Abonnementspreis
Inſerafe
176. Jahrgang
rmatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angengmmen in Darmſtadt,
ſtrts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſton Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
riebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſigan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
ie heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
ſir Kaiſer beförderte anläßlich ſeines
Geburts=
iges den Kronprinzen zum Oberſt.
r Reichsanzeiger veröffentlicht die Zuerkennung des
rreiſes von 50000 Mark und der anderen Preiſe
in die beſten deutſchen Flugzeugmotore
t.d macht bekannt, daß alsbald ein zweiter Flugzeug=
Anotoren=Wettbewerb ausgeſchrieben werden ſoll.
Halle zerſtörte ein in einem Anbau des alten
ſſiktoriſchen Rathauſes entſtandenes Feuer dieſen
An=
hru und zum Teil das im Mittelalter erbaute
agehaus.
Ei der Entgleiſung eines Perſonenzuges
Ar Kleinbahn Eſchershauſen=Vorwohle wurden der
Bugführer getötet und fünf Paſſagiere
llicgwer verletzt.
herzog Rainer von Oeſterreich iſt geſtern
ge=
ſie rben.
ſtrch das Hochwaſſer des Miſſiſſippi wurden
15
Vicksburg tauſend Quadratmeilen
aumpfland und Pflanzungen
über=
cgwemmt. Die Eiſenbahnen wurden zerſtört und
mnderte von Familien flüchteten an
ſcher gelegene Plätze.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
Januar 1813: Ernennung einer aus Hardenberg,
ſscharnhorſt und Hake beſtehenden Kommiſſion zur
Be=
chleunigung der Rüſtungen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Zur internationaien Lage.
Gegenüber dem Umſchwung in Konſtantinopel
ſt von den Großmächten eine abwartende
tung eingenommen. Die Londoner Meldung, daß
Balkandelegierten beſchloſſen haben, die
Verhandlun=
aabzubrechen, braucht nach den früher mit ſolchen
li ungen gemachten Erfahrungen vorerſt nicht allzu
ſturch genommen zu werden. In Konſtantinopel ſelbſt
Piget das neue Miniſterium die Antwort auf die
läktivnote der Mächte vor. Ob ſie erteilt wird, ehe
Nationalverſammlung geſprochen hat, ſteht noch da=
Will aber das jungtürkiſche Kabinett erſt das Votum
Kationalverſammlung einholen, bevor es den
Groß=
ſhren Beſcheid gibt, dann muß für geraume Zeit mit
Fortdauer der Ungewißheit gerechnet werden, da eine
ungsmäßige Beſchickung der Nationalverſammlung
Ablauf einer gewiſſen Friſt nicht möglich iſt.
wie Aufnahme, die die Wiederherſtellung des
jung=
ſichen Regiments in den europäiſchen Hauptſtädten
ſiden hat, kann nicht günſtig genannt werden. Das
ſturiter den obwaltenden Umſtänden vollkommen
be=
ſtflüch: Denn es iſt doch nicht nur die Diplomatie,
n Kreiſe durch den Konſtantinopeler Umſturz geſtört
en, ſondern auch die öffentliche Meinung iſt
empfind=
dadurch getroffen, daß der ſehnlichſt erwartete
Frie=
icchluß zum mindeſten einen neuen Aufſchub erfahren
Wenn die Enttäuſchung der Preſſe beſonders
leb=
en Rom zum Ausdruck gelangt, dann darf dies nach
Schwierigkeiten, die die Seele der jungtürkiſchen Re=
E on, Enver Bey, den Italienern in Tripolis bereitete,
ün Erſtaunen ſetzen. Jedoch auch an der Themſe, wo
Perſönlichkeit Enver Beys ſich nicht ſo läſtig wie in
ſiggemacht hat, tritt das Unbehagen über die zeitweilige
Eitelung des Friedensſchluſſes deutlich zutage. Daß
damit das Mißtrauen verbindet, ob die jungtürkiſche
ſthaft von Beſtand ſein werde, iſt nach den
Erfahrun=
pie mit den jungtürkiſchen Erfolgen bisher gemacht
den, durchaus begründet. Es iſt daher nicht
auf=
g, wenn in St. Petersburg gleichfalls Zweifel an
auerbarkeit des letzten jungtürkiſchen Erfolges laut
Pern.
ſin dem Mißmut über die zerſtörte Hoffnung auf
n nahen Friedensſchluß läßt es die europäiſche Preſſe
an der für die Großmächte beſtimmten Mahnung
n,, die bisherige Einigkeit zu bewahren und Sonder=
Weille hintanzuſetzen. Beſonders eindringlich wird dieſe
ſhhr ung von den Regierungsorganen Oeſterreich=
Un=
s ausgeſprochen. Dabei läßt eine halbamtliche
Aus=
gg des Peſter Lloyd keinen Zweifel darüber, daß
n die Adreſſe Rußlands gerichtet iſt. Vielleicht in
Piderung hierauf ſchreibt die ruſſiſche offiziöſe
ſſica:
Ungeachtet der neuen Lage in Konſtantinopel änderte
die Haltunig der Mächte gegenüber dem Bal=
kankrieg, die in der der Pforte überreichten Kollektivnote
zum Ausdruck gebracht wurde, nicht. Die ruſſiſche
Re=
gierung iſt ſich mehr als je der Notwendigkeit bewußt,
dem Kriege ein Ende zu machen und wird keine
Mühe ſcheuen, um dies Ziel zu erreichen. Wir haben
Grund zu der Annahme, daß ganz Europa einmütig
das=
ſelbe Ziel verfolgt. Es erwartet von dem neuen türkiſchen
Kabinett, welches das Vertrauen der Mächte braucht,
den=
ſelben vernünftigen und verſöhnlichen, mit den
Lebens=
intereſſen der Türkei übereinſtimmenden Geiſt, den jüngſt
das Kabinett Kiamil Paſcha an den Tag legte, das ſo
unerwartet von dem Schauplatz verſchwunden iſt.
Die neue Militärvorlage.
* Die Bekanntgabe einer kommenden
Heeres=
vorlage durch die Norddeutſche Allgemeine Zeitung
wird von den Zeitungen zum Gegenſtand eingehender
Beſprechungen gemacht. Die Germania ſchreibt in
Ueber=
einſtimmung mit der Kölniſchen Volkszeitung:
„Wir ſind in der Lage, dieſe halbamtliche Erklärung
durch folgende von uns eingeholten Informationen zu
ergänzen: Im Kriegsminiſterium wird zurzeit neben der
bereits vor längerer Zeit angekündigten
Luftflottenvor=
lage eine gröſere Heeresvorlage ausgearbeitet.
Es werden für dieſen Zweck reichlich 70 Millionen
jährliche Mehrforderungen gemacht. Dazu
kommen für die Luftflotte ca. 18 Millionen Mark, und
außerdem noch etwa 10 Millionen Mark für kleinere
An=
forderungen. Die geſamten Neuforderungen belaufen ſich
demnach auf rund 100 Millionen Mark jährlich.
Vor=
ausſichtlich wird der jetzige Kriegsminiſter die
Neufor=
derungen nicht mehr vertreten, ſondern ſein Nachfolger.
Wer als ſolcher in Frage kommt, dürfte noch nicht
ent=
ſchieden ſein. Genannt werden, wie erinnerlich, die
Ge=
neräle v. Gallwitz und Sirt. v. Arnim. Ueberhaupt
dürf=
ten noch weitere Aenderungen in den Reichsämtern zu
erwarten ſein. Neben dem Rücktritt des Kriegsminiſters
von Heeringen wird bereits jetzt ernſtlich mit dem
Rück=
tritt des Reichsſchatzſekretärs Kühn zu rechnen ſein.”
Wohl in bezug hierauf und zur Wäderlegung der
Ge=
rüchte über einen bevorſtehenden Perſonenwechſel in den
leitenden militäriſchen Stellen wird der Kölniſchen
Zei=
tung aus Berlin geſchrieben:
„Die Erörterungen über die zu erwartende
Militär=
vorlage beruhen durchweg auf Vermutungen, die
von nicht verantwortlicher Seite aufgeſtellt werden. Die
Vorarbeiten für dieſe Vorlage ſind noch nicht ſo weit
vor=
geſchritten, daß ſich von amtlicher Seite ſchon jetzt
Mit=
teilungen über den Umfang der Vorlage und über die ſich
daraus ergebenden Koſten machen ließen. Bedauerlich
bleibt dabei der fortgeſetzte Hinweis auf die vorhandenen
Lücken in unſerer Heresorganiſation, die
ſelbſtverſtänd=
lich auch von amtlicher Stelle hinreichend bekannt ſind.
Aber dieſer Hinweis, der ſich ſogar auf die angeblich
peſ=
ſimiſtiſche Stimmung im Offizierkorps erſtreckt, iſt
geeig=
net, das Anſehen unſeres Heeres durch Anzweifeln ſeiner
ſteten unbedingten Kriegsbrauchbarkeit nicht allein dem
Auslande, ſondern auch dem Inlande gegenüber
herab=
zuſetzen, wozu nicht die geringſte berechtigte Veranlaſſung
vorliegt. Es kann nicht geleugnet werden, daß ſich die
politiſchen Verhältniſſe in jüngſter Zeit
gegen=
über denen vor zwei Jahren nicht unerheblich verſchärft
haben, wodurch ſich das Einbringen einer
erweiter=
ten Militärvorlage als zwingende
Not=
wendigkeit ergab und dieſe Vorlage in vollem Maße
gerechtfertigt wird. Ebenſo bedauerlich ſind ſodann die
Mitteilungen über bevorſtehenden
Perſonen=
wechſel in den militäriſchen leitenden Stellen, die
eben=
falls lediglich auf Vermutungen beruhen. Hierbei ſollte
aber mit um ſo größerer Vorſicht verfahren werden, als
mit ſolchen Nachrichten den einzelnen Perſonen Schaden
zugefügt wird. Hierzu gehört als Beiſpiel auch die
neuer=
dings verbreitete Nachricht, daß der Generalſtabsarzt der
Armee Dr v Schierning den Abſchied nehmen werde, was
jeder tatſächlichen Grundlage entbehrt. Unerhört iſt die
für dieſen Rücktritt angegebene Begründung, in der
wie=
der eine deutſche Einrichtung, die des Roten Kreuzes, in
ſeiner Tätigkeit im Balkankriege vor den Augen der
gan=
zen Welt in der unbegründetſten Weiſe gegenüber den
gleichen Einrichtungen anderer Länder herabgeſetzt wird.
Es iſt ganz unverſtändlich, was ſich die Verbreiter
der=
artiger, aus der Luft gegriffener Nachrichten denken, die
von völliger ſachlicher Unkenntnis Zeugnis ablegen.
Chüringiſche Fuſionen.
*⁎* Der Beſchluß von ſieben thüringiſchen Staaten,
eine gemeinſame Vertretung im Bundesrat zu ſchaffen,
ebenſo die Errichtung eines oberſten
Verwaltungsgerichts=
hofes für Sachſen=Weimar, Altenburg und die beiden
Schwarzburg bringt den Gedanken eines organiſchen
Zu=
ſammenſchluſſes der thüringiſchen Lande, der namentlich
aus finanziellen Gründen ſchon oft als wünſchenswert
bezeichnet worden iſt, ſeiner Erfüllung etwas näher. Wenn
auch die Anregung einer ſtaatlichen Vereinigung
Thü=
ringens, wie ſie vor einer Reihe von Jahren einmal mit
dem Vorſchlage erörtert wurde, die Regierung an den
jeweilig Aelteſten der erbfolgeberechtigten Glieder der
einzelnen Fürſtenhäuſer zu übertragen, ein frommer
Wunſch bleiben wird, ſo ſind doch ſchon die hier und da,
insbeſondere auf dem Rechtsgebiete, im Laufe der Jahre
erfolgten Schritte zur Schaffung gemeinſamer
Inſtitu=
tionen bemerkenswert und auch im Intereſſe des
Einheits=
gedankens zu begrüßen. Dabei ſoll nicht verkannt werden,
daß die getrennte ſtaatliche Entwicklung der thüringiſchen
Länder auch ihre großen Vorteile gehabt hat. Man
be=
denke nun, von welcher Bedeutung die einzelnen
Fürſten=
höfe für Künſte und Wiſſenſchaften geweſen ſind, wie ihr
Einfluß auf den kulturellen Aufſchwung Deutſchlands ein
ganz erheblicher war und zu der Blüte des
Unterrichts=
weſens, der Schaffung der Verkehrswege und zu
Fort=
ſchritten aller Art auf anderen Gebieten weſentlich beitrug.
Die Ernennung eines gemeinſchaftlichen
Bundesrats=
vertreters ſeitens Sachſen=Weimars, Altenburgs, Koburg=
Gothas, der Fürſtentümer Reuß und Schwarzburg iſt
in=
ſofern intereſſant, als dieſer Bevollmächtigte im
Bundes=
rat über ſieben Stimmen, alſo eine mehr als Bayern
oder über ebenſoviel wie Sachſen bezw. Württemberg
und Baden zuſammen, verfügen und mithin vielfach den
Ausſchlag geben wird. Gelegentlich des Ausſterbens der
Sondershäuſer Fürſtenlinie, ebenſo bei der Vereinigung
der beiden Reuß unter einem Regenten wurde die Frage
der Vertretung im Bundesrat erneut erörtert und
feſtge=
ſtellt, daß auch, wenn mehrere deutſche Bundesſtaaten
völlig miteinander verſchmolzen werden, jedem einzelnen
doch die Stimmen im Bundesrat verbleiben, wofür
inſo=
fern ein Präjudiz vorliegt, als Preußen nach 1866 die
ehemaligen Stimmen der annektierten Länder zugezählt
erhielt.
Sachſen=Meiningen hat ſich der thüringiſchen
Ver=
tretung im Bundesrat nicht angeſchloſſen, es will die
Wahrnehmung ſeiner Angelegenheit Bayern übertragen,
mit dem es durch mancherlei Intereſſen, namentlich ſolche
wirtſchaftlicher Natur, verbunden iſt.
Deutſches Reich.
— Die Reichspoſt und das
Verdingungs=
weſen. Hinſichtlich des Verdingungsweſens weiſt das
Reichs=Poſtamt in ſeinem neueſten Amtsblatt darauf hin,
daß zahlreiche Verbandstage der Vertretungen des
ge=
werblichen Mittelſtandes ſich in neuerer Zeit mit dem
von Reichs= und Staatsbehörden beobachteten Verfahren
der Vergebung von Leiſtungen und Lieferungen befaßt
haben. Schon dies zeige die große Bedeutung, die das
Verdingungsweſen für Gewerbe und Handwerk
gewon=
nen hat. Deshalb hätten es auch die bei der Vergebung
von Leiſtungen und Lieferungen beteiligten Reichs=Poſt=
und Telegraphenbehörden als vornehme Aufgabe zu
be=
trachten, den Bedürfniſſen des Gewerbes, insbeſondere
des Handwerks, gerecht zu werden, ſoweit es irgend
mög=
lich ſei. Ebenſowenig wie rein fiskaliſche Intereſſen es
rechtfertigen könnten, Rechte und Pflichten zum
einſeiti=
gen Vorteile der auftraggebenden Behörde feſtzuſetzen,
ebenſowenig dürfe auch ſonſt ein Verfahren eingeſchlagen
werden, das billige Forderungen des Gewerbes und des
Handwerks unberückſichtigt läßt. Es müſſe in Anſpruch
genommen werden, daß alle bei der Vergebung von
Leiſtungen und Lieferungen beteiligten Beamten ſich
da=
mit vertraut machen, welche allgemeinen Wünſche
hin=
ſichtlich dieſer Vergebungen in den beteiligten Kreiſen
be=
ſtehen. Die Handelskammern, Handwerkskammern,
In=
nungen uſw., wären gewiß gern bereit, hierbei
unter=
ſtützend mitzuwirken. Ganz beſonders ſei auch dahin zu
ſtreben, daß ſich die kleineren Gewerbetreibenden und die
Handwerker — einzeln oder in Lieferungsverbänden, wie
es bereits bisher in einigen Fällen mit gutem Erfolge
ge=
ſchehen ſei — am Wettbewerbe bei öffentlichen
Aus=
ſchreibungen von Leiſtungen und Lieferungen beteiligen.
Ferner ſeien auch zu elektrotechniſchen
Inſtallationsar=
beiten, wenn irgend angängig, Handwerker oder
Hand=
werkervereinigungen heranzuziehen. Das Reichs
Poſt=
amt erwartet, daß die beteiligten Beamten der Reichs=
Poſtverwaltung ſich bemühen werden, zur Löſung der
wichtigen Aufgabe, den gewerblichen Mittelſtand zu
kräf=
tigen und insbeſondere das Handwerk leiſtungsfähiger
zu machen, durch genaue Beachtung der Vorſchriften über
die Vergebung von Leiſtungen und Lieferungen und der
dieſerhalb ſonſt ergangenen Verfügungen beizutragen.
Das Poſtamtsblatt bringt ſodann noch nähere
Beſtim=
mungen über die Arten der Ausſchreibung, die
Ver=
dingungsanſchläge, die Friſten für die Vertragserfüllung,
die Bekanntmachung der Ausſchreibung, die Zuſchlags=
Seite 2.
Darmſtädter Tagbkatt, Dienstag, den 28. Januar 1913.
Nummer 23.
erteilung und die Faſſung, Inhalt und Ausführung der
Verträge.
— Die Mainkanaliſation. Wie aus Hanau
gemeldet wird, iſt das Hanauer Mainhafenprojekt
nun=
mehr von allen Inſtanzen genehmigt worden. Damit iſt
auch der Ausbau der Anſchlußſtrecke Hanau=Aſchaffenburg
und der Anſchluß Bayerns an den Main=Rheinkanal um
einen guten Schritt vorwärts gekommen.
— Wahlrechtskampf in Koburg=Gotha
Der gemeinſchaftliche Landtag der Herzogtümer Koburg
und Gotha ſtimmte gegen die Stimmen der
Konſer=
vativen dem Antrage ſeiner Verfaſſungskommiſſion zu,
die Staatsregierung um Vorlage eines Geſetzentwurfs zu
erſuchen, der unter Abänderung des Staatsgrundgeſetzes
an Stelle des jetzigen indirekten Wahlverfahrens die
Ein=
führung des direkten Wahlrechts bezweckt. Die
Staats=
regierung widerſetzt ſich aber ganz entſchieden der
Ein=
führung des Reichstagswahlrechts für die Landtage. Der
Staatsminiſter Richter erklärte, daß er eher von ſeinem
Platze weichen wolle, als dem Antrag auf Abänderung
des indirekten Wahlrechts Folge zu geben.
— Der Konflikt in Rudolſtadt. Der
Landtag von Rudolſtadt hat die nachträgliche
Genehmi=
gung der ohne vorherige parlamentariſche Zuſtimmung
verfügten Teuerungszulage für die Beamten einſtimmig
abgelehnt. Die Regierung wurde aufgefordert, in einem
neuen Beamtenbeſoldungsgeſetz die Teuerungszulagen
zu verrechnen und eine Aenderung der Verfaſſung
vorzu=
legen, die für die Zukunft das Mitwirkungsrecht des
Landtages gewährleiſte.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Der Kongreß der ungariſchen
Sozial=
demokraten beſchloß einſtimmig, durch Veranſtaltung
eines politiſchen Maſſenausſtandes, deſſen Beginn und
Dauer die Parteileitung beſtimmen wird, gegen den
Wahlreformentwurf der Regierung Einſpruch zu erheben.
Frankreich.
Die finanzielle und militäriſche Lage
Marokkos. Der Miniſterpräſident Briand und die
Miniſter des Aeußern, der Finanzen und des Krieges,
ſowie der Generalreſident Liautey verhandelten über die
finanzielle und militäriſche Lage Marokkos. Es wurde
beſchloſſen, eine Anleihe aufzunehmen. Die näheren
Be=
dingungen ſollen demnächſt dem Miniſterrat unterbreitet
werden. Die Liquidationsanleihe wird ſich auf
un=
gefähr 250 Millionen Francs belaufen.
Frankreich und Venezuela. Dem Temps
zufolge ſendet die franzöſiſche Regierung einen beſonderen
Vertreter nach Caracas, um daſelbſt das Protokoll
bezüg=
lich der Wiederaufnahme der diplomatiſchen Beziehungen
zwiſchen Frankreich und Venezuela zu unterzeichnen.
Belgien.
Die Frage der Verfaſſungsänderung.
Es zeigt ſich, daß die dreitägige parlamentariſche
Rede=
ſchlacht über die Verfaſſungsänderung die Lage wenig
geklärt hat. Den Sozialdemokraten bleibt, nachdem ſie
ſich eine unzweideutige Ablehnung auf ihre Drohung mit
dem allgemeinen Ausſtand geholt haben, natürlich nichts
weiter übrig, als die literariſche und vielleicht auch
prak=
tiſche Vorbereitung des großen Ereigniſſes mit erneutem
Eifer fortzuſetzen. Ob ihnen und namentlich ihrem
Füh=
rer Vandervelde dabei ſehr wohl zumute iſt, ſteht
da=
hin, wie überhaupt innerhalb der Partei die Anſichten
über das, was unbedingt erreicht werden muß, nicht ganz
übereinzuſtimmen ſcheinen. Die Liberalen ſind wohl für
einen vermittelnden Weg, d. h. ſie wünſchen die förmliche
Aufrollung der liberalen Rechtsfrage, in der beſondere
Vorſchläge zu machen der Regierung überlaſſen werden
müſſe. Ebenfalls erkennt ein Teil ihrer Preſſe die
aller=
dings auch augenſcheinliche Tatſache an, daß die
Sozial=
demokratie mit ihren ultraradikalen Forderungen und
Drohungen zurzeit das größte Hindernis einer
vernünf=
tigen Wahlreform bildet, um ſo mehr, als manche Libe=
rale aus der Rede des Miniſterpräſidenten nicht ein
un=
bedingtes Nein heraushören wollen, das allerdings erſt
dann zu einem Ja werden kann, ſobald die andere Seite
aufgehört hat zu drohen, denn einer Drohung könne keine
Regierung ohne Drangabe ihres Anſehens ſich beugen.
Das ſprechen auch liberale Stimmen offen aus.
Spanien.
Der Arbeitsplan der Regierung. Ueber
die erwartete miniſterielle Erklärung über den
Arbeits=
plan der Regierung, die, nach der Ausſage des Grafen
Romanones, ſich nicht nur auf das Programm des
be=
vorſtehenden parlamentariſchen Abſchnittes beſchränkt,
ſondern gewiſſermaßen die Richtlinien der liberalen
Partei auch im Falle ihres Ueberganges zur Oppoſition
ziehen ſoll, will der Imparcial wiſſen, daß ſie außer der
Bildung eines beſonderen Arbeitsminiſteriums auch ſonſt
den ſozialen Fragen beſondere Aufmerkſamkeit zuwende.
Unter anderem ſoll die Rechtsfähigkeit der
Arbeiterge=
werkvereine anerkannt und der gemeinſame
Arbeitsver=
trag eingeführt werden. Eine zweite Flotte ſoll
geſchaf=
fen, Neuerungen im Schulweſen eingeführt, das
Gerichts=
barkeitsgeſetz (wonach Vergehen und Verbrechen gegen
das Heer durch die Kriegsgerichte abgeurteilt werden)
unter Wahrung des Anſehens des Heeres aufgehoben
und die Religionsfreiheit durchgeführt, daneben ſoll den
Finanzfragen eine ausgeſprochene Berückſichtigung zuteil
werden.
China.
China und die Mongolei. Yüanſchikai hat
an den Hutuchtu ein Telegramm als Antwort auf
deſſen Erklärung gerichtet, daß die Mongolei nicht mit
China vereint werden könnte. Yüanſchikai ſagte, er habe
dem Hutuchtu bereits erklärt, daß Urga nicht von China
getrennt werden könnte. Nachdem Yüanſchikai dem
Hu=
tuchtu Blutvergießen, Barbarei, Plünderung und
Brand=
ſtiftung vorgeworfen hat, fährt er fort: Alle Banner der
inneren und äußeren Mongolei, mit Ausnahme der in
der nächſten Nähe von Urga, die durch Eure Soldaten
terroriſiert werden, wünſchen dem republikaniſchen
Reich ſich anzuſchließen und ſind gegen Euch.
Zahlreiche Mongolenhäuptlinge ſind nach Peking
gekommen und haben dieſem Wunſche Ausdruck
ge=
geben, während die wütenden Kommandanten und
ihre Soldaten in den Provinzen um die
Erlaub=
nis bitten, gegen Euch marſchieren zu dürfen. Wir
aber wünſchen Blutvergießen zu vermeiden und
haben das chineſiſche Volk überredet, zu warten, ob nicht
eine friedliche Löſung zu erlangen iſt. Ich hoffe aber,
daß Ihr die Lage ſorgfältig überlegen werdet. Die
Re=
publik bietet Euch ehrliche und freundliche Behandlung,
Förderung und Ausbreitung des Buddhismus und die
Erhaltung des Friedens im ganzen Lande an.
* Klage gegen Wetterlé. Wie der
Nou=
velliſte, das Blatt des Abbés Wetterlé, meldet, haben drei
altdeutſche Beamte, Steuerrat Klein, Rechnungsrat
Heckel=
mann und Rentmeiſter Moerd in Kolmar, eine
gemein=
ſame Klage wegen Beleidigung gegen das Blatt
ange=
ſtrengt wegen des von dem Nouvelliſte gebrauchten
Aus=
drucks: „Freche Sprößlinge der Hungerleider von 1871.”
Die Klage wird nicht viel Erfolg haben, da Herr Wetterlé
in ſeiner Eigenſchaft als Reichstagsabgeordneter
gericht=
lich nicht belangt werden kann.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 28. Januar.
* Erledigte Stellen. Eine mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der Ge=
Mit der Stelle
meindeſchule zu Nack, Kreis Alzey.
iſt Organiſtendienſt verbunden.
Eine mit einem
katholiſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Nackenheim, Kreis Oppenheim.
* Den Prüfungskommiſſionen für die Prüfung
der Aſpiranten zum Staatsdienſt im Medizinalfach
und im Veterinärfach in Darmſtadt gehören der
Darmſt. Ztg. zufolge für das Jahr 1913 an: als
Vor=
ſitzender: Miniſterialrat Geheimerat Beſt, Vorſitzender
der Miniſterialabteilung für öffentliche
Geſundheits=
pflege; als Mitglieder: a) für die Prüfung im
Medizinalfach: Geheimer Obermedizinalrat Dr.
Hauſer, Obermedizinalrat Dr. Balſer, Geheimer
Ober=
medizinalrat Profeſſor Dr. Heyl in Darmſtadt,
Ge=
heimer Medizinalrat Dr. Bieberbach, Direktor der
Landes=
irrenanſtalt bei Heppenheim, und Kreisarzt Medis
zinalrat Dr. Groos in Darmſtadt; b) für die Prüfung
im Veterinärfach: Geheimer Obermedizinalrat Dr
Hauſer, Geheimer Obermedizinalrat und
Landgeſtüts=
veterinärarzt Profeſſor Dr. Lorenz, Geheimer
Obermedi=
zinalrat Profeſſor Dr. Heyl, Schlachthofdirektor
Veterinär=
rat Dr. Garth in Darmſtadt und Kreisveterinärarzt Dr.
Beiling in Mainz.
nn. Prüfung. In dem Großh. Prüfungslokal am
Paradeplatz fand am Samstag und Sonntag die
mündliche Schlußprüfung für die mittleren
Verwaltungsbeamten, Kreis= und
Provinzial=
beamten ſtatt. Als Peüfungskommiſſare fungierten die
Herren Provinzialdirektor Geh. Rat Fey, Kreisrat
v. Hahn und Kreisrat Schliephake. Die
Prü=
fung erſtreckte ſich auf die Gebiete der heſſiſchen
Verwal=
tungsgeſetze und der neuen Landgemeindeordnung. Von
11 Kandidaten haben 7 die Prüfung beſtanden.
3 Kandidaten waren nach der ſchriftlichen Prüfung
zu=
rückgetreten, 1 Kandidat im Mündlichen. 4 Kandidaten
waren aus der Provinz Oberheſſen und 3 aus
Starkenburg.
— Vom Großh. Hoftheater. Heute gelangt Revoire=
Besnards Luſtſpielneuheit „Mein Freund Teddy” als
107. Abonnementsvorſtellung, Buchſtabe C 28, zur erſten
Wiederholung. Durch die Beurlaubung von Käthe
Meißner iſt eine Umbeſetzung notwendig geworden, und
zwar wird Ilſe Berka die Rolle der Madeleine ſpielen
Der Beginn iſt auf halb 8 Uhr angeſetzt. Für Mittwoch
iſt nach längerer Pauſe Adams romantiſch=komiſche Oper
„Wenn ich König wäre” als 108. Abonnementsvorſtellung,
Buchſtabe B 27, angeſetzt. Es gelten die kleinen Preiſe.
Donnerstag geht als ſechſte Sondervorſtellung Meyer=
Förſters Schauſpiel „Alt=Heidelberg” in Szene. Zu dieſer
Vorſtellung findet kein Kartenverkauf ſtatt.
* Die freiwillige Hauptkolonne vom Roten Kreuz in
Darmſtadt, die im verfloſſenen Jahre in 1768 Fällen
gegen 1643 Fällen im Jahre vorher in Notfällen tätige
Hilfe leiſtete, hat beſonders auch während der Ausſtellung
„Der Menſch” im Großherzoglichen Reſidenzſchloſſe eine
große Tätigkeit entfaltet. Die Kolonne hatte daſelbſt auf
Einladung der Ausſtellungsleitung einen ſtändigen
Wacht=
dienſt errichtet, und beſonders an den Sonntagen, an
denen namentlich in den letzten Monaten ein koloſſaler
Andrang von auswärtigen Beſuchern zu verzeichnen war,
eine verſtärkte hilfsbereite Wache nötig, zu der 25—40
Mann herangezogen wurden. Wie notwendig dieſer
ſtän=
dige Wachtdienſt war, beweiſt der Umſtand, daß in der
Ausſtellung „Der Menſch” nicht weniger als 126
Hilfe=
leiſtungen der Roten Kreuz=Kolonne notwendig
wur=
den. Als Anerkennung für dieſe freiwillige Tätigkeit der
Kolonne iſt der Kaſſe derſelben von Sr. Königl. Hoheit
dem Großherzog ein größerer Betrag aus den
Ueber=
ſchüſſen der Ausſtellung überwieſen worden und weiter
iſt der Kolonne z. H. ihres Führers Herrn Oberleutnant
a. D. Lotheißen ein Schreiben des Großh. Kabinetts
zu=
geſandt worden, worin der Großherzog der Kolonne
ſeinen beſonderen Dank für die Hilfeleiſtungen während
der Ausſtellung ausſpricht. — Für das am 2. März d. J.
in feierlicher Weiſe zu begehende 25jährige
Jubi=
läum der Darmſtädter Hauptkolonne werden
umfaſſende Vorbereitungen getroffen, über die wir
dem=
nächſt Ausführlicheres mitzuteilen in der Lage ſein
werden.
* Allg. Deutſcher Frauenverein (Ortsgruppe
Darm=
ſtadt). Zu dem Thema: „Warum verlangen die Frauen
Einfluß auf die Geſetzgebung?” gedenkt Frau Agnes
Wegele in der Mitgliederverſammlung am Freitag,
den 31. ds. Mts., im Hotel Prinz Karl zu ſprechen. Alle,
die ſich für dieſe Frage intereſſieren, ſind als Gäſte
will=
kommen.
nn. Turngeſellſchaft Darmſtadt. Am Sonntag
nachmittag hielt die Turngeſellſchaft
Darm=
ſtadt in dem Kneipſaal zur Mathildenhöhe ihre
Hauptverſammlung ab. Eingeleitet wurde
die=
ſelbe durch einen Chorgeſang der Turnerſingmannſchaft.
Der 1. Sprecher, Herr Kaufmann Stichel, begrüßte die
zahlreiche Turnerſchar und widmete den verſtorbenen
Mitglieder einen ehrenden Nachruf. Nach dem von
Herrn Stichel erſtatteten Jahresbericht wurden die
Vereinsgeſchäfte in 25 Vorſtandsſitzungen und einer
Haupt=
verſammlung erledigt. Nach dem Kaſſebericht des
Säckelwarts K. Müller konnten nach Abzug aller
Aus=
gaben dem Vereinsvermögen 500 Mk. gutgeſchrieben
werden. Kontrolleur Wehn konſtatierte, daß die Kaſſe
und Bücher in Ordnung ſind und wurde dem Rechner
Entlaſtung erteilt. Eine rege turneriſche Tätigkeit
ent=
faltete nach dem Bericht des 1. Turnwarts L. Schwarz
die Turnmannſchaft. An 90 Turnabenden turnten
2056 Turner und 1128 Zöglinge, pro Abend 35,8 Turner.
Ein unbekannter Tierrieſe der
Vorzeit entdeckt.
** Die permiſche oder Dyas=Formation, die jüngſte
paläozoiſche, unmittelbar auf die Steinkohlenformation
folgende geologiſche Schichtengruppe war in ihrer
Land=
fauna bisher nur wenig bekannt und erſchien ſehr arm an
Tieren. Deshalb iſt eine Entdeckung von beſonderer
Wich=
tigkeit, die einem franzöſiſchen Gelehrten, dem Profeſſor
von Montpellier, A. Delage, auf merkwürdige und
über=
raſchende Weiſe gelungen iſt. Delage ſtieß nämlich in der
Schieferſchichten der permiſchen Formation von Hérault ir
der Nähe von Neffies auf etwa30 Fußabdrücke eines
großen unbekannten Vierfüßlers, dem er den Namen
Permomegatherium Zeilleri gab. Mögen dieſe Spuren
auch zunächſt noch einigen Zweifel über ihren Urſprung
laſſen, ſo haben die näheren Unterſuchungen des
Gelehr=
ten, über die A. Latour in der Nature berichtet, mit
Sicher=
heit ergeben, daß es ſich um das eigenartige Vermächtnis
eines prähiſtoriſchen Tieres handelt. Die
Ne=
beneinanderſtellung der Spuren, die auf einem engen
Raum von 3—4 Metern durchaus gleichmäßig erſcheinen,
läßt nur dieſe Deutung zu. Ihre Entſtehung wird von
Delage in der Weiſe erklärt, daß ſich an dieſer Stelle
früher eine große, wenig tiefe Lagune befand, zu der ein
Trupp dieſer Vierfüßler zur Tränke kam. Es müſſen
wenigſtens 23 Individuen geweſen ſein, die die Abdrücke
ihrer Füße hier zurückließen. Alle Tiere gingen in
der=
ſelben Richtung; aber auf dem mehr oder weniger
trocke=
nen Sand der aus feinen Stückchen von Quarz und
Braunſpath gebildet wurde, drückten ſich ihre Füße ſelten
ab, oder die Abdrücke wurden ſo ſchnell verwiſcht, daß
man von jedem Tier nur noch einen einzigen Fuß
er=
kennt. An jenem Tage der Urzeit, da ſie bei ihrem Gang
zur Tränke ein ſo dauerhaſtes Andenken hinterließen.
muß das Wetter ſehr ruhig geweſen ſein, ſo daß die
Spu=
ren in dem ſonſt unruhigen Sande feſthafteten. Nachher
legten ſich neue Sandmaſſen darüber und durch einen
un=
gewöhnlichen Zufall, der ſich nach unſerer Kenntnis an
keinem anderen Punkt der Ufer dieſes Sees der Dyas=
Formation wiedecholt hat, blieben dieſe Abdrücke
unbe=
ſchädigt unter der Schicht von neuem Sand.
Wie dieſe Vierfüßler ausſahen, läßt ſich nach dieſen
Fußſpuren nur ungefähr ahnen. Knochen, die genaueren
Aufſchluß geben könnten, ſind nirgends in der permiſchen
Formation gefunden worden. Jedenfalls handelt es ſich
um ſehr große Tiere, da die Fußabdrücke faſt genau 15
Zentimeter lang ſind. Das Permomegatherium Zeilleri
muß, wenn vielleicht auch nicht völlig, ſo doch jedenfalls
in der Hauptſache, ſich bereits dem Leben auf dem Lande
angepaßt haben, denn nichts in der Geſtaltung der Füße
erinnert an im Waſſer lebende Tiere. Es hat fünf Finger
an jedem Fuß, mit Nägeln, die entweder rudimentär oder
während des Marſches einziehbar waren, denn ſie haben
keine Spuren hinterlaſſen. Aus der Form der Spuren
geht auch hervor, daß ſie keine Kriechtiere waren, ſondern
auf nach innen gebogenen Beinen daherwandelten und
zwar faſt ausſchließlich auf der Spitze des Fußes. Das
Tier ſcheint an den Vorderfüßen Finger und an den
Hinterfüßen Zehen gehabt zu haben. Wie kommt es nun,
daß von dieſem Tier ſich keine Knochen, ſondern nur dieſe
flüchtigen Fußſpuren im Strandſand erhalten haben?
Man muß dabei in Betracht ziehen, daß die Bedingungen,
unter denen ein Tier, und beſonders ein Landtier, in
die=
ſen frühen geologiſchen Perioden lebte, die Erhaltung von
Knochen bis auf unſere Zeit zu einer großen Seltenheit
machten; wir kennen ja wahrſcheinlich kaum den
hundert=
ſten, vielleicht nicht einmal den tauſendſten Teil der
Tier=
arten, die gelebt haben. So ſind denn vorläufig dieſe
Fußſpuren das einzige, was von dieſem Tier auf uns
ge=
kommen iſt, aber vielleicht gelingt es nun in anderen
per=
miſchen Formationen nähere Aufſchlüſſe zu finden.
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Bei einem
Wettbewerb der Deutſchen Goldſchmiede
Zeitung und des Pforzheimer
Kunſtge=
werbevereins, den der Verlag der Deutſchen Goll
chmiede=Zeitung Wilhelm Diebener in Leipzig und der
Pforzheimer Kunſtgewerbe=Verein gemeinſam mitein
ander ausgeſchrieben haben, und in dem ein Blatt Ent
würfe für Schmuck und Kleinſilberwaren in moderner
künſtleriſcher Emailledekoration verlangt wurde, erhielte
den 1. Preis Herr Karl Staudinger=Sonneberg i. Th
den 2. Preis Herr Albert Holbein=Schwäbiſch=Gemünd
den 3. Preis Herr Adolf Mittmann=Hanau a. M., den 4
Preis Herr Herm. Eggs=Leipzig, den 5. Preis Fräulei
Maria Ellersdorfer=Darmſtadt, den 6. Preit
Herr Adolf Herweg=Solingen. Außerdem wurden no
eine Anzahl Belobungen zugeſprochen. Das Preisgerid
mußte darauf bedacht ſein, neue und eigenartige
Ve=
wendungsmöglichkeiten des Zieremails ans Licht zu
ziehen.
Bürgerliche Wappenbriefe. Im König
reich Sachſen iſt neuerdings, wie die Zeitſchrift Deutſch
Herold in ihrer letzten Nummer mitteilt, die alte, faſt in
Vergeſſenheit geratene Sitte wieder aufgelebt, bürger
lichen Perſonen königliche Wappenbriefe zu erteilen, un
zwar hat der König von Sachſen das Miniſterium de
Innern ermächtigt, ihm alljährlich eine Reihe von um das
Land verdienter Perſonen ſächſiſcher Lande zur Verleih
ung von bürgerlichen Wappenbriefen in Vorſchlag 3
bringen. Die Verleihung erfolgt durch Ausſtellung
königlicher Wappenbriefe, mit deren Ausfertigung di
von dem königlichen Miniſterium des Innern ins Lebe
gerufene Sächſiſche Stiftung für Familienforſchung beauf
Familiet
tragt iſt. Hierbei ſollen in erſter L
bedacht werden, die ſich d
eſitzes
Nummer 23.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Januar 1913.
Seite 3.
Vorturnerſtunden fanden 7 und Gau= und
Bezirksturn=
tage 5 ſtatt. An dem Ausbildungskurs für Turnwarte
nahm Turner Reydt erfolgreichen Anteil.
Preis=
gekrönt wurde die Turnmannſchaft auf der
Gauturn=
fahrt in Pfungſtadt mit 7 Preiſen, und 9 Preiſen im
Fünfkampf. Auch auf dem Kreisturnfeſt in
Aſchaffen=
burg errangen ſich 3 Preisturner je einen Preis. Neu
eingeführt wurde eine Damenriege, die mit 22 Turnerinnen
bereits ſchöne turneriſche Erfolge erzielte. Aus Anlaß
ſeiner 25 jährigen Mitgliedſchaft wurde Turner Leonhard
Weitzel zum Ehrenmitglied ernannt und den früher
zu Ehrenmitgliedern ernannten Turnern Adam Emig,
A. Feik und Ludwig Körber kunſtvoll ausgeführte
Ehrenurkunden überreicht. Bei der Vorſtandswahl
wurden die Turner Jean Stichel und Ad. Emig
ein=
ſtimmig zum 1. und 2. Sprecher gewählt. Zum
Säckel=
wart wurde K. Müller, zu Schriftführern Weiland
und Schmidt, zu Kneipwarten Baum und Orth II.,
zu Zeugwarten Bender und Nungeſſer und zum
Kon=
trolleur und Bücherwart die Turner Wehn und Bohl
gewäglt. Zum Obmann der Singmannſchaft wurde
Turner Grün ernannt. Die Wahl der Turnwarte wird
erſt ſpäter erfolgen. Nach Genehmigung des Voran
ſchlags für 1913 mit 1624 Mk. in Einnahme und 1507 Mk.
in Ausgabe ſchloß Herr Stichel mit einem dreifachen
„Gut Heil” die Hauptverſammlung.
Anmeldung neuer Fernſprechanſchlüſſe. Im
In=
tereſſe möglichſt frühzeitiger Inangriffnahme der Arbeiten
zum weiteren Ausbau der Fernſprechanlagen iſt es
erfor=
derlich, daß die Anmeldungen neuer Fernſprechanſchlüſſe
ſpäteſtens bis zum 1. März den Kaiſerlichen
Tele=
graphenanſtalten vorliegen. Verſpätet angemeldete
An=
ſchlüſſe, die infolgedeſſen außerhalb des Bauplans nur
mit Mehraufwendungen (z. B. durch beſondere
Entſen=
dung einer Baukolonne uſw.) herzuſtellen ſind, werden in
dem laufenden Bauabſchnitt nur dann ausgeführt, wenn
die Antragſteller zu den entſtehenden Mehrkoſten einen
Zuſchuß von 15 Mark leiſten oder, wenn dieſe Mehrkoſten
den Betrag von 30 Mark überſteigen, den wirklich
aufge=
wendeten Koſtenbetrag erſtatten.
Die Turngeſellſchaft Darmſtadt veranſtaltet am
Samstag abend 8 Uhr 11 Minuten im feenhaſt dekorierten
Feſtſaale ihres Turnhauſes, Dieburgerſtraße 26, ihren
Elite=Gala=Maskenball. Der große Rat hat
für dieſen Abend beſonders großartige Ueberraſchungen
vorbereitet, unter anderem auch die Originalaufführung:
„Esmeralda im Zigeunerlager”, ſo daß allen Beſuchern
amüſante und genußreiche Stunden in Ausſicht ſtehen.
(Siehe Anzeige.)
* Zu dem Goldwarendiebſtahl wird bekannt, daß die
beiden verhafteten Einbrecher zwei Brüder ſind, und
zwar erkannte man ſie auf Grund des Verbrecheralbums
als den 37jährigen Theodor und den 18jährigen
Guſtav Berger aus Bopſch bei Innsbruck. Die dem
Beſtohlenen geraubten Sachen konnten ſämtlich wieder
ermittelt werden.
§ Unfall. In der Nacht zum Montag gegen 1 Uhr
iſt an der Halteſtelle Ludwigshöhe in der
Heidelberger=
ſtraße das Automobil eines Eberſtädter Herrn mit
einem Viehtreiber, welcher zwei Kühe nach Darmſtadt zu
verbringen hatte, zuſammengeſtoßen. Hierdurch
kam eine Kuh zu Fall und hat dabei ein Bein gebrochen;
ſie wurde mittelſt Schlachtwagen nach dem Schlachthaus
verbracht. Der Viehtreiber hat am rechten Oberſchenkel
eine Verletzung davongetragen, während an dem
Auto=
mobil nur beide Laternen beſchädigt worden ſind.
Schlägerei. In der Nacht zum Montag gegen
3 Uhr gerieten ein Schuhmacher und ein Reiſender in einer
Wirtſchaft in der Schloßgartenſtraße in einen
Wort=
wechſel. Im Verlauf desſelben ſchlug der
Schuh=
macher den Reiſenden mit einer Bierflaſche
auf den Kopf. Letzterer trug eine Verletzung am
Kopfe davon und wurde mittelſt Krankenautomobil in
das Städtiſche Krankenhaus gebracht.
* Selbſtmordverſuch. Am Montag vormittag hat ſich
der 28jährige Metzger F. von hier in der Tanne in
ſelbſt=
mörderiſcher Abſicht einen Schuß in den Unterleib
beigebracht. Der Schwerverletzte wurde in das
Kranken=
haus gebracht.
* Ein munter krabbelnder Maikäfer wurde uns geſtern
abend auf die Redaktion gebracht. Er wurde auf einer
Hecke in der Schießhausſtraße gefunden.
A Beerfelden, 26. Jan. Ein aktuelles Thema
behan=
delte hier geſtern abend auf Veranlaſſung des Vol
ks=
bildungs= und Ortsgewerbevereins Herr
E. Neumann, Privatdozent an der
kriegswiſſenſchaft=
lichen Abteilung der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt,
in ſeinem Vortrage über „Moderne Anlagen zur
Herſtellung von Kriegsmaterial‟ Die vor=
geführten Lichtbilder wurden in ungemein reicher Zahl
geboten, die Erläuterungen waren erſchöpfend und
zeug=
ten von tiefer Fachkenntnis. Redner behandelte
haupt=
ſächlich das Gebiet der Kriegstechnik, das die
Exploſiv=
ſtoffe und ihre Verwendung umfaßt. Man wurde bekannt
mit den verſchiedenen Arten des Pulvers, der
Zuſammen=
ſetzungen, Verwendungen und Herſtellungsanlagen; man
blickte hinein in die Rieſenbetriebe der Kruppſchen und
Zeißſchen Werke, man folgte dem Werden der
verſchie=
denen Geſchützarten, der Panzerplatten uſw. und ſtaunte
über die Gewichtsmengen, die hier bearbeitet werden und
die nötig ſind für moderne Waffen und für den Schutz der
Schiffe. Hochintereſſant waren auch die Ausführungen
über die mannigfache Art der Geſchütze und ihre
Verwen=
dung zu Waſſer und zu Lande, ſowie gegen fliegende
Feinde. Zum Schluß führte Redner noch einiges aus
dem Gebiete der Optik vor. Zahlreich anweſend waren
Damen, Herren und auch Schüler und Schülerinnen. Die
faſt zweiſtündigen Ausführungen lohnte reicher Beifall.
Offenbach, 27. Jan. Eine große Anzahl früherer und
jetziger Lehrer und Schüler der Techniſchen
Lehr=
anſtalten hatte ſich am Samstag abend zu dem von
dem Techniſchen Verein veranſtalteten Feſtkommers
in der reich geſchmückten Gartenhalle des Stadtgartens
eingefunden, um den Einweihungsfeierlichkeiten einen
intimen Abſchluß zu geben. Fanfarenbläſer in
altertüm=
licher Tracht eröffneten den Kommers, deſſen Präſidium
dem Vorſitzenden des Feſtausſchuſſes, Profeſſor
Brock=
mann, übertragen wurde. Profeſſor Etzel gedachte
in längeren Ausführungen der Verdienſte des Profeſſors
Brockmann, des älteſten Lehrers der Anſtalt, der nunmehr
ſeit 34 Jahren an der Anſtalt tätig iſt. Um ihm ein
ſicht=
bares Zeichen der Ehrung zuteil werden zu laſſen, habe
man eine Stiftung geſammelt, die den Namen
Profeſ=
ſor Brockmann=Stiftung führen ſoll. Die
Stif=
tung ſoll würdigen und bedürftigen Schülern der Anſtalt
Unterſtützungen gewähren und Mittel zur Anſchaffung
von Apparaten oder für neuere Forſchungen geben, falls
die Anſtalt dazu nicht in der Lage iſt. Das
Stiftungskapi=
tal, deſſen Zinſen ihm auf Lebenszeit im Sinne der
Stif=
tungsurkunde zur Verfügung ſtehen, beträgt zur Zeit 4000
Mark, die von 200 Freunden der Anſtalt, darunter über
100 einſtige Schüler, zuſammengebracht wurden. Der
Redner ſchloß mit einem Hoch auf den Gefeierten. Im
weiteren Verlauf des Abends brachte Architekt Gabriel
dem früheren Leiter der Anſtalt Profeſſor Schürig und
dem jetzigen Direktor Profeſſor Eberhardt ein Hoch aus,
während letzterer auf die Stadt Offenbach toaſtete. Den
Mittelpunkt des unterhaltenden Teiles bildeten die von
den Kunſtmalern Wolf und Ziegler inſzenierten lebenden
Bilder, die die Lebensgeſchichte der Techniſchen
Lehran=
ſtalten verſinnbildlichten.
Leeheim, 27. Jan. Erhängt hat ſich in der Nacht
aus unbekannten Gründen der Landwirt Joh.
Rein=
hard II. in ſeiner Scheuer.
Viernheim, 27. Jan. Letzte Woche wurde auf dem
Acker des Gemeinderats Haas ein ausgehöhlter
Ziegelſtein mit eigenartiger
Linienver=
zierung gefunden. So unſcheinbar dieſer Fund,
ſo wertvoll erſcheint er den Forſchern, da in hieſiger
Gegend mit Beſtimmtheit größere Ueberreſte
ein=
ſtiger Römerniederlaſſungen vermutet
wer=
den, deren Auffindung leider bis jetzt nicht gelungen iſt,
obſchon es nun nach der Auffindung des Kaſtells in
Ladenburg ſicherſteht, daß von dort aus über Viernheim
und weiter durch das Ried gegen den Rhein hin eine
Römerſtraße hinzog. Wie man hört, ſollen nun auch
größere Nachgrabungen im Laufe dieſes Jahres hier
vor=
genommen werden.
Mainz, 27. Jan. Der 42jährige Schreiner Hermann
Dietrich aus Darmſtadt wollte am Samstag abend
10,45 Uhr vom Hauptbahnhof nach Darmſtadt fahren.
Nachdem er in den Perſonenzug eingeſtiegen, benahm er
ich derart gegen die Mitreiſenden, daß dieſe ihn zum
Wagen hinaus auf den Bahnſteig warfen.
Dietrich erlitt derartige Verletzungen, daß er von der
Sanitätswache ins Rochushoſpital gebracht wurde.
Weiſenau, 27. Jan. Eine neue Station an der
Bahnlinie Mainz=Worms wird noch im Laufe dieſes
Jahres errichtet werden. Nachdem durch Vermittelung
der heſſiſchen Kammern und der Regierung für die
hie=
ſige nahezu 7000 Einwohner zählende Gemeinde nach
langen vergeblichen Bemühungen die Genehmigung zur
Errichtung einer Bahnſtation erlangt worden, hat jetzt
der hieſige Gemeinderat die Summe von
38000 Mark für die Erbauung eines
Bahn=
hofsgebäudes bewilligt. Mit den Bauarbeiten
ſoll in nächſter Zeit begonnen werden.
Worms, 27. Jan. Ueber das Städtiſche Spiel=
und Feſthaus enthält der Verwaltungsbericht des
Oberbürgermeiſters folgende Angaben: Die Spielzeit
1911/12 umfaßte wieder 36 Theaterabende, an denen 26
Schauſpiele und 10 Opernvorſtellungen veranſtaltet
wur=
den. Hiervon brachte das Großh. Hoftheater Darmſtadt
22 Schauſpiele, das Mainzer Stadttheater 10 Opern und
2 Schauſpiele zur Aufführung. Ferner gaſtierten das
Frankfurter Komödienhaus und das Stuttgarter
Schau=
ſpielhaus je einmal. Gegeben wurden fünf Trauerſpiele,
ſieben Schauſpiele, acht Luſtſpiele, fünf Schwänke, eine
Poſſe mit Muſik und Geſang, acht Opern und zwei
Operet=
ten. 15 Stücke wurden zum erſten Male hier aufgeführt.
Vermietungen des Hauſes fanden insgeſamt 29 ſtatt gegen
15 im Vorjahre. Wiederum wurden vier
Volksvorſtellun=
gen zu ermäßigten Preiſen im Spielhauſe veranſtaltet.
Der Theaterbeſuch iſt gegen das Vorjahr
zurück=
gegangen. Die Geſamteinnahmen aus dem Verkauf
der Plätze betrugen 43 787 Mark gegen 47502 Mark im
Vorjahre. Die durchſchnittliche Einnahme einer
Schau=
ſpielaufführung betrug 1194 Mark, diejenige einer
Opern=
vorſtellung 1507 Mark gegen 1823 Mark im Vorjahre. Die
Zahl der vorgemieteten Plätze iſt von 378 i. V. auf 412
angeſtiegen. Der Zuſchuß der Stadtkaſſe war
mit 29000 Mark veranſchlagt, benötigt wurden nur 24 178
gegen 25 214 Mark i. V. Von dem Reſt wurden 1700 Mk.
zu außerordentlicher Schuldentilgung verwendet,
wäh=
rend 3121 Mark dem Erneuerungsfonds zufloſſen. Der
Abſchluß der Rechnung war hiernach günſtig.
Gießen, 27. Jan. Selbſt geſtellt hat ſich der
Hausburſche, der vor einigen Tagen ſeinem
Arbeit=
geber 150 Markſtahl und flüchtig ging. Der Burſche
machte zunächſt eine Reiſe nach Frankfurt und von dort
nach Hamburg; als das Geld verjubelt war, ſtellte er ſich
der Polizei.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 26. Jan. Der
Oberhofbau=
rat von Ihner befand ſich heute nachmittag in einem
Automobil, deſſen Chauffeur das Tempo eines
Straßen=
bahnwagens unterſchätzte, der dem Gefährt entgegen
kam. Das Automobil wurde vom Vorderperron des
Straßenbahnwagens gefaßt und ſo heftig auf die Seite
geſchleudert, daß die Fenſter des Automobils
zertrüm=
merten. Durch die herumfliegenden Glasſplitter erlitt
Herr von Ihner Verletzungen an der Oberlippe und an
der linken Wange. Er mußte ſich in ärztliche Behandlung
begeben. — Heute früh wollte ein Chauffeur in der
Raſtenburger Straße Benzin in ſeinen Wagen füllen.
Hierbei fand eine Exploſion ſtatt, die das
Auto=
mobil in Brand ſetzte und den Chauffeur mit flüſſigem
Feuer überſchüttete. Der Chauffeur lief hilferufend durch
die Raſtenburger Straße. Geiſtesgegenwärtige Paſſanten
warfen dem Unglücklichen, an deſſen Körper die Flammen
emporloderten, zu Boden und ſuchten das Feuer durch
das Bedecken mit ihren Ueberziehern zu erſticken. Der
vor Angſt und Schmerzen kopfloſe Mann lief weiter, bis
er an der Ecke der Greifswalder Straße bewußtlos
zu=
ſammenbrach. Er wurde nach dem Krankenhaus gebracht,
wo er bedenklich daniederliegt. — In die Falle
ge=
gangen iſt ein Hausdieb, der in einer Fabrik zu
Neu=
kölln beſchäftigt war. In der letzten Zeit machte man
dort die unangenehme Wahrnehmung, daß fortgeſetzt
Kupferdraht geſtohlen wurde. Dieſer befand ſich in einem
verſchloſſenen Raum und in einem Kaſten, der noch
beſon=
ders verſchloſſen war. Tür= und Kaſtenſchlüſſel trug der
Werkmeiſter ſtändig in der Taſche. Er ſtreute nun eines
Abends Schlemmkreide auf den Boden des Raumes. Als
er am nächſten Morgen in die Fabrik kam, ſah er ſchon
auf der Treppe Kreideſpuren, und es fehlte wieder
Kup=
ferdraht. In Verdacht gerieten zwei Perſonen, die noch
ſpät abends in der Fabrik zu tun gehabt hatten. Die
Kri=
minalpolizei ließ die Verdächtigen die Schuhe ausziehen
und ſtellte dieſe durcheinander. Dann ſetzte ſie den
Poli=
zeihund Vera auf die Schlemmkreideſpuren. Der Hund
nahm alsbald die Stiefel des einen Verdächtigen, und
eine Durchſuchung, die man in deſſen Wohnung vornahm,
förderte auch Kupferdraht und andere Gegenſtände
zu=
tage.
Marburg a. d. Lahn, 27. Jan. Der bekannte Juriſt
und Vorſteher der Marburger Stadtverordneten Juſtizrat
Wilhelm Dörffler iſt in Bozen geſtorben.
Cannſtatt, 27. Jan. Geſtern vormittag ¾11 Uhr
ge=
riet der in der Wieſenſtraße wohnende Schreiner Gottlieb
Mödinger mit dem Mechaniker Kleinknecht in Streit.
Beide gaben Revolverſchüſſe ab. Mödinger drei,
Kleinknecht einen. Beide mußten ſchwer verletzt in das
Bezirkskrankenhaus geſchafft werden. Die Ehefrau
Mö=
dingers ſtand in unerlaubten Beziehungen zu Kleinknecht,
worüber Mödinger, als er dahinter kam, den Kleinknecht
zur Rede ſtellte. Frau Mödinger iſt ſeit Freitag abend
verſchwunden.
oder durch ihre öffentliche oder private Wirkſamkeit
all=
gemeine Achtung und Anſehen erworben und die ſich um
das öffentliche Wohl verdient gemacht haben. Auch ſoll
das Recht der Wappenführung auf die Nachkommen der
damit Ausgezeichneten übergehen. Bei der heraldiſchen
Geſtaltung des zu verleihenden Wappens wird auf die
Erhaltung bereits geführter Wappenbilder und auf
be=
ſondere Wünſche der Familien gebührende Rückſicht
ge=
nommen. Für die Verleihungen kommen nur ſächſiſche
Staatsangehörige in Frage.
** Poincarés Doppelgänger. Faſt alle Präſidenten
der franzöſiſchen Republik haben ihre Doppelgänger
ge=
habt, die bisweilen zu mehr oder minder humoriſtiſchen
Verwechslungen Anlaß gaben. Auch M. Poincaré, der
neuerwählte Präſident der franzöſiſchen Republik, wird
hierin, wie der Gil Blas zu erzählen weiß, hinter ſeinen
Vorgängern nicht zurückſtehen. Er hat ſchon ſeinen
Dop=
pelgänger. Dieſer Herr gleicht dem neuen Präſidenten
wie ein Waſſertropfen dem anderen. Aber Poincaré
braucht wenigſtens nicht zu befürchten, daß er mit einem
geſellſchaftlich unkundigen Manne verwechſelt werden
kann, denn ſein Doppelgänger, M. E. Baſtien=Lepage, iſt
ein angeſehener Architekt und Bruder des berühmten
Malers Baſtien=Lepage. Schon jetzt hat die Aehnlichkeit
mit Poincaré ihre Probe beſtanden. Wachen haben ihm
bereits ſalutiert und ſelbſt treue Republikaner laſſen
Herrn Baſtien=Lepage verehrungsvoll den Vortritt. Aber
der Doppelgänger Poincarés iſt von all dieſen
Erfahr=
ungen keineswegs begeiſtert nein, er iſt geradezu
ver=
zweifelt, und als ihn kürzlich ein Unterſtaatsſekretär
devot mit einem „Guten Tag, Here Präſident, begrüßte
erklärte M. Baſtien=Lepage, er ſei feſt entſchloſſen,
endgül=
tig in die Provinz auszuwandern, da er dieſe
fortwäh=
renden Verwechslungen in Paris nicht mehr lange aushalten
könne. Poincaré hat jedoch nicht nur einen Doppelgänger,
er hat auch einen ſehr originellen Feind und Gegner, der
unter allen Umſtänden die Wahl des neuen Präſidenten
annulliert ſehen will. Es iſt ſogar ein General der alte
General Lambert Legrand, ehemals Generalſtabsoffizier:
der General erhebt in geharniſchten Telegrammen
Ein=
ſpruch gegen Poincaré, weil der neue Präſident nicht
Offizier iſt und nicht einmal ſeine Dienſtpflicht erfüllt
habe. Der Präſident aber, ſo erklärt General Legrand,
muß imſtande ſein, Soldaten zu befehligen. Die
Tele=
gramme, die von dieſen militäriſchen Bedenken Kunde
geben, ſind aus Dünkirchen datiert; man nimmt an, daß
der alte Offizier mit geiſtigen Verwirrungen zu kämpfen
hat. Während in der Seineſtadt ein leidenſchaftlicher
Poincaréismus alle Gemüter ergriffen hat, rüſtet ſich der
abgelehnte Präſident Pams in aller Stille zum Abſchied.
Er reiſt mit ſeiner Frau nach Italien und beabſichtigt,
ſeinen Aufenthalt in Florenz zu nehmen, denn, ſo erklärte
der unterlegene Kandidat, „einem Philoſophen gilt ein
Aufenthalt in Florenz mehr als ein Aufenthalt im
Elyſee.”
C.K. Konſtantinopel dem Untergang geweiht. Wenn
jetzt wieder das Ringen um die Hauptſtadt am Bosporus
zwiſchen Türken und Balkanſtaaten ausbrechen ſollte, ſo
mag das wohl unter uns Menſchen der Gegenwart
höchſte Aufregung und fieberhafte Spannung erwecken;
für den Geologen, der mit Jahrtauſenden zu rechnen
ge=
wohnt iſt, iſt es einerlei, ob Türke oder Slawe die Stadt
bewohnen: das „neue Rom” der alten Kaiſer iſt dem
Untergang geweiht! Dieſe Tatſache wird auf Grund der
neueſten geologiſchen Forſchungen in einem Aufſatz von
Ladys Realm dargelegt. Die Unterſuchungen, die nach
dem großen Erdbeben vom 9. Auguſt über die
Boden=
formation von Konſtantinopel angeſtellt wurden,
er=
weiſen die gefährdete Lage der Stadt. „Es iſt nur eine
Frage der Zeit,” erklärt der Geologe Hedemeyer. „Wenn
kein Erdbeben die Stadt auf einmal zerſtört, dann wird
die langſame Senkung des Bodens ihr Vernichtungswerk
vollführen. Das kann 1000 Jahre dauern; der Untergang
kann auch in einem Tag beſiegelt werden. Aber ſo viel
ſteht feſt, daß in etwa 1000 Jahren das gegenwärtig ſchon
ſo niedrige Niveau Konſtantinopels mit all den
glänzen=
den Paläſten des Bosporus ins Meer hinabgeſunken
ſein wird. Eine Sage meldet, daß den doriſchen Kolo=
niſten, die vor 2500 Jahren Byzanz begründeten, ein
Prophet entgegentrat und folgenden Orakelſpruch tat:
„Alle Völker werden um dieſe Stadt in blutigen Kämpfen
ſtreiten; aber ſie iſt beſtimmt, keinem zu gehören.‟ Nach
der Anſicht der Geologen wird ſich dieſe Prophezeiung in
einer Erdkataſtrophe bewahrheiten, denn die Nordküſte
des Marmara Meeres, der Dardanellen und des
Bos=
porus liegt direkt über jenem Erdbeben=Zentrum, das in
prähiſtoriſchen Zeiten Europa und Aſien in zwei
Welt=
teile ſpaltete.
— Die neueſten engliſchen Hoftoiletten. In den
großen engliſchen Schneiderateliers arbeitet man eifrig
an der Herſtellung der Courtoiletten, die bei den
Haupt=
empfängen des britiſchen Hofes im Februar getragen
werden ſollen. Der Lordkanzler, der als
Oberhofzere=
monienmeiſter in dieſer höchſten Sphäre des Modereiches
befiehlt, hat ſeine Anordnungen erlaſſen, und zwar
er=
öffnet er diesmal einen Feldzug gegen die allzu
langen Schleppen und Schleier. Es ſoll
näm=
lich dadurch zu mancherlei Unglücksfällen gekommen ſein.
Die Damen konnten, von den Rieſenſchleppen behindert,
ihre Verbeugungen nicht vorſchriftsmäßig ausführen;
man verhedderte ſich in den gewaltigen Stoffſchweifen,
und auch die Schleier gaben zu mancher „Verwicklung”
Anlaß. So ſind ſie denn auf allerhöchſten Befehl diesmal
reſolut beſchnitten worden. Die Hofſchleppe darf keine
größere Schleppe haben als 270 Zentimeter von den
Schultern bis zum Ende; die Breite des Schlußteiles iſt
mit 54 Zoll feſtgeſetzt. Sie darf auch auf dem Boden
nicht weiter als 54 Zoll nachſchleppen. Als das
Maximal=
maß des Schleiers ſind 45 Zoll feſtgeſetzt, und Federn
dürfen nur an der linken Seite des Kopfes getragen
wer=
den. Hat man einerſeits der Länge der Schleppen
vorge=
beugt, ſo hat man andererſeits das Allzukurzwerden der
Röcke, das im Sinn der heutigen Mode liegt, durch
kate=
goriſche Maßnahmen verhindert. Der Rock ſelbſt muß
wenigſtens 15 Zoll auf den Boden aufliegen, ſo daß das
heute im Ballſaal ſo beliebte kurze Kleid bei Hofe nicht
geduldet wird. Die Farben der jüngſten Courtoiletten
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Januar 1913.
Nummer 23.
Bamberg, 27. Jan. Der Morgenpoſt zufolge erlitt
der Zentrumsabgeordnete Schaedler einen
Schlag=
anfall und liegt hoffnungslos danieder.
Düſſeldörf, 26. Jan. Heute vormittag wurde auf
einem Bauplatz die Leiche eines 13jährigen
Mäd=
chens gefunden. Nach den von der Polizei
angeſtell=
ten Ermittelungen iſt es die ſeit geſtern abend
verſchwun=
dene Tochter des Kutſchers Jenert. Anſcheinend iſt das
Mädchen erſtickt worden. Dem Täter iſt man auf der
Spur.
Halle, 26. Jan. Auf dem hiſtoriſchen Marktplatz,
der von Gebänden aus dem Mittelatter und modernen
Geſchäftshäuſern flankiert wird, wütete heute eine
Feuersbrunſt, die großen Schaden anrichtete. Heute
morgen 4 Uhr war in einem Anbau des Rathauſes Feuer
ausgebrochen, das durch die tauſende von Akten, die in
dem Gebäude aufgeſtapelt waren, reichſte Nahrung fand.
Das Feuer verbreitete ſich mit raſender Geſchwindigkeit
und konnte erſt in den Nachmittagsſtunden gelöſcht
wer=
den. Der kleine Bau, in dem das Feuer ausgebrochen
war, wurde vollſtändig vernichtet. Emen großen Verluſt
erleidet die Stadt durch die vollſtändige Vernichtung von
Akten, Modellen ufw. In den Morgenſtunden ſprang das
Feuer auch auf das im Mittelalter erbaute Wagehaus
tüber, in dem früher die Halleſche Nniverſität untergebracht
war. Dieſes Gebäude konnte aber zum größten Teil
ge=
rettet werden, nur der Dachſtuhl wurde zerſtört.
Hameln, 27. Jan. Am Samstag abend entgleiſten in
der Nähe der Halteſtelle Dielmiſſen die Maſchine und
der Packwagen des um 6 Uhr 46 Minuten abends ab
Eſchershauſen nach Vorwohle=Emmerthal fahrenden
Per=
ſonenzuges der Kleinbahn. Die Maſchine und der
Pack=
wagen wurden umgeworfen. Der Zugführer Mumm
wurde getötet, fünf Paſſagiere ſird mehr oder weniger
ſchwer verletzt. Die Urſache der Entgleiſung iſt unbekannt.
Paris, 26. Jan. Das Verſailler Zuchtpolizeigericht
verurteilte den bekannten Schriftſteller und
Royaliſten=
führer Charles Mauras, welcher angeklagt war, nach
einer Verſammlung der Camelots du Roy einen
Unter=
offizier mißhandelt zu haben, zu acht Monaten
Ge=
fängnis.
London, 26. Jan. Beim Einfahren eines nach
Lon=
don gehenden Schnellzuges in den Bahnhof von
Taunton bot ſich den dort anweſenden Leuten ein
furcht=
barer Anblick. Am Vorderteil der Lokomotive hing
in aufrechter Stellung mit dem Geſicht nach vorn ein
Mann, dem beide Beine oberhalb der Knie fortgeriſſen
waren. Bald genug erkannte man in dem ſchauerlichen
„blinden Paſſagier” einen Toten, der auf merkwürdige
Weiſe von der Lokomotive feſtgehalten wurde. Der
Ver=
unglückte war ein Weichenſteller aus Bridgewater, der dort
bei der Ausübung ſeiner Tätigkeit von der Maſchine
er=
faßt worden ſein muß. Die ärztliche Unterſuchung ergab,
daß der Mann durch einen furchtbaren Stoß in den
Rük=
ken ſofort getötet und im ſelben Augenblick beider Beine
beraubt wurde. Von der Lokomotive gewiſſermaßen
auf=
geſpießt, machte der verſtümmelte Körper die Fahrt bis
Taunton mit, ohne daß von dem Zugperſonal jemand
be=
merkte, welches Unglück geſchehen war.
New=York, 27. Jan. Nach einem Telegramm aus
Vicksburg (Miſſiſſippi) ſchätzt man, daß tauſend
Qua=
dratmeilen Sumpfland und Pflanzungen durch die
Flu=
ten, welche durch den eingebrochenen Schutzdamm am
öſt=
lichen Ufer des Miſſiſſippi hundert Meilen nördlich von
Vicksburg ſtrömen, überſchwemmt wurden. Die
Bahnen wurden zerſtört und hunderte von Familien
flüchteten an höher gelegene Plätze. Der Bruch iſt 200
Fuß breit und wächſt langſam. Andere Brüche werden
befürchtet. Todesfälle ſind bis jetzt noch nicht gemeldet
worden.
Der Mainzer Schapiro=Prozeß nochmals
vor dem Reichsgericht.
sk. Leipzig, 25. Jan. (Nachdruck verb.) Die
be=
kannte Mainzer Schapiro=Affäre die ſchon ſeit
mehr als anderthalb Jahren die Oeffentlichkeit
beſchäf=
tigte, iſt jetzt, am Samstag, den 25. Januar 1913, vor
dem 1. Strafſenat des Reichsgerichts nochmals, wie
ſchon mitgeteilt, zur endgültigen Entſcheidung gelangt.
Wie bekannt, hatte das Reichsgericht bereits vor
einem Jahre, am 20. Januar 1912, die Verurteilung des
Verlegers und Chefredakteurs Heinrich Hirſch vom
Main=
zer Neueſten Anzeiger durch das Landgericht
Mainz wegen öffentlicher Beleidigung der ſtädtiſchen
Polizeiaſſiſtentin Frau Dr. Schapiro und des
Beigeord=
neten Berndt zu ſechs Monaten Gefängnis aufgehoben
und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das
Landgericht Darmſtadt zurückverwieſen. Dieſes
hat dann am 9. Juli 1912 den Hirſch wegan des gleichen
Vergehens zu einer Geſamtgefängnisſtrafe von vier
Mo=
naten verurteilt. Dem Angeklagten wurde der Schutz des
§ 193 Strafgeſetzbuch (Wahrung berechtigter Intereſſen)
zeichnen ſich durch beſonders lebhafte Töne aus.
Gold=
brokate, reich mit Silber durchwoben, finden die größte
Verwendung, und daneben tauchen ſtrahlende Töne in
Blau, Purpur, Gelb und ſogar Rot auf. Die Zeit der
zarten Schattierungen in Roſa und Mauve iſt vorbei.
Spitzen werden hauptſächlich in den Drapierungen der
Röcke verwendet.
* Der Bureaukrat. Kanzleirat (zu einem ſeiner
Hilfs=
arbeiter): „Sie haben in dieſem Schriftſtück den Ausdruck
„künftighin” gebraucht. Nach den Beſtimmungen unſerer
vorgeſetzten Behörde über Kürze im ſchriftlichen Verkehr
ſagt man hierfür beſſer „künftig”
Wollen Sie das
künftighin beachten!“
* Eine originelle Abonnementseinladung brachte
jüngſt eine Zeitung in der Provinz Sachſen:
An unſere Leſer.
Die Welt zieht heute ihre 0 (₰
Manchmal in ganz beſonderer Weiſe,
Und ob wir murren, ob wir jammern,
Es weicht ſchier alles aus den ().
Die Türken traf es bis ins ℳ,
Dieweil ſie nur im Laufen ſtark,
Der 2 ſank, Bulgariens *
Er glänzt und grüßt den neuen Herrn,
Ausſichten für die Türken: 0
Es rührt ſich nicht einmal John Bull.
Man nimmt dem Sultan Volk und Land,
Für ihn erhebt ſich keine
Was jeder kriegt, der gut und brav,
Zeigt bald der Friedens=S.
Doch, was als Frieden wir begrüßen,
Iſt Frieden nur in „".
Du ſiehſt ringsum in allen Reichen
Manch dunklen manch
Willſt du dich weiter informieren,
Pergiß nicht, neu zu abonnieren
war zugebilligt, ferner auch anerkannt, daß er die
be=
haupteten Tatſachen für wahr gehalten habe.
Anderer=
ſeits aber ſtellte das Landgericht feſt, daß Hirſch in ſeinen
Aeußerungen das Maß des Zuläſſigen weit überſchritten
und in der Form, den einzelnen Ausdrücken und
Wen=
dungen ſeiner Artikel überall die Abſicht der Beleidigung
hat erkennen laſſen. In ſeiner jetzt verhandelten Reviſion
beim Reichsgericht, rügte Hirſch Verletzung
pro=
zeſſualer und materieller Rechtsnormen. Zu Unrecht ſei
formale Beleidigung angenommen. Die gewählten
Aus=
drücke hätten nur der Schwere der behaupteten Tatſachen
entſprochen. Gemäß dem Antrage des Reichsanwaltes
und des Vertreters der Nebenkläger, die Verwerfung der
Reviſion beantragten, hat das Reichsgericht die
Re=
viſion als unbegründet verworfen. Wenn auch die
Wah=
rung berechtigter Intereſſen zuzugeſtehen war, ſo ging
dennoch aus der Form mehrerer Artikel die Abſicht der
Beleidigung offenſichtlich hervor. Daher war das
erſt=
inſtanzliche Urteil zu beſtätigen. (Aktenzeichen: 1 D.
1240/12.)
Die ebenfalls wohlbekannte Preßfehde des Mainzer
Neueſten Anzeigers und des Mainzer Beigeordneten
Berndt, die mit dem Schapiro=Prozeß ihren
Höhe=
punkt erreichte, führte am 22. Mai 1912 zu einem Prozeß
vor dem Landgericht Mainz, in welchem der
Chef=
redakteur Heinrich Hirſch des Mainzer Neueſten Anzeigers
wegen öffentlicher Beleidigung des Beigeordmeten Berndt
zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Es
han=
delte ſich dabei um Berndts Verhalten in dem bekannten
für Mainz ungünſtig verlaufenen Dammrutſch=Prozeß, bei
dem die Stadt viele Tauſende Mark an Koſten zugeſetzt
hatte. Hirſch hatte im Frühjahre 1912 in ſeiner Zeitung
an Berndts erwieſenermaßen einwandsfreier
Handlungs=
weiſe herbe Kritik geübt und ihm dabei Wortbruch
vor=
geworfen, weil Berndt trotz eines angeblich öffentlich
ge=
gebenen Verſprechens nach dem endgültigen Scheitern des
Rechtsſtreites nicht vom Amte alsbald zurückgetreten war.
Dieſe Vorwürfe waren in heftiger, ausfälliger Form
ge=
halten und qualifizierten ſich, wenn auch Hirſch berechtigte
Intereſſen als Mainzer Bürger und Steuerzahler wahren
wollte, als ſchwere, tiefverletzende Beleidigungen. Wie
das Urteil in ſeinen Gründen beſagt, iſt Hirſchs Motiv
vor allem Rachſucht geweſen. Hiergegen verfolgte Hirſch
Reviſion beim Reichsgericht mit prozeſſualer und
materieller Beſchwerde. Das Reichsgericht, 1.
Straf=
ſenat, hat jedoch heute, am gleichen Tage wie im Hirſch=
Berndt=Schapiro=Prozeß, entſprechend dem Antrage des
Reichsanwaltes und des Nebenklägers das Rechtsmittel
als unbegründet verworfen. Die Prozeßrügen, die
haupt=
ſächlich auf Ablehnung von Vertagungsanträgen gingen,
erwieſen ſich als unbeachtlich. In materieller Richtung
zeigte ſich das Urteil gleichfalls rechtsirrtumsfrei,
wes=
halb auch in dieſem Falle eine endgültige Beſtätigung
er=
folgen konnte. (Aktenzeichen: 1 D. 871/12.)
Der ſtrafprozeſſuale Gang iſt nunmehr: Nach
Ausfer=
tigung und Zuſtellung des Reichsgerichtsurteils „an die
Darmſtädter Strafkammer muß dieſelbe die
genaueſten beiden Einzelſtrafen in eine
Geſamt=
ſtrafe zuſammenziehen, deren Höhe unter der
Summe der Einzelſtrafen zu normieren iſt. Nach
wei=
terer Zuſtellung dieſes endgültig rechtskräftigen Urteils
an den Verurteilten könnte derſelbe in Anbetracht
ein=
zelner Momente des Falles, auf die ſich ein Eingehen
zu=
nächſt erübrigt, ein Gnadengeſuch um Milderung bezw.
Erlaß der Strafe einreichen, deſſen Befürwortung bei dem
Landesherrn dem Ermeſſen der beteiligten
Staatsanwalt=
ſchaften anheimſtünde.
Karnevalgeſellſchaft Narrhalla.
St. Die Karnevalgeſellſchaft Narrhalla darf wiederum
auf eine urgelungene Feſtveranſtaltung zurückblicken, die
in jeder Beziehung glänzend und echt karnevaliſtiſch
ver=
laufen iſt, auf ihren „Bunten Abend”, der am
Sonntag die Narhalleſen in hellen Scharen nach dem
Saalbau gezogen hatte, ſo daß der große Saal faſt bis
auf den letzten Platz beſetzt war. Schon der ungewohnte,
aber ausnehmend ulkige und humorvolle Einzug des
Elferrats. Dieſer hatte nämlich, da die Militärkapellen
ämtlich an dem großen Zapfenſtreich beteiligt waren,
ſelbſt die
aus der Not eine Tugend gemacht und
Muſik geſtellt. Der neue Präſident hatte mit ſeinem
Adlerblick und dem in zahlloſen Proben im
Mozart=
verein geübten muſikaliſchen Feingefühl in jedem ſeiner
Räte ein muſikaliſches Phänomen entdeckt, und bald war
mit bewundernswerter Sachkenntnis die Kapelle
zuſam=
mengeſtellt und die Pauke zur Maultrommel, die
Zieh=
harmonika zum Bombardon, die Trompete zur Trommel,
die Schlag=Becken zur Narrentute und das Triangel zur
Poſaune abgeſtimmt. Es gab eine herrliche Muſik, nicht
ſchön, aber laut. Jedenfalls aber ſehr wirkſam. Denn
die närriſche Verſammlung bearüßte den ſelten geſchauten
Auf= und Einzug mit ſtürmiſchem Bravo, das ſich
ſtei=
gerte, als die Elferrat=Kapelle noch als Solonummer den
Deutſchmeiſtermarſch mit Geſangsbealeitung ſpielte. Dann
nahmen die faſt zu reichhaltigen und vielſeitigen
Darbie=
tungen des Abends ihren Anfang. Das Amt des
Ver=
klickerers, zu deutſch: Conferenciers, hatte Herr Robert
Schneider übernommen, was von vornherein Gewähr
dafür bot, daß der echte gute Heinerhumor an dem
Abend zu ſeltener Blüte erwuchs. In dem Reigen der
Darbietungen des Abends war der allgemein beliebte
Lokalpoet auch mit einem Solovortrag eigener Dichtung
vertreten, der durchſchlagenden Erfolg errang. Inzwiſchen
war „nach und nooch” auch die Kapelle des Leibgarde=
Regiments erſchienen, die dann unter ihres
Obermuſik=
meiſters Hauske bewährter Leituna ihres Amtes
wal=
tete. Den Reigen der geſanglichen Soli eröffnete
Fräu=
lein Paula Manecke mit einigen reiz= und
ſtim=
mungsvollen Liedern zur Laute, die ihr wie immer
rau=
chenden Beifall eintrugen. Die talentvolle junge
Ver=
treterin der Kunſt des Lautengeſanges bot wieder ganz
prächtige künſtleriſch hoch zu bewertende Leiſtungen. Sie
war vorzüglich disponiert und erfreute ebenſo durch die
anmutige und verſtändnisvolle Art ihres Vortrages, wie
durch ihren melodiöſen Geſang. Um auch weiter
dem zarten Geſchlecht, das übrigens auf der ganzen
Linie ſiegreich war, den Vorrang zu laſſen, ſei gleich
noch Fräulein Friedla Altſchüler genannt, die
eine Anzahl neuer, höchſt wirkungsvoller Chanſons mit
entzückender Schelmerei zum Vortrag brachte. Sowohl
in der treffenden Erſchöpfung des Tertgehalts der
Lied=
chen, wie in geſanglicher Hinſicht, hat die junge
Künſt=
lerin entſchieden Fortſchritte gemacht, die ihre
Anerken=
nung in der Verleihung des närriſchen Hauskreuzes
fan=
den, das übrigens auch Fräulein Manecke erhielt. Die
Mainzer Freunde in Narrhall hatten wieder ihren
Helden=
tenor, Herrn Wiß, geſandt, der ſeinen Siegeszua auf
den Flügeln des Geſanges in die Herzen der Närrinnen
und Narren glorreich fortſetzte und dem auch der
ſtimm=
gewaltige Herr Andreä trotz ſeines umfangreichen und
gut geſchulten Baßbaritons die Siegespalme nicht ſtreitig
machen korzte. Durch=humoriſtiſche Geſangs= und Kla=
viervorträge erfreute Herr Schmidt=Zappes mit
gewohntem Erfolge, und einige wirkſame
Coupletvor=
träge des Salonhumoriſten, Herrn Mechler, beſchloſſen
den Reigen der geſanglichen Solodarbietungen. — A
dem Erfolg des Abends hatten außer den Genannten aber
auch die Liederdichter lebhaften Anteil, nämlich die
Herren Robert Schneider, Georg Delp und
Altenkirch. — Ein Tanz beſchloß den ſchönen bunten
Abend.
Kaiſers Geburtstag.
In Darmſtadt.
St. Ein wunderbar ſchöner, ſonnendurchfluteter
Winter=
tag! Flatternde Fahnen und Flaggen und Girlanden
und Blumengewinde. Feſtlich gekleidete und feſtlich
ge=
ſtimmte Menſchen in den Straßen, die im übrigen
be=
lebt werden von marſchierenden Soldatenabteilungen
aller Waffengattungen, die mit klingendem Spiel
aus=
rücken, um an der Kaiſergeburtstagsparade teilzunehmen.
Das alles gab dem Tag, der für Heer und Marine
der=
höchſte Feſttag iſt und den jeder gute Deutſche als Feſttag
elbſt empfindet, heuer das Gepräge.
Naturgemäß iſt der Geburtstag des allerhöchſten
Kriegs=
herrn in erſter Linie militäriſcher Feiertag, und das
militäriſche Programm beherrſchte
dementſpre=
chend den Tag. Von dem großen Zapfenſtreich am
Vor=
abend und vom großen Wecken, das den Tag einleitete,
iſt bereits geſchrieben worden. Das Hauptereignis des
Tages aber wurde die
große Parade
der geſamten Garniſon, die ſeit über einem Jahrzehnt
nicht mehr ſtattgefunden hatte. Aus Gründen, die der
Oeffentlichkeit nicht bekannt geworden — daß die
Pa=
rade allein der Grund war, iſt wohl kaum
anzuneh=
men —, iſt die Ausbildung der Rekruten im Fußdienſt
ſo weit gefördert worden, daß ſämtliche Mannſchaften
an der Parade teilnehmen konnten, die ſich ſo zu einem
glänzenden militäriſchen Schauſpiel geſtaltete. Durch
dankenswertes Entgegenkommen der Kommandantur war
es ſowohl den Kriegervereinen als auch den Schulen
er=
möglicht, vor der Abſperrungslinie Aufſtellung zu nehmen,
um der Parade zuſchauen zu können. Jung=Deutſchland
und Jung=Darmſtadt waren vollzählig erſchienen und
nahmen ſich mit Fähnchen und Armbinden recht hübſch
aus. Die Jugend hatte neben den Kriegervereinen der=
Haſſia auf der Weſtſeite des Infanterieexerzierplatzes
Aufſtellung genommen. Die Truppen ſtanden in
Parade=
ront auf der Südſeite, Muſik und Garde=
Unteroffizier=
kompagnie auf der Oſtſeite. Tauſende von Zuſchauern
umſäumten den Platz. Um ¾12 Uhr rückte mit
klingen=
dem Spiel unter Obermuſikmeiſter Hauskes
ſchneidi=
ger Leitung die ſtramme Leibkompagnie des Leibgarde=
Regiments 115 mit den Fahnen an, und bald, nachdem
dieſe zu den einzelnen Bataillonen abmarſchiert,
verkün=
deten auch ferne Hochrufe das Nahen der
Großherzog=
lichen Herrſchaften. Der Großherzog, der in
offe=
nem Wagen fuhr, hatte die Parade=Uniform des
Ge=
nerals der Infanterie angelegt und trug dazu das Band
des Schwarzen Adlerordens. In einem zweiten Wagen
olgte die Frau Großherzogin, die ein weißes
Winterkoſtüm mit Hermelin trug, mit dem
Erbgroß=
herzog und dem Prinzen Ludwig. Die beiden
Prinzen waren ebenfalls weiß gekleidet. Mit
leuchten=
den Augen und unermüdlich für die Ovationen mit
mili=
täriſchen Honneurs dankend, verfolgten ſie das ungewohnte
glänzende Bild. Der Diviſionskommandeur, Se. Exz.
Generalleutnant v. Plüskow, empfing die hohen
Herr=
ſchaften am Wagenſchlag. Im Gefolge befanden ſich u. a.
Se. Exz. Oberſtallmeiſter Riedeſel Freiherr zu
Eiſenbach, der Generaladjutant und die
Flügeladju=
tanten uſw. Unter der Suite ſah man u. a. den
preußi=
chen Geſandten Freiherrn Rücker v. Jeniſch, Prinz
Viktor zu Erbach=Schönberg, Graf von Schlitz,
gen. von Görtz, uſw.
Der Großherzog ſchritt vor die Mitte der
Fron=
ten und hielt an die Truppen eine kurze Anſprache, die
mit einem dreimaligen Hurra auf den alleroberſten
Kriegs=
herrn, Se. Maj. den Kaiſer, endete, das von den Truppen
aufgenommen wurde und über das Paradefeld brauſend
ſich fortſetzte, während die Geſchütze den Ehrenſalut von
101 Schüſſen zu feuern begannen und die Muſik die
Kaiſerhymne intonierte. Danach ſchritt der Großherzog
die Fronten der Regimenter ab, jeden Truppenteil mit
einem guten Morgen begrüßend, was von dieſen mit
einem ſoldatiſch=kernigen „Guten Morgen, Königlich
Hoheit!” erwidert wurde. Auch Jung=Deutſchland ſchloß
ſich dem Gruße an, was von dem Landesherrn mit einem
lachend geſpendeten Bravo anerkannt wurde. Die
Groß=
herzogin fuhr die Front mit den Prinzenſöhnen im
Wagen ab. Danach nahmen die hohen Herrſchaften mit
Gefolge auf der Oſtſeite des Platzes Aufſtellung und es
olgte der Parademarſch. Exzellenz Generalleutnant
v. Plüskow kommandierte die Parade und marſchierte
ſelbſt den Truppen voran, bis er zu der Suite des
Großherzogs einſchwenkte. Der Parademarſch erfolgte in
Zügen und von ſämtlichen Truppen zu Fuß in folgender
Reihenfolge: 1. Leibgarde=Infanterie=Regiment 115,
2. Garde=Dragoner=Regiment 23, 3. Leib=Dragoner=R
giment 24, 4. Großherzogliches Artillerie=Korps, 5.
Feld=
artillerie=Regiment 61, 6. Feldartillerie=Regiment 84, das
zurzeit auf dem Truppenübungsplatz liegt, und 7. di
Train=Bataillon 18, das zum erſten Male mit eigener
Muſikkapelle an der Parade teilnahm. Den Parade=
marſch der 61er und 84er ſpielte die Kapelle des Großh=
Artillerie=Korps, da die Kapellen dieſer Regimenter
dienſtlich anderweit in Anſpruch genommen wurden. Der
Parademarſch war faſt ausnahmslos in Anbetracht der
kurzen Ausbildung der jungen Mannſchaften
außerordent=
lich ſchneidig und klappte ganz vorzüglich. Nach dem
Vorbeimarſch, der über ½ Stunde dauerte, marſchierten
die einzelnen Truppenteile in ihre Kaſernen zurück und
bald danach fuhren auch die beiden Wagen mit den hohen
Herrſchaften unter lebhaften Ovationen durch die
Rhein=
ſtraße nach dem Schloß.
Die Parole für den geſtrigen Tag lautete: „Es lebe
Kaiſer Wilhelm II.!
Nachmittags fanden in den Offizierkaſinos der
ver=
ſchiedenen Regimenter Feſteſſen ſtatt, an denen auch die
Reſerveoffiziere teilnahmen. Die Mannſchaften wurden
in den Kantinen feſtlich bewirtet und abends fanden die
üblichen Feiern ſtatt.
Aus Anlaß des Kaiſergeburtstages erfolgten auch
eine Reihe von
Ernennungen, Beförderungen und
Auszeichnungen,
von denen die nachſtehenden bekannt wurden: Den Roten
Adlerorden mit Stern erhielt Generalmajor à la suite
Frhr. v. Heyl. Oberleutnant v. Strzemieczuh
vom Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115 zum
Haupt=
mann und Kompagniechef im Infanterie=Regiment Nr. 143
Nummer 23.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Januar 1913.
Seite 5.
befördert; Leutnant v. Rhode, ſeither im Infanterie=
Leibregiment Großherzogin Nr. 117 in das Leibgarde=
Infanterie=Regiment verſetzt; der Vizewachtmeiſter der
Reſerve im Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24 Rudolſ
Wittich zum Leutnant der Reſerve dieſes Regiments
befördert.
Den Fliegeroffizieren wurde eine beſondere
Ehrung zuteil. Der Kaiſer ſtiftete für diejenigen
Flieger=
offiziere, die das Feldpilotenexamen beſtanden haben und
die militäriſche Prüfung auf einer der Fliegerſtationen
mit Erfolg erfüllten, ein beſonderes Abzeichen. Dieſes
Abzeichen beſteht aus einem ſilbernen Medaillon mit einem
Flugzeug in der Mitte, das von einem Lorbeerkranz
um=
geben und von der Kaiſerkrone gekrönt iſt. Dieſes
Flie=
gerabzeichen wird nach Art der Flügeladjutantenabzeichen
auf der linken Bruſt beim Waffenrock, Ueberrock und der
Litewka getragen. Acht Fliegeroffizieren, die ſich in letzter
Zeit durch beſondere Ueberlandflüge hervorgetan haben
wurde der Königliche Kronenorden vierter Klaſſe
ver=
liehen. Es ſind dies die Leutnants v. Begülin, Graf
v. Baudiſſin, Siber, Lau, Schwarzkopf, Meyer, Geyer
und Kaſtner. Ferner wurde eine Anzahl Fliegeroffiziere,
die ſich um die Entwickelung des Fliegerweſens
beſon=
dere Verdienſte erworben haben, durch Vorpatentierungen
ausgezeichnet. Es ſind dies die Oberleutnants v. Dewall,
Barends, Mackenthun und Solmitz, ſowie die Leutnants
Carganico und Freiherr v. Thüna.
Das Militärwochenblatt gibt bekannt: Frhr. von
Lyncker, Generaladjutant und Chef des Militärkabinetts
des Kaiſers, iſt à la suite des 1. Garde=Regiments zu
Fuß geſtellt worden; v. d. Mülbe, Generalleutnant z. D
in Berlin, zuletzt Kommandeur der 19. Diviſion, Kohlhoff,
Generalleutnant z. D. Wilmersdorf, zuletzt Kommandeur
der 33. Diviſion, v. Vallet=Barres, Generalleutnant z. D.
Berlin, zuletzt Direktor des Verſorgungs= und
Juſtiz=
departements im Kriegsminiſterium, iſt der Charakter
eines Generals der Infanterie verliehen worden. Zu
Generalmajoren wurden befördert: Oberſt v. Socken,
be=
auftragt mit der Führung der 169. Inf.=Brigade unter
Ernennung zum Kommandeur der Brigade, Oberſt von
Koſchembahr, Kommandeur des Metzer Inf.=Regts Nr. 98,
unter Ernennung zum Kommandeur der 84. Inf.=Brigade,
Oberſt Schmitt v. Knobelsdorf, Kommandeur des Inf.=
Regts. (4. Rheiniſches) Nc. 30 unter Verſetzung zu den
Offizieren von der Armee mit Beibehaltung ſeines
Wohn=
ſitzes in Saarlouis, Oberſt v. Mueller, Kommandeur der
34. Feldart.=Brigade, Oberſt Frhr. v. Borch, Brigadier
der Gend.=Brigade in Elſaß=Lothringen, Oberſt
Neu=
gebauer, Kommandeur der 41. Feldart.=Brigade Oberſt
Maſchke, Kommandeur des DeutſchOOrdens=Iitf.=Regts.
Nr. 152, mit der Führung der 62. Inf.=Brigade beauftragt.
Die Schulen
waren geſchloſſen. Soweit das nicht ſchon am Samstag
erfolgt war, fanden in den Feſtſälen der Schulen
beſon=
dere Feiern ſtatt, in denen durch Feſtreden die Bedeutung
des Tages unterſtrichen wurde und muſikaliſche und
deklamatoriſche Vorträge der Schüler ſelbſt die Feſtakte
verſchönten. In der Liebigs=Oberrealſchule
wurde Kaiſers Geburtstag durch eine ſtimmungsvolle
Schulfeier begangen. Mit dem vom Orcheſter
vor=
getragenen Krönungsmarſch aus der Oper „Der Prophet”
wurde die Feier würdig eingeleitet. In reicher
Abwech=
elung folgten dann Geſangs= und Orcheſtervorträge,
ſo=
wie Deklamationen. Die Feſtrede hielt Herr
Lehr=
amtsaſſeſſor Dr. Schwörer über das Thema: „Vor
hundert Jahren”. Als Chordirigent wirkte Reallehrer
Felſing. Mit einem Orcheſtervortrag des
Kriegs=
marſches der Prieſter aus Athalia von Mendelsſohn fand
die erhabene Feier ihren Abſchluß.
Beim Großherzogspaar
fand aus Anlaß des Geburtstages des Kaiſers
nach=
mittags im Schloſſe Galatafel ſtatt, zu der die
Diplo=
maten, die Miniſter, die Generalität und die
Komman=
danten der hieſigen Garniſon geladen waren. Die Tafel
dauerte bis etwa 5 Uhr.
Feſteſſen im Saalbau.
Nachmittags 2 Uhr vereinigten ſich, wie alljährlich,
Staats= und ſtädtiſche Beamte, im ganzen etwa hundert
Perſonen, zu einem Feſteſſen im Städtiſchen Saalbau.
Die drei Miniſter waren zur Galatafel ins Schloß
ge=
laden und deshalb nicht anweſend. Das Hoch auf den
Kaiſer brachte Herr Geheimerat Dr. Becker aus, der
etwa folgendes ſagte: Wenn wir uns heute hier wieder
zuſammenfinden, um den Geburtstag unſeres Kaiſers zu
feiern, ſo erfüllen uns zunächſt Gefühle des Dankes dafür,
daß es unſerem Kaiſer vergönnt geweſen iſt, ein neues
Jahr in ſegensreicher Arbeit zu vollenden. Geſtützt auf
die Wehrkraft des Reiches hat der Kaiſer mit ſeinen
treuen Beratern ohne Schmälerung unſerer nationalen
Ehre und unter voller Wahrung unſeres völliſchen
An=
ſehens das koſtbare Gut des Friedens erhalten. Und wie
ſchwer iſt dies in den letzten Jahren geweſen! Durch die
Vorgänge im Orient ſind die Lebensintereſſen der uns
ſeit langer Zeit verbündeten Nationen und unſere
eigenen Lebensintereſſen lebhaft berührt worden, und es
bedurfte des Aufwandes aller Mittel und der Klugheit
der=Diplomatie, um das Friedensſchiff durch alle
Wirr=
niſſe glücklich hindurchzuſteuern. Der Kaiſer hat in dem
verfloſſenen Jahre den Dreibund erneuert, und mit
die=
ſem ſtarken Schutz und Schirm für den Frieden den
letz=
teren neu gefeſtigt. Durch ſeine Reiſe zu den Schweizer
Manövern, die der Kaiſer trotz ſeiner gefährdeten
Ge=
ſundheit in ſtrenger Erfüllung ſeiner Pflicht
unternom=
men hat, hat er dank der Macht ſeiner Perſönlichkeit ſich
in dem Nachbarlande neue Sympathien erworben und
die Bande zwiſchen den beiden Ländern befeſtigt. Sind
ſo nach außen hin die Werke des Friedens gefördert
worden, ſo iſt auch dem geſamten inneren Leben der
Nation der Segen des Friedens zuteil geworden. Kunſt,
Gewerbe, Handel und Induſtrie, ſowie die werktätige
Bevölkerung können trotz ſchwerer Zeiten mit
Befriedi=
gung auf das vergangene Jahr zurückblicken. Aber
dennoch erfüllt uns manche Sorge. Die innere Politik
bringt täglich neue und bei der Zerklüftung unſerer
Par=
teien immer ſchwerer zu löſende Aufgaben, der Frieden
nach außen bleibt bei der Lage der Dinge ſchwer
gefähr=
det. In ſo ernſten Tagen ſchart ſich die treudeutſche
monarchiſche Bevölkerung um ihren geliebten Kaiſer mit
dem Wunſche, daß auch in dieſem Gedenk= und
Jubi=
läumsjahre die Sonne des Friedens über das Deutſche
Reich ſcheinen möge. Redner ſchloß mit einem
drei=
maligen Hoch auf den Kaiſer.
Das Hoch auf den Großherzog brachte Herr
Ober=
bürgermeiſter Dr Gläſſing aus: Bei der Feier des
Geburtstages unſeres Kaiſers gedenken wir auch ſeines
hohen Bundesgenoſſen und unſeres geliebten
Landes=
herrn. Eines Sinnes hegen wir die treueſten Wünſche
in unſerem Herzen für das Wohl unſeres Großherzogs.
Unſer Landesherr iſt ein vorurteilsfreier Fürſt von
hoher und lebhafter Initiative, der von dem
Be=
ſtreben geleitet iſt, ſorgſamſte Förderung den geſamten
Intereſſen des Landes und den Fragen, die die
Allgemein=
heit als ſolche und das Volk als Ganzes berühren, zuteil
werden zu laſſen. Unſere Reſidenz hat in dieſem Jahre
beſondere Veranlaſſung, für die Förderung ihrer
Inter=
eſſen dem Großherzog dankbar zu ſein. Durch die
Aus=
ſtellung iſt der Verkehr in der Stadt belebt und das
wirt=
ſchaftliche Leben günſtig beeinflußt worden. Wünſchen
wir, daß es uns beſchieden ſein möge, den Frieden in
die=
ſer verantwortungsvollen Zeit erhalten und die Werke
der Kultur unter ſeinem Schutze gefördert zu ſehen. Möge
unſer Großherzog an der Seite der Großherzogin ſich
weiterhin des herzlichen Familienlebens erfreuen, das im
ganzen Lande von der lebhafteſten Anteilnahme begleitet
wird. — Ein dreimaliges Hoch auf den Großherzog ſchloß
die Rede.
Die Speiſenfolge lautete: Suppe auf kaiſerliche
Art — Oſtender Steinbutt, Holländ. Tunke, Fiſchkartoffeln
Heidſchnuckenrücken nach Prinzeſſin Viktoria Louiſe
Junge Maſthähnchen, eingemachte Früchte, Kopfſalat
Prinz Heinrich=Bombe, Waffeln — Gemiſchte Käſeplatte
Kaffee.
Die Feſtmuſik wurde von der Kapelle des
Groß=
herzoglich Heſſiſchen Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23
unter Leitung des Herrn Muſikmeiſters A. Mittelſtädt
ausgeführt.
Im Hoftheater fand abends Feſtvorſtellung
ſtatt
Zur Aufführung gelangte Richard Wagners
„Lohengrin”. Zu Beginn der Vorſtellung wurde die
Na=
tionalhymne geſpielt. Der Großherzog und die
Großherzogin wohnten der Vorſtellung bis zur
Abreiſe bei. Leider waren die anläßlich der erſten
Auf=
führung bemängelten Willkürlichkeiten der Regie nicht
ab=
geſtellt worden. Durch die Ausſchaltung des Chores von
der Handlung, die nicht im Sinne Richard Wagners iſt,
wird die dramatiſche Wirkung der Handlung abgeſchwächt.
Kriegerverein Darmſtadt.
b. Der Kriegerverein Darmſtadt feierte Kaiſers
Geburtstag am Samstag abend im Städtiſchen
Saalbau unter gütiger Mitwirkung der Großh.
Hofſchau=
ſpielerin Frl. Uttmann, der Konzert=Sängerin Frl.
Krömmelbein und des Kreßſchen Mandolinenklubs.
Schon zeitig waren die Räume des Saalbaus dicht beſetzt
von freudig geſtimmten Feſtteilnehmern, Abordnungen
der hieſigen Truppenteile, Vertretern der ſtaatlichen und
ſtädtiſchen Behörden, ſowie einer großen Anzahl
ge=
ladener Gäſte; u. a. waren erſchienen der Vorſitzende der
Haſſia, Herr Generalmajor v. Heyl, die Herren
Diviſions=
kommandeur Exzellenz v. Plüskow, Generalmajor
Noel=
dechen, Generalmajor z. D. v. Lyncker, ſowie eine große
Anzahl Offiziere des aktiven und Beurlaubtenſtandes
Die Begrüßungsanſprache ließ der 1. Vorſitzende, Herr
Hauptmann a. D. Waldecker, ausklingen in einem
dreifachen Hoch auf Se. Kgl. Hoheit den Großherzog. Die
alsdann vom Kreßſchen Mandolinenklub meiſterhaft zu
Gehör gebrachten Muſikſtücke fanden bei den Teilnehmern
ungeteilten Beifall. Ein von Hofſchauſpielerin Frl.
Utt=
mann geſprochener Prolog verfehlte ſeine Wirkung bei
den Feſtteilnehmern nicht. Herr Generalmajor v. Heyl
brachte ein Hoch auf das Vaterland aus. Mehrere
Lie=
dervorträge von Frl. Krömmelbein, die von Frl. Stoll
auf dem Klavier begleitet wurden, leaten Zeugnis ab von
einer wohlgeſchulten, klangvollen Stimme. Die
Feſt=
anſprache hielt Heer Kamerad Hauptmann d. L. Dr.
Hellwig, welche, getragen von echt patriotiſchem
Geiſte, die hiſtoriſchen Ereigniſſe der großen Zeit vor
1813 bis zur Gegenwart beleuchtete. Sein auf Se.
Maje=
ſtät ausgebrachtes Hoch fand ſtürmiſche Aufnahme. Eine
ebenfalls hübſche Programmnummer bildeten die von
Hofſchauſpielerin Frl. Uttmann dargebotenen
deklama=
toriſchen Vorträge ernſten und heiteren Inhalts. Die
muſikaliſchen Vorträge der Kapelle des Großh. Art.=
Regts. Nr. 61 boten, unter perſönlicher Leitung des
Ober=
muſikmeiſters Weber mit Solovorträgen des
Trom=
peter=Sergeanten, Herrn Ehlers, angenehme
Unterhal=
tung. Ein ſich dem Programm anſchließender Tanz im
Gartenſaal beendete die Feier.
Marine=Verein.
nn. In den mit Wimpeln und Marineflaggen
ge=
ſchmückten Räumen des Mathildenhöh=Reſtaurants
be=
ging am Sonntag der Marineverein Darmſtadt
die Geburtstagsfeier des Kaiſers in feſtlicher
Weiſe, zu der ſich die Kameraden mit ihren Familien
zahl=
reich eingefunden hatten. Als Ehrengäſte waren
Ad=
miral z. D. Weſtphal, viele Marineoffiziere, ſowie
Deputationen der Militär= und Kriegervereine erſchienen.
Nach dem Eröffnungsmarſch begrüßte der 1. Vorſitzende
Kamerad Schnellbacher die Ehrengäſte und Kame
raden in herzlichen Worten und feierte den Kaiſer als
Friedensfürſt und Schutzhekrn des Reiches und ſeinen
treuen Bundesgenoſſen, unſeren geliebten Großherzog
Ernſt Ludwig, und brachte ein dreifaches Hurra auf den
Landesherrn aus, an das ſich eine Huldigung mit Prolog
geſprochen von Fräulein M. Lang und gedichtet von dem
Ehrenmitglied Kamerad F. Göttmann, wirkungsvoll
an=
ſchloß. Zwei Chöre des Darmſtädter Männerquartetts
leiteten zu der von Herrn Oberleutnant a. D.
Loth=
eißen gehaltenen Feſtrede über. In trefflichen
Wor=
ten gedachte der Redner der 25jährigen
Regierungstätig=
keit Kaiſer Wilhelms II. und ſeiner ſteten Fürſorge für
die Wehrkraft Deutſchlands zu Waſſer und zu Land und
zur Erhaltung des Friedens. Er brachte Sr. Maj. Kaiſer
Wilhelm II. ein dreifaches Hurra. Begeiſtert ſtimmte die
Feſtverſammlung in den Ruf ein und ſang ſtehend die
Kaiſerhymne. Verſchönt wurde die Feier durch drei
Theaterſtücke, die von den mitwirkenden Kameraden und
den Damen M. Lang und M. Schnebele flott geſpielt
wurden. Muſik= und Geſangsvorträge und eine
Panto=
mime gaben der Feier einen würdigen Abſchluß, an die
ſich noch ein flotter Ball anſchloß.
Berlin.
* Berlin, 27. Jan. Die
Kaiſergeburts=
tagsfeier begann heute vormittag um 8 Uhr mit dem
großen Wecken auf dem Schloßhofe. Trommler ſchlugen
einen Wirbel, und eine Regimentskapelle ſpielte das
Nie=
derländiſche Dankgebet. Von der Schloßkuppel blies ein
Trompeterkorps mehrere Choräle. Alsdann marſchierte
die Reveille im Schlenderſchritt durch die Straße Unter
den Linden. Der Kaiſer erſchien am Fenſter ſeines
Ar=
beitszimmers, vom Publikum lebhaft begrüßt. Der
Kai=
ſer nahm zuerſt die Glückwünſche der kaiſerlichen Familie,
dann die des engeren Hofes, des Hauptquartiers und der
Prinzen und Prinzeſſinnen des königlichen Hauſes
ent=
gegen. Deutſche Bundesfürſten und andere höchſte Gäſte
waren diesmal wegen der Erkrankung des Prinzen
Adalbert, deſſen Befinden beſſer iſt, auf beſonderen
Wunſch des Kaiſers nicht erſchienen. Nur die beiden
Schweſtern des Kaiſer waren aus Cronberg und Bonn
mit ihren Gatten eingetroffen.
In der Schloßkapelle verſammelten ſich das
diploma=
tiſche Korps, der hohe Adel, der Reichskanzler, der
Bun=
desrat, die Generalität und Admiralität, ferner die Ritter
des Schwarzen Adlerordens, die Staatsminiſter und
Staatsſekretäre, die Präſidien der Parlamente, die
Wirklichen Geheimen Räte und Räte erſter Klaſſe, die
Kommandeure der Leibregimenter, die Oberbürgermeiſter
und Stadtverordnetenvorſteher von Berlin, Potsdam und
Charlottenburg. Um 10¼ Uhr betrat unter dem Geſang
des Domchors in feierlichem Zuge der Kaiſer die Kapelle.
Der Kaiſer führte die Kronprinzeſſin, es folgten der
Kron=
prinz, die Prinzeſſin Heinrich führend, Prinz Heinrich
mit der Prinzeſſin Eitel Friedrich und die übrigen
Prin=
zen und Prinzeſſinnen des Königlichen Hauſes. Ge
meindegeſang und die Liturgie leiteten den feierlichen
Gottesdienſt ein. Oberhofprediger Dryander predigte
über den Text: Glaube an den Herrn Jeſum Chriſtum, ſo
wirſt Du und Dein Haus ſelig. Der Geiſtliche gedachte
zunächſt des erkrankten Prinzen und ſeiner treuen
mütter=
lichen Pflegerin und wünſchte dann dem Kaiſer ein Jahr
des Segens und Friedens. Der Hof bewegte ſich dann
im Zuge nach dem Weißen Saale. Der Kaiſer trat vor
die Stufen des Thrones. Nun ſetzte die Muſik ein, die
Salutbatterie begann im Luſtgarten Salut zu ſchießen
und die Gratulationsdefiliercour nahm ihren Anfang. Dem
Reichskanzler und dem ihm folgenden Staatsſekretär
v. Jagow reichte der Kaiſer die Hand. Ebenſo
wech=
ſelte er freundliche Worte mit den Botſchaftern Oeſterreich=
Ungarns, Spaniens, Italiens, Frankreichs, Englands,
Amerikas, Japans und Rußlands. Der Kaiſer nahm die
vom Präſidenten Dr. Kaempf ausgeſprochenen
Glück=
wünſche entgegen und dankte ihm durch Handſchlag,
eben=
ſo dem Präſidenten des Herrenhauſes und
Abgeordneten=
hauſes, ſowie dem Oberbürgermeiſter Wermuth. Nach
der Cour nahm der Kaiſer die Glückwünſche des
Staats=
miniſteriums entgegen. Um 12¼ Uhr ging der Kaiſer
ins Zeughaus, begleitet von dem Kronprinzen, den
Prin=
zen Eitel Friedrich, „Auguſt Wilhelm und Oskar. Im
Lichthof des Zeughauſes wurde der Kaiſer von den
Offi=
zieren der Garniſon mit einem dreifachen Hurra
emp=
fangen. Die Parole lautete, wie immer am Königs
Ge=
burtstag: Es lebe Se. Majeſtät der Kaiſer und König!
Der Kaiſer nahm militäriſche Meldungen entgegen. Nach
dem Vorbeimarſch der Ehrenkompagnie und der
Salut=
batterie kehrte der Kaiſer unter den Hochrufen des
Pu=
blikums zum Schloß zurück, wo Familien=Frühſtückstafel
und für das Gefolge Marſchalltafel ſtattfand.
München.
* München, 27. Jan. Anläßlich des Geburtstages
des Kaiſers veranſtalteten die Offiziere des
Beur=
laubtenſtandes ein Feſtmahl, an dem die Prinzen
Rupprecht, Leopold, Franz und Alphons, der
Kriegsmini=
ſter und der preußiſche Geſandte teilnahmen. Prinz
Leo=
pold toaſtete auf den Prinz=Regenten, Oberſtleutnant Liſt
Sämtliche
könig=
brachte das Hoch auf den Kaiſer aus. —
lichen, die ſtaatlichen und ſtädtiſchen Gebäude, die
Ge=
ſandtſchaften, die Konſulate und viele Privatgebäude
haben geflaggt. Der Prinz=Regent ſprach geſtern
bereits dem Kaiſer ſeine Glückwünſche aus. Im
Auf=
trage des Regenten und namens der bayeriſchen
Staats=
regierung begab ſich heute vormittag Miniſterpräſident
Freiherr von Hertling zu dem preußiſchen Geſandten
von Treutler und übermittelte ihm die Glückwünſche des
Regenten und der Regierung.
Dresden.
* Dresden, 27. Jan. Anläßlich des Geburtstages
des Kaiſers legten ſämtliche öffentliche Gebäude und
viele Privathäuſer Flaggenſchmuck an. Der König
fuhr heute mittag bei dem preußiſchen Geſandten von
Bülow vor, um perſönlich ſeine Glückwünſche zu
über=
bringen; desgleichen brachten der Kronprinz Georg und
Prinz Johann Georg dem Geſandten beſonders ihre
Glückwünſche dar. Staatsminiſter Graf Vitzthum von
Eckſtädt übermittelte die Glückwünſche der
Staatsregier=
ung. Um 12½ Uhr fand auf dem Theaterplatz
Parole=
ausgabe ſtatt, wobei der König eine Anſprache an die
Truppen richtete und ein Hurra auf den oberſten
Kriegs=
herrn ausbrachte, während auf dem Neuſtädter Elbufer
eine Batterie einen Salut von 101 Schüſſen abgab. Heute
abend findet im Schloß Galatafel ſtatt.
Wien.
* Wien, 27. Jan. Zur Geburtstagsfeier
Kaiſer Wilhelms hatte der Verein „Niederwald”
geſtern abend zu einem Feſteſſen geladen, an dem der
deutſche Botſchafter und die Herren der Botſchaft, der
ſächſiſche und der bayeriſche Geſandte mit den Herren der
Geſandtſchaften und zahlreiche Mitglieder der deutſchen
Vereine in Wien teilnahmen. Während der Feier erhob
ſich Botſchafter v Tſchirſchky zu einem Toaſt auf Kaiſer
Franz Joſef, in dem er u. a. ſagte: „Trotzdem ſich im
vergangenen Jahre politiſche Ereigniſſe von
weittragen=
der Bedeutung vor unſeren Augen abſpielten, die Sorgen
hervorzurufen geeignet ſchienen, und auch jetzt noch
manche wichtige Frage ihrer Löſung harrt, dürfen wir
doch der Hoffnung Raum geben, daß es den beiden
Mon=
archen gelingt, die großen Lebensintereſſen ihrer Staaten
unter Aufrechterhaltung des Friedens auch im kommenden
Jahre zu wahren, in dem unſer Kaiſer das 25jährige
Jubiläum ſeiner durch Frieden geſegneten Regierung zu
feiern ſich anſchickt. Laſſen Sie alle treuen Wünſche, welche
unſere Herzen für den greiſen Herrſcher Oeſterreich=
Un=
garns erfüllen, in dem Rufe zuſammenfaſſen: Se.
Kaiſer=
liche und Könialiche Apoſtoliſche Majeſtät Kaiſer Franz
Joſef lebe hoch!” In das Hoch ſtimmte die
Feſtverſamm=
lung ſtürmiſch ein. Die vom Vizepräſidenten des
Ver=
eins „Niederwald” Pallenbera, gehaltene, von warmem,
patriotiſchem Empfinden durchdrungene Feſtrede, welche
mit einem Hoch auf den Kaiſer ſchloß, fand begeiſterten
Widerhall. An Kaiſer Wilhelm wurde von der
Feſtver=
ſammlung ein Huldigungstelegramm geſandt.
Peſt.
Peſt, 27. Jan. Der Verein der
Reichs=
deutſchen beging geſtern den Geburtstag des
Kai=
ſers mit einer großen Feierlichkeit. Bei dem Kommers
erhob der deutſche Generalkonſul ſein Glas auf Kaiſer
Franz Joſef, der als aufrichtiger Freund und
Bundes=
genoſſe mit Kaiſer Wilhelm verbunden ſei. Den Toaſt
auf Kaiſer Wilhelm hielt der Präſident des Vereins,
Direktor Wolf, der darauf hinwies, daß in dieſem Jahre
der deutſche Kaiſer und das deutſche Volk ein Jubiläum
begehen. Vor 25 Jahren beſtieg der Kaiſer den Thron
und vor 100 Jahren führte das deutſche Volk den
Be=
freiungskrieg. Während die Gründung des Deutſchen
Reiches in blutigen Kämpfen erfolgt iſt, führte der
Kai=
er das Reich 25 Jahre hindurch auf dem Boden des
Friedens zu den größten Erfolgen. Namens der
deut=
ſchen Kolonie wurde ein Glückwunſchtelegramm an den
Kaiſer abgeſandt.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Januar 1913.
Nummer 23.
Rom.
* Rom, 27. Jan. Zur Vorfeier von Kaiſers
Ge=
burtstag fand geſtern abend im Hotel „Quirinal” ein
vom deutſchen Künſtlerverein veranſtaltetes
Feſteſſen ſtatt, an dem der preußiſche Gefandte von
Mühl=
berg, der bayeriſche Geſandte Frhr. von der Tann=
Rathſamhauſen, der deutſche Geſchäftsträger von
Be=
neckendorf und die anderen Mitglieder der Botſchaft, die
Geſandten, Fürſt Bülow, Fürſt zu Salm und zahlreiche
Mitglieder der deutſchen Kolonie teilnahmen. Der
Prä=
ſident des Künſtlervereins brachte das Kaiſerhoch und
das Hoch auf den König von Italien aus. Heute
vor=
mittag fanden Feſtgottesdienſte in der Botſchaftskapelle
und der Kirche Santa Maria del Anima ſtatt. Am Mittag
wird eine Feier in der deutſchen Schule abgehalten.
Paris.
* Paris, 27. Jan. Der deutſche Botſchafter
Frei=
herr von Schoen und Gemahlin gaben geſtern
an=
läßlich des Geburtstages des deutſchen
Kai=
ſers einen Empfangsabend, der einen ebenſo glänzenden
wie angeregten Verlauf nahm. Um die
Mitternachts=
tunde brachte der Botſchafter inmitten der überaus
zahl=
reich erſchienenen Gäſte einen Trinkſpruch auf den Kaiſer
aus, der in ein dreifaches Hoch ausklang, das begeiſterten
Widerhall fand.
London.
* London, 26. Jan. Zur Feier des Geburtstages
des Kaiſers wurde heute morgen in der
Chriſtus=
kirche von Kenſington ein Gottesdienſt abgehalten, dem
der deutſche Botſchafter und andere Mitglieder der
Bot=
ſchaft, ſowie zahlreiche Perſonen der deutſchen Kolonie in
London beiwohnten.
Kopenhagen.
* Kopenhagen, 26. Jan. Der Verein deutſcher
Reichsangehöriger beging heute, am Vorabend
des Geburtstages des Kaiſers, die Feier durch
ein Feſtmahl, an dem u. a. teilnahmen der deutſche
Ge=
ſandte Graf v. Brockdorff=Rantzau, der deutſche
General=
konſul Martens, die meiſten deutſchen Konſuln und
zahl=
reiche Gäſte, darunter viele Damen. Das Feſt erhielt ein
beſonders glanzvolles Gepräge durch das bevorſtehende
Regierungsjubiläum des Kaiſers. Bei Beginn des
Mah=
les brachte der Vorſitzende, Ingenieur Eiſenhuth, ein Hoch
auf den König von Dänemark aus. Unmittelbar darauf
erhob ſich der Geſandte von Brockdorff, um in längerer
Rede den Kaiſer zu feiern. Er gedachte des
bevorſtehen=
den Regierungsjubiläums, das er als Dienſtjubiläum im
Sinne Friedrichs des Großen bezeichnete, der ſich ſelbſt
als den erſten Diener des Staates genannt habe.
So=
dann forderte er die Verſammelten auf, treu und einig
zu Kaiſer und Reich zu ſtehen, indem er betonte, daß die
Zeiten ernſt ſeien. Dies ſei die ſchönſte Feſtgabe, die die
Deutſchen ihrem Kaiſer zum Jubiläum darbringen
könn=
ten; denn ſie verbürge das Wohl und die Größe des
Vaterlandes, dem das Leben des Kaiſers geweiht ſei.
Es ſchloſſen ſich Konzertvorträge und ein Ball an.
Petersburg.
* Petersburg, 26. Jan. Bei dem Feſteſſen der
deut=
ſchen Kolonie anläßlich des Geburtstages
des deutſchen Kaiſers toaſtete der deutſche
Bot=
ſchafter auf den ruſſiſchen Kaiſer und wies auf die dieſes
Jahr für Deutſchland und Rußland bevorſtehenden
Jubel=
feiern hin. Er gedachte der 25. Jahresfeier der
Re=
gierung des deutſchen Kaiſers und des Jubiläums des
Hauſes Romanow und ſprach den Wunſch aus, daß die
Erinnerung an die Waffenbrüderſchaft vor hundert
Jah=
ren in den ſpäteren Generationen fortleben und daß die
guten ruſſiſch=deutſchen Beziehungen zum Wohle beider
Länder immer fortbeſtehen mögen. Der bayeriſche
Ge=
ſandte toaſtete auf den deutſchen Kaiſer.
Luftfahrt.
* Berlin 27. Jan. Der Reichsanzeiger
ver=
öffentlicht folgenden kaiſerlichen Erlaß an das
Miniſte=
rium des Innern: Der durch Erlaß vom 27. Januar 1912
für den beſten deutſchen Flugzeugmotor
geſtiftete Preis von 50000 Mark wird der Motorenfabrik
Benz u. Co., Mannheim, zuerkannt. Auch genehmige
ich, daß die weiter zur Verfügung ſtehenden Preiſe wie
folgt verteilt werden: Den Preis des Reichskanzlers
von 30000 Mark erhalten die Daimler=Motoren=
Werke in Stuttgart=Untertürkheim; den Preis des
Kriegsminiſters von 25000 Mark die Neue
Automo=
bilgeſellſchaft in Oberſchöneweide; den
Preis des Reichsmarineamts von 10000 Mark die
Argus=Motorenwerke in Reinickendorf=Berlin.
— Ferner beſtimme ich, daß alsbald ein zweiter
Flugheug=Motoren=Wettbewerb
ausge=
ſchrieben wird und daß die Prüfung der Motoren der
Prüfungsanſtalt in Adlershof übertragen wird. Die
er=
forderlichen Mittel zur Stiftung von Preiſen werden
der nationalen Flugſpende gemäß dem
Be=
ſchluß des Kuratoriums vom 20. Dezember 1912
entnom=
men. Die Stiftung eines weiteren Ehrenpreiſes behalte
ich mir vor. Die Preisverteilung ſoll am 27. Januar
1915 erfolgen. Ich erſuche hiermit das Miniſterium des
Innern, das Weitere zu veranlaſſen.
* Mannheim, 27. Jan. In dem Wettbewerb um
den Kaiſerpreis für den beſten deutſchen
Flug=
zeugmotor hat der Kaiſer heute der Firma Benz
u. Co., Rheiniſche Automobil= und Motorenfabrik A.=G.
in Mannheim, den Kaiſerpreis in Höhe von 50000 Mark
verliehen. Als Hauptgrund für die Auszeichnung gilt
der niedrige Benzinverbrauch und das tadelloſe
Funktio=
nieren des Apparates in allen ſeinen einzelnen Teilen.
Der Balkankrieg.
Die neue Regierung.
* Konſtantinopel, 26. Jan. Pakki Paſcha
hat das Portefeuille des Aeußern zurückgewieſen. Said
Halim ſoll bereit ſein, es zu übernehmen. Seine
Ernen=
nung wird heute der Sanktion des Sultans unterbreitet
werden.
* Konſtantinopel, 26. Jan. Nach den erſten
Eindrücken von den Ereigniſſen am Donnerstag hat
Stambul ſein gewöhnliches Ausſehen wieder
ange=
nommen. Es herrſcht vollſtändige Ruhe. Nichts läßt
darauf ſchließen, daß ſich vor drei Tagen Ereigniſſe von
ſolcher Tragweite zugetragen haben.
* Konſtantinopel, 26. Jan. Der
Miniſter=
rat beriet über die Antwortnote an die
Mächte, welche wahrſcheinlich nach der endgültigen
Er=
nennung eines Miniſters des Aeußern überreicht werden
wird. Nach einer Erklärung des Großweſirs wird die
Note in verſöhnlichem Tone gehalten ſein, da die
tür=
kiſche Regierung wünſche, den Kontakt mit den
Großmäch=
ten aufrecht zu erhalten und weiter mit ihnen zu
ver=
handeln. Es wird verſichert, daß die Zeitungs= und
De=
peſchenzenſur, die bereits eine beträchtliche Abſchwächung
erfahren hat, ganz aufgehoben werden ſoll.
* Paris, 27. Jan. Der Sonderberichterſtatter des
Matin meldet, die türkiſchen Delegierten hätten die
Nach=
richt, daß die neue jungtürkiſche Regierung
eine Summe von 5 bis 6 Millionen aufgetrieben habe,
als nicht unwahrſcheinlich bezeichnet. Die Regierung habe
vielleicht gewiſſe Thronjuwelen als Pfand gegeben, ſo
. B. den maſſiv goldenen, mit überaus koſtbaren
Edel=
ſteinen geſchmückten Thron. Amerikaniſche Finanzleute
hätten dieſen bereits vor längerer Zeit kaufen oder
be=
leihen wollen.
* Konſtantinopel, 26. Jan. Das Blatt
If=
ham, welches für ziemlich unparteiiſch gilt, warnt die
Regierung, den Mächten eine abſchlägige
Ant=
wort zu geben; denn man dürfe nicht auf eine
grundſätzliche Meinungsverſchiedenheit zwiſchen dem
Dreibunde und der Tripelentente rechnen. Das Blatt
ſpricht von einer drohenden Haltung der Tripelentente
und meint, die Pforte ſolle, bevor die Türkei einen
ent=
ſcheidenden Schlag tue, den Mächten in mehr
informato=
riſchem Sinne antworten und Erklärungen über die
Vor=
ſchläge und Verſprechungen der Mächte verlangen.
* Konſtantinopel, 26. Jan. Die Gerüchte, daß
die Regierung die Auflöſung der früheren
Kam=
mer für ungeſetzlich anſehe und ſie wieder
ein=
berufen werde, ſcheinen ſich zu verwirklichen. Man ſpricht
hier von der Möglichkeit einer inneren Anleihe zur
Deckung dringender Ausgaben. Einflußreiche Mitglieder
des Komitees ſollen bedeutende Summen zur Verfügung
ſtellen. Außerdem werde unter der Bevölkerung eine
Subſkription eröffnet.
Die Balkanſtaaten.
* London, 26. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, haben die Balkandelegierten ein
Ko=
mitee eingeſetzt, dem je ein Vertreter der Delegationen
angehört, um ein Schreiben aufzuſetzen, das der türkiſchen
Miſſion zugeſtellt werden ſoll. In dieſem Schreiben ſoll
der Beſchluß der Balkandelegierten, die Verhandlunger
abzubrechen, mitgeteilt werden. Es iſt unbekannt, wann
das Schreiben überreicht werden ſoll, aber die
Ueberreich=
ung wird wahrſcheinlich morgen erfolgen.
London, 26. Jan. Das Komitee für die
Abfaſſung der Note der Balkanverbünkſer
ten an die türkiſche Miſſion ſetzt ſich, wie das
Reuterſche Bureau weiter erfährt, aus den Delegierten
Madjaroff, Streit. Wesnitſch, Wojnowitſch und Politis
zuſammen. Die Note wird die Mitteilung enthalten, daß
die Konferenz infolge der Weigerung der Türkei, die ihr
unterbreiteten Vorſchläge anzunehmen, abgebrochen
wor=
den iſt. Der Entwurf der Note wird morgen einer neuen
Konferenz der Delegierten vorgelegt werden, in der der
genaue Zeitpunkt ihrer Ueberreichung feſtgeſetzt werden
wird. Man weiß indeſſen noch nicht, ob die ſeit drei
Wochen ſuſpendierten Verhandlungen mit der
Ueber=
reichung der Note ihr Ende erreicht haben werden oder ob
noch ein kurzer Zeitraum zwiſchen der Ueberreichung und
dem Abbruch der Verhandlungen liegen wird. Alle dieſe
Einzelheiten werden morgen geregelt werden. Nach
An=
ſicht der Verbündeten ſeien nicht ſie es, die die
Verhand=
lungen abbrechen. Die Verantwortlichkeit für den
Ab=
bruch bleibe bei den Türken, da der Wechſel des Kabinetts
und die ottomaniſchen Manifeſte klar gezeigt hätten, daß
die Antwort an die Mächte negativ ausfallen werde.
* London, 27. Jan. Die ſerbiſche
Delega=
tion iſt heute ebenfalls in den Beſitz der
Regierungsvoll=
macht zum eventuellen Abbruch der
Verhand=
lungen gelangt. Von bulgariſcher und griechiſcher
Seite wird der heutige Delegiertenbeſchluß verſchieden
dargeſtellt. Nach der bulgariſchen Darſtellung ſind der
Abbruch der Verhandlungen und die morgen erfolgende
Benachrichtigung der Türkei hiervon, ſowie die
Kündig=
ung des Waffenſtillſtandes auf kürzeſtem Wege beſchloſſen
worden. Die griechiſchen Delegierten erklären dagegen,
es ſei nur beſchloſſen worden, eine Note, die den Abbruch
der Verhandlungen den Türken anzeigt, auszuarbeiten,
falls vor ihrer Fertigſtellung aber eine Zuſtimmung der
Türkei auf die Note der Mächte vorliegen ſollte, ſoll ſie
nicht überreicht werden.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 27. Jan. Im Lager von
Tſchataldſcha bereitet ſich eine
Gegenrevolu=
tion vor. Wie verlautet, hat Tſcherkeß, der
Komman=
dant des 4. Armeekorps, eine von vielen Offizieren der
liberalen Militärliga unterzeichnete Proklamation an den
Großweſir Mahmud Schefket Paſcha geſandt, worin
die=
ſer aufgefordert wird, mit dem geſamten Kabinett das
Komitee anzuerkennen, andernfalls würde Tſcherkeß mit
ſeinen Tſcherkeſſen, Kurden und Arabern auf
Konſtanti=
nopel marſchieren.
HB. Paris, 27. Jan. Aus bulgariſcher Quelle
liegt hier die Nachricht vor, daß es den Belagerern von
Adrianopel durch geſchickte Annäherung gelungen
ſei, die Stadt noch viel enger einzuſchließen, als dies
bisher der Fall geweſen war. Die Kapitulation der
Feſtung wäre deshalb für Ende der Woche mit
Beſtimmt=
heit zu erwarten.
* London, 27. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, haben bis heute abend die türkiſchen
Dele=
gierten von ihren Regierungen weder Inſtruktionen
erhalten, noch haben ſie irgendwelche Kenntnis davon,
b die Pforte auf die Kollektivnote der Mächte
geant=
wortet hat.
Literariſches.
Die Monatsſchrift für die
volkswirtſchaft=
lichen, geſetzgeberiſchen und kommerziellen Intereſſen der
Margarine=Induſtrie, welche ſeit 4½ Jahren
im Verlage von Karl Foerſter in Düſſeldorf erſcheint,
wird vom 1. Januar 1913 als Halbmonatsſchrift
heraus=
gegeben und erſcheint fernerhin am 1. und 16. jeden
Monats.
— Alexander Moszkowski, Meine
ver=
ſtimmte Flöte. In farbigem Original=Umſchlag von
J. Klinger. Verlag der Luſtigen Blätter (Dr. Eysler
. Ko.), G. m. b. H., Berlin SWV 68.
Preis 1,50 Mk.
Wenn ick ſchon höre — Telephon O Gott — o Gott,
wie wird mir ſchon! So beginnt eine der beſten Satiren
in dem neuen entzückenden Werkchen von Alexander
Moszkowski: Meine verſtimmte Flöte, das ſoeben in
hübſcher Ausſtattung im Verlage der Luſtigen Blätter,
Dr. Eysler u. Ko., erſchienen iſt und eine neue Perle im
Kranze der Moszkowskiſchen Dichtungen bedeutet.
Moszkowski iſt heute anerkannt einer der erſten unter
den deutſchen Humoriſten. Und ſo bietet denn auch ſein
neueſtes Werkchen „Die verſtimmte Flöte” eine
Fund=
grube fein humoriſtiſcher und ſatiriſcher Dichtungen,
die nicht nur jedem einzelnen Leſer das höchſte
Vergnü=
en bereiten, ſondern auch geeignet ſind, ganze
Menſchen=
charen bei Vorträgen köſtlich zu amüſieren. „Die
ver=
timmte Flöte” iſt auch äußerlich ſehr geſchmackvoll
aus=
geſtattet. Julius Klinger hat das Titelbild gezeichnet.
Darmſtadt, 28. Januar.
** Das Großherzogspaar iſt geſtern abend mit dem
fahrplanmäßigen Schnellzug 10 Uhr 25 Min. zum Beſuch
am Großh. Hofe in Schwerin abgereiſt. Die
Rück=
kehr wird am 31. Januar erfolgen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Berlin, 27. Jan. Ueber das Befinden des
Prinzen Adalbert wird folgendes Bulletin
ver=
öffentlicht: Der Prinz ſchlief gut. Das Allgemeinbefinden
hat ſich weiter gebeſſert. Heute morgen betrug die
Tem=
veratur 36,5, Puls 62. Die Lungen zeigen noch eine leicht
katarrhaliſche Erſcheinung. Dr. Weißpfennig.
* Berlin, 27. Jan. Staatsſekretär Delbrück
emp=
ing heute mittag die Direktoren Baurat Nallinger
von der Firma Benz=Mannheim, Wolff von der Neuen
Automobilgeſellſchaft=Oberſchöneweide, Daimler von 4er
Firma Daimler=Stuttgart=Niederſchöneweide, Rahtjen
von der Argus=Motoren=Geſellſchaft, und händigte den
Genannten Diplome ein über die ihnen in dem erſten
Flugzeugmotoren=Wettbewerb um den Kaiſerpreis
ver=
liehenen Preiſe. Gleichzeitig teilte der Miniſter dem
Di=
rektor der Deutſchen Verſuchsanſtalt für Luftſchiffahrt, Dr.
Bendemann, mit, daß er in Anerkennung der Leiſtungen
der Verſuchsanſtalt den Titel Profeſſor erhalten hat. Die
Preisträger wurden auf Allerhöchſten Befehl zu der
heu=
tigen Galaoper eingeladen.
Stuttgart, 27. Jan. Heute mittag kurz vor 1 Uhr
hat der Sauerkrauthändler Reichert in der Bergſtraße
im Keller zuerſt ſeinen Sohn und dann ſich ſelbſt
er=
choſſen. Der Grund ſoll angeblich in einer
bevor=
tehenden Gerichtsverhandlung gegen die Frau des
Rei=
chert zu ſuchen ſein.
Wien, 27. Jan. Erzherzog Rainer von
Oeſterreich iſt heute nachmittag 5 Uhr im 87.
Lebens=
jahre geſtorben.
* Paris, 27. Jan. Geſtern abend 10½ Uhr entſtand
plötzlich bei der Arbeitsſtelle der Untergrundbahn in der=
Nähe von Carre four de la Croix rouge eine
Explo=
ion, durch die eine beträchtliche Senkung verurſacht
wurde, die bis zur Oberfläche reicht. Man glaubt,
daß=
dies Attentat auf einen Sabotage= oder Racheakt eines
entlaſſenen Arbeiters zurückzuführen iſt.
* Delhi, 27. Jan. Der Vizekönig Lord Hardinge
iſt faſt völlig wieder hergeſtellt. Er führte heute
den Vorſitz in der Verſammlung des geſetzgebenden
Ra=
tes. Als Hardinge tief bewegt das Wort ergriff, bereitete
ihm das überfüllte Haus Ovationen.
HB. Frankfurt a. M., 27. Jan. Zur
Hilfeleiſt=
ung der auf Spitzbergen in Not befindlichen
Schrö=
der=Stranz Expedition hat ſich geſtern hier
nach einem Vortrage des Polarforſchers Lerner=
Frank=
furt a. M. ein Hilfskomitee gebildet, das durch
Bereitſtellung von Geldmitteln die Berliner
Zentrale=
wirkſam unterſtützen wird. Graf Zeppelin=
Friedrichs=
hafen ſtellte dem Komitee 10000 Mark zur Verfügung.
Nach Anſicht von Lerner werden die Koſten für die
Hilfs=
expedition etwa 50000 Mark betragen. In der Sitzung
ſtellte Apotheker Szamatolski=Frankfurt a. M. ſämtliche
für die Ausrüſtung der Hilfsexpedition erforderlichen
Medikamente koſtenlos zur Verfügung. Gegen die
ſofor=
tige Abſendung einer Schiffs=Expedition, die von
Nor=
den Spitzbergen erreichen ſoll, und wie ſie Lerner
vorge=
ſchlagen hat, wendeten ſich in der Verſammlung
hervor=
ragende Fachleute. Geheimrat Hergeſell=Straßburg hiel
es für ausgeſchloſſen, gegenwärtig durch das Treibeis
fahren zu können. Ebenſo ließ Profeſſor Drygalski=
München erklären, daß es jetzt unmöglich ſei, von Norden
her, alſo von Grönland aus, Spitzbergen zu Schiff zu
erreichen. Die einzelnen Lager der vier
Expeditionsteil=
nehmer ſeien gegenwärtig nur von Süden her per
Schlit=
ten aufzufinden. Die früheſte Schiffsexpedition könne
von Norwegen aus erſt im Juli angetreten werden, und
dann nur von der Advent=Bai aus. Im übrigen wurde
noch mitgeteilt, daß man die Lage der Expedition in
Tromſö bei weitem nicht ſo ernſt anſehe, als in
Deutſch=
land, wo dieſe durch die Zeitungen aufgebauſcht
wor=
den ſei.
— Poſen, 27. Jan. Geſtern nachmittaa ſind auf dem
morſchen Eis der Warthe bei Poſen vier Schulknaben im
Alter von zehn bis dreizehn Jahren eingebrochen=
Zwei ertranken, zwei konnten gerettet werden.
HB. New=York, 27. Jan. Ein aus Manila
einge=
troffenes Telegramm beſagt, daß eine Revolution
auf den Philippinen ausgebrochen ſei. Dieſe ſoll
alle früheren weit hinter ſich laſſen. Drei Offiziere und
ſieben Mann der amerikaniſchen Truppen ſind getötet
worden.
13
Beförderung des Kronprinzen:
* Berlin, 27. Jan. Der Kaiſer hat anläßlich ſei
nes Geburtstages den Kronprinzen zum Oberſt
be=
fördert.
* Stuttgart, 27. Jan. Wie das württembergiſche
Militärwochenblatt meldet, iſt der deutſche
Kron=
prinz unter Belaſſung à la suite des Infanterie=
Regi=
ments Kaiſer Wilhelm Nr. 120 zum
württembergi=
ſchen Oberſt befördert worden.
Aas ſetze ich meinen Gäſten vor iſt oft die Sorge
der Hausfrau, wenn ſie eine Abwechslung beim
Eſſen bringen will. Ein guter Ratgeber hierfür ſind die
Kochrezepte (4. verbeſſerte Auflage) von Türk & Pabſt,
Frankfurt a. M.), welche unſere Leſerinnen von der
Firma auf Wunſch koſtenlos erhalten.
Der heutigen Nummer liegt ein Proſpekt,
be=
treffend die Original=Unterrichtsbriefe zur
Erlernung fremder Sprachen nach der Methode
Touſſaint=Langenſcheidt, bei, worauf diejenigen
aufmerkſam gemacht werden, die ſich die Kenntnis dieſer
Sprachen ſicher durch Selbſtſtudium aneignen wollen.
Die Langenſcheidtſche Verlagsbuchhandlung Prof. G.
Langenſcheidt), Berlin=Schöneberg, Bahnſtraße 29/30,
ſendet auf Wunſch ausführliche Proſpekte koſtenlos zur
Anſicht. Bei Benutzung der obigem Proſpekte
beige=
fügten Beſtellkarte wolle der Titel dieſer Zeitung
an=
angebeben werden.
(2768
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme an dem
Hinſcheiden unſerer lieben, unvergeßlichen Mutter,
Tochter, Schweſter, Schwiegermutter, Großmutter
und Schwägerin
(2750
Dankſagung.
we.
Frau Kachar, Karl e0 wir allen Verwandten und Bekannten,
ins=
beſondere Herrn Pfarrer Waitz für ſeine troſtreiche
Grabrede, ſowie für die Blumenſpenden unſeren
herzlichen Dank.
Darmſtadt, den 28. Januar 1913.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Familie Aug. Roederich.
Dankſagung.
Für die uns bewieſene Teilnahme
bei unſerem ſchmerzlichen Verluſt
ſagen herzlichen Dank.
Familie Heinrich Koch,
2725)
Wilhelm Emmel u. Frau.
Darmſtadt, 27. Januar 1913.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
die uns anläßlich des Hinſcheidens unſerer lieben
Frau Louise Roll Wwe.
geb. Fey
zuteil geworden ſind, ſprechen wir hierdurch unſern
tiefempfundenen Dank aus.
(B2760
Darmſtadt, den 27. Januar 1913.
Namens der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Roll.
Weter.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 28. Jan.:
Trocken, kalt, Nachtfroſt, tagsüber wärmer, ſpäter bewölkt.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. C), Anfang 7½ Uhr:
„Mein Freund Teddy”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Liederabend der Konzertſängerin Maria Freund
um 8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard
Wagner=Verein).
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Admi=
ral von Hollmann †; Dr. Martin Rücker Freiherr von
Jeniſch; das neue franzöſiſche Kabinett; die
Mönchs=
republik am Berge Athos; Trauerfeier für den Prinz=
Regenten Luitpold in der Sixtiniſchen Kapelle in Rom.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 29. Januar.
Hofreite=Verſteigerung des Gottlieb Münſter
(Ireneſtr. 12) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟.
Holz=Verſteigerung um 8½ Uhr in der
Brücherſchen Wirtſchaft zu Arheilgen.
Stamm=, Stangen= und Brennholz=
Ver=
ſteigerung um 10 Uhr im Spachbrücker
Gemeinde=
wald (Zuſammenkunft bei Gaſtwirt Heberer an der
Bahnſtation Meſſel).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Gefunden
auf dem Exerzierplatz 1 goldenes
Medaillon mit 2 Photographien.
Abzuholen beim Portier des Hotel
(*2407
zur Traube.
Verloren
bei der Kaiſerparade auf dem
Exerzierplatz eine in Aluminium
gefaßte Opernglaslinſe mit
Auf=
ſchrift „L. Bach, München”
Abzu=
geben geg. Belohnung beim Portier
des Hotel zur Traube.
(*2406
Verloren
Sonntag, den 26. Januar, in
der Stadt oder auf dem Weg
nach dem Kirchberg-Bordenberg:
goldenes Medaillon
mit Ketichen. Abzugeben geg.
hohe Belohnung, da Andenken.
Karlſtraße 90, 1. Stock. (2748ids
Verloren
wurde Freitag abend zw. 6 u. 7 Uhr
in der Karlſtr., zw. Hermann= u.
Heinrichſtr., e. Schildpatt-Lorgnette.
Abzugeben gegen Belohnung
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Silberne Rocknadel
mit grünem Stein verloren. Geg.
(*2376
Belohnung abzugeben
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— PELZ
welcher am Samstag in der
Turn=
halle liegen geblieben, kann
abge=
holt werden Beſſungerſtr. 81, III.r.
v. 12—½2 u. v. ½ 7 Uhr ab (*2429
on (Kunstlichtspiele)
-Thedter nur Rheinstr. 2.
Immer noch die
erstklas-
sigen Schlager, nicht in
Worten, sondern in Bildern.
Neuestes Programm ab
Dienstag, den 28. Januar:
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oder Tod!
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mont, in 2 Akten.
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Natur-
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Das Warnangssignal.
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Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, den 28. Januar 1913.
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D’Al=
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Teddy Kimberley Kurt Ehrle
Jacques Bertin,
Geſandtſchafts=
ſekretär
Madame Théodule
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Mathilde, geſchied.
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Haus=
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Paul Peterſen
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Zu dieſer Borſtellung findet
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Aus dem Spielplan.
Samstag, 1. Febr. 110. Ab.=Vſt.
„Die fünf Frank=
B 28.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Januar 1913.
Nummer 23.
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Magenübel, Fettleibigkeit, Uebelsein, Unbehagen.
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vorbeugend günstig beeinflusst.
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Nummer 23.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Januar 1913.
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Nummer 23.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Januar 1913.
Seite 10.
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Dienstag, 28. Januar.
1913.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppenübungs=
platz für die Zeit vom 30. Januar bis 1. Februar 1913 bringen wir hierdurch zur
allgemeinen Kenntnis.
(2707id
Darmſtadt, den 15. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 30. Januar bis 1. Februar 1913.
Dauer der Die Abſperrung
Datum
Truppenteil
Tag
Abſperrung
erſtreckt ſich
von bis
30. Januar
Donnerstag Feld=Art.=Rgt. Nr. 63 900 V.! 400 N
Ueber das ganze
61 1go B. 4e0 N.
31. Januar
Freitag
Abſperr=Gelände.
1. Februar Samstag
„, „ „ „20 900 V. 400 N.
Bekanntmachung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen jungen Leute, welche ſich zum
mehrjährig freiwilligen Dienſt (als zwei=, drei=, vier= fünf= oder ſechsjährige) im
Heere, in einer Unteroffizierſchule oder der Kaiſerlichen Marine melden wollen, hierzu
eines Meldeſcheins bedürfen. Dieſer Schein wird für dieienigen jungen Leute,
welche im Kreiſe Darmſtadt eine Lehranſtalt beſuchen, ſich in Stellung, in einem
Arbeits= oder Dienſtverhältnis befinden, auf meinem Bureau, Neckarſtraße 3, Zimmer
Nr. 38, ausgefertigt.
1. eines Geburtsſcheins (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter),
2. ſchriftliche und beglaubigte Einwilligung des Vaters,
3. Leumundszeugnis über die Führung für die Zeit vom Austritt aus der
Schule ab. Für den Fall, daß der Nachſuchende ſich währenddem an
ver=
ſchiedenen Orten aufgehalten haben ſollte, müßte von der Polizeibehörde
jedes dieſer Orte ein Zeugnis erbracht werden.
4. Zeugnis, daß der ſich Meldende durch Zivilverhältniſſe nicht gebunden iſt.
Die Beſcheinigung zu 1 wird durch das Standesamt, die zu 3 und 4 durch die
Bürgermeiſterei bezw. die Ortspolizeibehörde und zwar, für Militärzwecke, koſtenfrei
ausgefertigt.
Ausdrücklich wird bemerkt, daß ſofortige Ausfertigung des Meldeſcheins nicht
erfolgen kann, daß die Nachſuchung vielmehr mindeſtens 3 Tage vor dem
Zeit=
punkt, zu welchem von demſelben Gebrauch gemacht werden ſoll, zu bewirken iſt.
Darmſtadt, den 8. Januar 1913.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Komriſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf vorſtehende Bekanntmachung hinweiſe, empfehle ich Ihnen,
dieſelbe zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen und dieſe insbeſondere auf den
Schlußſatz ausdrücklich aufmerkſam zu machen.
Darmſtadt, den 8. Januar 1913.
(1394a
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat dem Vorſtand des Agnes=
Frauen=
vereins im Herzogtum Sachſen=Altenburg zu Altenburg die Erlaubnis erteilt,
10000 Loſe der dritten (letzten) im Herbſt 1913 zur Ziehung gelangenden Serie der
dieſem Vereine genehmigten Geldlotterie innerhalb des Großherzogtums zu
ver=
treiben. Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan der
3. Serie dürfen 12000) Loſe à 1 Mk ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen
dürfen nur mit dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen.
(2708
Einziehung von Erbbegräbnisplätzen.
Die auf dem Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße
ge=
legenen Erbbegräbnisplätze:
Abt. I, Buchſt. E, Nr. 77 (Schneider Heinrich Vort Ehefrau),
H,
78 (Oberſchulratſekretär Gg. Schüßler),
werden von den Verpflichteten ſeit Jahren nicht unterhalten und
ſollen daher eingezogen werden. Wer Anſprüche auf die Plätze zu
haben glaubt, wird aufgefordert, ſich darüber auf dem Bureau für
Friedhofsangelegenheiten (Marktplatz 8, Rathaus) auszuweiſen. Sind
ſolche Anſprüche nicht innerhalb dreier Monate, vom Tage des
erſt=
maligen Erſcheinens dieſer Bekanntmachung an gerechnet, geltend
gemacht worden, ſo werden die Plätze eingezogen und weiter vergeben
werden.
(2711a
Darmſtadt, den 23. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Müller.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 29. Januar 1913, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 dahier (Reſtauration
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1 Ruhebett, Stühle, 1 Partie Klaſſiker und andere Werke,
1 Fußteppich und 1 Warenſchrank
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
(2743
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
in Darmſtadt, Georgenſtr. 11, I.
Holzanfuhr-Vergebung.
Die Anfuhr des diesjährigen Holzbedarfs in den Großh.
Holz=
hof dahier, beſtehend in:
50 rm Buchen=Scheiter,
500 „ Buchen=Knüppel,
Kiefern=Scheiter,
ſoll in 4 Loſen auf dem Submiſſionswege an die Wenigſtfordernden
vergeben werden.
Von dem Holz werden 300 rm Buchen=Knüppel je zur Hälfte
aus Domanialwald=Diſtrikt Böllenfalltor und Beſſunger Forſthaus
der Großh. Oberförſterei Beſſungen, 50 rm Buchen=Scheiter, 200 rm
Buchen=Knüppel und 7 rm Kiefern=Scheiter aus den
Domanial=
walddiſtrikten Kirchberg und Weinwegteile der Großh. Oberförſterei
Ober=Ramſtadt entnommen. Die Submiſſionsforderungen ſind
ver=
ſchloſſen und mit entſprechender Aufchriſt verſehenbei unterzeichneter
Stelle (Holzhofalle Nr 10), woſelbſt auch über die
Akkordbeding=
ungen und die Zuſammenſetzung der einzelnen Loſe Auskunft zu
erhalten iſt, bis ſpäteſtens Samstag, 1. k. Mts., vormittags
11 Uhr, ſchriftlich einzureichen, um welche Zeit deren Eröffnung in
Gegenwart etwa erſchienener Submittenten erfolgen ſoll.
(2706
Darmſtadt, den 25. Januar 1913.
Großherzogliche Holzmagazins=Verwaltung.
Heinemann, Großh. Geheimer Forſtrat.
Holz=Verſteigerung.
Montag, den 3. Februar I. J.,
vormittags von 9 Uhr an ſollen im Gaſthaus „zum Löwen” in
Nieder=Ramſtadt (Fr. Bender) aus dem Diſtrikt Hinterforſt,
ins=
beſondere Kirchberg und Rabenſloßkopf, verſteigert werden:
Scheiter rm: 43 Buchen, 8 Eichen, 15 Kiefern, 1 Fichte:
Knüppel rm: 73 Buchen, 44 Eichen, 37 Kiefern, 116 Fichten;
Reiſig H. W.: 53 Buchen, 11 Eichen 29 Fichten;
Stöcke rm: 4 Buchen, 6 Eichen, 2 Kiefern, 23 Fichten.
Zur Verſteigerung kommen die Nummern 1—339. Die mit
F gezeichneten Nummern werden nicht ausgeboten. Bei den
Buchen=
wellen im Rabenſloßkopf befinden ſich 19 Hundert Stammwellen.
(2726
Ober=Ramſtadt, den 24. Januar 1913.
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.
Jagd=Verpachtung.
Donnerstag, den 6. Februar 1913,
vormittags 11 Uhr, wird die Feld= und Waldjagd in der
Ge=
markung Roßdorf in dem Rathaus daſelbſt auf weitere 6 Jahre
ver=
pachtet. Die Feldiagd umfaßt 2500, die Waldjagd 2200 Morgen. Sie
iſt von der Halteſtelle „Beſſunger Forſthaus” beziehungsweiſe der
Statiog Roßdorf in 5 Minuten zu erreichen.
Die Verpachtung erfolgt in 3 Loſen, auf Wunſch auch in 1 Los.
Die Verpachtungsbedingungen liegen auf der Bürgermeiſterei offen.
(2705ids
Roßdorf den 24. Januar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Roßdorf bei Darmſtadt.
Lorenz.
Steuer=Erhebung.
Das 5. Ziel der
Gemeinde=
ſteuer für das Rechnungsfahr
1912 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
3½ bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 14. Januar 1913.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
(1862a
Bekanntmachung.
Nach den für die Abgabe von
Waſſer aus dem Waſſerwerk
be=
ſtehenden Satzungen werden als
Großabnehmer angeſehen
diejeni=
gen Induſtriellen,
Gewerbetreiben=
den und Grundſtückbeſitzer, welche
pro Jahr mehr als 1000
Kubik=
meter Waſſer verbrauchen und
ſich vor Beginn des
Verwaltungs=
jahres hierzu auf ein Jahr
ver=
pflichten. Es iſt hierbei
gleich=
gültig, ob der Waſſerverbrauch an
einer Stelle ſtattfindet, oder ob
der Abnehmer mehrere eigene
Ver=
brauchsſtellen beſitzt Im letzteren
Falle wird er indeſſen zum Erſatz
der Koſten herangezogen welche
der Stadt durch die Ausführung
der weiteren Zuleitung nebſt
Waſſer=
meſſer uſw. erwachſen ſind.
Diejenigen Waſſer=Abnehmer,
welche gemäß dieſer Beſtimmungen
im Verwaltungsjahr 1913 auf den
Großabnehmerpreis Anſpruch zu
machen gedenken. werden erſucht,
bindende ſchriftliche Erklärungen!
bis 15. März l. J. an die
Städti=
ſche Waſſerwerksverwaltung
ge=
langen zu laſſen.
Die ſeitherigen Großabnehmer
ſind bei weiterer Beanſpruchung
des Großabnahmepreiſes zur
Er=
neuerung ihrer Erklärung
inner=
halb gedachten Termins ver=
(2710a
bunden.
Denjenigen Abnehmern, welche
keine Erklärung abgeben, wird das
Waſſer im Verwaltungsjahr 1913
zum gewöhnlichen Preis,
bezieh=
ungsweiſe zur feſtgeſetzten
Mini=
maltaxe berechnet.
Darmſtadt, 23. Januar 1913.
Städt. Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Bekanntmachung.
Die am 21. d. M. im hieſigen
Gemeindewald abgehaltene
Nutz=
holz=Verſteigerung iſt, mit
Aus=
nahme des Fichten=
Stammhol=
zes, genehmigt. Die Abfuhrſcheine
können von Donnerstag, den
30. ds. Mts. bei dem Gemeinde=
Einnehmer dahier in Empfang ge=
(2751
nommen werden.
Erſter Abfuhrtag, Donnerstag,
den 30. ds. Mts.
Gundernhauſen, 25. Jan. 1913.
Großh. Bürgermeiſterei.
Schütz.
Bekanntmachung.
Wer Forderungen an die am
31. Oktober 1912 aufgelöſte
Kran=
kenkaſſe Wohlthat”, eingeſchriebene
Hilfskaſſe Nr. 7 zu Eberſtadt, zu
machen hat, möge dieſelben bis
31. März l. J. bei dem Vorſtand
einreichen, ſpäter einlaufende
For=
derungen bleiben unberückſichtigt.
Eberſtadt, 27. Januar 1913.
Kranken= und Sterbekaſſe
(2767
„Wohlthat‟
Eberſtadt b. D.
Büchlein, Vorſitzender.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 29. Januar 1913, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle” (
Ober=
gaſſe) zwangsweiſe, öffentlich, meiſtbietend gegen Barzahlung:
1 Pianino, 1 Tiſch mit Marmorplatte, 1 Kleiderſchrank,
pol. Nähtiſch, 1 Sofa mit 3 Sühlen, 100 Paar beſſere
Winterhandſchuhe, 100 Dutzend Kragen, 1 Schreibtiſch u. a. m.;
ferner hieran anſchließend an Ort und Stelle (Zuſammenkunft
der Steigerer in obigem Lokah):
1 Erntewagen, 2 Wagenleitern und verſch. kleinere.
landw. Geräte.
Darmſtadt, den 27. Januar 1913.
(2758
Kapp, Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24, I.
Jagd=Verpachtung.
Donnerstag, den 13. Februar I. Js., nachmittags 3 Uhr,
wird im Gemeindehaus dahier, die Waldſagd auf weitere ſechs Jahre
verpachtet. Bemerkt wird, daß die Waldgemarkung unmittelbar an
die Bahnſtation Meſſel angrenzt.
(2766id.
Georgenhauſen, den 27. Januar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Georgenhauſen.
Lehr.
Hoeben gelangte zur Ausgabe:
Januar=Heſt 1913
der
Heſſiſchen Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Oberlehrer und Stadtarchivar Ferdinand Dreher: Deutſche
Kaiſer und Könige in Friedberg i. d. Wetterau. — Paul Th. Falck:
Der Dichter Heinrich v. Ende. Ein Gedenkblatt. — Dr. Hermann
Bräuning=Oktavio: Neue Bilder der Großen Landgräfin. Mit drei
Abbildungen. — Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Die Selbſtbiographie
von Chriſtian Rudolph Reinhard Pfnor (1748—1831). — Aus Nebel’s
Jocoſo=Heria. Beiträge zur Geſchichte und Charakteriſtik Gießener
Profeſſoren. Mit einer Abbildung. — M. Ploch: Gießen vor hundert
Jahren. — Archivar Dr. C. Knetſch: Noch Einiges über die Nellenburg. —
Pfarrer Hermann Knott: Beiträge zur Heſſiſchen „Wappenkunde”. Mit
drei Abbildungen. — Kleinere Mitteilungen: Schweizer im Odenwald. —
Carl Magnus von Frankenberg und Proſchlitz. — Tilemann Ochnabels
Nachkommen. — Auswanderungen aus Reinheim und Ueberau nach
Preußen und Rußland. — Bücherſchau. — Aus Zeitſchriften. —
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1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
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(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
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Nummer 23.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Januar 1913.
Seite 12.
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Kurſe vom 27. Januar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
8.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,89
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,20
77,50
do.
Preuß. Schatzanweiſg. 99,
3½ do. Conſols . . . 88,20
77,50
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,50
93,00
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,10
87,20
do.
3½
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,90
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,70
do. do. (unk. 1918) 99,70
3½,
do.
87,50
76,00
do.
3
3 Sächſiſche Rente.
78,85
4 Württemberger v. 1907 99,70
do. v. 1875 93,65
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
Griechen v. 1887 . . —
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 88,40
do. Goldrente . . . 91,60
do. einheitl. Rente 84,90
3 Portug. unif. Serie I 63,40
3
do. unif. Ser. III 66,30
3 do. Spezial . . . . 9,75
5 Rumänier v. 1903 . . 100, 10
4 do. v. 1890 . . 94,89
4 do. v. 1905 . . 88,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,20
do. v. 1902 . . . . 89,70
4½ do. v. 1905 . . . . 109,00
3½ Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 80,30
4 Türk. Admin. v. 1903 78,50
1 Türk. unifiz. v. 1903 86,00
1 Ungar. Goldrente . . . 88,00
( do. Staatsrente. . . 85,25
In Proz.
Zi.
5 Argentinier . . . . . . 101,40
86,20
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 91,00
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,60
93,20
do.
93,80
4½ Japaner .
. „,
5 Innere Mexikaner. . . 93,20
do.
58,90
4 Gold=Mexikanerv. 1904 86,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,80
3 Buenos Aires Provinz 68,75
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 153,80
5 Nordd. Lloyd . . . . . 118,60
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 129,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 110,80
6 Baltimore und Ohio . 104%
6 Schantungbahn . . . . 128,75
6½ Luxemb. Prince Henri —
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 21,25
6 Pennſylvania R. R. . 124,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Sod1=
Fabrik . . . . . . 532,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . .
345,25
30 Farbwerke Höchſt
629,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 345,00
10 Cement Heidelberg . . 145,00
30 Chem. Werke Albert 433,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 330,00
5 Lahmeyer . . . . . . . 120,50
Juſron
Eeiht
Divid.
½ Schuchert Nürnberg 144,90
12 Siemens & Halske .216½
5 Beramann Electr. . . 122,60
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 162,50
25 Gummi Peter . . . . 82,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 60,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 595,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 148,80
15 Zellſtoff Waldhof . . 235,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
. . . 198,00
häuſel. . . .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 96,75
3 Südd. Immobilien . 61,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 175,00
12½Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 214,60
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 163,75
10 Gelſenkirchener . . . . 19170
9 Harpener . . . . . . . 192½
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 260,60
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 84,00
6 Laurahütte . . . . .
.169,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 205,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
-
3½ Südd. Eiſenb.=Gef.
4½ Nordd. Lloyd=Obl. —
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,10
Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer . . . . . . 75,40
5 Oeſterr. Staatsbahn .
1 Oeſterr. Staatsbahn . 93,10
do.
75,75
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,20
do.
Inpron
1 Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,90
3 Raab=Oedenburg . . . 76,00
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,70
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 88,20
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
88,00
bo.
4 Wladichawchas . . . . 88,90
4 Rjäſan Koslows . . . —
3 Portugieſ. Eiſenb. .. 73,20
do.
24) Livorneſer
. 69,60
3 Salonique=Monaſtir . 62,80
4 Baadadbahn . .
80,80
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,60
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 71,00
4 Northern=Pacific . . . 99,40
4 Southern=Pacific . . . 93,75
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 83,50
5 Tehuantepec . . . . . . 98,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . .
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . .
. . 150,00
9½ Berlin. Handelsgeſ. .166,75
6½ Darmſtädter Bank . 122,50
2½ Deutſche Bank . . . 253,70
6 Deutſche Vereinsbank . 124,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 119,75
10 Diskonto=Kommandit 188,10
8½ Dresdener Bank . . 156,80
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,50
6½ Mitteld. Kreditbank 120,25
7 Nationalb. für Deutſchl. 12 „80
7 Pfälziſche Bank. . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,70
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 118,00
7½ Wiener Bankverein . 122,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . 98,50
8t.
Jußen.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
87,00
S. 19 . . . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,00
S. 52 . . ..
.
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 97,50
3½
87,25
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
3½
87,30
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
98,60
S. 14, 15, 17, 24/26
98,90
18—23 . . . . . .
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 . . . . . .
87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
31
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 87,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
do.
87,80
3½
Städte=
Obligationen.
97,80
4 Darmſtadt . . . .
3½ do.
89,2
4 Frankfurt . . . . . . . 98,
96,30
do.
3½
4 Gießen . . . . . .
88,00
do.
3½
Heidelberg . . . . . .
87,30
,
do.
4 Karlsruhe . . . . . . 97,50
3½
do.
88,30
4 Magdeburg. . . .
3½
do.
Mainz . . . . . . . . 98,00
13½,
do.
83,70
4 Mannheim . . . . . . 98,50
3½
do.
90,00
4 München . . . . . . . 99,69
3½ Nauheim . . . . . .
Nürnberg . . . . . . . 99,00
h,
do.
87,50
4 Offenbach . . . . . . . 98,10
Inßro.
3.
3½ Offenbach . . . . . . —
4 Wiesbaden . . . . . . 99,00
95,30
3½1
do.
4 Worms . . . . . . . . 97,45
88,00
do.
3½
4 Liſſaboner v. 1888 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . Tlr. 100 —
3½ Cöln=Mindner 100 137,10
3 Holl. Komm. . fl. 100 —
3 Madrider . . Fs. 100 —
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,70
4 Oeſterr. 1860er Loſe .
3 Oldenburger . . . . . . 130,00
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 36,90
Braunſchweiger Tlr. 20 206,50
Freiburger . . . . Fs.15
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs.10 34,90
Meininger . . . . . fl. 7 35,90
Oeſterreicherv. 1864 fl. 100 549,00
do. v. 1858 fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100 383,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 157,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,45
20 Franks=Stücke . . . . 16,26
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¾
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten. . . . 81,35
Holländiſche Noten. . . 169,20
79,90
Italieniſche Noten . . .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,65
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,90
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zsf. 7
Nummer 23.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Januar 1913.
Seite 13.
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Gretchens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
42)
Als ſie wieder zu ſich kam, fand ſie ſich auf ihrem
Bette liegen, und ſie blickte gerade in die beſorgt auf ſie
gerichteten dunkeln Augen der Mutter Lionels.
Und da kam ihr mit einem Male wieder zum
Bewußt=
ſein, was geſchehen; ſie ſprang auf.
Mutter, ſchluchzte ſie und ſchlang ihre Arme um den
Hals der Schwiegermutter, o Mutter
Meine Margie — nun hab’ ich nur noch Dich
und jetzt endlich fand Dorothea Catlin die erlöſenden
Tränen, die ihren ſtarren Schmerz doch etwas löſten.
Hand in Hand traten ſie an das Lager des Toten. Mit
unbeſchreiblichen Empfindungen blickte Margareta auf den
Verblichenen, der nur zu ſchlummern ſchien, ſo ſanft und
friedlich war der Ausdruck ſeines Antlitzes.
Wir wollen ihm ſeine Ruhe gönnen; er hat viel
ge=
litten, ſagte Mrs. Catlin leiſe, und Dich, Margareta, hat
er mehr als alles geliebt — vielleicht weißt Du gar nicht,
wie ſehr —
Mit Tränen in den Augen kniet die junge, ſo früh zur
Witwe gewordene Frau nieder und faltete die Hände in
ſtummem Gebet.
Nun hatte er ſie allein gelaſſen, nachdem er ſie an
ſich geriſſen und noch im Tode an ſich gekettet hielt. Grau
und öde lag jetzt ihr Leben vor ihr.
Unbeſtimmt nur, ſchattenhaft tauchten dieſe Gedanken
in ihr auf, als ſie auf das bleiche Duldergeſicht ſah.
Er hatte ſie mit ſeiner Liebe, mit ſeinem Reichtum
überſchüttet und hatte ſie doch nicht glücklich machen
können!
Still war ſie an ſeiner Seite geworden; ſie hatte
ge=
lernt, ſich zu beſcheiden und ihre Befriedigung darin zu
ſuchen, ihn zu beglücken, ſo gut ſie vermochte — und ohne
Selbſtvorwürfe konnte ſie auf die Zeit ihrer kurzen Ehe
zurückblicken
ſie war ihm eine gute Frau geweſen!
Daß ſie ihm nicht ihr ganzes, volles Herz hatte
ſchen=
ken können, war nicht ihre Schuld. Längſt hatte ſie das
einem anderen gegeben, der es bis in alle Ewigkeit auch
behalten würde — wenn ſie auch jede Hoffnung auf Glück
hatte aufgeben müſſen — denn ein Verſprechen über ein
Grab hinaus trennte ſie davon.
25. Kapitel.
Schon ſeit Wochen lag Lionel in der kühlen Erde.
Mrs. Catlin war in der kurzen Zeit um Jahre gealtert. Ihr
Leben hatte jetzt ſeinen Inhalt verloren, und es kam vor,
daß ſie, die ſonſt ſo Rüſtige, Tatkräftige, ſtundenlang
da=
ſaß, in das Leere ſtarrend — der Rückſchlag war jetzt
ein=
getreten.
Margareta verſuchte, ſie wieder dem Leben
zurückzu=
führen — — und was hatte ſie denn Beſſeres, als ihre
Mu=
ſik, ihre geliebte Violine?
Und ihrem ſanften, überredenden Weſen gelang es
end=
lich, die Schwiegermutter dahin zu bringen, daß ſie auch
für andere Dinge wieder Intereſſe bekam, als nur für des
Sohnes Grab.
Von Claudia hörte man nichts weiter, wollte auch
nichts wiſſen; ſie war tot für die Bewohner der „Villa
Margareta” — ſie wurde gar nicht mehr erwähnt.
Immer inniger ſchloß ſich der Major ſeiner Tochter
an, die in dem Verkehr mit dem Vater wieder die
An=
regung früherer Tage fand, und nichts ſtörte mehr dieſes
chöne Verhältnis.
Sie ſorgte für ihn wie ehedem, und oftmals ſtreichelte
er liebkoſend die Hand ſeiner Tochter — der Irrtum ſeiner
zweiten Ehe lag wie ein böſer Traum hinter ihm.
Und das beſte Mittel, trübe Gedanken zu bannen, war
arbeiten. Er war jetzt mit einem größeren Werk
beſchäf=
tigt, und viele Stunden des Tages ſchrieb Gretchen für
ihn. —
So verging die Zeit, und Oſtern kam heran. Der
Major machte den Vorſchlag, dieſes Feſt in Rom zu
ver=
leben; etwas widerſtrebend fügte ſich Mrs. Dorothea
Cat=
lin. Aber gerade für ſie war es durchaus notwendig,
an=
dere Eindrücke zu bekommen — ſie durfte ſich ihrem
Schmerz nicht ſo hingeben.
Der Aufenthalt in der ewigen Stadt war auch von
heilſamer Wirkung auf ſie; ihre düſtere, ſtarre, tränenloſe
Trauer war einer ſtillen Wehmut gewichen. Sie blickte
wieder um ſich und ſah, wieviel grenzenloſes Elend es in
der Welt gab — — und da begann ſie ſich zu regen und
ihre großen Einkünfte dazu zu verwenden, die Not der
Mitmenſchen zu lindern, wobei ſie von Gretchen aufs
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Januar 1913.
Nummer 23.
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Die drei lebten auch nach ihrer Zurückkunft ihr Leben
für ſich — ganz zurückgezogen, aber doch von allen in
San Remo gekannt und verehrt.
--
---
So war es Juli geworden.
Die Hitze war drückend und legte ſich lähmend auf
Margareta, in der der heimliche Wunſch nach der Nordſee,
nach der herben friſchen Luft des Nordens erwachte.
Lange ſchwieg ſie davon; aber ſchließlich äußerte ſie
doch dieſe Sehnſucht.
Reiſe ruhig, mein Kind, bemerkte da Mrs. Catlin.
Und Du, Mama — Du kommſt doch mit?
Dorothea Catlin ſchüttelte den Kopf.
Nein, Kind, mich laſſe hier — ich habe keine
Sehn=
ſuch nach draußen — mich verlangt nur nach Ruhe ——
Dann bleibe ich auch hier, Mama —
Nein, Margie! Du kommſt doch in einigen Wochen
wie=
der! Dein Vater wird Dich begleiten! — Und ſo hat
unſer guter Lionel es doch nicht gemeint, daß ich Dich
ſklaviſch an mich ketten ſoll! — Ich freue mich, wenn Du
mit roten Wangen zurückkehren wirſt — Dein bleiches,
müdes Ausſehen gefällt mir nicht! — Es wird mir ja
einſam ohne Dich ſein, aber von Herzen gönne ich Dir
dieſe Zerſtreuung!
-
-
Seit acht Tagen befand ſich Major von Löwen mit
ſeiner Tochter in Norderney.
Man hatte verſchiedene Bekannte getroffen, und
Gret=
chen war ſehr erfreut, etwas aus der Heimat zu hören.
Nach dort wurde ihnen auch die Anzeige der
Ver=
lobung Baron Riedbergs nachgeſandt — er hatte alſo doch
noch Erſatz gefunden!
Die junge, ſo fabelhaft reiche Witwe war bald bekannk
geworden, trotzdem ſie ſehr zurückgezogen lebte. Sobald
fie auf der Strandpromenade erſchien, konzentrierte ſich
die Aufmerkſamkeit auf ſie, was ihr nicht gerade
ange=
nehm war.
Schon erwog ſie den Gedanken, Norderney wieder zu
verlaſſen und ein weniger modernes Bad zu beſuchen, als
ſie eines Tages in der Kurliſte den Namen Ernſt Brand,
Opernſänger, Hamburg, las
Da wollte ſie es mit tauſend Banden halten, und
all ihre heimliche, zarte, junge Liebe ſtand wieder auf
vor ihr.
Ach, ihn nur einmal wiederſehen, ſeine ſchmeichelnde,
tönende Stimme hören — — — aber plötzlich fiel es wie
Eiſeskälte in ihr Herz — die Erinnerung an das
Ver=
ſprechen, das ſie dem ſterbenden Gatten gegeben hatte
ſund das ſie unter allen Umſtänden halten mußte —
war es da nicht beſſer, ſie ging, ohne ihn getroffen zu
haben?
Mit Mühe hatte ſie die Gedanken an ihn während
der ganzen Zeit zurückgedrängt — aber ſein Bild war
doch nie aus ſeinem Herzen gewichen — in ihre geheimſten
Träume war es ihr gefolgt — — und nun ſtand alles ſo
greifbar lebendig vor ihren Augen. — —
Fern von dem Getriebe, an einem wenig belebten
Platz, ſaß Margareta und ſtarrte hinaus auf das weite
Meer.
Es war ein wundervoller Tag.
Hell lag der glitzernde Sonnenſchein auf den Wellen.
Ein leichter Wind kräuſelte ſie und wehte angenehme
Kühlung.
Das Buch, in dem ſie geleſen hatte, lag in ihrem
Schoß. Es hatte ſie wehmütig geſtimmt, und ſie hatte
jetzt keine Luſt, es zu Ende zu leſen — — ſie wußte ja doch,
daß die ſehnſüchtigen Gedanken darin nie erfüllt werden
konnten — und ſo ging es auch ihr!
Der Seewind ſvielte mit Gretchens goldigem Haar,
das ſich unter der Strandmütze hervorſtahl, und er
über=
hauchte ihre Wangen mit leiſer Röte. In tiefem
Be=
hagen ſog ſie die herbe Luft ein, die kräftigen Salzgehalt
mit ſich führte — das war doch etwas anderes, als die
heißen erſchlaffenden Winde drunten im Süden.
Unendlich lieblich und mädchenhaft ſah ſie aus, wie
ſie ſo daſaß, die Hände um das Knie geſchlungen und
mit den großen, traurigen Augen in die unermeßliche
Weite blickend.
Wurde da nicht ihr Name genannt mit unendlich
zar=
ter Betonung — oder raunten die Wellen ihn ihr zu?
Aber nein — es ſtand jemand neben ihr — ſie ſah
ganz deutlich einen Schatten auf dem Sande ſich
abzeich=
nen — ſie wagte nicht, ſich umzuſchauen. Wie raſend
klopfte ihr Herz — der Atem drohte ihr ſtill zu ſtehen, und
wieder hörte ſie es ſagen: Margareta — und da trat er,
an den ſie ſoeben gedacht hatte, vor ſie hin.
Sie ſprang auf, das ſchöne Geſicht wie mit Blut
über=
goſſen.
Ernſt! ſtammelte ſie.
Er faßte ſie an beiden Händen.
Tiefe Be=
Hier hab ich Sie endlich gefunden
wegung klang aus ſeiner Stimme, und mit zärtlichem
Blick umfaßte er die geliebte Geſtalt.
Und woher wiſſen Sie — —
Daß Sie hier in Norderney ſind? Ganz einfach von
unſerem alten guten Meiſter Böttge, dem Sie doch Grüße
geſandt haben! Da ſtand mein Entſchluß feſt — ob ich
nun meine Ferien auf Helgoland oder Norderney
ver=
bringe! — Und Ihren Herrn Vater hab ich ſchon vor einer
Stunde begrüßt! Er beſchrieb mir, wo ich Sie aller
Wahr=
ſcheinlichkeit nach finden würde. Ich hatte auch Glück
und da bin ich
Ja, da ſind Sie — wiederholte ſie leiſe, und in
Selbſt=
vergeſſenheit ruhten ihre Augenpaare ineinander, bis ſie
gewahr wurde, daß er ihre Hände noch immer feſthielt.
die ſie ihm jetzt faſt verlegen entzog.
(Fortſetzung folgt.)
11320
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Der Richard Wagner=Verein wird mit
ſeinem heutigen Konzert, für das Konzertſängerin
Frau Maria Freund aus Breslau gewonnen
wor=
den iſt, dem muſikliebenden Publikum einen Novitäten=
Abend bieten und faſt ausſchließlich Nummern
auffüh=
ren, die hier noch nicht gehört worden ſind. Einen
Haupt=
teil des Programms nimmt Claude Debuſſy, einer
der vielumſtrittenſten franzöſiſchen Komponiſten unſerer
Tage, ein, von dem u. a. ſeine berühmte „Arie der Lelia‟
zur Wiedergabe gelangt. Guſtav Mahler iſt mit
ſechs ſeiner ſchönſten Lieder vertreten, und der Breslauer
Komponiſt Georg Henſchel (geb. 1850) wird vielen
eine völlig neue Erſcheinung ſein. Zum Schluſſe bringt
das Programm drei hochintereſſante Kompoſitionen der
berühmten ruſſiſchen Tondichter M. Mouſſorgsky
und A. Gretſchaninoff. Begleiter am Flügel iſt
Herr Kapellmeiſter Fritz Rehbock.
Handel und Verkehr.
— Poſtſcheckverkehr. Vom 1. Februar ab
kön=
nen die Inhaber von Poſtſcheckkonten, die in der Schweiz
oder Luxemburg durch Poſtauftrag und Poſtnachnahme
Geldbeträge einziehen laſſen wollen, beantragen, daß die
eingezogerten Beträge durch Poſtanweiſung unmittelbar
ihrem Poſtſcheckkonto in Deutſchland überwieſen werden.
Zu dem Zweck iſt am Fuße des erſten Teils des
inter=
nationalen Poſtauftragsformulars oder bei
Nachnahme=
briefſendungen unmittelbar unter der Angabe des
Nach=
nahmebetrags ohne Anwendung von Abkürzungen zu
vermerken: „Betrag an das Poſtſcheckamt in H . . . . . zur
Gutſchrift auf das Konto Nr. . . . . . des N. . . . . in
M. . . .
Enthält der Poſtauftrag Wertpapiere für
mehrere Zahlungspflichtige, ſo gilt der
Ueberweiſungs=
vermerk für alle einzulöſenden Papiere. Bei
Nachnahme=
paketen hat der Abſender die mit der Paketadreſſe
ver=
bundene, von ihm vorzuſchreibende Poſtanweiſung
unmit=
telbar an das zuſtändige deutſche Poſtſcheckamt zu
adreſ=
ſieren mit dem Zuſatze: „zur Gutſchrift auf das Konto
Nr. . . . . des N. . . . . in M. . . . . ..
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Stürtz, A.=G., in Würzburg iſt ſoeben der 19. Jahrgang
1913 der „Altfränkiſchen Bilder”
kunſthiſtori=
ſcher Prachtkalender, zum Preiſe von 1 Mk. erſchienen.
Der „Kunſthiſtoriſche Prachtkalender” hat ſich die
Auf=
gabe geſtellt, in Wort und Bild die Kunſtgeſchichte
Fran=
kens den Leſern vor Augen zu führen. Was der
Franken=
gau mit ſeiner reichen hiſtoriſchen Vergangenheit an
be=
merkenswerten Kunſtſchätzen umſchließt, von ſeinen
groß=
artigen kirchlichen und profanen Baudenkmälern an bis
hinab zu all den köſtlichen Erzeugniſſen des
Kunſtgewer=
bes in ſeiner mannigfachen Fülle, zieht der Kalender in
den Kreis ſeiner Darſtellung. Treu den ſeitherigen
Tra=
ditionen iſt auch die Ausſtattung des neuen
Prachtkalen=
ders in jeder Hinſicht vornehm und auf der Höhe der Zeit
ſtehend, würdig, den früheren Jahrgängen angereiht zu
werden.
Paul Verlaine. Nachdichtungen von Hans
Reinhold Koegel. Gr. 8‟. Preis broſch. 0,60 Mk.
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Oldenburg. Die 32 „Nachdichtungen” von Hans
Rein=
hold Koegel, ſchon vor vielen Jahren vollendet, aber
bisher noch nicht veröffentlicht, wollen keine
Kon=
kurrenz machen, ſondern beanſpruchen nur, zum
Verſtänd=
nis des Dichters mit beitragen zu dürfen. Der Verfaſſer
wählte die freie Form von Nachdichtungen, weil eine
wörtliche Uebertragung Verlaines ins Deutſche den
glei=
chen unüberwindbaren Schwierigkeiten und Gefahren
be=
gegnet, die etwa eine Ueberſetzung ins Franzöſiſche von
Liedern Goethes, Lenaus oder Heines zu haben pflegt.
Köstliches Behagen
überkommt Sie beim Schlürfen einer
Schale Kaffee, mit
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bereitet; denn dies Getränk ist nahrhaft und
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bei meinen Kunden großen Anklang ꝛc., ſo und ähnlich heiß
es immer in den
glänzenden Heugniſſen über „Es hat geſchnappt‟. Wo keine Batte mehr in d
falle geht, wo Giftbrocken nicht mehr angerührt werden, da wird das von de
ſchädlichen Nagetieren mit wahrem Heißhunger gefreſſene, für Haustiere und Geflügel
abſolut unſchädliche „Es hat geſchnappt” ſtaunend wirken. Nur echt in plombierten
ackungen à 50 Pf., 1.—, 3.— und 5.— M. Man laſſe ſich nichts anderes aufreden.
o nicht zu haben, weiſen wir Bezugsquellen nach. Jedem Intereſſenten ſenden
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Bekämpfung” umſonſt und portofrei. Wilh. Unhalt G. m. b. H., Oſtſeebad Aolberg.
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Nummer 23.
Seite 16.
Reichardt der Feinſte.
In unſerer Sache veröffentlichen die Gegner wiederum Auffaſſungen, welche in der Sachlage eine Begründung nicht finden.
Dergeſtalt zwingen ſie uns zu immer neuen Aufklärungen im Intereſſe des Publikums. Das Berufungsgericht hat den Wortlaut der
in der Hauptſache ergangenen Sentenz der Kammer für Handelsſachen abgeändert und in ſeinen Entſcheidungsgründen finden ſich die
früher von den Gegnern veröffentlichten Sätze nicht vor. Beſtehen bleibt nach wie vor das unbeſtrittene Recht zu der den
Tat=
ſachen entſprechenden Behauptung, daß wir alle unſere Kakaos beſonders ſorgfältig auswählen und nicht nur von Schalen, ſondern
auch von Samenhäutchen und Keimen reinigen. Beſtehen bleibt nach wie vor das Recht zu der Behauptung:
Reichardt der Reinſte.
Verboten ſind uns nur Angaben über die Grundſätze der übrigen Kakao=Induſtrie im allgemeinen. Selbſt dieſe Entſcheidung hat
aber noch die Reviſion des Reichsgerichts zu paſſieren, durch die eine völlige Aenderung der Sache herbeigeführt werden kann.
Beweiſe wurden auch diesmal nicht erhoben. Dadurch wird der folgende Kern der Sache in nichts geändert:
Die Reime 5c
ſind die Teile, um die ſich leicht jene Fremdſtoffe ablagern, die durch ſchädliche Einflüſſe in den Tropen entſtehen. Aber ſchon allein
durch ihre Härte und Geſchmacksarmut beeinträchtigen ſie bei Mitverarbeitung den Genußwert des Kakaogetränks und fördern die
Bildung von Satz in der Taſſe.
Da es beſondere Maſchinen zum Entfernen der Keime gibt, darf der Konſument erwarten, daß dieſer Beſtandteil des
Roh=
materials bei der Reinigung ausgeſchieden wird. Deshalb fordern die internationalen Vereinbarungen, an deren Feſtſetzung ſich
Induſtrielle der verſchiedenſten Kulturländer beteiligt haben, mit Recht die Beſeitigung der Keime aus Kakao= und Schokolade=
Fabri=
katen. Aber der unter Mitwirkung deutſcher Induſtrieller für das Nahrungsmittelbuch feſtgelegte Reinheitsbegriff für Kakao fordert
die Entfernung der Keime nicht. Als Grund hierfür gaben die Gegner laut Urteil des Oberlandesgerichts Kiel wörtlich folgendes an:
„Wenn die Vorſchriften nicht höher geſpannt würden, ſo geſchehe das nur mit Rückſicht auf die kleineren Unternehmungen, die zugrunde
gehen müßten, wenn von ihnen auf einmal indirekt verlangt werde, daß ſie ſich zum Zwecke der intenſivſten Reinigung neue und teuere
Maſchinen anſchaffen ſollten.‟ Demgegenüber ſtellen wir feſt, daß laut uns vorliegender Offerte die Keime aus einer
Tages=
produktion von mindeſtens 50 Zentnern Rohbohnen mit einer Maſchine
ge nur
Darmſtadt: Ludwigsplatz 6
(III,2731
Fernſprecher 1627.
werden können. Die Entkeimungsmaſchine iſt alſo gerade eine ſehr billige Maſchine. Dieſer Sachverhalt kennzeichnet die Taktik der
Gegner. Es ſei nur noch hinzugefügt, daß wir die Gegner zu folgendem Eid aufgefordert haben:
„Ich ſchwöre, daß ſchon vor dem Erſcheinen des Inſerats der Beklagten mit den Stichzeilen „Reichardt der Feinſte” und „Reichardt der Reinſte” am 3. April 1912
bei der Fabrikation in meiner Fabrik ſämtliche Kakaos und Kakaofabrikate, insbeſondere auch bei der Fabrikation der loſe vertriebenen Konſum=Kakaos und Haushalts=
Schokolade ganz ausnahmslos die Bohnen gleichmäßig nicht nur von Schalen, ſondern auch von Samenhäutchen und Keimen, ſoweit dies mittelſt Anwendung von
Entkeimungsmaſchinen möglich iſt, gereinigt wurden” — „ich ſchwöre, daß ich vor dem 3. April 1912 bereits Entkeimungsmaſchinen in genügender Anzahl hatte.”
Dieſer Eid wurde nicht geleiſtet!
Welche Zuſtände in unſerer Induſtrie vereinzelt herrſchen mögen, geht aus einem dieſer Tage eingegangenen Briefe eines
Kakaomeiſters an einen Chemiker und Verfaſſer eines Fabrikationsbuches hervor. Darin ſtellt er die Reichardt=Fabrik, die er kennen
gelernt hat, als Muſterbetrieb hin, beklagt ſich, daß ſeine jetzigen Chefs Verbeſſerungen und Neuanſchaffungen abgeneigt ſind, bittet
um Vorſchrift, wie er die ſeinem Kakao anhaftenden Mängel beſeitigen kann und ſagt alsdann wörtlich:
„Zum weiteren möchte ich Herrn Doktor noch mitteilen, daß die Bohnen ungereinigt in die Trommel geſchüttet werden, außerdem auch nicht
ent=
keimt werden nach dem Brechen.”
Damit ſich im übrigen jedermann von der Minderwertigkeit der Keime überzeugen kann, ſind Pröbchen hiervon in der
unten=
genannten Reichardt=Filiale erhältlich. Zur weiteren Aufklärung veranſchaulichen wir im Schaufenſter dieſer Filiale die von einander
getrennten Beſtandteile der Kakaobohne.
mpagnie Theodor Reichardt
[ ← ][ ][ → ]N 23.
Dienstag, 28. Januar.
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Vorträge.
* Naturheilverein. Herr Direktor
Dieh=
mann aus Berlin ſprach auf Einladung des hiefigen
Naturheilvereins im „Kaiſerſaal” über
Willens=
bildung und ihre Bedeutung für die
mora=
liſche und geiſtige Geſundheit. Zwei
Welt=
anſchauungen bekämpfen ſich, wie er ausführte, heute in
der Erziehung der Kinder, von denen die eine ſagt, man
müſſe das Kind zur Perſönlichkeit heranbilden, die
an=
dere ihre Ziele ſo formuliert, man müſſe die
Perſönlich=
keit des Kindes bilden. Die erſte lehnte der Vortragende
ab, er huldigt der zweiten, die zwar auch ſagt, die Seele
des Kindes ſei abgeſchloſſen, aber doch wandlungsfähig.
Im erſten Teil ſeines Vortrages ſprach er über die
Er=
ziehung im Elternhauſe vor der Schulzeit. Schon vor
der Geburt habe die Mutter ſich ſo zu erziehen, daß nur
geſunde Kinder geboren werden. In die
Selbſtentwickel=
ung des Kindes in den erſten Jahren ſollen die Eltern
nur wenig eingreifen, z. B. das Kind nicht am Schreien
hindern und ſeine Entdeckungsreiſen im Zimmer, in Haus
und Hof nur überwachen. Sein Spielzeug ſei
unzer=
brechlich. Die dem Kinde angeborene Freude verderbe
man nicht durch Launenhaftigkeit und ſei ihm gegenüber
ſtets wahrhaftig. Die Schule hat nicht die Aufgabe,
Wiſſen allein zu geben, ſondern auch zu erziehen. Die
Hausarbeit hat inſofern praktiſchen Wert, als das Kind
lernt, ohne Aufſicht ſeine Pflicht zu tun, es ſoll alſo
da=
durch das Verantwortlichkeitsgefühl geweckt werden.
An=
erkennende Worte ſprach der Vortragende über
Mutter=
ſchutz und Jugendfürſorge. Die heutige Jugend iſt nicht
ſchlechter, hat es aber ſchlechter, als die frühere, ſie iſt
ein=
gezwängt in die engen Städte und entbehrt zum Teil,
wie Lehrlinge, Dienſtmädchen, Fabrikarbeiter, des
Fa=
fmilienanſchluſſes. Aber in den Erfahrungen des Lebens
ſſchützen drei Erziehungsgrundſätze: 1. in allem der
Vor=
mund des Kindes zu ſein, 2. früh die Jugend ſelbſtändig
machen, 3. im Kinde den ſuchenden Menſchen zu ſehen.
Reicher Beifall der den Saal faſt füllenden Zuhörer folgte
dem lehrreichen Vortrag.
Luftfahrt.
* Baden=Baden, 27. Jan. Das neue
Mili=
tärluftſchiff „Z. 15” unternahm geſtern von 11,10
Uhr mittags bis 2 Uhr nachmittags eine gut verlaufene
Geſchwindigkeitsfahrt, bei welcher es eine
Höhe von 2000 Metern ¾ Stunden lang innehielt. Es
wurde dann von der Militärverwaltung übernommen.
* Baden=Oos, 27. Jan. Das
Militärluft=
ſchiff „Erſatz 1‟ („L. Z. 15‟) unternahm geſtern
vor=
mittag zwiſchen 9 und 12 Uhr zur Feſtſtellung der
Eigen=
geſchwindigkeit zwei Fahrten. Um 2 Uhr war der
Luft=
breuzer wieder in der Halle geborgen. Die Abnahme
durch die Militärverwaltung iſt noch nicht erfolgt.
— Regelung des Flugzeugverkehrs. Mit
dem 1. Februar wird eine neue amtliche Verordnung
zur Regelung des Verkehrs mit
Flugzeu=
gen, herausgegeben vom Deutſchen Luftfahrer=
Verband, in Kraft treten. Die Verordnung macht es
den Führern von Flugzeugen zur Pflicht, das
Ueber=
fliegen größerer Ortſchaften, ſofern nicht eine beſondere
Veranlaſſung dazu vorliegt, nach Möglichkeit zu
ver=
meiden. Verboten wird den Fliegern: das Ueberfliegen
von Sprengſtoffabriken, Petroleumlagern, Gasanſtalten
iund ähnlichen feuergefährlichen Anlagen, von
Grund=
ſtücken, die von elektriſchen Hochſpannungsleitungen
netz=
artig überzogen ſind, fürſtlichen Schlöſſern einſchließlich
der dazu gehörigen Gartenanlagen, ſowie von
Befeſtig=
ungen, falls hierzu nicht eine ſchriftliche Erlaubnis der
zuſtändigen militäriſchen Behörde (Gouvernement,
Kom=
mandantur uſw.) erteilt iſt. Die Erlaubnis iſt durch den
Deutſchen Luftfahrer=Verband nachzuſuchen. Ebenſo iſt
den Fliegern das Ueberfliegen größerer
Menſchenanſamm=
lungen bei Schauſtellungen und Veranſtaltungen jeder
Art, wie z. B. Paraden, Rennen, auf öffentlichen
Märk=
ten, Badeplätzen, in Volksgärten uſw. verboten. Bei
Zu=
widerhandlungen gegen dieſe Beſtimmungen behält ſich
der Deutſche Luftfahrer=Verband die Entziehung des
Flugführerzeugniſſes bis zur Dauer von ſechs Monaten,
bei Zuwiderhandlungen im Wiederholungsfalle die
dauernde Entziehung des Flugführerzeugniſſes vor.
sr. Einen kühnen Flug über die
Pyre=
näen von Frankreich nach Spanien hat der jugendliche
Schweizer Bider mit ſeinem Bleriot=Apparat
ausge=
führt. Bider ſtieg um 7 Uhr 10 Minuten auf dem
Flug=
feld in Pau auf und erreichte ſchnell eine Höhe von 3000
Metern. Die etwa 100 Kilometer breite Gebirgskette bei
dem Pie du Midi dOſſau überflog er glatt und ſetzte
dann ſeinen Flug bis etwa 70 Kilometer vor Madrid
fort, um ſchließlich wegen Benzinmangels um 12 Uhr 30
Minuten in Gua de la Jarra niederzugehen. Bider
ge=
dachte ſpäter nach Madrid weiterzufliegen.
Sport, Spiel und Turnen.
* Pferdeſport. Rennen zu Pau. Prix
d’Ouver=
ture: 1. Monſ. J. Laffittes Ovide (Maiſonnave), 2. Va
Toujours (A. de Fournas), 3. Pravda (Monſ.
Seignou=
ret). Tot. 73:10. — Prix des Drags: 1. Monſ. Vederes
Vive Argent V (Bataille), 2. Fair Ducheß (Dr. Rieſe),
Prix du Cercle
3. Frascot (Laſſence). Tot. 90110.
Anglais: 5000 Francs, Diſtanz 3000 Meter: 1. Monſ.
Rigauds Le Sylphe (W. Head), 2. Polo Alto (Kalley),
Prix de la So=
3. Braviſſimo (Laſſus). Tot. 57110. —
ciete des Steeple Chaſe de France; 4600 Francs, Diſtanz
3400 Meter: 1. Monſ. A. Gurdjians Napo (Umhauer),
2. Maurienne (Head), 3. Ploermel (Biarotte). Tot.
494:10.
Radſport. Die Pariſer Winterbahn
brachte am Sonntag bei gutem Beſuch als Hauptnummer
zwei franzöſiſch=amerikaniſche Länder=Matches zum
Aus=
rag. Im erſten Match hinter Motorführung trafen ſich
der Weltmeiſter Wiley und Guignard. Wiley erlangte
im Fünfzehnkilometerlauf als Erſter Anſchluß an ſeinen
Schrittmacher und gewann in 12 Min. 36,8 Sek. knapp
mit 25 Meter Vorſprung gegen Guignard. Der zweite
Lauf über 25 Kilometer geſtaltete ſich ebenfalls ſehr
inter=
eſſant. Kurz vor Schluß griff Guignard den führenden
Amerikaner an, nach einem 3 Runden währenden heftigen
Kampfe mußte Wiley den Franzoſen paſſieren laſſen, der
20 Min. 50 Sek. zur Zurücklegung der Strecke benötigte.
Im Geſamtklaſſement ſiegte Guignard, der eine beſſere
Zeit erzielt hatte. Auch in einem Vierzigkilometermatch
hinter Tandemführung waren die Franzoſen ſiegreich, da
Brocco das Rennen in 46 Min. 56,8 Sek. mit 225 Meter
Vorſprung vor ſeinem Landsmann Berthot gewann. Die
Amerikaner Walthour und Moran endeten zwei bezw.
fünf Runden zurück. Im Hauptfahren ſiegte der
Hollän=
der Schilling mit einer Länge vor Queſſard, Otto und
Packebuſch=Berlin.
* Hockey. Die Berliner Hockeyſpiele um
die Verbandsmeiſterſchaft führten am Sonntag den
Ber=
iner Sport=Klub mit dem Berliner Ballſpiel=Klub
zu=
ſammen. Durch einen ſchönen Sieg von 4:2 (3:2) dürfte
der Berkiner Sport=Klub die Meiſterſchaft zu ſeinen
Gunſten entſchieden haben.
Die Europa=Meiſterſchaft im
Eis=
hockey, die in den Tagen vom 25. bis 27. Januar in
München ausgefochten wird, nahm am Samstag
nach=
mittag in der bayeriſchen Hauptſtadt mit den Vorkämpfen
ihren Anfang. Als erſte Gegner ſtanden ſich die
Mann=
ſchaften von Belgien und Böhmen gegenüber. Die
bei=
den Teams erwieſen ſich als gleichwertig und konnten
nur ein unentſchiedenes Reſultat von 4:4 erzielen.
Berliner Schlittſchuh=Klub. Für die
Eishockey=Spiele um die Weltmeiſterſchaft, die
am 22. Febraur in St. Moritz zur Entſcheidung kommen,
hat der Berliner Schlittſchuh=Klub ſeine Teilnahme
be=
ſtimmt zugeſagt. Bekanntlich gewann der Berliner
Schlittſchuh=Klub die Weltmeiſterſchaft im Vorjahre in
Brüſſel, indem er die Orford Canadians mit 8:5 beſiegte.
Die Europa=Meiſterſchaft im Eishockey
nahm am Sonntag ihren Fortgang. Die repräſentative
deutſche Mannſchaft unterlag unerwarteterweiſe mit 5:8
gegen die belgiſche Mannſchaft. Die deutſche Mannſchaft
lieferte bis zur Pauſe ein ſehr gutes Spiel und führte bis
dahin mit 5:3 Toren. In der zweiten Spielhälfte
wur=
den die Belgier aber beſſer und ſicherten ſich durch 5
wei=
tere Tore den entſcheidenden Sieg. In einem zweiten
Spiele ſiegten dann ebenfalls die Belgier, und zwar mit
der überraſchend hohen Torzahl von 1311 (710) über die
öſterreichiſche Mannſchaft.
* Die deutſche Rodel=Meiſterſchaft 1913 kam am
Sonntag in Oberaudorf im bayeriſchen Inntal bei
leich=
tem Schneetreiben zur Entſcheidung. Um die
Meiſter=
ſchaft bewarben ſich acht Gegner. Die Grazer und
nord=
deutſchen Konkurrenten waren ausgeblieben. Die
Mei=
ſterſchaft wurde über zwei Bahnen von je 3 Kilometer
ausgefahren. Erſter wurde Gfeller=Oberaudorf in 5
Mi=
nuten 11 Sekunden vor BergerOberaudorf 5 Minuten 17
Sekunden und Seebacher=Brannenburg 5 Minuten 32
Sekunden. Den Wanderpreis des Deutſchen Touring=
Klub über eine Bahn von 3 Kilometer gewann Seebacher=
Brannenburg in 3 Minuten 20 Sekunden Svor Efeller=
Oberaudorf und Berger=Oberaudorf.
* Die deutſchen Meiſterſchaften im Rollſchuh=Kunſt=
und Schnellaufen für Amateure und Berufsläufer
ge=
langten am Sonntag auf der Rollſchuhbahn am
Kur=
fürſten=Damm zu Berlin zum Austrag. Die Reſultate
ſind folgende: Meiſterſchaft von Berlin 1913 über 5000
Meter; Sieger: Walter Müller (Spartal 1910) 10
Minu=
ten 59,3 Sekunden, 2, Paul Bona (Quick), 3. R. Leske
(Charlottenburger R. C.). Meiſterſchaft von Berlin 1913
über 1500 Meter; Sieger: Walter Müller 3:9,3, 2. Paul
Bona, 3. R. Leske. Meiſterſchaft von Berlin 1913 über
500 Meter; Sieger: Paul Bona 222, 2. R. Leske, 3. A.
Müller. Meiſterſchaft von Deutſchland im Kunſtlaufen;
Sieger: Hermann André (R. C. Charlottenburg) 141,8
Punkte, 2. E. Maaſſen (Weſten 1910) 132,5 Punkte, 3. E.
Kühn (Berliner R. C.) 124,7 Punkte. Meiſterſchaft von
Deutſchland im Kunſtlaufen für Damen; Siegerin: Frl.
Elſe Kloth (R. C. Charlottenburg) 54,6 Punkte, 2. Frl.
H. Roeſen (Roller=Verein) 40,9 Punkte. Meiſterſchaft
von Deutſchland für Berufsläufer über 5000 Meter;
Sieger: W. Seypelt 11:52, 2. O. Hartl.
Vereinsmann=
ſchaftslaufen über 3000 Meter; Sieger: Rollſchuh=
Sport=
klub Charlottenburg 6:52. 5000 Meter=Stafettenlaufen;
Sieger: R. S. C. Charlottenburg, 1. und 2. Mannſchaft
totes Rennen, 10:57. Kunſt= und Schnellaufen
vervoll=
ſtändigten das reichhaltige Programm.
Fußballſport. Außerordentlicher
Bun=
destag des Deutſchen Fußballbundes. In
Anweſenheit ſämtlicher Landesverbände, die insgeſamt
13 700 Stimmen vertraten, ging am Sonntag in Kaſſel
der außerordentliche Bundestag des Deutſchen
Fußball=
bundes vor ſich. Von der umfangreichen Tagesordnung
intereſſierte beſonders der Antrag des Norddeutſchen
Fuß=
ballverbandes, das Endſpiel um die Deutſche
Meiſter=
ſchaft auf einen ſpäteren Termin zu verlegen. Der Antrag
wurde aber mit großer Majorität abgelehnt, ſo daß das
Schlußſpiel wie bisher am erſten Pfingſtfeiertage im
Anſchluß an den Bundestag ausgetragen wird. Als
Ver=
treter für den Reichsausſchuß für olympiſche Spiele wurde
Rechtsanwalt Jerſch=Bochum gewählt, und als ſein
Ver=
treter Profeſſor Hefner=Offenburg. In den Wettkampf=
Ausſchuß wurde für Obſt=Berlin der Vorſitzende des
Ver=
bandes Brandenburgiſcher Ballſpielvereine, P. Ebelt,
gewählt. Die vom Weſtdeutſchen Spielverband
bean=
tragte Extrabeſteuerung zur Gründung eines Olympia=
Fonds wurde abgelehnt. Ebenſo wurde die vom gleichen
Verbande angeregte Anſtellung eines Berufstrainers
ab=
gelehnt. Das ſtändig in Berlin zum Austrag gelangende
Schlußſpiel um den Kronprinzen=Pokal, das Berlin und
Weſtdeutſchland zuſammenführt, ſoll am 8. Juni in dem
Grunewald=Stadion ſtattfinden. Für das Spiel ſind den
auswärtigen Beſuchern von der Eiſenbahnbehörde
Fahr=
preisermäßigungen bis zu 50 Prozent zugebilligt worden=
Zur Erinnerung an die Hundertjahrfeier werden dem
Veteranenfonds 20 Prozent von ſämtlichen im Reichet
tattfindenden Fußballſpielen überwieſen. Zu erwähnen
iſt noch der Beitritt des Südweſtafrikaniſchen
Fußball=
verbandes, dem für ſeine zwölf Vereine 400 Mark zu
Pro=
pagandazwecken überwieſen wurden. Ebenſo erhielt der
Südoſtdeutſche Fußballverband einen namhaften Betrag
für Propagandazwecke bewilligt. Dem Akademiſchen
Sportbund iſt eine beratende Stimme zugebilligt worden.
Die Berliner
Fußballmeiſterſchafts=
ſpiele nahmen am Sonntag mit vier Ligaſpielen einen
glatten Verlauf. Minerva ſiegte wider Erwarten mit 311.
(1.0) gegen Preußen. Hertha beſtätigte ihre vorzügliche
Form durch einen ſchönen Sieg von 7:3 über Tasmania.
Alemannia unterlag mit 1:8 gegen den Berliner
Ballſpiel=
klub. Vorwärts beſiegte mit 322 (122) Union. Die
erſt=
klaſſigen Spiele ergaben folgende Reſultate: Berliner
Sportklub ſchlägt mit 211 (1:0) den F.=K. Weißenſee 1900.
Rapide ſchlägt mit 211 (111) Tennis Boruſſia.
Sportver=
ein des Weſtens ſchlägt mit 311 (Pauſe 1:0) Viktoria=
Spandau. Norden=Nordweſt ſchlägt mit 211 (0:1)
Sport=
klub Charlottenburg. Favorit und Germania ſpielen
un=
entſchieden 414 (42). Das Spiel Berolina-Konkordia
mußte wegen des ſchlechten Bodens ausfallen.
Die engliſchen Ligaſpiele der erſten Klaſſe
brachten am Samstag folgende Reſultate: Bolton
Wan=
derers-Mancheſter City 212, Aſton Villa-Everton 111,
Oldham Athletics-Chelſea 3:2, Newcaſtle United-
Wool=
wich Arſenal 311, Mancheſter United-Sheffield
Wednes=
day 210, Sheffield United-Bratford City 3:2,
Totten=
ham Hotſpur-Sunderland 1:2, Notts County-
Black=
burn Rovers 311, Liverpool-Weſtbromwich Albion 211,
Middlesbrough-Derby County 411.
* Lawn=Tennis. Bremer Hallenturnier,
In der Meiſterſchaft von Deutſchland gewann nach
ſchö=
nem Spiel Bergmann gegen Lange 6—1 6—3, Fräulein
Breyer unterlag in der Damen=Meiſterſchaft gegen
Fräu=
lein Koch 6—3 1—6 9—7; Fräulein Koch gewann dann
zegen Fräulein Gerdes 6—3 6—3, um dann aber gegen
Fraulein Schultz 7—5 6—4 zu verlieren. Im Herrenſpiel
um die Meiſterſchaft Deutſchlands ſiegte das franzöſiſche
Paar Poulain=Tavernier gegen die Bremer Spieß=
Kuh=
lenkampff knapp 3—6 8
Leipzig, 27. Jan. In einer geſtern abgehaltenen
Verſammlung wurde beſchloſſen, die deutſch=akademiſche
Olympia vom 16. bis 19. Oktober 1913 in Leipzig
abzu=
halten.
Man schreibe an:
Verband Deutscher Presshefefabrikanten, Berlin s011
Gesellachaft mit beschränkter Haftung
gelingen vorzüglich unter Verwendung von frischer Hefe oder Dauerhefe
„Florylin‟. Man probiere folgendes Rezept: „I Pfund Mehl, ½ Liter Milch,
40 g frische Hefe, oder 1 Päckchen Dauerhefe „Florylin‟, 125 g
Kunst-
butter, 3 Eier, 125 g Zucker. Man macht ein Hefenstück und vermengt dieses
nach dem Aufgehen mit den anderen Zutaten, lässt den Teig aufgehen, rollt
ihn auf einem mit Mehl bestäubten Brett aus, sticht mit einem Glase kleine
Kuchen aus und bäckt diese nach dem Aufgehen schwimmend in heissem Fett.
Wer noch nicht genügend mit der Bereitung von Hefegebäck vertraut ist, lasse
sich sofort unsere Broschüre „Der Deutschen Hausfrau” kommen. Dieselbe
enthält ausser einer leicht fasslichen
Anleitung für Hefegebäcke 199 Rezepte
und bietet allen Hausfrauen, die ihre
Kuchen bereits nur mit Hefe bereiten,
viele neue Anregungen, Die Broschüre
senden wir jedeemann pertetrei und uaisohst
int-Langenscheidt-Atlas
Langenscheidtsche Buchdruckerei, Berlin-Schöneberg
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ſeute noch
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Langenscheidtsche
Verlagsbuchhandlung
(Prof. G. Langenscheidt)
Spezialverlag für Sprachwissenschaft
Berlin-Schönebero
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Notiz:
Dieſe Karten erſcheinen als
Propa=
gandamittel für Verbreitung von
Sprachkenntniſſen in zwangloſer Folge ausſchließ
lich als Beilagen größerer Zeitungen uſw., ſo daß
jeder, der die Karten ſammelt, mit der Zeit einen
vollſtändigen Atlas umſonſt
erhält. Gegen Voreinſendung von 25 Pfennig
liefern wir poſtfrei eine Sammelmappe mit Falzen,
geographiſchen Text und diverſe Karten enthaltend,
zum Einkleben der Landkarten.
D Direkt geben wir keine Karten ab. O
Die Methode Touſſaint=Langenſcheidt
iſt das beſte Mittel zur Erlernung fremder
Sprachen
und wurde ſeit dem Jahre 1873 auf allen
Weltausſtellungen prämiiert. Sie umfaßt:
Unterrichtsbriefe o Wörterbücher a
Sprach=
führer a Konverſationsbücher a
Sachwörter=
bücher (Land und Leute im Auslande) o
Brief=
ſteller a Grammatiken Fremdſprachliche
Gedichtſammlungen Literaturgeſchichten
Hilfsbücher für Kaufleute a Griechiſche und
römiſche Klaſſiker in muſterhafter Uberſetzung.
Spezialproſpekte obiger Werke koſtenlos!
Anmerkungen zu Langenſcheidts Landkarte von Ungarn, Rumänien uſw.
Gas Königreich Ungarn umfaßt 324851 gkm und hat eine Ein=
2 wohnerzahl von zirka 20 Millionen (Deutſchland 540777 akm
und 65 Millionen Einwohner); es iſt durch Perſonalunion mit
Oſterreich verbunden.
Ungarn wird ſeit dem zweiten Jahrhundert von den Magyaren
oder Ungarn bewohnt, deren Urheimat zwiſchen der Wolga und dem
Uralgebirge liegt. Um das Jahr 1000 wurde es unter Stephan dem
Heiligen Königreich und erlangte im vierzehnten Jahrhundert ſeine
größte Macht; 1688 erkannte es die erbliche Herrſchaft der
habs=
burgiſchen Dynaſtie an.
Die ungariſche Sprache gehört zur finniſch=ugriſchen
Sprachen=
familie. Sie hat infolge der Berührung der Ungarn mit anderen
Völkerſchaften viele ſlawiſche, türkiſche, deutſche, italieniſche und
latei=
niſche Beſtandteile aufgenommen.
Das Ungariſche wird von ungefähr zehn Millionen Menſchen
geſprochen. Es iſt in Ungarn die alleinige Amtsſprache. Ihre
Erlernung iſt natürlich für jeden vorwärtsſtrebenden Deutſchen in
Oſterreich=Ungarn unbedingt notwendig, aber auch dem
Reichs=
deutſchen bringt ſie wegen der lebhaften Handelsbeziehungen zu
Ungarn viele Vorteile.
Das Königreich Rumänien umfaßt 131000 gkm und hat etwa=
7 Millionen Einwohner.
Es wurde zu Anfang unſerer Zeitrechnung von den Daziern
bewohnt, die um 100 n. Chr. von den Römern unterworfen wurden.
Vor dem Anſturm der Völkerwanderung mußten dieſe das Land
aber wieder aufgeben. Im vierzehnten Jahrhundert entſtanden in
dem heutigen Rumänien zwei Staaten, Moldau und Walachai.
Dieſe gerieten ſpäter unter türkiſche Herrſchaft. Im Jahre 1877
erfolgte die Unabhängigkeitserklärung des geeinten Rumänien, das
jetzt ein ſelbſtändiges Königreich iſt.
Die rumäniſche Sprache gehört zur romaniſchen Sprachenfamilie
und kommt an Wohlklang der italieniſchen Sprache nahe. Das
Lateiniſche iſt die Mutter des Rumäniſchen, und es kommt ſelten ein
rumäniſcher Satz vor, der kein lateiniſches Wort enthält.
Die rumäniſche Literatur iſt beſonders wertvoll wegen der ſchönen
Volkspoeſie. Die Märchenliteratur reiht ſich den beſten Schätzen des
Orients an.
Das richtige Mittel zur erfolgreichen, bequemen Erlernung
fremder Sprachen iſt der briefliche Sprach= und Sprechunterricht für
das Selbſtſtudium nach der
Methede Toussaint-Langenscheidt.
Urteile
über die
Methode Touſſaint=Langenſcheidt.
„Ich beſitze Ihr Engliſch, Franzöſiſch
und Ruſſiſch und häbe glänzende Erfolge
erzielt. Nur auf Grund meiner durch
Ihre Briefe gewonnenen engliſchen und
franzöſiſchen Sprachkenntniſſe habe ich
meine jetzige Stellung erhalten. Ich ſpreche
Ihnen deshalb meinen beſten Dank aus.”
P. Kr., Kaufmann, H.
„Ich habe das Franzöſiſch nach Ihrer
Methode erlernt. Ich war zweimal in
Frankreich, habe dort das „Certiſicat de
Langue Frangaiſe” erlangt, konnte auch
in der Unterhaltung ganz gut mitkommen.
Vor kurzem habe ich die zweite
Lehrer=
prüfung abgelegt, wobei ich Franzöſiſch
als Wahlfach hatte. Ich bin gut dabei
gefahren. Nunmehr will ich mich auf die
Mittelſchullehrerprüfung vorbereiten und
zu dem Zwecke Ihre Unterrichtsbriefe für
Engliſch durcharbeiten. Ich hoffe auch
darin, dank Ihrer ausgezeichneten Methode,
dieſelben Reſultate zu erringen.”
K. Sch., Lehrer, D.
„Nachdem ich nunmehr die ſämtlichen
Briefe der engliſchen Sprache ſtudiert habe,
drängt es mich, Ihnen meinen Dank
aus=
zuſprechen für den Erfolg, den ich durch
Ihr in jeder Hinſicht hervorragendes Werk
erringen konnte.
Mein Bruder, der nach achtjährigem
Aufenthalt in London von dort
zurück=
gekehrt iſt, iſt erſtaunt über meine
Sprach=
gewandtheit und beſonders von der
Aus=
ſprache überraſcht, die er dort trotz ſeines
Berufes ſelten ſo deutlich und rein gehört
hätte.
Dies verdanke ich lediglich der ſachlichen
Anleitung beſonders des erſten Briefes
und der zweiten Beilage und werde nicht
ſäumen, Ihre Methode beſtens zu
emp=
fehlen.”
F. W., M.
„Das Lernen nach Ihrer Methode iſt
infolge des gewählten Stoffes und der
leicht verſtändlichen Ausſprachebezeichnung
ein Genuß, der ſich bei jedesmaliger
In=
angriffnahme der Arbeit wiederholt.”
V. B., K.
Dieſe überall rühmlichſt bekannte Methode ermöglicht es jedem, fremde Sprachen ohne
Vorkenntniſſe und ohne Lehrer gründlich zu erlernen. Beweis: Tauſende verdanken ihren
nur durch die Methode Touſſaint=Langenſcheidt erworbenen Sprachkenntniſſen Bildung,
Stellung und Vermögen.
Die Methode Touſſaint=Langenſcheidt iſt für die wichtigſten europäiſchen Sprachen in
großen Unterrichtswerken niedergelegt, die die wiſſenſchaftliche und die praktiſche Seite des
Sprachunterrichts in glücklicher Weiſe verbinden.
Nach der Methode Touſſaint=Langenſcheidt ſind erſchienen: Deutſch, Engliſch,
Fran=
zöſiſch, Italieniſch, Niederländiſch, Rumäniſch, Ruſſiſch, Schwediſch, Spaniſch, Ungariſch,
Altgriechiſch, Lateiniſch.
Der Lehrgang jeder Sprache beſteht aus 36 Unterrichtsbriefen ſowie mehreren
wert=
vollen Sonderbeilagen und zerfällt in zwei Kurſe.
Preiſe: Jeder Kurſus 18 M., beide Kurſe auf einmal bezogen ſtatt 36 M. nur 27 M.
Einzelne Briefe à 1 M. Im Abonnement 12 ſechswöchentliche Raten à 3 M.
Deutſch für Deutſche, ein Kurſus von 20 Briefen (nur vollſtändig) 20 M.
Vorzüge der Methode Touſſaint=Langenſcheidt ſind u. a.: Genaue Ausſprachebezeichnung
überſichtliche Anordnung des Textes — Gründlichkeit und Zuverläſſigkeit — Erleichterung
des Studiums durch Sonderbeilagen — Erweiterung des Wiſſens in der Mutterſprache
Die Methode Touſſaint=Langenſcheidt wurde auf allen wichtigen amtlichen Auss
ſtellungen mit hohen und höchſten Preiſen ausgezeichnet.
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Intereſſe haben. Wir ſenden Ihnen dann koſtenlos unſere hochintereſſante, mit 14 farbigen
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„Fremde Sprachen und ihre Erlernung”
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(Prof. G. Langenſcheidt) Berlin=Schöneberg, Bahnſtr. 29/30
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Verbindlichkeit für mich, um koſtenloſe Zuſendung Ihrer illuſtrierten Broſchüre
„Fremde Sprachen und ihre Erlernung”.
Ich intereſſiere mich beſonders für die
Sprache.
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Stand:
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