Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
2
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
tärts nehmen die Poſtämter u. die Agen= verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
heren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
d 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
fürr Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
heriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
lommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
rgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
ſheimerat Wilhelm Haas=Darmſtadt iſt am
Sams=
tag im 74. Lebensjahre geſtorben.
r Kaiſer und die Kaiſerin ſind nach
Karls=
juhe abgereiſt.
ſſer Geh. Regierungsrat Dr. Guſtav v. Brüning, der
Gencraldirektor der Höchſter Farbwerke,
ſiſt geſtorben.
n Nordengland, Irland und Wales wütete
Samstag nacht ein furchtbarer Orkan, durch den
troher Schaden angerichtet wurde.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Deutſchland und England.
C Im Haushaltsausſchuß des Reichstages hat
ſtaatsſekretär v. Jagow betont, daß Deutſchlands
Be=
ebungen zu den Mächten, „namentlich auch zu England”,
i ſeien, und Staatsſekretär v. Tirpitz hat erklärt, als
ſeiter ſeines Reſſorts keinerlei Bedenken dagegen zu
ſhen, wenn das Verhältnis zwiſchen der deutſchen und
r engliſchen Schlachtflotte, wie es vom engliſchen
Ma=
ſneminiſter als akzeptabel bezeichnet wurde, 10:16 wäre.
6 Mr. Churchill auch heute noch auf ſeinem vorjährigen
ſtandpunkt ſteht oder ob der nene engliſche Flottenetat
ſſicrt Forderungen ſtellen wird, die zwiſchen den beiden
llachtflotten ein anderes Verhältnis ergeben, bleibt
ab=
warten. Und nicht minder abzuwarten ſind die Früchte,
ſſe unſere guten Beziehungen zu England ſowohl im
Zu=
mmenhange mit der endgültigen Löſung des
Balkan=
ſſoblems wie bei ſonſtigen Einzelfragen der
internatio=
ſilen Politik zeitigen werden. Wenn aber der Leiter des
ſswärtigen Amtes und der Leiter des Reichsmarineamtes
ſrartige Erklärungen abgeben, dann wird niemand
be=
ſeiten können, daß die deutſch=engliſchen Beziehungen ſich
ſſcht unerheblich geändert haben.
Nach den langen Jahren trüber Erfahrungen iſt es
r natürlich, daß die öffentliche Meinung Deutſchlands
in. geänderten Verhältnis mit abwartender
Vor=
ſcht gegenüberſteht. Aber gerade dieſe abwartende
Vor=
ht ſcheint es erforderlich zu machen, daß die Erörterung
48
deutſch=engliſchen Verhältniſſes in Parlament und
leſſe die grundſätzliche Gegnerſchaft zurücktreten läßt,
für die Beurteilung Großbritanniens Jahre hindurch
Un Ton angeben mußte. Es iſt nicht die Mächt der
Ge=
hohnheit allein, die es insbeſondere der deutſchen Preſſe
ſſchwerte, die Aenderung der deutſch=engliſchen
Beziehun=
n ſogleich zu berückſichtigen; auch nicht bloß wohlmeinen=
Patriotismus erklärt das Feſthalten an der
über=
mnenen Gegnerſchaft, ſondern die zunehmende „
Ameri=
liſierung” der deutſchen Preſſe hat daran ſicherlich ihren
ſteil. Senſationshaſcherei und das Beſtreben, die eng=
Inidfeindliche Stimnung geſchäftlich auszubeuten, haben
ſuſche Organe derföffentlichen Meinung die Aenderung
lerſehen und manche Gelegenheit zur Vertiefung des
ſſurſch=engliſchen Geglenſatzes an den Haaren herbeiziehen
ſem.
Mit dieſer Praxislzu brechen, mahnen die Erklärungen,
im Haushaltsausſſchuß des Reichstages von den bei=
Staatsſekretären äbgegeben worden ſind, eindringlich
Fnrg. So falſch jede Wertrauensſeligkeit wäre, ſo unan=
Gbracht erſcheint gegeſwärtig die Hervorkehrung einer
Nunrdſätzlichen Gegnerſthaft Deutſchlands gegen
Groß=
tannien. Wer nüchten die deutſchen Intereſſen
ab=
ligt, wird der öffenllichen Erörterung unſerer
Be=
ſhungen zu England dhs Gepräge abwartender Vorſicht
en und dieſem Geſichſtspunkt alle anderen unterordnen.
Vielfederei.
* Zu den endloſen! Etatsdebatten im Reichstage
Preibt die Poſt: Am Molntag, den 13. Januar, begann
Deutſche Reichstag den Haushalt des Reichsamts des
Inern zu beraten. Für Eamstag, den 25. Januar, hatte
in geplant, des grauſamſen Spiels genug ſein zu laſſen.
ir gefehlt. Endlos, wie ein zwiſchen Geſtrüpp ſich
lierender Pfad, habeſſt ſich die Verhandlungen von
g zu Tag ſortgeſchleppft; heute ſteht die Mondſcheibe im
r iff. ihre Geſtalt vom 13. Januar wieder anzunehmen,
noch immer läßt ſich nicht überſehen, wann das letzte
Wort zum Reichsamte des Innern verhallen wird. Auf
die Beratungen ſcheint das Wort Bismarcks vom Kriege
zuzutreffen, von dem man ſtets wiſſe, wo er beginne, aber
niemals, wo und wann er ende.
Die Haupturſache dieſer gedankenloſen Zeitvergendung
liegt in der Vielrederei, die auf dem Gebiete des
Reichsamts des Innern einen Tummelplatz findet, wie in
keinem zweiten Reſſort. Die ſozialpolitiſchen
Fragen der Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft
wer=
den voll heiligen Eifers Tag für Tag an den Haaren
her=
beigezogen, ausgeſchlachtet, zergliedert, ſerviert, verſpeiſt
und wiederßekäut, ſo daß die Zuhörer, auch wenn ſie jedes
äſthetiſchen Gefühls bar ſind, bleiches Entſetzen packen
muß. Die Arbeiterfragen werden mit einer Gründlichkeit
von A bis Z und von Z bis A beſprochen, wieder
be=
ſprochen und zum dritten Male beſprochen, daß der
Un=
befangene glauben muß, die Arbeiterbevölkerung bilde den
einzigen Berufsſtand unſeres Volkes. Selten ſind im
Reichstag im Hinblick auf bevorſtehende Wahlen ſo
viele Reden zum Fenſter hinaus gehalten worden, ſelten
haben deutſche Volksvertreter ihrer Eitelkeit, ſich ſprechen
zu hören und ſich gedruckt zu ſehen, in ſolchem Maße die
Zügel ſchießen laſſen, wie in den letzten Wochen.
Und wie ſieht’s im Hohen Hauſe bei ſolchen
denk=
würdigen Sitzungen aus? Ein Redner und ſechs Zuhörer
im Saal, ein Journaliſt auf der Tribüne; öde und leer
iſt’s hier wie dort, und der Geiſt der Langeweile ſchwebt
über den Bänken. Die unglücklichen Journaliſten, die ein
mitleidsloſes Geſchick in den Wallotbau verbannt hat, faßt
der Menſchheit ganzer Jammer an. Wer will es ihnen
verargen, wenn ſie in ganzen Kolonnen die gaſtlichen
Räume des „Entenpfuhls” beſetzt halten und ſich hier die
Zeit auf alle erdenkliche Weiſe vertreiben, damit der Kelch
des Leidens ſchneller vorübergehe?
Unermeßlich iſt die Einbuße an Anſehen, die der
Reichstag durch ſolche diſziplinloſen Vielredereien
davon=
tragen muß. Vier Wochen werden an die Sozialpolitik
verſchwendet, ſo daß die weit wichtigeren Angelegenheiten
der anderen Reichsämter, vor allem militäriſche und
auswärtige Fragen, übers Knie gebrochen werden
müſſen! Das Traurigſte aber iſt, daß gegen dieſe Unſitte,
wie gegen den Tod, kein Kraut gewachſen zu ſein ſcheint.
Eine internationale
Afrika=
konferenz?
* Die engliſche Regierung trägt ſich, wie
Ber=
liner Blätter erfahren haben wollen, mit dem Gedanken
der Einberufung einer internationalen
Afrikakonferenz, die dem Zweck dienen ſoll, eine
vernunftgemäße Regelung möglichſt aller großen
Kolonial=
fragen auf afrikaniſchem Boden anzuſtreben. Wie ein
in Berlin weilender bekannter engliſcher Parlamentarier
und großzügiger Unternehmer im engeren Kreiſe mitteilen
konnte, beabſichtigt Sir Edward Grey in Verbindung mit
der bevorſtehenden engliſchen Anerkennung des Kongo=
Regimes und vorbehaltlich des bis dahin beigelegten
Kriegszuſtandes auf der Balkanhalbinſel, zum April
oder Mai Einladungen zur Beſchickung einer
der=
artigen Konferenz ergehen zu laſſen. Als Ort der Tagung
iſt vorläufig der Haag in Ausſicht genommen, und die
engliſche liberale Regierung rechnet beſtimmt auf die
Teil=
nahme aller in Afrika intereſſierten Kolonialmächte, alſo
Belgiens, Frankreichs, Deutſchlands, Italiens, Portugals
und Spaniens.
Das Einverſtändnis Frankreichs mit der
Konferenz=
idee iſt geſichert, desgleichen ſollen Belgien und Portugal
unter gewiſſen Kautelen dafür gewonnen ſein. Man glaubt
aber auch Grund zu der Annahme zu haben, daß man
ſchon heute auch an Berliner maßgebender Stelle der
eng=
liſchen — offiziell nicht zur Kenntnis gebrachten —
An=
regung, die auf einen bereits zu Zeiten Salisburys
er=
örterten Londoner Vorſchlag zurückgreift, ernſte
Beach=
tung ſchenkt. Der eingangs erwähnte engliſche
Parlamen=
tarier hat bei ſeiner Anweſenheit in Berlin, die in erſter
Linie gewiſſen Verhandlungen mit im Orient
intereſſier=
ten deutſchen Bankgruppen galt, auch Gelegenheit gehabt,
dem Kaiſer verſchiedene von dieſem gewünſchte Unterlagen
zu übermitteln, die ſich ſpeziell auf das anglo=portugieſiſche
Einvernehmen, die Delagoabai=Frage uſw., beziehen.
Uebrigens ſoll auch unſer Botſchafter in London, Fürſt
Lichnowsky, in letzter Zeit mehrfach in günſtigem Sinne
über die Geneigtheit der britiſchen Regierung, eine baldige
Liquidation der wichtigſten afrikaniſchen Kolonialfragen
einzuleiten, nach Berlin berichtet haben.
Deutſches Reich.
7
— Ueber die Deckung der Ausgaben für
die kommende Wehrvorlage weiß eine
Ber=
liner Nachrichtenſtelle folgendes anzugeben: Bei der
Er=
örterung der von dem Grafen Schwerin=Löwitz gegebenen
Anregung für die Löſung der Deckungsfrage im Reich darf
nicht überſehen werden, daß für dieſen Zweck die Vorlage
eines Vermögenszuwachsſteuerplanes in Ausſicht
genom=
men iſt. Die Vermögenszuwachsſteuer ſoll dem im
Reichstage ausgeſprochenen Verlangen nach einer
allge=
meinen Beſitzſteuer dadurch entſprechen, daß zu der Steuer
auch der Vermögenszuwachs durch Erbanfall
herange=
zogen wird. Solange Ausſicht vorhanden iſt, das Ziel
auf dieſem Weg zu erreichen, wird er naturgemäß auch
allein verfolgt werden. Nur wenn man vielleicht mit der
Möglichkeit zu rechnen haben würde, daß der zunächſt in
Ausſicht genommene Weg ſich im weiteren Verlaufe der
Dinge nicht als gangbar erweiſen ſollte, wird auf eine
andere Löſung der Deckungsfrage Bedacht zu nehmen ſein.
Für dieſen Fall könnte vielleicht die von dem Präſidenten
des Abgeordnetenhauſes jüngſt vorgeſchlagene
Ueber=
laſſung der Stempelſteuern an das Reich gegen
Rückver=
weiſung der Erbſchaftsſteuer an die Bundesſtaaten
prak=
tiſche Bedeutung gewinnen.
— Politiſche Konferenzen? Nach den
Dresdener Informationen einer Berliner Korreſpondenz
ſollen dem kürzlichen Beſuche des Erzherzogs Franz
Fer=
dinand, des öſterreichiſchen Thronfolgers, in Dresden
po=
litiſche Motive zugrunde gelegen haben. Es handelte ſich
nach dieſer Quelle um wichtige Beſprechungen, die Franz
Ferdinand eigentlich in Berlin hatte vornehmen wollen,
die aber nach Dresden verlegt wurden, um weniger
Auf=
ſehen zu erregen. Ihnen ging vorher eine Beſprechung
des Königs Friedrich Auguſt mit dem Kaiſer: der König
von Sachſen weilte bekanntlich am vorigen Montag in
Berlin, fuhr nachmittags nach Dresden zurück und konnte
ſo noch am Abend dem inzwiſchen dort eingetroffenen
Franz Ferdinand wichtige Meldungen des Kaiſers
über=
bringen. Franz Ferdinand blieb bis zum Mittwoch in
Dresden und es iſt ſicher, daß er im Laufe des Dienstags
im Hotel Bellevue auch einige Herren des deutſchen
Ge=
neralſtabes geſprochen hat, die in Zivil bei ihm
vor=
ſprachen.
Aufſichtsamt für
Privatverſiche=
rung. Der heſſiſche Geſandte in Berlin Frhr. v.
Biege=
leben iſt zum ſtändigen Mitgliede des Aufſichtsamtes für
Privatverſicherung ernannt worden.
Wetterlé und die franzöſiſche
Regie=
rung. Das Auftreten des Abbés Wetterlé ſcheint auch
der franzöſiſchen Regierung ſehr unangenehm geweſen zu
ſein. Darüber wird nämlich der Voſſ. Ztg. aus
Straß=
burg berichtet: Nachdem Wetterlé von ſeiner
Vortrags=
reiſe in Frankreich zurückgekehrt war, erlaubten ſich
ver=
ſchiedene Blätter, die Frage an ihn zu richten, warum er
denn nicht in dem gelobten Lande geblieben ſei. Wetterlé
war nicht ſo ehrlich, mitzuteilen, daß er die Vorträge
ab=
gebrochen habe, weil die franzöſiſche Regierung, wie wir
aus zuverläſſiger Quelle erfahren, nahe daran war, ihn
auszuweiſen.
In der Zweiten Kammer des
elſaß=
lothringiſchen Landtages wurde eine Anfrage
des Abgeordneten Drumm über verſchiedene Zwiſchenfälle
zwiſchen Militär= und Zivilbevölkerung verhandelt.
Meh=
rere Redner ſchilderten eine Reihe angeblicher Uebergriffe
des Militärs und forderten die Regierung auf, ſich nicht
von der Heeresverwaltung bevormunden zu laſſen. Die
Anfrage wurden von mehreren Abgeordneten des
Zen=
trums und der Sozialdemokrätie unterſtützt.
Unterſtaats=
ſekretär Mandel erklärte, die Angelegenheit gehöre vor den
Reichstag. Die Regierung laſſe ſich nicht von der
Mili=
tärverwaltung bevormunden, ſie wolle aber auch die
Mili=
tärverwaltung nicht bevormunden.
— Geburtenrückgang. Das großherzoglich
ba=
diſche Miniſterium des Innern hat ſämtliche beamteten
Aerzte des Landes beauftragt, die Frage des ſeit vier
Jahren in Baden beobachteten Geburtenrückganges
ein=
gehend zu prüfen und beſonders darüber zu berichten, ob
ſich der Rückgang weſentlich in den Schichten des
Mittel=
ſtandes oder auch in den arbeitenden Klaſſen bemerkbar
macht.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die ungariſche Wahlreform. Graf Stefan
Tisza veröffentlicht aus Anlaß der Verhandlung über die
Seite 2.
Nummer 34.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 10. Februar 1913.
Wahlreform im Ausſchuß einen Artikel, worin er erklärt,
daß die Betonung des allgemeinen Wahlrechts nur eine
Volksbetörung ſei. Das wirkliche allgemeine Wahlrecht
wolle niemand, auch die Sozialdemokraten nicht. Die
Oppoſition arbeite nur mit Phraſen. Auch ihr Entwurf
gebe nur der Hälfte der erwachſenen Männer das
Wahl=
recht. Der Entwurf der Regierung, der die Wählerzahl
um 80 Prozent erhöhe, bedeute einen kühnen Schritt auf
dem Wege des demokratiſchen Fortſchritts. Unter
Wah=
rung der Bürgſchaften für eine ungariſch=nationale
Poli=
tik und unter breiteſter Ausdehnung auf die gewerblichen
Facharbeiter werde die Reform trotz allem Terror
geſchaf=
fen werden müſſen.
Italien.
Die Wahl des Exminiſters Naſi, der vom
oberſten Gerichtshof verurteilt, aber von ſeinen Wählern
in Trapani in 15 Wahlgängen immer wieder in die
Kam=
mer gewählt worden war, war bis jetzt auf Grund ſeiner
gerichtlichen Verurteilung ſtets für ungültig erklärt
wor=
den. Naſi erſchien am Freitag in der Kammer, da die
Friſt, während der ihm die Bekleidung öffentlicher Aemter
verboten war, abgelaufen iſt. Er leiſtete den Eid. Die
Wahl Naſis iſt von der Wahlprüfungskommiſſion noch
nicht für gültig erklärt worden.
Frankreich.
Die Internationaliſierung Tangers.
Anläßlich der kürzlich verbreiteten Meldung, daß England
in der Frage der Internationaliſierung Tangers
Sonder=
beſtrebungen zum Nachteil Frankreichs verfolge, wird in
einer offiziöſen Meldung erklärt, daß die
Meinungsver=
ſchiedenheiten, welche wegen des künftigen Gemeindeſtatuts
von Tanger zwiſchen der franzöſiſchen und engliſchen
Re=
gierung aufgetaucht waren, nunmehr beigelegt ſeien. So
hätten ſich die beiden Regierungen ſowohl über die
Stel=
lung des Vertreters des Sultans in dem internationalen
Ueberwachungs=Ausſchuß wie über die Zuſammenſetzung
der Wahlkörper geeinigt, welche den Gemeinderat von
Tanger zu wählen haben werden. Die gemiſchte
franzöſiſch=
ſpaniſche und engliſche Kommiſſion, welche das
Gemeinde=
ſtatut von Tanger feſtſetzen ſollen, werden demnächſt in
Madrid von neuem zuſammentreten und zweifellos raſch
zu einem alle Teile befriedigenden Ergebnis gelangen.
Belgien.
Sozialdemokratiſche
Gewaltmaßnah=
men. Die Kammer beendete die Diskuſſion über den
An=
trag der Sozialdemokraten, eine Verfaſſungsreviſion im
Sinne des allgemeinen und gleichen Wahlrechts in die
Wege zu leiten, und verwarf dieſen Antrag mit 90 gegen
83 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen. Vor der
Abſtim=
mung verlas der Abgeordnete Vandervelde im Namen der
ſozialdemokratiſchen Fraktion eine Erklärung, aus der
hervorgeht, daß nunmehr nach Lage der Sache der
Gene=
ralſtreik unvermeidlich geworden ſei, d. h. daß die
Mehr=
heit dadurch, daß ſie jeden vermittelnden Vorſchlag
ab=
lehnte, die Arbeiter zwinge, ihrerſeits die äußerſten Schritte
zu tun.
* Zum Schutz gegen die
Fremden=
legion hat ſich in München ein Deutſcher Schutzverband
gebildet, deſſen Präſidium u. a. Fürſt Hermann Sayn=
Wittgenſtein, Generalleutnant v Belli de Pino, Frhr. Karl
v. Reitzenſtein, Erzbiſchof v. Bettinger,
Oberkonſiſtorialprä=
ſident v. Bezzel. Ludwig Ganghofer. Dr. Müller=
Meinin=
gen und Profeſſor v Zumbuſch angehören. In dem Auf
ruf des Verbandes heißt es: „Der deutſche Schutzverband
gegen die Fremdenlegion iſt entſchloſſen, einen
erbit=
terten Feldzug gegen die franzöſiſche
Fremdenlegion zu organiſieren. Der deutſche
Schutzverband wird kein geſetzliches Mittel überſehen, um
der Fremdenlegion die Opfer zu entreißen, die ihr künftig
zugeführt werden ſollen. Er wird alles tun, um das
Schick=
ſal der noch in der Legion Schmachtenden erträglicher zu
geſtalten. Die franzöſiſche Fremdenlegion wird künftig
ihre Kolonien nicht mehr mit deutſchen Söldnern erobern!
Ungezählte Flugſchriften, die ihren Weg in jede Hütte, in
jede Werkſtatt, in jedes Schulzimmer finden ſollen, werden
ſelbſt den letzten und unverſtändigſten Deutſchen über das
furchtbare Weſen der franzöſiſchen Fremdenlegion
auf=
klären. Das Vermögen des Schutzverbandes wird
einge=
ſetzt werden, um ſelbſt im letzten Augenblick noch
Verblen=
dete zu warnen und zurückzureißen. Den franzöſiſchen
Werbern wird mit allen Mitteln das Handwerk gelegt
wer=
den. Es iſt hohe Zeit zu der Parole: Deutſches Blut dem
deutſchen Vaterland!”
Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. Februar.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin wohnte am Freitag nachmittag 4½ Uhr im
Alice=Hoſpital einer Sitzung des Alice=Frauenvereins an.
Abends 7½ Uhr folgten die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften einer Einladung Sr. Exz. des Miniſters des Innern
v. Hombergk zu Vach zum Abendeſſen. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß,
herzog empfingen am Samstag den Major v. Zglinitzki
beim Stabe des 5. Großh. Heſſ. Infanterie=Regiments
Nr. 168, den Eiſenbahndirektor Scholl von Mainz, eine
Deputation des Geſangvereins „Eintracht”=Mörfelden,
beſtehend aus den Herren Grottenberger, Schott und
Koban, den Prokuriſten Lippert von Worms, den Beamten
Römer bei der Firma Dörr & Reinhart in Worms, den
Dekan Rheinfurth von Gau=Odernheim, den Oberpfleger
Orth vom Philipps=Hoſpital bei Goddelau, den Profeſſor
Pützer, den Lehrer Henſel von Hirzenhain, den
Forſt=
meiſter Dr. Weber, den Kommerzienrat Dr. Opel von
Rüſſelsheim, den Regierungsrat Dr. Löslein, Bürgermeiſter
der Stadt Bensheim, den Medizinalrat Dr. Kullmann
von Lauterbach, den Oberamtsrichter Dr. Puſch von
Ortenberg; zum Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald,
den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den
Präſidenten des Oberkonſiſtoriums D. Nebel, den Ordens
kanzler Oberſt z. D. Frhrn. Röder v. Diersburg, den
Kabinettsſekretär Dr. Wehner.
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben das Ritterkreuz zweiter Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem
Hauptmann v. Strzemieczny, beim Stabe des
vier=
ten Unter=Elſäſſiſchen Infanterie=Regiments Nr. 143,
ſeit=
her Oberleutnant im Leibgarde=Infanterie=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, und dem ordentlichen
Honorar=
profeſſor für Mineralogie und Kriſtallographie an der
Univerſität Heidelberg, Dr. Victor Goldſchmidt zu
Heidelberg, das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Otto Kinkel zu
Langen, Kreis Offenbach, eine Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Lauterbach; dem Schulamtsaſpiranten
Georg Lahr aus Weinheim bei Alzey eine Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Reichenbach, Kreis Bensheim.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Steuerauf=
ſeher Konrad Philipp Köppler zu Worms auf ſein
Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen, treu
geleiſteten Dienſte, vom 1. April Ifd. Js. an.
Erledigte Stellen. Die Stelle eines
Zeichen=
lehrers an dem Großh. Realgymnaſium zu
Darm=
ſtadt vom 1. April 1913 an. Bewerber müſſen für
den Zeichenunterricht an höheren Schulen geprüft ſein.
Meldungen ſind ſpäteſtens am 24. Februar 1913 bei der
Miniſterialabteilung =für Schulangelegenheiten einzu=
Eine mit einem evangeliſchen Lehrer zu
reichen.
beſetzende Lehrerſtelle zu Pfeddersheim und zu
St. Johann, Kreis Alzey. Mit letzterer Stelle iſt
Organiſtendienſt verbunden
hb. Der Provinz Oberheſſen wurde die Genehmigung
zur Ausgabe von Schuldverſchreibungen
auf den Inhaber nebſt den zugehörigen Zinsſcheinen bis
zum Betrage von 3 Millionen Mark erteilt. um die Mittel
zum Bau elektriſcher Ueberlandanlagen zu
be=
ſchaffen.
g. Strafkammer. Wegen eines vor drei Jahren in
Darmſtadt begangenen Diebſtahls hatte ſich am Samstag
der 22jährige Pianiſt Richard Joſt aus Berlin vor der
hieſigen Strafkammer zu verantworten. Joſt hielt ſich
im Jahre. 1909 längere Zeit in Darmſtadt auf und wohnte
mit einem damals 15jährigen Mädchen zuſammen. Mit
einem geſtohlenen Sparkaſſenbuch, von dem ſie 300 Mark
abhoben, verſchwand das Pärchen ins Ausland. Sie
wurden ſeitdem ſteckbrieflich verfolgt, doch gelang es erſt
vor kurzem der Berliner Polizei, die beiden bei einer
Razzia aufzugreifen. Der Angeklagte beantragte, die
Verhandlung gegen ihn auszuſetzen und ſeine damalige
Genoſſin, die ſich in einem Berliner Krankenhaus befindet,
zu laden. Das Gericht gab dem Antrag ſtatt und ſetzte
Der
bis=
die Verhandlung bis zum 22. Februar aus.
her unbeſtrafte Fahrburſche Friedrich Sutter von hier
ließ ſich durch leichtſinnige Geſellſchaft verführen, ſeinen
Arbeitgeber, einen hieſigen Flaſchenbierhändler, zu
be=
ſtehlen. Nach und nach entwendete er etwa 150 Flaſchen
Bier, 5 Flaſchen Wein und 1 Flaſche Sekt. Um die
ge=
ſtohlenen Waren in Geld umzuſetzen, änderte er die
Beſtellſcheine ab, wodurch er ſich auch der
Urkundenfälſch=
ung ſchuldig machte. Das erlangte Geld brachte er in
leichtſinniger Geſellſchaft durch. Das Gericht verurteilte
den Angeklagten wegen Diebſtahls und
Urkun=
denfälſchung zu einer Geſamtſtrafe von 2
Mona=
ten Gefängnis. — Der vorbeſtrafte Handarbeiter
Karl Maul von hier hatte im Herbſt vorigen Jahres
eine geringe Geldſtrafe erhalten, die noch mit 1 Tag Haft
zu verbüßen war. Im Oktober bekam ein Schutzmann
den Auftrag, den Maul zur Haftverbüßung zu holen, da
er ſich trotz Aufforderung nicht ſelbſt ſtellte. Der
Schutz=
mann traf den M. in einer Wirtſchaft. Auf die
Auffor=
derung, mitzugehen, antwortete M., er habe die Strafe
ſchon längſt bezahlt. Der Beamte forderte daraufhin die
Quittung. Da M. nun dieſe nicht beibringen konnte und
auch nicht mit nach Hauſe gehen wollte, wo er die
Quit=
tung angeblich hatte, glaubte der Beamte an eine Auss
rede. Bei ſeinem Transport, zu dem noch ein zweiter
Schutzmann hinzukam, leiſtete der Angeklagte tätlichen
Widerſtand und beleidigte die Beamten aufs gröblichſte,
Als ſie an der Wohnung Mauls ankamen, warf ihnen
die Ehefrau die Quittung vor die Füße. Das
Schöffen=
gericht hatte Maul wegen ſeines Widerſtandes und
der Beleidigung der Schutzleute zu 1 Monat
Gefäng=
nis verurteilt. Die von ihm eingelegte Berufung
wurde verworfen. Das Gericht führte im Urteil aus,
daß die Beamten in ihrer ſchweren Tätigkeit energiſch
gegen derartige Roheitsvergehen geſchützt werden müſſen,
Zu dem letzten Bericht ſchreibt man uns von
zu=
ſtändiger Seite: Der Bericht über den Prozeß des
ehema=
ligen Bürgermeiſters Maier von Klein=Auheim enthält
die unrichtige Angabe, das Diſziplinarverfahren gegen
Maier ſchwebe noch. Maier iſt bereits durch Urteil des
Verwaltungsgerichtshofs als Diſziplinarhof vom 4.
Ja=
nuar ds. Js. zur Strafe der Dienſtentlaſſung
verurteilt worden.
Stadtverordneten=Verſammlung. Zur 19. Sitzung
der Stadtverordneten=Verſammlung am
Donners=
tag, den 13. Februar, nachmittags 3½ Uhr, iſt
fol=
gende Tagesordnung angeſetzt: 1. Mitteilungen:
2. Geſuch um Befreiung von den Beſtimmungen in § 32
des Ortsbauſtatuts für Errichtung eines Seitengebäudes
auf dem Anweſen Bismarckſtraße 48; 3. Geſuch um
Ge=
ſtattung einer Ausnahme von der Beſtimmung in § 5 des
Ortsbauſtatuts für Errichtung eines Wohnhauſes nächſt
der Nieder=Ramſtädter Straße; 4. Aenderung der
Flucht=
linie auf der Nordſeite der Weiterſtädter Straße nächſt der
Kirſchenallee; 5. Fluchtlinienplan für die Verlängerung
der Bleichſtraße über die alten Bahnanlagen; 6.
Nieder=
legung der Baulichkeiten der Hofreite Schwanenſtraße 21;
7. Maßnahmen zur Beſchaffung von Arbeitsgelegenheit
im Winter 1912/13. 8. Anſchaffung von Apparaten fün
die Keſſelanlage des Hallenſchwimmbades; 9. Feſtſetzung
der Wohnungsmiete für die Gebäulichkeiten des Gutes
Hopfengarten; 10. Feſtſetzung des Pachtgeldes für das
dem Pächter des Gutes Gehaborn überwieſene Gelände
des früheren Walddiſtrikts „Hohe Tanne”; 11. Ergänzung
des Tarifs für die Erhebung einer
Kanalbenutzungsge=
bühr; 12. Erhebung einer Billettſteuer.
** Herr Geheimergt Wilhelm Haas iſt in der
Nacht vom Freitag zum Samstag wieder von einem
ſchweren Schlaganfall heimgeſucht worden. Da der
Patient bereits im 74. Lebensjahre ſteht, erſcheint ſein
Zuſtand nicht unbedenklich.
*X* Ein ſeltenes militäriſches Jubiläum begeht am
10. Februar der hieſige Privatier, Kriegsinvalide und
Vorſitzende des Militärvereins Darmſtadt, Herr
Valen=
tin Köhler. Er iſt am 29. März 1846 in Ober=Mörlen
in Oberheſſen geboren und trat am 1. Oktober 1864 als
Freiwilliger in das Großh. Heſſ. 2. Infanterie=Regiment
Nr. 116 in Gießen ein, machte mit ihm auch die Feldzüge
von 1866 und 1870/71 mit. In der Schlacht bei
Grave=
lotte am 18. Auguſt führte er nach der ſchweren
Verwund=
ung des Hauptmanns als jüngſter Sergeant mit größter
Umſicht und Tapferkeit den Schützenzug gegen den Feind,
wofür ihm ſpäter von dem damaligen
Diviſionskomman=
deur, Prinzen Ludwig, perſönlich das Eiſerne Kreuz
überreicht wurde. Infolge Kriegsbeſchädigung mußte
Köhler 1871 aus dem Militärdienſt ausſcheiden und im
Jahre darauf gründete er in ſeinem Heimatsort Ober=
Mörlen den erſten Kriegerverein. Später ſiedelte er nach
Darmſtadt über, wo er am 10, Februar 1888 den
Mili=
tärverein Darmſtadt gründete, deſſen Vorſitzender er jetzt
ununterbrochen 25 Jahre hindurch geweſen iſt. Auf ſeine
Veranlaſſung erfolgte auch die Gründung des Vereins
„Ritter des Eiſernen Kreuzes”, ebenſo war er Mitbegrüng
Haushaltung als Wiſſenſchaft.
** Das Programm eines neuen Lehrzweiges, deſſen
Einführung an den amerikaniſchen Univerſitäten er für
dringend notwendig hält, entwirft der bekannte
Pſycho=
loge der Harvard=Univerſität Profeſſor Hugo
Münſter=
berg in einem Aufſatz des Good Houſekeeping Magazine.
Der Gelehrte glaubt, daß die Damen, wenn ſie ſich dem
Studium der Geiſteswiſſenſchaften widmen, zu leicht den
Boden der Wirklichkeit verlieren und dem praktiſchen
Leben entfremdet werden. Das Ziel jeder guten
Er=
ziehung liegt aber nicht in der Vernachläſſigung eines
wichtigen Lebensgebietes zu Gunſten eines anderen,
ſon=
dern in der harmoniſchen Verſchmelzung idealen
Stre=
bens und praktiſchen Wirkens. Aus dieſem Grunde iſt
es nach ſeiner Anſicht notwendig, eine Wiſſenſchaft
vom Haushalt zu ſchaffen, in der die Dinge des
all=
täglichen Lebens ſelbſt von einem höheren geiſtigen
Stand=
punkt aus angeſchaut und dargeſtellt werden. Die Art der
Univerſitätsbildung muß mit der Methode der großen
Haushaltungsſchule, die beſonders in den weſtlichen
Staa=
ten ſo Segensreiches geleiſtet haben, vereinigt werden.
Das Vorurteil des Trivialen und Banalen, das auf allen
Dingen des Haushalts ruht, muß hinweggenommen
wer=
den, indem man dieſe Gegenſtände, die Linien des
Stuh=
les, das Ornament der Tapete oder des Teppichs, die
Form des Meſſers oder des Glaſes, in einen großen
kul=
turgeſchichtlichen Zuſammenhang einordnet. Für die
rechte Studentin der Haushaltungswiſſenſchaft wird es
nichts Enttäuſchendes bedeuten, wenn ſie den begeiſterten
Blick von den Schönheiten des Parthenonfrieſes zu dem
Küchentiſch oder zur Nähmaſchine wendet, denn auch hier
findet ihr geſchärftes Auge die großen Probleme der
Kultur enthalten.
Münſterberg entwirft unter dieſen großen
Geſichts=
punkten die Grundlinien dieſer neuen
Haushaltungswiſ=
ſenſchaft, die die Frauen lehrt, die Hauptbeſchäftigungen,
die ihrem Geſchlecht von altersher die natürlichen und
gemäßeſten ſind, auf dem Hintergrund der Geſchichte der
Ziviliſation zu betrachten. Ein wichtiger Zweig umfaßt
das Studium der Nahrung im weiteſten Sinne.
Die chemiſche Zuſammenſetzung der Nahrung, ihre
Her=
ſtellung, ihre Veränderungen bei Hitze und Kälte, ihre
phyſiologiſche Wirkung auf den Körper, die Beziehungen
der Nahrung zur Geſundheit und zur Beſchäftigung des
Einzelnen, die damit zuſammenhängenden
bakteriologi=
chen Probleme, dann die ökonomiſche Seite, die beſte
Ausnützung der Nahrungsmittel, ihre Erhaltung, die
Ge=
ſetze über Nahrungsmittelfälſchung — das wären die
Hauptgebiete, die hier mit Hilfe von
Laboratoriumsarbei=
ten und praktiſchen Elementen gelehrt werden. Eine
an=
dere Gruppe beſteht in der Kenntnis des Hauſes.
Dieſes Fach behandelt die Geſchichte der Architektur, die
Wohnungshygiene, leitet die Studentin zum Entwurfe
eines einfachen Hausplanes an, gibt ihr auch Auskunft
über die Umgebung des Hauſes über die Anlage von
Gär=
ten, über die Bearbeitung des Bodens, über Ventilation,
Heizung und alles, was zum Hauſe gehört.
Neben der praktiſchen Anleitung ſteht die äſthetiſche
Belehrung. Wie der Hausbau zu großen kunſt= und
kul=
turgeſchichtlichen Ueberblicken Anlaß gibt, ſo erlaubt das
große Kapitel des Hausſchmuckes einen Ausflug in das
Gebiet des Kunſtgewerbes und trägt mit der äſthetiſchen
Betrachtung der Einrichtung zur Geſchmacksbildung bei.
Ein dritter Zweig der Haushaltungswiſſenſchaft
beſchäf=
tigt ſich mit der Textilbranche, mit der Keuntnis
der Gewebe und ihrer mikroſkopiſchen und chemiſchen
Analyſe, mit Hygienik und Aeſthetik der Kleidung, mit den
phyſikaliſchen und chemiſchen Problemen des
Wa=
chens und ähnlichen Fragen. Des weiteren iſt ein
wiſ=
ſenſchaftliches Studium der Führung des
Haus=
halts vonnöten, in dem die finanzielle Seite, die beſte
Einteilung der einzelnen Arbeiten uſw. behandelt wird.
Als letztes Gebiet käme dann noch Säuglingspflege
und Kindererziehung in Betracht. Alle dieſe
Zweige ließen ſich in den wiſſenſchaftlichen Betrieb einer
Univerſität einordnen, und ſo würden die Frauen eine
umfaſſende harmoniſche Ausbildung auf geiſtiger
Grund=
lage empfangen.
Feuilleton.
CK. Wie trägt man den Handſchuh? Die Antwort
erſcheint zunächſt ſehr einfach: auf der Hand. Aber das
iſt nur halb richtig. Die Mode, die ſich über die
nüchter=
nen Geſetze der Zweckmäßigkeit gern mit launiſcher
An=
mut hinwegſetzt, will es ſeit einiger Zeit anders: und
ganz London gehorcht ihr bereits aufs Wort. Die
wahr=
haft elegante Dame und ebenſo der echte Gentleman
ſie tragen den Handſchuh nicht mehr ganz an der Handl
ſie tragen ihn nur noch halb. „Jeder, der heute auf
ſeine äußere Erſcheinung und ſeine Kleidung Wert legt
und nur als halbwegs gutgekleidet gelten will, zieht den
Handſchuh nicht ganz an oder knöpft ihn ordentlich am
Handgelenk zu.‟ Der Leiter eines der faſhionableſten
Handſchuhgeſchäfte Londons erzählte das, diskret lächelnd,
dem Mitarbeiter eines engliſchen Blattes, und nach einer
Pauſe ſtiller Nachdenklichkeit fügte er hinzu: „Die einzige
korrekte Art, beutzutage einen Handſchuh zu tragen, iſt
die folgende: Man zieht den Handſchuh über die Fingen
und über den Handrücken. Aber man hüte ſich, ihn bis
zum Handgelenk hinaufziehen oder gar zu ſchließen. Das
wäre ein Verſtoß gegen die Mode. Nein, man klappt dier
oberen Handſchuhenden zurück, und zwar ſo weit, daß
das zurückgeklappte Ende genan die Handknöchel erreicht=
Es iſt wichtig, daß der zurückgeſchlagene Saum genau
mit den Fingerknöcheln abſchneidet, man hüte ſich um
Gottes willen, ihn weiter vorſtehen zu laſſen oder kürzer
umzuklappen, denn ſonſt iſt man nicht ganz up to date.
Und das gilt für die Damen ebenſo wie für die Herren,
Der Kultus des halbzurückgeklappten Handſchuhes
hat=
ſich ſo ſchnell und ſo allgemein eingebürgert, daß neulich
ſogar ein junger Swell zu mir kam und mich fragte, oh
ich die Handſchuhe nicht gleich zurückgeklappt herſtellen
könnte, genau ſo, wie das eine Zeitlang mit den
aufge=
krempelten Beinkleidern bei den Herren Sitte war
Immerhin, dieſer Kultus verdient Beachtung: als die
einzige Mode, die nicht beſondere Koſten verurſacht.
— Das Weiberdorf von Pembrokeſhire. Im ſtillen
Pembrokeſhire in England gibt es ein abgelegenes kleines
Nummer 34.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 10. Februar 1913.
Seite 3.
der, des Vereins „Kampfgenoſſenſchaft Darmſtadt”.
Wei=
teer war er der eigentliche Begründer des Heſſiſchen
Ka=
nerad und widmete in der von ihm herausgegebenen
Militär=Invaliden= und=Anwärter=Zeitung und als Vor=
Stzender des Verbandes der Kriegs= und Friedens=
Inva=
äden und Militäranwärter dieſen ſtets ſeine volle,
un=
igennützigſte Tätigkeit, wie bei all ſeinem Tun und
Han=
eln der Grundſatz: „In Treue feſt für Fürſt und
Vater=
and” immer ſein Leitſtern geweſen iſt. Bei dem
bevor=
ehenden 25jährigen Jubiläum des Militärvereins
Darm=
radt, wie bei dem Regimentsjubiläum der 116er wird es
vem um die Förderung des Kriegervereinsweſens in
Heſſen in hohem Grade verdienten Manne an Ehrungen
Lewiß nicht fehlen.
Die ärztliche Veratungsſtelle für Epileptiſche in
Kieder=Ramſtadt war im Jahre 1912 von 15 Kranken in
Anſpruch genommen, von denen 14 aus dem
Großherzog=
tum Heſſen, und zwar aus der Provinz Starkenburg, und
aus dem Großherzogtum Baden ſtammten. Auch im
laufenden Jahre ſoll dieſe Beratungsſtelle beibehalten
werden. Die Beratung iſt für Unbemittelte unentgeltlich
nd wird abgehalten an jedem erſten Montag im
Mo=
t.at in der Anſtalt für Epileptiſche in Nieder=Ramſtadt,
an deren ärztlichen Leiter, Herrn Dr. Heid, man ſich
wegen näherer Auskunft wenden wolle.
Verband für Jugendwohlfahrt und
Jngend=
fürſorge in der Stadt Darmſtadt. Der kürzlich
ver=
ſchobene Vortrag des Fräulein Dr. Kröhme,
Wohnungs=
mſpektorin in Worms, über Wohnungsfürſorge, eine
lufgabe für Frauen, findet nunmehr am Mittwoch,
en 1 2. Februar, nachmittags 5 Uhr, im
Herrſchafts=
aale des Städtiſchen Saalbaus ſtatt. Intereſſenten
werden hierauf aufmerkſam gemacht.
Der Verkehrsverein macht darauf aufmerkſam,
daß als nächſte Volksvorſtellungen Sonntag
nachmit=
tags am 16. Februar „Charley’s Tante” und am
P3. Februar „Hänſel und Gretel” gegeben werden.
Deutſch=evangeliſcher Frauenbund, Ortsgruppe
Darmſtadt. Alle Frauen, welche ſich für kirchliche und
Ge=
meindefragen intereſſieren, ſeien darauf hingewieſen, daß
ſie als Zuhörerinnen Zutritt zu den
Verhandlun=
gen der Heſſiſchen evangeliſchen Landesſynode haben, da
ieſe öffentliche ſind. Vorausſichtlich wird bei dem
dies=
maligen Zuſammentritt der Landesſynode, welcher am
15. Februar ſtattfindet, die Eingabe der Ortsgruppe
Darmſtadt des Deutſch=evangeliſchen Frauenbundes über
Erweiterung der Frauenpflichten und =rechte im kirchlichen
Zemeindeleben beſprochen werden.
C. Ein Gang durch die Gewächshäuſer im
Zotaniſchen Garten bietet zurzeit hohen Genuß. Lenken
Hir zunächſt unſere Schritte in das ſog.
Vermehrungs=
haus, wo ſtändig eine Temperatur von 30 Grad Celſius
Verbindung mit hoher Feuchtigkeit herrſcht, ſo finden
wir verſchiedene blühende Exemplare aus der Familie
der Orchideen, der zweitgrößten des Pflanzenreichs.
Ins=
beſondere iſt die Gattung Cyprepedium vertreten,
aus=
ezeichnet durch eine ſchuhförmige Lippe. Daneben
rrangt die grünlich blühende Brassarola Perrinii aus
Braſilen, Ornithocephalus iridifolius aus Mexiko mit
weißen, und Anguloa Clovesii mit gelben Blüten und
be=
weglichen Lippe. In dem angrenzenden neuerbauten
Warmhauſe, das die tropiſchen Nutz=, Heil= und
Gift=
tfflanzen birgt, erwarten uns neue Genüſſe. Hier
begegnen wir zunächſt einer braſilianiſchen Allamanda
athartica, zur Familie der Apocynaceen gehörig, der
ch prächtige Exemplare von Musa saptentum und
textilis (Banane, Piſang) anreiyen. Erſtere liefert die
ekannte Bananenfrucht, letztere ein treffliches
Ge=
ſwinſt. den ſog. Manilahanf. Ferner iſt vertreten der
ſakaobaum, der Kaffeeſtrauch, der Kautſchukbaum, die
Gewürznelke, das Zuckerrohr und Ameiſenpflanzen, wie
B. Akazien, in deren hohlen Dornen Ameiſen leben,
und Cecropien, deren hohler Stamm von den genannten
Lierchen bewohnt wird. Auch Orchideen bewundert man
hfier, von denen nur Coelogyne eristata mit großen
weißen, an der Lippe gelb gezeichneten Blumen und das
aus dem Himalaya ſtammende Dendrobium nobile
ge=
nannt ſein ſollen. Treten wir in die zweite Abteilung des
Warmhauſes, ſo begegnen wir aus der Familie der
Araceen dem Anthurium erystallinum mit ſeinen
dunkel=
rünen, hellgeſtreiften Blättern, ferner dem Anthurium
Lndreanum aus Columbia mit herzförmiger hochroter
Blütenſcheide, denen ſich noch eine Reihe Vertreter aus
der Familie der Orchideen in voller Blütenpracht
zu=
eſellen. Genannt ſeien Ladia anceps, Epidendrum
aurantiacum (Mexiko), Cattleya labiata Linde (
Co=
lumbia) und die prächtige Vanda tricolor aus Java
mit wunderſam geſtalteten violetten Blüten. Dabei iſt
am der Wand die Epiphytenflora der Tropen auf
inter=
ſante Weiſe dargeſtellt. Durch das neu hergerichtete
Balmenhaus hindurch führt uns nun der Weg in das
Jg. Kalthaus, wo dermalen eine Temperatur von
10 Grad Celſius herrſcht. Aus der Familie der
Legumi=
noſen, Unterfamilie Mimoſaceen, finden wir zunächſt
äne gelb blühende Acacia paradoxa, ferner aus der
Familie der Tilaceen die Zimmerlinde (Sparmannia
africana) mit eigenartigen weißen Blumen, die Liliacee
Veltheimia viridiflora aus Südafrika und die Skimmia
japorica mit ihren charakteriſtiſchen lederartigen Blättern
und weißen Blüten. Im Freien iſt die Vegetation der
frühen Jahreszeit entſprechend noch ziemlich
zurück=
geblieben. Gleichwohl finden wir in der Nähe des
Darmbachs bereits Heileborus foetidus und corsicus
in Blüte und auch Eranthis hiemalis mit ſeinen
zier=
lichen gelben Blüten fehlt nicht. Der Lockruf einer Schar
munterer Meiſen und die Flötentöne von Blutfinken
be=
leben bereits den zurzeit noch ziemlich kahlen Garten,
deſſen Beſuch ſeiner Bedeutung leider noch nicht
ent=
fernt entſpricht.
* Hotel Heß. Morgen Dienstag abend wird im Hotel
„Heß” die Künſtlerkapelle unter Leitung ihres
Geigen=
künſtlers Herrn Alb. Otto einen Novitäten=
Abend arrangieren. Außer den neueſten Piecen werden
einige Stücke unſeres hieſigen Komponiſten Herrn Sie
g=
fried May zu Gehör gebracht werden. Der Beſuch
dieſes Novitäten=Abends iſt beſtens zu empfehlen.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bil=
der neu ausgeſtellt: Exzellenz Theodor v. Holleben 1;
Kardinal Dr. Franz Taver Nagl †; ein ſerbiſches
Feld=
lazarett für die Belagerungsarmee vor Adrianopel; der
bulgariſche General Iwanoff und ſein Stab an den Ufern
der Maritza vor Adrianopel; Mönch mit Hunden auf dem
St. Bernhard.
Griesheim, 8. Febr. Die Krankenkaſſe „
Ein=
tracht” (eingeſchriebene Hilfskaſſe Nr. 5) in Griesheim
hat ihre Auflöſung beſchloſſen; der Beſchluß
iſt von dem Kaiſerlichen Aufſichtsamt für
Privatverſiche=
rung genehmigt worden. Die der Kaſſe nach § 75a des
Krankenverſicherungsgeſetzes erteilte Beſcheinigung wurde
zurückgenommen.
Mainz, 8. Febr. Geſtern nachmittag ging in der
Kaiſerſtraße ein Pferd eines Bretzenheimer Fuhrmanns
durch. Das Tier raſte durch die Flachsmarktſtraße in die
Schuſterſtraße und direkt in die
Schaufenſter=
ſcheibe des Modegeſchäftes von Hergershauſen. Das
noch junge und nicht verſicherte Tier erlitt ſo erhebliche
Verletzungen, daß es geſchlachtet werden mußte. Der in
dem Hutgeſchäft entſtandene Schaden beträgt 500 Mark.
Worms, 8. Febr. In der geſtrigen
Stadtver=
ordneten=Verſammlung wurde ein Ortsſtatut
beſchloſſen, wonach alle Einkommen bis zu 500 Mark und
die Einkommen der Witwen, Waiſen und Minderjährigen
unter 750 Mark in Zukunft von der Gemeinde=
Ein=
kommenſteuer befreit ſind. Nach dem alten
heſſi=
ſchen Gemeinde=Umlagengeſetz konnten die Gemeinden
die genannten Steuerbefreiungen jeweils nur auf ein
Jahr beſchließen. Nach dem neuen Geſetz, das am
1. April d. J. in Kraft tritt, haben die Gemeinden das
Recht, durch Ortsſtatut die Steuerbefreiung für längere
Zeit feſtzuſetzen.
Worms, 8. Febr. Zu dem ſchon gemeldeten Brande
wird weiter berichtet: Am Glaskopf, wo ſich die Scheuer
befindet, liegen mehrere Geſchäftsbetriebe dicht beiſammen,
und eine enge Gaſſe trennt ſie nur von der Magnuskirche
und der ſtädtiſchen Leſe= und Bücherhalle. Zum Glück
ge=
lang es der Freiwilligen Feuerwehr im Verein mit den
Fabrikfeuerwehren der Firmen Cornelius Heyl, Doerr
und Reinhart, ſowie der Militärfeuerwehr. das Feuer auf
ſeinen Herd zu beſchränken, und als die Dampfſpritze der
Firma Cornelius Heyl eingriff, war bald jede Gefahr
beſeitigt. Dennoch hat das Feuer wohl eine Stunde lang
mit großer Heftigkeit gewütet, und Scheuer und Stallung,
deren Dachſtuhl vernichtet wurde, ſind vollſtändig
aus=
gebrannt. In der Scheuer befand ſich eine Ladung Heu
aus dem Allgäu, die vielleicht noch feucht war, ſo daß das
Feuer durch Selbſtentzündung entſtanden ſein
kann. Auch ſonſt enthielt die Scheuer leicht brennbare
Stoffe in Menge; ſie war mit Stroh und Flaſchenkiſten
gefüllt. Das Stallgebäude iſt bis auf die
Umfaſſungs=
mauern abgebrannt. Lebhaft wurde darüber geſprochen,
daß die Sirene erſt 15 Minuten nach Ausbruch des
Bran=
des das Feuerſignal gab und die Feuerwehr ſomit recht
ſpät zuſammenrief; bei ungünſtigem Winde hätte in
die=
ſer Zeit das Unheil in dem enggebauten Viertel einen viel
größeren Umfang annehmen können. Das Eingreifen der
Cornelius Heylſchen Dampfſpritze war von der größten
Wichtigkeit. Der Schaden, der von dem Feuer
ange=
richtet worden iſt, wird oberflächlich auf 12000 Mark
ge=
ſchätzt.
Nierſtein, 8. Febr. Der Verband der
Kranken=
kaſſen des Kreiſes Oppenheim hielt geſtern im
Rheinhotel eine von den Vertretern der Krankenkaſſen
und Bürgermeiſtern des Kreiſes vollzählig beſuchte
Ver=
ſammlung unter dem Vorſitz des Kreisamtmanns
Draudt=Oppenheim ab. Auf der Tagesordnung ſtand
die Errichtung von Landkrankenkaſſen und die vom Geſetz
vorgeſchriebene Aufhebung der
Gemeindekrankenverſiche=
rung. Ueber dieſe Materie referierte Rechnungsrat
Harth=Darmſtadt. Hieran ſchloß ſich eine lebhafte
Dis=
kuſſion an, an der ſich die Bürgermeiſter Schuckmann=
Bechtolsheim und Reichardt=Nierſtein u. a.
be=
teiligten.
Bretzenheim, 8. Febr. In Sachen des Brandes
im Gaſthaus „Zur Krone” wurde ein 20jähriger
Dach=
decker B. verhaftet. Der Brandſchaden, welcher dem
Hausbeſitzer zugefügt wurde, beläuft ſich auf über 1000 M.
Bingen, 8 Febr. Der frühere Kaſſierer Gg. Ph.
We=
ber des deutſchen Bauarbeiterverbandes, Zahlſtelle
Bin=
gen, wurde wegen Unterſchlagung von Verbandsgeldern
zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt.
Friedberg, 8. Febr. Der Heſſiſche
Landes=
verband des Deutſchen Vereins gegen
den Mißbrauch geiſtiger Getränke hielt im
Hotel Trapp unter Leitung des neuen Vorſitzenden, Herrn
Geheime Regierungsrat Dr. Dietz zu Darmſtadt, die
Hauptverſammlung ab, zu der Vertreter der meiſten in
dem Verband vereinigten heſſiſchen Kreisvereine des
er=
wähnten Vereins erſchienen waren. Nach einer kurzen
Begrüßungsanſprache des Vorſitzenden wurde in die
reich=
haltige Tagesordnung eingetreten und zunächſt die Frage
erörtert, wie der bisher in der Oeffentlichkeit etwas
zurück=
getretene Landesverband neu belebt und durch Schaffung
einer geeigneten Satzung auf eine geſunde Grundlage
ge=
ſtellt werden könne. Zur Vorbereitung der neuen Satzung
wurde ein Ausſchuß gewählt, der demnächſt
zuſammen=
treten wird. Hierauf hielt der in der Verſammlung
an=
weſende Generalſekretär des Deutſchen Vereins, Herr
Pro=
feſſor Gonſer von Berlin, einen intereſſanten Vortrag über
die Aufgaben der Kreisvereine. Der Vortrag gab den
in der praktiſchen Arbeit ſtehenden Vereinsmitgliedern
reiche Anregungen und löſte eine lebhafte Ausſprache aus,
die erkennen ließ, daß man von dem Vortrag eine
nach=
haltige Wirkung erwarten darf. Dieſem Gedanken gab auch
der Vorſitzende in ſeinem Schlußwort noch beſonders
Ausdruck. An die Mitgliederverſammlung ſchloß ſich nach
kurzer Pauſe eine öffentliche Verſammlung, in deren
Mittelpunkt ein Vortrag des Herrn Profeſſor Gonſer „Die
Bekämpfung des Mißbrauchs geiſtiger Getränke — eine
nationale Aufgabe” ſtand. Der Vortrag war umrahmt
von muſikaliſchen Darbietungen, die trefflich vorgetragen,
reichen Beifall fanden und zum Gelingen der
Veranſtal=
tung weſentlich beitrugen.
Ober=Mörlen, 7. Febr. Die Freifrau von
Fechenbach=Laudenbach in Dieburg hatte gegen
die Heranziehung zur Gemeindeeinkommen= und
Kapital=
rentenſteuer in Ober=Mörlen Einſpruch erhoben. Die
Be=
ſchwerdeführerin beſitzt hier ein Schloß und die
Steuer=
behörde behauptet, daß Freifrau von Fechenbach ſich
län=
gere Zeit auf ihrem hieſigen Schloß als in Dieburg
auf=
halte. Für das Jahr 1911 mußte die Beſchwerdeführerin
infolge eines Urteils des Provinzial=Ausſchuſſes in
Darm=
ſtadt hier die Steuer zahlen. Auch gegen die Veranlagung
für 1912 erhob Freifrau von Fechenbach Einſpruch. Der
Verwaltungsgerichtshof hatte die Entſcheidung an
den Provinzialausſchuß für Rheinheſſen verwieſen.
Die Beſchwerde wurde wiederum abgewieſen.
Zu dem Einbruchsdiebſtahl bei
Ortsgerichts=
mann Kling iſt mitzuteilen, daß bis jetzt vier
Ver=
haftungen vorgenommen wurden, aber keine aufrecht
er=
halten werden konnte. Ein junger Mann von hier, der
ſchon vor zwei Jahren bei einem Einbruchsdiebſtahl
be=
teiligt war, iſt ſeit Sonntag verſchwunden. Man
ver=
mutet, daß er an dem jetzigen Diebſtahl beteiligt war.
Gieß. Anz.)
Homberg a. d. Ohm, 7. Febr Der unverheiratete
Landwirt Röhrig aus Ober=Ofleiden hatte im
ſoge=
nannten großen Dorf eine Beſorgung zu machen. Auf dem
Nachhauſewege kam er bei der Dunkelheit kurz vor der
Brücke, die er paſſieren mußte, vom Wege ab, geriet
in die Ohm, die gegenwärtig bedeutendes Hochwaſſer
führt, und fand in den ſtrömenden Fluten ſeinen Tod.
Drei Tage lang ſucht man vergeblich nach dem Mann.
Be=
dauerlich iſt es, daß der armen alten Mutter des
Verun=
glückten der Ernährer genommen iſt. Vor etwa dreißig
Jahren kam ſein Vater auch in der Ohm um.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 8. Febr. Der
Reichsver=
band deutſcher Städte hat nach eingetretener
Kon=
kurrenz beſchloſſen, die Ausführung der Huldigungs=
Adreſſe zum 25jährigen Regierungsjubiläum des
Kaiſers dem Königlichen Hoflithographen Karl Hacker in
Berlin zu übertragen. Die Adreſſe beſteht aus vier auf
geſpanntem Pergament in Aquarell gemalten, mit echtem
Gold und Silber ornamental durchrankten Blättern, die
in Verbindung mit der Schrift 600 heraldiſche
Städte=
wappen zeigen, die alphabetiſch geordnet ſind. Der
Ein=
band trägt in der Mitte den preußiſchen und den deutſchen
Reichsadler, ausgearbeitet in hochgetriebenem Lederſchnitt,
emailfarbig gemalt. Die umgelegte Kette mit dem
Schwarzen Adlerorden, ebenfalls farbig, bildet ein großes
„W‟ darunter, in dem umfaſſenden Feſton die
Jahres=
zahlen 1888—1913. Oberhalb und unterhalb dieſer Re=
Dorf, Slangwin, das auf der Welt einſtweilen wohl
ſeinesgleichen ſucht, denn dieſe kleine Gemeinde von 1105
ſeöpfen beſteht, wie der Daily Mirror ausführt,
aus=
ſchließlich aus Frauen. Nur ein einziger Mann,
offen=
tar ein moderner Held, lebt in dieſem engliſchen
Weiber=
dorfe, und das iſt der alte Paſtor, der Rev. Pryſe. Aber
das Fehlen der Männer hat hier nichts mit
frauenrecht=
luchen Theorien zu ſchaffen, es iſt ein Ergebnis der
Ge=
wohnheit, die zur Tradition geworden iſt. In
Wirklich=
keit ſind die meiſten Frauen verheiratet, die Männer
woh=
nen auswärts, in der Nähe ihrer Arbeitsſtätten, und nur
bfin und wieder, ein paarmal im Jahre, beſuchen ſie auf
einen oder zwei Tage ihre Frauen, um dann wieder zu
hren Arbeitsſtätten zurückzureiſen. Die
Gemeindever=
waltung von Slangwin ruht natürlich ausſchließlich in
deen Händen der Frauen; als Bürgermeiſterin wirkt eine
2jährige Greiſin, Frau Mary Palmer, die an ihre
Schutz=
beefohlenen die Arbeit verteilt, ihr Leben regelt und über
tine Autorität verfügt, um die ſie mancher Bürgermeiſter
beeneiden könnte. Ein Mitarbeiter des Daily Mirror hat
ſie alte Bürgermeiſterin in ihrem Reiche beſucht und ſie
erzählte dem ungewohnten Gaſte: „Seit ¾ Jahrhunderten
iſt unſer Dorf nur von Frauen bewohnt, und es geht ganz
amt. Wir betreiben Fiſcherei, wir wiſſen unſere Boote zu
tudern, wir bauen unſere Häuſer ſelbſt, und da wir alle
nicht anſpruchsvoll ſind, herrſcht Ruhe und Frieden. Die
Regierung hat mir zwar eine Alterspenſion von 5
Schil=
ling in der Woche ausgeſetzt, aber ich bleibe trotzdem bei
meiner Arbeit. Einmal wurde in unſerem Dorſe eine
Gaſtwirtſchaft eröffnet; aber wir ſind keine großen Trinke=
Ennen, und ſo ſchloß das Lokal bereits nach einer Woche.
Hin und wieder beſuchen uns unſere Männer, die draußen
rt der Fremde arbeiten. Na ja — ehrlich geſagt, wir
ſind froh, wenn ſie wieder verſchwinden. ..
* Der „Zifferblattmaler‟ Die Einführung der
Vier=
undzwanzigſtundenzählung in Frankreich hat einen neuen
Beruf ins Leben gerufen, den) des Zifferblattmalers.
Auf den Straßen übt er ſein Handwerk aus: er fragt die
Vorübergehenden, ob ihre Uhr bereits die
Vier=
undzwanzigſtundenzählung auf dem Zifferblatt enthalte,
und graviert dann die fehlenden zwölf Zahlen auf Wunſch
mit geſchickter Hand ein. 50 Zentimes, das iſt der Lohn,
den er für ſeine, wie der Gaulois berichtet, recht geſchickte
Arbeit verlangt. Er ſoll ſich dabei gut ſtehen, denn
vor=
läufig hat er durchaus nicht über Arbeitsmangel zu
klagen.
* Eine charakteriſtiſche Bismarck=Anekdote erzählt
. D. White, der frühere amerikaniſche Geſandte in
Ber=
lin in ſeinem ſoeben bei Ernſt Reinhardt in München
er=
ſchienenen Buche: „Sieben große Staatsmänner” Einer
der türkiſchen Delegierten am Berliner Kongreß,
Moham=
med Ali, Deutſcher von Geburt, war als Matroſe von
einem deutſchen Schiff deſertiert und hatte in der türkiſchen
Armee, wohl auf türkiſche Art, eine hohe Stellung erlangt.
Was er auch früher in Deutſchland ſein mochte, er war
jetzt ein Paſcha von hohem Rang, mit allen
diplomati=
ſchen Rechten und Immunitäten verſehen, und er ging
alſo mit ſeinen Kollegen auf den Kanzler zu und bot ihm
die Hand. Bismarck nahm und ſchüttelte ſie, beſtellte
dann ſofort Waſſer und Handtuch und wuſch ſich in
Gegen=
wart der ganzen Verſammlung die Hände.
** Gut pariert. Eine luſtige kleine Geſchichte, in
der ein Theaterkritiker die Heldenrolle ſpielt, macht jetzt
durch die Pariſer Salons die Runde. Ein bekannter
Kri=
tiker hatte eine ſehr elegante und mondäne
Schauſpiele=
rin in ſeiner Kritik ſehr derb beurteilt; die Dame war
empört und lechzte nach Rache. Ein paar Tage ſpäter
beſucht ſie in Geſellſchaft eines jungen Dandys die „
Va=
rietés” und ſieht den verhaßten Kritiker. Sofort bittet
ſie ihren Begleiter, dem Herrn ein kleines Paket zu
über=
geben, das ſie bei ſich trug. Der Dandy übernimmt es.
„Mademoiſelle hat mich gebeten, Ihnen als Zeichen der
Bewunderung Ihres Talents dieſes Souvenir zu
über=
reichen.‟ Inmitten eines Kreiſes verſtändnisvoller
Neu=
gieriger öffnet der Kritiker das Paket: man findet ein
Dutzend gewöhnlicher Gänſefedern. Allgemeines Lächeln,
unterdrücktes Lachen; aber der Kritiker erweiſt ſich als der
Situation gewachſen. „Verehrter Herr” ſagt er zu dem
Ueberbringer, dem Dandy, „danken Sie, bitte,
Made=
moiſelle für die reizenden Federn. Ich wußte wohl, daß
ſie ihre Bewunderer zu rupfen pflegt, aber ich hatte nie
geahnt, daß ſie das zu meinen Gunſten täte‟. Er hatte
die boshaften Lacher auf ſeiner Seite.
* „Wie du mir, ſo ich dir.‟ Ein Zigarrenverkäufer in
Brüſſel pflegte Zigarren und Zigaretten an ſolche
Per=
ſonen zu ſenden, von denen er vorausſetzen konnte, daß ſie
Geld genug zum Bezahlen hatten. Mit der Sendung ließ
er ihnen einen Brief folgenden Inhalts zugehen: „Zwar
haben Sie nichts bei mir beſtellt, doch ich erlaube mir
trotzdem. Ihnen 100 Zigarren und 100 Zigaretten
zuzu=
ſenden, da ich überzeuat bin, daß Sie deren feines Aroma
werden zu ſchätzen wiſſen. Beiliegend eine Rechnung
da=
für über 30 Franken.‟ Die Liſt glückte nicht immer. Die
meiſten Sendungen kamen wieder zurück. Manche
behiel=
ten ſie aber auch. Darunter ein Arzt, der ſich allerdings
auf originelle Weiſe revanchierte. Er ſchrieb dem
Händ=
ler: „Zwar haben Sie mich nicht konſultiert, aber trotzdem
erlaube ich mir. Ihnen hiermit 6 Rezepte zuzuſenden,
über=
eugt, daß Sie dafür Verwendung finden werden und
ſich über dieſe meine Sendung ebenſo freuen, wie ich mich
über die Ihre gefreut habe. Da der Preis für die Rezepte
derſelbe iſt, wie der für Ihre Zigarren und Zigaretten,
ſind wir quitt. Ich brauche nicht erſt hinzuzufügen, daß
es Ihnen durchaus unbenommen bleibt mit Ihren
Sen=
dungen fortzufahren. Ich ſtehe meinerſeits jeden
Augen=
blick mit meinen Rezepten zu Ihrer Verfügung.”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 10. Februar 1913.
Nummer 34.
liefs die Inſchrift: „Kaiſer Wilhelm II., der
Reichsver=
band deutſcher Städte.” Vier in Metall hochgetriebene
Original=Eckbeſchläge, ſilberoxidiert, bilden den Abſchluß
Eine
Proteſtver=
dieſes deutſchen Kunſtwerks.
ſammlung der deutſchen Kino=Beſitzer ſoll
am Karfreitag im Zickus Buſch in Berlin ſtattfinden.
Dieſer Beſchluß wurde in einer Verſammlung der Kino=
Intereſſenten in Köln gefaßt, in der lebhaft darüber Klage
geführt wurde, daß die Fabrikanten und Filmverleiher
den Theaterbeſitzern Preiſe diktieren, die geradezu
uner=
ſchwinglich ſeien. — Unter dem Verdacht der
Urkun=
denfalſchung wurden von der Schöneberger
Krimi=
nalpolizei die Buchhändler Strebel und Dröge
ver=
haftet. — Als der Zuhälter Hanck heute früh durck
einen Schutzmann wegen gemeingefährlicher
Geiſteskrank=
heit der Irrenanſtalt in Dalldorf zugeführt werden ſollte,
bedrohte er den Beamten mit einem Revolver. Dieſer
kam ihm aber zuvor und feuerte einen Schuß auf Hanck
ab der ihn in der Bruſt traf. Der Schwerverletzte wurde
ins Krankenhaus gebracht.
Hanau, 8. Febr. Die Typhuskrankheit im
Eiſenbahn=Regiment Nr. 3 hat wiederum
ein Opfer, das 19., gefordert. Geſtorben iſt der Pionier
Dellwo aus Neunkirchen von der 3. Kompagnie. Der
Stand der Krankheit iſt heute folgender: 63 Lazarettkranke,
darunter drei ſchwer, 31 Geneſende im Hilfslazarett, 67
auf Urlaub, 18 im Geneſungsheim.
Saarbrücken, 8. Febr. Der Brebacher Agent der
Ktreisſparkaſſe Saarbrücken hat gegen 30000
Mark unterſchlagen. Den Einzahlern wurden von
dem Agenten vorläufige Quittungen über die betreffenden
Summen ausgeſtellt, die immer nach vier Wochen gegen
endgültige umzutauſchen waren. Letzteres haben
zahl=
reiche Sparer unterlaſſen und in ſolchen Fällen hat der
Agent die eingezahlten Beträge an die Hauptkaſſe nicht
abgeführt. Fur den betreffenden Verluſt hat die
Kreis=
ſparkaſſe Deckung.
München, 8. Febr. In einem vornehmen Hotel ſind
geſtern aus dem Zimmer einer von auswärts zugereiſten
Dame Juwelen im Werte von 20000 Mark
geſtohlen worden. Von dem Diebe fehlt jede Spur.
Ludwigshafen, 7. Febr. Geſtern nachmittag brach in
der Wohnung des Tagners Anton Spilger in der
Bis=
marckſtraße ein Brand aus. Nach Ausſage des mit
ſeiner 15jährigen Schweſter Ida allein in der Wohnung
anweſenden achtjährigen Sohnes Ludwig der Familie
Spilger hat das Mädchen ein brennendes Stück Holz in
den Kleiderſchrank geworfen, hierauf ihren Bruder
Lud=
wig in Tücher eingewickelt, mit Petroleum übergoſſen,
gefeſſelt und liegen gelaſſen, worauf ſie die Flucht
er=
griff. Hausnachbarn eilten auf das Hilfegeſchrei des
Knaben herbei und befreiten ihn aus ſeiner gefährlichen
Lage. Auch in einer nebenan liegenden Wohnung richtete
der Brand Schaden an. Die Täterin wurde bald ergriffen.
Das Motiv zur Tat iſt Rache, die das Mädchen an ſeinem
Bruder nehmen wollte, weil dieſer verraten hatte, daß es
Lyſol in den Kaffee der Eltern getan hatte, in der Abſicht,
ſeine Eltern zu vergiften, weil dieſe ein Verhältnis des
Mädchens nicht zugeben wollten.
Landau (Pfalz), 8. Febr. Vor dem Kriegsgericht der
dritten bayeriſchen Diviſion iſt heute vormittag 8 Uhr die
Verhandlung gegen den Oberſten und
Regimentskom=
mandeur Emil Henigs vom 22. Infanterie=Regiment
in Zweibrücken, der wegen leichter vorſätzlicher und
tät=
licher Beleidigung in Tateinheit mit öffentlicher tätlicher
Beleidigung angeklagt iſt, angeſetzt. Der Anklage liegt
der bekannte Angriff des Oberſten auf den
Re=
dakteur Loth in Zweibrücken am 5. Januar d. J.
zugrunde. Das Kriegsgericht verurteilte
Henigs entſprechend dem Antrag des Anklagevertreters
zu 50 Mark Geldſtrafe eventuell fünf Tagen
Ge=
fängnis. Der Angeklagte erklärte, die Strafe ſofort
an=
mehmen zu wollen.
Düſſeldorf, 8. Febr. Die diesjährige
Jahresverſamm=
lung des Verbandes der Kunſtfreunde in den
Ländern am Rhein wird im Laufe des Juni in
Eſſen ſtattfinden. Aus dieſem Anlaß wird eine
Aus=
ſtellung von Werken der jetzigen und früheren Mitglieder
der Kunſtkommiſſionen des Verbandes veranſtaltet
werden.
Plauen (Vogtland), 8. Febr. Wegen Raubmordes.
Betruges und Unterſchlagung verurteilte der
Jugendge=
richtshof des hieſigen Landgerichts den 15jährigen
Kaufmannslehrling Pe tzold zu 15½
Jah=
ren Gefängnis. Der Angeklagte hatte am 4. Jan
in einem Hauſe der Schillerſtraße den 15jährigen Lehrling
Kurt Gade mit einem Beil erſchlagen und eine Summe
von 650 Mark geraubt.
Lübeck, 8. Febr. Die 21jährige Tochter des
Gärt=
ners Dettmann aus Cronsforde wurde heute morgen in
der Nähe der Cronsforder Chauſſee tot
aufgefun=
den. Das Mädchen war geſtern in Lübeck und ging zu
Fuß nach Haus. Unterwegs iſt es von einem Mann
an=
gefallen und mit einem Knüppel erſchlagen worden. Der
Täter iſt noch nicht ermittelt.
Poſen, 8. Febr. Die Kaufleute Witgen und
Obſt hatten das Grundſtück des Müllers Sommer in
To=
mice gekauft. Einer der Söhne des Müllers, der mit
ſeinem Vater in Erbſtreitigkeiten liegt, lauerte den
Käufern auf, erſchoß Witgen und verletzte Obſt und
ſeinen Vater lebensgefährlich und erſchoß ſich dann ſelbſt.
Paris, 8. Febr. Ein Torpedoboot ſtieß geſtern
abend auf der Reede von Breſt mit einer Fiſcherbarke
zu=
ſammen, die ohne Lichter ſegelte. Die Barke
ſankſo=
fort. Von der Beſatzung konnte nur ein Mann gerettet
werden. Bei Dover ging das franzöſiſche Segelſchiff
„Lowinski” unter. Vier Matroſen ertranken.
Paris, 8. Febr. Um die ſeit längerer Zeit infolge
mangelnden Abſatzes hereſchende Sardinenkriſis
zu mildern, haben die Miniſter der Marine und des
Krie=
ges beſchloſſen, in die Mannſchaftskoſt der Flotte und
Ar=
mee auch Sardinenkonſerven einzuführen. Durch den
Verbrauch der Armee allein würde ein Abſatz von weit
über 100 Millionen Sardinen geſichert werden.
Marſeille, 8. Febr. In dem Militärflugvark
bei Nancy wurde heute nacht wieder ein Einbruch
ver=
übt. Die Einbrecher verſuchten, den Schuppen, in dem
ſich die Zweidecker befanden, zu erbrechen und in Brand
zu ſtecken. Als ſie entdeckt wurden, ergriffen ſie die Flucht
und entkamen.
Rouen, 8. Febr. Geſtern abend ſtieß ein
Fracht=
kahn gegen den Hauptpfeiler der die Ortſchaften St.
Pierre und André verbindenden Seinebrücke, die zum
größten Teil einſtürzte. Ob dabei Menſchenleben
zu=
arunde gegangen ſind, iſt noch nicht feſtgeſtellt. Mehrere
Perſonen behaupten, daß ſie im Augenblick des Einſturzes
auf der Brücke zwei Radfahrer geſehen hätten, die zweifel
los ins Waſſer gefallen ſeien. Da die Brückentrümmer
einen beträchtlichen Teil des Fluſſes anfüllen, und eine
Räumung mindeſtens zwei Monate in Anſpruch nehmen
dürfte, wird die Schiffsverbindung swiſchen Paris und
Rouen während dieſer Zeit geſtört ſein.
London, 8. Febr. Zwei Pavillons mit Orchideen
im Botaniſchen Garten von Kew wurden in der ver=
gangenen Nacht ſchwer beſchädigt. An 30 Glasſcheiben
ſind eingeſchlagen und die koſtbaren Orchideen nach allen
Richtungen verſtreut worden. Man glaubt, daß
Anhän=
gerinnen des Frauenſtimmrechts den ſehr beträchtlichen
Schaden anrichteten.
Liverpool, 8. Febr. Bei dem geſtern abend auf
Mer=
ſes herrſchenden Sturm iſt ein der Hafenverwaltung
gehörendes Boot gekentert. Ein Mann wurde gerettet.
Zehn Perſonen dürften umgekommen ſein.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 8. Febr. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 11 Uhr 23 Minuten. — Die
Etatsberatung
wird fortgeſetzt beim Juſtizetat. Hierzu liegen zwei
Reſolutionen vor. Das Zentrum verlangt Vorlegung
eines Geſetzentwurfs über den Zwangsvergleich außerhalb
des Konkurſes und die Nationalliberalen einen ſolchen,
durch das der Gemeinde, den anderweiten
Kommunalver=
bänden, den Staaten und dem Reiche bei allen
Zwangs=
verſteigerungen von Grundſtücken ein kurz befriſtetes
Vor=
kaufsrecht eingeräumt wird Vor Beginn der Debatte
er=
klärte Abg. Oertel (konſ.): Zu meinen geſtrigen
Aus=
führungen hier im Reichstage habe ich folgendes zu
er=
klären: Die Ausführungen, die ich in der Sitzung vom
16. Januar über die Stellung des Reichskanzlers und
des Staatsſekretärs des Innern zur Frage der
Be=
kämpfung der Sozialdemokratie gemacht habe, ſind dahin
aufgefaßt worden, daß ich dem Reichskanzler und dem
Staatsſekretär Mangel an perſönlichem Mut vorgeworfen
hätte. In meiner Abſicht hat das nicht gelegen. Beiden
Herren habe ich unter dem Ausdruck des Bedauerns über
das entſtandene Mißverſtändnis eine entſprechende
Er=
klärung abgegeben und ſtelle dies auch gegenüber der
Oeffentlichkeit feſt. (Beifall rechts. Heiterkeit links.)
Die Debatte beginnt bei dem Titel: „Gehalt des
Staatsſekretärs (44000 Mark)‟ — Dr. Cohn=
Nordhauſen (Soz.): Wir halten es für nötig, das
Gemein=
ſchuldverfahren neu zu regeln. Es iſt nicht zu beſtreiten
daß das Konkursverfahren in ſeiner jetzigen Geſtalt große
Schäden an ſich hat, die ſich namentlich in den Großſtädten
bei den Ausverkäufen und damit verbundenen
Wertherab=
ſetzungen der Maſſe zeigen. Schwere Schäden finden ſich
auch auf dem Gebiete des Koalitionsrechtes. Graf von
Weſtarp ſang kürzlich das Lied vom „braven
Arbeits=
willigen” der durch den böſen ſozialdemokratiſchen
Terro=
riſten an der Ernährung ſeiner Familie gehindert werde.
Die wahre Natur dieſer nützlichen Elemente, der
Arbeits=
willigen, iſt doch anders, als es gemeinhin dargeſtellt wird.
Es ſind meiſt minderwertige Leute, die unter behördlichem
Schutz gewerbsmäßig das Amt der Arbeitswilligen bald
hier, bald dort verſehen. (Zuſtimmung bei den
Sozial=
demokraten.) Das hat ſich ſowohl in Moabit wie im
Ruhrrevier gezeigt. Bei der Aburteilung von Arbeitern
zeigt ſich die Klaſſenjuſtiz im ſchlimmſten Maße. Das
Recht wird außerordentlich ſcharf angewandt, ſobald es
ſich um den Schutz ſogenannter Arbeitswilliger handelt.
Es werden immer öffentliche Intereſſen angenommen. Bei
Verfahren gegen ehrliche Arbeiter die ihre Mitarbeiter
ihren Organiſationen zuführen wollen, wird ſtets der
Er=
preſſungsparagraph angewendet Redner trägt alsdann
eine Reihe einzelner Gerichtsurteile vor, aus denen er
ſeine Vorwürfe von Klaſſenjuſtiz herleitet. Redner führt
weiter aus: Bei Maſſenprozeſſen, wie im Ruhrrevier und
in Moabit, iſt von einer Abtrennung des Verfahrens
gegen Jugendliche von dem gegen erwachſene Angeklagte
nichts zu merken geweſen. Im Moabiter Prozeß iſt
bei=
ſpielsweiſe die ſchwer hyſteriſche „Petroleuſe” Frau
Rein=
hardt, die einen Polizeileutnant und ſieben Schutzleute in
die Flucht geſchlagen hat, in Unterſuchungshaft genommen
worden, aus der ſie bis heute noch nicht entlaſſen worden
iſt Ein derartiges Vorgehen iſt unerhört. (Sehr richtig!
bei den Sozialdemokraten. Vizepräſident Dr. Paaſche
erſucht den Redner, nicht auf derartige Einzelfälle
einzu=
gehen. Zuſtimmung rechts, Widerſpruch bei den
Sozial=
demokraten.) Ein böſes Kapitel iſt auch das Spitzeltum
und das damit in Verbindung ſtehende Lockſpitzeltum.
Tatſache iſt, daß ein Polizeiaſſeſſor immer noch im Dienſte
iſt. trotzdem ihm nachgewieſen iſt, daß er für ſeine Zwecke
Steigerliſten hatte ſtehlen laſſen. Auch König Friedrich
Wilhelm IV hatte ſich der Lockſpitzel bedient (Unruhe
rechts), ſo daß man geradezu ſagen kann, die Lockſpitzel
ſeien zu einer preußiſchen Inſtitution geworden. Das
bringt es mit ſich, daß das Volk zu einer Rechtſprechung
das Vertrauen verliert, das ſich derartiger unlauterer
Mittel bedient. (Beifall bei den Sozialdemokraten.)
Abg. Belzer (Ztr.): Die Angriffe des Vorredners
auf den Richterſtand gingen zu weit. Er brachte viele
Fälle vor, die den Anſchein erwecken können, als ob wir
eine Verbrechergeſellſchaft von Richtern und
Stgatsanwäl=
ten hätten. Dieſe übertriebenen Angriffe weiſe ich
ent=
chieden zurück. (Bravo!) Die geiſteskranken Verbrecher
die heutzutage frei herumlaufen, ſind geradezu eine
Ge=
fahr für die Geſellſchaft und die öffentliche Sicherheit
ge=
worden. Dieſe Frage müßte noch vor der allgemeinen Re
viſion des Strafgeſetzbuches erledigt werden. Die
Ankün=
digung eines Geſetzes gegen den Schmutz in der Literatur
und die gegen die Auswüchſe der Kinos getroffenen
Maß=
nahmen bearüßen wir dankbar. Eine neue
Gebührenord=
nung für Rechtsanwälte, wie auch eine Reviſion der
Ge=
bühren für Zeugen und Sachverſtändige muß ſchleunigſt
verlangt werden. Die Hinzuziehung von Sachverſtändigen
zu den Literaturprozeſſen muß eingeſchränkt werden. Auch
jetzt muß ich wieder anfragen, wann wir endlich ein
Spio=
nagegeſetz bekommen. Ob wir der nationalliberalen
Re=
ſolution zuſtimmen werden, kann ich noch nicht ſagen. Wir
haben große Bedenken, den Gemeinden, dem Staate und
dem Reiche ein derartiges Recht einzuräumen. Wir wollen
erſt die Begründung der Reſolution durch den
national=
liberalen Redner abwarten, dagegen verlangen wir ein
Geſetz über den Zwangsvergleich außerhalb des
Kon=
kurſes. Durch unſere diesbezügliche Reſolution wollen
wir dem ara bedrängten Mittelſtand zu Hilfe kommen.
Ich bitte deshalb um einſtimmige Annahme dieſer
Reſolu=
ion. Die Urteile gegen Streikende ſind oft zu hart. Ich
bitte den Staatsſekretär nochmals um Auskunft über den
Stand des Prozeſſes Eulenburg. Möge die deutſche
Rechtsſprechung auch fernerhin vorbildlich bleiben. (
Bei=
fall im Zentrum.) — Staatsſekretär Dr. Lisco: Fürſt
Eulenbura iſt wiederholt, zuletzt im Dezember v. J., auf
ſeinen Geſundheitszuſtand unterſucht worden. Dieſe
Unterſuchungen haben ergeben, daß Fürſt Eulenburg bis
jetzt nicht verhandlungsfähig war. Sein Zuſtand wird
dauernd kontrolliert, und wenn eine Beſſerung ſeines
Zu=
ſtandes eintritt, wird die Verhandlung ſtattfinden. (
La=
chen.) Die Behauptung des Abg. Cohn, daß bei uns eine
Klaſſenjuſtiz herrſche und daß der Richter nur das
aus=
führende Organ der Verwaltungsbehörde ſei, muß ich
mit tiefer Entrüſtung zurückweiſen. Abgeſehen von
ge=
wiſſen Kreiſen, herrſcht im Volke noch Vertrauen zu
un=
ſeren Gerichten (Zuruf bei den Sozialdemokraten.) Sie
zu den Sozialdemokraten) ſind nicht die alleinigen
Ver=
treter des Volkes, zum Volke gehören auch wir. (Bravo!
rechts.) Daß Abg. Cohn die Gelegenheit benutzt hat,
über einen früheren Träger der preußiſchen Krone Aus=
drücke zu gebrauchen, wie wir ſie mit anhören mußten,
darüber kann ich nur mein tiefſtes Bedauern ausſprechen=
(Bravo!) Ueber die Einführung eines Zwangsvergleichs
außerhalb des Konkurſes hat mein Amtsvorgänger eine
Denkſchrift vorgelegt, die zur Ablehnung des Antrages
führte. Gleichwohl bin ich zu einer erneuten Prüfung
die=
ſer Frage bereit, wenn ich auch erhebliche Bedenken das
gegen habe. Die Verhandlungen über das
Wechſelrecht=
ſind im Gange. Zwanzig Staaten haben die Konvention
bereits unterzeichnet. Eine Reviſion der
Gebührenord=
nung für Rechtsanwälte ſteht bevor. Noch in dieſer
Seſ=
ſion wird Ihnen eine Reviſion der Sachverſtändigen= und
Zeugengebührenordnung zugehen, die namentlich eine
Er=
höhung der Sachverſtändigengebühren bringen wird. Einel
erhebliche Verſchärfung des Spionagegeſetzes iſt in
Aus=
arbeitung; wann die Vorarbeiten aber beendet ſein
wer=
den, iſt noch nicht abzuſehen. Die Beſchäftigung der
Zivik=
ſenate beim Reichsgericht iſt immer noch nicht geringen
geworden, die der Strafſenate nimmt ebenſo immer zu
Ich bitte deshalb, mir nicht die beabſichtigte Umwandlung
einer Hilfsrichterſtelle abzulehnen.
Abg. Schiffer=Magdeburg (natl.): Im letzten
Punkte ſtimme ich dem Staatsſekretär voll zu. Die Kritil
über Klaſſenjuſtiz hört ſich heute von den Sozialdemokrad
ten ſchon ganz anders an, als früher. Sie beſtreiten heute
nicht mehr, daß die Richter nach ſtrengſtem
Pflichtbewußt=
ſein und ſtrenger Unparteilichkeit urteilen. Auch
ſozial=
demokratiſche Richter würden Klaſſenjuſtiz üben, nämlich
Proletarierjuſtiz. Daß unſere Rechtſprechung Mängel
hat, iſt nicht zu beſtreiten. Es muß Luft und Licht inm
unſere Juſtiz hineingebracht werden, damit ſich das Vollll
darin zurecht findet. Die Reform der
Zivilprozeßord=
nung darf nicht verzögert werden. Wir, die wir im Prin
zip an der geheimen Wahl feſthalten, müſſen verlangen,
daß es unmöglich iſt, nachträglich feſtzuſtellen, wie jemand
gewählt hat. Auf dieſe Weiſe darf das Prinzip auch nich
von der Juſtiz durchlöchert werden. Der Schutz gegen
verbrecheriſche Irre muß bald erweitert werden. — Abg
Holſchke (konſ.): Auch ich muß proteſtieren gegen diel
Ausführungen des Abg. Dr. Cohn, namentlich ſoweit ſie
ſich auf das Andenken eines preußiſchen Königs bezogen
Für die nationalliberale Reſolution vermögen wir uns
nicht zu entſcheiden. Wir müſſen nach wie vor daran
feſt=
halten, daß für gewiſſe Verbrechen die Prügelſtrafe
ein=
geführt wird, insbeſondere für die Zuhälter. Dieſer
Ge=
ſellſchaft gegenüber müſſen alle anſtändigen Elemente
zu=
ammenhalten. Hier müßten wir dem Beiſpiel Englands
folgen. — Abg. Wahrmuth (Hoſp. der Reichspartei)
Die Rechte der Hypothekengläubiger müſſen mehr geſchützt
werden, namentlich müſſen die entſprechenden Bſtimmuns
gen über die Zwangsverſteigerung geändert werden, daß
Abtretungen für Miete uſw. nur für das betreffende
Kalendervierteljahr möglich ſind. — Abg. Vietmeyen
Wirtſch. Vgg.): Es muß zugegeben werden, daß unten
den Millionen von Urteilen auch ſolche vorkommen, die
nicht dem allgemeinen Rechtsbewußtſein entſprechen
mögen; aber das wird immer vorkommen. — Abg. Hägh
(Elſ.): Im allgemeinen iſt in Elſaß=Lothringen das
Ver=
trauen zur Rechtſprechung in letzter Zeit beſſer geworden
Das Urteil wegen Preßvergehen gegen den Abbé Wetterle,
das auf 2 Monate Gefängnis lautete, wird als zu hart
und als parteiliche Ranküne angeſehen.
Weiterberatung am Montag 2 Uhr. Vorher Wahle
prüfungen und Rechnungsſachen. — Schluß 5 Uhr.
Der Straßburger Hlarm.
* Straßburg, 8. Febr. Der vor kurzem wegen
einer Broſchüre über die Hagenauer Garniſonsverhältniſſe
mit der Polizei in Konflikt geratene Schriftſteller Jung
wurde als Mitwiſſer reſp. Mittäter des falſchen Alarms
in Straßburg verhaftet. Er war Abſender des Telea
gramms, mit dem Wolter den Erfolg ſeines Streiches
einer Zeitungsredaktion angekündigt hatte. Wolter
er=
litt, wie ſchon gemeldet, bei einer polizeilichen
Vernehm=
ung über die Angelegenheit einen Tobſuchtsanfall und
wurde in die pſychiatriſche Klinik gebracht.
Wolter hatte erſt vor etwa vierzehn Tagen
ver=
ſucht, der Behörde ein Schnippchen zu ſchlagen was ihm
aber nicht gelang. Er verſchaffte ſich eine Depeſche
folgenden Inhalts: „Bezirkskommando Straßburg i.
S. M. haben den ehemaligen Vizefeldwebel des 1.
Batail=
lons eine ſechswöchentliche Kur nach Norderney verordnet,
Es ſind dem Wolter ſofort 300 Mark an
Kleidungsgebüh=
ren und 700 Mark für von Wolter vorgelegte Kurkoſten
auszuhändigen. Akten werden auf dem Dienſtwege
über=
ſandt.” Unterſchrift. — Mit dieſem Telegramm ging der
ehemalige Unteroffizier als Telegraphenbote zum
Bezirkskommando und gab es ab. Bald darauf
ſtellte er ſich diesmal als der Vizefeldwebel Wolter beim
Bezirkskommando ein, um ſich nach ſeiner Angelegenheit
zu erkundigen. Man beſtellte ihn auf den nächſten Tag=
Am anderen Morgen wurde er nach der Polizeiwache
ge=
beten; ſtatt deſſen zog er es vor, nach Zürich zu fahren=
Dort wollte er mit dem deutſchen Konſul dieſelbe Geſchichten
machen. Er fragte dieſen nach einem Telegramm der
Ber=
liner Militärbehörde, das natürlich noch nicht exiſtierten
Sein Plan, das Telegramm ſelbſt auszufertigen, wurde
vereitelt. Er ging in eine Wirtſchaft, bekam dort Streit
mit einem Züricher Poliziſten und wurde am anderen
Morgen von der Züricher Polizei, der er als
ſpionage=
verdächtig ſchien, geſucht. Wolter fuhr ſchleunigſt nach
Straßburg zurück, wo er ſeinen bekannten Streich
aus=
führte.
Großadmiral v. Tirpitz” Rede in
engliſcher Beleuchtung.
* London, 8. Febr. Die Mehrzahl der Zeitungen
beſchäftigt ſich mit den geſtrigen
Miniſtererklär=
ungen in der Budgetkommiſſion des Reichstages. — Die
Times begrüßt die geſtrigen Erklärungen des
Groß=
admirals v Tirpitz und des Herrn v. Jagow. Sie ſeien
offenbar mit einem freundſchaftlichen, England gegenüber
billigem Geiſt erfüllt; indeſſen läge der vollſtändige Text
der Reden, die in der Budgetkommiſſion gehalten wurden,
noch nicht vor, immerhin aber könnte die Rede des
deut=
chen Staatsſekretärs keine Baſis für die Geſtaltung der
engliſchen Flottenpolitik bilden. Dieſe könne ſich vielmehr
nach dem ſtatſächlichen Programm der anderen Länder
und nach den tatſächlichen Ausführungen dieſes
Pro=
gramms richten. Die Times betont, daß man in den
deutſchen Erklärungen nicht eine Annahme des vorjährie
gen Vorſchlags Mr. Churchills herausleſen könne, daß,
wenn Deutſchland auf ſeinem Bauprogramm nicht
ver=
harre, auch England dies nicht tun wolle. Das Blatt ſagt
weiter, die Wahrheit ſei, daß weder England noch
Deutſch=
land ſich in der Frage der Entwickelung ihrer Flotten
ab=
ſolut binden könnten. Wir könnten nicht über ein
Abkom=
men von der Art, wie Churchill vorgeſchlagen habe,
hinaus=
gehen. Sollte Deutſchland bereit ſein, eine ſolche
Nummer 34.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 10. Februar 1913.
Seite
ſtändigung einzugehen, ſo würde England dieſen Entſchluß
freudig begrüßen. Das gedeihliche gegenſeitige
Zuſam=
menwirken der beiden Regierungen in den letzten
Mo=
naten, das die beiderſeitigen Beziehungen ſo ſehr
geför=
dert habe, ſollte es den beiden Ländern ermöglichen, ihre
Flottenpolitik ohne die Bitterkeit und das Mißtrauen der
Vergangenheit zu erörtern. Die engliſche Politik ſteht
feſt: England muß ſich ſeine Vorherrſchaft zur See
erhal=
ten und die engliſchen Dominions ſeien bereit, es darin
zu unterſtützen.
Daily Chronicle bezeichnet die geſtrigen
Er=
klärungen in der Budgetkommiſſion des Reichstages als
von größter Bedeutung. Das Zuſammengehen
Deutſch=
lands und Englands in der Orientfrage, ſagt das Blatt,
habe eine ausgezeichnete Wirkung gehabt, das Konzert
der Mächte ſolange zuſammengehalten und die Gefahr
eines europäiſchen Konflikts ſo ſehr abgeſchwächt. Das
ſei nicht wenig den redlichen Bemühungen Deutſchlands
zu danken. Augenblicklich zerſtreuten ſich die Wolken am
politiſchen Himmel. Das Blatt erinnert an die neuliche
Rede des Fürſten Lichnowsky; aber die geſtrige Erklärung
des Großadmirals ſei zweifellos von viel größerer
Be=
rdeutung. Der wichtigſte Punkt ſei, daß Deutſchland die
engliſche Vorherrſchaft zur See nach der Churchillſchen
Definition akzeptierte. Die Ankündigung des deutſchen
Staatsſekretärs gab zum erſtenmal eine gewiſſe
Grund=
lage zu einer Verſtändigung. Das Blatt ſchreibt: Die
eengliſch=deutſche Rivalität hat überall ihre ſchlechten
Wirk=
uungen gehabt, die Budgets aller Großmächte haben dies
verſpürt. Bei ihrem Verſchwinden würde die
Erleichter=
ung allgemein und willkommen ſein. In der neuen Aera,
die, wie wir hoffen, angekündigt worden iſt, werden die
Kräfte, die für den Weltfrieden arbeiten, eine noch
mäch=
ttigere Unterſtützung und Verſtärkung erfahren.
Daily News ſagen: Die geſtrigen Erklärungen in
der Budgetkommiſſion beſtätigen den allgemeinen Eindruck,
daß in den deutſch=engliſchen Beziehungen in den letzten
Monaten eine Wendung zum Beſſeren eingetreten iſt.
Die Erklärungen brachten England und Deutſchland einer
tatſächlichen, wenn auch nicht formellen Verſtändigung
über die maritimen Rüſtungen näher. Wenn das
Ver=
hältnis von 16 zu 10 für Deutſchland annehmbar ſei, ſo
lliege aller Grund vor, daß England an ihm feſthalte.
Die Morning=Poſt ſagt, man könne jetzt wohl
einen Stillſtand in dem Wettbewerb des Flottenbaues
er=
warten, denn man müſſe annehmen, daß Churchill auf
ſeinem vorjährigen Programm verharre. Wenn dieſer
Stillſtand ein paar Jahre dauern werde, werde die
Span=
mung zwiſchen beiden Ländern wieder verſchwinden und
Deutſche und Engländer würden zu einer beſſeren
Wür=
digung voneinander gelangen. Jede Nation würde
natür=
llich ihre eigene Politik verfolgen und ihre Rüſtungen nach
ihren eigenen Ideen regeln. Das Blatt betont die
Ge=
meinſamkeit der literariſchen und kulturellen Intereſſen
Deutſchlands und Englands. Eine regelmäßige
Dampfer=
werbindung nach Hamburg oder Bremen werde mehr tun,
mm die beiden Länder zuſammenzubringen, als irgend
eine deutſch=engliſche Freundſchaftsgeſellſchaft. Das
ſchlimmſte wäre eine Erneuerung der Verhandlungen über
die Begrenzung der Rüſtungen, die auf beiden Seiten die
Thauviniſten und Pazifiſten in Harniſch bringen würden.
Der Daily Telegraph ſagt: Die deutſchen
Er=
lärungen erwecken die Hoffnungen, daß die akute Frage
In dem maritimen Wettbewerb der beiden Nationen ſich
Dem Ende nähert und daß eine neue, glücklichere und
Hauerhaftere Lage der Dinge eintreten werde. Das Blatt
agt weiter, es werde eine Erleichterung für die ganze
iviliſierte Welt ſein, wenn man die Erklärung des
Staatsſekretärs ſo verſtehen dürfte daß Deutſchland ſich
nit ſeinem bisherigen Flottengeſetz begnügen wolle, das
hm im Laufe der Zeit 62 Linienſchiffe des größten und
ktärkſten Typs geben werde.
Die Weſtminſter=Gazette betont, daß die
aus=
wärtige Lage die Flottenfrage beherrſchen müſſe. Das
Blatt hofft, daß gewiſſe deutliche und notwendige
Ten=
denzen künftig auf beiden Seiten berückſichtigt werden.
Es iſt beſſer für uns, ſo heißt es weiter, daß Deutſchland
ſeine Intereſſen und ſeine Macht gleichmäßig über die
Welt verteilt hat, wie wir ſelbſt, als daß es in einem ein=
Ziger Meere mit ſeiner geſamten Flotte eingeſchloſſen iſt,
mit der Front gegen die Macht, die ihr den Ausgang zu
verſperren ſcheint. Andererſeits iſt es beſſer für
Deutſch=
land, daß wir eine Seemacht mit einer Armee und ſoweit
als möglich mit freien Händen in der enropäiſchen Politik
bleiben, als daß wir durch ſeine Seerüſtungen veranlaßt
würden, eine kontinentale Macht mit einem ſtarken Heer
und feſtländiſchen Bündniſſen zu werden. Dieſe
Er=
wägungen müſſen die Politik beider Länder beſtimmen.
Wenn man ſie im Auge behält, dürfte es nicht ſchwer ſein,
an einer beſtändigen Politik feſtzuhalten, die beiden
zuſagt.
Der Balkankrieg.
Vom Kriegsſchauplatze.
* Belgrad, 8. Febr. Laut Nachrichten aus Sofia
wird ein allgemeiner Sturm auf Adrianopel in
zwei oder drei Tagen erfolgen. Wie die bulgariſche
Re=
gierung erfahren haben will, ſoll Adrianopel, falls es
nicht eingenommen wird, neutraliſiert werden.
— Konſtantinopel, 8. Febr. Auf dem
Kriegs=
miniſterium wird erklärt, daß das Bombardement
auf Adrianopel wie das Erwiderungsfeuer der
Be=
lagerten mit unverminderter Heſtigkeit fortdauere.
Tür=
ken wie Bulgaren haben ſchwere Verluſte. Der bulgariſche
Rückzug von Tſchataldſcha auf Tſchorlu dauert an.
Semlin, 8. Febr. In Adrianopel herrſcht
nach Meldungen aus Sofia unter der Bürgerſchaft
Hun=
gersnot. Ein Drittel der Stadt ſoll bereits eingeäſchert
ſein. (2)
* Sofia, 7. Febr. Der Mir dementiert die
Meld=
ungen ausländiſcher Blätter, wonach demnächſt weitere
ſerbiſche Truppen in Tſchataldſcha eintreffen
ollen. Das Blatt erklärt, die an der Tſchataldſchalinie
konzentrierten bulgariſchen Truppen ſeien
voll=
kommen imſtande, nicht allein ſich in der Defenſive zu
hal=
ten, ſondern auch gegebenenfalls offenſiv vorzugehen, und
bedürfen nicht der Hilfe ſeitens der Armeen der
Ver=
bündeten.
Konſtantinopel, 8. Febr. Ein offizielles
Communiqué beſagt: Der Feind ſetzt die
Rückwärts=
bewegung bei Tſchataldſcha fort. Es erfolgten
mehrere Zuſammenſtöße, die mit dem Rückzug des
Feindes endeten. Insbeſondere bei dem Dorfe Plaje
war der Kampf ziemlich erbittert. Das Kriegsſchiff
„Idjlalije”, das vor Buejuek=Tſchekmedje liegt, richtete
ein Geſchützfeuer gegen die feindlichen Stellungen. Die
Beſchießung Adrianopels dauert Tag und
Nacht fort, ohne bedeutenden Schaden anzurichten.
Die feindlichen Streitkräfte ſind beſchäftigt, auf den
Höhen ſüdlich des Dorfes Kamilo und in der Umgebung
von Gallipoli Befeſtigungen und Verſchanzungen zu
errichten; ſie werden von den Geſchützen unſerer
Land=
truppen und Flotte beſchoſſen. Die Konſuln von
Adria=
nopel erneuerten bei den hieſigen Botſchaftern ihre Bitte,
es möge entweder eine neutrale Zone geſchaffen, die es
den Ausländern ermöglicht, außer Schußweite zu bleiben.
oder den Ausländern geſtattet werden, Adrianopel auf
dem Wege über die bulgariſchen Stellungen zu verlaſſen.
* Konſtantinopel, 8. Febr., 10 Uhr abends. Seit
zwei Stunden wütet im Stadtteil Beghakechen (
Vor=
ſtadt Top Hane bei Pera) ein Brand. Das italieniſche
Hoſpital war vom Feuer bedroht, doch iſt es dank des
tätigen Eingreifens der Mannſchaften der fremden
Kriegs=
ſchiffe außer Gefahr. Bis jetzt ſind etwa 30 Holzhäuſer
verbrannt. — Der Exminiſter Noradunghian iſt
nach Europa abgereiſt. — Ein abends erſchienenes Jrade
verfügt die Durchfahrt des franzöſiſchen Kreuzers „
Vic=
tor Hugo” durch die Dardanellen, der als dritter
Stationär für Konſtantinopel iſt.
Die Finanznot der Türkei.
* Konſtantinopel, 7. Febr. Das Amtsblatt
veröffentlicht ein proviſoriſches Geſetz, durch das
die Regierung zur Emiſſion von Schatzſcheinen im
Betrage von 5½ Millionen türkiſchen Pfund oder 125
Millionen Francs ermächtigt wird Außer den bereits
bekannten Beſtimmungen ſetzt das betreffende Dekret feſt,
daß die ausländiſchen Banken, die den Coupondienſt
übernehmen, eine Kommiſſionsgebühr von ¼ Prozent
erhalten werden. Ein zweites Dekret ermächtigt die
Re=
gierung, Schatzſcheine von einer Million Pfund auf
Rech=
nung der vorhergehenden Emiſſion von drei Millionen
zum Kurſe von 94 zu verkaufen. Die Hälfte des Preiſes
iſt ſofort, der Reſt nach einer Woche zu zahlen.
Die bulgariſch=rumäniſchen Unterhandlungen.
* Sofia, 7. Febr. Die in London begonnenen
bul=
gariſch=rumäniſchen Unterhandlungen
werden in Sofia fortgeſetzt. Die bulgariſche Regierung
erſah Dr. Danew und den ehemaligen Geſandten in
Kon=
ſtantinopel, Sarawoff, zu Delegierten aus. Zum
rumä=
niſchen Delegierten wird wahrſcheinlich der rumäniſche
Geſandte in Sofia, Ghika, beſtellt werden.
Venizelos in Saloniki.
* Saloniki, 7. Febr. Miniſterpräſident
Veni=
zelos iſt hier eingetroffen. Zum Empfang waren auf
dem Bahnhof erſchienen Prinz Nikolaus, die Vertreter
der griechiſchen Regierung, der griechiſche Erzbiſchof, die
Stadtvertretung mit dem Bürgermeiſter an der Spitze,
und alle griechiſchen Körperſchaften, Schulen und
Abord=
nungen der verſchiedenen Religionsgemeinden. Nach der
Begrüßung fuhr Venizelos zum Abſteigequartier, in den
Straßen von der zahlreich angeſammelten Bevölkerung
freudig begrüßt. Bald darauf begab ſich Venizelos zum
König.
Die albaniſche Frage.
* London, 7. Febr. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, beſprachen die Botſchafter in ihrer geſtrigen
Sitzung die albaniſche Frage. Viele Erwägungen
über den großen Umfang des Gegenſtandes führten dazu,
daß die Diskuſſion nur ganz allgemein gehalten wurde.
In manchen Kreiſen iſt das Gefühl vorhanden, nach
ver=
ſchiedenen Richtungen hin könne die Lage in angemeſſener
Weiſe nur an Ort und Stelle behandelt werden. Hierfür
iſt es vielleicht notwendig, eine internationale Kommiſſion
einzuſetzen.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 8. Febr. Das 10.
Armee=
korps iſt heute ſamt Kavallerie und Artillerie nach
Gallipoli abgegangen. Die Einſchiffung
er=
folgte in Ordnung auf den Kais in Stambul und Galata
auf 15 Transportdampfern, welche geſtern abend und
heute nacht abdampften. Der Marineminiſter, ſowie
Enver Bey ſollen auch nach Gallipoli abreiſen. Es ſcheint,
daß infolge der Kriegsoperationen auf Gallipoli die
Lan=
dung einer größeren Truppenmacht in Rodoſto vorläufig
verſchoben worden iſt.
* Konſtantinopel, 8. Febr. Wegen der
zahl=
reichen Zahlungseinſtellungen hielten die
hie=
ſigen Kaufleute eine Beratung ab. Den Blättern zufolge
werden ſie ein Moratorium verlangen. — Dem Prinzen
Halim wurdes durch ein Dekret geſtattet, im 10. Korps
am Kriege teilzunehmen.
Konſtantinopel, 8. Febr. Der Miniſter
des Innern äußerte ſich in einem Interview über die
vielen Tagesfragen dahin, daß die Gerüchte, nach
welchen der Miniſterrat den Friedensſchluß auf Grund
der Abtretung Adrianopels unter einfacher Zulaſſung des
Vertreters des Kalifen oder eines Naib es Sultan
be=
ſchloſſen habe, vollſtändig unbegründet ſeien. Das
gegen=
wärtige Kabinett ſei entſchloſſen, die nationale Würde
aufrechtzuerhalten. Das Zugeſtändnis eines Naib es
Sultans wäre ein bloßes Palliativmittel, welches keine
Kompenſation für die nationale Würde bilde.
Der Miniſter ſagte: Dieſe Frage wird
ent=
weder durch Blut entſchieden werden, oder die
otto=
maniſche Souveränität und die ottomaniſche Flagge
werden aufrechterhalten werden. Dieſer Entſchluß der
Regierung gründet ſich auf die Gefühle der Nation, die
in zahlreichen aus der Provinz eingetroffenen Depeſchen
einen einmütigen Ausdruck gefunden hätten. Der
Miniſter dementierte in kategoriſcher Weiſe die Gerüchte
von Zwiſtigkeiten in der Armee, welche in die Welt
ge=
ſetzt würden, um die Armee als geſchwächt darzuſtellen,
Der Geiſt der Truppen in Adrianopel ſei ausgezeichnet.
* Sofia, 8. Febr. Der König iſt ins Hauptquartier
abgereiſt.
* Bukareſt, 8. Febr. Die rumäniſche Regierung
hat den Geſandten in Sofia, Ghika, zum Delegierten für
die rumäniſch=bulgariſchen Verhandlungen ernannt.
* Berlin, 9. Febr. Die Norddeutſche Allgem. Ztg.
ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: Der von allen Mächten
gehegte Wunſch, die Wiederaufnahme der Feindſelig
keiten in Thrazien vermieden zu ſehen, ließ ſich
nicht verwirklichen. Unerſchüttert aber blieb das
Verhältnis der Mächte untereinander. Nach wie vor geht
ihr Beſtreben auf möglichſte Beſchränkung und Abkürzung
der kriegeriſchen Ereigniſſe, auf zweckdienliche Mitarbeit
an dem baldigen Friedensſchluß und auf die gemeinſame
Löſung der ſie dabei intereſſierenden Fragen, die von der
Verſammlung der Botſchafter in London vorbereitet wird.
Zur Erreichung dieſer Ziele bleiben die Mächte ſolidariſch
in der Bewahrung der Neutralität und des europäiſchen
Einvernehmens.
Wien, 8. Febr. Die Neue Freie Preſſe ſchreibt
aus Konſtantinopel: Die türkiſchen Bewegungen
nach Gallipoli wurden von zahlreichen griechiſchen
Ban=
den beobachtet und beläſtigt. Infolgedeſſen wurden die
griechiſchen Bürgermeiſter und die Notabeln aus den
ge=
räumten Ortſchaften als Bürgen nach Gallipoli
mitgenom=
men und die Ortſchaften ſelbſt durch Beſchießung
ſeitens der Kriegsſchiffe gänzlich zerſtört. Alle
Einwohner flüchteten in wilder Panik nach Gallipoli, zum
Teil auch auf die dorthin beſtimmten
Truppentransport=
dampfer. Dabei kam es nach Erzählungen hier
angekom=
mener Flüchtlinge wiederholt zu Schreckensſzenen.
Zahl=
reiche Boote kenterten infolge von Ueberlaſtung.
Hun=
derte von Perſonen ertranken, darunter viele Soldaten.
Erſt dicht von Gallipoli gelang es dem türkiſchen
Kom=
mandanten, die Maſſenflucht zum Stehen zu bringen und
den nachrückenden Bulgaren bei Bulair entgegenzutreten.
* Wien, 9. Febr. Enver Bey erklärt in einem
Brief an die Neue Freie Preſſe: Die Bewegung, welche
zum Sturz des alten Kabinetts führte, iſt eine rein
natio=
nale, auf breiteſter Grundlage, nicht etwa nur das
Mach=
werk einer einzelnen Partei. Der tiefe Unwille in allen
Volksſchichten über den ſchimpflichen Frieden, welcher un=
Großherzogliches Hoftheater.
Samstag, den 8. Februar.
Zum erſten Male:
„Anatol‟
von Arthur Schnitzler.
W-l. „Ich möchte gern einmal etwas aus dieſer Welt
erfahren. Wie ſieht es aus in dieſer kleinen Welt?”
ſo ſpricht Frau Gabriele im erſten Stück. Denſelben
Wunſch mögen wohl manche Theaterbeſucher auch gehabt
Haben, die heute die Schilderungen Schnitzlers aus der
Wiener Demimonde, in deren Mittelpunkt die der freien
Liebe huldigenden Dämchen Bianca, Annie, Cora und
lona ſtehen, kennen lernen wollten. Ob ſie auf ihre
Rechnung gekommen ſind? Senſationen gab es nicht, und,
ofern nicht Langeweile ſich des Publikums bemächtigte,
öſten ſich die einzelnen Erfolge in Heiterkeitserfolge auf.
Bei dem Anatol=Zyklus handelt es ſich nicht eigentlich
uim Bühnenſtücke, ſondern um geiſtreiche Plaudereien, um
Stimmungsbilder, die wohl ganz hübſch zu leſen ſind,
bei einer Aufführung aber den intimen Reiz einbüßen und
Den Mangel an Handlung zu ſehr empfinden laſſen.
Aus=
genommen hiervon ſind etwa nur das Abſchiedsſouper
und der Hochzeitsmorgen. Wenn es auch eine kleine
Ge=
nneinde geben mag, deren Anhänger ſich gegenſeitig die
Anſicht ſuggerieren, daß ſolchen novelliſtiſchen Tändeleien
eine literariſche Bedeutung beizumeſſen iſt, ſo iſt dies
micht neu, beweiſt aber auch für die Allgemeinheit nichts.
Das erſte der Stücke, „Weihnachtseinkäufe” iſt lediglich
ein Dialog zwiſchen Anatol und einer von ihm verehrten
Frau über die Liebeleien des erſteren, der inſofern noch auf
in höheres Maß von Intereſſe rechnen könnte, als man in
Anatol noch eine Art von Märtyrer ſeines Charakters ver=
muten kann. Dieſes Intereſſe ſchwindet in den nächſten
Stücken immer mehr. Die lange Aufzählung ſeiner
Lieb=
ſchaften und Liebeserlebniſſe mit den Halbweltdamen in
dem zweiten Stück „Epiſode” langweilt das Publikum.
Die Schlußpointe, daß nur die Illuſion glücklich macht
und mit der Zerſtörung der Illuſion auch das Glück ſelbſt
zerſtört wird, kehrt in dem vierten Stück, „Die Frage an
das Schickſal” die uns eine hypnotiſche Seance vorführt,
wieder. Für die Art von Glück, das Anatol mit ſeinen
Damen „der kleinen Welt” ſucht, ſtimmt dies allerdings.
Das flotte Stückchen „Das Abſchiedsſouper” iſt von
frü=
heren Aufführungen her ſchon bekannt.
Das letzte Stück, das derbſte von allen, „Anatols
Hoch=
zeitsmorgen”, dem ein ſo böſer Ruf voraufgegangen war.
erzielte einen durchſchlagenden — Heiterkeitserfolg. Das
Publikum, das den ſogenannten Helden des Zyklus
über=
haupt nur von der komiſchen Seite nahm und ſich über
den (durch den Rotſtift übrigens wohltuend gereinigten)
Hochzeitsmorgen ſo köſtlich amüſierte, würde uns wohl
nicht ernſt nehmen, wenn wir es glauben machen wollten,
daß ein „tieferer Sinn” dahinter ſtecke.
Inſzeniert waren die fünf Stücke, die vier verſchiedene
Szenen erfordern, von Herrn Generaldirektor Dr. Eger
mit feinem Verſtändnis für das Wiener Milieu, das ſich
in den entzückenden Einzelheiten und intimen Wirkungen
de: Interieurs kundgab. Auch geſpielt wurde gut. wenn
auch vielfach die Charakteriſtik hinter dem bloßen Dialog
zurücktritt. Die beiden männlichen Rollen des Anatol
und des Max wurden von den Herren Ehrle und
Weſtermann gewandt und mit einer gewiſſen Doſis
von Humor dargeſtellt; in die Rollen der eine Auswahl
von den Geliebten Anatols darſtellenden fünf Damen
teilten ſich ohne Eiferſucht, wie die Damen eines Harems,
Frl. Pils. Frl. Berka, Frl. Gothe, Frl v.
Son=
nenthal und Frl. Alſen. Der Takt und die
Zurück=
haltung, mit der dieſe Damen ihre Rollen ſpielten, ſeien
beſonders lobend anerkannt.
Sonntag, 9. Februar.
„La Traviata‟
W-l. Wegen Unpäßlichkeit der Frau Kallenſee ſang
heute Fräulein Henny Linkenbach vom Skalatheater
in Mailand die Partie der Violetta, Frl. Linkenbach hat
hier, als ſie noch in Mannheim war und noch nicht
italie=
niſch ſang, vor mehreren Jahren die Margareta geſungen
und durch ihr liebliches Organ und ihr anmutiges Spiel
ehr lebhaft intereſſiert. Ihr Vortrag hat ſich wohl unter
dem Einfluß der italieniſchen Schule noch mehr
vervoll=
kommnet. Es war aber nicht allein die glänzende
geſang=
liche Durchführung der Partie, ſondern die meiſterhafte
Vereinigung von Spiel und Geſang, die ihre Violetta zu
einer hervorragenden künſtleriſchen Leiſtung ſtempelten.
Das Organ iſt zwar nicht groß, aber im Affekt von
über=
raſchender Ausdrucksfähigkeit; die Verkörperung der
be=
rühmten Halbweltdame war anziehend und pikant. Das
Publikum ſpendete dem Gaſte ſehr reichen Beifall. Den
Alfred ſang erſtmalig Herr Globerger, der, nachdem
er eine anfängliche kleine Indispoſition überwunden hatte,
die Partie mit friſchem und ſchönem Ton und gewohnter
muſikaliſcher Zuverläſſigkeit ſang. Die Beſetzung der
übri=
gen Partien war die frühere. Die muſikaliſche Leitung
hatte Herr Kapellmeiſter Lert, die Regie führte Herr
Riechmann. Die Aufführung darf als wohl gelungen
bezeichnet werden.
Auf die Oper folgte das geſchmackvoll arrangierte und
hübſch ausgeführte Ballett=Divertiſſement „
Aufforde=
rung zum Tanz” von Frau Thiele=Leonhardt
nach der bekannten Muſik von Weber; an ſeiner
Ausfüh=
rung waren die Damen Huber, Croneberg und
Baranoff und das Ballettkorps beteiligt. Die
muſika=
liſche Leitung katte Herr Kapellmeiſter Kleiber.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 10. Februar 1913.
Nummer 34.
ſerem Vaterlande aufgezwungen werden ſollte und die
chwache Haltung des alten Kabinetts brachten den
Um=
ſchwung hervor und machten einen Wechſel in der
Regie=
rung notig. Auch wir wünſchen den Frieden, aber einen
Frieden, welcher mit der Ehre der Nation und unſerer
Armee zu vereinbaren iſt.
Freiherr Heyl zu Herrnsheim
begeht heute in ſeltener Geiſtesfriſche und ungebrochener
Arbeitskraft die Feier ſeines 70. Geburtstages.
Nur wenigen Auserwählten iſt es beſchieden, wenn ſie das
bibliſche Alter erreicht haben, auf ein Leben und Wirken
zurückzublicken, das gleich groß an Mühen und Erfolgen
war, wie das dieſes ſeltenen Mannes, deſſen überragende
Bedeutung für das politiſche, beſonders ſozialpolitiſcheLeben
der letzten Jahrzehnte heute auch der ſchärfſte politiſche
Gegner anerkennt, und deſſen Energie und Tatkraft faſt
ein=
zig daſteht. Beſonderen Anlaß, das Lebensjubiläum mit
ihm zu feiern, hat unſer engeres Vaterland, deſſen Sohn
er iſt und an deſſen Geſetzgebung der letzten Jahrzehnte
Frhr. von Heyl in ſo hervorragendem Maße mitgewirkt
hat, daß kaum ein Geſetz von Bedeutung in Kraft trat,
dem er nicht den Stempel ſeiner Erkenntnis aufgedrückt.
Seine unbeugſame Tatkraft, gepaart mit einer faſt
bei=
ſpielloſen Geiſtesſchärfe und ſeinem ganz ungewöhnlich
tiefgegründeten politiſchen Wiſſen, brachten es von ſelbſt
mit ſich, daß er direkt oder indirekt zum Führer, richtiger
zum Leiter aller geſetzgeberiſchen Arbeiten in der Erſten
Kammer wurde, die ihn ja auch zum Vorſitzenden oder
Mitgliede ihrer wichtigſten Ausſchüſſe wählte und ihn auch
durch die Uebertragung des Amtes eines zweiten
ſtellver=
tretenden Präſidenten ehrte. Sie brachten es aber auch
mit ſich, daß ihm, wie allen geiſtig überragenden
Män=
nern, Feinde erwuchſen, deren Zahl zunahm mit ſeinen
Erfolgen im Lande und im Reiche, denen er aber mit
über=
legener Ruhe und wenn’s ſein mußte, auch mit einer
Schärfe und Schlagfertigkeit entgegenzutreten wußte, daß
er faſt nie in irgendwie bedeutendem Geiſtesturnier
unter=
lag. In beſonderem Maße entwickelte Exzellenz v. Heyl
auf ſozialpolitiſchem Gebiete eine, wenn auch oft
ange=
feindete, ſo doch ſegensreiche Tätigkeit, in der er ſich
nie=
mals mit der grauen Theorie begnügte, ſondern die er
in ſeinen umfangreichen induſtriellen Werken in Worms
die über 4000 Arbeitern Brot und Lohn geben, in die Tat
umſetzte und in denen er Muſterbetriebe ſchuf, die weit
über des Deutſchen Reiches Grenzen als ſolche bekannt
und anerkannt ſind.
Cornelius Wilhelm Frhr. Heyl zu Herrnsheim iſt am
10. Febr. 1843 zu Worms geboren. Er beſuchte das
huma=
niſtiſche Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und ſpäter die
höhe=
ren Schulen in Darmſtadt und Neuwied. Seine Gattin,
der er ſich am 25. Juli 1867 vermählte, iſt eine geborene
Stein. Sie ſchenkte ihm 4 Töchter und 3 Söhne. Sein
Sohn Cornelius iſt bekanntlich mit der Prinzeſſin
Ma=
thilde von Iſenburg=Büdingen vermählt. Exzellenz von
Heyl iſt Ehrenbürger der Städte Worms und Oppenheim,
Inhaber der Fideikommiſſe Herrnsheim, Guntersheim und
Gerſtuben (Algau). Politiſch begann Frhr. von Heyl ſchon
frühzeitig ſich zu betätigen und zwar als Mitglied der
nationalliberalen Partei, der er in ihrer Glanzzeit beitrat.
Schon 1874 wurde er in den Reichstag gewählt, dem er bis
1881 angehörte, um dann 1893 wiederum gewählt zu
wer=
den. Sein Mandat behielt er dann trotz heftiger Kämpfe
bis heute und zwar ſtets mit überlegener Mehrheit, die
ihm auch treu blieb, als er nach den bekannten Kriſen, die
die Reichsfinanzreform brachte, aus der nationalliberalen
Partei austrat. In der Partei war er ſtets der
Hauptver=
treter der agrariſchen Richtung; er trat bekanntlich gegen
die Handelsverträge und für den Antrag Kanitz (
Verſtaat=
lichung des Getreidehandels) ein. In ſozialpolitiſcher
Beziehung ſtand und ſteht er unentwegt auf dem Boden
energiſcher Abwehr aller Umſturzbewegungen, aus denen
heraus ihm naturgemäß die größte Schar ſeiner Feinde
erwuchs. Er iſt auch Mitglied der Landwirtſchaftskammer.
Bekannt iſt Frhr. von Heyls ſegensreiche und
viel=
ſeitige umfaſſende Tätigkeit auf dem Gebiete des
Klein=
wohnungsweſens, beſonders für Minderbemittelte.
Seit 1877 iſt er Präſident des heſſiſchen Ernſt
Ludwigs=
vereins, der ihn am heutigen Tage beſonders ehren
wird durch die Ueberreichung einer
Glückwunſch=
adreſſe, die folgenden Wortlaut hat: „Dem
er=
folgreichen Mitarbeiter an der wohnungspolitiſchen
Ge=
ſetzgebung im Großherzogtum Heſſen, dem Gründer und
Vorſitzenden des unterzeichneten Vereins, dem warmen
Förderer aller dem Wohle der minderbemittelten
Volks=
klaſſen dienenden ſozialen Maßnahmen, Herrn Wirklichen
Geheimerat Freiherr von Heyl zu Herrnsheim, Mitglied
der Erſten Kammer der Stände und Mitglied des
Deut=
ſchen Reichstags, Exz., Worms, ſpricht anläßlich ſeines
70. Geburtstages der Vorſtand des
Zentralwohnungsver=
eins herzlichen Glückwunſch aus mit der Verſicherung
wärmſter Dankbarkeit und beſonderer Verehrung.
Darm=
ſtadt, 10. Febr. 1913. Der Vorſtand des Ernſt=Ludwig=
Vereins, Heſſiſcher Zentralverein zur Errichtung billiger
Wohnungen. Folgen 15 Unterſchriften. — Die Adreſſe
iſt von Herrn Hofkalligraph Göttmann ausgeführt und
wird durch eine Sonderdeputation überreicht werden.
Für ſeine Vaterſtadt Worms, die ihn zu ihren beſten
Söhnen zählt, hat Frhr. von Heyl viel getan. Er
veran=
laßte die Errichtung des rheinheſſiſchen
Getreidelager=
hauſes in Worms, weiter auf ſeine Koſten die Ordnung
des ſtädtiſchen Archivs, die Herausgabe eines
Urkunden=
buchs und einer darauf begründeten Geſchichte der Stadt.
Er ſchenkte ihr vor wenigen Jahren noch das herrliche
Cornelianum. — Der Glückwünſche und Ehrungen
wer=
den es viele ſein, die Exzellenz von Heyl heute zuteil
wer=
den. Wir wünſchen unſerem Heſſenlande das beſte, wenn
wir Frhr. von Heyl heute noch viele Jahre des Schaffens
wünſchen, zum Segen und Wohle des Vaterlandes. St.
Seheimerat Wilhelm Haas
Die Feder, die eben noch in herzlichſtem Glückwunſch
eilend über den Bogen flog, ſtockt, da im gleichen Moment
der Beruf ſie zwingt, einen Nekrolog zu ſchreiben. Ein
anderer ungleich wehmütigerer Anlaß iſt es, eines
Mannes gleicher Gedeutung in gleicher dankbarer
Aner=
kennung zu gedenken, der nun die Augen zum letzten
Schlummer geſchloſſen, des reichbegabter energievoller
Geiſt faſt bis in die letzten Lebensſtunden hinein den
lange ſchon ſiechen Körper zur Betätigung zwang. Am
Freitag abend erlitt Geheimerat Haas, nachdem er noch
kurz vorher einer Sitzung der Landwirtſchaftskammer bei
gewohnt, einen Schlaganfall. Am Samstag mittag noch
wurde uns die Mitteilung, daß eine Beſſerung im
Befin=
den des Kranken eingetreten und kurz nach 6 Uhr hatte er
ſchon ausgelitten.
Geheimerat Wilhelm Haas war am 26. Oktober 1839
in Darmſtadt geboren. Er beſuchte hier das Gymnaſium
und ſtudierte ſpäter an der Univerſität Gießen
Rechts=
wiſſenſchaft. Im Januar 1862 trat er als Akzeſſiſt in den
Staatsdienſt. beſtand im Mai 1864 die Staatsprüfung
und wurde im April 1869 Kreisaſſeſſor in Friedberg. Im
September 1874 kam er als Polizeirat nach Darmſtadt, in
welcher Stellung er bis 1886 wirkte, um im September
dieſes Jahres zum Kreisrat des Kreiſes Offenbach
er=
nannt zu werden. Am 15. Oktober 1900 trat er in den
Ruheſtand.
Dieſer „Ruheſtand” war für Wilhelm Haas allerdings
nur eine Formſache. Denn nun erſt begann er eine
Tätigkeit, die im Laufe der Jahrzehnte eine ſo
umfang=
reiche und ausgedehnte wurde, daß ſie ſeinen Namen über
die ganze Erde trug. Schon als Kreisaſſeſſor in
Fried=
berg, erwarb ſich im Jahre 1872 Haas die
genoſſenſchaft=
lichen Sporen durch die Gründung des
Landwirtſchaft=
lichen Konſumvereins Friedberg e. G., zu deſſen Direktor
er ſpäter gewählt wurde. Und dem landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaftsweſen wandte er nun ſein ganzes Herz,
eine ganze Energie und Arbeitskraft zu, und auch in ſeinen
politiſchen Ehrenämtern — er war ſeit 8. Juni 1881
Mit=
glied der Zweiten Kammer, in der er bis 1911, den
Wahl=
bezirk V, Starkenburg (Fürth=Weinheim) als Mitglied der
Nationalliberalen Partei vertrat, und ſeit 1898 auch
Reichstagsabgeordneter für den Wahlkreis Erbach=
Bens=
heim — iſt er ſtets mit warmem Herzen überzeugt und
überzeugend für die Landwirtſchaft eingetreten, deren
In=
tereſſen er wirkſamſt zu vertreten und zu fördern wußte
Dabei genoß der Verſtorbene aber die Achtung und
Wert=
ſchätzung faſt aller Parteien, die darin beredt zum
Aus=
druck kam, daß er berufen wurde, faſt 14 Jahre hindurch
das Amt des Erſten Präſidenten der Zweiten Kammer zu
bekleiden. Und daß er vermöge ſeines beſonderen
Ta=
lentes hierzu dieſes Ehrenamt zu allſeitiger
Zufrieden=
heit ausübte, davon legten die jeweiligen
uneingeſchränk=
ten Anerkennungen bei den Landtagsſchlüſſen, beſonders
aber die großen Ehrungen bei Gelegenheit ſeines 25
jäh=
rigen Jubiläums als Abgeordneter (1906) und ſeines
10jährigen Präſidentenjubiläums (1907) beredtes Zeugnis
ab. Nach ſeinem Ausſcheiden aus der Zweiten Kammer
wurde Geheimerat Haas vom Großherzog als Vertreter
der Landwirtſchaft auf Lebenszeit in die Erſte Kammer
Lerufen. Krankheit hinderte ihn allerdings, hier tätig zu
ſein.
Die heſſiſche Landwirtſchaft, ja die des geſamten
Reiches und des Auslandes dankt dem Verſtorbenen
außer=
ordentlich viel, beſonders auf organiſatoriſchem Gebiete.
Er ſtand im Mitelpunkt und an der Spitze der ganzen
mo=
dernen genoſſenſchaftlichen Bewegung in der
Landwirt=
ſchaft. Die Errichtung der Reichsgenoſſenſchaftsbank, die
Vereinigung mit den von den chriſtlichen Bauernvereinen
ebildeten Verbänden, einige Jahre darauf mit den
Neu=
wieder Genoſſenſchaftsverbänden, die Einführung der
Ge=
neralreviſion, die Errichtung der deutſchen
landwirtſchaft=
lichen Genoſſenſchaftsſchule, der genoſſenſchaftlichen
Er=
holungsheime, der Maſchinenbauzentrale, der
Maſchinen=
einkaufszentrale des Reichsverbandes, die Förderung des
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens in den
deut=
ſchen Kolonien, die Begründung des Internationalen
Bundes der landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften und
viele andere Einrichtungen und Maßnahmen ſind es,
welche der Initiative von Haas entſprungen ſind. Ihn
leitete dabei der Gedanke, durch ſolche Einrichtungen die
innere Organiſation des Reichsverbandes zu befeſtigen,
ihn zu einem dauerhaften, für alle Zeiten
unerſchütter=
lichen Bollwerk des deutſchen landwictſchaftlichen
Ge=
noſſenſchaftsweſens zu machen. Es iſt begreiflich, daß ein
in ſo hervorragender öffentlicher Stellung ſtehender Mann
wie Haas durch das Vertrauen ſeiner Mitbürger,
insbe=
ſondere aus landwirtſchaftlichen Kreiſen, zu vielfältigen
öffentlichen Ehrenämtern berufen wurde. So häufte ſich
denn eine Fülle von Ehrenämtern auf ſeinen Schultern.
Er war Vorſitzender der Landwirtſchaftskammer für das
Großherzogtum Heſſen, Vorſitzender der
Bezugsvereinig=
ung der deutſchen Landwirte, Vorſitzender des
Inter=
nationalen Bundes der landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaf=
ten, Aufſichtsratsvorſitzender der deutſchen Salpeterwerke.
Seit dem Jahre 1881 war er, wie ſchon erwähnt, Mitglied
und ſeit 1898 erſter Präſident der Zweiten Kammer des
heſſiſchen Landtages, ſeit 1898 Mitglied des deutſchen
Reichstages. Dank ſeiner kräftigen, bis in die letzten
Lebensjahre widerſtandsfähigen Natur, gelang es ihm,
dieſe gewaltige Fülle von Arbeit zu leiſten.
Aeußere Ehrungen ſind ihm in reichem Maße zuteil
geworden. Seine Verdienſte im heſſiſchen Staatsdienſt
fanden im Jahre 1896 eine Anerkennung durch Verleihung
des Charakters als Geheimer Regierungsrat. Hohe und
höchſte Ordensauszeichnungen aus dem In= und Ausland,
owie die Verleihung des Titels als heſſiſcher Geheimerat
wurden ihm in Würdigung ſeiner Verdienſte um das
Ge=
noſſenſchaftsweſen, insbeſondere bei dem im Jahre 1908
unter dem Ehrenpräſidium des Landesherrn abgehaltenen
25jährigen Jubiläum des Reichsverbandes zuteil. Er hat
indes ſtets in dieſen Auszeichnungen weniger eine
perſön=
liche Ehrung, als vielmehr einen Beweis für die
Wert=
ſchätzung des landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens
erblickt und in dieſem Sinne die Verleihung ſolcher
Aus=
zeichnungen freudia und dankbar empfunden.
Nun hat ein Stärkerer auch dieſes arbeitsreiche und
fruchtvolle Leben geendet. Wenn die heſſiſche, die deutſche
Landwirtſchaft einſt ihre verdienſtvollen Männer ehrt,
wird der Name Haas golden in dieſer Ehrentafel ſtrahlen.
St.
R. u. p.
Luftfahrt.
H. B. Frankfurt a. M., 8. Febr. Wie eine
Korre=
ſpondenz berichtet, wird das ſoeben von der
Heeresver=
waltung übernommene Militärluftſchiff „Erſ.
Z. 1‟ zunächſt von Baden=Oos aus eine Anzahl Fahrten
nach dem Schießplatz Hagenau unternehmen, um dort
Uebungen im Bombenwerfen vorzunehmen. Dieſe
Ver=
ſuche werden die erſten mit Sprenggranaten ſein. Die
Bomben ſollen je ungefähr 105 Kilogramm Gewicht haben
und mit einem Briſanz=Sprengſtoff von beſonderer
Wirk=
ſamkeit geladen ſein. Bisher ſind ſolche Verſuche nur mit
ungeladenen Exerziergranaten durchgeführt worden.
* Bitterfeld, 7. Febr. Das neuerbaute Luftſchiff
P. L. 8” iſt heute nachmittag gegen 5½ Uhr nach einer
zwölfſtündigen Dauer= und Höhenfahrt gelandet. Das
Luftſchiff, das zeitweiſe mit einem Gegenwind von 18
Sekundmetern zu kämpfen hatte, fuhr bis in die
Harz=
gegend. Die Luftfahrzeuggeſellſchaft teilt mit, alle von
Seiten der preußiſchen Militärbehörde geſtellten
Beding=
ungen ſeien erfüllt worden.
Mülhauſen i. Elſaß, 9. Febr. Der Flieger
Faller, der in den letzten Wochen bereits vier
Welt=
flugrekords errungen hat, hat heute mittag auf dem
Habsheimer Flugplatz einen weiteren fünften
Welt=
rekord aufgeſtellt. Faller flog auf Aviatik=
Doppel=
decker mit fünf Paſſagieren, Geſamtgewicht 400
Kilo=
gramm (ohne Betriebsſtoff) 1 Stunde, 10 Min. 17
Se=
kunden, und ſchlug damit den bisherigen Weltrekord, der
von dem franzöſiſchen Flieger Molla mit 1 Stunde
6 Minuten gehalten wurde. Von den ſechs Welt=
Flug=
rekorden, die zur Zeit von deutſchen Fliegern gehalten
werden, hat Faller zur Zeit allein fünf inne.
H. B. D anzig, 8. Febr. Das Flugzeug „
Weſt=
preußen”, das geſtern abend von der Unfallſtelle in den
Hafen von Neufahrwaſſer geſchleppt und in der Weichſel
zunächſt in ſeichtes Waſſer geſetzt worden war, wurde
mittels eines von der Kaiſerlichen Werft herbeigeſchafften
Hebekranes noch im Laufe der Nacht gehoben. Von den
Leichen des Kapitänlentnants Jenetzki und des
Ober=
maſchiniſten Diekmann iſt noch nichts gefunden
worden.
Sport, Spiel und Turnen.
6000= Mark=Preis im
Billardgrand=
cadreſpiel. Eine Konkurrenzausſchreibung mit einer
Preisſtiftung von 6000 Mark hat die Billardfabrik von
I. Neuhuſen in Berlin zum Zwecke der Erhöhung des
Weltrekords im Zweiball=Grandcadre ergehen laſſen. Eine
Prämie von 5000 Mark in bar ſoll derjenige
Profeſſional=
erhalten, der im Laufe des Jahres den Hoppeſchen
Welt=
rekord von 622 Points verbeſſert; derjenige Amateur, der
den Mortierſchen Weltrekord von 318 Points ſchlägt,
er=
hält einen Ehrenpreis im Werte von 1000 Mark. Ueber
die Zuſtellung der Preiſe, die bis zum 31. März 1914
ge=
wonnen ſein müſſen, entſcheidet ſpäteſtens am 15. April
914 ein aus Profeſſionals und Amateuren
zuſammen=
geſetztes Schiedsgericht.
Vermiſchtes.
* Elektriſche Beleuchtung für Kaſernen,
Man ſchreibt uns: Nach einer Mitteilung des Berliner
Lokalanzeigers beabſichtigt die Königliche
Kommandan=
tur für die Beleuchtung der Kaſernen das elektriſche Licht
einzuführen. Zum Verſuche werden als erſte die Kaſernen
des Königin=Auguſta=Regiments und die des vierten
Garde=Regiments mit elektriſcher Beleuchtung verſehen,
Nur die alten Kaſernen, deren Verlegung vorgeſehen iſt,
ollen noch bei der altüberlieferten Petroleumbeleuchtung
bleiben. Erfreulich iſt es jedenfalls ſchon in Rückſicht auf
die hygieniſchen Verhältniſſe in den Mannſchaftsſtuben,
daß endlich die ſchmutzige, rauchende Petroleumlampe
ent=
fernt wird. Für Heer und Marine — von dieſem
Grund=
ſatz ſollte man nie abweichen — muß das Beſte immer
gerade gut genug ſein; und die elektriſche Beleuchtung iſt
nicht nur die beſte, ſie iſt auch billiger als die
Petroleum=
lampe und abſolut gefahrlos. Dem Vorgehen der
Mili=
tärbehörden werden hoffentlich auch noch bald andere
ſtaatliche Behörden folgen und beſonders dort, wo durch
Verbeſſerung hygieniſcher Verhältniſſe die
Volksgeſund=
heit und Volkskraft gehoben werden kann. So ſollte für
die Verwendung in Schulen ebenfalls nur elektriſches Licht
zugelaſſen werden, denn alle anderen Beleuchtungsarten
verurſachen, zumal im Winter in den überfüllten
Schul=
klaſſen eine höchſt ungeſunde ſtickig=heiße Luft, die der
Geſundheit unſerer Jugend durchaus nachteilig iſt. Be=u
denkt man, daß überall dort, wo elektriſcher Strom für
Lichtzwecke vorhanden iſt, mit größter Leichtigkeit und
minimalen Koſten elektriſche Ventilatoren,
Ozoniſierungs=
apparate uſw. eingebaut werden können, ſo muß man
widerſpruchslos anerkennen, daß die Elektrizität die einzig
Berufene iſt, allen dieſen Mängeln und Uebelſtänden
ab=
zuhelfen.
Literariſches.
Geheimniſſe und Löſungen, verſchiedend
Anwendungen der Gedächtniskunſt von Heinrich
Rühl, Darmſtadt, Heinrichſtraße 105, Selbſtverlag. Diel
uns vorliegenden 3 Hefte enthalten die Darlegung eines
neuen Syſtems praktiſcher Gedächtniskunſt, das dem
Ler=
nenden ſchon nach wenigen Uebungen ermöglicht,
ſchwie=
rige Gedächtnisoperationen ſchnell und gewandt
auszu=
führen. Die verſchiedenen Anwendungen dieſes Syſtems,
das Verfaſſer in ſorgfältigen Studien ausgebaut und
praktiſch erprobt hat, werden in Experimenten und
Bei=
pielen gezeigt. Gleichzeitig wird bei Erlernung der
Methode zur Stärkung des Gedächtniſſes das Studium
der franzöſiſchen Sprache (Wortſchatz und Grammatik)
energiſch gefördert. Wie durch kein anderes Werk
bis=
her werden die Geheimniſſe der Gedächtniskünſtler der
alten und modernen Schaubühne enthüllt. Die
Ausführ=
ung ihrer Phänomen wird erklärt. In unſerer heutigen,
raſtlos fortſchreitenden Zeit, die an den geiſtig
Arbeiten=
den ſtets bedeutendere, wachſende Anforderungen ſtellt,
dürfte dieſes Werk eines Praktikers, das dem Einzelnen
es ermöglicht, ſein Gedächtnis zu kräftigen und zu
för=
dern und ſeine Denkkraft voll auszunutzen, gewiß auch
in den Kreiſen unſerer Leſer Beifall finden. Der billige
Preis des Werkes, jedes Heft 1 Mark, ermöglicht auch dem
weniger Gutſituierten die Anſchaffung.
Darmſtadt, 10. Februar.
Richard Wagner=Verein. Auf das heute abend
tattfindende Konzert der Meininger Hofkapelle
ſei mit dem Anfügen nochmals hingewieſen, daß es
pünktlich um 8 Uhr ſeinen Anfang nimmt. Bei dem
großen Andrange iſt daher rechtzeitiges Erſcheinen
dringend zu empfehlen.
Die Ausſtellung von Werken des Malers
Hans Sutter im Ausſtellungsgebäude auf der
Mathilden=
höhe war während der zwei Tage außerordentlich zahlreich
beſucht. Am Samstag weilten auch Ihre Königlichen
Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin
ängere Zeit in der Ausſtellung. Die hohen Herrſchaften
kauften zwei Bilder. Auch die Stadt Darmſtadt
figu=
rierte unter den Käufern. Insgeſamt wurde beinahe die
Hälfte aller Bilder verkauft, ein hocherfreuliches
Ergebnis, das wohl in gleichem Maße auf den
unbe=
ſtrittenen künſtleriſchen Wert der Bilder und Skizzen wie
auf die edle Abſicht der Veranſtalterinnen der
Aus=
ſtellung zurückzuführen iſt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Berlin, 8. Febr. Die „Nationalliberale
Korre=
ſpondenz” wird in ihrer morgigen Nummer folgenden
Bericht veröffentlichen: Die preußiſchen Mitglieder des
Zentralvorſtandes der Nationalliberalen Partei, ſowie
die Landtagsabgeordneten und die preußiſchen Mitglieder
der Reichstagsfraktion traten heute im
Abgeordneten=
hauſe zu einer Beſprechung über die
Vorbereit=
ungen zur bevorſtehenden Landtagswahl
zuſammen. Die Berichte, die von den einzelnen
Landes=
organiſationen erſtattet wurden, ergaben, daß die
Vor=
bereitungen überall im Fluß ſich befinden,
Wahlabmach=
ungen, ſoweit ſie bereits vorlagen, fanden durchgehend
die Billigung der Verſammlung. Als beſonders
wün=
chenswert wurde bezeichnet, daß durch gegenſeitige
Ver=
ſtändigung nach Möglichkeit jede Zerſplitterung der
Kräfte der liberalen Parteien vermieden
wird. Die Abmachungen mit anderen Parteien imin=
Nummer 34.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 10. Februar 1913
weinen wurden den Landesorganſationen überlaſſn.
Die Verſammlung beſchloß, ſpäteſtens vier Wochen vor
den Wahlen einen preußiſchen Parteitag nach Hannover
Zu berufen.
* Berlin, 8. Febr. Das im Berliner Rathauſe unter
idem Vorſitze des Oberbürgermeiſters Wermuth
zuſammen=
getretene Komitee preußiſcher Städte, welches mit den
Vorbereitungen für das Hochzeitsgeſchenk der
Städte Preußeſis an das Kronprinzenpaar betraut
üſt, nahm den Bericht des Geh. Baurats Hoffmann über
dden Fortſchritt der Arbeiten entgegen und beſichtigte die
hergeſtellten Stücke. Die Arbeiten nähern ſich ibrem
Ende, und es darf im Herbſt 1913 mit dem Abſchluß
ge=
gechnet werden. Der ſilberne Tafelſchmuck beſteht
aus 2045 ſilbernen Stücken und 550 Gläſern. Es ſind
103 Schmuckſtücke, 503 Schüſſeln, Brotkörbe, Terrinen,
Kaſſerollen, Saucieren, Salzgefäße unn Teller, ſowie
1439 Kleingeräte. Die Vertreter der Städte erkannten
einſtimmig an, daß ſowohl die Arbeiten in ihrer Geſamt=
Zeit wie in Sonderheit der hervorragend ſchönen
Schmuck=
tücke geradezu eine Epoche in der Geſchichte des deutſchen
Runſtgewerbes darſtellen werden.
Berlin, 8. Febr. In der heutigen ſtark beſuchten
Sitzung der Geographiſchen Geſellſchaft
be=
ichtete Oberleutnant Dr. Filchner kurz über den
äußeren Verlauf der von ihm geführten deutſchen
Ant=
arktiſchen Expedition. Der Vorſitzende, Geheime Rat
Profeſſor Hellmann drückte die Anerkennung für die
Verdienſte und Hoffnungen der Wiſſenſchaft auf die
Er=
gebniſſe der Expedition aus. Sodann hielt Profeſſor
. Tieſſen einen durch landſchaftliche Lichtbilder belebten
Vortrag über das ſüdliche China, im Anſchluß an das
etzt von ihm vollendete fünfbändige Werk des Frhrn.
Ferdinand von Richthofen. Der Vortrag klang in eine
Ehrung des verſtorbenen Forſchers aus, deſſen Ange=
Hörige und Schüler, darunter Sven Hedin anweſend
raren.
Berlin, 9. Febr. Generalleutnant z. D. Erich
Wollmar, zuletzt Inſpektor der 4. Ingenieurinſpektion
n Metz, iſt heute verſtorben. Am Mittwoch, 12.
Feb=
quar, findet die Einäſcherung ſtatt.
Berlin, 9. Febr. Heute mittag hielt die
Fried=
ich=Wilhelms=Univerſität die Feier zur
Erinne=
ung an die Erhebung der deutſchen Nation im Jahre
1813 ab. Unter den geladenen Gäſten bemerkte man den
Reichskanzler, den Kriegsminiſter, die Miniſter Dr. Sydow
und Dr. Lentze und den Präſidenten des Landtags. DerKaiſer,
m der Uniform der Leibgardehuſaren und die Kaiſerin
wurden im Portal vom Rektor der Univerſität, Grafen
Baudiſſin und dem Kultusminiſter v. Trott zu Solz
mpfangen. Die Feier begann mit dem Vortrag einiger
Lieder durch den Akademiſchen Geſangverein unter
Lei=
rung des Geheimrats Friedländer. Geheimer Rat
Diet=
ich Schäfer hielt die Feſtrede.
* Berlin, 10. Febr. Der Kaiſer, die Kaiſerin,
Prin=
zeſſin Viktoria Luiſe und Prinz Oskar ſind Sonntag abend
0 Uhr unerwartet nach Karlsruhe abgereiſt, wo ſie im
Reſidenzſchloſſe als Gäſte des Großherzogspaares abſteigen
verden. Prinz Ernſt Auguſt von Cumberland
wvird am Montag vormittag ebenfalls in Karlsruhe
ein=
rreffen. Wie aus München gemeldet wird, iſt der Prinz
bereits inkognito von dort abgereiſt. (Der kaiſerliche
Hofzug wird heute vormittag Darmſtadt paſſieren.)
* Kronberg i. T., 9. Febr. Auf dem hieſigen Bahn=
Bürgermeiſter Peter Weil aus Klein=
Hof ſtürzte d
Schwalbach, als er auf einen abfahrenden Zug ſteigen
wollte, ab. Er wurde überfahren und ſo ſchwer verletzt,
waß er in k
er Zeit im hieſigen Kaiſerin Friedrich=
Krankenhaus verſtarb.
* Heidelberg, 8. Febr. Am 10. Februar feiert der
ebürtige Univerſitätsprofeſſor Dr.
Vik=
gieſige, e
t ſeinen 60 Geburtstag und
gleich=
gor Goldſch
iges Dozentenjubiläum. — Der Pflege=
22
zeitig
ohn Krie
twe Scholl iſt geſtern nachmittag
weim Spielen in den Neckar gefallen und ertrunken.
8. Febr. Der Geheime Regierungsrat
ing, der Generaldirektor der
Or. Guſtat
iſt heute vormittag in St. Moritz, wo
wöchſter Farbn
m ſchweren Leiden ſuchte, geſtorben.
II H
Febr. Der Braunſchweigiſchen
lge ſtarb der frühere braunſchwei=
(Landeszeitun
Berlin, Wirklicher Geheimer Rat Exz.
iſch
Cramm in Blankenburg.
Burgha=
r. Der neu gewählte Land=
Altenbt
gt zuſammen: 14 Bund der
Land=
ſag
en, 3 Volkspartei, 3 Reichspartei,
10
e, 7
dem 1 Rechtsliberaler, 1
Frei=
kationallil
Parteiloſer.
koonſerva
Der Miniſter des Aeußern Graf
* Wien,
lge einer Erkältung das Zimmer
Berchtold
vereits geſtern gemeldet wurde, an der
ſütet, konnte
terzbiſchofs Dr. Nagl nicht teilneh=
Leichenfeier d
runde, ſchreibt das Fremdenblatt,
en, Aus d.
richtig, Graf Berchtold ſei geſtern
vor=
itt die Nachric
beim Kaiſer erſchienen.
mittag in Au
Der Exſtatthalter von Böhmen,
Meran, 8
Coudenhove iſt heute morgen geſtorben.
* London, 8. Febr. Der liberianiſche
Ge=
ſandte reiſt heute nacht nach Berlin, um mit dem
Staatsſekretär von Jagow über die Lage in Liberia
zu konferieren.
* London, 8. Febr. Ein furchtbarer Orkan
wütete heute nacht in Nordengland, Irland und
Wales. In Renton bei Dumbarton trat der Leven
ber die Ufer und ſetzte eine Anzahl Fabriken unter
Waſſer. Mehrere hundert Arbeiter ſind gezwungen zu
ſeiern. Die großen Werke von Armſtrong bei Newcaſtle
wurden beſchädigt. In North= und South=Shields
wurde großer Schaden angerichtet. Auf der Tyne
fan=
den Schiffszuſammenſtöße ſtatt. Der telegraphiſche
Ver=
jehr iſt in einem großen Teile des Landes geſtört.
* Roſtow am Don, 9 Febr. Seit 24 Stunden
brennen die Depots der Ruſſiſchen Geſellſchaft für
Dampfſchiffahrt und Handel. Außerordentlich ſtarke
Ex=
loſionen vergrößern die Gefahr. Der angerichtete
Schaden iſt ſehr groß.
* Tokio, 8. Febr. Incuyo Katſunoſuke iſt
zum Botſchafter in London ernannt worden.
— München, 8. Febr. Seit Dienstag wurde eine
Heſellſchaft Münchener Skiläufer, unter denen ſich
aruch der Chemiker Dr. Lenhardt=Darmſtadt befand, die
eine Tour ins Karwendelgebirge gemacht hatte,
ver=
mißt. Nachdem inzwiſchen zwei Rettungsexpeditionen
albgegangen waren, trafen ſie heute wohlbehalten wieder
im Garmiſch ein.
Briefkaſten.
C. St. Wenn Sie keine Anhaltspunkte haben, wird
die Sache ſehr ſchwierig ſein. Verſuchen Sie es einmal
bei dem deutſchen Konſulat in dem betreffenden Staate.
Vergeſſen Sie nicht!
bei Ihren nächſten Einkäufen in der Stadt ſich auch eine Flaſche
„Califig” mitzubringen! Aus reinen Frucht=
und Pflanzenſäften hergeſtellt, iſt „Califig‟
(d. i. der echte Kaliforniſche Feigen=Syrup)
eines der beſten Hausmittel zur Regelung
des Stuhlganges, welches ſeiner vorzüglichen
Eigenſchaften wegen ſelbſt längere Zeit
an=
gewandt werden kann, ohne Beſchwerden zu
verurſachen. Dabei von höchſt angenehmem,
aromatiſchem Geſchmack. Wird ärztlich
be=
ſonders bei Kindern und Frauen verordnet,
und als das ideale Abführmittel für den
Familiengebrauch bezeichnet.
In allen Apotheken zu haben zu Mk. 1,50 die Flaſche. Extra große Flaſche
Mk. 2,50. Beſt.: Spr. Hci Californ. 75, Ext. Senn. Uau. 20, Elix. Caryoph. comp.
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in stets groß. Auswahl. Ecke Elisabethen- u. Wilhelminenstrasse.
Bemerkenswerte Innendekoration.
Vergangenen Samstag hat die Firma
Guggen=
heim & Marx (Mainzer Warenhaus) ihre diesjährige
„Weiße Woche” in großem Stile eröffnet. Ein Beweis,
daß auch Darmſtadt auf dieſem Gebiete ſeinen Nachbar=
Großſtädten nicht nachſteht, zeigt dieſe Firma durch eine
feenhafte Innendekoration. Ca. 20000
Taſchen=
tücher wurden zu dieſer ſehenswerten Dekoration, die
das ganze Parterrelokal, ſowie den Aufgang ausfüllt,
verwendet. Der Entwurf und die Ausarbeitung wurden
von dem eignen Dekorateur Herrn Becker ausgeführt.
Aus dem Geſchäftsleben.
Auf dem Gebiete des Teehandels nimmt die ſeit
70 Jahren beſtehende ruſſiſche Teefirma Gebrüder
K. & C. Popoff, Moskau, eine dominierende Stellung
ein. Die Firma beſitzt in den Tee kultivierenden Ländern
eigene Einkaufsfilialen, weshalb ſie auch in der Lage iſt,
von jeder Teeernte an Ort und Stelle ſtets das beſte
für ſich zu reſervieren, um alsdann mit ebenſo großer
Sorgfalt wie mit fachmänniſchem Verſtändnis Miſchungen
zuſammenzuſtelle, und auf dieſe Weiſe dem Publikum
zu mäßigen Preiſen das Feinſte zu bieten, was
über=
haupt an Qualität geboten werden kann. Die Filiale
der Firma Popoff in Berlin-Friedenau, Wilh.
Hauff=
ſtraße 3, Felix Reuter, verſendet bereitwilligſt
Koſtproben und Anleitungen zur richtigen Zubereitung
ibrer Tees koſtenlos.
man ſchreibt uns: Die Pflege des Schuhes iſt die
Bedingung zur Erhaltung ſeiner Schönheit! Genau
wie bei den Menſchen iſt auch beim Schuhwerk nicht
jede Pflege rationell. Wer beiſpielsweiſe Crémes aus
Waſſer und Seife, oder die mit Terpentinölerſatz Benzol
uſw. hergeſtellten Fabrikate für ſeinen Schuh gebraucht,
ſchadet dem Leder ſyſtematiſch und von einer
Schönheits=
pflege kann keine Rede mehr ſein. Waſſerhaltige Crémes
bilden dicke Kruſten, erſticken das Leder und machen es
brüchig. Für einen Schuh, der im Leder ſeine
Schön=
heit behalten ſoll, darf man ausſchließlich einwandfreie
Pflegemittel gebrauchen, ſolche die aus allerfeinſten
Wachſen und reinem Terpentinöl beſtehen. Die
Leder=
putzeréme „Kavalier” iſt en ſolches Muſterpräparat,
ſie ermöglicht die rationelle Schuhpflege, ſie iſt das
natur=
gemäße Schönheitspflegemittel für jeden feinen Schuh!
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Abeſſinia” 4. Febr. 9 Uhr 30 Min.
morgens in Philadelphia. „Barcelona” 4. Febr. 6 Uhr
abends von New=York nach Baltimore. „Bosnia”
4. Febr. 8 Uhr 45 Min. morgens in Baltimore. „
Bram=
ley”, von New=York kommend, 5. Febr. morgens in
Hamburg. „Hamburg‟ 4. Febr. 10 Uhr 30 Min. morgens
von Genua nach New=York. „Hamburg” von Genua nach
New=York, 5. Febr. 5 Uhr nachm. von Neapel. „Sparta”
. Febr. 11 Uhr abends in Neworleans. — Südamerika,
Weſtküſte Amerikas: „König Wilhelm II.”, von dem
La Plata kommend, 4. Febr. 12 Uhr nachts von
Bou=
logne ſur Mer nach Hamburg. „Rugia” nach
Mittel=
braſilien, 4. Febr. 1 Uhr nachm. in Antwerpen. „Dacig”
nach Braſilien, 5. Febr. 10 Uhr morgens in Liſſabon.
„König Wilhelm II.” von dem La Plata kommend,
6. Febr. 7 Uhr morgens auf der Elbe. „Troja”
aus=
gehend, 4. Febr. in Rio de Janeiro.
Oſtaſien:
„Liberia”, heimkehrend, 3. Febr. 4 Uhr 30 Min. nachm.
in Bremerhaven.
— „Victoria Luiſe” von der zweiten
Weſtindienfahrt, 5. Febr. 6 Uhr 15 Min. morgens
in New=York.
Gestern abend entschlief sanft an den Folgen eines Schlaganfalles mein
guter, unvergesslicher Gatte, unser innigstgeliebter, treusorgender Vater
Iein-Haus
Gchelerde
Generalanwalt des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen
Genossenschaften,
Verbandsdirektor der hessischen landwirtschaftlichen
Genossen-
schaften,
Vorsitzender der Landwirtschaftskammer für das Grossherzogtum
Hessen,
Mitglied der Ersten Kammer der Stände,
im 74. Lebensjahre.
(3693
Um stille Teilnahme bitten
Marie Haas, geb. Kritzler,
Eugen Haas, Generalsekretär,
Victoria Haas,
Hermine Haas.
Darmstadt, den 9. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. Februar, nachmittags 2¼ Uhr, vom Sterbehause
Riedeselstr. 2 aus, auf dem hiesigen Friedhof statt. Die Einsegnung vorher im engsten Kreise
Heute früh 4 Uhr verſchied ſanft im
(B3688
85. Lebensjahre
Fräulein
Anguſte Vogel.
Die trauernden Verwandten.
Darmſtadt, Zarskoje Selo, Moskau,
St. Petersburg, den 7. Februar 1913.
Die Trauerfeier fand am 9. Februar, um
12 Uhr mittags, in der Kapelle des
Darm=
ſtädter Friedhofes ſtatt.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Sondervorſtellung). Anfang
8 Uhr, Ende 11 Uhr: „Zar und Zimmermann”
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Konzert der Meininger Hofkapelle um 8 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein),
Verſammlung des Vereins für das Deutſchtum im
Ausland um 6 Uhr im Gartenſaal der Vereinigten
Ge=
ſellſchaft.
Hauptverſammlung des Bezirksvereins „Südoſt”
um 8¾4 Uhr im Reſtaurant Rehberger.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Exz.
Th. v. Holleben †; Kardinal Dr. Franz Faver Nagl 7;
ein ſerbiſches Feldlazarett vor Adrianopel; der
bulga=
riſche General Iwanoff und ſein Stab vor Adrianopel;
Mönch mit Hunden auf dem St. Bernhard.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 11. Februar.
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
½9 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz.
Schwellen=Verſteigerung um 9½ Uhr auf
Bahnhof Darmſtadt=Oſt (Roſenhöhe).
Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel: für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heißz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Seite 8.
ntag, den 10. Februar 1913.
armſtädter Tagblat=
Naumer 34.
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Gallensteine.
Hätte ich doch früher gewußt, daß die Dun=Präparate ein ſo mild
wirkendes und doch ſo vorzügliches Mittel gegen Gallenſteine
ſind. Ich litt ſo unausſprechlich an Gallenſteinkoliken, daß ſchließlich
nichts anderes übrig blieb, als die Gallenblaſe herausnehmen zu
laſſen. Leider war die Folge davon eine ſchreckliche. Nachdem die
Wunde vernarbt war, kamen die Koliken wie zuvor, ja noch
furcht=
barer. Nach jeder Mahlzeit bekam ich Magenkrämpfe und Erbrechen,
ſo daß ich bis faſt zum Skelett abmagerte. Mein Zuſtand war ein
hoffnungsloſer und qualvoller, und als ich wieder operiert werden
ſollte, ließ ich es nicht zu und griff zu den Dunpillen.
Gleich=
zeitig legte ich mir ein etwa 20 cm breites Dunpflaſter wie einen
Gürtel um den Leib. Wie ein Wunder verſpürte ich faſt
augen=
blicklich Linderung, die Krämpfe und das Erbrechen ließen nach
und ich konnte wieder beſſer eſſen. Nach 3—4 Wochen hatte ich
bereits 10 Pfund zugenommen. Nach einigen Wochen bekam
ich=
noch einmal 2 Tage lang heftige Kolik, wobei der zurückgebliebene
Gallenſtein, der bei der Operation nicht gefunden worden war,
abging. Von dieſem Tage an, während ich Pillen und Salbe weiter
nehme, habe ich bereits 1 Jahr lang weder Koliken, noch Krämpfe,
noch Erbrechen uſw. gehabt und außerdem weitere 25 Pfund
zu=
genommen, ſo daß ich mein altes Gewicht wieder habe und alle
ſchweren Hausarbeiten wie früher verrichten kann, ja daß ich mich
noch lebensfroher und geſünder fühle. — Im vergangenen Sommer
haben die Dunpillen und=Salbe meinen Jungen Max, als er an
Maſern erkrankte, innerhalb 3 Tagen wiederhergeſtellt, desgl. ſpäte‟
bei einem Anfall an Diphtherie und Halsentzündung. D. S. (1.30)
D. P. (1.30), D. Z. (2.00).
Darmſtadt, 22. 9. 1912.
Frau L. Müller. (Unterſchrift ortsgerichtlich beglaubigt.
Zu haben in Apotheken oder durch Vermittlung der Fabril
Hans Heiß, Darmſtadt, Roßdörferſtraße 22. Proſpekt koſtnlos
VII174
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 10. Februar 1913.
Nummer 34.
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N40er J., w. m. ord. beſſ. Herrn
in gut. Poſition zwecks Heirat
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kannt zu werd. Ernſtg. Off. u. F22,
an d. Exp. erb. Anon. zweckl. (*3599)
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unkündbar bis 1919, reichsmündelsicher.
Auf Grund des bei mir zur gefl. Einsicht aufliegenden Prospekts gelangt obige Anleihe zur Subskription.
Ich nehme Zeichnungen zum Emissionskurse von
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heute ab bis einschliesslich 14. Februar 1913 entgegen,
Hermann Wertheim.
Filiale Darmstadt, Rheinstrasse 33.
3659
Bekannnachung.
Die Krankenkaſſe „Eintracht”, eingeſchriebene Hilfskaſſe Nr. 5,
Griesheim b. D. hat ſich am 16. November 1912 aufgelöſt, beſtätigt
durch Senatsbeſchluß des Kaiſerlichen Aufſichtsamts für
Privat=
verſicherung in Berlin vom 18. Januar 1913. Dieſelbe iſt in
Liqui=
dation getreten und iſt der ſeitherige Vorſtand zu Liguidatoren beſtellt
worden. Es werden nun alle Gläubiger, welche noch Forderungen
an die Krankenkaſſe „Eintracht” zu machen haben, aufgefordert, ihre
Forderungen bis längſtens zum 1. April 1913 bei dem
Unter=
zeichneten einzureichen.
Griesheim, am 5. Februar 1913.
(3360dso
Der Vorſtand der Krankenkaſſe „Eintracht”.
J. A.: Müller, I. Vorſitzender.
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 13. Februar 1913, von
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12 „ Eichen=
57 „ Buchen=Stöcke 12 Eichen=Stöcke
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Die Zuſammenkunft iſt im Bonstal.
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Großh. Bürgermeiſterei Nieder=Ramſtadt.
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Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 8. April.
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Stoffwechsel-Leiden, Zirkulations- und Funktionsstörungen, wie z. B.:
Rheuma, Gicht, Ischias, Herz-, Leber-, Magen-, Nieren-, Blasen-,
Darm- u. Haut-Leiden; Schreib-, Klavierspiel- u. a. Krämpfe; Hysterie,
Lähmung, Geschwulste (Kopt, Ohren, Augen u. a.), Schmerzen all. Art.
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Mitgl. d. Vereinigung Deutscher Magnetopathen, E. V., gegr. 1888.
Darmstadt, Teichhausstr. 531 (früher Nr. 15).
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weiſung und erſter Abfuhrtag am
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den 14. ds. Mts. an. (3639
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Eberſtadt, 8. Februar 1913.
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Nächſt Gott danke ich Ihnen für
die zute Rino=Salbe, die ſich an meinen
händen, ſeit 4 Jahren naſſe, freſſende
Flechte. gut bewährt hat.
Indem ich Ihnen nochmals meinen
herzlichſten Dank entgegenbringe,
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grüße ich Sie
Nochachtungsvoll
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Bismark, 1./11. 1905.
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Herz=
leidende ſo oft herunterbringt,
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regelmäßig Altbuchhorſter
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 10. Februar 1913.
Nummer 34.
Kriegerverein Darmſtadt.
Hauptverſammlung
Mittwoch, den 12. Febr. 1913, abends 8½ Uhr
in dem Vereinslokal in der Turnhalle am Woogsplatz
Tagesordnung:
1. Geſchäftliche Mitteilungen. 2. Verleihung von Abzeichen für
40=, bezw. 25jährige Mitgliedſchaft. 3. Jahresbericht. 4.
Jahres=
rechnung. 5. Satzungsgemäße Genehmigung des bereits in der vor,
jährigen Hauptverſammlung gefaßten Beſchluſſes wegen Zuwahl zum
Vorſtand (Zuſatz zu § 13). 6. Lieferung des „Heſſiſchen Kameraden”
an ſämtliche Mitglieder. 7. Vorſtandswahl. 8. Wahl der
Rechnungs=
prüfer. 9. Wahl des Schiedsgerichts. 10. Wahl des Fahnenträgers
und der Fahnenbegleiter. 11. Bücherausgabe.
(3252io
Der Vorstand des Kriegervereins Darmstadt.
Verschönerungs-Verein.
Einladung.
Freitag, den 14. Februar 1913, abends 8 Uhr,
findet im Herrſchaftsſaal des Saalbaus
die Feier des 50jähr. Beſtehensdes Verſchönerungsvereins
und zugleich die diesjährige
General-Versammlung
ſtatt.
Tagesordnung:
1. Vortrag des Vorſitzenden, Herrn Geheimerat, Wilbrand,
über: ,50 Jahre Arbeit des Verſchönerungsvereins.”
2. Vortrag des Herrn Geh. Oberforſtrat Dr. Walther über:
Unſere Wälder”
(3658oi
3. Beratung des Voranſchlags für 1913, Rechnungsablage uſw.
Frauenverein der Johannesgemeinde.
Dienstag, den 11. Februar, abends 8 Uhr, (3677
im Gemeindehaus
Vortrag von Frau Professor Kruckenberg
über:
Religiöſe Erziehung im Hauſe.
Eintritt für Mitglieder und deren Angehörige frei, für
Nicht=
mitglieder 30 Pfg.
Der Vorſtand.
Niandg
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Volksvorstelungen im Grossh. Hoſthedter.
Als nächſte Volksvorſtellungen ſind in Ausſicht genommen:
Sonntag, den 16. Februar nachm. 2½ Uhr
„Charleys Tante‟
Sonntag, den 23. Februar, nachm. 2½ Uhr
„Hänſel und Gretel”
Beſtellungen hierfür können bis jeweils Mittwoch vor
jeder Vorſtellung bei den betreffenden Vereinsſtellen und beim
Ver=
kehrs=Büro gemacht werden.
(3667
Verkehrs-Verein.
Künstler-Konzerte
im
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Hotel „Hess-
Nächsten Dienstag:
Novitäten-Abend
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Weiß- und Rotwein.
Das Beſte, was zum Preiſe von
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gebot. werd. kann, bringe hiermit in
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Montag, den 10. Februar 1913.
VII. Sonder-Vorstellung.
Zar und Zimmermann.
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Perſonen:
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Frau Chriſta war dem Weinen nahe. Wo ſollte das
lhinaus! Und wo hatte ſie bisher ihre Augen gehabt!
Nach zwei Tagen lief Regis Urlaub ab, — aber was half
idas, wenn er ſich Editha bereits erklärt hatte, dann waren
idie Verwicklungen unabſehbar.
Frau Chriſta kannte Edithas Zähigkeit: feſthalten,
ffanatiſch ſich anklammern, wie im Haß, ſo in der Liebe,
jjeder Vernunft und Einſicht unzugänglich. Sie atmete
er=
kleichtert auf, als die letzten Gäſte fortgefahren waren.
Editha hatte vergeblich auf einige Augenblicke des
Alleinſeins mit Reginald gehofft. Enttäuſcht und doch
Habei fiebernd vor Glück, ging ſie hinauf in ihr Zimmer.
Nun wurde ſie Reginalds Braut. Erregt, faſt ſchluchzend
iel ſie Erika um den Hals.
Regi, komm. bitte, in mein Wohnzimmer, ſagte
drun=
ten Frau Chriſta: Sie ſetzte ſich nicht einmal, ſondern
ſtieß, dem Bruder beide Hände auf die Schultern legend,
angſtvoll hervor: Regi — nun ſage es mir offen — biſt
Du mit Editha verlobt?
N-ein, Chriſta, — aber
Gott ſei Lob und Dank! Aber Du haſt ſie geküßt?
Ja, und das bindet mich eigentlich.
Aber nun ſtellte Frau Chriſta ein Kreuzverhör an,
und da kam es denn, obgleich Reginald bei all ſeinen
Geſtändniſſen unentwegt flammend Editha in Schutz
fahnt n de Tag daf eigenſichſedſe angtiſende
er=
tei geweſen war.
Aber, Chriſta — ich bitte Dich — Du ſiehſt die Sache
wirklich von einem zu perſönlichen Geſichtspunkt aus an,
wandte Regi ein.
Lehre Du mich nicht Editha kennen, rief Frau Chriſta
faſt aufgebracht. Nicht den Altersunterſchied zwiſchen
Euch beiden betone ich, nein — die Hauptſache iſt, daß
ein ſo großes Kind, wie Du es noch biſt, Regi, weder
die Frauen noch das Leben überhaupt kennt. Ich leide
es nicht, daß Du blind in Dein Unglück rennſt. Viel,
ſehr viel habe ich Editha nachgeſehen und habe
geſchwie=
gen, aber Dich ſoll ſie mir nicht zugrunde richten. Bis
Du dereinſt imſtande biſt, einen eigenen Hausſtand zu
gründen, müſſen außerdem noch viele Jahre ins Land
gehen. Liebſt Du Editha denn wirklich, Reginald?
Ja — ich glaube.
„Siehſt Du, mein Junge, Du glaubſt nur und meinſt,
die wahre Liebe ſei da — o, Du Kindskopf!
Frau Chriſta weinte beinahe, aber ſie predigte tauben
Ohren. Reginald blieb verſtockt. Er fühle ſich moraliſch
gebunden, wiederholte er.
In dieſe Unterredung platzte der Freiherr. Aber ich
bitte mir aus, rief er jovial — „ich glaubte Dich ſchon zu
Bett, Chriſtel. Sagt, ſeid Ihr denn bei Sinnen, Kinder?
Was ſtreitet Ihr Euch bei nachtſchlafener Zeit? Was
hat denn der Regi verbrochen, daß Du ſo kampfluſtig auf
ihn einredeſt, Chriſtel, mein Herz?
Der Freiherr ließ ſich in ſehr guter Laune — er war
en ſih e in . ehenenneneren er
degg vorüber war — in einem Seſſel nieder.
Da geſchah etwas Unerwartetes: Reginald nahm die
Hacken klirrend zuſammen und ſagte haſtig: Ich bitte um
die Hand Deiner Tochter Editha, Schwager!
Der Freiherr ſtarrte den jungen Mann ſekundenlang
an, ſo etwa, als zweifle er an ſeinem Verſtande, dann
antwortete er — es ſollte ernſt klingen, aber er hatte
Mühe, das Lachen zu unterdrücken: Ich habe mich wohl
verhört, was, Chriſtel?
Regi trocknete ſich die Stirn mit ſeinem Taſchentuch,
feine Lippen zuckten nervös.
Zum erſtenmal in ihrem Leben erſparte Frau Chriſta
ihrem Matthias nicht, ihre Stieftochter anzuklagen. Sie
ſchenkte ihm keine Silbe von der ganzen Liebesgeſchichte,
welche Editha angezettelt hatte
Der Freiherr blieb ruhig und nickte dazwiſchen mit
dem Kopf: Aha, verſtehe, halb zog ſie ihn, halb ſank
er hin.
Aber, Matthias, ich muß doch ſehr bitten, brauſte
Regi auf.
Ruhig — ruhig, mein Junge! Der Freiherr nahm
den Fall keineswegs tragiſch. Bloß ärgerlich war die
Geſchichte, am meiſten deshalb, weil ſie der armen Chriſtel
ſo viel Herzeleid machte.
Höre mich an, Reginald, fuhr der Freiherr fort, du
haſt meine Tochter geküßt und meinſt nun, ihr einen
Heiratsantrag ſchuldig zu ſein. Editha iſt aber kein
Backfiſch, der ſich von einem jungen Fant unſchuldig und
Seite 14
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 10. Februar 1913.
Nummer 34.
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willig abküſſen läßt. Den Kuß hat ſie ſelber provoziert,
mein Junge. Mach dir kein Gewiſſen daraus und
be=
ſchlafe die Sache. Woraufhin wollt Ihr denn heiraten?
Sie hat zu wenig und Du haſt nichts. Am beſten iſts,
Du ſiehſt Editha vor der Hand überhaupt nicht wieder.
— Gut, gut, ich weiß alles, was Du ſagen willſt!
Schön! Abgemacht! Lege Dir meinetwegen Prüſungszeit
auf, tue es der Chriſtel zuliebe. Sieh her, ſie weint um
Dich, als wäreſt Du ihr leibliches Kind, deſſen Glück auf
dem Spiele ſteht. Wenn Du nach einem Jahre auch
ebenſo denkſt, wie heute morgen um halb zwei — ſchön,
mein Sohn, dann tritt ruhig in Galauniform bei mir an,
als Edithas Freier. Dann können wir im Ernſt über
die Sache reden — Du ſiehſt, ich komme Dir entgegen, ich
mache Zugeſtändniſſe. Und jetzt, Chriſtel, trockne Deine
Tränen. Der Reginald gibt mir ja recht. Laß uns nun
überlegen, wie wir es einrichten, daß er, ohne Editha
Lebewohl zu ſagen, abreiſt.”
Nachdem Regi ſeine Werbung vorgebracht hatte, fühlte
er ſich merkwürdig ernüchtert. Den Kuß, den ihm Edithas
halboffene Lippen entgegengehaucht, hatte er geglaubt
fühnen zu müſſen. — — Was dann weiter kam — — Er
fühlte ein paar Champagnerteufelchen in ſeinem Schädel
ſpuken und hörte gehorſamſt zu, wie „Mutter Chriſtel”
und ihr Gatte ein Wörtchen Vernunft redeten. Sie
ſpiel=
ten Schickſal — und er war’s zufrieden.
*e
*:
Am folgenden Morgen erſchien Editha ungewohnt
zeitig am Kaffeetiſch. Sie wechſelte die Farbe, als ſie
vernahm, daß Reginald mit Klaus und dem Vater auf eins
der Vorwerke gefahren ſei.
Wie endlos lang doch ſo ein Wartetag war. End=
lich — endlich, erſt ſpät abends ertönten die
wohlbekann=
ten Schlittenglocken — die Hofhunde ſchlugen an
Editha ſtand am Fenſter. Jetzt, jetzt knirſchte der Schnee
unter den Schlittenkufen, die Laterne ſchuf faſt Tageshelle
auf dem Schloßhof.
Was war denn das? Editha erſtarrte faſt vor
Schrecken — — im Schlitten ſaßen nur zwei: der Freiherr
und Klaus.
Entſetzt packte Editha den Arm der neben ihrſtehenden
Erika. Reginald — wo war Reginald — war ihm
unter=
wegs etwas zugeſtoßen?
Editha ſtürzte die Treppe hinab. Dort begegnete ihr
Klaus: Onkel Regi ſendet Dir die ergebenſten Grüße
hier auch ſchriftlich — er mußte ja in ſeine Garniſon
zu=
rück — hatte Eile und fuhr unmittelbar vom Vorwerk zur
Bahn.”
Klaus, dem Ritterlichkeit zweite Natur war, hatte
Mitleid mit der Schweſter. Er wußte um den ganzen
Sachverhalt. Sein Vater hatte die „dumme Geſchichte‟
mit ein paar Worten abgetan auf der Rückfahrt. Nimm’s
Dir zum abſchreckenden Beiſpiel, übereile Dich mal nicht,
Klaus, Du biſt auch ſo einer von den Stillen im Lande,
mit fauſtdicker Romantik hinter den Ohren. Solche fallen
am eheſten hinein.”
Wie gehetzt flog Editha auf ihr Zimmer.
Höfliche, leere Worte waren in dem
Abſchiedsbrief=
chen — und zwiſchen den Zeilen ſtand — nichts. Mit
einem Schlage erfaßte ſie den ganzen Zuſammenhang
dieſer überſtürzten Abreiſe: Diez hatte den Kuß geſehen
das wußte ſie. Der Junge hatte ſolch unverſchämtes
Lächeln heute gehabt. Ohrfeigen hätte ſie ihn mögen.
Diez hatte gepetzt, und die heilige Chriſta war flugs mit
ihrer ſchweſterlich mütterlichen Weisheit über Regi
her=
gefallen.
Nun war alles zu Ende. Editha verlor den letzten
Reſt von Selbſtbeherrſchung und fegte die Treppe hinab.
Wie eine Furie ſtand ſie vor der Stiefmutter.
Du, Du! ſchrie ſie außer ſich. Das iſt Dein Werk,
freue Dich! Unſeren Vater haſt Du uns genommen!
Jedes Glück mißgönnſt Du uns!
Sinnloſe Worte folgten.
Da kam der Freiherr, durch den Lärm angelockt,
her=
bei. Klaus ſtand bereits neben der Mutter und umſchlang
die Sprachloſe. Es war wie das Finale eines Aktes aus
einem Familiendrama.
Hinaus! rief der Freiherr, krebsrot vor Zorn, Editha
an. Du vergißt, daß Du Deine Mutter vor Dir haſt!
Mutter? ſchrie Editha wild. Meine Mutter liegt
auf dem Kirchhof.
Erika, die ſchreckensbleich der Schweſter gefolgt war,
führte die Wankende mit Gewalt aus dem Zimmer.
Dro=
ben ſank Editha auf das Sofa, ein wilder Weinkrampf
ſchüttelte ſie.
Editha war krank. Nach einem Nervenanfall fieberte
ſie oft und bedurfte ſehr der Schonung. Wutzelchen und
den kleinen Mädchen war es ſtreng verboten, treppauf
und treppab zu tollen.
Frau Chriſta merkte man es an ,daß ſie ſchwere Tage
durchlebte. Die häßliche Szene mit Editha ſtand immer
wie ein dunkler Fleck in ihrer Erinnerung. Sie mußte
dem Krankenzimmer fern bleiben, Editha duldete ihre
Gegenwart nicht.
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ſtanz . . . . . . . 331,50
5 Lahmeyer . . . . . . .
Letzte
In Proz.
ivid.
7½ Schuchert, Rürnberg 146,90
12 Siemens & Halske .218,00
5 Bergmann Electr.
121,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 163,75
25 Gummi Peter . . . . 79,9
0 Kunſtſeide Frankfurt 75,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer .
619,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr.
5 Zellſtoff Waldhof . . 235,50
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 199,50
10 Neue Boden=A. A.=Beſ. 94,00
3 Südd. Immobilien 61,50
Bergwerks=Aktien.
2 Aumeß=Friede . . . . 177½
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 217,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 165,80
10 Gelſenkirchener . . . . 197,30
9 Harpener . . . . . . . 195½
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 262,10
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 87,00
6 Laurahütte . . .
179,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 208,75
7½ South Weſt Africa 129,00
Prieritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef.
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,30
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,50
Franz=Jofefs=Bahn . . 87,00
3 Prag=Duxer . .
74,90
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,30
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,10
do.
76,50
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,30
da.
(5.60
In Prot,
Bf.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 54,00
3 Raab=Oedenburg
76,50
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,00
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,60
4½ Moskau=Kaſan . . .
do.
4 Wladichawchas . . . . 87,40
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. .. 73,20
do.
2½, Livorneſer
69,30
3 Salonique=Monaſtir . 62,80
4 Baadadbahn . .
.. 80,90
4½ Anatoliſche Eiſenb. 94,30
4 Miſſouri=Paciſic. . .. 70,90
4 Northern=Paciſic . . . 67,80
4 Southern=Paciſic . . . 94,00
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 82,60
5 Tehuantepec . . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 188,60
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . .
149,70
9½ Berlin. Handelsgef.
6½ Darmſtädter Bank . 124,30
12½ Deutſche Bank . . . 257,00
6 Deutſche Vereinsbank 124,25
6 Deutſche Effekt.= un
W.=Bank . . . . . 119,
10 Diskonto=Kommandit 190
8½ Dresdener Bank . . 15
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
3½ Mitteld. Kreditbank 120,25
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,50
7 Pfälziſche Bank. . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 138,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,70
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 115,00
½ Wiener Bankverein . 132,80
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21.. . . . . . . 98,20
t.
In Proz
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19.
. . 87,00
Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . . . . . . . 98,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,50
do.
87,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
do.
87,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 .
98,60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 98,90
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Ban
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 .
87,20
Meininger Hyp.=Bank 98,00
31
o.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 87,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
3½
do.
87,80
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . . . . —
-
½½
do.
Frankfurt. . . . . . . 99,00
do.
½
96,50
Gießen . . . . . . . . 97,50
3½
do.
88,00
Heidelberg . . . . .. 87,70
3½
do.
Karlsruhe . . . .
3½
do.
88,40
Magdeburg. . . . . .
31
do.
Mainz . . . . . . .
do.
3½
Mannheim . . .
97,50
3½
90,00
do.
München . . . . . . . 99,30
3½ Nauheim . . . . . . 88,00
Nürnberg . . . . . . . 98,00
3½
87,60
do.
4 Offenhach. . .
3f.
In Proz
3½ Offenbach . . . . .
Wiesbaden . . . . . . 98,50
3½
do.
89,20
4 Worms . . . . . . . . 97,40
do.
3½
88,50
4 Liſſaboner v. 1888 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 138,75
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 75,90
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 138,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,60
3 Oldenburger . . . . . . 130,90
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . .
Braunſchweiger Tlr. 20 199,00
Freiburger . . . Fs.15
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs.10 —
Meininger . . .
fl. 7
Oeſterreicherv. 1864 fl. 100 —
do. v. 1858fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl.100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 160,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,43.
20 Franks=Stücke . . . . 16,29
Amerikaniſche Noten . . . 4, 18½
Engliſche Noten . . . . . 20,46
Franzöſiſche Noten. . . . 81,30
88,60 Holländiſche Noten. . . . 169,20
Italieniſche Noten . . . . 80,05
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,60
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,89
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. c.
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Serie III
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[ ← ][ ][ → ]N 34.
Montag, 10. Februar.
1915.
Lche
Weiblich
Frauein
ſeit über 4 Jahren auf Büro tätig,
perfekt in Stenographie und
Ma=
ſchinenſchreiben, mit allen ſonſtigen
kaufm. Arbeiten vertraut, ſucht
wegen Geſchäftsverlegung nach
außerhalb, Stellung per 1. April.
Prima Zeugnis zur Verfügung.
Gefl. Angebote unter E 97
an die Expedition d. Bl. (*3531
Tücht. Schneiderin empf. ſich z.
Anfertigen v. Koſtümen, Mänteln,
Damen= u. Kinderkleidern be
ei bill.
Preiſen Grafenſtr. 22. I. (*3329fo
Fraugeht waſch. u. putz., nimmt auch
Laufdienſt an. Karlſtr. 40. (*3464so
Ig. krau ſ. ſ. abends Laden o. Büro
z. putzen Aliceſtr. 43, M., I. (*3521so
Jung. Mädch. mit gut. Zeugn.
ſucht baldigſt Stelle. Offert. unt.
F4 an die Exp. ds. Bl. (*3515so
Suche für meine Schweſter
(Waiſe), die an Oſtern konf. wird,
Stellung in einem Haushalte, wo
ihr Gelegenheit geboten iſt, ſich in
all. Hausarbeit. auszubild. Beding.
gute Behandlg. Off. unt. F 7 an
die Exped. ds. Bl.
(*3555so
Mädch. ſ. 2—3 Std. morg. Beſch.
Gr. Ochſengaſſe 9, im Lad. (*3594
Jg. ſaub. Frauſ. vorm. 2 Std. Beſch.,
mögl. i. d. Näh. Näh. nachm.
Kranich=
ſteinerſtr. 15, Stb., I. St. I. (*3602
no beſſ. Frau, w.
Brave Witwe Stell. für
nach=
mittags bei einz. Herrn od. Dame.
Off. u. F 21 an die Exp. (*3598
Saubere Frau ſucht Laufdienſt
für 2—3 Stunden vormittags
Eckhardtſtr. 8, part. (*3616
Mämmlich
Strebfamer Buchhalter ſucht
Lebensſtellung. Derſ. iſt in allen
Büro=Arb. bewandert, bilanzſicher
u. an ſelbſtänd., ſicheres Arb. gew.
Eintr. ſofort. Offerten erb. unter
F35 an die Expedition. (*3628
Junger Mann vom Lande
ſucht hier Stellung, womöglich
als Diener. Offerten u. E 45
an die Expedition.
(*3307fso
Verh. Herrschaftskutscher
mit gut. Zeugn. u. Empfehlungen
ſucht Stellung als
Herrſchafts=
kutſcher oder Geſchäftskutſcher.
Off. u. F 23 an die Exp. (*3597
der zu Oſtern die
Junge, Mittelſchule verläßt,
ſucht kaufm. Lehrſtelle. Off. u.
E 47 a. d. Expedition. (*3299fo
Ufer
Weiblich
Geſucht für 1. März eine
Ver=
käuferin in eine Schweinemetzgerei
nach Darmſtadt. Offerten mit
Gehaltsanſprüchen unt. E 84 an
(B3636
die Expedition ds. Bl.
Fräulein
als Stenotypiſtin u. f. Buchhaltung
in Kontor, Nähe Darmſtadt, geſ.
Ausführl. Bewerb. mit Anſprüchen
unt. E 54 an die Exped. (3437fo
2 tüchtige Arbeiterinnen
geſucht. Arbeitsbuch mitbringen.
Konfektion, Hügelſtr. 63, I. (*3393so
2—3
jüngere Saalarbeiterinnen
geſucht
Buchdruckerei Heinrich Elbert
G. m. b. H., Darmſtadt. (3670
Junges Mädchen für leichte
Näharbeit geſucht
(*3639
Karlſtr. 58, Vordh., III. r.
Lehrmädchen
zu Oſtern geſucht.
Nur ſolche, welche an Oſtern
der Schule entlaſſen werden,
wollen ſich melden. (2970a
Gebr. Rothschild,
Markt 2.
Me
williges Mädchen.
das etw. koch. kann, p. ſofort od.
5. Februar in einfach, bürgerl.
haushalt geſucht. Gutenberg=
(*1293t
traße 11, part.
Verkäuferin
Konfektion
gesucht
Branche=
kundige,
tüch=
tige Damen mit
Ia Referenzen aus
beſſereren Spezial=
Mode=
waren= und
Konfektionsge=
ſchäften wollen ausführliche Offerten
einreichen. Stellung angenehm und
dauernd. Offerten sub S. W. 8166
an Rudolf Mosse, Stuttgart, erbeten.
(I,3654
Ein gehrmäöhen
aus guter Familie gegen ſofortige
Vergütung geſucht.
(*3613oi
„Chasalla‟
Schuhgeſellſchaft m. b. H.
Rheinſtraße 12½.
Lehrmädchen geſucht
Für mein Kurzwaren= u.
Wäſche=
geſchäft ſuche zu Oſtern ein
Lehr=
mädchen aus braver Familie. Off
u. P 20 an die Exped. (3686a
24
Braves, reinliches l
Mädchen
williges
welch. in Küche u. Hausarb. nicht
unerf. iſt, b. gut. Lohn z. bald. Eintr.
geſ. Zu erfr. von 5—6 Uhr,
Stein=
ſtraße 20, parterre.
(*3341fso
2
25
Geſucht auf 1. April
zu zwei Perſonen älteres
Alleinmädchen.
Nur ſolche mit guten
Zeugniſſen, welche perfekt
kochen können und in allen
Hausarbeiten erfahren ſind
und möglichſt dauernde
Stelle ſuchen, wollen ſich
melden. Angebote
Herd=
weg 99, part. (*3304fso
1.L!
Jungeres Laufmädchen
für tagsüber geſ. Näh. bei Frau
Stolz, Lichtenbergſtr. 72. (3532so
e bei gut.
Erfahr. Mädchen Lohn ge=
ſucht Beckſtr. 64, II.
(*3590so
das gut bürg.
Mädchen, kochen kann,
alle Hausarbeit verſteht, zum
15. März oder 1. April in kleinen
Haushalt geſucht
*3565so) Heidelbergerſtr. 61, II.
Alleinmäd=
Köchinnen, chen, Haus=
und Küchenmädchen, für ſofort
od. aufs Ziel, erhalten koſtenlos
gute Stellen nachgewieſen. (2164a
Oeffentl. Arbeitsnachw, weibl.
Abtlg., Waldſtr. 6, Zimmer 6.
Geſucht
welch. koch.
tüchtiges Mädchen kann, zu 2
Perſ. für 1. März. Näh.
Arbeits=
nachweis, Waldſtraße 6. (*3355fo
Von kinderloſer Herrſchaft in
ſehr gute Stelle geſund., tüchtiges
Alleinmädchen, das ſchon in beſſ.
Haus gedient hat, zum 1. April
geſucht Sandſtraße 1, I. (3644a
Ein nicht zu junges Mädchen
aus gut. Fam. zur Beaufſichtigung
eines 5jährigen Kindes für die
Nachmittagsſtunden geſucht.
Angebote unter F 25 an die
(*3603om
Expedition d. Bl.
Gediegene
11
perfekte Kochin
oder Wirtſchafterin, beſte Zeugn.,
geſ. in gr. Herrſchaftshaus aufs
Land bei Aſchaffenburg. Keine
Außenwirtſchaft. Selbſtänd.
an=
genehmſte Stellung. Guter Gehalt.
Vorſtellen mit Zeugn. möglichſt
zw. 1 u. 2 Uhr mittags u. 7—9 Uhr
abends bei Freiin v. Gemmingen,
(*3609
Saalbauſtraße 72.
Reinl., fleiß. Mädch. ab 15. Febr.
od. 1. März vorm. 2 Std. geſ. Gute
Behdl. Elisabethenstr. 56, III. I. (*3633
Spülfrau
ſofort geſucht im Artillerie=Offi=
(3687oim
zierskaſino 25er.
Suche Stütze, Köchinn., Alleinm.
in gut. Privat= u. Geſchäftsh. f. hier
u. auswärts. Johannette
Weiß=
mantel, gewerbsmäßige Stellenver-
(*3630
mittlerin, Kasinostr. 17.
Geſucht für ſofort ſunges
Mädchen zur Hausarbeit neben
*ngge
Stütze Näh. Exveditior=
Sauberes, ordentliches
Lauf=
mädchen tagsüber geſucht (*3642
Konditorei Schütz
Liebigſtr. 7.
echen, der egerich echen
kann, in ſehr gute Stelle geſucht.
Frau Susanna Röse, gewerbsmäßige
Stellenvermittferin, Kiesſtr. 35. (*3615
Ordentl. Laufmädchen
aus guter Familie ſof. geſucht.
„„Chasalla‟ Schuhgesellschaft
m. h. II., Rheinſtr. 12½. (*3612
Fleißiges, ſauberes Mädchen
oder Frau für einige Tage der
Woche zur Ueberwachung zweier
Kinder per ſofort geſucht.
(*3641
Beſſungerſtraße 82½, III.
Männlieh
ooseseeseseoee
Deben-
Verdienst!
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Zur Leitung resp. Ueber-
Nahme derselb. suchen wir
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(II,3647
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 10. Februar 1913.
Nummer 34.
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1 Mark pro Schachkel koſten.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Inſtrumental=Verein. Ueber Fräulein
Johanna M. E. Schot aus Berlin, die Soliſtin des
3. Konzertes des Inſtrumental=Vereins, das Mittwoch,
den 12. Februar abends 8¼ Uhr, im großen Saale des
Saalbaues ſtattfindet, liegen folgende Berliner Kritiken
vor: Allgemeine Muſikzeitung: „Erfreuliche
Eindrück=
nahm ich aus dem Liederabend von Frl. Johanna Schot
mit, die im Klindworth=Scharwenka=Saale konzertierte.
Hier liegt ein Geſangstalent vor, aus dem bei weiterer
Kultivierung etwas Prächtiges werden kann. Die
ſym=
pathiſche Sängerin hat ſchon viel gelernt. Ihre Stimme
iſt in der am beſten entwickelten höheren Lage von
ſchön=
ſtem weichen Wohllaut. Der weiteren Entfaltung dieſer
erfreulichen Begabung können wir jedenfalls mit beſten
Hoffnungen entgegenſehen.‟ Dar Berliner Lokalanzeiger
ſchreibt: „Einen ungemein ſympathiſchen Eindruck erweckte
die Mezzoſopraniſtin Johanna Schot, die im Klindworth=
Scharwenka=Saale einen Liederabend gab. Den ſchönen
Erfolg, den Frl. Schot errang, dankt ſie in erſter Linie
ihrem lebendigen, intelligenten und von geſunder
Empfin=
dung erfüllten Vortrag, deſſen Wirkung ſie noch durch
eine gewiſſe nicht übertriebene Mimik zu heben ſucht.
Sicherlich ein Talent, von deſſen Entwickelung man etwas
erwarten darf.”
Luftfahrt.
Der Flug über die Dardanellen.
* Rom, 7. Febr. Der Secolo bringt eine
ausführ=
liche Schilderung des Fluges der beiden griechiſchen
Mili=
tärflieger Mutuſis und Maraitimis über die
Dardanellen, aus der noch folgendes zu erwähnen iſt: Der
Flug wurde nach der Genehmigung des Admirals
Kon=
duriotis ausgeführt. Der griechiſche Torpedojäger „
Ve=
los” fuhr dem Waſſerflugzeug eine Stunde voraus. Um
9 Uhr 20 Minuten, als der Torpedojäger ſich gerade
zwi=
ſchen Lemnos und Imbros befand, erſchien der
Hydro=
plan hinter der Purnia=Bai in der Richtung auf
Samo=
thrake und paſſierte Imbros in der Richtung auf die
Dar=
danellen, um alsbald über die Halbinſel Gallipoli zu
ver=
ſchwinden. Um 11 Uhr 30 Minuten wurde der
Hydra=
plan von neuem ſichtbar. Der „Velos” fuhr ihm
ent=
gegen. Eine Schaluppe brachte inzwiſchen den ins Waſſer
niedergegangenen Hydroplan mit den beiden Offizieren
an Bord. Die Flieger erklärten, der Flug habe jede
Er=
wartung übertroffen. Sie kreuzten zweimal im Zickzak
über Gallipoli und konnten die türkiſchen
Stel=
lungen leicht erkennen. Die Halbinſel erſchien
ihnen wie ein ungeheures Waffenarſenal. Die Flieger
erreichten die Halbinſel bei dem Kap Suwla, paſſierten die
Stadt Maidos und überflogen die Dardanellen
zweimal. Als ſie ſich über Nagara befanden, konnte
Maraitimis ſich mit dem Fernrohr über die feindliche
Stellung orientieren. Auch über die bei Nagara
ver=
ſammelte türkiſche Flotte konnten die Flieger
Feſt=
ſtellungen machen. Die Flieger wollten zuerſt bei Mudros
niedergehen, ein Motordefekt zwang ſie jedoch zu
vor=
zeitiger Landung. Der Flug dauerte rund zwei Stunden
und dehnte ſich über 180 Kilometer aus.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Bobſleigh=Rennen in Oberhof i. Th. Der
Herzogliche Bob=Klub in Oberhof veranſtaltete
am Freitag ein gut beſtrittenes Bob=Rennen.
Der bekannte Bob „Teufel” (Steuer Brinkmann=
Weferlingen; Bremſe Dr. Brinkmann=Recklinghauſen)
ab=
ſolvierte die 3600 Meter lange Bobbahn als Sieger in
5 Min. 52 Sek. An zweiter Stelle endete „Spinne‟
(Spaethe=Schlund=Leipzig) in 6 Min. Dritter wurde
„Lange Tom” (Knothe=Loth=Neudietendorf) in 6 Min.
9 Sek.
sr. Eishockey=Weltmeiſterſchaft. Die diesjährigen
Kämpfe um die Meiſterſchaft der internationalen
Eis=
hockey=Liga, die vom 21.—23. Februar in St. Moritz
ſtatt=
finden, werden ſich nach dem Meldeergebnis zu einer
erſt=
klaſſigen Veranſtaltung geſtalten. Es ſind nicht weniger
als ſechs Nationen gemeldet, von denen die beſten
Eis=
hockeymannſchaften geſtellt werden. Nämlich England,
Frankreich, Belgien, Böhmen, die Schweiz und
Deutſch=
land. Den Meiſtertitel hat der Berliner Schlittſchuh=Klub
zu verteidigen. Im Anſchluß an das Turnier tagt der
Kongreß der internationalen Eishockey=Liga.
sr. Ski. Die Haupt=Verbandswettläufe
des deutſchen Skiverbandes wurden in Oberhof mit der
Austragung des Rennſtiegrennens begonnen. Die
Schnee=
verhältniſſe litten natürlich auch unter dem gegenwärtig
überall herrſchenden milden Wetter und doch geſtattete die
Lage Oberhofs ein Zuſtandekommen des Wettlaufes,
wenn auch der Schnee etwas backig geworden war und
die Läufer etwas hemmte. Das Rennſtiegrennen, das
über die Strecke von 36 Kilometer führt, wurde von 7
Läu=
fern beſtritten, die mit Abſtänden von je ½ Minute vom
Start gingen. Der Ablauf, der zugleich auch das Ziel
darſtellte an der Tambacherſtraße, war von einem ſehr
zahlreichen Publikum beſetzt. Am Wendepunkt traf der
Norweger Knudſen als Erſter ein und es gelang ihm auch,
auf dem Rückwege ſeine Poſition zu behalten und als
Erſter in 4111117 St. durchs Ziel zu gehen. Nach 4:25:05
St. traf als Zweiter der Münchener J. Schul und erſt als
Dritter folgte nach 4:35:30 St. Köhler=Zella ein. Köhler
vermochte bisher fünfmal das Rennen zu gewinnen. Als
Vierter ging der Jäger Demuth vom Goslarer
Jäger=
bataillon nach 4:49.27 St. durchs Ziel. Unter den
Zu=
ſchauern befand ſich auch das Herzogspaar von Sachſen=
Koburg=Gotha.
Handel und Verkehr.
Zur Konzentration im Bankgéwerbe.
Die Aufſaugung der mittleren und kleinen Betriebe durch
die großen Inſtitute hat auch im Jahre 1912 weitere
Fort=
ſchritte gemacht. Wie eine Tabelle zeigt, die von der
Bankbeamten=Zeitungl dem Blatt des Deutſchen
Bank=
beamten=Vereins, veröffentlicht wird, erfuhr der Konzern
der Deutſchen Bank der Diskonto=Geſellſchaft und
Darm=
ſtädter Bank durch die Tätigkeit der ihnen angegliederten
Banken eine weitere Ausdehnung der Intereſſenſphäre.
Im Zuſammenhang mit den mehrfach eingetretenen
In=
ſolvenzen ſchleſiſcher Bankfirmen bot ſich den großen
chleſiſchen Provinzialbanken in erſter Linie Gelegenheit,
ihr Machtgebiet zu erweitern. Bei einer
Gegenüber=
ſtellung der Zahl der in den letzten Jahren von den
Groß=
banken und Provinzialinſtituten übernommenen Firmen
errichteten Niederlaſſungen und Kaſſen iſt zu konſtatieren,
daß im Jahre 1909 etwa 45 Firmen von größeren
In=
ſtituten abſorbiert wurden, bezw. durch Fuſionen ihre
Selbſtändigkeit aufgaben; 1910 waren es 50, im Jahre
911 35 und 24 in 1912; davon entfielen 8 auf das erſte
Semeſter, 16 auf das zweite. An Filialen, Kaſſen und
Agenturen wurden eröffnet: im Jahre 1909 etwa 88, in
1910 162, im Jahre 1911 120 und im verfloſſenen Jahre
etwa 40. Die Zahl der kommanditariſchen Beteiligungen
bezifferte ſich in 1909 auf zirka 8 gegen 14 im folgenden
Jahre, 10 in 1911 und 4 in 1912. Das in Neugründungen
von Aktienbanken inveſtierte Kapital ſtellte ſich auf 16,95
Millionen Mark in 1910, 15,60 in 1911 und 47,91 Millionen
Mark im abgelaufenen Jahre (41,50 im erſten Semeſter,
6,41 im zweiten).
Patent=Erteilung en. (Mitgeteilt von=
Diplom=Ingenieur Klemens Herszberg u. Co., Patent=
und Ingenieur=Bureau, Darmſtadt, Rheinſtraße 19.
50 c. 257030. Schleudermühle. Dipl.=Ing. E. Burckhard,
Darmſtadt, Emilſtraße 28.. 16. 4. 12. B. 67041. —
Ge=
brauchsmuſter=Erteilungen. 3
539508.
Bluſenverſchluß zum ſelbſtändigen Schließen und Oeffnen
von Damenbluſen und Kleidern. Berta Pfaelzer, igeb.
Götz, Darmſtadt, Liebigſtraße 47. 16. 1. 13. P. 22862.
Patent=Anmeldungen. 12e. P. 27334.
Entfern=
ung von Fremdkörpern aus Luft und Gaſen. Dr.=Ing.
Waldemar Peterſen, Moſerſtraße 2, und Dr.=Ing. Viktor
Blaeß, Heinrichſtraße 140, Darmſtadt. 29. 7. 11. — 12g.
M. 47876. Verfahren zur Darſtellung von N=Mono=
Alkyl=
derivaten des p=Aminophenols. Firma E. Merck,
Darm=
ſtadt. 17. 5. 12. — 21a. P. 29 419. Selbſterregende
elektro=
ſtatiſche Aſynchronmaſchine. Dr.=Ing. Waldemar Peterſen,
Darmſtadt, Moſerſtraße 2. 27. 2. 11.
* Mannheim, 7. Febr. Der Aufſichtsrat der
Badiſchen Bank beſchloß in ſeiner heutigen Sitzung,
der am 10. März d. J. ſtattfindenden Generalverſammlung
die Verteilung einer Dividende von 7 Prozent (i. V.
6¼ Prozent) für das verfloſſene Geſchäftsjahr in
Vor=
ſchlag zu bringen.
Braunſchweig, 7. Febr. Heute fand eine
Auf=
ichtsratsſitzung der Braunſchweig=
Hannover=
ſchen Hypothekenbank ſtatt, in der der Abſchluß
für das am 31. Dezember 1912 beendete Geſchäftsjahr
vorgelegt wurde. Er ergibt ohne Berückſichtigung des
Gewinnvortrages einen Reingewinn von 1518523 Mark
gegen 1465380 Mark im Vorjahre. Es wird eine
Divi=
dende von 8½ Prozent wie im Vorjahre vorgeſchlagen.
Die Generalverſammlung findet am 27. Februar ſtatt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Vor ein paar Monaten iſt hier die Ausſtellung „Der
Menſch”, für welche ja ein lebhaftes Intereſſe vorhanden
war und welche ſegenſtiftend wirken ſollte,
geſchloſſen=
worden. Sicher iſt auch mancher dadurch, in bezug auf
ſeine Lebensweiſe, auf einen richtigeren Weg gebracht
worden. Nur die lieben — Milchhändler haben
an=
ſcheinend wenig davon profitiert oder die Sachen nicht
ernſt genommen. Die Milchhändler, ob Männlein oder
Weiblein, tragen ſtets den „Schoppen” das
Meßinſtru=
ment, unterm Arm; anders habe ich es noch nie geſehen.
Daß nun die betreffenden Teile, von denen dieſes Maß ſo
liebevoll gedrückt wird, ſtets ſauber ſind, bezweifle ich ganz
entſchieden. Wenn auch der untere Teil des Aermels nicht
immer dazu benutzt wird, um den Geſichtserkar
abwech=
ſelnd etwas zärtlich zu ſtreicheln, wenn auch das
betref=
fende Kleidungsſtück nicht gerade bei Stallarbeiten uſw.
zugegen iſt, ſauber iſt es darum doch nicht, wenigſtens
nicht einwandfrei. Dieſes iſt jedoch das Schlimmſte noch
keineswegs. Das kommt erſt, wenn draußen alles ſchön
trocken iſt und ein kleines Windchen durch die Straßen
zieht. Dann iſt dieſes Inſtrument unterm Arm ein
wun=
derbarer Lagerplatz für den aufgefegten Straßenkehricht
mit all den ſchönen Beſtandteilen. In meiner Heimat hält
man mehr darauf! Da trägt der Milchhändler das
Maß=
im Innern des „Milchkeſſels” hängend. Und zwar beſitzt
dieſes — das Maß natürlich — einen flachen Stiel mit
ebenſolchem Haken am oberen Ende. Vermittelſt dieſes
Hakens wird mun das Maß am Halſe des Behälters
und nach innen alſo — aufgehängt. Sitzt nun der Deckel
noch an ſeiner richtigen Stelle, iſt das Meßinſtrument ſtets
einwandfrei ſauber. Sollte man in Darmſtadt nicht
auch=
dahin gelangen können, daß die Milchhändler in dieſer
oder ähnlicher Weiſe mit ihrem Artikel etwas beſſer
um=
gehen? Die verwöhnteren Fremden würden ſich
jeden=
falls damit zu großem Danke verpflichten und ſchließlich
auch wohl die Bürger dieſer Stadt.
Dixi.
Warnung!
Es werden vielfach für die allein echten
„Emser Pastillen‟
minderwertige Nachahmungen angeboten. Es liegt deshalb im
eigenen Interesse, beim Einkauf nur die echten seit alters her.
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