Darmstädter Tagblatt 1913


20. Januar 1913

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176. Jahrgang

monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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lommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Der Senat des oberſten bayeriſchen Landesgerichts hat
die Ehe des Prinzen Georg von Bayern
mit der Erzherzogin Iſabella Maria von Oeſterreich
für nichtig erklärt.
Die Nordd. Allg. Ztg. veröffentlicht eine offiziöſe Aus=
laſſung
, in der die verhetzende Tätigkeit des Abgeord=
neten
Wetterlé als ein frivoles Spiel mit dem
Frieden zweier Nationen bezeichnet wird.
Das Schütte=Lanz=Luftſchiff iſt am Samstag
abend von einem Unfall betroffen worden. In der
Nähe von Johannisthal platzte ein Motor. Das Luſt=
ſchiff
mußte darauf eine Notlandung auf einem
Dache vornehmen, wobei mehrere Perſonen ſchwer
verletzt wurden.
Das franzöſiſche Kabinett demiſſionierte.
Vermutlich wird Briand die Neubildung des Kabi=
netts
übernehmen.
Die Botſchafter in Konſtantinopel über=
reichten
in eorpore dem Miniſter des Aeußern die
Kollektivnote.
Am Samstag fand bei der Inſel Tenedos eine See=
ſchlacht
zwiſchen der griechiſchen und tür=
kiſchen
Flotte ſtatt, über deren Ausgang die Mel=
dungen
verſchiedentlich lauten.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Die Wahl Poincarés.

Die Wahl und die Aufnahme des neuen
Präſidenten.
* Die Angaben über die Wahlziffern bei der zweiten
Abſtimmung differierten anfänglich ſehr. Nach den amt=
ichen
Ziffern erhielt Poincaré 483 und Pams
*96 Stimmen. Auf Vaillant entfielen 69 Stimmen. Da=
rach
wären nur 848 gültige Stimmen abgegeben und
ſeie Mehrheit betrug 425.
Die rechte Seite des Hauſes und das Zentrum nah=
men
das Ergebnis für Poincaré mit ſtürmiſchen Beifalls=
nundgebungen
auf. Die Radikalen veranſtalteten lärmende
Gegenkundgebungen und begrüßten ihrerſeits das Er=
gebnis
für Pams mit ſtürmiſchem Beifall, desgleichen die
Sozialiſten das Ergebnis für ihren Kandidaten. Sie
ſeaben im zweiten Wahlgang lediglich geſtimmt, um da=
mit
eine ſozialiſtiſche Kundgebung zu veranſtalten. Der
Worſitzende, Senatspräſident Duboſt, erklärte Poincaré
ſodann für den gewählten Präſidenten der Republik.
Mach der Sitzung der Nationalverſamm=
ung
nahm Poincaré in Begleitung der Miniſter
um Zimmer des Präſidenten der Nationalverſammlung
Kenntnis von dem amtlichen Protokoll. Sodann begrüßte
Präſident Duboſt den neuen Präſidenten, der jetzt
ſrrei von jeder Verpflichtung, außer der, dem allgemeinen
Intereſſe zu dienen und Gefangener lediglich ſeines Ge=
wiſſens
, über allen Parteien erhaben ſein werde, das
Oberhaupt des Staates und zugleich der gewiſſenhafte
Diener der Verfaſſung und der Geſetze. Duboſt ſchloß,
undem er Poincaré ſeine Glückwünſche darbrachte. Poin=
caré
dankte bewegt für den Beweis des Vertrauens der
Mationalverſammlung. Er werde ſich bemühen, ſich deſſen
würdig zu zeigen. Er werde die Kämpfe und ſelbſt
wie Schmähungen leicht vergeſſen und überall und
zu jeder Zeit ein unparteiiſcher Richter ſein. Darauf
wrachte Miniſter Briand in bewegten Worten im Namen
ſees Miniſterrats ſeine Glückwünſche zum Ausdruck und
hagte: Die Entſcheidung der Nationalverſammlung be=
hräftigt
die Politik, mit der wir beide ſo lange verknüpft
waren. Die hohen Intereſſen des Landes ſind in loyalen
Händen.
Poincaré traf in Begleitung des ſtellvertretenden
Miniſterpräſidenten Briand um 7 Uhr 50 Minuten aus
Werſailles auf dem Bahnhof Quai d’Orſay in Paris
tein und begab ſich im Automobil nach dem Elyſee.
Auf dem ganzen Wege, beſonders am Eingange des
Elyſees, wartete eine dichtgedrängte Menge, die Poin=
caré
eine lang anhaltende, warme Ovation darbrachte.
Die Wache am Elyſee erwies die Ehrenbezeugungen.
Bei ſeinem Beſuch im Elyſee wurde Poincaré von Fal=
iéres
, der ihm entgegengeeilt war, empfangen. Die
beiden Präſidenten reichten ſich die Hand und umarmten
ſüch auf das herzlichſte. Darauf beglückwünſchte Falliéres
Poincaré zu ſeiner Wahl, der bewegt dankte. Nach we=
migen
Minuten der Unterhaltung kehrte Poincaré in
ſeine Wohnung zurück. Dort waren bereits zahlreiche
Glückwünſche und Blumengebinde eingetroffen. Als
Poincaré vor ſeinem Hauſe anlangte, brach die zahlreich
vort verſammelte Menge in ſtürmiſchen Jubel aus.

Poincaré grüßte ſehr bewegt, worauf ſich die Ovationen
verdoppelten. Sämtliche Miniſter, die mit ihren Gattin=
nen
zur Begrüßung Frau Poincarés erſchienen waren,
erwarteten den Präſidenten, der darauf mit ſeiner Fa=
milie
ſpeiſte. In den meiſten Vierteln wurde die Wahl
Poincarés mit begeiſterten Kundgebungen begrüßt, be=
ſonders
im Quartier Latin von der ſtudierenden Jugend.
Gegen 11 Uhr abends erſchien eine impoſante Menge
vor dem Hauſe Poincarés und verlangte unter Hoch=
rufen
auf Poincaré den neuen Präſidenten zu ſehen. Als
dieſer ſich zeigte, wurde er mit ſtürmiſchen, anhaltenden
Kundgebungen empfangen. Poincaré dankte den Er=
ſchienenen
und bat ſie, nicht Es lebe Poincaré!, ſondern
Es lebe die Republik! zu rufen. Lebhafter Beifall und
Hochrufe auf die Republik empfingen dieſe Worte. Die
Menge zog ſchließlich unter dem Geſang der Marſeillaiſe
wieder ab.
Im Publikum wird das Ergebnis der
Präſidentenwahl mit lebhafter Befriedigung auf=
genommen
. In parlamentariſchen Kreiſen
herrſcht wohl vielfach große Genugtuung über den Aus=
fall
der Wahl, aber auch die Beſorgnis, daß der heftige
Wahlkampf eine tiefgehende und nachhaltige Spaltung
unter den Republikanern hervorrufen werde und daß
man bezüglich der inneren Politik bewegten Zeiten ent=
gegengehe
. Betreffs des Streitfalles zwiſchen Poincaré
und Clemenceau wird berichtet, daß derſelbe wohl keine
weiteren Folgen haben wird.
Preßſtimmen zur Wahl.
Die Pariſer Preſſe erörtert die Wahl Poincarés
zum Präſidenten der Republik faſt einmütig mit lebhafter
Befriedigung. Selbſt der Radieal das ofizielle Blatt
der ſozialiſtiſcheradikalen Partei, die die Wahl auf das
ſchärfſte bekämpft hat, erklärt heute, daß die öffentliche
Meinung das Votum der Nationalverſammlung mit
Freuden aufnehmen und mit Vertrauen den hervorragen=
den
Staatsmann begrüßen werde, der nunmehr nur von
dem einen edlen Gedanken erfüllt ſein werde, die ihm
zugewieſene rühmliche Rolle ſorgfältig zu erfüllen. Der
Petit Pariſſen ſaat: Die Bedeutung der geſtrigen Wahl
läßt ſich in den Worten ausdrücken: demokratiſcher Fort=
ſchritt
, vernünftige Entwicklung und eine Politik der Ehre
und des Friedens. Die öffentliche Meinung Frankreichs
und auch die des Auslandes werden die Wahl in dieſem
Sinne auffaſſen. In der Franee verſpottet der radi=
kale
Deputierte de Moxzie die von den Gegnern Poin=
carés
aufgeſtellte Behauptung, daß deſſen Wahl die Dik=
tatur
und die perſönliche Gewalt bedeute. Die einzige
Diktatur, die geſtern gebrandmarkt wurde, iſt die geheime
Diktatur der Parlamentsgruppen und der Ränke. Der
Rappel erklärt: Wer Poincaré kennt, weiß, daß er un=
fähig
iſt. Ränke und Vergeltungsmaßregeln auszuüben.
Als Präſident der Republik wird Poincaré nicht daran
denken, ſich für die Beleidigungen zu rächen, die ihm als
Miniſterpräſdent angetan wurden. Die Lanterne ſtellt
feſt daß Poincaré unleugbar von einer republikaniſchen
Mehrheit gewählt worden iſt, denn er habe 383 rein re=
publikaniſche
Stimmen erhalten. Der konſervative De=
putterte
Graf de Mun ſchreibt begeiſtert im Echo de
Paris über die Wahl Poincarés, die er als einen Sieg
des Patriotismus bezeichnet. Der Gaulois meint,
Poincaré möge Vertrauen zu dem Lande haben, dann
werde er ſich um den wütenden Anſturm, den ſeine =
tenden
Feinde bereits jetzt gegen ihn vorbereiteten, nicht
zu kümmern brauchen
Der Figaro ſagt, das Land
werde ſich um den Groll der Beſiegten nicht weiter
ſcheren Die Gegner Poincares ſollten es unterlaſſen,
für einen Kampf, der bei dem ganzen Volk Entrüſtung
hervorrufen würde, nach zweideutigen Waffen zu greifen.
Die Republik ſei in guten Händen, und wenn das Parla=
ment
im Einvernehmen mit dem Lande bleiben wolle,
dann müſſe es vertrauensvoll mit dem Präſidenten Poin=
caré
zuſammengehen. Der Matin will wiſſen, die ur=
ſprüngliche
Abſicht, daß das Miniſterium bis zum 18. Fe=
bruar
, dem Tage des amtlichen Antritts Poincarés, am
Ruder bleiben ſolle, werde vielleicht fallen gelaſſen wer=
den
. Nach dem heftigen Wahlkampf frage man ſich, ob
die politiſchen Parteien in einen einmütigen Waffenſtill=
ſtand
einwilligen würden. Man glaube das nicht. Je=
denfalls
ſei man der Anſicht, daß man den Miniſterpräſi=
denten
, der morgen Präſident der Republik ſei, den par=
lamentariſchen
Erörterungen nicht ausſetzen dürfe. Die
politiſchſte Löſung ſcheine deshalb die zu ſein, daß das
geſamte Kabinett noch heute dem Präſidenten Falires
ſeine Demiſſion übereiche der ſodann ein neues Mini=
ſterium
zu bilden haben werde. Fallieres dürfte ſich an
Briand wenden, der dem gegenwärtigen Miniſter der
Arbeit und ſozialen Fürſorge Bourgeois das Miniſterium
des Aeußern übertragen würde. Anderen Blättern zu=
folge
würde Fallisres die Demiſſion des Kabinetts nicht
annehmen und dasſelbe erſuchen, die Erledigung der lau=
fenden
Geſchäfte weiter zu beſorgen Poincare würde bis
zum 18. Februar einfach einen Urlaub nehmen. Der Fi=
garo
zitiert eine Aeußerung, die die 76jährige Mutter
Voincares vor der Wahl getan habe: Wenn mein
Sohn nicht durchdringen ſollte, dann wäre des wirklich
ſchade; denn das wäre ſein erſter Mißerfolg.
Auch die größeren Berliner Blätter äußern
ſich ſvmpathiſch zu der Wabl. Der Berliner Lokalanzeiger

ſchreibt: Man darf die franzöſiſche Nation dazu beglück=
wünſchen
, daß ſie für die höchſte Auszeichnung, die ſie ver=
geben
kann, ſich einen ſo hervorragenden und um das
Land verdienten Mann erkoren hat. Bei der immer noch
geſpannten internationalen Lage kommt dem Wechſel in
den leitenden Stellen der Republik eine erhöhte Beden=
tung
zu. In den beſten Mannesjahren ſtehend hat Poin=
ears
eine ungeheure Rührigkeit entfaltet. Gerade der
Fragen der internationalen Politik hat er ſich beſonders
angenommen. Voſſiſche Zeitung: Zum erſtenmal iſt
wieder eine kraft= und ausdrucksvolle Perſönlichkeit Prä=
ſident
geworden, und da iſt zu erwarten, daß Poincars
ſeinem Amte erhöhte politiſche Bedeutung verſchaffen
wird. Da er nicht ohne Stimmen der Rechten gewählt
werden konnte, ſo kann er nicht mehr als der Erkorene der
Republik gelten. In Deutſchland kann man die Wahl die=
ſes
beſonnenen und maßvollen Politikers, der wohl zur
radikalen Partei gehört, aber nie radikal gehandelt hat,
ohne Bedenken und Hintergedanken begrüßen. Tägliche
Rundſchau: Die deutſchefranzöſiſchen Beziehungen wer=
den
ſchwerlich eine Beſſerung erfahren, aber auch wohl
keine Verſchlechterung. Poincaré wird eine korrekte Hal=
tung
Deutſchland gegenüber bewahren, und damit dürfte
beiden Ländern am beſten gedient ſein. Verliner Tage=
blatt
: Herr Poinears iſt gegenwärtig in Frankreich ſehr
populär und in der Preſſe, die ihn verhimmelt, werden
ihm alle denkbaren ſtaatsmänniſchen Eigenſchaften zuer=
kannt
. Aber vielleicht hat mehr noch als alle ſeine Talente
eine andere Eigenſchaft bei ſeinen Erfolgen mitgewirkt,
lene Opportunität, die ihn ſtets mit der Volksſtrönung
gehen läßt. Deutſchland gegenüber hat er eine zwar reſer=
vierte
, aber korrekte und friedfertige Haltung gezeigt.
Berliner Neueſte Nachrichten: Aeußerlich iſt Herr Poin=
caré
ganz und gar nicht der typiſche Franzoſe; die Stirn.
die Naſe, das Blond des Bartes weiſen viel eher auf
einen Germanen hin. Sein Geſichtsausdruck läßt etwa
gar auf einen deutſchen Profeſſor ſchließen. Bekanntlich
iſt er Elſaß=Lothringer. Berliner Morgenpoſt: Daß
die Sozialiſten nicht für Poincaré geſtimmt haben, ihm
dagegen die Stimmen der rechten Parteien zugefallen
ſind, iſt der Wermutstropfen im Freudenbecher des neuen
Präſidenten. Denn die Radikalen werden dem Präſi=
denten
der Rechten bei jedem Anlaß Schwierigkeiten be=
reiten
. Deutſche Tageszeitung: Es iſt ſehr wahrſchein=
lich
, daß Poincaré ſein Streben nach perſönlichem Preſtige
nunmehr als Präſident noch feſſelnder und eifriger be=
tätigen
wird. Kreuzzeitung: Poincaré iſt Lothringer.
Dieſe ſeine Herkunft hat ſeine ganze Entwicklung und
ſeine Laufbahn nicht unweſentlich beeinflußt, zumal er
aus ihr faſt eine Art von Feldgeſchrei gemacht hat.

Deutſches Reich.

Die kommende Beſitzſteuervorlage.
Im Reichsſchatzamte iſt man, wie Berliner Blätter mel=
den
, damit beſchäftigt, eine Vermögenszuwachsſteuer aus=
zuarbeiten
. In der bekannten Bundesratsſitzung, bei der
die Miniſter der größeren Bundesſtaaten perſönlich an=
weſend
waren, iſt eine Einigung nicht zuſtande gekommen,
da die Stimmen für und gegen die Vermögensſteuer, wie
ſchon mitgeteilt, ſich faſt die Wage hielten. Der Reichs=
kanzler
hat erklärt, daß er im Prinzip kein Gegner der
Erbanfallſteuer, aber angeſichts der parlamentariſchen
Lage nicht gewillt ſei, die neue Beſitzſteuer gegen die ge=
ſamte
Rechte aus den Händen der Sozialdemokratie ent=
gegenzunehmen
. Denſelben Grund für ſeine im jetzigen
Zeitpunkt ablehnende Haltung gegenüber der Erbanfall=
ſteuer
hat der Reichskanzler im Frühjahr 1912 ins Treffen
geführt, als die Ratendeckung für die Wehrvorlagen auf
der Tagesordnung des Bundesrats ſtand. Damals iſt
der Reichskanzler auch mit ſeiner Meinung durchgedrun=
gen
, und der Bundesrat beſchloß einſtimmig, die Auf=
hebung
der Liebesgabe dem Reichstage vorzuſchlagen.
Als preußiſcher Antrag wird der Entwurf des Reichs=
ſchatzamtes
zuerſt dem preußiſchen Staatsminiſterium
vorgelegt werden und erſt, wenn er deſſen Zuſtimmung
gefunden hat, an den Bundesrat gehen. Im preußiſchen
Staatsminiſterium drohen aber erhebliche Schwierig=
keiten
, denn, wie verlautet, iſt der preußiſche Finanz=
miniſter
Dr. Lentze ein entſchiedener Gegner jeder Art
der Vermögenszuwachsſteuer. Dr. Lentze hat ſich ſeiner=
zeit
entſchieden gegen jede Form der Vermögenszuwachs=
ſteuer
ausgeſprochen. Der Reichskanzler dürfte daher im
Staatsminiſterium mit ſeinen Steuergedanken auf ſtar=
ken
Widerſtand ſtoßen. Sollte es aber auch gelingen, den
preußiſchen Finanzminiſter umzuſtimmen, ſo iſt es noch
fraglich, ob ſich im Bundesrat eine Mehrheit finden wird.
Von durchaus vertrauenswürdiger Seite wird verſichert,
daß die Beſitzſteuerfrage möglicherweiſe eine Wendung
nehmen kann, die uns plötzlich vor eine innerpolitiſche
Kriſe ſtellt.
Vom Reichstheatergeſetz. Bei den Ver=
handlungen
über das Reichstheatergeſetz, die am Beginn
dieſes Monats im Reichsamt des Innern ſtattfanden,
wurde eine Einigung im weſentlichen über folgende
Punkte erzielt: Bezahlung der Vorproben mit ganzer
Tagesgage; vierſtündige Ruhepauſe zwiſchen Ende der

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Probe und Beginn der Vorſtellung; zehnſtündige Nacht=
ruhe
; Abend= und Sonntagsproben nur bei Betriebs= und
Repertoireſtörungen; Gleichheit der Rechte und Pflichten
bei allen Verträgen. In bezug auf die Koſtümfrage
wurde, abgeſehen von den weiblichen Vertretern der
Bühnengenoſſenſchaft, die beſondere Anträge ſtellten, eben=
falls
eine Verſtändigung erzielt. Der Bühnenverein, die
Vertretung der Bühnenleiter, erkannte die Verpflichtung
auf Lieferung der hiſtoriſchen Koſtüme in vollem Umfange
an und der modernen Koſtüme in gewiſſen Grenzen, näm=
lich
, ſoweit ſie nicht zum täglichen Gebrauch dienen, und
bis zu einer angemeſſenen Gehaltsgrenze. Ueber die
Frage des Rechtes auf Beſchäftigung wurde allerdings
eine Verſtändigung noch nicht erzielt. Das Recht an ſich
wird von den Bühnenleitern nicht beſtritten, ſie lehnen
jedoch einen Anſpruch auf Beſchäftigung innerhalb eines
Kunſtfaches entſchieden ab. Ebenſowenig hat man ſich
über die Kündigungsfrage vollkommen verſtändigt. Denn
während die Bühnenangeſtellten vollkommen gleiche Kün=
digungsfriſten
verlangen, beanſpruchen die Bühnenleiter
bei Gaſtſpielen mit untergelegtem Vertrag und bei mehr=
jährigen
Verträgen für ſich das Recht zu Ausnahmen. In
bezug auf das Konkurrenzverbot, das bei der Bühne nur
für die Dauer des Vertrages in Betracht kommt, ſtimm=
ten
beide Parteien dem Gedanken der bezahlten Sperrfriſt
zu; es handelt ſich hier um die an ſich unbezahlte Zwi=
ſchenzeit
zwiſchen zwei Spielzeiten. Auf öffentlich recht=
lichem
Gebiet wurde über die Konzeſſionsfrage und die
Stellung einer Kaution zur Sicherung der Honorar= An=
ſprüche
der Angeſtellten eine Einigung erzielt.
Aus dem elſaß=lothringiſchen Land=
tag
. In der Sitzung des Landtags forderte Abg. Donne=
vert
die Moſelkanaliſation wieder und warf der Regie=
rung
vor, aus Egoismus gegen die Kanaliſation zu ſein
obgleich ſie den Anforderungen an die Verkehrsmittel
nicht gerecht werden könne. Das Verhalten des Abgeord=
neten
Wetterlé charakteriſierte der Redner als Mangel
an Takt. Der Ausdruck Hungerleider im Nouvelliſte
ſei eine neue Beſchimpfung zu der letzten. Müller (Zentr.)
tadelte ebenfalls Wetterlé und erklärte, daß deſſen Vor=
gehen
im katholiſchen Klerus kein Echo gefunden habe.
Der Geheimvertrag in der Angelegenheit der katholiſch=
philoſophiſchen
Profeſſur ſei ihm bekannt geweſen. Abg.
Peirotes (Soz.) ſtellte feſt, daß der Vorwurf des Zen=
trums
gegen Wetterlé doch allzu leiſe war. In der
Frage der katholiſch=philoſophiſchen Profeſſur habe die
elſaß=lothringiſche Regierung mit der Reichsregierung
Kuhhandel getrieben. Staatsſekretär Zorn von Bulach
weiſt dieſen Vorwurf energiſch zurück und bringt den
Notenwechſel mit der Kurie als Beweis zur Verleſung.
Abg. Hauß (Zentr.) erklärte im Namen ſeiner Fraktion,
daß dieſe ſich jede Einmiſchung in ihre Parteiangelegen=
heiten
ſowohl ſeitens der Regierung, wie auch ſeitens
der Parteien, die den Ausſchluß des Abgeordneten Wet=
ſterlé
aus dem Zentrum verlangt hätten, verbitten müſſe.
Das ſei eine private Angelegenheit. Verwahrung müſſe
er dagegen einlegen, daß das Zentrum mit den Nationa=
liſten
zuſammengehe. Abg. Wolf (lib.) erklärte, daß,
wenn die philoſophiſche Fakultät jene Geheimklauſel ge=
kannt
hätte, ſie anſtelle von Profeſſor Ziegler eine andere
Profeſſur gewählt haben würde. Die zwiſchen der Regie=
rung
und der Kurie gewechſelten Noten hätten inter=
eſſante
Dinge enthüllt.
In der Zweiten württembergiſchen
Kammer erklärte während der Generaldebatte zum
Etat Miniſterpräſident v. Weizſäcker, die Regierung trage
Bedenken, ſchon wieder die Klinke der Geſetzgebung in
die Hand zu nehmen, obgleich das Proportionalwahlrecht
ſtarke Auswüchſe gezeitigt habe. Bezüglich der Aufhebung
des Jeſuitengeſetzes erklärte der Miniſterpräſident, daß,
wenn das Reich das Geſetz aufhebe, das württembergiſche
Geſetz wieder in Kraft treten müſſe. Bezüglich einer
Reichsbeſitzſteuer, wie ſie von der Linken gefordert
wurde, könnte ſich die Regierung nicht dazu verſtehen,
freiwillig Hebammendienſte zu leiſten. Bezüglich einer
Wehrvorlage ſei der württembergiſchen Regierung keine

Mitteilung zugegangen. Das dem verſtorbenen Staats=
ſekretär
von Kiderlen=Waechter gezollte Lob habe
dieſer wohl verdient. Möge auch künftig Schwaben dem
Reich ſolche Männer zur Verfügung ſtellen. Die würt=
tembergiſche
Regierung ſei der Anſicht, daß in bezug auf
die Wirtſchaftspolitik des Reichs keine Anzeichen für eine
Aenderung vorliegen. Was über eine veränderte Stel=
lung
der württembergiſchen Regierung durch den Ausfall
der Wahlen geſprochen worden ſei, gehöre in das Reich
der Fabel. Trotz der veränderten Zuſammenſetzung der
Zweiten Kammer hoffe die Regierung auch ferner einen
Ausgleich im Intereſſe des allgemeinen Wohls zu ermög=
lichen
. Sie trete den Marſch in die neue Periode mit Zu=
verſicht
an.
Sächſiſche Jubiläumsmünzen. Die
ſächſiſche Regierung hatte beim Bundesrat den Antrag ge=
ſtellt
, Erinnerungsmünzen aus Anlaß der hundertjähri=
gen
Feier der Schlacht von Leipzig prägen zu dürfen. Wie
verlautet, hat der Bundesrat dem Antrag Folge geleiſtet
und die ſächſiſche Münze in Dresden hat die Befugnis
zur Ausprägung von entſprechenden Dreimarkſtücken er=
halten
. Es werden im ganzen eine Million ſolcher
Münzen geprägt, die auf der einen Seite den Reichs=
adler
, auf der anderen Seite eine Abbildung des Völker=
chlachtdenkmals
bei Leipzig zeigen werden.

Ausland.

Schweiz.
Einfayrung einer neuen Stunden=
zählung
. Der Bundesrat beſchloß, bei den Verkehrs=
anſtalten
die Stundenzählung bis 24 einzuführen, vor=
usgeſetzt
, daß Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn ſie
benfalls einführen. Die Geſandtſchaften in Berlin und
Wien werden beauftragt, entſprechende Unterhandlungen
einzuleiten, damit am 1. Oktober 1913 oder am 1. Mai
1914 die neue Zählung eingeführt werden kann. Falls
die Regierungen der beiden Länder ſich nicht entſchließen,
behält ſich der Bundesrat weitere Entſchließungen vor.
Rußland.
Derfinniſche Landtag iſt auf den 1. Februar
einberufen worden.
Vereinigte Staaten.
Bas Panamakanalgeſetz. Das Staats=
departement
wird in einigen Tagen ſeine Antwort auf
den britiſchen Proteſt gegen das Kanalgeſetz durch die
Poſt abſenden. Angeſichts der kurzen Zeit bis zum Ende
der gegenwärtigen Regierung wird die Note alle neben=
ſächlichen
Punkte der Streitfrage beiſeite laſſen und ſich
bemühen, durch gemeinſame Uebereinkommen gewiſſe
Tatſachen auf der Baſis entweder für eine Beilegung des
Streites oder für den Entwurf eines Schiedsgerichts= Ab=
kommens
aufzuſtellen, unter dem die Frage vor das Haa=
ger
Tribunal gebracht werden kann.
Die Geſetzesvorlage über die Auswan=
derung
, die eine Beſtimmung über ein Mindeſtmaß an
Schulbildung enthält, iſt vom Repräſentantenhaus ange=
nommen
worden.
China.
Der Vertrag zwiſchen Tibet und der
Mongolei iſt zuſtande gekommen. Er enthält u. a.
die gegenſeitige Anerkennung der Unabhängigkeit und
behandelt die Entwicklung der gegenſeitigen Handels=
beziehungen
, ſowie die Förderung und Verbreitung des
Buddhismus.
* Neue Kaiſerbilder auf den Münzen.
Entwürfe von neuen Kaiſerbildniſſen hat im Auftrage
des Kaiſers der Medailleur Profeſſor Sturm für die
Münzen gefertigt, die zum 25jährigen Regierungsjubi=
läum
Kaiſer Wilhelms geprägt werden ſollen. Der Kaiſer
hat ſich dahin entſchieden, daß ſein Bild in der Uniform
des Garde=Küraſſier=Regiments ausgeführt werden ſoll.
* Rom 17. Jan. Sämtliche Fahnen der Re=
gimenter
, die am Kriege in Lybien teilgenom=
men
haben, kamen heute auf dem Bahnhof an, wo ſie vom

Kriegsminiſter begrüßt wurden. Die Fahnen wurden
von einem Zuge, der aus Vertretungen aller Regimenter
gebildet war, nach dem Quirinal geleitet. Der König=
und die Königin empfingen die Fahnen am Eingang des
Waffenſaales, in dem die Fahnen bis Sonntag bleiben,
An dieſem Tage werden ſie an dem Denkmal Viktor
Emanuels Medaillen aus der Hand des Königs erhalten.
Eine große Menſchenmenge begrüßte auf dem Bahnhof
owie dem ganzen Wege und dem Platz vor dem Quirinaſ=
die
Fahnen mit großer Begeiſterung.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 20. Januar.
* Vom Hofe. Der Fürſt und die Fürſtin zu
Solms=Lich ſind am Freitag von hier abgereiſt.
Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen iſt Freitag vormittag
11¾ Uhr im Neuen Palais eingetroffen und beſichtigt
hierauf mit der Großherzogin das Depot des Landes
vereins vom Roten Kreuz in der Bleichſtraße. Die
Abreiſe erfolgte nachmittags 2¼ Uhr. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß
herzog empfingen am Samstag den Generalmajor z.
Graf v. Zech auf Neuhofen, den Oberſtleutnant Eggersſt
Kommandeur des Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ
Feld=Artillerie=Regiments Nr. 25, den Major Hertzberg
Kommandeur des 1. Naſſauiſchen Pionier=Bataillons
Nr. 21, den Oberleutnant v. Borcke im Leibgarde= In=
fanterie
=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den Hof
organiſten Reallehrer Müller, den Schulrat Andres, Großh
Kreisſchulinſpektor in Lauterbach (Oberheſſen), den Pfarreſ
Fink von Zwingenberg, den Pfarrer Strack von Birkenau
den Hofrat Winter, den Profeſſor Dr. Heraeus von Offen=
bach
, den Baurat Hechler von Gießen, den Biſchofkoadjuto
Dr. Moog von Crefeld, den Großh. Kammerherrn Frhrn
Schenck zu Schweinsberg=Wäldershauſen, den Schriftſtellen
Stockhauſen, den Lehrer Seip von Geiß=Nidda, den Lehre
Jung, den Verleger Morian, den Pfarrer Schuſter von
Mainz, den Profeſſor Dr. Sievers von Gießen, den
Baurat Heyer von Worms, den Verſicherungsinſpekto
Sehrt, den Regierungsrat v. Kuſenberg von Kaſſel; in
beſonderer Audienz den Königl. Preußiſchen außerordent
ichen Geſandten und bevollmachtigten Miniſter Freiherrf
v. Jeniſch; zum Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald
den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Ernannt wurde der Schreibgehilfe bei dem Finanza
amt Groß=Gerau Johannes Karl Lang zu Groß=
Gerau zum Finanzamtsgehilfen bei dem Finanzamt
Oſthofen.
Militärdienſtnachricht. Buddecke, Leutnan
im Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſiſches)
Nr. 115, auf ſein Geſuch zu den Reſerve=Offizieren des
Regiments übergeführt.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung zu
Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz Starken
burg am Samstag, den 25. Januar, vormittags 9½ Uhr
lautet: 1. Geſuch des Jakob Clever aus Darmſtadt um
Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft. 2. Ge
ſuch der Crescenz Ertl zu Offenbach um Erlaubnis zum
Betriebe einer Schankwirtſchaft. 3. Klage des Orts
armenverbandes Marburg gegen den Landarmenverband
Darmſtadt wegen Erſatz von Pflegekoſten für den
Schneider Wilhelm Starms aus Krefeld. 4. Klage des
Ortsarmenverbandes Frankfurt a. M. gegen den Ortsn
armenverband Bieber wegen Erſatz von Krankenhaus=
pflegekoſten
für die Kinder Thereſe nnd Marie Schmidt.
Jahrhundertfeier des Infanterie=Regiments
Kaiſer Wilhelm im Jahre 1913. Die Feier finden
am 7., 8. und 9. Juni ſtatt, Hauptfeſttag iſt der 8. Juni
Da auf 1012000 Teilnehmer gerechnet werden muß, iſt
es dem Regiment völlig unmöglich, die alten Kameraden
als Gäſte behandeln zu können. Das Offizierkorps hatl
die Abſicht, die Veteranen am 9. Juni zu einem einfachen
Frühſtück beſonders einzuladen. Alle ehemaligen Ange=
hörigen
ſind dem Regiment von Herzen willkommen; es
wird ihnen geraten, den im ganzen Lande gebildeten
Jubiläumsvereinigungen beizutreten, da nur dann Ges
währ geboten wird, daß ſie in Gießen Unterkunft und
Verpflegung finden können. Auskunft erteilt der Vor
itzende der Jubiläumsvereinigung Rechtsanwalt Kauft
mann in Gießen, der auch Anmeldungen entgegennimme
Kleinkinderſchule Mauerſtraße. Im oberen Ras
hausſaale fand am Freitag abend 6 Uhr die zahlreich
beſuchte Mitgliederverſammlung des Ver
eins für die Kleinkinderſchule, Mauerſtraße
ſtatt. Der Vorſitzende gedachte zunächſt in warmen Wor=
ten
des Verluſtes, den der Verein durch den Tod ſeines
Ehrenvorſitzenden, des Herrn Kommerzienrats Ferdinand
Wittich, erlitten habe. Der Dahingeſchiedene hat viele
Jahre lang als Vorſitzender die Vereinsangelegenheiten
trefflich geleitet und war bis in ſein hohes Alter ſtet

Wieland ein Jahrhundert
nach ſeinem Tode.
Von Hermann Kienzl=Berlin.

Seit hundert Jahren müſſen es die Schüler höherer
Lehranſtalten wiſſen, daß Chriſtoph Martin Wie=
land
, achtzigjährig, am 20. Januan 1813 ſtarb.
Und jetzt ſoll es nicht wahr ſein! Unmittelbar vor der
Jahrhundertfeier eine merkwürdige Sitte übrigens
die Sterbeſtunde teurer Menſchen zu feiern! hat einer
im alten Kirchenbuch nachgeſehen, und dort iſt der 13. Ja=
nuar
als Wielands Todestag eingeſchrieben. Ein volles
Jahrhundert brauchte dieſe Entdeckung, um gemacht zu
werden!? In Deutſchland, dem Vaterlande der litera=
riſchen
Wäſchezettel!? Mir ſcheint, bei allem Reſpekt vor
der Urkunde, dieſer große Fund von recht zweifelhaftem
Wert, da man doch ſchwerlich glauben mag, daß alle Wei=
marer
Zeitgenoſſen, ſo des Dichters Tod am 20. Januar
notierten, von Sinnen geweſen ſeien; und dann weil
es für Wieland wie für die Nachwelt gleichgültig iſt,
welcher Kalendertag ihm in Meyers Hiſtoriſchem Kalen=
der
gebührt.
Sollte denn überhaupt das Gedächtnis eines Unſterb=
lichen
auf die Lehrbücher und die hiſtoriſchen Gedenktage
angewieſen ſein. . . . 2
Der deutſche Stolz ſträubt ſich, es, ſoweit Wieland
in Frage ſteht, bis zu einem bedenklichen Grade einzu=
bekennen
. Denn wie! Er, den die Lippe mit Ehrfurcht
als einen der ſechs Gewaltigen nennt, die uns die neue
Literatur geſchaffen haben; er, der Klaſſiker, würde nur
mehr zum eiſernen Beſtand der Bibliotheken, nicht mehr
zum lebendigen des Volkes gehören? Geſchloſſen hätte
ſich über Wieland das Ehrengrab der Literaturgeſchichte,
und auch auf ihn träfen die Worte zu, die Leſſing einem
anderen, bamals im roſigen Licht wandelnden Erzvater

deutſcher Dichtung gewidmet hat: Wer wird nicht einen
Klopſtock loben, Doch wird ihn jeder leſen? Nein.
Gemach! Noch iſt Chriſtoph Martin Wieland mehr als
ein Denkmal, mehr als eine Prüfungsfrage. Aber be=
ſinnt
ſich ein Redlicher auf die Summe der Schönheiten,
die aus Wielands Lebenswerk im Bewußtſein der heuti=
gen
Nation leben, muß er ſich in der Tat beſcheiden.
Unſterblichkeit! Das hiſtoriſche Gedächtnis der Menſch=
heit
reicht nur ein paar kärgliche Jahrtauſende zurück.
Wir müſſen annehmen, daß dem geiſtigen Fortbeſtand
ſelbſt der ſtärkſten Individualitäten, ſowie dem Nach=
ruhm
der Berühmteſten Grenzen gezogen ſind. Dagegen
trübt uns nicht Erfahrung den ſchönen Glauben, daß keine
Kraft verloren geht, daß jede in der Fortpflanzung ihres
Stoßes namenlos und unendlich wirkt.
Doch wer, der je mit beglückten Sinnen in Wielands
heiteren Sonnenſchein tauchte, möchte nun, erſt hundert
Jahre nach des Dichters Tod, für möglich halten, daß
dieſe Werke vergeſſen werden könnten?
Soweit Goethes großes Auge blickte, ſah es eine
ſolche Möglichkeit nicht. Vom Oberon ſagt Goethe:
Solange Poeſie Poeſie Gold Gold und Kriſtall Kriſtall
bleibt, wird das Gedicht als Meiſterwerk poetiſcher Kunſt
geliebt und bewundert werden.
Die literariſche Wiſſenſchaft hat ſich gerade in der
jüngeren Zeit der Perſönlichkeit und der Schöpfungen
Wielands mit erhöhtem Eifer hingegeben; ja, man kann
agen, daß erſt ein Gelehrter unſerer Tage: Bernhard
Seuffert, das hiſtoriſche Material vollſtändig geſam=
melt
und das Problem Wieland bis auf den Grund er=
chloſſen
hat. Außerdem iſt nur denen, die vor ver=
ſchloſſenen
Toren der deutſchen Geiſtesgeſchichte ſtehen
der mächtige Einfluß unbekannt, den Wieland auf die
Entwickelung der Literatur und nicht am wenigſten au
Goethes Dichten bewirkt hat. Es gab in Goethes Blut
Pulſe, die mit den Wielandſchen zuſammenklangen. Und
wie die Anakreontiker bis zur jüngſten Gegenwart die
Verwandtſchaft mit Wieland, dem Philoſophen des

Lebensgenuſſes und der Grazien, nicht verleugnen können
o war die romantiſche Sinnlichkeit Wielands, war ſein
Beiſt, der die helleniſche Göttlichkeit, die Zärtlichkeitde
franzöſiſchen Rokokos und die vorurteilsfreie Weltanſchau=
ung
des Voltaire ſpiegelte, eine Quelle, aus der auch
Goethe gerne getrunken hat.
Es gehört der Geſchichte an, welche dauerndenes
ſchenke Wieland der deutſchen Sprache, dem deutſchen
Vers gemacht hat, denen er die Starrheit der franzöſiſchen
Formen, den pathetiſchen Ballaſt der Klopſtockſchen und
hainbündleriſchen Ueberſchwenglichkeiten abnahm und
eine kokette, elegante, ſchwingende Biegſamkeit verlieh
einen lachenden, tanzenden Rhythmus! Das Wort von
der plumpen Sprak an Wielands elfenfeinen Vers
füßchen wurde es zuſchanden. Wie nur noch von Shake
ſpeare und Herder aber in einer ganz anderen geiſtigen
zone hat Goethes Univerſalität von Wieland einſen
tigen Nutzen gewonnen, von ihm gelernt. Es weiſen
auch beſtimmte Spuren vom älteren zum jüngeren Meiſter,
Wielands Agathon den Leſſing den erſten und
einzigen Roman für denkende Köpfe von klaſſiſchem=
ſchmack
nannte, iſt (als Entwicklungsroman) der Vor=
gänger
und Wegmacher des Wilhelm Meiſter. Und
vom Muſarion ſagte Goethe, daß er in dieſer Dicht
ung das Antike lebendig und neu wiederzuſehen glaubte
All’ das iſt nur Ruhmestitel vor dem Richterſtuhl der
Geſchichte. Auch die Perſönlichkeit Wielands, ſein uns
wohl vertrautes Weſen, gehört der Literaturgeſchichte
an. Doch gibt es Menſchen, denen Vergangenes nicht in
allen Fällen tot iſt. Tauſenden von Pilgern, die den heis
ligen Boden von Weimar betreten, ſchreitet dort auch
die liebe Geſtalt Wielands entgegen im weißen Haae
das Käppi auf dem Haupte, das er nicht einmal abnahm,
als er im Oktober 1808 zu Erfurt vor Napoleon ſtand=
Stand? Es iſt ein kleiner charakteriſtiſcher Zug zum
Bilde des tiefbeſcheidenen und doch ſeiner Würde bewuß=
ten
Dichters: Während die Könige vor Napoleon Spa
lier bildeten, holte ſich der alte Dichter, unaufgefordert

[ ][  ][ ]

heit, ſeine Kraft und den reichen Schatz ſeiner Erfahr=
ſien
in den Dienſt unſerer Kleinkinderſchule zu ſtellen.
Verſammlung ehrte ſein Andenken durch Erheben
h den Sitzen. Der Vorſitzende erſtattete ſodann Be=
pt
über den Stand des Vereins und legte die
prüften Rechnungen für die 3 Jahre 1909/11 vor. Er be=
terte
, daß die Mitgliederzahl des Vereins ſich vermindert
ſte, was wohl mit der Ausdehnung unſerer Stadt, der
ſen und vielſeitigen Anſprüche an den Wohltätigkeits=
der
Einwohner und der Errichtung neuer Kleinkinder=
illen
zuſammenhänge. Die Kleinkinderſchule in der
euerſtraße iſt gegenüber den ähnlichen Anſtalten in der
iklichen Lage, ihren Schutzbefohlenen außer Aufenthalt
Unterweiſung auch Verköſtigung zu gewähren. Im
tachſchnitt der drei Berichtsjahre wurden an 243 Tagen
Jahre 37590 Kinder verpflegt, alſo belief ſich der täg=
Beſuch auf etwa 156 Kinder. Die aufzuwendenden
ſten betrugen im Jahre 1909: 10949,09 Mark, 1910:
1225,03 Mark, 1911: 10 537,99 Mark, ſo daß durchſchnitt=
jedes
Kind pro Tag 2829 Pfg. Koſten verurſachte,
Denen ſeitens der Eltern nur 6 Pfg. beigetragen wer=
n
. Die Verköſtigung allein macht einen jährlichen Auf=
und von zirka 5000 Mark nötig. Dieſen Ausgaben ſtehen
entſprechenden Einnahmen gegenüber, die außer den
tträgen der Kinder und Mitglieder des Vereins, den
witalzinſen, Zuwendungen milder Stiftungen, veran=
peten
Sammlungen, durch Beihilfen von ſeiten Sr.
j. Hoheit des Großherzogs und der Stadtverwaltung
ſgebracht werden. Die Verſammlung erteilte hierauf
Vorſtande für die vorgelegten Rechnungen Entlaſt=
u
.. Sodann fand die Wahl des Vorſtandes für
e nächſten drei Jahre ſtatt. An Stelle des ausſcheiden=
Herrn Rechnungsrars Schilling trat Herr Miniſterial=
giſtrator
Vollbracht in den Vorſtand ein, während
den gleichfalls aus dem Vorſtand ausſcheidenden
rrn Juſtizrat Dr. Oſann ein Erſatzmann noch gefunden
* den muß. Die übrigen Mitglieder des Vorſtandes
urden einſtimmig wiedergewählt. Die Verſammlung
mächtigte zugleich den Vorſtand, falls vor der nächſten
gliederverſammlung Mitglieder aus dem Vorſtand=
Etreten ſollten, ſich durch Neuwahlen auf die vorge=
äebene
Zahl von ſieben Mitgliedern zu ergänzen.
ießlich wurde von Herrn Sanitätsrat Dr. Hoff=
nn
dem Vorſitzenden, Herrn Profeſſor Dr. Ihle,
ie dem Schriftführer, Herrn Rechnungsrat Schil=
n
. g, der Dank des Vereins für ihre Mühewaltung aus=
ſprochen
.
* Jungdeutſchland und die Deutſche Turnerſchaft.
tiſchen dem Bunde Jungdeutſchland und der
utſchen Turnerſchaft iſt vereinbart worden,
alle Unterverbände und Vereine der
utſchen Turnerſchaft von nun an zugleich
ch körperſchaftliche Mitglieder des
ungdeutſchlandbundes ſind, ohne daß es noch
ner Anmeldung des betreffenden Vereins zur örtlichen
rganiſation des Bundes Jungdeutſchland bedarf. Fer=
geben
der Jungdeutſchlandbund und die Deutſche
urnerſchaft ſeit Anfang dieſes Jahres gemeinſam eine
ye Wochenſchrift für Jungdeutſchlands=Jugend unter
em Namen Jungdeutſchlandpoſt heraus, von
ehcher Probenummern von den Geſchäftsſtellen des
ſuntgdeutſchlandbundes und der Deutſchen Turnerſchaft
ſemne abgegeben werden. Dieſer enge Zuſammenſchluß,
ſo zwiſchen dem Jungdeutſchlandbund und der Deut=
han
Turnerſchaft vollzogen iſt, iſt im Intereſſe einer ein=
ſeitlichen
Arbeit an Deutſchlands Jugend freudig zu be=
rßen
und wird der nationalen Arbeit an der körper=
ſchen
Ertüchtigung unſerer Jugend ſicher zu großem
ſorteil gereichen.
Im Hotel Zur Traube iſt Prinz Wilhelm
ſorn Sachſen=Weimar mit Gemahlin und Ge=
lge
abgeſtiegen.
Die Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft
5abelsberger hat im Laufe der letzten Woche ihren
AAbteilungen umfaſſenden Unterrichtsbetrieb in den
len Unterrichtsräumen Mathildenplatz 8 in vollem
mafange aufgenommen. Die neuen Räume ſind be=
eu
tend vergrößert und die gewonnenen langjährigen
friahrungen auf dem Gebiete der Unterrichterteilung in
die
er Beziehung verwertet, ſo daß jetzt allen Anfor=
enungen
, ſowohl in der Erteilung von Stenographie=
nterricht
nach dem Syſtem Gabelsberger als auch in
ſer Erlernung von Maſchinenſchreiben, Rechnung getragen
erden kann. Aeltere Damen und Herren, die das Syſtem
rlernen, wiederholen oder ſich fortbilden wollen, ſeien auf
ieſe beſonderen Kurſe, welche unter bewährter Leitung
ſehgen, aufmerkſam gemacht.
* Verein für Verbreitung von Volksbildung. Der
ſierte kulturgeſchichtliche Vortrag des Herrn Prof.
berger findet heute abend ſtatt.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
eiegangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50 M., in Par=
ſem
1.40 M., Eier 910 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22 bi
Pf., Handkäſe 410 Pf., Kartoffeln Zentner 2.25
is 2.50 M., Kumpf (10 Liter) 3050 Pf., ½ Kg. 34 Pf.,

Mäuschen Kumpf 1 M., ½ Kg. 89 Pf.; Obſt u. dgl.:
Aepfel, Birnen ½ Kg. 515 Pf., Kaſtanien ½ Kg. 16
bis 18 Pf., Zitronen 56 Pf., Apfelſinen 410 Pf.;
Salat, Gemüſe: Kopfſalat 15 Pf., Endivien 610 Pf.,
Körbchen Feldſalat 1015 Pf., Bündel Radischen 3 Pf.
Rettiche 510 Pf., Meerrettich 1030 Pf., Roterüben
½ Kg. 810 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 58 Pf., Tomaten
Kg. 60 Pf., Spinat ½ Kg. 30 Pf., Weißkraut 520 Pf.,
Rotkraut 1030 Pf., Blumenkohl 2550 Pf., Wirſing
510 Pf., Grünkohl 36 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 25 Pf.,
Gelberüben ½ Kg. 56 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 25 bis
30 Pf.: Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 90 Pf., Enten
34 M., Hahnen und Hühner 1,502,00 M., Tauben
6070 Pf., Haſen 3,804,50 M., Lapins 1,20 M.; Fiſche
½ Kg.: Hecht, Karpfen 90 Pf., Aal 1 M., andere Rhein=
iſche
3550 Pf., Rotzungen 60 Pf., Schollen 40 Pf.,
Kabeljau 29 Pf., Schellfiſche 28 Pf., Seelachs 26 Pf.;
in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch, 7076 Pf.,
Hackfleiſch 76 Pf., Rindsfett 70 Pf., Rindswürſtchen (Stück)
15 Pf., Schweinefleiſch 96 Pf., geſalzenes und Koteletts
1,06 M., Schwartenmagen und Fleiſchwurſt 90 Pf., Leber=
und Blutwurſt 76 Pf.
Bilder vom Tage.
In der Auslage unſerer
Expedition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bilder neu ausgeſtellt: Die deutſche Kronprinzeſſin mit
ihren älteſten Söhnen in Partenkirchen; Raymond
Poincaré, der neue Präſident der franzöſiſchen Republik;
zur Verhaftung des Raubmörders Sternickel; zum
Wechſel im franzöſiſchen Kriegsminiſterium; der ſchiefe
Turm zu Bologna droht einzuſtürzen.
§ Geiſteskranke vermißt. Seit einigen Tagen hielt
ſich eine geiſteskranke Frau aus Frankfurt bei hieſigen
Verwandten auf. Am Freitag vormittag hat ſich die Frau
plötzlich aus der Wohnung entfernt und geäußert, nach
Heidelberg in ein Kloſter zu gehen. Die Frau, bei wel=
cher
die Geiſteskranke zu Beſuch war, ging ihr nach und
traf mit ihr im Hauptbahnhof zuſammen, ſtieg mit ihr in
den Zug nach Frankfurt ein, um ſie nach Frankfurt zu
ihrem Mann zu bringen. In Arheilgen, als der Zug ge=
halten
, iſt die Geiſteskranke aus dem Zug und davon ge=
prungen
. Die Frau hatte dieſelbe eine Zeitlang ver=
folgt
, konnte ſie jedoch nicht mehr einholen. Die Geiſtes=
kranke
iſt 36 Jahre alt, 1,65 Meter groß, unterſetzt und
hat blondes Haar. Sie iſt bekleidet mit braunem Kleide,
braunem Hut, grauem Mantel, gelben Schnürſchuhen und
ſchwarzen Gummiſchuhen. Etwaige Kenntnis über den
Verbleib der Geiſteskranken bittet man der hieſigen Kri=
minalpolizei
mitzuſteilen. Die Geiſteskranke fällt durch
ihr raſches und wirres Reden und ausnahmsweiſe raſches
Gehen auf.
Seeheim, 18. Jan. In der geſtrigen Gemeinde=
ratsſitzung
wurde unter dem Vorſitz des Herrn Bürger=
meiſters
Hill und Teilnahme des Direktors Möller=
Darmſtadt der vorgelegte Entwurf des zwiſchen den Ge=
meinden
und der Heag abzuſchließenden Vertrages
wegen Errichtung der elektriſchen Kleinbahn
Darmſtadt-Alsbach einſtimmig genehmigt. Es
wurde jedoch zum Ausdruck gebracht, daß die von den
Kreisämtern ausgeſchlagene Zinsgarantie nicht von See=
heim
übernommen werden könne, da die Gemeinde be=
reits
mit Steuern ſehr ſtark belaſtet ſei. Der Gemeinde=
rat
erklärte ſich bereit, die angeforderten Koſten für Ge=
ländeerwerb
zu übernehmen.
* Auerbach a. d. B., 19. Jan. Man ſchreibt uns:
Mitsſeinem letzten Konzert hat der hieſige Kammer=
muſikverein
die ihm für den laufenden Winter geſtellten
Aufgaben erfüllt. Der ſtarke Beſuch auch dieſes Konzerts
und die warme Anteilnahme des Publikums an den
Leiſtungen der Künſtler, laſſen den Verein mit Stolz und
Genugtuung auf die diesjährige Saiſon zurückblicken.
Das Quartett Rebner aus Frankfurt entzückte abermals
durch ſein unübertreffliches Zuſammenſpiel. So wie es
dem wirklich Kunſtverſtändigen ein hoher Genuß iſt,
klaſſiſche Werke in ſolch herrlicher Vollendung, wie ſie das
Quartett Rebner bietet, zu hören, ſo fühlt der, der ledig=
lich
Muſikfreund iſt, bei deſſen Vorträgen inſtinktiv die
hervorragende Bedeutung dieſes Quartetts. Eigenes
Geſtalten bei jedem der 4 Künſtler, verbunden mit inſtink=
tiver
Unterordnung unter das Geſamtkunſtwerk, zeichnen
die Vorträge des Quartetts Rebner aus. Zum erſten
Male in Auerbach trat Herr Johannes Hegar, der Celliſt
des Quartetts mit einem Solovortrage hervor. Sein
Vortrag der A-dur=Sonate von Bocherini war tonſchön
und ſicher, wobei ſein herrliches, wertvolles Inſtrument
zur vollen Geltung kam. Fräulein Tempe Seng aus
Heidelberg, die Soliſtin des Abends, hat der Bitte wieder
zu kommen, gern entſprochen. Ihre Lieder bewegten ſich
ziemlich auf derſelben Gefühlslinie und ſetzten eine große
Skala von Ausdrucksnüancen voraus, die der Künſtlerin
herrlich gelangen. Der ſtarke Applaus, der jedem ihrer
Lieder folgte, und der ſie zu einer Zugabe veranlaßte, be=
wies
, welche ſtarke Wirkung ihre ſchlichten Lieder aus=

übten. Herr Franz Sautier aus Darmſtadt machte ſich um
die Begleitung der Lieder und der Sonate am Klavier
verdient. So fügt ſich denn auch dieſer Abend als ein
durchaus erfolgreicher den bisherigen Darbietungen des
Vereins an.
Bensheim, 18. Jan. Im großen Rathausſaale fand
die Einführung des neugewählten Bürger=
meiſters
, Regierungsrat Dr. Löslein, in Anweſen=
heit
aller Mitglieder der Stadtverordneten=Verſammlung
ſtatt. Kreisrat Eckſtein leitete die eidliche Verpflicht=
ung
des Bürgermeiſters mit einer Anſprache ein, worauf
der neue Bürgermeiſter antwortete. Die Uebergabe des
goldenen Dienſtzeichens durch Beigeordneten Denig be=
ſchloß
den kurzen eindrucksvollen Akt.
D. Rimbach i. O., 17. Jan. Der Kreisvollziehungs=
beamte
des Kreiſes Heppenheim und der Kreisſparkaſſe
Heppenheim Johann Philipp Dörr hat am 16. ds. Mts.
aus Geſundheitsrückſichten ſeine Aemter niedergelegt, um
in den wohlverdienten Ruheſtand zu treten. Dörr, wel=
cher
im 63. Lebensjahre ſteht, war über 36 Jahre ſeit
Juli 1876 als Vollziehungsbeamter tätig.
Offenbach, 19. Jan. Die Gemeindevertreterverſamm=
lung
in Fechenheim hatte am Freitag eine Beſprech=
ung
über die Aufhebung des Brückengeldes
nach Offenbach. Den Anlaß zu dieſer Beſprechung
gab die Hanauer Handelskammer, welche die hieſige Be=
hörde
um Arskunft bat, wie ſie ſich zu dieſer Sache ſtelle.
Von preußiſcher Seite wurde ſchon vor Jahren die Ab=
ſchaffung
des Brückengeldes gutgeheißen, jedoch gab der
heſſiſche Staat hierzu ſeine Einwilligung nicht. Auf noch=
maliges
Erſuchen des Offenbacher Detailliſtenvereins hat
ſich die Offenbacher Handelskammer mit der Hanauer
Handelskammer ins Einvernehmen geſetzt, um die um=
liegenden
Gemeinden für die Sache zu intereſſieren. Die
hieſigen Gemeindevertreter beſchloſſen, die Eingabe
an den Regierungspräſidenten in Kaſſel, welche dahin
zielt, daß die preußiſche Regierung mit der Großherzoglich
Heſſiſchen wegen Aufhebung des läſtigen Brückengeldes
in Verbindung trete, zu befürworten, unter keinen
Umſtänden ſich aber zu Geldopfern zu verpflichten. Auf
den Antrag der Stadt auf Einleitung des Dis=
ziplinarverfahrens
mit dem Endziel der Dienſt=
entlaſſung
hat der Beigeordnete Walter in umfangrei=
chen
Schriftſätzen geantwortet und den Geſamtantrag
geſtellt, die Beſchwerde der Stadt kurzerhand abzuwei=
ſen
. Daraufhin hat das Miniſterium angefragt, ob die
Stadtvertretung ihren Antrag aufrecht erhalten wolle
und bejahenden Falles um eingehende Erklärung zu den
Ausführungen des Beigeordneten Walter unter Bezeich=
nung
des Beweismaterials erſucht. Der Kontrollaus=
ſchuß
, dem die Angelegenheit von dem Verfaſſungs=
ausſchuß
überwieſen war, beſchloß, in dieſer Sache zu=
nächſt
die Schriftſätze des Beigeordneten Walter durch
Fachleute aus der Stadtverwaltung eingehend beantwor=
ten
zu laſſen.
Mainz, 19. Jan. Ein ſchwerer Unfall auf der
Straße trug ſich heute vormittag kurz vor 11 Uhr auf
der Kaiſerſtraße zu. Ein 21jähriger Kaufmann von hier
fuhr mit ſeinem Rad im ſchnellen Tempo in ein
zweiſpänniges Fuhrwerk. Pferde und Wagen
gingen über den Unglücklichen, der bewußtlos und blut=
überſtrömt
liegen blieb. Die Sanitätswache brachte den
Mann, der innere Verletzungen erlitten hat, in
die elterliche Wohnung. Eine Winterfelddienſt=
übung
fand am geſtrigen Tage im Ried zwiſchen den
Infanterie=Regimentern Nr. 117 und 118 ſtatt. An der=
ſelben
nahmen auch größere Kavallerieabteilungen, be=
ſtehend
aus den Dragoner=Regimentern Nr. 23 zu Darm=
tadt
und Nr. 6 zu Mainz, teil. Die Fußtruppen mar=
ſchierten
morgens nach 7 Uhr von ihren Garniſonsorten
ab und trafen ſich in der Gegend von Groß=Gerau, wo es
zwiſchen den 117ern und 118ern zu einem ſcharfen Ge=
fechte
kam. Wiederholt griffen hierbei auch Kavallerie=
truppen
in Attacken ein. Nach Beendigung der Uebungen
wurde auf freiem Felde inmitten der Schneelandſchaft
abgekocht. Die Heimkehr erfolgte per Bahn. Die ganze
Uebung ſtellte infolge der enormen Schneemaſſen ganz
bedeutende Anforderungen an die Truppen. Eine weitere
große Felddienſtübung ſoll am kommenden Montag ſtatt=
finden
, doch iſt es jetzt infolge des eingetretenen Tau=
wetters
fraglich, ob ſie zur Ausführung kommen kann.
In einer ſehr gut beſuchten Verſammlung der Buch=
bindergehilfen
, Kartonnagenarbeiter, Hilfsarbeiter
uſw die zurzeit in einer Lohnbewegung ſtehen
wurde die Antwort der Prinzipale auf die ein=
gereichte
Tarifforderung bekannt gegeben. Mit ihr war
die Verſammlung nicht einverſtanden. Die Erſchienenen
beſchloſſen, nach Ablauf der Kündigungsfriſt die Tätig=
keit
in ſämtlichen Betrieben einzuſtellen.
Worms, 19. Jan. Beim Standesamt in Worms
wurden im Jahre 1912 beurkundet: 968 Geburten
gegen 987 im Jahre 1911, 463 Eheſchließungen
gegen 411 im Jahre 1911, 624 Sterbefälle gegen
04 im Jahre 1911. Die Geburten, die ſchon im Jahre

nde mitten im Geſpräche mit dem Welteroberer, einen
tmhl und ſetzte ſich. Von der Herzogin=Regentin Amalia
lmn Erzieher ihrer Söhne Karl Auguſt und Konſtantin
enufen, lebte Wieland von 1772 bis 1813, durch volle 41
jafhre, in Weimar und im nahen Osmannſtedt. Nie hat er
nider Luft des Hofes ſeinem freien Herzen, ſeinen Ge=
ſamken
Zwang auferlegen gelernt. Wieland war der älteſte
ſon den Dichterfürſten Weimars. Vom jugendlichen
joethe, ehe ſich die beiden kannten, in dem Pasquill
hötter, Helden und Wieland bitter gekränkt, hat Wie=
un
ds Weisheit dem großen Genius, als Goethe 1774 nach
f imar kam, eine unbedingte Liebe entgegengebracht, die
ſom keinem Makel der Erinnerung wußte. Faſt 40 Jahre
vohhnten Goethe und Wieland einander freundſchaftlich
abge. Es iſt keinem, der in Weimar lebt, möglich, die
ßeſtalt des Oberon=Dichters von Goethe zu löſen. Das
kafſiſche Weimar iſt uns nicht eine alte Truhe, es iſt ewig=
lunge
Erde; auf ihr wandelt, unverblichen, auch Chriſtoph
haartin Wieland.
Doch welchen lebendigen Wert ſchätzt unſer ſpäteres
ahhrhundert an Chriſtoph Martin Wielands Dichtungen?
Jain Lebensglaube, ſeine Lebensfreude, ſeine ſouveräne
fronie, ſeine Künſtler=Sinnlichkeit, ſein lachender Trotz
egien unfruchtbaren Platonismus und mönchiſche Scham
lewähren reifen Menſchen heute einen reineren Genuß,
ls man in prüden und ſentimentalen Zeitläuften begrei=
konnte
. Wielands Moral zu retten, war freilich
ziemlich hoffnungsloſes Beginnen, inſofern man den
Begriff auf die kirchlichen und bürgerlichen Geſetze be=
ſhrränkte
; und als bei ſeiner Gedenkrede Goethe um der
ewen chriſtlichen Nachbarn willen dieſen Verſuch unter=
ahym
, blieb auch ihm nur zu ſagen übrig, daß das Genie
zu ſeinen Gerechtſamen zähle, mitunter die Linie des
scheicklichen mit Wageſtücken zu überſchreiten. Wieland
elbſt, der ein ſehr ehrſamer Familienvater war, ver=
t
ſeinen unverheirateten Töchtern die Lektüre ſeiner
ſürchen . . .1 Doch Wielans Ethos ſteht außer allem

zweifel,
ſo ſicher jede Lebensanſchauung, die Glück
ſucht und ſpendet, ethiſch iſt , und ſo ſicher der Kampf
gegen das Kleinliche, Niedrige, Duckmäuſeriſche ſitt=
lich
iſt.
Der freie, frohe Künſtler Wieland iſt jung in unſerer
ungen Zeit. Dieſe Gegenwart hat ja gewiſſe auffallende
Aehnlichkeit mit der Wielandſchen Aera. Dem Sohne des
Pietiſten von Biberach war in der Kindheit ein überſtren=
ger
Väterglaube aufgebürdet worden, und noch im Jüng=
lingsalter
war er ein frommer dichteriſcher Nachbeter
Klopſtocks, den er dann in inneren Kämpfen überwand.
Alsbald aber machte ihn ſeine Frohnatur zum hellen
Widerſacher des Odenprieſters. Und die Mitwelt? Sie
teilte ſich in Klopſtock und Wieland. Gegeneinander, neben=
einander
zogen die Flutwellen des nazareniſchen und des
ündhaften Rokoko=Dichters der Deutſchen. War es nicht
auch damals ſo, als neben dem und gegen den keuſch=
rommen
Wolfram von Eſchenbach der Sänger von Tri=
ſtan
und Iſolde der liebeheiße Gottfried von Straß=
burg
, erſtand? Und rauſcht nicht auch heute wieder eine
dunkle Myſtik? Durſten nicht auch heute wieder Herzen,
die jubeln möchten, nach heidniſcher Freude? Ihr Mu=
aget
iſt der alte Wieland .
Die Formen zwar der Wielandſchen Dichtungen
mögen wir jetzt als Hindernis empfinden. Erzählungen
in Verſen ſind nicht modern, und unſere Proſa iſt in ihrer
Kknappheit differenzierter, als der breite Stil der Wie=
landſchen
Romane. Künſtleriſche Formen, meint Ibſen
müſſen mit der Zeit fallen, wie die Staaten und Reli=
gionen
. Indeſſen wer eindringt in den Oberon
oder in die Abderiten die als Satire ſo unvergäng=
ich
ſind wie das deutſche Kleinſtädtertum, wer ſich in den
lockeren Komiſchen Erzählungen von den
Charitinnen die Stirne umwehen läßt, der fühlt das
Trennende klein und kleiner werden und nimmt wohl gern
auch das mythologiſche und philoſophiſche Gepäck des
Dichters auf die leichte Achſel. Demn Blut ſprüht,

leuchtendes, lachendes Dichterblut aus den reizvollen
Reliquien!
Der zelotiſche Bußprediger unter den Literarhiſtori=
kern
, der dunkle A. F. C. Vilmar, hat (1846) in ſeiner
einſt fürchterlich verbreiteten Literaturgeſchichte alles auf
den Scheiterhaufen geworfen, was nach Aufklärung roch,
was frohe Sinne und kecken Mut zeigte. Er hielt dem
längſt verſtorbenen Schiller drohende Bußpredigten
ob der Räuber und Kabale und Liebe‟ Er vergriff
ſich mit beſonderer Wut an Wieland, den er vom Piedeſtal
eines Klaſſikers herunterſtürzen wollte. Den Materialis=
mus
der Enzyklopädiſten, die Philoſophie der Genuß=
menſchen
und vor allem das Leben und Lebenlaſſen
machte er ihm zum Vorwurf. Wenn dieſer Dichter ſo
ſchrieb er, je zur Herrſchaft gelangte, ſo würde das eine
tiefe Verderbnis des Geſchmacks, wo nicht den Untergang
aller echten Poeſie herbeiführen.
Sanz anders klingen die Worte, die Goethe in der
Gedenkrede niederlegte: Wieland lehnt ſich auf gegen
alles, was wir unter dem Namen Philiſterei zu begreifen
gewohnt ſind, gegen ſtockende Pedanterie, kleinſtädtiſches
Weſen, kümmerliche äußere Sitte, beſchränkte Kritik, falſche
Sprödigkeit, ſatte Behaglichkeit, anmaßliche Würde, und
wie dieſe Ungeiſter, deren Namen Legion iſt, nur alle zu
bezeichnen ſein mögen.
Vilmar ſchreckt uns Kinder des 20. Jahrhunderts
nicht. Und Ernſt von Wolzogen, der vor kurzem
empfohlen hat, die alten Dichter fallen zu laſſen und nur
mehr die neuen zu leſen, muß geſtatten, daß wir aus
mancher Bouteille mit Spinngewebe Freuden trinken, die
keineswegs jede moderne Sektflaſche mit knallendem Kork
gewährt. Niemand denkt daran, Wieland einen Herr=
ſcherthron
zu richten. Er hat nicht die Seele, die uns
ſchluchzen und erbeben macht. Doch auch der ſchalkhafte,
holde Kupido gehört zur guten Familie der Olympiſchen.

[ ][  ][ ]

1900 die Geſamtzahl 1400 überſchritten hatten, ſind im
Jahre 1910 auf 980 zurückgegangen und auf dieſer
Zahl in den beiden letzten Jahren ſtehen geblieben. Sie
ſind damit auf die Zahl geſunken, die bereits vor 20
Jahren zu verzeichnen war. Auch in den Sterbe=
fällen
iſt im verfloſſenen Jahre ein beſonderer Rückgang
eingetreten (80 weniger wie im Vorjahr); die gleiche
Zahl war letztmals im Jahre 1891 erreicht worden. Nur
bei den Eheſchließungen iſt eine Zunahme zu verzeichnen,
indem 52 Paare mehr als im Vorjahr ſich entſchloſſen
haben, in den Stand der Ehe einzutreten.
Mombach, 19. Jan. Etwa 20 Arbeiter der Ga=
ſtellſchen
Waggonfabrik feierten in den letzten
Tagen ihr 25jähriges Arbeitsjubiläum im Dienſte der
Waggonfabrik. Von den Fabrikherren wurde aus dieſem
Anlaß jedem Arbeiter eine goldene Uhrkette überreicht.
Außerdem erhielt ein jeder ein anſehnliches Geldgeſchenk
und eine beſondere Fabriksmedaille für 25jährige treue
Arbeit.
* Bad Nauheim, 18. Jan. Vom Kurbetrieb 1912.
Die Geſamtfrequenz des Bades im Jahre 1912 betrug
35876 Kurgäſte, wovon 25815 Deutſche und 10061 Aus=
länder
waren. Von den letzteren entfallen auf Afrika 93,
Amerika 1523, Aſien 45, Auſtralien 13, Belgien 191, Bul=
garien
11, Dänemark 74, Frankreich 295, Griechenland 11,
Großbritannien und Irland 888, Holland 462, Italien 66
Luxemburg 31, Monako 2, Norwegen 41, Oeſterreich 733,
Ungarn 305, Portugal 42, Rumänien 217, Rußland 4533,
Schweden 163, Schweiz 224, Serbien 30, Spanien 47,
Türkei 21. Bäder wurden insgeſamt 486 157 abgegeben.
Die offizielle Kurzeit beginnt am 16. April und endigt
mit dem 15. Oktober. Während dieſer Zeit finden auch
Konzerte der Kurkapelle (Winderſtein=Orcheſter) ſtatt.
Staatliche Badehäuſer ſind aber von Anfang März ge=
öffnet
und bleiben nach Bedarf bis Ende Dezember im
Betrieb. Im Badehauſe des Städtiſchen Konitzkyſtiftes
werden während des ganzen Jahres Bäder abgegeben.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 18. Jan. Der Reichs=
kanzler
und Gemahlin hatten für geſtern abend zahl=
reiche
Einladungen zu einem Ball im Reichskanzler=
Palais ergehen laſſen. Der Reichskanzler und ſeine Gat=
tin
empfingen, unterſtützt durch ihre Tochter Iſa, ihre
Gäſte mit gewohnter Liebenswürdigkeit. Gegen 8¾ Uhr
erſchienen der Kaiſer in Dragoner=Uniform und die
Kaiſerin, die eine tiefrote Robe mit Silberſtickerei ange=
legt
hatte, mit Prinzeſſin Viktoria Luiſe. Der Reichs=
kanzler
und ſeine Gattin empfingen die Herrſchaften am
Portal. Der Kaiſer unterhielt ſich mit vielen Anweſen=
den
und zog insbeſondere auch die hohen Mitglieder der
Diplomatie ins Geſpräch. Gegen 11 Uhr verließen der
Kaiſer und die Kaiſerin das Feſt. Die neue Flagge
und Fahne der Stadt Berlin iſt, wie ſchon ge=
meldet
, nach jahrelangen Verſuchen und Nachforſchungen
nunmehr endgültig feſtgeſtellt und wird zum erſten Male
gelegentlich der Geburtstagsfeier des Kaiſers im Rat=
haus
prangen. Sie beſteht aus einem größeren weißen
Felde, in dem der ſchwarze Bär heraldiſch geſprochen
nach rechts ſchaut und ſchreitet; oben und unten wird
das weiße Mittelfeld von zwei breiten coten Streifen als
Zeichen der Zugehörigkeit zur Mark eingefaßt. In dem
oberen dieſer zwei roten Querſtreifen befindet ſich die
ſiebentürmige Mauerkrone, das Symbol der Haupt= und
Reſidenzſtadt, in Weiß angebracht. Die Zahl der
Kinotheater im engeren Polizeibezick Berlin iſt jetzt
auf 220 geſtiegen. Der Kaſſierer Winkler der
Commerz= und Diskontobank unterſchlug durch Lom=
bardierung
von bei der Bank deponierten Effekten in 1½
Jahren rund 60000 Mark. Die Unterſchlagungen kamen
an den Tag, als ein Kunde in einem Kontoauszug das
Fehlen von 30000 Mark feſtſtellte. Winkler iſt 37 Jahre
alt und unverheiratet. Er ſtellte ſich heute, nachdem er
ſeit Mittwoch vom Bureau ferngeblieben war, dem Poli=
zeipräſidium
. Er brachte den größten Teil des verun=
treuten
Geldes mit Sektgelagen in Weinſtuben durch.
Der Brunnenbauer Kolbe, der Mörder des Aſſiſtenten
Behm in Dabendorf, iſt in einer Wirtſchaft in der Flott=
wellſtraße
, wo er übernachtete, von einem Kriminal=
kommiſſär
verhaftet worden.
Frankfurt a. M., 18. Jan. Zu dem im Mai hier ſtattfin=
denden
Kaiſerpreis=Wettſingen haben ſich definitit
43 Vereine mit 10 600 Sängern angemeldet, gegen 34 Ver=
eine
mit 9000 Sängern im Jahre 1909. Der kleinſte Ver=
ein
zählt 139 Sänger, der größte Verein 485 Sänger.

Den größten Teil der wettſtreitenden Vereine ſtellt wieder
das Rheinland. Der Kaiſer wird mit dem geſamten Hofe
an allen drei Tagen dem Preisſingen beiwohnen. Die
Veranſtaltung iſt ſo getroffen, daß an den erſten beiden
Tagen je 18 Vereine ſingen und am letzten Tage der Reſt
von 7 Vereinen auftritt.
Hanau, 18. Jan. Die Zahl der typhuskran=
ken
Soldaten vom 1. Bataillon des 3. Eiſenbahn= Regi=
ments
iſt von 168 auf 143 zurückgegangen. 19 Soldater
ſind noch ſchwer krank. In der Rekonvaleſzenz befinden
ſich noch 185 Soldaten.
München, 18. Jan. Die Münch. N. N. erfahren amt=
lich
: Der mit der Behandlung der Cheangelegenheit des
Prinzen Georg von Bayern betraute beſondere Senat des
Oberſten Landesgerichts erklärte die Ehe mit der Erz=
herzogin
Iſabella Maria von Oeſterreich
für nichtig. Die Entſcheidung wurde vom Prinz=
Regenten beſtätigt.
Hildesheim, 17. Jan. Der Inhaber des im April 1911
in Konkurs geratenen Bankhauſes J. H. Piſtorius
Geheimer Kommerzienrat Theodor Piſtorius, wurde
heute von der hieſigen Strafkammer wegen Konkursver=
gehens
zu 1000 Mark Geldſtrafe verurteilt. Der
Staatsanwalt hatte ein Jahr Gefängnis beantragt. Die
Strafverfolgung gegen die beiden ehemaligen Proku=
riſten
dieſer Firma wurde bereits vor einiger Zeit ein=
geſtellt
. Bei dem Konkurs des Bankhauſes, der nament=
lich
der ländlichen Bevölkerung und dem Stifte Hildes=
heim
bedeutenden Schaden verurſachte, betragen die Ak=
tiva
770000 Mark, die Paſſiva 2700000 Mark.
Hamburg. 18. Jan. Ein gewaltiger Hochdruck trieb
die Eismaſſen gegen die Elbbrücken, wo ſie ſich auf=
einanderſtauten
und die Stahl=Taue und Ketten, an denen
die Kähne lagen, zerriſſen, ſodaß die Anker brachen. Vom
Eisſtrom mit fortgeriſſen, ſetzten ſich die Kähne in Be=
wegung
und rannten aneinander, ſodaß etwa die Hälfte
der Fahrzeuge ſchwer beſchädigt wurde.
Königsberg i. Pr., 18. Jan. Die gemeldeten Ver=
untreuungen
in Eiſenbahngüterzügen wer=
den
beſtätigt. Der Wagenmeiſter Karpinsky und der
Zugführer Sarunsky beraubten und unterſchlugen wäh=
rend
einer Reihe von Jahren die Güterſendungen und trie=
ben
mit der Beute einen lebhaften Handel. Der Wert
der unterſchlagenen Güter iſt ſehr beträchtlich. Sarunsky
beging, wie gemeldet wurde, nach der Verhaftung Selbſt=
mord
. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß weitere Perſonen
in die Angelegenheit verwickelt werden.
Bautzen, 18. Jan. Die Unterſuchung über die Ver=
giftung
der Familie des Rentenempfängers Hent=
ſchel
im benachbarten Carlsberg, der zwei Kinder
zum Opfer gefallen ſind, ergab, daß es ſich um Kohlen=
oxydgasvergiftung
handelt. Die übrigen unter
Vergiftungserſcheinungen erkrankten Familienmitglieder
ſind wiederhergeſtellt.
Peſt, 18. Jan. Die Polizei verhaftete den
Eiſenbahn=Brückenbauunternehmer Ignaz Pallos, wel=
cher
verſchiedene Eiſenbahngeſellſchaften, bei denen er
Direktor war, ſowie in= und ausländiſche Geldinſtitute
durch Unterſchlagung und Betrug um zuſammen 8 Mil=
lionen
Kronen ſchädigte. Unter anderem unterſchlug er
für 1½ Millionen Kronen Aktien der Temesvar=Varjaſer
Lokalbahn und für 2 400000 Kronen Aktien der Mocſolad=
Sofoker Eiſenbahn, beide Eigentum einer engliſchen Ak=
tiengeſellſchaft
, indem er die in Depot genommenen Aktien
zum eigenen Nutzen verſetzte und Falſchſtücke drucken ließ,
die er der Geſellſchaft zuſandte. Auch die Prager
Wſkomptbank und die Ungariſche Kommerzialbank in Peſt
wurden um namhafte Beträge geſchädigt.
Paris, 17. Jan. Aus Nancy wird gemeldet, daß der
daſelbſt wegen Brandſtiftung verhaftete angebliche ameri=
kaniſche
Arzt Krauß mit einem gewiſſen Walther
Hermann aus Berlin identiſch iſt, der ſeit 1905 von
der Münchener Staatsanwaltſchaft wegen Bigamie und
Vertrauensbruch verfolgt wird.
London, 17. Jan. Die Hinterbliebenen der
Opfer der
Titanic=Kataſtrovhe haben
Schadenerſatzklagen in Höhe von 25 Millionen
Mark gegen die White=Star=Linie bei New=Yorker Ge=
richten
erhoben. Frau Henry Harris, die Witwe eines
Theaterdirektors, bewertet ihren verlorenen Gatten am
höchſten: Sie fordert vier Millionen Mark für den Ver=
luſt
ſeiner Perſon, 110000 Mark für ihre bei dem Unter=
gang
des Dampfers verlorenen Juwelen und 18000 Mar=
für
das Gepäck ihres Gatten. Frau Futrelle, die Witwe
eines bekannten Schriftſtellers, und eine Frau Howard

fordern je 1200000 Mark für die verlorenen Ehegatten,
während Frau Frank Millet, die Witwe eines Malers,
ſich mit 400000 Mark zufriedengeben will.
London, 18. Jan. Die Times meldet aus New=York
vom 17. Januar: In verſchiedenen Teilen der Stadt
kam es heute zu Zuſammenſtößen zwiſchen ſtrei=
kenden
Arbeitern der Bekleidungsinduſtrie, Streik=
brechern
und der Polizei. Mehrere Perſonen wurden
übel zugerichtet und zahlreiche Verhaftungen vor=
genommen
.

Der Balkankrieg.
Die Ueberreichung der Kollektivnote.

* Konſtantinopel, 17. Jan. Die Kollek=
tivnote
der Mächte wurde um 3 Uhr nachmittags
durch den öſterreichiſch=ungariſchen Botſchafter Markgrafen
v. Pallavicini als Doyen mit einigen Worten über=
reicht
. Die übrigen Botſchafter waren nur Zeugen der
Ueberreichung. Der Miniſter des Aeußern Noradunghian
erklärte, er nehme die Note zur Kenntnis. Die Pforte
werde ſie ſobald als möglich beantworten. Unmittelbar
danach trat der Miniſterrat zuſammen, um die Antwort=
zu
beraten. Die Beratung war von kurzer Dauer. Der
Miniſterrat, der die Antwort der Pforte vorbereiten ſoll
iſt für morgen einberufen worden.
* Berlin, 18. Jan. Die von den Botſchaftern
in Konſtantinopel geſtern übergebene identi
ſche Note hat folgenden Wortlaut:
Die unterzeichneten Botſchafter von Oeſterreich= Un=
garn
, England, Frankreich, Rußland. Deutſchland und
Italien ſind von ihren Regierungen beauftragt worden,
Seiner Exzellenz dem Miniſter der Auswärtigen Angele=
genheiten
Sr. Majeſtät des Sultans die folgende Mittei=
lung
zu machen: In dem Wunſche, der Wiederaufnahme
der Feindſeligkeiten vorzubeugen, glauben die genannten
Mächte die Aufmerkſamkeit der ottomaniſchen Regierung
auf die ſchwere Verantwortung lenken zu ſol=
len
, die ſie auf ſich nehmen würde, wenn ſie entgegen
den Ratſchlägen der Mächte, die Wiederherſtellung des
Friedens verhindern würde. Sie würde es nicht nur
ſich ſelbſt zuzuſchreiben haben, wenn die Fortſetzung des
Krieges zur Folge haben würde, das Schickſal der Haupt=
ſtadt
in Frage zu ſtellen und vielleicht die Feindſeligkeiter
auf die aſiatiſchen Provinzen des Reiches auszudehnen
In dieſem Falle wird ſie nicht auf den Erfolg der Be
mühungen der Mächte rechnen können, ſie vor den Ge=
fahren
zu bewahren, denen ſich auszuſetzen ſie ihr bereits
widerraten haben und auch weiter widerraten.
Wie die Dinge liegen, wird die kaiſerlich ottomaniſche
Regierung nach dem Friedensſchluß des moraliſchen
und materiellen Beiſtands der Groß=
mächte
bedürfen, um die Schäden des Krieges wieder
gut zu machen, ihre Stellung in Konſtantinopel zu be
feſtigen und die weiten aſiatiſchen Gebiete in guten Stand
zu ſetzen, deren Gedeihen ihre wirkſamſte Stärke ſein wird
Um dies notwendige Werk zu unternehmen und durchzu=
führen
, wird die Regierung Sr. kaiſerlichen Majeſtät des
Sultans auf die Wirkſamkeit der wohlwollenden Unter=
ſtützung
der Mächte nur rechnen können, wenn ſie ihren
Ratſchlägen folgen wird, die von den allgemeinen Inter=
eſſen
Europas und denen der Türkei eingegeben ſind.
Unter dieſen Umſtänden glauben die europäiſchen
Großmächte gemeinſam der kaiſerlich ottomaniſchen Re=
gierung
erneut den Rat geben zu ſollen, der Abtre=
tung
Adrianopels an die Balkanverbündeten zu=
zuſtimmen
und den Großmächten die Sorge zu über
laſſen, über das Schickſal der Inſeln des Aegäiſchen Mec
res zu befinden. Gegenüber dieſen Umſtänden würden
die genannten Mächte es ſich angelegen ſein laſſen, den
Schutz der muſelmaniſchen Intereſſen in Adrianopel und
die Achtung vor den in dieſer Stadt befindlichen Moſcheen,
religiöſen Gebäuden und Grundſtücken zu ſichern. Ebenſo
würden ſie dahin wirken, daß bei der Löſung der Frage
der Inſeln des Archipels jede Drohung für die Sicherheit
der Türkei ausgeſchloſſen iſt.
* Konſtantinopel, 18. Jan. Nach Schluß des
geſtrigen Miniſterrats erklärte der Finanzminiſter,
die Antwort der Pforte auf die Note der
Mächte werde zweifellos ablehnend ausfallen. Den
Miniſter des Aeußern teilte mit, die Kollektiynote emp=
fehle
, auf Adrianopel zu verzichten und die Regelung der
Inſelfrage den Mächten zu überlaſſen.
Oeſterreich=Ungarn und Serbien.
Wien. 18. Jan. Das Wiener Fremdenblatt be=
ſpricht
anläßlich der von Serbien wegen der Konſu=

Feuilleton.

CK. Wieland und Mozart. Wieland und Mozart,
der Dichter und Komponiſt, verkörpern zuſammen den
Höhepunkt jener Kultur, die man das deutſche Rokoko ge=
nannt
hat. Die heitere Lebensluſt, die anmutige Schön=
heitsfreude
des 18. Jahrhunderts, findet in ihren Werken
den reinſten Ausdruck. Wielands Oberon klingt fort in
der Zauberflöte; die Terte, die er für die Muſik des Kom=
poniſten
Schweitzer geſchaffen hat, haben erſt die Grund=
lage
für eine wirkliche deutſche Oper geſchaffen, und ſo
knüpft nicht nur Die Entführung aus dem Serail an
die Wielandſchen Singſpiele an, ſondern Wielands Wir=
ken
für die deutſche Oper, wie es in ſeinen muſiktheoreti=
ſchen
Schriften deutlich zutage tritt, bildet die Grundlage
für Mozarts Schaffen. Aber nicht nur die Werke der bei=
den
weiſen Berührungspunkte auf, ſondern ſie ſind ſich
auch perſönlich begegnet, und es mag bei der Feier des
hundertſten Todestage des Oberon=Dichters intereſſieren,
unter welchen Umſtänden er mit dem eigentlichen Voll=
ender
ſeines künſtleriſchen Stils zuſammengetroffen. Als
die Wieland=Schweitzeriſche Oper Roſamunde in Mann=
heim
gegeben wurde, lud man Wieland zu der Aufführ=
ung
ein und empfing ihn mit hohen Ehren. Auch Mozart
weilte damals in Mannheim und dirigierte ſogar die
Proben, als Schweitzer übel auf war Freilich gefiel
dem jungen Genie die Muſik nicht; er ſagt, ſchreibt die
Mutter, es ſei keine Natur darinnen, und alles übertrie=
ben‟
Der berühmte Dichter ließ ſich den vielverſprechen=
den
Komponiſten vorſtellen, und Mozart entwirft von
ihm eine unbefangene Charakteriſtik: Nun bin ich mit
Herrn Wieland auch bekannt; er kennt mich aber noch nicht
ſo wie ich ihn, denn er hat noch nichts von mir gehört. Ich
hätte mir ihn nicht ſo vorgeſtellt, wie ich ihn gefunden.
Er kommt mir im Reden ein wenig gezwungen vor; eine
ziemlich kindiſche Stimme, ein beſtändiges Gläſelgucken,
eine gewiſſe gelehrte Grobheit, und doch zuweilen eine
dumme Herablaſſung. Mich wundert aber nicht, daß er
(wenn auch zu Weimar oder ſonſt nicht) ſich hier ſo zu
betragen geruhet, denn die Leute ſehen ihn hier an, als
wenn er vom Himmel herabgefahren wäre. Man geniert
ſich ordentlich wegen ihm; man redet nichts, man iſt ſtill
wan gibt auf jedes Wort Acht, was er ſpricht; nur

ſchade, daß die Leute oft ſo lang in der Erwartung ſeyn
müſſen, denn er hat einen Defect in der Zunge, vermög
er ganz ſachte redet und nicht 6 Worte ſagen kann, ohne
einzuhalten. Sonſt iſt er, wie wir ihn alle kennen, ein
vortrefflicher Kopf. Das Geſicht iſt von Herzen häßlich,
mit Blattern angefüllt, und eine ziemlich lange Naſe; die
Statur wird ſeyn, beyläufig etwas größer als der Papa.
Wieland ließ ſich von Mozart zweimal etwas vorſpielen
und zeigte ſich höchſt entzückt von dem neuen Genie. Er
hat auch ſpäter ſeine Meiſterwerke bewundert, als ſie in
Weimar gegeben wurden. Den Don Juan nennt er
das non plus ultra der dramatiſch=lyriſchen Muſe und
rühmt der Zauberflöte eine ſolche Zauberkraft nach
daß man ſie nicht genug hören kann. Merkwürdiger=
weiſe
aber hat er den Figaro als das Widerlichſte‟
bezeichnet, was ich in meinem Leben gehört zu haben
glaube
() Ausgrabungen im Hauſe des Tiberius auf dem
Palatin. Aus Rom wird berichtet: Die jüngſten Aus=
grabungen
, die Giacomo Boni auf dem Palatin vorge=
nommen
hat, förderten eine Fülle wertvoller Aufſchlüſſe
über die Topographie des kaiſerlichen Roms und über
die Architektur und Bauart des römiſchen Wohnhauſes
während der letzten Periode der Republik zutage. Die
intereſſanteſten Entdeckungen erfolgten im Gebiete der
Domus tiberiana‟ Der endgültige Nachweis, daß der
Bau wirklich das Haus des Tiberius geweſen iſt, iſt nach
Boni auch durch die jüngſten Ausgrabungen noch nicht er=
bracht
, wenn auch die Wahrſcheinlichkeit beſtehen bleibt.
Bei den Arbeiten wurde ein Badeſaal von ungewöhn=
licher
Großartigkeit der Anlage freigelegt; er enthält eine
große Treppe, zwei von Porvhyrſäulen und Statuen ge=
ſchmückte
Auskleideräume. Man entdeckte zehn verſchie=
dene
Waſſerausflüſſe und die Ueberreſte der komplizierten
Waſſerleitung, ſowie einen Maſſierſeſſel. Die Leuchter
und Bronzekandelaber waren noch vollkommen intakt.
Eine kleine Trevve führt zu dem neroniſchen Fiſchteich
Von hier ſchreitet man zwiſchen den Ueberreſten der
Häuſer aus der Zeit Sullas und der Cäſaren weiter; dieſe
Ueberreſte erwieſen ſich als koſtbare Beiſpiele für den
Einfluß äayptiſcher Kunſt; in der Tat zeigen die pracht=
vollen
Malereien, die ausgezeichnet erhalten ſind, ägyp=
tiſches
Gepräge und lebhafte Farben, in denen Scharlach=
rot
, Blau und Smaragdgrün vorwiegen. Tiergeſtalten,
unter denen man Enten und Nilpferde findet, wechſeln

in der dekorativen Ausſchmückung mit ſtiliſierten Lotos
blüten. Boni wird die Ausgrabungen fortſetzen und hat
ſich dabei das Ziel geſtellt, den Werdeaana des römiſchen
Wohnhauſes von der Zeit des Romulus bis zu dem präch=
tigen
Wohnhaus der ſpäten Republik zu rekonſtruieren.
Die Löſung des Knöpf=Problems. Nicht längel
mehr ſoll die Siſyphos=Arbeit der Kammerzofen dauern
die die unzähligen Knöpfe, Haken und Schließer an
Kleide der Gnädigen in nimmermüdem Eifer öffnen
müſſen; nicht länger mehr ſollen weniger begüterte Da=
men
nach einem dienſtwilligen Geiſte ſuchen, der ihnen
die Bluſe aufmacht; nicht länger mehr wird der Gatte,
wenn er im Morgenarauen aus der Geſellſchaft zurück=
kehrt
, um die kurzen Stunden des Schlafes betrogen, weil
er in ſtiller Verzweiflung ſeine Frau von ihrer großen
Toilette befreien muß. Im praktiſchen Albion iſt die =
ſung
gefunden, die Löſung des ſchlimmen Knöpf= Pro=
blems
, und zur Freude aller Kammerzofen und Ehe=
männer
, zum Jubel der Damen ſelbſt, iſt die Rettung dar
das Schnell=Auszieh=Kleid‟. Eine findige
Schauſpielerin Miß Darragh vom Repertory Theatre in
Mancheſter hat die glückliche Idee gehabt, die ein großer
Londoner Schneider zur Ausführung gebracht hat und
die in weiten Kreiſen der britiſchen Frauenwelt Anklang
findet. Das neue Kleid iſt ſo ſinnreich gearbeitet, daß
es nur eine einzige Schließvorrichtung hat und daß man
in weniger als einer Minute hinein= und herausſchlüpfen
kann. Alles, was die Trägerin zu tun nötig hat. um von
ihrer Hülle befreit zu werden, beſteht in dem Aufdrücken
eines Knopfes, worauf bei einer kurzen Bewegung das
Kleid herunterfliegt. Man ſtelle ſich den tiefen Sinn und
den hohen Nutzen dieſer Erfindung, über die freilich
nähere Einzelheiten noch nicht verraten werden, recht vor,
die Erſparniſſe an Zeit. an Arbeit und Aerger, und man
wird der Schauſpielerin einen Lorbeerzweig und dem
Schneider einen großen finanziellen Erfolg verſprechen
können.
* Im Zorn. Was war denn bei Ihnen, Frau Nach=
Ach,
barin, in der Früh’ ſchon für eine Aufregung?
der verflixte Hahn iſt ſchuld daran! Der wollt’ nämlich
nicht aufhören zu krähen, ſo daß mein Mann abſolut nicht
einſchlafen konnte. Schließlich iſt er voller Zorn aufge=
ſprungen
, hat ’n eingefangen, geſchlachtet, gebraten und
gleich aufgegeſſen . .. dann iſt er wieder ins Bett ge=
gangen
! (Fl. Blätter.)

[ ][  ][ ]

latsaffäre in Prizrend und Mitrowitza gegebenen Ge=
ugtuung
neuerlich die Vorgeſchichte dieſer Ange=
legenheit
und erklärt ſodann: Die ſerbiſche Regierung tat
ſcherlich gut, die in der Natur der Sache wohlbegründete
orderung Oeſterreichs zu erfüllen. Sie handelte damit
euch im Intereſſe ihres Landes. Vielleicht ſei es geſtattet,
eus dem korrekten Verhalten Serbiens in dem letzten Teil
ter Affäre einen allgemeinen Schluß auf das Vorhanden=
ſein
von Dispoſitionen zu ziehen, die ſich bei der weiteren
Entwicklung der öſterreichiſcheſerbiſchen Ble=
ziehungen
als förderlich erweiſen könnten.
Rumänien und Bulgarien.
* London, 18. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
tofährt, wird der rumäniſche Miniſter des Innern Take
Fonescu, der geſtern London verlaſſen hat, am Sonn=
tug
in Bukareſt eintreffen. Am Montag wird er
eienem Miniſterrat die Ergebniſſe ſeiner Beſprechun=
ten
mit Dr. Danew vorlegen. Die buig triſche
Untwort entſpricht nicht der Auffaſſung der rumäniſchen
ſegierung, aber man glaubt nicht, daß ſie das letzte Wort
ter bulgariſchen Regierung enthält. In rumäniſchen
Kreiſen wird erklärt, daß kein Abbruch der Ver,
1 andlungen zu befürchten ſei, da der rumäniſche Ge=
ſundte
Miſchu vorausſichtlich Anfang nächſter Woche ſie
wieder aufnehmen werde
* Sofia, 18. Jan. Gegenüber der Meldung eines
Aalattes, daß der Streitfall zwiſchen Rumänien und
Pulgarien durch die Abtretung von 29 bulgariſchen
Lortſchaften beendet worden ſei, erklärt der Mir, die
Neldung ſei eine Erfindung. Jetzt, wo wir noch
im Anfangsſtudium der Verhandlungen ſind, kann man
täejenigen nur tadeln, die derart phantaſtiſche Gerüchte
entsſprengen.
* Wien, 18. Jan. Die Politiſche Korreſpondenz
fährt aus Sofia, in den zwiſchen Bulgarien und
Lumänien ſtattfindenden Erörterungen ſei jede Spur
ebner Verſtimmung geſchwunden. Auf beiden
Gseiten bekunde ſich der beſte Wille zur Erzielung eines
(invernehmens, das nicht mehr ferne ſei. In leitenden
mlgariſchen Kreiſen wird mit Anerkennung der Rolle
Oeſterreich=Ungarns in dieſer Angelegenheit gedacht, wel=
bges
unter Enthaltung von jedem unmittelbaren Eingrei=
jen
ſich bemühte, das Ausgleichswerk durch wiederholte,
in freundſchaftlichem Tone gehaltene Ratſchläge zu er=
zichtern
.
Die Forderungen Montenegros.
* London, 18. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
ecfährt, überreichten die montenegriniſchen Friedensdele=
eierten
dem Miniſter des Aeußern, Grey, und den Bot=
ſhaftern
in London eine Denkſchrift, in der die ein=
zelnen
Gründe aufgeführt werden, weshalb Skutari, Ipek
und Prizrend Montenegro einverleibt werden ſoll=
en
. Montenegro wolle lieber als politiſcher Faktor von
teer Balkanhalbinſel verſchwinden, als ſeine Anſprüche
auf die genannten Orte aufgeben. Der Denkſchrift liegt
cione Karte bei, auf der die von Montenegro beanſpruch=
ten
neuen Grenzen kenntlich gemacht ſind. Wie das Reu=
terſche
Bureau weiter erfährt, bereiten auch die anderen
Calkanverbündeten ähnliche Erklärungen zur Unterſtütz=
ung
ihrer Gebietsforderungen vor.
Eine türkiſch=griechiſche Seeſchlacht.
* Athen, 18. Jan. Die Agence d’Athenes me
Die türkiſche Flotte, die heute früh aus den Dar=
danellen
ausgelaufen iſt, wurde von der griechiſchen Flotte
toll ſtändig zerſtört. Eine große Volksmenge
veranſtaltete, als die Nachricht in Athen bekannt wurde
vor dem Marineminiſterium begeiſterte Kundgebungen.
* Athen, 18. Jan. Von der gemeldeten See
ſchlacht wird amtlich folgende Darſtellung gegeben:
Wie türkiſche Flotte lief heute morgen aus der Meerenge
arus und dampfte in ſüdlicher Richtung nach der Inſel
Lenedos, wo ſich die Schlacht mit der griechiſchen
felotte entſpann. Der Kampf dauerte zwei Stunden.

Hierauf fuhr die türkiſche Flotte, von der griechiſchen ver=
folgt
, nach den Dardanellen zurück. Ueber die Verluſte
des Feindes ſind keine beſtimmten Nachrichten hierher
gelangt. (Danach iſt die erſte Meldung von einer Zer=
ſtörung
der türkiſchen Flotte alſo, wie vorauszuſehen
war, unwahr.)
Nach telegraphiſchen Mitteilungen des Gouverneurs
von Tenedos begann der Kampf um 11,25 Uhr, um 12,50
Uhr war er erbittert, dann begann ſich die türkiſche Flotte
angſam nordweſtlich von Tenedos zurückzuziehen. Um
,10 Uhr wandten ſich die türkiſchen Panzerſchiffe in
voller Unordnung ſchleunigſt nach den Dardanellen und
feuerten nur noch in Zwiſchenpauſen auf den Aweroff,
der ſie in einer Entfernung von 5000 Meter verfolgte. Um
2,30 Uhr hörte der Kampf auf, da die feindlichen Schiffe
ſich in die Dardanellen zurückzogen. Die griechiſche Flotte
tellte die Verfolgung ein, als ſie in die Reichweite der
Kanonen der Feſtungen gekommen war.
Letzte Nachrichten.
* London, 18. Jan. Die Botſchafter der Groß=
mächte
haben beſchloſſen, daß der Berg Athos als
eine unabhängige geiſtliche Republik angeſehen
werden ſoll.
* Berlin, 19. Jan. Zu der Kollektivnote der
Mächte ſchreibt die Nordd. Allgem. Ztg.: Aus dem be=
reits
veröffentlichten Wortlaut der Note ergibt ſich, daß
ſie nicht auf die Ausübung eines Zwanges gerichtet iſt
Maßregeln, durch die ein Heraustreten der Mächte aus
ihrer Neutralität eingeleitet werden könnte, ſind nicht an=
gekündigt
. Insbeſondere enthält die Note keinen Hin=
weis
auf eine Demonſtration der Großmächte in türki=
ſchen
Gewäſſern.
Wien, 19. Jan. Das Neue Wiener Tageblatt
tritt den wiederholt in auswärtigen Blättern verbreiteten
Meldungen entgegen, als ob Oeſterreich=Ungarn ſich nur
ungern dem Schritte der Mächte angeſchloſſen habe. Das
Blatt hebt als beſonderen Beleg der Friedensliebe
hervor, daß es der öſterreichiſche Botſchafter in Konſtan=
tinopel
war, deſſen Bemühungen bei der Pforte es vor=
nehmlich
zu danken geweſen ſei, daß die türkiſchen Dele=
gierten
nicht, wie ſchon beſtimmt war, aus London ab=
berufen
wurden, ſondern dort blieben, um gegebenen=
falls
die Friedensverhandlungen wieder aufnehmen zu
können.
Konſtantinopel, 19. Jan. Seit 1 Uhr nach=
mittags
tagt auf der Pforte der Miniſterrat, aber
man weiß noch nicht, ob er die Beratung über die Ant=
wort
der Pforte auf die Kollektivnote der Mächte heute
zu Ende führen wird. Man glaubt, daß die Antwort nicht
vor Mittwoch nächſter Woche übergeben werden kann.

Eine offiziöſe Erklärung
gegen Wetterlé.

* Berlin, 18. Jan. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt:
Das Auftreten des Reichstagsabgeordne=
ten
Wetterlé bei ſeiner franzöſiſchen Vortragsreiſe
ief in Deutſchland überall eine ſtarke Entrüſtung
hervor. Mit Recht wird in der Preſſe die verhetzende =
tigkeit
als frevles Spiel mit dem Frieden
zweier Nationen bezeichnet, deren Regierungen um
die Erhaltung des europäiſchen Friedens bemüht ſind und
deren überwiegende Mehrheit, wie wir annehmen, auf
beiden Seiten von der Aufſtachelung chauviniſtiſcher Lei=
denſchaften
nichts wiſſen will. Wetterlé erging ſich in
mehr oder weniger faßbaren Aeußerungen, als warte die
unterdrückte Bevolkerung ſehnſüchtig auf die Befreier. Daß
er ſo verſtanden worden iſt, und zwar nicht gegen ſeine
Abſicht, ergibt ſich klar aus den Berichten der franzöſiſchen
Zeitungen. Dem gegenüber würde es unerheblich ſein,
wenn Wetterlé nachträglich einen harmloſeren Wortlaut ſei=
nes
Vortrages produzierte. Völlig zutreffend wies der
Staatsſekretär Zorn von Bulach im elſaß=lothringiſchen
Landtag darauf hin, daß es nicht auf den ausgeklügelten
Wortlaut, ſondern auf den Eindruck und das geſamte
Milieu ankommt. Im deutſchen Reichstag iſt Wetterlé zu
verſtehen gegeben worden, daß ſein Treiben in Frankreich
gegen die Ehre, Mitglied des Reichstags
zu ſein, gröblich verſtößt.

Luftfahrt.

Ein Unfall des Schütte=Lanz.
Berlin, 18. Jan. Heute nachmittag wurde das
Luftſchiff Schütte=Lanz das kürzlich von der Militär=
verwaltung
übernommen wurde, bei einer Uebungsfahrt
von einem Unfall betroffen, der das Schiff mehrere
Wochen betriebsunfähig macht. Das Schiff war von
Biesdorf nach Potsdam geflogen. Dort brach das
Höhenſteuer, doch gelang es mit vieler Mühe, nach
Biesdorf zurückzukommen. Starke Windſtöße geſtatteten
aber eine Landung vor der Halle nicht, und man
fuhr weiter, bis ſich ein günſtiger Landungsplatz
eigte. Als der Ballon etwa 20 Meter über der Erde
ſchwebte, packte ihn ein neuer Windſtoß und das Hinter=
teil
des Schiffes ſtieß mit dem Dach eines Hauſes
zuſammen, wodurch das Holzgerippe zertrümmert wurde.
Ein Maſchiniſt verletzte ſich beim Abſpringen ſehr, ein
anderer verſtauchte ſich, als er auf das Dach ſprang,
beide Hände. Soldaten des Luftſchifferbataillons wurden
alarmiert und brachten das Luftſchiff mit vieler Mühe
über die Chauſſee hinweg, zur Ballonhalle. Die Leitung
der Straßenbahn mußte zu dieſem Zweck niedergelegt
werden. (F. Z.)
* Berlin, 19. Jan. Ueber den Unfall des
Schütte=Lanz=Ballons machte der Luftſchiff=
kapitän
Honold, der an der Fahrt teilnahm, der Voſſiſchen
Zeitung folgende Mitteilung: Wir ſtiegen um 2.15 Uhr
nachmittags in Biesdorf zu einer Uebungsfahrt auf und
gelangten nach glatter Fahrt nach Potsdam. Plötzlich
gaben die Führungen des Höhenſteuers nach und der
Ballon wurde ſteuerlos. Mit aller Vorſicht wurde des=
halb
die Rückfahrt angetreten. Gegen 5 Uhr nachmittags
gelangten wir wieder in die Nähe von Biesdorf. In dem
Augenblick, als der Führer des Ballons, Hauptmann von
Jena, auf dem günſtigen Landungsterrain bei Mahlsdorf
landen wollte, warf ein heftiger Windſtoß den Ballon zu=
rück
, deſſen Motore nur noch ſchwach arbeiteten. Die hin=
tere
Gondel ſtreifte das Dach eines Hauſes und der Ballon
rutſchte auf dem Dachfirſt des Hauſes entlang. Es wurde
chließlich abgebremſt. Bei dem ſtarken Anprall brachen
die Rundhölzer des Gerippes welche die ſchützende äußere
Hülle zerriſſen. Als der Ballon etwa 15 Meter über dem
Erdboden ſchwebte, ſprang der Maſchiniſt May in die
Tiefe und zog ſich bei dem Fall einen ſchweren Bein= und
Armbruch, ſowie ſchwere Verletzungen an der Stirn zu.
Der Obermaſchinenmaat Metze verſtauchte ſich bei dem
Verſuch, aus der Gondel auf das Dach des Hauſes zu
klettern, an beiden Händen. Sobald der Ballon ſtill=
lag
, verließen die Inſaſſen, fünfzehn Mann, die Gondeln,
um das Luftſchiff mit Hilfe der herbeigeeilten Hilfsmann=

Großherzogliches Hoftheater.

Samstag, den 18. Januar.
Kuritz=Pyritz.
W-l. Frühere Theaterbeſucher werden ſich noch der
erſten Aufführung der Geſangspoſſe Kyritz=Pyritz er=
imnern
, bei der die Damen Frl. Cramer, Frl. Ethel und
Frl. Denkhauſen die luſtigen Weiber von Kyritz darſtell=
tgen
und der ſtil= und humorvolle Sekundaner des Frl.
Grohe zur Erheiterung des Publikums beitrug. Damals
wagte man noch die ſchüchterne Frage, ob ein ſolcher ka=
pitaler
Unſinn überhaupt auf die Bühne eines Hoftheaters
gehöre; heute aber fragt niemand mehr danach; denn
ier Geſchmack des Publikums hat ſich immer mehr dem
Unterhaltungsbedürfnis untergeordnet, und je ernſter die
Zeiten geworden ſind, deſto mehr ſucht man im Theater
Amüſement.
Daß das Publikum dieſes in reichem Maße bei der
geutigen Aufführung gefunden hat, bewies der fidele
Werlauf des Abends. Der einzige von den Darſtellern,
ger dem Wandel der Zeit ſtandgehalten hat, iſt Herr
Knispel, deſſen köſtlicher Piepenberg damals wie heute
eeine der charakteriſtiſchſten Geſtalten des Kyritzer Spießer=
Enſembles war und eigentlich bedauern läßt, daß Herr
Knispel in komiſchen Rollen nicht mehr beſchäftigt wird.
Das männliche Kleeblatt der abenteuerluſtigen Kyritzer
rvurde durch Herrn Heinz als Lietzow, der in dieſer
Rolle ſchon an ſich parodiſtiſch wirkte, und Herrn Jor=
oann
als Bäcker Rur aufs humorvollſte ergänzt. Letz=
trerer
war in allen Situationen von höchſter Komik und
verſtärkte dieſe komiſche Wirlung noch durch die einge=
ſegten
Geſangsnummern. Das weibliche Dreigeſtirn von
KKyritz, die moraliſche Frau Lietzow, die gefühlvolle Frau
Wiepenberg und die reſolute Frau Rux, hatten in Frl.
Wisthaler, Frl. Heumann und Frau Müller=
Rudolph ſtil= und temperamentvolle Vertreterinnen
gefunden, die auch äußerlich das altmodiſche Klein=
ttädtertum
mit komiſcher Charakteriſtik verkörverten.
Ein glücklicher Gedanke war es, Frl. Schaub die
Rolle des verliebten Sekundaners zuzuweiſen, die ſie
Hübſch und dezent ſpielte und ſchön, eigentlich viel zu
ſichön, ſang. Daß der Sekundaner aber ſtets mit einem
Korpsband herumläuft, iſt ein Unſinn. Einen durch=
ſchlagenden
Heiterkeitserfola erzielte das Pyritzer Lieb=
haberterzett
der Herren Kräger, Peterſen und
Thomſen, beſonders aber der letztere, der den Knödel=
ttenor
des Pyritzer Barbiers ganz köſtlich perſiflierte. Herr
Weſtermann war als Ingenieur Ebert und Liebhaber
rrückfällia geworden; ſeine Geliebte, die Wirtin zum gol=
denen
Löwen, wurde durch Frl. Berka liebenswürdig
dargeſtellt, und ihre junge Nichte wurde von Frl. Gothe
allerliebſt geſvielt. Vielen Humor entwickelte Herr Her=
mann
als Hausknecht, ſehr echt war das Dienſtmädchen
Roſe des Frl. Mühlpfort. Der Führer der hoch=
ſemeſtrigen
Studenten war Herr Schneider.
Die Regie führte Herr Jordan, Dirigent war Herr
Wach.

ſchaften zu bergen. Gegen 6 Uhr abends konnte der
Schütte=Lanz vom Dache freigemacht und über die
Köpenicker Chauſſee nach der Halle in Biesdorf transpor=
tiert
werden. Man hofft, den Ballon in drei bis vier
Wochen wiederherſtellen zu können.

Schiffsunfälle.

Swinemünde, 19. Jan. Bei Hameren ( Born=
holm
) iſt in der letzten Nacht der Hamburger Dampfer
Haparanda mit dem Bremer Dampfer Minos
zuſammengeſtoßen. Der Minos ſank nach
10 Minuten. Die 15 Mann ſtarke Beſatzung wurde von
dem Havaranda aufgenommen und hierher gebracht.
* Oporto, 17. Jan. Das einzige Rettungs=
tau
, das zwiſchen dem Dampfer Veroneſe und
dem Lande die Verbindung aufrecht erhalten hat, iſt heute
vormittag geriſſen, jedoch konnten im Laufe der Nacht 33
Perſonen meiſt Frauen und Kinder, gerettet
werden. Gegenwärtig arbeitet man an der Herſtellung
einer neuen Verbindung. Mehrere Perſonen ſollen tot
bezw. verletzt ſein.
Oporto, 18. Jan. Die Arbeiten zur Ret=
tung
der Paſſagiere des Dampfers Veroneſe‟
werden fortgeſetzt. Ein neues Rettungstau iſt angebracht
worden. An Bord befinden ſich noch 170 Perſonen; doch
hofft man, daß alle mittels Rettungskorbes gerettet wer=
den
. Einmal kam der Rettungskorb leer zurück; man weiß
nicht, ob ein Irrtum oder ein Unfall vorliegt. Ein Rei=
ſender
, ein Schotte, iſt geſtorben; vier andere ſind in das
Krankenhaus gebracht worden.
Oporto, 18. Jan. Sämtliche Paſſagiere der
Veroneſe ſind gerettet worden.
London, 18. Jan. Das der Hamburg= Ame=
rika
=Linie gehörige Motorſchiff Chriſtianx.
nach Baltimore beſtimmt, hatte ſchwere Stürme auf dem
Ozean zu beſtehen. Nachdem es bereits 35 Tage gegen
die Stürme gekämpft und faſt die Neufundland=Bänke er=
reicht
hatte, ſah der Kapitän ein, daß es unmöglich war,
den Beſtimmungsort zu erreichen. Er ließ deshalb das
Schiff wenden und nach der iriſchen Küſte zurückkehren.
Mit teilweiſe gebrauchsunfähigen Maſchinen iſt das Schiff
heute in Queenstown angelangt. Es hat ſeine Rettungs=
boote
verloren, die Decks ſind ſtark beſchädigt und mehrere
Abteilungen ſind voll Waſſer.
Hamburg, 19. Jan. Die Hamburg=Amerika=Linie
teilt mit: Das Motorſchiff Chriſtian 10 das am
9. Januar auf der Ausreiſe nach Boſton Lizard paſſierte,
traf im weiteren Verlauf der Fahrt außerordentlich
ſchweres, ſtürmiſches Wetter an Da infolge des ſchweren
Wetters ein Schaden an der Maſchinerie entſtand, hielt
es der Kapitän für geraten, die Reiſe nicht fortzuſetzen,
ſondern nach Queenston zurückzukehren, um dort den
Schaden, der mit den an Bord beflndlichen Mitteln
nicht zu beheben war, zu revarieren. Das Schiff
kam geſtern wohlbehalten in Queenstown an. Die
in der Preſſe verbreiteten Berichte über eine ſtarke Be=
ſchädigung
des Schiffes ſind unzutreffend. Den er=
wähnten
Schaden ausgenommen erlitt das Schiff keine
beſondere Beſchädigung.

Demiſſion des franzöſiſchen
Kabinetts.

* Paris, 18. Jan. Die Demiſſion des ge=
ſamten
Kabinetts, die eine Folge der Wahl des
Miniſterpräſidenten zum Präſidenten iſt, wurde dem Prä=
ſidenten
Falliéres beim Schluß des heutigen Miniſter=
rates
überreicht. Der Präſident nahm die Demiſſion an
und bat die Miniſter, die laufenden Geſchäfte vorläufig
noch zu erledigen.
* Paris, 18. Jan. Die Beratung des Miniſter=
rats
heute früh war ſehr kurz. Es fand faſt keine Er=
örterung
ſtatt. Alle Miniſter waren einig über die Not=
wendigkeit
des gemeinſamen Rücktritts,
insbeſondere nach dem Entſchluß Poincarés, zurückzutre=
ten
. Die Regierung iſt der Auffaſſung, daß die auswärtige
Lage verlange, daß an der Spitze des Miniſteriums des
Aeußern nicht ein zeitweiliger, ſondern ein verantwort=
licher
Leiter ſtehe. Außerdem würde durch die Abweſen=
heit
Poincarés vom Parlament auch die innere Stellung
des Kabinetts geſchwächt. Zwei Löſungen der
Kriſ is werden hier ins Auge gefaßt: Erſtens: Das
Kabinett, zu deſſen Mitgliedern der größte Teil der zu=
rückgetretenen
Miniſter gehören würde, ſollte bis zum 17.
Februar die Geſchäfte führen; zweitens: es würde ein
neues Kabinett gebildet, von dem anzunehmen iſt, daß es
von dem Nachfolger Falliéres beſtätigt würde. Die zweite
Löſung ſcheint den Sieg davonzutragen. Wahrſcheinlich
wird der Juſtizminiſter Briand Miniſterpräſident, der
mehrere neue Mitarbeiter heranziehen würde, falls Bour=
geois
zurücktreten und auch Delcaſſé das Marineporte=
feuille
nicht behalten wollte. Diejenigen zurückgetretenen
Miniſter, die unter Briand im Amte blieben, könnten
ſpäter das Portefeuille wechſeln; beſonders würde Briand
wohl das Portefeuille der Juſtiz abgeben und das Mi=
niſterium
des Innern übernehmen. Das Portefeuille des
Aeußern würde dann wahrſcheinlich Pichon übernehmen.
Berlin, 19. Jan. Die Nordd. Allgem. Ztg.
chreibt in ihrer Wochenrundſchau: Die Wahl des bis=
herigen
franzöſiſchen Miniſterpräſidenten und Miniſters
des Aeußern Raymond Poincaré zum Präſidenten
der Republik iſt auch in Deutſchland mit den achtungs=
vollen
Empfindungen aufgenommen worden, auf
die der Vertrauensmann des franzöſiſchen Volkes
Anſpruch hat. Herr Poincaré iſt in der ſeit dem
Beginn ſeines Miniſteriums verfloſſenen Zeit als ein
Staatsmann hervorgetreten, mit deſſen Namen ſich in
Europa und darüber hinaus die Vorſtellung eifriger
patriotiſcher Wirkſamkeit für die innere wie die äußere
Politik Frankreichs verbindet. Zugleich hat er ſeine Be=
fähigung
auch in den Dienſt der europäiſchen Friedens=
arbeit
zur Entwirrung der Orientfragen geſtellt, und die
Sympathien, die er ſich hierbei zu erwerben wußte,
begleiten ihn in die hohe Stellung, die er durch das
Vertrauen ſeiner Mitbürger als Staatsoberhaupt der
ranzöſiſchen Republik erlangt hat.

Vermiſchtes.

Ein eigenhändiges Dankſchreiben
Bismarcks vor 22 Jahren. Für den hochbetagt=
ten
und hochverdienten erſten Reichskanzler mußte es in
ſeinem Tuskulum Friedrichsruh eine beſondere Freude
ſein, als Gründer des Reiches gefeiert zu werden. Zu
einer ſolchen Begrüßung war der hiſtoriſche 18. Januar
der geeignetſte Tag. Am 18. Januar 1891, alſo gerads
20 Jahre nach der Reichsgründung, ſandte ein heſſiſcher
Rechtsanwalt (Eberwein in Dieburg) an den Fürſten von
Bismarck in Friedrichsruh ein längeres Telearamm in

[ ][  ][ ]

obigem Sinne. Der Fürſt erwiderte ihm tags darauf
brieflich eigenhändig (Briefumſchlag vom Sekretär ge=
ſchrieben
): Seiner Hochwohlgeboren Herrn Rechtsanwalt
Eberwein! (Brief Bismarcks): Friedrichsruh, 19. Januar
1891. Für Ihre patriotiſche Begrüßung zum geſtrigen
Gedenktage der Herſtellung des Reiches bitte ich Sie,
meinen verbindlichſten Dank entgegenzunehmen. v. Bis=
marck
.

Zubiläum der Martins=
gemeinde
.

Am geſtrigen Tage beging der Kirchengeſang=
verein
der Martinsgemeinde das Feſt ſeines
25jährigen Beſtehens. Er begann ſeine Jubel=
feier
mit einem Feſtgottesdienſte in der Martins=
kirche
, die aus dieſem Anlaß ein prächtiges Schmuckgewand
angelegt hatte. Bis auf den letzten Platz war die Kirche
beſetzt, ein Zeichen des Intereſſes, daß die Gemeinde
dem Werein entgegenbringt. Der Geiſtliche, der als erſter
Pfarrer den Verein ins Leben gerufen, Herr Prälat D.
Flöring, hatte es ſich nicht nehmen laſſen, an die=
ſem
Tage ſelbſt zu amtieren und die Feſtpredigt zu hal=
ten
. Dieſer lagen die Worte des Pſalmes 16, Vers 811,
zugrunde, an Hand deren der Feſtprediger den Wert und
die Aufgave des Kirchengeſanges in beredten Worten klar=
legte
. Der Kirchengeſangverein trug bei dieſem Feſtgot=
tesdienſt
außer zwei Chorälen Lobe den mächtigen König
der Ehren (Weiſe: Peter Sohreus, G.=B. 1665) und Der
Herr iſt mein getreuer Hirt (Weiſe: Leipziger G.=B. 1539,
Tonſatz von J. S. Bach), die Jubel=Kantate von Ferd.
Rebay vor und legte damit eine ſchöne Probe ſeiner Kunſt
ab. Letzteres, ein prächtiges Werk in der Kirchenmuſik,
erklang beſonders machtvoll und hinreißend unter der be=
geiſternden
Leitung des Herrn Rechnungsrat Colin.
Die darin enthaltenen Soli hatten in liebenswürdiger
Weiſe die Damen Frl. Krömmelbein (Sopran) und
Frl. Stautz (Alt), ſowie Herr Landzettel (Tenor)
ubernommen und mit gutem Gelingen durchgeführt, wäh=
rend
Herr Hauptlehrer Ritz ſich um die Orgelbegleitung
verdient machte.
Gleichzeitig mit dem Verein begeht Herr Rechnungs=
rat
Colin das ſilberne Jubiläum als Dirigent des Ver=
eins
; er hat als ſolcher nicht nur den Verein auf die hohe
Kunſtſtufe gehoben, auf der er heute ſteht, ſondern ſich
auch die Liebe und Anerkennung der Mitglieder erwor=
ben
. Dieſe zum Ausdruck zu bringen verſammelten ſich
nach dem Gottesdienſt die Aktiven im Probelokal im Mar=
tinsſtifte
, wo der Vorſitzende des Vereins, Herr Pfarrer
D. Waitz, dem Silberzubilar in kurzer, herzlicher An=
ſprache
eine Ehrengabe in Form eines ſilbernen Beſtecks
mit Truhe im Namen der Mitglieder überreichte. Mit
einer Gratulationscour ſchloß dieſe intime Feier. Am
Abend fand dann im Mathildenhöhſaal die Feſt=
verſammlung
ſtatt, zu der ſich ein ſehr zahlreiches
Publikum eingefunden hatte, u. a. Herr Provinzialdirektor
Geheimerat Fey, Herr Prälat D. Flöring, Herr Pfar=
rer
Widmann ſowie zahlreiche Vertreter der hieſigen
Kirchengeſangvereine. Nach dem Chor Du biſt’s, dem
Ruhm und Ehre gebühret von J. Haydn, begrüßte der
Vorſitzende, Herr Pfarrer D. Waitz, die Feſtverſamm=
lung
, insbeſondere die vorerwähnten Herren. Er führte
dann aus, eine Geſchichte des Vereins zu geben, wie es
eigentlich am heutigen Tage gezieme, fei nicht möglich
da der Verein ſtets jung geblieben ſei, und dies unter der
Leitung des allverehrten Herrn Colin, dem er nochmals
öffentlich den Dank des Vereins zum Ausdruck brachte.
Er ſchloß mit einem Vivat, erescat floreat auf den
Verein. Im Namen der oberſten Kirchenbehörde ſprach
Herr Prälat D. Flöring die herzlichſten Glückwünſche
aus. Er, der die erſten Schritte des Vereins, deſſen Ehren=
mitglied
er iſt, geleitet hat, und ihn auch weiter verfolgt
hat, brachte aus dem Schatze ſeiner Erinnerungen einiges
hervor. Er feierte weiterhin den Dirigenten, Herrn Colin,
dem er ein Anerkennungsſchreiben der Kirchenbehörde
überbrachte und es verlas. Namens der weltlichen Be=
hörde
gratulierte Herr Geheimerat Fey und bekundete
das Intereſſe, das ſie den Kirchengeſangvereinen als Glie=
dern
der ganzen Stadt entgegenbringe. Er betonte ferner,
daß unſeren Voreltern Herz und Gemüt, die Vorbedingun=
gen
des Geſanges, zugeſprochen wurden, und ſchloß mit
dem Wunſche, daß dieſe auch weiterhin in ſo hohem Maße,
wie jetzt, vorhanden ſein möchten. Herr Pfarrer Wid=
mann
ſprach für den Kirchenvorſtand und die evangeliſche
Martinsgemeinde Glückwünſche aus und überreichte dem
Dirigenten, Herrn Colin, ein prächtiges Bild, darſtellend
Bach im Kreiſe ſeiner Familie bei der Morgenandacht
In humorvoller Weiſe grüßte Herr Pfarrer Dingel=
dey
im Namen der Kirchengeſangvereine Darmſtadts und
hob beſonders die mannigfachen guten Beziehungen her=
vor
, die vor allem den Kirchengeſangverein der Johan=
nisgemeinde
mit dem der Martingsgemeinde verbinden.
Er ſchloß mit dem Wunſch, daß ſtets ein treuer Stamm
von Mitgliedern dem Verein erhalten bleiben möge. Na=
mens
der inaktiven Mitglieder ſprach Herr Hauptlehrer
Huff dem aktiven Chor ſeinen herzlichen Dank
aus, und ſpäterhin noch einmal Herr Stadt=
verordneter
Schupp,
der die Inaktiven zu
einem Hoch auf den aktiven Chor aufforderte
Noch eine Ehrung wartete des Dirigenten Herrn Colin.
Aus dem Kreiſe der aktiven Mitglieder wurde ihm noch
einmal mit warmen Worten, wie ſie nur jahrelange Hoch=
achtung
und Liebe finden kann, durch Herrn Schnell=
bächer
ein großer Lorbeerkranz überreicht und ein Hoch
auf ihn ausgebracht. Späterhin dankte dann Herr Co=
lin
für alle ihm zuteil gewordenen Ehrungen. Einen
würdigen Rahmen erhielt die Feier durch Vorträge des
Chors, ſowie durch ein Trio für Violine, Viola und Kla=
vier
das durch die Herren Dipl.=Ing. O. Nold, L. Ar=
nold
und H. Arnold ausgeführt wurde, zwei Violin=
vorträge
des Herrn Nold, ferner durch Geſangs=Soli von
Frl. Krömmelbein und Herrn Landzettel, die
alle mit ſehr ſtarkem Beifall ausgezeichnet wurden. Um
die Begleitung auf dem Flügel machten ſich in anerken=
nenswerter
Weiſe verdient Frl. S. Stoll und die Herren
Hauptlehrer Ritz und H. Arnold. Nicht unerwähnt
möge ferner bleiben, daß 5 Mitglieder des aktiven Chors,
die Damen Frl. Haller und Neudecker und die Herren
Hummel, Storck und Vogel, ſowie eine ganze Reihe in=
aktiver
Mitglieder dem Vereine ſeit 25 Jahren angehöcen,
was im Verlaufe des Abends von verſchiedenen Seiten
in anerkennenswerter Weiſe erwähnt worden war. W.D.

Darmſtadt, 20 Januar.
g. Heſſiſche Flugſtudien=Geſellſchaft. Im großen
Saale des Hotels Zur Traube führte Herr Hofphoto=
graph
Hildebrandt aus Stuttgart am Samstag auf
Veranlaſſung der Heſſiſchen Flugſtudien=
Geſellſchaft eine Reihe prächtiger Landſchaften=
und flugſportlicher Aufnahmen vor, die nach
dem Lumiereſchen Verfahren in natürlicher Farbentreue
aufgenommen und durch den Projektionsapparat auf die

Leinwand geworfen wurden. Die gezeigten Aufnahmen
boten eine derartige Fülle von Naturſchönheiten, daß es
nur bedauert werden kann, daß die Vorführung dieſer
modernſten Errungenſchaft nicht einem größeren Publi=
kum
galt. Das von Herrn Hofphotograph Hilde=
brandt
gewählte Verfahren, farbige Naturaufnahmen
zu Diapoſitiven für den Lichtbilder=Apparat zu verwen=
den
, hat den ganz außerordentlichen Vorzug, daß die
Bilder eine unübertreffliche Farbenreinheit und eine voll=
kommene
Plaſtik erhalten. Die einzelnen vorgeführten
Bilder ſetzten immer von neuem in Entzücken. Sie zeig=
ten
, daß die Photographie mit natürlichen Farben einen
kaum noch zu übertreffenden Grad der Vollkommenheit
erreicht hat und daß der ausführende Photograph bei der
Auswahl der Objekte eine glückliche Hand bewieſen und
ein fein ausgeprägtes Farbenempfinden betätigt hat,
welche Umſtände in Verbindung mit einer meiſterhaften
Beherrſchung der Technik Meiſterwerke der Far=
benphotographie
entſtehen ließen. Aus der Fülle
des Gebotenen ſei im nachſtehenden nur einiges erwähnt.
Den Anfang machten verſchiedene Aufnahmen von der
internationalen Zielfahrt von Stuttgart, die Gordon=
Bennetfahrt und hierauf die bekannteſten deutſchen Flie=
ger
: Röver mit ſeinem Grade=Eindecker, Büchner mit ſei=
nem
Aviatik=Eindecker, Hoffmann mit Farman=Apparat,
Ezernin mit Aviatik, Hirth mit Rumpler=Taube und
Lindpaintner mit Otto=Doppeldecker. Die Aufnahmen
ließen die Konſtruktion der Apparate in äußerſt plaſti=
ſcher
Weiſe erkennen. Ganz beſonderen Reiz boten die
folgenden Aufnahmen aus den Gewächshäuſern des Pal=
mengartens
in Frankfurt. Eine ſolche Farbenpracht in
derart pointierter Art vermag wohl keines Künſtlers
Hand hervorzubringen, wie ſie hier Mutter Natur durch
ein ſinnreich erdachtes techniſches Verfahren auf die Platte
gezaubert hat. Bei einem weiteren Bilde, Promenade
an der Ems bei Wildbad bezauberte der farbenpräch=
tige
Gegenſatz des dunklen Waſſers und der herbſtlichen
Blätterpracht. Es folgten Aufnahmen aus der Lünebur=
ger
Heide, der Wilſeder Berg im Naturſchutzpark, dann
aus der majeſtätiſchen Hochgebirgspracht, aus dem herr=
lichen
Säntisgebiet, der Schwäbiſchen Alb, Arlberg und
dem Algäu. Unvergeßliche Farbeneffekte zeigte die Auf=
nahme
Sonnenaufgang bei Garmiſch=Partenkirchen In
weiteren Aufnahmen zeigte Herr Hildebrandt die
Farbenkontraſte und die verſchiedenartige Herrlichkeit der
vier Jahreszeiten; hier zeigten beſonders Aufnahmen
aus einem Privatgarten in Baden=Baden eine wunder=
volle
Blumenpracht. Aufnahmen aus der Schweiz, Jung=
frau
, Eiger, Mönch uſw. in den verſchiedenartigſten Far=
beneffekten
bildeten eine weitere köſtliche Augenweide.
Den Unterſchied zwiſchen Kunſt und Natur veranſchau=
lichte
die farbige Wiedergabe zweier Gemälde, Bilder aus
dem gelobten Lande, die heiligen Stätten der Chriſten=
heit
, Jeruſalem mit der Erlöſerkirche, der Oelberg und
Gethſemane zogen in prächtiger Aufnahme am entzückten
Auge des Beſchauers vorbei. Den Beſchluß der Vor=
führung
bildeten Aufnahmen aus dem Lande der alten
Pharaonen, die Pyramiden bei Gizeh, die Spinx, Theben
mit ſeinen wunderbaren Tempelruinen, dem Luxortempel
ind daneben ein Bild von landſchaftlicher Schönheit des
heutigen Aegypten, die Nilpartie bei Aſſuan mit der=
Inſel Elephantine. Den Vorführungen wurde lebhafter
Beifall gezollt.
D. Muſik=Verein. Ein muſikaliſcher Abend
vereinigte am Samstag abend die Mitglieder des Muſik=
Vereins im großen Saale des Vereinshauſes ( Stein=
ſtraße
24) in großer Zahl und fröhlicher Stimmung. Der
Vorſitzende, Herr Sanitätsrat Dr. Maurer, begrüßte
die Verſammlung und ſprach den aktiven Mitgliedern
den Dank des Vorſtandes aus für die ſchönen Leiſtungen,
die der Chor unter der tatkräftigen und kunſtſinnigen
Leitung des Herrn Hofrats Willem de Haan auch
in dieſem Vereinsjahre wieder hervorgebracht hat. Er
brachte auf einen ſchönen Verlauf des Abends, ſowie auf
das Wohl derjenigen Damen und Herren, die zur Ver=
ſchönerung
desſelben beizutragen ſich bereit erklärt haben,
ein Hoch aus. Sodann nahm das Programm ſeinen
Verlauf. Dieſes beſtand nur aus Vokalvorträgen, fand
aber durch ihre Vielſeitigkeit und die künſtleriſche Aus=
führung
derſelben allgemeinen Beifall. Manches Talent
kam da zutage, das bisher ſein Licht unter den Scheffel ge=
ſtellt
hatte. Beſondere Erwähnung verdient das Herren=
Doppelquartett, das, ſeit 15 Jahren zum erſten Male
wieder ins Leben gerufen, mit Liedern von Silcher,
Koſchat, Kirchl (Stilleben) u. a. m. ſehr große Anerken=
nung
fand. Ein fröhlicher Tanz beſchloß den ſehr genuß=
reich
verlaufenen Abend.
C) Kriegerkameradſchaft Germania‟ Unter ſehr
zahlreicher Beteiligung ſeiner Mitglieder und ihrer Fa=
milienangehörigen
beging am Samstag abend im großen
Saale der Ludwigshalle die Kriegerkameradſchaft Ger=
mania
die Geburtstagsfeier Sr. Majeſtät des
deutſchen Kaiſers in feſtlicher Weiſe. Nach einem flott
geſpielten Feſtmarſch ſang der Vereinschor das Gebet für
den Kaiſer. Hierauf hielt der Vereinsvorſitzende, Kamerad
Ganßmann, die Begrüßungsrede, in der er herzliche Glück=
und Segenswünſche dem deutſchen Kaiſer zu ſeinem Gie=
burtstagsfeſte
widmete. Er gedachte ferner in zündenden
Worten der bevorſtehenden ſilbernen Hochzeitsfeier unſeres
erhabenen Kaiſerpaares und ſprach die Hoffnung aus, daß
Kaiſer Wilhelm II. noch lange Jahre dem Reich in voller
Geſundheit erhalten bleibe. Mit einem dreifachen Hurra
auf Sr. Majeſtät Kaiſer Wilhelm II., in das die Feſtver=
ſammlung
begeiſtert einſtimmte und einer Huldigung mit
gemeinſamem Geſang Heil Dir im Siegerkranz klang
die Feſtrede aus. Vorzüglich zu Gehör gebrachte Ge=
ſangsvorträge
von Frl. Marg. Müller, Coupletvorträge
des Herrn Kilian, ſowie gelangliche Darbietungen des
Vereinschors verſchönten die Feier, die in einem flott ge=
pielten
Theaterſtück Eduard hat ausgelernt ihren Ab=
ſchluß
fand. Ein kleines Tanzvergnügen hielt die Feſt=
verſammlung
in echt kameradſchaftlicher Weiſe noch lange
Zeit zuſammen.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Berlin, 18. Jan. Im Ritterſaal des Königlichen
Schloſſes vollzog heute der Kaiſer in Anweſenheit der
Fürſten und kapitelfähigen Ritter des Schwarzen
Adlerordens und zahlreicher geladener Gäſte die
ſeierliche Aufnahme der neuernannten Ritter des Schwar=
zen
Adlerordens, nämlich des Admirals Grafen von Bau=
diſſin
, des Kriegsminiſters von Heeringen, des Admirals
von Holtzendorff, des Generals der Infanterie von Pritt=
witz
und Gaffron und des Generals der Infanterie
von Pleß. Als Parrains fungierten Generaloberſt
von Pleſſen und General der Infanterie von Moltke.
Der Kaiſer richtete an die Ritter die Frage, ob ſie ge=
loben
wollten, die Ritterpflichten zu erfüllen, worauf
jeder an den Thron herantrat, die bloße Rechte auf das
Statutenbuch legte und erwiderte: Ja, ich gelobe! Die

Riter wurden alsdann mit dem Ordensmantel belleibeh,
Der Kaiſer als Ordensgroßmeiſter hing den vor dem
Thron Knienden die Ordenskette um und erteilte die
Accolade. Hierauf begaben ſich ſämtliche Ritter in ſeier=
lichem
Zuge nach dem Kapitelſaal, wo nunmehr der Kai=
ſer
als Großmeiſter in Gegenwart der 49 Ritter ein Ka=
pitel
des Ordens abhielt. Nach Schluß des Kapitels be=
gab
ſich der Kaiſer an der Spitze des wiedergebildeten
feierlichen Zuges nach der Schwarzen Adler=Kammer,
wvo die Ordensmäntel abgelegt wurden.
* Berlin, 18. Jan. In der Budgetkommiſſion
des Abgeordnetenhauſes erklärte der Miniſter
des Innern, das Fiſchereigeſetz ſei fertig, werde
aber in dieſem Jahre noch nicht vorgelegt werden, weil
die Seſſion ohnehin belaſtet ſei.
Berlin, 18. Jan. Die Betriebseinnahmen
der preußiſch=heſſiſchen Staatseiſen=
bahnen
haben im Monat Dezember 1912 gegenüben
dem gleichen Monat des Vorjahres 4,9 Millionen Mk.
gleich 10,20 Prozent im Perſonenverkehr, 9,6 Millionen
Mark gleich 7,88 Prozent im Güterverkehr, insgeſamt
mit Einſchluß der Mehreinnahmen aus ſonſtigen Quellen
4,7 Millionen Mark gleich 8,00 Prozent mehr betragen,
Die Zahl der Sonn= und Feſttage ſowie der Werktage
war in beiden Jahren gleich.
Berlin, 19. Jan. Der Kaiſer empfing den
Statthalter Grafen Wedel, welcher auch zur Früh=
ſtückstafel
geladen war.
Paris, 19. Jan. Der Fürſt von Monaco hat
die Aufführung des Parſifal im Theater von
Monte=Carlo unterſagt. Dieſe Entſcheidung wurde
vom Fürſten aus eigener Initiative und unverzüglich
getroffen, nachdem er von dem Anſuchen der Wagnerſchen
Erben in Kenntnis geſetzt worden war=
* Paris, 19. Jan. Nach einer Blättermeldung aus
Oran wurde daſelbſt der Matroſe eines deutſchen Handels=
ſchiffes
Namens Karl Dormert verhaftet, weil
wei deutſchen Fremdenlegionären Zivil
kleider verſchafft und ihnen hierdurch zur Flucht ver=
holfen
hatte. Nach den Fremdenlegionären wird gefahndet
Peking, 18. Jan. In der Konferenz der
Geſandten wurde beſchloſſen, den Ueberſchuß der bis
31. Dezember 1912 eingelaufenen Zolleinnahmen im Ba
trage von zehn Millionen Dollar als Zahlung der noch
rückſtändigen Entſchädigungen aus dem
Boxeraufſtand unter den Mächten ihren Anteilen ent
ſprechend zu verteilen.
Hamburg, 18. Jan. Auf dem Hauptbahnhof wurde
geſtern abend kurz vor der Abreiſe nach Berlin der Kauf=
mann
Roſenthal aus Warſchau verhaftet, der be=
ſchuldigt
iſt, zahlreiche Schwindeleien im Lumpenhandel
verübt zu haben, indem er waggonweiſe Lumpen ver=
kaufte
, die Anzahl nahm, ſie aber nicht lieferte.
Halle a. Saale, 19. Jan. Bürgermeiſter Scherrf
aus Kranichfeld der als Direktor der dortigen
Aktiengeſellſchaft 200000 Mark unterſchlagen hatte und
geflüchtet war, hat ſich in Wien erſchoſſen.
Breslau, 18. Jan. Einer Meldung der Breslauen
Zeitung zufolge ſind nachts wiederholt ruſſiſche Aerol
plane über der galiziſchen Grenzgarniſon Jaroslau ge
ſichtet worden, welche mittels Scheinwerfer das Gelände
erforſchten. Geſtern nacht iſt ein Aeroplan abge=
ſtürzt
. Sein Inſaſſe, ein ruſſiſcher Offizier, wurde
getötet.
HB. Innsbruck, 18. Jan. In dem Schnellzug der
Tauernbahn, der geſtern abend von Trieſt abgelaſſen
wurde und heute früh in Innsbruck eintraf, wurde ein
Reiſender, ein Innsbrucker Profeſſor, plötzlich von Vers
olgungswahnſinn befallen. Der Irrſinnige
bedrohte die Mitreiſenden mit einem Revolver und konnte
nur mit großer Mühe vom Bahnperſonal überwältigt
werden.
IIB. Zürich, 18. Jan. Am Uetliberg bei Zürich er=
Ein mit 5
eignete ſich ein ſchwerer Rodelunfall.
Perſonen beſetzter Bobſleigh fuhr in einen Graben und
füberſchlug ſich. Zwei Mitfahrende, Züricher Brüder, wul=
den
ſchwer verletzt. Die anderen drei erlitten leichte Ver=
letzungen
.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Aus Frucht= u.
Pflanzenfäften
bereitet.

Angenehm in
Geſchmack und
Wirkung.

Zur Regelung des Stuhlganges u.
zur Vorbeugung chron. Verſtopfung
wird Califig von vielen Arzten ſtändig für Erwach=
ſene
und Kinder verordnet. Die angenehme, natür=
liche
Weiſe, in der Caliſig die Verdauungsorgane
reinigt, ſein anregender Geſchmack und ſein wohl=
tuender
Einfluß auf den Stuhlgang haben ihn zum
meiſtgebrauchten aller bekannten Hausmittel gemacht.
In allen Apotheken zu haben zu Mark 1,50 die Flaſche. Extra gro
Flaſche Mk. 2,50. B
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Elix. Caryoph. comp. 5.

Aus dem Geſchäftsleben.

Für Kranke und Geſunde. Unter den
Mineralwäſſern nimmt der Lauchſtädter Mineral= eine führende Stelle ein. Die zuverläſſigen
Heilerfolge mit Lauchſtädter ſtützen ſich auf eine mehr
als 200jährige Erfahrung. Die Lauchſtädter Heilquelle=
iſt
jene altberühmte, heilkräftige Mineralquelle, an der
u. a. ſchon unſere bedeutendſten Dichter, wie Schiller=
und Goethe, viele deutſche und fremde Fürſten und
Fürſtinnen, ſowie Tauſende aller Berufe und Stände
Heilung fanden. Der Brunnen hat den Vorzug, daß er
angenebm und erfriſchend ſchmeckt und im eigenen Heim
ohne Rückſicht auf Beruf oder Familie getrunken werden
kann. Trinkkuren mit Lauchſtädter Mineralbrunnen
wirken harnſäurelöſend und ſind zur Förderung der Ge=
undheit
jedermann nur zu empfehlen. In Darmſtadt
kann der Brunnen durch alle Apotheken, Drogen= und
Mineralwarenhandlungen bezogen werden. Haupt=Depot:
Friedrich Schaefer, Darmſtadt. Ludwigsplatz 7.

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Uhr 35 Min. nachm. Cuxhaven paſſiert. Steiermark
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Jan. 4 Uhr 30 Min. morgens von Liverpool nach
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Uhr 30 Min. abends in Hamburg. Victoria Luiſe‟,
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rtreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
Notterdam 14. Jan. vorm. in Rotterdam eingetroffen.
Nieuw Amſterdam 14. Jan. vorm. in New=York ein=
eirroffen
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ſyndam 4. Jan. vorm. in Rotterdam eingetroffen.
Potsdam 8. Jan. nachm. von New=York abgegangen.

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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe Großmutter und Schwiegermutter
Paafag
Fraurostsckrotal Kath. Menl
Samstag morgen ½ 10 Uhr im Alter von
85 Jahren zu ſich abzurufen.
Darmſtadt, 19. Januar 1913. (2215
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Dr. jur. Georg Hirsch
Dipl.-Ing. Ferdinand Mohr.
Die Beerdigung findet Montag, den 20. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe Nieder=
Ramſtädterſtraße 30 aus, ſtatt.

Todes=Anzeige.
Geſtern vormittag 8½ Uhr verſchied nach
kurzem, ſchwerem Leiden meine innigſtgeliebte
Gattin, unſere herzensgute Mutter, Schwieger=
mutter
, Großmutter und Schweſter
(2216
Frau Margarothe Hetz
geb. Metzger
im 70. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Johannes Hotz.
Darmſtadt, Nürnberg, 20. Januar 1913.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Jan.,
nachmittags 2 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.

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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
heute nacht 1½ Uhr unſeren lieben, treuen
Onkel und Schwager
(2217
Herrn Philipp Schmitt
Hoflakai i. P.
nach kurzem, ſchwerem Leiden, verſehen mit
den hl. Sterbeſakramenten, zu ſich in die Ewig=
keit
abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Elise Schmitt.
Darmſtadt, den 19. Januar 1913.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
3 Uhr, vom Portale des Darmſtädter Fried=
hofs
aus, ſtatt.

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(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute morgen um 9½ Uhr iſt mein lieber
Mann, unſer guter Vater
(*1710
Herl-Schanhes Schmidt
Armenhausverwalter
infolge eines Herzſchlags ſanft entſchlafen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 18. Januar 1913.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Jan.,
um 10½ Uhr vormittags, vom Sterbehauſe
Pallaswieſenſtraße 60 aus, ſtatt.
Kondolenzbeſuche und Blumenſpenden danken!
verbeten.

Kriegerverein
Darmſtadt.

eien en e

glieds Herrn
Joh. Schmidt, Armenhausverwalter
findet am Dienstag, den 21. ds. Monats, vor=
mittags
10½ Uhr, vom Sterbehauſe Pallas=
wieſenſtraße
60 aus, ſtatt.
2214
Wir erſuchen die Kameraden von Herden
bis Kuſchel, ſowie des 3. Bezirks, ſich dort zu
Der Vorſtand.
verſammeln.

Kunſthalle am Rheinior, geöfſtet Werlags von
114 und Sonntags von 104 Uhr.

Todes=Anzeige.
Heute verſchied ſanft unſere liebe Schwieger=
mutter
, Großmutter und Urgroßmutter
Frau Katharia Menl
geb. Gröbe
im Alter von 85 Jahren.
(*1707
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 18. Januar 1913.
Die Beerdigung findet Montag, den 20. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.

Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
ſchmerzlichen Verluſt unſerer lieben Schweſter,
Schwägerin, Tante und Großtante
(2194
Ind
Frau Marte BDassing Mae.
geb. Schäfer
ſagen innigſten Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 18. Januar 1913.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater (Ab. D), Anfang 7 Uhr: Mein
Freund Teddy
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Berger um 8¼ Uhr im
Saal 330 der Techniſchen Hochſchule ( Volksbildungs=
verein
)
Hauptverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 8½ Uhr in der Krone
Hauptverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht Ornis um 8½ Uhr in der Stadt
Pfungſtadt
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Die
deutſche Kronprinzeſſin mit ihren älteſten Söhnen in
Partenkirchen; Raymond Poincaré, der neue Präſident
der franzöſiſchen Republik; zur Verhaftung des Raub=
mörders
Sternickel; zum Wechſel im franzöſiſchen
Kriegsminiſterium; der ſchiefe Turm zu Boloana droht
einzuſtürzen.

Verſteigerungskalender.

Dienstag, 21. Januar.
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Gun=
dernhauſer
Gemeindewald (Zuſammenkunft auf dem
Meſſeler Weg am Eingang des Waldes).
Holzverſteigerung um 9 Uhr in der Oberförſterei
Meſſel (Zuſammenkunft auf der Kreuzung von Höllen=
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeitagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Jacques Bertin,
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Minna Müller=
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Als nächſte Volksvorſtellungen ſind in Ausſicht genommen:
Am Sonntag, den 26. Januar: Die versun-
kene
Glocke‟
Am Sonntag, den 2. Februar: Der G’wissens-
wurm‟
.
Beſtellungen für dieſe Vorſtellungen haben bis ſpäteſtens Mitt=
wochs
vor jeder Vorſtellung, mittags 12 Uhr, bei den betreffenden
Vereinsſtellen zu erfolgen.
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zwiſchen 12 und 1 Uhr und nachmittags zwiſchen 3 und 5 Uhr
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Samstag, den 25. Januar 1913, abends 8½ Uhr,
im Städtiſchen Saalbau,
beſtehend aus: Prolog, Geſang, Feſtanſprache, gehalten von
dem Kameraden Herrn Oberfinanzrat Dr. Hellwig, Konzert
und Tanz, unter gütiger Mitwirkung der Großh. Hofſchauſpielerin
Fräulein Uttmann, Fräulein Krömmelbein und des
Mandolinenklubs.
Zutritt haben nur die geladenen Ehrengäſte, unſere Ehren=
mitglieder
und Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen.
Fremde Perſonen, welche durch Mitglieder eingeführt werden
wollen, müſſen am Saaleingange den hierſelbſt anweſenden Vor=
ſtandsmitgliedern
vorgeſtellt werden.
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Orden, Ehren= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.

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[ ][  ][ ]

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizelamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher, 1 Foxterrier. 1 Boxer, 1 Kriegshund ( zuge=
laufen
). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (2183

Aufſtellung der Rekrutierungsſtammrolle für
die Stadt für 1913.

Alle im Jahre 1893 geborenen, hier wohnhaften oder ſich
dauernd hier aufhaltenden Militärpflichtigen haben ſich in der Zeit
vom 15. bis Ende Januar d. J., vormittags von 912 Uhr, im
ſtädtiſchen Saalbau (Eingang Riedeſelſtraße) zur Stammrolle
anzumelden. Die nicht in Darmſtadt geborenen Militärpflichtigen
haben ihren Geburtsſchein vorzulegen und durch eine Beſcheini=
gung
des Arbeitgebers oder ein ſonſtiges Zeugnis nachzuweiſen, daß
ſie hier dauernden Aufenthalt genommen haben und nicht nur
vorübergehend anweſend ſind.
Außerdem haben ſich in vorbezeichneter Zeit, unter Vorlage
ihres Loſungsſcheines und der vorerwähnten Aufenthaltsbeſcheini=
gung
, alle Militärpflichtigen früherer Jahre zu melden, die bisher
weder einem Truppenteil überwieſen worden ſind, noch einen Aus=
muſterungsſchein
oder eine Ausſtandsbewilligung erhalten haben.
Militärpflichtige, die z. Zt. von hier abweſend ſind, müſſen von
ihren geſetzlichen Vertretern oder Arbeitgebern angemeldetswerden.
Eine Unterlaſſung der Anmeldung wird mit Geldſtrafe bis
zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen beſtraft.
Darmſtadt, den 9. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
1425a)
J. V.: Schmitt.

Spülung des Waſſerrohrnetzes.

Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des Waſſer=
rohrnetzes
in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
in der Zeit von 10 Uhr avends bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe
Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſers
mit ſich bringt die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 20. zu Dienstag, den
21. ds. Mts. werden geſpült:
die Spülbezirke 1 und II.
In dieſe Bezirke fallen alle Straßenzüge ſüdlich der Bismarck=
ſtraße
, weſtlich vom Paradeplatz, nördlich des Teiles der Rheinſtraße
zwiſchen Ernſt=Ludwigs=Platz und Wilhelminenſtraße, weſtlich des
Teiles der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Rheinſtraße und Heinrichs=
ſtraße
, weſtlich vom Wilhelminenplatz, nördlich des Teiles der Heinrichs=
ſtraße
von der Wilhelminenſtraße bis zur Heidelberger=Straße, öſtlich
des Teiles der Heidelberger=Straße, zwiſchen Heinrichsſtraße und
Eſchollbrücker=Straße, nördlich der Eſchollbrücker=Straße, zwiſchen Heidel=
berger
=Straße und Stadtallee, nördlich der Stadtallee von der Eſcholl=
brücker
=Straße bis zur Main=Neckar=Bahn und öſtlich der Main=Neckar=
Bahn zwiſchen Stadt=Allee und Bismarckſtraße.
Von den dieſe Spülbezirke umgrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Bismarckſtraße, die oben angegebenen Teilſtrecken
der Wilhelminenſtraße und der Heinrichsſtraße und die Nordſeite der
Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigsplatz und Wilhelminenſtraße.
Ferner wird noch mitgeſpült die Frankfurter=Straße, zwiſchen Bis=
marck
= und Kahlertſtraße.
2. In der Nacht von Mittwoch, den 22. zu Donnerstag,
den 23. ds. Mts. werden geſpült:
die Spülbezirke III und IV.
In den Spülbezirk III fallen ſämtliche Straßenzüge nördlich
der Bismarckſtraße und weſtlich der Frankfurter=Straße, ſowie die
Straßenzüge nördlich der Holzhofallee und weſtlich der Main=Neckar=
Bahn.
Von den dieſen Bezirk umſchließenden Straßen werden mitge=
ſpült
die Frankfurter=Straße von der Kahlertſtraße aus in der Richtung
nach Arheilgen und die Holzhofallee.
In den Spülbezirk IV fallen die Straßenzüge öſtlich des Teiles
der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Heinrichs= und Rheinſtraße, ſüdlich
des Teiles der Rheinſtraße, zwiſchen Wilhelminenſtraße und Ernſt=
Ludwigs=Platz, ſüdweſtlich vom Ernſt=Ludwigs=Platz und Marktplatz,
ſüdweſtlich und weſtlich der Kirchſtraße, weſtlich des Teiles der
Karlsſtraße, zwiſchen Kirchſtraße und Heinrichsſtraße und nördlich des
Teiles der Heinrichsſtraße, zwiſchen Karls= und Wilhelminenſtraße.
Von den dieſen Spülbezirk eingrenzenden Straßen und Plätzen
werden mitgeſpült die Kirchſtraße, die oben angegebenen Strecken der
Karls= und Heinrichsſtraße, ſowie die Südweſtſeite des Ernſt=Ludwigs=
und des Marktplatzes und die Oſtſeite des Wilhelminenplatzes, ferner
wird mit dieſem Bezirk geſpült die Kapellſtraße.
3. In der Nacht von Samstag, den 25. zu Sonntag, den
26. ds. Mts. werden geſpült:
die Spülbezirke VI und VII.
Dieſe Bezirke liegen einmal zwiſchen Dieburger= bezw. Alexander=
ſtraße
und Heinrichsſtraße und erſtrecken ſich ferner vom Parade=,
Ernſt=Ludwigs= und Marktplatz, ſowie der Kirch= und Karlsſtraße bis
zum Woog und der Odenwaldbahn; ausgeſchloſſen iſt die Mathilden=
höhe
, ſowie die Alexander= und Dieburger=Straße ſelbſt.
(2097so
Darmſtadt, den 17. Januar 1913.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.

Der Brieftaubenklub Gräfenhauſen
hat ſeine Brieftauben der Marineverwaltung zur Ver=
fügung
geſtellt.
(2172
Gräfenhauſen, 17. Januar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
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Telegramme in offener Sprache ohne Codewörter nach den Vereinigten Staaten von Amerika
und nach Canada
via Emden-Azoren
ſowie ferner nach Aegypten, Deutſch=Südweſtafrika, Deutſch=Oſtafrika, Indien, China uſw.
via Emden-Vigo
zur Hälfte der tarifmässigen Gebühr zugelassen.
Ferner werden telegraphiſche Geldüberweiſungen bis zum Höchſtbetrage von 200 Dollar von
Deutſchland nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Kanada bei allen deutſchen
Poſtanſtalten angenommen.
Weitere Auskunft erteilen die Poſt= und Telegraphenanſtalten, ſowie
die Direktion der
Deutsch-Atlantischen Telegraphengesellschaft
Cöln, Stolkgasse 311.
(I,2173

Steuer=Erhebung.

Das 5. Ziel der Gemeinde=
ſteuer
für das Rechnungsiahr
1912 iſt, bei Vermeidung der Mah=
nung
, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
bis 12½ Uhr, hierher zu ent=
richten
.
Im Intereſſe raſcheſter Ab=
fertigung
an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder abge=
zählt
bereit zu halten.
Darmſtadt, 14. Januar 1913.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
(1862a

Bekanntmachung.

Montag, 10. Februar 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Peter Günther Ehe=
leuten
dahier zugeſchriebenen Lie=
genſchaften
:
Flur Nr. qm
XIX 91
35 Grasgarten ( Vor=
garten
) Sand=
bergſtraße
,
XIX 91710 205 Hofreite Sand=
bergſtr
. Nr. 62,
XIX 91/0 112 Grab=
garten
ldaſelbſt,
74 Gras=
garten

113 Grab=
XIX 92
Sand=
garten

berg=
73 Gras=
garten
ſtraße,
XIX 92¾/10 212 Hofreite Sand=
bergſtr
. Nr. 64,
XIX 927/10 37 Grasgarten ( Vor=
garten
) daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mannſtraße
1, wiederholt zwangs=
weiſe
verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteige=
rung
kann auch dann erfolgen, falls
kein der Schätzung entſprechendes
Gebot eingelegt wird und andere
rechtliche Hinderniſſe nicht ent=
gegenſtehen
.
Darmſtadt, 17. Januar 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI,2163
K81/12)

Bekanntmachung.

In dem Konkursverfahren über
das Vermögen der David David
Witwe, Elfriede, geb. Cohen, in
Darmſtadt, früher Inhaberin der
Firma E. Cohen in Darmſtadt,
iſt zur Abnahme der Schlußrech=
nung
, zur Erhebung von Einwen=
dungen
gegen das Schlußverzeich=
nis
und zur Beſchlußfaſſung der
Gläubiger über die nicht verwert=
baren
Vermögensſtücke Schluß=
termin
auf
Dienstag, 11. Februar 1913,
vormittags 11 Uhr,
vor Großh. Amtsgericht Darm=
ſtadt
I, Neues Gerichtsgebäude
am Mathildenplatz, Zimmer Nr. 217,
anberaumt worden.
In dem Termin ſollen auch die
nachträglich angemeldeten Forde=
rungen
geprüft und die Gläubiger
über die Feſtſetzung der Auslagen
und der Vergütung der Mitglieder
des Gläubigerausſchuſſes gehört
(2180
werden.
Darmſtadt, 11. Januar 1913.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts L.

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erteilt kostenlos der Frankfurter Verkehrsverein, Bahnhofsplatz8.)
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stiegen
. Neuer Osthafen umfasst 40 ha Wasserfiächen, 14 km
Ufer, 45 ha Lagerplätze, 55 ha Wasserindustrie-Gelände, 200 ha
Binnenindustrie-Gelände. Gesamtkosten 72 Millionen Mark.
Nähere Auskunft erteilt die städtische Hafenbaudirektion Frank-
furt
a. M., Rathaus-Südbau.
(IV2182,65

Bekanntmachung.

(Stadtwald.)
Die Brennholz=Verſteigerung
Nr. 5 vom 17. Januar I. Js. iſt
genehmigt. Ausgabe der Abfuhr=
ſcheine
am 23. ds. Mts., Tag der
Ueberweiſung und erſter Abfuhr=
tag
am 24. Januar 1913. Die
nicht verſteigerten Kiefern= Reiſig=
wellen
in Maitanne und Köhler=
tanne
werden auf Anmelden bei
Forſtwart Geriſch ( Frankenſtein=
ſtraße
44) aus der Hand abge=
(2169
geben.
Darmſtadt, 17. Januar 1913.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Pferde=Verkauf.
Dienstag, 21. Januar 1913,
um 11 Uhr vormittags,
werden im Hofe der Artillerie=
Kaſerne am Beſſunger Weg zwei
zum Militärdienſt nicht geeignete
Pferde öffentlich und meiſtbietend
gegen Barzahlung verſteigert. (2187
Darmſtadt, im Januar 1913.
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Feldartillerie=Regts. Nr. 61.

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Mehr als ein ſchönes Augenpaar richtete ſich erwar=
tungsvoll
nach dem Eingang des Speiſeſaales, ob er denn
nicht käme geſtern und vorgeſtern hatte man ſchon ver=
geblich
gewartet heute endlich ſollte die Ungeduld
belohnt werden!
Mit ſeinem eleganten, federnden Gang kam er herein,
freundlich den ihm Bekannten zunickend.
Plötzlich ſtutzte er; er hatte Claudias brünetten Kopf
bemerkt und neben ihr ja, das mußte doch Gretchen
ſein! Kein Zweifel, ſie war es nur eine hatte ſo
ſchimmerndes, goldiges Haar nur eine war ſo der ver=
körperte
Liebreiz und da war ja auch ihr Gatte
und ihr Vater, der Major v. Löwen.
Die vier ſaßen an einem Tiſch für ſich und bildeten
den Gegenſtand lebhafteſten Intereſſes beſonders die
ſchöne, junge Frau mit dem wunderbaren Haar und den
leuchtenden gcoßen Augen
Für den Major würde es im höchſten Grade befrem=
dend
geweſen ſein, wenn Ernſt Brand nur mit einem
ſtummen Genuß an ſeinem Tiſch vorüber gegangen wäre
das bedachte der Künſtler, und deshalb ſchritt er auf
die kleine Gruppe zu. Seine Begrüßung wurde auch von
dem Major mit lebhafter Freude entgegengenommen,
der ihm in warmen Worten ſeine ehrliche Bewunderung
über die unvergleichliche Leiſtung ausſprach. Schließlich
forderte er ihn auf, mit bei ihnen Platz zu nehmen, wenn
er keine andere Verabredung hätte.
Einen kleinen Augenſllick zögerte Ernſt, kaum merk=

ee re e een
den Pister
Dieſe Gelegenheit war ihm doch zu günſtig, die noch
immer Geliebte einmal wiederzuſehen.
Sie erſchien ihm noch viel ſchöner, liebreizender, be=
gehrenswerter
, nun ſie ihm in unerreichbare Ferne gerückt
war. Ihr gegenüber zu ſitzen, war ein Glück, wie er es
ſich nimmer wieder hätte träumen laſſen.
Aber kein Blick, keine Miene ſeines unbewegten,
ernſten Geſichtes verriet, was in ihm vorging wie die
Erinnerung ihn beinahe überwältigte, daß dies märchen=
hafte
Geſchöpf ihm einſt Liebe und Treue gelobt, die ſie
dann, ach ſo leicht gebrochen!
Gretchen war tief bewegt von dieſem unerwarteten
Zuſammenſein. Sie hätte den Schmerz und das ver=
ſchwiegene
Leid ihres Innern laut hinausſchreien mögen
aber ſie hatte ſo genügend gelernt, ihre Empfin=
dungen
unter einer lächelnden Miene zu verbergen; nur
ihre Hand zitterte leicht, als ſie das Glas zum Munde
führte.
Die Unterhaltung wurde ſehr lebhaft. Brand war
ein anregender, geiſtvoller Geſellſchafter, und an Ge=
ſprächsſtoff
war naturgemäß kein Mangel; in feſſelnder
Weiſe erzählte er von dem Leben und Treiben des Künſt=
lervölkchens
, das im Vordergrunde des Intereſſes aller
Fremden ſtand.
Lionel Catlin, durch Claudias Bemerkung, die er
nicht vergeſſen, aufmerkſam gemacht, beobachtete ſcharf
ſeine junge Frau und den Künſtler, vermochte aber nicht
das geringſte Einverſtändnis zwiſchen den beiden zu ent=
decken
.
Ach, davon konnte er ja nichts ahnen, wie beider Her=
zen
ſich entgegendrängten, wie ſie in ſchmerzlich ſüßer Er=
innerung
ſchwelgten!

Ans demn Geſtrich anuchm Sund, daß Reſer von
Löwen ſeinen Aufenthalt in C. aufgegeben hatte, um da=
für
in San Remo bei der Tochter zu leben, und daß für
den nächſten Tag die Abreiſe nach München geplant war,
wo man ſich auch einige Tage aufhalten wollte.
Die Mahlzeit war zu Ende.
Ernſt verabſchiedete ſich von den Herrſchaften, da er
den Kaffee mit einigen Kollegen zuſammen trinken wollte
einem Verſprechen gemäß.
Gretchen reichte ihm wie die anderen ebenfalls die
Hand, die er an ſeine Lippen führte. Mit Erbeben fühlte
ſie den leiſen Druck derſelben, und da traf ſie auch ſein
Blick ſo ſelbſtvergeſſen, ſo heiß und ſchmerzlich, daß ſie
unwillkürlich nach ihrem Herzen griff. Er hatte ſo kühne,
ſtrahlende Augen, und die Sprache derſelben war ihr ſo
wohlbekannt.
Es hielt ſie nicht im Hotel. Sie mußte einen Gang
durch die Sträßen machen, ſich zu zerſtreuen denn das
Wiederſehen mit Ernſt Brand hatte ſie mächtig erregt.
Lionel pflegte nach Tiſch lange zu ruhen, und ſo
konnte ſie dieſe Zeit zu einem Spaziergang benutzen. Bis
ihr Gatte erwachte, war ſie längſt wieder zurück!
Es war ſehr warm, faſt drückend und die
Luft trübe und regenſchwer. Doch Gretchen achtete deſſen
nicht; planlos ſchritt ſie einher, nachdem ſie einige An=
ſichtskarten
und Photographien von darſtellenden Künſt=
lern
erſtanden hatte.
Als ſie an einem Café vorüberging, trat aus der Tür
desſelben Ernſt Brand heraus und mit ihm zwei Herren
und zwei Damen.
Sie waren anſcheinend ſehr heiter; die eine ſchlug
ſcherzend mit dem Handſchuh nach Brand und rief:
Warum nur immer ſo ernſt? Sie brauchen Ihren Vor=
namen
wirklich nicht zu illuſtrieren, Sie ſchöner Mann

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Augen dabei an.
In dieſem Augenblick bemerkte er Margareta und
zog tief den Hut. Sie fühlte, wie ſie rot wurde und eilte
weiter, während die Blicke der Künſtler ihr neugierig
folgten und die Damen mit Kennerblicken ihre Toilette
muſterten.
Wer iſt dieſes ſchöne Weſen, und wie kommen Sie zu
der Bekanntſchaft, Herr Kollege?
Kurz gab er Antwort, verabſchiedete ſich dann ſchnell
und folgte Margareta. In wenigen Minuten hatte er ſie
eingeholt.
Welch unvermutete Freude, gnädige Frau, Sie noch
einmal zu ſehen ſchlug es da in bebenden Lauten an
das Ohr der jungen Frau.
Sie blieb ſtehen.
Ach, Herr Brand auch ihre Stimme zitterte etwas
ich hatte einige kleine Beſorgungen, zu denen ich dieſe
frühe Nachmittagsſtunde wählte, da mein Mann
ſchläft
Und darf ich mich Ihnen für einen Augenblick an=
ſchließen
, da uns der Zufall ſo unverhofft zuſammenge=
führt
hat? bat er, und ſeine Augen unterſtützten ſeine
Bitte.
Sie neigte den blonden Kopf, was er als Gewährung
auffaßte. Schweigend gingen ſie eine Weile neben=

einder hder dus den ner ihuen ſo dat, daf ſie nieht=
ten
, einer müſſe das des andern ſchlagen hören.
Was ſagen, womit anfangen?
Der Groll über das Schwere, das ſie ſich gegenſeitig
zugefügt, war für den Augenblick geſchwunden in dem
einen Gefühl: Ihr habt Euch wiedergeſehen und jeder
war beglückt von des andern Nähe.
Unſagbar lieblich und mädchenhaft ſah Gretchen aus
in dem koſtbaren weißen Kleide und in dem großen,
ſchwarzen Strohhut, der ihr zartes Geſicht beſchattete.
Endlich begannen ſie ein Geſpräch über die geſtrige
Vorſtellung. Gretchens Augen leuchteten noch von Be=
geiſterung
, als ſie derſelben gedachte. So gern würde ich
noch Parſifal hören, aber bis nächſte Woche zu bleiben,
wird uns zu lange. Die Mutter meines Mannes iſt ſchon
beunruhigt; der Aufenthalt hier war urſprünglich gar
nicht vorgeſehen. Aber ich wollte mir den Genuß, den
Meiſter an geweihter Stätte zu hören, nicht entgehen
laſſen lange muß ich davon zehren
Und mir iſt dadurch das nie mehr gehoffte Glück ge=
worden
, Sie wiedergeſehen zu haben, gnädige Frau.
Sie errötete und ſagte dann hafttg:
Eine Frage, Herr Brand, aber bitte, ehrlich beant=
worten
: Wie fanden Sie Papa ausſehend?
Dieſe unvermutete Frage ließ ihn etwas zögern; er
beſann ſich auf Antwort, denn unmöglich konnte er ſagen,
daß er faſt erſchrocken war, ihn ſo gealtert zu finden, und
da ſagte Bretchen ſchon in ſchmerzlichem Tone:

Ich weiß genug, Herr Brand, ſparen Sie ſich die Aus=
flüchte
! Alſo auch Ihnen iſt die mit ihm vorgegangene
Veränderung aufgefallen. Papa iſt ſehr alt und müde ge=
worden
! Ich hätte weinen mögen, als ich ihn wiederſah
und bin doch noch kein halbes Jahr fort! Jetzt iſt mir.
ein Stein vom Herzen, daß ich ihn ſtändig in meiner Nähe
haben werde und ich mich ihm wie früher widmen kann.
Der Himmel hatte ſich mittlerweile immer mehr und
mehr umwölkt, und jetzt begannen die erſten ſchweren
Regentropfen zu fallen.
Ich habe keinen Schirm, klagte Gretchen, wenn ich
wenigſtens einen Wagen bekommen könnte. Beſorgt ſah
ſie ſich um, als es immer mehr regnete.
O, das iſt nur ein Gewitterregen, gnädige Frau, be=
ruhigte
Ernſt, der geht ſicher bald vorüber! Uebrigens
iſt hier ganz in der Nähe ein kleines Café wenn ich
Sie dahin geleiten darf?
Es blieb ihr nichts anderes übrig, als einzuwilligen,
wenn ſie nicht Gefahr laufen wollte, ihre elegante Toilette
zu verderben, und vertrauensvoll folgte ſie ihm in das
kleine unſcheinbare Café, das um dieſe Zeit ſpärlich be=
ſucht
war. Es war ſehr ſtill, und die wenigen Gäſte, die
ſich darin befanden, achteten nach einem flüchtigen Blick
auf die beiden gar nicht mehr derſelben, ſondern vertieften
ſich weiter in ihre Zeitungen und Zeitſchriften.
(Fortſetzung folgt.)

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Markt 3

[ ][  ][ ]

Die Lage des Arbeitsmarktes in Heſſen
und Heſſen=Naſſau im Dezember 1912.

Im Metallgewerbe hat ſich die Lage des Ar=
beitsmarktes
gegen den Vormonat nicht weſentlich ge=
ändert
. Nach dem Bericht der Arbeitsvermittelungsſtelle
Frankfurt a. M. konnten faſt alle Arbeitſuchenden unter=
gebracht
werden. Nach demſelben Bericht war die Nach=
frage
nach Sattlern und Tapezierern ſehr ge=
ring
. Für Buchbinder war nach dem Bericht des
Deutſchen Buchbinderverbandes in Frankfurt a. M. der
Geſchäftsgang durch die Fertigſtellung des Adreßbuches
und verſchiedener anderer Arbeiten gut flaute jedoch gegen
Ende des Berichtsmonates wieder erheblich ab. In der
Induſtrie der Holz= und Schnitzſtoffe war nach
dem Bericht der Arbeitsvermittelungsſtelle Frankfurt am
Main in der erſten Hälfte des Monats der Beſchäftigungs=
grad
noch gut, ließ aber in der zweiten Hälfte ſehr nach.
In Mainz war für Schreiner die Arbeitsgelegenheit noch
immer unzulänglich, wenn auch einige Stellen mehr als
im Vormonat angeboten wurden. Nach dem Bericht des
Arbeſtsnachweiſes, ſowie des Holzarbeiterverbandes in
Darmſtadt fanden in den Möbelfabriken Arbeiterent=
laſſungen
ſtatt; auch wurde für die Verbleibenden die Ar=
beitszeit
verkürzt. In der Induſtrie der Nahr=
lungs
= und Genußmittel war nach dem Bericht
der Arbeitsvermittelungsſtelle Frankfurt a. M. der Ge=
lſchäftsgang
im Ganzen weniger günſtig. In der Be=
kleidungsinduſtrie
war bei den Schneidern der
Geſchäftsgang noch flau, nur in der Konfektionsbranche
war Nachfrage nach Gehilfen. In Mainz waren Bie
Schneider gut beſchäftigt, ſo daß die Mehrzahl der offenen
Stellen durch zugereiſte Arbeiter beſetzt werden mußte.
Dagegen fehlte es für Schuhmicher an Arbeit. In den
Schuhfabriken in Offenbach a. M. war die Beſchäftigung
gut, beſſer als im Vormonat. Im Baugewerbe
lmangelte es in Mainz an Zimmerleuten; dagegen waren
für Maler und Tüncher nur 3 Stellen gemeldet. Nach
dem Bericht des Baupolizei=Amtes in Mainz iſt die Mehr=
zahl
aller im Jahre 1912 angefangenen Neubauten, mit
Ausnahme dreier Villen und des Realgymnaſiums unter
Dach gebracht; vorläufig iſt für umfangreiche Neubauten
im neuen Jahre wenig Ausſicht vorhanden, ſo daß Mau=
ter
, Zimmerleute Dachdecker, Betonarbeiter, Spengler
iſw. wenig Beſchäftigung finden werden. Um ſo umfang=
krichere
Beſchäftigung wird für Tüncher, Schreiner,
Schloſſer, Glaſer, Inſtallateure ꝛc. vorhanden ſein, da die
ſamtlichen Hochbauten des umfangreichen ſtädtiſchen
trankenhauſes, die des Korpsbekleidungsanſtes., des
Realgymnaſiums einer Kirche und einer Anzahl Villen
des inneren Ausbaues harren. Die ſtädtiſche Baupolizei
in Offenbach a. M. berichtet über das letzte Vierteljahr:
Die Bautätigkeit im Wohnhausneubau hatte wieder
awas zugenommen. In Worms gingen im Baugewerbe
dre offenen Stellen und die Vermittlungen zurück, die
ahl der Arbeitſuchenden blieb gegen den Vormonat auf
gleicher Höhe. Im graphiſchen Gewerbe nahm
nach dem Bericht des Deutſchen Buchdruckerverbandes in
Prankfurt a. M. am Anfang des Berichtsmonats die Zahl
der Arbeitsloſen bedeutend zu, hervorgerufen durch Fer=
tigſtellung
des Adreßbuches. Die beſetzten Stellen waren
fuſt nur Aushilfen. Es verblieben am Jahresende 93
Arbeitsloſe gegen 67 im Vormonat.

Von den ungelernten Arbeitern konnten, ob=
gleich
anfangs des Berichtsmonats das Geſchäft ruhig
war, 8 Tage vor den Feiertagen, viele Leute, meiſtens
jüngere, in Aushilfeſtellen eintreten; nach älteren Leuten
war wenig Nachfrage. In Darmſtadt hatten durch die
Abtragungsarbeiten auf dem Terrain der früheren Bahn=
hofsanlagen
viele Ungelernte Beſchäftigung, ſo daß nur
geringe Arbeitsloſigkeit herrſcht. Für Heizer, Ma=
ſchiniſten
und Fabrikarbeiter waren eben=
falls
nur wenig offene Stellen gemeldet In Bingen
am Rhein hat durch Vollendung des Rohbaues einer
Reihe größerer Bauten (Katholiſches Vereinshaus, Feſt=
halle
, Naheregulierung) die Nachfrage nach Bauhnnd=
werkern
und Bautaglöhnern erheblich nachgelaſſen. An
der Edertalſperre bei Hemfurth dauerten die Wege=
arbeiten
noch fort, wobei noch eine Anzahl anſäſſige Ar=
beiter
beſchäftigt wurde. Im Hotel= und Gaſt=
wirtsgewerbe
war nach dem Bericht der Arbeitsver=
mittlungsſtelle
Frankfurt a. M. die Arbeitsmarktlage, der
Jahreszeit entſprechend nicht günſtig. Die Zahl der
offenen und beſetzten Stellen bewegte ſich in denſelben
Grenzen wie im Vorjahre. Infolge der Feiertage und
der Abhaltung einiger größerer Feſtlichkeiten war zwar
Aushilfsarbeit vorhanden, doch war die Zahl der Arbeit=
ſuchenden
zu groß, als daß alle untergebracht werden
konnten. Nach landwirtſchaftlichen Arbei=
tern
war durch die günſtigen Witterungsverhältniſſe die
Nachfrage doppelt ſo groß wie im gleichen Monat des
Vorjahres. Die Zahl der arbeitſuchenden Dienſtmädchen
ging zurück.

Luftfahrt.

sr Fernflug Paris-Caſablanca. Der
Aviatiker Helen, über deſſen Fernflug Paris-Caſablanca
wir bereits berichteten, hat von der 2800 Kilometer lan=
gen
Strecke bereits die beiden erſten Etappen Paris=
Lyon-Montpellier-Perpignan und Perpignan- Barce=
lona
-Tortoſa-Valenzia-Alicante zurückgelegt. Die letzte
gefährliche Etappe führt von Alicante aus über das Mit=
telländiſche
Meer nach Malaga, Algeciras, Tanger nach
Caſablanca.

Sport, Spiel und Turnen.

* Der Ski=Klub Darmſtadt=Odenwald beabſichtigt.
wie wir hören, für die Tage vom 25. bis 28. Januar auf
der Zuflucht im nördlichen Schwarzwald einen Skikurs
für Anfänger und Fortgeſchrittene zu veranſtalten, zu
dem ſchon zahlreiche Anmeldungen eingelaufen ſind. Die
Leitung des Kurſes hat Herr Dipl.=Ing. Garſtad von hier
freundlichſt übernommen.
sr. Schwimmen. Eine glänzende ſchwimm=
ſportliche
Leiſtung hat der Auſtralier Longworth
vollbracht, indem er vier Schwimmeiſterſchaften von Neu=
Süd=Wales gewann. Nachdem Longworth ſchon vorher
über 100 Yards, eine halbe und eine engliſche Meile ge=
ſiegt
hatte, endete er in der ebenfalls in Sydney zum Aus=
trag
gebrachten Meiſterſchaft über eine Viertel=Meile in
5 Min. 40 Sek. mit 10 Yards Vorſprung als Erſter vor
Smith und Page. Bei dieſer außergewöhnlichen Lei=
ſtung
iſt zu berückſichtigen, daß Longworth erſt im 19. Le=

bensjahre ſteht und daher noch ſehr verbeſſerungsfähig
iſt, ſo daß er bald einen gefährlichen Konkurrenten für
den berühmten Honolulufürſten Kahanamoku, dem
ſchwimmſportlichen Triumphator von Stockholm, abgeben
wird. Bei den olympiſchen Spielen in Stockholm ver=
ſagte
Longworth wegen ſeiner angegriffenen Geſundheit
völlig.

Handel und Verkehr.

Die ſeit etwa Jahresfriſt beſtehende Einrichtung
billiger Telegramme im überſeeiſchen Ver=
kehr
iſt trotz ihrer Wichtigkeit für weite Kreiſe des Pu=
blikums
noch immer nicht hinreichend bekannt. Benutzten
früher Privatleute nur in ſeltenen Fällen die überſeeiſche
Kabel=Telegraphie, weil ſie nicht in der Lage waren,
durch Verwendung von Depeſchenkürzen (Codes, Tele=
grammſchlüſſeln
) viel in wenigen Worten zu ſagen und
ſo für ſich die Koſten herabzuſetzen, ſo iſt jetzt ſeitens der
Verwalltung der Deutſch=Atlantiſchen Telegraphengeſall=
ſchaft
durch Herabſetzung der Gebühren für Privat= Tele=
gramme
in offener Sprache, ohne Codeworte, dafür ge=
ſorgt
, daß gelegentliche Kabeldepeſchen den Mitteln eines
jeden erreichbar ſind. Der Preis iſt auf die Hälfte der
gewöhnlichen bisherigen Gebühr ermäßigt worden, alſo
z. B. zwiſchen Deutſchland und New=York via Emden-
Azoren auf 55 Pfg. pro Wort, d. h. auf eine Entfernung
von 7935 Kilometer unter dem Ozean her. Aehnliche
Tarifermäßigungen haben für die meiſten anderen Uebek=
ſeeländer
und Kolonien ſtattgefunden. Dieſe durchgrei=
fende
Verkehrsverbeſſerung hat bereits während der weni=
gen
Monate ihres Beſtehens vielen in den verſchiedenſten
Orten Deutſchlands eine gern geſehene Gelegenheit zum
Austauſch wichtiger Mitteilungen gegeben und wird, wenn
ſie erſt genügend von weiteren Schichten des Publikums
erkannt und gewürdigt wird, geradezu eine neue Art von
internationalem Verkehr hervorrufen, von deſſen Bedeu=
tung
man ſich einſtweilen nur eine ſchwache Vorſtellung
machen kann. Jedenfalls verdient dieſe Einrichtung jeder=
mann
bekannt zu werden, damit bei eintretendem Bedarf
der Gedanke an die Abſendung eines der billigen privaten
Kabel=Telegramme ſich ohne weiteres von ſelbſt darbietet.
Eine andere Neuerung, welche dem großen Publikum noch
nicht genügend bekannt ſein dürfte, iſt die Einführung
telegraphiſcher Anweiſungen von Geldbe=
trägen
per Kabel (nach den Vereinigten Staaten von
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