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Inſerate
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23. Beſſungerſtraße 47,
inren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
ffür Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt am Samstag von Bückeburg nach
Pots=
dam zurückgelehrt.
Prinz Heinrich von Preußen iſt am
Frei=
tag zum Beſuche des engliſchen Königspaares in
Sandringham ein getroffen.
Die erfolgte Ernenerung des Dreibundes iſt
offiziell bekannt gegeben worden.
Prinz Ludwig von Battenberg wurde zum
Erſten Seelord der engliſchen Admiralität ernannt.
Aus Sofia wird gemeldet, daß die Kriegführenden
grundſätzlich in Ausſicht genommen haben, die Frie=
Edensverhandlungen bis Neujahr zu Ende zu
führen.
Die Sitzungen der Londoner
Friedenskon=
ferenz werden im St. James=Palaſt
abgehal=
ten werden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Die belgiſche Militärvorlage.
*⁎* Der ſeit faſt einem halben Jahrhundert in
Bel=
gien geführte Kampf um das Heerweſen
ſoll nun ſeinem Ende entgegengehen, denn der vom
Ka=
binett Broqueville eingebrachte Geſetzentwurf erfüllt im
allgemeinen die Forderungen, die an eine moderne
Ar=
mee=Organiſation geſtellt werden können.
Nachdem der deutſche Krieg von 1866 die
Aufmerk=
ſamkeit der leitenden Kreiſe Belgiens auf die
Notwendig=
keit einer zeitgemäßen Heeresreform gelenkt hatte und das
Bedürfnis nach einer ſolchen noch dringender durch die
Erfahrungen Belgiens während des deutſch=franzöſiſchen
Krieges hervorgetreten war, wurden verſchiedene Anläufe
zu einer Reform gemacht. Auch im laufenden
Jahr=
hundert geſchah das, und zu Beginn desſelben hatte die
Regierung eine aus Parlamentariern und höheren
Offi=
zieren zuſammengeſetzte Kommiſſion ernannt, um die
Frage der Reorganiſation des Heeres zu prüfen und
ge=
eignete Vorſchläge auszuarbeiten. Noch aber war die in
der Mehrheit befindliche klerikale Partei einig in dem
Beſtreben, eine Reform, welche mit den alten Privilegien
der wohlhabenden Klaſſen aufräumen würde, zu
verhin=
dern, und ſo kam denn aus den Beratungen der
Kom=
miſſion nicht viel heraus, es blieb alles ſo ziemlich beim
Alten, auch hinſichtlich des Loskaufſyſtems. Erſt im Jahre
1908 wurde die Frage der Heeresreform wieder aktuell,
indem Kriegsminiſter Hellebaut, ein Anhänger der
all=
gemeinen perſönlichen Wehrpflicht, für eine gründliche
Reorganiſation eintrat. Er unterbreitete, da ſeine
weit=
gehenden Abſichten innerhalb des Kabinetts keinen
An=
klang fanden, dem Parlamente einen Entwurf, wonach
die Ausloſung fortfallen ſollte und eine Art allgemeiner
Wehrpflicht dadurch eingeführt wurde, daß jede Familie
einen Sohn zur Fahne zu ſtellen hatte. Die
Stellvertreter=
ſchaft blieb aber, ebenſo die völlige Befreiung der
Geiſt=
lichkeit und der ſich auf den geiſtlichen Stand
Vorbereiten=
den. Die zur Erledigung dieſes Entwurfs einberufene
außerordentliche Parlamentsſeſſion verlief, ohne daß es
zu einer Abſtimmung gekommen wäre.
In der ſich daran anſchließenden ordentlichen Seſſion
gelangte die Heeresreform wieder zur Beratung. Die
Regierung erklärte ſich zu Zugeſtändniſſen an die Linke,
zur Abſchaffung der Ausloſung und des Erſatzmannes,
bereit, und jede Familie ſollte einen Sohn zum
Militär=
dienſt ſtellen, wogegen die Angehörigen des geiſtlichen
Standes befreit ſein ſollten. Auf dieſer Grundlage wurde
der Geſetzentwurf mit einer großen Mehrheit von der
Kammer angenommen. Von der allgemeinen Wehrpflicht
war Belgien aber immer noch weit entfernt, und
beſon=
ders nach der Einverleibung des Kongoſtaates drang in
den maßgebenden Kreiſen die Anſicht durch, daß die
bel=
giſche Wehrmacht unbedingt verſtärkt werden müßte.
Hierzu ergriff der Nachfolger Leopolds II., König Albert,
eifrig die Initiative, und dieſem iſt wohl hauptſächlich
die neue Militärvorlage zu verdanken, welche die
allge=
meine Dienſtpflicht im ſtehenden Heere, die Bildung einer
Territorialarmee und u. a. auch die Einrichtung des
Ein=
jährig=Freiwilligendienſtes vorſieht. Da von den
Kleri=
kalen nur noch die kleine Gruppe um Woeſte opponieren
wird, ſo iſt an der Verabſchiedung der Vorlage, die ſchon
im nächſten Jahre in Kraft treten ſoll, nicht zu zweifeln.
Deutſches Reich.
Anfragen im Reichstage. Dem Reichstag
ging folgende Anfrage der Abgg. Vietmeyer und Behrens
(Wirtſch. Vgg.) zu: Gedenkt der Herr Reichskanzler
Maßnahmen gegen das Vordringen des amerikaniſchen
Tabaktruſts in Deutſchland zu treffen, um den deutſchen
Tabakbau, Tabakinduſtrie und =handel, ſowie die darin
Beſchäftigten gegen Schädigungen zu ſchützen? Wir
be=
gnügen uns mit einer ſchriftlichen Antwort. — Die
Ab=
geordneten Schiffer und van Calker haben im Reichstag
folgende kurze Anfrage eingebracht: Gedenkt der Herr
Reichskanzler noch vor der allgemeinen Reform des
Straf=
rechts geſetzgeberiſche Maßnahmen herbeizuführen, um
einen wirtſamen Schutz gegen Verbrecher zu gewähren,
die wegen Geiſteskrankheit außer Verfolgung geblieben
oder freigeſprochen worden ſind?
— Die Reichstags=Kommiſſion für das
Geſetz über Kinderſaugflaſchen vertagte ſich
bis Januar. Der Regierung wurde aufgegeben, in der
Zwiſchenzeit Material zu beſchaffen, beſonders über die
Wirkung des franzöſiſchen Geſetzes, ſowie über die
deutſche Ausfuhr an Kinderſaugflaſchen.
— Zur Regelung eines einwandfreien
Nahrungsmittelverkehrs plant der
Bundes=
rat eine Verordnung, die für eine Reihe von Waren
Be=
griffsbeſtimmungen über die ordnungsmäßige
Beſchaffen=
heit der betreffenden Nahrungsmittel enthalten ſoll. In
den Kreiſen der Nahrungsmittelfabrikanten und
Nah=
rungsmittelhändler iſt man indeſſen mit einer ſolchen
Löſung der ſchwierigen Frage nicht einverſtanden und
macht insbeſondere dagegen geltend, daß alle derartigen
Begriffsbeſtimmungen wandelbar ſeien. Man bereitet
Eingaben an den Bundesrat vor, in denen vorgeſchlagen
werden ſoll, einen Nahrungsbeirat mit Vertretern aller
Zweige des Nahrungsmittelgewerbes zu errichten.
Die=
ſer Beirat ſoll in Verbindung mit dem
Reichsgeſundheits=
amt und den ſonſtigen zuſtändigen Reichsbehörden die
geſtellte Aufgabe zu löſen verſuchen.
— Die Frage der Miſchehen in Togo.
Wie aus Berlin gemeldet wird, hat ſich der
Gouverne=
mentsrat von Togo auf Anordnung des
Reichskolonial=
amtes in ſeiner letzten Sitzung auch mit der Frage der
Raſſenmiſchehen beſchäftigt. Wie die neue Nummer des
Amtsblattes von Togo berichtet, ſprachen ſich alle
Mit=
glieder des Gouvernementsrates rückhaltlos gegen die
Miſchehe aus. Einſtimmig wurde folgende Entſchließung
angenommen: „Der Gouvernementsrat erſucht das
Gouvernement, darauf hinzuwirken, daß die Eingehung
von Miſchehen im Schutzgebiete unter allen Umſtänden
unmöglich gemacht wird und hält eine Regelung des
Rechtes derjenigen unehelichen Kinder, auf die etwa das
Bürgerliche Geſetzbuch zur Zeit nicht Anwendung findet,
für erwünſcht.”
— Ernteergebniſſe 1912. Nach dem
Reichs=
anzeiger ſind die Ernteergebniſſe der wichtigſten
Feld=
früchte im Jahre 1912 in Deutſchland: Winterweizen
3 908 211 Tonnen gegen 3 640 229 im Vorjahre,
Sommer=
weizen 452 413 Tonnen gegen 426 106 im Vorjahre,
Win=
terroggen 11 462515 Tonnen gegen 10727071 im
Vor=
jahre, Sommerroggen 135774 Tonnen gegen 139045 im
Vorjahre, Sommergerſte 3 481 974 Tonnen gegen 3 159915
im Vorjahre, Hafer 8520 183 Tonnen gegen 7704 101 im
Vorjahre, Kartoffeln 50 209 466 Tonnen gegen 34374 225
im Vorjahre, Klee 7949182 Tonnen gegen 7070 465 im
Vorjahre, Luzerne 1 490 469 Tonnen gegen 1091821 im
Vorjahre, Bewäſſerungswieſen 2543898 Tonnen gegen
2194355 im Vorjahre, andere Wieſen 25137962 Tonnen
gegen 17780 969 im Vorjahre.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Das Kriegsleiſtungsgeſetz. In der
fort=
geſetzten Verhandlung des Kriegsleiſtungsgeſetzes im
Juſtizausſchuß des öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſes
erkannten ſämtliche Redner an, daß die Regierung durch
die abgegebenen Erklärungen den Wünſchen der Parteien
in den wichtigſten Punkten Rechnung getragen habe. Es
kam eine Vereinbarung zuſtande, wonach die nächſte
Sitzung des Ausſchuſſes erſt am Dienstag ſtattfindet.
Sämtliche Mitglieder des Ausſchuſſes gaben die
Ver=
ſicherung ab, daß am Dienstag über das Eingehen in
eine Einzelberatung über das Kriegsleiſtungsgeſetz
Be=
ſchluß gefaßt werde.
England.
Die Verteidigungsbereitſchaft.
Eng=
lands. Kriegsminiſter Seely ſprach in einer Rede, die
er in Heanor (Derbyſhire) hielt, die Hoffnung aus, daß
auf dem Balkan ein dauernder Friede wieder hergeſtellt
werde. Es ſei in letzter Zeit viel über die
Verteidigungs=
bereitſchaft Englands geredet worden; aber er ſei der
Anſicht, daß diejenigen, welche erklärten, daß England
ſich in einer ſchwachen Verfaſſung befinde, dem Staate
einen ſchlechten Dienſt leiſteten. England ſei weder ſchwach
noch machtlos. England gehe nicht auf Landerwerb aus,
und ſein ganzes Intereſſe liege in der Erhaltung des
Friedens. England ſei zurzeit auf dem Meere ſicherer,
als es ſeit vielen Jahren geweſen ſei. Das Kriegsamt
ſei der Anſicht, daß die Armee in höherem Maße
dienſt=
bereit ſei als jemals.
Das indiſche Flottengeſchenk. Daily
Tele=
graph erfährt von einem indiſchen Fürſten, der zurzeit in
London weilt, das geplante Flottengeſchenk ſolle in zwei
Dreadnoughts im Wert von etwa vier Millionen Pfund
Sterling beſtehen. Dem Plan liege der Gedanke
zu=
grunde, daß ein ſolches Geſchent zu einer größeren
Be=
rückſichtigung der Intereſſen in einigen Kolonien führen
werde, welche dieſe Intereſſen gegenwärtig nicht ſo
behan=
deln, wie man es wünſchen ſolle. Die Summe ſolle von
indiſchen Fürſten aufgebracht werden.
Spanien.
Der Marokkovertrag. Die Regierung hat
wegen der in der Budgetberatung eingetretenen
Verzöge=
rung beſchloſſen, die Erörterung über den ſpaniſch=
fran=
zöſiſchen Marolkovertrag in den Cortes bis zum nächſten
Donnerstag zu verſchieben.
Rußland.
Duma. Die auf die Tagesordnung vom Freitag
angeſetzte Fortſetzung der Wahlen der Mitglieder des
Dumapräſidiums fand nicht ſtatt. Bei Beginn der Sitzung
brachten die Vertreter der Bauern und Koſaken einen
An=
trag ein, der beſagt, die Verzögerung der
Präſidiums=
wahlen ſei ausſchließlich durch die Uneinigkeit einzelner
Parteien hervorgerufen worden. Das erwünſchte
Ueber=
einkommen ſei bisher nicht erzielt worden. Infolgedeſſen
machten ſie den Vorſchlag, die Tagesordnung abzuändern
und die Wahlen zu verſchieben. Dieſer Vorſchlag wurde
von der Duma angenommen.
Vereinigte Staaten.
In der Generalbotſchaft an den
Kon=
greß drückt Präſident Taft die Abſicht aus, die geſamte
Tarifreviſion der kommenden demokratiſchen Regierung
zu überlaſſen. Er betont die Dringlichkeit der
Währungs=
reform auf den von der Währungkommiſſion empfohlenen
Grundlinien und empfiehlt, den Plan, jährlich zwei
Schlachtſchiffe zu bauen, wieder aufzunehmen mit dem
Vorſchlag, 1913 drei zu bauen, um das Manko dieſes
Jahres auszugleichen. Taft erklärt weiter, daß der
Pro=
teſt Englands gegen die Panamakanal=Geſetzgebung eine
gebührende Beachtung fände, und daß man bemüht ſei,
eine befriedigende Schlichtung zu erzielen. Weiter heißt
es: daß die Geſchäftslage die günſtigſte iſt. Der
Präſi=
dent empfiehlt ferner eine Milderung der Strafen für
un=
beabſichtigte Verletzungen des Truſtgeſetzes.
Kanada.
Die Flottenbill. Die liberale Parteileitung
hat eine Kommiſſion eingeſetzt, in der beide Häuſer
ver=
treten ſind, um ein Amendement zur Flottenbill Bordens
zu redigieren, die die Stellungnahme der liberalen Partei
definieren ſoll. Die Parteileitung iſt einmütig der
Mein=
ung, daß die Denkſcheift der Admiralität, die Borden
vorlegte, deutlich feſtſtellt, daß kein dringender Notfall
vorliege, der das Abweichen von dem Prinzip der
Lau=
rierſchen Flottenpolitik rechtfertige und ſie beſchloß, die
Fortſetzung dieſer Politik zu befürworten. Die
Partei=
leitung erklärt ferner, daß die Liberalen bereit ſeien,
min=
deſtens die Summe zu bewilligen, die die Admiralität für
eine Notfallbeiſteuer vorſchlägt, aber ſie glaubt, daß dieſe
Summe für eine kanadiſche Flotte verwendet werden
müſſe, die mit der Reichsflotte kooperiere.
China.
Das ruſſiſch=chineſiſche Mongolei=
Pro=
tokoll erkennt die ruſſiſchen Anſprüche auf
Flußſchiff=
fahrt, Fiſcherei, Bergwerksbetrieb, Holzfällen,
Viehweide=
recht und das Recht Handel zu treiben, an. Die Ruſſen
ſind bereit, die chineſiſche Seuveränität anzuerkennen und
ihre Truppen zurückzuziehen, wenn die chineſiſchen
Trup=
pen, von denen gegenwärtig 2000 Mann in Kobdo in der
inneren Mongolei ſtehen, zurückgezogen ſein werden.
China vertritt die Auffaſſung, daß Kobdo in der inneren
Mongolei liegt, während Rußland es zur äußeren
Mon=
golei rechnet. Rußland erklärt, daß der ruſſiſche
Ver=
treter Koroſtovetz große Mühe hatte, den Hutuchtu zu
über=
reden, nicht auch die innere Mongolei in das Gebiet
ein=
zubeziehen, da ſie ſich unabhängig erklärt habe.
Japan.
Japan am Scheidewege. Die Lage, wie ſie
durch den Ausbruch der Miniſterkriſis geſchaffen wurde,
läßt ſich dahin präziſieren, daß es ſich um die Entſcheidung
handelt: Krieg mit China oder Verzicht auf weiteren
Landerwerb in Aſien. Die Entwickelung in China
er=
folgt mit Rieſenſchritten, und in einigen Jahren wird es
abſolut unmöglich ſein, gegen China ein gleich ſtarkes
Heer ins Feld zu ſtellen. In der Mandſchurei allein ſind
nun bald 200000 Mann ſtationiert und weitere ſollen
da=
zu kommen. Die Zinſenlaſt der inneren und äußeren
An=
leihen iſt faſt unerſchwinglich, ſie prägt ſich in fabelhaft
hohen Steuern und Abgaben aus. Eine weitere
Be=
laſtung würde ſich kaum mehr tragen laſſen. Da das Land
aber weitere Expanſion, mindeſtens wirtſchaftliche,
braucht, muß allen Ernſtes damit gerechnet werden, daß
in nächſter Zeit ein Kampf um die Vorherrſchaft in der
Mandſchurei beginnt. Ein Zögern würde einen
defini=
tiven Verzicht bedeuten.
* London, 6. Dez. Prinz Heinrich von
Preußen, der am 3. Dezember hier eingetroffen iſt,
ſtattete heute dem König Georg von England im
Schloſſe von Sandringham einen Beſuch ab. Der Prinz
wird bis morgen Gaſt des Königs bleiben. Prinz
Hein=
rich wird wahrſcheinlich Dienstag nächſter Woche nach
Deutſchland zurückkehren.
* London, 6. Dez. Anſtelle des aus
Geſundheits=
rückſichten zurücktretenden Admirals Bridgeman iſt
Ad=
miral Prinz Louis von Battenberg zum
Erſten Seelord der Admiralität ernannt worden. Der
Nachfolger Battenbergs als zweiter Seelord der
Ad=
miralität wird Vizeadmiral Jellicof.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 9. Dezember.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin wohnte am Freitag nachmittag 4½ Uhr
im Alice=Hoſpital einer Sitzung des Alice=Frauen=
Vereins an. (Darmſt. Zta.)
* Wirklicher Geheimer Staatsrat Krug von Nidda Exz.
Seine Königliche Hoheit der Groß her zog
haben am 7. Dezember ds. Js. den Geheimen
Staatsrat im Staatsminiſterium und
Miniſterial=
rat im Miniſterium des Innern Guſtav Krug
von Nidda auf ſein Nachſuchen, unter
Aner=
kennung ſeiner langjährigen, treuen und vorzüglichen
Dienſte, mit Wirkung vom 1. Januar 1913 an in den
Ruheſtand verſetzt und ihm bei dieſem Anlaß den
Charakter als „Wirklicher Geheimerat” mit dem Prädikat
„Exzellenz” verliehen. — Guſtav Krug von Nidda iſt
geboren in Darmſtadt am 1. April 1836. Nach
Abſol=
vierung des Gymnaſiums in Darmſtadt ſtudierte er
Rechtswiſſenſchaft auf den Univerſitäten Gießen und
Hei=
delberg. Nachdem er im November 1857 die juriſtiſche
Fakultätsprüfung in Gießen und im Frühjahr 1860 die
Staatsprüfung für das Juſtiz= und Verwaltungsfach mit
ſehr gutem Erfolg abgelegt hatte, beſchäftigte er ſich
vor=
übergehend bei den Militärgerichten in Darmſtadt und
wandte ſich dann der Advokatur zu. Am 26. März 1866
erfolgte ſeine Ernennung zum Advokaten und Prokurator
bei dem Hofgericht der Provinz Starkenburg, und am
8. Juli 1879 wurde er auf Grund der
Rechtsanwaltsord=
nung bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg und
dem Oberlandesgericht als Rechtsanwalt zugelaſſen.
Aus dem Rechtsanwaltsberuf ſchied er aus, als er am
10. Februar 1883 in das Miniſterium der Finanzen als
vortragender Rat und juriſtiſches Mitglied bei deſſen
Ab=
teilungen mit dem Amtstitel „Oberfinanzrat” berufen
wurde. Am 12. September 1891 erhielt er den Charakter
als „Geheimer Oberfinanzrat” und am 1. Juli 1893
wurde er zum Miniſterialrat im Miniſterium der
Finan=
zen und Vorſitzenden der Abteilung für Steuerweſen
befördert. Vom 17. Februar 1883 bis zum 1. Juli 1893
gehörte er auch dem Verwaltungsgerichtshof als Mitglied
n. Am 13. Juli 1898 wurde er zum Miniſterialrat im
Staatsminiſterium und Miniſterium des Innern mit dem
Titel „Geheimerat” und am 22. Februar 1899 zum
Ge=
heimen Staatsrat im Staatsminiſterium ernannt.
v. Krug hatte, der Darmſt. Ztg. zufolge, an der im Jahre
1899 fertiggeſtellten Steuerreform hervorragenden Anteil.
Die bedeutungsvolle Denkſchrift über die Reform rührte
von ihm her. Für ſeine Verdienſte um dieſes
Geſetzgeb=
ungswerk wurde er durch Verleihung des Komturkreuzes
erſter Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Groß=
mütigen ausgezeichnet. Bei ſeinem 50jährigen
Dienſt=
jubiläum am 23. Dezember 1907 wurde ihm die Krone zu
dieſem Orden verliehen. Seit 1898 gehört er dem
Bun=
desrat als ſtellvertretender Bevollmächtigter an. In
dieſer Eigenſchaft weilte er alljährlich mehrere Wochen in
Berlin und nahm regen Anteil an den Arbeiten des
Bun=
desrates. Seine Mitarbeit hat durch Verleihung hoher
preußiſcher Orden entſprechende Würdigung gefunden.
Im vergangenen Jahre hat er nach dem Ableben des
früheren Geſandten Freiherrn von Gagern auch mehrere
Monate die Geſchäfte der Heſſiſchen Geſandtſchaft in
Ver=
lin geführt. Mit ihm ſcheidet ein hochverdienter
Staats=
beamter aus dem Amt, der es verſtanden hat, ſich durch
ſeine vornehme Geſinnung und ſein liebenswürdiges,
entgegenkommendes Weſen in weiten Kreiſen ungeteilte
Sympathien zu erwerben. Beſonderes Wohlwollen hat
er ſtets gegen die Beamten, die berufen waren, unter
ſeiner Leitung zu arbeiten, bekundet. Sie werden ihm
allezeit ihre Verehrung und Dankbarkeit bewahren. Möge
es Exzellenz von Krug vergönnt ſein, den wohverdienten
Ruheſtand noch viele Jahre in ungeſchwächter Geſundheit
zu genießen.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den vortragenden Rat im Miniſterium des
Innern, Oberregierungsrat Dr. Hermann Stammler,
für die Dauer des dermalen von ihm bekleideten Amtes
zum Mitglied des Verwaltungsgerichtshofs.
* In den Ruheſtand verſetzt wurden die
Bahn=
wärter in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Jakob Lemſter zu Ingelheim und Johannes Kaul
zu Nauheim, beide vom 1. Januar 1913 an.
Perſonalnachrichten der Ober=Poſtdirektion in
Darmſtadt. Verliehen aus Anlaß des Scheidens
aus dem Dienſte von Seiner Majeſtät dem Kaiſer und
König: der Kronenorden vierter Klaſſe dem
Telegraphen=
ſekretär Enenkel in Mainz. — Verſetzt: Ober=
Poſt=
inſpektor Wachtmann von Darmſtadt nach Düſſeldorf
inter Ernennung zum Poſtrat; Poſtinſpektor Deutler von
Mühlhauſen (Thüringen) nach Darmſtadt unter
Ueber=
tragung einer Ober=Poſtinſpektorenſtelle; Ober=
Telegra=
phenaſſiſtent Seeger von Mainz nach Gießen; die
Poſt=
aſſiſtenten Flott von Bensheim, Heberer von Mainz=Kaſtel,
Kohr von Worms, Stüve von Eberſtadt und Willenbücher
von Eich nach Hamburg, Klinger von Gießen nach
Worms, Möller von Guſtavsburg nach Remſcheid, Nicolai
von Gießen nach Duisburg, Schwerzel von Darmſtadt
nach Eſſen (Ruhr); die Telegraphenaſſiſtenten Lindemann
von Offenbach und L. Krämer von Darmſtadt nach
Ber=
lin, Mattern von Mainz nach Eſſen und Mauerer von
Bad Nauheim nach Hamburg; Telegraphenmechaniker
Trogiſch von Darmſtadt nach Berlin. — Angeſtellt:
Telegraphengehilfin Häußerer in Mainz. —
Beſtan=
den die Poſtaſſiſtentenprüfung: Poſtgehilfe Karl Müller
in Darmſtadt; die Telegraphenaſſiſtentenprüfung:
Tele=
graphengehilfe Dollega in Darmſtadt und
Telegraphen=
anwärter Filbert in Worms. — Angenommen als
Telegraphengehilfin: Hedwig Diehm in Darmſtadt und
Eliſabeth Löffel in Mainz; als Poſtagent Kaufmann Gg.
Dingeldein I in Brandau; als Telegraphen=
Hilfsmecha=
niker: Mechaniker Karl Seipp in Darmſtadt. —
Frei=
willig ausgeſchieden die Telegraphengehilfinnen
Hedrich und Heinz in Darmſtadt, Hohmann in Friedberg.
— Geſtorben die Poſtagenten Dingeldein in Brandau
und Reinhardt in Gimbsheim.
-g. Der Provinzialausſchuß verhandelte am Samstag
einen Rekurs gegen die Entſcheidung des
Kreisaus=
ſchuſſes des Kreiſes Erbach vom 24. Februar 1912,
die die Beigeordnetenwahl in
Hummet=
roth für ungültig erklärte. Am 25. Oktober
1911 fand in Hummetroth Beigeorknetenwahl
ſtatt, in der der Maurermeiſter Jakob Friedrich II.
29 Stimmen und Landwirt Heinrich Scior 27 Stimmen
erhielt. Friedrich war ſomit mit zwei Stimmen
Mehr=
heit gewählt. Gegen dieſe Wahl wurde von ſechs
Wäh=
lern Reklamation beim Kreisausſchuß eingelegt. Dieſe
Reklamation ſtützte ſich beſonders auf zwei Punkte.
Ein=
mal ſei die Wahlkommiſſion nicht richtig gewählt worden,
indem bei der betreffenden Gemeinderatsſitzung nur vier
Gemeinderatsmitglieder anweſend waren und den
Be=
ſchluß unterzeichneten, die Unterſchrift der drei übrigen
Mitglieder ſei erſt nachträglich eingeholt worden. Zwei=
ens ſei der Gewählte Sozialdemokrat, er habe ſich als
ſolcher dem Bürgermeiſter gegenüber wiederholt
bezeich=
net. Auch habe er in einer Wirtſchaft geäußert, er wähle
nie anders als ſozial. Der Kreisausſchuß ſtellte auß=
Grund der Verhandlungen, insbeſondere durch
Verneh=
mung des Bürgermeiſters, tatſächlich feſt, daß bei der
fraglichen Gemeinderatsſitzung nur vier Mitglieder
an=
weſend waren. Die Wahl wurde für ungültig erklärt,
die Koſten des Verfahrens der Gemeinde auferlegt. In
den Gründen wurde ausgeführt, daß feſtgeſtellt worden
ſei, daß Friedrich Sozialdemokrat ſei, denn er habe ſich
dem Bürgermeiſter gegenüber wiederholt als ſolchen
be=
zeichnet, auch jene durch Zeugenausſagen bekundete
Aeußerung in der Wirtſchaft ſpreche für jene Annahme.
Die ſozialdemokratiſche Geſinnung des Gewählten habe
den Ausſchlag für die Ungültigkeitserklärung der Wahl
gegeben, denn nach der Praris und den Entſcheidungen
der Verwaltungsgerichte ſei die Beſtätigung eines
ſozial=
demokratiſchen Beigeordneten nicht zu erwarten, da der
Beigeordnete oftmals zur Vertretung des Bürgermeiſters
und damit zur Aufrechterhaltung der Ordnung berufen
ſei. Gegen dieſen Beſchluß des Kreisausſchuſſes legte
Friedrich Rekurs beim Provinzialausſchuß ein, der durch
den Rechtsanwalt Dr. Fulda begründet wurde. Er
führte zunächſt aus, als ausſchlaggebend ſei im Urteil.
des Kreisausſchuſſes die ſozialdemokratiſche Geſinnung
des Gewählten angeſehen worden. Er behaupte nun und
ſtelle unter Beweis, daß Friedrich der chriſtlich=ſozialen
Partei angehöre, deren Verſammlungen beſuche und auch
chriſtlich=ſozial gewählt habe, letzteres könne durch
Ein=
ſicht in die Wahlakten leicht feſtgeſtellt werden, da
Fried=
rich markierte Stimmzettel bei der Reichstags= und
Land=
tagswahl abgegeben habe. Auch ſei in formeller
Bezie=
hung die Wahl der Wahlkommiſſion nicht als
Grund=
zur Ungültigkeitserklärung anzuſehen, denn das Proto= jener Gemeinderatsſitzung ſtelle feſt, daß der
Ge=
meinderat zu der Wahl beſchlußfähig verſammelt geweſen
ſei. Wenn jetzt der Bürgermeiſter das Gegenteil behauote,
ſo könne das Wahlprotokoll nicht ohne weiteres
umgeſto=
ßen werden. Der Vertreter der Gegenſeite, Rechtsanwalt
Hofmann I., blieb bei der Behauptung, daß Friedrich
Sozialdemokrat ſei, dafür ſpreche ſchon, daß er ſich als
Vertreter Rechtsanwalt Dr. Fulda genommen habe, auch
daß in der ſozialdemokratiſchen Partei die Wahl
Fried=
richs als Beigeordneter empfohlen wurde mit der
Bemer=
kung, daß ſich dieſer noch nicht ſo hervortun könne wegen
der Beſtätigung. — Der Provinzialausſchuß verwirft den
Rekurs, da bei der Wahl der Wahlkommiſſion nicht die
erforderliche Zweidrittelmehrheit vorhanden war. Die
Koſten der zweiten Inſtanz, einſchließlich der
anwalt=
lichen Vertretung der Gegenſeite, wurde den Rekurrenten
auferlegt, außerdem eine Averſionalſtrafe von 15 Mark.
Heinrich Schütz aus Darmſtadt ſucht um die=
Erteilung der Wirtſchaftskonzeſſion
für das Haus Liebfrauenſtraße Nr. 78 nach.
Ge=
gen die Genehmigung ſprachen ſich die Inſtanzen
unter Verneinung der Bedürfnisfrage aus. Der
Antragſteller betonte, daß der Umſatz der
Wirtſchaft=
deshalb ſo gering geweſen ſei, weil ſein Vorgänger nicht
zur Führung der Wirtſchaft beſonders geeignet war.
Der Provinzialausſchuß weiſt das Geſuch ab, da von
allen Inſtanzen die Bedürfnisfrage verneint wurde. —
Valentin Fiſcher zu Offenbach=Bürgel klagt gegen die
Verfügung des Oberbürgermeiſters der Stadt
Offen=
bach wegen Einziehung der Fußwegherſtellungskoſten
für die Südſeite der Langſtraße. Im September vorigen
Jahres wurde beſchloſſen, den Fußſteig in der Langſtraße
vom Hauſe Nr. 43 bis zur Heſſenſtraße herzuſtellen und
die Koſten von den Anliegern zu erheben. Die Breite
des Fußſteiges ſollte 6 Meter betragen, 2.50 Meter
Plat=
tenbelag und 3.50 Meter Beſtückung und Bekieſung. Die
Koſten zu dieſen Herſtellungen wurden ordnungsmäßig
rusgelegt und danach den Anliegern angefordert. Für
den Teil mit Plattenbelag ſoll Fiſcher den anteiligen
Be=
trag von 93.48 Mark und für die Bekieſuna 57.85 Mark
bezahlen. Er reichte am 24. April beim Kreisamt
Be=
ſchwerde ein wegen der Zahlung von 57.85 Mark für den
Kiesbelag, wurde jedoch von der Stadt dahin unterrichtet,
daß er als richtigen Weg den der Klage beſchreiten müſſe.
Er reichte daraufhin am 15. Auguſt 1912 Klage beim
Pro=
vinzialausſchuß ein. Er begründete ſeine Weigerung
damit, daß in abſehbarer Zeit der bekieſte Teil des
Fuß=
ſteiges doch zur Fahrdammerweiterung in Anſpruch
ge=
nommen würde. Die jetzigen Zuſtände ſeien gefährlich
und bedürften dringend der Abänderung. Die Wagen,
die in der Straße halten müßten, könnten wegen der
elektriſchen Straßenbahn nicht auf dem Fahrdamm
hal=
ten, ſondern müſſen auf den bekieſten Fußſteig fahren. Der
Vertreter der Stadt beſtreitet, daß in abſehbarer Zeit
eine Verbreiterung des Fahrdammes erfolgen folle oder
müſſe. Kläger wendet weiter ein, daß der Vorbeſitzer des
Hauſes bereits Fußſteigherſtellungskoſten bezahlt habe.
Waffenſtillſtand.
** Die neuere Kriegsgeſchichte kennt nur ganz wenige
Beiſpiele, in denen ein zum Zwecke von
Friedensprälimi=
narien geſchloſſener Waffenſtillſtand von einen
Wiederaufnahme des Kampfes gefolgt wird. Das letzte
große Beiſpiel dieſer Art, das der Gaulois in einem
Aufſatz über Waffenſtillſtände anführt, ereignete ſich 1813
und hatte für den Sieger die ſchlimmſten Folgen. Nach
Napoleons Triumphen bei Lützen und Bautzen leiteten
die Alliierten Verhandlungen ein, Napoleon nahm den
angebotenen Waffenſtillſtand an, aber er führte zu keinem
Frieden, ſondern zu der Völkerſchlacht bei Leipzig. Aber
dieſer Fall iſt doch eine Ausnahme; ſonſt enden allgemeine
Paffenſtillſtände der neueren Kriegsgeſchichte ſo gut wie
ausnahmslos mit dem Frieden. In der Regel iſt es
der Beſiegte, der Waffenruhe beantragt, ſeltener tritt die
Vermittelung eines Dritten ein. Ein Beiſpiel dafür aber
bleibt der ruſſiſch=japaniſche Krieg, wo die
Vermittelungs=
tätigkeit Rooſevelts wirklich zur Waffenruhe und zum
Frieden führte. Ganz ſelten ſind naturgemäß die Fälle,
in denen die Anregung zur Waffenruhe von dem Sieger
ausgeht. Eine der bekannteſten dieſer Art ſchloß den
italieniſchen Feldzug 1796/97 ab. Nach den Siegen über
die Oeſterreicher verfolgte Bonaparte die geſchlagenen
Geaner aus Italien bis nach Leoben, bis nahe vor Wien;
dort aber richtete der ſiegreiche Feldherr an den Erzherzog
Karl jenen berühmten Brief, der zur Waffenruhe und dann
zum Friedensvertrage von Campoformio führte.
Dar Abſchluß des Vertrages über einen
Waffenſtill=
ſtand iſt ein verantwortungsſchwerer Akt; denn ein kleiner
Fehler oder eine kleine Unachtſamkeit bei der Redaktion
der Bedingungen kann leicht verhängnisvolle Folgen
haben. Die kleinſten Einzelheiten müſſen klar feſtgeſetzt
und genau erwogen ſein; wenn die Unterhändler ihrem
ſchwierigen Amte nicht vollauf gewachſen ſind, können
un=
weſentliche Unterlaſſungen oder Ungenauigkeiten des
Aus=
druckes unter Umſtänden zu den ſchwerſten Kataſtrophen
führen. Ein Beiſpiel dafür bietet das Jahr 1871; am
2. Januar kapitulierte Paris und in Vexſailles unter=
zeichneten Bismarck und Jules Favre den berühmten
Vertrag über einen allgemeinen Waffenſtillſtand. Der
Vertragsentwurf nahm die drei Departements Cöte=d'Or,
Doubs und Jura von der Waffenruhe aus; hier ſollten
die Feindſeligkeiten erſt eingeſtellt werden, wenn beide
Parteien durch genaue Nachrichten über den Stand und
Verlauf der in dieſem Gebiete fortdauernden militäriſchen
Operationen die Kriegslage als völlig geklärt anſehen
würden. Jules Favre mochte die Tragweite dieſes
Ar=
tikels überſehen, jedenfalls vergaß er es, die zum Eintritt
einer Waffenruhe notwendigen Nachrichten zu ſammeln
und vorzulegen. Die Folge war, daß auf dieſem Gebiete
der Krieg ſeinen Fortgang nahm. Manteuffel führte den
Feldzug mit doppelter Energie einem ſchnellen Abſchluß
entgegen, und das Ende war der Uebertritt der
franzöſi=
ſchen Armee auf Schweizer Gebiet.
Neben dem allgemeinen Waffenſtillſtand, der faſt
im=
mer den Frieden zum Ziel hat, kennt die Kriegsgeſchichte
natürlich auch die teilweiſen Waffenſtillſtände, die ſich nur
auf beſtimmte ſtreng lokaliſierte Gebiete des
Kriegsſchau=
platzes erſtrecken und in der Regel auch nur von kürzecer
Dauer ſind. Die Fälle ſind nicht ſelten, wo nach großen
Schlachten die Gegner übereinkommen, auf einen Tag, ja
bisweilen nur auf wenige Stunden vollkommene
Waffen=
ruhe zu halten, um die Toten zu beſtatten und die
Ver=
wundeten aufleſen zu können. Bei der Belagerung von
Sebaſtopol wurden derartige kurze Waffenſtillſtände oft
geſchloſſen; nach jedem größeren Kampfe ruhten die
Waf=
fen auf ein oder zwei Tage; man beſtattete die Toten und
oft konnte man dabei die Soldaten der feindlichen Armeen
miteinander fraterniſieren ſehen. Aber in der Praxis
werden derartige kurze Waffenſtillſtände immer ſeltener.
Bisweilen wird von einem der Gegner, der ſich im
Augenblick im Nachteil glaubt, auch der Verſuch gemacht,
Waffenſtillſtandsverhandlungen einzuleiten, um Zeit zu
gewinnen, und während der Verhandlungen gewiſſe
Ver=
ſtärkungen und Ergänzungen durchzuführen. Aber auch
das ſind Seltenheiten, kein Sieger wird ſich auf eine
Waffenruhe einlaſſen, die ihm nicht genügend Garantien
bietet und ihm ſelbſt vorteilhaft exſcheint.
Feuilleton.
Für die „Bühne der Deutſchen” die als
National=
ſpende zum Regierungsjubiläum des Kaiſers
gedacht iſt, ſind die einleitenden Arbeiten durch eine
Kom=
miſſion von zehn Herren vollzogen worden. Die Bühne
wird auf einem landſchaftlich ſchönen Hügel bei
Pots=
dam errichtet werden. Der Ehrenbeirat tritt Anfang
Januar mit einem Aufruf an die Oeffentlichkeit. Als
Hauptſammelſtelle iſt die Nationchlbank für Deutſchland
gewonnen worden. Die „Bühne der Deutſchen” wird kein
Abendtheater ſein und will keinem beſtehenden Theater
Konkurrenz machen. Vorläufig ſind nur
Sommerſpiel=
zeiten vorgeſehen, auch mit Heranziehung von
Geſamt=
gaſtſpielen unſerer hervorragendſten deutſchen, deutſch=
öſter=
reichiſchen und ſchweizeriſchen Theater für die Darſtellung
deutſcher Meiſterwerke. Die lebenden Dramatiker
deut=
ſcher Zunge haben den Vortritt in dieſem Hauſe. Ein
eigenes, würdiges Darſtellerperſonal wird dort wirken.
Die Bühne wird der üblichen Induſtrialiſierung
des Theaters verſchloſſen bleiben und ihre Gewinne zur
Pflege des Deutſchtums und deutſcher
Wohlfahrtsein=
richtungen hier und im Auslande abgeben. Ein
Ver=
waltungsrat, aus den 300 Mitgliedern des Ehrenbeirates
gewählt, hat die künſtleriſche und wirtſchaftliche
Organi=
ſation, die Platzpreiſe uſw. zu beſtimmen. Es ſollen
täglich mindeſtens 200 Plätze koſtenlos an Unbemittelte,
Schulen oder Vereine abgegeben werden. Die
Grund=
ſteinlegung ſoll am Tage des Regierungsjubiläums des
Kaiſers ſtattfinden und ein Preisausſchreiben iſt für den
Theaterbau in Ausſicht genommen worden.
— Das rätſelhafte Licht der Anden. Die Regierungen
von Chile, Peru und Bolivien haben jetzt gemeinſam eine
Kommiſſion von Gelehrten und Naturforſchern eingeſetzt,
die eines der merkwürdigſten und rätſelhafteſten
Natur=
phänomene der Anden erforſchen ſollen. Es handelt ſich
um eine eigenartige Lichtausſtrahlung, die von den
Hoch=
gebirgskämmen der Anden ausgeht und deren Weſen und
Urſprung bisher eine wiſſenſchaftliche Erklärung nicht fin=
Da nach dem früheren Bürgeler Ortsbauſtatut die
An=
lieger nur nach 25 Jahren nochmals zur
Fußſteigher=
ſtellung herangezogen werden tonnten, beſchloß der
Pro=
vinzialausſchuß, Beweis darüber zu erheben, was bei der
Eingemeindung von Bürgel hierüber beſtimmt wurde
und ob bereits und wann vom Vorbeſitzer
Fußſteigher=
ſtellungskoſten bezahlt wurden. — Großh. Miniſterium
der Finanzen, Abteilung für Bauweſen, beantragt, dem
Geometer Johann Georg Keil von Dieburg das am
5. Juli 1906 erteilte Patent als Geometer I. Klaſſe zu
entziehen, da er ſich nicht mehr der Achtung erfreut, wie
dies zur Ausübung ſeines Amtes erforderlich iſt und er
ſich des in ihn geſetzten Vertrauens als unwürdig gezeigt
hat. Keil wurde vor längerer Zeit vom hieſigen
Schöf=
fengericht zu zwei Wochen Gefngnis verurteilt, weil er
ſich ſeiner Unterhaltungspflicht entzogen hatte. Die
Straf=
kammer ermäßigte damals auf ſeine Berufung
die Strafe auf eine Woche. Doch auch dienſtlich
hat er ſich wiederholt Verſtöße zuſchulden kommen laſſen,
ſo daß er wiederholt diſziplinariſch beſtraft wurde. Keil
iſt flüchtig und unbekannten Aufenthalts, er wird von
der Militärbehörde ſteckbrieflich verfolgt. Der
Provin=
zialausſchuß erkennt in Abweſenheit des Keil auf die
beantragte Entziehung des Patents. Die Koſten des
Verfahrens werden ihm zur Laſt gelegt.
-g. Kriegsgericht. Der beim Infanterie=Regiment
Nr. 117 dienende Bergmann Johann Köhler aus
Lütgendortmund hatte ſich am Samstag wegen einen
vor ſeinem Dienſteintritt begangenen Unterſchlagung zu
verantworten. Er hatte von einem jetzt in Glogau
die=
nenden Kollegen 110 Mark zum Aufbewahren erhalten,
als dieſer in Bochum ſich einen vergnügten Tag machen
wollte, damit er nicht alles Geld auszugeben in
Ver=
ſuchung gerate. Köhler konnte jedoch dieſer Verſuchung
ebenfalls nicht widerſtehen und brachte die geſamte ihm
nicht gehörende Summe durch. Er wird zu 3 Wochen
Gefängnis verurteilt. — Der Schreibgehilfe und
Reſer=
viſt Jakob Mohr aus Sprendlingen in Rheinheſſen, der
bis Oktober ds. Js. beim Artillerie=Regiment Nr. 63
diente, ſtand wegen Simulation und unerlaubter
Ent=
fernung am Samstag vor dem Kriegsgericht. Mohr
wurde zu Pfingſten beurlaubt und blieb dann wegen
Krankheit noch längere Zeit dort. Er ſoll ſich jedoch
wäh=
rend dieſer Zeit an Vergnügungen beteiligt haben, auch
begab er ſich während dieſer Zeit nach ſeinem
Garniſons=
ort. Auf eine anonyme Anzeige hin wurde ihm der
Be=
fehl zugeſchickt, zum Dienſt zurückzukehren. Er wurde
am 2. Juni für reiſefähig erklärt. Er kam jedoch erſt
Ende Juni zum Truppenteil. Bei einer ſofort
vorge=
nommenen Blinddarmoperation wurde auch feſtgeſtellt,
daß eine Blinddarmentzündung beſtanden hatte. Der
Angeklagte wurde deshalb auch nicht wegen Simulation
beſtraft, ſondern nur wegen unerlaubter Entfernung
zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. — Der
Schloſſer Emil Hugo Meyer II. vom Artillerie=
Regi=
ment Nr. 61, aus Sulzbach bei Amberg, wurde am 24.
No=
vember von einem Unteroffizieraſpirant aufgefordert,
die Hände aus den Hoſentaſchen zu nehmen. Als er ihn
kurz danach vor der Dienſttafel ſtehen ſah, gab der
Unter=
offizier dem Meyer einen Befehl, von deſſen Erledigung
Meyer keine Kenntnis gab. Das Gericht verurteilte den
Angeklagten wegen Ungehorſam zu 20 Tagen ſtrengem
AArreſt.
D. Von der Techniſchen Hochſchule. An der
Diplom=Hauptprüfung in Chemie und Elektrochemie
beteiligen ſich je ein Kandidat. Die mündliche Prüfung
wird am Donnerstaa, den 12., und Freitag, den 13.
De=
zember, die Klauſurprüfung von Montag, den 16. bis
Mittwoch, den 18., abgehalten. — Die mündliche Diplom=
Hauptprüfung und Schlußprüfung im elektrotechniſchen
Fach findet von Montag, den 9., bis Samstag, den
14. November, ſtatt. Derſelben unterziehen ſich 6 Diplom=
und 2 Schlußprüfungskandidaten. — Im
Moſchinen=
baufach und in Pavierfabrikation wird die mündliche
Prüfung gemeinſam abgehalten und zwar von Mittwoch,
den 11., bis Donnerstag, den 19. Dezember. Im
Maſchinenbaufach nehmen daran 22 Kandidaten, darunter
2 Staatsdienſtanwärter, in Papierfabrikation 6
Kandi=
daten teil. Mit dieſen Prüfungen treten ſofort die neuen
Prüfungsordnungen in Maſchinenbau und Elektrotechnik
auf den Beſchluß des großen Senates in Kraft.
— Geh. Obermedizinalrat Dr. Buxmann 7. Am
Samstag früh ſtarb der Geh. Obermedizinalrat Dr.
Buxmann im Alter von 84 Jahren. Der Verſtorbene,
der ſich in weiten Kreiſen großer Beliebtheit erfreute,
war wohl der Senior unter den hieſigen Aerzten.
Ge=
boren wurde er am 25. März 1828 in Königſtädten. Er
war Mitglied des Medizinalkoilegs, als welches er im
Jahre 1877 in den Ruheſtand trat, er übte aber noch
viele Jahre hindurch eie umfangreiche Praxis aus.
V.=V. Volksvorſtellung. Am Sonntag, den 15. Dez.,
nachmittags halb 3 Uhr, findet im Großh. Hoftheater die
Aufführung von Sudermanns „Heimat” ſtatt.
m. Der Schluß der obligatoriſchen Fortbildungsſchule
iſt auf den 12. Dezember feſtgeſetzt. Sie ſchließt früher
als andere Schulen, damit den Geſchäftsleuten während
der arbeitsreichen Zeit vor Weihnachten die Lehrlinge
den ganzen Tag zur Verfügung ſtehen. Die höheren
Schulen ſchließen am 21. Dezember 14 Tage ihre
Pfor=
ten. An den Volks= und Mittelſchulen beginnen die
Weihnachtsferien am 23. Dezember.
* Der Ortsgewerbeverein erinnert an den heute
abend im „Kaiſerſaal” ſtattfindenden Lichtbilder=
Vortrag (Einkrittskarten koſtenlos bei Herrn
Sattler=
meiſter Wallauer, Rheinſtraße Nr. 37).
* Deutſch=Evangeliſcher Frauenbund, Ortsgruppe
Darmſtadt. Der Teeabend der Blindenfürſorge hat
einen Reinertrag von 350 Mk. ergeben. Dank allen
Freunden der Blinden, die zu dieſem Ergebnis, durch
welches manche Not gelindert werden wird, beigetragen
haben.
* Adreßbuch. Das Adreßbuch der Haupt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt fur 1913 iſt ſo weit fertig
ge=
ſtellt, daß es Mitte dieſes Monats zur Ausgabe gelangt.
Etwaige rückſtändige Beſtellungen bittet man ſofort an
A. Bergſträßers Hofbuchhandlung gelangen zu laſſen,
da mit dem Tage des Erſcheinens der
Subſkriptions=
preis von 4 Mk. 50 Pfg. erliſcht und der Preis ſich
dann auf 5 Wk. erhäht.
m. Der Verbreiterung der Pankratiusſtraße iſt nun
ein Haus zum Opfer gefallen. Das Haus der Bäckerei
Rabenſtein, Inhaber Roth, iſt ſchon von den ſeitherigen
Bewohnern geräumt worden, weil es ebenfalls zu oben
genanntem Zwecke abgebrochen werden ſoll. Die
Mauer der Hofſcheuer, ſowie zwei Häuſer nördlich der
Wenckſtraße werden ebenfalls niedergelegt.
m. Der Woog iſt wieder gefüllt und zeigt eine
leichte Eisdecke. Wenn es noch einige Male nachts
gefriert, wird die Eisbahn eröffnet werden. Auch
hinter dem Woog iſt durch den Darmbach die Wieſe auf
dem linken Ufer überſchwemmt und zur Eisbahn
her=
gerichtet.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtr. 23) ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Die Hochzeitsfeier im Hauſe Fürſtenberg:
zur Eröffnung der Winterſeſſion des deutſchen
Reichs=
tages, Blick in den Sitzungsſaal mit Präſidententiſch,
Rednertribüne und Miniſtertiſch; der öſterreichiſch=
unga=
riſche Armeeinſpektor Freiherr v. Hötzendorff in Bukareſt;
König Peter von Serbien verläßt mit dem
Premier=
miniſter Paſitſch den Dankgottesdienſt.
* Im Bürgerkeller tonzertiert zurzeit das Salon=
Damen=Orcheſter „Langhartel”; der allabendlich aute
Beſuch zeigt, wie beliebt ſich dieſe Kapelle in kurzer Zeit
gemacht hat. Beſonders reichen Beifall ernten die
aus=
gezeichnet vorgetragenen Piſton=Soli der Frau
Kapell=
meiſter Langbartel. Der Eintritt zu dieſen Konzerten
iſt ſtets frei.
2 Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50 M., Eier 9 bis
11 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22—25 Pf., Handkäſe 4 bis
10 Pf., Kartoffeln der Zentner 2.25—2.50 M., Kumpf
(10 Liter) 30—40 Pf., ½ Kg. 3—4 Pf., Mäuschen Kumpf
1 M., ½ Kg. 8—9 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel Zentner
7—15 M. ½ Kg. 7—15 Pf., Birnen Zentner 8—15 M.,
½ Kg. 8—15 Pf., ausländiſche Trauben ½ Kg. 40—50 Pf.,
Nüſſe 100 Stück 40—50 Pf., Zitronen 6—7 Pf., Kaſtanien
½ Kg. 18—20 Pf.; Salat, Gemüſe: Kopfſalat,
Körb=
chen Feldſalat 10 Pf., Endivien 6—10 Pf., Bündel
Ra=
dieschen oder Römiſch=Kohl 2—3 Pf., Rettiche 5—6 Pf.,
Meerrettich 12—30 Pf., Roterüben, Zwiebeln ½ Kg. 4 bis
10 Pf., Tomaten ½ Kg. 25—30 Pf., Spinat ½ Kg. 20 bis
22 Pf., Weißkraut 5—8 Pf., Zentner 1,50—1,80 M.,
Rot=
kraut 10—30 Pf., Wirſing 3—10 Pf., Blumenkohl 15—50 Pf.
Roſenkohl ½ Ka. 25 Pf., Gelberüben ½ Kg. 5—6
Grünkohl 3—6 Pf.; Geflügel. Wild: Gänſe ½ Kg. 85
bis 90 Pf., Enten 3,00—3,50 M., Hahnen und Hühner
1,50—2,00 M., Tauben 60—70 Pf., Haſen 3,00—3,50 M.,
Lapins 0,90—1,00 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Karpfen
90 Pf., Aal 1 M., andere Rheinfiſche 35—50 Pf., Rot=
zungen 60 Pf., Schollen 40 Pf., Kabeljau 23 —25 Pf.,
Schell=
fiſche 28—30 Pf., Portionsſchellfiſche 3 Pf., Seehecht 35 Pf.;
in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch, Hackfleiſch
76 Pf., Rindsfett 70 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.,
Schweinefleiſch 96 Pf., geſa zenes und Koteletts 1,06 M.,
Schwartenmagen und Fleiſchwurſt 90 Pf., Leber= und
Blutwurſt 76 Pf.
§ Aſyl für Obdachloſe. Im November wurde in
dem im Lotale des zweiten Polizeireoters in der
Alexanderſtraße errichteten Aſyl für Obdachloſe 435 und
in demjenigen im Lokale des fünften Polizeireviers in
der Ludwigshöhſtraße 69, zuſammen 504 Perſonen,
Obdach gewährt.
§ Selbſtmordverſuch. Ein hier bedienſtetes Mädchen
machte am Donnerstag den Verſuch, ſich mit Lyiol zu
vergiften. Die Lebensmüde wurde in das Städtiſche
Krankenhaus verbracht.
— Pfungſtadt, 7. Dez. Wegen des gegen frühere
Jahre ziemlich bedeutenden Rückganges der Schülerzahl
in der hieſigen Höheren Bürgerſchule hatte der
Stadtrat ſchon des öfteren die Auſhebung einer
Lehrer=
ſtelle an dieſer Anſtalt bei der oberſten Schulbehörde
be=
antragt, um den ſeitens der Gemeinde erforderlichen
Zu=
ſchuß herabzumindern. Dieſer Antrag wurde jedoch vom
Schulminiſterium mit der Motivierung abgelehnt, daß in
aller Kürze eine Neuorganiſation der Bürgerſchule zu
erwarten ſei. Die Gemeinde muß wegen der geringen
Einnahme an Schulgeld jährlich zirka 5000 Mark zur
Beſtreitung der Beſoldung für die drei akademiſch und
zwei ſeminariſtiſch gebildeten Lehrer dieſer Schule
auf=
bringen, welche im ganzen noch nicht 50 Schüler zählt.
Einzelne Klaſſen werden nur von 3—4 Kindern beſucht;
manche Klaſſen ſetzen ſich nur aus Mädchen zuſammen.
Der Staat ſchießt zu den Koſten für dieſe Anſtalt die
Summe von 6400 Mark zu.
— Pfungſtadt, 7. Dez. Heute nahm das Amtsgericht
den Tatbeſtand über den geſtrigen Brand auf. Wie
beſtimmt verlautet, iſt die Frage nach mutmaßlicher
Brandſtiftung zu verneinen. Die drei Schornſteinen
ent=
ſtrömenden Funken ſollen die Späne entzündet und das
Feuer weiter verbreitet haben. Die Feuerwehr hat etwas
verſpätet eingegriffen auch waren infolge des Froſtes die
Hydrantendeckel angefroren, ſo daß das Feuer ſchon zu
weit um ſich gegriffen hatte, als mit dem Löſchen
be=
gonnen wurde. Der Schaden iſt beträchtlicher, als man
zuerſt erwartet hatte. Eine mit dem Sägewerk
verbun=
dene und nicht verſicherte Schleifereianlage eines
Ge=
ſchäftsmannes iſt total zerſtört. Auch der Schuppen eines
benachbarten Landwirtes iſt niedergebrannt.
B Heppenheim, 6. Dez. Bei der am 2. d. M.
vor=
genommenen Viehzählung ergab ſich in hieſiger
Gemeinde folgendes Reſultat: Haushaltungsliſten
wur=
den abgegeben 674 (1907: 684). Gezählt wurden: Pferde
128 (1907: 126). Rindvieh 578 (629), Schweine 700 (864),
Ziegen 973 (946), Federvieh 4097 (4091), Bienenſtöcke 97
(88). Schlachtungen ohne Schlachtvieh= und Fleiſchbeſchau
(Hausſchlachtungen) wurden in den letzten 18 Monaten
vorgenommen: Rindvieh 1 (1907: 0), Schweine 228 (292),
Ziegen 155 (167).
Groß Gerau, 7. Dez. In der Zuckerfabrik Groß=Gerau
wurde geſtern abend der 18jährige Arbeiter Karl Fiſcher
überfahren und ſofort getötet.
Offenbach, 7. Dez. Drei hieſige junge Burſchen ſind
in letzter Zeit wiederholt in Wohnungen, zu denen ſie
ſich durch Oeffnen der Vorplatztüren mittels Nachſchlüſſels
Zutritt verſchafften, eingedrungen, um daſelbſt Geld zu
ſtehlen. Hierbei fielen ihnen Geldbeträge bis zu 150.
Mark in die Hände. In einigen Fällen wurden ſie, da
die Wohnungsinhaber auf ſie aufmerkſam wurden,
ver=
ſcheucht. Die Einbrecher, der Glaſer Franz Reinhard,
ſowie die Portefeuillerlehrlinge Friedrich Breidenbach
und Andreas Weimer, wurden dem Gericht
zuge=
führt.
Offenbach, 7. Dez. Die Gehälter der
ſtädti=
ſchen Beamten, Lehrer und Angeſtellten, ſollen nach
dem Beſchluß des mit der Schaffung einer Grundlage für
die Gehaltsregulierung betrauten Sonderausſchuſſes
vor=
läufig und vorbehaltlich der endgültigen Neuregelung im
nächſten Etatsjahr aufgebeſſert werden, und zwar
die Einkommen von 800—1200 Mk. um 8 Proz., von 1300
bis 2000 Mk. um 10 Proz., von 2100—3000 Mk. um
8 Proz., von 3100—4000 Mk. und von 4100—5000 Mk. um
6 Proz. und darüber hinaus um 4 Proz. Die Erhöhungen,
den konnten. Man hat zwar die Hypotheſe aufgeſtellt, daß
dieſe Lichtemanationen elektriſchen Urſprunges ſeien, aber
Beweiſe konnten bisher nicht erbracht werden. Die
Strah=
lung geht von den Bergen ſelbſt aus und iſt bei klarem
Wetter auf hunderte von Kilometern mit bloßem Auge
deutlich wahrnehmbar. In einer amerikaniſchen
Zeit=
ſchrift macht eines der Mitglieder der neuernannten
Kom=
miſſion, Dr. Pedro Santinez, einige intereſſante Angaben
über das merkwürdige Phänomen. Danach zeigen die
Lichterſcheinungen gewöhnlich den Charakter eines
Flim=
merns und Glimmens; der Lichtkegel ſelbſt wölbt ſich in
einer kühnen Kurve. „Es ſcheint, als habe dieſes Licht
beſtimmte Ausgangspunkte, nur die Häufigkeit der
Ent=
ladungen und ihre Ausdehnung wechſelt. Die ſtärkſten
Ausſtrahlungen kommen von einer Stelle, die man jetzt
ziemlich genau feſtſtellen konnte; die Ausſtrahlungen
ſtre=
ben zum Zenith und oft weit ins Meer hinaus. Das
Leuchten beginnt gewöhnlich im Spätfrühling und währt
bis zum Frühwinter. Dann verſchwindet die
Ausſtrah=
lung in ſüdlicher Richtung vollkommen, aber in Nord=
und Mittelchile kann das Leuchten auch im Winter noch
wahrgenommen werden. Auch in dieſem Sommer war
es vorhanden, und zwar in viel größerer Stärke wie
ge=
wöhnlich.‟ Das Phänomen iſt vor einem Jahre zum
erſten Male von den Naturforſchern exakt beobachtet
wor=
den, und dabei gelang es, die Berggipfel feſtzuſtellen, bei
denen das Leuchten am ſtärkſten iſt. Auch dieſer Gelehrte,
der ſeine Unterſuchungen noch nicht zu Ende führen konnte,
neigt der Erklärung zu, daß die Erſcheinung elektriſchen
Urſprungs iſt. Das Volk freilich glaubt an eine
Luft=
ſpiegelung geſchmolzener Lava in den Kraterſchlünden,
aber dieſe Anſchauung iſt wiſſenſchaftlich nicht diskutabel.
Die gemeinſame Aktion der drei anliegenden Staaten hat
das Ziel, das Weſen dieſes rätſelhaften Andenlichtes zu
erforſchen; die Lichtentladungen ſind geräuſchlos und
bringen auch keine Funken hervor, aber allgemein ſtimmt
man doch der Hypotheſe eines elektriſchen Urſprunges zu
und verbindet mit den Forſchungsarbeiten vielleicht auch
den Gedanken, im Falle einer Betätigung dieſer Annahme
die vorhandene elementare Elektrizitätsquelle der Anden
auf irgend eine Weiſe nutzbringend zu machen.
* Wie Montenegro ſeine Toten begräbt. Der
franzö=
ſſiſche Kriegsberichterſtatter Helſey, der dieſer Tage aus
Montenegro zurückgekehrt iſt, ſchildert im Journal die
Beiſetzung der im Türkenkriege gefallenen montenegrini=
Agen Soldaten: „Jeden Morgen,” ſchreibt er, „ſeit dem
Beginn des Krieges läuten die Glocken von Cetinje, um
die Beiſetzung der Toten zu verkünden. Zu Dutzenden
fallen ſie jeden Tag, die Verwundeten, die ohne jeden
Ver=
band vom Schlachtfeld heimgebracht werden. Ihrer
un=
glaublichen Körperkraft verdanken ſie die Martern eines
langen Todeskampfes, die ſie ohne jeden Schmerzenslaut
ertragen. An den Sterbebetten ſitzen die Angehörigen,
in dumpfem Schweigen und ohne Tränen. Ein edles,
aber herzzerreißendes Schauſpiel. Während meines
gan=
zen Aufenthaltes in Montenegro habe ich nie das ſchöne
Antlitz des Krieges zu ſehen bekommen, ſondern immer
nur ſeine Häßlichkeiten und ſeine Schrecken. Vor ollem
ſah ich immer die grauenvolle Fortſetzung und
Veplänger=
ung des Kampfes in der ſtickigen und ſtinkenden
Atmo=
ſphäre des Hoſpitals. Alle dieſe Verwundeten haben
dieſelbe Geſchichte. In dieſem Lande, wo ſelbſt die
nied=
rigſte Familie ihre Ruhmesanalen beſitzt, will jeder den
Nächſten an Tapferkeit übertreffen: daher die
verwege=
nen, jeder Klugheit und jeder Diſziplin baren Kämpfe,
die für den Ausgang der Schlacht nicht die geringſte
Be=
deutung haben und eher hindernd als fördernd wirken.
Von Zeit zu Zeit kehrt ein Verwundeter mit Verletzungen
heim, die noch fürchterlicher ſind als alles, was man bis
dahin ſchon geſehen hatte. Aber das iſt der Stolz dieſer
Leute: je ſchrecklicher die Wunden ſind, deſto mehr freut
ſich der Verwundete, deſto ſtolzer ſind ſeine Angehörigen.
Weniger traurig als dieſe Lazarettſchauſpiele ſind die
Beerdigungen. Der Leichenzug zieht ſingend durch
die Straßen von Cetinje. Voran ſchreitet ein Knabe mit
umflorter Fahne; es folgt ein Chor von halbwüchſigen
Jünglingen, die mit näſelnder Stimme die liturgiſchen
Geſänge ſingen. Ein alter Pope, mit einem Metallkreuz
in der Hand, ſchreitet in einem abgetragenen Chorrock
da=
hin. Ein Kirchendiener trägt eine Kerze und ſchwingt in
der anderen Hand ein altes Weihrauchfaß. Dahinter
wer=
den von ſtarken Armen die Toten getragen. In den
weißen Holzſärgen, die mit buntem Papier bekleidet ſind,
ſchlafen ſie unter dem Linnen; das Geſicht aber bleibt
un=
bedeckt. Angehörige tragen auf ihren Schultern den
Sarg=
deckel, der erſt im letzten Augenblicke, im Grabe ſelbſt, auf
den Sarg gelegt wied Vor den Heiligenbildern einer
kleinen Kapelle werden die Särge mit den Leichen auf
den Boden geſtellt. Der Trauergottesdienſt iſt lang. Die
Prieſter ſingen, die Leidtragenden antworten; die Frauen
weinen leiſe vor ſich hin. Nach den Gebeten und
Ge=
ſängen kniet alles — zuerf der Pope, dann die Ange=
hörigen, dann die Freunde, dann die anderen alle —
nieder, um den Toten den letzten Kuß zu geben. Jeden
Tag und mehreremal am Tage ſieht man dasſelbe traurige
Bild in Cetinje, Rjeka, Podgoritza, Nitſchnitſch, in allen
Städten und allen Dörfern, während dort unten in der
Ebene von Wraka, in Ipek oder von Taraboſch andere
Krieger fallen, deren Begräbnis nur die Raben oder der
Schnee „regeln” werden.
— Das Männerideal der Engländerinnen von heute
iſt nicht der Jüngling zwiſchen 20 und 30, ſondern der
gereifte Mann von 40 oder mehr Jahren.
Dies iſt das Urteil, zu dem Frau York Miller, eine
an=
geſehene Schriftſtellerin, aus eigener Erfahrung
gekom=
men iſt. Was ſie aus eigenem Erleben weiß, haben ihr
viele Geſchlechtsgenoſſinnen, die ſie darum befragt hat,
eſtätigt, und die Gründe, die andere hierfür anführten,
weichen von ihren eigenen nur wenig ab. „Es macht
nichts aus,” ſagt Frau Miller, „wenn ſein (des
Lieb=
habers) Haar ſchon graue Fäden enthält und wenn er
feſte Gewohnheiten hat. Er iſt trotzdem anziehender als
der Jüngling von Zwanzig oder der ſelbſtzufriedene
Mann von Dreißig. Er iſt ein nachdenklicher,
überleg=
ſamer, dabei entſchloſſener Mann, und vor allem: er kennt
einen eigenen Wert.‟ Die weiteren Vorzüge des Mannes
von Vierzig als Liebhaber, der zum Gatten in Ausſicht
genommen iſt, ſtellt die Engländerin folgendermaßen
zu=
ſammen: er weiß gut zu reden. Er hat gewöhnlich eiche
Erfahrung im Leben und weiß, was er ſagen ſoll und
was ſeine Gefährtin intereſſiert. Der junge Mann
da=
gegen geht gewöhnlich in ſich ſelbſt auf. Bei Frauen
er=
weckt er den Eindruck, als erwieſe er ihnen durch ſeine
Gegenwart eine Vergünſtigung. Der Junggeſelle von
Vierzig iſt darüber längſt hinaus. Er läßt eine Frau
ſtets fühlen, daß es ihm ein Vergnügen iſt, mit ihr
zu=
ſammen zu ſein. Er tut alles, um ihr zu gefallen und
läßt keine geſellſchaſtliche Höflichkeit außer acht, wie es
junge Männer tun. Vor allem aber iſt er ein guter
Kkamerad. Er iſt ſelten launenhaft oder niedergeſchlagen,
und iſt als Liebhaber ein Mann, auf den eine Frau ſich
verlaſſen kann. Das Wichtigſte aber iſt, daß er ſich
wirk=
ich gibt wie er iſt. Wenn man ihn heiratet, bleibt er der,
der er war, im Gegenſatz zu jungen Männern, die ſich als
ganz andere entpuppen, wenn die Zeit der erſten Liebe
verflogen iſt.
die insgeſamt 65000 Mk. ausmachen, ſollen vom 1. Oktober
ds. Js. rückwirkend berechnet werden. Ausgenommen von
der Erhöhung ſind die Beamten und Lehrer, deren
Be=
züge erſt in letzter Zeit aufgebeſſert wurden, ferner die
Beamten der Gehaltsklaſſe A. Bei Beamten und
Ange=
ſtellten mit nicht jährlicher Gehaltsfeſtſetzung ſoll
beſon=
deren Anträgen entgegengeſehen werden. Die Erhöhungen
ſollen für die erſten 4 Monate, Oktober bis einſchließlich
Januar, noch vor Weihnachten ausbezahlt werden.
Neu=Iſenburg, 7. Dez. Heute vormittag wurde die
Starkenburger Provinzial=
Geflügelaus=
ſtellung durch den Kreisrat von Offenbach, Geh.
Re=
gierungsrat Lochmann, feierlich eröffnet. Die
Aus=
ſtellung gewährt einen intereſſanten Ueberblick über den
derzeitigen Stand der Geflügelzucht in der Provinz
Star=
kenburg. Beſonders gut vertreten ſind Stadt und Kreis
Offenbach. Insgeſamt ſind 430 Nummern ausgeſtellt,
darunter Waſſergeflügel in ganz hervorragenden
Kollek=
tionen. Bei der Prämiierung fungierten die Herren
Hermann Koch (Baden=Baden), O. Rübſamen (Gießen)
F. Wick (Biebrich) und Jean Storck (Lengfeld) als
Preis=
richter.
König, 7. Dez. Die Firma Gebrüder Bär, die
in der Tabakfabrik am hieſigen Bahnhofe ſeit Dezember
vorigen Jahres ihre Zigarrenfabrikation getrieben hatte,
gab leider, nach einer Tätigkeit von nur einem Jahre,
Ende November dieſes Geſchäft wieder auf.
Herr Treſer, der jetzige Eigentümer der Fabrik, hat
die=
ſelbe nun an die Firma Max Freund in
Pfung=
ſtadt verpachtet, und wird die Herſtellung von
Zigarren nun wieder eifrig betrieben.
Mainz, 7. Dez. Der Verband
Rheinheſſi=
ſcher Weinhändler hielt geſtern nachmittag im
Kaſino „Hof zum Gutenberg” ſeine ordentliche
Gene=
ralverſammlung unter dem Vorſitze des
Kommer=
zienrats Harth ab Von der Regierung war
an=
weſend Geh. Landesökonomierat Müller.
Handelskam=
merſyndikus Meesmann erſtattete den
Jahresbe=
richt, der ohne Debatte Genehmigung fand. Profeſſor
Muth hielt einen intereſſanten Vortrag über den 1912er
Wein, der ſich bisher über Erwarten gut entwickelt; er
werde im Durchſchnitt beſſer werden als der 1910er Wein.
Es wurde in der Verſammlung Klage darüber geführt,
daß die Rheingauer Winzervereine jetzt vor dem 31.
De=
zember ihre Weine zur Verſteigerung brächten, nur um
dem Verzuckern zu entgehen; die Wemnhändler ſollten ihre
guten Namen dafür hergeben. In Rheinheſſen
verzucker=
ten die Winzervereine den 1912er nach den Angaben der
Weinbauſchule Oppenheim; das könnten auch die
Rhein=
gauer ſo machen, im anderen Falle ſollten die
Weinhänd=
ler deren Weine nicht ſteigern. Von einer Abänderung
des Weingeſetzes wollte die Verſammlung nichts wiſſen,
eine ſolche ſei auch unr von Winzergenoſſenſchaften der
Moſel gefordert, von der Regierung aber abgelehnt
wor=
den. Landtagsabgeordneter Molthan erklärte, daß die
heſſiſche Regierung ebenfalls auf dem ablehnenden
Standpunkt ſtehe, die Anregung ſei auch nicht vom
Wein=
handel, ſondern von Genoſſenſchaften ausgegangen. Der
Vorſitzende erſucht die Weinhändler, ſie möchten doch alle
die Normalflaſche einführen. An den Oberbürgermeiſter
von Mainz ſoll das dringende Erſuchen gerichtet werden,
den Weinbergsbeſitz der Stadt nicht fortgeſetzt zu
ver=
größern, den Detailhandel zu unterlaſſen und die Weine
öffentlich zur Verſteigerung zu bringen. Die
ausſcheiden=
den Vorſtandsmitglieder wurden einſtimmig wieder
ge=
wählt. Ein gemeinſchaftliches Abendeſſen beſchloß die
Tagung.
Laubenheim, 7. Dez. Die Naheregulierung
von hier bis zur Rheinmündung iſt jetzt nach dreijähriger
Dauer beendet worden. Beſonders an der unteren
Nahe, bei Langenlonsheim, Genſingen und Laubenheim,
beſtanden große ungeſchützte Niederungen, die bei hohem
Waſſerſtande regelmäßig überſchwemmt wurden. Staat
und Kreis teugen je ein Drittel der Koſten, die zu 420000
Mark veranſchlagt wurden. Das letzte Drittel brachten
die Gemeinden auf.
Alzey, 7. Dez. In der Ueberfalls=Affäre auf
den Bierverleger F. J. Koch iſt der ſeinerzeit verhaftete
Knecht Jakob Zimmermann aus Gau=Heppenheim
außer Verfolgung geſetzt und aus der Haft entlaſſen
wor=
den, da ſich durch die Unterſuchung keine Beweiſe
er=
geben haben, daß der Betreffende an dem Ueberfall
be=
teiligt war.
Aspisheim, 7. Dez. Aus Verſehen erſchoß ſich
der junge Landwirt Jakob Huff von hier, als er zur
Jagd gehen wollte. Wahrſcheinlich hat er mit dem
ge=
ladenen, ungeſicherten Gewehr irgendwo im Hausgang,
wo das Unglück geſchah, angehakt, worauf der tödliche
Schuß losging. Das Geſchoß durchbohrte die Backen und
das Gehirn. Der Tod trat ſofort ein.
Gießen, 7. Dez. In der geſtrigen Sitzung der
Stadtverorkneten=Verſammlung wurden
für die beſſere Ausnutzung der in dem Waſſerwerk bei
Queckborn ruhenden Waſſerſchätze, die die Entwickelung
der Stadt erforderlich gemacht hat, 330000 Mark
be=
willigt. Es wurde dabei bedauert, daß man für ſo
große Ausgaben keine Reſerve beſitzt, ſo daß ſie auf
An=
leihe genommen werden müſſen. Der Vorſitzende ſtellte
in Ausſicht, daß bei der nächſten Voranſchlagsberatung
die Angelegenheit erwogen werden ſoll. — In der
nicht=
öffentlichen Sitzung wurde den ſtädtiſchen
Beamten eine Teuerungszulage in derſelben
Form bewilligt, wie den ſtaatlichen Beamten. Die
Zu=
lage iſt prozentual zu dem ſeitherigen Einkommen
be=
rechnet, doch iſt bei den niederen Einkommen der
Prozent=
ſatz der Zulage höher als bei den größeren. — Die dem
deutſchen Städtetag angeſchloſſenen Städte überreichen
dem Kaiſer zu ſeinem 25jährigen
Regierungsjubi=
läum eine Adreſſe. Die Verſammlung bewilligte den
dafür auf Gießen entfallenden Betrag von rund 80 Mark
(¼ Pfg. für jeden Einwohner). Außerdem werden von
den einzelnen Städten Jubiläumsſtiftungen geplant, da
auf Wunſch des Kaiſers von einer gemeinſamen Stiftung
abgeſehen werden ſoll, und der Ertrag der Stiftung in
den ſtiftenden Städten ſelbſt verwendet werden ſoll.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 7. Dez. Das
Kron=
prinzenpaar iſt heute nacht 11 Uhr 15 Minuten nach
Danzig abgereiſt. — Im auswärtigen Amte iſt heute
vor=
mittag bereits die offizielle Benachrichtigung der
eng=
liſchen Behörde eingelaufen, daß Bruning in
Winni=
peg (Kanada) verhaftet wurde. Nach, den
Beſtimm=
ungen des Auslieferungsvertrages zwiſchen Deutſchland
und England muß Bruning, der wegen Diebſtahls verfolgt
wurde, ausgeliefert werden. — Zur Vorgeſchichte der
Ver=
haftung Brunings wird noch gemeldet: Die Verhaftung
ſteht in engſtem Zuſammenhang mit; der Verhaftung
ſeines Schwagers Hatke. Die Korreſpondenz des
Letzte=
ren wurde genau durch die Kriminalpolizei kontrolliert.
Am 11. November gelangte an Hatke ein Brief Brunings
aus Amerika in chiffrierter Schrift. Es gelang den Brief
zu entziffern. In ihm machte er nähere Mitteilungen
über ſeinen Aufenthalt und ſeine Pläne. Er gab genaue
Anweiſungen, wo Briefe und Telegramme ihn erreichen
könnten. Er verlangte von ſeinem Schwager, daß er ihm
50000 Mark von dem zur Aufbewahrung übergebenen
Gelde ſchicken möge. So erfuhr die Kriminalpolizei den
Aufenthalt Brunings in Kanada und gleichzeitig den
Namen, den er ſich beigelegt hatte. Das auswärtige Amt
wandte ſich an die engliſche Behörde mit dem Erſuchen,
die Verhaftung Brunings vorzunehmen, die nunmehr
geſtern erfolgte. Aus den Briefen Brunings erhielt die
Polizei auch davon Kenntnis, daß bei Hatke Geld lag und
daraufhin erfolgte die Hausſuchung. Nach dem
Geſtänd=
nis Hatkes hat Bruning nicht mehr als 50000 Mark
mit=
genommen. Er hat alſo zirka 200000 Mark in
Deutſch=
land zurückgelaſſen. Wo ſich die treſtlichen 130000 Mark
beſinden, iſt noch nicht aufgeklärt. — Beim
Auf=
ſpringen überfahren und getötet wurde heute
mittag an der Pückler= und Wrangelſtraßen=Ecke der
zehn=
jährige Schulknabe Friedrich Männeke. Er wurde, als er
während der Fahrt den Anhänger einer elektriſchen Bahn
beſteigen wollte, ſo unglücklich von den Rädern erfaßt, daß
er eine ganze Strecke mitgeſchleift war, ehe der Wagen
endlich zum Stehen gebracht werden konnte. Die
Fahr=
gäſte bemühten ſich mit dem Wagenperſonal, die
Feuer=
wehr wurde ſofort herbeigerufen, aber jede Hilfe kam zu
ſpät. Von einem hinzugezogenen Arzt konnte nur
feſt=
geſtellt werden, daß der Tod bereits eingetreten war.
Metz, 6. Dez. Heute nachmittag wurde vor dem
Schöffengericht die Beleidigungsklage des
poli=
tiſchen Direktors des „Lorraine” Abbé Collin, gegen
den Redakteur Heinz der Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Zei=
tung wegen eines Artikels des letzteren Blattes vom 23.
Juli d. J. verhandelt, betitelt „Die Aktionäre eines
Welſchlingblattes, in dem von pikanten Enthüllungen
ge=
ſprochen wurde, die Abbé Collin auf ſich bezog. Der
Ver=
treter des Beklagten gab zu Beginn eine Erklärung ſeines
Klienten ab, daß es ein Irrtum ſei, wenn Herr Collin die
angedeuteten bekannten Enthüllungen „Streiflichter des
klerikalen Nationalismus” auf ſich beziehe. Im übligen
ſeien die Enthüllungen dem Redakteur in, amtlichen
Ur=
kunden zugegangen, die ſich allerdings auf eine andere
Perſon als die des Herrn Collin bezögen. Die klagende
Partei lehnte die Erklärung als nicht weitgehend genug
ab. Der Vertreter des Beklagten erhob dann Widerklage
wvegen Beleidigung, gefunden in einem Artikel des
Lor=
raine vom 20. Juli 1912, in dem der Rheiniſch=
Weſt=
fäliſchen Zeitung Feigheit und Denunziation vorgeworfen
wurde und in dem von Reptilien des Pangermanismus
die Rede war. Heinz wurde wegen öffentlicher
Beleidig=
ung zu 150 Mk. Geldſtrafe bezw. 50 Tagen Haft verurteilt
und dem Kläger Publikationsbefugnis in drei Zeitungen
zugeſprochen. Collin wurde wegen Beleidigung zu 30
Mark Geldbuße bezw. drei Tagen Haft verurteilt und
Heinz Publikationsbefugnis in beiderſeitigen Zeitungen
erteilt. Die Koſten trägt Heinz zu ½, Collin zu ½.
Kaiſerslautern, 6. Dez. Anläßlich des 50jährigen
Beſtehens der bekannten Nähmaſchinen=Fabrik von
G. M. Pfaff hat der Inhaber derſelben für eine
Spende an ſeine 1800 Arbeiter, ſowie für Zuwendungen
an die Arbeiter= und Beamten=Unterſtützungskaſſen der
Fabrik, für Gemeinde= und ſonſtige Wohltätigkeits=
Unter=
nehmungen den Betrag von 500000 Mark
ge=
ſtiftet.
Bobenheim, 7. Dez. Ein trauriger
Unglücks=
fall hat ſich in der Gemarkung Bobenheim
ereig=
net, wobei zwei Kinder den Tod fanden. Auf
der Eisdecke eines Waſſerbaches, dem ſogenannten
Schuß=
fritzloch, ſpielten geſtern nachmittag Söhne von
Boben=
heimer Landwirten; ſie brachen ein, und es
ertran=
ken die beiden Brüder Philipp und Heinrich
Schmitt 10 und 12 Jahre alt, während Peter Knieß
noch im letzten Augenblick gerettet werden konnte. Nach
den Leichen der armen Kinder wurde ſtundenlang geſucht,
ehe man ſie bergen konnte.
Kiel, 6. Dez. Das Schwurgenricht verurteilte
den Arbeiter Steffenſen aus Flensburg wegen
Raubmordes und Mordes zum Tode, den Seemann
Weſternborg aus Amſterdam zu 10 Jahren und 1 Monat,
den Arbeiter Odenius aus Emmerich zu 6 Jahren und 3
Mo=
naten und den Schuhmacher Wiskow aus Lüneburg zu
10 Jahren und 3 Monaten Zuchthaus. Die Angeklagten
hatten in der Nacht zum 22. September den Schuhmacher
Grundel aus Klein=Königsförde ermordet und den
Schuhmacher Wilhelmſen beraubt. Steffenſen und
Wis=
kow erklärten, das Urteil nicht annehmen zu wollen.
Paris, 6. Dez. Im Louvre wurde ein junges
Nädchen aufgegriffen, das eine der „Gioconda”
ihnliche Kleidung trug und ſich in der Nähe des Platzes
aufhielt, den das berühmte Bild früher zierte. Als ſie
nach Schluß des Louvre hinausgebracht werden ſollte,
erklärte ſie, das Muſeum nicht eher verlaſſen zu können,
als bis ſie den Unterſtaatsſekretär der ſchönen Künſte
ge=
ſprochen habe. Sie ſei die langgeſuchte Gioconda, des
ewigen Umherwanderns müde und verlange unbedingt
ihren früheren Platz wieder einzunehmen. Mehrere
Wächter mußten das Mädchen ſchließlich mit Gewalt
hinausbringen. Es handelt ſich um die plötzlich
irr=
ſinnig gewordene Tochter einer ſehr auten Familie.
Paris, 7. Dez. Nach einer Blättermeldung aus
Badajoz brach in der Kirche zu Elval während
einer Hochzeit Feuer aus. Es entſtand eine
furcht=
bare Panik. In dem Gedränge wurden an 30 Perſonen
verwundet, darunter viele lebensgefährlich.
Toulouſe, 7. Dez. Bei einem gewiſſen Peres, der ſich
für einen ausländiſchen Konſul ausgibt, wurde eine
Hausſuchung vorgenommen und eine große Anzahl von
unausgefüllten Ordensdiplomen
beſchlag=
nahmt. Nach einer polizeilichen Feſtſtellung iſt dieſer
Peres der Helfershelfer eines Brüſſeler
Ordensſchwind=
lers namens Lazard der ſeit mehreren Jahren
ero=
tiſche Orden, darunter beſonders perſiſche und chineſiſche,
verkauft haben ſoll. Die Unterſuchung ergab, daß die
chineſiſchen Ordensdiplome aus einem bei der chineſiſchen
Geſandtſchaft in London verübten Diebſtahl herrühren
Lazard ſoll ſich nach Deutſchland geflüchtet haben.
London, 7. Dez. Vor einigen Tagen wurde von
einem Diebſtahl von 10000 Pfund=Stücken in Gold
be=
richtet die in zwei Kiſten verpackt von der Bank
von England nach Alerandria verſchifft wurden. Als
die Kiſten anlangten, enthielten ſie ſtatt Gold Blei. Die
engliſche Polizei verfügte die Rückſendung der Kiſten und
deren genaue Unterſuchung. Jetzt ſind auch die Kiſten
mit Blei veeſchwunden. Man hat die Spur bis Bremen
verfolgen können.
Petersburg, 6. Dez. Ueber die Urſache der
Erkrank=
ung des ruſſiſchen Thronfolgers wird jetzt
Authentiſches bekannt. Der Unfall des Thronfolgers
er=
eignete ſich in Spala durch die Lebhaftigkeit des Knaben.
Wie ſchon früher gemeldet wurde, beſitzt der Thronfolger
einen Matroſen als Spielgefährten und Aufſeher. So
war es auch bei jenem ereignisvollen Spaziergang durch
den Park von Spala, als der Thronfolger beim Anblick
eines Bootes erklärte, er wolle hineinſteigen und eine
Ruderpartie auf dem Waſſer machen. Da der Knabe nicht
auf das Verbot des Matroſen hörte, ſo faßte ihn dieſer,
ſchon recht nahe dem Ufer, an der Hand, um ihn von der
Fahrt zurückzuhalten. Der Großfürſt aber riß ſich
vor=
wärtsdrängend gewaltſam los und ſtürzte infolgedeſſen
mit ſolcher Wucht in das Boot, daß er mit der linken
Weichengegend an die Bordwand aufſchlug. Das
Aerzte=
konſilium hat auf Grund ſeiner Beobachtungen die
Digg=
noſe geſtellt, daß dieſer unglückliche Vorfall, der von einer
Verletzung der linken Beckenknochenhaut begleitet war,
eine Knochentuberkuloſe verurſacht habe, die ſich in einem
Anfangsſtadium befinde und deren Heilung nach dem
gegenwärtigen Stand der Wiſſenſchaft nicht nur möglich,
ſondern auch gewiß iſt. Allerdings wird dem Großfürſten
der Aufenthalt in einem ſüdlichen Kurort vorgeſchrieben,
New=York, 6. Dez. An der höchſten Stelle der
Hoch=
bahn, da, wo die Strecke 70 Meter hoch liegt, ſtießen
zwei Züge zuſammen. 11 Perſonen wurden ſchwer
verletzt. Da die Wagen Feuer fingen, entſtand unter den
Paſſagieren eine rieſige Panik. Tauſende von
Men=
ſchen ſtanden in furchtbarer Erregung unten auf der
Straße und ſahen dem Brande in ſchwindelnder Höhe zu,
unfähig, Hilfe zu bringen. Durch Angeſtellte der Bahn
wurde das Feuer verhältnismäßig ſchnell gelöſcht und
größeres Unglück verhütet.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 7. Dez. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 11.20 Uhr. Auf der Tagesordnung
ſteht die
erſte Bezitung des Geſetzentwurſes über den Verlehr mit
Leuchtöl (Petroleummonopol).
Staatsſekretär Kühn: Das Geſetz betreffend den
Verkehr mit Leuchtöl iſt zunächſt kein Geſetz zur Deckung
von Ausgaben. Es iſt kein Geſetz von irgend einem
poli=
tiſchen Charakter, dergeſtalt, daß die Parteien von
vorn=
herein für oder gegen das Geſetz Stellung nehmen
könn=
ten. Es iſt eine wirtſchaftliche Frage, dazu beſtimmt,
den deutſchen Verbraucher gegen eine etwaige
Ausbeut=
ung des Auslandes zu ſchützen. Es richtet ſeine Spitze
nicht gegen irgend einen auswärtigen Staat,
insbeſon=
dere nicht gegen die Vereinigten Staaten von Amerikag
Es richtet ſich auch nicht gegen eine beſtimmte
Privat=
unternehmung, auch nicht gegen die Standard Oil
Com=
pany. Wir beabſichtigen nicht, die natürliche
Entwick=
lung dieſer Geſellſchaft zu unterbinden; wir wollen nur
verhüten, daß ſie den deutſchen Verbrauchern gegenüber
eine Monopolſtellung erlangt. Ich darf erwarten, daß
der Entwurf lediglich auf ſeine Notwendigkeit, ſeine
Durchführung, ſeine Wirkung geprüft werde. Neben
zahl=
reichen grundſätzlichen Zuſtimmungserklärungen von der
Börſe befinden ſich auch zahlreiche Angriffe, die die
ge=
botene Sachlichkeit vermiſſen laſſen. Es wurde ſo
dar=
geſtellt, als ob es ſich bloß um einen kleinen
Intereſſen=
ſtreit verſchiedener Banken handele. Die Regierung
wurde als nachgeordnete Stelle einer hieſigen Bank
dar=
geſtellt. Es wurde ihr Hörigkeit vorgeworfen. Dabei
war der Zeitung, die dies ſchrieb, es mehr um die Spitze
des Wortes, als um die Sache zu tun. So weit ſind wir
im Deutſchen Reiche Gott ſei Dank noch nicht gekommen
(Graf Weſtarp: Sehr richtig! Heiterkeit links.) Gegen
das Geſetz haben ſich zunächſt die prinzipiellen Gegner von
Monopolen gewendet; dabei iſt das Geſetz nicht einmal
ein Monopol im eigentlichen Sinne des Wortes.
Der Staatsſekretär gibt ſodann einen Ueberblick über die
Entwickelung des Geſchäftes der Standard Oil Company
in den einzelnen Ländern. Ueberall hat ſich die
Monopol=
ſtellung herausgebildet. Der Staatsſekretär fährt dann
fort: Die Regierung wird es ſich ſtets angelegen ſein
laſſen, den Weg zur Verſtändigung mit der Standard
Oil Company offen zu halten. Ich halte es für den riche
tigen Weg, den Vertrieb des Petroleums der freien
Ge=
werbetätigkeit zu überlaſſen, wenn ich auch überzeugt bin,
daß es eine ganze Reihe von Beamten gibt, die ohne
weiteres einen guten Kaufmann abgeben würden und,
daß es andererſeits viele Kaufleute gibt, die jederzeit als
Beamte eintreten könnten. Darunter würde aber die freie
Ausnützung der Marktlage leiden. Die meiſten Angriffe
wurden gegen uns erhoben wegen des Aufſichtsrechtes
über die Bankengruppe, die das Geſetz zu übernehmen
hat. Der Vorwurf iſt unberechtigt. Dadurch, daß diel
Aktien als Namensaktien ausgegeben werden und
außer=
dem dem Reiche die Mitgliedſchaft zum Aufſichtsrat
ge=
ſichert iſt, ſind uns in keiner Weiſe die Hände gebunden.
Hinſichtlich der Verwendung der Erträgniſſe iſt uns der
Vorwurf gemacht worden, wir wollten das an ſich
bedenk=
liche Geſetz durch ein ſoziales Anhängſel ſchmackhaft
machen. Es wäre wohl gegeben geweſen, die Gelder den
laufenden Mitteln des Reiches zuzufügen, davon ſind wir
aber abgekommen. Die mit dem Ertrage geplante
ver=
mehrte Fürſorge für die Veteranen und die Verwendung
von Mitteln für ſoziale Zwecke iſt nicht Hauptzweck,
ſon=
dern nur Beiwerk des Geſetzes. Ihr ſachliches Urteil
ſollte in keiner Weiſe durch dieſes ſoziale Beiwerk
beein=
flußt werden. Wir haben die Vorſchläge eingehendſt
geprüft. Was wir Ihnen unterbreiten, legen wir Ihnen
ohne jede Voreingenommenheit vor. Von Ihnen
vorge=
ſchlagene Verbeſſerungen werden wir prüfen. So hoffen
wir, daß aus der gemeinſamen Arbeit mit Ihnen ein
Werk hervorgehen wird, keinem Einzelnen zu Liebe,
kei=
nem Einzelnen zu Leide, der Geſamtheit zum Nutzen. Ein
Werk, das unſere Nachfahren uns danken werden. (
Leb=
hafter Beifall.)
Abg. Wurm (Soz.): Dieſe Vorlage weicht von den
ſonſtigen Vorlagen dadurch ab und hat dadurch einen
Vor=
zug, daß von uns keine Geldmittel angefordert werden.
Durch das geplante Monopol wird der Monopolteufel
der Standard Oil Company durch den Belzebub des
Staatsmonopols ausgetauſcht. Der Entwurf ſollte in der
Art, wie er jetzt vor uns erſcheint, nicht Geſetz werden.
Verſchiedene Aenderungen werden ihn auch für uns
an=
nehmbar machen, deshalb wollen wir die Vorlage nicht
ablehnen, ſondern ihn in der Kommiſſion eingehend
prit=
fen. Standard Oil Company iſt zur größten Geldmacht
der Welt geworden und auch noch nach der Zertrümmerung
durch das Antitruſtgeſetz iſt dieſe Gruppe eine große Mackt
geblieben. Statt eines Petroleum=Monopols ſollte die
Kohle und damit Gas und Elektrizität verbilligt werden,
dann würde ohne weiteres das Petroleum ausgeſchaltel.
Es iſt ſehr fraglich, ob Deutſchland mit der eigenen
Petrr=
euminduſtrie und der wenigen Outſidern auskommer
kann. Es iſt auch eine gewagte Sache, daß die geſamte
Monr=
polverſorgung Deutſchlands in die Hände einer Privart=
Erwerbsgeſellſchaft gegeben werden ſoll. Wer gibt einie
Sicherheit, daß dieſe Macht nicht zum Mißbrauch ver=
wendet wird? Wir verlangen deshalb und werden das
in der Kommiſſion vertreten, daß in der Geſellſchaft auch
der Reichstag mitzureden habe. Es läßt ſich auch
keines=
wegs rechtfertigen, daß aus dem Ueberſchuß Mittel für
andere Zwecke verwendet werden, als zur Verbilligung
des Petroleums. Eine kleine, aber mächtige Gruppe im
Reichstag hat allerdings ein ſtarkes Intereſſe daran, daß
der Preis des Petroleums nicht zu niedrig iſt, damit um
ſo mehr der Profit der Spiritusbrenner wächſt. Deshalb
müſſen alle Vorkehrungen getroffen werden, daß der
Pe=
troleumpreis niedrig gehalten wird. Wir hoffen, daß wir
die Vorlage in der Kommiſſion erheblich beſſern können.
Abg. Dr. Mayer=Kaufbeuren (Zentr.): In einer
Gruppe von Artikeln ſind wir leider wie Frankreich und
England vom Auslande abhängig. Nun iſt ja der
Stan=
dard Oil Company zuzugeben, daß ſie den
Petroleum=
preis ſeit Jahren ſehr niedrig gehalten hat. Es iſt aber
wohl auch ſehr vorteilhaft, im Frieden den Bedarf vom
Auslande zu decken, damit im Falle eines Krieges
Deutſch=
land in kurzer Zeit von der einheimiſchen Petroleum=
Induſtrie verſorgt werden kann. Um nun dem Reichstag
die Vorlage annehmbarer zu geſtalten, mußte die
Regie=
rung dem Entwurf ein ſoziales Mäntelchen umhängen.
Wir wollen aber mitarbeiten, in der Kommiſſion eine
Beſſerung der Vorlage zu erreichen. Ich verwahre mich
aber dagegen, daß, im Falle der Ablehnung, gegen uns
in irgendeiner Weiſe ein Vorwurf erhoben wird, wir
ſeien für unſere Arbeiter= oder Veteranenfreundlichkeit
nicht zu Opfern bereit. In dieſem Falle ſind wir nicht
bereit, in Verhandlungen einzutreten. Auch möchte ich
ausdrücklich betonen, daß unſere Haltung nicht auf die
Jeſuitenfrage zurückzuführen iſt. Im vorigen Jahre iſt es
mir aufgefallen, daß der Staatsſekretär Dr. Delbrück kurz
erklärte, wir ſeien immer noch nicht reif für ein
Staats=
monopol und jetzt iſt es da. Der Beratung in der
Kom=
miſſion ſtimmen wir zu. (Lebhafter Beifall im Zentrum.)
Staatsſekretär Kühn: Wenn der Herr Vorredner
ſagte, am Regierungstiſche ſei das Wort gefallen, wir
ſeien noch nicht reif für ein Monopol, ſo ſollte ſich das
nicht auf die Regierung beziehen. Es iſt mir nicht
be=
kannt, daß einer hieſigen Bank beſtimmte Zuſicherungen
gemacht worden ſeien. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß wir
an Outſidern, die mit deutſchem Kapital arbeiten, nicht
vorübergehen. Es iſt ein ſtarkes Stück, zu behaupten,
wir benutzen die Veteranenfürſorge als Vorſpann für
das Geſetz. Es iſt nur geſagt, daß, wenn Mittel zur
Ver=
fügung ſtehen, dieſe für geeignete Zwecke zu verwenden
ſind. Der als normaler Höchſtpreis feſtgeſetzte Betrag von
30 Pfennig pro Liter war notwendig, weil bei einer
Preisſkala eine Grenze nach oben gezogen werden muß.
Geſagt iſt ſelbſtverſtändlich damit nicht, daß dieſer
Höchſt=
preis jemals erreicht werden muß. — Abg. Keinath
(natlib.): Alle Bedenken, die ſich gegen ein
Privatmono=
pol erheben, beſtehen natürlich in verſchärftem Maße bei
einem ausländiſchen Monopol. Eine wirtſchaftliche
Ab=
hängigkeit in Bedarfsartikeln vom Auslande iſt ſehr
ge=
fährlich. Wir müſſen uns unſere Stellungnahme
vorbe=
halten. Die Uebertragung des Monopols an eine
pri=
vate Betriebsgeſellſchaft billigen wir, ein rein ſtaatliches
Monopol hätte nur eine Vermehrung des Beamtenheeres
gebracht. Eine geeignete Behörde für die Preisbildung
wünſchen wir hauptſachlich, denn der Zweck des Geſetzes
iſt doch eine Verbilligung des Petroleums. Deshalb ſoll
die Vertriebsgeſellſchaft auch nicht mit allen möglichen
Abgaben belaſtet werden. Auf alle Fälle muß auch
dar=
auf Rückſicht genommen werden, daß die Intereſſen der
kleinen Gewerbetreibenden genügend gewahrt werden.
Die Schaffung des Monopols begrüßen wir, denn die
Ge=
ſetzgebung ſoll nicht ſtille ſtehen. (Lebh. Beifall.) — Abg.
Dr. v. Schulze=Gaevernitz (Fortſchr. Volkspt.):
Ein Staatsmonopol iſt entſchieden beſſer als ein
Privat=
monopol. Die Standard Oil Company iſt die
voll=
endetſte Vertrieb= und Handelsorganiſation der Welt.
Ihre Macht auszuſchalten und Produzenten und
Verbrau=
cher in unmittelbare Verbindung zu bringen, bedeutet
zweifellos eine Verbilligung des Petroleums. Eine
Uebertragung des Monopols auf eine
Vertriebsgeſell=
ſchaft für 30 Jahre iſt nicht ratſam. 20 Jahre wären
ausreichend, damit der Geſetzgeber genügend Einwirkung
auf die Preisgebarung behält. Vielleicht läßt ſich durch
das Geſetz die Petroleum=Induſtrie in Rumänien wieder
beleben und damit ein regerer Donauverkehr und eine
beſſere Ausnutzung des Regensburger Hafens
herbeifüh=
ren. Die etwaigen Ueberſchüſſe des Monopols ſollten
nicht zu Veteranenunterſtützungen verwendet werden,
ſon=
dern dazu ſollten nur Reichsmittel dienen. — Abg.
Dom=
bek (Pole): Wir ſtimmen der Kommiſſionsberatung zu.
Abg. Dr. Arendt (Reichspt.): Die Veteranenfürſorge
gehört nicht in dieſes Geſetz. Das Deutſche Reich befindet
ſſich in bezug auf die Petroleumverſorgung in einer
Zwangslage, deshalb muß der Geſetzentwurf unter allen
Umſtänden Geſetz werden. Es iſt nötig, daß wir uns im
Bedarf von Leuchtöl vom Auslande unabhängig machen.
Es iſt dies um ſo eher durchzuführen, als wir dabei
eine große einheimiſche Induſtrie unterſtützen. In dieſem
Entwurf müßte nur der Mittelſtand mehr berückſichtigt
werden. Wir müſſen unſere Stellungnahme abhängig
machen von Abänderungen, die wir in der Kommiſſion
beantragen werden. — Abg. Thumann (Elſ.): Das
Reich iſt nicht dazu da, die Induſtrie der wirtſchaftlichen
Konkurrenz zu ſchützen. Die Veteranen aus dieſem
Ge=
ſetz aufzuhelfen, geht nicht an, das iſt eine Ehrenſchuld,
die aus allgemeinen Reichsmitteln zu begleichen iſt. Der
Beratung in der Kommiſſion ſtimmen wir zu.
Es erfolgt Vertagung. Nächſte Sitzung Montag
2 Uhr. Tagesordnung. Dritte Leſung des Geſetzes über
Schiffszuſammenſtöße und=bergung, Fortſetzung der
Be=
ratung des Geſetzes über das Petroleum=Monopol,
Wahl=
prüfungen der Mandate Bruhn, Herzog, Kopſch,
Interpellationen. — Schluß ½5 Uhr.
H. B. Berlin 7. Dez. Der Senioren=
Kon=
vent des Reichstages beſchloß heute, daß die
Ar=
beiten des Hauſes nach Möglichkeit ſo gefördert werden
ſollen, daß die Mitglieder zeitig in die Weihnachtsferien
gehen können, und zwar beſteht die Hoffnung, am
Don=
nerstag die Beratungen durch die Weihnachtspauſe zu
unterbrechen. Zunächſt ſoll das auf der Tagesordnung
ſtehende Material erledigt werden und dann das in der
Budgetkommiſſion erledigte Material dem Plenum
zuge=
führt, und weiter die dritte Leſung der Vorlage, betreffend
Schiffszuſammenſtöße, ſowie die 2. und 3. Leſung des
Nachtragsetats für 1912 vorgenommen werden.
Erneuerung des Dreibundes.
* Berlin, 7. Dez. Der zwiſchen den Souveränen und
den Regierungen von Deutſchland, Oeſterreich=
Ungarn und Italien beſtehende Bundesvertrag iſt
ohne jede Aenderung erneuert worden.
Das Defenſivbündnis zwiſchen Deutſchland,
Oeſter=
reich=Ungarn und Italien beſteht ſeit Anfang des Jahres
1883 und wurde zuletzt am 28. Juni 1902 erneuert. Der
Dreibund beruht auf drei Verträgen: In dem Vertrag
zwiſchen Deutſchland und Oeſterreich (geſchloſſen 7.
Okto=
ber 1879) verpflichteten ſich beide Staaten bei einem
An=
griff Rußlands zu gegenſeitigem Beiſtand, bei einem
Angriff einer anderen Macht zu wohlwollender
Neutra=
ität. In dem Vertrag zwiſchen Deutſchland und
Ita=
lien (3. Februar 1888) verpflichteten ſich beide Mächte
zur gegenſeitigen Hilfe gegen einen Angriff Frankreichs.
In dem Vertrage zwiſchen Oeſterreich und Italien
end=
lich ſichern ſich beide Mächte wohlwollende Neutralität
im Falle eines Angriffs durch Rußland bezw.
Frank=
reich zu. Das politiſche Syſtem Europas ruht heute
auf zwei Bündnisgruppen: auf der einen Seite ſteht der
Dreibund, auf der anderen Seite die Triple=Entente, die
den Zweibund Frankreich=Rußland und die „Entente
cordiale” dieſer beiden Mächte mit England umfaßt.
Beide Bündnisgruppen ſtehen ſich jedoch nicht ſchroff
gegenüber, denn es beſtehen beiſpielsweiſe Abkommen
oder Verſtändigungen zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und
Rußland, zwiſchen England und Deutſchland und
Deutſchland und Rußland (Potsdamer Entrevue).
Die Verhandlungen über die Erneuerung des
Drei=
bundes ſind in Piſa und bei der Anweſenheit San
Giu=
lianos in Berlin geführt worden.
* Berlin, 8. Dez. Zur Erneuerung des
Dreibundvertrages ſchreibt die Norddeutſche
Allgemeine Zeitung: „Der Dreibund hat ſich ſeit ſeiner
Errichtung als ein dauernder Faktor in der
Gruppier=
ung der europäiſchen Mächte eingelebt und ſich durch ſeine
Feſtigkeit als ein entſchiedenes Friedenselement
be=
währt. Seine Erneuerung dürfte nirgends eine
Ueber=
raſchung bieten. Immerhin können wir es als ein
er=
freuliches Zeichen betrachten, daß ſeine formelle
Erneuer=
ung gerade jetzt erfolgt iſt. Es iſt dies ein Beweis, daß
die drei Verbündeten von ſeiner Wirkſamkeit befriedigt
waren.”
Weiter ſchreibt das Blatt in ſeiner Wochenrundſchau:
Auch ſonſt haben die Hoffnungen auf einen ſchließlichen
Erfolg der diplomatiſchen Friedensarbeit trotz der
Fort=
dauer mancher noch ungelöſter Schwierigkeiten auch in
der letzten Woche neue Nahrung erhalten. In der
Er=
klärung, die der Reichskanzler am 27. November vor
dem Reichstag über Deutſchlands Stellung zu den
Orientfragen gegeben hat, und in der Rede des
franzö=
ſiſchen Miniſterpräſidenten Poincaré am 5. November
vor dem Kammerausſchuß für auswärtige
Angelegen=
heiten begegnen wir dem gleichen Ausdruck des
Ver=
trauens auf günſtige Wirkungen eines weiteren
Mein=
ungsaustauſches der Mächte, wie er bisher ohne Störung
und unter guten Vorzeichen durchgeführt worden iſt. Die
beruhigende und ausgleichende Hervorhebung
europäi=
ſcher Geſichtspunkte wird dadurch noch gefördert
wer=
den, daß eine Vereinigung von Botſchaftern damit
be=
traut wird, ein einhelliges Auftreten der Mächte in den
einzelnen noch ſtrittigen Fragen vorzubereiten. Mit d
Zuſammentritt eine ſolchen Verſammlung und der
ange=
deuteten Begrenzung ihrer Tätigkeit haben ſich, wie
ver=
lautet, ſämtliche Großmächte bereits einverſtanden
er=
klärt. Sollte die Verſammlung der Botſchafter in
Lon=
don tagen, ſo würden ihre Arbeiten zeitlich und örtlich
mit den in der britiſchen Hauptſtadt zwiſchen der Pforte
und den Balkanſtaaten geplanten
Friedensverhandlun=
gen zuſammenfallen, die, wie man annimmt, noch vor
Ablauf dieſer Woche beginnen werden.
* Wien, 8. Dez. Die Blätter beſprechen mit
gro=
ßer Genugtuung die unveränderte Erneuerung des
Dreibundes, der im gegenwärtigen Augenblick
er=
höhte Bedeutung zukomme. Das Fremdenblatt ſchreibt,
der hervorragend friedlich Charakter des Dreibundes
laſſe die Verlängerung dieſes Vertrages als ein efür die
Aufrechterhaltung der Ruhe in Europa außerordentlich
wichtiges und erfreuliches Ereignis erſcheinen. Wenn
der Dreibund eine Lebensdauer erreichte, wie ſie keiner
derartigen politiſchen Konſtellation bisher beſchieden
war, ſo ſei dies ein Beweis dafür, daß die Staaten der
Tripelallianz in dieſem Bundesverhältnis den
wirkſam=
ſten Schutz ihrer Intereſſen und die ſicherſte Gewähr für
eine ungeſtörte wirtſchaftliche Friedensarbeit erblicken.
Die Kontinuität des Dreibundes ſeit die wertvollſte
Ga=
rantie für die Kontinuität des Friedens.
* Rom, 8. Dez. Die Tribuna ſchreibt: „Die
Nach=
richt von der Erneuerung des Dreibundes
wird niemand überraſchen. Er iſt die Garantie für alle
unſere Intereſſen, und wegen ſeiner Natur als
Defenſiv=
bündnis eine Friedensgarantie für Europa,
Italien weiß, daß niemand gewillt iſt, es anzugreifen,
aber es bildet immer einen großen Sicherheitsfaktor, zu
wiſſen, daß Italien nicht allein wäre, wenn es die
Un=
verſehrtheit ſeiner Gebiete verteidigen müßte, über die
ſeine Fahne weht. Der Dreibund hat alſo nicht nötig,
eine Veränderung zu erfahren, und wird, wie bisher,
fortfahren, friedliche defenſive Zi9ele zu verfolgen, welche
gute und herzliche Beziehungen mit den dem Bündnis
fernſtehenden Mächten nicht nur nicht ausſchließen,
ſon=
dern ſogar mitumfaſſen.
Regierung und Zentrum.
* Berlin, 7. Dez. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Durch die vom Abgeordneten Spahn
verleſene Erklärung des Zentrums iſt die
Jeſuiten=
frage in den Mittelpunkt des zweiten Teils der
Etats=
debatte gerückt. Der Reichskanzler legte eingehend dar, daß
der von Spahn angegriffene Bundesratsbeſchluß vom 28.
November keinen Kulturkampf bedeutet, weil er
lediglich die Handhabung des beſtehenden Geſetzes nach
Maßgabe der bisherigen Praxis, allerdings unter
Ableh=
nung der von Bayern gewünſchten Neuerungen regelt. An
dem ſeit Jahrzehnten beſtehenden Zuſtand wird alſo
tat-
ſächlich nichts geändert. Daher war der
Bundesratsbe=
ſchluß vom 28. November ein geeigneter Anlaß, dem
Bun=
desrat das Vertrauen zu kündigen. Niemand verdenkt es
einem Katholiken, wenn er die Beſeitigung des
Jeſuiten=
geſetzes herbeiſehnt. Das erkannte auch der Reichskanzler
an. Auf der anderen Seite brachte er aber auch
Argu=
mente zur Geltung, die gegen die Entfeſſelung eines
Kul=
turkampfes wegen der Jeſuitenfrage ins Gewicht fallen,
In dieſem Sinne ſprach der Reichskanzler auch von dem
evangeliſchen Volksempfinden, das ſich in Erinnerung an
die geſchichtliche Rolle des Jeſuitenordens gegen ihn
wendet. Gaben doch auch hervorragende Katholiken in
neueren Zeiten zu, daß der Nutzen, den man ſich aus dem
Jeſuitenorden für die katholiſche Kirche Deutſchlands
ver=
ſprechen könnte, in gar keinem Verhältnis zu den tiefen
Störungen und Gefahren ſtehen würde, welche ſeine
Gegen=
wart hervorrufen müßte. Welche Bedeutung die
Miß=
trauenserklärung des Zentrums erlangen wird, warten
wir ab. Für den Reichskanzler kann Gegenſtand des
Kampfes nur ſein das Intereſſe des geſamten Reichs in
allen ſeinen Gliedern, das die Wahrung des
konfeſſionel=
len Friedens vorſchreibt. Deshalb wird ſich auch die in
Zentrumsblättern enthaltene Ankündigung eines neuen
Kulturkampfes nicht erfüllen. Wenigſtens müßte dazu erſt
der Gegner geſucht werden.
Der Balkankrieg.
* Konſtantinopel, 6. Dez. Der türkiſche
Bot=
ſchafter in Berlin, Osman Niſam Paſcha, reiſt am 10.
Dezember über Berlin nach London ab, wo
wahrſchein=
lich die Friedensverhandlungen beginnen.
Andere Delegierte ſind noch nicht ernannt.
* Paris, 7. Dez. Bezüglich der geplanten
Lon=
doner Konferenz meint das Echo de Paris, die
Balkanverbündeten würden zweifellos dagegen Einſpruch
erheben, daß die Türkei auf dieſer Konferenz durch ihren
Londoner Botſchafter Tewfik Paſcha vertreten ſei,
wäh=
rend ſie ſelbſt, obwohl ſie die Sieger ſeien, auf der
Kon=
ferenz keine Vertreter haben würden.
— Paris, 7. Dez. Nach Meldungen aus Belgrad
erklärte Miniſterpräſident Paſitſch, Serbien wolle
keinen neuen Krieg anfangen. Er hoffe auf
einen friedlichen Ausgleich. Serbien ſoll tatſächlich
ent=
ſchloſſen ſein, ſeine Forderungen betr. eines Adriahafens
und eines Zuganges zur Adria auf das Allernotwendigſte
zu beſchränken.
* Cetinje, 6. Dez. Die drei Delegierten
Montenegros für die Londoner
Friedens=
verhandlungen, Lazar Miuskowitſch, Jowo
Popo=
witſch und Lujo Wojnowitſch, traten die Reiſe nach
Eng=
land an. Die Spitäler Montenegros ſind von Patienten
überfüllt, die infolge der ſchlechten Witterung der letzten
Tage an Krankheiten der inneren Organe leiden. Die
große Mehrzahl der auf den Kriegsſchauplatz entſandten
auswärtigen Berichterſtatter verläßt Cetinje und
Antivari.
* Cetinje, 6. Dez. Die montenegriniſchen
Delegierten für die Konferenz in London haben
genaue Weiſungen erhalten, welche in einem geſtern
unter dem Vorſitze des Königs abgehaltenen
Miniſter=
rat feſtgeſetzt wurden. Eine der Hauptforderungen
Mon=
tenegros iſt die Abtretung von Skutari. Die
montene=
griniſchen Delegierten werden einige Zeit in Paris
blei=
ben wo ſie mit dem ſerbiſchen Geſandten Fesnie und den
gleichfalls durch Paris reiſenden ſerbiſchen Delegierten
zuſammentreffen werden.
Letzte Nachrichten.
* Wien, 7. Dez. Das Neue Wiener Abendblatt
kon=
ſtatiert bei der Beſprechung der internationalen
Lage, daß alle Ratſchläge zur Mäßigung, die von den
Mächten in Belgrad erteilt worden ſind, dort keine
weſentliche Wirkung gehabt haben. Die Belgrader
Blät=
ter fahren fort, gegen Oeſterreich=Ungarn zu hetzen und die
Beſetzung von Durazzo als eine Lebensfrage für Serbien
hinzuſtellen, für welche Serbien auch mit den Waffen in
der Hand gegen ganz Europa eintreten müſſe. „Dieſe
Situation” ſo ſchreibt das Blatt weiter, „fordert eine
un=
bedingte Klärung. Die Anſprüche Serbiens auf
Al=
banien ſind vollkommen ausſichtslos. Albanien wird mit
ſolchen Garantien umgeben, die es auch in Zukunft vor
Serbiens Klauen ſchützen werden. Serbiens Haltung
unſerer Monarchie gegenüber wird ſich ändern müſſen, weil
ſie allgemein in Oeſterreich=Ungarn als unerträglich
bezeichnet wird.
Konſtantinopel, 8. Dez. Die türkiſchen
Bevoll=
nächtioten für die Friedensverhandlungen,
Handelsmi=
niſter Reſchid und die türkiſchen Botſchafter in London
und Berlin, Rechtsrat Reſchid und Oberſt Ali Riza reiſen
n Begleitung ihrer Sekretäre am 10. Dezember nach
London ab.
Konſtantinopel, 8. Dez. Wie dem Vertreter
des Wolffbüros im Miniſterium des Aeußern mitgeteilt
wird, beabſichtigt die Pforte, Proteſt einzulegen,
weil die Bulgaren vier bis fünf Stunden nach Abſchluß
des Waffenſtillſtandes Adrianopel nachts nochmals
angegriffen hätten.
Großherzogliches Hoftheater.
Samstag, 7. Dezember.
„Gyges und ſein Ring”.
W-l. Hebbels hochgeniales und hochpoetiſches
Trauer=
ſpiel „Gyges und ſein Ring” gelangte heute bei
ſchwach beſetztem Hauſe in neuer Einſtudierung und
In=
ſzenierung wieder zur Aufführung. Aus Pietät gegen
den Dichter hat man wohl von Strichen abgeſehen, die ſich
aus techniſchen Gründen namentlich im letzten Akt
empfeh=
len würden. Allerdings muß zugegeben werden, daß der
dramatiſche Gehalt der Dichtung hinter der prachtvollen
pſychologiſchen Entwicklung des Vorwurfes und der
meiſterhaften Motivierung der Charaktere überhaupt
zu=
rücktritt, und daß es in der Eigenart des Dichters liegt
die dramatiſche Spitze durch philoſophiſche Reflerionen
oft ſelbſt abzubrechen.
Der Neuinſzenierung lag das Prinzip der ſog.
Stil=
bühne zugrunde, die ſich auch hier beſtens bewährte
ſo=
wohl aus techniſchen, als auch aus künſtleriſchen Gründen,
da einmal die viel beklagten langen Pauſen fortfallen,
andererſeits die Aufmerkſamkeit des Publikums ſich mehr
auf die Vorgänge auf der Bühne ſelbſt konzentriert und
das geſprochene Wort, Bewegungen und Darſtellung der
Künſtler an Ausdruck und Plaſtik gewinnen. Das
Haupt=
dekorationsſtück war ein einfacher plaſtiſcher Bau, der durch
geſchmackvolle farbige Vorhänge abgeſchloſſen wurde oder
den Ausblick nach einem zweiten Bühnenraum mit an=
ſteigender Treppe frei ließ. Die Aufgabe des
Szenen=
wechſels und der Verwandlungen wird durch dieſe Bühne
in wahrhaft genial einfacher Weiſe gelöſt.
In der Darſtellung der Rolle der tugendhaften
Köni=
in Rhodope, eines wahren Meiſterſtückes pſychologiſcher
Charakterſchilderung, legte Frl. Alſen ein hohes Maß
künſtleriſchen Taktes und feines Verſtändnis für die
In=
tentionen des Dichters an den Tag. Die Rolle iſt im Ton
leicht zu verfehlen, aber ſchwer zu treffen. Herr
Bau=
meiſter trug durch ſein verſtändnisvolles durchdachtes
und fein unterſcheidendes Spiel ſehr viel dazu bei, die
vom Dichter ſchon in genialſter Weiſe motivierte
Hand=
lung des Königs, der eines Zeugen ſeines Glückes
be=
darf, um es erſt voll zu beſitzen, noch glaubwürdiger zu
machen. Die tragiſche Figur des Gyges iſt vielleicht
twas heldiſcher zu geſtalten, als es durch Herrn Ehrle
geſchah, der aber die Rolle ſonſt mit edlem Empfinden
und ſchöner Wärme ſpielte und den ſchweren ſeeliſchen
Konflilt des wider Willen ſchuldig gewordenen
Jüng=
lings überzeugend zum Ausdruck brachte. Die kleineren
Rollen des geſprächigen Thoas, der um ihrer Herrin
willen verſchmähten Lesbia und ihrer Schickſalsgenoſſin
Hero waren durch Herrn Heinz und die Damen
Meiß=
ner und Uttmann gut vertreten.
Die unerträglich falſchen Betonungen der Namen
Herakles und Rhodope, die auf Konto des Dichters
kom=
men, könnten gewandte Sprecher vielleicht doch verbeſſern.
Die neue Beſoldungsvorlage.
St. Darmſtadt, 8. Dezember.
Die Beſoldungvorlage und die übrigen im
Zu=
ſammenhang damit ſtehenden Vorlagen ſind am Samstag
vormittag bei Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog
vor=
getragen und darauf ſofort an die Landſtände, zunächſt an
die Zweite Kammer, abgegeben worden.
Wir ſind in der Lage, einige intereſſante Daten aus
der Vorlage zu veröffentlichen. In erſter Linie mag
feſtgeſtellt ſein, daß die in einem hieſigen
Blatte gebrachte Notiz, nach der die
Anfangsge=
halte herabgeſetzt ſind und dergleichen, eine Notiz, die
geeignet iſt, wenigſtens in ihrer Schlußfolgerung,
Beun=
ruhigung unter der Beamtenſchaft hervorzurufen, nicht
den Tatſachen entſpricht. Es hieß da u. a.:
„Wie man hört, ſind die Endgehalte gegen jetzt
durch=
weg etwas erhöht, dagegen aber die Anfangsgehalte
durchweg herabgeſetzt. Dadurch iſt es ermöglicht, mit den
im Sommer bewilligten Mitteln nicht nur auszukommen,
ſondern in der Geſamtſumme noch etwas darunter zu
bleiben. Eine weſentliche Erhöhung gegenüber den
der=
zeitigen Bezügen wird deshalb vorausſichtlich auch nur
bei den Beamtenkategorien eintreten, bei welchen
gleich=
zeitig auch die Härten und Unſtimmigkeiten in der früheren
Beſoldungsordnung ausgeglichen wurden. Es iſt ſogar
nicht ausgeſchloſſen, daß manche Beamte unter ihren
derzeitigen Bezügen bleiben werden.”
Dieſe Schlußfolgerung iſt poſitiv falſch.
Rich=
tig iſt, daß die Anfangsgehalte zum Teil etwas
nie=
driger bemeſſen, d. h. nach unten abgerundet ſind, genau
wie in anderen Fällen eine Abrundung nach oben erfolgt
iſt. Es war das ja aus den Kammerverhandlungen und
Be=
ſchlüſſen auch ſchon bekannt. Falſch aber iſt es, daß auch
nur ein Beamter unter den ſeitherigen Bezügen
ver=
bleiben kann. Denn dagegen ſchützt ein beſonderer
Ar=
tikel des Geſetzes, nämlich Art. 28, in dem ausdrücklich
feſtgeſetzt iſt, daß kein Beamter in ſeinen
po=
ſitiven Bezügen, die er 1912 erhalten
hat, verkürzt werden darf. Inſoweit alſo
bei einem Beamten die Anfangsgehaltsſtufe unter den
Bezügen des Jahres 1912 heruntergeht, erhält er
trotzdem auf Grund dieſes Artikels den
für 1912 bewilligten Gehaltsſatz. Erſt bei
Neubeſetzungen tritt dann die eigentliche erſte
Gehalts=
ſtufe in Kraft.
Für die Volksſchullehrer iſt in der neuen Vorlage
eine durchſchnittliche Erhöhung des
Ge=
haltes um 3,1 Prozent vorgeſehen. Die Lehrer
erhalten alſo zuzüglich der in 1912 bewilligten
Gehalts=
erhöhung von 11 Prozent eine Geſamtzulage von
14,1 Prozent.
Die außerordentlich ſumfangreiche Vorlage, die in
ihrer bis ins kleinſte Detail erfolgten Durcharbeit ein
immenſes Stück Arbeit darſtellt, enthält insgeſamt:
1. Geſetzentwurf über die
Wohnungsgeldzu=
ſchüſſe;
2. Geſetzentwurf über die Beſoldung der
Staatsbeamten pp.;
3. Aenderung des Geſetzes über die Gehalte der
Volksſchullehrer;
4. Entwurf einer neuen Vereinbarung über die
Zivil=
liſte.
An Mehrbedarf bleibt beſtehen für die
Staatsdienſtanwärter 130000 Mark, für die Beamten=,
Penſions=, Witwen= und Waiſenbezüge 125000 Mark.
Der Mehrbedarf für 1913 beträgt
ins=
geſamt 3 Millionen 22,670 Mark. Dieſer
Mehrbedarf ſoll gedeckt werden aus den Eiſenbahn=
Ueberſchüſſen und den Etatüberſchüſſen überhaupt mit
2071900 Mark, durch Erſparniſſe in der
Staatsverwal=
tung mit 70000 Mark. Durch Entlaſtung der Staatskaſſe
auf dem Gebiete der höheren Schulen mit 230000 Mark,
aus dem Reſtefonds mit 650770 Mark.
Erſt vom Jahre 1915 ab rechnet die Regierung mit
einer Steuererhöhung, und zwar mit einer
ſol=
chen von fünf Prozent auf die
Einkommen=
ſteuer und fünf Pfennig auf die
Ver=
mögensſteuer.
Für die Wohnungsgeldzuſchüſſe ſind drei
Ortsklaſſen vorgeſehen. Zur erſten Ortsklaſſe
zäh=
len Mainz, Offenbach, Darmſtadt, Worms, Gießen,
Bingen, Friedberg und Bad Nauheim. — Zur zweiten
Ortsklaſſe zählen Alsfeld, Alzey, Bensheim,
Büdin=
gen, Butzbach, Erbach, Groß=Gerau, Heppenheim, Langen,
Lauterbach, Michelſtadt, Neu=Iſenburg, Ober=Ingelheim,
Oppenheim, Dieburg. Zur dritten Ortsklaſſe alle
übrigen Orte.
Die Grundlage der neuen Beſoldungsordnung, wie ſie
die Regierung jetzt darbietet, bildet die prozentuale
Er=
höhung der Beamtenbezüge, wie ſie am 30. März 1912 durch
die Kammern vorgeſchlagen wurde. Die Regierung
be=
hält dieſe prozentuale Erhöhung bei und kommt in dieſer
zu der organiſchen Beſoldungsreform, in der
eine Reihe von Härten und Ungleichheiten ausgeglichen
worden ſind. Im allgemeinen beträgt die Erhöhung der
Bezüge insgeſamt etwa 14 Prozent durchſchnittlich,
Teil=
beträge ſind nach oben, reſp. nach unten abgerundet. In
einer umfangreichen Tabelle werden die Gehälter der
ein=
zelnen Beamtenkategorien feſtgelegt und dabei eine
Gegen=
überſtellung gegben zu den früheren Bezügen und zu den
Bezügen nach der Zulage von 1912. Wir geben nachſtehend
die Gehälter einiger Beamtenkategorien. Die Tabelle
be=
ginnt diesmal im Gegenſatz zu früher mit den niedrigſten
Beamtenſtellen und endet mit den höchſten. U. a.
erhiel-
ten die Diener bei den Lokalſtellen früher 1200 Mk., nach
der organiſchen Beſoldungsordnung 1350—1700 Mk. Die
Dammwärter erhalten 1450—1800 Mk. Die Forſtwarte
1300—2000 Mk., die angeſtellten Schreibgehilfen 1550—2000
Mark. Die mittleren Baubeamten bezogen früher 2000—
2700 Mk. nach der neuen Vorlage erhalten ſie 2100—3700
Mark; die mittleren Beamten des Finanz=, Verwaltungs=
und Juſtizdienſtes früher 1800—3000 Mk. nach der neuen
Vorlage 2100—3700 Mk. Landrichter und Amtsrichter
Die dienſtaufſichtsführenden Richter von Darmſtadt I,
Gießen, Mainz, Offenbach und Worms erhalten unter
Wegfall der Stellenzulagen von 500 —300
Mark, die Gehalte von Landgerichtsdirektoren.
Dieſe Richter bekommen in Zukunft die Amtsbezeichnung
Amtsgerichtdirektoren. Beide ſtehen alſo in Zukunft gleich.
Den Mehrgehalt von 500 Mark, den zurzeit 20
dienſt=
leitende Richter beziehen, ſollen an deren Stelle die
übrigen Oberamtsrichter und Landrichter erhalten. Die
Vorſitzenden der Kammer ür Handefsſachen in Darmſtadt
und Mainz erhalten eine penſionsfähige Zulage von 500
Mark, die in Gießen eine ſolche von 300 Mark. Die
aka=
demiſchen Lokalbeamten, d. ſ. Oberlehrer uſw., erhielten
ſeither 2800—6000 Mark; ſie erhalten nach der organiſchen
Beſoldungsreform 3000—6500 Mark. Die
Realſchuldirek=
toren erhalten 5500—6500 Mark, dazu die prozentuale
Zulage. (Die Regierung hat die entſprechenden Gehalte
von früher angenommen, dabei vorhandene Ungleichheiten
beſeitigt und zu den ſo geſchaffenen neuen Gehaltsſätzen
die prozentuale Erhöhung hinzugefügt.) Die Direktoren
der Gymnaſien, Realgymnaſien uſw. erhielten früher 5800
bis 6600 Mk. Nach der neuenVorlage 6200—7400 Mk. Die
Hoch=
ſchulprofeſſoren früher 4500—6500 Mark, in Zukunſt 4700
bis 7300 Mark. Die Vortragenden Räte in den
Mini=
ſterien erhielten ſeither 5800—7200 Mark, nach der neuen
Vorlage 6200—7600 Mark, die Kreisräte ſeither 5800 bis
7000, nach der Vorlage 6200—7600 Mark, die
Landgerichts=
präſidenten, Senatspräſidenten am Oberlandesgericht und
Generalſtaatsanwalt bezogen früher ein feſtes Gehalt von
8200 Mark, nach der organiſchen Beſoldungsreform ein
Gehalt von 7400—9000 Mark und hierzu die
prozentua=
len Zuſchläge. Für die Miniſtergehälter iſt eine
orga=
niſche Erhöhung nicht vorgeſehen.
Die Volksſchullehrergehälter ſind in der
teuen Vorlage, wie bereits bemerkt, um weitere 3,1
Pro=
zent, im ganzen alſo um 14,1 Prozent, erhöht. Die
Volks=
ſchullehrer erhalten nach der organiſchen Beſoldungsreform
im:
1.—3. Dienſtjahr 1400 Mark
4.—6.
1500
7.—9
1700
1850
10.—12.
2050
13.—15.
2300
16.—18.
2500
19.—21.
2800
22.—24.
3000
25.-27.
3200
28.—30.
Vom 31. Dienſtjahr 3400 „
Das iſt ungefähr das Wichtigſte und Intereſſanteſte,
was die mit ſo großer Spannung erwartete Vorlage
bringt, als deren Hauptvorzug, neben der
Gehalts=
erhöhung an ſich, wohl die in mühevollen Arbeitswochen
ermöglichte Beſeitigung von Ungleichheiten und Härten
empfunden werden dürfte. Die Drucklegung der
Vor=
lage dürfte vor Mittwoch oder Donnerstag nicht
be=
endet ſein, ſo daß es ausgeſchloſſen ſcheint, daß das
Plenum der Zweien Kammer ſich noch in dieſer Woche
damit beſchäftigen kann.
Vermiſchtes.
Für Reklamemarken=Sammler. Der
Landesverband zur Hebung des Fremdenverkehres für
das öſterreichiſche Küſtenland gibt aus Anlaß der im
nächſten Jahre in Wien ſtattfindenden
öſterreichi=
ſchen Adria=Ausſtellung eine neue Serie
künſt=
leriſch ausgeführter Siegelmarken mit Anſichten von Pola,
Grado, Raguſa, Rovigno, Parenzo, Siſtiana, Abbazia,
Portoroſe, Medvea und Draga di Lovrana heraus.
Sammler und Intereſſenten erhalten einen Poſten gegen
Einſendung des Poſtportos und bei Bezugnahme auf das
„Darmſtädter Tagblatt” vom Landesverband für
Frem=
denvaskehr in Abbazia gratis.
C.K. Die Beleuchtung des
Panama=
kanals. Eines der wichtigſten techniſchen Probleme
bei der Fertigſtellung des Panamakanals iſt die
Beleuch=
tung des Fahrwaſſers, die den Schiffen auch zur Nachtzeit
die Benutzung des Kanals ermöglicht. Die amerikaniſchen
Ingenieure haben, wie die Engineering Times mitteilen,
die Frage mit einer intereſſanten neuen Erfindung
gelöſt. Die Einfahrt und auch das Fahrwaſſer auf dem
Gatumſee wird zur Nachtzeit durch eine doppelte Reihe
von 60 großen Leuchtbojen markiert. Das Intereſſanteſte
an dieſen Bojen aber iſt, daß die an ihnen angebrachten
ſehr weittragenden Blinkfeuer automatiſch in Gang
geſetzt werden, und zwar durch das Ausbleiben
der Sonnenſtrahlen. Die Sonnenſtrahlen wirken
auf ein Ventil, das bei Sonnenaufgang das
Blinkfeuer automatiſch löſcht und bei Eintritt der
Dunkelheit von ſelbſt wieder entzündet. Das Ventil.
durch das dies erreicht wird, beſteht aus einem
Glas=
zylinder, in deſſen Innerem ſich vier Metallſcheiben
be=
finden. Die mittlere Scheibe iſt mit Ruß bedeckt, ſo daß
ſie die Sonnenſtrahlen aufſaugt, während die drei
an=
deren Scheiben poliert ſind und die Strahlen reflektieren.
Unter der Einwirkung des Sonnenlichtes dehnt ſich nun
die mittlere Platte mehr als die anderen und dieſe
grö=
ßere Dehnung wird dazu benutzt, um ein Ventil zu
öff=
nen oder zu ſchließen. Das Ventil aber führt dem
Brenn=
apparat das Acetylen zu oder verhindert die Zufuhr.
Im Inneren der Bojen iſt ein kleiner Dauerbrenner
ange=
bracht, der zufließendes Gas ſofort entzündet. Am Tage
wird durch die Dehnung der mittleren Metallplatte die
Gaszuführung unterbunden: und die Boje erliſcht
auto=
matiſch.
CK. Brautnot auf den Philippinen. Auf
den Philippinen herrſcht eine ſchlimme Not an Frauen.
Auf den Inſeln iſt eine große Anzahl von jungen
Be=
amten angeſtellt, die über ein ſtattliches Einkommen
ver=
fügen, gern einen eigenen Hausſtand begründen würden,
ber vergeblich nach weißen Frauen ausſchauen, denn
in=
den Philippinen gibt es heute kaum eine unverheiratete
weibliche Bevölkerung. Die einzigen weißen Frauen des
Landes ſind die Gattinnen von Beamten und Offizieren,
In ihrer Not haben ſich eine Reihe von Herren, die
natür=
lich ihre Namen verſchwiegen ſehen wollen, an den
Staats=
kommiſſar von Miſſouri, Dr. Cutler, gewandt und ihn
gefragt, ob es kein Mittel gebe, um junge Damen zur
Ueberſiedelung nach den Philippinen zu bewegen. „Hier
leben wenigſtens 5000 junge Männer,” ſo heißt es in
dieſem Notſchrei der eheluſtigen amerikaniſchen
Philippi=
nos, „die in Staatsdienſte ſtehan und Gehälter von nicht
inter 8—10000 Mark im Jahre beziehen. Aber es gibt
hier keine weißen Frauen, die unverheiratet wären. Ich
möchte meinen Namen nicht veröffentlicht ſehen, aber Sie
können meine Adreſſe jener jungen Dame mitteilen, die
geneigt iſt, im Hinblick auf eine Ehe mit mir in
Brief=
wechſel zu treten.‟ Der Staatskommiſſar von Miſſouri
hat die Berichte über dieſe Brautnot auf den Philippinen
der Oeffentlichkeit übergeben, damit junge heiratsluſtige
Damen, die ſich daheim vielleicht ſchwer um ihr Leben
plagen müſſen, wenigſtens davon erfahren, daß
gegen=
wärtig auf den Philippinen die beſte Gelegenheit iſt,
mühelos und bequem unter die Haube zu kommen
Literariſches.
C „Aura academica”, ein Jahrbuch für junge
und alte Burſchen. (Nordiſche Verlagsanſtalt,
Neumün=
ſter; Herausgeber Dr. Utrecht=Leipzig. Handausgabe in
imit. Pergament und Kart. 3,50 Mk., Geſchenkausgabe in
Künſtl.=Leinen und Kart. 4 Mk., Luxusausgabe in Ganz= mit Golddruck und Karton 8 Mk.) Ein nach Inhalt
und Ausſtattung köſtliches und hochintereſſantes Buch,
as jetzt noch recht kommt, um den Weihnachtstiſch junger
und alter Burſchen zu zieren, als eine ſicher höchſt
will=
kommene Gabe. „Einigen und ſammeln” das ſind die
beiden Worte, die Verlag und Herausgeber dem
Jahr=
buch bei ſeinem erſten Erſcheinen als Geleit mit auf den
Weg geben. Sammeln” ſoll es alles das, was für
Aka=
demiker überhaupt in bezug auf ſtudentiſche Fragen
In=
tereſſe hat. Und „einigen” ſoll es dadurch, daß alle Kreiſe
und alle Richtungen zu Wort kommen und ſo
gegenſeiti=
ges Verſtehen zu einem Sichkennenlernen und
Näherkom=
men. wird. Das Jahrbuch, das in der Folge eine
Samm=
lung von Abhandlungen über deutſches
Burſchentum enthalten wird, iſt entſtanden aus dem
recht fühlbaren Mangel an einem Werke, das über der
Verſchiedenartigkeit des deutſchen Studentenlebens ſtehtl
Wohl haben alle ſtudentiſchen Verbände, einzelne
Kor=
porationen und Finkenſchaften eigene Zeitſchriften, aber
ein Jahrbuch, das für den gegenſeitigen Austauſch von
Meinungen ſeine Spalten öffnet, findet ſich nicht. Aus
dieſem Gedanken heraus ein Bindemittel zwiſchen den
ſtudentiſchen Verbindungen und Verbänden für ihre
nationalen, kulturellen, ſittlichen und reformatoriſchen
lufgaben zu bilden, entſtand das Jahrbuch. Der geradezu
vorbildlich ausgeſtattete erſte Band des Jahrbuchs (1913)
enthält belehrende Aufſätze aller Art; ferner Aufſätze
unterhaltenden Inhalts, Novellen und Skizzen, Gedichte,
Bilder und Tafeln, darunter viele farbige Vollbilder
aus dem Studentenleben und ein bisher
unveröffentlich=
tes Bild des Kaiſers als Bonner Boruſſe, alte Fechtlieder
und Fakſimiles alter Studentenlieder uſw.
— Helene Marie von Kügelgen, geb. Zoege
von Manteuffel. Ein Lebensbild in Briefen.
Heraus=
gegeben von ihren Enkelinnen A. und E. von
Kügel=
gen. Mit 1 Heliogravüre und 23 Abbildungen (
Auto=
ypien). 6. Auflage. 26 Bogen gr. 8‟ Broſch. 5 Mk.,
n Leinwand geb. 6,50 Mk., Halbfranz geb. 7,20 Mk. Chr.
Belſerſche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Wer „
Kügel=
gens Jugenderinnerungen eines alten Mannes” geleſen
und ſich an ihnen erfreut hat, der wird nach dieſem Buche,
as ein Lebensbild ſeiner Mutter bringt, mit beſonderer
Freude greifen. Es gibt ja nichts Intereſſanteres, als
den Lebensgang ausgezeichneter Menſchen zu verfolgen,
beſonders wenn es ſich in ſo unmittelbaren Zeugniſſen,
wie es Briefe und Tagebuchblätter ſind, darbietet. Das
Buch iſt unendlich reich an ſchönen und gehaltvollen
Einzelheiten, an Nachrichten über berühmte und
inter=
eſſante Zeitgenoſſen, obwohl ihm der berühmte
Memoiren=
klatſch ganz fern liegt. Im ganzen ein Buch, das bei
jedem, der Gemüt hat, den tiefſten Eindruck hinterläßt.
Es eignet ſich wie kaum ein anderes Geſchenk für junge
Mädchen und Frauen. Die 6. Auflage wurde mit 8
wei=
teren Autotypien geſchmückt, ebenſo wurden einige
weni=
ger intereſſante Briefe durch neue wertvolle, bisher nicht
veröffentlichte erſetzt. Trotz dieſer Vermehrung wurde
der Preis ermäßigt, um das prächtige Buch noch weiteren
Kreiſen zugänglich zu machen.
Strauß und Torney, Lulu von: Aus der
Chronik niederdeutſcher Städte. (158 S.) 8" 1912.
Franckhſche Verlagshandlung, Stuttaart. Geh. 2 Mk.,
geb. in Liebh.=Bd 3,50 Mk. Den Stoffkreis zu dieſem
Buche hat ſich die bekannte Dichterin diesmal aus den
Archiven der Städte ihrer engeren Heimat geholt. Was
ihre Balladen und ihre Romane ſo ausgezeichnet macht,
zeigt ſich auch hier: bei völliger Wahrung des hiſtoriſchen
Gewandes ein heißes pulſierendes Leben, das ſich oft
dra=
matiſch zuſpitzt, und eine wunderbar markige Sprache,
wie man ſie kaum einer Frau zutrauen möchte. Dem für
Niederdeutſchland intereſſierten Geſchichtsfreund iſt dies
Werk, das ſchon äußerlich recht vornehm ausſieht und mit
einem charakteriſtiſchen Titelbild geſchmückt iſt, dank
ſei=
nes Hintergrundes ganz beſonders zu empfehlen.
— Alexander von Gleichen=Rußwurm,
Elegantiae. Geſchichte der vornehmen Welt im
klaſ=
ſiſchen Altertum. Geh. 8.50 Mk., in eleg. Leinwand
10 Mk., in Halbleder 11,50 Mk., in Pergamentband 12 Mk.,
Luxusausgabe in 35 numerierten Exemplaren auf Kaiſerl.
Japanpapier gedruckt, in vornehmem Lederband 35 Mk.
Verlag von Julius Hoffmann in Stuttgart. Ein neues
Buch von Alexander von Gleichen=Rußwurm, dem Urenkel
des Lieblingsdichters unſeres deutſchen Volkes, iſt ſchon
ſeit Jahren jedesmal ein literariſches Ereignis von
höch=
ſtem Wert, eine kulturgeſchichtliche Offenbarung von
ſel=
tener Darſtellungskraft und Geiſtestiefe. Alle jene
her=
vorragenden Eigenſchaften des begnadeten Sehers, der
Klios geheimnisvolles Buch mit erleuchtetem Blick zu
leſen, zu enträſeln und zu deuten vermag, laſſen
Alexander=
von Gleichen=Rußwurms neueſtes Werk „Elegantige” zu
einem Kulturdokument von klaſſiſcher Bedeutung
wer=
den. Was wir über Leben und Treiben der eleganten
Welt des klaſſiſchen Altertums meiſt nur im Umriß und
Abriß ſelbſt in den größeren Geſchichtswerken verſtreut
unter einer Fülle anderer, mehr oder weniger nüchtern
gegebenen Tatſachen finden, iſt hier mit einem
fabelhaft=
feinen Gefühl für kulturelle Höhenwerte und mit feiner,
an dichteriſche Genialität heranreichenden Meiſterſchaft
zu=
einer geſchloſſenen Einheit von feſſelnder Kraft
zuſam=
mengetragen und geſchildert worden.
Vorträge.
nn. Auf Veranlaſſung des Vereins für
Frauenſtimmrecht in Darmſtadt hielt am
Samstag abend im Mathildenhöhſaal vor einem nicht
ſehr großen Zuhörerkreis von Damen und Herren eine
engliſche Suffragette, Miß Lona Thyſſon aus
Lon=
don, einen Vortrag über den Stimmrechtskampf
der Suffragetten in England. Die nicht
un=
ſympathiſche, aber energiſche junge Dame beherrſcht die
deutſche Sprache in Wort und Ausdruck vortrefflich. In
ihrem 1½ſtündigen Vortrag wandte ſie ſich zunächſt gegen
die in der Preſſe, beſonders der deutſchen und
öſterrei=
chiſchen, über die engliſche Frauenſtimmrechtsbewegung
verbreiteten Berichte, die ſie als übertrieben bezeichnete.
Ein großer Teil der Wahrheit werde unterſchlagen. Der
politiſche und nationale Charakter iſt grundverſchieden
vom deutſchen und enthält ſo viel Feinheiten, daß es
ſchwer ſei, ihn zu ſchildern. Arbeit und Politik ſind viel
lebhafter, wie in Deutſchland; in England wird die
Po=
litik auf der Straße getrieben. Daher kommt es auch,
daß ſich die engliſchen Frauen mit Politik beſchäftigen.
In England finde man es komiſch, daß es den deutſchen
Frauen nicht erlaubt ſei, ſich politiſch zu betätigen. Schon
ſeit 50 Jahren habe ſich in England die
Frauenſtimm=
rechtsbewegung entwickelt und vor 25 Jahren ihren
Höhepunkt erreicht, als es den Frauen gelang, eine
An=
zzahl Männer ins Parlament zu bringen unter dem
Ver=
ſprechen, ihre Sache zu vertreten. Dieſe Männer haben
aber ihr Verſprechen nicht gehalten. Man wollte den
Frauen nur das Kommunalwahlrecht geben. Mit
Ent=
rüſtung wieſen ſie es zurück und man ließ die Bewegung
fallen. Erſt ſei ſieben Jahren nahm ſie wieder mächtig
zu. Die Rednerin ſchilderte ſodann die bekannten
Aus=
ſchreitungen der Suffragetten und die Umzüge der
Frauen in den engliſchen Städten, beſonders in London,
die nur erfolgt ſeien, als es nicht möglich war, eine
Wahlreform zu erhalten. In ſcharfen Worten wendete
ſie ſich gegen den engliſchen Premierminiſter, Lord
Asquith, dem es bis jetzt im Parlament gelungen ſei,
das Frauenſtimmrecht zu hintertreiben. Deshalb waren
die Frauen gezwungen, auf andere Weiſe vorzugehen.
Ohne Frauenſtimmrecht ſei ein Fortſchritt nicht möglich,
und alles ſei aufzubieten, um dieſe Reform zu verwirklichen.
Das engliſche Stimmrecht iſt die Kampfeswaffe des
Vol=
kes gegen die Regierung. Weil aber den Frauen dieſes
Recht fehlt, müſſen ſie nach anderen Waffen ſuchen, um der
Regieruna zu zeigen, daß es unmöglich iſt, ein Volk gegen
ſeinen Willen zu reaieren. Rednerin ſchilderte ſodann
eingehend die Verſuche der Regierung, die Bewegung
ge=
waltſam zu unterdrücken, und die Verhaftungen der
Stimmrechtlerinnen, wegen der Zerſtörung von Staats=
und Privateigentum, die nur erfolgt ſeien, um die
Auf=
merkſamkeit des Volkes auf die Bewegung zu lenken.
(Ziſchen.) Ferner berichtete ſie noch über ihre Erlebniſſe
und Mißhandlungen im Gefängnis und die dadurch
er=
zielte Reform des Gefängnisweſens. Für die deutſchen
Frauen paſſe zwar dieſe Methode ſicherlich nicht. In der
Zukunft hoffe man, daß aber auch ſie mit den engliſchen
Frauen Schulter an Schulter für das Frauenſtimmrecht
kämpfe.
Die Vereinsvorſitzende, Fräulein Walz, ſprach der
Vortragenden den Dank des Vereins in herzlichen Worten
aus. Eine angeregte Diskuſſion an der ſich die Herren Dr.
Dettmann Eigenbrodt und Kaindl, ſowie die
Vortragende beteiligten, beſchloß den Abend.
Darmſtadt, 9. Dezember.
* Waldespracht. In wunderbarer Pracht prangten
geſtern die Wilder. Auf jeden Zweig und jedes Z
veig=
lein der Bäume und Hecken hatte ſich eine gleichmäßige
weiße Reifſchicht gelegt, und von den wie in weißem
Blütenſchnee prangenden Bäumen hoben ſich die dunklen
Konturen der Tannen wirkungsvoll ab. Einen
unbe=
ſchreiblich ſchönen Anblick bot der ſpiegelglatt gefrorene
Steinbrückerteich mit ſeiner maleriſchen Umgebung. Wenn
kein Wind oder Tauwetter eintreten, kann dies ſeltene
winterliche Landſchaftsbild heute noch erhalten bleiben.
hys. Allgemeiner Deutſcher Frauen erein,
Orts=
gruppe Darmſtadt. Das Weihnachtsfeſt der
Kinderhorte fand geſtern nachmittag in dem bis
auf den letzten Platz gefüllten Mathildenhöhſaale ſtatt.
Die Eltern der Kleinen waren ſo zahlreich erſchienen, wie
die Freunde dieſer ſozialen Inſtitution; unter letzteren
bemerkten wir Herrn Bürgermeiſter Mueller mit Familie.
Die Feier beſtand neben einem Prologe (ſprechendes
Programm) in der Aufführung eines von Frau
Dietert=Maurer verfaßten Märchenſtücks „Der
goldene Schlüſſel” mit Vorſpiel und der ſich
an=
ſchließenden Beſchenkung der Kleinen. Der Autorin iſt
es gelungen, mit dieſer neuen Arbeit die Zahl ihrer
herz=
lich=ſchlichten Kinderſtückchen der letzten Jahre in
gück=
licher Weiſe um ein neues zu vermehren. Die Handlung
Iführt uns in einen grünen Tannenwald, wo ſich
Eich=
hörnchen, Hamſter, Maulwurf, Häschen und Glückspilz
zein Stelldichein geben. Sie alle wandten ihre ganze
Kraft und Liſt auf um der armen Trude, die ſo gar
kein Glück bei ihren Genoſſinnen hat und der nur der
brave und zufriedene Hirtenbub Peter hilft, den goldenen
Schlüſſel zu verſchaffen, den die böſe Waldfrau aber nicht
her=
geben möchte. Der goldene Schlüſſel iſt ein zufriedenes
HHerz, Höflich= und Arbeitſamkeit. Im ganzen wirkten
28 Kinder mit, die in ihrer naiven Art und
Natür=
lichkeit dem Stück den richtigen Charakter verliehen.
Alle machten ihre Sache vortrefflich, doch fielen
einige davon durch ihre Sicherheit im Auftreten auf,
das galt wiederum in erſter Linie von der Darſtellerin
des Hirtenbuben, die ſchon voriges Jahr allgemeines
Lob und Bewunderung erregte. Viel Heiterkeit
riefen die originellen Koſtüme der Waldbewohner hervor
Und auch ſo manch trefflicher Witz; eine Probe davon:
„Ein falſcher Zopf iſt und bleibt eine falſche „Behauptung!
Zum Schluß kam der Nikolaus mit dem großen Sack,
erkundigte ſich eingehend bei den Lehrerinnen über ihre
Schützlinge, ließ ſich zwei Liedchen ſingen und dann
gabs eine freudige Verwirrung unter der kleinen Welt.
Nächſten Mittwoch wird das herzige Stück nochmals
aufgeführt, der Beſuch kann nicht genug empfohlen
wer=
den allen denen, die Freude an der Freude der Kleinen
und die die ſoziale Einrichtung des Frauenvereins
unter=
ſtützen wollen. Die Mittwochsaufführung findet im
gleichen Saale ſtatt und iſt mit einer Verloſung von in den
Horten angefertigten Handarbeiten verbunden. Möge der
Saal,ſo ausverkauſt” ſein wie geſtern. — Wie groß das
Ver=
ſtändnis und die Notwendigkeit der Kinderhorte ſind,
das zeigt, daß trotz der getroffenen Vergrößerung — es
ſind jeßt ca. 100 Kinder — zahlreiche Anmeldungen
un=
berückſichtigt dleiben müſſen. Die Kleinen ſind dort
nicht nur gut aufgehoben, ſondern beſorgen ihre
Schul=
aufgaben und werden in allen nützlichen Handarbeiten
unterrichtet. Daß auch für Spiel und Unterhaltung
ge=
ſorgt, verſteht ſich von ſelbſt. Der Inſtitution gebührt
mit Recht jegliches Intereſſe und Unterſtützung.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 7. Dez. Die großen
Handlungs=
gehilfenverbände in Hamburg und reipzig, der
Verein für Handlungs=Kommis von 1858, der Verband
deutſcher Handlungsgehilfen und der deutſche Verband
kaufmänn ſcher Vereine, Sitz Frankfurt a. M., zuſammen
etwa 300000 Mitglieder umfaſſend, ſind im Intereſſe
der Vereinheitlichung der Handlungsgehilfenbewegung
zu einer erfolgreicheren Vertretung ihrer
Standesforde=
rungen übereingekommen, das gegenſeitige Verhältnis
durch beſtimmte Vereinbarungen enger und feſter zu
ge=
ſtalten. Die Vereinbarungen ſetzen zunächſt als
ſelbſt=
verſtändlich den Ausſchluß jeder gegenſeitigen Bekämpfung
feſt, ohne daß jedoch die Erörterung abweichender
Meinungen über Standesfragen dadurch unterbunden
werden ſoll. Die Abmachungen regeln auch das
freund=
ſchaftliche Verhalten bei den ſtandespolitiſchen Wahlen;
die größte Bedeutung liegt aber in dem beſchloſſenen
Zuſammengehen der Verbände in ſozialpolitiſchen Fragen
der kaufmänniſchen Angeſtellten, in Feſtſetzungen über
die Verbindung der Stellennachweiſe der Verbände zur
Befolgung gleicher Grundſätze und zu gegenſeitiger
Unterſtützung, dieſe hauptſächlich durch den Austauſch
offener Stellen.
* Stuttgart, 7. Dez. Der ruſſiſche Geſandte am
würt=
tembergiſchen Hofe, Miniſterreſident Baron Stael von
Holſtein, iſt nach kurzer Krankheit an Herzlähmung
ge=
ſtorben.
* Meiningen, 7. Dez. Das Meininger Tageblatt
er=
fährt aus zuverläſſiger Quelle, daß der Erbprinz von
Sachſen=Meiningen von ſeiner Stellung als
Generalinſpekteur der zweiten Armee=Inſpektion
zurück-
getreten und zum Chef des ſchleſiſchen
Grenadier=
regiments Nr. 10 ernannt worden iſt.
Buckeburg, 7. Dez. Nach der heutigen Jagd in
Bückeburg fand im Jaadſchloß Brandshof ein Frühſtück
ſtatt, an dem auch die Prinzeſſin Adolf von Schaumburg=
Lppe teilnahm. Um 2,30 Uhr trat der Kaiſer die
Fahrt nach Stadthagen an, von wo er nach herzlicher
Verabſchiedung vom Fürſten, ſowie von dem Prinzen
und der Prinzeſſin Adolf die Rückreiſe mit dem
kaiſer=
lichen Sonderzuge antrat.
* Leipzig, 7. Dez. Der Streik der im Leipziger
Buchhandel beſchäftigten Markthelfer, Lagerarbeiter und
Burſchen, der am 9. November begann, wird als
be=
endet erklärt, da irgendwelche Ausſichten für eine
günſtigere Geſtaltung der Lage der Streikenden nicht
mehr beſtehen.
* Hamburg, 7. Dez. Von der vorgeſtern unter
Vergiftungserſcheinungen erkrankten Familie
des Apothekers Breune iſt nun auch der Mann
ge=
ſtorben. Die bisherige Unterſuchung ergab keinen
urſächlichen Zuſammenhang zwiſchen Sprottengenuß und
einer Vergiftung.
* Hamburg, 7. Dez. Von den Kellnern Roſt und
Freiholz, die am 4. Dezember in Berlin (Alt=Moabit)
den Geldbriefträger Hoffmann zu berauben
verſucht hatten, ſtellte ſich Freiholz heute der
Hamburger Polizeibehörde. Roſt iſt bereits ergriffen.
* Madrid, 8. Dez. Geſtern Abend ſtieß das
Auto=
mobil des Unterrichtsminiſters in der Nähe von
Madrid mit einem anderen Gefährt zuſammen. Der
Miniſter wurde auf die Straße geſchleudert. Er blieb
mit einem gebrochenen Arm und Schnittwunden
im Geſicht am Wege liegen und wurde erſt nach einer
Stunde aufgefunden und in ſeine Wohnung gebracht,
* Bukareſt, 7. Dez. Die ſeit einer Woche zwiſchen
„Navigation fluviale Roumaine” und der
Süddeutſchen Dampfſchiffahrts=
Geſell=
ſchaft” ſchwebenden Verhandlungen ſind heute mit der
2. Leſung des Vertragsentwurfes abgeſchloſſen worden.
Die Vertragsdauer wurde auf 10 Jahre feſtgeſetzt.
* Petersburg, 7. Dez. Der Großfürſt Michael
Michailowitſch iſt mit Gefolge nach Bukareſt
ab=
gereiſt, um dem König von Rumänien den
ruſſiſchen Marſchallſtab zu überreichen. Die an
der Miſſion beteiligten Perſönlichkeiten ſind geſtern dem
Kaiſer vorgeſtellt worden.
* Peking, 7. Dez. In geheimer Sitzung der
Natio=
nalverſammiung wurde dem Miniſter des Aeußern
Lutſchengſiang ein Tadel ausgedrückt für die zu
ſchwache Politik Rußlands gegenüber, ſowie die auf
ſeinen Rat erfolgte Zurückziehung der nach Kobdo
ent=
ſandten Truppen.
H. B. Nürnberg, 7. Dez. Ein gewaltiger
Fa=
brikbrand brach heute früh 5 Uhr in der
lithographi=
ſchen Kunſtanſtalt, in Firma E. Niſter, aus und äſcherte
die Anſtalt vollſtändig ein. Der Schaden iſt enorm. Ein
großer Teil der Arbeiterſchaft dürfte wahrſcheinlich
ar=
beitslos werden. Menſchen ſind durch den Brand nicht
zu Schaden gekommen.
— Bromoerg, 7. Dez. Das Schwurgericht
verurteilte den Beſitzersſohn Lehmann=Schmiedeberg zum
Tode. Lehmann hatte die Lehrersfrau Holzwig
er=
ſchoſſen, weil ſie wahrheitsgemäß vor Gericht ſeine
Unter=
ſchlagungen bezeugte.
— London, 7. Dez. Der Rücktritt des Admirals
Bridgeman von ſeinem Poſten als Erſter Seelord der
Admiralität hat allgemein überraſcht, iſt aber darauf
zurückzuführen, daß Admiral Bridgeman ſeit einigen
Monaten ernſtlich kränkelt. Daß der Zweite Seelord,
Admiral Prinz Ludwig von Battenberg, ſein
Nachfolger wird, entſpricht der allgemeinen Regel, von
der ſelten abgewichen wird, findet aber auch in dieſem
Falle wegen der perſönlichen Eignung und Begabung
des Prinzen allgemeinen Beifall. Prinz Ludwig, der
heute 58 Jahre zählt, dient ſeit 44 Jahren in der britiſchen
Flotte, hat ſich ſtets als hervorragend tüchtiger Offizier
erwieſen, war zwei Jahre lang Direktor des
Nachrichten=
amtes der Flotte, nachdem er bereits Sekretär des
Lan=
desverteidigungs=Ausſchuſſes geweſen und hat, ehe er
Zweiter Seelord wurde, vier hohe Kommandoſtellen
be=
kleidet.
— Kriſtiania, 8. Dez. Die große Holzſchneidemühle
Molendal iſt niedergebrannt. Der Schaden
beträgt über 1½ Millionen Mark.
Ein Arzi ſchreibt:
„Es vergeht wohl kein Tag, an welchem
ich nicht ein oder mehrere Male „Caliſig‟
verordne, das ich immer noch als das
diäte=
tiſche Mittel zur Erzielung einer dauernd
geregelten Darmtätigkeit anſehe.‟ Aehnlich
äußern ſich viele andere über dieſes
vorzüg=
liche Abführmittel. Viele benützen „Caliſig‟
in ihrer eigenen Familie. Kann es wohl
eine beſſere Empfehlung geben?
In allen Aporheken zu haben zu Mk. 1,50 die Flaſche.
Extra große Fluſche Mk. 2,50. Beſt.: Syr. Hel
Cali-
forn. 75, Kxt. Senn. Iqu. 20, Elix. Caryoph. comp.
Verein für Bogel= und Geflügelzucht
(ält. Verein).
Montag, den 9. Dezember 1912, abends 9 Uhr,
im Vereinslokal „Brauerei zur Krone‟
(25263
Monats=Verſammlung.
Der Vorstand.
NB. Auflage der Preisrichter=Protokolle: Verkauf
des nicht abgeholten Geflügels; Verloſung
einer Truthenne.
werden zu großen
Kieine Mulfe umgearbeitet
werden angefertigt (*13521fso
Kulchen Mauerſtraße 20, I. 0
Robert Müller
Juwelier
Luisenplatz 4
Ecke Wilhelminenstr.
Brillant-Ringe
Brillant-Broschen
Brillant-Nadeln
Brillant-Anhänger
Brillant-Ohrringe
in reicher Auswahl.
Reelle prompte Bedienung. (24684a
Geſchäftliches.
Die ſoeben erſchienenen, nur wenige Tage in Kurs
bleibenden proviſoriſchen Marken für die 13 von Italien
beſetzten und demnächſt wieder an die Türkei
zurück=
gegeben werde iden Aegäiſchen Inſeln: Calimno,
Caſo, Cos, Karki, Leros, Lipſo, Patmos,
Pis=
opi, Niſiros, Rodi, Scarpanto, Stampalia und
Simi, ebenſo die Proviſorien für Tripolis mit
Auf=
druck: Libia, wurden uns ſoeben von der Firma
Otto Bickel, Briefmarkenhaus, Orffſtr. 11, München 19,
gegründet 1895, zur Anſicht und Ausſtellung in unſeren
Schaufenſtern überlaſſen.
Fürſt Bismarck las auch Kriminalromane.
Das iſt kein bloßes Gerede. Man weiß es
aus dem Munde ſeines Leibarztes, des Geheimerats
Schwenninger, der bei einer paſſenden Gelegenheit
bemerkte, der Fürſt leſe Detektiv=Geſchichten häufig nachts
im Bett — zur Betäubuug ſeiner Geſichtsneuralgien.
Schwenninger wußte auch zu erzählen, daß der
Alt=
reichskanzler die Werke Gaboriaus bevorzuge.
Jeden=
falls iſt ſoviel ſicher, daß Fürſt Bismarck keinen Schund
geleſen hat, der ſich auf dem Gebiete des
Kriminal=
omans jetzt ſo ſehr breit macht und gegen den man
deshalb mit allen Mitteln kämpft. Wer einen guten
Kriminalroman zu ſchätzen weiß, ſei auf den der heutigen
Nummer beiliegenden Proſpekt der Buchhandlung Bloch
& Co., Straßbuig i. E., aufmerkſam gemacht. (25220
Familiennachrichten.
Sonntag, den 8. Dezember 1912.
Die Geburt eines
Sohnes
beehren sich ergebenst anzuzeigen
Karl Bauer u. Frau Elisabeth
geb. Wittich.
25264)
Grete David
Martin Mann
VERLOBTE.
Charlottenburg
Darmstadt
Mommsenstr. 45
z. Zt.: Rom, Hotel Regina Rom, Piazza delle Terme 75.
(*13559
Todes=Anzeige.
Hiermit die traurige Nachricht, daß am
Samstag, den 7. Dezember, meine liebe Gattin,
unſere gute Mutter, Schweſter, Tante und
(25262
Schwägerin
Frau Elisabethe Bersch
geb. Fischer
nach langem, ſchwerem Leiden ſanft
verſchie=
den iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Adam Berſch, Steinmetz,
Greta Sieß, geb. Berſch,
Heinrich Sieß,
Familie Stieler.
Darmſtadt, Neu=Iſenburg, Bad Nauheim,
den 7. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Montag, 9. Dezember,
nachmittags 4 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag 1 Uhr ſtarb nach kurzem,
ſchwerem Leiden mein innigſtgeliebter Mann,
unſer einziger, unvergeßlicher Sohn (25241
Oscar Froelich
Kreisamtmann.
Büdingen, den 6. Dezember 1912.
Minna Froelich, geb. Becker,
Paul Froelich und Frau.
Die Beerdigung findet Montag, den 9. Dezbr.,
2½ Uhr nachmittags, von der Friedhofskapelle
in Darmſtadt aus, ſtatt.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Konzert des Muſikvereins um 7 Uhr im Saalbau.
Lichtbilder=Vortrag von Malermeiſter Kraus
um 8½ Uhr im „Kaiſerſaal” (Ortsgewerbeverein).
Todes=Anzeige.
Heute früh 3 Uhr starb unser lieber Vater
(25242
und Schwiegervater
Geheimer Obermedizinalrat
Dr. Karl Buxmann
im Alter von 84 Jahren.
Dem Wunsche desVerstorbenenentsprechend
findet dié Einäscherung am Montag, den 9.
De-
zember, in aller Stille in Mainz statt.
Darmstadt, den 7. Dezember 1912.
Oberlehrer Karl Buxmann, Laubach,
Oberingenieur Wilh. Kohler und
Familie, Hamburg.
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße Nr. 23):
Die Hochzeitsfeier im Hauſe Fürſtenberg; zur Eröffnung
der Winterſeſſion des deutſchen Reichstages; der
öſter=
reichiſch=ungariſche Armeeinſpektor Freiherr v.
Hötzen=
dorf in Bukareſt; König Peter von Serbien verläßt
mit dem Premierminiſter Paſitſch den
Dankgottes=
dienſt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres lieben, unvergeß=
(*13730
lichen Vaters
Herrn Ferdinand Schmitt
ſagen tiefempfundenen Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
Städtiſches Muſeum (Schloßgraben 9). Geöffnet
Sonn= und Feiertags, ſowie Mittwochs und Freitags
von 11—1 und 2—4 Uhr, bei freiem Eintritt. —
Dienstags, Donnerstags und Samstags von 10—1 Uhr
(Eintritt 30 Pfg.).
Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis Freitag
von 9—1 Uhr und nachmittags von 2—4 Uhr,
Samstag=
von 9—1. Ier.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Weinnacktäbucker
Carl Tanera Krieg und Frieden
Ernstes und Heiteres von C. Tanera, Hauptm. a. D. IIIustr.
von E. Zimmer. 852 Seiten Text, Lezikonformat, mit über
800 IIIustrationen, 55 Vollbildern u. Doppeltafeln nebst einem
prachtvollen Farbendruck u. in hochelegantem
Leinen-
einband gebunden, mit mehrfarbiger Deckelprägung.
Aus dem ernsteren Inhalt des Werkes mögen folgende
kleine Episoden erwähnt werden, wie: Bei Coninners 1870de
Orgére im Dezember 1870 — Ein Weihnachtsabend an der
Loire — Requiem in Frankreich — Ein Ordonnanzritt —
Loigny — Im Gefecht von Varize — Bei Beaugency - Orleans
zum ersten Malis erobert — usw. usw.
Voll des köstlichen Humors sind dagegen z. B. die
Kapitel: Zum Mönch verdorben — Die Rede des Vizefeld-
100. bis 110. Tausend. webels Schnüffel — Ein Fall von Hitzschlag — Kriegslist —
Einestürmische Werbung -Der Kommißraffael-Der
Reserve-
tiger — Cholerische Naturen — Der Quartiermacher u. v. a. m.
Früherer Preis Mk. 15.—, jetzt nur Mk. 3.50₰
2bänd Frachtwerke
Goethes Werke
Schillers Werke
Reuters Werke
Freiligraths Werke
Gerstäckers Werke
Dickens Werke
Früher Mk. 5.−
jetzt 2 Bände für
3.
nur Mk.,
Die Werke sind reich illustriert nach Gemälden
der berühmtesten IIIustratoren: Prof. Wilhelm
v. Kaulbach, A. v. Kreling, J. A. Ramberg,
C. Jäger, A. Müller, W. Lindenschmidt, R.
Bey-
schlag Ludw. Richter u. a.
Ausschneiden!
Legitimationsschein
für die Leser des „Darmstädter
Tagblatt” einzusenden an
Humboldt-Verlag 6. m. b. H.
Berlin w35, Lützowstr. 107/158.
Unterzeichneter bestellt
hier-
mit unter Nachnahme:
-Goethes Werke . . ℳ3.−
Schillers Werke . . ℳ 3.−
— Reuters Werke . . ℳ3.−
— Freiligraths Werke . ℳ3.−
— Gerstäckers Werke ℳ3.−
— Dicken’s Werke . . ℳ 3.−
Tanera, Krieg u. Frieden ℳ 3.50
ℳ5.— franco. Jedes Werk, das
nicht gefällt, wird
zurück-
genommen.
(25235E
Namé —
Stand-
Wohnort-
Madrdrberten Snd Verradenssdefen
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wenn er ſie im Arme hielt und liebkoſte, das ſah er nicht.
Immer von neuem berauſchte er ſich an ihrer Schönheit.
Sie war in der reifen Fülle ihrer eleganten Frauenfigur
und mit dem brünetten Geſicht mit dem purpurnen, etwas
großen Munde auch eine Erſcheinung, die überall auffallen
mußte.
Die mandelförmigen, ſchmachtenden dunklen
Odalis=
kenaugen hatten aber einen unſteten, flackernden Blick, der
ihnen viel von ihrer Schönheit nahm.
Claudia von Löwen war eine Frau, die nicht zu
überſehen war; alles an ihr atmete Glut, Leben,
Tem=
verament — ſie konnte hinreißend wirken; jedoch fehlte
ihr etwas, was einem aufmerkſamen Beobachter nicht
entging: Das Damenhaſte, das angeboren Vornehme.
Die ſchöne Frau war nicht echt, ſie war ein wenig
Demi=
monde; vielleicht verlieh ihr das in einem gewiſſen Grade
etwas Pikantes, Anziehendes.
Ihre meiſte Zeit füllte ſie damit aus, neue Toiletten
zu erſinnen und lange Beratungen mit ihrer Schneiderin
zu halten. Sie war ſehr eitel; ſie wollte um jeden Preis
gefallen.
Und Eberhard von Löwen gab und gab — froh, ein
Lächeln um die Lippen des geliebten Weibes zaubern zu
können. Jeden Wunſch erfüllte er ihr; die Zimmer
wur=
den zum Teil neu und ſehr elegant eingerichtet, was
große Summen verſchlang.
Sie wollte Feſte geben; wenn man eine erwachſene
Tochter hat, iſt man ja dafür förmlich verpflichtet, meinte
ſie, und er dankte ihr dieſe ſcheinbare Fürſorge für
Gretchen.
Aher mit keiſem Schrecken nahm er wahr, daß eine
ſolche Lebensführung ſeine Verhältniſſe überſtieg. Er
hatte ſchon das Kapital angreifen müſſen, als die letzte
Rechnung des Möbelhändlers kam. Frau Claudia hatte
ihn mit der Einrichtung des Speiſezimmers überraſchen
wollen, und es war ihr in der Tat auch gelungen —
aller=
dings in anderer Weiſe, als ſie geplant. —
Vorſichtig wies er darauf hin, daß eine ſo große
Summe doch nicht nötig geweſen wäre. Er hätte ihr wohl
freie Hand gelaſſen, ſolche Ausgaben aber erlaubten ihm
ſeine Mittel auf die Dauer doch nicht.
Ein unangenehmes Staunen malte ſich da auf ihren
Zügen; — ſie hatte gemeint, immer aus dem Vollen
ſchöpfen zu können, und jetzt ſchon ſollte ihr Beſchränkung
auferlegt werden? Deshalb hatte ſie doch nicht geheiratet!
Sie gehörte zu den Frauen, die nur glücklich ſind,
wenn ſie kaufen und anſchaffen können, gleichviel, ob es
nötige Dinge ſind oder Luxusgegenſtände — das
Ein=
kaufengehen war ihre Lieblingsbeſchäftigung.
O, das tut mir leid, Eberhard, entgegnete ſie auf
ſeine Bemerkungen, ich denke, Du biſt ſehr reich. —
— ſo reich nicht, um mein Budget in derartiger Weiſe
zu belaſten, mein Herz! Sonſt — Not brauchſt Du ja nicht
zu leiden, meinte er lächelnd.
Neulich hatteſt Du doch aber eine ſo lange Konferenz
mit Bankier Scholz.
Ich fragte ihn um Rat wegen Gretchens Kapital, das
ich ja auf ihren Wunſch ſelbſt verwalte. Es wurde mir
da eine Hypothek angeboten, worüber ich nicht allein
ent=
ſcheiden wollte, Du weißt, daß ße ein ſehr großes Ver=
mögen beſitzt, und mein Hauptbeſreben iſt, dasſelbe ſo
gut wie möglich zu verwalten.
Dann haſt Du doch aber genug Geld, Eberhard! Was
ihr iſt, kommt Dir ebenfalls zu, wenigſtens die Zinſen,
ſagte ſie in geſpielt naivem Ton.
Aber Claudia, Du biſt ja das reine Kind, lächelte
er, ihre Wange mit einem koſenden Schlag ſtreifend —
möchteſt Du denn von Gretchens Gelde leben? Nein, das
bleibt unangetaſtet! Ich habe doch für uns drei genug!
Sorge Dich alſo nicht weiter; jedoch mußt Du Beſcheid
wiſſen; denn viele ſolcher großen Ausgaben verträgt mein
Beſitz nicht! Nicht wahr, wir können trotzdem glücklich
ſein? und zärtlich umfaßte er ſeine Frau, die von ſeinen
Eröffnungen ziemlich enttäuſcht war.
Eine gewiſſe Befriedigung war es ihr aber doch, zu
wiſſen, daß genügend Geld da war, und reichte das ihres
Gatten nicht mehr — nun, dann mußte eben deſſen
Toch=
ter einſpringen — lächerlich, da einen Unterſchied machen
zu wollen!
Sie wollte leben, genießen! Nicht für umſonſt hatte
ſie in den letzten Jahren gedarbt; jetzt wollte ſie das
Ent=
behrte nachholen und ihre Zeit ausnützen. Wenn ſich ihr
Gatte einbildete, daß ſie ſich ſeinetwegen von der Welt
abſperrte, war er im Irrtum; ſie wollte bewundert,
ge=
feiert werden. Ihre Stellung in der Geſellſchaft als Frau
Major von Löwen war geſichert; denn der Major war
hochangeſehen und ſehr beliebt, wie ſie bald gemerkt hatte.
Man ſprach nur mit größter Wärme von ihm, ebenſo wie
von der Tochter, die ſich dem Vater ſo aufopfernd
widmete,
(Fortſetzung folgt.)
Der erste Rang
ist besetzt
„,
durch die
r
Eine 5 Pfg. Gaaretfe
von hochedelster Qualitäf.
Vorträge.
Rh. Am Freitag abend hielt im Hörſaal 236 der
Tech=
niſchen Hochſchule der Rektor derſelben, Geh. Baurat
Profeſſor Wickop, im Mittelrheiniſchen
Archi=
tekten= und Ingenieur=Verein einen
Vor=
trag über: „Die Liebfrauenkirche in Arnſtadt‟ Nach
eini=
gen Begrüßungsworten des Vorſitzenden des Vereins,
Herrn Profeſſor Kayſer, an die zahlreich erſchienene
Ver=
ſammlung gab Herr Geheimerat Wickop zunächſt einen
kurzen Abriß der Geſchichte der Kirche, die nach dem Dom
zu Naumburg wohl der vollendetſte und künſtleriſchſte
Kirchenbau der Uebergangszeit zur Gotik iſt. Im
12. Jahrhundert wurde zuerſt das Schiff in Angriff
ge=
nommen, doch erſt in der erſten Hälfte des 13.
Jahrhun=
derts auf Anregung des Biſchofs von Magdeburg
nun=
mehr mit Muſchelkalk gegen den früher benutzten
Sand=
ſtein weiter gebaut. Erſt im 14. Jahrhundert erfolgte
ſodann die Erbauung des Chors, der ein herrliches
Denk=
mal der Frühgotik iſt. Im Laufe der Zeit nun bildeten
ſich infolge der Witterungseinflüſſe und ſchlechter
Bau=
ausführung ſtarke Riſſe, die man ſchon 1843 durch
An=
bringen einer großen Anzahl von Mauerklammern zu
beſeitigen ſuchte, was jedoch nicht gelang. So ſah man
ſich 1878 genötigt, die Kirche vollkommen zu renovieren,
und zwar nach einem Plane des Architekten Hubert Stier
zu Hannover. Dieſer ließ den Vierungsturm und
die beiden Ecktürme ganz abtragen; während er die
letz=
teren genau wie früher wieder aufbaute, errichtete er
anſtelle des alten einen neuen Vierungsturm, der jedoch
in dieſen Bau infolge zu großer Maße nicht paßt. Bald
aber zeigte ſich, daß dieſe Arbeiten nicht gründlich genug
vorgenommen worden waren; es traten wieder Riſſe und
Ausbauchungen des Mauerwerks auf, die gefahrdrohend
waren, ſo daß der Kirchen= und Schulvorſtand zu
Arn=
ſtadt 1910 einen Sachverſtändigen, den Vortragenden,
zu Rate zog, der dann die Kirche nach den Methoden und
Grundſätzen der heſſiſchen Denkmalpflege wieder
auf=
baute. Der Redner gab nun eine genaue Schilderung
dieſer Arbeiten, die er durch eine große Anzahl
Licht=
bilder erläuterte, welche nach Photographien zu allen.
Zeiten des Bauvorgangs hergeſtellt worden waren. Nach
einer genauen Aufnahme der Kirche durch den Bauleiter
Diplom=Ingenieur Schwarz früher Studierender der
hieſigen Hochſchule, wurden die beiden Türme
vollſtän=
dig abgebrochen und jeder Stein numeriert. Dabei zeigte
ſich, daß das Mauerwerk durch eine große Zahl von
Riſſen zerklüftet und manche Bauteile von der
Haupt=
maſſe vollkommen getrennt waren. Nachdem dann die
ſchlechten Steine erſetzt waren, wurde die Kirche mit den
alten Verblendſteinen wieder aufgebaut, jedoch anſtelle
der ſchlechten Hintermauerung in Bruchſtein Beton
ge=
wählt, der ſich nicht mehr ſetzt, was bei dem Anſchluß an
die ſtehengebliebene alte Mauer ſehr wichtig war. Die
Kirche iſt nunmehr vollendet; ihre Wiederherſtellung
er=
forderte einen Aufwand von 120000 Mark.
Luftfahrt.
* Mannheim, 7. Dez. Das Luftſchiff
„Schütte=Lanz” iſt geſtern abend 8.30 Uhr zu einer
Dauerfahrt aufgeſtiegen. Es iſt beabſichtigt, 16
Stun=
den in der Luft zu bleiben. Das Flugziel iſt evtl.
Ber=
lin. Führer des Luftſchiffes iſt Luftſchiffkapitän Honold,
die Beſatzung des Luftſchiffes iſt die übliche. Als
Ver=
treter der Abnahmekommiſſion befindet ſich Hauptmann
v. Jena an Bord. Bis heute morgen ½9 Uhr iſt noch
keinerlei Nachricht über die Fahrtrichtung oder dem
gegen=
wärtigen Aufenthalt des Luftſchiffes bekannt. Es iſt
nicht ausgeſchloſſen, daß das Luftſchiff nach glücklich
ab=
ſolvierter Fahrt gleich ſtändig in Berlin bleibt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zur Erwiderung auf die
Korpo=
rationserklärung. Wir haben auf der
Studenten=
verſammlung vom 3. Dez. folgende Erklärung abgegeben,
die wir auf Anſuchen der 25 Korporationen an dieſer
Stelle veröffentlichen, obgleich die Korporationen die
irrigen Angaben ihres Artikels bishee nicht
zurück=
genommen haben: „In unſerer Erwiderung vom 25.
No=
ember auf den Artikel der 25 Korporationen findet ſich
folgender Paſſus: „Sollten alle Korporationen den
Ar=
tikel in dieſer Form und Faſſung unterſchrieben haben?”
Die Informationen, die uns zu dieſer Frage veranlaßt
haben, haben ſich heute als unrichtig erwieſen. Wir
be=
auern daher dieſe Aeußerung auf das lebhafteſte‟
Der Ausſchuß der Freien Studentenſchaft Darmſtadt.
Kauft am Platze! Die Darmſtädter
Buch=
handlungen haben ein Plakat anſchlagen laſſen, mit der
Empfehlung, den Bücherbedarf zu Weihnachten in
hie=
ſigen Geſchäften zu decken, ein Hinweis, den auch
Einſender unterſtreicht. — Das Plakat wurde in
München gedruckt!
Literariſches.
K. E Knodt, Vom Bruder Tod‟. In
der neu erſchienenen Sammlung ſchenkt uns der
fein=
ſinnige Lyriker K. E. Knodt 80 Lieder, die uns
hinfüh=
en zu dem tiefſten und letzten Problem alles
Menſchen=
daſeins, zu der Frage nach dem Tode. Dieſe Frage iſt
für unſeren Dichter zugleich einer der Faktoren, die unſer
Leben beherrſchen; denn wie wir über den Tod
den=
en, das ſpiegelt ſich wider in der Art, wie wir unſer
Leben leben. Meiſterhaft verſteht es Knodt, uns ſeine
Gedanken über den Tod nahe zu bringen. In mildem,
verklärendem Lichte zeigt er uns die ernſte Geſtalt des
Todes; er „ſpricht von dem Tode wie von einem Feſt.”
Wer Knodt noch nicht kennt, dem kann der vorliegende
Band ein Führer ſein zu der eigenartigen
Dichterperſön=
ichkeit des Waldpfarrers. Das Büchlein iſt im
Selbſt=
verlag erſchienen; es kann alſo direkt vom Verfaſſer (K.
E. Knodt, Bensheim a. d. Bergſtr.) bezogen werden.
Preis 1,50 Mk. —r.
— Unter den vielartigen Gaben, welche Eltern und
Freunde den Kindern unter den Weihnachtsbaum legen.
ſpielt das Bilderbuch ſtets eine hervorragende Rolle.
nter den Verlagsſirmen, welche in dieſer Hinſicht eine
Hebung unſerer Jugendlektüre erſtreben, iſt die Firma
J. F. Schreiber in Eßlingen und München der
erſten eine und hat auch in dieſem Jahr wieder recht
Brauchbares für den Büchertiſch geliefert: Sibylle
von Olfers, der wir ſchon ſo manches ſchöne
Kinder=
buch verdanken, ſpendet nach längerer Pauſe ein
ent=
zückendes Bilderbuch „König Löwes
Hochzeits=
ſchmaus” (Preis Mk. 2.40), das in poeſievoller Form
den Gedanken ausſpinnt, daß der Löwe Hochzeit hält,
und alle ſeine Untertanen ihm demütig ihre Spezialſpreiſe
auf die Hochzeitstafel ſtellen. — Hans Bötticher
veiß in ſeinem luſtigen Buch „Kleine Weſen” (Preis
Mk. 1.—) allerlei Ergötzliches aus der Welt der
Kleinig=
eiten zu erzählen. — Bekannte Verschen hat Gertr.
Römhildt in einem mit entzückenden Bildern
ge=
ſchmückten Büchlein „Sing=Sang” (50 Pf.)
zuſam=
mengeſtellt, das ſchon der vortrefflichen Ausſtattung
wegen gerne gekauft werden wird. — Eine ganz
eigen=
artige Idee aber hat der Verlag in einem „Märchen=
Malbuch” von L. Kainradl verwirklicht. Nach
Inhalt und Preis rechte Bilderbücher für weite
Volks=
kreiſe! — Beſondere Aufmerkſamkeit verlangen auch
Schreibers Beſchäftigungsmittel zur
Bildung des Geiſtes des Auges und der
Hand‟ Schon in früheren Jahren haben wir die
„Volks= und heimatkundlichen
Aufſtell=
dogen” (Preis pro Bogen 20 Pf., je 6 in Mappe
Mk. 1.60), die naturgetreu typiſche Orts= und
Haus=
bauten deutſcher und fremder Volksſtämme darſtellen,
hier beſprochen, ſie haben durch weitere Nummern (Dorf
im Schwarzwald, Gehöft in der Lüneburger Heide uſw.)
ine abermalige Bereicherung erfahren, ebenſo die
„Münchner Künſtler=Modellierbogen” durch eine Krippe.
anz neu ſind: Schreibers Wandbilder für
die Kinderſtube” (à 20 Pf., 6 Bogen in Mappe
Mk. 1.60, auf Pappe gezogen zum Aufhängen pro Bild
60 Pf.) die reizende Vorlagen bieten, um Bilder für die
Kinderſtube aus Glanzpapier ausſchneiden und
zuſam=
mentleben zu können. Auch „Schreibers bunte
Kartonarbeiten” (3 Hefte à Mk. 1.40) und „
Volks=
kundliche Ankleidebogen” (3 Bogen à 20 Pf.),
mit welch letzteren man „Modepfuppen” in waſchechte
Trachten (Dachauer, Schwarzwälder uſw.) kleiden kann,
bilden eine nützliche Unterhaltung. Und damit —
unſe=
rer modernen Zeit angepaßt — auch auf dieſem Bebiet
die großen Fortſchritte der Technik nicht fehlen, harren
als Modellierbogen die erfolgreichſten
Flugmaſchi=
nen: Rumpler=Taube, Blériot und Wright (je ein
Dop=
pelbogen für 30 Pf.) der Bearbeitung durch die Jugend.
Eltern, die ihren Kindern vorzeichnen müſſen, werden
n der Schreiberſchen „Anleitung zum
Vorzeich=
nen” 8 Hefte à Mk. —.80, einen originellen, praktiſchen
Ratgeber mit einer Unzahl Vorlagen finden. Ein hoher
Sinn liegt oft im kind’ſchen Spiel! Dieſer Satz läßt ſich
tirgends beſſer anwenden als auf die Schreiberſchen
Beſchäftigungsmittel, die neben der Unterhaltung
bedeu=
tende erzieheriſche Zwecke verfolgen. Das Arbeiten an
ieſen Beſchäftigungsſachen iſt eine ganz entſchieden
lehr=
reiche und geiſtigen Gewinn bringende Beſchäftigung für
unſere Jugend.
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Johann Georg Willes.
Von Dr. Hermann Bräuning=Oktavio in Leipzig.
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Am 8. Juni 1764 hatte Wille ſeine umherziehenden
Muſikanten, „Musiciens ambulants”, die er dem
Kur=
fürſten von Sachſen Friedrich Auguſt II. gewidmet hatte,
nach Dresden abgeſandt, zugleich mit einem franzöſiſch
geſchriebenen Briefe an den Kurfürſten ?); Chriſtian
Ludwig von Hagedorn, der Direktor der
ſäch=
ſſiſchen Kunſtakademien und Galerien””) an den der
folgende Brief vom 11. Juni 1764 gerichtet iſt, ſollte ihn
ſſeinem Landesherrn übergeben. Wille ſchätzte Hagedorn
ungemein, nicht nur wegen ſeiner perſönlichen Vorzüge,
ſondern auch wegen ſeiner Schriften über die Kunſt, ſo
vor allem der „Betrachtungen über die Malerei” in denen
er ausgezeichnete und vortreffliche Ideen und Vorſchläge
fand. Willes Brief?*) lautet:
Mein Herr Generaldirektor,
Nachdem ich die gnädigſte Erlaubnis, durch Ihre
emſige Vermittelung, von Seiner kurfürſtlichen
Durch=
laucht erhalten hatte, denſelben meine Arbeit zuzueignen,
ſo habe ich alles mit Luſt und Eifer vollzogen, was dieſes
Geſchäfte angehet. Meine Platte ſchwitzet nun unter der
Preſſe. Kein Abdruck iſt noch in keines Menſchen Hände.
Es iſt billig, daß die erſten, die in der welt erſcheinen,
Seiner kurfürſtlichen Durchlaucht überreicht werden. Ich
habe daher einen Abdruck in eine vergüldete Rahme unter
ein Spigelglas geſezet, welcher vor Ihre kurfürſtliche
Durchlaucht iſt. Bey dieſem eingefaßten Stücke liegen
noch 12 Abdrücke, welche an Ihre Königliche Hoheit die
Fürſtin Frau Mutter und kurfürſtliche Familie von Seiner
kurfürſtlichen Durchlaucht nach gnädigem Belieben
aus=
zutheilen ſind Aber mein Herr Generaldirektor ich
bitte Sie ſehr, nachdem Sie nun meine Arbeit ſeiner
kur=
fürſtlichen Durchlaucht werden überreicht haben und aller
Mühe dieſes Geſchäftes überhoben ſind mir gütigſt zu
melden, welchen Eindruck es gemacht habe. Ich beſitze
Eitelkeit genug, um zu wünſchen, daß es wohl
aufgenom=
men wäre! aber Ihre eigene Meinung über meine Arbeit
ſollte mich ſehr erfreuen. Ich habe 18 Monathe an dieſem
Werke zugebracht, Zeit genug Fehler zu begehen! Was
mich aber aufrecht gehalten, was mit asſchmeichelt gar iſt
daß ich es als ein Deutſcher, nach einem deutſchen Maler
gemacht und noch dazu die Erlaubniß hatte, es einem
deutſchen Fürſten zu widmen, deſſen hohe Verfahren von
alters her Geſchmack an den Künſten geſunden und die
Künſte mächtig beſchützt haben, und ich ſchäze mich
glück=
lich, daß ich vielleicht der erſte bin, welcher ein Stück an
Seine Kurfürſtliche Durchlaucht dedieirt hat. Welchen
merkwürdigen Nahmen kann ſich dieſer hoffnungsvolle
Fürſt durch Beſchützung der Künſte, bey dieſer und der
künftigen Welt nicht machen! Wie ſehr bin ich ofte
ge=
rühret, wenn ich in der Geſchichte leſe, was dieſer oder
iener Fürſt vor die Künſte that, der nicht mehr lebet, aber
beſtändig in dem Angedenken der Menſchen lebet! und
kommt es nicht auf das Wollen eines Fürſten an, auf eine
ſo erhabene Weiſe ewig zu leben? . . . Belieben Sie mir
doch zu melden, ob die Rede von allem, was ich jemals
gemacht habe oder nur von den Stücken ſey, welche ich
ſelber ſeit einigen Jahren herausgegeben. Das erſtere
*) Vgl. Bd 2 ſeines Tagebuchs S. 260, wo er den
Brief niedergeſchrieben hat.
**) In Dresden war am 10. November 1763 durch
den Prinzen Faver die 1697 gegründete „Maler= und
Zeichnungsakademie” nach ihrer „Rehabilitierung” vom
5. Mai 1762 als „Akademie der bildenden Künſte” wieder
errichtet worden.
***) Original im Beſitze des Königl. Sächſ.
Haupt=
ſtaatsarchivs zu Dresden.
iſt ſchwer, das letztere viel leichter, nur zum unglück ſind
von manchen die ſchönen und erſten Abdrücke ſchon rar,
welche man doch durchaus zu Ihrem Vorhaben haben
muß.‟) Erſtes Tages werde ich mit Fleiß auf das
Königl. Kupferkabinett gehen, um nur genau zu ſehen,
wie alles eingerichtet iſt; aber überhaupt iſt es
gebräuch=
lich hier, daß man bey ganzen Werken die Kupfer
ein=
binde, die welche groß genug ſind und den Rand haben,
werden ſchlechterdings in den Band gebunden; im Bande
muß ſich aber ſo viel weißes ſtarkes Papier noch finden,
als nöthig iſt die kleinen darauf zu bringen, welche nur
an den Ecken, nachdem ein Theil des Randes
abgeſchnit=
ten iſt, mit Kleiſter angeheftet werden, ie eins, zwey oder
3 bis vier auf ein Blatt, wie es ſich ſchicken will. Aber
kein Stück muß im geringſten nicht verlezet werden. Ich
wollte Ihnen von Herzen Herrn Weirotter”‟) (bekannter
deutſcher Maler und Kupferſtecher, beſonders von
Land=
ſchaften) ſchaffen; aber er iſt ſo nachläßig, daß er mir noch
nicht aus Italien geſchrieben hat. Ich weiß nur von
andern, daß er meine Empfehlungsbriefe (Oktober 1763)
bgegeben hat, an dieſe müßte ich ſchreiben, weil ich nicht
weiß, ob er in Rom geblieben oder anderwärts gegangen
iſt; denn er wollte an keinem Orte lange bleiben, dieſes
var ſein Vorſatz. Ich werde mir dieſes aber angelegen
ſein laßen, denn es machet ſich das größte Vergnügen,
Ihnen auf alle Art zu gefallen der, welcher die Ehre hat,
nit der größten Hochachtung zu ſeyn
Meines Herrn Generaldirectors
Unterthäniaſter Diener
Wille.”
Der nächſte Brief iſt an Adam Friedrich Oeſer
(1717—1799), den Direktor der Malerakademie auf der
Pleißenburg, der ja wohl als Goethes Lehrer im Zeichnen
und Malen während der Leivziger Studienzeit einem
größeren Kreiſe bekannt iſt, gerichtet und lautet:)
„Paris den 4ten May 1766.
Edelſter Freund!
Sie haben mich zu Ende des verfloßenen Jahres mit
einem ſchreiben beehret, welches mir vieles Vergnügen
machte und mir auf manche Weiße ſchmeichelhaft ſeyn
mußte. Seit der Zeit haben Sie das Geheimniß gefunden,
nich Ihnen ſo verbindlich zu machen als es einem
fühlen=
den Gemüthe gegeben iſt. Sie werden nicht lange rathen,
wohin ich ziehe. Die wohlgedachte Zeichnung welche ich
ntun von Ihrer Hand beſitze, muß jeden Kenner reizen
und ihm das Verlangen eingeben, in dieſem Umſtande
an meiner Stelle zu ſeyn! Haben Sie, edler Freund,
auſend Dank dagegen! Sie behauptet ihren Plaz und
iſt eine Zierde in meinem Blätterbande, wie Sie dadurch
behauptet haben, daß niemand würdiger ſey, die
Unter=
richte in einer angehenden Akademie zu geben. O wie
viel gutes kann aus Ihrem Eifer den Urſprung erhalten! und
Ihr Beyſpiel!? Beyſpiele ſind faſt die beſte Lehren für
die Künſtlerjugend, welche wizig genung iſt, mit begierde
darauf zu merken. Wie ſehr freut es mich, daß Sie mein
Freund ſeyn wollen und wieſehr, daß meine Leipziger
Freunde (Chriſtian Felix Weiße, Kreuckauf, Winckler,
Rich=
ter) die Ihrigen ſind, und daß dieſe ſo muthig als
ver=
gnügt den Künſten beyſtehen.
. Ich habe letzthin den erſten Band der neuen
Bibliothek (der ſchönen Wiſſenſchaften und freyen Künſte)
unßeres Freundes, Herrn Weiße erhalten. Vor dieſer
fand ich einen kleinen radierten Kupferſtich, welcher ſo
oller Weisheit war, daß ich ausrief, ein fühlender
Leſer allein iſt vermögend, ſolchen Geiſt anzubringen.
ſch hatte keine Ruhe, ich wollte meiner Sache gewiß ſeyn.
*) Als Vorlage für die Akademie, auf die ſich auch
die folgende Stelle bezieht.
**) Vgl. in Willes Tagebuch Bd. 1, 233 die wichtigen
Bemerkungen über ſeine Werke und ihn ſelbſt.
***) Original im Beſitz der Kgl.
Univerſitätsbiblio=
thek zu Leipzig.
Ich that eine Frage deßwegen an einen einſichtsvollen
Freund in Leipzig und — wertheſter Freund, ich hatter
wohl gerathen. Möchten doch die deutſchen guten Bücher
mit dergleichen Kupferſtichen verſehen, mit lateiniſchen
Buchſtaben auf gutes Papier gedruckt, erſcheinen! Wie
elend gehet es noch mehrentheils damit zu. Ich hab ofte
Kupferſtiche in neuen deutſchen Büchern geſehen, die, wann
ſie aus Sieberien gekommen wären, dießes Lob gewiß
erhalten hätten: ſeht, waß doch die Wilden in Eiß und
Schnee nicht machen! Wer ſoll es nun die Franzoſen
und Engländer verdenken, wann ſie über dergleichen
lachen, oder wann ihnen doch wenigſtens davor eckelt?
Leben Sie wohl und verſichert, daß ich beſtändig die Ehre
haben werde, mit aller Hochachtung zu ſeyn / meines
ſchäz=
barſten Freundes ½ unterthänigſter Diener Wille.”
Der folgende Brief iſt an Moritz Auguſt von
Thüm=
mel (1738/1817), den einſt weit berühmten Dichter der
„Wilhelmine” (1764) gerichtet; anknüpfend an dieſen mit
einer Hochzeit abſchließenden Roman Thümmels, hatte
Friedrich Nicolai (vgl. Grenzboten 1911, Heft 9) in ſeinem
Roman Sebaldus Notanker (1773 und 1776 in 2 Bänden) Geſchichte ſelbſtändig weitergeführt, weil er meinte,
„daß die Begebenheiten nach der Heurat oft viel
merkwür=
diger ſind als die Liebesbegebenheiten vor derſelben.”
Thümmel hatte ſchon von ſeinem erſten Beſuche bei Wille
am 26. Oktober 1772 verſchiedene Briefe an den Künſtler
geſchrieben; beide hatten ſich während Thümmels
zwei=
monatigem Aufenthalt in Paris ſchätzen lernen. Die
Achtung, die Wille dem Dichter entgegenbrachte, vergalt
dieſer, außer zahlreichen anderen Geſchenken als Zeichen
er Verehrung für den Künſtler, mit einem ganz ſeltenen
und eigenartigen Stück, einer Tabaksdoſe aus
verſteiner=
tem Holz, die in Gold gefaßt war. Der Brief Willes,
im Beſitz der herzoglichen Autographenſammlung auf der
Veſte Coburg, lautet folgendermaßen:
„Paris den 26. Auguſt 1773.
. O warum haben Sie Paris ſo geſchwinde
ver=
laßen? Ich allein habe dabey verlohren. Gewiß,
hoch=
wohlgebohrener Herr, ſollte ich einmal eine Reiſe nach
Deutſchland thun: ſo würde ich, Umwege oder nicht, voller
Begierde Ihnen meine Aufwartung zu machen ſuchen.
Das Vergnügen, welches ich mir dabey verſpräche, würde
mir unſchätzbar ſeyn! Es würde mich einige Jahre
ünger machen. Könnte dieſe Abſicht nur in wenig Jahren
erreichet werden! Man verſchimmelt und vermodert in
den großen Städten. Es gehn Jahre weg, und man
hat noch nicht einmal geſehen, wie das Korn auf dem
Felde ſtehet wie es reifet und geärndet wird.
Ich habe geſtern, ich weiß nicht durch welche
Ver=
mittelung, ein paar neue Schriften aus Deutſchland
er=
halten. Auf einer ſtehet geſchrieben: Von ſeinem Freundel
Weiße, dann es iſt ein neuer Theil ſeiner Bibliothek; aber
in der andern ſtehet: Von deſſen Diener, dem Verfaſſer.
Dieße hat den Titel: das Leben und die Meinungen des
Magiſter Sebaldus Nothanker. Ich zerbreche mir den
Kopf, um ausfindig zu machen, wer wohl der Autor ſey.
In der Vorrede ſtehet, daß es eine Fortſetzung der
be=
kannten Wilhelmine ſey. Ich habe ſchon begierig hin
und her in dieſem Buche geblättert und ich verſpreche mir
Vergnügen im Durchleſen, welches in kurzem geſchehen
ſoll: Dann übermorgen gehe ich ein wenig aufs Land, da
ſollen meine neue Bücher mit, da will ich mir eigen ſeyn.
Beym Ausgange werffe ich alle Sorge weg und ernſthafte
Geſchäfte ſind vergeßen; aber, aber beym Wiederkommen!
Doch an dieſes muß nicht gedacht werden; es kommt
von=
ſelber, jeder Tag wird ſeine Plage haben und manche
Plage iſt nur eine, weil man ſie dafür hält. Behalten Sie
nur immer ein wenig Gewogenheit für mich, für den, dem
ſie ſo ſchäzbar ſeyn wird, da er ihren Wert wohl einſiehet,
für den, welcher mit unendlicher Hochachtung die Ehre
haben wird zu ſeyn
meines hochwohlgeborenen Herrn Barons
ganz unterthänigſter Diener
Wille.”
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Donnerstag, 12. Dezember ds. Js.,
abends 8½ Uhr (pünktlich)
im Gartensaal des städtischen
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Vortrag
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des Herrn Sanitätsrat Dr. Maurer:
„Eine Dordlandreise‟
Die Mitglieder und Freunde des Klubs nebſt Damen ſind
hierzu herzlichſt eingeladen.
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Der Vorstand.
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Orisgrappe des Ski-Klubs Schwarzwald
Ski-Sport und Ski-Touristik.
des bekaunten Ski-Schrift-
Lichtbildervortrag stellers und Ski-Lehrers
Herrn Carl J. Luther aus München
am Mittwoch, den 11. Dezember, abends 8¼ Uhr,
im Saale der Landesbaugewerkſchule, Neckarſtr. 3.
Mitglieder haben gegen Vorzeigung ihrer Mitgliedskarte freien
Zutritt. Karten für einzuführende Gäſte können von den Mitgliedern
im Büro des I. Schriftführers, Herrn Rechtsanwalt Städel,
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ſtraße 15, in Empfang genommen werden.
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Heute Montag, den 9. Dezember 1912, abends 7 Uhr.
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Händel, Alexanders Fest.
Eintrittskarten (Mk. 6.—, 4.50, 2.50, 1.50) bei A.
Berg-
straesser, Rheinstrasse 6, sowie abends an der Kasse.
Vereinigte Gesellschaft.
Mittwoch, den 11. Dezember 1912, abends 7½ Uhr:
Konzert im grossen Saale
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Mittwoch, den 11. Dezember 1912, abends 8¼ Uhr
im großen Saale des städt. Saalbaues:
Zweites Konzert
Solist: Herr Nico Poppelsdorff aus Frankfurt a. M., Viollne.
Leitung: Wilhelm Schmitt, Direktor der Akademie für
Tonkunst.
PROGRAMM: Händel: Concerto grosso op. 3 Nr. 1 f. Orchester
(zum ersten Male); Faganini: Konzert für Voline D-dur; Mozart:
Serenade D-dur für 2 Streichorchester und Pauken (zum ersten
Male); 3 Stücke für Violine u. Klavierbegleitung von Vieuxtemps,
Dessau u. Wieniawski; Beethoven: Jenaer Symphonie C-dur für
Orchester (zum ersten Male). Am Klavier: Fräulein Marie Schwan
von hier.
Konzertflügel: Jbach. Vertreter Hoflieferant Heinrich Arnold,
Wilhelminenstr. 9.
Eintrittskarten: Sperrsitz zu Mk. 3.—, Saalzu Mk. 2.—, Studenten=
und Schülerkarten zu Mk. 1.— in der Hofmusikalienhandlung von
Heinrich Arnold, Wilhelminenstr. 9.
Beitrittserklärungen, die noch vor dem obigen Konzerte
erfolgen, berechtigen zu dessen freiem Eintritt und sind
schrift-
lich zu richten an den I. Vorsitzenden, Herrn Justizrat Hallwachs,
Hügelstr. 47.
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Dienstag, den 10. Dezember,
abends 8 Uhr
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der Frankfurter Wettspiele des deutschen
Amateur-Billard- Bundes und einem
hervor-
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Freunde des Billard-Sports sind willkommen.
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Volks=Vorſtellung
im Großherzogl. Hoftheater.
Als nächſte Volksvorſtellung wird am Sonntag, 15. Dezember
nachmittags ½3 Uhr
„ Heimat‟, Schauspiel von Sudermann
gegeben. — Kartenbeſtellungen haben bis ſpäteſtens Mittwoch,
den 11. ds. Mts., 12 Uhr mittags, bei den betreffenden Vereins=
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vom Deutſchen Theater in Berlin.
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Mittwoch, 11. Dez. 75. Ab.=Vſt.
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Donnerstag, 12. Dez. 76. Ab.=
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wiederbolt: „Die fünf
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furter” Gew. Pr. Anf. 7½ Uhr.
Freitag, 13. Dez. Außer Abon.
Zweites u. letztes Gaſtſpiel Alex.
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in Berlin. Zum erſten Male:
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im Hoftheater am Tage der
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ſtellung, vormittags von 11 Uhr
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es aus: Sie verſchlingen” auch mal ab und zu
einen Kriminalroman! — Pas de honte! Fürſt
Bülow tut’s auch!” So ſchreibt eine unſerer
be=
kannteſten Schriftſtellerinnen, Nanny Lambrecht, in
den „Dichterſtimmen” gelegentlich einer Beſprechung
von „Lutz’ Kriminal= und Detektiv=Romanen”.
Es iſt klar, daß Fürſt Bismarck keinen Schund
geleſen hat und daß Fürſt Bülow und andere
Literaturkenner dem Schunde feind ſind. — Das
Beſte, was auf dem Gebiete des Kriminal= und
Detektiv=Romans heute exiſtiert, iſt unſtreitig in
den drei Sammlungen vereinigt: Lutz’ Kriminal=
und Detektio=Romane” (75 Bände in 5 Serien
zu je 15 Bänden), Sherlock=Holmes=Serie” von
Conan Doyle (9Bände, illuſtriert), „Detektio=Gryee=
Serie” von A. K. Green (7 Bände, illuſtriert).
Dieſe Sammlungen haben mit dem verwerflichen
Schund abſolut nichts zu tun. Die Lutz’ſchen
Bände haben ſich die halbe Welt erobert, man
findet ſie an europäiſchen Fürſtenhöfen in den
Miniſter= und Diplomatenkreiſen, in Beamten=
und Bürgerhäuſern, ſie werden in Sibirien
ge=
leſen, in Südamerika und Nord= und Südafrika,
in Japan und China, in allen deutſchen Kolonien
kurzum, überall, wo deutſch geleſen wird.
Geheimrat Schweninger hat mitgeteilt, daß Fürſt
Bismarck Detektiogeſchichten häufig nachts im Bette
las — zur Betäubung ſeiner Geſichtsneuralgien.
Das will heißen, das ſpannende Intereſſe eines
guten Kriminalromans ließ ihn die Schmerzen
ver=
geſſen. Tauſende und Abertauſende der geiſtig
Tätigen ſuchen gelegentlich Erholung in der Lektüre
von Kriminalromanen, denn ſie wiſſen gut, daß
dieſe leichte, aber ſpannende Lektüre ihre Gedanken
von dem Gegenſtande der Arbeit am raſcheſten
ab=
lenkt und das Gehirn von ſeinem dumpfen Druck
befreit. Und das Volk im allgemeinen lechzt
geradezu nach ſpannendem Leſeſtoff und greift
inſtinktio nach dem Kriminalroman, weil dieſer in
der Regel die auf eine intereſſante und ſpannende
Handlung gerichtete Erwartung nicht enttäuſcht. —
Herr Dr. Ernſt Schultze ſagt in ſeiner Kampfſchrift
gegen die Schundliteratur: „Schaffen die
Volks=
bibliotheken keine Befriedigung für dieſe Neigung,
ſo wendet ſie ſich naturgemäß der Schundliteratur
zu. Das zeigt uns, wie die ſchlechte
Kriminal=
literatur zu bekämpfen iſt: nicht indem wir die
Vorliebe für Kriminal=Erzählungen als unfein oder
gar unſittlich hinſtellen, ſondern indem wir an
Stelle der ſchlechten Kriminalliteratur gute Kriminal-
Erzählungen bekannt machen.” A. ſ. w.
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und
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Deutſche, engliſche, franzöſiſche, amerikaniſche, ruſſiſche, italieniſche
und auch ſkandinaviſche Romane ſind in der Sammlung vertreten.
Einige Urteile der Preſſe:
Die Lutz’ſche Sammlung kann infolge der Eigenartigkeit ihres Inhaltes
eines glänzenden Erfolges ſicher ſein. Der moderne Detektivroman iſt
ebenſowenig mit ſeinem Vorgänger, dem alten Kriminalroman zu vergleichen,
wie die Doſtkutſche mit der achträdrigen Eilzugslokomotive. Wir haben jeden
der bis jetzt erſchienenen Bände ohne abzuſetzen bis zum Schluſſe geleſen,
ſo intereſſant ſind die dargeſtellten Verwicklungen und ſo groß war die in
(Drager Abendblatt.)
uns erregte Spannung.
„. . . Man muß es dem Lutz’ſchen Verlage, der ſich u. a. durch die
Heraus=
gabe der Sherlock Holmes=Geſchichten bekannt gemacht hat, Dank wiſſen,
daß er bemüht iſt, eine ſorgſame Auswahl zu treffen und nur gute
Kri=
minal=Romane ſeiner Sammlung einzuverleiben. Die Romane ſind nicht nur
gut gewählt, ſondern auch gut überſetzt.”
(Zeitſchrift für Dolizei= und Verwaltungsbeamte.)
„Als eifriger Leſer und Sammler der einſchlägigen Literatur kann ich
Ihnen ſagen, daß ich die „Lutz’ſchen Kriminal= und Detektivromane” für die
beſten halte, die exiſtieren.” (Leutnant a. D. Vollimhauß, Hannover.)
Die Sammlung: Lutz’ Kriminal= und Detektivromane zeichnet ſich durch
glückliche Wahl, ſchöne Ausſtattung und große Billigkeit aus.
(Grazer Tagespoſt.)
Kraftvoller Ausdruck, Klarheit und Einfachheit, tiefes Verſtändnis der
menſchlichen Natur, feine Kombinationsgabe vereinigen ſich, um ſolche
Kri=
minal=Romane leſenswert zu machen, und zwar weit mehr, als die ſo oft
elenden Nachbildungen unſerer Novelliſtik, welche Temme nachahmten.
(St. Detersburger Zeitung.)
1. Serie
II. Serie
A. K. Green, Hinter verſchloſſ. Türen
J. Hawthorne, Der gr. Bankdiebſtahl
A. K. Green, Hand und Ring
J. Hawthorne, Der verhängnisv. Brief
A. K. Green, Das verlaſſene Gaſthaus
J. Hawthorne, Ein tragiſches Geheimn.
A. K. Green, Am Millionen
L. Lynch, Schlingen und Netze
A. K. Green, Endlich gefunden
Conan Doyle, Späte Rache
Conan Doyle, Das Zeichen der Vier
C. Doyle, Abenteuer d. Dokt. Holmes
F. Hume, Geheimnis des Fiakers
A. K. Green, Schein und Schuld
A. K. Green, Der Tag der Vergeltung
E. Gaboriau, Aktenſtück Nr. 113
Th. Cobb, Eine dunkle Tat
A. K. Green, Zwiſchen 7 und 12 Uhr
Mark Twain, Querkopf Wilſon
C. Doyle, Neue Abent. d. Dokt. Holm.
Dietrich Theden, Der Advokatenbauer
Dietrich Theden, Ein Verkeidiger
J. Kaulbach, Die weiße Nelke
R. Kohlrauſch, Im Haus der Witwe
Mark Twain, Der kleine Detektiv ꝛc.
W. Collins, Der Mondſtein
D. Theren, Das lange Wunder u. a.
R. Kohlrauſch, In der Dunkelkammer
C. Ruſſell, D. Juwelen d. Frau Dines
Dietrich Theden, Die zweite Buße
III. Serie
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E. Gaboriau, Am eines Weibes willen
H. S. Merriman, Schloß Oſterno
P. Ford, Das Abenteuer im Expreßzug
A. M. Barbour, D. Teſtam. d. Bankiers
Fr. Viller, Der ſchwarze Diamant
C. Doyle, Mein Freund der Mörder
A. v. Perfall, D. Finſtern. u. i. Eigentum
E. Gaborian, Herr Lecog
C. Muusmann, Rittm. Bruhn u. Frau
C. Doyle, Der Hund von Baskerville
E. A. Poe, Anheimliche Geſchichten
A. K. Green, Einer meiner Söhne
Fr. Viller, Das geheimnisvolle Schiff
A. K. Green, Der Filigranſchmuck
R. Kohlrauſch, Saffi
Stanisl. Meunier, Kain
B. E. Stevenſon, Fräulein Holladay
Arthur Morriſon, Detektiv Hewitt. I.
W. Collins, Nicht bewieſen
B. E. Stevenſon, Seine Kreolin
C. Doyle, Sherl. Holm. als Einbrecher
E. Gaborian, Betrogene Frauen
M. L. Severy, John Darrows Tod
Edm. Mitchell, Das Modell
C. Doyle, Erinner. an Sherl. Holmes. I
S. Olivieri, Der Oberſt
W. Collins, Die Amerikanerin
Richard Dallas, Enterbt
F. Sinclair, Sherlock Holmes jr.
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G. W. Appleton, D. Halsband d. Kaiſ.
C. Doyle, Erinn. an Sherl. Holmes, II.
Edm. Mitchell, Gehetzt
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W. Collins, Die weiße Frau
A. Morriſon, Detektiv Hewitt. II.
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Bret Harte, Drei Teilhaber
R. H. Davis, Im Nebel
R. Kohlrauſch, Eine Affenkomödie
E. Phillpotts, Des Wilderers Weib
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E. Noble, Die Geheimniſſe d. Themſe
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zinkung der einzelnen Teile ein dauerhafter widerſtandsfähiger Rahmenbau erreicht. Für den
Bezug findet nur beſtes Material Verwendung.
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ſtoff angefertigt. Lederimitation findet nur bei billigſten Typen Verarbeitung und auch hier wird
durch Benützung von beſtem Unterſtoff mit entſprechenden Einlagen abſolute Lichtdichtigkeit
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Die Laufboden ſind aus ſtarkem hartgewalzten Aluminiumblech hergeſtellt und dauerhaft
ſchwarz emailliert. Bei Luxustypen iſt der Laufboden mit hochfein ſchwarz poliertem Holz belegt.
Die Auszüge werden durch verdeckte Zahntriebe bewegt, ſind bei Verwendung
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doppelten Auszugs Gewähr geleiſtet wird.
Die aus einem Stück gegoſſenen U=förmigen Standarten ſind hochfein ſchwarz emailliert;
alle beweglichen Teile ſind gut eingepaßt, die Feſtſtellung auf dem Schlitten iſt abſolut ſicher
und erfolgt in jeder Stellung automatiſch. Die Hoch= und Querbewegung der Objektive ge.
ſchieht faſt bei ſämtlichen Modellen durch Dräziſions=Mikrometertrieb.
Die ſelbſttätige Einſtellung auf „Anendlich” löſt ſich bei Bewegung des Auszuges automatiſch
aus, wodurch Störung und Ungenauigkeit in der Einſtellvorrichtung vermieden werden. Die Modelle
mit doppeltem Bodenauszug beſitzen eine vorzügliche automatiſche Balgenaufhängevorrichtung.
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ſucher ausgeſtattet, welcher eine große Bildfläche aufweiſt und mit einer Libelle verſehen iſt.
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Mk. Extra=Rapid=Aplanat F:7.7 13 B0.— 98.− Dopp.=Anaſt. „Eitoplaſt‟ F: 6,3 (Konſtr. Dr. Staeble) 13,5 102.− 114.− Dopp.=Anaſt. „Iſoplaſt‟ F.5.8 13,5 114.− 126.− Dopp.=Anaſt. „Teſſaplaſt‟ F:5,5 135 124.− 138.- Buſch=Omnar Fih.5 13.5 154.− 169.− Dr Staeble=Polyplaſt F:60 13.5 165.− 177.− Goerz=Dagor F:6.8 13,5 1844.− 196.− Meyer=Ariſtoſtigmat F:6,8 13.5 110.− 152.− Schulze 4 Billerbeck=Euryplan F:6,8 .
Zeiß=Teſſar F:6.3
Zeiß=Doppel=Amatar F:6,8
* Mit Sayzergänzung Mk. 75.— mehr. 13,5 158.− 170.− 13,5 174.− 186.−
rrenzlos in Preis und Ausführung:
Format 9à12 cm
Ausſtattung und Preiſe:
Für Filmpacks
kation.
hochfein ſchwarz
zur Benützung der
ge feſtſtellbar.
auf „Unendlich”.
zuſammenlegbarer
elle.
X411,5 cm.
U-förmige Magnalium=Standarke, ſchwarz
emailliert.
Objektiv nach allen Seiten verſtellbar.
Stativmuttern für Hoch und Quer.
Elegante Mattſcheibe mit Lichtſchutzkappe.
3 Metallkaſſerten in Eruis.
1 Belichtungstabelle.
1 Gebrauchsanweiſung.
1 Anleitung zum Dhotographieren.
1 Karton zum Aufbewahren der Camera
Gewicht: ca. 690 gr.
Conteſſa Camera Nr. 225
Spezial=
Kulutoge
wette
cm Heral=
Verſchluß
Mk. Ibfo=
Verſchlußz
Mk. Fr7,7 125 58.— 68.- 7,2 13.5 65.− 75.− ſt‟ F:6,3 (Konſtr. Dr. Staeble) 13,5 78.− 88.− F:5,8 13,5 90.− 102.− iſt‟ F.5,5 13,5 - 117.-
Mk. 4.50
allkaſſetten in Etuis
Mk. 1.20
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Mk. 4.50
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Bloch & Co.
Straßburg i. E.
Brandgaſſe 2 bis
Format 95e12 für Dlatken und Filmpack, ſolid und elegant
Camera für Anfünger mit Zeit= und Moment=Verſchluß ſchon von 20 Mk. an.
Alle photographiſchen Zubehöre werden billigſt geliefert.
rung erfolgt auf Wunſch gegen Teilzahlungen
mit dem von der Fabrik
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ſchriebenen Aufſchlag von 10%.
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Bloch & Co., Verſandbuchhandlung, Straßburg i. E., Brandgaſſe 2 bis
Ein Hausſchatz
k Twains Schriften Sshuat
Zwei Serien zu je 6 Bänden. Elegant in Leinwand gebunden. Preiſe ſiehe unten.
Generationen vor Lachen gewälzt über Mark Twain. . .
So ſchreibt der „Peſter Lloyd’ und fährt dann fort: „Dieſer lächelnde Dichter war
der geiſtige Vermittler zwiſchen zwei Erdteilen, zwiſchen zwei Kulturen. . . Erhat
eine unwiderſtehliche Art zu erzählen, in einer halblauten, ausgetrockneten
Spra=
che Dinge zu ſagen, die wie kleine Detarden krachten und vor lebendiger Saftigkeit
ſpritzten. Ich will ſeine Werke nicht zerlegen. Wir alle kennen ſie. Wir lachen
immerfort darüber und erfreuen uns immerfort an ihnen. . . Ein Dichter mit
la=
chendem Herzen. Es wird noch lange dauern, bis das Echo des Lachens verhallt,
das er entfeſſelt. Es wird noch lange dauern, bis der lichte Schimmer, den er
hin=
ter ſich zurückläßt, verblaßt und bis es finſter wird um den Namen Mark Twain.”
Neue Freie Dreſſe: „So iſt er ſeinen Volksgenoſſen der erſte Verkündiger des
Amerikanertums ſeiner Zeit, ihr erſter Volksſchriftſteller geworden. Den
Euro=
päern, ſpeziell den Deutſchen, iſt er vor allem der Humoriſt. Aber den
amerika=
niſchen Humor hat wohl keiner draſtiſcher veranſchaulicht als Mark Twain.”
Grazer Tagespoſt: „And was den Humoriſten hoch über den literariſchen
Witz=
bold emporhebt: wie bei Wilh. Buſch ſteht hinter der lachenden Faſſade ein
ſchwer=
mütiger, von ſatiriſchen Lichtern erhellter Lebensernſt. Dadurch wird erſt der
Hu=
moriſt zur bedeutenden, auch als Lebensphiloſoph ernſt zu nehmenden Derſon.”
Ermäßigte Serien=Preiſe:
Erſte Serie: 6 Bände, illuſtriert, eleg. gebund. M. 20.−
6 „ nicht „
M. 13.50
Zweite Serie: 6 Bände, elegant gebunden M. 17.—
Beſtellſchein. (Geſl. ausſchneiden und in Kuvert einſenden.)
Unterzeichneter beſtellt hiermit bei der Firma Bloch & Co.,
Straß=
burg i. Elſ., Brandgaſſe 2 bis unter Anerkennung deren Eigentumsrechts
bis zur Begleichung:
Marß Twain’s Humoriſtiſche Schriften
1. Serie, Illuſtrierte Ausgabe, 6 Bände, elegant gebunden M. 20.−
I. Serie, nicht illuſtr. Ausgabe, 6 Bände, elegant gebunden M. 13.50
II. Serie,
6 Bände, elegant gebunden M. 17.—
(Nichtgewünſchtes bitte zu ſtreichen!)
wünſcht vortofreie Zuſendung der Bände und zahlt monatlich sse.. M.
durch Doſtanweiſung. Erfüllungsort: Straßburg i. Elſ.
Ort, Datum
u. Wohnung:
Name und Stand:
Inhalt der beiden Gerien:
1. Serie: Band 1. Tom Sawyers Abenteuer. — Bd. 2. Huckleberry
Finns Fahrten. — Bd. 3. Skizzenbuch. — Bd. 4. Leben auf dem
Miſſiſſippi. — Bd. 5. Im Gold= und Silberland. — Bd. 6. Reiſebilder.
I1. Serie: Band 1. Tom Sawyers Neue Abenkeuer. — Bd. 2. Querkopf
Wilſon. — Bd. 3/4. Meine Reiſe um die Welt. — Bd. 5. Adams
Tagebuch und andere Erzählungen. — Bd. 6. Wie Hadleyburg
ver=
derbt wurde und andere Erzählungen.
Wir liefern beide Serien auf einmal vollſtändig franko
gegen bequeme monatliche
Teilzahlungen von nur M. 3.=
Der Bezug gegen Teilzahlung, verteuert
das Werk um keinen Pfennig. Beginn der
Zahlungen erſt nach Empfang der Bücher.
Keine Anzahlung.
(Gefl. recht deutlich auszufüllen.)
Zu den beſten Dingen des Lebeus gehört das Lachen.