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176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen= verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Stadtverordneten=Verſammlung
be=
ſchloß in ihrer geſtrigen Sitzung, einem Antrage der
Bürgermeiſterei entſprechend die Einführung einer
Warenhaus= und Filialſteuer.
Im Reichstag wurde der polniſche
Inter=
pellationsantrag mit 213 Stimmen gegen 97
Stimmen und bei 43 Stimmenthaltungen
ange=
nommen.
Die Wahlprüfungskommiſſion des
Reichs=
tags erklärte die Wahl des Abg. Kölſch (natl.),
Offenburg=Kehl, für ungültig.
Die Reichstags=Kommiſſion für das
Pe=
troleum=Monopol hat den Geſetzentwurf über
die Monopoliſierung des Verkaufs von Leuchtöl in
erſter Leſung abgelehnt.
In der geſtrigen Sitzuna des Zentralausſchuſſes der
Reichsbank führte Direktor Havenſtein aus, daß
zum erſtenmal ſeit langer Zeit die Reichsbank im
Ja=
nuar nicht aus der Steuerpflicht herausgekommen ſei,
und daß die Entſpannung ſeit Neujahr nicht voll
be=
friedigt habe Von einer Diskontermäßigung
könne deshalb keine Rede ſein.
Die rumäniſche Kammer ſprach der Regierung
mit allen 110 abgegebenen Stimmen ihr Vertrauen
aus.
Laut Beſchluß des bulgariſchen Miniſterrats
wurde das Armeehauptquartier angewieſen, den
Waffenſtillſtand mit dem 30. d. M. zu
kün=
digen. General Sawoff richtete einen Tagesbefehl
an die Armee.
Die Antwort der Pforte auf die Note der
Groß=
mächte iſt geſtern vormittag überreicht worden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Die
Enteignungs=Interpellation.
C Aus Berlin wird uns geſchrieben: Die
Ent=
eignungs=Interpellation iſt von den Polen des
Reichstags als Gelegenheit benützt worden, gegen
den Reichskanzler einen Mißbilligungsantrag
einzubringen, weil er die Enteignung polniſcher
Grund=
beſitzer für Zwecke der Anſiedlung zuläßt. Das Ergebnis
der Abſtimmung iſt nach dem Verlauf der erſten
Ver=
handlungen ſchon jetzt ſicher. (Näheres darüber iſt
in unſerem heutigen Reichstagsbericht zu finden.
Die Redaktion.) Zuſammen mit der
Sozialdemo=
kratie, deren Redner dem üblichen Preußenhaſſe
fröhn=
ten, und unterſtützt von den Elſaß=Lothringern nebſt
dem Dänen, hat das Zentrum dem polniſchen
An=
trage zum Siege verholfen. Ein Abſtimmungsergebnis
ſolcher Art wäre für einen polniſchen Reichstag
angemeſſe=
ner als für den deutſchen Reichstag, und die maßloſe Hetze
gegen den führenden Bundesſtaat gehörte nicht minder
in eine ausländiſche Volksvertretung — falls es denkbar
wäre, daß ausländiſche Parlamentarier in ähnlichen
An=
griffen ſich ergehen könnten. Aber trotz alledem bedeutet
die heurige Reichstagsverhandlung einen erfreulichen
Fortſchritt inſofern, als ſie den Aufſchluß brachte, daß
die Volkspartei betreffs des polniſchen Antrages
ſich der Stimme enthalten wird. Sie hat die
Stimm=
enthaltung, ungeachtet ihrer grundſätzlichen Gegnerſchaft
wider das Enteignungsgeſetz, damit begründet, daß dieſes
Geſetz eine preußiſche Angelegenheit ſei. Wird von der
Volkspartei ſo die reichsverfaſſungsmäßige Zuläſſigkeit
der preußiſchen Enteignung mittelbar zugeſtanden, ſo
zeugt es von einem wichtigen parteipolitiſchen und
natio=
nalpolitiſchen Fortſchritt, wenn die Volkspartei auf dem
Gebiet der Polenpolitik ein Tadelsvotum gegen den
Reichskanzler mit der Begründung ablehnt, daß es ſich
hier um eine preußiſche Angelegenheit handle.
Zur richtigen Würdigung dieſes Fortſchrittes iſt es
nötig, die heutige Haltung der Volkspartei mit der zu
vergleichen, die Freiſinn und ſüddeutſche Volkspartei
einnahmen, als am 15. und 16. Januar 1886 im Reichstage
die polniſche Interpellation über die Ausweiſung
ruſſiſcher Polen aus Preußen beraten wurde. Die
Regierung hat damals ebenſo wie heute die Beteiligung
an der Debatte über die Interpellation und die
einge=
brachten gleichartigen Anträge deshalb abgelehnt, weil
jene Ausweiſung zweifellos und ausſchließlich zu den
Be=
fugniſſen der preußiſchen Regierung gehöre.
Unbeküm=
mert um dieſen klaren, rechtlichen Sachverhalt nahm der
Reichstag einen Antrag Windthorſt an, der die
Aus=
weiſungen für ungerechtfertigt und mit dem Intereſſe der
Reichsangehörigen unvereinbar erklärte. Zu der
klerikal=
polniſch=ſozialdemokratiſchen Mehrheit, die dem Antrage
Windthorſt zuſtimmte, hat ſich damals ſowohl die
Frei=
ſinnige wie die Süddeutſche Volkspartei geſellt. Läßt
heute die Volkspartei jene Mehrheit unter ſich, dann
voll=
zieht ſie damit eine Wendung, die parteipolitiſch und
na=
tionalpolitiſch als ein wichtiger Fortſchritt begrüßt
wer=
den kann. Denn die Annahme des Antrages Windhorſt
iſt mit Recht von Guſtav Freytag in einem an
Stoſch gerichteten Briefe, den H. F. Helmolt im
Februar=
heft der Deutſchen Revue (Stuttgart, Deutſche
Verlags=
anſtalt) veröffentlicht, folgendermaßen beurteilt worden:
„Ich habe nicht für möglich gehalten, daß der
Deut=
ſche Reichstag je einen Tag erleben würde, wie den
trau=
rigen der Abſtimmung über die Polenausweiſungen. Nicht
nur dieſer ernſten Angelegenheiten wegen, die ohne Härte
gegen viele einzelne gar nicht in deutſchem Intereſſe
be=
handelt werden kann. Noch ſchlimmer iſt der Vorfall als
ein Symptom: das Inſtrument verſagt und ſeine Schärfe
verletzt das Leben Preußens.”
Was Freytag von der ſymptomatiſchen Bedeutung
der Annahme des Antrages Windthorſt ſagt, gilt mutatis
mutandis auch von der Annahme des heutigen
Polen=
antrages. Daß die Fortſchrittliche Volkspartei dabei nicht
mehr mitwirken will, ſondern es dem Zentrum und der
Sozialdemokratie überläßt, den Reichstag die Rolle des
verſagenden, das Leben Preußens verletzenden
Inſtru=
ments ſpielen zu laſſen, iſt ein nationalpolitiſcher Gewinn,
deſſen wir uns freuen dürfen.
Uebrigens — ſo möchten wir hinzufügen — waren
die Sympathien des Zentrums und der Sozialdemokraten
für die Polen von früher her genügend bekannt, und ſie
haben niemals ein Hehl daraus gemacht. Sie ſind alſo
nur konſequent, wenn ſie gegen die die deutſchen
Inter=
eſſen vertretende Regierung für die Polen eintreten.
Dar=
über darf ſich niemand wundern, und wenn man die ſo
geſchaffene Lage beklagen will, ſo muß man die Schuld
dafür nicht bei den Parteien ſuchen, ſondern bei den
Reichstagswählern, die dieſe Lage geſchaffen haben,
in=
dem ſie 110 Sozialdemokraten in den Reichstag gewählt
haben.
Ein Wort der Abwehr von
Generalfeldmarſchall v. d. Goltz.
** Feldmarſchall v. d. Goltz nimmt am Schluß eines
Aufſatzes im neueſten Hefte der Deutſchen Rundſchau, in
dem er „der jungen Türkei Niederlage und die
Möglich=
keit ihrer Wiedererhebung” behandelt, das Wort zu einer
„perſönlichen Bemerkung”, in der er ſich mit den
gegen ihn gerichteten Angriffen auseinanderſetzt.
Zu=
nächſt wirſt er einen Blick der Erinnerung auf ſeine
Dienſt=
zeit in der Türkei. „Anno 1895 verließ ich ſchweren
Her=
zens die türkiſche Armee in der ich 12½ Jahre gedient und
an die ich, trotz aller Schwierigkeiten, die damals einer
jeden ſoldatiſchen Tätigkeit durch den Argwohn des
Groß=
herrn bereitet wurden, mein Herz gekettet hatte. Im
Lebensalter zwiſchen 40 und 52 Jahren knüpft man auch
die letzten intimeren Freundſchaften auf dieſer Erde; viele
der im letzten großen Drama handelnden Perſonen
ſtan=
den mir nahe, eine Anzahl davon waren meine ehemalign
Schüler.” v. d. Goltz wurde zunächſt als Inſpekteur an
die Militärſchule berufen und erhielt nach, dem
ſerbiſch=
bulgariſchen Kriege im Sommer 1886 auch die Stelle als
Souschef des Generalſtabs. „Sie war jedoch keine
unab=
hängige und hatte nicht viel zu bedeuten. Zugleich
er=
hielt ich den Auftrag, gemeinſam mit dem General
Mouz=
zaffer Paſcha (Graf Ezachowski), einem ausgezeichneten
Kenner der türkiſchen Armeeverhältniſſe und
hochgebilde=
ten Offizier, einen Entwurf für eine Reſorm zu
bearbei=
ten.‟ Ein neues Rekrutierungsgeſetz, das die allgemeine
Wehrpflicht regelte ein Reſerve=, Landwehr= und
Land=
ſturmgeſetz, ein Mobilmachungsreglement nebſt anderen
Vorſchriften wurden nun ausgearbeitet; dazu kam eine
das ganze Reich umfaſſende neue Einteilung in 364
Ba=
taillonsbezirke, die ſchwierige topographiſche Aufnahmen
erforderte. „Die geſetzliche Grundlage für das Auſgebot
der Moslims war geſchaffen. Eine moderne
Aus=
bildung der Truppen unterblieb. Dazu behielt ſich
Sultan Abdul Hamid in jedem Falle die beſondere
Geneh=
migung vor — und dieſe erfolgte nicht. Auch der
Verſuch, den Generalſtab für ſeine praktiſche Tätigkeit ein=
So ſollte z. B. ein ſtrategiſches
zuführen, ſcheiterte.”
Kriegsſpiel ſtattfinden, das einen bulgariſch=türkiſchen
Krieg zur Unterlage hatte und bei dem der erſchoſſene
Genergliſſimus Nazim Paſcha und der ebenfalls
viel=
genannte Abdullah Paſcha die Führung übernahmen.
Der erſte auf bulgariſcher, der zweite auf türkiſcher Seite.
Bevor jedoch die Studie auf dem Gelände ausgeführt
werden konnte, kam es zu einer hochnotpeinlichen
Unter=
ſuchung, und nur dem Eingreifen des deutſchen
Gene=
rals gelang es, den Großherrn davon „zu überzeugen,
daß es ſich um keine Verſchwörung, ſondern eine, ſogar
durch ältere türkiſche Vorſchriften verlangte, Arbeit
ge=
handelt habe‟. Mit der Fortführung ſolcher ſtrategiſcher
Uebungen war es aber nun vorbei. Der Sultan behielt
ſich Sonderbefehle vor und hat ſie nie gegeben. „Die
Einſicht, daß das damals für mich Mögliche erreicht,
wei=
ter aber nicht zu kommen ſei, ſowie die Sehnſucht, noch
einmal im Vaterlande zu dienen, veranlaßten meine
Rück=
kehr nach Deutſchland.
Es ſind alſo ſiebzehn Jahre her, als ich
tief=
bewegt aus dem türkiſchen Dienſte ſchied — und zwar aus
einer ganz anderen Armee als der heutigen, nämlich der
alten Armee Abdul Hamids II. Dennoch, und obwohl
der letzte meiner ehemaligen deutſchen Mitarbeiter noch
vierzehn Jahre länger in beſonderer Vertrauensſtellung
bei Sultan Abdul Hamid verblieb, hat es ein Teil der
europäiſchen Preſſe — namentlich der italieniſchen und
franzöſiſchen — für angezeigt gehalten, mich für die
tür=
kiſchen Niederlagen im Balkankriege
verant=
wortlich zu machen, und — mehrfach in recht
unflä=
tiger Art — anzugreiſen. Insbeſondere hat ein
italieni=
ſches Blatt die Entdeckung gemacht, daß ich allein die
Schuld an der Niederlage des linken türkiſchen Flügels
in der Schlacht von Lüle=Burgas trüge. Wie man dies
vom Kurfürſtendamm in Berlin aus zu bewerkſtelligen
hat, iſt mir nicht klar geworden und beruht wohl auf einer
Ueberſchätzung meiner Fähigkeiten. Wenn, was zu hoffen
iſt, demnächſt türkiſche Darſtellungen des Feldzuges auf
Grund des amtlichen Materials erſcheinen, ſo werde ich
die Schickſale jenes Armeeflügels aber mit beſonderer
Aufmerkſamkeit verfolgen.” Sodann wendet ſich der
Feldmarſchall gegen die Behauptung, daß die deutſche
Taktik und der „preußiſche Drill” bei Kirk=Kiliſſe
zu=
ſammengebrochen ſeien. „Iſt dies auch Tollheit, hat es
doch Methode!” Nicht ich, nicht die zurzeit in der
türki=
ſchen Armee dienenden deutſchen Offiziere, ſondern das
ganze verhaßte Deutſchland ſollte herabgeſetzt, ſein
An=
ſehen bei Freund und Feind gemindert werden. Mehrere
Sendungen enthielten denn auch Zuſätze wie: „So wie
jetzt den Türken, wird es den Deutſchen gehen, wenn ſie
mit den Franzoſen zuſammentreffen.” Daß deutſche
Tak=
tik in der ihrer inneren Natur nach ganz anders
gearte=
ten türkiſchen Armee gar nicht betrieben werden kann,
ſondern nur türkiſche, geht aus dem Vorangegangenen
deutlich hervor. Damit aber der „preußiſche
Drill=
dies geheimnisvolle, auch im Vaterlande noch in der
Phantaſie vieler Leute umgehende Schreckgeſpenſt —
zu=
ſammenbrechen konnte, hätte er zuvor erſt eingeführt ſein
müſſen, woran niemand gedacht hat. Zudem war bei
Kirk=Kiliſſe keines der von deutſchen Offizieren
ausge=
hildeten Modellregimenter anweſend, und die an
ande=
rer Stelle auftretenden haben einen vortrefflichen
Ein=
druck gemacht.
Pon der Unbrauchbarkeit der deutſchen Bewaffnung
iſt es ſeit der Schlacht vor der Tſchataldſchalinie am 17.
bis 19. November ſtill geworden; ſie ſcheint ſich dort gar
nicht fühlbar gemacht zu haben. Der Lärm, der darüber
zuvor entſtand und der auch in der deutſchen Preſſe
wider=
hallte, hat ſich ohne die Erklärungen, die durch dieſe, zum
Teil in der ungehörigſten Art, von mir gefordert wurden,
gelegt. Es iſt auch beim beſten Willen nicht einzuſehen,
welchen Anlaß wir Deutſche haben ſollten, mutmaßliche
Gegner von einer Unterſchätzung unſerer Kampfweiſe
und Rüſtung zu warnen. Sie ſetzt ſich in der Regel auf
künftigen Schlachtfeldern in verhängnisvolle Fehler um,
wie es ſchon einmal 1870 geſchah. . . . Zum mindeſten
hätte doch abgewartet werden können, bis von türkiſcher
Seite ein Vorwurf laut wurde — und das iſt wenigſtens
von beachtenswerter Stelle aus, nicht erfolgt. Alle
deutſchen Offiziere haben auf ihren Poſten die beſten
Kräfte eingeſetzt und in dem ihnen zugewieſenen, beſtimmt
abgegrenzten Wirkungskreiſe Tüchtiges geleiſtet. Mir war
in ehrenvoller Art 1909 die Rolle des Organiſators der
neuen Armee zugedacht worden. Aus naheliegenden
Gründen konnte ich ſie nicht übernehmen und hatte nur
die Möglichkeit, mit den alten Freunden als Freund
zwei=
mal für einige denkwürdige Monate zuſammenzuarbeiten
und mich an den Fortſchritten der jungen Truppen zu
er=
freuen. Wenn ich trotzdem durch halb Europa als der
Verderber der armen türkiſchen Armee bezeichnet worden
bin, ſo hat mich dies um eine Erfahrung bereichert,
näm=
lich, daß alles, was öffentliche Meinung und Urteil der
Welt heißt, noch mehr Geringſchätzung verdient, als ich
ſie zuvor ſchon beſaß, und daß die Geſchichte wirklich die
„fable convenue‟ Napoleons I. iſt.”
Deutſches Reich.
Die Wahlprüfungskommiſſion des
Reichstages erklärte die Wahl des Abgeordneten
Meyer=Herford (natl., Minden 2, Herford=Halle) für
gül=
tig und beriet dann über die Wahlen Kölſch (natl.,
Baden 7, Offenburg=Kehl) und Hüttmann (Soz., Kaſſel 2,
Kaſſel=Melſungen), ohne jedoch beide Wahlen bis zu Ende
durchzuführen.
Verhandlungen wegen Aenderung
des Jeſuſtengeſetzes. Die München=Augsb.
Abendztg., die im Gegenſatz zu der übrigen Preſſe betont
hatte, daß die Verhandlungen in München begonnen
wor=
den ſeien, und daß es zweifelhaft ſei, ob ſie bereits in
Berlin weitergeführt würden, Sbt hervor, daß dieſe ihre
Mitteilungen von dem amtlichen Dementi nicht betroffen
würden.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913.
Nummer 26.
— Die polniſche Enteignungsfrage. Die
Erklärung des Staatsſekretärs des Reichsjuſtizamts, Dr.
Lisco, zu der Polen=Interpellation lautete ausführlich:
Auf die Anfrage des Präſidenten habe ich im Namen
des Reichskanzlers folgendes zu erklären: Die
Inter=
pellation betrifft die Handhabung des preußiſchen
Ge=
ſetzes vom 20. März 1908 über die Maßnahmen zur
Stär=
kung des Deutſchtums in den Provinzen Weſtpreußen
und Poſen, durch das dem Staate das Recht verliehen
worden iſt, Grundſtücke für die Zwecke der Anſiedlungs
kommiſſion zu enteignen. Den gleichen Gegenſtand betraf
ſchon die Interpellation, die kurz vor dem Erlaß jenes
Geſetzes im Januar 1908 hier eingebracht iſt und am
20. Januar 1908 im Reichstag zur Verhandlung gelangte.
Auf dieſe Interpellation, in der angefragt wurde, wie
der Reichskanzler die damals in Ausſicht genommenen
Vorſchriften über die Enteignung mit dem Sinne und
Geiſte der Reichsverfaſſung und mit den Beſtimmungen
des Bürgerlichen Geſetzbuches in Einklana bringe, hat
mein Amtsvorgänger folgendes erklärt: „Die
Interpella=
tion verlangt eine Erklärung des Reichskanzlers über
das geſetzgeberiſche Vorgehen eines Bundesſtaates, das
die Enteignung von Grundſtücken zum Gegenſtand hat
Die Reichsverfaſſung enthält keine Beſtimmung, welche
einem ſolchen Vorgehen entgegen wäre. Auch das
Bür=
gerliche Geſetzbuch enthält ſolche Beſtimmungen nicht.”
Der Staatsſekretär verweiſt auf den § 109 des
Einfüh=
rungsgeſetzes des Bürgerlichen Geſetzbuches. Die
Maß=
nahmen, auf die damals die Interpellation ſich bezog,
gehören zur Zuſtändigkeit der Landesgeſetzgebung, die
dabei nach den Vorſchriften und dem Geiſte der
Reichsver=
faſſung einer Einwirkung der Organe des Reiches nicht
unterliegen. Mit Rückſicht auf dieſe Erwägungen hat
damals mein Amtsvorgänger im Namen des damaligen
Reichskanzlers die Beantwortung der Interpellation
ab=
gelehnt. Dieſe Erwägungen, die damals ſtattgefunden
haben, treffen auch auf die heutige Interpellation zu.
(Lachen bei den Polen.) Das preußiſche Geſetz vom 20.
März 1908 ſteht mit der Reichsverfaſſung und der
Reichs=
geſetzgebung in keiner Weiſe im Widerſpruch. (Beifall
rechts und bei den Nationalliberalen, Gelächter bei den
Polen und Sozialdemokraten.) Seine Ausführung und
Handhabung iſt lediglich eine innere Angelegenheit
Preu=
ßens. (Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.
Ge=
lächter bei den Polen und Sozialdemokraten.) Die
Inter=
pellation betrifft mithin Maßnahmen, die außerhalb der
Zuſtändigkeit des Reiches liegen. Ich habe hiernach zu
erklären, daß der Reichskanzler die Beantwortung der
Interpellation ablehnt.
Ausland.
Frankreich.
Die Affäre Paty de Clam. Die
Kammer=
debatte über die Angelegenheit des Oberleutnants Paty
de Clam wird ſich, allem Anſchein nach, ziemlich bewegt
geſtalten. Außer dem früheren Kriegsminiſter Millerand
dürfte auch deſſen Vorgänger Meſſimy das Wort
ergrei=
fen. Meſſimy fand ſich bereits veranlaßt, das Beiſpiel
Millerands nachzuahmen und in der ſozialiſtiſch=radikalen
Gruppe Aufklärungen über ſeine Rolle in der
Angelegen=
heit Paty de Clam zu geben. Er erklärte, daß er von dem
Schreiben eines ſeiner Ordonnanzoffiziere, in dem Paty
de Clam eine Zuſage betreffend ſeine Wiedereinſtellung
in die Armee erteilt worden war, keinerlei Kenntnis
ge=
habt habe und verlas ſodann einen von ihm an Paty de
Clam am 14. Dezember 1911 gerichteten Brief, in dem er
deſſen Anſuchen um die Wiedereinſtellung in die
Land=
wehr für die Friedenszeit ablehnt.
Das Militärflugweſen. Der
Budgetaus=
ſchuß beauftragte ſeinen Obmann Cochery und den
Be=
richterſtatter für das Kriegsbudget Clementel, eine genaue
Unterſuchung über die gegenwärtige Lage des
franzöſi=
ſchen Militärflugweſens vorzunehmen. Cochery und
Cle=
mentel erſuchten infolgedeſſen den Kriegsminiſter, alle
erforderlichen Weiſungen zu erteilen, damit ſie dieſe
Prü=
ſungen an Ort und Stelle in möglichſt gründlicher Weiſe
vornehmen könnten.
England.
Der Flottenetat. Nach der Times erwartet
man, daß der Flottenetat des kommenden Jahres ſich
zwiſchen 46 und 47 Millionen Pfund Sterling bewegen
wird. Das würde eine Zunahme von ungefähr 2
Millio=
nen Pfund Sterling bedeuten. Im Unterhaus erklärte der
erſte Lord der Admiralität Churchill in einer ſchriftlichen
Antwort auf eine Anfrage, daß über den Bau der
Schlacht=
ſchiffe, die von den malaiiſchen Staaten angeboten
wur=
den, der Kontrakt bereits abgeſchloſſen worden ſei, und
daß mit dem Bau der Schiffe ſogleich begonnen werde.
Norwegen.
Das neue Miniſterium hat ſich
folgender=
maßen gebildet:: Gunner Knudſen:
Landwirtſchafts=
miniſter; Bruggeſſaa: Kultus; Caſtberg: Handel;
Om=
holt: Finanzen; Abrahamſen: Juſtiz; Ihlen: Aeußeres;
Generalintendant Keilhau: Verteidigungsminiſter;
Harde=
vogt Urbye: Arbeitsminiſter.
Rußland.
Regelung der Auswanderung. Das
Handelsminiſterium arbeitete eine Geſetzesvorlage aus,
welche die Auswanderung der ruſſiſchen Arbeiter regelt.
Um den Arbeitern im Auslande zu helfen, werden
beſon=
dere Kommiſſare eingeſetzt.
* Berlin, 29. Jan. Die Stadt Berlin erhielt
auf den Antrag, ihr die Einführungserlaubnis
für friſches Rind= und Schweinefleiſch
aus Rußland über den 31. März des laufenden
Jah=
res hinaus bis zum 31. März 1914 zu verlängern, von
Landwirtſchaftsminiſter den Beſcheid, daß die Einfuhr
bis zum 1. Oktober 1913 zugelaſſen werde, daß dagegen
kein ausreichender Anlaß vorliege, die Genehmigung ſchon
jetzt bis zum 1. April 1914 auszudehnen.
* Der Wechſel im Oberkommando der
Hochſeeflotte. Mit dem Admiral v.
Holtzen=
dorff ſcheidet einer der hervorragendſten Seeoffiziere
aus unſerer Marine. Er wurde am 9. Januar 1853 in
Berlin geboren, trat 1868 in die preußiſche Marine ein
und war ſchon 1892 Korvettenkapitän. Später befehligte
er den Kreuzer „Prinzeß Wilhelm” und kam nach einem
zweijährigen Aufenthalt in den oſtaſiatiſchen Gewäſſern
zum Oberkommando der Marine. Im Jahre 1898 zum
Chef des Admiralſtabes der Oſtſeeſtation ernannt, ging
Herr v. Holtzendorff beim Ausbruch der Chinawirren
als Kommandant des Linienſchiffes „Kurfürſt Friedrich
Wilhelm” wieder nach Oſtaſien und wurde nach ſeiner
Rückkehr Oberwerftdirektor der Kaiſerlichen Werft in
Danzig, wo er zwei Jahre verblieb, bis er 1903 als
zwei=
ter Admiral des Kreuzergeſchwaders wiederum nach dem
fernen Oſten fuhr Im Jahre 1905 wurde er zweiter
Admiral des zweiten Geſchwaders der aktiven
Schlacht=
flotte, 1906 Chef des erſten Geſchwaders der Hochſeeflotte
und ein Jahr ſpäter Vizeadmiral. Im Herbſt 1909,
nach=
dem Prinz Heinrich das Kommando der Hochſeeflotte
abgegeben hatte, wurde Herr v. Holtzendorff zunächſt mit
der Wahrnehmung dieſer Stelle betraut und am 27.
Ja=
nuar 1910 erhielt er die definitive Ernennung zum Chef
der Hochſeeflotte unter Ernennung zum Admiral. Schon
im vorigen Jahre wollte der Admiral aus dem Dienſte
ſcheiden, aber auf ausdrücklichen Wunſch des Kaiſers
be=
hielt er das Kommando noch für ein Jahr. Nach den
vorjährigen Flottenübungen wurde Herr v. Holtzendorf
durch Verleihung des Schwarzen Adherordens
ausge=
zeichnet. — Der neue Chef der Hochſeeflotte, Vizeadmiral
v. Ingenohl, iſt gleichfalls ein bewährter Seeoffizier
und ſteht ſeit 1874 im Dienſte der Marine. Er führte von
1904 bis 1908 die Kaiſerjacht „Hohenzollern” zuletzt
mit=
dem Range eines Konteradmirals, um dann im Herbſt
1908 zum zweiten Admiral des erſten Geſchwaders
er=
nannt zu werden. Er erhielt ſodann den Befehl über das
oſtaſiatiſche Kreuzergeſchwader und wurde im Oktober
1910 Chef des zweiten Geſchwaders, welches er jetzt an
den Konteradmiral Scheer abgibt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 31. Januar.
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Samstaa, den 1. Februar d. J., weder
Audienzen erteilen, noch Meldungen und Vorträge
ent=
gegennehmen.
* Ernannt wurde der Lehrer Heinrich Bernhard
zu Worms zum Lehrer an der Vorſchule der
Oberreal=
ſchule daſelbſt unter Belaſſung in der Kategorie der
Volksſchullehrer.
Erledigte Stellen. Die mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende zweite Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Weiten=Geſäß, Kreis
Erbach.
Eine mit einem katholiſchen Lehrer zu
beſetzende Schulſtelle zu Rüſſelsheim, Kreis Groß=
Gerau.
g. Kriegsgericht. Der gemeinſchaftlichen
Mißhandlung eines Kameraden waren geſtern den
Gefreite Stephan Euler aus Eppertshauſen und die
Dragoner Heinrich Spahn aus Framersheim und
Hein=
ich Bauer II. aus Dahlheim vor dem Kriegsgericht
der 25. Diviſion angeklagt. Der Angeklagte Bauer wa
mit dem im zweiten Jahre dienenden Dragoner Leiſt beſ
der Stallarbeit wegen einer geringfügigen Urſache in
Streit geraten. Daraufhin überfielen die drei im dritten
Jahre dienenden Angeklagten den Dragoner Leiſt, alsen
vom Kaffeeholen kam. Mit Klopfpeitſchen und Zügel
ſchlugen ſie auf Leiſt ein, der ſich nach Kräften wehrte, aber
trotzdem verſchiedene Verletzungen erlitt. Das Gerich
verurteilt Bauer zu 10 Tagen und die beiden
an=
deren Angeklagten zu je 7 Tagen Gefängnis.
g. Strafkammer. Der Wirt Joſeph Zander aus
Bensheim war vom dortigen Schöffengericht wegen
Tierquälerei zu 15 Mark Geldſtrafe verurteilt
wor=
den, gegen welches Urteil er Berufung bei der
Strafkam=
mer verfolgte. Dem Angeklagten wurde von einem Gaſt
geſagt, daß der Eingang zu ſeiner Wirtſchaft durch die
Pferde eines Brauereifuhrwerks verſperrt werde.E
begab ſich deshalb hinaus, um die Tiere hinauszuführen
Hierbei biß ihn das eine Pferd in den Arm. Nach der
lusſage eines Zeugen in der Schöffengerichtsverhand
lung hatte nun der Angeklagte mit den Füßen nach dem
Pſerde getreten. In der geſtrigen Strafkammerverhands
lung konnte dieſer Zeuge nicht mehr bekunden, ob Zander
bei dem Treten das Tier auch getroffen habe, was zur
Verurteilung erforderlich wäre. Auch wurde damals
nicht feſtgeſtellt, ob das Pferd Spuren einer Mißhandlung
aufzuweiſen hatte. Das Gericht kam deshalb mangels
genügenden Beweiſes zur Freiſprechung des
An=
geklagten.
Vom Großh. Hoftheater. Heute gelangt
Jo=
hann Strauß‟ Meiſteroperette „Die Fledermaus” als
109. Abonnements=Vorſtellung, Buchſtabe C 29, zur
Wiederholung. Beginn 7½ Uhr. Samstag wird
als erſte Vorſtellung im Rahmen des
Faſtnachts=
repertoires Karl Rößlers Luſtſpiel „Die fün
Frankfurter” als 110. Abonnements=Vorſtellung, Bucht
ſtabe B 28, wiederholt werden. Beginn 7½ Uhr. Sonn
tag nachmittags wird Blumenthal=Kadelburgs Schwank
„Im weißen Rößl” als 18. Volks=Vorſtellung zu ermäßigs
ten Preiſen unter der Spielleitung von Herrn Jordan
zum erſten Male in dieſer Spielzeit gegeben werden. Dag
Faſtnachtsrepertoire bringt die Neueinſtudierungen der
beliebten Operetten „Prima=Ballerina” von Schwarz
und Reimann am Sonntaa abend und von Lehärs „Die
luſtige Witwe” am Faſtnachtdienstag mit Frau
Joſephine Becker als Gaſt in den entſprechenden
Titel=
rollen. Am Roſenmontag iſt als Kinder=Vorſtellung
Görners Märchenkomödie „Sneewittchen und die
Zwerge” angeſetzt. Beginn 4½ Uhr. Am Abend um
8 Uhr beginnt der heitere Faſchingsabend, bei welchem
mit Vorträgen mitwirken die Damen Geyersbach,
Kallen=
ſee und Gothe, ſowie die Herren Kammerſänger Weber,
Kammerſänger Riechmann, Becker, Thomſen, Sempeh
Peterſen, Kräger, Globerger, Baumeiſter und Jürgas.
* Höheres Schulweſen. Die Verordnung für di
Reifeprüfung an den Oberrealſchulen vom
28. Auguſt 1901 hat der Darmſt. Ztg. zufolge bei der
Ziffer 6 des § 15 folgenden Zuſatz erhalten: „Ferner
hat ſich die mündliche Prüfung in jedem Falle auch
auf die Phyſik und die Chemie zu erſtrecken‟
Dem=
entſprechend iſt fortan bei den Reifeprüfungen an den
Oberrealſchulen, ſoweit es ſich um Prüflinge handelt
die der prüfenden Anſtalt nicht als Schüler angehörem
zu verfahren. Für die Abiturienten bleibt es bei den
ſeitherigen Beſtimmungen. — Auf der
Direktoren=
konferenz vom 16. Dezember 1911 iſt allgemein als Ber
dürfnis anerkannt worden, für die Behandlung der
neueſten Geſchichte in der Oberprima mehl
Zeit zu gewinnen, als nach der üblichen und für die
Gymnaſien und Oberrealſchulen auch ausdrücklich
vor=
geſchriebenen Stoffverteilung zur Verfügung ſteht.
Als=
vorläufig einziges Mittel zu dieſem Zweck bezeichneten
beide Berichterſtatter übereinſtimmend und ohne
Wider=
ſpruch zu finden eine andere Abgrenzung der Lehr
aufgaben zwiſchen Unter= und Oberprima. Das Großh=
Miniſterium des Innern, Abteilung für Schulangelegen
heiten, hält dieſen Vorſchlag für wohlbegründet und
hat deshalb für die Folge beſtimmt, daß alle 3
Schül=
gattungen in der Unterprima das Mittelalter und die
neuere Geſchichte bis 1740, und in der Oberprima die
Geſchichte von 1740 bis zur Gegenwart zu behandeln
haben.
nn. Bezirksverein Martinsviertel. Im Saale der
Reſtauration Fey hielt der Verein der Bewohner des
Martinsviertels ſeine diesjährige Hauptverſammlung ab,
die von den Mitgliedern ſehr ſtark beſucht war. Der
Vol=
itzende, Herr Kaufmann und Stadtverordneter J. H
Wie der Tannhäuſer nach
Paris kam,
erzählt Pauline Fürſtin Metternich=Sandor in
einem Aufſatz der Neuen Freien Preſſe. Sie hatte
Wag=
ner 1860 in Wien durch Liſzt kennen gelernt und ſich
be=
ſonders für die Nibelungentrilogie und für Tannhäuſer
und den Triſtan begeiſtert. In ihrem Entzücken ſagte ſie
zu Wagner: „Solche Werke ſind nicht für Deutſchland und
Deutſchſprechende allein geſchaffen — die gehören der
Welt! Die müſſen in Frankreich, England, Italien, überall,
mit einem Worte aufgeführt werden! Kommen Sie nach
Paris, und wir wollen ſehen, ob man dort mit dem
„Tannhäuſer” nicht den Anfang machen kann!” Beim
Ab=
ſchied von Wien (Mitte Oktober) wiederholte die Fürſtin
ihre Aufforderung, nach Paris zu kommen, und Wagier
ſagte zu. Die Fürſtin plaudert dann weiter: Gegen den
20. November begaben wir uns nach Compiégne zur
kaiſerlichen Herbſtvillegiatur. Ich erzählte dort, daß ich
Richard Wagner kennen gelernt hätte, und noch ganz unter
dem Eindruck ſeines gewaltigen Genies ſtünde. Da wurde
ich verhöhnt, und man verſicherte mir hoch und teuer, daß
die abſcheuliche Zukunftsmuſik, wie man ſie nannte,
nie=
mals ihren Einzug in Frankreich halten würde.
Frank=
reich, hieß es, liebe nur Melodie — reine Melodie.
Ueber=
dies ſei dem in Deutſchland lächerlicher und unbegreiflicher
Weiſe gefeierten und bis zu den Wolken erhobenen
Zu=
kunftsmuſiker auch die Harmonie ein unbekanntes Ding
er verſtünde nur mit Pauken und Trompeten Lärm zu
ſchlagen — jeder Akkord klänge falſch — kurz und gut, er
gehöre in die Kategorie eines durch Schwindel
aufgebauſch=
ten falſchen Talents! „So falſch,” fügte ein Wüterich
hin=
zu, „wie ſeine Akkorde und ſeine gegen alle Regeln des
Kontrapunktes verſtoßenden Uebergänge!” Mit Leuten,
die ſolch unſinnige Urteile fällten, zu ſtreiten, war ein
Ding der Unmöglichkeit. Nachdem mir ſo viele Leute ganz
kategoriſch erklärt hatten, daß Wagners Muſik in
Frank=
reich —
ganz ſpeziell aber in Paris — nie und
nimmer=
mehr Eingang finden würde, ſo wagte ich es nicht, Schritte
zu unternehmen, um eine Aufführung des „Tannhäuſer”
zu ermöglichen, und ich ließ die Sache vorderhand ruhen.
Der Gedanke verließ mich aber nicht, und da bot ſich
mir unerwarteter Weiſe eines Tages der Anlaß, dieſen zu
verwirklichen. Ein Ball in den Tuilerien gab mir dazu
Anlaß. Kaiſer Napoleon war auf mich zugekommen und
unterhielt ſich längere Zeit mit mir, als zufällig die Sprache
auf die Vorſtellungen in der Oper kam. Ich konnte nicht
umhin, dem Kaiſer ganz offen zu ſagen, daß es im
höch=
ſten Grade bedauerlich ſei, daß das Repertoire ein ſo
be=
ſchränktes ſei und nur immer zwiſchen Wilhelm Tell, den
Hugenotten und ſelbſt der Favoritin ſich bewege. „
War=
um,” ſagte ich, „iſt es denn nicht möglich, neue Werke, wie
an allen anderen großen Bühnen Oeſterreichs und
Deutſch=
lands, welche mit Erfolg aufgeführt werden, hier zu
geben?” Und nach dieſer Frage dachte ich mir, jetzt oder
nie iſt der Augenblick gekommen, mit Wagner und dem
Tannhäuſer herauszurücken. Gedacht, getan, ſetzte ich
hin=
zu: „Diesbezüglich hätte ich eine große Bitte Eurer
Maje=
ſtät vorzutragen,” worauf der Kaiſer erſtaunt, aber lächelnd
erwiderte: „Eine Bitte inbezug auf die Oper?”
„Ja,
einer Oper wegen, die ich für mein Leben gern hier
auf=
geführt ſehen möchte.” — „Und von wem iſt dieſe
wunder=
volle Oper?” fragte der Kaiſer. — „Von Richard Wagner,
einem der größten Komponiſten der Jetztzeit. Sie heißt
Tannhäuſer und wird in Wien gegeben, wo ſie, wenn ſie
auch nicht allgemeine Anerkennung findet, doch von allen
Muſikkennern als ein Meiſterwerk geprieſen wird.”
„Der Tannhäuſer Richard Wagners,” ſagte der Kaiſer ſo
vor ſich hin, nach ſeiner Gewohnheit ſich den Schnurrbart
ſtreichend, „ich habe nie von der Oper, noch von dem
Kom=
poniſten gehört. Und Sie behaupten, dieſe Oper ſei
wirk=
lich gut?” Auf meine Bejahung hin wandte ſich Seine
Majeſtät gegen ſeinen in der Nähe ſtehenden
Oberkammer=
herrn Grafen Bacciocchi, welchem die kaiſerlichen Theater
unterſtanden, und in ſeiner einfachen Art ſagte er ihm=
„Hören Sie, Bacciocchi, die Fürſtin Metternich intereſſiert
ſich für eine Oper, der Tannhäuſer genannt, von einem
gewiſſen Richard Wagner, und wünſcht ſie hier aufgeführt
zu ſehen — laſſen Sie ſie geben!” So war der „
Tann=
häuſer” für Paris geboren. — Bacciocchi verbeugte ſich
und ſagte: „Wie Eure Majeſtät befehlen. Nur wird es
einige Zeit in Anſpruch nehmen, weil man eine große Oper
nicht ſo von heute auf morgen geben kann.” Ich war ſtarr
vor freudiger Ueberraſchung und Erſtaunen über die
fabelhafte Leichtigkeit, mit welcher mein Wunſch in
Er=
füllung gehen ſollte! Der „Tannhäuſer” ſollte im
kommen=
den Jahre zur Aufführung gelangen, und Wagner wurde
davon in Kenntnis geſetzt. Dankbarkeit iſt nie ſeine Sache
geweſen, und ſo nahm er die Sache danklos auf.
Im Spätherbſte fingen, glaube ich, die Proben an.
Im März ſollte die Oper aufgeführt werden. Bekanntlich
gibt es kaum anderswo ein Theater, wo ſo lange geprobt
und herumgezogen wird, bevor ein Werk das
Rampen=
licht erblickt, als es in Paris an der Großen Oper der
Fall iſt. Im Laufe des Winters 1861 kam Richard
Wag=
ner an, um den Proben beizuwohnen. Wenn er von ſich
ſelbſt ſagen konnte, daß „er Orcheſter ſpiele” ſo hätte er
hinzufügen können, daß er mit den Muſikern im Orcheſter
nicht ſpiele, ſondern ſie zu Tod quäle. Er war
unaus=
ſtehlich, und wenn der Befehl, den „Tannhäuſer”
aufzu=
führen, nicht direkt vom Kaiſer ausgegangen wäre, ſo
dürfte er ſchwerlich über die Bretter gegangen ſein, da
Muſiker, Sänger, Choriſten, Koſtümiers, Maſchiniſten, und
ich glaube, ſelbſt die Lampenputzer, förmlich wild wurden,
und ſich öfters weigerten, den Launen des Meiſters
nach=
zukommen. Niemann wurde von Deutſchland berufen, um
die Rolle des „Tannhäuſer” zu übernehmen, und damit
D.
einen dringenden Wunſch Wagners zu erfüllen. . .
Fürſtin erzählt dann ausführlich von dem Verlauf der
erſten Aufführung, die bekanntlich ein ſchmählicher
Miß=
erfolg für Wagner wurde.
Nummer 26.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913
Seite 3.
öſer, gab nach einer Begrüßung der Verſammlung
ſinten Rückblick über die Vorſtands= und Vereinstätigkeit
ſir verfloſſenen Geſchäftsjahr. Der Mitgliederſtand
be=
mägt zurzeit 279. Die Vereinsgeſchäfte wurden in zwölf
Vorſtandsſitzungen, drei Sitzungen der Vereinigten
Be=
ſirksvereine und einer Hauptverſammlung erledigt. Zum
gedächtnis der verſtorbenen Mitglieder erhebt ſich die
VVerſammlung von den Sitzen. Mit Dank begrüßt man die
dlich erfolgte Durchführung der Lichtenbergſtraße nach
dem Herzen des Martinsviertels. Auch die ſo notwendige
Verbreiterung der Pankratiusſtraße wird nach erfolgtem
Geländeaustauſch noch im Laufe des Frühjahrs zuſtande
ommen. Die hierfür aufgewendeten
Geländeankaufs=
ſoſten betragen 180000 Mark. Der Durchführung der
Mauerſtraße nach der Pankratiusſtraße ſtehen vorerſt noch
große finanzielle Schwierigkeiten entgegen. Das
Haupt=
chmerzenskind für die Bewohner des Martinsvierteis, der
Bau der elektriſchen Bahn durch die Hochſchulſtraße-
Pan=
katiusſtraße nach dem Riegerplatz, konnte trotz
Geneh=
nigung des Miniſteriums der Finanzen leider durch den
Einſpruch der Hochſchuldirektion wegen Störung des
Unterrichts und der phyſikaliſchen Apparate immer noch
icht erfolgen. Neuere Verhandlungen mit der Heſſiſchen
Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft und dem Miniſterium laſſen
ſine baldige Durchführung des Projekts erhoffen. Eine
ſierbei in Ausſicht genommene doppelte Verbreiterung
ſer Hochſchulſtraße durch Beſeitigung der Vorgärten,
benſo die Verbreiterung der Schloßgartenſtraße iſi im
ntereſſe des großen Verkehrs dankbar zu begrüßen. Auch
ſem Wunſche der Hausfrauen nach Einrichtung eines
Pochenmarktes hat die Stadtverwaltung im
Prin=
ip entſprochen. Derſelbe ſoll Mittwochs und Freitags
uf dem Riegerplatz ſtattfinden. Der Vorſitzende konſta
ſerte, daß man mit dem Erfolg der Vereinsbeſtrebungen
pohl zufrieden ſein könne und ſprach der
Stadtverwalt=
ng Dank und Anerkennung aus. Nach dem Bericht des
ßereinsrechners Herrn Hille betrugen die
Jahresein=
jahmen und =ausgaben 298 Mark. Das Vereinsvermögen
ſeträgt 1533,59 Mark. Auf Vorſchlag der Reviſoren
Lo=
enz und Kern wird dem Rechner Entlaſtung erteilt und
emſelben Dank für ſeine Kaſſenführung ausgeſprochen.
n der Beſprechung bemängelten einige Redner den
ſhlechten Zuſtand der Verkehrsſtraßen im Martinsviertel,
nsbeſondere der Beckerſtraße, der Eckhardtſtraße und der
Interen Arheilger Straße, ebenſo die mangelhafte
Stra=
ſenbeleuchtung und fordern einen direkten Straßenzug
ſurch die Hochſchulſtraße-Herrngarten-Bismarckſtraße
ſach dem Bahnhof. Dieſen Wünſchen ſchließen ſich noch
ſerſchiedene Redner an. Auch wird eine beſſere
Vertret=
ſng des Martinsviertels mit ſeinen 22000 Einwohnern
n Stadtparlament gewünſcht. Bei den
Vorſtandswah=
ln wurde der ſeitherige Vorſitzende, Herr J. H. Möſer
benſo als Rechner Herr H. Hille wiedergewählt. Die
prigen Vorſtandswahlen erfolgten ebenfalls nach den
ſmachten Vorſchlägen. Die Verſammlung wurde um
Uhr geſchloſſen.
r- Kreisverein Darmſtadt gegen den Mißbrauch
gei=
ſiger Getränke. Man ſchreibt uns: Am Mittwoch abend
ind im Feſtſaal der Turngemeinde am Woogsplatz der
Folksunterhaltungsabend des Kreisvereins
armſtadt gegen den Mißbrauch geiſtiger Getränke ſtatt.
er Saal war bis auf den letzten Platz beſetzt. Der
Vor=
tzende Herr Dr. Mülberger begrüßte mit
herz=
ſchen Worten die Erſchienenen, wies auf die große
Ge=
hr des Alkoholismus hin und zeichnete kurz die
Auf=
abe, die ſich die Nüchternheitsbewegung geſtellt hat, die
ſe erfüllen will zum Segen der gegenwärtigen
Genera=
ſon, vor allem aber der künftigen Geſchlechter, zum Wohle
bs Volkes und zum Heile und Segen des Vaterlandes.
ſer Vortragende des Abends, Herr Dr. R. Burckhardt
lus Berlin, Generalſekretär des Kirchlichen Blaukreuz
ſindes und Mitarbeiter am Deutſchen Verein gegen den
ſißbrauch geiſtiger Getränke, beleuchtete die Gefahr der
Intartung, die unſerem Volke namentlich aus einem
über=
iebenen und perkehrten Genußleben erwächſt, und
for=
tte zur Abwendung dieſer Gefahr eine vermehrte
Er=
ſehungsarbeit, vor allem ernſteſte Selbſtzucht in allen
evölkerungsſchichten. Wenn an gutem deutſchen Weſen
nſt noch die ganze Welt geneſen ſoll, ſo müſſen wir erſt
ſlbſt im innerſten Mark geſunden, muß es zu einer
Er=
ſüchterung und Erneuerung unſeres Volkslebens
kom=
ſen. Als Quellen für die Erlangung ſolcher Kraft nannte
r Vortragende u. a. Rückkehr zu einer naturgemäßen
Pbensweiſe hinſichtlich Ernährung, Körperpflege.
Klei=
ung und Wohnung, ferner zweckmäßige Leibesübungen,
Aarbietung von Bildungsmöglichkeiten an weite
Volks=
heiſe, Pflege des vaterländiſchen Sinnes und des
reli=
ſöſen Lebens. An Hand zahlreicher Lichtbilder wurde
ds Alkoholverderben und die Rettung aus ſolcher Not
üngehend und nachdrücklich geſchildert. Eine zweite Reihe
un Lichtbildern nach Meiſterwerken großer Künſtler,
na=
ſentlich des berühmten Belaiers Konſtantin Meunier,
ſttte die unverbildete menſchliche Kraft und Schönheit.
in Adel der Arbeit und die ſtärkſte Quelle für die
ſiedererneuerung des Volkslebens, die Religion. zum
ſegenſtand. Um den unterhaltenden Teil des Abends,
r in bunter Folge treffliche Vorträge deklamatoriſcher
und muſikaliſcher Art brachte, machten ſich die Damen
Frau Mathilde Sturmfels, Frl. Luiſe Sturmfels, Frl.
Marie Lagemann, ſowie das Streichquartett der Herren
Falkenſtein, Frey Krüger und Pfaff in dankenswerter
Weiſe verdient. Sämtliche Darbietungen wurden mit
leb=
haftem Beifall gelohnt
— Akademiſche Volksunterrichtskurſe. In einem
gutbeſuchten Vortrag ſprach am Mittwoch abend Prof.
Dr. Hülſen über die Baukunſt der alten Aegypter. In
lebendiger und packender Schilderung wußte der
Vortra=
gende den an ſich ſpröden Stoff unterhaltend und
lehr=
reich zu geſtalten. Nach einem kurzen Ueberblick über
Aegyptens Geſchichte und über die Forſchungsarbeiten der
Aegyptologen führte er an Hand von trefflichen
Lichtbil=
dern die Baukunſt jener alten Zeit vor Augen. Anfangend
bei dem gewaltigen Koloſſe der Cheopspyramide mit
ihrer beiſpielloſen Materialverſchwendung und endend
bei den kleinen Bauwerken, die ſich ſchon an griechiſche
Tempelideen anlehnen, durcheilte er in großen Zügen das
ganze Gebiet. Man kann ſich heute kaum noch einen
Be=
grit machen, nicht nur von den gewaltigen Kräften, die
die ungeheueren Steinmaſſen in Bewegung ſetzten, ſondern
auch von der feinſinnigen Technik, die ſich bei näherer
Be=
trachtung überraſchenderweiſe offenbart. Die Aegypter
waren gewaltige Baumeiſter, aber auch recht geſchickte
Mineure. Das zeigen die Querſchnitte der Pyramiden,
die Felſengräber und Felſentempel. Die Bauweiſe iſt
eine durchaus naturgemäße, d. h. ſie ſtützt ſich auf die
Be=
dingungen, die im Material ruhen. Daher auch die faſt
für die Ewigkeit berechneten dicken granitnen Säulen,
die noch heute, nach 4000—5000 Jahren, in vielen
Tempel=
ruinen, beſonders auf den Feldern von Karnak und
Luxor, Zeugen der ägyptiſchen Kultur ſind. Was noch
weiter an Wandgemälden, Säulen, Kapitälen,
Skulptu=
ren, Innenräumen, Sphinxen, Statuen und Obelisken,
ganzen Tempeln und Gartenanlagen, Häuſern und
Ein=
richtungen — die altägyptiſchen Blitzableiter fehlen nicht
gezeigt wurde, rundete das ganze Bild von der
Bau=
kunſt und Kultur der alten Aegypter ab. Ramſes II.,
wohl der größte Baumeiſter ſeiner Zeit — oder vielmehr
das Bild ſeiner Mumie —, gab ſich ſelbſt die Ehre, auf
der weißen Leinwand zu erſcheinen. Bei Betrachtung
eines gewaltigen Schädelbaues und kühnen Profils kann
man den gewaltigen Willen begreifen, der der Urheber
jener großen Werke war. Ueber allem, was die
Licht=
bilder zeigten und was die klaren Ausführungen des
Vortragenden brachten, lagerte die Erkenntnis, daß das
Schaffensmotiv, namentlich in baukünſtleriſcher Hinſicht
faſt rein vom religiöſen Empfinden diktiert wurde, daß
aber auch ferner dieſes religiöſe Empfinden damals
äußerſt ſcharf ausgeprägt war, ungleich ſchärfer als in
jeder anderen Epoche und bei anderen Völkern.
Gemälde=Ausſtellung. In der Hofkunſthandlung
Herm. Sonnthal, Eliſabethenſtraße 28, iſt
gegen=
wärtig ein großes Bildnis, ſowie einige Porträt=Skizzen
von Kunſtmaler Hans Weyl=Tarmſtadt, desgleichen
eine Kollektion Aquarelle von Kunſtmaler Hermann
Schlegel=Darmſtadt ausgeſtellt.
* Der Krieger= und Militärverein „Blücher” begeht
am Sonntag die offizielle Kaiſer=
Geburtstags=
feier im Vereinslokal, Ballonplatz 4.
Der Kavallerie=Verein Darmſtadt feiert am
Samstag in ſeinem Vereinslokal „Zur Reichskrone”.
Mühlſtraße Nr. 5, den Geburtstag des deutſchen
Kaiſers, wozu alle Kameraden und deren
Ange=
hörige, ſowie Freunde und Gönner herzlich
will=
kommen ſind. (Siehe Anz.)
Odenwaldklub. Man ſchreibt uns: Unſere Mit
glieder machen wir auf den nächſten Sonntag
ſtatt=
findenden Ausflug in den Taunus aufmerkſam.
Wenn uns leider nicht vergönnt iſt, diesmal das luſtige
Treiben der Rodelfahrer und Skiläufer zu bewundern,
o bieten doch der Taunus und hauptſächlich der
Feld=
berg ein eigenartiges Winterbild. Da auch der
inter=
eſſanten Saalburg ein Beſuch abgeſtattet wird, ſo dürfte
die Tour eine recht lohnende und abwechſelungsreiche
werden. — Heute, Freitag, findet im Gartenſaale der
Brauerei Fay wieder ein Bierabend ſtatt, wozu
unſere Mitglieder mit der Bitte um recht zahlreiche
Be=
teiligung freundlichſt eingeladen ſind; auch Gäſte ſind
willfommen.
* Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. Man ſchreibt uns:
Es iſt gewiß von Intereſſe, daß auch die Mitglieder des
Kgl. Belvedere, die zur
Roſenmontagsfeſtvorſtel=
lung im Närriſchen Hoftheater Orpheum verpflichtet ſind
und bereits Samstag abend die erſte Vorſtellung
abſol=
vieren, nach Schluß der Vorſtellung den großen Geſell
ſchafts=Maskenball im Saalbau beſuchen wer
den. Ebenſo die Mehrzahl der Mitglieder des Großh.
Hoftheaters. Die Ballmuſiken ſtellen die bewährten
Kapellen des Leibgarde=Regiments Nr. 115 unter
Ober=
muſikmeiſter Hauske, und des Feldartillerie=Regiments
Nr 61 unter Obermuſikmeiſter Weber. Die beiden
Or=
cheſter werden ununterbrochen ſpielen. Der Vorverkauf
hat bereits außerordentlich rege eingeſetzt. Es empfiehlt
ſich, die Vergünſtigungen für Beſucher des Bunten
Abends und für Zugfondszeichner im Vorverkauf zu
be=
nutzen, da der Eintrittspreis an der Abendkaſſe
ausnahms=
los 6 Mark beträgt.
Roſenmontagfeſtvorſtellung im Närriſchen
Hof=
theater. Wie ſeit Jahren, wird die
Karnevalgeſell=
ſchaft Narrhalla auch heuer am
Roſenmon=
tag im närriſchen Hoftheater Orpheum eine glanzvolle
Feſtvorſtellung veranſtalten, zu der der Generalintendant
Graf Fink von Finkenſtein bereits alle Vorbereitungen
ge=
troffen hat. Wie wir erfahren, iſt bereits das Enſemble
des Dresdener Kgl. Belvedere mit Trude Troll, der
Königin des Tanzes, an der Spitze, verpflichtet worden und
wird den künſtleriſchen Teil des Feſtabends in gewohnt
glanzvoller Weiſe durchführen. Das närriſche Hoftheater
wird in feenhaft ſchöner Weiſe geſchmückt ſein und in
hell=
ſtem Glanze karnevaliſtiſchen Schmullles erſtrahlen, da
auch Se. Närriſche Hoheit Prinz Karneval ſein
Er=
ſcheinen zugeſagt hat. Die Hofloge wird an dieſem Abend
wie immer dem Prinzen und dem närriſchen Miniſterium
reſerviert bleiben. Nähere Mitteilungen folgen.
* Kaufm. Stenogr.=Geſellſchaft Gabelsberger.
Man ſchreibt uns: Eine Waldpartie zur Winterszeit
veranſtaltet die Abteilung Geſelligkeit der Kaufmänniſchen
Stenographen=Geſellſchaft „Gabelsberger” am Faſtnacht=
Sonntag, den 2. Februar, von abends 6 Uhr ab in den
Räumen des Kaiſer= und Fürſtenſaales. Die Dekoration
verſetzt den Beſucher in einen üppigen grünen Wald.
Für ſolche, die die Waldeinſamkeit lieben, iſt durch
Herrichtung einer Wolfsſchlucht und ſonſtiger idylliſcher
Waldplätzchen zum gemütlichen Plaudern Rechnung
ge=
tragen. In beiden Sälen wird zum Tanz aufgeſpielt,
während ein Karuſſell zur weiteren Beluſtigung
bei=
tragen ſoll. Nach den getroffenen Vorbereitungen wird
die Veranſtaltung die der früheren Jahre noch
über=
treffen. Der Vorverkauf von Eintrittskarten hat bereits
bei den auf den Plakattafeln erſichtlichen Verkaufsſtellen
begonnen. (Siehe Anzeige.)
Der Chriſtliche Verein junger Männer
Wart=
burg (Protektor Se. Königl. Hoheit der Großherzog)
gedenkt, wie alljährlich, am Faſtnachtdienstag im
Ge=
meindehaus, Kiesſtraße 17, einen Familienabend mit
Verloſung abzuhalten. Den Vorbereitungen nach zu
ſchließen, dürfte ſich dieſer Abend ſeinen Vorgängern
würdig anſchließen und wäre deshalb ein guter Beſuch
wünſchenswert.
Im Orpheum beginnt morgen, Samstag, den
1. Februar, das mit Spannung erwartete Gaſtſpiel
des Enſembles vom Königl. Belvedere in
Dresden mit ſeiner aktuellen Revue: „Los, auf den
Bummel‟ Die heitere Kunſt der Dresdner Gäſte ſteht
hier in beſtem Andenken und verſpricht das diesjährige
Gaſtſpiel vorausſichtlich wieder der Clou der Saiſon und
ſpeziell der Karnevalszeit zu werden. — Das Orpheum,
welches für die Faſchingstage wieder zum
närriſch=
prinzlichen Hoftheater avanciert, bringt am
Roſen=
montag mit dem Belvedere=Enſemble die ſeit Jahren
übliche Galafeſtvorſtellung in Anweſenheit des Prinzen
Karneval nebſt Gefolge. (Siehe Anzeige.)
Landkolonie für Unfallverletzte und Invalide.
— Am Mittwoch fand auf Einladung und unter dem
Vorſitz des Herrn Provinzialdirektors Fey die angeſetzte
Beſprechung über Gründung einer Landkolonie
ür Unfallverletzte und Invalide ſtatt. Er
ſchienen waren unter anderem die Herren Kreisarzt
Medi=
zinalrat Dr. Groos, Leibarzt Dr. Happel, Dr. Rigler,
Chefärzt der Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt Geheimer
Regie=
rungsrat Bichmann und Geheimer Forſtrat Joſevh als
Vertreter der Land= und Forſtwirtſchaftlichen
Berufsge=
noſſenſchaft, Kreisamtmann v. Köbke als Vertreter des
Oberverſicherungsamts, Pfarrer Widmann=Darmſtadt für
die Epileptiſche Anſtalt in Nieder=Ramſtadt, Dr. Textor,
Direktor der Provinzial=Pflegeanſtalt in Eberſtadt und
eine größere Anzahl Vorſtände und Geſchäftsführer von
gewerblichen Unfallberufsgenoſſenſchaften.
Der Vorſitzende begrüßte die Erſchienenen und führte
u. a. aus: Herr Dr. Rigler habe in einer 1912 erſchienenen
Schrift die Gründung von Landkolonien für
Unfallver=
letzte und Invalide erörtert und befürwortet. Die Sache
habe nun dadurch einen ſehr ſchönen praktiſchen Anfang
erhalten, daß der bekannte Großinduſtrielle Herr Johann
A. von Wülfing in Berlin ein Kapital von 50000 Mark
zu dem Zweck geſtiftet hat, auf dem Lande, wenn möglich
in der Nähe von Darmſtadt, eine den Vorſchlägen des
Herrn Dr. Rigler entſprechende Landkolonie zu gründen.
Das Kapital iſt bei der Provinzialdirektion deponiert.
Dem Stifter gebühre für ſeine hochherzige Stiftung
war=
mer, öffentlicher Dank. Die Provinzialdirektion hat es
nun im Intereſſe der Sache und zur Förderung eines
ge=
deihlichen und baldigen Zuſtandekommens der Kolonie
gelegen erachtet, wenn die Frage, wie die Kolonie zu
gründen und einzurichten ſei, zunächſt mit
ſachverſtändi=
gen und auf dem Gebiete der ſozialen Fürſorge,
insbeſon=
dere der Unfall= und Invalidenfürſorge, erfahrenen
Her=
ren erörtert würde. — Hierauf verbreitete ſich Herr Dr.
Feuilleton.
* Tragikomödie vor dem Altar. In der St.
Georgs=
ſliche im Oſten Londons ſpielte ſich dieſer Tage eine
enſo aufregende wie peinliche Szene ab. Es ſollte eine
Zauung vollzogen werden, und das Brautpaar mit
ſei=
r Eskorte von ſechs Brautmädchen, Brautführern,
ſgen uſw. befand ſich bereits vor dem Altar. Die
Hoch=
tsgeſellſchaft war vollzählig verſammelt. Es gab
hchelegante Toiletten zu bewundern, und vor der Kirche
ſtradierte eine lange Reihe von Equipagen mit
hochzeit=
ſih geſchmückten Geſpannen. Alles ſchien aufs beſte
vor=
hreitet zu ſein. Doch als der Geiſtliche von dem
Bräuti=
um das Dokument erbat, welches beſcheinigt, daß der
Gekandidat in der Pfarrgemeinde, zu der er gehört,
auf=
ſoten worden iſt, konnte der junge Mann es nicht
vor=
gen. Vergebens ſuchte der Unglückliche ebenſo wie
n „beſter Mann”, deſſen Pflicht es geweſen wäre, für
Vorhandenſein aller notwendigen Papiere zu
ſor=
ſ, in ſämtlichen Taſchen. Nichts kam zum Vorſchein
ud die Braut ſank in Ohnmacht. Der geängſtigte Bräuti=
Am verſicherte, daß alles in Ordnung ſei und daß er das
mgeſſene Schriftſtück am anderen Tage vorlegen wolle,
ſer unerſchütterlich blieb der Prediger bei der
Erklär=
üg, die Trauung nicht vollziehen zu können, wenn das
kument nicht da wäre. Die größte Beſtürzung
be=
ſüchtigte ſich aller Anweſenden bei dieſer Ankündigung.
Bmühungen, in telephoniſche Verbindung mit dem
Kir=
ünbureau in des Bräutigams Stadtteil zu gelangen,
fren erfolglos. Leichenblaß fiel nun auch der
an=
chende Ehemann, deſſen Nachläſſigkeit die peinvolle
Stuation veranlaßt hatte, in tiefe Ohnmacht, und ſeinem
hiſpiel folgte die kaum erſt zum Bewußtſein
zurück=
gommene Braut. Kaltes Waſſer und Riechſalze waren
gorderlich, um die Ohnmächtigen zu wecken. Der gan=
zen Hochzeitsgeſellſchaft blieb dann nichts anderes übria,
als die Kirche zu verlaſſen. Es verlautet leider nicht, ob
die Gäſte in ihre eigenen Häuslichkeiten zurückkehrten
oder ob das Hochzeitsmahl „im voraus” eingenommen
wurde, während die Trauung notgedrungen
aufgeſcho=
ben werden mußte.
** Auch eine Löſung der Dienſtbotenfrage. Aus New=
York wird berichtet: Frau Louis Tichacek, die Frau eines
wohlhabenden Eigeitümers einer Marmorwerkſtatt,
nimmt für ſich den Ruhmein Anſpruch, die
Dienſtboten=
frage glücklich gelöſt zu haben. Frau Tichacek, deren Mann
früher auch Abgeordneter geweſen iſt und in St. Louis
heute eine bedeutende geſellſchaftliche Rolle ſpielt, iſt die
glückliche Mutter von neun Söhnen. Jedem
Dienſt=
mädchen, das engagiert wird, erklärt die kluge Hausfrau
daß ſie nach einer fünfjährigen tadelloſen Dienſtzeit das
Recht haben ſoll. einen der Söhne zu heiraten
Drei der Söhne ſind jedenfalls ſchon heute mit ehemaligen
Dienſtmädchen ihrer Mutter glücklich verheiratet und
Frau Tichacek hofft, daß auch die übrigen ſechs bei
Er=
reichung eines heiratsfähigen Alters dieſem Beiſpiele
fol=
gen werden. Natürlich müſſen die Dienſtmädchen, die bei Frau
Tichacek engagiert werden wollen, gut ausſehen und
häus=
liche Tugenden beſitzen. Die Hausfrau behauptet: „Wenn
die Mädchen gut genug ſind um fünf Jahre lang bei mir
Hausarbeiten zu verrichten, dann ſind ſie auch aut genug.
um die Frau eines meiner Söhne zu werden.‟ Die Söhne
werden mit ihrer Großjährigkeit jeweils Teilhaber im
Ge=
ſchäfte des Vaters, wohnen in der Nähe des Elternhauſes
und die drei bisher auf dieſe Weiſe verheirateten Söhne
haben keinen Grund gehabt, ihre Wahl zu bereuen. Frau
Tichacek wird ſeitdem fortwährend mit Angeboten
ſtellung=
ſuchender Mädchen überhäuft, die gern fünf Jahre um
einen Mann dienen wollen; diente doch in der Bibel der
treue Liebheber um Nahel ſegag ſieben! Dieſe Löſung
der Dienſtbotenfrage iſt aber eine rein individuelle, da
nicht alle Mütter neun Söhne haben können.
— Eine moderne Folterkammer. Aus London wird
berichtet: Profeſſor Keith arbeitet bereits emſig an der
Organiſation eines einzigartigen Muſeums, das bei dem
nächſten internationalen Kongreß für Medizin, zu dem
London einen Zuſtrom von 8000 Fachgelehrten erwartet,
eröffnet wird. Es handelt ſich um eine Ausſtellung von
über 50000 Flaſchen und Glasgefäßen, die Bakterien,
Krankheitskeime und modernes Anſchauungsmaterial der
Heilkunde enthalten werden. Dieſe internationale
Folter=
kammer, an deren Zuſtandekommen faſt alle
wiſſenſchaft=
lichen Korporationen und mediziniſchen Autoritäten der
Welt mitarbeiten, wird in London zunächſt in South
Keiſinaton in den Räumen des Imperial College der
Wiſſenſchaften und Technik ſein Heim finden und zugleich
einen Ueberblick über die geſamten jüngſten
Errungen=
ſchaften der Medizin bringen.
* Ein Zeichen der Zeit. Unter dieſem Titel druckt die
Monatsſchrift „Der Milchausſchank” eine Zuſchrift ab, die
ſich mit einer Nachricht aus Bonn beſchäftigt, wonach den
dortigen Univerſitätsbehörden eine ſtudentiſche Eingabe
um Errichtuna eines weiteren Milchhäuschens in den
Univerſitätsgebäuden ſelbſt oder in ihrer Nähe zugegangen
iſt. Es heißt in der Zuſchrift: Vor einem Jahrzehnt
würde die Nachricht ein ſchallendes Gelächter und
unge=
heuere Heiterkeit erregt haben. Hätte damals ein
ernſt=
haktes Blatt die Kunde aus der Muſenſtadt gebracht, ſie
wäre als eine der fetteſten „Zeitungsenten” begrüßt
wor=
den. Heute ſtimmt es mit der Eingabe und ſie geht,
un=
angezweifelt, als eine immerhin Sereſſante Erſcheinung
im ſtudentiſchen Leben und Treiben, aus ihrem Urblatt
in den deutſchen Blätterwald über.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913.
Nummer 26.
Rigler in einem Vortrag über die Aufgaben der von
ihm befürworteten und gedachten Landkolonie. Eine
der=
artige Kolonie wird mehrere (3 bis 4) Unterabteilungen
aufzuweiſen haben. Einmal die „eigentliche Kolonie für
Unfallverletzte und Invalide‟. In ihr ſollen
Unfallver=
letzte und Invalide, die an beſtimmten Krankheiten, z. B.
hauptſächlich Unfallnerven krantheiten, leiden,
Auf=
nahme finden. Der Eintritt in die Kolonie ſoll freiwillig
erfolgen. Der Koloniſt verzichtet als Gegenleiſtung für
das,was ihm die Kolonie bietet, auf ſeine Rente und
ver=
richtet mehrere Stunden am Tag individuell nach ſeinen
Fähigkeiten Arbeiten. Die zweite Unterabteilung der
Kolonie iſt die „Gewöhnungsabteilung”. In ihr ſoll in
der Hauptſache während des Heilverfahrens der
Unfall=
verletzte wiederum nach der anatomiſchen Heilung auch
ſunktionell geheilt werden. Er ſoll in voller Ruhe an
die durch den Unfall herbeigeführte körperliche Verletzung
und ſoweit möglich, an ſeine frühere oder unter
Umſtän=
den an eine neue Arbeitstätigkeit gewöhnt werden. Die
dritte Abteilung beabſichtigt die Aufnahme von Krüppeln.
Gerade von ſolchen von Natur aus verkrüppelten Perſonen
werden auch durch Unfall verſtümmelte Perſonen bei ihrer
Wiedergewöhnung an die Arbeit manches lernen tönnen.
Außerdem ſollen in einer weiteren Abteilung Perſonen
Unterkunft finden, die an Knochen= oder Gelenktuberkuloſe
leiden. Der Vorſitzende ſprach Herrn Dr. Rigler für
ſei=
nen Vortrag und ſeine im Intereſſe der Unfallverletzten
und Invaliden entwickelte, ſo anerkennenswerte Tätigkeit
beſten Dank aus, dem die Verſammlung allſeitig gerne
zuſtimmte.
An der hierauf eröffneten Diskuſſion beteiligten
ſich die Anweſenden zahlreich. Es kam allgemein zum
Ausdruck, daß der Gründung einer ſolchen Landkolonie
von allen Eingeladenen, insbeſondere von den
gewerb=
liche Berufsgenoſſenſchaften, reges Intereſſe
entgegen=
gebracht werde. Eine derartige Anſtalt ſchaffe eine neue
ſehr zweckmäßige Hilfe auf dem Gebiet der
Unfallbehand=
lung, die allſeitig Nutzen zu bringen geeigiet ſei.
Ins=
beſondere ſprach auch der Vertreter des
Oberverſicherungs=
amtes ſich ſehr günſtig und beifällig über die geplante
Gründung aus. Die Anweſenden waren deshalb
allge=
mein der Meinung, es ſei der Gründung einer Landkolonie
im Prinzip zuzuſtimmen. Der Vorſitzende ſchlug darauf
vor, ein aus verſchiedenen Perſonen beſtehendes
Kura=
torium zur Förderung der Sache und als Beirat für
die Gründung und die Verwaltung der Kolonie demnächſt
zu beſtellen. Dem Vorſchlag wurde zugeſtimmt; das
Kuratorium ſoll in der folgenden Sitzung gewählt
wer=
den. Herr Dr. Rigler erklärte ſich bereit, den verſchiedenen
beteiligten Kreiſen und Intereſſenten eine eingehende
ſchriftliche Darlegung über die heute erörterten Aufgaben
der geplanten Landkolonie, ſowie eine Ueberſicht über die
entſtehenden Koſten und deren Deckung alsbald zugehen
zu laſſen, was die Anweſenden begrüßten. Der
Vor=
ſitzende ſchloß ſodann die Sitzung, indem er die Hoffnung
ausſprach, in der in Ausſicht genommenen weiteren
Sitz=
ung auf dasſelbe Intereſſe der beteiligten Kreiſe rechnen
zu können.
* Arheilgen, 30. Jan. Geſtern feierte der bei Gebr.
Trier=Darmſtadt beſchäftigte Magazinarbeiter Johs.
Andres von hier ſein 25jähriges Arbeitsjubiläum.
Von den Geſchäftsinhabern wurde dem Jubilar ein
grö=
ßerer Geldbetrag überreicht. Auch von ſeiten der
Bureau=
angeſtellten und Arbeiter wurde er mit ſinnreichen
Ge=
ſchenken bedacht. Daß das Einvernehmen der Firma
Ge=
brüder Trier mit den Arbeitern gut iſt, geht wohl am
beſten daraus hervor, daß die Mehrzahl der Arbeiter ſchon
auf ein Arbeitsverhältnis von 10 bis 28 Jahren
zurück=
blickt.
Aus dem Gorxheimertal, 30. Jan. Vor zwei Jahren
riefen einige Weinheimer Großinduſtrielle einen
regel=
mäßigen Automobilverkehr von Weinheim
aus über Gorxheim und Flockenbach nach
Tröſel ins Leben, wodurch beſonders den vielen
Ar=
beitern, welche täglich in Weinheim Verdienſt haben, eine
große Annehmlichkeit geſchaffen wurde. Aber nach Ablauf
eines Jahres zeigte es ſich, daß das Unternehmen ganz
erhebliche Zuſchüſſe erfordere. Man ſteigerte
des=
halb den Fahrpreis. Aber auch dies konnte das
Unter=
nehmen nicht lebensfähig machen. Man wandte ſich
des=
halb an die heſſiſche und die badiſche Regierung und an
die intereſſierten Orte und bat um Zuſchüſſe. Da aber
keine weiteren Unterſtützungen in Ausſicht geſtellt
wur=
den, ſollte der Verkehr aufhören. Erneute Vorſtellungen
haben nun bewirkt, daß ſowohl Heſſen als
Baden, einige Großfabrikanten und die Stadt
Wein=
heim Unterſtützungen zugeſagt haben, ſo daß
der regelmäßige Verkehr für die Zukunft geſichert iſt.
Mainz, 30. Jan. Die Stadtverordnetenverſammlung
beſchloß geſtern die Einführung einer
Billett=
ſteuer für Theater, Varietétheater, kinematographiſche
Vorführungen, Zirkusvorſtellungen, ſowie
Tierſchau=
ſtellungen. Die Steuer beträgt 10 Prozent des
Eintritts=
geldes, mindeſtens jedoch 5 Pfg. Maßgeblich für die
Steuerberechnung iſt der wirklich gezahlte Eintrittspreis;
dieſem iſt jedoch zuzuſchlagen: a) der Preis des
Pro=
gramms, wenn deſſen Erwerbung nicht in das Belieben
des Beſuchers der Veranſtaltung geſtellt iſt; b) der
20 Pfg. überſteigende Betrag des Garderobegeldes, wenn
die Benutzung der Garderobe nicht in das Belieben des
Beſuchers der Veranſtaltung geſtellt iſt. Der Steuer
unterliegen nicht Unternehmen der bezeichneten Art au
Meſſen und Märkten, ſowie bei Volksfeſten.
Vorführun=
gen, die ausſchließlich zu wiſſenſchaftlichen oder
beleh=
renden Zwecken veranſtaltet werden, können von dem
Oberbürgermeiſter ſteuerfrei erklärt werden; ebenſo ſind
gelegentliche Varieté=Vorſtellungen in Vereinen und in
Wirtſchaften ſteuerfrei. Das finanzielle Ergebnis für die
Stadt wird auf etwa 12—15000 Mark geſchätzt.
Mainz, 30. Jan. Ueber die Probe=
Mobilmach=
ung eines Mainzer Regiments berichtet das M. J.: Ein
glänzendes Zeugnis für die Schlagfertigkeit und
Kriegs=
bereitſchaft unſerer Truppen legte die am Mittwoch
vor=
genommene Probe=Mobilmachung des Inf.=
Regts. Nr. 117 hier ab. Um 7 Uhr früh traf völlig uner
wartet der Befehl zur Mobilmachung des Regiments in
der Kaſerne ein. In wenigen Minuten ſchon wimmelte
es im ganzen Kaſernengebäude von emſig hin= und
her=
eilenden Maninſchaften, Ordonnanzen uſw. Zunächſt
wur=
den die Kriegsgarnituren (feldgraue Uniformen
mit allem Zubehör nebſt Stiefeln und Schnürſchuhen in
Empfang genommen. Später ging es an die Verprovian,
terung und Ausrüſtung mit dem notwendigſten
Patronen=
bedarf. Jeder Mann erhielt ſeine erſten Rationen
Büch=
ſenfleiſch nebſt Konſerven, ſowie 2 Säckchen Zwieback, Oel
Pfeffer und Salz uſw. Auch die vorgeſchriebene Anzahl
ſcharfer Patronen wurde in Empfang genommen und
ver=
packt. Der Torniſter bildete mit ſeinen Eßwaren,
Unter=
kleidern, Wäſche und vielen anderen Dingen bald eine Art
kleines Warenhaus, das alles Notwendige für den
täg=
lichen Bedarf enthielt. Nachmittags um 2.30 Uhr ſtand
das ganze Regiment völlig kriegs= und
ab=
marſchbereit in kompletter Ausrüſtung auf dem
Kaſernenhofe. Das kriegeriſche Bild wurde
vervollſtän=
digt durch die im zweiten Kaſernenhofe in langen Reihen
aufgeſtellten Proviant= und Fouragewagen. Die ganze
Uebung ging außerordentlich flott und ſicher von ſtatten.
Gonſenheim, 30. Jan. Die Unterſuchung gegen den
Rechner Dölfel, der den Kranken= und Sterbeverein in
Gonſenheim durch große Unterſchlagungen ſchwer
geſchä=
digt hat, iſt, dem M. J. zufolge, jetzt abgeſchloſſen. Die
Unterſchlagungen belaufen ſich auf mehr
wie 7000 Mark. Dölfel kam vor etwa 12 Jahren nach
Gonſenheim, wo man keine Ahnung davon hatte, daß er
gerade wegen Betrugs eine Gefängnisſtrafe von 4
Jah=
ren verbüßt hatte. Er gewann bald in Gonſenheim
Ver=
trauen und heiratete dort auch ein Mädchen aus
anſtän=
diger Familie. Er fand eine gut bezahlte Stelle in einem
großen Geſchäft, war aber zuletzt ein halbes Jahr
arbeits=
los. Damals wurde er auch Kaſſierer des Kranken= und
Sterbevereins und erhielt vom Vorſtand eine
Beſcheinig=
ung, daß er Beträge bis zu 100 Mark kaſſieren dürfe
er fälſchte dieſen Schein jedoch, indem er eine 2 vor die 1
ſetzte auf 2100 Mark. Er kaufte ſich auch ein Haus, auf
das er die Anzahlung ſchuldig blieb. Der Vorſtand des
Kranken= und Sterbevereins iſt inzwiſchen zurückgetreten,
ſoll aber den Mitgliedern gegenüber für die
Unterſchlag=
ungen Dölfels zivilrechtlich verantwortlich gemacht
werden.
Oppenheim, 30. Jan. Dem Landtagsabgeordneten
Rechtsanwalt Dr. Winkler ſind ſeitens der
Staats=
regierung als letzte Rate 2000 Mark zur Verfügung
geſtellt worden zum Zwecke der Unterſtützung ſolcher durch
den Notar Hubert geſchädigter Perſonen, die in ihrer
Exiſtenz ruiniert worden ſind.
Büdingen, 30. Jan. Die Streife nach den
Wilderern bei Büdingen wurde mit Hilfe eines
Po=
lizeihundes aus Nidda fortgeſetzt. Der Hund ſtöberte im
Walde zunächſt fünf Säcke mit Fleiſch von zwei friſch
ge=
ſchoſſenen Hirſchen auf, die unter Laub verſteckt waren.
Sodann nahm er die Spur nach dem Dorfe Breitenborn
auf bis zu einem vor dem Dorfe lagernden Haufen
Reiſigwellen, bei dem ſich eine große Blutlache befand.
Offenbar hatten die Wilderer ihren angeſchoſſenen
Ge=
noſſen dort niedergelegt. Nach Berichtensvon
Breiten=
borner Einwohnern hatte man in der voraufgegangenen
Nacht auch die Ankunft eines Wagens gehört, der bis
etwa in die Gegend des Reiſighaufens gefahren und dann
bald darauf wieder in raſchem Tempo davongeraſſelt war.
Zweifellos hatte der Wagen den Verwundeten abgeholt
Bei der Fortſetzung der Streife wurde dann ein
Ein=
wohner des Dorfes Wittgenborn als der
ange=
choſſene Wilderer entdeckt. Er iſt ſchwer am
Bein verwundet. Seinen Komplizen, die er nicht verrät,
iſt man auf der Spur.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 29. Jan. Das
Thermo=
meter ſank heute abend auf 7 Grad unter Null. Im
Nordoſten Deutſchlands waren geſtern früh 14 Grad Kälte
zu verzeichnen und im ſkandinaviſchen Norden wurden
Temperaturen bis zu 28 Grad unter Null erreicht. — Der
frühere Rektor Bock, der bekanntlich wegen angeblichen
ſittlichen Verfehlungen an Mädchen der ihm unterſtellten
katholiſche Gemeindeſchule in der Gneiſenauſtraße zu
einer längeren Gefängnisſtrafe verurteilt worden iſt und
dieſe auch verbüßt hat, beklagt ſich, daß alle ſeine Verſuche,
ein Wiederaufnahmeverfahren zu erreichen,
erfolglos geblieben ſind. Rektor Bock beteuert nach wie
vor energiſch, daß er zu Unrecht auf falſches Zeugnis der
Belaſtungszeuginnen hin verurteilt worden ſei und
er=
hofft von einem Wiederaufnahmeverfahren die
Wieder=
herſtellung ſeiner bürgerlichen Ehre. Er hat im Verlag
Eulitz in Liſſa bereits vor vier Monaten eine Broſchüre
erſcheinen laſſen, in der er ſeinen Fall ausführlich
behan=
delt und gegen den Kriminalkommiſſar, der ſeinerzeit die
Belaſtungszeuginnen vernahm, ſehr ſchwere Vorwürfe
richtet. Rektor Bock erwartete von dem Erſcheinen der
Broſchüre, daß ihm in einem Beleidigungsprozeß
Gelegen=
heit gegeben würde, ſeine Affäre wieder aufzurollen, eine
ſolche iſt aber bisher nicht angeſtrengt worden. Ferner
beſchuldigt Bock in der Broſchüre ſechs der gegen ihn
auf=
getreteien Zeuginnen unter voller Namensnennung des
Meineides. Auch zu dieſer ſchweren Anſchuldigung ſind
weder von Seiten der Zeuginnen noch der
Staatsanwalt=
ſchaft bisher irgend welche gerichtlichen Schritte getan
worden. — Ein Heiratsſchwindler hat in der
letz=
ten Zeit drei Berliner Damen um insgeſamt etwa 100000
Mark geſchädigt. Er machte die Bekanntſchaft dieſer
Da=
men bald als Regierungsaſſeſſor, bald als Aſſiſtenzarzt
eines hervorragenden Klinikers und verſtand es, unter
ver=
ſchiedenem Vorwande den Damen größere Summen her
auszulocken. In einem Falle handelt es ſich um 25000
Mack, in einem anderen um 30000 Märk. Im dritte
Falle hat er die Betrogene um ihr ganzes Vermögen
ge=
bracht. Nach dem Heiratsſchwindler wird gefahndet.
Bad Homburg, 30. Jan. Der Kreistag des Ober=
Taunus=Kreiſes hat beſchloſſen, dem Kaiſer zum Regie
rungsjubiläum für Zwecke der Saalburg=
Forſch=
ung 20000 Mark zur Verfügung zu ſtellen.
Straßburg, 30. Jan. Zu dem Feſtball in dieſer
Saiſon im Kaiſerpalaſt hatten geſtern abend an 600
Gäſte der Einladung des Grafen und der Gräfin Wedel
Folge geleiſtet, darunter der kommandierende General
von Fabeck, Staatsſekretär Frhr. Zorn von Bulach,
Pro=
feſſor Dr. Fiſcher mit ihren Damen, zahlreiche hohe
Be=
amte und Offiziere aus dem ganzen Lande, Vertreter der
Bürgerſchaft und Induſtrie, ſowie einige Mitglieder des
Landtages. Erſt nach Mitternacht ging die
wohlgelun=
gene Feſtlichkeit zu Ende.
Bonn 30. Jan. Leutnant von Görne vom Bonner
Huſaren=Regiment hat ſich erſchoſſen. Das Motiv
der Tat dürfte in Schwermut zu ſuchen ſein, die ſich der
Offizier bei Pferderennen durch wiederholte Stürze
zuge=
zogen haben ſoll.
Leipzig, 29. Jan. Nach dem Beſuch der Dresdener
Bank begab ſich König Friedrich Auguſt mit
Ge=
folge nach dem Mathematiſchen Seminar der Univerſität,
wo deſſen Direktor Geheimer Hofrat Profeſſor Dr. Hölder
über die Grundlegung der Mathematik durch Galilei einen
Vortrag hielt. Im Anſchluß daran hörte der König eine
Vorleſung des Wirklichen Geh.=Rats Profeſſor Dr. Wundt
über Sinnestäuſchungen. Nachmittags 3 Uhr fuhr der
König zur Univerſitätsklinik in der Liebigſtraße. Nach
einem Rundgange und eingehender Beſichtigung begal
ſich der König um 4 Uhr in das Palais. Abends wohnte
der König einer Varietévorſtellung im Kriſtallpalaſt bei
und nahm ſpäter an einer Abendgeſellſchaft beim
Kreis=
hauptmann v. Burgsdorff teil.
Leipzig, 30. Jan. Vor dem Vereinigten zweiten und
dritten Strafſenat des Reichsgerichts findet heute
der Splonagebrozeſ Sgen den Kaufmamn, früheren
Mechaniker und Monteur, Wilhelm Ewald aus
Bocken=
heim=Frankfurt a. M. ſtatt. Ewald wohnte zuletzt in
Boulogne=ſur=Seine bei Paris. Er war früher bei
Sie=
meus u. Halske beſchäftigt und hatte dort mit der
Einrich=
tung von Telegraphen= und Telephon=Anlagen auf
Kriegs=
chiffen zu tun. Er wird beſchuldigt, die in der
Anklage=
ſchrift näher bezeichneten Gegenſtände aus Wilhelmshaven
und Kiel in London zur Kenntnis des engliſchen
Nach=
richtendienſtes gebracht zu haben (Verbrechen gegen
§ 1 des Spionagegeſetzes). Vor dem Gerichtshofe
erſchie=
nen ſechs Zeugen und drei Sachverſtändige. Die
Oeffent=
lichkeit iſt für die Dauer der ganzen Verhandlung
ausge=
ſchloſſen.
Brandenburg a. d. Havel, 30. Jan. Zu einem Beſuch
eines Füſilier=Regiments traf geſtern Prinz
Hein=
rich, der Chef der 35er, hier ein. Außer dem Regiment
ſtanden mehrere Vereine ehemaliger 35er aus den
benach=
barten Orten Parade.
Hamburg, 30. Jan. Ueber den Untergang des
Viermaſters „Pangani” infolge eines
Zuſam=
menſtoßes mit dem franzoſiſchen Dampfer „Phryne” bei
dem Cap de la Hague iſt der hieſigen
Ree=
derei F. Laeisz bisher keine Nachricht auf ihre nach
Frank=
reich gerichteten Telegramme zugegangen, ſo daß man
hier noch nicht weiß, ob die 26 Mannder Beſatzung,
außer den vier als gerettet gemeldeten, ertrunken
ſind. Das wird jedoch nach den Umſtänden des
Unter=
ganges befürchtet. Die Behauptung des Kapitäns der
„Phryne”, daß der Viermaſter ohne Lichter gefahren ſei,
wird hier entſchieden bezweifelt. Dieſer Vorwurf erſcheine
angeſichts der gewiſſenhaften Führung des Schiffes nicht
ohne weiteres glaubwürdig. Der Viermaſter „Pangani
wurde im Jahre 1902 auf der Tecklenborgiſchen Werft in
Geeſtemünde erbaut. Er beſaß 3054 Bruttoregiſtertons
Tragſähigkeit und hatte Zement und Stückgut geladen
Die hieſige Aſſekuranzbörſe iſt an dem Schaden durch
Ver=
icherung der Ladung beteiligt, während die Casco=
Ver=
ſicherung bei der Reederei gedeckt iſt. Die Reederei hat
bekanntlich vor längerer Zeit den Untergang des ſtolzen
Fünfmaſters „Preußen” im Kanal zu beklagen gehabt.
Wien, 30. Jan. Entgegen der Behauptung, di
radiotelegraphiſche Station auf der Jeſu
itenkirche in Graz habe nur wiſſenſchaftlichen
Zwek=
ken gedient, meldet die Militäriſche Rundſchau, das Organ
des Kriegsminiſteriums, daß die Grazer Jeſuiten durch
ihre Funkenſtation mit ihren Ordensniederlaſſungen in
Rom und Malta korreſpondiert hätten. Jedenfalls iſt
Auftrag gegeben, die Funkenſtation zu entfernen.
Genua, 30. Jan. Der Leiter der deutſchen Südpol=
Expedition, Oberleutnant Filchner, iſt geſtern mit dem
Dampfer „Königin Elena” aus Buenos=Aires hier
ein=
getroffen. Zugleich mit ihm kam Dr. König an, der mit
ſeiner Expedition das Prinz=Regent Luitpold=Land und
die Wilhelm II.=Barriere entdeckte. Die beiden Forſcher
ſetzten die Reiſe nach Berlin fort.
Madrid, 30. Jan. Auf dem Dampfer „Cap
Blanco” der geſtern in Vigo einlief, wurde eine Kiſter
mit 100000 Mark in Gold geſtohlen. Alle Nachfor
ſchungen blieben erfolglos.
Moskau, 29. Jan. Heute früh durchſchnitt ein
Beſucher der Tretjakow=Galerie das Gemälde Rjopin
„Johann der Schreckliche tötet ſeinen Sohn” mit einem
Meſſer an drei Stellen. Die Wächter ergriffen den Täter
und führten ihn in das Zimmer des Galeriekuſtos, woe
als der 29jährige geiſteskranke Sohn des
Heiligenbild=
malers Balaſchow feſtgeſtellt wurde.
New=York, 29. Jan. Weingartner hat ſich mi
der Sängerin Lueile Marcel vermählt.
Die Erſte Kammer und das
Budget 1913.
— Darmſtadt, 30. Jan. Bei der heutigen
ge=
meinſamen Beratung der Finanzausſchüſſe beider
Kammern mit der Regierung über das Budget 1913
wurde von dem Finanzausſchuß der Erſten
Kammer folgende Erklärung abgegeben:
Der Etat 1913 ſchließt erfreulicherweiſe mit dem
ſehr erheblichen Ueberſchuß von rund 2 Millionen Mark
ab. Auch die Budgets, der Jahre 1911 und 1912 wiſſen
eine ähnliche günſtige Geſtaltung, die von den
Rechnungs=
ergebniſſen noch übertroffen wurden, auf. Es darf aber
nicht außer Acht gelaſſen werden, daß der Ueberſchuß in
dem Staatsvoranſchlag 1913 im weſentlichen auf den
Steuererhöhungen der Jahre 1910 und 1912 beruht, die
nur mit Rückſicht auf die kommende Neuordnung der
Be=
amtenbeſoldung bis jetzt aufrecht erhalten werden
konn=
ten. Wenn auch der Staatsvoranſchlag 1913 keine
finan=
ziellen Anforderungen für die Neuordnung dieſer Beamte=
und Lehrergehalte enthält, ſo iſt doch zu beachten, daß die
Regierungsvorlage vom 7. Dezember 1912 einen Bedarf
von rund 3 Millionen Mark aufweiſt: das bedeutet
gegen=
über der Regierungsvorlage vom März 1912 ein Mehr
von rund 400000 Mark, gegenüber der bewilligten
Teuer=
ungszulage ein Mehr von rund 560000 Mark. Die Großh.
Regierung hat in ihrer Vorlage berechnet, daß der
jähr=
liche Bedarf bis zum Jahre 1920 auf rund 3,30 Millionen
Mark ſteigen wird. Die Deckung dieſer Summe ſoll aus
Erſparniſſen der Staatsverwaltung, aus dem natürlichen
Einnahmezuwachs, aus den Etatsüberſchüſſen, durch
Ent=
nahme aus dem Reſtefonds, durch Heranziehung der
Städte und Gemeinden zu den Koſten der höheren Schulen
und endlich vom Jahre 1915 an durch eine
Steuerechöh=
una in Höhe von 5 Prozent bei der Einkommenſteuer und
5 Pfg. pro Tauſend Mark bei der Vermögensſteuer erfolgen.
Die Unterlagen für dieſe Deckungsrechnung ſind in ſehr
zurückhaltender Weiſe ermittelt. Eine Tatſache aber
wurde bei der Rechnung von der Großh. Regierung
voll=
ſtändig außer Acht gelaſſen, nämlich, daß der
Aus=
gleichsfonds am Ende des
Rechnungs=
ahres 1913 gefüllt iſt und daß deshalb nach den
Beſtimmungen des Tilaungsgeſetzes vom 17. Juli 19
die geſamten Reinerträge der Eiſenbahnen abzüglich der
2 Millionen Mark. die in den Staatshaushalt fließen, einem
Reſtefonds zugeführt werden müſſen.
Nach dem Tilgungsgeſetz vom 17. Juli 1912 iſt ber
Ausgleichs= und Tilgungsfonds in ſeiner Höhe auf 8
Mil=
lionen Mark begrenzt. Der Ausgleichsfonds beträgt Ende
1912 5,7 Millionen Mark und wird Ende 1913
voranſchlags=
mäßig 7,7 Millionen Mark enthalten: in Wirklichkeit aber
wird er wahrſcheinlich ſchon früher angefüllt ſein, dent
es brachten die Eiſenbahnen ſchon im Jahre 1911 eine
Einnahme von 17852317 Mark, die Steigerung hat im
Jahre 1912 angehalten, während in den Etat 1913 nur
17,4 Millionen Mark eingeſtellt ſind.
Es darf hiernach alſo erwartet werden, daß jenem
Reſtefonds im nächſten Jahre aus den
Eiſenbahnein=
nahmen echebliche Summen zufließen werden, und es
Nummer 26.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913.
Seite 5.
unterliegt keinem Zweifel, daß die von der Großh.
Re=
gierung vorgeſehene Steuererhöhung nicht
not=
wendig ſein wird, wenn man dieſe
Eiſenbahnein=
nahme für die Verwaltung flüſſig macht.
Die Großh. Regierung ſieht in ihrem Deckungsplan
vom Jahre 1915 an eine Steuer mehreinnahme durch
Steuererhöhung von 863060 Mark vor. Dieſer Betrag
erhöht ſich in den nächſten Jahren um den natürlichen
Steuerzuwachs. Die Eiſenbahneinnahmen brachten nun
in den letzten Jahren — wenn man das geltende
Aus=
gleichsfondsgeſetz auf die Jahre 1911 und 1912 anwendet
— durchſchnittlich jährlich rund 4,5 Millionen Mark in den
Ausgleichsfonds. Bei zu erwartender Stabilität der
Ein=
nahmen auf dieſer Höhe könnten mindeſtens rund 2
Mil=
lionen Mark jenem Reſtefonds in Zukunft zufließen. Aus
dieſer ſtändigen Zuführung aber könnte nicht nur der noch
für die Beamtenbeſoldung fehlende Betrag von 863060
Mark entnommen werden, ſondern es könnte auch der
na=
türliche Steuerzuwachs gedeckt werden und es würde
noch ein weiterer Ueberſchuß verfügbar ſein
Dieſer Mehrüberſchuß wäre dazu zu verwenden, die
Steuerzuſchläge, die im Jahre 1910 bewilligt
wur=
den, langſam abzubauen.
Dieſe Maßnahme erſcheint um ſo notwendiger, als
die Steuerkommiſſion des preußiſchen Abgeordnetenhauſes
beſchloſſen hat, daß die im Jahre 1909 eingeführten
Zu=
ſchläge zur Einkommen= und Ergänzungsſteuer nach und
nach abgebaut werden, und mit dem 1. April 1916 ganz in
Wegfall kommen ſollen. Mit dem Abbau der preußiſchen
Zuſchläge verſchlechtert ſich das Steuerverhältnis der
Steuerbelaſtung zwiſchen Heſſen und Preußeni, das ſchon
augenblicklich nicht zugunſten von Heſſen ausfällt, noch
weiterhin erheblich, während die Steuerreform des
Jahres 1898 die gleiche ſteuerliche Belaſtung in Heſſen und
Preußen wirtſchaftlich und politiſch erforderlich
bezeich=
nete.
Die heſſiſchen Steuereinnahmen haben in den letzten
4 Jahren eine Steigerung von zuſammen rund 5,19
Mil=
lionen Mack gleich 28 Prozent erfahren, währennd der
Zuſchußbedarf der allgemeinen Verwaltung einſchließlich
Staatsſchulden und Penſionen nur um 9,1 Prozent
ge=
ſtiegen iſt.
Hierdurch ergibt ſich, daß die heutigen Ueberſchüſſe
weſentlich auf den im Jahre 1910 in ſehr ſtarkem Maße
erhöhten Steuern beruhen.
Wie erwähnt, weiſt der Etat 1913 einen Ueberſchuß
von rund 2 Millionen Mark aus laufenden Mitteln auf
Die Großh. Regierung erklärt in ihrer Denkſchrift, daß
dieſer Ueberſchuß, als überaus hoch bezeichnet werden
müſſe infolge ſtarker Steigerung der ordentlichen
Ein=
nahmen und rechnet deshalb für das Jahr 1914 ff. in ihre
Vorſchlägen zur Deckung der Beamtenbeſoldung nur mit
einem Ueberſchuß von 1,4 Millionen Mark. Prüft man den
Etat ernſtlich, ſo läßt ſich an keiner Stelle behaupten, daß
eine Ueberſchätzung der Einnahmen vorliegt. Die Großh.
Regierung führt wohl deshalb auch als weiteren Grund
für die Herabſetzung des Ueberſchuſſes in den Jahren
1914 ff. an, daß „die ſeitherige Zurückhaltung in den
Ausgaben nicht gut weiter geführt werden könne.‟ Die
Erſte Kammer ſteht im allgemeinen auf einem
entgegen=
geſetzten Standpunkt. Die wiederholten Erklärungen des
Finanzausſchuſſes beweiſen, daß die Erſte Kammer aufs
ernſteſte beſtrebt iſt, die angekündigte Vereinfachung der
Staatsverwaltung durchzuführen und damit weſentliche
Erſparniſſe zu erzielen. Anregungen auf Verſtaatlichung
des Notariats und ähnliches können in ihrem Erfolge zu
weiteren Einnahmeſteigerungen für die Staatskaſſe
führen. Die Gründe der Großh. Regierung für die
Herabſetzung des Etatsüberſchuſſes von den 1913 erzielten
2 Millionen Mark auf 1,4 Millionen Mark ſind alſo
keines=
wegs völlig beweiskräftig.
Im engſten Zuſammenhang hiermit ſteht auch die
Frage des Reſtefonds (Kap. 1), der den Ueberſchüſſen der
Jahre 1910 und 1911 ſeine Entſtehung verdankt. In der
erſten Beamtenbeſoldungsvorlage war ſein Verbrauch bis
auf 800000 Mark vorgeſehen. Nach der zweiten Vorlage
ſoll der Fonds bis 1920 noch 3 Millionen Mark enthalten,
wenn eine Steuererhöhung von 5 Prozent
Einkommen=
ſteuer und 5 Pfennig für das Tauſend Mark Vermögen
eintritt. Da aus den Eiſenbahnen nach Auffüllung des
Ausgleichsfonds hohe Beträge zur Verwendung frei
wer=
den, ſo kann dieſer nach der Vorlage der Regierung durch
Steuern aufzubringende Betrag aus der
Eiſenbahnein=
nahmen gedeckt werden und es bleibt immer noch ein
er=
heblicher Ueberſchuß für den Steuerregulierungsfonds.
Unter dieſen Geſichtspunkten erſcheint es nicht nur
als tunlich, ſondern als im Landesintereſſe
dringend notwendig, die im Jahre 1910
beſchloſſene Steuererhöhung nach und
nach=
wieder abzubauen. Denn es liegt keine
Veran=
laſſung vor, die Stabilität des Steuerfußes immer nur in
der Richtung zu wahren, daß wohl Erhöhungen, aber
nie=
mals Ermäßigungen eintreten dürfen.
Deshalb nimmt der Finanzausſchuß der
Erſten Kammer folgende Regelung in Ausſicht:
Aus den auf Grund des Artikels 9 des
Tilgungs=
geſetzes nach Auffüllung des Ausgleichsfonds auf den
geſetzlichen Höchſtſtand von 8 Millionen Mack in einen
Reſte=
fonds fließenden Eiſenbahneinnahmen iſt ein
Steuer=
regulierungsfonds zu bilden; dieſem Fonds iſt bis zum
Jahre 1920 der Betrag zu entnehmen, der zur Beſtreitung
der Bedürfniſſe der Beſoldungsreform in dem
betreffen=
den Etatsjahr notwendig iſt, ſoweit nicht aus andern
Staatseinnahmen Deckung erfolgt.
Ueber dieſe Erklärung des Finanzausſchuſſes entſpann
ſich eine mehrſtündige Debatte, in der im
allge=
meinen die vom Finanzausſchuß Erſter Kammer gegebenen
Richtlinien als zutreffend anerkannt wurden.
Danach folgte noch eine eingehende Beratung über die
Anſtellungsvechältniſſe der Schreibgehilfen, die ſich bis
gegen ½3 Uhr ausdehnte. Die gemeinſamen Beratungen
der beiden Finanzausſchüſſe werden am Freitag vormittag
10 Uhr fortgeſetzt.
Stadtverordnetenverſammlung.
18. Sitzung.
St. Darmſtadt, 30. Januar.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitzung um 3¾ Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Die kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft „
Ga=
belsberger” hat zur Beſichtigung ihrer neuen eigenen
Unterrichtsräume eingeladen.
Eine von mehreren Laternenwärtern an die
Stadtverordneten=Verſammlung gerichtete Eingabe wegen
ihrer Lohnverhältniſſe iſt nach Mitteilung des
Vorſitzen=
den dahin beſchieden worden, daß der Bitte um Gleich=
ſtellung mit den Arbeitern anderer ſtädtiſcher Betriebe
nicht entſprochen werden kann, da die Laternenwärter
keine vollbeſchäftigten Arbeiter ſind.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten.
Zementplatten=Fußſtei g.
Stadtv. Lindt führte aus: Auf der Nordſeite
des Seitersweges zwiſchen Fiedlerweg und Speſſartring iſt
die alsbaldige Fußſteigbefeſtigung im öffentlichen
Inter=
eſſe erforderlich. Die Befeſtigung war von der
Stadt=
verordneten=Verſammlung im Jahre (1909 beſchloſſen
auf Einſpruch eines Anliegers aber zunächſt ausgeſetzt
worden. Die Tiefbau=Deputation hat der Ausführung
eines Zementplatten=Fußſteiges zugeſtimmt. Die
Aus=
führung erfolgt beſtimmungsgemäß auf Koſten der
An=
lieger. — Die Verſammlung ſtimmt zu.
Ueber die
Lieferung von Pflaſterſteinen
referiert Stadtv Sames: Der Bedarf des Tiefbauamts
an Normalpflaſterſteinen für die Straßenpflaſterungen im
Jahre 1913 beträgt etwa 2400 Kubikmeter. Nach dem
Er=
gebnis der für die Lieferung dieſer Steine
ausgeſchriebe=
nen öffentlichen Verdingung beantragt die
Tiefbaudepu=
tation die Lieferung in Teilen an die drei mindeſtfordern
den Firmen (Odenwälder Hartſtein=Induſtrie,
Hartſtein=
werk Rupbachtal und Mitteldeutſche Steininduſtrie) zu
vergeben und die erforderlichen Mittel von rund 90000
Mark, die in den Voranſchlagsentwurf für 1913
einge=
ſtellt ſind, alsbald zu bewilligen. — Ebenſo wird
bean=
tragt, die Lieferung von rund 7200 Quadratmeter
Klein=
pflaſterſteinen an die mindeſtfordernde Baſalt=Aktien=
Ge=
ſellſchaft in Linza Rh. zu vergeben und den erforderlichen
Kredit von 25920 Mk., der gleichfalls in den
Vor=
anſchlagsentwurf eingeſtellt wird, jetzt ſchon zur
Ver=
fügung zu ſtellen. — Die Verſammlung iſt damit
einver=
ſtanden.
Orthopädiſche Turnkurſe.
Stadtv. Dr. Noellner führt aus: Seit einigen
Jahren nehmen Kinder der hieſigen Volksſchule, bei denen
Anfänge von Verkrüppelungen ſich zeigen. an dem
ortho=
pädiſchen Turnunterricht in der Ernſt=Ludwig=
Heilan=
ſtalt teil. Der im Jahre 1912 abgehaltene Turnkurſus
wurde von 94 Kindern der Stadtſchulen beſucht. Das
Schularztkollegium empfiehlt die Beibehaltung der Kurſe,
da bei einer großen Anzahl der Kinder unverkennbar eine
Beſſerung ihres Zuſtandes eingetreten iſt. Die Koſten
eines auf ſechs Monate zu bemeſſenden Kurſes betragen
rund 500 Mark, für zwei Kurſe alſo jährlich 1000 Mark.
Schul= und Finanzausſchuß haben die weitere Abhaltung
der Kurſe befürwortet und die Einſtellung eines Kre
dits von 1000 Mark in die künftigen
Jahresvoran=
ſchläge beantragt. — Die Verſammlung iſt damit
einver=
ſtanden.
Ueber die Erhebung einer
Warenhaus= und Filialſteuer
referiert ebenfalls Stadtverordneter Dr. Noellner:
Im Auguſt vorigen Jahres hat eine Anzahl
Stadt=
verordneter die Einführung einer Warenhaus= und
Filialſteuer beantragt, nachdem durch das neue
Gemeinde=
umlagengeſetz den Gemeinden die Möglichkeit gegeben
war, durch Ortsſatzung die Erhebung dieſer Steuer zu
beſchließen. Mit Rückſicht darauf, daß die allgemeine
Finanzlage der Stadt die Schaffung neuer Mittel
drin=
gend erfordert, hat die Verwaltung mit dieſem Antrag
ſich einverſtanden erklärt und Satzungsentwürfe zur
Ge=
nehmigung vorgelegt. Dieſe entſprechen im allgemeinen
den von Großh. Miniſterium ausgearbeiteten
Muſter=
ſatzungen und ſehen die Erhebung der Steuer nach dem
Jahresumſatz vor. Es werden die folgenden Sätze
vor=
geſchlagen:
a) für die Warenhausſteuer:
bis einſchließlich
von mehr als
des Umſatzes
150000 M.
300000 M. 1 vom Hundert
450000 „
300000 „
1½ „
„
600 000 „
450000 „
2 „
600000 „
1000000 „ 2½ „
1000000 „
3 „
,
b) für die Filialſteuer:
1 000— 50 000 einſchl. 1 v. Hdrt.
von ein. Umſatz v.
vom weit. „ „über 50000—100000 „ 1½ „ „
„ „ „ „ „ 100 000—200000 „ 2 „ „
„ „ 200 000 M.
2½ , „
Im Einvernehmen mit dem Finanz=Ausſchuß wird
beantragt, die Steuern zunächſt einmal verſuchsweiſe für
die Jahre 1913, 1914 und 1915 einzuführen, um ihre
Wir=
kung in Verbindung mit der neuen Veranlagung der
ſon=
ſtigen Gemeindeſteuern zu erproben.
Der Referent führt weiter aus, daß der
Geſamt=
umſatz der Warenhäuſer uſw. in Darmſtadt über
fünf Millionen beträgt, und daß es zweifellos
be=
rechtigt iſt, dieſe zu der Steuer heranzuziehen, da die
Warenhäuſer keineswegs in gleichem Verhältnis beſteuert
werden wie die übrigen Gewerbetreibenden. Der Ertrag
der Steuer wird auf mindeſtens 70000 Mark geſchätzt.
Zu bedauern iſt, daß eine Anzahl Firmen, ſo die Firma
Schepeler, leider auch durch dieſe Steuer nicht gefaßt
wer=
den kann. Im übrigen aber bedeutet die vorgeſchlagene
Steuer ſicher einen gerechten Ausgleich.
Stadtv. Dr. Oſann: Die jetzt vorgeſchlagene
Steuer beruht auf einem Normativſtatut, das die Regierung
aufgeſtellt hat. In einer Reihe von Städten iſt die Steuer
bereits mit mehr oder weniger Erfolg eingeführt. Es
fragt ſich nun, ob für Darmſtadt ebenfalls die
Notwendig=
keit zur Einführung der Steuer beſteht. Es iſt nun
zwei=
ellos richtig, daß in Darmſtadt eine ganze Reihe von
Geſchäften, beſonders der Lebensmittelbranche, ſchwer
ge=
ſchädigt werden durch die Warenhäuſer und Filialen
grö=
ßerer auswärtiger Geſchäfte. Hier einen Ausgleich zu
ſchaffen, iſt ein Gebot der Gerechtigkeit. Es muß doch
ſchwer zu denken geben, daß 53 Geſchäfte ſeit Erſtehung
der Filialgeſchäfte bereits eingegangen und eine ganze
Anzahl weiterer ſehr zurückgegangen iſt, ſo daß ſie ſich
nur noch mit Mühe und Not über Waſſer halten können.
Die Einwände der Warenhaus= uſw. Verbände gegen die
Steuer ſind nicht ſtichhaltig, vor allem nicht, ſoweit davon
die Rede iſt, daß die kleinen Geſchäfte unverhältnismäßig
zugenommen haben. Denn dieſe kleinen Geſchäfte bieten
eben vielen noch eine Exiſtenz, die ſie im Angeſtelltenver
hältnis nicht mehr finden können. Auch vom Standpunkte
der Kommune iſt die Beſteuerung gerechtfertigt. Denn die
großen Geſchäfte mit ihren großen Transporten nehmen
die ſtädtiſchen Einrichtungen ganz anders in Anſpruch als
die kleinen. Eine Erdroſſelung der Warenhäuſer iſt
durch=
aus nicht beabſichtigt, ſie kann auch nicht eintreten, denn
es handelt ſich tatſächlich nur um einen gerechten
Aus=
gleich. Im Zeitalter der ſozialen Fürſorge, des Fühlens
mit den materiell Bedrängten, muß man zu einer ſolchen
Steuer kommen, die dem Mittelſtand dienen und ihn
kon=
kurrenzfähig machen ſoll. (Lebh. Bravo!)
Stadtv. Friedrich kann von ſeinem Standpunkte
aus nicht begreifen, daß die Vorlage dem Mittelſtande
helfen ſoll. Er iſt durchaus gegen die Steuer, weil ſie
nicht im Entfernteſten das einbringen wird, was man
erwartet, und weil die Warenhäuſer die Steuern doch
ab=
wälzen werden auf die Konſumenten oder auf die
Fabri=
ken, die die bezahlenden Kunden nicht fahren laſſen,
ſon=
dern ihrerſeits wieder allgemein die Rohſtoffpreiſe
er=
höhen werden. Die 53 eingegangenen Geſchäfte beweiſen
noch lange nicht die Notwendigkeit der Steuer, denn
daran ſind nicht die Warenhäuſer ſchuld, ſondern meiſt
die perſönliche und kaufmänniſche Untüchtigkeit der
Ge=
ſchäftsinhaber ſelbſt. (Widerſpruch.) Die Vorlage wirke
wie ein Strafgeſetz für perſönliche Tüchtigkeit der
Be=
troffenen. Wenn er überzeugt wäre, daß die Steuer
dem Mittelſtand diene, würde er gerne „Arm in Arm mit
ſeinem Kollegen Oſann” gehen. (Heiterkeit.) — Stadtv.
Henrich: Rein theoretiſche Erwägungen, losgelöſt von
jeder praktiſchen Betätigung, würden wohl zu einer
Ab=
lehnung der Steuer führen. Die Praxis aber führt dazu
die Steuer für uns zu befürworten. Es ſei unbeſtreitbar,
daß die Filialgeſchäfte und Warenhäuſer nicht ſteuerlich
gleich belaſtet ſind, als die kleineren Geſchäfte.
Bedenk=
lich wäre eine Erdroſſelungsſteuer, die aber nicht
beabſich=
tigt und auch nicht möglich iſt. — Stadtv Sames iſt
ebenfalls für die Steuer. Mit einem Zuſchlag zur
Ge=
werbeſteuer uſw iſt nicht geholfen. Auch wenn die Steuer
eingeführt, iſt die Belaſtung der Filialen noch nicht ſo,
wie die der kleinen ſelbſtändigen Geſchäfte. Redner legt
das in ſehr eingehenden Schilderungen aus der Praxis
dar. — Stadtv. Dr. Vaubel iſt nicht ſonderlich begeiſtert
für die Steuer, doch ſei ſie immerhin als kleine Hilfe
zu befürworten. — Stadtv. Louis Lautz hält die
Steuer für durchaus gerecht und ſehr gering. Sie werde
keineswegs zue Erdroſſelung führen. Er kann die Herren
von der Sozialdemokratie nicht begreifen, da doch die
Warenhäuſer uſw die größte Konkurrenz für die
Konſum=
vereine bilden. Als Geſchäftsmann begrüße er die Steuer
mit Freuden, weil ſie einen gerechten Ausgleich bilde,
nur hält er 1 Prozent für zu gering. — Stadtv. Aß muth
ſpricht ſich in längeren theoretiſchen Ausführungen gegen
die Steuer aus. Ebenſo Stadtv. Dr. Fulda. Nach
weiterer Debatte des Stadtv. Henrich, des
Vor=
ſitzen den Stadtvv. Sames, und Dr. Oſann
erfolgt Abſtimmung.
Die obengenannten Anträge der Bürgermeiſterei und
der Ausſchüſſe werden gegen ſie Stimmen der Stadtvv.
Dr. Fulda, Aßmuth und Friedrich angenommen.
Es folgt noch eine Reihe perſönlicher Bemerkungen
der Stadtvv. Dr. Vaubel, Dr. Oſann, Dr. Fulda,
Aßmuth und Dr. Kolb.
Rechnungsabſchlüſſe.
Die Rechnungen des Großh. Realgymnaſiums, der
Großh. Ludwigs=Oberrealſchule und der Großh. Liebigs=
Oberrealſchule liegen zur Genehmigung vor. Nach den
bereits gutgeheißenen Abſchlüſſen betragen die ſtädtiſchen
Zuſchüſſe zur Kaſſe des Realgymnaſiums 59063,75 Mark,
der Ludwigs=Oberrealſchule 46 914,84 Mark und der
Liebigs=Oberrealſchule 19865.08 Mark. Die Rechnungen
ſchließen ab: a) Großh. Realgymnaſium 230 762,17 Mark,
b) Großh. Ludwigs=Oberrealſchule 162974,31 Mark.
c) Großh. Liebigs=Oberrealſchule 54886,44 Mark. Es
wird Zuſtimmung zu den Rechnungsabſchlüſſen beantragt.
Nach dem Referat des Stadtv. Bormet ſtimmt die
Ver=
ſammlung zu. Die Tagesordnung iſt damit erſchöpft.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 30. Jan. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung 1 Uhr 18 Minuten.
Erſter Punkt der Tagesordnung iſt die
namentliche Abſtimmung über den polniſchen
Inter=
pellationsantrag:
„Die Zulaſſung der Enteignung polniſcher Grundbeſitzer
für die Zwecke der preußiſchen Anſiedelungskommiſſion
durch den Reichskanzler entſpricht nicht der Auffaſſung des
deutſchen Reichstages”. Für dieſen Antrag
ſtimmen 213, dagegen 97 Abgeordnete,
43 Abgeordnete enthalten ſich der
Ab=
ſtimmung. Der Antrag iſt ſomit angenommen.
(Bravo bei den Polen, Ziſchen bei den Nationalliberalen
und rechts.)
Darauf folgt die
zweite Leſung des Geſetzentwurfs betreffend
vorüber=
gehende Zollerleichterung bei der Fleiſcheinfuhr.
Die Kommiſſion beantragt unveränderte Annahme
der Vorlage, dagegen beantragen die Sozialdemokraten
und Freiſinnigen in mehrfacher Hinſicht Abänderungen.
Außerdem beantragen die Sozialdemokraten eine
Reſo=
lution auf Aufhebung der Futtermittelzölle. Unter den
ſozialdemokratiſchen Anträgen befindet ſich auch eine
Re=
ſolution auf Zulaſſung der Einfuhr von friſchem und
ge=
frorenem Fleiſch aller Art ohne anhängende innere
Or=
gane aus dem Auslande.
Ueber dieſe Reſolution wird morgen namentlich
abgeſtimmt werden.
Abg. Simon (Soz.): Die Vorſchläge der
Regie=
rung und die bisherigen Maßnahmen zur Einfuhr von
ausländiſchem Fleiſch ſind ein Tropfen auf einen heißen
Stein. Die Teuerung wird ſolange beſtehen als nicht mit
der Zollgeſetzgebung völlig aufgeräumt iſt. Wohl hat die
Teuerung internationalen Charakter, aber nirgends ſind
die Preiſe ſo hoch wie bei uns. Das Zentrum bietet ſtets
die Hand, wenn es gilt, dem Volke neue Laſten
aufzuer=
legen. Das wird es auch jetzt bei den großen
Militär=
neuforderungen tun. (Präſident Dr. Kaempf bittet den
Redner wiederholt, bei der Sache zu bleiben.) Ich muß
unbedingt bei dieſer Frage die geſamten Urſachen der
Teuerung vorbringen, wie es auch in der Kommiſſion
ge=
ſchehen iſt. Die Regierung geht dauernd mit den Agrariern
gegen das Volk. Die Empörung im Volk wird aber
im=
mer größer, ſo daß die Regierung nicht mehr gegen ſie
ankämpfen kann. (Präſident Dr. Kaempf ruft den
Redner wegen des Ausdrucks, die Regieruna geht gegen
das Volk, und noch nachträglich wegen des Wortes „
Zoll=
wuchermehrheit” zweimal zur Ordnung.) — Abg.
He=
rold (Zentr.): Wir halten grundſätzlich an dem bis
herigen Wirtſchaftsſyſtem feſt. Wir wollen keine
Aende=
rungen im Zollſyſtem während der Dauer der
Handels=
verträge, und nach einer Erneuerung werden wir im
all=
gemeinen an denſelben Prinzipien feſthalten. Das
hin=
dert uns aber nicht, für den vorliegenden Geſetzentwurf
zu ſtimmen, der keine Durchbrechung der Zollſchranken
darſtellt. Die ſozialdemokratiſchen Reſolutionen lehnen
wir in Konſequenz unſerer fisheren Haltung ab. Der
Paragraph 12 des Fleiſchbeſchaugeſetzes muß unbedingt
aufrechterhalten bleiben. Den Vorſchlägen der Regierung
auf vorübergehende Einfuhrerleichterungen ſtimmen wir
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913.
Nummer 26.
zu. Einer Erweiterung der Maßnahmen, wie einer
Ver=
ewigung des Zuſtandes vermögen wir aber nicht
zuzu=
timmen. Für möglichſt billige Futtermittel ſind wir auch
zu haben, aber die Naturfuttermittel ſind ſchon zollfrei. Nur
Gerſte und Mais können in Betracht kommen. Würde der
Zoll beſeitigt, ſo würde der Preis in Deutſchland doch
um keinen Pfennig billiger werden. (Hört! hört! links:
Sehr richtig! rechts. Welche Logik! links.) Den Vorteil
würde das Ausland haben. (Sehr richtig! rechts und im
Zentrum.) Wir lehnen die vorliegenden Anträge
durch=
weg ab. Auf dieſe Weiſe dienen wir am beſten der
Ge=
ſamtheit. (Beifall im Zentrum, Ziſchen links.) —
Vize=
präſident Dr. Paaſche teilt mit, daß auch über den
An=
trag der Fortſchrittlichen Volkspartei auf Beſeitigung der
Futtermittelzölle namentlich abgeſtimmt werden wird.
Abg. Dr. Boettger (natl.): Der Geſetzentwurf ſtellt
einen Verſuch dar, einen Notſtand zu beſeitigen, ohne die
Wirtſchaftspolitik zu ändern. Es handelt ſich hier um
einen akuten Notſtand, der durch die ſchlechte
Futtermit=
telernte des Jahres 1911 und durch die Maul= und
Klauen=
euche entſtanden iſt. Eine Durchlöcherung des
Zoll=
ſyſtems würden wir nicht mitmachen. Die vorgebrachten
Anträge und Reſolutionen würden unſere Viehproduktion
namentlich bei den kleineren und mittleren Bauern ſchwer
ſchädigen; deshalb lehnen wir ſie ab. Die ſcharfe Kritik
an unſerer Zollpolitik iſt nicht berechtigt. Wir müſſen
da=
für ſorgen, daß unſere Landwirtſchaft immer mehr
be=
fähigt wird, den heimiſchen Fleiſchbedarf zu decken und
das geſchieht am beſten durch den Schutzzoll. Auf dem
Lande müſſen die Sozialpolitik und die Beſtrebungen der
Arbeiterwohlfahrt weitere Fortſchritte machen. (Lachen
links.) In gleicher Weiſe treten wir auch für den Handel
und Induſtrie ein, ſowie für das kleinere und mittlere
Gewerbe. An unſerer wohlgeordneten Volkswirtſchaft
wollen wir aber nicht rütteln laſſen. — Abg. Arnſtadt
(konſ.): Eine Fleiſchteuerung geben wir ohne weiteres
zu, aber eine Fleiſchnot iſt nicht vorhanden. (Sehr
rich=
tig! rechts, Widerſpruch und Lachen links.) Das
zeit=
weilige Wachſen der Maul= und Klauenſeuche ſollte uns
doch bezüglich der Einfuhr fremdländiſchen Viehes und
Fleiſches zu denken geben. Durch die Zulaſſung des
aus=
ländiſchen Viehs ſind die Preiſe für einheimiſches
Schlacht=
vieh erheblich herabgedrückt. Das bedeutet eine
Erſchüt=
terung des Vertrauens der Landwirte zur Viehzucht. Von
der Aufhebung des Zolles auf Futtermittel können wir
uns einen Nutzen nicht verſprechen. Den würde doch nur
wieder der Zwiſchenhandel in die Taſche ſtecken, wie bei
der Susplenſion des Kartoffelzolles. Bei Beſeitigung
des Schutzzolles hätte unſere Landwirtſchaft ſchwer unter
der Konkurrenz des Auslandes zu leiden. Der freiſinnige
Antrag, der den Zoll für Jungvieh und Schlachtvieh
auf=
heben will. geht noch weiter als der ſozialdemokratiſche
Antrag. Er iſt direkt bauernfeindlich. (Sehr wahr! rechts.)
Wir können ihm ebenſowenig zuſtimmen, wie dem
ſozial=
demokratiſchen. — Abg. Fiſchbeck (Fortſchr. Volkspt.):
Ob wir eine Fleiſchnot oder eine Fleiſchteuerung haben,
iſt vollſtändig gleichgültig. Wenn die Preiſe ſo hoch
ge=
worden ſind, daß ein großer Teil des Volkes ſich nicht
mehr mit Fleiſch genügend verſorgen kann, hat die
Re=
gierung die Verpflichtung, nachzuſehen, ob ihre Politik
richtig iſt oder ob Aenderungen einzutreten haben. Auch
wir wollen die Landwirtſchaft ſo weit ſtärken, daß ſie den
vollen Fleiſchbedarf des Inlandes decken kann. aber die
Zollpolitik läuft dem diametral entgegen. Die heutige
Zollpolitik iſt lediglich Großgrundbeſitzer=Politik. Mit
unſerem Antrag verfolgen wir keinen agitatoriſchen Zweck,
ſondern lediglich, dem Mittel= und Arbeiterſtand zu helfen.
Wir wollen, daß die Einfuhr von gefrorenem Fleiſch aus
dem Auslande auch ohne die anhängenden Teile
ermög=
licht werde, wenn in dem Produktionslande zur Unterſuchung,
der nach Deutſchland beſtimmten Ausfuhr auch deutſche
beamtete Tierärzte zugelaſſen werden. Den
diesbezüg=
lichen ſozialdemokratiſchen Antrag lehnen wir als zu
weit=
gehend ab. — Unterſtaatsſekretär Richter: Eine
Auf=
hebung des Futterzolles käme lediglich dem Handel
zu=
gute. Der Regierung liegt daran, das billige Fleiſch
da=
hin zu bringen, wo die Preiſe zu hoch ſind. Gefrorenes
Fleiſch kann ſchon heute eingeführt werden. Die
Auf=
hebung des Paragraphen 12 des Fleiſchbeſchaugeſetzes
bedeutete eine ſchwere Gefährdung nicht nur der
Volksge=
ſundheit, ſondern auch wirtſchaftlicher Natur. Dadurch
würde die inländiſche Produktion unrentabel. Die
deut=
ſche Schweinezucht übertrifft heute diejenige Englands
um das Vierzigfache, weil ſie bis jetzt die Zucht des
klei=
nen Mannes war. Würde dies jetzt geändert, ſo wäre
das eine ſchwere Schädigung des deutſchen Volkes.
Hierauf wird vertagt. Nächſte Sitzung: Freitag
Uhr. — Fortſetzung der heutigen Beratung und der
Etatsberatung. — Schluß ½7 Uhr.
* Berlin, 30. Jan. Bei der Abſtimmung
der Reichstagskommiſſion zur
Vorberat=
ung des Leuchtöl=Geſetzes (Petroleummonopol)
wurde infolge Durchkreuzens von Anträgen Abſatz 1 des
Paragraphen 1, der das Prinzip des Geſetzes enthält,
abgelehnt. Da hierdurch entgegen den Abſichten der
Mehrheit eine Lücke entſtanden iſt, nahm die Kommiſſion,
um eine Unterlage für die zweite Leſung zu
ge=
winnen, die Einleitung und die Ueberſchrift des
Ent=
wurfes an und beſchloß, nächſte Woche in die zweite Leſung
einzutreten. Irgend eine ſachliche Entſcheidung iſt bisher
nicht erfolgt.
* Berlin, 30. Jan. Die
Wahlprüfungs=
kommiſſion des Reichstags erklärte in ihrer
heutigen Sitzung die Wahl des Abgeordneten Kölſch
(natl.), Baden 7 (Offenburg=Kehl), einſtimmig für
un=
gültig. Kölſch wurde in der Stichwahl mit 8 Stimmen
Mehrheit gegen den Zentrumskandidaten gewählt, Ferner
beſchloß die Wahlprüfungskommiſſion, die Wahl des Abg
Hüttmann (Soz.), Wahlkreis Kaſſel 2 (Kaſſel=
Mel=
ſungen), für gültig zu erklären.
Der Balkankrieg.
Der Abbruch der Friedensverhandlungen.
* London, 29. Jan. Der Text der Note der
Balkan=Verbündeten lautet: An Ihre
Exzellen=
zen, die Herren bevollmächtigten Delegierten der Hohen
Pforte auf der Friedenskonferenz! Da die
Bevoll=
mächtigten der verbündeten Staaten ſeit der
Sus=
penſion der Arbeiten der Friedenskonferenz
ver=
geblich während dreier Wochen eine Antwort der
ottomaniſchen Bevollmächtigten auf ihre letzte
For=
derung erwarteten, und da, wie es ſcheint, die
Ereigniſſe in Konſtantinopel die Hoffnung
beſeitigen, zu einem Friedensſchluß zu gelangen, iehen
ſie ſich zu ihrem großen Bedauern gezwungen, zu erklären,
daß die am 16. Dezember 1912 zu London angeknüpften
Verhandlungen am 28. Januar 1913 abgebrochen wurden
Die Urkunde trägt die Unterſchriften aller Delegierten der
Balkanſtaaten, als erſte diejenige Dr. Danews..
* Paris, 30. Jan. Wie aus London gemeldet wird,
verden die Delegierten der Balkanverbün=
deten vorausſichtlich am Samstag oder Sonntag
Lon=
don verlaſſen. Die meiſten derſelben werden
vorausſicht=
lich einige Tage in Paris bleiben und, falls die Ereigniſſe
eine Wiederaufnahme der Verhandlungen geſtatten
ſoll=
ten, nach London zurückkehren. Eine andere Meldung
be=
ſagt, daß von jeder der Delegationen ein Mitglied bis
auf weiteres in London bleibt, die montenegriniſchen
Delegierten ſogar in corpore.
London, 29. Jan. Die
Balkanverbünde=
ten überreichten Grey die Kopie der Note an die
türki=
ſchen Delegierten mit einem Schreiben, in dem es heißt:
In dem Augenblick, in dem von unſerem Willen
unab=
hängige Umſtände uns eine ernſte Maßregel auferlegen
die wir ſoeben ergriffen haben, bitten wir Euere
Exzel=
lenz, beim König der Dolmetſcher unſerer
ehrfurchts=
vollen Dankbarkeit zu ſein. Wir drücken Euerer Exzellenz
und der Regierung Seiner britanniſchen Majeſtät den
auf=
richtigſten Dank unſerer Regierungen und unſeren
perſön=
lichen tiefen Dank für die herzliche Gaſtfreundſchaft aus,
die den Delegierten der verbündeten Staaten in der
gro=
ßen und ſchönen Hauptſtadt des vereinigten Königreichs
entgegengebracht worden iſt.
— Wien, 31. Jan. Hier glaubt man, daß eine
Fortſetzung der Verhandlungen erfolgen
wird. Da die Balkandelegierten nicht erſt die türkiſche
Antwort abgewartet hätten, dürfte ihr Vorgehen nur
demonſtrativen Zweck haben.
* Sofia, 29. Jan. Laut Beſchluß des Miniſterrals
iſt das Armeehauptquartier angewieſen worden, den
Waffenſtill ſtand mit dem morgigen Tage
zu kündigen. General Sawoff richtete einen
Tagesbefehl an die Armee folgenden Inhalts:
Aus dem Gange der Friedensverhandlungen geht klar
her=
vor, daß der Feind nicht einen Zoll breit Landes abtreten
will, das von unſeren ſiegreichen Armeen erobert worden
iſt. Sollen die Helden von Kirk=Kiliſſe, Bunar=Hiſſar,
Lüle=Burgas und Tſchataldſcha dieſe Beleidigung der
ruhmreichen bulgariſchen Armee hinnehmen, ohne ſie zu
vergelten? Bereitet Euch deshalb für neue Siege vor.
Mit Euerem unwiderſtehlichen Vorwärtsſtürmen beweiſet
dem Feinde und der ganzen Welt, daß das bulgariſche
Vaterland mehr Rückſicht verdient.
Die Lage der Türkei.
* Köln, 29. Jan. Die Kölniſche Zeitung meldet
aus Konſtantinopel: Das Kabinett
Mah=
mud Schefket befindet ſich in einer üblen Lage, da
in der Armee allgemeine Unzufriedenheit herrſcht, weil
die angeblich zufällige Erſchießung Nazim Paſchas als
abſichtlich angeſehen wird. Wie im vorigen Jahre, iſt
das Heer von neuem in zwei feindliche Lager
für und gegen das Komitee geteilt. Hier erzählt man,
nicht nur in den Linien von Tſchataldſcha, ſondern auch
in den Befeſtigungen der Dardanellen, des Bosporus,
bei Bulair und San Stefano, ſowie in der Kriegsſchule
von Pankaldi ſei es zu Zuſammenſtößen zwiſchen den
bei=
den Parteien gekommen. In Hademkoij ſollen ſie ſeit
Samstag andauern, und angeblich kommen täglich
Ver=
wundete von dort hier an, vorgeſtern 72, davon 32
Offi=
iere, geſtern 123, davon 21 Offiziere. Die Zahl der Toten
iſt unbekannt. Der Militärbund, der dem Komitee
feind=
lich iſt, hält Verſammlungen an verſchiedenen Stellen der
Stadt ab. Abuk Paſcha, der Kommandeur der Truppen
in den Linien von Tſchataldſcha, und die dortigen
Offi=
ziere ſind immer für die Fortſetzung des Krieges geweſen,
aber ſie ſind auch Feinde des Komitees und verlangen
den Kopf des Mörders von Nazim Paſcha und drohen
mit einem Rachezug hierher. Der Großweſir
und Kriegsminiſter Mahmud Schefket fährt täglich
im Automobil von einer Kaſerne zur anderen und feuert
die Truppen an, vor allem die berüchtigten kurdiſchen
Rei=
ter in der Selim=Kaſerne in Skutari, die das beſondere
Vertrauen der Komiteepartei zu genießen ſcheinen. Der
Großweſir hat dadurch keine Zeit, ſich um ſeine
allgemei=
nen Geſchäfte zu kümmern. Man ſpricht auch von einem
Gegenſatz zwiſchen Mahmud Schefket Paſcha und dem
Chef des Generalſtabes, Iſſed Paſcha, der die Stellen des
Kriegsminiſters und Oberbefehlshabers verlange. Mehr
und mehr tritt hervor, daß die Jungtürken bei ihrem
Putſch die Bevölkerung nicht hinter ſich hatten, denn das
Volk bleibt ganz gleichgültig, und auch das Heer ſteht
nicht hinter ihnen. Die Stadt iſt völlig ruhig. Nur die
Verwendung von kurdiſchen Reitern zum Wachtdienſt bei
der Pforte und zu Patrouillen erregt Unbehagen. Die
fremden Vertretungen verſtärkten ihre Schutzwachen und
an Bord der fremden Kriegsſchiffe ſind die
Landungs=
truppen bereit, auf das erſte Signal einen Gürtel um
Pera und Galata zu ziehen.
* Konſtantinopel, 30. Jan. Vor
Tſcha=
taldſcha iſt nur das erſte Armeekorps bei Hademkoij
dem Komitee treu. Sonntag und Montag kamen hier
300 durch den Kampf der Armeeparteien Verwundete an.
Das dritte Armeekorps fordert in einer
Prokla=
mation an den Großweſir die Entlaſſung Enver
Beys und ſeiner Genoſſen aus der Armee. Es würde
erſt kämpfen, wenn es Genugtuung für die Ermordung
Nazim Paſchas, der Tſchataldſcha rettete, erhalten haben
würde. Der Großweſir antwortete, die Mörder würden
beſtraft werden, wenn die Armee zunächſt ihre Pflicht tue.
Als Enver Bey am Samstag nachmittag das vierte und
fünfte Armeekorps in Gallipoli beſuchte, erklärten ihm
die Generale Omer Yaver und Abuk Paſcha, ſie würden
ihn verhaften, falls er nicht ſofort abreiſe. Enver Bey
kehrte noch nachts nach Konſtantinopel zurück.
* Konſtantinopel, 29. Jan. Wie im
Miniſte=
rium des Aeußern verſichert wird, wird die
Antwort=
note der Pforte, die noch einige Aenderungen
erfah=
ren haben ſoll, morgen nachmittag den Botſchaftern
über=
reicht werden.
Der Großweſir konferierte im
Mini=
ſterium des Aeußern mit den Miniſtern und dem
frühe=
ren Miniſter des Aeußern, Noradunghian, der, um ſeine
Meinung über die Note befragt, ſie gebilligt haben ſoll,
da ſie der Politik der neuen Regierung entſpreche. Dann
wurde die Note dem Miniſterrat unterbreitet. — Der
frü=
here Großweſir, Said Paſcha, iſt zum Präſidenten des
Staatsrates ernannt worden. Der Eintritt Said Paſchas
wird als beträchtliche Verſtärkung der Stellung des
Kabi=
netts betrachtet.
Rumänien und Bulaarien.
* Bukareſt, 29. Jan. In der Kammer ſtellte
der Deputierte Gradiſtesnu an den Miniſterpräſidenten
Majorescu die Anfrage, ob die Winkelzüge
Bul=
gariens mit den Intereſſen und der Würde
Rumä=
niens vereinbar ſeien. Der Redner erklärte, die
Vor=
ſchläge Bulgariens ſeien nicht ernſter Natur. Er fragte
ob die Regierung mit Rückſicht auf die öffentliche
Mein=
ung nicht durch eine energiſche Handlung den Willen Ru
mäniens zur Geltung bringen und dadurch die
Erklär=
ung der Thronrede, daß die Stimme Rumäniens Gehür
finden werde, verwirklichen wolle. Der Deputierte Jorga,
der früher der nationalen Partei angehörte, erklärte, ſeun
Partei enthalte ſich ebenſo wie im Jahre 1907 jeder
Kund=
gebung, die den Intereſſen des Landes ſchaden könnte,
Der Redner glaube, die wahre öfentliche Meinung müſſe
auch eine würdige Ruhe bewahren. Angeſichts der
Ueber=
fülle der widerſprechenden Blättermeldungen ſoll die
Re=
gierung ſich genau über die öffentliche Meinung
infor=
nieren.
Majorescu erklärte, Gradiſtesnu ſei ſchlecht
in=
ormiert, es ſei nichtrichtig, daß die bulgariſchen
Vorſchläge nicht ernſt ſeien. Der Redner hätte
licht im Parlament ſagen ſollen, daß Bulgarien wie in
inem Kaufhaus feilſche und daß Rumänien Europa zum
Spott diene. Zum Beweiſe der Unrichtigkeit der
Behaupt=
ung Gradiſtesnus erklärte der Miniſterpräſident: Die
Stimme Rumäniens wird in Wirklichkeit gehört werden.
(Beifall.) Dr. Danew hatte in Bukareſt keinen
Auf=
trag, zu unterhandeln. Er nahm einfach die Wünſche
Ru=
mäniens zur Kenntnis. Bulgarien verlangte dann, daß
es zuerſt den Krieg beendigen und dann verhandeln
volle. Rumänien verlangte, ſofort zu verhandeln.
Bul=
garien anerkannte die Richtigkeit des rumäniſchen
Ge=
ſichtspunktes. Die Verhandlungen begannen und dauern
in freundlicher Weiſe fort. Das iſt alles, was ich jetzt
er=
klären kann. Ich hoffe, demnächſt weitere Auskünfte
er=
eilen zu können. Ich erkläre, daß die Regierung die
ganze Verantwortlichkeit übernimmt. — Der Deputierte
Arion, der Präſident der Kulturliga, betonte die
Not=
wendigkeit ſofortiger eingehender Auskünfte, worauf der
Miniſterpräſident erklärte, der jetzige Zeitpunkt hierzu ſei
nicht geeignet. Er werde ſpäter eingehende Aufkläruns
gen geben, ſei es in öffentlicher oder in geheimer
Sitz=
ung. Die Kammer nahm hierauf mit allen 110
abgege=
benen Stimmen die Tagesordnung an, nach welcher der
Regierung das Vertrauen ausgeſprochen wird.
Die Liberalen enthielten ſich der Abſtimmung. Der
Füh=
rer der Liberalen erklärte, die Stimmenenthaltung ſei
darauf zurückzuführen, daß für dieſe Angelegenheit die
Majorität maßgebend ſei.
* Sofia, 29. Jan. Während die offiziöſen Blätter
über die rumäniſchen Forderungen ſchweigen, verurteilen
einzelne oppoſitionelle Blätter das Vorgehen
Ru=
mäniens in den ſchärfſten Ausdrücken. In der
Oeffent=
lichkeit herrſcht über das Vorgehen Rumäniens große
Erbitterung.
* London, 29. Jan. Wie das Reuterbureau
er=
fährt, haben Dr. Danew und der rumäniſche Geſandte
Miſchu bei ihrer heutigen Beſprechung ein
Proto=
koll ausgearbeitet, in dem die Anſichten beider Seiten
zum Ausdruck kommen. Auf Wunſch Rumäniens wird
das Protokoll beiden Regierungen unterbreitet und dann
auf der Baſis des Protokolls die Verhandlungen in Sofia
und Bukareſt fortgeſetzt werden.
London, 29. Jan. In dem von Miſchu und
Dr. Danew aufgeſetzten Protokoll fordert
Rumä=
nien eine Grenzlinie, die von Turtukai, einem
Punkte der Donau, ungefähr 20 Meilen weſtlich von
Siliſtria, ſich bis Baltſchik am Schwarzen Meer erſtreckt.
Rumänien verlangt ferner Garantien für die
Autonomie=
der Schulen und Kirchen der Kutzowalachen in dem
Gebiet, das Bulgarien zufallen wird. Es wird erklärt,
daß Rumänien dieſe Zugeſtändniſſe verlangt mit Rückſicht
auf die großen, durch den Krieg hervorgerufenen
Aender=
ungen des politiſchen Gleichgewichts, die für die zukünfe
tige Freundſchaft zwiſchen Bulgarien und Rumänien
veitere Garantien für Rumänien erforderlich machen.
Das Protokoll gibt endlich an, was Bulgarien zuzue
geſtehen willens iſt.
Rußland und die Lage auf dem Balkan.
Petersburg, 30. Jan. Der Miniſter des
Aeußern. Saſonow, teilte einem Vertreter der
Birſhe=
wija Wjedomoſti mit: Der Gedankenaustauſch den
Botſchafter dauert unabhängig von der eventuellen
Wiederaufnahme der Kriegsoperationen fort. Bei der
Löſung der albaneſiſchen Grenzfrage wird mit
internatio=
nalen Prinzipien gerechnet werden. Skutari iſt faſt
aus=
ſchließlich von Albaſziern bewohnt, dasſelbe gilt von
Ja=
nina. In der Umgegend gibt es freilich viele Griechen;
das muß berückſichtigt werden. Die Hauptaufgahe
der ruſſiſchen Regierung iſt, ſlawiſche Intereſſen
nach Möglichkeit mit den Intereſſen der übrigen
Groß=
mächte in Einklang zu bringen und europäiſche
Kompli=
kationen zu vermeiden die niemand wünſcht. Bei den
Fragen Skutari und Janina ſpielt Rußland die zweite
Rolle, die führende hat Italien. Zwiſchen Rom und Wien
beſteht betreffend der albaniſchen Fragen ein Sonder=
Uebereinkommen. Beide Regierungen werden ſchließlich
Hand in Hand gehen. Sollten bei Wiederaufnahme der
Kriegsoperationen die Montenegriner und Griechen
Sku=
tari und Janina erobern, ſo ändert das nichts an der
Löſung der Fragen durch Italien und Oeſterreich. Den
Oeſterreichern hat man große Konzeſſionen gemacht. Ich
hoffe künftig auch auf ihre Nachgiebigkeit. Die
Balkan=
frage iſt für Oeſterreich keine internationale, ſondern direkt
innere Frage. Mit dieſem Umſtand rechnet Rußland.
Die Antwortnote der Türlei.
Konſtantinopel, 30. Jan. Heute vormittag
um 11 Uhr hat der Großweſir dem öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Botſchafter die Antwortnote der Türkei
überreicht. Die Note iſt in einem gemäßigten
Tone gehalten und füllt vier Bogenſeiten. Ueber
den Inhalt verlautet folgendes: Die Pforte beſteht darauf,
diejenigen Teile von Adrianopel zu behalten, in
wel=
chen die heiligen Orte der Muſelmanen liegen. Sie iſt
be=
reit, das rechte Maritza=Ufer abzutreten. Was die Inſeln
im Aegäiſchen Meere anbetrifft, ſo wünſcht die Türkei aus
ſtrategiſchen Geſichtspunkten ihre Souveränität über
die=
jenigen Inſeln aufrechtzuerhalten, welche in der Nähe
ihrer Küſten liegen, doch überläßt ſie den Mächten die
Be=
ſtimmung des Regime, unter welches dieſe Inſeln
ge=
ſtellt werden ſollen. Sie nimmt Kenntnis von der Zuſage
der Mächte, ſie in der Entwickelung des Landes zu
unter=
ſtützen. Zum Schluß kommt ſie noch einmal auf die
reli=
giöſen und hiſtoriſchen Gründe zurück, welche
die Türkei zwingen, den Teil von Adeianopel zu
be=
halten, welcher die den Muſelmanen heiligen Orte
ent=
hält, jedoch erklärt ſie ſich bereit, die Befeſtigungen von
Adrianopel zu ſchleifen.
* Wien, 30. Jan. Ueber die heute von der
Pforte überreichte Note verlautet, wie dem Korr.=
Bureau aus Konſtantinopel gemeldet wird, weiter, daß
für Adrianopel Tundſcha als Grenze vorgeſchlagen iſt,
tedet den Lulgaren ein Teil der Stadt überlaſſen wird,
Nummer 26.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913.
Seite 7.
Bezüglich der Inſeln heißt es in der Note, daß die vier
Inſeln von der Einfahrt in die Dardanellen der Türkei
verbleiben müßten. Was die anderen Inſeln betreffe, ſo
ſei die Pforte bereit, ihnen Autonomie nach der Art von
Libanon oder der Inſel Samos zu gewähren.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 29. Jan. Das
jungtür=
kiſche Komitee hat eine Proklamation
veröffent=
licht, in der die Bildung eines Komitees für die
nationale Verteidigung angezeigt wird. In
der Proklamation heißt es: Seit 600 Jahren war die
Türkei nicht in einer ſolchen Lage. Das Vaterland iſt in
Gefahr, unſere Pflicht iſt es, das heilige Erbe unſerer
Vorfahren, unſeren Glauben, unſer Vaterland, unſere
Nationalität und Ehre bis zum Aeußerſten zu verteidigen.
Wenn wir verſäumen, dieſe Pflicht zu erfüllen, werden
wir von der Nachwelt und der Geſchichte verdammt
wer=
den. Wir trafen endgültige Beſchlüſſe, die türkiſche
Sou=
veränität über Adrianopel und die Inſeln ſicher zu ſtellen
und in allen anderen von den Feinden beſetzten Orten
unſere nationalen Rechte und Intereſſen ſoweit als
mög=
lich zu verteidigen. Wir rufen alle Türken zu Hilfe und
werden jede Hand ergreifen, die ſich zur Rettung des
Vaterlandes darbietet.
H.B. London, 30. Jan. Der Abbruch der
Friedensverhandlungen und die Kündigung
des Waffenſtillſtandes ſeitens Bulgariens ſind was hier
beſonders vermerkt wird, vor der Antwort der Pforte auf
die Kollektivnote der Mächte erfolgt. Man ſchreibt dies
in hieſigen politiſchen Kreiſen der Befürchtung der
Bal=
kanſtaaten zu, daß die Türkei ein Kompromiß vorſchlage,
und daß die Großmächte vielleicht einen Druck auf die
Balkan=Regierungen ausüben könnten, um dieſe zum
Nach=
geben zu bewegen.
* London, 30. Jan. Das Reuterſche Bureau
mel=
det aus Delhi: Eine Verſammlung von Muſelmanen
nahm eine Tagesordnung an, in der die engliſche
Re=
gierung gebeten wird, ſich während der
Friedensver=
handlungen an keinen Zwangsmaßregeln gegen
die Türkei zu beteiligen und das türkiſche Volk wie
die Regierung aufgefordert wird, den Ruhm des Islams
aufrechtzuerhalten oder unterzugehen.
H. B. Berlin, 30. Jan. In Berliner diplomatiſchen
Kreiſen wird die Situation trotz der geſtrigen Note
der Balkandelegierten im allgemeinen ruhig beurteilt.
Man akzeptiert die Anſchauung, die der ruſſiſche Miniſter
des Aeußern, Saſonow ausgeſprochen hat, daß die
Ent=
ſchlüſſe der Balkandelegierten die
diplo=
matiſche Situation nicht verändern könn=
Ten. Die Entſcheidung liegt nach wie vor in den Händen
der Großmächte. Man müſſe unbedingt die Antwort der
Türkei auf die Kollektivnote der Mächte abwarten, ehe eine
Entſcheidung über die weiteren diplomatiſchen Schritte
getroffen werden kann. Die Wiederaufnahme der
Feind=
ſeligkeiten würde auf den Gang der Verhandlungen leiner
wichtigen Einfluß ausüben.
Vermiſchtes.
— In dem Wettbewerb, veranſtaltet von der
VVerlagsanſtalt Alexander Koch=Darmſtadt, zur
Erlangung künſtleriſcher Inſerat=
Ent=
würfe iſt am 15. Januar die Entſcheidung der
Preis=
richter erfolgt. Als Preisrichter waren anweſend: Hofrat
Alexander Koch=Darmſtadt, Maler Ludwig Hohlwein=
München, Maler Julius Klinger=Berlin, Graphiker
Lud=
wig Heinrich Jungnickel=Wien=Frankfurt a. M., Maler
Hanns Pellar=Darmſtadt, Redakteur Stanger=Darmſtadt,
Redakteur Lang=Danoli=Darmſtadt. Eingegangen waren
380 Sendungen mit 763 Blatt Entwürfen. Bei der erſten
Sichtung wurden 97 Entwürfe gewählt, die geeignet
er=
ſchienen, den künſtleriſchen und praktiſchen Bedingungen
m allgemeinen zu entſprechen. Nach viermaliger
ſtreng=
ſter Sichtung und Durchberatung wurden, obwohl nach
einſtimmigem Urteil der Preisrichter kein Entwurf
vor=
handen war, der in hervorragender Weiſe den praktiſchen
Anforderungen hätte entſprechen können — die Preiſe den
Beſtimmungen gemäß verteilt. Ein 1. Preis 500 Mark:
V. H. Defſke=Berlin, ein weiterer 1. Preis 300 Mark:
Paul Ricken=Dresden, zwei 2. Preiſe à 200 Mark: F.
Heubner=München und K. A. Cappus=Itzehoe, drei
3. Preiſe à 100 Mark: W. H. Deffke=Berlin, Hans Schlier=
Berlin und G. A. Sichelſchmidt=Elberfeld. Ferner
wur=
den vier Entwürfe à 50 Mark, 12 Entwürfe à 30 Mark
und nachträglich noch zwei à 30 Mark angekauft.
— Die deutſche Zigaretteninduſtrie. Es
iſt bekannt, daß Sachſen und ſpeziell Dresden der Hauptſitz
der deutſchen Zigaretteninduſtrie iſt. Nach der amtlichen
Statiſtik ſtammen 51 Prozent aller in Deutſchland
herge=
ſtellten Zigaretten und 54 Prozent des in Deutſchland
hergeſtellten Zigarettentabaks (Feinſchnitt) aus
ſächſi=
ſchen Fabriken. Im Rechnungsjahre 1911/12 wurden,
wie wir der Süddeutſchen Tabakzeitung entnehmen, in
Deutſchland (einſchließlich Luxemburg) 9382,4 Millionen
Stück Zigaretten fabriziert, davon im Königreich Sachſen
4756,2 Millionen, in Preußen 3057,1 Millionen (
Pro=
vinz Brandenburg mit Berlin 1353,3, Poſen 398,1,
Schle=
ſien 326, Hannover und Schleswig=Holſtein zuſammen
325,6, Oſt= und Weſtpreußen zuſammen 299,8, Heſſen=
Naſſau 196,8, Rheinland 106,8 Millionen), in Bayern
427,5, in Elſaß=Lothringen 426,7, in Baden 240,5
Millio=
nen, in Württemberg 193,2 Miklionen, in den
Hanſa=
ſtädten 184,7 Millionen. Die produzierte Menge von
Zi=
garettentabak (Feinſchnitt) hat, ſoweit dieſer Tabak nicht
im eigenen Betrieb des Fabrikanten auf Zigaretten
wei=
ter verarbeitet worden iſt, betragen 12 172 Doppelzentner.
Im Königreich Sachſen waren im genannten Jahre 192
Zigarettenfabriken im Betrieb. Auf eine Fabrik in
Sach=
ſen kamen ſomit durchſchnittlich 248 Millionen Stück
Zigaretten, während für das ganze Deutſche Reich dieſer
Durchſchnitt bei 1312 Fabriken nur 7,2 Millionen beträgt.
Literariſches.
Wie man im Auslande über die Wiener Mode und
den wieneriſchen Schick denkt, darüber erzählt die bekannte
engliſche Schriftſtellerin Frau A. S. Levetus in dem
ſo=
eben erſchienenen neunten Heft des 26. Jahrganges der
Wiener Mode. Wir erfahren, daß das berühmte
eng=
liſche „Schneiderkleid” von einem Oeſterreicher erfunden
wurde, daß in den größten und vornehmſten Ateliers
Londons öſterreichiſche Schneider beſchäftigt ſind und daß
ſeit Jahren vieles, was unter der engliſchen Marke
ver=
trieben wird, eigentlich in Wien gearbeitet wurde. Außer
dieſem ſehr intereſſanten Artikel bringt das neue Heft der
Wiener Mode wieder eine Fülle origineller Toiletten für
Frauen und Mädchen, Kinderkleider, Handarbeitsvorlagen
uſw. Beſonders zu erwähnen wäre bei dieſem Hefte der
Wiener Mode auch der Umſchlag, der Modebilder in
hoch=
künſtleriſcher Kompoſition und Ausführung zeigt. Man
muß rückhaltlos zugeben, daß die Wiener Mode nicht nur
durch den Inhalt der Hefte, ſondern auch durch die
Aus=
ſtattung das führende Frauenblatt iſt.
Einen Artikel über „Die Frau als Jockeireiterin”
finden wir in dem neueſten (10.) Hefte der illuſtrierten
Zeitſchrift Moderne Kunſt (Verlag von Rich. Bong,
Berlin W. 57; Preis des Vierzehntagsheftes 60 Pfg.). In
dieſem reichhaltigen Hefte ſeien beſonders der mit
künſt=
leriſchem Bildermaterial ausgeſtattete Aufſatz „Moderne
holländiſche Malerei” von Georg Rhenanus, die
gleich=
falls vornehm illuſtrierte Abhandlung von Georg Buß:
Die Darſtellung der „Frau Germania” in der Kunſt, und
Dr. Oskar Anwands geiſtreiche Plauderei über die
Ver=
wandtſchaft und die Beziehungen zwiſchen Traum und
Dichtung hervorgehoben. Für ſpannende Unterhaltung
im belletriſtiſchen Sinne ſorgt A. Leſſys ergreifende
No=
velle von der Stillen Auſter. Der prächtige Bilderſchmuck
umfaßt Farbenfakſimiles und Schwarz=Weiß=
Reproduk=
tionen nach hervorragenden Gemälden und Plaſtiken.
Schließlich bietet auch diesmal der Zick=Zack in Bild und
Wort eine Fülle origineller Beiträge aus der Welt der
Geſellſchaft, des Theaters, Sports und Varietés.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 30. Jan. Anſtelle des Prinzen Oskar wird
Prinz Eitel Friedrich zur Taufe des jüngſten
Kindes des Thronfolgers von Rumänien nach Bukareſt
entſandt werden.
* Berlin, 30. Jan. In der geſtrigen Abendſitzung der
Budgetkommiſſion des Abgeordnetenhauſes wurde beim
Titel „Miniſtergehalt” die Frage des
Geburten=
rückganges beſprochen. Der Miniſter des Innern,
v. Dallwitz, erklärte; Um den Gründen des
Geburtenrück=
ganges nachzugehen, ſind Erhebungen eingeleitet worden.
Berichte ſind erſt teilweiſe eingegangen, aber es lann
ſchon jetzt geſagt werden, daß nicht ungenügende
Lebens=
haltung der Grund hierzu iſt, ſondern es liege eine
ge=
wollte Erſcheinung vor.
* Berlin, 30. Jan. Der Arbeiter Lindow der ſich
wegen Unterſchlagung zu verantworten hatte, ſtürzte ſich
im Moabiter Kriminalgericht mit einem bereitgehaltenen
Meſſer auf den Vorſitzenden. Der Gerichtsdiener
und ein Aktuar fielen Lindow in den Arm. Es kam zu
einem heftigen Handgemenge, in deſſen Veklauf der
Aktuar einen Stich in die Hand erhielt. Der Tobende
konnte erſt von ſechs Gerichtsdienern überwältigt und
ab=
geführt werden.
* München, 30. Jan. Heute nacht erlitt der peruaniſche
Konſul Dr. Oswald Aichel einen Schlaganfall,
ſtürzte zu Boden und brach das Naſenbein. Er ſtarb bald
darauf in der Hauptſanitätswache.
* Pößneck, 30. Jan. In der Flanellfabrik von Fiſcher
und Seige explodierte heute vormittag ein
Dampf=
keſſel. Ein Feuerwehrmann wurde getötet, drei
Per=
ſonen wurden ſchwer verletzt.
HIB. Berlin, 30. Jan. Die Konferenz der
Fak=
toren, die für die Preisermittelung auf dem
Fleiſchmarkt maßgebend ſind, trat heute nach
ein=
monatiger Pauſe im Reichstagsgebäude wieder
zu=
ſammen. Den Vorſitz führte Staatsſekretär Dr.
Del=
brück. Das Reſultat der Ermittelungen gab Anlaß zu
erneuten Anfragen und Anregungen und veranlaßte das
Auftauchen erneuter prinzipieller und materieller
Streit=
fragen. Man hat den Eindruck gewonnen, noch immer
keinen realen Boden zur ſchlüſſigen Beantwortung des
hier zur Ergründung geſtellten Problems gefunden zu
haben.
— Halle a. d. Saale, 30. Jan. Nachts um 4 Uhr 37
Minuten wurde am ſüdlichen Himmel in der Richtung
von Weſten nach Oſten ein außergewöhnlich großer
Meteor beobachtet.
HB. Rom, 30. Jan. Heute ſollte in der Werft
Patti=
ſon ein Hochſeeboot vom Stapel gehen.
Während Arbeiter die Hellinge klar machten, legte ſich das
Boot plötzlich nach rechts. Vier Arbeiter konnten ſich
nicht mehr in Sicherheit bringen. Einer wurde von den
Schraubenflügeln des Schiffes getötet, drei andere
ſchwer verletzt. Das Unglück ſoll durch ein bisher noch
nicht bekanntes Einſinken der rechten Seitenmauer des
Hellings verurſacht ſein.
HB. London, 30. Jan. Die Suffragetten haben
jetzt ein neues Mittel entdeckt, von ſich reden zu machen.
Geſtern wurden auf einem Poſtamt von bisher noch
un=
bekannten Täterinnen die Briefſchaften in Brand
geſteckt.
Briefkaſten.
E. G. hier. Sie ſind verpflichtet, Ihren Eltern
Unter=
halt zu gewähren, wenn Sie hierzu ohne Gefährdung
Ihres eigenen ſtandesgemäßen Unterhaltes imſtande ſind
Die geſetzlichen Beſtimmungen hierüber finden Sie in den
§§ 1601 und ff. des Bürgerlichen Geſetzbuches. Nach der
Darſtellung Ihrer Verhältniſſe können Sie ſchwerlich zum
Unterhalt herangezogen werden. Der Armenverband muß
einſpringen. Das Städtiſche Armen= und Fürſorgeamt
hat ſeine Bureaus Rheinſtraße, Stadthaus. Sprechſtunden
vormittags 9 bis 12 Uhr und nachmittags 3 bis 5 Uhr.
Frau E. G., hier. Um über die Höhe Ihrer
Nach=
ſchußpflicht genaue Auskunft geben zu können, bedürfen
wir der Einſicht in die Satzung des betreffenden Vereins.
Die Aufrechnung Ihrer Schadensforderung mit der jetzt
geſchuldeten Nachſchußpflicht iſt geſetzlich ausgeſchloſſen.
L. Sp., hier. Eine unterſchiedliche Behandlung ob
Stadt oder Land kennt das Geſetz nicht. Bei Pfändung
als unentbehrlich bezeichneter Gegenſtände entſcheiden die
tatſächlichen und die perſönlichen Verhältniſſe des
Schuld=
ners. Dieſe können in verſchiedenen Fällen ſo verſchie
den gelagert ſein, daß der gleiche Gebrauchsgegenſtand
in einem Falle für entbehrlich und im anderen für unent
behrlich erachtet werden kann.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
und die reichen Blumenſpenden bei dem Tode
unſerer lieben Mutter und Großmutter ſagen Allen
auf dieſem Wege ihren tiefgefühlteſten Dank
die trauernd Hinterbliebenen:
Familie H. Hartmann,
K. Dechert.
Darmſtadt, den 30. Januar 1913.
(3039
Gottesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 31. Januar:
Vorabendgotiesdienſt 5 Uhr 30 Min.
Samstag, den 1. Februar:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Predigt 9 Uhr 25 Min.
Sabbatausgang 6 Uhr 10 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religionz=
geſellſchaft.
Samstag, den 1. Februar:
Vorabend 4 Uhr 50 Min. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
Uhr Sabbatausgang 6 Uhr 10 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 2. Februar, an:
Morgens 6 Uhr 45 Min. Nachmittags 4 Uhr. 45 Min.
NB. Freitag, den 7. Febr. und Samstag den 8. Febr.:
Rausch-Chaudesch Ador I.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das kontinentale Hoch hat ſich ſüdwärts verlagert
und liegt heute mit ſeinem Kern über Weſtrußland.
Ueber Island iſt ein ſtarkes Tief erſchienen, das ſich
oſtwärts zu bewegen ſcheint. Bei öſtlichen Winden herrſcht
bei uns heiteres, trockenes Froſtwetter; die Temperaturen
ſind ſeit geſtern geſunken. Das weſtliche Tief dürfte
allmählich Einfluß auf unſer Wetter gewinnen und uns
mit ſüdlichen Winden Erwärmung bringen; doch haben
wir morgen unter dem Einfluß des kontinentalen Hochs
noch keine weſentliche Aenderung des Wetters zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 31. Januar:
Wechſelnd bewölkt, meiſt trocken, Temperatur wenig
ver=
ändert.
Schneebericht.
Schierke, 29. Jan., morgens 8 Uhr. 9 Grad Kälte,
tagsüber Sonnenſchein und milde Witterung, ſchwacher
Lind.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. C), Anfang 7½ Uhr: „Die
Fledermaus”.
Vortrag von Schriftſteller Wegener um 8½ Uhr im
Reform=Reſtaurant „Thalyſia‟
Reſidenztheater (am weißen Turm): Vorſtellungen
von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23);
Admi=
ral von Hollmann f; Dr. Martin Rücker Freiherr von
Jeniſch; das neue franzöſiſche Kabinett; die
Mönchs=
republik am Berge Athos; Trauerfeier für den Prinz=
Regenten Luitpold in der Sixtiniſchen Kapelle in Rom.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 1. Februar.
Holzverſteigerung um 9½ Uhr in der Turnhalle
am Woogsplatz.
Patentſchriften=Auslegeſtelle in der Gewerbe=
Bibliothek, Neckarſtr. 3. Zeit der Benutzung: an allen
Wochentagen von 16—12½ u. 3—5½ Uhr (Samstag=
Mittag ausgenommen).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblattss zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufugen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Nur kurze Zeit!
Morgen
SAMSTAG 1. Februar
und die folgenden Tage
Ensemble-Gastspiel:
D R ESDEN
Dir.: A. u. E. Schwarz, Käthe Funk,
Walter Ritter, Marla Lee, Frieda Röck,
Alfred Indra, Trude Troil, Bruno Müller,
Lea Seidl, Martha Haase.
Los! Auf den Bummel!
Aktuelle Revue. Text und Musik von Dr. Richard
Hirsch. In Szene gesetzt von Dir. Schwarz.
Vorspiel: Um Mitternacht.
In Hellerau, der Schule rhythmischer Nacktkunst.
Die grossen Frauen. — Aus guter, alter Zeit. — Wo
ist. denn die Christine ? — Bärentanz. — Im Mode-
Salon (Wie’s gemacht wird!) — Der Theater-
Habitué. — Mondscheinzauber. — Ariadne auf
Leinwand, verlustspielte Oper von Molly R. Strauss
für den Kino bearbeitet.
(3017
Vorher:
Operette in 1 Akt von Hein und Robitschek.
Musik von Richard Stolz.
Besonders arrangierte
—gr. Extra-Vorstellungen
Rosen-Montag, 3. Februar:
bei festlich geschmücktem u. beleuchtetem Hause
Carneval. Fest-Vorstellung
Ermässigter Vorverkauf wie bekannt.
Numer. Plätze ausschlieBl. bei Hugo de Waal, Rheinstr. 12.
am weissen Turm.
Heute letzter Tag
von
Ein Lustspiel mit
in der Hauptrolle.
Ab morgen:
Grosses Wild-West-Drama
in 2 Akten.
(3008
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913.
Nummer 26.
Debr. Rohschtad
2 Markk 2
Schluss Tuge unseres
Inventur-Ausverkaufer
Heute Freitag
und Samstag!
Nur noch an diesen beiden Tagen
ge-
währen auf nicht reduzierte Waren
Extra-
Ravatt!
(2997
Fraisa.
Gat.
Metzel=
Suppe
findet Samstag, den 1. und
Sonntag, den 2. Februar, bei
dem Unterzeichneten ſtatt, wo
(*2729
höflichſt einladet
Walter, „Heſſiſcher Hof”.
„Zur Reichspost‟ 6 Gratenstrasse 6
Samstag, den 1. Februar
Helzeisuppe
Sonntag, den 2. Februar
Grosser Kappenabend mit Konzert
wozu freundlichſt einladet
2770
Karl Wagner.
*2621df)
Heute Freitag, den 31. Januar:
l
.
THelzeisappe.
A
Hochſeiner Stoff im Anſtich.
Schloß=
Magdid Schal, gaſſe 25.
Mein
glanzheller
Hepfelwein
Ueberall voran!
In Güte u. Wohlbekömmlichkeit
unübertroffen! (145a
Dabei billigste Preise!
Bester Ersatz für Tischwein!
Aepfelwein-Sckt . Mk. 1.50
Martin Jahn
Export-Aepfelweinkelterei
Pallaswiesenstr. 30
Telephon 305.
Pera. Frank
Pianist
(1513a
Ludwigstrasse 16. — Fernspr. 2187.
Reſtaurations=Röderherd mit
Wärmofen ſofort billig zu verk.
*2719) Grafenſtr. 20, 2. St. rechts.
Eiſ. Dienſtbotenb. mit Matr. u.
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Vive Tamour (Wenn
im Lenz die Knospen
spriessen).
12576 Lied der Grigri.
„Vonder Heimat
weit-
ab‟ Finale II. Akt
(Grigri-Walzer).
12626 Geh’n mir mal zu
Ha-
genbeck, Marsch-
Duett. Mach’dir nichts
draus, Walzer-Duett.
Elsa Grünberg.
12627 Puppchen, du bist
mein Augenstern!
Flieg’du kleine Rump
lertaube. Walzerlied.
Elsa Grünberg.
12610 Delikatessen, humor.
Potpourri. I. Teil.
dto. II. Teil.
12611 Mit Gott für König
u. Vaterland! Militär
Tongemälde (
Marsch-
potponrri), I. Teil.
dto. II. Teil.
12612 La Diabolette, Two-
Step.
The Gaby Glide, Two-
Step.
12613 Manuella, Two-Step
Detective, Dance.
12614 Flirtation, Walzer.
Réve d’artiste, Walzer
12615 Die Lawine, I. Teil.
do, II. Teil.
12616 Das will nischt sagen.
Parodie auf Marietta‟
Liebe und Wein,
Paro-
die a. Nachtluftwalzer
12617 For mir!
Köchinnen-
lied. Ich gehe meinen
Schlendrian, Student..
12618 Jägerleben.
Der Soldat.
12619 Potpourri, I. Teil, aus
„Fledermaus‟.
dto, II. Teil.
12620 Was kommt von
draussen rein *
Volks-
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Pfalz. Hidigeigei,
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12621 Heimatsehner.
Ade!
12622 Liebesfrühling,
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913.
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Nummer 26.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913.
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Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
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Schlacht=
vieh (Schlachtviehhof) in der Schlachthofſtraße, neben dem ſtädtiſchen
Schlachthof, wird am 3. Februar ds. Js. dem Betrieb übergeben.
Der Auftrieb zum Schweinemarkt und zu dem Kälbermatkt am
Eröffnungstage kann bereits am Sonntag, den 2. Februar ds. Js.,
geſchehen.
Die Verwaltung des Schlachtviehhofs unterſteht der
Schlacht=
hofverwaltung, welche fernerhin die Amtsbezeichnung „Schlacht= und
Viehhofdirektion” führt.
(2963fs
Für den Verkehr im Schlachtviehhof gelten die Beſtimmungen
der bereits veröffentlichten Marktordnung vom 2. Januar 1913.
Darmſtadt, den 24. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
Die Lieferung
des Bedarfs an Papier für die Stäbe, Truppenteile und Behörden
der 25. Diviſion für das Rechnungsjahr 1913
etwa 150 Ries Kanzleipapier
und 200 „ Konzeptpapier,
ſoll vergeben werden.
Termin: 25. Februar 1913, vormittags 11 Uhr, im
Ge=
ſchäftszimmer der Diviſions=Intendantur, Darmſtadt,
Heidelberger=
ſtraße 23, 2. Stock. Hier liegen die vor dem Termin anzuerkennenden
Lieferungsbedingungen aus; ſie können auch gegen Einſendung von
70 Pfg., einſchließlich Beſtellgeld, bezogen werden.
(2961fs
Die verſiegelten, mit Aufſchrift „Angebot auf Papierlieferung‟
verſehenen Angebote und Proben ſind an vorbezeichnete Adreſſe
zu richten.
Intendantur 25. Diviſion.
Jagd=Verpachtung.
Donnerstag, den 13. Februar d. Js., nachmittags 1 Uhr,
wird auf hieſigem Bürgermeiſterei=Bureau die Waldjagd der
Ge=
meinde Zeilhard auf weitere ſechs Jahre verpachtet. Bemerkt wird,
daß die Waldgemarkung unmittelbar an die Bahnſtation Meſſel
an=
grenzt. Bahn Darmſtadt-Aſchaffenburg.
Zeilhard, den 28. Januar 1913.
(II,2995
Großh. Bürgermeiſterei Zeilhard.
Kühn.
Bekanntmachung
über An= und Verkauf von Faſelvieh.
Donnerstag, den 13. Februar I. J., nachmittags 3 Uhr,
ſoll in der Gemeinde Zeilhard ein gut erhaltener, zur Zucht
untaug=
licher Faſelochs, ſowie ein alter Ziegenbock meiſtbietend verſteigert
werden. Beſitzer von jungen Faſelochſen werden gebeten, ihre Offerte
nebſt Preisangabe an die unterzeichnete Stelle einzureichen.
Zeilhard, den 28. Januar 1913.
(II,2996
Großh. Bürgermeiſterei Zeilhard.
Kühn.
Wichtig für Schreibmaſchinenbeſitzer.
Hiermit bringe ich meine Reparatur-Werkstätte
für Schreibmaſchinen aller Syſteme in empfehlende Erinnerung.
Meine langjährige Tätigkeit als Fachmann dieſer Branche
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Tel. 979. Eig. Fabrikation.
(1945a)
Konkursverfahren.
Ueber den Nachlaß des
verſtorbe=
nen Oberamtmanns i. P. Ernſt
Ludwig Spamer von Eberſtadt
wird heute, am 29. Januar 1913,
nachmittags 6 Uhr, das
Konkurs=
verfahren eröffnet.
Der Gerichtsvollzieher i. P.
Reib=
ſtein in Darmſtadt wird zum
Kon=
kursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
18. Februar 1913 bei dem
Ge=
richte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über
die Beibehaltung des ernannten
oder die Wahl eines anderen
Ver=
walters, ſowie über die Beſtellung
eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132
der Konkursordnung bezeichneten
Gegenſtände und zur Prüfung der
angemeldeten Forderungen auf
Mittwoch, 26. Februar 1913,
vormittags 9½ Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Neues Gerichtsgebäude,
Erdge=
ſchoß, Zimmer Nr. 114, Termin
an=
beraumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur
Konkurs=
maſſe etwas ſchuldig ſind, wird
aufgegeben, nichts an den Nachlaß
bezw. die Erben zu verabfolgen oder
zu leiſten, auch die Verpflichtung
auf=
erlegt, von dem Beſitze der Sache
und von den Forderungen, für
welche ſie aus der Sache
abgeſon=
derte Befriedigung in Anſpruch
nehmen, dem Konkursverwalter bis
zum 18. Februar 1913 Anzeige
(3016
zu machen.
Großherzogl. Amtsgericht II
zu Darmſtadt.
Leichten Beiwagen geſucht.
Uhrmacher Törge,
*2773fs)
Groß=Bieberau.
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Seriöse Raterteilung
betreffenden Fragen.
(1294a
Bekanntmachung.
Freitag, den 21. Februar l. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die dem Georg Philipp
Volz II. zu Groß=Bieberau, im
Grundbuch hieſiger Gemarkung
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr.
qm
III 481 260 Hofreite
Eck=
hardtſtraße
Nr. 35,
III 481¾/10 151 Grasgarten
(Vorgarten)
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K4/13
Darmſtadt, 15. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V1943
Bekanntmachung.
Die am 25. ds. Mts. abgehaltene
Holzverſteigerung iſt genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können am
Februar bei den betreffenden
Kaſſenſtellen in Empfang
genom=
men werden.
Die Ueberweiſung erfolgt am
(2964
3. Februar.
Darmſtadt, 28. Januar 1913.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
I. V.: Kindhäuſer.
Bekanntmachung.
Freitag, den 7. März 1913,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die dem Philipp von der
Schmitt, unbekannten Aufenthalts,
dahier zugeſchriebenen
Liegen=
ſchaften:
Flur Nr. qm
V 728 27 Bauplatz
Mar=
tinſtraße,
(alt II 412//10 27 Bauplatz
Mar=
tinſtraße),
V 1156¾/10 36 Weg,
(alt II 487¾/10 36 Bauplatz
Mar=
tinſtraße),
in
unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmannſtraße 1, zwangsweiſe
verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung kann auch dann erfolgen,
falls kein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 28. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (VI2969
Bekanntmachung.
Freitag, den 14. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Johann Georg Jacob
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
162 201 Hofreite Große
I
Ochſengaſſe
Nr. 1,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K8/13
verſteigert werden.
Darmſtadt, 30. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V2999
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Klasse II (228.) Lotterie habe ich noch Lose abzugeben:
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½ Los
¼ Los
½ Los
¼1 Los
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teren Klasse Mk. 5.—
Darmstadt, Rheinstr. 33.
Mk. 20.— Mk. 40.— Mk. 80.—
½ Los ¼ Los
¼ Los
Mk. 10.—Mk. 20.— Mk. 40.—
Philipp J. Schmidt
Telephon 127. (3009a) Königl. Preuss. Lotterie-Einnehmer.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913.
Nummer 26.
3
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guter Erziehung ſuche eine
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(*2727
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nung gewohnt ſind, mögen ſich
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Alleinmädch., w. koch. u. nicht koch. k.,
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Lauffrauſtraße 35, 2. St. (*2759 Mädch. mit gut. Zeugn. erhalt.
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Aliceſtraße 2. (2991fs
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der Schule entlaſſen werden,
wollen ſich melden.
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Gretchens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verbaten.)
45)
Mit heißen Wangen und glänzenden Augen kehrte ſie
heim. Der Vater befand ſich im Garten; glücklicherweiſe
war er allein.
Papa, weißt Du, wer nachher zu Dir kommen wird?
Nein? Nun, Du kannſt es auch nicht raten, ſagte ſie,
ſchmeichelnd ihren Arm um ihn legend — Herr Brand.
Unverhohlene Ueberraſchung zeigte ſich da in ſeinen
Zügen.
Iſt er denn hier? Woher weißt Du’s, Kind?
Vater!
Sie barg ihr erglühend Geſicht an ſeiner Schulter, und
da erriet er alles.
Gretchen, er kommt Deinetwegen?
Sie nickte.
Ja, Kind, davon habe ich ja gar nichts gewußt!
So ſag doch, wie kam es? Seit wann? Seit Norderney?
Nein, Vater, länger — viel länger! So lange ich ihn
kenne — ſeit jener Tannhäuſeraufführung, in der wir ihn
zum erſten Male hörten.
Da begriff er und wurde ſtill.
Zärtlich ſtrich er über das goldige Haar Gretchens.
und die Vergangenheit zog an ihm vorüber. Er erfaßte
das Heldentum und die ſtille Größe ſeiner Tochter, die ihm
ſo wortlos und klaglos ihr Lebensglück, ihre Liebe zum
Opfer gebracht, als es galt, ihn vor dem völligen Ruin
zu retten, den Claudia größtenteils verſchuldet hatte.
Seit einiger Zeit war er auch gerichtlich von ihr
ge=
trennt; nicht einmal ſeinen Namen durfte ſie mehr führen,
da ſie ſich desſelben unwert gezeigt hatte.
An den Spieltiſchen von Monte Carlo war die ſchöne,
auffallend gekleidete Frau eine bekannte Erſcheinung
ge=
worden, und ihr Weg führte ſie ſicherlich früher oder ſpäter
dem Abgrund entgegen. —
Ueberwältigt von dem, was ſich ihm offenbart, zog er
die Tochter feſt an ſein Herz und küßte ſie auf die Stirn.
Mein geliebtes Kind, wie ſoll ich in Worte faſſen, Dir
danken, was Du getan! Was ſoll ich nur tun, um — —
Sie legte ihm die Hand auf den Mund.
Nichts, als freundlich zu ihm ſein, wenn er nachher
kommt — und ihm gut ſein.”
Das bin ich dem prächtigen Manne längſt, mein Kind,
und aus tiefſtem Herzen dem Höchſten meinen Dank, daß
Du nun doch noch glücklich werden kannſt! Jetzt weiß ich
auch, woher der ſchmerzliche Zug um Deinen Mund
ene e e r ich erſen
Wendung für Dich eintritt.
Aber mein Verſprechen! Du kennſt Mamas Anſicht
— und die meine iſt Euch auch nicht unbekannt! Sie darf
Dir unmöglich entgegen ſein. Du haſt das Recht der
Selbſtbeſtimmung — ſei guten Mutes! — — In
liebe=
voller Weiſe redete er ihr zu, und langſam gingen ſie ins
Haus hinein.
Mit klopfendem Herzen nahm ſie die Meldung von
Ernſt Brands Beſuch entgegen: ihre Hände zitterten, als
ſie ſeine Karte der Schwiegermutter darreichte. Dieſe
warf einen prüfenden Blick in das Geſicht der jungen
Frau, und ſie wußte alles.
Da langes Zögern und Ueberlegen ihre Sache nicht
war, wollte ſie gleich jetzt ihren Standpunkt klarſtellen.
Auf ein Wort, Margie. Papa empfängt ja vorläufig
den Herrn! Nun ſag mir, Kind, wer iſt es, deſſen
An=
kunft Dich in ſo ſichtliche Verwirrung bringt?
Du weißt es doch, Mama. Etwas gepreßt klang
Gret=
chens Stimme.
Wenigſtens kann ich es mir denken, daß es der Mann
iſt, den Claudia meinte — — der Deinem Herzen ſehe
nahe zu ſtehen ſcheint! Iſt es nicht ſo? Dein Schweigen
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913.
Nummer 26.
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die Hauptvorbedingung einer
gedeihlichen wirtſchaftlichen
Ent=
wickelung. Eine ſolche Kultur
kann aber nicht der Pflanzer
allein treiben, auch in der
Hei=
mat muß eine derartige Pflege
des Kakaos und eine
Aufklä=
rungsarbeit zu ſeinen Gunſten
ſtattfinden, um dem Pflanzer
günſtige Abſatzmöglichkeiten zu
ſchaffen, die ihm eine
gewinn-
bringende Arbeit ſichern. Das
iſt eine Form praktiſcher
Kolo=
nialpolitik, die jedermann treiben
kann. Der Hauptvorzug des
Kakaos vor allen anderen
Früh-
ſtücksgetränken iſt der, daß er die
Vorzüge eines Genuß= und
Nah-
rungsmittels in ſich vereinigt. Frei
von allen ſchädlichen
Beſtandtei-
len, die die Nerven angreifen,
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Eiweißge=
halt, der ihn ſogar als teilweiſen
Fleiſch=Erſatz geeignet macht.
=Kakaos ſind infolge ihrer
voll-
endeten Verarbeitung geradezu
die typiſchen Vertreter ihrer
Art und gewinnen dem Kakao
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M e etet e
Margareta, Du mußt Dir doch klar ſein, daß Du dieſe
Neigung bekämpfen mußt! Denk an Lionel!
Verzweifelt ſchlang Margareta die feinen Hände
in=
einander und blickte vor ſich nieder.
Alles hab ich mir ſchon wiederholt geſagt und in
vie=
len ſchlafloſen Nächten darüber nachgedacht — — und
doch iſt meine Liebe ſo groß, daß jedes Sträuben dagegen
nutzlos iſt, ſagte ſie leiſe.
Ein bitteres Lächeln huſchte über Dorotheas Geſicht
— mit dieſem Ausdruck hatte Margareta memals von
dem Gatten geſprochen, und etwas härter wohl, als
be=
abſichtigt, entgegnete ſie:
Alſo hatte Claudia doch recht mit ihrem Briefe an
meinen armen Sohn, deſſen Hinſcheiden Dir den Weg zu
Deinem Glück geebnet hat — und mit der Liebe zu einem
anderen biſt Du neben meinem Sohne hergegangen, der
Dir die Sterne vom Himmel geholt hätte, wäre das
mög=
lich geweſen — und all ſeine unendliche Liebe hat nichts
vermocht! — So hab ich mich alſo doch in Dir getäuſcht.
Margareta preßte beide Hände gegen die Schläfen
und ſprang erregt auf.
Nicht weiter, Mama, ich bitte Dich — Du kränkſt mich
tief! Nie hab ich meine Pflichten gegen Lionel verletzt!
Ich bin ihm ſtets eine treue und gehorſame Gattin
ge=
weſen und hab ihn lieb gehabt wie einen Bruder! Mehr
konnte ich ihm nicht geben; denn mein ganzes Herz
ge=
hörte einem andern.
und das wagit Du mir ſo mhig zu ſagens
Ja, Mama, denn dieſe Liebe war keine Sünde! Es
war nur Sünde, daß ich mit ihr im Herzen Lionels
Gat=
tin wurde! Aber ich hatte ſie eingeſargt tief in meinem
Innerſten, und ich bin mit keinem ſündigen Gedanken
Deinem Sohne untreu geweſen — denn meinem Leben
iſt die Lüge fremd! — Nun naht mir — nie gehofft ——
doch das Glück — und ſoll ich nun auf alles verzichten,
was mir doch noch zugedacht iſt?
Ja!
Kalt und hart klang Mrs. Catlins Stimme. Ja, Du
haſt meinem Sohne geſchworen, niemals wieder zu
hei=
raten, und von dieſem Gelöbnis kann Dich nichts frei
machen — hörſt Du, nichts! Du wußteſt, was Du tateſt!
— Bitte, entgegne mir nichts; ich weiß alles, was Du
ſagen willſt — — für jetzt laſſe ich Dich allein, damit Du
mit Dir zu Rate gehen kannſt.
Wie entgeiſtert ſtarrte Margareta der hohen Geſtalt
der Schwiegermutter nach, als dieſe das Zimmer verließ.
Erſchöpft ſank ſie in einen Seſſel nieder und verbarg ihr
Geſicht in den Händen — ein heißes, trockenes Schluchzen
erſchütterte ihren Körper; doch keine Träne kam in ihre
brennenden Augen.
Wie grauſam und unbarmherzig war Lionels Mutter;
das herzliche Gefühl ihrer Zuneigung ſchien ſich in
Ab=
neigung zu verwandeln — ſie hätte ſie jetzt gar nicht mehr
ſehen können!
Sollte ſie denn wirklich ewie an einen Toten geketigt
ſin nd ſuit ſe hingen und muie dadet ſiche, veit.
andere Leute es ſich an der Tafel des Lebens gütlich ſein
ließen? Dann wäre ihr beſſer, ſie läge tief unten in der
kühlen Erde!
Ein Klopfen ſchreckte ſie aus ihrem trüben Sinnen.
Schnell ſprang ſie auf und ordnete ihr verwirrtes Haar.
Es war der Diener, der meldete, daß der Herr Major
die gnädige Frau erwarte.
Sagen Sie, ich bedauere, mir iſt momentan nicht
wohl. — Nein, ſie konnte Ernſt jetzt nicht ſehen, wozu ſich
dieſe Qual auflegen?
Aber nach Verlauf von nur wenigen Augenblicken
war der Major bei ihr. Er erſchrak bei ihrem verſtörten
Anblick, und an ſeiner Bruſt weinte ſie ihre Schmerzen
aus.
Er ſchüttelte den Kopf.
Mein armes Kind, Dich ſo zu quälen! Ich hätte
Miſtreß Catlin wirklich für großgeiſtiger gehalten! — Doch
komm jetzt mit mir.
Nein, Vater, ich kann nicht! — Es muß jetzt doch alles
vorbei ſein! Wenn Mama nicht einwilligt — muß ich für
mich bleiben. Jeder Widerſtand erlahmt in mir — — und
die Tränen floſſen über ihre blaſſen Wangen, in mir iſt
alles erſtarrt; ich vermag kaum zu denken — — grüß ihn
von mir, ſagte ſie ganz leiſe.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 26.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 31. Januar 1913.
Seite 15.
Ggeb Malzf
M
a
e
Uber 34,000 ähnlich lautende ſchriftliche Anerkennungen:
Vorträge.
Heſſiſcher Jagdklub. Ueber ſeine
Jagd=
erlebniſſe in Afrika plauderte am Mittwoch abend auf
Einladung des Heſſiſchen Jagdklubs Graf Raimund zu
Erbach=Fürſtenau. Die vor drei Jahren
unter=
nommene Reiſe in die inneren Jaadgebiete Afrikas hat
dem Vortragenden, der nicht nur als Jäger in den
ſchwar=
zen Erdteil eindrang, ſondern offenen Auges auch die
landſchaftlichen Schönheiten voll würdigte, eine Reihe von
Beobachtungen erſchloſſen, die von denen vieler Forſcher
abwichen, und deshalb habe er ſich auf den Rat von
ver=
ſchiedenen Gelehrten entſchloſſen, ſeine Erfahrungen der
Oeffentlichkeit nicht vorzuenthalten. Der Ausgangspunkt
für die Expedition war Mombaſſa, von wo aus der Weg
zum Viktoria=Nyanza= und dem Albert=See genommen
wurde, um ſchließlich durch Britiſch=Uganda in das
wild=
reiche Kongogebiet zu gelangen. Bei dem mehr als 4000
Kilometer betragenden Marſche wurden des öfteren
be=
deutende Höhen überwunden. Am Albert=Eduard=See
erfuhren die Reiſenden die erſte Kunde vom
Vorhanden=
ſein von Elefanten. Im Nordweſten bekamen ſie dann
die gewaltigen Tiere zu Geſicht, und es gelang dem
Vor=
tragenden, eine Reihe von Aufnahmen von ihnen zu
machen, die er mit dem Lichtbilderapparat vorführte. Der
Rückmarſch nach Süden erfolgte in raſchen Tagereiſen, da
die durchreiſten Gebiete von der Schlafkrankheit
heimge=
ſucht waren. — Dem Vortragenden wurde für ſeine
in=
tereſſanten Ausführungen lebhafter Beifall der zahlreich
erſchienenen Zuhörer zuteil.
Handel und Verkehr.
* Berlin, 30. Jan. In der heutigen Sitzung des
Zentralausſchuſſes dier Reichsbank führte
Exzellenz Havenſtein aus, daß die Entſpannung
ſeit Neujahr nicht voll befriedigt habe. Durch
die Wirkung der langen Laufzeit der vor Neujahr
ein=
gereichten Wechſel habe ſich die Bank am 23. Januar
noch mit 17 Millionen in der Steuerpflicht befunden,
während in der gleichen Zeit des Vorjahres eine
ſteuer=
freie Notenreſerpe von 211 Millionen Mark beſtanden
habe. Zum erſtenmal ſei die Bank im Januar nicht aus
der Steuerpflicht herausgekommen. Der Stand der
frem=
den Gelder habe ſich gleichfalls nicht vorteilhaft entwickelt.
Sie hätten am 23. Januar 710 Millionen Mark betragen
gegen 763 Millionen im Vorjahre. Die weitere
Ent=
wicklung der Verhältniſſe bis zum 27. Januar
ſei auch nicht gerade befriedigen d. Am 27.
Ja=
nuar habe noch eine Steuerpflicht von 3 Millionen Mark
beſtanden, während im Vorjahre ſich der Betrag der
ſteuerfreien Notenreſerve auf 248 Millionen Mark
be=
laufen habe. Seit dem 23. Januar hätten die Anlagen
um 30 Millionen Mark abgenommen, die Notendeckung
habe um eine Million zugenommen, der Notenumlauf um
13 Millionen abgenommen und die fremden Gelder um
12 Millionen Mark abgenommen. Angeſichts dieſer
Ent=
wicklung ſei die Bank nicht in der Lage, eine Ermäßigung
des Diskonts vorzunehmen.
Poſtſcheckverkehr. Der zwiſchen den
Poſt=
checkämtern in Berlin, Breslau, Köln, Frankfurt a. M.
Hamburg, Hannover und Leipzig und den
Abrechnungs=
ſtellen der Reichsbank beſtehende bargeldloſe
Zahlungs=
ausgleich weiſt für das Jahr 1912 recht erfreuliche
Ergeb=
niſſe auf. Die Einlieferungen umfaßten über 400 000
Schecks im Betrage von mehr als 4 Milliarden Mark.
Einſchließlich der ſonſtigen im Poſtſcheckverkehr rein
buch=
mäßig, alſo namentlich durch Ueberweiſung von Konto
zu Konto, verrechneten Zahlungen ſind im Jahre 1912
insgeſamt 15,6 Milliarden Mark bargeldlos beglichen
worden, d. ſ. über 51 Prozent des Geſamtumſatzes.
Billige Briefe nach Amerika. Folgende
Schiffe befördern Briefe nach den Vereinigten Staaten
von Amerika zum Preiſe von 10 Pfg. für je 20 Gramm:
„Kaiſer Wilhelm II.” ab Bremen am 4. Februar, „
Kaiſe=
rin Auguſte Viktoria” ab Hamburg am 6. Februar,
„George Waſhington” ab Bremen am 8. Februar, „
Pre=
ſident Grant” ab Hamburg am 9. Februar, „Preinz
Fried=
rich Wilhelm” ab Bremen am 15. Februar, „
Kronprin=
zeſſin Cecilie” ab Bremen am 18. Februar, „
Pennſyl=
vania” ab Hamburg am 20. Februar, „Amerika” ab
Ham=
burg am 25. Februar, „Preſident Lincoln” ab Hamburg
am 27. Februar, „Kaiſer Wilhelm II.” ab Bremen am
4. März.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Ein Profeſſional in den Olympiſchen Spielen.
Wie aus New=York gekabelt wird, hat man dort die
un=
angenehme Feſtſtellung machen müſſen, daß der Indianer
Thorpe, der Sieger im Zehn= und Fünf=Kampf bei den
Stockholmer Olympiſchen Spielen, ein Berufsſportsmann
iſt, der nicht das Recht hatte, ſich an den nur Amateuren
offenen Olympiſchen Spielen zu beteiligen. Thorpe iſt
ſeit 1909 Mitglied einer Baſeball=Berufsſpieler=
Mann=
ſchaft. Die Sache hat die unliebſame Folge, daß die von
Thorpe gewonnenen Preiſe zurückgegeben werden müſſen.
Außerdem ſind alle von dem Indianer aufgeſtellten
Ama=
teur=Rekords nichtig. Das amerikaniſche Olympiſche
Ko=
mitee hat allen Nationen ſein Bedauern über dieſen
Vor=
fall ausgedrückt mit dem Bemerken, den angerichteten
Schaden nach Möglichkeit gut zu machen. Thorpe gibt
als Erklärung für ſein Verhalten an, daß es ihm nur
darum zu tun geweſen ſei, nach Stockholm zu kommen
und daß er als armer Mann keine andere Möglichkeit
ge=
ſehen habe, die erſehnte Reiſe auszuführen. Und darum
habe er ſeine Profeſſional=Eigenſchaft verſchwiegen.
Literariſches.
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