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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
175. Jahrgang
wärts nehmen die Poſtämter u. die
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werden angenommen in Darmſtadt.
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoneen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 32 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Zweite Kammer iſt geſtern vormittag wieder
zuſammengetreten.
Bei der geſtrigen Einfahrt des Perſonenzuges
1812 von Monsheim in den Bahnhof Worms iſt
dieſer auf eine im Einfahrtgleis haltende
Rangier=
abteilung aufgefahren. Der Heizer der
Zugloko=
motive wurde ſchwer, mehrere Reiſende wurden leicht
verletzt.
Prinz Heinrich von Preußen iſt am Montag
abend von London nach Kiel wieder abgereiſt.
Der bekannte Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Sello iſt
in Berlin geſtorben.
Der öſterreichiſche Kriegsminiſter und der
Generalſtabschef reichten, Blättermeldungen
zufolge, ihre Entlaſſung ein.
Die Königin von Norwegen, die gegenwärtig
in England weilt und ſeit drei Wochen das Bett hüten
mußte, wurde mit Erfolg operiert. Ihr Beſinden
iſt jetzt beſſer.
Das rumäniſche Parlament wurde am Montag
durch den König mit einer Thronrede eröffnet.
Die Friedensverhandlungen in London
wer=
den nicht, wie anfangs in Ausſicht genommen, am
Freitag, den 13. dieſes Monats, beginnen, ſondern erſt
am Montag, den 16., ihren Anfang nehmen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Auf der Fahrt nach London!
*⁎* Der britiſchen Hauptſtadt ſtreben jetzt aus den
Balkanländern eine große Zahl von Diplomaten,
Mili=
tärs und ſonſtigen Sachverſtändigen zu, um im St. James
Palace über die Friedensbedingungen zwiſchen
dem Balkanbunde und der Türkei zu
verhan=
deln. Heiß war der Kampf auf den Schlachtfeldern, nicht
minder heiß wird er am grünen Tiſche werden, wo
ent=
ſchieden werden ſoll über den Siegespreis der Gegner
der Türkei und damit über die künftige ſtaatliche
Geſtal=
tung der Balkanhalbinſel, auf welcher bisher der
Status=
quo regierte, der nun definitiv ſeine Herrſchaft
nieder=
legen ſoll. Die Landkarte des Balkangebiets, welche ſeit
dem Berliner Kongreß nur einige Veränderungen erfahren
hat, ſoll nach der Abſicht der Sieger ein ganz anderes
Ausſehen erhalten, und wenn deren Forderungen
Erfül=
lung finden, wird man die Balkankarte nicht wieder
erken=
men können. Aber dieſen Wünſchen der Sieger ſteht die
Abſicht der Türkei entgegen, um jeden Fuß Gebiets am
grünen Tiſche hartnäckig zu kämpfen und ſich auch für die
Zukunft den Rang als europäiſche Macht zu ſichern.
Es wird im St. James Palace ein Feilſchen ohne
Glei=
chen werden, und wenn man bedenkt, daß die
ruſſiſch=
japaniſchen Friedensverhandlungen im Jahre 1905 vom
Z. bis 29. Auguſt währten, daß Rußland ſich in einer
weit größeren Zwangslage befand als heute die Türkei,
und daß es nur zwei Staaten waren, die miteinander
unterhandelten, ſo kann man ſich ungefähr eine
Vorſtel=
lung davon machen, wie langwierig die Londoner
Ver=
handlungen ſein werden, wo eine Einigung zwiſchen fünf
Staaten erzielt werden ſoll, wo die Türkei angeſichts
ihrer erheblich gebeſſerten Lage nicht gewillt iſt, ſich den
Frieden diktieren zu laſſen oder allzu große Konzeſſionen
zu gewähren, und wo die Einmütigkeit der Verbündeten
zweifelhaft erſcheint. Sodann kommt noch als
erſchweren=
der Umſtand hinzu, daß bei den Beſchlüſſen der
Friedens=
unterhändler die europäiſchen Mächte ihre Intereſſen am
Balkan gewahrt wiſſen wollen, worauf möglichſt von
vornherein Rückſicht genommen werden muß. Bei dem in
Konſtantinopel herrſchanden Optimismus iſt an einen
glatten Verlauf der Verhandlungen gar nicht zu denken,
und die Delegierten tun gut, ſich mit viel Geduld zu
wapp=
men, namentlich wenn es die Türkei als in ihrem
Inter=
eſſe liegend betrachtet, die Entſcheidung nach Möglichkeit
hinauszuſchleppen. Hierin haben ſich die türkiſchen
Staatsmänner ſchon immer als Meiſter gezeigt, wovon
die europäiſche Diplomatie ein Lied zu ſingen weiß. Es
iſt deshalb gar nicht unwahrſcheinlich, daß bis zum
Frie=
densſchluſſe erſt noch die Kanonen Gelegenheit haben
werden, ihre ernſte und eindringliche Sprache zu reden,
um die Verhandlungen zu fördern.
Vorläufig kann Europa, falls keine
außergewöhn=
llichen Komplikationen entſtehen, nichts weiter tun, als das
Ergebnis der Arbeit der Balkanvertreter abzuwarten.
Inwieweit die geplante Botſchafterkonferenz in dieſe
Ar=
beit eingreifen oder ob ſie erſt nach deren
Erledi=
gung in die Erſcheinung treten wird, ſteht noch nicht feſt,
wie ja über den Zeitpunkt des Zuſammentritts der
Bot=
ſchafter Definitives nicht bekannt iſt. Den
Balkandele=
gierten aber möge ruhige Beſonnenheit bei den
Unter=
handlungen und Mäßigung in ihren Anſprüchen
ange=
legentlichſt empfohlen ſein!
Die Eröffnung des rumäniſchen
Darlaments.
* Die rumäniſche Parlaments=Seſſion
iſt am Montag eröffnet worden. Um 11 Uhr vormittags
wurde von dem Metropoliten in Gegenwart der Miniſter,
Senatoren, Deputierten, Mitglieder des diplomatiſchen
Korps, zahlreicher Würdenträger und der Spitzen der
Zivil= und Militärbehörden ein feierlicher Gottesdienſt
zelebriert. Der König fuhr mit ſeinem Gefolge vom
Palais in das Parlamentsgebäude. Die Abfahrt des
königlichen Zuges wurde durch 101 Kanonenſchüſſe
ange=
kündigt. Der König begab ſich in Begleitung des
Thron=
folgers, Prinzen Ferdinand, und Prinzen Carol in den
Sitzungsſaal der Kammer. Prinzeſſin Eliſabeth wohnte
der Feierlichkeit in der Präſidentenloge bei, wo auch der
Präſident der bulgariſchen Sobranje Danew Platz
ge=
nommen hatte. Der König verlas folgende Thronrede:
Unter den gegenwärtigen bedeutſamen Umſtänden
und der für mich tiefſchmerzlichen Augenblicke empfinde
ich beſondere Genugtuung darüber, daß ich mich von den
Vertretern ganz Rumäniens umgeben ſehe. So begrüße
ich Sie, die Sie zur erſten Seſſion der neuen
Legislatur=
periode verſammelt ſind, von ganzem Herzen. Mit der
Bildung der gegenwärtigen Regierung iſt ein neuerlicher
Appell an das Land notwendig geworden. Aus den
jüng=
ſten allgemeinen Wahlen hervorgegangen, ſind Sie, meine
Herren, in der Lage, die wahren Bedürfniſſe des Landes
beſſer zu kennen. Die Politik Rumäniens, in
ihrer traditionellen Selbſtändigkeit als Politik der
Mä=
ßigung und des Friedens in den mit den
höch=
ſten Intereſſen des Landes verträglichen Grenzen (
Bei=
fall), verſetzt uns in die Lage, mit allen Staaten
freund=
ſchaftliche Beziehungen zu unterhalten und uns
nament=
lich des beſonderen Vertrauens der Großmächte
zu erfreuen.
Rumänien beobachtete bei dem Beſtreben, zur
Lokali=
ſierung des Krieges beizutragen, gegenüber den
kriegfüh=
renden Balkanſtaaten Neutralität, wobei es jedoch
die Entwicklung der Ereigniſſe, die zahlreichen Intereſſen
des Staates berühren, aufmerkſam verfolgte. Wir ſind
zu der Hoffnung berechtigt, daß dieſe Haltung günſtige
Ergebniſſe für die guten Beziehungen zu den
Balkan=
ſtaaten in der neuen Geſtaltung zeitigen wird und daß
unſere Intereſſen Berückſichtigung finden. Rumänien
wird als ein wichtiger Faktor des
europäi=
ſchen Konzerts angeſehen. Bei der endgültigen
Regelung der durch die Balkankriſe aufgeworfenen
Fragen wird ſein Wort Gehör finden. Das Vertrauen,
das die Nation in die ausnahmslos anerkannte
Tapfer=
keit ihrer Soldaten ſetzt, iſt vollauf berechtigt. Die Armee
iſt imſtande, dieſem Vertrauen zu entſprechen, ſie iſt
immerdar bereit, ihre Miſſion zu erfüllen.
Die neuen Kredite, die von Ihnen für die Armee
on=
geſprochen werden, werden in Ihrem erleuchteten
Patrio=
tismus ihre Begründung finden. Meine Regierung
unterbreitet Ihnen zur Beratung mehrere Geſetzentwürfe,
die dazu beſtimmt ſind, das Werk der Konſolidierung und
des Fortſchritts der rumäniſchen Staaten in jeder
Be=
ziehung zu fördern. Ich zweifle nicht, daß Sie unter den
gegenwärtigen Umſtänden auf der Höhe der Ihnen vom
Land anvertrauten Miſſion ſtehen, und indem Sie der
Re=
gierung die nötige Unterſtützung leihen, die berechtigten
Hoffnungen der Nation erfüllen werden. Gott ſpende
Ihren Arbeiten ſeinen Segen.
Das Echo de Paris ſchreibt: Der Tag der Ankunft
Danews in Paris iſt noch nicht mit Beſtimmtheit
feſtgeſetzt, aber es gilt als ſicher, daß er nach ſeinen
Kon=
ferenzen mit König Karol von Rumänien und den
ru=
mäniſchen Staatsmännern nicht nach Paris kommen wird
ohne vorher bei ſeiner Durchreiſe vom Grafen Berchtold
in Wien empfangen worden zu ſein. Dieſe einleitenden
Verhandlungen gehen denjenigen von London
vor=
aus und es iſt der franzöſiſchen Regierung geſtattet, die
Anſichten der Balkanſtaaten auf das genaueſte kennen zu
lernen. Vielleicht treffen Venizelos und Danew gleichzeitig
in Paris ein. Der Präſident der ſerbiſchen
Friedens=
abordnung, der ehemalige Miniſterpräſident
Nowako=
witſch, iſt nach Paris abgereiſt, wo er mit dem
Miniſter=
präſidenten Poincaré eine Unterredung haben wird. Die
übrigen ſerbiſchen Friedensboten begeben ſich ebenfalls
über Paris nach London. Die politiſche Geſchicklichkeit
Poincarés, fügt das Blatt hinzu, hat dann Gelegenheit,
Griechenland und Bulgarien hinſichtlich Saloniki wieder
zu verſöhnen, welche Stadt noch immer den Grund der
Zwietracht zwiſchen beiden Nationen bildet.
Deutſches Reich.
Das Schickſal des Petroleum=
Mo=
nopolgeſetzes gilt bereits jetzt im Reichstage als
beſiegelt. In der jetzigen Form wird die Vorlage nicht
Geſetz werden. Die Reichsregierung will aber, wie im
Reichstage verlautet, Zugeſtändniſſe, wie ſie verlangt!
werden, nicht machen, ſo daß vorausſichtlich die Vorlage
in dem Ausſchuß begraben werden wird. Im
Reichs=
ſchatzamt iſt man über die etwas überraſchende Wendung
der Dinge ziemlich beſtürzt geweſen.
— Novelle zur Gewerbeordnung. Wie
verlautet, iſt eine neue Geſetzesvorlage als Novelle zur
Gewerbeordnung von den beteiligten Regierungsſtellen
im weſentlichen fertiggeſtellt worden, ſo daß ihre
Ein=
bringung in den Bundesrat demnächſt erfolgen dürfte.
Es kann daher erwartet werden, daß ſie den Reichstag
noch in dieſer Tagung beſchäftigen wird.
Der Geſetzentwurf umfaßt drei Gebiete: Maßnahmen
zur Einſchränkung der ſogenannten „Vergnügungsplätzet
zur Bekänpfung des Animierkneipenweſens und der
Auswüchſe des Kinematographenweſens. Bei der
Ertei=
lung der behördlichen Erlaubnis für die
Vergnügungs=
plätze („Rummelplätze”) hat ſich als Mißſtand
herausge=
ſtellt, daß ſie nicht auf Veranſtaltungen dieſer Art
aus=
gedehnt werden kann, die ſich auf Privatgrundſtücken
be=
finden. Es ſoll daher durch entſprechende Beſtimmungen
Abhilfe geſchaffen werden. Bezüglich der Bekämpfung
des Animierkneipenweſens dürfte es ſich um
Beſtimmun=
gen handeln, die die Erlaubnis zum Betriebe der
Schank=
wirtſchaft an Bedingungen knüpft, die die Annahme
weib=
lichen Perſonals beſchränken oder ausſchließen. Wenn auch
tatſächlich eine Geſamtverminderung der Animierkneipen
um 464 in den letzten zehn Jahren feſtgeſtellt wurde —
einer Verminderung um 536 ſteht eine
Ver=
mehrung von 72 gegenüber —, ſo haben ſich
doch in Frage kommende Behörden dahin
aus=
geſprochen, daß die noch vorhandenen erheblichen
Mißſtände nur auf geſetzlichem Wege zu beſeitigen ſind
Bei der reichsgeſetzlichen Regelung der Auswüchſe des
Kinematographenweſens, die zuerſt im Rahmen des
Theatergeſetzes in Frage ſtand, iſt zu erwarten, daß die
Kinematographen dem § 35a der Gewerbeordnung
unter=
ſtellt werden, der für theatraliſche Vorſtellungen.
Schau=
ſpiele, Sinaſpiele uſw die behördliche Erkauhnis
ver=
langt. wie ſie der § 32 für die eigentlichen Theater
vor=
ſchreibt. Die Konzeſſion gemäß § 33a kann dabei von der
Bedürfnisfrage abhängig gemacht werden.
— Geſetzentwurf über die
Sonntags=
ruhe im Handelsgewerbe. Die Arbeiten an
dem Geſetzentwurf über die Sonntagsruhe im
Handelsge=
werbe, der dem Bundesrat vorliegt, ſind ſoweit
fortge=
ſchritten, daß in nicht ferner Zeit die Einbringung im
Reichstage erfolgen kann. Seitens der Handelskammern
iſt die Beurteilung im allgemeinen eine recht günſtige und
vorwiegend zuſtimmende geweſen.
In dem Geſetzentwurf iſt in Kontoren und Betrieben
ohne offene Verkaufsſtellen die volle Sonntagsruhe im
allgemeinen als durchführbar anerkannt worden. Nur in
vereinzelten Fällen iſt eine Ausnahme in der Höchſtdauer
von zwei Stunden zuläſſig. Als Höchſtmaß der
Beſchäf=
tigungszeit in offenen Verkaufsſtellen ſind drei Stunden
vorgeſehen. Die höhere Verwaltungsbehörde kann aber
für Orte, in denen die Bevölkerung aus der weiteren
Umgegend an Sonn= und Feiertagen die offenen
Ver=
kaufsſtellen aufzuſuchen genötigt iſt. eine Ausnahme bis
zur Dauer von vier Stunden zulaſſen. Die Kommunen
können durch ſtatutariſche Beſtimmungen die dreiſtündige
Beſchäftigung für alle oder einzelne Gewerbszweige auf
kürzere Zeit einſchränken oder ganz unterſagen, und die
Polizeibehörde kann für jährlich höchſtens 6 Sonn= und
Feſttage, an denen örtliche Verhältniſſe einen weiteren
Geſchäftsverkehr erforderlich machen, in offenen
Verkaufs=
ſtellen eine Beſchäftigung bis zu 10 Stunden zulaſſen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Anleihe von 250 Millionen Kronen.
Der ungariſche Finamzminiſter hat mit der Ungariſchen
Allgemeinen Kreditbank als bevollmächtigtes
Bankkonſor=
tium ein Uebereinkommen getroffen, deſſen Gegenſtand die
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
Uebernahme einer Anleihe in 4½prozentigen
Schatzſchei=
nen mit Laufzeit von 1½ Jahren bis 2 Jahren in Höhe
von 125 Millionen Kronen beziehungsweiſe der dieſem
Be=
trag entſprechende Gegenwert in Mark bildet. Nach einer
Meldung aus Wien hat auch der öſterreichiſche
Finanz=
miniſter eine Anleihe in gleicher Höhe mit gleicher
Lauf=
zeit begeben. Nach dieſen beiden Mitteilungen haben alſo
beide Regierungen Goldanleihen im Geſamtwerte von
250 Millionen Kronen kontrahiert, was unter den heutigen
Geldverhältniſſen einen erfreulichen Erfolg bedeutet. Der
Umſtand, daß der geſamte Betrag in Gold kontrahiert
worden iſt, beweiſt das Vertrauen, welches das Ausland
den Verhältniſſen der Monarchie gegenüber bekundet und
iſt, abgeſehen hiervon, auch wirtſchaftlich von Bedeutung,
da der Zufluß ausländiſche Valuta eine Stärkung des
Deviſenbeſtandes der Oeſterreichiſchen Bank nach ſich
zieht, wodurch eine Erleichterung der Geldverhältniſſe zu
erwarten iſt. Es iſt zu hoffen, daß die finanzielle
Beun=
ruhigung, welche ſich in der letzten Zeit in gewiſſen
Krei=
ſen zeigte, dadurch ſchwinden wird, und auch von dieſem
Geſichtspunkte aus iſt das Zuſtandekommen dieſer
An=
leihen erfreulich. Es iſt als ein intereſſantes Moment
zu erwähnen, daß dies der erſte Fall iſt, daß die beiden
Staaten gleichzeitig Anleihen kontrahieren, und dies, wie
beſonders hervorzuheben iſt, unter vollſtändig gleichen
Bedingungen.
Belgien.
Die neue Militärvorlage. Die
Begrün=
dung zu der neuen Militärvorlage iſt nunmehr dem
Par=
lament zugegangen. Sie ſagt, die bekannteſten
Militär=
ſchriftſteller hätten wiederholt darauf aufmerkſam
ge=
macht, daß im Falle eines internationalen Konfliktes
ein feindliches Heer durchmarſchieren könnte. Dann wird
darauf hingewieſen, daß dieſer Durchmarſch ſowohl von
franzöſiſcher wie auch von deutſcher Seite kommen könnte,
und es wird mit der Möglichkeit einer Dreifrontſtellung
Belgiens gerechnet durch das Eingreifen Englands.
Dann heißt es, daß auch die Möglichkeit für Belgien
be=
ſtehe, ſeine Armee mit einer kriegführenden Partei zu
ver=
einigen, um einen Angriff, der direkt gegen Belgien
ge=
richtet iſt, abzuwehren. All dies rechtfertige eine
weſent=
liche Erhöhung des Heeres, und zwar müßten die
Linien=
truppen um 50000 Mann vermehrt werden. So rechnet
man mit 13 Klaſſen zu 35000 Mann, ſowie mit einem
Abgang innerhalb dieſer Zeit von 28 Prozent, ſodaß die
Iſtſtärke im Kriegsfall 340000 Mann betragen werde.
Für die Verteidigung des Platzes Antwerpen ſeien im
Ernſtfall 90000 Mann erforderlich gegenüber den 42000
Mann, die ſeinerzeit bei Bewilligung dieſer Befeſtigung
vorgeſehen waren. Auffallend iſt es, daß die allgemeine
Wehrpflicht nicht in die Verfaſſung eingeſchrieben,
ſon=
dern abhängig gemacht wird von dem Wohlwollen des
Parlaments, d. h. bei der Budgetberatung muß
alljähr=
lich die Höhe der Sollſtärke beſtimmt werden, ſo daß alſo
der Fall eintreten könne, daß irgend eine Mehrheit aus
taktiſchen Gründen ſich gegen den Geiſt des jetzigen
Ge=
ſetzes wendet. Die Bürgerwehr ſoll vorerſt noch beſtehen
bleiben. Es ſcheint aber, daß ihre allmähliche Auflöſung
in die Wege geleitet werden ſolle. Vorerſt kann keine
Rede davon ſein, da das Geſetz in ſeiner Vollkraft erſt in
fünf bis ſechs Jahren wirkſam werden kann.
Die ſtändige Kommiſſion der Zucker=
Union iſt in Brüſſel zu einer Tagung
zuſammengetre=
ten. Sie beſchäftigte ſich mit der Frage der
Urſprungs=
zeugniſſe für den aus England ausgeführten Zucker und
mit der Prüfung der ruſſiſchen Ausfuhrſtatiſtik. Im
Ver=
laufe der Sitzung hat der engliſche Delegierte beſtätigt,
daß England ſich am 1. September 1913 aus der Union
zurückziehen, daß es aber auch nach dieſem Datum in der
gleichen Weiſe verfahren werde wie früher, das heißt, daß
es handeln werde, als ob es noch der Union angehöre.
England.
Die kanadiſchen Kriegsſchiffe für
Eng=
land. Im Unterhaus fragte der Abg. Lee, wann es,
beabſichtigt ſei, die von Kanada angebotenen
Kriegs=
ſchiffe zu bauen und wann die Kriegsſchiffe zur
Dienſt=
einſtellung fertig ſeien. Marineminiſter Churchill
erwi=
derte, die Angelegenheit ſei noch nicht ſpruchreif, da das
kanadiſche Parlament dem ihm vorgelegten Antrag noch
ſeine Zuſtimmung geben müſſe. Lord Beresford fragte,
ob man die kanadiſchen Schiffe noch denen hinzuzurechnen
gedenke, die nach der Anſicht der Admiralität für den
Dienſt in den europäiſchen Gewäſſern gebaut werden
müßten. Churchill antwortete: Als ich am 22. Juli den
Nachtragsetat einbrachte, ſagte ich, es ſei der Wunſch
der Regierung, daß Kanada die Beihilfe in der Form der
Erweiterung des beſtehenden britiſchen Marineprogramms
gewähre, und daß jeder von Kanada unternommene
Schritt direkt dazu dienen ſolle, die Seeſtreitkräfte des
Reiches und den erreichbaren Sicherheitsfaktor zu
ver=
ſtärken. Er habe dieſer Erklärung nichts hinzuzufügen.
Im weiteren Verlauf fragte Lee: Iſt der Vorſchlag,
daß der kanadiſche Miniſter zum ſtändigen Mitglied des
Reichsverteidigungsausſchuſſes ernannt werden ſoll, von
der Regierung endgültig angenommen? Iſt es
vorge=
ſchlagen, dieſen Grundſatz auch auf die Vertreter der
anderen Dominions auszudehnen? Asquith erwiderte:
Der Vorſchlag, daß einer oder mehrere Vertreter der
Dominions zu den Sitzungen des Verteidigungsausſchuſſes
hinzugezogen werden ſollen, wurde von der britiſchen
Regierung bei der Reichskonferenz des letzten Jahres
gemacht und als prinzipiell wünſchenswert von allen
Premierminiſtern angenommen.
England und der Panamakanal. Das
Auswärtige Amt veröffentlicht eine Botſchaft des
Staats=
ſekretärs Grey an den engliſchen Botſchafter in
Waſhing=
ton, die vom 14. November datiert und zur Weitergabe
an den Staatsſekretär Knox beſtimmt iſt. Es wird darin
der britiſche und der amerikaniſche Standpunkt betreffs
der Panamakanalgebühren im einzelnen nochmals
zuſam=
mengefaßt. Die Botſchaft ſchließt, Grey blicke mit
Ver=
trauen auf die Regierung der Vereinigten Staaten, daß
in der Förderung der amerikaniſchen Schiffahrtsintereſſen
nichts getan werde, um die vertragsmäßigen Bürgſchaften
für die britiſche Schiffahrt zu verſchlechtern.
Spanien.
Zuſammenkunft des nationalen
Ver=
teidigungsrats. Unter dem Vorſitz des Königs
hat in Madrid im Kriegsminiſterium eine
Zuſammen=
kunft des nationalen Verteidigungsrates ſtattgefunden.
Es wird zwar das größte Stillſchweigen über die
geführ=
ten Verhandlungen bewahrt, trotzdem ſoll nach
Mitteilun=
gen von der Verwendung des ſpaniſchen Reſidenten in
Marokko und von dem Protektorat über Marokko
haupt=
ſächlich die Rede geweſen ſein. Andere wieder behaupten,
daß die Frage eines zweiten Geſchwaders angeſchnitten
wurde, die demnächſt den Cortes unterbreitet werden ſoll.
Dieſes neu zu erbauende Geſchwader ſoll, wie es heißt,
aus drei Panzerkreuzern. mehreren kleineren Kreuzern,
einigen Kanonenbooten und Torpedobooten beſtehen. Der
Verteidigungsrat ſoll ſich auch mit dem Bau der
ſtrate=
giſchen Eiſenbahnen befaßt haben, deren Bau auf
ver=
ſchiedenen Punkten des Gebietes vorgeſehen iſt.
Rußland.
Die Parteien der Duma. Nach amtlicher
Meldung ſetzt ſich die Reichsduma folgendermaßen
zu=
ſammen: Rechts 63, Nationaliſten 90, Zentrum 34,
Ok=
tobriſten 95, Muſelmanen 7, Polen 15, Fortſchrittler 45,
Kadetten 59, Mitglieder der Arbeiterpartei 10, Sozialiſten
15 und Wilde 9.
Bulgarien.
Die Sobranje wird Samstag zu einer kurzen
Seſſion zur Votierung des Budgets zuſammentreten. Die
Militärattachés ſind nach Sofia zurückgekehrt.
B. B. Die Kriegsfurcht in Zahlen. Aus
Furcht vor einem Kriege hat, wie wir kürzlich meldeten,
die Auswanderung ganz gewaltig zugenommen, ja, von
Bremerhaven aus mußte am Dienstag voriger Woche
wegen allzu ſtarken Andranges ein Auswanderer=
Son=
derdampfer expediert werden. Ueber dieſe Zunahme der
Auswanderung liegen jetzt amtliche Zahlen vor. So
wanderten von Bremen bezw. Bremerhaven im Monat
November nicht weniger wie 21680 Perſonen aus gegen
nur 12 408, 12946 und 15036 im November der letzten
drei Jahre. Von Januar bis Ende November dieſes
Jahres paſſierten Bremen auf der Ausreiſe insgeſamtz
189907 Auswanderer gegen 131882 in 1911 und 173 857
in 1910. Auch Hamburg hatte eine Auswandererhochflut,
von hier aus verließen das deutſche Staatsgebiet im
vo=
rigen Monat 17621 Auswanderer gegen 10400 im
No=
vember 1911. In dieſem Jahre wanderten über Hamburg
bisher 124729 Perſonen aus gegen 79 309 in den erſten
elf Monaten 1911. Wie Nachfragen ergaben, kehrte ein
großer Teil der Auswanderer wegen der drohenden
Kriegsgefahr der Heimat den Rücken. Antwerpen war
ebenfalls das Ziel der Kriegsflüchtigen, deren vierter
Teil aus Deutſchen, namentlich aus den öſtlichen
Provin=
zen, beſtand. Von Antwerpen aus begaben ſich im
vori=
gen Monat 21791 Auswanderer auf die Ausreiſe gegen
18049 im November 1911. Die genannten drei
Haupt=
häfen paſſierten in den erſten elf Monaten des vorigen
Jahres insgeſamt 255294 Auswanderer, in den erſten
elf Monaten dieſes Jahres aber 386 224, was einer
Zu=
nahme von 130 930 entſpricht.
* Lübeck, 9. Dez. Die Bürgerſchaft geneh=l
migte in ihrer heutigen Sitzung Koſtenanteil und Hergabe
von auf lübeckſchem Gebiet zum Bau einer Eiſenbahn von
Travemünde nach der oldenburgiſchen Oſtſeeſtadt Niendorf
erforderlichen Baugeländes, wodurch der Bau der
Eiſen=
bahn geſichert iſt. Bau und Betrieb der Bahn übernimmt
die Lübeck=Büchener Eiſenbahn=Geſellſchaft.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. Dezember.
* Ernannt haben S. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Kommerzienrat Ferd. Jacobi, den
Kom=
merzienrat Ludwig Frölich, den Kommerzienxat Louis
Röder, den Buchdruckereibeſitzer Rudolf L. Wittich,
ſämt=
lich in Darmſtadt, den Brauereibeſitzer Juſtus
Hilde=
brand in Pfungſtadt, den Kommerzienrat Jean Göbel in
Darmſtadt zu Handelsrichtern, den Kaufmann Wilhelm
Kölb und den Ingenieur Emil Schenck, beide in
Darm=
ſtadt, zu Erglänzungsricht ern bei der
Kam=
mer für Handelsſachen mit dem Sitz in
Darmſtadt; den Fabrikanten Philipp Heim, den
Fabrikanten Robert Weintraud, den Fabrikanten Eugen
Feiſtmann, den Kommerzienrat Jakob Hinkel, ſämtlich in
Offenbach, zu Handelsrichtern, den Fabrikanten Wilhelm
Klingſpor in Offenbach, den Fabrikanten Jakob Erckrath
in Klein=Krotzenburg, den Fabrikanten Georg Heinrich
Koch in Neu=Iſenburg und den Kaufmann Karl Schömbs
in Offenbach zu Ergänzungsrichtern bei den
Kammer für Handelsſachen mit dem Sitz
in Offenbach; den Geheimen Kommerzienrat
Sig=
mund Heichelheim, den Kommerzienrat Guſtav Mueller,
den Kommerzienrat Heinrich Schirmer, den Fabrikanten
Hermann Eichenauer, ſämtlich in Gießen, zu
Handels=
richtern, den Kaufmann Max Friedberger und den
Kommerzienrat Adolf Klingſpor, beide in Gießen, zu
Ergänzungsrichtern bei der Kammer für
Handelsſachen mit dem Sitz in Gießen; den
Kommerzienrat Auguſt Feine, den Kaufmann Joſef Reit
nach, den Kommerzienrat Dr. Otto Jung, den
Kom=
merzienrat Joſef Harth, den Kommerzienrat
Bern=
hard Albert Mayer, den Kommerzienrat Joſeſ
Stenz, ſämtlich in Mainz, zu Handelsrichtern, den
Kauf=
mann Karl Auguſt Barthel, den Bankier Felix Golde
ſchmidt, den Kommerzienrat Florian Kupferberg, den
Kauimann Karl Ihm. ſämtlich in Mainz, den Kaufmann
Jakob Albrecht in Bodenheim und den Kaufmann
Kon=
rad Jung in Mainz zu Ergänzungsrichtern
bei der Kammer für Handelsſachen mit
Mit dem Motor ins innerſte
Afrika.
Von Oberleutnant Paul Graetz.
(Nachdruck verboten.)
X.
Motoriſtenfreuden in Aequatorialafrika.
Aus Neu=Kamerun den Kongo aufwärts.
(Schluß.)
Der Kongo macht ſtarken Strom. Ich ſchätze unſere
Fahrt auf 10 Kilometer pro Stunde. Plötzlich läuft kein
Oel mehr aus dem Oelglas weg, das bisher enorme
Quantitäten verſchlungen. Da mir mein Vacuumit
aus=
gegangen, ſpeiſe ich mit dem Zylinderöl der Flußdampfer
und ſchmiere ſehr reichlich. Ich unterſuche dieLeitungen, und
ſiehe da, ein Oelrohr iſt geſprungen, wie mit dem Meſſer
durchgeſchnitten. Es iſt 4 Uhr nachmittags. Wir müſſen
entweder Loukoléla verpaßt haben oder unmittelbar
unterhalb ſein, falls wir nicht etwa durch Umwege in dem
Inſelgemenge jede Orientierung verloren. Da raucht der
Motor durch den Auspuff, eine Quittung für den Mangel
an Oel. Das hintere Lager wird zuerſt heiß. Ich löſe
die betreffende Leitung und gieße direkt durch den
Ge=
windekopf Oel auf das Lager. Einige Minnten ſcheint
es, als wolle ſich das Lager kühlen, dann qualmt der
dicke ſchwarze Rauch um ſo ſtärker durch das Auspuffrohr.
Ich ſtelle mitten in einem breiten öden Flußarm den
Mo=
tor ab. Die „Hygiama” wird ſofort von der gewaltigen
Strömung erfaßt und abgetrieben. Anker klar! Der
Not=
anker geht nieder, doch das 15 Meter lange Tau reicht
nicht bis auf den Grund, alſo müſſen wir der
Verenger=
ung des Kongo bei Loukoléla ganz nahe ſein, die 25
Me=
ter Tiefe aufweiſt. Es iſt ein peinliches Gefühl, über
un=
berechenbarer Tiefe hilflos zu treiben — wie wenn im
Aeroplan der Motor verſagt — dieſer ſtrebt im Gleitflug
zur Erde, für uns heißt es das Ufer erreichen! Aus
Leibeskräften rudere ich mit Joſeph in der brütigen Hitze
der ſpäten Nachmittagsſonne das Boot näher und näher
gegen die unwirtliche Mauer des Urwaldes. Dauernd
itreiben wir ab.
Langſam, ſehr langſam verringert ſich die
Entfern=
zug zwiſchen Boots= und Uferrand. Eine neue Gefahr
droht, die zahlreichen Baumſtümpfe. Schließlich —
end=
lich ſtreifen wir den dichten Behang von Kletterpflanzen
und halten uns mit beiden ausgeſtreckten Händen in dem
Blattwerk feſt. Im Augenblick hören wir zu unſeren
Häuptern einige flatternde Schläge — ein mächtiger
flie=
gender Hund löſt ſich verwirrt aus dem Geäſt, eine
Rieſen=
fledermaus. Joſephs Augen ſchauen voll Angſt aus dem
ſchweißbedeckten Geſicht empor: „Herr, das bringt uns
großes Unglück!” Ich ſelbſt kann mich eines unheimlichen
Eindrucks nicht erwehren — dieſer Teufelsbote ſcheint
nur gewartet zu haben, bis wir unſeren Platz gefunden,
wo wir feſtmachen, um, ich weiß nicht wohin, die Botſchaft
zu bringen: „Jetzt haben wir ihn, jetzt ſitzt er endgültig
feſt. . . . „Na, Joſeph, viel ſchlimmer kanns doch heute
nicht mehr kommen! Wir werden hier im Boote ſchlafen.
Morgen werde ich den Motor heilmachen und nach
Louko=
léla fahren!” „Und wenn es geht, wie in Bonga, ſo
wer=
den wir hier verhungern, kein Dampfer kommt dieſen
Weg. Wenn wir nicht felber gefreſſen werden, kommt
es mir in den Sinn. Unwillkürlich taucht die
Erinner=
ung auf an jenen vor nicht allzu langer Zeit in dieſen
Breiten vom Tornado gekenterten Dampfer, deſſen
Be=
ſatzung und Paſſagiere bis auf einen, der ſich ſchwimmeno
verſteckte, Opfer der Kannibalen wurden. Dann muß
ich lachen — wie doch dauerndes Unglück den Menſchen
beeinfluſſen kann! Den Notanker habe ich bereits
einge=
holt, damit er ſich nicht an einem der Stümpfe verfängt.
Joſeph gelangt mit dem Tauende in der Hand, auf
Wur=
zeln wie ein Affe kletternd, an einen quergewachſenen
Baum — wir ſind gegen die Strömung, dreht das Boot
und drückt es gegen das von allerhand Inſekten belebte
Geäſt. Mit der in die Rinde eines Baumes geſtoßenen,
eiſenbeſchwerten, vier Meter langen Staakſtange ſtoße ich
das Boot vom Ufer ab und lege es mit dem Heck winklig
in der Strömung feſt. Dann wird es Zeit, unter das
gloße, das ganze Verdeck abſchließende Moskitonetz zu
kriechen. Die Moskitos rücken regimenterweiſe an und
finden vereinzelt den Weg zu uns, ſo daß ich mein
zwei=
tes Moskitonetz vom Feldbett ebenfalls noch für die Nacht
aufſpanne. Schnell ſinken wir in tiefen Schlaf, aus dem.
uns plötzlich ein lautes Krachen aufſchreckt. Das Boot
ſchwankt bedenklich und drängt ſich gegen das dichte
Wachstum des Ufers, das ſich gegen die herabgeklappte
Wand des Verdecks brückt. Es dauert einige Zeit, ehe
ich mich aus meinen Decken, zwei Moskitonetzen und dem
Verdeck herausgearbeitet habe. Dann ſehe ich die
Be=
ſcherung. Die Staakſtange iſt unter der Wucht des
Stro=
mes gebrochen, welcher das Boot gegen das Geäſt ges
worfen. Ich prüfe ſeine Lage. Das Tau hält — alſo
lege ich mich wieder aufs Ohr. Doch das Bewußtſein
meiner traurigen Situation läßt mich keinen Schlaf mehr
finden.
Mit dem erſten Dämmerſchein des 19. September
gehe ich, nur mit einem Schlafanzug bekleidet, an die
Arbeit, die vermutlich über die heiße Mittagszeit hinweg
manchen Tropfen Schweiß koſten wird. Zunächſt konſtat
tiere ich, daß ſich ſämtliche Bolzen im Fundament
ge=
lockert haben. Das Anziehen der Muttern iſt bei ihret
verſteckten Lage kein leichtes Stück Arbeit. Die Teile des
gebrochenen Oelrohres werden mit einem Stück Schlauch
wieder in Verbindung gebracht. Die Bruchſtelle erhält
einen dicken Verband. Das gebrochene Oelglas wird
mit einem Stück Staniol umgeben und ebenfalls
um=
wickelt. Die Waſſerrohre, an drei Verſchlüſſen leckend
erhalten ebenfalls Dichtung. Der Motor ſchaut aus, wie
ein Invalide, der das Feldlazarett verläßt. Während
der Reparaturen plagen uns Schwärme von
Schlafkrank=
heitsfliegen mit ihren recht empfindlichen Stichen. Joſeph
geht mir aufmerkſam zur Hand. Um 4 Uhr nachmittag
iſt alles fertig. Nach 1½ſtündigem Anheizen ſpringt der
Motor tatſächlich an. Alle Verbände halten dicht. Wit
werfen los. Joſeph bedient, meinen Winken gehorchend,
das Steuer. Ich ſelbſt beaufſichtige den Motor. Wit
halten am Ufer entlang, an dem wir die Nacht gelegen=
Die Sonne ſinkt und überflutet mit goldenem Glanz
die weite Waſſerfläche des Kongo. Wohin mögen wil
ſteuern? Ich ſpähe in die Ferne — dort unter der
Pal=
mengruppe, die ſich am hohen Uferand ſchwarz gegen den
leuchtenden Abendhimmel abhebt, erkenne ich Hütten —
Häuſer — das kann nur Loukoléla ſein, Loukoléla
frangais! Näher und näher kommen wir dem rettenden
Hafen. In der Dämmerung nehme ich wahr, daß
wr=
an einer Inſel entlang fahren, an deren Spitze ſich diel
Strömung rauſchend bricht. Wir waren alſo richtig in
Kurs, ſo kurz vor dem Ziel mußte uns vorgeſtern daß
Schickſal noch erreichen! Wir ſteuern jetzt auf die
inſel=
freie Enge des Kongo hinaus, deren Breite immerhbt
noch einige Kilometer beträgt, auf Lukolela am bei
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
Seite 3.
em Sitz in Mainz; den Kommerzienrat Wilhelm
Lölſch, den Kaufmann Karl Stockhauſen, den Kaufmann
Heinrich Rudolf Huttenbach, den Bankdirettor Chriſtian
rott, ſamtlich in Worms, zu Handelsrichtern, den
Fabri=
kanten Jarob Heckel und den Fabrikanten Auguſt Eller,
leide in Worms, zu Ergänzungsrichtern bei
er Kammer für Handelsſachen mit dem
Sitz in Worms, ſämtlich mit Wirkung vom 1.
Ja=
juar 1913 bis 31. Dezember 1915.
* Die Beſtangung erteitt haben Se. Königl. Hoheit
der Großherzog der durch die Dekanatsſynode des
Dekanats Gießen für den Reſt der laufenden
Wahl=
pertode vollzogenen Wahl des evangeliſchen Pfarrers
Ludwig Gußmann zu Kirchberg zum Detan des
Dekanats Gießen.
g. Strafkammer. Der 44jährige Tüncher Johann
Martin XIl. und ſein 17jähriger Sohn Friedrich aus
Viernheim hatten ſich vor dem Schöffengericht
Lampert=
heim wegen Diebſtahls zu verantworten. Sie waren
auf Grund der Ausſagen einer mit der Familie
verfeinde=
ten Frau angeklagt, von dem Bauplatz des Arbeiters
Rohrvacher Bretter entwendet zu haben, die ſie zum Bau
ſeines Stalles verwendet hätten. Das Schöffengericht hatte
beide Angetlagte freigeſprochen. Auf die Berufung des
Amtsanwalts hatten ne ſich nun geſtern vor der hieſigen
Strafkammer zu verantworten. Sie ſtellten den Diebſrahl
eitſchieden in Abrede. Die Anklage ſei lediglich auf einen
Nacheakt jener Zeugin zurückzuführen. Der Zeuge
Rohr=
hacher gibt an, nach dem Strafantrag ſei Martin zu ihm
gekommen und habe ihm vier Bretter bezahlen wollen,
auch dem Gendarmeriewachtmeiſter hat er zugegeben, daß
er einige Bretter genommen habe. Das Gericht verurteilte
nach dem Antrag des Staatsanwalts Johann Martin zu
2 Tagen Gefängnis und den Friedrich Martin zu
inem Verweis. — Der 23jährige Schäfer Anton Vogt
aus Weſtfeld hat ſich dadurch eines Vergehens gegen das
Reichsvieyſeuchengeſetz ſchuldig gemacht, daß er am 1u.
März zur Zeit einer über Urberach, Dietzenbach und
Um-
gebung verhängten Sperrre mit ſeinen Schafen durch
je=
ſe Orte zog. Der Angeklagte wurde zu 25 Mark
Geld=
ſſtrafe verurteilt. — Die 36jährige Karl Karn Ehefrau
aus Heubach hat einen vom Bürgermeiſter für 1910
ausge=
tellten Holzleſeſchein derart gefälſcht, daß er für 1911
gültig erſchien. Von dieſer gefälſchten Urkunde hat ſie
dann wiederholt Gebrauch gemacht. Die Angeklagte
leug=
ſete, wurde jedoch durch das Gutachten des
Gerichtschemi=
ers Dr. Popp aus Frankfurt überführt und wegen
Ur=
kundenfälſchung zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt.
Das ſchwere Automobilunglück am 21. Juli
auf der Chauſſee zwiſchen Heppenheim und Laudenbach
m der Nähe der Landes=Irrenanſtalt, bei dem der 35, verheiratete Werkführer von den Adlerwerken in
prankfurt Max Barufke aus Oetſcher tödlich
verun=
glückte, beſchäftigte geſtern die Strafkammer. Angeklagt
war der 24jährige, aus Königshofen i. Elſaß ſtammende
Chauffeur Karl Boſſert der fahrläſſigen
Tö=
tung. Der Angeklagte hatte am Sonntag, den 21. Juli,
ernen Fahrgaſt mit ſeinem Mietauto von Freiburg i. Br.
ſach Frankfurt gefahren. Boſſert fuhr nun am Montag
zt früher Morgenſtunde von Frankfurt zurück, nachdem
er kaum etwas ausgeruht hatte. Der Getötete hatte
Boſ=
ſert gebeten, ihn mit nach Heidelberg zu fahren. Zwiſchen
6 und 7 Uhr morgens, hinter Heppenheim, bei einer
ge=
fährlichen S=Kurve, geriet das Auto auf einen
Grasſtrei=
ſen neben der Fahrbahn, es glitt weiter und ſchlug dann
um. Barufke wurde tödlich verletzt und ſtarb gleich nach
em Unfall, Boſſert wurde ebenfalls ſchwer verletzt, iſt
über jetzt wieder völlig hergeſtellt. Ihm legt nun die
An=
llage zur Laſt, die Vorſchriften über die
Fahrgeſchwindig=
kit außer Acht gelaſſen zu haben und dadurch fahrläſſig
ſen Tod des Barufke verſchuldet zu haben. Der Angeklagte
der bisher noch unbeſtraft iſt, und dem das Zeugnis eines
beſonnenen Fahrers ausgeſtellt wird, gibt an, daß an
dem Morgen die Chauſſee ſehr ſchlüpfrig geweſen iſt,
des-
halb ſei er auch nur mit einer Geſchwindigkeit von etwa
Kilometern gefahren. Als er die Kurve erblickte, habe
er das Automobil von der Straßenmitte nach rechts
len=
kn wollen. Dabei ſei er mit dem Wagen auf eine
Gras=
utarbe gekommen, die ſich nach dem Bankett neigte, was er
horher nicht bemerkt habe. Durch das Gleiten ſei dann
er Wagen umgekippt. Das Automobil, das keinen
Gleit=
ſchutz hatte, habe überhaupt ſehr leicht geſchleudert. Der
kernommene Sachverſtändige bekundet, daß unter
norma=
len Umſtänden ein Automobil bei der vom Angeklagten
langegebenen Geſchwindigkeit ſchnell genug zum Halten
ge-
ſhracht werden könnte. Der Verteidiger führte aus, daß es
ſicheum einen vom Angeklagten nicht vorauszuſehenden
imglücklichen Zufall handelte, daß jene Grasnarbe eine
Steigung nach außen hatte und dadurch das Gleiten des
Automobils veranlaßt worden ſei. Das Gericht
verur=
teilte den Angeklagten zu 3 Wochen Gefängnis. Er
habe gewußt, daß er bei Kurven nur mit 15 Kilometer
Geſchwindigkeit fahren durfte. Gerade der Umſtand, daß
die ihm unbekannte Straße in einem ſchlüpfrigen Zuſtand
war, und er wußte, daß ſein Automobil zum Schleudern
neige, hätte ihn vorſichtig machen müſſen.
D Vom Großh. Hoftheater. Die heutige Vorſtellung
„Der fliegende Holländer” im Abonnement
Buchſt. A. 20, beginnt um 7½ Uhr. Die Senta ſingt Frl.
Callwey vom Stadttheater in Aachen als Gaſt.
Morgen wird Carl Rößlers Luſtſpiel „Die fünf
Frank=
furter”, das bei der Erſtaufführung einen durchſchagenden
Erfolg errungen hat, zum erſtenmal wiederholt. Dieſe
Vorſtellung. im Abonnement Serie B 19, beginnt um
7½ Uhr. Am Freitag verabſchiedet ſich Alexander
Moiſſi in der Premiere von Hugo von
Hofmanns=
thals altem Spiel vom Sterben des reichen Mannes
„Jedermann” in welchem Werk er die Titelrolle
ſpielt. Die Muſik zu den Reigentänzen in der
Bankett=
ſzene ſtammt von Einar Nilſon, der unſerm Publikum von
ſeinen Kompoſitionen zum „George Dandin” her bekannt
iſt. Huao von Hofmannsthal wird der Erſtaufführung
beiwohnen und ebenſo wie Moiſſi an den letzten Proben
teilnehmen. Die Vorſtellung beginnt ausnahmsweiſe
um 8 Uhr. Am Samstag begeht unſer Hoftheater das
Feſt der 25jährigen Zugehörigkeit des
Kammerſängers Wilhelm Riechmann zum
Enſemble des Hoftheaters durch eine Vorſtellung von
Lortzings „Waffenſchmied” mit dem Jubilar in der Rolle
des Adelhof. Dieſen Abend tritt das Abonnement außer
Kraft.
* Znannſten eines Gaſtſpiels der Frau Kaſchowska
am Hofrheater werden, wie man uns bekannt au geben
hittet. gegenwärtia Unterſchriften geſammelt, die
der Direktion des Hoftheaters unterbreitet werden ſollen.
Eine Liſte zur Einzeichnung liegt in der
Leih=
bibliothek von Walther, Wilhelminenſtraße 13, aus.
2 Der diesjshrigen Herbſtprüfung der
Kranken=
pflegerinnen im Stadtkrankenhaus zur Erlangung der
ſtaatlichen Anerkennung als Krankenpflegeperſonen haben
ſich acht Schweſtern unterzogen, denen allen die erwähnte
Anerkennung zuteil geworden iſt.
Die Bauaſpiranten. Ein hieſiges Blatt hatte
eine Zuſchrift über „die Heſſiſchen Bauaſpiranten” zum
Ahdrucke gebracht, in der behauptet wird, es ſei die
Ahſicht der Regierung, die zurzeit noch im Staatsdienſt
beſchäftigten Bauaſviranten aus dem Dienſte zu
ent=
laſſen, und es ſei neuerdings ein Ausſchreiben des
Miniſteriums ergangen, das hierauf abziele. Die
„Darmſt. Zta.” iſt demgegenüber zu der Erklärung
er=
mächtigt, daß dieſe Behauptung den Tatſachen nicht
entſpricht und daß ein Ausſchreiben mit dem dort
an=
gegebenen Inhalt überhaupt nicht erlaſſen worden iſt.
Hiermit entfallen auch die auf dieſe Behauptung
auf=
gebauten Schlußfolgerungen.
* Der Tätigkeits=Bericht der Materialvrüfungs=
Anſtalt an der Techniſchen Hochſchule, 5.
Jahres=
bericht 1911/12 iſt erſchienen. Die Materialprüfungs=
Anſtalt an der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt
be=
faßt ſich mit der mechaniſch=techniſchen Prüfung von
Metallen, Hölzern, Seilen, Ketten, Riemen, Zement,
Beton, natürlichen und künſtlichen Steinen. Oel,
Petro=
leum und ähnlichen Materialien. Die Unterſuchungen
erfolgen gegen Entgelt auf Antrag von Behörden und
Privaten. Die Prüfungsergebniſſe werden ſeitens der
Anſtalt gebeim gehalten und nur im Einverſtändnis mit
den Antragſtellern veröffentlicht. Das Perſonal der
An=
ſtalt iſt auf Wahrung des Dienſtgeheimniſſes verpflichtet.
Die Anſtalt erledigte in der Zeit vom 1. Oktober 1911
bis zum 30. September 1912 190 Anträge gegenüher
171 Anträgen im Vorjahre. Die Anträge verteilen ſich
folgendermaßen auf die verſchiedenen Materialien:
Metalle 66, Zement 9, Beton 43, natörliche Steine 9,
künſtliche Steine 25, Kalke 7, Oele 3, Verſchjedenes 28,
Summe 190 Anträge. Der Bericht enthält Berichte über
einige Prüfungen, die allgemeines Intereſſe beanſpruchen.
Im Berichtsjahre wurden u. a. im Auftrage des deutſchen
Ausſchuſſes für Eiſenbeton neue Zuſatzverſuche über den
Einfluß der Elektrizität auf Eiſenbeton in Angriff
ge=
nommen, ſowie an den vom Deutſchen Ausſchuß für
E ſenbeton beantraaten ver leichenden Verſuchen über
Feſtigkeit von Betonwürfeln und die Feſtigkeit des
Betons in Bauwerken gearbeitet.
Die hieſige vereinigte Ortskrankenkaſſe wird
zur Zeit einer eingehenden Viſitation durch
die Aufſichtsbehörde, den Oberbür ermeiſter, unterzogen.
Bei dem bedeutendem Umfang der Kaſſe iſt dazu ein
größeres Perſonal aus der ſtädtiſchen Beamtenſchaft auf
längere Zeit erforderlich.
— Blindenſchrift. Es wird die Leſer des „
Ge=
fangenen Pfarrer” von Stadtpfarrer D. Dr. Diehl
intereſſieren, zu erfahren, daß nach langer Vorarbeit
ſoeben von der Blindenanſtalt in Friedoerg mit
Er=
laubnis des Verfaſſers eine Ausgabe dieſes Buches in
Brailleſcher Kurzſchrift (Blindenſchrift) veranſtaltet worden
iſt. Sie umfaßt zwei dicke Bände. Ein Exemplar von
Band 1 iſt zur Zeit im Schaufenſter der
Hofbuchhand=
lung Schlapp ausgeſtellt.
— Stadtmiſſion. Einen genußreichen und
erbau=
lichen Abend veranſtaltete die hieſige Stadtmiſſion in
ihrem Saale, Mühlſtraße 24, am Sonntag. Der Saal
war wieder ſehr ſtark beſetzt. Mit viel Innigkeit und
Ver=
ſtändnis trug der gemiſchte Chor einige Lieder und
Mo=
tetten vor: Das Altniederländiſche Volkslied: „Wir
ſtehen und flehen” mit Poſaunen=, Violin= und
Cello=
begleitung; „Näher mein Gott, zu dir” von J. Hoff;
„Mahnſtimmen” von Lerch; „Am Abend” von
Grun=
holzer; „Brich herein, ſüßer Schein” und einen
fünf=
ſtimmigen Choral: „Ich lag in tiefer Todesnacht” von
Eccard. Ein Frauenchor ſang recht ausdrucksvoll: „Gott
ſchützet dich”, von J. Hoff und ein Frauenquartett: „Der
Frieden fand‟ Ebenſo erfreut wurden die Zuhörer durch
einen Poſaunnenvortrag, eine Kompoſition von J. Hoff:
„Jubelgeſang” Auch ein Kinderchor war eingereiht und
trug: „Ein neues Lied” mit viel Wärme vor. Große
Auf=
merkſamkeit wurde dem Vortrag eines Streichquartettes
entgegengebracht, das einige Stücke von Pleyel mit
Kla=
vierbegleitung zu Gehör brachte. Einen tiefen Eindruck
machte am Schluß die Meditation über Bachs erſtes
„Präludium” von Gounod, vorgetragen mit Klavier,
Har=
monium, Violine und Cello. Die ganze Vortragsfolge
war durchwoben von vier Sologeſängen (Bariton): Dem
Altdeutſchen Lied aus dem 15. Jahrhundert „Immanuel”,
„Jeruſalem” von Paulus; „Mein Heiland, o vergiß mein
nicht” und „Du und ich”, von Hartmann, vorgetragen
von Herrn Geiß aus Bensheim, der auch eine kurze, aber
kernige Anſprache hielt.
* Der Veloziped=Klub Darmſtadt hatte, ſo ſchreibt
man uns, ſeine Mitalieder zu einer eindrucksvollen Feier
in den „Fürſtenſal” geladen. Es galt, drei
Mo=
mente feſtlich zu begehen, welche die glänzende
Entwick=
lung des Klubs in umfangreichem Maße dartun, nämlich:
die Aufnahme des 200. Mitgliedes die Verteilung der
zahlreichen Ehrenpreiſe der letzten Saiſon und ſchließlich
die Uebernahme eines zweiten Prunkſchrankes, den die
Damen des Klubs geſtiftet haben. Der Abend wurde
ein=
geleitet mit einem gemeinſamen Eſſen, im Verlauf deſſen
verſchiedene Anſprachen und Lieder die Bedeutung der
Veranſtaltung für den Klub, ſowie die eifrige Arbeit des
Geſamtvorſtandes würdigten. Hierauf vollzog ſich die
Aufnahme des 200. Mitgliedes, das dem Klub in dem
Mitglied der Jugendabteilung Eliſabeth Benz
bei=
getreten iſt. Eine Rieſenzuckertüte wurde der kleinen
Fahrerin für den Vorzug, das 200. Mitglied des V. C. D.
zu ſein, überreicht, wofür ſie dem Klub in hübſchen
Vers=
chen dankte. Fräulein L. Beſt, die mit Fräulein L. Rühl
ſich beſonders um die Beſchaffung des neuen Schrankes
verdient gemacht hat, ſprach unter Ueberreichung des
Schrankſchlüſſels an den Vorſitzenden einen
wirkungs=
vollen Prolog, wofür der Vorſitzende mit Worten des
Dankes für die reiche Stiftung der Damen quittierte. Ein
beredtes Zeuanis von dem ſportlichen Leben im Klub gab
die ſich anſchließende Preisverteilung. Nicht weniger als
96 Auszeichnungen, Preiſe. Plaketten. Medaillen ꝛc.
konn=
ten für Erfolge der Mitalieder bei Rennen, Reigen= und
Ballſvielwettbewerben, Tourenfahrten, ſowie für
Meiſt=
beteiligung und eifrige Werbearbeit verabfolgt werden,
wobei die von den Mitgliedern außerhalb des Klubs
er=
rungenen Preiſe nicht mit eingeſchloſſen waren. Ein
kräftiges „All Heil” widmete man den ſämtlichen Siegern
am Schluſſe der eindrucksvollen Feier. Im Anſchluß
hier=
an erhielt der 1. Vorſitzende Herr Hermann Ullrich
in Anbetracht ſeiner um die Entwicklung des Klubs
er=
worbenen Verdienſte mit Worten herzlichſter
Anerken=
nung eine prachtvolle Standuhr als äußeres Zeichen der
Dankbarkeit des V. C. D. überreicht. Im weiteren
Ver=
lauf des Abends boten noch die Mitglieder des
Hof=
theaters, Fräulein K. Gothe und die Herren
Herr=
mann und Peterſen prächtige künſtleriſche Genüſſe,
bejubelt von den zahlreichen Anweſenden, und gaben ſo
der Veranſtaltung einen ſtimmungsvollen Abſchluß. Das
tiſchen Ufer, das dem Loukoléla frangais
gegenüber=
legen muß. Die Nacht tritt ſchnell in ihr Recht hier, ſo
nahe am Aequator. Doch der Mond beſcheint unſere Bahn.
Während am franzöſiſchen Ufer bereits die Leuchtfeuer
für uns aufflammen, den Anlegeplatz zeigend, bleibt das
belgiſche Ufer ſchwarz. Joſeph wendet auf meinen Wink.
Da flackert plötzlich dort, wo ich Lukolela vermutet, eine
helle Lohe hoch empor, alſo darauf los! In Lukolela
helge liegt Petroleum für die Expedition, 300 Liter, und
dann ſoll, einem „on dit” zufolge, die Möglichkeit dort
beſtehen, Reparaturen vorzunehmen. Mit ganzer Kraft
durchfurcht der Kiel der „Hygiama” den ſtarken Strom
ſchon hören wir Stimmen — glatt vollzieht ſich die
Landung — mehrere Schwarze, brennende Grasbüſchel
hachhaltend, nehmen uns in Empfang. Kein Europäer
läßt ſich ſehen. Ich erfahre, daß wir die „Plantation
Lu=
kolela” angelaufen und die Regierungsſtation zwei
Stun=
den Fußmarſch oberhalb liegt.
Als ich am Morgen auf die Veranda des kleinen, auf
der Höhe des terraſſenförmig anſteigenden Ufers
gelege=
nen Bambushäuschens hinaustrete, in dem ich mein
Feldbett für die Nacht aufgeſchlagen, bietet ſich mir ein
pundervolles tropiſches Landſchaftsbild: Ueber einige
Reihen herrlicher Fächerpalmen und Papeyabäume
Aſchweift der Blick auf die blaue Fläche des in
ergreifen=
der Ruhe dahinziehenden gewaltigen Kongoſtromes, von
Ananasſtauden eingeſäumt, führt ſchnurgerade vom
Baſſer herauf bis heran das prachtvoll zu meinen Füßen
ſich wölbende Bukett gelber, roter und roſa Roſen, die
mein kleines Schloß mit einem ſchweren, ambroſiſchen,
heimatlich anmutenden Duft erfüllen. Ich pflücke eine
der jungen Knoſpen, um ſie als ſeltenen Tropengruß an
den beliebten General Quenouſaimons nach Europa zu
ſenden. . .
Dann mache ich mich auf den Weg nach dem
Regier=
ungspoſten. Durch eine gut gepflegte Pflanzung
elfjäh=
ri ger Gummibäume führt der Weg an der
Telegraphen=
leitung entlang durch ſchwülen, düſteren Urwald und
er=
öfffnet uns nach beſchwerlichem zweiſtündigem Marſch
den Blick über die auf großem freigerodetem Platze
an=
gelegte, aus mehreren hölzernen Europäerhäuſern und
einem Dutzend kleiner, ſauberer, aus Ziegeln gebauter
Legerhäuſer beſtehende Station Lukolela belge. Das
deut=
lich wahrnehmbare Geräuſch einer Dampfmaſchine läßt
meine Augen, nach einem Dampfer ſuchend, über den Fluß
ſchweifen. Da fällt mein Blick auf ein großes Sägewerk,
das, wie ich von den mich freundlich aufnehmenden
Bel=
giern höre, von der Regierung hier unterhalten wird und
das Material zum Häuſerbau für die Stationen längs
des Kongo liefert. Der dem Sägewerk vorſtehende
Me=
chaniker, Monſieur de Lay, erklärt ſich mit Freuden
be=
reit, die Reparaturen an meinem Motor vorzunehmen.
Ich hole am Vormittag des 21. September die „
Hy=
giama” nach dem Sägewerk, wo mir Monſieur de Lay
auf Veranlaſſung des Chef du Poſte erklärt daß er am
morgigen Sonntag und während der Freiſtunden für
mich arbeiten könne, während der Dienſtſtunden müſſe
ich ihn jedoch telegraphiſch bei dem Commiſſair géneral
in Léopoldville ausbitten, worauf die Antwort allerdings
einige Tage beanſpruchen dürfte. Monſieur de Lay, der
ſich im Verſtändnis meiner Lage verleiten läßt, während
der durch Glockenzeichen angekündigten Arbeitszeit von
5,30 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags für mich in
der Werkſtatt einige Hartlötungen auszuführen, büßt
dies durch Abzug eines Tagesgehalts, wofür ich ihn durch
eine Hundertfrancs=Note entſchädige. Für mein hier
lagerndes Petroleum erleichtert mich der Chef du Poſte
um 25 Francs für Lagerſpeſen. Wir befinden uns in
der „Krämerkolonie Congo belge”.
Am Morgen des 26. September ſteuert die „
Hy=
giama” mit gründlich repariertem und gereiniatem Motor
„Vollgas voraus” kongoaufwärts gen Stanleyville.
Konzerte.
W—l. Im zweiten Konzert des Muſik=
Ver=
eins, das am Montag unter Leitung des Herrn Hofrats
de Haan im Saalbau ſtattfand, kam zunächſt Max
Reger mit ſeinem opus 112 für Chor und Orcheſter
Die Nonnen” zu Gehör. Eine Kompoſition von Max
Reger muß man mit dem Maße von Reſpekt
beur=
teilen, den man einem Meiſter der Technik und einer
Muſikgröße ſchuldet. Aber damit hört auch die moraliſche
Pflicht des Kritikers und des Publikums auf. „Zur
Liebe kann ich dich nicht zwingen” ſagt Saraſtro, und
Hochachtung und Liebe ſind zwei verſchiedene Dinge. Das
neue Werk von Reger läßt kühl bis ans Herz hinan und
ließ es auch die Zuhörer, die ſehr mäßigen Beifall
ſpen=
deten. Der Kompoſition iſt alles eher nachzurühmen, als
Einheitlichkeit des Stils und der Stimmung; es iſt
viel=
mehr eine Miſchung von zwei Stilen, dem alten
Orato=
rienſtil und dem modernſten Stil Regers. Die
Kompli=
ziertheiten der kontrapunktiſchen Kunſt wird man an der
Hand der Partitur ſtudieren können und nach Gebühr
gewiß zu würdigen wiſſen, aber von „Schönheiten” in
allgemein gültigem Sinne kann man nicht ſprechen. Auf
ſie verzichten ja auch die modernen Techniker.
Auf das Chorwerk folgten noch vier Lieder am
Klavier für Sopran, von denen bezeichnenderweiſe die
der alten Liedform am meiſten ſich nähernden und am
wenigſten Regerſche Eigenart zeigenden Liedchen „Mit
Roſen beſtreut” und „Sag’ es nicht” am meiſten
anſpra=
chen. Das erſte, ſehr ſchwierige Werk wurde von der
Hofkapelle und dem Muſikvereinschor, die Lieder von
Frau Cahnbley=Hinken mit vollendeter
Sauber=
keit des Vortrags und feinem muſikaliſchen Empfinden
geſungen und von Herrn Hofrat de Haan am Klavier
mit bekannter Meiſterſchaft begleitet.
Den Beſchluß des Programms bildete Händels
Alexanderfeſt für Soli, Chor und Orcheſter, das von
vor=
wiegend muſikgeſchichtlichem Intereſſe iſt,
nichtsdeſto=
weniger aber auch heute noch unſere Bewunderung
er=
regt. Beim Anhören des mit grandioſer Einheitlichkeit
und ſtrenger Konſequenz in der Durchführung des
künſt=
leriſchen Prinzips aufgebauten Werkes empfindet man
ein gewiſſes inneres Behagen und wird ſich bewußt,
zu=
mal wenn man vorher ein Regerſches Werk gehört hat,
„wie wirs dann zuletzt ſo herrlich weit gebracht”
Um die Aufführung des Oratoriums, von dem
ein=
zelne Nummern wiederholt mit Beifall aufgenommen
wurden, machten ſich außer der Hofkapelle und dem Chor,
die ſehr tüchtige Leiſtungen boten, von den Soliſten
Frau Cahnbley=Hinken und Herr Willy
Fen=
ten aus Mannheim, der über eine prachtvolle markige
Baßſtimme ggebietet, beſonders verdient, während der
Kräger der Tenorpartie, Herr Georg Baldszun aus
Kaſſel, Geſchmeidiakeit des Tones und Ruhe der
Tongeb=
ung öfters vermiſſen ließ. Herr Hofrat de Haan leitete
die Aufführung beider Werke mit ganzer Hingabe und
Energie und einer jugendlich zu nennenden Begeiſterung.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
ſich anſchließende Tänzchen hielt die Mitglieder noch
lange in angenehmſter Weiſe beiſammen.
— Die freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft hat
ihren für den 12. d. M. in Ausſicht genommenen Tieck=
Brahms=Abend (Liederzyklus: Die ſchöne Magelone)
wegen Erkrankung des Mannheimer Hofopernſängers,
Herrn Jung, auf Donnerstag, den 19. d. M., und den
urſprünglich für den 11. Januar feſtgeſetzten
Vortrags=
abend über „Shaleſpeares große Verbrecher” wegen
Ver=
hinderung des Herrn Staatsanwalts Dr. Wülffen
auf Freitag, den 17. Januar 1913, verſchieben müſſen.
Der Gemeindegeſangverein der evangeriſchen
Stadtgemeinde Darmſtadt gibt nächſten Sonntag,
den 15. Dezember, nachmittags von 5—6¾ Uhr, in der
Stadtkapelle ein Kirchenkonzert. Zur
Auf=
führung kommt „Die heilige Nacht” von Karl
Seiffert, volkstümliche Weihnachtskantate für gemiſchten
Chor, Bartton= und Sopran=Solo mit Begleitung von
Orgel, Klavier und Solo=Violine. Der Erlös iſt in
erſter Linie für die Zwecke des Kindergottesdienſtes der
Stadtkapelle beſtimmt.
Der Verein Züchter edler Kanarien hält
kommenden Sonntag, den 15., und Montag, den 16.
De=
zember, ſeine 14. große Kanarien=Ausſtellung
mit Verloſung im Mathildenhöhſaal, Dieburgerſtraße 26,
ab. Die erſten zur Verloſung kommenden Preiſe ſind
in dem Schaufenſter der Firma Retiberg und Kling,
Ecke Schul= und Schützenſtraße, ausgeſtellt. Zur
Ver=
loſung gelangen nur erſtklaſſige mit Fußringen verſehene
Hähne, weiche ausſchließlich von Züchtern obigen
Ver=
eins gezogen worden ſind, ſo daß eine Lieferung von
Weibchen vollſtändig ausgeſchloſſen iſt. Auf der
Aus=
ſtellung iſt jedermann Gelegenheit geboten, unter der
Kontrolle des Vereins einen wirklich preiswerten Sänger
zu erwerben.
* Die Städtiſchen Fleiſch=Verkaufsſtellen in der
Kiesſtraße und im Schlachthof ſind wieder eröffnet.
Prima Holländiſches Rindfleiſch koſtet, alle Teile, 82 Pfg.
— Die Einziehung der Zeitungsgelder durch die
Briefträger erfolgt in der Zeit vom 15. bis einſchl. 25.
des letzten Monats im Vierteljahr koſtenlos. Die
Brief=
träger uſw. ſind zur vollgültigen Quittungsleiſtung über
die erhobenen Zeitungsgelder berechtigt. Die Vorteile,
die die Einrichtung für das Publikum bietet, ſpringen in
die Augen, wenn man berückſichtigt, daß der regelmäßige
Fortbezug der Zeitungen geſichert, der Gang zur Poſt und
das Warten an den Schaltern, die am Vierteljahrsſchluß
beſonders ſtark in Anſpruch genommen ſind, erſpart wird.
Horel Heß. Herr Ropeimeiſter Drre Har fur
Mittwoch nachmittag ein ganz beſonders gewähltes
Programm zuſammengeſtellt. Unter anderem gelangen
zu Gehör: das „Largo” von Händel, „Meditation” von
Bach, „Träumerei” von Schumann und „Rigoletto”
von Verdi. Die Kaffee=Konzerte finden täglich in den
Parterre=Räumen des Hotels ſtatt, woſelbſt ein
reich=
haltiges Konditorei=Bükett aufgeſtellt iſt.
* Der I. Darmſtädter Kino bringt ab heute 3 Tage
den großen Senſationsſchlager, das ſoziale
Großſtadt=
drama: „Glühende Liebe, lodernder Haß” mit der größten
Tragödin Dänemarks, Aſta Nielſen, in der Hauptrolle.
Aufgenommen in der königl. Porzellanmanufaktur
Kopen=
hagen, iſt dieſer Film einer der inhaltreichſten der
Letzt=
zeit. Auch der große Schlager Britannicus iſt
erwäh=
nenswert. (S. Anz.)
-g. Arheilgen, 10. Dez. Eine hieſige Gaſtwirts=
Ehe=
ffrau machte heute mittag ihrem Leben durch
Aufſchnei=
den der Pulsadern ein Ende. Der Tod trat ſofort
ein. Der Beweggrund zu der Tat iſt noch unbekannt.
— Pfungſtadt, 10. Dez. Der in Nr. 290 des Tagbl.
gebrachte Bericht betr. Brandunglück bedarf inſofern
der Berichtigung, als derſelbe leicht zu der
mißverſtänd=
lichen Auffaſſung führen kann, daß die Feuerwehr nicht
zeitig genug mit den Löſcharbeiten begonnen hätte. Um
dieſem Irrtum zu begegnen, ſei nachgetragen, daß die
Feuerwehr alsbald mit den Löſchgeräten zur Stelle war.
Die Feuerwehrleute mußten erſt die angefrorenen
Hydran=
tendeckel auftauen, ehe ſie die Schläuche anlegen
konn=
iten. Trotz energiſchen Einſchreitens war es jedoch nicht
zmöglich, das Maſchinenhaus und die angrenzenden
Bau=
iten zu retten.
HB. Groß=Gerau, 10. Dez. Der Forſtwart Scherer
von der Oberförſterei Mönchbruch bei Groß=Gerau hatte
am Samstag einen dienſtlichen Gang nach Rüſſelsheim
jund fuhr mit dem Rade dorthin. Er iſt bis jetzt noch
nicht zurückgekehrt und alle Nachforſchungen nach
ihm waren bisher erfolglos, ſo auch ein Durchſuchen des
Waldes. Ueber ſeinen Verbleib fehlt jeder Anhaltspunkt.
— Bürſtadt, 9. Dez. Die hieſige evangeliſche
Gemeinde feierte am geſtrigen Sonntage die
Ein=
weihung ihres Betſaales. Herr Amtsrichter Dr. Fiſcher
iſchenkte der evangeliſchen Gemeinde ein Harmonium für
den Betſaal. Die Weihehandlung wurde von Herrn
Prä=
lat D. Dr. Flöring vorgenommen, während Herr Pfarrer
Stok aus Hofheim die Feſtpredigt hielt. Ein Kinderchor
von Hofheim und der Poſaunenchor aus Lampertheim
wirkten bei der Feier mit.
Kirſchhauſen, 10. Dez. Am Sonntag abend entſtand
hier eine Schlägerei, bei welcher auch das Meſſer
eine verhängnisvolle Rolle ſpielte. Der Steinarbeiter
Johann Lulay, welcher bei der Sache nicht direkt
betei=
ligt war, wurde durch Meſſerſtiche
lebensge-
fährlich verletzt, ſo daß ſeine ſofortige
Ueberfüh=
rung nach dem Akademiſchen Krankenhaus in Heidelberg
nötig war.
Jügesheim, 10. Dez. Zum ſiebenten Male innerhalb von
zwei Jahren wurde geſtern hier die
Bürgermeiſter=
wahl unter zahlreicher Beteiligung vorgenommen. Der
Zentrumskandidat Winter vereinigte 223 Stimmen auf
ſich, während der von der Sozialdemokratie unterſtützte
Kandidat der Fortſchrittler, Bruder nur 220 erreichte.
Eine Stimme war ungültig, und außerdem ein leerer
Zet=
tel abgegeben worden. Winter iſt ſomit gewählt, die
Ge=
genpartei will jedoch wiederum Proteſt einlegen. — Die
innerhalb zweier Jahre ſiebenmal kaſſierte Wahl eines
Bürgermeiſters hat die Gemüter derart erhitzt, daß man
anſcheinend ſogar nicht mehr vor Brandſtiftungen
zurückſchreckt. Nachdem bereits vor wenigen Wochen
Wirtſchaftsgebäude der Brandſtiftung zum Opfer fielen,
brannte geſtern abend das Gehöft des Landwirts A.
Grimm nieder. Zweifellos liegt auch hier Brandſtiftung
vor.
Mainz, 10. Dez. Einen guten finanziellen
Abſchluß ſcheint die Elektriſche Ausſtellung
zu finden. Der Mainzer Verkehrsverein und der Mainzer
Gaſtwirteverein hatten ſeinerzeit namhafte Beträge zu den
Vorarbeiten geſtiftet. Dem Entgegenkommen dieſer
bei=
den verkehrsfördernden Vereine iſt es zum großen Teil
zu danken, wenn die Elektriſche Ausſtellung, die auf die
wirtſchaftlichen Verhältniſſe von Mainz ſo günſtig
ein=
gewirkt hat, zuſtande gebracht wurde. Nachdem nunmehr
ein gutes finanzielles Ergebnis zu erwarten ſteht, hat ſich
die Ausſtellungsleitung veranlaßt geſehen, den erwähnten
Vereinen die geſtifteten Beträge unter Worten des
Dankes wieder zurückzugeben.
— Miainz, 10. Dez. Wegen Körperverletzung mit
töd=
lichem Erfolge, begangen an dem Bierverleger Franz J.
Koch aus Alzey wurde der 19jährige vorbeſtrafte
Tag=
löhner Georg Metzler aus Blödesheim zu vier Jahren
und der 17jährige Dienſtknecht Heinrich Dietz aus
dem=
ſelben Orte zu ſechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die
Verhandlung dauerte bis halb 1 Uhr nachts. — Die
An=
geklagten hatten am 4. November auf dem Wege zwiſchen
Hangen=Weisheim und Eppelsheim den Bierverleger
Franz Koch derart mit Schirm und Stock mißhandelt, daß
hierdurch der Tod des Verletzten eintrat. Aus der
Zeu=
genvernehmung iſt zu erwähnen, daß der verletzte Koch
vormittags um 6 Uhr vom Gemeindediener aus Hangen=
Weisheim aufgefunden wurde. Der Gemeindediener ließ
den Verletzten liegen und meldete den Vorfall der
Bür=
germeiſterei in Hangen=Weisheim. Der Bürgermeiſter
verwies ihn nach Eppelsheim, und erſt nach drei Stunden
wurde der Unglückliche vom Tatort abgeholt. Nach dem
Gutachten der Sachverſtändigen iſt die Todesurſache auf
Herzſchwäche in Verbindung mit Lungenentzündung und
in urſächlichem Zuſammenhange mit der ſchweren
Schä=
delverletzung zurückzuführen. In Betracht komme noch
das lange Liegen des Schwerverletzten im Freien. Wenn
dem Koch rechtzeitig Hilfe gebracht worden wäre, dann
hätte die Gehirnverletzung zur Ausheilung kommen
kön=
nen, die linke Körperſeite des Koch wäre aber gelähmt
geblieben. — Die Wehre des kanaliſierten Mains
wurden heute infolge Eisgefahr niedergelegt. Hiermit
iſt die Schiffahrt auf dem Main eingeſtellt.
Mainz, 11. Dez. Die Einäſcherung der Leiche
der Prinzeſſin Soutzo, die im Alter von 35 Jahren
in Bonn verſtarb, fand geſtern im hieſigen Krematorium
ſtatt. Die Leiche kam von Wiesbaden, wo die Einſegnung
in der ruſſiſch=griechiſchen Kapelle vorgenommen wurde,
hierher. Anweſend waren: Fürſt und Fürſtin Wied, Frau
Kadargi, Fräulein v. Soutzo. Die Königin von
Rumä=
nien hatte einen Kranz überſandt. Die Halle des
Krema=
toriums machte einen würdigen Eindruck, da ſie bei
die=
ſer Einäſcherung zum erſtenmal in elektriſchem Licht
er=
ſtrahlte. — Am Sonntag fand hier eine von etwa 500
Eiſenbahnarbeitern beſuchte
Verſamm-
lung ſtatt, in der über die Verhältniſſe der Eiſenbahner
gegenüber der beſtehenden Teuerung Stellung genommen
wurde. Die Mehrzahl der Werkſtättenarbeiter ſprach ſich
für Abſchaffung der Akkord= und Bezahlung
von Tagelöhnen aus, die ſtaffelweiſe geregelt
wer=
den ſollen. Zahlreiche Beſchwerden, die aus den
Arbeiter=
kreiſen vorgebracht wurden, ſind der Verwaltung
vorge=
tragen worden, die auch in weitgehendſtem Maße Abhilfe
zuſagte. — Der 45jährige Kaufmann und Wirt Joh.
Karl Lorenz Ott und deſſen Frau Marie von hier
ſtan=
den geſtern vor der Strafkammer unter der Anklage, der
Stadt Mainz in den Jahren 1910 bis 1912 für
meh=
rere hundert Mark Gas geſtohlen zu haben.
Die Angeklagten haben ein Haus auf dem Kaiſer=
Wil=
helm=Ring; im Keller hatten ſie Ställe für Schweinezucht
eingerichtet und auch einen Keſſel eingebaut. Um den
Keſſel, in welchem ſie Schweinefutter kochten, billig zu
heizen, bohrten ſie in das Gasleitungsrohr ein Loch und
legten einen Schlauch an. Ort wurde zu 4 Monaten und
ſeine Frau zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt.
— Worms, 10. Dez. (Amtliche Meldung.)
Heute vormittag 6 Uhr 38 Minuten fuhr der
Perſonen=
zug Nr. 1812 von Monsheim bei der Einfahrt in den
Bahnhof Worms kurz vor Bahnſteig II auf eine auf dem
Einfahrtsgleis 3 haltende Rangier abteilung. Der
Heizer des Zuges iſt anſcheinend ſchwer, zehn Reiſende
ſind leicht verletzt. Der Materialſchaden iſt nicht
unerheblich. Drei Wagen ſind entgleiſt. Der Betrieb iſt
nicht geſtört. Die Urſache iſt vorzeitige Signalſtellung. —
Bei dem Eiſenbahnunglück ſind, wie der Wormſer Ztg. wird, im ganzen etwa 20 Perſonen, jedoch alle
unbedeutend, verletzt worden. Der Materialſchaden iſt
groß. Die Urſache des Zuſammenſtoßes iſt endgültig noch
nicht feſtgeſtellt, doch ſoll ſie darauf zurückzuführen ſein,
daß das Einfahrtsſignal zu früh gegeben wurde.
Bingen, 10. Dez. Ein 10jähriges Mädchen iſt
beim Ausführen eines Taſchendiebſtahls von einem
Schutzmann gefaßt worden. Vor dem Schaufenſter eines
hieſigen Geſchäftshauſes waren in der letzten Zeit
Ta=
ſchendiebſtähle vorgekommen. Bei eingehender
Beobacht=
ung der Fenſter dieſer Firma konnte dann die Täterin
gefaßt werden.
Flonheim, 10. Dez. Der 28jährige Eiſenbahnſchaffner
Bubach aus Ober=Ingelheim geriet auf der hieſigen
Station zwiſchen die Puffer zweier Wagen
und erlitt eine ſchwere Bruſtquetſchung. Der Verletzte
wurde ins Rochushoſpital nach Mainz gebracht.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. Dez. Juſtizrat Dr. Erich
Sello iſt heute nacht geſtorben. Er iſt 60 Jahre al
geworden. Sellos Name iſt mit einer großen Reihel
von aufſehenerregenden Kriminalprozeſſen verknüpft
Aus der letzten Periode ſeiner Tätigkeit ſind beſondersen
wähnenswert der Sternbergprozeß und ſpäter die zweil
Auflage des Moltke=Hardenprozeſſes. Als muſtergültig
pflegte man ſeine Plädoyers im alten Schwurgerichtsſag
des Moabiter Juſtizpalaſtes zu bezeichnen. Von große
Bedeutung ſind Sellos Forſchungen auf dem Gebiete der
Strafjuſtizirrtümer. Nach Holtzendorff hat Sello das
Ver=
dienſt, in umfaſſender Weiſe dieſer Frage nachgegangen
zu ſein und ein gewaltiges Material vorgeführt zu haben,
das aus allen Ländern des Kontinents ſtammt. Seine
wenigen Mußeſtunden benutzte der große Verteidiger
da=
zu, um vom Jus zur Lyrik überzugehen. Seine letzten
poetiſchen Früchte legte er vor noch nicht drei Jahren
in=
einer Sammlung von Gedichten nieder, die mit allem
Reiz=
der Phantaſie, mit aller Innigkeit der Empfindung
aus=
geſtattet ſind. — Zu den Anſchlägen auf Militärs
poſten wird weiter gemeldet: Die Wache an der
Mu=
nitionsanſtalt in der Jungfernheide iſt von dem zweiten
Bataillon des Eliſabeth=Regiments um zwei Feldwebeh
drei Unteroffiziere und 52 Mann verſtärkt worden.
Der Bankräuber Bruning hat nach weiteren Ermittels
ungen auf die Ländereien, die er in Kanada erwarb,
be=
reits 30000 Mark angezahlt. Dieſe Werte ſind alſo
zu=
gunſten der betroffenen Bank auch noch vorhanden und
kommen zu dem Betrage von 117000 Mack noch hinzu.
Stuttgart, 10. Dez. Heute nacht ½2 Uhr brach in dem=
Eisſchuppen der Tivoli=Brauerei, in dem zirka
Wagen Eis untergebracht waren, Feuer aus. In kurzen
Zeit ſtand der Schuppen in hellen Flammen und die
bei=
den Hauptfeuerwachen hatten mit zwei Dampfſpritzen
über zwei Stunden vollauf zu tun, um den Brand auf
ſeinen Herd zu beſchränken. Die Löſcharbeiten geſtalteten
ſich recht ſchwierig, da bei der großen Kälte die Waſſers
maſſen raſch gefroren. Die Entſtehungsurſache des
Bran=
des iſt noch nicht bekannt. Der Schaden iſt beträchtlich
Am 12. Mai 1909 war in dem Schuppen ſchon einmal ein
Brand ausgebrochen, dem das Gebäude damals nahez
vollſtändig zum Opfer gefallen war.
Köln, 10. Dez. Von den Juſtizbehörden Kölns wurde
vor einiger Zeit feſtgeſtellt, daß eine Anzahl von Refes
rendaren ihre ſchriftlichen Arbeiten von einem Rechtss
anwalt in Saarbrücken gegen Bezahlung anfertigen
ließen. In die Angelegenheit war auch ein Kölner
Feuilleton.
Ballett.
Von A. Schrimpff.
Es verdient dankbare Anerkennung, daß die viel
ge=
ſchmähte Kunſtgattung des Balletts wieder einmal in den
Kreis kritiſcher Betrachtung gezogen werden ſoll. Ob
da=
mit aber über die künſtleriſche Bedeutung des Balletts
Klarheit geſchaffen wird, iſt mehr als zweifelhaft, es
dürfte vielleicht aber noch mehr zum Ausdruck kommen,
wie verſchieden eine Kunſt beurteilt wird in dem Maße,
wie dieſe Kunſt ſelbſt mit dem Ausdruck der dec Muſik
ſeigenen gebundenen oder ungebundenen Rhythmen
wech=
ſelt. Es gehört aber mehr als ein intereſſiertes Auge zum
vollen Verſtändnis dieſer Kunſtgattung. Wir können ſic
die Blüte der Tanzkunſt nennen, zu derem Gedeihen ein
jjahrelanges Studium der Entwickelung vom früheſten
Wachstum bis zur vollen Reife unentbehrlich iſt.
In erſter Linie iſt es die Aufgabe der neuen
Beſtreb=
ungen der Tanzkunſt, ihrer handwerksmäßigen Ausübung
entgegenzuwirken. Es iſt erſtaunlich, mit welch geringem
SStudienmaterial gearbeitet wird. Ein Blick in die
Ballett=
ſchule überzeugt uns in den meiſten Fällen davon, wie
wenig geiſtiges Rüſtzeug vorhanden iſt. Die Anſprüche,
welche man im allgemeinen an das Ballett ſtellt, ſind
der=
art, daß wir mit der überlieferten pedantiſchen
Schritt=
macherei vollſtändig genug haben. Es leuchtet ein, daß
eine ſolche Blasphemie der Kunſt nicht angängig ſein darf.
Auf der Bühne ſoll der Tanz ſich uns als eine Kunſtform
zeigen, die in Ausdrucksfähigkeit der Bewegung, wie in
der Muſik vollkommene Harmonie ſchafft. Die Schönheit
dieſer Kunſtgattung wetteifert mit der Klangſchönheit
guter Muſik und iſt ihr Gebiet ebenſo unbeſchränlt, wie
das der Muſik. Ihre Ausdrucksmittel ſind ſo mannigfach,
wie wir den Schönheiten der Natur tauſendfach begegnen
uund immer wieder ſchafft uns unſere Phantaſie neue
Ge=
ſſtaltungsformen. Wir bewundern den Tanz in ſeinen
Leuſendfältigen Geſtaltungen, ohne uns der Mittel ſeiner
Ausbildung und Entſtehung bewußt zu werden. Wenn
nur das Geſchaute den Eindruck des Schönen und
Er=
habenen in uns erweckt, ſind wir entzückt und fragen
nicht nach dem Woher! Was nützt uns aber die ſchönſte
Ballettkompoſition eines genialen Meiſters, wenn es an
dem gut geſchulten Ballettperſonal mangelt? Letzterem
ſoll der Tanz zunächſt als Bildner und Erzieher des
Kör=
pers dienen. Schönheit und Grazie bilden die Ideale
der Tanzkunſt. Das Studium der Tanzkunſt ſoll die
Mög=
lichkeit geben, die Ausdrucksmittel, der wir zur Ausübung
der Kunſt bedürfen, beherrſchen zu lernen. Wir erblicken
nun in der rhythmiſchen Bewegung einen Ausdruck des
inneren Empfindens, alſo eine ſtumme Sprache, welche
ebenſo wie die Lautſprache einer rationellen Bildung
fähig und würdig iſt. Die Kunſt der motivierten Form
chythmiſcher Bewegung ſoll, wie die Muſik, einen
mög=
lichſt vollkommenen Grad von Harmonie erreichen. In
dieſer Grazie zeigt ſich der vollkommen richtige und
an=
gemeſſene Ausdruck jedes Willensaktes durch die ihn
aus=
drückende Stellung und Bewegung, was ohne einen
ge=
wiſſen Grad körperlicher Schönheit nicht denkbar iſt. So
ſchaffte der geniale Grieche den Urtypus der menſchlichen
Geſtalt, der noch heute als Kanon der Schule, der
Skulp=
tur und neuerdings der bildenden Tanzkunſt ſich Geltung
verſchafft hat. Wichtig für das Studium des Balletts iſt
alſo die Methodik der rhytymiſchharmoniſchen
Beweg=
ung und ihrer plaſtiſchen Geſtaltungskraft. Nicht ohne
weſentlichen Einfluß auf den Ausdruck dieſer Bewegungen
iſt der menſchliche Charakter. Derſelbe prägt ſich durch
ein beſtimmtes Motiv aus und dieſes Motiv ſpiegelt ſich
in den Bewegungen wider und ſo iſt es klar, daß
Phy=
ſiognomie, Affekt und Leidenſchaft, jede graziöſe Stellung
und Bewegung dem Charakter einer Perſon angemeſſen
iſt, was im pantomimiſchen Ballett von weſentlicher
Be=
deutung iſt.
Im Weſentlichen iſt es alſo die Aufgabe der
Ballett=
ſchule des Theaters, die Ausdrucksmittel des Tanzes zu
ſtudieren und feſtzuſtellen, nach welchen Geſetzen wir die
rhythmiſchen Bewegungen ausüben können.
Als ich einmal einer Theatervorſtellung
im Sperrſitz beiwohnte.
Kaum hatte ich aus der Theater=Voranzeige erſehen,
daß „Mignon” mit Fräulein Geyersbach in der Titelrolle,
zur Aufführung gelangen würde, ſo ſtand es bei mir feſt,
daß dieſer Abend ſich zu einer Feſtvorſtellung für mich
zu geſtalten habe. Erſtes Erfordernis war die
Beſchaf=
fung eines guten Platzes im Sperrſitz. Die Gegend, in
der man mich ſonſt, meinen beſcheidenen Mitteln gemäß,
unterbringt, erfordert, um mehr als ein Drittel der Bühne
zu ſehen, turneriſche Uebungen, die mir ſonſt nicht
be=
ſchwerlich fallen, die ich mir aber diesmal ſparen wollte
Den ganzen Sonntag verbrachte ich in gehobener
Stimmung, wie wollte ich alle Sorgen und Mühen des
Alltags vergeſſen bei dem Genuß dieſes Kunſtwerkes.
Rechtzeitig fand ich mich auf meinem Platz in der Abſicht
ein, den an dieſem Tag in neuer Form ausgegebenen
Theateranzeiger zu leſen. Das gelang mir aber nur
zum Teil, denn ich mußte die über meinen Kopf
hinweg=
gepflogenen Verhandlungen über das Schickſal irgend
eines Vetters, der das Mißfallen ſeiner Familie durch
eine nicht genehme Heirat hervorgerufen hat, mitanhören
Ein anderes Paar in meiner Nähe verhandelte über eint
auf dem Deutſchen Abend getragenes Kleid. Aber auch
vom Theater wurde geſprochen, ob die „Fünf
Frankfur=
ter” am Mittwoch oder Donnerstag gegeben würden und
welchem Buchſtaben ſie zufielen. Trotzdem die Streiten
den die Theaterzettel in der Hand hielten, war die
An=
gelegenheit bis zum Beginn der Ouvertüre nicht erledigt=
Ein Herr ſtellte feſt, daß er ſich darauf freue. Fräulein
Geyersbach als „Mignon” zu hören und zu ſehen. De
auch ich von dieſer Freude erfüllt war, war mir der Her?
ſehr ſympathiſch. Unmittelbar vor Beginn der Vor
ſtellung fiel ich unangenehm auf. Ich hatte nämlich
ge=
glaubt, es wäre geſtattet, ſich ſchon vor Beginn des
Vor=
ſpiels zu ſetzen, wurde jedoch von einem Pärchen, das
allerdings ſchon vor einer Viertelſtunde in der Garderobu
in eifrigem Geſpräch alles um ſich vergeſſen hatte, eines
anderen belehrt. Der junge Krieger ſtieß ſein Schwer
auf die Erde, zum Zeichen, daß ich, der das Kommen
Nummer 292
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
Seite 5.
Rechtsanwalt verwickelt, der einige Referendare an ſeinen
Saarbrücker Kollegen verwies. Das Kölner
Schöffen=
gericht verurteilte den Kölner Rechtsanwalt zu 1500 Mark
Geldſtrafe. Bei dem Saarbrücker Rechtsanwalt wurde
eine Liſte vorgefunden, die die Namen der Referendare
enthielt, die ſich ihre Arbeiten hatten anfertigen laſſen.
Die Folge davon war die Kaſſierung einer Anzahl von
Aſſeſſoren und Referendaren.
Rehau in Bayern, 10. Dez. Geſtern abend entſtand
wahrſcheinlich durch Heißlaufen eines Lagers in der von
Arnimſchen Holzwollfabrik ein (azes
Schadenfeuer, dem mit Ausnahme des
Maſchinen=
hauſes die geſamten umfangreichen Fabrikgebäude nebſt
der Schneidemühle zum Opfer fielen. Nur mit Wühe
ge=
lang es der Feuerwehr, die benachbarten Grundſtücke zu
retten. Der Schaden wird auf eine Million Mark
ge=
ſchätzt. Hundertfünfzig Arbeiter ſind brotlos.
Wolfenbüttel, 10. Dez. Bei einer Abteilung des
Niederſächſiſchen Feldartillerie=Regiments Nr. 46 ſind in
den letzten Tagen ſieben Erkrankungen an
Diph=
theritis vorgekommen. Ein Fall verlief tödlich.
Um der weiteren Ausbreitung der Krankheit vorzubeugen,
ſind alle notwendigen Maßregeln getroffen worden.
Hamburg, 9. Dez. Der Ewer „Emma” mit Eiſen
nach Rendsburg unterwegs, iſt auf der Unterelbe gegen
eine bei der geſunkenen „Vandalia” errichteten
Pfahl=
gruppe gerannt und geſunken. Der Schiffer
Mecklen=
burg wurde von einem vorüberfahrenden Dampfer
ge=
rettet. Die Frau des Schiffers und ein Steuermann ſind
ertrunken.
Hamburg, 10. Dez. Von der ſtaatlichen
Fiſcherei=
direktion wird mitgeteilt: Einige hieſige und auswärtige
Zeitungen brachten die Nachricht, daß Mitglieder einer
Familie nach dem Genuß von Sprotten veraiftet
ſſeien. Ein urſächlicher Zuſammenhang zwiſchen dem
Ge=
uß der Sprotten und der Vergiftung beſteht aber nach
dem bisherigen Ergebnis der Unterſuchung nicht.
So=
weit die bisherigen Unterſuchungsarbeiten ergeben haben,
hat ſich nicht die geringſte Spur finden laſſen, daß der
Sprottengenuß die Urſache der Vergiftung iſt.
Kiel, 10. Dez. Das Torpedoboot „D 7” ſtieß geſtern
mit „§ 64” auf der Kieler Föhrde zuſammen. „D 7"
wurde unbedeutend beſchädigt. Einige Mann der
Beſatz=
ung ſind ganz unbedeutend verbrüht worden. Sie
konn=
ten heute nach Anlegung von Notverbänden aus dem
Lazarett entlaſſen werden.
Perleberg, 10. Dez. Ein weiteres Opfer der
Berliner Rennbahn iſt in der Perſon eines
Büro=
vorſtehers in Haft genommen worden. Er ſoll
insbe=
ſondere Landleute der Umgegend um viele Tauſende
ge=
ſchädiat haben. Man ſpricht von nahezu 100000 Mark.
Kriſtiania, 10. Dez. Der deutſche Dampfer
„Colona”, welcher Erz an Bord führte, ſtieß geſtern
in der Nähe von Aaleſund mit dem Dampfer String”
zuſammen. Die „Colona” wurde ſchwer beſchädigt an
Land geſetzt.
Koſtroma, 9. Dez. In einem dichtbewohnten
drei=
ſtöckigen Hauſe des Arbeiterviertels brach heute
nacht ein Brand aus. Ein Arbeiter und ſein Mädchen
kamen in den Flammen um. Von den übrigen
Bewoh=
uern des Hauſes, die ſich durch die Fenſter retteten,
er=
litten viele ſchwere Brandwunden.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 10. Dez. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet um 1 Uhr 4 Minuten die Sitzung und teilt mit, daß
der Abg. Halem (Reichspt.) ſein Mandat niederge=
Legt hat. — Erſter Punkt der Tagesordnung ſind
kurze Anfragen.
Die Abgg. Schiffer=Magdeburg und Dr. van
Calker (natl.) fragen an, ob vor der allgemeinen Re=
Form des Strafrechts geſetzgeberiſche Maßnahmen
herbei=
geführt werden ſollen, um einen wirklichen Schutz gegen
Verbrecher zu gewähren, die wegen Geiſteskrankheit
laußer Verfolgung bleiben oder freigeſprochen worden
ſind.
Staatsſekretär Dr. Lisco: Eine genaue Regelung
dieſer Frage wird in der Novelle zur Straſprozeßordnung
und zum Strafvollzug erfolgen. Da es ſich um eine
grundſätzliche und einſchneidende Neuerung des geltenden
Strafrechts handelt, ſo iſt nicht beabſichtigt, die
beſtehen=
den ſtrafrechtlichen Beſtimmungen wegen Unterbringung
gemeingefährlicher Geiſteskranker noch vor der
allgemei=
nen Reviſion des Strafrechts zu ergänzen.
Abg. Fehrenbach (Zentr.) fragt wegen des
Ver=
botes zweier Jeſuitenverſammlungen in Freiburg im
Breisgau, was der Reichskanzler zu tun gedenke, um die
beſtehende Praxis des Jeſuitengeſetzes aufrechtzuerhalten.
Staatsſekretär Dr. Lisco: Dem Reichskanzler iſt
der Vorgang nur aus, der Tagespreſſe bekannt. Zur
Beurteilung des Falles bedarf es des genauen
Sachver=
halts. (Zuruf im Zentrum: Gibt es keinen Telegraphen!)
Die badiſche Regierung iſt gebeten worden, den
Tatbe=
ſtand feſtzuſtellen. (Fehrenbach zur Ergänzung:
Inzwi=
ſchen iſt, wie es ſcheint, vom badiſchen Miniſterium des
Innern eine Verſammlung, die für morgen nach
Pforz=
heim einberufen worden iſt und wo auch ein Jeſuit
ſpre=
chen wollte, verboten worden.
Präſident Dr. Kaempf: Das iſt keine Ergänzung,
ſondern eine neue Anfrage. (Widerſpruch und anhaltende
Unruhe im Zentrum.) — Abg. Fehrenbach: Nein,
das iſt eine Ergänzung, aber ich muß mich fügen. (
Fort=
geſetzte Zwiſchenrufe und große Unruhe.)
Es folgt eine Interpellation der Freiſinnigen betr.
die Koalitionsfreiheit der in ſtelatlichen Betrieben
beſchäftigten Arbeiter.
Zur Begründung der Interpellation erhält Abg. Dr.
Müller=Meiningen das Wort: Speziell typiſche Fälle
in Sachen der Koalitionsverweigerung ſind vorgekommen
bei dem deutſchen Militärarbeiterverband. Es handelt
ſich bei der Stellungnahme gegen dieſen Verband vor
allem um eine Stellungnahme für die konſervativen
Wahlvereine. Der Militärarbeiterverband hat niemals
gegen die Arbeiterausſchüſſe Stellung genommen. Im
Gegenteil hat er immer daran feſtgehalten, daß die
Arbei=
terausſchüſſe nicht bloße Dekorationen ſeien, ſondern ein
wirkſames Bindeglied zwiſchen Unternehmern und
Ar=
beitern. Das Statut des Militärarbeiterverbandes hat
nicht das geringſte revolutionäre Beſtreben. Ein
ein=
ſchränkender Erlaß des Kriegsminiſters iſt als direktes
Verbot des Verbandes angeſehen worden. Dagegen
dür=
fen die konſervativen Wahlvereine, ſo in den
Militärwerk=
ſtätten in Spandau, ungehindert ihre Tätigkeit entfalten.
(Zuruf bei den Freiſinnigen: Das iſt auch etwas
an=
deres!) Der Militärarbeiterverband bekämpft
insbeſon=
dere Achtungsverletzungen gegenüber den Vorgeſetzten
und ſtrebt den Ausbau der Arbeiterausſchüſſe an. In
mindeſtens zwölf Städten iſt in ſolcher Weiſe mit dem
Erlaß des Kriegsminiſters umgeſprungen worden. Der
Erlaß des Kriegsminiſters iſt ein Hohn auf jeden
natio=
nalen Gedanken. Das Beſchwerderecht iſt völlig wertlos.
Auf dieſe Weiſe wird auch der letzte Militärarbeiter der
Sozialdemokratie in die Arme getrieben. Dieſe Angriffe
auf das Koalitionsrecht müſſen wir entſchieden
zurück=
weiſen. Wir müſſen fordern, daß dafür geſorgt wird, daß
der kriegsminiſterielle Erlaß nicht weiter als Verbot
an=
geſehen wird und daß gegen die Fälle eines ſolchen
rechtswidrigen Verfahrens eingeſchritten werde und daß
man in Zukunft den in dieſen Organiſationen vertretenen
Arbeitern mehr Vertrauen ſchenkt. Aehnliche Verhältniſſe
gibt es unter den Forſtarbeitern, den Schutzleuten, ja auch
unter den Polizeioffizieren und beſonders unter den
Feuerwehrleuten. Disziplin iſt gewiß nötig, aber ein
Drill iſt zu vermeiden. Darin liegt der Fehler in der
Be=
handlung der Feuerwehrleute, beſonders in Dresden.
Wenn wir ſeinerzeit gewußt hätten, daß das Vereinsrecht
in dieſer Weiſe ſeitens der Behörden verletzt werden
würde, dann hätten wir weitere Kautelen in das Geſetz
hineingebracht. Je mehr die Verantwortung des
Beam=
tentums wächſt, um ſo mehr ſollten ſich die Behörden
hüten, in die ſtaatsbürgerlichen Rechte der Beamten unter
dem Deckmantel der Phraſe „im dienſtlichen Intereſſe‟
einzugreifen. Die in Frage kommende Arbeiterſchaft
ver=
zichtet freiwillig auf das Streikrecht. Bei den
Eiſenbahn=
arbeitern liegen beſondere Verhältniſſe vor; ſie
unter=
liegen nicht der Gewerbeordnung, und auch gemeinſame
Kündigung iſt nicht zuläſſig. Wir erkennen dieſes Verbot
des Streikrechts durchaus an, müſſen aber von einer
klu=
gen Verwaltung erwarten, daß ſie es fertig bringt, die
Arbeiter durch ein zweckentſprechendes Maß von
Selbſt=
verwaltung zu betätigen. Am ſchlimmſten ſind die
Ver=
bote des Haltens ſozialdemokratiſcher Zeitungen. Das
iſt ein ſchwerer politiſcher Fehler und nur mit Hilfe der
Spionage in den Familien durchführbar.. Dieſes
Ver=
bot bewirkt das Gegenteil von dem, was es erreichen will.
In Bayern, wo das Jeſuitengeſetz auf das liberalſte
an=
gewendet wird, wird ununterbrochen gegen das
Koali=
tionsrecht verſtoßen. Wo bleibt da die ſittliche Entrüſtung
des Zentrums. (Lebhaftes Sehr richtig!) Geradezu
typiſch ſind die Attentate gegen das freie Vereinsrecht der
Lehrer. Es iſt ja bekannt, daß der Deutſche Lehrerverein
gewiſſen Parteien ein reiner Greuel iſt. Auch in Elſaß=
Lothringen ſcheint in dieſer Beziehung jetzt ein anderer
Wind zu wehen. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß
durch die jüngſte Kundgebung des Papſtes in das freie
Koalitionsrecht der Arbeiter eingegriffen wird. Die
Ge=
werkſchaftsenzyklika ſchneidet tief in die
Koalitionsfrei=
heit ein. Deshalb gehört ſie ſehr wohl hierher. Im
In=
tereſſe einer erfolgreichen Bekämpfung der
Sozialdemo=
kratie müſſen wir gegen behördliche und kirchliche
Be=
ſchränkung Front machen. Wir erkennen im
Koalitions=
recht das notwendige Ventil für die Unzufriedenheit. Wir!
handeln damit nicht nur im Intereſſe der Arbeiter,
ſon=
dern des ganzen Vaterlandes. (Lebhafter Beifall links.)
Staatsſekretär Dr. Delbrück: In einigen Punkten
hat ſich der Abg. Dr. Müller meiner Auffaſſung zu dem
Koalitionsgeſetz ſchon erheblich genähert. (Große
Heiter=
keit im Zentrum.) Immer wird geſprochen von einem
uneingeſchränkten Koalitionsrecht. Ich habe wiederholt
nachgewieſen, daß die Bedeutung der Beſtimmungen der
Gewerbeordnung hinſichtlich des Koalitionsrechtes
über=
ſchätzt wird. Auch die Reichsverfaſſung enthält keine
Handhabe des Koalitionsrechts. Die Freiheit, ſich zu
organiſieren, iſt ein Ausfluß der perſönlichen Freiheit,
ein Attribut des Rechtsſtaates. Sie iſt aber in keine
Ver=
faſſung übergegangen. Wenn auch in der preußiſchen
Verfaſſung als Grundſatz die Freiheit des
Vereinigungs=
rechts auſgeſtellt wird. Beſchränkung des Koalitionsrechts
iſt erfolgt im Zivilrecht, der Gewerbeordnung und bei
dem Militärgeſetz. Ein privater Rechtsvertrag hat nur
inſoweit Nichtigkeit des Vertrages zur Folge, wenn die
Beſchränkung der Koalitionsfreiheit hinausgeht über das,
was der Arbeitgeber unter Wahrung berechtigter
Inter=
eſſen fordern kann. Bei Beratung des Paragraphen 1 iſt
ausdrücklich darauf hingewieſen worden, daß kein
ſchran=
kenloſes Koalitionsrecht auf ſeiner Beſtimmung
konſtru=
iert werden kann. Wir ſtehen auf dem Standpunkt, daß
eine Staatsbehörde berechtigt und verpflichtet iſt, die
Koalitionsfreiheit ihrer Angeſtellten und Arbeiter zu
be=
ſchränken, wenn dies nach allgemeinem Grundſatze
not=
wendig iſt, um die Betriebseinrichtungen ſchlagfertig,
leiſtungsfähig und vollkommen zur Erreichung ihrer
Ziele zu erhalten. Ferner ſind die Vorgeſetzten berechtigt,
die Koalitions= und Vereinsfreiheit der Beamten ſoweit
zu beſchränken, als es notwendig iſt, um das Inſtitut der
Beamten leiſtungsfähig und intakt zu erhalten. Wenn
dies im Intereſſe und zur Sicherheit des Staates geboten
erſcheint. Daraus ergibt ſich auch, daß die Behandlung
der Beamtenkategorien verſchieden ſein kann, namentlich
bei der Handhabung von Betrieben gegenüber, die
mili=
täriſch diszipliniert ſind, ſo bei Feuerwehrleuten. Die
Gewerkſchaftsenzyklika bedeutet keinen Eingriff in das
geſetzlich gewährleiſtete Koalitionsrecht. Ein Anlaß zu
der Drohung, den Geſandten am päpſtlichen Stuhl
ab=
zuberufen, lag nicht vor. Wir halten die Entwicklung der
chriſtlichen Gewerkſchaften in den Bahnen, die ſie bisher
verfolgten, für das ſtaatliche Intereſſe nützlich und
wün=
ſchenswert. (Hört hört! bei den Sozialdemokraten.)
Nachdem die Gewerkſchaften keine Veranlaſſung dazu
ge=
boten haben, haben wir einſtweilen keine Veranlaſſung,
uns mit ihnen zu befaſſen und uns Vorwürfe machen zu
laſſen über mangelnde Wachſamkeit in dieſer ernſten
An=
gelegenheit. (Lebhafter Beifall und große Unruhe.)
Kriegsminiſter v. Heeringen: Beſtätigen kann
ich, daß der Verband ſich zwar national nennt, und
ent=
ſprechende Statuten hat. Sein Verhalten war alber
weſentlich anders. Das Verbandsoraan Der
Militär=
arbeiter hat dieſe Grenze weſentlich überſchritten. Der
Vorſitzende hat eine maßloſe Agitation unter den
Arbei=
tern betrieben. (Große Unruhe.) Mitglieder anderer
Vereinigungen ſind von ihm in gehäſſiger Weiſe
ange=
griffen worden. (Hört! hört!) Kritik zu üben, iſt jedem
Verein unverwehrt. (Lachen.) Aber jede Kritik muß auf
Wahrheit beruhen. Der Militärarbeiterverband hat dieſe
Freiheit der Kritik auf das gröblichſte mißbraucht und
alles getan, um die Ordnung zu gefährden und das
Ver=
trauen zu untergraben. Es lag ſchließlich die
Notwendig=
keit vor, unſere Arbeiter zu warnen vor den Folgen
der=
artiger Hetzereien. Das liegt im Intereſſe der Betriebe
ſelbſt. (Lachen links.) Das Eingreifen geſchah in
milde=
ſter Form. (Zuruf: Auf Grund beweisloſer Behauptungen.)
Vizepräſident Dr. Paaſche bittet, Zwiſchenrufe zu
unterlaſſen.
Kriegsminiſter v. Heeringen (fortfahrend):
We=
der dem Sinne noch dem Wortlaut nach war der Erlaß als
Verbot aufzufaſſen. Nur an einer einzigen Stelle iſt er
ſo aufgefaßt worden. (Lachen und Zurufe.) Was
be=
deuten denn neun Fälle bei etwa 500. Damit iſt die Sache
ohne weiteres erledigt. Wo der Erlaß falſch befolgt
wor=
den war, iſt Remedur eingetreten. Wie dieſe Remedur
beſchaffen iſt, iſt meine Sache. (Große Unruhe.)
Abg. Bauer (Soz.): Der Eiſenbahnminiſter iſt
noch reaktionärer als der Kriegsminiſter; dieſer läßt die
Koalition zu, aber nur, wenn ſie nicht friedensſtörend
wirkt. Der Eiſenbahnminiſter erläßt eine generelle Ver=
lnicht beachtet hatte, mich zu erheben habe. Ich gelobte
Beſſerung.
Die Ouvertüre begann. Nach einem Dutzend Takte
ſſetzten ſich mit einigem Geräuſch auch die Standhafteſten.
Das wäre ja weiter nicht ſchlimm geweſen, aber — ich
ltraute meinen Ohren nicht — im Sperrſitz des Großh.
Hoftheaters flüſtert man während Ouvertüre und
Vor=
ſtellung. Nicht nur von Nachbar zu Nachbar, ſondern
lauch von Reihe zu Reihe unterhält man ſich von Anfang
bis zu Ende des Stückes. — Daß der Winter Huſten
und Schnupfen bringt, war ſtets und bleibt, daß die
Lei=
denden ins Theater gehen, war und bleibt auch leider ſo,
daß ſie aber die Pauſen zwiſchen verhaltenem Nieſen und
Huſten mit Flüſtern ausfüllen, wäre nicht erforderlich.
Zwiſchen Flüſtern. Huſten und Nieſen war auch noch
zweimal die Pralinen=Doſe gefallen. — Daß einen ein
wackelnder Toilettentiſch mit wackelnden, brennenden
Ker=
zen in einem wackelnden Leuchter beängſtigen können.
gebe ich zu, daß einen ein zur Erteilung diesbezüglicher
Vorſichtsmaßregeln ſeine Loge verlaſſender Direktor
er=
freuen kann, gebe ich auch zu; daß man aber das
Aus=
blaſen der Kerzen durch den lieben Friedrich mit einem,
an die Gefühlsäußerung der „Fünf Frankfurter” bei
ihrer Ernennung zu Baronen erinnernden Wiſpern
be=
grüßt, halte ich für unnötig.
Nach den Akt= und Szenenſchlüſſen kränkte mich
wie=
der mein ſympathiſcher Nachbar. Frl. Geyersbach und
alle anderen hatten ihre Schuldigkeit getan und trotzdem
rührte er keine Hand zum Beifall. Doch, er iſt vielleicht
aus dem wilden Weſten, wo in den Theatern Plakate
angeſchlagen ſind, des Inhalts: „Es wird gebeten, nicht
auf die Mitwirkenden zu ſchießen, ſie tun ihr Beſtes!
Sollten wir es nicht mit der von Fräulein Anna
Ethel in ihren Erinnerungen ausgeſprochenen Anſicht
halten. „Ich glaube, daß ſich das Publikum ſehr viel
felbſt ſchädigt, wenn es in ſeinen Beifallsbezeugungen ſo
ſparſam wird, denn der laute Dank des Zuſchauers eifert
den Künſtler an. —— — Aber ob Mode oder nicht; wenn
mir ein Stück oder die Darſtelluna meiner Kollegen
ge=
fällt, dann applaudiere ich, wie früher die Jugend
applau=
diert hat, ſelbſt, wenn mich meine fürnehme Umgebung
ſtaunend anſieht und vielleicht eine Mutter ihrem Töchter=
chen, es auf das „ſchlechte” Beiſpiel aufmerkſam machend,
zuflüſtert: „Das iſt die alte Ethel; die war auch einmal
beim Theater.”
Allerdings ſoll man nicht mit dem Fallen des
Vor=
hangs klatſchen, ſondern erſt, wenn das Orcheſter zu Ende.
Ja, eilig hat es das Publikum unſeres Hoftheaters. Wenn,
wie berichtet wird, der Sänger Baklanoff mehr als
zwan=
zigmal hervorgerufen wurde, ſo könnte man doch, wenn
unſere Künſtler nach einer ſo guten Aufführung wie
„Mignon”, zwei= oder dreimal hervorgerufen werden, dieſe
zwei Minuten auf ſeinem Platz verharren. Es mag
einen eigenartigen Eindruck machen, wenn ſchon beim
zweiten Erheben des Vorhangs die Künſtler einem
fluchtartig den Ausgängen zuſtrebenden Publikum eine
Verneigung machen ſollen.
So eilig haben wir es in den Winkeln der höchſten
Regionen nicht. Wenn uns auch die Verbeugungen gar
nicht gelten, ſo freuen wir uns doch, unſern Beifall und
Dank unſern Künſtlern durch fleißiges Rühren der Hände,
und nicht der Beine, ausdrücken zu können.
Sind wir Wilde beſſere Menſchen?
Sch.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Die
Erſtauf=
führung der dreiaktigen Komödie Sommer von
Thad=
däus Rittner im Leſſingtheater zu Berlin, fand bei
den meiſten Zuſchauern nur einen ſehr kühlen Empfang.
Der Beifall, der ſich regte, wurde ſofort von der Mehrheit
der Zuſchauer niedergeziſcht. — Die künſtleriſche
Leitung des Leſſingtheaters haben auf
Wunſch der Erben Otto Brahms die Herren Rudolf
Ritt=
ner und Willy Grundwald übernommen. — Der
Helden=
tenor des Hamburger Stadttheaters, Heinrich Henſel,
hat in der Brüſſeler Oper, dem Théätre de la Monnaie,
den Lohengrin im Rahmen einer franzöſiſchen Vorſtellung
in deutſcher Sprache mit ſo großem Erfolg
ge=
ſungen, daß er für weitere drei Vorſtellungen im Lauf der
diesjährigen Spielzeit verpflichtet wurde. Es iſt das erſte
Mal, daß in einer franzöſiſchen Wagnervorſtellung ein
deutſcher Künſtler in deutſcher Sprache ſingen durfte.
Seltſame Witterungsverhältniſſe herrſchen
in den letzten Tagen im Reiche. Während man im
allge=
meinen gewohnt, iſt, daß die Temperaturen mit der Höhe
über dem Meeresſpiegel zunehmen, kann man jetzt
ge=
rade das Gegenteil beobachten. So weiſt z. B. der
Feld=
berg eine Morgentemperatur von 3 Grad Wärme auf,
während Gießen —4 Grad zu verzeichnen hat. Der 2500
Meter hohe Säntis meldet eine Kälte von 2 Grad, die
Zugſpitze eine ſolche von 4 Grad und das in der Ebene
liegende München hat 7 Grad Kälte zu verzeichnen. Der= abnorme Witterungserſcheinungen ſind in der
jetzigen Zeit öfters zu beobachten. — Das
Nobel=
preis=Komitee hat beſchloſſen, den diesjährigen
Friedenspreis nicht zur Verteilung zu bringen.
Der Betrag wird für das nächſte Jahr zurückbehalten.
(* Romantiſches vom Haarmarkt. Frauenhaar iſt eine
koſtbare Ware, aber wohl ſelten wird für den natürlichen
Kopfſchmuck eines Mädchens ein ganzes Vermögen
be=
zahlt, wie dies vor kurzem in Sizilien geſchah. Eine
junge Sizilianerin hatte die Natur in einer freigebigen
Laune das ſchönſte Haar verliehen, das man weit und
breit auf der ganzen Inſel antreffen konnte. Es fiel nicht
nur durch ſeine ungewöhnliche Fülle auf, noch mehr
rühmten nicht nur die Bewunderer, ſondern ſelbſt die
Ge=
noſſinnen des ſchönhaarigen Mädchens die vollkommene
Schwärze und die weiche wellige Feinheit ihres
Kopf=
ſchmuckes. Herren bewarben ſich darum, mit ihr
auszu=
gehen, weil ſich alle Blicke ſogleich bewundernd nach ihr
wandten; aber da die ſizilianiſche Etikette ſtreng iſt, ſo
ward die Signorina unter der getreuen Obhut ihrer
El=
tern in einem kleinen Dorf nahe bei Palermo gehalten
und lebte hier unter den Orangen= und Zitronenhainen,
nur vor der Sonne die Herrlichkeiten ihrer einzigartigen
Zier ausbreitend. Da kam eines Tages ein gut
gekleide=
ter Fremder, den man an der Sprache ſchon als
Neapo=
litaner erkannte. Erſt ſprach er von Orangen und
Zitro=
nen, aber als man wärmer geworden war, ging er
ge=
radezu auf ſein Ziel los. „Wollen Sie mir Ihr Haar
verkaufen?” fragte er das Mädchen, und die Schöne
ant=
wortete raſch im Scherz: „Ja, aber nur für 100000
Lire.” Aus dem Scherz wurde Ernſt: der Händler
er=
klärte ſich bereit, dieſe Summe zu zahlen. Und nun geriet
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912,
Nummer 292.
rufserklärung für die Beamten, die dem Bunde der
tech=
niſch=induſtrieuen Beamten angehoren. Er unterſagte den
Angeneuten ausdrücklich, unter Androhung der
Eutlaſ=
ſung, die Zugehörigkeit zu dieſem Bunde. Das iſt eine
Erpreſſung. — (Vizepräſident Dove rügt dieſen
Aus=
druck.) — Die Angeſtellten ſind auf die Organiſation
an=
gewieſen; es iſt deshalb eine Vergewaltigung, wenn ſie
gezwungen werden, aus dem Bunde auszutreten. Das
wirkt aufhetzender, als eine ſozialdemokratiſche Rede. Daß
in Preußen Angeſtellte und Arbeiter mehr unter dieſen
Skorpionen leiden müſſen, als die in Reichsbetrieben,
liegt an den politiſchen Verhältniſſen, vor allem am
Dreiklaſſenwahlrecht. Arbeiten die Miniſter ſo weiter,
ſo haben wir Sozialdemokraten den Nutzen davon. (
Bei=
fall bei den Soz.) — Abg. Schirmer (Zentr.): Schuld
an dieſen Zuſtänden iſt der Radikalismus und der
Frei=
ſinn, die die Arbeiterſchaft in Streiks hineintreiben. Es
iſt noch gar nicht lange her, da hatten ſich auch die
Frei=
ſinnigen gegen die ſozialdemokratiſchen Organiſationen
ausgeſprochen. Die Tatſache, daß die bayeriſchen Lehrer
in ihrer Koalitionsfreiheit behindert wurden, hat einen
ganz anderen Grund. Die betreffenden Lehrer haben in
außerordentlichem Umfange Agitation für die
Landtags=
wahlen getrieben. Seine Einwendungen gegen die
En=
zyklika hat Dr. Müller=Meiningen ſicher nicht von dem
Wohlwollen gegen die chriſtlichen Arbeiter hergeleitet,
ſondern kediglich aus ſeinem Zorn gegen die Kurie. Die
chriſtlichen Gewerkſchaften ſind politiſch unabhängig, wenn
ſie auch in gewiſſem Gegenſatz gegen die Sozialdemokratie
gegründet wurden. In Nürnberg haben die
Sozial=
demokraten eine große Anzahl Maurer aus der Arbeit
gedrängt. (Große Unruhe bei den Soz. Zuruf: Das iſt
gelogen!) — Präſident Dr. Kaempf: Herr Abg.
Simon, ich rufe Sie wegen dieſes Ausdruckes zur
Ord=
nung. — Nicht ich. Sie lügen (zu den Soz.). —
Präſi=
dent Dr. Kaempf ruft auch den Abg. Schirmer zur
Ord=
nung. — Hierauf wird ein Vertagungsantrag
angenom=
men. — Zur perſönlichen Bemerkung äußert ſich Abg. Dr.
Müll er=Meiningen: Der Abg. Schirmer hat objektiv
und ſubjektiv die Unwahrheit geſagt. — (Präſident Dr.
Kaempf ruft den Abg. Müller zur Ordnung.)
Nächſte Sitzung Mittwoch 1 Uhr. Tagesordnung:
Rechnungsſachen, Fortſetzung der heutigen Beratung,
Wahlprüfungen, Interpellation über den Wagenmangel.
Schluß 6 Uhr 15 Minuten.
* Berlin, 10. Dez. In der
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstages gab heute bei der Beratung
des Nachtragsetats für Kiautſchou und das oſtaſiatiſche
Marinedetachement für 1912 Staatsſekretär v. Tirpitz
Aufklärungen über die Notwendigkeit einer
Truppenver=
ſtärkung. Die zeitweilige Verſtärkung verurſache faſt
höhere Koſten, als eine dauernd dort feſtgelegte Truppe.
Unterſtaatsſekretär im Auswärtigen Amt Zimmermann
erklärte, obwohl an der Spitze des chineſiſchen Reiches
ein vertrauenswürdiger Mann ſtehe,der dort die Ruhe
und Ordnung bisher erfolgreich aufrecht erhielt, die
not=
wendige Maßnahme doch geboten erſcheine. Neue
Un=
ruhen lägen im Bereich der Möglichkeit. Andere Mächte
ſeien in China ſtärker vertreten als das Deutſche Reich.
Dieſes müſſe die deutſchen Intereſſen im Notfall ſelbſt
ſchützen können, das liege auch im Intereſſe Chinas. Auch
der chineſiſchen Regierung könne es nur erwünſcht ſein.
wenn eine Macht, wie Deutſchland, das für die Politik
der Integrität und der Souveränität Chinas und für die
Erhaltung der offenen Tür eintrete, in Fällen dringender
Not in der Lage ſei, der chineſiſchen Regierung an Plätzen,
wo erhebliche deutſche Intereſſen vorwalten, deren Schutz
zu erleichtern. In der fortgeſetzten Debatte beantragte
das Zentrum 600000 Mark für die in Oſtaſien ſtehenden
Truppen in die einmaligen Ausgaben
herüber=
zunehmen, da der Reichstag ſo beſſer
darü=
ber befinden könne, als wenn ſie in die
fortdauernden Ausgaben eingeſtellt würden. Trotz
der von dem Staatsſekretär des Reichsmarineamts von
Tirpitz geäußerten Bedenken wurde der Antrag des
Zen=
trums mit großer Mehrheit angenommen. Nächſte
Sitzung wahrſcheinlich erſt nach den Weihnachtsferien.
das ganze Haus, ja das ganze Dorf in Aufregung. Die
Eltern zögerten noch; alle Freunde und Verwandten, auch
der Pfarrer, wurden befragt; aber ſchließlich entſchied man
doch, daß Geld beſſer ſei als Haare. Die wundervollen
langen ſchwarzen Wellen fielen unter der gefräßigen
Schere, und der Vater verbarg glücklich die große Summe
an einem ſicheren Ort, benuhigt über die Zulunft ſeiner
Tochter, der es auch mit ſpärlichem Haar bei einer ſolchen
Mitgift an Freiern nicht fehlen kann. . . . Dieſe Geſchichte
iſt bezeichnend für den hohen Ruf, den das ſizilianiſche
Haar auf den Haarmarkt genießt und der immer mehr
alle anderen Qualitäten in den Schatten ſtellt. Es iſt
etwas ganz Alltägliches, daß Bäuerinnen ihre ſchönen
Flechten in die Stadt tragen, wo ſie dafür, wenn aurh
nicht ſolche Rieſenſummen, aber doch ihre 100 bis 120 Mk.
erhalten. Auf allen Straßen und Märkten Siziliens
ſtreifen jetzt die Haarkäufer herum und ſuchen die
Mäd=
chen und Frauen zu der Opferung ihres Kopfſchmuckes zu.
überreden. Zwei und drei Lire das Rotolo!” rufen ſie.
Ein Rotolo iſt 800 Gramm. Selten verläßt ein Schiff
Palermo, ohne Frauenhaar im Werte von 4000 bis 20000
Mark nach New=York mitzunehmen, wo der dem
ſchnö=
den Mammon geopferte Schmuck der Sizilianerin bei den
reichen Amerikanerinnen helles Entzücken hervorruft.
— Die Suffragetten ziehen Hoſen an! Die Führerin
der amerikaniſchen Suffragetten Frau Carrie Chapman
Catt hat der Mode nun den Krieg bis aufs Meſſer
ange=
kündigt. Jeder Verſuch einer Vermittelung iſt
ausge=
ſchloſſen, es gibt kein Zurück, mit flammender Rede hat
Frau Chapman Catt ihre Gefolgſchaft aufgerufen, ihre
Hüte zu verbrennen, ihre Korſetts zu zerreißen und ſtatt
der Röcke nun endlich — Gott ſei Dank! —
Beinklei=
der anzulegen. Denn es iſt hohe Zeit, daß die
Amerikanerinnen ſich von der unwürdigen Sklaverei der
Mode befreien und ſich losſagen von jenen bei jedem
Schritt hin und her wallenden Draperien, die einem die
Hörigkeit der Frau ſo klar vor Augen führen. Iſt doch in
dieſer Beziehung ſogar das alte China dem modernen
Amerika voraus. Denn die Begeiſterung der Suffragette
für die Beinkleider ſtammt aus dem fernen Oſten, dort ſah
ſie die Töchter des Himmels ſtatt der Röcke Beinkleider
tragen und dabei kam ihr die Erleuchtung: der Weg zur
Befreiung von Paris führt über China. Denn dieſe
chine=
ſiſche Frauenkleidung, die für amerikaniſche und auch für
europäiſche Zwecke im Schnitt etwas verändert werden
könnte, ſei das geſündeſte, hygieniſche, bequemſte und
zugleich künſtleriſchſte Gewand, das eine Frau unlegen
könnte. Ja, wenn man Frau Chapman Catt und ihren
temperamentvollen Freundinnen glaubt, iſt für die
Ame=
rikanerin die Reform ihrer Kleidung beinahe ſchon zu
ſpät, denn ſchon „iſt die Amerikanerin mißgeſtaltet, ihr
Rücken gekrümmt, ihre Hüften entſtellt von Korſetts und
von Kleidern, die ihrer Geſtalt nicht entſprechen. Wir
glauben, wir ſeien ſchön, aber wir ſind es nicht, wenn
wir uns mit der natürlichen Grazie unſerer chineſiſchen
Schweſtern vergleichen. Ihnen geſtattet ihre Kleidung
leichte und anmutige Bewegungen. Sie können Treppen
bequem hinaufgehen und wenn ſie wollen, ſogar Leitern
erklimmen, ſie ſind ſchmiegſam und beweglich und können
jede Muskel ihres Körpers ſpielen laſſen, ohne eine
An=
ſtrengung zu verſpüren. Die Amerikanerin von heute
aber iſt ebenſo wie ihre europäiſche Schweſter nur noch
ein Geſtell, auf das die Schneider ihre Einfälle hängen.
Nie würde ſich eine Chineſin einer ſolchen Tyrannei
unter=
werfen. Zu lange ſchon ſind die Amerikanerinnen Sklaven
geweſen.” Aber der Kreuzzug für die Beinkleider geht
nicht nur gegen die Röcke: vor allem ſoll der Hut der Frau
ſallen. Keine Kompromiſſe! Keine Halbheit! Fort mit
dem Plunder, die freie moderne Frau geht ohne Hut.
Hüte ſind vollkommen zwecklos. Die Frauen anderer
Länder verbergen nicht ihr Haar unter unförmigen,
ſchweren und oft grotesken Einfällen der Hutmacherinnen
und ſie fühlen ſich wohler und alücklicher. „Laßt uns
unſere Unabhängiakeit von den Modeſchöpfern beweiſen.
Das Geld, das wir für Putz und Hüte ausgaben, können
wir der Bewegung für Frauenſtimmrecht zuwenden. Und
der Welt würden wir damit unſaabar viel Gutes
zu=
fügen, beſonders aber unſerem Geſchlecht.” Und in der
Theorie ſind die Suffragetten Amerikas auch bereit, wenn
auch bis zur Praxis immerhin noch ein Schritt iſt.
Gerichtszeitung.
Der Diebſtahl der Kölner Kaiſerkette.
— Köln, 9. Dez. Unter ſtarkem Andrange des
Pu=
blikums verhandelte, wie ſchon gemeldet, die hieſige erſte
Strafkammer wegen des ſeinerzeit vielbeſprochenen
Dieb=
ſtahls der Kaiſerkette, die ſeit dem Kaiſerpreis=Singen in
Frankfurt a. M. ſich im Beſitz des hieſigen
Männergeſang=
vereins befunden hatte. Die Angeklagten werden von
einer großen Zahl von Aufſehern bewacht. Der
Ange=
klagte Thill gibt bei ſeiner Vernehmung an, daß Ham=
macher, ein Neffe von ihm, zu ihm gekommen ſei und ihm
zwei ſilberne Platten und 34 Rubine, die von der
Kai=
ſerkette herrührten, gebracht habe. Er habe aber nicht
ge=
wußt, daß die Sachen geſtohlen waren. Die 34 Rubine
wurden bei der Hausſuchung in dem Meſſingknopf eines
Schirmſtänders gefunden. Thill gab an, daß er dieſes
Verſteck gewählt habe, damit eine Frau Schmidt, bei der
er wohnte und vor der der Angeklagte heilloſen Reſpekt
an den Tag legte, die Steine nicht finde. Der Angeklagte
Hammacher, der früher in Altona wohnte, erzählt, eines
Tages ſei der Mitangeklagte Kniep, ſein Schwager, mit
Hochgeſchurz zu ihm nach Altona gekommen. Es wurde
beſchloſſen, eine größere Wohnung zu mieten, damit alle
drei zuſammenwohnen könnten. Er habe mit Kniep auch
eine Zeitlang auf derſelben Werkſtatt gearbeitet. Eines
Tages ſeien Hochgeſchurz und Kniep nicht nach Hauſe
ge=
kommen und am ſelben Abend habe er in einer Zeitung
geleſen, daß die beiden die Diebe der Kaiſerkette ſeien.
Zugleich wurde das Publikum aufgefordert, mitzuwirken,
daß die Wohnung der Diebe entdeckt würde. Im
Einver=
ſtändnis mit ſeiner Frau verkaufte er daher die Möbel
und zog nach Koln. Bei dem Umzug habe er eine Platte
am Waſchtiſch hochgehoben und dabei die beiden ſilbernen
Platten und die Rubine gefunden. Dieſe Sachen habe er
in den Strümpfen verborgen mit nach Köln genommen.
Hammacher erklärt weiter, er habe die Abſicht gehabt, die
Steine in die Elbe oder in den Rhein zu verſenken, ſei
davon aber wieder abgekommen. In Köln habe er
zu=
fällig ſeinen Onkel Thill getroffen. Dieſem habe er die
Platten und die Steine zum Aufbewahren gegeben, damit
ſeine Frau und ſeine Schwiegereltern von der Sache
nichts erführen. Schließlich habe er ſich entſchloſſen, die
Sachen der Polizei zu übergeben. Er ſei zu Thill
gekom=
men und habe dieſen um Herausgabe der Steine und
Platten erſucht. Thill hieß ihm aber wiederkommen, da er
gerade einen Patienten zu behandeln hatte. Da ſei ihm
aber die Polizei zuvorgekommen, denn als er nach Hauſe
zurückkehrte, ſei er verhaftet worden.
Der Angeklagte Hammacher rechnet es ſich weiter
zum Verdienſt an, daß durch ihn der Kölner
Männer=
geſang=Verein die teuerſten Teile der geſtohlenen Kette
wiederbekommen habe, denn er habe dem
Kriminalkom=
miſſar angegeben, wo ſich die Sachen befanden. — Der
An-
geklagte Rolla gibt bei ſeiner Vernehmung an, er ſei
mit dem Angeklagten Hochgeſchurz erſt eine Stunde vor
ſeiner Verhaftung bekanntgeworden, und zwar in dem
Café Hammonia in Hamburg. Dort habe der Angeklagte
Hochgeſchurz neben ihm geſeſſen und ihn angeſprochen.
Er, Rolla, habe zu dieſem geſagt, er ſei im Begriffe, nach
einem Wettbureau zu gehen, um auf ein Pferd zu ſetzen.
Hochgeſchurz habe ſich ihm angeſchloſſen. In demſelben
Moment, als er das Paket aufmachte, ſei er verhaftet
wor=
den. Der Angeklagte Rolla erklärt noch, er wiſſe nicht, ob
er in jenen Tagen von dem Diebſtahl der
Kaiſer=
kette etwas geleſen habe. Jedenfalls habe er nicht
ge=
wußt, daß die Steine von dem Diebſtahl herrührten.
Der Angeklagte Bayer iſt wegen einer anderen Straftat
bereits mit vier Jahren Zuchthaus beſtraft. Er erklärt,
daß er mit dem gegenwärtigen Diebſtahl nichts zu tun
habe. — Der Vorſitzende hält ihm vor, daß er früher in
Unterſuchungshaft ein teilweiſes Geſtändnis abgelegt
habe. — Der Angeklagte beſtreitet aber bei ſeiner jetzigen
Vernehmung die früheren Ausſagen. — Die Anklage
be=
hauptet, daß Bayer die Triebfeder zu dem iebſtayl
ge=
weſen ſei. Der Angeklagte Hochgeſchurz, behauptet,
er habe im Streit mit Bayer, der früher ſein Freund war,
gelebt. Er befand ſich ſeinerzeit in Aachen. Einige Tage
vor dem Diebſtahl ſei er von Aachen nach Köln
gekom=
men und habe in der Wohnung von Bayer übernachtet;
Bayer ſei nicht nach Hauſe gekommen. Bayer habe ſchon
ſeit Neujahr davon gefabelt, die Kaiſerkette, der Zeppelin
und die Kaiſerglocke müßten aus Köln hinaus, ſolange
bleibe er hier. Sie ſeien auch tatſächlich an der
Luftſchiff=
halle in Köln geweſen, hätten aber vor dem
Militär=
poſten gleich wieder Kehrt gemacht. Beim Leſen der
Extra=
blätter habe er gleich gedacht, Bayer oder Kniep hätten
die Kette geſtohlen. Er habe dann Bayer getroffen, bei
dem noch ein Mann geweſen ſei, den er nicht gekannt habe.
Am Montag ſei der Bekannte von Kniep, der ſich Harry
nannte, in eine Wirtſchaft gekommen und habe ihm geſagt,
er ſolle nicht mehr nach der Stammkneipe Bayers
kom=
men, denn dieſer werde von der Polizei geſucht; es wäre
am beſten, wenn auch er ſich fortmachte, weil er mit Bayer
verkehrt habe. Dann ſei auch noch Kniep hinzugekommen,
ſie hätten zuſammen beratſchlagt und ſeien zuſammen nach
Mülheim am Rhein gegangen. Er ſchilderte dann die
Verhaftung in Hamburg. Der Angeklagte Kniep gab an,
er ſei am Morgen des Diebſtahlstages wie immer zu
ſei=
nen Eltern zum Kaffee gegangen. Am Eigelſteiner Tor
habe er Strickleitern hängen ſehen und weil Bayer und
Hochgeſchurz in wenigſtens 20 Familien Kölns erzählt hät.
ten, ſie wollten die Kaiſerkette ſtehlen, habe er ſich gleich
gedacht, daß ſie die Tat ausgeführt hätten. Er ſei in ein
Café gegangen, wohin auch Hochgeſchurz gekommen ſeiz
dieſem habe er dann den Diebſtahl auf den Kopf
zuge=
ſagt; Hochgeſchurz habe aber alles beſtritten. Dann ſei
Bayer gekommen und habe ſich beſchwert, daß man die
Sache oyne ihn gemacht hätte.
Hierauf wurde in die Vernehmung der
Zeu=
gen und Sachverſtändigen eingetreten. Zeuge
Hofjuwelier Heiden (München) taxiert den Wert der Kette
auf 18000 Mark, wobei allerdings die Faſſung
mitgerech=
net ſei. Der Kunſtwert ſei bedeutend höher. Der pure
Goldwert betrage 1500 Mark. — Gerichtsarzt Dr. Lempel
bezeichnet den Urheber des Diebſtahls, Bayer, als
hoch=
gradig degeneriert. Dieſe Degeneration erſtrecke ſich auf
abnorm geſteigerte Abenteuerluſt. Der größenwahnſinnige
Bayer habe nach Kanada gehen wollen und habe wohl die
Koſten der Reiſe aus den Ertrag des Diebſtahls bezahlen
wollen. — Aehnlich liege die Sache auch mit
Hochgeſchurz=
der ſchon im Irrenhaus war. — Als der Verteidiger Dr.
Mertz den Antrag ſtellte, auch den Rolla auf ſeinen
Geiſtes=
zuſtand zu unterſuchen, meldet ſich der Angeklagte Kniep.
und erklärte, auch er möchte ſich einmal auf ſeinen
Geiſtes=
zuſtand unterſuchen laſſen, (Allgemeine Heiterkeit.) —
Kri=
minalſchutzmann Mangelsdorf äußerte ſich über die
Feſt=
nahme in Hamburg. — Der Zeuge Franke (Hamburg) hat
die Diebe auf einer Eiſenbahnfahrt nach Hamburg
ken=
nen gelernt und aus deren Geſpräch entnommen, daß es
„ſchwere Jungen” waren. Er ſchloß ſich den Burſchen an
und verbrachte in ihrer Geſellſchaft in Hamburg acht Tage,
Die Ausſagen dieſes Zeugen waren für die Angeklagten
ſeyr belaſend.
Kriſis im öſterreichiſchen
Miniſterium.
* Wien, 10. Dez. Die Neue Freie Preſſe meldetn
Wie in politiſchen Kreiſen mit Beſtimmtheit verlautet,
hat Kriegsminiſter von Auffenberg dem
Kaiſer ein Geſuch um Enthebung von ſeinem
Poſten überreicht. Der Kaiſer habe das Demiſſionss
geſuch angenommen. Zu ſeinem Nachfolger ſei
Feldzeug=
meiſter von Krobatin beſtimmt. Auch der Chef des Ge
neralſtabes von Schemua habe ſeine Entlaſſung
gegeben und werde durch den Armeeinſpekteur Frhrn
Conrad von Hötzendorff erſetzt werden.
Von amtlicher Wiener Stelle iſt bisher üben
die Veränderungen nichts bekannt gegeben wor
den. Unzweifelhaft ſteht feſt nur die Demiſſiondes
Kriegsminiſters. Allerdings wird behauptet, daß Genen
ralſtabschef von Schemua ebenfalls ſein Rücktrittsgeſuch
eingereicht habe. Die Demiſſion ſei aber von dem Kaiſen
nicht angenommen worden.
Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus Wien
Der Grund der Demiſſion v Auffenbergs
liegt in innerpolitiſchen Verhältniſſen. Der Rücktritt wurde
in politiſchen Kreiſen ſchon lange erwartet. Man ſagt,
er ſei ein Opfer der Ungarn, die ſeit Einbringung der
Wehrgeſetze in ſchroffſtem Konflikt mit ihm ſtanden. Der
Rücktritt Schemuas iſt noch nicht vollends entſchieden,
aber in ſeinem Vollzug wäre kein Beweis zu erblicken,
daß Oeſterreich=Ungarn vor entſcheidenden militäriſchen
Ereigniſſen ſteht. Gut informierte Kreiſe halten im
Ge=
genteil die Veränderungen in den höchſten Stellen der
Armee für einen Beweis einer friedlichen
Entwick=
lung der Situation. Zwiſchen v. Hötzendorff und
Schemua ſoll dasſelbe Verhältnis beſtehen, wie zwiſchen
Krobatin und v. Aufſenberg. In Wahrheit war v.
Hötzen=
dorff noch immer Generalſtabschef, auch wenn ein anderen
ſein Amt formell einnahm. Die Veränderungen ſind als
eine Folge der in den letzten drei Tagen in dem
Kon=
flikt mit Serbien eingetretenen völligen Entſpannung
an=
zuſehen. Wenn ein Konflikt bevorſtände, würde die
höchſte Stelle ſchwerwiegende Verändernugen in der
Armee nicht eintreten laſſen.
* Wien, 10. Dez. Ueber die Nachfolge des
Kriegsminiſters v. Auffenberg und des
Gerfenal=
ſtabschefs Schemua iſt noch keine Entſcheidung getrofs
fen. Man nimmt an, daß der Feldzeuameiſter Krobatin
bezw. der Armeeinſvekteur v. Hötzendorff dafür ausers
ſehen ſind. Gründe für die Veränderungen in den
Dienſt=
ſtellen werden nicht angegeben, dach wird auf das Bes
ſtimmteſte erklärt, daß ſie mit der außerpolitis
ſchen Lage in keinem Zuſammenhang ſtehen=
Die endaſiltige Entſcheidung wird heute im Laufe des
Tages erwartet.
* Wien, 10. Dez. Amtlich wird beſtätiat, daß
Kriegsminiſter v. Auffenberg und Generalſtabscheß
Schemua ihre Entlaſſung gegeben haben, die vom
Kaiſer angenommen wurde.
Der Balkankrieg.
Die Friedensverhandlungen.
* Konſtantinopel, 10. Dez. Auf den Mis
niſterratsbeſchluß ſind außer dem
Handels=
miniſter Reſchid Paſcha und dem Botſchafter in Berlin
Osmani Sami Paſcha auch der interimiſtiſche
Marine=
miniſter Salih Paſcha zum Bevollmächtigten an
den Friedensverhandlungen ernannt worden.
* Paris 10. Dez. Dem Matin wird aus Belgrak
telegraphiert: In politiſchen Kreiſen ſei das Gerücht
ver=
breitet, daß die Balkanverbündeten nach
Unter=
zeichnung des Friedensvertrages im Ein
vernehmen mit der Türkei den Hafen von Valona den
Engländern anbieten würden, da dieſe die in der Fräge
der Autonomie Albaniens am wenigſten intereſſierte neu
trale Macht ſei. Dieſe Löſung würde die
Handels=
beziehungen Albaniens zu den Balkanländern erleichtern,
und jede Gefahr einer Annektierung Albaniens durck
Oeſterreich=Ungarn hintanhalten. Andererſeits würd
hierdurch das Mißtrauen Oeſterreich Ungarns beſeitig
werden, da England ja ohnehin eine Mittelmeermacht ſei
Das Fremdenblatt konſtatiert, daß ganz Europa der
Erfüllung der Wünſche der Albaneſen mit Sympathie
be=
gegnete. Europa werde ſicherlich den Wunſch haben, die
ſes Wohlwollen für die Albaneſen durch die Schöpfun.d
des dauernden Charakters zu bekunden und die kulturell
Entwicklung der Albaneſen ohne Sorge die
Behaup=
tung ihrer ſtaatlichen Eriſtenz zu fördern. Die
Neutrals=
ſierung Albaniens würde nicht allein den Wünſchen
Oeſterreich=Ungarns und Italiens entſprechen, ſonderu
auch, ſoweit dies bisher beurteilt werden könne, aus
keinen Widerſtand der übrigen Mächte ſtoßen.
Eine polniſche Kundgebung.
* Lemberg, 9. Dez. Eine Vollverſammlung des
polniſchen Landtages und Reichsrates de
Abgeordneten nahm am abend folgende
Reſolutio=
an: „Der Polenklub gibt der Ueberzeugung Ausdruck
Nummer 292.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
Sitee 7.
daß wir weit entfernt, uns zu irgendwelchen unüberlegten
Schritten hinreißen zu laſſen imſtande ſein werden, durch
ſetige ruhige Arbeit an der Sammlung und Entwickelung
der eigenen moraliſchen Kräfte das polniſche Volk
ge=
nügend vorzubereiten, damit es den Aufgaben entſprechen
kann, denen es im Laufe der Ereigniſſe gegenüberſtehen
könnte. In der gegenwärtigen ernſten politiſchen Lage
konſtatiert der Polenklub, daß alle dieſes Reich
bewohnen=
den Polen ſich in der Bereitſchaft vereinigen,
erforderlichen=
falls mitAnſpannung aller Kräfte diePflichtigen gegenüber
dem Staat und dem hochherzigen, gerechten Monarchen zu
erfüllen, welcher unſeren Gefühlen Verſtändnis
entgegen=
gebracht hat und in unſerem ſchweren Geſchick unſere
nationalen Rechte anerkannt hat und uns unentwegt
neues Vertrauen ſchenkt. In dieſem Anſchluß an den
Staat und ſeinen Herrſcher, ſowie geſtützt auf unſere
eigene Kraft und das Bewußtſein unſerer nationalen
Be=
ſtrebungen erblicken wir die Bürgſchaft einer beſſeren
Zu=
hinft. Der polniſche Nationalrat iſt ermächtigt, in dieſer
Kichtung zu wirken und einen entſprechenden Aufruf zu
erlaſſen.
Kriegsgreuel.
* London, 10. Dez. Daily Telegraph veröffentlicht
ein Telegramm ſeines Spezialkorreſpondenten in Wien
Or. Dillon, daß demnächſt eine Reihe der ſchauderhafteſten
Greuel, die je in einem Kriege verübt worden ſeien
und die einen ſchwarzen Fleck auf den Ruhm der
Bal=
anchriſten würfen, in den Vordergrund der
öffent=
lichen Erörterung geſtellt werden würden. Dr. Dillon hat
aus Konſtantinopel und Bukareſt Nachrichten
von unmenſchlichen Metzeleien erhalten, die chriſtliche
Sol=
daten in der Umgegend von Saloniki unter der
un=
bewaffneten mohammedaniſchen Bevölkerung angerichtet
haben. Die Mohammedaner wurden von bulgariſchen
Banden nicht nur hingeſchlachtet, ſondern es wird
glaub=
haft verſichert, daß ſie Martern der ſcheußlichſten Art
ünterworfen wurden. Die Scheußlichkeiten, die gegen
Frauen begangen worden ſind, laſſen ſich nicht
wieder=
geben. Zu den abſcheulichſten gehören, daß Verwundete
mit Abſicht lebend begraben wurden. Dr. Dillon fügt
hinzu, daß die Einzelheiten dieſer Greuel nicht mehr
lange unbekannt bleiben würden, da die Konſuln
Frank=
keichs, Deutſchlands, Enalands und Italiens ihren
Re=
ierungen bereits ausführliche Berichte telegraphiert
hätten.
* Berlin, 10. Dez. Die türkiſche Botſchaft
in Berlin ermächtigt die Deutſch=Aſiatiſche
Korreſpon=
denz zu der Mitteiluna, daß die Pforte ihre Botſchafter
bei den Großmächten beauftragt habe, gegen neuerdings
amtlich konſtatierte Greuel der Bulgaren zu
pro=
teſtieren. Der Kommandant der Dardanellen mel=
Jet, daß die Bulgaren die mohammedaniſchen Dörfer
Chartauy, Murefte, Kechan und Malkar ausplündern und
riederbrennen und die ganze Bevölkerung ſamt Frauen
und Kindern maſſakrieren. Die Pforte läßt bei den
Groß=
ntächten erklären, ſie ſei überzeugt, daß die Großmächte
ungeſichts dieſer Tatſachen nicht aleichgültig bleiben
kön=
nen und daß es genügen werde, an die
Humanitäts=
gefühle der Großmächte zu appellieren, damit ſie die
nöti=
ren Maßnahmen ergreifen, um die bulgariſchen
Greuel=
taten zu verhindern.
Kriegspanik.
* London, 10. Dez. Die Times ſchreiben: In
Lon=
roner Privatverſicherungskreiſen iſt man
überraſcht. über den Umfang, wie an der galiziſchen
Brenze von Oeſterreich Ungarn das
Privateigen=
ſtum gegen Kriegsgefahr und innere Unruhen
erſichert werde. Seit vielen Tagen ſind
Petroleum=
lund Holzlager ſowie Brauereianlagen verſichert worden
und noch geſtern gingen Aufträge ein. Das Geſchäft
wird als das umfangreichſte bezeichnet, das je durch
Be=
firchtung eines Krieges abgeſchloſſen wurde.
Letzte Nachrichten.
* Peſt, 10. Dez. Der bulgariſche Gefandte in
Petersburg Bobtſchew erklärte einem Interviewer
es Blattes Azeſt, es könne keine Rededavonſein,
daß Bulgarien auch nur einen fußbreit Landes
n Rumänien abtrete. Im Falle, daß dies geſchähe,
würde dies eine Quelle unaufhörlicher Konflikte zwiſchen
en beiden bisher eng befreundeten Nationen bilden.
* Berlin, 10. Dez. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Ueber die Lage unſerer
deut=
ſchen Landsleute in Adrianopel liegt eine
Nachricht vor, die durch Funkſpruch nach Konſtantinopel
gelangte. Danach iſt in der deutſchen Kolonie von
Adria=
nopel alles wohl. Für die Sicherheit der fremden
Staatsangehörigen wird von den Ortsbehörden nach
Möglichkeit geſorgt.
Sport.
* New=York, 10. Dez. Im
Sechstageren=
nen ſind um 1 Uhr morgens nach 25 Stunden 888,972 km
zurückgelegt worden, das ſind 17,699 Kilometer mehr als
Uder frühere Rekord aufwies. Der Stand des Rennens
iſt noch der gleiche. Sämtliche Mannſchaften ſind noch
beiſammen. Ruett ſtürzte, blieb aber unverletzt. Um
2½ Uhr morgens waren 938,047 Kilometer zurückgelegt.
Literariſches.
— Auf dem Weihnachtsbüchertiſch zieht in dieſem
Jahre ein hiſtoriſcher Roman Herzog Liudolf von
W. A. Fiſcher die Aufmerkſamkeit auf ſich. Das Buch
wird von der Preſſe durchgehend mit großer Anerkennung
beſprochen und als ein intereſſantes, packendes Werk von
dauerndem Wert bezeichnet. Die Braunſchweiger Zeitung
z. B. ſchreibt, daß Fiſcher mit hohem künſtleriſchem
Be=
wußtſein die oft karge Notiz des Chroniſten poetiſch zu
heleben gewußt. — Wir freuen uns, mitteilen zu
kön=
nen, daß W. A. Fiſcher aus Darmſtadt gebürtig iſt, und
Herzog Liudolf ſomit als Erzeugnis der heimiſchen
Lite=
ratur unſeres engeren Vaterlandes begrüßt werden darf.
Der Preis von 5 Mark für das broſchierte, und 6,50 Mark
für das gebundene Exemplar iſt in Anbetracht des
Um=
fangs von 560 Seiten als mäßig zu bezeichnen, und wird
es vielen ermöglichen, mit dem Buch eine Weihnachtsfreude
L.
zu bereiten.
— Wachstum und Entwicklung. Gedanken
üüber: „Das All, die Welt und das Ich” von Erik Zieſe.
Verlag von Peter Ackt, Elbing. Ein aus tiefinnerer,
reli=
giöſer Auffaſſung herausquellendes Buch modernſter
Richtung. Von gründlicher, naturwiſſenſchaftlicher Baſis
ausgehend, ſchwingt ſich das Werk zu den höchſten
Gedan=
ien der Menſchheit empor. Viel Gutes, viel Neues, viel
Freudiges liegt darin verborgen. — Nicht leicht und nicht
von jedermann zu leſen; wer aber ernſt ſuchet, wird für
Lein ganzes Leben etwas darin finden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Metz, 10. Dez. In dem bei der evangeliſchen
Gar=
niſonskirche gelegenen Diakoniſſenkrankenhaus
„Mathildenſtift” brach gegen Mittag ein Brand aus,
der ſich anfangs auf den Keler beſchrankte, ſpäter aber
durch einen Luftſchacht ſich auf den Dachſtuhl ausbreitete.
In turzer Zeit ſtand der ganze Dachſtuhl des
ausgedehn=
ten Gebäudes in Flammen. Die Kranken, etwa 230 an
der Zahl, mußten in der benachbarten Vinzenzſchule
un=
tergebracht werden. Nach zweiſtündiger Arbeit gelang es
den Feuerwehren, unterſtützt von Militär, den Brand zu
lokaliſieren. Um 2 Uhr war das Feuer gelöſcht. Das
ganze Dachgeſchoß iſt niedergebrannt, das zweite
Stock=
werk zum Teil zerſtört. Mehrere Soldaten und
Feuer=
wehrleute haben leichte Verletzungen davongetragen.
* Bonn, 10. Dez. Der Kunſthiſtoriker Dr. Karl
Juſti, Ehrenbürger der Stadt Bonn, iſt geſtern
ge=
ſtorben.
* Köln, 10. Dez. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Monrovia: Das Leben der Europäer in
Veſtos=
river iſt durch liberiſche Soldaten bedroht. Die
Europäer beabſichtigen, den Ort zu verlaſſen. Von
deut=
ſchen Kriegsſchiffen ankert der „Panther” vor
Veſtos=
river, der „Eber” vor Monrovia.
* Pforzheim, 10. Dez. Das hieſige Bezirksamt hat
den für morgen angekündigten Vortrag des
Jeſuiten=
paters Cohauß über das Thema „Die Wahrheit über
die Jeſuiten” verboten.
* Neuſtadt (Herzogtum Coburg), 10. Dez. Um ſich
vor Kälte zu ſchützen, brannte geſtern abend der
ſtädti=
ſche Beamte Grempel, der mit ſeiner aus 6 Köpfen
be=
ſtehenden Familie ein von der Stadt zur Verfügung
ge=
ſtelltes Zimmer bewohnte, den Koksofen an und begab ſich
zum Schlafen. Als heute morgen die 12jährige Tochter
erwachte, fand ſie den Vater und die beiden Brüder, die
im Alter von 15 und 16 Jahren ſtanden, tot vor. Die
Mutter und die beiden Schweſtern waren bewußtlos.
* Breslau, 10. Dez. Die Schleſiſche Volkszeitung
meldet aus Frankenſtein: In dem Dorfe Stolz
ver=
brannten geſtern vormittag 4 Kinder des Knechtes
Theinert im Alter von 6 Jahren bis 11 Monaten. Die
Kinder waren während der Abweſenheit der Eltern in
die Stube eingeſchloſſen; das Feuer iſt wahrſcheinlich durch
Spielen mit Streichhölzern entſtanden.
* Wien, 10. Dez. Aus allen Bevölkerungskreiſen
lau=
fen Spenden für die an der Grenze ſtehenden
Trup=
pen ein. So ſpendeten die Fürſten Franz und Johann
von Lichtenſtein 20000 bezw. 30000 und die
Ge=
meinde Wien 10000 Kronen.
* Wien, 10. Dez. In einem Hauſe des 8. Bezirks ſind
drei Perſonen tot und eine vierte bewußtlos
auf=
gefunden worden. Es liegt Kohlengasvergiftung vor,
vermutlich infolge eines unglücklichen Zufalles.
* Rom, 10. Dez. Der Abgeordnete Barzilai brachte
in der Kammer eine Interpellation über die
vorzei=
tige unveränderte Erneuerung des
Drei=
bundvertrages ein.
* Bukareſt, 10. Dez. Die „Roumanie” beſpricht den
Beſuch des bulgariſchen Sobranjepräſidenten Danew
und begrüßt den Staatsmann des benachbarten
König=
reiches, mit dem Rumänien in den beſten Beziehungen
ſteht, die gefeſtigt ſind durch eine Jahrhunderte alte
Tra=
dition. Die „Independance Roumaine” bewillkommnet
Danew, deſſen Beſuch der Ausdruck einer Politik ſei, die
beweiſe, daß Bulgarien der gegenwärtigen Lage mit
Ver=
ſtändnis gegenüberſtehe. Die Konzeſſionen, die Bulgarien
machen würde, hätten für Rumänien den Wert einer
Ga=
rantie und würden weit über den Rahmen des
Materiel=
len hinaus für Rumänien ein Symbol moraliſcher
Bedeu=
tung darſtellen.
— Immenſtadt, 10. Dez. Heute nacht iſt das
Rat=
haus niedergebrannt. Sämtliche Akten ſind
ge=
rettet worden.
— London, 10. Dez. In Baldwin (Michigan) erſchoß
ein junger Student namens Auerbach, der Sohn eines
Waſhingtoner Eiſenbahnmagnaten, ſeinen Freund
Fi=
ſcher. Auerbach befand ſich zur Erholung auf dem
Be=
ſitztum ſeines Freundes und ſoll zu der Ehefrau in
uner=
laubten Beziehungen geſtanden haben. Fiſcher war mit
einer Million verſichert. Man glaubt, daß
Auerbach der Ehefrau Fiſcher dieſes Geld ſichern wollte.
Auerbach wurde geſtern wegen Mordes zum Tode
ver=
urteilt.
London, 10. Dez. Nach Zeitungsmeldungen ſind
die ſogenannten irländiſchen Kronjuwelen, die
1907 geſtohlen worden waren, wieder auf dem Platz, den
ſie früher innehatten, aufgeſtellt worden. Eine amtliche
Beſtätigung iſt noch nicht eingegangen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet hat ſich etwas oſtwärts
ver=
lagert. Die Depreſſion iſt gegen das Feſtland
vorge=
drungen. Heute morgen haben wir in Deutſchland
vielfach wolkiges oder nebeliges Wetter bei Froſt. Für
morgen haben wir mit zunehmendem Tiefdruckeinfluß
und weſtlichen Winden, die wärmere Temperaturen
bringen, zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Mittwoch, den 11.
De=
zember: Vielfach trüb mit leichten Niederſchlägen, etwas
milder.
D
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(24648a
Der Stadtauflage heutiger Ausgabe liegt ein
Proſpekt bei: „Seit wir muſizieren” von der
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Leopold Schutter, hier, Eliſabethenſtr. 12, worauf
(25410
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Herren-Garderobe am Platze.
25455)
Familiennachrichten.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute Vormittag 9 Uhr entſchlief unſere
gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Anna Liise Geisel
geb. Lerch
(Witwe des Grossh. Försters)
im 75. Lebensjahre
(25412
In tiefer Trauer:
Familie Arch. Geisel
Familie Ludwig Held.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1912.
Beerdigung: Donnerstag, 12. Dez., 3 Uhr
nach=
mittags. Zuſammenkunft am Eingang zum
Darmſtädter Friedhof.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben Gattin und
unſerer guten Mutter ſagen wir Allen,
insbe=
ſondere der ev. Gemeindeſchweſter Eliſabeth für
ihre aufopfernde liebevolle Pflege, ſowie dem
Herrn Pfarrer Diehl für ſeine troſtreiche
Grab=
rede und dem Geſangverein Liederkranz für ſeinen
erhebenden Grabgeſang unſeren innigſten Dank.
Familie Ad. Berſch, Steinmetz, Darmſtadt,
„ Heinrich Sieß, Neu=Iſenburg,
: Heinrich Steuler, Bad=Nauheim.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1912. (25411
Büro für Architektur und Bauausführungen
Inh.: Gg. Scherer & Ernst
Georg Scherer, scherer, Architekten (24405a
Rheinstr. 47 DARMSTADT Teleph. 222
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Hausschwammgefahren etc., nach langjähr. Praxls.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Abeſſinia” von Boſton und Baltimore
kommend, 5. Dez. mitternachts in Hamburg. „Amerika‟,
von New=York kommend, 6. Dez. 2 Uhr 20 Min. morgens
auf der Elbe. „Hoerde” 6. Dez. 4 Uhr 15 Min. nachm.
von New=Orleans nach Hamburg. „Savoia” von New=
York kommend, 7. Dez. 2 Uhr 40 Min. morgens auf
der Elbe, „Barcelona” 7. Dez. 11 Uhr morgens in
New=
port News. „Bosnia” 7. Dez. 9 Uhr 45 Min morgens
in Baltimore. „Preſident Grant” 7. Dez. 11 Uhr
morgens von New=York über Plymouth und Cherbourg
nach Hamburg. — Weſtindien: „Sachſenwald” nach
Weſtindien, 4. Dez. 11 Uhr abends von Antwerpen. —
„Ceveland”, erſte Weltreiſe, 8. Dez. in Rangoon.
Seite
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
Nummer 292.
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag 3 Uhr entſchlief plötzlich
(25437
mein lieber Gatte und Vater
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Herr Heinrich Möller
Eisenbahn-Unterassistent
im Alter von 28 Jahren.
Die trauernde Gattin:
Sofie Möller.
Arheilgen, den 9. Dezember 1912.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere herzensgute, treubeſorgte, unvergeßliche
Mutter, Großmutter, Schweſter, Schwieger=
(25405
mutter, Schwägerin und Tante
Elisabethe Volz Wwe.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben Frau, unſerer
guten Mutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Elisabethe Kaltwasser
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. Dez.,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhaus
Kranich=
ſteinerſtraße 10 aus, ſtatt.
geb. Nohl
durch einen ſanften Tod zu erlöſen.
Um ſtilles Beileid bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 9. Dezember 1912.
ſagen wir auf dieſem Wege, insbeſondere dem
Herrn Pfarrer Wehſarg in Jugenheim für ſeine
troſtreiche Grabrede und der Gemeindeſchweſter in
Bickenbach unſeren herzlichſten Dank.
Bickenbach, den 10. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. Dez.,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe
Witt=
mannſtraße 30 aus, ſtatt.
Chr. Kaltwasser,
Weichenſteller I. Klaſſe.
25451
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag 2½ Uhr entſchlief ſanft
nach längerem Leiden unſere liebe, gute Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter,
(25456
Schwägerin und Tante
Frau
Anna Scharmann
geb. Struve
im Alter von 75 Jahren.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1912.
Beckſtraße 63.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Scharmann, Rechnungsrat,
Wilhelmine Scharmann.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. Dez.,
nachmittags 3 Uhr von der ſtädt.
Friedhofs=
kapelle aus, ſtatt.
Man bittet, von Kondolenzbeſuchen abſehen
zu wolln.
Todes=Anzeige.
Verwandten und Bekannten geben wir
hiermit die ſchmerzliche Nachricht, daß meine
liebe Gattin, unſere Mutter, Tochter u. Tante
Sophie Schultze
geb. Arnheiter
geſtern abend 5½ Uhr nach kurzem aber ſchwerem
Leiden im Alter von nicht ganz 28 Jahren
uns durch einen jähen Tod entriſſen wurde.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
der Gatte: Karl Schultze, Dentiſt,
Marie Arnheiter Wwe., geb. Rummel.
Cannſtadt, Stuttgart, 10. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Donnerstag, den
12. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom
Trauer=
hauſe Brunnenſtraße 57 aus, auf dem Uff=
(25446
Kirchhof. „
e
Großh. Hoftheater (üb. 2), Anfang 718 Uhr: „Dder
ſliegende Holländer”
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Konzert des Inſtrumentalvereins um 8¼ Uhr im
Saalbau.
Lichtbildervortrag von Skiſchriftſteller und
elehrer Luther um 8¼ Uhr im Saale der
Landesbau=
gewerkſchule (Skiklub).
Wiederholung des Märchenſpieles „Der goldene
Schlüſſel” um 4½ Uhr im „Mathildenhöhſaal”.
Adventsfeier des Frauenvereins der
Johannes=
gemeinde um 8 Uhr im Gemeindehaus.
Verſammlung des Intern. Genfer Vereins der
Hotel= und Reſtaurations=Angeſtellten abends 10½ Uhr
im „Frankfurter Hof”.
Konzert mit Tanz der Vereinigten Geſellſchaft um
7½2 Uhr.
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Ludwigshöhe um
4 Uhr. — Bürgerkeller um 8 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage=
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Verſteigerungslalender.
Donnerstag, 12. Dezember.
Immobilien=Verſteigerung des Hch. Schäfer
und der Dorothea Fuchs (Große Kaplaneigaſſe 18 und
20) um 9 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Stiefel= uſw. Verſteigerung um 10 Uhr im
Gaſt=
haus „Zum Mühltal” zu Ober=Ramſtadt.
Mobiliar=uſw. Verſteigerung um 4 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Druc und Veragt z. g. Pitlriche Sereahrnche
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbei agen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werder
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſtripte werden nichs
zurückgeſandt.
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Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
Nummer 292.
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Nummer 292,
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 goldenes Hemdenknöpfchen. 1 vergoldete
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kette mit Herzchen. 1 großer Schlüſſel. 1 Kinderpelz. 1 ſchwarzes
Damenledertäſchchen mit Drucklnopf. 1 Paar grauwollene
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band. 1 Schlüſſel und 1 Drücker (zuſammengebunden). 1 kleines
gelbes Portemonnaie. 1 blaue rotgefütterte Kinderhaube. 1 Stück
Linoleum. 1 lila Portemonnaie mit einigen Pfennigen. —
Zuge=
laufen: 1 junge Ente.
(25350
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 ſchottiſcher Schäferhund, 1 Dobermann. 1 Kriegshund,
1 Boxer (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um
10 Uhr, ſtatt.
(25392
das Anfahren von ca. 100 Waggons Kleinpflaſterſteine an die
Straße Darmſtadt=Griesheim ſoll auf dem Wege des
öffent=
lichen Wettbewerbes vergeben werden.
Die Bedingungen liegen in den Geſchäftsräumen des
Unter=
zeichneten (Neckarſtraße 3) an den Vormittagen offen, woſelbſt
ſchrift=
liche Angebote bis ſpäteſtens
(25445
Mittwoch, den 18. I. Mts., vormittags 10 Uhr,
entgegengenommen werden.
Darmſtadt, den 7. Dezember 1912.
Der Großherzogliche Kreisbauinſpektor.
Der Voranſchlag der Gemeinde Hahn
liegt acht Tage lang, und zwar vom 11. bis 18. Dezember 1912, auf
dem Bürgermeiſterei=Bureau zur Einſicht der Beteiligten offen.
Einwendungen können bei der Großh. Bürgermeiſterei erhoben werden.
Bemerkt wird, daß Umlagen, zu denen auch die Ausmärker
herangezogen, erhoben werden.
(25371
Hahn, den 9. Dezember 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Hahn.
Geibel.
Rennhoh=Ferſtelgerung Nr. 1.
(Stadtwald).
Freitag, den 13. Dezember l. Js., vorm. 9 Uhr,
werden in der „Turnhalle” (Woogsplatz 5) hier aus den
Abtei=
lungen 48 (Sauſchwanz) und 49 (Rücksbeünnchen) der Forſtwarte
HHeiligkreuz (Forſtwart Hofmann) verſteigert:
Scheiter: 187 rm Buchen, 10 rm Hainbuchen, 45 rm Eichen,
6 rm Eſchen, 8 rm Kiefern (rund);
Knüppel: 238 rm Buchen, 43 rm Hainbuchen, 48 rm Eichen,
18 rm Eſchen;
Reiſigknüppel: 117 rm Buchen, 8 rm Hainbuchen, 10 rm Eichen,
6 rm Eſchen;
Stöcke: 47 rm Buchen (fein), 10 rm Fichten (grob).
Das Holz ſitzt faſt ſämtlich an ſehr gut fahrbaren Wegen in
der Nähe der Dieburger Staatsſtraße und hat die laufenden
Num=
mern 1—274.
Um vorherige Einſichtnahme wird gebeten.
Darmſtadt, den 4. Dezember 1912.
(25040sm
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Mittwoch, den 18. u. Donnerstag, den 19. Dezbr.,
vormittags 10 Uhr, werden im Zeilharder Gemeindewald, Diſtrikt
Mark, verſte gert:
Stämme: 3 Eiche 1,94 km, 10 Eſchen 1,21 km, 5 Erlen 1,38 fm,
8 Hainbuche 1,08 fm, 380 Fichte 94,36 fm;
Derbſtangen: 57 Eſchen 2,27 fm, 866 Fichte 45,43 fm;
Reisſtangen: 345 Fichte 1,59 fm.
Brennholz:
Scheiter rm: 5 Eiche,
Knüppel rm: 3 Hainbuche,
415 verſchiedene Wellen,
18 Eiche, 10 Eſche, 6 Erle,
Stöcke rm: 42 Fichte,
23 Fichte, 5 Aſpe.
Unter dem Eichen=Knüppelholz kommen 5 rm 2 m lang zum
Ausgebot. Das Stammholz kommt am erſten Tag.
Die Zuſammenkunft iſt bei Gaſtwirt Schneider, Station
Meſſel.
Zeilhard, den 7. Dezember 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Zeilhard.
Kühn.
(25373f
Handabgabe von Riefern=Stockholz.
Die Gemeinde Eberſtadt hat aus der 1913er Holzernte ca.
200 rm Kiefern=Stockholz im ganzen oder geteilt (in Mengen von
—30 rm) aus der Hand abzugeben; auf Wunſch auch zerkleinert.
Gefl. Angebote an unterzeichnete Stelle erbeten bis 20. d. Mts.
unter Angabe von Menge und Preis pro Raummeter.
(25353md
Eberſtadt, den 6. Dezember 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 12. Dezember 1912, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale der Ludwigshalle, Obergaſſe dahier, öffent
lich meiſtbietend folgende Pfänder:
2 Diwans, 2 Kleiderſchränke, 1 Kommode 3 Büfetts,
1 Spiegel, 2 Vertikas, 1 Regulator, 1 Waſchkommode,
3 Stühle, 1 Nähmaſchine, 2 Fahrräder, 1 Pferd, 2 Landauer,
(25441
40 Flaſchen Parfüm u. a. m.
Wedel, Großh. Gerichtsvollzieher
Darmſtadt, Bleichſtraße 28, I.
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zu vk. Kaſinoſtr. 21, I. (25401a.
Gelände=Enteignung.
Der Antrag auf Enteignung von
Gelände zur Eröffnung der
Wei=
terſtädter Straße zwiſchen
Kir=
ſchenallee und dem verlegten
Teil jener Straße liegt in der
Zeit vom 2. bis einſchließlich 16.k
Mts. auf dem Stadthaus,
Zim=
mer Nr. 47, zur Einſicht offen.
Darmſtadt, 30. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger. (24854mm
ie Erd=, Maurer=. Zimmer=
Eiſenkonſtruktions= und Grob=
ſchloſſer=Arbeiten, ſowie die
Träger=
lieferung (10000 kg) und die
Lie=
ferung von naturharten
Flach=
ſchienen (1500 lfd. m) für den
Er=
weiterungsbau der Stadtkaſſe ſollen
vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, 17. Dezbr. 1912,
vormittags 10 Uhr,
(25301im
einzureichen.
Darmſtadt, 9. Dezember 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Zementlieferung.
Die Anlieferung von
Portland=
zement für die ſtädtiſchen
Bau=
ämter ſoll verdungen werden.
Die Lieferungs=Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamte,
Zim=
mer Nr. 7, zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine
abgegeben.
Angebote ſind bis
Samstag, 28. Dezember I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(25398md
reichen.
Darmſtadt, 9. Dezember 1912.
Tiefbauamt.
Keller.
Montag, 16. Dezember ds. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen auf dem Odenwaldbahnſteig
des früheren Heſſiſchen
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bahnhofes in Darmſtadt —
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meiſtbietend verkauft werden.
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den vor Beginn der Verſteigerung
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bekannt gemacht.
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Einſtellung von Freiwilligen.
Die 2. Abteilung II. Torpedodiviſion in Wilhelmshaven ſtellt
am 3. Januar, 1. April und 1. Oktober 1913 4 jährig=Freiwillige als
Torpedo=Maſchiniſten=Anwärter ein, und zwar:
Maſchiniſten und Maſchiniſten=Aſſiſtenten von Dampfern und
im Betriebe befindlichen Dampfmaſchinen, ſowie junge Leute, die
eine 3 jährige Lehr= oder Arbeitszeit als Maſchinenbauer, Schloſſer,
Kupferſchmied, Elektrotechniker, Mechaniker, K empner, Keſſelſchmied
oder in ähnlichen Handwerken nachweiſen. Von dieſer Zeit darf ein
Jahr als Maſchiniſt oder Gehilfe zugebracht ſein.
Bewerber wollen ſich umgehend unter Vorlegen eines vom
Zivilvorſitenden der Erſatzkommiſſion des Aushebungsbezirkes
aus=
geſtellten Meldeſcheines zum freiwilligen Dienſt auf 4 Jahre lautend,
eines ſelbſtgeſchriebenen und ſelbſtverfaßten Lebenslaufes und
ſämt=
licher Schul= und Arbeitszeugniſſe evtl. Seefahrtspapiere an das oben
genannte Kommando wenden.
Zur Erlangung des Meldeſcheines ſind den Zivilvorſitzenden
der Geburtsſchein, die väterliche Einwilligung für eine 4 jährige
Dienſt=
zeit und ein polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen.
Bemerkung.
Die Aufnahme zum Maſchiniſten=Anwärter umfaßt:
1. Im Deutſchen: Einige Fertigkeit in mündlicher und
ſchrift=
licher Wiedergabe der Gedanken.
2. Im Rechnen: Die Grundrechnungsarten mit gewöhnlichen
und Dezimalbrüchen.
3. Im Zeichnen: Einige Kenntniſſe im Anfertigen von Skizzen
einfacher Maſchinenteile.
25372
Das 4. Dienſtjahr iſt beſtimmungsgemäß für den Beſuch einer
monatlichen, unentgeltlichen Maſchiniſten=Maaten=Schule (
Unter=
offizierſchule) vorgeſehen. Die mit Erfolg abgelegte Prüfung und die
erwieſene Brauchbarkeit als Torpedo=Maſchiniſten=Maat berechtigt
zum Beſitz des Seedampfſchiffmaſchiniſten=Patents III. Klaſſe.
Unsere Berufsräume
befinden sich von jetzt an
Mathildenplatz 8, I. Stock.
Dr. Fulda & Bendheim
Rechtsanwälte.
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Bekanntmachung.
Die Nachlaßverwaltung über das
Vermögen des verſtorbenen David
Wild von Eberſtadt wird
ange=
ordnet und der Großherzogliche
Gerichtsvollzieher i. P. Reibſtein
in Darmſtadt zum Nachlaßverwal
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Darmſtadt, 3. Dezember 1912.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
Nummer 292.
Vorträge.
— Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Am
Montag abend fand in dem dichtbeſetzten „Kaiſerſaal” der
erſte Lichtbildervortrag ſtatt. Herr
Schloſſermei=
ſter Jakobi, der erſte Vorſitzende des Vereins, begrüßte
die Anweſenden und dankte für ihr zahlreiches Erſcheinen.
Der Redner des Abends, Herr Malermeiſter Georg
Kraus, Vorſitzender der Ausflugskommiſſion, begrüßte
dann zunächſt die Vertreter der Firma Opel, die Herren
Rudolf Wittich und Prokuriſt Daum, ferner die Herren
Sturmfels, Knös und Falk, die als Vertreter des
Rüſſels=
heimer Heimat= und Ortsgewerbevereins erſchienen waren.
Ferner die Vertreter Heppenheims, Herrn Forſtmeiſter
Guntrum, als Vorſitzender des Verſchönerungsvereins
Heppenheim, den Direktor des Tonwerks, Herrn Körner,
und Herrn Seibert, Beſitzer des „Halben Monds”. An
Hand von herrlichen Bildern verſtand es der Redner, eine
vollſtändige Wiedergabe der beiden Beſichtigungen zu
ge=
ben. Die Wanderung von Nauheim über Mönchbruch,
geſchildert mit prachtvollen Naturgruppen, gaben ein
Zeug=
nis der guten Stimmung der Wanderer und wiederum
die Vorführung von Bildern des weltberühmten
Opel=
werks, mit ſeinen Werkſtätten und Betrieben, erläutert
durch Erklärungen, ein Zeugnis über den praktiſchen und
lehrreichen Teil eines ſolchen Ausflugs. Das Tonwerk
HHeppenheim mit Schilderung und Erklärung ſeiner ganzen
FFabrikation, gaben ein Bild des praktiſchen Teils dieſer
zweiten Beſichtigung. Die nun folgenden Bilder zeigten
das vielleicht am ſchönſten Punkte der Bergſtraße gelegene
Heppenheim mit ſeinen alten und neuen Bauwerken und
ſeiner Umgebung. Die Schilderung der Geſchichte dieſer
Stadt und die Erklärungen der Bilder vervollſtändigten
den Einblick in dieſen Teil unſeres engeren Vaterlandes.
Durch das liebenswürdige Entgegenkommen des Herrn
Profeſſors Geheeb, des Beſitzers der Odenwaldſchule bei
Ober=Hambach, konnte der Redner mit den nun folgenden
Aufnahmen ein Bild der Beſtrebungen und Ziele dieſer an
einem ſo wunderbar gelegenen Plätzchen des herrlichen
Odenwaldes erbauten Anſtalt geben. Prachtvolle
Auf=
nahmen der Lehrer mit ihren Zöglingen beim
Winter=
ſport ſchilderten die körperliche Erziehung in der friſchen,
freien Natur. Weitere Bilder aus dem Odenwald,
Land-
ſchaften, Trachten, heitere Gruppen mit launigen
Schilde=
rungen, ergötzten nun das Auge. Am Schluſſe ſeiner
Ausführungen angelangt, erſuchte noch der Redner alle
Naheſtehenden, dem Ortsgewerbeverein beizutreten, biete
er doch für den geringen Jahresbeitrag von 4 Mark
je=
dem Gewerbetreibenden eine Menge prattiſcher Anregungen
und auch dem Nichtgewerbler eine Fülle von
Intereſſan=
tem und Lehrreichem. Der Vorſitzende dankte dem
Vor=
tragenden für ſeinen überaus genußreichen Vortrag und
ſchloß mit der Bitte, ſich bei dem nächſten Vortrag wieder
ebenſo zahlreich einzufinden, die ſo harmoniſch verlaufene
Winterverſammlung. Einige ſofort erklärte
Eintritts=
erklärungen bildeten bereits den Erfolg des Abends. Den
Herren Photographen J. Magnus und Wilhelm Gerling,
die durch ihre vorzüglichen Aufnahmen den Vortrag ſo
nneigennützig unterſtützt haben, wurde der Dank des
Ver=
eins ausgeſprochen.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichung unter dieſer Ueberſchrift
über=
nimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung; für ſie
bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des Preßgeſetzes in
vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zum Frauenſtimmrecht.
Auf Veranlaſſung des Vereins für
Frauen=
ſtimmrecht hat in Darmſtadt eine der engliſchen
Stimmrechtsfrauen, ein Frl. Thyſſon, einen Vortrag
gehalten. Ich hätte es für richtiger gehalten, wenn man
jemand, der ſich zu den Roheiten der engliſchen
Wahl=
weiber bekennt, vor deutſchen Frauen nicht hätte ſprechen
laſſen; dazu wären mir die deutſchen Frauen zu gut
ge=
weſen, aber über den Geſchmack läßt ſich nicht ſtreiten, und
ſo will ich hierauf nicht weiter eingehen. Nach Frl. Th.
haben natürlich die böſen Zeitungen die Wahrheit
unter=
ſchlagen, übertrieben und gelogen; ferner zeigt nach ihr
der politiſche Kampf der Männer, der in England auf der
Straße getrieben werde, die gleichen Züge. Beides glaube
ich nicht. Aber ſelbſt, wenn beides zuträfe, was ware da=
mit bewieſen? Nichts. Die Meldungen der deutſchen
Zeitungen ſtammen aus engliſchen Zeitungen, und
die Untaten der Stimmrechtsweiber ſind derart, daß, ſelbſt
wenn dieſen engliſchen Zeugen Uebertreibungen
unter=
laufen wären, noch ſo viel übrig bleibt, was auf gemeine
Geſinnung und geſindelhafte Verwilderung ſchließen
läßt und daß man beſſer täte, ſich nicht auf Uebertreibungen
zu berufen. Auch die Berufung auf die Formen des
politiſchen Kampfes in England, falls dieſer wirklich
all=
gemein in ſolcher Geſtalt geführt würde, iſt hinfällig; denn
wenn ein anderer ſich unanſtändig benimmt, ſo iſt dies
für mich noch kein Grund, dies auch zu tun. Nein, ich
ſtimme völlig denen zu, die als richtige Antwort auf das
rüpelhaſte Benehmen der engliſchen Wahlweiber die
Prü=
gelſtrafe empfohlen haben. Dürfte man annehmen, daß
hinter dem Vorgehen der Stimmrechtsweiber eine
be=
trächtliche Zahl der engliſchen Frauen ſtünde, dann könnte
einem für die Zukunft des engliſchen Volkes bange
wer=
den. Wohltuend hebt ſich von dieſem Verhalten ab, was
eine deutſche Frauenrechtlerin, Fräulein Dr.
Ella Menſch, im Reichsboten über die Politiſierung der
Frau ſchreibt, und was deshalb zu allgemeinem
From=
men hier mitgeteilt ſei:
„Die geiſtige Reiſe der Frau muß ſo weit
vorſchrei=
ten, daß ſie ihr die Teilnahme mit der an das
Stimm=
recht gebundenen politiſchen Tätigkeit unterſagt. —
Die bisher beliebte Propaganda für die Politiſierung
der Frau ging und geht ſtets von dem Standpunkte aus,
daß es die Unmündigkeitserklärung der Frau bedeute,
eine Unterſchätzung der Menſchenwürde, wenn man ſie
nicht teilnehmen laſſe an den politiſchen Intereſſen und
Kämpfen der Nationen, daß ſie erſt dann ein freies, unter
eigener Verantwortlichkeit handelndes Geſchöpf ſein
werde, ſobald man ihr das aktive und paſſive Wahlrecht
zubillige. — Mit der geiſtigen Reife der Frau hat nun
ihre Beteiligung an politiſchen Geſchäften ſehr wenig zu
tun. Es unterliegt für den objektiv Urteilenden gar
kei=
nem Zweifel, daß beiſpielsweiſe die Frau, alſo die
Leh=
rerin, der die Jugenderziehung anvertraut iſt, ſo gut wie
der männliche Kollege eine Meinung haben und abgeben
kann über irgend eine Frage der inneren und äußeren
Politik. Nicht eine Angelegenheit des Intellekts, ſondern
eine Frage der Volksökonomie iſt die Einſtellung oder
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Nummer 291.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
Seite 13.
Richteinſtelung der Frau in den Wahlampf in das
poll=
ſtiſche Getriebe. Für die Familie wie für den
Staat, ſowie für ihr eigenes Glück muß die
Wollkraft der Frau erhalten bleiben. Sie
darf nicht Gefahren und Möglichkeiten ausgeſetzt ſein,die
dieſe Grundkraſt zerſplittern, ihr Nervenſyſtem
zermür=
ben. In die Arena des politiſchen Kampfes kann ſich
nur derjenige wagen, deſſen Seeleninſtrument mit
ſtar=
ken, widerſtandsfähigen Saiten beſpannt iſt. Denn dieſer
Kampf hat nachgerade eine Färbung angenommen, die
ihn nicht zuträglich erſcheinen läßt für die weibliche
Organiſation. Schon der vornehm geartete Mann muß
manchmal ſeinen ganzen Mut zuſammenraffen, um mit
Hintanſetzung ſeines perſönlichen Ehrgefühls den
An=
iwürfen und Verunglimpfungen, die ihn treffen können,
ſoder ihm gar mit Abſicht zugedacht ſind, Stand zu halten.
WWer wirkliche Achtung vor den Frauen hegt, wird ſie
inicht ohne zwingende Not in den politiſchen Parteihader
ſhineinzerren, etwa nue, um den numeriſchen
Machtzu=
wachs ſeiner Fraktion zu erhöhen.
In das Joch einer beſtimmten Partei geſchmiedet, die
ihnen (den Frauen), welchen Namen ſie immer tragen
mag, doch nie eine Führerrolle geben wird noch kann,
imüſſen ſie ſich immer mehr entfernen von dem Boden
eines unbefangenen Menſchentums, durch welches die
Frau bisher noch Ausgleich, Verſöhnung zwiſchen den
ffeindlichen Elementen zu ſchaffen, oder doch wenigſtens
ſanzubahnen vermochte. Bleibt ihr dieſe Kulturmiſſion
inicht erhalten, ſo ſinkt ihr Einfluß und vermindert ſich
ihre innere Freiheit. Kehrt ſich im Frauenleben der
Aus=
ſpruch der Antigone erſt um, heißt es: „Mit zu haſſen,
ſnicht mit zu lieben, bin ich da!” wird das Gemütsleben
der Frau verarmen, ohne daß ihr Intellekt dabei gewinnt.
Wei der größeren und leichteren Erregbarkeit der Frau
Kkann es nicht ausbleiben, daß ſie ſich auf das politiſche
Gebiet — iſt es ihr erſt einmal erſchloſſen — mit ganzer
leidenſchaftlicher Kraft wirft, und dieſe Kraft ihrem
Heimatboden, dem ſie zugute kommen ſollte, entzieht und
eingebildeten Enten nachjagt. Insbeſondere die
deut=
iſchen Frauen haben es nicht nötig, neidiſch nach jenen
Ländern zu blicken, die ſich zum Experiment des
Frauen=
ſtimmrechts entſchloſſen haben, denn die Anwartſchaft auf
eine höbere Kuktuſiuſe ewirdt ſch die Frau nicht durch
die Berechtigung, zur Wahlurne zu gehen und die
Stim=
men zu vermehren, die man wohl zählt, aber nicht wägt,
ſondern durch die Eigenſchaften, durch die es der Deutſche
erreicht hat, daß man, um das Wort eines Ameritaners
zu gebrauchen, unſer Vaterland das „Gewiſſen Europas”
nennt; oder wie der Franzoſe ſich ausdrückt: „Das große
Vernhaus Europas, bei dem die anderen Nationen in die
Schule gehen.‟ — Jetzt, wo Dank der geſteigerten
Bil=
dungsmöglichkeiten ſich aus dem Gros eine geiſtige
Frauenelite herauskriſtalliſiert hat, vermag dieſe ihr
Ge=
wicht in die Wagſchale der öffentlichen Meinung zu
wer=
fen und ihre Anſchauungen zur Geltung zu bringen.
Aber dieſe kleine Schar der Intelligenten gerät ſofort ins
Hintertreffen, ſobald aufgrund des allgemeinen, geheimen
und direkten Wahlrechts die Führerſchaft an ſolche
ge=
langt, die durch billige Schlagworte die Maſſen an ſich
feſſeln. — Die liberalen Wortführerinnen des
Frauen=
ſtimmrechts, die mit einer erſchreckenden, für ihre politiſche
„Reife” gerade kein glänzendes Zeugnis ablegenden
Kurzſichtigkeit den Aſt abſägen wollen, auf dem ſie ſich
dauernd behaupten können, haben die allergeringſten
Chancen, dabei zu gewinnen.”
— Auf das Eingeſandt in Nr. 291, betreffend den
Bericht über den Vortrag der engliſchen Suffragette Miß
Thyſſon, erwidere ich als einer der Diskuſſionsredner, daß
ſich die fragliche Dame vollſtändig mit den
verbrecheri=
ſchen Handlungen ihrer Kolleginnen einverſtanden
er=
klärt hat; ja, ſie ſogar als bewunderungswürdig hinſtellte.
Außerdem erklärte ſie, man dürfe Geſetze, die man für
ſchlecht halte, weil ſie nur von Männern gemacht worden
ſeien, übertreten. Es iſt und bleibt ein Makel, daß zu
dieſen Ausführungen die Mehrzahl der in der fraglichen
Verſammlung anweſenden Damen Beifall klatſchte, ja
ſie ſogar verteidigte. Es ſei ihnen das zugerufen, was
ich in der Diskuſſion ſagte: „Der Herr vergebe ihnen,
denn ſie wiſſen nicht, was ſie tun.” Man muß ihnen
zu=
gute halten, daß viele Damen ſich nicht klar bewußt
waren, daß ſie mit ihrem lebhaften Applaus dem
rein=
ſten Anarchismus zuſtimmten. Der Verein für
Frauentimmecht distrebitiert ſich durch Herbeizitierumg
ſolcher engliſchen Stimmrechtsweiber in ſtärkſtem Maße.
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Verlag von Walther Fiedler in Leipzig. Es iſt eine
luſtige Sammlung humoriſtiſcher Denk= und
Phantaſie=
ſpiele, Scherzfragen, Aufſitzer, Figurenwitze, Rebuſſe.
ſpaßiger Variationen uſw. von Wilhelm Buſch, Adolf
Oberländer, E. Harburger, Wilhelm Diez, Max Heider,
Carl Reinhardt und anderen bedeutenden Künſtlern und
ſteht unter den überhaupt vorhandenen, gewiß nicht
vie=
len Beſchäftigungs= und Unterhaltungsbüchern ſchon
wegen ſeiner 300 künſtleriſchen Bilder ganz einzig da.
Alle hier geſammelten Beluſtigungen des Verſtandes und
Witzes erfordern auch nicht das kleinſte und einfachſte
Hilfsmittel, nicht einmal Papier und Feder, ja ſie ſetzen
auch nicht die Geſellſchaft anderer voraus. Für die
Fa=
milie, für Unterhaltung von Kindern wird ſich kaum
etwas Geeigneteres finden laſſen.
— „Eigenmächtig geſchieden” von El
Ner=
car. In dieſem neueſten Roman werden die Erlebniſſe
zweier Eheleute geſchildert, die, nachdem ſie den Irrtum
ihrer Ehe eingeſehen, ohne große Phraſen und Sentiments
wieder auseinandergehen, um ſpäter in einer neuen Ehe
neues Glück zu finden, ohne ſich einer vorhergehenden
geſetzlichen Scheidung zu unterwerfen. Nach Jahren
ſehen ſie ſich wieder, aber bleiben auch jetzt, als moderne
Menſchen, Herren der Situation. Die Verfaſſerin verſteht
flüſſig zu plaudern, liebenswürdig zu erzählen, ohne
er=
müdend zu wirken und hält den Leſer bis zum letzten
Wort in Spannung. Da das Buch der Unterhaltung
ge=
widmet iſt, vermeidet ſie klüglich, ſich in langſchweifige
pſychologiſch=philoſophiſche Erörterungen zu ergehen.
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Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
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14)
Lächelnd blieb Margareta da ſtehen und beobachtete
lleinige Sperlinge, die ſich mit einem Buchfinken lärmend
um ein Stück Brot zankten. Beim Weitergehen machte
ſie dann einen kleinen Bogen, um die Vögelchen nicht zu
verſcheuchen. Plötzlich ſah ſie ſich einem Herrn gegenüber,
der ſie groß anſah. Wie magnetiſch angezogen, ruhten
beider Augenpaare ineinander, und ſie erkannte in dem
Manne den Helden des geſtrigen Abends — Tannhäuſer,
Ernſt Brand! Er hatte auch beim nüchternen Licht des
Lages nichts verloren in ſeiner feſſelnden, intereſſanten
Erſcheinung. Heftig klopfte ihr Herz ob dieſer
unver=
niuteten Begegnung, und ſie konnte es ſich nicht verſagen,
ſich nach einer Weile an einer Wegbiegung umzuſehen
und da ſtand er noch immer und ſah ihr nach!
Sie häte weinen können vor Scham — — ſie,
Mar=
gareta von Löwen, die noch nie nach einem Manne
ge=
blickt — was mußte er denken!
In der Unterrichtsſtunde nachher war ſie etwas
zer=
ſtreut, und ſie mußte ſich Mühe geben, aufmerkſam zu
ſein, denn Meiſter Böttge war ſehr ſtreng und ließ nicht
den kleinſten Fehler ungerügt.
Eigentlich hatte ſie es gar nicht mehr nötig,
Unter=
richt zu nehmen; doch war ihr die Stunde eine liebe
Ge=
wohnheit, und außerdem tat ſie ein gutes Werk; denn
das Stundengeld war ihrem Lehrer eine hochwillkommene
einahen, Dieſer ioer der erſe oſthrnmeſern der
Hoftheaterkapelle und ein genialer Künſtler, der ganz
begeiſtert von ihrem allerdings ungewöhnlichen Talent
war.
Die Welt könnten Sie ſich erobern, Fräulein von
Löwen, eine zweite Tereſina Tua werden, ſagte er
manch=
mal.
O, ſo ehrgeizig bin ich aber gar nicht; mir genügt,
wenn mein lieber Papa ſich an meinem Spiel erfreut —
lachte ſie.
Sie kannte den Wunſch ihres Lehrers, ſie durchaus in
die Oeffentlichkeit zu bringen, wovon ſie aber gar keine
Meinung hatte.
Aber ſchade, ewig ſchade iſt es doch, knurrte er. Er
konnte es kaum verwinden, daß das glänzende Talent ſo
unbeachtet und unbekannt aufwuchs; ſeiner Anſicht nach
hätte ſie es getroſt mit Großen in ihrer Kunſt aufnehmen
können.
Dieſes holdſelige Geſchöpf hatte ſich mit ſeiner
ſon=
nigen Liebenswürdigkeit förmlich in ſein Herz
geſchmei=
chelt — er hätte ihren Kopf in ſeine Hände nehmen und
ſie auf die ſüßen Guckerl küſſen mögen, ſo gut war er
dem Mädel, wie er ſagte — Gefahr wäre ja nicht dabei,
denn er hätte ſehr wohl ihr Vater ſein können!
Na, Fräulein von Löwen, wie hat’s Ihnen denn
geſtern abend im Theater gefallen? fragte er, indem er
ihr die Noten auf dem Pult zurechtſtellte, während ſie
die Violine aus dem Kaſten nahm und ſtimmte.
8, ſen gut es wer en ſhne Baſckung, die
mich voll befriedigte!
Ja, das glaube ich — Spaß bei ſolchem Tannhäuſer!
Was ſagen Sie denn zu unſerem neuen Tenor? Das
nennt man Stimme! So was habe ich hier noch nicht
er=
lebt!
Gretchen lauchte auf — hier war eine Quelle, von
der ſie, wenn ſie wollte, über den Künſtler Näheres
er=
fahren konnte.
Wo war er vordem engagiert? fragte ſie.
In Hannover. Ich taxiere, er hat ſicher eine Zukunft,
und wundere mich überhaupt, daß er noch nicht „entdeckt”
iſt — — doch hab’ ich ſchon auch weltbekannte Sänger
gehört, die froh wären, dieſe Stimme zu beſitzen! Ex
hatte ſich aber im Anfang ſeiner Laufbahn durch einen
dummen Kontrakt für viele Jahre an eine nicht große
Bühne gebunden, wie er mir ſagte. Na, er iſt ja noch
jung — mit ſeinen zweiunddreißig Jahren ſteht ihm die
Welt offen! — Herrgott, wenn ich noch mal ſo n junger
Kerl wäre — ich würd’s anders anfangen — ich habe
den richtigen Anſchluß verpaßt! Ja, ja, man wird aber
erſt klug, wenn man vom Rathauſe kommt —
Gretchen lachte und fing dann an zu ſpielen und
ſo=
fort waren beide bei der Sache.
Sie kannte die Lebensgeſchichte ihres Lehrers, der
ſehr früh geheiratet hatte und acht lebende Kinder ſein
eigen nannte. Durch die häuslichen Sorgen hatte ſich ſein
Talent nicht ſo entwickeln und den Erfolg haben können,
wie er es ſich wohl gedacht. So ſchlug er ſich recht und
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
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ſchlecht durch, ſo gut es eben ging. Er erteilte viel
Pri=
vatunterricht, und Margarete von Löwen war ſeine
be=
gabteſte Schülerin, die ihn ſehr verehrte und den euten
Kern in der etwas derben, rauhen Schale erkannt hatte.
In einer Pauſe fing er wieder von dem Tenor an,
der ihn ſichtlich intereſſierte.
Na, ich glaube, Brand wird allen Weibern hier die
Köpfe verdrehen, bemerkte er in ſeiner urwüchſigen Weiſe.
„So einen gänzlich unverheirateten Tenor hat’s lange
nicht gegeben! Und dabei iſt er ein lieber, fideler Kerl.
Wir haben geſtern nach der Vorſtellung noch bei Leiſtner
gekneipt — man mußte doch den Erfolg begießen. Er
ſprach weiter, und mit dem größten Intereſſe lauſchte
Mar=
garete. Für ſie hatte auch das Geringfügigſte Bedeutung,
was ihn betraf. —
Wenn ſie an den Blick dachte, mit dem er ſie
ange=
ſehen, durchſchauerte es ſie. Was hatte er für ſeltene,
feurige Augen, in bläulichem, ſtahlfarbenem Glanze
ſchim=
mernd — tief war ſein Blick in ihr Herz gedrungen!
Im=
mer ſah ſie ſein ſtolzes, ſchönes Geſicht vor ſich; ſie wurde
es nicht aus der Erinnerung los, trotzdem ſie ſich zwang,
nicht weiter an ihn zu denken.
Sie war ſich ſelbſt ein Rätſel geworden.
3. Kapitel.
Margareta hatte öfter Gelegenheit, Ernſt Brand zu
ſehen. Wenn ſie Beſorgungen hatte, traf ſie ihn häufig
durch die Straßen ſchlendernd, ſeinen Hund, einen echten
Foxterrier, bei ſich, um den er ſehr bemüht ſchien.
Und Brand erkannte ſie auch wieder, wie ſie wohl
merkte. Und jedesmal klopfte ihr Herz, und ſie fühlte,
weſe nutr den langen Dlic, den er auf ſie beſte,
errötete. Darüber war ſie unglücklich; aber es war ihr
eigen, dieſes häufige, plötzliche Erröten, wogegen ſie nichts
tun konnte.
Wie eine Befriedigung war es ihr, wenn ſie ihn
ge=
ſehen, und doppelt heiter und froh geſtimmt kam ſie dann
nach Hauſe, mit ihrer lerchenhaften Fröhlichkeit den
ge=
liebten Vater erfreuend.
Wenn ſie nichts anderes vorhatten, mußte Gretchen
dem Vater nach dem Abendbrot etwas vorſpielen oder
vorleſen. Frau Claudia lag währenddeſſen bequem in
einem Schaukelſtuhl wie ein faules Kätzchen — und
lang=
weilte ſich rechtſchaffen dabei. Denn, was die Lektüre
der beiden ausmachte, war einfach lächerlich — meiſtens
wiſſenſchaftliche Werke, auch viel über die deutſchen
Ko=
lonien, für wielche der Major eine rege Anteilnihme
hatte.
Und Gretchens Vortrag merkte man an, daß ſie mit
Luſt und Liebe und auch Verſtändnis bei der Lektüre
war, die ſonſt eigentlich dem Gedankenkreis junger
Mäd=
chen ihres Alters ſehr fern lag. — War ihr etwas nicht
recht verſtändlich, fragte ſie den Vater um Erklärung, die
ihr dieſer in gütiger, erläuternder Weiſe gab.
Was für Vater und Tochter die Quelle reinen
Ge=
nuſſes war, wurde auf die Dauer für Frau Claudia zur
drückendſten Langeweile. Sie fühlte ſich unbehaglich,
wenn ſie zu Haus bleiben mußte — ſie mußte Geſelligkeit
um ſich haben mehr, immer mehr, damit auch die
auälen=
den Gedanken in ihr nicht überhand nahmen — denn ſeit
ſie Ernſt Brand geſehen, war es wie eine Unraſt über ſie
gehnmen. Be nachten ſchzn ihr ſelnt Des mit
die brennende Frage, die ſie bewegte, und mit Bangen,
aber auch mit Sehnen ſah ſie dem Augenblick entgegen,
in dem ſie ſich treffen würden.
Vielleicht war er vernünftig und betrachtete jene
An=
gelegenheit jetzt in milderem Lichte — wenn ſie nur erſt
eine Ausſprache mit ihm gehabt hätte!
Bisher hatte man ihn im Theater noch nicht wieder
gehört; in den „Luſtigen Weibern von Windfor” und in
„Martha” war er nicht beſchäftigt geweſen. Für
über=
morgen aber ſtand „Lohengrin” im Spieplan verzeichnet
— eine Glanzrolle von ihm! Dann würde ſie ihn endlich
wieder ſehen und hören!
Aber auch Gretchen freute ſich ſehr auf den Abend
und ſie konnte die Zeit bis dahin kaum erwarten.
An dem Vormittag dieſes Tages hatte ſie wieder
Unterricht. Auf dem Wege zu ihrem Lehrer wurde ſie
aufgehalten; ein junger Offizier begegnete ihr, der ſofort
ſtehen blieb.
Ah, guten Morgen, gnädiges Fräulein, noch immer
fleißig? Wollen Sie noch immer mehr lernen?
Er ſtrahlte über das ganze hübſche Geſicht und
hiel=
ihre Hand, die ſie ihm freundlich gereicht, wohl länger
als nötig in der ſeinigen. Etwas haſtig, entzog ſie ihm
aber dieſelbe; denn in dieſem Augenblick ging geradt
Ernſt Brand an ihnen vorüber, der einen erſtaunten Blicl
auf die beiden heftete. Dieſe wechſelten noch einige Worte,
und der Offizier begleitete Gretchen bis zur Wohnung
des Konzertmeiſters, nachdem er ſie um die Erlaubnis
dazu gebeten hatte.
(Fortſetzung folgt.
Nummer 292.
ebhanaf
11. Dezember 1912.
Seite 21.
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Seite 24.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
Nummer 292.
ist das Dokument
Luftfahrt.
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Leipziger Automobil=Klubs abgehaltenen Sitzung. Der
Klub will rein ſportliche Intereſſen pflegen und jährlich
etwa 20 Flieger ausbilden, die bereit ſind, ſich dem
ge=
planten deutſchen Freiwilligen=Korps zur Verfügung zu
ſtellen. Zur Ausbildung dieſer Flieger ſoll eine Anzahl
von Flugmaſchinen erworben werden.
sr. Eine erhebliche Vergrößerung der
italieniſchen Luftflotte iſt zurzeit in die Wege
geleitet worden. Nachdem erſt kürzlich eine größere Zahl
von heimiſchen Apparaten vom italieniſchen
Kriegsmini=
ſterium in Auftrag gegeben worden war, ſind jetzt
wei=
ter rund 100 neue Apparate beſtellt worden, die nach dem
Syſtem Bleriot, Farman, Nieuport und Briſtol gebaut
werden ſollen. Allmählich iſt auch die Bildung von
kom=
pletten Flugzeuggeſchwadern zu je 6 Apparaten in
Aus=
ſicht genommen. Dieſe neuen Beſtellungen ſcheinen darauf
hinzuweiſen, daß man in dem Tripolisfeldzuge mit den
Flugzeugen doch recht gute Erfahrungen gemacht hat.
sr. Einen neuen Angriff auf den
Höhen=
weltrekord für Flugmaſchinen unternahm der
franzöſiſche Aviatiker Garros, der ſich zurzeit in Tunis
aufhält, an den beiden letzten Tagen. Während es
Gar=
ros am Samstag nur gelungen war, eine Höhe von 2000
Metern zu erreichen, ſtieg er am Sonntag zu
beträcht=
lichen Höhen empor, mußte ſich aber zur Umkehr
ent=
ſchließen, als er 4000 Meter erreicht hatte. Zwiſchen dem
Boden und dieſer Höhe hatte Garros einen Temperatur=
unterſchied von 34 Grad zu überwinden, was die
Leiſt=
ung ſeines Motors auch ungünſtig beeinflußt haben
mag. Garros wird ſeine Verſuche wiederholen, und er
hofft beſtimmt, demnächſt den bisherigen Weltrekord von
Legagneux von 5700 Metern zu überbieten.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Rudern. Die erfolgreichſten Ruder=
Vereine der diesjährigen Saiſon ſind der
Ruder=Verein „Wratislawia‟=Breslau, der Mainzer
Ruder=Verein und der Ludwigshafener Ruder=
Verein. Dieſe drei Vereine gewannen auf den offenen
Verbandsregatten insgeſamt 66 Rennen; der Sieg der
Ludwigshafener in Stockholm iſt mitgerechnet.
Berück=
ſichtigt man, daß von dem Viertelhundert Groß=Berliner
Vereinen, die ſich an Regatten beteiligten, 15 Vereine
ins=
geſamt nur rund 50 Rennen gewinnen konnten, ſo wirkt
das ungleiche Verhältnis ſehr überraſchend. Den
Re=
kord des „Jahres mit 28 Preiſen hat „Wratislawia”
er=
reicht, der hiermit auch den bisherigen des Mainzer
Ruder=Vereins mit 27 Preiſen drückte. Es folgen der
Mainzer Ruder=Verein mit 20 und der Ludwigshafener
Ruder=Verein mit 18 Preiſen. Bei „Wratislawia” ſtellt
ſich das Ergebnis deshalb ſo günſtig, weil ihm bei den
Regatten in ſeiner Heimat eine ebenbürtige Konkurrenz,
beſonders in der erſten Klaſſe, nicht entgegengeſtellt
wer=
den konnte, ſo daß der Verein dort 12 Rennen gewann,
darunter 5 erſtklaſſige Konkurrenzen im Alleingang. Der
bewährte Trainer Zimmer, der im vergangenen Jahre
den Berliner Ruder=Verein trainierte, hat in allen
Klaſſen hervorragende Mannſchaften hervorgebracht, die
zum Teil im Skull= und Riemenboot (Stahnke, Scholz,
Furthmann, John) gleichzeitig ihre Kunſt beſtens
ver=
ſtanden und überraſchende Erfolge erzielten. Unter den
28 Preiſen befinden ſich auch ein Herausforderungspreis
des Kaiſers, den der Verein endgültig auf der Regatta
in Breslau gewonnen hat, ferner zwei”Wanderpreiſe des
Deutſchen Ruder=Verbandes (Stettin und Breslau),
ſo=
wie der für die Dresdener Regatta von den
Kommerzien=
räten Spindler geſtiftete Herausforderungspreis, die
ſämtlich in Vierern gewonnen wurden. Stahnke gewann
außer mehreren Rennen im Riemenboot und
Doppel=
zweier vier erſtklaſſige Skiffrennen, darunter den Großen
Einer in Berlin=Grünau, den Oder=Pokal in Breslau
und den Preis der Stadt Stettin. Er ſchlug zweimal den
berühmten Skuller Dr. von Gaza=Berlin. Die 28
Er=
folge von „Wratislawia” wurden in allen
Rennboot=
typen erfochten; es entfallen auf Berlin 3, Breslau 12,
Dresden 5, Stettin 4 und Hamburg 4 Siege. Beim
Main=
zer Ruder=Verein war es in erſter Linie die
hervor=
ragende Kaiſer=Mannſchaft Falk, Minthe, Cordes und
Eismayer, ſowie der Skuller Hoffmann, die auf acht
Re=
gatten von Sieg zu Sieg eilten. Der vorzügliche
Hoff=
mann, der gleich Stahnke auch im mehrrudrigen Boot
erfolgreich war, gewann außerdem noch 6 Rennen im
Skiff; als erſtes die Meiſterſchaft vom Rhein und als
letz=
tes die Meiſterſchaft von Deutſchland. Den Rheinpokal
in Mainz, den Preis von der Gerbermühle in
Frank=
furt a. M. und den Alſter=Pokal in Hamburg eroberte er
ebenfalls, außerdem noch das erſtklaſſige Einer=Rennen
in Straßburg i. Elſ. Die Kaiſer=Mannſchaft war nach
ihrer Niederlage im Grünauer Kaiſer=Vierer und Vierer
ohne Steuermann ſiegreich in Mainz (Wanderpreis des
Deutſchen Ruder=Verbandes) gegen die Ludwigshafener
Mannſchaft, desgleichen in Frankfurt a. M. im Verbands=
Vierer. Ferner gewann ſie auch den Wanderpreis des
Deutſchen Ruder=Verbandes in Duisburg=Ruhrort und
auf der Deutſchen Meiſterſchaft=Regatta den Vierer. Im
Achter war die Kaiſer=Mannſchaft in der zweiten Hälfte
der Saiſon noch beſſer, denn ſie ſiegte im Verein mit der
ebenfalls erfolgreichen zweiten Senioren=Mannſchaft auf
der Mainzer Regatta im Alleingang, dann in
glänzen=
dem Stile im Frankfurter Germanen=Achter, ſowie im
Statthalter=Achter in Straßburg. Beim Ludwigshafener
Ruder=Verein ſind Hermann Wilcker und Otto Fickeiſen
die Helden, die im Zweier 5 Rennen gewannen und
ge=
meinſam mit ihren beiden gleichfalls berühmten
Kame=
raden Arnheiter und Rudolf Fickeiſen genau ein Dutzend
Rennen im Vierer mit und ohne Steuermann eroberten,
darunter den koſtbaren Grünauer Kaiſer Friedrich=Preis
und die Goldene Medaille auf der Stockholmer
Olym=
piade. Auch Wander= bezw. Herausforderungspreiſe des
Kaiſers, der Großherzöge von Heſſen und Baden, ſowie
vom Deutſchen Ruder=Verbande befinden ſich unter den
Trophäen. Die deutſche Meiſterſchaft im Vierer konnte
die Mannſchaft nicht wiedergewinnen, weil ſie wegen=
Kolliſion mit dem Mainzer Ruder=Vrein ausgeſchloſſen
wurde. Von den übrigen Mannſchaften des
Ludwigs=
hafener Ruder=Vereins vermochte nur eine Junior=
Mann=
ſchaft in Straßburg ein Anfänger=Rennen zu gewinnen.
* Fußball. Der Fußball=Städtekampf
London=Paris wurde in Paris entſchieden und
brachte, wie vorauszuſehen war, der Londoner Elf mit
2.0 einen Sieg über die Franzoſen.
* Lawn=Tennis. Die engliſche Lawn=
Ten=
nis=Mannſchaft, die vor kurzem in Melbourne
eine repräſentative auſtraliſche Mannſchaft im
Entſcheid=
ungsſpiel um den Davis=Cup abfertigen konnte,
abſol=
viert jetzt im Anſchluß an dieſen Kampf eine Tournee
durch Auſtralien. Die Engländer ſetzten ihren
Sieges=
zug fort und gewannen in Sydney gegen ein auſtraliſches
Team ſämtliche Spiele. In den beiden Einzelſpielen
ſiegten Lawſon mit 614, 6:8, 622 gegen Johnen und
Dixon mit 5.7, 622, 644 gegen Rice. Im Doppelſpiel
triumphierten Parke=Lawſon mit 7:5, 9111, 64 über
Joh=
nen=Wright.
* Radrennen. Beginn des New=Yorker
Sechstage=Rennens. Das New=Yorker Sechstage=
Rennen hat in der Nacht vom Sonntag zum Montag
ſeinen Anfang genon ien. Es ſtellten ſich 12 Uhr nachts
in der ſehr ſtark beſuchten Halle am Madiſon=Square=
Garden folgende Mannſchaften dem Starter: Rütt=
Fog=
ler, Cramer=Moran, Root=Hehir, Clark=Hill, Grenda=Pyez
Collins=Drébach, Walthour=Cameron, Ryan=Thomas=
Wels=Walker, J. Bedell=Mitten, Lawrence=Magin, Lofs
tes=(?). Fünf Minuten nach Mitternacht wurde der
Start=
ſchuß abgegeben. Der Franzoſe Berthet übernahm
ſo=
fort die Spitze und führte in äußerſt ſcharfem Tempo=
Nach Ablauf der erſten Stunde ſind nicht weniger wie
41,030 Kilometer zurückgelegt. Nach Ablauf der zweiten
Stunde haben die Konkurrenten dank der aufopfernden
Führung des einzigen deutſchen Teilnehmers, Rütt,
80 770 Kilometer bewältigt. Die üblichen Stürze blieben
in den erſten Stunden nicht aus, doch blieben die
Favo=
riten=Mannſchaften davon verſchont und auch die
ande=
ren zogen ſich keine nennenswerten Verletzungen zu. Um
5 Uhr morgens hat das Feld 205,626 Kilometer in
fol=
gender Reihenfolge bedeckt: Kramer, Rütt, Berthet, Root,
Drobach, Perchicot, Hill, Grenda, Cameron, Ryan, Suter,
Mitten, Wells, Loftes und Lawrence. Nach Verlauf von
acht Stunden ſind von dem unveränderten Felde 304,60
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Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
Zweite Kammer der Stände.
39. Sitzung.
St. Darmſtadt, 10. Dezember.
Die Zweite Kammer trat heute vormittag zu einer
der Erledigung dringlicher Angelegenheiten gewidmeten
Tagung zuſammen.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach, Exz.,
Geheimerat Dr. Beſt, Miniſterialrat Hölzinger,
Miniſterialrat Kratz, Legationsrat Dr. Neidhart,
Oberregierungsrat Graef.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 10½ Uhr
mit kurzer Begrüßung nach der mehrmonatigen Pauſe.
Die Aufgabe der gegenwärtigen Tagung ſoll neben der
Erledigung kleinerer Gegenſtände der Verabſchiedung
verſchiedener Regierungsvorlagen dienen, die am 1.
Ja=
nuar 1913 in Kraft treten ſollen. Die große Tagung im
An=
fang des nächſten Jahres müſſe frei bleiben für die
großen Aufgaben, die der Kammer harren in der
Etats=
erledigung und Beſoldungsordnung. Man teitt dann in
die Tagesordnung ein. Der dringliche Antrag Adelung
und Gen., betr. die Beſoldungsordnung, wird auf Antrag
des Abg. Fulda für heute abgeſetzt.
Mit der Regierungsvorlage, Entwurf eines Geſetzes,
die Ausführung der landwirtſchaftlichen
Unfallverſicherung
betr., wird der Antrag der Abgeordneten Senßfelder und
Gen., Abführung der Beiträge zur land= und
forſtwirt=
ſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaft betr., mit beraten. Zur
Generaldebatte ergreift niemand das Wort. In der
Ein=
zelberatung werden die Artikel 1 bis 4 nach den Anträgen
des Ausſchuſſes angenommen.
Zu Artikel 5, in dem der Ausſchuß vorſchlägt, ſtatt
durch die Kreistage die Mitglieder und deren
Stellver=
treter durch die Verſammlung des
Landwirtſchafts=
kammerausſchuſſes der einzelnen Provinzen wählen zu
laſſen und zwar dergeſtalt, daß für jeden Kreis aus dem
Kreiſe je ein Mitglied und je ein Stellvertreter gewählt
werden, regt Abg. Adelung an, auch den
Handels=
gärtnern, die meiſt nicht der Landwirtſchaftskammer
ange=
hören, eine Vertretung zu ermöglichen durch
Erweiter=
ung des Ausſchuſſes um 1—3 Mitglieder, die aus den
Kreiſen der Handelsgärtner gewählt werden. — Abg.
haupt die Faſſung dieſes Artikels, da er es für richtiger
hält, die Vertreter nicht durch die
Landwiriſchafts=
kammerausſchüſſe, ſondern durch die
Landwirtſchaftskam=
mern ſelbſt wählen zu laſſen. Er bittet, die
Beſchluß=
faſſung über dieſen Artikel auszuſetzen, bis die Regierung
eine neue Faſſung vorſchlägt. — Die Abgg. Reh und
Korell widerſprechen dem aus rechtlichen und praktiſchen
Gründen und bitten um Annahme des Ausſchußantrages.
Miniſterialrat Hölzinger: Der Abg. Bähr hat
in=
ſofern recht, daß die Wahlen nicht zu den geſetzlich
feſtge=
legten Aufgaben der Landwirtſchaftskammerausſchüſſe
ge=
hören; wenn aber heute durch Spezialgeſetz vorgeſehen
wird, daß die Ausſchüſſe die Wahlen vornehmen ſollen,
ſo iſt das durchaus zuläſſig.
Abg. Adelung bittet ebenfalls, den Artikel 5
abzu=
ſetzen, um dem Ausſchuß nochmals Gelegenheit zur
Be=
ratung zu geben.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
Exz.: Es iſt nichts dabei zu erinnern, daß, wie der Antrag
Adelung es will, den Handelsgärtnern ebenfalls eine
Vertretung geſchaffen wird, und daß, wenn der Antrag
Adelung formuliert wird, dieſer nochmals in dem
Aus=
ſchuß beraten wird. Doch kann ſich die Regierung damit
nur einverſtanden erklären, wenn unter allen Umſtänden
das Geſetz ſpäteſtens morgen verabſchiedet wird.
Der Zurückverweiſungsantrag wird nach kurzer
Ge=
ſchäftsordnungsdebatte angenommen.
Der Artikel 6 wird auf Antrag des Abg. Reh
ebenfalls abgeſetzt, um mit dem Artikel 5 zuſammen
er=
ledigt zu werden. Artikel 7 wird angenommen. — Zu
Artikel 8 lautet der Abſatz 2: Der Vorſtand der
Ge=
noſſenſchaft beſteht aus einem Vorſitzenden und fünf
Mit=
gliedern. Der Vorſitzende und ſein Stellvertreter werden
„nach Anhörung” der Genoſſenſchaftsverſammlung
von Unſerem Miniſterium des Innern ernannt. Die aus
Mitteln der Genoſſenſchaft etwa zu zahlenden
Vergüt=
ungen ſetzt der Genoſſenſchaftsvorſtand feſt. — Abg. Beſt
beantragt, hierzu anſtelle „nach Anhörung” zu ſetzen „mit
Zuſtimmung”. Er begründet den Antrag im
Weſent=
lichen damit, daß die Stelle, die die Koſten zu tragen hat,
auch über die Wahl zu beſtimmen haben muß. — Abg.
Bähr ſtimmt dem zu; er geht ſogar noch weiter und
be=
antragt, daß die Genoſſenſchaftsverſammlung ſelbſt
wäh=
len ſoll. — Der Artikel wird nach weiterer kurzer Debatte
ebenfalls ausgeſetzt.
Artikel 9 wird angenommen. — Zu Artikel 10 be=
Bähr unterſtützt dieſe Anregung und beanſtandet über= antragt Abg. Henrich, dem Hilfsperſonal ebenfalls
Staatsdienſtcharakter zu verleihen.
Miniſter des Zunem von Homberg! zu Bach
Exz. weiſt darauf hin, daß durch die Beſtimmungen des
Art. 978 geſetzlich feſtgelegt iſt, daß die Verhältniſſe der
in Frage ſtehenden Beamten nach dem
Genoſſenſchafts=
geſetz — es hängt dies mit der Selbſtverwaltung der
Ge=
noſſenſchaften zuſammen — durch eine Dienſtordnung zu
regeln ſind. — Der Antrag wird dann angenommen.
Ebenſo ohne Aenderung die Artikel 11 und 12.
Zu Artikel 13 macht Abg. Lutz längere
Ausführ=
ungen, in denen er eine ſchärfere ärztliche Kontrolle, bezw.
Aufſicht, fordert, und auch die Beitragsumlegung,
beſon=
ders in den Gefahrenklaſſen, beanſtandet, doch wollte er für
die Faſſung ſtimmen, da ſie vorausſichtlich keine dauernde
ſein wird, ſondern in abſehbarer Zeit einer Reviſion
unter=
zogen wird. — Abg. Raab ſtimmt dieſen letzten
Bean=
ſtandungen zu, widerſpricht aber der Anſicht des
Vorred=
ners, daß gute Aerzte Unfallkranke länger krank
füh=
ren, als es notwendig iſt. — Miniſterialrat Hölzinger
weiſt darauf hin, daß die Gefahrenklaſſen nach dem Geſetz
zum erſten Male in 2 Jahren und dann regelmäßig von
5 zu 5 Jahren revidiert werden müſſen. Im übrigen
müſſe auch er widerſprechen, daß die ärztliche Aufſicht
nicht=
ſcharf genug iſt.
Der Präſident gibt dann Kenntnis von einem Antrag
des Abg. Finger, nach dem Kontrollärzte anzuſtellen
ſind, die die Rentenempfänger zu überwachen, reſp. deren
Rentenempfangsberechtigung zu prüfen und zu
kontrollie=
ren haben.
Abg. Reh beſtätigt, daß die Berufsgenoſſenſchaft
ſtreng und gerecht verfährt in der Zumeſſung der Renten.
Daß Simulanten vorkommen, iſt wahr, aber das ſind nur
Ausnahmen und daraus iſt den Berufsgenoſſenſchaften
kein Vorwurf zu machen. Redner bittet, den
Ausſchuß=
antrag anzunehmen.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach=
Exz.: Die Regierung muß ſich dem Antrag Finger
gegen=
über ablehnend verhalten. Es bedeutet ja einen
direk=
ten Angriff gegen die Berufsgenoſſenſchaften, wenn man
ſie noch durch „Kontrollärzte” überwachen laſſen wolle.
Abg. Buſold ſpricht ſich beſonders ſcharf gegen den
Antrag aus. Die Kontrolle ſei ohnehin ſcharf
genug=
durch die Kreisärzte. — Abg. Lutz begründet nochmals
ſeine Anſtände, die lediglich darin begründet ſind, daß
die Beiträge der landwirtſchaftlichen Betriebe als zu
hoch=
empfunden werden, und da das landwirtſchaftliche
Grund=
kapital nur mit höchſtens 2½ Prozent rentiert, man alles
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Nummer 292.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Dezember 1912.
Seite 31.
deren Ausführungen der Abgg. Raab und Lutz ſchließt
die Debatte. Der Artikel 13 wird in der Faſſung der
Regierungsvorlage angenommen, der Antrig Finger
abgelehnt.
Die Artikel 14, 15, 16, 17, 18, 19, 19a, 20, 21, 22, 28,
24, 25, 26, 27 werden angenommen in der Faſſung
der Ausſchußanträge. Artikel 28 wird ausgeſetzt.
Es folgt Beratung der Regierungsvorlage, die
Ab=
änderung des Geſetzes vom 6. Auguſt 1902 über
die Landeskreditkaſſe
betreffend. Eine allgemeine Beratung wird nicht
ge=
wünſcht. In der Spezialberatung zu Artikel 1 führt Abg.
Dr. Oſann aus, er begrüße die Vorlage, die den
unge=
ſunden Güterhandel unterbinden ſoll. Er bitte die
Re=
gierung, doch einmal eine umfaſſende Ueberſicht über die
tandwirtſchaftlichen Verhältniſſe im Großherzogtum Heſſen
zu geben, insbeſondere darüber, wie weit der Güterhandel
in Heſſen um ſich gegriffen, und welche Folgen er gezeitigt
hat. Eine ſolche Ueberſicht iſt ſeit Anfang der 80er Jahre
nicht gegeben worden. Schon 1908 iſt eine Beſtimmung
erlaſſen, die den freien Güterhandel einſchränken ſollte,
doch ſei dieſe Beſtimmung in der Praxis faſt unwirkſam
geworden, da die gewerblichen Güterhändler ſie ſehr
ge=
ſchickt umgingen. Bei den Gerichten hat man keinen
An=
ſtand genommen, Verträge, die die Beſtimmung von 1908
umgingen, anzuerkennen, weil man juriſtiſch keine
Be=
denken hatte. Dadurch wurden die Verordnungen ohne
praktiſchen Wert. Die Entſcheidungen der Gerichte ſind
zu bedauern im Intereſſe des Bauernſtandes. Auf dem
Wege, den jetzt die Landeskreditkaſſe geht, kann vielleicht
geholfen werden. — Abg. Ulrich ſtimmt dem Vorredner
zu, doch vermiſſe er, daß der Vorredner nicht nur gegen
die gewerblichen Güterſchlächter, ſondern auch gegen die
eine gleich große Gefahr bedeutende fortgeſetzte
Neubil=
dung von Fideikommiſſen vorgeht. Die Bauernlegung
von den großen Herren ſpiele eine große Rolle in der
Dezimierung unſeres Bauernſtandes, und er bitte die
Re=
gierung, daß, wenn ſie das vom Abg. Dr. Oſann beantragte
Material beſchafft, auch über die Fideikommißbildungen
eine Statiſtik geſchaffen werde.
Geheimerat Dr. Beſt: Eine Anregung, gegen das
Treiben der Güterhändler vorzugehen, iſt zuerſt aus dem
Hauſe heraus erfolgt. Es wurden nach den angeſtellten
Erhebungen verſchiedene Wege in Erwägung gezogen,
von denen als der einzig gangbare der erkannt wurde, auf
Grund der Gewerbeordnung Kontrollvorſchriften für die
Güterhändler zu ſchaffen. Dieſe wurden in der
Verfüg=
ung vom 27. Juni 1908 gegeben. Es iſt richtig, daß die
Verfügung allerdings bald umgangen wurde dadurch,
daß die Güterhändler das erſtandene Gut erſt nach Jahr
und Tag wieder veräußerten. Dann wurde die
Beſtim=
mung erlaſſen, daß vor dem Verkauf eines Gutes die
Ab=
ſicht der Veräußerung offen gelegt werden müßte, um den
Gemeinden die Möglichkeit zu geben, als Käufer
aufzu=
treten. Dadurch wurde den Güterhändlern das
Hand=
werk ſchon erſchwert, doch konnte immer noch eine
Um=
gehung erfolgen dadurch, daß die Güterhändler ſich
ein=
fach das Gut zum Kauf antragen ließen. Juriſtiſch wurde
die Form ſtets gewahrt, ſo daß allerdings die Gerichte
nicht Ungültigkeitsentſcheidungen treffen konnken,
wenn=
gleich ſie erkannten, daß eine Umgehung der
Beſtimmun=
gen beabſichtigt war. Das Geſetz war eben zu
weit=
maſchig. In einzelnen Fällen erfolgte auch Beſtrafung.
Da aber die Strafe höchſtens 150 Mark beträgt, wurde
ſie einfach bezahlt, wenn der Händler mehrere Tauſend
Mark verdient hatte. Denn die Geldſtrafe konnte nur
einmal erfolgen, auch wenn gleichzeitig eine ganze
An=
zahl Güter verhandelt worden war. Nach der neueſten
Beſtimmung des Jahres 1912 iſt nun wenigſtens erreicht,
daß für jeden Einzelfall die Geldſtrafe gezahlt werden
muß. Ganz unwirkſam ſind alſo die beſtehenden
Be=
ſtimmungen doch nicht. Wir können ſchließlich nichts
an=
deres tun, als die Umgehungsmanöver zu verfolgen und
ihnen entgegenzutreten. Das iſt geſchehen und geſchieht
auch in Zukunft.
Abg. Reh iſt dem Abg. Dr. Oſann dankbar dafür,
daß er die Materie hier zur Sprache gebracht hat. Der
Güterhandel iſt tatſächlich eine ſchwere volkswirtſchaftliche
Gefahr. Die Beſtimmung des Jahres 1912, ſei leider
nicht einwandfrei, was Redner eingehend juriſtiſch
be=
gründet. Eine volkswirtſchaftliche Bedeutung hat aber
dieſe Verfügung doch, denn ſie ermöglicht die Beſtrafung
und auch die Entziehung der Konzeſſion uſw. Die
Sta=
tiſtik bittet Redner auch dahin auszudehnen, daß
feſtge=
ſtellt wird, in welchen Fällen die Gemeinden von ihrem
Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht haben.
Geheimerat Dr. Beſt verbreitet ſich nochmals
ein=
gehender über die neueſte Verordnung und deren
Anwen=
dung. Einem Beamten, der ſich genau an die Beſtimmung
halte, können kaum Schwierigkeiten erwachſen.
Abg. Schönberger (ſchwer verſtändlich) erörtert
eine Anzahl Fälle von Güterſchlächterei, die die Praxis
gezeitigt hat. Er hält an Hand dieſer praktiſchen Fälle
die Beſtimmung für wenig wertvoll. — Abg. Dorſch
begrüßt es, daß die Regierung auf dieſem Gebiet jetzt
mit dem Bauernſtand geht. Früher gab’s leider eine Zeit,
in der die Regierung das nicht tat. Redner erörtert
ebenfalls praktiſche Fälle. In den Ausführungen Ulrichs
habe er vermißt die Güterkäufe der Hochfinanz, bei denen
es zum guten Ton gehört, Gutsbeſitzer zu ſein; er
er=
nnere an Becker=Bartmannshagen, ferner die großen
ſtädtiſchen Stiftungen, die ganze Gemeinden aufkaufen. —
Abg. Wolf=Stadecken unterſtützt jeden Antrag, mag er
von rechts oder links kommen, der darauf gerichtet iſt,
die mittleren und kleineren Exiſtenzen zu ſchützen.
Abg. Leun meint, die neue. Grundbuchordnung ſei viel
ſchuld daran. Es wäre beſſer geweſen, die Ortsgerichte
beizubehalten für den Immobilienverkehr. — Abg. von
Brentano kritiſiert ebenfalls vom Standpunkte ides
Juriſten und Notars die Verordnungen an Hand
prak=
tiſcher Beiſpiele. Er hofft, daß die Regierung immer
mehr Mittel und Wege findet, die Umgehung der
Vor=
ſchriften durch die Schliche der Güterhändler zu
verhin=
dern oder wenigſtens einzuſchränken. Wenn der Abg.
Leun nun dem Grundbuch die Schuld in die Schuhe
ſchie=
ben will, ſo müſſe dem doch entgegengetreten werden.
Erfreulich iſt es, daß im ganzen Hauſe heute Einigkeit
darüber herrſcht, gegen die Güterſchlächter vorzugehen
zum Schutze der Kleinbauern. — Abg. Dr. Oſann
be=
zweifelt es, daß die Gerichte tatſächlich in Zukunft in
jedem Einzelfall eine Beſtrafung eintreten laſſen werden,
was allerdings zu wünſchen wäre, denn eine
Ungültig=
keitserklärung auf Grund der Beſtrafung iſt ja nicht
mög=
lich. — Es folgen Ausführungen der Abgg. Buſold,
v. Helmolt, Dorſch, Reh, die Spezialfälle betreffen,
ſowie der Abgg. Ulrich und Leun.
Geheimerat De. Beſt ſtellt auf Anfrage des Abg.
Reh feſt, daß die Verordnung allerdings keine
rückwir=
kende Kraft hat, daß es aber einer rückwirkenden Kraft
auch nicht bedarf, um Fälle zu regeln, wie ſie der Abg.
Reh erörtert hat.
Damit ſchließt die Debatte. Die Artikel 1—3 und
damit das ganze Geſetz werden
ange=
nommen.
Präſident Köhler macht Mitteilung von einer
dringlichen Anfrage der Abgg. Ulrich und Gen.,
be=
treffend die Ableitung einer Anzahl Züge von
Offenbach.
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Ihr Aufenthalt in Prenzlau 1750 bis 1756.
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und es iſt frühling, und ich bin wieder jung! ſch gehe den
naſſen Fußweg in der Hhornailee hinauf, und unter den großen
Bäumen erglänzt der Weg ſilbern im Mondlicht.
„Es war, als hätte der Himmel die Erde ſtill geküßt. . . .
Das iſt’s! Wie wundervoll es wieder klingt, und wie
wunderbar iſt Leben und Jungſein! Das Feuer der jugend
fühle ich wieder in mir!
„überm Garten durch die Lüſte
Hör ich Wandervägel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Alles fängt ſchon an zu blühn .
All die tauſend kleinen Geräuſche der Nacht miſchen ſich
in das Rauſchen und Elüſtern der Khornblätter, ein Heimchen
zirpt dicht zu meinen füßen, dieſelbe alte Baumkröte quakt in der
frauerweide. Don den Fröſchen vernimmt man von fern aus
dem mühlenteich einen ſchwachen Chor, und drüben läuft
über den Weg ein närriſcher ſagdhund hinter einem kuchs her,
und ſein Gebell verklingt in der Ferne ſchwächer und ſchwächer. —
Ein Singen und Kingen iſt in mir, eine unwiderſtehliche
Freudigkeit, denn heute Abend werde ich ſie ſehen, ſie wird
mich auf dem Kiesmeg an der Geißblattlaube erwarten, und
zum hundertſten Male werden wir von den großen Dingen
reden, die wir gemeinſchaftlich in der großen Welt
voll-
bringen wollen.
„Lieblich war die Maiennacht,
Silberwölklein flogen . . . .
Sie ſitzt vor dem alten Tafelklavier, und ihr brauner
Kopf neigt ſich über die laſten — das braune Haar ringelt ſich
im Nacken dicht über dem Kragen ihres zartroſa Kleides . . . .
ſch kann noch ihre Finger über die loſten gleiten ſehen, wenn
ſch auf dem Raſen an der Mauer ſtehe. Durch das Gewirr
der Geißblattranken, durch das niedrige fenſter des altmodiſchen
Wohnzimmers erblicke ich ſie dann vor dem Inſtrument . . . . .
und nun läßt ſie die Melodie in ein weiches, zartes Intermezzo
übergehen, eins jener alten klaſſiſchen Stücke, erhebend und
überwältigend in Auffaſſung und Akkorden. — Es iſt eine
feierliche Hymne auf die Nacht und
ihre geheimnisvolle Schönheit. . . . . .
Wie gebannt ſtehe ich da, nicht
ge=
willt, auch nur eine Note zu
über-
hören, kann nicht hineingehen, ehe
nicht der letzte Akkord verklungen
iſt. Ahl jetzt! Das letzte wunderbare
Ritardando! Die löne ſchweben
gleich-
ſam noch in der Luſt. — ſetzt will
ich zu ihr hineingehen. — iſt ſie
denn das am Klavier? — Nein, es
iſt bloß unſer alter Fritz. Fritz, der
nicht eine Note kennt, der nicht einen
ſon zu treffen vermag, Fritz, deſſen
ſchwerfällige, ſteife Hände nicht die
laſten greifen konnten.
Da ſitzt er, nickt vor ſich hin,
ſeine großen, ungeſchickten kinger
. Es iſt bloß unſer alter Fritz . .
führen die kleinen Hebel, welche den
Ausdruck und Vortrag ſo wundervoll
in die Muſik hineinbringen. Er hat mit dem Pianola den
Jauber erwirkt, der in einem einzigen Augenblick all die jahre
verſchwinden ließ. — Meine Frau ſitzt in ihrem Schaukelſtuhl,
ganz wie ſonſt abends mit dem Album mit den Bildern
unſerer Kinder in der Hand, und auch ihr erſcheint die goldene
Jugendzeit in verklärtem Licht!
Wie herrlich iſt doch die Muſik, die ſolche Erinnerungen
hervorzaubert!! Um nichts in der Welt würde ich mich jetzt
wieder von meinem Pianola-Eiano trennen . . . . . . . . denn
wir ſind wieder jung geworden . . . . . . . . ſeit wir muſizieren.
Iiimmmimmmmmmmmmmmimmmmmmmmmiin
Kianola-Planos können Sie in meinen Vorführungsräumen
be-
ſichtigen und hören. Wenn Sie auch nicht die Abſicht haben, zu
kaufen, ſo wird es mich doch freuen, wenn Sie das Inſtrument
kennen lernen. Das Eianola iſt unter Aufwand von großen Kapitalien
und Mitwirkung der erſten Ingenieurtalente und der größten Muſiker der
Welt zur Dollendung gebracht. Wenn es auch eine latſache iſt, daß das
Planola in ſeiner genialen Konſtruktion ſich mit keinem anderen
der-
artigen Inſtrument vergleichen läßt, ſo iſt es ebenſo eine latſache, daß
kein Inſtrument den Spielern eine ſo dauernde Freude bereitet. Dieſes
wird verſtändlich, wenn man bedenkt, daß die Werke aller bedeutenden
Komponiſten der Welt, wie Bach, Beethoven, Chopin, Grahms, Wagner,
Rſchard Strauß uſw., ſofort jedem zugänglich ſind und ſowohl nach den
Ideen des Künſtlers als nach der eigenen Auffaſſung des Spielers auf
dem Pianola zu jeder Jeit vorgetragen werden können. Die Pianolas
ſind als Vorſetz-Inſtrumente, welche zu jedem vorhandenen Klavier oder
Flügel paſſen, zu haben, oder werden in Klaviere eingebaut als Pianola-
Pianos bzw. -Flügel in jeder Ausführung geliefert. Für die eingebauten
Pianola-Pianos werden die Weltmarken Steinway, Ibach und
Steck laut Spezialverträgen mit den Fabrikanten benutzt, und zwar von
der einfachſten bis zur eleganteſten Ausführung, wodurch ſich jeder ein
Inſtrument nach ſeinem Geſchmack in jeder Preislage wählen kann.
Wenn es unmöglich iſt, die Inſtrumente bei mir anzuhären, werde
ich Ihnen gern beſchreibende Broſchüren auf Wunſch ohne Verbindlichkeit
zuſenden.
Georg Thies Nachfolger
Schutter,
Hofmuſikalienhandlung
Eliſabethenſtraße 12,
Dianos
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Darmſtadt, Lager im 1. Stock
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Gegründet 1877
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vertretung zirka 14 erſtklaſſiger kaiſerl. kgl. Flügel=, pianos= und harmoniumfabriken. Langjährige Garantie. Bequeme Natenzahlung.
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Sen bir
Ich bin wieder jung geworden. ſagsüber mag ich ein
angeſtrengter älterer Mann ſein, ein bißchen langſam,
etwas ſchwerfällig, ein wenig gebeugt von der
geſchäft-
lichen Verantwortung und Plackerei, aber wenn es Abend
wird, und die Lichter angezündet werden, dann bin ich
wieder jung. — Genau ſo geht’s meinem Bruder Fritz. — Meine
Frau gehärt nicht zu denen, die das Alter ſtumpf macht, aber
ſie wurde doch mit der Jeit ſtiller und reſigniert. Mit der
Muſik im Hauſe wurde das alles anders. mit Ungeduld
er-
warten wir die angenehmen Abendſtunden, und ein Gefühl
der jugendfriſche beherrſcht uns — ſeit wir muſizieren.
Mein Bruder Fritz war die Veranlaſſung. Fritz, ein alter
Brummbär, aber ein ſeelenguter Kerl, dem die Langeweile
unſeres täglichen Einerleis ſchon lange Sorge bereitete, hat ſich
aufgerafft. Eines ſages hat er unſer altes Klavier wegholen
laſſen, das ſeit vielen Jahren unbenutzt in der Ecke ſtand und
das wir nur behielten, weil ſo viele ſchöne Erinnerungen daran
hingen. Er tauſchte das alte Möbel gegen ein neues Pianola-
Piano um, zahlte den Preisunterſchied frohen Mutes — und wir
hatten Muſik im Hauſe.
Ganz wunderlich, daß wir alle drei jetzt immer lebhaft
und angeregt ſind. Ob deswegen, weil wir nicht länger
mehr während des ganzen Abends die kleinen Gemeinplätze
abhaſpeln und uns gegenſeitig damit langweilen?
Nach dem Eſſen ſetze ich mich mit Jigarre und Jeitung
in mein gemütliches Wohnzimmer mit dem angenehmen
Emp=
finden großen Gehagens und dem erfreuenden Bewußtſein,
wieder zu Hauſe zu ſein. — Wenn ich dann mit meiner
Lektüre fertig bin, erſcheint unſer alter Eritz auf der Bildfläche,
ſo, mie er jetzt immer ausſieht: ſelbſtzufrieden und fidel. —
Er ſetzt ſich gleich an das Klavier, und bei den erſten ſönen
iſt auch ſchon meine Frau im Zimmer. — ſch drehe dann
die liſchlampe aus,
ſo daß gerade nur
noch das weiße, ſanfte
Licht neben dem
Kla-
vier brennt und
lang-
ſam in die Schatten
des Zimmers
über-
geht, ebenſo wie wir
Alten ſelbſt und unſere
alten Sachen in
die-
ſen Schatten
unter-
tauchen . . . . . . .
Und Fritz ſpielt. .
Junächſt leiſe
mit=
ſummend, dann durch
das Halbdunkel im
Zimmer und die Muſik
in einen traumhaften
Juſtand verſetzt,
ſtei-
gen mir allerhand
Bi-
ſionen auf . . . . . . . . .
Es iſt mieder wie
vorlanger, langer Jeit,
Nun läßt ſie die Melodie in ein weſches, jartes
Intermezjo übergegen . . . . . .