Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Geſtern vormittag fand in München unter Teilnahme
des Kaiſers und vieler Fürſtlichkeiten die ſeierlichs
Beiſetzung des Prinz=Regenten
Luit=
pold von Bayern ſtatt.
Der preußiſche Kultusminiſter ordnete an,
die Forderungen der Studenten der
Uni=
verſität Halle zu erfüllen.
Die Weſer iſt infolge Hochwaſſers aus den
Ufern getreten. Durch die Ueberſchwemmung iſt
großer Schaden angerichtet worden.
Die Zahl der bei der Schlagwetterexploſion
auf der Zeche „Miniſter Achenbach” ums Leben
gekommenen Vergleute beträgt 46.
Der italieniſche Miniſter des Aeußern San Giuliano
gab in der italieniſchen Kammer Erklärungen
über die Erneuerung des Dreibundes ab.
Der franzöſiſche Aviatiker Garros
unter=
nahm am Mittwoch einen Diſtanzflug von Tunis
über das Mittelländiſche Meer nach
Si=
zilien und der Apenninen=Halbinſel.
In der ruſſiſchen Duma gab der Miniſterpräſident
Kokowzow Erklärungen ab über die Haltung
Ruß=
lands in der Balkanfrage.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Italien und der Dreibund.
* In der italieniſchen Kammer begründete
Abg. Barzilai die an den Miniſterpräſidenten Giolitti
und den Miniſter des Aeußern di San Giuliano
ge=
richtete Interpellation über die vorzeitige
unver=
änderte Erneuerung des Dreibundes und
ſagte, die unveränderte Erneuerung des Dreibundes ſei
nach dem Aufenthalt des Miniſters des Aeußern San
Giu=
liano in Berlin beſchleunigt worden. Barzilai gab
ſo=
dann einen geſchichtlichen Ueberblick über den Dreibund
und führte aus:
In der Vergangenheit ſchützte uns eine negative
Klauſel des Vertrages vor neuen Aenderungen im
Mittelmeer. Aber bald erſchien die Klauſel ungenügend.
Daher wurden beſondere Abkommen mit England
und Frankreich getroffen, die eine Eroberung von
Tripolls möglich machten. In jedem Fall verminderten
die Löſung unſerer Mittelmeerprobleme und die
Ereig=
niſſe im Orient die Garantien, die wir von unſeren
Ver=
bündeten fordern mußten, auf ein Minimum und hoben
die Garantien, die wir leiſten mußten, auf ein Maximum.
Oeſterreich war der Sekundant Deutſchlands in
Algeciras, Deutſchland der Sekundant Oeſterreichs
in der bosniſchen Frage. Italien hatte keinen
Sekun=
danten in Libyen. Wir können ſtolz darauf ſein, daß wir
keinem Dank ſchulden Wir können die Unabhängigleit
Albaniens annehmen, aber wir haben ein Intereſſe
daran, ſie mit den Siegen auf dem Balkan in Einklang zu
bringen. Die öffentliche Meinung Italiens könne nicht
einwilligſen, daß das Reſultat langer Bündniſſe dem
einer politiſchen Iſolierung entſpräche und denen, die
für ſolche Reſultate Opfer verlangen, würde ſie mit
Bis=
marcks Worten antworten: „Kein Volk kann die
For=
derung ſeiner Exiſtenz auf dem Altar der Treue gegen
einen Vertrag opfern.”
Auf die Interpellation Barzilai erwiderte der
Miniſter des Aeußern Marcheſe di San
Giuliano:
Meine Antwort wird kurz, klar und beſtimmt ſein.
Seit mehr als 30 Jahren iſt der Dreibund für ganz
Europa eine Bürgſchaft des Friedens und
für die Dreibundmächte ſelbſt eine Bürgſchaft der
Sicherheit. In den Beziehungen zwiſchen den
Ver=
bündeten erleichtert und feſtigt er die gegenſeitige
Nei=
gung, ihre Intereſſen in Einklang zu bringen, in den
Beziehungen mit den anderen Mächten erleichtern ſeine
frieklichen, deſenſiven Ziele das Zuſtandekommen von
Freundſchaften und Verſtändigungen. Zu internationalen
Fragen hat er ſtets einen einträchtigen friedlichen Willen,
der in der gleichen Neigung der anderen Großmächte ein
Gegenſtück fand, und deſſen wohltätige Wirkungen
jeder=
mann anerkennen muß, mitgebracht und beigeſteuert.
Die Sicherheit eines dauernden Friedens
für die drei Verbündeten und für Europa, die ſich zum
großen Teil aus dieſem Stande der Dinge herleitet, war
eine der Haupturſachen der großen und allgemeinen
wirtſchaftlichen Fortſchritte, die, da ſie die
Intereſſen der ganzen ziviliſierten Welt verknüpfen und
verbinden, dadurch ein neues Hindernis für ſolche
großen Kriege bilden, die nicht durch die höchſte
Notwen=
digkeit des Lebens oder durch die nationale Würde
be=
ſtimmt werden.
Die lange Dauer des europäiſchen Friedens machte
das grandioſe Werk leichter, welches Italien trotz
großer äußerer und innerer Schwierigkeiten in den letzten
30 Jahren vollenden konnte ein Werk, welches vielleicht
unſerer patriotiſchen Ungeduld langſam erſchien, das aber
der unbefangenen Würdigung der Nachwelt fruchtbar und
ruhmreich erſcheinen wird. Während der letzten 30 Jahre
hat Italien die Hauptquellen ſeines Nationalreichtums
entwickelt, dem Staatsbudget Feſtigkeit und Elaſtizität
gegeben, durch liberale Formen die ſoziale Eintracht
ge=
feſtigt, die Armee und Marine verſtärkt und den
natio=
nalen Geiſt ſo geſtärkt und ihn ſo einheitlich geſtaltet,
daß er unter Ueberwindung der ſchwerſten Hinderniſſe
der ſchwierigen Probe entgegentreten und ſie beſiegen
konnte, die uns eine Kolonie gab, die dreimal ſo groß iſt
wie das Mutterland, und die Italien eine Stellung erſter
Ordnung im Mittelmeer und die höchſte Achtung in der
Welt ſichert. Die feſte europäiſche Stellung Italiens,
deren fundamentale Baſis der Dreibund iſt,
war die notwendige Bedingung des Unternehmens, das
durch ſeine Beziehungen und den Einfluß auf die größten
Intereſſen Europas und unſere eigenen, ſowie auch die
ſchwerſten Probleme der gegenwärtigen hiſtoriſchen
Pe=
riode die ernſteſten Schwierigkeiten darbot.
Eine ſolche internationale Stellung iſt eine nicht
we=
niger notwendige Bedingung für die friedliche Löſung
der gegenwärtigen Balkankrife, in der Italien um
ſo leichter ſeine Intereſſen wird wahren können, als es
die libyſche Frage löſen und ſie von dem internationalen
Terrain entfernen konnte, bevor die Frage einer neuen
territorialen Geſtaltung auf dem Balkan und des
Gleich=
gewichts in der Adria und im öſtlichen Mittelmeer
auſtrat.
Der Dreibund kann indeſſen für jede der drei
ihn bildenden Mächte Früchte zeitigen,
vollkomme=
nes gegenſeitiges Vertrauen für die
Gegen=
wart und die Zukunft vorausgeſetzt, weiter vorausgeſetzt,
daß jeder Verbündete die Ueberzeugung hegt, daß er
morgen die Unterſtützung des anderen wird erhalten
können als Ausgleich für das, was er heute für ihn tut,
endlich vorausgeſetzt, daß alle drei wiſſen, daß es ſich nicht
um eine vorübergehende Verbindung handelt, ſondern
um ein feſtes, dauerhaftes Band. Die Sicherheit der
Zukunft iſt ein weſentlicher Faktor des gegenſeitigen
Ver=
trauens, der wirkſamen Eintracht und der herzlichen und
fruchtbaren Intimität.
Aus dieſen durch die Erfahrung von 30 Jahren
er=
probten Tatſachen ergibt ſich das gleiche Intereſſe der
drei Mächte, den Dreibund einige Zeit vor ſeinem Ablauf
zu erneuern auf dieſer feſten Grundlage ſowie auf
der Baſis der italieniſch=öſterreichiſch=ungariſchen
Ab=
kommen von 1897 und 1900, die ſtets vollkommen der
aktuellen Lage Italiens und Oeſterreich=lingarns
ent=
ſprachen. Die aegenſeitigen Beziehungen zwiſchen
die=
ſen an dem Gleichgewicht und der Freiheit in der Adria
am meiſten intereſſierten Mächten ſind heute ſehr intim
und herzlich. Es konnten die fundamentalen Linien zur
Löſung des albaniſchen Problems gefunden werden.
So wie der Dreibundvertrag redigiert iſt.
gewähr=
leiſtet er alle unſere Intereſſen und ſorgt in volkommener
Weiſe für unſere Sicherheit. Es lag alſo kein Grund
vor, ihn abzuändern; keiner der drei Verbündeten bat den
anderen um Abänderung. Es iſt überflüſſig, zu
wieder=
holen, daß der Vertrag defenſive, friedliche
Zwecke hat, und die Erfahrung beweiſt, daß jede der
drei verbündeten Mächte, um ſich an den Geiſt des
Ver=
trages zu halten und um gegen die Verbündeten alles
mögliche zu tun, um ſie nicht in Verwicklungen
hineinzu=
ziehen, die ſie nicht nötig haben, immer verſucht hat und
verſuchen wird, mit den anderen Großmächten
herzliche Beziehungen zu unterhalten und
mög=
liche Urſachen der Reibung zu entfernen. Demgemäß iſt
in der Lage, die ſich aus den Ereigniſſen auf dem Balkan
entwickelt, ein wohltuender Faktor unſere herzliche
Freundſchaft mit Rußland. Im übrigen ſchafft der
Beſitz von Libyen, das jetzt italieniſches Gebiet iſt,
wäh=
rend er den Wert des Bündniſſes für die Mitglieder des
Dreibundes ſteigert, Gefühls= und Intereſſenbeziehungen
zwiſchen drei aroßen Nationen, die berufen ſind, in
Nord=
afrika das hohe und edle Werk der Ziviliſation zu
voll=
bringen. Italien, England und Frankreich
werden demgemäß alle Fragen, die ihre Nachbarſchaft und
ihre gegenſeitige Stellung in dieſen Gebieten betreffen, in
demſelben Geiſte behandeln, in dem die noch jetzt in Kraft
befindlichen Abkommen ſeinerzeit getroffen wurden, und
mit denen die Namen meiner hervorragenden Vorgänger
Visconti Venoſta und Prinetti unauslöſchlich
verbun=
den ſind.
Aber das großartige Werk der Ziviliſation
und der Italianiſierung, das unſer Land in Libyen zu
volbringen hat, darf nicht den Blick ablenken von den
anderen großen Intereſſen, die Italien in allen Teilen
der Welt hat, oder von der Fortſetzung des Werkes des
ökonomiſchen und bürgerlichen Fortſchritts im Innern,
das es jetzt mit bewunderungswerter Ausdauer und ſo
großartigem Erfolge durchgeführt hat.
Auf dieſem Wege wird Italien gehen, ruhig, heiter
und ſtark. voller Vertrauen gegen den ſtrahlenden
Hori=
zont der Zukunft, mit der Ueberzeugung, daß ſein
wachſen=
der wirtſchaftlicher Wohlſtand und ſeine moraliſche Größe
in einem dauerhaften, ſicheren europäiſchen Frieden eine
ſtarke Garantie finden wird. Um dieſe Ziele zu
er=
reichen, muß das Bündnis zwiſchen Italien.
Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn, das
belebt und fruchtbar gemacht wird durch intime und
ver=
trauensvolle Beziehungen zwiſchen den Verhündeten. der
Angelpunkt unſerer auswärtigen Politik bleiben, die durch
ihre Kontinuität, ihren Zuſammenhang und ihre
Feſtig=
keit weiterhin Europas volles Vertrauen und die Achtung
einflößen ſoll, worauf ſeine Loyalität Anſpruch hat, und
die zu verdienen und zu beſitzen Italien das Bewußtſein
und den Stolz hat.
Rußlands Haltung in der
Balkanfrage.
* In der ruſſiſchen Duma gab Miniſterpräſident
Kokowzow ein Expoſé über die äußere Lage und die
Stellung Rußlands zu der Balkanfrage. Er führte dabei
folgendes aus:
Die kriegeriſchen Tugenden und die ſeltene
Einmütig=
keit, die die Balkanvölker bewieſen, konnten nicht
verfehlen, die wärmſte Sympathie aller ruſſiſchen Herzen
zu erregen. Als ſlawiſche orthodoxe Großmacht, die
un=
zählige Opfer gebracht hat, um ihre Raſſen= und
Glaubensbrüder zu ſchützen, kann es
Ruß=
land nicht gleichgültig bleiben, wenn es ſich darum
han=
delt, daß dieſe Völker Eriſtenzbedingungen erlangen, die
im Verhältnis ſtehen mit den vollbrachten Taten und den
vergoſſenen Strömen Blutes, die ihre Lebensintereſſen
und ihre friedliche Entwicklung unbedingt ſicherſtellen und
in Zukunft die Wahrſcheinlichkeit neuer Verwicklungen,
die immer und immer für den europäſchen Frieden
ge=
fährlich wären, ausſchließen würden. Eingedenk der beſten
Tradition und der Geſchichte und in Uebereinſtimmung
mit der klar ausgedrückten öffentlichen Meinung Rußlands
verkennt die kaiſerliche Regierung ſicherlich nicht die ganz
hervorragende Bedeutung der Intereſſen Rußlands. Die
Regierung ſtellt mit Genugtuung feſt, ihre von
An=
fang an eingenommene ruhige Haltung inmitten
der Unruhe und Erregung nicht geändert zu haben.
Sie gab keine Veranlaſſung, bei uns ſelbſtſüchtige Pläne
zu argwöhnen oder zu wünſchen, die Konflikte zu
ver=
ſchärfen. Stets war der Gedanke, den hiſtoriſchen
Pflich=
ten und der Würde des Reiches getreu zu bleiben, ihr
ein=
ziger Leitſatz.
Es wäre gegenwärtig verfrüht darüber zu ſprechen,
welches Mittel gegenüber irgend einer beſonderen Frage,
die durch die Ereigniſſe auf dem Balkan
auf=
geſtellt wird, beſchloſſen wird. Die Grundprinzipien, von
denen ſich die Regierung leiten laſſen muß, wenn die
Stunde der endaültigen Entſcheidung geſchlagen hat, ſind
ebenſo durch unſere Vergangenheit wie die Notwendigkeit
beſtimmt, ſie mit den Bedingungen unſerer gegenwärtigen
Politik in Einklang zu bringen. Getreu unſerem Bündnis
und unſeren Ententen mit den anderen Großmächten den
Unterſtützung unſerer Freunde und Verbündeten ſicher,
ſehen wir unſersteils keinen Nutzen darin, die
Grup=
pierungen der Mächte in Gegenſatz zueinander zu
bringen. Alle Regierungen, die das Gebiet der
gemein=
ſamen Beſprechung der Grundfragen der
gegen=
wärtigen politiſchen Lage verlaſſen würden, würden eine
ſchwere moraliſche Verantwortung übernehmen für die
etwaige Möglichkeit ſpäterer internationaler
Verwick=
lungen. Die Großmächte haben triftige Gründe, um nicht
zu verſuchen, der zukünftigen Entſtehung von
Verwick=
lungen vorzubeugen, die ſich bis zu einer Bedrohung des
europäiſſchen Friedens auswachſen könnten.
Die ruſſiſche Regieruna hofft, daß die
ſoli=
dariſchen Bemühungen. von denen die Großmächte beſeelt
ſind, ihnen heifen werden, ein Einverſtändnis über die
Löſungen zu finden, die ihre Intereſſen mit den gerechten
Anſprüchen der Balkanſtaaten verſöhnen. Deswegen
be=
grüße ich aufrichtig die Initiative der britiſchen
Re=
gierung, die eine vorläufige gemeinſame Beſprechung der
Fragen über die Liquidation des Krieges, wobei die
In=
tereſſen der Mächte mitſpielen, vorſchlug. Die
ſympathi=
ſche Aufnahme, der dieſer Vorſchlag in den Hauptſtädten
Europas begegnete, ebenſo die Zuſammenkunft der
Bot=
ſchafter in London, die ſoeben begonnen hat, müſſen,
ſo hofft die ruſſiſche Regierung, die friedliche Löſung der
gegenwärtigen Kriſis erleichtern.
Der Miniſter ſchloß: Durchdrungen von dem
aufrich=
tigen Wunſche, alle Mittel zur Erhaltung des europäiſchen
Friedens anzuwenden, drückt die ruſſiſche Regierung die
Hoffnung aus daß mit Gottes Hilfe unſere Bemühungen
von Erfolg gekrönt ſein und die zukünftigen Ereigniſſe die
vitalen Intereſſen Rußlands nicht berühren werden, die
zu verteidigen wir berufen ſind im Namen der Ehre und
der Würde unſeres Landes.
Deutſches Reich.
— Die Betriebseinnahmen der
preu=
ßiſch=heſſiſchen Staatseiſenbahnen haben
im Monat November gegenüber dem gleichen Monat des
Vorjahres im Perſonenverkehr 1,5 Millionen Mark, gleich
3,40 Prozent, im Güterverkehr 3,7 Millionen Mark, gleich
2,62 Prozent, insgeſamt mit Einſchluß der
Mehreinnah=
men aus ſonſtigen Quellen, 6,9 Millionen Mark, gleich
3,61 Prozent, mehr betragen.
— Zum Jeſuitengeſetz. Die erſte
Braun=
ſchweigiſche Landesſynode, die am Mittwoch durch den
Kultusminiſter Wolff eröffnet wurde, nahm einſtimmig
eine Entſchließung an, in welcher die Erwartung
ausge=
ſprochen wird, daß ſowohl die Reichsregierung als auch
die braunſchweigiſche Staatsregierung entgegen den in
letzter Zeit hervorgetretenen Beſtrebungen auf Aufhebung
oder auch nur Abbröckelung des Jeſuitengeſetzes ein
ener=
giſches „Nein” entgegenſetzen werde, um den
konfeſſionel=
len Frieden, deſſen erbitterter Feind der Jeſuitenorden
ſei, zu wahren.
Die ſozialdemokratiſche Fraktion
des bayeriſchen Landtages hat beſchloſſen, ſich
ſowohl an den Beiſetzungsfeierlichkeiten des Prinz=
Re=
genten Luitpold als auch an der Eidesleiſtung des neuen
Regenten zu beteiligen.
— Zum Hertlingſchen Jeſuitenerlaß
wird der Frkf. Ztg. aus München geſchrieben:
Die Meldung, daß der verſtorbene Prinz=Regent
Luitpold von dem Jeſuitenerlaß Hertlings erſt aus den
Zeitungen Kenntnis erhalten habe, wird von dem
kleri=
kalen Bayeriſchen Kurier, der bis zum Erſcheinen der
neuen Staatszeitung ja wohl noch als Regierungsorgan
offiziös angeſprochen werden darf, auf das
allerentſchie=
denſte dementiert. Der Weg des Jeſuitenerlaſſes ſei ein
ordnungsmäßiger geweſen. Der Jeſuitenerlaß Hertlings
habe den Miniſterrat paſſiert, und es ſei darüber
regel=
recht dem Regenten Vortrag gehalten worden und der
Regent habe ſein Einverſtändnis erklärt. An dieſer
wirklichen Tatſache ſei nichts zu deuteln, und daran
än=
derten auch die „zuverläſſigſten Informationen” nichts.
„Es iſt ganz ſelbſtverſtändlich” — ſo erklärt das genannte
Blatt — „und wir wiſſen es auch auf das beſtimmteſte,
daß ſowohl Kultusminiſter v. Wehner über dieſe Frage
dem Regenten Bericht erſtattet hat, wie auch das
nach=
folgende Miniſterium über den neuen Jeſuitenerlaß.”
Bei Gelegenheit der weiteren Ausführungen erfährt man
auch etwas Näheres über das weitere Schickſal des
Je=
ſuitenerlaſſes, über das ſeit der Entſcheidung des
Bun=
desrats Unklarheit beſtand. Der Bayeriſche Kurier
er=
klärt nämlich: „Faktiſch hat er zu exiſtieren aufgehört,
ohne daß eine formelle Zurücknahme erfolgte. Reichsrecht
geht vor Landrecht. Durch den Beſchluß des Bundesrats
wurde der bayeriſche Erlaß ohne weiteres außer Kraft
ge=
ſetzt. Einer beſonderen Verfügung bedurfte es daher von
ſeiten der bayeriſchen Regierung nicht, und eine ſolche iſt
tatſächlich auch nicht erfolgt.”
— Das ſächſiſche Volksſchulgeſetz. Da
die Erſte Kammer die Beſchlüſſe der Zweiten Kammer
zum Volksſchulgeſetze abgelehnt hat, muß das Geſetz als
geſcheitert betrachtet werden, wenn die Zweite Kammer
eine Zweidrittel=Mehrheit gegen das Geſetz aufbringt;
andernfalls kann die Regierung das Geſetz
veröffent=
lichen.
Ausland.
Frankreich.
Bourgeois Ablehnung. Léon Bourgeois
empfing eine Abordnung der ſozialiſtiſch=radikalen
Gruppe, die ihm den Beſchluß der Gruppe übermittelte,
in dem dieſe einſtimmig den Wunſch ausdrückt, Bourgeois
möge die Kandidatur für die Präſidentſchaft der Republik
annehmen. Die Delegierten erklärten bei Ueberreichung
des Schriftſtückes, daß ſie keine ſofortige Antwort
ver=
langten, aber Bourgeois bäten, von dieſem Beweis der
Sympathie und des Vertrauens Akt zu nehmen.
Bour=
geois erwiderte, er ſei tief gerührt von dem
Vertrauens=
beweis ſeiner politiſchen Freunde, die Antwort könne aber
leider nicht anders als verneinend ausfallen.
Geſund=
heitliche Rückſichten, die ihn früher beſtimmten, die
Kan=
didatur abzulehnen, ſeien auch jetzt für ihn maßgebend.
Er halte es für eine dringende Gewiſſenspflicht, keine
Aufgabe zu übernehmen, deren Pflichten er nicht voll
er=
füllen könne. Vorher war auch Poincaré bei Bourgeois
und richtete in ſeinem Namen und im Namen des
geſam=
ten Kabinetts das dringende Erſuchen an ihn, ſeine
Wei=
gerung bezüglich der Präſidentſchaftskandidatur
zurückzu=
nehmen. Bourgeois weigerte ſich jedoch, dies zu tun.
England.
Im Unterhauſe teilte Premierminiſter Asquith
mit, daß das Haus vom 20. Dezember bis zum 30.
De=
zember in die Weihnachtsferien gehe und dann mit der
Beratung der Homerulebill, der Vorlage betreffend die
Trennung von Kirche und Staat in Wales und mit der
Wahlrechtsreformvorlage fortfahre. Die Regierung hoffe,
dieſe drei Geſetzentwürfe bereits Anfang Februar durch
das Unterhaus zu bringen und dann auch die Beratung
der Gewerkvereinsvorlage, ſowie einige kleinere Vorlagen
zu Ende zu führen.
Rußland.
Die geſetzgeberiſchen Aufgaben der
Duma. In der Duma legte Miniſterpräſident
Kokow=
zow in eingehender Rede die geſetzgeberiſchen Aufgaben
dar, die in der vierten Legislaturperiode der Reichsduma
harrten und gab eine Aufzählung der verſchiedenen
Ge=
ſetzentwürfe und Regierungsvorſchläge, die ſich den
Re=
formen der letzten Jahre in organiſcher Weiſe anfügten.
Die Regierung hofft, und es iſt gewiß, erklärte
Kokow=
zow, daß die vierte Reichsduma die Frage der nationalen
Verteidigung mit demſelben Geiſte der Liberalität und
mit demſelben Patriotismus behandeln wird, wie es die
vorhergehende getan hat. Gemäß der Verfügung des
Kaiſers werde die Regierung der Duma alles
unter=
breiten, was von Wichtigkeit ſei, und was durch die
Not=
wendigkeit, die Kräfte der Armee zu organiſieren, geboten
werde. Da der Regierung die Sicherheit und die Rechte
des einzelnen Staatsbürgers am Herzen liegen, halte ſie
eine ſchleunige Beſprechung der Geſetzentwürfe über die
Unverletzbarkeit der Perſon und eine Reform der
Aus=
nahmegeſetze gemäß dem Manifeſt vom 30. Oktober 1905
für unbedingt notwendig. Die Paßformalitäten werden
zur Erleichterung des Verkehrs mit dem Ausland
verein=
facht. Die Beſtrafung der Preßvergehen im
Verwal=
tungswege wird durch die gerichtliche Verfolgung erſetzt.
Auch wird das Vereins= und Verſammlungsrecht
ge=
mildert.
Für den nächſten Freitag haben ſich 57 Redner
vor=
merken laſſen, die auf die Rede Kokowzows antworten
wollen.
Vereinigte Staaten.
Einwanderungsbill. Das
Repräſentanten=
haus hat mit 178 gegen 52 Stimmen eine Bill über die
Einwanderung angenommen, welche eine von dem Senat
angenommene Bill erſetzen ſoll. Nach der neuen Bill
ſollen Perſonen über 16 Jahren, die nicht leſen können, von
er Einwanderung ausgeſchloſſen ſein; ausgenommen
ſind=
ſolche Perlonen, die nachweiſen können, daß ſie wegen
reli=
giöſer Verfolgung ausgewandert ſind.
China.
Die Urwahlen ergaben bisher eine ſtarke
pro=
greſſiſtiſche Mehrheit.
* Straßburg, 18. Dez. Die amtliche
Straß=
burger Korreſpondenz gibt heute das bereits gemeldete
Verbot des Buches von Hanſis L histoire
'Alsace bekannt, kennzeichnet als den auf jeder Seite
klar zutage tretenden Zweck des Buches die gewiſſenloſe
Schürung des Deutſchenhaſſes und bezeichnet es als eine
in ihrer Oberflächlichkeit ſich ſelbſt richtende, oft lächerlich
wirkende und wiſſenſchaftlich völlig wertloſe Darſtellung
einer angeblich elſaß=lothringiſchen Geſchichte. Die
offi=
zielle Verlautbarung ſchließt: Obwohl das Buch bei
ſei=
ner marktſchreieriſchen Aufmachung bekannt ſein mußte
und im Nouvelliſt des Abgeordneten Wetterlé (!) unter
Wiedergabe beſonders gehäſſiger Stellen beſprochen
wurde, hat es leider faſt die ganze elſaß=lothringiſche
Tagespreſſe nicht für nötig gehalten, ein Wort der
Ab=
lehnung zu finden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 20. Dezember.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Mittwoch vormittag 10½ Uhr
im Neuen Palais die Oberin des Eliſabethenſtifts. Um
5 Uhr folgten J. K. H. die Großherzogin einer
Ein=
ladung der Freifrau von Heyl zum Tee. (Darmſt. Ztg.)
* Ordensverleihungen. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Kreisfeuerwehrinſpektor
Johann Philipp Barbara Medicus zu Gernsheim
die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen und dem Kau mann Michael
Gerlach zu Gernsheim das Allgemeine Ehrenzeichen
für Verdienſte am Bande des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen verliehen.
Das Großh. Regierungsblatt Nr. 38 vom
19. Dezember hat folgenden Inhalt: 1. Verordnung,
die Enteignung von Gelände zu Feſtungszwecken um
Mainz betreffend. 2. Bekanntmachung, den Bau und
Betrieb der Nebenbahn Mannheim-Weinheim betreffend.
3. Bekanntmachung, die Großherzoglich Heſſiſche
Sterbe=
kaſſe für Unteroffiziere betreffend. 4. Bekanntmachung,
Konzeſſion zum Umbau, zur Ergänzung und Erweiterung
der Darmſtädter Straßenbahnen betreffend.
** Anläßlich des Namenstages des Kaiſers von
Ruß=
and fand geſtern vormittag 11 Uhr in der ruſſiſchen
Ka=
pelle auf der Mathildenhöhe Gottesdienſt mit
an=
ſchließendem feierlichem Tedeum ſtatt, an dem außer den
Mitgliedern der ruſſiſchen Geſandtſchaft und der ruſſiſchen
Kolonie auch der Staatsminiſter Dr. Ewald und der
Divi=
ſionskommandeur, Generalleutnant von Plüskow,
teil=
nahmen. Nach dem Gottesdienſt fand beim ruſſiſchen
Mi=
niſterreſidenten van der Vliet Frühſtück ſtatt, an dem
die drei Miniſter, der preußiſche Geſandte, der engliſche
Geſchäftsträger, der Diviſionskommandeur, die oberſten
Hofchargen, der Oberbürgermeiſter und der Kommandeur
des Leibdragonerregiments, deſſen Inhaber bekanntlich
der Kaiſer von=Riußland iſt, im ganzen 30 Perſonen,
teil=
nahmen.
g. Strafkammer. Eine unüberlegte Handlung brachte
einen hieſigen unbeſcholtenen Steinmetz vor die
Straf=
kammer unter der Anklage der qualifizierten
Ur=
kundenfälſchung. Der Angeklagte war längere
Zeit Vorſitzender eines kleineren hieſigen Vereins und
bemühte ſich als ſolcher, die Ausgaben der Vereinskaſſe
auf ein möglichſt niedriges Maß herabzudrücken. So hatte
er es auch des öfteren verſtanden, Lieferanten des
Ver=
eins dazu zu bewegen, ihre Rechnungen um 1—2 Mark
herabzuſetzen. Als er nicht wieder zum Vorſtand gewählt
wurde, glaubte er auch berechtigt zu ſein, bei einer
Rech=
nung, die er um 2 Mark herabgehandelt hatte, den Betrag
für ſich zu behalten. Er änderte deshalb die Rechnung
entſprechend ab, wodurch er ſich aber der
Urkundenfälſch=
ung ſchuldig gemacht hatte. Er wurde unter Zubilligung
mildernder Umſtände zu zwei Wochen Gefängnis
verurteilt. — Der, Landwirt Georg Schneider aus
Bensheim wurde wegen eines Vergehens gegen das
Viehſeuchengeſetz zu 30 Mark Geldſtrafe verurteilt
Er hatte während der beſtehenden Sperre zwei Ferkel
ein=
geführt und dieſe in den Stall zu den übrigen Tieren
geſtellt, obgleich eine achttätige Quarantäne angeordnet
war, worauf der Angeklagte noch ausdrücklich aufmerkſam
gemacht worden war. Nur unter Berückſichtigung der
bisherigen Unbeſtraftheit erkannte das Gericht auf die
geringe Geldſtrafe. — Der 23jährige Taglöhner Peter
Anton Weyrauch II. von Aſchbach war vom
Schöffen=
gericht wegen Bedrohung zu 14 Tagen Gefängnis
verurteilt worden, weil er am Sonntag, 23. Juli, im
Olfener Gemeindewald dem Bürgermeiſter von Olfen,
Heilmann, mit dem Meſſer gedroht hatte. Der Angeklagte
war an dem Tage in den Wald zum Heidelbeerpflücken
gegangen, obwohl er wußte daß dies nur den
Ortsein=
geſeſſenen geſtattet war. Als Bürgermeiſter H. ihn
auf=
forderte, ſeinen Namen zu nennen, ging Weyrauch auf
ihn zu mit gezogenem Meſſer. Auf die Hilferufe einer
Frau, die Zeugin des Vorfalles war, eilten andere
Orts=
bürger herbei, die ſchließlich dem Angeklagten noch eine
gehörige Tracht Prügel verabreichten. Trotzdem W.
be=
reits mehrfach wegen Roheitsdelikten vorbeſtraft iſt,
er=
hob er Berufung gegendas Urteil des Schöffengerichts,
indem er ſich auf Notwehr beruft. Die Strafkammer
ver=
wirft die Berufung als unbegründet und ſchließt ſich den
Ausführungen des Staatsanwalts an, der bedauerte,
daß nicht vom Amtsanwalt ebenfalls Berufung
einge=
legt wurde.
A Vom Großh. Hoftheater. Heute geht bei
aufgeho=
benem Abonnement als erſte Kindervorſtellung E. Manns
Weihnachtsſviel „Bonifacius” in einer Neueinſtudierung
in Szene. Die Vorſtellung, die Hofrat de Haan leitet,
be=
ginnt um 5 Uhr. Es findet kein Kartenverkauf ſtatt. Am
Samstag gelangt als zweite Kindervorſtellung
Humver=
dincks Märchenſpiel, Hänſel und Gretel” unter muſikaliſcher
Leitung von Kapellmeiſter Lert zur Aufführuna. Beainn
der Vorſtellung 6 Uhr, Ende gegen 8 Uhr. Als zwölfte
Volksvorſtellung zu ermäßigten Preiſen geht Sonntag
nach=
mittag L’Arronges Luſtſpiel „Haſemanns Töchter” in
Szene. Den Vorverkauf hat bis Samstag abend das
Ver=
kehrsbureau inne. Am Abend wird zum erſtenmal an
einem Sonntag in dieſer Spielzeit Bizets „Carmen” als
Die Frau im Reiche der Lüfte.
Wenn wir aus der geſchichtlichen Perſpektive die
endloſe Reihe der Verſuche überſchauen, die als
Ver=
wirklichung der alten Griechenſage von Dädalus, als
Symbol einer über die Grenze von Jahrtauſenden
zu=
rückreichenden Sehnſucht nach dem traumhaften Flugideal
in die Erſcheinung getreten ſind ſo nimmt der unruhig
flackernde, aber um ſo ſchärfer keitiſierende Blick unſerer
Augen bei ſo manchen Gliedern dieſer langen Kette einen
ſtetigen, faſt zart geformten Ausdruck an, und ruht mit
gleichſam anmutigem Wohlwollen in der wilden Flucht
von Erſcheinungen, die ihn umgeben, für lange Zeit auf
dieſem Punkte. Faltige Gewänder rauſchen an unſer
Ohr, das an harte Männerſtimmen gewohnt iſt, und
Zeuge rauher Worte und Taten in dem eiſernen
Ring=
kampf um die Beherrſchung des Luftmeeres war;
ſüß=
lächelnde Züge und liebliche Erſcheinungen treten vor
unſer geiſtiges Auge, dem bisher das eherne Gepräge
männlicher Schöpfungskraft bewundernd Ausdruck
ver=
liehen hatte. Und wenn wir läſſig weiter blättern in dem
Buche, das einem in Jahrhunderten ſiegreich
durchgeführ=
ten Kampfe gewidmet iſt, dem Kampf nach der Freiheit
über uns leuchtender Sphären, ſo wird unſer
anfäng=
liches Staunen allmählich einer Bewunderung, einem
Be=
greifen weichen, und wie aus dem unbekannten Rätſel,
das ſeiner Löſung im Herzen des Jünglings harrt, die
vollbewußte Ehrfurcht des Mannes vor dem Weibe wird,
ſo entwickelte ſich aus dem ſtaunenden Zaudern, aus einem
ganz leiſe zu Tage tretenden Widerſpruch des
männ=
lichen Erfindergenies das volle Verſtändnis für die Rolle
die die Frau auf dem Gebiete der Luftfahrt geſpielt hat
und noch zu ſpielen berufen iſt.
Das brennende Verlangen nach dem Ungewiſſen wrar
der Schlüſſel zu dem pſychologiſchen Beweggrunde, der
das erſte weibliche Weſen zu dem Wunſche veranlaßte,
ſich dem trügeriſchen Spiel der Winde im ſchwankenden
Korbe anzuvertrauen. Dieſes Ungewiſſe reizte und
kitzelte die empfindlichen Nerven der Frau um ſo mehr,
als ſie ſelbſt in dem rieſigen Lufthalle, der, vollſtändig
beherrſcht durch das Machtgebot der Winde, aber doch in
majeſtätiſchem Fruge ungewigen Geſtaden zutrieb, de
Symbol ihres eigenen Weſens wiederfand. Wer mit
Frauen oder Luftballons zu tun hat, weiß nie wo er
lan=
det; und wiſſen es die Frauen wohl ſelbar? Und neben
dieſen verlockenden Nervenreizen, lag da nicht der
brennende Ehrgeiz weiblichen Stolzes, der ſeinem
Ueber=
winder den ſtolzen Fuß auf den Nacken ſetzen wollte?
Waren das nicht Beweggründe genug, die bangen Zweifel
zu überwinden, die wohl im Stillen vor dem kühnen
Wagnis in ihrer Seele aufkeimten?
In hellen Scharen ſtrömten die jungen Pariſer
Ariſtokratinnen zu dem Schauſpiel des erſten bemannten
Ballonaufſtieges, der in dem Jardin de la Muette am 21.
November 1783 ſtattfand. In allzu weiſer Vorſicht hatte
Ludwig XVI. den Chef ſeiner bewährten Polizei in
per=
ſönlicher Audienz beauftragt, nur zwei begnadigte
Sträf=
linge zur Ausführung dieſes unſicheren Experimentes
zu=
zulaſſen. Aber mit dem ganzen Stolze ſeines adeligen
Empfindens ſträubte ſich der junge Pilätre de Rozier
gegen dieſe königliche Verordnung, und es gelang ihm
auch mit Hilfe ſeines einflußreichen Freundes, des
Mar=
quis d’Arlandes, dem Könige die Erlaubnis
abzu=
zwingen, als erſtes menſchliches Weſen ſelbſt in die Lüfte
aufſteigen zu dürfen. Kaum war dieſe Tatſache bekannt,
da wurde Rozier ſchon von zahlreichen Frauen, darunter
Damen der höchſten Geſellſchaft umdrängt und in allen
Tonarten gebeten, an dem erſten Aufſtiege mit teilnehmen
zu dürfen. Aber begreiflicher Weiſe ſchlug Rozier alle
Bitten rundweg ab. Umſo mehr drängte ſich 8 Tage ſpätet
das weibliche Geſchlecht an Robert heran, der am 1.
De=
zember in einem Gasballon von den Tuilerien aufſtieg
und einige verſchmähten es nicht, ihm anſehnliche
Geld=
beträge zu verſprechen, falls er den Kavalier ſpielen
würde. Aber alles vergebens. Nicht in Frankreich,
ſon=
dern in Belgien, zu Lyon, ſtieg die erſte Frau in einer
Montgolfiére auf; Eliſabeth Thible, geborene Eſtrieux,
hieß die kühne Luftſchifferin, die ſich in Gegenwart
König Guſtavs III. von Schweden am 24. Juli 1784 bis
auf nahezu 3000 Meter erhob, und faſt 1 Stunde einſam
in der luftigen Höhe verweilte. Miſſes Sage, eine
Eng=
länderin von ſeltener Schönheit, wagte im nächſten
Jahre, einen Aufſtieg im Freiballon, wählte ſich aber zwei
erfahrene Luftſchiffer, den bekannten Italiener Lunardi
urd einen Amerkaner nanus Biggin zum Schutze und
zur Begleitung. Die Auffahrt fand am 29. Juni 1785 in
der Nähe von London ſtatt und erregte berechtigtes
Auf=
ſehen. Es dauerte auch gar nicht lange, da krat ſchon die
Frage der geſtrengen Sittlichkeit auf und findige Köpfe
erachteten eine Disputation über das Thema: „iſt es einer
Frau erlaubt, in Begleitung eines einzelnen Herrn in
weltentrückten Höhen dahin zu gondeln” für durchaus
angemeſſen. Das Direktoire gilt zwar im allgemeinen
nicht als eine übertrieben ſittenſtrenge Zeit, aber als
die=
ſes ungemein intereſſante Problem zur greifbaren
Wirk=
lichkeit werden ſollte und ſomit der öffentlichen Diskuſſion
anheimfiel, als Paris plötzlich durch die ſenſationelle
Ankündigung überraſcht wurde, der beliebte Chevalier de
Saint=Georges, Jacques Garnerin, — an den man ohne
ſeinen populären Fallſchirm gar nicht denken konnte —
beabſichtige mit einer jungen Dame eine Ballonfahrt zu.
unternehmen, da hielt es die allerhöchſte Polizeibehörde
unter allen Umſtänden für geboten, ihr Schamgefühl für
verletzt zu erklären und gegen die Ausführung eines
ſolchen „ſkandalöſen Planes” Proteſt einzulegen. Der
Kommiſſar des Zentralbureaus, Citoyen Picquemard
ſtand an ihrer Spitze.
Es iſt wirklich reizend in ſeinen Erinnerungen die
Szene zu leſen, die Garnerins perſönlich eingelegten
Pro=
teſt beſchreibt. „Ich war anweſend — erzählt
Picque=
mard — als der Bürger Garnerin ins Zentralbureau
kam. Als man ihn beſtragte, ob er die
Unfallsmöglich=
keiten bedacht habe, die allein durch den Druck der Luft
auf die ſo zarten Organe eines jungen Mädchens
hervor=
gerufen werden könnten, antwortete er, daß er nicht
ein=
ſehen könne, was zu befürchten ſei. Als man ihn
weiter=
fragte, ob ſeine eigene Sicherheit nicht gefährdet werde,
wenn ſeine Begleiterin durch den Aufſtieg in
unvorher=
geſehene Höhen ſchmerzliche Empfindungen erlitte oder
gar das Bewußtſein verlöre, antwortete er, daß er für
Alles hafte.”
Den amüſanten Verhandlungen machte der
Polizei=
miniſter ein Ende, indem er das Zentralbureau
auffor=
derte, das Verbot aufzuheben, da der Skandal, zwer
Perſonen verſchiedenen Geſchlechtes in die Lüfte ſteigen
zu ſehen, nicht größer ſei, als wenn dieſe im gleichen
Wagen fahren würden, und da man außerdem eine
mün-
dige Frau nicht verhindern könne, das zu tun, was man
B2. Abonnementsvorſtellung, Buchſtabe C 20, unter
Lei=
tung von Richard Lert zur Aufführung gelangen.
* Konzeſſion zum Ausbau der Darmſtädter
Straßen=
bahnen. Der Heſſiſchen Eiſenbahn= Aktien=
Geſellſchaft in Darmſtadt wurde die
landes=
herrliche Konzeſſion zum Bau und Betrieb der
nachſtehend aufgeführten, dem öffentlichen Verkehr
dienen=
den Bahnſtrecken innerhalb der Gemarkungen Darmſtadt
und Beſſungen erteilt: 1. einer zweigleiſigen Bahnſtrecke
vom Ernſt=Ludwigs=Platz über den Marktplatz und den
Schillerplatz, ſowie durch die Landgraf=Georgs=Straße
bis zum verlängerten Fiedlerweg, mit einer eingleiſigen
Schleife nach dem Oſtbahnhof, durch die Erbacher Straße
und durch die Fortſetzung des Fiedlerweges, ſowie mit
einem Aufſtellgleis weſtlich des Oſtbahnhofes; 2. einer
zweigleiſigen Bahnſtrecke von der Rheinſtraße durch die
Neckarſtraße und die Heidelbergerſtraße bis zur
Lands=
kronſtraße, mit zwei nach Oſten und nach Weſten an die
Gleiſe in der Rheinſtraße anſchließenden
Verbindungs=
kurven, ſowie mit einem Aufſtellgleiſe zwiſchen der
Moos=
bergſtraße und der Landskronſtraße; 3. einer
zweigleiſi=
gen Bahnſtrecke vom Luiſenplatz durch die Luiſenſtraße
über den Mathildenplatz und durch die Frankfurterſtraße
bis zum Städtiſchen Schlacht= und Viehhof, mit
zweiglei=
ſiger, von Norden nach Oſten verlaufender
Verbindungs=
kurve zwiſchen den Gleiſen in der Luiſenſtraße und den
Gleiſen der früher Städtiſchen elektriſchen Straßenbahn
in der oberen Rheinſtraße; 4. der entſprechenden
Ver=
bindungsſtrecken und Ergänzungsanlagen.
Verdingungsweſen. In Ausführung eines
Be=
ſchluſſes der letzten Vorſtandsſitzung der
Handwerks=
kammer fand dieſer Tage eine Beſprechung auf
dem Bureau der Kammer ſtatt, in welcher die das
Hand=
werk ſchädigenden Beſtimmungen in
Veer=
dingungsunterlagen von Privaten behandelt
wurden. Anweſend waren einige Vorſtandsnzitglieder
und die Vorſitzenden der baugewerblichen Korporationen
in Darmſtadt. An Hand vorliegender Verträge und
Ver=
dingungsprotokollen behandelte Vorſtandsmitglied Sames,
der auch die Sitzung leitete, die einzelnen Beſtimmungen,
welche das Handwerk ſchädigen und in denen insbeſondere
den Uebernehmern von Arbeiten Laſten auferlegt
wer=
den, die als unerträglich angeſehen werden müſſen;
Vor=
ſchriften, wie z. B., daß alle und jede Nebenarbeiten, die
ſich im Laufe des Baues ergeben, wie dieſelben auch
heißen mögen, von den Unternehmern ausgeführt werden
müſſen, ohne daß denſelben ein Anſpruch auf beſondere
Vergütung zuſteht; daß fertiggeſtellte Arbeiten auf
un=
begrenzte Zeit, ohne Anſpruch auf Entſchädigung, auf
Koſten des Unternehmers lagern ſollen, daß für
Schrift=
ſtücke und Telephongeſpräche der Unternehmer dem
Archi=
tekten beſtimmte Beträge zu zahlen hat uſw. An der ſich
anſchließenden, eingehenden Beſprechung beteiligten ſich
der Vorſitzende der Kammer, die Herren Ganß, Haury,
Dachdeckermeiſter Müller, Schreinermeiſter Müller,
Hill=
gärtner, Pohl u. a. Die Wünſche der Verſammlung
zu=
ſammengefaßt, gehen dahin, daß die Vorſitzenden der
ein=
zelnen Korporationen in ihren Mitgliederverſammlungen
zunächſt einmal dahin wirken, daß Verträge mit ſolch
ſchädigenden Beſtimmungen unter keinen Umſtänden von
den einzelnen Handwerkern unterſchrieben werden. In
Mainz, Gießen, Worms und eventl. noch weiteren Plätzen
ſollen ähnliche Beſprechungen ſtattfinden und darauf
Ver=
handlungen mit den zuſtändigen Stellen eingeleitet
wer=
den behufs Beſeitigung der zu beanſtandenden
Beſtim=
mungen in den Verdingungsunterlagen. Zur
Behand=
lung auf dem Deutſchen Handwerks= und
Geworbekam=
mertag ſoll die gleiche Angelegenheit eingereicht werden.
— Gewerbe=Muſeum. Der zurzeit im Gewerbe=
Muſeum ausgeſtellte Alt=Darmſtadt=Baukaſten
iſt bis auf wenige Exemplare vergriffen. Nachlieferungen
können keine ſtattfinden, daher baldigſte Verſorgung
Scmpfohlen.
* De Kaſſeſtunden bei der Großh.
Hauptſtaats=
kaſſe ſind für die Zeit vom 1. November bis Ende
Februar von 8½ bis 12½ Uhr feſtgeſetzt worden.
* Hundeſtener. Bei herannahendem Jahresſchluß
möchten wir unſere Leſer in ihrem Intereſſe auf die
Vorſchriften der Hundeſteuerverordnung
auf=
merkſam machen, welche hinſichtlich der Abmeldung
von Hunden zu beachten ſind. Wer nämlich den
Beſitz eines Hundes aufgibt, hat dies ſpäteſtens bis
zum Ablaufe des Kalenderjahres der Bürgermeiſterei
ſeines Wohnorts anzuzeigen. Die Abmeldung muß
durch den Beſitzer ſelbſt entweder mündlich oder
ſchrift=
lich geſchehen und iſt hierbei anzugeben, an welchem
Tage und an wen der abzumeldende Hund abgegeben
wurde. Bei mündlicher Abmeldung iſt der im
Hunde=
regiſter gemachte Eintrag von dem Abmeldenden zu
unterſchreiben. Ueber die erfolgte Abmeldung erhält der
ſeitherige Hundebeſitzer auf Verlangen von der
Bürger=
meiſterei eine Beſcheinigung. Dieſe Abmeldung iſt auch
von demjenigen zu erſtatten, der mit einem Hunde von
ſeinem ſeitherigen Wohnſitze in einen anderen Ort des
Großherzogtums wegzieht. Wer die Abmeldung bis
über den Jahresſchluß hinaus unterläßt, hat die Steuer
für das folgende Jahr weiter zu entrichten, wenn
er nicht etwa vor Ablauf des Jahres der Abſchaffung des
Hundes aus dem Großherzogtum verzogen iſt. Zugleich
machen wir noch darauf aufmerkſam, daß die geſetzliche
Beſtimmung, wonach von der Hundeſteuer für je einen
Hund alle diejenigen Perſonen befreit waren, die infolge
ihres Berufes oder Gewerbes einſam wohnten und ein
Einkommen von weniger als 2600 Mk. verſteuern,
auf=
gehoben worden iſt und jetzt Steuerfreiheit nur noch für
Hirtenhunde beſteht.
— Verzeichnis neu hergeſtellter Fernſprechanſchlüſſe
und Aenderungen bei beſtehenden Sprechſtellen. a)
Neu=
anſchlüſſe: 2526 T. Argenton, Kaufmann, Landgraf=
Philipp=Anlage 62; 1723 Ludwig Bergſträßer,
Stuktateur=
meiſter, Wienersſtr. 47: 1363 Cronau, Hauptmann im
Straßburger Feld=Art.=Regt. Nr. 84, Riedeſelſtr. 51; 1271
Deinhard, Generalmajor z. D., Eichbergſtr. 2; 1580 Karl
Eichelsheim, Direktor der Darmſtädter Möbelfabrik, G. m.
b. H., Darmſtr. 67; 1906 Eilboten=Inſtitut „Blitz=Radler”,
Schuchardſtr. 14; 585 Garniſon=Lazarett=Neubau,
Stadt=
allee 5 (Hopfengarten); 1619 Bernhard Hoetger,
Bild=
hauer, Profeſſor, Wilhelminenſtr. 18; 561 Adolf Kahn,
Agenturen, Friedrichſtr. 13; 1091 Lenz, Profeſſor,
Hoch=
ſtraße 53; 1056 Dr. Karl Merck, Heinrichſtr. 27; 1779 J.
Müller=Rippert Nachf. (Inh. A. v. Froreich),
Korſetten=
maßgeſchäft, Wilhelminenſtr. 17½; (553) Guſtav
Oppen=
heimer, Kaufmann, Landwehrſtr. 2; 986 v. Oertzen,
Haupt=
mann im Leibg.=Inf.=Regt. Nr. 115, Eichbergſtr. 15; 1176
Frau Staatsrat v. Pander, Niolaiweg 8; 1220 Dr. H.
Rauſch, Spezialarzt für Hautkranke, Rheinſtr. 2; 1775
Ludwig Riedeſel, Freiherr zu Eiſenbach, Oberleutnant im
Leibdrag.=Regt. Nr. 24, Ohlyſtr. 40; 1937 Dr. Ferdinand
Rohde, Geheimer Oberfinanzrat, Herdweg 101; 846
Fried=
rich Roth, Bäckerei, Lauteſchlägerſtr. 8; 2588 Prinzeſſin
Solms=Braunfels, Wilhelmſtr. 27; 1125 Freiherr Karl
v. Starck, Kammerherr, Major a. D., Eichbergſtr. 17;
2175 Freifrau L. v. Stein, Annaſtr. 18; 1687 Frau Marie
Stoll, Mathildenſtr. 16; 1713 Friedr. Thomas
Hofbuch=
binderei, Zimmerſtr. 11; 1895 Wilhelm Trautmann,
Bäckerei, Roßdörferſtr. 59; 1197 H. Ullrich,
Gutenberg=
ſtraße 61; 1661 Frl. Emma und Leonore Weber,
Martin=
ſtraße 74. — b) Aenderungen: 1800 Paul David,
übertragen an Frhrn. v. Buddenbrock; 90
Elektrizitäts=
werk I; 151 Elektrizitätswerk II; 436 Straßenbahn
Ar=
heilgen; 434 Straßenbahn Eberſtadt; 441 Straßenbahn
Griesheim; 292 Städt. Straßenbahnverwaltung; jetzt:
Heſſ. Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft: 1. Direktion,
Luiſen=
ſtraße 20—22, Nr. 90 und 590; 2. Elektr. Straßenbahn
Böllenfalltor Nr. 292; 3. Dampfſtraßenbahn: a) in
Eber=
ſtadt Nr. 434; b) in Acheilgen Nr. 436; e) in Griesheim
Nr. 441; 4. Elektrizitätswerk II (Dornheimer Weg 60)
Nr. 151; 248 Haas, Ohlyſtr. 30, jetzt Riedeſelſtr. 2; 2042
Frau S. Landau, übertragen an Ludwig Landau; 591
Ludwigshöhe, Wilhelm Emmel, übertragen an Wilhelm
Wenz; 1497 Hermann Maſſot, übertragen an Dr. jur.
Karl Brücher; (60) Wilh. Müller, Schuhgeſchäft,
Rhein=
ſtraße 4, jetzt 6; 1779 J. Müller=Rippert Nachf., jetzt V.
Froreich Nr. 1168; 1880 Odenwälder Hartſtein=Induſtrie,
Nieder=Ramſtadt, jetzt Nr. 2525; 962 Frhr. v. Schauroth,
jetzt Nr. 556; 1734 Auguſt Venten, Heidelbergerſtr. 98,
jetzt Beſſungerſtr. 82½; 829 Aug. Wilk, jetzt Nr. 596; 2009
Joh. Georg Wolf, übertragen an Johann Pob. —
e) Abgebrochene Sprechſtellen: 1860 Willy
Bur=
meſter; 1140 Meyer=Edward; 2083 Patent= und Techn.
Bureau; 2083 H. Uhrig.
§ Fleiſchpreiſe. Nach den von dem Vorſtand der
Metzger=Innung mitgeteilten Verkaufspreiſen der
Fleiſch= und Wurſtwaren wird vom 21.
De=
zember ab der Preis für ½ Kilo Rindfleiſch von
94 Pfennig auf 90 Pfennig herabgeſetzt.
* Treue Mieterin. Der Darmſtädter
Haus=
beſitzerverein (E. V.) hat Frau A. Anderſſon
Witwe, welche ſchon über 25 Jahre in dem Hauſe des
Herrn S. Grebe, Soderſtr. 51, wohnt, eine ehrende
Anerkennung in Form eines Blumenkorbes
über=
reichen laſſen.
— Zweckverband der Landgemeinden des Kreiſes
Darmſtadt zum Bant billiger Eigenhäuſer. Unter dem
Vorſitz des Herrn Provinzialdirektors Fey fand am
Dienstag im Kreisamt eine Verſammlung der
Bürgermeiſter der Landgemeinden und
zahlreicher Gemeinderatsmitglieder dieſer Gemeinden
ſtatt, in der dieſe bedeutſame Frage behandelt wurde, wie
rm beſten der Bau billiger Eigenhäuſer gefördert
wer=
den könne. Herr Provinzialdirektor Fey gab einen
Ueber=
blick über die Entwickelung des Wohnungsweſens in
Heſſen, in dem er insbeſondere die Verdienſte des Ernſt=
Ludwigs=Wohnungsvereins hervorhob. Er führte
ſo=
dann aus, wie wichtig eine gute Wohnungsfürſorge für
die Gemeinde und für die Familien, auf deren Glück
auch das Glück der Gemeinde beruhe, ſei, wie das
Wohn=
ungsweſen mit der Volkshygiene auch zuſammenhänge
und die ganze Volkswirtſchaft beeinfluſſe. Ebenſo
ver=
wies der Vorſitzende auf die Notwendigkeit einer
rich=
tigen Bodenpolitik in den Landgemeinden. Die
Aus=
führungen wurden von der Verſammlung mit Beifall
aufgenommen und ergänzt durch Aeußerungen des
Vor=
ſitzenden der Landesverſicherungsanſtalt, Herrn
Geheime=
rat Dietz, der insbeſondere den Zuſammenhang
zwi=
ſchen Hygiene und Wohnungsweſen beleuchtete und die
lebhafte Unterſtützung der Landesverſicherungsanſtalt, die
an der Hebung des Wohnungsweſens hervorragend
intereſſiert ſei, zuſagte. Auch der
Landeswohnungsinſpek=
tor, Herr Gretzſchel, befürwortete eine umfaſſende
Organiſation der Landgemeinden für dieſen Zweck und
wies ebenfalls darauf hin, daß vor kurzem in Worms
eine ähnliche Organiſation durch den dortigen Kreisrat
Kayſer ins Leben gerufen worden ſei. Der Referent des
Kreisamts gab einen kurzen Ueberblick über die
geſetz=
lichen Vorſchriften des Wohnungsfürſorgegeſetzes und
machte darauf aufmerkſam, daß dieſes Geſetz den
Gemein=
den erhebliche Laſten bringen könne, falls bei
Wohnungs=
mangel, der auch im Kreiſe Darmſtadt vorliege, auf
Ab=
hilfe gedrungen werde. Der Zweckverband gäbe die
Antwort auf die Frage: Wie kann für den Bau billiger
Eigenhäuſer ohne finanzielle Belaſtung der=
Gemeinden geſorgt und damit auf die zweckmäßigſte
Weiſe den Vorſchriften des Wohnungsfürſorgegeſetzes
ge=
nügt werden?
Es folgte eine lebhafte Dis kuſſion,
in der von allen Seiten die Zweckmäßigkeit und
Not=
wendigkeit der in Rede ſtehenden Organiſation
aner=
kannt wurde. Es wurde u. a. insbeſondere öfters
be=
tont, daß die Spannung auf dem Geldmarkt den Bau
billiger Eigenhäuſer immer mehr erſchwere und daß
des=
halb die Vermittelung billigen Baukapi=, die der Zweckverband anſtrebe, außerordentlich zu
begrüßen ſei. An der Debatte beteiligten ſich
insbeſon=
dere die Herren Bürgermeiſter Appel=Nieder=Ramſtadt,
Walther=Traiſa, Rückert=Ober=Ramſtadt, Götz=
Eſcholl=
brücken. Lang=Pfungſtadt, die Gemeinderatsmitglieder
Dr. Aſcher=Eberſtadt, Krämer=Traiſa, Fey=Pfungſtadt,
Delp=Eſchollbrücken und Schanz=Ober=Ramſtadt. Auf die
Anfrage aus der Verſammlung, ob die berechtigten
Inter=
eſſen der Bauunternehmer nicht geſchädigt würden,
er=
klärte der Referent des Kreisamts, daß in den vorläufig
entworfenen Statuten beſonderes Gewicht gerade auf
dieſe Frage gelegt worden ſei und daß die Intereſſen
der Bauunternehmer durch eine ſpezielle Vorſchrift in
den Statuten ſo gewahrt ſeien, daß angenommen
wer=
den könne, dieſe würden die Errichtung eines
Zweckver=
bandes ebenfalls nur befürworten können. Die
Zuſtim=
mung zu dem Grundgedanken des Projektes wurde von
allen Seiten kundgegeben. Das Weitere wird nun in
Verhandlung mit den einzelnen Gemeinderäten beraten
und ausgeführt werden.
Der Vorſitzende dankte den Erſchienenen für die
Sympathie, welche ſie der Angelegenheit
entgegen=
gebracht hätten und betonte daß gerade diel
Diskuſſion zur Aufklärung und Förderung der
Ange=
legenheit erheblich beigetragen habe. Sodann ſchloß er
die Sitzung mit dem Wunſche, daß das in der heutigen
Verſammlung beſprochene Unternehmen der Bevölkerung
und den Gemeinden des Kreiſes dauernd zum Segen
gereichen möchte.
— Verein für Sammlung von Zigarrenabſchnitten.
Die Jahresverſammlung des Vereins für
Sammlung von Zigarrenabſchnitten fand am Mittwoch
in der Reſtauration der Turngemeinde ſtatt. Nach dem
Rechenſchaftsbericht betragen in 1912 die
Ein=
nahmen 326,26 Mk., welche beſtehen aus: Geſchenke von
Ungenannten 16,10 Mk.; Separatkiſtchen und zwar:
Stamm=
tiſchgeſellſchaft „Ueberbrettl” der Reſtauration Brauerei
Fay 100 Mk.: Freimaurerloge 39,75 Mk.; Geſellſchaft
Permiſſionsbrüder, Reſtauration Heß, Kirchſtraße, 40 Mk.;
Reſtauration Sitte 7,37 Mk.; 9 weitere Stammtiſchkiſtchen
9.61 Mk.; Kegelklub der Geſellſchaft „Eintracht” 14 Mk.;
Allgemeine Sammelkiſtchen 25,63 Mk.; Erlöſe aus
Stan=
niol ꝛc. 35,30 Mk.; Erlöſe aus 55 Pfund Abſchnitten 38,50
Mk.; zuſammen 326,26 Mk., wovon 300 Mk. zur
Verteilung und 26,26 Mk. in das Jahr 1913 als Kaſſe=
den Männern erlaube; man müſſe ihnen im Gegenteil
die Gelegenheit darbieten, durch einen Aufſtieg in die
Lüfte einen Beweis ihres Mutes und ihrer Kühnheit zu
geben.
Endlich am 6. Juni 1789 wurde die Erlaubnis er
teilt. Zwei Tage ſpäter ſchon ſtieg Garnerin mit Madame
Henry, der „jungen und ſchönen Nymphe der Lüfte” wie
ſie in einem zeitgenöſſiſchen Berichte heißt, im Park von
Monceaux auf, umjubelt von einer vieltauſendköpfigen
Menge. Die Fahrt verlief ohne Zwiſchenfall und die
bei=
den glücklichen Menſchenkinder, die ſo manche bittere
Ver=
dächtigungen hatten hinnehmen müſſen, ehe die lang
ver=
weigerte Erlaubnis eingetroffen war, landeten glatt in
Gouſſinville, zirka 30 Kilometer von Paris entfernt.
Gerade derartige Ereigniſſe waren dazu angetan,
auf das Gefühl und Urteil der Maſſe durch Begeiſterung
zu wirken und den Gedanken in den weiteſten Kreiſen
heimiſch werden zu laſſen, daß die Frau nicht nur das
Recht habe, ihren Freiheitsgelüſten durch einen Aufſtieg
im Ballon mit oder ohne Begleitung Geltung zu
ver=
ſchaffen, ſondern daß ſie vielleicht eine geradezu
notwen=
dige Rolle in der Beherrſchung des Luftraumes zu ſpielen
berufen ſei. Zunächſt wirkte ja die „Ballonſtimmung” auf
die kindlich=heitere Seite des weiblichen Gemütes und
wir können und dürfen es auch der lieben Gräfin Albon
nicht verargen, daß ſie oft, ja ſogar ſehr oft, in den
Park=
änlagen ihrer reizenden Beſitzung vor den Toren von
Frankreichs Hauptſtadt zur Beluſtigung einer
auserleſe=
nen Geſellſchaft jungen Schweinchen den Genuß von
Ballonreiſen verſchaffte und dieſe Epiſoden auf goldenen
Fächern durch hervorragende Künſtler verewigen ließ —
nur müſſen wir hinzufügen, daß ſie ſelbſt an dieſen
Bal=
lonaufſtiegen en miniature zweifelsohne das größte
Ver=
gnügen gehabt hat. Aber nur zu bald ſchon kommt die
Zeit, in der aus Genuß ein Beruf wird, anſtrengend,
ge=
fährlich — aber ertragsreich, weil das immerfort nach
Senſation lechzende prokanum vulgus ſchon gegen Ende
des 18. Jahrhunderts durch die vielen Aufſtiege eines
Blanchard, Garnerin und Lunardi verwöhnt geworden,
nun mit neuem Behagen die prickelnden Reize von
Frauenaufſtiegen einſog. Darin hatte ſich Marie Made=
laine Sophie Armant, die ſpätere Gattin Blanchards
nicht getäuſcht, und als ihr Mann, der Millionen verdient
hatte, im größten Elende mit den Worten ſtarb: „Liebe
Frau, es bleibt dir nichts anderes übrig, als dich ins
Waſſer zu ſtürzen oder dich aufzuhängen” da faßte ſie
den weiſeren Entſchluß, in die Fußſtapfen ihres Gatten
zu treten und Luftſchifferin zu werden. Das Glück war
ihr hold, und durch ihre mutigen, zum Teil tollkühnen
Ballonfahrten wurde ſie l'enfant chérie der Pariſer. Sie
trat bei allen großen Feſtlichkeiten auf und führte auch am
24. Juni 1810 anläßlich der Vermählung Napoleons mit
der Erzherzogin Marie Louiſe auf dem Marsfelde einen
prächtig gelungenen Aufſtieg aus. Ein ſchöner Stich aus
jenen Zeiten zeigt ſie auch am 4. Mai 1814 bei den
Ein=
ſetzungsfeierlichkeiten Ludwigs XVIII. hoch oben in den
Lüften.
„Doch mit des Geſchickes Mächten ‟ In dieſem
Falle war es aber nicht Aeolus, der in neidiſcher Wut
das freche Eindringen in ſeine ureigenſten Sphären zu
rächen kam, ſondern die Folge weiblichen Ehrgeizes, der
mit offenen Augen auf die gefahrdrohenden Klippen
zu=
ſteuerte. Es war in der Nacht des 6. Juli 1819, als
in=
mitten geiſterhafter bengaliſcher Flammen, unter Klängen
der Fanfaren und Trompeten und unter frenetiſchem
Beifall einer ungeheuren Menſchenmenge Frau Blanchard
vom Tivoli in der Rue Saint=Lazare im Ballon aufſtieg,
um den Pariſern das Schauſpiel eines Feuerwerkes aus
etlichen 100 Meter Höhe vorzuführen. Bald erſtrahlte
der ganze Ballon im magiſchen Widerſchein der hellen
Feuergarben. Ein Sprühregen goldener Funken ergoß
ſich aus der Gondel und ſteigerte den Tubel der Zuſchauer
ins Maßloſe. Das ging lange zu, bis ſich auf einmal
eine kleine blaue Flamme züngelnd am unteren Ende der
Gashülle bemerkbar machte. Kaum 5 Minuten ſpäter
hoben mitleidige Leute den völlig zerſchmetterten
Leich=
nam der erſten Berufsluftſchifferin vom Pflaſter der
Straße auf. Der Ballon war explodiert.
War ſo in Frankreich durch das wiederholte
Auf=
treten der Madame Blanchard die Zugkraft an den
ein=
fachen Ballonfahrten einer weiblichen Perſon erlahmt,
ſo blieb der Frau, die es auf Senſation abſah, noch der
gefährliche Reiz eines Fallſchirmabſturzes aus großen
Höhen übrig. Der Adoptivtochter des älteren Jean
Bap=
tiſte Garnerin, Eliſa, 1791 zu Paris geboren, gebührt
der Ruhm, als erſte ihres Geſchlechts ein ſolches
Experi=
ment unternommen zu haben. Kaum 22 Jahre alt, führte
ſie 1814 bei der Feier der Einſetzung Ludwig XVIII.
ihren erſten Fallſchirmabſturz auf dem Marsfelde aus,
der glücklich verlief. Auch in Gegenwart des Königs von
Preußen, der 1811 in Berlin dem Aufſtiege der erſten
deutſchen Luftſchifferin, Frau Reichardt, beigewohnt
hatte ,führte ſie am 21. September 1815 einen zweiten,
ebenfalls gelungenen Verſuch aus einer Höhe von 1800
Metern aus. Seitdem wiederholte ſie dieſe
Fallſchirm=
abſtürze in größerer Anzahl und unternahm ſchon 1820
ihr vierzigſtes Experiment dieſer Art. Ihre Nachfolgerin
wurde, wenn auch in einem Abſtande von 30 Jahren, die
Gattin des borühmten Reitkünſtlers Poitevin, die in
den Jahren 1849—52 ganz Paris durch ihre waghalſigen
Vorführungen in aufregender Spannung hielt. Der
knallrote Fallſchirm, mit dem ſie insgeſamt 38 Abſtürze
ausführte, war bald ein notwendiges Requiſit bei allen
öffentlichen Feſten und ſo populär, wie in ſpäteren Zeiten
der kleine Schoßhund einer Sarah Bernhardt. Die Pariſer
verlangten eben energiſch nach Abwechslung, und wer
wollte ihnen das auch verargen?
Die wiſſenſchaftliche Bedeutung der Frau Poitevin
beſteht aber in der Tatſache, daß ſie der äronautiſchen
Fachwelt durch einen Verſuch bewies, daß der Fallſchirm
keinesfalls als Spielzeug angeſehen werden darf, ſondern
vielmehr, wenn mit Umſicht behandelt, zum
wiſſenſchaft=
lichen Rettungsapparat werden kann. Sie ſtieg Ende
1852 zu Parma in eine Höhe von nahezu 2000 Meter und
brauchte zum Abſtiege volle ¾ Stunden, ſo daß ſie beim
Landen ihren Mann, mit dem ſie zuſammen aufgeſtiegen
war, angeblich bereits beim Verpacken des Luftballons
fand. Es iſt bemerkenswert, daß die Leiſtung dieſer
küh=
nen Frau niemals, ſelbſt bis in unſere moderne Zeit
hin=
ein, übertroffen, ja nicht einmal annähernd erreicht wurde.
Auch an wiſſenſchaftlichen Auffahrten nahm die Frau
regen Anteil, und es kam vor, daß einzelne Damen ſich
allein zu dieſem Zweck vereinigten. So ſtiegen zu
Lon=
don im Jahre 1857 Mrs. Graham. Mrs. Adams und ein=
Miß Dean in der „Royal Victoria” auf und brachten
vorcat übertragen werden ſollen. Es wurden der
Klein=
kinderſchule der Privatmädchenarbeitsanſtalt, dem
Frauenverein Caritas, dem Eliſabethenſtift, den
barm=
herzigen Schweſtern und der Knabenarbeitsanſtalt je 50
Mark, zuſammen 300 Mark, zur Beſchaffung praktiſcher
Weihnachtsgeſchenke überwieſen. Die Einnahmen des
Sammelvereins ſind zurückgegangen, veranlaßt durch die
derzeit beſtehenden zahlreichen Sonderſammelvereine und
der geringen Ergebniſſe der Sammelkiſtchen. Der
Vor=
ſtand ſagt allen Sammlern, die in ſo reger Weiſe
beige=
tragen, das oben bekannt gegebeue Reſultat zu erzielen,
ſowie allen Freunden des Vereins, die in ſo
entgegen=
kommender Weiſe das Intereſſe desſelben gefördert haben,
herzlichſten Dank, bittet um ſerneres Wohlwollen und
freundliche Unterſtützung. Ganz beſonderer Dank wird
der werten Stammtiſchgeſellſchaft „Ueberbrettl” der
Re=
ſtauration Fay ausgeſprochen, deren außerordentlich reiche
Spende hauptſächlich dazu beigetragen hat, das obige
Re=
ſultat zu erzielen. Der Freimaurerloge, ſowie der
Ge=
ſellſchaft Permiſſionsbrüder ſpricht der Vorſtand für die
überwieſenen reichen Spenden herzlichſten Dank aus. Die
Herren Adolf Kalbfleiſch, Heinrich Kichler, Karl
Mühl=
pfort und J. Weitzel erklärten ſich zur weiteren
Ueber=
nahme der Vorſtandsgeſchäfte bereit und können
Samm=
lungen jederzeit an dieſe Herren abgegeben oder zur
Ab=
holung angemeldet werden. Die Aufſtellung von
Sam=
melkiſtchen bei Stammtiſchgeſellſchaften, welche ſich für den
Verein intereſſieren, wäre dem Vorſtand ſehr erwünſcht
und wird um freundliche Anmeldung ſolcher gebeten.
Mitgliederkarten ſind bei dem Vorſtand zu haben. Der
geringe Beitrag von 20 Pfg. macht den Beiteitt zum
Ver=
ein jedermann leicht und wird um zahlreiche Beteiligung
gebeten.
Weihnachtskonzert. Wie alljährlich, findet auch
dieſes Jahr wieder ein großes
Weihnachts=
konzert ausgeführt von der Kapelle des Großh.
Artillerie=Korps unter Leitung des Herrn
Obermuſik=
meiſters Mickley am Sonntag, den 22. Dezember,
abends 8 Uhr, im großen Saale des „Schützenhofes” ſtatt.
Es werden wieder wie im vergangenen Jahre große
Weihnachtsüberraſchungen dem Publikum geboten, ſo
u. a. „Fröhliche Weihnachten” Tongemälde von Koedel
mit Benutzung von Kinderinſtrumenten. Auch wire
wieder eine Kinderſzene „Der Traum des kleinen Fritz”
im Programm enthalten ſein. (Näheres durch weitere
Anzeige.)
m. Verhütung der Tannenbaumbrände. Eine ſchlimme
Begleiterſcheinung des frohen Weihnachtsfeſtes ſind die
alljährlich vorkommenden Tannenbaumbrände.
Trotz aller Belehrungen über ihre Verhütung ereignen
ſich ſolche Brände immer wieder. Wer vermeiden will,
ſich hierdurch die Feſtfreude zu verderben, der ſorge dafür,
dem Tannenbaum einen ſtarken, mit breiten Füßen
ver=
ſehenen Ständer zu geben. Dann ſtelle man ihn nicht in
die Nähe leicht brennbarer Gegenſtände, wie es die
Fen=
ſtergardinen ſind. Die Kerzen bringe man ſo auf den
Zweigen an, daß ihre Flammen oder die ausgeſtrahlte
Hitze die Zweige nicht zu entzünden imſtande ſind.
Baumwolle, die man zerzupft als Schnee auf die Aeſte
wirft und Papierdekorationen, wenn dieſe nicht feuerſicher
gemacht ſind, ſoll man als Chriſtbaumſchmuck gar nicht
verwenden. Stücke aus Zelluloid ſollten niemals den
Baum zieren, denn dieſe ſind wegen ihrer leichten
Ent=
zündbarkeit äußerſt gefährlich, wie die erhebliche Zahl
von Zimmerbränden beweiſt. Auch darf ein Chriſtbaum
mit brennenden Lichtern nicht ohne Aufſicht gelaſſen
wer=
den. Wenn der Tannenbaum ſeines Daſeins Zweck
er=
füllt hat, hüte man ſich, den noch grünen Stamm und die
Zweige in den Ofen zu ſtecken, denn ihr reicher Harzgehalt
verurſacht leicht folgenſchwere Exploſionen.
§ Brände. Die Feuerwache wurde geſtern 4 Uhr 50
Minuten nachmittags alarmiert wegen eines
Ladenbran=
des in dem Bluſengeſchäft Schnell in der Kirchſtraße. Der
Inhalt des Erkers, meiſt Kleidungsſtücke, ſtand in hellen
Flammen. Durch den Gebrauch von zwei Minimax=
Apparaten und einer Schlauchleitung von der Autoſpritze
wurde das Feuer in kurzer Zeit bewältigt. Feuerwache
zurück 5 Uhr. — Die Feuerwache wurde abermals um
6.09 Uhr nachmittags nach Neckarſtraße 9 alarmiert.
Da=
ſelbſt war ein Kellerbrand ausgebrochen; derſelbe
wurde mit einer Schlauchlinie von der Autoſpritze gelöſcht.
Die Feuerwehr kehrte 6.30 Uhr zurück.
Pfungſtadt, 18. Dez. In Gegenwart der Vertreter
des Schul=, Orts= und Kirchenvorſtandes fand heute früh
im Schulhauſe zu Ehren des mit dem 1. Januar 1913 in
den Ruheſtand tretenden Lehrerveterans Jakob Schmidt
von hier ein Feſtakt ſtatt. Als Vertreter der Großh.
Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt wohnte der Feier Herr
Kreisſchulinſpektor Prof. Dr. Frenzel bei, der nach
herzlicher Begrüßung, des Lehrers Schmidt und der üb=
rigen Anweſenden in einer längeren, zu Herzen gehenden
Anſprache die Verdienſte des aus ſeinem Amt ſcheidender
Erziehers und Lehrers hervorhob. Das unermüdliche
Wirken und Schaffen im Dienſte des Idealen bezeugte
Herr Prof. Dr. Frenzel dem am Ende ſeines Dienſtes
ſtehenden Lehrer und übesreichte ihm zum äußeren
Zei=
chen der Anerkennung der Schulbehörde das ihm von
Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog verliehene Ritterkreuz
2. Klaſſe Philipps des Großmütigen. Er knüpfte daran
den Wunſch, daß Herrn Lehrer Schmidt ein langer,
hei=
terer und beſchaulicher Lebensabend beſchieden ſein möge.
Herr Oberlehrer Ickes ehrte den Gefeierten im Namen
des Schulvorſtandes und ſeiner übrigen Kollegen. Auch Herr
Bürgermeiſter Lang zollte dem aus ſeinem Dienſte ſchei
denden Lehrer rückhaltloſes Lob. Herr Pfarrer
Krae=
mer hob die religiöſe Geſinnung des Herrn Schmidt her
vor und ſagte ihm für ſein verdienſtvolles Wirken als
Mitglied des Kirchenvorſtandes herzlichen Dank. In
be=
wegten Worten dankte Herr Lehrer Schmidt für die ihm
durch den Mund des Herrn Kreisſchulinſpektors aus
geſprochene Anerkennung der Schulbehörde und Sr. Kgl.
Hoheit für die Auszeichnung. Ebenſo dankte er den
übrigen Rednern für die ihm dargebrachten Wünſche.
Herr Schmidt tritt nach 46jährigem Wirken und 14
jäh=
rigem Dienſte an der hieſigen Schule in den
wohlver=
dienten Ruheſtand.
Bensheim, 19. Dez. In der Eulerſchen Papierfabrik
blicken der Papiermaſchinenführer Heinrich Stallenberger
auf eine 50jährige ununterbrochene
Tätig=
keit, und Georg Härter, Kontoriſt, Adam Bauer, Heizer,
und Adam Lingelbach, Klebmaſchinenführer, auf eine 25 Tätigkeit zurück.
M. Erfelden, 19. Dez. Der Taglöhner Jakob Braun
von hier hat ſich in ſeiner Behauſung in ſelbſtmörderiſcher
Abſicht mit dem Revolver eine Kugel in den
Kopf geſchoſſen. Trotzdem ärztliche Hilfe bald da
war, ſtarb Braun im Beiſein des Arztes. Braun war
ſchon einmal in der Landespflegeanſtalt Philippshoſpital
länger als ein halbes Jahr interniert, iſt aber im Laufe
des Sommers als geheilt entlaſſen worden. Da ein
an=
deres Motiv der Tat unbekannt iſt, ſo wird er ſie
höchſt=
wahrſcheinlich in einem Anfall geiſtiger Umnachtung
be=
gangen haben.
Babenhauſen, 19 Dez. Der 70jährige Bäckermeiſter
Heinrich Sch. hat ſich in ſeiner Wohnung erhängt.
Ver=
mutlich hat er die Tat in geiſtiger Umnachtung begangen.
Offenbach, 19. Dez. Seit Einführung der neuen
Städteordnung führt die Verwaltungsſtelle der Stadt die
Bezeichnung „Der Oberbürgermeiſter der Stadt
Offen=
bach a. M.‟ Dieſe Aenderung der Amtsbezeichnung
machte auch ein neues Stadtſiegel erforderlich.
Mit deſſen Anfertigung wurde Profeſſor Otto Hupp
(München) beauftragt Der Künſtler hat nach
eingehen=
den Studien über die Geſchichte des Offenbacher
Stadt=
wannens gegenüber der in den letzten Jahren
gebräuch=
lichen, mehr naturgetreuen Wiedergabe des Eichbaums im
Stadtwappen eine den Grundſätzen der Heraldik mehr
entſprechende Ausführung gewählt, die auch der
urſprüng=
lichen Form des im Offenbacher Stadtwappen geführten
Eichbaums näher kommt. — Zur Frage der
Sa=
nierung der Lokalbahn Offenbach —
Frank=
furt hat nun auch die hieſige Handelskammer in ihrer
Geſamtſitzung Stelluna genommen. Die Handelskammer
iſt der Anſicht, daß die Uebernahme der
Lokal=
bahn durch die Städte Offenbach und Frankfurt
und ihre Elektriſierung auf einer gleichzeitig anzulegenden,
ſchon lange notwendigen zweiten Verbindungsſtraße
zwi=
ſchen beiden Plätzen erreichbar und für die beteiligten
Gemeinden, die wirtſchaftlich vollkommen zuſammen
ge=
hören, von außerordentlich hohem Werte iſt. Die
Han=
delskammer wird in dieſem Sinne mit den zunächſt in
Frage kommenden Stellen in Verbindung treten. — Ein
frecher Einbruch wurde geſtern mittag in der
Woh=
nung des Arbeiters J. Schroth. Kurfürſtenſtraße 1.
ver=
übt. Während deſſen Frau in der Waſchküche beſchäftigt
war, wurde in die Wohnung eingebrochen und aus der
verſchloſſenen Kommode 33 Mk., der Betrag, den ſich
Schroth in der Weihnachtskaſſe geſpart hatte, geſtohlen.
Uhren und Ringe, welche noch dabei lagen, ließ der Dieb
liegen
Mainz, 19. Dez. In der geſtrigen
Stadtverord=
netenſitzung gab der Oberbürgermeiſter das
Er=
gebnis der elektriſchen Ausſtellung bekannt.
Die Ausſtellung war von 61270 Perſonen beſucht. Die
Einnahmen betrugen 32929,88 M., die Ausgaben 24 251,26
Mark, mithin ein Ueberſchuß von 8678,62 Mark.
Von dem Ueberſchuß ſind folgende Zuwendungen gemacht:
500 Mark dem Oberbürgermeiſter zur freien Verwendung
an die Ortsarmen und 500 Mark dem Mainzer
Journa=
liſten= und Schriftſtellerverein für ſeine tätige Mitarbeit.
Der Reſt von 7378,62 Mark wird zur Verfügung geſtellt,
wenn es ſich in Zukunft um Veranſtaltungen handelt, die
Handel und Verkehr der Stadt fördern können. — Der
Leiter der Darmſtadter ſtädtiſchen
Schul=
zahnklinik, Zahnarzt Dr. Köhler, hat zu einer
Beſichtigung der Darmſtädter Klinik
eingeladen. Da die Meinungen bei den Stadtverordneten
bei einer früheren Ausſprache über die Zweckmäßigkeit
einer ſtädtſchen Schulzahnklinik weit auseinanderoingen,
legt der Oberbürgermeiſter dar, daß man der Einladung
gerne an einem ſpäter zu beſtimmenden Tage Folge leiſten
werde.
Oppenheim, 19. Dez. Durch den umfangreichen
Per=
ſonenverkehr auf dem Bahnhof hatte ſich ſchon längſt
die Notwendigkeit einer Unterführung ergeben.
Geſtern weilte eine Kommiſſion von der
Eiſenbahndirek=
tion hier, um die Bahnhofsanlage zu beſichtigen und die
Unterführungslinie feſtzuſetzen. Sie iſt für die Südſeite
des Bahnhofs vorgeſehen. Die Ausführung ſoll möglichſt
bald erfolgen.
Bodenheim, 18. Dez. Der Uhrmacher Gerkhardt
aus Oppenheim, der mit der Nebenbahn aus Selzen kam
und hier umſteigen wollte, geriet aus bisher noch nicht
aufgeklärter Urſache unter den einfahrenden
Zug und erlitt am linken Arm derartig ſchwere
Ver=
letzungen, daß er abgenommen werden mußte. Auch
an der linken Körperſeite wurde er ziemlich hart
mitge=
nommen, ſo daß er ins Rochushoſpital gebracht werden
mußte.
Eich, 19. Dez. In die Wohnung des Landwirts Adam
Sauter drangen geſtern abend zwei
Män=
ner ein und verlangten von Sauter unter Drohungen
und Mißhandlungen eine größere Geldſumme. Als
Sauter ihnen den Inhalt ſeiner Geldbörſe (20 Mark) gab,
entfernten ſich die Verbrecher eiligſt.
Köngernheim, 19. Dez. Tot aufgefunden wurde
geſtern früh in ſeiner Wohnung der in den 60er Jahren
ſtehende ledige Jakob Held 3. von hier. Der Tod iſt
durch Kohlenoxydgasvergiftung eingetreten
und dadurch hervorgerufen worden, daß einige glühende
Kohlen aus dem Ofen in den Kohlenkaſten fjelen und die
darin befindlichen Kohlen in Glut gerieten.
Friedberg, 19. Dez. Der Lageriſt der
landwirtſchaft=
lichen Hauptgenoſſenſchaft für Oberheſſen. Philipp Gehl,
wurde wegen Unregelmäßigkeiten
verhaf=
tet. Die Genoſſenſchaft teilt dazu mit, daß die
Betrüge=
reien bereits längere Zeit zurückliegen und Gehl durch die
neue Leitung der Genoſſenſchaft ſeines Poſtens als
Lage=
riſt bereits enthoben worden war. Die Unterſchlagungen
ſind nicht ſehr umfangreich und größtenteils gedeckt.
(*) Butzbach, 19. Dez. Mit dem
Sanierungs=
plan der Butzbach- Lich- Grünberger
Eiſenbahn beſchäftigte ſich abermals eine
Ver=
ſammlung der Bürgermeiſter der
Gemein=
den, welche von der Linie berührt werden. Dabei konnte
die leidige Angelegenheit, welche die Finanzen aller
Ge=
meinden berührt, zu allſeitiger Zufriedenheit:
erledigt werden. Die heſſiſche Regierung hat
ſchon=
ſeit einiger Zeit zwiſchen den Gemeinden und der
Bahn=
baufirma Lenz u. Co. vermittelt. Medizinalrat Dr.
Vogt=
hat mit der Firma in Berlin verhandelt. Die
Vertreter=
ſämtlicher Gemeinden genehmigten den Sanierungsplan-
Dadurch wird die Exiſtenz der Bahn für die Zukunft
ge=
ſichert und ſchließlich den Gemeinden die Garantie
gege=
ben, daß die zum Bahnbau geliehenen Darlehen
unver=
kürzt zurückerſtattet werden.
(*) Heuchelheim, 19. Dez. Der Heuchelheimer
Wald, der ſich am Dünsbera ausdehnt und etwa 150
Morgen umfaßt, iſt nunmehr endgültig preußiſich
ge=
worden. Der Wald wurde der Gemeinde Rodheim
an der Bieber zugeteilt.
(*) Grünberg, 18. Dez. Eine ſchlimme Nachricht für
die Einwohner iſt es, daß bei Aufſtellung des
Voran=
ſchlags feſtgeſtellt wurde, daß ein Fehlbetrag
von 10000 Mk. vorhanden iſt. Die
Gemeinde=
ſteuer muß auf 132 Prozent erhöht werden.
Angersbach, 19. Dez. Ein Braunkoblenlager
wurde zwiſchen bier und Landenhauſen durch
Oberſteiger=
ſau feſtgeſtellt. Die Kohlen liegen faſt bis an die
Oberfläche, ſo daß ſie im Taabau gefördert werden können-
Vorausſichtlich wird im Frühjahr mit der Förderung
be=
gonnen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 18. Dez. Mit großer
Mehr=
heit wurde in der heutigen
Stadtverordnetenverſamm=
lung in Charlottenburg der Vorlage über die von der
Stadt für die projektierte Autoſtraße durch den
Grunewald nach Wannſee auf die Dauer von
dreißig Jahren zu übernehmenden Bürgſchaft zugeſtimmt
— Die Fleiſchteuerungs=Krawalle auf den=
Wedding hatten geſtern ein gerichtliches Nachſpiel. Ein
17jähriger Gelegenheitsarbeiter Wölcki, ein 18jähriger
bei der Landung wichtige Forſchungsergebniſſe mit.
Bis=
weilen verliefen auch ſolche Fahrten nicht ganz glatt:
aber immer tritt uns der außerordentlich kühne Mut,
mit dem die Frau in den gefährlichſten Situationen dem
Schickſal in die Augen ſah, als bemerkenswerte
Erſchei=
nung entgegen, und es wird berichtet, daß die Gattin des
Luftſchiffers Duronf, die mit ihm 1874 zu einem Verſuche
der Kanalüberquerung im Freiballon aufgeſtiegen war,
bei einer plötzlich eintretenden Kataſtrophe durch ihre
Geiſtesgegenwart den Ballon ſo lange auf den Wellen
des tobenden Meeres ſchwimmend erhielt, bis eine kleine
Fiſcherbarke das Ehepaar vor dem nahen Tode rettete.
Einer Engländerin, Mrs. Aſheton Harford, iſt es dann
ſpäter gelungen, als erſte im eigenen Ballon „Nebula”
den Kanal zu überfliegen.
Als nun gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts
aus einzelnen Ballonfahrten zu Vergnügungs= oder
wiſſenſchaftlichen Zwecken ein ernſtlich organiſierter
Bal=
lonſport wurde, als ſich hauptſächlich in Deutſchland und
Frankreich Vereine zur Pflege dieſes neuen und doch ſo
alten Sports bildeten, da trat auch die Frau wieder in
den Vordergrund des Intereſſes. 1896 fand die erſte
Beteiligung von Damen im Berliner Verein für
Luft=
ſchiffahrt ſtatt, und rühmend müſſen die Namen der erſten
deutſchen Führerinnen. Frau Dr. Bamler, Frau La
Quiante und Frau Prof, Abegg, genannt werden. In
Frankreich bildete ſich in kurzer Zeit ein eigener
Damen=
klub „Stella” von der bewährten Gattin des Luftſchiffers
Surcouf gegründet und geleitet, und wenn dieſer Verein
auch ſchon über 100 Mitglieder zählt, die das
Führer=
zeugnis beſitzen, ſo iſt für den Nutzen abgeſonderter
Damenvereine in dieſer Hinſicht noch nicht das letzte Wort
gefallen.
Wir können dieſe Betrachtungen nicht ſchließen, ohne
kurz der großartigen Erfolge zu gedenken, die die Frau
als Flugzeugführerin in den jüngſt vergangenen Tagen
erreicht hat. Da iſt Miß Harriet Quimby, die
drama=
tiſche Redaktrice einer obſkuren amerikaniſchen Zeitung,
die als erſte den Kanal auf einem Flugzeug überquert
hat. Als erſte deutſche Flugzeugführerin begrüßte uns
die ſchneidige Dresdner Bildhauerin Nelly Beeſe aus den
Lüften. Die Umkreiſung des Eiffelturmes, für die
San=
tos Dumont vor ſechs Jahren noch ſtolz lächelnd einen
Scheck über 100000 Fres, in die Weſtentaſche ſteckte,
ge=
lingt einer Franzöſin Madame Pallier, ſpielend im
Flug=
zeuge. Wir haben eine fürſtliche Fliegerin in der
Prin=
zeſſin Schakowskoy aus St. Petersburg die im Juli
vorigen Jahres unter ungünſtigen Verhältniſſen ihr
Pi=
lotenzeugnis glänzend erwarb, und ein „Pokal Femina”
übt ſchließlich auf den Ehrgeiz der 13 franzöſiſchen
Flie=
gerinnen einen geradezu faſzinierenden Reiz aus, und
täglich überbieten die beiden „Rekorddamen” Jane
Her=
vieu und Mlle. Dutrieu einander.
Die Gegenwart ſpricht für ſich ſelbſt, und die
Zu=
kunft läßt ahnen. Zum mindeſten haben die Frauen nun
auch noch etwas anderes zu tun, als
in der Grazie züchtigem Schleier
Wachſam zu nähren das ewige Feuer
Schöner Gefühle mit heiliger Hand!”
F. L.
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 18. Dezember.
„Fidelio‟
W-l. Beethovens „Fidelio” gelangte heute in neuer
Inſzenierung wieder zur Aufführung. Jene erſtreckte
ich auf vier ſzeniſche Bilder. Im erſten Akte war entgegen
der Vorſchrift des Textbuches die Szene vom Hof des
Staatsgefängniſſes in das Innere eines Stübchens
ver=
legt worden, das mit ſeinen Butzenſcheiben=Fenſtern
und dem altertümlichen Möblement ſehr traulich anmutete.
Es entſteht nur die Frage, ob die Verlegung dieſer
Szene vom Hof in das Zimmer ſo viele Vorteile in ſich
ſchließt, daß dafür der mit Schließung des Vorhangs und
einer nicht vorgeſchriebenen Pauſe verknüpfte
Szenen=
wechſel, der in jedem Falle die Einheitlichkeit der
Stim=
mung beeinträchtigt, gern mit in den Kauf zu nehmen iſt.
Wir möchten dieſe Frage verneinen und der Beibehaltung
der einheitlichen Szene das Wort reden. Die übrigen
Szenenbilder, der Hof des Staatsgefängniſſes, der Kerker
und die Baſtei, waren nach dem Prinzip der Stilbühne
in ebenſo einfacher, wie einheitlicher Weiſe geſtaltet
wor=
den. Vielleicht hätte das letzte Bild, deſſen Aufbau über
haupt ein etwas baukaſtenmäßiges Ausſehen hatte,
ent=
ſprechend dem Stimmungsgehalte der Szene, etwas
freundlicher gehalten ſein können.
Die Partie der Leonore ſang in Fortſetzung ihres
Gaſtſpieles Fräulein Franziska Callwey. Vortrag
und Spiel, die in vornehmem Stil gehalten ſind,
berüh=
ren ſympathiſch und zeugen von künſtleriſchem
Empfin=
den. Die große Arie des erſten Aktes wurde von ihr mit
Sicherheit, Geſchmack und natürlicher Wärme geſungen
und trug ihr wohlverdienten Beifall bei offener Szene
ein. Weniger glücklich war ſie in der Kerkerſzene. Ein
abſchließendes Urteil über die Qualifikation der
Sän=
gerin abzugeben, iſt nicht leicht, da die Ausdrucksfähigkein
ihres Organs, das in der Höhe hell und frei, in der
tieferen Lage aber oft verſchleiert und ſpröde klingt,
ver=
ſchiedenartig iſt und man dementſprechend von ihrem
Geſange verſchiedene Eindrücke erhält. Die guten
Ein=
drücke überwogen aber die minder guten.
Die ſchwierige Partie der Marzelline ſang erſtmalig
Fräulein Jüttner und zwar mit Ausnahme einiger
weniger gut gelungenen ſtimmlichen Nuancen, die auff
Indispoſitionen zurückzuführen waren, mit anerkennens
wertem Können und Gelingen. Die übrigen Partier
waren in früherer Weiſe beſetzt. Nicht gut disvoniert zu
ſein ſchien Herr Becker, der die Kerkerarie früher beſſer
geſungen hat.
Die große Leonoren=Ouvertüre wurde diesmal nadh
der Kerkerſzene geſpielt. Ueber die Zweckmäßigkeit dieſer
Aenderung kann man verſchiedener Anſicht ſein. Win
ziehen es vor, ſie, wie früher, als Einleitung zum zweiten
Akte zu hören; jedenfalls iſt es ungewöhnlich, eine
Ouver=
türe, die ſich aus Motiven aus der Oper aufbaut, nach
dieſer als Wiederholung zu ſpielen.
Arbeiter Pfeifer und der 17jährige Arbeiter Gehloff
waren wegen Landfriedensbruch mit dem erſchwerenden
Umſtande einer Plünderung angeklagt. Das Gericht
er=
kannte gegen den erſten Angeklagten auf 1 Jahr 3
Mo=
nate, gegen den zweiten Angeklagten auf 6 Monate und
gegen den dritten Angeklagten auf 6 Wochen Gefängnis.
— Der 17jährige Fabrikarbeiter Alfred Schüler und der
19jährige Fabrikarbeiter Auguſt Regner, die beide
An=
führer einer jugendlichen Räuberbande
waren, die durch Lockerung von Schienen und Legen
ſchwerer Gegenſtände auf die Schienen Eiſenbahnzüge
zur Entgleiſung bringen wollten, teils, wie ſie angaben,
um ſich am Unglück zu ergötzen, teils, um Gelegenheit
zum Raub zu haben, wurden heute vom Schwurgericht
wegen vorſätzlicher Transportgefährdung verurteilt.
Schüler erhielt 3½ Jahre Gefängnis, Regner 1½ Jahre
Zuchthaus.
Hanau a. M., 19. Dez. Bei dem erſten Bataillon des
Giſenbahnregiments Nr. 3 ſind noch fünf
neue Erkrankungen hinzugetreten. Die
Geſamt=
zahl der Erkrankungen beträgt alſo 175. Es iſt auch bis
heute kein einziger bösartiger Fall zu verzeichnen. Um
den Seuchenherd bezw. die Entſtehungsurſache zu
ermit=
teln, tritt heute eine Kommiſſion von Militärärzten unter
dem Vorſitz des Generaloberarztes zuſammen.
Mannheim, 19. Dez. Wie der Vorſtand des
Landes=
verbandes badiſcher Redakteure und der Vorſtand des
badiſchen und pfälziſchen Verleger=Vereins mitteilt, iſt
auf Grund gemeinſamer Unterhandlungen der
bedauer=
liche Konflikt zwiſchen dem Präſidium des
Militärvereinsverbandes und der Preſſe
in erfreulicher Weiſe beigelegt worden. Beiderſeits ſind
befriedigende Erklärungen erfolgt, insbeſondere wurde jede
Abſicht der Beleidigung verneint. Damit iſt die
Ange=
legenheit in einer auch für die Preſſe genügenden Form
erledigt. Die Vertreter der Preſſe haben ſich überzeugt,
daß ſeitens des Präſidiums des Militärvereinsverbandes
großer Wert darauf gelegt wird, auch in Zukunft zur
Preſſe gute Beziehungen zu unterhalten. Es darf
des=
halb der Hoffnung Ausdruck gegeben werden, daß in
Zu=
kunft kein Differenzen mehr das Verhältnis zwiſchen
Militärvereinsverband und Preſſe trüben werden. Die
Preſſe wird deshalb künftig wieder über die
Veranſtal=
tungen des Militärvereinsverbandes und ſeiner Vereine
berichten.
Hamburg, 18. Dez. Die Bürgerſchaft
geneh=
migte endgültig die Eingemeindungsvorlage,
nach der nunmehr auch die Gemeinde Langenhorn
ein=
bezogen wird. Das Geſetz tritt bereits am 1. Januar
1913 in Kraft.
Hamburg, 19. Dez. Einer Bankfirma, deren
Kaſſenboten eine Taſche mit Wertpapieren von 75000
Mark geſtohlen worden war, teilte die Polizei mit,
daß ihr durch die Poſt die Brieftaſche mit vollem Inhalt
übergeben worden ſei.
Inſterburg, 19. Dez. Der Oſtdeutſchen Volkszeitung
zufolge erſchoß ſich heute morgen der Inhaber der
Firma Wilhelm Daume, der Kaufmann Oskar de
Bare=
brune. Er ſtand in dem Verdacht, an den Unterſchleifen
des Stadtbaumeiſters Friedel beteiligt zu ſein. In der
Betrugsaffäre Friedel wurde jetzt auch der
Steinmetz=
meiſter Krauſe, Inhaber einer Tiefbaufirma, verhaftet.
Königsberg i. Pr., 18. Dez. Das Schwurgericht
verurteilte nach dreitägiger Verhandlung den
Müller=
geſellen Wiechert=Bittlehnen, der im Dezember 1911 auf
der Landſtraße bei Mehlauken den Viehhändler
Endru=
ſcheit=Friedrichswalde erſchlagen, beraubt und ſich dann
der Berliner Polizei geſtellt hatte, wegen Mordes in
Tat=
einheit mit Straßenraub zum Tode.
Brüſſel, 18. Dez. Bei einem Automobilunfall
in der Nähe von Antwerpen wurde der Baron Zuylen
getötet; zwei Damen, darunter die Hofdame der
Pein=
zeſſin Clementine, und Leutnant Baron Goffinet wurden
ſchwer verletzt.
Stadtverordnetenverſammlung.
16. Sitzung.
St. Darmſtadt, 19. Dezember
Bürgermeiſter Mueller eröffnet die Sitzung um
3¾ Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Die Vereinigung der Spediteure und
Fuhrunternehmer führt im Verein mit mehreren
Firmen Beſchwerde über den Zuſtand der Feldbergſtraße
und bittet, für alsbaldige Durchführung des Dornheimer
Wegs nach der Bismarckſtraße, ſowie für entſprechende
Herſtellung der Feldbergſtraße beſorgt zu ſein. Beig.
Ekert teilt hierzu mit, daß ſeitens der Stadt alles
ge=
ſchehen iſt, den Wünſchen der Intereſſenten gerecht zu
werden. Die Straße werde, ſoweit irgend möglich, in
gutem Zuſtande gehalten.
Der Beſſunger Knabenhort hat für die
Be=
willigung eines Beitrags gedankt.
Der Vorſitzende teilt mit, daß auf den von der Stadt
geleiſteten Beitrag zu den Koſten der Heſſen=
Sondernummer der Leipziger Illuſtrirten Zeitung
in Höhe von 400 Mark nach der nunmehr vorliegenden
Abrechnung ein Betrag von 83,20 Mark
zurückver=
gütet worden iſt.
Die Notſtandsarbeiten.
Der Vorſitzende berichtet auf eine Anfrage, die
in einer der letzten Sitzungen von den Herren
Stadt=
verordneten Aßmuth und Friedrich geſtellt wurde, über
die für den bevorſtehenden Winter vorgeſehenen
Not=
ſtandsarbeiten. Danach ſind für
Beſchäftigungs=
loſe 12750 Arbeiter=Tagesſchichten mit einem
Koſten=
aufwand von 35700 Mark vorgeſehen. Da im
vergan=
genen Winter rund 12000 Tagesſchichten geleiſtet
wur=
den, dürften die jetzt vorgeſehenen 12750 Tagesſchichten
vorausſichtlich ausreichen. Bis jetzt wurden beim
Tief=
bauamt und bei den durch Unternehmer ausgeführten
Kanalbauarbeiten in der Pankratius= und Landgraf=
Georgs=Straße 141 Notſtandsarbeiter beſchäftigt.
Stadtv. Schupp bittet, die Durchführung der
Vis=
marckſtraße ebenfalls den Notſtandsarbeiten einzureihen
und ſie baldigſt vorzunehmen.
Die Fleiſchteuerung und die Darmſtädter
Metzger.
Bürgermeiſter Mueller kommt alsdann auf die
Wiedereröffnung der ſtädtiſchen Fleiſchverkaufsſtellen zu
ſprechen. Sie ſei notwendig geworden, da die Metzger
der Stadt die zweite holländiſche Viehſendung nicht
ab=
genommen hätten. Er würde ſich mit dieſer Feſtſtellung
begnügen können, da die Wiedereröffnung der
Verkaufs=
ſtellen hiernach ohne weiteres gerechtfertigt ſei, wenn
nicht von intereſſierter Stelle verſucht würde, gegen dieſe
Maßnahme der ſtädtiſchen Verwaltung Stimmung zu
machen und ihr die Schuld an der Nichtabnahme des
Viehes zuzuſchieben. Der Vorſitzende verwies dabei auf
ein „Eingeſandt” in einer hieſigen Zeitung, in dem zu
leſen iſt, daß die Stadt den Metzgern zugemutet habe,
das Fleiſch zu 90 Pfg. pro Pfund abzunehmen und
wie=
der zu verkaufen, ſo daß den Metzgern überhaupt kein
Verdienſt verbliebe. Dem Publikum werde das Urteil
über dieſe Maßnahme überlaſſen. Ferner ſei ihm von
verſchiedener Seite ein Zeitungsausſchnitt überſandt
wor=
den über eine Verhandlung der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung zu Mülheim a. Rh., bei der geſagt wurde, daß
die Stadt ſich ſchämen müſſe, dem Metzgergewerbe durch
Errichtung eigener Verkaufsſtellen Konkurrenz zu machen.
Bürgermeiſter Mueller fuhr dann fort: Ich brauche
nicht zu betonen, daß wir dieſe Konkurrenz in
Darm=
ſtadt nur ſehr ungern machen. Wir haben in der
ſtädti=
ſchen Verwaltung durchaus Verſtändnis dafür, daß auch
die Metzger ſich heute in einer ſchwierigen Lage
befin=
den. Aus dieſem Gefühl heraus haben wir von
vorn=
herein ein Zuſammenarbeiten mit dem Metzgergewerbe
angeſtrebt. Zunächſt war, als die Teuerung im Herbſt
einſetzte, nur eine Zufuhr von geſchlachtetem däniſchen
Fleiſch zu erreichen. Wenn bei deſſen Verkauf die Metzger
ihre Mitwirkung verſagt haben, ſo war gegen dieſen
Standpunkt nichts einzuwenden, weil dabei die für das
Gewerbe ſo wichtige Verwendung der Nebenprodukte
fortfällt. Wir hatten deshalb von vornherein uns
be=
müht, lebendes Vieh aus dem Auslande einzuführen
und auch alsbald die behördliche Erlaubnis zur
Einführ=
ung von 20 Stück Großvieh und 50 Kälbern aus Holland
erreicht. Die Metzger erklärten bei einer mündlichen
Verhandlung, daß es im Hinblick auf ihre große Zahl
wünſchenswert ſei, ein Kontingent von 50 Stück Großvieh
wöchentlich zu erreichen. Wir haben auch dieſer
Anreg=
ung entſprochen und damit Erfolg gehabt. Nunmehr
war die Vorausſetzung vorhanden, von der die Metzger
ihre Mitwirkung abhängig gemacht hatten. Herr
Stadt=
verordneter und Obermeiſter Karl Lautz erklärte
darauf=
hin in öffentlicher Sitzung, nunmehr ſei einer
Verſtän=
digung der Weg geebnet und die Metzger ſeien zur
Mit=
arbeit gerne bereit. Als nun der erſte Transport
leben=
den Viehes am 28. November eintraf, wurden auch faſt
ſämtliche 27 Stück von den Metzgern abgenommen. Als
Kaufpreis forderte die Stadt ihre Selbſtkoſten mit
90 Pfg. pro Pfund Schlachtgewicht, und die Metzger
er=
klärten ſich auch bereit, das Pfund für 90 Pfg. wieder zu
verkaufen. Ihr Verdienſt beſtand, was in obigem „
Ein=
geſandt” bewußt verſchwiegen wird, aus dem Wert der
ſog. Freiteile, einſchließlich der Haut, d. ſ. etwa 100 bis
120 Mark Bruttogewinn pro Stück. Es ſei
hier=
bei darauf hingewieſen, daß in den letzten Jahren der
Preis pro Pfund Schlachtgewicht ſich auch in Mannheim
und Frankfurt auf derſelben Höhe hielt, wie der
Laden=
preis beim Verkauf, ja häufig dieſen Preis noch
über=
traf. Der Verdienſt der Metzger hat alſo auch ſeither
lediglich in dem Wert der Freiteile beſtanden. Wenn
auch die Haut des holländiſchen Weideviehes vielleicht
nicht ganz den Wert der Häute des einheimiſchen Viehes
erreicht, ſo war doch das Geſchäft der Metzger im
vor=
liegenden Falle deshalb keineswegs ſchlechter, weil ſie
einmal die Transportkoſten von Mannheim oder
Frank=
furt, ſowie ihre eigenen Reiſekoſten ſparten, auch keine
Schlacht= und Verſicherungsgebühren zu entrichten hatten,
und endlich ihnen die Hälfte der Kühlhausgebühr
er=
laſſen worden war.
Als am 5. Dezember die zweite Sendung Vieh mit
26 Stück hier eintraf, zeigten die Metzger wenig oder gar
kein Intereſſe und nahmen trotz wiederholter
Aufforder=
ung und trotz der Zuſicherung eines weiteren
Nach=
laſſes von 10 bis 15 Mark für das Stück das
Vieh nicht ab. Sie fuhren nach Frankfurt und
Mannheim und verſorgten ſich dort für ihren Bedarf. Da
die Tiere aber nun abgeſchlachtet werden mußten, blieb
der Stadtverwaltung nichts anderes übrig, als das Fleiſch
in eigener Regie zu verkaufen.
Der Verwaltung wird einmal der Vorwurf gemacht,
daß ſie bei Beſtellung der zweiten Sendung Vieh die
Metzger nicht vorher gefragt habe. Darauf iſt zu
er=
vidern, daß nach dem Ausfall der erſten Sendung bei
den Metzgern ſich gleich eine lebhaſte Nachfrage nach der
zweiten Sendung in der nächſten Woche zeigte. Außerdem
aber iſt darauf hinzuweiſen, daß die Metzger ja ſelbſt
vor Einleitung der ganzen Aktion eine wöchentliche
Ein=
fuhr von 50 Stück Großvieh gewünſcht hatten, ſich alſo
jetzt nicht darauf berufen können, daß die Hälfte zuviel
geweſen ſei. Ferner wird von den Metzgern jetzt
bean=
ſtandet, daß die Qualität der zweiten Sendung eine nicht
einwandfreie geweſen ſei, ſie hätten ſchon bei der erſten
Sendung ihre Rechnung nicht gefunden. Letztere
Be=
hauptung erſcheint nicht verſtändlich, wenn man feſtſtellt,
daß die Qualität der erſten Sendung die Metzger
durch=
aus befriedigt hat. Die Qualität der zweiten Sendung
hat diejenige der erſten allerdings nicht erreicht, ſie iſt
aber doch nach ſachverſtändigem Urteil als eine
durchaus gute Mittelqualität zu bezeichnen. Nach
alle=
dem bleibt nur die Erklärung übrig, daß die Metzger
der Stadt eine Verlegenheit haben
berei=
ten wollen. Einen ſicheren Fingerzeig für dieſe
An=
nabme bietet ein Artikel im deutſchen Handwerksblatt
vom 15. Dezember ds Js. über die Stellungnahme der
Handwerkskammer Darmſtadt zur bedrohten
Selbſtändig=
keit des Fleiſchergewerbes. Die Ausführungen des
Obermeiſters Falk, die hier niedergelegt ſind und die ſich
gegen die jetzt allenthalben in Angriff genommenen
kom=
munalen Teuerungsaktionen richten, ſind an ſich, vom
Standpunkte des Gewerbes aus, durchaus verſtändlich und
haben Anſpruch auf allgemeine Beachtung. Das im
vor=
liegenden Fall angewandte Verfahren iſt aber ein
un=
ſchönes Kampfmittel, das nicht geeignet
ſt, dem Metzgergewerbe Sympathien zu
vermitteln. Es handelt ſich keineswegs darum, die
Netzger dauernd unter eine Preiskontrolle zu ſtellen,
ſon=
dern um eine vorübergehende, im Intereſſe
der Volksgeſundheit erforderliche
Maß=
nahme, bei der man wohl hätte wünſchen können, daß
die Metzger ihre Mitarbeit nicht verſagt hätten. (Beifall.)
Stadtv. Louis Lautz kann nach ſeinen
Erfahr=
ungen die Ausführungen des Herrn Bürgermeiſters nur
beſtätigen. Leider ſei Herr Obermeiſter Lautz heute nicht
anweſend, um ſich zu der Erklärung zu äußern. — Stadtv.
Saeng beſtätigt, daß man geſtern im Sozialpolitiſchen
Ausſchuß nach eingehender Prüfung der Angelegenheit
zu dem Beſchluß gekommen iſt, die Maßnahmen der
Bür=
germeiſterei durchaus zu billigen und über das
Verhalten der Metzger lebhaftes
Be=
dauern auszuſprechen.
Stadtv. Dr. Bender möchte die Tätigkeit des
Bür=
germeiſters und Schlachthofdirektors nicht abfällig
beur=
teilen, ſondern vielmehr ebenfalls lobend anerkennen.
Jedoch möchte er daran erinnern, daß er ſchon ſeinerzeit,
als die Angelegenheit zur Beratung ſtand, ſchwere
Be=
denken gegen die Maßnahmen geäußert hat. Redner
möchte warnen, in Zukunft derartige Aktionen
einzulei=
ten, ehe man ſie nicht ſehr eingehend überlegt hat.
Ein=
nal, weil der Zweck der Maßnahmen doch nicht erreicht
wird, denn die Minderbemittelten kaufen das Fleiſch
doch nicht, weil ſie es für minderwert halten, zum
an=
deren, weil es immer mißlich und ein Riſiko iſt für die
Stadt, als Selbſtkontrahent aufzutreten.
Bürgermeiſter Mueller weiſt demgegenüber
dar=
auf hin, daß die Aktion keineswegs ein Schlag ins Waſſer
war, denn es iſt dadurch erreicht worden, daß das
Rind=
fleiſch heute nur 86 Pfg. koſtet. Als Selbſtkontrahent
nußte die Stadt auftreten, weil ſie ſonſt die Fracht nicht
geſpart hätte. (Sehr richtig!) Die Stadt habe auch
kei=
nen Verluſt erlitten bei der Aktion, trotzdem ſie für
32 Pfg. das Pfund verkauft hat.
Stadtv. Friedrich möchte nicht befürworten, daß
die Stadt die eingeleitete Aktion aufgibt. Es ſcheint, daß
die Metzger das größte Intereſſe daran haben, daß die
Teuerung beſtehen bleibt, denn ſonſt müßten ſie ſich doch
freuen darüber, daß die Stadt ihnen das holländiſche
Vieh beſorgt. Wenn die Minderbemittelten das Fleiſch
nicht gekauft haben, ſo liegt das daran, daß auch der ge=
Feuilleton.
* Die Aelteſten im „Gotha‟ Prinz=Regent Luitpold
von Bayern war nicht nur der älteſte regierende Fürſt in
Europa, er überragte, den Jahren nach, auch alle übrigen
Mitglieder der europäiſchen Dynaſtien, der herrſchenden
ſowohl als auch der entthronten. Jetzt geht die Rolle des
Neſtors der europäiſchen Regenten und im beſonderen
der deutſchen Bundesfürſten auf den Herzog Georg II.
von Sachſen=Meiningen über, der am 2. April ſein 86.
Lebensjahr vollendet hat. Aber Herzog Georg II. ſteht
unter den fürſtlichen Perſönlichkeiten der erſten Abteilung
des „Gotha” die den Dynaſtien der Gegenwarrt und der
Vergangenheit vorbehalten iſt, nur an vierter Stelle. Das
Seniorat in dieſer Abteilung gebührt der Großherzogin=
Mutter Auguſta Karolina von Mecklenburg=Strelitz, die
ſeit dem 19. Juli 90 Jahre alt iſt. An zweiter und dritter
Stelle dieſer Altersfolge ſteht ebenfalls je eine fürſtliche
Dame, nämlich die Herzogin=Witwe Adelgunde von
Modena, das letzte der Geſchwiſter des Prinz=Regenten
Luitpold, die am 19. März 89 Jahre alt wurde, und die
Prinzeſſin Thereſe von Sachſen=Altenburg, die am 9.
Ok=
tober das gleiche Alter erreichte. Hier fügt ſich nun der
Herzog Georg II. von Sachſen=Meiningen an und ihm
ſchließen ſich, als aus dem gleichen Jahrgange ſtammend
die Exkaiſerin Eugenie der Franzoſen, geboren am 5. Mai
1826, und die Prinzeſſin=Mutter Mathilde von
Schwarz=
burg, geboren als eine Prinzeſſin von Schönburg=
Waldenburg am 18 November 1826, an. Der Siebente
auf der Stufenleiter iſt Erzherzog Rainer von Oeſterreich,
der in einigen Wochen, am 11. Januar, 86 Jahre alt
wird, und an achter Stelle ſteht ſein Vetter, der 82jährige
Kaiſer Franz Joſef I., der ſeit dem 18. Auguſt 82 Jahre
alt iſt. Ebenſo alt wird am 22. Januar Prinz Chriſtian
von Schleswig=Holſtein werden, der in England lebende
Onkel des deutſchen Kaiſers und der deutſchen Kaiſerin.
Herzog Ludwig in Bayern hat am 21. Juni ſeinen 81.
Ge=
burtstag gefeiert, und den Reigen der Fürſten und
Fürſtinnen, die das achte Jahrzehnt ihres Daſeins
über=
ſchritten haben, beſchließt der ſeit dem 28. Mai 80jährige
Fürſt Heinrich XIV. Reuß jüngerer Linie.
C.K. Miß Helen Gould. Mit ihrer Verlobung hat
die bekannte amerikaniſche Multimillionärin Miß Helen
Gould in Uebereinſtimmung mit der geharniſchten
Er=
klärung gehandelt, die ſie einſt gegen die jungen reichen
Amerikanerinnen abgab, die ihre Hand ausländiſchen
Grafen und Fürſten reichten. Damals erklärte Miß Helen,
„ein ehrlicher junger amerikaniſcher Geſchäftsmann ſei
gut genug, um jede amerikaniſche Erbin zu heiraten.”
Nun, als 44jährige, will ſie dieſe Theorie in der Praxis
beweiſen. Helen Gould iſt wohl die populärſte
Millio=
närin der Vereinigten Staaten, denn ihr ungezwungenes
gerades Weſen und ihre Feindſchaft gegen alle Poſe und
allen arbeitsloſen Lebensgenuß gelten in vieler
Be=
ziehung als vorbildlich. Sie hat durch kluge Verwaltung
das von ihrem Vater Jay Gould ererbte Vermögen von
40 Millionen mehr als verdoppelt. Man ſchätzt ihren
Reichtum heute auf 100 Millionen. Aber ſie fühlt ſich nur
als Verwalterin dieſes Reichtums und ſieht ihre beſte
Lebensaufgabe in der ſtillen und unauffälligen
Unter=
ſtützung der Notleidenden. Zum erſten Male wurde ihr
Name viel genannt, als ſie unmittelbar nach dem
Aus=
bruch des ſpaniſch=amerikaniſchen Krieges der Regierung
eine große Summe zur Pflege der Verwundeten ſofort
zur Verfügung ſtellte. Aber es blieb nicht dabei allein,
als die erſten Verwundeten in die Heimat kamen, öffnete
ſie ihnen ihr großes Landhaus, wandelte ihr Heim zu
einem großen Hoſpital um und pflegte hier ſelbſt
Hun=
derte von Seeleuten und Soldaten. Der Kouares ſtiftete
ihr in Anerkennung ihrer Verdienſte eine goldene Plas
kette. Helen Gould beſchäftigt einen ganzen Stab von
Sekretären, die tagaus, tagein damit beſchäftigt ſind,
die ungeheuren Mengen Unterſtützungsgeſuche und
Bet=
telbriefe zu ſichten. Sie hat ihre Wohltätigkeitsarbeit
ſyſtematiſch organiſiert und als ſie vor einigen Jahren
ge=
fragt wurde, warum ſie nicht geheiratet habe, erwiderte
ſie nur: „Weil ich dann höchſtwahrſcheinlich mit meinem
Gelde viel weniger Nutzen geſtiftet hätte.” Ihre
Stif=
tungen für allgemeine öffentliche Wohltätigkeit erreichen
trotzdem viele Millionen und ſind im weſentlichen
Bild=
ungsanſtalten, Krankenhäuſer und den Veteranen des
ſpaniſch=amerikaniſchen Krieges zugute gekommen.
* Eine reizende Geſchichte erzählt der engliſche
Schriftſteller und Vorleſer Frank Harres der gegenwärtig
in New=York weilt, in einem dortigen Blatte: „Das
Tage=
buch des jungen Prinzen von Wales iſt ſehr intereſſant.
Seine Mutter beſteht darauf, daß er ein Tagebuch führt
und darin alles und jedes notiert, was ſich
Bedeutungs=
volles in ſeinem Leben ereignet. Vor kurzem kam er nun,
wie man ſich erinnern wird, nach Paris, um ſeine
Er=
ziehung zu vollenden, indem er die Sehenswürdigkeiten
der franzöſiſchen Hauptſtadt ſtudierte und Beſuche bei den
franzöſiſchen Miniſtern und dem Präſidenten machte.
Folgendes iſt nun eine Seite aus ſeinem Tagebuch:
„18. September. Kam zur Sorbonne mit meinem
Hof=
meiſter um 10 Uhr vormittags. Frühſtück mit meinem
Hofmeiſter um 1 Uhr mittags. Ging mit meinem
Hof=
meiſter zum Louvre um 2½ Uhr. Tee mit dem Hofmeiſter.
Diner mit meinem Hofmeiſter. Gearbeitet mit meinem
Hofmeiſter bis 10 Uhr abends. Zu Bett gegangen um
10½ Uhr. — Ich möcht nur wiſſen, was
Groß=
vater an Paris ſoſchön gefunden hat.”
forderte Preis noch zu hoch war. Redner bittet weiter,
die Notſtandsarbeiterlöhne doch etwas zu erhöhen, wenn
es auch nur 20 Pfg. pro Tag ſind.
Der inzwiſchen eingetroffene Herr Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing bittet, die Frage der Notſtandsarbeiten
heute nicht zu erörtern, da dieſe Frage auf die
Tages=
ordnung der nächſten Sitzung kommt.
Stadtv. Saeng tritt dem Stadtv. Dr. Bender
ent=
gegen. Die Stadt habe die Aktion im Einverſtändnis
mit den Metzgern eingeleitet. Die Grenzen wurden vom
Reich geöffnet für die Städte, die eine Notſtandsaktion
einleiten wollen. — Stadtv. Gretzſchel beſtätigt
ebenfalls, daß er im Sozialpolitiſchen Ausſchuß die
Ueber=
zeugung gewonnen habe, daß das, was die Stadt getan,
das einzig richtige war. Die Aktion ſei ſehr ſchwierig,
und wenn ſie trotzdem gelungen iſt, ſo ſollte man ſie um
ſo weniger hier herabſetzen. Redner ſteht auf dem
Standpunkt, daß die Stadt in der Aktion fortfahren
müſſe. Ein Zuſammengehen der Metzger mit der Stadt
wäre ſehr ſegensreich geworden. Es iſt geſcheitert an
dem Mangel an Entgegenkommen ſeitens der Metzger.
— Stadtv. Hüfner billigt voll und ganz die Haltung
des Sozialpolitiſchen Ausſchuſſes. Das Verhalten der
Metzger ſei unverſtändlich. — Stadtv. Aßmuth bittet,
der Verwaltung für die Notſtandsaktion das vollſte
Ver=
trauen und den Dank auszuſprechen. (Bravo!) Wenn
auch anerkannt werden ſoll, daß die Metzger zurzeit nicht
ſo glänzend daſtehen, ſo gehe das eben anderen
Gewer=
ben noch mehr ſo und die Metzger könnten nicht
verlan=
gen, daß ſie eine Extrawurſt gebraten kriegen. — Nach
weiteren Ausführungen des Stadtv. L Lautz ſchließt
die Beſprechung. Es wird in die Tagesordnung
ein=
getreten.
Ein Starkſtromkabel im Hammelstriftweg.
Beig. Ekert führt aus: Die Firma Merck will ihr
auf Weiterſtädter Gemarkung gelegenes Waſſerwerk an
ihre elektriſche Anlage in der Fabrik anſchließen. Dazu
iſt die Verlegung eines Starkſtromkabels erforderlich, das
an einer Stelle den ſtädtiſchen Hammelstriftweg kreuzen
ſoll. Die Firma bittet um die Erlaubnis hierzu. Die
Verlegung des Kabels, das auch Arheilger Gebiet berührt,
hat zur Vorausſetzung, daß die Gemeinde Arheilgen von
der Stadtverwaltung ermächtigt wird, der Firma Merck
die Erlaubnis zur Kabelverlegung durch ihr Gebiet zu
erteilen, nachdem die Gemeinde Arheilgen durch den mit
der Stadt abgeſchloſſenen Gaslieferungsvertrag
ver=
pflichtet iſt, keinem Dritten die Verlegung von
Verſorg=
ungsleitungen auf ihrem Gebiet zu geſtatten. Die
zu=
ſtändigen Ausſchüſſe haben zugeſtimmt. Das gleiche tut
ohne Debatte die Verſammlung.
Chauſſierung im Hohlen Weg.
Stadtv. Wagner: Vor einem Neubau im Hohlen
Weg=Viertel ſoll auf Nachſuchen des Eigentümers die
Straße hergeſtellt werden. Die Herſtellung erfolgt nach
ortsſtatutariſcher Vorſchrift auf Koſten der Anlieger und
erfordert für die Verſetzung eines Sinkkaſtens einen
Auf=
wand von 200 Mark aus ſtädtiſchen Mitteln. Tiefbau=
Deputation und Finanz=Ausſchuß haben die Ausführung
gutgeheißen und die Bewilligung eines Kredits von 200
Mark empfohlen. Der Antrag wird angenommen.
Verteilung von Straßenbaukoſten.
Beig. Ekert: Zur Vermeidung ungleicher Belaſtung
der Straßenanlieger mit den Koſten der erſtmaligen
Her=
ſtellung der Straßen, als Planierung, Chauſſierung der
Fahrbahn, Pflaſterung der Goſſen, ſind im
Einverſtänd=
nis mit der Tiefbau=Deputation und dem Finanz=
Aus=
ſchuß Grundſätze aufgeſtellt worden, nach denen bei der
Berechnung der fraglichen Koſten künftig verfahren
wer=
den ſoll. Hiernach ſollen die Anlieger die Koſten tragen:
a) der Planierung bis zu 8 Meter Breite, b) für eine
0,50 Meter breite Goſſenpflaſterung, e)für die Hälfte der
Fahr=
bahnchauſſierung bis zu 5 Meter Breite. Als Normal=
Einheitspreiſe ſollen hierfür in Anſatz gebracht werden:
a) für einen Quadratmeter Planierung 0,50 Mk., b) für
einen Quadratmeter Goſſenpflaſter 7 Mk., e) für einen
Quadratmeter Chauſſierung 3,40 Mk. Der Antrag wird
angenommen. — Infolge
Neuorganiſation der Eichämter
kann die bisherige Grundlage für die Bemeſſung der
Eich=
lokalmiete, die für die Stellung der Räumlichkeiten der
Stadtkaſſe zufließt und die ſeither 10 Prozent der
Brutto=
einnahme des Eichamts betrug, nicht mehr aufrecht
er=
halten werden. Die Eichungs=Inſpektion hat auf Grund
eines 10jährigen Durchſchnitts der bisher erfallenen
Ge=
bühren einen Jahresmietbetrag von 850 Mark in
Vor=
ſchlag gebracht, der zunächſt nur für das Jahr 1912
Gül=
tigkeit haben ſoll. Der Finanz=Ausſchuß hat dieſer
Feſt=
ſetzung zugeſtimmt. Nach dem Referat des Stadtv. Dr.
Bender wird der Antrag angenommen.
„Heſſens Hoffnung”
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing: Die Loge „
Heſ=
ſens Hoffnung” des Internationalen Guttemplerordens
hat um Gewährung eines ſtädtiſchen Beitrags
nachge=
ſucht. Die Loge iſt im Dezember v. Js. gegründet
wor=
den und befaßt ſich neben den allgemeinen Aufgaben des
Ordens hauptſächlich mit der Trinkerrettung. Bei der
ſtädtiſchen Verwaltung und dem Finanz=Ausſchuß beſteht
Uebereinſtimmung darüber, daß die Stadtverwaltung, die
die allgemeinen Intereſſen zu vertreten hat, an ſich
be=
rechtigt iſt, auch die hygieniſchen Intereſſen der
Allgemein=
heit zu vertreten. Sie hat dieſer Auffaſſung wiederholt
Ausdruck gegeben. Nunmehr iſt ſie jedoch der Anſicht, daß
mit Rückſicht auf die Konſequenzen ſie nicht in der Lage
iſt, jede neue Vereinsbildung zu unterſtützen. Es iſt
da=
her die Ablehnung des Geſuchs beantragt und
von dem Finanz=Ausſchuß empfohlen worden. (Sehr
richtig.)
Auf Antrag des Stadtv. Dr. Kolb erſtattet Stadtv.
Dr. Bender noch eingehend Bericht über den Verein und
ſein Geſuch. — Stadtv. Schupp unterſtützt das Geſuch
des Vereins. — Stadtv. Koch tritt eingehend für den
Ausſchußantrag ein. Es ſprechen noch die Stadtvv.
Friedrich, Dr. Kolb, Lehr, Bürgermeiſter
Muel=
ler und der Vorſitzende. Der Ausſchußantrag wird dann
angenommen.
Speiſung von Schulkindern.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing: Die Herren
Stadtverordneten Aßmuth und Genoſſen hatten vor
einiger Zeit Feſtſtellung dahingehend erbeten, wieviele
Kinder in den Volksſchulen ohne warmes Frühſtück und
Mittageſſen ſind, und für dieſe Kinder Einführung der
Schulſpeiſung beantragt. Die Feſtſtellungen haben
in=
zwiſchen ſtattgefunden. Sie haben aber, da lediglich die
Ausſagen der Kinder maßgebend waren, nur bedingten
Wert. Das Schularztkollegium hat ſich gegen die
Ein=
führung der Schulſpeiſung ausgeſprochen und empfohlen,
das Milchfrühſtück, das zurzeit ſchon einer viel größeren
Zahl von Kindern zugute kommt (23 Prozent aller
Schul=
kinder), als bei der Schulſpeiſung werden berückſichtigt
verden können, noch weiter auszudehnen. Der
ſozial=
politiſche Ausſchuß hat ſich dieſer Auffaſſung angeſchloſſen
und weiter empfohlen, beſonders auch Rekonvaleszenten
bei der Abgabe des Milchfrühſtücks zu berückſichtigen
Stadtv. Lehlr befürwortet die Ausdehnung der
Verabreichung des Milchfrühſtücks an einen größeren
Prozentſatz von Kindern. — Stadtv. Aßmuth gibt
eine Statiſtik der Kredite, die andere Städte für die
Zwecke der Schulkinderſpeiſung aufwenden, und kommt
an Hand der Zahlen zu dem Schluß, daß die Schulſpeiſung
ausgedehnt werden müſſe. — Stadtv. Dr. Fulda
ver=
tritt den gleichen Standpunkt und fordert auch eine
Mit=
tagsſpeiſung für die Kinder, die zu Hauſe kein warmes
Mittageſſen erhalten — Stadtv. Gretzſchel kommt nach
längeren Darlegungen zu dem Vorſchlag, die
Angelegen=
heit nochmals an den ſozialpolitiſchen Ausſchuß
zurückzu=
verweiſen, und daß dieſer mit der Armenverwaltung
zu=
ſammen den Antrag nochmals beräte. — Stadtv. Dr.
Noellner erörtert die neuen Maßnahmen der
Zen=
trale für Säuglingspflege inbezug auf die wirtſchaftlichen
Verhältniſſe der Eltern. Der große Fehler liegt meiſtens
nicht in dem Mangel an Mitteln, ſondern darin, daß dieſe
Mittel falſch verwandt werden. Die meiſten Frauen
können nicht kochen und keinen Haushalt führen. Man
ſollte erſt einmal die obligatoriſche hauswirtſchaftliche
Fortbildungsſchule einführen, dann iſt ſchon viel
gehol=
fen. Weiter ſollte man doch die großen Summen, die bei
Baſaren, Ausſtellungen uſw. eingehen, einmal für dieſe
Zwecke verwenden. — Stadtv. Hüfner iſt ebenfalls für
Erweiterung der Frühſtücksabgabe. — Stadtv. Dr. Kolb
ſtimmt dem Stadtv. Dr. Noellner zu, jedoch haben die
Frauen auch oft keine Zeit zum rechten Kochen, weil ſie
mitarbeiten müſſen. — Stadtv. Pickert erörtert die
Schwierigkeiten und Bedenken, die der Schulſpeiſung
ent=
gegenſtehen. — Nach weiteren Ausführungen der Stadtvv.
Henrich und Dr. Fulda wurde der Ausſchuß=Antrag
angenommen. — Schluß der öffentlichen Sitzung ½8 Uhr.
Die Beiſetzung des Prinz=
Regenten Luitpold.
* München 19. Dez. Seit dem denkwürdigen
Bei=
ſetzungstage des Königs Ludwig II. im Juni 1886 iſt das
bayeriſche Volk nicht mehr in ſo gewaltigen Maſſen zum
letzten Trauergruß des Landes in der Reſidenzſtadt
zu=
ſammengeeilt wie heute, am Tage der feierlichen
Bei=
ſetzung der irdiſchen Reſte des Prinz=Regenten in der bei
der Reſidenz gelegenen Hofkirche zum Heiligen Kajetan
Aus allen Gauen Bayerns und beſonders aus den
Ber=
gen, die der Verſtorbene ſo ſehr liebte, brachten
Sonder=
züge ſeit den früheſten Morgenſtunden gewaltige
Men=
ſchenmaſſen. Eine undurchdringliche Mauer von Menſchen
und Leidtragenden ſtand in den Straßen der inneren
Stadt, insbeſondere in der Nähe der Reſidenz, auf den
Straßen und Plätzen, die der Trauerzug zu paſſieren hatte,
hinter dem Spalier der Truppen der Garniſon, die zu der
Trauerparade ausgerückt war. Trotzdem es zuletzt
un=
möglich war, an die Durchzugsſtraßen heranzukommen,
ließ der Menſchenſtrom bis in die Vormittagsſtunden nicht
nach. Faſt allenthalben ruhte in der Landeshauptſtadt
die Arbeit. Die meiſten Geſchäfte, die Läden und die
Bureaus der Behörden waren zum Zeichen der Trauer
geſchloſſen. Unabläſſig war die Nacht über noch gearbeitet
worden, um den Trauerſchmuck der Stadt zu vollenden.
Faſt jedes einzelne Haus im Innern der Stadt iſt ſchwarz
beflaggt. Ueberall ſieht man umflorte Büſten oder
Bil=
der des toten Regenten und der Königlichen Familie.
Um 10 Uhr 40 Minuten traf der deutſche
Kai=
ſer der hohe Verbündete des Verewigten. mit ſeinen
Söhnen Nrinz Eitel Friedrich, Prinz Auguſt Wilhelm und
Prinz Oskar mit Gefolge im Sonderzug von Berlin auf
dem hieſigen Hauptbahnhof ein. Zu ſeinem Empfange
hatte ſich Prinz=Regent Ludwig mit Gefolge auf dem
Hauptbahnhofe eingefunden, ebenſo Prinz Joachim von
Preußen, der bereits heute früh von Straßbura hier
ein=
getroffen war. Im Köniasſalon des Bahnhofsgebäudes
fand nach gegenſeitiger Vorſtellung der Gefolge längere
Zeit Cercle ſtatt. Um 10 Uhr 55 Minuten fuhren der
Kaiſer und der Prinz=Regent nach der Reſidenz.
Als Prinz=Regent Ludwig mit dem deutſchen Kaiſer in
der Reſidenz, auf dem ganzen Wege von dem bayeriſchen
Volke ehrfurchtsvoll begrüßt, eintrafen, hatten ſich bereits
in den Reichen Zimmern die ſämtlichen fürſtlichen Gäſte mit
den bayeriſchen Prinzen, ſowie deren Gefolge, ferner die
Herren des diplomatiſchen Korps, verſammelt. Unter
an=
derem waren dort zur Begrüßung erſchienen der
Reichskanzler von Bethmann Hollweg, die
Vertre=
tungen des Bundesrats, ſämtliche bayeriſchen
Zivilſtaats=
miniſter und der Kriegsminiſter, dann die Mitglieder der
bayeriſchen Kammer der Abgeordneten und des deutſchen
Reichstags. Im Ritterſaal hatten ſich die fremden
Offi=
ziers=Deputationen, die Erzbiſchöfe von München=
Frei=
ſing und Bambera, dann die anderen bayeriſchen Biſchöfe,
die Reichsräte, die Staatsräte uſw. verſammelt. Der
deutſche Kaiſer und der Prinz=Regent Ludwig wurden
bei ihrer Anfahrt in der Reſidenz vom Großen Dienſt
emp=
fangen. Sie begaben ſich unmittelbar in die Reichen
Zim=
mer, wo der Kaiſer der Gemahlin des Prinz=Regenten,
Frau Prinzeſſin Ludwig, und den Hinterbliebenen der
könialichen Familie ſein Beileid ausſprach, während Prinz
Ludwig die Beileidskundgebungen der erſchienenen
frem=
den Fürſtlichkeiten entgegennahm.
Punkt 11 Uhr erſchollen Trauerfanfaren,
be=
gleitet von den dumpfen Wirbelſchlägen der mit ſchwarzem
Flor beſpannten Pauken. Die ſämtlichen Glocken aller
Kirchen der Reſidenzſtadt erklangen und Kanonendonner
vom Oberwiſſenfeld kündete mit 101 Schüſſen in die weite
Ferne der Stadt den Beginn des Trauerzuges von
der Allerheiligen=Hofkirche, der letzten Fahrt des Prinz=
Regenten, an. Als die Pforten der Kirche ſich öffneten,
wurde, von Hofbeamten getragen, der Sarg auf den
Lei=
chenwagen geyoben, der mit der königlichen Krone und
den Reichsinſignien, ſowie herrlichen Blumenkränzen
ge=
ſchmückt war. Der Wagen war mit acht ſchwarz
behange=
nen Pferden beſpannt.
Zur rechten Seite des Leichenwages ritten die
Ge=
neraladjutanten des verblichenen Landesvaters. links
zwölf Königliche Kammerherren, während das Bahrtuch
von den Kommandeuren des Ordens der Ritter vom
Hei=
ligen Georg getragen wurde. Weiter ſchritten zu beiden
Seiten des Sarges Stabsoffiziere der bayeriſchen.
Regi=
menter, deren Inhaber Prinz=Regent Luitpold war.
Hier=
auf folgte Erzbiſchof Bettinger mit der geſamten
Dom=
geiſtlichkeit Münchens.
Schon lange bevor der Leichenwagen von der
Aller=
heiligen=Hofkirche abfuhr, hatten ſich Truppenabteilungen,
zahlloſe Vereine mit ihren umflorten Fahnen, die
ſämt=
lichen Schulen Münchens und Kloſterkongregationen in
Bewegung geſetzt. Unmittelbar hinter dem Leichenwagen
wurde das Leibpferd des Prinz=Regenten geführt, das
ſchon ſeit Jahren das Gnadenbrot genoß. Hinter dem
Träger des Kreuzes folgte Prinz=Regent
Lud=
wig, zu ſeiner Rechten der deutſche Kaiſer mit
dem Marſchallſtab und den Inſignien des Hubertusordens
und zu ſeiner Linken der König von Sachſen, beide
in der Uniform ihrer bayeriſchen Regimenter. Hinter
dieſen ſchritt Prinz Leopold zwiſchen dem König von
Bel=
gien und dem Erzherzog=Thronfolger von Oeſterreich,
Prinz Rupprecht zwiſchen dem Großfürſten Boris von=
Rußland und dem Herzog von Teck, Prinz Karl zwiſchen
dem Infanten Don Carlos von Spanien und dem Herzog
von Genua als Vertreter ihrer Könige, Prinz Franz mit
den Großherzögen von Baden und von Heſſen, Prinz=
Georg mit den Großherzögen von Mecklenburg und
Olden=
burg. Dieſen folgten die fremden Fürſtlichkeiten und
ſämt=
liche übrigen Prinzen des bayeriſchen Königshauſes, die
Vertreter des Papſtes, der Vertreter des Präſidenten
Falliéres, die Abgeſandten fremder Fürſten und
Regierun=
gen, der Reichskanzler von Bethmann Hollweg mit den
Vertretern des Bundesrats und des Reichstags, das
diplo=
matiſche Korps, die bayeriſchen Standesherren, die
Mit=
glieder der beiden Kammern des Landtages, die oberſten
Hofchargen, die Staatsminiſter, die Generalität, die
Sui=
ten des Königs Otto uſw.
Als der Leichenwagen in der St. Kajetan=Kirche
an=
langte, empfing die geſamte Geiſtlichkeit den Sarg und
geleitete ihn in die Kirche. In dieſem Augenblick ertönten
die Ehrenſalven vom Hofgarten herüber, welche von drei
Bataillonen Infanterie und drei Batterien Artillerie
ab=
gegeben wurden. In der Kirche wurde die
Ein=
ſegnung der Leiche durch den Erzbiſchof in
Gegen=
wart aller Fürſtlichkeiten vorgenommen und der Sarg
alsdann in Begleitung des Oberhofmeiſters Grafen von
Seinsheim und des Miniſterpräſidenten Dr. Freiherr von
Hertling unter Vorantritt der Geiſtlichkeit in die Gruft
ge=
tragen und mit zwei Schlöſſern verſchloſſen. Damit war
die Trauerfeier beendet.
Nach der Trauerfeier begleitete der Prinz=
Regent den Kaiſer nach der preußiſchen
Geſandt=
ſchaft und kehrte hierauf in das Wittelsbacher Palais
zu=
rück, wo er die fremden Militärdeputationen empfing. Um
1 Uhr fand bei dem preußiſchen Geſandten v. Treutler
und deſſen Gemahlin eine Frühſtückstafel ſtatt, an
der der Kaiſer, die Prinzen Eitel Friedrich. Auguſt
Wil=
helm, Oskar und Joachim, ſowie ſämtliche Mitglieder der
Geſandtſchaft teilnahmen. Nach der Frühſtückstafel
ſtat=
tete der Kaiſer dem Prinz=Regenten
Lud=
wig und ſeiner Gemahlin im Wittelsbacher Palais einen
Beſuch ab und fuhr hierauf bei den Prinzen Rupprecht
und Leopold vor, um ſeine Karte abzugeben. Heute abend
7 Uhr empfina der Prinz=Regent den Reichskanzler von
Bethmann Hollweg in Audienz. Im Laufe des Tages
hatte der Reichskanzler dem Miniſterpräſidenten Freiherr
von Hertling im Miniſterium des Aeußern einen Beſuch
abgeſtattet.
* Berlin 19. Dez. Anläßlich der heutigen
Bei=
ſetzung des Prinz=Regenten Luitpold
von Bayern hatten das Königliche Schloß, ſämtliche
Staats= und Reichsgebäude und eine große Anzahl
Pri=
vatgebäude Halbmaſt geflagat. In der St. Hedwigskirche
fand heute vormittag ein Trauergottesdienſt ſtatt, der von
dem Prälaten Klein=Eidam zelebriert wurde. Erſchienen
waren: Als Vertreter des Kaiſers Prinz Friedrich
Leo=
pold von Preußen, als Vertreter der Kaiſerin Kammerherr
Freiherr von Spitzenberg, ferner die Söhne des Prinzen
Friedrich Leovold. Erbprinz von Hohenzollern, weiter die
Spitzen der Reichsbehörden, der preußiſchen Behörden und
ſämtliche in Berlin anweſenden Miniſter und
Staats=
ſekretäre.
Der Halleſche Studenten=
Ausſtand.
* Halle, 18. Dez. Die mediziniſche
Fakul=
tät ſprach ſich, der Halleſchen Zeitung zufolge, dahin
aus, daß der Klinikerſtreik zu Unrecht eingeleitet
worden ſei. In der Uebergangszeit wäre es nicht
mög=
lich, Ausländer in älteren Semeſtern ohne weiteres
ab=
zuweiſen. Ein eingegangener Erlaß des Miniſters ſtelle
ſich ebenfalls auf den Standpunkt, daß die älteren
Se=
meſter einſtweilen hier weiter ſtudieren können. —
Abends nahm eine Verſammlung der Kliniker zu dem
Beſchluß Stellung, den Beſuch der Klinik vorläufig nicht
wieder aufzunehmen.
* Greifswald, 18. Dez. Die Klinikerſchaft
der hieſigen Univerſität beſchäftigte ſich mit dem
Uni=
verſitätsſtreik in Halle. Es wurde beſchloſſen,
ein Sympathietelegramm nach Halle zu ſenden, ferner
ſich mit der hieſigen mediziniſchen Fakultät in
Verbind=
ung zu ſetzen und bei dem Vorſitzenden der Leipziger
Kli=
nikerſchaft die Einberufung eines außerordentlichen
Ver=
bandstages aller deutſchen Klinikerſchaften zum 4.
Ja=
nuar nach Halle zu beantragen. Man drückte die
Hoff=
nung aus, daß bei dem guten Verhältnis zwiſchen
Leh=
rern und Studenten in Greifswald hier eine gütliche
Beilegung möglich werde. Trotzdem wurde beſchloſſen,
nach Neujahr in den Streik zu treten, wenn die
Forder=
ung aller deutſchen Klinikerſchaften nicht anerkannt wird.
* Gießen, 19. Dez. Die hieſigen Kliniker
ſtellen heute abend ihren Streik ein.
HB. Halle a. d. S., 19. Dez. Das
Kultus=
miniſterium ſandte heute an die Univerſität
Halle ein offizielles Schreiben mit der
Er=
öffnung, die Forderungen der Studenten zu
erfüllen. In gleichem Sinne wurden der Kurator
der Univerſität und der Prodekan der mediziniſchen
Fakultät beſchieden, die geſtern in Berlin weilten.
Der Ausſtand der Bergleute
im Saarrevier.
* Saarbrücken, 18. Dez. Im Laufe des heutigen
Tages wurden bei den einzelnen Werk=Inſpektionen des
Saar=Reviers durch die Vertreter der Belegſchaften die
Kündigungen für ſämtliche
Belegſchafts=
mitglieder eingereicht. Sie brachten die
Kündigun=
gen bei den Werksdirektionen an, ohne dabei rechtsgültige
Vollmachten vorzulegen. Die Beamten eröffneten den
Vertrauensleuten, daß die Kündigungen nicht
angenom=
men würden, weil einmal nicht daraus hervorgehe, für
welche Leute die Kündigungen ausgeſprochen werden
ſoll=
ten und zum anderen keine Vollmachten von ihren
Auf=
traggebern vorgelegt werden könnten. Daraufhin begab
ſich heute abend eine Kommiſſion, beſtehend aus zwei
Vertrauensleuten, die ſeinerzeit bei dem Handelsminiſter
waren, nach der Bergwerksdirektion, wo ſie um 6 Uhr von
dem ſtellvertretenden Vorſitzenden empfangen wurden.
Sie erklärten, für die Belegſchaften in ſämtlichen
Bezir=
ken die Kündigung einreichen zu wollen. Voll=
machten legten ſie nicht vor. Der ſtellvertretende
Berg=
werksdirektor erwiderte der Kommiſſion, daß die
zuſtän=
digen Stellen die Werksdirektoren ſeien. Falls ſie durch
dieſe Erklärung die heute getroffene Entſcheidung der
Werkdirektoren über die mangelnde Rechtsgültigkeit der
Kündigungen zu einer anderweitigen Entſcheidung
brin=
igen wollten, könne er dieſem Antrage nicht ſtattgeben,
ſon=
dern nur die Richtigkeit der von den Werkdirektoren
abge=
igebenen Erklärungen als zutreffend bezeichnen.
Schlagwetter=Exploſion.
* Brambauer, 18. Dez. Nachträglich hat ſich
herausgeſtellt, daß die Leichen der Verunglückten noch
inicht alle geborgen ſind. Zehn befinden ſich noch
in der Grube, 31 liegen in der Leichenhalle der Zeche, 2
im Krankenhaus. Die Zahl der Toten beträgt
alſo 43.
Die Zeche „Miniſter Achenbach” iſt Eigentum der
Firma Gebrüder Stumm, G. m. b. H. in Neunkirchen an
der Saar. Sie wird als beſondere Gewerkſchaft
betrie=
ben. Es ſind zwei Schachtanlagen vorhanden,
Schacht=
anlage IIII und Schachtanlage III. Die dritte Sohle,
in der die Schlagwetterexploſion ſich ereignete, iſt bei 664
Meter Teufe angeſetzt. Die Belegſchaft zählt etwa 2800
Mann. Die Beteiligungsziffer der Zeche in Kohlen beim
Syndikat beträgt 600 000 Tonnen.
* Dortmund, 19. Dez. Auf der Zeche „
Mini=
ſter Achenbach” trafen heute früh mehrere Mitglieder
der Familie Stumm ein, um ſich von dem Umfang des
Unglücks und dem Stande der Rettungsarbeiten zu
über=
zeugen. Sämtliche Verunglückte, 46 Tote und
12 Verletzte, ſind geborgen. Für die Linderung der
erſten Not wurden ſeitens der Familie Stumm 50 000
Mark angewieſen.
* Dortmund, 19. Dez. Nach einer erneuten
Re=
viſion der Kontrollmarken ſtellte ſich heraus, daß zwei
weitere Bergleute vermißt werden, die
wahr=
ſcheinlich noch in der Grube ſind. Die Zahl der Toten
beträgt demnach 48. Ein auf Flöz 17 entſtandener Brand
iſt leider nicht zu löſchen, weshalb man dazu übergehen
mußte, das ganze Revier abzudämmen. Aus dieſem
Grunde iſt es nicht möglich, ſchon jetzt die Urſache der
Exploſion zu ermitteln.
* Berlin, 19. Dez. Der Präſident des preußiſchen
Abgeordnetenhauſes, Graf v. Schwerin=Löwitz,
richtete im Namen des Abgeordnetenhauſes an die
Ge=
werkſchaft „Miniſter Achenbach” in Brambauer ein
Telegramm folgenden Wortlauts: Im Namen des
Abgeordnetenhauſes ſpreche ich der Gewerkſchaft, den
verunglückten braven Bergleuten, ſowie den
Hinter=
bliebenen aufrichtige Teilnahme aus.
Hochwaſſer.
* Minden, 18. Dez. Die Weſer, die nunmehr
einen Stand von 5,51 Meter erreicht hat, iſt aus ihren
Ufern getreten und hat die angrenzenden Wieſen
überſchwemmt. In der letzten Nacht iſt infolge des
Hochwaſſerdrucks der Schutzdamm des Kanals, der die
Abwäſſer aus der ſtädtiſchen Kläranſtalt in die Weſer
leitet, einige hundert Meter vor der Weſer gebrochen.
Das Waſſer aus dem Kanal überſchwemmte die dort im
Bau befindliche, etwa 15 Meter tiefe Pumpſtation für den
Ems=Weſer=Kanal vollſtändig. Der Unterhafen an der
Weſer iſt gleichfalls überſchwemmt. Ein Bockſchiff iſt
ge=
ſunken. Der Schaden iſt groß. Bei Vlotho wurde das
Gleis der Kleinbahn überſpült, ſo daß die Bahn am Fluß
nicht mehr verkehren kann. Wenn das Waſſer noch weiter
ſteigt, muß die Weſerſchiffahrt teilweiſe eingeſchränkt
werden, da die Schiffe unter den niedrigen Weſerbrücken
nicht mehr durchfahren können.
Bochum, 19. Dez. Durch das eingetretene
Hochwaſſer iſt es ſchon an verſchiedenen Stellen zu
ſchwerem wirtſchaftlichen Schaden gekommen. Bei der
Zeche „Bonifazius” iſt ein Bergarbeiter, der zur Zeche
wollte, in den Fluten ertrunken. Zahlreiche andere
Per=
ſonen gerieten ebenfalls bis an den Hals ins Waſſer,
konnten aber unter großer Mühe gerettet werden.
* Paris, 19. Dez. Aus Epinal wird gemeldet, daß
infolge eines überaus heftigen Unwetters in dem
Vogeſengebiete alle Waſſerläufe in
beuneuhi=
gender Weiſe angeſchwollen ſeien. In den Wäldorn
verurſachten die Stürme großen Schaden.
Der Balkankrieg.
Die Friedensverhandlungen.
* Konſtantinopel, 18. Dez. Von authentiſcher
Seite verlautet, daß der heutige Miniſterrat beſchloſſen
habe, den türkiſchen Bevollmächtigten
In=
ſtruktionen zu erteilen, die dahin gehen, unter gewiſſen
Bedingungen auch ohne Unterzeichnung des
Waffenſtill=
ſtandsprotokolls ſeitens Griechenlands die Teilnahme der
griechiſchen Bevollmächtigten bei den
Friedensverhand=
lungen zuzulaſſen.
* Wien 19. Dez. Das Fremdenblatt ſchreibt: In
den publiziſtiſchen Betrachtungen über die Beratungen der
Botſchafterréunion, und der
Friedemskon=
ferenz tritt die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens
immer ſtärker zutage. An dieſer Tatſache können auch die
vereinzelten Anklagen nichts ändern, welche in einzelnen
ausländiſchen Blättern gegen die habsburgiſche Monarchie
erhoben werden, weil dieſelbe angeblich eine
provokato=
riſche Haltung einnehme. Solche Behauptungen werden
wohl von niemandem ernſt genommen werden. Denr
man weiß nur zu gut, daß dieſe provokatoriſche Haltung
Oeſterreich=Ungarns in nichts anderem beſteht, als daß
man angeſichts von gewiſſen, von einzelnen
Nachbar=
ſtaaten getroffenen Maßregeln, unſererſeits die
Wachſam=
keit anerkennen muß. Das Blatt fährt ſodann fort: Wenn
auch auf der Friedenskonferenz noch mancherlei
Schwie=
rigkeiten zu überwinden ſind ſo iſt die Tatſache nicht zu
leugnen, daß die Zuverſicht, der europäiſche Friede
werde nicht geſtört, ſich immer mehr befeſtigt. Dies
iſt aber in erſter Linie auf die Politik Oeſterreich=Ungarns
zurückzuführen, welche bei aller Entſchloſſenheit peinlich
bemüht war, jeder Verletzung einer fremden
Empfind=
lichkeit aus dem Wege zu gehen. Dadurch trug ſie
weſent=
lich dazu bei, daß in der Botſchafterréunion eine
Atmo=
ſphäre Platz griff, die erkennen ließ, daß ein
freundſchaft=
licher und ſtriedlicher Gedankenaustauſch der Zweck
die=
ſer Diplomatenverſammlung ſei und nicht ein Kampf um
das Preſtige. Unter ſolchen Umſtänden kann man wohl
der Tätigkeit der Botſchafterréunion ein günſtiges
Horo=
ſkop ſtellen.
* Paris, 19. Dez. Der Sonderberichterſtatter des
Watin in London meldet: Einer der Balkandele=
gierten habe ihm erklärt, daß Griechenland in
vollem Einvernehmen mit ſeinen Verbündeten es
abge=
lehnt habe, den Waffenſtillſtand zu
unterzeich=
nen. Mit Rückſicht der Möglichkeit der Wiederaufnahme
der Feindſeligkeiten ſei es notwendig, daß Griechenland
die Blockade des Aegäiſchen Meeres aufrechterhalte und
dadurch den Transport türkiſcher Truppen aus
Klein=
aſien, beſonders aus Syrien und dem Yemen behindere.
Die türkiſche Regierung könne mit der Eiſenbahn nur ſehr
wenig Mannſchaften befördern, während ſie zur See
Hunderttauſende von Soldaten nach Tſchataldſcha
beför=
dern könne. Ueberdies verhindere die griechiſche Flotte
die Verproviantierung Konſtantinopels namentlich mit
Kohle, die in der türkiſchen Hauptſtadt zu mangeln
be=
ginne. Das alles bilde für die
Balkanverbünde=
ten einen wichtigen Faktor, deſſen ſie ſich nicht begeben
dürften.
Oeſterreich=Ungarn und Serbien.
* Wien, 18. Dez. Die Neue Freie Preſſe meldet:
Der neue ſerbiſche Geſandte Jowanowitſch ſtattete
heute dem Miniſter des Aeußern Grafen Berchtold ſeinen
Antrittsbeſuch ab, der mehr als 1½ Stunden währte. Nach
der Zuſammenkunft äußerte ſich Jowanowitſch ſehr
be=
friedigend über den Empfang. Er hoffe, ſagte er, daß
alle Schwierigkeiten auf friedlichem Wege ſich
beſeitigen laſſen würden. Die Konverſation zwiſchen
Oeſterreich=Ungarn und Serbien werde ſo bald als
mög=
lich beginnen, natürlich erſt nach ſeiner Audienz beim
Kaiſer.
König Ferdinand in Saloniki.
* Wien 18. Dez. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Sofia: König Ferdinand iſt geſtern in
Sa=
loniki eingetroffen. Die Anweſenheit des
Königs in Saloniki erſcheint notwendig, um durch ſeine
Autorität alle in bezug auf Saloniki beſtehenden
grie=
chiſch=bulagriſchen Reibungen womöglich ein Ende zu
ma=
chen. — Ende dieſer Woche nach Schluß der Kammer wird
Miniſterpräſident Geſchow nach Saloniki reiſen, wo das
Eintreffen der Könige von Serbien und Montenegro
er=
wartet wird. In Saloniki wird vielleicht die
Konferen=
der Verbündeten betreffs der Aufteiluna der eroberten
Gebiete ſtattfinden. — Die hieſige Preſſe hebt hervor, es
ſei nicht ausgeſchloſſen, daß Könia Ferdinand längere Zeit
in Saloniki bleibe, um nach feierlicher Abſchiednahme von
den Gäſten perſönlich an Ort und Stelle die Einführung
der neuen Verwaltung in Thrazien und Mazedonien zu
eiten.
* Saloniki, 19. Dez. Der König der
Bul=
garen wurde bei ſeiner Ankunft geſtern nachmittag auf
dem Bahnhof von dem Kronprinzen Boris, dem Prinzen
Kyrill, ſowie von dem griechiſchen Kronprinzen Konſtantin
begrüßt. Er fuhr ſodann im Automobil nach dem
bulga=
riſchen Generalkonſulat, wo er von der hohen
Geiſtlich=
keit, den bulgariſchen Notabeln und der Lehrerſchaft
emp=
fangen wurde.
* Saloniki, 19 Dez. Der König von
Bul=
garien beſuchte bald nach ſeiner Ankunft den König von
Griechenland. Eine Abteilung Erzonen erwies die
mili=
tärifchen Ehren. Könia Georg empfing König Ferdinand
mit der größten Herzlichkeit. Beide Monarchen umarmten
ſich. An dem Empfange nahmen die griechiſchen Prinzen
Nikolaus und Andreas teil.
Die Finanzen Bulgariens.
* Sofia, 18. Dez. Die Kammer genehmigte in
erſter Leſung den Geſetzentwurf, mite welchem ein
außerordentlicher Kredit von 50 Millionen
für die Armee bewilligt wird Gegenüber den im
Aus=
land verbreiteten Behauptungen über eine angebliche
ſchwierige Finanzlage Bulgariens ſtellt
Fi=
nanzminiſter Theodorow feſt, daß dieſe
Behauptun=
gen falſch ſeien. Bulgarien ſei in der Lage, wenn es nötig
ſei, den Krieg noch drei bis ſechs Monate fortzuſetzen.
In=
deſſen hoffe er, daß die Friedensverhandlungen die
Wie=
deraufnahme der Feindſeligkeiten verhinderten, die
Bul=
garien die Früchte ſeines Sieges wahren würden.
Die türkiſch=griechiſchen Kämpfe.
* Athen 18. Dez. Zu dem von Konſtantinopel in
Umlauf geſetzten Gerüchte über eine zweite
See=
ſchlacht zwiſchen den Türken und Griechen veröffentlicht
der Marineminiſter folgendes Funkentelegramm des
Ober=
kommandanten des Aegäiſchen Geſchwaders: Es fand
keine weitere Seeſchlacht ſtatt, weil der Feind nicht mehr
auf das offene Meer herausgekommen iſt. Wie von
Tenedos gemeldet wird, iſt die feindliche Flotte
beſchä=
digt. Wir ſind noch immer Herren des Meeres.
* Athen, 19. Dez. Nach authentiſchen Meldungen
von der Armee in Epirus fand geſtern morgen ein
hef=
tiger Kampf zwiſchen der griechiſchen
Artillerie und den Türken ſtatt, die das Fort
Bi=
ſani beſetzt hielten. Der Flieger, Unterleutnant Matuſſis,
überflog unter dem Feuer der Türken erfolgreich Janina
und Biſani und erwiderte die Angriffe durch Bomben.
Ein Flügel des Aeroplans wurde leicht beſchädigt. Der
Flieger landete glücklich.
Preßſtimmen zur Kokowzow=Rede.
* Berlin, 19. Dez. Berliner Tageblatt:
Der ruſſiſche Premierminiſter hat ſeine Karten nicht
auf=
gedeckt. Seine überaus geſchickte Rede befriedigte
gleicher=
maßen die Mitglieder auf der Rechten wie auf der Linken
der Duma. — Deutſche Nachrichten: Die Londoner
Botſchafterkonferenz wird durch die Rede des ruſſiſchen
Premierminiſters nicht bedeutend beeinflußt werden. —
Berliner Lokalanzeiger: Der geſtrige Tag in
der Duma hat die Friedenszuverſicht aller
Friedens=
freunde innerhalb und außerhalb Rußlands neuerdings
beſtärkt. — Voſſiſche Zeitung: Irgend eine
be=
ſtimmte Verpflichtung hat Kokowzow in ſeiner
Erklär=
ung nicht übernommen. Er hat ſich in der diplomatiſchen
Kunſt bewährt, mit viel Worten wenig zu ſagen.
Tägliche Rundſchau: Kokowzow hat irgendwelche,
aus der Ungewißheit erlöſende Worte nicht geſprochen.
— Berliner Tageblatt aus Peſt: Dem Peſter Lloyd wird
von unterrichteter Seite mitgeteilt, die Rede Kokowzows
habe in politiſchen Kreiſen nicht überraſcht. Sie ſei zum
Teil durch die Rückſichtnahme auf die ruſſiſche
Oeffent=
lichkeit zu erklären. Aus der Rede ſei zu ſchließen, daß
Rußland die ſerbiſchen Forderungen weder ſobald noch
in einer Form betreiben wolle, durch welche europäiſche
Verwickelungen hervorgerufen werden könnten.
Voſſiſche Zeitung aus Petersburg: Die Erklärung
Kokowzows rief in Abgeordnetenkreiſen allſeitig
Ent=
täuſchung hervor.
* Wien, 19. Dez. In der Beſprechung der Rede
Kokowzows anerkennen die meiſten Blätter, daß die
Ausführungen geeignet ſind, die bereits vorhandenen
günſtigen Ausſichten für die Erhaltung des europäiſchen
Friedens ſtark zu fördern.
* Petersburg, 19. Dez. In der Beſprechung
der Rede Kokowzows hebt die Nowoje
Wremja den fortſchrittlichen Charakter der Rede und
die darin ausgedrückte Bereitſchaft hervor, alle Kräfte
zum Schutze der ruſſiſchen Intereſſen einzuſetzen. —
Rjetſch ſchreibt: Bezüglich der auswärtigen Politik
iſt alles geſagt, was geſagt werden mußte. — Die
Bör=
ſenzeitung ſagt: Die Rede ſollte die Wiener und
Berliner Erklärungen beantworten. Dieſe Aufgabe
er=
füllte ſie.
* London, 19. Dez. Die Times erblickt in der
Erklärung Kokowzows, daß er es nicht für
för=
derlich halte, die Mächtegruppen gegeneinander
auszu=
ſpielen, eine ausgezeichnete Vorbedeutung für den
Welt=
frieden. Die Erklärung werde in ganz Europa
willkom=
men geheißen werden. Herr Kokowzow habe betont,
daß die ruſſiſche Politik während der ganzen
Kriſis=
ſtandhaft und unverändert geblieben ſei. Das ſei
rich=
tig, aber die Erklärung über den Geiſt, der die ruſſiſche
Politik beſeele, die öffentlich im Angeſicht Rußlands und
Europas abgegeben werde, könne nicht verfehlen, den
günſtigen Eindruck, den die Politik bereits macht, zu
ver=
tiefen. Das Blatt erwähnt ferner die Verſicherungen,
die Graf Berchtold geſtern einer ſtädtiſchen Abordnung
gemacht hat, und die Mitteilungen des Marquis di San
Giuliano über ein Abkommen zwiſchen Oeſterreich=Ungarn
und Italien über die Neutraliſierung eines autonomen
Albaniens und ſchließt: „Die Gefahr iſt zwar noch
keines=
wegs vorüber, aber ſie iſt geringer geworden, und die
Rede Kokowzows wird ſie noch weiter verringern.”
Letzte Nachrichten.
Berlin, 19. Dez. Der Droſchkenkutſcher Heske aus
Neukölln forderte heute in einer Gaſtwirtſchaft einen
Nordhäuſer und ein Glas Weißbier. Nachdem er
das Schnapsglas geleert hatte, brach er unter furchtbaren
Schmerzen zuſammen. Der Wirt hatte dem Gaſte
irrtüm=
lich ſtatt Nordhäuſer Salmiak gegeben. Heske ſtarb
in=
folge der Vergiftung.
— Charlottenburg, 19. Dez. Aus Anlaß des
bevor=
ſtehenden Regierungsjubiläums Kaiſer Wilhelms II.
be=
ſchloſſen heute die ſtädtiſchen Kollegien die Gründung
einer Kaiſer Wilhelm=Jubiläums=
Stif=
tung in Höhe von 300000 Mark zur Erweiterung der
1913 in Beelitz=Sommerfeld zu eröffnenden Anſtalt für
Tuberkuſöſe. Vorläufig ſollen aus der Stiftung
Unter=
ſtützungen an hilfsbedürftige Veteranen verteilt werden.
Köpenick, 19. Dez. Hier wurde heute morgen die
74jährige Witwe Auguſt Roll im Walde bei Kaulsdorf
erfroren aufgefunden.
HB. Metz, 19. Dez. Den vier Diedenhofener
Vika=
ren, die ſeit dem 15. November ihre 6monatige
Feſt=
ungsſtrafe in Magdeburg verbüßen, wird demnachſt, wie
hier beſtimmt verlautet, der Reſt der Strafe
er=
laſſen werden.
* Stuttgart, 19. Dez. In der Arminſtraße
über=
goß heute mittag das 45 Jahre alte Fräulein Bürklen
ihre Kleider mit Petroleum, entfernte ſodann
an der Gasleitung in der Küche das Verſchlußſtück und
zündete das Gas an, das ihre Kleider in Flammen ſetzte
Sie verbrannte vollſtändig. Das Motiv der Tat iſt nicht
bekannt.
H.B. Dresden, 19. Dez. Die Zweite Kammer
lehnte heute nachmittag die Volksſchulvorlage mit
61 gegen 27 konſervative Stimmen ab. Es iſt alſo eine
Zweidrittel=Mehrheit gegen das Geſetz vorhanden, ſo daß
die Regierung nicht in der Lage iſt, es auf Grund des
§ 92 in Kraft zu ſetzen.
Hamburg, 19. Dez. Eine internationale
Juwelendiebin, die eine Zeitlang auch Berlin
unſicher machte, wurde auf friſcher Tat in Hamburg
er=
tappt und feſtgenommen. Sie nennt ſich Näherin Maria=
Sowea aus Breslau und befand ſich ſtets in Begleitung
eines Mannes, der ſich als Kapitän der Handelsmarine
ausgab. In ihrer Wohnung in Altona wurden Sachen
gefunden, die teils von Berliner Diebſtählen ſtammen.
HB. Stendal, 19. Dez. Bei dem Dorfe Schornebeck
iſt geſtern mittag 1¾ Uhr ein franzöfiſcher Ballon
mit drei Inſaſſen, zwei Franzoſen und einem
Englän=
der, niedergegangen. Da die Luftſchiffer ſich
nicht genügend ausweiſen konnten, wurden ſie dem
Amts=
vorſteher in Groß=Schwarzloſe zugeführt und dort
feſt=
gehalten. Sie wurden aber dort entlaſſen, da der
Aero=
klub Berlin eine ausreichende Legitimation ſandte. Der
Ballon ſtieg geſtern in Paris auf und wollte nach Berlin
gelangen, wurde aber ſeitswärts verſchlagen.
— Beuthen (Oberſchleſien), 19. Dez. In Bobrek
bei Beuthen entſtand geſtern abend in der Grube „
Julien=
hütte” Großfeuer, das ſich auf die Kohlenrampe der
Zinderſieberei ausdehnte. 14 Feuerwehren der
Nachbar=
ſchaft mit 200 Mann waren an der Brandſtätte tätig. Es
gelang, ein Umſichgreifen des Feuers auf andere Betriebe
zu verhindern. Der Schaden iſt beträchtlich und durch
Ver=
ſicherung gedeckt. Die Entſtehungsurſache des Feuers iſt
nicht bekannt.
* Wien, 19. Dez. Bürgermeiſter Neumayer legte
ſein Amt nieder. Der Entſchluß dürfte auf die letzte,
von verſchiedenen Seiten gegen ihn geführte Kampagne
zurückzuführen ſein.
H. B. Petersburg, 19. Dez. Auf dem Schwarzen Meere,
nahe bei Feroſia, ſchlug während eines Sturmes ein
Fiſcherboot mit 12 Inſaſſen um, von denen 11
er=
tranken.
H.B. New=York, 19. Dez. Vor dem Staatsrats=
Komitee ſind jetzt neue Enthüllungen über die
Korruption der New=Yorker Polizei gemacht
worden. Es wurde feſtgeſtellt, daß von zahlreichen
Be=
ſitzern verrufener Hotels an mehrere höhere Polizeibeamte
erhebliche Summen gezahlt worden ſind, die von dem
Komitee als Beſtechungsgelder erkannt werden. Man
er=
wartet mehrere Verhaftungen.
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zu besichtigen.
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Agenturen jederzeit entgegengenommen.
Familiennachrichten.
Dankſagung.
Für die uns bewieſene herzliche Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben Mutter, unſerer
Schwiegermutter, Großmutter und Tante
Frau
Katharina Engel Wwe.
ſagen wir hierdurch Allen unſeren herzlichen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Ernst Engel.
Darmſtadt, den 20. Dezember 1912. (26015
Mein geliebter Mann
Dr. med. Wilhelm Balser
ist nach langer, schwerer Krankheit
heute plötzlich sanft entschlafen.
Bianca Balser.
Rostock, den 16. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet in Darmstadt
Sonnabend ½12 Uhr, von der
Friedhofs-
kapelle aus, statt.
Kranzspenden dankend abgelehnt.
*14634
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute früh verſchied nach 1½jähr.
Kranken=
lager unſere geliebte Schweſter, Schwägerin,
(26052
Tante und Großtante
Sophie Marx
geb. Balser
Witwe des Kirchenrats Georg Marx
im 80. Lebensjahre.
Bälser, Oberstleutnant a. D.
Darmſtadt, den 19. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet in der Stille ſtatt.
Von Blumenſpenden und Beileidsbeſuchen
bittet man abſehen zu wollen.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Geſtern abend verſchied plötzlich infolge
eines Schlaganfalles unſer lieber Gatte und
(26066
Vater
Oberpostsekretär a. D.
Carl Ferd. Mühlpforth
im Alter von 67 Jahren.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Bad Nauheim, 19. Dez. 1912.
Die Beerdigung findet Samstag vormittag
11 Uhr, vom Portale der ſtädtiſchen
Fried=
hofskapelle aus, ſtatt.
Von Kondolenzbeſuchen bittet man abſehen
zu wollen.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines innigſtgeliebten Gatten,
unſeres unvergeßlichen Vaters, Schwiegervaters,
Großvaters und Onkels
(26068
Herrn Ernst Vöglin
Großh. Förſter i. P.
ſagen wir unſeren innigſten Dank.
Darmſtadt, den 19. Dezember 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Todes=Anzeige.
Freunden und Bekannten die ſchmerzliche
Nachricht, daß unſer geliebtes Töchterchen und
Enkelchen
(*14628
Wilhelmine Martin
im Alter von 6¼ Jahren nach kurzem aber
ſchwerem Leiden am Mittwoch abend 7½ Uhr
ſanft entſchlafen iſt.
Mit der Bitte um ſtille Teilnahme
die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Alex Martin und
Anton Sparr, Arbeiterſekretär.
Die Beerdigung findet Samstag, vormittags
11½ Uhr, vom ſtädtiſchen Friedhof aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Anteilnahme
an=
dem ſchweren Verluſte, den wir durch den
Hin=
gang meines innigſtgeliebten Mannes und unſeres
guten Vaters
(26035
Herrn Johann Bauer
erlitten haben, ſagen wir Allen unſeren innigſten
Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Elisabethe Bauer
und Kinder.
Darmſtadt, Karlſtr. 44, den 19. Dez. 1912.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 20. Dezember:
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 30 Min.
Samstag, den 21. Dezember:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Sabbatausgang
5 Uhr 20 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religion;.
Samstag, den 21. Dezember:
Vorabend 3 Uhr 50 Min. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 3 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 20 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 22. Dezember, an:
Morgens 7 Uhr Nachmittags 4 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber dem Feſtland liegt hoher Druck, dem eine
ſtarke Depreſſion über der Oſtſee und eine weſtlich von
England gegenüber liegen. Die Randgebilde der erſten
brachten uns geſtern verbreitete Niederſchläge. Heute iſt
unter dem Einfluß eines vorüberziehenden Steigegebiets
Aufheiterung eingetreten. Die Morgentemperaturen
liegen bei uns bei 3 C. Wir werden ſchnell unter den
Einfluß des neuen weſtlichen Tiefs kommen, das uns
mildes, regneriſches Wetter bringen wird.
Ausſichten für Freitag, den 20. Dezember: Trüb,
verbreitete Niederſchläge, mild, ſüdweſtliche Winde.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (außer Abonnement), Anfang
5 Uhr: „Bonifacius”
Vortrag von Direktor Mengeringhauſen um 8½
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Realgym=
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Vom verſtorbenen Prinz=Regenten Luitpold; der Prinz=
Regent Ludwig; der St. James=Palaſt in London, in
dem die Friedensverhandlungen zwiſchen der Türkei
und den Balkanſtaaten ſtattfinden; Blick auf das Lager
von Bachtſchiköe mit dem Eiſenbahnzug, in dem der
Waffenſtillſtand abgeſchloſſen wurde.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 21. Dezember.
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Diejenige Perſon,
die in letzter Zeit gewiſſe
Verleumdungen
über mich verbreitet, wird
aufgefor=
dert, ihren Namen zu nennen,
da=
mit ich ſie gerichtlich zur
Rechen=
ſchaft ziehen kann.
(*14603
Georg Götz jun.
III. Liſte
der Gaben zur Chriſtbeſcherung der Kleinkinderſchule, Mauerſtr.
Frau Oberlandesgerichtsrat Schilling. Frl. Wagner.
Unge=
nannt. Ungenannt. Frl. Schleiermacher. Frl. v. Gandenberger
Frau Kommerzienrat Wittich. Frau Amy Bonte geb. v. Heſſert.
Herr Chriſtian Spangenberg. Herr Kaufmann Bodenheimer. Frau
Metzgermeiſter Schneider. Frau Juſtizrat Scharmann. Frl. Gertrud
Gad. Frau Lautenſchläger. Frau General Otto. Frau
Oberſtleut=
nant Goldmann. Frl. Schödler. Frau Morneweg. Frl. v. Grävenitz.
Frau Sofie Bekker. Frau General v. Hartmann. Frau Präſident
Keller. Frau Präſident Lippold. Frau Oberſtleutnant Frank. Frl.
Emilie Knorr. Frau Sanitätsrat Dr. Maurer. Frau Sanitätsrat
Dr. Hoffmann. Frau Dr. Repp. Herr Kaufmann Philipp Heß. Frau
Oberſtleutnant Cramolini.
Wir danken allen gütigen Gebern und laden zur Chriſtbeſcherung
Samstag, 21. d. Mts., nachmittags 3 Uhr präzis, freundlich ein.
26051)
Der Vorſtand.
Die Kleinkinderſchule zu Darmſtadt
wird wie ſeither Entſchuldigungskarten bezüglich der konventionellen
Neujahrsgratulationen ausgeben und hofft auf eine recht zahlreiche
Beteiligung zu Gunſten der ſegensreichen Anſtalt.
Nachſtehende Herren werden die Güte haben, die Ausgabe der
Karten zu übernehmen: Geheimerat W. Beſt, Rechnungsrat Daub,
Miniſterialreviſor Frank, Regierungsrat Gennes, General von
Hart=
mann, Sanitätsrat Dr. med. A. Hoffmann, Rechtsanwalt Dr.
E. E. Hoffmann, Profeſſor Dr. Ihle, Juſtizrat Dr. Oſann,
Pro=
feſſor Dr. Röll, Rechnungsrat Schilling, Hofrat Winter,
Kom=
merzienrat K. Wittich, ſowie die Expedition des Darmſtädter
Tagblatts.
(26036
fürnbergerL.eblucheng
letzte
Sendung
260) und Mignon-Herzen eingetroffen!
A. Reichard, Ecke Bleich- u. Casinostrasse.
welche am.
Diejenige Dame, Montag
nachm. in der Liebigſtr. das ſeidene
Tuch aufhob u. dem
Straßenbahn=
ſchaffner nicht verabfolgte, wird
er=
ſucht, dasſelbe Aliceſtraße 23, II.,
Louvre) abzugeben. (*14604
am Freitag Mitag
Verloren ein geſtickter
ſchwar=
zer Plüſchärmel von
Heinheimer=
ſtraße 63 bis 20. Bitte abzugeben
26005)
einheimerſtr. 63.
rußbelz Abzugeb.
verloren.
in der
Ex=
pedition ds. Blattes.
(*14652
Entlaufen
ein kl., ſchwarzer, glatthaariger
Pinſcher mit braunem Abzeichen.
Vor Ankauf wird gewarnt. Gegen
hohe Belohnung abzug. (26045
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Gegr. 1870.
Telephon 226.
(VII25485)
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(26026
Bekanntmachung,
Betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und im
Gewerbe=
betrieb der Bäckerei, Friſeure und Photographen
an den beiden Weihnachtsfeiertagen.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns unter Bezugnahme
auf die Bekanntmachung des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt
vom 27. Dezember 1907 veranlaßt, die für die kommenden Feſttage
auf Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung für die nachſtehend
aufgeführten Gewerbszweige erlaſſenen Vorſchriften über die
Sonn=
tagsruhe zur allgemeinen Kenntnis zu bringen:
I. An beiden Weihnachtsfeiertagen darf im Handelsgewerbe
auf Grund der Beſtimmungen des Ortsſtatuts vom 6. September 1907
weder eine Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern,
noch ein Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsſtellen ſtattfinden.
Ausnahmen auf Grund des § 105e der
Reichsverſicherungs=
ordnung ſind nur zugelaſſen:
A. Für den erſten Weihnachtsfeiertag:
1. für Bäcker und Konditoren in der Zeit von vormittags 5
bis 9 Uhr und 11 bis 12 Uhr;
2. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von
vormit=
tags 5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 bis 8 Uhr;
3. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 5 bis 9 Uhr
und von 11 bis 12 Uhr mittags;
4. für Verkäufer von Roheis von vormittags 7 Uhr bis 11 Uhr;
5. für Zeitungsſpediteure von vormittags 6 bis 9 Uhr. (
Zei=
tungs= und Druckſchriftenverkauf an den Hauptbahnhöfen
ohne Zeitbeſchränkung.
B Für den zweiten Weihnachtsfeiertag:
1. für Bäcker in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis
nachmit=
tags 1 Uhr;
2. für Konditoren in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis nach
mittags 3 Uhr;
3. für Metzger und Fleiſchwarenhändler in der Zeit von
vor=
mittags 7 Uhr bis 12 Uhr;
4. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von vormit
tags 5 Uhr bis 1 Uhr nachmittags und von 6 bis 8 Uhr
nachmittags:
5. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 8 Uhr bis
9 Uhr und von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags;
6. für Zeitungsſpediteure in der Zeit von vormittags 6 Uhr
bis 9 Uhr. (Zeitungs= und Druckſchriftenverkauf an den
Hauptbahnhöfen ohne Zeitbeſchränkung.)
II. Der Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung
von Gehilfen und Lehrlingen im Friſeurgewerbe iſt am erſten
Weih=
nachtsfeiertag geſtattet:
a) außerhalb der Werkſtätte bis 12 Uhr mittags;
b) innerhald der Werkſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr
mittags;
Am zweiten Weihnachtsfeiertag iſt jeglicher Gewerbebetrieb
einſchließlich desjenigen der Friſeuſen unterſagt.
An den beiden Weihnachtsfeiertagen iſt, wie an allen Sonn=
und Feſtagen, ein Gewerbebetrieb der Friſeure und die
Beſchäf=
tigung von Gehilfen und Lehrlingen innerhalb und außerhalb der
Werkſtätte in der Zeit von 6 bis 9 Uhr nachmittags bei der
Vor=
bereitung von öffentlichen Theatervorſtellungen und Schauſtellungen
geſtattet.
III. In den Werkſtätten der Photographen iſt am erſten
Weihnachtsfeiertag jeglicher Gewerbebetrieb unterſagt. Am zweiten
Weihnachtskeiertag iſt die Ausübung des Gewerbebetriebes und
die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern in den
photographiſchen Werkſtätten geſtattet ausſchließlich zum Zweck der
Aufnahme von 11 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags.
IV. Wenn die Sonn= und Feſttagsarbeiten länger als 3
Stun=
den dauern, ſo ſind die Arbeiter entweder an iedem dritten Sonntag
für volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntag mindeſtens in
der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder in jeder Woche
während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages, und zwar ſpäteſtens
von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit frei zu laſſen. Wenn
die Arbeiter durch die Sonntagsarbeit an dem Beſuche des
Gottes=
dienſtes verhindert werden, ſo iſt ihnen an jedem dritten Sonntag
die zum Beſuche des Gottesdienſtes erforderliche Zeit frei zu geben.
Wir haben die Schutzmannſchaft mit ſtrengſter Ueberwachung
der richtigen Einhaltung der vorſtehend bekannt gegebenen
Beſchäf=
tigungs= und Verkaufszeiten beauſtragt und werden Uebertretungen
(25870mfo
unnachſichtlich zur Anzeige bringen laſſen.
Darmſtadt, den 13. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Verkauf von Faſelvieh.
Drei abgängige Ziegenböcke aus dem Faſelſtall Beſſunger
Straße Nr. 60 ſollen veräußert werden.
Angebote mit entſprechender Aufſchrift verſehen, ſind bis
läng=
ſtens Montag, den 23. d. Mts., vormittags 10 Uhr, einzureichen.
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während der Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
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Darmſtadt, den 18. Dezember 1912.
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leute und zum Nachlaß der
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mobilien:
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50
85
B8.,
II 504¾/10 381 Hofreite
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65
*35
II 504‟16 27
Hofreite=
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zwecks Aufhebung der
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Darmſtadt, 3. Dezember 1912.
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zwangsweiſe verſteigert werden.
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entgegenſtehen.
Darmſtadt, 17. Dezember 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(GBeſſungen.)
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findet die nächſtwöchentliche
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gerverſteigerung in der Artillerie=
Kaſerne am Beſſungerweg am
Montag, den 23. ds. Mts.,
vormittags 11½ Uhr,
(26006fs
ſtatt.
Darmſtadt, im Dezember 1912.
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Aufgabe der Sparkaſſe iſt es,
den Sparſinn nach jeder Richtung hin
zu heben und zu fördern. Die
Gelegen=
heit zum Sparen muß allen Kreiſen,
insbeſondere der Jugend ſo leicht und
bequem wie nur möglich gemacht
werden.
Mc
Wir haben deshalb mit
Ge=
e
nehmigung der Stadtverordneten=
Verſammlung beſchloſſen,
Heimsparbüchsen
einzuführen. Durch ſie kann zu jeder Zeit, auch der kleinſte Betrag,
der im Augenblick den Weg zur Sparkaſſe nicht verlohnt, ſicher per
wahrt werden. Der Sparer wird dadurch abgehalten, ihn in
un=
wirtſchaftlicher Weiſe zu verausgaben.
Die Heimſparbüchſe wird leihweiſe unentgeltlich abgegeben,
wenn auf das dazugehörige Sparkaſſenbuch mindeſtens Mk. 3.—
ein=
gezahlt ſind. Jeder Einleger erhält dabei die darüber beſtehenden
beſonderen Beſtimmungen.
Ganz beſonders empfehlen ſich die Heimſparbüchſen zu Paten=,
Konfirmations=, Weihnachts= und Geburtstagszwecken. (25849if
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen Sparkaſſe.
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des Staatsminiſters Sylvius Friedrich Freiherrn von Frankenberg und
Ludwigsdorff. — Pfarrer Wilhelm Hoffmann: Hagelfeiertage.
Dr. Wilhelm Heymann: Judenfeindliche Beſtrebungen zu Groß=Gerau
im 17. und 18. Jahrhundert. — Felix Freiherr von und zu Gilſa: Zur
Vorgeſchichte des Löwenſteiner Grundes. — Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm
Diehl: Speiſezettel eines Jubiläums=Feſteſſens vor 160 Jahren. — Kleinere
Mitteilungen: Schweizer im Odenwald.—Chriſtiane Albertina Lichthammer.
— Alsfelder Volksleben im Mittelalter. — Adam Opel und ſein Haus.
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Luftfahrt.
* Palermo, 18. Dez. Der Flieger Garros iſt,
von Tuneſien kommend, nach glücklicher Fahrt
über das Mittelmeer gegen mittag über
Mar=
ſala eingetroffen, wo er wegen einer Panne niedergehen
mußte. Nachdem er wieder aufgeſtiegen war, paſſierte er
nachmittags 2 Uhr Trapani in nordöſtlicher Richtung.
* Palermo, 18. Dez. Der Flieger Garros iſt
in der Nähe von Trapani niedergegangen. Er
ſetzt morgen den Flug fort.
Sport, Spiel und Turnen.
* Pferdeſport. Von allen deutſchen
Renn=
bahnen verwieſen. Das Große Schiedsgericht in
Renn=Angelegenheiten, die oberſte Behörde des
Renn=
ſports, hat, wie jetzt bekannt gegeben wird, in ſeiner
letz=
ten Sitzung gegen zwei bekannte Perſönlichkeiten
endgül=
tig dahin verfügt, daß ſie von allen deutſchen Rennbahnen
zu verweiſen ſind. Der erſte Fall betrifft den früheren
Trainer und Jockei Auguſt Märtens. Märtens
hatte am 14. September 1911 dem Union=Klub angezeigt,
Herr Haas in Dortmund habe ihn beauftragt, George II
zu den Rennen nach Caſtrop zu ſchicken, trotzdem das
Pferd lahm geweſen ſei. George II hatte dann über einen
Sprung gehen und dann angehalten werden ſollen, doch
habe Märtens dieſes Anſinnen abgelehnt. Auf Grund
dieſer Anzeige beantragte die techniſche Kommiſſion des
Union=Klub, Haas von allen deutſchen Rennbahnen zu
verweiſen. In der damaligen Verhandlung vor dem
Großen Schiedsgericht gegen Haas vermochte Märtens
bei perſönlicher Vernehmung ſeine Anzeige nicht aufrecht
zu erhalten und infolgedeſſen wurde der gegen Haas
ge=
richtete Antrag der techniſchen Kommiſſion am 8. März
1912 abgewieſen. Nunmehr beantragte die techniſche
Kommiſſion aufgrund dieſes Sachverhaltes, den
Mär=
tens von allen deutſchen Rennbahnen zu verweiſen und
da weder er noch die von ihm bevollmächtigten
Rechts=
anwälte eine Gegenerklärung abgegeben haben, iſt
Mär=
tens nunmehr von allen deutſchen Rennbahnen verwieſen,
weil er ſich „einer ehrenrührigen Handlung mit Bezug
auf Rennen ſchuldig gemacht hat” (§ 50 des Renn=
Regle=
ments). — Die zweite Streitſache betrifft Dr. Otto
Schröder der in Spielerkreiſen eine ſehr bekannte
Perſönlichkeit iſt und auch ſeinerzeit in dem Spielerprozeß
zu Düſſeldorf eine große Rolle ſpielte. Es handelt ſich
darum, daß Dr. Schröder den Trainer J. Blume durch
Geld beſtechen wollte, die Stute Harmlos bei den Rennen
zu Münſter i. W. nicht laufen zu laſſen, weil Dr.
Scheö=
der in dem betreffenden Rennen ein anderes Pferd wetten
wollte. Trainer Blume gab damals die von Dr. Schröder
zurückgelaſſenen 200 Mark dem Union=Klub, der ſie der
Jockei=Unterſtützungskaſſe überwies, und gleichzeitig bei
dem Großen Schiedsgericht den Antrag ſtellte, Dr.
Schrö=
der von allen deutſchen Rennbahnen zu verweiſen.
Die=
ſem Antrag hat das Große Schiedsgericht jetzt entſprochen,
weil es „in der Hingabe der 200 Mark zwecks
Nicht=
ſtarten von Harmlos an Trainer J. Blume eine
Beſtech=
ung ſieht, welche ſich als eine, nach § 50 des Renn=
Regle=
ments charakteriſierte Handlung in bezug auf Rennen
er=
weiſt”.
* Schiſport. Ein a kademiſcher
Schiwett=
lauf ſoll jährlich auf dem Schigelände am
Hoherods=
kopf (Vogelsberg) abgehalten werden. Es ſoll ein
Stafettenſchiwettlauf für je fünf Teilnehmer ſtattfinden,
der offen iſt für die reichsdeutſchen Studierenden,
Prak=
tikanten und Medizinalpraktikanten und für die nicht
habilitierten Aſſiſtenten der Hochſchulen Darmſtadt
Gießen, Heidelberg, Marburg. Jede
Hoch=
ſchule kann nur eine Stafette ſtellen. Die Rennſtrecke iſt
etwa 10 Kilometer lang. Hierfür wird von der
Ludo=
viciana ein einfacher Wanderpreis geſtiftet. Dieſer
geht in das Eigentum der Hochſchule über deren
Ange=
hörige ihn dreimal gewonnen haben. Die Teilnehmer der
ſiegenden Stafette erhalten eine Erinnerungsnadel. Die
techniſche Leitung beſorgt der Schiklub Winterſport=
Gießen. Der erſte Wettlauf findet am Sonntag,
26. Januar — bei ungünſtiger Witterung eine Woche
ſpäter — ſtatt.
* Hochwaldhauſen, 19. Dez. Der Schiklub
Hochwaldhauſen hielt im Hotel zum Felſenmeer
ſeine Hauptverſammlung ab. Mit Rückſicht darauf,
daß dem Verein Mitglieder aus dem öſtlichen Vogelsberg
und darüber hinaus angehören, ſowie mit Rückſicht auf
ſeinen Zweck: zur Hebung des Schiſports in der hieſigen
Gegend ohne örtliche Beſchränkung beizutragen, wurde
der Name des Vereins verändert in: Erſter
Vogels=
berger Schiklub (Sitz Hochwaldhauſen). Eine
Reihe neuer Mitglieder wurde aufgenommen. Ferner
wurde eine Mitgliederverſammlung für Mitte Januar
anberaumt und der Beſchluß gefaßt, regelmäßige
Fahrten zu unternehmen, und zwar zunächſt von
Hochwaldhauſen, Grebenhain und Hartmannshain aus.
Handel und Verkehr.
— Deutſcher Zigarrenexport nach
Finn=
land. Die deutſche Warenausfuhr nach Finnland hat
eine recht günſtige Entwickelung genommen und eine im
Verhältnis zu der geringen Bevölkerung des
Großfürſten=
tums ganz bedeutende Höhe erreicht. Im Jahre 1911
hatte ſie einen Wert von mindeſtens 110 Millionen Mark,
das iſt mehr als ein Drittel der geſamten Wareneinfuhr
nach Finnland. Auch die deutſche Zigarrenfabrikation iſt,
wie die Süddeutſche Tabakzeitung berichtet, an dieſer
Ausfuhr nicht unbedeutend beteiligt. Dieſe betrug im
Jahre 1911 8600 Kilogramm. Der Wert der Sendungen
der letzten fünf Jahre zuſammen beläuft ſich auf
andert=
halb Millionen Mark. Außer Zigarren ſind nach
Finn=
land in den letzten fünf Jahren 3400 Kilogramm
Ziga=
retten und 2700 Kilogramm Tabakblätter, teils roh, teils
bearbeitet, zuſammen im Werte von 70000 Mark,
ausge=
führt worden. Der Eingangszoll für Zigarren und
Zigaretten in Finnland beträgt 7,80 Mark für ein
Kilo=
gramm.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
In aller Stille, ohne daß ſich intereſſierte Stimmen
meldeten, hat das hieſige Polizeiamt eine Verfügung „Die
Handhabung der Feierabendſtunde” unter dem 11.
De=
zember dieſes Jahres erlaſſen, die erſchwerend und
ſicher=
lich benachteiligend nicht allein für die zunächſt
intereſſier=
ten Cafétiers und Wirte ſein muß, ſondern auch ſicherlich
in ihren Folge=Erſcheinungen größeren Schaden dem
An=
ſehen der Stadt, Unannehmlichkeiten den Einheimiſchen
und Fremden bringen muß.
In einer Stadt der Art wie Darmſtadt, der durch
die Zuſammenſetzung der Bürgerſchaft, Beamte,
Penſio=
näre ꝛc. der Charakter von ſelbſt beſtimmt iſt, erfreut ſich
gerade das Kaffeehausleben beſonderer Beliebtheit.
Hier ſind die Kaffeehäuſer noch keine Konzerthäuſer
und reine Vergnügungs=Etabliſſements geworden: Wer
mit offenen Augen das Bild eines Tages im Kaffeehauſe
an ſich vorüberziehen läßt, wird ſich der großen Anzahl
von Familien erinnern, die ſich oft und gerne zu einem
Plauder= oder Leſeſtündchen dort treffen. Daß der großen
Anzahl der dort gebotenen Lektüren und
Bequemlich=
keiten große Speſen gegenüber ſtehen iſt klar. Daß der
Verdienſt in den Morgenſtunden unbedingt nicht entbehrt
werden kann, um all das in gewohnter Weiſe zu erhalten,
iſt den Unternehmern wohl zu glauben.
Unbedingt falſch iſt die Annahme, daß die Beſucher
der Kaffeehäuſer ſich in den ſpäten Abendſtunden nur aus
jüngeren und jüngſten Leuten zuſammenſetzen. Wie viele
Familien aus der näheren Umgebung von Darmſtadt
wiſſen ſich dort gut bis zu den Frühzügen aufgehoben,
nachdem ſie den Abend privater Einladung Folge
ge=
leiſtet, oder einem von einem Verein gegebenen Ball
bei=
gewohnt haben.
Man komme mir nicht mit dem Einwurf, daß dieſe
Familien Hotels aufſuchen ſollten! Abgeſehen von den
Unkoſten, iſt ein Nächtigen im Hotel mik ſo viel
Unannehm=
lichkeiten, beſonders für Familien, verbunden, daß dies in
den meiſten Fällen gar nicht in Frage kommt, zumal es
ſich doch nur um eine bis zwei Stunden handelt. Wie
an=
geregte Stunden dürfte wohl jeder, ſei es nach einem
Vor=
trag, nach einer Verſammlung, in eifriger Diskuſſion
wohl ſchon (auch einmal etwas länger als ſonſt guter
Bürger Art) im Kaffeehaus verbracht haben und wie
er=
nüchternd muß dann die Stimme des Feierabend
ge=
ietenden Wirtes wirken. Will Darmſtadt denn gar keine
großſtädtiſchen Allüren annehmen? Soll es denn immer
noch ſo bleiben, daß durch ihren Beruf hierher geführte
junge Kaufleute, junge Beamte den Haupt=Vorzug
Darm=
ſtadts in der Nähe von Frankfurt erblicken? Muß es
nicht deprimierend auf die Studentenſchaft wirken, daß
Darmſtadts „Ausſichherausgehen” polizeilich unterſagt
wird in direkter Folge (es iſt in der Zuſtellung des
Poli=
zeiamts deutlich geſagt) jenes gewiß beklagenswerten
Vorfalls in jüngſter Zeit? Polizeilich reglementiert ſind
die Wirte, aber polizeilich reglementiert iſt durch
dieſe Verfügung auch das ganze Vereins= und
Geſell=
ſchaftsleben unſerer Stadt. Daß aus weiten Kreiſen der
Bevölkerung bis jetzt noch geſchwiegen wird, dürfte im
Haſten und Treiben vor dem Weihnachtsfeſt ſeine
Erklär=
ung finden. Aus Gründen der Selbſterhaltung ſollen
ſicherem Vernehmen nach die Cafétiers den Inſtanzenweg
beſchritten haben, um wieder zu dem ihnen während der
langen Jahre gewährten Recht der freien
Feierabend=
ſtunde zu gelangen, richtig wäre es aber auch, wenn
indere tonangebende Faktoren des geſellſchaftlichen
Lebens unſerer Stadt hierzu Stellung nehmen würden.
Nicht „pro domo”, ſondern im weiteſten allgemeinen
Intereſſe!!
Seit einiger Zeit macht ſich, zumal bei den jetzigen
langen Abenden, ein Uebelſtand bei unſerer
Gasbeleuch=
tung empfindlich fühlbar. Gewöhnlich zwiſchen 6 und 8
Uhr abends tritt in kurzen Zwiſchenzeiten eine Sekunden
dauernde Verdunkelung plötzlich ein, worauf dann wieder
die frühere Helle folgt. Manchmal aber hält auch eine
ge=
ringere Lichtabſchwächung etwas länger an. Das iſt beim
Leſen, wie bei feineren Arbeiten höchſt ſtörend und wegen
dem blendend grellen Lichtwechſel für die Augen
gefähr=
lich. Ich weiß nicht, ob auch in anderen Stadtteilen
ähn=
iches wahrgenommen wird. Wünſchenswert wäre es
jedenfalls, wenn von ſachkundiger Seite nach der Urſache
dieſes unerträglichen Uebelſtandes geforſcht und, wenn
nöglich, die Beſeitigung veranlaßt würde.
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Richard Wagner-Verein Darmstadl
Montag, den 30. Dezember 1912, abends 8¼ Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde
Zum Besten des Festhaus-Vereins Darmstadt:
Lieder-Abend des Darmstädter Vokal-Quartotts.
Frau Soßhie Schmidt-IIling (Sopran), Fräulein Eise
Diefen-
thäler (Alt), Herr Franz Müller (Tenor) und Herr Alfred
Stephani (Bass).
Am Klavier: Herr Hofkonzertmeister Ernst Schmidt und Herr
Professor Arnold Mendelssohn.
Der Perzina-Flügel ist aus dem Lager der Firma Karl Arnold
(Ecke der Mühl- und Erbacherstrasse).
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., numerierter Balkon zu 3 Mk., Galerie zu 1.50 Mk.,
Studenten-
karten zu 1 Mk. und Schülerkarten (für Schüler unter 21 Jahren) zu
50 Pfg. bei Heinrich Arnold, im Verkehrsbüro und abends an der Kasse.
— Beitrittserklärungen für das laufende und das am 1. Januar
1913 beginnende neue Vereinsjahr, die noch vor dem obigen Konzerte
erfolgen, berechtigen zu dessen freiem Besuche. Der Beitrag für
(26040
den Rest des Jahres beträgt 2 Mark.
Der Vorstand.
Turngemeinde Darmſtadt.
Protektor: Se. Kgl. Koheit der Grossherzog
Am Samstag, 21. Dezbr. d. J.,
abends 6½ Uhr,
findet das
Weihnachtsturnen
der Jngeno=Kotenung
ſtatt. Hierzu laden wir unſere Mitglieder, die Eltern, ſowie Turn=
(26009
freunde freundlichſt ein.
Der Vorstand.
Burger-verein, Darmstadter Recht-Alup.
Samstag, den 28. Dez., abends 8¾ Uhr
Senhachtetelet
im Vereinshaus Saalbaustrasse 67.
(26058ff
Fradenverem- earltus.
Uuter dem Allerhöchsten Protektorat Jhrer Königlicken Koheit
der Grossherzogin Eleonore.
Aufere Otesjahr. Weihnachtsbeſcherung
findet
Sonntag, den 22. Dezember 1912,
nachmittags 4½ Uhr,
im großen Haale der Freimaurerloge
Sandſtraße 10 dahier, ſtatt, wozu wir unſere Mitglieder herzlich
einladen.
(*14624
Darmſtadt, im Dezember 1912.
Der Vorstand.
eihnachts=Vockbier.
Berſand in Flaſchen von Samstag, 21. Dezember,
im Ausſchank von Montag, 23. Dezember ab. (*14593
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Freitag, den 20. Dezember 1912
Außer Abonnement.
Erste Kindervorstellung.
Bonifacius.
Eine Weihnachtserzählung in fünf
Bildern von E. Mann. Muſik von
W. de Haan.
Spielleiter: Emil Valdek.
Muſikal. Leiter: Willem de Haan.
Perſonen.:
Gundomar . . Johs. Heinz
Gunloed, ſ. Frau Sofie Heumann
Irmin, der. Sohn Hede Schaub
Wolfhag.
. Kt. Weſtermann
Wahnhild, ſ. Frau Minna Müller=
Rudolph
Helrun, der. Tocht. Käthe Gothe
Munin d. Bucklige
(Philippus) . . Emil Kroczak
Bonifacius . . Hs. Baumeiſter
Frater Fidus . . Otto Semper
Frater Clemens Guſtav Semler
Odur, Oberprieſter W. Riechmann
Siegrun,
Ober=
prieſterin
. Herta Alſen
Adolf Klotz
Erſter
Zweiter Mann. Franz Geibel
Dritter
Kurt Schüppel
. Vikt. Ungibauer
Erſte
Zweite Frau . Em. Mühlpfort
Agn. Wisthaler
Dritte
Reigen der Prieſterinnen im
1. Bild, arrangiert von Helene
Thiele=Leonhardt, ausgeführt von
den Damen des Corps de Ballet.
Geſtaltung d. Bühnenbildes:
Hof=
theatermaler Kurt Kempin u.
Ober=
inſpektor Ernſt Schwerdtfeger.
Nach dem 3. Bilde längere Pauſe.
Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.
Anfang 5 Uhr. — Ende 7 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 21. Dez. Außer Ab.
Zweite Kindervorſtell. zu
Volks=
vorſtellungspreiſen. „Hänſel u.
Gretel.” Märchenſpiel v.
Hum=
perdinck. Anfang 6 Uhr.
Sonntag, 22. Dez. Nachmittags
2½ Uhr: 12. Volksvorſtellung zu
ermäß. Preiſen. „Haſemanns
Töchter” Vorverkauf bis
ein=
ſchließlich Samstag, 21. Dez., nur
im Verkehrsbüro, Ernſt=
Ludwigs=
platz). Verkauf der noch
vorhan=
denen Karten an der Tageskaſſe
im Hoftheater am Tage der
Vor=
ſtellung, vorm. von 11 Uhr ab. —
Abends 7 Uhr: 82. Ab.=Vſt. C 20.
„Carmen.” Gewöhnliche Preiſe.
Montag, 23. Dez. Außer Ab.
Dritte Kindervorſtell. zu
Volks=
vorſtellungspreiſen. Neu einſtud.:
Rübezahl, der Geiſt der
Berge.” Anfang 6 Uhr.
Anmeldungen auf
Neuabon=
nements, beginnend mit den
Vor=
ſtellungen A 23, B 23, C 23 und
D 23, werden von der Hoftheater=
Hauptkaſſe entgegengenommen. —
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12)
Das Zimmer leerte ſich; jeder ſtrebte eilig hinaus, die
Bekannten zu begrüßen und weiter zu ſehen.
Mach ſchnell, Grete! rief Hildegard, auf der Schwelle
ſtehend, der Freundin zu. Beeile Dich, Deine Blumen
warten!
Ich komme gleich.
Jetzt wandte ſie ſich um und ſah ſich ſchon allein in
dem kleinen Raum — nur Ernſt Brand ſtand noch an der
Tür.
Bei dem Bemühen, ihre langen Handſchuhe
überzu=
ſtreifen, entfiel ihr der eine. Sofort ſprang der Künſtler
Uhinzu und hob ihn auf. Beim Ueberreichen berührten ſich
ihre Hände; ſie zuckte zuſammen. Da griff er nach ihrer
Rechten, wie einem übermächtigen Gefühl gehorchend, und
drückte einen inbrünſtigen Kuß darauf.
Meine Verehrung für Sie iſt ohne Grenzen, ſagte er
leiſe und innig.
Von heißer Glut übergoſſen, ſtand ſie da und blickte
ihn mit ihren Mädchenaugen an. Aber er las keinen
Vor=
wurf, keine Abwehr darin; nur ein ſüßes, ſtilles Leuchten
ſtrahlte ihm entgegen.
Darf ich Sie zu Ihrem Platz geleiten? fragte er.
Gern, Herr Brand —
Und in ſeiner Begleitung, unterwegs von vielen
auf=
gehalten, die ihr Kömplimente ſagten, ſuchte ſie ihren
Vater auf, der an dem Blumenſtand ſchon auf ſie wartete.
Lieber Papa —
Mein Kind, wie bin ich ſtolz auf Dich! Liebkoſend
ſtreichelte er ihre Wange, und Vaterfreude vepklärte ſein
Geſicht.
Margareta blickte ſich ſuchend nach Ernſt um, der ſich
beſcheiden etwas zur Seite hielt.
Herr Brand, darf ich Sie mit meinem Vater bekannt
machen?
Der Angeredete trat näher, und in liebenswürdiger,
ungezwungener Weiſe ſprach der Major mit dem jungen
Künſtler.
So glücklich hatte ſich Gretchen wohl noch nie
ge=
fühlt. Es ſtrahlte förmlich aus ihren Augen; jede
Be=
wegung ſchien davon durchdrungen und wie eine Blume
unter Blumen ſtand ſie jetzt in ihrem Verkaufsſtand
„Frühlingsluft”. Im Nu war ſie von einem Kreis von
Herren umringt.
Die erſte Blume Dir, lieber Papa. Sie befeſtigte eine
Orchidee in ſeinem Knopfloch und er legte ein
Zehnmark=
ſtück auf den Tellex,
Und das Handgeld von mir, mein Kind —
Ernſt Brand ſtand neben dem Maior und
unaus=
geſetzt beobachtete er das ſchöne, anmutsvolle Geſchöpf.
Margareta ſchien ihm das Holdeſte, Lieblichſte, das je
die Erde getragen, und ein leiſer Seufzer ſtahl ſich von
ſeinen Lippen. Wie er ſie ſo umringt ſah von den
Her=
ren der Geſellſchaft, ſo bewundert und ſo gefeiert, kam
ihm der Gedanke, daß es wohl vermeſſen ſei, ſeine Augen
zu ihr zu erheben. Und doch liebte er ſie — heiß und
ſchmerzlich — mit allen ſeinen Gedanken und Sinnen!
Wer es erführe, würde ihn auslachen, einen törichten
Narren ſchelten, der nach unerreichbaren Sternen trachtet
— und doch —! Er kann nicht mehr los von ihr — ſie
hatte einen Zauber um ihn gewoben, ſtark und
unzerreiß=
bar, dem er nie mehr entrinnen konnte.
Eine Weile ſah er zu, wie Gretchen beſtürmt wurde.
Bis jetzt hatte er noch nichts erſtanden. Der Major hatte
ſich bei ſeiner Tochter entſchuldigt, da er nach Claudia
ſehen wollte. So ſtand Ernſt allein etwas abſeits an
einem Palmenarrangement und beobachtete Riedberg,
der der eifrigſte Kunde des jungen Mädchens war. Die
Fünf= und Zehnmarkſtücke flogen nur ſo — er konnte es
ſich ja leiſten!
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Augen.
Die iſt mir nicht feil, Baron, ich bedauere, lächelte ſie.
Sie ſind grauſam, Gnädigſte, Sie bedürfen keines
Blumenſchmuckes, Sie, die Sie ſelbſt Blume ſind. Er
neigte ſein keckes Geſicht zu ihr, als er das halblaut ſagte.
Ernſt hörte es und biß ſich auf die Lippen. Gretchen
wich zurück. Ah, lieber Baron, das Kompliment war
billig — was kann Ihnen an der armſeligen Roſe liegen.
Die Auswahl iſt ja ſo groß — hier, bitte, alles ſteht zu
Ihrer Verfügung!
Er zog ſeine Brieftaſche und entnahm derſelben einen
Hundertmarkſchein, den er vor Gretchen legte.
Auch nicht für dieſen Preis — im Intereſſe der
Armen?
Auch nicht, Baron! Ich ſagte Ihnen, dieſe Roſe iſt
mir nicht feil — ich würde ſie höchſtens verſchenken,
ent=
gegnete Gretchen ſanft, aber feſt.
Betrübt ſenkte der kleine Baron den Kopf; er hatte
an dieſe Blume ſo viel Hoffnungen geknüpft, und nun
wurde ſie ihm verweigert.
Ich komme nachher wieder, gnädiges Fräulein,
viel=
leicht ſind Sie dann gütiger, und grüßend entfernte er ſich.
Schweigend lehnte Brand an dem Tiſch. Gretchen
blickte nach ihm hin und war verwundert über den
ern=
ſten Saesdnerk in ſeinen Zügen.
Malen Sie nir deur ger nichs ahlenſen, Her
Brand? fragte ſie lächelnd. Warum ſo ernſt?
Sie waren ja ſo ſehr in Anſpruch genommen,
gnä=
diges Fräulein! Ich wollte Sie vorhin nicht
meinet=
wegen bemühen. Er wählte einen großen Strauß
wun=
derbar duftender Veilchen, den er ihr dann überreichte.
Es iſt wohl nicht unbeſcheiden, wenn ich Sie bitte,
dieſe Blumen von mir anzunehmen, ſagte er mit einem
tiefen Blick ſeiner ausdrucksvollen Augen.
Sie errötete leicht.
O ich danke Ihnen, Veilchen ſind gerade meine
Lieb=
lingsblumen. Sie befeſtigte dieſelben in ihrem Gürtel.
Dann, einem raſchen Impuls gehorchend, löſte ſie die
Roſe von ihrer Bruſt und reichte ſie ihm dar. Sie waren
einen Augenblick allein, und Riedberg war nicht zu ſehen.
Ich gebe die Roſe Ihnen, Herr Brand —
Mit faſt krampfhaftem Druck preßte er ihre Hand und
ſie blickten ſich an, ſelbſtvergeſſen — um ſie her wogte die
Feſtlichkeit, ſchallte Lachen und Scherzen — aber ſie ſahen
nur ſich.
Er führte die Roſe an ſeine Lipepn und verwahrte ſie
ſorgſam. Riedberg brauchte nicht zu ſehen, daß ein
ande=
rer als er damit beglückt war.
Die ſoll mein Talisman von jetzt an ſein, ſagte er
leiſe, und ſie ſoll mich an die ſchönſte Stunde meines
at
Er brach ab, denn es kamen wieder Käufer. Aber
jetzt war er froh und glücklich — er fühlte wohl, daßes
viel bedeutete, wenn ſie ihm aus freien Stücken die Blume
gegeben, die ſie dem andern verweigert hatte!
Er hatte kein Bedürfnis, ſich in die Wogen der
Feſt=
lichkeit zu ſtürzen — ſein etwas verſteckter Platz war ihn
gerade recht ſo, die Nähe des angebeteten Mädchenszu
genießen.
Wer weiß, wann er wieder das Glück hatte, und
Gretchen war froh, daß er ſich ſo beſtändig bei ihr aufhielt
Da kam Aſta von Lügern auf die Freundin zugeſchrit
ten, begleitet von einem jungen, blaſſen, etwas
fremd=
ländiſch ausſehenden Herrn.
Na, endlich, Gretchen, kann ich mal zu Dir kommen
die vielen Menſchen —es iſt kein Durchkommen, und die
vielen Bekannten, die man heut trifft! Ich habe meinen
Mann nur flüchtig geſprochen, und jetzt iſt er mir wiede
echappiert! — Gute Geſchäfte gemacht? Es ſieht ſchon
ziemlich kahl bei Dir aus — Riedberg hat wohl tüchtie
geräubert, plauderte die hübſche, elegante Frau luſtie
darauf los; dann wandte ſie ſich an ihren Begleiter.
O weh, da ſind Sie beinahe zu ſpät gekommen, Mr. Cat
lin. Sie ſtellte dem jungen Mädchen den Herrn vor.
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Zweite Kammer der Stände.
44. Sitzung.
St. Darmſtadt, 19. Dezember.
Am Regierungstiſche: Finanzminiſter Braun Exz.,
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach Exz.,
Geheimerat Beſt, Geh. Obermedizinalrat Dr. Lorenz,
Miniſterialrat Dr. Kratz.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9¼ Uhr
und macht vor Eintritt in die Tagesordnung die
Mit=
teilung zur
Beamtenbeſoldungsvorlage.
Der Erſte Ausſchuß hat dem Präſidenten ſchriftlich
mitgeteilt, daß es ihm unmöglich ſein wird, vor
Er=
ledigung des Hauptvoranſchlags für 1913 die Bearbeitung
der Beamtenbeſoldungsvorlage in Angriff zu nehmen.
Die Erſte Kammer teilt dem Hauſe die geſtern
er=
folgten Neuwahlen zu ihren Ausſchüſſen mit (vgl.
Be=
richt über die geſtrige Sitzung Erſter Kammer).
Danach tritt das Haus in die Tagesordnung ein. Der
Antrag der Abgeordneten Ulrich und Genoſſen,
Ent=
ſchädigung für unſchuldig erlittene Straf=
und Unterſuchungshaft betreffend, wird dem
Ausſchußantrag entſprechend angenommen.
Die Vorſtellung des Adam Schäfer in Hechtsheim,
Rechtsbeeinträchtigung betreffend, wird für
erledigt erklärt.
Ein Antrag der Abgeordneten Ulrich und Genoſſen,
betreffend
Einführung einer obligatoriſchen
ſtaat=
lichen Vieh= und Schlachtviehverſicherung
lautet: Wir beantragen: die Kammer wolle beſchließen,
die Großh. Regierung zu erſuchen, einen Geſetzentwurf
vorzukegen, durch welchen: 1. eine ſtaatliche Vieh= und
Schlachtviehverſicherung obligatoriſch eingeführt, 2. die
Kreistierärzte als voll beſoldete Staatsbeamte angeſtellt
und alle aus veterinärpolizeilichen Anforderungen
ent=
ſtehenden Gebühren und Speſen auf die Staatskaſſe
über=
nommen werden.
Abg. Buſold macht zu dem Antrag längere
Aus=
führungen, in denen er den ablehnenden Standpunkt des
Ausſchuſſes bekämpft. Der Antrag Ulrich ſei keineswegs
durch die erlaſſenen Geſetze erledigt. Es liege vielmehr
im Intereſſe der kleinen Bauern, wenn der Antrag
an=
genommen würde. Der Ausſchuß befürwortet ja ſelbſt
die Ausdehnung der Ortsviehverſicherung, deren
ſegens=
reiche Wirkung er anerkennt. Das würde am beſten durch
Annahme des Antrages Ulrich erreicht. Die
Nichtein=
führung der obligatoriſchen Schlachtviehverſicherung, die
früher beſchloſſen war, habe den Bauern und Metzgern
ſchweren Schaden gebracht. — Abg. Wolf=Stadecken
tritt den Ausführungen des Vorredners entgegen und
befürwortet den Ausſchußantrag. Der Antrag Ulrich
würde viel zu hohe Verwaltungskoſten erfordern.
Red=
ner macht dann Vorſchläge über eine praktiſche
Schlacht=
viehverſicherung, die ſich ohne große Verwaltungskoſten
vielleicht einführen laſſe. Etwa in der Art, daß jeder,
der ein Stück Vieh ſchlachten will, gegen eine Gebühr
om Ortsvorſtand eine Ohrmarke erhält. Das mit dieſer
Ohrmarke verſehene Stück Vieh kann dann überall
ge=
ſchlachtet werden und gilt als ſtaatlich verſichert. — Abg.
Lutz bekämpft ebenfalls den Antrag Ulrich. Die
Ver=
ſicherung könnte wohl ſegensreich wirken, aber ſie bedeute
ruch eine ſehr hohe Belaſtung durch die Prämien, und
bringe dabei die Ungerechtigkeit mit ſich, daß derjenige,
der ſein Vieh ſehr ſorgfältig behandelt, wodurch viele
Krankheiten und auch das Eingehen der Tiere verhindert
werden, die Laſten mittragen muß für den, der nachläſſig
ein Vieh behandelt. Eine ſtaatliche
Schlachtviehver=
ſicherung würde unverhältnismäßig hohe
Verwaltungs=
koſten verurſachen, weil viele Tiere doch weit verſchickk
verden, ehe ſie geſchlachtet werden. Weiter macht der
Redner eingehende Ausführungen verſicherungstechniſcher
Art. — Abg. Schönberger verbreitet ſich über die
hiſtoriſche Entwickelung des
Schlachtviehverſicherungs=
geſetzes, das ſeinerzeit nach ſchweren Kämpfen und
Ar=
beiten angenommen wurde, das aber durch die dazu
er=
aſſenen Ausführungsbeſtimmungen, die erſt bewieſen,
welch ungeheurer Apparat dazu notwendig war, wieder
zu Falle kam. Die Vergangenheit ſei der Spiegel der
Zu=
kunft. Wenn man heute auf die obligatoriſche
Schlacht=
viehverſicherung zurückkomme, würden auch die
Ausführ=
ingsbeſtimmungen nicht ausbleiben. Er bittet darum,
den Ausſchußantrag anzunehmen. — Abg. Raab
be=
gründet ſehr eingehend den Antrag Ulrich und was mit
ieſem erreicht werden ſoll. Es ſcheine ihm der
Haupt=
grund der Gegner des Antrages der zu ſein, daß die
gro=
ßen Viehbeſitzer nicht die Laſten für die kleinen mit tragen
vollen. Das iſt aber unſozial und unkollegial.
Geh. Obermedizinalrat Dr. Lorenz: Seit beinahe
30 Jahren wird an der Frage der ſtaatlichen
Viehverſiche=
rung gearbeitet und viele Kommiſſionen haben ſich
ein=
gehend mit der Materie beſchäftigt. Aber alle ſind zu
em Reſultat gekommen, daß die Schwierigkeit der
Aus=
führung zu groß und die Ausführung viel zu teuer ſei.
Man komme immer wieder zu dem Schluß, daß man von
einer derartigen geſetzlichen Regelung abſehen müſſe.
Auch die mit der Ortsverſicherung gemachten
Erfahrun=
gen bewieſen dieſe Schwierigkeiten. Redner verbreitet ſich
über die ſtaatlichen Verſicherungen in Bayern und in der
Schweiz und kommt zu dem Schluß, daß dieſe für uns als
Vorbild nicht dienen können. Der Gedanke der
Ausdehn=
ing der Verſicherung auf das ganze Reich war bereits
früher Gegenſtand der Erwägungen. Es haben ſich aber
ſämtliche ſüddeutſchen Staaten ablehnend verhalten. Die
vom Abg. Wolf vorgeſchlagene Ohrmarke ſei praktiſch
ebenfalls kaum durchführbar. Denn es müßte doch jeder
kleine und kleinſte Ort ſeine beſondere Ohrmarke haben.
Jedenfalls kann man bei einer Zwangsverſicherung die
ſchlechten Viehhalter nicht ausſchließen und man kann den
guten und ſorgſamen Viehhaltern nicht zumuten, die
Laſten für dieſe mitzutragen.
Abg. Uebel: Wenn alle Freunde des
Bauernſtan=
des, die ſich als ſolche ſeit Jahren bewährt haben, nach 30
Jahre langer Prüfung immer wieder zur Ablehnung
kommen, muß es mindeſtens auffallen, daß heute die
So=
zialdemokratie wieder mit dem Antrage kommt. Die
Sorge für die Bauern ſollte die Sozialdemokratie doch
ruhig anderen überlaſſen. Umſonſt und ehrenamtlich will
heute niemand mehr etwas tun, auch die
Sozialdemokra=
ten nicht. Redner bittet um Annahme des
Ausſchußan=
trages. — Abg. Korell=Ingelheim: Bei dieſer Frage
ſollte man doch die politiſchen Gegenſätze einmal
ausſchal=
ten. Ich bin dankbar dafür, daß der ſozialdemokratiſche
Antrag mir Gelegenheit gibt, einmal zu der Sache zu
ſprechen. Ich habe früher in einem Orte gewohnt, wo
eine ſehr gut funktionierende freiwillige Ortsverſicherung
beſtand. Doch kam dieſe in Schwierigkeiten, weil ſie
durch beſondere Umſtände zu ſehr überlaſtet wurde. In
Rheinheſſen gebe es leider wenig freiwillige
Ortsverſiche=
rungen. Es iſt bedauerlich, daß man in Rheinheſſen dem
Gedanken dieſer freiwilligen Ortsverſicherung nicht mehr
Boden ſchaffen kann. Jedenfalls iſt eine ſtaatliche
Ver=
ſicherung beſſer wie gar keine ich werde daher heute für
den ſozialdemokratiſchen Antrag ſtimmen. — Abg.
Friedrich tritt dem Abg. Raab entgegen, inſoweit:
dieſer ſagte, die großen Bauern möchten nicht mitmachen
weil ſie den kleinen nicht mit tragen helfen wollten. Die
großen Bauern wollten die Verſicherung ganz gern. —
Abg. Ulrich wendet ſich ſehr ſcharf gegen die
Ausführ=
ungen des Abg. Uebel. Dieſer habe doch am wenigſten
Anlaß gehabt, perſönlich die Sozialdemokraten
anzurem=
peln. Dieſe tue ehrenamtlich ſehr viel, Herr Uebel
hin=
gegen hat, weil ihn der Gemeinderat ein höheres Gehalt
für ſeine Gemeinderechnerdienſte nicht bewilligen wollte,
ſich beſchwerdeführend an das Kreisamt gewendet, um ſo
eine Gehaltsaufbeſſerung durchzudrücken. (Zwiſchenrufe.
Unruhe.) Auch alle die ſonſt gegen den Antrag
vorge=
brachten Gründe ſind nicht ſtichhaltig. Man muß nur
wollen, dann kann man auch. Die beantragte
Viehver=
ſicherung iſt keineswegs unmöglich. So gut wie die
Brand=
verſicherung ſtaatlich durchgeführt werden konnte, und die
allgemeine Kranken=, Unfall= und Invaliditätsverſicherung
uſw., ebenſo laſſe ſich bei gutem Willen auch die
Zwangs=
viehverſicherung durchführen.
Geh. Obermedizinalrat Dr. Lorenz: Die ſtaatliche
Viehverſicherung zu vergleichen mit den übrigen
ſtaat=
lichen Verſicherungen wie Unfall=, Kranken=,
Invaliditäts=
erſicherung uſw iſt doch nicht angängig. Ich habe ſchon
darauf hingewieſen, daß es ein ſehr bedeutendes
Riſiko=
bedeutet, die ſchlechten Viehhalter mit der Verſicherung
durchzuſchleppen. Beim Menſchen iſt das denn doch
twas anderes.
Abg. Schott widerſpricht ebenfalls der Anſicht des
Abg. Raab, daß die großen Viehbeſitzer gegen die
Ver=
ſicherung ſeien, weil ſie die kleinen nicht unterſtützen
wollen. Er iſt der Meinung, daß die kleinen Bauern, die
nur wenig Vieh haben, dieſes beſſer und ſorgfältiger
hielten, als andere und daß die Laſten für dieſe
verhält=
nismäßig höher ſind als für die großen Viehbeſitzer. —
Abg. Uebel verteidigt ſich gegen die Angriffe des Abg.
llrich. Er, Redner, ſei in bezug auf ſeine
Gehaltsfor=
derung den rechten und einzig gangbaren Weg gegangen.
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ſteuern, wie der Herr Ulrich, der doch lediglich durch ſeine
politiſche Tätigkeit zum Kröſus ſeiner Partei geworden
ſei. (Unruhe und Zwiſchenrufe bei den Soz.).
Präſident Köhler erſucht dringend, dieſe
perſön=
lichen Momente doch aus der Debatte herauszulaſſen.
(Sehr richtig!)
Abg. Breidenbach ſpricht ſich im gleichen Sinne
aus wie die Abgg. Friedrich und Schott. — Abg. Lutz:
Man kann ſich heutzutage gegen ſo viel verſichern, daß
man nur noch eine Verſicherung gegen den Bankerott
braucht, den aber die vielen Verſicherungen im Gefolge
haben müſſen. — Abg. Ulrich polemiſiert gegen den
Abg. Uebel. Wenn dieſer wirklich glaube, daß er, Redner,
ſein Vermögen durch ſeine politiſche Tätigkeit erworben,
ſo ſei er ſo tief geſunken, daß er, Redner, auf nichts zu
erwidern brauche. Er habe ſein Vermögen vielmehr durch
eine 40jährige wirtſchaftliche Arbeit erworben.
Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Korell=
Ingelheim und Lutz wird der Antrag des
Aus=
ſchuſſes gegen die Stimmen der Linken angenommen.
Ein nachträglicher Ordnungsruf.
Präſident Köhler gibt dem Hauſe Kenntnis von
einem Schreiben des Abg. Winkler, in dem dieſer
fragt, ob dem Abg. Grünewald wegen deſſen Aeußerung,
er nehme ihn, den Abg. Winkler, nicht ernſt und wegen
des Ausdrucks „Kabarettkünſtler” nicht nachträglich ein
Ordnungsruf erteilt werden könne. Der Präſident teilt
dazu mit, daß das Präſidium nachträglich nochmals die
Stenogramme geprüft habe und zu dem Reſultat
gekom=
men ſei, daß dem Abg. Grünewald wegen der genannten
Aeußerungen ein Ordnungsruf zu erteilen ſei. Er rufe
daher nachträglich den Abg. Grünewald
zur Ordnung.
Abg. Reh: Ich ſtelle feſt, daß der Vizepräſident Dr.
Schmitt ſeinerzeit erklärt hat, er habe nach Einſichtnahme
in das Protokoll keine Veranlaſſung, dem Abg.
Grüne=
wald einen Ordnungsruf zu erteilen. Es beſteht alſo ein
Widerſpruch innerhalb des Präſidiums. Im übrigen
be=
halten wir uns zur geſchäftsordnungsmäßigen
Behand=
lung der Angelegenheit andere Anträge vor.
Es werden zunächſt die
Erſatzwahlen
zum Erſten Ausſchuß für den ausgeſchiedenen Abg. Dr.
Heidenreich und zum Vierten Ausſchuß vorgenommen.
Es wird beſchloſſen, die Wahl durch Zuruf
vorzuneh=
men. Die Wahl fällt auf den Abg. Beſt. Da dieſer
da=
durch ſeine Mitgliedſchaft im Vierten Ausſchuß
nieder=
legen muß, wird für ihn für den Vierten Ausſchuß der
Abg. Auler vorgeſchlagen und ebenfalls durch Zuruf
gewählt. — Es wird dann in der Tagesordnung
fortge=
fahren. Eine Anfrage der Abgeordneten Kredel und
Ge=
noſſen, betreffend
die Lage der Neckarſchiffer,
lautet: Iſt der Regierung bekannt, daß die Neckarſchiffer
infolge des in dieſem Jahre beſonders niedrigen
Waſſer=
ſtandes des Neckars in der Ausübung ihres Gewerbes
außerordentlich beeinträchtigt geweſen und in Notſtand
gekommen ſind? Beabſichtigt die Regierung, den
geſchä=
digten Schiffern zu Hilfe zu kommen?
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
Exz. gibt hierzu eine längere Erklärung der Regierung
ab, in der es u. a. heißt:
Es handelt ſich hier nicht um eine plötzlich und
unvermutet aufgetretene Erſcheinung. Vielmehr iſt ſeit
einer Reihe von Jahren ein Rückgang des
Neckarſchiff=
fahrtsgewerbes zu beobachten. Der Grund liegt, wie von
ſachverſtändiger Seite hervorgehoben wird, einmal
darin, daß wegen des allzu häufigen Wechſels der
Waſſer=
ſtände des Neckars weder Schiffer, noch Lieferanten, noch
Empfänger der beförderten Güter mit Sicherheit auf die
rechtzeitige Beförderung durch den Schiffsverkehr rechnen
können, weshalb vielfach der Transport mit der Bahn, trotz
teilweiſe höherer Frachtſätze, vorgezogen wird und daß
ferner in den letzten Jahren der Bedarf an Steinmaterial
infolge verminderter Bautätigkeit und vermehrter
Ver=
wendung anderen Baumaterials zurückgegangen iſt. Dieſe
Entwickelung wird ſich nicht aufhalten laſſen, ſo ſehr
man es beklagen muß, daß dadurch das Schiffergewerbe,
das in ſeiner Selbſtändigkeit erhalten zu werden verdient,
mehr und mehr zurückgeht. Eine Aenderung wird, wie
allgemein anerkannt iſt, wohl nur dann eintreten, wenn
die Kanaliſation des Neckars durchgeführt iſt. Hiernach
liegt ein beſonderer Notſtand, der das Eintreten der
Staatshilfe rechtfertigen könnte, nicht vor. Ebenſo wie
auf anderen Gebieten des Wirtſchaftslebens werden die
ungünſtigen Erwerbsverhältniſſe der Neckarſchiffer bei der
ſteuerlichen Veranlagung in angemeſſener Weiſe
berück=
ſichtigt werden. Die Großh. Regierung iſt hiernach zu
ihrem Bedauern außerſtande, ſtaatliche Beihilfe in
Aus=
ſicht zu ſtellen.
Es folgt Beſprechung der Anfrage der Abgeordneten
Kredel und Genoſſen, die
Waſſerſchäden in Ober= und Unter=
Sens=
bach und in Hiltersklingen
betreffend. Abg. Kredel hätte eine andere Ankwort
er=
wartet, als die Regierung ſeinerzeit gegeben hat und
hätte gewünſcht, daß die Prüfung, ob die Exiſtenz der
Be=
troffenen bedroht, nicht ſo ſcharf ausgefallen wäre. Wenn
auch zugegeben werden muß, daß die Betroffenen nicht
direkt von Haus und Hof vertrieben ſind, ſo iſt die
Not=
lage doch ſehr groß, zumal die meiſten dadurch vor
erheb=
liche Ausgaben geſtellt wurden, daß ſie ihre
Schälwald=
ungen in Nadelholzwaldungen umwandeln müſſen. Der
Redner möchte die Regierung jetzt noch bitten, den
Be=
troffenen eine Entſchädigung zu gewähren.
Abg. Hartmann ſchließt ſich dieſem Erſuchen an.
Ebenſo der Abg. Lang. — Abg. Kredel ſtellt dann
den Antrag, den durch das Unwetter am 3. Juni 1911
geſchädigten Einwohnern eine Beihilfe aus dem der
Re=
gierung zur Verfügung ſtehenden Fonds für
Waſſerſchä=
den zu gewähren. — Der Antrag geht an den Ausſchuß.
Ein Antrag der Abgeordneten Ulrich und Genoſſen,
betreffend
Uebernahme aller Armenlaſten auf den
Staat,
lautet: Wir beantragen, die Kammer wolle die Regierung
erſuchen, den Landſtänden alsbald einen Geſetzentwurf
zugehen zu laſſen, betreffend die Uebernahme aller
Armen=
laſten auf den Staat, unter Beſeitigung aller an
öfſent=
liche Unterſtützung geknüpften Beſchränkungen der
ſtaats=
bürgerlichen Rechte.
Der Ausſchuß trägt in ſeiner Mehrheit dem
ab=
lehnenden Standpunkte der Regierung Rechnung und
beantragt Ablehnung des Antrages. — Abg. Raab
legt ſehr eingehend die Gründe dar, die zu dem
wieder=
holten Antrag ſeiner Partei geführt haben. Es ſei dies
namentlich mit Rückſicht auf ſolche Landgemeinden
ge=
ſchehen, in denen große Zuzüge erfolgen, die ein
An=
wachſen der Armenlaſten im Gefolge haben, ſo daß dieſe
beginnen, unerträglich zu werden. Daß dieſer Antrag im
Widerſpruch ſtehe mit der Reichsgeſetzgebung, ſei nur eine
leere Ausrede der Regierung.
Abg. Molthan vertritt den Antrag der
Ausſchuß=
mehrheit. Von einer leeren Ausrede kann keine Rede ſein,
denn der Artikel 2 des Reichsgeſetzes über den
Unterſtütz=
ungswohnſitz ſteht zweifellos dem Antrag entgegen. Daß
manche Gemeinden übermäßig belaſtet ſind, iſt wohl
rich=
tig. Namentlich bei den induſtriellen Vorortgemeinden
großer Städte. Daher komme auch oft der Wunſch nach=
Eingemeindung. Die ſämtlichen Armenlaſten auf den
Staat abzuwälzen, dem ſtehen aber ſchwere Bedenken
ent=
gegen. Redner bittet um Annahme des Ausſchußantrags.
Miniſterialrat Dr. Weber: Der vorliegende Antrag
Ulrich iſt einer jener problematiſchen Anträge, wie ſie faſt
alljährlich wiederzukehren pflegen. Die ablehnende
Stel=
lung der Regierung, ihre rechtlichen Bedenken gegen den
Antrag gründen ſich auf die Vorſchriften der
Reichsgeſitz=
gebung. Ich muß es entſchieden zurückweiſen, wenn der
Abg. Raab ſagt, es ſei das eine leere Ausrede. Das
Geſetz ſchreibt ausdrücklich und klar vor, daß die
Armen=
verbände, d. ſ. die Gemeinden, die Laſten zu tragen haben.
Die Armenlaſten betragen nach meiner Schätzung heute
mindeſtens drei Millionen. Sie erſehen daraus, welche
Laſt dem Staate damit aufgebürdet werden würde. Dazu
kommt, daß bei tatſächlicher Uebernahme der Laſten durch
den Staat dieſe noch erheblich in die Höhe ſchnellen
würden.
Abg. Wolf=Stadecken: Der Antrag hat wohl eine
gewiſſe Berechtigung, doch lehnen wir ihn ab aus
prak=
tiſchen Gründen. Bei Uebernahme auf den Staat würden
die Laſten bedeutend wachſen. Noch ein anderer Punkt
muß aber erwähnt werden. Schon jetzt gibt es viele
pflichtvergeſſene Kinder, die ſich um ihre Eltern nicht
küm=
mern, obwohl es ihnen gut geht. Das würde in Zukunft
noch ſchlimmer werden, wenn der Staat die Sorge für die
Armen ganz übernimmt. — Abg. Henrich würde es
für falſch halten, in bezug auf die Armenlaſten die
Ge=
meinden ganz auszuſchalten. Jedoch empfehle es ſich,
bedürftigen Gemeinden auf dieſem Gebiete mit
Staats=
mitteln unter die Arme zu greifen. — Abg. Stephan
ſpricht in gleichem Sinne und befürwortet den
Ausſchuß=
antrag. — Abg. Adelung tritt nochmals gegen dieſen
und für den Antrag Ulrich ein. — Der
Ausſchußan=
trag wird darauf angenommen.
Präſident Köhler ſchließt die Sitzung um 1.15 Uhr
und damit auch die derzeitige Tagung. Er
wünſcht den Abgeordneten fröhliche Feiertage.
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