Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agentüren und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Großherzog und die Großherzogin ſind
geſtern vormittag von ihren Beſuchen in Schwerin und
Kiel nach Darmſtadt zurückgekehrt und haben ſich
darauf nach Mainz begeben.
Mit Genehmigung des Bundesrats wird Preußen
12 Millionen Erinnerungsmünzen für 1913
prägen.
Geſtern abend 7 Uhr war der Waffenſtillſtand
zwiſchen den Türken und den
Balkan=
ſtaaten abgelaufen.
Infolge einer Heißrohrexploſion in den
Hul=
öſchinsky=Werken in Sosnowie ſind 9 Mann
ver=
brannt, welche ſtarben. Etwa 20 Perſonen wurden
verletzt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.
Ein Reichseinigungsamt.
* In der ſoeben erſchienenen neuen Monatsſchrift zur
Pflege des gewerblichen Einigungsweſens und der
Tarif=
verträge „Das Einigungsamt” (Verlag von Julius
Springer, Berlin), das den Zweck hat, eine Sammelſtelle
für alles zu werden, was für die gegenſeitigen
Beziehun=
igen zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitern und deren
Or=
ganiſationen von Bedeutung iſt, äußert ſich
Staats=
miniſter a. D. Freiherr v. Berlepſch in einem
ein=
führenden Artikel über die Errichtung eines
Reichs=Einigungsamts:
Er erachtet die Errichtung einer Reichszentrale für die
Vermittlung in gewerblichen Streitigkeiten großen
Um=
fangs, eines Reichs=Einigungsamtes, als eine
unabweis=
bare Notwendigkeit. Um ſich hierüber klar zu werden,
brauche man ſich nur an die großen Streiks und
Ausſper=
rungen der letzten Jahre zu erinnern, an den
Bergarbei=
terſtreik im Ruhrbezirk 1905, an die Kämpfe im
Bauge=
werbe in den Jahren 1908 und 1910, an Streik und
Aus=
ſperrung auf den Werften im Jahre 1910. Während des
erſteren traten etwa 200000 Bergarbeiter in den Ausſtand,
die Kohlenförderung hörte vollſtändig auf, die ganze
ge=
werbliche Tätigkeit in dem größten Induſtriegebiet des
Reichs und darüber hinaus ſtand auf dem Spiel, und doch
fand ſich keine geſetzliche Inſtanz, obgleich die
Geſetz=
gebung ja Berggewerbegerichte vorgeſehen hat, in der
Lage, ſchlichtend einzugreifen. Im Baugewerbe führten
die Verhandlungen der Parteien im Jahre 1910 trotz
ver=
mittelnden Eingreifens des Staatsſekretärs des Innern.
zu keiner Einigung, und die Ausſperrung von über 150 000
Arbeitern trat ein. Erſt nachdem dieſe ſechs Wochen
ge=
währt hatte, war es möglich, die Parteien zu
Verhand=
lungen unter der Leitung dreier Unparteiiſchen zuſammen
zuführen und den Friedensſchluß zu vereinbaren. Weder
hier noch bei dem Kampf auf den Werften im Jahre 1910
griffen rechtzeitig geordnete Inſtanzen mit Vermittlung
und Schiedsſpruch ein. Bei letzterem ſtreikten etwa 20 000
Arbeiter, die gleiche Anzahl etwa wurde ausgeſperrt, und
der Geſamtverband der Metallinduſtriellen drohte mit
einer Sympathieausſperrung, die Metallarbeiter rüſteten
zum Streik, der Stillſtand der Arbeit in einem unſerer
bedeutſamſten Gewerbe mit nahezu 500 000 Arbeitern ſtand
unmitkelbar bevor. Erſt nach vier Wochen währendem
Kampfe gelang eine Verſtändigung, ohne daß das
Eini=
gungsamt eines Gewerbegerichts oder eine private
Ver=
mittlungsinſtanz eingegriffen hätte.
Aus dem Verlauf dieſer drei großen Bewegungen, ſo
heißt es weiter, geht deutlich hervor, daß die beſtehenden
geſetzlichen Einrichtungen zur Vermittlung eines
fried=
lichen Ausgleichs in gewerblichen Streitigkeiten, wenn ſie
große Gebiete und ganze Berufsarten erfaſſen, nicht
aus=
reichend ſind, um die großen Verluſte und Gefahren
ab=
zuwenden, die durch ſie nicht nur den beteiligten
Unter=
nehmern und Arbeitern, ſondern auch weiten Kreiſen der
Konſumenten und unbeteiligter Gewerbebetriebe, dem
Stagt und den Gemeinden erwachſen. Nun haben ſich ja
zum Teil die Parteien ſelbſt Einrichtungen geſchaffen, die
berufen und auch geeignet ſind, den gewerblichen Frieden
zu wahren, in Schlichtungskommiſſionen, Orts= und
Gau=
tarifämtern, in Zentralinſtanzen, ſo die Buchdrucker, das
Bau=, Maler=, Holz=, das Schneidergewerbe und andere.
Im Verhältnis zum geſamten Gewerbe Deutſchlands ſind
es aber doch nur wenige In denjenigen Betrieben, die
die größten Arbeitermaſſen in den größten
Betriebs=
ſtätten beſchäftigen, fehlen ſie ganz. ſo im Berabau, den
Hüttenwerken, der Maſchineninduſtrie, im Tertilgewerbe.
Aber auch da, wo die Parteien ſich Schiedsſpruchs= und
Einigungsinſtanzen ſelbſt geſchaffen haben, genügen dieſe
nicht immer, um die Verhandlungen zu einer
Vereinba=
rung über die Arbeitsbedingungen in den neu
abzuſchlie=
ßenden Tarifverträgen zu führen. Und welche
Rieſen=
aufgabe wird denen geſtellt, die die Vermittlung in
Strei=
tigkeiten über Arbeitsbedingungen in den verſchiedenſten
gewerblichen Berufsarten übernehmen ſollen. Das
über=
ſteigt menſchliche Kräfte und menſchliche Fähigkeiten.
Alle dieſe Momente, die Zunahme der großen Streiks
und Ausſperrungen, die ſchweren Folgen, die ſich für die
Parteien, die Konſumenten, unbeteiligte Gewerbebetriebe,
den Staat, die Gemeinden, den nationalen Wohlſtand
er=
geben, die Unzulänglichkeit der bisher in großen
Arbeits=
kämpfen gegebenen Mittel und Wege mahnen zur Abhilfe
durch. Errichtung eines Reichseinigungsamtes, dem zu=
nächſt nur eine vermittelnde Tätigkeit zugewieſen werden
ſollte, weil in dieſer Begrenzung die Einſetzung desſelben
ohne Verzug erfolgen kann. Alle ſonſt ihm zuzuweiſenden
Kompetenzen, wie ſie öfters vorgeſchlagen ſind, die
Recht=
ſprechung in letzter Inſtanz und die Wahrung der
Ein=
heitlichkeit des Rechts, die Aufſicht über die
Gewerbe=
gerichte und privaten Vermittlungseinrichtungen und
an=
dere, können weiterer Ueberlegung und Klärung
vorbe=
halten werden. Beſteht das Reichseinigungsamt erſt, ſo
wird es ſich auch ausbilden. Um die zunächſt dringende
Forderung einer ſtändig vorhandenen
Vermittelungsin=
ſtanz für Streitigkeiten über das Arbeitsverhältnis
grö=
ßeren Umfanges zu erfüllen, wird es erforderlich, daß es
aus mehreren ſachkundigen, den Ruf der Unparteilichkeit
genießenden Perſönlichkeiten zuſammengeſetzt wird, daß
es das Material über die vorhandenen Tariſverträge, über
Lohnhöhe und Arbeitszeit in den verſchiedenen Gewerben,
über die Urſachen und den Verlauf der Arbeitskämpfe,
über die wirtſchaftliche Konjunktur ſammelt und ſichtet,
daß gs rechtzeitig Männer ausſucht, die zur
Vermittler=
tätigkeit geeignet ſind, um den Parteien bezüglich ihrer
Wahl als Unparteiiſche Vorſchläge machen zu können, daß
ihm die Freiheit und die große Verantwortung zugewieſen
wird, den rechten Augenblick als Vermittler zu wählen.
Dabei ſoll jeder Zwang mit Ausnahme des Zwanges
des Erſheinens und Verhandelns vor ihm vermieden
werdens ſo daß der Tätigkeit und Entwicklung des
Eini=
gungs= und Schiedsſpruchweſens durch von den
Unterneh=
mern und Arbeitern ſelbſt getroffene Einrichtungen
keiner=
lei Hinderniſſe in den Weg gelegt werden.
In der Begründung der Beſtimmung des
Gewerbe=
gerichtsgeſetzes, welche die Möglichkeit der Anrufung
des=
ſelben als Einigungsamt gewährt, iſt geſagt: „Bei den
in neuerer Zeit vorgekommenen Arbeiterausſtänden iſt es
mehrfach als ein ſchwerwiegender Uebelſtand empfunden
worden, daß es auch bei vorhandener Geneigtheit zu
Eini=
gungsverhandlungen auf beiden Seiten zur wirklichen
Einkeitung ſolcher gar nicht oder nicht rechtzeitig gekommen
iſt, weil es an einem Organe fehlt, das geeignet und
be=
rufen geweſen wäre, die Leitung ſolcher Verhandlungen
und die Vermittlung zwiſchen den ſtreitenden Parteien in
die Hand zu nehmen.‟ Da ſich nunmehr herausgeſtellt
hat, daß das Einigungsamt der Gewerbegerichte die ihm
zugedachte Aufgabe gegenüber den großen, ganze
Berufs=
arten, ganze Landesteile, ja das Reich erfaſſenden
Ar=
beitskämpfen nicht erfüllt hat und nicht erfüllen konnte,
ſollte dieſe Begründung auch für die Errichtung einer
ver=
mittelnden Zentralinſtanz, eines Reichseinigungsamtes,
maßgebend werden.
Deutſches Reich,
Ueber die Koſten von Heeresvorlagen.
Aus Anlaß der von amtlicher Stelle im Reichstag
ange=
kündigten neuen Heeresvorlage, die noch in dieſem
Früh=
jahr dem Reichstag zugehen ſoll, erörtert man
gegenwar=
tig in der Preſſe die Frage der Koſten, welche die
Vor=
lage vorausſichtlich verurſachen wird. Naturgemäß iſt es
ausgeſchloſſen, ſchon jetzt darüber irgend eine Berechnung
aufzuſtellen, ſo lange noch nicht einmal der Umfang der
Vorlage annähernd feſtſteht. Aber es gibt immerhin einen
Maßſtab zur Beurteilung der Koſten aller Heeresvorlagen,
und das ſind die Aufwendungen, die durchſchnittlich ein
Mann der deutſchen Armee an fortdauernden Ausgaben
jährlich verurſacht. Wenn man nämlich die Geſamtſumme
des Heeresetats zuzüglich der für das bayeriſche
Kon=
tingent durch die Friedenspräſenzſtärke der Armee
divi=
diert, dann ergibt ſich ein Betrag von rund 1500 Mark
lau=
fender Koſten für jeden Mann. Darin ſind die geſamten
Aufwendungen erhalten, die für die Armee gemacht
wer=
den. Eine Erhöhung der Friedenspräſenz um je 10000
Mann verurſacht mithin rund 15 Millionen laufender
Aus=
gaben. Dazu treten dann die einmaligen Ausgaben für
Unterbringung uſw. Als Maßſtab für deren Verhältnis
zu den fortdauernden Ausgaben ſei erwähnt, daß bei der
letzten Heeresvorlage auf fortdauernde Ausgaben in Höhe
von 33,5 Millionen 144 Millionen einmalige Koſten
ent=
ſtanden. Freilich unterliegt ja dieſes Verhältnis in
höhe=
rem Maße Zufälligkeiten und könnte ſich bei neuen
For=
derungen auf anderer organiſatoriſcher Grundlage
gün=
ſtiger geſtalten.
— Schiffahrtsabgaben und
Mainkana=
liſierung. Die im Reichstage von einem Vertreter
des Auswärtigen Amtes abgegebene Erklärung betr. die
Einführung der Schiffahrtsabgaben beſagte, daß eine
ent=
ſprechende Einigung mit den in Betracht kommenden
Aus=
landsſtaaten noch nicht erzielt worden iſt. Nach der
zwi=
ſchen Preußen, Bayern, Baden und Heſſen geſchloſſenen
Uebereinkunft betr. die Mainkanaliſierung ſollte nun nicht
eher mit den Bauarbeiten begonnen werden, bevor nicht
die Durchführung des Schiffahrtsabgabengeſetzes geſichert
wäre, wonach die Einführung der Abgaben auf dem Rhein
und dem Main erfolgen könnte. Dennoch ſind ſowohl die
preußiſche wie die übrigen Regierungen dahin einig
ge=
worden, daß in Anbetracht der hervorragenden
wirtſchaft=
lichen Bedeutung der Mainkanaliſierung bis Aſchaffenburg
nicht länger mit den Bauausführungen gewartet werden
darf. Aus dieſem Grunde ſoll demnächſt mit den Bau=
arbeiten begonnen werden. Der preußiſche Anteil des
Baukapitals war urſprünglich mit 3,88 Millionen Mark
veranſchlagt worden. Mit Rückſicht auf die Steigerung
aller Preiſe und infolge des Ergebniſſes der angeſtellten
Unterſuchungen des Untergrundes hat ſich ergeben, daß
das Baukapital eine Erhöhung auf 4,8 Millionen Mark
erfahren mußte. Was die Erhebung der Abgaben
anbe=
trifft, ſo iſt geplant, nach Vollendung der
Kanaliſierungs=
arbeiten auf der neuen Strecke Abgaben in derſelben Höhe
zu erheben, wie ſie jetzt auf dem unteren Main eingeführt
ſind. Es wird aber erwartet, daß die noch beſtehenden
Schwierigkeiten für die Einführung des
Schiffahrts=
abgabengeſetzes bis zur Fertigſtellung des Kanals
be=
hoben ſind, und daß die Schiffahrtsabgaben auf dem
Rhein nach vollendeter Kanaliſierung zur Einführung
ge=
langen können. Dann würden die Unterhaltungs= und
Betriebskoſten, ſowie 4 Prozent Verzinſung und ½
Pro=
zent Tilgung von 75 Prozent des Anlagekapitals aus den
Einnahmen der Stromkaſſe gedeckt werden können, ſoweit
das Erträgnis der Ausgaben ausreicht.
Die neue Heeresvorlage ſieht, wie in,
Bundesratskreiſen verlautet, u. a. auch grundſätzliche
Aen=
derungen in unſerer Wehrordnung vor, die eine völlige
Umwälzung auf dem Gebiete der Ausbildung bei allen
Truppenteilen mit zweijähriger Dienſtzeit bedeuten ſollen.
— Prägung von Erinnerungsmünzen.
Mit Genehmigung des Bundesrats wird Preußen 12
Millionen Erinnerungsmünzen für das Jahr 1913 prägen,
wovon.6 Millionen für die Erhebung Preußens im Jahre
1813 und 6 Millionen dem Regierungsjubiläum des
Kai=
ſers gewidmet ſind. Ferner iſt zum Regierungsjubiläum
die Herſtellung einer Medaille für Staatsbeamte,
Offi=
ziere und Perſonen, die zum Königshauſe in Beziehung
ſtehen, geplant.
-
Landtagseröffnung in Sachſen=
Weimar. Bei der Eröffnung der 33. Landtagsſeſſion
des Großherzogtums Sachſen=Weimar wurde der
Natio=
nalliberale Geheimrat Dr. Appelius=Eiſenach von
allen bürgerlichen Parteien zum erſten Präſidenten des
Landtags gewählt. Je ein Konſervativer und
Freiſinni=
ger ergänzen das Präſidium. Die Dauer der Seſſion wird
vorausſichtlich ſieben Wochen betragen.
Ausland.
Frankreich.
Erbſchaftsſtatiſtik. Nach dem Ausweis des
Stempel= und Gebührenamtes belief ſich die Zahl der
in Frankreich im Jahre 1911 hinterlaſſenen Erbſchaften
auf 371851, deren reine der Erbſchaftsſteuer unterworfene
Aktiva 5 Milliarden 761 Millionen Francs betrug. Die
Zahl der Erbſchaften von einer bis fünfzig Millionen
Francs und darüber betrug 666, wovon auf das Seine=
Departement allein 301 entfielen.
Spanien und der Vatikan.
Der neue ſpaniſche Botſchafter beim Vatikan,
Calbe=
ton, erklärte, daß ein Abkommen zwiſchen Madrid und
Rom beſtehe, das für die nächſten Jahre den Frieden
ſichere. Der Vatikan hat ſich verpflichtet, von der
Neu=
gründung von Kongregationen in Spanien während der
folgenden zwei Jahre abzuſehen, während die ſpaniſche
Regierung das von Canalejas eingebrachte Geſetz über
die konfeſſionellen Vereinigungen nicht innerhalb der
näch=
ſten zwei Jahre in den Cortes zur Abſtimmung bringen
wird. Erſt auf Grund dieſes Uebereinkommens iſt die
Wiederaufnahme der diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen
Madrid und Rom möglich geweſen. Im Vatikan hat man
die ſtille Hoffnung, daß mit der Verſchiebung der
Abſtim=
mung über die von Canalejas eingebrachte Vorlage dieſe
fallen gelaſſen iſt.
Rumänien.
Ueber die rumäniſche Anleihe will das
Echo de Paris folgendes erfahren haben: Die rumäniſche
Regierung ſchuldete deutſchen Firmen, u. a. auch der Firma
Friedrich Krupp in Eſſen, für Kriegsmaterial die Summe
von 50 Millionen Mark. Dieſe Schuldenlaſt wurde von
der Diskonto=Geſellſchaft in Berlin und dem Bankhauſe
Bleichröder übernommen, die dafür rumäniſche
Staats=
ſchuldenſcheine im nominalen Betrage mit einem
dtspro=
zentigen Zinsfuß erhielten. In Wirklichkeit aber verzinſt
ſich der Vorſchuß, den die beiden Banken der rumäniſchen
Regierung geleiſtet haben, mit 6¾ Prozent. Außerdem
wurde den beiden Banken ein Vorrecht auf die weitere
Emiſſion einer Anleihe von 100 Millionen Mark zu 6¾4
Prozent zugeſtanden.
Vereinigte Staaten.
Der amerikaniſche Arbeiterverband hat
trotz der kürzlich bewilligten Lohnerhöhungen beim Stahl=
truſt einen Aufruf zum Generalſtreik in den Walzwerken
des Truſtes im Bezirk von Pittsburg erlaſſen. Wenn
dem Aufruf Folge geleiſtet wird, werden in Bälde 40000
organiſierte Arbeiter in den Ausſtand treten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. Februar.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Eiſenbahndirektor in
der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Ernſt
Zimmermann zu Gießen die Erlaubnis zur
An=
nahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem
Deutſchen Kaiſer verliehenen Roten Adler=Ordens 4. Klaſſe
erteilt.
* Erledigte Stellen. Eine mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Volxheim, Kreis Alzey. Mit der
Stelle iſt Organiſtendienſt verbunden. — Die mit einem
evangeliſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Oppenrod, Kreis Gießen. Mit
der Stelle iſt Organiſten= und Lektordienſt verbunden. —
Zwei mit katholiſchen Lehrern zu beſetzende
Lehrer=
ſtellen an der Gemeindeſchule zu Bürſtadt, Kreis
Bensheim.
* Freiherr von Jeniſch, der neu ernannte deutſche
Botſchafter in Rom, iſt, wie wir hören, hier ernſtlich
er=
krankt.
g. Strafkammer. Der 48jährige Schuhmacher Adam
Jakob Groh aus Urberach wurde in der geſtrigen Sitzung
der Strafkammer nach der unter Ausſchluß der
Oeffentlich=
keit geführten Verhandlung wegen fortgeſetzten Verbrechens
nach § 176,3 Str.=G.=B. zu 2 Jahren 6 Monaten
Gefängnis verurteilt. Wegen ſeines
hartnäk=
kigen Leugnens erfolgt keine Anrechnung der
Unter=
ſuchungshaft. — Der 53jährige Sattler Rudo Wylzert
hatte ſich geſtern wegen einer durch Beilegung eines
fal=
chen Namens begangenen intellektuellen
Urkun=
denfälſchung zu verantworten. Der Angeklagte hat
nach den Angaben, die er dem Gericht machte, ein
aben=
teuerlich anmutendes Leben hinter ſich. Er ſei im Jahre
1859 in Preetoria (Transvaal) als Sohn eines
fran=
zöſiſchen Vaters und einer deutſchen Mutter geboren. Er
habe dann gegen die Engländer mitgekämpft und ſei auch
16 Monate kriegsgefangen geweſen. Bei einem
Ein=
geborenenaufſtande ſei er ſchwer verwundet worden. Vor
zwei Jahren iſt er nach Deutſchland gekommen und hat
ſeit=
dem mehrmals Strafen wegen Bettelns erhalten. Am
1. November vorigen Jahres wurde er wieder wegen
Bettelns in das Amtsgerichtsgefängnis Seligenſtadt
ein=
geliefert. Beim Eintragen in das Gefangenen=Regiſter
nannte er ſich fälſchlich Adolf Wagner aus Diedenhofen.
Der Angeklagte, der nur gebrochen deutſch ſpricht, gibt die
ihm zur Laſt gelegte Urkundenfälſchung zu und verurteilte
ihn das Gericht zu 6 Wochen Gefangnis, abzüglich
5 Wochen der Unterſuchungshaft.
Der 20jährige
Aus=
läufer Karl Schmitz und der 21jährige Hilfsmonteur
Fritz Georg Trittau, beide aus Frankfurt a. M., ſind
des verſuchten ſchweren
Einbruchsdieb=
ſtahls beſchuldigt. Die treibende Kraft zu dieſem
Ver=
brechen iſt ein gewiſſer Keil, der nicht mit zur
Verantwor=
tung gezogen werden kann, da er ſich in einer Anſtalt wegen
Geiſteskrankheit befindet. Schon vor einem Jahr hatte
Keil den Trittau, auf den er anſcheinend einen ſtarken
Ein=
fluß hatte, in Stuttgart zu einem Diebſtahl zweier
Fahr=
räder verleitet. Trittau hatte damals keinen Vorteil von
dem Diebſtahl. Die erhaltene Gefängnisſtrafe von 1 Monat
iſt ihm bedingt erlaſſen worden. Am 4. Oktober 1912
ver=
anlaßte nun Keil zunächſt den Ausläufer Schmitz zur
An=
gabe von geeigneten Einbruchsgelegenheiten, da er Möbel
brauche. Schmitz, der in einer Filiale von Schade u.
Füll=
grabe in Offenbach als Ausläufer tätig war, gab ihm an,
daß in der Kaſſette der Filiale immer viel Geld enthalten
ſei. Daraufhin ging zunächſt Keil mit Schmitz in das
Haus der betreffenden Filiale und verſuchte mittels
Die=
trichs die Tür zu öffnen, was ihm nicht gelang. Auch bei
einem zweiten Verſuch, bei dem ihm Trittau aſſiſtierte.
hatten ſie keinen Erfolg. Das Gericht verurteilte die beiden
Angeklagten zu je 3 Monaten Gefängnis abzüglich
2 Monate der Unterſuchungshaft. — In raffinierter Weiſe
beſtahl der 14jährige Schüler Heinrich G. zu Lämmerſpiel
anſcheinend auf Anſtiften des 16jährigen Dreherlehrlings
Georg Seeger, ſeinen Vormund. Seeger erzählte dem G.,
ſein Vormund müſſe viel Geld haben, da er eine Kran=
kenkaſſe verwalte. Er möchte ihm doch Geld verſchaffen,
da ſie beide zur Kirchweih etwas brauchen könnten. Der
ungetreue Pflegling hatte nun bald heraus, daß ſein
Vor=
mund das Geld in einer großen Holzkiſte verwahrte, die
unter dem Bett ſtand. Er brach den Boden der Kiſte auf,
entnahm ihr ein Zwanzigmarkſtück und nagelte den Boden
wieder zu. Auf dieſelbe Weiſe entwendete er noch zweimal
Geld, im ganzen 50,50 Mark. Das Gericht erkannte gegen
jeden der jugendlichen Sünder auf 10 Tage Gefängnis.
Vom Großh. Hoftheater. Heute wird Lehärs
er=
folgreichſte Operette „Die luſtige Witwe” vollkommen neu
einſtudiert, als 112. Abonnementsvorſtellung, Buchſt. D. 27
in Szene gehen. Den Danilo ſingt Herr Harprecht vom
Berliner Theater, der damit ſein Gaſtſpiel beginnt, das er
am Donnerstag als Teddy Kimberley in „Mein Freund
Teddy” beendet. Am Mittwoch findet das mit großem
Intereſſe aufgenommene einmalige Gaſtſpiel von Tereſina
Oſter ſtatt, die von ihrer Wirkſamkeit an unſerer Hofbühne
wohl dem ganzen Publikum in glänzendſter Erinnerung
iſt. Frl. Oſter, die gegenwärtig zu den hervorragendſten
Mitgliedern des Dresdner Kgl. Schauſpielhauſes zählt,
wird als Lene Kuck in Bahr’s Luſtſpiel „Das Prinzip”
wieder vor unſerm Publikum erſcheinen. (113.
Abon=
nementsvorſtellung, Buchſt. C. 30.)
Herr Kammerſanger Weber ſchreibt uns: Wie
ich höre, werden infolge mißverſtändlicher Deutung in
der Stadt falſche Gerüchte über die zwiſchen mir und
der Hoftheaterleitung ſchwebenden Verhandlungen
kol=
portiert. Ich erk äre hiermit, daß dieſe Verhandlungen
in voller Freundſchaft geführt werden und, aller
Wahr=
cheinlichkeit nach, zu einem beide Teile durchaus
be=
friedigenden Reſultat gelangen werden.
— Gertrud Leiſtikow. Die bekannte Münchner
Tanzkünſtlerin, deren erſtes öffentliches Auftreten
in Darmſtadt, wie man uns ſchreibt, für den 14. ds. Mts.
angezeigt wird, hat einem Künſtlertee im Atelier
Pellar am 13. ds. Mts., nachmittags, ihre Mitwirkung
zugeſagt. In das intereſſante Programm der
Veranſtal=
tung wird ſie ſich mit Herrn Hofopernſänger Jung aus
Mannheim teilen.
Städtiſche Schulzahnklinik, geöffnet von 9—12
und 2—5 Uhr, für die Volksſchulkinder der Haupt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt Im Januar 1913 wurden
be=
handelt 754 Kinder (428 Mädchen, 326 Knaben) mit
1164 Konſultationen. Gefüllt wurden 896 Zähne,
aus=
gezogen wurden 861 Zähne (669 Milchzähne, 192 bkeibende
Zähne). Die Zahl der Tage, an denen Sprechſtunden
abgehalten wurden, betrug 25.
Faſtenpredigten. Man ſchreibt uns: Die
dies=
jährigen Faſtenpredigten in der St. Ludwigskirche, die
jeweils am Mittwoch, abends um 6 Uhr, ſtattfinden,
werden in dieſem Jahre von dem
MainzerSSeminar=
profeſſor Dr. Schmidt abgehalten.
Freie Vereinigung heſſiſcher Nationalliberaler.
Man ſchreibt uns: Durch Veranſtaltung von vier
weiteren öffentlich=politiſchen Verſammlungen hat die
Geſchäftsſtelle der Freien Vereinigung
heſ=
ſiſcher Nationalliberaler ihre
Agitationstätig=
keit im Reichstagswahlkreis Erbach=Bensheim, in
dem ſeit Mitte Januar insgeſamt 12 von
national=
iberaler Seite einberufene Verſammlungen ſtattgefunden
haben, fortgeſetzt. Am Donnerstag ſprach der
General=
ſekretär der Vereinigung, Dr. Otto Linſe, in Höchſt
t. O., am Freitag in Kirch=Brombach, am Samstag
in Stockheim (für die Städte Erbach und
Michel=
ſtadt) und am Sonntag in König. — Der ſich
fort=
geſetzt ſteigernde Beſuch der Verſammlungen iſt der beſte
Beweis dafür, daß das Beſtreben der Freien
Ver=
einigung, intenſive Agitations= und Organiſationsarbeit
n Heſſen zu leiſten, nicht nur die volle Anerkennung
eitens der Angehörigen der Nationalliberalen Partei
findet, daß vielmehr auch die in allen Verſammlungen
erſchienenen Anhänger der gegneriſchen Parteien ſich
in=
ormieren wollen über die Richtlinien, nach denen die
Freie Vereinigung zu arbeiten gewillt iſt, Richtlinien,
die ſich, wie wiederholt feſtgeſtellt werden ſoll, voll und
ganz mit denen der großen, hinter Baſſermann ſtehenden
Nationalliberalen Partei decken. — In einer Reihe von
Orten, in denen Verſammlungen ſtattgefunden haben,
ſteht, ſoweit ein nationalliberaler Verein dort nicht
be=
ſtand, die Gründung von Ortsgruppen der Freien
Ver=
einigung für die allernächſte Zeit in Ausſicht.
* Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs. In
Stärke von mehr als hundert Mitgliedern unternahm die
Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs, unter
Füh=
rung der Herren H. Bankwitz und Ferd. Kreiter
am Sonntag eine Wanderung, die Homburg im Taunus
zum Ziele hatte. Um 6,30 Uhr früh beſtiegen hier die
Teilnehmer an der Fahrt die Eiſenbahn, erreichten
Frank=
furt um 7,30 Uhr, ſetzten dort um 7,50 Uhr die Fahrt nach
Cronberg fort, wo ſich ihnen viele Rodler und
Schnee=
ſchuhläufer zugeſellten. Nach der Ankunft in Cronberg
um 8,20 Uhr begann ſofort die Wanderung, die zunächſt
über aufgeweichte Waldwege führte, dann war der Boden
durch den Froſt ſtark vereiſt und in den Höhen lag eine
ziemlich ſtarke Schneedecke. Von mittag ab war
chöner Sonnenſchein, doch in der Nähe des Feldberges
herrſchte heftiges Schneetreiben. Ein lebhaftes Treiben
konnte man an den Hängen beobachten, beſonderes
Inier=
eſſe erregte das Wettrodeln, an dem ſich Damen und
Herren in ſchmucken Sportkoſtümen beteiligten. Auch ein
Mitglied des Odenwaldklubs nahm zuſammen mit zwei=
Damen an einer Rodelfahrt teil. Auf dem Feldberg
wurde die Frühſtücksraſt gehalten und ſpäter auf
dem Weitermarſch die Saalburg beſucht. Ueber
Dornholz=
hauſen wurde dann Homburg erreicht, wo im „
Schützen=
hof” das gemeinſame Mittageſſen eingenommen wurde
Herr Profeſſor Kiſſinger hielt eine mit vielem Beifall
auf=
genommene Tiſchrede, und nach dem Eſſen blieb man noch
in frohem Kreiſe bei gemeinſamem Geſang vereint, bis
die Bahn die Wanderer um 7,20 Uhr von Homburg nach
Frankfurt entführte. Gegen 9 Uhr traf man dann wieder
in Darmſtadt ein. Erwähnt ſei noch, daß unterwegs die
Wanderer von Mitgliedern der Ortsgruppe Hanau
be=
grüßt wurden.
* Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im
Monat Januar ergaben die fortlaufenden Reviſionen
der Nachtwachbeamten folgende Fälle: 353 offene
Haus=
türen und Tore vorgefunden, 119 mal brannte Licht in
Geſchäfts= und Bureaulokalitäten, Keller= und
Boden=
räumen, bezw. wurde vekgeſſen, dasſelbe zu löſchen,
16 defekte Schlöſſer und Türen, ſowie ſteckengebliebene
Schlüſſel vorgefunden, 9 offene Parterreſenſter ermittelt,
Hausbewohnern, die ihre Schlüſſel vergeſſen hatten,
ge=
öffnet, 1 Waſſerrohrbruch entdeckt.
§ Schlägereien. Am Sonntag vormittag zwiſchen
7 und 8 Uhr fand auf dem Meßplatz eine Schlägerei
ſtatt, wobei ein Taglöhner eine Schlagaderverletzung
erlitt. Der Verletzte iſt mittelſt Krankenautomobils in
das Städtiſche Krankenhaus verbracht worden. — In
einer Wirtſchaft in der Hügelſtraße entſtanden bei einem
Tanzvergnügen Sonntag nacht gegen 12 Uhr zwiſchen
Zivil= und Militärperſonen Streitigkeiten. Die Polizei
mußte einſchreiten und ein Sergeant des Dragoner=
Regiments Nr. 24 wurde durch die Schloßwache abge=
In der Nacht von Sonntag auf Montag fand
holt.
zwiſchen einem Wirt und einem Metzger eine Schlägerei
ſtatt, in deren Verlauf der Metzger eine nicht unerhebliche
Verletzung am linken Auge davontrug. Der Verletzte iſt
in das Städtiſche Krankenhaus verbracht worden.
§ Feſtgenommen. Ein 19 Jahre alter Sattler aus
Bayreuth, welcher von Bamberg aus wegen
Unter=
ſchlagung ſteckbrieflich verfolgt wird, iſt hier feſtgenömmen
worden.
* Einbruch. In einem Hauſe der Riedeſelſtraße
wurde in der Nacht zum Montag ein Einbruch verübt,
bei dem u. a. eine Geldkaſſette mit etwa 300 Mai
Inhalt geſtohlen wurde.
Darmſtädter Karneval.
* Der vom Zweigverein Darmſtadt des Vogelsberger
Höhenklubs im Hotel Köhler veranſtaltete Bunte
Abend verlief in der ſchönſten Weiſe. Der Gedanke, die
Klubgenoſſen auch einmal außerhalb der regelmäßigen
Wanderungen zu fröhlichem Tun zuſammenzuführen, war
auf fruchtbaren Boden gefallen. Und „alle, alle kamen!“
Der Saal genügte bei weitem nicht, ſie unterzubringen,
ſo daß auch die gemütlich ausgeſtatteten Vorräume zu
Hilfe genommen werden mußten. Der Vorſtand hatte
nicht zu viel verſprochen, ſämtliche Darbietungen ſtanden
auf voller Höhe und erweckten den ungeteilteſten Beifall.
Namentlich gilt das von der in ſehr kurzer Zeit
zuſammen=
gebrachten Hauskapelle, die ihr ſo erfolgreiches Debut
feierte. In ſeiner Anſprache wies der Vorſitzende treffend
darauf hin, welche gediegenen Kräfte im Schoße des Klubs
ſchlummern, von denen nur ein Teil gehoben worden war.
Wenn die Letzten in ihren vier Pfählen anlangten, mag
verſchwiegen bleiben. Friſch auf zur nächſten Wanderung!
Das Hotel Heß hat wieder ſeine ſämtlichen Räume
der Faſchingsluſt geöffnet, und gar farbenprächtig bunt
ſind die einzelnen Lokalitäten zu dieſem Zweck
ausge=
ſchmückt. In wundervoller Weiſe ſind in den Reſtaura=
Maßljanniza.
Bilder vom ruſſiſchen Faſching.
Von Oskar Grosberg (St. Petersburg).
Maßljanniza heißt Butterwoche; ſie bedeutet den
ruſſiſchen, kurzlebigen, aber um ſo ausgelaſſeneren
Faſching. Die Maßljanniza iſt der Abſchluß der
unab=
ſehbaren Reihe von guten Tagen, die mit dem
Weihnachts=
feſte einſetzen. Nach der Maßljanniza beginnen die
ſo=
genannten großen Faſten, die bis Oſtern währen und in
denen jede Luſtbarkeit und alle Fleiſchesluſt unterſagt iſt.
Ganz Rußland duftet dann nach magerem Stockfiſch und
dünner Kohlſuppe und alle Welt tut Buße und kaſteit den
ach, ſo ſündigen Leib, der, unter uns geſagt, die
ſechs=
wöchige Pauſe als eine wahre Wohltat empfindet, denn er
hat gerade Zeit genug, um ſich für die Strapazen des
Oſter=
feſtes zu ſtärken.
Es liegt im ruſſiſchen Nationalcharakter, ſich für jede
bevorſtehende Entbehrung im voraus zu belohnen. So
iſt denn auch die Maßljanniza mit ihrem bunten
Wirbel von Vergnügungen und Schmauſereien erfunden
worden, um die guten Leute über die bevorſtehenden Faſten
zu tröſten. Und man muß ſagen, daß man in dieſer tollen
Woche den Becher der Luſt bis zur Neige ſchlürft. Man
lebt, wie der Ruſſe zu ſagen pflegt, wie ein Käſe, der in
Butter ſchwimmt. Ein Feſt jagt das andere. Eine
Hoch=
flut von Konzerten und tauſend anderen Amüſements
er=
gießt ſich über die Städte; die Theater geben zwei
Vor=
ſtellungen täglich und die Zahl der privaten und
öffent=
lichen Maskenbälle iſt Legion. Vor allen Dingen macht
man aber Troikafahrten und man ißt und trinkt, als ob
das jüngſte Gericht anbräche.
Laſſen Sie mich einen Maßljannizabeſuch bei meinem
alten Freunde Elpidifor Schemenowitſch Kaſchkin ſchildern.
Elpidifor Schemenowitſch iſt Beſitzer eines großen
Seiden=
lagers im Goſtinnydwor, dem richtigen Petersburger
Kauf=
hauſe, der hunderte eleganter Läden enthält. Mein Freund
iſt ruſſiſcher Kaufmann von altem Schrot und Korn, der
vom faulen Weſten und ſeinen kulturellen Errungenſchaften
herzlich wenig hält und den Standpunkt vertritt, daß zum
Handel ein tüchtiger Schuß Schummelei gehöre, womit
aber nicht geſagt werden ſoll, daß er im Privatleben nicht
der ehrenhafteſte Menſch der Welt wäre. Elpidifor
Schemenowitſch iſt ein Enaksſohn, auf deſſen gewaltigen
Schultern ein mächtiger blondbärtiger Kopf ſitzt. Seine
blauen Augen blicken ſchwermütig und verſchlagen in die
Welt.
Eines Tages grüßt mich ſein abgrundtiefer Baß:
„Werter Freund, ſchenken Sie uns die Ehre Ihres Beſuches
am Sonntage in der Maßljanniza. Meine Frau und ich
werden uns geehrt fühlen.”
Solche Einladung abſchlagen, hieße den Mann tötlich
eleidigen; ich ſage dankend zu, und nachdem wir ein Glas
Tee getrunken, eine Zigarette geraucht und ein weniges
über die Regierung geſchimpft, empfiehlt ſich mein Freund
mit Verbeugungen und Verſicherungen außerordentlicher
Wertſchätzung, wie die Sitte in patriarchaliſchen
Kauf=
mannskreiſen ſolches verlangt.
Am Sonntage in der Maßljanniza bringt mich ein
Iswoſchtik, der ſein Pferd laufen läßt, als ob der Teufel
uns auf den Ferſen ſäße, vor Kaſchkins Haus. Der
Haus=
herr hat zum eleganten Gehrock alle Orden und Medaillen
angelegt; über ſeine ungeheuer breite Samtweſte ſpannt
ſich eine ſchwere Goldkette, an ſeinen Fingern blitzen
Soli=
täre. Er ſchließt mich in ſeine Arme und wir tauſchen nach
alter Väterſitte dreimal den üblichen Kuß. Dann führt
mich mein Freund in den Salon, wo ich Gelegenheit habe,
ſeine entzückende Gattin Ljubow Andrejewna, eine
blühende, echt ruſſiſche, junoniſche Schönheit, und die
ver=
ammelten Gäſte zu begrüßen. Mit den Damen küßt man
ſich leider nicht, — man darf ihnen ſogar die Hand nicht
küſſen, ohne den Gatten um Erlaubnis gebeten zu haben.
Ljubow Andrejewna hat eine herrliche Brokatrobe angelegt
und ſie trägt ein nicht unbeträchtliches Vermögen von
Steinen an ſich. Ihre Augen überſtrahlen aber den Glanz
der Steine und ihre Haut iſt weißer, als der Brokat ihrer
Robe.
Es ſind zwölf Gäſte geladen worden, lauter Herren
von Gewicht mit ihren Gattinnen, zumeiſt ſchon älteren
Damen, von denen einzelne noch das ſchwarze
Seidentüch=
lein um den Kopf tragen, das in alten Zeiten das Haar
züchtiger Frauen vor den Blicken fremder Männer
ver=
bergen mußte.
Man plaudert und ſcherzt und dann erſcheint in der
Tür die Hausfrau und bittet zu Tiſch. Man nimmt
natür=
lich zuerſt die Sakuska, die auf einer beſonderen Tafel
ſerviert iſt. Es gibt da tauſend Dinge: Kaviar,
Dwina=
lachs, Bärenſchinken, gedörrte Renntierzungen, marinierte
Pilze, Straßburger Paſteten, Balyk, kleine Paſteten, einen
kalten Truthahn und unzählige andere Leckerbiſſen und
unzählige Sorten Schnaps und Weine; die letzteren für
die Damen. Man ſchmauſt und nimmt Schnäpschen, man
animiert ſich und ſtößt an.
Dann nimmt man Platz. Auf der Tafel ſieht man in
Kriſtallſchalen nur Kaviar verſchiedener Art, ſauere Sahne,
Dwinalachs, Balyk und marinierte Pilze. Auf ſilbernen
Servierbrettern tragen einige Mägde die glühend heißen
Teller hinein, und dann erſcheinen eilenden Laufes die
Küchenmädchen, die die dampfenden Blini, die wunderbar
lockeren, papierdünnen Kuchen aus Buchweizenmehl,
her=
beiſchaffen. Man ſchichtet ſie kunſtreich auf. Zu unterſt
kommt ein Blin, darauf eine Scheibe Lachs; ein zweiter
Kuchen, der mit Kaviar beſtrichen wird, ein dritter mit
einem Scheibchen Balyk, — den Abſchluß bildet ein Kuchen.
Nun übergießt man das ganze mit goldgelber Butter und
das Schmauſen geht los. Man präpariert ſich immer neue
Portionen in immer neuen Kombinationen und trinkt dazu
ein Schnäpschen. Die Mägde ſchleppen ununterbrochen
neue glühend heiße Kuchen herbei und ſie verſchwinden im
Handumdrehen. Ich habe etwa zwanzig Kuchen gegeſſen,
ich kann nicht mehr. Die Hausfrau wirft mir einen
vor=
wurfsvollen Blick zu, — die Höflichkeit verlangt, daß ich
noch einige Kuchen nehme, noch ein Schnäpschen trinke;
dann bin ich trotz langjährigen Trainings am Ende meiner
Kraft. Selbſt die Blicke der reizenden Hausfrau verfangen
nicht mehr, aber ich trinke auf ihr Spezielles ein Glas
Madeira und ſie gewährt mir gnädiglich Dispens.
Elpidifor Schemenowitſch ſchlägt eine mächtige Klinge,
und ſeine Freunde ſtehen ihm durchaus nicht nach. Blini,
Kaviar, Lachs und Schnäpſe verſchwinden wie durch
Zau=
berei, — endlich hat auch ihre Leiſtungsfähigkeit ein Ende.
Kaſchkin winkt und man bringt zur Abkühlung eiskalten
Sekt, den man langſam aber ausdauernd ſchlürft, um dann
zu Kaffee und verſchiedenen Likören überzugehen. Zu
Ende der Tafel ſind alle ſichtlich animiert, auch die Augen
der Damen blitzen, und auf ihren Wangen blühen zarte
Purpurroſen.
Zu einer anderen Zeit würden ſich nun die Herren zu
einem kleinen Jeu zuſammenfinden und die Damen ihrem
Schickſäl überlaſſen. In der Maßljanniza geht das nicht;
in der Maßljanniza muß man zuſammenhalten. Wir
trin=
ken alſo wieder Sekt und man plaudert und macht Muſik,
bis man plötzlich das Gebimmel von Schellen und das
Wiehern von Pferden hört. Drei Troiken halten vor der
Tür und der Hausherr bittet ſeine Gäſte zu einer kleinen
Ausfahrt. Wohin? Dahin, wohin die Naſe weiſt. Ins
konsrähumen der Dekorakionen der luftigen Stimmung
angepaßt, die zur Faſchingszeit herrſchen muß, indem
hier ein Darmſtädter Luftſchiffhafen errichtet wurde, in
dem die Kapelle Weber in ausgelaſſener Stimmung flotte
Weiſen ertönen läßt. Auch das Café, die große Rotunde
die Schenke „Alt=Darmſtadt” der Bürgerkeller, wo eine
heitere Damenkapelle für Fidulität ſorgt, überall ſind
Girlanden und Blumen in verſchwenderiſcher Fülle
ver=
wendet. In den oberen Sälen iſt Tanzgelegenheit und
auch Sektlauben ſehlen nicht in dem großartigen
Arrange=
ment. Und in allen Winkeln, in allen Räumen ein
verwir=
rendes Durcheinander von Maskierten und Unmaskierten,
und über allem ſchwebt unſichtbar die tolle Faſchingsfreude
und ausgelaſſene Faſchingsluſt
* Das Café Ernſt Ludwig weiſt zu den
Faſtnachts=
tagen eine geradezu wundervolle Dekoration auf. In die
glitzernde, ſchneeige Pracht des winterlichen Waldes fühlt
man ſich verſetzt, wenn man die von der Gärtnerei Wenz.
Inh. Helmuth, Eliſabethenſtraße, ſo reizvoll ausgeſtatteten
erweiterten Räume des Cafés betritt. Von der Decke
rieſeln tauſende von weißen Flocken hernieder, den
Zau=
ber eines Schneefalls eigenartig vortäuſchend und
rings=
um zwiſchen den lauſchigen Sitzplätzen und Tiſchen ſtehen
zahlreiche würzig duftende Tannenbäumchen verteilt. Es
iſt der ganze Reiz des Tannenwaldes in dieſe prächtigen
Räume getragen, in denen die Kapelle Weber ſchneidige
Karnevalsweiſen ertönen läßt, in denen man bei
Lieder=
ſang und Becherklang ſo ungezwungen ſich den
Faſchings=
freuden hingibt. Eine Umwandlung hat auch das ſo
heimlich traute Spielzimmer erfahren. Hier iſt eine
Bols=
ſtube aufgebaut, wo zwei niedliche Holländerinnen vor
einem reizvoll ausgeſtatteten Verkaufsſtand ihres Amtes
walten.
* Das Schloß=Café zeigt eine prachtvolle Dekoration
mit japaniſchen Kirſchenzweigen und =Blüten; die Wände
ſind entſprechend mit japaniſchen Gemälden geſchmückt.
Gar urgemütlich ſitzt es ſich in dieſem japaniſchen Früh
lingsidyll, umſchmeichelt von den heiteren Weiſen der
Hauskapelle und dem luſtigen Treiben der Faſchingsgäſte,
die ſich im Schloß=Café ſtets heimiſch fühlen. Hoch gehen
die Wogen der allgemeinen Fröhlichkeit, die beweiſt, daß
auch die Darmſtädter echte Karnevalsſtimmung
kultivie=
ren können, wenn ihnen die richtige Gelegenheit dazu
ge=
boten wird.
Im Café Oper begrüßen luſtige Weiſen der
uner=
müdlichen Hauskapelle die Gäſte, die ſich in den
geſchmack=
voll dekorierten Räumlichkeiten ſehr behaglich fühlen.
Gir=
landen einen ſich mit den Luftſchlangen zu einem reizvollen
Bild, in das noch eine beſonders intime Note durch
trau=
iche Niſchen gebracht wird. Und wenn die Stimmung
auf dem Höhepunkt angelangt iſt und gar ſchmeichelnd die
lockenden Klänge eines Walzers ertönen, dann wird wohl
auch von der Jugend ein fröhliches Tänzchen arrangiert.
* Im Britannia=Hotel entwickelte ſich am Sonntag
unter den Klängen der Kapellen vom Leibgarde=
Infan=
terie=Regiment und vom Großh. Artillerie=Korps einc
Stimmung echt rheiniſchen Karnevalhumors. Die
ſämt=
lichen Räumlichkeiten waren mit intim wirkenden
Deko=
rationen aufs glänzendſte geſchmückt und in freundlichen
Niſchen war Gelegenheit für ein ruhiges
Plauderſtünd=
chen unter den Weiſen der Hauskapelle geboten. Die
ani=
mierte Stimmung ließ die Gäſte noch bis zum frühen
Morgen verweilen.
* Werkmeiſter=Bezirksverein Darmſtadt. Der am
Sonntag abend in den Räumen des „Heſſiſchen Hofes”
veranſtaltete Kappen=Abend erfreute ſich recht
zahl=
reichen Beſuches. Keiner der Erſchienenen wird es
be=
reuen, dieſe kleine Feier beſucht zu haben, die aus
humo=
riſtiſchen Darbietungen jeglicher Art beſtand. In
Anbe=
tracht der außerordentlich fidelen Stimmung trennten ſich
die Mitglieder erſt in den Morgenſtunden, doch in dem
Bewußtſein, einen ſchönen, gemütlichen Abend verlebt zu
haben.
* Karnevaliſtiſches Ständchen. Wie alljährlich, wird
heute nachmittag, ab halb 3 Uhr, auf dem Ernſt=Ludwigs=
Platz vor der Wohnung des Ehrenpräſidenten der
Karne=
walgeſellſchaft „Narrhalla”, Sr. närriſchen Durchlaucht
dem Fürſten Max von Anſpach und Bayreuth,
konzertiert werden. Die Leibgardiſten und die 61er unter
den Obermuſikmeiſtern Hauske und Weber werden
ſpielen.
* Kehraus im Saalbau. Noch einmal werden heute
die Wogen der Narretei hochgehen, wird Lebensluſt und
Freude unter dem Szepter des Prinzen Karneval
auf=
ſſchäumen in der letzten offiziellen Veranſtaltung der Kar=
nevalgeſellſchaft „Narrhalla” dem großen
populären Faſchingsrummel in ſämtlichen Räumen
des Städtiſchen Saalbaues. Im Verein mit dem rührigen
Saalbauwirt Herrn Smets hat der Elferrat für Betrieb
geſorgt an allen Ecken und Enden. Getanzt wird überall,
drei Kapellen werden ununterbrochen dazu aufſpielen.
Die Dekoration vom großen Maskenball iſt geblieben und
die Polizeiſtunde iſt immer noch aufgehoben.
* Turnhalle Woogsplatz. Auf das heute Faſtnachts=
Dienstag in der Turnhalle ſtattfindende Große
Fa=
ſchingstreiben: karnevaliſtiſche Konzerte, Tanz uſw.,
ſei auch hiermit nochmals hingewieſen. (Siehe Anz.)
— Mozart=Verein. Auch im Mozart=Verein
regiert nun für kurze Zeit das Szepter des luſtigen
Karnevalsprinzen. Faſchingsluſt und Mummenſchanz
rufen am nächſten Samstag die Jünger und Getreuen
Polyhymnias in den „Saalbau” zum frohen
Mas=
enfeſt. Wie in früheren Jahren, ſo wird auch dieſes
Mal wieder die glanzvolle Ausſchmückung der
Feſt=
räume Bewunderung erregen, und in Verbindung
mit den fröhlichen Weiſen der unter Leitung ihrer
bewährten karnevaliſtiſchen Kepellmeiſter ſtehender
Kapellen der 115er und 24er das herbeigeſtrömte
Narrenvolk ſchon von Anfang an in die rechte
Feſtlaune verſetzen. Eine reizvolle
Blütenpolo=
näſe leitet dann ſpäter zu dem eigentlichen Balle über.
Von Seiten der Feſtkommiſſion ſei ſchließlich der dringende
Wunſch ausgedrückt, möglichſt ohne Ausnahme in
Ko=
ſtüm und Maske zu erſcheine:. Unkoſtümierte
Damen und Herren ſind am Saaleingange zur Erwerbung
eines Maskenzeichens verpflichtet. Ueber die Ausgabe
von Gaſtkarten erfolgt Näheres im Anzeigenteil.
Kaufmänniſcher Verein Darmſtadt. Am Samstag
abend 8.11 Uhr findet im Kaiſerſaal der große
Mas=
kenball des Kaufmänniſchen Vereins ſtatt, zu dem
erſte Künſtler gewonnen worden ſind. Auf die Anzeige
in heutiger Nummer ſei hiermit hingewieſen.
Auerbach, 3. Febr. Der Jahresbericht des
Verſchönerungs= und Kurvereins
Auer=
bach für 1912 iſt im Druck erſchienen und wird
In=
tereſſenten auf Verlangen vom Vorſtand zugeſandt.
M Goddelau, 3. Febr. Bei dem am Freitag
ſtattgefun=
denen Unwetter wurden an der Bahnſtrecke Goddelau=
Wolfskehlen faſt ſämtliche Telegraphenſtangen
etwas über einen Meter vom Erdboden abgebrochen
und auf das Feld geſchleudert. — Am Samstag wurde im
Saale des „Hotel Clauſius” zu Ehren des Apothekers
Wilkens ein Feſteſſen veranſtaltet. Aus allen Teilen
des Heſſenlandes waren Freunde und Bekannte erſchienen.
Im Namen des Deutſchen Flottenvereins, Ortsgruppe
Crumſtadt, brachte Herr Lehrer Lauer die Glückwünſche
dar, worauf dem Jubilar das goldene Abzeichen des
Deut=
ſchen Flottenvereins überreicht wurde. Als Vertreter der
Nationalliberalen Partei ſprach Herr
Landtagsabgeod=
neter Dr. Oſann, namens der Handwerkskammer Herr
Syndikus Engelbach, im Namen des Deutſchen
Apotheker=
bundes ein Vertreter, namens der Gemeinde Crumſtadt,
woſelbſt Herr Wilkens 50 Jahre die Apotheke hat,
Herr Bürgermeiſter Strohauer und Herr Pfarrer Schäfer,
namens der Pflegeanſtalt Philippshoſpital” der Direktor
Herr Medizinalrat Dr. Mayer u. a. Sichtlich gerührt
dankte Herr Apotheker Wilkens und gelobte, auch fernerhin
an der Spitze der gemeinnützigen Beſtrebungen, wie
Flot=
tenverein, Gewerbeverein und Apothekerbund zu bleiben
und ihnen ſeine Kräfte zu widmen.
Rüſſelsheim, 2. Febr. Geſtern brach in der hieſigen
Synagoge ein Brand aus, der leicht größeren
Um=
fang hätte annehmen können. Das Feuer kam, wie man
glaubt, durch Funkenflug aus dem Kamin in einer
Par=
terrekammer des iſraelitiſchen Religionslehrers zum
Aus=
bruch. Da es jedoch bald bemerkt und Hilfe raſch zur
Stelle war, ſo konnte der Brand bald gedämpft werden.
Nur eine Anzahl Kleider und Zimmergeräte wurden
ver=
nichtet. — In eine ſchwere Gefahr geriet beim
Ab=
ſchneiden des bisherigen Leitungsdrahtes in der Allee der
Monteur Rudolf. Der Arbeiter hatte eben den Maſt
beſtiegen und die Drähte auf einer Seite abgeſchnitten,
als infolge der einſeitigen Spannung der Maſt
um=
türzte. Rudolf befand ſich nun in doppelter
Lebens=
gefahr, denn ginmal konnte ihm der Sturz aus 10 Meter
Höhe verhängnisvoll werden, andererſeits drohte ihm
Verderben durch die Berührung mit den Drähten. Kurz
entſchloſſen ſprang Rudolf ab, wobei er außer ſchweren
Verletzungen im Geſicht noch einen Armbruch davontrug.
Guſtavsburg, 2. Febr. Geſtern mittag
verun=
glückte auf dem im hieſigen Hafen liegenden Schiffe
„Niederrhein 21” ein Matroſe dadurch, daß er
zwi=
ſchen die Greifarme eines Kohlenkrans kam. Der Arzt
konnte nur den Tod in folge Quetſchung des
Bruſtkorbes feſtſtellen.
Offenbach, 3. Febr. In der Nacht zum Sonntag
wur=
den wieder drei Feuermelder zerſtört, obwohl
erſt vor einigen Tagen der Arbeiter Heuſon wegen einer
ſolchen Tat zu einer Gefängnisſtrafe von ſechs Wochen
verurteilt worden iſt. Wenn man bedenkt, daß jährlich
etwa 200 Feuermelder in Offenbach zerſtört
wer=
den, ſo kann man ſich annähernd einen Begriff davon
machen, welche unnötigen Koſten der Stadt durch dieſe
Bubenſtreiche entſtehen.
g. Hammelbach, 3. Febr. Geſtern abend halb 6 Uhr
brannte das Wohnhaus und die Scheuer des
Valentin Bauer vollſtändig nieder. Die
Ent=
ſtehung des Feuers iſt noch unbekannt.
Mainz, 3. Febr. Der Karneval=Samstag ließ
ſich ſchlecht an, trotzdem hatten ſich zum
Rekrutenein=
zug auf dem Gutenbergplatz und den anliegenden
Stra=
ßen Tauſende von Menſchen angeſammelt. Nach 4 Uhr
traf Prinz Karneval 75. mit großem Gefolge und dem
närriſchen Miniſterium ein. Die Herrſchaften verſammel
ten ſich auf den Balkonen des Stadttheaters. Dann folgte
der Einzug der Rekruten, die unter ihrem
Generalfeld=
marſchall unter der Deviſe: „Worſcht, Weck und Wein”
ver=
eidigt wurden. Abends gab es einen großen
Fackel=
zug. Vor dem Regierungsgebäude wurde Halt gemacht
und von dem Karnevalspräſidenten Dr. Reen Geheimerat
Dr. Breidert begrüßt, der dankend erwiderte. Es ging
ſodann nach dem Gouvernement, wo Gouverneur von
Kathen begrüßt wurde, der auf den Prinzen und den
Karneval ein dreifaches Hoch ausbrachte. Nach dem
Fackelzug fand in der Stadthalle ein Feſteſſen des
Komitees des Mainzer Karnevalvereins
ſtatt, bei welcher Gelegenheit Herr Hermann Kern,
Ver=
treter des Mckinzer Karnevalverein New=York, in deſſen
Auftrag eine Gabe von 500 Mark als Beiſteuer zum
Kar=
nevalzuge überreichte. Mit großer Begeiſterung
über=
nahm man dankbar das Geſchenk. Auch brachte der
an=
weſende Prinz Karneval ein Hoch auf den Mainzer
Kar=
nevalverein New=York aus, in welches die Anweſenden
freudig mit einſtimmten. — Am Sonntag trat beſſeres
Wetter ein, die Prinzen= und Ranzengarde brachte den
Behörden Ständchen dar während am Nachmittag von
den Behörden die Lagerfeſte der beiden Garden beſucht
wurden. Auf den Hauptſtraßen hatte ſich reges
karneva=
liſtiſches Treiben entfaltet, das bis zur ſpäten Stunde
an=
hielt. Die Nachbarſtädte hatten zahlreiche Gäſte
herge=
ſandt. Bei dem Umzug der Garden hat ſich leider
ein ſchwerer Unglücksfall ereignet. Das Pferd
eines Offiziers ſcheute und ſtürzte auf das Kind des
Ge=
meindedieners Nathan. Das Kind wurde
lebens=
gefährlich verletzt vom Platze getragen. — Heute
mit=
tag um 12 Uhr traf in fünf Automobilen das
Großher=
zogliche Paar mit dem Hofmarſchall und Gefolge ein.
In der Begleitung befanden ſich die ſämtlichen in
Darm=
ſtadt amtierenden fremden Geſandten. Die Damen und
Herren wurden mit großem Jubel empfangen. Sie ſind
zum Beſuche beim Provinzialdirektor geladen. Kurze
Zeit vorher hatten ſich der Oberbürgermeiſter, der
Gou=
verneur, der Stadtkommandant hier eingefunden. Das
Komitee und die Generalität der Garde machten bei dem
Vorüberziehen dem Großherzogspaar einen Beſuch und
überreichten dem Großherzog die Ehrenkappe,
der Großherzogin die
Damenjubiläums=
kappe.
Kaum waren in der Frühe die Klänge des Weckens
ver=
klungen, da begann man auch ſchon in der Schulſtraße mit
dem Aufſtellen zum Jubel=Faſtnachtszug. An
demſelben wirkten über 3000 Menſchen in den 100
Grup=
pen mit, die das Werden und Wachſen des Mainzer
Karnevals in den 75 Jahren ſeines Beſtehens ſchildern
ſollen. Gegen halb 12 Uhr ſetzte ſich der prachtvolle Zug
in Bewegung. Voran fuhren als Anſpielung auf das
überſtürzte Reinigen bei dem großen Schneefall zwei
Kehr=
maſchinen. Fanfarenbläſer, Herolde, Bannerträger, der
Jubiläumsſchimmelreiter aus den Plakaten und die
Mainzer Karneval=Wahrzeichen: Weck, Worſcht, Wein.
Als erſter Gratulant kam der rieſige Zobbelbajaß, dann
die Storchenbrigade vor dem Wagen mit dem
Pankratius=
brünnchen, aus dem die Mainzer Kinderchen herkommen;
das gewaltige Schiff, das das gelobte Land von
Narra=
gonien entdeckt hat. Das war 1838, und damals ging es
Blaue hinein. Und ſo fahren wir denn los, bis an die
Naſenſpitze vermummt. Die Schellen klirren und der Wind
heult. Die dampfenden Pferde fliegen pfeilſchnell über den
ſſtäubenden Schnee. Meine Schlittengefährten ſehen bald
wie Schneemänner aus; an ihren Bärten und Pelzkragen
hängt Eis und Schnee. Wir überholen Troiken und
begeg=
ien Rückkehrenden. Wir veranſtalten Wettfahrten und
über=
ſſchütten aus einem Hinterhalte wildfremde Menſchen mit
einem Hagel von Schneebällen; ſie ſpringen aus ihren
Schlitten und ein furchtbarer Kampf entbrennt. Zum
Schluß werden die Kognakflaſchen gezückt, und man
be=
iegelt den Frieden mit einem tüchtigen Umtrunk. Wir
agen weiter in den Wald hinein; die gewaltigen Kiefern
und Fichten ſtehen ernſt und ſchweigend in der
Dämme=
ung. Schon beginnen am froſtklaren Himmel die erſten
Sterne aufzublitzen, da gibt Elpidifor Schemenowitſch das
Zeichen zur Heimkehr. Die ſchnaubenden Pferde gehen im
Schritt; ſie ſchütteln ſich und die Schellen klingen grell
zu=
ſammen; jemand ſtimmt ein wildes Lied an und alle fallen
ein. Dann rafft der Jamſchtſchik die Zügel zuſammen und
er ſtößt einen gellenden Schrei aus. Die Pferde fliegen
dahin, bis ſie, von nerviger Fauſt pariert, vor einem der
eleganteſten Vergnügungslokale halten. Man entledigt ſich
der vereiſten Hüllen und betritt eine Loge, aus der man
einen Blick über den Rieſenſaal hat. Die Rumänen fideln
Chanteuſen aller Zungen geben ihre Künſte zum beſten und
über dem ganzen liegt der Dunſt von zehntauſend Papiros
und tauſend Flaſchen Sekt. Petersburg amüſiert ſich aus
dem vollen, und wir folgen dem allgemeinen Beiſpiel. Wir
laſſen Sekt und Roſen kommen. Die Damen proteſtieren,
aber ſie nippen doch mit uns, und ſie ſchmücken ſich mit den
Roſen. Erſt als der alte Esper Michailowitſch plötzlich das
Verlangen kundgibt, den Rock abzulegen und einen
Zigeunerchor kommen zu laſſen, merken wir, daß es an der
Zeit iſt, aufzubrechen, denn offen geſagt, wären wir gar
nicht abgeneigt, auf die verrückten Ideen des Alten
einzu=
gehen, — wenn die Damen nicht mit wären. Wir müſſen
Esper Michailowitſch ſchwören, morgen, unbedingt morgen
ohne weibliche Nation” mit ihm hierherzukommen. Dann
fügt er ſich und wir nehmen Abſchied; noch ſtehen uns ſechs
ſchwere Tage bevor, die zum mindeſten ebenſo verlaufen
wie der erſte — aber es kann auch noch intenſiver werden,
denn der alte Esper Michailowitſch hat nur das geſagt,
was in unſerem ſündigen Herzen als der Keim eines
Ge=
dankens ſich regt . . .
Feuilleton.
Theaterkunſtausſtellung in Mannheim.
* Mannheim 3. Febr. Im Mittelpunkte des
Intereſſes ſteht hier die
Theaterkunſtausſtell=
ung des freien Bundes Der freie Bund zur Einbürger
ung der bildenden Kunſt in Mannheim, der unter ſeinem
ungewöhnlich begabten Leiter, dem Direktor der
Kunſt=
halle, Dr. Wichert, einen glänzenden Anfang genommen
hat, bringt, wohl überhaupt zum erſtenmal, in ſeiner
13. didaktiſchen Ausſtellung einen ziemlich vollſtändigen
Ueberblick über die Theaterkunſt der
Gegenwart. Eine ſeltene Gelegenheit für den
Fach=
mann wie für den Laien, ſich über die heiß umſtrittenen
Probleme der modernen Bühnenkunſt und ihre
mannig=
faltigen Wege und Ziel vergleichend zu orientieren. Aus
der verwirrenden Fülle des Wert= und Bedeutungsvollen
kann ich hier natürlich nur Einzelnes herausgreifen.
Die Ausſtellung enthält zunächſt Bühnenkunſt im
be=
ſonderen, als da ſind Szenenbilder, Figurinen und
Bühnenmodelle. Ein Hauptkontingent ſtellen die
Künſt=
ler Max Reinhardts, vor allem der mit einem untrüglichen
Gefühl für die Bühnenwirkung begabte Ernſt Stern.
Seine Entwürfe zu der ſchönen Helena, zu Ariadne auf
Naxos, Turandot uſw. ſtrotzen von unerſchöpflicher,
köſt=
licher Laune, während bei der ſchwierigeren Aufgabe,
König Heinrich IV. zu inſzenieren, das Material nicht ſo
ſouverän geſtaltet wird. Ihm folgen der feinfühligere
Karl Walſer, beſonders mit Dekorationen zu Figaro=s
Hochzeit und der weniger effektvolle Emil Orlik mit ſeinen
muſtergültigen Entwürfen zu den Räubern und zu
Shake=
ſpeares Wintermärchen. Aus ganz andern Sphären
kommen die ſchwerwuchtigen, phantaſievollen
Theater=
ſkizzen Edward Gordon Craigs, die ſich nie in den engen
Bühnenrahmen zwingen laſſen werden. Craigs
Bedeu=
tung iſt denn auch mehr, der theoretiſche Anreger, ja der
eigentliche Begründer der modernen Stilbühne zu ſein.
Von dem unter ſeinem Einfluß entſtandenen Theater
Granville Barkers in London ſind gleichfalls Entwürfe zu
ſehen (Wilkinſon und Rothenſtein). Der engliſchen
Rich=
tung weſensverwandt iſt der phantaſtiſch=romantiſche
Schweizer Bühnenkünſtler Ad. Appia mit ſeinen
ſtim=
mungsvollen Monumentalentwürfen zu Wagneropern.
Auch der großzügige, farbenſchwelgende Ottomar Starke
(jetzt in Frankfurt) ſetzt ſich bisweilen nonchalant über die
Forderungen der Bühne hinweg. Aber man verzeiht ihm
dies gern, wenn man ſeine gewaltigen eindrucksſtarken
Szenerien zu Orpheus und Eurydike und zu Eulenbergs
Alles um Geld betrachtet. München iſt ebenfalls reichlich
vertreten und zwar mit F. Götz für das Schauſpielhaus,
für das Künſtlertheater R. Engels und beſonders Fritz
Erler mit ſeinen bekannten, ſtreng ſtiliſierten Entwürfen
zu Hamlet und Fauſt, die voll ſind des vornehmſten
Far=
benreizes. Eine Muſterilluſtration zu der Forderung, daß
die Ausſtattung Ton und Geiſt des Werkes atmen ſoll,
geben die beiden graziöſen Wiener Roller und Lefler in
ihren Bildern zum Roſenkavalier. Das Gleiche iſt in den
Entwürfen zu Hebbel und Strindberg für das Hamburger
Schauſpielhaus unter Hagemann erreicht. Islers (Zürich)
Fauſtinſzenierung erwähne ich wegen eines reizenden
Szenenmodells von Gretchens Zimmer, das an das
be=
kannte Schwindbild erinnert. Liebermanns und
Sle=
vogts treffliche Entwürfe zu Gabriel Schillings Flucht
und Florian Geyer ſind viel zu ſehr Gemälde. Seltſam
und eigenartig wie ſein Name ſind die Bilder des
Bel=
giers Fernand Khnopff, voll köſtlichen Humors die
Fi=
guren) des bekannten Simpliziſſimuszeichners
Gulbranſ=
ſon uſw. uſw.
Eine zweite Abteilung iſt der Theaterbaukunſt
gewidmet. Beſondere Beachtung verdienen hier die
charaktervollen Projekte Oskar Kaufmanns. Von dem
Wettbewerb für das neue Berliner Opernhaus ſind eine
Reihe von Plänen zu ſehen, von denen mir der von Otto
March am beſten gefällt. Ein kleines Kabinett enthält
die feingeſchnitzten Marionetten des Baden=Badener
Ma=
rionettentheaters neben den derbkomiſchen Puppen eines
alten Kasperletheaters, ein anderes iſt mit Bildern aus
Mannheims großer Theatergeſchichte ausgefüllt. Eine
Sammlung künſtleriſcher Theaterplakate — die Namen
Klinger und Bernhard ſprechen für ſich ſelbſt — bildet
den Schluß.
Vielleicht drückt ſich gerade in dem jeweiligen
Rah=
menwerk, das wir um die gegebenen Gebilde der
Dicht=
kunſt legen, deutlicher als in allen anderen zeitloſeren
Kunſtſchöpfungen Eigenart und Richtung des Zeitgeiſtes
aus, wie ja das Theater ohnehin von jeher das ſicherſte
Barometer für den Kulturſtand eines Volkes bedeutete.
Fritz Maas.
noch gemütlich zu, wie auch der Krähwinkler Landſturm
andeutet. In vier Wagen folgen die Farben des
Narren=
wappens: Rot mit § 11, Weiß mit dem Apfel, Blau mit
dem Mond und Gelb mit der Windmühle. Ein
allerlieb=
ſter Anblick: Die Kleppergarde, lauter Mainzer Buwe
und Mädcher in bunten Schnitzelkleidern, luſtig kleppernd
und ſingend, angeführt von dem Kleppergeneral, hoch zu
Schaukelroß. Hierzu gehört auch der Prunkwagen, auf
dem die Mainzer Jugend das Bäumchen der Narrheit
pflegt. Süßer Lohn winkt ihnen, denn gleich darauf
fol=
gen die Bäcker mit ihrem Syndikatswagen, auf dem ſie in
eifriger Arbeit Jubiläumsgebäck anfertigen. Der
nächſte Wagen zeigt die Teilung der Erde, wobei
der Schalksnarr ſich von der Weltkugel den Narrenſtaat
mit dem goldenen Mainz erobert. Die „Ranzengarde‟
mit dem jungen Zuckergöbel als General bildet die
Ehren=
wache für das Prinzenpaar von 1888 mit ſeinem
prunk=
vollen Gefolge und den ungezählten närriſchen Vereinen
von Mainz. Als Zukunftsbild faucht mit entſetzlichem
Dampf der letzte Zug nach Finthen hinterdrein. Betrübt
und jubelnd marſchieren die letzten Paſſagiere daneben.
In ulkiger Darſtellung gloſſiert ein Wagen die
Ausſtel=
lung „Der Menſch‟ Ein mit Geldſäcken gefüllter Wagen
führt die Segnungen des Karnevals vor Augen.
In einem Blumenwagen naht der Veilchenprinz, und
end=
lich erſcheint der Prinz Karneval ſelbſt, inmitten der
tapferen Prinzengarde, die mit glänzendem Generalſtab
und Heeresaufmarſch dieſe hohe Perſönlichkeit ſchützt und
geleitet. Den Glanzpunkt und Schluß des Zuges bildete
der Goldwagen des Komitees. Gleich einem
Thronhim=
mel überragt ihn die Narrenmütze, und tanzende
Rhein=
töchter umjubeln ihn. — Dem maleriſchen Schaufpiel des
Vorbeimarſches wohnte natürlich eine mächtige
Menſchen=
menge bei.
Nach Beendigung des Zuges fand beim
Provinzial=
direktor Feſteſſen ſtatt.
Horchheim, 3. Febr. In der Nacht auf Sonntag
ſtürzte infolge des ſtarken Sturmes das Wohnhaus
des Landwirts Jakob Appelshäußer zuſammen.
Die Ziegelſteine fielen vom Dach Herrn Avpelshäußer ins
Bett und trafen ihn ſo, daß er bewußtlos wurde. Der
Schaden iſt beträchtlich.
Uffhofen, 3. Febr. Am Freitag wurde an einem
ge=
fährlichen Bahnübergang von dem
herannahen=
den Zug ein Fuhrwerk erfaßt. Durch den
An=
prall ging der Wagen entzwei und wurde das eine Pferk
ungefähr 90 Meter weit mitgeſchleift, doch erlitt es weiter
keinen Schaden, während das andere Pferd gleich beim
Zuſammenſtoß ſich losriß und am Kopf ſich verletzte. Der
Fuhrmann kam mit dem Schrecken davon.
Friedberg, 3. Febr. Die Stadtverordneten
genehmigten, nachdem ein Ausſchuß ſich die Krematorien
in Wiesbaden und Mainz angeſehen, die Pläne für das
hier zu erbauende Krematorium; der Voranſchlag
beträgt 48000 Mark. Dieſer Betrag wurde vor drei
Jahren von dem verſtorbenen Eſſigfabrikanten Karl
Leonhard geſtiftet. Die Erhebung einer
Filial= und Warenhausſteuer wurde
ge=
nehmigt, und zwar nach folgenden Sätzen: 1 Prozent
bei Filialen mit 10000—50 000 Mark Umſatz, 1½ Prozent
bei einem Umſatz von 50 000—100000 Mark, 2 Prozent bei
100000—200000 Mark Umſatz, 2½ Prozent bei 200000
Mark Umſatz und darüber. Die Warenhausſteuer beträgt
1 Prozent bei einem Umſatz von 80000—200000 Mark,
1¼ Prozent bei 200000—300000 Mark Umſatz, 1½
Pro=
zent bei einem Umſatz von 300000—400 000 Mark, 2
Pro=
zent bei einem Umſatz von über 400000 Mark.
Oppershofen, 3. Febr. Die diamantne Hochzeit des
Altbürgermeiſters Heinrich Schmidt und
ſeiner Ehefrau Eliſe geb. Weil, wurde in erhebender
Weiſe gefeiert. Nach der kirchlichen Feier nahm das
Jubelpaar die Gratulationen der Familienmitglieder
ent=
gegen. Von der Kreisverwaltungsbehörde überbrachte
Kreisamtmann Herberg von Friedberg die beſten
Wünſche. Der Großherzog hatte dem Jubelpaare
zur Erinnerung an das ſeltene Feſt eine Bibel in
prächtigem Einband verſehen mit ſeiner
Unter=
ſchrift, zugehen laſſen. Der Biſchof von Mainz hatte dem
Jubelpaare zum Ehrentage die= innigſten Wünſche
ge=
ſandt.
Büdingen (Oberheſſen), 3. Febe. Nachdem der
Ter=
min zur Abtretung der Forderungen der Konkursmaſſe
des Vorſchuß= und Kreditvereins Ober=
Mockſtadt jetzt abgelaufen iſt, konnte feſtgeſtellt werden,
daß die Mehrzahl der Gläubiger ihre Forderungen an
den zu dieſem Zweck gebildeten Hilfsverein Ober=
Mockſtadt abgetreten hat. Der Hilfsverein iſt jetzt
Hauptgläubiger. Er hat mehr als die Hälfte der
Forde=
rungen auf ſich vereinigt.
(*) Saaſen, 2. Febr. Ein ſchweres Unglück
trug ſich geſtern früh bei der Einfahrt des Arbeiterzuges
zu. Der Zug hielt noch nicht, als ſchon die Arbeiter auf
ſprangen. Der junge Arbeiter Horſt ſtürzte ab und kam
unter die Räder. Der Zug mußte auseinandergekuppelt
werden, um den Verunglückten, der furchtbar jammerte
herauszubringen. Er hat ein Bein verloren, einen Arm
gebrochen und ſchwere Verletzungen im Rücken erlitten.
In der Gießener Klinik liegt er in bedenklichem Zuſtand
darnieder.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. Febr. Der Kaiſer
und Prinzeſſin Viktoria Luiſe wohnten der
heutigen Vorſtellung von „Kerkyra” im Königlichen
Opernhauſe bei. Der Kaiſer hatte hierzu den Grafen
Schlitz Görtz eingeladen. — Der Kaiſer beſuchte
heute vormittag den Geheimen Kommerzienrat Dr. jur
Eduard Simon in ſeiner Villa. In der Begleitung
des Kaiſers befanden ſich Generalmajor v. Chelius und
zwei Flügeladjutanten. Der Kaiſer kam vom
Auswär=
tigen Amt und legte den Weg bis nach der Villa zu Fuß
zurück. Er wurde von Geheimrat Simon und deſſen Sohn
empfangen. Nachdem der Kaiſer den von Meſſel
auf=
geführten Bau der Villa in allen Einzelheiten beſichtigt
hatte, ließ er ſich die Bilder, Bronzen, Möbel und
ſon=
ſtigen Kunſtſchätze zeigen. Nach mehr als einſtündigem
Aufenthalt verabſchiedete er ſich.
Unter Beteiligung
von Vertretern der Kunſt und Wiſſenſchaft iſt geſtern eine
„Kinematographiſche Studiengeſellſſchaft”
gegründet worden. — Vierzehn Tage hat die 49
jäh=
rige Aufwärterin Mazanke tot in ihrer Wohnung
gelegen, bis ſie von einem Verwandten beſucht werden
ſollte, der ihre Stube verſchloſſen fand und ſie öffnen ließ.
München, 2. Febr. „Entſchuldigen Sie, Herr
Schutz=
mann, wie komm’ ich da zum Bahnhof?” Mit dieſer
be=
ſcheiden vorgebrachten Frage wandte ſich am Freitag
abend ein Mann mit dem Ausſehen eines ruſſiſchen
Juden an den Schutzmann Dangl von der erſten
Ab=
teilung, der auf dem Marienplatz Poſten ſtand. Der
Schutzmann warf einen prüfenden Blick auf den Mann
und — forderte ihn auf, mit zur Polizeidirektion zu
kom=
men. Dort wurde der Fremde vorläufig in das
Jour=
zimmer gebracht. Der Mann war mit ſeiner Frage an
den Unrechten gekommen. Am Donnerstag war
nämlich bei einem Juwelier an der Dienerſtraße ein Ring
im Werte von 1000 Mark entwendet worden. Mit den
Erhebungen wurde Schutzmann Dangl betraut, der
feſt=
ſtellte, daß den Ring am Freitag vormittag ein Mann
mit dem Typus eines ruſſiſchen Juden im ſtädtiſchen
Verſatzamt am Rochusberg um 80 Mark verſetzt hatte.
Der Feſtgenommene ſuchte zwar zu leugnen, wurde jedoch
von der herbeigerufenen Ladnerin des Juweliers mit
Beſtimmtheit als der Dieb erkannt. Damit war aber das
Mißgeſchick des Ruſſen noch nicht zu Ende.
Noch wurde er über den Ringdiebſtahl verhört, als ein
Student das Jourzimmer betrat, einen Blick auf den Ver=
„Wer?” „Mein
hafteten warf und ausrief: „Da iſt er!“
Ueberzieher!” Und nun erzählte er, daß ihm kurz zuvor
in einem Kaffeehaus am Marienplatz ſein
Ueber=
zieher entwendet worden war. Der Ruſſe mußte
das Kleidungsſtück ausziehen und der Student nahm
freudig wieder ſein Eigentum in Empfang. Im Beſitze
des Verhafteten wurden vier Geldbörſen, die anſcheinend
von Taſchendiebſtählen herrühren, und eine Fahrkarte
nach Berlin gefunden.
Deidesheim, 3. Febr. Hier ſtarbim 100.
Lebens=
jahr Fräulein Friedheim. Die Verſtorbene war in
ihrem ganzen Leben niemals ernſtlich krank geweſen.
Kolmar, 3. Febr. Auf dem hier geſtern abend
ſtatt=
gefundenen Maskenball kam es zu Differenzen
zwi=
ſchen der Primaballerina Helene Mirbach und ihrem
Lieb=
haber Meyreil, dem Vertreter einer hieſigen Automobil=
Fabrik. Im Verlauf des Streites zog die Tänzerin, die
als Spanierin verkleidet war, einen Dolch und erſtach
ihren Liebhaber.
Dresden, 2. Febr. Die frühere Dresdener
Hofopern=
ſängerin Frau Burrian=Jelleneck hatte beim
Dresdener Landgericht gegen ihren Gatten, den
Kammer=
ſänger Karl Burrian, eine Alimentationsklage
in Höhe von jährlich 20000 Mark anhängig gemacht, weil
ſie durch das Verhalten Burrians gezwungen worden
ſei, ihn zu verlaſſen. In dieſem Prozeß wurden die
Liebesabenteuer des ehemaligen Dresdener Heldentenors
aufgerollt. Frau Burrian lebte in einem böhmiſchen
Dorfe in bitterſter Not. Sie erhielt von ihrem Gatten
nicht die geringſte Unterſtützung und mußte buchſtäblich
hungern. Auf Grund des vom Dresdener Oberlandes
gericht beſtätigten Urteils erwirkte Frau Burrian gegen
ihren Mann einen Alimentationsanſpruch in Höhe von
jährlich 20000 Mark. Auch das Wiener Oberlandesgerich
hat im gleichen Sinne entſchieden. Burrian hatte im
Verlaufe des Prozeſſes ſeine Frau aufgefordert, zu ihm
zu kommen und mit ihm gemeinſam zu leben, ihr aber
zugleich zugemutet, daß ſie neben ſich ſeine — Geliebte
dulden ſolle. Frau Burrian hatte dieſe Zumutung
zurück=
gewieſen.
Hamburg, 3. Febr. Die Mörder des am 24.
Ja=
nuar in der Wendenſtraße ermordet und beraubt
aufge=
fundenen Fabrikarbeiters Harniſch wurden geſtern
ver=
haftet. Es ſind dies die beiden 16= und 20jährigen
Brüder Langwenus. Sie legten ein beſchränktes
Ge=
ſtändnis ab.
Bremen, 2. Febr. (Amtliche Meldung.) In der
ver=
gangenen Nacht wurde im Empfangsgebäude des
Bahn=
hofs Magnus ein Diebſtahl verübt. Nach einem
er=
gebnisloſen Einbruch in das Dienſtzimmer drang ein
Mann in die Wohnung des gegenüber dem Bahnhofe woh
nenden Stationsbeamten und zwang dieſen unter
Drohun=
gen, die Kaſſenſchlüſſel herauszugeben. Mit dieſem öffnete
der Täter den Geldſchrank im Dienſtzimmer des
Empfangs=
gebäudes und entwendete eine unerhebliche Geldſumme.
Schwerin, 2. Febr. Anläßlich des Beſuches des
Großherzogs und der Großherzogin von
Heſſen am hieſigen Hof fand im Goldenen Saal des
Großherzoglichen Schloſſes ein Hofkonzert ſtatt. Das
Konzert enthielt die intereſſante Zuſammenſtellung
aus=
gewählter Kompoſitionen der mecklenburgiſchen Hof
kapellmeiſter aus der Zeit des 18. Jahrhunderts in der
erſten Abteilung und in der zweiten Abteilung Liſztſche
Kompoſitionen. Ein bunter Strauß von kleinen
Orcheſter=
ſtücken und Liedern wurde in der erſten Abteilung geboten
ſie waren ein gefälliger Abglanz des damaligen
muſika=
liſchen Lebens am Schweriner Hofe. Die Leitung des
Konzerts lag in den Händen des Hofkapellmeiſters Prof
Kähler, während die Begleitung der alten Lieder auf dem
Perzina=Harfen=Cembalo=Klavier von
Muſik=
direktor Emge mit feinem Verſtändnis auf dem für die
hiſtoriſche Muſik beſonders geeigneten Inſtrument ausge
führt wurde.
Kattowitz, 3. Febr. (Amtlich.) Geſtern nachmittag
5.18 Uhr fuhr der Perſonenzug Nr. 397 an dem
Einfahrtsſignal des Bahnhofes Oswieeim auf den in der
Ausfahrt begriffenen Güterzug Nr. 8215 auf. Die
Lokomotive, der Packwagen und ein Perſonenwagen des
erſteren und ſechs Güterwagen des letzteren entgleiſten.
Zwei Reiſende und drei Zugbeamte wurden leicht, eine
Perſon ſchwer verletzt. Der Perſonenverkehr wird durch
Umſteigen aufrechterhalten. Am Montag abend wird die
Strecke vorausſichtlich wieder frei. Unterſuchung iſt
ein=
geleitet.
London, 2. Febr. In den letzten 24 Stunden wütete
ein furchtbarer Schneeſturm über Schottland.
Viele Verkehrswege ſind unpaſſierbar. In Wales haben
die Regengüſſe der letzten Tage große
Ueberſchwemmun=
gen verurſacht. Auch in England wurde großer Schaden
durch Ueberſchwemmungen angerichtet. Viele Landſtraßen
und Wege ſtehen einen halben Meter unter Waſſer.
Bukareſt, 2. Febr. Prinz Eitel Friedrich
wohnte heute früh dem Gottesdienſt in der
proteſtanti=
ſchen Kirche bei und nahm darauf an dem Frühſtück im
engſten Kreiſe im Königlichen Palais teil. Um 5 Uhr
fand im Königlichen Palais die Taufe des jungen Prin
zen Mircea ſtatt. Anweſend waren die geſamte
König=
liche Familie, mit Ausnahme der Kronprinzeſſin, die ſich
leidend fühlt. ferner die Mitglieder des diplomatiſchen
Korps, die Miniſter und die Spitzen der Militär= und
Zivilbehörden. Abends fand Galadiner in der deutſchen
Geſandtſchaft ſtatt, an dem Prinz Eitel Friedrich und der
Thronfolger Prinz Ferdinand teilnahmen. Die Stadt iſt
reich beflaggt. Die Preſſe begrüßt das Erſcheinen des
Prinzen Eitel Friedrich enthuſiaſtiſch. Der König verlieh
dem Prinzen Eitel Friedrich den Orden Karls I.
New=York, 2. Febr. Ein ähnliches Verbrechen,
wie die Ermordung des Spielhöllenbeſitzers Roſenthal
hat ſich geſtern in Jerſey=City in einem dortigen
Salon abgeſpielt. Zwei Männer betraten den Salon und
feuerten ohne weiteres zwei Schüſſe auf den
Arbeiter=
führer Thomas Conay ab. Conay ſank ſofort leblos zu
Boden. Seine beiden Mörder entflohen. Eine Anzahl
Paſſanten, denen ſich auch Poliziſten anſchloſſen, nahm
die Verfolgung der Täter auf, die auf der Flucht
fort=
geſetzt auf ihre Verfolger Schüſſe abgaben. Nach hart=
** Die Eröffnung des größten Bahnhofes der Welt.
Am Sonntag hat der neue Leipziger Hauptbahnhof ſeinen
Ruhm, der größte Bahnhof der Welt zu ſein, an Amerika
abgetreten und muß ſich damit begnügen, bis auf
wei=
teres der größte Bahnhof Europas zu ſein, denn am
Sonntag iſt in New=York feſtlich der monumentale
Rieſenbau eingeweiht, der künftig als der New=
Yorker Zentralbahnhof ein Denkmal bildet für
das gewaltige Wachstum des amerikaniſchen
Verkehrs=
weſens. Zuſammen mit den Koſten des Grundſtückes,
das eine Fläche von 32 Hektar umfaßt, hat dieſe
monu=
mentale Anlage alles in allem rund 600 Millionen
Mark gekoſtet. Weder die neue noch die alte Welt hat
ein ähnlich gewaltiges und zugleich auch wirklich
groß=
artiges Gebäude aufzuweiſen. Der Bahnhof umfaßt
zwei Stockwerke, auf dem oberen laufen auf 42
Schienen=
paaren die Schnellzüge ein, auf dem unteren auf ebenſo
viel Schienenpaaren die Vorortzüge. Die mächtige Halle
bietet 1043 Eiſenbahnwagen eine gedeckte Unterkunft.
Die Anordnungen ſind ſo getroffen, daß die Paſſagiere
von dem Lärm des Eiſenbahnbetriebes ferngehalten
wer=
den und ſich erſt dann auf die Perrons begeben, wenn die
Züge wirklich einlaufen; bis dahin halten ſie ſich in den
mächtigen „Concourſes” auf, den Wartehallen. Es iſt
nicht oft, daß ſich bei amerikaniſchen Rieſenbauten die
Ge=
waltigkeit der Dimenſionen mit einer harmoniſche
Schönheitswirkung vermählte, aber bei dieſem Bauwerke
haben die Architekten Amerikas auch nach den Ausſagen
nichtamerikaniſcher Kritiker dieſes hohe und ſeltene Ziel
erreicht. Der Bau iſt faſt ausſchließlich aus Stein und
Stahl errichtet, und die Architektuc wird als klaſſiſch
ge=
ſchildert. Der Höhepunkt der Raumwirkung wird in der
großen Zentralhalle, der Wartehalle für das Publikum,
erreicht Hier erliegt man zunächſt der Majeſtät der
Dimenſionen, wird an einen rieſenhaften Dom erinnert
und lauſcht erſtaunt dem weithin hallenden Echo. Bei der
Ausführung der Hallen wurden Botticino=Marmor und
Steine verwendet, deren rötlich braune Färbung einen
warmen Ton in das Ganze trägt. Dieſe
Farben=
wirkungen erfahren nun noch eine glückliche Steigerung
durch die gedämpften Lichtmaſſen, die durch ſechs große
Domfenſter einfallen und dem gewaltigen Raume eine
lichte Heiterkeit geben. Vor allem aber ermöglichte die
Deckenwölbung eine kunſtvolle Abtönung des Licht
zufluſſes; man hat das ſo geſchickt ausgenutzt, daß die
Decke in ihrer Beleuchtung den Eindruck eines
unermeß=
lichen Raumes erweckt. Inmitten dieſes weiten Raumes
ſcheint nun ein Bild des Himmels zu ſchweben
Die Wirkung wird hervorgebracht durch zwei breite
Gold=
ſtreifen, die ſich längs der Decke von Oſten nach Weſten
er=
ſtrecken und Sternenbilder zwiſchen ſich aufnehmen. Die
Streifen verſinnbildlichen den Aequator und die Ekliptik:
und zwiſchen ihnen gruppieren ſich 2500 Sterne von
verſchiedener Größe. Die größeren unter ihnen, die die
Sternkonſtellationen wiedergeben, werden elektriſch
er=
leuchtet. Man hat mehrere Monate experimentiert, ehe
man einen wirklich befriedigenden Weg fand, um dieſe
immerhin gewagte Idee zu verwirklichen, aber nach dem
Urteil der Augenzeugen iſt das Ziel überraſchend glücklich
erreicht worden. Neben dieſer großen mittleren
Warte=
halle liegt ein geräumiger Warteſaal, deſſen Ausſtattung
das gleiche Baumaterial zeigt, und von hier aus erreicht
der Reiſende die Räume, die dem Komfort dienen,
Um=
leidezimmer, große Badeeinrichtungen, Friſierläden und
Manicurezimmer.
— Vom „weißen Sklavenhandel” in New=York.
Einen furchtbaren Einblick in den Umfang und in die
Einzelheiten des New=Yorker Mädchenhandels gibt ein
Bericht, der jetzt von S. H. London veröffentlicht worden
iſt und in Amerika das größte Aufſehen erregt. S. H.
London hat im Auftrage der Regierung eingehende
Nach=
forſchungen nach dem Weſen dieſes ſchwunghaft
betriebe=
nen Handels mit „weißen Sklavinnen” angeſtellt; er ſteht
auch in Beziehungen zu dem kürzlich von Rockefeller
be=
gründeten Inſtitut zur Bekämpfung des Mädchenhandels.
Aus den Einzelheiten des Berichtes geht hervor, daß die
Sklavenhalter” faſt ausſchließlich Männer, durch die
Ausnutzung ihrer Opfer und durch Verkäufe im Jahre
nicht weniger als rund 240 Millionen Mark verdienen
Die Zahl der in New=Yock weilenden „Sklavinnen” wird
auf 265000 geſchätzt. „Dieſe Mädchen werden regelrecht
verſteigert; als Käufer treten die Beſitzer zweifelhafter
Häuſer auf, die die Ware beſichtigen und ſich dann
gegen=
ſeitig überbieten. Wenn das Publikum alle die
grauen=
haften Tatſachen dieſes Handels kennen würde, würde
eine allgemeine Empörung dieſen Schandfleck der Zivili=
ſation mit einem Schlage tilgen. 95 Prozent der
Mäd=
chen, die in New=York verſchwinden und von der Polizei
als verſchollen angeſehen werden, ſind die Opfer dieſer
Sklavenhalter. New=York allein beherbergt ihrer mehr
als die ganzen übrigen Vereinigten Staaten. Die
Ver=
dienſtmöglichkeit, die ſich durch den Beſitz oder die
Aus=
nutzung einer weißen Sklavin eröffnet, beträgt in New=
York im Jahre ungefähr 10000 Mark und in anderen
Teilen der Union, wo Mädchen ſeltener ſind, 20000 Mark.
Aus dem Auslande werden Frauen zu Hunderten
einge=
führt und die Verdienſtmöglichkeiten, die ſie den
Unter=
nehmern bieten, ſind ſo groß, daß man dieſe Sklavinnen
erſter oder zweiter Kajüte reiſen läßt, um Schwierigkeiten
mit den Einwanderungsbehörden zu vermeiden. Und
ähnliche Verhältniſſe herrſchen auch in Europa, die
Po=
lizei allein iſt überall dagegen machtlos, nur ein Feldzug
des ganzen Publikums kann Hilfe beingen.
* O jerum, jerum. jerum? Ein Anſchlag am
Schwarzen Brett, der „tief blicken läßt” hat ſich an der
Straßburger Univerſität als notwendig erwieſen=
Hier der Wortlaut:
Stadt Straßburg. — Abfuhr= und
Straßenreinigungs=
betrieb.
Bitte!
Die Direktion des Straßenreinigungs= und
Abfuhr=
betriebes erlaubt ſich, folgende Bitte an die
Studenten=
ſchaft der Kaiſer=Wilhelms=Univerſität zu richten: In
letzter Zeit mehren ſich die Fälle, in denen Mülleimer
ſpurlos verſchwinden. Und lobſame Bürger haben ſich
ſchon mehrmals an mich gewandt, voll von Verzweiflung
über nächtlichen Höllenlärm, verübt mit Mülleimern. Es
ind nun zwingende Indizien vochanden, daß Angehörige
der Univerſität manchmal an dieſem nächtlichen Treiben
nicht unbeteiligt ſind. Darum wird hierdurch erſucht, in
Zukunft ſowohl den Mülleimertransport etwas
einzu=
ſchränken), womöglich ganz unterlaſſen zu wollen. Die
Studentenſchaft würde durch die Gewährung dieſer Bitte
Bürgerſchaft und Stadtverwaltung zu großem Dank
ver=
pflichten. Straßburg, 29. Januar 1913. Der Direktor
F. Clauß.
näckigem Kampf gelang es, ſie feſtzunehmen. Die Mörder
ſagten aus, ſie ſeien beſtochen, eine gewiſſe Perſon zu er
morden, die aber mit Conay nicht identiſch iſt. Man
glaubt, daß es ſich um den bekannten Arbeiterführer
Burge handelt, der ſchon wiederholt mit dem Tode
be=
droht wurde.
New=York, 3. Febr. Der Zigarrenhändler
Ber=
nado Herredo fand geſtern abend im Vorraume
ſei=
ner Wohnung ein Paket, das er ſeiner Frau übergab.
Als dieſe das Paket öffnen wollte, erfolgte eine
Explo=
ſion. Die Frau wurde getötet, ihr Gatte und ein
Fräu=
lein Fughmann, die bei den Eheleuten als Penſionärin
war, wurden ſchwer verletzt. Fräulein Fughmann war in
einer Kleiderfabrik beſchäftigt, deren Arbeiterinnen
ſtreik=
ten. Sie hatte ſich geweigert, ſich dem Streike
anzuſchlie=
ßen. Die Polizei glaubt, daß Streikende die Bombe
zu=
geſandt haben.
Gerichtszeitung.
Ulm, 2. Febr. Ein ziemlich vernichtendes Urteil über
die Arbeit der Polizeihunde wurde von
Sach=
verſtändigen in einem Prozeſſe gefällt, der mehrere Tage
das hieſige Schwurgericht beſchäftigte. Im Mai 1911 war
der 48 Jahre alte Arbeiter Leutz vom Schwurgericht
zum Tode verurteilt worden, weil er den
Holz=
händler Knaup ermordet und beraubt haben ſollte. Der
Ermordete hatte ſich in einer Novembernacht auf den
Heimwege befunden, nachdem er einen Betrag von 120
Mark für verkauftes Holz eingenommen hatte. In den
erſten Morgenſtunden traf der Wagen auch auf dem Hofe
ein. Der Mann ſaß auf dem Kutſcherſitz und redete
aller=
lei irres Zeug durcheinander. Als Frau und Sohn ihn
vom Wagen hoben, bemerkten ſie, daß er am Kopf blutete.
Der Arzt ſtellte eine ſchwere Schädelverletzung feſt, die
nach wenigen Stunden zum Tode führte. Der Verdacht
der Täterſchaft lenkte ſich ſofort auf Leutz, von dem man
wußte, daß er mit Knaup in Feindſchaft gelebt und öfters
gegen ihn Drohungen ausgeſtoßen hatte. Trotzdem er
fortgeſetzt ſeine Unſchuld beteuerte, kamen die
Geſchwo=
renen zu einem Schuldigſpruch. Es konnte gegen den
An=
geklagten nur ein Indizienbeweis geführt
wer=
den, und dieſer ſpitzte ſich im weſentlichen auf die
Tat=
ſache, daß ein Stuttgarter Polizeihund „
Sher=
lock” den Angeklagten, als er im Bette lag, verbellt hatte
Der Hund war von zwei Poliziſten an die vermutliche
Stelle des Ueberfalls geführt worden, bekam dort
Wit=
terung an einem dort aufgefundenen blutbefleckten Stücke
Holz und lief hierauf ſofort in die Wohnung des
Ange=
klagten Leutz. Allerdings war der Hund erſt drei Tage
nach der Tat auf die Spur geſetzt worden. Trotzdem
hatten die Geſchworenen ſo viel Vertrauen in ſeine
Ar=
beit, daß ſie zu ihrem für den Angeklagten ungünſtigen
Wahrſpruch kamen, der daraufhin zum Tode
verur=
teilt wurde.
Das Urteil wurde nicht ausgeführt, da der König
ihn zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigte. Auch
im Zuchthauſe blieb der Angeklagte dabei, daß er völlig
unſchuldig ſei, und ſuchte mit allen Mitteln ein Wieder
aufnahmeverfahren durchzuſetzen. Dies gelang ihm
ſchließlich, nachdem die Staatsanwaltſchaft auf den
An=
trag ſeiner Verteidigung Gutachten von Sachverſtändigen
über den Wert der Polizeihundearbeit erhalten hatte.
Die ganze Sache kam daher in den letzten Tagen erneut
vor dem Schwurgericht zur Verhandlung. Nachdem ein
Lokaltermin ſtattgefunden hatte, kamen die
Sachverſtändi=
gen zu Wort. Zunächſt äußerte ſich Polizeileutnan
Moſt, der Leiter der ſtaatlichen Zuchtanſtalt für
Polizei=
hunde in Grünheide bei Berlin. Er ging davon aus, daß
man ſich ganz falſche Vorſtellungen über das mache, was
ein Hund im Aufſpüren überhaupt leiſten könne. De
Hund ſei nicht in der Lage, einer beſtimmten Spur un
entwegt nachzugehen, ohne auf kreuzende Spuren
über=
zuwechſeln. Nach den bisherigen Erfahrungen müſſe es
als ausgeſchloſſen gelten, daß ein Hund noch nach drei
Tagen, wie es in dem vorliegenden Fall geſchehen ſein
ſoll, eine Spur durchhalten könne; dies mache dem Hund
ſchon nach fünf Stunden Schwierigkeiten. Aus dem
Ver=
halten des Polizeihundes im vorliegenden Falle
könn=
ten alſo durchaus keine Rückſchlüſſe auf die Täterſchaft
des Angeklagten gezogen werden. — Sachverſtändiger
Polizeiwachtmeiſter Vogt=Stuttaart äußerte ſich in
ähnlichem Sinne. Bezüglich des Polizeihundes „
Sher=
lock” teilte er mit, daß dieſer von zwei einfachen Schutz
leuten lediglich nach den Angaben eines Reſſortbuches
dreſſiert worden ſei. Eine Kontrolle über ſeine
Leiſtun=
gen habe es nicht gegeben. Bei einem Verſuch habe es
ſich gezeigt, daß der Hund ganz deutlichen Spuren nach
20 Stunden nicht mehr nachzugehen vermochte. —
Polizei=
leutnant Moſt erklärte noch, es müſſe einmal den
Vebertreibungen in der Verwendung der
Polizeihunde ein Ende gemacht werden, und
zies könne nur durch eine ſtaatliche Organiſation
ge=
ſchehen.
Die Geſchworenen bejahten auf Grund dieſer
Aus=
ührungen nur die Frage nach Körperverletzung mit
Todeserfolg, worauf der Angeklagte zu zehn Jahren
Zuchthaus verurteilt wurde
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* Konſtantinopel, 2. Febr. Das Preßbureau
veröffentlicht ein Telegramm, das der Miniſter des
Innern geſtern von dem Wali von
Adria=
nopel erhalten hat, welches beſagt: Die Gerüchte,
die ſeit dem Abſchluß des Waffenſtillſtandes in
Adrianopel verbreitet worden ſind, entmutigten die
ganze Bevölkerung. Das neue Kabinett gab
den Belagerten neues Leben, und es gibt in
Adria=
nopel niemand, der nicht ſein Leben opfern wird, um
Adrianopel zu verteidigen, das ein ſehr wichtiger
Be=
ſtandteil des Reiches iſt. In der Feſtung ſind
Lebens=
mittel und Munition, die noch ſehr lange
ausrei=
chen. Verteidiger und Bevölkerung hoffen ſicher auf den
Sieg. Die Truppen und die Bevölkerung Adrianopels
erneuerten heute gemeinſam den Eid, die Stadt zu
ver=
teidigen. Es beginnt ein neues Leben in Adrianopel.
Konſtantinopel, 2. Febr. Der Wali
von Adrianopel erhielt den Großkordon des
Osmanienordens. — Das Komitee und die
Sub=
komitees für die nationale Verteidigung entfalten
eine große Tätigkeit. Die Einſchreibung von Frei=
Die Notabeln von
Af=
willigen hat begonnen.
ghaniſtan ſandten 250 Pfund Sterling als
Ergeb=
nis einer Subſkription. Telegramme aus den Pro
vinzſtädten melden, die Bevölkerung ſei zu allen Opfern
bereit und entſchloſſen, für die Verteidigung des Vater=
In Bruſſa fand am Grabmal des
landes zu ſterben.
Begründers der Türkei, des Sultans Osman, eine
Ver=
ſammlung ſtatt, in der die Anweſenden ſchworen, nicht
zu dulden, daß der Boden des Vaterlandes von den
Bul=
garen betreten werde.
* Konſtantinopel, 3. Febr. Eine offiziöſe Note
erklärt, die türkiſchen Truppen ſeien angewieſen
worden, nicht früher zu feuern, als bis die Bulgaren nach
Ablauf der Kündigungsfriſt des Waffenſtillſtandes zu
ſchießen beginnen. Die Pforte hielt es für nötig, dieſe
Weiſungen zu erteilen, damit die öffentliche Meinung
überzeugt werde, daß die Verantwortung für den Wieder
beginn des Krieges ausſchließlich auf die Verbündeten
falle.
Engliſche Preßſtimmen
* London, 3. Febr. Nach der Times weiſt die
Lage, falls der Krieg von neuem ausbrechen ſollte, zwei
hoffnungsvolle Seiten auf. Der Krieg, ſchreibt das Blatt,
wird wahrſcheinlich kurz ſein, und die Mächte ſcheinen
in ihrer Haltung dazu abſolut einſtimmig zu ſein. Mit
Rückſicht auf den zweiten Punkt verdient die Rede des
deutſchem Botſchafters Fürſten Lichnowsty
vom Sonntag beſondere Beachtung. Fürſt Lichnowsky
ſprach in Ausdrücken, die wir gerne herzlich erwidern, von
den freundſchaftlichen Beziehungen, die
jetzt zwiſchen Deutſchland und England beſtehen.
und von ihrem Zuſammenhang in der Sache des
Frie=
dens. Das Blatt weiſt auf den Artikel der Norddeutſchen
Allgemeinen Zeitung hin, der die Notwendigkeit in den
Zuſammenhalten der Mächte in Worten betone, die die
Times ſelbſt gebraucht habe. Die intereſſanteſte und hoff
nungsvollſte Nachricht aber ſei, daß der Kaiſer Franz
Joſef ein verſöhnliches Handſchreiben an den Zaren
ge=
richtet habe. — Daily News ſagt: Daß wir eine Ver
ſtändigung mit Deutſchland erreicht haben, die nicht nur
augenblicklich befriedigt, ſondern auch viel für die Zukunft
verſpricht, bedeutet etwas mehr als die Früchte eines
wohlwollenden Pazifizismus. — Daily Graphic ſagt:
Wenn auch die jüngſte Bedrohung des europäiſchen Frie
dens viel dazu beigetragen hat, die Downing=Strect und
die Wilhelmſtraße zuſammenzubringen, ſo hoffen wir doch
beſtimmt, daß, wenn die gemeinſame Gefahr vorüber iſt,
die beiden Nationen und ihre Regierungen daraus
ge=
lernt haben werden, wie notwendig und natürlich es für
ſie iſt. Beziehungen engſten Vertrauens auf eine dauernde
Baſis zu ſtellen.
Sonſtige Meldungen.
* Paris, 2. Febr. Geſtern abend empfing
Mi=
niſterpräſident Briand den griechiſchen
Miniſterpräſi=
denten Venizelos.
* Paris, 2. Febr. Miniſterpräſident Venizelos
beſuchte Poincaré und den Miniſter des Aeußern
Jonnart.
* Paris 2. Febr. Der türkiſche Delegierte Reſchid
Paſcha (erklärte dem Londoner Sonderberichterſtatzer
des Matin: Niemals iſt ein Beſiegter mit größerer
Härte behandelt worden. Wir haben keinerlei
Be=
weis von Sympathie, keinen Akt der Unparteilichkeit
ge=
ſehen, kein Wort der Freundſchaft gehört. Vae vietis
Das war der einzige Ruf. der an unſer Ohr klang. Europa
wird die Haltung, die es uns gegenüber beobachtet hat
noch bedauern. Der Friede, den es uns aufdrängt, wird
ihm ſpäter einmal teuer zu ſtehen kommen
* Paris. 3. Febr. Der hieſige bulgariſche Geſandte
Stanziow erklärte einem Mitarbeiter des Echo de Paris
u. a., die Balkanverbündeten nähmen den
Krieg nicht wegen der einen Hälfte von Adrianopel
wieder auf, ſondern wegen der Gebiete, die nicht mehr
türkiſch bleiben können, und wegen der
Kriegsentſchädi=
gung, ohne die der wirtſchaftliche Fortſchritt und das
ziviliſatoriſche Werk der Verbündeten ungerechterweiſe
ge=
hindert würden.
Letzte Nachrichten.
H.B. London. 3. Febr. Daily Expreß bringt die
Meldung, daß Kaiſer Wilhel m durch Vermittelung
des deutſchen Geſandten in Sofia an König Ferdinand die
Bitte gerichtet habe, dafür einzutreten, daß ein neuer
Konflikt mit der Türkei vermieden werde. Der gleiche
Schritt ſoll auch in Belgrad, Cetinje und Athen
unter=
nommen werden. In diplomatiſchen Kreiſen iſt man der
Anſicht, daß in verſchiedenen Fällen dem Wunſche des
Kai=
ſers Folge geleiſtet wird.
H. B. Belgrad, 3. Febr. In hieſigen offiziellen
Kreiſen glaubt man, daß die Wiederaufnahme
der Feindſeligkeiten erſt am Dienstag abend
erfolgen wird, da man annimmt, daß die bulgariſchen
Truppen nicht gleich den erſten Augenblick zu einem
An=
griff auf die türkiſche Poſition benutzen, um die von den
Mächten unternommenen Schritte dadurch nicht illuſoriſch
zu machen.
— Berlin, 3. Febr. Bis heute mittag lag noch
keine Erklärung der Balkanſtaaten über
die Vorſtellungen der Mächte, die zur
Verhin=
derung der Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten gemacht
wurden, an hieſiger unterrichteter Stelle vor. Es iſt alſo
immerhin möglich, daß heute abend die Feindſeligkeiten
wieder aufgenommen werden, wenn auch vielleicht nicht
gerade mit allzu großem Eifer. Die Botſchafterkonferenz
tritt heute wieder zuſammen.
H.B. Sofia, 3. Febr. Aus informierter Quelle
wird berichtet, daß die hieſigen Vertreter der
Groß=
mächte ſich bei der Regierung erkundigt haben, ob ſie nicht
geneigt ſei, die Friedensverhandlungen
fort=
zuſetzen. Die bulgariſche Regierung habe
geant=
wortet, daß von einer Fortſetzung der Verhandlungen
keine Rede ſein könne, wenn die Türken Adrianopel nicht
übergeben wollen. Es werden alſo heute nach Ablauf der
im Waffenſtillſtands=Protokoll feſtgeſetzten Friſt von
7 Uhr abends die Kriegsoperationen wieder anfangen
H. B. Rom, 3. Febr. Wie an hieſiger maßgebender Stelle
mitgeteilt wird, haben die Vertreter der
Groß=
mächte in Konſtantinopel wieder einmal und mit
größ=
tem Nachdruck dem Großweſir bedeutet, daß die
Groß=
mächte von dem in ihrer Note feſtgelegten Standpunkt
nicht abgehen könnten und daß die Türkei für die
Fol=
gen, die ſich aus der Eröffnung der Feindſeligkeiten ergeben
würden, allein aufkommen müßte. Die Botſchafter
er=
mahnten den Großweſir, ihren Vorſchlag noch einmal
ernſtlich zu prüfen und ſo die Großmächte in die Lage zu
ſetzen, der Türkei in einem für ſie entſcheidenden
Augen=
blick helfen zu können
* Berlin, 3. Febr. Die türkiſche Botſchaft teilt
eine Depeſche des Miniſteriums des Aeußern mit, worin
erklärt wird, die von ausländiſchen und auch hieſigen
Zei=
tungen gebrachten Gerüchte über
Unabhängigkeits=
erklärungen von Baſra und Syrien ſeien völlig
unbegründet.
— Durazzo, 3. Febr. Geſtern wurden hier 300
Serben mit reichlichem Proviant eingeſchifft. Mar
nimmt an, daß ſie ſich nach Aleſſio begeben, wo ſie ſich mit
den montenegriniſchen Truppen vereinigen werden, um
gemeinſam zum Sturm auf Skutari vorzugehen.
Letzte Nachrichten.
— Berlin, 3. Febr. Das Schöffengericht Berlin=Mitte
verurteilte den Kunſtfälſcher Kuderna zu ſechs
Monaten Gefängnis. Derſelbe hatte Handzeichnungen
und alte Silhouetten gefälſcht und die Fälſchungen mit
falſchem Stempel aus der Sammlung Adalbert von Lanna
verſehen.
— Berlin, 3. Febr. In einem Hauſe am Belle=
Alliance=Platz hob die Kriminalpolizei heute nacht einen
Spielklub auf. Etwa 40 Perſonen wurden zur
Feſt=
ſtellung ihrer Namen nach der Wache gebracht. Der Klub
war ſchon vor 2 Jahren ausgehoben worden, wurde aber
kurz danach wieder begründet. Die Polizei beſetzte
ſämt=
liche Ausgänge, darunter auch einen geheimen.
IIB. Hanau, 3. Febr. Der Arbeiter Koch aus
Ber=
gen, der wegen Ermordung ſeiner Tochter vom Hanauer
Schwurgericht zum Tode verurteilt worden war, hat,
nach=
dem ſeine Reviſion gegen das Todesurteil vom
Reichs=
gericht verworfen wurde, ein Gnadengeſuch an den
Kaiſer einreichen laſſen.
* Köln, 3. Febr. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Monrovia: Am Geburtstage des deutſchen Kaiſers
be=
ſuchten der Präſident und der Staatsſekretär von
Libe=
ria den Panther‟ Der Präſident und die Miniſter
von Liberia nahmen an dem Feſtmahl bei dem
deut=
chen Konſul teil. Die guten Beziehungen der Regierung
zu dem deutſchen Kriegsſchiff ſind wiederhergeſtellt. Der
Kommandant des „Panther” erhielt einen liberiſchen
Orden.
— Trier, 3. Febr. Infolge eines
Karneval=
ſcherzes zogen in vergangener Nacht junge Burſchen
einen Mann vollſtändig aus; darauf ſchlangen ſie
ihm mit Gewalt das Hemd um den Hals, ſo
daß er erſtickte
Jever, 3. Febr. In der Nähe des Bahnhofs Oſtem
wurde der bei der Wilhelmshavener Werft beſchäftigte
Arbeiter Holtermann erſtochen aufgefunden.
Sein Schlafburſche wurde als der Tat dringend verdächtig
feſtgenommen
IIB. Sosnovice, 3. Febr. Auf den hieſigen
Huld=
ſchinsky=Werken ereignete ſich heute vormittag eine
Dampfrohr=Exploſion mitten in einer Kolonne
Arbeiter. Neun Arbeiter wurden durch Verbrühungen
ge=
tötet, 20 andere mehr oder weniger ſchwer verletzt.
* New=York, 3. Febr. Bei der Exploſion eines
Kinematographen im Ausländerviertel im Oſten
von New=York entſtand eine Panik. Zwei Frauen
er=
litten lebensgefährliche Quetſchungen; 12 Perſonen
wur=
dem zu Boden getreten und mußte nach dem Krankenhaus
gebracht werden. Der Brand konnte gelöſcht werden,
ohne einen größeren Schaden anzurichten.
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Lieber Maumel, was ſoll das denn werden:
Nun fängt auch der Willi zu huſten an u. wir haben
glücklich vier huſtenkranke Kinder. An den Bonbons
haben ſie ſich ſchon den Magen verdorben, u. mit Tee
und Packungen kann man ſie doch auch nicht immer
plagen. — Aber liebſte Freundin, kaufen Sie doch ein
paar Schachteln Fays ächte Sodener Mineral=
Paſtillen! Die gehen bei uns gar nicht aus, u. Ka=
tarrhe, Huſten u. dergl. kommen bei uns nie hoch,
weil wir eben Fays Sodener immer ſofort
verwen=
den. Achten Sie beim Einkauf aber auf den Namen
Fay, wenn Sie wirklich Paſtillen haben wollen, die
aus zur Kur benützten Sodener Gemeinde=Heil=
— quellen ſtammen. Die Schachtel koſt. nur 85 Pf. (I,3204
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten die ſchmerzliche Mitteilung, daß es
Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen
lieben, treubeſorgten Gatten, unſeren Vater
Großvater, Schwiegervater und Onkel (3248
Herrn Wilh. Ganßert
Städt. Forſtwart i. P.
nach längerem, mit Geduld ertragenem Leiden,
im Alter von 79 Jahren zu ſich zu rufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Helene Ganßert, geb. Weicker,
und Kinder.
Darmſtadt, den 3. Februar 1913.
Die Beerdigung findet am Mittwoch
nachmit=
tag 4¼ Uhr, vom Trauerhauſe Rhönring 1
aus, ſtatt.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. D). Anfang 7½ Uhr,
Ende 10½ Uhr: „Die luſtige Witwe‟
Karnevaliſtiſche Konzerte, Tanz uſw:
Karnevalgeſellſchaft „Narrhalla” um 6.11 Uhr im
Saal=
bau. — Stenographen=Geſellſchaft „Gabelsberger” um
7.11 Uhr im „Kaiſerſaal”. — Britannia=Hotel um 7 Uhr.
Café=Reſtau=
— Café Ernſt Ludwig. — Schloß=Café.
rant „Zur Oper” Hotel Prinz Karl. — Schützenhof
um 5.11 Uhr. — Palais=Reſtaurant. — Kölniſcher Hof
um 4 Uhr. — Rummelbräu um 4 Uhr. — Reſtaurant
Sitte — Heſſiſcher Hof um 5 Uhr. — Hanauer Hof um
6.11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 5. Februar.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Pferde=Verſteigerung um 10 Uhr in der
Train=
kaſerne (Eſchollbrückerſtraße).
Stammholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Ober
Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft auf dem
Frankenhäuſer Weg am Pflanzgarten unterhalb dem
Breitenſtein).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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Kurſe vom 3. Februar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,40
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,30
3
77,70
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,80
3½ do. Conſols . . . 88,50
do.
77,60
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,50
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,50
87,10
do.
3½
do.
77,60
4 Hamburger Staatsanl. 98,60
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,50
4 do. do. (unk. 1918) 99,50
3½
do.
87,20
do.
76,00
3 Sächſiſche Rente. .
78,80
4 Württemberger v. 1907 99,70
do. v. 1875 93,60
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 99,00
¼ Griechen v. 1887 . . 54,00
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 87,70
4 do. Goldrente . . . 91,30
do. einheitl. Rente . . 84,60
3 Portug. unif. Serie I 63,40
do. unif. Ser. III 66,50
3 do. Spezial . . . . 9,60
5 Rumänier v. 1903 . . 100,00
do. v. 1890 . . 93,20
do. v. 1905 . . 100,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,70
do. v. 1902 . . . . 90,30
½ do. v. 1905 . . . . 100,00
3½ Schweden . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 81,00
Türk. Admin. v. 1903 78,50
4 Türk. uniſiz. v. 1903 85,20
4 Ungar. Goldrente . . . —89,50
* de. Staatsrente. . . 85,00 5 Lahmeyer . . . . . . . 120,50
In Prot.
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 101,00
86,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 91, 10
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,70
4½
do.
Japaner .
91,80
5 Innere Mexikaner . . . 93,25
do.
92,90 4 Gold=Merikanerv. 1904 85,20
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,90
3 Buenos Aires Provinz 63,60
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 153,00
5 Nordd. Lloyd . . . . . 118,25
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 128,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,75
6 Baltimore und Ohio . 105½
6 Schantungbahn . . . . 131½
6½ Luxemb. Prince Henri
) Oeſt. Südbahn (Lomb.) 22½
6 Pennſylvania R. R. . 124,00
Leßte Induſtrie=
Aktien.
Divid.
3 Brauerei Werger . . 63,00
25 Bad. Anilin= u. Soda
Fabrik
538,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim .
247,00
30 Farbwerke Höchſt . 636,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . .. . 345,00
10 Cement Heidelberg . . 144,60
30 Chem. Werke Albert 447,60
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 332,80
zte
In Proz.
Divid
7½ Schuchert, Nürnberg 147,00
12 Siemens & Halske
5 Beramann Electr. . . 122,40
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 162,50
25 Gummi Peter . . . 80,00
Kunſtſeide Frankfurt 76,50
30 Adler=Fahrradwerke
. 509,75
Kleyer .
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
6 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 149,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 237,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
199,50
häuſel.
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 94,50
3 Südd. Immobilien . 61,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 176,75
2½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 216,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 165,75
10 Gelſenkirchener . . . . 197,00
9 Harpener . . . . . . . 197,00
18 Phönix Bergb. unk
Hüttenbetrieb. . . 263,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 84,00
6 Laurahütte . . . . . . 174,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 206,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,30
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 85,50
3 Prag=Duxer . . .
75,20
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,20
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,90
do.
76,10
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,10
do.
14
In Proz.
Bf.
2¾ Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,20
3 Raab=Oedenburg
76,10
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 88,00
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,90
38,00
do.
4 Wladichawchas .
87,80
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. .. 73,50
41
do.
2½ Livorneſer . .
69,50
3 Salonique=Monaſtir . 62,90
4 Baodadbahn . .
80,75
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,75
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 71,10
4 Northern=Paciſic . . . 99,20
4 Southern=Paciſic .
93,80
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 83,00
5 Tehuantepec . . . . . . 98,30
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich .
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 168,50
6½ Darmſtädter Bank . 123,00
12½ Deutſche Bank . . . 256,20
6 Deutſche Vereinsbank . 124,50
6 Deutſche Effekt.= und
120,00
W.=Bank . . .
10 Diskonto=Kommandit 189,70
8½ Dresdener Bank
157,90
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,2
6½ Mitteld. Kreditbank 120,25
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,90
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 138,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,25
7½ Wieher Bankverein . 133,70
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,50
Zf.
InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
87,00
S. 19.
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
. 98,00
S. 52 . . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,50
3½
87,2.
do.
Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
3½
87,30
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
98.60
S. 12, 13, 16 .
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 98,90
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 . . . .
87,20
1 Meininger Hyp.=Bank 98,00
3½
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 87,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
do.
3½
87,80
Städte=
Obligationen.
Darmſtadt . . . . . . 98,50
do.
88,00
3½
Frankfurt. . . . . . . 98,60
31
do.
96,50
97,50
Gießen . . . . . .
3½ do.
88,00
Heidelberg . . . . . . 96,80
3½
do.
87,70
4 Karlsruhe . . . . . . 97,00
3½ do.
88,40
4 Magdeburg. . . .
do.
3½
4 Mainz . . . . . . . . 97,50
3½
do.
88,50
4 Mannheim . . . . . . 97,50
3½
do.
90,00
4 München . . . . .
99,30
3½ Nauheim . . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 98,00
3½
87,60
do.
4 Oſſenbach . . . . .
97,50
Zf.
In Proz.
3½ Offenbach . . . . . . 87,40
4 Wiesbaden . . . . . . 99,00
3½
95,30
do.
Worms . . . . . . . . 97,40
3½
38,00
do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 77,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 137,90
3 Holl. Komm. . fl. 100 112,40
3 Madrider . . Fs. 100 75,10
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 137,80
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 179,50
3 Oldenburger . . . . . . 130,40
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . .
Braunſchweiger Tlr. 20 202,40
Freiburger . . . . Fs. 15 75,50
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs. 10
Meininger . . . . . fl. 7 34,00
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 549,00
do. v. 1858fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Fs. 30 56,90
Türkiſche . . . . Fs. 400 159,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,45
20 Franks=Stücke . . . . 16,27
Amerikaniſche Noten . . . 4,18
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten. . . . 81,30
Holländiſche Noten. . . . 169,
80, 10
Italieniſche Noten . .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,50
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7
Mlfe
Weiblich
Fräul. nimmt f. Geſchäft
Heim=
arbeit im Weißnähen an (*3096imd
Näh. in der Exp. ds. Bl.
Tücht. Weißzeugnäherin nimmt
noch Kunden an, in und außer
dem Hauſe.
*3019oi
Eckhardtſtraße 2, 1. Stock links.
Tücht. Schneiderin empf. ſich im
Anf. v. Koſt., Mänt., Straß.=u. Kind.=
Kleid. bei bill. Preiſ. Grafenſtr. 22, I.(*
n ſucht Aushilfe
Perf. Böchln für ſofort.
Zu erfragen in der Exp. (*3018oi
Eine Frau ſucht Laufdienſt
*3050)
Langegaſſe 53, 1. St.
68
Mädchen
das gut bürgerlich koch. kann, alle
Hausarb. verſteht und im Beſitze
von guten Zeugn. iſt, ſucht Stelle
bis z. 15. Febr. Schrifl. Offert. an
M. Riedel, Karlſtr. 30, Hth. (*3047
Aelt. Mädch. ſ. tagsüber Stelle=
Näh. Waldſtr. 24, Vdh. II. (*3035
aus guter Fam., ſ. Haush
Fräul. u. Nähen erfahren, zu jed.
Arbeit willig, ſucht bei Fam.=Anſchl.
ſof. ohne Verg. Stllg. od. als Penſ.
Off. unt. D 83 an die Exp. (3211
Ein kräftiges 13jähr. Mädchen
ſucht nach der Schule Beſchäftig.
Näh. Heinheimerſtr. 74, III.r. (*3104
Tücht. williges, ſaub. Mädchen
das etwas kochen kann, ſucht
Stel=
lung in einem bürgerl. Haushalt.
Nieder=Ramſtädterſtr. 43. (*3080im
Jg.ſb. Mädch. ſ.f. morg. 2 St. beſch.
u. mitt. z. Kind. Weinbgſtr. 45, 3. I. (B8
Mänmlich
Hochbautechniker
welcher einige Jahre mit der
Projektier. u. Ausführ. von
Land=
häuſern ſelbſtändig tätig war,
ſucht, geſtützt auf gute Zeugn., Ref
u. Zeichn., in einem Architekturbüro
oder Baugeſchäft als Bauführer
Stellung. Derſ. iſt ſaub. Zeichner
gut. Konſtrukt., ſicher im Veranſchl.
u. Abrechn. Offert. unt. C 65 an
die Expedition d. Bl. (*2651dsi
Verh. Herrschaftskutscher, m. gut
Zeugn. u. Empfehl., ſucht b. Herrſch.
od. als Geſchäftsrutſcher Stellung.
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ſachen und Geſchäftsbüchern ſpez.
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jed. Orte vergeben. Näh. d. Proſp.
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ſofort für dauernd geſucht.
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fektion Bayer-Haack, Kapell=
(1861a
platz 14.
Tüchtiges,
williges Mädchen,
das etw. koch. kann, p. ſofort in
einfach. bürgerl. Haushalt geſucht.
Gutenbergſtraße 11, part. (*1293t
a
Dr aves, will. Mädchen
ſf. geſ. Näh. Blumentalſtr. 51(*2866soi
Zum 1. März evtl. früher od. Später
einbürgerl. Köchin, die etwäs
Hausarb. übern., bei gut. Lohn gesucht
Nur soiche, die auf dauernde
Stel-
lung reflektieren, mögen sich melden
Heinrichstr. 43, Darmstadt.
Zwischen 10 und 11 Uhr vormittags
oder- 6 bis 8 Uhr nachm. (2945dsi
Ein tüchtiges Mädchen vorm.
bis nachmittags geſucht (*3041im
Riegerplatz 11, 2. St.
Tücht. Servierfräulein geſucht
*3044im) Obergaſſe 3 (Ratskeller).
Ein Mädch., welches zu Hauſe
ſchlafen kann, für den ganzen Tag
für alle Hausarbeiten per ſofort
geſucht Karlſtraße 51.
(*3043
Mädch. w. bürg. koch, erh. r. g. St.
Fr. Berta Neßling, gewerbsmäßige
Stellen-
vermittlerin, Ludwigſtr. 8. (*3038imdf
Jüng. will. Laufmädch. f. 1½ b.
2 Stund. vorm. ſof. geſucht (*3037
Schloßgartenſtr. 5, 2. St. r.
Köchin
geſucht bei hohem Lohn und
mög=
lichſt dauerndem Aufenthalt. Keine
Hausarbeit. Angebote unt. D 78
an die Exp. ds. Bl.
(*3036im
für ſof. zuverläſſig.
Geſucht Mädch. zu einer
einzelnen Dame
(3210imd
Frankfurterſtr. 17, 2. St.
Geſund. tücht. Mädch. f. 1. März
od. 1. April geſucht. Nur ſolche mit
Empfehlung. aus beſſeren Häuſern
wollen ſich melden bei
(3223a
Frau v. Hegelmaier, Sandſtr. 1, I.
Köchinnen, Hausmädchen,
Kinder=
fräulein, Alleinmädchen, Küchen
mädch. geſ. Frau Minna Dingeldein,
gewerbsmäßige Stellenvermitllerin
Eliſabethenſtr. 5, Tel. 531. (*3103
Ein Laufmädchen geſucht (*3101
Wienersſtraße 72, 1. St.
Unabhängige Frau od. Mädchen
geſucht Mauerſtraße 15. (*3084
Ordentlich. Dienſtmädchen per
15. Febr. geſ. Obergaſſe 38. (*3087imd
Unabhängiges, braves, nich
zu junges, i. Haushalt erfahrenes
Mädchen von 8 Uhr bis nach
dem Spül. geſ. Näh. Exp. (3255a
Saupere ehrl. ar du
*3094
zum Ladenputzen geſucht
Eliſabethenſtr. 12, Kaffeegeſchäft.
Fleißiges, williges Mädchen
geſucht
(*3065
Eliſabethenſtraße 52, 1. Tr.
Von ält. alleinst. Dame
ein einf., zuverl. Mädch. geſucht
*3060imd) Frankfurterſtr. 32, II. r.
Laufmädchen ſuchen
(3232
Strauß & Mayer.
Ein tücht. Küchenmädch. ſof. geſ.
Reſtaurant zum Landgrafen,
*3075im) Grafenſtraße 27.
Ein ſaub. Mädch. v. 11 Uhr abgeſ.
Reſtaurant zum Landgrafen,
*3074im) Grafenſtraße 27.
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.35
1.10
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1.95
1.60
1.95
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wird wie neu gebügelt
1974
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Känſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Rebaktion ihr Urteil vor.
— Die Kammermuſikvereinigung de Haan,
Schmitt, Schnurrbuſch, Gims und Andrä veranſtaltet am
kommenden Sonntag, den 9. Febr., ihre dritte
dieswinter=
liche Matinee. Das Programm wird von zweien der
bedeutendſten Vertreter der modernen Literatur beſtritten,
dem Ruſſen Glazounow und dem langjährigen
verdienſt=
vollen Dirigenten der Mainzer Liedertafel und
nunmehri=
gen Tübinger Univerſitätsmuſikdirektor Dr. Fritz Volbach.
Glazounows fünftes Streichquartett ſprüht von
Tem=
perament und iſt dabei — ein hauptſächlichſtes
Charakte=
riſtikum der ruſſiſchen Schule — voll blühender Melodik,
ſo daß bei aller hochentwickelten Kompoſitionskunſt die
äſthetiſche Freude am Hören des Werkes keinen Moment
verkürzt wird. Dieſe Freude an der Melodik iſt es auch,
welche den Kompoſitionen Volbachs, ſeien es nun Chor=,
Orcheſter= oder Kammermuſikwerke, eine Bedeutung
ver=
leihen, die ihn weit über die Mehrzahl unſerer
neudeut=
ſchen Komponiſten erhebt, und die auch ſeinem neueſten
größeren Werke, dem in Frage ſtehenden Klavierquintett,
bei alle bisherigen Auführungen einen ganz ungewöhn.
lichen Erfolg bei Preſſe und Publikum ſicherte.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Eröffnungsfeier des Berliner Stadion und das
Programm für 1913. Der deutſche Reichsausſchuß für
olympiſche Spiele hielt am Sonntag nachmittag unter
dem Vorſitz von Exzellenz v. Podbielski im Palaſt=Hotel
zu Berlin eine Sitzung ab. Die Beratungen waren ſehr
umfangreich und nahmen beinahe fünf Stunden in
An=
ſpruch. Die Reſerate zu den einzelnen Punkten erſtattete
der neue Generalſekretär. Es konnte die erfreuliche
Mit=
teilung gemacht werden, daß das Stadion im Grunewald
bis zum 15. Mai beſtimmt fertiggeſtellt ſein wird, ſo daß
die große Eröffnungsfeier, bei der der Kaiſer zugegen ſein
wird, am 8. Juni geſichert iſt. An den Einzug und die
Huldigung der Verbände vor dem Kaiſer ſchließen ſich die
ſportlichen Vorführungen an. Gleichfalls am
Eröffnungs=
tage findet die Entſcheidung des Kronprinzenpokals im
Fußbalſpiel ſtatt zwiſchen dem Verband
Brandenburgi=
ſcher Ballſpielvereine (Berlin) und dem Weſtdeutſchen
Spielverband. Es wurde auch bereits eine Reihe
wei=
terer Veranſtaltungen für das Stadion in Ausſicht
genom=
men. Am 14. Juni wird eine vom Kartell für Reit= und
Fahrſport veranſtaltete Huldigung der Reiter im Stadion
vor ſich gehen. Am 22. Juni erfolgt die Entſcheidung der
Fußball=Meiſterſchaft der Garde=Regimenter, daran
ſchlie=
ßen ſich leichtathletiſche Militär=Wettkämpfe. Am 29. Juni
findet eine Schwimm=Veranſtaltung ſtatt, eventuell in
Verbindung mit Radrennen. Für den 24. Auguſt iſt ein
großes Radrenn=Meeting geplant; am 7. September folgt
ein Feſt des Hauptausſchuſſes für Leibesübungen, und
am 5. Auguſt das Herbſt=Sportfeſt des Deutſchen
Reichs=
ausſchuſſes für olympiſche Spiele. — Dann wurden in der
Sitzung die Bedingungen für das neue Sportabzeichen
feſtgelegt, und zwar iſt die Prüfung abzulegen: In der
erſten Gruppe entweder im Schwimmen über 300 Meter
oder Turnen; in der zweiten Gruppe im Hochſprung (1,35
Meter), im Weitſprung (4,75 Meter); in der dritten
Gruppe im Laufen, entweder 100 Meter in 13 Sekunden,
oder 400 Meter in 65 Sekunden, oder 1500 Meter in
5 Minuten 15 Sekunden. Die größte Auswahl bietet die
vierte Gruppe, in der zwiſchen Fechten, Schwimmen (100
Meter in 1 Min. 30 Sek.), Diskuswerfen (25 Meter),
Speerwerfen (30 Meter), Kugelſtoßen (8 Meter),
Schlitt=
ſchuhlaufen (1500 Meter), Fußball, Hockey, Tennis, Golf,
Schießen, Rndern über kurze Strecken, Aingen,
Gewicht=
heben und Steinſtoßen gewählt werden kann. Die fünfte
Gruppe läßt die Wahl zwiſchen Dauerrudern (12
Kilo=
meter in der Stunde), Laufen (10 Kilometer in 50 Min.),
Schwimmen (1000 Meter in 24 Min.), Schlittſchuhlaufen
(10 000 Meter), Skilaufen (20 Kilometer) und Radfahren
(20 Kilometer in 45 Min.) frei. In die Finanzkommiſſion
wurden noch die Herren Freiherr v. Hünefeld, Dr. Hardy
und Profeſſor Schiff gewählt.
sr. Radrennen. Paris. Auf der Pariſer
Winter=
bahn kam am Sonntag ein intereſſantes Programm zur
Erledigung. In einem Stundenrennen hinter Motoren
begegneten ſich die Amerikaner Walthour und Wiley,
ſo=
wie die Franzoſen Guignard und Leon Didier. Der
letz=
tere, dem man die meiſten Ehancen zugeſprochen hatte,
befand ſich jedoch noch nicht in genügender Form und gab
fünf Minuten vor Schluß, in letzter Poſition, 30 Runden
zurück liegend, auf. Didier hatte zu Anfang die
Führ=
ung, fiel aber ſofort zurück, als er von Walthour
ange=
griffen wurde. Guignard ſicherte ſich ſchließlich die Spitze
und zog unangefochten nach Hauſe, was ihm um ſo
leich=
ter gelang, als Wiley und Walthour von Rad= und Motor=
Defekten heimgeſucht wurden. Guignard ſicherte ſich mit
73,350 Kilometer den Sieg vor Wiley, 4 Runden und
Walthour, 25 Runden zurück. Der Held des Tages war
der Amerikaner Joe Fogler, der ſowohl das Meilen=
Handikap als Malmann, wie das Zehnmeilenfahren um
den Prix Frank Kramer gewann. Im Handikap ſiegte
Fogler mit anderthalb Längen vor Dupuy (5 Meter) und
Perraud (40 Meter) zurück; und das Zehnmeilenfahren
gewann er in 23 Minuten 49,2 Sekunden mit einer Länge
vor Schiling, Dupand, Pye und Schneider. Im
Prä=
mienfahren blieb Rudi Ruß Sieger.
Sr. Fußball. Die engliſchen Fußballſpiele
um den Pokal von England wurden mit der zweiten Serie
fortgeſetzt. Eine große Ueberraſchung bildete die
Nieder=
lage von Barnsley, dem vorjährigen Pokal=Sieger, durch
Blackburn=Rovers mit 3.2. Die übrigen Reſultate waren.
folgende: Bradford gegen Wolverhampton 310, Briſtol
Rovers gegen Derby County 111, Hull Eity gegen
New=
caſtle United 010, Reading gegen Tottenham Hotſpur 110,
Criſtal Palace gegen Bury 270, Brighton gegen Everton
0.0, Sheffield Wednesday gegen Weſtham United 1110,
Oldham Athletics gegen Notts Foreſt 5.1, Middlesbrough
gegen Queen Park Rangers 3:0, Liverpool gegen
Wool=
wich Arſenal 411, Mancheſter United gegen Plymouth
Argyle 240. Swindon gegen Huddersfield 20 und
Sun=
derland gegen Mancheſter City 3:0.
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Haus Heidegg.
Von Hedda v. Schmid.
(Nachdruck verboten.)
Als noch der deutſche Ritterorden die drei baltiſchen
Oſtſeeprovinzen regierte, war Schloß Heidegg der
wehr=
hafte Sitz eines Ordenskomturs. Jetzt hatte nur mehr
ein Flügel mit rundem Turm etwas Schloßartiges an ſich.
Das feſte Haus war im Laufe der Jahrhunderte
wieder=
holt belagert und zum Teil zerſtört worden. Nach dem
nordiſchen Kriege hatten ſeine Beſitzer es geflickt und
um=
gebaut. In jenen Jahren ſteter Fehde hatte es einen
beträchtlichen Reichtum an fruchtbaren Ländereien
ein=
gebüßt. Man nannte den immerhin noch recht ſtattlichen
Beſitz aus irgend einem Grunde nicht mehr „Schloß”,
auch nicht Rittergut, ſondern einfach „Haus Heidegg”.
Ein tiefer Graben, der zur Zeit der Schneeſchmelze
mächtig anſchwoll, lief rings um das Haus. Eine feſte
Zugbrücke, die aber längſt nicht mehr an ihren roſtigen
Ketten emporraſſelte, führte von dem großen
Wirtſchafts=
hof in den viereckigen kleinen Schloßhof, wo ein
Zieh=
brunnen ſtand.
Seit vielen Jahrzehnten gehörte Haus Heidegg den
Freiherren von Heidegg. Der jetzige Beſitzer, Herr
Mat=
thias, war Witwer. Zwei blaſſe, blonde Haustöchter
wuchſen unter der Obhut einer engliſchen Erzieherin auf.
Plötzlich hieß es auf den Nachbargütern, Matthias
Heidegg gehe mit dem Gedanken um, ſich zum zweiten
Male zu verheiraten. Man riet hin und her, wer wohl
So mancher unter den
die Erwählte ſein könnte
heiratsfähigen jungen Damen pochte erwartungsvoll das
Herz, wenn der ſtattliche, blonde Gutsherr vorſprach.
Die allgemeine Enttäuſchung war groß, als Mat=
thias Heidegg ſich aus der entlegenſten Ecke der Provinz
und noch dazu aus einer unbemittelten Familie ſeine
zweite Gattin erwählte.
Vom runden Turm zu Heidegg wehte die
Wappen=
fahne. Die beiden Hauskinder Editha und Erika ſtanden
mit rotgeweinten Augen, in weißen Kleidern,
Blumen=
ſträuße in den mageren Kinderhänden, am Fuße der
Freitreppe, um die neue Mutter zu begrüßen.
Frau Chriſta war braunäugig und ſchlank. Ihre
ſchnellen Blicke liefen neugierig=froh von einem Kinde
zum andern. Sie beugte ſich lächelnd zu den beiden
ſtock=
ſteif daſtehenden Mädchen, die vergeblich von ihrer heftig
errötenden Miß zu einem Knicks aufgemuntert wurden.
Das gibt ſich und fügt ſich, flüſterte ſie entſchuldigend
und ſtreichelte zärtlich den Arm ihres Matthias. Auf ihrem
elterlichen Gut waren acht Geſchwiſter — wie
Orgel=
pfeifen hintereinander — aufgeſchoſſen. Frau Chriſta
verſtand ſich auf das, was in ſolch kleinen Seelchen
vor=
ging — ſie hoffte feſt, daß ihre Stieftöchter bald ebenſo
an ihr hängen würden, wie die Schar der Buben und
Mädchen daheim. Sie ſelber war die drittälteſte.
Aber Editha und Erika blieben ſeltſam widerſpenſtig.
Es gab nämlich in ihrer mütterlichen Verwandtſchaft eine
Reihe von Tanten, die ganz in der Stille dafür ſorgten,
daß Frau Chriſtas Verſuche, die Herzen der Kinder zu
ge=
winnen, keinen Erfolg hatten. Es tat ihr weh, doch ſie
hoffte noch immer, daß es eines Tages nach ihren
Wün=
ſchen gehen würde.
Frau Chriſta war jung, fröhlich und glücklich. Ihr
ganzes Weſen war wie Sonnenſchein, und Haus Heidegg
in dem es ſo lange ſtill geweſen war, lebte wieder auf.
Sie liebte ihren Matthias von ganzem Herzen, von Tag
zu Tag inniger.
Sie wollte ihm die Laune nicht verderben und ver=
mied es, ihm von den Ungezogenheiten, dem ſtarren
Eigenſinn ſeiner Töchter, zu reden. In Gegenwart des
Vaters betrugen ſich die beiden leidlich wohlgeſittet — ſie
zeigten bereits viel Evaſchlauheit.
Vom pädagogiſchen Standpunkt aus war Frau
Chriſtas Verſchweigungsſyſtem entſchieden unklug; die
unvermeidlichen Folgen blieben denn auch nicht aus.
Frau Chriſta hatte es ſich in den Kopf geſetzt, ohne
fremde Hilfe zu kämpfen und zu wirken, bald aber
ver=
ſagten ihre eigenen Mittel ganz und gar.
Eines Morgens fand der Freiherr ſeine junge Gattin
in Tränen. Nun half kein Sichwinden mehr, kein
Um=
gehen der Tatſachen — nun hieß es „heraus mit der
Sprache!” — Und Frau Chriſta berichtete ſchluchzend, daß
Editha und Erika fortgeſetzt aufſäſſig, ja oft abſcheulich
ungezogen wären. Nur dank dem Umſtande, daß die
An=
klägerin auch zugleich Fürbitte einlegte, und daß ihre
Ge=
ſundheit Schonung heiſchte, entlud ſich ein „gemildertes
Donnerwetter” in der Kinderſtube.
Die Miß wurde befragt. Ihr Geſichtsausdruck war
der einer gekränkten Unſchuld, ihr Gewiſſen aber belaſtet.
Sie war von der Verwandtſchaft der ſeligen Baronin
Hei=
degg zur Hüterin der kleinen Mädchen eingeſetzt worden
und empfing aus dem feindlichen Lager prompt ihre
be=
ſtimmten Weiſungen.
Der Freiherr machte reinen Tiſch. Das war immer
ſeine Art. Miß Jane wurde entlaſſen, die beiden
Mäd=
chen kamen in das adlige Stift der Provinz. Frau Chriſta
aber kam in den Ruf einer böſen Stiefmutter.
Sie wußte darum, doch es focht ſie nicht weiter an —
der Freiherr vollends lachte über das müßige Geſchwätz!
Laß ſie doch reden, Chriſtel!
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glänzenden Zeugniſſen uber „Es hat geſchnappt”. Wo keine Ratte mehr in die
Falle geht, wo Giftbrocken nicht mehr angerührt werden, da wird das von den
ſchädlichen Nagetieren mit wahrem Heißhunger gefreſſene, für Haustiere und Geflügel
abſolut unſchädliche „Es hat geſchnappt” ſtaunend wirken. Nur echt in plombierten
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(IV3216
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Schloß Heidegg ſtand klappernd der Storch. Am
Altjahr=
abend brachte er den Sohn und Stammhalter.
Als die beiden kleinen Mädchen das Stiefbrüderchen
zum erſtenmal ſahen — ſie machten auf der Durchreiſe
ins Stift die Taufe des Kleinen mit — rümpften ſie ihre
ſchmalen Naſen.
Wie ein Froſch, ſagte Editha.
Rot und häßlich, fügte Erika, die ihrer Schweſter
im=
mer das erſte Wort ließ, hinzu.
Nach einem Jahre kam der Storch wiederum nach
Haus Heidegg. Dann blieb er zwei Sommer lang aus,
fand jedoch immer wieder den Weg dorthin. Als Editha
und Erika ſiebzehn= und ſechzehnjährig aus dem Stift
heimkehrten, da ſaßen vier ſtramme, kleine Kerlchen im
warmen Neſt — wie die Orgelpfeifen, ganz ſo wie es
Frau Chriſta von Hauſe gewohnt war.
Die braunäugige Frau hatte ihre mädchenhafte
Schlankheit mit einer weichen Fülle vertauſcht, ihre
mütter=
liche, ſonnige Art war wie geſchaffen dazu, den
Haus=
frieden zu wahren. Fernerſtehende meinten, „daß die
Heidegger die Eintracht gepachtet hätten” im ganzen
Kreiſe wäre kein ſolches harmoniſches Zuſammenleben
zu finden, und doch hatte mit den beiden Baroneſſen ein
Geiſt des Haders heimlich ſeinen Einzug ins Haus
Hei=
degg gehalten. Zum Glück hielten Editha und Erika ſich
meiſt in ihren eigenen Gemächern auf. Sie verfügten
über zwei Schlafſtuben und einen Salon. Frau Chriſta
hatte die Räume in liebevoller Fürſorge eingerichtet, dock
die jungen Mädchen fanden an den altmodiſchen Möbeln,
welche ihrer verſtorbenen Mutter gehört hatten, allerlei
auszuſetzen. Sie fanden es überhaupt nicht ſchön auf
Haus Heidegg. Hier war ja doch nur eine große
Kinder=
ſtube.
Alles drehte ſich um die vier „gräßlichen Jungens”
Der Lärm, den die vier Brüder vollführten, ſtörte die
Mädchen, die ja neun und zehn Jahre älter waren als
Fabian, der Erſtgeborene. — Klaus, der zweite Bruder,
war ſtiller als die anderen. Ein ſinniger Knabe, ſagte von
ihm ſeine eſthniſche Wartefrau, die nunmehr den Jüngſten
der Schar, „Wutzelchen” — eigentlich hieß er Werner
betreute. — Der vorletzte war der allerwildeſte. Dietmar
hieß er, aber man nannte ihn Diez.
Editha und Erika waren ſommerſproſſig und
über=
ſchlank und hatten in der Penſion nicht verlernt, über
alles, was ihnen nicht paßte, die Naſe zu rümpfen.
Wie ärgern wir die beiden heute? Dieſe Frage ſtellte
Diez, der Unband, täglich. Er hatte den unduldſamen
Stiefſchweſtern offene Fehde geſchworen. Fabian und
Klaus hielten mit — letzterer nur widerwillig, nur um
nicht als Feigling dazuſtehen. Es war erſtaunlich, wie
viel Schabernack dieſe Bengels erſinnen konnten. Es gab
böſe Nachſpiele.
Die Baroneſſen gerieten außer ſich vor Entrüſtung
über die ungezogenen Brüder und beklagten ſich beim
Va=
ter. Der ſtrafte dann aber nicht hart. Im Grunde gab
er ſeinen Söhnen recht. Sie verübter ja nichts
Bör=
artiges — nur zuweilen waren ihre Scherze ein wenig
derb. Aber warum verſtanden es die „Zimperlieſen” nicht,
ſich mit den Stiefbrüdern auf guten Fuß zu ſtellen? Dann
wären alle vier Jungens für ihre großen Schweſtern
durch Feuer und Waſſer gegangen. Es lag ſo viel
über=
lieferte Ritterlichkeit in ihnen; ihre loſen Bubenſtreiche
waren leicht verzeihlich.
Frau Chriſta aber ſtand unentwegt auf der Seite ihrer
Stieftöchter, ohne daß ihr Gerechtigkeitsgefühl von
letzte=
ren anerkannt und gewürdigt wurde. Sie tat es auch nicht
um des Dankes willen, ſie litt ſchwer unter dem Hader,
der zwiſchen ihren Stiefkindern und ihrem eigenen Fleiſch
und Blut herrſchte. Unermüdlich verſuchte ſie zu
ſchlich=
ten und zu vermitteln, doch ihre Bemühungen waren ver=
geblich. Sie war und blieb nun einmal die „böſe
Stief=
mutter” Und in Edithas und Erikas Augen waren die
vier Buben fremde Eindringlinge auf Haus Heidegg.
Frau Chriſta trug’s mit Ergebung, Gottvertrauen und
geſundem Humor. Aber letzterer wurde denn doch recht
hart auf die Probe geſtellt, als nach ſechsjähriger Pauſe
ſich der Storch abermals zu einem Fluge nach Haus
Hei=
degg anſchickte. Frau Chriſta hatte gemeint, mit allen
Kleinkinderſorgen abgeſchloſſen zu haben. Wutzelchen ſollte
demnächſt A=B=C=Schütze werden, ſeine Brüder hatten
längſt ihren Hauslehrer.
Diesmal fuhren Editha und Erika nicht zu
Verwand=
ten. Frau Chriſta war für eine Reiſe, aber ihr Gatte
hatte entſchieden geſagt: Unſinn! Wozu denn?
Jetzt war es ein kleines Mädchen.
Editha und Erika weinten. Bisher waren ſie doch
wenigſtens die einzigen Töchter auf Haus Heidegg
ge=
weſen. Das hatte ihnen zum Troſt gereicht, nun kamen
ſie ſich entthront und vom Schickſal ſchwer geprüft vor.
Und gleichſam ihnen zum Verdruß erſchien ein Jahr
ſpä=
ter ein zweites, kleines Mädchen, ebenſo zart und
braun=
äugig wie ſein Schweſterchen.
Editha und Erika waren dermaßen entſetzt, und wie
verſteinert durch die Nachricht von der Geburt der kleinen
Iſentrud, daß ſie nicht einmal Tränen fanden, um ihrem
Schmerze Luft zu machen. Sie waren ſprachlos — einfach
vernichtet. Um ſo glücklicher war ihr Vater.
Dieſe beiden Mädelchen, welche ſein Chriſtel ihm
ge=
ſchenkt hatte ſollten anders arten, als die Sprößlinge
ſei=
ner Vernunftehe, die bei der Taufe der kleinen Schweſter
herumſtanden, wie zwei finſtere Schickſalsgöttinnen.
Edeltraut hieß die ältere Kleine — die Brüder riefen
ſie Edelchen, aber die Mutter nannte ſie Traute. Das
klang ſo weich, ſo koſend . .
(Fortſetzung folgt.)
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 5. ds. Mts., von vormittags 9 bis nachmittags 3 Uhr, finden
Scharſchießübungen der Infanterie auf dem Truppenübungsplatz bei Darmſtadt ſtatt.
Der Platz wird hierzu von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags abgeſperrt.
Die Abſperrung erſtreckt ſich bis zum Landgraben.
(3230
Darmſtadt, den 3. Februar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
bengere Zmern hat dem Verein Eifaſiſches
Theater=
in Straßburg die Erlaubnis erteilt, je 10000 Loſe einer in 3 Serien (Ziehung der
1. Serie am 22. Februar 1913) zu veranſtaltenden Geldlotterie zu Gunſten der
Er=
bauung eines elſäſſiſchen Theaters innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben. Nach
dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen je 60000 Lofe
à 0,50 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit dem
heſſi=
ſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen. Während der Zeit des Vertriebs
der Loſe zir erſten Klaſſe einer Preußiſchen Klaſſenlotterie iſt Ankündigung, Ausgabe
und Vertrieo der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.
(3199
Antihe Racrchten des Groſh. holteiants Darmſahdt=
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vor=
mittags um 10 Uhr, ſtatt.
(3227
Bekanntmachung.
Anfrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung während der
Faſtnachtszeit betreffend.
Nachdem in den letzten Jahren wiederholt Ausſchreitungen an
den Faſtnachtstagen vorgekommen ſind, haben wir uns gleichwie im
verfloſſenen Jahre verankaßt geſehen, den Polizeiaufſichtsdienſt in
den verkehrsreichſten Straßen der Stadt an den Faſtnachtstagen
zu verſtärken.
Die Beamten ſind mit ſtrengſter Weiſung verſehen, gegen alle
Ausſchreitungen unnachſichtlich vorzugehen.
Alle Verkleidungen, ſowie das Anheften und Verteilen von
bildlichen Darſtellungen, Liedern, Zetteln und dergleichen, welche
gegen die guten Sitten verſtoßen, ſind verboten.
Ebenſo iſt das unbefugte Tragen von Militär= und
Beamten=
uniformen unterſagt.
Aus feuerpolizeilichen Gründen muß das Tragen von Laternen,
die mit Spiritus, Petroleum oder ähnlichen leicht entzündlichen
Flüſſigkeiten geſpeiſt werden, bei Maskenbällen. Aufzügen oder
ähn=
lichen Gelegenheiten verboten werden. In öffentlichen
Verſamm=
lungen, wie insbeſondere Ballfälen und Wirtſchaften, iſt in
an=
betracht der Feuersgefahr das Werfen mit Papierſchlangen,
Papierſchnitzeln oder ſonſtigen feuergefährlichen Gegenſtänden
unzuläſſig. Außerdem müſſen ſämtliche Ein= und Ausgänge,
ſowie die Korridore im Innern der Räume freigehalten werden
und dürfen nicht durch Tiſche, Stühle, Bänke oder dergleichen
verſtellt werden.
Auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, ſowie aüs den
Häuſern darf nicht mit Orangen. Aepfeln oder ſonſtigen harten
Gegen=
ſtänden geworfen werden. Beim Werfen mit Papierſchlangen iſt
darauf zu achten, daß die Leitungsdrähte der elektriſchen
Straßen=
bahn nicht damit behängt werden.
Aus geſundheitspolizeilichen Gründen iſt das Aufheben und
Anſammeln von Konfetti oder Papierſchlangen von der Straße,
des=
gleichen das Werfen mit aufgehobenem Konfetti oder Papierſchlangen
nicht zuzulaſſen. Ebenſo iſt der Verkauf und Gebrauch von
Pfauen=
federn. und Federwedeln zu beanſtanden. Sollten in letzterer
Rich=
tung Beläſtigungen des Publikums hervortreten, ſo iſt die
Beſchlag=
nahme der Gegenſtände zu gewärtigen.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Vorſchriften werden auf Grund
der beſtehenden geſetzlichen und verordnungsmäßigen Beſtimmungen
geahndetz werden.
Indem wir dies zur Kenntnis des Publikums bringen, richten
wir an die Einwohnerſchaft die Bitte, unſere Polizeſorgane in der
Dürchführung der getroffenen Maßnahmen nach Möglichkeit
unter=
ſtützen zu wollen.
Darmſtadt, den 1. Februar 1913.
(3189oi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Abgabe von Waſſer für Neubauten.
Die Anmeldungen zum Waſſerbezug für Neubauten erfolgen
vielfach ſo ſpät, daß beim Beginn der Bauarbeiten der Anſchluß an
die Leitung nicht hergeſtellt iſt. Da die Abgabe von Waſſer aus
dem nächſtliegenden Straßenhydranten für den Unternehmer mit
Umſtänden und Koſten verbunden iſt, wird des öfteren verſucht,
ent=
gegen der Beſtimmung des § 7 der Waſſerbezugsſatzungen, Waſſer
aus einem Nachbargrundſtück zu entnehmen.
Einem Antrag auf Einführung der Waſſerleitung in
Neu=
bauten kann nur dann rechtzeitig entſprochen werden, wenn dieſer
bei der Waſſerwerksverwaltung frühzeitig vor Beginn der
Bau=
arbeiten geſtellt worden iſt. Es empfiehlt ſich gleichzeitig mit der
Abgabe des Baugeſuchs an die Baupolizei auch den Antrag auf
Waſſerzuführung bei der Waſſerwerksverwaltung einzureichen.
Darmſtadt, den 3. Februar 1913.
Der Oberbürgermeiſter
I. V.: Ekert.
(3238ii
Verſteigerungs=Anzeige.
Freitag, den 7. Februar I. J. vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich aus einem Nachlaß im Hauſe
Rheinſtraße 32, erſte Etage
machſtehend verzeichnete Gegenſtände:
Eine Salon=Einrichtung
beſtehend aus: 1 Sofa, 2 Seſſeln, 4 Stühlen, 1 Salontiſch,
1 Silberſchrank, 1 Trumeau mit großem Spiegel, 1 Staffelei,
1 fünfarmiger Gaslüſter und dazu paſſende Vorhänge,
ferner: 1 Spiegelſchrank, nußbaum poliert, 1 kleines
Büfett, nußbaum poliert, 1 Pfeilerſchränkchen, 2 zweitürige
Kleiderſchränke, 3 eintürige Kleiderſchränke
Weißzeug=
ſchrank, 1 Beſenſchrank, 2 Küchenſchränke, Tiſche und Stühle,
Seſſel uſw., 2 Toilettentiſche, 1 Waſchkommode mit
Mar=
morplatte, Nachttiſche. 1 Serviertiſch,
Nähtiſch,
1 Blumentiſch mit Springbrunnen, 2 Gartenmöbel=
Garnituren, 1 Waſchmangel, 1 Gasherd, 1
Gasbade=
ofen und Wanne, 1 Kaſſenſchrank mit Sekretäraufſatz,
1 Spinnrad, 1 Haſpel, 1 nur einmal gebrauchter
Rohr=
platten=Reiſekoffer mit Ueberzug (von Moritz Mädler)
und 1 großer Hutkoffer, ferner
Glas=, Porzellan=, Nipp= und Ziergegenſtände
darunter 1 neues Eß=Service für 12 Perſonen, beſtehend
aus 84 Stücken, weiter noch Lüſter, Spiegel, Bilder,
darunter ſehr gutes Oelgemälde (Landſchaft), Vorhänge
uſw., ſodann noch 2 volſtändige Kachelöfen, in Teile
ger=
legt und in Kiſten verpackt.
(3234id
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 4. Februar 1913.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxrator
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Grabenarbeit.
Die Ausführung eines Grabens
längs derBrunnenſchneiſe (
Ge=
markung Weiterſtadt) ſoll ver=
Arbeitsbe=
dungen werden.
ſchreibungen u. Bedingungen liegen
bei dem Tiefbauamt, Zimmer
Nr. 7, zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine
(31710i
abgegeben.
Angebote ſind bis Montag, den
10. Febr. lfd. Js., vormittags
10 Uhr, bei unterzeichneter Stelle
einzureichen.
Darmſtadt, 1. Februar 1913.
Tiefbauamt.
De Fuhrieſtungen
zu den Unterhaltungsarbeiten des
Tiefbauamts im
Verwaltungs=
jahr 1913 ſollen in 4 Loſen
ver=
dungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei Unſerem Amte,
Zimmer Nr. 7, zur Einſicht offen.
Auch werden dort die
Angebot=
ſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Dienstag, 11. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
daſelbſt einzureichen. (3091si
Darmſtadt, 31. Januar 1913.
Tiefbauamt.
Keller.
Rheinſandlieferung.
Die Lieferung von 2000 cbm
Rheinſand ſoll verdungen werden.
Lieferungs=Bedingungen liegen
bei dem Tieſbauamte, Zimmer
Nr. 7, zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine
abgegeben.
Angebote ſind bis
Dienstag, 11. Februar I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(3090si
Darmſtadt, 31. Januar 1913.
Tiefbauamt.
Keller.
Pferde=Verkauf.
Mittwoch, den 5. Februar,
vormittags 10 Uhr, wird auf
dem Hofe der Trainkaſerne in
Darmſtadt, Eſchollbrückerſtraße 24,
ein auch als Wagenpferd
geeigne=
tes Offiziers=Reitpferd öffentlich
meiſtbietend gegen Barzahlung
(3233
verſteigert.
Train=Bataillon Nr. 18.
Altmaterial.
Ca. 45 Tonnen alte
Straßenbahn=
ſchienen ꝛc. zu vergeben.
Beding=
ungen zu haben gegen Gebühr
(3173oi
von 50 Pfg.
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Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
Vendelstadtstr. 26
Telephon 1679.
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Lauf= u. Ackerpferd, zu verkaufen.
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Junger, ſchwarzer Dackel mit
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16 Stück Mk 31.—. M. Müller,
Neuberun Nr. 83 (Oberſchleſ.). (I.3219
14 Hennen, ſchw.
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zu verkaufen
Hoffmannſtraße 7.
Bäcker=Innung Darmſtadt.
Wir machen unſere werte Kundſchaft
deratf autneriſemn, daßt ven Euſuacht
Renſag mum Alſchrntitwach uichtgehndten
wird und bitten hiervon Kenntnis zu
nehmen.
Der Vorſtand.
3237)
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 5. Februar 1913, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration zur
Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, als: Sofas, Kleiderſchränke, Vertikos,
Diwans, Regulateure, Tiſche, Spiegel, Trumeauzſpiegel,
1 Büfett, 1 Pküſchgarnitur, 1 Salonſchrank, 1 Kredenztiſch,
Bücherſchränke. 1 Ruhebett, Serviertiſche, Kommoden,
Gal=
lerieſchränke, Schreibtiſche, 1 Schreibkommode, 1 Stutzflügel,
Pianino, 1 Jalouſieſchrank, Nähmaſchinen, Bauerntiſche,
Bilder, 1 Fußteppich, 1 Waſchkommode; ferner 3 Geigen
mit Kaſten, Ladenregale, Ladentheken, eiſ. Behälter, 1
Sprech=
apparat, 1 Friſeurtoilette, 1 Fahrrad. Damenhandſchuhe,
1 Schreibmaſchine. 24 Aktenmappen, 24 Reiſeneceſſaires,
60 Portemonnaies, 12 Schreibmappen, Bohrmaſchinen,
Schraubſtöcke, Stanzen, Amboſe, 1 Eiſenſcheere, 1
Hand=
wagen, 2 Kühe und 2 Pferde
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen findet ſicher
ſtatt.
(3247
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
in Darmſtadt, Georgenſtr. 11, I.
Lieferungs=Vergevung.
Der Bedarf an Küchenbedürfniſſen für das vom 6. bis 19. März
1913 auf dem Truppenübungsplatz Darmſtadt übende III. Bataillon
2. Reſerve=Infanterie=Regiments XIV. Armeekorps, beſtehend in
Viktualien, Kartoffeln, Gemüſe uſw. ſoll am Montag, den 17.
Fe=
bruar 1913, vormittags 10 Uhr, vergeben werden
Angebote mit der Aufſchrift „Angebot auf Lieferung von
Küchenbedürfniſſen” ſind bis zum, genannten Termin verſiegelt an
das Geſchäftszimmer des II. Bataillons Füſilier=Regiments Nr. 40 —
Leopoldskaſerne II Raſtatt — einzureichen.
Die Lieferungsbedingungen können daſelbſt gegen Erſtattung
von 1 Mk. bezogen werden.
Perſönliches Erſcheinen zum Termin iſt nicht erforderlich.
Die täglich zu verpflegende Kopfſtärke beträgt etwa 700 Mann.
Raſtatt, den 30. Januar 1913.
(IV,3208
Krüger,
Major im Füſilier=Regiment Nr. 40 und Führer
des III. Bataillons Reſ.=Inf.=Regts. XIV. Armeekorps.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß Jeder,
welcher aus dem Gemeinde=Waſſerwerk Eberſtadt Waſſer beziehen
will und Anſchluß an die Gemeinde=Waſſerleitung wünſcht, dies
ge=
mäß § 3 der Satzungen des Gemeinde=Waſſerwerks, auf der Großh.
Bürgermeiſterei durch Unterzeichnung des hierzu vorhandenen
For=
mulars anzuzeigen hat. Dasſelbe erſtreckt ſich auch auf alle
diejeni=
gen, welche bereits an die Waſſerleitung angeſchloſſen und die
An=
meldung nicht vorſchriftsmäßig vollzogen haben. Zur Nachholung
dieſer ſchriftlichen Anmeldungen wird der Waſſerwerksgehilfe Kern
von Montag ab die fehlenden Unterſchriften von allen Hausbeſitzern ꝛc.
eintragen laſſen.
Auswärtige, welche hierorts Grundbeſitz haben und an die
Gemeinde=Waſſerleitung angeſchloſſen ſind bezw. anſchließen wollen,
haben perſönlich bei uns zwecks Vollziehung ihrer eigenhändigen
Unterſchrift in dem Anmelderegiſter zu erſcheinen.
Eberſtadt, den 31. Januar 1913.
(3212
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Brenn= und Autzholz=Verſteigerung.
Montag, 10. Februar l. J., vormittags 9 Uhr
anfangend, werden im Nieder=Beerbacher Gemeindewald
nachbezeich=
nete Holzarten verſteigert:
Scheiter Knüppel
Stöcke
Buchen: 261 rm
99 rm
68 rm und 3920 Wellen
Kiefern: 20
10 „ 620
20 „
Eichen:
430
29 „
Eichen=Stämme: 97 Stück 10—43 cm Durchm. und 5—12 m Länge
Lärchene „
15—10
, 9—12 „
15 „
7— 9
Kiefern=
25—32
Derbſtangen: Fichten 87 Stück, Lärchen 16 Stück, Eichen 13 Stück
und Buchen 5 Stück.
Rund= und Halbſcheit 54 rm Buchen.
Bemerkt wird, daß ſich hierbei ſehr ſchönes Wagnerholz befindet.
(3254
Zuſammenkunft an der Rodelbahn.
Nieder=Beerbach, den 3. Februar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Nieder=Beerbach.
Geibel.
Eiſernes Tor
2,65 m breit, zu verkaufen (2958a
Heidelbergerſtr. 106.
Nähmaſchine
gebraucht, billig abzugeben (3011fom
Müller ℳ Ober, Karlſtr, 30.
D
Woo
Turnhalle
SSporE
Heute Fastnacht-Dienstag
karnevalistische Konzerte
Grosses Faschingstreiben,
u. Tanz etc.
Eintritt 20 Pfennig.
Anfang 6 Uhr.
(3201)
Kriegerverein Darmſtadt.
Hauptverſammlung
Mittwoch, den 12. Febr. 1913, abends 8½ Uhr
in dem Vereinslokal in der Turnhalle am Woogsplatz
Tagesordnung:
1. Geſchäftliche Mitteilungen. 2. Verleihung von Abzeichen für
40=, bezw. 25jährige Mitgliedſchaft. 3. Jahresbericht. 4.
Jahres=
rechnung. 5. Satzungsgemäße Genehmigung des bereits in der
vor=
jährigen Hauptverſammlung gefaßten Beſchluſſes wegen Zuwahl zum
Vorſtand (Zuſatz zu § 13). 6. Lieferung des „Heſſiſchen Kameraden”
an ſämtliche Mitglieder. 7. Vorſtandswahl. 8. Wahl der
Rechnungs=
prüfer. 9. Wahl des Schiedsgerichts. 10. Wahl des Fahnenträgers
(3252io
und der Fahnenbegleiter. 11. Bücherausgabe.
Der Vorstand des Kriegervereins Darmstadt.
O
Kammermusik-Vereinigung Darmstadt
Hofrat W. de Haan, Hofkonzertmeister E. Schmidt,
Konzert-
meister P. Schnurrbusch, Hofmusiker G. Gims und Hofmusiker
(3235if
E. Andrä.
Dritte Matinee
Sonntag, 9. Februar 1913, 11¼ Uhr, im Musikvereinssaal.
Glasonnow: Streichquartett. Volbach: Klavierquintett (unter Mitwirkung
des Komponisten).
Karten zu Mk. 4.—, 6
2.—, und 1.— bei Georg Thies
Nachf., Elisabethenstrasse 12.
Carneval 1913
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Souper & 2.50
rechtzeitig erbeten.
Pariser Kopfsalat
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Karlſtraße 24. Telephon 478.
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W. Aberle, Rheinſtraße 28.
Raufmannischer Verem Darmstadr!
(Eingetragener Verein).
Samstag, 8. Februar, abends 8.11 Uhr
im Kaisersaal:
Maskenball.
Kabarett erster Künstler. (3236if
Der Elou aller karnevalist. Veranstaltungen der Residenz.
Eintrittskarten
bei Meyers Zigarrenhandlungen, Mathildenplatz und Nieder-
Ramstädterstrasse, Richard Jung, Schulstrasse, M.
Kauf-
mann, Alicestrasse 20 und S. Guttmann, Wendelstadtstrasse.
Karnevuigesenseharr Harrhald.
Hoter kolniscker-Hol.
Fastnacht-Dienstag:
(*3046
Gross. Fastnachts-Schlorum
wees5 mit TANZ. (Geosu
Bedienung durch fesche bayrische Madels. Lauschige Nischen.
Eintritt frei.
Anfang 4 Uhr.
Brauerei-Restaurant
EEf
miessischer 110)
Fastnacht-Dienstag: (3228
Greß. Karhevan Konzert
Eintritt frei.
Anfang 5 Uhr.
Brauerei zum „Hananer-Hof-
Fastnacht-Dienstag, den 4. Februar:
Fastnacht-Dienstag, den Z. Februar 1913
in sämtlichen Räumen des Saalbaues:
GROSSER
Tascningstraber
Kolossaler Betrieb!
3 Musik-Kapellen!
anz
in 2 Sälen.
Der große
Rat.
Alb. Supp
Präsident.
Eintritt 50 Pfg.
Beginn 64 Uhr.
(3103si
3073) Eintritt frei.
Ferd. Frank
Pianist
(1513a
Ludwigstrasse 16. — Fernspr. 2187.
Neue Konzert=Pauke zu verk.
N Grafenſtraße 8, 2. St. (*3100
Heyl & Jonn, Mannfaktarwaren. (43a
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von Mk. 1.50 an. (2372a
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für Herren, Damen und Kinder.
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e
*s
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Gervinusſtraße 62, 1. Stock. (3244
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Bleichstrasse 13. (*3095
Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, den 4. Februar 1913.
112. Abonnem.=Vorſt. D 27.
Neu einſtudiert:
Die luſtige Witwe.
Operette in 3 Akten von Victor
Léon und Leo Stein.
Muſik von Franz Lehär.
Muſikaliſcher Leiter: Erich Kleiber.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Baron Mirko Zeta Adolf Jordan=
Valencienne, ſeine
Frau.
. Hede Schaub
Graf Danilo
Da=
nilowitſch ..
tt.
Hanna Glawari
Camille de
Roſil=
lon
Otto Semper
Vicomte Cascada Paul Peterſen
Raoul de St.
Broiche .
Karl Bernhardt
Bogdanowitſch Karl Jahn
Sylviane, ſ. Frau Johanna Kaſten
Kromow.
Emil Kroczak
Olga, ſeine Frau Käthe Gothe
Pritſchitſch
Willi André
Praskowia, ſ. Frau Minna Müller=
Rudolph
Niegus, Kanzliſt . Richard Jürgas
Lold,
Luiſe Müller
Dodo
Luiſe Rehr
Jou=Jou,
Clara Höhne
Marie Baranoff
Frou=Frou,
Clo=Clo,
2 . Agnes Harreus
Margot,
Margarete Lücke
Karl Feder
Ein Diener
Ein Kellner
Ludwig Hinkel
Danilo . . Bruno Harprecht
vom Berliner Theater,
* Hanna Glawari . Joſefine
Becker=Gerder, als Gäſte.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Krank: Sofie Heumann.
Beurlaubt: Käthe Meißner,
Bar=
bara Uttmann.
Gewöhnliche Preiſe:
Proſzeniumsloge 6.10 M.,
Mittel=
loge 6.10 M., Balkonloge 5.10 M.,
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Galerie 1.25 M.,
II. Galerie 0.65 M.
Anfang 7½ U. — Ende 10½ U.
Kartenvk. v. 9½ —1½ u. v. 6½ U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 5. Febr. 113. Ab.=Vſt.
C 30. Einmaliges
Gaſt=
ſpiel von Tereſina Oſter.
„Das Prinzip.” Lene Kuk:
Tereſina Oſter vom Hoftheater in
Dresden. Gew. Pr. Anf. 7½ Uhr.
Donnerstag, 6. Febr. 114. Ab.=
Vorſt. B 29. „Mein Freund
Teddy.” Teddy: Bruno
Harp=
recht vom Berliner Theater, a. G.
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Freitag, 7. Febr. 115. Ab.=Vſt.
A 29. „Tannhäuſer.”
Ge=
wöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 8. Febr. 116. Ab.=Bſt.
D 28. Zum erſten Male: „
Ana=
tol” von Arthur Schnitzler.
Ge=
wöhnl. Preiſe. Anfana 7½ Uhr.
Das Wichtigſte vom Tage.
Das Wetter am heutigen Faſtnachtdienstag
bleibt andauernd ſchlecht, wenn es nicht beſſer wird.
Die Regierung kündigt eine neue Februar= oder
Reichsabfallſteuer zur Deckung der Koſten für
die Militärvorlage an.
Die Petroleumkommiſſion des Reichstags geriet
geſtern in Brand, deſſen weiteren Folgen durch die
ſofortige Auflöſung der Kommiſſion vorgebeugt wurde.
Dr. Danew iſt in Konſtantinopel eingetroffen.
Er erklärte, daß er nur türkiſche Teppiche kaufen wolle.
Bei Kikeriki fand geſtern eine große Schlacht
zwi=
ſchen Bulgaren und Türken ſtatt. Beide
er=
fochten einen großen Sieg.
Politiſches.
Militärvorlage und Koſtendeckung.
* Nachdem die Berliner Blätter anfänglich aus gut=
und beſtunterrichteter Quelle zu melden wußten, daß alle
Nachrichten über eine geplante Militärvorlage aus der
Luft gegriffen ſeien, wiſſen ſie jetzt, obwohl die Vorlage
dem Bundesrat noch nicht zugegangen iſt, daß die
Vor=
lage 100 Millionen verlangt; auf 30 bis 50 Millionen
kommt es ja dabei nicht an, und ſo dürfte die Meldung
im ganzen ſtimmen.
Da man auch im Reiche noch dem veralteten Grundſatz
huldigt: „Keine neuen Ausgaben ohne Deckung”, ſo iſt es
natürlich nötig, ſich nach neuen Steuern umzuſehen.
Nach=
dem man mit der Beſteuerung der Streichhölzer, die
aller=
dings Geld, aber außerdem 110 Sozialdemokraten
ein=
gebracht hat, ſchlechte Erfahrungen gemacht hat, hat man
den anfänglichen Plan einer allgemeinen
Portemonnaie=
ſteuer fallen gelaſſen; es hat ſich nämlich erwieſen, daß die
ſonſtigen Steuerquellen noch lange nicht erſchöpft ſind. So
iſt z. B. die Losſteuer noch einer bedeutenden Erweiterung
fähig, da viele Loſe noch unbeſteuert ſind, z. B. Eheloſe,
Kinderloſe, Bartloſe, Treuloſe, Harmloſe, Tuberkuloſe ꝛc.
Auch andere Steuern, die mehr den Charakter
frei=
williger Steuern annehmen, würden noch bedeutende
Ein=
nahmen ergeben, z. B. eine Regenſchirm= und
Gummiſchuh=
ſteuer und eine Bade= und Rodelſteuer. Da man ſich
die=
ſen Steuern aber leicht entziehen kann und ſie ohnehin
eine zu unſichere Einnahmequelle darſtellen, muß man
darauf bedacht ſein, eine von allen Eventualitäten
unab=
hängige, ſich gleichbleibende Einnahme zu ſchaffen.
Eine bedeutende Finanzkapazität hat nun dieſe neue
Steuer gefunden: es iſt die ſog. Februar=Steuer. Dieſe
geht von folgenden Grundſätzen aus: Alle Beamte,
An=
geſtellte und Penſionäre, die ihr Gehalt, ihren Lohn und
wie man das Einkommen ſonſt nennen will, und ihre
Pen=
ſion monatlich oder vierteljährlich beziehen, erhalten für
den Monat Februar, der nur 28 Tage zählt, dieſelbe
Ver=
gütung, wie für die anderen Monate, die 2 bis 3 Tage
mehr zählen. Sie erhalten ſomit im Grunde 2 Tage (im
Schaltjahre einen Tag) zu viel bezahlt. Bei dem notoriſch
hohen Einkommen aller Angeſtellten, denen außerdem noch
die Sonntage nicht abgerechnet werden, bedeutet dieſe
Ueberzahlung eine durch nichts gerechtfertigte
Bevor=
zugung vor den für Tagelohn Arbeitenden; ein Ausgleich
— unſere ganze Sozialpolitik beruht ja auf dem ſchönen
Grundſatz des „Ausgleichs” — erſcheint alſo nur
gerecht=
fertigt. Daher wird vorgeſchlagen, von allen Gehältern ꝛc.
und Penſionen, die monatlich bis jährlich zur
Aus=
zahlung gelangen, im Monat Februar den auf 2 Tage
entfallenden Betrag oder einen durch Bundesratsbeſchluß
noch feſtzuſetzenden Teilbetrag davon als
Reichsabfall=
ſteuer zurückzubehalten. Der Abzug geſchieht vor der
Aus=
zahlung der Vergütungen durch die auszahlende Stelle,
die für die richtige Abführung der Steuer verantwortlich
bleibt.
Dieſe Februar=Reichsabfallſteuer wird für die geſamte
Koſtendeckung bis zu 100 Millionen ausreichen. An der
Annähme dieſer Steuer durch den Reichstag iſt nicht zu
zweifeln, da ja die Arbeiter von ihr befreit bleiben. Da=
für ſind 10 Soztaldenokraten und 12 Polen, der
Zen=
trumsturm fällt um und zerbricht in zwei Teile: 45
ſtim=
men dafür und 45 verſäumen die Abſtimmung. Die zur
Mehrheit dann noch fehlenden 4 Stimmen bringen Elſäſſer,
Welfen und Wilde, die ja bekanntlich die beſſeren Menſchen
ſind, reichlich ein.
In der nächſten Nummer werden wir den genauen
Wortlaut des Geſetzentwurfs mitteilen.
* Kleine Anfragen im Reichstag. Der
Abg. Biedermeier (wild) fragt an: Iſt es dem
Reichskanz=
ler bekannt, daß die Friedensverhandlungen in London
abgebrochen worden ſind, und was gedenkt er zu tun, um
einem Wiederausbruch des Krieges vorzubeugen? — Der
Abg. Schnüffel (Soz.) fragt an: Iſt es dem
Reichs=
kanzer bekannt, daß in dieſem Winter die Influenza
wie=
der ſtark graſſiert, und was gedenkt er zu ihrer
Be=
kämpfung zu tun? — Der Abg. Schneid (Zentr.) lenkt in
einer Anfrage die Aufmerkſamkeit des Reichskanzlers auf
den Gebrauch evangeliſcher Seife in dem katholiſchen
Hoſpiz zu St. Margarethen und erſucht um Abhilfe.—
Der Abg. Freundlich (Fortſchr. Volkspt.) fragt den
Reichs=
kanzler, ob er Kenntnis davon erhalten habe, daß bei der
Reichstagserſatzwahl in Schwetz den Reichstagswählern
Schnaps verabreicht worden ſei und ob eine Unterſuchung
darüber eingeleitet werden ſoll. — Der Abg. Mäßig
(konſ.) fragt an: Hat der Reichskanzler Kenntnis von einer
Bewegung gegen den Alkoholgenuß, die man als
Anti=
alkoholbewegung bezeichnet, und wie ſtellt ſich die
Regie=
rung zu dieſer Bewegung? — Der Abg. Amme (natl.)
fragt an, ob man erwarten darf, daß das
Kinderſaug=
flaſchengeſetz auf den Rückgang der Geburten einen
Ein=
fluß haben werde. — Wie dem Neuen Deutſchland ferner
„ein ſehr geſchätzter Parlamentarier” ſchreibt, werden als
„kleine Anfragen” im Reichstage weiter die folgenden ge
ſtellt werden: Iſt dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß
die Sonnenwärme ſich zu vermindern ſcheint, und welche
Maßregeln gedenkt er hiergegen zu ergreifen? 2. Iſt dem
Herrn Reichskanzler bekannt, daß die Steinkohlenvorräte
Deutſchlands ein Jahrtauſend früher oder ſpäter zu Ende
gehen, und gedenkt er rechtzeitig für geeigneten Erſatz zu
ſorgen? 3. Iſt es dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß
trotz wiederholter Beſchwerden bei den Königlich
Preußi=
ſchen Eiſenbahnbehörden die Reinlichkeit auf der
Eiſen=
bahnſtation Kleinleben zu wünſchen übrig läßt? Was
ge=
denkt der Herr Reichskanzler zu tun, um Abhilfe
herbeizu=
führen? — Dem Vernehmen nach werden dieſe kleinen
Anfragen, ihrer Bedeutung entſprechend, ſchon am
Faſchingsdienstag auf die Tagesordnung des Reichstages
geſetzt werden.
* Reichskanzler und Zentrum. Der
Reichskanzler leidet ſeit der Jeſuitendebatte an heftigen
Zahnſchmerzen. Auf Anraten Dr. Bachems hat er, wie
die Kölner Roſenmontags=Zeitung mitzuteilen weiß, eine
Spahnſche Fliege hinters Ohr bekommen, die das Uebel
aber verſchlimmert hat.
* Eine Entgleifung und ihre Folgen.
Bei der amtlich mitgeteilten kürzlichen Entgleiſung der
Bayeriſchen Staatszeitung wurden die Köpfe der leitenden
Redakteure ſtark verletzt. Der Miniſterpräſident blieb
un=
verletzt. Für die Redaktion der Zeitung hat der Unfall
glücklicherweiſe keine weiteren Folgen.
* Die unpolitiſche Eiſenbahnbehörde.
Der preußiſche Eiſenbahnminiſter hat Sorge dafür
ge=
tragen, daß die Eiſenbahn keinen politiſchen Anſtrich
be=
kommt; denn er hat angeordnet, daß alle Perſonenwagen
einheitlich grün angeſtrichen werden. Die grüne Farbe
iſt, wie wir hören, deshalb gewählt worden, weil ſie im
Gegenſatz zu ſchwarz=blau, rot und gelb einen politiſch
neutralen Charakter hat.
* Das Luftſchiff im engliſchen
Unter=
hauſe. Im engliſchen Unterhauſe fragte Spleen an, ob
die Regierung Kenntnis davon habe, daß ein deutſches
Luftſchiff in der Nähe der engliſchen Küſte geſehen wor=
den ſtl. Sir Ehward Herg erwiderte, daß die Reglermnt
Kenntnis davon erhalten habe, daß behauptet worden ſei,
daß ein Luftſchiff geſehen worden ſei. Die Regierung
habe einen Spleen (große Heiterkeit) gewiß
befriedigen=
den Beſchluß gefaßt, längs der Küſte große Fernrohre
aufzuſtellen, damit die Luftſchiffe genau beobachtet
wer=
den können.
* Der rote Storthing in Norwegen hat
die Abſchaffung der Orden und Titel beſchloſſen und eine
diesbezügliche Eingabe an Se. Exzellenz den Herrn
Mi=
niſterpräſidenten gerichtet. Der König hat ſich ablehnend
verhalten, aber in Anerkennung der guten Abſicht dem
Abg. Kundſon, dem Führer der Mehrheit, das Kreuz des
heiligen Olaf verliehen, der dieſes als einen Beweis der
Vorurteilsfreiheit des Königs dankend annahm.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. Februar.
g. Strafkammer. Ein Monſtreprozeß wurde
geſtern vor der hieſigen Strafkammer III verhandelt, in
dem ſich eine große Anzahl angeſehener Bewohner
des Martinsviertels wegen Aufreizung zu
verantworten hatten. Auf Antrag der Großh.
Staats=
anwaltſchaft wurde gegen dieſe das Hauptverfahren
er=
öffnet, weil ſie hinreichend verdächtig ſind, innerhalb nicht
rechtsverjährter Zeit die Leitung der Heſſiſchen Eiſenbahn=
Aktiengeſellſchaft zum rückſichtsloſen Vorgehen gegen die
Intereſſen der hieſigen Alma mater aufgereizt zu
haben, indem ſie immer wieder eine elektriſche Bahn
durch die Hochſchulſtraße verlangten. Die ſämtlichen
An=
geklagten ſind in vollem Umfange geſtändig, weshalb die
Beweisaufnahme ſehr raſch von ſtatten ging. Der Staats=.
anwalt Schneidig geißelte in ſeiner Rede mit
treffen=
den Worten das aufreizende und rückſtändige Verlangen
der Angeklagten die in einer Zeit, wo der Luftverkehr
ſchon zu ſo hoher Vollkommenheit ausgebildet iſt, noch
das Leben ihrer Mitbürger, ſowie die Retorten und
Reagenzgläſer in der Hochſchule durch eine den heutigen
Verkehrsverhältniſſen im allgemeinen und den finanziellen
Verhältniſſen der Martinsviertelbewohner im beſonderen
ſchon längſt nicht mehr entſprechende elektriſche Bahn
gefährden wollen. Ein derartiges aufreizendes und
un=
begründetes Vorgehen könne nicht ſtreng genug geahndet
werden. Er beantrage daher zumindeſt eine
ſechsjäh=
rige Verbannung der Angeklagten in das
Tintenviertel. Das Gericht erkannte gemäß dem
Antrage des Staatsanwalts.
— Spielplan des Großh. Hoftheaters. Mittwoch, den
5. Februar, „Die erlöſte Prinzeſſin”, heitere Dialektoper
in zwei Akten. — Donnerstag, den 6. Februar: „
Lohen=
grau” Handlung für Orcheſter Chor und Soli. (Anfang
7 Uhr. Ende 12 Uhr.) — Freitag, den 7. Februar: Der
verloren gegangene Page” oder „Das verherte Schloß”.
Tragikomödie in vier Akten. — Samstag, den 8. Februar:
„Der unbekannte Froſch”, heiteres Spiel in drei Akten, mit
einem Vorſpiel hinter der Szene.
r. Die Beleuchtung der Hofbibliothek iſt ſchon öfters
Gegenſtand der Klage geweſen. Eine künſtliche
Beleuch=
tung mußte ſeither ſtets mit dem Hinweis auf die große
Feuergefährlichkeit abgelehnt werden. Wie wir aus beſter
Quelle hören, hat man nun einen ſehr praktiſchen Ausweg
gefunden. Nach dem Vorgang ſüdamerikaniſcher
Biblio=
theken ſollen jedem Beſucher eine Anzahl ad hoe
gezüch=
teter Leuchtkäferchen in geſchmackvollem Behälter zur
Ver=
fügung geſtellt werden. Die niedlichen Tierchen, die
be=
kanntlich durch Phosphoreszenz leuchten, alſo nicht im
geringſten feuergefährlich ſind, verbreiten ein mildes
an=
genehmes, aber trotzdem vollkommen ausreichendes Licht,
um die friſchen Drucke leſen zu können. Ein eigentümlicher,
zarter gromatiſcher Geruch, den ſie ausſtrömen, wirkt
außerdem anregend auf Nerven und Geiſtestätigkeit. Wie
wir weiter hören, iſt man in Erwägungen eingetreten, ob
man das neue Beleuchtungsmittel nicht auch bei den hohen
Miniſterien, Gerichtshöfen.
Stadtver=
ordneten=Verſammlungen u. dbl. einführen
ſoll, da ſeine Handhabung — die Tierchen müſſen ſtets
auf den Anfang der Zeile geſetzt werden, die ſie leuchtend
abſchreiten — die Leſer vor dem Einſchlafen ſchützt.
* Vom Hoftheater. Der „Waffenſchmied” kann
vor=
erſt nicht gegeben werden, da die Neubeſchaffung der=
Requiſiten noch ca. ½ Jahr dauen dürfte. Wir werden
übrigens erſucht, mitzuteilen, daß es ſich bei den an einen
Trödler verkauften Rüſtungen nur um ſolche handelt, die
unſeren hier einzig in Frage kommenden Solokünſtlern
zu eng und dadurch unbrauchbar geworden ſind. Außer
Feuilleton.
B Die reformierte ſtiliſierte Stil=Reform=Bühne iſt
das Endergebnis einer künſtleriſchen Entwicklung auf dem
Gebiete des Theaters, die bekanntlich in Darmſtadt mit
vollem Erfolg begonnen hat. Es war nur zu natürlich,
daß die Ideen der Reform= oder Stilbühne zur weiteren
Ausgeſtaltung drängten. Hatte man die alten
Dekoratio=
nen beſeitigt, um die Aufmerkſamkeit des Publikums von
ſolchen Nebendingen abzulenken und auf die Dichtungen
felber zu konzentrieren, ſo war der nächſte Schritt in dieſer
Richtung die Abſchaffung des Koſtüms. Kein Zweifel,
daß durch prächtige Koſtüme, beſonders bei den
Schau=
ſpielerinnen und Sängerinnen, das Intereſſe des
Publi=
kums weſentlich abgelenkt wurde! Wieder ein Schritt
näher zur reinen Kunſt war daher der Verzicht auf das
Koſtüm, womit zugleich mit einem Schlage die ſeit langer
Zeit brennende Frage der „Koſtümbeſchaffung ſeitens der
Künſtlerinnen” auf das glücklichſte gelöſt wurde. Man
ging aber noch einen Schrit weiter. Durch den Anblick
ber Darſteller wurde das Publikum. — und zwar deſten
weiblicher Teil durch die Künſtler, und deſſen männlicher
Teil durch die Künſtlerinnen — ſtets erheblich in ſeinem
Intereſſe an dem reinen Kunſtwerk beeinträchtigt, da die
Perſon der Künſtler das Publikum mehr feſſelte, als die
Dichtung. Daher verbannte man die Künſtler von der
Bühne und ließ ſie hinter den Stoffdraperien der
Reform=
bühne ihre Rollen ſprechen. Damit ſchien der Höhepunkt
der Entwickelung erreicht; nichts ſtörte mehr die Andacht
und Stimmung der Zuhörer. Als eine Entgleiſung muß
es aber bezeichnet werden, daß manche kleinere Bühnen
nun einfach einen Phonographen hinter der Bühne
auf=
ſtellten und dieſen reden ließen. Aber der wirkliche
Kul=
mingtionspunkt iſt jetzt erſt erreicht: man hat auch das
ganze Theater abgeſchafft, da das Publikum ſich
gegen=
ſeitig in der Andacht ſtörte — da gab es Toiletten zu
be=
wundern und zu beneiden, zarte Bande wurden angeknüpft
uſw. — Aber durch einen kühnen, genialen Gedanken iſt
das Endziel der möglichen Entwickelung erreicht: der
Theaterbeſucher bleibt zu Hauſe und lieſt in der Stille
ſeines Heimes die Dichtung, So wird er weder von
De=
korationen, Koſtümen, noch von Künſtlern oder Publikum
gefeſſelt werden, ſondern kann ganz unmittelbar den Reiz
der Dichterwerke auf ſich wirken laſſen.
B Spezialvorſtellungen in London. Zu Ehren der
Botſchafter und der noch anweſenden Friedensdelegierten
der Balkanvölker und der Türkei wird im Hoftheater in
London eine Reihe Spezialvorſtellungen gegeben. Der
Zyklus umfaßt: „Ariadne auf Naxos” von Rich. Strauß,
„Iphigenie auf Aulis” von Gluck, „Iphigenie in Tauris”
von Goethe „Der Barbier von Bagdad” von Cornelius,
„Die Entführung aus dem Serail” von Mozart, „Die
Kaiſerin des Balkan” von Nikita von Montenegro, „
Fati=
nitza” von Suppé, „Die Räuber” von Schiller und „Das
Friedensfeſt” von Gerhart Hauptmann.
* Das verſetzte Gänſefüßchen. Aus Moskau wird
ge=
meldet: Heute früh durchſchnitt ein Beſucher der
Tretja=
kowgalerie das Gemälde Rjopins „Johann der Schreckliche
tötet ſeinen Sohn mit einem Meſſer an drei Stellen.‟ Die
Wächter ergriffen den Täter.
* Telephoniſcher Hörfehler. Die Times berichtet aus
Athen, daß die Mägde mit der Errichtung einer Männer=
Republik auf dem Berge Athos nicht einverſtanden ſind.
* Heiteres aus dem Gerichtsſaale. Vorſitzender:
Zeuge, warum weigerten Sie ſich, der Aufforderung,
mit=
zugehen, Folge zu leiſten?
Zeuge: Weil ich mein Alibi bei mir hatte.
Vorſitzender (jövial): Sie meinen wohl
Legi=
timation. Damit ſie aber ein= für gbemal wiſſen, was
ein Alibi iſt, werde ich es Ihnen ſagen: Alibi iſt der
Be=
weis, daß man nicht da iſt.
— Eine künſtliche Zucht von Störchen wird von dem
Königlichen Regierungspräſidenten der Provinz
Bran=
denburg geplant, um dem Geburtenrückgang vorzubeugen.
Neues Heilmittel.
Die Träne ward ſchon oft beſungen
Als Künderin der Herzensnot,
Von ältern Dichtern und von jungen
Und auch von ſolchen, die längſt tot.
Ich will jedoch die Träne loben
Oils neu entdeckte Arzenei,
Als Mittel gegen die Mikroben
uund deren giftige Teufelei!
Es hat ein Arzt in Kopenhagen
Dies Mittel gründlich ausprobiert:
Schon viele Leiden, viele Plagen,
Hat er mit Tränenſalz kuriert.
Ihr Frauen, die ihr häufig weinet,
Verſchleudert nicht das edle Naß,
Bewahrt die Tränen und vereinet
Das Bächlein gut in einem Faß!
Der Mann, der ſchuld an euren Tränen,
Weiß ſpäter wohl euch dafür Dank,
Schluckt das Produkt häuslicher Szenen
Als Heiltrank, wenn er ſiech und krank!
O Träne du haſt Wunderkräfte:
Hilfſt erſt der Frau zum neuen Hut,
Und reinigſt dann durch ſalz’ge Säfte
Wdn:
Dem Manne das verdorhne Blut!
den Rüſtungen wurden noch verkauft 300 Paar
Bein=
trikots und 600 Ballettſchuhe, die ebenfalls überzählig
wurden, nachdem ſich die Damen des Corps de Ballet
und die Choriſten nun endgültig bereit erklärt haben
nur noch mit nackten Beinen zu tanzen. Nur Herr
Jür=
gas behält ſeine ſchwarzen durchbrochenen Seidenſtrümpfe.
* Aus dem Stadthauſe. Die Gründung eines neuen
Ausſchuſſes hat ſich im Stadtparlament als notwendig
er=
wieſen. Nämlich die eines
Denkmalverſetzungs=
ausſchuſſes. Dem Ausſchuſſe ſollen 7 Mitglieder
an=
gehören, darunter der ſtädtiſche Pfandmeiſter. Der
Denk=
malsrat hat das Erſuchen, eines ſeiner Mitglieder dieſem
Ausſchuſſe zu kooptieren, abgelehnt mit der Begründung,
daß er in Darmſtadt nur noch ſolche Denkmäler unter
ſeinen Schutz ſtellt, die noch nicht verſetzt worden
ſind.
* Um den außerordentlich geſteigerten
Verkehrsbedürf=
niſſen, denen unſere Elektriſche auch nach der Geburt der
„Heag” beſonders bei Regenwetter, immer noch nicht
ge=
nügen kann, nach Möglichkeit Rechnung zu tragen, hat
die Direktion ſich entſchloſſen, eine Hochbahn zu
er=
bauen, die vorerſt die Hauptrichtungen der Reſidenz
be=
heerſchen, dann aber ſtrahlenförmig ausgebaut werde
ſoll. Zuerſt wird die Strecke Ludwigsſäule-Weißer
Turm angelegt, weil es dringend notwendig geworden
iſt, die ſtets größer werdende Gefahr des Zuſammenſtoßes
der nach und vom Bahnhof uſw. kommenden Wagen am
Faixe Eck herabzumindern. Wie verlautet, ſoll der Bau
der Hochbahn in dem gleichen beſchleunigten Tempo
be=
trieben werden, wie der elektriſche Ausbau der
Vorort=
bahnen und die Beſeitigung des alten Bahndammes, ſo
daß Hoffnung beſteht, die Bahn doch noch in der erſten
Hälfte dieſes Jahrhunderts in Benutzung nehmen zu
können. Man hat bereits die Bohrmaſchinen in freier
Lieferung ausgeſchrieben, mit denen Bohrungen
vorge=
nommen werden ſollen zur Erſchließung eines
Erzberg=
werks, das das Material für die Schienen liefern ſoll.
Die weiter in Ausſicht genommenen Hochbahnlinien ſind,
wie wir erfahren, Weißer Turm-
Bismarckdenkmalhelm=
ſpitze (das Denkmal ſoll dadurch anſtatt verſetzt, gehoben
werden). Bismarckturm-Hochzeitsturm,
Muſeumsturm-
neue
Die
Elektrizitätswerk-Bahnhofsbrunnen.
Strecke der elektriſchen Straßenbahn nach dem
Oſt=
bahnhaf kann leider nicht vor Weihnachten eröffnet
werden, weil ein der Hofmeierei gehöriger
Kompoſt=
baufen vorerſt nicht abgefahren werden kann.
* Der ſtädtiſche Kohlenverkauf aus den Erträgniſſen
des Braunkohlenbergwerks „Spiegel und Flunker” (Grube
Neſſel) iſt mit dem Geſtrigen in Angriff genommen
wor=
den. Wie uns mitgeteilt, iſt dadurch die Stelle eines
dritten Bürgermeiſters neu geſchaffen und bereits zur
Beſetzung ausgeſchrieben worden. Vorbedingung iſt gute
Ausbildung im Boxen, die durch die Erfahrungen mit
dem Fleiſchverkaufsbürgermeiſter ſich als notwendig
her=
ausgeſtellt hat, da die Kohlenhändler mit ähnlichen
Maß=
nahmen drohten, wie die Metzger. Ein eigenes
Ver=
kaufslokal beabſichtigt man vorläufig nicht zu errichten,
da man mit Sicherheit darauf rechnet, daß eine Anzahl
Kohlenhoflieferanten Konkurs machen und man dann
deren Lager= und Verkaufsräume übernimmt. Aus dem
Ertrag der Grube wird der Anteil für die Stadt etwa
200 Kilogramm pro Jahrzehnt betragen.
Den Mitgliedern des Vereins für
Frauenſtimm=
recht wurde der engliſche Hoſenorden verliehen.
— Die Metzger=Innung hat beſchloſſen, nach Muſter
der Liebig=Kompagnie in Fray=Bentos rieſige
Rinder=
herden auf dem von der Militärbehörde käuflich
erwor=
benen Uebungsplatz bei Darmſtadt zu unterhalten. Zum
eingehenden Studium der Pflege und Wartung dieſer
Herden wird eine Kommiſſion gewählt, welche vorerſt
auf 3 Jahre nach Fray=Bentos reiſen ſoll, und wird da
mit endgültig die Beſchaffung erſtklaſſigen Schlachtviehes
geregelt ſein.
— Zur Hebung des Geſchäftsverkehrs ſollen, wie wir
hören, demnächſt die Geſchäfte im Zentrum der Stadt in
den Mittagsſtunden geſchloſſen werden, womit eine
Maß=
regel, die jetzt ſchon vereinzelt eingeführt iſt,
verallge=
meinert werden ſoll. Dies liegt auch im Intereſſe der
Käufer, die dann ihre freien Mittagsſtunden in Ruhe
ge=
nießen können.
* Der unterbrochene Liebestraum. Bei der letzten
Parademuſik wurde das Muſikſtück „Der
Liebes=
traum” durch eine jähe Bewegung des dirigierenden
Ka=
pellmeiſters nach dem Himmel unterbrochen. Ein Flieger
flog über den Platz, und gegen deſſen Sirenenmuſik mußte
die Kapelle die Seael ſtreichen.
Städtiſcher Gemüſeverkauf. Die Stadtverwaltung
fährt in ihrer dankenswerten ſozialen Fürſorgetätigkeit
fort und ſucht und findet immer neue Gebiete für dieſe.
So hat man ſich jetzt entſchloſſen, in den Städtiſchen
An=
agen Gemüſe anzubauen. Der Anfang iſt bereits auf
em Mathildenplatz gemacht worden, wo, den zurzeit
be=
onderen Bedürfniſſen entſprechend, vorerſt Spargelbeete
ingelegt werden. Rentabilität vorausgeſetzt, ſollen auch
Selleriepflanzungen angelegt und eventuell auch die alten
Bahnhofsanlagen dazu verwendet werden.
* Die Brauereivereinigungen wollen nun endlich
ihren Kampf gegen die Alkoholgegner aufgeben und haben
ich entſchloſſen, mit dieſen gemeinſam den Kampf
gegen den Alkohol aufzunehmen. Das ſoll zunächſt
da=
durch geſchehen, daß das Bier noch mehr als ſeither ge
wäſſert wird, ſo daß die Alkoholwirkung gleich 0 iſt.
Vorausgeſetzt wird dabei allerdings, daß die Stadt den
Waſſerpreis nicht erhöht.
* Zur Wehrhaftmachung unſerer Jugend iſt die
Jugendwehr=Leitung an die Säuglings=
Für=
ſorgeſtellen mit dem Erſuchen herangetreten, bei der
Erziehung der Säuglinge in geeigneter Weiſe gleich von
vornherein an das Gewöhnen der Knäbchen an die
Waf=
ſen, der Weibchen an die Verbandspflege zu denken.
Letz=
eres ließe ſich gleich beim Windelnwickeln demonſtrieren.
— Ein Unfall ereignete ſich geſtern im Hoftheater,
indem der dirigierende Kapellmeiſter infolge einer
tem=
veramentvollen Bewegung über das Dirigentenpult in
den Orcheſterraum fiel. Glücklicherweiſe erlitt er keinen
Schaden, da er auf eine Geige fiel, die gerade eine Melodie
in moll ſpielte, ſo daß er weich zu liegen kam.
Geiſtesgeſtört wurde geſtern mittag plötzlich ein
Fremder, der vom Bahnhof kam, die Elektriſche benutzte
und auf dem Ernſt Ludwigsplatz umſteigen mußte. Der
Aermſte ſtudierte die Bemerkungen auf dem fünfmal ge
lochten Fahrſchein und wurde, nachdem er etwa eine
Stunde hilflos in dem Labyrinth „von der, in dem, nach
der, zu dem, für das, um dies uſw.” herumgeſucht, von
einem ſchweren Anfall von Gehirnerweichung befallen,
der ſchließlich in Tobſucht ausartete. Er mußte durch die
Rettungswache ins Spital gebracht werden. — Gleichfalls
ins Spital kam ein in der Nähe des Schwimmbades im
Zuſtande völliger Erſchöpfung aufgefundener Fremder,
der, wie ſich herausſtellte, ſeit 3 Tagen den überall
ange=
brachten Schildern „Nach dem Schwimmbad”
nach=
ging und fortgeſetzt im Innern der Stadt
herum=
irrte. Als er endlich die Halle des Schwimmbades vor
ſich ſah, brach er vor Erſchöpfung zuſammen.
Vermiſchte und Letzte Nachrichten.
* Berlin, 3. Febr. Ein großes Unglück wurde
heute durch die Geiſtesgegenwart der Beteiligten verhütet.
Die im Reichshauſe tagende
Petroleumkommiſ=
ſion geriet in Brand. Nur die ſofortige Auflöſung der
Kommiſſion verhütete eine Ausbreitung des Brandes.
Ganz ohne Folgen iſt der Brand aber nicht geblieben, da
die Mehrzahl der Kommiſſionsmitglieder ſchwarz
gewor=
den iſt.
* München, 3. Febr. Ueber die Schreckenstat
eines Wahnſinnigen berichten die Neuſten
Nach=
richten: Der penſionierte königliche Unteramtsſekretär
Damian Tintenfleck, der bis jetzt ruhig und erträglich mit
den Seinigen gelebt hatte, ging am Freitag plötzlich in
einem jähen Anfall von Geiſtesſtörung fort und
abon=
nierte den Bayeriſchen Staatsanzeiger mit der
Staats=
zeitung. Die erſten Nummern, die er bekam, nahm er
gleich mit nach Hauſe und begann ſeiner Familie
vorzu=
leſen. Bis zum nächſten Morgen waren ſeine Frau,
ſieben Kinder, ſeine Schwiegermutter und deren zu Beſuch
hier weilende Urgroßtante, drei Kanarienvögel, der
Speck=
dackel Waldmann und ſämtliche in der Wohnung
vorhan=
denes Ungeziefer an langer Weile geſtorben. Nur die
Köchin der Familie, Fräulein Dorothea Pimpfel, die taub
iſt, kam mit dem Leben davon.
* London, 3. Febr. Ein entſcheidender Umſchwung
in der Frauenſtimmrechtsfrage ſteht bevor. Die
wvütigen Wahlweiber haben beſchloſſen, die Exzeſſe
einzu=
ſtellen und möglichſt zahlreich in den Eheſtand zu treten,
um ſo ihr Ziel zu erreichen. Dieſer Beſchluß hat in der
geſamten Männerwelt ein ſolches Entſetzen hervorgerufen,
daß die ſchleunige Einführung des Frauenſtimmrechts
jetzt von allen Seiten gefordert wird.
Vom Kriegsſchauplatz.
* Sofia, 3. Febr. Bei Kikeriki fand heute eine große
Schlacht zwiſchen der bulgariſchen
Haupt=
armee und türkiſchen Truppen ſtatt. Letztere
wurden in die Flucht geſchlagen und hinterließen
1000 Tote. Die Verluſte der Bulgaren ſind gering.
* Konſtantinopel, 3. Febr. In der heutigen Schlacht
bei Kikeriki erfochten die Türken einen großen Sieg
über die bulgariſche Armee, die in die Flucht
ge=
ſchlagen wurde und ungeheure Verluſte erlitt. Die
Meldung von dem Siege erregte große Begeiſterung.
Briefkaſten.
Stammtiſch Krätſcher. Das Pflaſter vor dem
Reſidenzſchloß auf dem Marktplatz ſteht unter
Denkmal=
ſchutz und kann deswegen nicht erneuert werden
S. Schuhplattelln lernen Sie am beſten und
ſchnellſten, wenn Sie ſich mit bloßen Hißen auf den Herd
ſtellen und dann tüchtig feuern laſſen. Alles, Bewegung
und Temperament, kommt dann von ſelbſt.
Erſchienen am Faſtnachts=Dienstag.
13. Jahrgang.
Unverantwortliche Redaktion des Tagblatts.
(Das Uebelnehmen und Nachdrucken vorſtehender Artikel
iſt verboten.)
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