Darmstädter Tagblatt 1912


31. Dezember 1912

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175. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 36 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Staatsſekretär von Kiderlen=Waechter iſt geſtern
früh im 61. Lebensjahre in Stuttgart geſtorben.
Das öſterreichiſche Abgeordnetenhaus
vertagte ſich bis Ende Januar.
Bei dem Untergang des engliſchen Fiſcher=
dampfers
Romeo an der isländiſchen Küſte fand
die aus dreißig Mann beſtehende Beſatzung den Tod
in den Wellen.
Der ruſſiſche Kriegsminiſter Suchomlinow
iſt am Sonntag in Berlin eingetroffen.
Der türkiſche Miniſterrat beſchloß, den türkiſchen
Bevollmächtigten in London neue Inſtruktionen
zugehen zu laſſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

An der Jahreswende!

** Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns.
Schwere Wetterwolken ſtanden am politiſchen Horizont,
ihre Entladung beſchränkte ſich aber glücklicherweiſe nur
auf ein kleines Gebiet, auf den Südoſten Europas, der
von jeher als Wetterwinkel galt und wo noch jetzt die Ge=
fahr
fortbeſteht, während ſie darüber hinaus, wenn auch
noch nicht ganz geſchwunden, ſo doch aber erheblich gerin=
ger
geworden iſt. Erleichterten Herzens können wir des=
halb
das alte Jahr beſchließen, das drohende Ungewitter
iſt wieder einmal an uns vorübergegangen, wir ſahen
nur in der Ferne das Wetterleuchten und treten nun mit
neuen Hoffnungen in das Jahr 1913 ein.
Wie im Leben der Völker, ſo hat das verfloſſene Jahr
auch im Leben der einzelnen Menſchen den einen Freud,
den anderen Leid verurſacht, und nur wenige ſind ganz
unberührt geblieben, ſo daß ſie gleichgültig in die letzte
Vergangenheit zurückblicken können. Die meiſten von uns
werden den bedeutungsvollen Moment tief empfinden,
wenn im Lärm der Silveſternacht plötzlich hehre Stille
eintritt und jeder dem erſten Schlage der Glocke lauſcht,
die vom Turme den Beginn des neuen Jahres verkündet.
Dann aber hebt gleichſam neues Leben an, und mag auch
das alte Jahr noch ſo trübe für uns geweſen ſein, das
neue begrüßen wir mit Jubel, denn neue Hoffnung belebt
unſer Herz, neue Kraft erfüllt uns mit neuem Mute, mit
neuem Tatendrange. Wer vermöchte ſich dem geheimnis=
vollen
Reize zu entziehen, der in der Stunde des Jahres=
wechſels
liegt! Weihevolle Augenblicke ſind es jedenfalls,
wenn ſie auch bald übertönt werden durch den Trubel,
welcher das neue Jahr bei deſſen Erſcheinen zu empfangen
pflegt.
Was wird uns das beginnende Jahr bringen? ſo
lautet die frohe oder bange Frage von Millionen Men=
ſchen
. Den Schleier der Zukunft kann niemand lüften,
denn im Zeitenſchoße ruhen die dunklen und die heiteren
Loſe, aber etwas bringt uns das neue Jahr beſtimmt: die
Jahrhunderterinnerung an die Befreiung unſeres Vater=
landes
vom fremden Joche, an die große Zeit der Er=
hebung
gegen den napoleoniſchen Uſurpator, insbeſondere
auch an die Völkerſchlacht bei Leipzig, durch welche die
Macht Napoleons gebrochen wurde. Dem lebenden Ge=
ſchlechte
werden im kommenden Jahre die gewaltigen
Opfer, die unſere Vorfahren für die Freiheit ihres hei=
matlichen
Herdes brachten, ins Gedächtnis gerufen wer=
den
, und mit Stolz dürfen wir auf jene Genannten blicken,
die, wenn ſie auch noch kein einiges, ſo doch aber ein
freies deutſches Vaterland ſchufen.
Hoffentlich erfüllen ſich die Wünſche, daß die Kriſe,
welche Europa im verfloſſenen Jahre erſchütterte, bald be=
hoben
ſein wird, und eine Zeit ruhiger Entwickelung
hereinbricht, die einen günſtigen Einfluß auf unſer wirt=
ſchaftliches
Leben, auf die deutſche Erwerbstätigkeit aus=
übt
. Es liegt kein Grund vor, im Hinblick auf die nächſte
Zukunft nur peſſimiſtiſchen Gedanken nachzuhängen, zu=
mal
die Friedensliebe Europas eben erſt wieder eine
ſtarke Belaſtungsprobe beſtanden hat. Gewiß, die Zeiten
ſind ſchwer, die Exiſtenzfrage wird für den einzelnen im=
mer
härter, die Teuerung belaſtet einen großen Teil un=
ſeres
Volkes in empfindlicher Weiſe, und mit dem inneren
Frieden iſt es nicht zum beſten beſtellt. Aber darum dür=
fen
wir das Vertrauen nicht verlieren, wir leben in einem

geordneten Staatswefen, das ſeine ſoziale Fürſorge auf
weite Kreiſe ausdehnt und dieſe bekanntlich vom Jahres=
beginn
ab noch erheblich vergrößert. Mag auch Unzu=
friedenheit
mit dieſer oder jener Einrichtung berechtigt
ſein, ſo können wir uns doch freuen, Glieder der deutſchen
Nation zu heißen, deren Stern hell leuchtet und in aller
Zukunft nicht verblaſſen wird. Solche Gedanken ſollen
uns leiten, wenn wir die Schwelle des neuen Jahres
überſchreiten, das ſich für unſere größere und engere Hei=
mat
, ſowie für jeden einzelnen von uns als ein geſegnetes
erweiſen möge.

Politiſche Jahresſchau.

B. Ausland
Noch mehr als Deutſchland haben eine Reihe von
Staaten des Auslandes ein ſehr unruhiges Jahr hinter
ſich. Die Wirren auf dem Balkan waren es eben,
die alles in ihren Bann zogen. Das ailt namentlich von
unſeren Verbündeten, Oeſterreich=Ungarn und
Italien. Die Donaumonarchie wurde begreiflicher=
weiſe
infolge ihrer wirtſchaftlichen und politiſchen Be=
ziehungen
in die Balkanwirren mit hineingeriſſen, und
wieder war es in erſter Linie ein Konflikt mit Serbien,
der die Gefahr eines Krieges in bedenkliche Nähe rückte.
Zweifellos wären weitere Komplikationen die Folge ge=
weſen
, insbeſondere ein Krieg mit Rußland, wofür man
ſich auf beiden Seiten rüſtete. Man hat allenthalben dieſe
militäriſchen Vorbereitungen in Abrede geſtellt. In Wirk=
lichkeit
aber haben ſie tatſächlich beſtanden, und es gab
tatfächlich eine Zeit, da man den Appell an die Waſſen
ſehnſüchtig herbeiwünſchte, um der andauernden Unge=
wißheit
ein Ende zu machen Glücklicherweiſe iſt es dem
greiſen, vielgeprüſten Kaiſer Franz Joſef erſpart ge=
blieben
, an ſeinem Lebensabend noch die Kriegsgreuel
ſehen zu müſſen, und wenn Oeſterreich auch ſchließlich
Entgegenkommen zeigte, ſo hat es doch verſtanden, ſeine
Würde zu wahren Unzweifelhaft hat bei der Führung
der Geſchäfte der Thronfolger Franz Ferdinand eine be=
deutende
Rolle geſpielt, wie auch der jüngſte, aufſehen=
erregende
Wechſel in den leitenden militäriſchen Stellen
auf ihn zurückzuführen iſt. Die Balkanpolitik Oeſterreichs
war eine zielbewußte, und man war in der angenehmen
Lage, hierbei im Gegenſatz zu früheren Jahren die ent=
ſcheidende
Unterſtützung Italiens zu finden. Weniger
erfreulich war, wie immer die innere Lage der Donau=
monarchie
, und es hat in Eis=wie Transleithanien, na=
mentlich
in letzterem, an ſchweren Wirren nicht gefehlt.
Es wäre nun Zeit, daß die Völker der Donaumonarchie
ſich einmal beſännen und ſich ſagten, daß die andauern=
den
Differenzen die Großmachtſtellung auch nach außen
hin bedenklich erſchüttern könnten.
Nach einjähriger Dauer hat Italien ſeinen Krieg mit
der Türkei beendet, und wenn man dabei auch nicht ſon=
derliche
Lorbeeren geerntet hat, ſo iſt doch ſchließlich der
tatſächliche Erfolg auf ſeiten Italiens geweſen. Es hat
Tripolitanien und die Cyrenaika erhalten, und jahr=
zehntelange
Wünſche ſind damit in Erfüllung gegangen.
Hand in Hand mit den äußeren Erfolgen ging die innere
Konſolidierung, und man muß ſagen, daß das Apen=
ninenreich
ſelten auf ſolcher Höhe geſtanden hat wie ge=
genwärtig
. Daß dies nicht zuletzt durch das Dreibund=
verhältnis
möglich war, hat man am Tiber ſehr wohl er=
kannt
und darum nicht gezögert, das Bündnis mit
Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn, mit denen, gleichfalls
unter Beilegung alter Differenzen, die Beziehungen ſich
gebeſſert haben, in unveränderter Form zu erneuern.
Wenig Freude hat das begreiflicherweiſe bei den
Mächten der Tripleentente hervorgerufen, die im
ſtillen wohl gehofft hatten, Italien zu ſich hinüber zu
ziehen. Es läßt ſich nicht leugnen, daß die unter der
Führung Englands ſtehende Tripleontente ſich als vor=
nehmſtes
Ziel geſteckt hat, in der Weltpolitik zu domi=
nieren
und den Einfluß des Dreibundes zurückzudämmen.
Freilich ſcheut man doch vor einem Kriege zurück, weil
deſſen Folgen unüberſehbar ſind. Zudem gehen auf ver=
ſchiedenen
Gebieten doch die Intereſſen auseinander was
man im Verlaufe der Balkanwirren ſehr deutlich be=
obachten
konnte, und ſodann hat man auch ſeine inneren
Sorgen. Dies gilt vor allem für Rußland wo trotz
äußerer Ruhe doch nicht alles am beſten beſtellt iſt und
die herſchende Unzufriedenheit ſich eines Tages wieder
gewaltſam Luſt machen kann: Abgeſehen von der Ver=
wirrung
im nahen Orient. wo man ſich gern als Pro=
tektor
der Balkanſtaaten hinſtelt, droht auch vom fernen
Oſten ſchwere Gefahr Rußland hat ſich eine Art Pro=
tektorat
über die Mongolei geſichert und ſich damit
China begreiflicherweiſe zum Feinde gemacht. Im
himmliſchen Reiche geht es augenblicklich zwar ziemlich
drunter und drüber. Wenn es aber gegen die Frem=
den
, vor allem gegen die Ruſſen geht, dann iſt man ſich
völlig einig, und das Vorgehen Rußlands in der Mon=
golei
hat in weiten chineſiſchen Kreiſen ſehr großen In=
arimm
hervorgerufen, ſo daß der Ausbruch eines Krieges
ſich nicht ganz von der Hand weiſen läßzt.

Deutſches Reich.

Neujahrsempfang der kommandie=
ren
den Generale beim Kaiſer. Die ernſte po=
litiſche
Lage verleiht dem bevorſtehenden Neujahrs=

empfang der kommandierenden General beim Kaiſer eine
beſondere Bedeutung. Man weiß, daß die General= In=
ſpekteure
der Armee=Inſpektionen, die kommandierenden
Generale ſämtlicher Armeekorps des deutſchen Reichs=
heeres
und die General=Inſpekteure der einzelnen Waffen=
gattungen
zum Jahresbeginn nach Berlin kommen, um
dem oberſten Kriegsherrn, dem Chef der geſamten Wehr=
macht
zu Lande und zu Waſſer des Deutſchen Reiches,
ihre Glückwünſche darzubringen, und daß der Kaiſer bei
dieſer Gelegenheit eine längere Anſprache an ſie richtet.
Die Anſprache hat den Charakter einer Geſamtkritik aller
wichtigen Vorgänge und Neuerungen, die ſich im abge=
laufenen
Jahre vollzogen. Sie iſt zugleich eine Schluß=
kritik
des Kaiſermanövers, über das die Berichte dem
Kaiſer einige Wochen vor Neujahr zuzugehen pflegen.
Oft aber hat der Kaiſer den Neujahrsempfang der Führer
ſeiner Armee auch zum Anlaß benutzt, um ihnen ſein Ur=
teil
über die politiſche Situation auseinanderzuſetzen,
und das dürfte diesmal ganz gewiß geſchehen. Selbſt=
verſtändlich
iſt den Teilnehmern des Empfanges Schwei=
gen
zur Dienſtpflicht gemacht, und damit kein Unberufe=
ner
lauſcht, hält an der Tür des Gemaches, wo, im Ber=
liner
Königlichen Schloſſe, der Neujahrsempfang ſtatt=
findet
, der höchſte Beamte des Hofes in eigener Perſon
Wacht.
Die Reichstagserſatzwahl in Schwetz
hat geſtern ſtattgefunden. Der Wahlkreis iſt wohl zwi=
ſchen
Polen und Deutſchen der allerumſtrittenſte. Bei den
Wahlen 1893 war der Freikonſervative Holtz mit wenigen
Stimmen Mehrheit gewählt worden; 1896 wurde die
Wahl als ungültig erklärt und Holtz darauf wieder=
gewählt
. Das Mandat war aber wieder ungültig und
in der zweiten Erſatzwahl (März 1897) wurde der Pole
Saß=Jaworski gewählt. Bei der nächſten Hauptwahl
(1898) ſiegte wieder der Deutſche, 1907 aber der Pole,
1912 wieder der Freikonſervative. Beim erſten Wahlgange
1912 fehlten den Polen nur zwei Stimmen an der unbe=
dingten
Mehrheit; bei der Stichwahl ſiegte dann der frei=
konſervative
Landrat v. Halem mit der überraſchend gro=
ßen
Mehrheit von faſt 600 Stimmen (8608 gegen 8039).
Man ſieht aus dieſen Angaben, daß der Wahlkreis nur zu
halten iſt, wenn die deutſchen Wähler bis auf den letzten
Mann an die Wahlurne herangebracht werden. Die
Wahlkreiſe Schwetz und Lublinitz=Toſt=Gleiwitz ſtellten
den Gewinn des Deutſchtums bei den letzten Reichstags=
wahlen
dar.
Etrhebung über die Arbeitsnach=
weiſe
. Das Kaiſerliche Statiſtiſche Amt hat eine Er=
hebung
über die im Deutſchen Reiche beſtehenden und dem
allgemeinen Arbeitsmarkt dienenden Arbeitsnachweiſe ver=
anſtaltet
, um einen klaren Ueberblick über dieſe Einrich=
tungen
und damit Unterlagen für ihren weiteren Ausbau
zu gewinnen. Die Ergebniſſe werden aber auch die Mög=
lichkeit
bieten, die Arbeitsmarktſtatiſtik durch Erweiterung
des Beobachtungsfeldes und der Berichterſtattung weſent=
lich
zu vervollkommnen.
Zur Lage im Saarrevier. Nach dem
Verlauf der Revierkonferenz des Gewerlvereins chriſt=
licher
Bergarbeiter für das Saargebiet, die unter Aus=
ſchluß
der Oeffentlichkeit ſtattfand und einen ſehr erreg=
ten
Verlauf nahm, kann die Gefahr eines großen Berg=
arbeiterausſtandes
an der Saar als endgültig beſeitigt
angeſehen werden. Die warme Witterung iſt für einen
Streik auch nicht beſonders günſtig.
Der Zentralvorſtand der National=
liberalen
Partei wird am 9. Februar in Berlin
zuſammentreten. Hierbei dürften die Differenzen inner=
halb
der Partei zur Erörterung gelangen.
Verhandlungen im Baugewerbe. Die
Zentralvorſtände der beiderſeitigen Vertreter des deut=
ſchen
Baugewerbes hielten am Sonntag in dem Rathaus
in München unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit eine Be=
ſprechung
ab. Die Verhandlungen, welche eine gegenſeitige
Ausſprache bezweckten, konnten noch nicht zu einem defi=
nitiven
Abſchluß geführt werden. Sie werden am 21. Ja=
nuar
unter dem Vorſitz des Gewerbegerichtsdirektors
Prenner in Berlin fortgeſetzt.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Das öſterreichiſche Abgeordnetenhaus
nahm das Budgetproviſorium in zweiter und dritter
Leſung, ſowie einige kleinere Vorlagen, darunter die Re=
form
des Vereinsgeſetzes, an. Die Sitzung wurde gegen

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Seite 2.

Nummer 307

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

2½ Uhr nach 16½ſtündiger Dauer geſchloſſen. Die nächſte
Sitzung findet Ende Januar ſtatt.
Frankreich.
Die Präſidentſchaftskandidaten Poin=
caré
und Ribot haben ſich verpflichtet, nach unent=
ſchiedenem
erſten Wahlgange ihre Anhänger dem am
meiſten Begünſtigten von ihnen zuzuführen. Dadurch
dürfte der Wahlkampf zwiſchen Poincaré und Ribot allein
entſchieden werden.
Spanien.
Kabinettskriſis. Am Dienstag findet ein
Miniſterrat ſtatt, dem die Stellung der Vertrauensfrage
unmittelbar folgen dürfte, ſo daß am ſelben Tage die üb=
lichen
Beratungen des Königs mit den Parteiführern be=
ginnen
können. Allgemein wird angenommen, daß die
Liberalen ſich unbedingt einig zeigen müſſen, um die Re=
gierung
zu behalten. Hierauf zielt eine Reihe von Unter=
redungen
hin, die Miniſterpräſident Romanones mit allen
liberalen früheren Miniſtern führt. Zweifelhaft erſcheint
nur die Haltung Morets, auf den es in letzter Linie an=
kommt
, während Garcia Prieto zwar aus privaten Grün=
den
zurücktritt, jedoch ſeine rückhaltloſe Unterſtützung zu=
geſagt
hat. Andererſeits zeigen ſich die Konſervativen
ſicher, Neujahr am Ruder zu ſein, da Maura die Regie=
rung
zu verlangen gedenkt unter der Begründung, daß die
Liberalen mit den Republikanern liebäugelten und hier=
durch
die Monarchie untergrüben. In dieſer Beziehung
werden die zweifelhafteſten Verdächtigungen ausgeſtreut,
und die Heftigkeit des Verlangens nach der Regierung
hat ſich in einer Artikelreihe der konſervativen Epoca ge=
zeigt
, in der für ein monarchiſches Blatt erſtaunliche Dinge
geſagt wurden. Die weitere Entwickelung wird mit größ=
ter
Spannung erwartet.
Rußland.
Der Wechſel im Miniſterium des In=
nern
. Ein Erlaß des Kaiſers genehmigt das von dem
Miniſter des Innern Makarow wegen Krankheit einge=
reichte
Demiſſionsgeſuch; Makarow bleibt weiter Mitglied
des Reichsrats und des Senats. Zum Verweſer des Mi=
niſteriums
des Innern wird Maklakow ernannt.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 31. Dezember.

* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die Groß=
herzogin
empfingen am Samstag vormittag 11 Uhr
im Neuen Palais den Geheimerat Beſt. Nachmittags
4 Uhr waren die verheirateten Damen, die bei dem Ver=
kaufstag
in Worms am 9. November d. Js. mitgewirkt
haben, im Neuen Palais zum Tee geladen. Die
Großherzoglichen Herrſchaften begahen ſich am
Sonntag vormittag 10 Uhr im Auto nach Lich. (Darmſt. Zta.)
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
Freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs dem Georg Franz
Fiſcher zu Gernsheim. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben ferner dem Oberförſter der Ober=
förſterei
Lörzenbach, Dr. Jakob Weber zu Lörzenbach,
den Charakter als Forſtmeiſter verliehen.
* Ernannt wurde der proviſoriſche Rabbiner
Dr. Ernſt Appel in Bingen zum Rabbiner des Rabbinats
Bingen mit Wirkung vom 1. November 1912. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben ferner den Finanz=
aſpiranten
Wilhelm Heyl aus Groß=Umſtadt zum
Hauptſteueramtsaſſiſtenten bei dem Hauptſteueramt
Offenbach ernannt.
* Verſetzt wurden der Großh. Steueraufſeher Auguſt
Beck zu Michelſtadt vom Tage des Dienſtantritts an
in den Aufſeherbezirk Butzbach und der Großh. Steuer=
aufſeher
Karl Feis zu Offenbach vom Tage des Dienſt=
antritts
an an das Großh. Hauptſteueramt Mainz.
* Erledigte Stellen. Eine mit einer katho=
liſchen
Lehrerin zu beſetzende Schulſtelle an der Ge=
meindeſchule
zu Viernheim. Die Stelle eines
Steueraufſehers bei Großh. Hauptſteueramt Offen=
bach
. Die Stelle des Bezirksſteueraufſehers zu
Michelſtadt i. O.
* Kirchliche Dienſtnachricht. Ernannt wurde der
Pfarrverwalter der erſten Pfarrſtelle zu Beerfelden,

Dekanat Erbach, Deggau zum Pfarrverwalter der
zweiten Pfarrſtelle daſelbſt.
g. Strafkammer. Im November dieſes Jahres trieb
in Offenbach ein Ueberziehermarder ſein Weſen, ohne
daß man zunächſt des rafſiniert vorgehenden Diebes hab=
haft
werden konnte. Spater konnte dann feſtgeſtellt wer=
den
, daß der ſchon oft vorbeſtrafte 25jährige Taglöhner
Heinrich Friele aus Harbach in vier Fällen beſtimmt
als Täter in Frage kam. So wurde unter anderem feſt=
geſtellt
, daß er aus dem Sprechzimmer eines Arztes einen
Ueberzieher mitgehen ließ. Der Staatsanwalt beantragte
gegen den rückfälligen Verbrecher zwei Jahre Gefängnis.
Das Gericht zog aber erſchwerend ins Gewicht, daß es
dem Angeklagten bei einigem guten Willen möglich ge=
weſen
wäre, Arbeit zu bekommen. Statt deſſen habe er
es vorgezogen, von dem Erlös der Diebſtähle zu leben.
Es verurteilte ihn deshalb zu 1 Jahr 6 Monaten
Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverluſt. Von der Unter=
ſuchungshaft
wird ihm 1 Monat in Anrechnung gebracht.
Die liebe Eitelkeit ließ den Wagnergehilfen Mathäus
Joſef Appel aus Klein=Krotzenburg einen unüberleg=
ten
Streich begehen, deſſen Aufklärung des Humors nicht
entbehrt. Appel hatte bei einem Kaufmann in Neu= Iſen=
burg
eine Rechnung zu bezahlen. Als er die Quittung
in Empfang nehmen wollte, ſah er auf dem Tiſche einen
Brillantring liegen, den der Kaufmann beim Waſchen
vom Finger geſtreift hatte. Der Verſuchung nachgebend,
eignete ſich Appel den Ring an. Der Eigentümer des
Ringes ſetzte nun, um wieder in den Beſitz des wertvollen
Ringes zu gelangen, eine Belohnung aus. Die Entdeck=
ung
des Diebſtahls geſchah aber in einer unerwarteten
Weiſe. Appel hatte nämlich, um den Beſitz eines ſo koſt=
baren
Ringes für alle Zeiten zu verewigen, ſich photo=
graphieren
laſſen, wobei die mit dem geſtohlenen Ring
geſchmückte Hand vor ſeiner Bruſt prangte. Dieſer Um=
ſtand
ermöglichte es dann leicht, den Dieb des Ringes
feſtzuſtellen. Vom Schöffengericht war Appel, der ſich
wegen des Diebſtahls zu verantworten hatte, zu der Min=
deſtſtrafe
von einem Tag Gefängnis verurteilt
worden. Die von der Staatsanwaltſchaft verfolgte Be=
rufung
gegen dieſes Urteil wurde von der Strafkammer
verworfen, die, wie die Vorinſtanz annahm, daß Appel
nur in etwas kindlicher Eitelkeit gehandelt habe.
Bom Großh. Hoftheater. Für die Silveſter= Vor=
ſtellung
Lumpazivagabundus von Neſtroy gibt ſich leb=
haftes
Intereſſe kund, das ſich auf die Konzert=Einlage
im zweiten Akt konzentriert. Außer Frau Elſa Laura
von Wolzogen wirken mit Frl. Jacobs, Frl. Gothe und
die Herren Globerger, Schützendorf und Jürgas (letzterer
verſieht auch das Amt des Conferenciers). Die Vorſtel=
lung
beginnt um 7½ Uhr. Es gelten die Volksvorſtel=
lungspreiſe
; das Abonnement iſt aufgehoben. Am Neu=
jahrstage
geht als 14. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen der erfolgreiche Schwank Meyers in Szene.
Beginn halb 3 Uhr nachmittags. Der Vorverkauf findet
bis Dienstag abend im Verkehrsbureau ſtatt. Für den
Abend dieſes Tages iſt Johann Strauß' Fledermaus
angeſetzt, die in der Neuinſzenierung des Hoftheaters,
die das Werk koſtümlich in die Entſtehungszeit (1874) ver=
legt
, wie eine Novität wirken wird. Die Hauptpartien
ſind mit erſten Geſangsſoliſten beſetzt. Die Vorſtellung
leitet Kapellmeiſter Kleiber muſikaliſch, Oberregiſſeur
Valdek ſzeniſch. Karl Rößlers entzückendes Luſtſpiel Die
fünf Frankfurter wird am Donnerstag als 89. Abonne=
mentsvorſtellung
, Buchſtabe A 23, zur Wiederholung ge=
langen
.
* Abſchiedsfeier in der Darmſtädter Bank. Mit Ende
dieſes Jahres ſcheidet der langjährige Direktor der Bank
für Handel und Induſtrie, Herr Geh. Kommerzienrat
F. C. Hedderich, hier, aus ſeinem Amt. Aus dieſem
Anlaß fand geſtern in der Bank eine kleine Abſchiedsfeier
ſtatt, bei welcher die Angeſtellten der Bank ihrem ſcheiden=
den
Direktor durch eine Abordnung eine kunſtvoll gear=
beitete
Adreſſe überreichen ließen, in der ſie ihr Bedauern
über ſein Ausſcheiden und ihren Dank für das ihnen ſtets
bewieſene Wohlwollen in warmen Worten zum Ausdruck
bringen. Herr Geh. Kommerzienrat Hedderich war
durch dieſen Sympathiebeweis angenehm berührt und
dankte ſeinerſeits mit bewegter Stimme für die tatkräf=
tige
Unterſtützung, die er während ſeiner über 31 Jahre
ſich erſtreckenden Tätigkeit in der Bank ſtets bei allen An=
geſtellten
gefunden habe. Sein vorgerücktes Alter und an=
gegriffener
Geſundheitszuſtand geſtatteten ihm nicht, ſeine
aufreibende Tätigeit länger auszuüben; er wünſche der
hieſigen Abteilung, wie der Bank überhaupt, auch für die
Zukunft eine ſtändig fortſchreitende Entwickelung unter
der Mitwirkung des bewährten Perſonals.
§ Abſchiedsfeier. Im Schulſaale des Polizeiamts=
gebäudes
verſammelten ſich die Beamten des Großh. Po=
lizeiamts
, die Revierpolizeikommiſſare, das Bureauper=

ſonal, Kriminalabteilung, Amtswache, ſowie Vertreter
der Schutzmannſchaft, der Freiwilligen Feuerwehr und
der Freiwilligen Sanitätskolonne zur Abſchieds=
feier
für den zum Kreisamtmann des Kreisamts Groß=
Gerau ernannten Großh. Regierungsaſſeſſor Linken=. Herr Regierungsrat Gennes ſprach dem Schei=
denden
in ehrenden Worten den Dank des Polizeiamtes
für ſeine 3¼jährige eifrige und gewiſſenhafte Tätigkeit
aus und wünſchte ihm denſelben Erfolg, den er hier er=
zielt
habe, auch in ſeinem neuen Wirkungskreiſe. Nur
ungern verliere er und ſämtliche Beamten des Polizei=
amtes
den Scheidenden. Herr Regierungsaſſeſſor Linken=
held
dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung. Er
habe mit Freuden ſeine Pflichten in ſeiner ſeitherigen
Stelle getan und wenn er wirklich Erfolge erzielt habe,
ſo danke er dies der Mitwirkung ſeiner Herren Vorgeſetz=
ten
und dem Geſamtperſonal. Er ſpreche hierfür ſeinen
beſten Dank den Anweſenden aus und bat die Herren
Revierpolizeikommiſſare, denſelben auch der übrigen
Mannſchaft zu unterbreiten. Bei dieſer Abſchiedsfeier
wurde von Herrn Regierungsrat Gennes gleichzeitig der
Nachfolger des Herrn Linkenheld, Herr Regierungs=
aſſeſſor
Dr. Pabſt, den Anweſenden vorgeſtellt.
Der Evangeliſche Frauenverein für den Schloßbezirk
hat mit ſeiner Aufführung: Alt=Darmſtadt im 17. und 18.
Jahrhundert in Wort, Muſik und lebenden Bildern am
5. und 6. Februar 1912 ſo viel Anklang gefunden, daßen
ſich entſchloſſen hat, im Januar 1913 mit einer ähnlichen Ver=
anſtaltung
an die Oeffentlichkeit zu treten. Der Reinertrag
iſt wieder für die Kleinkinderſchule des Schloß=
bezirks
beſtimmt. Das Thema der wie im Vorjahr aus
Wort, Muſik und lebenden Bildern beſtehenden Auffüh=
rung
iſt: Vorhundert Jahren. Dieſes Thema wird
nach dem Entwurf von Pfarrer D. Dr. Diehl folgender=
maßen
ausgeführt: Bild 1 zeigt uns das Heſſenvolk im
Siegestaumel. Am 4. Oktober 1812, für den von Groß=
herzog
Ludewig I. ein Dankfeſt für Napoleons und der
heſſiſchen Truppen Siege in Rußland angeordnet iſt, dringt
die Nachricht vom Brand von Moskau bis in die entlegen=
ſten
Dörfer Oberheſſens und löſt überall Jubel aus. Man
iſt feſt überzeugt: Jetzt gibts endlich Friede. Bild 1 ſoll
den Eindruck wiedergeben, den die Nachricht von dem an=
geblichen
größten Siege Napoleons in einem oberheſſiſchen
Bauernhaus, aus dem zwei Söhne unter den Waffen ſtehen,
auslöſt. Während am 4. Oktober im Heſſenland das
Dankfeſt gehalten ward, war in Moskau bereits die Ent=
ſcheidung
gefallen. Die Truppen mußten bald nachher den
Rückzug antreten, jenen ſchauervollen Rückzug, der faſt eine
halbe Million Menſchen in den Tod oder in die Gefangen=
ſchaft
gebracht hat. Von den Schrecken dieſes Rückzuges
bieten die Bilder 2, 3 und 4 einen Eindruck. Sie zeigen
freilich auch, daß unſeren Truppen in dieſer ſchwerbetrüb=
ten
Zeit drei gute Geiſter zur Seite ſtanden: Treue,
Barmherzigkeit und Glaube. Bild 2 ſtellt
die bekannte Geſchichte von der Errettung des Prinzen
Emil dar, die Friedrich Rückert und Heinrich
Künzel in einem Lied und bereits 1813 Abt
Vogler in einem muſikaliſchen Stück verherrlicht haben.
Bild 3 führt uns das rührende Erlebnis des Leutnants
Peppler vor Augen, der in Minsk eine deutſche Frau um
ein ruhiges Plätzchen in einem Stall bittet, damit er
wie er hofft , die kommende Nacht darin ſterben könne,
aber aus Barmherzigkeit ins Haus aufgenommen und ge=
ſund
gepflegt wird. Bild 4 zeigt uns einen ſterbenden
höheren Offizier, den ſein Burſche mit den tapferen Sprü=
chen
des Apoſtels Paulus aus dem Neuen Teſtament
tröſtet, worauf er glaubensvoll von hinnen ſcheidet. Die
letzten drei Bilder führen uns in die Heimat. Bild 5
iſt überſchrieben: Traurige Weihnachten 1812; Bild 6:
Die Heimkehr; Bild 7: Die neue Zeit (Großherzog
Ludewig I. ſagt ſich von Napoleon los).
Wie im Vorjahr ſind die lebenden Bilder durch Bilderklä=
rungen
(Frl. Lagemann) verbunden und von muſikaliſchen
Darbietungen umrahmt, die in die Zeit paſſen. Fräulein
Anna Walter wird drei Lieder ſingen, von denen zwei
nach der Melodie heſſiſches Eigengut ſind, ein drittes
(Ernſt Moritz Arndts: Wer iſt ein Mann) in der Rhein=
bundzeit
gedichtet iſt. Das unter Leitung des Herrn Real=
lehrers
Pfaff ſtehende vereinigte Orcheſter der
Großh. Ludwigs= und Liebig= Oberreal=
ſchule
, deſſen Darbietungen heſſiſcher Muſik bei der letz=
ten
Aufführung bei den Zuhörern Begeiſterung hervor=
gerufen
haben, wird wiederum für in die Zeit paſſende
Orcheſtermuſik ſorgen. Außerdem wird Herr W. Horn,
der ſchon ſo manchesmal ſeine Kunſt in den Dienſt des
Frauenvereins geſtellt hat, mit zwei Violinvorträgen er=
erfreuen
.
Die künſtleriſche Leitung der lebenden Bilder hat wie=
der
in dankenswerter Weiſe Fräulein Anna Ethel über=
nommen
. Nach dem Geſagten darf man wohl der Ueber=
zeugung
Ausdruck verleihen, daß die Veranſtaltung Vieles

Von Silveſter und Neujahr.

Zum Jahreswechſel.
Zwölfer, deine Zeit iſt um!
Bhüt dich Gott, und nimm’s nicht krumm
Wenn beim Abſchied, ungerührt,
Alle Welt dich kritiſiert!
Warſt ein Schaltjahr, kein gemeines
Und doch auch kein ſchönes, feines,
Nein! ein äußerſt ſchikanöſes,
Oberfaules, bitterböſes!
Reich warſt du an Trübſal, Regen,
Not und Sorgen, arm an Segen!
Alle Winzer fluchen dein,
Denn mißraten iſt der Wein,
Auch die Zecher ſchmerzlich trauern
Wegen deines kläglich Sauern!
Hier ein Schock der bunten Gaben,
Die wir dir zu danken haben,
Viel davon iſt triſt und greulich
Und nur Weniges erfreulich:
Balkankrieg und Wurſt=Empörung!
Fleiſchvermindrung! Beef=Entbehzung!
Stets bedroht von casus belli!
Eheſcheidung der Toſelli!
Reichstagswahlkampf! Scheidemann!
Paſtor Traub in Acht und Bann!
Heervermehrung! Wetterüſten!
Automoppel=Anarchiſten!
Erdewackeln! Hitzewellen!
Zugeſchloſſine Dardanellen!
Wilhemintje in Paris!
Wilſons Neuwahl! Teipolis!
Binzer Brückenkataſtrophe!
Poincaré am Ruſſenhofe!
Bayriſche Gewerbeſchau!
Bühnennovitäten flau!

Umwälzung im Chinareiche!
Tolle Suffragettenſtreiche!
Katze, die nach Worten ringt
Und O Tannenbaum . . . ſchon ſingt!
Ariadne (mit Geſchrei
Neugelegtes Straußen. Eik)
Dreibund wiederum erneuert!
Kaviar enorm verteuert!
Kruppſches Werk in jubilo!
Tot der alte status quo!
Tot ſo mancher große Meiſter,
Eine Reihe hehrer Geiſter!
Heikler Schiller=Schädel=Streit!
Serum gegen Müdigkeit!
Moritaten! Streikverdruß!
Kaiſer Wilhelms Hexenſchuß!
Sein Beſuch im Lande Tells!
Einſchränkungen des Duells!
Enger noch geknüpft die Bande,
In dem deutſchen Vaterlande!
Einig Nord und Süd wie nie
Dank der Klaſſenlotterie!
Michaelis Spielers Ende!
Gruben= und Theaterbrände!
Fliegerſtürze! Titanic!
Schwaben=Luftſchiffs Mißgeſchick!
Auch M. 3 durch Feuer ex,
Und durch Sturm zerſtört P. 6"1
Hanſa an der Waſſerkante!
Aengſte der Britannia=Tante!
Neue Jungfrau=Bahnſtation!
Ungarn=Kriſen, Obſtruktion!
Krematorien auch in Bayern!
Auerbach= und Uhland=Feiern!
Jubilare auch, Potz Blitz:
Hauptmann und der Alte Fritz!
Hertling, Jeſuitenfrage!
Parſifal=Debattenplage!
Attentat auf Rooſevelt!
Ungewöhnlich knapp das Geld!

Schütte=Lanz! Caruſo=Fieber!
Hirth den Konkurrenten über!
Große Gordon=Bennet=Fahrt!
Senſationen aller Art!
Kampf und Not und Peſtilenz!
Bruning! Friedenskonferenz!
Nun zu dir, du neues Jahr!
Führſt verdächt’gen Namen zwar:
13! Manchen graut’s davor!
Dennoch wollen mit Humor,
Zuverſicht und auch mit ſüßen
Pünſchen wir dich froh begrüßen
Mache deine Sache gut!
Gib Verzagten neuen Mut!
Herrſche rückſichtsvoll hienieden!
Gönn den Völkern Ruh und Frieden!
Laß uns wieder mit Vertrauen,
Ohne Sorge vorwärts ſchauen!
Mindre Jammer und Beſchwerden!
Laß die Ochſen bill’ger werden!
Auch die Kälber und die Schweine!
Sorge auch für gute Weine!
Was bringſt du für Novitäten
Und für Kurioſitäten?
Etwa Fiſche, welche jodeln,
Oder Eſel, welche rodeln?
Bringſt du eine Mode=Wende
Futteralrocks Fall und Ende?
Und dafür die Krinoline?
Bringſt du eine Flugmaſchine,
Die das Gleichgewicht behält,
Niemals aus den Wolken fällt,
Bring’ nur nicht in deinem Bündel
Wiederum den alten Schwindel!
Artig ſei und brav und lieb!
Ein Exempel dafür gib,
Daß auch die verrufne Zahl
13 Glück bringt manches Mal
W. Widmann.

[ ][  ][ ]

Nummer 307.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Seite 3

bieten wird. Iſt es auch etwas gewagt, gleich nach Weih=
nachten
mit dem Verkauf der Karten zu drei, zwei und
eine Mark zu beginnen, ſo ſteht doch zu erwarten, daß
die Veranſtaltung manchen Darmſtädter veranlaſſen wird,
den Geldbeutel aufzutun und ſich eine Eintrittskarte zu
erſtehen. Ganz beſonders deshalb auch, weil hier das
Können von über 50 Menſchenkindern in den Dienſt einer
ſozialen Sache geſtellt iſt, die wahrlich der Unterſtützung
würdig iſt. Bemerkt ſei noch, daß jetzt ſchon Eintrittskar=
ten
bei den Vorſtandsdamen, ferner Herrn Kaufmann
Warnecke (Rheinſtraße 1), im Verkehrsbüro und in den
Hofbuchhandlungen Waitz und Schlapp zu haben ſind.
* Die kirchenmuſikaliſche Abendfeier in der Stadtkirche
hatte noch einmal eine zahlreiche Gemeinde verſammelt,
welche in ſtiller Andacht den hehren Tönen lauſchte, die
das hohe Feſt der Liebe in reizvollen Harmonien aus=
klingen
ließen. Die vortrefflichen Leiſtungen aller Mit=
wirkenden
verſetzten noch einmal in echte beſeligende
Weihnachtsſtimmung und weckten wieder den ganzen
Zauber des Feſtes mit all ſeinen lieblichen, zum Teil
vertrauten Klängen. Bereiteten ſchon die einzelnen Dar=
bietungen
den Hörenden einen hohen Genuß: Frau
Marie Joachim, die mit hellem, reinem Sopran ſo
ſchön vom Chriſtkind zu ſingen wußte; Herr Emil
Sulzmann, der mit prächtigem, wohlklingendem Bari=
ton
das ſtimmungsvolle Weihnachtslied in vollendeter
Weiſe zum Vortrag brachte, und Herr Max Römer,
durch ſein weiches, ſeelenvolles Spiel zu den Herzen ſei=
ner
Hörer ſprechend, ſo brachte das Zuſammenwirken der
Genannten im Verein mit der Orgel im Wiegenlied von
Herzogenberg ein Genießen in entzückenden Wohlklängen.
Der Abend zeigte auch wieder, welch’ herrliches Inſtru=
ment
die Orgel iſt, und wie geſchickt die Hand deſſen, der
ſie meiſtert. Die Geſänge von Sternenpracht und Glocken=
klang
, von Hirtenflöten und Engelsſtimmen überſchwebte
ſie in wechſelnder Farbenpracht mit ihren zarten, weihe=
vollen
Klängen. Dem Veranſtalter des wohlgelungenen
Abends, Herrn Stadtorganiſt Borngäſſer, gebührt
herzlicher Dank, Mögen weitere derartige Veranſtal=
tungen
bald nachfolgen.
* Freie Landeskirchliche Vereinigung für das
Großherzogtum Heſſen. Die diesjährige Hauptver=
ſammlung
findet am Donnerstag, den 2. Januar 1913,
2¼ Uhr nachmittags, im Kaiſerkeller zu Frankfurt a. M.
ſtatt. Nach Erledigung des geſchäftlichen Teils beginnt
um 3½ Uhr die öffentliche Verſammlung, in der
Pfarrer Kübel aus Frankfurt die wichtige Frage er=
örtern
wird: Wie hat ſich die Kirche zu dem allge=
meinen
Rückgang der Geburtenzahl zu ſtellen? An
dieſen Vortrag ſchließt ſich eine Ausſprache an.
* Jubiläen. Am 1. Januar ſind es 40 Jahre, daß
der Kaufmann Herr Joſeph Erlanger in der Stroh=
hutfabrik
von A. Roſenthal & Cie. tätig iſt. Dem
Jubilar wird es an dieſem Tage ſicher nicht an
Ehrungen fehlen, umſomehr, als er ſich allgemeiner
Beliebtheit erfreut. Man ſchreibt uns: Am 1. Jan. ſind
es 25 Jahre, daß Fräulein Anna Hauff als Verkäu=
ferin
in das Geſchäft der Firma Theodor Kalbfuß, Markt=
platz
, eintrat. Seit vielen Jahren iſt ſie als erſte Ver=
käuferin
tätig, während ſie vorher hauptſächlich mit der
Buchhaltung beſchäftigt, den verantwortungsvollen Poſten
als Kaſſiererin der Steinkohlenbezugsgeſellſchaft Friede‟
verſah. In weiten Kreiſen bekannt, hat ſie es verſtanden,
ſich die Achtung der Kundſchaft und das unbeſchränkte
Vertrauen der Firmeninhaber zu erwerben.
* Der Naturwiſſenſchaftliche Verein hält am Diens=
rtag
, den 7. Januar, ſeine 282. Sitzung im Fürſtenſaal ab.
Herr Profeſſor Dr. E. Ihne ſpricht über Karl Weyprecht,
den Nordpolarforſcher, zur Erinnerung an die 40jährige
Wiederkehr ſeiner großen Polar=Reiſe und der Entdeck=
ung
von Franz Joſefs=Land.
Verein für Verbreitung von Volksbildung. Die
im Winterprogramm des Vereins für Verbreitung von
Volksbildung vorgeſehenen Kulturgeſchichtlichen
Vorträge von Herrn Profeſſor Dr. A. E. Berger
Prof. der Techn. Hochſchule in Darmſtadt, werden Diens=
tag
, den 7. Januar, beginnen und fortgeſetzt am 13., 16.,
20. und 23. Januar. Die Vorträge des beliebten Redners
ſind für jedermann zugänglich und ihr Beſuch wird er=
leichtert
durch die bei dem veranſtaltenden Verein bekann=
ten
äußerſt niedrigen Teilnehmerpreiſe. Näheres dem=
nächſt
durch beſondere Anzeigen.
* Heſſiſcher Goethebund. Am 21. Januar 1913 wird
Herr Profeſſor Otto Harnack aus Stuttgart einen
öffentlichen Vortrag über Tolſtoi halten.
* Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft Gabels=
berger‟
Durch die ſtarke Mitgliederzunahme, die die Ge=

ſellſchaft in letzter Zeit zu verzeichnen hatte, erwieſen ſich
die ſeitherigen Unterrichtsräume im ehemaligen Gefäng=
nisgebäude
Bleichſtraße Nr. 1 als zu klein. Sie verlegte
daher, wie aus der Anzeige erſichtlich, ihren Unterrichts=
betrieb
und ihre ſonſtigen Einrichtungen nach Mathil=
denplatz
Nr. 8. In den neuen Lokalitäten, die hell
und gut ventiliert ſind, ſoll den mehrfachen Anregungen
und Anforderungen Rechnung getragen werden. Es wer=
den
ferner beſondere Abteilungen für ältere Damen und
Herren eingerichtet und außerdem der Schreibmaſchinen=
Unterricht vergrößert. Der Unterrichtsplan beginnt am
Montag, den 6. Januar 1913. Die Darmſtädter Geſchäfts=
welt
ſei beſonders auf die örtliche koſtenfreie Stellenver=
mittelung
für Stenographen und Maſchinenſchreiber auf=
merkſam
gemacht. Die Geſchäftsſtelle, die jeden Abend
von 810 Uhr geöffnet iſt, gibt Auskunft in allen ſteno=
graphiſchen
Fragen. Die Eltern und Vormünder der die
Schule verlaſſenden Jugend ſollten ſich dieſer Einrichtung
in ausgiebiger Weiſe bedienen. Es ſei ferner darauf auf=
merkſam
gemacht, daß die Mitglieder nicht verpflichtet
ſind, den Unterricht zu beſuchen. Damen und Herren
(auch Nichtſtenographen) und Firmen, die den Beſtrebun=
gen
der Geſellſchaft Intereſſe entgegenbringen, ſind zum
Beitritt freundlichſt eingeladen.
* Lehrerverſammlung. Wir werden gebeten, auf die
am Donnerstag, den 2. Januar, ſtattfindende allgemeine
Lehrerverſammlung nochmals hinzuweiſen.
* Schwimmfeſt des Darmſtädter Schwimmklubs
Jung=Deutſchland am 5. Januar. Man ſchreibt uns:
Einzigartige Darbietungen wird das Programm dadurch
aufweiſen, daß der Sieger im Springen bei den dies=
jährigen
Stockholmer olympiſchen Spielen, Hans Luber
vom Münchener Schwimmklub 99, erſcheinen und ſeine
Kunſt zeigen wird. In dieſem Sport allein war es den
deutſchen Olympiakämpfern beſchieden, die Vertreter aller
andern Nationen, insbeſondere Engländer und Ameri=
kaner
, auf der ganzen Linie zu ſchlagen. Beſonderes
Aufſehen erregte dabei der erſt 19jährige Hans Luber,
der in einer beiſpielloſen Kette von Erfolgen in dieſem
Jahr weiter die Meiſterſchaft von Deutſchland, Oeſter=
reich
und Ungarn im Springen, Einzelmehrkampf und
Rückenſchwimmen gewann. Das Plakat zum Schwimm=
feſt
bringt das Bild des jugendlichen Meiſters. Auch
der mehrmalige Weltmeiſter im Springen Fritz Nicolai=
Frankfurt und der Rhein= und Mainmeiſter Willi
Woelke=Frankfurt haben ihr Erſcheinen zugeſagt und
werden am Schauſpringen bezw. Wettſchwimmen teil=
nehmen
. Niemand, der für dieſen geſunden Waſſerſport
Sinn hat, ſollte daher verſäumen, dem Schwimmfeſt
beizuwohnen. Mehrfache Anfragen veranlaſſen uns,
nochmals darauf hinzuweiſen, daß die Veranſtaltung
auch für Damen zugänglich iſt.
Der Männergeſangverein Concordia hält am
1. Januar (Neujahr) im Mathildenhöhſaal ſeine Neu=
jahrs
=Feier ab. Das reichhaltig zuſammengeſtellte
Programm wird auch in dieſem Jahre ſeine gewohnte
Anziehungskraft nicht verfehlen und ſtehen allen Be=
ſuchern
einige genußreiche Stunden bevor. (Siehe
Anzeige.)
* Heſſiſcher Fechtverein Waiſenſchutz ( Zweig=
verein
Darmſtadt). Am Neujahrstage hält der Zweig
verein ſeine Weihnachtsfeier im Städtiſchen
Saalbau ab. Wie bekannt, bietet der Waiſenſchutz
immer etwas großartiges bei ſeinen Feſten. So iſt
auch für die Weihnachtsfeier ein gediegenes Programm
aufgeſtellt und wird ſich ein Beſuch reichlich lohnen.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
* Silveſtertanz. Wie alljährlich, veranſtaltet auch
in dieſem Jahre die Abteilung Geſelligkeit der Kauf=
männiſchen
Stenographen=Geſellſchaft Gabelsberger
in den Räumen des Kaiſerſaales, Grafenſtraße, einen
Silveſtertanz, wozu die Mitglieder, ſowie Freunde
und Gönner der Geſellſchaft freundlichſt eingeladen ſind.
Wir verweiſen auf die Anzeige in der heutigen Nummer
unſeres Blattes.
* Turngemeinde. Man ſchreibt uns: Am 1. Januar
1913, abends 8 Uhr 11 Minuten, wird, wie ſchon berichtet,
der Karneval 1913 in der Turngemeinde mit einem Kar=
nevaliſtiſchen
Konzert in der Turnhalle
am Woogsplatz eröffnet. Der große Feſtſaal ſoll
an dieſem Abend bereits mit einer feenhaften Dekoration
verſehen werden. Das Programm für das Eröffnungs=
konzert
iſt äußerſt abwechslungsreich, bietet doch der
Name Weber Gewähr dafür, daß ſolches für jeder=
manns
Geſchmack zuſammengeſtellt iſt. An neueſten
Schlagern und Ueberraſchungen wird es nicht fehlen.
Ebenſo kann ſich die Jugend an dem nach dem Konzert
ſtattfindenden Tanz beluſtigen. Alles weitere iſt aus den
Anzeigen und Plakaten zu erſehen.

* Orpheum. Morgen, Mittwoch, 1. Januar 1913,
debütieren in zwei Vorſtellungen die neuen Kunſt=
kräfte
des großen Neujahrsprogramms, welches in ſei=
ner
Geſamtheit geeignet ſein wird, den Beſuchern be=
ſondere
Ueberraſchungen zu bereiten. Vor allem darf dies
von dem durchaus künſtleriſchen Muſikakt der beiden
Wunderkinder Edith und Hertha Althoff geſagt werden,
deren Leiſtungen und Fähigkeiten weit über das am
Variété ſonſt auf dieſem Gebiete gewohnte Maß hinaus=
ragen
. Die erſte Januar=Künſtler=Serie beſteht insgeſamt
aus zehn brillanten Nummern, von denen noch vorweg
die lyriſchen Tanz=Idyllen der Tänzerin Odys zu er=
wähnen
ſind. (Siehe Anz.)
* Ludwigshöhe. Am Neujahrstage findet ein
Großes Extra=Konzert der Kapelle des Großh. Heſſiſchen
Art.=Regts. Nr. 61 unter Obermuſikmeiſter Webers
Leitung ſtatt. Dem Programm liegt der Wortlaut
Proſit Neujahr zugrunde und bietet viel Abwechslung.
(Siehe Anz.)
* Im Reſtaurant Rummelbräu findet am Neujahrs=
tag
nachmittag ein Feſtkonzert ſtatt. Abends wird die
Reihe der Karnevaliſtiſchen Konzerte eröffnet. Dem
Abendkonzert ſchließt ſich ein Tänzchen an. Die Aus=
führung
des Konzerts obliegt der Kapelle des Leibgarde=
Regiments unter Obermuſikmeiſter Hauskes Leitung. Die
Programme verſprechen einige genußreiche Stunden:
(Siehe Anzeige.)
* Der I. Darmſtädter Kino, Grafenſtraße 12, bringt
ab 1. Januar drei Tage als Neuheit und Hauptſchlager:
Napoleons Feldzug 1812; es iſt wahrlich wert, dies
Meiſterwerk der Lichtbildkunſt anzuſehen. In 19 Abteil=
ungen
rollt ſich unter großem Aufwand die ganze Geſchichte
jenes gewaltigen Unternehmens ab, welches nach ſchwe=
ren
, blutigen Kämpfen und Siegen, nach dem Einzuge
in die alte Zarenſtadt Moskau, dem großen Welteroberer
Verderben und den Sturz bringen ſollte. Erwähnens=
wert
iſt noch Der kleine Tierbändiger Auch Der Buch=
fink
eine reizende Tierſtudie, wird alle Herzen erfreuen.
* Das Reſidenztheater am Weißen Turm bringt ab
heute ein neues Werk, betitelt: Ewige Zeugen, ein
Schauſpiel in vier Akten. Die Herſtellerin, Firma Leon
Gaumont, behauptet mit einem gewiſſen Stolze, daß ſie
hiermit das Großartigſte, das Verblüffendſte und Voll=
endetſte
auf dem Gebiete der Kinematographie geleiſtet
hat. Die kraftvolle Handlung ſetzt gleich in den erſten
Teilen des Bildes ein, packt und feſſelt bis zum Schluß,
ſo daß man nicht müde wird, auf die Leinwand zu.
ſchauen. Die künſtleriſche und prunkvolle Ausſtattung,
das meiſterhafte Spiel der ſchönen Hauptdarſtellerin
Suſanne Grandais, die ſpannenden Momente und die
traumhaften Stimmungsbilder ſtempeln dieſen Film zu
einem Kunſtwerk. (S. Anz.)
* Ein Wand= und Notizkaleuder für 1913 liegt
der heutigen Nummer in gewohnter Ausſtattung als
Gratisgabe für unſere Abonnenten bei. Aufge=
zogen
iſt der Kalender zum Preiſe von 20 Pfennig in
der Expedition erhältlich.

* Traika, 30. Dez. Vielen Wünſchen entſprechend,
gibt die Turngemeinde am 1. Januar im Löwen
zum zweiten Male Löfflers neuen Schwank Sou mußt’s
kumme‟ Der Reinertrag wird zur Stiftung eines Prei=
ſes
für den Geſangswettſtreit des Geſangvereins Ein=
tracht
im Mai 1913 verwandt.
g. Mörfelden, 30. Dez. In der Nacht zum Sonntag
wurde beim Kaufmann Stange hier ein Ein=
bruchsdiebſtahl
verübt. Geſtohlen wurden Kleider
und Uhren im Werte von über 200 Mark. Man hat ſtar=
ken
Verdacht, daß ein Handwerksburſche, der in der Nähe
des Hauſes beobachtet wurde, bei dem Einbruch beteiligt
war.
Rh. Nordheim (Kreis Bensheim), 30. Dez. Unſere
hieſige Kranken= und Kinderſchulſchweſter Anna Bünau
wird nach kaum 3jähriger Tätigkeit in unſerer Ge=
meinde
ihren Dienſt ab 1. Januar 1913 nieder=
legen
.
Lindenfels, 29. Dez. Heute feierte Herr Bürger=
meiſter
Schnellbächer mit ſeiner Gemahlin Marga=
rete
, geb. Meiſter, das Feſt der Silbernen Hochzeit.
Offenbach, 30. Dez. Seinen Verletzungen er=
legen
iſt im Städtiſchen Krankenhaus am Samstag
vormittag das 8jährige Mädchen, das ſich beim
Kartoffelkochen am Freitag ſchwere Brandwunden zuzog.
Während der Unfall geſchah, waren beide Eltern im Ge=
ſchäft
. Eine Kindesleiche wurde am Samstag
in der Pfuhlgrube im Hauſe Goetheſtraße 64 gefunden.
Es handelte ſich um ein neugeborenes Kind, das etwa
zwei Monate in der Grube gelegen haben mag. Bekannt=

Seltſame Silveſterfeiern.
(2) Der Hang zum Abſonderlichen und Wunderlichen,
der ſo tief in mancher Menſchenſeele wohnt, lebt ſich auch
in der eigenartigen Form aus, mit der manche Leute
Silveſter feiern. Eine engliſche Wochenſchrift weiß davon
allerlei zu berichten. So feiert ein reicher New=Yorker
Witwer, der überhaupt ein Freund exzentriſcher Einfälle
iſt und ſich gern anders als andere Leute benimmt, das
Ende des Jahres ſtets in einem Grabgewölbe. Am letz=
ten
Tag des vergangenen Jahrhunderts war ihm ſeine
Frau geſtorben, und ſeitdem verbringt er die Silveſter=
nacht
in dem prachtvollen Mauſoleum, das er ihr errichtet.
Am 31. Dezember wird dies prachtvolle Gewölbe über
und über mit ihren Lieblingsblumen geſchmückt, und
gegen Abend erſcheint der trauernde Witwer, um in ein=
ſamer
der Erinnerung an die Tote geweihter Feier den
Anbruch des neuen Jahres zu erwarten. Nicht minder
eigenartig iſt die Stätte, die ſich ein Kohlenarbeiter in
Lancaſhire zur Silveſterfeier erkoren hat. Während die
Grube in der er ſeit mehr als 20 Jahren arbeitet, am letz=
ten
Abend des Jahres von allen ſeinen Gefährten ver=
laſſen
wird, läßt er ſelbſt ſich tief unten im Schacht ein=
ſchließen
und begrüßt das neue Jahr unter Tag mit
einem ſtillen Gebet und einem Choral. Ein Silveſter=
vergnügen
eigener Art bereitete ſich vor einigen Jahren
ein engliſcher Schwimmklub, deſſen Mitglieder eine ein=
zigartige
Probe ihrer Sportsbegeiſterung geben wollten.
Kurz vor Mitternacht des 31. Dezember verſammelten
ſie ſich, ſieben an der Zahl, am Meeresufer, und als von
den benachbarten Türmen die zwölf feierlichen Schläge
durch die Nacht hallten und die Glocken im harmoniſchen
Chor zu läuten anfingen, da ſprangen ſie unerſchrocken in
die eiskalten Fluten. Wie lange ſie drinblieben davon
ſchweigt die Geſchichte. Jedenfalls war ihnen die Luſt
vergangen, am nächſten Silveſter ihr Heldenſtück zu
wiederholen. Eine Leiſtung, für die er ſich die erſte Mi=
nute
des neuen Jahres ausgeſucht hatte die er aber auch
nur einmal glücklich durchführte, vollbrachte ein Hand=
werker
aus Chicago. Er kletterte in der letzten Stunde
des alten Jahres bis zu dem Wetterhahn eines hohen
Turmes empor und pfiff dort oben, umklammert an der
höchſten Spitze, hoch in den Lüften die amerikaniſche
Nationalhymne, als der erſte Schlag der Mitternachts=

glocke den Jahreswechſel verkündete. Dann kletterte er
unter vielen Mühen wieder herab und erreichte glücklich
den Boden. Er hatte mit dieſer Tat eine Wette um
1000 Mark gewonnen; aber keine Verſprechungen der
Welt haben ihn wieder dazu bringen können, vom Wind
umbrauſt und von eiſiger Kälte durchſchüttelt ſeinem Pa=
triotismus
auf einer Kirchturmſpitze Ausdruck zu ver=
leihen
. Eine Silveſterfeier in luftigen Höhen begingen
die Arbeiter und Bergführer, die vor einigen Jahren ge=
rade
in den letzten Dezemberwochen die neue Schutzhütte
auf dem Gipfel des Mont Blanc aufgeſtellt hatten. Sie
beſchloſſen, das neue Jahr an ihrer Arbeitsſtätte in einer
Höhe von 4800 Meter zu begrüßen. Wenige Minuten
vor Mitternacht entzündeten ſie ein großes Feuer auf der
Spitze des höchſten Berges Europas, und als der erſte
Januar kam, da lohten die Flammen hoch zum Himmel
empor. Bei einer Kälte von 20 Grad klangen fröhlich die
Gläſer zuſammen.
Neuj ahrskarten.
* * Die Neujahrskarte, die ſchöne Sitte, iſt in
unſerer Zeit ſchon beinahe zur Unſitte geworden. Es gab
aber eine andere Zeit, wo man nicht aus Anſtand oder
eingebildetem Zwang Neujahrsgrüße ſandte, wo man nur
die Menſchen damit beglückte, die man liebte oder denen
man aus wirklichem Herzensbedürfnis einen Neujahrs=
wunſch
darbrachte.
Die Sitte der Neujahrswünſche iſt alt. Man kann
nicht mehr ſagen, ſeit wann ſie beſteht, aber ſicher iſt, daß
bereits im 14. Jahrhundert die Neujahrstage mit feier=
lichem
Beglückwünſchen der Freunde und Verwandten ge=
feiert
wurden. Es war damals eine ganz beſtimmte For=
mel
im Gebrauch, die folgendermaßen lautete: Gott geb
Dir und uns allen ein gut ſelig neu Jahr und nach die=
ſem
Leben das ewige Leben. Amen. Gedruckte Glück=
wunſchkarten
gab es freilich damals noch nicht, aber zier=
lich
geſchriebene überſandte man ſchon ſeinen Freunden,
wenn man es nicht vorzog, perſönlich zu gratulieren.
Dann kam die Erfindung der Buchdruckerkunſt und des
Kupferſtiches und beide brachten auch den Neujahrs=
wünſchen
eine Umwandlung. Gedruckte Gratulationen
traten an Stelle der mündlichen und geſchriebenen. Lei=
der
ſind die meiſten dieſe: Erſtlinge nicht erhalten ge=

blieben. Der älteſte gedruckte Neujahrswunſch, der ſich in
unſere Zeit herübergerettet hat, ſtammt aus dem Jahre
1466. Er zeigt als Sinnbild des anbrechenden Jahres
eine prächtig ſtiliſierte Blume, auf der das Jeſuskind ſteht,
ein flatterndes Band haltend. Das Band trägt die In=
ſchrift
: Ein gaot ſelig Jor! Auch Wandkalender wur=
den
in jener Zeit als Neujahrskarten verſandt. Meiſt
finden wir auf ihnen den gleichen Wunſch ein gut ſelig
Jahr Natürlich konnten die gedruckten Neujahrs=
wünſche
die geſchriebenen nicht ganz verdrängen, ſelbſt
damals nicht, als iech die Buchdruckerkunſt den Reiz der
Neuheit hatte. Häufig legte man einem Neujahrswunſch
noch ein kleines Geſchenk bei, etwas feines Gebäck, ſelbſt=
bereiteten
Konfekt oder auch ein mehr oder weniger koſt=
bares
Taſchentuch, ein ſogenanntes Fazenetlein.
Je mehr die Zeit fortſchreitet, deſto umfangreicher
geſtalten ſich die Wünſche und das Format der Karten,
ſo daß man im 16. Jahrhundert ſchon von Plakaten reden
kann. Nur eines iſt geblieben: die Darſtellung des Je=
ſuskindes
und der religiöſe Inhalt des Wunſches. Eine
Neuerung brachte das 17. Jahrhundert, nämlich die Gra=
tulationen
durch die Zeitung. Einer der erſten und älte=
ſten
dieſer Glückwünſche iſt uns in der Frankfurter Poſt=
zeitung
erhalten geblieben, in dem Jahrgang von 1624.
Dieſe Zeitung wurde vom Poſtmeiſter von der Birghden
gegründet und erfreute ſich eines großen Leſerkreiſes.
Aber nicht nur nach dieſer Seite hin erweiterte ſich die
Sitte der Neujahrswünſche, man begann auch mehr
Briefe und Karten zu ſchreiben als zuvor. Die Sitte,
glückwünſchenden Untergebenen am Neujahrstage ein
Geldgeſchenk zu überreichen, nahm damals ebenfalls ihren
Anfang. Man quittierte die Gratulation mit einer Gra=
tifikation
.
Mittlerweile hatten die Neujahrskarten, wie ſchon
erwähnt, einen Umfang angenommen, der ſich nicht gut
noch weiter ausdehnen ließ. Aber etwas Neues mußte
gebracht werden und dies Neue war in dem Fall das
Gegenteil. China gab dazu die Anregung, denn aus
China ſtammt unſere Viſitenkarte, die man vor dem 18.
Jahrhundert nicht kannte. Sie bürgerte ſich zuerſt in dem
mehr dem geſellſchaftlichen Zeremoniell zugänglichen Eng=
land
ein und kam dann auch nach Deutſchland. Bald
fand man die kleinen Dinger ſo brauchbar, daß ſie zur
Anregung wurden für eine ganze Reihe ähnlicher Sachen.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Nummer 307.

lich wurde in demſelben Hauſe am 8. Oktober die Leiche
eines neugeborenen Kindes im Kleiderſchrank aufgefun=
den
, als deſſen Mutter die Büglerin Roſa Turbeis ermit=
telt
wurde. Da durch das kreisärztliche Gutachten damals
feſtgeſtellt wurde, daß das Kind bei der Geburt nicht
mehr gelebt hatte, konnte gegen die Mutter nicht vorge=
gangen
werden. Nun hat die Kriminalpolizei ermittelt,
daß die Turbeis damals Zwillinge geboren hatte,
und ſie die Mutter des in der Pfuhlgrube gefundenen
Kindes iſt. Die T. gibt das zu, bleibt aber dabei, daß
keines der Kinder gelebt hat. Die gerichtlich angeordnete
Sektion der Leiche wird Näheres ergeben.
Kelſterbach, 30. Dez. Platin im Werte von etwa 900
Mark, das am Weihnachtsabend aus der hieſigen Kunſt=
ſeidenfabrik
geſtohlen worden war, konnte nunmehr
teilweiſe bei einem Althändler in Frankfurt a. M. ermit=
telt
und beſchlagnahmt werden. Ein ruſſiſcher Ar=
beiter
Lorath hatte es dorthin gebracht und eine Anzahl=
ung
von 30 Mk. erhalten. Er ſollte abends dort einen ge=
kauften
Anzug abholen und wurde bei dieſer Gelegenheit
verhaftet. Angeblich hatte er nur Platin für 50 Mk. ver=
kauft
, doch fand ſich nahezu der ganze Reſt vor; ein ſolcher
für etwa 150 Mk. wird noch vermißt.
Mainz, 30. Dez. Als Bodenreformer im weiteſten
Sinne des Wortes erwieſen ſich einige Herren, die in der
Nacht vom Samstag auf Sonntag den Boden von Mainz
für ihre Reformideen benützten. Am folgenden Morgen
konnte man in einer Anzahl Straßen auf dem Aſphalt
mit weißer Kreide geſchrieben folgende Sprüchlein leſen:
Der Bodenreformer nur iſt der Mann, der billige Woh=
nungen
bringen kann An anderer Stelle ward geſagt:
Die Gartenſtadt nach freier Wahl iſt der Bodenreformer
Ideal Und in einem dritten Vers war zu leſen: Durch
Bodenreform wächſt Lohn und Gehalt ungeahnt und
enorm Ob dieſe Agitation großen Erfolg haben wird,
ſchreibt das Mainzer Tageblatt, muß abgewartet
werden; jedenfalls war die Herſtellung dieſer Re=
klame
recht mühſelig, und auch ihre Beſeitigung
wird den Straßenreinigern, die ſich wahrſcheinlich gegen
dieſe Bodenreform erklären werden, reichlich Arbeit ver=
urſachen
. In der letzten Nacht wurde in der Rheinallee
ein Schiffer von vier Männern angehalten
und ſeiner Uhr und Geldbörſe mit 17 Mark Inhalt be=
raubt
.
Budenheim, 30. Dez. Samstag nachmittag war der
verheiratete 45jährige Steinbrecher Ph. Jakob Mann
mit Abtragen von Steinen im Steinbruch beſchäftigt,
als ſich plötzlich ein Stein von oben löſte und dem
Mann auf den Kopf ſtürzte. Der Verunglückte,
der eine ſchwere Schädelverletzung davontrug, wurde in
das Rochushoſpital nach Mainz gebracht.
Worms, 30. Dez. Heute nacht nach 1½ Uhr brannte
Ecke Eisbach= und Hochſtraße ein dem Milchhändler Car=
tano
gehöriger Schuppen vollſtändig nieder.
Der Schuppen war nur aus Holz und Dachpappe herge=
ſtellt
und diente zur Aufbewahrung von Heu, Stroh, Holz,
Wagen und Pferdegeſchirr. Von dem Inhalt des Schup=
pens
konnten die Wagen und eine Partie Nutzholz ge=
rettet
werden. Der Schaden, der durch Verſicherung ge=
deckt
iſt, iſt ziemlich erheblich. Ueber die Entſtehungs=
urſache
iſt noch nichts bekannt. Feſtgenommen
wurden zwei Taglöhner von hier, die in dem Wirt=
ſchaftsgebäude
im Stadtpark einen Einbruchsdie b=
ſtahl
verübt und die Telephonanlage zerſtört haben.
Nierſtein, 30. Dez. Die Zementfabrikation
wird mit dem kommenden Jahre in großem Umfange
aufgenommen werden. Die Geſellſchaft, die ſchon vor
einiger Zeit in der Gemarkung am ſogen. Galgenberg
Kalkſteinbrüche käuflich erworben hat, will eine Draht=
ſeilbahn
zwiſchen Galgenberg und Rhein zur raſchen
Beförderung der Steine anlegen. Zur Ausbeute werden
vorläufig ungefähr 400 Arbeiter eingeſtellt. Der
Kalk kommt in der Portland=Zement=Fabrik zur Verar=
beitung
. Von der Gemeinde wird das neue induſtrielle
Unternehmen lebhaft begrüßt.
Guntersblum, 30. Dez. Während der Bahnarbeiter
Th. Metz mit ſeiner Frau bei einem Hochzeitsfeſte weilte,
ſtieg die Frau eines in der Nähe wohnenden Bahnarbeiters
durch das Fenſter in die Wohnung ein und nahm dort das
in der Kommode befindliche Geld, etwa 74 Mark, an ſich.
Durch den Schutzmann Würtz aus Worms mit ſeinem
Polizeihund Wanda wurde die Täterin alsbald ermittelt.
Die Frau hatte noch das ganze Geld, welches in einem Tuch
eingeſchlagen war, beiſammen.
* Gießen, 30. Dez. Geſtern vormittag wurde auf dem
hieſigen Rangierbahnhof der 32 Jahre alte Rangierer
Weber aus Leihgeſtern überfahren und ſofort
getötet.

So darf man wohl behaupten, daß unſere Neujahrs=
karte
, wie ſie heute im Gebrauch iſt, aus der Viſitenkarte
entſtanden iſt.
Unſere Zeit bringt alljährlich eine förmliche Flut
von Neuerſcheinungen auf dieſem Gebiete. Kunſt und
Geſchmackloſigkeit reichen ſich in bewunderungswürdiger
Eintracht die Hände, und man weiß nicht, was noch
kommen mag‟. Eines aber dürfen wir für uns in An=
ſpruch
nehmen als Neuerung in unſerer Zeit auf dieſem
Gebiete: das indirekte Glückwünſchen nämlich, indem man
irgend einen Geldbetrag ſtiftet für einen wohltätigen
Zweck und dann ſeinen Namen als Quittung gedruckt in
der Zeitung findet. Das iſt bequem, praktiſch, bringt
anderen Nutzen und uns vielleicht auch, kurz, es iſt be=
zeichnend
für die mehr nüchterne Anſchauungsweiſe un=
ſerer
Tage. Trotzdem aber wird ſich die Neujahrskarte
nicht verdrängen laſſen, ſchon darum nicht, weil ſie zu
einem blühenden, früchtetragenden Induſtriezweig ge=
worden
iſt.
Ein Neujahrs ſcherz Goethes.
** Die Geſchichte eines amüſanten Neujahrsſcherzes
Goethes hat uns der Kanzler Müller in ſeinen Erinner=
ungen
aufbewahrt, der ihn ſich nach der Erzählung aus
des Dichters Munde aufzeichnete. Ungefähr ums Jahr
1780, ſo berichtete ihm Goethe, befand ich mich einſt=
mals
im Winter mit Seckendorff und Einſiedel zu Thal=
bürgel
auf der Jagd, wo wir uns gar weidlich ergötzten.
Der Neujahrstag nahte heran, wir ſollten billig nach Wei=
mar
zurückkehren. Doch die Luſt, noch einige Tage unge=
ſtörter
Freiheit zu genießen, überwog, und am Vorabend
beſchloſſen wir, ſtatt der perſönlichen, poetiſche Glück=
wünſche
an die vertrauteſten Perſonen des Hofes und der
Stadt durch einen Eilboten abzuſenden, der ſie am frühen
Morgen des 1. Januar austeilen ſollte. Sogleich machte
man ſich ans Werk und brachte die halbe Nacht damit zu.
bald ſinnreich=galante, bald humoriſtiſche, mitunter auch
ironiſch=gewürzte Verſe zu verfaſſen. Leider ſind dieſe
launigen Denkblätter jener harmloſen Zeit nicht mehr zu=
ſammenzubringen
; nur Goethe erinnert ſich noch, dem
Fräulein von Göchhauſen folgende Verſe adreſſiert zu
haben: Der Kauz, der auf Minervens Schild ſitzt, Kann
Göttern wohl und Menſchen nützen; * Die Muſen haben.
Dich ſo treu beſchützt, / Nun magſt Du ihnen wieder
ithen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 29. Dez. Als heute mittag
der Beamte einer Speditionsfirma auf dem Hofe eines
Grundſtückes in der Luiſenſtraße mit dem Abladen von
Paketen und Koffern beſchäftigt war, entlud ſichl eine
in einem Koffer befindliche Browningpiſtole, doch ver=
letzte
das Geſchoß niemand. Der Koffer ſollte an einen
Schneidermeiſter im Südweſten Berlins abgeliefert wer=
den
. Die Unterſuchung iſt eingeleitet. Der ſtarke
Wind am erſten Feiertag hat zwei Damen von aus=
wärts
, die zum Beſuch ihrer Verwandten nach Berlin ge=
kommen
waren, wie jetzt erſt bekannt wird, arg mitge=
ſpielt
. Bei ihrer Ankunft auf dem Bahnhof Friedrich=
ſtraße
nahmen ſie eine Kraftdroſchke, um damit nach Moa=
bit
zu fahren. In einem großen Hutkarton führten ſie
zwei wertvolle Hüte mit ſich. Kaum hatte ſich das Auto=
mobil
in Bewegung geſetzt, als ein ſtarker Windſtoß ein=
ſetzte
und die Schachtel mit den Hüten entführte‟
ſie flog von dem Kraſtwagen herunter und rollte mit
Windeseile davon. Obwohl der Chauffeur mit ſeinem
Wagen ſofort die Verfolgung der Flüchtigen aufnahm,
blieb ſie verſchwunden. Wahrſcheinlich hatte ſie ſchon an
der nächſten Straßenecke einen Liebhaber gefunden. Der
eigenartige Sturmſchaden beläuft ſich auf über 300 Mk.
In Neukölln verſuchte geſtern ein 16jähriger Arbeits=
burſche
ſeine 26jährige Schweſter, eine Schneiderin, die
ihm wiederholt mit Geld ausgeholfen hatte, zu vergif=
ten
, indem er ihr Kleeſalz in den Kaffee ſchüttete. Dem
Mädchen fiel Geſchmack und Färbung des Getränkes auf.
Es ließ den Burſchen verhaften.
Wiesbaden, 30. Dez. Vor einiger Zeit fand eine Frau
auf der Straße eine Abonnementskarte des Wies=
badener
Hoftheaters. Eine Aufforderung durch die
Zeitung an den Verlierer, ſein Eigentum abzuholen, blieb
ohne Erfolg. Die Frau ſoll darauf ihr Kind mit der Karte
ans Theater geſchickt haben; dort ſoll dem Kind entgegnet
worden ſein, es ſei bereits eine neue Karte ausgeſtellt; die
alte Karte habe keinen Wert mehr, man möge ſie vernich=
ten
. Die Frau tat dies jedoch nicht, ſondern gab die Karte
ihrem Kind als Spielzeug. Ein Verwandter der Frau,
der das bisherige Schickſal der Karte noch nicht kannte,
entdeckte ſie in der Wohnung der Frau, nahm ſie ohne de=
ren
Wiſſen an ſich und verkaufte ſie an einen dritten zum
Preiſe von 1 Mk. Dieſer wollte darauf Gebrauch von
der Karte machen, und ſo kam der Sachverhalt ans Tages=
licht
. Mit der Angelegenheit werden ſich demnächſt die
Gerichte zu befaſſen haben.
Hanau, 30. Dez. Der Rückgang der Zahl der
Typhuskranken beim 1. Bataillon des hieſigen
Eiſenbahn=Regiments hält an. Heute ſind noch 202 Sol=
daten
krank, davon 10 ſchwer; 31 Soldaten befinden ſich
als Geneſende in dem Hilfslazarett. Geſtorben ſind bis
jetzt im ganzen ſieben Mann.
Straßburg i. E., 30. Dez. Durch das Schadhaftwerden
eines Leitungskabels gerieten im Eldorado= Kinematogra=
phen
=Theater mehrere Films in Brand. Das er=
ſchreckte
Publikum drängte den Ausgängen zu, die nicht in
genügender Zahl vorhanden waren. In dem entſetzlichen
Gedränge wurden zahlreiche Männer und Frauen nie-
dergetre
ten. Drei mußten ſchwer verletzt ins Kranken=
haus
gebracht werden. Etwa 20 Leichtverletzte ſuchten in
den Apotheken die erſte Hilfe.
Köln, 30. Dez. Von den auf dem Schacht Achen=
bach
verunglückten Bergleuten iſt noch einer geſtorben.
Im Krankenhauſe zu Bromshauſen befinden ſich noch zehn
Schwerkranke. Zwei von ihnen müſſen als geiſtesgeſtört in
das Dortmunder Krankenhaus übergeführt werden. Auch
im Krankenhauſe Waltrop iſt bei einem Kranken Geiſtes=
geſtörtheit
infolge der ausgeſtandenen Schrecken feſtgeſtellt
worden.
Schwiebus, 30. Dez. In der vergangenen Nacht brach
in der Papierhandlung von Klemm Feuer aus, wodurch
das ganze Haus in Aſche gelegt wurde. Die Beſitzerin
des Geſchäfts, Frau Klemm, konnte nur als Leiche ge=
borgen
werden. Der Feuerwehr gelang es, das Feuer
auf ſeinen Herd zu beſchränken.
Breslau, 30. Dez. In Sosnowice wurden zwei
öſterreichiſche Reſerveoffiziere und eine Dame unter
Spionageverdacht verhaftet. Es handelt ſich
um einen Vorſteher des Einkaufsbureaus der Huld=
ſchinskywerke
in Sosnowice, ſeiner Frau und einen In=
genieur
der Keſſelwerke Fitzner u. Gampner. Die ruſſiſchen
Behörden verweigern jede Auskunft.
Breslau, 30. Dez. Der Breslauer Zeitung zufolge,
beruht die Zeitungsmeldung, 30 ruſſiſche Spione
ſeien hier verhaftet worden, auf Unwahrheit.
Richtig iſt. daß in der Fürſtenſtraße 28 ein reichsdeutſches
Ehepaar Köhler, das vorher eine Kellerwohnung inne=
hatte
, eine große Wohnung bezog, nobel auftrat und in
zwei eigenen Automobilen Touren bis Rußland unter=
nahm
. bis die Polizei das Ehepaar und einen Hausfreund
verhaftete. Die Hausſuchung beſtätigte den Spionage=
verdacht
: Kartenmaterial, ausländiſches Geld und die
Automobile wurden beſchlagnahmt. Das Reichsgericht
beſtellte den hieſigen Landgerichtsdirektor Kowal zum
Unterſuchungsrichter, der den Hausfreund aus der Haft
entließ, das Ehepaar aber in Haft behielt.
Beuthen, 30. Dez. In der Florentinergrube wurden
zwei Häuer durch niedergehende Geſteinsmaſſen
verſchüttet und getötet.
Graz, 29. Dez. In den Morgenſtunden wurden die
Maſchinen= Arbeits= und Lagerräume der Papier=
abrik
Mary Hill der Firma Plenzl, Weſtermann,
W. Berger u. Co., durch Feuer zerſtört. Der durch
Verſicherung gedeckte Schaden beläuft ſich auf 400000 Kro=
nen
. Das Feuer dürfte durch Selbſtentzündung von mit
Oel getränkten Putzlappen entſtanden ſein. Bei den Löſch=
arbeiten
wurden 29 Feuerwehrmännner leicht verletzt. Der
Brand war um die Mittagsſtunde gelöſcht.
London, 29. Dez. Die Daily Mail meldet, daß von
dem engliſchen Reichsverſicherungsamt ein Bericht über
die Titanie=Kataſtrophe veröffentlicht wird.
Danach iſt von dem Komitee in 911 Fällen ein Betrag
von nicht weniger als 8180000 Mark an die Ange=
hörigen
der Opfer ausbezahlt worden. Dieſe Un=
terſtützungen
ſind hauptſächlich durch die Bemühungen der
Preſſe geſammelt worden. Es konnte aus den Samm=
lungen
durch die Daily Mail und dem Daily Mirror eine
Summe von rund 1 Million abgeliefert werden. Die
Sammlung des Daily Telegraph ergab etwa 860000 Mk.
London, 30. Dez. Am Samstag abend brachte der
Fiſchdampfer Tris 5 den Kapitän Oerbach und einen
Matroſen des däniſchen Dampfers Volmer der
am Donnerstag auf der Fahrt von Swanſea nach Nizza
in einem ſchweren Sturm ſüdlich von den Scilly=Inſeln
geſunken war, nach Newlyns. Die beiden waren in
einem offenen Boot gänzlich erſchöpft in der Nähe von Kap
Lizard aufgefunden worden. Sie ſind die einzigen Ueber=
lebenden
einer Beſatzung von 17 Mann

Zum Zubiläum der
Verlagsanſtalt Alexander Koch.

* Ehrende Schreiben zum Verlags=Jubiläum über=
ſandten
u. a. noch: Se. Exzellenz Finanzminiſter
Dr. Braun, Großh. Hofbibliotheks=Direktion, Dr.
W. Merck im Namen des Kunſt=Vereins, die Bank für
Handel und Induſtrie der Verband Mitteldeutſcher
Induſtrieller der Mittelrheiniſche Architekten= und In=
genieur
=Verein der Allgemeine deutſche Buchhand=
lungsgehilfen
=Verband Unterſtützungs=Verein deuts
ſcher Buchhändler und Buchhandlungs=Gehilfen Berlin,
der Ortsverein Darmſtädter Buchhändler,
das Photographiſche Inſtitut der Großh. Techniſchen
Hochſchule‟ Darmſtadt.
Aus dem Goldenen Buch ſeien hier noch
einige Inſchriften nachgetragen:
Zum Jubiläum Ihres um die Förderung von Kunſt
und Kunſtgewerbe ſo verdienten Verlages ſendet beſte
Glückwünſche und hofft auf weiteres Blühen und
Gedeihen.
Exzellenz Wirkl. Geh. Rat Dönhoff=Berlin
*
Das heſſiſche und deutſche Kunſtgewerbe ge=
denkt
heute voll Dankbarkeit und ſtolzer Genugtuung des
Mannes, der in erfolgreicher Arbeit ihm die Wege zu
neuem Schaffen und zu eigenen Bahnen gewieſen
hat. . .
Verband Mitteldeutſcher Induſtrieller.
25 Jahre ſtehen Sie in dem künſtleriſchen und
kunſtgewerblichen Leben von ganz Deutſchland und haben
ſeine Entwickelung in Wort und Bild nicht zum wenig=
ſten
gefördert. Eine Lebensarbeit liegt hinter Ihnen,
die dem künſtleriſchen Anſehen des Reichs und noch mehr
unſeres Heſſenlandes Geltung in der ganzen Welt ver=
ſchafft
und in dieſer den Namen Alexander Koch bes
kannt gemacht hat.
Dr. Wagner, Kreisrat, Dieburg,
. Sie haben durch die Erzeugniſſe Ihres Ver=
lages
, die auf der ganzen Welt als führend und vorbild=
lich
anerkannt werden, dem Fache der Kunſtwiſſenſchaft,
das ich an der Landesuniverſität zu vertreten die Ehre
habe, aufs Höchſte genützt. Sieht doch gerade die moderne
Kunſtwiſſenſchaft ein beſonderes Verdienſt darin,
ſo wie Sie es durch Ihre Werke und Zeitſchriften getan
haben, der friſch aufblühenden modernen Kunſt die Wege
zu bereiten. Und wenn die moderne Kunſt trotz aller
Widerſtände zur Geltung gekommen iſt, und ſich unſere
künſtleriſche Kultur gehoben hat, ſo iſt Ihrer Tätigkeit
das in erſter Linie mit zu verdanken.
Chriſtian Rauch,
Profeſſor der Kunſtgeſchichte und Leiter des kunſtwiſſen=
ſchaftlichen
Inſtituts der Landesuniverſität Gotha.
Die Deutſche Kunſt und Dekoration iſt das wertvollſte
und wichtigſte Archiv der neuen deutſchen Kunſt durch
die Auswahl und Schönheit der Abbildungen, ſowie
durch die Freiheit der Interpretation unſchätzbar für den
Hiſtoriker und Kunſtfreund. Möge dem ſehr verdienſt=
vollen
Unternehmen des opferwilligen Herausgebers und
Verlegers auch im nächſten Vierteljahrhundert ſeiner
Tätigkeit aller Kitſch und alles üble Geſchmäcklertum er=
ſpart
bleiben!
Univ.=Prof. Dr. Karl Mayr=München.
Bauteſt Brücken den Künſtlern, viel goldene,
Haſt unermeßlich bereichert deutſchen Boden
raſtlos
für Kunſt, edleren Sinn für das Heim!
Dr. E. W. Bredt=München.
Reiches Glück der Erdenkinder liegt in ſchöner
Häuslichkeit. Heil dem Mittler und Erfinder einer neuen
Wohnlichkeit!.
Georg Muſchner=München.
,
Papierne Bände haſt Du ſo geſchichtet, und
doch haſt Du ein Denkmal draus errichtet, das weithin in
die Welt die Strahlen warf, das keine Zukunft überſehen
darf! Denn allem, was an Kunſt um 1900 die Zeit ge=
ſcholten
erſt und dann bewundert auch umgekehrt,
der Neuzeit beſtem Leben haſt Du ein dauerndes Archip
gegeben.
Baurat Hans Schliepmann=Berlin.
Wohl dem, der von ſich ſagen kann: Sein Schickſal=
ſchafft
ſich ſelbſt der Mann der kämpfend ſich empor=
gerungen
und den Geſchmack ſogar bezwungen.
Dr. P. v. Salvisberg=München.
Wir dürfen Ihnen zu unſerer Freude die Verſicher=
ung
geben, daß wir Sie mit Stolz zu den Unſeren
nennen, daß Ihre Schöpfungen uns muſtergültig und des
höchſten Lobes würdig erſcheinen. Ein gnädiges Geſchick
ſchenke Ihnen in ſteigendem Maße den wohlver=
dienten
Erfolg und die Anerkennung nicht nur einer er=
leſenen
Gemeinde, ſondern auch der weiteſten Kreiſe des=
deutſchen
Volkes.
Der Vorſtand
des Verbandes der Fachpreſſe Deutſchlands, e. V.
Der Tüchtigkeit ſeine Hochachtung ausſprechen zu
dürfen, erfüllt einem immer mit Freude.
Prof. W. Trübner=Karlsruhe.
Wer von den Schickſalen der neuen deutſchen Künſt=
berichten
will, der kann an der Perſönlichkeit Alexander
Kochs nicht ſtillſchweigend vorübergehen. Alexander Koch
gehörte im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts nicht
nur zu den Wegbereitern der Darmſtädter Sieben, ſon=
dern
er war ſelbſt einer der Pioniere der neuen Zeit. Und
er iſt durch 25 Jahre hindurch in der Vorhut geblieben.
Theod. Volbehr=Magdeburg.
*
Wer die gewaltige Entwickelung der deutſchen Kunſt
und des deutſchen Kunſtgewerbes im letzten Vierteljahr=
hundert
verfolgt, wird bewundernd anerkennen muſſen,
wie das durch dieſen Verlag Gebotene nicht etwa den
Entwicklungsgängen nachhinkt, ſondern im Gegenteil,
vielfach erſte Keime fördernd aufgreift. Und ſo ſind die
Werke dieſes Verlages nicht nur unentbehrliche Doku=
mente
zeitgenöſſiſchen Kunſtſchaffens, ſondern ſie haben
dieſes ſelbſt in hervorragender Weiſe beeinflußt, allem
Geſunden und Kräftigen ſicheren Rückhalt bietend, durch
Wärme der Begeiſterung Freude und Anhänger werbend.
.So iſt der Verlag Alexander Koch eine lebensvolle

[ ][  ][ ]

Nummer 307.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Seite 5.

und lebensnahe Kulturſtätte, die nicht nur anerkannte
Werte feſtlegt, ſondern vor allem kommenden Werten die
Wege ebnet.
Dr. Emil Utitz=Roſtock.
*
Echter Kunſt der Wegbereiter, jungem Werden ein
Geleiter; wie Du wirkteſt, wirke weiter!
Kuno Graf Hardenberg=Dresden.
Wohl dem, der eine wunderreiche Fracht, die unbe=
ſtimmt
auf weitem Meere treibt, eh’ ſie der Wind nach
Nord und Süd zerſtäubt, als guter Lotſe ſorgſam ein=
gebracht
!
Prof. Fritz Schumacher=Hamburg.

Land= und forſtwirtſchaftliche Berufs=
genoſſenſchaft
für das Großherzogtum
Heſſen.

Die diesjährige ordentliche Genoſſen=
ſchaftsverſam
m lung der land= und forſt=
wirtſchaftlichen
Berufsgenoſſenſchaft fand am Samstag,
28. Dezember im Rathausſaale hier unter dem Vorſitz des
Großh. Geh. Regierungsrats Bichmann ſtatt. An=
weſend
waren Herr Obermedizinalrat Dr. Balſer für
Großh. Miniſterium des Innern, die Herren Geh. Ober=
forſträte
Dr. Walther und Dr. Grünewald, ſowie
Finanzamtmann Heſſe als Vertreter Großh. Mini=
ſteriums
der Finanzen, ferner die bisher von den Kreis=
tagen
gewählten Mitglieder aus den 18 Kreiſen des
Großherzogtums. Die von dem Vorſitzenden für das
Jahr 1911 erſtatteten und im Druck erſchienenen Ge=
ſchäftsberichte
der Berufsgenoſſenſchaft und der dieſer an=
gegliederten
Haftpflichtvarſicherungsanſtallt laſſen wieder=
um
eine erhebliche Steigerung des Geſchäftsumfanges er=
kennen
. Die Zahl der angemeldeten Betriebsunfälle be=
trug
3229. Uebernommen wurden aus dem Vorjahre
1509 Unfälle, ſodaß insgeſamt 4738 Unfälle neu zu be=
arbeiten
waren. An Entſchädigungen für Renten an Ver=
letzte
, Koſten des Heilverfahrens wurden 1011450 Mark
bezahlt und 4571 Rentenbeſcheide erlaſſen. Die Summe
der erſtmalig im Rechnungsjahre gezahlten Entſchädig=
ungen
betrug 185270 Mark. Die Mittel der Rück=
lage
beziffern ſich auf 1998031 Mark. Die Zahl der be=
arbeiteten
Schriftſachen, ärztlichen Gutachten uſw. betrug
47115. Die Reichsverſicherungsordnung verlangte die
Aufſtellung einer neuen Satzung und Dienſtordnung.
Ebenſo machte die Abänderung des Gemeindeumlage=
geſetzes
die Ermittlung eines neuen Maßſtabes für die
Beitragserhebung nötig. Das Großh. Landesverſicher=
ungsamt
wurde mit dem 1. Oktober 1912 aufgehoben, die
Berufsgenoſſenſchaft unterſteht fortan ebenſo wie die
Landesverſicherungsanſtalt dem Reichsverſicherungsamt.
Außer den für landwirtſchaftliche Maſchinen erlaſſenen
Unfallverhütungsvorſchriften ſind für das Jahr 1913 Vor=
ſchriften
zur Verhütung von Unfällen für die landwirt=
ſchaftliche
Bau=, Vieh= und Fuhrwerkshaltung, ferner für
landwirtſchaftliche Geräte und Sprengmittel in Ausſicht
genommen. Die Anſtellung eiges Vertrauens=
arztes
, die einer Forderung des Reichsverſicherungs=
amtes
entſpricht, wurde in der Perſon des Herrn General=
oberarztes
Dr. Eichel beſchloſſen. Ebenſo ſteht die An=
ſtellung
eines techniſchen Aufſichtsbeamten, worauf das
Reichsverſicherungsamt ebenfalls dringt, bevor.
Der vorgelegte Voranſchlag über die Einnahmen
und Ausgaben der Berufsgenoſſenſchaft
ſchließt mit dem Betrage von 2760 361 Mark ab. Die an=
gegliederte
Haftpflichtverſicherungsanſtalt hatte im Be=
richtsjahre
wiederum einen ſtändigen Zugang neuer Mit=
glieder
zu verzeichnen. Die Zahl derſelben beträgt jetzt
nahezu 11000 Perſonen. Das Vermögen der Anſtalt be=
ziffert
ſich auf rund 80000 Mark. Der Rückverſicherungs=
verband
, durch den Schäden über 5000 Mark gemeinſam
getragen werden, umfaßt die Haftpflichtverſicherungs=
anſtalten
der Oſtpreußiſchen, Schleſiſchen, Heſſen= Naſſau=
iſchen
, Pommerſchen und Brandenburgiſchen Berufsge=
noſſenſchaft
, ſowie der Berufsgenoſſenſchaft für das
Fürſtentum Reuß j. L. Die Haftpflichtverſicherungs=
anſtalt
des Provinzialverbandes für die Provinz Han=
nover
wird demnächſt in den Verband neu aufgenommen.
Die Einnahmen und Ausgaben der diesſeitigen Anſtalt
ſind mit dem Betrag von 24600 Mark im Voranſchlag
eingeſtellt.
Aus der weiteren Tagesordnung ſind die Be=
ratungen
des Entwurfs einer neuen Satzung, Aufſtellung
eines Gefahrentarifs und Neuaufſtellung einer Dienſt=
ordnung
hervorzuheben. Aus den zahlreichen Beſtimm=
ungen
der erſteren möge erwähnt ſein, daß entſprechend
dem neuen Ausführungsgeſetz die Genoſſenſchaftsver=
ſammlung
künftighin aus je einem aus jedem Kreiſe zu
wählenden und 3 weiteren von Großh. Miniſterium der
Finanzen ernannten ſtimmberechtigten Mitgliedern be=
ſtehen
wird. Die Wahl der erſteren erfolgt provinzweiſe
durch die Ausſchüſſe der Landwirtſchaftskammer nach den
Grundſätzen der Verhältniswahl auf Grund einer von
dem Großh. Miniſterium des Innern zu erlaſſenden
Wahlordnung. Ein weiterer Vertreter, den ebenfalls das
Großh. Miniſterium beſtellt, wird aus der Zahl der ſelbſt=
ſtändigen
Handelsgärtner Heſſens entnommen, inſolange
die landwirtſchaftliche Berufsgenoſſenſchaft die Gärtnerei=
betriebe
umfaßt. Neu ſind ferner die Beſtimmungen, daß
die Beiträge der Berufsgenoſſen nach dem Steuerwert
der beitragspflichtigen Grundſtücke, wie er für die Ge=
meindeſteuerveranlagung
feſtgeſtellt wird, umgelegt wer=
den
und die Genoſſenſchaftsverſammlung für die der Ge=
noſſenſchaft
zugehörigen Betriebe durch einen Gefahren=
tarif
, Gefahrklaſſen nach dem Grade der Ungefahr zu bil=
den
und danach die Höhe der Beiträge abzuſtufen hat.
Der Vorſtand kann gegen Unternehmer, die ihren ſatzungs=
mäßigen
Pflichten zuwiderhandeln auf Geldſtrafen er=
kennen
. Wichtig für die Betriebsunternehmer iſt die
Vorſchrift, daß ein Lohnnachweis ſowie die Aufſtellung
von Lohnliſten, aus denen ſich die Namen, die Art und
Zeit der Beſchäftigung, ſowie der Entgelt der einzelnen
Betriebsbeamten und Facharbeiter für den einzelnen Tag
ergeben, zu erfolgen hat, von dem Vorſtand künftighin
verlangt werden wird. Von der neuen Dienſtordnung,
die den Beſtimmungen der Reichsverſicherungsordnung
Rechnung trägt, iſt zu ſagen, daß die Berufsgenoſſen=
ſchaft
, abgeſehen von denjenigen Beamten, welche bereits
mit den Rechten und Pflichten der Heſſiſchen Zivilſtaats=
beamten
angeſtellt ſind, nunmehr die Fürſorge für alle
Bedienſteten nach Maßgabe der Beſtimmungen der Für=
ſorgekaſſe
für die Heſſiſchen Gemeindebeamten ſelbſt über=
nimmt
. Bezüglich der Invaliden= und Angeſtelltenver=
ſicherung
wird nach Maßgabe der geſetzlichen Beſtimm=
ungen
Verſicherungsfreiheit in Anſpruch genommen.
Ueber den derzeitigen Stand des Antrags auf Errich=
tung
eines Lehrſtuhls für ſoziale Medizin
un der Landesuniverſität und Erbauung eines Unfallkran=

kenhauſes in Gießen lag ein ausführliches ſchriftliches Re=
ferat
des Vorſitzenden vor, in dem die zurzeit noch beſtehenden
Schwierigkeiten eingehend dargelegt ſind. Es wird zu
dieſem Gegenſtand nach einer Erwiderung des Herrn
Obermedizinalrates Dr. Balſer, der den jederzeit wohl=
wollenden
Standpunkt der Regierung zu der ganzen
Frage hervorhebt, ſchließlich ein Antrag aus der Mitte
der Verſammlung auf Vertagung angenommen. Zum
Schluſſe erfolgte die Mitteilung einer Verfügung Großh.
Miniſteriums des Innern über die Wahlen der Ge=
noſſenſchaftsverſammlung
und zum Genpſſenſchaftsvor=
ſtande
. Hiernach geht die Amtsdauer der Mitglieder der
erſteren mit dem 1. Januar zu Ende während die der=
zeitigen
Mitglieder des Genoſſenſchaftsvorſtandes noch
bis zum 1. September 1913 im Amt verbleiben. Alsdann
hat auch hier eine Neuwahl nach den Grundſätzen der
Verhältniswahl zu erfolgen.

Außerordentlicher Frauen=
bildungstag
.

Berlin, 29. Dez. Auf Einladung des preußiſchen
Zentralverbandes für die Intereſſen der höheren Frauen=
bildung
trat am Sonntag nachmittag in der Aula der
Auguſte Viktoria=Schule in der Nürnbergerſtraße ein
außerordentlicher, ſehr ſtark beſuchter Frauenbildungstag
zuſammen, der von Fräulein Dr. Gertrud Bäumer=
Berlin als Vorſitzende eröffnet wurde.
Oberlehrerin Frl. Weltmann berichtete über die
Lage der höheren Mädchenbildung in den klei=
neren
Städten, wobei ſie ihren Ausführungen die Er=
gebniſſe
einer Umfrage zugrunde legte. Die Umfrage
war gerichtet an 370 preußiſche Städte über 4000 Einwoh=
ner
, in denen kein anerkanntes Lyzeum iſt. Geantwortet
haben 335 Städte, von denen 325 die Fragebogen ausge=
füllt
haben. Wenn der praktiſche Wert für die Durchfüh=
rung
der Gemeinſchaftsſchule auch zurzeit ein geringer iſt
ſo iſt es doch prinzipiell von Wichtigkeit, daß in elf Fäl=
len
die preußiſche Regierung den bisherigen Boden verlaſ=
ſen
und auf Drängen der Städte die Gemeinſchaftserzie=
hung
auch über das 14. Lebensjahr hinaus geſtattet hat.
Wir haben bei der heutigen wirtſchaftlichen Lage das
Recht zu fordern, daß jedes geſunde und begabte Mäd=
chen
die Möglichkeit hat, ein Abgangszeugnis des Lyzeums
zu erhalten. Die Frage, ob die vorhandenen Frauenbil=
dungsſchulen
genügen, haben 101 Städte bejaht. Unter
ihnen befindet ſich eine Stadt mit 55000 Einwohnern. Und
in dieſer Stadt ſolle nicht für mehr als 156 Mädchen das
Bedürfnis für eine höhere Schulbildung beſtehen? In
der gleichen Stadt beſteht für die Knaben ein Gymnaſium,
ein Realgymnaſium, ein königlich evangeliſches Seminar
und eine katholiſche Präparandie. Es liegt offenbar ein
Mangel an Verſtändnis für die Bedeutung einer vollgülti=
gen
Mädchenſchulbildung bei verſchiedenen Stadtmagiſtra=
ten
vor. Dieſe bedenken nicht, in welche Notlage Mädchen
mit ungenügender Vorbildung in ihrem ſpäteren Berufs=
leben
geraten, und ſie bedenken auch nicht, daß durch
ſchlechte und halbe Vorbildung der Frauen der Markt
überfüllt wird mit minderwertigen weiblichen Arbeitskräf=
ten
, auch geiſtigen Arbeitskräften, die auf die Preiſe und
damit auf die ſoziale Lage drücken. Die Umfrage zeigt, daß
für die höhere Mädchenbildung nicht genügend in den klei=
neren
Städten geſorgt wird, und daß die Genügſamkeit der
Stadtverwaltungen eine zu große iſt. Im Anſchluß
daran begründete Oberlehrerin Frl. Margarete Treuge
folgende Forderungen zur höheren Mädchenſchulbil=
dung
in den kleineren Städten: 1. eine beſſere Finanzie=
rung
der höheren Mädchenſchulen iſt notwendig, da nur
in dieſem Falle den Mädchen in kleinen und mittleren
Städten eine Bildung gewährt werden kann, die nicht ein
frühzeitiges Verlaſſen des Elternhauſes nötig macht.
2. Die Ausbreitung der Mädchenmittelſchulen iſt zu wün=
ſchen
, da ihre Zahl (33) zu gering iſt. 3. Der bereits in
47 Schulen beſtehende Gemeinſchaftsunterricht iſt überall
durchzuführen, wo den Mädchen keine andere Bildungs=
möglichkeit
geboten iſt. An dieſe Vorträge knüpfte ſich eine
längere Ausſprache.

Staatsſekretär von Kiderlen=
Waechter 7.

* Stuttgart, 30. Dez. Der Staatsſekre=
tär
des Auswärtigen, von Kiderlen= Waech=
te
, iſt heute früh 7 Uhr 50 Minuten bei ſeiner Schweſter,
der Freifrau von Gemmingen=Gutenberg, bei der er die
Weihnachtsfeiertage verbrachte, geſtorben.
* Stuttgart, 30. Dez. Ueber die letzten
Tage des verſtorbenen Staatsſekretärs von Kiderlen=
Waechter erfährt der Schwäbiſche Merkur folgendes: Der
Staatsſekretär weilte, wie ſeit mehreren Jahren, über
Weihnachten bei ſeiner Schweſter. Am Freitag abend be=
fand
er ſich in einer kleinen Abendgeſellſchaft beim baye=
riſchen
Geſandten. Dort wurde er von einer ſchweren
Herzſchwäche befallen, die ſofort das Schlimmſte
befürchten ließ. Obermedizinalrat Dr. von Gußmann,
der ſofort gerufen wurde, gab die nötigen Anordnungen.
Im Laufe der Nacht wurde Herr von Kiderlen=Waechter
in die Wohnung ſeiner Schweſter gebracht. Am folgen=
den
Tage wurde Geheimrat Profeſſor Dr Krehl von
Heidelberg gerufen, der ebenſo wie Obermedizinalrat Dr.
von Gußmann über die Gefahr der ſchweren Erkrankung
keinen Zweifel ließ. An den letzten beiden Tagen war
Herr von Kiderlen=Waechter bei Bewußtſein, ohne an
eine Gefahr zu glauben. Heute früh um 4 Uhr ſetzte eine
neue ſchwere Herzſchwäche und die Agonie ein,
die um 7¾ Uhr zum Ende führten. Die Beerdigung
des Verſtorbenen findet in Stuttgart am Donners=
tag
, den 2. Januar, nachmittags 3 Uhr, auf dem Prag=
Friedhofe ſtatt.
Herr von Kiderlen=Waechter litt bereits ſeit einer
Reihe von Jahren an einer ſchweren Arterien= Ver=
kalkung
, zu deren Linderung er alljährlich längere Zeit
die Kur in Bad=Kiſſingen gebrauchte.
* Alfred von Kiderlen=Waechter war ge=
boren
am 10. Juli 1852 in Stuttgart und ſeit 1879 in
Dienſten des Auswärtigen Amtes. Nachdem er in ver=
ſchiedenen
Botſchaften tätig war, wurde er 1888 vortra=
gender
Rat beim Auswärtigen Amt. Als ſolcher beglei=
tete
er den Kaiſer auf ſeinen Reiſen nach Petersburg,
Stockholm und Kopenhagen. 1894 wurde er Geſandter
in Hamburg, 1895 in Kopenhagen und 1900 in Bukareſt.
In den nächſten Jahren wurde er mehrfach nach Berlin
zur Dienſtleiſtung im Auswärtigen Amt berufen. Er
hatte in Stellvertretung des Herrn von Schoen in den
Wintermonaten 1909 das Abkommen mit Frankreich zu=
ſtande
gebracht und unſere Balkanpolitik während des
dſterreichiſch=ſerbiſchen Konflikts geleitet. Am 28. Juni
1910 wurde er als Nachfolger des Freiherrn von Schoen
zim Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes ernannt.

Er galt damals als der berufenſte Nachfolger des
Freiherrn von Schoen, und ſeine Ernennung wurde des=
halb
ſehr gut aufgenommen. Herr von Bethmann Holl=
weg
ſoll ſeine Berufung damals gegen den urſprüng=
lichen
Wunſch des Kaiſers, durchgeſetzt haben, dem er per=
ſönlich
nicht ſympathiſch war. Sein Tod iſt gerade in
der gegenwärtigen Zeit, wo die äußere Politik im Vor=
dergrunde
aller Intereſſen ſteht, ein ſchwerer Verluſt, und
es wird nicht leicht ſein, ihn zu erſetzen. Außer in der
Marokkoangelegenheit konnte er namentlich bei der Be=
handlung
der verwickelten Orientfrage ſeine Kenntniſſe
und ſein diplomatiſches Geſchick erfolgreich betätigen.
Denn er war einer der beſten Kenner des europäiſchen
Oſtens und hatte ſich ſchon vor ſeiner Ernennung zum
Staatsſekretär als gewiegter Orientpolitiker bewährt.
Deshalb hinterläßt ſein Tod gerade in der gegenwärtigen
Zeit eine empfindliche Lücke.

* Stuttgart, 30. Dez. Zum Tode des
Staatsſekretärs v. Kiderlen=Waechter
ſchreibt der Staatsanzeiger: Eine beſtürzende Trauer=
kunde
, die nicht verfehlen wird, im ganzen Deutſchen
Reiche großes Bedauern hervorzurufen, verbreitete ſich
heute vormittag in der Stadt: der Staatsſekretär des
Auswärtigen Amts, Wirkl. Geh. Rat v. Kiderlen= Waech=
ter
, iſt heute früh unerwartet geſtorben. Mit ihm ver=
liert
unſer Land einen Sohn, auf den es ſtolz ſein konnte,
verliert Kaiſer und Reich einen bewährten Staatsmann
von hervorragenden Eigenſchaften, der ſich während ſei=
ner
diplomatiſchen Laufbahn und zuletzt als Leiter des
Auswärtigen Amts ausgezeichnete Verdienſte erworben
hat, in deſſen ſicherer und feſter Hand die ihm nebſt dem
Reichskanzler anvertraute Leitung der auswärtigen An=
gelegenheiten
des Reiches geborgen war. Nach einer
Darſtellung der Laufbahn des Staatsſekretärs weiſt das
Blatt auf die von dem Staatsſekretär mit viel Geſchick
und Tatkraft zu Ende geführte Marokkoangelegenheit
hin und fährt fort: Sein Name wird dauernd verbun=
den
bleiben mit dieſer ſeit Jahren bedeutendſten diplo=
matiſchen
Aktion in der auswärtigen Politik des Deut=
ſchen
Reiches, und mit den Entſchädigungserwerbungen
in Aequatorial=Afrika, die der deutſchen Kolonie Kame=
run
eine bedeutende Vergrößerung und eine hoffnungs=
volle
und in der Zukunft noch weiter wirkende Entwickel=
ung
gebracht haben. Bei den Orientwirren im letzten
Vierteljahr hat der Staatsſekretär in aufopfernder und
unermüdlicher Tätigkeit für ſein Vaterland und für
deſſen friedliche Entwickelung gewirkt. Die Geſchichte
wird dereinſt die Verdienſte verzeichnen, die er ſich um
Deutſchland erworben hat. Das Blatt ſchließt: Staats=
ſekretär
v. Kiderlen=Waechter iſt derjenige Schwabe, der
ſeit Beſtehen des Reiches die höchſte bisher einem Würt=
temberger
beſchiedene Stellung im Reichsdienſt erreicht
und ſie mit europäiſchem Anſehen erfüllt hat.
* Stuttgart, 30. Dez. Im Trauerhauſe ſind be=
reits
zahlreiche Beileidskundgebungen von Für=
ſten
und Regierungen eingetroffen. Das Beileidstele=
gramm
des Kaiſers an die Schweſter des Staats=
ſekretärs
, Freifrau v. Gemmingen=Gutenberg, hat folgen=
den
Wortlaut: Die Nachricht von dem raſchen und un=
erwarteten
Hinſcheiden Ihres Bruders erfüllt mich mit
tiefer Trauer und trifft mich ſchwer. Ich beklage den Tod
eines der bedeutendſten Männer, von deſſen Wirken für
das Reich ſo viel zu hoffen blieb. Gott tröſte Sie über
den Verluſt eines geliebten Bruders. Wilhelm. I. R.
* Berlin, 30. Dez. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung und der Reichs=Anzeiger ſchreiben zu dem Tode
des Staatsſekretärs des Auswärtigen
von Kiderlen=Waechter: Die Botſchaft des
Ablebens des Staatsſekretärs von Kiderlen=Waechter
wurde um ſo ſchmerzvoller empfunden, als keinerlei An=
zeichen
erkennen ließen, daß die kraftvolle Natur den
Todeskeim in ſich trage. Bis zum Vorabend des Weih=
nachtsfeſtes
war er raſtlos tätig, als er zu kurzer Er=
holung
Berlin verließ. Keiner ſeiner Mitarbeiter ahnte
ein ſo überraſchend ſchnelles Ende des Verſchiedenen, deſ=
ſen
ungebrochene Tatkraft einen derartigen Gedanken nicht
aufkommen ließ. Kurz war ſeine Amtszeit. nur 2½ Jahre
wirkte er nach ſeiner Berufung. In der kurzen Zeit ſei=
ner
Tätigkeit hat er wohl mehr geſchaffen, als man bei
ſeiner Berufung annahm. Den Wert deſſen, was er voll=
brachte
, abzuſchätzen, muß man der Geſchichte überlaſſen.
Unzweifelhaft wird aber die Geſchichte beſtätigen, daß die
hohen Erwartungen, die bei ſeiner Ernennung ausgeſpro=
chen
wurden, begründet waren und in vollem Maße er=
füllt
wurden. Furchtlos und kraftvoll hat er die Inter=
eſſen
des Reiches gewahrt. Feſt und rückſichtslos war
er in der Wahrnehmung der Intereſſen des kaiſerlichen
Dienſtes. Aber auch alle diejenigen, die ihm während
ſeiner Amtsführuna näher getreten ſind, werden ſein
Scheiden ſchmerzvoll empfinden. Seine Herzensgüte und
echte Freundestreue haben ihm die Schätzung aller er=
worben
. Sein vorzeitiges Scheiden hinterläßt eine tiefe
Lücke und bedeutet einen ſchweren Verluſt für Kaiſer und
Reich.

Der Bolkankrieg.

Die Friedensverhandlungen.
* Paris, 30. Dez. Der Londoner Sonderbericht=
erſtatter
des Matin meldet, die von Dr. Danew vor=
geſtern
auf die türkiſchen Gegenvorſchläge er=
teilte
Antwort bedeute, daß die Türkei die Balkan=
verbündeten
zum Bruch zwinge, falls ſie bis heute
nachmittag keine diskutabeln Vorſchläge erſtatten ſollte.
Dieſer Abbruch der Verhandlungen würde keinesfalls
eine Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten notgedrungen
zur Folge haben, er würde es der türkiſchen Regierung
möglich machen, den Widerſtand der öffentlichen Mein=
ung
zu beſiegen und den Bedingungen der Balkanver=
bündeten
entſprechende Vorſchläge zu machen.
Dem Echo de Paris wird von ſeinem Londoner Be=
richterſtatter
zu der Frage, ob die Balkanverbündeten
angeſichts der türkiſchen Gegenvorſchläge zu der Wie=
deraufnahme
der Feindſeligkeiten bereit
ſeien, gemeldet, die Griechen würden ohne Zaudern
die Offenſive ergreifen. Auch die Bulgaren würden dies
erforderlichenfalls tun, aber mit weniger Begeiſterung.
Die griechiſche Armee ſei unverſehrt, während die bul=
gariſche
erſchöpft ſei und außerdem Gefahr laufe, im
Falle einer unverſöhnlichen Haltung gegen Rumänien
auch mit dieſem Lande in kriegeriſche Verwickelungen zu
geraten. Eine Wiederaufnahme des Krieges würde die
Bulgaren zu einer territorialen Verſtändigung mit Grie=
chenland
zwingen, die zweifellos für die letzteren vorteil=
haft
wäre.
* Sofia, 29. Dez. Die Friedensdelegier=
ten
des Balkanbundes ſollen, wie an zuſtändiger
Stelle verlautet, angewieſen werden, falls auch die mor=
gigen
Bedingungen der Türken undiskutierbar wären,
die Türken zu fragen, ob dies ihr letztes Wort wäre, und
bejahendenfalls die Verhandlungen abzubrechen bezw.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Nummer 307.

den Waffenſtillſtand mit einer Friſt von vier
Tagen zu kündigen. Die Regierungskreiſe halten
zwar den Abbruch der Verhandlungen für wahrſchein=
lich
, glauben aber trotzdem, daß ſchließlich die Türken
nachgeben werden, bevor es zur Wiederaufnahme der
Feindſeligkeiten komme.
* Konſtantinopel, 30. Dez. Nach langen Be=
ratungen
beſchloß der Miniſterrat noch nachts, den
türkiſchen Bevollmächtigten in London
neue Inſtruktionen telegraphiſch zugehen
zu laſſen. In amtlichen Kreiſen wird über die In=
ſtruktionen
ſtrengſtes Stillſchweigen gewahrt. Es ver=
lautet
, daß darin geſagt wird, daß der Beſitz des Wila=
jets
Adrianopel für die Verteidigung Konſtantinopels
unumgänglich notwendig ſei und die Pforte ſich ver=
pflichte
, auf dieſem Punkte zu beſtehen, und wenn Bul=
garien
darin nachgebe, ſei die Pforte bereit, ihm Kom=
penſationen
in dem weſtlich des Wilajets Adrianopel
gelegenen Gebiete zu bewilligen. Was die Inſeln anbe=
lange
, laſſe die Pforte keine Diskuſſion betr. der Inſeln
zu, die den Eingang der Dardanellen beherrſchen. Be=
treffs
der anderen Inſeln ſei die Pforte zu einer Verſtän=
digung
bereit auf der Grundlage der Regierungsform
in Samos. Die Frage der von Italien beſetzten Inſeln
ſei lediglich zwiſchen der Pforte und Italien zu ver=
handeln
. Kreta bilde nicht den Gegenſtand des gegen=
wärtigen
Krieges. Die kretiſche Frage werde zwiſchen
der Pforte und den Großmächten verhandelt.
Eine amtliche Meldung beſagt, daß die neuen In=
ſtruktionen
in jeder Hinſicht das Entgegenkommen
der Pforte beweiſen und ihren Wunſch, die Friedensver=
handlungen
beendet zu ſehen. Keinesfalls könne ſie
jedoch der Abtretung Adrianopels zuſtimmen.
London, 30. Dez. Sir Grey hat ſich, wie
in diplomatiſchen Kreiſen erklärt wird, mit den Mäch=
ten
zwecks vermittelnden Eingreifens bei eventuellem
Scheitern der Friedensverhandlungen ins Einvernehmen
geſetzt. Deutſchland und Rußland erklärten ſich bereits
mit Greys Vorſchlag einverſtanden.
Wien, 30. Dez. Die Großmächte haben in
Konſtantinopel einen Schritt unternommen wegen der
Abtretung Adrianopels an Bulgarien. Die
Pforte hat aber ablehnend geantwortet. England würde
gegen die Abtretung Adrianopels an Bulgarien nichts
einwenden, werde aber der Feſtſetzung der Bulgaren am
Marmarameer durch die Einverleibung Rodoſtos nicht
zuſtimmen.

Vermiſchtes.

Der Anmeldetermin für die Inter=
nationale
Baufach=Ausſtellung, Leipzig
1913, verſchoben. Um den Firmen, die ſich bisher
zu einer Beſchickung der Internationalen Baufach= Aus=
ſtellung
noch nicht gemeldet haben, Gelegenheit zu geben,
dies nachzuholen, hat das Direktorium beſchloſſen, den
Anmeldetermin bis Ende Februar 1913 zu verlängern.
Wie groß die Nachfrage heute noch nach Plätzen iſt, be=
weiſt
die Summe der bisher erzielten Platzmieten, die in=
zwiſchen
auf 1 100000 Mark angewachſen iſt.
CK. Ein Modell des alten Rom. Das
große Modell des alten Rom, das ſich gegenwärtig im
Thermenpalaſt befindet, ſteht vor der Gefahr der Ver=
nichtung
, denn es iſt zu gebrechlich, um bei der bevor=
ſtehenden
Niederreißung des Palaſtes fortgeſchafft wer=
den
zu können. Das gewaltige Relief, das ſeinen Schöpfer,
den franzöſiſchen Architekten P. Bizot, zehn Jahre ange=
ſtrengter
Arbeit gekoſtet hat, mißt 11 Meter zu 6 Meter
und ſtellt in einem Maßſtabe von 1:400 die alte Stadt im
4. Jahrhundert unſerer Zeitrechnung dar, als die be=
rühmteſten
antiken Denkmäler noch ſtanden. Um dieſes
wichtige Hilfsmittel wiſſenſchaftlicher Anſchauung zu er=
halten
, hat Monſignore Duchesne eine Subſkription er=
öffnet
, um die nötigen Mittel zuſammen zu bringen, da=
mit
man das heute nicht mehr widerſtandsfähige Werk
in Bronze gießen und auf dieſe Weiſe der Nachwelt be=
wahren
kann. Dazu ſind etwa 100000 Francs nötig, von
denen 25000 ſchon vorhanden ſind.

Literariſches.

Praktiſche Grammatik der Böhmiſchen
Sprache. Kurzgefaßte theoretiſch=praktiſche Anleitung,
die böhmiſche Sprache in kürzeſter Zeit durch Selbſtunter=
richt
ſich anzueignen. Mit zahlreichen Uebungsaufgaben,
Leſeſtücken und beigefügten Anmerkungen, einem böhmiſch=
deutſchen
und deutſch=böhmiſchem Wörterverzeichniſſe.
Von Karl Kunz, Profeſſor. 9. Auflage. 13 Bogen,
Oktav. Gebd. 2 Mk. Dieſes bewährte Handbuch zur Er=
lernung
der böhmiſchen Sprache durch Selbſtunterricht
liegt bereits in neunter Auflage vor und iſt jedem, der die
böhmiſche Sprache leicht und ſchnell durch Selbſtunterricht
erlernen will, beſtens anzuempfehlen. A. Hartlebens Ver=
lag
in Wien und Leipzig.
Münchner Illuſtrirte Zeitung (Verlag
Süddeutſche Zeitungs=Geſellſchaft m. b. H., München).
Zur Beſprechung liegt uns eine Mappe mit einer Anzahl
Nummern der Münchner Illuſtrirten Zeitung vor. Man
muß anerkennen, daß die M. J. Z. unſtreitig die reich=
haltigſte
aller photographiſch=aktuellen Wochenſchriften iſt,
die eine große Verbreitung verdient. Sich dieſe große
Verbreitung zu verſchaffen, iſt die M. J. Z. auf dem beſten
Wege. Bekanntlich erfreuen ſich die in München er=
ſcheinenden
Zeitſchriften im ganzen Reich einer beſonderen
Beliebtheit, die wohl daraus reſultiert, daß viele Per=
ſonen
perſönliche Berührugspunkte mit München haben.
Auch unter unſeren Leſern werden manche ſein, bei denen
dies zutrifft und die für eine billige aktuelle Wochenſchrift
empfänglich ſind.
A. Ehrencron=Kidde, Mieze Mon=
bergs
große Tage. Erzählung. Leipzig, Verlag
der Nordiſchen Bücherei von Georg Merſeburger. Preis
2,25 Mk. broſch., 3 Mk. gebunden. Das köſtliche Kinder=
buch
der däniſchen Schriftſtellerin iſt eins aus der wert=
vollen
Sammlung, die der Verlag von Georg Merſe=
burger
jetzt unter dem treffenden Geſamttitel Bücher für
die ganze Familie herausgibt. Wir haben noch immer,
trotz aller Maſſenproduktion, keinen Ueberfluß an guten
Kinderbüchern. Hier iſt wieder eins. Die Bücher für die
ganze Familie werden ſicher bald überall in Haus und
Schule zu den beliebteſten Büchern zählen.
Alexander Moſzkowski: Der dümmſte
Kerl der Welt. Ein Humoriſtikum. (Wilhelm Born=
gräber
, Verlag, Berlin W.) Alexander Moſzkowski, einer
unſerer anerkannteſten Humoriſten, der Chefredakteur der
Luſtigen Blätter, verdankt ſeinen Namen der trockenen
Ironie und geiſtvollen Verve, mit der er Menſchen und
Dinge ſatiriſch zu ſchildern verſteht, ohne jemals verletzend
zu wirken. Die Einfälle Moſzkowskis ſind ebenſo originell
wie aktuell. So läßt er in einer ſolchen Schnurre die Erde
explodieren, während er in einer anderen den Geiſt Sher=

lock Holmes zitiert. Von Schiller bis Wedekind perſifliert
er literariſche Werke. Der Verfaſſer der Unſterblichen
Kiſte hat wieder einen glänzenden Wurf getan, für den
ganz Deutſchland mit herzlichem Lachen quittieren wird.

Letzte Nachrichten.

München, 30. Dez. Infolge des anhalten=
den
Tauwetters haben in Nordtirol und Vorarl=
berg
die meiſten Flüſſe Hochwaſſer. In Vorarlberg
ſind große Schäden an Regierungsgebäuden entſtanden.
Dresden, 30. Dez. Der Rechtsanwalt Max Falk
wurde vom Dresdener Landgericht wegen Unter=
ſchlagungen
, die er von 1902 bis 1908 begangen
hatte, zu 2½ Jahren Gefängnis verurteilt.
Falk war nach London und San Franzisko geflohen.
Im Oktober 1912 kehrte er nach Deutſchland zurück, wo er
in Goslar verhaftet wurde.
Leipzig, 30. Dez. Der Kaſſierer einer großen
Speditionsfirma erhielt heute vormittag auf der Leipziger
Reichsbank auf einen Scheck 9100 Mark und eine
Anzahl Wertpapiere in einem Kuvert ausgehän=
digt
, das er in die Rocktaſche ſteckte. Gleich darauf dräng=
ten
ſich vier Männer an ihn heran. Der Kaſſenbote ent=
deckte
ſpäter, daß er ein falſches Kuvert in der
Taſche hatte, das Kuvert mit dem wertvollen Inhalt iſt
entwendet worden.
Weimar, 30. Dez. Der Düſſeldorfer Maler und
Schriftſteller Otto Boyer iſt heute im Alter von 39 Jah=
ren
geſtorben.
* Königsberg i. Pr., 30. Dez. Bei Tauroggen, auf
ruſſiſchem Boden, erfolgte heute die Weihe des Denk=
ſteins
, den Graf York ſeinem Vocfahr in Erinner=
ung
an die vor 100 Jahren zwiſchen dem preußiſchen
Generalleutnant v. York und dem ruſſiſchen General=
major
v. Diebitſch zu Tauroggen geſchloſſene Konvention
errichten ließ. An der Feier nahmen außer den Mitglie=
dern
der Familien York und Diebitſch Vertreter preußi=
ſcher
und ruſſiſcher Zivil= und Militärbehörden teil. Von
preußiſcher Seite waren u. a. anweſend: der Oberpräſident
der Provinz Oſtpreußen, v. Windheim, der kommandie=
rende
General des 1. Armeekorps, v. Kluck, der Vorſitzende
des Provinziallandtages von Oſtpreußen, Fürſt zu Dohna=
Schlobitten, der militäriſche Bevollmächtigte an dem ruſſi=
ſchen
Hofe, Generalleutnant Burggraf und Graf zu Dohna=
Schlobitten, Generalleutnant v. Guretzki. Cornitz= Königs=
berg
, Generalleutnant v. Below=Inſterburg, Oberquar=
tiermeiſter
Generalmajor Graf Walderſee=Berlin, der Vor=
ſitzende
des Provinzialausſchuſſes der Provinz Oſtpreu=
ßen
, Jungſchulz von Röbern, Generallandſchaftsdirektor
Geh. Oberregierungsrat Kapp, der Landeshauptmann der
Provinz Oſtpreußen v. Berg. Von ruſſiſcher Seite wohn=
ten
u. a. der Feier bei: Fürſt Waſſiltchikow General der
Infanterie v. Martſon=Wilna, ſowie der Gouverneur des
Gouvernements Kowno, Kammerherr v. Kulomſin=Kowno.
HB. Delhi, 30. Dez. Im Befinden des Vize=
königs
von Indien, Lord Hardinge, iſt eine entſchie=
dene
Wendung zum Beſſeren eingetreten. Sein Leibarzt
nahm geſtern eine Unterſuchung mit Röntgenſtrahlen vor,
um nach Bombenſplittern zu ſuchen. Tatſächlich entdeckte
er am Halſe des Verletzten noch kleine Eiſenteile, die durch
operativen Eingriff entfernt werden müſſen. Der letzte
Bericht über den Geſundheitszuſtand des Vizekönigs lautet
ſehr befriedigend.

Briefkaſten.

In Erwiderung Ihrer Anfrage im Briefkaſten erlaube
ich mir, Ihnen mitzuteilen, daß ſämtliche wohlriechenden
Stoffe dazu verwandt werden können. Ein ſehr gutes Mit=
tel
hierfür wäre Weihrauch. Auch Zucker genügt. Iſt
die Desinfektion ausgeführt, ſo legt man ein Stück
Zucker, je nach Größe der Zimmer auch mehrere, auf den
Ofen oder eine Spiritusflamme und läßt es ver=
brennen
. Im Zeitraume von ein paar Stunden iſt der
Geruch aus dem Zimmer verſchwunden.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

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Nordamerika: Amerika 24. Dez. 2 Uhr nachm. in New==
York. Bethania 25. Dez. 4 Uhr 45 Min. nachm. in
Neworleans. Bulgaria 26. Dez. 11 Uhr 30 Min.
morgens in Baltimore. Piſa 24. Dez. 9 Uhr 30 Win.
morgens in Boſton. Schwarzburg von Port Arthur
kommend, 24. Dez. 1 Uhr 30 Min. nachm. in Hamburg.
Steiermark 24. Dez. 9 Uhr 45 Min. abends in New=
York. Weſtphalia von Weſtindien, 24. Dez. 5 Uhr
nachm, in Galveſton. Bosnia von Boſton und
Baltimore kommend, 28. Dez. 6 Uhr 30 Min. Dover
pa ſiert. Oſtaſien: Armenia: ausgehend, 26. Dez. in
Schanghai. Fürſt Bülow 27. Dez. 9 Uhr morgens
von Yokohama nach Wladiwoſtok. Sambia, auss
gehend, 27. Dez. in Yokohama. Verſchiedene Fahrten:
Cleveland, erſte Weltreiſe‟, 24. Dez. 4 Uhr nachm in
Hongkong. Windhuk nach Afrika, 27. Dez. 4 Uhr
nachm. in Vliſſingen.
Nordd. Lloyd Bremen. Mitgeteilt von dem Ver=
treter
Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
Brandenburg 24. Dez. 7 Uhr vorm. von Baltimore
abgegangen. York 25. Dez. 5 Uhr nachm. von Genua
nach Bremen abgegangen. Prinz Ludwig 26. Dez.
1 Uhr nachm. in Hongkong angekommen. Derfflinger
26. Dez. 7 Uhr nachm. von Rotterdam abgegangen.
Roon 25. Dez. 1 Uhr nachm. in Aden angekommen.
Scharnhorſt 27. Dez. 2 Uhr vorm. Gibraltar paſſiert.
Göttingen 25. Dez. 10 Uhr vorm. in Neapel angekom=
men
. Elſaß 26. Dez. 1 Uhr vorm. Gibraltar paſſiert.
Greifswald 25. Dez. 8 Uhr nachm. von Bremen nach
Auſtralien abgegangen. Strathalbyn 25. Dez. von
Buenos Aires nach Madeira. Borkum 26. Dez. von
Antwerpen nach La Plata abgegangen. Frankfurt
27. Dez. von Villagarcia nach La Plata. Thüringen
26. Dez. in Antwerpen angekommen. Aachen 25. Dez.
von Santos nach Bahia abgegangen. Erlangen.
26. Dez. in Bahia angekommen. Köln 26. Dez. von
Liſſabon nach Braſilien abgegangen. Prinz Heinrich
25. Dez. 4 Uhr nachm. von Alexandrien abgegangen.
Maniia 27. Dez. von Eitape nach Kaewieng abgegangen.

Familiennachrichten.

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Sonntag früh entſchlief ſanft infolge eines
Schlaganfalles im 79. Lebensjahre meine ge=
liebte
Mutter, unſere treue Großmutter,
Schweſter, Schwiegermutter und Schwägerin
Frau lud Vh Boszez, Hs Aa
geb. von Winterfeld.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1912.
Im Geißenſee 2.
(26632
Im Namen der Familie:
Margret Bickel,
geb. von Leszczyns’ka.
Die Beiſetzung findet Mittwoch, den 1. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, auf dem Darmſtädter
Friedhofe ſtatt.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
während der Krankheit und bei dem Hinſcheiden
unſerer unvergeßlichen Mutter, Großmutter,
Schwiegermutter und Tante
(26636
Frau

ſagen wir tiefgefühlten Dank. Beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Widmann für die troſtreichen
Worte und den Schweſtern der Martinsgemeinde
für die liebevolle Pflege der Entſchlafenen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 30. Dezember 1912.

Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe auf=
richtiger
Anteilnahme bei dem Ableben
ihrer lieben Schweſter ſagt innigen
(26679
Dank.
Christine Nahrgang.
Darmſtadt, den 30. Dez. 1912.

[ ][  ][ ]

Nummer 307.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Seite 7.

Todes=Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach längerem Leiden,
wohlverſehen mit den hl. Sterbeſakramenten,
unſere gute Mutter, Schwiegermutter, Groß=
mutter
, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Marie Fritzges Wwe.
geb. Winter
im 83. Lebensjahre.
(26728
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 30. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. Jan.,
nachmittags 4 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.

Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis Freitag
von 91 Uhr und nachmittags von 24 Uhr, Samstag
von 91 Uhr.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unerwartet ſchnell hat ſich hoher Druck über dem Feſt=
land
ausgebreitet. Das Tief im Norden iſt nach Oſten
weitergezogen; infolgedeſſen wehen bei uns weſtliche
Winde, die nur wolkiges Wetter bringen. Die Tempera=
turen
liegen heute in unſerem Bezirk bei 6 Niederſchläge
nur noch ganz vereinzelt. Wir werden auch morgen unter
dem Einfluſſe des hohen Druckes ſtehen, ſo daß wir bei
wechſelnder Bewölkung trockenes und kälteres Wetter zu
erwarten haben.
Ausſichten für Dienstag, den 31. Dezember: Ziem=
lich
heiter und trocken, kälter, ſtellenweiſe Nachtfroſt.

Tageskalender.
Dienstag, 31. Dezember.

Großh. Hoftheater (außer Abonnement), Anfang
7½ Uhr: Lumpacivagabundus.
Silveſterfeiern: Hotel Heß um 8 Uhr. Britan=
nia
=Hotel. Rummelbräu um 9 Uhr.
Konzerte: Café Ernſt Ludwig um 8 Uhr. Bürger=
keller
um 8 Uhr.
Eröffnung des Union=Theaters (Kunſt=Lichtſpiele)
um 4 Uhr, Rheinſtraße 6.
Silveſtertanz der Kaufm. Stenographen=Geſellſchaft
Gabelsberger um 8½ Uhr im Kaiſerſaal

Mittwoch, 1. Januar.

Großh. Hoftheater (Volksvorſtellung), Anfang 2½
Uhr: Meyers. Abends 7½ Uhr (Ab. B): Die Fle=
dermaus
.
Vorſtellung um 4 und 8½ Uhr im Orpheum.

Weihnachtsfeier des Heſſ. Fechtvereins Waiſen=
ſchutz
um 7 Uhr im Saalbau.
Neujahrsfeiern: Hotel Heß um 6 Uhr. Hotel
Zur Traube um 8 Uhr. Geſangverein Concordia
um 5 Uhr im Mathildenhöhſaal
Neujahrskränzchen der Geſellſchaft Atoca um
4 Uhr im Feierabendſaal.
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. Bürgeckeller
um 4 Uhr. Britannia=Hotel um 7 Uhr. Turnhalle
am Woogsplatz um 8.11 Uhr. Kölniſcher Hof um
4 Uhr. Rummelbräu um 4 Uhr und 8.11 Uhr,

Verſteigerungskalender.
Donnerstag, 2. Januar.

Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟.
Stammholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im
Pfungſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft an der
Griesheimer Brücke).

Vorſtellungen im Reſidenztheater von 41 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 411 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

Fanoen Hoschsen

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Kurſe vom 30. Dezember 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,30
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,10
77,75
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,50
3½ do. Conſols . . . 88,10
77,70
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 98,90
92,50
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,20
86,60
do.
3½
77,30
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,40
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,20
4 do. do. (unk. 1918) 99,20
87,00
do.
3½
75,60
do.
78,00
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,80
do. v. 1875 93,20
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 53,80
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 88,00
4 do. Goldrente . . . 92,70
4 do. einheitl. Rente 85,40
3 Portug. unif. Serie I 64,00
3 do. unif. Ser. III 66,00
9,50
3 do. Spezial . .
5 Rumänier v. 1903 . . 99,90
4 do. v. 1890
4 dv. v. 1905 . . 88,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,70
4 do. v. 1902 . . . . 89,00
. 99,70
4½ do. v. 1905 . .
86,00
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 78,90
4 Türk. Admin. v. 1903 77,80
4 Türk. unifiz. v. 1903 86,00
4 Ungar. Goldrente . . . 88,00
34 270.
A do.

InProt.
Zf.
.100,00
5 Argentinier
4
85,20
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 89,00
5 Chineſ. Staatsanleihe.
4½
93,00
do.
4½ Japaner . . . . . . . 92,40
5 Innere Mexikaner . . . 93,25
3
do.
59,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 86,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,50
3 Buenos Aires Provinz 69,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 153,20
5 Nordd. Lloyd . . . . . 119,10
6½ Südd. Eiſenb.=Geſ..
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 110,25
6 Baltimore und Ohio . 103,00
6 Schantungbahn . . . . 126,50
64 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 17,50
6 Pennſylvania R. R. . 118,25
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 64,50
25 Bad. Anilin= u Soda=
. . 515,50
Fabrik .
14 Chem. Fabrik Gries=
.243,75
heim .
30 Farbwerke Höchſt . . 634,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 344,00
10 Cement Heidelberg . . 145,75
30 Chem. Werke Albert 429,90
14 Holzverkohlung Kon=
.326,00
ſtanz

22 29.

ZnPret.
Tioßd.
7½ Schuchert, Nürnberg 148,40
12 Siemens & Halske .221,10
5 Bergmann Electr. . . 120,00
10Deutſch. Ueberſee Electr. 155,50
25 Gummi Peter . . . . 75,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 86,90
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 560,50
10 Maſchinenf. Babenia 175,00
16 Wittener Stahlröhren 216,00
8 Steana Romana Petr. 143,80
15 Zellſtoff Waldhof . . 230,00
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
. . . . . . . 196,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 87,00
3 Südd. Immobilien . 52,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 172,00
12½Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 212½
11 Deutſch=Luxemburg.=
.161,00
Bergb. .
10 Gelſenkirchener . . . . 190,50
.182½
9 Harpener .
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 257,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
. 82,00
Caro.
6 Laurahütte . . . . . . 163,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 208,00
7½ South Weſt Africa 121,30
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,60
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 98,50
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,50
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 87,00
3 Prag=Duxer . . . . .
5 Oeſterr. Staatsbahn . 103,30
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,20
do.
76,25
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,10
76,00
do.

Inßren.
St.
2¾10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,00
3 Raab=Oedenburg
76,50
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,40
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,00
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,30
86,00
do.
4 Wladichawchas .
88,90
4 Rjäſan Koslow . . . 86,00
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 73,80
do.
85,50
69,70
2¾/ Livorneſer
3 Salonique=Monaſtir . 62,50
80,90
4 Baadadbahn . .
4½ Anatoliſche Eiſenb. 94,50
4 Miſſouri=Pacific. . . . 71,50
98,80
4 Northern=Paciſic
4 Southern=Paciſic . . . 93,50
5 St. Louis und San
Franciscv. . . . . 84,00
5 Tehuantepec . . . . . . 97,50
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 183,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 145,50
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 164½
6½ Darmſtädter Bank . 118,50
12½ Deutſche Bank . . . 249,40
6 Deutſche Vereinsbank 120,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 120,00
10 Diskonto=Kommandit 182,80
8½ Dresdener Bank . 150,60
9½ Frankf. Hypoth.=B. 210,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 119,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,00
131,80
5.86 Reichsbank .
7 Rhein. Kreditbank. . . 132,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . 114,40
7½ Wiener Bankverein . 128,30
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98.50

Zf.
Znprel.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 87,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,20
S. 52 . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,00
3½
do.
87,25
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
31
do.
87,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
98,80
S. 14, 15, 17, 24/26
1823 . .
99,00
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6
87,30
S. 35
87,10
S. 911
87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
3.
do.
86,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
3½ do. (unk. 1914) . . 86,60
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
3½
87,00
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . .
3½ do.
89,25
4 Frankfurt.
98,70
do.
96,00
4 Gießen .
97,00
do.
87,00
4 Heidelberg
97,00
3½ do.
87,20
4 Karlsruhe
do.
88,30
4 Magdeburg
99,40
do.
4 Mainz
.97,10
½ do.
87,80
Mannheim
97,50
do.
88,00
München .
. 98,50
3½ Nauheim
88,00
4 Nürnberg.
98,80
do.
86,70
4 Offenbach .

3.
In Prot.
-
3½ Offenbach
4 Wiesbaden .
99,00
3½ do.
94,80
4 Worms .
97,00
3½ do.
87,00
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 135,90
3 Holl. Komm. . fl. 100 109,00
3 Madrider . . Fs. 100 72,10
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 135,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 172,00
3 Oldenburger . . . . . . 130,25
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 202,00
Freiburger .
Fs. 15 80,00
Fs. 45
Mailänder
do.
Fs. 10 35,60
Meininger .
fl. 7
Oeſterreicher v. 1864fl. 100 543,00
do. v. 1858fl. 100 452,00
Ungar. Staats . . fl.100
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 154,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,42
20 Franks=Stücke .
16,18
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¼
Engliſche Noten . .
20,42
Franzöſiſche Noten.
81,20
Holländiſche Noten. . . . 169,00
Italieniſche Noten . . . . 80,25
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,50
Ruſſiſche Noten . . . . . 214,00
Schweizer Noten . . . . . 80,70

Reichsbank=Diskonto. .
Reichsbank=Lombard Zsf. 7

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Unser diesjähriger

beginnt am

Donnerstag, den 2. Januar, morgens 8 Uhr

Wie alljährlich haben wir die Preise, um möglichst schnell zu räumen, ganz bedeutend herah-
gesetzt
und sind die Preise mit Blaustift verzeichnet. Ein zeitiger Besuch ist zu empfehlen,

Zum Verkauf gelangen:

Jackenkleider
Taillenkleider
Modellkleider
Ballkleider
Mäntel
Pelze Roben
Ueberwürfe
Morgenröcke
Unterröcke
Blusen
Kostümröcke Jabots
Gürtel
Handschuhe
Strümpfe
Korsetts
Untertaillen Krawatten
Rüschen
Taschentücher
Unterzeuge
Besätze
Seidenstoffe etc. en nen Spilrenſtragen
225,35, 45, 50 95 Ein Posten grose
Jackenkragen
295, 1.25. 1.50 1.75 nten lilnts
*25,45, 50, 75. 95r Ein Posten
Robespierre-Kragen
z. 65. 95. 1.25, 1.50. 2.50 Ein grosser Posten Väschestickereie Gaupen (64.i0 m) 45, 6 5, 95 . 1.75 in Posten Hantschulie
rr 25, 45. 65. 95 meten flantschuiſe
(ünsch keden Pasr 1.25 Ein Posten
schwarze Florstrümpfe
mit doppelter Sohleu Rand
Pest 65 Ein Posten vestickte bunte
Blusen-Garnituren
Stz.50 g. s. 1.25

Ein Posten

Untertailen

Stück

Pf.,

1.5, 1.50 1.75

ſenen Fascſenticher Ein Posten
Namentaschentücher Ein Posten
gestrickte Kragenschoner Ein Posten
Ueberblusen (Spenzer) Sck 15, 20, 25 .40 Stück 25 Pf. Stct 20 Pe stück 1.50 Mk.

Ein Posten

Sbzt 95 . 1.50, 1.75, 2.25 aen. u. 12.50
Leder- u. Brocattaschen
reguäre Werte bis zu 65. M.

Mtn.

Ein Posten Schürzen in Poste Gürtel
-95, 45.75,95 Ein Posten
Herren-Krawatten Ein Posten
gestickte Damenkragen s.25, 35,50, 65, 75, 95 pf. Sück 75 Pf. Stück 20 Pf.

Ein Posten Seidenstoffe

Serie I Serie II Serie III Serie IV.

95 1.25 1.75 2.25

Ein Posten bendgestche Ein Posten - kleinere Seidenreste Canevasschürzen Lüster-Reformhosen seidene Kinderschärpen z. 25. 50, 75, 125, 175 Stück 1.50 Stück 2.50 Stück 1.

Ein Posten Korsetts stück 50, 95p. 1.50, 2. 2.50, 2.75, 3.50, 4.75
Tarl Scharmann &
Ecke Elisabethen- und Wilhelminenstraße.

[ ][  ][ ]

Nummer 307.

Seite 9.

In unserem

Ein Posten
Jacken-
Kleider
12.50 19.50 29.50

Ein Posten Ein Posten Jacken-Kleider Taillen- 39.- Kleider in Wolle und Seide Unter diesen befinden sich Stücke, deren regulärer Wert 135. ist 15.- 25.- 29.50

erscheinen unter anderem folgende
äusserst vorteilhafte Angebote:

Ein Posten
Taillen-Kleider
39.-
Unter diesen befinden sich Stücke,
deren regulärer Wert 115. ist

Ein großer Posten Blusen in Wolle, Seide u. Spitze, st 2.75, 3.75, 4.75, 5.75. 8.75, 10.50. 12.50

Mehrere Pelzjacken Seal-Kanin und Murmel (fehlerlose Stücke) 35.-, 55.-, 85.-

Ein Posten

Ballkleider

in Seidenvoile und Crèpe de chine, rosa, hellblau und weiss
(fast ausschliesslich mit seidenen Unterkleidern)
Stück

25.-1.35.

Ein Posten

Seidenvolle-Ueberkleider

reich bestickt in marine und schwarz, Stück

Auf sämtliche reguläre Ware unseres Geschäfts gewähren wir während der
ersten acht Tage unseres Saison-Ausverkaufs einen Kassenrabatt von 10 bis

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Ecke Elisabethen- und Wilhelminenstraße.

[ ][  ][ ]

Seite 10.

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[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

Dienstag, 31. Dezember.

1912.

Bekanntmachung.

Nachſtehend bringen wir die ab 1. Januar 1913 gültige Zuſammenſetzung der
Sachverſtändigen=Kommiſſionen für die einzelnen Wildſchadensbezirke zur öffent=
lichen
Kenntnis.
Darmſtadt, den 27. Dezember 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Feh.

Namen der zu den
Wildſchadensbezir=
Erſatzmänner Vorſitzender 1 Stellvertreter
ken gehörenden Ge= Sachverſtändige 1 der Sach= der Sachver=
des

meinden u. Gemar=
ſtändigenkom
ſtändigenkom=
verſtändigen

kungen
miſſion Vorſitzenden
I. Wild= 1. Landwirt
1. Gutspächter 1 Landwirt
Landwirt
ſchadensbezirk: 1 Martin Kaus
Wilbelm
Martin Kaus Adam Gründler
dahier,
Darmſtadt=
Pitthan da=
dahier

dahier
2. Landwirt Peter) hier,
Beſſungen
Karl Seibel da=2. Landwirt
hier,
Friedr. Geyer
3. Friedr. Schub= 1 dahier
fegel, senior, da=
hier

II. Wild. (1. Förter Löſch. ſ.Bürgermeiſter Förſter Löſch ForſtwartEngel
ſchadensbezirk: Forſthaus Kalk= Benz zu Ar= Forſthaus zu Meſſel
Arheilgen, Brauns= ofen bei Arheil= heilgen,
Kalkofen bei
hardt, Erzhauſen,, gen,
2. Landwirt
Arheilgen
Gräfenhauſen, 2. Gemeindeeinneh= Hch. Huck II.
Meſſel, Schneppen= mer Frey zu
zu Arheilgen
hauſen Weiter= 1 Wirhauſen,
ſtadt, Wixhauſen3. Landw. Jakob
Pons zu Gräfen=
hauſen

III. Wild= 1. Bürgermeiſter 1. Gemeinde=Bürgermeiſter Bürgermeiſter
ſchadensbezirk: Geibel zu Hahn, ratsmitglied
Geibel
Schäfer
Eberſtadt, Eſcholl=2. Hrch. Delp III. Val. Ger=
zu
Hahn zu Eberſtadt
zu Eſcholl=
hard
IV. zu
brücken, Griesheim, brücken,
Griesheim,
Hahn, Eich, Mal=
3. Landw. Wilhelml 2. Beigeordneter
chen, Pfungſtadt Kiſſel I. zu
Rungeſſer zu
Pfungſtadt
Pfungſtadt
IV. Wild= 1. Bürgermeiſter 1. Landw. Jeanſ Bürgermeiſter Förſter Hof=
ſchadensbezirk
: Lorenz zu Roß=) Grünewald
Lorenz (mann auf Forſt=
dorf
,
zu Roßdorf, zu Roßdorf 1haus Eiſern=
Nieder=Beerbach,
Nieder=Ramſtadt 2. Landw. Peter 12. Landw. Gei=
hand
.
mit Waſchenbach, BreitwieſerVIII. bel zu Nieder=
zu
Ober=Ram= Ramſtadt
Ober=Ramſtadt, 1 ſtadt,
Roßdorf, Traiſa 3. Landw. Johann
Peter Bernhard
zu Ober= Ram=
ſtadt

An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, die Zuſammenſetzung der für Ihre Gemeinde in Betracht
kommenden Sachverſtändigen=Kommiſſion ortsüblich bekannt zu geben.
(26510
Darmſtadt, den 27 Dezember 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Darmſtadt, den 17. Dezenber 1912.
Betreffend: Das Militär=Erſatz=Geſchäft für 1913; hier Aufſtellung der Stammrollen.

Der Zivil=Vorſitzende der Groß. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Ich empfehle Ihnen, die Aufſtellung der Rekrutierungsſtammrollen für 1913 nun=
mehr
alsbald vorzunehmen, ſodaß dieſelbe bis 15. Januar k. Js. erfolgt iſt und die
Einſendung unſehibar bis zum 1. Februar k. J. ſtatfinden kann. Dabei verweiſe ich
Sie auf die genaueſte Beachtung der ergangenen Beſtimmungen, namentlich des § 46
der Wehrordnung vom 22. November 1888 (Reg.=Blatt Nr. 68 von 1901), umſomehr,
als alle nicht vorſchriftsmäßig aufgeſtellten Stammrollen zur Berichtigung und eventl.
volſtändigen Umarbeitung, bezw. Neuauftellung zurückgegeben werden mühten.
Im weiteren wollen Sie für rechtzeitige ortsübliche Bekanntmachung der Auf=
forderung
Sorge tragen, daß in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar nicht

allein die Miltckrpflichtigen 1913 (die
borenen), ſondern auch dieſenigen der Jahrgänge 1912 und 1911 (die im Jahre
1892 und 1891 Geborenen), ſowie überhaupt alle Militärpflichtigen, welche eine end=
gültige
Entſcheidung über ihre Dienſtpflicht durch die Erſatzbehörden noch nicht erhalten
haben, ſich bei der Bürgermeiſterei desſenigen Orts zur Stammrolle anmelden müſſen,
an welchem ſie ihren dauernden Aufenthalt haben. Auf dieſe letztere Beſtimmung
der § 25, 2 der W.=O. wird um ſo nachdrücklicher hingewieſen, als es ſchon häufig vom
gekommen iſt, daß Militärpflichtige aus anderen Kreiſen des Großherzogtums, obgleich
ſie im diesſeitigen Bezirk ihren dauernden Aufenthalt nicht halten, nur aus der=
Grunde in die Stammrollen des Kreiſes eingetragen worden waren, weil ſie ſich hier
zu ſtellen wünſchten. Dies iſt nicht ſtatthaft. Sie wollen daher Anträgen, welche in
dieſer Beziehung an Sie geſtellt werden ſollten, unter keiner Bedingung ſtattgeben, die
betreffenden Militärpflichtigen, bezw. deren Angehörige, vielmehr auf die beſtehenden
geſetzlichen Beſtimmungen verweiſen, ſowie darauf aufmerkſam machen, daß Leute,
welche im diesſeitigen Kreiſe nach den geltenden Beſtimmungen nicht geſtellungspflich=
tig
ſind und ſich dennoch hier zur Muſterung ſtellen wollen, zu derſelben nicht zuge=
laſſen
werden würden und ſich die daraus dann entſtehenden Nachteile ſelbſt zuzu=
ſchreiben
hätten.
Ebenſo iſt es unter keinen Umſtänden angängig, daß umgekehrt Militärpflichtige
welche in ihren Gemeinden dauernden Aufenthalt haben, die Anmeldungen deshalb
unterlaſſen, weil ſie ſich in ihren reſp. Heimatsgemeinden melden wollen oder gemeldet
haben, um ſich demnächſt in ihrem Heimatsbezirk zur Muſterung ſtellen zu können. In
Fällen dieſer Art, welche Ihnen bekannt werden, ſind die Betreffenden von Ihnen zur
Meldung anzuhalten. Außerdem iſt eine von ſolchen Militärpflichtigen ſpäterhin, vor
Beginn der Muſterung, beabſichtigte Abmeldung nur dann entgegenzunehmen, wenn
Sie ſich die Ueberzeugung verſchafft haben, daß dieſelben tatſächlich außer Arbeit ge=
treten
ſind und den Ort verlaſſen werden.
Insbeſondere aber wäre darauf zu achten, daß
I. die Entgegennahme der Anmeldung zur Stammrolle ſeitens der nicht am Orte
der Anmeldung geborenen Militärpflichtigen ſtets abhängig zu machen iſt:
a) bei den Milſtärpflichtigen des jüngſten Jahrgangs (hier 1913) von Vorlage
eines Geburtsſcheins (Auszug aus dem Zivilſtandregiſter), Taufſcheine, Hei=
matſcheine
, Abmeldebeſcheinigungen, Arbeitsbücher, ſowie anderweite, wenn
auch von Amtsſtellen ausgefertigte Beſcheinigungen oder Mitteilungen genügen
nicht;
b) bei den Militärpflichtigen der älteren Jahrgänge (hier 1912, 1911 und event.
früher) von Vorlage des Loſungsſcheines;
II. genaues Augenmerk auf die Rechtſchreibung der Namen der Militärpflichtigen
zu richten iſt, ſowie auch darauf, daß der Geburtsort richtig bezeichnet und der
in Betracht kommende Verwaltungsbezirk (Kreis, Amtshauptmannſchaft, Ober=
amt
, Bezitksamt ꝛc) zutreffend angegeben wird; bei mehreren Vornamen iſt der
Rufname zu unterſtreichen;
III. a) der hauptſächliche oder alleinige Beruf ſoweit angängig, genau zu be=
zeichnen
iſt, z. B. Bäckergeſelle, Zigarrenarbeiter Handlungsreiſender uſw.;
b) bei Arbeitern und Taglöhnern derienige Arbeits= oder Geſchäftszweig
anzugeben iſt, in welchem dieſelben ſtändig oder meiſtens arbeiten (ob in
Landwirtſchaft, bei Forſt=, Garten=, Bau=, Eiſenbahn=, Chauſſee=, Hafen=,
Kanalarbeiten uſw.);
c) derjenige Beruf einzutragen iſt, welcher ſeit Verlaſſen der Schule die längſte
Zeit hindurch ausgeübt wurde:
d) ſpeziell in Hinſicht der Sattler, Schloſſer, Schmiede, Schneider, Schuhmacher,
Wagner und Zimmerleute feſtzuſtellen wäre, ob dieſelben dieſes Gewerbe
ordnungsmäßig gelernt haben, ſowie jetzt noch betreiben;
e) bei allen denienigen, deren Beruf dies annehmen läßt, insbeſondere aber
den in der Landwirtſchaft tätigen Militärpflichtigen durch Eintragung
des Vermerts zm. Pf.; (mit Pferden) oder zo. Pf. (ohne Pferde) in Spaltes
erſichtlich zu machen iſt, ob dieſelben mit Pferden umzugehen verſtehen
oder nicht;
IV. bei den Namen derjenigen Militärpflichtigen, von welchen ſich ein Bruder im
aktiven Dienſt befindet oder ein ſolcher ſich gleichfalls bei der Muſterung hier
oder auswärts zu geſtellen hat, ein entſprechender Vermerk zu machen iſt.
Die Militärpflichtigen würden daher bei Anmeldung zu der Stammrolle in dieſer
Hinſicht zu befragen ſein:
V. bei den Namen derjenigen Militärpflichtigen, welche ſchon gerichtliche Strafen
erhalten haben, dieſe unter Angabe des betreffenden Gerichts und Datum des
Urteils einzutragen ſind, auch anzugben iſt, ob die Sterafe verbüßt iſt.
Indem ich Ihnen ſchließlich noch empfehle, bei der von Ihnen zu erlaſſenden
Aufforderung wegen Anmeldung zur Stammrolle zugleich auf die Strafen aufmerkſam
zu machen, weiche nach § 25, II. d.W.=k). denſenigen treffen, welcher die vorgeſchriebene
Meldung zur Stammrolle oder zur Berichtigung derſelben unterläßt, beauftrage ich Sie,
am Schluſſe der Stammrolle noch ausdrücklich zu beſcheinigen:
1. daß, bezw. wann die Aufforderung, ſich zur Stammrolle anzumelden, erfolgt iſt,
2. daß die in derſelben eingetragenen, nicht im Orte geborenen Militärpflichtigen
dort ihren dauernden Aufenthalt haben, bezw. in Arbeit ſtehen,
3. daß die in Ihren Gemeinden zuſtändigen, ſich jedoch daſelbſt nicht aufhaltenden
Militärpflichtigen angewieſen worden ſind, ſich bei der Bürgermeiſterei ihres
Aufenthaltsorkes zur Stammrolle anzumelden.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
(26095a

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher. 1 deutſche Dogge, 1 Spitzhund, 2 Foxterrier,
1 Hofhund, 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizel=Revier ausgelöſt werden. Die Ver=
ſteigerung
der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(26609
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Sonntagsruhe in den Apotheken. Am Mittwoch, den 1. Jan.
ſind nachmittags in der Zeit von 1 bis 9 Uhr abends fofgende Apo=
theken
geöffnet: Einhorn=Apotheke, Kirchſtraße, und Beſſunger Apo=
theke
, Karlſtraße. Alle übrigen Apotheken ſind von 1 Uhr ab
geſchloſſen.

Warnung

vor dem unlauteren Geſchäftsgebahren von Serienlos=
gefellſchaften
.
Schon wiederholt iſt vor dem unlauteren Geſchäftsgebahren
zahlreicher in= und ausländiſcher, beſonders niederländiſcher und
däniſcher Unternehmer, ſog. Serienlos=Spielgeſellſchaften, gewarnt
worden
Das Weſen dieſer Unternehmen beſteht darin, daß der Unter=
nehmer
einen Anteil an Serienloſen oder die Ausſicht auf den Gewinn
aus einer größeren oder kleineren Anzahl ſolcher Loſe verkauft, und
daß die Zahlung des Kaufpreiſes in der Regel in Raten erfolgen kann.
Der Vertrieb ſolcher Geſchäfte iſt ſtrafbar. Denn handelt
es ſich um den Verkauf von Gewinnausſichten, ſo iſt dies als öffent=
liche
Veranſtaltung einer Lotterie ohne obrigkeitliche Erlaubnis an=
zuſehen
(§ 286 des R.=Str.=Geſ. B.); werden Losanteile gegen
Teilzahlungen verkauft, ſo liegt ein Vergehen gegen § 7 des Reichs=
geſetzes
, betreffend die Abzahlungsgeſchäfte, vom 16. Mai 1894
(R.=Geſ.=Bl., S. 450) vor. Der gewerbsmäßige Verkauf von Losanteilen
wird aber auch in der Regel gegen das Heſſiſche Geſetz, betreffend
den Handel mit Anteilen und Abſchnitten von Loſen zu Lotterien
und Ausſpielungen, vom 11. April 1896 R.=Bl. S. 47)verſtoßen.
Es kommt ferner das Heſſiſche Geſetz vom 14. Februar 1906
(Reg.=Bl. S. 45) in Betracht, wonach das Spielen in außerheſſiſchen
Lotterien, die nicht mit ſtaatlicher Genehmigung im Großher=
zogtum
zugelafſen ſind, bei Geldſtrafe bis zu 600 Mark im
Großherzogtum Heſſen verboten iſt.
Wenn hiernach einerſeits derjenige, der einer derartigen Serien=
losgeſellſchaft
beitritt, nicht nur hierdurch ſich an dem ſtrafbaren Tun
des Unternehmers beteiligt, ſondern in den meiſten Fällen ſofern es
ſich nicht ausſchließlich um im Großherzogtum Heſſen zugelaſſene
Lotterie=Loſe handelt) ſelbſt eine mit empfindlicher Strafe bedrohte
Handlung begeht, ſo iſt andererſeits hiermit für ihn in den meiſten
Fällen auch eine erhebliche Vermögensſchädigung verbunden, wie
ſich aus nachſtebendem ergibt.

Die Serienlosgeſellſchaften beruhen faſt ohne Ausnahme

auf ſchwindelhafter Grundlage. Die Beitrittseinladungen ſaſſen
die Natur des Geſchäfts und die den Teilnehmern zuſtehenden Rechte
nicht klar erkennen. Das Publikum wird durch die Anpreiſung, daß
jedes Los gewinnt und Nieten nicht eriſtieren, ſowie durch die fett=
gedruckten
Geſamtbeträge der Gewinne angelockt. Dabei iſt meiſt nicht
bekannt und kann auch aus den Ankündigungen gar nicht erſehen
werden, daß die Zahl der Teilnehmer an den fraglichen Geſellſchaften
unbeſchränkt iſt, die Summe der einzelnen Beiträge den von dem
Unternehmer gezahlten Kaufpreis der Loſe um ein vielfaches über=
ſteigen
und daß deshalb der auf den Teilnehmer entfallende Gewinn=
betrag
faſt ausnahmslos nur einen verſchwindenden Teil der Ge=
ſamtſumme
der gezahlten Beiträge ausmachen wird. Dazu beſteht
nicht einmal die Gewähr, daß der Unternehmer ſich im Beſitze der
Loſe befindet, an denen die Teilnehmer einen Anteil erwerben ſollen.
Zweifel der letzterwähnten Art ſind namentlich hinſichtlich der aus=
ländiſchen
Unternehmer gerechtfertigt, welche das Geſchäft in Deutſch=
land
betreiben oder durch Agenten betreiben laſſen.
Wir ſehen uns veranlaßt auf dieſe Geſichtspunkte wiederholt
hinzuweiſen, da trotz häufiger Warnungen in der Preſſe, trotz zahl=
reicher
Beſtrafungen von Unternehmern derartiger Spielgeſellſchaften,
trotz der traurigen Erfahrungen vieler Spieler ſich immer noch Leute
finden, die auf die verlockenden Anerbieten hereinfallen, namentlich
wenn die Geſchäftsunternehmer unter einer hochtrabenden Firma wie
Internationale Vereinsbank, Nationale Renten= und Kreditbank
oder dergl. auftreten.
Aus den angegebenen Gründen warnen wir auch davor, den in
letzter Zeit hieſigen Einwohnern zugegangenen Aufforderungen aus=
ländiſcher
Bankfirmen zu folgen und als Vertreter dieſer Firmen
Teilnehmer für Serienlosgeſelſchaften zu werben.
Da ſowohl der Handel mit Losanteilen in der fingierten Form
des Geſellſchaftsſpiels als auch deſſen Unterſtützung ſeitens der
Zeitungen durch Aufnahme von Anzeigen und Proſpekten ſtrafbar
iſt, erſcheint es im Intereſſe der Allgemeinheit ratſam, die Aufnahme
derartiger Reklamen ſowie die Verbreitung ſolcher Proſpekte abzulehnen.
Darmſtadt den 27 Dezember 1912.
(26549id
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Am 31. Bezember

nachmittags iſt unſer Geſchäftslokal der Inventur
wegen geſchloſſen.
(26689
Darmstädter Volksbank
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[ ][  ][ ]

Seite 12

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Nummer 307.

Bekanntmachung.

Wir bringen in Erinnerung, daß das Schießen, ſowie das
Abbrennen von Feuerwerkskörpern innerhalb der Straßen und
Hofreiten der Stadt verboten iſt.
Zuwiderhandlungen ſind in § 367 und § 368 des Reichsſtraf=
geſetzbuches
mit Geld= oder Haftſtrafe bedroht. Auch tritt Wegnahme
der Schußwaffe ein.
Gleichzeitig machen wir die Händler mit exploſiven Stoffen,
Feuerwerkskörpern uſw. wiederholt darauf aufmerkſam, daß das
Abgeben ſolcher Stoffe an Perſonen, von welchen ein Mißbrauch der=
ſelben
zu befürchten iſt, insbeſondere an alle Perſouen unter
16 Jahren, verboten iſt (Verordnung, den Verkehr mit Spreng=
ſtoffen
betreffend, vom 21. September 1905, § 26). Zuwiderhandlungen
gegen dieſe Vorſchrift werden nach § 367 des Reichsſtrafgeſetzbuches
mit Geldſtrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft beſtraft. (26481oi
Darmſtadt, den 27. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Vorſitz im Kaufmanusgericht Darmſtadt.

Zu Vorſitzenden des Kaufmannsgerichts für die Jahre 1913
bis 1915 ſind die Herren Bürgermeiſter Mueller und Rechtsanwalt
Dr. Stein, und zum Stellvertreter der Vorſitzenden für die gleiche Zeit
Herr Amtmann Kröll gewählt und verpflichtet worden. (26633
Darmſtadt, den 24. Dezember 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.

Vorſitz im Gewerbegericht Darmſtadt.

Zu Vorſitzenden des Gewerbegerichts für die Jahre 1913 bis
1915 ſind die Herren Bürgermeiſter Mueller und Rechtsanwalt
Dr. Stein und zum Stellvertreter der Vorſitzenden für die gleiche Zeit
Herr Amtmann Kröll gewählt und verpflichtet worden. (26634
Darmſtadt, den 24. Dezember 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.

Armen= und Fürforgeweſen.

I. Die Beſtimmungen der Armenordnung über die Zuſammen=
ſetzung
der Deputation für das Armen= und Fürſorgeweſen
erhalten vom 1. Januar 1913 an folgende Faſſung:
§ 3.
Die Deputation beſteht außer dem Oberbürgermeiſter oder
ſeinem Stellvertreter als Vorſitzendem, aus zehn Mitgliedern, die
von der Stadtverordneten=Verſammlung mindeſtens zur Hälfte aus
ihrer Mitte, im übrigen aus der Zahl der zum Amt eines Stadtver=
ordneten
wählbaren Einwohnern oder bis zu zwei aus Frauen=
kreiſen
gewählt werden.
Außerdem gehört der Vorſtand des ſtädtiſchen Armen= und
Fürſorgeamtes der Deputation mit beratender Stimme an. Er ver=
tritt
im Falle der Verhinderung den Vorſitzenden der Deputation
mit vollem Stimmrecht.
§ 6.
Die Aemter der gewählten Mitglieder der Deputation ſowie
der Bezirkspfleger ſind Ehrenämter, zu denen nur Männer und
Frauen von unbeſcholtenem Ruf, bewährtem Wohlwollen, tätiger
Nächſtenliebe und ernſtem Sinn für Gerechtigkeit berufen werden
ſollen.
Hinſichtlich der Verpflichtung der männlichen Mitglieder zur
Uebernahme dieſer Stellen und hinſichtlich der Niederlegung und
des Ausſcheidens gelten die Vorſchriften der Artikel 18 bis 21 der
Städteordnung.
II. Von genanntem Zeitpunkt an erledigt die Deputation für
das Armen= und Fürſorgeweſen auch die der Stadtverordneten=
Verſammlung nach dem Geſetz über die Zwangserziehung Min=
derjähriger
zugewieſenen Aufgaben.
III. Das Städtiſche Pflegeamt führt von jetzt an die Be=
zeichnung
Städtiſches Armen= und Fürforge=Amt
Ihm liegt vom 1. Januar 1913 an unter Fortdauer der
Verantwortung des Oberbürgermeiſters oder ſeines Stellvertreters
die ſelbſtändige Erledigung der Arbeiten der Armeuverwaltung
und des Fürſorgeweſens, einſchließlich der Zwangserziehung,
ob. Organiſatoriſche Arbeiten und allgemeine Verwaltungsange=
legenheiten
ſind hiervon ausgenommen, Angelegenheiten von grund=
ſätzlicher
Bedeutung bedürfen der Zuſtimmung des Unterzeichneten
oder ſeines Stellvertreters.
(26494oi
Darmſtadt, den 28. Dezember 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.

Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete.

Zum bevorſtehenden Vierteljahreswechſel bringe ich nachſtehendes
Ortsſtatut wiederholt zur Kenntnis. Wenn nicht anderes vereinbart
iſt, iſt für die Dauer der ſtatutariſchen Räumungsfriſten Mietzins
an den bisherigen Vermieter nicht zu entrichen.
(26553
Darmſtadt, den 20. Dezember 1912.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Schmitt.

Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die

Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Stadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach An=
hörung
des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. J.
37271 folgendes Orsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in
Kraft treten.
§ 1. Endigt das Mietverhältnis am Schluſſe eines Kalender=
vierteljahres
, ſo, muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume
durch den Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des fol=
genden
Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b) bei mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des fol=
genden
Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
c) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des fol=
genden
Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die im §1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur mit
der Beſchränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Z.mmern uud etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und et=
waigem
Zubehör beſtehen, zwei Zimmer
ſchon am erſten Tag des folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mit=
tags
, vollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des Miet=
verhältniſſes
ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen,
ſo finden die Vorſchriften der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder ver=
tragsmäßig
zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung
einer Kündigungsfriſt gekündigt, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2 bezeich=
neten
Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§1, 2 die Räumung
ganz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder einen
ſtaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die Stelle des
Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1996.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.

Freiſtellen an den Mittelſchulen.

Geſuche um Freiſtellen an den Mittelſchulen für das Schul=
jahr
1913/14 ſind bis zum 10. Januar 1913 bei mir einzureichen. Frei=
ſtellen
können nur bis zu 5% der Zahl der Schüler und Schülerin=
nen
und nur in den fünf oberſten Klaſſen vergeben werden. Voraus=
ſetzung
der Bewilligung iſt Bedürftigkeit der Eltern, ſowie regel=
mäßiger
Schulbeſuch, Fleiß, Ordnungsliebe, Reinlichkeit und gutes
Betragen des betreffenden Kindes.
Die Vergebung der Freiſtellen erfolgt auf ein Jahr und in
ſtets widerruflicher Weiſe; es muß daher für diejenigen, die im
ablaufenden Schuljahr bereits Freiſtellen hatten, um weitere
Verleihung nachgeſucht werden.
In den Geſuchen iſt neben deutlicher Angabe des Berufs und
der Wohnung der Eltern oder Pflegeeltern, noch die Schulgruppe,
die das betreffende Kind beſucht, näher zu bezeichnen.
(26355sis
Darmſtadt, den 21. Dezember 1912.
Der Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing.

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Die ſäoniſchen Sieiſchorekaufoſienen

im Schlachthof (Markthalle) und Kiesſtraße 21 ſind wieder eröffnet.
Es gelangt zum Verkauf beſtes holländiſches Rindfleiſch, alle=
Stücke
zu 82 Pig. das Prung.
Weitere Verkaufsſtellen befinden ſich bei Herrn Karl Bauer,
Lauteſchlägerſtr. 13, Beſſungerſtraße 92 und Langegaſſe 7, letztere vor=
rſt
nur von3 Uhr nachmittags an geöffnet. Hier gelten die gleichen Preiſe.
Zungen, Nieren, Leber, Hirn und Fett werden zu beſonderen
Preiſen verkauft.
(25470a
Der Oberbürgermeiſter.

Städtiſche Sparkaſſe.

Bei unſren im unterſten Stockwerk gelegenen Kaſſen können
im Monat Januar 1913 die Zinſen für das abgelaufene Jahr
erhoben werden. Nicht erhobene Zinſen werden dem Kapital zu=
geſchrieben
. Dieſes Zinſen=Beiſchreiben beginnt am 1. Februar 1913.
Dabei iſt darauf zu achten, daß durch das Beiſchreiben der Zinſen
bei Ueberſchreitung des Betrages von Mk. 10000. eine Verzinſung
von nur 3 Prozent eintritt, und zwar für die ganze Einlage (nicht
nur für den Ueberſchuß über M. 10000.).
In der Zeit vom 2. bis 15. Januar ſind die Kaſſen, außer den
ſonſt üblichen Zahlſtunden, vormittags von 8½12½ Uhr, ausnahms=
weiſe
auch nachmittags von 35 Uhr geöffnet.
Samstags nachmittags ſind die Kaſſen geſchloſſen.
Gleichzeitig wird bemerkt, daß wegen des außergewöhnlich
ſtarken Andranges in der Zeit vom 2. bis 15, Januar die Aus=
zahlung
der Jahreszinſen nur nachmittags von 35 Uhr ſtattfindet.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt
Netz, Direktor.
(26361si

Der durchſchnittliche Jahresarbeitsverdienſt landwirtſchaftlicher
Arbeiter iſt von dem Großherzoglichen Oberverſicherungsamt

mit Wirkung vom 1. Januar 1913 für die Stadt Darmſtadt wie
folgt feſtgeſetzt worden:
(26674

von 16 bis unter
über
21 Jahre 21 Jahren 16 Jahren
1. Für Arbeiter .
990 Mk. 840 Mk. 510 Mk.
690 Mk. 560 Mk. 390 Mk.
2. Für Arbeiterinnen .

Darmſtadt, den 28. Dezember 1912.
Verſicherungsamt der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt.
I. V Kröll.

Stammholzverſteigerung.

Donnerstag, den 2. Januar 1913,
vormittags 9½ Uhr anfangend, werden im Pfungſtädter Gemeinde=
wald
, Diſtrikt Klingsackertanne
239 Kiefernſtämme von 2053 cm Durchmeſſer und 515m
Länge
an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert
Die Zuſammenkunft iſt an der Griesheimer Brücke (Kreisſtraße
Pfungſtadt-Griesheim). Bemerkt wird, daß ſich darunter ſehr
ſchönes Schnittholz befindet.
Forſtwart Haas iſt zur Auskunftserteilung beauftragt.
Pfungſtadt, den 24. Dezember 1912.
(26470f
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.

Siaam= und Beranhoh-Berſteigerung.

Freitag, den 3. und Samstag, den 4. Januar,
vormittags 9½ Uhr anfangend werden aus dem Ober=Ramſtädter
Gemeindewald, Diſtrikt Schoorsberg, an Ort und Stelle nachverzeich=
nete
Holzſortimente verſteigert:
4 Lärche Stämme von 1213 cm Durchm. u. 610 m Länge.
244 Fichte
1226
718
61 Lärche Derbſtg.
1113
1070 Fichte
616
82 Weißtanne
61.
2695 Fichte Reisſtg.
3 8
Brennholz.
Knüppel 2 rm Buche, 69 rm Fichte Reiſig, 990 Fichte Wellen
nd 36 rm Fichte Stöcke.
Das Stamm= und Brennholz kommt am erſten Tag, Derb= und
Reisſtangen am zweiten Tag zur Verſteigerung.
Die Zuſammenkunft iſt auf der Straße Ober=Ramſtadt-Nieder=
Modau am Eingang des Waldes.
Ober=Ramſtadt, den 23. Dezember 1912.
(26376si
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.

Verſteigerungs-Anzeige.

Donnerstag, den 2. Januar 1913, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal Zur Ludwigshalle ( Ober=
gaſſe
) öffentlich zwangsweiſe, meiſtbietend gegen Barzahlung:
6 Bände Meyer’s Lexikon, verſch. Radfahrerartikel,
2 pol. Vertikos, 1 Waſchkommode, 2 Schreibtiſche, 1 kleine
Säule, 1 Sofa und 4 gepolſterte Stühle, 1 Spiegelſchrank,
1 Herrenſchreibtiſch, 1 Kommode, 1 Zimmerteppich, 1 Sofa,
1 Oelgemälde in Goldrahmen, 1 pol. Tiſch, 1 zweitür. Klei=
derſchrank
, 1 Büfett, 1 vollſtändiges Bett u. a. m.
Darmſtadt, den 30. Dezember 1912.
(26701
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24, I.

[ ][  ][ ]

Nummer 307.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Seite 13.

Sr.
alts

Freisen

kommen dieser Tage die Restbestünde in
Herren uRhasen Garderesen
zum Verkauf.
Markt5 Gebr. Blum Markt5

Brennholz=Verſteigerung.

Montag, den 6. und Dienstag, den 7. Januar,
jedesmal vormittags von 9 Uhr an,
ſollen in der Günther’ſchen Gaſtwirtſchaft zu Roßdorf aus der
Forſtwartei Traiſa, inbeſondere aus dem Diſtrikt Gebrannte Schlag
verſteigert werden:
Scheiter rm: 177 Buchen, 120 Eichen, 10 Erlen, 15 Kiefern,
10 Weymouths=Kiefern.
Knüppel rm: 144 Buchen, 147 Eichen, 20 Erlen, 62 Kiefern,
80 Fichten, 35 Weymouthskiefern ꝛc.
Reiſig Hdrt. Wellen: 26 Buchen, 33 Eichen, 9 Kiefern, 24 Fichten.
Stöckerm: 68 Buchen, 103 Eichen, 4 Erlen, 23 Kiefern, 14 Fichten.
Am erſten Tag kommt das zerſtreut ſitzende Dürrholz aus
der ganzen Forſtwartei, Nr. 1 bis 214, zum Ausgebot, am zweiten
Tag das Holz von der Abtriebsfläche im gebrannten Schlag, Nr.
215 bis 482 (mit Ausnahme der Nummern 428, 430, 447 und 448).
Ober=Ramſtadt, den 27. Dezember 1912.
(26635
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.

Verſteigerungs-Anzeige.

Donnerstag, den 2. Januar 1913, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale der Ludwigshalle, Obergaſſe dahier, öffent=
lich
meiſtbietend folgende Pfänder:
1 Büfett, 3 Diwans, 5 Kleiderſchränke, 2 Sofas, 4 Bilder,
1 Anrichte, 3 Vertikos, 2 Waſchkommoden, 2 Kommoden,
1. Tiſch, 2 Nähmaſchinen, 2 Landauer, 1 Damenkleid, ver=
ſchiedene
Schmuckſtücke u. a. m.
(26700
Wedel, Großh. Gerichtsvollzieher
Bleichſtraße 28.

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event. zurück.

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durchaus ſich. Exiſt., w. m. verm.
geb. Fräul. n. u. 20 J. u. tücht. i.
Haush. z. ſpät. Heirat bek. z. w.
Strenge Diskret. zugeſ. Anonym.
ſow. Verm. verbeten. Nur reelle,
ernſtgemeinte Offerten mit Photo=
graphie
unter R 86 an die Expe=
dition
d. Bl. erbeten.
(*15110
wünſcht
Heirat Kaufmann,
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Dame in der Stadt oder auf dem
Land. Nichtanonyme Offerten u.
R 17 an die Exped. (*14901soi
beirdt.
ganz diskret und ſtreng reell, nur
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Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Nummer 307.

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Au pair

Pon Frau Marie Luiſe Becker=Paris.)
Jahr für Jahr wächſt das Heer der deutſchen
Mädchen ſtärker an, die nach Paris gehen, um ſich in
der Sprache zu vervollkommnen, und die blonden Gret=

chen aus Deuſchland nehmen einen großen Mlatz ein in
der dienenden Bevölkerung von Paris. Jawohl, in
der dienenden. Denn ein Mädchen, das von ſeiner Fa=
milie
fort um einen Broterwerb in eine Stellung geht, iſt
in Paris geſellſchaftlich deklaſſiert. Beſonders, wenn es
in die Familie eintritt.
Es iſt nun in Deutſchland die Annahme verbreitet,
daß es das bequemſte Mittel ſei, deutſche junge Damen in
Paris ſtudieren oder ſich vervollkommnen zu laſſen,
indem man ſie in eine Familie au pair, das heißt
ohne Gehalt, gibt. Das erſpart den Eltern ſelbſt die Un=
terhaltungskoſten
und gibt ihnen ſcheinbar die Sicherheit,
die Tochter gut aufgehoben und gut behandelt zu wiſſen.
Das verfluchte veraltete Sparſyſtem bei der Erziehung
von Mädchen ſpielt bei dieſem leichtſinnigen Treiben der
Eltern die Hauptrolle. Für einen Sohn, der dieſe oder
jene Karriere ergreift, muß das da ſein und muß das zur
Verfügung ſtehen, was er braucht, das Mädchen da=
gegen
muß ſich einrichten. Man gibt ihm das Reiſegeld
und vielleicht noch ein paar 100 Mark; bis es eine Stelle
hat, hat es zu leben. Aber es müßte eben gerade Geld
haben, wenn es eine Stelle hat. Seine paar 100 Mark
verrinnen in dem teuren Paris wie Butter in der Sonne.
Die Stellen ſind auch nicht immer ſo da, wie man will.
Im Sommer, bis tief in den Herbſt hinein, iſt tote Zeit,
auch auf Stunden iſt bis in den Januar hinein nicht zu
rechnen. Bekommt das Mädchen ſchließlich eine au pair-
Stellung, ſo zeigt man ihm ein hübſches Zimmer und
ſichert ihm für ſeine Studien und andere Unterrichtsſtun=
den
freie Zeit zu. Das Leben iſt teuer in Paris, da wird
die freie Wohnung, das Eſſen und Trinken ungeheuer be=
wertet
. Wenigſtens den Ausländerinnen gegenüber. Eine
Franzöſin würde nie eine au pair=Stelle annehmen oder
dort etwas tun. Jede Franzöſin läßt ſich ihre Arbeit,
wie immer ſie ſei, ſo hoch wie möglich bezahlen und blickt
verächtlich auf die Deutſche, die ohne Lohn arbeitet. Denn
arbeiten muß ſie! Au pair iſt ein weiter Begriff, und
in Bürgerfamilien, in denen es einigermaßen knapp her=
geht
, ſpart man am Eſſen, um den Aufwand nach außen
und die Mitgift der Töchter zu beſtreiten. Familien in
guten, ſoliden Verhältniſſen nehmen keine au pair-Stützen,
ſondern gut bezahlte Kräfte. Und es gibt natürlich in
Paris eine Reihe ſehr guter Stellen, obgleich das junge
deutſche Mädchen faſt nie Familienanſchluß im deutſchen
Sinne findet. Die franzöſiſche Familie iſt ſo ſtreng in
ſich geſchloſſen, daß jede Fremde nur immer die Angeſtellte
bleibt, und alle Sentimentalitäten dort unangebracht ſind.
Aber gerade die Familien, die ſparen wollen, deren
Geld nicht für den Aufwand reicht, den ſie machen, die
nehmen die Ausländerin, das au pair=Fräulein. Wenn
es ein bis zwei Wochen da iſt und ſich wohl und geborgen
fühlt, wird zufällig das Dienſtmädchen entlaſſen und
das Fräulein muß vorübergehend alle Arbeiten tun.
Dabei bleibt es denn, wenn das junge Mädchen nicht die
Mittel hat, fortzugehen, oder mit einer Kündigung zu
drohen. Die geprüfte Erzieherin hat Teller zu waſchen,
Zimmer zu reinigen, Stiefel zu putzen, und man hält ſie
im Schach damit, daß man ihr droht, keine Empfehlunge
zu geben. Denn die Empfehlung iſt in Paris alles, das
deutſche Zeugnis nichts. Auch ihr Zimmer muß ſie einer
durchreiſenden Tante oder einem heimkehrenden Sohne
geben, und oben in den 6. Stock ziehen, wo die Dienſt=
mädchen
des Hauſes mit ihren Liebhabern nächtliche
Orgien feiern. Dienſtmädchen ſind ſehr teuer in Paris
und ſtellen große Anſprüche. Da iſt das deutſche Fräulein
viel billiger; es muß mit allem zufrieden ſein, was man

ihm gömt und kann außerden noch als Geſelſchafterin
die Tochter begleiten. Denn kein heiratsfähiges junges
Mädchen, ſelbſt der mittleren Bürgerfamilien, geht in
Paris ohne Begleitung aus. Dann aber iſt das deutſche
Mädchen in einem neuen Konflikt: es ſoll die Tochter be=
hüten
, und die Tochter hat ihre kleinen Geheimniſſe und
Rendezvous und wird viel eher die Lehrmeiſterin des
deutſchen Gretchens. Die Heime tun, was ſie können,
aber das meiſte erfahren ſie gar nicht, und die Spur von
Tauſenden verliert ſich in den Tiefen von Paris. Wie
manche findet ſich nicht mehr nach Deutſchland heim,
wie manche kehrt heim mit gebrochenen Flügeln, und
wie manches Kind einer deutſchen, hilfloſen jungen Mut=
ter
wird in der Aſfiſtenee publiguet erzogen!
Das deutſche Mädchen iſt eine ſehr leichte Beute für
die Verführung, die ſich hier in ſo feurige Worte und ſo
flammende Geſten kleidet! Täglich bröckelt das Leben um
es her, das andere Moralgeſetze hat, mehr ab von den
deutſchen Grundſätzen, mit denen es herkam, und keine
Mutter wacht über der jungen Seele ihres Kindes. Viel=
leicht
ſitzt daheim eine Stiefmutter oder ein Stiefvater, die
ihm das Heim entfremden und die Hilfe verſagen (ich
kenne ein ſolches tapferes braves Mädel, das ſich zutot
arbeitet, während ſein Vater als reicher Hausbeſitzer da=
heim
auf dem Geldſack ſitzt); vielleicht iſt es ein Vormund,
der nicht nachdenkt. Oft genug aber iſt es einfach eine
ſimple Gedankenloſigkeit der Eltern, die nicht erkennen,
daß ſie ihr Kind in fremden Familien fremden Sitten und
Einflüſſen ausſetzen, für deren Verſuchungen ſie nicht er=
zogen
ſind. Alle unſere Köchinnen waren deutſche Advo=
katentöchter
ſagte mir einmal ein ziemlich herabgekom=
mener
Pariſer, dem ich gewiß mein Kind nicht anvertraut
hätte. Wer ſeine Tochter zu Studienzwecken nach Paris
ſchickt, ſoll ſehr überlegen, ob ſie auch energiſch, willens=
ſtark
und konzentriert genug iſt, um allen Verſuchungen
dort, die die lururiöſe Weltſtadt, das entnervende Klima,
die andere Lebensauffaſſung, die anderen Sitten ihr bie=
ten
, gewachſen iſt. Denn ſehr, ſehr viele liebe, brave =
dels
verfallen dort in einen eigentümlichen hyſteriſchen
Rauſch, der ſie ganz gefangen nimmt und ſie beſinnungs=
los
macht. Eltern ſollen ſich klar machen, daß ihre Tochter
auch in ihrem Hauſe einige Tauſend Mark zum Leben
brauchen würde und ſollen das Geld für ſie auf einer
Pariſer Bank deponieren, ſo daß ſie heimreiſen kann,
wenn ſie merkt, daß Paris ihr über den Kopf wächſt; und
daß ſie aus einem Hauſe ſich entfernen kann, wenn ſie
merkt, daß dort ihre Rechte nicht gewahrt werden, oder ihr
Ruf und ihre Tugend in Gefahr geraten. Die Bank kann
die Eltern von jeder abgehobenen Summe benachrichti=
gen
, und ſo bleibt die Kontrolle über das Leben ihres
Kindes. Und nur mit einer ſolchen geſunden Grundlage
iſt die Exiſtenz des deutſchen jungen Mädchens in Paris
möglich.
Das Generalkonſulat, das dem ungeheueren
und übermäßigen Zuſtrom der jungen deutſchen Mädchen
mit ſeinem Zirkular zu ſteuern ſucht, hat abſolut recht; die
Tatkraft, die Liebenswürdigkeit und Gefälligkeit, die
Poeſie und Zärtlichkeit der deutſchen Erziehung und Kin=
derſtube
ſind in Frankreich ſehr geſchätzt, viel mehr, als
man zugeben will. Das deutſche Kinderfräulein iſt ein
Beſtandteil des Pariſer Lebens geworden. Aber ſo, wie
ihre Exiſtenzen heute ſind, iſt alles das verſchwendet, aus
Mangel an wirtſchaftlichen Hilfsmitteln aus bitterer
Not verſchleudert , was auch für ſie ein weſentlicher
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Nummer 307.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Seite 15.

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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Nummer 507.

Seite 16.

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Kurz vor Beginn des Balkankrieges wurden zwei
Schweſtern des Alice=Frauenvereins vom
Roten Kreuz auf Veranlaſſung und auf Koſten
Ihrer Großh. Hoheit der Frau Prinzeſſin Ludwig von
Battenberg zur Hilfe ihrer Tochter der Prinzeſſin
Andreas von Griechenland nach Athen geſandt.
Die Prinzeſſin hatte in Lariſſa, alſo an der türkiſchen
Grenze, ein Lazarett mit erſtklaſſigem Operationszimmer
eingerichtet, wo unſere Schweſtern mit griechiſchen Aerz=
ten
und Damen arbeiten ſollten. Schon nach dem erſten
Gefecht bei Elaſſona erkannte die Prinzeſſin die Schwie=
rigkeiten
und großen Leiden, die der lange Transport
über das Gebirge den Verwundeten verurſachte, und die
Unmöglichkeit, Schwerverwundete überhaupt dorthin zu
bringen. Sofort machte ſie ſich auf, um in Elaſſona ein
Haus zu finden, das ſich als Lazarett eignen würde. In
Begleitung der Gemahlin des Präfekten von Lariſſa, einer
Alicepflegerin und zweier Aerzte fuhr ſie im Auto auf
ſchwer fahrbaren Wegen, unter Unannehmlichkeiten man=
cher
Art, nach Elaſſona. Die übrigen Damen und Pfle=
gerinnen
ſollten mit der ganzen Einrichtung nachkommen,
denn man glaubte einige Tage Zeit zu haben, ehe die
nächſte Schlacht beginnen würde. Wie groß war der
Prinzeſſin und ihrer Begleitung Schrecken, als ſie, in
Elaſſona ankommend erfuhren, daß eine ſchwere
Schlacht im Gange ſei. Sofort entſchloſſen, wurde ein
großes Schulgebäude mit Betten und Matratzen belegt;
dieſe fanden ſich in den verlaſſenen Häuſern der Türken.
Für 120 Lagerſtätten konnte geſorgt werden, aber es fehlte
am Nötigſten. Die übrigen Pflegerinnen mit den not=
wendigſten
Hilfsmitteln konnten vor dem nächſten Tage
nicht ankommen, ſo ſehr auch telephoniſch ihr Aufbruch
beſchlennigt wurde. Um 6.30 Uhr, mit Anbruch der Nacht,
hörte die Schlacht auf, und um 8.30 Uhr erſchien der Arzt
der Prinzeſſin mit den erſten Verwundeten in Autos.
Ohne Aufhören folgten ſich nun die Verwundeten= Trans=
porte
bis tief in die Nacht hinein. Das Haus war bald
überfüllt. Kopf an Kopf lagen die Verwundeten, zum
Teil auf dem Boden. Es fehlte an Nahrung und Stärk=
ung
für die vom Regen durchnäßten, oft in entſetzlicher
Weiſe verſtümmelten armen Soldaten. Die ſchwerſten
Operationen mußten beim Licht einer kleinen Lampe zwi=
ſchen
Sterbenden und Kranken vorgenommen werden.
Und um allen dieſen die erſte Hilfe angedeihen zu laſſen,
waren, außer den Aerzten, nur die Prinzeſſin, Madame
Argyropolou und Schweſter Margaretha da. Am nächſten
Vormittag trafen die übrigen Pflegerinnen ein; nun
wurde es etwas beſſer. Ein anderes Haus wurde für das
Lazarett und Operationszimmer eingerichtet. An Nahr=
ung
gebrach es noch immer, und alle hatten die Hände voll
zu tun. Während dreier Tage und Nächte hatten die
Prinzeſſin und Pflegerinen nur eine trockene Brotkruſte
und täglich ein kleines Täßchen türkiſchen Kaffee zu ſich
genommen. Zum Schlafen fanden ſie nur ſelten eine
Stunde Zeit. Die Verwundetenzahl vermehrte ſich in die=
ſen
Tagen auf 800900; doch beſſerte ſich nun auch von
Tag zu Tag ihre Lage, dank der Hilfe und Umſicht aller
Beleiliaten. Die Prinzeſſin konnte denn auch bald mit
einem Teil der Pflegerinnen dem Ruf des Kronprinzen
folgen, um in anderen Orten in der Nähe des Kriegs=

ſchaupſlaßes Lazareile zur Auſfnahme Verwundeter vor=
zubereiten
. Den letzten Nachrichten zufolge befindet ſie
ſich zur Zeit in Saloniki, wo jetzt viel Hilfe vom Roten
Kreuz eingetroffen iſt. Aber welches Elend hatten die
tapferen Helferinnen nicht alles geſehen. Ein ergreifen=
des
Bild davon geben uns einzelne Stellen aus einem
Brief einer unſerer heſſiſchen Alicepfle=
gerinnen
, den wir hier folgen laſſen:
Elaſſona, 18. November 1912.
Wir ſind ſeit dem 23. Oktober hier und haben den
Krieg nach jeder Richtung hin ſchon kennen gelernt. Wir
haben in den erſten Tagen gehungert, gedurſtet, gefroren,
kein rechtes Obdach gehabt und mit den Soldaten aus
einem Topf gegeſſen, aber den Mut nicht ſinken laſſen.
Wir bilden uns immer mehr zu echten Soldaten aus.
Prinzeſſin Andreas gibt uns das beſte Beiſpiel. Hier
half die Prinzeſſin bis in die Nacht hinein das Feldlaza=
rett
herrichten. Wir erhielten Befehl, uns für den näch=
ſten
Morgen reiſefertig zu halten, das Lazarett in Lariſſa
vollſtändig abzubrechen. Es war eine Heidenarbeit: Ma=
tratzen
, Decken und Kiſſen einzunähen, Wäſche, Geſchirr,
den ganzen Operationsſaal uſw. zu packen. Beinahe
waren wir fertig, da telephonierte die Prinzeſſin von
Elaſſona um 7 Uhr abends: Sofort abreiſen und nur
das Nötige mitbringen; die Not iſt groß. Haſtig packten
wir wieder um und fuhren nachts 1 Uhr in zehn Autos
ab. Das Perſonal blieb da, um den nächſten Tag nachzu=
kommen
. Ich werde die Fahrt im Leben nie vergeſſen.
Die vier griechiſchen Damen, zwei Offiziere und ich waren
beladen wie Packeſel. Ich hatte einige Pfund Inſtru=
mente
auf dem Schoß, zu Füßen meine Taſche, an beiden
Armen Bündel mit Patiententaſſen baumeln Dieſe türkiſche
Fahrſtraße iſt haarſträubend; bald ſtand das Auto auf
dem Kopf, bald ſtak es im Sumpf und mußte losgehackt
werden, wir mußten inzwiſchen ausſteigen und im
Sumpf waten , bald platzte da ein Rad, bald dort Als
es Tag wurde, war die Fahrt noch greulicher, nun kamen
zu der ſchmalen Fahrſtraße, die außerdem noch voller
Militär, Wagen und Pferde wimmelte, zu beiden Seiten
tiefe Felſenſchluchten. Sobald das Auto eine Ecke nehmen
mußte, machte jedes im Stillen ſein Teſtament. Um ½12
Uhr ſahen wir Elaſſona liegen. Die Offiziere ſchrien
ein griechiſches Hurra: Der Ort liegt ſchön, aber Schmutz,
wo man hinſieht. Die Türken ſind alle geflohen.
Unſer Hoſpital ſchlugen wir im Haus des reichſten
Türken auf; deſſen Haus zeichnet ſich durch Oelanſtrich
aus, während in den anderen Häuſern die Wände nur
übertüncht ſind, aber ſchmutzig in jeder Fuge. Im ganzen
Deutſchen Reiche findet man nicht ſolchen Schmutz; er
wächſt hier.
Nachdem einiges geordnet war, ſchickte mich die Prin=
zeſſin
nach dem Militärlazarett, um Schweſter Marga=
retha
abzulöſen. Ich fand ſie in einem mächtigen Saale
als ſpendende Fee inmitten unzähliger wild und ſtruppig
ausſehender Soldaten; ſie waren leicht verwundet. In
den oberen Stockwerken befanden ſich noch ungefähr 150
Mann, die zum Teil ſehr ſchwer verwundet waren und
von Frauen, aber ſchlecht, verſorgt wurden. Ich mußte
den ganzen Tag beim Verbinden helfen. Zum Glück ſpra=
chen
zwei Aerzte Deutſch, und ich fand mich raſch hinein.
Abends mußte ich Nachtwache nehmen, hatte zum Ver=
ſtändigen
der Kranken zwei Frauen und einen deutſchen
Arzt. Ich kam mir vor, als wandere ich in einem unend=
lichen
Zigeunerlager Die Soldaten lagen Kopf, an Kopf
auf dem Boden, auf Matratzen, Teppichen oder Bahren;
leicht Verwundete auch nur auf ihrem Torniſter. Keine
Spalte zum Durchgehen, man muß über ſie hinweggehen.
In ſieben Sälen waren es ungefähr 230 Kranke, ein end=
loſer
Wirrwarr. Es war eine ſchaurige Nachtwache, einige
ſtarben, Schwerfiebernde fand ich über den Toten liegen.
Viele riſſen ſich die Verbände ab und bluteten. Als die
Schweſter M. am folgenden Tag kam, ging ich auf Wunſch
der Prinzeſſin in unſer Feldlazarett im türkiſchen Haus
zu den griechiſchen Damen. Hier bot ſich ebenfalls ein
trauriges Bild. Der große Hof lag und ſaß ſchon voller
Verwundeter. Die Arbeit war mächtig, es war noch kein
Perſonal da, kein Menſch, der kochte. Die griechiſchen
Damen kochten Tee, und die Armee beſorgte zweimal Reis
am Tage. Schweſter Margarethe kam nach ein paar Tagen
auch zu uns, da im Militär=Lazarett Pariſer Damen
(Griechen) angekommen waren. Inzwiſchen war die
Prinzeſſin nach Kozani abgereiſt. Wir hätten ſchwere
Tage. Unendlicher Schmutz, überall, jede Arbeit mit der
größten Schwierigkeit verknüpft; dazu die Sprach=
unkenntnis
.
Jetzt kenne ich mich doch ſchon einigermaßen gut aus.
Auch habe ich ſchon Eroberungen gemacht: einige Kranke
wollen nur von der italieniſchen Dame gefüttert oder ge=
legt
ſein. Daß ich eine Deutſche bin, kapieren ſie ſchlecht,
ich muß unbedingt italieniſch ſein. Unſer Hoſpital beſteht
aus zwei Etagen. In der unteren befindet ſich der Ope=
rationsraum
, zwei Krankenräume, eine Vorratskammer,
ein Zimmer als Bureau, Eßzimmer und Empfangszim=
mer
für Ofiziere und ein großer Hausflur, wo auch dau=
ernd
leichtere Fälle liegen, alle auf dem Boden auf Tep=
pichen
liegend, Kopf an Kopf, nur mitten eine ſchmale
Gaſſe zum Transport laſſend. In der zweiten Etage be=
findet
ſich ebenfalls eine große Diele, auch mit am Boden
liegenden Kranken angefüllt, darunter ſchon ſchwere Fälle,

für die Matraßen da ſind. Außerden ſind dier Kranten=
fäle
oben. Zurzeit haben wir oben 43 Fälle, unten 18
Mann, und in einem Hauſe nebenan noch ungefähr 20
Mann. Dieſe ſind bald geſund, kommen nur zum Ver=
binden
herüber und zum Eſſen, bei gutem Wetter. Dann
werden ſie im Hof abgeſpeiſt. Die Zahl der Aufnahmen
ſchwankt gewöhnlich zwiſchen 60 und 80 Perſonen. Der
Transport der Verwundeten iſt ein gar trauriges Bild.
Am ſchlimmſten ſind die Kopf= und Bauchſchüſſe. An
Gehirnentzündung und Bauchfellentzündung gehen ſie
elend zugrunde. Die Pflege iſt ſchwer, da die Leute nicht
auf ihren Betten bleiben wollen. In den Krankenſälen
ſind Betten in Form von zwei Böcken mit Brettern über=
deckt
, darauf Matratzen. Unruhige Patienten ſind nicht
darauf feſtzuhalten. Zurzeit ſind zwei Tetanuſſe da, die
Anfälle ſind ſchrecklich. Die anderen Kranken haben zer=
ſchmetterte
Arme, Beine, Hände oder Lungen, häufig auch
Blaſenſchüſſe. Die Operationen und das Herausnehmen
der verſchiedenen Geſchoſſe ſind ſehr intereſſant; ich habe
jetzt ſchon eine ganze Menge geſehen. Der Transport der
Verwundeten geſchieht in Autos, auf Karren oder auf
Maultieren. Geſtern kamen drei Bauchſchüſſe mit Bauch=
fellentzündung
, die 48 Stunden ſchon auf dem Karren
transportiert wurden; ſie werden ſterben. Neben ihren
zerſchmetterten Gliedern haben viele auch noch Lungen=
entzündung
. Krieg iſt doch das größte Unglück. Alle die
Hunderte von Menſchen, die unſer Lazarett aufſuchen, ſind
meiſt kräftige, ſchöne Menſchen, und nun mit einem Schlag
Krüppel. Man ſieht nur wenige verbitterte Geſichter:
die meiſten tragen ihr Geſchick mit großer Gelaſſenheit.
Einige Stunden nach der Operation ſitzt ſchon eine Ziga=
rette
in den Fingern, wenn noch welche da ſind; kommt.
die neue Zeitung, dann blitzen alle Geſichter, ſchon vorher
liegt der Lepta für den Zeitungsjungen bereit. Einen
Lieblingspatienten habe ich; deſſen Kopf iſt geſchient, ein
Arm vom Gehirn aus gelähmt, der andere Arm ampu=
tiert
, beide Beine zertrümmert und hängen bloß am Kör=
per
; der Mann ſitzt im Bett wie eine Holzpuppe, ſchielt
auch noch, aber der Mund redet dauernd begeiſtert von
ſeinem Vaterlande. Der Mann wird leben bleiben, er hat
einen geſegneten Appetit. Vor 14 Tagen waren der
König und die Königin da, letztere zeichnete uns durch
längere Anſprachen aus. Sie iſt eine ſehr liebe Mon=
archin
, ſie teilte an die Kranken Zigaretten und Geld aus.
Das Küchenperſonal beſteht jetzt aus einem Koch, der
ſehr gut kocht, zwei Mädchen und Soldaten, die helfen.
Die Mahlzeiten der Patienten ſind einigermaßen pünkt=
lich
und reichlich. Ich eſſe mit den griechiſchen Damen und
zwei Aerzten, d. h. zu Mittag und Abend. Im übrigen
geht man zum Koch und läßt ſich etwas geben. Das Eſſen
iſt ſehr gut, nur unregelmäßig; dies hängt von den Ope=
rationen
und Transporten ab. In die Pflege der Pa=
tienten
teile ich mich mit der griechiſchen Wärterin, dem
Wärter und einem Soldaten; zwei Damen helfen verſtän=
digen
. Sie meinen es alle gut mit mir. Der Chefarzt iſt
ſehr nett, vor allem ein tüchtiger Arzt; er rettet vielen
Menſchen das Leben, immer unermüdlich und dabei ſtets
freundlich; die Kranken verehren ihn alle Er ſpricht bei
der Viſite viel Deutſch, um es mir leichter zu machen. An
eine gründliche Reinigung der Kranken iſt noch nicht zu
denken, es ſind noch zu viel. Ich habe jeden dritten und
vierten Tag Nachtdienſt mit einem Soldaten, die anderen
zwei Tage nimmt die griechiſche Wärterin mit dem Wär=
ter
Die ganze Beſatzung ſchläft in der Nähe des Hoſpi=
tals
in einem leeren türkiſchen Haus, doch herrſcht großer
Platzmangel.
In anderthalb Stunden muß ich wieder ins Lazarett.
Auch iſt mein Schreibtiſch ſehr primitiv. Ich ſitze auf
Schweſter Margarethas Koffer, und meinen Koffer habe
ich zum Schreiben umgeſtülpt Nach Saloniki werden wir
vorläuſig nicht gehen: der Ehefarzt wünſcht noch einige
Kranke unter ſeinen Augen zu haben, auch kommen noch
täglich ſchwere Fälle. Verbandmaterial iſt in Hülle und
Fülle da. Alle reichen Griechen liefern hierher Geſtern
kamen ſieben Kiſten aus Frankreich, alles gutes Materjal.
Viel ſtiften die hieſigen Damen, ſie ſind ſehr reich. Ich
freute mich, wenn es nach Saloniki ginge; vielleicht wäre
es dort ſauberer, und ich hätte Schweſter Margaretha. Im
anderen Falle tun mir auch die Kranken wieder leid, die
dann alle nach Lariſſa transportiert werden müßten.
Denken Sie, geſtern ſchickten wir 14 Soldaten, faſt geſund,
nach Lariſſa ab; auf der ſchrecklichen Fahrſtraße fiel das
Auto um und alle kamen, zum Teil ſchwer verletzt, wieder
zurück. Die Wäſchevorrichtungen ſind hier ſcheußlich; ich
halte täglich Wäſche in der Waſchſchüſſel und trockne auf
einem= Baum vor meinem Fenſter. Geſtern kam, eine
Athener Kriegsdame von Saloniki und erzählte mir, daß
Schweſter Margaretha wohl ausſehe.

Städtiſches Hallenſchwimmbad, Mühlſtraße
Nr. 33 (geöffnet an Werktagen von 8 Uhr vormittags
bis 8 Uhr abends, Samstags bis 8½ Uhr, Sonn= und
Feiertags von 812½ Uhr).
Unentgeltliche ärztliche Beratungsſtelle
für Säuglingspflege. Heinheimerſtraße 21.
Sprechſtunden: Montags und Donnerstags ½2½3 Uhr,
Dienstags und Freitags 46 Uhr. Ludwigshöh=
ſtraße
4: Dienstags und Freitags ½2½3 Uhr.

Es liegt klar auf der Hand

Ersend
gögen Nachnehme.

(24514a

Jedes Paar
Darmstadt, Schulstrasse 5.

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

5%%%%

Unseren werten Gästen, Freunden
und Bekannten
zum Jahreswechsel
ein herzliches
Prosit Neujanr:
(26525
Familien Wagner
Brauerei Zum goldenen Anker‟.

Meiner werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten
die besten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
Jakob König u. Frau
Buchbinderei Einrahmungs-Geschäft
Elisabethenstrasse 30. (26527
SassaasasessesagggseseseGeéeeee

XXZXZXZXZXZKZäZ
Meinen werten Gäſten, Freunden und
Bekannten
(26528
dieherzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahre!
Familie Keller
Restaurant Brauerei zum Hessischen Hof‟

Herzlichen Glückwunſch
zum Jahreswechſel!
J. G. Jacob junior u. Frau,
geb. Mahr,
Darmſtadt, Holzſtraße 11.
(26526

Soasaott
Meiner verehrten Kundschaft, sowie
Freunden und Gönnern, wünscht auf
diesem Wege ein
fröhliches neues Jahr!
Kaufmann
Wilhelm Didzuhn und Frau
Kranichsteinerstrasse 7. (26602

Unſerer werten Kundſchaft, allen Ver=
wandten
, Freunden und Bekannten einen
herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahr!
Philipp Ewald u. Frau
Bäckermeister, Soderstrasse 47.
(26601

Unſeren werten Gäſten, geehrter Nachbar=
§ſchaft, Verwandten, Freunden u. Bekannten die
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahre!
Familie Wilhelm Nagel
Restauration Zum Reichsadler‟
Mauerſtraße 34.
(266036

Die besten Glückwünsche
zum neuen Jahre
ſenden wir auf dieſem Wege unſeren werten
Kunden, Verwandten und Bekannten (26599
Jean Oberle und Frau
Schweinemetzger.

Le
Unſeren werten Gäſten, Freunden, Be=
kannten
und Nachbarn
zum Jahreswechſel ein herzliches

Familie Georg Diehl
Restaurant Zur Burgschenke‟
Mathildenplatz 18.
Me

[ ][  ][ ]

Nummer 307.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.
Seite 19.
Snspapsgan-seusdgssdsansnn-endshngHOdO
Unseren werten Gäſten, Freunden und Bekannten
ein herzliches Prosit Neujahr!
(26513
P. Tiſchler & Frau Schloß=Café.

nnnnannnnannannaunnnunnannunann
unaannnaasunnanmaunnunuannnanahg
Unseren werten Kunden, Freunden
und Bekannten
herzliche Glück-
und Segenswünsche
zum neuen Jahr!

Philipp Hess und Familie
Konfektionshaus
Schillerplatz 5.

Die besten Wünsche
zum neuen Jahre!
Darmstädter Tapeten-Industrie
Christian Schepp
Tapetendruckwalzenfabrik, Tapetenhandlung.
(26554

H
1.7

Allen unseren werten Gästen, Freunden
und Bekannten
ein herzlich
Prosit Neujahr!
Familie Carl Wagner
Restauration Zur Reichspost‟
Grafenstrasse 8.
(26563 à

Sagesesssgeseee

25
Unserer geehrten Kundschaft, sowie
nn
(26556 5
Freunden und Bekannten
die besten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!

Karl Schneider und Familie
Firma: J. H. Reuter
25
Rolladenfabrik und Bauschreinerei. 2

Herzlichen Glückwunsch
zum Jahreswechsel

senden

Wilhelm Deuster und Frau

Marktstrasse.

Meiner werten Kundschaft ein (26557
glückliches neues Jahr!
Jul. Hohenhoff, Konditor.

Merene e
Unseren werten Gästen, Vereinen, sowie
Nachbarschaft, Freunden und Bekannten
ein herzliches
Prosit Neujahr!
Franz Rieger und Frau
Restauration zur Krone
Schustergasse 18.
(265629
M
In
Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten
die beſten Wünſche
zum Jahreswechsel!

5 Heinrich Rossmann und Frau
Kolonialwarenhandlung
Ecke Inſel= und Roßdörferſtraße. (26555

Unseren werten Gästen, Freunden,
Nachbarschaft und Bekannten (26560
ein herzliches
Prosit Neujahr!
Josef Stocker u. Frau
Restaurant Zur Sonne‟

Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
Bekamnten
(26520
herzlichen Glückwunsch
zum Jahreswechsel!
Georg Dintelmann u. Frau
Schweinemetzgerei
Kleine Ochſengaſſe 2.

N

enee eennnenen

Unſeren werten Kunden, Freunden und
Bekannten ſenden
herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahr!

Karl Illert u. Familie
Wendelſtadtſtraße 20. (26518
L

Die beſten Glückwünſche
zum Jahreswechſel!
Adolf u. Minna Dingeldein
gewerbsmäßige Stellenvermittlung
Darmſtadt, Eliſabethenſtr. 5, 2. Stock
Telephon 531.
(26516

Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten die beſten
(26519

zum neuen Jahre!
Glückwün
Konrad Koch u. Frau
Zigarren-Geschäft, Markt 3.

Hee
Seesess 26543
Die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel! In Leonhard Kaisers Biergrosshandlung und Mineralwasserfabrik Lothar Voltz u. Karl Repp- 6 AeOS Inma!
Iig

Die herzlichsten Glückwünsche
zum Jahreswechſel!

(26559

Gebrüder Nover
Hof-Weissbinder, Maler und Stukkateure.

Allen Stammgästen, Gönnern, Freunden
und Bekannten ein herzliches
Proſit Neujahr

26521)

Jakob Lotz u. Kinder
Zum Roten Löwen‟.

eseseesegesoesseseseseessgesese
Meiner werten Kundſchaft
(26522
die herzlichsten Glückwünsche
zum Jahreswechſel!
J. Awerbuch

Mineralwasserfabrik und Eisgroßhandtung
47 Wendelstadtstraße 47.

Meinen werten Kunden, Nachbarn,
Verwandten, Freunden und Bekannten
die besten Wünsche
zum neuen Jahr!

26523)

J. Teicher
Ochsengasse.

Ze
Unseren werten Gästen, Freunden
und Bekannten
(26524
ein herzliches
Prosit Neujahr!
Familie Georg Christ
Kaisersaal-Fürstensaal.

[ ][  ][ ]

Keiles Zigarettenfabrik
Hoflieferant Wiesbaden

(26530
gratuliert
allen hochgeehrten Kunden und Gönnern herzlich
zum neuen Jahr!

H. Heberer II. u. Familie
Apfelweinkelterei, Messel.

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Nummer 307.

e
Unſeren werten Gäſten, Freunden und
Bekannten

die herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahre!
Restaurant Bavaria
Adalbert Eppler u. Familie
Grafenstr. 21 (26597) Grafenstr. 21.

Meiner werten Kundſchaft, Verwandten
und Bekannten ꝛc. hiermit einen (B26630
Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahre!

Familie Heinrich Bucher
Schuhmachermeister und Gamaschenfabrikation.
Ine
Seeesl
Sless
I

se S

Unſerer werten Kundſchaft, Verwandten
und Bekannten die
(26600
herzlichſten Glückwünſche
zum neuen Jahre!
Franz Wenz und Frau
Spenglerei u. Installations-Geschäft
Soderstrasse 49. Telephon 110.

Meiner werten Kundſchaft, Freunden
und Bekannten
Herzliche
Glückwünsche
zum neuen Jahr!

Se
Unſeren werten Gäſten, Freunden und
Bekannten
(B26626
ein herzliches
Prostr Neujanr!
Familie Ludwig Bill
Bessunger Hof‟.

Allen Freunden und Bekannten
ein herzliches
Prosir Neujahr!
ℳX H. Körber u. Frau

Kantinenpächter. (26585


N
NEESNN
Zum Jahreswechſel
meiner werten Kundschaft, sowie Freunden u. Bekannten
die beſten Wünſche!
Heinrich Schindel
Kolonialwaren und Zigarren
Rheinstrasse 47. (26586

N
Unserer werten Kundschaft gestatten
wir uns zum Jahreswechsel die herz-

lichsten Wünsche zu entbieten. ..
Mur Pfuelzer G. m. b. H.
Kohlen-Handlung, Grafenstrasse 31.
Annahmestellen:
Viktoriastrasse 77, part., Dieburgerstrasse 16, part.
3

Meiner werten Kundſchaft, Verwandten
und Bekannten
Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr!
Georg Appfel u. Frau
Metzgermeiſter
Ecke Obergasse und Schloßgasse.
(2650


Meiner werten Kundſchaft die
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahre!
KLudwig Petri, Milchhändlers
Weiterstadt.
26598

Meiner geehrten Kundschaft,
Verwandten und Bekannten
die besten Wünsche
zum neuen Jahr!
Wilh. Wagner u. Frau
Ochsenmetzger, Mathildenplatz 3.
(26595

Unſeren werten Gäſten, Freunden und allen
Bekannten die
(B26622
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Wilhelm Leyerer u. Familie
Beſſungerſtraße 1.

LGGgegeagsgee
Zum Jahreswechsel

die besten Glückwünsche

unſeren werten Gäſten, Freunden und Be=
(B26623
kannten

Familie Wilh. Preusch
Darmſtadt.
Karlſtraße 104.

Ae
2sgsesgseseseseseseseses
Wein-Restaurant Hilgers
Karlstrasse 58.
Allen Freunden und Gönnern ein kräftiges
Prosit Neujahr!
Familie Hilgers.
B26624)
222
Sesea na ne ni 2ses
sest
2525e
2g ge e

Meiner geehrten Kundschaft, sowie allen
Freunden und Bekannten die
(26534
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Heinrich Bechtold u. Familie
Hofmetzger, Roßdörferstrasse 11/13.

Unſeren werten Gäſten, Bekannten
und Gönnern
(26587
ein fröhliches neues Jahr!
Ph. Meisinger u. Frau
Restaur. Brauerei Erker.

[ ][  ][ ]

4 neuhergerichtete Billards.

Kerzlichen Stückwunsch zum Jafreswechsei
meinen hochgeehrten Cästen, lieben Freunden und Bekannten.
(26589

Intimes Ronzert
Suvester-Abend s Uhr. ab=
einer
gewählten Abteilung des Grossh. Hess. Art.-Regis. Nr. 61 (M. Weber).

Herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahre
wünſcht allen Gäſten, Freunden und Gönnern
Jakob Reitz u. Frau
Fürstenauer Hof‟
Roßdörferstr. 1. (26580

Unſeren werten Kunden, Bekannten und
Verwandten
(B26625
herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahr!
Familie Bäckermeister Hax.
eeee

Meiner werten Kundschaft, Freunden
und Bekannten
(B26627
ein glückliches
Neues Jahr!
Leo Rieger u. Frau
45 Heidelbergerstrasse 45
Kolonialwaren- u. Zigarrengeschäft.

Allen unſeren werten Gäſten, Freunden
und Bekannten wünſchen wir
(26584
ein glückliches
Neues Jahr!
Frau Arheilger Wwe.
Restaurant Germania‟, Elisabethenstr. 26.

S

Meiner werten Kundschaft und
§ Freunden ein
glückliches neues Jahr!
Philipp Wallhäuser u. Frau
Friseur
Telephon 2024 : Wilhelminenstr. 10.
(265334
S
M
Die besten Glückwünsche
zum Jahreswechsel
sendet die
(26515
Ae Niederlage der Gräfl. Görtz schen Brauerei
Vertreter:
Emil Kayser.
E

Meinen werten Gäſten, Freunden und
Bekannten, ſowie einer verehrlichen Nachbar=
ſchaft
wünſcht ein herzliches
(26582
Prosit Neujahr!
Familie Adam Treusch
Heinrichſtraße 104.
Darmſtadt, den 1. Januar 1913.
erstetttt
I
M

zum Jahreswechsel!
Friedrich Schiller
Spenglerei u. Installationsgeschäft
Tannenstraße 7 u. Weinbergstraße 14.
nansang

Unſerer werten Kundſchaft, Freunden
und Verwandten
(B26629
die besten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Familie H. Schüler
Schuhmachermeister.
SeedeSWesthes Semm Geschesesette
S
Unseren werten Kunden, Freunden und
Gönnern übermitteln wir auf diesem Wege die
besten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
Pfungstadt, 30 Dezember 1912. (26535
Exportbrauerei
Justus Hildebrand
Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
Oe

Unserer werten Kundschaft, Freunden
und Bekannten
(26517
Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr!
Brauereizan Hessischen Hof.

Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr (26512
meiner werten Kundschaft, sowie Ver-
wandten
, Freunden und Bekannten.
Darmstadt, den 30. Dezember 1912.
Anton Fischer
Adler-Drogerie‟ Frankfurterstr. 12/14.

[ ][  ][ ]

Seite 22.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Nummer 307.


Sare Restadranr yzar Uper

éé Herzlichen Glückwunsch
zum Jahreswechsel!
Robert Förster und Frau.

I

Meiner werten Kundſchaft, Verwandten,
Freunden, Nachbarn und Bekannten (B26616

S e
Die beſten Glückwünſche
zum neuen Jahre
Ferdinand Rick, Frisenr u. Mutter
Sandbergstrasse 14.

Ihren verehrten Gäſten wünſchen
ein glückliches (*15085
Neues Jahrt
Philipp Rummel und Grau.

35 35 5 35 30 30. 35 65 . 5 S

Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
(B26686
Bekannten
zum Jahreswechſel
Die herzlichſten Glückwünſche
Ph. Loos und Familie
Kunst- und Handelsgärtner.

Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten die
(B26618
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Familie Georg Willenbücher
Schreinermeiſter.

See
Zum Jahreswechsel

die

(26676
herzlichsten Glückwünsche
Familie Georg Härting
Weinhandlung Weinstube.

Besgseggesegesgeeg
Unſerer werten Kundſchaft, Verwandten
und Bekannten die
(B26617
herzlichſten Glückwünſche
zum neuen Jahre!
Familie Franz Schulz
Spenglermeister und Installateur
Karlſtraße 104½.
Telephon 1313.

. . .
Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten ſenden die
(B26612
herzlichsten Glückwünsche

zum neuen Jahr!

Ludwig Wagner und Frau
Schweinemetzgerei
Schießhausſtr. 26.
Telephon 1389.

Unſeren werten Kunden, Freunden und
(B26614
Bekannten die herzlichſten
Glückwünſche
zum neuen Jahr!
Constantin Mess u. Frau
Metzgermeister.
Telephon 1686.
Telephon 1686.

Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
(*15127
Bekannten die

herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahre!
Heinrich Schönberger u. Frau

S
Meiner verehrten Kundſchaft (*15074
die herzlichſten Wünſche
zum Jahreswechſel!
§ K. Kleinschnitz, Soderstr. 70.
EM MEMMM

Restauration Spilger, Bismarckstr. 27
Allen meinen werten Stammgäſten, Freunden
und Bekannten
(*15131
die besten Glückwünsche
zum neuen Jahre!
Philipp Spilger u. Frau.


Internationales Restaurant
zum Landgrafen, Grafenstr. 27.
Unſeren werten Gäſten, ſowie Freunden
und Gönnern
(*15130
ein herzliches
Prosit Neujahr!
§ Gustav Kaufmann und Frau.
1ooo000000

Unseren werten Gästen, Freunden und
Bekannten
(B26610
ein herzliches
Prosit Neujahr!
Friedrich Enes u. Familie
Bessungerstrasse 66.

Unſerer werten Kundſchaft, allen Freunden
und Bekannten
(B26613
die herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahr!
Familie Jakob Schönig
Schreinermeister, Klappacherstr. 78.

So5set
Herzlichen Glückwunsch
zum Jahreswechsel! (26544
Felix Hecker und Familie
Konditorei und Café, Soderstr. 2, am Kapellplatz.

Sssststttstttt.
Unſeren hochgeehrten Kunden, Gönnern,
Freunden und Bekannten wünſchen wir bei
dem Jahreswechſel ein
(B26611
frohes, glückliches
Neujahr!
Heinrich Heimann und Frau
Tapeziermeiſter Beſſungerſtr. 90.


Herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahre!
Familie Fr. Hoth
Martinstr. 101
Restaurant Zur Kraftsruhe‟.

B26615

e

S
Unſerer werten Kundſchaft, ſowie Freunden,
* Verwandten und Bekannten, ſenden die
herzlichſten Glückwünſche
zum Jahreswechſel!
* Familie Philipp Jung
Kalbs= und Schweinemetzgerei

Beſſungerſtraße 4.

Telephon 1139.

B26621
Me ee

Meinen werten Kunden, Freunden und
Gönnern
Herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahre!
Familie W. Schwab
Kohlenhandlung u. Mineralwasserfabr.
Beſſungerſtraße 88.
B26620)

Meiner werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten die
(B26619
herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahre!
Familie Eckhard Bruss
Feine Herrengarderoben nach Mass
Moosbergstrasse 68

Unſeren werten Gäſten, Bekannten und Gönnern
ein fröhliches
neues Jahr!
§ Bernhard Bux und Frau
Restauration Palaisgarten
*15114) Saalbauſtraße 37.
oooooooooood

Wünſche meiner hochwerten Kundſchaft
und Nachbarſchaft ein
frohes Neujahr
Jakob Schellhaas und Frau
Saalbauſtraße 63½.

[ ][  ][ ]

Nummer 307.


Meinen verehrten Nachbarn, Freunden,
Bekannten sowie meinen Stammgästen
ein herzliches
Prosit Neujahr:
Darmstadt, 31. Dezember 1912. (26578
Familie Johannes Heist
Gasthaus Kaiser Friedrich‟
Nieder-Ramstädterstr. 71, Ecke Heinrichstr.
(
In
Insa

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Seite 23.

Unseren werten Gästen, Nachbarn
und Bekannten zum Jahreswechsel
Prosit Neujahr!
Carl Gilberg u. Frau
Restauration Viktoria‟
26730) Viktoriaplatz 12.

Wünsche
meiner werten Kundschaft, sowie Freunden
und Bekannten ein
Prosit Neujahr!
Hermann Hahn und Familie
Immobilien-Agenturen
Spanische Weinhalle, Nieder-Ramstädterstr. 45.
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Meinen Kunden, Freunden u. Bekannten
die besten Wünsche
zum Jahreswechsel!

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H. Schnebele u. Familie
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Prosit Neujahr
allen meinen werten Kunden u. Bekannten
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Allen Freunden und Gönnern, ſowie
unſerer verehrlichen Kundſchaft und Nach=
barſchaft

Viel Glück zum nenen Jahre
Darmſtadt, den 31. Dezember 1912.
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Mauerstraße 25, I. (26577

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Allen meinen werten Kunden, Verwandten
(26537
und Bekannten
zum Jahreswechſel
die herzlichſten Glückwünſche!
L. Grassmann und Familie
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Unſeren werten Gäſten, Kunden, Freunden,

Verwandten und Bekannten wünſchen

ein glückliches
neues Jahr!

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Unſeren werten Gäſten, Freunden und
Bekannten ein
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und Bekannten ein herzliches

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Meiner werten Kundschaft, allen Freunden
und Bekannten die
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herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahre!
Familie Weissgerber
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Allen unseren Gästen, Freunden und
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Bekannten ein
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Georg Hofferbert und Familie
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Unſeren werten Kunden, Nachbarn, Freunden
N und Bekannten
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zum neuen Jahre!
Herm. Klös u. Frau
45 Bleichstrasse 45.
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Meinen werten Kunden, ſowie Freunden
(*15080
und Gönnern ein herzliches
Prosit Neujahr!
H. Lohr, Flaschenbier- u. Mineralwasserdepot
Karlstraße 25.
Tel. 1782.

Unſerer werten Kundſchaft, Freunden und
Bekannten
(26538
Kdie herzlichstenGlückwünsche:
zum Jahreswechsel!
J. Reeg und Familie
Metzgermeister Grafenstrasse.

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Allen werten Kunden, Freunden
K und Bekannten

Herzlichen Glückwunſch
zum neuen Jahre!

X Heinr. Lengfelder
und Familie. (26539

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Prosit Neujahr
& unseren lieben Stammgästen und Vereinen
Burschenschaft Rugla
Stammtisch Familie
Club Starkenburg
W Bund technischer und industrieller Beamten
Fechtklub Cheruskia
Musikfreunde
Theater-Vereinigung
Beese Bube
Verein junger Drogisten
Stenographen-Verein
Zahn-Technlker
Cercle frangals
Schuhmacher-Innung
Radlerklub Conus
wünschen bestens
Carl und Anna Teuschler
Palais-Restaurant.
(*15160

E2

[ ][  ][ ]

Seite 24.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Verehrl. Kundſchaft
Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr!
(*15166
wünſcht
Familie J. Vetter
Ecke Wenck= und Taunusſtraße.

Allen werten Gästen, Freunden und
Bekannten
(26725
ein herzliches
Prosit Neujahr!
Ed. Barth und Frau
Nieder-Ramstadt .. Chausseehaus.


Meiner werten Kundſchaft, Bekannten
(26732
und Nachbarſchaft
Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahr
Eugen Schütz u. Frau
Konditorei und Café.

ersstststtttt
Allen meinen Abonnenten in Weiterſtadt
die herzlichſten (*15150
Glückwünſche
zum neuen Jahre!
Carl Böhm und Familie.

(2i

Meiner sehr geehrten Kundschaft,fsowie
allen Freunden und Bekannten ein (26721
glückliches neues Jahr!
Jean Lotz, Schuhgeschäft,
Saalbaustrasse 38.


Meiner werten Kundschaft, sowie allen
meinen Freunden und Bekannten
ein herzliches
NProsit Neujahr!
Ph. Germann
Karlstrasse 63½.
(B26723 R
H

Mmmssttte
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Die besten Glückwünsch
zum Jahreswechsel!
Familie Michel
zum Pfälzer Hof‟. (26737

Verehrlicher Kundſchaft
herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahre!
Familie Ed. Türtmann
Obst- und Südfrüchte-Handlung
Grafenſtraße 19.
(26716a

Allen meinen Abonnenten in
Jugenheim
Die herzlich. Glückwünsche
zum neuen Jahre!
Peter Keil.

Piten verte leten randten . Ztenen
die besten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
I. Trautmann, Restaurateur
und Familie
Ecke Bismarckstrasse und Landgraf Philipp-
Anlage, am alten Bahnhof. (26734


Unseren werten Gästen, Freunden u. Bekannten
die herzlichsten Glückwünsche
zum neuen Jahre!
Restaurant zum Landgrafen Georg
Georg Fuchs und Familie
Landgraf Georgstrasse 64. (26733

O
Ein herzliches
Proſit Neujahr!
wünſcht ſeiner werten Kundſchaft, Freunden
und Bekannten
(26735
W. Schimpf
Herrenſchneiderei, Traiſa bei Darmſtadt.
Iooooooooood
(o5e
Verehrl. Kundſchaft
Herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahre!
wünſcht
(26540
Familie J. Walther
Obst- und Südfrüchte-Handlung
Ecke Wieners= und Roßdörferſtraße.

Louis Hein und Frau
Hofmetzger.
(26531

Meiner werten Kundſchaft, ſowie unſeren
lieben Freunden und Bekannten die
herzlichsten Glückwünsche
zum Jahreswechsel!
Philipp Maul
Spenglerei und Installation
Eſchollbrückerſtraße 19.

Prosit Neujahr!
Unſeren werten Gäſten, Nachbarn, Freunden
und Bekannten die
herzlichsten Glückwünsche

zum
ſenden

neuen Jahre
Ludwig Poth nebst Frau
Wirtschaft Zur Neuzeit‟
51 Blumenthalstraße 51.

L
Unſeren werten Gäſten, Bekannten und
K Nachbarn die
herzlichſten Glückwünſche
zum neuen Jahr
ſenden
Frau Sommer Wwe.
6713) und Familie Schanz.
M
M
Unseren werten Gästen, Freunden
und Bekannten
(26715
§ Die besten Wünsche
zum neuen Jahre!
Familie Geiss
K Gasthaus zur Stadt Darmstadt.
M

Allen werten Kunden, Mietern, Freunden
und Bekannten
(26541
herzlichen Glückwunsch
zum neuen Jahre!
Ph. Heleine und Frau
Likör= und Selterswaſſerfabrik.

[ ][  ][ ]

Nummer 307.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.
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Grekchens Roman.
Von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)

Leiſe begannen die Schneeflocken zu fallen, weich und
dicht, und kein Laut ſtörte das feierliche Schweigen.
Er blickte ſich um; es kam niemand.
Ach, Margareta, einmal nur laß mich Dich im Arme
halten als mein eigen, daß ich es glauben kann, mein
Glück, dann will ich mich beſcheiden nur gönne mir dieſe
Wonne
Sie wehrte ihm nicht; feſt hielt ſein ſtarker Arm ſie
einen ſeligen Augenblick an ſeine Bruſt gedrückt und heiß
ruhte ſein Mund auf dem ihren dann ließ er ſie frei.
Ich danke Dir, Geliebte! Die Erinnerung an dieſen
Kuß ſoll mir die Zeit des Wartens verſüßen. Denn ich
kann nicht von Deinem Vater verlangen, daß er ſein
höchſtes Kleinod mir, dem fremden Manne, anvertraut!
Er ſoll mich erſt kennen lernen, ehe ich es wagen darf, um
Dich Einzige zu werben! Seine Güte hat mir ja ſein
Haus geöffnet
Glückſelig hörte ſie ihm zu. Sie war wie im Traum,
daß ihre geheimſten Gedanken ſich verwirklicht hatten; ſie
war ſein ach, welche Wonne barg dieſes eine Wort
in ſich!
Ihre Liebe war ſo unbeſchreiblich groß, ſo grenzenlos,
daß ſie ſich ſelbſt davor erſchreckte, wie ein Menſch eine
ſolche Macht über ſie haben konnte, in deſſen Daſein das
ihre ſo vollſtändig aufging!
Sie fühlte, daß ſie an dieſer Liebe zugrunde gehen
könnte, ſo über die Maßen beherrſchte ſie das Befühl für
Ernſt Brand. Sein Arm lag um ihre Taille, und zärtlich
blickte er in ihr ſüßes Geſicht.

Duſheſtuichs, nein dicdt ſcdies nict ucht vom
ich komme?
Wie geheime Angſt bebte es aus ſeiner Stimme
hatte vielleicht gar Claudia verſtanden, den Gatten gegen
ihn einzunehmen, ſo daß dieſer den Beſuch des Künſtlers
nicht mehr gern ſah, was ihm Gretchen zartfühlend ver=
ſchwieg
?
Doch lächelnd ſchüttelte ſie den Kopf.
Komm nur, Geliebter, ſobald als möglich! Ich möchte
gern, daß Papa Dich lieb gewinnt.
Ihr beide verſteht Euch wohl ſehr gut miteinander?
Selten gut! Papa war mein alles ehe Du kamſt,
Ernſt! Jetzt muß er teilen
Er drückte ſie bei dieſem Bekenntnis feſt an ſich. Wie
gern hätte er das geliebte Mädchen geküßt aber er be=
zwang
ſich er wollte ſie nicht erſchrecken, wollte ihr zar=
tes
Empfinden nicht verletzen ſie war ihm das Heiligſte,
Teuerſte auf der Welt und kaum wagte er ſich die Selig=
keit
, ſie dereinſt als ſein Weib zu haben, vorzuſtellen!
Und Deines Vaters Frau?
Eine Wolke flog über Gretchens Stirn, und ihre fei=
nen
Brauen zogen ſich etwas zuſammen.
Sprich jetzt nicht von ihr, Ernſt! Ich mag ſie nicht,
und es tut mir ſo leid um Papas willen, der iie ſo ſehr
liebt. Ich habe ein förmliches Grauen vor ihr, trotzdem
ich mir ſo viel Mühe gebe, meine Antipathie zu unter=
drücken
doch ihre ganze Art iſt mir ſo unſympathiſch!
Er nickte vor ſich hin. Er kannte ſie ja ſo gut, ſie, die
etwas von einer Wildkatze an ſich hatte! Jetzt erſchien ihm
im höchſten Grade unbegreiflich, daß er jenes Weib einſt=
mals
geliebt aber nein, Liebe war das nicht geweſen,
nur heiße, flammende Leidenſchaft, die ihre ſpaniſche
Schönheit dem unerfahrenen Jüngling eingeflößt! Das
war etwas ganz anderes geweſen als das Gefühl, das ihn

fir Matgirte beſchte e diſe ſaß heilige aubtnde
Liebe!
Aber doch hätte er wer weiß was gegeben, könnte er
jene Zeit ungeſchehen machen! Wenngleich er ohne Schuld
war, fürchtete er doch die Rachſucht Claudias, die ihm
ſicher bei Gretchen oder dem Major zu ſchaden verſuchte
jetzt, da er wußte, daß ſie nach ihm begehrte zu deut=
lich
hatte ihr Gebaren es ihm verraten!
War es da vielleicht nicht beſſer, er ſagte der Geliebten,
daß er Claudia gekannt hatte und mit ihr verlobt ge=
weſen
war? Aber durfte er dem jungen Mädchen den
reinen Sinn durch all das Häßliche und Trübe erſchrecken?
Nein, das ging auch nicht, beſſer war es, zu ſchweigen
und dadurch die Majorin zu ſchonen. Er hatte ja nichts
zu verbergen, und ſeine Verſchwiegenheit war kein Unrecht
gegen die Geliebte!
Ich hörte, fuhr Ernſt fort, daß Frau von Löwen Dich
gern verheiraten möchte.
Es iſt ihr größter Wunſch, wenn ich mich dazu ſchon
entſchloſſen hätte! Nun wird er ihr ja bald erfüllt werden!
Im Februar hat Papa Geburtstag, dann, mein Ernſt,
wirſt Du bei ihm um mich werben bis dahin wollen
wir unſer ſüßes Geheimnis wahren! Sicher biſt Du da
längſt gut Freund mit Papa, er ſpricht ſchon jetzt ſehr gut
von Dir und wie hat er geſtern abend wieder Deine
Künſtlerſchaft bewundert!
Ja, geſtern abend da hab ich auch nur für Dich
geſungen Du warſt meine Margarete, die ich im Arm
hielt jedes Wort galt Dir
Ich weiß es, mein Ernſt, und ſelig ſchauten ſie ſich
in die Augen, einer in des andern Anblick verſunken.
Endlich trennten ſie ſich. Beim Abſchied hielt er ihre
Hand feſt und bedeckte ſie mit tauſend Küſſen.
Gretchen, Geliebte! Seine Blicke baten ſo eindring=

[ ][  ][ ]

Nummer 307.

gblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Wasservogels
Erverter Ausverkauf.

26608
beginnt Donnerstag, den 2. Januar
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ganz aussergewöhnliches. Es sollte daher keine Dame versäumen, sich davon zu überzeugen.
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Lautz.

26692)

lich, daß ſie ihm den roſigen Mund bot Ernſt, Du
Lieber, flüſterte ſie verſchämt und barg einen Augenblick
ihren Kopf an ſeiner Bruſt, ehe ſie leichtfüßig davon eilte.
Selig ſah er ihr nach. Kaum konnte er es faſſen, daß
das angebetete Mädchen ſein war, und er gelobte ſich, jede
Minute ihr zu widmen für nichts mehr hatte er Sinn,
was war ihm aller Ruhm, aller Beifall, alle Ehren der
Welt gegen das Bewußtſein, die Liebe jener Einzigen zu
beſitzen, die es niemals zu bereuen haben ſollte, ſich für
ihn entſchieden zu haben!
Beflügelt ging Gretchen nach Haus. Sie achtete des
Schnees nicht, der in dicken Flocken auf ihrer Pelzmütze
und Pelzjacke lag die kühle Luft erfriſchte ihre heißen
Wangen. In ihr war lichter Frühling, der ſtrahlte aus
ihren Augen, aus jeder Miene, und der ſonnige Glanz lag
noch auf ihrem Antlitz, als ſie längſt daheim war. Und
ehe ſie ſchlafen ging, mußte ſie ſich ihr Glück vom Herzen
ſpielen die koſtbare Geige weinte und jubelte unter
ihren Händen wie wohl noch nie zuvor.
Wie konnte man nur ſo ſelig ſein!
Daß Du mich liebſt, ganz leiſe ſollſt Du’s ſagen;
Denn heilig iſt das Wort und wundervoll.
In meines Herzens Tempel will ich’s tragen,
Daß es als Licht am Altar leuchten ſoll.
Mir leuchte, weil ich meine Straße wandle,
Das wundervolle Wort, daß Du mich liebſt!
12. Kapitel.
Nun folgten glückliche Wochen für Margareta. Nach=
dem
Ernſt Brand Beſuch gemacht, wurde er öfter einge=
laden
; denn der Major hatte anſcheinend großes Wohl=
wollen
für den jungen Künſtler, der ſich ſo taktvoll und
beſcheiden gab.
Nach dem Abendeſſen wurde gewöhnlich muſiziert.
Gretchen wußte, daß das für den geliebten Vater ein
großer Genuß war. Ernſt Brand ſung, und ſeine blühende,
glanzvolle Stimme kannte keine Ermüdung, wenn es galt,
ſeinen Gaſtgebern eine Freude zu machen. Atemlos
lauſchte dann Margareta; ſie verſtand die Sprache ſeiner
Töne zu gut, und ſie griff nach ihrem Inſtrument und
ſoielte, und dasſelbe jauchzte förmlich unter ihren zarten,

kinderhaften Händen, die es doch ſo wundervoll zu be=
ſeelen
und zu meiſtern verſtanden.
Ernſt war ſelbſt überraſcht von Gretchens Kunſt er
hatte ja auf dem Wohltätigkeitskonzert ſchon den Beweis
bekommen, daß ſie mehr als Dilettantin war aber
immer wieder war er hingeriſſen von ihrem Vortrag,
ihrem verſtändnisvollen, geiſtreichen Spiel, daß er gleich
Meiſter Böttge bedauerte, ſo viel Talent, ja Genie der
Oeffentlichkeit vorenthalten zu ſehen.
Aber zu ſolchen Worten ſchüttelte ſie lächelnd den Kopf.
Nein, Herr Brand, ich bin nicht für ein aufreibendes
Künſtlerleben. Ich ſpiele für die, die ich liebe, die ſich an
meiner Kunſt erfreuen, das genügt mir. Und bedarf man
derſelben, wie zum Beiſpiel am letzten Konzert, bin ich
ſtets zu haben! Ueberdies fehlt mir doch das letzte noch
eine Zeitlang hatte ich ja erwogen, nach Berlin zu gehen
und mir dort Vollendung zu holen aber wozu? Eine
herumreiſende Künſtlerin, abhängig von den Befehlen und
Wünſchen ihres Impreſario, würde ich ja doch nicht wer=
den
im großen und ganzen habe ich eine Scheu vor der
Oeffentlichkeit.
So ſprach man hin und her. Alle möglichen Themata
wurden berührt. Ernſt erzählte von ſeinen Studienjahren,
wie der Drang nach der Bühne immer mächtiger geworden
war, daß er das Corpus juris in die Ecke geworfen und
ſich jetzt ſehr wohl und glücklich fühle, wenngleich wohl
kein anderer Beruf ſolche Licht= und Schattenſeiten habe,
wie gerade die Bühnenlaufbahn.
Er lernte den Major immer mehr ſchätzen und bewun=
dern
, deſſen vielſeitige Bildung ſich in ſeiner glänzenden
Unterhaltungsgabe zeigte, und innerlich bedauerte er ihn,
daß gerade Claudia die Nachfolgerin von Gretchens Mut=
ter
geworden war. Er ſah das innige Verhältnis zwiſchen
Vater und Tochter, die ſo aufmerkſam und hingebend für
deſſen Behagen bedacht war, und es ſchwindelte ihn faſt
vor Glückſeligkeit, wenn er daran dachte, daß er derjenige
war, dem ſie ſich zu eigen geben wollte! Wie unſagbar
liebte er doch dieſes holde Geſchöpf wie Uhlands =
nigin
, ſüß und milde, als blicke Vollmond drein erſchien
ſie ihm er hätte andächtig vor ihr knien und ihr die
Hände voll heißer Dankbarkeit küſen mögen!

und Giandies Sie haie did dauat daid Stigent
im Herzen, den Geliebten in ihrem Hauſe zu wiſſen. All
ihre geſellſchaftlichen Talente entfaltete ſie; ſie war eine
liebenswürdige Hausfrau und Gaſtgeberin, ihm zeigend,
ſiehſt Du, das bin ich jetzt. Mit heißen, leidenſchaftlichen
Augen warb ſie um Ernſt; aber ſie ſtieß auf kalten Wider=
ſtand
, und das ſtachelte ihr Begehren um ſo mehr an. Sie
wollte ihn wieder huldigend zu ihren Füßen ſehen
mehr als je war ſie für ihn entbrannt; aber ſie mußte ſich
beherrſchen, wollte ſie nicht alles verderben.
Ja, wenn ihr Gretchen nicht im Wege geweſen wäre
aber dieſe dachte nicht ans Heiraten, wollte nichts
von Baron Riedberg wiſſen, wie ſie erſt jetzt wieder er=
klärt
hatte, ſo daß Claudia dem jungen Offizier, der ſie
zu ſeiner Vertrauten gemacht, geraten hatte, mit einer
offiziellen Werbung doch lieber noch zu warten, da Gret=
chen
anſcheinend ebenfalls ſehr für Brand, den Ritter
vom hohen C, eingenommen ſei wie die anderen jungen
Mädchen in der Stadt dieſe Schwärmerei ſchiene an=
ſteckend
zu ſein, und Riedberg begriff das war es nicht
mit Hildegard von der Oſten und Reginald Maltzahn das=
ſelbe
?
Warten Sie, lieber Baron, bis ſich die Exaltation in
ruhigere Bahnen gelenkt hat, bis der angehimmelte Stern
ſich auch als Menſch entpuppt, hatte Claudia gemeint.
Weiß man denn gar nichts von ihm, nichts von zarten
Beziehungen?
Nein, man wußte nichts; von der Seite war ihm alſo
nicht beizukommen, und die ſchöne Frau war förmlich ent=
täuſcht
worüber Gretchen ſehr unglücklich geweſen wäre,
hätte für ſie gar keine Bedeutung gehabt!
Und da trat außer Riedberg noch ein Bewerber in
die Schranken! Mr. Lionel Catlin, der faſt täglich Karten
und die herrlichſten Blumen aus San Remo ſandte.
Das junge Mädchen war ungehalten darüber. Was
fiel dem Amerikaner ein? Gretchen ſah wohl den tieferen
Beweggrund dieſer auffallenden Huldigungen und hätte
ſie ſich am liebſten verbeten, doch das ging nicht gut.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 507.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Seite 27.

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Luftfahrt.

* Kopenhagen, 30. Dez. Heute wurde hier eine
Sitzung von Vertretern der Luftfahrvereine aus
Dänemark, Norwegen, Schweden und Deutſchland abge=
halten
. Es wurde beſchloſſen, zu verſuchen, die Mittel
für einen internationalen Diſtanzflug zwi=
ſchen
Städten der vier genannten Länder, der Ende
Juni nächſten Jahres ſtattfinden ſoll, aufzubringen.

Sport, Spiel und Turnen.

* Darmſtädter Sportklub 1905. Mit einem inter=
eſſanten
Fußballwettſpiel werden die erſten Mann=
ſchaften
des Darmſtädter Sportklubs 1905 und des
1. Mainzer Fußballvereins am kommenden Sonntag das
Schlußſpiel in der A=Klaſſe am alten Schießhaus zum
Austrag bringen.
* Radſport. Auf der Pariſer Winterbahn
wurde am Sonntag das dreitägige Weihnachts=Meeting
beendet. Der einzige deutſche Teilnehmer, Scheuermann,
konnte von ſeinen drei Matches nur eins gewinnen, und
zwar überraſchenderweiſe gegen Parent, der bis dahin
im Geſamtklaſſement am günſtigſten ſtand. Parent ver=
ſuchte
beim 8. Kilometer an Scheuermann vorbeizugehen,
kam aber dabei von ſeinem Motor ab und fiel mehrere
Runden zurück, die er nur bis auf drei wieder gut machen
konnte. Scheuermann ſiegte in 10:19,2. In dem Match
gegen Seres erlitt Scheuermann nach 10 Kilometer
Reifenſchaden. Er lag hier zirka 75 Meter hinter ſeinem
führenden Gegner, der für 10 Kilometer 8 Minuten 20,8
Sekunden gebraucht hatte. Der Lauf wurde daher nicht

zu Ende gefahren. Im dritten Lauf wurde Scheuermann
von Darragon mit 2½ Runden in 10:36,8 geſchlagen.
Scheuermann war nach Zurücklegung von zirka 8 Kilo=
meter
in dem Glauben, Reifenſchaden zu haben, und ließ
daher ſeinen Motor fahren; als er aber ſeinen Irrtum
bemerkte, lag er ſchon mehrere Runden zurück. Die übri=
gen
Läufe brachten folgende Reſultate: Darragon ſchlägt
Lavalade mit ½ Runde in 10:33,4, Seres ſchlägt Wiley
mit 100 Meter in 10:24,8, Wiley ſchlägt Parent mit 13
Runden in 10:31,8, Wiley ſchlägt Lavalade mit 1½ Run=
den
in 10.26,4, Seres ſchlägt Lavalade mit 100 Meter
in 10:58,6. Seres und Wiley hatten infolgedeſſen gleiche
Punktzahl und mußten einen Entſcheidungskampf aus=
fahren
. Seres erwiſchte einen guten Start und hatte
bald 75 Meter Vorſprung, den Wiley trotz aller Anſtreng=
ungen
nicht mehr ganz aufholen konnte. Seres ſiegte
ſomit in 10:10,8 mit 25 Meter Vorſprung vor Wiley. Im
Malfahren ſiegte Duluy vor Texier und Shylling, wäh=
rend
im Prämienfahren Beyl vor dem Berliner Finn
und Carapezzi ſiegreich blieb.
* Fußballſport. Berliner Fußballmeiſter=
ſchaftsſpiele
. Vor etwa 1500 Zuſchauern lieferten
ſich Preußen und der Berliner Ballſpielklub einen in der
erſten Spielhälfte ſehr intereſſanten Kampf; beide Tore
wurden durch die ſehr ſchnell durchgeführten Angriffe
abwechſelnd in Gefahr gebracht. Das einzige Tor für
Preußen fiel bereits nach 3 Minuten durch den halb=
linken
Stürmer Krüger. Trotzdem der B. B.=K. etwas
überlegen ſpielte, gelang ihm der Ausgleich nicht, da die
gegneriſche Verteidigung und der hervorragend ſpielende
Torwächter Mills jeden Erfolg verhinderten. Kurz vor
Schluß wurde der linke Läufer des B. B.=K., Knuth,
wegen unfairen Spielens vom Felde gewieſen. Preußen
gewann ſomit 1:0. Von den Kämpfen in der erſten
Klaſſe iſt die Niederlage des führenden Vereins in der
Abteilung A, Union=Oberſchöneweide, von 214 (111)
gegen Cimbria hervorzuheben. Ueberraſchend kam auch
der Sieg von Favorit mit 4:3 (3:1) über Germania.
Norden Nord=Weſt ſchlug erwartungsgemäß mit 6:3
(2:3) Viktoria=Spandau. Das Spiel S. C.= Charlotten=
burg
gegen S. V. des Weſtens mußte wegen des ſchlech=
ten
Bodens ausfallen. Hertha hatte Eintracht= Braun=
ſchweig
zu Gaſt und ſchlug den ſpielſtarken Gegner leicht
mit 722.
Die engliſchen Ligafußballſpiele der
1. Klaſſe brachten am letzten Spieltage die überraſchende
Niederlage von Mancheſter City durch Mancheſter United
mit 0:2, wodurch die Erſteren auf den vierten Platz hin=
ter
Oldham Athletics und Sheffield Wednesday mit je
25 Punkten und Aſton Villa mit 24 Punkten rücken. Un=
erwartet
ſind ferner die beiden unentſchiedenen Reſultate
von 111 zwiſchen Woolwich Arſenal mit Liverpool, ſowie
zwiſchen Bradford City und Aſton Villa. Die übrigen
Treffen brachten den erwarteten Ausgang: Bolton Wan=
derers
ſchlägt Chelſea mit 3:2, Everton ſchlägt Middles=
brough
mit 1:0, Weſt Bromwich Albion ſchlägt Notts
County mit 210, Oldham Athletics ſchlägt Sheffield Uni=
ted
mit 3.0, Sunderland ſchlägt Newcaſtle United mit
2:0, Sheffield Wednesday ſchlägt Tottenham Hotſpur
mit 211 und Derby County ſchlägt Blackburn Rovers
mit 1:0.
* Hockey. Der Berliner Hockey=Klub ſpielte
am Sonntag in Dahlem mit einer kombinierten Mann=
ſchaft
gegen die erſte Mannſchaft des S. C.= Charlotten=
burg
und gewann nach ſpannendem Kampfe mit 9:6.
Die Charlottenburger waren ſchon mit 1.5 im Nachteil,
führten aber durch ſehr eifriges Spiel bis zur Pauſe den
Ausgleich wieder herbei. Nach dem Seitenwechſel ſchoß
der B. H. C. vier weitere Tore, denen Charlottenburg
nur noch eines entgegenſtellen konnte.
Berliner Schlittſchuhklub. Die in Deutſch=
land
ſchon ſeit Jahren beſtens bekannten Orford Cana=
dians
, eine aus kanadiſchen Studenten der Orforder Uni=
verſität
zuſamengeſetzte Eishockeymannſchaft,
mußte ſich bei ihrem erſten diesjährigen Spiele im Ber=
liner
Eispalaſt von der erſten Eishockeymannſchaft des
Berliner Schlittſchuhklubs nach ſpannendem Kampfe mit
775 geſchlagen bekennen. Die Orforder ſchienen noch
unter den Nachwirkungen der Reiſe zu leiden, da ſie nicht
ihr ganzes ſonſtiges Können zeigten. Bis zur Pauſe
ſtand der lebhafte Kampf unentſchieden 3:3. Auch nach
Halbzeit war der Stand erſt unentſchieden 4:4 und dann

5.5, bis es endlich kurz vor Schluß den Berlinern gelang,
die beiden ſiegbringenden Tore zu erzielen. Auch bei
ihrem zweiten Spiele erlitten die Gäſte eine Niederlage
mit 6:3 (5.0). Dem ſehr intereſſanten Spiele wohnten
die Prinzeſſin Friedrich Leopold mit ihrem Sohne, dem
Prinzen Sigismund, bei. Am Sonntag hatten die Ox=
forder
, die trotz aller guten Einzelleiſtungen diesmal
das ſonſt gezeigte Kombinationsſpiel vermiſſen laſſen,
in der Eishockeymannſchaft des Charlottenburger Sport=
Klubs einen ſchwächeren Gegner, den ſie leicht mit 4:0
(3:0) ſchlagen konnten. In der zweiten Hälfte vermoch=
ten
die Charlottenburger energiſchen Widerſtand zu
leiſten.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.

Nach den Zeitungsberichten iſt in der Stadtver=
ordnetenverſammlung
bei der Debatte über den ſtädti=
ſchen
Fleiſchverkauf zum Ausdruck gekommen,
daß eine der von der Stadt gekauften Viehſendungen
geringwertiger geweſen iſt. Das kann ſchon möglich
geweſen ſein. Da aber von geringwertiger über min=
derwertig
zu ſchlecht ein kaum kurzer Weg führt, ſo
ſei mir geſtattet, als Konſument des von der Stadt ver=
kauften
Fleiſches hier meine Anſicht über dieſes zu
äußern. Ich habe während der ganzen Zeit, ſeit die
Verkaufsſtellen beſtehen, dort Fleiſch bezogen und bin
nicht ein einziges Mal ſchlecht bedient worden. Das
Fleiſch Schweinefleiſch ſowohl wie Rindfleiſch
war ſtets vorzüglich. Das Rindfleiſch habe ich
bei den Metzgern noch nie beſſer, wohl aber recht oft
ſchlechter bekommen; niemals war es zähe und hart.
Vom Konſumentenſtandpunkt kann man der Bürger=
meiſterei
und den mitwirkenden Perſönlichkeiten für die
von ihnen entwickelte Tätigkeit nicht dankbar genug
ſein.
K.

Vor einigen Tagen ging eine Notiz durch die
Darmſtädter Tagesblätter, im Jahre 1913 werde Arheil=
gen
in Darmſtadt eingemeindet werden. Dieſe Tat wäre
hocherfreulich und würde den immer aufs Große ge=
richteten
Blick unſeres Herrn Oberbürgermeiſters erken=
nen
laſſen. Leider iſt in Darmſtadt eine Minderheit, die
ſich gegen die Eingemeindung ausſprechen dürfte; dieſe
Herren werden wohl noch zu einer beſſeren Einſicht kom=
men
und auch ſchließlich zu überzeugen ſein. Eine auf=
ſtrebende
Stadt wie Darmſtadt hat für ihre zunächſt=
liegenden
Orte kulturelle Aufgaben aller Art zu erfüllen,
und dieſe können nur durch Eingemeinden der Ortſchaf=
ten
gründlich erfolgen. Die Gegner der Eingemeindungen
ſtoßen ſich an dem höheren Ausſchlagskoeffizienten der
Gemeindeſteuern; ſie ſollten jedoch in Rechnung ziehen
daß durch das neue Gemeindeſteuergeſetz eine weſentliche
Minderung erfolgen wird. Aber hiervon ganz abge=
ſehen
, wie lange ſoll Darmſtadt noch mit der Ein=
gemeindung
der zunächſtliegenden Ortſchaften warten
und die Fehler, welche, durch kleinliche Verhältniſſe ver
anlaßt, in dieſen Gemeinden gemacht werden gut
heißen und zuſehen? Nach einem Naturgeſetze ziehen
große Gemeinden kleinere an ſich, und es wäre ein Feh=
ler
, wenn Darmſtadt ſich gegen den Antrag Arheilgens,
jetzt eingemeindet zu werden, ablehnend verhielte.
J. C.

In Nr. 303 dieſes Blattes erläßt die Metzger=
Innung Darmſtadt einen Aufruf an die hieſige Bevölker=
ung
, worin ſie dieſelbe, unter Darlegung der derzeitigen
ſchlechten wirtſchaftlichen Verhältniſſe, erſucht, die ſich
hieraus ergebende Einſchränkung der üblichen Neujahrs=
Trinkgelder und Geſchenke im richtigen Sinne, aufzufaſ=
ſen‟
. Einſenderin dieſes hat die wenig angenehme Ver=
pflichtung
, u. a. nicht weniger als drei von einer Firma
geſandten Metzgergehilfen Neujahrsgeſchenke zu verab=
folgen
. M. E. leiden die übrigen Stände mindeſtens
ebenſo hart unter der Teuerung, als die notleidenden
Metzger und wäre es deshalb nicht mehr als billig ge=
weſen
, in beſagtem Aufruf auch die Konſumenten ihrer=
ſeits
zu erſuchen, mit dieſer Sitte aufzuräumen.
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[ ][  ][ ]

Seite 28.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

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Nummer 307,

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

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Seite 30.

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Nummer 307.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

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Seite 32.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Nummer 307.

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35 307.

Dienstag, 31. Dezember.

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Galhenn

1912.

In
Pfg. Wanaalet

Qualitäts=
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Vermiſchtes.

Von der Millionendruckerei. Jedermann weiß,
daß unſere deutſchen Reichspoſtmarken, die Alters= und
Invaliden=Verſicherungsmarken ſowie die Reichskaſſen=
ſcheine
und Banknoten in der Reichsdruckerei in Berlin
hergeſtellt werden, aber nur ſehr wenigen Auserwählten
dürfte es vergönnt geweſen ſein, perſönlich einen Einblick
in die deutſche Milliönendruckerei zu tun. Recht unter=
haltend
leſen ſich darum die Mitteilungen, die Fritz
Kerns in Heft 5 der Arena, Oktavausgabe von Ueber
Land und Meer, (Stuttgart, Deutſche Verlags=Anſtalt),
über dieſes Inſtitut, unter Beigabe von 6 =Bildern, ver=
öffentlicht
. Einen Begriff von der Leiſtungsfähigkeit die=
ſer
Druckerei erhält man, wenn man ſich vergegenwärtigt,
däß zum Beiſpiel im Jahr 1910 allein an Poſtfreimarken
4 645837000, oder täglich 15 486 120 Stück yergeſtellt wur=
den
. Aehnlich iſt das Verhältnis der übrigen geldwerten
Druckſachen, die in dieſem einen Jahr in der Reichs=
druckerei
angefertigt wurden; ſie umfaßten an Reichs=
kaſſenſcheinen
3983 585 Stück, an Reichsbanknoten
10540 300 Stück, an ſonſtigen Wertpapieren 27617400
Stück, an geſtempelten Poſtkarten und Poſtanweiſungen
471634000 Stück, an Verſicherungsmarken 435553000
Stück, an Zigarettenſteuerzeichen 414 118000 Stück und an
anderen Wertmarken 366 780000 Stück. Das ſtellt alles
zuſammen gewiß eine rieſige Arbeitsleiſtung dar, ermög=
licht
auch eine Abſchätzung der ins Ungeheure gehenden
Werte, die hier jahraus jahrein ihren Urſprung nehmen,
wie es anderſeits einen Begeiff ſchafft von dem Umlauf
geldwerter Papiere, den wir heutzutage in Deutſchland
zu verzeichnen haben. Da darf es auch nicht wunder=
nehmen
, daß für die Herſtellung zum Beiſpiel der Brief=
marken
die vordem üblichen Flachpreſſen nicht mehr aus=
reichen
, ſondern man dazu jetzt Rotationsdruck anwendet,
wobei aber die Maſchine hierzu ſo ſinnreich konſtruiert
iſt, daß ſie trotz der Schnelligkeit ihrer Arbeit doch einen

äußerſt ſcharfen Druck gibt und gleichzeitig auch die
Durchlochung der Markenſtreifen beſorgt.
C.K. Wie ſich die Infuſorien vermehren. Von der
ungeheuren Kraft der Vermehrung bei den mikroſkopi=
ſchen
Tieren macht man ſich in der Regel keine genügende
Vorſtellung. Die engliſche Forſcherin Miß Lorande Loß
Woodruff hat ſich neuerdings der mühevollen Aufgabe
unterzogen, auf Grund genauer Beobachtungen zu be=
ſtimmten
Zahlen zu gelangen. Vom 1. Mai 1907 ab hat
ſie ein Individuum des Paromoecium aurelia, das in
einen Waſſertropfen gebracht war, ſorgfältig iſoliert und
genau verfolgt, wie viele Tierchen dieſes eine Urtier
bis zum 1. Mai 1912 hervorgebracht hat. Ihre Beobacht=
ungen
, die während der fünf Jahre täglich vorgenommen
wurden, haben ergeben, daß ſie 3029 Generationen zäh=
len
konnte, davon 452 während des erſten Jahres, 600
während des zweiten, 613 während des dritten, 612 wäh=
rend
des vierten und 662 während des fünften Jahres,
ſo daß alſo etwa drei Generationen auf je 2 Tage kom=
men
. Die Zahl der Individuen, die von dieſem einzigen
Tiere während der Beobachtungsdauer hervorgebracht
wurden, beträgt demnach 2 in der 3029. Potenz, und ihr
Volumen würde, wenn ſie alle erhalten worden wären,
10000mal das Volumen der Erde erreicht haben. Einen
ſprechenderen Beweis von der ſchöpferiſchen Kraft des
lebenden Protoplasma kann man ſich kaum denken. Das
berühmte Problem der Getreidekörner auf dem Schach=
brett
gibt nicht entfernt ſo phantaſtiſche Zahlen!

Literariſches.

Wilhelm Poeck: Grenzer Roman. Leip=
zig
, Verlag von Fr. Wilh. Grunow. Geh. 3,50 Mk., geb.
4,50 Mk. Poeck iſt uns kein Neuer mehr. Wer ſeine Ro=
mane
Simon Külpers Kinder, Das Kraut Orant uſw
oder ſeine friſchen Humoresken Der Austauſchprofeſſor
geleſen hat und dann zu dieſem neuen Roman greift, der
ſtaunt nicht mehr über die plaſtiſche Darſtellung und den
Gedankenreichtum, der ſich auch in ſeinem neuen Buche
offenbart. Der Roman iſt pſychologiſch wie poetiſch gleich
fein angelegt, die Handlung ſpannend und farbenreich.
Sein friſcher fröhlicher Humor und ſeine vornehme
Schreibweiſe machen ihn zum echten, rechtenFamilienſchrift=
ſteller
, obwohl er die ſchwerſten Probleme mit kräftiger
Hand anpackt. Poeck geißelt nicht nur die völlig korrum=
pierten
ruſſiſch=polniſchen Zuſtände, ſondern er zeichnet
auch ſcharf und mit heiterer Satire die Schwächen unſeres
Beamtentums, das Wanderleben, zu dem die Beamten=
familien
gezwungen ſind, die nie heimiſch werden können.
Die verſchiedenen Beamtentypen, Juriſten, Reſerveoffi=
ziere
und die aus dem unteren Beamtentum ſich durch
lange Tätigkeit emporgearbeiteten Mittelbeamten werden
gegenübergeſtellt.

Kirchliche Anzeigen.

Evangeliſche Gemeinden.
Dienstag, den 31. Dezember 1912
Silveſter
Hofkirche: Abends um 9 Uhr: Silveſterandacht.
Stadtkirche: Abends um 6 Uhr: Pfarrer Kleberger.
Kollekte für den Kirchenfonds. Um 8 Uhr: Pfarrer
Velte. Kollekte für den Kirchenfonds.
Stadtkapelle: Abends um 6 Uhr: Pfarrer Beringer.
Kollekte für den Kirchenfonds.
Militärgemeinde (Steinſtr. 24): Nachm. um 4 Uhr:
Gottesdienſt.
Johannesgemeinde: Abends um 8 Uhr: Pfarrer
Dingeldey. Kollekte für die Kleinkinderſchule.
Martinskirche: Abends um 8 Uhr: Pfarrer D. Waitz.
Kollekte für die Armen.
Eliſabethenſtiſt: Abends um 8 Uhr: Jahresſchluß.
Pfarrer Hickel.
Beſſunger Kirche (Betrusgemeinde): Abends um 5 Uhr:
Silveſter=Gottdienſt. Pfarrer Wagner. Kollekte für
die Armen.

Pauluskirche: Abends um 6 Uhr: Silveſterandacht
Pfarrer Rückert. Kollekte für die Pauluskirche.
Mittwoch, den 1. Januar 1913
Neujahr
Hoſkirche: Abends um 6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Vogel.
Kollekte für die Armen. Abends um 6 Uhr: Pfarrer
Velte. Kollekte für die Armen.
Stadtkapelle: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer D. Dr.
Diehl. Kollekte für die Armen
Militärgemeinde (Stadtkirche): Vorm. um 8½ Uhr.
Johanneskirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Marx.
Martinskirche: Vormittags um 10 Uhr: Pfarrer
Widmann.
Pfründnerhaus: Vormittags um 10 Uhr: Pfarraſſi=
ſtent
Lautenſchläger.
Eliſabethenſtift: Vormittags um 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Pfarrer Lenz.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vorm. um 10 Uhr:
Pfarraſſiſtent Lie. Adolph. Kollekte für die Armen.
Pauluskirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarraſſiſtent
Herpel. Kollekte für die Armen.

Katholiſche Gemeinden

Mittwoch, den 1. Januar 1913
Neujahr
Kollekte für den Armenfonds
St. Lndwigskirche: Dienstag, den 31. Dez., nach=
mittags
um 4 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Um
6 Uhr: Silveſterandacht mit Predigt und Te Deum.
Mittwoch, vorm. von ½6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. Um 6 Uhr: erſte heil. Meſſe. Um
7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion. Um 8 Uhr:
Militärgottesdienſt mit Predigt. Um ½10 Uhr: Hoch=
amt
. Um 11 Uhr: letzte heil. Meſſe. Nachm. um
3 Uhr: Feſtandacht. Donnerstag, nachm. um 5 Uhr:
Gelegenheit zur hl. Beichte Freitag, vorm. um 9 Uhr:
Segenamt zu Ehren des Herzens Jeſu.
Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Mittwoch, vorm.
um ½ 7 Uhr: heil. Meſſe. Nachmittags um 6 Uhr:
Roſenkranzandacht.
Kapelle der Engliſchen Fräulein: Mittwoch, vormittags
um 7 Uhr: heil. Meſſe.
St. Eliſabethenkirche: Dienstag, den 31. Dez., nach=
mittags
um 4½ Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen=
heit
zur heil. Beichte; darauf Predigt und Andacht.
Mittwoch, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. Um 8 Uhr:
heil. Meſſe mit Predigt. Um 9½ Uhr: Hochamt und
Predigt. Nachm. um 2 Uhr: Andacht. Freitag, abends
um ½ 6 Uhr: Herz=Jeſu=Andacht.
Kapelle in Arheilgen: Vorm. um ½10 Uhr: Hochamt
und Predigt.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Dienstag, den
31. Dez., nachmittags um 4 Uhr: Gelegenheit zur heil.
Beichte. Abends um ½8 Uhr: Silveſterpredigt und
Andacht.
Feſt der Beſchneidung des Herrn
Kollekte für den Borromäusverein
Mittwoch, vormittags um 6 Uhr: Gelegenheit zur
heil. Beichte. Um 7 Uhr: hl. Meſſe. Um 9 Uhr:
Amt mit Predigt. Nachm. um ½3 Uhr: Feierliche
Vesper.
Kirche zu Eberſtadt: Dienstag, den 31. Dez., nachm.
um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Beichtgelegenheit.
Abends um 8 Uhr: Predigt und Andacht.
Beſchneidung des Herrn
Mittwoch, vormittags um ½ 6 Uhr: Beichte. Um
½7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion. Um
¼10 Uhr: Hochamt und Predigt. Nachm. um ½2 Uhr:
Andacht. Werktags um ¾8 Uhr: Singmeſſe.
In der Provinzial=Pflegeanſtalt bei
Eberſtadt: Mittwoch, vormittags um 8 Uhr: heil.
Meſſe mit Predigt.
Kapelle zu Pfnngſtadt: Mittwoch, nachmittags um
½2 Uhr: Andacht.

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[ ][  ][ ]

Seite 34.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Nummer 307.

Dienstag, den 31. Dezember 1912, von abends 8 Uhr an
Snsester Veler Co
Inr Msoter 1sess!

Tischbestellungen (Souper Mk. 2.) rechtzeitig erbefen.

Tanz im Lichthof.

Mittwoch, den 1. Januar 1913, von abends 6 Uhr an
anrs verer&o
So1ef

Eintritt frei.
Tanz in den Festsdlen.

26697

armane um Woogsplatz
Mittwoch, den 1. Januar 1913, Neujahrstag.
abends 8 Uhr 11 Minuten
Erstes großes karnevalistischesss

Konzerr Hr Tanz
ausgeführt von der ganzen Kapelle des Feld-Artillerie-Regts. Nr. 6
unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeisters Weber.
Die Mitglieder erhalten Karten
Eintrift50 Pf. zum ermässigten Preise beim Eintritt 50 P
Hausmeister.

26606)

Der Karneval-Ausschuss.

Hotel Traube

1. Januar 1913
in sämtlichen Parterreräumen
Große Heujantsteler mirkeunten
ausgeführt von der Kapelle des Grossh.
Konzert Artilleriekorps unter persönlicher
Leitung des Herrn Obermusikmeisters F. Mickley.
Anfang 8 Uhr abends
Eintritt 50 Pfg. pro Person
Soupers zu 3 Mk. an kleinen Tischen. Restauration à la carte.
Bestellungen von Tischen und Soupers bitte rechtzeitig aufgeben
zu wollen. Kartenverkauf bei dem Portier des Hotels. (26729

Wie alljährlich, veranſtalten wir auch in dieſem Jahre
am Dienstag, 31. Dezember, von abends 8½ Uhr
ab, im Kaisersaal‟, Grafenſtraße 18, einen
Silvester=Tanz
wozu wir unſere Mitglieder ſowie Freunde und Gönner unſerer
Geſellſchaft freundlichſt einladen.
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Eintritt 30 Pfg.
Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft
Gabelsberger
Abteilung Geſelligkeit.

GesenscharrAroch Darmstadf

1908.

Am 1. Januar (Neujahrstag), Nachm. 4 Uhr,
im Saale zum Feierabend, Stiftstr. 51
Grosses Neujahrskränzchen.
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Es ladet freundlichſt ein
Eintritt frei.
Der Vorstand.


D ſchule haden ſich weiter wegen
Unterlaſſung der Neujahrs=
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entſchuldigen laſſen und gleichzeitig
auf Ueberſendung von Neujahrs=
Gratulationskarten verzichtet:
Sanitätsrat Birnbaum und Frau,
Profeſſor Dr. Alt, Maurermeiſter
Hummel und Frau, Kreislaſſe=
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Stauf und Frau, Direktor
L. Baier und Frau, Oberbibliothe=
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Dr. Voltz und Frau, Frl. M.
Wenck, Redakteur Fr. Hannemann
und Familie, Oswald, H. E.,
Apotheker Leuchtweiß und Frau,
Geheimer Finanzrat Krebs, Georg
Finke, Architekt, Jacob Krug,
Architekt. Wolfskehl, Herr und
Frau, Reutner Geore Mahr und
Frau, Miniſterialrat Dr. Kratz und
Frau, Bankier Karl Rummel Wwe.,
Rentner Moritz Hirſch, Regierungs=
rat
Gennes und Frau, Geh. Hofrat
Profeſſor Dr. C. Thiel und Frau,
Polizeiamtmann Lauteſchläger und
Frau, Hofbuchdruckereibeſitzer Lud=
wig
Kichler und Frau, Baumeiſter
E. Harres, Architekt Julius Harres
und Frau, Polizeirat Kraemer,
Diplom=Ingenieur Kraemer und
Frau, Regierungsaſſeſſor Linken=
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, Hoflieferant Hubert Bringer
und Frau, Reallehrer Fuchs und
Frau, Rentner L. Nachtigall und
Frau, Zahnarzt Nachtigall. Polizei=
ſekretär
Kaiſer und Frau, Profeſſor
Kellner und Frau, Kommerzienrat
LoutsRoeder und Frau, Referendar
Lucius, Hoflieferant Jakob Nohl,
Geh. Regierungsrat Noack und
Frau, Senatspräſident Dr. Keller
und Frau, Fräulein Clara Eppert,
Privatlehrerin, Fabrikant und
Stadtverordneter Louis Lautz
und Frau, Pfarrer Ernſt Wid=
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Herr und Frau Carl Chr. Rückert,
Kaufmann Wilh. Feix und Frau,
Zahnarzt Stroh und Frau, Fried=
rich
Delp und Frau, Philipp
Schaaf und Frau, Dr. Repp und
Frau, Chriſtian Spangenberg und
Tochter, Kaufmann Fr. Horn,
Herr und Frau Geh. Schulrat
Münch, Frl. Gertrud Münch, Herr
und Frau Sanitätsrat Dr. Hoff=
mann
, Herr und Frau Dr. med.
Adolf Hüffell, Herr und Frau
Heinrich Wenck, Herr und Frau
Sanitätsrat Dr. Hüffell, Wagen=
brenner
, Landgerichtsrat Schulz
und Frau, Meyer, Elektrizitäts=
werks
=Direktor, Frau Rechnungs=
rat
Eiſen, Architekt Georg Scherer
und Frau, Rentner Theodor Kalb=
fuß
ſen. und Frau, Kaufmann
Heinrich Moeller, Carl Wittich,
R. L. Wittich.

Restadfant kammmelbrau
Neujahrstag, Mittwoch, den 1. Januar 1913,
Nachmittags 4 Uhr:
Festkonzert.
Abends 811 Uhr:
I. karneval. Konzertabend
der Kapelle des Leibgarde-Regiments.
Dirigent: Obermusikmeister H. Hauske.
(26731
Auschliessend: TANZ.
Eintritt: Nachmittags 25 Pfg., Abends 30 Pfg.

Ludwigchöhe,
Am Neujahrstag, Mittwoch, den 1. Januar 1913,
nachmittags 4 Uhr

Kapelle des Großh. Hess. Art.-Regt. Nr. 61
Leitung Obermusikmeister M. Weber.
Dem Programm liegt der Wortlaut
Prosit Ieujahr
zu Grunde.

Eintritt 25 Pfg. Obere Räume für Nichtkonzertbesucher.
Weg nach Böllenfalltor ist beleuchtet.
(B26687

6869595os65989S55095GE

Am Mittwoch, den 1. Januar 1913
nachmittags 4 Uhr
Grosses

im Schwanen‟ zu Eberstadt
(*15062
Militür-Kapellel Militär-Kapelle!

Godasogodogosooooogee

[ ][  ][ ]

Dienstag, den 31. Dezember 1912,
abends 9 Uhr:

verbunden mit humoristischem Konzert
einer gewählten Abteilung der Kapelle des Grossh.
Artillerie-Regiments Nr. 61 (Weber).
Eintritt 50 Pfg.
Eintritt 50 Pfg.
Nach dem Konzert:
TANZ.
NB. Reichhaltige Speisekarte. Soupers nach Wahl.

Es ladet freundlichst ein

Mittwoch, den 1. Januar 1913 (Neujahr)
im Mathildenhöhsaale‟, Dieburgerstr. 26
Neujahr=Feier
mit TANZ.
(26648
Anfang 5 Uhr.
Der Vorstand.
oogoooogsoctooo

Vorträge
zu Gunſten des Photogr. Inſtitutes der Großh. Techn. Hochſchule
21. Januar 1913, ¼6½7 Uhr im großen phyſikal. Hörſaal
1. Vortrag: Prof. Dr. Fr. Limmer.
Bilder von Alt=Braunſchweig, Goslar und Hildesheim.
Vorverkauf für alle 3 Vorträge im Bureau des Ver=
(26631
kehrsvereins.

Ananas-, Orange-
Rotwein- und Tee-
Punsch-
Essenzen

nach Originalvorschrift
des Apotheker E. Scriba
empfiehlt die (26591

Nummer 307.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezemper 1912.

Seite 35.

Munk=verein.
. Wiederbegim der Proßen
Freitag, den 3. Januar 1913, abends 8 Uhr,
(Mangold, Frithjof).
(26649
Um vollzähliges und pünktliches Erſcheinen wird erſucht.
Reſtauration Taunus=Gold

gen. Rabenau.
Dienstag, den 31. Dezember 1912
Grosse
Metzelſuppe
(*15165
wozu freundlichſt einladet
Friedrich Eckart
Dornheimerwea 33, gegenüber dem Güterbahnhof.

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(Prachtvolle Räume).
Frühstück, Mittag- und Abendessen
Reichhaltige Tageskarte.
Malossol, Caviar, Austern und Hummern,
reine Weine
Münchner und helles Exportbier.
Vorzüglichen Kaffee und Kuchen (Eigene Konditorei).
Mässige Preise.
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Hoflieferant.
5093a)

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E
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Traubensckt . . . 2.
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v. herrlichem, erfrischendem
Wohlgeschmack, nicht süss.
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freier
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zum Beſten der Armen des St.
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haben folgende Perſonen
zelöſt: Frau R. Anton, Hof=
lieferant
L. Beuer, Privatier v.
Chrismar, Kreis= Straßenmeiſter
Dang, Frau Fahr, Pfarrer Fink,
Oberbahnaſſiſtent Kneib, Dr. med.
Kocks, Frau Dr. Kocks, Fräulein
M. und A. Krätzer, Eiſenbahn=
büroaſſiſtent
Otto, Kaplan Quinkert,
Rechnungsrat Rieger, Eiſenbahn=
aſſiſtent
Schmelz, Lehrer L. Schmitt,
Lehrer Schröck, Pfarrkurat Singer,
Rechnungsrat Wachtel. (26680

Programm
zu dem am Mittwoch, den
1. Jan., von 12 Uhr mittags ab
vor dem Neuen Palais ſtatt=
findenden
Konzert der Kapelle
des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61.
1. Altniederländiſches Dankgebet
tach Adrianus Valerius von E.
Kremſer. 2. Große Fantaſie aus
G. Verdis Troubadour von O.
Engel. 3. Walter von Stolzings
Preislied a. d. Oper Die Meiſter=
ſinger
von Nürnberg von Rich.
Wagner. 4. Verſuch’s doch mal
Walzer aus der Poſſe Autolieb=
chen
von J. Gilbert. 5. Antr‟-
Act aus der Operette Pariſer
Leben von J. Offenbach. 6. Zwei
Märſche: a) Parademarſch des
Schützenregiments Nr. 108 ( Dres=
den
) von C. Lippe; b) Proſit Neu=
jahr
! (Die alten Deutſchen tranken
ja auch), Marſch von M. Weber.

wünscht seinen werten Besuchern
ein glückliches
Heues Jahf!

Als Hauptschlager bringen wir

Neuheit

Neuheit

und hoch-
interessant

und hoch-
interessant

Es entrollt sich die ganze Geschichte jenes gewaltigen
Unternehmens, welches nach einer Kette blutiger Kämpfe
und Siege, nach dem Einzug in die alte Zarenstadt
Moskau dem grossen Welteroberer zum Verderben, seinen
Stern zum Sinken bringen sollte.

19 Abteilungen, dabei der Brand von

Russischer
Film!

Moskau

Russischer
Film!

Auf frischer Tat ertappt, köstlicher Humor.
Die Hand des Schicksals, tiefergreifendes Drama.
Der Buchfink, sehr belehrende Naturaufnahme.
Der kleine Tierbändiger, gutgespielte Tragödie.
Der magische Stock, guter Humor. Einlagen.

Motto:

(*15095

Auch wenn die Titel ähnlich klingen,
Wir immer neue Sachen bringen.

Spanische Weine.
Für die Feiertage und sonstigen Bedarf empfehlen wir
unsere selbstgebauten Rot- und Weiss-Weine von 70 Pf. an
per Liter, bei Abnahme von 10 Liter Preisermässigung und frei
ins Haus geliefert.
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Malaga, Muskatel, Portwein, Lacrimae Christi, Malvasier,
Garnacha, Vermouth, Sherry, Madeira, Samos.
Bitte, verlangen Sie Preisliste.
Prompte Bedienung.
J. Foix & Söhne, Inh.: Juan Prim
Darmstadt, Mathildenplatz 8 u. Nieder-Ramstädterstr. 45.
Hotel Prinz Carl.
Wegen Renovierung bleibt das Hotel-
Restaurant einige Tage geschlossen.
Hochachtungsvollst
M. Röhrich.
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werden in moderner geschmack-
voller
Ausführung angefertigt.

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G. m. b. H.
DARMSTADT, Ernst-Ludwigstr. 9.

[ ][  ][ ]

Seite 36.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Dezember 1912.

Nummer 307.

Montag, den 6. Januar 1913, abends 7 Uhr:
Vierter konver
im Grossherzoglichen Hoftheater
zum Besten des Witwen- und Waisenfonds
der Grossherzoglichen Hofmusik
und unter Mitwirkung des
Herrn Professor Hugo Becker aus Berlin.

1. Konzert im alten Stil für Or-
chester
, op. 123 . M. Reeger
2. Violoncell- Kon-
zert
(H-moll) . . A. Dvoräk

3. Sonate für Vio-
loncell
. . . . . B. Marcello
4. Eutyanthe-
Ouverture . . C. M.v. Weber

Der Flügel von Grotrian-Steinweg ist aus
dem Lager von A. W. ZIMMERMANN, hier.
vormlttags 10 Uhr. Karten zur Hauptprobe
à Mk. 1.50 sind an der Hoftheater-Tageskasse
Haupfprone sowie in der Musikalienhandlung von Leopold
Schutter, Elisabethenstrasse 12, zu haben.
NB. In dieser Hauptprobe werden alle Nummern des
(26592is
Programms zu Gehör gebracht.

Hotel Kölnischer Hof.
Künstler.
Neujahr
Konzert.

Eintritt frei.

(*15072

Anfang 4 Uhr.

Telephon 47
Darmstädter Hof oberramstadt.
Empfehle meine schönen separaten Säle den w
Gesellschaften und Vereinen für Tanzausflüge, Katerbummel
usw. aufs Angelegenste und ersuche höflichst, bestimmte Tage
im Voraus belegen zu wollen. Klaviere und schöner
Wiener Flügel vorhanden.
Diner für die Feiertage sowie in den Wintermonaten bitte
im Voraus bestellen zu wollen. (Telephon wird vergütet).
Hochachtend
26305a)
Carl Behrens-Hufnagel.

am
weiß. Turm

G

Unseren verehrten Besuchern, Gönnern
und Freunden
ZUM JAHRESWECHSEL
die herzlichsten Glückwünsche!
DIE DIREKTION.
M

Ab morgen 1. Januar
Nur 3 Tage!
Unter anderem:
Lwige Zeugen!

Ein kinematographisches Meisterwerk
in 4 Akten-
mit
Mademoiselle Grandais
in der Hauptrolle
26547

Neujahr 1913
Srpleam ve:
Heute. 31. Dez. 1912: Geschlossen.
MORGEN
Mittwoch, 1. Januar
11913
Neujahrs-Premiere
Fest-
Vorstellungen
Mahlgsi

Nachm. Abends 4 Uhr 8¼ Uhr kleine Preise übliche Preis) Neuer Splelplan:

Zum 1. Male hier!
Die Nach der
Masi
Grosser Musikakt der Wunder-
kinder

Edith und Herta Althoff.
The Bowlings
Exzentriks.
Erich Kersten
Humorist

Lyrische Tanzidyllen
von Mlle. Odys
Farinz
Meister-Jongleur
Die türkische Truppe
Edn Mustafn
Orientalischer Akt
Frühlings-Trio
Gesangs- und Tanz-Ensemble
Mod. Lichtspiele
Neue Bilder-Serie
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Die lebende Brücke‟

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Rheinstrasse 14. (26699

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Nenaufnahmen aus
Grigri‟
Grigri-Walzer.
Lotosblumen, Walzer von
Ohlsen. (Rahter.)
Walzer.
Kukokama-Estapo, Inter-
mezzo
.
Kukokama-Estapo‟ Coupl.
des Königs Magawewe,
mit Chor.
Vivel’amour (Wenn im Lenz
die Knospen spriessen).
Lied der Grigri
Von der Heimat weitab‟.
Finale II. Akt (Grigri-
Walzer).
Liebe mich küsse mich.
Ihr Tage wonnigen Glücks.
Werwagtgewinnt! Marsch-
lied
.
(26694
Willst du einem Mädchen
deine Liebe weih’n.
K. Jäger
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Georgenstrasse 11.

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Empfehle für heute:
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Hahnen und Hühner, junge
Truthahnen, feinſte Qualität.
Junge Tauben, ſehr ſchwer, ältere
Tauben von 45 Pfg. an. Ver=
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Freitag
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ſowie die be=
liebten
groß. Bauernkäse
und andere
ſtets zu
Sorten prima Aäsé haben.
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Ed. Türtmann, str. 19
Telephon 1425. (23517a

Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, den 31. Dezember 1912.
Außer Abonnement.
Silvester-Vorstellung
zu Volksvorstellungspreisen
Neu einſtudiert
Lumpacivagabundus.
Zauberpoſſe mit Geſang in drei
Akten von Neſtroy. Muſik von
A. Müller.
Spielleiter: Heinrich Hacker.
Muſikal. Leiter: Robert Preuß.
Perſonen:
Stellaris, Feen=
könig
. . .
W. Riechmann
Fortuna, Beherr=
ſcherin
d. Glücks,
eine mächtige Fee Ilſe Berka
Amoroſa, eine Fee,
Beſchützerin der
wahren Liebe . Käthe Meißner
Lumpacivagabun=
dus
, e. böſ. Geiſt Heinrich Hacker
Myſtifax, e. alter
Zauberer . . Auguſt Kräger
Hilaris, ſ. Sohn . Ad. Jungmann
Brillantine, ſ. Ge=
liebte
, Fortuna’s
Tochter .
. Frieda Herbach
Fludribus, Sohn
eines Magiers . Emil Kroczak
Leim, Tiſchlergeſ. Kt. Weſtermann
Zwirn, Schneider=
geſelle

. Richard Jürgas
Knieriem, Schuſter=
geſelle

. Adolf Jordan
Pantſch, Wirt in
Adolf Klotz
Ulm.
Sepherl, 1 Kellne= Anna Dobski
Hannerl, rinnen Claire Senten
Faſſel, Oberknecht
in einer Brauerei Kurt Schüppel
Strudel, Gaſtwirt
zum goldenen
Nockerl i. Wien Ludw. Hinkel
Höbelmann, Tiſch=
lermeiſter
i. Wien Ludw. Wagner
Peppi, ſ. Tochter Em. Mühlpfort
Annaſtaſia Hobel=
mann
, ſ. Nichte . Agn. Wisthaler
Signora, Palpiti Minna Müller=
Rudolph
Laura, ) ihre Hede Schaub
Lamilla, Töchter Käthe Gothe
Hackauf, Fleiſcher=
meiſter
in Prag Frz. Herrmann
Gertrude, Haus=
hälterin
b. Hobel=
mann

Vikt. Ungibauer
Roſel, Magd daſ. Barb. Uttmann
Ein Hauſierer . . Franz Geibel
Ein Maler .
Herm. Knispel
Heyr von Wind=
wachel

. Frz. Schneider
Herr von Luftig. Guſtav Semler
Ein Tiſchlergeſelle Frd. Jachtmann
Ein Schneidergeſ. Ludwig Indorſ
Ein Schneider=
lehrjunge
. . Hdw. Jungkurth
K. Enzbrenner
Erſter
Diener
Zweiter
Br. Waigandt
Eine Wirtin . . Marie Hartig
Erſter
. A. Fleiſchmann
Zweiter Herr
. Karl Feder
Eine Dame.
. Käthe Müller
Im 2. Akte: Konzerteinlagen.
Mitwirkende: Anna Jacobs, Aug.
Globerger, Leo Schützendorf, Elſa
Laura von Wolzogen.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Krank: Alfred Stephani.
Volksvorſtellungspreiſe.
Anf. 7½ Uhr. Ende geg. 10½ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 1. Jan. 1913. Nach=
mittags
2½ Uhr. 14. Volksvor=
ſtellung
zu ermäßigten Preiſen.
Meyers Verkauf der noch
vorhand. Karten an der Tageskaſſe
im Hoftheater am Tage der Vor=
ſtellung
, vormittags von 11 Uhr
ab. Abends 7½ Uhr. 88. Ab.=
Vorſt. B 23. Neu einſtudiert u.
neu inſzeniert (im Koſtüm der Ent=
ſtehungszeit
): . Die Fleder=
naus
. Gewöhnliche Preiſe.
Donnerstag, 2. Jan. 89. Ab.=
Vſt. A 23. Die fünf Frank=
furter
. Gew. Pr. Anf. 7½ U.
Freitag, 3. Jan. 90. Ab.=Vorſt.
D 22. Wenn ich König
wäre. Kl. Pr. Anfang 7 Uhr.
Mittwoch, den 1. Januar 1913.
14. Volksvorſtellung
zu ermäßigten Preiſen.
Meyers.
Schwank in 3 Akten v. Fritz Fried
mann=Frederich.
Spielleiter: Heinrich. Hacker.

Perſonen:
Jacques Meyer . FranzSchneider
Moritz Meyer. . Adolf Jordan
Roſalie, g. Meyer,
ſeine Frau . . Agn. Wisthaler
Gerda, ) beider . Käthe Meißner
Fritz, 1 Kinder . Emil Kroczak
Geheimrat Jacob
Meyer . . . . Paul Eisner
Wilh. Streſemann,
Gutsbeſitzer . . Johann. Heinz
Sophie Charlotte,
geb. Freiin v. d.
Küche
Sofie Heumann
Edith, beid. Tocht. Käthe Gothe
Kugeleit, Gutsbeſ. Heinrich Hacker
Amalie, ſ. Frau . Minna Müller=
Rudolph
Valli, beid. Tocht. Barb. Uttmann
Momber, Gutsbeſ. Paul Peterſen
Dr. Bauer, Rechts=
anwalt
.
. Kt. Weſtermann
Cheyalier Céſarde
la Roche
. Richard Jürgas
Chevalier Erneſte
de la Roche . . Ludw. Wagner
Aurore, ſ. Frau . Em. Mühlpfort
Ottomar Held . Frz. Herrmann
Lola Menotti . . Frieda Herbach
Paul, Diener bei
Jacques Meyer Guſtav Semler
Heinrich, Diener
bei Streſemann Ad. Jungmann
Nach dem 1. Akte längere Pauſe.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 2.05 M., Mittel=
loge
2.05 M., Balkonloge 2.95 M.,
I. Rang 2.05 M., II. Rang 1.05 M.,
Sperrſitz: 1.13. Reihe 1.55 M.,
14.20. Reihe 1.05 M., Parterre
1.05 M., I. Galerie 0.45 M.,
II. Galerie 0.35 M.
Anfang 2½ Uhr. Ende vor 5 Uhr.=
Mittwoch, den 1. Januar 1913.
88. Abonnem.=Vorſt. B 23.
Neu einſtudiert und neu inſzeniert
(im Koſtüm der Entſtehungszeit):
Die Fledermaus.
Operette in 3 Aufz. v. Joh. Strauß.
Muſikaliſcher Leiter: Erich Kleiber.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Gabriel vonEiſen=
ſtein
. . .
Otto Thomſen
Roſalinde, ſ. Frau Gt. Geyersbach
Frank, Gefängnis=
direktor
.
Richard Jürgas
Prinz Orlofsky . Anna Jacobs
Alfred, ſein Ge=
ſangslehrer

. Aug. Globerger
Dr. Falke, Notar Paul Peterſen
Dr. Blind, Advok. L. Schützendorf
Adele, Roſalind.
Stubenmädchen. Olga Kallenſee
Froſch, Gerichts=
diener

. Adolf Jordan
Murray, Amerik. Auguſt Kräger
Ramuſin, Geſandt=
ſchafts
=Attaché . Guſtav Semler
MarquisCariconi,
Spanier
. Emil Kroczak
Aly=Bey, Egypter Willy André
Ida
. Käthe Gothe
Melanie .
Hede Schaub
Sidi
. Erika Hartmut

Em. Mühlpfort
Johanna Kaſten
. Emmy Schulz
Frieda Herbach
. Agnes Kräger
.Vikt. Ungibauer

Fauſtine.
Felicitas.
Silvia
Sabine
Hermine .
Natalie
Jvan, Kammerd.
des Prinzen . . Adolf Klotz
Ein Diener des
Eiſenſtein . . . Joſeph Lerch
Vorkommende Tänze,
arrangiert v. Helene Thiele= Leon=
hardt
. Im 2. Aufz.: a) Böhm.
Polka getanzt von 10 Eleven der
Ballettſchule. b) Donauwalzer
getanzt von Sybilla Huber, Adel=
heid
Croneberg, Frieda Lederer,
Katharina Röder, Luiſe Rehr,
Grete Kumpf u. den Damen des
Corps de Ballet. c) Mazurka,
getanzt von Sybilla Huber.
Nach d. 1. u. 2. Aufz. je läng. Pauſe.
Gewöhnliche Preiſe:
Proſzeniumsloge 6.10 M., Mittel=
loge
6.10 M., Balkonloge 5.10 M.,
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.6.
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.13. Reihe 4.10 M.,
14.20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.5. Reihe 2.80 M., 6.8. Reihe
2.25 M., I. Gal. 1.25 M., II. Gal.
0.65 M.
Anf. 7½ Uhr. Ende 10½ Uhr.
Kartenvk. v. 9½1½ u. v. 6½ U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Donnerstag, 2. Jan. 89. Ab.=
Vſt. A 23. Die fünf Frank=
furter
. Gew. Pr. Anf. 7½ U.
Freitag, 3. Jan. 90. Ab.=Vſt.
D 22. Wenn ich König
wäre. Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Samstag. 4. Jan. 91. Ab.=Vſt.
C 23. Jedermann. Gew.
Preiſe. Anfang 8 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Sonntag, 5. Jan. Nachmittags
2½ Uhr: 15. Volksvorſtellung zu
ermäß. Preiſ. Der G’wiſſens=
wurm
. Vorverkauf bis einſchl.
Samstag, 4. Jan., nur im Ver=
kehrsbüro
, Ernſt=Ludwigsplatz.
Verkauf der noch vorhandenen
Karten an der Tageskaſſe im Hof=
theater
am Tage der Vorſtellung,
vormittags von 11 Uhr ab.
Abends 7 Uhr: 92. Ab.=Vſt. A 24.
Die luſtige Witwe. Ge=
wöhnliche
Preiſe.

[ ][  ][ ]

Zeil 13-79

Frankfurt am Main

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Seiden- und Spitzenstoffe
Kleider-Besätze Spitzen und Tülle
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Schürzen - Taschentücher
Handarbeiten

Teppiche Linoleum Möbelstoffe
Bettvorlagen -Wachstuche
Reisedecken -Steppdecken-Koltern
Bettdecken- Tischdecken - Portieren
Gardinen Wohnzimmer-Möbel
komplette Schlafzimmer und Küchen
Bettstellen in Holz und Eisen - Kinderbetten
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[ ][  ][ ]

Baugraben 410
Frankfurt a. (I.
Zeil 7379

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Januar

Juli.

D. 1 Theodorich M. 2 Mariä Heimſ. D. 3 Cornelius F. 4 Ulrich 6 S. 5 Charlotte S. 6 7. n. Trinit. M. 7 Willibald D. 8 Kilian M. 9 Cyrillus D. 10 7 Brüder 11 Pius S. 12 Heinrich S. 13 8. n. Trinit. M. 14 Bonaventura D. 15 Apoſtelteil. M. 16 Ruth D. 17 Alexius 18 Symphor. (2 19 Rufina S. 20 9. n. Trinit.

M. 21 Daniel
D. 22 Mar. Magd.
M. 23 Liborius
D. 24 Chriſtina
25 Jakobus
.26 Anna
S.27 10. n. Trinit.
M. 28 Pantaleon
.29 Martha
M. 30 Abdon
31 Thraſybul

Mai

M. 1 Neuj. Beſch.Ch. S Himmf. D. 2 Abel, Seth Smund F. 3 Enoch findung S. 4 Elias, Jſab. Ydi S. 5 S. n. Neuj. Dard M. 6 Epiph. Hl. 3 Kg. Dich 6 D. 7 Melchior H Dfried M. 8 Erhard Fislaus D. 9 Martial S, Jobs F. 10 Pauli Einſ. Snin S.11 Hyginus gſten S. 12 1. n. Ep. mil.=L. Yſtmont. M. 13 Hilarius Datius O) D.14 Felix Matember M. 15 Maurus Die D. 16 Marzellus F. 17 Anton Sdus S. 18 Priska Sitatis S. 19 Septuageſ. M. 20 Fab., Heb. Nard ( D. 21 Agnes Dmba M. 22 Vinzenz (E) Mleichn. D. 23 Emerentia Derius F. 24 Timotheus Fbert S. 25 Pauli Bek. S Trinit. S. 26 Sexageſimä St M. 27 J. C. Kaiſ. Gb. Nenz D. 28 Karl d. Gr. Delm M. 29 Valerius C Mmin D. 30 Adelgunde Dand F.31 Virgil Fonella

ovember

Fheiligen
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St. Trinit.
M. Luther
Tt., Biſch.
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St. Trinit.
50
D. Eugen
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D., Em.
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Dter
Fentin 6
Sirnin
Odvent

Juni

8.
M.
D.
M.
D.
S.
5.
M.
D.
M.
D.
S.,
S.
M.
D.
M.
D.

S.
M.
D.
M.
D.
F.
S.
S.
M.

2. n. Trinit.
Erasmus
Chlotildis
Florentin 9
Bonifatius
Benignus
Robert
3. n. Trinit.
Primus
Onophrius
Barnabas J)
Baſilides
Tobias
Eliſäus
4. n. Trinit.
Juſtinus
LauraVolkm.
Arnold (
Gervaſius
Sylverius
Albanus
5. n. Trinit.
Kommer= Anſang
Baſilius
Johann. d. T.
Elogius
Jeremias C
7 Schläfer
Leo
Peten
6. n. Trin. hant

Pauli Ged.

Dezember

Landida
Bibiana
Franz Taver
Barbara
Abigail D)
Nikolaus
2. Advent
Mariä Empf.
ſoachim
Judith
Damaſus
Maxentius
Luc., Ottil. E
3. Advent

S. (20
21
S.

Ignatius
Albanus
4. Quatember
Gratianus
Abraham
Ammon
4. Advent

tUinters
M. 22 Beate Anſang
D. 23 Dagobert
M. 24 Adam u. Eva
D. 25 Hl. Chriſtfeſt
F. 26 2. Chriſtfeſttg
S. 27 Joh., Eva 6
S.28 S. n. Weihn.

M. 29 Jonathan
D. 30 David
M. 31 Hilveſter

meſſen und
Märkte
14. u. 28. Januar vieh=
markt
;11. u. 25. Februar
Viehmarkt; 11. u. 25.
März viehm.; 8. April
viehmarkt; 15. April
meſſe (8 Tage); 6. und
2o. Mai Viehmarkt;
19. Mai Pferdemarkt
(3 Tage); 3. u. 17. Juni
Diehmarkt; 1., 15. u. 29.
Juli Viehmarkt; 19. Au=
guſt
viehmarkt; zo. Au=
guſt
faſelmarkt; 2., 16
u. 30. September Vieh=
markt
, 23. September
meſſe (8 Tage); 13. Ok=
tober
Pferdemarkt (3T.)
14. u. 28. Oktober vieh=
markt
; 11. u. 25. No=
vember
Viehmarktz 9. u.
23. Dezbr. Viehmarkt.

Jüdkiſche
5

Feiertage
1
Purim am 23. März;
Paſlahfeſt am 22., 23.
und 28. April; Paſſa‟.
1
ende am 29. April;
1
Wochenfeſt am 11. und

12. Juni; Faſten wegen
2
Zerſtörung des Tem=
1
pels am 12. Auguſt;
Anfang des Jahres5674
am 2. Oktober; 2. Neu=
1
jahrsfeſt am 3. Okto=
1
ber; kaſten=Gedalja am
2
S. Oktbr., Verſöhnungs=
feſt
am 11. Oktober;
laubhüttenfeſt am 16.
Oktober; 2. Laubhütten=
m

feſt am 17. Oktober;
1
Palmenfeſt am 22.Ok=
1
tober; laubhütteneude
2
am 23.Oktober, Geſetzes=
freude
am 24. Oktober

Derldrrer Darr
Fadt