm
aus Veracruz ſind der ehemalige Finanzminiſter
Erneſto Madero mit ſeinen beiden Söhnen und der
Vater des früheren Präſidenten, Francisco Madero, auf
einem kubaniſchen Kriegsſchiff nach Havanna abgereiſt.
* Mexiko, 25. Febr. Die Leiche Maderos
wurde nachmittags nach dem Mauſoleum auf dem
fran=
zöſiſchen Friedhof gebracht. Die Familie Maderos war
anweſend. Eine kleine Verſammlung, die ſich vor der
Ka=
pelle eingefunden hatte, rief: Es lebe Madero! Sie wurde
von Soldaten zerſtreut. Die Familie Maderos
hat die Erlaubnis erhalten, ſeinen Leichnam auf dem
Beſitz der Familie im Staate Coahuila beizuſetzen. Die
Leiche Suarez’ wurde am Nachmittag auf den ſpaniſchen
Friedhof gebracht.
* New=York, 24. Febr. Nach einem Telegramm
es New=York Herald aus Veraeruz iſt der
Privat=
ekretär Maderos, Juan Ascona, in Ciudad Real
rſchoſſen worden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. Febr. Der Kaiſer beſuchte heute
vor=
nittag mit dem König von Dänemark mehrere,
Garde=Kavalleriekaſernen, um die Offiziersreitſtunden zu
beſichtigen. Das Frühſtück wurde bei dem Garde=
Küraſ=
ſier=Regiment eingenommen. Die Kaiſerin und die
Köni=
gin von Dänemark, ſowie die Kronprinzeſſin beſichtigten
das Säuglingsheim in Charlottenburg und dann die
Königin mit der Kronprinzeſſin das Kaiſer Friedrich=
Muſeum. Der König ſpeiſte bei der Kronprinzeſſin.
* Halle a. d. S., 25. Febr. Bei Teutſchenthal
berraſchte am vergangenen Sonntag der Flurſchütze den
Bergmann Treiber und ſeine beiden Söhne beim
Wil=
dern. In der Notwehr erſchoß der Flurſchütze den
Vater und verwundete beide Söhne. Er ſelbſt iſt leicht
verwundet. Die Söhne wurden verhaftet.
* Peſt, 25. Febr. Das Ungariſche Korreſpondenz=
Bureau meldet bezüglich der Gerüchte über eine
Demiſ=
ion des Kultus= und Unterrichtsminiſters
Grafen v. Zichy, es verlaute an kompetenter Stelle, daß
der Kultusminiſter dem Miniſterpräſidenten über die
Demiſſion nichts mitgeteilt habe. Allerdings fühle ſich der
Kultusminiſter durch die gegen das Kabinett erhobenen
Angriffe unangenehm berührt. Der Miniſterpräſident
reiſt behufs Klarſtellung der Angelegenheit heute
nach=
mittag nach Wien zur Audienz beim Kaiſer.
* Stockholm, 25. Febr. Der König beabſichtigt, am
11. März nach Capri abzufahren, um die Oſtertage bei
der Königin zu verleben, deren Geſundheitszuſtand dieſen
Winter zu wünſchen übrig läßt. Auf der Rückreiſe nimmt
der König einen mehrwöchentlichen Aufenthalt an der
Rivierg.
* Buenos Aires, 25. Febr. Der Arbeitsminiſter
at heute in feierlicher Weiſe die Hafenbauten von Marla=
Plata eingeweiht. Durch Benutzung dieſes Hafens
wird die Reiſe von Europa nach Buenos Aires um zehn
Stunden verkürzt.
HB. Brüſſel, 25. Febr. In der vergangenen Nacht
eobachtete man in verſchiedenen Diſtrikten Flanderns
inen geheimnisvollen Lenkballon, der mit
großer Geſchwindigkeit dahinfuhr. Man nimmt an, daß
Es ſich um ein franzöſiſches Luftſchiff handelt. Ein
Auto=
mobil nahm die Verfolgung des Luftſchiffes auf.
Nähe=
res iſt bis zur Stunde nicht bekannt.
Die Südpolar=Expedition Mawſon.
* Melbourne, 25. Febr. Der Generalgouverneur
er=
hielt ein drahtloſes Telegramm von dem
Südpol=
forſcher Mawſon, das den Tod des Leutnants
Ninnes und Dr. Mertz von der Expedition beſtätigt
und hinzufügt, daß die Schlittenexpeditionen von
gro=
zem Erfolg geweſen ſind. Man habe öſtlich und
weſt=
ich von der Commenwealth=Bucht neue Gebiete in weiter
Ausdehnung erforſcht und wichtige Einzelheiten auf
zahl=
reichen Stationen ganz nahe beim magnetiſchen Pol
feſt=
eſtellt. Es ſei wahrſcheinlich, daß Mawſon ſelbſt und
echs Mitglieder der Expedition noch für ein weiteres Jahr
nicht zurückkehren können. Mawſon ſandte auch an den
König von England ein Telegramm. — Ein drahtloſes
Telegramm der Antarktiſchen Expedition Mawſons aus
Adelens=Land meldet nach Sydney: Der engliſche
Leutnant Ninnes und der Schweizer Arzt Dr. Mertz
ſind geſtorben. Mawſon und ſechs andere waren nicht
rechtzeitig nach der Küſte zurückgekehrt, um das Schiff
„Aurora” zu erreichen, das auf die Rückkehr der Forſcher
von der Schlittenexpedition wartete. Mawſon und ſeine
Begleiter überwinterten wahrſcheinlich in Adelensland.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Wie man die Schuppenbildung beſeitigt.
Von einem Spezialiſten.
Es iſt eine altbekannte Tatſache, daß die Bildung
von Kopfſchuppen für faſt alle Krankheiten des
Haar=
bodens verantwortlich zu machen iſt, insbeſondere auch
für das Kahlwerden und das frühzeitige Ergrauen der
Haare. Manchem dürfte daher das nachſtehende Rezept
zur Bereitung eines bewährten Heilmittels willkommen
ſein, von welchem ein hervorragender Spezialiſt nach
genauen und weitgehenden Verſuchen erklärt hat, es
be=
eitige die Schuppenbildung meiſt ſchon bei ein= bis
dreimaliger Anwendung vollſtändig. Man kann ſich
dies Rezept leicht von irgend einem Apotheker oder
Drogiſten zuſammenſtellen laſſen: 85 gr Bay-Rum,
30 gr Livola de Composée, 1 gr krist. Menthol. Dies
wird ordentlich durcheinandergeſchüttelt und iſt dann nach
halbſtündigem Stehen gebrauchsfertig. Die fertige
Flüſſigkeit, welche man ſich übrigens auch durch
Zu=
fügung von ½ Teelöffel beſſeren Parfüms parfümieren
laſſen kann, reibe man morgens und abends mit den
Fingerſpitzen leicht in die Kopfhaut ein.
Dieſes Rezept iſt kein Haarfärbemittel, es iſt aber
unübertrefflich zur Stärkung des Haarwuchſes und
er=
weiſt ſich bei frühzeitig ergrautem Haar als ſehr dienlich
zur Wiedererlangung ſeiner natürlichen Farbe.
(4785
eupantet beſ . eate
kteete
össt.
ne
Doutschn.
und.
Institut der B1
„Geaungenßerlin, Leipriger Strasse 113= Frank-
Sge furt a. M., Rossmarkt 2. Ecke Steinweg.
Fie werde ich energiſch, ſeufzt mancher. Wie
über=
aus einfach iſt die Löſung dieſer Aufgabe. Man
unterziehe nur ſeinen Körper einer ſtändigen gründlichen
Pflege, ſorge durch tägliche Waſchungen dafür, daß die
Poren der Haut, die der Atmung dienen, geöffnet
bleiben, und man wird erſtaunt ſein, wie mit dem
körperlichen Wohlbefinden auch die Tatkraft wächſt.
Freilich die Waſchungen oder Bäder müſſen mit großer
Sorgfalt vorgenommen werden, weil kleine Teile von
Schmutz, Schweiß, Fett und Schuppen die Poren
ver=
kleben. Auch der Wahl der Seife ſollte man beſondere
Beachtung ſchenken und ſich ſolcher Fabrikate bedienen,
die einen hohen Boraxgehalt haben, wie z. B. die
Steckenpferd=Lilienmilchſeife, welche dadurch
einen friſchen roſigen Teint und eine weiße,
ſammet=
weiche Haut erzeugt.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika. „Breynton” von Baltimore kommend,
20. Febr.
Uhr abends in Hamburg. Motorſchiff
„Chriſtian X.‟ 20. Febr. 3 Uhr 30 Min. nachm. in New=
York. „Graf Walderſee” 20. Febr. 2 Uhr nachm. in
Philadelphia. „Kaiſerin Auguſte Victoria” 20. Febr.
10 Uhr 30 Min. morgens von New=York über
Cher=
bourg und Southampton nach Hamburg. „Naneric”
20. Febr. 10 Uhr 30 Min. morgens in Baltimore.
„Wittekind” nach Kanada, 20. Febr. 12 Uhr 30 Min.
mittags in Rotterdam. „Preſident Grant” 21. Febr.
4 Uhr nachm. in New=York. „Bulgaria” 23. Febr. 8 Uhr
morgens von Boſton nach Baltimore. Motorſchiff
„Chriſtian X.‟ 21. Febr. 2 Uhr nachm. von New=York
nach Baltimore. „Hamburg” 23. Febr. 1 Uhr morgens
von New=York über Madeira, Gibraltar, Algier und
Neapel nach Genua. „Patricia” 23. Febr. 11 Uhr morgens
von New=York direkt nach Hamburg. „Prinz Adalbert”,
von Philadelphia kommend, 23. Febr. 8 Uhr 30 Min.
abends in Hamburg. „Sparta” 22. Febr. 8 Uhr morgens
in Galveſton. „Valeſia” 22. Febr. 11 Uhr 45 Min.
abends in New=York. „Wittekind” nach Kanada 21. Febr.
2 Uhr 50 Min. nachm. von Rotterdam. — Südamerika,
Weſtküſte Amerikas: „Granada” ausgehend, 19. Febr.
in Rio de Janeiro. „König Friedrich Auguſt” von
Buenos Aires kommend, 20. Febr. 11 Uhr abends von
Montevideo, „Naſſovia” von New=York, 19. Febr. 4 Uhr
nachm. von Rio de Janeiro. „Pontos”, von dem La
Plata kommend, 20 Febr. 11 Uhr abends von
Dün=
kirchen nach Hamburg. „Salamanca” 21. Febr. 2 Uhr
Oſtaſien: „Andaluſia”
nachm. in Buenos Aires.
19. Febr. abends in New=York. „Liberia”, von
Ant=
werpen kommend, 21. Febr. 3 Uhr morgens in
Ham=
burg. — „Victoria Luiſe‟, ſechſte Weſtindienfahrt, 23. Febr.
in Colon.
Familiennachrichten.
OagsgansnsganstsC
91
2
2
(a Johanna Breininger
5
Wilhelm Nathansohn &
&a
5
VERLOBTE
Darmstadt, 26. Februar 1913.
*52626
Sür die uns beim Hinſcheiden unſeres
innigſt=
geliebten Sohnes, Bruders, Enkels und Neffen
erwieſene herzliche Teilnahme ſagen wir Allen
auf dieſem Wege unſeren aufrichtigſten Dank.
Familie W. Bödecker, Hoboist,
„ Th. Schmidt.
Darmſtadt, den 25. Februar 1913.
(4928
Dankſagung.
Für die uns bewieſene herzliche Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner geliebten Gattin,
unſerer Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Schweſter und Tante
(4920
B
rau Berrna Kladen
geb. Steingässer
ſowie für die vielen Blumen= und Kranzſpenden,
ebenſo für die Kranzniederlegung der „Tapezier=
Innung” unſeren herzlichen Dank. Insbeſondere
danken wir dem Herrn Pfarrer Kleberger für die
troſtreichen Worte am Grabe, ferner dem
Geſang=
verein „Sängerluſt” für den erhebenden Grabgeſang.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Franz Kläden u. Kinder.
Darmſtadt, den 25. Februar 1913.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Stadtkirche. Mittwoch, 26. Februar, abends
8 Uhr: Liturgiſche Paſſionsfeier unter
Mit=
wirkung des Kirchengeſangvereins. Pfarrer Velte. (Kollekte.)
Johanneskirche. Mittwoch, den 26. Februar,
abends 8 Uhr: 4. Paſſionsandacht. Pfarrer Marx.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet zieht ſich immer mehr nach Oſten
zurück; ihm folgt die atlantiſche Depreſſion. Ueber
Js=
land jedoch ſteigt der Druck wieder. Unter dem Einfluß
des feſtländiſchen Hochs hatten wir geſtern in
Deutſch=
land vielfach heiteres, überall trockenes Wetter. Die
Nachmittagstemperaturen lagen bei 6 bis 10 Grad; nachts
war es 8 bis 10 Grad unter 0. Heute morgen herrſchte
in Deutſchland noch überall Froſt. Die Depreſſion dringt
jetzt langſam gegen den Rontwart vor und ſtellt
allmäh=
lich einen Witterungsumſchlag in Ausſicht.
Ausſichten in Heſſen für Mittwoch, 26. Februar:
Bewölkung zunehmend, noch meiſt trocken, etwas milder,
ſüdliche Winde.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. A), Anfang 7½ Uhr, Ende
gegen 10½ Uhr: „Martha”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Freudſprachlicher VorFrag von Ed. Brouard
um 5½ Uhr in der Turnhalle der Liebigs=Oberrealſchule.
Vortrag mit Lichtbildern und kinematogcaphiſchen
Vor=
führungen von Oberleutnant Graetz um 8 Uhr im
Saalbau.
Vortrag von Richard Feldhaus um 8¼ Uhr im „
Kai=
ſerſaal” (Verein für Frauenſtimmrecht).
Vortrag von Waldemar Richter um 8½ Uhr im „
Für=
ſtenſaal” (Mazdaznan=Vereinigung).
Konzerte: Hotel Heß um 3 und 8 Uhr. — Ludwigshöhe
um 4 Uhr. — Bürgerkeller um 8 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Reſidenztheater (am weißen Turm): Vorſtellungen
von 4—11 Uhr.
Uniontheater (Kunſtlichtſpiele), Rheinſtraße 6.
American=Bio beim Bismarckdenkmal.
Vor=
ſtellungen von 3—11 Uhr täglich.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Generalverſammlung des Bundes der Landwirte im
Zirkus Buſch in Berlin; die große Feuersbrunſt in
Konſtantinopel; ein bulgariſches Belagerungsgeſchütz
vor Adrianopel; Baronin Bertha v. Suttner, die
Vor=
kämpferin der Friedensbewegung, bei einem öffentlichen
Vortrag.
Verſteigerungskalender.
Donnerstag, 27. Februar.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 4 Uhr
Rundeturmſtraße 16
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Ober=
Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft am Diſtrikt
Günkelbach auf dem alten Nieder=Modauer Weg).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otlo Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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in Flaschen und Syphons.
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[ ← ][ ][ → ]Kentirmatlen
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Reformleibchen knöpfen ℳ 280 2.
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und weisse Handschuhe ℳ O25 075 080
Kerzenkronen . . . ℳ 125 025 080 O68
135
Kerzentücher . . . ℳ 225 185 155
. ℳ 145 115 090 075
Kränze .
Spitz.-Taschentücher ℳ 075 060 045 O30
ℳ 125 110 085
Strümpfe.
Konfirmand.-Hüte ℳ 425 350 295
Besätze für Kleider
in schwarz, weiß und farbig, in größter Auswahl
zu den billigsten Preisen.
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Far kaben
Kragen . . per Stück ℳ 045 O40 035 O30 Manschetten per Paar ℳ 075 085 O40 Serviteurs . . . . . ℳ 050 O45 035 Oberhemden . . . ℳ 350 Zt5 275 Krawatten schwarz und ℳ 050 O40 O30 Manschett.-Knöpfe ℳ 050 O39 O25 O15 Hosenträger.. ℳ 070 O55 O45 Taschentücher . . ℳ O40 O28 020 Kerzentücher . . . ℳ 225 185 185 135 Kerzenkronen .. ℳ 125 O95 080 065 Normalhemden . . ℳ
2— 225 125 Normalhosen . ℳ 2
2 135 150 — schwarz —
Strümpfe englsch lang 135 145 025
Gebrüder
Ailger
4897
Telephon 2553. Ludwigstraße 9
Mitglied des Rabatt-Sparvereins.
Vollreis
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hafter und kaut ſich beſſer als
der polierte Reis. Der
ge=
ſchälte, polierte Reis entbehrt
der ſogenannten Kleberſchicht,
des Silberhäutchens; wie
wichtig gerade dieſe
Kleber=
ſchicht iſt, beweiſt aber die
Tatſache, daß beim dauernden
Genuß von poliertem Reis
die Erkrankungen an Beri=
Beri (einer der gefährlichſten
Tropenkrankheiten) bei den
Eingeborenen ſich um faſt
50% ſteigern, während ſie bei
der Ernährung mit „rotem”
Reis, der das Silberhäutchen
noch hat, auf ein Minimum
ſinken. Geſchälter Reis hat
nur noch 0,8% dieſer ſog.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 48,
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Inhalt: Bibliothekar Dr. Philipp Loſch: Der Uriasbrief des Grafen von
Schaumburg. — Geheimer Poſtrat Karl Dingeldey: Stammbaum der
Familie Dingeldey. — Oberlehrer Dr. Friedrich Schrod: Zur
Entwicklungs=
geſchichte von Heſſen. — Stadtpfarrer D. Dr: Wilhelm Diehl: Die
Selbſt=
biographie von Chriſtian Rudolph Reinhard Pfnor (1748—1831). —
Lehrer Philipp Raab: Das alte Hoſpital in Darmſtadt. Mit einem
Plan. — Mathilde Ploch: Gießen vor hundert Jahren. —
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chronik und Geſchichtsunterricht. — Kleinere Mitteilungen: Geſchichte
der Familie Schenck. Von Auswanderungen. — Bücherſchau. — Aus
Zeitſchriften. — Umfragen. — Austauſch. — Auskünfte,
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Kurſe vom 25. Februar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
3:
Staatspapiere.
4 Ttſche. Reichsſchatzanw. 99,5
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,30
77,40.
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 88,10
77,30
do.
3
do.
4 Bad. Staatsanleiße . . 98,7)
87,90
3½
do.
do.
3
2 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,75
86,50
do.
10
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,50
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,6)
4 do. do. (unk. 1918) 98,50
86,2
do.
3½
75,2)
do.
78,6
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,10
3½
do. v. 1875 93,90
5 Bulgaren=Tabak=Anl
1
Griehen v. 1887 . . 54,2
3½ Italiener Rente .
4
Oeſterr. Silberrente 86,50
do. Goldrente . . . 99,40
4 do. einheitl. Rente 83.90
3 Portug, unif. Serie I 63,35
3 do. unif. Ser. III 66.3)
3 do. Spezial .
9,60
5 Rumänier v. 1903 . . 99,50
v. 1890 . . 92,50
do.
do. v. 1905 . . 87,20
4 Ruſſenib. 1880 . . . . 89,40
do. v. 1902 . . . . 89,8
4½ do. v. 1905 . . . . 99,70
4½ Schweden . . .
3 Serbier amort. v. 1895 80,70
Türk. Admin. v. 1903 77,80
Türk. uniſiz. v. 1903 87,0)
4. Ungar. Goldrente . . . 86,40
4 do. Staatsrente. . . 83,90
In Prot.
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 100,65
87,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 93,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,50
4½
92,10
do.
4
Japaner . . . . . . . 91,30
5 Innere Mexikaner. . .
-
3
do.
4 Gold=Merikanerv. 1904 84,00
5 Gold=Merikaner . . . . 93,10
3 Buenos Aires Provinz 63,00
Aktien inländiſher
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5 Nordd. Lloyd . . . . . 118, 10
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ..
Aktien ausländiſcher
Transvortan talten.
5 Anatol. Eiſenh. 60½
Einz. Mk. 408 . . 113,75
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ſtanz . . . . . . . 334,80
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5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 98,70
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3 Raab=Oedenbura
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86.70
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3 Portugieſ. Eiſenb. .. 75,20
4½
do.
2½ Livorneſer
69,25
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Bahn . . . . . . . 150,20
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6½ Darmſtädter Bank 123,90
12½ Deutſche Bank . . . 255,50
6 Deutſche Vereinsbank . 123,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,00
10 Diskonto=Kommandit 190,60
8½ Dresdener Bank . 156,00
9½ Frankf. Hppoth=B. 215,50
6½ Mitteld. Kreditbank 120,50
Nationalh. für Deutſchl. 122,00
7 Pfälziſche Bank. . . . 130,00
5.86 Reichebank . . . 137,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,40
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 114,90
7½ Wiener Bankverein . 133,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 23,00
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3½ Frankf. Hypoth.=Bank
86,80
S. 19 . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv
S. 52 . . . . . .
97,80
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,2:
3½
87,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
3½
do.
87,30
4 Heſf. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
98.60
S. 14, 15, 17, 24/24
18—23.
98,90
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 .
. . 87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 97,60
3½
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 97,40
3½ do. (unk. 1914) . . 86,70
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
½½
do.
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Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . .
97,50
3½
do.
4 Frankfurt. . .
98,86
do.
3½
96,00
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Oeſterreicher v. 1864fl. 100 —
do. v. 1858 fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 158,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,47
20 Franks=Stücke . . . . 16,31
Amerikaniſche Noten . . . 4, 18½
Engliſche Noten . . . . . 20,46
Franzöſiſche Noten. . . . 81,10
Holländiſche Noten. . . . 168,85
79,90
Italieniſche Noten
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,55
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto
Reichsbank=Lombarh. 24f 2
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Nummer 46.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 friſch beſohlter Herrenſchuh. 1 ſchwarzer Samt=
gürtel mit ſilberner Schnalle. 1 ſchwarzer Damen=Lackgürtel mit
3 Permuttdruckknöpfen. 1 ſchwarzer Pelzkragen. 1 weißer
Krimmer=
pelz. 1 Portemonnaie mit 59 Pfg. Inhalt. 1 großer u. 1 mittelgr.
Schlüſſel an einem Ring. 1 Buch (Herders ausgewählte Proſa). (4865
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier. 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(4896
ſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
Aufnahme der Viehbeſtande in Ausführung
des Reichspiehſeuchengeſetzes.
Die Liſte der hieſigen Beſitzer von Pferden und Rindvieh, die
gemäß den Beſtimmungen des Ausführungsgeſetzes zum
Reichsvieh=
ſeuchengeſetz und des Geſetzes über die Entſchädigung für an Maui=
und Klauenſeuche gefallenes Rindvieh beitragspflichtig ſind, liegt
vom 25. ds. Mts. ab bis einſchließlich 5. März im Stadthaus,
Zimmer 51, zur Einſicht offen. Einwendungen gegen die Liſte ſind
(4492dms
ebendaſelbſt während der Offenlage vorzubringen.
Darmſtadt, den 17. Februar 1913.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Jaeger.
Brennholz=Verſteigerung Nr. 11
(Stadtwald).
Dienstag, den 4. März l. Js., vormittags ½ 9 Uhr,
werden in der Turnhalle (Woogsplatz 5) hier aus den Abteilnngen 13
(Franzoſenberg), 24 (Vorderwieſenſchlag), 27 (An der wilden Sau),
ſowie aus verſchiedenen Abteilungen der Forſtwartei Beſſunger
Lauh=
wald (Förſter Lehr) verſteigert:
Scheiter: 272 rm Buchen, 2 rm Hainbuchen, 110 rm Eichen,
12 rm Erlen, 14 rm Erlen (rund), 21 rm Kiefern.
Knüppel: 297 rm Buchen, 7 rm Hainbuchen, 6 rm Eſchen,
84 rm Eichen, 29 rm Erlen, 101 rm Kiefern.
Reiſigknüppel: 25 rm Buchen, 45 rm Eichen, 13 rm Erlen.
Reiſigwellen: 9,40 Hdt. Buchenwellen.
Stöcke: 57 rm Eichen (fein), 15 rm Buchen (grob), 9 rm Fichten
(grob).
Unterſtrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Weitere
Brennholzverſteigerungen finden im Beſſunger Laubwald nicht
mehr ſtatt. Um vorherige Etnſichtnahme des Holzes wird gebeten.
(4886ms
Darmſtadt, den 24. Februar 1913.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, 26. Februar 1913, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle‟ (
Ober=
gaſſe) zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Eine große Partie Damen=(Sommer=)Handſchuhe in
Seide und Leinen, darnnter 230 Paar lange
Ballhand=
ſchuhe, 400 Paar Glacéehandſchuhe, 100 Paar
Leder=
handſchuhe, ca. 100 Stück Trikothemden mit Einſatz,
45 Normalhemden, 22 Sporthemden, ca. 70 Paar
Unterhoſen, 100 Dutzend Kragen, ſowie eine
vollſtäu=
dige Ladeneinrichtung, beſtehend in 3 Theken, 2 großen
Warenſchränken, 2 Regalen und 1 Schreibtiſch;
ferner: 2 Kiſten Seifenpulver, 1 Kaſtenwagen und
Rolle und Hausmobilien durch alle Rubriken.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen findet
vorausſicht=
lich beſtimmt ſtatt.
(4908
Darmſtadt, den 25. Februar 1913.
Kapp,
Großh. Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 27. Februar 1913, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16
öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) beſtimmt: 30 Sporthemden, 101 Paar Herrenſocken,
150 Paar Glacehandſchuhe, 80 Paar
Lederfutterhand=
ſchuhe, 230 Paar Damen= u. Herrenhandſchuhe (farbig,
lederne), 1 ſchwarzer Rock, 2 Gummimäntel, 8 Paar
Damen= und Kinderſtiefel;
b) vorausſichtlich: 2 Pianinos, 4 Vertikos, 5 Diwans,
2 Seſſel, 4 Sofas, 6 Kommoden, 2 Glas= und 3
Kleider=
ſchränke, 6 Stühle, 3 Bilder, 2 Waſchtiſche, 1
Parfümerie=
ſchrank, 3 Ladentheken, 1 Kontrollkaſſe, 460 Kokos= und
Ledermatten, 17 Ballen Läufer, 9 Ballen Japanläufer,
60 Japanmatten, 32 Chinamatten, 7 Kokosteppiche, 1
Näh=
maſchinengeſtell;
auf freiwilligen Antrag: 1 Ladentheke mit
Marmorplatte u. Meſſingwaage, 1 Hackklotz.
Darmſtadt, den 25. Februar 1913.
(4924
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Freihändiger Möbel=Verkauf
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1 kompl. Speiſezimmer, eiche, gebeizt, mit Auszugtiſch u.
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ſtühlen, Diplomat.=Schreibtiſche, Bücherſchränke, Spiegel= und
Kleiderſchränke, Pfeilerſchränke, Waſchtiſche, Salon=, Gold= u.
Trumeauxſpiegel, Vertikows, Tiſche u. Stühle, 1 großer, eich.
Auszugtiſch, Kredenz, 2 Sekretäre, Diwan, Sofa, Chaiſelongues,
Klubſeſſel in großer Auswahl, Sofa m. Seſſel u. Umbauten, 5
kompl., ſaub. Betten, Bettzeug, Teppiche, Chaiſelongdecken,
Bilder, Aufſtellſachen, Gas= und elektr. Lüſter, Lüſterweibchen,
gold. u. ſilb. Herren= u. Damenuhren u. Ringe, Alabaſter= u.
Bronze=Standuhren u. viel. Ungenannte, 1 großer Kaſſenſchrank,
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Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſinm, die Großh.
Liebigs=und die Großh. Ludwigs=
Oberrealſchule, die Vorſchule der
Großh. Gymnaſien, die
Vik=
toriaſchule und das
Lehrerinnen=
ſeminar, die Eleonoren= und
Frauenſchule, ſowie die
Mittel=
ſchulen für das I.
Kalender=
vierteljahr 1913 iſt — bei
Mei=
dung des Beitreibungsverfahrens
bis Ende Ifd. Mts. an den
Werktagen, vormittags von 8½ bis
12½ Uhr, hierher zu entrichten.
Darmſtadt, 3. Februar 1913.
Die Stadtkaſſe.
(3419a
Koch.
Bekanntmachung.
Mittwoch, 12. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Lithographen Jakob
Grab dahier und Genoſſen
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
I 1162 378 Hofreite Nieder=
Ramſtädterſtr.
Nr. 37,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K84/12
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 24. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V2825
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 26. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Gaſtwirt Ludwig
Finger Eheleuten dahier zuge
ſchriebenen Immobilien:
Flur Nr.
qm
III 617 481 Stall mit
Hof=
raum
Rhön=
ring 1,
III 618 345 Hofreite daſelbſt
III 618¾/10 98 Grasgarten
(Vorgarten)
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(Ki1/13
Darmſtadt, 5. Februar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,3812
Dinderbettſtelle m. Matr. f. 8 M.
N.=Ramſtädterſtr. 71, II. r. (*5171
Am 12. März 1913, vormitags 9 Uhr
Verdingung des für das Rechnungsjahr 1913 erforderlichen Bedarfs
an Steinkohlenbriketts von 100 t für die hieſige Garniſonbäckerei
im Geſchäftszimmer des Proviantamts Darmſtadt,
Eſcholl=
brückerſtraße 25.
Lieferungsbedingungen liegen im Geſchäftszimmer zur
Ein=
ſichtnahme von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags aus.
Schriftliche und verſiegelte Angebote mit der Aufſchrift
„Angebot auf Lieferung von Steinkohlenbriketts” verſehen, ſind vor
Beginn des Termins auf dem Geſchäftszimmer abzugeben.
Proviantamt Darmſtadt.
4862ms)
Bekanntmachung.
Mittwoch, 2. April 1913,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die dem Schreinermeiſter
Friedrich Creter II. zu Darmſtadt
zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
VI 790 242 Hofreite
Orange=
rieſtr. Nr. 8,
VI 791 74 Grabgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
(K100/12
Darmſtadt, 24. Februar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (VI,4883
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führliche, lesenswerte Broschüre
kostenfrei. Erste Beferenzen, (156a
Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß
wird hiermit zuröffentlichen
Kennt=
nis gebracht:
Ueber das Vermögen des
Kauf=
manns Karl Gehbauer in
Darm=
ſtadt, wird heute, am 24. Februar
1913, nachmittags 6 Uhr, das
Kon=
kursverfahren eröffnet, da der
Ge=
meinſchuldner die Eröffnung
be=
tragt hat.
Der Kaufmann Karl Dechert
in Darmſtadt wird zum
Konkurs=
verwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum.
29. März 1913 bei dem Gerichte
anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des
er=
nannten oder die Wahl eines
ande=
ren Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretenden Falls
über die in § 132 der
Konkurs=
ordnung bezeichneten Gegenſtände,
auf
Dienstag, den 18. März 1913,
vormittags 11 Uhr,
Zimmer Nr. 217
und zur Prüfung der
angemel=
deten Forderungen auf (4915
Samstag, den 5. April 1913,
vormittags 10 Uhr.
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 104, Termin
anbe=
raumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgege=
ben, nichts an den
Gemeinſchuld=
ner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte
Befriedig=
ung in Anſpruch nehmen, dem
Kon=
kursverwalter bis zum 29. März
1913 Anzeige zu machen.
Darmſtadt, 24. Februar 1913.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
Nummer 48.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Seite 11.
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Von Hedda v. Schmid.
(Nachdruck verboten.)
20)
Wie ſich die Leute auch an das Schlimmſte, das ihnen
widerfährt, nach und nach gewöhnen, ſo wurde auch der
Krieg zwiſchen Rußland und Japan allmählich etwas
ganz Alltägliches.
Was ſich in den endloſen Steppen der Mandſchurei
abſpielte, erfuhr man im europäiſchen Rußland ja nur
zum kleinſten Teil. Bei der grenzenloſen Ungenauigkeit
der Poſtverbindung blieben die Angehörigen der fernen
Krieger oft monatelang ohne Nachricht.
Da hieß es ſtark ſein für Mütter und Schweſtern,
Bräute und Gattinnen. So mancher aus den baltiſchen
Landen hatte in den mörderiſchen Kämpfen ſein Leben
dahingegeben. Immer neuer Nachſchub wurde für den
Krieg verlangt. Es gab kein Dorf in Rußland, wo nicht
Trauer herrſchte.
Käthe, Paſtor Pohls Aelteſte, ſchrieb Frau Chriſta,
daß auch ſie ihren Mann hatte hergeben müſſen — er hatte
die Leitung einer Sanitätskolonne übernommen, ſeine
Schwägerin Lenchen war als barmherzige Schweſter
mit=
gegangen.
Der erſte Kriegsſommer war vergangen — und in
Rußland hoffte man voller Optimismus noch auf — Sieg.
Der riher ver dom geiche einechloſet, eder wes
tat das? Damals glaubte man noch an die Tüchtigkeit des
Befehlshabers dieſer Feſtung und feierte ihn als Helden.
Von Diez war ſeit Monaten keine Nachricht nach Hauſe
gelangt. Die Seinen wußten nicht einmal, ob er noch in
Port Arthur war, oder ob ein gütiges Geſchick ihn davor
bewahrt hatte, oder ob er bereits unter den Gefallenen
ſich befand. Nika hatte ſich ſo ſehr an das Landleben
ge=
wöhnt, daß Eldenau ihre Welt geworden war. Eldenau
ſchien immer mehr mit Heidegg zu verwachſen —
Fa=
bians ſcharfe Augen wachten über beiden Gütern.
Irma weilte noch immer im Süden. Es wurde als
ſelbſtverſtändlich angenommen, daß ſie ihre leidende
Mut=
ter nicht verlaſſen konnte. Frau Chriſta grämte ſich im
ſtillen darüber; ſo war ihrem Fabi doch kein Eheglück
be=
ſchieden — immer wieder dachte ſie, daß Nika die Rechte
für ihren Sohn geweſen wäre. Voll heimlicher Sorge
ruhte ihr Blick oft auf den beiden. Dann hieß es plötzlich,
daß Irma heimkehre. Nika bereitete alles zum Empfang
der jungen Frau vor.
Fabian hatte es ängſtlich vermieden, mit Nika über
ſeine Frau zu reden; aber daß es zwiſchen den Gatten
nicht ſo war, wie es hätte ſein ſollen, hatte Nika aus Frau
Chriſtas Andeutungen erraten. Ihre eigene Ehe mit
dem ſo viel älteren Mann war unendlich glücklich geweſen.
Keine Leidenſchaft hatte ſie durchglüht, nur eine ſtille,
warme Zuneigung hatte ſie für Lansky gehabt. Er war
ihr mehr Lehrer und Freund geweſen — die heiße
Frauenliebe ſchlummerte noch in ihr — ſie mußte erſt
noch geweckt werden.
Am Morgen des Tages, an dem Irma erwartek
wurde, trug Nika eigenhändig Blumen in die
Inſpektor=
wohnung hinüber. Sag, Fabi, welches ſind eigentlich die
Lieblingsblumen Deiner Frau? fragte ſie, die Sträuße in
Vaſen und Schalen ordnend.
Ja — Nika, ich weiß es wirklich nicht.
Fabian ſtand im Reitanzug in der Tür und ſah
auf=
merkſam zu, wie geſchickt Nika die Blumen gruppierte.
Blitzſchnell ſchoß es ihm durch den Sinn: Ach, wenn ſie
hier als Deine Frau ſtünde! Ein wilder Rauſch überkam
ihn. Warum höhnte ihn das Schickſal?
Aber, Fabi, antwortete Nika vorwurfsvoll, das
ſollteſt Du doch wiſſen.
Er fuhr wie aus einem Traum empor: Was denn —
Nika? Ach ſo — ja ich glaube, Irma hat Reſeden gern.
Und gerade die gibt es jetzt nicht, ſagte Nika
be=
dauernd.
Er ſtarrte ſie ſelbſtvergeffen an; es war gut, daß ſie
ihm halb den Rücken zuwandte, ſonſt wäre es von heute
an um ihre ſchöne Unbefangenheit geſchehen geweſen.
Ein Depeſchenbote, rief Fabi plötzlich. Dicht vor dem
Fenſter klingelten eilig Poſtglocken — ein zweirädriger
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913
Nummer 48.
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Karren hielt vor der Tür, und der Bote mit der ledernen
Umhängetaſche kam ins Haus. Fabian eilte ihm
ent=
gegen.
Ein Lebenszeichen von Diez, dachte Nika erregt
ließ die Blumen ſtehen und eilte Fabian nach. Dann
wollte ſie die gute Kunde gleich Mutter Chriſtel nach
Hei=
degg bringen.
Fabian riß das Kuvert auf — überflog den Inhalt
und wurde totenblaß.
Werner iſt im Duell gefallen, ſagte Fabian mit
zit=
ternder Stimme und wußte nicht, warum er dem toten
Bruder nicht mehr den Kinderkoſenamen gab.
Irma hatte ihre Ankunft in Eldenau telegraphiſch
ge=
meldet. Doch als ſie an der kleinen Halteſtelle den
Eiſen=
bahnzug verließ, war ſie peinlich überraſcht, ihren Gatten
nicht auf dem Bahnſteig zu erblicken.
Da tcat, als ſie ſich noch ſuchend umſchaute, eine
ſchlanke, elegante Frau auf ſie zu: Ich bin Nika Lansky,
liebe Frau Irma. Seien Sie tauſendmal willkommen!
Sie ſtreckte Irma, welche unwillkürlich ihren Kopf
hoch=
mütig in den Nacken warf, herzlich die Hand entgegen.
Irma berührte kaum die Fingerſpitzen. Aber Nika in
ihrer gewohnten Lebhaftigkeit nahm von der ſtummen
Abwehr der anderen gar keine Notiz: Fabi iſt leider
ver=
hindert, Ihnen entgegenzukommen, fuhr ſie in dem
gleichen herzlichen Ton fort, Sie ſehen mich an ſeiner
Statt hier.
Irma mußte ſich gewaltſam zuſammennehmen: alſo
ſchien es doch wahr zu ſein, daß Fabi in den Banden
die=
ſer Frau lag. Sie verfügte ja, miſchte ſich in ſeine
Fa=
milienangelegenheiten, — und beſaß die Schlauheit, ſich
um ihre, Irmas Freundſchaft zu bemühen — —
Es iſt ſehr gütig von Ihnen, Baronin, brachte Irma
endlich hervor.
Kommen Sie nur, liebe Frau Irma, der Diener ſorgt
für Ihr Gepäck — unterwegs im Wagen ſollen Sie alles,
was ſich zugetragen hat, erfahren.
Iſt Fabi krank? fragte Irma, und Nika erſchrak faſt
über den gleichgültigen Ton, in dem das geſagt ward.
Nein — aber verreiſt.
Als die beiden jungen Damen durch den dunkelnden
Abend dahinfuhren, erzählte Nika der ſtumm in ihrer
Wagenecke lehnenden Irma von dem neuen Schlag, der
Heidegg getroffen hatte: Mutter Chriſtel fühlte ſich ſchon,
bevor die Todesnachricht eintraf, nicht ganz wohl — der
Jammer um Werner hat ihren Zuſtand heute ſehr
ver=
ſchlimmert. Fabian iſt nach Dorpat gereiſt — Werner
ſtand doch kurz vor ſeinem Schlußexamen. Er ſtudierte ſo
brav und eifrig und war immer ſolch ein ſanfter, ſtiller
Junge. Daß gerade er im Duell fallen mußte, iſt kaum
zu faſſen.
Wollen Sie mich nach Heidegg bringen, Baronin?
fragte Irma ſtatt jeder anderen Antwort auf das ſoeben
Vernommene.
Aber gewiß, — ich verſtehe das ja.
Daß Irma nur deshalb gach Haus Heidegg wollte,
um nicht gleich am erſten Abend in ihrem neuen Heim mit
Nika zuſammen ſein zu müſſen, konnte letztere natürlich
nicht ahnen.
Gerade jetzt beim Empfang dieſer erſchütternden
Todesnachricht empfand Irma deutlich, wie fremd ihr im
Grunde doch Mutter und Geſchwiſter ihres Gatten waren.
Nicht einmal die Teilnahme, welche ſie jetzt für ſie fühlte,
brachte ſie ihnen näher.
Früher hatte ſie für Haus Heidegg und ſeine
Bewoh=
ner geſchwärmt — nun ſtand ihre unharmoniſche Ehe wie
ein Schatten da und trübte alles.
Frau Chriſta hütete fiebernd das Bett. Mein armer,
kleiner Junge! murmelte ſie immer wieder. Hätte ſie ihn
doch ins Feld ziehen laſſen, vielleicht lebte er dann eben
noch.
Und wo war ihr luſtiger, flotter Diez? In
wel=
chem Maſſengrabe der Mandſchurei moderte wohl ſein
zerſchoſſener Körper?
Als Irma die Halle von Haus Heidegg betrat, fuhr ſie
entſetzt zuſammen: langgezogener Geſang und das laute
Weinen einer Frauenſtimme tönte ihr entgegen. In einer
Geſindeſtube ſaßen die Mägde und ſangen nach altem
eſtniſchen Brauch, der einzutreten pflegt, ſobald ein
An=
gehöriger des Hauſes geſtorben iſt, aus dem Geſangbuch
Begräbnislieder — und dazwiſchen ertönte das laute
Klagen und Jammern von Wutzelchens alter, halbblinder
Kinderfrau um ihr goldenes, liebes Jungherrchen.
(Fortſetzuna folgt.)
Nummer 48.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Seitg 1ä.
Zweite Kammer der Stände.
5 3. Sitzung.
St. Darmſtadt, 26. Februar.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Dr. v. Ewal d Exz.,
Finanzminſter Dr. Braun Exz., Miniſter des Innern von
Hombergk zu Vach Exz., Geheimerat Dr. Becker,
Legationsrat Dr. Neidhart.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung 9¼ Uhr. Das
Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein und ſetzt die
Beratung des Hauptvoranſchlages bei Kapitel 12,
direkte Steuern,
Regalien, indirekte Auflagen und Einnahmen aus
ver=
ſchiedenen Quellen, fort.
Abg. Raab: Mit dem Abbau von Steuern ſollte man
doch vorſichtig ſein. Erfreulich wäre es allerdings, wenn
man an eine Ermäßigung der drückendſten Abgaben
heran=
treten könnte. Es gibt Einkommen, z. B. ſolche von
Kriegsinvaliden, die kaum genügen, das Leben zu friſten.
Große Ungerechtigkeiten ſind im Stempelgeſetz zu
beſei=
tigen, das wir am liebſten ganz zum Teufel wünſchen.
Ganz beſonders ungerecht iſt der Stempel für Eingaben,
der unter allen Umſtänden fallen müßte, zumal dadurch
ſicher kein großer Betrag der Staatskaſſe entgeht. Ich bitte
die Regierung um Auskunft, welche Erträgniſſe dieſer
Stempel ergibt.
Abg. Lang beſpricht (ſchwer zu verſtehen) die
Wan=
dergewerbeſteuer und führt Beſchwerde darüber, daß die
heſſiſchen Hauſierer in Bayern viel mehr zahlen müſſen,
als die bayeriſchen in Heſſen. Ich erſuche die Regierung,
mit allen Mitteln dahin zu wirken, daß die bayeriſchen
Hauſierer nicht beſſer behandelt werden als die heſſiſchen.
Abg. Henrich bemerkt, ſeine Vermutung, die neue
Gewerbeſteuer ſei reformbedürftig, gründe ſich auf
Mitteilungen vieler Gewerbetreibender über die
Aende=
rung ihrer Steuerpflicht, er könne nicht annehmen, daß
das nur Ausnahmen ſeien. Wenn der Abg. Lutz einzelne
Beſchwerden über die Wirkung der
Reichserb=
ſchaftsſteuer äußere, ſo könne dem nachgegangen
werden; der Abg. Lutz ziehe aber daraus wohl nicht die
Schlußfolgerung, daß jede Erbſchaftsſteuer ungerecht ſei.
Aehnlich ſteht Redner mit ſeinen Freunden zur
Deſzen=
dentenerbſchaftsſteuer. Jede Erleichterung für den kleinen
Beſitz, namentlich auch den bäuerlichen, durch Heraufſetzen
der Steuergrenze uſw. ſei zu begrüßen, aber grundfätzlich
müſſe daran feſtgehalten werden, daß der vorhandene
Be=
ſitz in geeigneter Form zu den Koſten der
Landesverteidig=
ung herangezogen werde. Der Umſatzſtempel wirkt
geradezu ruinös auf den Immobilienverkehr. Redner
be=
grüßt es, daß der Abg. Lutz für einen Abbau des
Stem=
pels eintritt, erinnert ihn aber zugleich daran, daß ſeine
politiſchen Freunde, ſpeziell der Bund der Landwirte, bei
des Reichsfinanzreform noch einen Reichszuſchlag zum
Umſatzſtempel habe ſchaffen helfen. Redner geht dann auf
die Frage der Verbilligung der
Steuerver=
waltung ein. Für die Steuerveranlagung könne dieſe
Frage vorerſt als entſchieden gelten, er habe dabei nichts
erreichen können. An den ſelbſtändigen
Steuerveranlag=
ungsbehörden ſei feſtzuhalten, das preußiſche Syſtem, wo
die Konſervativen aus politiſchen Gründen an der
Steuer=
veranlagung durch den Landrat feſthalten, ſei abzulehnen.
Eine Verbilligung in Heſſen iſt nur möglich, wenn die
kleineren Aemter mit nichtakademiſchen Beamten beſetzt,
oder die Zahl der Aemter vereingert würde. Erſteres lehnt
die Regierung ab, gegen letzteres werden ſich die
beteilig=
ten Gemeinden wenden. Die Steuererhebung iſt
durch die Kaſſereform von 1900 nicht billiger, ſondern
teurer geworden. Der Verminderung der definitiven
Be=
amtenſtellen um 12 ſtehen zirka 400 neue Untererhebſtellen
gegenüber. Der Vorteil dieſer Einrichtung beſteht in der
„Erleichterung für das Publikum, der Staat bezahlt ihn
aber mit einer Mehrausgabe von vielleicht 200000 Mark.
Der völlige Erſatz der Bezirkskaſſen durch Untererhebſtellen
wird weitere Verteuerungen bringen, da das Perſonal
der Kontrollämter und der Hauptſtaatskaſſe ganz erheblich
vermehrt werden müßte. Einen Vorteil hat der Staat
nur dann, wenn die Gemeinden bereit ſind, die
Er=
hebung der Staatsgefälle auf eigene Verantwortlichkeit
koſtenlos zu übernehmen. Das macht heute insgeſamt
500 000 Mark aus, die auf die Gemeinden abgewälzt
wür=
den, wogegen der Staat das Perſonal bei der
Haupt=
ſtaatskaſſe vermehren müßte. Eine ſolche Regelung
wider=
ſpricht der heutigen Tendenz, die Gemeinden zu
ent=
laſten. Auch die vorgeſchlagene Erhebung aller Staats=
und Gemeindeabgaben in vier Jahresraten ſei nicht zu
empfehlen, das bringt große Verluſte und iſt für den
Pflichtigen unbequem. Wenn ſich unter dieſen Umſtänden
radikale Aenderungen wohl kaum erreichen laſſen, ſo
wer=
den weitere Reformen nur in beſcheidenen Grenzen
mög=
lich ſein.
Abg. Senßfelder (ſchwer verſtändlich) möchte
nur einen Spezialfall zur Sprache bringen, nämlich die
Tatſache, die vielfach Unwillen und Aufregung in der
Be=
völkerung hervorgerufen, daß dem Frhrn. v. Wangenheim
auf Hofgut Hayna große Steuernachläſſe geſtattet
wur=
den, obwohl der Herr ein großes Vermögen beſitzt und
großen Aufwand treibt. Redner belegt das in einer Reihe
rein perſönlicher Angaben.
Geheimerat Dr. Becker möchte doch dringend bitten,
ſolche Einzelfälle mit all den Einzelheiten, die der Redner
vorgebracht, hier künftig nicht mehr zu erörtern. (Sehr
richtig.) Die Steuerzahler müßten doch ſo viel Schutz
ge=
nießen, daß man ſie hier nicht vor aller Oeffentlichkeit
feziert. (Sehr richtig.) Der Abg. Senßfelder hätte beſſer
getan, dieſe Dinge direkt der Regierung oder der
Steuer=
behörde mitzuteilen, er wäre ſicher nicht dadurch in den
Geruch eines Denunzianten gekommen, denn ſchlimmer
bloßſtellen, als es eben geſchah, kann man niemand. (Sehr
wahr.) Der Fall ſelbſt iſt keineswegs ſo, wie der
Abgeord=
nete ihn dargeſtellt Es gäbe eine ganze Anzahl Fälle,
auch in Preußen ſind ihrer viele neuerdings bekannt
ge=
worden, in denen jemand ein großes Vermögen haben
kann und doch keinen Pfennig Einkommen hat. Nämlich,
wenn das Vermögen in ertragsloſem Grundbeſitz oder
ſchlecht rentierenden Fabriken ꝛc. angelegt iſt. Ich bitte
dringend, den Fall hier nicht zu vertiefen und das
Mate=
rial direkt der Regierung einzureichen. Dem Abg. Raab
möchte ich erwidern, daß es ſowohl hier, wie in dem
ande=
ren Hauſe kaum möglich iſt, Erſatz für den Ausſall an
Stempeleinnahmen zu ſchaffer. Den Eingabenſtempel
ab=
zuſchaffen, hat ſein Mißliches. Er hält doch ſo manches
unbegründete Geſuch der Regierung vom Halſe. Es wird
aber auch jetzt ſchon ſo milde mit dieſem Stempel
ver=
fahren, wo es ſich um Bedürftige handelt, daß die
Hand=
habung kaum milder denkbar iſt. Was die vom Abg. Lang
gemachten Ausführungen zum Wandergewerbeſchein ꝛc
betrifft, ſo wird ſchon jetzt ſtreng darauf geſehen, daß die
ausländiſchen Hauſierer nicht beſſer behandelt werden, als
die einheimiſchen. Die ausländiſchen Hauſierer müſſen
die höchſtmöglichen Steuerſätze zahlen, mehr kann man
allerdings nicht tun. Auf das Gemeindeſteuergeſetz möchte
ich nicht mehr eingehen, als die Ausführungen des Abg.
Henrich es bedingen. Ich muß auch ſeinen heutigen
Aus=
führungen gegenüber dabei bleiben, daß von einer
Wirk=
ung des Geſetzes noch nicht geſprochen werden kann. Und
wenn der Abg. Henrich feſtſtellte, daß ſeine Informationen
aus Intereſſentenkreiſen ſtammen, ſo möchte ich doch
be=
zweifeln, daß ſie dadurch weniger einſeitig werden. (Sehr
richtig.) Der Abg. Henrich hat anerkannt, daß unſere
Ver=
anlagungsorganiſation geſund ſei, er hat nur gewünſcht,
einige akademiſche Beamte durch mittlere Beamte zu
er=
ſetzen. Ich kann dazu feſtſtellen, daß die Regierung das
ſchon tut, ſoweit es irgend möglich iſt. Ueber einen
Mangel an Vorbildung kann aber auch dem tüchtigſten
mittleren Beamten, unter denen wir, was ich gerne
aner=
kenne, eine Reihe ſehr leiſtungsfähiger Herren haben, die
Praxis nicht hinweghelfen. Die Verminderung der
Finanzämter ſcheitert ebenfalls an dem Widerſtand der
Gemeinden. Es könnten eventl. höchſtens 2—3 aufgehoben
werden, und vorerſt iſt auch das nicht möglich. Auch in
einer Reorganiſation der Erhebungsämter wird ſich kaum
eine Verbilligung ermöglichen laſſen. Soweit wie der
Abg. Schönberger ging, die Bezirkskaſſen überhaupt zu
beſeitigen, wird die Regierung nie gehen.
Abg. Hauck beſpricht ſeinen neu eingebrachten
An=
trag, bezüglich die Beſeitigung der Doppelbeſteuerung der
heſſiſchen Arbeiter, die in Preußen arbeiten. Er
begrün=
det ſeinen Antrag wie folgt: In neuerer Zeit iſt es
wie=
derholt vorgekommen, daß auch ſolche heſſiſchen Arbeiter,
welche in ihrer Heimatgemeinde eignes Haus und
Fa=
milie haben und daſelbſt zur Gemeindeſteuer
herange=
zogen ſind, von der Stadt Frankfurt gleichfalls zur
Ge=
meindeſteuer veranlagt werden. Es führt das fortgeſetzt
zu Schreibereien, bei welchen der Arbeiter den Nachteil hat.
Auf die Einrede gegen die Veranlagung werden die
Ar=
beiter auf den Weg des Verwaltungsſtreitverfahrens,
welches in dieſem Falle in Wiesbaden zu erfolgen hat,
verwieſen. Hierzu haben dieſe Leute weder Zeit noch
Geld. Nach allgemeinem Begriff iſt der Wohnſitz
aus=
ſchlaggebend für die Veranlagung zur Gemeindeſteuer,
und es iſt an dieſer Uebung ſeither auch ſeitens der Stadt
Frankfurt feſtgehalten worden. In neuerer Zeit mehren
ſich nun die Fälle, trotzdem das Gemeindeſteuergeſetz in
Preußen bereits 1893 geſchaffen wurde, daß die Stadt
Frankfurt von der ſeither geübten Praxis abweicht, und
die Arbeiter, die ihren Wohnſitz in der Heimatgemeinde
haben und bloß die Woche über in Frankfurt arbeiten,
gleichfalls zur Gemeindeſteuer heranzieht. Es wäre
jeden=
falls an der Zeit, daß eine ſichere Grundlage geſchaffen
würde, die eine Doppelbeſteuerung für die Zukunft
aus=
ſchließt. — Die Heranziehung der Landwirtſchaft zur
Ge=
werbeſteuer muß, beanſtandet werden.
Abg. Molthan möchte die Frage des
Generalpar=
dons nochmals erörtern. Es iſt doch ſicher, daß in den
Staaten, da dieſer Pardon eingeführt iſt, gute Reſultate
damit gemacht wurden. Trotzdem wir eine Reihe ſcharfer
Strafbeſtimmungen haben, iſt es Tatſache, daß alljährlich
große Summen an Steuern defraudiert werden. Die
Be=
denken, die der Regierungsvertreter geäußert, namentlich,
daß Defraudanten ſich fortgeſetzt auf dieſen Pardon
ver=
laſſen, werden beſeitigt, wenn man den Generalpardon
nur einmal, nicht periodiſch einführt. Die ſcharfe Kritik
die der Abg. Henrich an dem Gemeindeſteuergeſetz geübt
hat, iſt doch nicht berechtigt. Ich bin, bei aller
Wertſchätz=
ung der Fähigkeiten des Abg. Henrich der Anſicht, daß das
Geſetz auch nicht anders geworden wäre, wenn er es mit
beraten hätte. Das Geſetz iſt ſicher kein ideales, und es
wird auch einmal der Zeitpunkt kommen, in dem man an
eine Reform herantritt, aber ſo wie es iſt, war es eben
nur möglich, wenn man überhaupt etwas ſchaffen wollte.
Uebrigens iſt auch erreicht, was wir und die Regierung
wollen, eine Entlaſtung der kleineren Einkommen im
Ge=
werbebetrieb. Eine Wirkung des Geſetzes iſt aber jetzt
noch nicht zu beurteilen. Die Landwirtſchaft iſt
keines=
wegs mehr belaſtet, wie der Abg. Hauck annimmt. Die
Stempelſteuer finden auch wir ſehr hoch und wünſchen
be=
ſonders Herabſetzung des Immobilien= und
Feuerver=
icherungsſtempels. Dem Herrn Geheimerat Becker kann
ich nicht zuſtimmen, daß nicht eine Reihe von akademiſchen
Beamten durch mittlere erſetzt werden könnte. Ich teile
darin die Anſicht des Abg. Henrich, daß nämlich die
(Praxis beſſer und wichtiger iſt als die Vorbildung. Die
Steuererhebung wird kaum zu verbilligen ſein.
Abg. Buſold: Die verſchiedenen Wünſche, betr. die
Beſeitigung der Doppelbeſteuerung, möchte ich natürlich
unterſtützen. In meiner Eigenſchaft als Arbeiterſekretär
habe ich die Erfahrung machen müſſen, daß unſere
Steuer=
erhebung immer bureaukratiſcher wird. Es muß
bean=
ſtandet werden, daß die Steuerbehörde faſt ausſchließlich
das Intereſſe des Fiskus wahrnimmt und daß die
Be=
amten keinerlei ſoziales Verſtändnis zeigen. Früher
brauchte ein Dienſtmädchen auf dem Lande keinerlei
Steuern zu bezahlen. Jetzt werden alle Dienſtmädchen, die
doch faſt alle unbemittelt ſind, zur Steuer herangezogen.
Die Zunahme der Steuereinnahmen iſt nicht auf
wachſen=
den Wohlſtand, ſondern nur auf ſtrenaſtes Vorgehen der
Steuerbehörden zurückzuführen. Die Beamten gehen oft
ſchikanös vor. — Vizepräſident Dr. Schmitt: Ich muß
dieſen Ausdruck als unzuläſſig bezeichnen. — Abg.
Bu=
old: Ich meine damit nicht alle Beamten (Aha! Hört!),
aber ich muß, ſelbſt auf die Gefahr hin, einen Ordnungsruf
zu erhalten, das wiederholen. — Vizepräſident Dr.
Schmitt: Sie haben den Ausdruck, den ich als
unzu=
läſſig bezeichnet habe, eben wiederholt. Ich rufe Sie
dafür zur Ordnung! — Abg. Buſold: Es iſt
Tatſache, daß die Steuerbehörde außerordentlich
bureau=
kratiſch arbeitet. Ich kann dafür eine ganze Reihe
Bei=
ſpiele aus der Praris anführen. Redner erzählt zahlreiche
Fälle, in denen nach ſeiner Anſicht ſteuerliche Schikane
vor=
liegt. Ich möchte die Reaierung weiter erſuchen, daß die
von uns veranſtalteten allgemein belehrenden
Lichtbilder=
vorträge ſteuerfrei bleiben. Es empfiehlt ſich dringend,
in den verſchiedenen Orten Auskunfteien für Steuerfragen
zu errichten.
Geheimerat Dr. Becker: Es iſt doch unerhört, an
dieſer verantwortlichen Stelle in ſolcher Form, wie
es geſchehen iſt, nicht etwa nur Beſchwerden zu erheben,
ſondern einfach abſichtlich die Steuerbehörde herunter zu
reißen. Ich muß beſonders die Form, in der dies geſchah,
mit aller Entſchiedenheit zurückweiſen. (Zuſtimmung.)
Ich muß es mit aller Entſchiedenheit zurückweiſen, daß
man hier ſo gegen eine Behörde hetzt, die ſich allein an das
Geſetz hält und daß man ihr darum den Vorwurf macht,
ſie handle ſchikanös. Ich muß es als unerhört bezeichnen,
wenn man ſich hier hinſtellt, und eine Anzahl Fälle
an=
führt, die ſchwere Angriffe darſtellen, ohne vorher dem, den
mnan damit angreift, Gelegenheit zu geben, ſich zu
ver=
teidiaen oder uns die Gelegenheit zur Information. Was
ſoll ich auf die beweislos vorgebrachten Fälle hier
ant=
worten? Ich kann nur feſtſtellen, daß die Behörde in
jedem Fall ihre Gründe für ihr Vorgehen gehabt haben
wird. Es iſt unerhört, wenn man hier Einzelfälle
vor=
bringt, nicht um Abhilfe zu ſchaffen, ſondern nur um zu
beweiſen, daß die Steuerbehörde immer weniger ſoziales
Verſtändnis entwickelt, als es früher der Fall war. Der
Abg. Buſold ſcheint zu verwechſeln, was die Behörde
zu tun hat, und was ſie nach ſeiner Meinung tun ſollte,
was aber keineswegs den geſetzlichen Vorſchriften
ent=
pricht und was ſie darum nicht tun wird und wenn der
Abg. Buſold noch mehr Lungenkraft aufwenden ſollte.
Denn was der Abg. Buſold will, iſt ein willkürliches,
un=
geſetzliches Verfahren. Die geſetzlichen Vorſchriften allein
ſind, ſo lange wir noch die dermalige Staatsordnung
haben, maßgebend, daran werden unſere Steuerbehörden
feſthalten für alle Zeiten. (Zuruf der Soz.: Das hat noch
kein Menſch beſtritten. Unruhe.) Daß der Abg. Buſold
ein ungeſetzliches Vorgehen verlangt hat, beweiſt allein
ſchon, daß er ſich darüber beklagt, daß die Dienſtmädchen
zur Steuer herangezogen werden. Wenn er verlaugt
hätte, daß die kleinen Einkommen überhaupt frei bleiben,
wäre das etwas anderes geweſen, aber einen beſtimmten
Stand auszunehmen, iſt ungeſetzlich. Er hat weiter die
Beitreibungsverfahren kritiſiert und dabei die teuren
Zeiten angeführt. Ja, auch die teuren Zeiten können uns
nicht veranlaſſen, gegen die geſetzlichen Beſtimmungen zu
verſtoßen. Wenn man überhaupt von ſozialem
Verſtänd=
nis ſpricht, muß ich doch fragen, ſteht das Dienſtmädchen,
das von ſeinem Lohn höchſtens ſeine Kleider zahlen muß,
ſonſt aber alles frei hat, nicht beſſer da, als ein
Lohn=
arbeiter, der mit dem gleichen Einkommen noch ſeine
Fa=
milie ernähren muß? (Sehr richtig!) Der Abg. Buſold
hat weiter geſagt, daß unſer Steuerſyſtem die kleinen
Einkommen belaſtet und die Beſitzenden entlaſtet. Ich
ver=
weiſe dazu auf die Zahlen, die ich ſchon am Freitag
ange=
führt habe (Abg. Buſold: Das beweiſt garnichts!
Heiter=
keit.) Wenn Herr Buſold behauptet hat, die
Steuer=
beamten vertreien das fiskaliſche Intereſſe, ſo muß ich
doch auch hier fragen, muß der Beamte ſich nicht an die
geſetzlichen Beſtimmungen halten? Wenn das etwa nichtt
geſchehen ſein ſollte, dann muß ich den Abg. Buſold bitten,
mir die einzelnen Fälle zu bezeichnen, damit ich ſie
unter=
ſuchen und nachprüfen kann. Wie nötig es aber iſt, aucht
die kleineren Einkommen einmal genau anzuſehen,
be=
weiſt ein Fall aus einer benachbarten Stadt. Dort hat
eine Nachprüfung ergeben, daß mehr als die Hälfte der
kleinen Einkommen zu niedrig verſteuert wurden, Der
Abg. Buſold hat Fälle angeführt, die jahrelang
zurück=
liegen, Jahrelang habe ich die Akten da gehabt und
darauf gewartet, heute endlich kommen die Fälle, ich habe
alſo doch nicht lange genug damit gewartet. Es handeltt
ſich ausſchließlich um rechtliche Fragen, in denen auf
Grund der Entſcheidung des Oberlandesgerichts
vorge=
gangen wurde. Soweit die geſetzlichen Beſtimmungen das
zulaſſen, verfährt die Steuerbehörde ſo ſozial wie es nur
möglich iſt. Die Einrichtungen, die der Abg.
Buſold=
wünſcht, wie die Auskunftsſtellen und dergleichen, werden
in ſeinem Sinne nur dann wirken, wenn Herr Buſold
ſelbſt der Leiter dieſer Einrichtungen wird. (Heiterkeit!
Sehr richtig!)
Was der Abg. Hauck über die Doppelbeſteuerung
ge=
ſagt hat, iſt richtig. Sein Antrag wird ja Gelegenheit
geben, weiter darüber zu verhandeln. Er hat weiter die
ſchärfere Heranziehung der Landwirtſchaft zur
Gewerbe=
ſteuer gerügt. Es fehlt jetzt nur noch das Kapital, dann
haben ſich alle Stände gegen die ſchärfere Heranziehung
durch das neue Geſetz gewehrt. Wenn der Abg. Molthan
ausführte, daß die Bedenken der Regierung beſeitigt
würden, wenn man den Generalpardon nur einmal
ein=
führte, ſo iſt das zum Teil richtig. Doch möchte ich auch
hierzu nochmals auf meine Ausführungen vom Freitag
verweiſen. Die richtige Zeit für dieſen einmaligen
Ge=
neralpardon iſt aber jetzt wohl verpaßt, ſie wäre gegeben
geweſen beim Inkrafttreten des neuen
Gemeindeumlagen=
geſetzes. Ich bezweifle aber, daß man viel mit dem
Par=
don erreicht hätte und kann mitteilen, daß wir auch ohne
dieſen im nächſten Jahre allein von 5 Firmen 100000
Mark mehr Steuern erhalten. Daraus dürfte der Abg.
Buſold auch erſehen, daß nicht allein das ſtrengere
Vor=
gehen der Steuerbeamten die Schuld an der Steigerunge
von Steuereinnahmen trägt. (Beifall.)
Abg. Wolf=Stadecken bittet die Regierung, recht
bald die Frage der eventuellen Verlängerung des
Beam=
tenbeſoldungsproviſoriums zur Erledigung zu bringen,
damit die Gemeinden keine Steuereinbuße erleiden.
Der Abg. Lutz hat nur für ſeine Perſon geſprochen, wenn
damit auch nicht geſagt ſein ſoll, daß ich ihn etwa
abſchüt=
teln will. Bei uns darf jeder ſeine eigene Meinung
haben und äußern. Die Herabſetzung der Stempelſteuer,
die er gefordert hat, unterſtützen wir; bezüglich der
Her=
anziehung der Landwirtſchaft zur Gewerbeſteuer ſtimme
ich dem Abg. Hauck bei. Was der Abg. Buſold geſagt
hat, war nicht nur in der Form, ſondern auch dem Inhalt
nach eine reine Volksverſammlungsrede. Ich will die
Finanzbeamten ſicher nicht in Schutz nehmen, aber ſo, wie
ſie der Abg. Buſold geſchildert hat, ſind ſie nicht. Es gibt
wohl keinen Steuerbeamten, der ein einwandfreies
Ma=
terial nicht anerkannt hat. Wenn er kein einwandfreies
Material erhält, iſt es eben nicht ſeine Schuld. Die
Steuerzahler, die nur immer über die Steuer räſonnieren
am Biertiſche, ohne einmal nachzurechnen, wie weit die
Anſtände berechtigt ſind, und die ihrem Unmut ſchließlich
nur noch dadurch Ausdruck geben können, daß ſie
Sozial=
demokraten wählen, darf man nicht in Schutz nehmen.
Daß der Abg. Buſold ſich darüber beſchwerte, daß Dienſte
mädchen zur Steuer herangezogen werden, iſt eigentlich
unbegreiflich und jedenfalls ungeſetzlich. Es iſt keine
Po=
itik, fortgeſetzt Anträge zu ſtellen, die das Budget
be=
laſten und dann dem Finanzminiſter die Steuern zu
ver=
weigern. (Sehr richtig!)
Abg. Hartmann: Ich bin nicht der gleichen Anſicht,
wie mein Freund Buſold, daß die Steuerbeamten
ſchika=
nös ſind oder nicht ſozial fühlen. Nur meine ich, daß ſie
das faſt ausſchließlich den höheren Klaſſen gegenüber ſind,
die ſie durchaus nicht ſchikanös und ſehr entgegenkommend
behandeln. Ich meine, man ſollte in den oberen Klaſſen,
wo die meiſten Steuerdrücker ſitzen (Heiterkeit), ſtrenger
vorgehen. — Abg. Wiegand bittet um die Verleihung
eines anderen Titels für die Finanzamtsgehilfen. — Abg.
Adelung: Der Abg. Wolf hat wieder mal eine
Moral=
rede gehalten. Solche Moralreden höre ich ab und zu
ganz gern einmal von ihm. Er hat aber heute
gewiſſer=
maßen offene Türen eingerannt, denn der Abg. Buſold
hat doch keineswegs Steuern verweigert. Er hat doch nur
das Syſtem gekennzeichnet, und zwar meines
Erachtens=
mit Recht. Ich meine darum auch, es war nicht angebracht,
daß der Herr Geheimerat Dr. Becker die Ausführungen
Buſolds als unerhört und als Hetzereien bezeichnete. Was
übrigens die Zahlen des Geheimerats Becker betrifft, ſo
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Nummer 48.
beweiſen ſie tatſächlich nicht viel. Es wird dem Herrn
Geheimerat Becker ſchwer halten, zu beweiſen, daß wir
jemals behauptet haben, daß unſere direkten Steuern
den Beſitz ſchonen und die Minderbemittelten belaſten.
Wir haben das nie getan und haben auch die direkten
Steuern ſtets bewilligt. Aber die indirekten Steuern
verſchieben das Bild gewaltig. Bei dieſen halten wir es
aufrecht, daß ſie die Minderbemittelten belaſten, und wir
halten das ſo lange aufrecht, bis der Herr Geheimerat das
Gegenteil beweiſt. Den Antrag Hauck, bezüglich der
Dop=
pelbeſteuerung eine Verſtändigung mit den Nachbarſtaaten
herbeizuführen, unterſtützen wir.
Abg. Lutz kommt
nochmals auf das Erbſchaftsſteuergeſetz zu ſprechen und
bleibt der Anſicht, daß die Auslegung dieſes Geſetzes für
die Landwirtſchaft ungünſtig erfolgt. Dem Abg. Wolt
muß ich doch erwidern, daß er keineswegs etwa berechtigt
war, heute eine Erklärung namens der Partei abzugeben.
Ich habe im Einverſtändnis mit weitaus der Mehrzahl
meiner Partei geſprochen und wiederhole, daß wir
ent=
ſchiedene Gegner davon ſind, daß die Erbanfallſteuer auch
auf Deſzendenten ausgedehnt wird. (Hört, hört!
Zwi=
ſchenrufe.) Redner beſpricht dann wiederholt die
Verein=
fachung der Steuerbehörde und ſeine hierzu gemachten
Vorſchläge, und nimmt dann die Provinz Oberheſſen
da=
gegen in Schutz, daß ſie die wenigſten Steuern aufbringe.
Darauf ſchließt die Beratung. Das Kapitel
12 wird im erſten Teil des Ausſchußantrages,
Ge=
nehmigung der Einnahmen mit 25 182655 Mark und
der Ausgaben mit 2819683 Mark zu bewilligen,
an=
egenommen.
Zu Kapitel 13. Landſtände, beantragt der
Be=
richterſtatter Abg. Beſt, die Summe der Ausgaben auf
42 148 Mark zu erhöhen. Das Haus ſtimmt dem zu.
Auch zu Kapitel 8: Bad Nauheim und Bad
Salz=
hauſen liegt eine Nachtragsforderung vor.
Bericht=
erſtatter Abg. Brauer beantragt, für Kanalbauten uſw.
in Nauheim 96000 Mark mehr zu bewilligen und die für
Waſſerverſorgung von Forſthaus Winterſtein geforderten
8000 Mark zu ſtreichen. Das Haus ſtimmt zu.
Zu Kapitel 14: Staatsminiſterium, werden
nach dem Ausſchußantrag 81684 Mark in Ausgabe
be=
willigt. — Abg. Henrich frägt an, wie es mit dem
früher bereits eingebrachten Antrag bezüglich der
Verſetz=
ung der Stadt Darmſtadt in die Ortsklaſſe B (der
Woh=
nungsgeldzuſchüſſe) ſteht und ob die neue
Beſoldungsord=
nung etwa ungünſtig in dieſer Beziehung wirken könnte
für die Reichsbeamten.
Staatsminiſter v. Ewald Exz.: Die Frage, ob
Darm=
ſtadt aus der Ortsklaſſe C in die Ortsklaſſe B verſetzt
werden könne, iſt noch nicht erledigt. Es ſchweben darüber
noch Erhebungen. Die weitere Frage, ob von der
Beſol=
dungsvorlage eine ungünſtige Wirkung zu erwarten ſein
wird, iſt zu verneinen. Dafür bürgt wohl die
Tat=
ſache, daß das Reichsſchatzamt anerkannt hat, daß die
Feſt=
ſtellungen über die Wohnungsverhältniſſe der heſſiſchen
Beamten nicht maßgebend ſein dürfen für die Beamten,
die das Reich bezahlt. Das Reich bezahlt ſeine Beamten
bekanntlich beſſer, infolgedeſſen iſt auch der
Wohnungs=
aufwand der heſſiſchen Beamten niedriger.
Abg. Dr. Oſann: Die Erklärung des Herrn
Staats=
miniſters iſt für die Beamten ja ſehr erfreulich; doch bitte
ich die Regierung dringend, nochmals in Berlin vorſtellig
zu werden, damit die Sache doch endlich einmal erledigt
wird und daß ſie zu einem für Darmſtadt günſtigen
Ab=
ſchluß gebracht wird. (Bravo!)
Die Kapitel 15, 16 und 17 werden nach den
Ausſchuß=
ranträgen bewilligt.
Zu Kapitel 18: Verwaltungsgerichtshof,
führt Abg. Dr. Schmitt Klage über die ſehr
mangelhaf=
ten Zuſtände, die an unſerem höchſten Gerichtshof
herr=
ſchen, allein ſchon in den äußeren Raumverhältniſſen.
Be=
ſonders rügt er den Mangel einer telephoniſchen
Ver=
bindung, ferner dieTatſache, daß dieAkten
desVerwaltungs=
gerichtshofes in der Brandverſicherungskammer
aufge=
hoben werden, daß der Verwaltungsgerichtshof kein
eige=
nes Dienſtperſonal hat und der Präſident kein eigenes
Bureau.
Staatsminiſter Dr. v. Ewal dExz.: Ich habe dem Herrn
Präſidenten des Verwaltungsgerichtshofes zur
Ab=
haltung von Sitzungen uſw. ein Zimmer im
Gerichtsge=
bäude zur Verfügung geſtellt, jedoch iſt davon noch kein
Gebrauch gemacht worden. Die Frage des eigenen
Per=
ſonals für den Verwaltungsgerichtshof iſt noch nicht
ſpruchreif. Das vorhandene Perſonal hat bis jetzt
aus=
gereicht: wenn das in Zukunft nicht mehr der Fall ſein
follte, wird eine entſprechende Anforderung im nächſten
Voranſchlag erfolgen. — Das Kapitel wird dann
ange=
nommen.
Debattelos angenommen werden nach den
Ausſchuß=
anträgen die Kapitel 19, 20, 21 und 22.
Zur Hauptabteilung
Miniſterium des Innern
wird zunächſt eine Generaldebatte eröffnet.
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach Exz.
führt hierzu aus:
Allgemein iſt von den Rednern in der Generaldebatte
die günſtige wirtſchaftliche Lage, die Aufwärtsbewegung
in Handel, Induſtrie und Landwirtſchaft anerkannt
wor=
den. Die Regierung iſt ſelbſtverſtändlich beſtrebt, die
günſtige Entwickelung mit allen Kräften zu fördern und
etwaigen Hemmungen entgegenzuwirken. Daß dieſe
Be=
ſtrebungen auf dem Gebiete der Landwirtſchaft Billigung
und Anerkennung finden, durfte ich aus den
Ausführun=
gen des Herrn Abgeordneten Weber zu meiner Freude
entnehmen. Seinen wertvollen Anregungen, namentlich
hinſichtlich der Mitwirkung von forſtlichen
Sachverſtändi=
gen bei den Feldbereinigungen, hinſichtlich der
Förder=
ung der in erfreulichem Aufſchwung befindlichen
Pferde=
zucht, werden wir gerne nähertreten. Zur Förderung
der Weidewirtſchaft beabſichtigen wir, mit der
Um=
wandlung unrentabel gewordener
Schäl=
waldflächen in Weideland im Odenwald einen
Ver=
ſuch zu machen und iſt den Ständen eine dahingehende
Nachforderung — es ſind vorerſt nur 5000 Mark dazu
er=
forderlich — bereits zugegangen, ſo daß im Falle
ſtän=
diſcher Zuſtimmung die Ausführung alsbald in Angriff
genommen werden kann. Mit Befriedigung kann ich
mitteilen, daß im vergangenen Jahre in Gemeinſchaft
mit Preußen die Naheregulierung vollendet
wor=
den iſt, ein Werk, das das Ziel von faſt ein Jahrhundert
währenden Verhandlungen gebildet hat. Dadurch ſind
auf heſſiſcher Seite zirka 512 Hektar Felder und Wieſen
durch umfaſſende Schutzbauten gegen Hochwaſſer geſichert
worden. Für den heſſiſchen Anteil waren die Koſten
ver=
anſchlagt auf 194320 Mark, die zu zwei Dritteln auf die
Staatskaſſe zu übernehmen ſind. Die Arbeiten wurden
im April 1911 begonnen und konnten, dank dem
Ent=
gegenkommen und der Mitarbeit der preußiſchen
techni=
ſchen Verwaltungsbehörden, bereits im November v. J.
zu Ende geführt werden. Als Trübung in dem allgemein
ſonnigen Bild unſeres wirtſchaftlichen Lebens wurde die
noch immer andauernde Teuerung der
Lebensmittel, insbeſondere der
Fleiſch=
preiſe, bezeichnet. Die von der Reichs= und
Landes=
regierung gegen die Fleiſchteuerung ergriffenen
vorüber=
gehenden Maßnahmen hätten ſich, meint der Herr
Abge=
ordnete Henrich, nicht als genügend wirkſam erwieſen
und die Städte gezwungen, dem Metzgergewerbe eine
ſchädliche Konkurrenz zu machen. Tatſächlich ſind die
Fleiſchverkaufspreiſe in 1912 im
Großherzog=
tum durchweg geſtiegen. Neben den genannten
Maß=
regeln hat die Reichsleitung es für angezeigt erachtet, in
eine eingehende Erörterung der Frage einzutreten, wie
derzeit die allgemeinen Verhältniſſe im Vieh= und
Fleiſchhandel liegen und welche Mittel etwa zur
Abſtel=
lung von Mißſtänden in Frage kämen, die auf dieſem
Gebiete vorhanden ſein ſollten. Sie hat zu dieſem Zweck
eine Kommiſſion von Vertretern der in Betracht
kommen=
den Intereſſentengruppen aus allen Teilen des Deutſchen
Reiches zuſammenberufen, die ihrerſeits eine große
An=
zahl von Sachverſtändigen über alle in Betracht
kommen=
den Fragen vernehmen, zum Schluß das Ergebnis aus
den Darlegungen ziehen und ihrerſeits Vorſchläge und
Anregungen geben ſoll, ob überhaupt, und
bejahenden=
falls, welche Maßregeln zur Beſeitigung etwaiger
Miß=
ſtände ergriffen werden können. In der Kommiſſion
ſo=
wohl wie unter den Sachverſtändigen ſind die
Produzen=
en, d. h. die Landwirte (große ſowohl wie mittlere und
kleine), die Kommiſſionäre, die Viehhändler, die
Flei=
ſcher und die Städte vertreten. An den Verhandlungen,
die in Berlin geführt werden, nehmen auch Vertreter der
einzelnen Bundesſtaaten teil. Bei der Wichtigkeit der
ganzen Frage auch für das Großherzogtum Heſſen hat
die Großh. Regierung es für angezeigt erachtet, auch
ihrerſeits durch einen Beamten an den Verhandlungen
teilzunehmen. Die Erörterungen ſind vertraulich, es
können darum über ihren Verlauf zurzeit nähere
Mitteil=
ungen nicht gemacht werden. Eine bedauerliche
Begleit=
erſcheinung der Fleiſchteuerung iſt der Rückgang im
Fleiſchkonſum. Wie im Reich, ſo iſt auch bei uns
in Heſſen der Fleiſchkonſum zurückgegangen. Wenn auch
die Tatſache des Rückgangs des Fleiſchkonſums
ſorgfäl=
tigſte Beachtung verdient, ſo liefern uns dieſe amtlichen
Zahlen doch noch längſt kein erſchreckendes Bild. Sie
zei=
gen zunächſt, daß die Behauptung des Herrn
Abgeord=
neten Ulrich, wir hätten noch nie einen ſo geringen
Kon=
ſum gehabt, wie in 1912, in dem amtlichen Material keine
Beſtätigung findet. In 1906 und 1910 war der Konſum
geringer, wie in 1912. Seit 1905 iſt er überhaupt nicht
ſehr erheblich geſunken. Der Durchſchnittsverbrauch an
Fleiſch auf den Kopf der Bevölkerung iſt im Deutſchen
Reich immer noch ganz erheblich höher, wie in Frankreich,
und etwa eben ſo groß, wie in England. Von einer
Ge=
fahr der Unterernährung iſt aber in jenen Ländern, ſoweit
mir bekannt, niemals die Rede geweſen. Auch die
Be=
hauptung des Herrn Abgeordneten Ulrich, daß der
Rück=
gang in der Volksvermehrung eine Folge der
Unterernährung ſei, kann ich nicht unwiderſprochen laſſen.
Die wirtſchaftliche Lage der Bevölkerung, auch der
Min=
derbemittelten, hat ſich in den letzten Jahrzehnten durch
die Erhöhung der Arbeitslöhne ganz unzweifelhaft
ge=
hoben und iſt viel beſſer als zu Zeiten, wo wir günſtigere
Geburtsziffern hatten, wie heute. Ein
Geburten=
rückgang in den letzten Jahren iſt, wie in ganz
Deutſch=
land, auch in unſerem Lande zu konſtatieren. Die Gründe
dieſer Erſcheinung zu erörtern, wird nicht ganz leicht ſein,
da die Urſachen wohl in einer ganzen Reihe von
Verhält=
niſſen zu ſuchen ſind; kein Zweifel beſteht aber darüber,
daß es der Wille der Bevölkerung iſt, die Geburten zu
beſchränken. Ueber die Bevölkerungsbewegung in Heſſen
gibt die von Herrn Regierungsrat Knöpfel verfaßte
Feſt=
chrift über „Die Zukunft Deutſchlands” umfaſſenden
Aufſchluß an Hand zahlreicher wertvoller Tabellen.
Ver=
gleicht man die Geburtenziffern mit den
Sterblichkeits=
ziffern, ſo haben wir immerhin noch einen erheblichen
Geburtenüberſchuß, weil eben dieSterblichkeit, dank unſerer
Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuchen, die
früheraußer=
ordentliche Verheerungen anrichteten, und dank der
fort=
währenden Verbeſſerung unſerer allgemeinen hygieniſchen
Verhältniſſe, außerordentlich zurückgegangen iſt. Auch die
Bekämpfung der Säuglingsſterblichkeit hat in
unſerem Lande ſehr große Erfolge gehabt. Es iſt das
im weſentlichen das Verdienſt der gerade in unſerem
Lande muſtergültigen Organiſation der Mutterberatung
und Säuglingsfürſorge und der zahlreichen auf dieſem
Gebiete tätigen privaten Vereine. Wenn wir erkannt
haben, daß die Einſchränkung der Geburtenziffer auf dem
freien Willen der Bevölkerung beruht, ſo werden wir
eine Aenderung dieſer Verhältniſſe nur dadurch
herbei=
führen können, daß wir die Bevölkerung davon
überzeu=
gen, daß ſie ſich auf falſchem Wege befindet. Vom
Stand=
punkt der Ethik und der Volkswirtſchaft aus iſt jede
künſt=
liche Einſchränkung der Kinderzahl zu verwerfen.
Der Herr Abgeordnete Molthan hat es beklagt, daß
der Winzerſtand an dem erfreulichen Aufſchwung, den die
Landwirtſchaft aufzuweiſen hat, nicht teilgenommen
habe. Das einzige gute Jahr 1911 habe die Fehlſchläge
vorderer Jahre nicht wettmachen können. Er wolle darum
die Regierung auf die Reblausgefahr hinweiſen und vor
allem um eine mildere Behandlung der Beſtimmungen
bitten, wenigſtens doch in dem Maße, als ſie Preußen
ge=
währt. Wenn auch in einzelnen Weinbaugebieten im
Jahre 1912 die Hoffnungen auf eine außergewöhnlich gute
Ernte durch Froſtſchaden vernichtet wurden, ſo iſt doch
darauf hinzuweiſen, daß dies für den größten Teil des
heſſiſchen Weinbaugebietes nicht zutrifft, denn die
Trauben waren größtenteils ſo weit entwickelt, daß der
Froſt keinen Schaden mehr anrichten konnte. Wir können
mit der erfreulichen Tatſache rechnen, daß der Wert der
912er Weinernte in Heſſen auf über 19 Millionen Mark
geſchätzt wird, gegenüber einem Durchſchnitt von 10
Mil=
lionen Mark.
Wenn der Herr Abgeordnete Ulrich geglaubt hat, aus
der Tatſache, daß ich Seiner Königlichen Hoheit dem
Großherzog die Wiederbeſtätigung des vor 6=
Jahren zuvor erſtmalig beſtätigten Beigeordneten
Eißnert in Offenbach vorgeſchlagen habe, Schlüſſe auf
eine Aenderung in der Haltung der Regierung gegenüber
der Frage der Beſtätigung ſozialdemokratiſcher
Bürger=
meiſter und Beigeordneten für zukünftige Fälle ziehen
zu ſollen, ſo werden ihm Enttäuſchungen nicht erſpart
bleiben. Der Herr Abgeordnete Ulrich hat dann weiter
gemeint, die Regierung wolle zu viel regieren und greife
zu ſtark in die Selbſtverwaltung ein. Dafür hat er zwei
Fälle angeführt, die Offenbach betreffen und die vom
Red=
ner eingehend widerlegt werden.
Damit ſchließt die Sitzung um 1½ Uhr. Nächſte=
Sitz=
ung nachmittags 3¼ Uhr.
54. Sitzung=
Die Nachmittagsſitzung wird um 3,20 Uhr durch
Bize=
präſident Dr. Schmitt eröffnet.
Am Regierungstiſche: Finanzminiſter Braun Exz.,
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach Exz.,
Geheimeräte Beſt, Süffert, MMiniſterialrat
Höl=
zinger.
Die Generaldebatte zum Miniſterium des Innern
wird fortgeſetzt.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
Exz.: Abgeordneter Dr. Weber hat ſich gegen das
Kirchen=
geſetz vom 26. Auguſt 1912 über die Verbeſſerung der
Einkünfte der Pfarrſtellen und des Zentralkirchenfonds
gewendet, und zwar wegen der durch das Geſetz
veran=
laßten Belaſtung der Kirchengemeinden mit kirchlichen
Umlagen. Weil dieſes Geſetz die grundſätzliche
Zuſtim=
mung des Staates, wenn auch, wie ich ſpäter noch
aus=
führen werde, nicht bedingungslos gefunden hat, ſcheint
es mir doch geboten, auf die Angriffe näher einzugehen,
Das Geſetz will grundſätzlich für jede Pfarrſtelle ein
Jah=
reseinkommen von 3500 Mark aus örtlichem Vermögen
ſicherſtellen und in etwa 40 Jahren dieſes Ziel erreichen.
Für die Einrichtung der örtlichen Ergänzungsfonds war
das Beſtreben der heſſiſchen Landeskirche beſtimmend, ihre
Einnahmen auf eine feſtere Grundlage zu ſtellen, als dies
die Steuer iſt, und gerade dem Zweck, ein weiteres
Stei=
gen der Steuer in Zukunft zu verhindern, ſoll die
allmäh=
liche Verbeſſerung der einzelnen Pfarrbeſoldungsfonds
dienen. Die Anſammlung von Fonds zur Beſtreitung
kirchlicher Bedürfniſſe halten wir an ſich nicht für
unver=
einbar mit dem Geſetz über das Beſteuerungsrecht der
Kirchen vom 23. April 1875, und zwar um ſo weniger, als
ja auch in dem Staatshaushalt derartige Fonds für
Aus=
gaben, die nicht augenblicklichen Bedürfniſſen dienen,
unter Inanſpruchnahme von Steuern geſammelt
wer=
den. Ausgleichsfonds! Auch die nach dem
Gemeinde=
umlagengeſetz auf die Pfarrbeſoldungsgüter entfallenden
Umlagen ſind durch das Geſetz den örtlichen
Kirchen=
gemeinden auferlegt worden, weil dieſe Güter im
Eigen=
tum der Kirchengemeinden ſtehen und um ein weiteres
Steigen der allgemeinen ebangeliſchen Kirchenſteuern, die
bereits die höchſten unter allen Landeskirchen
Deutſch=
lands ſind, zu vermeiden. Ein Zwang wird allerdings
auf die Kirchengemeinden nach der dermaligen Lage der
Staatsgeſetzgebung nicht ausgeübt werden können. Für
das Jahr 1913 ſind übrigens bereits die nach dem Geſetz
aufzubringenden Fehlbeträge (im ganzen etwa 27000
Mark) auf die Kirchengemeinden faſt durchweg ohne
Wei=
gerung, unter ausdrücklicher Billigung des Geſetzes,
übeſ=
nommen worden.
Abg. Korell=Ingelheim: Ich bin der Anſicht, daß
man in der Frage des Geburtenrückganges jetzt das erntet,
was man lange vorher geſäet hat. Die vornehmen
ſozig=
len Schichten unſeres Volkes ſind in dieſer Hinſicht
voran=
gegangen und die unteren folgen nunmehr. In erſter
Linie muß aus ethiſchen Gründen gegen die Kalamität
der Geburtenbeſchränkung vorgegangen werden. Man
hat immer mehr die materiellen Güter überſchätzt und
da=
mit naturgemäß die Pflichten gegen die Geſamtheit
unter=
ſchätzt. Vor allem ſollte die Geſetzgebung gegen die
An=
preiſung von Mitteln für die Verhütung der Konzeption
vorgehen. Dann aber muß man für kinderreiche Familien
beſonders ſorgen. Namentlich iſt das notwendig auf dem
Gebiete der Wohnungsfürſorge in den Städten, wo mit
Entſchiedenheit im Intereſſe der kinderreichen Familien
reformiert werden muß. Ferner muß alles geſchehen, um
die ländliche Bevölkerung ſeßhafter zu machen. An allen
hierzu ergriffenen Maßnahmen wird ſeine Partei gern
mitwirken. In dieſer Beziehung enthält das neue Werk
über die Geſchichte der heſſiſchen Landwirtſchaft in den
letzten 30 Jahren, das die Landwirtſchaftskammer
heraus=
gegeben, wertvolle Winke. Es geht u. a. aus dieſem
ſtati=
ſtiſchen Material hervor, daß die Zahl der weiblichen
Dienſtkräfte in der Landwirtſchaft ganz gewaltig
zurück=
gegangen iſt, beſonders ſolcher Kräfte, die das Vieh
be=
ſorgen. Damit hängt wohl auch der Rückgang der
Vieh=
zucht zuſammen. Aus den Angaben dieſes Werkes geht
auch hervor, daß eine bedeutende Preisſteigerung des
Grund und Bodens in den letzten 40 Jahren eingetreten
iſt, namentlich in Rheinheſſen. Daß das Werk auch die
Wichtigkeit der Fortſetzung der Feldbereinigung
aner=
kennt, iſt hocherfreulich. Gegen die Verſchuldung
länd=
lichen Beſitzes iſt die vom Abg. Weber angeregte
Amor=
tiſation der Hypotheken ein gutes Mittel. Das koloſſale
Zunehmen der kleinen Parzellenbetriebe widerſpricht der
Behauptung, daß die Freude und Luſt am
landwirtſchaft=
lichen Betriebe zurückgeht. Es ſcheint vielmehr, als ob
trotz der Zunahme der Fabrikarbeit vermehrte Neigung
zu landwirtſchaftlicher Betätigung beſteht. Auch ein
An=
wachſen des landwirtſchaftlichen Großbetriebes ſcheint
wieder zuzunehmen. Es ſind das erfreuliche Reſultate
der Bemühungen, die Bevölkerung wieder auf dem Lande
anſäſſig zu machen. Hingegen iſt das Anſteigen der
Bo=
denpreiſe unerfreulich, weil es die Seßhaftmachung
er=
ſchwert. Der größte Vorteil des genannten Werkes liegt
darin, daß es die landwirtſchaftliche Wirklichkeit ſchildert,
unabhängig von den Theorien des Freihandels und
Schutz=
zolles. Die Schätzung des 1912er Weines entſpricht
viel=
fach nicht den Tatſachen. Namentlich fehlt es an
Abſatz=
möglichkeiten. Zu der vorgeſehenen Konferenz über die
Reblausbekämpfung bitte ich die Weinbergsarbeiter
hin=
zuzuziehen. Ländliche Obſtmärkte haben nur dann Wert,
wenn ſie zentraliſiert bleiben. Redner wendet ſich dann
gegen den ihn und ſeine Partei kränkenden Zwiſchenruf
des Abg. Ulrich, daß er kein Verſtändnis für die
Arbeiter=
ſache habe. Dieſer Zuruf ginge von falſchen
Vorausſetz=
ungen aus. Allerdings beruht unſer Verſtändnis der
Ar=
beiterſache und Arbeiterbewegung auf anderen Prinzipien
als das der Sozialdemokratie. Die heutige Erklärung des
Miniſters des Innern bezüglich der Nichtbeſtätigung der
ſozialdemokratiſchen Gemeindebeamten bedauere ich. Es
liegen die dafür maßgebenden Motive nicht im Intereſſe
des Staatswohles. Wenn in der Behandlung der Staats=
Rheumatische Schmerzen, Reißen,
Hexenschuß. in Apotheken Fl. M 1.,30.
Nummer 48.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Seite 15.
bürger nach ungleichem Maßſtabe erſt einmal der Anfang
gemacht iſt, wird das weitergreifen und dann werden
ſchwere Kämpfe nicht ausbleiben. Geht doch ſchon jetzt
dieſe Behandlung auch auf einen Angehörigen meiner
Partei über. Die Nachprüfung allein darüber, ob der
Betreffende Sozialdemokrat iſt, darf nicht ſtichhaltig
wer=
den. Wir kranken in Heſſen geradezu an einer
Einſchränk=
ung der ſtaatsbürgerlichen Rechte. Erſt kürzlich iſt einem
Lehrer unterſagt worden, einen bildenden Vortrag in einer
Offenbacher Gewerkſchaft zu halten. Es ſoll ihm ſogar
nahegelegt worden ſein, ſich über die Gründe, die zu
die=
ſem Verbot führten, auszuſchweigen. Zur Frage der
Ein=
richtung von Landkrankenkaſſen halte ich es für notwendig,
daß man eingehend prüft, ob dieſe auch den beſtehenden
Krankenkaſſen vorzuziehen ſind. Redner kommt dann auf
die Ausführungen des Abg. Dr. Weber und die heutigen
des Miniſters des Innern zu ſprechen und bedauert, daß
die heutigen Herren der Nationalliberalen Partei das
Erbe ihrer Väter auf kirchengeſetzgeberiſchem Gebiete nicht
angetreten haben. Den Miniſter des Innern bitte er, auf
dieſem Gebiet einmal zu prüfen, ob da nicht zeitgemäß zu
reformieren iſt. Die Ausführungen des Abg. Weber
ließen diesmal, ſoweit ſie einen Angriff gegen das Geſetz,
betreffend die Bildung des Zentralkirchenfonds betrafen,
die ſonſt gewohnte gewiſſenhafte Prüfung vermiſſen. Das
Geſetz will doch weiter nichts, als eventuellen Ausfällen
gegenüber gewappnet zu ſein und die Kirche ſelbſtändiger
machen. Abg. Weber hat die unrichtige Behauptung
aufgeſtellt, daß die Kirchenſteuer mit der Staatsſteuer
automatiſch erhöht worden iſt, und daß dieſe Erhöhung
von 90000 Mark in den Zentralkirchenfonds gefloſſen iſt.
Das iſt nicht richtig, denn die Mehrerträge ſind alsbald
für die notwendigen Erhöhungen in den Gemeinden uſw.
verwendet worden. Redner beſpricht im weiteren ſehr
eingehend die kirchliche Geſetzgebung und fordert, das
Ge=
ſetz von 1875 zeitgemäß zu reformieren. Er ſchließt mit
der Verſicherung, daß ſeine Partei ſtets mitarbeiten wird
an der Gefundung der Landwirtſchaft, daß ſie in allen
Fragen, die die Arbeiterſchaft betreffen, treu feſthalte an
der ſozialen Gleichberechtigung der Arbeiterſchaft, und daß
ſie in den kirchlichen Fragen verſuchen wird, namentlich
ſoweit es finanzielle Fragen ſind, friedliche Löſung zu
finden. (Beifall.)
Abg. Grünewald: Ich ſtimme natürlich meinem
Parteifreund Korell zu, doch teile ich nicht ſeine
Befürch=
tung, daß demnächſt auch Angehörige unſerer Partei
nicht mehr in Ehrenſtellen beſtätigt werden. Die Tatſache,
daß wir eine Partei der Beigeordneten ſind, ſpricht eher
für das Gegenteil. Richtig iſt es, daß die Induſtrie im
Landtage nur wenig vertreten ſei. Der drohenden
Kon=
kurrenz der Frankfurter Univerſität müßte mit allen
Mit=
teln entgegengearbeitet werden. Die Frage des
Gebur=
enrückganges iſt ſehr bedauerlich. Man ſollte ſich der
Ein=
icht nicht verſchließen, daß an dem Geburtenrückgang
ein=
zig und allein die allgemeine Verteuerung der
Lebenshal=
tung ſchuld iſt. (Sehr richtig.) Wenn man dieſe
Grund=
urſache richtig erkannt hat, müſſe man an der richtigen
Stelle den Hebel anſetzen. Für ganz unwirkſam halte ich
das Verbot der Verhütungsmittel, das doch immer wird
umgangen werden kann. Man ſollte aber kinderreichen
Familien in ſteuerlicher Hinſicht und in der Frage des
Schulgeldes Erleichterungen zugeſtehen. Die zunehmende
Säuglingsfürſorge, die recht gute Reſultate gezeitigt hat,
iſt dankbar anzuerkennen. Die ſchon lange geforderte und
auch zugeſagte Reviſion der allgemeinen Bauordnung läßt
leider immer noch auf ſich warten. Es iſt das bedauerlich,
weil die beſtehende Bauordnung durchaus veraltet iſt. Es
wäre dringend zu wünſchen, wenn die Regierung hierüber
einmal beſtimmte Auskunft geben würde.
Abg. Dr. Schmitt (zunächſt ſchwer verſtändlich):
Wenn die Parteien des Balkankrieges ſoviel Verſtändnis
für ihre Aufgaben haben, wie ich es für die heutigen
Aus=
führungen des Abg. Korell habe, dann werden auch die
Balkanmächte bald zu einem Frieden kommen. (Hört!
Bravo!) Wir werden gern mitarbeiten an der Frage, wie
die finanziellen Verhältniſſe der Kirche zum Staat
ge=
regelt werden können. Zur Frage des Geburtenrückganges
bin auch ich der Meinung, daß die beſitzenden Klaſſen hier
mit dem ſchlechten Beiſpiel vorangegangen ſind, dem die
unteren Klaſſen jetzt folgen. (Sehr richtig.) Wenn dieſe
beſitzenden Klaſſen heute mit guten Ratſchlägen dienen,
ſo iſt das außerordentlich billig. (Sehr richtig.) Ich bin
aber der Meinung, wenn dieſe beſitzenden Klaſſen
wirk=
lich beſſern wollen, dann ſollen ſie nunmehr ſelbſt erſt mit
gutem Beiſpiel vorangehen. (Bravo, lebhafte Zuſtimmung.)
Ich möchte dann wiederholt die Frage der Ferienordnung
zur Sprache bringen und nochmals bitten, daß die alte
Ferienordnung wieder eingeführt wird. Man ſollte
hier=
zu vor allem auch die Eltern der Volksſchulen befragen.
Redner bringt dann einen Fall aus Obertshauſen zur
Sprache, in dem die Witwe eines Mitgliedes des
ſozial=
demokratiſchen Wahlvereins darum erſuchte, daß der
Wahl=
verein mit Fahne und Muſik fernbleibe, weil ſie ein
kirch=
liches Begräbnis wünſchte. Das Kreisamt hat dieſem
Wunſch Rechnung getragen und die Teilnahme des
Wahl=
vereins verboten. Acht Tage darauf iſt ein gleicher Fall
paſſiert, in dem das Kreisamt Offenbach aber trotz des
Wunſches der Mutter die Beteiligung des
ſozialdemokra=
tiſchen Wahlvereins geſtattete. Dieſer Widerſpruch hat
lebhafte Beunruhigung hervorgerufen, und die
Bevölke=
rung hat das größte Anrecht darauf, hier klar zu erfahren,
welches der Standpunkt der Behörde iſt. Ich bitte den
Herrn Miniſter, uns doch bald eine klare und beſtimmte
Antwort zu geben.
Abg. Adelung: Die letzten Ausführungen des
Vor=
redners ſind auch für mich intereſſant, doch muß ich die
Maßnahme der Regierung in dieſem Falle billigen. Der
letzterwähnte Verſtorbene war faſt ſein ganzes Leben lang
Mitglied meiner Partei, und erſt in ſeinen letzten Zügen
ſoll er auf Veranlaſſung des Pfarrers geäußert haben, er
wünſche keine Beteiligung ſeiner Parteifreunde. Das war
ihnen nicht maßgebend und ſie begleiteten den
Verſtor=
benen auf ſeinem letzten Gange. Ich bin der Meinung,
daß die Behörde kein Recht hatte, das zu verbieten. Zu
den heutigen Ausführungen des Herrn Miniſters, betr.
die Teuerung, bleibe ich dabei, daß die Maßnahmen der
Regierung gegen die Teuerung ungenügende waren und
ſind. Redner verbreitet ſich dann eingehender über die
Urſachen der Teuerung. Wenn es ſo dargeſtellt wird, als
ob die Einſchränkung der Geburten eine gewiſſenloſe
Hand=
lung iſt, ſo muß dem doch auch entgegengehalten werden,
daß es auch gewiſſenlos iſt, fortgeſetzt Kinder zu zeugen,
wenn man ſie nicht ernähren kann. Doch will ich mich
nicht weiter darüber auslaſſen. Aber zur Frage der
Be=
ſtätigung ſozialdemokratiſcher Beigeordneter möchte ich
mich noch äußern. Ich bin der Anſicht, daß es dem
Mini=
ſterium ſeinerzeit ſchwer fiel, den Weg der
Nichtbeſtätig=
ung einzuſchlagen, daß es erſt Herr Oſann und ſeine
Freunde dazu brachten, daß die Nichtbeſtätigung der
So=
zialdemokraten zur ſtehenden Rechtſprechung wurde. (Abg.
Dr. Fulda: Rechtsbrechung!) Uns ſchadet dieſe
Nicht=
beſtätigung ja nicht, ſie nützt uns höchſtens. Nun hat die
Regierung den Abg. Eißnert wieder beſtätigt. Wir wollen
ſie aber wegen der einen vernünftigen Handlung nicht
loben, um ſie nicht in Verlegenheit zu bringen. Denn es
iſt bekanntlich auch gefährlich, einem Sozialdemokraten
Beifall zu ſpenden, wie die Beſprechung der
Lehrerver=
ſammlung bewieſen hat. Ich habe aber auch keine
Ur=
ſache, den Herrn Miniſter zu loben, ich bin aber der Meinung,
daß der Miniſter auf dem beſchrittenen Wege fortſchreiten
müſſe. Redner polemiſiert dann des längeren gegen die
nationalliberale und Zentrumspartei in allgemein
politi=
ſchen Fragen und kritiſiert dann die Neubezeichnung der
Bürgermeiſtereien uſw.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
Exz.: Nur auf zwei Fragen aus der Debatte möchte ich
kurz eingehen: Zunächſt zur Anfrage des Abg.
Grüne=
wald, wie es mit der allgemeinen Bauordnung ſteht.
(Ich kann dazu mitteilen, daß bis jetzt drei Abſchnitte
fertiggeſtellt und im Druck ſind. Es wird zu erörtern
ein, ob und in welcher Weiſe dieſer Teil der
Oeffentlich=
keit zugänglich gemacht werden ſoll. Der Abſchnitt, der
die Behörden betrifft, konnte noch nicht feſtgeſtellt
wer=
den, weil die Reorganiſation der Baubehörden noch nicht
erledigt iſt. Ehe das geſchehen, kann formell die
Bauord=
nung noch nicht fertiggeſtellt werden. Bei Beurteilung
der Frage, wie Leichenbegängniſſe aus
Geſichts=
punkten des öffentlichen Rechts zu behandeln ſind, iſt
da=
von auszugehen, daß in Ermangelung eigener
Anordnun=
gen des Verſtorbenen allein die nächſten Angehörigen des
zu Beſtattenden befugt ſind, zu beſtimmen, in welcher
Weiſe das Leichenbegängnis ſtattfinden und wer ſich
daran beteiligen ſoll. Selbſtverſtändlich ſind die
Ver=
anſtalter dabei an die allgemeinen polizeilichen
Vorſchrif=
ten und Anordnungen gebunden. Schon die Rückſicht auf
die Pietät verlangt es, daß die Polizeibehörde
Störun=
gen des Leichenbegängniſſes, von welcher Seite ſie drohen
mögen, vorzubeugen ſucht und ſie nötigenfalls auch
ver=
hindert. Gegen die hier beſprochenen Verfügungen des
Kreisamts Offenbach iſt eine höhere Entſcheidung noch
nicht angerufen worden, und werden Sie daher auch wohl
nicht erwarten, daß ich zu dieſen Einzelfällen hier
ent=
ſcheidende Stellung nehme. Es iſt vielleicht nicht ohne
Intereſſe, wenn ich mir geſtatte, auf einen ähnlichen
Vor=
gang, der ſich kürzlich in Wien bei dem Leichenbegängnis
des ermordeten ſozialdemokratiſchen Abgeordneten
Schuh=
meier zugetragen hat, hinzuweiſen. Dort wollten nach der
Schilderung in den Münchener Neueſten Nachrichten der
Wiener Bürgermeiſter Dr. Weißkirchner und die chriſtlich=
ſozialen Gemeinderäte alle ſich an dem Leichenbegängnis
beteiligen, wurden jedoch von den Sozialdemokraten, die
die Leichenfeier veranſtalteten, erſucht, davon abzuſtehen,
„weil bei ihrer Teilnahme Ruheſtörungen zu erwarten
ſeien‟. Die Teilnahme unterblieb daraufhin und das
LLeichenbegängnis verlief ohne jeden Zwiſchenfall. Wenn
ſich auch bei uns diejenigen, deren Beteiligung von den
Veranſtaltern abgelehnt wird, der gleichen taktvollen
Zurückhaltung befleißigen wollten, wie die Wiener
Chriſt=
lich=Sozialen, dann würde eine polizeiliche Einmiſchung
überhaupt nicht in Frage kommen. (Sehr richtig!)
Geheimerat Süffert (in der wachſenden Unruhe
und Erregung mehrfach unverſtändlich) beſpricht das
Verbot des Vortrags eines Realſchullehrers in einer
ſozialdemokratiſchen Verſammlung und ſtellt feſt, daß den
Abg. Grünewald Recht hatte, zu bezweifeln, daß daraus
der Schluß gezogen werden könnte, die Regierung werde
in Zukunft auch keine Freiſinnigen in Ehrenämtern mehr
beſtätigen. Ein Schweigeverbot über die Gründe, die
zum Unterſagen des Vortrages maßgebend waren, iſt
ſelbſtredend nicht ergangen, und Herr Korell hätte, da er
es ſelbſt bezweifelte, beſſer getan, das auch nicht zu
er=
wähnen. (Sehr wahr!) Unſere Gründe darf jeder
wiſſen. Wir ſind der Anſicht, daß in eine
ſozial=
demokratiſche Verſammlung kein
Real=
ſchullehrer als Redner gehört. (Beifall rechts,
Widerſpruch links und große Unruhe. Rufe: Warum
nicht?) Weil der Lehrer dann leicht in den Verdacht
kom=
men kann, ſelbſt ſozialdemokratiſch zu ſein. (Große
Un=
ruhe, Beifall.) Ich habe weiter mit Nachdruck dagegen
zu proteſtieren, daß aus dieſem Verbot ein Mangel an
ſozialer Achtung vor der Arbeiterſchaft konſtruiert wird.
(Unruhe.) Wir zeigen durch unſere Taten, daß wir die
größte Achtung vor der Arbeiterſchaft haben, gründen
ihnen Fortbildungsſchulen u. v. a. Wir haben aber
nicht nötig, unſere Leute in die Kreiſe zu
ſtellen, die ſich abgeſchloſſen halten, und
die Tendenzen verfolgen, die gegen das
Staatswohl gerichtet ſind. (Lebh. Bravo
rechts. Große Unruhe. Erneute Zwiſchenrufe links.)
Abg. Dr. Oſann wendet ſich gegen eine Reihe von
Ausführungen des Abg. Korell zu der Denkſchrift der
Landwirtſchaftskammer. Es hat ſich erfreulicherweiſe
ge=
zeigt, daß ſich der Abg. Korell jetzt zu der Erkenntnis
durchgerungen hat, daß die Schutzzollpolitik der richtige
(Weg ſei zur Beſſerung des allgemeinen Wohlſtandes. Daß
die ſchlechte Lebenshaltung der Arbeiter ſchuld an dem
Geburtenrückgang ſei, ſei nicht richtig, denn es ſei
un=
weifelhaft nachgewieſen, daß gerade der wachſende
Wohl=
ſtand die Urſache iſt, denn alle Faktoren waren und ſind
ſich ja darüber einig, daß in den wohlhabenden Kreiſen
die Geburteneinſchränkung längſt und umfangreich in
Uebung iſt. Ueber die Stellung der Regierung zu der
Frage der Nichtbeſtätigung haben wir erſt Kenntnis
er=
halten auf privatem Wege über Berlin. Ich halte das
nicht für richtig. Wir leben im Zeitalter der
Oeffentlich=
keit und die Regierung ſollte ſich über ihre Tendenzen
und Gründe in einer ſo wichtigen Frage offen
ausſpre=
chen. Auch in Bayern iſt man ja heute zu der Anſicht
ge=
kommen, daß ein Mann, der ſich offen zu
ſozialdemokrati=
ſchen Tendenzen bekennt, nicht als Beigeordneter uſw.
be=
ſtätigt werden kann. Die Gründe dazu müſſen Sie (zu
den Soz.) doch ſelbſt anerkennen. Wenigſtens hat Ihr
Führer Bebel das offen zugegeben. Unſere Geſetzgebung
ſteht nun einmal auf monarchiſchem Boden. Kein Menſch!
wird es Ihnen übel nehmen, auf republikaniſchem Boden
zu ſtehen. Aber einen Mann, der auf republikaniſchem!
Boden ſteht, in die Behörden hereinzubringen, die auff
monarchiſchem Boden ſtehen, muß ja geradezu zur
Ge=
ſinnungslumperei fühern. (Beifall. Hört, hört! Unruhe.)
Ich wenigſtens möchte das nicht tun, wenn ich Ihrer
Ge=
innung wäre, und ich möchte das auch einem der Ihrigen‟
nicht zumuten. (Unruhe. Zwiſchenrufe.) Selbſtredend
wird die Beſtätigung keinem verſagt werden, der etwat
einmal ſozialdemokratiſch gewählt hat, wohl aber jedem,
der ſich offen und reſtlos zu Ihren Tendenzen bekennt.
Wir müſſen aber dagegen proteſtieren, daß fortgeſetzt die
Tendenzen Ihrer Partei mit den Tendenzen der Arbeiter
verwechſelt werden. (Sehr richtig! Widerſpruch. Unruhe.)
Stellen Sie ſich doch einmal vor, daß der Abg. Buſold
Beamter wäre, wie der heute gegen ſeine dann
vor=
geſetzte Behörde losgezogen iſt. Von keiner Partei
wer=
den fortgeſetzt derartige Uebergriffe ſich erlaubt
gegen=
die Regierung und das Parlament. (Sehr richtig!) Wenn
der Abg. Adelung heute ſagte, ſeine Partei hetze nicht, ſo
werde ich doch einmal vorleſen, was Ihr Zentralorgan
zu Weihnachten ſchrieb (Redner verlieſt ein Gedicht).
Gegen ſolche Gemeinheiten, anders kann man das nicht
nennen, muß das Volk geſchützt werden. (Beifall.)
Nach perſönlichen Bemerkungen der Abgg. Molthan=
und Grünewald tritt Vertagung ein. Nächſte
Sitz=
ung Mittwoch 9 Uhr. Schluß gegen ¾7 Uhr.
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bleibk aus oder verläufk harmloſer, wenn bei Beginn der Verſchleimung ——
im Halſe rechtzeitig ein paar Wybert=Tabletten genommen werden. S
Sie bringen die Heiſerkeit zum Schwinden und erhalten die Stimme
klar und friſch: Sie ſind ein ſo unentbehrliches Hausmittel, daß
die=
jenigen, die ihre überraſchende Wirkung kennen, ſie im Hauſe nie
aus=
gehenlaſſen. Die Schachtel koſtet in allen Apotheken und Drogerien 1 Mark.
Luftfahrt.
— Einen Höhenweltrekord mit fünf
Paſſagieren ſtellte der franzöſiſche Flieger
Cham=
pel auf dem Flugfelde Juviſy mit einem Flugzeuge
eigener Konſtruktion auf, indem er in ſieben Minuten 350
Meter Höhe erreichte. — Am Sonntag fand auf dem
Flug=
felde von Juviſy das zu Gunſten der Witwe des im
Vorjahre verunglückten Aviatikers André Frey
ausge=
ſchriebene Flug=Meeting ſtatt. Es beteiligten ſich 19 der
beſten franzöſiſchen Flieger, unter anderem Vedrines,
Le=
gagneux, Bielovucic, die vor einer außerordentlich
zahl=
reichen Zuſchauermenge am Nachmittag Schauflüge
aus=
führten.
Sport, Spiel und Turnen.
** Der Berliner Schlittſchuhklub bleibt Eishockey=
Weltmeiſter. Die Kämpfe um die Weltmeiſterſchaft der
Internationalen Eishockey=Liga erreichten am Montag in
St. Moritz mit den drei noch ausſtehenden Spielen
zwi=
ſchen Böhmen-Schweiz, Deutſchland-England und
Eng=
land—Böhmen ihr Ende. Wie uns gemeldet wird, wurde
die Schweiz abermals geſchlagen, da die Böhmen mit 4:1
Sieger blieben. Das Treffen zwiſchen Deutſchland und
England geſtaltete ſich ſehr ſpannend. Es wurde auf
bei=
den Seiten äußerſt ſcharf geſpielt. Den Vertretern der
ſchwarz=weiß=roten Flagge gelang es, fünf Tore zu
er=
zielen, von denen aber nur zwei vom Schiedsrichter
ge=
geben wurden. England vermochte nur ein Tor zu
ſchie=
ßen, ſo daß das Spiel mit 211 zu Gunſten Deutſchlands
endete. Der letzte Kampf zwiſchen England und
Böh=
men ſah die Vertreter des britiſchen Inſelreiches mit 310
als leichte Sieger. Im Geſamtklaſſement gewann
Deutſch=
land durch den Berliner Schlittſchuhklub, deſſen
vorzüg=
liche Mannſchaft aus den Mitgliedern Lange Steinke,
Grauel, Hartley, Georgii, Ollus und Beak beſtand. An
zweiter Stelle plazierte ſich England vor Frankreich. Das
genaue Reſultat iſt folgendes: 1. Deutſchland 3 Siege und
1 Niederlage, 22 Tore; 2. England 3 Siege und 1
Nie=
derlage, 15 Tore; 3. Frankreich 3 Siege und 1
Nieder=
lage, 12 Tore; 4. Böhmen 1 Sieg und 3 Niederlagen, 4
Tore; 5. Schweiz 0 Sieg und 4 Niederlagen, 0 Tore.
sr. Ein neuer Bobſleighrekord in St. Moritz wurde
von dem deutſchen Bob „Noris” (Führer Forchheimer=
Nürnberg, Bremſe: Julius=Nürnberg) bei dem
zweitägi=
gen Bobſleigh=Derby in St. Moritz aufgeſtellt. Der Bob
verbeſſerte den diesjährigen Bahnrekord, indem er in
1 Minuten 34,8 Sekunden gewann. Er ſiegte gleichzeitig
gegen 20 andere Konkurrenten im Reckett=Cup. Wie
er=
innerlich, hatte der Bob „Noris” vorher ſchon mehrere
andere wertvolle Preiſe, u. a. den St. Bernhard=Cup, an
ſich gebracht.
— Alademiſches Fußball=Wettſpiel zu Gießen. Am
21. Juli vergangenen Jahres traten zum erſten Male die
Studierenden der Univerſitäten Gießen und
Heidel=
berg und der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt
mit ihrem turneriſchen und ſportlichen Können auf dem
Darmſtädter Sportplatz an der Heidelberger Straße
ſelbſtändig an die Oeffentlichkeit. Die Beteiligung und
Leiſtungen waren für den Anfang recht gut und ließen
hoffen, daß ſich die Studierenden immer zahlreicher an
den Leibesübungen beteiligen. Und dieſe Hoffnung hat
ſich erfüllt, wenn auch die Beteiligung noch bedeutend
größer ſein könnte. So war am letzten Sonntag, den 23.
Februar, ein weiterer Wettkampf zu verzeichnen. An
genanntem Tage ſtanden ſich eine akademiſche Mannſchaft
der Univerſität Gießen und eine ſolche der Darmſtädter
Techniſchen Hochſchule im Fußball=Wettſpiel in Gießen
einander gegenüber. Die Veranſtaltung ſelbſt war von
dem ſchönſten Wetter begünſtigt, nur ließ der Spielplatz
durch den aufgeweichten Boden viel zu wünſchen übrig.
Gekämpft wurde trotzdem ganz wacker. Die Darmſtädter
Mannſchaft eroberte ſich in der erſten Halbzeit ein Tor,
während die Gießener dabei leer ausgingen. In der
zweiten Halbzeit errangen ſich die Darmſtädter ein
zwei=
tes Tor. Nachdem etwa 25 Minuten der zweiten Halbzeit
verfloſſen waren, gelang es den Vertretern der
Ludovi=
ciana, den Ball in das feindliche Tor zu bringen. Schon
glaubte man, daß das Spiel mit 211 für Darmſtadt
ent=
ſchieden würde; da gelang es den Gießenern noch in den
letzten zwei bis drei Minuten, ein zweites Tor zu
er=
ringen So blieb das Verhältnis auch bis zum Schluß.
Man beſchloß, von einer ſofortigen Entſcheidung
abzu=
ſehen und dieſelbe ſpäter in Darmſtadt herbeizuführen.
So komnte der ſchlichte Eichentrang keiner Pariei
kannt werden, und die Parteien mußten ſich deshalb als
Erinnerungszeichen an das erſte akademiſche Fußball=
Wettſpiel mit je einer Hälfte desſelben begnügen, die die
Gemahlin Seiner Magnifizenz des Rektors der
Univer=
ſität Gießen den Spielführern mit herzlichen Worten
über=
reichte. Daß auch zwiſchen Mannſchaften der Gießener
Univerſität und der hieſigen Techniſchen Hochſchule am 26.
Januar auf dem Vogelsberg eine Skiwettſtafette
ſtattfin=
den ſollte, aber ungünſtiger Schneeverhältniſſe halber
aus=
fallen mußte, ſoll nicht unerwähnt bleiben. Hoffentlich
werden durch dieſe Zeilen noch weitere Kreiſe der
Stu=
dierenden angeregt, damit am 5. und 6. Juli d. J. die
Beteiligung am Akademiſchen Turn= und Sportfeſt zu
Gießen eine recht große werde.
Landwirtſchaftliches.
Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrats
vom 18. bis 24. Februar.
Mit dem kalten Wetter zuſammenhängende
Beſorg=
niſſe wegen der Saaten ſowohl hier als auch in Ungarn
und Nordamerika befeſtigten während der erſten Hälfte
der Berichtswoche die Tendenz; auch aus der unſicheren
politiſchen Lage ergab ſich zeitweiſe einige Anregung für
den Getreidehandel. Was ſpeziell Weizen anlangt,
kam noch hinzu, daß die Forderungen von Nordamerika
und Argentinien eher etwas feſter lauteten. Rußland
kommt für den Weizenbezug nach wie vor kaum in Frage,
und es iſt bezeichnend, daß ſüdruſſiſche Mühlen ſich in
der letzten Woche für argentiniſchen Weizen intereſſierten,
weil ſie mit den ſchlechten Qualitäten der heimiſchen
Ernte nicht zurechtkommen. In Deutſchland machte ſich
für das nur mäßig angebotene gute Material rege
Nach=
frage zu Exportzwecken bemerkbar; auch die Mühlen
be=
kundeten angeſichts der beſtehenden großen Differenzen
zwiſchen in= und ausländiſchem Weizen mehr Kaufluſt,
ſo daß für gute Ware die letzten, teilweiſe auch etwas
höhere Preiſe zu erzielen waren. Im Anſchluß daran
war auch Lieferung feſter, um ſchließlich wieder leicht
nachzugeben, als die politiſche Spannung nachließ und
das Wetter milder wurde. Roggen zeigte zu Beginn der
Woche gkeichfalls feſtere Haltung, doch kam zu den
erhöh=
ten Preiſen ſchnell wieder ſtärkeres Angebot an den Markt,
dem in den letzten Tagen weder an der Küſte noch im
In=
lande entſprechende Nachfrage gegenüberſtand. Damit
zu=
ſammenhängende Lieferungsabgaben bewirkten, daß die
Preiſe am Berliner Markte gegen den Höchſtſtand der
Woche um 3 Mark nachgeben mußten. Hafer behielt bei
reichlichem Angebot ſchwerfälligen Abſatz; nur beſſere
Ware konnte ungefähr zu letzten Preiſen Unterkunft
fin=
den. Ausländiſcher Hafer war nicht billiger zu kaufen.
Lieferung, im Anſchluß an Brotgetreide zunächſt befeſtigt,
ſchließt 1,75 Mark bezw. 1.25 Mark niedriger, als vor acht
Tagen. Braugerſte blieb weiter vollſtändig
vernachläſ=
ſigt, doch haben die Preiſe, nachdem ſie vielfach bereits
auf das Niveau der Futtergerſte herabgeſunken ſind, keine
weitere Abſchwächung erfahren. Die Abladungen von
Rußland ſind dauernd gering, und da die zweite Hand
viel vorverkauft hat, ſo machte ſich zeitweiſe Deckungsfrage
geltend, die eine Befeſtigung der ruſſiſchen Forderungen
veranlaßte. Für Mais war Argentinien feſt, Amerika
eher williger. Die amtliche Vorſchätzung der
argentini=
ſchen Maisernte — 5 Millionen Tonnen gegen 7,5
Mil=
lionen Tonnen im Vorjahre — iſt günſtiger, als man
er=
wartet hatte. Es ſtellten ſich die Preiſe für inländiſches
Getreide am letzten Markttage wie folgt:
oggen
Wbeizen
Hafer
164½ (*1
Königsberg
(-
165 (—
Danzig . . . 20
160 (—7) 171 (—1
170 (—
Stettin . . . 188 (—
158 (—
159 (—
—
Poſen . . . 187
161 (—
159 (—1
Breslau . . . 191
198 (—
165½ (—2
.196 (—
Berlin
) 183 (—1
165 (—
Maadeburg . 193 (—
169 (*2 ) 190 (—2
. 197 (*4
Halle . .
16 (—
185 (—1
Leipzig . . . 193 (41
9 (—
164 (*1
170
Dresden . . . 195 (*1
5 (42
161 (—4 ) 16
Roſtock .
. 205 (—
190 (—
175 (—
Hamburg
170 (—
198 (— ) 176 (—
Braunſchweig.
209 (—1 ) 180 (— ) 175 (—3
Düſſeloorf
180 7 — ) 190 (—5
Frankfurt a. M. 210 (—
—
212½ (—2½) 180 (—
18)
Mannheim: .
195 (—
72 (12½) 185 (—
Straßburg .
178 (—
180 (*1
Rünchen . .
Weltmarktpreiſe: Weizen: Berlin Mai 208,75 (—0,75).
Peſt April 194,90 (*0,35), Paris Febr. 226 (* 1.60),
Liverpool März 170.05 (- 0.70), Chicago Mai 142,65
2,50), Hafer:
(*0,40), Roggen: Berlin Mai 173 (
1,75), Futtergerſte fr. Hamburg
Berlin Mai 170,75 (
1), Febr. 136,25
unverzollt, Südruſſ. ſchwim. 136 (
(—1,25) Mais: La Plata ſchwim. 116,50 (4 1,50), Mixed
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Uiterariſckes.
— Friedrich Wiegershaus: „Segel im
Winde‟ Gedichte. Geheftet 2 Mk. gebunden 3 Mk.
(Tenien=Verlag zu Leipzig.) Friedrich Wiegershaus läßt
ſeiner Gedichtſammlung „Ausfahrt” die ſeinerzeit von
Kritik und Publikum durchweg mit größtem Beifall und
warmer Anerkennung aufgenommen wurde, unter dem
Titel „Segel im Winde” eine Reihe von neuen Poeſien
folgen. In noch größerem Maße ſprechen dieſe Verſe an.
Sie ſind reifer und vollkommener. Was Max Bittrich
an den erſten Gedichten rühmlich lobte, trifft hier noch
mehr zu. Es ſind Lieder ohne Schwulſt, von ehrlichem
poetiſchem Gefühl getragen. Die Keuſchheit und die
offen=
kundige Wahrheit des Empfindens ſind dem Büchlein
vortreffliche Empfehlung.”
Aus dem neuen Lieferungswerk Die Wunder
der Welt”. Hervorragende Naturſchöpfungen und
ſtaunenswerte Menſchenwerke aller Zeiten und Länder in
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Geöffnet an Wochentagen von 9— 12 Uhr vorm. und
8 — 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 18. Febr.: dem Former Georg Orth.
Kranichſteinerſtraße 34, ein S. Friedrich. Am 17.; dem
Kaufmann Oskar Matzelt, Schulſtraße 4, eine T. Dem
Schreiner Auguſt Chriſtian Friedrich Lämbrecht,
Wen=
delſtadtſtraße 51, ein S. Auguſt Peter Friedrich. Am 22.:
dem Kaufmann Johann Ringer, Landgraf=Philipp=
An=
lage 58, eine T. Charlotte. Am 21.: dem Fabrikarbeiter
Ludwig Ritſert, Liebfrauenſtraße 46, ein S. Ludwig.
Dem Schreiner Karl Friedrich Heinrich Hermes,
Ar=
heilgerſtraße 52, ein S. Johann Alfred Simon. Am 20.:
dem Wirt Johannes Höhl, Landwehrſtraße 64, eine T.
Johanna. Dem Rangiermeiſter Adam Happel,
Schwa=
nenſtraße 7a, ein S. Jakob. Dem Eiſendreher Jakob
Eckert, Pankratiusſtraße 69, ein S. Karl. Am 23.: dem
Taglöhner Leonhard Zulauf, Kleine Kaplaneigaſſe 3,
ein S. Leonhard. Am 19.; dem Fabrikarbeiter Karl
Heinrich Werner, Feldbergſtraße 69, ein S. Karl
Wil=
helm. Am 23.: dem Weißbinder Friedrich Schmidt,
Liebfrauenſtraße 82, ein S. Theodor Hans. Am 22.: dem
Maſchinentechniker Karl Friedrich Frank,
Pankratius=
ſtraße 50, eine T. Marie Margarete.
Aufgebotene. Am 21. Febr.: Lehrer i. P. Otto
Fried=
rich Heinrich Thum, hier, mit Martha Anna Elſa
Seefeld, Frankfurt a. M. Am 22.: Ingenieur Walther
Rudolf Anton Maria Kapoſi, Freiburg i. B., mit
Pri=
vatin Anna Eliſabetha Jung, Wien.
Weißbinder=
gehilfe Johannes Beutel, Eberſtadt, mit Dienſtmädchen
Auguſte Kern, hier. Geſchäftsführer Eduard
Schrö=
der, Berlin, mit Anna Marie Klippert, hier. Trompete‟
Sergeant Wilhelm Himmler, hier, mit Schneiderin
Helene Bäſecke, Wernigerode. Am 24.: Taglöhner
Jakob Rapp III., Arheilgerſtraße 92, mit Dienſtmagd
Margareta Eliſabetha Mayer, Hering. Apotheker
Rudolf Hermann Remy, hier, mit Maria Dechert,
Koblenz. Kaufmann Heinrich Helmuth Friedrich Max=
Auguſt Pieplow, hier, mit Frieda Johanna Marie
Rienow, Roſtock. Druckereibeſitzer Wilhelm Cxamer,
Grafenſtraße 29, mit Johanna Sophie Pauline Stein,
Liebigſtraße 4.
Eheſchließungen. Am 20. Febr.: Geſchäftsreiſender
Adam Fick, hier, mit Magdalene Mutti, geb. Gräf,
in Pfungſtadt. Am 22.: Poſtbote Karl Götz, hier, mit
Eliſabetha Eitenmüller in Fränkiſch=Crumbach.
Weiß=
binder Georg Reibold, mit Johanng Littmann,
beide hier. Rechtskonſulent Jakob Gebhardt, hier, mit
Julie Schepp, in Heppenheim a. d. B. Maurer Georg
Georg in Semd mit Margarete Heil in Klein=Umſtadt.
Geſtorbene. Am 21. Febr.: Marie Magdalene
Beil=
ſtein, geb. Schanz, Witwe des Landwirts in
Niedern=
hauſen, 80 J., ev., hier Liebfrauenſtraße 84. Am 20.:
Sophie Maus, o. B., von Arheilgen, 29 J., ev., hier
Grafenſtraße 9. Am 21.: Gendarmerie=Brigadier i. P.
Johann Heinrich Horſt, 87 J., ev., Hochſtraße 42. Am
22.: Georg Wilhelm Bödecker, Sohn des Hoboiſten im
Leibgarde=Regiment Nr. 115, 7 J., ev.,
Pankratius=
ſtraße 14½. Anna Altvater, geb. Koppe, Ehefrau des
Geheimen Baurats, 76 J., ev., Bismarckſtraße 56. Antonie
Bertha Klaeden, geb. Steingäßer, Ehefrau des
Tapezier=
meiſters, 58 J., kath., Schützenſtraße 8. Am 23.:
Schrei=
nermeiſter Karl Voltz, 72 J., ev., Schützenſtraße 8.
Pri=
vatier Friedrich Döll, 69 J., ev Mühlſtraße 18. Am
24.: Margarethe Krumb. geb. Albrecht, Witwe des
Gaſtwirts, 80 J., ev., Bleichſtraße 40. Anna Louiſe Elſa
Tracht geb. Luh, Ehefrau des Schriftſetzers, 29 J., ev.,
Ruthsſtraße 17.
Gesunde Derven
eben Arbeitsfreudigkeit, Energie, Erfolge in Beruf und
eben. Beginnen die Nerven zu verſagen, ſo
entſchwin=
en Wohlergehen und Wohlbefinden bald, um der
Un=
tätigkeit, Sorgen oder gar Schlimmerem Platz zu machen.
Auf Schwäche und Defekte der Nerven ſind auch die
neiſten körperlichen Leiden zurückzuführen. Man
achte deshalb bei der Körperpflege vor allem auf
Kräftig=
ing ſeiner Nerven! Die normale Lebensfunktion des
Nervenſyſtems wird hervorgerufen durch eine
eigentüm=
liche, in den Nerven enthaltene Subſtanz: „Lecithin” oder
uch direkt Nervenſubſtanz” genannt. In den Nerven
der an fortſchreitender Entkräftung Leidenden kann man
mikroſkopiſch auch einen fortſchreitenden Schwund
die=
ſer Nervenſubſtanz nachweiſen, und umgekehrt, hat man,
obald Schwachen und Zurückgebliebenen die fehlende,
ezw. geſchwundene Nervenſubſtanz in geeigneter Form
zugeführt wurde, ſtets eine auffallende Beſſerung des
Allgemeinbefindens wahrgenommen, mit der in gleichem
Naße ein mikroſkopiſch nachweisbares Anwachſen dieſer
Nervenſubſtanz in den einzelnen Nerven einherging. Kraft
ind Geſundheit der Nerven ſind alſo abhängig von ihrem
teingehalt an Nervenſubſtanz. In der Tat ſtellt die
Er=
ährung der Nerven mit Lecithin bei allen
Schwäche=
uſtänden einen der glücklichſten Erfolge der modernen
Wiſſenſchaft dar. Längere Zeit ſchien zwar die
Gewin=
rung von Nervenſubſtanz (Lecithin) im großen zur
all=
emeinen Anwendung ſehr ſchwierig, ja unmöglich.
Seitdem es aber Profeſſor Dr. Habermann und Dr.
Ehrenfeld gelungen iſt, ein wirklich phyſiologiſch reines
Lecithin (Nervenſubſtanz) aus Eidotter nach einem
patentamtlich geſchützten Verfahren und zu mäßigem
Preiſe herzuſtellen, das nur für Biocitin verwendet wird,
ſind auch alle bisher fehlgeſchlagenen Verſuche mit
älte=
ren, weniger geläuterten Leeithinpräparaten auf das
glänzendſte überwunden: die günſtigen, aus den
Werk=
ſtätten phyſiologiſcher Forſchung gemeldeten Erfolge
mehren ſich in ungeahnter Weiſe, und jeder hat
Gelegen=
heit, ſie an ſich nun durch Anwendung mit Biocitin ſelbſt
kennen zu lernen. Die Ergänzung der täglichen Nahrung
des körperlich oder geiſtig Schwachen durch einige
Kaffee=
löfel Biocitin bewirkt bald in den meiſten Fällen
Wieder=
erlangung bezw. Steigerung ſeiner früheren
Nerven=
ſpannkraft. Energie und Geſundheit erwecken ihm wieder
neue Hoffnung und neue Freude an Beruf und Tätigkeit.
Biocitin iſt ein wohlſchmeckender, pulverförmiger
Extrakt aus den leichteſt verdaulichen, natürlichen, alſo
chemiſch unveränderten Wertanteilen von Eidotter und
Milch (alles ſchwerer Verdauliche iſt daraus entfernt) und
enthält von dieſen ca. 10 Prozent ſolcher phyſiologiſch
reinen Nervenſubſtanz — Lecithin — nach Profeſſor Dr.
Habermann und Dr. Ehrenfeld. So bildet Biocitin das
vertrauenswerte Nähr= und Kräftigungsmittel für jeden
erſchöpften Organismus jeder Altersſtufe in geiſtiger und
körperlicher Hinſicht; es bildet für den
Schwerkran=
ken ein gern genommenes, leicht verdauliches,
kraftſpen=
dendes, überhaupt ideales Nahrungsmittel, ſchafft
eine fundamentale Nährquelle für ſchwächliche und
blut=
arme Perſonen, kräftigt und fördert den Subſtanzerſatz
der Nerven allmählich zu geſunder Funktionstätigkeit und
iſt für geiſtig ermüdete und erſchlaffte Zuſtände von kaum
je erhoffter Nutzbarkeit.
Querſchnitt eines geſunden
Nervenbündels.
Querſchnitt eines
degenerier=
ten Nervenbündels; ein gro
ßer Tei der Nervenſaſern iſt
volſtändig zugrunde gegangen.
Nach dem patentierten Verfahren von Hofrat
Pro=
feſſor Dr. Habermann hergeſtellt, iſt das Biveitin
kon=
kurrenzlos, die zahlreich vorhandenen Nachahmungen
minderwertig. Man achte daher genau auf den Namen
Biocitin und laſſe ſich nichts angeblich ebenſo Gutes
auf=
reden. — Biocitin iſt in allen Apotheken und Drogerien
erhältlich. Eine Probe nebſt lehrreicher Broſchüre ſendet
koſtenlos die Biocitin=Fabrik, Berlin, S. 61/69.
(I,4749
Seite 18,
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Nummer 48.
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Erſcheint 2mal wöchentlich in der Auflage des Tagblatts, bietet ſomit die größte Gewähr für erfolgreichſte Bekanntmachung von Vermietungs=Inſeraten. — Für den
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Nummer 48.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
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V.
Ueberall zu haben.
Vill. ordentliche Landesſynode.
19. Sitzung.
g. Darmſtadt, 25. Februar.
Erſter Präſident D. Stamm=Gießen eröffnete um
10 Uhr 15 Minuten die Sitzung, begrüßte die Synodalen
und gedachte der ſeit der letzten Sitzung im Juli vorigen
Jahres verſtorbenen Mitglieder Pfarrer Lühl in
Nie=
der=Eſchbach und Fuſtizrat Dr. Lucius in Mainz, zu
deren Gedenken die Mitglieder ſich von ihren Plätzen
er=
hoben. An die Stellen der Verſtorbenen traten ihre
Stell=
vertreter, Pfarrer Dr. Dieckmann in Ober=Eſchbach
und Landgerichtsdirektor Obenauer in Mainz. Ferner
haben ihr Amt freiwillig niedergelegt der zweite
Präſi=
dent der 8. Synode, Schulrat Schaub in Offenbach,
we=
gen hohen Alters, und Fabrikant Römheld auf
Fried=
richshütte bei Laubach. An ihre Stellen traten
Sanitäts=
rat Dr. Bachfeld in Offenbach und Geh. Oberforſtrat
Diefenbach in Darmſtadt. Des weiteren ſind eine
Reihe von Synodalen um Beurlaubung eingekommen
und an deren Stellen ſind die Stellvertreter einberufen.
Der Präſident machte ſodann Mitteilung vom Eingang
eines Schreibens des Dekanats Eberſtadt, nach dem eine
Dekanatskonferenz ſich für die Aufrechterhaltung der
Staatszuſchüſſe zu den Bedürfniſſen der chriſtlichen Kirche
ausgeſprochen habe, und daß eine berufene Perſönlichkeit
erſucht werden ſolle, dieſes Recht zu begründen, und ſollte
dieſer Beſchluß der Synode zur Berückſichtigung überwieſen
werden. Der Präſident teilt mit, daß er dieſes Schreiben
nicht als Petition, ſondern als Benachrichtigung aufgefaßt
habe. Die Synode erklärt ſich damit einverſtanden.
Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel ſtellte Herrn
Oberregierungsrat Dr. Stammler als
Regierungs=
kommiſſar vor, der an die Stelle von Geheimerat Dr.
Beſt getreten iſt. — Der Präſident nahm hierauf die
Ver=
ſpflichtung der neuen Mitglieder vor.
Syn. Wahl=Schlitz berichtete über die Wahlen in
Alzey und Eberſtadt. Bei letzterer Wahl haben ſich einige
Anſtände ergeben, die jedoch nach Rückſprache erledigt
wurden. Der Wahlprüfungsausſchuß beantragte die
Gül=
tigkeitserklärung der Wahlen. Die Synode tritt dem
Aus=
ſchußantrag einſtimmig bei. — Es wurde zur Wahl
eines zweiten Präſidenten geſchritten.
Abgege=
ben wurden für Pfarrer Dingeldey in Darmſtadt 50
Stimmen für Geh. Juſtizrat Mickel 1 Stimme und 5 weiße
Stimmzettel. Pfarrer Dingeldey iſt ſomit gewählt; er
nimmt die Wahl an und dankt für das ihm
entgegenge=
brachte Vertrauen. An Stelle von Herrn Pfarrer
Dingel=
dey beruft der Präſident Pfarrer Marx in Darmſtadt als
Sekretär. Zum Mitgliede des Finanzausſchuſſes wurde
Syn. Dekan Keil=Spachbrücken mit 52 Stimmen, als
deſſen Stellvertreter Syn. Dr. Weimar=Gießen mit
51 Stimmen gewählt.
Hierauf wurde in Punkt 9 der Tagesordnung
einge=
treten. Beratung und Beſchlußfaſſung über die
Ein=
gabe des Deutſch=Evangeliſchen
Frauen=
bundes. Ortsgruppe Darmſtadt uſw., Erweiterung
der Frauenpflichten und=rechte im kirchlichen
Gemeindeleben betreffend, wird für heute abgeſetzt, da der
Berichterſtatter, Syn. Schmidt, für die Sitzung
beur=
aubt iſt und dem Ausſchuß überlaſſen werden ſoll, einen
neuen Referenten zu wählen.
Es folgt die Beratung der Anträge der Syn. D.
Herr=
mann und Gen. und Walter, die
Epiphanias=
kollekte betreffend. Der Antrag D. Herrmann,
Wehſarg und D. Dr. Diehl lautet: „Synode wolle
beſchließen: Großh. Oberkonſiſtorium zu erſuchen, das
Beſtimmungsrecht über die Zuwendung der
Epiphanias=
kollekte — abgeſehen von den Gaben mit beſonderer
Be=
timmung — an eine Miſſionsgeſellſchaft in Zukunft in
jedem zweiten Jahre den Kirchenvorſtänden der gebenden
Gemeinden zu überlaſſen. Die Einſammlung und
Ver=
teilung der Kollekte ſoll, wie ſeither, durch die Dekanate
und das Oberkonſiſtorium geſchehen.”
Der Antrag des Syn. Walter lautet: „Ich
bean=
trage: Synode, wolle Großh. Oberkonſiſtorium erſuchen,
eine zweite jährliche Landeskirchenkollekte für die
Heiden=
miſſion anzuordnen. Die Feſtſetzung des Termins dieſer
Kollekte und die Wahl der Miſſionsgeſellſchaft, welcher der
Ertrag zugewendet werden ſoll, bleibt dem
Kirchenvor=
ſtand überlaſſen.”
Syn. Wahl=Schlitz berichtet zu dieſen Anträgen im
Namen des Zweiten Ausſchuſſes: Das Großh.
Oberkonſiſtorium hat ſich zu den Anträgen wie folgt
ge=
äußert: „Zu dem erſten der Anträge beehren wir uns
mit=
zuteilen, daß wir zu demſelben die gleiche Stellung
ein=
nehmen, die wir zu dem Antrag Marx einnahmen, und
es nicht für geeignet halten, bezüglich der Verwendung
der Epiphaniaskollekte die gewünſchte Aenderung zu
be=
antragen. Die Erwägungen, die uns dabei leiten, ſind
m weſentlichen dieſelben wie diejenigen, denen wir in
unſerem, den Antrag Marx betreffenden Schreiben
Aus=
druck verliehen. Sie wurden von der Landesſynode
ge=
teilt, die den Antrag Marx mit allen gegen zwei Stimmen
ablehnte. Auch dem zweiten der Anträge vermögen wir
nicht zuzuſtimmen, da wir in den letzten Jahren bereits
drei neue Landeskirchenkollekten angeordnet haben und
bei der in den Kreiſen der Geiſtlichen und Dekane, ſowie
in den Gemeinden herrſchende Stimmung Bedenken
tra=
gen müſſen, eine neue obligatoriſche Kollekte einzuführen
Indes erklären wir uns im Hinblick auf die von uns in
der Landesſynode am 6. Juli 1912 abgegebene Erklärung
bereit, in einem Ausſchreiben zu empfehlen, daß da, wo
es die Verhältniſſe geboten erſcheinen laſſen, die Erhebung
einer zweiten jährlichen Landeskirchenkollekte für die
Hei=
denmiſſion in die Wege geleitet werde: Die Wahl der
Miſſionsgeſellſchaft, welcher der Ertrag dieſer Kollekte
abgeſehen von den beſonders beſtimmten Gaben —
zuge=
wendet werden ſoll, bliebe dem Kirchenvorſtand überlaſſen,
gleichfalls die Feſtſetzung des Termins, indes letzteres mit
der Einſchränkung, daß dieſe zweite Kollekte in einem
Ab=
ſtand von mindeſtens vier Wochen von der
Epiphanias=
kollekte zu erheben wäre.
Nachdem der Antrag Marx nahezu einſtimmig
abge=
lehnt worden, erachtet es der berichtende Ausſchuß nicht
für angängig, in der laufenden Synodalperiode auf dieſen
Antrag, ſoweit er das Beſtimmungsrecht über die
Zu=
wendung der Epiphaniaskollekte an eine Miſſionsanſtalt
den Kirchengemeinden übertragen wiſſen will, nochmals
zurückzukommen. Auch ſoweit der Antrag Herrmann und
Genoſſen dahin gerichtet iſt, dieſes Beſtimmungsrecht über
die Epiphaniaskollekte in jedem zweiten Jahre den
Kir=
chengemeinden zu überlaſſen, würde er als mit dem
er=
wähnten einmütigen Beſchluß der Landesſynode in
di=
rektem Widerſpruch ſtehend zu einer wiederholten
Ver=
handlung und Beſchlußfaſſung ungeeignet ſein. Indeſſen
dürfte es den Antragſtellern weniger auf eine andere
Ver=
wendung der im Januar zu erhebenden Epiphaniaskollekte
als auf eine weitere Kollekte für die
Heiden=
miſſion ankommen. Sollte dies der Fall ſein, ſo würde
der Wunſch dieſer Herren einen korrekten Ausdruck finden
in dem Antrag Walter, der dahin geht. Großh.
Oberkon=
ſiſtorium zu erſuchen, eine zweite jährliche Kirchenkollekte
für die Heidenmiſſion anzuordnen. Der Ausſchuß trägt
indeſſen aus den vom Großh. Oberkonſiſtorium
entwickel=
ten Gründen ernſte Bedenken, die allgemeine
An=
grdnung einer zweiten Landeskollekte für die äußere
Miſ=
ſion zu befürworten; er glaubt ſich aber vollkommen damit
einverſtanden erklären zu ſollen, daß den
Kirchengemein=
den auf Antrag ihrer Vorſtände von dem Kirchenregiment,
ſei es allgemein oder beſonders, geſtattet werde, eine zweite
Kirchenkollekte für die Heidenmiſſion in ihren Gemeinden
zu erheben und über deren Verwendung, ſoweit ſolche
nicht von den Gebern beſtimmt wird, zu beſchließen.
Der Ausſchuß beantragt: Synode wolle Großh.
Ober=
konſiſtorium erſuchen, die Kirchenvorſtände auf deren
An=
trag unter den im Schreiben vom 31. Dezember 1912
an=
geführten Einſchränkungen zu ermächtigen, eine zweite
Kirchenkollekte für Zwecke der Heidenmiſſion in ihren
Ge=
meinden zu veranſtalten und nach ihrem Ermeſſen zu
ver=
wenden und hiernach die vorliegenden Anträge für
er=
ledigt erklären.
Es iſt zu dem Ausſchußantrag ein Antrag des Syn.
D. Eger=Friedberg eingegangen, das Oberkonſiſtorium
möge durch allgemeines Ausſchreiben alle Kirchenvorſtände
ermächtigen, eine zweite Kollekte zu erheben und über die
Verwendung zu beſtimmen.
Der Vertreter des Kirchenregiments,
Oberkonſiſtorial=
rat Euler: Die Gründe, die für die Ablehnung des
An=
trages des Syn. Marr maßgebend waren, beſtehen auch
heute noch. Auch, dem Antrag Walter entſprechend, eine
zweite. Kollekte anzuordnen, könne nicht nachgekommen
werden. Ueber die Frage, ob neue Kollekten notwendig
ſeien, läßt ſich ſtreiten; die allgemeine Stimmung dürfte
egen die Einführung neuer Kollekten ſein. Dagegen kann
ich das Kirchenregiment mit dem Ausſchußantrag
einver=
ſtanden erklären, doch unter der Bedingung, daß zwiſchen
der Epiphaniaskollekte und der anderen Kollekte ein
Zwi=
ſchenraum von vier Wochen liegt. Damit wird allen
Wünſchen Rechnung getragen und den Kirchenvorſtänden
vollſtändig freie Hand gelaſſen. — Syn. Dr. Herrmann
begründet ſeinen Antrag. — Syn. Wahl=Schlitz wünſcht
Aufklärung, welche Stellung das Kirchenregiment zum
An=
trag Eger einnimmt. — Oberkonſiſtorialrat Euler
be=
tont, daß das Kirchenregiment dem Antrag Eger
ſym=
pathiſch gegenüberſteht. — Syn. D. Eger wünſcht, daß
zum Ausdruck gebracht werde, daß die Synode der neuen
Kollekte freundlich geſinnt ſei, und daß unnötige
Erſchwe=
rungen unterbleiben. — Syn. Widmann betont, daß
mnit der Annahme der Anträge der Anſchein erweckt werde,
als ob den anderen Miſſionsgeſellſchaften ein Unrecht
ge=
ſchehen ſei, das jetzt wieder gut gemacht werden ſolle.
Er begründet des weiteren das gewiſſe Privileg der
Bas=
ler Miſſionsgeſellſchaft. — Syn. Herrmann ſpricht ſich
für die Beſeitigung dieſes Privilegs aus. Die Zeit der
Privilegien ſei vorbei, und er möchte dem Spiel der Kräfte
freien Lauf laſſen. — Syn. Bayer wünſcht eine größere
Bewegungsfreiheit in der Friſt für die neue Kollekte.
Oberkonſiſtorialrat Euler: Eine Schutzfriſt für die Epi=
phaniaskollekte kann nicht entbehrt werden. — Syn.
Fritſch tritt ebenfalls für die Beibehaltung der
Schutz=
friſt ein. Es gäbe auch ein Privilegium der Dankbarkeit,
das man gegenüber der Basler Miſſion zu erfüllen habe.
Syn. Hainer meint, man ſolle den Kollekten nicht
zu viel Wert beilegen; es gebe auch andere Mittel und
Wege, um Geld für die Miſſion flüſſig zu machen. — Nach
einer längeren Geſchäftsordnungsdebatte ſtellt Syn. Dr.
Eck formell den Antrag, daß der Ausſchuß zu dem
An=
rag Eger Stellung nehmen ſoll. Dieſem Antrag zufolge
berät der Ausſchuß und beſchließt, den erſten Teil ſeines
Antrages zugunſten des Antrages Eger zurückzuziehen.
Der Antrag Eger wird ſodann gegen 3 Stimmen
an=
genommen. Die anderen Anträge werden für erledigt
erklärt.
Ein neues Geſangbuch.
Syn. Marx ſtellte folgenden Antrag: „Die
Landes=
ſynode wolle Großh. Oberkonſiſtorium erſuchen, die
Her=
ausgabe eines Geſangbuches vorzubereiten, das durch
beſſeres Papier, ſchöneren Druck und Bildſchmuck den
ge=
ſteigerten äſthetiſchen Anſprüchen unſerer Zeit genügt und
die Freude am Geſangbuche in unſerem Volke zu erhöhen
geeignet iſt.‟ Das Großh. Oberkonſiſtorium hat ſich
in einer längeren Zuſchrift über den Antrag u. a. wie
folgt geäußert: „Der Wunſch, die äußere Form des
Ge=
ſangbuches zu verbeſſern, wird auch von uns als berechtigt
anerkannt. Ihn zu befriedigen, hat uns ſeither die
Tat=
ſache abgehalten, daß eine Erhöhung des Preiſes damit:
verbunden ſein wird, auch die Beobachtung, daß auf dem
Boden anderer Landeskirchen zwar ſehr beachtenswerte
Verſuche in dieſer Richtung vorliegen, dagegen
Muſter=
gültiges wohl noch kaum geboten worden iſt, vielmehr
die Erörterung der einſchlägigen äſthetiſchen und
tech=
niſchen Fragen ſich noch im Fluſſe befindet. Die
Her=
ſtellung einer zwar einfachen und nicht erheblich teuereren,
aber in bezug auf Papier, Typen, Druckeinteilung,
beſchei=
denen Schmuck und auch Einband nach künſtleriſchen
Ge=
ſichtspunkten einwandfreien Ausgabe des
Notengeſang=
buches würde ins Auge gefaßt werden können. Falls
ver=
ehrliche Landesſynode einen Ausſchuß mit der Prüfung
der Angelegenheit beauftragt, ſo könnte gegebenenfalls
von dieſem auch die Frage in Erwägung gezogen werden,
ob, um eine Vergrößerung des Umfanges und des
For=
mates des Geſangbuches und eine zu bedeutende Erhöhung
des Preiſes zu vermeiden, der Wegfall von weniger
wert=
vollen und zugleich praktiſch entbehrlichen Liedern in
mäßigem Umfange, jedoch unter Beibehaltung der
be=
ſtehenden Nummernfolge, zu empfehlen ſein würde.”
Ueber die Tätigkeit des auf Antrag des Erſten
Aus=
ſchuſſes eingeſetzten Sonderausſchuſſes berichtet
Syn. Widmann=Darmſtadt: Als Sachverſtändige
wurden zu den Verhandlungen des Ausſchuſſes zugezogen
die Herren Geheime Hofrat Profeſſor Dr. Back. Direktor
der Kunſt= und hiſtoriſchen Sammlungen des
Landes=
muſeums, und Karl Klingſpor von der Firma Gebrüder
Klingſpor in Offenbach. Im Einverſtändnis mit ihnen
einigte ſich der Ausſchuß über folgende Grundſätze: Das
Hauptgewicht iſt auf gutes Papier und guten Druck zu
legen; künſtleriſcher Schmuck iſt in beſchränktem Maße
anzubringen und hat ſich dem Satzbild anzupaſſen. Es
empfiehlt ſich, zwei nach Inhalt und Druckausſtattung
völlig miteinander übereinſtimmende Ausgaben des
Notengeſanabuches herzuſtellen, eine ſogenannte
Schulaus=
gabe mit billigerem Papier und eine Geſchenkausgabe mit
gutem dünnen Papier. Von einer beſonderen
Schmuck=
ausgabe ſoll abgeſehen werden. Der Ausſchuß ſpricht ſich
für Verwendung der ſchönen und dabei gut lesbaren
halb=
fetten Koch Schrift (Petit) aus. Damit die durch die
beſſere Ausſtattung des Geſangbuches eintretende
Ver=
teuerung in beſcheidenen Grenzen bleibt, empfiehlt es ſich.
auf Raumgewinnung bedacht zu ſein. Dieſe ſoll durch
das Auslaſſen einer größeren Anzahl von entbehrlichen
Melodien erzielt werden, aber nicht durch das Weglaſſen
von Liedern. Es empfiehlt ſich, daß die Landeskirche auch
die Einbände, und zwar für beide Ausgaben, in eigenen
Vertrieb nimmt. Jedenfalls iſt von der Schulausgabe
kein Rohdruck in freien Verkauf zu bringen. Für die
Schaffung des künſtleriſchen Schmuckes ſchlägt der
Aus=
ſchuß Herrn Kunſtmaler Gengnagel in Darmſtadt vor.
Der Ausſchuß beantragt einſtimmig: Landesſynode
wolle Großh. Oberkonſiſtorium erſuchen, gegebenenfalls
in Verbindung mit dem Sonderausſchuß, die Schaffung
der neuen Geſangbuch=Ausgabe nach dieſen Grundſätzen
zu bewerkſtelligen.
Prälat D. Dr. Flöring iſt dem Ausſchuß dankbar
für die wertvolle Arbeit, wenn er auch in Kleinigkeiten
anderer Anſicht iſt. So möchte er abraten, daß die
Landes=
kirche den geſamten Vertrieb in eigene Hände nimmt.
Er würde nur empfehlen, zwei oder drei Ausgaben in
Vertrieb zu nehmen. Man ſolle auch dem Buchgewerbe
freies Spiel laſſen. —
Syn. Dr. Schloſſer begrüßt
ebenfalls die Arbeiten und Anregungen des
Sonderaus=
ſchuſſes, doch würde er es gerne ſehen, wenn durch
Weg=
laſſen gar nicht gebrauchter Lieder der Umfang und damit
der Preis des Geſangbuches beſchränkt werden könnte. —
Syn. Marx weiſt darauf hin, daß das neue Buch durch
Wegfall von 50 Melodien, die im alten Geſangbuch
mehr=
fach enthalten waren, ein erheblich kleineres Format
er=
hält. Er möchte aber dringend davor warnen,
irgend=
welche Lieder wegzulaſſen, wenn nicht ein Sturm ent=
Syn. D. Dr. Diehl tritt dem
feſſelt werden ſolle.
Vorredner bei und iſt ebenfalls dafür, daß das Geſangbuch
ſämtliche Lieder enthält, denn es iſt nicht nur ein
Kirchen=
geſangbuch, ſondern auch ein Geſangbuch für Haus und
Familie.
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Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Nummer 48.
25jährige lubelfeier
der
Freiwilligen Sanitäts-Haupt-Kolonne
vom
Roten Kreuz Darmstadt
Sonntag, den 2. März 1913, im Städtischen Saalbau.
Festfolge:
I. 11.30 Uhr vormittags: Fest-Akt.
II. 1.00 Uhr nachmittags: Appell der KolonneDarmstadt.
III. 3.00 Uhr nachmittags: Festessen.
IV. 8.00 Uhr abends: Gesellige Vereinigung.
Die Einzelheiten über vorstehende Festfolge sind aus dem Festprogramm zu erschen.
Der Zutritt zu den Veranstaltungen ist frei gegen Karten, die im Geschäftszimmer der
Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz (altes Theater) zu haben sind.
Daselbst werden auch Anmeldungen zum Festessen entgegengenommen.
Es darf erwartet werden, dass die Einwohnerschaft durch zahlreiche Beteiligung ihr
Interesse für die Kolonne und deren segensreiche Tätigkeit zum Ausdruck bringt.
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Der Ehren-Ausschuss:
Ehren-Vorsitz: von Hombergk zu Vach, Minister des Innern Exz., Territorialdelegierter des
Roten Kreuzes für das Grossherzogtum Hessen.
Hauser, Dr., Geh. Obermedizinalrat Netz, Sparkassendirektor
Anspach, Max, Kaufmann
Balser, Dr., Ober-Medizinalrat
Bender, Dr., Justizrat
Benjamin, Bankdirektor
Best, W., Geheimerat
Braun, Dr., Dr. Ing., Finanzminister
Exz.
Brink, Bankdirektor
Buchner, Buchhändler
Treusch von Buttlar-Brandenfels,
Fehr., Oberstleutnant z. D.
Buxbaum, Stadtbaurat
Deinhard, Generalmajor z. D.
Dietz, Dr., Geh. Regierungsrat
Dischinger, Kommerzienrat
Eger, Dr., Generaldirektor des
Grossh. Hoftheaters
Ehrhardt, Oberhofprediger
Elz, Dr., Ehren-Domkapitular und
Geistlicher Rat
von Ewald, Dr., Staatsminister Exz.
von Falkenhayn, Oberst z. D.
Fey, Provinzialdirektor
Fink, Pfarrer
Fischer, Dr., Medizinaleat
Fischer, Branddirektor
Gennes, Regierungsrat
Glässing, Dr., Oberbürgermeister
Goebel, Stadtsekretär
Gross, Dr., Medizinalrat, Kreisarzt
Habicht, Dr., Sanitätsrat
Hahn, Generalmajor und
General-
adjutant
Hannemann, Redakteur und
Schrift-
steller
Happel, Dr., Leibarzt
Harres, Julius, Architekt
Diano-Kauf
Hauske, Obermusikmeister
von Hessert, Geh. Oberjustizrat,
Bankdirektor
von Heyl, Frhr. Generalmajor à Ia.
suite
Heyl, Dr., Professor, Geh. Ober-
Medizinalrat
Hickler, Kommerzienrat
Hölzel, Privatier
Human, Dr.,
Handelskammer-
syndikus
Joseph, Ludw., Kaufmann
ltaliener, Dr., Rabbiner
Keller, Dr., Senatspräsident
Klassert, Musikdirektor
Kleinschmidt, Dr., Geh. Justizrat
Kolb, Dr., Sanitätsrat
Korwan, Generalleutnant z. D., Exz.
Kratz, Dr., Ministerialrat
Landzettel, Stabsquartiermeister,
Ehren-Kolonnenführer
von Leonhardi, Frhr,
Oberkammer-
herr
indemann, De., Generalarzt a. D.
Wilhelm, Prinz zu Löwenstein-
Wertheim-Freudenberg
Lücke, Divisionspfarrer
Maass, Major a. D.
Markel, Dr., Sanitätsrat
Marx, Dr., Rabbiner
Merck, Louis, Dr., Geh.
Kommer-
zienrat
Milkau, Oberpostdirektor
Mueller, Bürgermeister
Nebel, D., Oberkonsistorialpräsident
Neidhart, Dr., Legationsrat
Noack, Geh. Regierungsrat
Noellner, Dr., Sanitätsrat
Nohl, Rentner
von Oetinger, Ritter und Edler,
Kammerherr und Majoratsherr
Offenberg, Reichsbankdirektor
Osann, Dr , Justizrat und
Landtags-
abgeordneter
Pellar, Kunstmaler
von Plüskow, Generalleutnant Exz
Pützer, Professor
Ramdohr, Apotheker
von Randow, Generalmajor und
Stadtkommandant
von Reinhardt, Dr., Generaloberarzt
Riedesel, Frhr. von Eisenbach,
Ober-
kammerherr Exz.
Roemheld, Geheimerat
Rudolph, Photograph
Schaefer, Oberbürgermeister a. D.
Schlager, Kommerzienrat
Schmidt, Oberst
Stapel, Gartendirektor
Stein, Bankdirektor
Stemmer, Rentner
von Ungern-Sternberg, Frhr.,
Ober-
hofmarschall
Süffert, Geheimerat
Trier, Louis, Kommerzienrat
Velte, Stadtpfarrer
Waldecker, Hauptmann a. D.
Weber, Dr., Dr. Ing., Geheimerat
Weber, Dr, Ministerialrat
Wickop, Prof., Geh. Baurat, Rektor
der Technischen Hochschule
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Reichhaltige Auswahl in Torten und Gebäck.
Die Konzerte finden im Haupt-Restaurant
statt und ist der Zutritt frei.
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Oeffentl. Verſammlung
Dienstag, den 4. März 1913, abends 8½ Uhr,
im Kaiſerſaal, Grafenſtraße 18/20.
Tagesordnung: Vortrag des Herrn
Univerſitäts=
profeſſors Dr. Staehlin aus Heidelberg über
die Orientfrage und die heutige Weltlage.
Zu dieſer Verſammlung lädt der unterzeichnete Vorſtand freund=
(4904msa
lichſt ein; auch Damen ſind willkommen.
J. A.:
Der Vorſtand des nat.=lib. Vereins.
3666a
Die Einſendung aller noch rückſtändigen Koſtenrechnungen
über Leiſtungen und Lieferungen für das Großherzogliche Hoftheater
und die Hofmuſik wird bis zum 8. März 1913 erbeten.
Für jede Rubrik ſind die in doppelter Ausfertigung
einzu=
reichenden Koſtenrechnungen getrennt aufzuſtellen.
Die bezüglichen Beſtellſcheie müſſen beigefügt werden. Die
nach dem obigen Termin einlaufenden Rechnungen können erſt bei
der nächſten Abrechnung Berückſichtigung finden.
(4863ms
Darmſtadt, den 24. Februar 1913.
Die Generaldirektion des Großh. Hoftheaters und der Hofmuſtk.
Naturweine
191ler von 80 Pfg. an per Flaſche, ſowie rote
und weiße Qualitätsweine
(4788a
das Beſte was zu dieſem Preiſe geboten werden kann, empfiehlt
Gg. Sauerwein, Landwehrſtraße 7.
Bezirnsverem Bessungen
Einladung zur
Hauptversammlung
auf Samstag, den 1. März 1913, abends 8½ Uhr, im
Gaſthaus zum Ochſen (Volle Wwe.) Beſſungerſtr. 28.
1. Vortrag über „Die Gemeindeſteuer früher und heute”,
gehalten=
von Herrn Wenchel;
2. Berichterſtattung über die Tätigkeit des Vorſtandes im Jahr 1912;
3. Rechnungsablage und Entlaſtung des Rechners;
4. Neuwahl des Vorſtandes;
5. Beſprechung eingelaufener Anträge;
Unſere verehrl. Mitglieder werden gebeten, recht pünktlich zu
erſcheinen, da der Vortrag rechtzeitig beginnt.
Der Vorſtand.
B4902)
Saalbaul (grosser Saal)
Donnerstag, 27. Februar, abends 8 Uhr:
Vortrag mit Lichtbildern
des Kriegsberichterstatters
Eugen Reichsfreiherrn von Binder-Krieglstein.
ZWockenWreuzunlatbtkond-
Kriegserlebnisse und Beobachtungen aus den albanesischen,
italienischen, arabischen, montenegrinischen und türkischen
Feldlagern während der Kriege und Aufstände der letzten
Jahre in Albanien, Tripolis und dem Balkan.
Der durch seine Teilnahme an den Kriegen, Aufständen und
Expeditionen der letzten sechzehn Jahre auf allen
Kriegsschau-
plätzen der Welt bekannte Kriegsberichterstatter, dessen fesselnde
und wahrheitsgetreue Schilderungen dem deutschen Lesepublikum.
längst bekannt sind, wird, eben von Tschataldscha zurückgekehrt,
über seine Erlebnisse und Erfahrungen sprechen.
Seine weitblickenden politischen und militärischen
Betrach-
tungen, die uns die Schauer und das Grauenvolle des
Rassen-
kampfes um das türkische Erbe vor das geistige Auge rücken,
gipfeln in einem Aufrufe an die germanischen Brudervölker zum
Zusammenschlusse gegen die Drohungen des Panslavismus und
sind ein Warnungsschrei gegen die slavische Hochflut, die sich,
von Osten kommend, gegen die Germanen wälzt.
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[ ← ][ ][ → ]DARM-ASSTADT
GRAEENSTR-2EcKE RHEINS
Nummer 48.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Seite 23.
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Kron=
diamanten” von D. Auber.3. „Und
der Himmel hängt voller Geigen”
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4. Selektion aus der Oper „The
Mikado” von A. Sullivan. 5., Eva
Walzer” aus der Operette „Die
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Seite 24.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Nummer 48.
Die Ausführung des § 392
ides
Angeſtelltenverſicherungs=
geſetzes.
Bevor durch das Verſicherungsgeſetz für
Angeſtellte eine reichsgeſetzliche Fürſorge für die
Angeſtellten und ihre Familienangehörigen geſchaffen
wurde, hatten die Angeſtellten in zahlreichen Fällen ihre
und ihrer Angehörigen Zukunft durch Abſchluß von
Le=
bensverſicherungen ſicherzuſtellen geſucht.
Mehr=
fach haben auch die Arbeitgeber für ihre Angeſtellten
Zu=
ſchüſſe zu den Prämien an die
Lebensverſicherungsunter=
nehmungen vertraglich übernommen, um einen
aus=
reichenden Verſicherungsſchutz zu ermöglichen. In allen
dieſen Fällen ſoll auch nach dem Inkrafttreten des
Ver=
ſicherungsgeſetzes für Angeſtellte nach der Abſicht des
Ge=
ſetzgebers tunlichſt das bisherige Verſicherungsverhältnis
geſchützt werden.
Das Geſetz ſchreibt vor:
§ 390. Angeſtellte, für die vor dem 5. Dezember 1911
bei öffentlichen oder privaten
Lebensverſicherungsunter=
nehmungen (§ 1 des Geſetzes über die privaten
Verſiche=
rungsunternehmungen vom 12. Mai 1901, Reichsgeſetzbl.
S. 139) ein Verſicherungsvertrag geſchloſſen iſt, können auf
ihren Antrag von der Beitragsleiſtung befreit werden,
wenn der Jahresbetrag der Beiträge für dieſe
Verſiche=
dungen beim Inkrafttreten dieſes Geſetzes mindeſtens den
ihren Gehaltsverhältniſſen zur Zeit des Antrags
eent=
ſprechenden Beiträgen gleichkommt, die ſie nach dieſem
Geſetz zu tragen hätten.
Das Gleiche gilt für Angeſtellte, die beim Eintreten
in die verſicherungspflichtige Beſchäftigung das dreißigſte
Lebensjahr überſchritten haben und ſeit mindeſtens drei
Jahren in einer dem erſten Abſatz entſprechenden Weiſe
verſichert ſind.
§ 392. In den Fällen des § 390 iſt der Arbeitgeber
verpflichtet, den nach dieſem Geſetz auf ihn entfallenden
Beitragsanteil an die Reichsverſicherungsanſtalt
abzu=
führen; dem Verſicherten werden dafür die halben
Leiſtun=
gen dieſes Geſetzes gewährt.
Hat der Arbeitgeber zu den Beiträgen für
Verſiche=
rungen ſeiner Angeſtellten (§ 390) Zuſchüſſe gezahlt, ſo
kann er dieſe Zuſchüſſe um die an die
Reichsverſicherungs=
anſtalt zu entrichtenden Beiträge kürzen.
Auf Antrag des Verſicherten zahlt die
Reichsver=
ſicherungsanſtalt die an dem Zuſchuß gekürzten Beträge
an die Lebensverſicherungsunternehmungen aus den
Ar=
beitgeberbeiträgen. (Abſ. 1) weiter, wenn
1. die Vexſicherung noch in einer dem § 390
entſpre=
chenden Höhe beſteht,
2. der Verſicherungsſchein hinterlegt wird,
3. zur Sicherung einer Anwartſchaft auf Ruhegeld
und Hinterbliebenenrente die Forderung aus der
Verſicherung zu demjenigen Teile, welcher dem
ge=
kürzten Betrag der reichsgeſetzlichen
Arbeitgeberzu=
ſchüſſe entſpricht, an die Reichsverſicherungsanſtalt
rechtsverbindlich abgetreten wird.
Näheres über die Ausführung dieſer Vorſchriften
be=
ſtimmt der Bundesrat. Er ſetzt nach Anhören der
Reichs=
verſicherungsanſtalt die Vergütung feſt, die von den
Le=
bensverſicherungsunternehmungen für die Abführung der
Beiträge zu zahlen iſt.
Der Bundesrat hat nunmehr die durch das Geſetz ihm
übertragenen Ausführungsvorſchriften unter
dem 11. Januar 1913 (Reichsgeſetzbl. S. 19) wie folgt
erlaſſen:
Zur Ausführung des § 392 des Verſicherungsgeſetzes
für Angeſtellte vom 20. Dezember 1911 (Reichsgeſetzbl.
S. 989) hat der Bundesrat auf Grund des Abſ. 4 a. a. O.
folgendes beſtimmt:
I. Die von dem Arbeitgeber an ſeinem Zuſchuß
ge=
kürzten Beträge werden höchſtens inſoweit an die
Lebens=
verſicherungsunternehmung weitergezahlt, als der
Bei=
trag (die Prämie) den für die Befreiung des Angeſtellten
von der eigenen Beitragsleiſtung nach § 390 Abſ. 1 a. a. O.
erforderlichen Betrag überſteigt.
Die weiterzuzahlenden Beträge bleiben für die ganze
Dauer der Weiterzahlung unverändert.
II. Die Weiterzahlung der unter I bezeichneten
Be=
träge an die Lebensverſicherungsunternehmung iſt nur
zuläſſig, wenn
1. der Arbeitgeber den Zuſchuß zu den Beiträgen
(Prämien für die Verſicherung des Angeſtellten in
den Fällen des § 390 Abſ. 1 a. a. O. ſchon vor
dem 5. Dezember 1911 und in den Fällen des § 390
Abſ. 2 a. a. O vor dem Eintritt in die
Verſiche=
rungspflicht geleiſtet hat,
2. der Verſicherte nachweiſt, daß der Arbeitgeber ſich
verpflichtet hat, die Weiterzahlungen nach den
Be=
ſtimmungen des Verſicherungsvertrags auf
Anfor=
dern der Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte
unmittelbar an die
Lebensverſicherungsunterneh=
mung abzuführen.
III. Eine Anwartſchaft auf Ruhegeld und
Hinter=
bliebenenrente gilt als geſichert (§ 392 Abſ. 3 Nr. 3 a. a.
O.), wenn folgende Bedingungen erfüllt ſind:
1. Die Forderung aus der Verſicherung zu
demfeni=
gen Teile, welcher dem gekürzten Betrage der
reichs=
geſetzlichen Arbeitgeberzuſchüſſe entſpricht, muß
vor=
behaltlos und endgültig abgetreten ſein.
2. Für den Fall, daß der Verſicherungsnehmer den
Verſicherungsvertraa erfüllt, muß der Eintritt der
Verpflichtung des Verſicherers zur Erfüllung der
vereinbarten Leiſtung gewiß ſein.
3. Die Verſicherung muß rückkaufsfähig ſein.
4. Der Verſicherte hat nachzuweiſen, daß die
Ver=
ſicherungsunternehmung der
Reichsverſicherungs=
anſtalt für Angeſtellte das Recht einräumt, den ihr
abgetretenen Teil der Verſicherung durch Zahlung
der entſprechenden Prämie auch dann aufrecht zu
erhalten, wenn der übrige Teil infolge Nichtzahlung
der Prämie verfällt.
Iſt nach dem Verſicherungsvertrage die
Auf=
rechterhaltung eines Teils der Verſicherung nicht
möglich, und wird ein ſolches Recht auch auf
An=
ſuchen nicht eingeräumt, ſo hat der Verſicherte bei
der Abtretung der Forderung aus der Verſicherung
zu erklären, daß er für den Fall, daß er die Prämie
nicht zahlt, der Reichsverſicherungsanſtalt für
An=
geſtellte das Recht einräumt, in alle Rechte und
Pflichten aus dem Verſicherungsvertrag
einzutre=
ten. Die Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte
hat dafür dem Verſicherten bei Fälligkeit der
Ver=
ſicherungsleiſtung denjenigen Betrag auszuzahlen,
welcher den für ihn früher an die
Verſicherungs=
unternehmung geleiſteten Prämien entſpricht.
5. Der Angeſtellte hat der Reichsverſicherungsanſtalt
für Angeſtellte aus ſeiner Verſicherung einen nach
der Formel
zu berechnenden Teil abzutreten. (Hierin bedeuten
3 den abzutretenden Teil, B den weitergezahlten
Beitragsteil, R den Barwert der zukünftigen
Prä=
mienzahlung im Jahresbetrag 1 und P die
ein=
malige Nettoprämie für die Verſicherungsleiſtung 1.)
Als Rechnungsgrundlagen gelten die für die
Tarif=
berechnungen der Lebensverſicherungsunternehmung
beim Abſchluß der Verſicherung maßgebend
gewe=
ſenen Grundlagen; ſind dieſe nicht zu beſchaffen,
ſo iſt die Tafel M und W I der 23 deutſchen
Le=
benverſicherungsgeſellſchaften und ein Zinsfuß von
3½ vom Hundert zu verwenden.
IV. Dem Antrag ſind außer den unter Nr. II 2,
III 4 bezeichneten Nachweiſen und Erklärungen
beizu=
fügen:
a) der Verſicherungsſchein (Aufnahmeſchein und
der=
gleichen) und die zugehörigen
Verſicherungsbedin=
gungen,
b) der Nachweis über die Zahlung der zuletzt fällig
geweſenen Prämie oder den zuletzt fällig geweſenen
Mitgliedsbeitrag,
c) die Verſicherungskarte,
d) der Nachweis dafür, daß der Arbeitgeber bereits
vor dem unter Nr. II 1 bezeichneten Zeitpunkt den
Zuſchuß geleiſtet hat.
Die Reichsverſicherungsanſtalt kann weitere
Unter=
lagen zur Klarſtellung des Antrages verlangen.
Die Lebensverſicherungsunternehmungen haben
der Reichsverſicherungsanſtalt außer in den Fällen der
Nr. II 2 für die Abführung der Beiträge eine Vergütung
von 1 vom Hundert der überwieſenen Beträge zu zahlen.
Alle ſonſtigen aus Ueberweiſungsanträgen entſtehenden
Koſten trägt der Antragſteller.
VI. Mit Lebensverſicherungsunternehmungen, die
Fabrik=, Betriebs=, Haus=, Seemanns= und ähnliche
Kaſ=
ſen für eine oder mehrere Unternehmungen ſind und nicht
zu den Zuſchußkaſſen oder öffentlich=rechtlichen
Penſions=
kaſſen (§§ 365, 387, 389 a. a. O.) gehören, vereinbart die
Reichsverſicherungsanſtalt die Bedingungen, unter denen
die von den Arbeitgebern an ihren Zuſchüſſen gekürzten
Beträge weitergezahlt werden können.
Die nachfolgenden Erläuterungen mögen den
beteiligten Kreiſen zur Beurteilung der Tragweite der
Ausführungsbeſtimmungen dienen.
Die Vorſchriften ſetzen voraus, daß es ſich um
Ver=
ſicherungen bei Lebensverſicherungsunternehmungen
han=
delt, die den Angeſtellten berechtigt hätten, einen Antrag
auf Befreiung von der Beitragspflicht nach § 390 zu
ſtel=
len (§ 392 Abſ. 2). Es iſt nicht notwendig für die
An=
wendbarkeit des § 392, daß der Angeſtellte ſich tatſächlich
von der Beitragsleiſtung zur Reichsverſicherungsanſtalt
für Angeſtellte hat befreien laſſen. Die Vorſchriften ſetzen
weiter voraus, daß der Arbeitgeber den Zuſchuß zu den
Beiträgen (Prämien) für die Verſicherung des
Angeſtell=
ten in den Fällen des § 390 Abſ. 1 ſchon vor dem 5.
De=
zember 1911 und in den Fällen des § 390 Abſ. 2 vor dem
Eintritt in die Verſicherungspflicht geleiſtet hat.
(Schluß folgt.)
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geſch. Off. u. K 46 Exp. (*5114ms
Fräulein, ſchon auf Kontor
tätig geweſen, in Stenographie
u. Maſchinenſchreiben bewandert,
ſucht Stellung. Off. unt. K 61
(*5100
an die Exvedition.
Schneiderin empf. ſich in allen
Näharbeiten, ſpez. Bluſen ꝛc.
5203) K. Schäfer, Soderſtr. 33, II.
n kann einige
Tücht. Büglerin
Privat=
plätze verſehen.
(*5206
Walther, Tannenſtr. 1.
o die in einem größ.
nieet
Friseuse, Geſchäfte tätig war,
nimmt noch einige Kunden an
*5173) Dornheimer Weg 31, II., r.
Tücht. Schneiderin empfiehlt
ſich in und außer dem Hauſe
*5138mf)
Grafenſtraße 22, I.
Fräukein ſucht Kunden für
Bügeln außer dem Hauſe. Zu erfr.
Weinbergſtraße 18. (*5096mdf
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Markt 7
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1. Gewerbliche Abteilung, phon Nr. 371). —
Geſchäfts=
ſtunden von 8—12½ Uhr und von 2½—6 Uhr.
Allgemeiner unentgeltlicher Nachweis für Arbeitgeber
und Arbeitnehmer.
Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 6
2. Dienſtboten=Abteilung, (Telephon Nr. 371).—
Geſchäfts=
ſtunden von 9—12 Uhr und von 3—6 Uhr.
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20 Pfg. und eine Vermittlungsgebühr von 1 Mk. erhoben.
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Grösster männ. Verein.
Seite 26.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 26. Februar 1913.
Nummer 48.
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Frank-
furt a. M.
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Praktiſche Kleidungsſtücke.
Darin, die wirklich praktiſchen Kleidungsſtücke ausfindig zu machen,
ſich beim Einkauf derſelben nicht zu irren — ſich nicht „zu verkaufen”, wie
es volkstümlich heißt — beruht nicht zum kleinſten Teil die Kunſt,
zweck=
entſprechend und geſchmackvoll gekleidet zu ſein, denn nur indem dieſe Dinge
mit großem Vorbedachk angeſchafft werden, jedes Für und Wider erwägend,
erfüllen ſie nicht nur einen Zweck, ſondern mehrere Zwecke. Sie ſind alſo
dann wahrhaft praktiſch.
Für Frauen, die in reiferem Alter ſtehen, iſt dieſe Frage der praktiſchen,
viele Bedingungen zu gleicher Zeit erfüllenden Kleidungsſtücke nur ſehr
ſchwer zu löſen, wenn ſie überhaupt zu löſen iſt, für jugendliche Erſcheinungen
jedoch liegen die Dinge anders.
Bei allem Luxus braucht ein junges Mädchen heute nur ganz wenig
Kleidungsſtücke, um krotz= gun
Ui
dem immer den Amſtänden
angemeſſen angezogen zu
ſein. Vor allen Dingen
fehle nicht ein langer
Mantel aus gukem
Home=
ſpun oder Cheviot — dieſe
beiden ſind praktiſcher als
die beliebten Natiné oder
Velours-de-laine-Stoffe
oder, wenn die
Aus=
gabenichtgeſcheutwird, aus
uni-Zibelintuch, welches
im Tragen federleicht iſt,
dabei recht warm und
über=
dies bewirkt, daß ein
Mantel aus dieſem Stoff
28
„angezogener” ausſieht als
jener aus melierkemCheviot.
))
Der Mantel iſt alſo auch
zum Beiſpiel im Badeort
an kühlen Tagen zu
ver=
wenden oder als Amhülle
überein gutes
Nachmittags=
kleid, ohne daß es ausſieht,
c)
6
alshätte man einen,
Regen=
mantel” an, den er trotz
ſeines eleganten Aeußern
2)
ſehr gut erſetzt. Schwerer
aber als der Stoff fällt
die Machart ins
Ge=
wicht, die nicht zu ſtreng
½
den Charakter „Alſter”
haben ſollte. Man kann
alſo eventuell Kragen,
Re=
vers und Manſchetten mit
dem jetzt als große Neuheit
herausgekommenen ſtarken
Seidenrips ausſchlagen
.
oder irgendeinem anderen
haltbaren Seidenſtoff, und
die Machart durch
Schi=
e
2
kanen des Schnittes
kom=
plizieren.
5
57988
Ein derartiger Mantel
dient auch als
Reiſe=
mantel und geſtattet es,
ininiimmmmmnnnmninnnmmmmc
f.,
unterwegs einen
Koſtüm=
rock mit Bluſe zu tragen anſtatt des vollſtändigen Koſtüms. Die Bluſe
betreffend, iſt es zur Reiſe am ratſamſten und zugleich unſtreitig am
eleganteſten, eine waſchbare Bluſe zu tragen. Jeder wird ſie eben, wie
andere Dinge auch, zu ſeinem Dortemonnaie paſſend wählen, der eine aus
feinem Leinenbatiſt, handgeſtickt mit echten Spitzchen garniert, der andere
aus billigem Material. Auf zahlreichen Reiſen machte ich die Erfahrung,
daß man immer, wenn auch einfach, ſo doch elegant ausſieht in einer
weißen Hemdbluſe ohne jeglichen Aufputz — ich ſpeziell liebe ſie nur aus
dichtem Leinenbatiſt — zu der man nicht den wenig kleidſamen,
unbe=
quemen und recht „rückſtändig” ausſehenden, ſteifen Leinenkragen krägt,
ſondern ſeparat anzulegende, abgepaßte Stehkragen aus Einſätzen und Batiſt
gebildet, oder aber — es iſt das eine ſehr hübſche Neuheit — einen der
abgepaßt gearbeiteten Stehkragen aus iriſcher Spitze, die durch einige Stäbchen
geſteift werden. Zur weiteren Vervollſtändigung diene eventuell ein einfaches,
nicht beſonders duftiges Jabot. Dieſe kauft, wer praktiſch iſt, nur in guter
Qualität — billige Jabots werden teuer durch die Anſolidität der Zutaten,
ſind im übrigen auch keine Zierde und bleiben beſſer ganz fort.
Am praktiſchſten und zufälligerweiſe vom modiſchen Standpunkte aus
auch am richtigſten iſt es, die Bluſe halsfrei zu tragen. Amlegekragen
können ſehr gut auswechſelbar ſein, und ſo kann man gelegentlich einer
Eiſen=
bahnfahrt vor der Ankunft am Beſtimmungsort leicht einen friſchen
Kragen umnehmen, wodurch der ganze Anzug wieder friſcher und
ge=
pflegter ausſieht.
Ein praktiſches Kleidungsſtück iſt — ſpeziell zur Reiſe — das geſchloſſene
dunkle Beinkleid, durch das heute ſehr viele Frauen den Unterrock erſetzen.
Auch hier wird einerſeits viel Luxus getrieben, anderſeits heißt es ſich
be=
ſcheiden. Das ſogenannte „Direktoirebeinkleid” aus ſchwarzem, dunkelgrauem
oder bräunlichem Seidenkaſchmir — ich nenne die Farben, die zu den
Strümpfen paſſen, die in der Hauptſache zum Tagesanzug getragen werden
und die, wenn auf Eleganz Anſpruch erhoben wird, mit jenen der
Bein=
kleider harmonieren müſſen — iſt ſehr angenehm im Tragen und nach heutigen
Ideen beſtimmt, den Unkerrock zu erſetzen. Den unteren Rand kann man
mit einem feinen Pliſſé aus Seidenſtoff abſchließen. Halbſeide iſt zu
dieſem Zweck nicht haltbar genug; wo Seide zu koſtſpielig iſt,
emp=
ſiehlt es ſich beſſer, Wollatlas zu nehmen oder Atlasſatin. M. v. Suttner.
Iimmmiii
I
Beſchreibung
zu unſeren
Abbildungen.
Nr. 57888. Wer ein hübſches,
aber einfaches Kleid braucht,
wird kaum eine geeignetere
Vorlage als die mit Nr. 57888
1a
bezeichnete finden. Der
ge=
nannte Schnitt hat linksſeitigen
Vorderſchluß, und das einzige
Beſatzmaterial ſind einige
hübſche Knöpfe. Ein
Futter=
muſter iſt vorgeſehen, das man
je nach Belieben verwenden
oder weglaſſen kann, jedoch iſt
2
es empfehlenswert, die Bluſe
auf Futter zu arbeiten, da ſo
ſicherer ein guker Sitz erzielt
wird. Die mit zwei über die
Schulkern gehenden
Gibſon=
falten verſehene Bluſe hat
§ einen Robespierrekragen,
Steh=
kragen oder flachen Kragen.
Die Aermel ſind einkeilig und
eng anliegend, der fünfteilige
Rock hat etwas gehobene
Taillenlinie. Materialbei einer
Oberweite von 91 cm: Von
110 cm breitem Stoff 4 m.
Von 70 cm breitem Stoff
für den Robespierrekragen
und die Manſchetten 40 cm.
Dreis des in 6 Größen
erhält=
lichen Muſters 1 Mark.
Nr. 57988. Kragen, die
aufgeſtellt werden können,
ge=
hören zu den charakteriſtiſchen
Merkmalen der heutigen Mode.
Sie ſind ſehr beliebt, und das
aus zweierlei Gründen. An
warmen Tagen bleiben ſie
um=
gelegt und ſehen wie jeder
andere Kragen aus, bei kaltem
(2
Wetter ſtellt man ſie auf,
und es bedarf dann keiner
57888
055 u. 58344
weiteren Hülle, um doch wohl
verwahrt zu ſein. Einen ſehr
hübſchen Mankel, der mit ge=
Iiinmmimmmmmmmimihimmmmmimimminn
nanntem Kragen verſehen iſt,
ſinden wir unter Nr. 57988 abgebildet. Dieſer Mantel iſt in drei verſchiedenen
Längen vorgeſehen und hat ein mit oder ohne Mittelnaht verſehenes Rückteil. Die
oben leicht eingereihten oder glatt eingenähten Aermel können mit oder ohne
Man=
ſchetten abſchließen. Material bei einer Oberweite von 91 cm für den langen
Mankel: Von 110 cm breitem Stoff 4,60 m. Dreis des in 9 Größen erhältlichen
Muſters 85 Pfennig.
Nr. 58055. Sportjacken ſind jetzt bei den größeren Schulmädchen und den im
Geſchäftsbetriebe tätigen jungen Mädchen ſehr beliebt, deshalb bringen wir unter
Nr. 58055 ein beſonders hübſches Muſter, das ſicher mancher jungen Dame ſehr
will=
kommen ſein wird, da es neben anderen Vorzügen viel leichter zuſammenzuſtellen iſt
als jedes andere Jackett. Die Norfolkſtreifen ſind extra aufgeſetzt, was die Herſtellung
ſehr vereinfacht. Der Kragen iſt ſo eingerichtet, daß er bis zum Halſe geſchloſſen werden
kann. Die zweinähtigen Aermel ſind leicht eingereiht oder glatt eingenäht. Der
Beſatz=
ſtreifen am Aermel muß zum Stoff oder Gürtel paſſen. Material für ein
ſiebzehn=
jähriges Mädchen: Von 110 cm breitem Stoff 2,85 m. Dreis des in 6 Größen
erhält=
lichen Muſters 65 Pfennig.
Nr. 58344. Einen ſehr hübſchen Nock finden wir unter Nr. 58344 illuſtriert. Den
auf den angekrauſten Teil geſetzten Spangenkeil kann man, wenn nicht gewünſcht,
fort=
laſſen. Der Schnitt iſt zwei=, drei= oder vierteilig, je nach der Breite des zu
ver=
wendenden Makerials, und hat die gehobene Taillenlinie. Cheviot, Tuch uſw. ſind
ge=
eignete Stoffe. Material für ein ſiebzehnjähriges Mädchen für den zweiteiligen
Rock: Von 120 cm breitem Stoff ohne Strich 1,90 m. Dreis des in 6 Größen
erhält=
lichen Muſters 65 Pfennig.
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