Abonnementspreis
Inſerake
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſaor,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Geſtern nachmittag fand in Stuttgart die feierliche
Bei=
ſetzung des Staatsſekretärs von Kiderlen=
Waechter ſtatt, an der auch der Reichskanzler
teil=
nahm.
Die Ernennung des neuen
Staatsſekre=
tärs des Auswärtigen Amtes ſoll geſtern
vollzogen worden ſein. Die amtliche Veröffentlichung
ſoll heute abend erfolgen. In eingeweihten Kreiſen
ſpricht man davon, daß dem jetzigen Unterſtaatsſekretär
Zimmermann die Leitung des Auswärtigen Amtes
über=
tragen werde, außerdem wird der Botſchafter in Rom,
von Jagow, als hierzu auserſehen genannt.
Der Vorſtand des weimariſchen Landtags hat
dem Staatsminiſterium mitgeteilt, daß dem Landtag
eine Vorlage über eine Landes=
Wohltätigkeits=
ſtiftung von 100000 Mk zur Erinnerung an die
Taufe des Erbgroßherzogs unterbreitet werden ſoll.
Die Deutſche Bücherei in Leipzig iſt geſtern
ins Leben getreten und vorläufig in dem deutſchen
Buchgewerbehaus untergebracht worden.
Die Ausſtandsgefahr im Saargebiet gilt als
endgiltig beſeitigt.
Die Londoner Friedenskonferenz hat ſich am
Mittwoch nach einer Sitzung von vier Stunden Dauer,
in der die neuen türkiſchen Vorſchläge
vor=
gelegt wurden, auf Freitag nachmittag vertagt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Zur Reform des Strafrechts und
des Strafprozeſſes.
* Wie die Deutſche Juriſten=Zeitung mitzuteilen weiß,
ſind die Reformarbeiten für das künftige Strafgeſetzbuch
mit der Wende des Jahres in ein neues Stadium getreten.
Die ſeit dem 4. April 1911 im Reichsjuſtizamt tagende
Strafrechtskommiſſion wird demnach die erſte Leſung Ende
Januar 1913 beenden. Das neue Jahr wird gerade mit
der 200. Kommiſſionsſitzung beginnen. Bis zum Auguſt
1913 wird vorausſichtlich auch die zweite Leſung
abge=
ſchloſſen ſein, ſo daß dann nur noch einer beſonderen
neuen, kleineren Kommiſſion die Aufſtellung eines
Ein=
führungsgeſetzes zum Strafgeſetzbuch vorbehalten bleibt.
Gewiſſermaßen prophetiſch hat ſich über ein ſolches
Ein=
führungsgeſetz bereits jetzt das Mitglied der
Strafrechts=
kommiſſion Miniſterialrat Dr. Meyer in der gleichen
Num=
mer der Juriſten=Zeitung verbreitet, indem er zum
erſten=
mal die für die Einführung des neuen Strafrechts
außer=
ordentlich wichtigen Geſichtspunkte zuſammenſtellt.
Zu=
gleich aber iſt an der Jahreswende auch ein
bedeutungs=
voller Perſonalwechſel in der Strafrechtskommiſſion zu
verzeichnen. Der bisherige Vorſitzende, Exz. Dr. Lucas,
hat ſich aus Geſundheitsrückſichten veranlaßt geſehen, ſeine
Tätigkeit in der Kommiſſion einzuſtellen. An ſeine Stelle
iſt, wie wir hören, Geh. Rat Prof. D. Dr. Kahl von der
Berliner Univerſität berufen worden, zu deſſen
Stellver=
treter Reichsgerichtsrat Ebermayer. Die Juriſten=Zeitung
bemerkt mit Recht zu dieſer Mitteilung, daß das
Aus=
ſcheiden von Exz. Lucas aus der Strafrechtskommiſſion in
den weiteſten Kreiſen allgemeinem Bedauern begegnen
werde. Sein Name werde aber vor allem durch die
aus=
gezeichnete Grundlage, die die Strafrechtskommiſſion in
dem unter Lucas’ Leitung aufgeſtellten Vorentwurf beſitzt,
mit der Reform des Strafrechts für alle Zeiten untrennbar
verknüpft bleiben.
Befindet ſich ſonach die Reform des Strafrechts in
flottem geſetzgeberiſchem Vorwärtsſchreiten, ſo kann,
nach=
dem der Entwurf einer Strafprozeßordnung
erſt im November 1911 geſcheitert iſt, von der Reform des
Strafverfahrens erklärlicherweiſe nicht das gleiche geſagt
werden. Totzdem ſind auch hier weitere wiſſenſchaftliche
Vorarbeiten im Gange. Wie das Zentralorgan der
Ju=
riſtenwelt gleichzeitig mitteilt, hat ſich eine wiſſenſchaftliche
Kommiſſion von 17 Strafrechtsgelehrten gebildet, die eine
„Vergleichende Darſtellung des deutſchen und
ausländi=
ſchen Strafprozeßrechts” bearbeiten will, um für einen
künftigen neuen Entwurf die wiſſenſchaftlichen
Vorarbei=
ten zu liefern. Hoffentlich läßt das Werk nicht allzu lange
auf ſich warten, damit möglichſt bald ein wirklich neuer
Entwurf der Strafprozeßordnung dem deutſchen Volke
be=
ſchieden werde.
Henderungen
in der Konzeſſionserteilung von
Schauſpielunternehmungen.
* Der vorläufige Entwurf eines
Reichstheater=
geſetzes ſieht Aenderungen der für
Schauſpiel=
unternehmungen in der Gewerbeordnung
enthalte=
nen Beſtimmungen vor, die für die Konzeſſionserteilung
von großer Bedeutung ſein werden. Gegenwärtig kann
die Erlaubnis für ein derartiges Unternehmen nur
ver=
ſagt werden, wenn der Nachſuchende den Beſitz der
nöti=
gen Mittel nicht nachweiſen kann, oder wenn ſeine Perſon
in ſittlicher, artiſtiſcher oder finanzieller Hinſicht zu
Be=
denken Anlaß gibt. Für eine Verſagung der Konzeſſion
wegen Beſchaffenheit und Lage der Räume waren
reichs=
geſetzliche Vorſchriften nicht vorhanden. In Zukunft ſollen
die Landeszentralbehörden befugt ſein, allgemeine
Vor=
ſchriften über die Beſchaffenheit und Lage der für
Bühnen=
unternehmungen benutzten Räumlichkeiten zu erlaſſen.
Die vielen Fälle, in denen in den letzten Jahren
An=
geſtellte von Bühnenunternehmungen ihrer Honorar=
An=
ſprüche verluſtig gingen, weil der Unternehmer in
Ver=
mögensverfall geriet, haben zu der Beſtimmung Anlaß
ge=
geben, daß die Stellung einer Kaution
gefor=
dert werden kann, um die Anſprüche der Angeſtellten ſicher
zu ſtellen. In bezug auf die verlangte Zuverläſſigkeit in
ſittlicher, artiſtiſcher und finanzieller Beziehung iſt
eben=
falls eine wichtige Aenderung vorgeſehen. Bisher mußte
die Behörde auf Grund von Tatſachen die
Ueber=
zeugung gewinnen, daß die erforderliche Zuverläſſigkeit
nicht vorhanden war. Die Beweisführung dafür lag alſo
der Behörde ob. In Zukunft ſoll jedoch der Unternehmer
dieſen Nachweis ſeiner Zuverläſſigkeit ſelbſt erbringen.
Neu iſt ferner die Vorſchrift, nach der der Bundesrat
an=
ordnen kann, in welcher Weiſe Bühnenunternehmer ihre
Bücher zu führen und welcher polizeilichen Kontrolle
ihres Geſchäftsbetriebes ſie ſich zu unterwerfen haben. Die
Vorſchriften der Gewerbeordnung aus den Geſetzen vom
Jahre 1878 und 1891, welche einen Schutz der Angeſtellten
und der Arbeiter gegen Gefahren für Leben und
Geſund=
heit durch entſprechende Einrichtungen vorſchreiben, ſollen
in Zukunft auch für Schauſpielunternehmungen gelten.
Deutſches Reich.
Erbſchaftsſteuer oder
Vermögens=
zuwachsſteuer? Zu den Meldungen konſervativer
Blätter, daß ſich das preußiſche Staatsminiſterium
ent=
ſchloſſen hat, auf die Erbſchaftsſteuer zu verzichten und
dem Bundesrat eine Vermögenszuwachsſteuer
vorzu=
ſchlagen, erfahren Berliner Blätter an unterrichteter
Stelle, daß ein Entſchluß des preußiſchen
Staatsminiſte=
riums zur Beſitzſteuervorlage überhaupt noch nicht erfolgt
iſt. Es ſteht noch gar nicht feſt, ob das preußiſche
Staats=
miniſterium noch vor oder erſt nach der Konferenz der
bundesſtaatlichen Miniſter in Berlin zu der Frage
Stel=
lung nehmen wird. Es entſpricht aber den Tatſachen,
daß der Reichskanzler dem Gedanken einer
Vermögens=
zuwachsſteuer ſympathiſch gegenüberſteht. Es iſt aber zu
berückſichtigen, daß ein nicht geringer Teil der
verbün=
deten Regierungen die Meinung vertritt, daß durch eine
Vermögenszuwachsſteuer das ſteuerliche Hoheitsrecht der
Gliedſtaaten in bedenklicher Weiſe angetaſtet wird. Die
erſte Sitzung der zuſtändigen Ausſchüſſe des Bundesrats
im neuen Jahre findet am 4. Januar ſtatt. An dieſer
Sitzung werden die bundesſtaatlichen Miniſter unter dem
Vorſitz des Reichskanzlers teilnehmen. Wie verlautet,
wird Staatsſekretär Kühn zu Beginn der Konferenz einen
längeren Vortrag halten, in dem er die Denkſchrift des
Reichsſchatzamtes an der Hand eines umfangreichen
Ma=
terials erläutern und ergänzen wird.
— Evangeliſche Arbeitervereine
ge=
gen die Gewerkſchafts=Enzyklika. Auf der
letzten Tagung des Landesverbandes evangeliſcher
natio=
naler Arbeitervereine Sachſens war eine Entſchließung
gegen die päpſtliche Gewerkſchafts=Enzyklika beſchloſſen
worden, deren Abfaſſung dem geſchäftsführenden Ausſchuß
übertragen worden war. Dieſer hat jetzt folgende Faſſung
gewählt:
Der Landesverband evangeliſch=nationaler
Arbeiter=
vereine im Königreich Sachſen ſieht in der neueſten
Enzy=
klika des Papſtes zur Gewerkſchaftsfrage einen
verhäng=
nisvollen Verſuch der römiſchen Kurie, die chriſtlichen
Gewerkſchaften zu zerſplittern. In der Erkenntnis, daß
die chriſtlichen Gewerkſhaften ein wichtiger Faktor zur
Geſundung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe im Deutſchen
Reiche ſind, proteſtiert der Landesverband gegen die
An=
maßung der römiſchen Kurie, in eine wirtſchaftliche
Be=
wegung der deutſchen Arbeiterſchaft hineinzureden. Er
proteſtiert ſerner gegen die Zumutung, daß die
evange=
liſchen Mitglieder der Gewerkſchaften ſich eine
Ueber=
wachung ihrer wirtſchaftlichen Organiſation durch die
katholiſchen Biſchöfe gefallen laſſen ſollen. Mit
Ent=
rüſtung weiſt der Landesverband es zurück, daß in jener
Enzyklika die Möglichkeit ausgeſprochen wird, es könnten
die katholiſchen Arbeiter durch ein Zuſammenwirken mit
unſeren evangeliſchen Kameraden religiös und ſittlich
gefährdet werden. Der Landesverband erwartet von den
chriſtlichen Gewerkſchaften, daß ſie auch fernerhin den
An=
ſprüchen der katholiſchen Kirche geſchloſſen entgegentreten.
Politiſcher Anſtand. Als die bayeriſchen
„Genoſſen” den Hochverrat am Zukunftsſtaat begingen
und ſich nicht von den letzten Ehrenbezeugungen der
Kam=
mer für den verſtorbenen Prinz=Regenten ausſchloſſen,
da ſchwieg anfangs der Vorwärts. Erſt jetzt druckt er eine
ſpäte Zuſchrift zur Sache ab, in der es heißt:
Fünf Genoſſen aus der Fraktion hielten es für
not=
wendig, ſich an der Trauerſeier zu beleiligen, die unter
dem ganzen Prunk und Pomp höfiſcher Zeremonien
ſtatt=
fand, und ſich zu einem Zuge zu drängen, an deſſen Spitze
Wilhelm II. und der öſterreichiſche Thronfolger
ſchrit=
ten. Ebenſo überflüſig war die Beteililgung mancher
Sozialdemokraten an den eigens veranſtalteten
Trauer=
ſitzungen der ſtädtiſchen Vertretungskörper. Wohin
ſchließ=
lich dieſe unklare Haltung der leitenden Kreiſe geführt
hat. zeigt das unwürdige Benehmen des
ſozialdemokra=
tiſchen Bürgermeiſters Neu in dem Weberſtädtchen
Lam=
brecht. Er beraumte eine Extraſitzung des Stadtrats an
und begründete das nach unwiderſprochenen Berichten mit
den Worten: „Als Bürgermeiſter kenne er leine Partei.
ſondern nur die Pflichten, die ihm als Beamten des
Staates obliegen und die er in ſeinem Dienſteide
be=
ſchworen habe.”
Die bayeriſchen Genoſſen wollen ſich aher nicht
ein=
mal dieſe milde Rüge gefallen laſſen. Das Organ der
Münchener Genoſſen, die Münchener Poſt, gibt dem
Vor=
wärts folgende Antwort:
Dieſer Vorwurf kennzeichnet am beſten die völlige
Schiefheit der im Vorwärts zum Ausdruck gelangten
Auf=
faſſung: denn was hin gilt, gilt auch her, und demnach
müßte die Beteiligung von politiſchen Gegnern am
Leichenbegängnis von Parteigenoſſen auch unwürdige
Heuchelei ſein. Wir aber, die wir ſolche
Achtungsbezeu=
gung des politiſchen Gegners ſtets gern akzeptieren,
be=
trachten ſie nicht als unwürdige Heuchelei, ſondern als
eine Kundgebung jener idealen Auffaſſung des politiſchen
Kampfes, die den Menſchen auch im politiſchen Gegner
achtet, die am Grabe des Gegners dem gemeinſam
Menſch=
lichen ſich nicht entfremdet, und deshalb iſt es auch nicht
richtig, daß dieſes Verhalten in den Kreiſen vieler
baye=
riſcher Genoſſen ſcharfe Kritik findet Im Gegenteil, ſcharf
kritiſiert wird, was uns eine Reihe von Zuſchriften
be=
weiſt, die unfeine Herabſetzung eines ſelbſtverſtändlichen
Verhaltens, mit deſſen Tadel der Verfaſſer der Zuſchriſt
im Vorwärts und die Redaktion, die es veröffentlicht, zum
mindeſten einen ſtarken Mangel an Takt verraten.
— Zahnärztekammer. Der Reichsanzeiger
ver=
öffentlicht eine Verordnung über die Einrichtung einer
Standesvertretung der Zahnärzte, auf Grund deren für
das Gebiet des Königreichs Preußen eine
Zahnärztekam=
mer mit dem Sitze in Berlin errichtet wird. Der
Ge=
ſchäftskreis der Zahnärztekammer umfaßt die Erörterung
aller Fragen und Angelegenheiten, die den zahnärztlichen
Beruf, insbeſondere die zahnärztliche Fortbildung, die
zahnärztlichen Standesintereſſen oder die
Zahngeſund=
heitspflege betreffen. Die Zahnärztekammer iſt befugt,
innerhälb ihres Geſchäftskreiſes Vorſtellungen und
An=
träge an die Staatsbehörden zu richten. Die
Staats=
behörden ſollen ihr Gelegenheit geben, ſich über Fragen
ihres Geſchäftskreiſes gutachtlich zu äußern. Die
Mit=
glieder der Kammer werden gewählt, die Wahl erfölgt
nach Provinzen. Wahlberechtigt und wählbar ſind alle
in Deutſchland approbierten Zahnärzte, die innerhalb des
Wahlbezirks ihren Wohnſitz haben, Angehörige des
Deut=
ſchen Reiches ſind und ſich im Beſitze der bürgerlichen
Ehrenrechte befinden. Zahnärzte, die zugleich praktiſche
Aerzte ſind, gehören auch zur Zahnärztekammer.
Da=
gegen ſind Militär= und Marineärzte, die zugleich
Zahn=
ärzte ſind, vom Wahlrecht ausgeſchloſſen. Die Mitglieder
der Zahnärztekammer verwalten ihr Amt als Ehrenamt,
doch können ihnen für die Teilnahme an den Sitzungen der
Kammer bezw. ihres Vorſtandes Reiſeentſchädigungen
gewährt werden.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die ungariſche Wahlreform. Bei den
Neujahrsempfängen in Peſt hielten Lukacs und Tisza
Reden, welche keinerlei verſöhnlichere Stimmung gegen=
über der Oppoſition durchblicken laſſen. Beide verteidigen
die von der Regierung eingebrachte Wahlreform mit dem
Hinweis darauf, daß die beſonderen Verhältniſſe Ungarns
die Befolgung ausländiſcher Beiſpiele nicht zuließen und
bei der Ausdehnung des Wahlrechts gewiſſe
Beſchränkun=
gen notwendig machten. Lukacs erklärte auch, daß er in
den Einzelheiten Abänderungsanträge gerne ſehen werde
was mit ſtürmiſchem Beifall aufgenommen wurde, ein
Beweis, daß auch in der Mehrheit der gegenwärtige Text
der Vorlage als unzulänglich betrachtet wird.
Frankreich.
Anläßlich des Neujahrsfeſtes fand bei dem
Präſidenten Falliéres Empfang des diplomatiſchen Korps
ſtatt. Der britiſche Botſchafter als Doyen feierte die
zivi=
liſatoriſche, den Frieden ſo mächtig fördernde Rolle
Frank=
reichs während des Septennats Falliéres. Dieſer dankte
für die Glückwünſche und fügte hinzu, Frankreich hätte die
Pflicht und werde die Ehre haben, in Zukunft in derſelben
Rolle fortzufahren, die Ziviliſation zu fördern und die
guten internationalen Beziehungen aufrecht zu erhalten
und zu befeſtigen.
Spanien.
Neue Konflikte. Die Epoca veröffentlicht einen
von dem Führer der Konſervativen, Maura, an die
ehe=
maligen Präſidenten des Senats und der Kammer,
Azca=
raga und Dato, gerichteten Brief, in dem er ſich darüber
beklagt, daß der König es unterlaſſen habe, vor der Löſung
der Kabinettskriſe ihn zu befragen. Weiter erklärt Maura,
daß die durch die unheilvolle Verwaltung der Liberalen
hervorgerufene finanzielle Unordnung und das
Wohl=
wollen der Regierung für die Republikaner eine große
Gefahr für die Monarchie bildeten. Bisher haben 92
konſervative Deputierte und Senatoren, unter letzteren
mehrere auf Lebenszeit ernannte, ihre Mandate
nieder=
gelegt. Man glaubt, daß alle konſervativen
Parlaments=
mitglieder ſowie auch die konſervativen General= und
Ge=
meinderäte dieſem Beiſpiel folgen werden.
England.
Homerule im Unterhauſe. Das Unterhaus
beriet über die Homerule=Bill. Ein unioniſtiſcher
Zuſatz=
antrag, wonach das Geſetz für Ulſter keine Geltung haben
ſoll, wurde nach lebhafter Debatte mit 294 gegen 197
Stimmen abgelehnt. Im Verlaufe der Debatte erklärte
Bonar Law, wenn die Vorlage dem Lande unterbreitet
und von demſelben gebilligt würde, würde er den
Wider=
ſtand Ulſters in keiner Weiſe ermutigen. Wenn aber der
Verſuch gemacht würde, dieſes Geſetz den Leuten von
Ulſter aufzuzwingen, ſo lange ſie der Anſicht ſeien, daß
die Bill ſich gegen die Wünſche Großbritanniens richte,
dann würde er ſie in ihrem Widerſtand unterſtützen.
Rumänien.
Verſtärkung der rumäniſchen Armee.
Die beabſichtigte Vermehrung der rumäniſchen
Infan=
terie um 80 aktive Bataillone bedeutet eine Verſtärkung
der Kerntruppe der Armee um drei Fünftel ihres
gegen=
wärtigen Beſtandes. Es ſind gegenwärtig 137 aktive
Bataillone da, die, um 80 verſtärkt, die Zahl der
Infan=
teriebataillone auf 217 bringen würde. Ferner ſind
be=
reits 40 Reſervebataillone vorhanden, ſo daß die
rumä=
niſche Armee nach Durchführung der beabſichtigten
Ver=
ſtärkung ſofort bei der Mobilmachung 257
Infanterie=
bataillone aufſtellen könnte. Die Friedensſtärke des
ru=
mäniſchen Heeres nach dem Etat von 1912 beträgt rund
103000 Mann mit 534 Feldgeſchützen, eine durchaus
nor=
male Zahl, wenn man die Einwohnerzahl Rumäniens
zurzeit mit über 7 Millionen berechnet, während
Bul=
garien jetzt etwa 4½ Millionen Einwohner aufweiſt und
die Friedensſtärke rund 60000 Mann ergibt, während
Serbien mit über 3 Millionen Einwohnern für 1912 die
Friedensſtärke auf 36000 Köpfe feſtſtellt. Um ſo
über=
raſchender wirkte es, daß dieſe beiden Staaten bei der Mo
bilmachung gegen die Türkei ſofort ihre Friedensſtärken
faſt 4½fach vermehrten, ſo daß Bulgarien etwa 280000
Mann und Serbien 170000 Mann in erſter Linie ins
Feld ſtellen konnten. Die neueſten ſerbiſchen Angaben
über die Kriegsſtärke der regulären Armee verzeichnen
die Stärke von 168000 Mann, und mit dem erſten und
zweiten Aufgebot ſoll dieſe Zahl eine Erhöhung auf
324000 erfahren. Offenbar will die rumäniſche
Heeres=
leitung durch die Formierung von 80 neuen Bataillonen
entſprechend der Bedeutung Rumäniens als größtes
Bal=
kankönigreich die Kriegsbereitſchaft der Armee in erſter
Linie bedeutend erhöhen. Bisher iſt die
Heeresorgani=
ſation weniger auf ſchnelle Formierung neuer ſtarker Kräfte
aufgebaut, als auf eine außerordentlich ſorgfältige
Aus=
bildung und Vervollkommnung der bereits im Frieden
beſtehenden Streitkräfte.
China.
Die Sechsmächte=Anleihe. Das in Peking
getroffene Präliminarabkommen ſetzt verſchiedene Punkte
der geplanten Sechsmächte=Anleihe von 25 Millionen
Pfund Sterling feſt. Die Anleihe wird durch die Salz
ſteuer geſichert und iſt auf 40 Jahre abgeſchloſſen. Die
Tilgung beginnt 1920. China wird ſechs Prozent unter
dem Verkaufspreis der Obligationen erhalten. Das
Rechnungsdepartement, das kürzlich errichtet worden iſt,
wird die Kontrolle über die Verwendung der
Anleihe=
ſumme ausüben, wobei als Ratgeber der Deutſche Romp,
der früher von einer Gruppe für eine ſolche Ueberwachung
genannt worden war, und der jetzt in den chineſiſchen
Staatsdienſt tritt, hinzugezogen werden ſoll.
*
* Die Fleiſchzufuhr aus Dänemark. Der
kal, däniſche Konſul zu Frankfurt a. M., Herr Bernhard
Wolff, wurde von der däniſchen Regierung beauftragt,
folgende Mitteilung über die Kontrolle des
Fleiſcherports in ſeinem Bezirk — Provinz
Heſſen=Naſſau und Großherzogtum
Heſ=
ſen — zur öffentlichen Kenntnis zu bringen:
Bereits ſeit mehreren Jahren wird alles friſche Fleiſch,
das von Dänemark ausgeführt wird, in lebendem und
geſchlachtetem Zuſtande einer Kontrolle von Tierärzten
unterworfen, die vom Landwirtſchaftsminiſterium
ange=
ſtellt ſind, und die die Kontrolle nach Vorſchriften
aus=
führen, die vom Miniſterium erlaſſen ſind Die
Schlach=
tung zur Ausfuhr geſchieht ausſchließlich in 102 vom
Landwirtſchaftsminiſterium ermächtigten Schlachtereien
wo während der ganzen Arbeitszeit eine Beaufſichtigung
von Staats wegen erfolgt. Aus dieſer ſanitären
Kon=
trolle iſt auf die Initiative des
Landwirtſchaftsminiſte=
riums hin und unter Leitung der „Königlich Däniſchen
Landwirtſchaftsgeſellſchaft” und des „Däniſchen
Export=
vereins” eine Qualitätskontrolle über das friſche Fleiſch,
das von Dänemark ausgeführt wird, eingerichtet worden.
Die Kontrolle wird von den ſtaatlich angeſtellten
Tierärz=
ten unter Oberaufſicht der ſtaatlichen Veterinär=Inſpektoren
ausgeübt. Die Qualitätskontrolle (Adreſſe: Börsgade 8,
Kopenhagen) ſendet auf Erſuchen ein Verzeichnis über
diejenigen däniſchen Ervorteure, die ſich bereit erklärt
haben, ſich der Qualitätskontrolle zu unterwerfen, und
er=
teilt nähere Auskunft über die Kontrolle. Dieſe ſtellt
auf Deutſch und Däniſch Atteſte aus über Alter und
Er=
nährungszuſtand. und dieſe Atteſte werden von dem
Ex=
porteur an den ausländiſchen Käufer geſandt, welcher
wünſcht, daß ſeine Waren der Qualität wegen kontrolliert
werden. Die Ausgaben für die Qualitätskontrolle ſind
vom däniſchen Exporteur zu tragen.
* Hamburg Millionenſtadt. Der 1. Januar
1913 war für die Stadt Hamburg ein bedeutungsvoller
Tag. Gerade an dieſem Tage überſchritt die
Be=
völkerung der Stadt Hamburg die erſte Million, und
Deutſchland erhält die zweite Millionenſtadt. Da nach der
letzten Perſonenſtandsaufnahme vom 1. November d. J.
die Bevölkerung der Stadt damals 986 804, diejenige der
Landgemeinden, die jetzt angeſchloſſen werden, 20 944
See=
len betrug, ſo zählte die Stadt Hamburg am 1. Januar
mindeſtens 1007 748 Einwohner.
* Ueber den Geſundheitszuſtand des
ruſ=
ſiſchen Thronfolgers äußerte ſich der ruſſiſche
Kriegsminiſter zu einem Interviewer der Tägl. Rundſchau
folgendermaßen: Ich ermächtige Sie, in aller Form zu
erklären, daß alle Mitteilungen über den angeblich
beäng=
ſtigenden Geſundheitszuſtand des Zarenſohnes frei
erfun=
den ſind. Es iſt auch unwahr, daß ein Berliner Profeſſor
nach Petersburg berufen werden ſoll. Die Wahrheit iſt,
daß ſich der Thronfolger durch einen Sturz eine Verletzung
zugezogen hat, deren Folgen aber jetzt ſchon beſeitigt ſind.
Das Befinden des Thronfolgers iſt im gegenwärtigen
Augenblick recht gut. Er unternimmt ſchon wieder
Spa=
ziergänge und geht wie vorher ſeinen täglichen
Beſchäfti=
gungen nach. Das Befinden des Thronfolgers hat
nie=
mals Veranlaſſung dazu gegeben, der Thronfolgerfrage
irgendwie näher zu treten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. Januar.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Großher=
zogin empfingen im Neuen Palais Frau
Oberbürger=
meiſter Dr. Gläſſing. (Darmſt. Ztg.)
* Neujahrsempfange. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog empfingen am 1. Januar zur
Ent=
gegennahme der Neujahrsglückwünſche: den Königlich
Preußiſchen außerordentlichen Geſandten und
bevoll=
mächtigten Miniſter Frhrn. v. Jeniſch und Gemahlin;
den Kaiſerlich Ruſſiſchen Miniſterreſidenten Staatsrat
van der Vliet; den Königlich Großbritanniſchen
Geſchäfts=
träger Lord Acton; die General= und Flügeladjutanten,
den Ordenskanzler, den Oberleutnant Riedeſel Frhrn.
zu Eiſenbach (Ludwig) vom Leib=Dragoner=Regiment
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, kommandiert zur Dienſtleiſtung
bei Seiner Königlichen Hoheit, den Ordonnanzoffizier,
die Oberhofchargen, den Oberhofprediger; den
Diviſions=
kommandeur, die Brigade= und Regimentskommandeure
des Standortes Darmſtadt, den 1. Präſidenten der
Kriegerkameradſchaft „Haſſia” den Kommandanten der
Reſidenz, die Kommandeure des Großh. Gendarmerie=
Korps und des Großh. Train=Bataillons Nr. 18, den
Direktor der 4. Artillerie=Depot=Direktion und den Major
Rochlitz, Abteilungskommandeur im Straßburger Feld=
Artillerie=Regiment Nr. 84; den Staatsminiſter, den
Finanzminiſter, den Miniſter des Innern, die Präſidenten
der Landeskollegien, den 1. Präſidenten der Zweiten
Kammer der Stände und den Oberbürgermeiſter von
Darmſtadt.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Reviſionsgehilfen Karl Daub aus
Traiſa, Kreis Darmſtadt, zum Oberrechnungsprobator
bei der II. Juſtifikaturabteilung der Oberrechnungskammer
mit dem Amtstitel „Oberrechnungsreviſor”
* Ordensverleihungen. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Kirchendiener Adam
Schmidt II. zu Ranſtadt, Kreis Büdingen, und dem
Landwirt Samuel Bauer zu Brandau das
Allge=
meine Ehren zeichen mit der Inſchrift „Für treue Dienſte‟;
das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren
dem Theodor Kullmann zu Vilbel verliehen; ferner
dem Regierungsbaumeiſter Karl Pietz zu Mörs a. Rh.
die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm
von Sr. Maj. dem König von Preußen verliehenen
Kronen=Ordens 4. Klaſſe erteilt.
* Uebertragen wurde dem Lehrer Aloys Danz
zu Obertshauſen, Kreis Offenbach, eine Lehrerſtelle an
der katholiſchen Schule zu Groß=Umſtadt, Kreis Dieburg;
dem Schulamtsaſpiranten Jakob Walter aus Klein=
Welzheim, Kreis Offenbach, eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Eppertshauſen, Kreis Dieburg.
* Vom Großh. Hoftheater. Heute wird Adams
ko=
miſche Oper „Wenn ich König wäre” als 90.
Abonne=
mentsvorſtellung, Buchſtabe D 22, zur Wiederholung
ge=
langen. Es gelten die kleinen Preiſe. Hugo von
Hof=
mannsthals altes Spiel „Jedermann” geht am
Sams=
tag als 91. Abonnementsvorſtellung, Buchſtabe C23, in
Szene. Die fünfzehnte Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen, Anzengeubers „G’wiſſenswurm” findet
Sonntag nachmittag ſtatt. Den Vorverkauf hat das
Ver=
kehrsbureau inne. Am Sonntag abend wird „Die
Fle=
dermaus” wiederholt.
* Die erſte diesjährige Schlußprüfung der Kandidaten
der evangeliſchen Theologie hat geſtern vormittag in dem
Landesſynodalgebäude ihren Anfang genommen. Es
be=
teiligten ſich daran zehn Examinanden, von denen einer
aus Starkenburg, ſechs aus Oberheſſen und drei aus
Rheinheſſen ſind. (Darmſt. Ztg.)
* Der Verein evangeliſcher Organiſten und
Chor=
dirigenten im Großherzogtum Heſſen hielt ſeine 6.
Jah=
resverſammlung in Frankfurt a. M. ab. Die
drei=
ſtündigen Verhandlungen im Hotel „Kölner Hof” leitete
Reallehrer Müller in Friedberg. Außer den üblichen
Berichten wurden Referate erſtattet über
Orgeldiſpoſi=
tionen, Aufführungsrecht neuer Kompoſitionen, über
Pen=
ſionsfähigkeit von Organiſtengehalten und die
Verhand=
lungen der diesjährigen Landesſynode, betr. Aufhebung
des Artikels 50. Die Verſammlung beſchloß u. a. den
Beitritt des Vereins zum Evangeliſchen
Nachrichten=
verband für Heſſen. Nach dem gemeinſamen Eſſen führte
Organiſt Breidenſtein aus Frankfurt die beiden
neuen Orgelwerke in Dr. Hochs Konſervatorium vor.
Aus Hufelands Leben.
IV. Profeſſor in Jena.
Die Vorleſungen Hufelands fanden großen Beifall
und waren gut beſucht, beſonders wenn er die
Makro=
biotik vortrug, wo er oft 500 Zuhörer hatte. Hufeland
hielt täglich vier Stunden lang Vorleſungen und hatte
noch daneben die kliniſchen Kranken zu beſuchen, deren
er jährlich etwa 600 behandelte.
Auch der gefellige Verkehr war in Jena ein reger.
Aus der großen Zahl der Hufeland nahſtehenden
Per=
ſönlichkeiten ſeien hier nur Schilller, Fichte,
Schle=
gel und Schelling genannt.
Trotz dieſer vielſeitigen Inanſpruchnahme Hufelands
nahmen auch ſeine ſchriftſtelleriſchen Arbeiten ihren
Fort=
gang. Im Jahre 1796 gab Hufeland die
Makro=
biotik heraus, ein Buch, welches, von der
wiſſenſchaft=
lichen Welt als auch vom Laienpublikum aufs freudigſte
begrüßt, eine rieſige Verbreitung fand und in alle
euro=
päiſchen Sprachen überſetzt wurde.
Damals begann Hufeland auch mit der Herausgabe
des „Journals der praktiſchen Heilkunde‟
das ſich ebenfalls aufs beſte entwickelte und auch in
mate=
rieller Beziehung ſich gut bewährte. Namentlich durch
die Makrobiotik war Hufeland raſch ein berühmter Mann
geworden, an den die glänzendſten Angebote ergingen,
und zwar in kurzer Zeit hintereinander, erſt als Profeſſor
nach Kiel, dann nach Leipzig, hierauf als Leibarzt nach
Rußland und endlich als Profeſſor nach Pavia.
Hufe=
land ſchlug jedoch ſämtliche Anerbietungen aus, da er ſich
in Jena wohl fühlte und ſeine dortige Tätigkeit
lieb=
gewonnen hatte. Als Entgelt für ſein Bleiben hatte er
nur um die Errichtung eines Krankenhauſes gebeten,
deſſen er für ſeine Patienten dringend bedurfte, und das
ihm auch zugeſagt wurde.
In dieſer Periode, die Hufeland ſelbſt „den höchſten
Glanzpunkt ſeines Lebens” nennt, traf ihn ein äußerſt
ſchwerer Schickſalsſchlag. Imn Jahre 1787 erblindete er
plötzlich auf dem rechten Auge! Alle Verſuche zur Hebung
des Uebels, auch eine halbjährige vollſtändige Schonung
der Augen, in welcher Zeit Hufeland eine Reiſe nach
Doberan, Pyrmont und dem von ihm gekauften Gute
Haenlein am Rhein unternahm, waren erfolglos, das
Auge blieb blind und hat auch ſpäter die Sehkraft nicht
wieder erlangt.
Im Jahre 1800 erging ganz unerwartet an Hufeland
ein Ruf nach Berlin als Leibarßt, Direktor des
Collegium medieum und erſter Arzt der Charité.
Die Ausſicht, in einer großen Stadt an einem
bedeu=
tenden Krankenhauſe wirken zu können, war für Hufeland
um ſo verlockender, als man ihm in den letzten Jahren in
Jena ſeitens des Hofes nicht mit demſelben Wohlwollen
begegnet war, als zu Beginn ſeiner dortigen Tätigkeit, und
auch das ihm hinſichtlich des Krankenhauſes gegebene
Ver=
ſprechen nicht gehalten hatte. Sein Entſchluß war darum
bald gefaßt; er legte im Anfang des Jahres 1801 ſein
Jenenſer Lehramt, das er acht Jahre innegehabt hatte,
nieder und folgte im April dem ehrenvollen Rufe nach
Berlin.
V. Die Berliner Zeit bis 1806.
Hufeland wurde von ſeiten des Königs, der Königin
und des ganzen königlichen Hauſes aufs gnädigſte
aufge=
nommen und wußte ſich auch bald das Vertrauen des
Publikums zu gewinnen. Schwieriger geſtaltete ſich ſein
Verhältnis zu den Kollegen des Collegium medicum,
die größtenteils älter waren als er und zum Teil ſelbſt
auf den Direktorpoſten gehofft hatten, und ebenſo auch zu
den ihm gleichgeordneten Aerzten der Charité, die den von
ihm vorgeſchlagenen Verbeſſerungen manchen Widerſtand
entgegenſetzten.
Die Tätigkeit Hufelands war eine ſo anſtrengende,
zu=
mal auch ſeine Privatpraxis, der er ſich unterziehen mußte,
um ſeine Einkünfte zu verbeſſern, ſehr umfangreich war,
und er oft 30—40 Privatbeſuche an einem Tage machen
mußte, daß ſeine Geſundheit darunter zu leiden anfing.
Da Hufeland natürlich auch kein Augenblick Zeit blieb,
ſeinen literariſchen Arbeiten, an denen er ſehr hing, nach=
zugehen,, ſo dachte er ernſtlich daran, ſich ein ruhigeres
Arbeitsfeld zu ſuchen und eine ihm gerade damals
ange=
botene Profeſſur in Göttingen anzunehmen.
Nachdem aber der König, der Hufeland in ſeiner Nähe
zu behalten wünſchte, ihm eine größere Summe Geldes
zum Ankauf eines eigenen Hauſes hatte überweiſen laſſen,
fühlte ſich Hufeland aus Dankbarkeit zum Bleiben
verpflich=
tet. Auch die Königin, die Hufeland äußerſt gnädig
geſinnt war, hätte ihn ſehr ungern entbehrt. Hufeland war
ihr ſtändiger Berater und begleitete ſie auch im Jahre 1806
auf einer Reiſe nach Pyrmont. Im Anſchluß hieran ging
Hufeland noch zur Kur nach Nenndorf, von wo er
körper=
lich geſtärkt und geiſtig erfriſcht nach Berlin zurückkehrte.
Auf dieſe Tage ruhiger Erholung folgte ſehr bald eine Zeit
voller Stürme und Aufregungen.
VI. Flucht nach Oſtpreußen.
Am 14. Oktober 1806 war die unglückliche Schlacht
bei Jena geſchlagen worden, über welche zunächſt ganz
falſche Nachrichten nach Berlin gelangt waren, ſo daß
man dort an einen Sieg glaubte. Wie die Dinge aber
leider wirklich ſtanden, erfuhr Hufeland, als er am
18. früh zur Königin berufen wurde, welche in der
Nacht in Berlin eingetroffen war. Hufeland fand die hohe
Frau mit verweinten Augen und voller Verzweiflung.
Sie kam ihm mit den Worten entgegen: „Alles iſt verloren.
Ich muß mit meinen Kindern fliehen, und Sie müſſen mich
begleiten.” — Hufeland traf in aller Eile die nötigſten
Anordnungen für Vertretung in ſeinem Berufe und für
die Zukunft ſeiner Familie, die während des Krieges ruhig
in Berlin bleiben ſollte, und begleitete zunächſt die
Prin=
zeß Wilhelm, welche unmittelbar vor der
Nieder=
kunft ſtand, und deren Arzt er auch war, nach Danzig,
wo ſie gleich nach der Ankunft einem Kinde das Leben
ſchenkte. Von Danzig wurde Hufeland durch einen
Cou=
rier nach Königsberg zum Prinzen Carl berufen, der ſchwer
an Nervenfieber erkrankt war. Er machte ſich ſogleich auf
den Weg, ließ ſich bei ſtürmiſchem Wetter bei Pillau
über=
ſetzen und kam in der Frühe des 20. November in
* Muſik=Verein. Zur Vorfeier des 100. Geburtstages
unſeres heimiſchen Meiſters Karl Armand
Man=
gold (8. Oktober dieſes Jahres) wird der Muſik=Verein
in ſeinem Konzert am 24. Februar deſſen „
Frith=
jof” aufführen. Zur Verſtärkung des Männerchores
er=
läßt der Verein in der heutigen Nummer dieſes Blattes
eine Aufforderung, bei dem Konzert mitzuwirken, auf die
hiermit beſonders hingewieſen ſei.
* Geſellſchaft für chriſtliches Leben unter Blinden
deutſcher Zunge. Am Sonntag, den 5. Januar, findet im
großen Saale der „Stadtmiſſion”, Mühlſtraße 24, eine
öffentliche Verſammlung der „Geſellſchaft für
chriſtliches Leben unter Blinden deutſcher Zunge” ſtatt, in
der mehrere Redner über das Thema „Wie führen wir die
Blinden zum ewigen Licht” ſprechen werden. Mit der
Verſammlung iſt eine Ausſtellung und
Vorführ=
ung von Büchern und Apparaten zum Gebrauch
für Blinde verbunden. Alle Freunde der Blinden=Sache
ſind zu dieſer Verſammlung herzlich eingeladen.
* Heſſiſcher Verein Waiſenſchutz (Zweigverein
Darmſtadt). Vor dichtbeſetztem Hauſe hielt der
Zweigver=
ein Darmſtadt ſeine diesjährige Weihnachtsfeier
im Städtiſchen Saalbau ab. Das reichhaltige Programm
wurde durch ein Muſikſtück der Kapelle Weber eröffnet.
Anſchließend hieran begrüßte der erſte Vorſitzende Herr
G. Burggraf die Anweſenden und ſchloß mit einem
kräftigen „Proſit Neujahr” auf das kommende Jahr. Als
erſtes Theaterſtück folgte „Das Glück am
Weihnachts=
abend” das von den Damen Falk, Geſſinger und
Schein=
pflug und den Herren Becker und Bernius ausgezeichnet
geſpielt wurde. Die mit gutgeſchulter Stimme
vorgetra=
genen Lieder der Frau Worret fanden lebhaften Beifall,
ebenſo der vierhändige Klaviervortrag der Damen Müller
und Hubach. Auch der Schwank „Ja, ſo ſind Sie” wurde
von den Damen Zimbrich, Ruß, K. und A. Geſſinger und
Hill flott vorgetragen. Die humoriſtiſche Szene „Rekrut
Senf in der Küche” in die ſich die Damen Schmitt und
Lang und Herr Färber teilten, erregte wahre Lachſalven.
Großartig in ſeinen humoriſtiſchen Vorträgen war wieder
Herr Ph. Mechler. Bei dem den Schluß des Programms
bildenden „Im Rieſengebirge” leiſteten die Damen
Burg=
graf, Maar, Kutſcher und die Herren Lehn, Delp, Weber
und Chriſtmann geradezu Erſtaunliches. Die
Klavier=
partien hatte Herr M. Klaſſert in liebenswürdiger Weiſe
übernommen. Befördert wurden zu Oberfechtwarten:
Bernhard Lehn, Wilhelm Deuſter, zu Fechtwarten
Fräu=
lein Sophie Haußner, Frau Anna Zahrt und die Herren
Karl Helfmann, Kaſpar Muth, Jean Nützel, Ernſt Schlapp,
Emil Wünnemann; lobende Anerkennung erhielt Frau
Joſephine Hoff. Zu der ſchön ausgeſtatteten Tombola
waren die Loſe bald vergriffen. Ein kleines Tänzchen
bildete den Schluß der ſchön verlaufenen Feier.
* Männer=Geſangverein „Concordia‟ Die vom
Männer=Geſangverein „Concordia‟=
Darm=
ſtadt am 1. Januar im dicht beſetzten „
Mathildenhöh=
ſaale” veranſtaltete Weihnachtsfeier, verbunden
mit Neujahrsfeſt, hat wieder einen glänzenden Verlauf
genommen. Nachdem der erſte Vorſitzende die
erſchiene=
nen Gäſte nebſt Mitgliedern begrüßt und in ſeiner
An=
ſprache einen Rückblick in das verlaufene Vereinsjahr
getan hatte und konſtatierte, daß das vergangene Jahr
ein zufriedenes und gutes für den Verein geweſen war,
wurde von Marie Hanſtein ein dem Tage
entſprechen=
der Neujahrsprolog vorgetragen. Der Humoriſt für den
Abend, Mitglied Hilmer, erzielte mit ſeinen Vorträgen
großen Beifall, desgleichen Mitglied Wißmann. Die
beiden humoriſtiſchen Quartette „Drei Tage Kaſten” und
„Vor der Eheſcheidung” befriedigten in vollem Maße das
Publikum und fehlten die reichen Beifallskundgebungen
nicht. Den Schluß des Programms bildete das
theatra=
liſche Geſamtſpiel „Die Schlummerrolle” von Renker. Die
Mitwirkenden wurden ihrer Aufgabe vollauf gerecht und
war dieſes Theaterſtück der Glanzpunkt des Abends. Der
aktive Chor mit ſeinem Dirigenten, Herrn Richard
Etzold, brachte wieder einige Geſangsvorträge, wie
„Hymne an die Nacht” „Königskinder”. Ich hört ein
Vöglein pfeifen” „Morgenrot” und „Abendglöcklein”
großartig zum Vortrag und erntete dadurch bei dem
Pu=
blikum nicht endenwollenden Beifall. Bei dem ſich
an=
ſchließenden Ball war eine ſtattliche Anzahl Tanzluſtiger
angetreten.
* Verein der Württemberger. Am Sonntag, 5. Jan.,
findet im Perkeo” Neujahrsfeſt mit Konzert,
Theater und Tanz ſtatt.
* Dem Katholiſchen Frauenbund in Verbindung
mit verwandten Vereinen, worunter auch der
Volks=
verein für das katholiſche Deutſchland ſich befindet,
iſt es gelungen, für das zeitgemäße Thema „
Mädchen=
handel und Mädchenſchutz” einen Redner in
der Perſon des Herrn Hofkaplan Nopp=Freiburg i. Br.
zu gewinnen. Der Vortrag findet am nächſten Sonn=
tag nachmittag im Konkordiaſaale bei freiem Eintritt
ſtatt. (Siehe Anzeige.)
* Darmſtädter Schwimmklub Jung=Deutſchland.
Wir berichteten im Sommer vorigen Jahres, daß der
Fähnrich zur See Joachim Lietzmann, Mitglied des
obigen Schwimmklubs, im Woog einen Menſchen mit
eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens rettete.
Durch Kaiſerliche Kabinettsorder iſt nunmehr dem
Fähnrich zur See Lietzmann von Sr. Majeſtät dem
Deutſchen Kaiſer, König von Preußen, die preußiſche
Rettungsmedaille am Bande verliehen worden. Schon
vor einigen Wochen wurde ein anderes Mitglied des
Klubs, der Schüler Eduard Klein, ebenfalls wegen
Er=
rettung eines Knaben vom Tode des Ertrinkens, von
Großh. Miniſterium des Innern durch öffentliche
An=
erkennung und Verleihung einer Uhr mit Widmung
ausgezeichnet. — Weitere Ehrenpreiſe ſind dem Klub für
das Schwimmfeſt am 5. Januar geſtiftet worden
von den Herren Dr. A. Diſchinger, Leutnant v. Moßner,
Profeſſor Wißner. Es empfiehlt ſich, Billette alsbald
zu beſtellen, da die beſſeren Plätze nahezu vergriffen
ſind. Die Muſik wird vom Leib=Dragoner=Regiment
Nr. 24 geſtellt. — Prinz Sigismund von Preußen, Sohn
des Prinzen Heinrich von Preußen, der gelegentlich
ſeiner Anweſenheit am Großh. Hof an den Uebungen
des Klubs teilgenommen und die
Ehrenmitglied=
ſchaft desſelben angenommen hatte, hat zu dem
Schwimmfeſt am Sonntag einen wertvollen
Ehrenpreis geſtiftet. — Auch Prinz zu
Schaum=
burg=Lippe hat einen Ehrenpreis geſtiftet. —
Die Ehrenpreiſe ſind im Schaufenſter der
Hofmöbel=
fabrik Trier ausgeſtellt.
Volksbildungsverein. Zu dem
Schwimm=
feſt des „Darmſtädter Schwimmklubs” werden den
Mit=
gliedern des Volksbildungsvereins am Verkehrsbureau
Karten zu ermäßigten Preiſen verabfolgt.
* Turngemeinde . In dem mit den Karnevalfarben
geſchmückten Feſtſaale der Turnhalle am Woogsplatz
er=
öffnete der Karnevalausſchuß der
Turnge=
meinde den Karneval 1913. Eine große Anzahl
Narren und Närrinnen folgte der Einladung und ſchon
um halb 8 Uhr war der Saal bis zum letzten Platz gefüllt.
Meiſter Weber, der zum erſten Male das Neujahrskonzert
in der Turnhalle ſpielen durfte, entledigte ſich ſeiner
Auf=
gabe in gewohnter Weiſe. Bei den humoriſtiſchen Weiſen
der 61er Kapelle herrſchte bald eine urfidele Stimmung,
und die Wogen der Fröhlichkeit gingen hoch. Nicht
enden=
wollender Applaus begleitete die einzelnen Stücke, ſo daß
ſich die Kapelle zu vielen Einlagen herbeilaſſen mußte.
Geſchunkelt wurde auf Stühlen und Tiſchen; ebenſo ſind
Lieder geſungen worden, welche verdiente Karnevaliſten
zum Verfaſſer hatten. Ein Tanz, an dem ſich über
zwei=
hundert Paare beteiligten, beendete die Veranſtaltung.
g. Orpheum. Zwei Hauptnummern, die eine ganz
beſondere Anziehungskraft ausüben werden, enthält das
neue Januar=Programm des Orpheums, neben
einer Reihe anderer, ebenfalls ausgezeichneter Kunſtkräfte
An erſter Stelle ſind von dem umfangreichen Programm
die beiden muſikaliſchen Wunderkinder Edith
und Hertha Althoff zu nennen. Die beiden
wer=
denden Backfiſchchen verfügen über eine derart
phänome=
nale Sicherheit auf ihrem Inſtrument, Flügel und
Har=
monium, daß man mitunter im Zweifel darüber iſt, ob
vielleicht die Augen oder die Ohren ein Gaukelſpiel mit
den Sinnen treiben. Da werden die ſchwierigſten
Paſ=
ſagen mit ſpielender Leichtigkeit und mit echt künſtleriſchem
Empfinden durchgeführt; mit behender Eleganz fliegen
die Finger über die Taſten und das Inſtrument wird zum
Mittler der hehrſten Gefühle. Atemlos lauſchte das Haus
dieſen wahrhaft künſtleriſchen Darbietungen und kargte
nicht mit dem Beifall. Nicht minder wurden die
Tanz=
bilder der Tänzerin Odys applaudiert, die in
künſtleri=
ſchen Koſtümen künſtleriſch empfundene lyriſche Tanz=
Idyllen zur Darſtellung brachte. Sie iſt keine Nackt= oder
Serpentin=Tänzerin, ſondern in glücklicher Vereinigung
des Beſten von beiden könnte man ihre Darbietungen als
lebend gewordene Gemälde, als verkörperte Gefühle
be=
zeichnen. Die Koſtüme zu den drei Idyllen „Geheimnis”
„Frühling” und „Die Nacht” ſind von Alma Todema
ent=
worfen, und ſie geben in harmoniſcher Vereinigung mit
den farbigen Lichteſfekten und den graziöſen Bewegungen
ein feſſelndes, künſtleriſches Bild. Als ein vielgewandter
Künſtler zeigt ſich Chas Cherber der auf dem
Ge=
biete der Geſchwindigkeitszauberei ebenſo Meiſter iſt wie
auf dem der Zahlengedächtniskunſt, oder der
Schattenbild=
kunſt. Ein Jongleur mit ungewöhnlichen Tricks iſt
Fa=
rini der mit fabelhafter Sicherheit und Gewandtheit
immer neue verblüffende Künſte zeigt. Gymnaſtiſche
Künſte in intereſſanter Aufmachung zeigen die vier
Braggs, ebenſo die Edn Muſtafa=Truppe, die
mit ihrem orientaliſchen Akt eine aktuelle Note in das
Programm bringt, denn türkiſch iſt augenblicklich
Trumpf. Ihre Leiſtungen ſind denen ihrer abendländiſchen
Kollegen auf dieſem Gebiete durchaus ebenbürtig. Mit
friſchen frohen Tänzen und Geſängen erfreut das „
Früh=
lings=Trio” und für den nötigen Humor ſorgen die
beiden Exzentriks „The Bowlings” durch die
drol=
ligſten Situationen und verblüffendſten gymnaſtiſchen
Leiſtungen; ferner der Humoriſt Erich Kerſten mit
hei=
teren Couplets. Den Schluß des Programms bilden
wieder kinematographiſche Vorführungen über die
Tages=
ereigniſſe. Das zugkräftige Programm wird der
rühri=
gen Direktion auch in der beginnenden Herrſcherzeit des
Prinzen Karneval ſicher volle Häuſer bringen.
§ Das Schießen während der Silveſternacht.
Kurz nach 9 Uhr wurde in der Altſtadt ein 12 Jahre
alter Knabe durch einen Revolverſchuß am rechten Knie
derart erheblich verletzt, daß er in das Städtiſche
Kranken=
haus verbracht werden mußte. — Gegen 11 Uhr wurde
eine Fenſterſcheibe der Wachtſtube des erſten
Polizei=
reviers durch einen Flobertſhuß eingeſchoſſen, ſo daß das
Geſchoß in der Wachtſtube einſchlug und einen
Schutz=
mann an der Schulter ſtreifte. — Ein Schüler
brachte in der Großen Ochſengaſſe ſcharfe Patronen
dadurch zur Entzündung, daß er mit Steinen auf
die=
ſelben ſchlug. Der Junge verletzte ſich hierbei nicht
unerheblich an beiden Beinen. — Gegen 11 Uhr
iſt ein 16 Jahre alter Schreibgehilfe, während er durch
die Kiesſtraße ging, durch einen ſcharfen Revolverſchuß,
der vermutlich aus dem Keller eines Hauſes genannter
Straße abgefeuert wurde, am linken Bein verletzt worden.
— Ein 18 Jahre alter Burſche hantierte in der
Alexander=
ſtraße unvorſichtig mit einer geladenen Piſtole und ſchoß
ſich hierbei zwei Finger der linken Hand ab. —
Einem Taglöhner wurde von einem Unbekannten aus
Unvorſichtigkeit in das Bein geſchoſſen, wobei er eine
nicht bedeutende Wunde davongetragen hat. —
Während der Silveſternacht und am erſten Neujahrstage
ſind 22 Perſonen wegen Schießens und 4 Perſonen
wegen Uufug zur Anzeige gebracht worden.
Neun Schußwaffen wurden konfisziert.
§ Herzſchlag. Eine in der Beſſungerſtraße
wohn=
hafte 72 Jahre alte Frau iſt geſtern vormittag in ihrer
Hofreite von einem Herzſchlag betroffen und tot
aufgefunden worden.
§ Feſtgenommen. Ein 22 Jahre alter
Kartonage=
arbeiter aus Frankfurt a. M. iſt wegen Betrugs hier
feſtgenommen worden.
§ Zuſammenſtoß. Am Dienstag vormittag iſt in
der Beſſungerſtraße das Fuhrwerk eines Gemüſehändlers
mit einem Motorwagen der elektriſchen
Straßen=
bahn zuſammengeſtoßen, wobei letzterer beſchädigt
wurde.
— Pfungſtadt, 2. Jan. Auf dem Sportplatz des
hieſi=
gen Fußballklubs Germania” wo geſtern ein
Wettſpiel mit Fußballſpielern aus Waldhof bei
Mann=
heim ſtattfand, ereignete ſich während des Spieles ein
ſchwerer Unfall. Einer der fremden Spieler kam
zu Fall und wurde dabei von einem Spieler der
Gegen=
partei ſo getreten, daß er ſich nicht mehr erheben konnte.
Er mußte mit einem Fuhrwerk zum Arzt transportiert
werden, der eine ſchwere Beinverletzung feſtſtellte. Der
verletzte Spieler konnte deshalb nicht mit ſeinen
Kame=
raden die Heimreiſe antreten. — Bei dem dieſer Tage von
dem Geſangverein „Männerquartett”
abge=
haltenen Familienabend wurde ein von einem
Mit=
glied des Vereins, Herrn Finanzaſpiranten Guſtav Frick
von hier, verfaßtes Weihnachts=Melodram,
be=
titelt „Des Nordpolfahrers Heimkehr” aufgeführt, das
ungeteilten Beifall fand. Den Glanzpunkt des Bildes
bildete ein von acht jungen Mädchen vorzüglich in Szene
geſetzter Engelreigen, der, unterſtützt durch ſchöne Koſtume.
und wechſelnde Beleuchtung, einen feenhaften Anblick bot.
Verfaſſer und Darſtellerinnen des Stückes wurden von
allen Seiten beglückwünſcht.
Offenbach, 2. Jan. In der Neujahrsnacht
er=
eignete ſich eine Anzahlteils ſchwerer Unfälle.
In ſechs Fällen hatten die Verletzten beim Abbrennen von
Feuerwerkskörpern ſchwere Brandwunden davongetragen.
Ein 12jähriger Knabe hatte eine Bleiröhre mit Pulver
gefüllt, dieſe zerſprang jedoch und durch das flüſſige Blei
wurde der Knabe im Geſicht ſchrecklich
ver=
brannt. Ein Soldat der 168er verletzte ſich durch einen
Schuß in die Hand, während der Arbeiter Karl
Eiſenſtein aus der Friedrichſtraße durch Stichwunden
er=
heblich verletzt wurde. Der 17jährige Arbeiter Adam
Fiſcher aus der Sandgaſſe verletzte ſich durch einen
Revolverſchuß an der linken Hand erheblich. — Im Laufe
des Jahres wurden 1760 Geburten angemeldet,
gegen 1890 im Jahre 1911. Die Zahl der Sterbefälle
belief ſich auf 990 gegen 1037.
Königsberg an, wo er den Prinzen in ſehr
bedenk=
lichem Zuſtande antraf. Es gelang ihm jedoch, durch
ge=
eignete Mittel des Fiebers Herr zu werden und den
Prin=
zen aus der Lebensgefahr zu retten.
Im Dezember erkrankte auch die Königin Luiſe
in Königsberg ſchwer an Typhus. Als die Kriſis
glück=
lich überwunden war, und die hohe Frau ſich auf dem
Wege der Beſſerung befand, kam plötzlich die Nachricht,
daß die Franzoſen heranrückten. Die Königin entſchied
ſich dafür, zu fliehen und erwiderte Hufeland auf ſeine
Vorſtellungen, daß ein Transport bei ihrer Krankheit mit
Lebensgefahr für ſie verknüpft ſei: „Ich will lieber in
die Hände Gottes, als dieſer Menſchen fallen.” — So
wurde ſie denn am 8. Januar 1807 bei ſtrenger Kälte,
hef=
tigem Sturm und Schneetreiben in den Wagen getragen
und 20 Meilen weit über die Kuriſche Nehrung nach
Memel transportiert. Hufeland ſchreibt über dieſe
Flucht in ſeinen Erinnerungen: „Wir brachten drei Tage
und drei Nächte, die Tage teils in den Sturmwellen des
Meeres, teils im Eiſe fahrend, die Nächte in den elendeſten
Nachtquartieren zu. — die erſte Nacht lag die Königin in
einer Stube, wo die Fenſter zerbrochen waren, und der
Schnee ihr auf das Bett geweht wurde, ohne erquickende
Nahrung, — ſo hat noch keine Königin die Not
empfun=
den.‟ — Die Fahrt ging aber trotz aller Fährlichkeiten,
ohne den Geſundheitszuſtand der Königin nachteilig zu
beeinfluſſen, vonſtatten, und am 11. Januar war Memel
glücklich erreicht.
Während des dortigen Aufenthaltes führte Hufeland
ein ſtilles und geregeltes Leben. Der Morgen und der
Vormittag waren den Berufsgeſchäften gewidmet, mittags
ſpeiſte er an der Tafel des Königs und abends war er
eine Stunde bei der Königin zum Tee. Er rühmt in ſeinen
Aufzeichnungen aus dieſer Zeit die Standhaftigkeit,
Er=
gebung und Seelengröße, mit welcher die Königin das
na=
tionale Unglück trug, und hebt beſonders den Moment
her=
vor, als ſie vom Könige aufgefordert wurde, nach Tilſit
zu kommen, um an den Friedensverhandlungen mit
Na=
poléon teilzunehmen. Er ſagt darüber: „Dies hatte ſie
nicht erwartet. Sie war außer ſich. Unter tauſend
Trä=
nen ſagte ſie: „Das iſt das ſchmerzhafteſte Opfer, was
ich meinem Volke bringe, und nur die Hoffnung, dieſem
dadurch nützlich zu ſein, kann mich dazu bewegen.”
VII. Aufenthalt in Königsberg.
Am 15. Januar 1808 ſiedelte der Hof von Memel nach
Königsberg über und Hufeland begleitete ihn. Er erhielt
dort Quartier bei einem bekannten Arzte, in deſſen
gemüt=
licher Häuslichkeit er angenehme Stunden verlebte. Hier
fand Hufeland auch wieder Zeit, ſich ſeinen literariſchen
Arbeiten zuwenden zu können und verfaßte „Die
Be=
ſchreibung der deutſchen Heilquellen”.
Außerdem beteiligte er ſich eifrig an der Frage der
Ein=
richtung der neuen Univerſität Berlin und ſtand hierbei
den Miniſtern Stein und Humboldt als wiſſenſchaftlicher
Beirat zur Seite.
Im Dezember 1809 ſollte die Rückkehr nach Berlin
er=
folgen. Vor derſelben war Hufeland zu dem Entſchluß
gelangt, eine praktiſche Tätigkeit, wie er ſie gehabt hatte,
ſeines Augenleidens wegen nicht wieder zu übernehmen
und zu bitten, ihn entweder zu penſionieren oder ihn
pekuniär ſo zu ſtellen daß er ohne die Notwendigkeit einer
größeren Privatpraxis nur dem Königlichen Hauſe den
Wiſſenſchaften und dem Lehramt an der neuen Univerſität
leben könne. Der König gewährte das letztere. Hufeland
wurde als Staatsrat beim Medizinalminiſterium und
Leibarzt mit einem auskömmlichen Gehalt im Dienſt
be=
halten.
Die Rückkehr des Königs und des ganzen Hofes nach
Berlin erfolgte noch vor Weihnachten 1809.
VIII. Die Zeit bis 1813.
Hufeland wandte nun der neuen Univerſität
ſeine ganze Kraft zu. Im März 1810 eröffnete er das
Poliklinikum für arme Kranke” das erſte Inſtitut dieſer
Art in Berlin, wofür der König als Erinnerung an ſeine
Rückkehr einen jährlichen Zuſchuß bewilligte. Mit dieſem
Kolleg wurde die neue Univerſität eröffnet. Hufeland war
der erſte Dekan der mediziniſchen Fakultät, ſein Sohn
Eduard der erſte inſkribierte Student, zu dem in raſcher
Folge eine große Menge anderer Studenten hinzukam,
denn das neue Lehrinſtitut blühte raſch empor und erfreute
ſich zahlreichen Zuſpruchs.
Hufelands Lehrtätigkeit erfuhr bald darauf eine
Un=
terbrechung durch eine Reiſe, welche er im Juni nach
Holland unternahm.
Der damalige König dieſes Landes, Louis
Napo=
léon litt an Lähmungen der Hände und Füße und
wünſchte Hufelands Rat zu hören. Mit Einwilligung
Friedrich Wilhelms IIII. folgte Hufeland dieſer
Aufforde=
rung und wurde in Harlem von Louis Napoléon aufs
wohlwollendſte empfangen. Nach kurzer Zeit aber ſchon
war Hufeland genötigt, zurückzukehren, da in Holland
Un=
ruhen ausgebrochen waren, die die Flucht des Königs,
„eines wirklich edlen und wohldenkenden Menſchen” wie
Hufeland ihn nennt, zur Folge hatten. Auf der Rückreiſe,
die nicht ohne Fährlichkeiten vonſtatten ging, traf
Hufe=
land in Weimar die ſchmerzliche Kunde von dem am
19. Juli 1810 erfolgten Tode der Königin Luiſe, die ihn
aufs tiefſte erſchütterte.
Das Jahr 1813 brachte die Erhebung Preußens und
die Abreiſe der Königlichen Familie nach Schleſien, wohin
Hufeland folgte. Er lebte zunächſt in Breslau wo er
ſich einer ſtillen wiſſenſchaftlichen Tätigkeit widmete,
ſo=
dann den Sommer über in Landeck, Neiſſe und auf ſeinem
Landgute Marxdorf, das er unter günſtigen Bedingungen
erworben hatte.
Das Gut übernahm ſpäter ſein älteſter Sohn, der es
bewirtſchaftete und zugleich als Arzt tätig war, und ſo, wie
Hufeland ſagt, in die ſchönſte Lage kam, die ein Menſch
ſich wünſchen kann: „Gottes freien Himmel über ſich, die
ſchönſte Natur um ſich, patriarchaliſch ſeine Aecker bauend
und zugleich den Menſchen hilfreich in der Not durch ſeine
Kunſt.”
Im Jahre 1814 kehrte Hufeland nach Berlin zu ſeiner
alten Tätigkeit als Lehrer, Miniſterialrat, Leibarzt und
konſultierender Arzt zurück, in welcher es ihm beſchieden
war, noch eine lange Reihe von Jahren reich geehrt durch
die Gunſt ſeines Königs und hochgeachtet von der
Mit=
welt in ungeſtörter Zufriedenheit und glücklichſten
äuße=
ren Verhältuiſſen ſegensreich zu wirken.
Neu=Iſenburg, 1. Jan. Der Gemeinderat von
Neu=Iſenburg beſchloß in nichtöffentlicher Sitzung nach
mehrſtündiger Debatte, den von Bauinſpektor Cellarius=
Offenbach ausgearbeiteten und erläuterten Plan der
Kanaliſation der Stadt anzunehmen. Mit
der Ausſchreibung der Arbeiten ſoll ſofort begonnen
wer=
den. Die Koſten des Projekts ſind auf rund 400000 Mark
veranſchlagt, doch dürfte ſich dieſe Summe nach
Ausführ=
ung von Bauinſpektor Cellarius in manchen Poſitionen
verringern laſſen.
Mainz, 2. Jan. Bei der Schießerei in der
Neujahrs=
nacht kam es zu verſchiedenen Unfällen. So
wurde eine Geſellſchaft, die im erſten Stock der
Reſtau=
ration „Zum Gärtnereck” auf der Großen Bleiche ſaß,
in großen Schrecken verſetzt. Plötzlich flog durch das
Fenſter über die Köpfe der Gäſte hinweg ein 2
½pfün=
diges Eiſenſtück und ſchlug in die Wand
ein großes Loch. Es war ein ſogenannter Böller,
ein ausgehöhltes Stück Eiſen, mit dem auf der Straße
geſchoſſen worden war. Der angebundene Böller war
durch die Gewalt des Pulvers abgeriſſen und durch die
Fenſterſcheibe ins Lokal geflogen. — Mit einem gleichen
Eiſen gab der 16jährige Zimmerer Joh. Heſſinger auf
der Gauſtraße mehrere Schüſſe ab. Er lud das Eiſen
derart mit Pulver, daß es beim Abſchießen in Stücke ging
und ihm die rechte Hand zerſchmetterte.
Der Metzgerburſche Joh. Seckert aus Finthen brannte
im Hausflur einer Wirtſchaft und Metzgerei in der
Korb=
gaſſe einen „Froſch” ab. Als er ihn anzündete, wollte
er ſich raſch in die Wirtſchaft zurückziehen und ſtieß dabei
mit der Hand die Glastüre zum Lokal ein, wobei er ſich
die Pulsader durchſchnitt. Ein Friſeur
wollte einen Feuerwerkskörper anzünden, dabei explo
dierte ihm in der Hand die Streichholzſchachtel und wurden
ihm die Hand und der Arm erheblich verbrannt.
Der Syndikus der vereinigten Mainzer Brauereien,
Dr. Schurgens, eine bekannte Perſönlichkeit, iſt
ſpur=
los von hier verſchwunden. Herr Dr. Schurgens
ſoll, dem M. J. zufolge, bedeutende Schulden
hinterlaſſen haben. Er iſt ein geborener Binger
Oſthofen, 1. Jan. Der Neſtor der heſſiſchen
Schornſteinſegermeiſter, der 90jährige Herr
Meloth, iſt geſtern unter außerordentlich zahlreicher
Beteiligung zu Grabe getragen worden. Die
Frei=
willige Feuerwehr, deren langjähriger Chef er war, der
Männergeſangverein, die Schornſteinfeger des Kreiſes
Worms und viele Bewohner gaben dem Verſtorbenen das
letzte Geleite.
Weſthofen, 2. Jan. Eine ſeltene Ueberraſchung
wurde dem Landwirt Gg. Orb hier zuteil. In den letzten
Tagen hatte er bemerkt, daß Raubwild in der Nähe ſein
müſſe, er ſtellte deshalb Fallen auf. In der vergangenen
Nacht gelang es ihm, einen Fuchs, eine Wildkatze und
einen Lapin zu fangen.
Guntersblum, 2. Jan. Einen eigenartigen Anblick gibt
ſoeben ein Roſenſtock, der im Hofe des Otto Mann hier
ſteht, und eine Anzahl prachtvoller, blühender Roſen
trägt.
Bodenheim, 2. Jan. In der Hofreite des Landwirts
Nikolaus Joerzentſtand am Dienstag abend ein
Scha=
denfeuer, das in kurzer Zeit die Scheune und die
an=
grenzende Schloſſerwerkſtätte des Bruders des Joerz
zer=
ſtörte.
Büdesheim, 1. Jan. Geſtern wurde das große
Gruppenwaſſerwerk, das Büdesheim und ſieben
andere Ortſchaften der Nachbarſchaft mit Waſſer verſorgen
ſoll, dem Betriebe übergeben. Das von der
Firma Breuer in Höchſt a. M. in kurzer Friſt ausgeführte
Werk wird von Quellen in der Roßbacher Gemarkung
ge=
ſpeiſt.
Büdingen, 2. Jan. Nachdem die
Stadtverordneten=
verſammlung eine finanzielle Beteiligung an dem
Bahnbau von Hanau nach hier abgelehnt hat,
er=
klärte ſich geſtern die Frankfurter Bahnbaugeſellſchaft
be=
reit, die Bahn in Büches einmünden zu laſſen, anſtatt in
den Büdinger Bahnhof. Die Bauleitung kommt damit
einem Wunſche der verſchiedenen beteiligten Gemeinden
entgegen.
Gießen, 1. Jan. Hier wurde ein vielgeſuchter,
raf=
finierter Dieb der vorwiegend ruſſiſche
Studen=
ten brandſchatzte, faſt in allen deutſchen Univerſitätsſtädten
bereits Gaſtrollen gegeben hat und von vielen Behörden
geſucht wurde, dingfeſt gemacht. Er erſchien in der
Wohnung eines Studenten in deſſen Abweſenheit und
wußte das Dienſtmädchen unter der Angabe, er wolle dem
Herrn etwas aufſchreiben, zu bewegen, ihn in das Zimmer
zu laſſen. Nach geraumer Zeit war er verſchwunden und
mit ihm eine Taſchenuhr, ein Anzug, die
Legitimations=
papiere des Zimmerinhabers und ſonſtige Wertſachen.
Dieſer Trick gelang ihm in einem zweiten Fall, wo er
einen Anzug mitgehen hieß. Am Bahnhofe wurde der
Burſche abgefaßt, die Beute wurde ihm abgenommen und
er verhaftet. Derſelbe Gauner hat bereits im vorigen
Jahre zweimal auf gleiche Art hier operiert, hatte aber
nicht gefaßt werden können. Er nennt ſich Waldemar
Sordtmann, Kaufmann aus Petersburg und wohnt
an=
geblich in Frankfurt. Er führte eine ganze Anzahl
Legi=
timationspapiere auf andere Namen mit ſich, ſo daß es
fraglich erſcheint, ob der von ihm geführte Name
rich=
tig iſt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 1. Jan. Die
Kron=
prinzeſſin wird ſich Anfang Januar mit den beiden
älteſten Söhnen nach Partenkirchen begeben, wo die
Kin=
der längeren Aufenthalt nehmen ſollen. — Die Feier des
zehnjährigen Dienſtjubiläums des Generalinten
danten Grafen Georg Hülſen=Haeſeler im
könig=
lichen Opernhauſe geſtaltete ſich heute zu einer machtvollen
Huldigung. Alle Angehörigen der königlichen Theater,
darunter Albert Niemann und Anna Schramm, waren
an=
weſend. Oberregiſſeur Dröſcher hielt die Feſtrede, worin
er den Generalintendanten feierte und den Dank aller
An=
gehörigen ausſprach. Nachdem auch die weiteren
Abord=
nungen Anſprachen gehalten hatten, warf Graf Hülſen=
Haeſeler in längerer Rede einen Rückblick auf ſeine
Wirk=
ſamkeit und ſprach in tiefbewegten Worten ſeinen Dank
für die ihm zuteil gewordene Ehrung und für die
Mit=
arbeit der Mitglieder der königlichen Theater während
ſeiner zehnjährigen Tätigkeit aus. Am Schluß der Feier
überreichte Verwaltungsdirektor Geheimrat Winter dem
Generalintendanten ein großes ſtatiſtiſches Werk, das
eine Darſtellung der letzten zehn Jahre gibt, und brachte
ein Hoch auf den Jubilar aus. — Die Berliner
Kriminal=
polizei iſt einem großzügig angelegten
Schwindel=
unternehmen auf die Spur gekommen und hat die
beiden Urheber dieſes Schwindels, den 22jährigen,
frühe=
ren Juſtizanwärter Kurt Oberempt und den Buchhalter
Emil Leo Schwilling, in dem Augenblick feſtgenommen,
als ſie bei einem Notar in der Linkſtraße eines ihrer
Opfer um eine große Summe betrügen wollten. Die
Ver=
hafteten ſuchten durch Zeitungsinſerate „energiſche Herren
mit entſprechender Einlage” für ein großes, induſtrielles
Unternehmen. Den ſich Meldenden teilten ſie mit, daß es
ſich um Beteiligung an einem zwiſchen Eſſen und
Duis=
burg gelegenen Bergwerk handle, wofür bereits fünfzehn
Millionen Mark gezeichnet ſein ſollten.
Biebrich, 1. Jan. Zu einem Kampf mit
Wil=
derern kam es dieſer Tage auf der Rettbergsau zwiſchen
dem Jagdwärter, zwei Polizeibeamten und drei
Wild=
dieben, die es auf Faſanen abgeſehen hatten. Der
Poli=
zeiſergeant R. wurde von einer Anzahl Schrotkörnern ins
Bein getroffen, während ihm eine Kugel durch die Mütze
ging. Leider herrſchte eine ſolche undurchdringliche
Dun=
kelheit, daß es unmöglich war, die Wilddiebe zu verfolgen.
Sie entkamen, wie ſpäter feſtgeſtellt werden konnte, in
einem Nachen in der Richtung auf den Schierſteiner
Hafen zu.
Trier, 2. Jan. Auf der Dillinger Hütte wurde ein
20 Jahre alter Arbeiter von einem Zug erfaßt
und getötet. — Bei Birresborn in der Eifel geriet
ein Weichenwärter, der einen Zug begleitete, unter dieſen.
Es wurden ihm beide Beine und Arme abgefahren. Der
Tod ſtrat bald ein. Der Verunglückte iſt Vater von
ſieben Kindern.
Hamborn, 2. Jan. In der Silveſternacht
wurde der 15jährige Bergmann Fraus durch
Revolver=
ſchüſſe fahrläſſig getötet. Im benachbarten
Schmidt=
horſt wurde der Bergmann Klinket bei einer
Silveſter=
feier durch mehrere Meſſerſtiche getötet. Der Täter wurde
verhaftet.
Weimar, 1. Jan. Der derzeitige Vorſtand des
weima=
riſchen Landtages hat dem Staatsminiſterium mitgeteilt,
daß dem Landtag in der Anfang Februar beginnenden
Tagung eine Vorlage unterbreitet werden ſolle, nach der
zur Erinnerung an die Taufe des
Erbgroß=
herzogs eine Stiftung von 100000 Mark aus den
Mit=
teln des Landes für Wohlfahrtszwecke erfolgen
ſoll.
Braunſchweig, 2. Jan. Wie die Braunſchweiger
Landeszeitung meldet, ſind der Buchhalter Adolf Auerbach
von der Bankfirma Gebrüder Löbbecke und der Kaufmann
Alerander Weber von hier flüchtig geworden. Es
iſt feſtgeſtellt, daß Auerbach in ſeiner Eigenſchaft als
Buch=
halter des genannten Bankhauſes vom Dezember 1910 bis
Dezember 1912 Beträge von 450000 Mark unter
ſchlagen hat und zwar durch Fälſchungen von Depots
und Anerkennungsſcheinen. Ferner iſt feſtgeſtellt, daß
Auerbach von dem Kaufmann Alexander Weber zu dieſen
Unterſchlagungen angeſtiftet worden iſt. Sowohl hinter
Auerbach, wie Weber, der anſcheinend den größten
Vor=
teil von den Unterſchlagungen erzielt hat, iſt ein
Steck=
brief erlaſſen. Auch hat die Staatsanwaltſchaft die
um=
faſſendſten Maßnahmen zur Verfolgung der Flüchtigen
angeſtellt. Der Kaufmann Alexander Weber war früher
Angeſtellter des Bankhauſes Gebrüder Löbbecke. Er iſt
vor etwa 6 Jahren entlaſſen worden, angeblich, weil er
unerlaubte Spekulationen auf eigene Rechnung getrieben
hat. Weber iſt eine ſtadtbekannte Perſönlichkeit und
zur=
zeit Inhaber der Firma Weber Raſenbleiche und
Ge=
ſchäftsführer einer Leinen= und Dauerwäſche=Fabrik.
Dresden, 1. Jan. Zwei Gauner haben einen
tollen Streich verübt. In dem Dorfe Hörlitz bei
Senftenberg erſchienen bei einem Landwirt zwei
Per=
ſonen, von denen ſich eine als Steuerbeamte aus
Kalau, die andere als Kriminalbeamter vorſtellte. Sie
brachten ein fein ſäuberlich abgefaßtes Schriftſtück mit, das
vom Landrat des Kreiſes Kalau, dem Grafen von
Pour=
talés, unterzeichnet war und in dem die beiden beauftragt
wurden, in der Wohnung des Landwirtes eine
Hausſuch=
ung vorzunehmen, weil er im Verdachte der
Steuerhinter=
ziehung ſtünde. Es wurde denn auch ein großes Protokoll
aufgenommen, aber als der Landwirt unterſchreiben
ſollte, gab man ihm vertraulich zu verſtehen, daß die Sache
durch Zahlungvon 10000 Mark aus der Welt
ge=
ſchafft werden könnte. Der Landwirt ſchöpfte nun
Ver=
dacht und erklärte, er müſſe erſt mit dem
Gemeindevor=
ſteher ſprechen. Als die Schwindler ſahen, daß ihr Plan
mißlingen würde, fielen ſie über den Nichtsahnenden her,
würgten ihn und verſuchten, ihn zu feſſeln. Durch den
Lärm wurde der Knecht aufmerkſam, eilte herbei und
be=
freite ſeinen Herrn, während die beiden Gauner die Flucht
ergriffen. Der Anſtifter des Planes, der Arbeiter
Kon=
ſtantin Roſolski aus Dresden, iſt bereits verhaftet
wor=
den, während ſich ſein Spießgeſelle, der Arbeiter Wäge,
einſtweilen noch in Freiheit befindet.
Neumünſter, 31. Dez. Das älteſte Ehepaar
Schleswig=Holſteins, der 107jährige Kgl.
Ober=
förſter a. D. Jakob Lüder Fedderſen und ſeine faſt 106
Jahre alte Ehefrau Grete, die am 15. September d. J.
80 Jahreverheiratet waren, weilt ſeit den
Weih=
nachtstagen hier zum Beſuch ſeines Enkels. Beide
Ehe=
leute ſind noch geſund und rüſtig; ſie gehen einen Weg
von ſechs bis ſieben Kilometer hin und zurück noch ohne
beſondere Anſtrengung. Erſt ſeit einem Vierteljahre
be=
nutzt der alte Herr beim Leſen eine Brille. Er iſt noch
auf Amrum, Föhr und Sylt ein gern geſehener Gaſt.
Seinen ſtändigen Wohnſitz hat er jetzt auf den „weißen
Dünen” auf Sylt, wo er noch das Amt eines Strandvogts,
wenigſtens dem Namen nach, bekleidet. Das Ehepaar hat
zwei Söhne gehabt, die aber bereits beide geſtorben ſind.
Wien, 31. Dez. Eine erſchütternde Tragödie hat
ſich in der verfloſſenen Nacht in einem hieſigen Café
ab=
geſpielt. Dort erſchienen um Mitternacht drei junge Leute,
nahmen an einem abſeits ſtehenden Tiſch Platz und
ver=
langten Tee. Nach einiger Zeit fielen die drei Freunde
von ihren Stühlen auf den Boden. Die Kellner eilten
her=
bei; die jungen Leute krümmten ſich vor Schmerzen. Als
einige Aerzte herbeikamen, waren die drei ſchon tot. Man
glaubt, daß ſie ſich mit Cyankalium vergiftet haben. Unter
dem Tiſche lagen die Ueberreſte eines weißen Pulvers.
Während die Aerzte noch mit der Unterſuchung der Toten
beſchäftigt waren, drängte ſich ein alter Mann zu der
Gruppe. Als dieſer einen der Toten erblickte, ſtürzte er
ſich auf die Leiche. Es war der Drechslermeiſter Tuna
und der Tote ſein 17jähriger Sohn. Die drei jungen Leuſe
haben Abſchiedsbriefe an ihre Verwandten gerichtet, in
denen ſie das Motiv ihrer Tat angeben. Weitere
Einzel=
heiten, ſowie die Namen der beiden anderen konnten noch
nicht feſtgeſtellt werden.
Die Beiſetzung des
Staats=
ſekretärs v. Kiderlen=Waechter.
* Stuttgart, 2. Jan. Die Leiche des
Staats=
ſekretärs v. Kiderlen=Waechter wurde heute früh
vom Sterbezimmer in der Wohnung ſeiner Schweſter,
der Freifrau von Gemmingen=Guttenberg, in deren Salon
verbracht und dort in einem einfachen ſchweren Holzſarg
aufgebahrt. Unter den Kranzſpenden, die bisher in der
Wohnung niedergelegt worden ſind, ſind zu erwähnen
folche vom König und der Königin von Württemberg,
den meiſten Bundesfürſten des Deutſchen Reiches, der
Großherzogin=Witwe Luiſe von Baden, von ſämtlichen
diplomatiſchen Vertretungen in Berlin und Stuttgart,
von den württembergiſchen Miniſterien, dem Großen
Ge=
neralſtab in Berlin, dem Stuttgarter Offizierkorps,
ſo=
wie von den Stadtgemeinden Stuttgart und Berlin, von
dem königlichen Hauſe, der Stuttgarter Hofgeſellſchaft
und dem württembergiſchen Adel, ebenſo von der
Ber=
liner Geſellſchaft, insbeſondere auch aus den Kreiſen der
Hochfinanz und der Großinduſtrie. Bereits geſtern abend
und heute früh hat ſich eine große Zahl von
Leidtragen=
den zur Beiſetzungsfeier eingefunden, darunter die
Staatsſekretäre Krätke und Dr. Solf, Unterſtaatsſekretär
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, den 1. Januar.
„Die Fledermaus‟
W-l. Die heutige Aufführung der beliebten
Strauß=
ſchen Operette, über deren äußeren Verlauf wir ſchon
be=
richtet haben, wurde der heiteren Neujahrsſtimmung
ge=
recht. Sie kam in neuer Einſtudierung und Inſzenierung
heraus, und da die Sänger und Sängerinnen vor neue,
ungewohnte Aufgaben geſtellt worden waren, konnte man
um das Gelingen der Aufführung etwas bange ſein
Wie der Erfolg bewies, waren die Bedenken indeſſen
unbegründet.
In dem Programmbuch waär vermerkt, daß die
Ope=
rette „im Koſtüm der Entſtehungszeit” inſzeniert worden
ſei. Dies kann nicht ganz ſtimmen. Koſtüme wie die hier
vorgeführten kann man im Jahre 1874 auch in Wien
ſchwerlich noch getragen haben. Sie weiſen auf eine viel
frühere Zeit zurück, ebenſo wie das Möblement im
Zimmer des Herrn von Eiſenſtein, was ſchon dadurch
be=
wieſen wird, daß dieſelben Möbel in dem im Jahre 1822
ſpielenden Luſtſpiel „Die fünf Frankfurter” für das
Zimmer der Frau Gudula verwendet werden. Die
Herrenkoſtüme ſind hübſch und kleidſam, weniger gilt dies
von den Damenkoſtümen im allgemeinen und von der
unſchönen Haartracht im beſonderen, die Frl. Geyersbach
gewählt hatte. Der äußere Rahmen der Operette hat aber
durch die Neuinſzenierung ſonſt entſchieden gewonnen.
Mit überraſchendem Anpaſſungsvermögen unterzog
ſich Frau Kallenſee ihrer neuen Aufgabe als
Ope=
rettenſängerin. Mit friſcher Laune und einem natürlichen
und liebenswürdigen Humor, der bei aller
Ausgelaſſen=
heit auch in der Champagnerſtimmung nie die Grenzen
des Schicklichen überſchritt, ſpielte und ſang ſie die für den
Erfolg der Aufführung ſehr ins Gewicht fallende Rolle
der Adele, Frl. Geyersbach hatte ſich ebenfalls in
die ihrer Beanlagung urſprünglich wohl fernliegende
Rolle der Roſalinde hineingelebt, ja ſie bereicherte ſie um
manche recht glückliche darſtelleriſche Nüance. Herr
Thomſen als Eiſenſtein hinterließ einen im ganzen
günſtigen Eindruck, nur ſein Mienenſpiel iſt zu unbelebt
wodurch leicht der Anſchein der Teilnahmsloſigkeit
er=
weckt wird. In dieſer Hinſicht könnte er von Herrn
Schützendorf lernen, der mit der kleinen komiſchen
Rolle des Dr. Blind einen vollen Erfolg erzielte.
Be=
züglich des famos geſungenen Alfred des Herrn
Glo=
berger unterſchreiben wir die mit Heiterkeit
aufge=
nommene Kritik Roſalindens: „Seinem Dialekt kann man
noch widerſtehen. aber ſeinem Geſang nicht.” Sehr ſtilvoll
war der „durchlauchtigſte Grünſchnabel” Prinz Orlofsky
des Frl. Jacobs.
Stürme der Heiterkeit, gleich denen am Abend
vor=
her, entfeſſelten die Herren Jordanals Froſch und
Jür=
gas als Frank in dem „fidelen Gefängnis‟ Der
draſti=
ſchen Komik dieſer köſtlichen Szene kann man ſich
ebenſo=
wenig entziehen wie der genfalen Verherrlichung des
gött=
lichen Leichtſinns im 2. Akte. In dem geſchickten und
lebendigen Arrangement dieſer Szene, das ſich von dem
früheren dadurch unterſchied, daß die Gäſte während der
Balletteinlagen teils mittanzten, teils mitſangen und
Bei=
fall klatſchten, oder einzelne in lebhafter Unterhaltung be
findliche Gruppen bildeten, machte ſich der Einfluß der
neuen Regie vorteilhaft bemerkbar. Herr Oberreaiſſeur
Valdek hatte ſich ſelbſt unter die Gäſte des Prinzen
Orlofsky gemiſcht und leitete das Arrangement auf der
Bühne. Vielleicht hätte er dies beſſer in einem
Masken=
koſtüm getan, da man bei dem Anblick des tätigen
Re=
giſſeurs auf der Bühne zu ſehr an eine Bühnenprobe
er=
innert wurde. Die von Frau Thiele=Leonhardt
arrangierten Balletteinlagen wurden von den Damen,
dem Korps und den Eleven des Balletts und die
Schluß=
mazurka von Frl. Huber ſehr lobenswert ausgeführt
und ernteten lebhaften Beifall.
Herr Kapellmeiſter Kleiber dirigierte die Wiener
Operette mit echtem Wiener Temperament.
Feuilleton.
* Die deutſchen Univerſitäten im Winter 1912/13. An
den 10 preußiſchen Univerſitäten ſind dieſen Winter 31 182
Studierende eingeſchrieben, an den drei bayeriſchen 9475,
an den 2 badiſchen 4891 und an den übrigen
einzelſtaat=
lichen 13373. Wie die einzelnen Univerſitäten beſucht
ſind und in welchem Maße die einzelnen Anſtalten Anteil
an der Jahresſteigerung haben, zeigt nachſtehende
Zu=
ſammenſtellung: An der Spitze ſteht die
reichshaupt=
ſtädtiſche Hochſchule mit einer Beſucherzahl von 9806
(weniger gegenüber dem Vorjahr 23), München hat die
zweite Stelle inne mit 6759 (— 38), Leipzig zählt 5351
(— 181), Bonn 4179 (— 181), Halle 2906 (* 27), Breslau
2710 (* 8), Göttingen 2660 (—— 155), Freiburg 2627
(— 161), Heidelberg 2264 (— 33), Münſter 2189 (— 63),
Marburg 2076 (— 108), Straßburg 2063 (— 75),
Tü=
bingen 1898 (* 46), Jena 1842 (* 104), Kiel 1738
(— 152), Königsberg 1658 (— 136), Würzburg 1455
(— 3), Gießen 1338 (* 66), Erlangen 1261 (- 59),
Greifswald 1260 (—— 136) und Roſtock 881 (— 29). In der
Reihenfolge der Univerſitäten nach der Beſucherzahl
mußte Straßburg zugunſten von Münſter und Marburg
um zwei Stufen weichen und ſank demzufolge auf die
12. Stelle, während Münſter auf den 10. und Marburg
auf den 11. Platz vorrückten. Neben den immatrikulierten
Studierenden ſind dieſen Winter noch 3750 Männer und
1722 Frauen als Gäſte” zugelaſſen, ſo daß z. Z. am
deutſchen Univerſitätsunterricht 64393 Perſonen
teil=
nehmen gegen 62959 im Vorjahr.
Ein Vergleich der heutigen Beſtandziffern der
ein=
zelnen Fakultäten bezw. Studienfächer
mit den vorjährigen zeigt, welche Veränderungen in den
Studienrichtungen bezw. den ſie beeinfluſſenden
Bedürf=
niſſen von Staat und Geſellſchaft inzwiſchen eingetreten
und beſonders, welchen Berufen die jungen Semeſter
zu=
geſtrömt ſind. In dieſer Beziehung fällt vor allem das
Zimmermann, Kontre=Admiral Daenhardt vom
Reichs=
marineamt, der Vizepräſident des Reichsbankdirektoriums,
v. Glaſenapp, Miniſterialdirektor Matthieu, Geheimer
Legationsrat Sahm, der kaiſerliche Geſandte in Bern,
Freiherr v. Romberg, und andere.
* Stuttgart, 2. Jan. Reichskanzler von
Bethmann Hollweg iſt heute mittag 11.50 Uhr zu
den Beiſetzungsfeierlichkeiten für den Staatsſekretär
von Kiderlen=Waechter in Begleitung ſeines Adjutanten,
des Oberleutnants Freiherrn von Sell, und des
Gehei=
men Hofrats Pinkow hier eingetroffen. Der
Reichskanz=
ler wurde von dem Miniſterpräſidenten Dr. von
Weiz=
ſäcker, dem preußiſchen Geſandten von Bomlow=Rutzau,
dem Chef des Generalſtabs von Mutius, Hofmarſchall
von Viſcher=Ihingen und einigen anderen Herren begrüßt
und begab ſich ſofort nach der Ankunft in ſein Hotel. Der
Reichskanzler wird heute abend vom König zur
Abend=
tafel geladen, an dem auch die beiden Staatsſekretäre
Krätke und Dr. Solf, Unterſtaatsſekretär Zimmermann,
die Miniſterpräſidenten von Württemberg und Bayern,
ſowie die Geſandten von Preußen und Bayern
teil=
nehmen.
* Stuttgart 2. Jan. Nach ſeiner Ankunft auf
dem Hauptbahnhof hatte der Reichskanzler von
Bethmann Hollweg ſich in das Sterbehaus
be=
geben und im Auftrage des Kaiſers und der
Kaiſe=
rin der Schweſter des Verſtorbenen, Freifrau von
Gem=
mingen=Guttenberg und den anderen Mitgliedern der
Fa=
milie herzliches Beileid ausgeſprochen. Bald nach 2 Uhr
fanden ſich die hohen Trauergäſte mit dem abermals
er=
ſcheinenden Reichskanzler an der Spitze im Trauerhauſe
ein. Der Reichskanzler legte im Auftrage des
Kaiſer=
paares ein koſtbares Blumenarrangement am Sarge
nie=
der. Der Oberhofprediger Dr. v. Kolb hielt eine kurze
Andacht. Darauf wurde der Sarg auf die Straße
ge=
tragen und im Leichenwagen geborgen. Alsbald ſetzte ſich
der Zug von der Friedrichſtraße durch die Bahnhofſtraße
zum Pragfriedhofe in Bewegung. Die untere
Friedrich=
ſtraße und der fernere Weg zum Bahnhof war von dichten
Menſchenmaſſen umlagert. Das Muſikkorps des 7.
würt=
tembergiſchen Infanterie=Regiments Kaiſer Friedrich,
König von Preußen, Nr. 125, in dem der Verſtorbene den
Feldzug von 1870/1871 mitgemacht und dem er
jahrzehnte=
lang als Reſerveoffizier angehört hatte, ſpielte auf dem
Wege Trauermärſche. Die Studentenſchaft der Stuttgarter
Techniſchen Hochſchule und Vertreter der Tübinger
akade=
miſchen Verbindung Normania, bei der Herr v. Kiderlen
in ſeiner Studentenzeit aktiv war, ſchritten dem
Leichen=
wagen voraus, der mit koſtbaren Blumengewinden und
Palmen und prächtigen Schleifen mit Widmungen faſt
be=
deckt war. Unmittelbar hinter dem Sarge ſchritt der
Reichskanzler von Bethmann Hollweg als
Vertreter des Kaiſers und der Kaiſerin, begleitet von
Freiherr v. Palm, einem Verwandten des Verſtorbenen.
Darauf folgten die Vertreter der anderen Fürſtlichkeiten,
darunter der bayeriſche Miniſterpräſident Freiherr von
Hertling im Namen des Prinz=Regenten Ludwig von
Bayern und Graf von Adelmann als Vertreter des Fürſten
von Hohenzollern. Dann kamen die Vertreter der fremden
Regierungen, die Staatsſekretäre Krätke und Dr. Solf. das
bieſige diplomatiſche Korps und die württembergiſchen
Miniſter. Ihnen ſchloſſen ſich an, die Beamten des
Aus=
wärtigen Amtes in Berlin, Unterſtaatsſekretär
Zimmer=
mann, Wirklicher Geheimer Legationsrat und
Miniſterial=
direktor Matthieu, Geheimer Legationsrat Dr. Zahn,
Le=
gationsrat Freiherr von Neurath und namens des
Reichs=
bankdirektoriums, deſſen Vizepräſident von Glaſenapp und
der Direktor des Reichstages, Geheimrat Jungheim. Des
weiteren folgten als Vertreter der Stadt Stuttgart
Ober=
bürgermeiſter Lautenſchlager und der
Bürgerausſchußob=
mann, dann die übrigen Verwandten des Verewigten,
De=
putationen der württembergiſchen Beamten und Offiziere,
ſowie eine faſt endloſe Reihe von Perſonen, die in privater
Eigenſchaft dem Sarge folgten. Den Schluß bildete eine
Anzahl Blumenwagen.
Auf dem Pragfriedhofe war König Wilhelm
von Württemberg perſönlich erſchienen, um dem
verdienten Staatsmanne die letzte Ehre zu erweiſen. In
ſeiner Begleitung befanden ſich die hier weilenden
Her=
zöge des königlichen Hauſes. Als Vertreter der Königin
war deren Oberhofmeiſter Graf Reiſchach, im Namen des
in Berlin weilenden Herzogs Albrecht, deſſen
perſönlicher Adjutant erſchienen. An der Seite
des Königs und ſeiner Umgebung erwartete der
dem Wagen vorausgeeilte Oberhofprediger Dr.
von Kolb den Sarg, der inmitten der von einer
gro=
ßen Gemeinde erfüllten Kapelle aufgeſtellt wurde. Gegen=
3 Uhr traf der Leichenkondukt unter den Klängen
des Beethovenſchen Trauermarſches vor der Kapelle des
Pragfriedhofes ein, wo ſich kurz zuvor der König, die
Herzöge Philipp Albrecht, Ullrich und Robert von
Würt=
temberg, ſowie der Herzog von Urach eingefunden hatten.
Der Sarg wurde in die Kapelle getragen. Unmittelbar
hinter ihm folgten der König, der auf die Schweſter des
Verſtorbenen, Freifrau von Gemmingen=Guttenberg,
zu=
ſchritt und ihr in herzlichen Worten ſein Beileid ausſprach.
Dem König folgten die Herzöge ſodann der
Reichs=
kanzler mit ſeinem Adjutanten, beide die Kränze des
Kaiſers und der Kaiſerin tragend, die ſie am Sarge
nieder=
legten. Unter der großen Trauergemeinde ſind ferner noch
zu nennen: der württembergiſche Miniſterpräſident Dr. von
Weizſäcker, der italieniſche Botſchafter Panſa, der ſächſiſche
Geſandte von Frieſen, der deutſche Geſandte in Brüſſel
Freiherr von Flotow, das preußiſche Herrenhausmitglied
Graf Douglas und Geheimrat von Friedländer Fuld aus
Berlin, ferner an Parlamentariern Exzellenz von Payer,
ſowie die Reichstags= und Landtagsabgeordneten Lieſching,
Haußmann und Keinath.
Nachdem ſich die Leidtragenden um den Sarg
ver=
ſammelt hatten, hielt Oberhofprediger Prälat Dr. von
Kolb die Anſprache, der die Worte zu Grunde lagen:
„Herr Gott, du biſt unſere Zuflucht für und für‟ Der
Verſtorbene, ſo führte er aus, hat ſich rückſichtslos in den
Dienſt des Vaterlandes, von Kaiſer und Reich geſtellt.
Die Liebe zum Vaterlande war die Seele ſeines Wirkens.
Er hat der Ehre und Größe unſeres Deutſchen Reiches
nie etwas vergeben wollen. Aber, weil ihm das Heil des
Vaterlandes vor Augen ſtand, darum glaubte er, den
Knoten nicht mit dem Schwerte durchhauen zu dürfen,
ſolange es irgend eine friedliche Löſung gab. Nicht aus
Furcht, ſondern weil er Gewinn und Verluſt richtig
ab=
wog. Er hat alles für das Vaterland geopfert, auch die
Geſundheit. Der Geiſtliche richtete ſeine Worte des Troſtes
an die Angehörigen und ſchloß mit einem Gebet.
Hierauf wurde der Sarg zum Grabe getragen, gefolgt
von der Trauerverſammlung, wie bei dem Eingang in
die Kapelle. Oberhofprediger Prälat Dr. von Kolb ſprach
am Grabe nochmals ein Gebet. Hierauf trat der König
als erſter an das Grab und warf einen Tannenzweig in
das Grab hinab. Es folgten die Herzöge, die Vertreter
der fremden Fürſtlichkeiten und die übrigen Herren des
Trauergefolges. Die Trauerfeier, die mit einem Choral
ſchloß, war um ¾4 Uhr beendet.
* Stuttgart, 2. Jan. Reichskanzler von
Bethmann Hollweg hat heute nachmittag 5 Uhr
dem Miniſterpräſidenten Dr. von Weizſäcker einen Beſuch
abgeſtattet. Zu Ehren des Reichskanzlers findet heute
abend ein Abendeſſen bei dem König ſtatt, zu dem außer
dem Reichskanzler die Staatsſekretäre Krätke und Dr.
Solf, Unterſtaatsſekretär Zimmermann, der preußiſche
Geſandte von Below=Rutzau, der württembergiſche
Ge=
ſandte in Berlin, Freiherr von Varnbühler, und der
ita=
lieniſche Botſchafter Panſe geladen ſind. Die Rückfahrt
des Reichskanzlers war für abends 9 Uhr 17 Minuten
vorgeſehen.
Der Balkankrieg.
Die Mittwochsſitzung der Friedenskonferenz.
* London 1. Jan. Im erſten Teil der heutigen
Sitzung der Friedenskonferenz führte der
griechi=
ſche Miniſterpräſident Venizelos den Vorſitz, Die
Ver=
handlungen wurden dadurch eingeleitet, daß Reſchid=
Paſcha die türkiſchen Gegenvorſchläge verlas
und ſie darauf ſchriftlich unterbreitete. Sie lauten:
1. Die Türkei tritt alles Gebiet weſtlich des Wilajets
Adrianopel ab.
2. Albanien wird autonom. Die Beſtimmung der
Grenze und der politiſchen Verfaſſung bleibt den
Groß=
mächten überlaſſen.
3. Wegen Adrianopel ſchlägt die Türkei vor, mit
Bul=
garien über die Feſtſetzung der türkiſch=bulgariſchen Grenze
direkt zu verhandeln.
4. Hinſichtlich Kretas wieſen die türkiſchen Vorſchläge
darauf hin, daß es ſich empfehlen würde, bevor man eine
Entſcheidung treffen würde, die Mächte und ihre
Entſchei=
dung zu fragen, da die Inſel den Mächten als Depot
ge=
geben worden ſei.
* London 2. Jan. Die einzelnen Punkte der
türkiſchen Gegenvorſchläge die geſtern auf der
Friedenskonferenz vorgelegt wurden, bilden ein einziges
untrennbares Ganze. Was die Gebietsentſchädigungen
be=
trifft, ſo beſagen die türkiſchen Vorſchläge, daß die Türkei
bereit ſei, alle okkupierten, weſtlich des Wilajets
Adria=
nopel gelegenen Gebiete abzutreten. Was das Gebiet
von Adrianopel betrifft, ſo erklärten die Delegierten des
Balkanbundes, daß die allgemeine Erwähnung einer
Grenzberichtigung nicht genüge. Die Türken ſollten eine
ſchriftliche Demarkierungsgrenze vorlegen, worauf die
Frage weiter in Erwägung gezogen würde. Reſchid=
Paſcha ſagte, er würde über die letzten Punkte in
Konſtan=
tinopel neue Inſtruktionen einholen. Man erwartet, daß
bis zur nächſten Sitzung eine Karte der türkiſchen
Grenz=
vorſchläge vorgelegt werde.
Auf die türkiſchen Vorſchläge verlas Venizelos im
Namen der Delegierten der Verbündeten folgende Ant=
wort: Die Verbündeten nehmen Kenntnis von der
Ab=
tretung der Gebiete weſtlich des Wilajets Adrianopel unter
der beſtimmten Bedingung, daß dieſe Abtretung ſich nicht
nur auf die okkupierten, ſondern auch auf die Gebiete
be=
zieht, die noch nicht vollſtändig okkupiert ſind. Was
Al=
banien betrifft, ſo beharren die Verbündeten auf ihren
früheren Vorſchlägen. Die türkiſchen Vorſchläge über das
Wilajet Adrianopel ſind unannehmbar, da ſie zu
ſeparaten Abkommen führen müßten und da ſie außerdem
nicht das verlangte Gebiet gewähren. Die ottomaniſchen
Vorſchläge über die Aegäiſchen Inſeln und Kreta
ſind ebenfalls unannehmbar. Die Verbündeten halten
ihre frühere Forderung auf Abtretung der Inſeln und auf
Verzicht aller türkiſchen Rechte auf Kreta aufrecht.
Letzte Nachrichten.
H.B. London, 2. Jan. Der deutſche Botſchafter
Lichnowsky iſt geſtern abend wieder hier eingetroffen.
Er wird an der heutigen Beratung der Botſchafter=
Konferenz teilnehmen, der folgende Fragen vorgelegt
werden: die Verteilung der ottomaniſchen Schuld und die
Abgrenzung Albaniens, über die zwiſchen dem Dreibund
und der Tripel=Entente Meinungsverſchiedenheiten
herrſchen.
H. B. Wien, 2. Jan. Dem Neuen Wiener
Abend=
blatt zufolge werden die Meldungen von
Unterhand=
lungen zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und
Rußland, die ſich auf militäriſche Vorkehrungen dieſer
beiden Staaten beziehen ſollen, an maßgebender Stelle als
unzutreffend bezeichnet. Ueber derartige Maßnahmen, die
von einer Macht im eigenen Lande getroffen werden, gibt
es keine diplomatiſchen Konferenzen. Das tue jede Macht
im eigenen Wirkungskreis und nach eigenem Ermeſſen.
Vermiſchtes.
— Darmſtadt, 2. Jan. Gegen den Inhaber der
Firma V. Hebermehl hier und einen Angeſtellten
der=
ſelben war von der Berliner Maggi=
Geſell=
ſchaft bei der hieſigen Staatsanwaltſchaft Anzeige
er=
hoben worden mit der Behauptung, die Firma V.
Heber=
mehl habe verdünnte Suppen=Würze verkauft, oder eine
andere Suppen=Würze gegeben. Die Vernehmungen,
welche beinahe ein Jahr dauerten, hatten nun das
Reſul=
tat, daß laut Beſchluß des Großh. Landgerichts,
Straf=
kammer II, vom 23. Dezember 1912 die Beklagten außer
Verfolgung zu ſetzen ſind. Es hat ſich ergeben, daß die
Firma V. Hebermehl die Suppen=Würze der Berliner
Maggi=Geſellſchaft nicht mehr verkauft.
Literariſches.
— Graphiſcher Weihnachten 1912. Einen ſolchen
be=
reitet alljährlich die Monatsſchrift Deutſcher Buch=
und Steindrucker ihren Leſern mit dem Dezember=
Doppelheft, das als „Weihnachtsbuch” weit über die
Fach=
kreiſe und die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden
iſt. Dieſe Feſtgabe von bleibendem Wert liegt nun
wie=
der in einem mehr als kiloſchweren Bande vor uns. Auch
diesmal wird jeder dem Schrift=, Buch= und Druckgewerbe
Angehörende, jeder Freund des Schriftweſens, jeder
Lieb=
haber ſchöner Bilder ſich erfreuen an dem reichen Inhalt,
den vielen ausgezeichneten Beilagen und Meiſter= und
Muſterdrucken des „Heftes‟. Es ſind wirkliche
Höhen=
leiſtungen der Schrift= Satz= und Druckkunſt, der
Bild=
wiedergabe, die hier in den verſchiedenſten Verfahren,
von hervorragenden deutſchen und ausländiſchen
Kunſt=
anſtalten vorgeführt werden. Das „Weihnachtsbuch” das
ſich als ein in ſich abgeſchloſſenes Werk über den heutigen
Stand der graphiſchen Künſte darſtellt, kann gegen 2,50
Mark portofrei vom Verlag des D. B. u. St. (Ernſt
Mor=
genſtern, Berlin W. 57) bezogen werden.
Lu, die Kokette. Berliner Roman von Artur
Landsberger. Geheftet 4 Mark, gebunden 5,50 Mark.
München, bei Georg Müller. Von Landsbergers Berliner
Romanen der dritte: Und der beſte. Was „Hilde
Simon” verſprach, was „Moral” zu wünſchen übrig
ließ, das erfüllt „Lu, die Kolette” Allzu ſchwer war das
erſte Buch befrachtet: es bedeutete die Exploſion eines
übervollen Herzens, gegen das ein raffinierter Intellekt
vergeblich ſich durchzuſetzen ſucht. Mit bitterem Hohn
und beißender Jronie enthüllt es den grotesken Jammer
Neuberliner Unkultur, zu dem die wundervollen düſteren
Greuel des internationalen Satanismus ſcharf
kontraſtie=
ren. Der Berliner Weſten, wie wir ihn aus ſeinen erſten
Büchern kennen, iſt der Hauptſchauplatz der Ereigniſſe im
neuen Roman geblieben. Er kennt dieſen Boden und
was darauf wächſt wie kein anderer ſonſt auslder
Gegen=
wartsliteratur. Weil das Buch aus der Zeit für die Zeit
geſchaffen, weil es im beſten Sinne zeitgemäß iſt, darum
wird es ſeine Bedeutung behalten
Anwachſen der Mediziner auf, ſie ſtiegen von 6683 im
Sommer 1906 im Vorjahr auf 12 446 und neueſtens
wei=
ter auf 14002. Die Kameraliſten und Landwirte zählen
3295 gegen 2981 und die evangeliſchen Theologen 3386
gegen 2856. Die Pharmazeuten ſtiegen von 948 auf 1047
und die katholiſchen Theologen von 1770 auf 1787, die
Veterinärmediziner (nur in Gießen) von 161 auf 205 und
die Forſtwirte (nur in München, Tübingen und Gießen)
von 177 auf 179. Zurückgegangen wie ſchon in den
letzten Semeſtern, ſind (infolge der Erhöhung der
Anfor=
derungen an Vorbildung und Studienzeit durch die neue
Prüfungsordnung) die Zahnärzte, nämlich von 875 auf
607, ferner die Juriſten von 10816 auf 10569 und nach
jahrelangem Aufſchwung der Studierenden des, höheren
Lehramts philologiſcher und naturwiſſenſchaftlicher
Rich=
tung, nämlich die Philoſophen, Philologen und Hiſtoriker
von 15 898 auf 15684 und die Mathematiker und
Natur=
wiſſenſchaftler von 8487 auf 8160.
Die Menagerie beim Eiſenbahnzuſammenſtoß. Das
Entweichen und Wiedereinfangen einer mächtigen
Rieſen=
ſchlange eines großen Alligators und einer ganzen
An=
zahl kleinerer Schlangen war das aufregende und
gefähr=
liche Nachſpiel eines Eiſenbahnzuſammenſtoßes, der ſich
am Sonntag in der Nähe von Wolverhampton auf der
engliſchen Nordweſtbahn ereignete und der
glücklicher=
weiſe ohne einen Verluſt von Menſchenleben endete. Ein
Sonderzug, in dem zwei reiſende
Theatergeſell=
ſchaften untergebracht worden waren, hielt in der
klei=
nen Station Ettingshalt. In dem Zuge befanden ſich die
Pantomimentruppe des „Grand Théätre” die „Jacques
und die Bohnenſtange” aufführen ſollte, und eine zweite
Geſellſchaft die ein großes Schauſtück „Wildauſtralien
mimte und die Realiſtik ihrer Szenenbilder durch Pferde,
Schlangen und Alligatoren zu erhöhen pflegte. Ein
ſpä=
ter von Wolverhampton abgehender Zug fuhr nun auf
den in Ettingshalt haltenden Theaterzug auf, zwei Wagen
wurden gebrochen und die Reiſenden erlitten eine ſchlimme
Erſchütterung, wenn ſie auch durchweg ohne lebensgefähr
liche Verletzungen davonkamen. Als der erſte Schreck über
wunden war, harrte der Paſſagiere aber ein zweiter: bei
dem Zuſammenſtoß waren die Wagen, in denen die
Schlangen und der Alligator untergebracht waren,
ge=
borſten und die gefährlichen Reptilien hatten die
Gelegen=
heit benutzt, um die lang entbehrten Freuden der Freiheit
auszukoſten. Die größte Aufregung verurſachte
begreif=
licherweiſe die große Rieſenſchlange, die unter den
An=
weſenden eine Panik hervorrief und vielleicht noch ſchlim
meres Unheil angeſtiftet hätte, wenn nicht die auſtraliſche
Schlangenbändigerin Miß Cleo die Situation gerettet
hätte. Es war kein leichtes Stück Arbeit, das mächtige
Reptil wieder zu bändigen und zu ſeinem Kaſten
zurück=
zubringen. Inzwiſchen aber war der Alligator ſpurlos
verſchwunden und er wurde erſt ſpäter entdeckt. Der tückiſche
Geſelle hatte im Bahnhof unter einem Gepäckwagen
ein Aſyl gefunden, von dem aus er drei Gepäckträgern
einen heilloſen Schrecken einjagte. Die Dunkelheit, in der
ſich all dieſe Szenen abſpielten, trug nicht wenig zur
Auf=
regung der Reiſenden bei und erſchwerte auch der
Tier=
bändigerin ihre Arbeſt, weil ſowohl die Reptilien wie
auch der Alligator immer wieder vor dem Lichte flohen
Aber ſchließlich gelang es doch, die ganze Menagerie
wie=
der zuſammen zu bringen, und erſt dann konnte mit den
Aufräumungsarbeiten begonnen werden.
C. K. Die Kirche im Meer. Nach 308 Jahren ſind in
England eine alte Kirche und Kirchhof von den
Meeres=
fluten, die ſie verſchlungen hatten, der Erde wiedergegeben
worden. In dem alten Dorfe Eccles in Norfolk ſtanden
vor langen Zeiten die Kirche und die darum liegende
An=
ſiedelung von 66 Häuſern in geringer Entfernung vom
Meer; aber die Wellen brandeten immer ſtärker an das
Land, und als 1604 eine Sturmflut kam, da wurden gegen
800 Hektar Land von den Wogen verſchlungen: die
Be=
wohner ertranken, Hänſer und Kirche waren vom
Erd=
boden verſchwunden und nur der Kirchturm blieb noch
ſichtbar. In der letzten Woche nun trat das Waſſer
un=
gewöhnlich weit zurück eine ſcharfe Briſe fuhr in die
Sandmaſſen, die die alte Kirche und den alten Kirchhof
begraben hatten und ſo trat, was Waſſer und Boden
Jahrhunderte lang bewahrt hatten, wieder ans
Tages=
licht. Der Kirchhof, der ſeine Leichen gut geſchützt hat,
bietet ſie nun den ſpäten Enkeln dar; eine ganze Reihe
von Gräbern ſind aufgedeckt und in einem Tage wurden
nicht weniger als 36 Skelette gefunden, von denen eins
die Arme über der Bruſt gekreuzt hatte. Unter den
Trümmern der Kirche entdeckte man einen bronzenen
Schlüſſel von ſchöner Arbeit und ein Wappenſchild. Sie
ſollen aus der Sakriſtei der Kirche ſtammen. Der Turm,
der noch vor einigen Jahren ſichtbar war, wurde dann
völlig zerſtört. Auch ſeine Trümmer treten nun aus dem
Sand heraus, der nach 300 Jahren die Zeugen einer
traurigen Kataſtrophe der Gegenwart enthüllt.
* Eine ſchwierige Rechnung. Das Gehalt des
fran=
zöſiſchen Präſidenten Falliéres für den kommenden
Februar bietet eine ſchwierige Rechnung, über die ſich die
Behörden gar ſehr den Kopf zerbrechen. Das Gehalt des
Oberhauptes der Republik beträgt für jeden Monat
240000 Mark, 120000 Mark perſönliches Gehalt, 60000
Mark für Haushaltskoſten und weitere 60000 Mark für
Reiſe und Repräſentationsſpeſen. Für Januar wird
Fal=
liéres ſeine 240000 Mark noch voll und ganz ausgezahlt
erhalten. Aber am 17 Februar iſt ſein Amt abgelaufen
und am 18. tritt ſein Nachfolger in die neue Würde. Mit
er löblichen Genauigkeit, die der franzöſiſchen Regierung,
wie allen Behörden eigen iſt, will man ihm nicht einen
Centime zuviel auszahlen. Er hat alſo nur noch ½s von
240000 Mark für Februar zu erhalten. Die bleibenden
½ der Summe erhält der neue Präſident. Fallisres
wird ſich alſo mit einem Schlußgehalt von genau 182142
Francs 8 Centimes begnügen müſſen, und ſein Nachfolger
bekommt bei Beginn ſeines Amtes für den Februar die
Summe von 117856 Francs 64 Centimes ausgezahlt.
Darmſtadt, 3 Januar.
*⁎* Galatafel im Reſidenzſchloß. Geſtern abend 8 Uhr
fand im Kaiſerſaal des Reſidenzſchloſſes aus
An=
laß des Neujahrsfeſtes Galatafel ſtatt, an der im
ganzen 92 Perſonen teilnahmen. In der Mitte der Tafel
ſaßen Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog
und die Großherzogin. Rechts von der
Groß=
herzogin ſaßen: Geſandter Frhr. v. Jeniſch, Frau
v. Ewald, Kaif. ruſſ. Staatsrat und Miniſterreſident
van der Vliet, Frau Nebel, Oberſtallmeiſter Frhr.
von Riedeſel, Freifrau v. Heyl, Oberjägermeiſter Frhr.
van der Hoop, Freifrau v. Ungern=Sternberg,
General=
major Franke, Freifrau v. Roeder, Prälat D. Dr. Flöring,
Präſident Reuleaux, Geh. Rat Beſt, Geh. Rat Dr.
Uſin=
ger, Oberſt v. Behr, Senatspräſident Dr. Keller.
Links vom Großherzog ſaßen: Frau Moſer
v. Filſeck, Generalleutnant v. Kathen, Frau v. Hombergk,
Generalleutnant v. Plüskow, Frau Hahn, Biſchof Dr.
Kirſtein, Freiin v. Rotsmann, Generalmajor Frhr.
v. Heyl, Frau Breidert, Generalmajor v. Breugel, Freiin
v. Bellersheim, Graf Pilar v. Pilchau, Geh. Rat Dr.
Breidert, Präſident Laury, Geh. Rat Lorbacher, Oberſt
Neuhaus. Dem Großherzogspaar gegenüber
ſaßen: Geſandter Moſer v. Filſeck und Freifrau v.
Je=
niſch, weiter rechts: Staatsminiſter Dr. v. Ewald, Frau
v. Plüskow, Miniſter des Innern von Hombergk, Frau
Braun, Präſident Ewald, Frau v. Breugel,
Generaladju=
tant Hahn, Frau v. Randow, Präſident Dr. Weber, Frau
Uſinger, Präſident Köhler, der Ordenskanzler, Geh. Rat
Dr. Beſt, Prov.=Dir. Fey; links ſaßen: Freifrau
v. Riedeſel, Finanzminiſter Dr. Braun, Freifrau van der
Hoop, Lord Acton, Frau Weber, Präſident D. Nebel,
Freifrau v. Leonhardi, Generalmajor Noeldechen, Frau
Fey, Generalmajor v. Randow. Geh. Rat Dr. Kittler,
Geh. Rat Dr. Becker, Rektor Dr. Eck, Oberſt Gereke.
Außerdem waren geladen: Miniſterialrat Hölzinger,
Oberſt Schmidt, Oberſt Frhr. Raitz v. Frentz,
Oberbürger=
meiſter Dr. Gläſſing, Oberſtleutnant Heuer, Oberſtleutnant
Eggersſ. Oberſtleutnant Zierold, Oberhofprediger
Ehr=
hardt, Miniſterialrat Dr. Weber, Oberſt v. Helldorff,
Ober=
poſtdirektor Milkau, Leg.=Attaché Mr. Rooke, Leibarzt
Dr. Happel, Oberſtleutnant v. Crüger, General=Oberarzt
Dr. Reinhardt, Major Frhr. v. Brandenſtein, Major
Frhr. v. Stetten, Adjutanten, Hofbeamte und
Kammer=
herren. Die Tafelmuſik ſtellte die Kapelle des Großh.
Artillerie=Korps unter Leitung des Obermuſikmeiſters
Mickley.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 2. Jan. Auf der Fahrt von London nach
Berlin wurde einem hieſigen Herrn im D=Zuge eine
Brieftaſche mit 13250 Mark geſtohlen. Der Dieb
konnte noch nicht ermittelt werden.
* Straßburg i. E., 2. Jan. Einen tragiſchen
Tod hat, der Straßburger Poſt zufolge, ein Unteroffizier
der 3. Kompagnie des Pionierbataillons Nr. 19 am
ver=
gangenen Montag abend gefunden. Auf dem Fort Werder
bei einer Nachtübung wurde gegen 6 Uhr der Unteroffizier
als Führer einer Schleichpatrouille beſtimmt. Er wollte
den das Fort umgebenden Graben durchſchwimmen und
ließ ſich dazu anſeilen. Das Seil erwies ſich jedoch als zu
kurz und die haltenden Leute ließen los, um dem
Schwim=
mer das Erreichen des anderen Ufers zu ermöglichen.
Gleich darauf hörte man Hilferufe. Nach einer halben
Stunde fand man den Ertrunkenen im Graben vor.
* Braunſchweig, 2. Jan. Der ſeit mehr als zwölf
Jahren bei der Bankfirma Loebecke u. Co angeſtellte
Be=
amte Adolf Auerbach ſchädigte durch Fälſchungen
verſchiedenſter Art die Firma um 450000 Mark. Er iſt
gemeinſam mit dem Kaufmann Alexander Weber, der
ver=
dächtig iſt, Auerbach angeſtiftet zu haben, flüchtig
ge=
worden. Die beiden Flüchtlinge haben ihre Effekten
bei hieſigen und anderen Banken lombardiert. Das
Bank=
haus Loebecke u. Co, hat die verpfändeten Effekten
einge=
löſt. Die noch vorhandene Differenz iſt voll gedeckt. ſo daß
eine Schädigung der Kundſchaft des Bankhauſes nicht
ein=
tritt.
* Saarbrücken, 2. Jan. Auf allen Gruben des
fis=
kaliſchen Saarbergbaues ſind die Belegſchaſten heute
morgen vollſtändig und ruhig angefahren. Die
Aus=
ſtandsgefahr iſt damit endgültig beſeitigt.
* Bordeaux, 2. Jan. Der Poſtdampfer „Gascogne‟
der den Dienſt nach La Plata und Argentinien verſieht,
iſt geſtern abend von Bordeaur abgegangen und bei
dich=
tem Nebel in dem engen Fahrwaſſer bei Goules in der
Nähe von Leſparre auf Grund gelaufen. Gefahr
für das Schiff beſteht vorläufig nicht. Schlepper und
Transportſchiffe ſind nach der Unfallſtelle abgegangen, um
den Dampfer flott zu machen.
* Peking, 2. Jan. In der Frage der
Entſchädig=
ung der Ausländer für Verluſte während der
Revolution, welche kürzlich das Haupthindernis bei
den Anleiheverhandlungen bildeten, da Frankreich und
Rußland auf Bezahlung ihrer Staatsangehörigen aus der
künftigen Anleihe beſtand, hat China ſich im Prinzip für
ein Abbkommen erklärt, wonach die ſechs Mächte ſich
ver=
pflichten, nicht ſofort auf Zahlung zu drängen. Eine
ge=
miſchte Kommiſſion ſoll ſpäter die Beträge der
Entſchädig=
ung feſtſetzen. Die Mittel für ihre Bezahlung ſollen aus
einer Ergänzungsanleihe genommen werden. Es hat den
Anſchein, daß Rußland 800000 Taels beanſprucht. Dieſes
Arrangement unterliegt jedoch noch der Genehmigung der
in Frage kommenden Regierungen.
— Hanau, 2. Jan. Der nach umfangreichen
Wechſel=
fälſchungen flüchtig gegangene Architelt Hack iſt in
New=York verhaftet und wird nach Deutſchland
ausgeliefert werden.
— München, 2. Jan. Das Befinden Paul
Heyſes erregt neuerdings Bedenken. Die durch
Herzſchwäche hervorgerufene Atemnot macht dem
Dreiund=
achtzigjährigen große Beſchwerden.
— Drieſen i. d. Mark 2. Jan. Der 70jährige
Guts=
beſitzer Wernicke auf Gut Salzkoſſaethen bei Drieſe
wurde am Neujahrstage mit Axthieben ermordet
und ſeine Frau ſchwer verletzt aufgefunden. Alle
Gelaſſe der Wohnung waren durchwühlt. Man vermiß
etwa 200 Mark. Der Tat verdächtig iſt ein früherer
20jähriger Dienſtknecht namens Krauſe. Seine
Ver=
folgung wurde aufgenommen.
Die Kriſis in Spanien.
* Madrid, 2. Jan. Faſt ſämtliche
konſerva=
tiven Deputierten haben auf ihr Mandat
ver=
zichtet ebenſo zahlreiche Senatoren. Die konſervativen
Vizepräſidenten der Kammer und des Senats haben
eben=
falls ihr Amt niedergelegt. Der Miniſterrat beriet über
die durch die Demiſſion geſchaffene Lage, die von den
Miniſtern für ſehr ernſt angeſehen wird. Graſ
Romanones erklärte, der Entſchluß Mauras ver
urſache ihm mehr Bedauern, als Ueberraſchung. Er werde
ſein möglichſtes tun, um ihn von ſeinem Entſchluſſe
ab=
zubringen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet im Norden hat ſich etwas
ver=
ſtärkt, das Hochdruckgebiet über dem Feſtland hat an
Stärke etwas abgenommen. Da im Nordoſten von
Skan=
dinavien wiederum ein Tief liegt, wehen bei uns
ſüdweſt=
liche bis weſtliche Winde. Die Temperaturen liegen an
der Küſte bis ungefähr 5 Grad im Vinnenlande unter der
Froſtgrenze Niederſchläge fielen nur an der Küſte.
In=
folge der Einwirkung des Tiefdruckgebietes werden wir
mit milderer Witterung rechnen müſſen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 3. Januar:
Meiſt trüb ſtellenweiſe Niederſchläge, etwas milder,
auf=
friſchende Südweſtwinde.
Silberne Tafelbestecke.
Robert Müller
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Saison-Ausverkauf
findet in den Tagen
Samstag, Montag, Dienstag u. Mittwoch
4. bis 8. Januar statt.
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vorm.
ALlCE-BAZAR.
Das Geschäft ist von 1—215 Uhr geschlossen.
(177fo
Unterrichtsweſen.
Beim Herannahen der Zeit zur Berufswahl drängt
ſich den Eltern die Sorge um die Zukunft ihrer Kinder
auf, dies umſomehr, als ſelbſt von Seiten der
Schulvor=
ſtände auf die ſtarke Ueberfüllung der ſtaatlichen Berufe
mit Anwärtern hingewieſen wird. Hingegen ſind
tüch=
tige kaufmänniſche Kräfte, ſelbſt bei nicht ſehr
glänzender allgemeiner Geſchäftslage, ſtets geſucht. Als
Beweis dafür konnte die Darmſtädter Sprach= und
Handelsſchule (Unterrichtsleiter Held u. Schneider)
dahier, wie ſie uns mitteilt, feſtſtellen, daß im Jahre 1912
ſämtliche von ihr ausgebildeten Schüler — mit
verſchwin=
dend kleiner Ausnahme der wenig Befähigten — ohne
Vermittelung Anſtellung erhielten. Wie aus heutigem
Inſerat erſichtlich, beginnt die genannte Darmſtädter
Sprach= und Handelsſchule am 6. Januar neue Kurſe,
worauf wir hiermit beſonders hinweiſen.
Familiennachrichten.
Statt Karten!
Mary Eriksen
Otto Zentner
Technischer Schiffsoffizier d. Norddeutschen
Lloyd
VERLOBTE
Bremerhaven
Balenes (Norwegen)
(*102
Todes=Anzeige.
Tiefbetrübt machen wir teilnehmenden
Ver=
wandten, Freunden und Bekannten die traurige
Mitteilung, daß unſer liebes, gutes Kind
Helene Margarete
im Alter von 4 Jahren nach kurzem, ſchwerem
Leiden uns durch den Tod entriſſen wurde.
Familie Georg Gunkel.
Darmſtadt, den 2. Januar 1913.
Die Beerdigung findet Freitag, 3. Januar,
nachmittags 2 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.
(*92
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe Mutter, Großmutter,
Schwieger=
mutter, Schweſter und Tante
(B208
Frau Christine Lind Wwe.
geb. Berth
unerwartet ſchnell im 73. Lebensjahre zu ſich
in die ewige Heimat abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Carl Lind, Kaufmann.
Darmſtadt, Karlsruhe, den 1. Jan. 1913.
Die Beerdigung findet ſtatt: heute Freitag,
3. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der
Leichen=
halle des Beſſunger Friedhofes aus.
Dankſagung.
Für die uns bei dem Hinſcheiden unſeres
lieben Gatten und Vaters
(194
Herrn Karl Daubert
erwieſene herzliche Teilnahme ſprechen wir unſeren
innigſten Dank aus.
Darmſtadt, den 1. Januar 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem ſchweren Verluſte,
der uns betroffen hat, ſagen wir
(150
innigſten Dank.
Frau Georg Heldmann Wwe.
und Kinder.
Seeheim, den 1. Januar 1913.
Das Geſchäft wird in ſeitheriger
Weiſe von der Famuie weitergeführt.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 3. Januar:
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 30 Min.
Samstag, den 4. Januar:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Predigt: 9 Uhr
25 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 4. Januar:
Vorabend 4 Uhr 10 Min. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 3 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 4. Januar,
an: Morgens 7 Uhr Nachmittags 4 Uhr.
NB. Donnerstag, den 9. Januar:
Rausch Chaudesch Schewat.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. D). Anfang 7 Uhr: „Wenn
ich König wäre‟
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Von
der Beiſetzung des Prinz=Regenten Luitpold; zum
Grubenunglück auf der Zeche „Miniſter Achenbach” bei
Dortmund; die Friedensunterhändler der
Balkan=
ſtaaten und der Turkei.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 4. Januar.
Stamm= und Stangenholz=Verſteigerung
um 9 Uhr in der Brücherſchen Wirtſchaft zu Arheilgen.
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung um
9½ Uhr im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (
Zuſam=
menkunft auf der Straße Ober=Ramſtadt-Nieder=
Modau, am Eingang des Waldes).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
aiver-Ausvorkauf
in allen Abteilungen
außerordentlich billige Preise.
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Elisabethen-
u. Wilhelminenstr.
TarrScharnann Gebt
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Kommode, gr Paneelrückwand, eich.,
geſchnitzt, u. Verſchied., gut erh., bill.
zu verk. Näh. in der Exped. (*130
vom 2. Januar ab
bis auf weiteres hab. nachſtehende
Herren die Güte, mich zu vertreten:
Dr. med. Bönning,
Dr. med. Göring,
Dr. med. Hammer,
Dr. med. Hof,
Dr. med. Köpke,
Dr. med. Langsdorf.
Dr. Meu. Städuingel
prakt. Arzt. (149
Ich kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets
kon=
kurrenzl. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 29,
Teleſon 2097.
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II. Preussisch-Süddeutsche
(228. Königlich Preussische)
Klassen-Lotterie
Ziehung I. Kl. am 13. u. 14. Januar 1913
Lose zu den amtlichen Preisen:
Achtel Viertel Halbe Ganze
Mk. 5.−
Mk. 10.−
Mk. 20.−
Mk. 40.−
in jeder Klasse haben noch abzugeben:
Die Königlich Preussischen Lotterie-Einnehmer
in Darmstadt
Christian Kullmann L. F. Ohnacker O. Petrenz, Elisabethenstr. 5
Wilhelminenstr. 9
Ludwigstrasse 1 i. Fa. Müller & Rühle, Hofbuchhdl.
Telephon 351.
Telephon 84.
Telephon 220.
Philipp J. Schmidt
H. Hilsdorf
Rheinstrasse 33 Elisabethenstrasse 2
Telephon 127.
Telephon 314.
(163a
Wappen-
Sammlung
zu kaufen geſ. Off. unt. D. E. 24
postlagernd Darmstadt.
(*54
1924!!
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Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
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prompteſte Erledigung. (157a
M. Löb & Co.
Liebigſtr. 30. Telephon 479.
Kurſe vom 2. Januar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
8f.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,70
78,10
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,8)
3½ do. Conſols . . . 88,75
78,10
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 98,90
92,70
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,90
87,10
do.
3½
77,30
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,20
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,25
4 do. do. (unk. 1918) 99,45
87,60
do.
3½
do.
3
76,75
78,30
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,70
de. v. 1875 93.20
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 99,00
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,00
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 88,70
4 do. Goldrente . . . 92,8)
4 do. einheitl. Rente. 85,50
3 Portug. unif. Serie I 63,50
3 do. unif. Ser, III 66,40
3 do. Spezial
9,70
5 Rumänier v. 1903 . . 99,90
4 do. v. 1890 . . 95,90
4 do. v. 1905 . . 88,50
4 Ruſſen v. 1880 . .
. 88.75
4 do. v. 1902 .
. 89,5)
4½ do. v. 1905 . . . . 99,30
3½ Schweden .
. 9000
4 Serbier amort. v. 1895 80,3)
4 Türk. Admin. v. 1903 77,80
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,70
4 Ungar. Goldrente . . . 88,40
4 do. Staatsrente. . . 84,90
Zf.
In Prot.
5 Argentinier
. .100,20
4
do.
88,00
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,90
4½
do.
4½ Japaner . . . . . . . 92,10
5 Innere Mexikaner. . . 94,00
3
do.
59,2)
4 Gold=Mexikanerv. 1904 83,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,40
3 Buenos Aires Provinz 68,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 161,50
5 Nordd. Lloyd .
. . 125,00
6½ Sudd. Eiſenb.=Geſ. . 126,75
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſend. 60½
Einz. Mk. 408 . . 113,20
6 Baltimore und Ohio . 105,50
6 Schantungbahn . . . . 131,40
67 Lurenb. Prine Genri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 21,75
6 Pennſylvania R. R. . 122,00
Letzte Induſtrie=
Divid. — Aktien.
3 Brauerei Werger . . 65,50
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik .
. . 524,00
14 Chem. Fabrik Gries=
.248,50
hein
30 Farbwerke Höchſt . . 636,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 347,50
10 Cement Heidelberg . . 145,40
30 Ehem. Werke Albert 432,90
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 332,50
—
5 Lahmeyer . . .
Setzte
ZuProt.
Lwvid.
7½ Schuchert, Nürnberg 154,25
12 Siemens & Halske .228,½
5 Beramann Electr. . . 122,40
10 Deutſch. Ueberſe Eletr. 160,75
25 Zummi Peter . . . . 76,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 90,00
30 Abler =Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 570,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Witener Stahlröhren 217,00
8 Steana Romana Petr. 146,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 233,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
. . . . 197,50
häuſel.
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 91,00
3 Südd. Immobilien . 60,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 174,00
12½ Bochumer Vergb. u.
Gußſt. . . . . . . 216,60
11 Deutſch=Luxemburg.=
Pergb. . . . . . . 166,80
10 Gelſenkirchener . . . . 197,50
9 Harpener . . . . . . . 186,90
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 261,40
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . .
6 Laurahütte . . . . . . 166,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 163,00
11 . Weſteregein 2150
7½ South Weſt Afriea 127,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Sädd. Eiſenb.=Geſ. 89,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,70
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 83,.00
75,35
3 Prag=Duxer . . . .
5 Oeſterr. Staatsbahn . 103,40
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,90
76,40
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,10
da
76,50
Inpros
8t.
2‟ Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,20
76,75
3 Raab=Hebenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,00
4 Ruſſ. Südweſt. . . . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,10
do.
86,30
4 Wladichawchas . . . . 88,90
4 Rjäſan Koslow.
86,00
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,00
do.
2½ Livorneſer
70,80
3 Salonique=Monaſtir . 62,50
4 Baadadbahn . . . . . . 81,00
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,80
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 71,70
4 Northern=Paeiſie . . . 99,00
4 Southern=Pacifie
. 93,50
5 St. Louis und San
Franeisco. . . . . 84,10
5 Tehuantepec . . . . . . 98,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 185,00
7 Vergiſch=Mürkiſche
.149,50
Bahn . . .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 168,80
6½ Darmſtädter Bank . 122,50
12½ Deutſche Bank . . . 254,75
6 Deutſche Vereinsbank . 125,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 122,00
10 Diskonto=Kommandit 187,60
8½ Dresbener Bank 155,70
9½ Frankf. Hypoth.=B. 214,00
6½ Mitteld. Kreditbank 120,90
7 Nationalb. für Deutſchl. 124,00
7 Pfälziſche Bank. . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 132,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 136,80
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 118,50
7½ Wiener Bankverein . 122,50
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98.50
3.
Zußron,
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 87,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . . . .
98,20
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,00
do.
87,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
87,30
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 98,80
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,00
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6
. 87,30
S. 3—5 .
. 87,10
S. 9—11
. 87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . 86,80 Praunſchweiger Tlr. 20 201,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
3½
87,00
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt.
97,00
F., do.
89,00
4 Frankfurt.
. 99,00
½ do.
96,00
4 Gießen .
3½, do.
4 Heidelberg
. 97,00
bo.
87,20
4 Karlsruhe.
. 96,90
d.
88,30
4 Magdeburg.
. 99,40
do.
4 Mainz
. 96,50
8870
do.
4 Mannheim
. 9740
88,00
do.
4 München .
.. 98.50
3½ Nauheim
98,00
4 Nürnberg.
86,709
do.
4 Offenbach .
InPro.
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden .
. 99,50
5½, do.
94,80
4 Worms .
. 97,00
3½ do.
37,00
4 Liſſaboner v. 1888 . 78,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 136,30
3 Holl. Komm. fl. 100 109,00
3 Madrider . . Fs. 100 74,00
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 172,80
3 Oldenburger . . . . . . 129,80
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
. Fs. 15 0
Freiburger .
. Fs.45 —
Mailänder .
.Fs. 10 —
do.
. ſl. 7
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 543,00
do. v.1858fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100 386,00
Venediger . . . . Fs. 30 45,90
Türkiſche . . . . Fs. 400 155,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,42
20 Franks=Stücke .
16,20
Amerikaniſche Noten . . . 4,17½
Engliſche Noten . . . . . 20,40
Franzöſiſche Noten. . . . 81,30
Holländiſche Noten. . . . 169,35
Italieniſche Noten . . . . 80,30
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,60
Ruſſiſche Noten . . . . . 214,50
. 38,00 Schweizer Noten . . . . . 80,90
Reichsbank=Diskonto. .
Reichsbank=Lombard Zsf. 7
Beachten Sie bitte meine
Schaufenster
SisonAusverkouf
b1s
10
Preisermässigung ab heute auf alle Waren meines Geschäftes (ausser
Kurzwaren). Die Spargelegenheit ist während meines Saison-
Trotz der bedeutend
Ausverkaufs so selten günstig wie zu keiner anderen zeit im Jahr. reduzierten Preise
noch Rabattmarken
Auf alle Waren (ausser Kurzwaren) erhält man obigen Rabatt.
Ind ungarmerte Damen- und
Besichtigen Sie
meine Lager
ohne Kaufzwang
zur Hälfte des reellen Wertes.
206
Gg. Heckmann-Schmidt
Inh.:
Ludwigstr. 8.
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Jung. Mädchen
mit 2jähr. Lehrzeit in der
Verſiche=
rungsbranche, perfekt im
Maſchinen=
ſchreiben u. Stenographie, ſucht bald.
Stellung. Off. unt. 8 38 Exp. (*81fs Saub. Mädch. ſucht Laufſtelle
Junge, unabhängige Frau ſucht
tagsüber Beſchäftigung Frau
Geider, Erbacherſtr. 16, Hth. (*74
Saubere jg. Frau ſucht f. morg.
2—3 St. Laufſt. Nähe
Frankfurter=
ſtraße. Off. u. § 35 an die Exp. (*64
Frl., welches gut kochen kann,
ſucht St. als Stütze o.
Haus=
hälterin. Off. u. § 26 Exp. (*103
morg. u. nachmittags. Zu erfrag.
Tüchtüige Verkäuferin
Annaſtraße 2, bei Braun. (*93fs
mit langjähriger Tätigkeit, ſucht
Stellung in beſſ. Geſchäfte f. Wäſche
od. Weißwaren p. ſ1. Febr., evtl. auch
ſpäter. Off. u. 8 32 a. d. Exp. (*73fsi
Frl., 26 Jahre, ſucht Stellung
als Verkäuferin, Packerin oder
Kaſſiererin. Off. u. S 25 Exp. (*101
Junges Fräulein,
welches etwas Schreibmaſchine u.
Stenographie kann, tüchtig u.
ge=
wandt für Büro, ſowie für jedes
Geſchäft iſt, ſucht ſofort
Beſchäfti=
gung. Offerten unter § 44 an
die Exped. d. Bl.
(*155
nimmt noch
Fertel
Büglerlll Kunden auß.
dem Hauſe an. Gefl. Offert. unt.
§ 19 an die Exved.
(*110fsi
perſ. in ſein.
Schneiderin Damen=und
Kindergarder., nimmt noch
Kund=
ſchaft an, in und außer dem Hauſe.
Rhönring 123, III. (*114fo
Perfekte, erfahrene Schneiderin
empfiehlt ſich nur nachmittags. —
Offert. u. § 21 a. d. Exp. (*107
Flickfrau empf. ſich im Ausbess.
von Kleidern, Weißzeug, ſowie
Herrn-
kleidern Heinheimerſtr. 40. (*57
Schneiderin empfiehlt ſich im
Anfertigen von Damen= u.
Kinder=
garderoben Viktoriaplatz 12, II. (*60fs
Tücht. Schneiderin empf. ſich zum
Anfertig. von Mänteln, Koſtümen,
Straßen= und Kinderkleidern bei
bill. Preiſen Kiesſtr. 30, pt. (*129fs
Weſſeres Fräulein ſucht Stellung
als Stütze der Hausfrau,
übernimmt eventl. auch Pflege.
Familienanſchluß erwünſcht. Näh.
Exp. d. Blattes.
(*15067if
Junge Frau ſucht Laufſtelle
Mühlſtraße 7, Seitenbau I. (*61
Geb. Fräulein, in all. Zweig. d.
Haush. erf., häusl., beſcheiden, ſucht
Stell. z. ſelbſt. Führ. ein kl. Beamt.=
Haushaltes, geht auch aufs Land.
Off. unt. § 15 an die Exped. (*55
Mehrere Landmädchen ſuchen
paſſende Stellen ſof. u. 15. Januar
durch Johannette Weißmantel,
gewerbsmäßige
Stellenvermittle=
rin, Kaſinoſtraße 17. (*87
Mädch. ſucht Laufdienſt a. für d.
ganz. Tag. Langegaſſe 41, Htbau. (*82
ſ. Laufd. morg. u.
Junge Frau mittags. Näheres
Wendelſtadtſtr. 49, Vdh., 1. St. (*156
Junge Frau ſucht Laufd. oder
Büro und Laden zu reinigen
*58) Beſſungerſtr. 87 Hib. part. r.
Kindergärtnerin ſucht tagsüber
od. nachmittags Stelle zu Kindern.
Off. u. 8 47 an die Exped. (*124
Männlich
Weicher Pho=
Photograph. tograph bildet
e. j. Mann, 21 Jahre, welch, ſeinen
Beruf Verhältniſſe halber aufgeb.
muß, als Photograph aus. Offert.
unt. § 46 a. d. Exped. (*126fso
Blinder Mann empfiehlt ſich
im Flechten v. Körben u. Stühlen.
Arbeit wird abgeholt. Gg. Treuſch,
Eckhardtſtraße 33.
(212a
Weiblich
2 tüchtige
Verkäuferinnen
für Schuhwaren
per 1. oder 15. Februar,
1 Lehrmädchen
per Oſtern geſucht (138
Gebr. Blum.
F. Stephani.
Mehrere einfache, junge
Mädcken
für leichte Handarbeiten
zum ſofortigen Eintritt
geſucht.
Gamaschenfabrik Heß
167fs
Luiſenſtraße 6.
Zeitungsträgerinnen
nur für abends geſucht.
Näheres bei Chr. Kullmann,
Wilhelminenſtraße 9. (IV201,1
Schneiderinnen und
Verkäufe=
rinnen ſof. geſ. A. & J. Schlegel,
Theater- u. Maskengarderoben. (90a
Geſucht zum baldigſten Eintritt
ein feineres, nur gutempfohlenes, in
Küche und Hausarbeit erfahrenes
Alleinmädchen in kl. Haushalt.
Zu ſprechen bis 11 u. von 5—7 Uhr
*15117idf) Soderſtr. 44, 2 Tr.
Geſucht vom 2. Januar ab ein
erfahrenes, nicht zu junges
Dienſtmädchen
das Küche und Hausarbeit
ver=
ſteht. Näheres Steinſtr. 8, 1. St.,
von 6—8 Uhr abends. (91a
Reinliche unabhängige Frau
für 2 Stunden vormittags geſucht.
Lohn monatlich 12 Mk. (148
Nieder=Ramſtädterſtr. 21.
Wegen Verheiratung der jetzigen
ſuche ich eine gute Köchin, welche
Hausarbeit mit übern.
Zimmer=
mädchen wird gehalten. Vermittl.
angenehm. Frau Brauerei-Direktor
Meiz, Eberstadt b. Darmstadt. (170fso
Frau ſucht Laufdienſt vormitt
2—3 Stunden. Schmidt,
Eliſa=
bethenſtraße 42, Hinterh. (*121
ſucht abends Laden
J. Frau od. Bureau zu reinigen
Kaupſtraße 13.
(186
Junges Mädchen, in allen
Hausarbeiten bewandert, ſucht
Stellung bis zum 1. Februar.
Näheres Arheilgerſtr. 54. (*153
Junge Dame gesucht
für intereſſante und vielſeitige
Tätigkeit. Perfekte
Steno=
graphin u.
Maſchinenſchreibe=
rin. Franzöſiſch und Engliſch
erforderlich, ſchöne Handſchrift
und größter Ordnungsſinn,
vertraut mit Büro= und
Re=
giſtraturarbeiten. — Baldiger
Eintritt erwünſcht. Offerten
mit Zeugnisabſchriften erbeten
an die Redaktions-Abteilung der
Verlagsanſtalt Alexander
Koch-Darmstadt. (217fs
Ver ſofort verſelil Buchalterin,
ſpez. für Hauptbuch, geſucht.
Offerten mit Gehaltsanſprüchen
u. § 12 a. d. Exv. erbeten. (*49
Einlegerin
ſucht C. W. Leske.
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nach Stuttgart für jetzt oder ſpäter
geſucht. Offerten unter W O 24
Wiesbaden, postlagernd,
Schützenhof.
(*24dfs
Gesucht
für 2 Stunden täglich eine ſaubere
Lauffrau oder für tagsüber ein
14 bis 16jähriges Mädchen. (*89
Saalbaustraße 11. part.
Servierfräulein
ſof. geſucht. Schloßgaſſe 14. (*80fs
Haushälterin.
Beamter ſucht alleinſteh. Frau oder
Mädchen zur Führung des Haush.
Offert. unt. § 40 an die Exp. (*76
Unabhäng., ſaub. Laufmädchen
zum Reinigen von Geſchäftsräum.
ſofort geſucht. Mathilde Wolff,
Schulſtraße 3.
(*111
Reinl. Mädchen od. Frau morg.
2 Stunden u. zum Spülen geſucht
Mathildenſtraße
13
Tichtiner Meldchen, der
gut kochen kann und alle
Hausarbeit verſteht, zum
baldigen Eintritt geſucht
Viktoriaſtr. 30, 1. Stock. (205a
Iidertanſte en gd.
Haus=
hälterin zur ſelbſt. Führung eines
kleinen Haushalts zum 15. Januar
geſucht. (Familienanſchluß).
Offert. unt. § 49 an die Exped.
dieses Blattes.
(*138
Viktoriaſtr. 27, parterre.1 Fleiß, ält. Dienſtmädchen, ohne
Anhang, für Küche u. Hausarbeit
zu zwei älteren Leuten geſucht
L. Wesp, Grafenſtr. 18. (*66 für einige Stunden
Monatsfrau vormittags geſucht
Schloßgartenſtr. 5, I., I. Melden
am Samstag zw. 5—6 nachm. (*65 Reinliche Lauffrau für etwa
3 Tage in der Woche (ie 2 Stunden
vorm.) geſ. Beckſtr. 91, pt. (*491s Zuverl. Mädchen, weiches zu
Hauſe ſchlaf. kann, f. alle Arb. in f.
Penſ. geſ. Luiſenpl. 1, II., I. (*143 Ein tüchtiges Mädchen tags=
über geſucht. Dieburgerſtr. 12,
Taunusburg.
(*147 Geſucht per ſof. tüchtiges Tages=
mädchen. Hügelſtr. 69, III. (*100 Ein ordentliches Mädchen oder
eine Frau, die koch. kann, tagsüb.
geſucht. Zu melden zwiſchen 3 bis
5 Uhr, Mathildenſtr. 11, I. (*99fs tbraves, ſchul=
Gesucht entlaſſenes
Mädchen oder unabhängige Frau
für morgens od. tagsüber. Vor=
zuſtellen Dieburgerſtr. 17, II. (*98fso ſauber u. zuverläſſig,
Lauffrau morgens 3 mittags
2 Stund. geſ. Taunusſtr. 1, I. (*96fso Kräftiges, junges (*90
Landmädchen
für leichte Küchenarbeit ſof. geſucht.
Britannia-Hotel. Monat=Mädchen geſucht Guten=
bergſtr. 14, I. Meld. zw. 9—12 Uhr.(* Zum Anweiſen der Plätze
noch einige zuverläſſige,
ſtreng ſolide
Mädchen
geſucht.
(*169
Union-Theater, Rheinstr. 6. f. morg. v. 8—10 Uhr
Lauffrau ſofort geſucht.
Herrngartenſtr. 29, 1. St. (B224 Ein Mädch., d. g. bürg. koch. kann,
in kl. Haush. geſ. 25—30 Mk. Lohn.
Frau Susanne Röse, gewerbsmässige
.Stellenvermit lerin, Kiesstr. 35. (*158 Eine Putzfrau für Geſchäfts=
räume abends geſucht. Näheres
Schulſtr. 7, I. St.
*142 Putzfrau
4für den ganzen Tag auf einige
Zeit geſucht. Näh. Exp (*146 für 2 Stund. geſucht.
Lauffrau Uhrengeschäft,
Wilhelminenſtraße 21.
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ſtehenden Erwähnung geſchiebt, behält ſich die Rebaſtion ihr ürteil vor.
* Fritz v. Uhde über den am 13. Januar
zu=
gunſten des hieſigen Diakoniſſenhauſes „Eliſabethenſtift”
Pfarrer Deggau=Beedenkirchen einen
Lichtbilder=
vortrag im „Kaiſerſaal” halten wird, gehört
bekannt=
lich zu den bedeutendſten Meiſtern der neueren „Hellicht=
Malerei” Aber noch bedeutender und bahnbrechender
er=
ſcheint er dadurch, daß er dieſe moderne Technik nicht bloß
auf die Landſchaft und das Sittenbild, ſondern auch auf
das religiöſe und bibliſche Figurenbild anwandte, das bis
dahin in den Feſſeln einer äußerlichen Linienharmonie
und frommen Anekdote gelegen hatte. Indem er es in
das „helle Licht” der gegenwärtigen Zeit, ebenſo wie alle
großen Maler früherer Perioden, ſtellte, gab er ihm auch
die geiſtige Natürlichkeit und das ſoziale
In=
tereſſe für uns wieder, ohne den tiefſten ewigen
Ge=
halt desſelben zu verlieren. So iſt, um der Sache wie um
des wohltätigen Zweckes willen, von unſerem kunſtſinnigen
und religiös=ſuchenden Publikum mit Grund zu hoffen,
daß es dieſen lehreichen Lichtbildervortrag über Uhde
ähnlich zahlreich beſucht und warm aufnimmt, wie es im
vorigen Jahre den Vortrag über Hans Meyers
edel=
modernen „Totentanz” ſo dankenswert würdigte.
Luftfahrt.
Das aviatiſche Jahr 1912.
sr. Das abgelaufene Jahr hat wieder einen ganz
er=
heblichen Fortſchritt in techniſchen und ſportlichen
Leiſt=
ungen zu verzeichnen. Der Höhenweltrekord, der
bereits im Jahre 1910 von 453 auf 3100 Meter
empor=
geſchnellt worden war und im Jahre 1911 von Garros
auf. 3910 Meter gebracht wurde, iſt im letzten Jahre
ver=
ſchiedentlich verbeſſert worden. Inhaber des Rekords iſt
zurzeit wieder der Franzoſe Garros, der mit einem
Vleriot=Eindecker in Afrika 5801 Meter hochſtiea und
da=
mit den Rekord von Legagneux, den dieſer erſt im September
mit 5700 Meter aufgeſtellt hatte, wiederum verbeſſerte.
Auch die Höhenrekorde mit Paſſagieren
wur=
den im Jahre 1912 mehrere Male angegriſſen und
ver=
beſſert. Inhaber des Weltrekords war bis Ende 1911
Prevoſt. Im Jahre 1912 riß der öſterreichiſche
Oberleut=
nant von Blaſchke (im Juni) den Rekord mit Paſſagieren
mit 4250 Metern an ſich. Den Rekord ſtellte er mit einem
Lohner=Daimler=Pfeildoppeldecker auf. Mit zwei
Paſſa=
gſeren hatte 1911 der öſterreichiſche Oberleutnant Bier
den Höhenrelord mit 1220 Metern inne. Zweimal
ver=
beſſerten im Laufe dieſes Jahres franzöſiſche Flieger den
Rekord, und zwar Prevoſt auf 2100 Meter und Franz auf
2125 Meter. Im Zumt glücke es aber dein Landemann
von Bier, dem Oberleutnant von Blaſchke, den Rekord
wieder an Oeſterreich zu bringen, indem er 3500 Meter
aufſtieg. Auch bei dieſem Fluge benützte von Blaſchke
einen Lohner=Daimler=Pfeildoppeldecker mit 120 Ps. Der
Wektrekord mit 3 Paſſagieren iſt im Beſitze
von Sablatnig, der mit einem Bomhard=Pfeildoppeldecker
auf 1120 Meter ſtieg, mit 4 Paſſagieren brachte
es der Holländer Verſchaeve auf 596 Meter. Die
Diſtanz=
rekords ohne Zwiſchenlandung wurden im letzten Jahre
nicht mehr überboten, was darauf zurückzuführen iſt, daß
die Ausſchreibung für den Michelin=Diſtanzflug dahin
umgeändert wurde, daß zwei Zwiſchenlandungen
ge=
ſtattet waren. Inhaber des Diſtanzrekords iſt der
Franzoſe Gobet mit 740,299 Kilometern. Der
Diſtanz=
weltrekord mit einem Paſſagier wird von dem engliſchen
Leutrant Kennet, welcher den vorjährigen Rekord des
öſterreichiſchen Oberleutnants Bier von 250 Kilometer
nuf 420 Kilometer verbeſſerte, behauptet. Dagegen iſt
Oberleutnant Bier noch Inhaber ſeines vorjährigen
Diſtanzrekords mit 2 Paſſagieren, der auf 112 Kilometern
ſteht. Auch der vorjährige Diſtanzweltrekord mit 3
Paſſa=
gieren, den Buſſon 1911 mit 50 Kilometern aufſtellte, iſt
nicht überboten, ebenſowenig der Rekord von Buſſon mit
4 Paſſagieren, der auf 25,7 Kilometern ſteht.
Wie der Diſtanzweltrekord, ſo iſt auch der
Dauer=
flugrekord für Flüge ohne Zwiſchenlandung 1912
unverändert geblieben. Inhaber iſt der Franzoſe Fourny
mit 11.0129,2. Mit einem Paſſagier hält Leutwanz
Kennet den Rekord mit 4:51:00, während im Vorjahre
der Deutſche Suvelack es auf 4:34:00 gebracht hatte. Mit
2 Paſſagieren flog Oelrich in Deutſchland 2141:00. Er
verbeſſerte damit den im Vorjahre gleichfalls in
Deutſch=
land von Pietſchker aufgeſtellten Rekord von 2119.22.
Auch der Dauerrekord mit 3 Paſſagieren iſt in deutſchem
Beſitz. Er wird von Gruhlich mit 135100 gehalten,
Gegen das Vorjahr iſt nur eine Verbeſſerung von 8
Mi=
nuten 37 Sekunden zu verzeichnen. Mit 4 Paſſagieren,
flog in dieſem Jahre Abramowitſch mit Wright=
Doppel=
decker in Petersburg mit 45 Minuten 56 Sekunden die
beſte Zeit. Hier iſt gegen das Vorjahr eine bedeutende
Steigerung zu verzeichnen, da der alte von Buſſon
ge=
haltene Rekord nur 17 Minuten 28 Sekunden betrug.
Mit 5 Paſſagieren ſtellte Molla in dieſem Jahre den
erſten Rekord mit 1.06100 auf. Der Rekord mit 6, 7 und
11 Paſſagieren blieb gegen das Vorjahr unverändert. Die
Rekords werden von Breguet mit 12 Minuten, Sommer
mit 1 Stunde 30 Mimrten und Breguet mit 5 Minuten
gehalten. Die Geſchwindigkeitsrekords
wur=
den zum Teil noch vor Ablauf des Jahres erheblich
ver=
beſſert, und zwar glückte es dem Franzoſen Gilbert, auf
einem Morane=Saulnier=Eindecker die alten Rekords von
350—600 Kilometer zu verbeſſern. Er flog 350 Kilometer
in 3:26:16, 400 Kilometer in 3:55:27, 450 Kilometer in
4:24:44, 500 Kilometer in 4:54:06 und 600 Kilometer in
5.5238. Auch die übrigen Geſchwindigkeitsrekords
wur=
den zum Teil ſehr erheblich gedrückt. 10 Kilometer flog
Vedrines in dieſem Jahre in 335 Min. (1911 Nieuport
4.30 Minuten), 20 Kilometer Vedrines in 723,4 (1911
Nieuport 91048), 30 Kilometer Vedrines in 11107.6
(1911 Nieuport 13:53,2), 40 Kilometer Vedrines in 14.:50,8
(1911 Nieuport 18:31,6), 50 Kilometer Vedrines in 18:34,2
(1911 Nieuport 23:10), 100 Kilometer Vedrines in 36:23,2
(1911 Nieuport 46:27,4), 150 Kilometer Vedrines in
5435.6 (1910 Wehmann 111362), 200 Kilometer
Bedri=
nes in 1210.00 (1910 Bobron 2.1830) 250 Kilometer
Tabuteau in 21073342) (1910 Pierre Marie 3.0428,2).
Ueber 30 Kilometer hält Pierre Marie noch ſeinen alten
Rekord von 1911 mit 3:40:55,4. Dann folgen die neuen
Rekords von Gilbert von 350—600 Kilometern. Ueber
70 Kilometer beſteht noch der vorjährige Rekord von
Fourny mit 1043:46,2. Auch die
Geſchwindig=
keitsrekords mit einem Paſſagier ſtiegen
entſprechend: 10 Kilometer flog Andre Frey in 4:30,2
(1911 Nieuport 5:58,2), 20 Kilometer Frey in 9101 (1911
Nieuport 11.37,4), 30 Kilometer Frey in 13.30 (1911
Nieu=
port 17153,1), 40 Kilometer Frey in 18:01 (1911
Nieu=
port 23:57,3), 50 Kilometer Frey in 22131 (1911 Nieuport
20.33₰), 10 Kihmeter Frey in 4450, (191 Nieuwort
59:16), 150 Kilometer Frey in 1.07119 (1911 Nieuport
1.28:37,4).
Sport, Spiel und Turnen.
* Fußball. Das Nord=Süd=Spiel der
Berliner Jung=Mannſchaften. In Berlin
fand am Neujahrstage nur das durch ſeine
Vor=
geſchichte intereſſant gewordene Spiel der repräſentativen
Jugend=Mannſchaften der Nord= und Süd=Vereine ſtatt.
Bekanntlich hatte dieſes Spiel im Vorjahre durch
ſchar=
fes Spiel und andere unliebſame Vorfälle in einem argen
Mißton geendet. Infolgedeſſen war ſeine Austragung
diesmal vom Verbandsvorſtande nicht genehmigt
wor=
den, und als ſich die Vereine in der letzten
Verwaltungs=
ausſchußſitzung des V. B. B. auf einen anderen
Stand=
punkt ſtellten, legte der geſamte Vorſtand ſeine Aemter
nieder Das Treſſen nahm einen einwandfreien Verlauf
und zeigte ſehr gute Leiſtungen der jungen Spieler. Bis
zur Pauſe führte die Süd=Mannſchaft mit 231. In der
zweiten Spielhälfte war der Kampf gleichfalls verteilt
und nur durch das gute Zuſammenarbeiten der
beider=
ſeitigen Torwächter fiel für den Norden nur noch ein Tor,
ſo daß das Spiel unentſchieden 212 endete.
Schiedsrichterfreuden. Aus Paris, 2.
Ja=
nuar, wird berichtet: Am Schluß des geſtern im
Bon=
logne=Wäldchen ſtattgehabten Fußballwettkampfes
zwi=
ſchen den Vertretern der franzöſiſchen und ſchottiſchen
Ver=
eine, bei dem die letzteren einen glänzenden Sieg davon
trugen, wurde der Schiedsrichter, der Schotte Baxter,
von den über die Niederlage der Franzoſen wütenden
Zuſchauern in arger Weiſe beſchimpft, mit Stöcken
bedroht und mit Kies beworfen. Schutzleute und
Gen=
darmen mußten einſchreiten, um Baxter vor ernſteren
Mißhandlungen zu ſchützen.
sr. Im Berliner Hockey=Sport trafen ſich am
Neu=
jahrstage in Dahlem kombinierte Mannſchaften des
Ber=
liner Hockey=Klubs und des B. F. C. Preußen in einem
Geſellſchaftsſpiel, das der Berliner Hockey=Klub mit 733
gewann.
* Amateurphotographie. Das Januarheft der
Ama=
teur=Zeitſchrift Photographie für Alle bringt
einen aktuellen und intereſſanten Artikel von Dr.
Irmen=
bach über „Ausrüſtung für
Winterphotogra=
phie‟. Der Verfaſſer ſagt in dieſem Artikel unter
an=
derem folgendes: „In den Anleitungen für
Winterphoto=
graphie fehlen meiſt allgemeine Ratſchläge, wie man ſich
während der Aufnahmen im Schnee und im Winter
über=
haupt zu verhalten hat und ſpeziell welche
Berückſichtig=
ung die Bekleidung, die zweitwichtigſte Ausrüſtung des
„Winterphotographen” neben der eigentlichen
photogra=
phiſchen, zu dieſer Zeit erfahren ſollte. Gewöhnlich wird
daher der Wahl der richtigen Kleidung viel zu wenig
Aufmerkſamkeit geſchenkt. Da wird ſich denn, wie immer,
die goldene Mittelſtraße am praktiſchſten erweiſen. Im
allgemeinen geſprochen wird eine Kleidung, wie ſie für
die meiſten Winterſportarten ſich eignet, auch für unſeren
Zweck am tauglichſten ſein: ein kurzer Winterpaletot,
ge=
fütterter Lodenrock, evtl. auch Pelz, Kniehoſen mit
Ga=
maſchen, von welchen neben denen aus Leder und
Leder=
imitation insbeſondere Wickelgamaſchen aus Loden der
Vorzug gebührt (da ſie, bis zum Knie feſt um das Bein
gewickelt, nicht nur vorzüglich warmhalten, ſondern auch,
weil völig waſſerdicht, das Eindringen des durch die
Körperwärme ſchmelzenden, hochliegenden Schnees in die
Kleidung und das Uebergreifen der Feuchtigkeit auf den
Körper ſelbſt total verhindern), eine runde Pelzmütze oder
wollene Winterſportkappe als Kopfbedeckung (die ganz
ausgezeichnet alle Bewegungen unter dem Einſtelltuch
zu=
läßt), evtl. bei ganz ororbitanter Kälte mit
Ohrenſchutz=
klappen.: Weiterhin ſpricht der Artilel ſich über das
Ver=
halten der Damen beim Photographieren aus, erwähnt
die Handhabung der Stative und gibt in weiteren
tech=
niſchen Ausführungen Anhaltspunkte für die
Winter=
photographie.
Die Entstehung einer Küchensagel
„Viel hilft viel” dachte die Hausfrau, als sie zum ersten Male Liebig’s Fleisch-Extrakt benutzte. Deshalb nahm sie gleich einen ganzen Löffel
voll dieses ausgiebigen Produktes auf den Teller Suppe! Am nächsten Tage erzählte sie ihrer gläubigen Nachbarin, dass es „zu teuer” sei — —. Ob jene
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finden ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Pinſcher, 1 Foxterrier, 1
Hof=
hund (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei
dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
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10 Uhr, ſtatt.
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Samstag, den 4. Januar 1913, nachm. 4½ Uhr,
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Beſichtigung erbeten. Annahme von Verſteigerungen und
Verkäufen. Beſte Referenzen.
Ich habe mich zur gemeinsamen anwaltlichen
Tätigkeit mit den Herren Geh. Justizrat Gallus und
Dr. Gallus, Rechtsanwälten in Darmstadt, vereinigt. 67 18 962 Wieſe, die Ru=
Meine Anwaltspraxis in Gross-Gerau hat Herr
Rechts-
anwalt Dr. Knöpfel übernommen.
Darmstadt,
Dr. Diehl,
Bismarckstrasse 23.
Rechtsanwalt.
Ich bin am Amtsgericht Gros=Gerau als
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anwalt zugelassen.
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Gross-Gerau,
Ringstrasse 8.
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Freitag, 10. Januar 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Philipp
Jacoby dahier zuſtehenden
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ſchaften:
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*19 265 2199 Acker oberſte
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19 316 2634 Acker, am
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ſtädter Weg,
dolphswieſe
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße Nr. 1, wiederholt
zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung kann auch dann erfolgen, falls
ein der Schätzung entſprechendes
Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 17. Dezember 1912.
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In unſer Handes=Regiſter, Abei
Oteilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Reſidenz=Automat,
Geſell=
ſchaft mitbeſchränkter
Haf=
tung, Darmſtadt.
Der bisherige Geſchäftsführer
Wilhelm Rathgeber iſt
ausge=
ſchieden, an ſeiner Stelle iſt Ludwig
d'Entremont, Kaufmann in
Darm=
ſtadt, zum Geſchäftsführer be=
(169
ſtellt.
Darmſtadt, 30. Dezember 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a) teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter Möbelfabrik,
Geſellſchaft mit
beſchränk=
ter Haftung, Darmſtadt.
Der Geſchäftsführer Kaufmann
Julius Bever iſt ausgeſchieden,
an ſeiner Stelle iſt der
Kauf=
mann Carl Eichelsheim in
Darm=
ſtadt zum Geſchäftsführer
be=
ſtellt.
Darmſtadt, 30. Dezember 1912.
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ſtoffe, der Nährſalze beraubt
iſt, welche bei den Früchten
direkt unter der Schale liegen.
Um das ſchöne Ausſehen zu
erzielen, wird der Glanzreis
mit Parafin, Talkum,
Ultra=
marinblau uſw. behandelt.
Aus
Vollreis
ſchöpfen die Japaner und
Chineſen ihre Kraft und
Aus=
dauer und zwar nur deshalb,
weil ſie den Reis eben als
Vollreis, d. h. vollwertig und
ungekünſtelt genießen. Wenn
wir von Getreide nur das
Innere als Nahrung
gebrau=
chen, ſo genießen wir faſt nur
das nicht ſo wertvolle
Stärke=
mehl, während wir die
wich=
rigen Nährſalze und
Kleber=
ſtoffe dem ſchönen Ausſehen
zuliebe opfern. (142a
Verwenden wir deshalb
Vollreis
wie ihn die Natur gibt, dann
haben wir auch gute Nerven,
geſundes Blut und ſchöne
Zähne und brauchen keine
künſtlichen Nährſalze.
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21)
Triumphierend funkelten ihre Augen, die ſie
erwar=
tungsvoll auf ihn gerichtet hatte. Was er wohl darauf
entgegen würde? Aber ſtillſchweigend wandte er ſich der
Tür zu — nein, dieſer Frau würde er als glänzende
Widerlegung ihrer gehäſſigen Worte ſein Verlöbnis mit
Gretchen nicht anvertrauen! Von neuem hatte er Einblick
in ihren Charakter erhalten, der bar jeder edlen ſchönen
Regung war. Faſt kam er ſich wie ein Schuldiger vor,
daß er überhaupt ihrer Rede zugehört hatte, die das
ge=
liebte Mädchen herabzog. Hatte er nicht ſo oft aus
Gret=
chens Munde gehört, daß ſie ihn liebte, daß ihr ein
Standesunterſchied gar nichts gelte, als er ihr ſeine
Be=
denken in dieſer Hinſicht mitgeteilt? Sein Vertrauen war
unerſchütterlich.
Da war Claudia plötzlich dicht hinter ihm, und ihre
Hand faßte die ſeine. Ganz verändert klang ihre Stimme,
als ſie fragte:
Hab ich Ihnen weh getan mit meinen Worten, Vex=
zeihen Sie, Ernſt, doch es mußte ſein! Sie ſollten von
Ihrer törichten Vorliebe für die Mondſcheinprinzeſſin
ge=
heilt werden ehe es zu ſpät iſt. Claudia zog ihn wieder
mehr ins Zimmer hinein. Sie haben ſich von Margareta
blenden laſſen — doch glauben Sie mir, ſie hat kein Herz;
ſie iſt kalt und gefühllos und eitel.
Sie hatte ihre Arme um ſeinen Hals gelegt und
um=
klammerte ihn feſt. Ernſt, ach, und ich liebe Dich ja ſo
ſehr, ſo heiß und alles vergeſſend — biſt Du mir nicht
mehr gut? Das kann doch nicht ſein — denke der früheren
Zeiten, flüſterte ſie heiß in ſein Ohr und ſuchte ſeinen
Mund.
Er ſuchte ſich aus ihrer Umklammerung zu befreien.
Laſſen Sie mich los, Claudia, oder ich vergeſſe mich
ſind Sie denn von Sinnen? ſtieß er hervor.
Doch der geſchmeidige Frauenkörper ſchmiegte ſich
feſter an ihn.
Ernſt, Geliebter, ſei doch barmherzig, flehte ſie in den
ſüßeſten Tönen. Bei Deiner Liebe zu mir, bei Deinen
Küſſen beſchwöre ich Dich —
In dieſem Augenblick hörte Claudia ein Geräuſch; ſie
blickte auf — und ſah hinter Errſts Rücken zwiſchen den
Falten der Portiere gerade in Margaretas
ſchreckens=
bleiches Antlitz, in die weitgeöffneten Augen derſelben —
nur einen Herzſchlag lang — dann war es verſchwunden.
Ernſt —
Laſſe mich, Weib — o wie ich Dich verabſcheue —
mich ekelt vor Dir —
Es war ihm jetzt gelungen, ihre Arme von ſeinem
Hals freizumachen, und mit aller Gewalt ſtieß er ſie von
ſich, daß ſie zur Erde taumelte.
Er achtete deſſen nicht. Ohne ſich umzuwenden,
ſtürmte er hinaus, ſie am Boden liegen laſſend.
Da richtete ſie ſich auf, drohend die Hände geballt.
Du verabſcheuſt mich? Dich ekelt vor mir? Das ſollſt Du
mir büßen — Deine Stunde hat jetzt ſchon geſchlagen —
Sie wußte ja, daß Margareta ſie in Ernſts Armen
geſehen — und das würde dieſelbe nie vergeſſen können!
Ein hohnvolles Lächeln kräuſelte Claudias Lippen,
und in jäher Schadenfreude flammten ihre Augen auf.
Mochte Margareta immerhin denken, daß die
Stief=
mutter Ernſts Liebe beſaß! Nun würde ſie nicht mehr
ſo verſchwenderiſch mit ihrer Liebenswürdigkeit gegen
ihn umgehen, und ihm wird das Mädchen, nach dem
Mein diesjähriger
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beginnt Freitag, den 3. Januar
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13. Kapitel.
Wie Margareta in ihr Zimmer gekommen, wußte ſie
nicht — ſie hatte gerade noch Kraft genug gehabt, die
Tür hinter ſich abzuſchließen — dann brach ſie mit einem
ächzenden Wehlaut zuſammen.
Was hatte ſie ſoeben ſehen müſſen?
Die Stiefmutter in den Armen des Geliebten
wie ſie an ſeinem Halſe hing und flehte — bei deiner
Liebe zu mir, bei deinen Küſſen beſchwöre ich dich —
War das alles wirklich wahr geweſen und ſie nicht
das Opfer einer Sinnestäuſchung?
Friſch und fröhlich war ſie von der Eisbahn
heim=
gekommen. Als ſie vom Mädchen erfahren, daß Beſuch
da ſei — Herr Brand — war ſie ungeduldig durch das
Eßzimmer nach dem Salon geeilt, ihn zu begrüßen, und
da, als ſie die Vorhänge hatte zurückſchlagen wollen —
ſah ſie, was ihrem Herzen den Todesſtoß gegeben — ſie
hatte den ſo heiß Geliebten an die Stiefmutter verloren,
deren reife Schönheit ihn wohl verführt!
Und in dieſer Stunde brach alles in Margareta
zu=
ſammen, was ſie an Glück und Liebe und Vertrauen im
Herzen trug.
Sie litt grenzenlos.
Sie hätte ſterben mögen vor Weh; ein ſchneidender
Schmerz erfüllte ſie, daß ſie die Zähne auf die Knöchel
ihrer Finger biß, um nicht laut autzuſchreien vor
namen=
loſem Leid.
Ihr ganzes Innere war aufgewühlt, und ſie war
von einer Leidenſchaft des Schmerzes, die man nimmer
in dem ſanften Mädchen geſucht hätte.
All ihr ſtolzes Glück, ihre heimliche Seligkeit lag in
Scherben vor ihr — wie hatte er ihr das antun können?
Wie lange mochte wohl ſchon dies Doppelſpiel hinter
ihrem Rücken währen? Denn das erſtemal war es ſicher
nicht, daß ſich die beiden in einem ſo vertraulichen
Bei=
einander befanden.
— bei deinen Küſſen beſchwöre ich dich, Geliebter —
Wie mit Flammenſchrift waren dieſe Worte Claudias in
ihre Seele eingegraben, und ſie fühlte, wie es heiß über
ihr Geſicht lief.
Er hatte ſie ja auch geküßt, und der Gedanke daran
war ihre heimliche Wonne geweſen — immer noch meinte
ſie ſeine weichen Lippen in ſo zärtlichem, heißem Druck
auf ihrem Munde zu fühlen — und die Erinnerung
daran wich nicht.
Sollte ſie ihn zur Rede ſtellen, ihn fragen? Nein, es
hätte keinen Zweck — vielleicht würde er doch nur
leug=
nen, was ſie mit eigenen Augen geſehen. Sie mußte
dieſe bitterſte Enttäuſchung ſtill tragen — ja, noch froh
ſein, daß ſie rechtzeitig ihn erkannt, wie er war
Und da mit einem Male kam ihr der Gedanke an
ihren Vater, was auch dem angetan worden war — um
Gottes willen, wenigſtens ihm die Erkenntnis erſparen,
daß die Frau, die er liebte und anbetete, ein verworfenes
Geſchöpf iſt — für ihn würde es die Vernichtung aller
ſeiner Lebensfreudigkeit bedeuten, wenn er das erführe:
Nein, das mußte ihm ſo lange wie möglich erſpart
blei=
ben — und um des geliebten Vaters willen war
unbe=
dingtes Schweigen ſogar Pflicht. Doppelt fühlte ſie die
Schmach, die ihr angetan war, weil ſie keine
Rechen=
ſchaft fordern konnte!
Margareta raffte ſich auf; ſie preßte die Hände gegen
die dechenden Schäfn und neit die drentenden igen.
Das Ticken der ſilbernen Uhr auf dem zierlichen
Schreib=
tiſch ſtörte ſie; deshalb hielt ſie den Zeiger derſelben an.
Es war ganz dunkel geworden. Nur die
Straßen=
laternen warfen ein ungewiſſes Licht in ihr Zimmer.
Trübe ſinnend ſtand ſie jetzt am Fenſter und ſtarrte
hinaus.
Ein bitteres Lächeln irrte um den Mund — nun
mußte ſie ſich beherrſchen. Tag für Tag immer dasſelbe
— ſie mußte lächeln, während ihr das Herz vor Weh zu
ſpringen drohte — ihren tiefen Schmerz mußte ſie in ſich
verſchließen, damit keiner merke, wie es in ihr ausſah
und er am allerwenigſten!
Wie ſollte ſie ihm je wieder entgegentreten können,
ohne innerlich vor Scham zu vergehen, daß ſie mit ihm
Liebesworte ausgetauſcht und ihm ihr Inneres ſo
rück=
haltlos offenbart hatte!
War das wohl die Strafe dafür, daß ſie ihn faſt
vergöttert, daß die Liebe zu ihm ſo ausſchließlich ihr
Herz erfüllte, daß ſie weiter keinen Gedanken hatte als
an ihn?
Und nun mußte es doch vorbei ſein, für immer?
Sie mußte ihren Mädchenſtolz zuſammennehmen, daß er
nicht ahnen könnte, wie ſie litt — was der eine
Augen=
blick aus ihr gemacht.
Sie mußte und würde ſich auch zurückfinden — aber
was es koſtete, wie es überhaupt möglich ſein würde,
das wußte ſie noch nicht! Ihn vergeſſen, war wohl auch
ihr Leben verlöſchen — denn jede Freude am Daſein
war ihr verloren; ſie hätte in einen Winkel kriechen
mögen und dort ſtill verbluten.
(Fortſetzung folgt.)
Masik=vereit!
Aufforderung.
Am 8. Oktober dieſes Jahres werden 100 Jahre verfloſſen ſein,
ſeit unſer beimiſcher Komponiſt
Carl Amand Mangold
geboren wurde. Mangolds Bedeutung als Muſiker, ſeine Stellung
in der Muſikgeſchichte ſeiner Zeit ſind allgemein bekannt. Was er
während ſeiner langen arbeitsreichen Laufbahn für das muſikaliſche
Leben unſerer Stadt als Hofmuſikdirektor und als Dirigent
ver=
ſchiedener Vereine geleiſtet hat, das bewahren die älteren unſerer
Mitbürger in dankbarer Erinnerung. Der Muſikverein, deſſen
Diri=
gent er 50 Jahre lang geweſen, deſſen Entwicklung mit Mangolds
Namen unlöslich verbunden iſt, wünſcht das Andenken ſeines
lang=
jährigen Führers zu ehren und ſeiner Dankespflicht zu genügen,
indem er als Vorfeier des 100jährigen Geburtstages in ſeinem
Konzert am 24. Februar d. J. eins von Mangolds ſchönſten Werken,
ſein Konzertdrama
„Frithjof‟
zur Aufführung bringt. Das Werk ſtellt an die Sänger große
An=
forderungen, und es erſcheint daher ſehr wünſchenswert, die Männer
ſtimmen unſeres Chores möglichſt zu verſtärken.
(147
Wir fordern daher unſere früheren aktiven Mitglieder,
ſowie Mangolds alte Schüler, ſtimmbegabte Verehrer des
Meiſters und Freuude unſeres Vereins auf, bei dieſem Konzert
in unſerem Chor mitzuwirken und ſo ſich an der Ehrung Carl Amand
Mangolds zu beteiligen. Die erſte Probe findet am Freitag, 3. Jan.
d. J., abends 8 Uhr, im Muſikvereins=Saale, Steinſtraße 24, ſtatt.
Der Vorstand.
Vereinigre Gesellschaf.
Der im Winterprogramm für den 11. Jan. vorgeſehene
Maskenbatf
wird auf
Samstag, den 1c. Januar
verlegt.
(178
veren der Warrreinberger.
Sonntag, den 5. Januar 1913, nachmittags 4 Uhr:
im
Neujahrsfelt perkeo
mit Konzert, Theater und Tanz.
Hierzu ladet freundlichst ein
Der Vorstand.
207)
Zum Beſten des Miakoniſſenhauſes Euſabethenſtiſt
Richtbiidersvorkrag
von Pfarrer Deggau=Beedenkirchen
Fritz von Uhde
am 13. Januar, 8¼ Uhr, im Kaiſerſaal.
Eintrittskarten (1 Mk. die Saalplätze, 50 Pfg. Vorſaal und
Galerie) ſind im Eliſabethenſtift, bei den Schweſtern und abends
an der Kaſſe zu haben.
(140
Sonntag, den 5. Januar, nachmittags 5 Uhr,
im Konkordiaſaal, Waldſtraße 33
Vortrat
des Herrn Hofkaplan Nopp aus Freiburg i. B.
über
Mädchenhandel und Mädchenſchutz.
Darauf:
Lebendes Bild:Schutzengele
mit Deklamation und müſikaliſcher Begleitung.
Gemeinſames Lied.
Alle erwachſenen Mitglieder der katholiſchen Gemeinden von
Darmſtadt und Umgegend ſind freundlichſt eingeladen. (166
Eintritt frei.
Kath. Frauenbund. Kath. Fürsorgeverein. Kath.
Mädchenschutzverein.
Volksverein für das kath. Deutschland.
Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24
Sonntag, den 5. Januar, abends 8 Uhr
Vortrag über
*154
Blindenweſen und Schriften für Blinde.
Herberge zur Heimat.
Durch die uns von lieben Freunden und Wohltätern
ge=
ſpendeten Gaben konnten wir wieder einer großen Anzahl
Hand=
werksburſchen reichlich beſcheren und ein ſchönes Weihnachtsfeſt
bereiten.
Wir danken daher allen edlen Gebern herzlichſt und bitten um
(193
ferneres gütiges Wohlwollen.
Für den Vorſtand:
Ehrhardt, Oberhofprediger.
Garten oder Acker
zu pachten geſucht. Ausführliche
Offerten unter s 50 an die
Alein. Garten mit Umzäumung
3 gegenüb. der Landskron= oder
Ludwigshöhſtr. zu pacht. geſ. Off.
an Fieck, Landskrenstr. 73, I. (*149
Darmſtädter
chwimmklub Jun
land.
Senwimtest
am 5. Januar 1913, nachmittags 4 Uhr,
im ſtädtiſchen Hallenſchwimmbad.
Das Programm enthält u. a.: Reigen, Wettſchwimmen,
Wett=
ſpringen, Wett=Tanchen, Stafetten hieſiger und auswärtiger
Mann=
ſchaften, Rettungsſchwimmen, Waſſerballwettſpiel zwiſchen den
Städten Wiesbaden und Darmſtadt.
Der diesjährige olympiſche Sieger Hans Luber, der Weltmeiſter
Fritz Nicolai, der Rhein= und Mainmeiſter Willi Woelke werden
an den Wettbewerben teilnehmen.
Näheres durch die Programme.
Preiſe der Plätze: Sperrſitz (numeriert) Mk. 2.—, Stuhlſitz
(numeriert) Mk. 1.—, Schüler= und Schülerinnenkarten 50 Pfg.
Billettvorverkauf an der Kaſſe des Hallenſchwimmbads im
Verkehrsbüro, Ernſt=Ludwigsplatz; ſowie bei Joh. Waitz, Buchhandlung
Eliſabethenſtraße; Hotel zur Traube, Luiſenplatz; Hugo de Waal,
Zigarrenverkauf, Rheinſtraße; Löhr, Havannahaus,
Wilhelminen=
ſtraße; Müller, Juwelier, Wilhelminenſtraße: Göhler, Friſeur
Heidelbergerſtraße.
(195
Residenz
Thleater
am weissen Turm.
Nur eine Stimme des
Lobes herrſcht über den
wunderbaren Film:
Lwige
Zeugen
— Vier=Akter —
Heute Freitag
letzter Tag
Ab morgen:
Asea
Mhleisen
Ain Jugend u. Tollheit
Luſtſpiel in 3 Akten. (181
HASSIA
Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
Vendelstadtstr. 26
Telephon 1679.
(211a
Schrei bmaschinen-
Arbei ten
Diktate
in separätem Raum
Verviel fältigungen
ohne Fettrand.
Zeugnis-Abschriften
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diskret-billig.
uſpolieren, Umbeizen, ſowie
Neu=Anfertigung v. Möbeln
jeder Art bei billiger
152f.
Berechnung.
Uhland, Hügelſtraße 29.
Aufe
Uäre
Srpheum 380
Freitag,
Keute
3. Januar
und folgende Tage:
Das grosse
Neujahrs-Programm.
Edith und
Hertha Althoff
die jugendl. Musik-Phänomen
des XX. Jahrhunderts.
Odys, Iprische Tänze.
Cherber
das Universal-Genie
und der übrige brillante
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vom Heſſ. Hof zum Theater
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loren. Der Finder w. gebeten (da
Andenken) dieſelbe geg. Bel. i. d.
Exp. d. Bl. abzugeben. (66dfs
wurde geſtern mor=
Verloren gen ein ſchwarzes
Portemonnaie m. 120 Mk. Der
ehrliche Finder wird gebeten,
das=
ſelbe in der Expedition gegen gute
Belohnung abzugeben.
27
weiße Katze m.
grauer Zeichn.,
Enl
ſehr ſchen.
An=
gabe des Verſtecks gegen gute
Be=
lohnung Landgraf Philipp=
An=
lage 62, parterre.
(*141
Afrikaner
Ehemalige Angehörige der Kaiſerl.
Schutztruppe treffen ſich jed.
Sams=
tag abend bei Kamerad Hommer,
„Zur friſchen Quelle‟, Inſel. (*1df
Großherzogl. Hoftheater
Freitag, den 3. Januar 1913.
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Wenn ich König wäre!
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Akten von d’Ennery und Bréſil.
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Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Moſſoul, König v.
Goa . . . . . . . . Otto Semper
Prinz Kadoor, ſein
Vetter . . . . . . . Georg Weber
Zephoris
.Aug. Globerger
Piféar Fiſcher
Karl Bernhardt
Zizél,
Küſtenauf=
ſeher .
..... L. Schützendorf
Atar, Kriegsmin. Auguſt Kräger
Neméa, Kuſine d.
Königs . . . . . . Olga Kallenſee
Zelide, Schweſter
des Zephoris . . Kathar. Jüttner
Iſſalim, Leibarzt
des Königs . . . Willi André
Der Großadigar . Frz. Herrmann
Erſter
Fritz Lang
Zweiter
Br. Waigandt
Dritter H . . . Adolf Klotz
Vierter
.Ludw. Indorf
Ein Sklave . . . . Franz Geibel
Die Tänze im 2. Akt, von Helene
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Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
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loge 5.10 M., Balkonloge 4.60 M.,
I. Rang 4.10 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.05 M., 7. u. 8. Reihe 1.65 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.60 M.,
14.—20. Reihe 3.10 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.25 M., 6.—8. Reihe
1.85 M., I. Galerie 1.05 M., II.
Ga=
lerie 0.55 M.
Anf. 7 Uhr. Ende nach 10 Uhr.
Kartenverk. v. 9½—1½ u. v. 6 U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 4. Jan. 91. Ab.=Vſt.
C 23. „Jedermann.” Gew.
Preiſe. Anfang 8 Uhr.
Sonntag, 5. Jan. Nachmittags
2½ Uhr: 15. Volksvorſtellung zu
ermäß. Preiſ. „Der
G’wiſſens=
wurm”. Vorverkauf bis einſchl.
Samstag, 4. Jan., nur im
Ver=
kehrsbüro, Ernſt=Ludwigsplatz.
Verkauf der noch vorhandenen
Karten an der Tageskaſſe im
Hof=
theater am Tage der Vorſtellung,
vormittags von 11 Uhr ab. —
Abends 7 Uhr: 92. Ab.=Vſt. A 24.
„Fledermaus.” Gew. Preiſe.
Dienstag, 7. Jan. 93. Ab.=Vſt.
C 24. „Tiefland.” Gewöhnl.
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Poſſen=Zyklus.
Außer Abonnement.
Ermäßigte Preiſe.
I. Abend: Mittwoch, den 8. Jan.
1913, abends 7½ Uhr:
Der Regiſtrator auf Reiſen.
Poſſe mit Geſang von L’Arronge
und Moſer. Muſik von Bial.
II. Abend: Samstag, den 11. Jan.
1913, abens 7½ Uhr:
Robert und Bertram
oder:
Die luſtigen Vagabunden.
Poſſe mit Geſang und Tanz
von Räder.
III. Abend: Samstag, den 18. Jan
1913, abends 7½ Uhr:
Khritz=Pyritz.
Poſſe mit Geſang von Wilken und
Juſtinus.
IV. Abend: Samstag, den 25. Jan.
1913, abends 7½ Uhr:
Neu einſtudiert:
Der Zerriſſene. Poſſe v. Neſtroy.,
Karten für den Zyklus (vier
Abende) werden am Samstag,
4. Januar, nachm. von 3½—5
Uhr, ſowie am Sonntag, 5. Jan.,
vorm. von 10½—1½ Uhr, und
Montag, 6. Jan., vorm. von
9½—1½ Uhr an der Tageskaſſe
im Großh. Hoftheater abgegeben
Logenplatz und I. Rang 8.20 M.,
Sperrſitz 6.20 M., bezw. 4.20 M.,
Parterre und II. Rang 4.20 M.,
I. Gal. 1.80 M., II. Gal. 1.40 M.)
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ein=
zelnen Vorſtellungen beginnt am
Dienstag, 7. Jan., gleichzeitig
an der Tageskaſſe im Hoftheater
wie im Verkehrsbüro.
Preiſe der Plätze für jede
einzelne Vorſtellung:
M. 2.05
Proſzeniumsloge .
M. 2.05
Mittelloge . . .
M. 2.05
Balkonloge.
M. 2.05
I. Rang .
M. 1.05
II. Rang
Sperrſitz (1.—13. Reihe) M. 1.55
(14.—20. Reihe) M. 1.05
Parterre . . . . .
M. 1.05
M. 0.45
I. Galerie . . . .
M. 0.35
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vormittags 8 Uhr.
Grosse Preisermässigung
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Unser diesjähriger
beginnt
Samstag
den 4. Januar
Schuhhaus
Friedrich Soeder
Ludwigstr. 12.