Abonnemenkspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
tr. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Das Wichtigſte vom Tage.
er Kaiſer iſt geſtern vormittag 8 Uhr 50 Minuten
mittels Sonderzuges nach Poſen abgereiſt.
Der
Kronprinz und die Kronprinzeſſin, ſind
9 Uhr 13 Minuten nach Danzig abgefahren.
Die Petitionskommiſſion des Reichstages
Peſchloß über der Eingabe, betr. Verlängerung
des Parſifal=Schutzes, zur
Tagesord=
nung überzugehen.
durch eine gefälſchte Depeſche eines entlaſſenen
Zahlmeiſteraſpiranten wurde am Mittwoch die
Gar=
niſon Straßburg alarmiert.
ie holländiſche Regierung ließ der Kammer
den Geſetzentwurf betreffend die Abänderung der
Verfaſſung zugehen. Der Entwurf beſeitigt das
lallgemeine Wahlrecht und führt das Wahlrecht der
Väter= und Familienoberhäupter ein.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
ie Uebernahme der
Stempel=
ſteuern auf das Reich.
* Von parlamentariſcher Seite wird der Poſt
ge=
ſhrieben: Manche Anzeichen führen zu der Annahme, daß
e Vorſchlag, die Beſitzſteuerfrage im Reiche auf
len Wege der Vermögenszuwachsſteuer zu
Pſen, nicht zum Ziele führen wird. Bei einem großen
keil der Bundesſtaaten begegnet auch dieſe Form der
Permögensbeſteuerung ernſten grundſätzlichen Bedenken,
und Konſervative und Zentrum ſcheinen nicht willens zu
in, der Beſteuerung der Erbanfälle an Abkömmlinge
ind Ehegatten durch das Reich in der Form der
Ver=
igenszuwachsſteuer zuzuſtimmen. Bei dieſer Lage der
dinge iſt es höchſtwahrſcheinlich von ſymptomatiſcher
bedeutung, daß der Berliner Lokalanzeiger in ernem
fffenſichtlich inſpirierten Artikel die Anregung des
Gra=
n Schwerin=Löwitz übernommen hat, dem Reiche
ſie bundesſtaatlichen Stempelſteuern zu
berlaſſen. In jenem Blatte wird darauf
hinge=
hieſen, daß auf dieſem Wege der ganze Geldbedarf des
ſeiches für die bevorſtehende Militärvorlage ſich voll und
ſatt decken läßt.
Wenn nun dabei zugleich daran erinnert wird daß
in Reichstage die Stempelſteuern ausdrücklich als
Beſitz=
ſeuern anerkannt ſind, ſo erſcheint es doch zweifelhaft,
ſie als ſolche im Sinne des Reichstagsbeſchluſſes vom
ſptigen Frühjahr anerkannt werden würden. Zum
Aus=
leich dieſes Einnahmeausfalles von mehr als 60
Mil=
onen Mark iſt Preußen ausſchließlich auf die direkten
kteuern angewieſen. Bei der jetzigen Anſpannung der
linkommenſteuer für Staats= und namentlich für
Kom=
ſſunalzwecke wird ſicher nichts anderes übrig bleiben, als
ine weitere Ausbildung der Beſteuerung nach dem
Ver=
tögen. Der Einführung einer Vermögenszuwachsſteuer
ſhen in Preußen ſelbſtverſtändlich die grundſätzlichen
jedenken nicht entgegen, welche gegen eine ſolche Steuer
s Reichsſteuer erhoben werden. Was ferner die
Erb=
ſfallſteuer anlangt, ſo hat Herr v. Heydebrand in der
ſede, in welcher er die Ablehnung dieſer Steuer im
ſeichstage im Juni 1909 begründete, ausdrücklich erklärt,
ſt ihre Einführung in Preußen diskutabel ſei. Es iſt
ſtter dieſen Umſtänden ſehr wahrſcheinlich, daß, wenn
r jetzt eingeſchlagene Weg der Einführung einer
Ver=
ſögenszuwachsſteuer im Reiche nicht zum Ziele führt, die
ingangs erwähnte Anregung des Grafen Schwerin=
Lö=
ſit erhebliche praktiſche Bedeutung gewinnen wird.
China.
— China iſt noch immer „kaiſerliche Republik”, über
ſre weitere Entwicklung dringt jedoch recht wenig in die
ffentlichkeit, und wenn man wirklich einmal etwas
frt, ſo iſt es ſelten erfreulich. Eben kommt wieder die
ſinde, daß gegen den neuen Gouverneur von Futſchou
Bombenattentat verübt wurde, dem der hohe Beamte
lerdings entging, wobei jedoch 30 Perſonen getötet oder
rwundet wurden. Mit großer Hoffnung iſt man dem
Nuen Regime entgegengekommen, es ſieht hier jedoch
änlich wie in der Türkei nach dem Staatsſtreich gegen
Abdul Hamid aus, im weſentlichen bleibt alles beim
alten „nur daß einige äußere Formen ſich geändert haben.
Damit die Beamten in europäiſcher Tracht
herumſpazie=
ren und Zylinder oder ſteifen Hut tragen, zu dieſem Zweck
iſt ſeinerzeit ſicherlich nicht die Revolution unternommen
worden, und leider hat man ſonſt nicht viel über den
Ausbau der Verfaſſung vernommen, der doch eigentlich
die Hauptſache jenes Putſches bildete. Dazu kommt auch
die mißliche Lage nach außen, ſpeziell die Schwierigkeiten
in der Mandſchurei und Mongolei. Wie gemeldet wird,
erhielt der Generalgouverneur in Mukden von der
Pe=
kinger Regierung den endgültigen Plan betreffend das
Verfahren in der Mandſchurei und Mongolei. Dem
Be=
fehlshaber der Armee und den in der Mandſchurei und
Mongolei befehligenden Offizieren wird vorgeſchrieben,
die für die Operationen in der Mongolei nötigen
Trup=
pen allmählich an die Grenze der Nordmongolei zu
ver=
legen. Als Zeitpunkt für den Beginn der Operationen
iſt der März beſtimmt. Man weiß, daß wegen jener
Ge=
biete ernſte Difſerenzen zwiſchen Rußland und China
be=
ſtehen, und wenn jetzt China einen Teil ſeiner Truppen
dorthin entſendet, ſo bedeutet das nichts anderes, als daß
man ſich anſchickt, gegen Rußland zu marſchieren, da
die=
ſes auf Grund ſeiner Verträge verpflichtet iſt, der
Mon=
golei Schutz angedeihen zu laſſen. Danach dürſten recht
unangenehme Verwickelungen in Ausſicht ſtehen, und
man wird daher die weitere Entwickelung der Dinge in
jener Gegend mit größter Aufmerkſamkeit verfolgen
müſſen, denn das aſiatiſche Problem iſt noch lange nicht
gelöſt und es birgt nicht wenige Komplikationen in ſich.
Ueber die verzögerte Unterzeichnung des
chineſiſchen Anleihevertrages und die
Hal=
tung der franzöſiſchen Regierung in dieſer Angelegenheit
veröffentlicht der Temps folgende Mitteilung:
Der franzöſiſche Standpunkt in dieſer Frage iſt der,
daß von Beginn der. Verhandlungen an die Grundlage
des Einvernehmens der Mächte darin beſtand, von Ehina
eine poſitive Bürgſchaft für die Bezahlung der
Anleihe=
zinſen und eine tatſächliche Ueberwachung der
Verwen=
dung des Anleihebetrages zu verlangen Die erſte
Be=
dingung wird im Intereſſe der Sicherheit der Gläubiger,
die zweite vom politiſchen Geſichtspunkte aus von den
Verbündeten und Freunden Frankreichs verlangt, um zu
verhindern, daß das Anleihekapital vergeudet oder in
einem dieſer oder jener Macht feindlichen Sinne
verwen=
det wird. Um dieſes, ſowohl den Intereſſen Chinas wie
dem der Mächte entſprechende Ergebnis zu erreichen, iſt es
notwendig, daß die Ernennung der in dem Anleihevertrag
vorgeſehennen drei Beiräte im Eenvernehmen zwiſchen
China und den Mächten erfolgt, und daß die Befugniſſe
dieſer Beiräte geſichert ſeien. China ſcheint nun aus
eigener Machtvollkommenheit und ohne genaue
Feſt=
ſetzung dieſer Beſuaniſſe einen Dänen, einen
Deut=
ſchen und einen Italiener ernennen zu wollen. Die
Logik verlangt, daß alle drei Beiräte entweder der
Na=
tionalität der Gläubiger oder neutralen Staaten
ange=
hören, aber die Frage der Nationalität iſt nebenſächlich
und könnte erſt zwiſchen den Mächten und China geregelt
werden. Die einzige ſchon jetzt zu löſende Frage iſt die,
daß die drei ausländiſchen, mit wirkſamen Befugniſſen
ausgeſtatteten Beiräte im Einvernehmen zwiſchen
den ſechs Mächten und China ernannt werden müſſen.
Der chineſiſche Finanzminiſter ſandte an
die Bankiers des ſechs Mächte einen Brief, in
dem er ſein Bedauern darüber ausſpricht, daß weitere
Schwierigkeiten entſtanden ſeien, die ſie verhinderten,
ihr Verſprechen zu halten, nämlich den Anleihevertrag
zu unterzeichnen und ſogleich Vorſchüſſe zu leiſten. Der
Miniſter fügte hinzu, daß die Gelder dringend gebraucht
würden und er erinnerte die Bankiers daran, daß er ſich
in ſeinem ſeinerzeitigen Schreiben ausdrücklich die
Frei=
heit vorbehalten habe, mit anderen Parteien zu
unter=
handeln, ſo lange der Anleihevertrag nicht unterzeichnet ſei.
Er machte darauf aufmerkſam, daß, falls demnächſt Teile
der Salzſteuer als Sicherheit für eine mit einer anderen
Partei abgeſchloſſenen Anleihe gegeben würden, dann der
Betrag von 25 Millionen Pfund Sterling, der in dem
Sechsmächte=Vertrag feſtgeſetzt iſt, entſprechend vermindert
werden würde. Die im Falle eines zukünftigen
Ver=
trages mit der Sechsmächte=Gruppe noch übrig bleibende
Salzſteuer werde dann die Sicherheit für die ſpäter
Kom=
menden ſein. China, das augenſcheinlich für die
Sechs=
mächte=Gruppe noch offen ſtehe, ſtehe ebenfalls der zuerſt
kommenden ganz oder teilweiſe offen.
Deutſches Reich.
— Die Fleiſcheinfuhr aus fremden
Län=
dern. Die Genehmigung für eine vermehrte
Fleiſchein=
fuhr haben, wie man hört, auch in letzter Zeit nicht dazu
geführt, daß der Bezug von Fleiſch aus Rußland,
Bel=
gien und den Balkanländern reger als bisher geworden
iſt. Nach wie vor bevorzugt die große Zahl von
Ge=
meinden holländiſches und däniſches Fleiſch, deſſen
Ein=
fuhr auch vor Erlaß des Geſetzes allgemein geſtattet war.
Eine Anzahl von Städten, die meiſt in den öſtlichen
Pro=
vinzen liegen, führt ruſſiſches Fleiſch ein; deſſen Bezug
in letzter Zeit etwas nachzulaſſen ſcheint. Die
Hauſa=
ſtädte, mit Ausnahme von Lübeck, das Rindfleiſchdaus
Finnland einführt, ſowie die Städte in Mecklenburg und
Oldenburg haben lediglich Fleiſch aus Dänemark und
Holland eingeführt. Auch die Zahl der außerpreußiſchen
Städte, die Fleiſch über die preußiſche Grenze einführen,
hat ſich nicht geändert. Es ſind dies Dresden, Leipzig,
Plauen, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg und München.
Frankfurt a. M. hat bis zum 1. April d. J. von der
baye=
riſchen Regierung die Genehmigung erhalten, Fleiſch aus
den Balkanländern über Paſſau einzuführen. Zu den
Städten, die mehr im Innern der Monarchie liegen und
friſches Fleiſch aus Rußland beziehen, bezw. aus den
Hinterländern Oeſterreich=Ungarns beziehen dürfen,
ge=
hören, Brandenburg a. d. H., Halle, Frankfurt a. M. und
Magdeburg.
— Ergebnis der Veteranenſpende in
Oſt=
preußen. Bei Unterzeichnung der Urkunde im
Ausſchuß=
ſaale des Landeshauſes in Königsberg meldete
Ober=
präſident v. Windheim dem Kaiſer das Ergebnis der
Veteranenſpende von 1913. Die Sammlungene hierzu
begannen gleichzeitig mit dem Erlaß des allgemeinen
Aufrufes zur Jahrhundertſpende im Jahre 1912. Das
Ergebnis der Sammlung am 5. Februar betrug 329000
Mark. Die Stiftung wird demnächſt ins Werk geſetzt
werden.
— In der Zweiten Kammer des
elſaß=
lothringiſchen Landtages wurde zunächſt über
den Geſetzentwurf über die Erhöhung der Bergwerksſteuer
beraten. Die lothringer Gruppe beharrte auf ihrem
Standpunkt und wollte nur einer ermäßigten Exhöhung
zuſtimmen. Unterſtaatsſekretär Köhler erklärte, daß die
Sonderbeſteuerung der Berzwerke einem genauen
Stu=
dium ſeitens der Regierung unterzogen worden ſei, die
zu dem Ergebnis führte, daß eine mäßige Beſteuerung
durchaus zuläſſig iſt. Ihre Vorſchläge halte die
Re=
gierung daher aufrecht. Das Geſetz wurde mit 37 gegen
19 Stimmen angenommen. Bei den Verhandlungen über
das Beamtenbeſoldungsgeſetz wurden die Klaſſen 1 bis
39 ohne nennenswerte Einwände zunächſt nach den
Kom=
miſſionsbeſchlüſſen angenommen. Die Klaſſe 40, in
welche die höchſten Beamten eingereiht ſind, wurde mit
großer Stimmenmehrheit ebenfalls nach den
Kommiſſions=
beſchlüſſen angenommen. Staatsſekretär Freiherr Zorn
v. Bulach erklärte hierzu, daß die Regierung ſich
vorbe=
halte, ihren Standpunkt durch alle Inſtanzen zu
ver=
treten.
Ausland.
England.
Die Bill über die Trennung von Kirche
und Staat in Wales wurde vom Unterhauſe in
dritter Leſung mit 347 gegen 240 Stimmen angenommen.
Die Bill geht jetzt ſofort an das Oberhaus, das ſie ſicher
in der nächſten Woche ablehnen wird.
Spanien.
Beſſere Beziehungen zum Vatikan.
Der neue ſpaniſche Botſchafter beim Vatikan, Calbeton,
erklärte in ſeiner Antrittsaudienz beim Vatikan, das
Ka=
binett Romanones wollie die Frage betr. der religiöſen
Geſellſchaften nicht nur durch ein Parlamentsgeſetz ohne
Verhandlungen mit Rom, wie es Canalejas verſuchte,
regeln, ſondern in voller Uebereinſtimmung mit dem
Vatikan.
Rußland.
Die Reichs duma beriet vier Interpellationen
der Kadetten, Progreſſiſten, der Arbeiterpartei und
So=
zialdemokraten über die ungeſetzlichen
Verwaltungsmaß=
regeln bei den Reichsdumawahlen. Die Duma lehnte
die Dringlichkeit der Interpellationen ab und überwies
alle vier der Kommiſſion.
Der Reichsrat beriet einen Initiativantrag
der Duma betreffend die Zulaſſung der Frauen zum
Ad=
vokatenſtande. Der Juſtizminiſter trat in längerer Rede
energiſch gegen den Antrag auf und wies darauf hin, daß
die Zulaſſung den Geſetzen, der rechtlichen und ſozialen
Stellung der Frau und den Forderungen der Moral
widerſprechen würde. Die Debatte wird fortgeſetzt.
Südafrika.
Für das Miniſterium Botha. Die
natio=
naliſtiſche Partei entſchied ſich auf ihrer
Generalverſamm=
lung mit großer Mehrheit für Botha und gegen Herzog
Ein Parteibeſchluß ſprach ſich für die Fortdauer des
Mi=
niſteriums Botha und für deſſen Unterſtützung aus. Man
nimmt aber an, daß die Anhänger Herzogs aus der
Par=
tei austreten und der Regierung Schwierigkeiten bereiten
werden, ſobald ſich eine Gelegenheit bietet. Viele
An=
hänger Herzogs glauben, daß ſie, wenn nicht im
Parla=
ment, ſo doch im Lande die Mehrheit beſitzen, und daß
ſie, wenn ſie eine Neuwahl erzwingen könnten, an Stelle
Bothas die Regierung bilden könnten.
Japan.
Die Vertagung des Reichstages, die
ſtarke Erregung im Volke hervorrief, wurde vor der
Ab=
ſtimmung über das jetzt abgegebene Mißtrauensvotum
angekündigt. Fürſt Katſura hob die Feſtigung des
Bünd=
niſſes mit Großbritannien hervor und erinnerte an die
befriedigende Wirkſamkeit der Abkommen mit Rußland
und Frankreich. Der Führer der Partei Saionjis,
Sei=
yukai, brachte dann das Mißtrauensvotum ein. Er
er=
klärte mit heftigen Worten, daß die Perſönlichkeit und
Vergangenheit Katſuras ihn für die Stellung des
kon=
ſtitutionellen Premierminiſters untauglich machten.
Katſura erwiderte hierauf. Dann erteilte der Präſident
Schimada das Wort, der ſich von Seiyukai getrennt hatte
und zu der neuen Partei Katſuras übergetreten war.
Bevor dieſer aber die Rednertribüne erreichte, verlas
Katſura das Vertagungsedikt. Die Deputierten
zerſtreu=
ten ſich unter großer Erregung. Die Menge vor dem
Parlamentsgebäude brachte Hochs auf Seiyukai aus und
griff die Abgeordneten an, die aus ſeiner Partei
ausge=
treten waren, zog ſie aus den Rickſchas heraus und
ver=
ſuchte einige in den Kanal zu werfen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 7. Februar.
Wohltätigkeitsfeſt zum Beſten des Roten
Kreuzes.
* Auf Anregung und unter dem Protektorat Ihrer
Kgl. Hoheit der Frau Großherzogin findet Ende
Mai dieſes Jahres im Orangeriegarten in Beſſungen ein
großes, auf zwei Tage berechnetes Wohltätigkeitsfeſt ſtatt,
deſſen Erträgnis dem Alice=Frauenverein für
Krankenpflege (Landes=Frauenverein vom Roten
Kreuz) zufließen ſoll. Die Komitees ſind bereits in der
Bildung begriffen. Die künſtleriſche Leitung des Feſtes
hat Herr Maler Hanns Pellar, Mitglied der
Künſt=
lerkolonie, übernommen.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Mittwoch vormittag
9 Uhr 30 Minuten im Neuen Palais die Oberin
Fräulein von Gordon, um 11 Uhr Frau von Stocken
und um 11 Uhr 45 Minuten Frau Staatsminiſter
Rothe Exzellenz und den Geheimerat Beſt. — Prinz
und Prinzeſſin Victor zu Erbach=Schönberg, ſowie
Gräfin Széchényi von Särväri=Felſövidsk nahmen am
Miitwoch an der Frühſtückstafel im Neuen Palais
teil. (Darmſt. Ztg.)
Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Seminarlehrer an dem Lehrerſeminar zu
Friedberg Otto Höcker zum erſten Muſiklehrer an
dieſem Seminar mit Wirkung vom 1. Februar 1913 an,
den Finanzaſſeſſor Dr. Rudolf Petry aus Bensheim
zum ſtändigen Hilfsarbeiter bei der Heſſiſchen Landes=
Hypothekenbank mit dem Amtstitel „Finanzamtmann”
und den proviſoriſchen Geſchoßdiener an der Techniſchen
Hochſchule Jakob Holſchuh zu Darmſtadt zum zweiten
Hofbibliothekdiener. — Ernannt wurde ferner der
Haus=
wärter im nördlichen Kollegienhaus Adam Bleſſing
in Darmſtadt zum Amtsgerichtsdiener bei dem
Amts=
gericht Alzey mit Wirkung vom 15. Februar 1913.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Friedrich Daum
zu Alsheim, Kreis Worms, eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Griesheim, Kreis Darmſtadt; dem
Schulamtsaſpiranten Otto Muth aus Ilbeshauſen,
Kreis Lauterbach, die Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule
zu Unter=Seibertenrod, Kreis Schotten.
* Das Großh. Regierungsblatt. Die Beilage
Nr. 1 vom 6. Februar hat folgenden Inhalt: 1.
Be=
kanntmachung, den Ausſchlag der allgemeinen
Landes=
kirchenſteuern für 1913 betreffend. 2. Ordensverleihungen.
3. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder
Orden. 4. Zulaſſungen zur Rechtsanwaltſchaft. 5.
Dienſt=
nachrichten. 6. Erhebung in den Adelsſtand. 7.
Ruhe=
ſtande vorſatzungen. 8 Sterhefälle.
* Verleihung des Adelsſtandes. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben dem Königl. Regierungscat
und Rittmeiſter a. D. Dr. Otto Kuſenberg zu
Darm=
ſtadt für ſich und ſeine gegenwärtigen und künftigen
ehe=
lichen Nachkommen beiderlei Geſchlechts den Adel des
Großherzogtums verliehen.
g. Strafkammer. Der 24jährige, vorbeſtrafte
Tag=
löhner Heinrich Neubert, gen. Ott, aus Gießen hat am
Abend des 31. Dezember in der Arheilgerſtraße von dem
Wagen eines hieſigen Fuhrgeſchäfts einen Koffer mit
Büchern im Werte von 100 Mark geſtohlen, wurde aber
als er ſich damit aus dem Staube machen wollte, von dem
zurückkehrenden Fuhrknecht erwiſcht. Der Angeklagte gibt
zu ſeiner Entſchuldigung an, daß er ſich damals in großer
Not befunden habe. Das Gericht kann zwar bei dem
hohen Wert des geſtohlenen Koffers Notdiebſtahl nicht
annehmen, zieht aber immerhin die Notlage des
Ange=
klagten mildernd in Betracht und verurteilt ihn zu 6 Mo=
Die unbeſtrafte, 18jährige
naten Gefängnis.
Dienſtmagd Karoline Stauber aus München hatte im
Auguſt beim Verlaſſen ihres Dienſtes einer hieſigen
Herr=
ſchaft Damenunterwäſche geſtohlen. Ihrer Tante in
Zwin=
genberg erbrach ſie eine Kiſte und ſtahl ihr auch ſechs
Hemden und 15 Mark bares Geld aus einer Kommode.
Das Gericht verurteilte die geſtändige Angeklagte zu 6
Wochen 1 Tag Gefängnis. — Ein hieſiger Trödler
hatte einen polizeilichen Strafbefehl über 10 Mark
erhal=
ten, weil er, der Polizeiverordnung vom 2. Auguſt 1899
zuwiderhandelnd, gekaufte Waren nicht ſofort in das
vorgeſchriebene Trödlerbuch eingetragen haben ſollte. Der
Angeklagte war auf ſeinen Einſpruch vom Schöffengericht
freigeſprochen worden. Der Amtsanwalt verfolgte
Be=
rufung, die geſtern vor der Strafkammer verhandelt
wurde. Der Angeklagte machte geltend daß er die
frag=
lichen Waren für eigenen Gebrauch gekauft hatte und nicht
zur Weiterveräußerung. Ueberdies habe er die
Eintrag=
ung am folgenden Tage nachgeholt, als ihm Bedenken
aufſtiegen. Da dieſe Angaben nicht widerlegt werden
konnten, erkannte auch die Strafkammer auf
Frei=
ſprechung.
O Zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der
Pro=
vinz Starkenburg am Mittwoch, den 12. Februar, vorm.
halb 10 Uhr, iſt folgende Tagesordnung feſtgeſetzt:
1. Geſuch des Ludwig Kreuz zu Ober=Roden um
Aus=
ſtellung eines Wandergewerbeſcheins für 1913. 2. Klage
des Valentin Fiſcher zu Offenbach=Bürgel gegen die
Ver=
fügung des Oberbürgermeiſters der Stadt Offenbach
wegen Einziehung der Fußwegherſtellungskoſten für die
Südſeite der Langſtraße. 3. Klage des Georg Wenzel in
Offenbach=Bürgel gegen die Stadt Offenbach, vertreten
durch ihren Oberbürgermeiſter, wegen Heranziehung zu
den Koſten der Fußwegherſtellung auf der Südſeite der
Langſtraße.
— Vom Großh. Hoftheater. Heute gelanat unter
der muſikaliſchen Leitung von Richard Lert Wagners
„Tannhäuſer” in der bekannten Beſetzung als 115.
Abonne=
mentsvorſtellung, Buchſt. A 29, zur Aufführung. Der
Samstag brinat die intereſſante Erſtaufführung eines
Werkes von Arthur Schnitzler. Der Wiener Dichter,
von dem im Spielplan des Hoftheaters nur „Die Liebelei”
und „Abſchiedsſouper” bislang erſchienen, kommt mit der
Szenenreihe „Anatol”, in der ſich Schnitzlers Eigenart
am deutlichſten ſpiegelt, zu Wort. Die Inſzenierung
des die fünf Einakter „Weihnachtseinkäufe‟ Epiſode‟
„Abſchiedsſouper” „Die Frage an das Schickſal” und
„Anatols Hochzeitsmorgen” umfaſſenden Zyklus leitet
der Generaldirektor. Im Abonnement fällt die Premiére
auf den Buchſt. D. Die nächſte Volksvorſtellung zu
er=
mäßigten Preiſen iſt Anzengrubers Komödie „Der
G’wiſſenswurm”. Am Sonntag abend gelangt zum
erſtenmal in dieſer Spielzeit „La Traviata” zur
Auf=
führung.
* Heſſiſcher Jugendtag. Nach der jetzt vorliegenden
Einladung zum Heſſiſchen Jugendtag, welchen der
Heſ=
ſiſche Landesverband Jungdeutſchland
am Mittwoch, den 19. Februar, im Städtiſchen
Saal=
bau in Darmſtadt in Verbindung mit ſeiner erſten
Mitgliederverſammlung abhält, beginnt derſelbe um 10½
Uhr vormittags mit Anſprachen des erſten
Vor=
itzenden, Generalmajor Freiherrn v. Heyl=Darmſtadt,
über Zwecke und Ziele des Jungdeutſchlandbundes, des
Profeſſors Kiſſinger=Darmſtadt über die
Notwen=
digkeit und richtige Art der Körperpflege bei der
heran=
wachſenden männlichen Jugend und des Bürgermeiſters
Mueller=Darmſtadt über die Aufgaben des Staates
und der Gemeinden auf dem Gebiete der Jugendpflege,
Sodann hält um 11½ Uhr Schorn=Mainz einen
Vor=
trag über: „Die Eigenart des jugendlichen
Seelen=
kebens” Am Nachmittag um 3½ Uhr ſpricht Pfarrer
Mueller=Offenbach über: „Allgemeine Erfahrunger
aus der praktiſchen Vereinsarbeit‟. Daran ſchließt ſich
um 4½ Uhr die Beratung der
Verbandsangele=
genheiten an. Zu dem Jugendtag ſind alle Mits
glieder des Jungdeutſchlandbundes und deren Frauen
ſowie alle Freunde und Freundinnen der
Jungdeutſch=
landbeſtrebungen eingeladen. Nach dem Jugendtag wer
den verſchiedene Vereine der Ortsgruppe
Darm=
ſtadt des Heſſiſchen Landesverbandes Jungdeutſchland
ihre praktiſche Arbeit in ihren Räumen zeigen.
* Zum Beſten des Feſthaus=Vereins Darmſtadt
wird von der Direktion des Hoftheaters im Monat
März eine Vorſtellung mit erleſenem Programm
ver=
anſtaltet werden.
Jungliberaler Verein. Wie ſchon bekannt
ge=
geben ſpricht am nächſten Dienstag, den 11. Februar,
der Generalſekretär der „Freien Vereinigung heſſiſcher
Nationalliberaler” Herr Dr. Linſe, Mainz, im gelben
Saale der Reſtauration Sitte, Karlsſtraße, über
Weſen und Wirken der Freien Vereinigung
heſſiſcher‟ Nationalliberaler‟ Der
Vor=
tragende, dem der Ruf als äußerſt tüchtiger und
ge=
wandter Redner vorausgeht, wird Zweck und Ziele der
genannten Vereinigung, ſowie deren Auffaſſung zu den
jetzt aktuellen politiſchen Fragen zum Gegenſtande ſeinet
Betrachtung machen. Im Anſchluſſe an die Aus
führungen des Referenten findet eine Ausſprache ſtati
Es wird angenommen, daß bei dieſer Gelegenheit außer
einigen Herren, die den Zwecken und Zielen der „Freien
Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler” durchaus ſym
patiſch gegenüberſtehen, auch andere das Wort ergreifen
werden. Zu der Verſammlung haben nur Mitglieder
des nationalliberalen und des jungliberalen Vereins,
ſowie Freunde und Anhänger der nationalliberalen
Partei Zutritt. (Siehe Anzeige.)
— Die Ausſtellung der Bilder des Malers Hans
Sutter=Karlsruhe, über die wir bereits berichteten, findet
am Samstag nachmittag von halb 3 bis 5 Uhr, Sonntag
vormittag von 11 bis 1 Uhr und nachmittag von halb 3
bis 5 Uhr im Ausſtellungsgebäude auf der Mathildenhöhe
ſtatt. Die Ausſtellung iſt für Kunſtfreunde von großem
Intereſſe, zumal es ſich um einen jungen Künſtler handelt
der von ſeinem Lehrer, Profeſſor W. Trübner=Karlsruhe
ganz außerordentlich hoch geſtellt wird. Der Eintritt iſt
frei. Beſondere Einladungen ſollen nicht mehr ergehen,
Eventuelle Anfragen beantwortet Frau Dr. W. Merck.
r. Ein junger Darmſtädter Landsmann, Schüler des
Charlottenburger Polytechnikums, hat raſch eine glänzend
Laufbahn beſchritten. Regierungsbaumeiſter Otto
Heck=
ler hat ſeinen Ruf als Eiſenbahn=Ingenieur bei der
Staatsbahndirektion Köln bei dem Bau der Eifelbaht
begründet. Hier lernte ihn der in ſeinem Fache
hervor=
ragende Leiter der Tiefbau=Aktien=Geſellſchaft, Julius
Berger=Berlin, kennen und wußte ihn für ſeine großen
Unternehmungen (Hauenſteintunnel, zweiter
Simplon=
tunnel uſw.) zu gewinnen. Dieſer Tage hat Herrn Hecklen
der Aufſichtsrat jener Weltfirma zum zweiten Ingenieun
erwählt und erſterer die Stelle angenommen.
C. Der Umfang des Großh. Holzhofs, der
urſprüng=
lich das ganze Gebiet zwiſchen Holzhofallee, Groß=
Gerauer Weg, Stadtallee und Main=Neckar=Bahn
um=
faßte, iſt bekanntlich im Laufe der Jahre dadurch
ver=
ringert worden, daß auf einem Teile ein Offizierkaſino
errichtet wurde, während andererſeits der
Pferdezucht=
verein ein Stück erwarb. Immerhin iſt noch ein große
Gebiet übrig geblieben. Bezüglich dieſes wertvollen
Reſtes äußert ſich der Finanzausſchuß del
Zweiten Kammer zu dem betreffenden Kapitel
des Hauptvoranſchlages für 1913 dahin, daß er bezüglich
des Werts der Fortführung des Magazins diesmal noch
entſchiedener der Meinung ſei, daß man ein Ende machen
und das wertvolle Gelände anderweitig
vermieten ſolle.
* Verein für Vogel= und Geflügelzucht (ältereß
Verein). Die von 42 Mitgliedern beſuchte Februar=Ven
ſammlung wurde von dem 1. Vorſitzenden in der üblichef
Weiſe eröffnet. Er gab bekannt, daß ſich weiter zwei
Herren als Mitglieder gemeldet haben, welche vor Schlüß
der Verſammlung aufgenommen wurden. Hierauf wurden
vom Schriftführer die rückſtändigen Protokolle verleſen
die genehmigt wurden. Der vom Vorſtand aufgeſtellte
und mit 2000 Mark in Einnahme und Ausgabe ſtehend
Voranſchlag wurde genehmigt. Mit der Verloſung von
einem Stamm Peking=Enten, ſowie der üblichen Freis
verloſung von 40 Paket Futter konnte die Verſammlung
geſchloſſen werden.
Der Darmſtädter Hausbeſitzer=Verein E. V
teilt uns mit, daß im Monat Januar drei Grundſtücks
verkäufe von bebauten Objekten mit einer Kaufſumme
von 149600 Mk. und fünf Grundſtücksverkäufe von unbe,
Wie Adrianopel belagert wird.
C) In den Hügeln um Adrianopel ſpricht wieder die
eherne Stimme der Geſchütze; in dieſem Augenblick
ge=
winnen die Ausführungen eines Sachverſtändigen, der die
Belagerungsmethode der Bulgaren und die
Verteidig=
ungsweiſe der Türken in Adrianopel während der
frühe=
ren Kämpfe als Augenzeuge beobachten konnte, ein
beſon=
ders aktuelles Intereſſe. Denn dieſe Methoden eines
Feſtungskrieges, ſo führt Bennet Burleigh im Daily
Telegraph aus, weichen in vielem auffallend von den
Regeln der Kriegslehrbücher ab.
Erprobte europäiſche Ingenieure haben im Dienſte
der Türkei jahrelang daran gearbeitet, die
Be=
feſtigungswerke Adrianopels zu verbeſſern;
auf allen umliegenden Hügeln wurden große moderne
Befeſtigungen ausgeführt, und die alte Feſtung wurde zu
einem modernen Waffenplatz erſten Ranges umgewandelt.
Man muß in den letzten Kämpfen dieſe Befeſtigungen
beobachtet haben, um ihre Stärke und
Widerſtandsfähig=
keit zu ermeſſen. „Adrianopel iſt für den Feind durch
eine Stellung und ſeine Befeſtigungen ein ſtärkerer
Geg=
ner als Metz oder Straßburg. Die Bulgaren ſetzten
da=
gegen am Anfang nur gegen 200 Geſchütze ein und eine
Truppenmacht, die der der Garniſon nur wenig überlegen
war. Aber trotzdem iſt es ihnen gelungen, durch zähe
Wachſamkeit und ein rückſichtsloſes, aber bald zu einen
eigenartigen überlegten Syſtem organiſierten
Draufgän=
gertums, die äußeren Poſitionen der Türken eine nach der
anderen „aufzurollen‟. Die Verbündeten, die den Krieg
ſozuſagen vor ihrer Haustür führen, haben von Anfang
an nach dem militäriſchen Grundſatz gehandelt, daß alles
darauf ankommt, den Feind zu vernichten, mit welchen
Opfern das auch verknüpft ſein möge. Und das ſpiegelt
ſich auch in der Eigenart ihrer Belagerungsmethode
wie=
der. Die Belagerungstruppen hielten keine beſtimmte
Linie, errichteten keine beſtimmten Werke und Verſchanz=
ungen, die ſie unter allen Umſtänden halten wollen. Ich
habe während meiner Tage vor Adrianopel annähernd
zwei Drittel aller ihrer Belagerungsſtellungen beſichtigt.
Sie liegen faſt alle in Deckung hinter einem Hügel oder
einer Geländeerhebung und beſtehen aus länglichen
Erd=
bauten, die nicht ganz 200 Meter lang ſind, bei einer Breite
von vielleicht 45 Meter. Die aufgeworfenen Wälle
er=
reichen vielleicht 1,80 Meter Höhe. Jedes dieſer Lager
ver=
fügt zu ſeiner Verteidigung über eine Anzahl
Feldge=
ſchütze und Maſchinengewehre. Die Belagerungsgeſchütze
dagegen ſind gewöhnlich in Front vor dieſen Lagern
ein=
gegraben; die dahinter liegenden Werke gewähren jeweils
einer oder zwei Brigaden Infanterie bequeme Unterkunft.
Durch ihre Anlagen ſind dieſe Lager ſo unangreifbar, wie
Felſen an einer Küſte. Dagegen beobachteten die Türken,
daß ihr Vordringen auf keine künſtlichen Hinderniſſe ſtieß,
wenn ſie ſich beim Ausfall in die Geländeſtrecken zwiſchen
dieſen Lagern einſchoben. Denn die Verbündeten haben
ihre Reſerven und übrigen verwendbaren Truppen weiter
hinten ſtationiert, gewöhnlich in Erdhütten oder Zelten.
Dagegen ſind die Feldgeſchütze und die Maſchinengewehre
ſo aufgeſtellt, daß ſie bei dem geringſten Alarmzeichen den
Feind unter Feuer nehmen können. Die Front der
Ver=
bündeten wird Tag und Nacht durch Patrouillen und
kleine Infanteriepoſten geſchützt, die, in den Boden
ein=
gegraben, eine ununterbrochene Beobachtung des Gegners
aufrecht erhalten.
Der eigentliche Kampf ſpielt ſich nun faſt regelmäßig
in gleichen Formen ab. Von Zeit zu Zeit wird
beſchloſ=
ſen, ein beſtimmtes Fort zu nehmen oder zu zerſtören
Das beginnt damit, daß die Belagerungsgeſchütze ihr
Feuer auf dieſes Ziel konzentrieren. Die Bulgaren
ver=
fügen über ſchwerere Belagerungsgeſchütze, die ſie mit der
Zeit von den Befeſtigungen am Schwarzen Meer herbei
geſchafft hatten. Aber dieſe Geſchütze ſind keineswegs
neueren Modells; nur die Haubitzen können als
moder=
nere Waffen angeſprochen werden. Die Türken verfügen
über eine ſchwerere und überlegene Artillerie, die in den
Hauptwerken aufgeſtellt iſt. Sie antworten nun dem bul
gariſchen Feuer, aber es gelingt ihnen nicht, den zähen
und unermüdlichen Gegner abzuſchütteln. Ich habe das
Dutzende Male immer in der gleichen Art beobachtet
Dann verſtärkt ſich plötzlich das Feuer der Türken und
richtet ſich auf jene Geländeſtreifen, zu denen inzwiſchen
die Verbündeten vorgedrungen ſind. Und jäh erſcheinen
zwiſchen den Hügeln der Forts gewaltige türkiſche
In=
fanteriemaſſen, die ſtürmiſch ins freie Gelände vordringen
und den Gegner zurückzuwerfen ſuchen. Dieſe Kämpfe
ſpielen ſich oft auf einer Breite von acht Kilometer ab.
dichten Linien gehen die Türken vor, aber die Bulgarer
und Serben trotzen dem Angriff, und gewöhnlich ender
der Kampf in einigen Stunden damit, daß die von drei
Seiten von den Belagerern unter Feuer genommenen Tür
ken zurückfluten, von den Gegnern verfolgt. Dieſes
Nach=
ſtoßen der Belagerer vollzieht ſich ſtets mit der größten
Energie und endete bisher regelmäßig entweder mit der
Eroberung des betreffenden Forts oder mit der Feſtſetzung
in einer Stellung, die kaum 180 Meter vor dem Fori
liegt.”
Das ſpielt ſich rings um Adrianopel auf allen Seiten
ab; Schritt um Schritt haben ſich die Verbündeten
heran=
gearbeitet. Im Süden des Ardafluſſes ſind die
Bul=
garen auf dieſe Weiſe bis zu dem Vorort Karagaſch
vor=
gedrungen und beherrſchen jetzt die Eiſenbahn und den
Bahnhof. Weiter nach Süden, jenſeits der Maritza, haben
ſich die Bulgaren auf Gewehrſchußweite von Adrianopel
eingeniſtet und nicht geruht, bis ihre langen Lager au
der ſüdöſtlichen, nach Konſtantinopel führenden Straße
errichtet waren. Bennet Burleigh iſt der Ueberzeugung,
daß durch dieſe Art des Feſtungskrieges Adrianopel
un=
gefähr eine Woche nach Wiedereröffnung des Kampfes
fallen wird. Der Sieg wird den Verbündeten noch ſchwere
Opfer auferlegen, aber nach den bisherigen Ergebniſſen
der Kämpfe werden die Opfer der Türken vorausſichtlich
noch weitaus größer ſein.
auten Objekten mit einer Kaufſumme von 21283 Mk.
eim Ortsgericht Darmſtadt vorgenommen wurden.
* Liedertafel. Auf den am 8. Februar in der
urnhalle (Woogsplatz) ſtattfindenden Maskenball,
ſer unter dem Titel „Eine Nacht im Orient” abgehalten
ird, wird nochmals aufmerkſam gemacht. Es ſind für
lieſen Abend, wie alljährlich, wieder großartige
Ueber=
ſchungen getroffen worden.
Alles Nähere im
An=
tigenteil.
. Frühlingsboten. Dieſer Tage wurde im
Roß=
örfer Walde der erſte Ruf eines
Mäuſe=
uſfards, des früheſten Lenzboten aus der
Vogel=
pelt, vernommen. Die Stare ſind, wie es ſchon ſeit Jahren
tmilden Wintern der Fall war, hier geblieben. Die
ſhornbäume an der Südwand der katholiſchen Kirche
lühen bereits und die Haſelſträucher werden bald nach=
Algen.
St. Orpheum. — Gaſtſpiel des Kgl.
Belvedere=
ſesden. In unſer Varieté=Etabliſſement haben wieder
luſtre Gäſte ihren Einzug gehalten und gleich wie in
frü=
eren Jahren Triumphe gefeiert, wie ſie nicht immer das
harmſtädter Publikum bereitet. In ausgezeichneter
Leiſe verſteht die Direktion Schwarz es, dem Kgl.
elvedere Künſtler und Künſtlerinnen zu verpflichten, die
gleichem Maße die gediegene Schauſpielkunſt vereinen
hit dem, was die „Bunte Bühne” verlangt und das im
iſentlichen auf den Ton heiteren Lebensgenuſſes
ge=
inimt iſt. Ein recht unterhaltender, übermütiger
Ein=
ßer, eine Operette mit zahlreichen Tanz= und
Geſangs=
ſnlagen, die ihre Schatten ja, wie alle „großen
Ereig=
ſſſe” längſt voraus= und — in die Ballſäle des
Karne=
hals geworfen, leitet die Darbietungen des Abends
viel=
iſprechend ein: „Komm, Mädel und tanz!” Text von
hrn und Robitſchek, Muſik von Robert Stolz. Auf den
ſhalt der kleinen Operette einzugehen, erübrigt ſich. Die
kisſik iſt nicht durchweg originell, aber reich an Melodien
nd prickelnden muſikaliſchen Schönheiten, die dem Text
ſzt wohl angepaßt ſind. Geſpielt wird ebenſo gut und
rvorragend, wie getanzt und geſungen, und das Auge
freuen herrliche Koſtüme, die übrigens in der Revue
ch beſondere Triumphe feiern. Walter Ritter,
noch immer als eine der vielſeitigſten Kräfte reifen
hörinens dem Enſemble angehört, ſpielt den Grafen Bodo
ſimmelritz mit ebenſoviel künſtleriſchem Takt, der ihn
Uebertreibung ſchützt, wie feiner Charakteriſierung.
tude Troll, die ſeine zweite Frau ſpielt, beweiſt
dieſer Rolle, daß ſie nicht nur im Tanz, ſondern auch
Spiel viel Temperament entwickeln kann. Maria
ge macht aus der verliebten Wirtſchafterin Eulalia ein
eines Kabinettsſtück derber Komik. Den jungen
Himmel=
ſpielt Bruno Müller, eine neue Kraft des
Erembles, die ſich im Laufe des Abends als ein ſehr
lenter kleiner großer Künſtler entpuppte, denn ſeine
lſeitigkeit und ſein Können überragen ſeine
Körper=
ſßer ſicher „um mehr als Haupteslänge‟. Er ſpielte
leichtſinnige Grafenſöhnchen, in dem im Grunde doch
hc ein geſund empfindender Kerl ſteckt, mit ebenſoviel
riperament wie Eleganz und Lebensfreudigkeit. Er iſt
15 ein ganz vorzüglicher Tanz= und Geſangspartner,
welcher er auch die Hauptnummern der Revue be=
St. Käte Funk gab die junge Nichte Bodos,
Ger=
ſſde, mit viel Grazie und Schick und glänzte beſonders
feine Koloraturſängerin. — Lea Seidl, die die
be=
hante Soubrette Rosl Wallner ſpielte, entwickelte
fohl in ihrer Toilette wie im Tanz viel Schick und gab
Soubrette ſo echt und lebenswahr, daß man es dem
ngen Himmelritz nachfühlen konnte, daß er ihrethalben
falles andere verzichten könnte. Das Publikum nahm
e Operette mit rauſchendem Beifall auf und
applau=
ſerte beſonders die zahlreichen Geſangs= und
Tanz=
ltte, Terzette und Quartette ſo lebhaft, daß die meiſten
capo gegeben werden mußten.
Den zweiten Teil bildete die aktuelle Jahresrevue
os! Auf den Bummel!” Text und Muſik von
Rich. Hirſch, in Szene geſetzt von Direktor Schwarz.
Vorſpiel „Nachts um 12” macht zunächſt mit einem
ſwperamentvollen Apachenpaar, Käthe Funck und Wal=
Indra, dem köſtlichen Charakterkomiker, dann mit
nem eleganten Nachtbummlerpaar, Trude Troll und
kuno Müller, und endlich mit Commére (Maria Lee)
d Compére (Walter Ritter) bekannt, mit denen dann
Bummel durch die Lebewelt und die Weltereigniſſe
eo Art angetreten wird. Das erſte Bild „In Hellerau”
k „Schule der rhythmiſchen Nacktkunſt” bringt eine
me ſatiriſche Parodie auf die Jacques Dalcrozeſche
iz= und Lebensrhythmik. Wir ſehen als Schülerinnen
i den Uebungen Käthe Funck, Lea Seidl, Trude Troll
d als Schüler Bruno Müller, dann zwei charakteriſtiſche
ſtrgäſte aus Karlsbad, die von Alfred Indra und Bruno
füller geſpielt werden; hören ein reizendes ſatiriſches
Quartett über den Balkankrieg, in dem Käte Funck
Grie=
chenland, Martha Haaſe Montenegro, Lea Seidl
Ser=
bien, Trude Troll Bulgarien und Bruno Müller die
Tür=
kei darſtellen; hören weiter Walter Ritter ein Loblied auf
„Die großen Frauen” ſingen, dann ein entzückendes
poeſieerfülltes Duett „Aus guter alter Zeit” die
Käthe Fumk und Lea Seidl in Geſang und Tanz wie in
den prächtigen Koſtümen ungemein ſtimmungs= und
wir=
kungsvoll verkörpern. „Woiſt denn die Chriſtine?”
ſingen mit gleichem Erfolge Bruno Müller und Trude
Troll, die auch den „Bärentanz” außerordentlich
wir=
kungsvoll und — ſo paradox es klingt — graziös tanzen.
Bilder, die die Damen beſonders entzücken werden durch
die Pracht der koſtbaren Toiletten, bringt dann die
rei=
zende Szene „Im Modeſalon”, und große Heiterkeit
löſt die Szene „Der Theaterhabitué” aus. Den
Schluß der Darbietungen, deren Reichhaltigkeit nach dem
Geſagten wohl nicht mehr betont zu werden braucht,
bil=
det eine köſtliche Parodie auf Strauß’ „Ariadne” betitelt:
„Ariadne auf Leinwand” verluſtſpielte Oper von
Molly R. Strauß, für den Kino bearbeitet von Amadeus
Obenauf. Das tolle Stück iſt voll wirkſamſter
Situations=
komik und köſtlicher Satire. — Lobend ſei auch die
Haus=
kapelle erwähnt, der in dieſem Programm beſonders
ſchwierige Aufgaben zufallen.
* Entflohener Deſerteur. Einem Deſerteur des 23.
Dragoner=Regiments, der ſich auf dem Transport von
Trier nach Darmſtadt befand, gelang es, wie das Großg.
Kr.=Bl. berichtet, auf der Fahrt zwiſchen Biſchofsheim
und Nauheim, abends gegen 7 Uhr, aus dem
fahren=
den Zuge zu ſpringen und zu entweichen.
Der Mann wurde von einem Unteroffizier und einem
Ge=
freiten begleitet. Er bat, den Abort aufſuchen zu dürfen
und in dem ſehr ſtark beſetzten Zuge gelana es ihm, ſich
ungeſtört aus dem Staube zu machen. Als dem Unter
offizier die Abweſenheit des Soldaten zu lange dauerte,
ſah er nach und fand ihn nicht mehr vor. In Nauheim
verließen der Unteroffizier und der Gefreite den Zug, um
die Verfolgung des Flüchtigen aufzunehmen. Ihr
Be=
mühen war jedoch bis jetzt erfolglos.
Selbſtmordverſuch. Ein Dragoner vom Leib=
Dragoner=Regiment, der am Dienstag in der Nacht die
Kaſerne ohne Erlaubnis verlaſſen hatte und deshalb
Strafe zu gewärtigen hatte, hat ſich mit ſeinem
Dienſt=
karabiner einen Schuß in den Leib
bei=
gebracht. Sein Zuſtand gibt jedoch zu Bedenken
kei=
nen Anlaß.
Gernsheim, 6. Febr. Von Strolchen im
Walde überfallen wurde auf dem Heimwege ein
hier arbeitender Schreiner aus Hähnlein. Als der Mann
nach Feierabend auf ſeinem Fahrrad heimfuhr, ſprangen
im Walde zwei Kerle auf ihn ein, zertrümmerten die
Fahrradlaterne und nahmen ihm unter
Miß=
handlungen ſein Geldab. Bis jetzt konnten die
Strauchdiebe nicht ermittelt werden.
Offenbach, 6. Febr. Die Offenbacher Metzger=
Innung (Abteilung Schweinemetzger) hat gegen die
Einfuhr des ſtädtiſchen Fleiſches Stellung
genommen und der Stadtverwaltung und
Stadtver=
ordneten=Verſammlung eine Eingabe unterbreitet, in der
es heißt: „Die Stadtverordneten=Verſammlung beſchließt,
die Einfuhr von geſchlachtetem Fleiſch gänzlich
einzu=
ſtellen. Als Gegenleiſtung hierfür verpflichtet ſich der
Ver=
ein der Schweinemetzger, die Preiſe für Fleiſch und Wurſt
auf der in den Vereinbarungen vom Dezember 1912
feſt=
gelegten Höhe zu belaſſen und nicht zu erhöhen, ſo lange
die Schweinenotierungen des Frankfurter Marktes den
Preis von 1,78 Mark pro Kilo Schlachtaewicht nicht
über=
ſchreiten.‟ — Der neunjährige Georg Strauch aus der
Hermannſtraße 22, rannte in ein um die Ecke fahrendes
Automobil hinein. Der Knabe wurde vom Auto ein
Stück mitgeſchleift, kam aber glücklicherweiſe mit
geringen Verletzungen davon.
Dreieichenhain, 6. Febr. Spurlos
verſchwun=
den iſt ſeit Samstag abend ein 40jähriger verheirateter
Mann von hier. Er arbeitete in Oberrad an einem
Neu=
bau und beteiligte ſich an einem kleinen Richtfeſt. Seit
dieſer Zeit iſt der als ſehr ſolide, achtbar und fleißig
ge=
ſchilderte Mann nicht mehr zurückgekehrt. Nach Angaben
von Zeugen war er noch nach Beendigung des Richtfeſtes
mit der Elektriſchen nach Frankfurt gefahren und iſt dort
am Mainkai geſehen worden.
Fränkiſch=Crumbach, 6. Febr. Auf Einladung des
Vorſitzenden des landwirtſchaftlichen Bezirksvereins Groß=
Bieberau=Reichelsheim. Herrn Bürgermeiſter Völker=
Werſau, fand eine Beſichtigung der Oden
wälder Kartoffelflockenfabrik an der
Bahn=
ſtation Nieder=Kainsbach ſtatt. Alles war in vollem
Be=
trieb. Die Kartoffeln werden in großen Mengen
ſelbſt=
tätig gewaſchen, gedämpft und zerquetſcht, worauf ſich
die Maſſe über große geheizte Walzen zieht und endlich
als breite papierdünne Streifen zum Vorſchein kommt.
Nach der Beſichtigung fand der angekündigte Vortrag des
Herrn Gutspächters Siefert=Fronhofen im
Gaſt=
haus „Zur Linde” ſtatt. Zunächſt erblickt Herr Siefert
in den Kartoffeln ein Mittel, wodurch viele Schäden in
dem landwirtſchaftlichen Betriebe und auch in der
Volks=
wirtſchaft behoben werden können. Beſonders wäre
un=
ſere Landwirtſchaft nicht mehr ſo ſehr auf den
internatio=
nalen Futtermittelhandel angewieſen wie ſeither. Auch
die Heeresverwaltung hat ihre Aufmerkſamkeit dieſem
neuen Futtermittel bereits zugewendet. Hierauf forderte
Herr Bürgermeiſter Völker die Verſammelten auf, das
gemeinnützige Unternehmen zu unterſtützen. Zuletzt
er=
griff Herr Böhm=Groß=Bieberau das Wort. Er kam
zu dem Schluß, daß man von einem Acker beim Anbau
einer guten Kartoffelſorte nahezu den doppelten Nährwert
erzeugt, als bei Anbau von Halmfrucht. Der Preis der
Kartoffelflocken ſtellt ſich zurzeit 9,50 Mark pro Zentner.
g. Fränkiſch=Crumbach, 6. Febr. Der ſeit dem
Som=
mer vorigen Jahres geſuchte Artiſt Blumenfeld,
deſ=
ſen Teilnahme an dem Einbruchsdiebſtahl in dem Schloſſe
des Freiherrn von Gemmingen in Fränkiſch=Crumbach
erwieſen iſt, und bei dem den Einbrechern wertvolle
Münzen und alte Waffen in die Hände fielen, wurde in
Berlin feſtgenommen.
Mainz, 6. Febr. Am Sonntag findet hier im Saal
der Stadtverordneten ein Heſſiſcher
Handels=
kammertag ſtatt. Auf der Tagesordnung ſtehen in
erſter Linie die Gegenſtände, die für die am 19. und 20.
Februar ſtattfindende Vollverſammlung des Deutſchen
Handelstages vorgeſehen ſind; es ſind dies: 1. Verkehr mit
Leuchtöl (Petroleummonopol); 2. Konkurrenzklauſel im
Handelsgewerbe; 3. Arbeitszeit der Arbeiterinnen; 4.
Ver=
tretung von Handel und Induſtrie in den Erſten
Kam=
mern; 5. Verkehr mit Nahrungs= und Genußmitteln
5. Schutz der Arbeitswilligen. Außerdem ſoll noch
über folgende Gegenſtände verhandelt werden:
Fortbil=
dungsſchulpflicht für Mädchen, Buchführungs= und
Re=
giſterpflicht für Minderkaufleute und Handwerker. Die
Großherzogliche Regierung hat ihr Erſcheinen
auf dem Heſſiſchen Handelskammertage zugeſagt.
Von der elektriſchen Straßenbahn
über=
fahren wurde geſtern abend der 14 Jahre alte Sohn des
Gaſtwirts Fey (Zum „Fallſtaff”) an der Ecke der Bopp=
und Joſefſtraße. Der Junge rannte gegen einen
die Strecke paſſierenden Motorwagen der Mombacher
Linie und wurde von dieſem mit großer Heftigkeit gegen
die Straßenkante geſchleudert, wo er mit ſchweren
Schädelverletzungen liegen blieb. Die Polizei
nahm ſofort den Tatbeſtand auf. Den Wagenführer ſcheint
keinerlei Schuld zu treffen.
Mainz=Koſtheim, 6. Febr. Bei der hieſigen Schleuſe
ſind zum Schaden der Frankfurter Stadtverwaltung
Unterſchlagungen in Höhe von etwa 1000 Mark
vorgekommen.
Worms, 6. Febr. Heute nacht wurde durch
Bahn=
perſonal ein in einem Tuch= und Manufakturgeſchäft
ar=
beitender 19 Jahre alter Hausburſche unter der
Brunhildenbrücke auf dem Bahngleis liegend aufgefunden.
Er hatte eine Verletzung am rechten Fuß und gab an, von
der Brücke heruntergefallen zu ſein, er wiſſe aber
nicht, wie dies gekommen ſei. Er wurde ins ſtädtiſche
Krankenhaus verbracht.
Heidesheim, 6. Febr. Zu der Verhaftung des
früheren Rendanten der zum Verband der heſſiſchen
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaft des Großherzogtums
Heſſen gehörigen Heidesheimer Spar= und Darlehenskaſſe
hat der Kaſſenvorſtand den Mitgliedern folgende
Er=
klärung abgegeben: „Zur Richtigſtellung der durch die
Tageszeitungen gehenden Notiz, betreffend die Verhaftung
des früheren Rendanten, bemerken wir: Bieber wurde
nicht auf Veranlaſſung der Spar= und Darlehenskaſſe
wegen Unterſchlagung verhaftet (denn eine ſolche liegt der
Kaſſe gegenüber nicht vor), ſondern auf die Anzeige eines
Mainzer Geſchäftsmannes, welcher behauptet, Bieber habe
ſich ihm gegenüber in privaten Geſchäften der
Urkunden=
fälſchung und des Betrugs ſchuldig gemacht. Eine
Auf=
klärung wird die Unterſuchung bringen. Ein Grund zur
Beunruhigung für die Mitglieder der Genoſſenſchaft liegt
nicht vor, da wir für die Forderungen der Kaſſe gegenüber
Bieber genügend Deckung haben. Von einem Verluſte
kann vorerſt nicht geſprochen werden.
Bingen, 6. Febr. Das Kreisamt in Bingen hat als
Ausführungsbeſtimmung zum
Reblausge=
ſetz eine Verfügung erlaſſen, nach der von einer
Desin=
fektion des Schuhwerks beim Verkehr in den Gemarkungen
Bingen, Büdesheim, Dromersheim und Kempten in
Zu=
kunft abgeſehen wird. Dagegen müſſe alle Weinbaugeräte
beim Transport aus einer der genannten Gemarkungen
Feuilleton.
W-l. Großh. Hoftheater. Am Mittwoch ſpielte Frl.
ſteſina Oſter vom Hoftheater in Dresden die Rolle der
bchin Lene Kuk in Bahrs Luſtſpiel „Das Prinzip”.
r Gaſtſpiel Frl. Oſters am hieſigen Hoftheater entſprach
m Wunſche des Publikums, nicht aber die Wahl dieſes
mmen Stückes und dieſer Rolle, die durch Frl. Gothe
hvorragend vertreten iſt und Frl. Oſter individuell nicht
rial beſonders zuſagt. Im Gegenſatz zu Frl. Gothe
hrte ſie in der Hauptſache den grobkörnigen Küchen
ſägoner hervor und zwar mit etwas forcierter Derbheit
dreichlich geräuſchvoll, und bediente ſich dabei eines
hantaſiedialekts. So gab die Darſtellung dieſer Rolle
ſ ganz anderes Bild als das gewohnte. Den einen
rzug ſoll Frl. Oſter indeſſen nach Ausſage Sachverſtän
er vor Frl. Gothe gehabt haben, daß ſie ſtilgerechter
Pocht hat. Die Kränze und Blumen, die Frl. Oſter über=
Acht wurden, beweiſen, daß man ihr hier die
Sym=
ſthien noch bewahrt hat.
„Ein Kuß von Schiller”. Unter dieſem Titel erzählt
ſt Ungenannter oder eine Ungenannte in der Köln. Ztg.
ſgendes hübſche Hiſtörchen: „Meine Großmutter, die
Frau Senatorin” kannte man einſt in der ganzen Stadt
armſtadt. Sie hatte ihre merkwürdigen Eigenheiten;
trug ſie ſich bis zu ihrem Tode im Jahre 1850
unab=
derlich wie Bürgerfrauen zu Ende des 18.
Jahrhun=
dts, wodurch ſie jedermann auffiel; aber niemals hat es
ſiter gewagt, ihrer zu ſpotten. Sie war ſtreng gegen jeden,
ſt ſtrengſten gegen ſich ſelbſt; gottesfürchtig und ſehr ſtolz
ſch oben und unten. Auf ihre Wahrhaftigkeit konnte
n ſich verkaſſen, daher iſt auch die nachſtehende Anekdote,
ſie nur erzählte, wenn ſie bei recht guter Laune war,
nd ſelbſt dann noch mit jener Verſchämtheit, die auch
ſhen Frauen gut ſteht, vollkommen authentiſch. An einem
ſſönen Winterabend im Januar 1785 begleitete ſie als
wwa 16jähriges Mädchen ihre Jugendfreundin Seitz (der
brname iſt mir entfallen), die Tochter des Hof=
Per=
kiers, über den Markt nach Hauſe. Es lag ſchöner
Schnee auf der Straße, und die luſtigen Dinger warfen
ſich ſcherzend mit Schneebällen. Die ſchäkernde Schlacht
war gerade am hitzigſten, als aus dem ſogenannten alten
Palais des Prinzen Chriſtian (bewohnt von der „alten
Fürſtin, Albertine Luiſe. Gemahlin des Prinzen Georg
Wilhelm, Bruders des Landgrafen, Großmutter der
Kö=
nigin Luiſe von Preußen) zwei Herren traten, von denen
der eine richtig einen derben Wurf empfing, der der
Freundin gegolten hatte. Mit einem Schrei wandten ſich
die Mädchen ſofort zur Flucht, allein „Strafe muß ſein!“
riefen ihnen die Herren nach und verfolgten ſie aufs
hart=
näckigſte. Die Jagd ging bis an das alte Jagdhaus am
Paradeplatz, da wurden die Uebeltäterinnen eingeholt,
gefaßt und trotz allen Schreiens und Sträubens tüchtig
abgeküßt; ſie liefen feuerrot und beſchämt nach Hauſe,
während die Herren lachend umwandten und dem Schloſſe
zuſchritten. Am nächſten Vormittag war ſogenannte
große Cour bei Hoſe; fremde Herrſchaften waren
an=
weſend: Karl Auguſt von Weimar und ſeine Gemahlin
Luiſe, eine Heſſen=Darmſtädter Prinzeſſin; es gab alſo
etwas zu ſehen. Unter den Zuſchauern ſtellten ſich auch
die beiden Mädchen ein, deren Väter in Amtstätigkeit
waren. Da, wer beſchreibt ihr Erſtaunen, als ſie in dem
Zirkel der Auserwählten die beiden jungen Männer
er=
blickten, die am vergangenen Abend eine kleine
Unvorſich=
tigkeit ſo hart geſtraft hatten! Es waren — der Prinz
Georg von Heſſen und der Dichter Friedrich
Schiller. Letzterer hatte tags vorher den
Landgräfin=
nen, den Töchtern und Schwägerinnen der geiſtreichen
Freundin Mercks und Klopſtocks, Henriette Karoline (der
Friedrich der Große das Denkmal ſetzte: Femina sexu,
ingenio vir) — und ihren fürſtlichen Gäſten den erſten
Akt des „Don Carlos” vorgeleſen, zuvor aber ſich von
friſchen Lippen die nötige Stimmung dazu geholt.
Das gute Großmütterchen! Mit welchem Selbſtgefühl
freute es ſich der Erinnerung: „Mir hat der Schiller einen
Kuß gegeben!‟ Denn allerdings hatte der Prinz Georg
ihre Freundin — eine auffallende Schönheit — erwiſcht
und wunderbaren Eindruck muß jener eroberte erſte Kuß
auf ihn gemacht haben, denn er hat ſie ſpäter, nachdem
ſie zur Baroneſſe erhoben worden war, geheiratet.
— Das Korſett von Samoa. Eine luſtige
Erinner=
ung an ſeine Tage auf den Samoa=Inſeln veröffentlicht
der amerikaniſche Dichter James Francis Dwyer im
American Magazine. Dwyer iſt in ſeinem Heimatlande
durch ſeine prachtvollen, knappen und farbenprächtigen
exotiſchen Novellen ſchnell berühmt geworden; er lebte
jahrelang auf den Inſeln der Südſee inmitten der
Einge=
borenen; die künſtleriſchen Anregungen, die er aus dieſem
Leben inmitten einer fremden fernen Natuc ſammelte,
verdichteten ſich ſpäter zu Novellen und Skizzen, die ihm
den Ruf eines „amerikaniſchen Kipling” eintrugen. Unter
den jetzt veröffentlichten Reiſeerinnerungen erzählt er auch
die amüſante Geſchichte eines Korſetts, das durch einen
Zufall auf eine der Samoa=Inſeln verſchlagen wurde. In
Boſton wirkt eine Miſſionarsgeſellſchaft, deren wohltätige
damen von den Bedürfniſſen der braunen Damen
im fernen Samoa herzlich wenig wiſſen. Und ſo kam es
denn auch, daß ſie eines Tages in eine für Samoa
be=
ſtimmte große Kiſte mit abgelegten Kleidungsſtücken auch
ein altes Pariſer Korſett legten, das eng genug war, um
die ſchlankeſte Weſpentaille noch dünner und graziler zu
machen. Die Kiſte kam auch richtig auf der kleinen Inſel
an, aber der Miſſionar, der auf ihr wirkte, mußte infolge
einer beſonderen Verkettung von Umſtänden mit
dem=
ſelben Dampfer, der die Kiſte gebracht hatte, abreiſen. So
übergab er denn die Kiſte dem Häuptling, erteilte den
braunen Gläubigen ſeinen Segen und kletterte an Bord.
Die Kiſte wurde ausgepackt und mit einer Miſchung von
ratloſem Staunen und mißtrauiſcher Angſt ſtanden der
Häuptling und ſeine Vertrauten vor dem Korſett. Wilau
der Häuptling, ſchnallte es ſich um das rechte Bein; aber
als er fand, daß es zu unbequem und zu läſtig war, legte
er es wieder ab und berief die Alten des Stammes zur
Beratung. Es war klar, daß das Korſett iegend einen
be=
ſtimmten Zweck hatte aber welcher Zweck ſollte das ſein?
Ein grauhaariger Aelteſter erhob ſich und hielt eine lange
Anſprache. Der Mann hatte eine recht zänkige Gemahlin,
und ſein Leben beſtand aus Tagen häuslicher Nöte.
Da=
her empfahl er, was ſeinem Sinne am nächſten liegen
mußte. „O, Häuptling,” ſo rief er, „ich glaube, man hat
uns dies geſchickt, um ein Mittel zu haben, unſere Weiber
in die andere, ſofern ſie im Gebrauch waren, einer
gründ=
lichen Desinfektion unterzogen werden.
(*) Gießen, 5. Febr. Ueberfahren und
ge=
tötet wurde im hieſigen Bahnhof verfloſſene Nacht der
Maſchinenputzer Ickler von hier. Ickler verließ ſeine
Ar=
beitsſtätte und wollte die Gleiſe überſchreiten. Plötzlich
kam eine leere Maſchine herangebrauſt, erfaßte und tötete
den 60 Jahre alten Mann auf der Stelle. Ickler ſtammt
aus dem Vogelsberg und arbeitete früher auf Bahnhof
Gedern.
Gießen, 6. Febr. Die Verhandlung gegen den
ehe=
maligen Leutnant Ittmann vom 3. Fußartillerie=
Re=
giment in Mainz, der im November vorigen Jahres den
Franzoſen Fighera im Stadtwald in einem
Piſto=
lenduell derartig ſchwer verletzte, daß er ſeiner
Wunde erlag, findet vor dem am 3. März ſeinen Anfang
nehmenden Schwurgericht der Provinz Oberheſſen ſtatt.
— In Borken ſtürzte der Schüler Hetzel von einer
Scheu=
nentenne ab und war ſofort tot.
Friedberg, 6. Febr. Bei landwirtſchaftlichen
Arbei=
ten gingen dem Landwirt Klee in Melbach die Pferde
durch, wobei er überfahren und ſchwer verletzt
wurde.
Lich, 6. Febr. Der Gemeinderat hat beſchloſſen,
für das laufende Jahr eine Anleihe von 100000
Mark aufzunehmen, von denen die Hälfte für
Straßen=
pflaſter und der Reſt für Kanaliſatien, elektriſche
Beleuch=
tung, Feldbereinigung und Kleinpflaſter verwendet
wer=
den ſoll. Die Genehmigung des Kreisamtes zur
Auf=
nahme des Geldes iſt bereits nachgeſucht worden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 5. Febr. Zur Richthofen=
Feier der Geſellſchaft für Erdkunde am 8. Februar 1913
wird auch Sven Hedin aus Stockholm kommen. In
einer der Sitzungen wird Oberleutnant Filchner einen
erſten kurzen Bericht über den Verlauf der deutſch=
antark=
tiſchen Expedition geben. — In einer Penſion in der
Chauſſeeſtraße verſuchte geſtern ein junges Liebespaar ſich
durch Leuchtgas zu vergiften. Nach einer Reihe
von Wiederbelebungsverſuchen durch Samariter der
Feuer=
wehr wurden die beiden Lebensmüden nach der Charité
gebracht. In den Taſchen des jungen Mannes fanden ſich
Papiere auf den Namen des 24jährigen aus Berlin
ge=
bürtigen Max Jakobs. — Der ſtrengen Kälte der
Vorwoche iſt eine faſt frühlingshafte Wärme gefolgt.
Um die Mittagszeit ſtieg geſtern das Thermometer auf
zehn Grad Celſius.
Frankfurt, 6 Febr. Das Rothſchildſche
Ge=
ſchäftsgrundſtück in der Fahrgaſſe, Ecke
Börneſtraße, iſt, wie wir hören, von Frau Baronin
Ed=
mond de Rothſchild in Paris der Frankfurter
Iſraeli=
tiſchen Gemeinde zum Geſchenk gemacht worden. Das
einfache Gebäude wurde vor etwa hundert Jahren durch
die Brüder Rothſchild errichtet und war bis vor wenigen
Jahren, bis zum Uebergang des Geſchäfts an die
Dis=
kontogeſellſchaft, der Sitz des Frankfurter Hauſes
Roth=
ſchild. Gegenwärtig befindet ſich in dem Gebäude die
Haushaltungsſchule für jüdiſche Mädchen. Die Stifterin
hat an ihr Geſchenk die Bedingung geknüpft, daß das
Haus auch ferner Gemeinde= und jüdiſch=ſozialen Zwecken
dienen ſoll. Die Iſraelitiſche Gemeinde beabſichtigt, in
das erinnerungsreiche Haus zunächſt ihre Verwaltung zu
legen, die ſich ſeither in einem Haus der Hochſtraße
be=
fand.
Hanau, 6. Febr. Die Typhusepidemie im
Eiſenbahn=Regiment Nr. 3 hat noch ein
Opfer gefordert. In der verfloſſenen Nacht iſt der
Pionier Seel aus Frankfurt a. M. von der 1. Kompagnie
verſtorben. Im übrigen iſt der Krankheitsſtand
folgen=
der: Im Lazarett 64 Kranke, darunter 6 mit hohem
Fie=
ber; im Hilfslazarett 81 Geneſende; auf Urlaub 67 Mann;
im Geneſungsheim 18. Die über das 1. Bataillon ver
hänäte Sperre iſt geſtern nach Beendigung der
bakterio=
logiſchen Unterſuchung aufgehoben worden. Der
Krank=
heit ſind im ganzen nunmehr 18 Mann, 15 aktive
Mann=
ſchaften und 3 Reſerviſten, erlegen.
Köln, 6. Febr. Pfarrer Jatho, der vom
Spruch=
kollegium abgeſetzte Kölner Pfarrer, liegt aufs ſchwerſte
erkrankt an Blutvergiftung darnieder. Am
Don=
nerstag voriger Woche erlitt er auf einer Vortragsreiſe
in Halle a. S. infolge Ausrutſchens beim Ausſteigen aus
einer Droſchke eine Verletzung am Knie. Bald darauf trat
Blutvergiftung hinzu. Der Patient mußte ſich bereits
dreimal einer Operation unterziehen und die Aerzte hegen
wenig Hoffnung, den Patienten am Leben zu erhalten.
Rottweil, 5. Febr. Heute mittag kurz nach 12 Uhr
wurde der 22jährige Zigeuner Karl Pfiſter bei einem
Fluchtverſuch, den er auf dem Rückweg vom
Landgerichts=
zum Amtsgerichtsgefängnis machte, auf der Straße von
dem ihn transportierenden Landjäger erſchoſſen. Der
Landjäger rief dem Fliehenden dreimal „Halt!” zu und
gab dann drei Schüſſe auf ihn ab, von denen einer traf
und ſeinen ſofortigen Tod herbeiführte.
Hamburg, 6. Febr. In der Familie des Acztes Dr.
Hirſch ſtarb ein neun Monate altes Zwillingspaar
an Vergiftungserſcheinungen. Es ſtellte ſich heraus, daß
die Kinder mit Rattengift in Berührung gekommen
waren.
Poſen, 6. Febr Der im Okober vorigen Jahres vom
Schwurgericht zu Meſeritz zum Tode verurteilte 19 Jahre
alte Gehilfe Joſeph Dewald aus Grätz iſt heute früh
im hieſigen Gerichtsgefängnishofe hingerichtet
wor=
den. Er hatte im September vorigen Jahres ſeine
hoch=
betagte Mutter mit einer Holzaxt erſchlagen und ihr einen
Betrag von 100 Mark geraubt
Peſt, 5. Febr. Einem offiziellen Kommunigué der
ungariſchen Staatsbahn zufolge ereignete ſich der
Un=
fall des Schnellzuges, in dem ſich Prinz Eitel
Friedrich befand, dadurch, daß der Eilgüterzug, dem
ein Licht an der Lokomotive ausgegangen war, auf
offe=
ner Strecke angehalten hatte. Der Schnellzug, in dem
Prinz Eitel Friedrich ſuhr, geriet in dieſen Laſtzug
hin=
ein. Der Zuſammenſtoß brachte die zwei letzten
Ziſter=
nenwagen des Güterzuges, welche Petroleum enthielten,
zur Exploſion. Die Paſſagiere des Eilzuges
ſpran=
gen in ihrem Schrecken aus den Waggons. Einer zog ſich
tödliche Brandwunden zu. die beiden anderen erlitten
leichte Verletzungen. Sonſt wurde unter den Reiſenden
niemand verletzt. Ein Bremſer des Güterzuges iſt
ge=
ſtorben. Der Führer, der Heizer und der auf der
Ma=
ſchine befindliche Lokomotivkontrolleur des Eilzuges
er=
litten ſchwere Brandwunden. Prinz Eitel Friedrich und
das Gefolge blieben vollſtändig unverſehrt und ſetzten
die Fahrt von Mediaſch mit dem Eilzug 604 fort. Prinz
Eitel Friedrich iſt heute nachmittag 5 Uhr 5
Minu=
ten mit einer Verſpätung von 3½ Stunden hier
einge=
troffen und am Bahnhof von dem Präſidenten der
Staats=
bahn, Marx, dem Betriebsdirektor und Vertreter des
Handelsminiſteriums empfangen worden. Prinz Eitel
Friedrich begab ſich ſodann ins Hotel.
Paris, 5. Febr. Der 83jährige penſionierte Beamte
des Juſtizminiſteriums, Peltier, und deſſen
Wirt=
ſchafterin wurden in ihrer Wohnung in der Rue
Nollet von bisher unbekannten Verbrechern in grauſamer
Weiſe ermordet.
Chartres, 6. Febr. Eine aus ſechs Köpfen beſtehende
obdachloſe Familie eines landwirtſchaftlichen
Ar=
beiters hatte in einem Strohſchuppen bei Illiers Unter
kunft gefunden. In der vergangenen Nacht geriet der
Schuppen in Brand. Die Frau und zwei Kinder
wurden als verkohlte Leichen hervorgezogen, die
übrigen Perſonen erlitten lebensgefährliche Brandwunden.
London, 5. Febr. Die Wahlweiber ſind ſehr
er=
findungsreich und bringen immer Neuerungen und
Ab=
wechſelungen in die Methoden ihres Kampfes ums
Stimm=
recht. Geſtern haben ſie das ganze Kabinett nieſen
ge=
macht. Jeder Miniſter fand unter ſeiner Poſt einen
un=
frankierten Brief, für den er 15 Pfg. Strafporto zu zahlen
hatte. In dem Umſchlag befand ſich ein Papier, in dem
in fetter Schrift zwei Zeilen gedruckt waren. „Das
Wahl=
recht für die Frauen!” las man in der einen, die zweite
lautete: „Sie Verräter!” Beim Oeffnen dieſer Papiere
verbreitete ſich der Staub von rotem Pfeffer, der darin
verborgen, im Sitzungsſaal des Kabinetts, und die
Mi=
niſter konnten vor Nieſen kaum zur Arbeit kommen. Ein
Wahlweib, das ſich gelegentlich eines Beſuches des
Pre=
mierminiſters in Leven recht unangenehm bemerkbar
ge=
macht, hatte ſich heute im Sheriffs=Gericht zu Cupar zu
verantworten. Sie war angeklagt einem Schutzmann
roten Pfeffer in die Augen geſchleudert zu haben, 12
Fen=
ſter der Polizeiſtation in Leven eingeſchlagen und einem
Polizeiſergeanten einen Eimer Waſſer an den Kopf
ge=
worfen zu haben. Ihren Namen wollte die Holde nicht
preisgeben, noch ihr Geſicht vom Schleier befreien. Als
ihr ein Poliziſt den Schleier mit Gewalt vom Geſichte
geriſſen hatte, was nicht ohne heftige Gegenwehr geſchah.
zeigten ſelbſt die Männer des Gerichtes und der Polizei
Verſtändnis für die Weigerung. Die Strafe lautete auf
zwanzig Pfund Geldbuße oder dreißig Tage Gefängnis.
Die Dame entſchied ſich für das Gefängnis. An
Orford Street wurden geſtern von einem einzigen
Weib etwa zehn große Spiegelſcheiben eingeſchlagen. In
derſelben Straße nahm die Polizei drei Weiber in Haft,
bloß um ſie gegen einen wütenden Volkshaufen zu ſchützen,
der nicht damit einverſtanden war, daß ſie die
Straßen=
ecken mit ihren Plakaten beklebten. Neuerdings ſtecken die
Weiber gewiſſe chemiſche Präparate in die Briefkaſten, die
ſich entzünden, wenn Reibung entſteht, wie ſie bei dem
Entleeren der Käſten unvermeidlich iſt. Geſtern entſtanden
auf dieſe Weiſe zwei Briefkaſtenfeuer. In einem anderen
Briefkaſten fanden ſich ſcharfe Patronen.
London, 5. Febr. Bei dem Fußballwettſpiel
in Sunderland ereignete ſich heute nachmittag ein
ſchwe=
rer Unfall. Auf dem Dache eines Kohlenſchuppens
ſtanden etwa 200 Leute und Kinder, die zuſahen.
Plötz=
lich ſtürzte das Dach ein, wodurch eine Anzahl von
Per=
ſonen ſchwer verletzt wurde. Acht Perſonen wurden in
das Krankenhaus gebracht.
Karachi, 5. Febr. Die alte hiſtoriſche Stadt Tatta
Sing ſteht ſeit drei Tagen in Flammen. Ganze
Straßen ſind zerſtört. Um eine weitere Ausdehnung des
Feuers zu verhindern, hat die Feuerwehr viele Gebäude
in die Luft geſprengt. Der Feuerherd iſt jetzt umgrenzt.
Die Erinnerungsfeier in
Königsberg.
Die Eröffnung des Landtags.
* Königsberg, 5. Febr. Auf der Fahrt zum
Landeshauſe wurden der Kaiſer und das
Kron=
prinzenpaar von einer ungeheuren Menſchenmenge
ſtürmiſch begrüßt. Das Wetter wurde ſchön. Im
Landes=
hauſe wurde der Kaiſer vom Oberpräſidenten, dem
Vor=
ſitzenden des Provinziallandtages, dem Vorſitzenden des
Provinzialausſchuſſes und dem Landeshauptmann
emp=
fangen und nach dem Sitzungsſaal geleitet. Hier hatte
ſich der Provinziallandtag verſammelt und dem Thron
gegenüber aufgeſtellt. Der Thron war unter einem
ſchönen Purpur=Baldachin errichtet, über dem
Brauſe=
wetters bekanntes Bild hing: General Yorck begeiſtert die
Stände der Provinz zur Erhebung. Den Thron flankierten
zwei Hermen, links die des Freiherrn Alexander zu Dohna,
eine Stiftung des Fürſten zu Dohna, rechts die des
Königsberger Oberbürgermeiſters Heidmann, geſtiftet von
dem Geheimen Regierungsrat Prof. Walter Simon.
Rechts neben dem Throne war die Loge für die
Kron=
prinzeſſin und ihre Damen errichtet. Auf der Galerie
hatten die Generale, die höheren Beamten, der Rektor der
Univerſität, die evangeliſche und katholiſche Geiſtlichkeit=
und auch die Nachkommen der Deputierten vor hundert
Jahren Platz genommen. Der Kaiſer in der Uniform
ſeines Grenadier=Regiments „König Friedaich
Wil=
helm I.‟ 2. oſtpreußiſches Nr. 3, trat vor den Thron, den
Helm im Arme haltend. Der Kronprinz in der
Uni=
form ſeines Huſaren=Regiments trat neben die Stufen des
Thrones, die Kronprinzeſſin und die Damen des
Gefolges traten in und neben die Logen. Der Kaiſer
verlas nunmehr die ſchon geſtern mitgeteilte Rede,
Hierauf verneigte er ſich und ſetzte hinzu: „Ich erkläre
hiermit den Landtag der Provinz Oſtpreußen für
eröff=
net.‟ Der Fürſt Dohna=Schlobitten erwiderte mit einer
Rede. Der Kaiſer reichte dem Fürſten die Hand und nahn
hierauf die Vorſtellung der Militärs des
Provinzialaus=
ſchuſſes und des Provinziallandtages, ſowie diejenige der
Nachkommen der Ständedelegierten vor hundert Jahren
entgegen; endlich in anderem Raume diejenige einer
An=
zahl Veteranen, deren Vorväter die Befreiungskriege
mit=
gemacht hatten. Die Kronprinzeſſin zog ebenfalls Mit
glieder des Landtags ins Geſpräch. Im Ausſchußſaale
unterzeichneten der Kaiſer, der Kronprinz und die
Kron=
prinzeſſin die Urkunden über den heutigen Beſuch im
Landeshauſe. Unter Hochrufen begaben ſich der Kaiſer
und die anderen Herrſchaften nach der Ausſtellung.
Die Beſichtigung der
Jahrhundert=
ausſtellung.
* Königsberg, 5. Febr. Auf dem Wege vom
Schloß zum Landeshauſe beſichtigte der Kaiſer in lang
ſamer Vorbeifahrt an der Front der Kunſtakademit
die dort angebrachten Koloſſalgemälde von Profeſſor
Dett=
mann. Ebenſo wurde vom Kaiſer auf der Fahrt zur
Jahrhundertausſtellung das Yorckſche Denkmal vom Aus
tomobil aus beſichtigt. Um 3½ Uhr traf der Kaiſer,
be=
gleitet vom Kronprinzen, der Kronprinzeſſin und dem Ge
folge in der Jahrhundertausſtellung ein. Vor
der Kunſthalle war neben dem Doppelpoſten eine
Ehren=
wache in der hiſtoriſchen Tracht des Regiments von
Ruechel, des ſpäteren Kronprinzen=Regiments, aufgeſtellt,
ebenſo waren die verſchiedenen Saaleingänge mit Ehren
poſten in der Tracht der Grenadiere, Füſiliere und
Küraſ=
ſiere aus der Zeit von 1806—1813 beſetzt. Den Eingang
des Gebäudes flankierten zwei Kanonen, ebenfalls aus
jener denkwürdigen Zeit. Als der Kaiſer, der wieder die
Uniform ſeiner 3. Grenadiere trug und das
Kronprinz=
liche Paar nahten, erwies die Ehrenwache unter Trommel
wirbel die Ehrenbezeugungen. Der Kaiſer begab ſich,
nachdem er die Wache beſichtigt hatte, in das Gebäude, wo
er u. a. von dem Geheimen Rat Profeſſor Bezzenbergen
und den Leitern der Ausſtellung empfangen wurde,
Unter der Führung von Profeſſor Bezzenberger traten
der Kaiſer und die Kronprinzlichen Herrſchaften einen
Rundgang durch die Ausſtellung an. Mit großem Intereſſe
beſichtigte der Kaiſer zahlreiche Gegenſtände und ga
mehrfach ſeiner Anerkennung und Befriedigung über die
ſo hervorragend gelungene Ausſtellung Ausdruck. Auch
das Kronprinzenpaax befriedigte die Ausſtellung unge
mein. Nach einem etwa einſtündigen Beſuch verließ der
Kaiſer und das Kronprinzenpaar die Ausſtellung,
nach=
dem ſich die Herrſchaften mit Dankesworten von Profeſſor
Bezzenberger verabſchiedet hatten. Die Ehrenwache
prä=
ſentierte. Unter jubelnden Ovationen der zahlreichen
Menſchenmenge fuhren der Kaiſer und das
Kronprinzen=
par nach dem Schloß. Die Ausſtellung, die unter der
Schirmherrſchaft des Kronprinzen ſteht, iſt in großen und
mehreren kleinen Sälen untergebracht und enthält in
über=
ſichtlicher Anordnung eine große Anzahl von Gemälden,
Porträts, Fahnen, Waffen, Dokumenten, Schmuckſachen
und ſonſtigen Andenken und Erinnerungen aus der Zeit
von 1806 bis 1813. Darunter befinden ſich Gegenſtände
von unſchätzbarem Werte, die aus der ganzen Provinz
und weit därüber hinaus zur Verfügung geſtellt und der
Oeffentlichkeit zugänglich gemacht worden ſind.
Das Feſtmahl in der Stadthalle.
* Königsberg, 5. Febr. Als der Kaiſer mit
den Kronprinzlichen Herrſchaften zum Feſtmahl in die
Stadthalle fuhr, war die Stadt in eine Fülle von
Licht getaucht. Alle Beleuchtungsarten hatten
Verwen=
dung gefunden, um ein bezauberndes Bild hervorzurufen,
Beſonders wirkungsvoll war die Illumination des großen
Säulenportals am Bahnhof. In den treibenden
Eis=
ſchollen des Pregels ſpiegeln ſich die lodernden
Flamm=
beaux der Börſe wieder. Auch der Schloßteich war von
einem rotglühenden Kranz von Beleuchtungskörpern
um=
geben. Alle öffentlichen Gebäude, das Schloß, die Regie
rungsgebäude, die Hauptpoſt, das Landeshaus und andere
Gebäulichkeiten erſtrahlten in hellem Scheine. Mit ihnen
wetteiferten namentlich in den Hauptſtraßen die großen
Geſchäftshäuſer, in deren Schaufenſtern man vielfach ganze
Szenen aus der großen Zeit der Erhebung Preußens
dargeſtellt ſah. Bilder und Büſten des Kaiſerpaares und
der Königin Luiſe kehrten immer wieder. In den Straßen
vermochte ſich die feſtlich geſtimmte Menſchenmenge nur
langſam vorwärts zu ſchieben. Bis in die erſten Nacht=
zu beſtrafen.” Wilau war ſehr verblüfft, aber er
ver=
langte genauere Angaben. „Schnüre ſie in dieſe
Teufels=
kralle,” ſo rief der Alte. „Ich werde Dir zeigen, was ich
denke. Meine Frau möge die erſte ſein.‟ Da der Alte
eine Idee hatte und die anderen keine beſſeren, ſo war
man’s zufrieden. Man rief die Frau des Aelteſten und
trotz ihres Zeterns und Weinens ſchnürte man ſie in
die=
ſes Pariſer Korſett, indes ringsum das ganze Dorf
neu=
gierig zuſchaute. Und man ſchnürte erbarmungslos. Als
der Häuptling die Frau ſeines Aelteſten ſo gründlich
ein=
gepreßt und gepanzert ſah, gab es für ihn keinen Zweifel
mehr, zu welchem Zwecke das Pariſer Korſett beſtimmt
ſein mußte. Die Alte weinte und heulte, ſie wälzte ſich
im Sande, jammerte und verſtieg ſich zu den demütigſten
Verſprechungen, ſo daß alle ſich verwunderten. „Wah!”
meinte der Häuptling, „gewiß iſt ein Zauber in dieſem
Ding. Wir werden es dazu benutzen, um alle Weiber zu
beſtrafen.” Und im Verlaufe einer Woche waren alle
Frauen des Dorfes ſanftmütig und gehorſam geworden,
und der Ruhm des Wunderkorſetts drang von einer Inſel
zur anderen. Von den Nachbarinſeln kamen
Deputatio=
nen, die Wilau anflehten, ihnen die „Teuſelskralle” nur
auf ein paar Tage zu leihen, damit auch ſie daheim in
ihren Dörfern die Weiber beſſern könnten. Aber Wilan
war durch keine Macht der Welt zu bewegen, dieſe
Zauber=
maſchine aus ſeinem Dorfe zu laſſen. Und ſo blieb das
Korſett denn beim Stamme, bis es durch eifrigen Gebrauch
aus dem Leime ging und bis das Dorf zu einem Paradies
der Ehemänner geworden war.
C.K. Wie Konſtantinopel ſich amüſiert. „
Konſtan=
tinopel amüſiert ſich” in dieſen Worten gipfelt das
intereſ=
ſante Stimmungsbild, das Luigi Barzini aus Stambul
dem Corriere della Sera telegraphiert, Konſtantinopel
amüſiert ſich am Vorabend des Tages, der wieder den
Ge=
ſchützen das Wort erteilt, amüſiert ſich in einer fröhlichen
Harmloſigkeit, die die Sorge um den Krieg, die Sorge um
die Nation und um die Zukunft Allah überläßt und dieſ=
Erdentage genießen will. Ein wundervoller Sonntag,
einer jener göttlichen Sonnentage, die den Bosporus zum
Land der Träume machen! „Eine unüberſehbare und
heitere Menge füllt die Straßen, überflutet die
Prome=
naden, auf denen ein prächtiger Aufwand von Toiletten
leuchtet. Und 30 Kilometer von hier häuft der Feind ſtill
Bataillon an Bataillon und beobachtet von den
Vorpoſten=
ſtellungen aufmerkſam am Horizont das leuchtende Profil
der erſehnten Stadt. Stambul ſchläft friedlich ſeinen
Schlaf der Jahrhunderte, heute wie geſtern, morgen wie
immer, und kümmert ſich nicht um den Wechſel der
Regie=
rungen, um den Wechſel der Führer, um den neuen Krieg.
Die Kaffeehäuſer ſind überfüllt, in den Kinematographen
theatern iſt kaum noch ein Platz zu bekommen, und mit
brauſendem Beifall überſchüttet das Publikum die
Kriegs=
bilder: die Kriegsbilder — vom Jahre 1812, die Bilder
mit einem heftig geſtikulierenden Napoleon. Am
Vor=
abend eines neuen blutigen Ringens verrät nichts in
die=
ſer großen wunderlichen Stadt daß eine tragiſche Stunde
herannaht, und daß wohl ſchon in dieſer Nacht der
Widerhall von Kanonendonner von neuem hörbar werden
wvird. Iſt das ein Zeichen von Kraft? Inmitten der
Menge ſchlendern gelaſſen Soldaten einher, zahlreich wie
an einem ſommerlichen Ausgehetage, und inmitten der
Menge leuchten die eleganten Uniformen der Offiziere auf
Ja, die Zeitungen führen allerdings eine würdige Sprache
und finden die rechten Worte für den hiſtoriſchen
Augen=
blick. Mit leidenſchaftlicher Vaterlandsliebe rufen ſie die
Nation zu den Waffen und gemahnen an Frankreichs
Re=
volution, bei der aus dem Volke Heere hervorwuchſen.
Sie haben den Schrei des gefährdeten Vaterlandes, ſie
ſprechen von dem neuen Komitee der nationalen
Vertei=
digung, und ſie berichten von den Zahlen der kurdiſchen
Freiwilligen, die ſich angeblich gemeldet haben. Und auch
das Volk, ja, es ſpricht vom Kriege, aber es ſpricht von
ihm, wie von einem fernen Ereigniſſe, das ein fernes
Land angeht; man ſpricht von dem Kriege mit mehr
Neu=
gier als Leidenſchaft. In dieſer rätſelhaften Atmoſphäre,
die einſchläfern muß und zugleich entzückt, gedeiht die
Blume der Hoffnungsſeligkeit, wie in keinem anderen
Boden.”
iunden hinein dauerte das lebhafte Treiben an. Nach und
rach erloſchen die buntfarbigen Glühkörper und die
Schau=
uſtigen füllten die Reſtaurants und Cafés, um bei den
Llängen patriotiſcher Weiſen den denkwürdigen Tag zu
eſchließen.
Die Stadthalle mit ihren wundervollen,
rieſen=
aften Räumen, ihren reich vergoldeten Decken, ihren
iberaus wirkungsvollen modernen Beleuchtungskörpern
var heute Abend von einer glänzenden Geſellſchaft von
ber 700 Perſonen gefüllt. Auf dem mit Laubgewinden
geſchmückten Muſikpodium hatte die Kapelle des
Grena=
dier=Regiments Kronprinz in Uniformen von 1813 Platz
genommen. Unter Fanfarenklängen, geführt von
Landes=
hauptmann von Berg und dem Fürſten zu Dohna=
Schlo=
hitten erſchien der Kaiſer in der Uniform ſeines
oſt=
freußiſchen 3. Regiments. Er führte die
Kronprin=
zeſſin, welche eine purpurrote Sammetrobe trug. Mit
dem Kaiſer erſchien der Kronprinz in der Uniform
ſeines Leibhuſaren=Regiments. Die Herrſchaften nahmen
in der Haupttafel Platz. Der Kaiſer ſaß zwiſchen
der Kronprinzeſſin und dem Kronprinzen.
Gegen=
über dem Kaiſer hatte Fürſt zu Dohna=Schlobitten
Platz genommen. Fürſt Dohna brachte mit kurzen
Worten ein Hoch auf den Kaiſer aus, das brauſenden
Widerhall fand. Die Muſik ſpielte die Nationalhymne.
Der Kaiſer erwiderte mit einer Rede, worauf die Muſik
Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben” und dem
Horck=Marſch ſpielte. Nach dem Eſſen hielt der Kaiſer in
en unteren Räumen der Stadthalle Cercle. Auch die
Fronprinzeſſin zog zahlreiche anweſende Herren ins
Ge=
ſpräch, ebenſo der Kronprinz. Die Rückfahrt nach dem
Schloſſe erfolgte unter lauten patriotiſchen Kundgebungen
ernes vieltauſendköpfigen Publikums.
Rede des Kaiſers beim Feſtmahl.
* Königsberg, 5. Febr. Bei dem Feſteſſen,
welches heute abend um 7 Uhr in der Stadthalle ſeinen
Anfang nahm, brachte Fürſt Dohna=Schlobitten das
Kai=
ſerhoch aus. Der Kaiſer erwiderte mit folgender
Rede
Das ſoeben verklungene Hoch, die freundlichen Worte
ies Herrn Vertreters Ihrer Provinz bei der heutigen
Feſtſitzung des Provinziallandtages und der jubelnde
Empfang, der mir heute wiederum in Königsberg zuteil
geworden iſt, haben mir in herzerhebender Weiſe gezeigt,
mit welcher Freude die Provinz meine Teilnahme an der
heutigen patriotiſchen Feier begrüßt hat. Um ſo mehr
hedauere ich, daß Ihre Majeſtät die Kaiſerin und Königin
hre Abſicht, mich hierher zu begleiten, infolge der, Gott
ſei Dank, faſt überwundenen Erkrankung meines Sohnes
Adalbert hat aufgeben müſſen. Die Kaiſerin aber hat mich
beauftragt, der Provinz Oſtpreußen ihr lebhaftes Be
dauern über die ihr entgangene Freude auszuſprechen und
ihr ihre Herzensgrüße zu übermitteln. Mit dieſen
Grü=
ßen verbinde ich meinen wärmſten Dank für die überaus
ſchöne und würdige Geſtaltung des heutigen
bedeutungs=
vollen Tages, von der ergreifenden gottesdienſtlichen
Etunde am Dome an, der trefflich gelungenen Ausſtellung
mit dem laut an Herz und Ohr dringenden Zeichen der
rinnerung an die große Zeit vor 100 Jahren, bis zur
je tzigen feſtlichen Vereinigung. Vor unſerem geiſtigen
Auge ſteht heute wieder lebendig nicht nur die wackere Tat
der braven oſtpreußiſchen Stände und damit die
Geburts=
ſtunde der ruhmvollen preußiſchen Landwehr, wir
ge=
denken auch mit Stolz des glücklichen Ausganges des
gewaltigen Ringens des preußiſchen Volkes um ſeine
reiheit und Ehre und der Begründung des zur
Erhalt=
ung des Errungenen unentbehrlichen Fundaments, der
Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Dieſem
perſön=
ſichen und großen Opfer des preußiſchen Volkes hat es
das Vaterland in erſter Linie zu verdanken, wenn es ſich
heute ſeines Wohlſtandes und ſeiner Machtſtellung in
Frieden erfreut und jeder Bürger unbeſorgt vor fremden
Etörungen ſeinem Geſchäfte und Gewerbe nachgehen und
das Glück ſeines Hauſes ſchmieden kann. So ſoll es, wills
Gott, auch in Zukunft bleiben. Und wenn ſich jetzt eine
Perſtärkung des Fundaments im Rahmen der allgemeinen
Wehrpflicht als notwendig erweiſt, zweifle ich nicht, und
darin beſtärkt mich der heutige Tag, daß das deutſche Volk
zur Uebernahme weiterer perſönlicher Opfer nach dem
rähmlichen Vorbild unſerer Väter freudig bereit ſein wird
Alnhaltende Bravos!) Erheben Sie die Gläſer auf das
Wohl und Gedeihen der Provinz Oſtpreußen, drei Hurras
für die Oſtpreußen!
Fackelzug der Studentenſchaft.
* Königsberg, 5. Febr. Gegen halb 7 Uhr abends
berſammelte ſich im inneren Schloßhofe die geſamte
Studentenſchaft der Albertinge zu einem
Fackel=
zuge. Im Halbkreiſe nahmen die Chargierten der
ein=
zelnen Korporationen mit den Bannern vor dem Fenſter,
hon dem aus der Kaiſer den Fackelzug entgegenzunehmen
gedachte, Aufſtellung. Auch die altehrwürdige
Univerſi=
etsfahne wurde mitgeführt. Ordner zu Pferde trafen
die erforderlichen Anordnungen. In dem verdunkelten
Schloßhofe, deſſen Fenſter und Galerien von
Schauluſti=
gen dicht beſetzt waren, boten die vielen Mützen, Pekeſchen
und Kneipjacken im Scheine der lodernden Fackeln ein
ild von ungemeinem Reize. Als die Aufſtellung
be=
adet war, erklang aus Hunderten von jugendfriſchen
Burſchenkehlen das feierliche „Gaudeamus igitur” dann
durchbrauſten den weiten Raum ein dreifach donnerndes
Hurra auf den Kaiſer und die getragenen Klänge der
Nationalhymne. Der Kaiſer empfing ſodann eine
Ab=
rdnung der Studentenſchaft unter Führung des
Prorek=
tors der Univerſität, Geh. Rat Dr. Winter und trat dann
ſan das geöffnete Fenſter, um ſich den Umzug der
Fackel=
häger anzuſehen. Hierbei wurden ihm wiederholt
Ova=
tionen dargebracht, bis der lange Zug den Schloßhof
uiter den Klängen des Preußenmarſches verlaſſen hatte.
Um 7 Uhr begab ſich der Kaiſer mit den Kronprinzlichen
Herrſchaften zum Feſtmahle in die Stadthalle. Die
Stu=
dentenſchalt verſammelte ſich zu einem gemeinſamen
Kom=
mers im Tiergarten.
* Wien, 6. Febr. Zur Rede des deutſchen
Kaiſers in Köniasberg ſchreibt das Neue
Wie=
ner Tageblatt: Die Rede verbürgt in ſtolzen Akzenten
ſelbſtbewußter, allgemein anerkannter Kraft den
Friedens=
willen Deutſchlands. Was Wilhelm II., als deſſen
Kai=
ſer für richtig hält, ſagte die Rede in Königsberg mit
unübertrefflicher Klarheit und Beſtimmtheit. Die Rede
des Kaiſers leuchtet friedefroh in alle dunklen Ecken, wo
Störer der Ruhe Europas beimlich wirken. In
Königs=
berg, wo Deutſchlands größter Philoſoph der ganzen
Welt Weisheiten lehrte, huldigte der Kaiſer den
For=
derungen der Menſchlichkeit und Kultur Wer ſtark iſt,
darf uund muß gütig ſein. Deutſchlands prunkende
Rüſtung und ſeine Stärke geſtatten es ihm, durch den
Mund ſeines Kaiſers den Frieden zu preiſen.
Deutſch=
lands Stärke gewährt ihm offen den Frieden zu lieben,
ihn zu ſchützen und ſeine Erhaltung zu wollen.
Die Alarmierung von
Straßburg.
Ein Faſtnachtsſcherz.
* Straßburg, 5. Febr. Durch eine gefälſchte
Depeſche eines noch nicht ermittelten Ulkbruders wurde
heute mittag die geſamte Garniſon Straßburg
und ein namhafter Teil der Bevölkerung zwecklos in
Be=
wegung geſetzt. Vormittags traf beim kaiſerlichen
Gouverneur ein Telegramm ein aus Weißenburg etwa
des Inhalts: Se. Majeſtät der Kaiſer ab Bahnſtation
Weißenburg trifft mit Automobil 12 Uhr in Straßburg
ein, begibt ſich ſofort nach Polygon, wo zwiſchen
12 und 1 Uhr die Garniſon alarmiert. Alsbald wurden
durch Trommelſignale und Eilordonnanzen die
Nicht=
kaſernierten und die Offiziere in die Kaſernen berufen
und gegen 12 Uhr rückten die Truppen aller
Waffengat=
tungen in Felduniform nach dem großen Exerzierplatz
Polygon, wo ſich bereits Prinz Joachim von
Preußen und die Generalität, ebenſo auch als
erſter der kaiſerliche Statthalter Graf v. Wedel
einge=
ſtellt hatten. Gegen ¾2 Uhr, als die letzten Truppen
an=
gerückt waren, ſtellte ſich auf telegraphiſche Anfrage in
Berlin heraus, daß der Kaiſer (wie das Wolffſche
Tele=
graphen=Bureau ſchon am Morgen richtig gemeldet hatte)
auf dem Wege nach Königsberg bezw. dort eingetroffen
ſei. In der Stadt hatten ſofort zahlreiche Gebäude
geflagat, auch vom Münſter wehten die Reichsfarben
zum Gruß. Automobile und Straßenbahn machten gute
Geſchäfte. Wer die Depeſche in Weißenburg aufgegeben
hat, iſt noch nicht bekannt.
Straßburg, 5. Febr. Ueber den Urheber der
gefälſchten Depeſche an das Kaiſerliche Gouvernement,
auf Grund deren dann die Alarmierung der Garniſon
erfolgte, wird mitgeteilt, daß es ein entlaſſener
Zahlmeiſter=Aſpirant der Metzer Garniſon na
mens Wolter iſt, der ſich heute morgen jenen frivolen
„Scherz” erlaubt hat. Er wurde vor einiger Zeit
we=
gen Unregelmäßigkeiten entlaſſen und iſt ſeinerzeit vom
Militärgericht für unzurechnungsfähig erklärt worden.
Um nun zu zeigen, daß er vollkommen zurechnungsfähig
ſei, hat Wolter, wie er angibt, den Streich verübt. In der
Uniform eines Poſtbeamten begab er ſich mit
einem leicht anzufertigenden Deveſchenformular zu dem
Gouverneur, wo man die Fälſchung nicht ſo bald
erkannte. Die Depeſche beſagte, der Kaiſer komme um
12 Uhr nach Straßburg und werde ſich mittels
Kraft=
wagens ſofort nach dem Polyaon begeben, die Garniſon
wäre ſofort zu alarmieren. Mit der Abſchrift der
ge=
fälſchten Depeſche begab ſich Wolter dann zu einer
hie=
ſigen Zeitungsredgktion, um ſich ſeine
Zurechnungsfähig=
keit beſtätigen zu laſſen.
* Straßburg, 5. Febr. Der Zahlmeiſteraſpirant
Wolter hat nicht etwa, wie durch Extrablätter verbreitet
wurde, eine chiffrierte Depeſche fabriziert, ſondern ein
einfaches Telegrammformular aus Weißenburg datiert
und wörtlich darauf geſchrieben: „An das Kaiſerliche
Generalgouvernement, Garniſon=Hauptwache Straßburg.
Mit dieſer Depeſche ging er zu dem wachthabenden
Offi=
zier auf der Hauptwache am Kleberplatz, der ſofort das
Nötige veranlaßte. Auf dem Gouvernement, wohin die
Depeſche gebracht wurde, hat man anſcheinend nicht eine
Minute auf die Prüfung der Echtheit der Depeſche
ver=
wandt. Nachdem er den Erfolg ſeines Vorgehens
feſtge=
ſtellt hatte, begab er ſich auf die Redaktion der
ſozialdemo=
ratiſchen „Freien Preſſe” wo er über ſeine Leiſtungen
berichtete; hätte er das nicht getan, ſo wäre der Urheber
der Straßburger Alarmierung wahrſcheinlich nie entdeckt
worden.
* Straßburg, 5. Febr. Das Gouvernement gibt
ſoeben folgenden amtlichen Bericht über den durch
die gefälſchte Depeſche hervorgerufenen falſchen Alarm
heraus: „Der heutige Uebungsalarm der Garniſon
Straßburg wurde veranlaßt durch ein auf der Hauptwache
von einem Boten in Poſtuniform abgegebenes, nach Form
und Ausdruck durchaus einwandfreies Telegramm, das
die Ankunft S M. des Kaiſers ankündigte und die
ſofor=
tige Verſammlung der Truppen auf dem Polygon befahl.
Als Verfaſſer und Ueberbringer dieſes Telegramms
wurde bereits heute nachmittag ein ehemaliger
Zahl=
meiſter=Aſpirant ermittelt und verhaftet. Er iſt in vollem
Umfange geſtändig. Anklage wegen Urkundenfälſchung
iſt ſeitens der zuſtändigen Behörde eingeleitet worden.
Der Verhaftete tat bei ſeiner Verhaftung recht
ver=
gnügt und ſprach offen ſeine Freude aus über das
ge=
lungene Manöver. Wie man über den Bluff auch denken
mag, er hat gezeigt, daß die Straßburger Garniſon auf
der Höhe iſt. Der Aufmarſch erfolgte in ſchnellſter
Zeit und tadelloſeſter Ordnung. Als ſich herausſtellte,
daß der Kaiſer nicht komme, begann der Parademarſch
vor dem Kommandierenden General; die Infanterie in
Zügen, hinterher die Huſaren und die Artillerie Vom
Platz hinwea ging es ſofort zu den Kaſernen. Nur die
Stabsoffiziere blieben zur Kritik. Gegen 3 Uhr waren
Vorbeimarſch und Kritik zu Ende, und mit klingendem
Spiel brachte eine Kompagnie des Pionierbataillons
Nr. 27 die Fahnen wieder zum Generalkommando. Die
Aufregung des Tages iſt vorüber, die Fahnen wurden
eingezogen, und bald war alles wieder wie an jedem
Mittwoch. — Daß der Kaiſer einmal die
Straß=
burger überraſchen würde, war nicht ſo ganz
un=
wahrſcheinlich. Die Straßburger Poſt erinnert daran.
daß dies früher einmal geſchehen iſt. Am 11. Januar 1893
traf der Kaiſer um 12 Uhr 40 Minuten ganz unerwartet
im Sonderzuge in Straßbura ein. Selbſt ſeine Umgebung
hatte von der Abſicht erſt erfahren, als der kaiſerliche Zug
in Appenweier auf das Straßburger Gleis übergeführt
wurde. In Kehl hatte der Hofzug den um 12 Uhr 32
Minuten ankommenden Perſonenzug überholt. Der
Bahnhofsvorſteher erhielt den Befehl, keine Meldung
nach Straßburg zu geben. Hier wurden inzwiſchen ſofort
die Pferde ausgeladen, und der Kaiſer ritt mit ſeinem
dienſttuenden Flügeladjutanten zur Hauptwache; an der
Hauptwache vorüber ging es zur Ulanenkaſerne, wo der
Kaiſer ſeines Stabes harrte, und dann zum Polygon.
Wie ein Lauffeuer hatte ſich die Nachricht von dem
ge=
lungenen Ueberfall in der Stadt verhreitet. Die Fahnen
wehten alsbald, und auf dem Polygon waren, als der
Kaiſer eintraf, bereits der kommandierende General und
der Gouverneur eingetroffen. Um 2½ Uhr erſchienen die
erſten Truppen. Der Kaiſer nahm in Gegenwart der
zu Tauſenden herbeigeſtrömten Menſchenmenge die
Pa=
rade über die geſamte Garniſon ab und kehrte dann an
der Spitze des Infanterie=Regiments Nr. 138 in die Stadt
zurück.
* Straßburg. 6. Febr. Der
Depeſchenfäl=
cher Auguſt Wolter iſt ein wegen Geiſteskrankheit
entlaſſener Zahlmeiſteraſpirant und 1877 zu Ban=St.
Martin bei Metz geboren. Das Telegrammformular hat
er ſich dadurch verſchafft, daß er an ſich ſelbſt eine Depeſche
aufgab und durch Wegradieren des Textes dann
ent=
ſprechend herrichtete.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 5. Febr. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 1 Uhr 17 Minuten. Zunächſt
be=
ſchließt das Haus die Erteilung der Genehmigung zur
Vernehmung des Abg. Kreth als Zeugen und eine durch
ein Schreiben des Amtsgerichts Mainz nachgeſuchte
Ge=
nehmigung zur ſtrafrechtlichen Verfolgung des Abg.
Wen=
del in einer Privatklageſache zu verſagen. Sodann wird
die Berätung des Etats des Innern
fortgeſetzt. Die Debatte beginnt mit der Fortſetzung des
Kapitels „Aufſichtsamt für Privatverſicherung”.
Abg. Giesberts (Ztr.): Wenn wir fordern, daß die
Abonnentenverſicherung verboten werde, ſo verlangen
wir keineswegs ein Ausnahmegeſetz. Wir wollen nur
die Preſſe befreien von einer unnötigen Belaſtung, die ſie
in ihrer Entwicklung und Tätigkeit hindert. Die Tatſache,
daß auch Zentrumsblätter dazu gekommen ſind, die
Abonnentenverſicherung einzuführen, hindert mich nicht,
dieſe Zuſtände zu kritiſieren. Die Mehrzahl dieſer
Ver=
ſicherungen gehört zum unlauteren Wettbewerb und
müßte verſchwinden. — Abg. Taubadel (Soz,): Ein
anſtändiges literariſches Unternehmen ſollte ſich auf ſolche
Dinge nicht einlaſſen. Dieſe Zeitungen werden meiſtens
nicht wegen ihres Inhalts, ſondern wegen der
Verſiche=
rung gehalten. — Abg. Junck (natlib.): Mir iſt nicht
bekannt, daß Verleger einer Zeitung mit
Abonnenten=
verſicherung meiner Partei angehören. Meine
Ausfüh=
rungen waren rein objektiv. — Abg. Werner=Hersfeld
(Reformp.): Die nationalliberale Preſſe nimmt einen
weſentlich anderen Standpunkt ein als der Abg. Junck.
Sie will zum mindeſten ſämtliche verſichernde Zeitungen
der Staatsaufſicht unterwerfen. — Abg. Trimborn
(Ztr.): Trotz der Erklärung des preußiſchen
Handels=
miniſters, wonach die Anerkennung von Erſatzkaſſen für
die Privatbeamtenverſicherung vor der Inkraftſetzung des
Geſetzes entſchieden werden ſoll, iſt immer noch nicht auf
die Geſuche des Magdeburger Privatbeamtenvereins und
der Rheiniſch=Weſtfäliſchen Bodenkreditbank eine Antwort
erfolgt. Ich möchte die Zulaſſung namentlich des
Privat=
beamtenvereins empfehlen. Gewiſſe Kreiſe der Induſtrie
ſcheinen das Beſtreben zu haben, trotz des klaren
Wort=
lautes des Geſetzes die Werkmeiſter der
Privatbeamten=
verſicherung nicht anzuſchließen. Es wäre die Aufgabe
des Staates, gegen derartige Manipulationen
einzu=
ſchreiten.
Miniſterialdirektor Dr. Caſpar: Die
Bekannt=
machungen des Verſicherungsamtes für
Privatbeamten=
verſicherung werden neben den amtlichen Blättern auch
in der Fachpreſſe bekanntgegeben. Soweit es möglich war.
iſt ſomit ſchon den Wünſchen nach weiter Veröffentlichung
nachgekommen worden. Ueber die Zulaſſung von
Erſatz=
kaſſen ſollte möglichſt bis zum 1. Januar d. J. entſchieden
werden. Es waren aber etwa 90 Geſuche eingelaufen,
da war das nicht möglich. Es war da eine eingehende
verſicherungstechniſche Prüfung nötig. Es wird aber mit
möglichſter Beſchleunigung entſchieden werden. Der Abg,
Trimborn hat die Einrichtungen des Magdeburger
Pri=
vatbeamten Verſicherungsvereins ſehr günſtig beurteilt.
Soweit es beim Reichsamt des Innern liegt, wird man
die Angelegenheit mit dem gleichen Wohlwollen prüfen.
— Abg. Giebel (Soz.): Das ſo junge Geſetz hat ſchon
klar und deutlich gezeigt, daß es dringend nötig iſt, ſobald
als möglich eine einſchneidende Reform der
Privatbeam=
ten=Verſicherung eintreten zu laſſen. Zu verurteilen iſt,
daß das Direktorium die einzelnen Angeſtelltenverbände
verſchieden behandelt. Alle haben das gleiche Recht, das
müſſen wir hier mit allem Nachdruck betonen. (Sehr
richtig! bei den Soz.) Die Kruppſche Penſionskaſſe kann
als Lebensverſicherung nicht anerkannt werden; das wäre
geſetzwidrig und ein offenbarer Verſtoß gegen den Sinn
und Wortlaut des Geſetzes, da dem Angeſtellten gekündigt
werden und ihm das Recht der weiteren Mitgliedſchaft
ganz oder teilweiſe genommen werden kann. (Sehr wahr
bei den Soz.) — Abg. Graf Weſtarp (konſ.): Es ſcheint,
als ob wir bei Schaffung des Geſetzes etwas unvorſichtig
vorgegangen ſind. Es beſteht tatſächlich eine erhebliche
Rechtsunſicherheit über die Verſicherungspflicht. Deshalb
bitte ich um möglichſte Beſchleunigung der Entſcheidung
über die Zuläſſigkeit als Erſatzkaſſen. Sodann wünſchen
die Privatlehrer und=Lehrerinnen eine weitere
Ausge=
ſtaltung ihrer Verſicherungsmöglichkeiten. Mögen dieſe
Wünſche mit möglichſtem Wohlwollen berückſichtigt
werden.
Miniſterialdirektor Dr. Caſpar: Die
Reichsver=
ſicherungsanſtalt hat die Einrichtung getroffen, daß in
Ausſicht genommene Erſatzkaſſen erſt nach Prüfung
ge=
nehmigt werden. Ueberdies ſteht ja dem Geſetze nach
jedem Angeſtellten frei, zu beantragen, ob er von der
Ver=
ſicherungspflicht befreit ſein will oder nicht. Damit iſt
doch die ganze Frage aus der Welt geſchafft. Bei der
Penſionskaſſe der Firma Krupp wurde der Antrag
ge=
ſtellt, der Kaſſe den Charakter einer Verſicherung zu geben.
Dies kommt natürlich nur allen denen zugute, die vor
dem Jahre 1911 beigetreten ſind. Alle ſpäter
Eingetrete=
nen werden davon nicht betroffen, dieſe könnten in die
Kaſſe nicht aufgenommen werden, oder wenn es trotzdem
geſchehe, ſo müßte für ſie die volle Verſicherung bezahlt
werden. Es iſt alſo lediglich eine formelle Liquidation
der Kaſſe Ich glaube, damit ſind alle Vorwürfe, die der
Abg. Giebel in dieſer Frage gemacht hat, gegenſtandslos.
Abg. Irl (Ztr.): Von Zeit zu Zeit ſollte eine
Denk=
ſchrift dem Reichstage vorgelegt werden, auf welche Weiſe
die Gelder der Verſicheruna angelegt werden. — Abg.
Giebel (Soz.): Das Selbſtentſcheidungsrecht der
An=
geſtellten dürfte gegenüber den Wünſchen der
induſtriel=
len Unternehmungen ziemlich illuſoriſch ſein. Wenn der
Angeſtellte ſich dem Wunſche widerſetzt, ſo bleibt er nicht
mehr lange in ſeiner bisherigen Stelle. Die
Beſtimmun=
gen des Geſetzes auf Umgeſtaltung von Kaſſen in
Lebens=
verſicherungen wurden beſchloſſen, weil man dem
Magde=
burger Privatbeamtenverein Gelegenheit geben wollte,
ſich in eine Lebensverſicheruna umzugeſtalten, nicht, um
den Werkskaſſen ein Hintertürchen aufzumachen.
Das Kapitel wird bewilligt. Damit iſt das
Or=
din arium des Etats des Innern erledigt
Es folgen einmalige Ausgaben. Eine Reihe
von Titeln wird ohne Debatte erledigt. Beim Titel
„Beitrag zu den Unterhaltungskoſten einer Anſtalt für
die Bekämpfung der Säuglingsſterblichkeit im Deutſchen
Reiche (60000 Mark)” beantragen die Sozialdemokraten
Gründung einer Reichsanſtalt zur Bekämpfung und
Er=
forſchung der Säuglingsſterblichkeit. Die Wirtſchaftliche
Vereinigung beantragt die Einſtellung größerer Mittel
zur Bekämpfung der Säuglingsſterblichkeit und zur För=
Abg. Büchner
derung des Hebammenweſens. —
(Soz.): An der hohen Säuglingsſterblichkeit iſt vor allem
unſere heutige Wirtſchaftspolitik ſchuld. Die Säuglinge
hungern ja ſchon vielfach im Mutterleibe. Es müſſen
den Müttern Stillprämien gewährt werden. Bei
Be=
ratung der Reichsverſicherung wäre es notwendig
ge=
weſen, einzugreifen und die Schwangeren zu unterſtützen
Abg. v. Graefe=Güſtrow (konſ.): Die Vorwürfe, die
der Vorredner erhoben hat, ſind nicht ganz zutreffend
Wir dürfen nicht vergeſſen, daß der Schwerpunkt in der
Bekämpfung der Säuglingsſterblichkeit in der Familie
liegt. Deshalb lehnen wir die ſozialdemokratiſche
Reſo=
lution ab. Der Reſolution des Abg. Mumm ſtimmen
wir zu. Auch wir erkennen an, daß ein höherer Beitrag
für dieſe Zwecke ausgeſetzt werden muß. — Abg. Dr.
Waldſtein (Fortſchr. Vpt.): Die Mütter müſſen mehr
angehalten werden, ihre Kinder ſelbſt zu nähren,
wenig=
ſtens müßten ſie mit den einfachſten Regeln der
Säug=
lingspflege bekannt gemacht werden. Die Summe von
60000 Mark muß weſentlich erhöht werden. Die
Kom=
munen ſind meiſtens nicht in der Lage, die
entſprechen=
den Einrichtungen zu beſorgen. Wir kommen aber in der
ganzen Angelegenheit nicht vom Fleck, wenn wir nicht
eine gründliche Reform der Vormundſchaft erhalten.
Abg. Mumm (Wirtſch. Vgg.): Es empfiehlt ſich, für
dieſe Zwecke eine größere Summe einzuſtellen. — Abg.
Schirmer (Ztr.): Die Angriffe des
ſozialdemokrati=
ſchen Redners auf die katholiſche Bevölkerung weiſe ich
als vollſtändig ungerechtfertigt zurück. — Damit ſchließt
die Debatte. Der Etatstitel wird bewilligt, die Reſolution
der Sozialdemokraten abgelehnt, die des Abg. Mumm
einſtimmig angenommen.
Es folgt der Titel „Bekämpfung der
Tuber=
kuloſe (100000 Mark)‟ — Abg. Rühle (Soz.): Es
müſſen reichlichere Mittel als bisher bewilligt werden,
damit in einer großzügigen Form gegen die Tuberkuloſe
vorgegangen werden kann. — Abg. Graf v. Weſtarp
(konſ.): Auch wir wünſchen Erhöhung dieſer Summe auf
150 000 Mark. — Der Titel wird bewilligt und die
Re=
ſolution angenommen.
Titel: „Betrieb und Unterhaltung eines
Inſtituts zur Förderung der
Luftſchiff=
fahrt (75000 Mark)‟ — Abg. Dr. Belzer (Ztr.): Die
Schaffung eines Luftſchiffahrtsrechtes iſt notwendig,
da=
mit die Haftpflicht geregelt werden kann. —
Miniſterial=
direktor Dr. Lewald: Auch wir bedauern, daß es nicht
gelungen iſt, eine internationale Regelung der Haftpflicht
zu treffen. — Abg. Erzberger (Ztr.): Es muß
Vor=
ſorge getroffen werden, daß Luftſchiffahrtsmotore
behörd=
lich abgenommen werden. — Miniſterialdirektor Dr.
Le=
wald: Das Miniſterium des Innern hat den
Landes=
behörden aufgegeben, daß durch die Landesgeſetzgebung
Vorſorge getroffen werde, daß eine Gefährdung des
Publikums durch die Luftſchiffahrt unmöglich gemacht
werde. Der Entwurf eines Luftſchiffahrtgeſetzes iſt
ziemlich fertiageſtellt. — Der Titel wird bewilligt. — Der
Reſt des Etats wird bewilligt. Dabei
bean=
tragt beim Titel „Förderung des
Kleinwoh=
nungsweſens” Abg. Mumm (Wirtſch. Vgg.) in
einer Reſolution eine entſprechende Erhöhung für die
Wohnungsfürſorge (4 Mill.). Eine gleichlautende
Re=
ſolution beantragt die Budgetkommiſſion. Weiter
be=
antragt die Budgetkommiſſion Gewährung von zweiten
Hypotheken für den Kleinwohnungsbau. — Der
Bericht=
erſtatter Graf v. Weſtarp begründet eingehend die
Reſolution der Budgetkommiſſion. — Abg. Göhre
(Soz.): Auch bei dieſem Titel zeigt ſich, daß das Reich im
Seepptau Preußens ſchwimmt. Der Entwurf eines
preußiſchen Wohnungsgeſetzes bietet nicht im geringſten
das, was der Reichstag gewillt iſt, in dieſer Beziehung
zu tun. Wir verlangen zum mindeſten ein
Landes=
wohnungsgeſetz, das durch ein preußiſches Geſetz
ge=
ſchaffen wird. — Abg. Graf v. Poſadowsky (wild):
Es iſt zu hoffen, daß das preußiſche Wohnungsgeſetz ſo
ausgeſtaltet wird, daß es allen Notwendigkeiten
Rech=
nung träat. Zu bedenken iſt vor allem, ob nicht die hohen
Kredite der Banken verſchuldet haben, daß der Grund
und Boden im Preiſe ſo hoch geſtiegen iſt, daß es den
Arbeitern unmöglich geworden iſt, in der Nähe ihrer
Ar=
beitsſtelle ein Heim zu kriegen. Wir haben in
Deutſchland derartige Bodenpreiſe, wie ſie ſich in keinem
anderen Kulturſtaate Europas finden. Das Erbbaurecht
iſt im Bürgerlichen Geſetzbuch nur lapidariſch behandelt
worden. Die Wohnungsfrage kann aber nicht
befriedi=
gend gelöſt werden, wenn nicht das Kapital für das
Erb=
baurecht intereſſiert wird. Den Minderbemittelten muß
es auch ohne Kapital ermöglicht werden, Grund und
Boden zu erwerben. Wir müſſen einen Kredit haben, der
ſich auf die Arbeitskraft ſtützt. — Abg. Dr. Braband
Fortſchr. Vpt.): Wir alle, ob rechts oder links, ſind davon
überzeugt, daß eine geſunde Wohnungspolitik
notwen=
dig iſt.
— Nächſte Sitzung: Freitag
Es wird vertagt.
1 Uhr: Juſtizetat. — Schluß ¾7 Uhr.
* Berlin, 6. Febr. Die Budgetkommiſſion
des Reichstags begann heute die Beratung des Marine=
Etats. Der Berichterſtatter Thünefeld leitete die
De=
batte mit der Mitteilung ein, daß der Etat 462,4 Millionen
Mark erfordere; dazu kämen 5 Millionen für den Bau des
Erſatzes der „Hohenzollern‟ Der Referent wünſchte
Auf=
ſchluß darüber, weshalb man den Mitteilungen des
eng=
liſchen Lords der Admiralität im Juni 1912 nicht offiziell
entgegentrat, in denen das Stärkeverhältnis der beiden
Flotten unrichtig dargeſtellt ſei, da zu den fertigen
deut=
ſchen Schiffen auch die erſt auf Stapel gelegten Schiffe
zu=
gezählt geweſen ſeien. Ueber den Stand unſerer
Bezieh=
ungen zu England wurde ebenfalls Auskunft verlangt.
Der Staatsſekretär des Reichsmarineamts führte aus:
Dieſe Frage berühre den vorliegenden Etat nicht, da
kei=
nerlei Mehrforderungen über das Flottengeſetz hinaus
aufgeſtellt ſeien; außerdem könne er über dieſe das
aus=
wärtige Gebiet berührende Frage keine Auskunft erteilen.
Die Redner des Zentrums, der Sozialdemokraten, der
Fortſchrittspartei und der Nationalliberalen erklärten ſich
mit dieſer Auskunft nicht befriedigt. Staatsſekretär von
Tirpitz wies in längeren Ausführungen auf das dem
Flottengeſetz zu Grunde liegende Defenſivprinzip hin.
Deutſchland baue ſeine Flotte lediglich nach den eigenen
Bedürfniſſen. Die weitere Debatte wurde mit Rückſicht
auf die morgen zu erwartenden Erklärungen des
Staats=
ſekretärs des Auswärtigen ſchließlich ausgeſetzt.
Berlin, 6. Febr. Die Kommiſſion des
Reichstages zur Beratung der Abänderung der
Vor=
ſchriſten des Handelsgeſetzbuches betr. die
Konkur=
renzklauſel nahm folgenden nationalliberalen und
fortſchrittlichen Antrag an: Die Vereinbarung zwiſchen
Prinzipal und Handlungsgehilfen, welche die
Handlungs=
gehilfen für die Zeit nach der Beendigung des
Dienſtver=
hältniſſes in ihrer gewerblichen Tätigkeit beſchränkt (
Wett=
bewerbsverbot), bedarf der Schriftform und der
Aushän=
digung einer vom Prinzipal unterzeichneten, die
verein=
barten Beſtimmungen enthaltenden Urkunde an die
Hand=
lungsgehilfen.
Berlin, 5. Febr. In der
Petitionskom=
miſſion des Reichstages ergab die Abſtimmung
über die Petition betreffend den Parſifalſchutz nur
zwei Stimmen für Ueberweiſung zur Berückſichtigung
und dann nur fünf Stimmen für Ueberweiſung zur
Er=
wägung, ſo daß ohne weitere Abſtimmung die Mehrheit
für den Uebergang zur Tagesordnung
feſtge=
ſtellt wurde.
Luftfahrf.
ds. Darmſtädter Fliegerabteilung. Dem
ittete am Mittwoch nachmittäg
Darmſtädter Flugplatz ichr Fläegerſtation einen
Beſuch ab. Leutnant Cardanico war mit dem
Kom=
mandeur der Weſtſtationen, Major Siegert, der eine
Beſichtigungsreiſe unternahm, in Metz um 11.55 Uhr
vor=
mittags aufgeſtiegen, wurde in Kaiſerslautern 12.35 Uhr
geſichtet und fuhr dann über Worms und dann der
Berg=
ſtraße entlang nach Darmſtadt, wo er kurz nach 1 Uhr in
bedeutender Höhe ſeinen Flug nahm. Die Fahrt, die
durchſchnittlich in 1300 Meter Höhe bei vorzüglichem
Flugwetter vorgenommen wurde, dauerte nur 2 Stunden
20 Minuten. Der Apparat war ein Doppeldecker=Typ
Luftverkehrsgeſellſchaft mit einem 100pferdigen N.=
A.=G.=Motor. Am Nachmittag unternahmen dann die
Leutnants Reinhardt, Sommer und v.
Mir=
bach von der hieſigen Fliegerſtation mehrere Flüge, bei
denen Leutnant v. Mirbach Darmſtadt auf einem Euler=
Doppeldecker in 1500 Meter Höhe überflog.
Landwirtſchaftliches.
— Groß=Gerau, 6. Febr. Ein ſehr reger
Ge=
ſchäftsgang herrſchte bei dem letzten Ferkelmarkt,
der durch die maſſenhaft anweſenden Käufer bedingt war.
Dieſem Umſtande iſt es auch zuzuſchreiben, daß der
Auf=
trieb von 674 Tieren alsbald bis auf das letzte Stück
ver=
kauft war und zwar zu etwas erhöhten Preiſen. Ferkel
koſteten 18—22 Mark, Springer 24—26 Mark und
Ein=
leger 30—45 Mark pro Stück. Der nächſte Ferkelmarkt
wird am Montag, den 10. ds. Mts. abgehalten.
Der Balkankrieg.
Vom Kriegsſchauplatze.
* Konſtantinopel, 5. Febr. (Amtliche
Mel=
dung.) Der Kommandant von Adrianopel ſandte geſtern
abend 7½ Uhr folgendes Telegramm: Die Feinde
bom=
bardieren die Stadt. 38 Granaten und elf Schrapnells
ſind in die Stadt gefallen. Acht Einwohner wurden
ge=
tötet und zehn verletzt. -3 Häuſer ſind in Brand geraten.
Das Bombardement dauert an.
* Wien, 5. Febr. Die Neue Freie Preſſe ſchreibt aus
Sofia: Das Bombardement von Adrianopel
dauerte die ganze Nacht vom Dienstag auf Mittwoch in
allen Richtungen des Belagerungsgürtels. Die Bulgaren
nahmen das Dorf Panukli, wo die Feſtungstruppen einen
Ausfall zu machen verſuchten, aber ſich in die Feſtung
zu=
rückziehen mußten. Auf die heute tagsüber
ununter=
brochene Kanonade erwiederten einige Forts das Feuer
garnicht, andere ſelten oder ohne Reſultat. Von Muſtapha
Paſcha aus ſieht man den Brand in Adrianopel. In der
Nacht rückte die erſte Linie der Bulgaren nach Gallipoli
vor und nahm einige minder wichtige Poſitionen der
Türken. Bei der Tſchataldſchalinie herrſcht Ruhe.
* Konſtantinopel, 5. Febr. Bulgariſche
Truppenabteilungen haben die Ortſchaft Izzed=
Dinköi, ſowie einige andere in ihrer Gewalt befindliche
Dörfer an der Tſchataldſchalinie in Brand geſteckt und
ind von der Tſchataldſchalinie wieder abgezogen. Auf
Rekognoszierung ausgeſandte türkiſche Abteilungen
fan=
den vom Feinde keine Spur. Rekognoszierungen türkiſcher
Abteilungen bei Gallipoli haben die Anweſenheit
feind=
licher Streitkräfte in ziemlich bedeutender Stärke
feſtge=
ſtellt,
* Paris, 6. Febr. Nach einer Meldung des Matin
aus Philippopel, haben ſich die Bulaaren infolge
eines Nachtangriffes, eines ſüdweſtlich von Arnautköj
ge=
legenen Dorfes bemächtigt. 800 türkiſche Soldaten und
mehrere Offiziere ſeien gefangen genommen worden. —
In mehreren Vierteln Adrianopels wurden durch das
Bombardement, das von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr
abends dauerte, Feuersbrünſte erzeugt. Zwei bulgariſche
Aeroplane unternahmen Erkundungsflüge über
Adria=
nopel. Demſelben Blatt wird aus Sofia telegraphiert,
daß die bulgariſche Regierung das Anſuchen der Konſuln,
in Adrianopel für ihre Staatsangehörigen eine
neu=
trale Zone zu errichten oder denſelben die Erlaubnis
zum Verlaſſen der Stadt zu erteilen, abgelehnt habe.
* Konſtantinopel, 5. Febr. Heute morgen
ent=
ſpann ſich zwiſchen zwei bulgariſchen
Regimen=
tern und türkiſchen Truppen bei Kavaklitepe auf
der Halbinſel Gallipoli ein Kampf, deſſen Ausgang noch
unbekannt iſt. Das tückiſche Kanonenboot „Zohaf”
bom=
hardierte die bulgariſchen Stellungen bei Myriophito am
Marmarameer. Es ſollen dabei 300 Bulgaren getötet
worden ſein. Der Großweſir wird übermorgen von
Tſchataldſcha nach Konſtantinopel zurückkehren.
Sofia, 6. Febr. Die türkiſche Armee von
Gallipoli iſt geſtern von den Bulgaren ſüdlich vom
Fluß Kuwak geſchlagen worden und zog ſich. von
den Bulgaren verfolgt, in großer Unordnung auf Bulair
zurück. Durch dieſen Erfolg iſt faſt die ganze Küſte des
Marmarameeres bis Bulair in den Händen der
Bul=
garen.
Konſtantinopel. 6. Febr. Um 3 Uhr
nach=
mittags eröffneten die türkiſchen Truppen an der
Tſcha=
taldſchalinie heftiges Artilleriefeuer. Von den Höhen
Peras wird Kanonendonner gehört. — Der bulgariſche
Oberkommandierende gab, wie gemeldet wird, Adrianopel
nach vorläufiger Einſtellung des Bombardements 24
Stunden Bedenkzeit zur Uebergabe.
Ein Tagesbefehl des Generals Sawow.
* Sofia, 5. Febr. General Sawow richtete an
die Armee einen neuen Tagesbefehl, in dem er
er=
klärt, daß die Türken durch die Art, mit der ſie die
Ver=
handlungen führten, bewieſen hätten, daß ſie nur Zeit
gewinnen wollten. Aber ſie hätten ſich ſehr getäuſcht
denn dieſe Zeit ſei von Bulgarien dazu benützt worden,
Streitkräfte aus Mazedonien und aus Nordbulgarien, die
nicht an den großen Kämpfen in Thrazien teilgenommen
hätten, zu konzentrieren und die Truppen reichlich mit
Lebensmitteln und Munition zu verſorgen. „Wir ſind
etzt vollkommen bereit” ſo erklärt der Tagesbefehl, „
be=
reiter als vor der Kriegserklärung, den Widerſtand
des Feindes endgültig zu brechen. Wir
müſ=
en ihn von neuem niederſchmettern und ſeine in Eile
zu=
ammengezogenen Horden, denen jegliche Begeiſterung
fehlt. zerſtreuen, den Feind zu Boden werfen und dann
auf dem Schlachtfeld ihm die Friedensbedingungen
diktie=
ren. Die Türken müſſen über das Meer gejagt werden!”
Die Haltung Rumäniens.
* Bukareſt, 6. Febr. In der geſtrigen
Kammer=
ſitzung fragte Mielescu (konſ.) den Miniſter des
Aeußern, ob die Behauptung der Blätter, daß Rumänien
auf ſeine Anſprüche auf Siliſtria verzichte, den Tatſachen
entſpreche. Der Miniſterpräſident erwiderte:
Wir haben auf Siliſtria nicht verzichtet. Von einem
Ver=
zicht war keine Rede. Niemand iſt ermächtigt, auf
Si=
iſtria zu verzichten. (Lang anhaltender Beifall.) Sodann
ragte Arion, Präſident der Kulturliga, ob die Regierung
nicht beabſichtige, Aufklärungen über die Lage des Landes
zu erteilen. In ſeiner Antwort wies der Miniſterpräſi=
dent zunächſt die Behauptung zurück, daß der König eine
andere Politik verfolge wie die Regierung. Dies wäre
vom Standpunkt der Verfaſſung unmöglich. Die
könig=
liche Botſchaft ſei von allen Miniſtern gegengezeichnet und
das Kabinett ſelbſt vollkommen ſolidariſch. Das Preſtige
Rumäniens gewinne nur, wenn es mit dem ſtarken
Nach=
bar wetteifere. Rumänien werde dadurch nur noch beſſer
ſeinen Platz an der Spitze der Balkanvölker wahren
können. Er erkenne die Berechtigung der großen
Auf=
regung der öffentlichen Meinung an und er freue ſich,
daß ſie in der Kammer Widerhall finde. Man dürfe aber
nicht vergeſſen, daß die Regierung von demſelben
Patrio=
tismus beſeelt ſei, aber auch die ganze Verantwortung zu
tragen habe. Der Miniſterpräſident ſchließt, indem er die
in der vorigen Woche abgegebene Erklärung wiederholte:
Die Worte des Königs, daß die Stimme Rumäniens
Ge=
hör finden werde, werden Wahrheit werden! (Lang
an=
haltender Beifall.) — Take Jonescu wies die Angriffe
Arions zurück und hielt ſein Aeußerungen vom 4. Februar
über Bulgarien aufrecht. Er erklärte, wenn ein Land,
elbſt wenn deſſen Intereſſen denjenigen Rumäniens
ent=
gegengeſetzt ſeien, Mut, Patriotismus, Einigkeit und
Nationalbewußtſein zeige, könne man es nur bewundern
und ſich bemühen, es auf dieſem Gebiet zu überflügeln
Man dürfe ihm aber nicht mit Eiferſucht begegnen. Er
laube an die Möglichkeit eines künftigen Bundes zwiſchen
Rumänien, Bulgarien und der Türkei.
Rußland und Rumänien.
* Bukareſt, 5. Febr. Die ruſſiſche
Geſandt=
ſchaft hat die rumäniſche Preſſe gebeten, kategoriſch die
falſchen Nachrichten, die kürzlich über die Schritte, die
Rußland in Bukareſt gemacht haben ſoll, in die
Preſſe gebracht worden ſind, zu dementieren. Die ruſſiſche
Regierung hätte ſeit Beginn der Kriſis nur das Ziel im
Auge, durch freundſchaftliche Friedensratſchläge ſowohl
in Sofia wie in Bukareſt zu der beſchleunigten Beilegung
der bulgariſch=rumäniſchen Differenzen und zu einer
Löſ=
ung beizutragen, die zukünftig die guten Beziehungen
wiſchen den beiden Ländern, den Freunden und
Glau=
bensgenoſſen Rußlands, befeſtigen würden.
Weitere Verhandlungen.
* London, 5. Febr. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, haben die Botſchafter im Prinzip eine
For=
mel angenommen, durch die die Uebernahme eines Teiles
der ottomaniſchen Schuld durch die
Verbün=
deten, ſowie deren Verpflichtung gegenüber den
Orient=
bahnen geregelt wird. Eine Mitteilung hierüber iſt an
die Regierungen der Verbündeten gegangen. Die
Feſt=
ſetzung der Einzelheiten der vorgeſchlagenen Regelung ſolll
einer in Paris zuſammentretenden Finanzkommiſſion
übertragen werden, die aus Delegierten der intereſſierten
Mächte gebildet wird.
Sofia, 5. Febr. Der erwartete Schritt der
Ver=
treter der Mächte zu dem Zweck, die Einwilligung
der bulgariſchen Regierung zur Herſtellung einer
neutra=
len Zone für die fremden Kolonien in Adrianopel zu
er=
langen, fand heute nicht ſtatt, da noch nicht alle Geſandten
ihre Inſtruktionen erhielten. Wahrſcheinlich wird der
Schritt morgen erfolgen.
Belgrad, 5. Febr. Wie an maßgebender Stellel
erklärt wird, ergab ſich bei der heutigen Konferen
zwiſchen Venizelos und dem Miniſterpräſidenten
Paſitſch volle Uebereinſtimmung der beiderſeitigen
Regierungen in der Beurteilung der durch die Fortſetzung
des Krieges geſchaffenen Lage am Balkan.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 6. Febr. (Amtlich.) Ueber
die Kämpfe am 4. d. M. wird gemeldet: Der Feind,
der mit einem Teil der Streitkräfte im Gelände von
Gal=
lipoli ſteht, verſchob mehrere Regimenter von Kadi
koej gegen Kawak, wo eine türkiſche Abteilung ſtand. Es
kam zu einem Kampfe, der bis zum Abend andauerte und
zu unſeren Gunſten endete. Bei Einbruch der Nacht zogen
ſich unſere Truppen gemäß den vorherigen Befehlen auf
Bulair zurück, ohne daß der Feind ſie verfolgen konnte.
Eine andere feindliche Abteilung rückte gegen Myriophito
am Marmarameer vor und beſetzte den Ort, der nur von
einigen Gendarmen beſchützt war.— Die Korvette „
Zo=
haf” fügte den in der Richtung auf Scharkoej
vorrücken=
den feindlichen Streikräften ernſte Verluſte zu. Der Feind
konnte über Kamilo hinaus nicht vorrücken.
* London, 6. Febr. Dem Reuterſchen Bureau
zu=
folge beſuchten heute vormittag die
montenegrini=
chen Delegierten das Auswärtige Amt, um ſich
von Sir Edward Grey zu verabſchieden.. Grey ſprach diel
Hoffnung aus, daß der Frieden bald in London abges
ſchloſſen werden könne.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Frankfurt a. M., 6. Febr. Dem Frankfurter
Hilfskomitee für die Forſcher im Polareis
iſt folgendes Telegramm aus der Adventbay zugegangenn
Da Kraftſtation niedergebrannt ſeit acht Tagen, iſt für
nächſte acht Tage Sendung von Telegrammen
ausge=
ſchloſſen. Beſtellung dieſes Telegramms nur durch
zu=
fällige Expedition nach Green=Harbour möglich.
Kapi=
tän Ritſcher.
Poſen, 6. Febr. Heute nachmittag 4 Uhr iſt der=
Kaiſer im Sonderzug von Königsberg kommend, hier
eingetroffen.
London, 6. Febr. Das Reuterſche Bureau meldet
aus Kalkutta: Das Anwachſen der politiſchen
Ge=
walttaten in Oſtbengalen beginnt die
Aufmerk=
amkeit zu erregen. In dieſer Woche wurden vier
Aus=
ſchreitungen von jungen Leuten, die mit Revolvern und
Gewehren bewaffnet waren, verübt. Es ſoll ſich dabei um
Studenten handeln. In einem Falle ſtellten ſich ihnen
Dorfbewohner entgegen; bei dem ſich entſpinnenden
Kampfe wurden vier von dieſen verwundet.
* Bukareſt, 6. Febr. Der Unglücksfall, der dem
Eiſenbahnzuge des Prinzen Eitel Friedrich in
Ungarn zugeſtoßen iſt, hat in Rumänien lebhafte
Erreg=
ung hervorgerufen. Die Blätter rühmen das Verhalten
des Prinzen und ſeine Teilnahme am Rettungswerk.
Wie nachträglich bekannt wird, überbrachte Prinz
Eitel Friedrich dem König den Stern der Großkomture
des Hausordens von Hohenzollern mit einem
Hand=
ſchreiben des Kaiſers.
Berchtesgaden, 6. Febr. Ein 25jähriger Kaufmann
aus Gera und deſſen Ehefrau wurden in einem hieſigen
Hotel mit Schußwunden in Kopf und Bruſt
auf=
gefunden. Der Mann iſt tot, die Frau ſchwer verletzt.
Man nimmt an, daß der Mann, welcher hochgradig
ner=
vös iſt, die Tat in einem Anfall geiſtiger Umnachtung
be=
gangen hat.
Köln, 6. Febr. Der Juſtizrat Leyendecker
wurde heute wegen großer Unterſchlagungen
verhaf=
tet. Es verlautet, daß ſeine Unterſchlagungen ſich auf
größere Summer von Mindelgeldern erſtrecken. Auch foll
der Verhaftete das etwa 1 Million betragende
Ver=
mögen ſeiner Schweſter verſpielt haben.
H. B. Lemberg, 6. Febr. In der geſtrigen Nacht iſt
von einem Neubau die Brandmauer eingeſtürzt
und auf ein einſtöckiges Nebengebäude gefallen. Die
ſtützende Mauer durchſchlug das Dach des Nebenhauſes
und einzelne Mauerſtücke fielen in die Zimmer, in denen
eine aus ſieben Perſonen beſtehende Familie ſchlief. Das
Familienoberhaupt wurde dabei ſofort getötet, die
übrigen ſechs Perſonen ſchwer verletzt. Nue dem
Um=
ſtande, daß ſie tief unter den Betten vergraben lagen, iſt
es zuzuſchreiben, daß ſie überhaupt mit dem Leben
da=
von gekommen ſind. Das eingeſchlagene Haus bildet einen
wüſten Trümmerhaufen.
Die neue Militärvorlage.
H. B. Berlin, 6. Febr. Das Kriegsminiſterium
er=
mächtigt das Depeſchen=Bureau Herold zu erklären, daß
die von einigen Provinzblättern gebrachte Meldung,
wo=
nach dem Bundesrat am Mittwoch die neue
Heeresvor=
lage zugegangen ſei, deren Geſamtkoſten eine abermalige
Erhöhung erfahren haben ſoll, abſolut unzutreffend und
erfunden ſei. Die Vorlage wird augenblicklich noch im
Kriegsminiſterium durchgearbeitet und es dürften einige
Wochen vergehen bis ſie an den Bundesrat gelangen kann.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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krankheiten am größten. Infektionskrankheiten, wie
Diphtherie, Scharlach, Typhus und andere, werden
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kanntlich dadurch hervorgeräfen, daß die Keime mit der
Atmungsluft, durch die Nahrung oder Hände in die
Mundhöhle gelangen. Als Schutz vor Anſteckung
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Darmſtadt, Duisburg, den 5. Febr. 1913.
Die Einſegnung findet Samstag nachmittag
2¾/ Uhr im Trauerhauſe, Riegerplatz 8, ſtatt;
daran anſchließend die Beerdigung.
Briektaten.
Saulmann. Die Sache iſt recht beachtenswert, ſcheint
uns aber zu ernſt, um ſie in dieſer Weiſe zu behandeln.
Vielleicht können Sie es auch anders.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 7. Februar:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 30 Min.
Samstag, den 8. Februar:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Sabbatausgang
6 Uhr 20 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 8. Februar
Vorabend 5 Uhr. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
4 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 20 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 9. Februar, an:
Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 5 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das kontinentale Hoch hat ſich etwas verflacht,
be=
deckt aber noch ganz Europa. In ſeinem Bereich haben
wir zwar wolkiges doch trockenes Wetter. Die
Tem=
peraturen ſind ſeit geſtern etwas geſunken. Im hohen
Norden ziehen Depreſſionen in weſt=öſtlicher Richtung
vorüber, deren ſüdliche Ausläufer uns morgen etwas
beeinfluſien dürften. Wir haben deshalb zunächſt
trockenes, kühles Wetter, ſpäter Erwärmung und leichte
Niederſchläge zu erwarten.
Ausſichten für Freitag, den 7. Februar:
Zu=
nächſt wolkig, doch trocken, kühl; ſpäter Trübung und
Erwärmung, leichte Niederſchläge.
Tageskalender.
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mud Schefket verkündet ſelbſt ſeine Ernennung zum
Großweſir: ein Demonſtrationszug der Jungtürken in
Konſtantinopel; Bilder zu den politiſchen Ereigniſſen
in der Türkei; das Wrack des Poſtdampfers „Veroneſe”.
Bilder von der Ankunft des Großherzogspaares in
Schwerin. Der Herzogsregent von Braunſchweig und
Gemahlin. (Zu dem bevorſtehenden Beſuche in
Darm=
ſtadt.)
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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(3473fs
wigshöhe 4 Minuten.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier. 1 deutſcher Schäferhund (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausge=
löſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(3443
Bekanntmachung,
das Spielen in außerheſſiſchen Lotterien betreffend.
Die Beſtimmungen des nachſtehenden Geſetzes vom 14. Februar
1906 bringen wir mit dem Anfügen erneut zur Kenntnis, daß von großen
Klaſſenlotterien nur die Königlich Preußiſche Klaſſenlotterie im
Großherzogtum Heſſen zugelaſſen iſt.
Im übrigen iſt, abgeſehen von unbedeutenderen Ausſpielungen,
g. Zt. nur der Loſevertrieb von folgenden außerheſſiſchen Lotterien
im Großherzogtum erlaubt:
1. Rennverein für Mitteldeutſchland zu Gotha.‟)
2. Deutſches Zentral=Komitee zur Bekämpfung der Tuberkuloſe
zu Berlin W. 9.‟
3. Arbeitsausſchuß der Deutſchen Antarktiſchen Expedition zu
Berlin.‟)
4. Münſterverein zu Straßburg.”
5. Vorſtand des Thüringer Muſeums zu Eiſenach.”
6. Agnes=Frauenverein im Herzogtum Sachſen=Altenburg zu
Altenburg.
7. Kirchen= und Schulvorſtand zu Arnſtadt.”
8. Verband Deutſcher Beamtenvereine zu Berlin.‟)
9. Vorſtand der Großen Kunſtausſtellung zu Stuttgart.‟)
10. Komitee zum Ausbau der Feſte Koburg.
11. Weſtdeutſcher Jünglingsbund zu Barmen (Wohlfahrtskaſſe).”
12. Fürſtliches Hofmarſchallamt zu Gunſten der Wiederherſtellung
des Fürſtlichen Hoftheaters zu Detmold.‟)
13. Verein „Elſäſſiſches Theater” zu Straßburg.”
Alle übrigen Lotterien, insbeſondere die Hamburger
Stadt=
lotterie, die Königl. Sächſiſche Landeslotterie, die Ungariſche
Klaſſenlotterie und die Däniſche Koloniallotterie ſind im Groß
herzogtum Heſſen nicht zugelaſſen, ſodaß ſowohl der Vertrieb
der betreffenden Loſe, als auch das Spielen in den letztgenannten
Lotterien verboten und ſtrafbar iſt.
*) Anm. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit dem
heſſi=
ſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen. Während der Zeit
des Vertriebes der Loſe zur erſten Klaſſe einer Königl. Preuß.
Klaſſenlotterie iſt Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in
Heſſen nicht geſtattet.
(3438fs
Darmſtadt, den 4. Februar 1913
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Geſetz,
das Spiel in außerheſſiſchen Lotterien betreffend.
Vom 14. Februar 1906.
ERNST LuDWJG von Gottes Gnaden Großherzoc
von Heſſen und bei Rhein ꝛc. ꝛc.
Wir haben mit Zuſtimmung Unſerer getreuen Stände verordnet
und verordnen hierdurch, wie folgt:
Artikel 1. Wer in außerheſſiſchen Lotterien, die nicht
mit ſtaatlicher Genehmigung im Großherzogtum zugelaſſen ſind
ſpielt, wird mit Geldſtrafe bis zu 600 Mark beſtraft; eine nicht
beizutreibende Geldſtrafe iſt in Haft umzuwandeln.
Artikel 2. Wer ſich dem Verkauf oder der ſonſtigen
Ver=
äußerung eines Loſes, eines Losabſchnittes oder eines Anteils an
einem Loſe oder Losabſchnitte der im Artikel 1 bezeichneten
Lotte=
rien unterzieht, insbeſondere auch, wer ein Los, einen Losabſchnitt
oder einen Losanteil dieſer Art zum Erwerb anbietet oder zur
Veräußerung bereit hält, wird mit Geldſtrafe bis zu 1000 Mk.
beſtraft. Die gleiche Strafe trifft denjenigen, welcher bei einem ſolchen
Geſchäft oder einer ſolchen Handlung als Mittelsperſon mitwirkt.
Iſt die Zuwiderhandlung durch eine Perſon begangen, die
Loſe=
handel gewerbsmäßig betreibt, oder bei ihm gewerbsmäßige
Hilfe leiſtet, oder iſt ſie durch öffentliches Auslegen, Ausſtellen
oder Aushängen oder durch Verſenden eines Loſes, eines
Los=
abſchnitts, eines Bezugsſcheins, eines Anteilſcheins, eines
An=
gebots, einer Anzeige oder eines Lotterieplans oder durch Einrücken
eines Angebots, einer Anzeige oder eines Lotterieplans in eine in
Heſſen erſcheinende Zeitung erfolgt, ſo tritt Geldſtrafe von 100
bis zu 1500 Mark ein.
Jede einzelne Verkaufs= oder Vertriebshandlung, namentlich
jedes einzelne Anbieten, Bereithalten, Auslegen, Ausſtellen,
Aus=
gängen, Verſenden eines Loſes, eines Losabſchnitts, eines Bezugs
ſcheins, eines Anteilſcheins, eines Angebots, einer Anzeige oder eines
Lotterieplans wird als beſonderes ſelbſtändiges Vergehen beſtraft, auch
renn die einzelnen Handlungen zuſammenhängen und auf einen
einheitlichen Vorſatz des Täters oder Teilnehmers zurückzuführen ſind.
Artikel 3. Wer, nachdem er wegen eines der im Artikel 2
bezeichneten Vergehen rechtskräftig verurteilt worden iſt, abermals
eine dieſer Handlungen begeht, wird in den Fällen des Artikels 2
Abſ. 1 mit Geldſtrafe von 100 bis zu 1500 Mark, in den Fällen des
Artikels 2 Abſ. 2 mit Geldſtrafe von 200 bis zu 2000 Mark beſtraft.
Artikel 4. Jeder fernere Rückfall nach vorausgegangener
rechtskräftiger Verurteilung im erſten Rückfalle zieht Geldſtrafe von
300 bis zu 3000 Mark nach ſich.
Artikel 5. Die Beſtimmungen der Artikel 3, 4 finden
Anwen=
dung, auch wenn die früheren Geldſtrafen noch nicht oder nur teilweiſe
gezahlt oder ganz oder teilweiſe erlaſſen ſind; ſie bleiben jedoch aus
eſchloſſen, wenn ſeit der Zahlung oder dem Erlaſſe der letzten
Geld=
krafe oder der Verbüßung der an ihre Stelle getretenen Freiheitsſtrafe
bis zur Begehung der neuen Zuwiderhandlung drei Jahre verfloſſen ſind
Artikel 6. Wer Gewinnergebniſſe der im Artikel 1
bezeich=
neten Lotterien in einer in Heſſen erſcheinenden Zeitung
veröffent=
licht, oder durch öffentliches Auslegen, Ausſtellen oder
Aus=
hängen bekannt gibt, wird mit Geldſtrafe bis zu 50 Mark beſtraft.
Gehört der Täter oder Teilnehmer zu den im Artikel 2 Abſ. 2
bezeich=
neten Perſonen, ſo tritt Geldſtrafe von 100 bis zu 600 Mark ein.
Artikel 7. Den außerheſſiſchen Lotterien ſind alle außerhalb
Heſſens öffentlich veranſtalteten Ausſpielungen beweglicher oder
unbeweglicher Gegenſtände gleich zu achten. Der Artikel 1 findet
jedoch keine Anwendung, wenn der Preis des einzelnen Loſes drei
Mark, einſchließlich des Reichsſtempels, nicht überſteigt.
Artikel 8. Die in den einleitenden Beſtimmungen und im
erſten Teile des Strafgeſetzbuchs für das Deutſche Reich enthaltenen
Vorſchriften finden auf die in dem gegenwärtigen Geſetze mit Strafe
bedrohten Handlungen Anwendung, ſoweit nicht durch dieſes Geſetz
abweichende Beſtimmungen getroffen ſind.
Artikel 9. Auf Anteilſcheine von Anleihen, deren Verzinſung
und Tilgung mit einer Verloſung und mit Prämien verbunden iſt,
finden die Beſtimmungen dieſes Geſetzes keine Anwendung.
Artikel 10. Das vorſtehende Geſetz tritt gleichzeitig mit dem
Staatsvertrage zwiſchen den Heſſiſch=Thüringiſchen Staaten und
Preußen vom 17. Juni 1905 in Kraft.
Gleichzeitig treten außer Kraft:
1. Die Artikel 234, 235 des Polizeiſtrafgeſetzes vom 30. Oktober
1855, ſoweit ſie den Vertrieb von Loſen ꝛc. außerheſſiſcher
Lotterien und Ausſpielungen betreffen
2. das Geſetz, die Einführung einer ſtaatlichen Klaſſenlotterie
betreffend, vom 12. Auguſt 1899.
Arkundlich Unſerer eigenhändigen Unterſchrift und beigedrückten
Großherzoglichen Siegels.
Darmſtadt, den 14. Februar 1906.
(L. S.)
ERNST LuDWIG.
Ewald. Gnauth.
Schulgeld=Erhebung.
Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſium, die Großh.
Liebigs=und die Großh. Ludwigs=
Oberrealſchule, die Vorſchule der
Großh. Gymnaſien, die
Vik=
toriaſchule und das
Lehrerinnen=
ſeminar, die Eleonoren= und
Frauenſchule, ſowie die Mittel
ſchulen für das I.
Kalender=
vierteljahr 1913 iſt — bei
Mei=
dung des Beitreibungsverfahrens
— bis Ende Ifd. Mts. an der
Werktagen, vormittags von 8½ bis
12½ Uhr, hierher zu entrichten.
Darmſtadt, 3. Februar 1913.
Die Stadtkaſſe.
(3419a
Koch.
Bekanntmachung.
Nach den für die Abgabe von
Waſſer aus dem Waſſerwerk
be=
ſtehenden Satzungen werden als
Großabnehmer angeſehen
diejeni=
gen Induſtriellen,
Gewerbetreiben=
den und Grundſtückbeſitzer, welche
pro Jahr mehr als 1000 Kubik
meter Waſſer verbrauchen und
ſich vor Beginn des
Verwaltungs=
jahres hierzu auf ein Jahr
ver=
pflichten. Es iſt hierbei
gleich=
gültig, ob der Waſſerverbrauch an
einer Stelle ſtattfindet, oder ob
der Abnehmer mehrere eigene
Ver=
brauchsſtellen beſitzt. Im letzteren
Falle wird er indeſſen zum Erſatz
der Koſten herangezogen, welche
der Stadt durch die Ausführung
der weiteren Zuleitung nebſ
Waſſer=
meſſer uſw. erwachſen ſind.
Diejenigen Waſſer=Abnehmer
welche gemäß dieſer Beſtimmungen
im Verwaltungsjahr 1913 auf den
Großabnehmerpreis Anſpruch zu
machen gedenken, werden erſucht,
bindende ſchriftliche Erklärungen
bis 15. März l. J. an die Städti
ſche Waſſerwerksverwaltung
ge=
langen zu laſſen.
Die ſeitherigen Großabnehmer
ſind bei weiterer Beanſpruchung
des Großabnahmepreiſes zur
Er=
neuerung ihrer Erklärung
inner=
halb gedachten Termins
ver=
bunden.
(2710a
Denjenigen Abnehmern, welche
keine Erklärung abgeben, wird das
Waſſer im Verwaltungsjahr 1913
zum gewöhnlichen Preis,
bezieh=
ungsweiſe zur feſtgeſetzten
Mini=
maltaxe berechnet.
Darmſtadt, 23. Januar 1913.
Srädt. Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Bekanntmachung.
Freitag, 28. Februar I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die dem Georg Philipp VolzII.
zu Groß=Bieberau im Grundbuch
hieſiger Gemarkung zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 481 260 Hofreite
Eckhardt=
ſtraße,
III 481¾/10 151 Grasgarten, Vor
garten,
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K111/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, 23. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
(V2483
Müller.
Rünstliche
Dünger
Chili-Salpeter
Thomasmehl
Kainit, Kali
Superphosphat
Peru-Guano
Dungsalz
empfiehlt (3468
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Nähmaſchine mit Hand= und
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Friedrichſtr. 30, 4, St.
in eintür. Kleiderschr. u. Koinmods
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60 Pf. b. M. 1.— im Abonn.
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50 Pf. b. 70 Pf. im Abona.
Ausschank des berühmten
:: Wormser Weinmostes::
Kein Trinkzwang. (114
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4 Alexanderstrasse 4, I. Stock.
Aufforderung.
Die Stadt iſt Erbin der im Dezember vor. Js. verſtorbenen
Privatin Chriſtiane Eliſabethe Serth, zuletzt Mathildenſtraße 7
wohnhaft.
Wer Forderungen an die Nachlaßmaſſe zu ſtellen hat, wird
erſucht, ſie innerhalb 10 Tagen bei dem Unterzeichneten anzumelden.
Darmſtadt, den 3. Februar 1913.
(3406fs
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Mueller.
Nutzholz=Verſteigerung Nr. 8.
Stadtwald.)
Freitag, den 14. Februar I. J., vormittags 8 Uhr,
werden im Saale der hieſigen Turngemeinde (Woogsplatz 5
— 304,43 fm Nutzholz aus der Forſtwartei Heiligkreuz (Forſtwart
Höfmann) verſteigert, und zwar aus der Abteilung Sauſchwanz (48),
Rücksbrünnchen (49), Holzſchlag (22 und 23), Wildſcheuerteil (18),
Vor=
derſter Woogsberg (40 und 41), Nachtweide (43):
Eichen
=Stämme 2 Stück I. Kl. — 3,81 fm
,
, — 2,61 „
„
„
„ III. „ — 11,77 „
,
„
„ IV. „ = 14,71 . „
,
„ — 3,58 „
VI. „ — 0,21
,
Eſchen
— 2,43
5 „ VI. „ — 10,46 „
Buchen
II.
— 2,92
3 * III. „ = 20,10 „
V. „ — 7,42 „
„
Hainbuchen
„ — 1,33 „
3 „
„ — 3,02 „
I.
— 5,10 „
Birken
V. „ — 0,43
,
VI.
2
— 0,46
„
Linden
„ IV. „ — 0,79 „
Fichten
„ II. „ — 15,84
32 „ III. „ — 41,99 „
„ 50 „ IV. „ — 58,45 „
F
262 „ V. „ — 96,43
— 0,57
Fichten=Reisſtangen 48 „
Sämtliches Holz iſt an gut fahrbare Wege gerückt.
Unter=
trichene Nummern kommen nicht zur Verſteigerung.
Nummerver=
zeichniſſe ſind bei dem oben genannten Forſtwart zu haben.
Darmſtadt, den 30. Januar 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
(3410fm
Holzverſteigerung.
Donnerstag, den 13. d. Mts., vorm. 9½ Uhr,
werden in der Turnhalle dahier (Woogsplatz Nr. 5) aus der
Forſtwartei Beſſunger Forſthaus, Diſtrikt Reiherwäldchen, Abz.=
Nr. 865—1218 verſteigert:
Scheiter, rm: 186 Buchen, 74 Eichen; Knüppel, rm: 42 Buchen,
107 Eichen; Reiſig=Wellen: 2610 Buchen, 2780 Eichen; Stöcke,
rm: 69 Eichen.
Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz vorher einzuſehen.
Nähere Auskunft erteilt der Großh. Forſtwart Kolb zu Beſſunger
Forſthaus. Die blau unterſtrichenen Nummern kommen nicht zum
Ausgebot. Das Holz iſt ſehr gut abzufahren.
Darmſtadt, 6. Februar 1913.
(3440
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
J. V.: Kindhäuſer, Großh. Forſtaſſeſſor.
Bekanntmachung
Die Anlieferung des Bedarfs an Verzehrungs= und
Verbrauchs=
gegenſtänden für das Großh. Arbeitshaus Dieburg ſoll auf dem
Submiſſionswege vergeben werden, und zwar
I. Für die Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1914
1. ca. 12000 Liter Milch,
2. ca.
1700 kg deutſches Schweineſchmalz,
3. ca. je 2500 kg Erbſen, Bohnen, Linſen,
4. ca. je 700 kg Reis, Gerſte, Hafergrütze und Gries,
5. ca. je 1500 kg Kochſalz und Mehl,
800 kg Kaffee,
6. ca.
350 kg Nudeln,
7. ca.
20 kg Pfeffer,
8. ca.
9. ca.
30 Stück Betteppiche,
10. ca.
700 m Kalmuck (braun), 60 cm breit,
. ca.
700 m Halbleinen (weiß), 80 cm breit,
2. ca.
300 m Handtuchleinen (weiß)
500 m Zwilch (grau), 75 cm breit,
13. ca.
14. ca.
500 m Baumwolltuch (ungebleicht), 75 cm breit,
15. ca.
200 m Bettzeug (kariert), 82 cm breit,
30 kg Strickwolle (grau),
16. ca.
17. ca.
200 Taſchentücher,
100 kg Rindsleder,
18. ca.
200 kg Sohlenleder,
19. ca.
500 kg Kernſeife (weiß),
20. ca.
700 kg Schmierſeife (weiß),
21. ca.
500 kg Soda,
2. ca.
70 Liter Fiſchtran.
3. ca.
II. Für die Zeit vom 1. April 1913 bis 30. September 1913
der Bedarf an Rindfleiſch, Brot und Wecken.
Die Lieferungsbedingungen ſind bis zum 17. Februar 1913,
vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 5 Uhr, zur
Einſicht offen gelegt und müſſen die Offerten bis dahin bei uns
ein=
gereicht ſein.
Die Eröffnung der eingereichten Offerten findet am Dienstag,
den 18. Februar 1913, vormittags 10 Uhr, auf dem Bureau
der unterzeichneten Verwaltung ſtatt.
(3425
Dieburg, den 7. Februar 1913.
Großh. Arbeitshausverwaltung Dieburg.
Lämmermann.
Aasen-Me
dgel
äber infe Aasbeledenrung
oder sonstige Gasverbrauchs-Apparate, so wenden Sie
sich wegen unentgeltlicher Beratung an das
In
Städtische Gaswerk
Fernruf 92. (2579a) Frankfurterstr. 29.
Unsere Installateure zeigen auf Verlangen eine rote Ausweiskarte-
Bekanntmachung.
Die Lieferung der Brennmaterialien für die ſämtlichen
ſtaat=
lichen Anſtalten und Behörden im Großherzogtum Heſſen auf die
Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1914 ſoll nach Maßgabe des
Erlaſſes Großh. Miniſteriums vom 16. Juni 1893, das
Verdingungs=
weſen betr., vergeben werden. Die Lieferung umfaßt etwa:
Steinkohlen (verſchiedene Sorten) . 17260 t.
Anthrazit .
. 1241 t
Anthrazit=Eiformbriketts .
,,
. 222 t
Zechenkoks (verſchiedene Sorten) . 6290 t
Gaskoks (verſchiedene Sorten) . . 1665 t
56 t.
Steinkohlenbriketts . . . . . .
307 t.
Braunkohlenbriketts .
Verſiegelte, mit der Aufſchrift „Kohleneinkauf” verſehene
An=
gebote ſind portofrei bis ſpäteſtens 3. März 1913, vormittags
10 Uhr, an unterzeichnete Bergwerksdirektion einzureichen, zu welchem
Zeitpunkte Eröffnung der eingelaufenen Angebote ſtattfindet.
Die für die Lieferung geltenden Beſtimmungen ſamt
Vertei=
lungsplan uſw. liegen auf unſerem Amtszimmer, Gutenbergſtr. 1,
zur Einſicht offen. Sie können auch, ſolange Vorrat reicht, gegen
vortofreie Einſendung von 3,50 Mk. in bar bezogen werden.
(3351df
Friedberg, den 3. Februar 1913.
Großh. Bergwerksdirektion.
Schulz, Großh. Bergrat.
Großh. Landes=Bangewerkſchule Darmſtadt.
Die Schule iſt eine Staatsanſtalt und umfaßt je 5 Klaſſen.
Gründliche Ausbildung im Hochbau und Tiefbau. Pflege der
heimatlichen Bauweiſe.
Vorbereitung für die mittlere Beamtenlaufbahn im Baufache.
Die Abgangszeugniſſe der Großh. Landes=Baugewerkſchule ſind
denjenigen der Kgl. Preußiſchen Baugewerkſchulen gleichgeſtellt.
Semeſterdauer 20 Wochen. Unterrichtsgeld 100 Mark. Das
Sommerſemeſter beginnt am 3. April d. J.
Schluß der Anmeldefriſt 15. März.
Programme und Anmeldeformulare ſind durch die Direktion,
(3418a
Darmſtadt, Neckarſtraße 3, zu erhalten.
Die Direktion.
Isthar Dameldwsny-Lunge
vormals Kirſchbaum.
10klaſſige, höhere Mädchenſchule verbunden mit Pensionat und
Frauenschule.
Wahlfreie Kurſe: Deutſch, Literatur,
Eng=
liſch, Franzöſiſch, Italieniſch, Latein, Kunſtgeſchichte, Bürgerkunde,
Haushaltungskunde, Schneidern, Geſundheitslehre und Kinderpflege,
Kindergartenlehre. Im Penſionat finden ſchulpflichtige Kinder
jeden Alters Aufnahme.
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Anmeldungen nimmt die Vorſteherin, Fräulein
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Vorschul-) Klassen nimmt entgegen
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4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,9
3½ do. Conſols . . . 88,80
77,50
3 do.
do.
14 Bad. Staatsanleihe . . 99,50
92,80
3½
do.
84,00
3
do.
4 Bahr. Eiſenbahnanleiße 99,70
3½
do.
87,10
*3
do.
77,9
4 Hamburger Staatsanl. 9
70
4 Heſſ. Staatsanleihe 100,20
4 do. do. (unk. 1918) 99,50
do.
3½
86,80
do.
3 Sächſiſche Rente:
78,80
4 Württemberger v. 1907 99,75
3½
do. v. 1875 93,70
Bulgaren=Tabak=Anl.
¾ Griechen v. 1887 . . 53,80
3¾ Italiener Rente . . 97,00
4½ Oeſterr. Silberrente 87,50
4 do. Goldrente . . . 91,40
do. einheitl. Rente 84,50
3 Portug. unif. Serie I 63,20
3 do. unif. Ser. III 66,50
3 do. Spezial . . . . 9,75
5 Rumänier v. 1903 . . 100,00
v. 1890 . . 93,20
4 do.
4 do. v. 1905 . . 88,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 100,00
do. v. 1902 . . . . 90,25
4½ do. v. 1905 . . . . 100,00
(3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 81,40
4 Türk. Admin. v. 1903 78,50
4 Türk. unifiz. v. 1903 86,70
4 Ungar. Goldrente . . . 87,70
4 dv. Staatsrente. . . 85,00
Zſ.
InProz=
5 Argentinier . . . . . . 101,20
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 91,30
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,25
4½
92,40
do.
Japaner .
91,40
5 Innere Mexikaner . . . 93,20
3
58,60
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 85,40
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,10
3 Buenos Aires Provinz 68,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 153,75
5 Nordd. Lloyd . . . . . 118,80
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 127,90
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,25
6 Baltimore und Ohio . 105,00
6 Schantungbahn . . . . 131,65
6‟ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 23,00
6 Pennſylvania R. R. . 124,00
Leßte Induſtrie=
Aktien.
Divil
3 Brauerei Werger
63,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . .
.539,90
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 246,00
30 Farbwerke Höchſt . . 636,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 349,50
10 Cement Heidelberg . . 144,00
30 Chem. Werke Albert 442,00
14 Holzverkohlunz Kon=
90
ſtanz . . . . . . . 332,75
5 Lahmeyer. . . . . . . —
(e
Letzte
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 147,00
12 Siemens & Halske .219,30
5 Bergmann Electr. . . 120,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 163,70
25 Gummi Peter . . . . 80,75
0 Kunſtſeide Frankfurt 73,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 620,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 149,90
15 Zellſtoff Waldhof . . 235,50
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 199,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 93,75
3 Südd. Immobilien . 61,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumet=Friede . . . . 177,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 217,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 166,00
10 Gelſenkirchener . . . . 197,75
9 Harpener . . . . . . . 196½
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 263½
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 86,70
6 Laurahütte
,
10 Kaliwerke Aſchersleben —
Weſteregeln 205,00
7½ South Weſt Africa 129,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,30
4 Eliſabethbahn, freie . .
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 85,50
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,25
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,20
do.
76,10
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,50
do.
75,70
Inprot
Bf.
2¾10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,60
3 Raab=Oedenburg . . . 76,10
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,50
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
do.
4 Wladichawchas . . .. —
4 Rjäſan Koslow . . . .
-
3 Portugieſ. Eiſenb. .. 73,50
41
do.
69,40
2½ Livorneſer . . .
3 Salonique=Monaſtir . 62,80
80,90
4 Baadadbahn . . . .
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,40
4 Miſſouri=Paciſic. . .. 70,90
4 Northern=Paciſic . . . 99,00
4 Southern=Paciſic . . . 94,00
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 82,70
5 Tehuantepec . . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 188,50
7 Bergiſch=Märkiſche
149,70
Bahn . . . . .
9½ Berlin. Handelsgeſ. .169,00
6½ Darmſtädter Bank .
24,50
12½ Deutſche Bank .
256,75
6 Deutſche Vereinsbank 124,00
6 Deutſche Effekt.= und
120,00
W.=Bank . . .
10 Diskonto=Kommandit 190½
8½ Dresdener Bank . . 157,50
Frankf. Hypoth.=B. 215,50
6½ Mitteld. Kreditbank 120,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,80
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 138,25
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,70
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 115,25
7½ Wiener Bankverein . 133,25
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
—S. 21₰ ℳ. z . . . 98,20
Inßra,
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
87,00
S. 19 . . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,00
S. 52 . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,
do.
87,2
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,
3½
87,30
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
98,60
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . . . . .
98,90
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 . . . . . . . 87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
3½
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 87,40
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
do.
87,80
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 97,60
3½ do.
Frankfurt . . . . . . . 99,00
3½
do.
96,00
4 Gießen . . . . . . . . 97,50
do.
3½
88,00
Heidelberg . . . . . . —
3½
do.
87,30
Karlsruhe . . . . . . 96,60
3½
do.
88,10
4 Magdeburg. . . . .
-
3½
do.
Mainz . . . . . . . . 97,50
3½
do.
88,40
4 Mannheim . . . . . . 97,50
3½
do.
90,00
4 München . . . . . .
99,30
3½ Nauheim . . . . . .
Nürnberg . . . . . . . 99,60
zu
do.
87,60
4 Offenbach . . . . . . .
Inßen.
3t.
Offenbach . . . . . . 87,60
Wiesbaden . . . . . . 99,00
3½
95,30
do.
Worms . . . . . . . . 97,45
54
do.
88,00
4 Liſſaboner v. 1888 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 170,50
3½ Cöln=Mindner , 100 137,80
Holl. Komm. . fl. 100 —
3 Madrider . . Js. 100 —
4 Meininger Pr.=Pfand=
.. 136,50
briefe . . .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,60
3 Oldenburger . . . . .
½ Raab=Grazer fl. 150 112,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 34,50
Braunſchweiger Tlr. 20 200,50
Freiburger . . . . Fs.15 —
Mailänder . . . . Fs. 45 —
do. . . . . Fs. 10 33,50
Meininger . . . . . fl. 7 35,50
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 551,00
do. v. 1858fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100 381,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 159,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,43
20 Franks=Stücke . . . . 16,29
Amerikaniſche Noten . . . 4,18
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten. . . . 81,30
Holländiſche Noten. . . . 169,20
Italieniſche Noten . . . . 80,10
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,60
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto.
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2 Kissen . . . . . . . .
. . . Mk. 27
Esie 1
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Haus Heidegg.
Von Hedda v. Schmid.
(Nachdruck verboten.)
Nach Frau Chriſtas Anſicht war Nika „viel zu
jungen=
haft, aber ein gutes Kind”. „Ein kleiner Affe‟, ſagte Diez
von ihr, nachdem ſie ihm einmal bei einem Wortgefecht
die Zunge hinausgeſtreckt hatte. Fabian war heimlich ihr
Ritter. Vor ein paar Sommern hatte ſie ſich auf dem
Heidegger Moor den Fuß an einer Baumwurzel verletzt;
da hatte Fabian Hilfe für ſie aus dem Waldhüterhauſe
Herbeigeholt. Seitdem ſchwärmte er für ſie.
Obzwar ſich der Freiherr und die Gräfin nicht recht
eiden mochten, und Frau Chriſta der alten Weltdame erſt
recht keinen Geſchmack abgewann, verkehrte man doch
ziem=
lich häufig miteinander, ſchon als nächſte Nachbarſchaft.
Die Gräfin bedauerte einmal ernſtlich und mit aller
Bosheit, die ihr unter dem Deckmantel geſellſchaftlicher
Liebenswürdigkeit zu Gebote ſtand, daß „ſie zu bejahrt
dazu wäre, die Romane, die ſich auf Haus Heidegg
ab=
ſpielen würden, als Zeitgenoſſin mitzuerleben”.
Sie behauptete, „hellſeheriſche Momente” zu haben.
Als ſie gehört hatte, daß Reginald Steenhuſen ſeinen
Weihnachtsurlaub auf Haus Heidegg verbringen würde,
diktierte ſie Fräulein Elvira, Nikas Erzieherin, eine
ver=
bindliche Einladung für ſämtliche Heidegger.
Wir ſind diesmal ſozuſagen mit Kind und Katze
ein=
geladen, meinte Diez, es gibt nur verdammt wenig zu
eſſen in Eldenau. Ich rate Dir, Onkel Regi, iß auf
Vor=
rat heute mittag. Wir tun das immer.
Editha hatte ſich vom Stubenmädchen eine neue
Spitzenbluſe für die Geſellſchaft in Eldenau
zurechtſchnei=
dern laſſen. Die ganze Nacht hindurch hatte die Näh=
mſchine geusfelt. Gbihe wer ſchebſgraßt ed die Ziuſe
auch Schick beſäße”.
Sie wußte noch nicht, daß Reginald gleichgültig
gegen Toilettenreize war. Sein Frauenideal war bis
jetzt nur ſeine Schweſter Chriſta geweſen, und die ſah in
ihrem unmodernen Grauſeidenen, das ſie an Edelchens
Tauftage getragen, noch immer hübſch, friſch und ſtattlich
aus. Die paar Silberfäden, die ſich durch ihr Haar zogen,
fielen kaum auf.
Nika ſtand in einem weißen Kleidchen, welches Hals
und Arme entblößt ließ, auf der Freitreppe, als die
Hei=
degger Schlitten mit luſtigem Schellengeläute in den
Elde=
nauer Gutshof fuhren.
Sie lachte fröhlich und ſorglos, als Frau Chriſta, die
aus dem erſten Schlitten ſtieg, ängſtlich ſagte: Aber Kind,
Du wirſt Dich bei dem Froſt heute erkälten.
Frau Chriſta, mir tut der Froſt nichts.
Fabian blickte ſie ſtolz an, als hätte ſie irgend eine
Heldentat vollbracht.
Eldenau war ein ſehr alter Beſitz mit einem ſehr
ſchö=
nen Herrenhaus. In einem Kuppelſaal hingen
Ahnen=
bilder und ſtanden Möbel, deren Füße in vergoldete
Lö=
wenklauen ausliefen.
Die Gräfin Margarete Suhr machte den Eindruck
einer Marquiſe aus der Zeit Ludwigs XIV.; ſie trug ihr
volles, graues Haar gepudert und mit altmodiſchen
Schmucknadeln hoch aufgeſteckt. Das Klirren ihrer vielen
Armſpangen und das Kniſtern ihrer lila Seidenrobe
bil=
deten die Begleitung zu jeder ihrer Bewegungen. Gegen
ihre Gäſte war ſie ſtets charmant, doch gelang es ihr nie,
allerlei kleine Bosheiten in der Unterhaltung zu
unter=
drücken. Die verſtreute ſie lächelnd, und ſie klangen zuerſt
wie Verbindlichkeiten, bis man den bitteren Kern in der
Verzuckerung merkte. Wenn ich bei der alten Suhr zu
Guf din, dan ieße ichein dieſen Zeck an biegte der
Freiherr zu ſagen.
Nun, mein Kind, was haben Sie heute mit ſich
an=
gefangen, Sie ſtrahlen und blühen ja förmlich, ſprach die
Gräfin, als ſie Editha begrüßte, und letztere, welche die
alte Dame im Grunde nicht leiden konnte, beugte ſich
ge=
ſchmeichelt errötend über die beringten, gelblichen Finger.
Zwiſchen Kaffee und Abendbrot wurde getanzt. Der
Die=
ner rollte die großen, verblichenen Teppiche im
Kuppel=
ſaal zuſammen und Fräulein Elvira ſetzte ſich an den
Flügel. Die Gräfin winkte Regi zu ſich heran und bat
ihn, mit Editha den improviſierten Ball zu eröffnen.
Editha in ihrer ſchlechtſitzenden Spitzenbluſe, mit ein
paar glutroten Roſen aus dem Heidegger Warmhauſe im
Gürtel, ließ ſich vom Dragoner ſo ſtolz und beglückt zum
Walzer engagieren, als ob ſie Ballkönigin auf einem
glän=
zenden Feſte wäre.
Paſtors waren gekommen mit zwei Töchtern, von
denen die zweite, ein kugelrunder Backfiſch, Wutzelchen,
der ſcheu in den Saalecken herumſtand, gutmütig beim
Schlafitchen nahm und mit dem Kleinen gegen den Takt
davonhopſte.
Frau Chriſta blickte ſtolz auf ihre älteſten Söhne. Sie
war froh, daß dieſe Feſttage ohne häusliche Stürme zu
verſtreichen ſchienen. Editha und Erika waren wie
aus=
gewechſelt: liebenswürdig, ohne Anmaßung — beinahe
töchterlich. Regi fand ſie „recht nett”, wie er ſeiner
Schwe=
ſter ſagte.
Wenn die Nettigkeit nur vorhält, dachte Frau Chriſta
mit einem Stoßſeufzer. Der herrſchende Friede war ſicher
bloß eine Laune von Editha.
Der Freiherr ſah und merkte in dieſen Tagen ebenſo
wenig wie früher etwas von dem, was ſeine Töchter im
Hauſe anſtellten. Ihm machten außerdem die Folgen des
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Getreideausfuhrverbots ſchwere Sorgen. Die Jungen in
der Stadt verbrauchten von Semeſter zu Semeſter mehr.
Bald rückte der Zeitpunkt heran, wo Fabian den bunten
Rock anziehen mußte. Der Junge hatte davon geträumt,
nach beſtandenem Abiturium in ein Petersburger
Garde=
regiment ſein Jahr abzudienen; zum Glück war er jetzt
von ſelber darauf gekommen, bei den Dragonern
einzu=
treten, wo Reginald Steenhuſen aktiv bleiben wollte.
Klaus gedachte zu ſtudieren. Diez ſaß fürs erſte in
jeder Gymnaſiumklaſſe gut und gern ſeine zwei Jahre ab.
Er war begabt, aber unluſtig beim Lernen. Wutzelchen
wurde von der Erzieherin der beiden kleinen Schweſtern
mitunterrichtet. Gottlob, da erſparte man wenigſtens den
Hauslehrer.
Mit Neuerungen im landwictſchaftlichen Betriebe,
welche dann ihrer Zeit goldene Früchte trugen, hatte der
Freiherr kein Glück. So fiel auf Heidegg immer wieder
alles in den alten Schlendrian zurück und ging ſachte,
aber unaufhaltſam bergab. Der Freiherr tat oft ſo, als
wolle er die drohenden Exiſtenzſorgen nicht ſehen — aber
ſie waren ſtärler als er. Seine beiden Kleinchen würden
dermaleinſt arme Heidegger Baroneſſen ſein.
Zu alledem, was dem Freiherrn neuerdings mehr
denn je Kopfzerbrechen machte, geſellte ſich der Umſtand,
daß die Gräfin Suhr „ihren getreuen Nachbar”, wie ſie
ſtets betonte, das Recht ſtreitig machte, eine Grenzſchenke
zu verpachten.
Wenn es um Geld ging, ſo hörten bei der Gräfin
nachbarliche Rückſichten auf. Das Prozeſſieren mit ihr
war höchſt koſtſpielig — das wußte der Freiherr bereits
aus mehrfacher Erfahrung. Mit ihrem liebenswürdigſten
Lächeln hatte ihm die Gräfin heute die Hand zum Kuß
gereicht: Ich bin leider — leider gezwungen geweſen, Sie
z verklagen, lieber Baron — aber deshalb keine
Feind=
ſchaft zwiſchen uns — nicht wahr?
Der. Freiherr kannte ſeine Pappenheimer. Es wird
mir eine Ehre ſein, Frau Gräfin, als ihr Gegner zu
unterliegen, erwiderte er mit grimmigem Humor, es iſt
ja nicht das erſtemal, daß wir Grenzſtreitigkeiten
mit=
einander haben. Darf ich darauf rechnen, daß Sie
über=
morgen auf unſerem Jagdmittag nicht fehlen werden,
Gnädigſte?
Ich komme natürlich mit Freuden. Ihr Heidegger
Familienleben iſt ja ſo entzückend.
Editha und Reginald tanzten beſtändig miteinander.
Er ſah nur die gute Partnerin in ihr — für ſie war der
heutige Abend der Höhepunkt aller bisher gekoſteten
ge=
ſellſchaftlichen Genüſſe.
Frau Chriſta beſchleunigte den Aufbruch. Sie war
immer ein wenig unruhig, wenn ſie nicht ihre Küken
voll=
zählig beiſammen hatte.
Bitte, laß anſpannen, Matthias.
Dem Freiherrn war es recht. Allmählich ſtieg der
Aerger über die prozeßluſtige Gräfin in ihm hoch.
Heim=
tücke war es von ihr, dieſe Klage hinter ſeinem Rücken.
Und er hatte ſie noch zu ſeinem Jagdmittag einladen
müſſen. Das alljährliche Elchtreiben in Heidegg war nun
fällig, durch das feſtliche Eſſen nach der Jagd genügte
man auf lange allen geſelligen Verpflichtungen.
Schon? bedauerte Editha, als gemeldet wurde, daß
die Schlitten vor der Treppe warteten. Sie hätte noch
Stunden lang mit Regi tanzen mögen.
Den jungen Mann hatten ihre Blicke denn doch
etwas warm gemacht. Auf der Heimfahrt wechſelte er
geſchickt ſeinen Platz mit Wutzelchen und ſetzte ſich neben
Editha. Aber es war ſo bitterkalt, daß jeder ſeinen
Pelz=
kragen hochſchlug, und kein richtiges Geſpräch in Gang
kommen konnte. Der Freiherr aber, der im
Einſpänner=
ſchlitten mit ſeiner Gattin fuhr und den Traber ſelber
lenkte, war unempfindlich gegen alle Unbill des Wetters
und ſchimpfte über die geizige und habſüchtige Gräfin
Suhr in allen Tonarten und ſo lange, bis ſein Bart wie
ein einziger großer Eiszapfen ausſah und ſein Gemüt
ſich erleichtert fühlte. Frau Chriſta widerſprach nicht.
Er hatte ja recht, und ſie kannte ihren Herrn und
Ge=
bieter: wenn er mit ſeiner zornigen Litanei fertig war,
chlug ſeine Stimmung ſofort um. Als der Schlitten in
die Heidegger=Allee einfuhr, lachte denn auch der
Frei=
herr wieder. Und das Tollſte bei der Geſchichte iſt, daß
ich die Alte übermorgen bei uns zu Tiſch führen muß.
Na, tragent wir in Geduld — nachher kümmere ich mich
den Kuckuck um ſie.
Am Tage der Elchjagd war vom frühen Morgen an
ein lebhaftes Treiben auf Heidegg. Von allen Seiten
klingelten Schlitten heran, denen zum Weidwerk gerüſtete
Herren entſtiegen.
Die Sonne ſtand noch ganz tief über dem Moor, als
zur Abfahrt geblaſen wurde. Mit Heidegger Fuhrwerk
ging es in den Forſt. Niedrige Arbeitsſchlitten, mit
kleinen eſtniſchen Kleppern beſpannt, nahmen die Jäger
auf. Auf einem beſonderen Schlitten wurden rieſige
Baſtkörbe mit Proviant verſtaut.
Frau Chriſta hatte den Abziehenden eigenhändig
dampfenden Kafſee eingeſchenkt. Editha hatte zu ihrem
Kummer die Zeit verſchlafen — nun ſtand ſie
übel=
launig im Morgenkleid an einem Fenſter der Turmſtube
und ſchaute dem Zuge der Schlitten nach. Sie hätte Regi
o gern vor ſeinem Aufbruch noch geſprochen — nun
mußte ſie bis zum Abend auf ſeinen Handkuß warten.
Er ſah ſo ſchmuck aus in ſeinem kurzen, graugrünen
Jagdpelz. Vergeblich hoffte Editha, daß ſeine Blicke ſue
chend die Fenſterreihe entlang ſchweifen würden — er
aber glühte nur vor Jagdeifer.
(Fortſetzung folgt.)
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Vermiſchtes.
CK. Verſteckte Teſtamente. Vor kurzer Zeit wurde
einem ſchottiſchen Gericht ein Teſtament vorgelegt, das
16 Jahre hindurch erfolglos geſucht wurde. Durch einen
Zufall wurde es jetzt mntdeckt: in einem alten, zerſetzten
Notizbuch des längſt Dahingegangenen. Niemand hätte
daran gedacht, hier ein Teſtament zu ſuchen, das über
das Schickſal eines ſtattlichen Vermögens entſcheiden
ſoll. Und da der Verſtorbene dieſes Notizbuch ſchon
lange vor ſeinem Tode nie mehr benutzte und zwiſchen
wertloſen Papieren in irgend einer Schublade verwahrt
hatte, herrſchte kaum ein Zweifel, daß er in dieſem
un=
ſcheinbaren Heft ſein Teſtament nicht „aufbewahrt”
ſon=
dern vorſichtig „verſteckt” hatte. Die Gerichte, die ſich
mit Erbſchaftsangelegenheiten beſchäftigen, ſind mit
die=
ſer Neigung, Teſtamente zu verbergen und zu verſtecken,
nur allzu vertraut; es bleibt ein pſychologiſches Rätſel,
warum ſo viele Menſchen die Aufzeichnungen ihres
letz=
ten Willens regelrecht verſtecken; vielleicht iſt vielen von
ihnen der Gedanke an den Tod unwillkommen, vielleicht
wollen ſie durch ein Verſteck das Teſtament beſonders
gut verwahren und vor Diebſtahl ſchützen; die Fälle, in
denen letzte Willen, oft erſt viele Jahre ſpäter, an den
merkwürdigſten Orten gefunden wurden, ſind jedenfalls
erſtaunlich zahlreich und viel häufiger als der Laie glaubt.
Erfahrene Praktiker, Juriſten und Richter haben ſogar
ſchon Liſten der Stellen, an denen man zuerſt nach dem
Teſtament ſuchen muß; viele Leute verſtecken ihren letzten
Willen mit beſonderer Vorliebe im Futter eines alten
Hutes oder unter einem aufgenagelten Teppich; auch das
Innere von Wanduhren iſt beliebt, ebenſo wie alte
Ge=
rmälde, hinter denen ſich ein zuſammengefaltetes Blatt
Papier leicht verſtecken läßt. Erſt kürzlich fand man in
England das Teſtament einer verſtorbenen Frau, das
Zugunſten des Gatten lautete, in einer Wanduhr. Man
hatte nach ihrem Tod das ganze Haus durchſucht und
das Gericht war bereits entſchloſſen, mangels eines
letz=
tten Willens geſetzliche Beſtimmungen für ſolche Fälle
an=
zuwenden, als zum Glück die Wanduhr ſtehen blieb. Als
das Gehäuſe geöffnet wurde, lag hier das Teſtament, das
völlig ordnungsgemäß abgefaßt war und deſſen
Gültig=
keit anerkannt wurde. Einen noch merkwürdigeren
Auf=
bewahrungsplatz für ihren letzten Willen hatte ſich eine
Irin erwählt, die vor einigen Jahren ſtarb. Sie
ver=
wahrte ſowohl ihr Teſtament wie auch eine ganze Reihe
von Aktien und Wertpapieren in einem Kehrichteimer
der mit Schutt und Aſche gefüllt war und natürlich nie
geleert wurde. Merkwürdiger iſt die Geſchichte eines
Teſtamentes, das vor etwa 5 Jahren in England durch
einen Zufall aufgefunden wurde. Hier hatte der
Teſta=
tor ſich nicht damit begnügt, ſeinen letzten Willen in das
Futter eines alten Filzhutes einzunähen; nein, er war
noch ſo vorſichtig geweſen, dieſen Filzhut einem ärmeren
Bekannten zu ſchenken, ſo daß die Wahrſcheinlichkeit eines
Wiederauffindens dieſes Teſtaments in der Tat ſehr
ge=
ring war. Andere Teſtatoren wiederum legten ihre
letzt=
willige Verfügung ganz unauffällig zwiſchen zwei
be=
nutzte alte Löſchblätter in irgend eine Briefmappe, und
oft verſtreichen Monate, ehe man hier, meiſt durch einen
Zufall, das Dokument findet. In einem ſeiner Romane
erzählt Thackeray von einem Teſtament, das in der
Pol=
ſterung einer alten Kutſche gefunden wird; der Dichter
iſt hier von der Wirklichkeit kopiert worden: vor einigen
ſiebzig Jahren wurde in Frankreich wirklich ein
wert=
volles Teſtament in einer Droſchke gefunden. Origineller
war der Franzoſe, der ſeinen letzten Willen in ein Kuvert
frankierte und an ſich ſelbſt adreſſiert poſtlagernd
ab=
ſandte. Alle dieſe Bemühungen, eigene Teſtamente zu
verſtecken und den Hinterbliebenen ſchwer zugänglich zu
machen, ſind in ihren Urſachen nur ſchwer verſtändlich
und bilden in ihrer Geſamtheit einen intereſſanten
Bei=
trag zur Pſychologie des an ſeinen Tod denkenden
Menſchen.
* Die große chineſiſche Mauer. Eine Mauer von
drei=
tauſend Kilometer Länge! In Europa errichtet, würde
ſie von Schottland bis an die Dardanellen, oder von der
Krim bis in das nördliche Eismeer reichen. Staunend
habe ich wiederholt vor einem anderen Rieſenwerke, der
großen Cheopspyramide, geſtanden, zu deren Erbauung
nach Herodot hundkrttauſend Menſchen und zwanzig
Jahre Zeit erforderlich waren, und die zweieinhalb
Mil=
lionen Kubikmeter Steine umfaßt. Aber dieſes Werk
ver=
ſchwindet geradezu im Vergleich zu der chineſiſchen Mauer
die nicht zweieinhalb, ſondern dreihundert Millionen
Kubikmeter umfaßt, alſo ſo viel Material enthält wie
hundertzwanzig Cheopspyramiden. Wer ſich das vor
Augen hält, kann ſich einen Begriff von der
Rieſenhaftig=
keit der chineſiſchen Mauer machen, die auf ein Machtwort
des Kaiſers Tſchi=Hwang=Te vor einundzwanzig
Jahr=
hunderten aus dem Erdboden gezaubert wurde, um die
Einfälle der wilden Tataren in das chineſiſche Reich zu
verhindorn. Wie lange daran gebaut wurde? Wie viele
Millionen Menſchen dabei beſchäftigt waren? Wer könnte
das heute ſagen. Und wie beſchwerlich muß dieſer Bau
geweſen ſein. Die Mauer liegt ja nicht in einer
frucht=
baren Ebene wie die Cheopspyramide, und es gab dort
keinen Waſſerweg, wie den Nil, zur Herbeiſchaffung des
Materials. Auf dem größten Teil ihrer Ausdehnung
führt ſie über unwirtliche, kahle Gebirge, durch
unbewohn=
tes Land, und jeder der Millionen von Quaderſteinen
nußte erſt mühſelig herbeigeſchafft werden, auf faſt
un=
zugängliche Höhen hinauf bis zu zweitauſend Meter über
dem Meeresſpiegel, in ſteile Schluchten hinab, über
Waſ=
ſerläufe hinweg.
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Ge=
ſchmack des Publikums durch beſondere Pflege des
Außer=
gewöhnlichen, Senſationellen. Dieſer Strömung tritt
Marx mit ſeinen Geſchichten aus dem Tierleben”
ent=
gegen. Das Büchlein ſtellt ein Gegenſtück zu den
viel=
geleſenen Präriebüchern Thomſons dar. Wie dieſe, iſt
auch das Marxſche Buch durch Randzeichnungen
ge=
ſchmückt, anſpruchsloſe Federzeichnungen, die dem Leſer
aber doch ermöglichen, nochmals einen Blick auf die
lieb=
gewordenen Geſtalten zu werfen. Das Buch wendet ſich
vor allem an Eltern und Erzieher, die lernen wollen,
ihren Kindern die Augen für das Geſchehen in der Natur
zu öffnen. Die meiſten Freunde wird das Werkchen bei
denen finden, die ſich noch am Tun der Tiere erfreuen
önnen, oder es gerne wieder lernen möchten, in dem
Wunſche, hierin ein Gegengewicht gegen des Alltags
nüch=
ernes Getriebe zu finden. So entſpricht das kleine Werk
einer der charakteriſtiſchſten Tendenzen des modernen
Geiſteslebens: der neuerwachenden Liebe zur Tierweltl
Luftſchiffe oder Flugzeuge — ſie beide
haben jetzt auf ein beſonderes Intereſſe Anſpruch, da die
Nationalflugſpende ihren ſo erfreulichen Abſchluß
gefun=
den hat. Es wird darum intereſſant ſein, von einem
Fachmann, dem bekannten Luftſchiffer Hauptmann a. D.
Dr. Hildebrandt, ſich über die Vorzüge und Nachteile der
beiden Syſteme unterrichten zu laſſen, zugleich aber in
ihr Weſen einzudringen. Das abſchließende Urteil des
Verfaſſers, deſſen ſehr lehrreiche Ausführungen die
Gar=
tenlaube in Heft 2 veröffentlicht, geht dahin, daß
für kulturelle Zwecke das Luftſchiff vorläufig geeigneter iſt
als das Flugzeug, daß dieſes aber ebenfalls bald berufen
ſein wird, in den Kolonien eine große Rolle zu ſpielen.
Für den Krieg wird man weder den Lenkballon noch den
Flugdrachen entbehren und in abſehbarer Zeit wird weder
im Krieg noch im Frieden das kleine Flugzeug das große
Luſtſchiff verdrängen können.
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Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Kammermuſikvereinigung de Haau,
Schmidt, Schnurrbuſch, Gims, Andrä. Zur dritten
Ma=
tinee, die am Sonntag, den 9. Februar, 11½ Uhr vorm.,
im Muſikvereinsſaal ſtattfindet, wird uns geſchrieben:
Das Hauptintereſſe dürfte ſich wohl dem Volbachſchen
Klavierquintett zuwenden, das ſowohl bei ſeiner
Urauf=
führung in Frankfurt, als auch in Berlin, Karlsruhe,
Pforzheim u. a. begeiſterte Aufnahme fand. Von den
zahl=
reichen äußerſt aünſtigen Preſſeſtimmen ſei folgende nicht
vorenthalten: „Seiner erfolgreichen II.moll= Sinſonie, die
auf dem Stuttgarter Tonkünſtlerfeſt Stürme des Beifalls
auslöſte und ſeitdem in 24 Städten zum Teil wiederholt
unter ähnlichem Erfolg zur Aufführung gelangte, läßt der
als Univerſitäts=Muſikdirektor in Tübingen wirkende
Komponiſt nun ein Werk folgen, das ihm neue Freunde
gewinnen wird. Dieſes klar gegliederte, lebenſprühende,
klangprächtige und melodienfreudige, dabei meiſterlich
gefügte Quintett wird überall da ein begeiſtertes Echo
finden, wo man von einer Kammermuſik erwartet, daß es
die keineswegs eng gezogenen Grenzen dieſes Stiles
reſpektiert und von der Kunſt fordert, daß ſie erhebend und
befriedigend auf Gemüt und Verſtand einwirken ſoll. Wo
man noch das Geſunde und Schöne in der Muſik
wert=
ſchätzt, wird man dieſe prächtige Schöpfung lieben!‟ Der
Komponiſt wird ſelbſt den Klavierpart ausführen.
— Die Meininger Hofkapelle übt auch
dies=
mal wieder ihre gewohnte Anziehungskraft aus, ſo daß
ihr für nächſten Montag angekündigtes fünftes Konzert
im Richard Wagner=Verein bald ausverkauft
ſein dürfte. Man iſt allgemein geſpannt, Max Reger,
den man hier bisher nur als Vertreter ſeriöſeſter Kunſt
kennen gelernt hat, auch einmal als Beherrſcher der
leicht=
beſchwingten Muſe des Tanzes zu ſehen. Das von ihm
mit künſtleriſcher Sorgfalt zuſammengeſtellte Programm
des Abends bringt in ſeiner erſten Abteilung die
Ouver=
türe zu Mozarts „Hochzeit des Figaro”, die berühmte
Zwiſchenakts= und Ballettmuſik aus „Roſamunde” von
Franz Schubert, zwei Ungariſche Tänze von Johannes
Brahms und Webers Aufforderung zum Tanz in der
Orcheſterbearbeitung von Hektor Berlioz. Die zweite
Ab=
teilung wird umrahmt von Nieolais Ouvertüre zu den
„Luſtigen Weibern von Windſor” und Berlioz feurigem
„Carneval romain” und bringt in der Mitte die beiden
klaſſiſchen Walzer „An der ſchönen blauen Donau” und
„Künſtlerleben” von Johann Strauß, der damit wohl zum
erſten Male „wagnervereinsfähig” werden dürfte.
* Gertrud Leiſtikow, die am 14. d. M. in der
Freien literariſch=künſtleriſchen Geſellſchaft tanzen wird,
hatte gleich bei ihrem erſten Auftreten in München, im
März 1911, berechtigtes Aufſehen erregt. Seitdem haben
ſich die hohen Erwartungen, die man auf die Entwickelung
ihrer Kunſt ſetzte, erfüllt, und die Künſtlerin findet
allent=
halben, wo ſie erſcheint, ſowohl beim Publikum, wie in
der Preſſe ungeteilten Beifall. So liegen von Köln,
Düſſeldorf. Hannoper, Riga, Frankfurt a. M. Dresden
und München Zeitungsberichte aus der jüngſten Zeit vor,
die begeiſtert darin übereinſtimmen, daß Gertrud Leiſtikow
eine ernſte, ſchaffende, künſtleriſche Perſönlichkeit von hoher
Bedeutung iſt, die eine erſtaunliche mimiſche
Ausdrucks=
kraft, überzeugendes innerliches Pathos und auch viel
echten Humor beſitzt. Da, wie ſchon bekannt gegeben, die
hieſige Veranſtaltung in der Freien literariſch=künſtleriſchen
Geſellſchaft durch den Beſuch Ihrer Königlichen Hoheiten
des Großherzogs und der Großherzogin ausgezeichnet
wird, und, trotz des lebhaften Intereſſes, das ſich für
den Abend kundgibt, der intime Rahmen des
Mathilden=
höhſaales beibehalten werden ſoll, dürfte es ſich für
Nicht=
mitglieder empfehlen, ſich bei guter Zeit einen Platz zu
ſichern. Für ſie ſind eine Reihe beſonderer Sperrſitze
(erſte Reihe) und Saalkarten (vergl. heutige Anzeige) in
der Hofbuchhandlung von A. Bergſtraeßer (Rheinſtraße 6)
zu ermäßigtem Preis zu haben.
* Vortragsabend Konrad Dreher. Der
Kgl. Bayeriſche Hofſchauſpieler Konrad Dreher, berühmt
als Gründer und Organiſator des Schlierſeer
Bauern=
theaters, als unübertroffener Meiſter der Komik und des
Humors, in der alten und neuen Welt gefeiert, hat ſich
gleich anderen Berühmtheiten entſchloſſen, als Vortragen=
der eine ausgedehnte Tournee zu unternehmen, die in
die=
ſer Saiſon in Deutſchland beginnen, ſpäter nach Rußland
und bis nach Amerika führen wird. Es bezeichnet die
ein=
zig daſtehende Popularität Drehers, überall, wo Deutſche
wohnen, daß ſich ſofort nach dem erſten Bekanntwerden
ſeiner Abſicht, auf Vortragsreiſen zu gehen, an 120 Städte
in Nord= und Süddeutſchland, in Oeſterreich, in der
Schweiz meldeten, um ſich Abende des unvergleichlichen
Münchener Komikers und Humoriſten zu ſichern. Auch in
unſerer Stadt wurde Konrad Dreher für einen Luſtigen
Vortragsabend gewonnen, der für Dienstag, 11. März,
feſtgeſetzt iſt und im großen Saale des „Kaiſerſaals”
ſtatt=
finden wird.
Sport, Spiel und Turnen.
* Fußballſport. F.=K. „Olympia‟. Der
Fußball=
klub „Olympia” ſpielt am Sonntag gegen den
Fußball=
klub „Pfalz”=Ludwigshafen. Sollte es den Einheimiſchen
gelingen, dieſes Spiel, ſowie auch das am darauffolgenden
Sonntag gegen Fußballverein Kaiſerslautern zu ihren
Gunſten zu entſcheiden, ſo wäre ihnen dadurch die
Mög=
lichkeit gegeben, dem Abſtieg in die A=Klaſſe zu entgehen.
Sr. Deutſche Ski=Meiſterſchaften. Die deutſchen Sli=
Meiſterſchaften ſollen vom 6. bis 9. Februar in Oberhof
ſtattfinden. Zu allen Wettkämpfen ſind zahlreiche
Nenn=
ungen eingelaufen, ſo auch von ausländiſchen Bewerbern,
Am zahlreichſten gingen Nennungen für die militäriſchen
Wetbewerbe ein, nämlich 97. Das Rennen um die Meit
ſterſchaft von Deutſchland ſieht 21 der tüchtigſten Läufer
und Springer im Bewerb. 25 Meldungen gingen für das
Wettlaufen der Forſtbeamten ein, ebenſo viele für den
Hindernislauf. Gleichfalls zahlreiche Meldungen haben
die Junioren=Konkurrenzen erfahren. Unter den
Bewer=
bern ſind am zahlreichſten natürlich ſolche aus Thüringen
und dem Harz, ferner auch aus Süddeutſchland; Norweger
haben vier gemeldet, Oeſterreicher zwei, und die gleiche
Zahl hat auch die Schweiz aufzuweiſen. Das Wetter iſt
zwar nicht beſonders günſtig, doch dürften die
Schneever=
hältniſſe eine Austragung der Wettläufe geſtatten.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 de
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Einen eigenartigen Reiz bietet der Anblick einen
ſchwarz und weiß gefleckten Amſel mit goldgelbem
Schna=
bel, die ſich eben in den Gärten der Arheilger=, Ruths=
und Pankratiusſtraße aufhält. Da ich bis jetzt noch nie
von einer derartigen Amſel gehört oder geſehen habe,
würde es mich ſehr intereſſieren, wenn mir ein in dieſen
Frage kompetenter Leſer dieſes Blattes über das
Natur=
ſpiel Auskunft geben würde.
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Si
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(83
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Schreiber,
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Zweter,
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2 Aug. Globerger
L. Schützendorf”
3 Karl Bernhardt
W. Riechmann
Dritter
Vierter
Eliſabeth, Nichte
des Landgrafen
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Milena v. Sugh
Venus
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Erſter
ZweiterPage des Hede Schaub
Luiſe Sturmfels
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Die drei Grazien Luiſe Müller
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14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihen
2.25 M., I. Galerie 1.25 M.,
II. Galerie 0.65 M.
Anfang 7 U. Ende nach 10½ U.
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Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 8. Febr. 116. Ab.=Bſt.
D 28. Zum erſten Male: „
Ana=
toll von Arthur Schnitzler.
Ge=
wöhnl. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Sonntag, 9. Febr. Nachmittags
2½ Uhr. (Neunzehnte
Volksvor=
ſtellung zu ermäßigten Preiſen.)
Der Gewiſſenswurm‟=
Bauernkomödie von Anzengruber.
Vorverkauf bis einſchl. Samstag,
den 8. Februar, nur im Verkehrg:
büro (Ernſt=Ludwigsplatz).
Ver=
kauf der noch vorhandenen Karten
an der Tageskaſſe im Hoftheater
am Tage der Vorſtellung,
vor=
mittags von 11 Uhr ab. — Abends
Uhr: 117. Ab.=Vſt. B 30. „La
Fraviata.: Hierauf:
Auf=
forderung zum Tanz (
Bal=
lett=Divertiſſement). Gew. Preiſe:
Montag, 10. Febr. Außer Ab.
VII. Sonder=Vorſtellung. „ Zar
und Zimmermann.” Anfang
8 Uhr. Zu dieſer Vorſtellung
fin=
det ein Kartenverkauf nicht
Residenz-
Theater
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Derweisse
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Ab morgen
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Hofrat W. de Haan, Hofkonzertmeister E. Schmidt,
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meister P. Schnurrbusch, Hofmusiker G. Gims und Hofmusiker
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Sonntag, 9. Februar 1913, 11½ Uhr, im Musikvereinssaal.
Glazounow: Streichquartett. Volbach: Klavierquintert (unter Mitwirkung
des Komponisten).
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Nachf., Elisabethenstrasse 12.
Deutscher und Oesterreichischer
Alpenverein
Sektion Darmstadt (E. V.) Gegründet 1870.
Honntag, den 9. Februar 1913
Ausflug in den Taunus.
Wänigstein - Glashütten - Feldberg - Altkönig-
Cron-
berg (Frankfurter Hof.)
Abfahrt nach Königſtein 8 Uhr 1 Min.
3 270)
Der Vorstand.
Bezirksverein Johannesviertel.
Einladung zur
Haupt-Versammlung
am Mittwoch, den 12. Februar 1913, abends 8½ Uhr,
im „Frankfurter Hof‟, Ecke Frankfurter= u. Landwehrſtr.
Tagesordnung:
1. Rechenſchaftsablage.
2. Ausbau der elektriſchen Bahn.
3. Gemeindeſteuer=Reform und Sonderſteuern.
4. Sonſtige ſtädtiſche Angelegenheiten.
5. Verſchiedenes.
(3412
Der Vorstand.
Um pünktliches Erſcheinen erſucht
N-
Jungliberaler Verein
Nächsten Dienstag, 11. d. M., abends 8½ Uhr,
spricht der Generalsekretär der „Freien Vereinigung hessischer
Nationalliberaler‟, Herr Dr. Linse, Mainz, im gelben Saale der
Restauration Sitte, Karlsstrasse, über:
Wesen u. Wirken der Freien
Ver-
einigung hess. Nationalliberaler.
Freie Aussprache! Zu dieser Versammlung haben nur
Mit-
glieder des nationalliberalen und des jungliberalen Vereins, sowie
Freunde und Anhänger der nationalliberalen Partei Zutritt. (3411
Der Vorstand.
ME
Jaruistadt
Fretrenlstose Gemleilde
Sonntag, den 9. Februar, abends 5 Uhr:
a in der „Freimaurer-Loge‟,
Erbauun
Sandstrasse 10.
Thema:
Die moderne Sittlichkeit und das Familienleben.
Prediger: Dr. H. OHR.
(*3314
Zutritt frei für Jedermann.
Dus Eidv unserer Wenzetr!
Vertentliche Vertrage
Sonntags abends 8½ Uhr, Neckarſtraße 22.
Thema:
„Göttliche Vorsehung und gegenwärtige Weltnöte‟
Eintritt nach Belieben. Jedermann iſt freundlichſt eingeladen.
R. W., Prediger.
23384)
Freie literarisch-Künstierische Gesellschaft.
Freitag, 14. Februar, abends pünktlich 8 Uhr,
(Dieburgerstrasse 26):
„Mathildenhöhsaal‟
Gerkau Leistiod
Orchestische Tanzspiele.
Karten für Nichtmitglieder im Vorverkauf bei A.
Berg-
straesser, Rheinstrasse, zu Mk. 4.—, 3.—, 2.—, 1.—. Abendkasse:
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Mk. 4.50, 3.50, 2.50 1.50.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu Mk. 1.50
(B3305
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
Morgen Samstag:
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Pallaswiesenstr. 30, Telephon 305. (1282a
Schutz vor Ansteckung
Robert Koch hat seinen Namen dadurch
unsterblich gemaght, daß er die schon von
anderen Forschern entdeckten und weiter
beobachteten mikroskopisch kleinen
Bak-
terien als die Träger aller ansteckenden
Krankheiten sicher erkannt und dadurch
die Bahn für die Bekämpfung eben dieser
Krankheiten frei gemacht hat. Wie
un-
geheuer wichtig die Großtat Kochs und
seiner Mitarbeiter für die Menschheit ist,
wird uns sofort klar, wenn wir an die
furchtbaren Siegeszüge der
mittelalter-
lichen Seuchen denken. Vernichtete doch
allein die Pest im 14. Jahrhundert in
Europa über 25 Millionen Menschen.
Und heute noch werden in Asien und
Afrika alljährlich ganze Städte und
Länder-
strecken durch die Infektions-Krankheiten
entvölkert, weil es in jenen unzivilisierten
Gegenden einstweilen noch nicht möglich
ist, die volle Nutzanwendung aus der
neuen Erkenntnis zu ziehen.
Diese Nutzanwendung heißt nämlich:
„Beuge vor!‟ Gerade bei den
Infektions-
krankheiten — dazu gehören außer Pest,
Cholera und Pocken auch Diphtherie,
Tuberkulose, Scharlach, Keuchhusten
usw. — ist das Verhüten unendlich viel
leichter als das Heilen.
Zu dieser Erkenntnis und zu ihrer
zweckmäßigen Verwertung gehört aber ein
gewisses Maß von Verständnis und Bildung;
da beides den wilden und halbwilden
Völkern fehlt, wehren sie sich mit aller
Kraft gegen die Tätigkeit europäischer
Aerzte und Verwaltungen, und deren weise
Maßregeln können, weil sie nicht befolgt
werden, natürlich auch keinen Erfolg haben.
Anders bei uns. Die Volkshygiene,
d. h. die vorbeugende Sorge für die
all-
gemeine körperliche Wohlfahrt, ist eine
fruchtbare Wissenschaft geworden, und
der Staat hat es als seine Pflicht erkannt,
sie in den Bereich seiner Tätigkeit zu
ziehen. Wir haben ein
Reichsgesundheits-
amt, zu dessen Hauptaufgaben es gehört,
dem Entstehen der ansteckenden
Krank-
heiten vorzubeugen oder die
Weiter-
verbreitung von Einzelfällen aus zu
ver-
hüten. Seiner Anregung sind
wirkungs-
volle Seuchengesetze zu verdanken, deren
Erfolge vor aller Augen liegen. Das
Mittel, mit dem die Infektion (die
An-
steckung) bekämpft wird, heißt
Des-
infektion (Ansteckungsverhütung).
So Großes nun auch die öffentliche
Gesundheitspflege im Kampf gegen die
Seuchen durch Desinfektion geleistet
hat — ausgerottet sind die Erreger der
Influenza, des Typhus, der Masern, des
Scharlach, der Diphtherie, der
Tuberku-
lose natürlich noch nicht, und sie werden
es auch wohl nie werden, weil man nicht
neben jeden Menschen einen Beamten
der Gesundheitspolizei stellen kann, der
ihn zur rechtzeitigen vorbeugenden
An-
wendung der seit Kochs Entdeckung
bekannten Kampfmittel anhält.
Wohl aber wird jeder vernünftige und
mit Verantwortlichkeitsgefühlausgestattete
Mensch selbst dafür sorgen, daß an ihm
die Segnungen der fortgeschrittenen
Natur-
erkenntnis ganz in Erfüllung gehen.
Wenn er nun erfährt, daß nach
Forschungen von Professor Dr. Romberg
und anderen die Influenza durch
Ein-
dringen der Bazillen in die
Atmungs-
organe hervorgerufen wird, daß nach den
Untersuchungen Professor Dr. Forsters
und Dr. Kaysers die Infektionspforte des
Typhus an den Mandeln des Rachens liegt,
daß die schlimmste Volksgeißel
Tuberku-
lose durch Eindringen ihres Erregers (
Tu-
berkelbazillus) vom Halse aus ihre große
Verbreitung findet, daß auch die
Genick-
starre mit Erkrenkung des Schlundes
beginnt, kurzum, daß Mund- und
Rachen-
höhle der Menschen die Eintrittspforte für
die Erreger der Infektionskrankheiten sind
und gleichzeitig einen geeigneten Boden für
deren erste Ansiedlung und weitere
Ent-
wicklung abgeben, wenn er ferner hört, daß
der Giftstoff von hier aus seinen Weg in das
Innere desmenschlichen Körpersnimmt und
ins Blut, in die Lungen, ins Gehirn gelangt,
so leuchtet ihm ein, daß er durch eine
wirksame Desinfektion der Mund- und
Rachenhöhle der Ansteckung vorbeugen,
oder, wenn sie schon erfolgt ist, die
Keime vernichten muß, ehe sie weiter
in das Körperinnere eindringen können.
Das in zahllosen Fällen bewährte, von
der Aerztewelt geprüfte und empfohlene
Mittel dazu heißt
ORkrAnfrT T
Es ist eine nach patentamtlich geschütztem
Verfahren hergestellte Verbindung in
Form bequem zu nehmender,
wohl-
schmeckender und für den
Gebraucher selbst durchaus
unschädlicher Tabletten, Das
Ge
Formamint löst sich im
Speichel des Mundes auf,
kommt mit diesem bis in
die feinsten Falten und
Fältchen des Gaumens und
des Rachens, zerstört die
schon vorhandenen
Bak-
terien und bildet einen
sicheren Schutz gegen das
Eindringen neuer Keime.
Die nebenstehende Abbildung zeigt
deutlich die Wirkung des Formamints.
Die runde Schale enthält einen
Nähr-
boden, auf dem die Typhus-
Bakterien besonders günstig
sich entwickeln können.
Die rechte Hälfte war mit
gewöhnlichem Speichel, die
linke mit Speichel, in dem
Formamint gelöst war,
be-
pinselt. Darauf wurden
beide Hälften in gleicher
Weise mit Typhus-Bazillen
geimpft. Auf der mit
ge-
wöhnlichem Speichel
be-
handelten rechten Hälfte
erfolgt ein üppiges Wachstum der
Ba-
zillen, auf der mit Formamint-Speichel
bestrichenen linken Seite sind nur die
leichten Spuren des zum Impfen benutzten
Spartels erkennbar, aber keinerlei
Wachs-
tum von Bazillen. In dieser Weise
des-
infiziert das Formamint und verhindert
die Ansiedlung von Bakterien, deren
Ent-
wicklung ansteckende Krankheiten
her-
vorrufen würde.
In den zahlreichen wissenschaftlichen
Arbeiten medizinischer Forscher und in
den Attesten praktischer Aerzte, von
denen einige wahllos aus der Menge
genommene Proben weiter unten mit-
Seteilt sind, wird immer wieders-auf
den Wert des Formamints für die
Prophylaxe, das heißt für die vor-
beugende Verhütung von Infektionen,
hingewiesen. Daraus folgt, daß man mit
dem Gebrauch des Formamints nicht
warten soll, bis die Ansteckung da ist,
sondern daß die Tabletten schon
ge-
nommen werden müssen, wenn die
Gefahr der Infektion droht. Sobald man
also die ersten Unannehmlichkeiten einer
Halsentzündung (Angina) spürt, ferner
wenn eine Infektionskrankheit in der
Familie oder in unserem
Verkehrs-
kreise auftaucht, ja jedesmal schon
dann, wenn wir an unseren Hals
außer-
gewöhnliche Anforderungen gestellt haben,
die seine natürliche Widerstandskraft
gegen Schädigungen schwächen, in allen
diesen Fällen ist Formamint an seinem
Platze.
über
Aerztliche Urteile ae Formamintwirkung
Herr Med.-Rat Prof. Dr. Burkhard in Bamberg:
„Ich habe von Formamint-Tabletten schon einigemal
Gebrauch gemacht, und zwar mit einem derartigen
Erfolge, daß ich dieselben mit gutem Gewissen
empfehlen kann.‟
Herr Dr. med. Franz in Charlottenburg:
„Formamint-Iabletten haben mir in prophylaktischer
Hinsicht sehr gute Dienste geleistet.‟
Herr Dr. med. Herrmann in Mulda:
„Ich gebe die Tabletten vor allem bei Diphtherie
und Scharlach den anderen Kindern in der Familie und
habe bisher stets dadurch ein Umsichgreifen der beiden
Krankheiten verhindert. Bei kleineren Kindern erselzen
die Tabletten das Gurgeln vorzüglich. Der angenehme
Geschmack, die leichte Löslichkeit sind hervorragende
Vorzüge der Tableiten.‟
Herr Professor Dr. Ed. Kiebs in Berlin:
„Nachdem ich zuerst an mir selbst, dann bei einer
Reihe von Patienten die trefflichen desinfizierenden
Wirkungen der Formamint-Tabletten einwandfrei
fest-
gestellt habe, halte ich es für richtig, Ihnen meine volle
Anerkennung auszusprechen, Ich verordne dieselben
jetzt regelmäßig.‟
Herr Dr. med. Dessauer in München:
„Das Formamint verwende ich zum eigenen Gebrauch,
da ich entdeckt habe, daß es einen vorzüglichen Schutz
für uns, die wir den Menschen in die infektiösen Mund-
und Rachenpartien schauen müssen, bildet. Hatte ich
früher jedesmal selbst eine Angina, so oft ich einen
Halskranken inspizierte, so ist das jetzt dank Ihrer
Pastillen vorbei.‟
Herr Professor Dr. Kirchner in Würzburg:
„Von Formamint-Tabletten habe ich einen sehr
reichlichen Gebrauch gemacht. Durch die
prophylak-
tische Wirkung dieses Mittels sind sehr gute Erfolge
zu erzielen.‟
Se. Exzellenz Professor Dr. E. von Lepden, Berlin:
„Ich habe die Formamint-Tabletten häufig genug
verordnet, auch selbst gebraucht und bin mit dem Erfolge
sehr zufrieden.‟
Herr Geheimrat Professor Dr. H. Satffer, Direktor
der Heilanstalt für Augenkranke in Leipzig:
„Mit Formamint haben wir bei verschiedenen
geeignet erscheinenden Zuständen Versuche gemacht
und können bestätigen, daß es sich in allen Fällen,
Lanz besonders auch bei Kindern, vorzüglich bewährt
hat, besser und sicherer, als alle sonst üblichen
Mittel.‟
Herr Prof. Dr. med. Katz in Berlin:
„Formamint-Iabletten haben sich als ein
brauch-
bares Mittel bewährt. Ueble Nebenerscheinungen habe
ich nicht gefunden.‟
Herr Dr. med. Marquardt in Charlottenburg:
„Das Präparat hat sich hier als Prophylaktikum
in vorzüglicher Weise bewährt. Es wurde gern
genommen. Die Eltern waren in der Lage, neue Anfälle
nunmehr schon seit 6 Monaten von den Kindern
fernzuhalten.‟
Herr Dr. med. Tischner in Elberfeld:
„Formamint-Iabletten habe ich namentlich in der
Kinderpraxis gebrauchen lassen und gefunden, daß
die gesunden Kinder bei prophylaktischer Anwendung
vor Erkrankungen bewahrt blieben. Seitdem
empfehle ich den Eltern regelmäßig diese Tabletten,
welche selbst von weniger gehorsamen Kindern gern
genommen werden, auch prophylaktisch in Gebrauch
zu ziehen. . . . .
Herr Hofrat Professor Dr. 7h. Escherich, Vorstand
der Universitäts-Klinik zu Wien:
„Der Gebrauch der Formamint-Tabletten stellt sicl
als eine angenehme und innerhalb gemessener Grenzer
wirksame Form der Munddesinfektion dar.
Herr Dr. med. Stark in Wolmünster, Lothringen:
„Ich glaube mich von der Vortrefflichkeit Ihres
Präparates in prophylaktischer Beziehung überzeugt zu
haben. In einigen Familien, in denen mehrere Kinder
rasch hintereinander an der Seuche (D phtherie) erkrankt
waren, da die Absperrungsmaßregeln unter den sehr
er-
schwerten Verhältnissen auf dem Lande nicht strikte
durchzuführen waren,
blie-
ben mehrereKinder,denen
ich Ihre Tabletten
ver-
ordnete, von der
Krank-
heit verschont.‟
Se. Exzellenz Geh. Med.-
Rat Prof. Dr. v. Tobold,
Berlin:
„Ich habe Ihren
Forma-
mint-Tabletten, welche sich
schon in erfreulicher
Weise bewährten, von
vornherein ein großes
Ver-
trauen entgegengebracht.
Die Tabletten werden gein
genommen, zumal von
Kin-
dern, denen das Gurgeln mit
arzneilichen Wässern immer
Schwierigkeiten bereitet.‟
Herr Wirkl. Geh. Rat
Prof. Dr. B. S. Schultze,
Jena:
„Formamint habe ich
als vorzügliches
Mund-
desinfiziens erprobt.
Herr Prof. Dr. Buerkner,
Direktor der Königl.
Universitäts-Poliklinik,
Göttingen:
„Ich habe die Formamint-
Tabletten schon seit längerer
Zeit mit gutem Erfolge
angewendet.‟
Herr Professor Dr. med.
Billeter in Zürich:
„Die Erfahrungen mit
Formamint-Tabletten sind
recht günstig. Die
Verwen-
dung als Schutzmittel bei
Berührung mit
Katarrh-
kranken in meinem
Ope-
rationszimmer hat sich bei
mir, meinem Assistenten und
Bedienungspersonal recht
gut bewährt.‟
Originalpackung der Formamint-Tabletten.
Neuerdings sind infolge der außerordentlich günstigen
Aufnahme, welche die Formamint-Tabletten in den
Krei-
sen der Aerzte und des Publikums gefunden haben,
zahl-
reiche Nachahmungen des echten Präparates
aufge-
taucht. Ein Teil der Wiederverkäufer sucht den Vertrieb
dieser Nachahmungen besonders zu pflegen, weil der
Verkauf dieser ihnen einen größeren Gewinn läßt, als
der Verkauf der echten Formamint-Tabletten. Manlasse
sich auch durch die dringendeEmpfehlung der Verkäufer
nicht glauben machen, die Nachahmung sei mit dem
Original gleichwertig und in der Zusammensetzung
übereinstimmend.
Man bestehe darauf, die echten Formamint-Tableiten
zu bekommen, die allein das nach Deutschem Reichs-
Patent hergestellte „Formamint” enthalten. Denn nur
das in Hunderttausenden von Fällen erprobte echte
For-
mamint ist in seiner Wirksamkeit in mehr als 50
wissen-
schaftlichen Veröffentlichungen in der medizinischen
Presse beschrieben und von nahezu 10000 Professoren
und Aerzten in seiner Wirkung anerkannt worden.
Formamint-Tabletten sind in Flaschen zu 50 Tableiten
zu M. 1.75 in Apotheken und Drogerien erhältlich.
Herr Geh. Med.-Rat Professor Dr. E. Berthold
in Königsberg i. P.:
„Die Formamint-Tabletten haben mir zur
Des-
infektion der Mund- und Rachenhöhle sehr gute
Dienste geleistet. Die Zunge reinigte sich leichter als
beim Gebrauch von Mund- und Gurgelwässern, und die
Trockenheit des Mundes und Halses ließ schneller nach.‟
Herr Oberarzt
Dr. med. Franz Müller
in München:
„Mit den übersandten
Formamint-Tabletten habe
ich Versuche angestellt,
die-
selben jedoch nur
prophy-
laktisch verwendet, die
Wirkung war in diesem Falle
prompt. Die Formamint-
Tabletten sind sehr
ange-
nehm zu nehmen, wirken
erfrischend und sind
na-
mentlich für die
Kinder-
praxis zu empfehlen.‟
Herr Geh. Hofrat Prof.
Dr. med. Thomas,
Frei-
burg:
„Formamint haben wir
kleinen Kindern, welche
nicht gurgeln können und
auch nicht ewig
Zitronen-
wasser trinken mögen, ganz
entschieden mit Vorteil
Legeben.‟
Herr Prof. Dr. Ortner,
Vorstand der III. med.
Abteilung des
allge-
meinen Krankenhauses
in Wien:
„Auf meiner Abteilung
wurden
Formamint-
Ta-
bletten als lokales
Des-
inſiziens mit sehr gutem
Erfolge angewendet.‟
HerrProf. Dr. L. W. Weber
in Göttingen:
„Von den Formamint-
Tabletten habe ich mit gutem
Erfolge Gebrauch gemacht.
DieDarreichungsweise ist
sehr angenehm, da sie
keine Unterbrechung der
beruflichen Tätigkeit nötig
macht.‟
Wir empfehlen angelegentlich den Bezug der interessanten Broschüre lt. nachstehendem Ausschnitt.
Tausende von Aerzten
haben Formamint als
ie äuberst wirkungsvolles
Desinfektionsmittel
gegen Uebertragung
an-
steckender Krankheiten
anerkannt. Mit vollem
M
Vertrauen kann es also
jeder verwenden; wer
es noch nicht selbst
er-
probt hat, sollte sich mit
dieser Karte sofort ein
Probe-Röhrchen
Me Formamint-Tabletten
Mlil bestellen, dessen
Zu-
sendung kosten- und
postfrei erfolgt. Der
Probenversand
geschieht nur direkt,
nicht durch die
Ver-
kaufsstellen.
Herren Bauer E Cie, Berlin SW48
Senden Sie mir gefälligst gratis und franko Ihre
reich illustrierte Broschüre
„Unsichtbare Feinde‟ Die Vernichtung der Bak-
5
8
terien in Mund und Rachen als Vorbeugung
gegen ansteckende Krankheiten
Eine Probe Formamint-Tabletten samt
Glas-
röhrchen zum Mitführen der Formamint-
5 5
Tablellen in der Tasche.
Name
(deutliche Schrift)
Stand:
Wohnort:. . .
Diesen Abschnitt bitten wir in offenem Kuvert, welches mit 3-Pf.-Marke zu frankieren ist, einzusenden.
In ähnlich
anerkennen-
dem Sinne haben sich
weiter geäußert die
Herren: Prof. Dr. med.
Hermann Dürck,
München; Medizinal-
Rat Dr. E. Stern, Breslau:
Med.-Rat Dr. Schläger,
Oldenburg i. Gr.; Prof.
Dr. med. Krönig, Berlin,
Direktor des
Kranken-
hauses am
Friedrichs-
hain; Hofrat Dr. med.
Maper, Regensburg, und
viele andere.
R. P. H.-R. 349.