Darmstädter Tagblatt 1913


14. Januar 1913

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176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Von Rom aus wird gemeldet, daß der Kaiſer mit
dem König von Italien im Frühjahr eine Zu=
ſammenkunft
haben werde.
*
Starker Schneefall iſt am Sonntag, beſonders
in Weſtdeutſchland, in Bayern und in Thüringen, ein=
getreten
. Durch Schneeverwehungen wurden mehrfach
Verkehrsſtörungen verurſacht.
725
Präſident Falliéres empfina am Sonntag nach=
mittag
den ruſſiſchen
Kriegsminiſter
Suchomlinow in Audienz.
ege
Der franzöſiſche Miniſterpräſident nahm die Demiſ=
ſion
des Kriegsminiſters Millerand an.
Zu ſeinem Nachfolger wurde der Kolonialminiſter Le=
brun
ernannt.
*
Der türkiſche Miniſterrat beſchloß, die Ent=
ſcheidung
über Krieg und Frieden einer
Nationalverſammlung zu überlaſſen, zu der
die Ulemas, die religiöſen Chefs der Nichtmohamme=
daner
, Vertreter der Wiſſenſchaft und des Handels, Be=
amte
außer Dienſt und ſonſtige erfahrene Perſonen ve=
rufen
werden ſollen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Fortdauer der Ungewißheit.

** Hinſichtlich der Löſung der Balkanfrage:
wird die Geduld Europas auf eine ſehr harte Probe ge=
ſtellt
. Schon am letzten Montag ſollte die Entſcheidung
fallen, und jetzt, nach acht Tagen, ſcheint dieſe noch in
weitem Felde zu liegen. Die Londoner Friedenskonfe=
renz
hält keine Sitzungen mehr ab, ſie hat die Verhand=
lungen
auf den Wunſch der Sieger! unterbrochen,
nicht abgebrochen, denn in dieſem Falle hätte man die
Feindſeligkeiten wieder beginnen müſſen. Dies zu tun,
hätten die Verbündeten wohl nicht gezögert, wenn ſie
ihrer Sache, d. h. des Erfolges bei einer Fortſetzung des
Krieges, ſo ſicher wären. Oder laſſen ſie ſich etwa gar
von Rückſichten auf die Menſchlichkeit leiten, wenn ſie die
Wiederaufnahme des Kampfes hinausſchieben? Das
würde uns die Balkanbundſtaaten in einem ganz neuen
Lichte zeigen, denn Menſchlichkeit haben ſie bisher nicht
bewieſen. Es muß alſo doch einen tieferen Grund haben,
daß die Balkanſtaaten vor der Fortſetzung des Krieges
zurückſchrecken und ſich hinter die Großmächte flüchten,
die ihnen die Kaſtanien, d. h. in dieſem Falle Adrianopel,
Skutari, die ägäiſchen Inſeln uſw., aus dem Feuer holen
ſollen. Die Regierungen des Balkanbundes möchten viel=
leicht
ganz gern der Türkei entgegenkommen, aber ſie be=
fürchten
die Stimmung ihrer Völker. und Nikita hält ſeine
Krone für gefährdet, wenn in ſeiner Kriegsbeute Skutari
fehlt, während Ferdinand von Bulgarien und Georg von
Griechenland ihre Throne erſchüttert ſehen, wenn ſie nicht
Adrianopel bezw. die Inſeln des Archipels heimbringen.
Mit Recht wird jetzt den Balkanſtaaten, insbeſondere
Bulgarien, von der Times der ernſte Vorwurf gemacht,
daß ſie ſich auf übertriebene Forderungen verſteift
hätten, wie z. B. die Abtretung der alten türkiſchen Kai=
ſerſtadt
Adrianopel. Bulgarien verliere durch ſein Be=
harren
auf nicht völlig gerechtfertigt erſcheinende For=
derungen
, die zum Wiederausbruch des Krieges führen
könnten, eventuell die Sympathien Europas. Die Mächte
wollten in ihrer Note nicht die Pforte im Widerſtande
bekräftigen, aber ebenſowenig Bulgarien in ſeinen über=
mäßigen
Forderungen. In dieſem Sinne ſpricht ſich auch
eine deutſche offiziöſe Erklärung aus, welche
beſagt, die der Pforte zu überreichende Note ſei nicht aus
parteiiſchen Auffaſſungen hervorgegangen und gelte
nicht der Ausübung eines ungerechten Zwanges; ſie be=
deute
vielmehr einen freundſchaftlichen, wenn auch ern=
ſten
Rat, der nichts enthalte, was nach reiflicher Ueber=
legung
der Kabinette gegen die wohlerwogenen Intereſſen
der Türkei ſelbſt verſtoße, die doch für ihr künftiges Er=
ſtarken
auf die willige Mithilfe der Großmächte rechne.
Auch die Beſorgnis, daß die Arbeit der europäiſchen Di=
plomatie
einſeitig werden könne, ſei nicht gerechtfertigt,
denn auch den Balkanſtaaten gegenüber habe eine aus=
gleichende
, mildernde Tätigkeit der Mächte, niemals aus=
geſetzt
. Sie mache ſich gegenwärtig u. a. in den zwiſchen
Rumänien und Bulgarien entſtandenen Schwierigkeiten

geltend, von denen gehofft werden könne, daß ſie auf dem
Wege diplomatiſcher Unterhandlungen eine Löſung
finden.
Hiernach möchten wir es für wenig wahrſcheinlich
halten, daß die Meldungen von unfreundlichen Schritten
gegen die Türkei, wie z. B. einer Flottendemonſtration
vor Konſtantinopel, ſtimmen. Freilich iſt dann auch der
Erfolg der Mächte ziemlich ausſichtslos, und die Möglich=
keit
einer Fortſetzung des Krieges bleibt nach wie vor be=
ſtehen
.

Der preußiſche Kultusminiſter
über des Leintengeſetz.

* Im preußiſchen Abgeordnetenhauſe kam am Sams=
tag
bei der Etatsberatung auch das Jeſuitengeſetz zur
Sprache. Der Zentrumsredner, Graf Praſchma, trat mit
warmen Worten und vornehmer Mäßigung für die Auf=
hebung
des Geſetzes ein. Ihm erwiderte der Kultus=
miniſter
v. Trott zu Solz:
Graf Praſchma hat ſich darüber ausgelaſſen, wie mit
Unrecht dem Jeſuitenorden Vorwürfe gemacht würden,
und ſeine Ausführungen gipfelten ſchließlich in der For=
derung
, daß das Jeſuitengeſetz beſeitigt werden müſſe.
Die Ausführungen und Wünſche gehören vor das Forum
des Reichstags und des Bundesrats, und ich möchte hier
darauf nicht eingehen. Graf Praſchma hat aber auch die
Handhabung des Jeſuitengeſetzes und ſeiner Ausfüh=
rungsbeſtimmungen
in Preußen und die Mitwirkung der
preußiſchen Regierung bei dem Zuſtandekommen des
Bundesratsbeſchluſſes vom 28. November v. J. erwähnt.
Die Anregung zu dieſem Bundesrats=
beſchluß
iſt nicht von Preußen ausgegan=
gen
, ſondern Sie wiſſen, daß Bayern den Anlaß dazu
gegeben hat. In Preußen hat ſich mit der Zeit eine Hand=
habung
des Geſetzes herausgebildet, die auch von den
großen Gerichtshöfen bekräftigt und beſtätigt worden iſt,
die durchaus zu keinen Konflikten geführt
hat. Dabei iſt das Beſtreben der preußiſchen Regierung
geweſen, einerſeits dem Geſetz und den ihm ergangenen
Ausführungsbeſtimmungen vom 5. Juni 1872 Rechnung
zu tragen, dabei aber auch ſich zu bemühen, alles Klein=
liche
und Schikanöfe auszuſchalten und, ſoweit es ging,
auch den Empfindungen der katholiſchen Bevölkerung
nach Möglichkeit Rechnung zu tragen. Bei der Beratung
im Bundesrat hat die preußiſche Regierung den Stand=
punkt
vertreten, daß lediglich die bisher beſtehende Praxis
kodifiziert werden möchte. Nun werden Sie mir zu=
geben
, daß eine ſolche authentiſche Interpretation außer=
ordentlich
ſchwierig iſt, und es iſt mir doch zweifelhaft. ob
ein Elementarſchüler es beſſer gemacht hätte als der Bun=
desrat
. Der Bundesratsbeſchluß hätte ausfallen mögen,
wie er wollte. man hätte doch kritiſieren und Ausſtellun=
gen
machen können. Wir haben uns bemüht den Bun=
desratsbeſchluß
ſo zu geſtalten, daß wir in Preußen
unſere Handhabung nicht zu ändern brauchen.
Die Ordenstätigkeit, wie ſie der Jeſuitenorden ſelbſt
erkennt und auffaßt, iſt bekanntlich eine ganz umfaſſende.
Von einer derartigen Ordenstätigkeit mußte ſelbſtver=
ſtändlich
ein gewiſſer Ausſchnitt gemacht werden, und der
ergab ſich ohne weiteres nach der Richtung, daß ſelbſtver=
ſtändlich
nur eine ſolche Tätigkeit für das Geſetz in Frage
kommen konnte, welche ſich nicht gegen andere richtet; des=
halb
finden Sie auch in dem Bundesratsbeſchluß die Be=
ſtimmung
, daß prieſterliche und religiöſe Tätigkeiten un=
ter
das Verbot fallen, welche ſich gegen andere richten.
Wenn nun gewiſſe Ausnahmen in dem Beſchluß des
Bundesrats gemacht worden ſind, ſo ſind das keineswegs
willkürliche Ausnahmen, und die Kritik, die dieſe Aus=
nahmen
erfahren haben, ſcheint mir nicht gerechtfertigt.
Wir haben uns jedenfalls bemüht, das Geſetz nicht in
ſchikanöſer Weiſe zu handhaben. Die Ausführung
des Geſetzes unterliegt ja auch nicht den Ortspolizei=
behörden
, ſondern den Landesvolizeibehörden. Dadurch
wird eine ruhige und zurückhaltende Behandlung er=,
möglicht und Mißgriffen vorgebeugt. Es kommt weiter
hinzu, daß das Geſetz die Eigenart beſitzt, keine Straf=
androhung
zu haben. Die Behörde iſt bei der Wirkung
nur auf direktive Maßregeln angewieſen Alles das
ſpricht dafür, daß die Befürchtungen, es könnte wieder
eine ſchikanöſe und kleinliche Behandlung der Dinge Platz
greifen ſie hat nicht ſtattgefunden unbegründet ſind=
Was insbeſondere die Beſtimmung betrifft, daß
wiſſenſchaftliche Vorträge, die das religiöſe
Gebiet nicht berühren, nicht unter das Verbot fallen, ſo
iſt zuzugeben, daß eine ſolche Beſtimmung an ſich nicht
notwendig geweſen wäre; denn ſie ergab ſich ſchon aus
dem erſten Satz des Beſchluſſes, wonach der Jeſuit in ſet
ner profanen Tätigkeit keine Einſchränkung erleiden ſoll;
er würde alſo ohne weiteres einen wiſſenſchaftlichen Vor=
trag
halten können. Durch dieſe Beſtimmung ſollte auch
gewiſſermaßen das hervorgehoben werden, was zurzeit
beſonders aktuell iſt. Wenn das Thema wiſſenſchaftlich
iſt, wenn die Perſon des Redners als eines Angehörigen
des Ordens nicht oſtentativ in den Vordergrund geſchoben
wird wenn alles Provokatoriſche vermieden wird, dann
werden keine Nachforſchungen angeſtellt, dann wird man
keinen Grund zum Einſchreiten haben. Freilich darf das
wiſſenſchaftliche Thema nicht als Deckmantel für eine
reliaiöſe Tätigkeit dienen. In Preußen iſt es zu berech=

tigten Klagen nicht gekommen, und da an der preußiſchen
Praris nichts geändert werden ſoll. ſo wird das auch in
Zukunft nicht geſchehen. Ich glaube alſo, daß, wenn die
Herren vom Zentrum ſich auch nach wie vor gegen das
Geſetz ſelbſt wenden, ſie doch bezüglich ſeiner Ausführung
ebenſowenig wie bisher Grund zu berechtigten Klagen
haben werden. (Beifall.)

Deutſches Reich.

Begegnung des Kaiſers mit dem =
nig
von Italien. Wie die Berliner Neueſten Nach=
richten
melden, wird in Rom amtlich beſtätigt, daß Kai=
ſer
Wilhelm im Frühjahr, wahrſcheinlich Mitte März,
mit dem König von Italien eine Zuſammenkunft haben
wird. Der Kaiſer wird auf ſeiner Reiſe nach Korfu in
Genua kurzen Aufenthalt nehmen.
Der Schwetzer Wahlaufruf. Der Dan=
ziger
Zeitung wird ein Einſpruchsſchreiben von deutſcher
Seite überſandt, das ſich gegen die Veröffentlichung eines
angeblich vertraulichen Schreibens des Deutſchen
Schwetzer Wahlausſchuſſes im Vorwärts richtet. Wie
vorauszuſehen war, erklärt der Ausſchuß, daß er von der
Exiſtenz eines ſolchen vertraulichen Schreibens, das übri=
gens
wohl niemand ernſt genommen hat, erſt durch die
Veröffentlichung des Vorwärts Kenntnis erhalten habe.
Der Vorwärts wird aufgefordert, den Beweis ſeiner Be=
hauptungen
mit Namensnennung anzutreten. Bis dahin
müſſe das bezügliche Schriftſtück für eine Fälſchung er=
klärt
werden, durch welche der Vorwärts myſtifiziert wor=
den
ſei.
Auch ein deutſcher Reichstagsab=
geordneter
. Der Reichstagsabgeordnete Wetterlé=
einer
der rührigſten der elſaß=lothringiſchen Zentrums=
partei
, hat am vorigen Dienstag in Le Havre (Frankreich)
in der Geſellſchaft für Handelsgeographie einen Vortrag
über Elſaß=Lothringen und ſeine Verfaſſung gehalten.
Vön dort hat er ſich weiter auf ſeine Vortragsreiſe durch
Frankreich begeben. Auch in Rouen ſprach er. Nach einer
Zeitung erwiderte Wetterlé in Rouen auf die Begrüßung
der dortigen Elſäſſer u. a.: Wohlverſtanden, ich betrachte
die Autonomie Elſaß=Lothringens als die Löſung, die
zur Lage des Augenblicks paßt, aber es ſoll geſtattet ſein,
Glauben an die Zukunft zu haben. Wir vergeſſen nicht,
daß in unſeren Adern keltiſches Blut fließt und auf dieſes
Elſaß trinke ich. Herr Wetterlé will im Laufe dieſes
Winters in über 50 franzöſiſchen Städten über Elſaß=
Lothringen ſprechen. Die geſamte Preſſe ſtellt bereits
dies Vorhaben des Abgeordneten an den Pranger und
ſpricht von einem Skandal. Die Köln. Ztg. beſchäftigt
ſich in einem Leitartikel mit dieſen Vorfällen und ſchreibt:
Ein deutſcher Reichstagsabgeordneter und katho=
liſcher
Prieſter erregt franzöſiſche Herzen zu chauviniſtiſch=
edlem
Schauer, und das in dieſen unruhigen Tagen, wo.
wie uns aus Straßburg geſchrieben wird, die Beſorgnis
eines Krieges elſäſſiſche Gemüter bewegt, wo hier und
dort, im unterelſäſſiſchen Bezirkstag und in öffentlichen
Volksverſammlungen die Erhaltung des Friedens, die
Verſchonung mit neuen Kriegsgreueln. als der drin=
gendſte
Wunſch und das vitalſte Intereſſe des Landes be=
kundet
worden iſt. Alle nationalgeſinnten Deutſchen
werden den Schlußworten der Straßburger Poſt zuſtim=
men
, die ſchreibt: Es handelt ſich um einen Skandal der
unerträglich iſt, unerträglich für die Intereſſen Elſaß=
Lothringens, für die Würde des Deutſchen Reiches, das
die Ehre, ihm anzugehören, nicht einem Manne gewähren
darf. der ſie beſchmutzt und verrät, und unerträglich auch
für das Anſehen des deutſchen Reichstages, der in ſeiner
Mitte nicht einen im Ausland auftretenden Verächter und
Läſterer des Deutſchtums dulden kann.
Der Streit in der württembergi=
ſchen
Sozialdemokratie. Der Zank in der würt=
tembergiſchen
Sozialdemokratie geht auch im neuen Jahre
munter weiter. Jetzt entrüſtet ſich ihr Zentralorgan, die
Schwäbiſche Tagwacht, aufs höchſte über die 13 ſozial=
demokratiſchen
Landtagsabgeordneten, die der Eröff=
nungsſitzung
des Landtages beigewohnt haben, bei der
der König die Thronrede verleſen hat und bei der ihm
durch Hochrufe gehuldigt wurde. Korrekt kann ſie nur
das Verhalten der vier neugewählten ſozialdemokratiſchen
Abgeordneten finden, die der Eröffnungsſitzung fern=
geblieben
ſind, um nicht den Ständeeid in die Hand des
Königs ablegen zu müſſen. Die Schwäbiſche Tagwacht,
die von der Eröffnungsſitzung als einem Eröffnungs=
rummel
ſpricht, ſtellt entrüſtet feſt, daß die genannten
Dreizehn nicht nur dem ausgeſprochenen Willen eines
großen Teils der württembergiſchen Sozialdemokraten,
ſondern auch dem wiederholt bekundeten Mehrheitswillen
der deutſchen Sozialdemokratie zuwidergehandelt haben.
Der Vorſtand der Landtagsfraktion erläßt darauf eine

[ ][  ][ ]

Erwiderung, in der er gegen die Art des Vorgehens der
Redaktion ſchärfſten Proteſt einlegt. Die Teilnahme der
Landtagsfraktion an der Eröffnung des Landtages recht=
fertigt
die Erklärung damit, daß ſich die Fraktion von
ähnlichen Geſichtspunkten wie 1907 und 1911 habe leiten
laſſen. Die Parteigenoſſenſchaft des ganzen Landes habe
damals die Haltung der Fraktion gebilligt. Die Fraktion
würde ſich dem Geſpött ausſetzen, wenn ſie in einer ſol=
chen
Frage das eine Mal ſo, das andere Mal anders ent=
ſcheiden
wollte.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Demonſtration gegen die ungariſche
Wahlreform. Die ſozialdemokratiſche Partei ver=
anſtaltete
in Peſt zwei und außerdem noch in 28 Provinz=
ſtädten
Volksverſammlungen, in welchen der Maſſenſtreik
gegen die Lukacsſche Wahlreform proklamiert wurde. Der
Streik ſoll gleich im ganzen Lande beginnen und ohne
Ablauftermin bis auf Widerruf dauern. Die Sozialiſten
behaupten, daß der Streik zwei bis drei Wochen an=
dauern
könne. Die Arbeitseinſtellung iſt für den 29. oder
30. Januar in Ausſicht genommen. Die Sozialiſten
hoffen, daß es ihnen gelingen wird, die Eiſenbahner zur
Teilnahme am Streik zu veranlaſſen. Die Arbeiter der
Elektrizitäts= und Gaswerke ſollen ihren Anſchluß ſchon
angemeldet haben. Die Zeitungsſetzer haben erklärt, daß
von Ende Januar an in Ungarn mehrere Wochen hin=
durch
keine Blätter erſcheinen werden.
Frankreich.
Die Demiſſion Millerands. Miniſter=
präſident
Poincaré antwortete auf den Brief des zurück=
getretenen
Kriegsminiſters Millerand, zu deſſen Nach=
folger
der Kolonialminiſter Lebrun ernannt wurde, mit
folgenden Worten: Der Miniſterrat bedauert, einmütig
anderer Anſicht zu ſein als Sie über die Maßnahme, die
Sie ergriffen und für die Sie mit Ihrer gewohnten Loya=
lität
die Verantwortung auf ſich genommen haben. Der
Präſident der Republik glaubte infolgedeſſen, Ihre De=
miſſion
, die Sie ſo ſpontan anboten, annehmen zu müſſen.
In dem Augenblick, wo ich ſo unerwartet gezwungen bin,
mich von Ihnen zu trennen, laſſen Sie mich Ihnen ſagen,
daß ich niemals die wertvolle Mitarbeit vergeſſen werde,
die Sie dem republikaniſchen und patriotiſchen Werke ge=
leiſtet
haben, deſſen Verwirklichung das Kabinett unter
oft ſchwierigen Umſtänden durchzuführen ſuchte.
Der neue Kriegsminiſter, der als Kolonialminiſter
in hervorragender Weiſe an den deutſch=franzöſiſchen
Kongoverhandlungen im Jahre 1911 beteiligt war, iſt
Deputierter des Departements Meurthe=et=Moſelle und
mit dem Miniſterpräſidenten Poincaré eng befreundet.
Die Ernennung Lebruns zum Kriegsminiſter findet in
der Preſſe ziemlich allgemeine Zuſtimmung. Man rühmt
ſeinen methodiſchen Geiſt und ſeine ungewöhnliche Ar=
beitskraft
. Mehrfach wird die Hoffnung ausgeſprochen,
daß er die fruchtbare Tätigkeit Millerands fortſetzen
werde. Die Blätter erörtern auch heute eifrig die poli=
tiſche
Seite der durch das Vorgehen Millerands hervor=
gerufenen
Kriſe.
Die radikale Lanterne hofft, daß das Miniſterium
nunmehr wirklich homogen ſei. Durch die einmütige Miß=
billigung
der von Millerand getroffenen Verfügung hät=
ten
die Miniſter dargetan, wie ſehr ſie von der Pflicht
des Einvernehmens und der vollſtändigen Solidarität
durchdrungen ſeien. Der Radical ſchreibt: Die Wut=
ausbrüche
der Preſſe über die Demiſſion Millerands ſind
der beſte Beweis für die Bedeutung des von der republi=
kaniſchen
Partei davongetragenen Sieges. Die Petit
Republique, die Millerand eifrig verteidigt hat, meint,
nach wie vor werde Poincaré mit unverſöhnlichen Geg=
nern
zu kämpfen haben, die zu den unlauterſten Ma=
növern
entſchloſſen ſeien, um ſeine Stellung zu erſchüt=
tern
, aber dieſe Angriffe würden den Miniſterpräſidenten
nur noch größer erſcheinen laſſen, und die Zahl der Re=
publikaner
, die ihm am 17. Januar ihre Stimme geben
werden, werde täglich wachſen. Excelſior meint, die Art,
wie Millerand durch die in den Wandelgängen des Par=
laments
angezettelten Ränke geſtürzt wurde, ſei geradezu

tückiſch. Welcher Wertſchätzung der zurückgetretene Kriegs=
miniſter
ſich erfreue, zeige die Tatſache, daß der Zar ſich
dem Miniſterpräſidenten gegenüber in der ſchmeichelhafte=
ſten
Weiſe über die Tätigkeit Millerands und die gegen=
wärtige
Lage der franzöſiſchen Armee geäußert habe.
Zur Reiſe Suchomlinows. Der Matin
kommentiert die Reiſe des ruſſiſchen Kriegsminiſters Su=
chomlinows
nach Paris und führt aus: Es ſind ſtets zwi=
ſchen
zwei großen Armeen eine größere Zahl von Projekten
zu ſtudieren. Eine Unterhaltung von einigen Stunden iſt
ſtets vorteilhafter als eine langjährige Korreſpondenz.
Im gegenwärtigen Augenblick war dieſe Unterhaltung
um ſo mehr geboten, als durch die Balkanfragen und die
rumäniſch=bulgariſche Spannung beſondere Umſtände
vorliegen. General Joffré wird ſich in dieſem Jahre
nach Rußland begeben, um den dortigen Manövern bei=
zuwohnen
. Das Journal ſchreibt zu dem Beſuch: Man
kann den Unterhaltungen, die der ruſſiſche Kriegs=
miniſter
hier geführt hat, im jetzigen Augenblick wohl
eine beſondere Bedeutung beimeſſen. Was würde Ruß=
land
tun, wenn die rumäniſche Armee die bulgariſche
Grenze überſchreiten und Siliſtrien beſetzen würde? Man
braucht kein Prophet zu ſein, um zu erraten, daß dies der
Hauptgegenſtand der Unterhandlungen geweſen iſt.
Vereinigte Staaten.
In der Botſchaft an die Marine=
kommiſſion
des Repräſentantenhauſes
erklärt Marineſekretär Meyer, er glaube, daß alle zukünf=
tigen
Kriege, an denen die Vereinigten Staaten beteiligt
wären, in der Nähe der Eingänge zum Panamakanal
ſtattfinden würden. Daher ſei er der Meinung, daß ein
entſprechender Schutz im Karibiſchen Meer von weſent=
licher
Bedeutung ſei. Er kündigte deshalb Pläne zur Be=
feſtigung
von Guantanamo auf Cuba an, um den nord=
öſtlichen
Zugang zum Kanal zu beſchützen. Weiter er=
klärte
er, daß Cuba und die Vereinigten Staaten jüngſt
einen Vertrag abgeſchloſſen haben, durch den Cuba den
Vereinigten Staaten das Recht einräumt, die Guanta=
namo
beherrſchenden Hügel zu erwerben. Die Station
auf dieſen Hügeln ſolle möglichſt ſtark befeſtigt werden,
da ſie eine wunderbare ſtrategiſche Lage beſitze.
*
* Steigerung des Umlaufls deutſcher
Münzen. Während am Ende des Kalenderjahres 1911
der Betrag der im Verkehr befindlichen deutſchen Mün=
zen
ſich auf 6000,4 Millionen Mark ſtellte, belief er ſich am
Ende 1912 auf 6162,8 Millionen Mark, hatte ſich alſo um
162,4 Millionen Mark geſteigert. Der größte Teil des
Mehrbetrages fällt auf die Goldmünzen. Ihr Betrag
ſtieg von 4814,2 auf 4935,0 Millionen Mark, alſo um 120,8
Millionen. An der letzteren Summe nehmen die Doppel=
kronen
mit 114,8, die Kronen mit 6 Millionen Mark teil.
Der Umlauf der Silbermünzen erhöhte ſich von 1065,4
auf 1099,6 Millionen Mark, alſo um 34,2 Millionen. Auch
ſämtliche im Verkehr befindlichen Silbermünzenſorten
haben ſich vermehrt, nur die Fünfmarkſtücke, von denen
bekanntlich im Jahre 1912 keine Ausprägung vorgenom=
men
iſt, ſind infolge von Einziehungen um 0,1 Million
Mark vermindert. Dagegen iſt der Umlauf geſtiegen in
Dreimarkſtücken um 24,7 Millionen, in Zweimarkſtücken
um 3,1 Millionen, in Einmarkſtücken um 4 Millionen und
in Fünfzigpfennigſtücken um 2,5 Millionen Mark. Von
den Nickelmünzen liefen Ende 1912 für 104,9 Millionen
Mark gegen 98,8 Millionen Ende 1911, alſo um 6.1 Mil=
lionen
Mark mehr um. Die umlaufenden Fünfundzwan=
ziapfennigſtücke
hatten Ende 1912 den Betrag von 7,5
Millionen erreicht und ſich im Laufe des letzten Jahres
um 1.2 Millionen Mark vermehrt. Der Umlaufbetrag
der Zehnpfennigſtücke war um 3,2 und derjenige der
Fünſpfennigſtücke um 1,7 Millionen Mark geſtiegen. Auf
die Kupfermünzen kam Ende 1912 ein Betrag von 23,3
gegen 22.0 Millionen Ende 1911. Hier hat die Steigerung
1,3 Millionen Mark ausgemacht, wovon 0,5 Millionen
auf die Zweipfennigſtücke und 0,8 Millionen auf die Ein=
pfennigſtücke
kamen.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 14. Januar.
Vom Hofe. Prinzeſſin Magdalene Reuß j. L.
und Prinzeſſin=Tochter nahmen am Samstag an der

Frühſtückstafel im Neuen Palais teil. Sonntag vor=
mittag
beſuchten die Großherzoglichen Herrſchaften den
Gottesdienſt in der Hofkirche. Prinz und Prinzeſſin
Franz Joſeph von Battenberg nahmen am Sonntag an
der Frühſtückstafel im Neuen Palais teil. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Samstag den General=
leutnant
z. D. Bernhard, den Oberſt v. Drabich=Waechter,
Kommandeur des 1. Kurheſſ. Infanterie=Regiments Nr. 81,
den Major Becker vom Stabe des 2. Großh. Heſſ. Feld=
Artillerie=Regiments Nr. 61, den Oberleutnant Frhrn
v. Haxthauſen von Leibgarde=Infanterie=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, die Oberleutnants Klauſa von
der Maſchinengewehr=Abteilung Nr. 11 und Hoffmann
von der Maſchinengewehr=Kompagnie des Infanterie=
Regiments Nr. 72, beide z. Zt. kommandiert auf dem
Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt; eine Deputation von
der Firma Cornelius Heyl in Worms, beſtehend aus
den Arbeitern Becker und Soldan II.; den Zimmermann
Liſt V. von Seeheim, den Poſtdirektor Fritzel von Offen=
bach
, den Lehrer Keitzer von Wolfskehlen, den Kammer=
ſänger
Riechmann, den Hauptlehrer Magſaam von
Wimpfen, den Sanitätsrat Dr. Schliephake und den
Landgerichtsrat Wiener von Gießen, den cand. phil. Bam=
berger
von Heidelberg, den Lehrer Schultheis von
Nieder=Ramſtadt, den Bürgermeiſter Ohl und den
Geometer Neuſchäffer von Groß=Umſtadt, den Oekonomie=
rat
Falk von Friedberg, den Kommerzienrat Emmelius
und den Geheimen Medizinalrat Dr. Haberkorn von
Gießen, den Oberamtsrichter Dr. Fuhr von Bad Nau=
heim
, den Profeſſor am Predigerſeminar in Friedberg
D. Dr. Schoell, den Geheimen Juſtizrat Profeſſor
Dr. Schmidt von Gießen, den Kreisrat Geheimen Regie=
rungsrat
Lochmann und den Geheimen Juſtizrat Land=
mann
von Offenbach, den Kammerherrn Frhrn. v. Oetinger,
den Lehrer Wallhäußer, den Oberamtsrichter Noack von
Gernsheim, die Lehrer Gräber und Spamer von Offen=
bach
, die Sanitätsräte Dr. Herzog von Mainz, Dr. Keil=
mann
von Bretzenheim und Dr. Jäger von Mainz= Koſt=
heim
, den Kreisamtmann Linkenheld von Groß=Gerau,
den Hofjunker Frhrn. v. Heyl zu Herrnsheim von
Worms, den Veterinärrat Oehl von Nidda; zum Vor=
trag
den Staatsminiſter v. Ewald, den Finanzminiſter
Braun, den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach,
den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
werden am Mittwoch, den 15. d. Mts., weder
Audienzen erteilen, noch Meldungen entgegennehmen.
Die Vorträge der Miniſter pp. finden von 11 Uhr vor=
mittags
an im Neuen Palats ſtatt.
* Ordensverleihungen. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben verliehen: das Allgemeine
Ehrenzeichen mit der Inſchrift Für Verdienſte dem
Vizefeldwebel a. D. Bang, ſeither im Leibgarde= In=
fanterie
=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, ſowie dem
Landbriefträger Konrad Beck zu Storndorf, Kreis
Alsfeld, und dem Oberbriefträger Friedrich Henricy
zu Michelſtadt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der
Inſchrift Für langjährige treue Dienſte‟
Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Bureaugehilfen Ludwig Kraus beim
Kreisamt Friedberg zum Bureauaſſiſtenten bei dem Ober=
verſicherungsamt
in Darmſtadt; ferner wurde ernannt
der Ferdinand Stauß zum Bureaugehilfen bei der
Kulturinſpektion Friedberg.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den Schreibgehilfen bei
der Zentralſtelle für die Gewerbe Karl Eichenauer
in Darmſtadt auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom
1. Februar 1913 an.
Perſonalien von der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſen=
bahngemeinſchaft
. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
haben dem Königl. Preußiſchen Eiſenbahn=
direktor
und Vorſtand des Eiſenbahnverkehrsamts zu
Mainz, Adolf Scholl, aus Anlaß der am 10. Ja=
nuar
d. J. vollendeten fünfzigjährigen Dienſtzeit das
Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen verliehen; in den Ruheſtand verſetzt
wurde der Weichenſteller (Eiſenbahngehilfe) Georg
Harbach zu Saaſen vom 1. Februar d. J. an; im
Namen der Großh. Regierung vollzogene Ernennungen
und Beförderuugen (1. Dezember 1912 bis 1. Januar
1913): Zu Eiſenbahn=Aſſiſtenten der kommiſſ. Eiſenbahn=
Aſſiſtent (Diätar) Baumann zu Eberſtadt; zum
Unteraſſiſtenten der Eiſenbahngehilfe Köhler zu
König; zu Lokomotivführern die Lokomotivheizer
Mayer zu Darmſtadt, Romig zu Darmſtadt: zu
Lokomotivheizern die Hilfsheizer Götz zu Darmſtadt,
Keil zu Darmſtadt, Lautenſchläger zu Darmſtadt,
Simon zu Darmſtadt, Werner zu Darmſtadt; zu
Weichenſtellern die Hilfsweichenſteller Börner zu
Bensheim, Dörr zu Kranichſtein, Leonhard zu
Griesheim iR., Reiß zu Auerbach; zu Bahnwärtern

Weshalb gingen die
franzöſiſchen Präſidenten?

** Da Falliéres außer Loubet der einzige Präſident
der franzöſiſchen Republik iſt, welcher ſein Amt während
der vollen Dauer, für die er gewählt worden war, inne=
hatte
, ſo iſt angeſichts der unmittelbar bevorſtehenden
Neuwahl eines Staatsoberhauptes in
Frankreich die Beantwortung der Frage intereſſant,
weshalb denn die Präſidentſchaft in den meiſten Fällen
vorzeitig erledigt war.
Erſter Präſident der dritten Republik war Adolphe
Thiers, der am 17. Februar 1871 von der National=
verſammlung
in Bordeaux zum Chef der Exekutive er=
nannt
wurde und am 31. Auguſt 1871 die Präſidentſchaft
übernahm. Er trat entſchieden für die Begründung einer
ſtarken, aber echt konſervativen Republik ein, die ihm als
die beſte Staatsform und geeignet ſchien, die Gegenſätze
zu mildern und die Widerſprüche zu beſchwichtigen. So
lange die Auseinanderſetzung mit Deutſchland noch
ſchwebte, fügte ſich die Mehrheit des Parlaments; als
aber dieſe Angelegenheit erledigt war, wurden die An=
griffe
der Monarchiſten immer heftiger, ſo daß Thiers am
24. Mai 1873 das Präſidium niederlegte. An ſeine Stelle
trat der glorreich Beſiegte von Sedan, Marſchall Mac
Mahon, unter deſſen Präſidium die Einrichtung des
Zweikammerſyſtems und andere wichtige Verfaſſungs=
änderungen
erfolgten, nachdem der Ausfall der Wahlen
den Republikanern viele Mandate zugeführt und den
Fortbeſtand der Republik gewährleiſtet hatte. Mac Ma=
hon
, der in ſeinen politiſchen Anſchaungen nach der rech=
ten
Seite hinneigte, geriet mit der Kammermehrheit in
Konflikt, harrte aber doch auf ſeinem Poſten aus, bis er
das an ihn geſtellte Anſinnen, in den oberſten Militärkom=
mandoſtellen
große Veränderungen vorzunehmen, am 30.
Januar 1879 mit ſeinem Rücktritt beantwortete.

Es folgte nun die Aera Jules Grévy, der als
alter Republikaner der Kammermehrheit genehm war und
bisher als einziger Präſident eine Wiederwahl (am 28.
Dezember 1885) erlebte. Aber ſchon zwei Jahre darauf
ſtolperte er über ſeinen Schwiegerſohn Wilſon, der als
Leiter eines Aemter= und Titelſchachers entlarvt wurde.
Man machte Grévy den Vorwurf, daß er die in dieſe An=
gelegenheit
Verwickelten zu decken verſucht habe. Erſt
nach langem Zögern dankte Grévy ab. Um ſeine Nach=
olge
entſtand ein ſtarker Wettbewerb; aber der Urne ent=
ſtieg
am 3. Dezember 1887 der am wenigſten genannte
Kandidat, nämlich der frühere Ingenieur und ſpätere
Miniſter Sadi Carnot. In deſſen Präſidentſchaft
fiel die maßloſe Agitation der Boulangiſten für den ge=
maßregelten
General, welcher ſich zum Volksvertreter
wählen und vom Straßenpöbel bejubeln ließ. Als der
treng gewiſſenhafte Carnot ſich zur Eröffnung einer In=
duſtrie
=Ausſtellung nach Lyon begeben hatte, erlag er am
24. Juni 1894 einem Dolchſtoß des italieniſchen Anarchi=
ſten
Caſerio, den kein anderer Beweggrund leitete als die
Rache für Nichtbegnadigung der franzöſiſchen Bomben=
werfer
.
Nachfolger Carnots wurde am 27. Juni 1894 Caſimir
P érier. Trotzdem deſſen Stellung eine weit vorteilhaf=
tere
war als diejenige ſeiner beiden letzten Vorgänger,
enttäuſchte er ſeine Freunde; er gab, als das Miniſterium
Dupuy in der Deputiertenkammer ein Mißerauens=
votum
erhielt und zurücktreten mußte, ſeine Entlaſſung
und widerlegte damit die Legende von ſeiner Feſtigkeit
und Beharrlichkeit, die den erſten Schwierigkeiten, die
ſein Amt ihm bot, nicht ſtandhielt. Am 17. Januar 1895
erfolgte die Wahl Felix Faures, der im Februar
1899 in den Sielen ſtarb und an deſſen Stelle am 16. Fe=
bruar
Emile Loubet trat, der nach Ablauf ſeiner
Amtsperiode von Falliéres abgelöſt wurde. Beide
verzichteten auf eine Wiederwahl, ſie ſehnten ſich nicht zu=
rück
ins Elyſee, wo ſie manche Enttäuſchungen erlebt
haben, die auch dem Nachfolger nicht erſpart bleiben
werden.

Feuilleton.

Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Zu dem Paul=
Scheinpflug=Artikel in Nr. 9 unſeres Blattes
wird uns mitgeteilt, daß dieſer Komponiſt nicht nur, wie
dort angegeben, durch das Darmſtädter Streichquartett
und die Großherzogliche Hofmuſik in Darmſtadt bekannt
geworden iſt, ſondern hauptſächlich durch den Richard
Wagner=Verein, der am 4. Dezember 1908 einen
ganzen Abend Paul Scheinpflug widmete und unter
des Komponiſten Mitwirkung Lieder von ihm
für Sopran und Bariton, die Sonate in F=dur für Vio=
line
und Klavier und ſeinen Liederzyklus Worpswede‟
zur Aufführung brachte.
k. Der Nachfolger von Profeſſor Drews
in Halle. Aus Halle a. S. wird uns berichtet: Nach=
dem
Konſiſtorialrat Dr. Paul Conrad, erſter Pfarrer an
der Kaiſer Wilhelm=Gedächtniskirche in Berlin den Ruf als
Nachfolger des im Sommer letzten Jahres verſtorbenen or=
dentlichen
Profeſſors für praktiſche Theologie an der Univer=
ſität
Halle D. Paul Gottfried Drews abgelehnt hat, wurde
jetzt Geheimer Kirchenrat Profeſſor Dr. h. c. Karl
Eger, der Direktor des Predigerſeminars Friedberg
in Heſſen, von der theologiſchen Fakultät nach Halle be=
rufen
. Eger wurde am 28. Auguſt 1864 in Darmſtadt
geboren. Er ſtudierte 1884 bis 1889 in Berlin Leipzig
und Gießen und promovierte 1900 in Gießen. 1892 wurde
er Pfarrer in Darmſtadt, 1901 wurde er zum Pro=
feſſor
am Predigerſeminar in Friedberg ernannt: im
Jahre 1907 wurde er Direktor des Predigerſeminars als
Nachfolger des nach Tübingen berufenen D). P. Wurſter.
Im Jahr 1912 erhielt er den Titel Geheimer Kirchenrat.
Sein Hauptwerk iſt ein Hilfsbuch zur religiöſen Jugend=
unterweiſung
, die Evangeliſche Jugendlehre‟. Andere
Werke von Eger ſind Das Weſen der deutſch evange=
liſchen
Volkskirche der Gegenwart (1906), Die Vorbild=

[ ][  ][ ]

die Hilfsbahnwärter Kolb zu Groß=Gerau, Treffert
zu Bensheim.
* Ordens=Verleihungen zum Ordensfeſt 1913. Es
haben erhalten: den Roten Adlerorden erſter Klaſſe mit
Eichenlaub: General der Infanterie v. Strantz, kom=
mandierender
General des fünften Armeekorps (vorher 25.
Diviſion); den Stern zum Roten Adlerorden zweiter
Klaſſe mit Eichenlaub und der Königlichen Krone: Gene=
ralleutnant
v. Francois, Kommandeur der 13. Divi=
ſion
(früher Kommandeur des Leibgarde=Inf.=Regts.
Nr. 115); den Roten Adlerorden zweiter Klaſſe mit
Eichenlaub: die Generalmajore Noeldechen, Kom=
mandeur
der 25. Feldartillerie=Brigade (Großh. Heſſ.),
Franke, Kommandeur der 50. Infanterie= Brigade
(2. Großh. Heſſ.), v. Randow, Kommandant von
Darmſtadt; den Roten Adlerorden dritter Klaſſe mit der
Schleife: die Oberſten Freiſe, kommandiert nach Würt=
temberg
als Kommandeur des dritten Württembergiſchen
Feldartillerie=Regiments Nr. 49 (ehemals Abteilungs=
Kommandeur Feldart.=Regts. Nr. 61), v. d. Schulen=
burg
, Kommandeur der 13. Kavalleriebrigade (ehemals
Kommandeur des Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23),
der Oberſtleutnant Meiſter, Chef des Generalſtabes
des fünften Armeekorps (ehemals im Leib=Drag.=Regt.
Nr. 24); den Roten Adlerorden vierter Klaſſe: die Haupt=
leute
Leszner im fünften Großh. Heſſ. Infanterie=Regt.
Nr. 168, Krug von Nidda, v. Heuſer im Großh.
Artilleriekorps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25,
Graf v. Rittberg im Straßburger Feldartillerie= Re=
giment
Nr. 84; Oberſtabsarzt Dr. Binder. Regts.=Arzt
des Leib=Dragoner=Regiments (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24,
Stabsveterinär Dr. Jacob beim Leib=Dragoner=Regt.
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24; die Kriegsgerichtsräte Bux=
mann
bei der Großh. Heſſ. (25.) Diviſion, Dr. Heß bei
der Großh. Heſſ. (25.) Diviſion; Oberſtabsapotheker Dr.
Krauſe beim Sanitätsamt des 18. Armeekorps; den
Königlichen Kronenorden zweiter Klaſſe: Oberſt von
Müller Kommandeur der 34. Feldartillerie=Brigade
(ehemals Kommandeur des Großh. Artilleriekorps 1.
Großh. Feldart.=Regt. Nr. 25); den Königlichen Kronen=
orden
dritter Klaſſe: Oberſtleutnant v. Bonin beim
Stabe des 6. Rheiniſchen Infanterie=Regiments (ehemals
Leibgarde=Inf.=Regiment Nr. 115), Oberſtleutnant z. D.
Freiherr Treuſch v. Buttlar=Brandenfels,
Kommandeur des Landwehrbezirks II Darmſtadt, Ober=
Militär=Intendanturrat Geheimer Kriegsrat Hartung
bei der Intendantur des 18. Armeekorps; den Königlichen
Kronenorden vierter Klaſſe: Ober=Militär=Intendantur=
Sekretär Buggiſch bei der Intendantur der Großh.
Heſſ. (25.) Diviſion; die Oberzahlmeiſter Block beim
Infanterie=Regiment Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr.
118, Klein beim Leibgarde=Infanterie=Regiment (1.
Großh. Heſſ.) Nr. 115; das Kreuz des Allgemeinen Ehren=
zeichens
: Stabstrompeter Mickley im Großh. Artillerie=
korps
, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25, Vizefeld=
webel
Gonter im Infanterie=Regiment Kaiſer Wil=
helm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116; das Allgemeine Ehren=
zeichen
in Silber: Evangel. Diviſions=Küſter Lich bei
der Großh. Heſſiſchen (25.) Diviſion, Vizewachtmeiſter
Mehring im Garde=Dragoner=Regiment (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 23, die Garde=Sergeanten Knodt, Roth in
der Großh. Heſſ. Garde=Unteroffizier=Kompagnie, Unter=
zahlmeiſter
Reineck im Infanterie=Regiment Prinz
Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, Garniſonverwaltungs=
Unterinſpektor Frick zugeteilt dem Garde=Dragoner=
Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23. Sanitäts= Vizefeld=
webel
Horn im Leibgarde=Infanterie=Regiment (1.
Großh. Heſſ.) Nr. 115, Sanitätsfeldwebel Schwinn im
2. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 61, Feldwebel
Krauß im Infanterie=Regiment Prinz Karl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, Wachtmeiſter Deckenbach, Vizewacht=
meiſter
Koch im Großh. Artilleriekorps, 1. Großh. Heſſ.
Feldartillerie=Regt. Nr. 25, Vizewachtmeiſter Kluska
im 2. Großh. Heſſ. Feldartillerie=Regiment Nr. 61, die
Unterzahlmeiſter Etling im Leibgarde=Infanterie= Re=
giment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, Beilſtein im 5.
Großh. Heſſ. Infanterie=Regiment Nr. 168, Feldwebel
Vogel im Infanterie=Regiment Prinz Karl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118.
Die evangeliſche Landesſynode wird, wie die
Darmſt. Ztg. erfährt, am 25. Februar wieder zu=
ſammentreten
. Den wichtigſten Beratungsgegen=
tand
bildet der Entwurf der bibliſchen Geſchichte für
die evangeliſchen Schulen im Großherzoatum Heſſen.
Daneben kommt noch eine Reihe kleinerer Vorlagen zur
Beſprechung. Vorausſichtlich nehmen die Verhandlungen
nicht mehr als fünf Tage in Anſpruch.

g. Strafkammer. Den größten Teil ſeines Lebens
verbrachte der 48jährige Taglöhner Peter Schmidt aus
Waldmichelbach hinter Gefängnis= oder Zuchthaus=
mauern
. Nicht weniger als 18 Strafen, davon acht wegen
Eigentumsdelikten, weiſt ſein Vorſtrafenregiſter auf. Seit
1897 verließ er nur zweimal auf ganz kurze Zeit das
Zuchthaus, denn während dieſer Zeit verbüßte er Strafen
von zweimal je fünf Jahren und einmal von drei Jahren
Zuchthaus. Am 13. Auguſt 1912 aus dem Zuchthaus mit
215 Mark erſparten Geldes entlaſſen, begann er wiederum
ſein altes Luderleben und in der kurzen Zeit von 17 Ta=
gen
hatte er das ganze Geld durchgebracht. Auf welche
Weiſe dies geſchah, beweiſt ein Vorfall, den ein Zeuge
bekundet, wie er mit dem Einſpänner ſich ins Wirtshaus
fahren läßt, dem Lutſcher 10 Mark gibt und dann eine
ordentliche Zeche in Wein macht. Dieſes Verſchwender=
leben
führt ihn nun wieder auf ſieben Jahre ins
Zuchthaus denn er hatte ſich geſtern vor der hieſigen
Strafkammer abermals wegen einer Reihe von einfachen
und ſchweren Diebſtahls= und Betrugsfällen zu verant=
worten
. Als er ſein Geld durchgebracht hatte, fand er
nach ſeiner Angabe nirgends Arbeit, obwohl zu der Zeit
in der Landwirtſchaft kräftige Hände ſtets willkommen
ſind. Der Angeklagte zog zu einem regelrechten Beutezug
durch den Odenwald, verſchaffte ſich unter dem Vorwand
des Bettelns Eingang in die Wohnungen und nahm alles
mit, was ihm wertvoll genug ſchien. In Groß= Brei=
tenbach
bat er um ein Stück Brot, benützte eine ſich
bietende Gelegenheit und durchwühlte alle Zimmer nach
Wertgegenſtänden. In Erzbach erbrach er mit einem
Werkzeug die Haustür und nahm eine Winterjoppe und
andere Sachen mit. In gemeiner Weiſe ſchädigte er in
Heddersheim einen gutmütigen Arbeiter, der ihm
Nachtquartier gewährte. Dieſem ſtahl er 70 bis 80 Mk.,
die dieſer als Verbandsrechner einkaſſiert hatte; in
Ebersberg fielen ihm 76 Mark in die Hände und in
Heppenheim ſchädigte er einen Zeugen um 40 Mark;
weitere Diebſtähle verübte er noch in Birkenau,
Crumbach, Löhrbach und Vöckelsberg. Als er
in Elmshauſen in einer Wirtſchaft die Ladenkaſſe
um den Inhalt von 26 Mark plünderte, wurde er ertappt
und feſtgenommen. Der Angeklagte iſt im großen und
ganzen geſtändig. Er wurde zu einer Geſamtſtrafe
von 7 Jahren Zuchthaus, 300 Mark Geld=
ſtrafe
, die mit weiteren 20 Tagen Zuchthaus zu ver=
büßen
ſind, und 10 Jahren Ehrverluſt verurteilt.
Von der Unterſuchungshaft werden ihm 3 Monate in An=
rechnung
gebracht.
D Vom Großh. Hoftheater. Heute Dienstag bleibt das
Hoftheater geſchloſſen. Mittwoch wird Neſtroys Zauberpoſſe
Lumpazivagabundus die am Silveſter mit durchſchla=
gendem
Erfolge ihre Auferſtehung feierte, als 97. Abon=
nementsvorſtellung
, Buchſtabe A 25, erſtmalig wieder=
holt
. Im zweiten Akt iſt wiederum ein Konzert eingelegt,
bei welchem Gertrud Geyersbach, Otto Semper und Kurt
Ehrle neben der Attraktion der erſten Vorſtellung, dem
Tanzduett Jürgas=Gothe, mit Vorträgen mitwirken wer=
den
. Es gelten die kleinen Preiſe. Für Donnerstag iſt
als 98. Abonnementsvorſtellung, Buchſt. B. 25, eine Re=
priſe
von Glöckchen des Eremiten angeſetzt. Am Frei=
ag
wird die neueinſtudierte Fledermaus zur Wieder=
holung
gelangen. Am Dienstag, den 21. Januar, fin=
det
das einmalige Gaſtſpiel der Kammerſängerin Cahier
als Amneris in Verdis Arda ſtatt.
Dienſtjubiläum. Am 15. Januar ſind es
25 Jahre, daß Herr Kaufmann Georg Pauly die
Vertretung der Unionbrauerei Groß=Gerau für Darm=
ſtadt
und Umgebung übernommen hat. In dieſer
langen Zeit wußte er ſich ſtets das Vertrauen ſeiner
Chefs zu wahren.
Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Zu dem Vor=
ereitungskurſus
für die Meiſterprüfung
im Handwerk in der Zeit vom 22. Januar bis 1. März
werden weitere Anmeldungen noch entgegen
genommen. In dem Kurſus werden, worauf wir er=
neut
aufmerkſam machen, durchgeſprochen u. a. die recht=
lichen
Beſtimmungen der Reichsgewerbeordnung, der
Arbeiterverſicherungsgeſetzgebung und der Gewerbe=
gerichte
. Außerdem wird ein gründlicher Unterricht in
Buchführung, Wechſellehre, Scheckverkehr und Kalkulation
erteilt. Die Unterrichtsgebühr, welche im voraus zu
entrichten iſt, beträgt 10 Mk. Die Anmeldungen haben
baldiaſt und bis längſtens 20. Januar bei der Hand=
werkskammer
zu Darmſtadt. Georgenſtr. 9, zu erfolgen.
* Julfeier des deutſchvölliſchen Turnvereins Jahn.
Auf dem Dommersberg verſammelten ſich am
Samstag abend die Getreuen vom Turnverein Jahn und

deren Angehörigen zu einer ſchlichten, ſinnigen Jul=
eier
. Ein loderndes Feuer, dazu Fackelſchwingen bei
iefdunklem Winterhimmel erzeugten eine Feierſtimmung,
die der Dietwart Turnbruder Gorr, in ſeiner markigen
Anſprache zu wahrer Weiheſtimmung zu erhöhen wußte.
Das Feuer wallt und die Wacht am Rhein brauſten
begeiſtert durch die ſtille Winternacht. Der würdevolle
Ernſt, von dem die Feier getragen, fand ein Gegenge=
wicht
in der Nachfeier in dem mit Tannengrün geſchmück=
ten
Vereinsheim Zum Deutſchen Haus‟ Ein gemein=
ſames
Julmahl fand allgemeine Anerkennung. Nach
einigen muſilaliſchen Vorträgen entbot der Vorſitzende
Turnbruder Dr. Mahr den Gäſten, insbeſondere den
Damen, den Willkommengruß und feierte das Julfeſt als
Sinnbild vorbildlichen deutſchen Zuſammengehörigkeits=
gefühls
. Der Weihnachtsmann erſchien mit Geſchenken,
durch welche die anweſenden Damen und einzelnen Ver=
einsangehörigen
in launiger Weiſe beglückt wurden. Im
weiteren Verlauf traten noch die Darmſtädter Größen,
Heiner und Schorſch, auf, um die Heldentaten der
Turnbrüder auszuplaudern. Jedes gab ſein Beſtes zum
frohen Gelingen, ernſte und heitere Dichtkunſt, gemein=
ames
Lied und ein Tänzchen, das nicht fehlen darf, gaben
der Feier einen würdigen und auch gemütlichen Verlauf.
B. Jung=Darmſtadt. Man ſchreibt uns: Wohl
manches Jungdarmſtadtherz ſchlug höher, als man im
Verkehrsbureau den Sonntagsplan las: Wanderung
gen Jugenheim über den Frankenſtein. Es war ein trü=
ber
, aber koſtbarer Wintertag, den die Natur uns beſchert
hatte. Zwar fehlten einige am Sammelplatz, die das
Wetter leider mehr abgeſchreckt als gelockt hatte. Der
Wind blies den Wanderern den Schnee recht winterlich
um die Ohren, und die ſchneebedeckte Erde weckte ein
Gefühl der Weite und Befreiung, wie man es ſonſt nur
am Meere kennt. Unter Trommelſchall und Pfeifenklang
gings auf den Frankenſtein, für unſere Kleinen in tiefem
Neuſchnee eine anerkennende Leiſtung. Dann ging es
weiter ſanft bergab, dem Herrenwege folgend, nach Ju=
genheim
, doch nicht ohne eine große Schneeballſchlacht
geliefert zu haben. Aus dem Abkochen im Freien konnte
leider nichts werden, weshalb der Führer ſchon vorher im
Hotel Rindfuß in Jugenheim um ein warmes Zimmer
gebeten hatte, das uns gerne gewährt wurde. Nachdem
die Schneemänner ſich abgeklopft und geſchüttelt hatten,
traten ſie in das ſchöne warme Zimmer, wo ſich dann
bald ein luſtiges Lagerleben entwickelte. Geſtärkt, er=
wärmt
und ausgeruht, marſchierte die Kolonne nach
Bickenbach und ſtieg in den Zug, der ſie wieder der Hei=
mat
zuführte.
* Eine Vorführung hochkünſtleriſcher Farbenphoto=
graphien
veranſtaltet für ihre Mitglieder und Freunde
die heſſiſche Flugſtudiengeſellſchaft am
Samstag, den 18 Januar, im Hotel Zur Traube‟ Es
handelt ſich um eine Vorführung von fluaſportlichen Auf=
nahmen
und ſolche von landſchaftlich beſonders reizvol=
len
Bildern aus der Schwäbiſchen Alb, der Schweiz und
Aegypten. Die zur Wiedergabe durch den Projektions=
apparat
gelangenden Bilder ſtehen hoch über den in ſonſt
gewohntem Sinne des Wortes verſtandenen Lichtbildern.
Es ſind durchweg hochkünſtleriſche Aufnahmen
von einem Fachmann, dem Herrn Hofphotograph
Hildebrandt=Stuttgart, der ein Künſtler ſeines Be=
rufes
iſt, hergeſtellt als Farbenphotographien in dem be=
kannten
Lumiéreſchen Verfahren, das die Farben=
pracht
der herbſtlichen Natur und der Rauhreif= und
Schneelandſchaften der Schweiz in der ganzen wunder=
baren
Farbenfülle wiedergibt. Für die künſtleriſche Be=
deutung
und die Schönheit der Bilder ſpricht gewiß auch
die Tatſache, daß Herr Hildebrandt ſeinerzeit auf beſon=
deren
Wunſch des Kaiſers nach Donaueſchingen ein=
geladen
wurde, um den Fürſtlichkeiten gelegentlich des
Kaiſerbeſuches die Bilder vorzuführen. (S. a. Anzeige.
*
Jungliberaler Verein. Auf den heute abend im
Fürſtenſaale ſtattfindenden Lichtbildervortrag ſei noch=
mals
empfehlend hingewieſen.
* Verband für Jugendwohlfahrt und Jugendfürſorge.
Der für Mittwoch, den 15. Januar, feſtgeſetzte Vortrag
des Frl. Dr. W. Kröhne=Worms muß wegen Er=
krankung
der Referentin um etwa 14 Tage verſcho=
ben
werden. Genauer Termin wird noch angezeigt.
Demokratiſche Vereinigung. Auf die heute
abend im Reſtaurant Stadt Pfungſtadt ſtattfindende
öffentliche Verſammlung, in der Herr v. Ger=
ach
=Berlin über: Volksnot und Demokratie ſprichi,
ſei hiermit nochmals hingewieſen. (Siehe Anzeige.)
Die Abteilung Darmſtadt der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft veranſtaltet nächſten Freitag, den

ung zum Pfarramt der Volkskirche (1907), Jeſusnach=
folge
und Chriftusglaube (1912).
** Die Wiederkehr der Taſche. Nach langem Fern=
ſein
, heimlich herbeigeſehnt von vielen Frauenherzen
verbannt durch das ſtrenge Geſetz der Mode, doch ſtets
wieder gefordert vom geſunden Menſchenverſtand, kehrt,
wie Schillers Mädchen aus der Fremde, ein lieber Gaſt
wieder in das Reich der Frauenmode ein: die Taſche.
Die Künſtler der reinen Linie hatten ihr das Lebenslicht
ausgeblaſen. In der knappen Silhouette der modernen
Frau war kein Platz mehr für dieſes ſo notwendige An=
hängſel
, das die von jedem Zweck geneſene Toilette
gleichſam an ihre iediſche Unzulänglichkeit erinnerte. Das
Kleid iſt ein Kunſtwerk, kein Aufbewahrungsort für aller=
lei
nicht dazu gehörige Gegenſtände ſo behaupteten voll
Stolz die Meiſter der ſchönen Linie. Eine ſchlimme Zeit
brach für die arme Taſche an. Im Futter wurde ſie ver=
ſteckt
, mußte ſich in Unterrock verkriechen, und ward ſchließ=
lich
mit roher Hand überhaupt vom Körper der Dame ent=
fernt
. Sie trat nun ſelbſtändig auf, führte ein Eigenleben,
wuchs mit ihren höheren Zwecken und entfaltete ſich zu
außerordentlicher Größe und beſonderer Pracht. Die
Blütezeit der Handtaſchen und der Pompadours brach an.
Die Röcke waren ja ſo eng geworden, daß auch die kleinſte
Taſche ihre wohlberechnete Wirkung geſprengt hätte. Die
Stoffe legten ſich ſo knapp um die Knöchel, daß ſelbſt der
Unterrock unzulänglich wurde. So war der Pompadour
eine Notwendigkeit und die einfache Löſung eines ſchwie=
rigen
Problems. Ueberall ſah man nun dieſe pompöſen
Gebilde, mit goldenen Stickereien und ſilbernen Schnüren,
mit Franſen und Borten. Da gab es Taſchen für die Pro=
menade
, elegant und doch einfach, Beutel für den Salon,
verſchwenderiſch verziert, und Behältniſſe für das
Theater, buntleuchtend und von auffälliger Pracht. Aber
die alte Taſche war das nicht mehr, dieſe beſcheidene
Dienerin, die ſtets da iſt, wenn man ihrer bedarf, und
nicht beſtändig verlegt oder verloren iſt, wie ſo ein Pom=
padour
. Sie war verbannt und wartete geduldig, bis
ihre Stunde wieder ſchlägt. Nun iſt er da, der große
Augenblick. Das verſtoßene Aſchenbrödel der Toilette
zieht wieder ein, und wer weiß, vielleicht wird man es
bald als Königin auf den Thron heben. Vorläufig kommt
die Taſche noch nicht als Triumphator, ſondern ganz ſtill
und beſcheiden ſchmuggelt ſie ſich in die Kleider ein, niſtet

in den faltigen Drapierungen. Zu Ehren haben ſie vor
allem die ſo beliebten Flauſchmäntel dieſes Winters ge=
bracht
. Die haben wieder Taſchen, in die man etwas
hineinſtecken und ſogar die Hände vergraben kann. Frei=
lich
ſind ſie noch vielfach ſchamvoll verſteckt unter Beſätzen
und großen Knöpfen. Aber es ſind doch wieder Taſchen,
richtige Taſchen, und der Bann iſt gebrochen. . .
Ein Fluß, der davon lief. Es war nur ein ganz
kleiner Fluß und wahrſcheinlich wußte niemand, der nicht
zur Gemeinde Métabief im Departement Doubs gehörte,
ſeinen Namen. Aber die Bauern von Métabief nannten
voll Stolz ſeinen Namen Bief=Rouge, und eine gewiſſe
Zärtlichkeit klang dabei mit, denn es war ja ihr Fluß.
Faſt ſchien’s, als wenn er von nirgends herkomme, denn
plötzlich ſchlängelte er ſich hinter dem Dörfchen hervor und
ſprang eilig weiter, als wenn er ſich nicht ſchnell genug,
einige Kilometer weiter, in den majeſtätiſchen Doubs
türzen konnte. So eilig hatte ers mit dem Sterben, er,
von deſſen Geburt man ſo garnichts wußte. Ein arm=
ſeliges
Rinnſal! ſagten geringſchätzig die Fremden, die
nach Métabief kamen, aber den Bewohnern war er ein
lieber und treuer Kamerad, der ſo lange Menſchenge=
denken
reichte, vergnügt und geſchwätzig, gutmütig und
dienſtwillig daherlief, die vier Waſſermühlen des Dörf=
chens
drehte und zum wöchentlichen Waſchen gern ſein
Naß hergab. Da an einem Wintermorgen geſchah das
Furchtbare: alle Babys von Métabief fingen an zu
weinen und eine große Unruhe kam in das friedliche Oert=
chen
. Der Fluß war fort. Nicht mehr wiegte der Bief=
Rouge mit ſeinem ſanften Geplätſcher die Kleinen in den
Schlummer; die ſonſt ſo luſtig klappernden Mühlräder
tanden ſtill; die Wäſcherinnen ſtanden händeringend bei
ihren Körben und ſtarrten in Verzweiflung auf die noch
feuchten Kieſel, die allein von der ganzen Flußherrlichkeit
im Bette des Bief=Rouge zurückgeblieben waren. Ein ein=
ziger
Wutſchrei durchzitterte Métabief. Irgend ein böſer
Dämon mußte ihnen ihren lieben kleinen Fluß geſtohlen
haben. Aber die Bauern hatten Unrecht. Kein ſchlimmer
Feind hatte ihnen ihren Stolz geraubt; auch der Fluß
elbſt, der ſtets ſo froh zu ihren Dienſten geweſen, trug
keine Schuld. Es war ein Akt der Natur und der Eiſen=
bahningenieure
. Ein Tunnel wird durch den Mont d’Or
den höchſten Berg des Departements, gebohrt. Durch ein
zufälliges Mibaeſchick müſſen nun die Arbeiter bei ihren

Bohrungen auf die Quelle des Bief=Rouge geſtoßen ſein,
denn durch ſpätere Nachforſchungen wurde feſtgeſtellt, daß
in demſelben Augenblick, wo die Leute von Métabief ihren
treuen Freund verloren, der Tunnel des Mont d’Or von
einer ungeheuren Waſſermaſſe überflutet wurde, die mit
großer Gewalt eindrang. Das war der Fluß, der plötz=
lich
aus ſeinem tauſendjährigen Bett davonlief. Das un=
glückliche
Gewäſſer, das mit jäher Gewalt aus ſeiner Hei=
mat
vertrieben worden war, leiſtete dem Teufelswerk der
Ingenieure weiter keinen Widerſtand; der abgeleitete
Fluß ſtrömte durch den Tunnel und ergoß ſich ſchließlich
in die gaſtfreundliche Umarmung des Schweizer Fluſſes
Orbe. Die Bauern von Métabief aber hatten das Nach=
ſehen
, und zu all dem Schmerz kam noch, daß der davon=
gelaufene
Fluß ſogar ſeine Nationalität verändert hatte.
Eßbare Buketts. Die Amerikaner, die nun einmal
ihre praktiſche Veranlagung nicht verleugnen können
haben in dieſer Saiſon eine nützliche Neuerung einge=
führt
, die vielleicht auch bei manchen materiell geſinnten
Bemütern der alten Welt Anklang finden wird. Statt der
ſo leicht verwelkenden duftigen Blumengrüße verwendet
man in New=York in der vornehmen Geſellſchaft die halt=
bareren
und weniger die Naſe als die Zunge erquickenden
Buketts aus Früchten. Dieſe Sträuße werden farbig
komponiert und nehmen ſich in einer großen Roſette von
Gold oder weißem Spitzenpapier wie ein anmutig ein=
ladendes
Stilleben aus. Die Fruchtbuketts werden haupt=
ſächlich
bei Diners verwendet; vor jedem Gaſt ſteht ſolch
ein Strauß. Doch ſchickt man wohl auch hie und da ſeiner
Angebeteten einen aus dichtbeſetzten Nußzweigen gewun=
denen
und mit Weintrauben dekorierten Strauß. Als be=
ſonders
ſchick gelten Sträuße, aus denen rote Aepfel appe=
titlich
leuchten; ſie ſind in der Mitte pyramidenartig grup=
piert
, während den äußeren Rand des Straußes ein brei=
ter
Kreis von Pomeranzen bildet. Bei dieſen Frucht=
ſinfonien
ſtellt man auch dunkelrote und hellgrüne Wein=
trauben
zuſammen, wie überhaupt auf eine künſtleriſche
Harmonie geſehen wird, und die einzelnen Fruchtarten
ſich kreisförmig zu dem breiten Bukett zuſammenſchließen.
Selbſtverſtändlich aber ſteht die Augenweide nicht an
erſter Stelle; ſondern dieſe Buketts wollen mit Fug und
Recht gegeſſen werden.

[ ][  ][ ]

17. Januar, einen weiteren Lichtbilder=Vortrag
im Saale der Traube. Es werden Herr R. Deeken
und Gattin über Land und Leute von Samoa
bezw. über Hausfrauenleben in der Südſee ſprechen.
Der Redner war neun Jahre lang Artillerleoffizier,
machte dann große Reiſen in allen Erdteilen und richtete
1911 als Direktor der Deutſchen Samoageſellſchaft die
erſte große Kakaoplantage auf Samoa ein, die er bis
1912 leitete. Seine Gattin hatte mit ihm dort Aufent=
halt
genommen. Die beiden Samoainſeln ſind nicht
nur landſchaftlich und in Vegetation von paradieſiſcher
Schönheit, die Perlen der Südſee ſondern bilden
auch wegen ihres Plantagenbetriebs und Handels, be=
ſonders
der Produkte der Kokospalme und des Kakao=
baumes
, einen wertvollen Teil unſeres Kolonialbeſitzes.
Ueber Samoa und ſeine jetzigen Verhältniſſe von beſten
Kennern Näheres zu hören, wird ſicher von hohem In=
tereſſe
ſein. Die Vorträge von Herrn und auch von
Frau Deeken gelten als äußerſt feſſelnd und lehrreich
Die Kreisgruppe Darmſtadt des Deutſchen Flotten=
vereins
hat ſich der Veranſtaltung angeſchloſſen. Im
übrigen ſiehe die Anzeige in heutiger Nummer.
Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Das
diesjährige Dekorierungsfeſt wird am 8. März
im Saalbau ſtattfinden. Die Vorbereitungen hierzu
ſind ſchon im Gange. Es iſt zu erwarten, daß ſich das
Feſt würdig an die Seite ſe ner Vorgänger ſtellen kann.
Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Darm=
ſtadt
. Die Wanderung am Sonntag konnte zwar
nicht ganz programmäßig beginnen, weil der ſtarke
Schneefall eine reichliche Verſpätung der Straßenbahn
verurſacht hatte; aber dann gings programmäßig von
Eberſtadt auf den Frankenſtein und hinab nach Seeheim
und dann wieder hoch hinauf auf den Melibokus und
hinab nach Zwingenberg. 82 wackere Klubſchweſtern und
=Brüder haben dieſe Wanderung durch den herrlichen
Winterwald mitgemacht, unbekümmert um den mehr
als fußhohen Schnee. Reſpekt vor allem vor den Damen,
die dieſe Leiſtung vollbrachten. Und trotz der außer=
ordentlichen
körperlichen Anſtrengungen haben Humor
und gute Laune zum Schluſſe doch das Feld behauptet.
Friſch auf!
nn. Ein neues Luft= und Sonnenbad. Auf dem öſt=
lichen
Teil des großen Wooggeländes, dicht hinter
der Inſel, wurde mitten im Waſſer ein Platz von 110
Meter Länge und 50 Meter Breite hergerichtet und mit
gutem weißen Sand bedeckt, auf dem ein Luft= und
Sonnenbad für die Große Woog=Badegäſte errichtet
wird. Der Platz wird mit Liegehallen in den neueſten
Einrichtungen, ſowie mit Turngeräten, wie Reck, Barren
und Ringſchaukel, ausgeſtattet. Durch die Neuanlage und
Erweiterung der gärtneriſchen Anlagen im Luft= und
Sonnenbad und auf den Woogswieſen wird auch das Ge=
ſamtbild
des Großen Woogs nach dem Oſtbahnhof hin
neue Reize erhalten, insbeſondere, wenn ſich im nächſten
Sommer im neuen Luft= und Lichtbad ein echtes Bade=
ſtrandleben
entwickelt. Die Benutzung dieſer Neueinrich=
tung
ſoll ſich im Rahmen des Bade=Abonnements voll=
ziehen
. Dieſe Neuſchöpfung entſpringt der Initiative des
Herrn Stadtbaurats Buxbaum. Dem Vernehmen
nach ſind auf das Ausſchreiben der Großh. Bürgermeiſterei
wegen der Neuverpachtung des Großen Woog=
Bades eine Anzahl Pachtangebote eingelaufen. Dar=
unter
befindet ſich ein Uebergebot von 3600 Mark
gegen den ſeitherigen Pachtpreis von einem
Herrn aus Offenbach a. M. Die Stadtverordnetenver=
ſammlung
wird demnächſt über dieſe Frage zu entſchei=
den
haben.
Turngemeinde. (Damen= und Herrenſitz=
ung
des Großen Rats.) Die 1. Große glanzvolle
Damen= und Herrenſitzung mit Ball des Großen Rats der
Turngemeinde findet, wie ſchon gemeldet, am nächſten
Sonntag, den 19. ds. Mts., abends 7.11 Uhr, ſtatt. Der
außerordentlich ſtattliche Beſuch der Sitzungen der
Turngemeinde in den früheren Jahren war ſchon
ein Beweis für den Anklang, den die ebenſo reichhaltigen
wie trefflichen Darbietungen Jahr um Jahr in ſteigendem
Maße gefunden haben. Bei den Turnern amüſiert man
ſich wirklich, ſo heißt’s wohl allgemein, und dies Lob iſt
für den Großen Rat auch in dieſem Jahre ein Anſporn
geweſen, noch Beſſeres und Vielſeitigeres als früher zu
bieten. Großen Anklang wird das von einem trefflichen
hieſigen Karnevaliſten verfaßte Eröffnungsſpiel mit ge=
ſanglichem
Text finden, dafür werden die ausgezeichneten
mitwirkenden Kräfte ſorgen, die ſicherlich überraſchen wer=
den
. Das Programm bietet auch ſonſt eine Reihe von
Vorträgen uſw. karnevaliſtiſcher Natur, die zu der nötigen
Stimmung ſicherlich beitragen werden, und in die an ſich
abwechslungsreiche Vortragsfolge werden die beſten
Kräfte der Turnmannſchaft mit geeigneten prächtigen Vor=
führungen
noch größere Abwechslung bringen. Was zu
einem beſonderen Erfolg beitragen und mit am meiſten
Anklang finden wird, das ſei aber noch nicht verraten.
Doch Ueberraſchungen ſind ſicher. (Näheres Anzeige.
* Entwiſchter Verbrecher. Der hieſigen Polizei war
ſignaliſiert worden, daß ſich einer der Mittäter an den
räuberiſchen Ueberfällen in Mainz und Wies=
baden
mit Namen Willi Röſer in Darmſtadt in einem
bezeichneten Reſtaurant einlogiert habe. Ein Kriminal=
chutzman
begab ſich deshalb am Sonntag morgen in die
Wirtſchaft, um den Verbrecher feſtzunehmen. Er fand
ihn noch ſchlafend und nahm deshalb unterdeſſen eine
Viſitation ſeiner Kleider vor, die nichts Verdächtiges er=
gab
. Röſer ging dann ruhig mit bis zur Hügelſtraße,
wo er ganz plötzlich in der Nähe des Polizeiamts
einen Revolver aus der Taſche zog und auf
den Schutzmann einen Schuß abgab, glück=
licherweiſe
ohne ihn zu treffen. Es gelang dem Ver=
brecher
, zu entkommen. Anſcheinend hatte Röſer, da
in ſeiner Kleidung nichts gefunden wurde, den Revolver
verſteckt oder mit im Bett gehabt und in einem unbewach=
ten
Augenblick zu ſich genommen.
Wie gemeldet wird, iſt es inzwiſchen gelungen, die
drei Burſchen, darunter auch den hier entkommenen
Röſer, in Koblenz feſtzunehmen.
Jugenheim, 13. Jan. Am Mittwoch, den 8. d. M.,
beriet der Gemeinderat unter dem Vorſitz des
Herrn Bürgermeiſters Burckhard, den vom Großher=
zoglichen
Kreisamt Darmſtadt und Bensheim ge=
meinſam
ausgearbeiteten Vertragsentwurf mit dem
ſich nach langen Verhandlungen die Heag einver=
ſtanden
erklärt hatte, über die Beteiligung der
Gemeinde an dem Bau und Betrie b
der elektriſchen Vorortbahn. Die Ver=
ſammlung
beſchloß einſtimmig, dem vorgelegten Ver=
tragsentwurf
zuzuſtimmen und erklärte ſich auch
damit eirverſtanden. einen feſten Zuſchuß von
ährlich 5000 Mark zu garantieren, wenn
die elektriſchen Bahnen der Heag, einſchließlich der ſtädtiſchen
Linien, nicht 5 Prozent erbringen. Direktor Möller
der als Vertreter der Heag zu dieſer Verſammlung ein=

geladen war, erläuterte das Projekt im allgemeinen und
erklärte ſich bereit, mit der Ausarbeitung der einzelnen
Projekte zu beginnen, wenn mit Einverſtändnis des Ge=
meinderats
die Linienführung feſtgelegt werden würde.
Eine Begehung der Strecke fand bereits geſtern
ſtatt und hat zu einem befriedigenden Ergebnis geführt.
Alsbach, 13. Jan. In der am 11. d. M. abgehal=
tenen
Gemeinderatsſitzung wurde der von den
Kreisämtern ausgearbeitete
Vertragsentwur
wegen Errichtung einer elektriſchen Klein=
bahn
von Darmſtadt nach Alsbach ange=
nommen
und von den Gemeinderatsmitgliedern un=
terzeichnet
. Bei der am Sonntag ſtattgehabten Orts=
beſichtigung
, an der auch Herr Direktor Möller= Darm=
ſtadt
teilnahm, wurde bereits die Linienführung durch
den Ort feſtgelegt. Die Linienführung ducch Jugenheim
ſtößt inſofern auf Schwierigkeiten, als es im Intereſſe der
Kleinbahn liegt, wegen Zulaſſung höherer Fahrgeſchwin=
digkeit
, die Benutzung von Straßen zu vermeiden. Die
Heag hat ſich bereit erklärt, mehrere Projekte auszuarbei=
ten
, bei denen nach Möglichkeit vorhandene Straßen nicht
benutzt werden. Die ganze Angelegenheit wegen der Er=
richtung
der elektriſchen Straßenbahn von Darmſtadt nach
der Bergſtraße ſcheint zurzeit im guten Lauf zu ſein, da
auch die Gemeinde Seeheim am kommenden Freitag
über Annahme des Vertrags beraten will, und auch dort
zugeſtimmt wird. Den von der Kleinbahn berührten
Orten werden nur gcoße Vorteile geboten und die von
der Heag erforderliche Zinsgarantie iſt im Intereſſe des
Geſamtunternehmens unbedingt nötig, aber nicht erheb=
lich
. Auch in Griesheim ſoll am nächſten Donners=
tag
eine Gemeinderatsſitzung wegen Elektrifizierung der
Dampfbahn zwiſchen Darmſtadt und Griesheim ſtattfin=
den
und iſt dem Vernehmen nach die Stimmung dort der=
art
, daß man den gemachten Vorſchlägen zuſtimmen wird.
Rüſſelsheim, 13. Jan. In der hieſigen Kiesgrube
wurde durch einen jungen Mann eine vorzüglich erhal=
tene
Wohngrube der jüngeren Steinzeit
entdeckt und freigelegt. Die dabei gemachten Funde
kamen in das Heimatmuſeum.
Offenbach, 13. Jan. Die Polizei verhaftete
hier die unter dem Verdachte des Mädchenhandels
ſtehende Bachnert aus Antwerpen. Sie ſoll die ſeit dem
28. Dezember verſchwundene Dora Grünfeld, die bei einer
befreundeten Familie in Frankfurt zu Beſuch weilte, ent=
führt
haben. Ueber den Aufenthalt des Mädchens iſt
Die Einweihung
zurzeit noch nichts bekannt.
der Neubauten der techniſchen Lehranſtalten
findet nunmehr beſtimmt am Freitag, 24. Januar, ſtatt.
Das Großherzogspaar hat ſein Erſcheinen zuge=
ſagt
. Spurlos verſchwunden iſt ſeit dem 5
Januar des 18jährige Arbeiter Heinrich Bea, der mit dem
Einkaſſieren von Geldern für einen Radfahrerverein be=
ſchäftigt
war.
Neu=Iſenburg, 13. Jan. Von einem Auto er=
faßt
und überfahren wurde in der Frankfurter
Straße das 5jährige Töchterchen des Gaſtwirts Martin
Winkler. Ein von Frankfurt kommendes Auto, das,
der Offenb. Ztg. zufolge, Darmſtädter Fabrikanten ge=
hört
, überfuhr das Kind. Dieſes trug derartig ſchwere
innere Verletzungen davon, daß es am Abend noch be=
ſinnungslos
war.
Erbach i. O., 13. Jan. Hier iſt am Samstag ein acht
Jahre alter Knabe durch das Eis gebrochen und
kam trotz raſch herbeigeeilter Hilfe unter die Eisdecke und
verſchwand
Lindenfels, 12. Jan. Die hieſige Ortsgruppe des
Odenwaldklubs hielt geſtern abend im Heſſiſchen
Haus ihr Dekorierungsfeſt ab. Es wurden 16
Damen und Herren ausgezeichnet, und zwar 6 zum
erſten=, 3 zum zweiten= 2 zum dritten= und 5 zum vierten=
mal
. Muſikſtücke, Geſangsvorträge und Theaterſtückchen
boten den Gäſten Unterhaltung. Mit beſonderem Beifall
wurde ein Lichtbildervortrag aufgenommen, der eine
Reihe wohlgelungener Szenen der einzelnen Wander=
ungen
vorführte.
Gonſenheim, 13. Jan. Wegen der projektierten
Linienführung der neuen Kreisſtraße nach
Finthen durch das Mühltal fand eine Begehung der
Strecke durch den Gemeinderat ſtatt. An Hand
eines vom Gemeindebaubureau ausgearbeiteten Längen=
profils
und der auf der projektierten Strecke angetrage=
nen
Höhen der künftigen Straße wurde bei der Begehung
feſtgeſtellt, daß, wenn auch ein Teil der in Gemarkung
Finthen bereits fertiggeſtellten Straße nachträglich tiefer
gelegt, an der Königsmühle eine über drei Meter hohe
Böſchung nötig, und derart ungünſtige Steigungsver=
hältniſſe
geſchaffen würden, daß für mehr als die Hälſte
der Strecke eine Bebauung der landwirtſchaftlichen An=
liegergrundſtücke
ohne Anlage von Nebenwegen beider=
ſeits
unmöglich ſein würde, daß alſo nicht nur wegen
der außerordentlich hohen Geländeerwerbskoſten, ſondern
auch wegen der oben bezeichneten Schwierigkeiten in tech=
niſcher
Hinſicht die Linienführung durch das Mühltal
undurchführbar iſt.
Worms, 13. Jan. Seinen Verletzungen er=
legen
iſt der 27 Jahre alte Taglöhner Jakob Magen=
heimer
, der am Freitaa bei den Brunnenbohrungs=
arbeiten
in der Dampfmühle der Firma Baruch und
Schönfeld in einen 78 Meter tiefen Brunnenſchacht ab=
geſtürzt
iſt. Er ſtarb am Samstag abend im ſtädtiſchen
Krankenhaus.
Ober=Ingelheim, 13. Jan. An dem Ueberaang der
Selztalbahn zwiſchen hier und Nieder=Ingelheim fand
geſtern morgen gegen 10 Uhr ein Zuſammenſtoß
zwiſchen dem von Ober=Inaelheim kommenden Per=
ſonenzug
und einem Automobil ſtatt. Der
Chauffeur des Fabrikanten Lehringer hatte 5 Per=
ſonen
an die Bahn nach Nieder=Ingelheim gebracht, auf
dem Rückwea hierher fuhr er über den Uebergang, wo=
bei
er mit dem Perſonenzug zuſammenſtieß. Der Chauf=
feur
wurde aus dem Auto geſchleudert und kam mit dem
Schrecken davon, das noch neue wertvolle Automobil
wurde vollſtändig zertrümmert.
Groß=Winternheim, 13. Jan. Die von der Staats=
anwaltſchaft
Mainz in der Revolveraffäre zwi=
ſchen
den zwei feindlichen Brüdern eingeleitete
Unterſuchung ergab, daß es ſich nicht um einen Mordver=
ſuch
oder um eine Körperverletzung handelte, ſondern
um vier mit Platzpatronen abgegebene blinde
Schüſſe, die der jüngere Bruder in die Luft abgab,
um einen befürchteten Angriff ſeines älteren Bruders
zu verhindern. Von einer Verhaftung des Revolver=
ſchützen
wurde abgeſehen, weil es ſich nur um eine Ueber=
tretung
gegen das Polizeiſtrafgeſetz (verbotenes Schie=
ßen
) handelt, die im Wege des Strafbefehls geahndet
wird.
Ober=Mockſtadt. 13. Jan. Zum Bau einer neuen
Schule überwies die Reaieruna der hieſigen Gemeinde
eine Beibilfe von 12000 Mark. Der Bauplatz
wurde bereits von dem Gemeinderat feſtgeleat.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 12. Jan. Die Kron=
prinzeſſin
iſt geſtern morgen wieder in Berlin ein=
getroffen
; ihre beiden älteſten Söhne ſind in Parten=
kirchen
geblieben. Hier wird ſie bis zum 17. Januar
bleiben und dann nach Danzig reiſen, wo das Kron=
prinzenpaar
mehrere Feſtlichkeiten geben wird. Zu Kai=
ſers
Geburtstag werden der Kronprinz und die Kron=
prinzeſſin
wieder in Berlin erwartet. Im Prozeß
Sattler bekundeten zwei Zeugen, ſie hätten die Ge=
ſchäfte
Sattlers für korrekt gehalten, da ihnen Rechts=
anwalt
Jaffé dieſe als korrekt bezeichnete. Der Vor=
ſitzende
forderte daraufhin den Rechtsanwalt Jaffé auf,
die Verteidigung vorläufig niederzulegen, da er gleich
nach der Pauſe als Zeuge vernommen werden ſolle.
Das geheimnisvolle Dunkel, das ſeit mehr als drei Jah=
ren
über das plötzliche Verſchwinden des Sekre=
tariats
=Aſſiſtenten Franz Behm aus Dabendorf ſchwebte
und das trotz aller Bemühungen der Gerichte und Behör=
den
bisher nicht aufgehellt werden konnte, iſt geſtern ge=
lichtet
worden. Die Frau des Verſchollenen hat das Ge=
ſtändnis
abgeleat, daß ihr damaliger Liebhaber, der
Brunnenbauer Guſtav Kolbe, ihren Mann erſchoſſen und
die Leiche vergraben hat.
Frankfurt. 13. Jan. Endlich iſt es gelungen, die drei
Straßenräuber dingfeſt zu machen, über deren
Taten wiederholt berichtet worden iſt. Wie aus Kob=
lenz
gemeldet wird, ſind dort die drei verhaftet worden;
ſie heißen Wilhelm Lenz, Leonhard Schloßmacher
und Willi Palvinski, und geben zu, die in den letzten
Tagen verübten Räubereien in Wiesbaden, Mainz,
Frankfurt und Darmſtadt ausgeführt zu haben.
Ferner werden ihnen Einbrüche in Köln und Koblenz
zur Laſt gelegt. Einer der Räuber war (wie an anderer
Stelle gemeldet worden iſt. D. Red.) ſchon am Sonntag=
in
Darmſtadt feſtgenommen worden; er entfloh aber
auf dem Weg nach dem Polizeirevier. Der Räuber
nannte ſich Willi Röſer aus Köln. Die Drei
haben ſich dann in Koblenz wieder gefunden. Dort woll=
ten
ſie jedenfalls die gleichen Raubmanöver, wie in den
anderen Städten beginnen. Ihrem gemeingefährlichen
Treiben iſt jetzt glücklicherweiſe ein Ziel geſetzt.
Am Samstag abend hatten die Räuber einen
Ueberfall auf einen Chauffeur in der Nähe der
kleinen Weiſenau verübt, dem es aber gelang, ſie in die
Flucht zu ſchlagen. Als ihr Plan mißlungen war, be=
gaben
ſie ſich wieder nach Sachſenhauſen, wo ſie in der
Paul=Ehrlichſtraße nach 3 Uhr nachts einen Techniker
ſtellten, der ſich auf dem Heimwege befand. Wieder ver=
angte
einer der Räuber mit vorgehaltenem Revolver
das Ausliefern der Börſe, der Techniker wandte ſich aber
um, um zu entfliehen. Da gewahrte er hinter ſich einen
anderen jungen Mann, der ihm drohend einen Dolch ent=
gegenhielt
. Nun wurde der Ueberfallene ängſtlich und
lieferte ſeine Portemonnaie mit 6 Mark Inhalt ab. Die
Verbrecher leerten es, gaben es dem Techniker zurück und
verſchwanden.
In Koblenz geſtanden ſie, daß der eine von ihnen
das Revolverattentat auf den Schutzmann in Darm=
ſtadt
beging, und daß ſie gemeinſam vor dem 5. Ja=
nuar
in Köln mehrere Einbrüche verübt haben, jedoch
iſt zu erwarten, daß dies erſte Geſtändnis noch nicht alle
Straftaten der Verbrecher umfaßt. Frankfurter
Kriminalbeamte begaben ſich ſofort nach Koblenz,
um die Verhafteten dort zu vernehmen und über die Ver=
bringung
der Täter nach einer der von ihnen heimgeſuch=
ten
Städte mit den dortigen Beamten zu befinden. Die
Aburteilung wird dann wohl dort für alle Straftaten
zuſammen erfolgen.
Freiburg i. B., 11. Jan. Vor kurzem brachte die Ger=
mania
eine Notiz, nach welcher Mitglieder der Bur=
ſchenſchaft
Frankonia bei einer Wagenfahrt
durch Freiburg religiöſe Zeremonien ver
höhnt haben ſollten. Hierzu erhält nun das genannte
Blatt folgende Berichtigung von der Burſchenſchaft:
Es iſt nicht wahr, daß Mitglieder der Burſchenſchaft
Frankonia zu Freiburg i. Br. am 14. Dezember 1912 be
einer Wagenfahrt durch die Stadt geiſtliche Zeremonien
nachgeäfft und religiöſe Einrichtungen öffentlich ver=
höhnt
haben. Wahr iſt nur, daß bei einer in der Weih=
nachtsſtimmung
mit acht Droſchken vollführten Wagen=
fahrt
vom Hauſe der Burſchenſchaft nach der Wirtſchaft
Zum Franziskaner ein Inſaſſe eines Wagens einen
weißen ſogenannten Präpariermantel und ein Inſaſſe
eines anderen Wagens eine Weihnachtsmann Mütze ge=
tragen
haben. Letztere entſtammt einer Freiburger Papier=
handlung
, die ſolche in Menge öffentlich feilhält. Beide
Gegenſtände hatten abends zuvor bei der Weihnachtsfeier
als Bekleidung des Weihnachtsmannes gedient und waren
beim Verlaſſen des Hauſes ganz zufällig den beiden Mit=
gliedern
in die Hände gekommen. Daß die beiden Mit=
glieder
dieſe Sachen angelegt hatten, war den meiſten
Teilnehmern der Wagenfahrt überhaupt entgangen. Keiner
der Teilhaber hatte auch nur geahnt, daß der Präparier=
mantel
als Chorhemd und die Weihnachtsmann=Mütze
als biſchöfliche Mitra angeſprochen werden könnte und
würde, geſchweige denn dies beabſichtigt. Teilnehmer der
Wagenfahrt waren übrigens auch Katholiken, die ſichee
eine von einem Andersgläubigen etwa geplante Reli=
gionsverſpottung
zu verhindern gewußt hätten. Es iſt
auch nicht wahr, daß nach dem polizeilichen Renkontre
alsbald ein neuer Umzug veranſtaltet worden iſt wahl
iſt vielmehr nur, daß der bisher von der Polizei nicht be=
helligte
eine Student in dem Präpariermantel zuſammen
mit vier Freunden in einer Droſchke vom Franziskaner
nach dem Hauſe zurückfahren wollte und daran von der
Polizei gehindert worden iſt.
Hamburg, 13. Jan. Die Lager=Speicher des
Vereins deutſcher Oel=Fabrikanſten am Ausſchläger Elbdeich
wurden ſeit geraumer Zeit von einer Diebesbande be=
ſtohlen
. Die Mitglieder dieſer Bande wurden ſämtlich
verhaftet. Der Schaden, der dem Verein zugefügt wurde,
wird auf 40000 Mark geſchätzt.
Kappeln a. d. Schlei, 13. Jan. Alle drei Leichen
der von dem Torpedoboot S. 70 ertrunkenen See=
leute
ſind geborgen.
London, 12. Jan. In London wurde geſtern ein
Mann wegen Vagabondage und Zuhälterei zu neun Mo=
naten
Gefängnis und 25 Peitſchenhieben verurteilt.
Es iſt dies die erſte Verurteilung nach Einführung der
Prügelſtrafe in England.
Peking, 12. Jan. Dr. Roeſt, der zum Berater der
chineſiſchen Regierung über die Währungsreform ernannt
worden war, iſt heute in Mukden auf der Rückreiſe nach
Peking über Sibirien plötzlich geſtorben.

[ ][  ][ ]

Karnevalgeſellſchaft Narrhalla.
Große Damen= und Herrenſitzung.

Auf eine prächtig verlaufene Damen= und Herren=
ſitzung
darf die Karnevalgeſellſchaft Narr=
halla
wiederum zurückblicken. Und zwar auf eine, die für
die Geſellſchaft von beſonderer Bedeutung war, weil ihr
neuer Präſident, Albert, der kleine Monarch
mit dem Adlerblick zum erſten Male das närriſche
Szepter führte. Es darf tonſtatiert werden, daß der
ganze Verlauf der Sitzung ein Beweis dafür war, daß
durch den Präſidentenwechſel der Fortbeſtand der K.=G. N.
unter den altbewährten und ſtets hochgehaltenen Prinzi=
pien
, die gegründet ſind in dem beſten aller närriſchen
Wahl= und Wahrſprüche: Allen wohl und nie=
mand
weh, geſichert hat. Albert Supp er=
wies
ſich als energiſcher und umſichtiger Leiter, der mit
ganzem Herzen der närriſchen Sache gehört. Er, die
Karnevalgeſellſchaft Narrhalla und die vielen, vielen
hundert Närrinnen und Narren, die den glanzvoll deko=
rierten
Saalbau bis auf den letzten Platz füllten, dürfen
mit dem Debüt zufrieden ſein. Es war ſchön!
Nachſtehend der Sitzungsbericht:
Der Präſident Albert mit dem Adler=
blick
eröffnete nach pomphaftem Einzug des Elferrats
die Sitzung um 7 Uhr 11 Minuten und der üblichen Ver=
ſpätung
. Er entbietet zunächſt in poetiſcher, ſchwung=
voller
Rede den Närrinnen und Narren herzlichſtes Will=
kommen
und begrüßt dann mit gleicher Herzlichkeit die
Spitzen der Behörden: Ja, laſſe ſich die Herrn hier ſehe,
Dann könne ſe nor profidiern, Dann viel, ſehr
vieles dhat geſchehe, Worüber mir heit kridiſiern.
Wie Stadt und Staat mer müßt verwalte, Mir ſages
Eich, hochedle Herrn, Jedoch, ich glaab, es bleibt
beim Alte, Und wann mer noch ſo deitlich wern.
Redner fuhr dann fort: Es ſinn die heſſiſche Finanze
Aaach, wie mer hört, ſoweit im Blei, Des Kreemche
is im große Ganze Mit unſre Schulde in de Reih,
Im Sperrdruck las mers, in me fette, In jeder Zeitung
ganz gewiß, Verſchiedene Verwaltunge hette Dies=
mol
enorme Iwerſchiß! Doch dhut mer’s Geld aach
gut verwalte, So dhut Eich deshalb nor net ſchnerrn:
Die Steiern bleiwe doch die alte, Sie könne höch=
ſtens
größer werrn. Der Präſident referierte dann
über ſeine Wahl und die vorangegangene Abſage des
Herrn Kern, und er verſicherte dann, daß der Hausarzt
der Narrhalla niemals, wie der des Herrn K., die
närriſche Tätigkeit verbieten werde, denn unſer Haus=
arzt
iſt der Humor. Un deß ſoll unſer Hausarzt
bleiwe, Dann ſind mer immer in der Reih, Der
dhut als Arznei verſchreiwe, Scherz, Frohſinn un aach
Narretei. Die Kur, die koſt ſo forchtbar wenig,
Die kann ſich jeder leiſte grad, Un ’s Lache, des is ſo
higieniſch Als wie e Luft= un Sunnebad. Humor
dhut ’s Herz Eich jung erhalte, Wer Drübſinn bleeſt,
kimmt uff de Hund. Drum, ſeid fidel, dann bleibts beim
Alte,
ſund,; Un ’s bleibt aach ſteets: Der Menſch ge=
Un loßt de Kobb net länger henke, Wie
ſchnell geht Eich die Zeit erum, Dhut an die Unglücks=
zahl
net denke, Die 13 bringt uns aach net um.
Laßt Eich die Zukunft net verdrieße, Mit alte Weiwer
ihr’m Geſchwätz, Wie’s kimmt, ſo werrn mer ſe ge=
nieße
, Es leßt ſich doch nix ennern jetzt. Wohlan,
ſo dhut Eich jetzt entfalte, Laßt hoch die Faſchings=
laune
geh’, Doch unſer Wahlſpruch ſei der alte:
Allen wohl undniemand weh! (Lebh. Beifall.)
Dann ſang die Korona das Eröffnungslied, in dem
der altbewährte Karnevalpoet Grünfeld den Mär=
chenprinzen
Karneval beſang, und kaum waren die Klänge
verhallt, als die Kapelle Hauske ſchon wieder zum Ein=
zug
blies, und zwar diesmal den Mainzer Karnevaliſten
und der Geſellſchaft Harmloſe. Für die Meenzer ſprach
Herr Mundo fürtreffliche Begrüßungsworte: Seitdem
die Ausſtellung Der Menſch hier war, Da ſtaunt die
Welt Euch an, Man ſollt nicht glauben, was ein Menſch
Nit alles machen kann. Ihr könnt‟ Euch jetzt nit
mehr beklage Ueber Euern Fremdeverkehr, Ihr
tatet ſonſt doch immer ſage Es kem kaa Menſch hier=
her
. Die Ausſtellung war zu famos, Das muß an
Neider geſteh’n, Verſoffene Lebern und Herzer Hat
ma dutzendweis geſeh’n. Mir Meenzer aber, mir bloſe
weiter Uns iſts egal, wann mir tot ſin, Ob unſer
Lebern und Herzer Blau gefärbt oder rot ſin. Der
Gott, der uns die Rebe ſchuf, Der gab uns auch en
Mage, Und wer mit Maß und Ziel genießt Kann’s
chließlich auch vertrage. Mit der dringlichen Auffor=
derung
, heute nur fröhlich zu ſein und keine Trübſal zu
Für die Harmloſen ent=
blaſen
, ſchloß der Redner.
bot deren Sprecher, Herr Jacoby, herzlichſte Grüße
und ſtellte dem neuen Präſidenten der Narrhalla einen
beſonders hohen Orden in Ausſicht.
Mit lebhaftem Beifall begrüßt, kletterte dann der
Protokollführer Herr Robert Schneider, in das
Europäiſche Pulverfaß alias Rednerbütt. Seine Rede er=
zielte
entſchieden den ſtärkſten Erfolg des Abends. Er gab
zunächſt einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr
und kam zu dem Schluß: Un wann mer ſichs dann vun
hinne bedracht, des Jahr, des wo ſo verhunzt wor,
Do ſieht mer ganz deitlich, daß, wie geſagt, Mol widder
die Mieh for umſunſt wor. Der gane der ſchafft un
plogt ſich ſtets, Bis er ſei Lewe ſatt hott, Der anner
der macht de greeßte Fetz, bis er uff aamol e Platt hott
Deß is halt ſo de Laaf der Welt, Un der werd aach
niemals roſte: Der Aane kimmt dorch ſei Fraa zu
Geld, Der Anner noch nett uff ſei Koſte. Der Aane
der fiehlt ſich blos wohl bei Hof, Der Anner nor bei
de Heiner, Der Aa is es lachender Fileſof. Der
Aner e Zwaamackverzia=Greiner! Der Aane der iſt be=
duckt
und bedrickt, Wenn mer nor mol en Spaß macht,
Die Menſche die ſinns ganze Johr verrickt, Doch
mir Narrn, mir ſeins blos uff Faßnacht. Drum gebt
Eich doch kaa beſunner Mieh, Un tragt in Geduld
Eier Fatum. Die Zeit und die Menſche, die ennern
ſich nie, Wos ſich ennert, des is blos des Datum. Wos
nitzt do der Rooches, wos nitzt do der Zorn? Ihr duht
Eich des Lewe verdrieſe: Un ſchließlich ſchmeißt Ihr
die Flint in’s Korn Und die Annern dhun nachher mit
ſchieße. Wos klagt Ihr un krächſt Ihr drum nooch wie
vor Als kreegt bald des Kreemche de Dalles? Macht’s
doch ſo, wie ich, und tragts mit Humor Dann ſeid Ihr
gefeid gege alles. In dieſer und ähnlicher Weiſe ver=
breitete
ſich der Redner über die innere und äußere Poli=
tik
, über Nieder=Modau, über die Luftpoſt und über die
Klapperſtorcherſetzungspillen über die Polizeiſtunde
und die Heag‟ Die Fleiſchnot fand folgende
Apoſtrophierung: Mer hott joe Middel, des hilft foor ge=
De Ower=
wiß
Die Flaaſchnot zu iwwerwinde,
borjermaaſter dhut uff de Pallaswiß E ſtädtiſch Ka=
ninchezucht
grinde. Dann kam die Ausſtellung Der
Menſch und beſonders, was ſie auf dem Gebiete der
Mode brachte, das alſo apoſtrophiert wurde: No es is
jio aach werklich gor kaa Fragg. Wenn die Mode mol

widder ſo is Un wenn um’s Herz un di umliegende
Weichteile aach E klaa bische Ebbes dro is. Un
ſchwewe die Mädcher ſo enaus, Dann dhut mer ſe oft
kaum geh heern, Doch ſehe ſe manchmal vun hinne aus,
Als wenn ſe vun vorne ſchee wern. (Große Heiterkeit.)
Mit dem guten Rat, in allen Zeiten, ob gut, ob ſchlecht,
den goldenen Humor nicht zu verlieren, ſchloß der Red=
ner
unter langanhaltendem, lebhaftem Beifall.
Danach ergriff Herr Bürgermeiſter Mueller das
Wort. Die Narrenſcharen hatten ſeine ganz fürtreffliche
Rede von der vorigen Tagung noch im beſten Gedächtnis
und begrüßten den Redner mit rauſchendem, herzlichen
Beifall. Er entſchuldigte zunächſt den am Fernbleiben
verhinderten Herrn Oberbürgermeiſter und fuhr fort:
Sie müſſen ſich daher mit uns begnügen. Das fällt Ihnen
aber wohl nicht ſchwer, da Begnügen ja heute Trumpf
iſt. Mit allem muß man ſich begnügen in den ſchlech=
ten
Zeiten. Wie nötig für die Geſundheit iſt manchmal
eine Flaſche Sekt, aber man muß ſich mit Eppelwei be=
gnüge
, und wann man ſich a Beefſteak beſtelle will, ſagt
einem das Portemonnaie: begnüge dich mit einem Lin=
ſenkotelett
(Zuruf: Gute!
Lebhafter Beifall, an=
haltende
Heiterkeit.) Nur bei der Steuer brauche wir
uns net mit geringe Sätz zu begnüge, da gehen wir gleich
ins volle. Gott ſei Dank, wenigſtens ein Ausgleich
und damit ein Troſt. Das und die glorreiche Anſpachſche
Tradition macht, daß wir trotz alledem und alledem den
richtigen Darmſtädter Karnevalsgeiſt noch nicht verloren
haben. No. und die Supp die Ihnen von Ihrem
neuen Präſident ei’gebrockt worde is, ſcheint mir aach
kei Waſſerſupp zu ſei. (Lebh. Zuſtimmung.) Der Herr
Oberbürgermeiſter hat mich ermächtigt. Ihne mit einige
wichtige Neuigkeite aus dem Stadthaus ſtreng vertrau=
lich
unter de Arm zu greifen. Die Eingemeindung von
Gräfe=, Wix= und Schneppenhauſen ſteht nahe bevor. Un=
ſere
Beziehungen zu dieſen Orten ſind weit enger als die
zu Arheilaen und Eberſtadt (Hört! hört!) Die elektriſche
Bahn ſoll alsbald ausgebaut und ſchon Pingſten ſoll
die Eröffnung der Teilſtrecke bis zur Goulaſchfabrik am
Weiterſtädter Exert erfolgen. Die Frage des Feſthaus=
baues
iſt glänzend gelöſt. Die Stifter haben dem Herrn
Oberbürgermeiſter das Haus eingelaufen und alle haben
das Geld gleich mitgebracht. Zur Fortſchaffung der
Summen zur Stadtkaſſe waren zwei Doppelgeſpanne
prima holländiſchen Rindviehes nötig. Auch die Platz=
frage
wurde ſchon gelöſt. Das Feſthaus kommt auf den
Riegerplatz in Verbindung mit der Säualingszentrale.
Damit wird gleichzeitig das Martinsviertel entſchädigt
für alle Unbill, die es erlitten und gleichzeitig der
Stadtteil gebührend geehrt, der zurzeit dank der wohl=
tätigen
Einwirkung der Zentrale für Säualingspflege und
Mutterſchutz ein wahres Prachtgeſchlecht hervorbringt.
Die ſich ſicher ergehenden Ueberſchüſſe aus dem Bau=
fonds
werden zu Stiftungen verwendet. Und zwar ſind
beſtimmt 10000 Mark für einen künſtleriſchen Wetthewerb
zur Ausgeſtaltung der Faſſade des neuen Beſſunger
Faſelſtalles, der überhaupt ein Prachtbau wird, ſo daß
ſich alles in Beſſungen darum reißt, ihn zu kriegen.
Die meiſte Ausſicht hat übrigens, wie ich verraten darf
eine Eingabe der Tintenviertelbewohner. Weitere 280000
Mark ſind für die Erbauung einer Dienſtwohnuna für
den Karnevalspräſidenten beſtimmt. (Lebhafter Beifall.)
In der Kommiſſion war auch Stimmung dafür, die Be=
ſtrebungen
zur Förderung der Quetſchekuchezucht
auf dem Oberwaldhaus zu unterſtützen und
einen Beitrag zur Aufſtellung einer Dampfmaſchine zur
Beſchleunigung der Kaffeeproduktion auf dem
helle Kreiz zu bewilligen. Die Anträge ſind aber
mit Recht als kränkend für die verſchiedenen Kaffeekränz=
chen
abgelehnt worden.
Dagegen ſoll eine Anzahl
Preiſe verteilt werden für die beſte Löſung einiger
unſere Mitbürger beſonders intereſſierender
Fragen, nämlich: 1. Wie richte ich es ein, daß ich
meinen Durſt bis 3 Uhr morgens gelöſcht habe? 2. Wie
ſag’ ich’s meinem Hunde, daß er mir nicht durch ſein Ge=
heul
die Nachtruhe meiner Mitbürger ſtört? 3. Wie
benutze ich die elektriſche Straßenbahn, ohne gegen die
beſtehenden Beſtimmungen zu verſtoßen? (Lebhafte Zu=
ſtimmung
.) Zum Schluß wendet ſich der Redner noch
den Ausſtellungsfragen zu. Im nächſten Som=
mer
wird eine Ausſtellung Der Iwwermenſch
veranſtaltet. Das paßt am beſten zu den Darmſtädter
Verhältniſſen, denn wir Darmſtädter ſind keine ge=
wöhnlichen
Menſchen wir ſind ſamt und ſon=
ders
Iwwermenſchen! (Langanhaltender Bei=
fall
, Händeklatſchen und Bravorufe.)
Der Präſident verlieh unter allgemeiner Zuſtimmung
dem Herrn Bürgermeiſter den Orden für Hebung der
Landwirtſchaft und des Viehhandels.
Zum Thema Der Menſch dem auch öfters andere
Artikel vorangeſtellt wurden, ſprach eine ganze Anzahl
Redner, die das Thema ziemlich gleichartig behandelten,
ſo daß wir uns hier darauf beſchränken können, einige
Ausführungen aus der bedeutſamſten Rede wiederzugeben,
nämlich aus der des Herrn W. Emmert=Mainz. Er
ſtellte zunächſt feſt, daß nicht die Zeiten ſchlechter werden
nur die Menſchen ſind annerſt erzoge. Die Urſach’ iſt nor
ganz allääns Weil ſich die Menſchheit ſelbſt nit mehr
kennt Wenns anners wär, do wärn ſe nit all Nach
Darmſtadt zum Menſch gerennt Das Glockeſpiel hat
alle Händ voll zu dun Sämtliche Glöckcher, groß wie
klein Die ſpielte beſtändig den ſchöne Thoral Sehn
ſe, deß iſſe Geſchäft, das bringt noch wos ein!
Sonntags war der Andrang rieſig groß Gar mancher
mußt’ Stunde lang ſtehe Und hott vor lauter Menſche
Daß
zuletzt Vom Menſch ka‟ Spur geſehe.
das Plakat der Ausſtellung nur ein Auge zeigte, ſei
damit begründet worden: Was in Darmſtadt noch weiter
zu ſehe war, Vor zwää Aage tat des nitt lange.
Deß iſſ awer falſch, den wahre Grund Den will ich
Euch Narre heut ſage: Bei verſchiedene Sache do ſollt
mer nur Höchſtens ähn Aag dran wage! Mit dem
Wunſche, daß der große Ueberſchuß der Ausſtellung der
Menſchheit zum Segen und zur Geſundung verhelfen
möge, ſchloß der Redner.
Ueber die Fleiſchnot und die allgemeine Lage der
Metzger ſprach Herr Löb der als Metzgerbueſche viel aus
der Schule plauderte. Da der Vortrag im Druck erſchei=
nen
wird, können wir uns die Wiedergabe von Einzel=
heiten
hier erſparen. Ueber die Balkanwirren ſprach
als Kriegsberichterſtatter im türkiſchen Lager Herr
Mundo in ganz vortrefflichem Vortrag. Nur einige
Stichproben hier: Das Ausland freuet ſich jetzt ſehr
Und ſpricht mit ſtolzem Ton Die Niederlag dankts
Türkenheer Der deutſchen Inſtruktion. Ich wünſche
dieſen Herren nur, Daß ſie in den kommenden Jahren
Nichts von der deutſchen Inſtruktion Aus erſter Hand
erfahren. Man ſage ihnen, ’s iſt nicht klug Deshalb
zu werden dreiſter, Denn wenn man auch den Lehrling
ſchlug Nicht gilt das für den Meiſter. (Lebh. Beifall.)
An den im Verlauf der Sitzung noch folgenden Vor=
trägen
beteiliaten ſich die Herren Adam, Beitzel,

Mauer, Jacoby, Delp und Simon. Ihre durch=
weg
zündenden Ausführungen waren meiſt interner und
anderer Natur und entbehrten des öffentlichen Inter=
eſſes‟
Zu dem Liederbuch hatten vortreffliche und
wirkungsvolle Beiträge geliefert die Herren Rob. Schnei=
der
, Grünfeld, Gg. Simon, Max Wolff, Jei=
dels
u. a. Mit einer hochkünſtleriſchen Geſangsleiſtung
bereicherte Herr Wiß aus Mainz, ein ganz außergewöhn=
lich
begabter Sänger, die Tagesordnung. Er wurde mit
einem der höchſten Orden ausgezeichnet. Auch ſein Be=
gleiter
am Flügel, Herr May, erhielt einen Orden.
Ebenſo ſämtliche Redner und Liederdichter. An den
Alterspräſidenten, Herrn Max Anſpach, der durch
Trauer verhindert war an der Sitzung teilzunehmen,
wurde ein poetiſches Gruß= und Glückwunſchtelegramm
geſandt, in dem die treue Anhänglichkeit der närriſchen
Gemeinde an ihren alten Führer beredt zum Ausdruck
kam. Zum Schluß ergoß ſich der Ordensſegen auch auf
den neuen Präſidenten ſelbſt, dem Herr RobertSchnei=
der
mit herzlichſter Anerkennung den erſten Präſidenten=
orden
mit der Verleihung des Titels Albert, der
kleine Monarch mit dem Adlerblick über=
reichte
.
Um Mitternacht erſt war die Tagesordnung erledigt.
Präſident Albert Supp konnte die Sitzung ſchließen
mit der Feſtſtellung, daß ſie ganz vorzüglich verlaufen ſei.
St.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 13. Jan. Präſident Dr. Kaempf er=
öffnet
die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten. Erſte Be=
ratung
des
Entwurfs eines Geſetzes über das Verfahren gegen
Jugendliche.
Staatsſekretär Dr. Lisco: In letzter Zeit widmet
man allgemein in allen Kulturſtaaten in Wort und
Schrift der Frage der Gerichtsbarkeit für Jugendliche
wachſende Aufmerkſamkeit. Die in dieſer Beziehung
lückenhaften Beſtimmungen des Strafgeſetzbuches ſollen
durch die vorliegende Novelle abgeändert werden. Bei
Verfehlungen harmloſer Art ſoll die grundloſe Härte, die
durch eine gerichtliche Beſtrafung eintreten würde und
mit der ein Makel für das ſpätere Leben, in anderen
Fällen eine Abſtumpfung des Ehrgefühls herbeigeführt
würde, vermieden werden. Nach der Vorlage ſollen als
Jugendliche erachtet werden Perſonen unter 18 Jahren,
für die beſondere Abteilungen bei den Amtsgerichten ge=
bildet
werden ſollen. Bei den Verfahren ſollen die Aus=
ſagen
von Lehrern, Lehrherren und Mitgliedern von
Fürſorgevereinen beſonders berückſichtigt werden. Grö=
ßere
Verbrechen ſollen natürlich auch in Zukunft ſtreng
geahndet werden und Jugendlichen, die ſchon früh einen
verbrecheriſchen Hang zeigen, ſoll beſondere Aufmerkſam=
keit
gewidmet werden. Ich empfehle Ihnen die Vorlage
zur wohlwollenden Prüfung, damit die Härten des gegen=
wärtigen
Zuſtandes beſeitigt werden.
Abg. Stadthagen (Soz.): Die zunächſt ſympa=
thiſch
erſcheinende Vorlage enthält doch bei genauer Be=
trachtung
große Mängel. Vor allen Dingen ſollte ein
einheitliches Recht geſchaffen werden. Es müßte auch
an den Strafkammern die Hinzuziehung von Schöffen
geplant werden. Die Vorlage bedeutet, im ganzen ge=
nommen
, keinen Vorteil für Jugendliche, ſondern unter
Umſtänden ſogar einen erheblichen Nachteil. Auch von
der Verweiſung an eine Zwangserziehungsanſtalt ver=
ſpreche
ich mir nicht viel. Dort wird aus den guten Cle=
menten
das Menſchliche herausgeklopft. Sie werden
geradezu zu Verbrechern erzogen. Ich beantrage Ver=
weiſung
der Vorlage an eine 21gliedrige Kommiſſion.
Abg. Dr. Pfleger (Ztr.): Der Entwurf iſt an mehr
als einer Stelle eine bewußte Halbheit. Wenn man auch
keine neue Hoſe bekommt, ſo ſoll man doch für einen neuen
Flicken dankbar ſein. Beſondere Bedenken haben wir
gegen den § 3, der es dem Ermeſſen des Gerichts anheim=
ſtellt
, das Verfahren einzuſtellen, ohne daß eine Anfecht=
ung
des Beſchluſſes möglich wäre. Vor allen Dingen
müſſen wir dafür ſorgen, daß dieſer Vorlage nicht das
Odium der Klaſſenjuſtiz angehängt werden kann. Der
Grundgedanke des Entwurfs iſt zweifellos geſund. Wenn
der Jugendpflege ein weiteres Feld für ihre Betätigung
durch dieſe Vorlage zugewieſen wird, ſo iſt das erfreu=
lich
. Auf dieſer Baſis wird es möglich ſein, die Jugend
zum Verantwortlichkeitsgefühl ſich ſelbſt und anderen
gegenüber zu erziehen. (Beifall im Zentrum.) Abg.
van Calker (natlb.): Wir begrüßen die Vorlage im
allgemeinen mit großer Dankbarkeit, da ſie in vieler Hin=
ſicht
einen großen Fortſchritt darſtellt. Enttäuſcht ſind
wir nur inſofern, als wir eine umfangreichere Regelung
des Jugendſchutzes erwartet hatten. Wir geben aller=
dings
zu, daß gerade dieſes Thema außerordentlich um=
fangreich
und ſchwer zu regeln iſt. Ein großes Verdienſt
für das Zuſtandekommen der Vorlage kommt unſerem
verehrten Herrn Dr. Liſzt zu. Es ſollte aber nicht dem
Ermeſſen des Staatsanwalts überlaſſen werden, zu ent=
ſcheiden
, ob Strafe oder Zwangserziehung eintreten ſollte.
Das ſtrafmündige Alter müßte vom 12. auf das 14.
Lebensjahr heraufgeſetzt werden. Wir wollen mit Ge=
rechtigkeit
die Beurteilung von Vergehen Jugendlicher
vornehmen. Für zweckmäßig halte ich es, die Frauen
zum Schöffenamt zuzulaſſen, namentlich bei weiblichen
Angeklagten. Männer laſſen ſich leicht durch Tränen=
ſtröme
rühren, die Frau aber kennt ihre Genoſſinnen und
urteilt in ſolchen Fällen gerechter. (Beifall.) Abg. Dr.
Gieſe (konſ.): Wir ſind uns einig darüber, daß ſchnell
etwas geſchaffen werden muß. Für die Heranziehung
von Frauen als Schöffen vermögen wir uns nicht zu
entſcheiden. Zu begrüßen iſt es, daß die Oeffentlichkeit
während des Verfahrens ausgeſchloſſen werden kann und
daß insbeſondere Jugendliche aus den Verhandlungen
entfernt werden können. Bei Jugendlichen zwiſchen 16
und 18 Jahren ſollte einer Einſchränkung des Legali=
tätsprinzips
nicht entſprochen werden. Großes Gewicht
legen wir auf die Beſtellung eines Fürſorgers. Für dieſe
Stellung ſchätzen wir den Wert der Frau außerordentlich
hoch. Abg. Dr. v. Liſzt (Fortſchr. Vpt.): Wir be=
grüßen
die Vorlage mit Genugtuung und Freude. Die
Begründung iſt leider recht lückenhaft. Wir hätten gern
einen Hinweis auf das Beſtehen von Jugendgerichten
in einzelnen Gegenden gehabt, in dem uns die Erfahr=
ungen
derſelben in Berlin und München dargelegt wür=
den
. Eine allgemeine Reform des Strafrechts können
wir nicht abwarten. Das heutige Verfahren gegen Ju=
gendliche
iſt geradezu Unfug. Die bedingte Begnadig=
ung
iſt eine höchſt reformbedürftige Inſtitution. Dann
muß verlangt werden, daß eine Rehabilitation vorge=
ſehen
wird. Es iſt eine unzweckmäßige Härte, in der
Jugend begangene Verfehlungen dem Menſchen für das
ganze Leben anzuheften. Sodann iſt die Schaffung von
Jugendgefängniſſen notwendig. Wo ein Landgericht be=
ſteht
, müßte auch ein obligatoriſches Jugendgericht er=

[ ][  ][ ]

richtet werden. Dringend der Abhilfe bedürftig iſt der
gegenwärtige Zuſtand des Verhandelns gegen jugend=
liche
Perſonen, wenn ſie wegen irgend einer Kleinigkeit
zu ein paar Mark Geldſtrafe verurteilt werden. Das iſt
Raubbau an dem edelſten Teil unſerer Nation, der
Jugend. Ich beantrage Ueberweiſung der Vorlage an
eine Kommiſſion von 28 Mitgliedern. Abg. Pos=
piech
(Pole): Wir haben gegen die Vorlage inſofern
erhebliche Bedenken, als wir uns gegen jede Durchbrech=
ung
des Legalitätsprinzips wenden müſſen. Die Für=
ſorgeerziehung
iſt eine Wohltat ſehr zweifelhafter Natur.
Dort werden alle Mittel angewendet, um der Jugend
alle edlen Regungen zu nehmen. Abg. Wahrmuth
(Reichsp.): Die Fürſorge iſt nicht durchweg zu verwer=
fen
. Es wird hierauf ein Schlußantrag ange=
nommen
und die Vorlage an eine Kommiſſion
von 28 Mitgliedern verwieſen.
Es beginnt die erſte Leſung der am 2. Juli
1911 zu Waſhington unterzeichneten revidierten
Pariſer Uebereinkunft zum Schutze des gewerblichen
Eigentums
und die Ausführungsbeſtimmungen hierzu.
Staats=
ſekretär
Dr. Delbrück: Die Vorlage eignet ſich im
Grunde nicht zur Erörterung im Plenum. Es handelt
ſich hier um die Regelung des internationalen Rechts=
ſchutzes
, bei der den deutſchen Wünſchen in weiteſtem Maße
Rechnung getragen worden iſt. Sie fügt ſich dem gelten=
den
Recht vollkommen ein, ſo daß eine Anpaſſung des
Patent= und Muſterſchutzgeſetzes nicht nötig iſt.
Abg.
Dr. Junck (natl.): Wir beantragen Verweiſung an
eine Kommiſſion von 14 Mitgliedern und ſind überzeugt,
daß dieſe Kommiſſion ſo ſchnell arbeiten wird, daß die
Ratifikation ſchon zum 1. April 1918 erfolgen kann.
Es erfolgt Schluß der Debatte und die Vorlage geht
an eine Kommiſſion von 14 Mitgliedern.
Hierauf beginnt um ¼5 Uhr die 2. Leſung
des Etats (Etat des Reichsamt des Innern).
Hierzu liegen ſechs Reſolutionen vor. Die Beratung
beginnt beim Titel Gehalt des Staatsſekretärs.
Abg.
Fiſcher=Berlin (Soz.): Die deutſche Sozialpolitik
wurde nicht ſo gehalten wie es im Februar=Erlaß des
Kaiſers in Ausſicht geſtellt wurde. Dieſem Erlaß iſt es
ergangen, wie der Verſprechung des Königs von Preu=
ßen
, daß ihm die Abänderung des Dreiklaſſenwahlrechts
in Preußen die dringendſte Aufgabe ſein werde. Mit
dieſen Verſprechungen des Königs haben die königstreuen
Parteien Fußballggeſpielt. Das Koalitionsrecht hat ſich
jetzt von einem Arbeiterſchutz zu einem Arbeitgeberſchutz
ausgewachſen. Die Staatsbetriebe laſſen ſich jetzt ſogar
von ihren Arbeitern Reverſe unterſchreiben, wonach die=
ſen
unterſagt iſt, ſich an ſozialdemokratiſchen oder anderen
Beſtrebungen zu beteiligen. Die Löhne werden künſtlich
niedrig gehalten durch Entlaſſung der verheirateten Ar=
beitern
und Einſtellung von billigeren. Aber nicht nur
bei den Arbeitern iſt dies der Fall. Das Germaniſche
Muſeum ſuchte unlängſt einen wiſſenſchaftlichen Hilfsar=
beiter
mit abgeſchloſſener akademiſcher Bildung gegen ein
Gehalt von 100 Mark. Wenn ſchon bisher unſere Militär=
verwaltung
ihren Offizierserſatz aus erkluſiven Kreiſen
wählte, ſo beginnt jetzt auch die Marineverwaltung, den=
ſelben
Standpunkt einzunehmen. Die Forderung nach
einem Reichsberggeſetz wird nicht erfüllt, weil die preu=
ßiſchen
Miniſter nicht wollten. Denn dieſe ſind von dem
oſtelbiſchen Junkertum abhänaig. Noch keine Regierung
war in ſolch beſchämender Abhängigkeit wie die preußi=
ſche
. Es iſt ein ſchweres Unrecht, daß die ſtaatlichen Be=
triebe
nicht der Gewerbeauſſicht unterſtehen. Staats=
ſekretär
Dr. Delbrück: Ohne auf Einzelheiten einzu=
gehen
, erkläre ich, daß Herr Fiſcher ſich auf ein Votum
geſtützt hat, das ich an ein Staatsminiſterium vertraulich
richtete und das nur durch einen Vertrauensbruch in ſeine
Hände gekommen ſein kann. Ich muß mich dagegen ver=
wahren
, daß Material, das auf ſolche Weiſe erlangt
wurde, gegen die Regierung verwendet wird. Das ent=
ſpricht
nicht der Achtung, die wir vor Ihnen haben und
die, wie ich hoffe, auch Sie vor uns haben.
Abg.
Fiſcher (Soz.): Dieſe Erklärung habe ich vorausge=
ſehen
, die rührt mich nicht. Der Vorwurf des Ver=
trauensbruches
trifft mich nicht. Ich weiß nicht, von wem
ich das Material habe. Ich habe nichts dazu getan, es zu
bekommen.
wird die Weiterberatung auf
Dienstag 1 Uhr vertagt. Vorher: Kurze Anfragen.
Schluß 6 Uhr.

Der Raubmord in Ortwig.

* Frankfurt a. O., 12. Jan. Der Mörder von
Ortwig hat ſich nunmehr ſelber als den Müllergeſellen
Auguſt Sternickel bezeichnet. Nach ſeiner Ausſage will
er an der Tat weniger ſchuld ſein, als ſeine Mithelfer.
Angeblich hat er aus Rache gehandelt. Im Laufe des
den ganzen Sonntag über andauernden Vechörs ging der
Verbrecher auch auf den Raubmord von Plagwitz
ein und ſchob auch hier die Schuld beſonders ſeinen Mit=
helfern
zu. Es iſt feſtgeſtellt, daß Sternickel ſich immer
unter anderen Namen, meiſt in Oderbruch, aufgehalten
hat. Möglich iſt dies ihm namentlich dadurch geworden,
daß ſich die Bauern niemals genauer über die Perſönlich=
keit
ihrer Knechte zu unterrichten pflegen. Nur einmal
iſt er ein Jahr lang in Rußland geweſen. Jetzt ſcheint er
darauf hinauszuwollen, für geiſteskrank erklärt zu wer=
den
. Vielleicht wird ihm dies gelingen.
Berlin, 13. Jan. Das bereits gemeldete Ge=
ſtändnis
, daß er der ſeit Jahren geſuchte Müllergeſelle
Eternickel ſei, unterzeichnete Stornickel mit ſeinem
richtigen Namen. Er gab genaue Schilderung der drei=
achen
Bluttat in Ortwig, ſowie des Mordes an dem
Müller Knappe in Plagwitz. Weiter geſtand er ein, eine
ganze Anzahl bisher unaufgeklärter Mord=
taten
während der letzten zehn Jahre verübt zu haben,
darunter einen Mord in Berlin, einen weiteren Mord in
Oranienburg und den Mord an einem Gendarmen, der
ihn verhaften wollte, ſowie eine Reihe weiterer Kapital=
verbrechen
. Heute werden Sternickel und ſeine Komplizen
nach Ortwig transportiert, um am Tatort gegenüber ge=
ſtellt
zu werden. Der Voſſiſchen Zeitung zufolge ſoll
Sternickel auch heute ſeiner Mutter gegenübergeſtellt wer=
den
. Die Beerdigung der Opfer des Mörders iſt auf
Montag nachmittag anberaumt.
Seit dem Plagwitzer Morde wurde in aller Welt nach
dem Verbrecher geſucht. In dem Berliner Polizeipräſi=
dium
wurde eine Zentralſtelle für ſeine Verfolgung ein=
gerichtet
. Hundertmal waren ihm die Verfolger auf den
Ferſen. Aber immer wieder entſchlüpfte er dem Netz.
Dabei war er kein Verbrecher jener Art, die über große
Geldmittel verfügen. Nur wenige Pfennige im Beutel,
immer auf der Wanderſchaft, ſo ſpottete er der Gendarmen
und aller Leute, die ſich die Prämie auf ſeinen Kopf ver=
bienen
wollten. Nur ein einzigesmal war es der Behörde
gelungen, ihre Hand auf ihn zu legen. Es war im Ja=

nuar 1908 in dem Dorfe Warnſtedt in der Altmark. Ein
Berliner Zigarrenreiſender ſah in einer Wirtſchaft einen
Müllergeſellen Miſch, auf den die überall über Sternickel
verbreitete Beſchreibung paßte. Darauf wurde der Gen=
darm
Hille benachrichtigt, der den Miſch feſtnahm. Dieſe
blieb durchaus kaltblütig. Hille, der ſich vorher mit dem
zuſtändigen Amtsgericht in Verbindung geſetzt hatte, er=
laubte
ihm, ſich zu waſchen und ſeinen Sonntagsanzug
anzulegen. Miſch kam auch bald aus ſeiner Kammer
heraus, ſchlug mit der rechten Hand auf ſeine gefüllte
Geldbörſe, die er in der Linken hielt, und ſagte: Geld
haben wir nun, Herr Wachtmeiſter, jetzt kann die Reiſe
losgehen! Plötzlich fiel ihm ein, daß er ſich noch ein
Halstuch umbinden müſſe. Zu dieſem Zweck nahm er die
Laterne wieder, als ob er noch einmal hinaufgehen wollte.
Er ließ aber die Laterne unten an der Treppe ſtehen
und verſchwand durch ein Fenſter. Während man ſich noch
über ihn unterhielt, ſah ihn jemand draußen und ſagte:
Da läuft er ja. Jetzt rannte man ihm nach; er entkam
jedoch unter dem Schutze des Waldes. Nun iſt der viel=
gewandte
Schurke von ſeinem Schickſal ereilt worden.
* Frankfurt a. O., 13. Jan. Die Vernehm=
ungen
Sternickels dauerten bis heute morgen
3½ Uhr. Sie ſind vorläufig beendet. Die Meldungen,
daß Sternickel noch mehrere Morde eingeſtanden habe,
entſprechen nicht den Tatſachen; dagegen wird beſtätigt
daß Sternickel und ſeine drei Komplizen den Mord in
Ortwig gemeinſam ausführten. Sternickel geſtand aller=
dings
mehrere Einbruchsdiebſtähle ein.

Der Balkankrieg.

Die Friedensverhandlungen.
Der Standpunkt der Türkei.
Konſtantinopel, 13. Jan. Auch heute fand
auf der Pforte unter dem Vorſitz des Großweſirs ein
Miniſterrat ſtatt, der über die Lage beriet, haupt=
ſächlich
über die Telegramme der türkiſchen Friedens=
bevollmächtigten
und türkiſchen Botſchafter. Trotz der
offiziellen Erklärungen, die, wie es heißt, auch den hie=
igen
Botſchaftern gegenüber wiederholt worden ſind,
daß die Pforte in den Fragen bezüglich
Adrianopels und der ägäiſchen Inſeln
niemals nachgeben könne, erfüllt der bevorſtehende
Kollektivſchritt der Mächte die Pforte mit ernſter Beſorg=
nis
. Die Regierung iſt durch ihre bisher befolgte Hal=
tung
derart feſtgelegt, daß ſie außerſtande iſt, ernſte
Entſcheidungen zu treffen und für den Krieg oder ein Zu=
rückweichen
vor dem Willen Europas die Verantwortung
zu übernehmen. Der heutige Miniſterrat beſchloß,
eine große Verſammlung ein zuberufen, die
alle hohen zivilen, militäriſchen und kirchlichen Würden=
träger
, darunter die Häupter der nicht muſelmaniſchen
Gemeinſchaften, umfaſſen ſoll, ferner die hervorragendſten
Senatoren, mehrere ehemaligen Miniſter uſw. In dieſer
Verſammlung will die Regierung alle Phaſen des Krie=
ges
, ſowie die gegenwärtige militäriſche und diploma=
tiſche
Lage auseinanderſetzen. Die Verſammlung ſoll
dann ihre Meinung darüber ausſprechen, welchen Ent=
ſchluß
die Türkei faſſen ſoll. Eine ähnliche Verſammlung
fand vor dem ruſſiſch=türkiſchen Krieg im Jahre 1877
ſtatt.
Konſtantinopel, 13. Jan. Da die Unter=
redung
des Großweſirs mit Könia Ferdinand vor Tſcha=
taldſcha
erfolglos verlief, und auch die gleichzeitig ange=
knüptten
Verhandlungen mit Griechenland wenig Erfolg
verſprechen, iſt der Miniſterrat mehr denn je für
die Fortſetzung des Krieges entſchloſ=
ſen
. Auch der Großweſir ſcheint dafür zu ſein. Die
alte liberale Militärliga, die von der Mehrheit des Ge=
neralſtabes
unterſtützt wird, hat ſich wieder konſtituiert
und in einer geheimen Sitzung den Kriegsminiſter als
einen zu den Jungtürken übergegangenen Verräter zum
Tode verurteilt.
Die Aktion der Mächte.
* London, 13. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, wird die ſeit einigen Tagen durch die Bot=
ſchafter
in Konſtantinopel vorbereitete Note
durch eine Kollektivnote erſetzt, die am Freitag
durch die Botſchafter in London im Laufe ihrer Beſpre=
chungen
redigiert worden iſt. Der Text iſt am Freitag
abend an die verſchiedenen Hauptſtädte telegraphiert und
damit den Regierungen zur Billigung unterbreitet
worden.
* Konſtantinopel, 13. Jan. Die Bot=
ſchafter
ſtatteten einander Beſuche ab und teilten ſich
gegenſeitig die Anſichten ihrer Regierungen mit, doch be=
ſitzen
ſie noch keine ausreichenden Inſtruktionen für eine
Geſamtréunion, in der der endgültige Text der Kollek=
tivmitteilung
verfaßt werden ſoll. Infolgodeſſen
weiß man noch nicht. ob die Mitteilung heute der Pforte
übermittelt werden kann. Man glaubt in diplomatiſchen
Kreiſen, daß die Aktion der Mächte durch die
bulgariſch=rumäniſche Frage verzögert
worden ſei, denn eine eventuelle Aktion Rumäniens
könnte die Situation ändern. Auch wird erklärt, daß
über den endgültigen Tert der Mitteilung nicht in Lon=
don
, ſondern in Konſtantinopel Beſchluß gefaßt würde,
da hier die Botſchafter kompetenter ſeien, eine paſſende
Formel zu finden. Trotz der einſtimmigen Erklärungen
der türkiſchen Preſſe und trotz der von Reaierungskreiſen
ausgegebenen Parole, daß die türkiſchen Bevollmächtig=
ten
London verlaſſen ſollen, im Falle in der Frage Adria=
nopels
ihre Bedinaung nicht zugeſtanden wird. iſt man
in diplomatiſchen Kreiſen noch mehr als bisher über=
zeugt
, daß die türkiſchen Bevollmächtiaten London nicht
verlaſſen und daß man die Feindſeligkeiten nicht wieder
aufnehme. Ebenſo unzutreffend iſt, daß die türkiſchen
Truppen in Tſchataldſcha und Gallipoli ſchon Verſtärkun=
gen
erhielten und alle Vorbereitungen treffen, um für jede
Eventualität bereit zu ſein.
Die bulgariſcherumäniſche Frage.
* Petersburg, 12. Jan. Den bulgariſche
Finanzminiſter Todorow iſt geſtern hier einge=
troffen
. Er hatte eine einſtündige Unterredung mit Sa=
onow
und ſoll auch mit Kokowtzow beraten und vom
Kaiſer empfangen werden. Von bulgariſcher Seite wird
der Zweck der Reiſe mit großem Geheimnis umgeben.
Man ſagt, der Hauptzweck ſei, von Rußland eine Anleihe
oder die Vermittelung für eine ſolche zu erhalten, auch
ſolle Todorow ſondieren, wie weit Bulgariens Hart=
näckigkeit
gegen Rumänien hier Beiſtand finde. Ru=
mänien
hat hier zu verſtehen gegeben, daß ſein klar um=
riſſener
Standpunkt keinen Schacher wie in London zu=
laſſe
. Man iſt über dieſe deutliche Sprache hier etwas
beſtürzt, zumal Londoner Meldungen ein aktives Handeln
Rumäniens ankündigen.

* Paris, 13. Jan. Zu dem bulgariſch= rumä=
niſchen
Zwiſt meldet der Londoner Sonder= Bericht=
erſtatter
des Matin: Der bulgariſche Delegierte Dr. Da=
new
habe ihm erklärt, er verbürge ſich dafür, daß man
ſich nicht zu beunruhigen brauche. Bulgarien und Ru=
mſinſen
würden ſicherlich zu einer Verſtändigumg
gelangen. Von dem rumäniſchen Miniſter Take Jonesco
hat der Korreſpondent erfahren, daß der bulgariſche Mi=
niſterpräſident
Geſchow der rumäniſchen Regierung mit=
geteilt
habe, er wünſche lebhaft eine Verſtändigung und
habe in dieſem Sinne Weiſungen an Danew nach London
gelangen laſſen.
* London, 13. Jan. Die Morningpoſt meldet aus
Odeſſa vom 12. Januar: Der hieſige rumäniſche General=
konſul
erfährt von maßgebender Seite aus Bukareſt, daß
zwiſchen Bulgarien und Rumänien ein freund=
ſchaftliches
Abkommen im Prinzip bereits erzielt wor=
den
ſei.
Bukareſt 13. Jan. Offiziös wird erkläct,
Bulgarien ſei bereit, einen Streifen Land bis an das
Schwarze Meer, Siliſtria eingeſchloſſen, abzutreten, falls
es Adrianopel erhält, ſei aber gegen jede Grenzberichtig=
ung
. Nach Wiener Meldungen, unterſtützt Oeſterreich=
Ungarn die rumäniſchen Forderungen.
Bukareſt, 13. Jan. Die rumäniſch= bul=
gariſchen
Verhandlungen werden gleichzeitig in
London, Bukareſt und Sofia geführt. Der rumäniſche
Miniſterpräſident äußerte ſich optimiſtiſch über die Ver=
handlungen
.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 13. Jan. Da im Falle der
Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten
eine Aktion der griechiſchen Flotte gegen die
kleinaſiatiſche Küſte befürchtet wird, wurden beträchtliche
Truppenverſtärkungen nach den wichtigſten Städten des
Wilajets Smyrna entſandt. Auch die Truppen in Galli=
polis
wurden durch Kurden und Araber erheblich ver=
ſtärkt
. Der zum Flottenkommandanten ernannte frühere
Marineminiſter, Konteradmiral Halil, begab ſich bereits
nach den Dardanellen. Er ſoll die Inſtruktion haben, ſich
für eine entſcheidende Schlacht mit der griechiſchen Flotte
bereitzuhalten.
* London, 13. Jan. Der Präſident der Sobranje,
Dr. Danew, hatte heute vormittag eine Unterredung
mit dem rumäniſchen Geſandten Michu.

Vermiſchtes.

* Kann bei Kündigungsausſchluß der
Arbeiter Lohnzahlung für den ganzen
Arbeitstag verlangen, wenn er im Laufg
des Tages entlaſſen wird ? (Zeitſchrift: Gewerbe=
u
. Kaufmannsgericht, Jahrg. 17, Sp. 228.) Die Frage,
ob bei Kündigungsausſchluß das Arbeitsverhältnis in=
nerhalb
eines Tages mit ſofortiger Wirkung gekündigt
werden könne, iſt verſchieden beantwortet worden. Eines=
teils
wird angenommen, daß der Arbeitstag im Arbeits=
verhältnis
die geringſte Einheit bilde, und daß es den
Grundſätzen von Treu und Glauben widerſpreche, wenn
ein Arbeiter im Laufe des Tages entlaſſen werde, anderer=
ſeits
wird behauptet, daß, wenn Ausſchluß der Kündi=
gungsfriſt
vereinbart iſt, zu jeder Zeit, alſo auch im Laufe,
eines Tages, das Arbeitsverhältnis gelöſt werden kann.
Das erkennende Gewerbegericht in M. hat ſich der letzte=
ren
Anſicht angeſchloſſen. Die Kündigungsfriſt durch Ver=
trag
auszuſchließen, heißt die Friſt zur Kündigung auf
Null abkürzen. Wie die Geltendmachung des in einem
ſolchen Falle jedem Teile zuſtehenden Rechts jederzeitiger
Vertragslöſung gegen Treu und Glauben verſtoßen ſoll,
iſt nicht einzuſehen. Mag in der Entlaſſung eines Arbei=
ters
im Laufe des Tages auch eine gewiſſe Härte liegen,
ſo kann doch nicht geſagt werden, daß die Vereinbarung
den Arbeiter ungünſtiger ſtelle, als den Arbeitgeber, der
doch auch gewärtig ſein muß, daß der Arbeiter viel=
leicht
gerade in dem Augenblicke, wo ſeine Dienſte beſon=
ders
begehrt werden die Arbeit plötzlich verläßt. Daß
der Tag im Arbeitsvertrag die kleinſte Einheit bilde, kann
nicht zugegeben werden. Auch macht es keinen Unterſchied,
ob die Vergütung nach Tagen oder nach Stunden berechnet
iſt. Mit der Abrede täglicher Kündigung kann der völlige
Ausſchluß der Kündigungsfriſt nicht verglichen werden;
ier kann man allerdings ſagen, daß nur zum Schluß der
täglichen Arbeitszeit gekündigt werden kann; da im vor=
iegenden
Falle zweifelsfrei feſtſteht, daß das Dienſtver=
hältnis
jederzeit von beiden Teilen gekündigt werden
konnte, iſt der Anſpruch des Klägers auf Vergütung des
Lohnes für den begonnenen Arbeitstag unbegründet.
: Auswanderung im Jahre 1912. Die
Auswanderung über Hamburg betrug im Dezember v.
9445 Perſonen, hierunter 246 Deutſche (im Vorjahre 7586
Perſonen, hierunter 332 Deutſche). Im ganzen Jahre
1912 wanderten 134 169 Perſonen, hierunter 5760 Deutſche,
aus (86895 einſchl. 6507 Deutſche). Die Auswander=
ung
über Bremen betrug im Dezember v. J. 11 724 Per=
ſonen
gegen 7723 und 8597 in den beiden Vorjahren; vom
Januar bis Dezember ſind 201631 (gegen 139605 und
182 454) Perſonen ausgewandert. Die Auswanderung
iſt alſo im Jahre 1912 ganz erheblich größer geweſen,
als im Jahre 1911; ſowohl die Hamburger wie die Bre=
mer
Zahlen überſtiegen aber nicht nur die des Jahres
1911, ſondern die des Jahres 1910 und noch ſtärker die
der Jahre 1909 und 1908. Gegenüber dem Jahre 1908
beträgt z. B. die Zunahme der Auswanderung über Ham=
burg
und Bremen im Jahre 1912 nicht weniger als
205 592 Perſonen (375800 gegen 130 208).

Literariſches.

A. Hemberger: Illuſtrierte Geſchichte
des Balkankrieges 1912. Mit vielen Illuſtratio=
nen
, Porträts, zahlreichen Karten und Plänen. Das
Werk erſcheint in zirka 40 Heften, jedes mit 4 Bogen In=
halt
, Großoktavformat, zu 50 Pfg. (A. Hartlebens Ver=
lag
in Wien und Leipzig.) Die rieſige Umwälzung, die
ſich auf der Balkanhalbinſel vollzogen hat, der vollſtän=
dige
Zuſammenbruch eines uralten Reiches innerhalb
weniger Wochen, hat in Europa ein Intereſſe erweckt, wie
es ſtärker und nachhaltiger kaum zu denken iſt. Unter die=
ſen
Umſtänden muß eine zuſammenfaſſende Geſchichte die=
ſer
bedeutſamen, welthiſtoriſchen Ereigniſſe der höchſten
Beachtuig der Allgemeinheit begegnen; ſie kommt dem
unbeſtreitbaren Bedürfnis entgegen, die Vorgänge und
die Zuſammenhänge klar zu überſchauen. In dem Wuſt
ungenauer, ſich widerſprechender Meldungen des Tages
ich zurechtzufinden, war ja kaum möglich. Die Illu=
ſtrierte
Geſchichte des Balkankrieges 1912 deren erſtes
Heft nun vorliegt, befriedigt dieſes Bedürfnis nach Klar=
heit
in höchſtem Maße. Sie verſpricht, ein hiſtoriſches
Koloſſalgemälde zu werden, das nicht nur einem Tages=
intereſſe
entgegenkommt, ſondern auch über die Gegen=

[ ][  ][ ]

wart hinaus ſeinen Wert behält. Die Ausſtattung, der
Bildſchmuck ſind erſtklaſſig. Man darf jedenfalls den wei=
teren
Lieferungen mit großem Intereſſe entgegenſehen.
Jonas Lie, Maiſa Jons. Roman. Leip=
zig
, Verlag der Nordiſchen Bücherei von Georg Merſe=
burger
. Preis 2,50 Mk. broſch., 3,50 Mk. gebunden. Er
ſtammt aus Jonas Lies reifſter Zeit. Er will das Mit=
gefühl
des Leſers für das unſcheinbare, alltägliche Schick=
jal
eines unſcheinbaren Menſchenkindes gewinnen, einer
armen Hausnäherin. Das ſtille Buch hat ein eigentüm=
liches
Schickſal gehabt. Ein lauter Erfolg ward ihm nie.
Dann aber hat gerade dieſer ſtille Roman ſeine ſtärkſten
Lobredner gefunden. Und ſo hat denn der Däne Hermann
Bang in rein vom Standpunkt des Künſtlers als Lies
Meiſterwerk geprieſen Vielleicht trägt jetzt die neue Aus=
gabe
dazu bei, daß das vor 25 Jahren erſchienene Werk
die allgemeine Aneckennung und Liebe finden wird, die
es verdient.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* München, 13. Jan. Wie die Mittagsblätter aus
Mindelheim melden, betragen die Paſſiven bei dem
Bankkrach Schellhorn über eine Million.
Heidenau bei Pirna, 13. Jan. Geſtern nachmittag
wurden der Briefträger Starke, ſeine Frau und die
Schwiegermutter tot, anſcheinend vergiftet, am
Kaffeetiſch aufgefunden. Daneben lag im Bette das
achtwöchige Kind der Starkeſchen Eheleute lebend. Nach
Auffaſſung der Verwandten iſt Selbſtmord ausgeſchloſſen.
Die Staatsanwaltſchaft leitete eine ſofortige Unterſuch=
ung
ein.
Bremen, 13. Jan. Die Rettungsſtation
Spiekeroog der Deutſchen Geſellſchaft zur Rettung
Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 13. Januar von der
deutſchen Tjalk Hilkea, Kapitän Fiſſer, geſtrandet auf
Roggſand, mit Steinen von hier nach Norderney be=
ſtimmt
, drei Perſonen gerettet durch das Rettungsboot
Emden der Station.
Königsberg i. Pr., 13. Jan. Wie die Königsberger
Hartungſche Zeitung aus zuverläſſiger Quelle erfahren
haben will, ſollen die Landtagswahlen in Preu=
ßen
auf den 14. Mai feſtgeſetzt worden ſein.
* Waſhington, 12. Jan. Die Kommiſſion zur
Unterſuchung über den angeblichen Schiffahrts=
ring
vernahm heute den Präſidenten der New=Yorker
Firma Funch, Eye u. Co., Karl Gottheil, der eine Anzahl
von Dampfſchiffahrtsgeſellſchaften vertritt, über das Ab=
kommen
zwiſchen den nordatlantiſchen Linien. Auf die
Frage, ob der Norddeutſche Lloyd, die Hamburg=Amerika=
Linie und die Holland=Amerika=Linie, ſowie die Red
Star=Line die europäiſchen Häfen unter ſich aufteilen,
antwortete er: Möglicherweiſe beſteht ein Einverſtänd=
nis
, wonach eine Linie kein Schiff nach den Häfen einer
anderen Linie ſchickt. Aber es beſteht unter ihnen eine
ſcharfe Konkurrenz, die die Frachten für Punkte beſtimmt,
die weit entſernt von den Häfen liegen, in denen die
Frachten gelöſcht werden. In bezug auf den Verkehr
zwiſchen New=York und den Oſtſeehäfen erwiderte Gott=
heil
, daß die Skandinavien=Amerika=Linie, Hamburg=
Amerika=Linie, der Norddeutſche Lloyd und die Wilſon=
Linie nach einem Abkommen gleiche Frachten verlangen,
um den Verkehr nach Norwegen und Mexiko zu teilen.
* Chicago, 12. Jan. Der künftige Präſident Wil=
ſon
erklärte, das amerikaniſche Geſchäfts=
leben
müſſe von allen monopoliſtiſchen Feſſeln frei=
gemacht
werden. Der Geſchäftsbetrieb könne ſo groß
werden, wie er wolle, vorausgeſetzt, daß es in ſcharfem
Konkurrenzkampf geſchehe. Die wirklich ehrlichen Leute
ſeien jetzt in Amerika im Nachteil, weil das Volk den Ge=
ſchäftsmethoden
ganz allgemein mißtraue. Ueber das
amerikaniſche Kredit= und Bankweſen ſagte Wilſon, in
unſerem Bankſyſtem iſt das Urteil bereits geſprochen: die
Banken müſſen Kredit allen zu den gleichen Bedingun=
gen
zur Verfügung ſtellen.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Von Mitteleuropa iſt der Druck etwas geſtiegen, ſo
daß die Tiefdruckwelle, die geſtern über Nordfrankreick
lag, zurückgedrängt wurde. Bei öſtlichen Winden herrſcht
in unſerem Bezirke trübes Froſtwetter; allenthalben fiel
Schnee. In Süddeutſchland herrſcht Tauwetter; doch
dürften wir morgen noch unter dem Einfluß des Hochs
bleiben, ſo daß wir keine Aenderung des Wetters zu er=
warten
haben.
Ausſichten für Dienstag, den 14. Ja=
Nuar 1913: Wolkig, vielfach nebelig, leichte Nieder=
ſchläge
, Temperatur wenig verändert.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

beweist die hervorragende
Jualickt de
SLiKA-CIGARETTE
C
Kaue

Das Klagelied der Selbſtverſchuldung
wird tagtäglich in ungezählten Variationen ge
ungen. Beſonders ſchmerzlich klingt es, wenn ver=
altete
Leiden den Menſchen zu der Einſicht zwingen,
daß er leicht ſich hätte helfen können, wenn er nur bei=
zeiten
etwas getan hätte. Das gilt vor allem für ver=
nachläſſigte
Katarrhe. Wer gegen neue Katarrhe ſo=
fort
Fays ächte Sodener Mineral=Paſtillen ge=
braucht
, wird Katarrhe gar nicht ins chroniſche Sta=
dium
kommen laſſen. Aber auch bei chroniſchen
Katarrhen ſind Fays ächte Sodener eine ausgezeich.
Hilfe, die nicht dringend genug empfohlen werden
kann. Man verlange aber ausdrücklich Fays
Sodener u. weiſe alle Nachahm. entſch. zurück. (1636

klimatisch. Kurort in Süd-Tirol
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herzog Johann 220, Palast 220, Bristol 190, Kaiserhof 180, Habs-
burgerhof
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Minerva 85, Erzherzog Rainer 80, Austria und Villa Imperial 70,
Hassfurther 65, Bavaria 65.
(I 1671

Dampfernachrichten.

Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Hamburg 6. Jan. 10 Uhr abends in
New=York. Südamerika, Weſtküſte Amerikas: König
Friedrich Auguſt von dem La Plata kommend, 7. Jan.
10 Uhr abends von Southampton. König Wilhelm II.
7. Jan. 7 Uhr abends in Buenos Aires. Rhaetia‟
nach Nordbraſilien, 7. Jan. 11 Uhr morgens von
Funchal. Silvia nach dem La Plata, 7. Jan. nachm.
von Vigo.
Nordd. Lloyd Bremen. Mitgeteilt von dem Ver=
treter
Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
Kaiſer Wilhelm II. 7. Jan. 2 Uhr nachm. von
Bremerhaven abgegangen. Berlin 4. Jan. 2 Uhr
nrachm. von New=York nach Genua abgegangen. Bran=
denburg
7. Jan. 1 Uhr nachm. in Bremerhaven an=
gekommen
. Breslau 6. Jan. 10 Uhr vorm. in Gal=
veſton
angekommen. George Waſhington 4. Jan.
12 Uhr mittags von New=York. Neckar 6. Jan. 1 Uhr
nachm. in Baltimore angekommen. Seydlitz 7. Jan.
2 Uhr nachm. von Bremerhaven abgegangen. York
7. Jan. 1 Uhr nachm. von Ymuiden nach Bremen ab=
gegangen
. Prinzeß Alice 7. Jan. 7 Uhr vorm. in
Genua angekommen. Prinz Ludwig 6. Jan. 8 Uhr
vorm. in Yokohama angekommen. Bremen 6. Jan
Uhr vorm. in Aden angekommen. Derfflinger
5. Jan. 11 Uhr nachm. von Algier nach Oſtaſien. Roon
6. Jan. 4 Uhr nachm. von Genua nach Bremen ab=
gegangen
Gneiſenau 4. Jan. 5 Uhr vorm. in Ade=
laide
angekommen. Scharnhorſt 6. Jan. 1 Uhr nachm.
von Suez nach Auſtralien abgegangen. Göttingen
5. Jan. 10 Uhr vorm. in Antwerpen angekommen.
Elſaß 5. Jan. 10 Uhr vorm. in Bremerhaven an=
gekommen
. Weſtfalen 6. Jan. 4 Uhr nachm. in
Sydney angekommen. Sierra Nevada 5. Jan. in
Antwerpen angekommen. Halle‟ 5. Jan. in Santos
angekommen. Prinz=Regent Luitpold 6. Jan. 1 Uhr
nachm. in Alexandrien angekommen. Schleswig
5. Jan. 10 Uhr vorm. von Venedig abgegangen. Ma=
nila
7. Jan. von Kaewieug noch Singapore abgegangen.

Familiennachrichten.

Todes=Anzeige.
Geſtern nachmittag verſchied nach längerem
Krankenlager im 80. Lebeusjahre unſer lieber,
treuer Onkel
(1698
Herr
Georg Ph. A. Schwarz
zu Frankfurt a. M.
Die Beiſetzung findet ſtatt: Mittwoch,
15. ds., vormittags 11 Uhr, vom neuen Fried=
hofportal
zu Frankfurt a. M. aus.
Einſegnung um 10 Uhr in der Wohnung
Gutleutſtraße 45.
Darmſtadt, 13. Januar 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen
heute früh 11¼ Uhr unſeren innigſtgeliebten
(1722
Bruder, Schwager und Onkel
Herrn Wilhelm Weiler
in kaum vollendetem 52. Lebensjahre nach
langem, ſchwerem, mit großer Geduld getrage=
nem
Leiden zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Weiler, Hofdachdeckermeiſter.
Darmſtadt, den 13. Januar 1913.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch, 15. Jan.,
nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Darm=
Von Kondolenz=
ſtädter
Friedhofs aus.
beſuchen bittet man abſehen zu wollen.

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen lieben, guten Mann, unſeren Vater,
Großvater, Schwiegervater, Schwager u. Onkel
Herrn
Adam Wasenmüller
Oberpoſtſchaffner i. P.
nach längerem Leiden heute nacht 3 Uhr zu
ſich zu rufen.
(*1102
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Helene Wasenmüller.
Darmſtadt, den 13. Januar 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 15. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe Lut
wigshöhſtraße 59 aus, auf dem ſtädtiſchen
Friedhofe ſtatt.

Todes=Anzeige.
Unſere liebe Mutter, Großmutter und
Schwiegermutter
(*1136
Frau Schanha Fischer, W We.
iſt heute im 91. Lebensjahre ſanft verſchieden.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Karl Fischer.
Darmſtadt, den 13. Januar 1913.
Die Beerdigung findet in der Stille ſtatt.
Blumenſpenden dankend verbeten.

Danksagung.
Für die vielen wohltuenden Be-
weise
der Teilnahme, die wir bei dem
Ableben unseres teueren Entschlafenen
des Herrn Geh. Justizrat
Ernst Schmeel
erfahren durften, sagen wir hiermit
herzlichsten Dank.
Darmstadt, den 13. Januar 1913.
Die trauernde Familie Schmeel.

1677)

Tageskalender.

Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Konzert des Frankfurter Deſſoffſchen Frauenchors um
8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wag=
ner
=Verein).
Lichtbilder=Vortrag von Lehrer Page um 8½
Uhr im Fürſtenſaal (Jungliberaler Verein)
Verſammlung der Demokratiſchen Vereinigung um
8½ Uhr in der Stadt Pfungſtadt
Reſidenztheater (am weißen Turm): Vorſtellungen
von 411 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Gott=
lieb
v. Jagow, der neue Staatsſekretär des Auswär=
tigen
Amts zur Heimkehr der Filchnerſchen Südpolar=
Expedition; die Mitglieder der gefährdeten deutſchen
Spitzbergen=Expedition Schröder=Stranz; Leiden der
ſerbiſchen Okkupationstruppen in Albanien.

Verſteigerungskalender.

Mittwoch, 15. Januar.
Hofreite=Verſteigerung des Philipp Maul
(Beckſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟.
Holzverſteigerung um 9 Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft zu Arheilgen.
Stammholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im
Eberſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft auf dem
Griesheimer Weg am Eingang des Waldes).
Stamm= und Stangenholz=Verſteigerung
um 9½ Uhr im Roßdörfer Gemeindewald ( Zuſammen=
kunft
auf der Kubig).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Kurſe vom 13. Januar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
3.
Staatspapiere.
4 Ttſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,90
78,50
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
3½ do. Conſols . . . 88,90
78,40
do. do.
3
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
93,20
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
88,40
do.
3½
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 99,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,40
4 do. do. (unk. 1918) 99,
87,70
do.
3½
76,40
do.
3 Sächſiſche Rente. . . . 79,60
4 Württemberger v. 1907 99,70
do. v. 1875 93,50
3½
Bulgaren=Tabak=Anl. 99,50
4½ Griechen v. 1887 . . 54,40
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 88,80
do. Goldrente . . . 92,2
do. einheitl. Rente . 86,10
3 Portug. unif. Serie I 63,6)
do. unif. Ser. III 66,20
do. Spezial . . . . 10,20
5 Rumänier v. 1903 . . 105, 10
4 do. v. 1890 . . 94,80
v. 1905 . . 100,00
do.
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,20
do. v. 1902 . . . . 90,75
4½ do. v. 1905 . . . . 100,00
*9),00
3½ Schweden . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 81,00
Türk. Admin. v. 1903 78,50
4 Türk. unißtz. v. 1903 86,20
4 Ungar. Goldrente . . . 88,80
4 do. Staatsrente. . . 85,70

In Prot.
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 101,50
do.
4½ Chile Gold=Anleiße. 91,40
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,10
4½
do.
Japaner .
93,40
5 Innere Mexikaner .
94,20
3
59,25
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 89,40
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 69,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
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. . . . . . . 161,20
Nordd. Lloyb . . . . . 124,50
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 127,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 112,80
6 Baltimore und Ohio . 105,75
6 Schantungbahn . . . . 131,
3½ Luxe nb. Prince Henri 159,50
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 21,40
6 Pennſylvania R. R. . 124,00
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Divid.
65,50
3 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
532,00
Fabrik . .
14 Chem. Fabrik Gries=
.247,75
heim
30 Farbwerke Höhſt . . 636,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannleim . . . . 347,50
0 Cement Heidelberg . . 146,50
30 Chem. Werke Albert 435,00
14 Holzverkohlunz Kon=
ſtanz
. . . . . . . 335,60
5 Lahweyer . . . . . . . 122,00

Letzte
In Proz.
ivid.
7½Schuchert, Nürnberg 149,00
12 Siemens & Halske .223,75
123,50
5 Beramann Electr..
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 165,80
25 Gummi Peter . . . . 90,7
0 Kunſtſeide Frankfurt 74,00
30 Abler=Fahrradwerke
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10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 147,90
15 Zellſtoff Waldhof . . 235,55
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
. .
201,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 101,80
3 Südd. Immobilien . 60,80
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 178,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 218,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 168,00
10 Gelſenkirchener . . . . 198,70
9 Harpener . . . . . . . 193,10
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 265,25
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 84,75
Laurahütte
. . 169,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 208,00
11
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Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 89,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,50
Franz=Jofefs=Bahn . . 88,00
3 Prag=Duxer
75,60
.
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn 93,30
77,80
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 100,00
do.

Bt.
In Prot.
2¾10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,
3 Raab=Oedenburg . . . 76,
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,60
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,90
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,
88,50
do.
4 Wlabichawchas
89,00
4 Rjäſan Koslow . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,00
4½
do.
2¼ Livorneſer=
71,30
3 Salonique=Monaſtir . 62,
81,20
4 Baadadbahn ..
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,70
4 Miſſouri=Paciſic. . .. 71,90
4 Northern=Paciſic . . . 99,00
4 Southern=Pacific . . . 93,70
5 St. Louis und San
Franeisco . . . . . 84,10
5 Tehuantepec . . . . .. 98,30
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 188,00
7 Bergiſch=Märkiſche
150,10
Bahn . . . . .
9½ Berlin. Handelsgeſ. .1
3,70
6½ Darmſtädter Bank 122,70
12½ Deutſche Bank
254,75
6 Deutſche Bereinsbank . 124,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 121,40
10 Diskonto=Kommandit 188,75
8½ Dresdener Bank . . 157,60
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,60
6½ Mitteld. Kreditbank 121,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 124,10
Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 134,75
Rhein. Kreditbank. . . 136,90
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 118,70
7½ Wiener Bankverein . 123,70
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,50

Z.
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
87,00
S. 19 . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.52 .
98,20
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,00
3½
5
do.
87,7
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,
3½
87,30
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
98.70
S. 14, 15, 17, 24/26
1823 . . .
98,95
,
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 . . . 87,30
S. 35 . . . . . . . . 87,10
S. 911
87,20
,,
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
do.
3½
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk: 1914) . . 86,60
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,5
88,70
do.
½
Städte=
Obligationen.
-
4 Darmſtadt . . . .
3½ do.
Frankfurt:
99,10
3½
do.
96,00
Gießen . . . . . .
3½
88,00
do.
96,60
Heidelberg
31
do.
87,C
4 Karlsruhe
97,50
31
do.
88,30
Magdeburg. . . . .
Z1
do.
-
4 Mainz . . . . . . . .
3½
do.
89,00
4 Mannheim . . . . .
97,50
3½
do.
88,00
München
98,40
3½ Nauheim
Nürnberg . . . . . . . 98,80
3½
87,75
do.
4 Offenbach .
99,75

3.
Inges.
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . . . . . 100,00
do.
3½
95,10
4 Worms . . . . . . . . 97,30
do.
88,00
4 Liſſaboner v. 1888
79,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche . . . Tlr. 100 169,60
3½ Cöln=Mindner , 100 137,60
3 Holl. Komm. . fl. 100 111,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 137,20
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,75
3 Oldenburger . . . .
130,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,90
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl
Braunſchweiger Tlr. 20 208,00
Freiburger . . . . Fs.15
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs. 10 34,00
Meininger . . . . . fl. 7 35,40
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 547,00
do. v. 1858fl. 100 472,00
Ungar. Staats . . fl. 100 384,00
Venediger . . . . Fs. 30 53,00
Türkiſche . . . . Fs. 400 158,00
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20 Franks=Stücke . . . 16,20
Amerikaniſche Noten . . . 4,18½
Engliſche Noten . . . . . 20,45
81,30
Franzöſiſche Noten. .
Holländiſche Noten. . . . 169,30
80,20
Italieniſche Noten . .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,90
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,95
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elektr. Lüster, Gasofen, 5 wertvolle, grosse Oelgemälde,
2 goldn. Herrenuhren, Doppeldeckel. Ferner: 5 kompl.
Laden-Einrichtungen, für alle Geschäfte zeeignet.
ſowie 1 grosser Kassenschrank und vieles Ungenannte. (1693
Johannes Krummeck, Anktionator u. Taxator.
Verkauf jeden Tag, ununterbrochen geöffnet. Täglicher Eingang
von allen erdenklichen Möbeln. Beſichtigung erbeten. Annahme
von Verſteigerungen und Verkäufen. Beſte Referenzen.

Autz= und Brennholz=Verſteigerung.

Samstag, den 18. Januar 1913, vorm. 9 Uhr,
werden im Ober=Ramſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Griesbach, fol=
gende
Holzarten an Ort und Stelle verſteigert:
Eichenſtämme von 2635 cm Durchm. und 712 m Länge,
12 Buchenſtämme 3444
512
Brennholz.
12 rm Eichenknüppel
350 rm Buchenſcheiter
66 Buchenſtöcke
4 Eichenſcheiter
Eichenſtöcke.
95 Buchenknüppel
Zuſammenkunft in der Griesbach auf dem Waſchenbach=Ober=
Ramſtädter Weg.
Ober=Ramſtadt, den 10. Januar 1913.
(1621id
Großherzogliche Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.

Nutzholz-Verſteigerung.

Dienstag, den 21. Januar 1913, vormittags 9 Uhr an,
werden im Gundernhäuſer Gemeindewald, Diſtrikt Mark, ver=
ſteigert
:
5 Stück Fichtenſtämme III. Klaſſe
7,12 Feſtmeter
22,54
V.
23
V. 196,55
627
2
0,37
Lärchenſtamm

34,18
387 Stück Fichten=Derbſtangen
Die Zuſammenkunft iſt auf dem Meſſeler Weg am Eingang
des Waldes.
Gundernhauſen, den 13. Januar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Gundernhauſen.
Schütz.
(1716id

Stammholz=Verſteigerung.

Donnerstag, den 23. und Freitag, den 24. Januar d. J..
werden im Eberſtädter Gemeindewald. Diſtrikt Klingsackertanne,
760 Stück Kiefern=Stämme von 3,00 bis 16,%0m Länge und 1562cm
Durchmeſſer öffentlich, meiſtbietend an Ort und Stelle verſteigert.
Bemerkt wird, daß ſich hierunter ſehr ſchönes Schnittholz befindet.
Nähere Auskunft erteilt Forſtwart Kirſchner in Eberſtadt, Müller=
ſtraße
11.
Die Zuſammenkunft der Steigerer findet an beiden Tagen
vormittags 9 Uhr auf der Schirmſchneiſe, Halteſtelle der Dampf=
ſtraßenbahn
, ſtatt.
(1652ids
Eberſtadt, den 10. Januar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.

Darmstädter Pädagogium (m. Elias)
einzige staatl. konzess. Privat-Knabenschule am Platze. Tel. 2501.
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Man verlange Prosp. u. überrasch. Prüfungsergebnisse.
Anmeldungen erbeten nach Kiesstr. 95.
(136a

Konkursverfahren.

Das Konkursverfahren über das
Vermögen des Kaufmanns Wil=
helm
Sieberling in Darmſtadt
iſt, nachdem der in dem Vergleichs=
termin
vom 14. November 1912
angenommene Zwangsvergleich
durch rechtskräftigen Beſchluß vom
15. November 1912 beſtätigt iſt,
(1704
aufgehoben worden.
Darmſtadt, 2. Januar 1913.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.

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ſowie
3 Raſierſtühle kaufen.
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(*1106
ind Stüh e zu verk.
Alexanderſtraße 25, 1. St.

[ ][  ][ ]

Bekanntmachung.

Im Anſchluß an unſere Bekanntmachung vom 2. Oktober 1908 ( Amtsverkün=
digungsblatt
Nr. 239 vom 10. Oktober 1908) bringen wir die nachſtehenden, für weib=
liche
Handwerker genehmigten Ausnahmebeſtimmungen wiederholt zur öffentlichen
Kenntnis:
1. Während einer bis 1. Oktober 1913 erſtreckten Uebergangszeit werden weib=
liche
Handwerker zur Geſellen= und Meiſterprüfung auch dann zugelaſſen, wenn ſie
die vorgeſchriebene Lehr= und Geſellenzeit oder die Ablegung der Geſellenprüfung
nicht nachzuweiſen vermögen.
2. Weiblichen Handwerkern welche beim Inkrafttreten des Geſetzes am 1. Oktober
1908 ihr Gewerbe bereits 5 Jahre ſelbſtändig ausgeübt haben oder während
einer gleich langen Zeit als Direktrice oder in ähnlicher Stellung tätig geweſen
ſind und am vorgenannten Termin das nach den früheren Beſtimmungen für die
Anleitungsbefugnis erforderliche Alter 24 Jahre bereits hatten, iſt auf ihren
Antrag die weitere Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen zu verleihen, auch wenn
ſie eine Lehrzeit nicht nachzuweiſen vermögen. Die weiblichen Handwerker, welche
hiernach um die weitere Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen einkommen müſſen,
wollen ihre Geſuche bei der unterzeichneten Stelle einreichen.
Die dazu erforderlichen Antragsformulare ſind bei den Großh. Bürgermeiſtereien
erhältlich.
3. In allen anderen Fällen wollen ſich die weiblichen Handwerker wegen wei=
terer
Auskunſt an die Handwerkskammer zu Darmſtadt wenden.
4. Wir machen ferner darauf aufmerkſam, daß der Begriff nſelbſtändig bei
den weiblichen Handwerkern ſehr häufig irrtümlich aufgefaßt wird. Insbeſondere
wird. von Damenſchneiderinnen vielfach angenommen, daß die Selbſtändigkeit einen
in der eigenen Wohnung ſtattfindenden Geſchäftsbetrieb vorausſetze. Die ſelbſtändige
Ausübung eines Gewerbes (unter eigenem Namen, auf eigene Rechnung und unter
eigener Verantwortlichkeit) iſt jedoch auch bei ſolchen weiblichen Handwerkern gegeben,
die in der Behauſung der Kundſchaft ſchneidern.
Darmſtadt, den 6. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf vorſtehende Bekanntmachung mit dem Auftrag hin, ſie
wiederholt ortsüblich bekannt zu machen.
(1622id
Darmſtadt, den 6. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß die Pläne für die Er=
weiterung
der elektriſchen Straßenbahn dahier und zwar über den zweigleiſigen
Ausbau in der Karlsſtraße und in der unteren Eliſabethenſtraße ſowie über die
Aenderung der Gleisanlage auf dem Luiſenplatz in der Zeit von Mittwoch, den
15. bis Dienstag, den 21. d. Mts. einſchließlich auf dem Stadthaus (Rheinſtraße)
dahier zu iedermanns Einſicht offepliegen.
Landespolizeilicher Prüfungstermin wird auf Mittwoch, den 22. d Mts.,
nachmittags 3½ Uhr in dem Rathaus (Marktplatz) dahier anberaumt.
Einwendungen gegen die Pläne ſind in dem Prüfungstermin vorzubringen.
Darmſtadt, den 10. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(1659
I. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Wir bringen zur allgemeinen Kenntnis daß Donnerstag, den 16. d. Mts., von
mittags 12½ Uhr bis nachmittags 5 Uhr Schießen mit ſcharfer Munition auf dem
Truppenübungsplatz ſtattfindet.
Darmſtadt, den 13. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt
I. V: Dr. Reinhart.
(1679

Polizei=Verordnung.

Betreffend: Säuberung der Bäume, Sträucher, Hecken von Raupenneſtern ꝛc.
Auf Grund des Art. 43 Abſ. 2 und 37 des Feldſtrafgeſetzbuchs vom 13. Juli
1904, der Artikel 78 und 48, V, Nr. 2 der Kreis= und Provinzial=Ordnung vom 12. Juni
1874 und des § 368 Nr. 2 des Reichsſtrafgeſetzbuchs wird mit Zuſtimmung des Kreis=
Ausſchuſſes und mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 10. Februar
1905 zu Nr. M. d. J. III. 1335 für den Kreis Darmſtadt nachſtehendes verordnet:
§ 1. Jeder Beſitzer eines Grundſtücks iſt gehalten, alljährlich bis ſpäteſtens
15. März ſämtliche auf ſeinem Grundſtück befindliche Bäume, Sträuche und Hecken von
Raupenneſtern zu ſäubern und alle mit Raupenneſtern behafteten Zweige und Aeſte
in geeigneter Weiſe zu entfernen und zu vernichten.
§ 2. Desgleichen iſt jeder Beſitzer eines Grundſtücks gehalten, alljährlich bis
ſpäteſtens 15. März die auf den Bäumen wachſenden, denſelben ſchädlichen Miſteln
auszuſchneiden.
§ 3. Zuwiderhandlungen gegen die in § 1 und § 2 getroffenen Anordnungen
werden auf Grund des § 368 Nr. 2 des Reichsſtrafgeſetzbuchs, bezw. des Artikels 37
des Feldſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe bis zu ſechzig Mark oder mit Haft bis zu
vierzehn Tagen beſtraft.
Auch wird die nötig werdende Säuberung der Bäume und Entfernung der Aeſte
und Zweige, ſowie das Ausſchneiden der Miſteln auf Koſten der Säumigen verfügt.
4. Vorſtehende Polizei=Verordnung tritt alsbald nach ihrer Publikation im
Darmſtädter Tagblatt in Kraft.
Darmſtadt, den 14. Februar 1905.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Die vorſtehende Polizei=Verordnung wollen Sie wiederholt in ortsüblicher Weiſe
zur Kenntnis der Gemeindeangehörigen bringen und die Ihnen unterſtellten Polizei=
organe
und das Feldſchutzperſonal auf die Durchführung derſelben hinweiſen. Wie
geſchehen, wollen Sie bis 1. April 1913 an uns berichten.
(1623
Darmſtadt, den 7. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Die diesjährige Prüfung der Handarbeitslehrerinnen wird an der Aliceſchule zu
Darmſtadt am Montag, den 3. März und Dienstag, den 4. März 1913 ſtatt=
finden
. Meldungen hierzu ſind bis 18, Februar lfd. Jahres beim Vorſtand des
Alieſchulvereins einzureichen.
Darmſtadt, den 8. Januar 1913.
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
Fey.
(168

Bekanntmachung.

Betreffend: Die Nachſuchung der Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Dienſt auf
Grund von Schulzeugniſſen.
Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugniſſe die Berech=
tigung
zum einjährig=freiwilligen Dienſt nachſuchen wollen, werden hierdurch auf die
nachfolgenden bei Anbringung der Geſuche zu beachtenden Vorſchriften mit dem An=
fügen
aufmerkſam gemacht, daß hiernach unvollſtändige Geſuche ohne weiteres zurück=
gegeben
werden.
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzogtum geſtellungspflichtig iſt,
d. h. ſeinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Dienſt kann nicht vor vollendetem
17. Lebensjahr und muß ſpäteſtens bis zum 1. Februar des Jahres nachgeſucht
werden, in welchem das 20. Lebensjahr vollendet wird.
Sollten einzelne der nachſtehend unter ad aufgeführten Papiere und insbeſondere
das Schulzeugnis wegen noch nicht vollndetem Schulbeſuch bis zu vorangeführtem
Termin nicht vorgelegt werden können, ſo iſt gleichwohl das Geſuch bis zu dieſem Zeit=
punkt
einzureichen und in demſelben anzugeben, daß die etwa noch fehlenden Papiere
nachfolgen würden. Die Einreichung dieſer Papiere muß bei Verluſt des Anrechts
der Berechtigung ſpäteſtens bis 1. April desſelben Jahres erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein und iſt hierzu
ein Bogen im Aktenformat (nicht Brieſpapier) zu verwenden. Auch iſt die nähere
Adreſſe anzugeben. Das Geſuch iſt an die unterzeichnete Behörde, ohne perſönliche
Adreſſe zu richten.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtandsregiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters mit der Erklärung, daß für
die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des Unterhalts, mit Einſchluß
der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und Wohnung, von dem Bewerber ge=
tragen
werden ſollen; ſtatt dieſer Erklärung genügt die Erklärung des geſetz=
lichen
Vertreters oder eines Dritten, daß er ſich dem Bewerber gegenüber zur
Tragung der bezeichneten Koſten verpflichte und daß, ſoweit die Koſten von
der Militärverwaltung beſtritten werden er ſich dieſer gegenüber für die Er=
ſatzpflicht
des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
Die Unterſchrift des geſetzlichen Vertreters und des Dritten, ſowie die
Fähigkeit des Bewerbers, des geſetzlichen Vertreters oder des Dritten, zur Be=
ſtreitung
der Koſten iſt obrigkeitlich zu beſcheinigen. Uebernimmt der geſetzliche
Vertreter oder der Dritte die in vorſtehendem Abſatze bezeichneten Verbindlich=
keiten
, ſo bedarf ſeine Erklärung, ſofern er nicht ſchon kraft des Geſetzes zur
Gewährung des Unterhalts verpflichtet iſt, der gerichtlichen oder notariellen
Beurkundung.
Der Regel nach iſt dem Schulzeugnis ein entſprechendes Formular bei=
gefügt
, auf welches ausdrücklich Bezug genommen wird.
c) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches für Zöglinge von höheren Schulen
(Gymnaſien, Realgymnaſien, Ober=Realſchulen, Progymnaſien, Realſchulen,
Realprogymnaſien, höheren Bürgerſchulen und ſonſtigen miltärberechtigten
Anſtalten) durch den Direktor der Anſtalt, für alle übrigen jungen Leute durch
die Polizei=Obrigkeit oder ihre vorgeſetzte Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Das Schulzeugnis.
Sodann wird noch beſonders bemerkt:
zu pos. d) daß die Schulzeugniſſe, mit Ausnahme der Reifezeugniſſe, für die Uni=
verſität
und die derſelben gleichgeſtelten Hochſchulen und Reifezeugniſſe
für die Prima der Gymnaſien, Realgymnaſien und Ober=Realſchulen,
ſowie Reiſezeugniſſe (Zeugniſſe über die beſtandene Schlußprüſung) der
Prognmnaſien, Realprogymnaſien und Realſchulen, ſämtlich nach Muſter 18
zur Wehr=Ordnung vom 22 November 1888 Neuabdruck Reg.=Bl.
Nr. 68 von 1901 ausgeſtellt ſein müſſen.
Im übrigen wird auf die Beſtimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der an=
geführten
Wehrordnung verwieſen.
Großherzogliche Prüfungs=Kommiſſion für Einjährig=Freiwillige zu Darmſtadt.
Der Vorſitzende:
(24005a
von Werner, Regierungsrat.

Bekanntmachung.

Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen iungen Leute, welche als 2jährig
Freiwillige in das Heer eintreten wollen, daß die Leib=Kompagnie des 115. In=
fanterie
=Regiments bis 31. März 1. Js. Meldung ſolcher, behufs Einſtellung im
Herbſt 1913, entgegennimmt.
Die Leute müſſen gute Augen und gute Füße haben und, ohne Stiefel ge=
meſſen
, mindeſtens 1,78 m groß ſein. Für Schuhmacher und Schneider genügt ge=
ringere
Größe.
Die Meldungen können jeden Dienstag bis vormittags 10 Uhr auf der Schreib=
ſtube
der Kampagnie, Alexanderſtraße 22, erfolgen.
Darmſtadt, den 8. Januar 1913.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Die vorſtehende Bekanntmachung wollen Sie zur Kenntnis der in Betracht.
kommenden Bevölkerungskreiſe bringen.
Darmſtadt, den 8. Januar 1913.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
(1620ii

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher. 1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde können von
den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
(1649
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung.

Mit Rückſicht auf eingelaufene Beſchwerden haben wir die
Schutzmannſchaft erneut angewieſen, bei unnötigem Peitſchenknallen
(1630id
mit aller Entſchiedenheit einzuſchreiten.
Darmſtadt, den 10. Januar 1913.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Verſteigerungs-Anzeige.

Mittwoch, den 15. Januar 1913, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal Zur Ludwigshalle‟ ( Ober=
gaſſe
) öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1 Diwan, 1 Spiegelſchrank, 1 Fahrrad, 1 Kontrollkaſſe,
1 zweitür. Kleiderſchrank, 1 Schreibtiſch, 9 Bände Brockhaus,
1 Kommode, 1 Kanapee, 1 Standuhr, 1 Seſſel, 1 Büfett.
(1700
Darmſtadt, den 13. Januar 1913.
Kapp, Gerichtsvollzieher
in Darmſtadt, Friedrichſtraße 24, I.

Bauarbeiten.

Die bei Errichtung eines neuen
Friedhofes herzuſtellende Einfrie=
digung
, beſtehend aus einer ca.
660 m langen Betonwand, 270 Be=
tonpfoſten
und ca. 700 m Rund=
holzeinfriedigung
ſollen in einzel=
nen
Loſen vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, 28. Januar 1913,
vormittags 10 Uhr,
(1629id
einzureichen.
Darmſtadt, 11. Januar 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.

Konkursverfahren.

Das Konkursverfahren über das
Vermögen des Bäckermeiſters Wil=
helm
Brücher III. in Arheilgen
wird nach erfolgter Abhaltung
des Schlußtermins hierdurch auf=
(1696
gehoben.
Darmſtadt, 9. Januar 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.

Reſtung des Koſtebedharſt der Sichl Dam=
ſtadt
im Verwaltungsjahr 1913.

Die Lieferung des Kohlenbedarfs verſchiedener Betriebe und
Verwaltungen der Stadt Darmſtadt im Verwaltungsjahr 1913 ( um=
faſſend
die Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1914) ſoll ver=
dungen
werden.
Die Lieferungsbedingungen können im Stadthaus, Zimmer
Nr. 39, eingeſehen werden: ſie werden daſelbſt auch gegen Entrichtung
von 50 Pfg. (nach auswärts gegen Einſendung von 60 Pfg. in
(1321sid
Briefmarken) abgegeben.
Angebote ſind verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift
verſehen bis zum 10. Februar 1913 einzureichen
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Ekert.

Verſteigerung.

Dienstag, den 14. d. M., vormittags 11 Uhr,
ſollen in Jugenheim a. d. B. eine guterh. Ladeneinrichtung und
verſchiedene Hausmobilien zwangsweiſe gegen bar verſteigert wer=
(1642
den (vorausſichtlich ſicher).
Zuſammenkunft am Ggſthaus Zum Anker.
Zwingenberg, den 11. Januar 1913.
Becker, Großh. Gerichtsvollzieher.

[ ][  ][ ]

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Margareta zog den Mantel feſter um ihre Schultern;
es fröſtelte ſie bis ins innerſte Herz. Ihre Gedanken
weilten noch bei dem kühnen, herrlichen Sänger, und eine
grenzenloſe Traurigkeit erfüllte ſie.
Sie achtete nicht darauf, was Claudia alles ſagte.
Was ſie von dem faſt märchenhaften Glück ſprach, das ihr
Gretchen zuteil geworden ſei in dieſem ſo aufmerk=
ſamen
Bräutigam, deſſen einziger Gedanke nur der ſei,
die Braut zu erfreuen. Die Perlenſchnur wäre ein fürſt=
liches
Geſchenk, das Gretchen aber augenblicklich gar nicht
zu würdigen wüßte,
So ſprach Claudia weiter und ließ die Ereigniſſe des
Tages nochmals paſſieren.
Wie war das alles gleichgültig für Margareta! Nur
ein Bedürfnis erfüllte ſie: das nach Ruhe, nach einem
Schlafe, aus dem es am beſten kein Erwachen mehr gäbe.
Sie hätte Claudia den Mund zuhalten können, deren
ſcharfe Stimme ihr förmlich weh tat.
Mit unwillkürlicher verzweiflungsvoller Gebärde
drückte ſie die feinen Hände an die pochenden Schläfen.
Endlich war ſie zu Haus. Nach einem flüchtigen Gute=
nachtgruß
zog ſie ſich ſofort in ihr Zimmer zurück. Dort
warf ſie haſtig den koſtbaren Schmuck, die Kleider ab und
brach in ein heißes, leidenſchaftliches Weinen aus.
Wie war doch alles ſo ſchwer, ſo ſchwer, daß ſie unter
der Laſt zuſammenzubrechen drohte!

Hätt’ es nimmer gedacht,
Daß ein Strom, ſo heiß,
Im Winter würd’ zu ſtarrem Eis!
Daß ein Ringlein von Gold,
So den Finger ſchmückt,
Wie ein Mühlſtein ſchwer
Auf die Seele drückt.
Daß nach prangendem Tag
So kalt die Nacht,
Und ſo krank das Herz
Hätt’ es nie gedacht!
17. Kapitel.
Die nächſten Tage brachten viel Aufregung für Mar=
gareta
.
Es mußten Beſuche gemacht werden, und überall
wurde auch das Brautpaar angenommen. Man war doch
zu neugierig, den intereſſanten Amerikaner kennen zu ler=
nen
, über deſſen enormen Reichtum ſo fabelhafte Gerüchte
in der Stadt liefen. Allgemein wurde Margareta be=
neidet
wie ſeltſam romantiſch die Geſchichte ihrer Ver=
lobung
! Aber man gönnte dem jungen, beſcheidenen Mäd=
chen
ſein Glück.
Entſchieden mußte es auch von ihrer Seite eine Nei=
gungsheirat
ſein; denn ſie ſelbſt war als reich bekannt, ſo
daß ſie nicht nötig hatte, nur auf Geld zu ſehen.
Ueber des Majors mißliche Verhältniſſe und ver=
fehlte
Spekulationen war nicht das geringſte in die
Oeffentlichkeit gedrungen; er galt ebenfalls als wohl=
habender
Mann.
Frau Claudia von Löwen trug den Kopf höher denn
je. Sie war eine blendende, liebenswürdige Schwieger=
mutter
, die ſich mit Grazie und leiſer Schallhaftigkeit in

Ge e her ete Mer anen
zückt von ihr war.
Das Verlobungsfeſt war nun auch überſtanden. Ernſt
Brand war natürlich ebenfalls dazu eingeladen worden,
hatte aber doch nicht teilnehmen können, da er telegraphiſch
nach Hamburg gerufen worden war, an Stelle des dor=
tigen
erkrankten Heldentenors den Walter Stolzing zu
ſingen, und zwar mit dem glänzendſten Erfolge, wie die
Berichte verlauten ließen, ſo daß ein ſpäteres Engagement
an dieſer bedeutenden Bühne nicht ausſichtslos ſchien.
Dieſe Verhinderung der Teilnahme an dem Feſt war
ſowohl ihm als auch Gretchen recht. Beiden hätte ein
ſolches Zuſammenſein doch nur Qual verurſacht!
-
Wie vorauszuſehen, drängte Lionel Catlin auf bal=
dige
Hochzeit.
Für alle Einwendungen ſeiner Braut hatte er ſchla=
gende
Gegengründe, ſo daß dieſe ſich endlich ſeufzend
fügte.
Lionel fühlte, daß ein längerer Aufenthalt in C. um
die jetzige Jahreszeit ihm doch nicht gut tat. Der Huſten,
der längſt geſchwunden geweſen, ſtellte ſich wieder ein und
gab ſeiner Mutter Anlaß zu den ernſteſten Vorſtellungen,
ſofort nach San Remo zurückzukehren.
Aber er war ſtarrköpfig und wollte nicht abreiſen,
wenn er nicht Gretchen als ſeine Frau mitnehmen konnte.
Wo war da ein Hindernis, es nicht zu tun? Aus=
ſteuer
und Wohnungseinrichtung war nicht nötig zu be=
ſchaffen
es war alles da, und was man brauchte, konnte
auch nachher gekauft werden.
Er hatte beſchloſſen, dauzend im Süden zu leben.

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Wenn die jetzt gemietete Villa Gretchen gefiele, würde er
ſie auch kaufen wie ſie wollte!
Claudia machte große Augen, als ſie alle die koſt=
ſpieligen
Pläne hörte, die der junge Kröſus als ſo ſelbſt=
verſtändlich
entwickelte und glühender Neid auf Gret=
chen
erfüllte ſie. Das wäre ein Leben nach ihrem Sinn
geweſen ſo hatte ſie es ſich in ihren Gedanken ge=
wünſcht
!
Und nie kam Lionel mit leeren Händen zu ſeiner
Braut! ſtets ſandte er ihr die köſtlichſten Blumen aus der
Hofgärtnerei, daß die Zimmer einem kleinen Garten
glichen. Mit Schmuck hatte er ſie in der kurzen Zeit ſeiner
Anweſenheit ſchon überſchüttet er war wirklich erfin=
deriſch
, ſeiner Braut Freude zu bereiten.
Dieſe erkannte das alles wohl dankbar an, allein ihr
Herz war kalt und tot wie ein ſchwerer Stein lag es
ihr in der Bruſt.
Sie fand auch nicht Troſt und Ablenkung in der Muſik
ſie konnte keinen Ton mehr hören, ohne in Tränen aus=
zubrechen
. Die Oper beſachte ſie nicht mehr, und unbenutzt
lag die koſtbare Geige in ihrem Kaſten.
-
In vierzehn Tagen ſollte die Hochzeit ein.
Die Tage gingen und die Tage kamen, bis der ſo
ſehr gefürchtete Zeitpunkt ganz nahe war.
Kein Wunder war geſchehen, wie Gretchen wohl im
ſtillen noch gehofft hatte in drei Tagen ſchon trug ſie
ihren Mädchennamen nicht mehr; der ſtolze Name von
Löwen war gegen den einfachen Catlin eingetauſcht, der
aber dafür vom Glanze ſeiner Millionen beſtrahlt war.

Und dann würde ſie auch das Vaterland verlaſſen und dem
angetrauten Gatten in ein fiemdes Land folgen, das, was
ihr lieb war, zurücklaſſen müſſend!
Was würde der geliebte Vater ohne ſie beginnen?
Auf Claudia allein angewieſen, würde er ſehr bald die
Frau erkennen, wie ſie in Wirklichkeit war, und nicht, wie
ſie ſeine verklärende Liebe ſich dachte: ihr kraſſer Egoismus
würde da ganz unverhüllt zutage treten.
Aber war es denn nötig, daß der Vater zurückblieb?
Konnte er nicht mitkommen? Dann fühlte ſie ſich doch
nicht ganz ſo verlaſſen!
Lange hatte ſie ſchon dieſen Gedanken mit ſich herum=
getragen
jetzt war es höchſte Zeit, davon zu ſprechen.
Und als ſie dieſen Wunſch geäußert, leuchtete es freu=
dig
in Claudias Augen auf.
Welche Ausſicht bot ſich ihr!
Im Süden würde ſie von neuem aufleben, Abwech=
ſelung
genug haben und ſie wäre davon befreit, die
ſtändige Geſellſchafterin eines halbblinden Mannes zu
ſein, wovon ſie jetzt noch nicht viel gemerkt hatte nach
der Stieftochter Heirat würde das anders werden! Denn
ſie konnte ſich nicht verhehlen, daß Gretchen ihre meiſte
Zeit dem Vater gewidmet hatte, dadurch, daß ſie ihm vor=
las
, für ihn ſchrieb und muſizierte und das alles würde
nun ihr Claudias Amt ſein!
Gretchen hatte da wirklich einen geſcheiten Gedanken
ausgeſprochen, den ſie nach Kräften in unauffälliger, ihr
eigener, ſchlauer Weiſe unterſtützte.
Der Major willigte ſchließlich in den Vorſchlag ein,
doch mit der Einſchränkung, erſt im Herbſt nach San Remo

überzuſiedeln es wäre nicht angebracht, dem jungen
Paar gleich läſtig zu fallen aber dann, wenn der Som
mer vorbei wäre, würde er gern kommen! Und bei dieſe
Abmachung blieb es.
Gretchen hatte den Freundinnen und Bekannten Lebe
wohl geſagt und kam nun heute zu Hildegard von Oſter
die natürlich mit zu den Geladenen gehörte. Dieſe ver=
traute
ihr an, daß ſie ſeit geſtern Reginald Maltzahns
offizielle Braut ſei, was in den nächſten Tagen veröffent
licht würde.
Riedbergs Geſchick hatte ihn dazu beſtimmt, jetzt ſchon
um mich anzuhalten; er nimmt an, daß Du Riedberg er=
wählt
hätteſt, wenn er früher als Mr. Catlin geworben
hätte, meinte Hilde ruhig, und vor einem gleichen Schick=
ſal
wollte ſich Reginald bewahren! Weißt Du,
Grete, etwas ſehr überraſchend war mir doch die Sache
mit Dir, fügte ſie hinzu, ich hatte mir eigentlich was ganz
anderes gedacht! Aber für uns iſt ſo etwas doch nichts
den Luxus können wir uns nicht geſtatten ja, ja,
das iſt das Los des Schönen auf der Erde und for=
ſchend
ruhten ihre klugen Augen auf der Freundin, die
ſich zu einem Lächeln zwang.
Ich verſtehe Dich nicht, Hilde
Glücklicherweiſe kam da die Regierungsrätin hinzu,
ſo daß Gretchen einer weiteren Erklärung überhoben war.
Sie fürchtete Hildes ſcharfes Auge, der anſcheinend nicht
entgangen war, daß ſie für Brand mehr fühlte, als die
übliche Schwärmerei.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

ehehet r. etehite e
Mavonnaise
Remouladen-Sauce.

Pionier=Arbeit für Deutſche Wohnkultur.

In der Darmſtädter Innen=Dekoration die
ſeit nunmehr 24 Jahren an der Hebung deutſcher Wohn=
kultur
mitarbeitet, ſpiegelt ſich am klarſten der Werdegang
deutſchen Kunſtgewerbes um die Jahrhundertwende ab,
eine Entwicklung von ſolcher Stärke, wie wohl noch nie
zuvor eine Kunſtepoche ſie erlebt hat. Mit ſicherem Blick
hat ihr Herausgeber, Alexander Koch, erkannt, was von
jungem Leben ſich lebenskräftig erweiſen würde, und zeigte
die Zeitſchrift jeweils den Weg an, auf dem ſich eine neue
Kultur vorwärts entwickeln könne und müſſe. Nicht rück=
ſchauend
ſondern vorſchauend die Ziele angegeben zu
haben, iſt der größte Ruhmestitel der Innen=Dekoration
dem ſie auch heute gerecht wird, wo wir an bedeutungs=
vollen
Wendepunkten der Innenkunſt angelangt ſind. Die
neue Bewegung war der rückſichtsloſe Sieg über tote Ver=
gangenheit
. Nun, nachdem dieſer Sieg unbeſtritten er=
fochten
iſt, gilt es, die Brücke zur Ueberlieferung zu ſchla=
gen
, ohne die neuen Errungenſchaften preiszugeben!
Was bei allen alten Schöpfungen der Kunſt und des
Kunſtgewerbes geſchätzt wird, iſt ſtets die gehaltvolle
Form. Darum ſoll auch die moderne Form nach ſolchem
inneren Gehalte ſtreben und mit der Materialgerechtigkeit
nicht begrenzt ſein. Dieſe allgemeine Forderung wird
nun deutlicher als durch Worte durch die vorgeführten
Muſterleiſtungen erläutert. Mit Recht ſtehen an der
Spitze des Januarheftes, mit dem der neue Jahr=
gang
eröffnet wird, die neuen Räume des Hotel Continen=
tal
in München, in denen Campbell, Pfeiffer und Ferd.
Götz vollkommene Blüten ihrer gereiften Erfindungsgabe
darbieten. In nachahmenswerter Geſinnung war den ge=
nannten
Künſtlern die Aufgabe geſtellt, nicht durch Prunk
zu verblüffen, ſondern durch Anmut zu veredeln. Wie
glänzend dieſe Aufgabe gelöſt ward, iſt überzeugend an
den zahlreichen Abbildungen zu erſehen. Daß daneben
ein Künſtler wie Emanuel v. Seidl ſich voll behaupten
kann, braucht nicht betont zu werden. Mit ſeinem hier
vorgeführten Haus Prym in Stolberg iſt wohl das Köſt=
lichſte
ſeiner Kunſt dargeboten. Frei von jeder akademi=
ſchen
Nüchternheit ſtellt er ſein Haus in die Natur, wie
ſelbſtverſtändlich aus dem Boden wachſend und doch durch=
ſetzt
von reifſtem künſtleriſchen Geiſte, ein Künſtlergedicht
aus tiefſter Seele geſchöpft! Eine Reihe ungemein charak=
teriſtiſcher
engliſcher Bauten mit prächtigen Innenräumen
geben Gelegenheit zum Vergleich nationaler Unterſchiede
und die Forderung, daß jeder ſeiner eigenen Natur treu
bleiben ſoll, prägt hier das neue, aber berechtigte Schlag=
wort
Patriotismus in der Architektur Zahlreiche
Einzelmöbel und Schnitzereien von Leo Nachtlicht F.
Breuhaus und E. Hönig ſchließen ſich den umfangreicheren
Sonderdarſtellungen an und bilden im Verein mit köſt=
lichen
Einzelſtücken, gedeckten Tiſchen, Stickereien, Kera=
miken
uſw. zum Schmuck der Tafel und der Wohnung, ſo=
wie
den beachtenswerten Aufſätzen über: Der Willen des
Beſtellers und Wie erzielt man Wohnlichkeit uſw. eine
Fülle fruchtbarer Anregungen. So eröffnet das Januar=
heft
mit über hundert Abbildungen farbigen und Sepia=
ton
=Beilagen in vielverſprechender Fülle den neuen Jahr=
Prof. Vetterlein.
gang.

Kunſtnotizen.
nſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
Uleber Werkegünäknung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
ſtehende

Richard Wagner=Verein. Das für heut
Deſſoffſchen
des
angekündigte Konzert
Frau enchors aus Frankfurt a. M. verſpricht zu einem
künſtleriſchen Ereigniſſe der Saiſon zu werden. Der aus
nahezu 100 Damen der erſten Geſellſchaftskreiſe Frank=
furts
beſtehende Verein wird mit Extrazügen von dort
hierher und wieder zurückbefördert. Auch die Elektriſche
Straßenbahn hat eine Reihe von Extrawagen für das
Konzert zur Verfügung geſtellt. Ueber die Leiſtungen des
Chors, deſſen Mitglieder während ihres Darmſtädter
Aufenthalts Gäſte des Richard Wagner=Vereins ſind,
ſchrieb anläßlich ſeines letzten Frankfurter Konzertes im
Dezember Paul Bekker in der Frankfurter Zeitung: Es
darf als beſonderer Vorzug der geſtrigen Aufführung,
wie der Darbietungen des Deſſoffſchen Chores im
allgemeinen bezeichnet werden, daß ſie das Streben nach
Erfaſſung und Charakteriſtik des Ausdrucks in den Vor=
dergrund
ſtellen. Der Weg dazu kann freilich nur durch
die abſolute Beherrſchung der techniſchen Materie gefun=
den
werden, und in dieſer Beziehung iſt der Chor heute
ſchon zu einer Entwicklungsſtufe gelangt, die ihm inter=
lokale
Bedeutung gibt. Die Reinheit und Klarheit der
Tonbildung in den einzelnen Stimmen, die Sicher=
heit
der Intonation ſowohl im polyphonen a capella=
Enſemble wie bei gefährlichen Solo=Einſätzen, die feine
dynamiſche Regiſtrierfähigkeit zeugen von einem Grad der
Chorkultur, wie er auf dieſem Spezialgebiet äußerſt ſelten
anzutreffen iſt. Umſo höher iſt es zu bewerten, daß Frl.

Deſſf die ihr verliehene Gabe der Chororganſation und
=Diſziplinierung nicht virtuoſen Zwecken dienſtbar macht,
ſondern ſie mit feiner künſtleriſcher Intelligenz zur Wie=
derbelebung
jener Vokalliteratur benutzt, die bei der vor=
wiegend
inſtrumentalen Intereſſenbetätigung der neueren
Zeit für uns faſt verſchollen iſt. Stücke, wie Sweelincks
jubelndes Hodie Christus natus est‟, Benevolis zwölf=
ſtimmiges
Regna terrae‟ Mozarts kunſtvolles fünfſtim=
miges
Kyrie ſind, in ſolcher Ausführung geboten ſehe
wohl dazu angetan, uns das Relative des Fortſchritts=
begriffs
gründlich klarzumachen. Die genannten Stücke
werden auch in dem Darmſtädter Konzerte zur Aufführ=
ung
gelangen. Außerdem ſingt der Chor u. a. als Neuheit
vier Frauenchöre a capella von Arnold Mendelsſohn.
Ueber Mar Hofpauer als Rezitator, der
am Mittwoch im Feſtſaale der Turngemeinde einen Peter
Roſegger=Abend gibt, liegen uns u. a. folgende Preß=
ſtimmen
vor: Selten wohl iſt ein Vortragender ſo allem
Künſtlichen fern, ſo ganz nur natürlicher Geſtalter und
Nachempfinder, wie Max Hofpauer. . . Noch ſelten ſehen
wir ein Publikum ſo beifallsfreudig, ſo raſtlos mitlebend,
einem Rezitator danken. (Neue Züricher Zeitung). Die
Fülle des Lebens den Ernſt, den Humor, die Satire in
einen Abend zuſamendrängen, heißt mit Recht einen bun=
ten
Abend veranſtalten. Hofpauer iſt der berufene Mann,
ſüddeutſche Art dem norddeutſchen Verſtändnis nahe zu
bringen. Ich glaube nicht, daß irgend ein Rezitator ſo
tiefergreifend und echt, dabei auch mit ſo viel heiterem
Ausdrucksvermögen rezitieren kann, wie es M. Hofpauer
in ſeinem glänzenden Vortrage gezeigt hat. (Münchener
Neueſte Nachrichten). Max Hofpauer zu hören (und zu
ſehen) iſt unter allen Umſtänden ein Vergnügen! Leute
mit ſolchem Humor und Vortragstalent ſollte man ver=
ſtaatlichen
und im Intereſſe der Volksgeſundheit öffentlich
auf den Plätzen der Stadt auftreten laſſen. Es gäbe dann
viel weniger Griesgrämigkeit. Er lieſt übrigens nicht
vor, ſondern erzählt frei wie aus dem Stegreif, was den
Genuß natürlich weſentlich erhöht. (Münchner Zeitung).
Einen Abend mit Max Hofpauer im Vortragsſaale ver=
bringen
, zählt zu den erleſenſten Genüſſen, und der ſtürm=
iſche
Beifall ſeiner Hörer ließ den Meiſter der Sprechkunſt
und ſubtilſten Wirkungen nicht vom Podium gehen, ohne
neue Zugaben erzwungen zu haben. (Augsburger Abend=
zeitung
).

Vorträge.

C. Der deitte Wintervortrag des Katholiken=
vereins
vom vorigen Sonntag hatte zum Gegenſtand
das Edikt von Mailand vom Jahr 313, deſſen 1600jähriger
Gedenktag wegen ſeiner weltgeſchichtlichen Bedeutung
vielerorts feierlich begangen werden wird. Profeſſor Dr.
Schmidt=Mainz, ſchilderte zunächſt den urſprünglich
rein politiſchen Kampf zwiſchen den beiden Nebenbuhlern
Maxentius und Konſtantin, der ſich allmählich zu einem
ſolchen zwiſchen Heidentum und Chriſtentum auswuchs
und mit dem weltgeſchichtlichen Siege Konſtantins an der
milviſchen Brücke bei Rom endigte. Der Befreier des
römiſchen Volkes erließ wenige Monate ſpäter das Edikt
von Mailand, in dem er als weitblickender Staatsmann
dem Chriſtentum Gleichberechtigung gewährte. Sein
Verbot, an Sonntagen Gerichtsſitzungen abzuhalten und
knechtliche Arbeiten zu verrichten, ſicherte ihm auch die
Unterſtützung weiterer heidniſcher Kreiſe, und vermöge
ſeiner Leutſeligkeit, Klugheit und Tapferkeit war er der
Abgott ſeines Heeres, das er von Sieg zu Sieg führte.
Freilich war das Privatleben des großen Kaiſers auch
nach ſeiner Zuwendung zum Chriſtentum, in das er ſich
durch Empfang der Taufe erſt in den letzten Lebens=
monaten
auch formell aufnehmen ließ, durch allzu große
Strenge gegen Familienmitglieder getrübt, doch bleibt
das Große, das er gewirkt, unvergeſſen. Man denke da=
bei
nur an die Entwicklung der kirchlichen Baukunſt, die
in der Errichtung prächtiger Sakralbauten ihren Ausdruck
fand. Die Dankesworte des Vorſitzenden Profeſſor Ens=
graber
fanden lebhaften Widerhall.

Sport, Spiel und Turnen.

Turnwartübung.
G.A. Am Sonntag hielt der 3. Gau (Main=
Rhein) der Deutſchen Turnerſchaft ſeine letzte
Turnwartübung im Geſchäftsjahr 1912 in der
Turnhalle der Turngemeinde Beſſungen ab. Von den 65
dem Gau angehörigen Vereinen hatten 59 ihrer Turnwarte
entſandt. Es fehlten nur die Vereine, die ſehr wahr=
ſcheinlich
des heftigen Schneefalls wegen ihre mehrere
Stunden vom Wohnort entfernten Eiſenbahnſtationen
nicht rechtzeitig erreichen konnten. Es traten 85 Teil=
nehmer
zu den für das diesjährige Deutſche Turnfeſt in
Leipzig vorgeſehenen Freiübungen, die auch als
allgemeine Uebungen für das in dieſem Jahre in Sprend=
lingen
ſtattfindenden Gauturnfeſt gewählt ſind, unter
Leitung des 1. Gauturnwart Hofferbert an. Nachdem
dieſe Uebungen eingehend erläutert und geübt waren,
kamen die für das Vereins= und Muſterriegenturnen be=
ſtimmten
Ordnungsübungen von einer beſchränkten An=
zahl
Turnern zur Ausführung. Das nun folgende
Keulenſchwingen wollte ſo manchem Teilnehmer zu
Anfang nicht ſo recht glücken, doch konnte bald nach
einigen von dem 2. Gauturnwart Saum gegebenen
deutlichen Erklärungen der Arm= und Handhaltung eine
weſentliche Beſſerung in der Ausführung feſtgeſtellt wer=
den
. Das in 7 Riegen vorgenommene Turnen an den Ge=

riten brachte den Turmwarten ganz vorziglichen Uebungs=
ſtoff
, der ſich ſehr gut für die Turnſtunden zu Hauſe ver=
werren
läßt, denn die für das Riegenturnen ausgewähl=
ten
Vorturner zeigten Uebungen, die ſich ſowohl für ge=
übtere
als auch, mit kleinen Abänderungen, für weniger
geübte Turner eignen. Bei dem ſich nunmehr anſchlie=
ßenden
Kürturnen an den Geräten Reck, Barren und
Pferd kamen Uebungen zur Ausführung, die die Grenzen
der turneriſchen Höchſtleiſtung faſt erreichten und zu be=
rechtigten
Hoffnungen auf einige Siege bei dem deutſchen
Turnfeſt in Leipzig Anlaß geben. Den Schluß der Turn=
ordnung
bildete ein Turnen am Längspferd, das als
Sondervorführung des Mittelrhein=Kreiſes für Leipzig
vorgeſehen iſt. In der Beſprechung nach dem Mittageſſen
wurde der am Vormittag durchgenommene Uebungsſtoff
noch einmal mündlich beſprochen. Die Bezirksturnwarte
erſtatteten Bericht über den Verlauf der im vorigen Jahre
abgehaltenen Turnwarte=Uebungen in den einzelnen Be=
zirken
des Gaues. Nachdem nun noch einige geſchäftliche
Angelegenheiten erledigt waren, konnte die Zuſammen=
kunft
geſchloſſen werden.

Handel und Verkehr.

Im Reichspoſtgebiet iſt die Zahl der Konto=
inhaber
im Poſtſcheckverkehr Ende Dezember
1912 auf 75 203 geſtiegen (Zugang im Monat Dezem=
ber
976). Auf dieſen Poſtſcheckkonten wurden im Dezem=
ber
1912 gebucht 1426 Millionen Mark Gutſchriften und
1407 Millionen Mark Laſtſchriften. Die Geſamtguthaben
der Kontoinhaber betrug im Dezember 1912 durchſchnitt=
lich
161 Millionen Mark. Im Verkehr der Reichspoſt=
ſcheckämter
mit dem Poſtſparkaſſenamt in Wien, der
Poſtſparkaſſe in Peſt, der luxemburgiſchen und bel=
giſchen
Poſtverwaltung, ſowie den ſchweizeriſchen Poſt=
ſcheckbureaus
wurden 7,6 Millionen Mark umgeſetzt, und
zwar auf 3010 Uebertragungen in der Richtung nach und
auf 14150 Uebertragungen in der Richtung aus dem
Auslande.
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536 254. Elaſtiſcher Schnürſtiefel. Fa. Hermann Lieb=
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ſtände
. Metallwarenfabrik Georg Jäger u. Co., G. m.
b. H., Worms. 7. 12. 12. J. 13 456.

Stimmen aus dem Publizum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſch
ift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf
frund des § 21 Abſ. 2 des
Preßoeſehes in volem Umfange der Einſender verant
rtlich.)

Gelegentlich der Ankündigung des Vortrages von
Dr. Helene Stöcker über das Thema: Der Kulturfort=
ſchritt
und die Frauen glaubt man darauf hinweiſen
zu müſſen, daß das Anhören dieſes Vortrages eine vor=
teilhafte
und intereſſante Gelegenheit, ſich über die mo=
derne
Frauenbewegung zu unterrichten bedeute. Natür=
lich
werden Dr. Helene Stöckers Ausführungen, da die
Dame eine ſehr gewandte Rednerin iſt, für manche Hörer
intereſſant ſein; ein erſchöpfendes und objektives Bild
des heutigen Standes der modernen Frauenbewegung zu
geben, iſt aber Dr. H. St. ſchon deshalb gar nicht imſtande,
weil ihre Beſtrebungen ſich meiſt nur auf Spezialgebiete
erſtrecken, und weil ſie ſelbſt ja außerhalb der organi=
ſierten
bürgerlichen Frauenbewegung ſteht. Im Bunde
Deutſcher Frauenvereine hat man für die neue
Ethik und ihre Führerin keinen Platz und kein Verſtänd=
nis
. Allen denen alſo, die noch abſeits ſtehen und denen
die ernſthaften Probleme, die die wirklich führenden
Geiſter in der modernen Frauenbewegung beſchäftigen,
noch fremd ſind, kann deshalb Dr. Helene Stöckers Vor=
trag
nur ein ſchiefes Bild geben von den die Frauenwelt
bewegenden Fragen, da ſie dieſelben lediglich aus einem
Geſichtswinkel heraus betrachtet, den man zum mindeſten
L. R.
als einſeitig kennzeichnen muß.

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[ ][  ][ ]

Luftfahrt.

sr. Ein neuer Höhenweltrekord für
Flugmaſchinen mit drei Paſſagieren wurde von
dem franzöſiſchen Aviatiker Maurice Chevillard auf dem
Flugfelde von Bue aufgeſtellt, der mit einem Henry Far=
man
=Militär=Doppeldecker, der mit einem 80 PS.=Gnome=
Motor ausgeſtattet war, nach einem einſtündigen Fluge
1500 Meter Höhe erreichte. Er verbeſſerte damit den von
dem öſterreichiſchen Ingenieur Sablatnig im September
vorigen Jahres in Berlin=Teltow erzielten Weltrekord
von 1120 Metern bedeutend.
sr. Die engliſchen Michelin=Preiſe
wurden gelegentlich einer Sitzung des Royal Aero=Klubs
den Siegern durch den Präſidenten des Klubs über=
reicht
. Der Flieger S. F. Cody erhielt für ſeinen im
Oktober ausgeführten Ueberlandflug von 230 Kilometern
12000 Mark und den britiſchen Michelin=Pokal, der Flie=
ger
Hawker für ſeinen im Oktober ausgeführten Dauer=
flug
von 8 Stunden 23 Minuten 10000 Mark und den
betreffenden Michelin=Pokal.

Sport, Spiel und Turnen.

* Fußballſport. Berliner Fußball= Meiſter=
ſchaftsſpiele
. Viktoria befeſtigte die führende Stel=
lung
durch einen glatten Sieg von 500 (1:0) über Preu=
ßen
. Das einzige Tor in der erſten Spielhälfte ſchoß der
halbrechte Stürmer Arnd, nachdem vorher der Preußen=
torwächter
Mills verſchiedentlich gut gerettet hatte. Nach
dem Seitenwechſel war das Spiel völlig offen. Den
Torreigen eröffnete Arnd in der 9. Minute, während die
weiteren Tore Kugler (21. Minute), Bauer (36. Minute)
und Kugler (43. Minute) erzielten. Hertha beſiegte
mit 311 (311) Union. Durch einen verwandelten Elfmeter=
ball
übernahm Union in der 19. Minute die Führung, doch
gelang Hertha der Ausgleich in der 21. Minute, ebenfalls
durch einen Elfmeterball. Schon eine Minute ſpäter vaſ=
ſierte
ein ſchön geſchoſſener Ball des Mittelſtürmers zum
zweiten Male die Torlinie von Union. Das dritte Tor
ſchoß der halbrechte Stürmer Voigt in der 31. Minute.
Der Berliner Ballſpielklub hatte Minerva zum Gegner

und gewann durch beſſres Spiel mit 3i0 (190). Vor=
wärts
erfocht ebenfalls wie Hertha gegen Alemannia mit
1.0 (0:0) nur einen knappen Sieg. Das ſiegende Tor ſchoß
der Mittelſtürmer wenige Minuten nach dem Seiten=
wechſel
. Tasmania dürfte ſich vorausſichtlich vor dem
Abſtieg in die erſte Klaſſe endgültig geſichert haben durch
das unentſchiedene Ergebnis von 111 (111 gegen Britan=
nia
). Die Spiele in der erſten Klaſſe brachten über=
raſchende
Reſultate: Germania unterlag mit 2:3 (2:2)
gegen Konkordia und der Sportverein des Weſtens ſchlug
mit 7:3 (4:0) den Sportklub Charlottenburg.
Die Fußballſpiele um den Pokal von
England nahmen ihren Anfang. Die Reſultate waren
im einzelnen folgende: Oldham Athletics-Bolton Wan=
derers
2:0, Chelſea-Southampton 5:2, Mancheſter City-
Birmingham 4:0, Millwall-Middlesbrough 010, Billing=
ham
-Barnsley 0:0, Southend gegen Bury 1.1, Cryſtall
Palaſt-Plymouth Argile 2:2, Gleffot gegen Preſton
North End 0:0, Blackburn Rovers gegen Noots County
2:0, Queen Park Rangers gegen Halifax 4:2, Sunderland
gegen Clapton Orient 6:0, Hull City-Fulham 210, Croi=
dun
-Woolwich Arſenal 0.0, Tottenham Hotſpur- Black=
pool
1:0, Coventry County-Mancheſter United 111.
Der Fußball=Länderkampf Frankreich
gegen Italien kam am Sonntag im Saint Quen
bei Paris zum vierten Male zum Austrag. Das Spiel
endete mit 1:0 zu Gunſten der Franzoſen, die ſchon in der
erſten Spielhälfte das einzige Tor des Tages erzielen
konnten. In der Pariſer Mannſchaft ſpielte der ehemalige
linke Verteidiger der Berliner Preußen Hanot ſehr erfolg=
reich
. Die bisherigen Länderkämpfe zwiſchen den beiden
Nationen hatten folgende Reſultate: 1910 ſchlug Italien
Frankreich 0:6 in Mailand, 1911 ſpielte Frankreich mit
Italien in Paris 222 unentſchieden und 1912 ſchlug Frank=
reich
in Turin Italien 4:3.
* Hockey. Die Berliner Hockeyſpiele um
die Verbands=Meiſterſchaft nahmen am
Sonntag mit zwei Treffen ihren Fortgang. Der Ber=
liner
Sport=Klub ſiegte nach völlig überlegenem Spiel
mit 711 (3:0) über den Wilmersdorfer Sport=Klub. Der
letztere beſchränkte ſich größtenteils auf die Verteidigung.
Das einzige Tor fiel aus dem Gedränge bei dem Stand
von 5.0, nachdem die etwas unſichere B. S. C.= Vertei=
digung
den Ball verfehlt hatte. Komet und Tennis=
und Hockey=Klub Friedenau 1899 ſpielten unentſchieden
2:2 (1:1). In einem Geſellſchaftsſpiel unterlag Preu=
ßen
mit 1.3 (1:2) gegen den Sport=Klub Charlottenburg.
Wider Erwarten lieferte die Charlottenburger Mann=
ſchaft
den Preußen ein völlig ebenbürtiges Spiel. Bald
nach dem Beginn ſchoß Preußen das einzige Tor, jedoch
Charlottenburg übernahm durch zwei kurz hintereinander
geſchoſſene Bälle die Führung. Nach der Pauſe wurde
Charlottenburg noch beſſer und erhöhte den Stand in der
12. Minute auf 311. Beide Tore kamen wiederholt noch
in Gefahr, doch wurden von dem Preußenſturm, in dem=
der
Mittelſtürmer erſetzt war, verſchiedene gute Chancen
ausgelaſſen.
Das internationale Hockey=Turnier
in Les Avants wurde am zweiten Tage bei nebligem
Wetter fortgeſetzt. Die belgiſche Mannſchaft wurde von
der Mannſchaft von Montana mit 211 geſchlagen, die
engliſche Mannſchaft ſiegte über die Schweiz überlegen
mit 9.0, während die Mannſchaft von Villars über die=
jenige
von Montana mit 2:0 ſiegreich blieb.
* Radſport. Berliner Sechstage=Rennen.
Die Tagesſtunden des Samstag verliefen ohne jegliche
Vorſtöße. Das Feld begnügte ſich damit, in mehr oder
weniger ſcharfem Tempo die Bahn zu umkreiſen. In
der 67. Stunde, 7 Uhr abends, waren von der immer noch
aus zehn Paaren beſtehenden Spitzengruppe 1963,800
Kilometer zurückgelegt. Eine Runde zurück liegen Jahnke=
M

Demke. Die Vormitags, und Tagesſunden des vier=
ten
Tages (Sonntag) verliefen in ruhiger Weiſe.
Die Fahrer umkreiſten in gleichmäßig ruhigem Tempe
die Bahn. Nachmittags ſchied der alleinfahrende Demkt
aus. Zu Beginn der 92. Stunde unternahm Aberger
einen Vorſtoß mit dem Erfolge, daß der Belgier Huy=
brechts
angehängt wird und zuſammen mit ſeinem Part=
ner
Vandervelde weitere 7 Runden verliert. Gleich dar=
auf
gab Huybrechts auf, während Vandervelde als Erſatz=
fahrer
weiter fährt. Abends 8 Uhr, 92. Stunde, waren
2594,700 und um 9 Uhr abends 2624,700 Kilometer zurück=
gelegt
.
Radrennen zu Paris. Auf der Pariſer Win=
terbahn
gelangten am Sonntag als Hauptentſcheidung
ein franzöſiſch=amerikaniſches Match zwiſchen Dupré=
Lapize=Pouchois einerſeits und Fogler=Root=Goullet an=
dererſeits
zur Entſcheidung. Den erſten Lauf ohne Führ=
ung
gewann Dupré mit Vorderradlänge gegen Goullet,
Pouchois ſchlug mit Vorderradlänge Fogler und Root
ſiegte mit zwei Längen gegen Lapize. Die drei Läufe
hinter Tandemführung über je 4 Kilometer gewann
Dupré in 6 Minuten 43,6 Sekunden mit halber Vorder=
radlänge
gegen Goullet, Fogler ſiegte in 6 Minuten 46,6
Sekunden mit einer Länge gegen Pouchois und Rodt
ſchlug Lapize mit 5 Längen in 7 Minuten 20 Sekunden,
Der Entſcheidungslauf über 2500 Meter endete mit einem=
Siege von Dupré, der Fogler um Handbreite hinter ſich
ließ. Ebenfalls nur um Handbreite geſchlagen, endete
Root, dem Lapize, Pouchois und Goullet folgten. Frank=
reich
ſiegte ſomit mit 19 Punkten vor 20 Punkten der
Amerikaner. Das 50 Kilometer=Dauerrennen brachte
dem amerikaniſchen Weltmeiſter Wiley einen ſchönen
Sieg.
* Pferdeſport. Rennen zu Nizza. Prix des
Lauries: 1 Monſ. Descazeaur Reporter (A. V. Chap=
man
), 2. Saint Leonard (W. Head), 3. Unipar (Parfres
ment). Tot. 24:10. Prix d’Antibes: 1. Monſ. Ch. Kohler
Novelty (F. William), 2. Muscadin IV (A. Carter), 3
Sarbacane II (Parfrement). Tot. 15:10. Prix de la
Ville de Nice, 100 000 Fr., Diſtanz 4400 Meter: 1. Monſ
A. Veil=Picards Ultimatum (Parfrement), 1. Monſa
J. Henneſſys Galafron (A. Carter), 3. Tripot II (R
Sauval). Tot. 46 (Ultimatum), 24 (Galafron):10. Prig
de la Baie des Anges: 1. Monf. Ch. Lienarts Sulpicen
(Head), 2. Clionette (Lascus), 3. Balagan (Parfrement),
Tot. 50:10.
Rennen zu Pau. Prix de Montardon: 1. Mönſ,
H. de Juges Goupillon (P. Kalley), 2. Siva (Soubagne),
3. Lionell III (Broquere). Tot. 43:10. Prix de la Butten
1. Monſ. Raoux’ Chipignia (Bourdale), 2. Ovide ( Bro=
quere
), 3. Fee II (L. Auge). Tot. 59110.
Rennen zu Cannes. Courſe Speciale de la
Societe Sportio: 1. Monſ. Mourques Capoue (Bowd),
2. Tadorne II (Bryan), 3. Croix Rouge (Arnull). Tot,
42110. Prix de Monte Carlo, 5000 Fr., Diſtanz 3500 Me=
ter
: 1. Monſ. J. Lieur’ Beliſaire II (Laſſus), 2. Brunes=
hilde
(Berteaux), 3. Le Muſicien (Powers). Tot. 21:10,
Prix de la Ville de Cannes et du Conſeil General: 1=
Monſ. E. Meyers Cambremer (Berteaux), 2. Maſiniſſa
(Laſſus), 3. Leſom (Higſon). Tot. 52:10. Prix Prince
Galizine), 3. Leſom (Higſon). Tot. 52:10. Prix Prince
(Beſ.), 2. Margot IV (Mrs. Perry), 3. Sandaraque
(Beſ.). Tot. 28:10.
sr. Ein franzöſiſch=engliſches Lawn=Tennis=Match
begann am Freitag in Neuilly bei Paris. Laurentz
ſchlug den Engländer Douſt mit 1:6, 8:6, 7.5 und Ger=
mot
den Engländer Watts mit 6.3, 611. Graf Salm,
der für Frankreich ſpielt, konnte Mac Nair 7.5, 6:3 abfer=
tigen
. Im Doppelſpiel ſiegte dagegen das engliſche Paa
Miß Boothby=Prebble über das franzöſiſche gemiſchte
Paar Mlle. Speranza=Germot mit 8:6, 6:3.

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die Zeitung: Deutſche Vakanzen=
(I1627
Poſt, Eßlingen 143.

(1695ids
Für die in
Bickenbach
zu errichtende Verteilungs=
ſtelle
ſuchen wir geeignete
Perſon als
Lagerhalter
bezw. Lagerhalterin. Be=
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bis ſpäteſtens
den 22. Januar 1913 an den
Vorſtand der Darmſtädter
Konſum=, Spar= u. Produk=
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Louisenstraße 6, II. Stock.
Tanzſtunden
erteilt einzeln, ſowie im geſchloſſ.
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ſeparaten Saale
Philipp Scholl, Tanzlehrer,
Mühlſtraße 26, 2. Stock.
In der Kochschule

für hieſiges Engros=einige junge Damen eintreten.
Lehrling Geſchäft auf Oſtern! Daſelbſt auch Eſſen über die
(1668a
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unter V 62 a. d. Exped. (*1141Gnests are admitted.

ſucht zum 1. Aprill E NGLlSH-CL.UB

(*1144

[ ][  ]


Geitentliche
Versammlung.
Dienstag, 14. Januar 1913, abends 8½ Uhr, Stadt Pfungſtadt, ſpricht
Herr von Gerlach-Berlin über:
Volksnot und Demokratie‟
5
Demokratiſche Vereintgung!
Freie Ausſprache!
Männer und Frauen jeder Parteirichtung ſind höflichſt eingeladen.


eie Ausſprache!

Hossische Flagstädien-Geselschart U.
Darmstadt.
Samstag, den 18. Januar 1913, abends 8 Uhr:
im grossen Saale des Hotel zur Traube
n
Vorfüneung, hochkünstlerischer Harden--Aotographlen
(Landschaften und flugsportliche Aufnahmen)
durch Herrn Hof-Photograph Hildebrandt, Stuttgart.
Eintritt für Mitglieder und deren Angehörige frei, für
Nichtmitglieder reservierter Platz Mk. 3., für Studierende und
Schüler Mk. 1.50. Vorverkauf im Verkehrsbüro.
(1709ids

Verband evangelisch-Kirchlicher Frauen-
vereine
im Grossherzogtum Hessen.
1in
Einlddung zur jo. Frauenkonterenz
So92gggesgssGgessssseggggsssagggessasgseese2g
auf Donnerstag, den 16. Januar 1913, nachmittags 3 Uhr,
Im Gemeindehaus der Martinsgemeinde, Mollerstr. 23.

1. Mitteilungen.
2. Vortrag: Die Mitarbeit der Frau in der Säuglings-
fürserge‟
Referentin: Fräul. W. Schubert. Beginn
(1685
½4 Uhr pünktlich.
Der Vorstand.

Freie iterarisch-Künstlerische Geselischaft

8 Uhr

Freitag, 17. Januar, Mathildenhöhesaal, abends.
Staatsanwalt Dr. Erich Wulffen (Dresden)
spricht über:
Shakespeares- Große Verbrecher
Karten für Nichtmitglieder zu M. 2. und M. 1.
im Vorverkauf bei A. Bergstraesser (Rheinstrasse).
An der Abendkasse M. 2.50 und M. 1.50. (1293fi
Kaufmanniſcher Verein E. B. Darmſtadt
IV. Programmvortrag
Mittwoch, 15. Januar, 8¼ Uhr abends,
im Feſtſaal der Turngemeinde:
Peter Rosegger-Abend
des Kgl. Bayr. Hofſchauſpielers
Herrn Max Hofpauer-München
Eintrittskarten gegen Rückgabe des Gutſcheins
Nr. 4 an den bekannten Stellen erhältlich.
Der Vorſtand.
1643)
Evang. Frauenverein für den Schloßbezirk.
Mittwoch, den 15. und Donnerstag, den 16. Januar 1913,
abends 8 Uhr im Mathildenhöhſaal. (Dieburgerſtraße)
Zum Besten der Kleinkinderschule des Schloßbezirks:
Vor hundert Jahren
in Wort, Musik und lebenden Bildern
unter Mitwirkung von Frl. A. Walter, Frl. M. Lagemann, Herrn
W. Horn und des vereinigten Orcheſters der Großh. Ludwigs=
und Liebigs=Oberrealſchule (Leiter: Herr Reallehrer Pfaff).
Künſtleriſche Leitung der lebenden Bilder: Frl. Anna Ethel.
Eintrittskarten: zu 3 Mk., 2 Mk. und 1 Mk. ſind zu haben
bei Kaufmann Warnecke (Rheinſtraße 1), im Verkehrsbüro,
in den Hofbuchhandlungen von Schlapp und Waitz und bei
Kirchendiener Görisch (Kiesſtraße 17).
(1676
Verband für Jugendwohlfahrt u. Jugendfürſorge
Der für Mittwoch, den 15. Januar feſtgeſetzte
Vortrag des Fräulein Dr. W. Kröhne=Worms
muß wegen Erkrankung der Referentin um etwa 14
Tage verſchoben werden. Genauer Termin wird
noch angezeigt.
Darmſtadt, den 13. Januar 1913.
(1680
Der Vorſitzende:
Mueller, Bürgermeiſter.
Ludwigshöhe
ſchöne Rodelbahnen!

Srpleum

Tel.

Dienstag, 14.
Mittwoch, 15.7 Januar
Edith und
Hertha Althoff
die jugendl. Musik-Phänomen
des XX. Jahrhunderts.
Odys, Iprische Tänze.
Farini, Jongleur. 2 Bowlings,
Exzentriks. Frühlings-Trio,
Gesangs- u. Tanz-Ensemble.
E. Kersten, Humorist. 4 Braggs,
Elite-Gymnastiker. C. Cherber,
Universalkünstler. Edn Mu-
stafa
-Truppe, oriental. Akt.
(1713
rurkauf u. fraise nie blamt.

Resldenz
Thleater
am weissen Turm.

Eunn
Eimladung zum vortrag
(mit Lichtbildern)
von Herrn Plantagedirektor R. Deeken. und Frau
E. Deeken aus Miltenberg a. M. über:
Samoa, Land und Leute
und Hausfrauenleben in der Südsee
am Freitag, den 17. Januar 1913, abends 8 Uhr:
im Saale des Hotels zur Traube,
veranstaltet von der Abt. Darmstadt der Deutschen Kolonial-
gesellschaft
unter Anschluss der Kreisgruppe Darmstadt des
Deutschen Flottenvereins.
Eintrittskarten zu 50 Pfg. (Studenten, Schüler und Schüle=
rinnen
zu 20 Pfg.) sind in den Buchhandlungen von Bergstraesser
und Waitz, sowie abends an der Kasse zu haben. Die Mitglieder
obiger Vereine haben freien Eintritt. Die in letzter Zeit neu dem
Flottenverein beigetretenen Mitglieder, welche noch nicht im Be-
sitz
ihrer Mitgliedskarte sind, können Eintrittskarten auf dem
Verkehrsbureau erhalten
(1675if

Heute letzter Tag
der Aufführung von dem
sensationellen Schauspiel
in 4 Akten
Die Jagd
nach den Millionen

Billard-Akäuchfe
im HOTEL HEss‟.

8 Neuhusen- und 1 Match-Billard.
Billardmeister Ch. K Dahlem aus Frankfurt a. M.
Privatqueues werden kostenlos aufbewahrt
z: und vorzüglich instand gehalten. z:
Stammlokal des Darmstädter Billard-Club‟
Club-Abende Dienstags u. Samstags.
(1363sid

Ab morgen
ein Drama in 2 Akten
Wie eine Schwester.

Geschäfts-Empfehlung.
Meinen hochverehrten Gäſten von Darmſtadt und Umgebung die
ergebene Mitteilung, zaß ich Mittwoch, den 15. d. Mts., ab
das Hotel und
Restaurant Prinz Carl

renoviert übernehmen werde. Durch bekannt gute Küche und Getränke,
aufmerkſame Bedienung, werde ich beſtrebt ſein, allen Wünſchen und
Anforderungen gerecht zu werden.
Restaurant Perkeo
Große und kleine säle zur Abhaltung von
12 Alexanderstraße 12
Festlichkeiten: Schöne Fremdenzimmer.
Donnerstag, den 16. Jannar 1715im)
Hochachtungsvollſt
Großes Schlachtfeſt.
Martin Röhrich.

Spezialität: Schweinepfeffer.
Morgens Wellfleiſch und Kraut
wozu ergebenſt einladet
*1138im) Jacob Schnauber,

Nur dieſe Woche gültig!
Deli=
30 5 Mark tateb=
Her. u.
Störu.
¼ Pfd.ff
geräuch. Lachs-Aal. u.
20 Rollmps. m. Gurke! und extra
ff. Geléher. u. Bratheringe u.
1 Kſt. Vollf. Büklg. Porto u.
Verp. frei. All. zuſ. 3.60!
E. Degener, Swinemünde 119b
Oſtſee, Fischkenservenfabrik. (II1633
Vank.: 2 Ueberz., Ledercape, 2 P.
Zu Vork., Schaftenſtief., 1 P. gefütt.
Schnallenſtief. (Größe46)u. verſchied.
Anzuſeh.z. 1-2 U. Mühlſtr. 16, I. (*1122

Wirtschafts-Eröffnung.
Dem verehrten hiesigen Publikum, sowie meinen
Freunden und Bekannten zur gefl. Kenntnis, dass ich
seit heute Dienstag das Restaurant
2
Zum Erbprinz
Marktplatz
eröffnet habe, Ich werde bestrebt sein, meine Gäste gut
zu bedienen und hoffe auf gütigen Zuspruch. Es wird
vorzügliche Küche geführt und zum Ausschank gelangt
neben anderen div. Getränken ein gutes Bier aus der
(1682id
Brauerei Guntrum in Bensheim.
Hochachtungsvoll: William Müller.

Ladeneinrichtung
(59oids Restauration Rehberger
zu verkaufen.

Arheilgerstraße 92.
zu.
2ſitz. Kinderſchlutten verk.
1646) Klappacherſtr. 4, 2. St.
Prima trock. Buchen= u. Tannen=
Abfallholz zu verk. Ztr. 1,35 u.
1,45 Mk. Heinheimerſtr. 4. (1618a
Ein Damenſchreibtiſch u. 1 Sofa
zu v. Zu erfrag. in d. Exp. (*1124

Wein- und Apfelweinkelterei
(*1152
Kiesſtraße 69, Ecke Nieder=Ramſtädterſtraße.

Mittwoch, den 15. Januar
Metzeisuppe

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Mk
morgens Wellfleisch mit Kraut.
een ee
Dienstag abend Bratwurstschmaus
Martin Schwarz.
Es ladet ein



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0
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Ananaskuchen Königskuchen
Wiener Mandelbaben
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Wilh. Wenner, Nieder-Ramstädterstr. 31, Tel. 1377, und
Edm. Türtmann, Grafenstrasse 19, Telephon 1425. (1328a

Ena

Ferd. Frank
Pianist (1513a
Ludwigstrasse 16. Fernspr. 3187.

Ia Kuhmilch-Butter
franko p. Nachnahme: 6 Pfd.=Kiſte
5,60 M., 10 Pfd.=Kiſte 9 M. Kaphan,
Buczacz, vis Oderberg (Schles.). (III1647