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175. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die italieniſche Kammer begann die Beratung
des Geſetzentwurfs über den Friedensvertrag
von Lauſanne.
Der Waffenſtillſtand zwiſchen der Türkei,
Bul=
garien, Serbien und Montenegro wurde am Mittwoch
unterzeich net.
Präſident Tafts Botſchaft die dem
Kon=
greß zugegangen iſt, verbreitet ſich über die innere
und äußere Politik der Vereinigten Staaten.
Das japaniſche Kabinett hat beſchloſſen, zu
demiſſionieren.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Klärung.
— Die kurzen, aber inhaltsſchweren Darlegungen,
welche Herr von Bethmann Hollweg im deutſchen
Reichs=
tage am Montag gegeben hat, haben ihren Eindruck
nicht verfehlt. Obwohl darin ausdrücklich erklärt wird,
daß Deutſchland nicht davor zurückſchrecken würde, zu
„fechten”, wenn ein Bundesgenoſſe angegriffen und damit
auch der Einfluß Deutſchlands auf dem Spiele ſtehen
würde, wird allgemein die Rede vom Auslande
vorwie=
gend günſtig beurteilt, weil doch der friedliche Unterton
in ihr überwiegt und eine Provokation an keiner Stelle
vorhanden iſt. Selbſt jenſeits der Vogeſen gibt man ohne
weiteres zu, daß Deutſchland lediglich ſeine Pflicht
er=
füllen würde, wenn es Oeſterreich im Notfalle zur Seite
trete, und jenſeits des Kanals fühlt man ſich allem
An=
ſcheine nach durch die beſondere Hervorhebung der
ge=
beſſerten Beziehungen zwiſchen Deutſchland und England
recht geſchmeichelt. Man vertritt an der Seine die Anſicht,
daß die ausſichtsvolle Stimmung, die ſich in den
offiziel=
len Kreiſen Englands bemerkbar macht, durch die Rede
des Reichskanzlers noch geſtiegen ſei, und man hält daher
die Ausſicht für den Meinungsaustauſch zwiſchen den
Mächten für ungemein günſtig, indem man darauf hinweiſt,
daß die Worte des deutſchen Reichskanzlers mit umſo
größerer Befriedigung aufgenommen werden müßten,
als man ſich bisher in Berliner amtlichen Kreiſen
hin=
ſichtlich ſeiner Aeußerungen zur Weltlage die größte
Zu=
rückhaltung auferlegt hatte. Die geſamte Preſſe betont,
daß man aus dem Standpunkt Deutſchlands in bezug
auf Regelung der Balkanfrage ſchließen müſſe, und
ver=
tritt die Anſicht, daß kaum noch irgend eine Verwicklung
drohe.
Man ſieht wieder einmal, der kräftig Auftretende
wird verſtanden und reſpektiert, während man den
Ener=
gieloſen mitleidig über die Achſel anſehen würde. Dieſe
Wirkung darf aber über den ſchweren Ernſt der
Beth=
mannſchen Worte nicht hinwegtäuſchen, zumal die Gefahr
eines Weltkonfliktes, wenn auch gemildert, ſo aber doch
nicht vollſtändig gehoben iſt. Die Beſtimmungen des
Bündnisvertrages, auf welche der Kanzler in ſeiner Rede
anſpielte, ſind in Artikel 2 des Dreibundvertrages
ent=
halten, wo es folgendermaßen heißt:
„Wenn die angreifende Macht von ſeiten Rußlands,
ſei es in Form einer aktiven Kooperation, ſei es durch
militäriſche Maßnahmen, welche den Angegriffenen
be=
drohen, unterſtützt werden ſollte ſo tritt die in Artikel 1.
dieſes Vertrages ſtipulierte Verpflichtung des
gegenſeiti=
gen Beiſtandes mit voller Heeresmacht auch in ſolchem
Falle ſofort in Kraft, und die Kriegsführung der beiden
Hohen Kontrahenten wird auch dann eine gemeinſame
bis zum gemeinſamen Friedensſchluß.
Die Worte des Herrn von Bethmann Hollweg ſind.
nicht mißzuverſtehen, ſie bedeuten auf der einen Seite
eine Beruhigung für die Donaumonarchie, wenn gewiſſe
Kreiſe ſich ſtellten, als ob an der Bündnistreue
Deutſch=
lands im Ernſtkalle zu zweifeln wäre, aber andererſeits
ſind ſie auch ein mehr als deutlicher Hinweis für
Ruß=
land, es nicht zeum Aeußerſten kommen zu laſſen, da
Deutſchland auf der Wacht ſtehe und ſeinen
Bundesge=
noſſen im Ernſtfalle nimmermehr im Stiche laſſen würde.
Wenn man das in Paris wie in London als eine
Klä=
rung der Lage betrachtet, ſo hat man ſehr recht, denn
Deutſchland läßt damit über ſeine Haltung keinerlei
Zwei=
fel, und es wird dargetan, daß, wer um des Balkan
willen mit Oeſtekreich=Ungarn abrechnen will, es auch mit
Deutſchland zu tun hat, und eine ſolche Eventualität würde
ſich auch der abenteuerlichſte Staat doppelt und dreifach
überlegen.
Die Botſchaft des Präſidenten Taft.
* Präſident Tafts Botſchaft an den am
Mittwoch eröffneten Kongreß beginnt mit einer
Er=
mahnung zur Einigkeit und Stetigkeit in
der äußeren Politik, die weit über Parteikonflikte
geſtellt und von den Differenzen der inneren Politik
vollſtändig getrennt werden ſolle. Die Botſchaft fährt
fort:
Die Beziehungen zu allen fremden
Mächten ruhten auf der ſteten Baſis des Friedens,
der Harmonie und der Freundſchaft. Ein feſteres
Be=
ſtehen auf Gerechtigkeit gegenüber amerikaniſchen
Bür=
gern und Intereſſen, wo immer dies verweigert worden
ſei, und ſtärkere Hervorkehrung der Notwendigkeit der
Gegenſeitigkeit in kommerziellen und anderen
Beziehun=
gen hätten nur dazu gedient, das freundſchaftliche
Ver=
hältnis der Vereinigten Staaten zu anderen Ländern zu
ſtärken, indem dadurch dieſe Freundſchaften nicht auf
Wünſche, ſondern auch auf ein feſtes Fundament realer
Bande geſtellt worden ſeien. Der Präſident verbreite ſch
dann über die beſondere Notwendigkeit einer
weitblicken=
den auswärtigen Politik, da dieſe in enger Verbindung
mit dem auswärtigen Handel des Landes ſtehe.
Die Politik der gegenwärtigen
Regie=
rung ſei in ihren Beſtrebungen offen darauf gerichtet,
den amerikaniſchen Handel nach dem Grundſatz zu verfolgen,
daß die Regierung der Vereinigten Staaten jede erlaubte
Unterſtützung allen legitimen und nützlichen amerikaniſchen
Unternehmungen gewähren wollte. Die Botſchaft
er=
wähnt dann mit Bedauern, daß der Kongreß die
Schiedsverträge mit Großbritannien und
Frankreich nicht ratifizierte Hinſichtlich Chinas
ſei es dauernd das Ziel der Regierung geweſen, die
Ver=
wendung amerikaniſchen Kapitals bei der Erſchließung
Chings zu fördern, indem es auf alle weſentlichen
Re=
formen hinwirkte zu denen ſich China den Vereiniaten
Staaten und anderen Mächten gegenüber verpflichtet
habe. Die Verſendung chineſiſcher Staatseinkünfte an
ausländiſche Bankiers in Verbindung mit der Schaffung
gewiſſer induſtrieller Unternehmungen, wovon dieſe
Re=
formen abhingen, hätten das Staatsdepartement
veran=
laßt, die Beteiligung amerikaniſcherb Bürger an ſolchen
Unternehmungen zu verlangen. Die gleiche Politik zur
Förderung internationalen Einvernehmens unter den
Mächten, die ähnliche Vertragsrechte beſitzen, ſei
hinſicht=
lich der Anleihe für die Reform der chineſiſchen
Wäh=
rung befolgt worden.
Die Botſchaft beſchäftigt ſich weiter mit der
Notwen=
digkeit, die ſchwächeren zentralamerikaniſchen
Staaten bei der finanziellen Sanierung zu
unter=
ſtützen. Die zentralamerikaniſchen Republiken beſäßen
großen Reichtum und benötigen nur Stabilität und
Mit=
tel zur finanziellen Wiedergeburt, um in die Nera des
Friedens und der Proſperität einzutreten. Meriko
gegenüber ſei es die Politik der Vereinigten Staaten
geweſen, Geduld zu üben, nicht zu interbenieren und
unbeirrt die beſtehende Autorität anzuerkennen. Taſt
hofft, daß dieſe Polik in Kürze durch den volln Erfolg
des merkaniſchen Volkes bei den Beſtrebungen die
Seg=
nungen des Friedens wieder zu gewinnen, gerechtfertigt
wird. Die Botſchaft nimmt dann Bezug auf die
anhal=
tende Steigerung des Exports amerikaniſcher
Produkte nach dem Ausland. Der Geſamtervort
ſtelle ſich auf 2200 Millionen Dollars gegen 2000
Milli=
onen Dollars im Vorjahr Der größere Verbrauch der
Amerikaner mache es nötig, daß ein ſtärkerer Prozentſatz
der landwirtſchaftlichen Produkte im Lande verbleibe.
Hinſichtlich des Tarifs empfiehlt die Botſchaft ein
Amendement in der Weiſe, daß durchaus wirkſame
Mit=
tel vorgeſehen werden, die auf die manniafachen Grade
und die unterſchiedliche Behandlung anwendbar ſind, die
der amerikaniſche Handel im Auslande noch immer
er=
fährt, und die die finanziellen Intereſſen amerikaniſcher
Bür=
ger im Auslande, deren Unternehmungen den Markt für
amerikaniſche Erzeuaniſſe erweitern, gegen eine
nachtei=
lige Behandlung durch eine fremde Regierung ſchützen
In dieſer Richtung fordert der Präſident ein Geſetz, das
demjenigen ähnlich iſt, das der Staatsſekretär in ſeinem
Briefe vom 13. Dezember 1911 empfahl. Der Präſident
ermahnt Guatemala und Honduras die billigen
An=
ſprüche ihrer fremden Gläubiger unverzüglich zu
befrie=
digen, und deutet an, daß andernfalls die Vereiniaten
Staaten gezwungen ſein könnten, die notwendigen
Maß=
nahmen zu ergreifen, um dem Rechte zur Geltung zu
ver=
helfen.
Zum Schluß kommt der Präſident auf die
Notwen=
digkeit zurück, daß die Regierung größere Anſtrengungen
machen müſſe den auswärtigen Handel zu
erhal=
ten und weiter auszudehnen, wozu die Vereinigten
Staaten eine Handelsmarine haben müßten.
Deutſches Reich.
Reichskanzler und Kardinal Kopp.
Der Reichskanzler und preußiſche Miniſterpräſident iſt,
wie wir bereits gemeldet, gegen den Fürſt Biſchof von
Breslau, Kardinal Dr. Kopp, der bisher der
Vertrauens=
mann der preußiſchen Regierung bei ihrem Verkehr mit
der Kurie war, verſtimmt. Ueber die Urſachen dieſer
Verſtimmung wird der Tägl. Rundſchau von
unterrich=
teter Seite folgendes mitgeteilt:
„Dr. Kopp, der durch und durch Berliner iſt, hat
einen hervorragenden Anteil an der päpſtlichen
Enzy=
klika über die Arbeiterorganiſationen gehabt, durch die
der Unmut des Reichskanzlers in hohem Maße erregt
worden iſt. Außerdem hat Dr. Kopp zum Aerger Herrn
v. Bethmann Hollwegs bewirkt, daß zum Erzbiſchof von
Köln nicht der dem Reichskanzler genehme Biſchof in
Dresden, Dr. Schäfer ſondern der Biſchof von Münſter,
Dr. Hartmann, ein ſanatiſcher Römling und ſanatiſcher
„Berliner” gewählt wurde. Man erzählt ſich, daß im
preußiſchen Staatsminiſterium über dieſe Wahl
verſchie=
dene Anſichten beſtanden haben. Während Herr v.
Beth=
mann Hollweg und der Kultusminiſter den Dresdener
Biſchof für die geeignete Perſönlichkeit hielten, ſei der
Landwirtſchaftsminiſter für den Biſchof von Münſter
ein=
getreten Der Einfluß Dr. Kopps habe, ſo erzählt man
ſich weiter, bewirkt, daß die preußiſche Regierung auf der
Kandidatenliſte den Namen des Biſchofs von Münſter
ſtehen ließ, weil ſie nach der Verſicherung Dr. Kopps,
der Kandidat, den die Regierung wünſche, werde gewählt
werden, glaubte, daß dieſer Kandidat der Dresdener
Biſchof ſei. Aus dieſem Grunde habe Herr v. Bethmann
Hollweg es für unbedenklich gehalten, daß der Name des
Münſterer Biſchofs nicht geſtrichen wurde. Der dritte
Name, der auf der Liſte ſtehen blieb, iſt augenſcheinlich
der des Kölner Weihbiſchofs geweſen, den die Kölner
zum Erzbiſchof wünſchten. Gewählt wurde dann der
Biſchof von Münſter, und Dr. Kopp darf zur
Rechtfer=
tigung ſeines Verhaltens ſagen, er habe unter dem der
Regierung genehmen Kandidaten den Dr. Hartmann
verſtanden. Herr v. Bethmann Holweg aber durfte ſich
ſagen, er habe kein Hehl daraus gemacht daß ſein
Kan=
didat der Dresdener Biſchof war. Das „
Mißverſtändnis=
des Breslauer Fürſtbiſchofs ſei demnach auf „geiſtigen
Vorbehalt: zurückzuführen. Jedenfalls habe dieſes
Ver=
halten des Kardinals Dr. Koph, den Reichskanzler
vollends verſtimmt.”
Seinerzeit wurde berichtet, daß der Oberpräſident
Frhr. v. Rheinbaben eine eifrige Tätigkeit zugunſten
des Biſchofs von Münſter entfaltet habe. Da er dies
ſchwerlich auf eigene Fauſt oder auf den Wunſch des
Landwirtſchaftsminiſters getan haben könnte, ſo muß
entweder dieſe Meldung unzutreffend ſein oder aber die
obige, wonach die Wahl Dr. Hartmanns durchaus nicht
den Wünſchen des Miniſterpräſidenten entſprochen hätte.
— Die Denkſchrift des Reichsſchatzamts
zur Beſitzſteuerfrage iſt im gegenwärtigen
Augenblick der Gegenſtand eines eifrigen
Meinungsaus=
tauſches zwiſchen den verbündeten Regierungen. Wie
Ber=
liner Blätter hören, verhandelt man jetzt darüber, jene
in der Denkſchrift angeführten Beſitzſteuerarten
auszuſchei=
den, gegen deren Durchführbarkeit erhebliche Bedenken
vorliegen und für die entweder im Bundesrat oder im
Reichstag auf eine Mehrheit nicht zu rechnen iſt. Es darf
angenommen werden, daß unter den größeren
Bundes=
ſtaaten ſchon im Prinzip eine Einigung erzielt ſein wird,
noch ehe die Konferenz der leitenden Miniſter in Berlin
endgültig beſtimmt, welche Beſitzſteuerart dem Reichstag
als Vorlage zugehen ſoll. In der Denkſchrift des
Reichs=
ſchatzamts iſt auch die Frage der Matrikularbeiträge bei
verſchiedenen Gelegenheiten beſprochen. Die Frage iſt
aus dem Grunde aktuell, da die gelegentlich der
Finanz=
reform unter den Bundesregierungen getroffene
Verein=
barung, die Matrikularbeiträge auf 80 Pfennig für den
Kopf der Bevölkerung für einen Zeitraum von fünf
Jah=
ren feſtzuſetzen, am 1. April 1914 abläuft. Der Reichstag
hat bisher dieſes Abkommen ſtillſchweigend gutgeheißen.
Verſchiedene kleinere Bundesregierungen ſtreben nun an,
dieſe Vereinbarung auf weitere fünf Jahre zu erneuern,
aber nicht auf Grund eines ſtillſchweigenden
Ueberein=
kommens, ſondern im Wege einer geſetzlichen Feſtlegung.
Wie ſich der Reichstag zu dieſen Plänen verhalten wird,
ſteht allerdings dahin.
— Einführung von
Schiffahrtsab=
gaben. Gegenüber der Meldung, daß die
Verhandlun=
gen zwiſchen Deutſchland einerſeits und Oeſterreich=Ungarn
und Holland andererſeits über die Einführung von
Schiff=
fahrtsabgaben abgeſchloſſen ſeien, wird mitgeteilt, daß
mit den genannten Staaten Verhandlungen über die
Ein=
führung von Schiffahrtsabgaben auf der Elbe und auf
dem Rhein überhaupt noch nicht begonnen haben. Der
früheſte Termin für den Beginn der Verhandlungen über
dieſe Frage iſt, wie verſichert wird, das Jahr 1915 oder
1916, wenn die Beſprechungen über die Erneuerung der
Handelsverträge beginnen werden.
— Das ſächſiſche Volksſchulgeſetz. Die
Zweite ſächſiſche Kammer nahm nach fünftägiger Beratung
den Entwurf des Volksſchulgeſetzes mit mehrfachen
grund=
legenden Abänderungen an. Darnach wurde die
Ein=
führung der allgemeinen Volksſchule mit höheren Abtei=
lungen vom dritten Schuljahre ab, ſowie die
Schulgeld=
freiheit, die konfeſſionelle Volksſchule, die Befreiung der
Diſſidentenkinder vom Religionsunterricht, die
Einrich=
tung der obligatoriſchen Mädchenfortbildungsſchule, der
Wegfall des Gelöbniſſes der Bekenntnistreue durch die
Lehrer, die Möglichkeit, daß Frauen Mitglieder des
Schul=
vorſtandes ſein können und die Einführung des
Landes=
ſchulbeirats beſchloſſen. Die Abſtimmung war
nament=
lich. Der Entwurf wurde mit 61 gegen 28 Stimmen
an=
genommen. Die Konſervativen ſtimmten geſchloſſen
da=
gegen. Die Nationalliberalen enthielten ſich der
Abſtim=
mung. Das Geſetz geht nunmehr an die Erſte Kammer.
Ausland.
Schweiz.
Die Elektrifizierung der
Bundes=
bahnen. Im ſchweizeriſchen Nationalrat gab der Chef
des Eiſenbahndepartements die Erklärung ab, der
Bun=
desrat werde die Elektrifizierung der Bundesbahnen
be=
ſchleunigen. Es ſei dafür ein Zeitraum von zwanzig
Jahren in Ausſicht genommen. Die Sozialdemokraten
verlangten, die Bundesbahnen ſollten eigene
Elektrizitäts=
werke errichten. Von anderer Seite wurde aber die
An=
ſicht vertreten, es ſei für die Bundesbahnen vorteilhafter,
wenn ſie elektriſche Kraft von Privatwerken beziehen.
Italien.
Das Geſetz über den
Friedensver=
trag. Die Kammer begann die Beratung des
Ge=
ſetzentwurfes betreffend die Genehmigung des
Friedens=
vertrages von Lauſanne und die für Libyen getroffenen
Maßnahmen. Biſolati erklärte im Namen der
ſozialiſti=
ſchen Reformpartei, er werde dem Vertrage zuſtimmen. Der
ehemalige Miniſterpräſident Sonnino erklärte, jede Kritik
könne nur die Genugtuung verringern, die über das
ge=
ſtiegene Preſtige Italiens, über die Stärke des Heeres und
der Marine, über das Bewußtſein der großen nationalen
Intereſſen und den feſten Willen des Landes, ſie
durch=
zuſetzen, allgemein empfunden werde. Redner erklärte
ſich für die Autonomie von Albanien.
Frankreich.
Die nationale Verteidigung
Frank=
reichs. In der Kammer ſprach Kriegsminiſter
Mille=
rand über die Geſetzesvorlage betreffend die
Infanterie=
kader. Er erklärte, die Vorlage habe einzig und allein
den Zweck, die nationale Verteidigung Frankreichs zu
verſtärken und entſpreche, wie er unter ſeiner miniſteriellen
Verantwortlichkeit ſagen könne, einer gebieteriſchen
Not=
wendigkeit. Die Vorlage vermehre die militäriſche Kraft
Frankreichs, ohne die gegenwärtige Organiſation
umzu=
ſtürzen. Sie ſchaffe keine neue, ſondern ſichere nur eine
beſſere Verwendung der beſtehenden Effektivbeſtände. Die
Annahme der Vorlage werde faſt unverzüglich nicht nur
den Wert der Reſerven, ſondern auch den der Landwehr
erhöhen. Der Miniſter wiederholte zum Schluß, daß die
Vorlage eine Notwendigkeit ſei. (Anhaltender Beifall auf
faſt allen Bänken.) Es wurde für die Beratung der
Ge=
ſetzesvorlage Dringlichkeit beſchloſſen.
England.
Das indiſche Dreadnought= „Geſchenk”.
Der Daily Chronicle hat ein Telegramm an den
Maha=
radſcha von Gwalior gerichtet, der einer der Urheber der
indiſchen Dreadnought=Idee ſein ſollte. Hierauf lief
fol=
gende Antwort ein: „Ich bedauere, über den Plan keine
Informationen gegeben zu haben.‟ Der Daily Chronicle
deutet dieſe zweifelhafte Antwort in günſtigſtem Sinne.
Wahrſcheinlicher wäre es jedoch, ſich nach der anderen
Seite hin auszulegen. Es macht ſich in Londoner Kreiſen
die Anſicht bemerkbar, die auch unverhüllt in der Preſſe
ihren Widerhall findet, daß ein unſchöner Verſuch
vor=
liggt, die indiſchen Fürſten zu dieſer „Gabe” zu zwingen,
indem die Abſicht vorher angekündigt wurde, ſo daß ein
Zurückgehen als unloyal ausgelegt werden könnte. Einem
Telegramm aus Bombay zufolge, ſchreibt die Zeitung
Advokate of India in bezug auf eine Erklärung, die am
29. November in den Spalten desſelben Blattes erſchienen
iſt, daß der Gedanke, indiſche Dreadnoughts der
kaiſer=
lichen Flotte zu ſchenken, augenſcheinlich im Ernſte nicht
gefaßt worden ſei. Wie der Vertreter des Reuterſchen
Bureaus erfährt, haben die höchſten amtlichen Kreiſe
noch keine Kenntnis von dieſer Angelegenheit,
Japan.
Demiſſion des Kabinetts. Die Times
meldet aus Tokio vom 3. Dezember: Nach einem
erfolg=
loſen Verſuch, einen Nachfolger für den ausſcheidenden
Kriegsminiſter zu finden, hat das Kabinett beſchloſſen,
dem Kaiſer morgen ſein Rücktrittsgeſuch zu überreichen,
* Der Kaiſer über Religion. Nach der
Schweizer Reiſe des Kaiſers waren verſchiedene Berichte
über Aeußerungen religiöſer Natur verbreitet worden,
die der Monarch in Geſprächen mit hervorragenden
Bür=
gern der Republik getan hatte. Auf dieſe Berichte war
in den gegenwärtigen Beratungen über den
Volksſchul=
geſetzentwurf in der Sächſiſchen Kammer Bezug
genom=
men worden; der Abg. Nitzſchke (Leutzſch) hatte ſich auf ſie
berufen, worauf Kultusminiſter Dr. Beck behauptete, es
ſei ein Dementi ergangen. Nun wandte der Abgeordnete
Nitzſchke ſich an Profeſſor Arnold Meyer (Zürich) um
nähere Auskunft. Prof. Meyer antwortete in einem
Briefe, der heute in der Kammer verleſen wurde. Er
ſchreibt: „Seine Majeſtät der Kaiſer hat in der Tat
ge=
wünſcht, daß die Pfarrer dem Volk nicht ſowohl
Dog=
men predigen, ſondern es daran gewöhnen möchten, ſich
bei allem zu fragen, was Chriſtus dazu ſage. Andurſeits
betonte freilich der Kaiſer, daß die Kirche nicht die feſte
Form entbehren könne. Dies muß der Objektivität
wegen hinzugefügt werden, um ſo mehr, da damit auch
die letzte Entſcheidung im Falle Traub ſtimmt. Doch
beſteht deswegen jene freiheitliche Aeußerung doch zu
Recht, und ich durfte ſie um ſo mehr mitteilen, als
Pro=
feſſor Hadorn von dem Geſpräch des Kaiſers im Berner
Münſter ganz das Gleiche berichtet hatte lange vor
mei=
nem Bericht.”
* Schäden der Deutſch=
Oſtafrikani=
ſchen Geſellſchaft. Nach einem Telegramm aus
Paris hat auf der nordweſtlich von Madagaskar
gelege=
nen Inſel Noſſi Bé ein Zyklon gewütet, der ungeheuren
Schaden anrichtete. Die Plantagen wurden verwüſtet.
Häuſer ſtürzten ein und zahlreiche Einwohner kamen ums
Leben. Es herrſcht großes Elend. Wie dazu die Deutſch=
Oſtafrikaniſche Geſellſchaft in Berlin bekannt gibt, ſind
durch den Zyklon ihre Anlägen auf Noſſi Bé zum Teil
zer=
ſtört, zum Teil ſtark beſchädigt worden. Das
Geſellſchafts=
kapital der Deutſch=Oſtafrikaniſchen Geſellſchaft beträgt
acht Millionen Mark. Für die beiden letzten Jahre
wur=
den je 8 Prozent Dividende verteilt. Die Anteile werden
an der Berliner Börſe offiziell notiert. Die Geſellſchaft
wurde am 26. Februar 1887 als Kolonialgeſellſchaft
er=
richtet. Ihr Hausbeſitz liegt in Deutſch=Oſtafrika. ferner
verfügt ſie bei Madagaskar über eine Niederlaſſung in
dem von dem Zyklon betroffenen Noſſi Bé, ſowie in
Majunga. Die Geſellſchaft, der in Oſtafrika bedeutende
Anpflanzungen von Siſal=Agaven und Kautſchukbäumen
gehören, beſitzt unter anderem auch die Berechtigung zum
Berabau. Handelsniederlaſſungen außer der Zentrale in
Berlin befinden ſich in Tanga, Pangani. Bagamoyo,
Sanſibar, Kilwa, Lindi und Ibo (Portugieſiſch=Oſtafrika).
* London, 4. Dez. Der deutſche Botſchafter
gab heute zu Ehren des Prinzen Heinrich im
Carlton=Hotel ein Frühſtück, an dem Admiral Seymour,
der ruſſiſche Botſchafter Graf von Benckendorff.
Botſchafts=
rat Dr. von Külmann von der deutſchen Botſchaft und die
Fürſtin von Pleß teilnahmen. Wie das Reuter=Bureau
erfährt, beſucht Prinz Heinrich vor der Abreiſe nach
Kiel den König in Sandringham.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. Dezember.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
Freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs an Georg Peter Bauer,
David Eppel und Adam Roth, ſämtlich zu Worms.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Weichen=
ſteller in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Heinrich Blum zu Darmſtadt auf ſein Nachſuchen.
g. Strafkammer. Wegen Herausforderung zum
Zweikampf bezw. Uebernahme der Forderung hatten ſich
geſtern vor der hieſigen Strafkammer zu verantworten
der 24jährige Rechtskandidat Julius Friedrich Auguſt
Foelſing aus Altona, jetzt in Offenbach, und der
36jährige Bücherreviſor Hermann Franz Karl Clemens
Büchler aus Frankfurt. Foelſing fühlte ſich von einem
Offenbacher Rechtsanwalt beleidigt und ließ ihm
des=
halb von Büchler eine Forderung überbringen, die
die=
ſer aber ablehnte. Foelſing wurde zu 3 Tagen und
Büchler zu 1 Tag Feſtungshaft verurteilt. —
Wegen Urkundenfälſchung und Betrug ſtand der 33jäh=
rige Dachdeckergeſelle Georg Johann Derouſton aus
Frankfurt vor der hieſigen Strafkammer. Der Angeklagte
hatte für den Dachdeckermeiſter Karl Fiſcher in Ober=
Urſel Arbeiten bei dem Landwirt Heinrich in
Stein=
bach i. T. ausgeführt. Er erhob im Dezember mittels
gefälſchter Quittung den Betrag für die Arbeit in Höhe
von 19 Mark. Der Angeklagte iſt geſtändig, will aber
aus Not gehandelt haben. Das Gericht kann angeſichts
des hohen Betrags von 19 Mark einen Notbetrag nicht
annehmen und verurteilt deshalb den Angeklagten wegen
Urkundenfälſchung und Betrugs zu den in Frankfurt
er=
littenen Strafen von 1 Jahr Gefängnis zu einer
Zuſatzſtrafe von 16 Tagen Gefangnis. Der
An=
geklagte erkennt die Strafe an. — Wegen Hehlerei waren
der Bäckerburſche Philipp Lohr und deſſen Ehefrau aus
Offenbach vom Schöffengericht Offenbach zu 6 bezw. 1
Wochen Gefängnis verurteilt worden. Sie legten
gegen das Urteil Berufung ein, die geſtern von der
hieſi=
gen Strafkammer verworfen wurde. Auf
Veran=
laſſung des Diviſionsgerichts wurde im Januar d. J.
bei dem Angeklagten Hausſuchung abgehalten und
gro=
ßere Mengen von Lebensmitteln zutage gefördert, die
zweifellos aus der Militärkantine ſtammten. Der
Mus=
ketier Schüller war flüchtig gegangen, nachdem größere
Diebereien an den Vorräten der Mannſchaftsküche
ent=
deckt worden waren. Lohr hatte in der Kantine täglich
Waren abzuliefern und war in den Verdacht der Hehleren
geraten, weil er ſehr intim mit dem Fahnenfluchtigen
ſtand. Er gab dem Poliziſten und auch vor dem
Be=
rufungsgericht zu, verſchiedene Kleinigkeiten, wie Nudeln,
Kaffee und Reis, erhalten zu haben. Er dachte jedoch,
das ſeien nicht verwendbare Reſte geweſen. Das Gericht
verwirft die Berufung als unbegründet.
* Bund heſſiſcher Schulreformer. Man ſchreibt uns:
Es iſt vielleicht des Guten etwas viel, was der Bund
heſſiſcher Schulreformer im Anſchluß an ſeine
Jahresver=
ſammlung am Sonntag, den 8. Dezember, der
Darm=
ſtädter Einwohnerſchaft bieten will. Drei Vorträge über
Schul= und Erziehungsfragen auf einen Tag! Wird ſo
viel pädagogiſches Intereſſe in unſerer Stadt und ihrer
Umgebung vorhanden ſein, daß ſich die wünſchenswerte
Zuhörerzahl findet? Wir hoffen es. Denn nichts
be=
rührt doch die Familie mehr, als die Frage: Wie ſoll die
Erziehung meiner Mädchen, meiner Knaben beſchaffen
fein, damit dieſe zu friſchen, geſunden, körperlich und
geiſtig tüchtigen Menſchen heranwachſen? Von nichts
hängt die Zukunft eines Volkes mehr ab, als von der
Er=
ziehung der Jugend. Der Schulreformerbund hat es ſich
zur Aufgabe geſetzt, tieferes Verſtändnis für
Erziehungs=
fragen im Volke zu wecken und zu pflegen, die heute wild
ind wirr durcheinander wogenden Meinungen zu klären
und unſer Erziehungsweſen in Schule und Familie den
neudeutſchen Bedürfniſſen anzupaſſen. Er ruft deshalb
nicht bloß die Lehrer aller Kategorien und Volkserzieher
von Beruf zur Mitarbeit auf, ſondern er wendet ſich vor
llem auch an die Väter und Mütter aus allen Schichten
nſeres Volkes, ohne Anſehen der Partei, der ſozialen
Klaſſe. Frau Dr. Nägeli aus Mainz ſpricht
vormit=
ags 11 Uhr über „Die Erziehung der Mädchen fürs
Leben”; gewiß ein wertvolles Thema. Der Vorſitzende
des Bundes, Herr Oberlehrer Dr. Strecker= Bad
Nau=
heim, der als Schriftleiter der Blätter für Volkskultur
durch ganz Deutſchland bekannt iſt, behandelt dann
nach=
mittags 3 Uhr „Die Jungdeutſchlandbewegung” für die
zurzeit auch in Darmſtadt ein ganz beſonderes Intereſſe
vorhanden iſt; und um 5 Uhr folgt Herr Lehrer J. Jung=
Darmſtadt mit einem Vortrag: „Zur Reviſion des
Volks=
ſchulgeſetzes” Auch letzterer Vortrag dürfte für weitere
Kreiſe von Bedeutung ſein, da die Regierung eine
Aen=
derung unſeres Volksſchulgeſetzes angekündigt hat und
unſere breite Oeffentlichkeit ſich in Kürze mit dieſer Frage
eingehend wird beſchäftigen müſſen. Eine freie
Aus=
prache ſoll zur Vertiefung der aufgeworfenen Fragen
bei=
tragen. Wenn es wahr iſt, was der bekannte Pädagoge
Proſeſſor Förſter kürzlich in ſeinem Darmſtädter
Vor=
trag behauptete: daß unſere Zeitgenoſſen in den
wichtig=
ten Erziehungsfragen ſich benehmen wie Kinder — und
man wird ihm nicht ganz widerſprechen können — ſo
ſollte das für unſere Darmſtädter Bevölkerung eine
Mah=
nung ſein, ſich an der Schulreformertagung recht eifrig
zu beteiligen.
— Die Nationalliberale Partei hegt die Abſicht, gleich
den übrigen politiſchen Parteien in Darmſtadt, von jetzt
ab ebenfalls eine regere Tätigkeit zu entfalten und
ſämt=
liche Mitglieder und Freunde von Zeit zu Zeit zu
gegen=
ſeitiger Ausſprache über die ſchwebenden politiſchen
Tages=
fragen zu verſammeln. Der Anfang dazu wurde am
Mittwoch durch die Veranſtaltung eines
Vortrags=
abends im Reſtaurant Sitte gemacht, der ſich eines ſehr
zahlreichen Beſuches zu erfreuen hatte. Abg. Dr. Oſann
wies als Vorſitzender in ſeiner Begrüßung auf die
Not=
wendigkeit hin, ſich über politiſche Themata auszuſprechen
nd an den wichtigen Fragen der Gegenwart regeren
An=
teil zu nehmen. Der Redner des Abends, Referendar
Batlett.
Von Erich Köhrer.
Nachdruck verboten.)
Eine Kunſt, die faſt ſchon in Vergeſſenheit geraten
ſchien, iſt in den letzten Jahren wieder neu belebt worden.
Die Gaftſpiele ruſſiſcher Ballettruppen, die im Triumph
durch Europa zogen, haben allenthalben das Intereſſe
für das Ballett, dieſe graziöſeſte und liebenswürdigſte
aller Künſte, neu geweckt. Wir waren ja faſt ſchon
ge=
wohnt, das Ballett als eine ausgeſtorbene Kunſtgattung
anzuſehen, und all die zahlreichen Reformverſuche der
letzten Jahrzehnte haben mit ihren Auswüchſen die
Gleichgültigkeit nahezu in Abneigung verwandelt. Denn
die neuen Tänzerinnen kamen faſt alle vom
Dilettantis=
mus und ſprangen in eine Reform des Tanzes hinein,
ohne vorher durch die Schule irgend einer Ausbildung
gegangen zu ſein, alſo auch nur die notwendigſten
techni=
ſchen Unterlagen zu beſitzen. Freilich konnten ſie es
wagen, ſo unvorbereitet ſich zu zeigen, weil das Publikum
(und meiſt auch die Kritik) dem Tanz durchweg ohne
Ver=
ſtändnis, ja faſt ohne Gefühl für das Weſen ſeiner
künſt=
leriſchen Natur und Ziele gegenübertritt. Auch jetzt,
nach=
dem durch die Ruſſen immerhin ſchon die Erkenntnis von
den unvergänglichen Werten der urſprünglichen
Ballett=
kunſt in ſehr weite Kreiſe wieder eingedrungen iſt, ſind
die Reformverſuche keineswegs in mehr oder minder
ver=
diente Vergeſſenheit zurückgeſunken, und die
Verworren=
heit und Unklarheit über die künſtleriſche Bedeutung des
Balletts iſt noch unvermindert. Ich habe einer Anzahl
prominenter Perſönlichkeiten, die als Theaterleiter,
Kri=
tiker, Muſiker, Bildhauer, vielleicht das Ballett mit
be=
fonders intereſſierten Augen ſehen, einige Fragen
dar=
über vorgelegt und bringe die Antworten im nächſten
Heft der Halbmonatsſchrift Das Theater, einem
Spezial=
heft: Ballett, zum Abdruck. Ich kann aber heute bereits
an dieſer Stelle einige der intereſſanteſten Antworten aus=
Lugswaiſe wiedergeben.
Die Nächſtintereſſierten ſind natürlich immer noch die
Theaterleiter, insbeſondere, ſoweit ſie über Opernbühnen
gebieten. Schon unter ihnen gehen die Meinungen über
die künſtleriſche Bedeutung des Balletts ganz erheblich
auseinander. Welchen Wert Graf Hülſen der
Ber=
liner Generalintendant, ihm beimißt, läßt ſich indirekt
daraus ſchließen, daß er nur in ausführlichen
Darlegun=
gen dazu Stellung nehmen zu können glaubt, für die ihm
in dieſen Wochen die Zeit mangelt. Er ſchreibt wörtlich:
„Der Begriff des heutigen Balletts von den Ruſſen bis
zu unſerem Sardanapal, von der Dell’ Era und Peter bis
zu den Schweſtern Wieſenthal und Iſidora Duncan —
von den Ballettpantomimen im Zirkus und Varieté ganz
zu ſchweigen —, umſchließt ſo viele kraſſe Gegenſätze, daß
Ihre Fragen von dem Fachmann unmöglich im Rahmen
eines Feuilletons beantwortet werden können.”
Weſentlich kühler ſteht ſein Stuttgarter Kollege,
Baron Putlitz dem Ballett gegenüber. „Ich kann
dem Ballett, ſoweit die Theater in Betracht kommen, nur
eine fekundäre Stellung zuerkennen. Die Stellunck wird
auch künftig keine andere werden. Es wird auch nichts
dadurch geändert, daß einige außergewöhnliche
Erſchein=
ungen der Tanzkunſt vorübergehend eine Stellung
er=
obern, die den Eindruck einer ſelbſtberechtigten
Kunſtgat=
tung erweckt.”
Höher bewertet Dr. Karl Hagemann, der Direktor
des Deutſchen Schauſpielhauſes in Hamburg, das Ballett,
indem er davon ausgeht, daß der Tanz die erſte
künſt=
leriſche Ausdruckform der Menſchen war. „Der Tanz iſt
deshalb auch die Wurzel aller ſzeniſchen Ausdruckskünſte.
Er iſt Kunſt und Hilfskunſt zugleich.” Freilich behauptet
Hagemann, daß es eine deutſche Tanzkunſt nicht gebe,
ſchon deshalb, weil die Hoftheaterballetts den Mann faſt
ganz ausſchalten. Er gibt aber der Hoffnung Ausdruck,
daß unſere choreographiſche Kunſt ſich zum Beſſeren
ent=
wickeln werde. — Auch die Stimme Georg
Hart=
manns, des Direktors des neuen, ſo außerordentlich
beiſällig aufgenommenen Deutſchen Opernhauſes in
Charlottenburg, iſt hier nicht ohne Belang. Er nennt das
Ballett „eine durchaus berechtigte künſtleriſche
Erſchein=
ing” erblickt aber darin doch nur den Teil eines Ganzen.
— Mehr vom Standpunkte philoſophiſcher Betrachtung
würdigt Geheimrat Max Bachur, der Direktor des
Ham=
burger Thaliatheaters, das Ballett. In einem Briefe,
dem man ordentlich die Genießerfreude eines teilweiſen
otium eum dignitate anmerkt, ſchreibt er mir u. a.: „Wie
Ihnen bekannt, habe ich mich nun ganz auf das
Thalia=
theater zurückgezogen, das an entſprechenden Außenſeiten
des neuen Gebäudes mit möglichſt lebensgetreuen
Porträts der neun Göttinnen der ſchönen Künſte und
Wiſſenſchaft, ſowie ihres Direktors Apollo geſchmückt iſt,
für den Innendienſt aber nur eine Muſengeſellſchaft
m. b. H. mit Thalia als erſter Patronatsdame in Anſpruch
immt, während Terpſichore, die mythologiſch geeichte
Muſe des Tanzes, bei mir nicht mehr in feſtem
Engage=
ment ſteht, ſondern nur bei beſonders feierlichen
Gelegen=
heiten, zum Beiſpiel im Weihnachtsmärchen, als Gaſt
er=
ſcheint. . . . Ich wünſche dem Ballett, insbeſondere
inner=
halb des Rahmens der Oper, und auf dem Gebiete der
Pantomime, wo ſeine Charaktereigenſchaften ſich am
wirk=
ſamſten entfalten können, noch ein recht langes Leben
und Wirken. Im übrigen beſcheide ich mich in meiner
mehr platoniſchen Stellung zur Sache und erwarte mit
Vergnügen die Herzensergüſſe jener Bühnenleiter, für
die Ihre Fragen noch aktuell ſind und das Ballett nicht
nur ein äſthetiſches, ſondern auch ein finanzielles Objekt
ſinniger Betrachtung iſt.”
Beſonders eng iſt natürlich dats Verhältnis der
Muſiker zum Ballett. Und da ergibtt ſich denn die
Tat=
ſache, daß alle Aeußerungen der Komponiſten und
Muſik=
ſchriftſteller ſehr günſtig für das Ballett ſind. Franz
Lehär erklärt kurz und bündig: „Alts Ballettpantomime
hat dieſe Kunſtaattung unbedingt einee Berechtigung und
ſieht einer großen Zukunft entgegenſ.” — Bogumil
Zepler erklärt zwar: „Ich kann für das Ballett eine
Gleichberechtigung mit anderen ſzeniſchen Gattungen nicht
Dingeldey, ſprach über das Thema: „Deutſcher
Im=
perialismus und auswärtige Politik” und gab nach einem
kurzen Hinweis auf Begriff und Notwendigkeit durch
Imperialismus eine längere intereſſante Darlegung über
die imperialiſtiſchen Beſtrebungen der europäiſchen
Groß=
mächte. Dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vor=
4rag ſchloß ſich eine längere Ausſprache an, bei der
beſon=
ders der Geographieprofeſſor Keil, Profeſſor Dr.
Neß=
ling, Lehrer Speckhardt und Kommerzienrat Trier
das Wort ergriffen.
— Der Frauenverein für den Südweſtbezirk der Evgl.
Stadtgemeinde beging am Sonntag im Gemeindehauſe,
Kiesſtraße Nr. 17, eine fröhliche Adventsfeier die
durch eine von Adventserinnerungen getragene Anſprache
des Pfarrers Velte eingeleitet wurde und in ihrem
wei=
teren Verlauf eine feſtlich erhöhte Stimmung erreichte.
Die prächtige, glockenreine Sopranſtimme des Frl.
Gei=
ger, das von hoher künſtleriſcher Begabung zeugende
Violinſpiel des Frl. Ilſe Hallwachs und das von
Frau Geheimerat Heinemann, Frl. Hallwachs,
Juſtizrat Hallwachs und Referendar Heinemann
ſeelenvoll geſpielte Beethovenſche Quartett riefen
be=
geiſterte Dankbarkeit in der großen Verſammlung wach.
Auch der Humor kam zu ſeinem Recht in zwei kleinen
Auf=
führungen, durch welche Frl. Emilie Bernhard und
Frl. Elſe Heyl, auf dem Klavier begleitet von Frl. Dora
Erlenbach., große Heiterkeit erregten. Der Abend
hinterließ einen in jeder Hinſicht befriedigenden Eindruck.
Der Frauenverein der Martinsgemeinde
bittet um Gaben für die Weihnachtsbeſcherungen der
Kleinkinderſchule, der beiden Kindergottesdienſte und der
Strickſchule. Entgegennahme der Gaben von den
Pfarrern der Martinsgemeinde, den Schweſtern der
Kleinkinderſchule (Mollerſtraße 23) und den Helferinnen.
— Taubſtummengottesdienſt. Nächſten Sonntag, den
2. Advent, wird wieder im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17,
von Pfarrer D. Dr. Diehl
Taubſtummengottes=
dienſt abgehalten werden. Der Gottesdienſt, zu dem alle
evangeliſchen Taubſtummen herzlich eingeladen ſind, beginnt
um 2 Uhr.
— Gewerbe=Bibliothek, Neckarſtr. 3. Die Direktion
macht folgende Zugänge bekannt: Bechtel: Die
wich=
tigſten Beſtimmungen der Reichsverſicherungsordnung,
1912. Drechsler: Der junge Drogiſt, 1912. Fouquier:
De Part des jardins du XV. au XX. siécle, 1911.
Galle: Mathematiſche Inſtrumente, 1912. Gewerbliche
Einzelvorträge, 1912. Holme: Peasant art in Russia,
1912. Joly: Techniſches Auskunftsbuch, 1913. Kempke:
Der Porträt= und Gruppenphotograph, 1906. Littmann:
Hoftheater in Stuttgart, 1912. Loeſcher:
Bildnisphoto=
graphie, 1903. Michaelis: Die archäologiſchen
Entdeckun=
gen des 19. Jahrhunderts, 1906. Müller: Mißerfolge in
der Photographie 2. Teil, 1900. Müller: Techniſche
Phyſik, 1912. München und ſeine Bauten, 1912.
Opder=
becke: Der Zimmermann, 1913. Popp: Die Architektur
der Barock= und Rokokozeit in Deutſchland und der
Schweiz. 1913. Seipp: Italieniſche Materialſtudien,
1911. Wieſinger: Die Zölle und Steuern des Deutſchen
Reiches, 1912. — Vorbilder=Sammlung.
Schrif=
tenvorlagen für Handwerker= und Gewerbeſchulen, 1. Abt.,
1912. Kollektion M. P. Botkine, 1911. Magni: II barocco
a Roma nell’ architettura e nella scultura decorativa,
1/11, 1911, 1912. Sauerlandt: Deutſche Plaſtik des
Mit=
telalters. 1912. Koch: 600 Monogramme und Signets,
1911. Flugſchriften, herausgegeben vom Deutſchen
Mu=
ſeum für Kunſt im Handel und Gewerbe, Hagen i. W.,
Hefte 1/11: F. H. Ehmke, Clara Ehmke, 1911.
Mono=
graphien deutſcher Reklamekünſtler, herausgegeben von
Mever=Schönbrunn, Heft 3 und 6: Julius Klinger,
Gipkens. Schmohl und Stähelin: Die architektoniſche
Ausleſe. Württembergiſche Fürſtenſitze. 1913. Im
Leſe=
ſaal liegen die neueſten Nummern der wichtigeren
lau=
fenden Zeitſchriften auf. Gleichzeitig ſeien die
Samm=
lung der Patentſchriften des
Kaiſer=
lichen Patentamts in Erinnerung gebracht. Die
in wöchentlichen Sendungen einlaufenden Patentſchriften
werden dem Publikum alsbald, in Klaſſen und
Unter=
klaſſen geordnet, zugänglich gehalten. Jeder Erfinder
ſollte nicht verſäumen, vor der Patentanmeldung die
Patentſchriften der betreffenden Klaſſen durchzuſehen und
ſich Auskunft und Rat in gewerblichen Rechtsſchutzſachen
einzuholen. Es können ihm dadurch oft viel Mühe und
große Ausgaben erſpart bleiben. Der Leſeſaal iſt
geöff=
net werktäglich von 8½ bis 12½ Uhr und 3 bis 5½ Uhr,
außerdem Montags und Freitags, abends von 8—10 Uhr.
Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Darmſtadt.
Wiederum ruft der Darmſtädter V. H. C. ſeine Getreuen
zu einer Wanderung auf, um ihnen die bekannten Höben
der Bergſtraße einmal von anderer, ungewohnter Seite
zu zeigen. Hoffentlich gibt auch der Wettergott ſeinen
Segen dazu. — Gleichzeitig ſeien die Mitglieder auf den
am 14. Dezember ſtattfindenden Familienabend
aufmerk=
ſam gemacht, dem ſpäter noch weitere Veranſtaltungen
ffolgen ſollen. (Näheres ſiehe Anzeige in der heutigen
Nummer.)
Die Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24, empfiehlt auch
in dieſem Jahre wieder in der heutigen Nummer ihre
Weihnachtsausſtellung und ladet zu deſſen
Beſuch ein. Es dürfte wohl bekannt ſein, daß der
Rein=
ertrag derſelben der Stadtmiſſion zugute kommt, und
jeder durd Kauf die Ziele der Stadtmiſſion unterſtützt.
— Paketeinſammlung durch die Poſt. Es iſt noch
nicht genügend bekannt, daß die Poſt abzuſendende Pakete
auf Beſtellung aus den Wohnungen abholen
läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte
oder einen Zettel mit den Worten: „Paket abzuholen bei
(Name und Wohnung)” unfrankiert in den nächſten
Brief=
kaſten zu werfen oder einem Briefträger mitzugeben, und
die Sendung wird bei der nächſten Paketbeſtellfahrt gegen
eine Gebühr von 10 Pfg. vom Hauſe des Abſenders
ab=
geholt. Das Verfahren iſt einfach und bequem und
be=
ſonders ſolchen Perſonen zu empfehlen, denen kein
Dienſt=
bote zur Verfügung ſteht.
* Beſitzwechſel. Das Anweſen Marktplatz Nr. 1,
bisheriger Beſitzer Herr Gerhard Schmitt, welches ſeither
von der Firma Gebr. Rothſchild, hier, gemietet war, ging
käuflich an Herrn Sigmund Rothſchild, Inhaber der
Firma Gebr. Rothſchild, hier, über.
§ Naturalverpflegungsſtation. Im November
wurde die Hilfe der hieſigen Naturalverpflegungsſtation
von 462 mittelloſen Durchreiſenden in Anſpruch
ge=
nommen und ſind hierdurch 531 Mark Verpflegungskoſten
entſtanden. Im vorhergehenden Monat Oktober ſind
183 (oder weniger 279) Perſonen unterſtützt worden.
§ Unfall. Eine 46 Jahre alte Frau, welche Dienstag
abend kurz nach 8 Uhr aus dem von Arheilgen
kommenden Zuge der Dampfſtraßenbahn an der Ecke
Frankfurterſtraße und Rhönring ausſteigen wollte, kam
dabei zu Fall und hat ſich anſcheinend eine
Gehirn=
erſchütterung zugezogen. Sie wurde mittelſt
Kranken=
automobils in das Städtiſche Krankenhaus gebracht.
§ Feſtgenommen. Ein 37 Jahre alter Steinhauer
von hier iſt wegen Einbruchsdiebſtahl feſtgenommen
worden.
-g. Groß=Gerau, 4. Dez. Die Zivilklage des
Spar=
kaſſenrechners Müller gegen die Bezirksſparkaſſe Groß=
Gerau auf Gewährung von Penſion fand heute vormittag
durch ein Urteil des Oberlandesgerichts Darmſtadt ihren
Abſchluß mit der Abweiſung der Klage des Müller.
Der Rechner Müller wurde bekanntlich vor etwa zwei
Jahren von der Bezirksſparkaſſe wegen vorgekommener
Unregelmäßigkeiten ohne Penſion entlaſſen. Das
Landgericht hatte den Kläger mit ſeinen Anſprüchen auf
Penſion abgewieſen. Dieſem Urteil trat nunmehr auch das
Oberlandesgericht bei.
Guſtavsburg, 4. Dez. Die hieſige Brückenbau=
Geſellſchaft hat in China wieder einen großen
Triumph gefeiert. Vor einigen Tagen wurde in Tſinan,
in der Hauptſtadt der Provinz Schantung, die von der
Geſellſchaft erbaute neue Eiſenbahnbrücke über den
Gelben Fluß feierlichſt dem Verkehr übergeben.
Die Brücke wurde im Jahre 1909 begonnen und am 16.
November d. J. vollendet. Die Geſamtlänge der Brücke
beträgt 1225 Meter, die Spannung des mittleren Bogens
164 Meter.
Offenbach, 4. Dez. In der letzten Stadtverordneten=
Verſammlung wurde geſagt, die Eiſenbahndirektion
Frankfurt beabſichtige, mit Inkrafttreten des neuen
Sommerfahrplans 17 Züge weniger als bisher auf dem
Offenbacher Hauptbahnhof halten zu laſſen. Im
Ver=
faſſungsausſchuß wurde feſtgeſtellt, daß eine
Um=
gehung Offenbachs nach dieſer Richtung hin keineswegs
eintreten würde, da es ſich lediglich um Vorſchläge der
Eiſenbahndirektion gehandelt habe, die aber von dieſer
bereits wieder zurückgezogen worden ſind.
Gegen den früheren Beigeordneten Walter den
ehe=
maligen Vorſteher des ſtädtiſchen Kanalbauamtes,
Inge=
nieur Kolloge, ſowie den Oberbürgermeiſter Dr.
Dullo ſchweben Diſziplinarverfahren, die
er=
hebliche Prozeßkoſten verurſachen. Aus dieſer Erwägung
ſtellte der Stadtverordnete Becker (Ztr.) im
Verfaſſungs=
ausſchuß den Antrag, dieſe Diſziplinarverfahren
einzu=
ſtellen. Obwohl man allgemein der Anſicht war, daß
dieſer Vorſchlag der beſte ſei, wurde die Beſchlußfaſſung
darüber vertagt.
-h- Bensheim, 3. Dez. Durch einen kürzlichen Beſchluß
der Stadtverordneten=Veſſammlung wird mit Beginn des
nächſten Jahres hier eine Haushaltungsſchule
für Mädchen, die die Volksſchule beſucht haben,
er=
öffnet. Leiterin des Unterrichts iſt die hierzu beſonders
ausgebildete Haushaltungslehrerin Fräulein S. Laiſt
hier. Die Schulküche befindet ſich in dem neuen
Schul=
hauſe an der Rodenſteinerſtraße. Das Schulgeld für einen
Kunſus beträgt 5 Mark und können Mädchen aller Stände
von hier und der Umgegend daran teilnehmen. — Die
Kaninchenzucht hat infolge der Fleiſchteuerung in
unſerer Stadt und den nahen Orten große Aufnahme
ge=
funden. Auf den Tiſch der Wenigerbemittelten kommt gar
oft ein feiſter Braten aus eigener Zucht und man iſt des
Lobes voll über den Wohlgeſchmack dieſes Fleiſches.
Kaninchenzuchtvereine wurden in letzter Zeit an der
Beug=
ſtraße und in den Riedorten faſt überall gegründet. — Der
Verſand der Weihnachtsbäume hat begonnen und
große Wagenladungen kommen aus dem Odenwald hier
durch.
scl. Bürſtadt, 3. Dez. Auf dem hieſigen Bahnhofe
werden in nächſter Zeit unter Aufwendung bedeutender
Beldmittel Stützmauern errichtet. Durch dieſe ſollen die
Bahnſteige, die beſonders für die langen Arbeitszüge viel
zu kurz ſind, ungefähr um 100 Meter verlängert
wer=
den. — Auch dieſes Jahr findet hier von ſeiten des
Volksbildungsvereins eine Reihe von Vortrags=
Abenden ſtatt. Auf vielfachen Wunſch werden religiöſe
Themen behandelt.
Tröſel, 4. Dez. Als geſtern morgen 10 Uhr in der
Autohalle in Tröſel ein Chauffeur an einem Autowagen
der Omnibusgeſellſchaft Weinheim-Gorxheim-
Flocken=
bach-Tröſel beſchäftigt war, geriet der Wagen auf
bis jetzt unaufgeklärte Weiſe in Brand und konnte
leider nicht mehr gerettet werden, da ein Quantum
Ben=
zin ſich im Wagen befand, das explodierte und die
Ret=
tungsarbeiten unmöglich machte. Die raſch herbeigeholte
Feuerwehr konnte die Autohalle noch im weſentlichen
retten. Der Autoverkehr durch das Gorxheimer Tal wird
alſo vorerſt nur mit einem Wagen betrieben werden, was
leider eine große Störung im Verkehr verurſachen wird.
Mainz, 4. Dez. Am Mittwoch, den 11. und
Donners=
tag, den 12. Dez., finden auf dem Rhein zwiſchen der
Ingelheimer Au und der Rettbergs=Au große
Ueberſetzungs= und Brückenſchlag=
Uebun=
gen des Kommandos der Pioniere des 18. Armeekorps
ſtatt. Die dort errichtete Brücke wird am 11. Dezember
zwiſchen 8 und 10 Uhr abends und am 12. Dezember
nachmittags auf kurze Zeit geſchloſſen werden. — Ein
Metzgermeiſter aus der Neuſtadt holte täglich bei
einem Pferdemetzger Pferdefleiſch, das er in ſeinem
Laden als Rindfleiſch verkaufte. Nachdem die
Unterſuch=
ung gegen den Angeſchuldigten geſchloſſen, wird ſich
der=
ſelbe in den nächſten Tagen wegen Betrugs vor dem
hieſigen Gericht zu verantworten haben. — Geſtern
nach=
mittag kurz vor 4 Uhr entſtand in der Frauenlobſtraße,
Ecke Boppſtraße, vor der Kolonialwarenhandlung von
Ad. Schneider, ein Bruch des Hauptrohres der
ſtädtiſchen Waſſerleitung. Das Waſſer drückte ſich durch
das Pflaſter hindurch und ſprudelte in mehreren
mächti=
gen Strudeln aus der Erde hervor. Die Polizei mußte
den Platz für den Perſonen= und Fuhrverkehr abſperren.
Der Schaden konnte bald beſeitigt werden.
Oſthofen, 4. Dez. Die Errichtung einer größeren
Zuchtſtation wird der rheinheſſiſche
Bienenzüch=
terverband in die Wege leiten. Als Ort für dieſe
Zuchtſtation kommt der ſogenannte „Kuhkopf” bei
Gun=
ersblum oder eine größere Fläche im Gute des Frhrn.
von Waldthauſen in Betracht. Um über dieſe und eine
Reihe anderer Angelegenheiten zu beraten, findet am
19. Januar hier eine Verſammlung der rheinheſſiſchen
Bienenzüchter ſtatt.
Groß=Winternheim, 4. Dez. In der Wohnung ſeiner
Mutter, einer Witwe, erſchoß ſich der 28 Jahre alte
Dienſtknecht Ramp, der bereits ſeit fünf Jahren bei
einem Landwirt im benachbarten Eſſenheim bedienſtet
war. Man vermutet, daß ihm die Schwermut wegen
eines körperlichen Leidens die Waffe in die Hand gedrückt
hat.
Gabsheim, 4. Dez. Die hieſige Gemeinde hatte ihre
Jagd bisher zu dem ſehr billigen Preiſe von 1010 Mark
verpachtet, eine Summe, die keineswegs im
Verhält=
nis zu der alljährlich reichen Jagdbeute ſtand. Auf ein
erfolgtes Angebot hin vergab die Gemeindevertretung
nach Ablauf der letzten Pachtzeit die Jagd kürzlich
frei=
händig um die Summe von 3000 Märk. Da aber von
anderer Seite geltend gemacht wurde, daß mittlerweile
ein Jagdliebhaber aus Wiesbaden gar 3600 Mark
ge=
boten habe, ſo verſagte das Miniſterium die Beſtätigung
der freihändig verpachteten Jagd, und zwar mit Rückſicht
grauf, daß durch dieſen Verpachtungsmodus die
Ge=
meindekaſſe um jährlich 600 Mark geſchädigt worden
wäre. Die Gemeinde hat jetzt die öffentliche
Neu=
verpachtung der vielumworbenen Jagd auf den 12.
Dezember feſtgeſetzt.
— Gießen, 4. Dez. Dem Beiſpiel anderer Gruppen
von heſſiſchen akademiſch gebildeten Beamten folgend,
haben ſich auch die akademiſch gebildeten
land=
wirtſchaftlichen Beamten vollzählig in einem
Verein zuſammengeſchloſſen. Es gehören dem neuen
Ver=
ein an: die Vertreter des landwirtſchaftlichen Inſtituts
der Landesuniverſität in Gießen, der landw.
Verſuchs=
ſtation in Darmſtadt, der Domänendirektion in Mainz, der
Landwirtſchaftskammer mit ihleen Provinzausſchüſſen, der
Landwirtſchaftsſchule in Groß=Umſtadt, der
Weinbau=
chule in Oppenheim, der Obſtbauſchule in Friedberg,
ſo=
wie die Landwirtſchaftslehrer an ſämtlichen landwirtſchaft=
anerkennen, wenigſtens nicht für das Ballett, wie es uns
von unſeren Altvordern überkommen iſt”; aber er ſieht
einen weſentlichen Grund dafür nur im beſonderen
Tein=
perament des Deutſchen, der für die bloße Geſte nicht bloß
den Sinn hat, und in der mangelhaften Muſik. Und er
iſt der Anſicht, daß das Ballett des neuen Stils eine
große Zukunft hat. — Dagegen tritt Paul
Zſchor=
lich rückhaltlos für das urſprüngliche Ballett ein. Er
agt mit Recht: „Auf allen Gebieten der Kunſt rühmt man
die alte Zeit. Gewiſe Perioden nennt man klaſſiſch, und
man iſt ſich darüber einig, daß den Beſtrebungen der
Moderne durch den Ruf: Zurück zur Klaſſik! ein Paroli
geboten werden muß. Nur auf dem Gebiete des Balletts
argumentiert man anders. Hier heißt es auf einmal:
Das alte Ballett hat ſich überlebt, es iſt nicht mehr
ent=
wicklungsfähig. . . . . Es iſt gewiß richtig, wenn geſagt
wird, das alte Ballett habe ſich ſchon ſeit längerer Zeit
nicht mehr geändert. Aber wo ſteht denn geſchrieben, daß
ſich immerzu etwas ändern muß in der Kunſt? Der Ton
der Violine und des Fagotts hat ſich auch nicht geändert
ſeit Mozarts Zeiten, und wir muſizieren dennoch weiter.”
Insbeſondere betont Zſchorlich den Unwert der modernen
Tanztendenzen undd ſagt unter anderem: „Die einfachſte
Pirouette hat mit der Tanzkunſt mehr zu tun, als
ſämt=
liche Variationen des Schreitens, und das monotone
Gehüpfe der Dalcrozienne kann höchſtens als eine
Vor=
ſtufe zur Tanzkunſt bewertet werden, nicht aber als eine
Kunſt, die durch ſich ſelbſt exiſtenzberechtigt wird.‟ Den
einzigen Grund dafür, daß das alte Ballett ein wenig
an Geltung verloren hat, erblickt Zſchorlich in dem
Feh=
len der Ballettdichter; er meint mit Recht, daß es nur an
guten Neuſchöpfungen, an guten Ideen ſehlt.
In einer Rundfrage über den Tanz dürfen natürlich
die ausübenden Künſtlerinnen nicht fehlen. Von beiden
Parteien habe ich von je einer bedeutenden Vertreterin
Aeußerungen erbeten. Elſa Wieſenthal, die
Beformtänzerin, vertritt die Anſicht, daß der alte Ballett=
ſtil heute einer Entwicklung nicht mehr ſähig ſei. Sie
er=
blickt ſeinen Hauptfehler im Feſthalten an der
Ueberliefer=
ung und ſchreibt: „Die beſte Ballerine iſt jene, die
tech=
niſch, faſt akrobatiſch am höchſten ausgebildet iſt; ſelbſt
Anmut, Schönheit, treten an zweite Stelle. Sie iſt im
beſten Falle nur erzogen, eine Variation ihrer pas zu
komponieren, nie aber aus eigener Individualität zu
ſchaffen.‟ — Daß Evy Peter die Primaballerina der
Berliner Hofoper, mit Feuereifer für das Ballett eintritt,
iſt ſelbſtverſtändlich. Sie äußert ſich beſonders über die
Frage der Beziehungen zwiſchen Ballett und Pantomime.
Sie weiſt darauf hin, daß hier ein neuer Stil zum
Durch=
bruch gekommen ſei, daß man pantomimiſche Aufgaben
nicht mehr vom Geſichtspunkte des Tänzers, ſondern von
dem des Schauſpielers auffaſſe. „Die Ballettpantomime,
die früher die alleinherrſchende war, dachte in erſter Linie
ſtets an die Schönheit; die Schauſpielerpantomime
da=
gegen ſieht die realiſtiſche Wirkung ſtets als das erſte Ziel
an. Trotzdem halte ich es natürlich nicht für richtig,
pan=
tomimiſche Rollen Schauſpielern anzuvertrauen. Denn
die Mittel der Pantomime ſind, wenn ſie auch heute dem
Schauſpieleriſchen nähergerückt iſt, weſentlich verſchieden
vom Werkzeug der Schauſpielerkunſt. Wir Tänzerinnen
dagegen haben die Technik der Pantomime während
unſeres Studiums längſt völlig in uns aufgenommen,
deren Verwertung im Sinne eines beſtimmten
Darſtel=
lungsſtiles denn doch bedeutend näher liegt, als ihre
völlige Neuerlernung.”
Wie man aus den angeführten Antworten auf meine
Rundfrage bereits erſehen kann, war das Ballett
wirk=
lich höchſtens ſcheintot. Und man gewinnt zweifellos
den Eindruck, daß dieſe Kunſt, die das Entzücken unſerer
Väter bildete, vielleicht noch bei uns, ſicher aber unter
unſeren Söhnen wieder eine neue Blüte erleben wird.
Denn auch die unfreundlichſten Beurteiler ihrer
gegen=
wärtigen Stellung verhehlen ihre Hoffnungen für die
Zukunſt nicht,
Das zweite Konzert des Muſikvereins.
Die Nonnen von Reger — Lieder — Händels
Alexanderfeſt.
Mar Regers „Nonnen” (Op. 112, für Chor und
Orcheſter) weiſt auf das Gebiet der Myſtik hin, in das ſich
der Komponiſt hier zum erſten Male, und zwar offenbar
mit großer Liebe, verſenkt hat. Fromme Nonnen, wie
uns das zugrunde liegende Gedicht von Martin Boelitz
erzählt, flehen ſo inbrünſtig zum Himmel empor, daß der
Heiland ein Wunder geſchehen läßt, indem ervor ihren
ent=
zückten Augen aus dem goldenen Rahmen des Altarbildes
heraustritt und ihre Stirnen ſegnend berührt. Die drei
knappen Verſe, in denen ſich dieſer Vorgang vor unſerem
nneren Auge vollzieht, hat der Tondichter durch vielfache
Wiederholung der einzelnen Verſe und durch Ausſpinnen
der lyriſchen Ruhepunkte ausgedehnt zu einem großen
muſikaliſchen Werke, das ungefähr eine halbe Stunde
dauert. Eine farbenquellende Einleitung, reich an
exoti=
chen Harmonien, malt die kühle Sommernacht. Vom
Tempel herüber ſchwirren Glocken und Glöckchen.
Da=
zwiſchen tönt der Geſang der Nonnen, aber während
dieſer Geſang äußerlich ganz einfach, faſt wie im alten
Kirchenſtil gehalten iſt, malen große Steigerungen in
Chor und Orcheſter das, was das Innere der Herzen beim
Singen bewegt, und wir erfahren Leid und Schmerzen
die umſonſt um Gnade flehen; wir hören den Notſchrei
nach dem Heil, das ſich durch keine Reue, keine Buße, keine
Selbſtquälerei erzwingen läßt. Nur ein Wunder kann
erlöſen. Und ſiehe: nachdem ſich dieſes gewaltige Wogen,
nachdem ſich dieſes furchtbare zweimalige Aufbäumen in
Chor und Orcheſter gelegt hat und der reine Sang noch
einmal an uns vorüberzog, fängt das Wunder zu
ge=
chehen an. Eine einfache, wohl mit Abſicht an Wagners
Parſifal gemahnende Muſit ertönt, und zeigt uns, wie
as Altarbild lebendig wird. Die Verzückten dürfen
lichen Winterſchulen im Großherzogtum Heſſen. Den
Vorſtand bilden Oekonomierat Weitzel in Lich,
Pro=
feſſor Dr. Giſevius in Gießen, Oekonomierat
Leithi=
ger in Darmſtadt, Sekretär Dr. Hamann in Darmſtadt,
ferner Landwirtſchaftslehrer Bauer in Worms als
Ge=
ſchäftsführer und Landwirtſchaftslehrer Tamm in Lich
als Stellvertreter des Geſchäftsführers. Der neue
Ver=
ein hat ſich alsbald an den Verband der Vereine akademiſch
gebildeter Beamten angeſchloſſen. Außer dem neuen
Ver=
ein gehören dieſem Verband noch an: der Verband Großh.
heſſ. Oberförſter, der Verein der akademiſchen
Finanz=
beamten bei den Großh. Finanzämtern, der heſſiſche
Ober=
lehrerverein, der Verband der Großh. heſſ.
Staatsbau=
beamten und der Verein Großh. heſſ. Medizinalbeamten.
Bad Nauheim, 4. Dez. Zur Verſchönerung der
Kuranlagen und ihrer Umgebung plant die Stadt
ganz erhebliche Aufwendungen. In erſter Linie ſoll der
Johannisberg durch die Anlage neuer Straßen und einer
Kanaliſation ein neuzeitliches Gewand erhalten, wofür
bereits 150000 Mark bewilligt wurden. Neuerdings
ge=
nehmigte man weitere 8000 Mark zum Bau großer
Stein=
treppen. Dann läßt die Stadt gemeinſam mit Friedberg
eine Kanaliſation und Klärbeckenanlage bauen; Projekte,
die Bad Nauheim mindeſtens 1300000 Mark koſten. Um
dieſe enormen Summen decken zu können, plant man die
Einführung einer Kanalſteuer, gegen die ſich
aller=
dings die geſamte Bürgerſchaft energiſch wehrt. Nun
ſollen die Gemeindeſteuern erhöht werden, nach einer
Be=
rechnung um mindeſtens 25 Prozent. Zu dieſen ſchweren
Laſten geſellen ſich aber in kürzeſter Friſt noch andere
Neubauten, wie ein Krankenhaus, eine Schule, ein
Schlachthaus, Volksbad und eine elektriſche Bahn.
Nieder=Modauer Gläubiger=Verſammlung.
— Reinheim, 4. Dez. Im Konkurſe des
Kredit=
vereins Nieder=Modau fand geſtern an dem
hieſigen Amtsgericht unter dem Vorſitze des Herrn
Amts=
richters Wendel eine Gläubigerverſammlung ſtatt, in
der wichtige Beſchlüſſe über einen
Verſtändigungsvor=
ſchlag der Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank und
über die Anlegung der Gelder der Konkursverwaltung
gefaßt wurden. Nach Prüfung der nachträglich
angemel=
deten Forderungen berichtete der Konkursverwalter
Rechtsanwalt Dr. Hoffmann II von Darmſtadt über
die mit der Landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaftsbank in Darmſtadt geführten Verhandlungen.
Der Konkursverwalter hat alsbald nach der Eröffnung
des Konkurſes an dem Landgericht Darmſtadt eine
Regreß=
klage gegen die Genoſſenſchaftsbank und ihren Direktor
Kommerzienrat Ihrig auf Grund ihrer früheren
geſchäft=
lichen Beziehungen zu dem Kreditverein erhoben. Die
Genoſſenſchaftsbank ſtrebt eine Verſtändigung dieſer
Dif=
ferenzen an. Nach längeren Unterhandlungen hat die
Genoſſenſchaftsbank dem Konkursverwalter folgenden
äußerſten Verſtändigungsvorſchlag gemacht:
Nachdem der Kreditverein Nieder=Modau in früheren
Jahren Hypotheken und Kaufſchillinge im Geſamtbetrage
von über einer Million Mark an die Verwaltungs= und
Verwertungsgeſellſchaft in Frankfurt abgetreten und für
den Eingang der abgetretenen Forderungen die
Ausfalls=
bürgſchaft übernommen hat, erklärt ſich die
Genoſſen=
ſchaftsbank bereit, alle Engagements des Kreditvereins
Nieder=Modau bei der Verwertungsgeſellſchaft zu
über=
nehmen, während der Kreditverein Nieder=Modau ſeinen
Geſchäftsanteil bei der Verwertungsgeſellſchaft auf die
Genoſſenſchaftsbank überträgt. Die Genoſſenſchaftsbank
ermäßigt ferner ihre im Konkurs angemeldete Forderung
von 350000 auf 150000 Mark. Auf die Reſtforderung
von 150000 Mark rechnet ſich die Genoſſenſchaftsbank eine
in ihrem Beſitz befindliche Hypothek von 20000 Mark an,
ſo daß die Genoſſenſchaftsbank nur noch mit einer
Kon=
kursforderung von 130000 Mark in die Maſſe geht; hierzu
kommt noch eine Reihe beſonderer Bedingungen, die
im Intereſſe der Mitglieder und der Spareinleger von
dem Konkursverwalter aufgeſtellt und von der
Genoſſen=
ſchaftsbank akzeptiert worden ſind. Nachdem Herr Dr.
Hoffmann II. den Verſtändigungsvorſchlag eingehend
er=
läutert hatte, gab er die Entſcheidung, ob der Vorſchlag
angenommen werden ſoll, der Gläubigerverſammlung
anheim.
Als Vorſitzender des Gläubigerausſchuſſes erklärte
Herr Juſtizrat Metz=Darmſtadt, daß der
Gläubigeraus=
ſchuß einſtimmig beſchloſſen habe, den Vorſchlag der
Ver=
ſammlung zur Annahme zu empfehlen; dadurch, daß die
Konkursmaſſe von der Ausfallsbürgſchaft für die an die
Verwertungsge ellſchaft abgetretenen Hypotheken und
Kaufſchillinge frei werde, ſei eine bedeutende
Beſchleunig=
ung des Konkursverfahrens im Intereſſe der
Sparein=
leger ermöglicht; der Konkursverwalter habe mit dieſem
Vorſchlag das günſtigſte Reſultat erreicht, das nach der
Sachlage möglich ſei. — Herr Rechtsanwalt Dr.
Main=
zer=Darmſtadt betonte als Mitglied des
Gläubigeraus=
ſchuſſes, daß durch die vorgeſchlagene Verſtändigung, die
Notwendigkeit, Liegenſchaften in großem Umfange im
Odenwald zur Zwangsverſteigerung zu bringen, gemin=
dert werde, ſo daß auch aus wirtſchaftlichen Gründen die
Annahme des Vorſchlages geboten ſei.
Als Vertreter des ſeitherigen Vorſitzenden des
Kredit=
vereins Bürgermeiſter Keller=Ober=Modau und anderer
Spareinleger ſprach ſich Herr Juſtizrat Dr. Oſann=
Darmſtadt ebenfalls für die Annahme des Vorſchlages
aus, da die Chancen des Regreßprozeſſes ſich mit
Sicher=
heit nicht bemeſſen laſſen und die Herabſetzung der
For=
derung der Genoſſenſchaftsbank von 350000 auf 150000
Mark ſchon ein erheblicher Vorteil ſei. Die
Gläubigerver=
ſammlung beſchloß hierauf einſtimmig, den
Verſtän=
digungsvorſchlag anzunehmen.
Herr Rechtsanwlt Dr. Hoffmann II. legte ſodann
dar, daß der unter der Führung des Herrn Bankdirektors
Stein in Darmſtadt gegründete „Schutzverein für
Nieder=Modau” ſeine Tätigkeit in nächſter Zeit in
verſtärktem Maße aufnehmen will; um die wirtſchaftliche
Kriſis, die der Zuſammenbruch des Kreditvereins Nieder=
Modau verurſacht hat, möglichſt raſch zu überwinden, will
der „Schutzverein” die Forderungen der Spareinleger
gegen einen entſprechenden Nachlaß erwerben und
Aus=
zahlung an die Spareinleger leiſten. Die hierzu
erforder=
lichen Gelder will der Schutzverein teils von dem Staat,
teils von der Konkursverwaltung als
Dar=
lehen entnehmen. Der Konkursverwalter erklärt ſich
mit Zuſtimmung des Gläubigerausſchuſſes im Prinzip
zur Gewährung von Mitteln bereit und gab der Hoffnung
Ausdruck, daß auch der Staat im Intereſſe der
ſchwer notleidenden Bevölkerung das von
dem Schutzverein erbetene Darlehen
ge=
währe zumal da nach der jetzigen Sachlage ein Riſiko
für den Staat hierbei nicht beſteht. Herr Juſtizrat Metz
trat als Vorſitzender des Gläubigerausſchuſſes ebenfalls
dafür ein, der geplanten Hilfsaktion durch Gewährung
eines Darlehens die Wege zu ebnen. Nachdem Herr
Direktor Stein=Darmſtadt die Pläne der Hilfsaktion
näher erläutert und noch mehrere Redner zur Sache
ge=
ſprochen hatten, erteilte die Gläubigerverſammlung die
Ermächtigung, daß Geldbeträge aus der Konkursmaſſe
bei dem „Schutzverein für Nieder=Modau” angelegt
wer=
den, wobei die näheren Bedingungen von dem
Konkurs=
verwalter und dem Gläubigerausſchuß feſtzuſetzen ſind.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 3. Dez. Die 9.
Kompag=
nie des Eliſabeth=Garde=Grenadier=
Re=
giments Nr. 3 marſchierte am Dienstag morgen, wie
ſchon kurz gemeldet, von ihrer Kaſerne im Weſtend über
den Tegeler Weg nach dem Schießplatze. In der Nähe des
Bahnhofs Jungfernheide fuhr ein Krümperwagen
des Luſtſchiffer=Bataillons, deſſen Pferde ſcheu geworden
waren, von hinten in die Kompagnie hinein. Vier Mann
von den Eliſabethern wurden ſo ſchwer verletzt, daß ſie
nach dem Garniſonlazarett am Reichskanzlerplatz gebracht
und dort operiert werden mußten. Drei Mann, darunter
der Kutſcher des Krümperwagens, erlitten leichtere
Ver=
letzungen und konnten an Ort und Stelle verbunden
wer=
den. Der Krümperwagen des Luftſchiffer=Bataillons hatte
mehrere Offiziere von der Kaſerne am Tegeler Schießplatz
zum Bahnhof Jungfernheide gebracht, von wo aus die
Offiziere mit dem Zuge nach Berlin fahren wollten. Als
der Kutſcher gewendet hatte und zurückfahren wollte, ſetzte
ſich oben auf der Ueberführung ein Stadtbahnzug gerade
in Bewegung. Durch das Geräuſch der anfahrenden
Lo=
komotive wurden die Pferde des Wagens ſcheu gemacht
und rannten den Tegeler Weg entlang. Der Kutſcher hatte
zwar die Zügel feſt in der Hand, wurde aber bald vom
Bock heruntergeſchleudert und da er die Zügel nicht
los=
ließ, eine ganze Strecke mitgeſchleift, ſo daß er faſt unter
die Räder geriet und ſchließlich loslaſſen mußte. Die
Pferde rannten weiter. Auf dem Tegeler Weg marſchierte
gerade unter Führung des Feldwebels die 9. Kompagnie
des Königin=Eliſabeth=Garde=Grenadier=Regiments, die
von der Kaſerne in der Königin=Eliſabeth=Straße in
Weſt=
end kam, nach dem Tegeler Schießplatz. Paſſanten machten
durch Schreien auf die drohende Gefahr aufmerkſam, aber
die Diſtanz war zu klein. Bevor die Kompagnie
über=
haupt nur zum Bewußtſein, kommen konnte, was das
Schreien bedeuten ſollte, waren die Pferde mit ihrem
Wagen von hinten in die Kompagnie
hinein=
gefahren, hatten ſich mitten durch die marſchierende
Kompagnie, die Mannſchaften niederwerfend und
nieder=
tretend, eine Gaſſe gebahnt und rannten die Straße weiter
hinauf, bis ſie mit der Deichſel gegen einen Baum ſtießen
und zuſammenbrachen. Die Hälfte der Kompagnie lag
umgeriſſen auf der Straße. Sehr ſchlimm war es den in
den letzten Reihen marſchierenden Soldaten ergangen, die
von den Pferden und dem Wagen niedergeſtoßen, getreten
und überfahren worden waren. Die Grenadiere Blaſius,
Hagel, Zarner und Kalewski hatten ſchwere Verletzungen
erlitten. Einer war von den Pferdehufen am Kopf
ge=
troffen worden, dem andern waren die Pferde auf die
Bruſt getreten, dem dritten waren die Räder über die
Oberſchenkel gegangen, und der vierte hatte ſchwere innere
Verletzungen erlitten. Zwei Grenadiere lagen mit ſtark
blutenden, aber leichteren Wunden da.
4. Dez. In Moabit iſt heute vormittag ein
räu=
beriſcher Ueberfall auf einen
Geldbrief=
träger des Poſtamts 87 verübt worden. Der
Geldbrief=
träger Hoffmann von dieſem Poſtamt ſollte an den
Ar=
beiter Werner, der im Hauſe Alt=Moabit 54 wohnte, eine
uf 1 Mark lautende Poſtanweiſung beſtellen. In dem
dunklen Korridor wurde Hoffmann von Werner überfallen
und zu arwürgen verſucht. Auf die Hilferufe des
Ueber=
fallenen ließ Werner von ihm ab und der Geldbriefträger
kam mit einigen Hautabſchürfungen und kleinen
Verletz=
ungen davon. — In der Kochhannſtraße Nr. 11 im Oſten
Berlins iſt heute morgen der 36 Jahre alte Kürſchner
Franz Matern von dem 50jährigen Küeſchner Guſtav
Kolk durch vier Schüſſe in den Kopf und Hals ſchwer
verletzt worden. Der Attentäter hat ſich dann ſelbſt eine
Kugel in den Kopf gejagt und getötet. Man hat es
an=
ſcheinend mit der Tat eines Geiſteskranken zu tun, der an
Verfolgungs=Wahnſinn gelitten hat und der an Matern
dafür Rache nehmen wollte, daß er ſeit Wochen ohne
Arbeit war.
Frankfurt, 4. Dez. Bei den
Stadtverordne=
ten=Stichwahlen wurden ſämtliche ſieben
Kandi=
daten der vereinigten Parteien: Fortſchrittliche
Volks=
partei, Nationalliberale Partei und Mittelſtands=
Ver=
einigung gegen die Kandidaten der Sozialdemokratie
ge=
wählt. Für die vereinigten Parteien trat auch das
Zen=
trum ein. Das Ergebnis der diesjährigen Wahlen ſtellt
ſich nunmehr wie folgt: 12 Angehörige der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei, 5 Nationalliberale, 7
Sozialdemokra=
ten, 2 Mittelſtändler, 1 Zentrum. Die Sozialdemokraten
und das Zentrum gewinnen je einen Sitz, die
Volkspar=
tei verliert zwei. Vom Januar 1913 ab ſetzt ſich die
Stadtverordneten=Verſammlung, die aus 71 Mitgliedern
beſteht, wie folgt zuſammen: 32 Fortſchrittliche
Volkspar=
teiler, 23 Sozialdemokraten, 12 Nationalliberale, 3
Mit=
telſtändler, 1 Zentrum.
Metz, 3. Dez. Nach mehrtägiger Unterbrechung iſt
der Prozeß des Biſchofs Benzler gegen den
Abbé Thilmont wegen Beleidigung, der nach Ver=,
gleichsvorſchlägen abgebrochen worden war, wieder
auf=
genommen worden. Biſchof Benzler hatte erklären laſſen,
daß er ſich mit einer allgemeinen Zurücknahme der
Be=
eidigungen nicht beruhigen könne, ſondern ſpezielle
Rück=
nahme jeder beleidigenden Aeußerung wünſche. Der
Vertreter des Beklagten betonte, daß ſein Klient weites
Entgegenkommen gezeigt habe, die Forderungen des
Biſchofs könne er aber nicht erfüllen. Es wurde
alſo=
weiter verhandelt. Der Staatsanwalt beantragte gegen
Thilmont vier Monate und gegen den mitangeklagten
Redakteur des Journal d’Alſace=Lorraine ſechs Wochen
Gefängnis. Thilmont wird zu einer Gefängnisſtrafe von
vier Wochen, Redakteur Lutz zu 400 Mark Geldſtrafe
ver=
urteilt
Stuttgart, 4. Dez. Von den kommenden Jahren wird
jedes den Stuttgartern eine hervorragende Veranſtaltung!
bringen. 1913 beginnt mit der großen Kunſtausſtellung
aus Anlaß der Eröffnung des Kunſtgebäudes. 1914 folgt
die Ausſtellung „Der Menſch” 1915 wird das
deutſche Bundesſchießen hier abgehalten und das Juhr
1916 bringt die große induſtrielle Ausſtellung „50 Jahre
ſchwäbiſcher Induſtrie‟. Schon jetzt werden für die
hrgieniſche Ausſtellung „Der Menſch” umfaſſende
Vor=
bereitungen getroffen, die naturgemäß gerade bei
die=
ſem Unternehmen beſondere Sorgfalt und Gründlichkeit
erfordern, da faſt alle Prodnkte, Zeichnungen, Tabellen
und ſonſtige Ausſtellungsobjekte b=ſonders angefertigt
werden müſſen. Schon ſeit längerer Zeit iſt das ſtädt,
Ausſtellungsamt in dieſer Richtung eifrig tätig.
Leipzig, 4. Dez. Im vorigen Jahre verſtarb in
Leip=
zig Fräul. Marianne Joſephine Primaveſi. Sie hat
eine nach ihr zu benennende Stiftung errichtet, deren
Erträgniſſe, ſoweit ſie nicht zur Bezahlung einer Anzahl
Leibrenten verwendet werden, zur Unterſtüzung von in
Leipzig wohnhaften, bedürftigen Perſonen zu
verwen=
den ſind. Zmei Drittel ſollen zur Gewährung von
Leib=
renten von höchſtens 1000 Mark jährlich an unbeſcholtene
und bedürftige Witwen und unverheiratete Töchter von
Männern gebildeter Stände verausgabt werden. Das
Vermögen der Stiftung beträgt 1370000 Mark.
Inſterburg, 3. Dez. Der Landbriefträger Bariſchzt
und deſſen Frau, die vor zwei Tagen Hochzeit hatten,
wurden heute früh in ihrem Schlafzimmer mit
Kohlen=
orydgaſen erſtickt vorgefunden. Der Bruder der
Frau, der im Vorraume ſchlief, war beſinnungslos und
ſtarb bald darauf im Krankenhauſe.
Dresden (Ohio), 4. Dez. Bei dem
Zuſammen=
ſtoß zweier Züge auf der Pennſylvaniabahn
wur=
den geſtern abend acht Perſonen getötet und eben
ſo viele tödlich verletzt.
Parlamentariſches.
** Darmſtadt, 4. Dez. In der heutigen
Sitz=
ung des Finanzausſchuſſes der Zweiten
Kammer konnte die leidige Angelegenheit bezüglich
des Antrags Adelung und Genoſſen wegen Nicht=
das Ziel ihrer Sehnſucht erſchauen. Der Heiland ſteht
unter ihnen. Die Diſſonanzen bei dem Wort „Heiland‟
das, viermal wiederholt, in ſteter Steigerung von einem
die Harmonie der Singſtimmen ſcharf widerſprechenden
Motiv durchquert wird, welches die Trompeten und
Poſaunen auf das eindringlichſte anſtimmen und das wir
ſchon in der Einleitung zart angedeutet vernahmen, malt
hier wohl das ſchmerzliche Entzücken, das die Erſcheinung
des Angeflehten hervorruft, deſſen Wundenmale noch
im=
mer Zeugnis ablegen von ſeinem blutigen Opfertod zur
Erlöſung einer ſündigen Menſchheit. Nachdem nun aber
die peinlich=ſüße Ekſtaſe ihren höchſten Gipfel erreicht hat,
ebben die Begeiſterungsfluten ab und weichen einem
himmliſchen Frieden, der ſich in Lächeln und Weinen
auf=
löſt. Die Reinen beugen das Knie noch tiefer und ihre
Lippen hauchen ein faſt unhörbares Amen. — So
kom=
ponierte Reger das Gedicht von Boelitz. Die Kompoſition,
die alle Eigenheiten des Komponiſten verrät, ſeine große
kontrapunktiſche Kunſt, ſeine Vorliebe für das
Kompli=
zierte, Schwüle, Dickflüſſige, verlangt ein öfteres Hören,
um in die Schönheiten eindringen zu können. Wer aber
dieſe Mühe nicht ſcheut, und den Meiſter aus ſeinen
an=
deren Werken liebt, wird ſich gewiß durch die vielen
Schönheiten, die ſich ihm dann offenbaren werden, belohnt
finden.
Außer dieſem modernen Werk führt der Muſikverein
an demſelben Abend Händels Alexanderfeſt auf.
Eine Anzahl ſchlichter Lieder, ebenfalls von Max
Reger, und von Frau Cahnbley am Klavier geſungen,
mögen dem Hörer behilflich ſein, ſein Gehör um
hunderk=
undfündzig Jahre zurück zu ſtellen, in eine Zeit, da die
Kunſt einfacher, aber innerlich nicht weniger reich war.
Händel malt uns in ſeinem Alexanderfeſt die Macht der
Muſik, und zeigt, wie dieſe fähig iſt, die verſchiedenſten
Stimmungen im Herzen der Menſchen auszulöſen, und wie
ſie ihn von den ſanfteſten Empfindungen, Mitleid, Trauer,
durch kriegeriſche Luſt zu bacchantiſcher Trunkenheit
fort=
reißen kann, die, bis zum Aeußerſten geführt, Paläſte und
Städte in Flammen aufgehen läßt. Der Schluß des
Werkes deutet dagegen auf die heilige Caecilie hin, die,
im Gegenſatz zu dem ſtürmiſch=hinreißenden griechiſchen
Sänger Timotheus, die Orgel und mit ihr die
chriſtlich=
kirchliche Kunſt erfand. Und ſo ertönen am Schluß die auf
Beide bezüglichen Worte: „Teilet den Kranz, denn du,
Timotheus, hobſt den Menſchen himmelan; du aber,
Caecilia, brachteſt uns den Engel vom Himmel herab.”
Das Werk iſt, wie geſagt, von einem
Stimmenreich=
tum, wie ihn kaum ein anderes Händelſches Werk
auf=
weiſt. Der Hörer vergeſſe aber nicht, daß es ein
Stim=
mungsreichtum iſt in einem Stil, der nun bald 200 Jahre
zurückliegt. Er erwarte keine Bilder, wie ein moderner
Komponiſt ſie uns vorführen würde, kein in unſerem
Sinne farbenprächtiges Orcheſter; von alledem kann keine
Rede ſein, und ſolche Vorausſetzungen würden die
bitter=
ſten Enttäuſchungen hervorrufen. Aber ſeine
Erwartun=
gen in bezug auf alles modern=Reiche und Ueppige
dämme er um ein gutes Stück zurück, und dann möge er
ſich objektiv erfreuen an der Größe der Konzeption, an
dem ſchönen Klang der Singſtimmen, an der Fülle der
Chöre und an der beſcheidenen und doch ſo genau der
Situation entſprechenden Begleitung im Orcheſter. Unſerer
Aufführung liegt eine Bearbeitung des Orcheſters von
Mozart zugrunde, da wir leider im Saalbau keine Orgel
beſitzen. Im großen und ganzen iſt das wohl zu beklagen,
aber andererſeits haben wir dadurch wiederum
Gelegen=
heit, Mozarts herrliches Genie zu bewundern, das bei
der größten Pietät, verſtand, hie und da einzelne Lichter
aufzuſetzen, die von wunderbarer Wirkung ſind.
Darmſtadt, Dezember 1912.
W. de Haan.
Feuilleton.
W-l. Großh. Hoftheater. Die Wiederaufführung von
Paul Linckes vielbeliebter Operette „Grigri” die unter
Leitung des Herrn Kapellmeiſters Kleiber am Dienstag
ſtattfand, ſtellte Fhl. Schaub die die Titelrolle hier
kreiert und den Erfolg in erſter Linie bewirkt hat, wieder
einmal vor eine größere Aufgabe, bei deren Löſung ſich ihr
hübſches und liebenswürdiges Talent in erwünſchter Weiſe
entfalten konnte. Als Gaſton war Herr Thomſen mehr
am Platze und erfolgreicher als in ſeinen bisherigen
Par=
tien, wenn ihm auch noch mehr Lebendigkeit des Spiels
zum Vorteil gereichen würde. Die Rolle der Yvonne war
auf Frl. Gothe übergegangen, die „in unſerm
gegen=
wärtigen Enſemble die beſte Vertreterin für ſie iſt. Wie
Frl. Schaub hat ſie den Vorzug, aucht in den gewagteſten
Situationen der Operette noch fein zu bleiben. Herr
Peterſen hätte als Pantoufle dagegen noch etwas
operettenhafter ſein dürfen. Die Rolken des afrikaniſchen
Königs und der Madame Brocard; waren durch Herrn
Jordan und Frau Müller=Rudolph in bekannter
humorvoller Weiſe vertreten, köſtliich war wieder der
Poivre des Herrn Jürgas in allein Situationen. Die
Operette fand beifälligſte Aufnahme,
Verſchiedenes. Wie uns der Berliner Ausſchuß
für den Parſifal=Schutz mitteilt zieht die Bewegung
für einen wirkſameren geſetzlichen Schutz des geiſtigen
Eigentums, als das geltende Recht bltetet, und der zunächſt
dem Parſifal zugute kommen wütede, immer weitere
Kreiſe. Viele Mitglieder der Deſutſchen Fürſtenhäuſee
haben bereits ihre Namen auf die Zuſtimmungsliſten
ge=
ſetzt. Auch ſonſt weiſen die Liſten viſele klangvolle Namer
auf, und zwar nicht nur von bekanyeten Anhängern Bar=
genehmigung des Initiativ=
Geſetz=
entwurfs noch nicht zu Ende geführt werden, weil
die von der Regierung zugeſagte ſchriftliche Darlegung
in der Sache noch nicht eingegangen war. Der Ausſchuß
erledigte daher heute nur eine Anzahl kleinerer
Gegenſtände. Ueber die Regierungsvorlage, betr.
die Nebenbahn Rüdesheim-Sarmsheim (neue
Rhein=
brücke), wurde der Bericht des Ausſchußreferenten
ge=
nehmigt. Bezüglich der Regierungsvorlagen über
Forſt=
nutzungen aus Staatswaldungen und über die Verleihung
der Zivilſtaatsdienerrechte an die Reallehrer will der
Ausſchuß noch eine weitere Beratung mit der Regierung
abhalten. Die Regierungsvorlagen über den Verkauf
von Gelände in Rüſſelsheim und über den Verkauf des
Wartturmes in Nierſtein wurden genehmigt. Hinſichtlich
des Antrages Diehl und Wolf=Stadecken, betr. die
Bahn=
linie Undenheim-Armsheim, beſchloß der Ausſchuß, auf
dem früheren Kammerbeſchluß, den Bau dieſer
Bahn=
ſtrecke zu befürworten, ſtehen zu bleiben. Bezüglich des
Antrags Soherr, betr. die Gehalte der Lehrer an den
Volksſchulen zu Bingen, ſoll zunächſt mit der Regierung
beraten werden. Der Antrag Ulrich, zwecks Ausbildung
befähigter Kinder von unbemittelten Eltern aus
Staats=
mitteln den Betrag von 50000 Mark zu bewilligen, um
dieſen Kindern eine koſtenfreie Ausbildung an höheren
Schulen und Univerſitäten zu ermöglichen, wurde
abge=
lehnt, da dem Antrag keine nähere Begründung
beigege=
ben war und die Regierung erklärt hat, daß ſie ein
Ein=
gehen auf die Sache ohne nähere Begründung nicht für
tunlich halte. Bezüglich eines Antrags Raab über die
Beſſerſtellung der Schreibgehilfen beſchloß der Ausſchuß,
über eine definitive Regelung ihrer Verhältniſſe
dem=
nächſt mit der Regierung zu verhandeln. Dem Wunſche
der Bürgermeiſterei Rüſſelsheim betreffs Errichtung eines
Amtsgerichts daſelbſt ſtellt ſich der Ausſchuß zwar
wohl=
wollend gegenüber, er kann dem Wunſche aber im
Hin=
blick auf die Finanzlage und in Rückſicht auf die
ange=
ſtrebte Vereinfachung der Staatsverwaltung zurzeit keine
Folge geben. Die Vorſtellung von zwei
Gerichts=
dienerſubſtituten um Gewährung einer
Gnaden=
penſion erklärt der Ausſchuß für erledigt, da die
Regier=
ung die Gewährung einer Gnadenpenſion zugeſagt hat.
Weiter beſchloß der Ausſchuß, die Vorſtellung der
Aktuare Diſtel, Jullmann, Kaiſer u. a. gleichzeitig mit
der in dieſen Tagen zu erwartenden Regierungsvorlage
über die Beſoldungsreform zur Erledigung zu bringen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 4. Dez. Präſident Dr. Kaempf eröffnet
um 1,20 Uhr die Sitzung. Auf der Tagesordnung ſteht die
erſte Leſung des Etats (Innere Politik).
Von der Debatte ſind ausgeſchloſſen die Frage des
Petroleum=Monopols, die Koalitionsfreiheit der
Staats=
arbeiter und der Wagenmangel. Dieſe Gegenſtände
wer=
den als beſondere Interpellationen behandelt.
Staatsſekretär des Reichsſchatzamts Kühn: Das
Etatsjahr 1911 zeigt eine Geſamteinnahme von 3
Milliar=
den und eine Geſamtausgabe von 2¾ Milliarden. Das
iſt ein erfreuliches Ergebnis, zumal während der
Som=
mermonate eine erhebliche Mindereinnahme zu
verzeich=
nen geweſen war. Bei der Einnahme figuriert die
Poſt=
verwaltung mit 18, die Eiſenbahnverwaltung mit 15
Mil=
lionen Ueberſchuß. Insbeſondere fiel aber ins Gewicht
die Einnahme aus den Zöllen von nicht weniger als 40
Millionen Mark. Dieſer Ueberſchuß konnte für den Reſt
des Fehlbetrages aus dem Jahre 1909, für den bereits
die Ueberſchüſſe von 1910 verwendet wurden, wiederum
verwendet werden. Die letzten Jahre lehren uns, daß,
wenn etwaige Abweichungen eintreten ſollten, dieſe
mög=
lichſt nach oben gehen. Wenn die zweite Hälfte des
Etats=
jahres 1912 das hält, was die erſte verſpricht, ſo
wer=
den wir auch jetzt wieder auf einen erheblichen
Ueber=
ſchuß zu rechnen haben. Die beſonderen Schwankungen
unterworfenen Getreidezölle und Börſenſteuern zeigen
eine gute Entwickelung. Es iſt nicht zu befürchten, daß
unſere Anleihen im nächſten Jahre, wie es in der Preſſe
geäußert wurde, den Betrag von 5 Milliarden erreichen
werden. Mit Einmütigkeit iſt ſeinerzeit beſchloſſen
wor=
den, die Reichsfinanzreform mit einer Reichsbeſitzſteuer
zum Abſchluß zu bringen. Ich möchte mich noch nicht
darüber auslaſſen, welche Form ſie nehmen wird (
Heiter=
keit), ob eine Beſitzſteuer oder Erbſchaftsſteuer, werden
wir ſpäter ſehen. Als tatſächliche Mitteilung kann ich
ſagen, daß vom Reichsſchatzamt eine Denkſchrift bereits
ſeit einiger Zeit den Landesregierungen vorgelegt wurde
und daß maßgebende Verhandlungen über den
Gegen=
ſtand ſtattfinden werden, vorausſichtlich noch ehe die
Herren von der Weihnachtspauſe zurückkehren. Tatſache
iſt, daß die Regierung ſchließlich dahin
ent=
ſchieden hat, daß ein Teil der einmaligen Ausgaben für
die Wehrkräfte aus dem Ueberſchuß des Jahres 1911
beſtritten wird. (Mittlerweile haben ſich noch
eingefun=
den Staatsſekretär Dr. Delbrück und der preußiſche
Kultusminiſter von Trott zu Solz.) Ich habe die beſte
Hoffnung, daß es trotz aller entgegenſtehenden
Schwierig=
keiten dem jetzigen und künftigen Staatsſekretär mit
Unterſtützung des geſamten Reichstags gelingt, an den
Grundſätzen der Finanzpolitik feſtzuhalten. Wenn das
der Fall ſein wird, werden die künftigen Etats bei
Aus=
halten der Anleihen noch ſolider ſein als der
gegen=
wärtige. Von den Ueberſchüſſen des gegenwärtigen Etats
werden allein 56 Millionen für den Nordoſtſeehandel
ein=
geſetzt. Die Verwendung der Ueberſchüſſe zu dem letzten
Flottengeſetz tritt ebenfalls in die Erſcheinung, was noch
bis zum Jahre 1916 der Fall ſein wird. Die
Schulden=
tilgung iſt auf dem beſten Wege. Für die Hochſeefiſcherei
und die Heringsfiſcherei ſind erhebliche Beträge in den
Etat eingeſetzt. (Bravo rechts.) Aus meinen
Ausführ=
ungen werden Sie erſehen, daß es möglich iſt, die feſte
Grundlage unſeres Finanzweſens auch für die nächſte
Zukunft aufrecht zu erhalten, und daß wir es getan haben
trotz der großen Ausgaben für unſere Wehrmacht.
Ein=
ſchränkung des Bedarfs zu Rückſtellungen für alle
Aus=
gaben, für die keine Deckung vorhanden iſt, das muß für
alle Zeit unſer Ziel ſein. (Sehr richtig!) Es iſt jetzt ein
Jahrzehnt verfloſſen, daß wir mit unſerem periodiſchen
Zuſchuß Anleihen begannen, wodurch vor aller Welt
ein=
geſtanden wurde, daß ein Ausgleich zwiſchen dem Aktiv=
und dem Paſſiv=Poſten des Etats auf regelrechtem Wege
nicht mehr gewonnen werden konnte. Helfen Sie auf
allen Seiten des Hauſes, daß derartige Zuſtände nur noch
der Geſchichte angehören.
Abg. Dr. Frank=Mannheim (Soz.): Die Zenſur
für den Reichsſchatzſekretär lautet: Fleiß recht gut,
Leiſt=
ungen ungenügend. Die beſitzloſen Maſſen haben die
Laſten zu tragen. Die ungeheure Zuckerſteuer ſteht in
keinem Verhältnis zur Schaumweinſteuer. Endlich ſollen
wir noch die Beſitzſteuer bekommen, weshalb aber dies
ge=
heimnisvolle? Wir haben Bedenken, uns der Beſitzſteuer
zu freuen. Werden nicht etwa Beſtimmungen darin ſein,
durch die die breiten Maſſen belaſtet werden? Wir ſtehen
vor der ſechſten Milliarde Reichsſchuld. Der jetzige Etat
bringt neue Schulden, wenn es auch nur ein 33,4
Millio=
nen=Defizit iſt. (Der Reichskanzler erſcheint im Saal.)
Die Ueberſchüſſe des vorigen Jahres werden mit für
dieſen Etat verwendet, ſo daß tatſächlich ein 300
Millio=
nen=Defizit vorhanden iſt. Wir ſind alſo immer noch
mitten in der Schuldenwirtſchaft. Dazu kommt, daß noch
ein Nachtragsetat für eine Luftflotte zu erwarten iſt.
Für ſoziale Zwecke iſt ſo gut wie nichts in den Etat
ein=
geſtellt. Das Koalitionsrecht der Arbeiter und
Angeſtell=
ten wird beſchränkt, das Vereins= und
Verſammlungs=
recht wird nicht nur von der Polizei mißachtet, ſondern
es wird ſogar aufgefordert, gegen die geſetzlichen
Be=
ſtimmungen zu verſtoßen. Ein Krebsſchaden iſt die
Schä=
digung der Arbeiter durch die ſogenannten
Volksverſicher=
ungen. Tauſende von Verſicherungspolicen ſind bei der
Viktoria in den letzten Jahren verfallen. Wenn die
So=
zialdemokratie in der Arbeiterfürſorge vorgeht, ſo wird
ſie von der Regierung nicht unterſtützt, ſondern in ihrer
Selbſthilfe vielmehr behindert. (Unruhe.) Auch in der
Jugendfürſorge muß die Sozialdemokratie vorangehen.
Angeſichts der Agitation auf ein neues Zuchthausgeſetz
muß darauf hingewieſen werden, daß ſchon heute ein
Ausnahmegeſetz gegen Arbeiter beſteht. Bezeichnet ein
Streikender einen Streikbrecher mit dem richtigen Namen
dann iſt der Richter verpflichtet, dieſen mit Gefängnis
zu beſtrafen. Der Spiritusring kann unbeſtraft
Verrufs=
erklärungen erlaſſen. Hierauf muß bei der Reförm des
Strafgeſetzbuches Rückſicht genommen werden. Die
Wohnungsfürſorge muß auch auf die Landbezirke
ausge=
dehnt werden und nicht auf die großen Städte beſchränkt
bleiben. Alle dieſe Einzelfragen münden in die Frage
des preußiſchen Klaſſenwahlrechts. Das Zentrum, das
gegen die Friedensdemonſtrationen der
Sozialdemo=
kratie ſich ſo ins Zeug gelegt hat, hat ſelbſt
Demonſtratio=
nen zugunſten der Jeſuiten veranſtaltet. Die
Ent=
ſcheidung des Bundesrats in der Jeſuitenfrage war eine
erfreuliche Erſcheinung. Es geht nicht an, daß durch ein
bayeriſches Geſetz das Jeſuitengeſetz ausgelegt wird. Was
heute beim Jeſuitengeſetz geſchieht, kann morgen beim
Vereinsgeſetz oder beim Preßgeſetz geſchehen. Dieſe
Aktion iſt eine ſchwere Niederlage des Miniſteriums Hert=
ling. Namens meiner Partei kann ich aber erklären, wir
haben keine Angſt vor den Jeſuiten und ſind nach wie vor
vereit, für die Aufhebung des Reſtes des Jeſuitengeſetzes
zu ſtimmen. Als Freiſcharler der Oppoſition iſt das
Zen=
trum nicht zu benutzen. Aus der Kriegserklärung des
Zentrums gegen den Kriegsminiſter anläßlich der
Duell=
frage kam nichts heraus als die Bewilligung der
Militär=
vorlage. Hinſichtlich der jüdiſchen Reſerveoffiziere
ver=
ſtößt der Kriegsminiſter klar gegen die Verfäſſung. Wir
wollen die jungen Kräfte in der Arbeiterklaſſe
organiſie=
ren und zum Siege führen, wir wollen ſie nicht zum
Ge=
horſam erziehen, wie Prinz Heinrich in Frankfurt
gefor=
dert hat, ſondern zum Rebellentrotz und ſind uns des
Sieges gewiß gegen Klerikalismus, Konſervative und
Ausbeuter. Wir erziehen ſie für die Freiheit, die
Demo=
kratie und Sozialismus. (Beifall bei den Soz.)
Abg. Spahn (Zentr.): Wenn Herr Frank für die
Aufhebung des Jeſuitengeſetzes eintreten will, ſo
ver=
zeihe ich ihm alle Sünden, die er bisher gegen uns
ver=
übt hat. Er meinte, als Regierungstruppen ſeien wir ſeit
1909 gut einexerziert, da wir trotz der Duellangelegenheit
für den Etat geſtimmt hätten. Der Kriegsminiſter
ver=
ſprach uns eine Aenderung der Kabinettsorder. Dies
war uns wichtiger als eine Nichtbewilligung des Etats.
Der Bundesrat hat wiederholt Kundgebungen und
Aus=
legungen zum Jeſuitengeſetz vorgenommen, weshalb ſoll
Bayern nicht dasſelbe Recht für ſich in Anſpruch nehmen?
Die neue Auslegung des Bundesrats hat eine tief gehende
Erregung geſchaffen, und auch die uns entgegenſtehende
Preſſe hat gegen dieſe Auslegung Stellung genommen.
Die Auslegung des Geſetzes ſteht den Einzelſtaaten zu und
ſo hat auch Bayern das Recht, die Auslegung
bekanntzu=
geben. Das katholiſche Volk wird es nie verſtehen, daß
ihm ein Mittel zur Ausübung der kirchlichen Dienſte
ge=
waltſam vorenthalten wird. Deshalb werden wir auch
fortgeſetzt für die Aufhebung des Jeſuitengeſetzes
ein=
treten. Auf dieſe Begründung habe ich im Namen meiner
Fraktion folgende Erklärung zu verleſen: Das
Jeſuitenge=
ſetz enthält einen Angriff gegen die katholiſche Kirche und die
ſtaatsbürgerlichen Rechte der Katholiken im Deutſchen
Reiche. Der Bundesrat hat die in dem Ausnahmegeſetz
liegenden Angriffe auf die bürgerliche und kirchliche
Frei=
heit verſchärft. Unter dieſen Umſtänden können wir zum
Reichskanzler und zum Bundesrat das Vertrauen nicht
haben, daß die Bedürfniſſe der Katholiken im Deutſchen
Reiche von ihnen eine gerechte Behandlung finden.
Wir werden unſer Verhalten entſprechend einrichten.
Reichskanzler v. Bethmann Hollweg: Meine
Herren! Herr Spahn hat von einer tiefen Erregung
ge=
ſprochen, in die das katholiſche Volk verſetzt wurde durch
den letzten Bundesratsbeſchluß über das Jeſuitengeſetz.
Streitigkeiten auf kirchlichem Gebiete, die das deutſche
Ge=
müt viel tiefer erregen, als das im Auslande der Fall
iſt, haben wir ſchon oft gehabt. Solche Streitigkeiten
ha=
ben Jahrhunderte hindurch ein dunkles, oftmals blutiges
Kapitel in der Geſchichte gebildet. Heute gehen die Wogen
wieder hoch, das beweiſen zahlreiche Stimmen aus
ka=
tholiſchen Kreiſen, nicht weniger aber ſind auch die
evan=
geliſchen Kreiſe beunruhigt. Ich halte es für notwendig,
zur Beurteilung deſſen, was denn eigentlich geſchehen
iſt, die Sache eingehend zu beſprechen, und die Erregung
der Gegenſeite möglichſt zu vermeiden. Das Geſetz vom
7. Juli 1872 ſchloß den Orden der Geſellſchaft Jeſu vom
Deutſchen Reiche aus und beauftragte den Bundesrat, zur
Durchführung und Gewährleiſtung der Einheitlichkeit,
Ausführungsbeſtimmungen zu erlaſſen. Dies hat der
Bundesrat am 5. Juni 1873 getan. Auf Grund dieſes
Beſchluſſes iſt das Geſetz ſeit 40 Jahren ausgeführt
wor=
den. Der Beſchluß iſt verſchiedentlich den Entſcheidungen
höchſter Gerichte zugrunde gelegt worden, obgleich er
einen näheren Begriff der „Ordenstätigkeit” nicht gegeben
hatte. Es hat ſich nun danach im Reich eine Praxis
her=
ausgebildet für die Auslegung dieſes Begriffs, die in
allen Hauptpunkten in den einzelnen Bundesſtaaten gleich
geweſen 4ſt. Dieſe Praxis hat die Tendenz gehabt, die
Auslegung nicht zu verſchärfen, ſondern zu mildern.
Dieſe Milde konnte doch aber das Geſetz nicht aufheben.
Herr Spahn äußert ſich nun in ſeinen Ausführungen, als
ob es ſich um eine lex lata und nicht um eine lex
ferenda handelte. Eine Härte oder Schikane iſt bei der
Anwendung des Geſetzes niemals vorgekommen. Dies iſt
reuths, ſondern von führenden Männsrn und Frauen auf
allen Gebieten des geiſtigen Lebens, und aus allen
poli=
tiſchen Parteien. Die Ablieferungsfriſt zur Einſendung
der Zuſtimmungsliſten wird bis zum 15. Dezember d. J.
verlängert. — Der Geheime Hofrat Profeſſor Dr. jur.
Richard Schmidt von der Univerſität Freiburg i. Br.
nahm den Ruf der Univerſität Leipzig als Nachfolger
des am 31. März 1913 in den Ruheſtand tretenden
Wirk=
lichen Geheimen Rates Profeſſor Dr. Karl Binding an.—
Der Jubiläumspreis der Geſellſchaft der
Muſikfreunde in Wien, in Höhe von 10000 Kronen
fiel dem Wiener Komponiſten und Muſikakademieprofeſſor
Karl Prohaska zu, von dem bereits in Wien und im
Ausland eine größere Anzahl ſymphoniſcher Werke, Chöre
und Kammermuſiken aufgeführt wurden. Der Preisjury
gehörten auch d’Albert, Kretſchmar=Be lin und
Muſik=
kritiker Korngold an. — Der berühmte Pianiſt und
Kom=
poniſt Eugen d Albert, deſſen Eheaffären die
Oeffeni=
lichkeit ſchon öfter beſchäftigt haben, hat ſoeben die
vierte Eheſcheidungsklage und zwar gegen
ſeine jetzige Gattin Ida geb. Theumer, geſchiedene Frau
Fulda, angeſtrengt. Frau d’Albert liegt ſchwer krank in
einem Wiener Sanatorium. Ein Zufall will es, daß
ge=
rade im Dezember vorigen Jahres die Eheſcheidung
d’Alberts von ſeiner dritten Frau bekannt wurde.
— Die Friedensunterhändler beim Dejeuner. Ein
intereſſantes kleines Stimmungsbild von den
Friedens=
verhandlungen vor Konſtantinopel und von der Art, wie
die Stadt auf dieſe Verhandlungen reagiert, entwirft der
in Stambul weilende Kriegsberichterſtatter Cipolla in der
Stampa. Seltſamer Kontraſt: auf der Hohen Pforte
herrſcht fieberhafter Eifer, ein Miniſterrat folgt dem
an=
deren und gewölhnlich tagt das Miniſterium ſogar die
ganze Nacht hindurch. Aber draußen, auf den Straßen,
in der Stadt ſpricht kein Menſch von dieſen
Verhand=
lungen, die dem Frieden gelten und die mit dem tiefſten
Schleier des Geheimniſſes umgeben bleiben. Ja, man
intereſſiert ſich kamm für die Friedensverhandlungen, man
intereſſiert ſich für etwas ganz anderes man ſpricht nur
von Albanien und von der Zukunft Albaniens. Und
in=
zwiſchen ſetzen die Friedensunterhändler in der Stille ihre
ſchwere Arbeit fortt. Die Herren beider Nationen ſcheinen
ſich perſönlich mitzeinander ſehr gut zu vertragen oder
haben wenigſtens die Abſicht dazu: jedenfalls lud Nazim
Paſcha die Bulgaren zu einem Privatdejeuner in ſeinen
Salon. Das Eſſen wurde in einem Reſtaurant in Pera
beſtellt, ein Frühſtück von 15 Gedecken. Die Speiſefolge
war ſehr einfach, ja faſt beſcheiden; bei den jetzigen
ſchlim=
men hygieniſchen Verhältniſſen lernt man es, auf
Lecker=
biſſen zu verzichten. Zuerſt gab es die traditionelle
Vor=
ſpeiſe, den Tilap, dann Fiſch in Mayonnaiſe, kaltes Fleiſch
und Gefrocenes. Und dazu zwei Körbe Champagner.
Nazim Paſcha hatte zu ſeiner Linken als Tiſchnachbar den
bulgariſchen Generalſtabschef General Fitſchew, zur
Rech=
ten den General Sawoff. Und alle Friedensunterhändler
beider Parteien nahmen an dem Dejeuner teil, der
bul=
gariſche Kammerpräſident Danew, der Exbotſchafter
Re=
ſchid Paſcha, Topalſchikow, der Lukanus Ferdinands, der
Chef des geheimen Kabinetts des Bulgarenzaren, dann
Stanojow, bulgariſcher Geſandter in Paris, Izzet Paſcha,
ottomaniſcher Generalſtabschef, und noch drei weitere
Bul=
garen und Türken. Aber vorſichtig war man geweſen, die
Stimmung ſollte nicht gefährlich werden. Man wollte
gemütlich zuſammen frühſtücken, freundſchaftlich
miteinan=
der plaudern, als Menſch zu Menſchen ſprechen: und jedes
politiſche Geſpräch war ausgeſchloſſen. Und ſo plauderte
man denn vom Regen und ſchönem Wetter und von den
Vorzügen der orientaliſchen Küche gegenüber der
euro=
päiſchen. Und als das Eis ſerviert und das letzte Glas
Champagner geleert war, verließ die Geſellſchaft den
Eiſenbahnwagen und General Topalſchikow ließ ſich die
Gelegenheit nicht entgehen, um, mit einem photographiſchen
Apparat bewaffnet, allerlei Amateuraufnahmen zu machen.
Ach, warum konnte es nicht immer ſo bleiben. Eine halbe
Stunde ſpäter ſtieg man wieder in den Waggon: aber
dies=
mal zu ernſter politiſcher Verhandlung, und um ½4 Uhr
fuhren die Bulgaren wieder pünktlich mit ihrem Zuge ab.
Denn ſie kommen mit der Eiſenbahn. Zum Erſtaunen der
Türken funktioniert die Bahnlinie Kürk=Kiliſſe-
Tſchatald=
ſcha. Gewöhnlich treffen ſich die Unterhändler auf einer
Brücke, die zwiſchen dem Bahnhof und den Häuſern von
Hademkoej liegt: und zwar mitten auf der Brücke. Der
bul=
gariſche Zug rollt heran, teägt eine weiße Flagge und
bleibt halten. Und ſchon ſteht ein türkiſcher Zug bereit,
der die Bulgaren aufnimmt und weiterführt hinein in die
türkiſche Linie.
* Das ſtaatsgefährliche Ballett. Zu einem niedlichen
Zenſurſtückchen hat das bevorſtehende Berliner Gaſtſpiel
der Anna Pawlowa Anlaß gegeben. Für zwei neue
Balletts der Geſellſchaft, das eine mit ruſſiſchem, das
andere mit ungariſchem Sujet, ſind von dem ruſſiſchen
Maler Anisfelt die Koſtüme gezeichnet worden, die bei
einer Berliner Firma angefertigt werden ſollen. Zu
die=
ſem Zwecke erhielt dieſe verſchiedene Muſter, nach denen
ſie den Herſtellungspreis feſtſtellte. Die Preiſe
tele=
graphierte die Leitung der Pawlowa=Gaſtſpiele,
die Konzertdirektion Leonard, in folgender Weiſe nach
Petersburg: „Russe homme 115 Mark, dame 180,
hongrois homme 175, dame 200‟. Das Telegramm
ge=
langte aber nicht an ſeinen Beſtimmungssrt. Nach
wie=
derholten Reklamationen ſtellte ſich ſchließlich heraus, daß
die Depeſche zwar von Berlin richtig abgegangen iſt, aber
in Rußland von der Zenſur zurückgehalten wurde. Wie
es heißt, weil man in den Worten den Verrat von
Mili=
tärgeheimniſſen über die Stärke der beiden Truppenkörpet
erblickte.
* Eine Enttäuſchung. Eine hübſche kleine Geſchichte
weiß ein engliſches Blatt zu erzählen. In einer Stadt in
Wales veranſtaltet die Geſellſchaft zur Verhinderung von
Kindermißhandlungen einen Vortrag. Schon Tage
vor=
her ſprechen die Elteien der kleinen vierjährigen Mary von
dieſer Verſammlung; die kleine Mary hört es und bittet,
man möge ſie doch mitnehmen. Die Mutter ecklärt ihr,
das würde ihr gar keine Freude machen, das ſei langweilig
für kleine Kinder; aber Mary bittet und fleht und quält
die Mutter ſolange, bis man ſie mitnimmt, nachdem ſie
verſprochen hat, ganz brav und ſtill zu ſein. Und ſie iſt
uch eine halbe Stunde ganz brav und ſtill. Dann aber
zupft ſie die Mutter am Aermel und flüſtert ihr zu:
Mutt=
hen, das iſt ja langweilig. Wann fangen denn nun
end=
lich die Mißhandlungen an?“
* Der 12. 12. 12. Ein poſtaliſches Kurioſum bringk
wiederich der 12. 12. 12. Nicht weniger als drei 12 laſſen
ſich am 12. Dezember auf Poſtkarten und Briefen
an=
bringen. Werden die Sendungen noch zwiſchen 11 und 12
aufgeliefert, ſo erhöht ſich die Zahl 12 ſogar auf vier. Für
Sammler gewinnt dieſer Tag inſofern noch an
Bedeut=
ung, als dieſe Zahlen ſich erſt in hundert Jahren wieder
holen.
im Interiſſe des konfeſſionellen Friedens zu wünſchen und
zu begrüßen. Der Bundesrat hatte keinen Anlaß, in
dieſe Zufriedenheit einen Streit zu bringen. Da iſt der
bayeriſche Erlaß gekommen. Wenn auch gegen die
baye=
riſche Regierung und deſſen Miniſter von Hertling nicht
der geringſte Anlaß gegeben iſt, ſie der abſichtlichen
Be=
unruhigung zu zeihen, ſo iſt dies doch auch vielfach in
evangeliſchen Kreiſen geſchehen. Weil ein großer Teil
des Volkes mit der Art und Weiſe der Auslegung des
Geſetzes nicht einverſtanden war, hat Bayern dies vor
das Forum des Bundesrats gebracht. Hat nun der
Bun=
desrat etwas neues beſchloſſen Nein, er hat das
als recht anerkannt, was ſeit 40 Jahren unverändert zu
Recht beſteht. Der betreffende Beſchluß hat keine
Ver=
ſchlimmerung für das katholiſche Volk gebracht. Der
Ab=
geordnete Spahn hat eine Reihe von Details gebracht,
die ich zur Beantwortung einem meiner Mitarbeiter
überlaſſen muß. Für alle Fälle kann ich nur an dem
Grundſatz feſthalten, daß der Bundesrat nur die
bisheri=
gen Beſtimmungen erneut zur Geltung gebracht hat.
Nachdem der § 2 des Jeſuitengeſetzes aufgehoben wurde,
iſt es ſehr wohl möglich, ja, ich möchte es als ſicher
be=
zeichnen, daß die Jeſuiten teilweiſe über die Auslegung
unbehelligt hinausgegangen ſind und ihre Tätigkeit
aus=
geübt haben. Das Beſtehende, das heißt zu recht
be=
ſtehende, war nicht Zweck und Abſicht des
Bundesrats=
beſchluſſes vom 28. November. Das möchte ich vor allem
denen ſagen, die daraus übereilte Schlüſſe gezogen haben.
Wenn das Zentrum dem Bundesrat und mir das
Ver=
trauen aufkündigen wollen mit der Motivierung, daß das
geſamte katholiſche Volk von Bundesrat und
Reichskanz=
ler nicht gerecht behandelt werden, ſo heißt das mit
an=
deren Worten, daß ſie beabſichtigen, die Jeſuitenfrage
zum Eckſtein ihrer geſamten Politik zu machen. Wir
dür=
fen doch nicht vergeſſen, daß im Deutſchen Reiche neben
24 Millionen Katholiken auch noch 40 Millionen
Evan=
geliſche wohnen. Es iſt eine geſchichtliche Tatſache, daß
ſich das evangeliſche Volk gegen die Jeſuiten gewehrt und
wehren mußte, es iſt dies leider eine Tatſache und keine
Idioſynkreſie. Können Sie ſich wundern, wenn die
Evan=
geliſchen die Jeſuiten unter keinen Umſtänden zulaſſen
wollen, zulaſſen können? Da doch in ihrem Geiſte, wenn
auch vielleicht unbegründet, ſo doch immer
wieder=
kehrend, die Erinnerung nachzitterte, an den fanatiſchen
Glaubenshaß, der das Vaterland zerriß. Muß jetzt
wie=
der ein ähnlicher Zuſtand auftreten? Darum, meine
Herren, muß ich meine warnende Stimme erheben, und
alle abhalten, dem katholiſchen Volk in dem
Bundesrats=
beſchluß die Wiederkehr des Kulturkampfes darzuſtellen.
Derjenige, der das tut, nimmt eine Verantwortung auf
ſich, die er nach keiner Richtung hin vertreten kann. (
Leb=
chafter Beifall.)
Abg. Graf v. Weſtarp (konſ.): Die Erklärung des
Reichskanzlers, daß die Beſtimmungen des Jeſuitengeſetzes
keine Verſchärfungen erfahren ſollen, iſt für uns ſehr
er=
freulich. Die Auslegung des Geſetzes ſteht noch genau
auf demſelben Standpunkt wie ſeit 40 Jahren. Der Etat
gibt das Bild eines guten finanziellen Fortſchreitens.
Das iſt eine Folge der Reichsfinanzreform von 1909. Für
weitere Steuern müſſen wir uns unſere Stellungnahme
vorbehalten, ob das deutſche Volk eine weitere finanzielle
Belaſtung verträgt,
Nächſte Sitzung Donnerstag 1 Uhr.
Tagesord=
nung: Weiterberatung, Petroleum=Monopolgeſetz,
Inter=
pellationen über die Koalitionsfreiheit und den
Wagen=
mangel. — Schluß nach 6 Uhr.
„Allerlei Porzellan”.
Feſt des Vereins für das Deutſchtum im Auslande
zu Darmſtadt.
Darmſtadt, 4. Dezember.
Es war eine ebenſo originelle, wie entzückend=
reiz=
volle Idee, einmal in dem Rahmen eines Feſtes, das
ſeit Jahren in den geſellſchaftlichen Veranſtaltungen
un=
ſerer Stadt einen beſonderen Rang einnimmt, alle die
köſtlichen farben= und formenreichen Erzeugniſſe der
feinen Porzellankunſt zum Leben zu erwecken. Zum
Le=
ben in des Wortes beſter Deutung. Denn, was das
künſtleriſche Programm des „Deutſchen Feſtes”
heute abend unter dem Titel „Allerlei Porzellan”
brachte, war in Wahrheit zum Leben erweckte Kunſt, die
ſich wieder in einem anderen Kunſtzweige, in Muſik und
ſplaſtiſcher Bewegung — Tanz — äußerte, und in
ent=
zückender Weiſe zum Ansdruck kam. Es war
vorauszu=
ſehen, daß ein derartiges Programm eine große
Anzie=
hungskraft ausüben würde und dementſprechend war der
Beſuch des Feſtes, wie’s allerdings immer im Schulverein
der Fall iſt, außerordentlich ſtark. Schon von 7 Uhr ab
begannen ſich die Räume des Saalbaues zu füllen und
zur Zeit des Feſtbeginns war kaum noch ein Plätzchen
ſim Saale frei. Das Großherzogspaar hatte
lei=
der am Nachmittag abſagen laſſen. Aber die Miniſter
und die ſonſtigen Spitzen der Geſellſchaft waren
unter den Feſtgäſten. Ueber zweihundert junge
Mädchen, die ſich in den Dienſt der ſchönen Sache
geſtellt hatten, und deren Anmut und Schönheit —
per=
ſönlich und durch der Schneiderin Künſte — wetteiferte
mit den Blumen, die in überreicher Fülle zu den
Deko=
rationen der Erfriſchungs= und Verkaufsſtände verwendet
worden waren, waren tätig als Verkäuferinnen aller
mög=
lichen Gegenſtände.
Im großen Saale freilich fehlte dieſer Blumenſchmuck
faſt ganz. Dieſer Raum war ganz auf einen ſinnvollen,
faſt ernſten Ton geſtimmt. Nur duftendes Tannengrün
verkleidete die Säulen und die Galeriebrüſtungen und
das Proſzenium der Bühne. Zu dem duftenden
Damen=
flor und beſonders zu den in der Farbenfülle faſt
über=
reichen Bildern, die auf der Bühne geboten wurden,
bil=
dete dieſes lebendige, ernſte Grün einen ungemein
ſtim=
mungsvollen Rahmen. Daß unſere neue
Hoftheater=
lleitung auch für Feſtveranſtaltungen dieſer Art Schule
ge=
macht hat — es darf dies aus der Stilbühne
ge=
ſſchloſſen werden, in der die Bilder und Tänze trefflich
zur Geltung kamen — iſt gewiß hocherfreulich, und zwar
wurde dieſe Stilbühne dreimal auf einen anderen
ein=
heitlichen Farbton geſtimmt
Die Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis” von Ch W
von Gluck, von unſerer Leibgarde=Kapelle unter Ober=
Atkmeiſter Hauske mit feinem künſtleriſchen Ver=
ſtändnis geſpielt, leitete über zu anderen Weiſen Glucks,
unter denen der Vorhang ſich teilte und das erſte Bild
in überraſchender Schönheit ſehen ließ. Es war eine reizend
geſtellte Geuppe „Meißener Figuren”, die zuerſt
in Rahmen eines lebenden Bildes durch die eigene
an=
mutvolle Schönheit wirkte und dann plötzlich zum Leben
erwachte und zum Tanze ſich ordnete. Es war eine
Ga=
votte, getanzt von Erika Büchner und Hans Girmſcheid,
Irma Voelkel und Theodor Baumgarten, Lieſel Wagner
und Dr. Karl Liſtmann, Hanna Glock und Erich
Lichten=
ſtein, nach der Muſik: a) Muſette aus Armide von Chr.
W. v. Gluck, b) Walzer von Fr. Popy. Nach dem Tanz
traten die Figuren wieder zum lebenden Bilde
zuſammen. Und das gleiche anmutvolle Spiel
wieder=
holte ſich in immer neuer Farbenpracht und
Formen=
ſchönheit. Das 2. Bild brachte: „Griechiſche Vaſen”
dargeſtellt von Margarete Kraemer, Käthe Enders=
Kuhl=
mann, Klara Bögel Paula Rubin, Ella Veith, Emma
Jungmann. Die Muſik ſpielte hierzu: Präludium von
Fr. Chopin. Dann folgte im 3. Bild: „
Nymphen=
burg” Wieder ward die reizende Gruppe lebendig und
es folgte ein Menuett, getanzt von Maria Merck und
Bernhard Morneweg, Elsbeth Fay und Rolf Günther
Bickel, Maria Herrmann und Dr. Fritz Knöpfel, Carola
Parcus und Hermann Schüler, Annita Herrmann und
Dr. Karl Klopfer, Gertrud Köhler und Günther von Poß,
Anna Wahrendorf und Walter Trier, Eliſabeth
Rhein=
hardt und Dr. Wilhelm Offenberg. Die Muſik ſpielte das
Menuett von W. A. Mozart. Reiche Beleuchtungseffekte
ließen dieſes Bild in immer neuem Farbenglanz
er=
ſtrahlen.
Reizend war auch das 4. Bild: „Meißener
Zwiebelmuſter” getanzt von Emmy Wiener, Luiſe
Mahr, Guſtel Sandmann, Milly Müller=Küſter, Ilſe
Dexheimer, Gertrud Kaibel. Emmi Schädel, Emilie Geiſt,
Emmy Fink, Trudel Schwarze Anna Joſeph, Marie
Delp nach der Muſik: Frou=frou=Polka von R. Berger.
Es war ein Dutzend Teller, ſchön in einer Art Tellerbrett
vereinigt, nach der Größe „ſortiert” das dann im Tanze
ſich drehte und in humorvollen Figuren ſich auflöſte, um
zum Schluß wieder die küchenſtrenge Ordnung
einzuneh=
men. Das 5 Bild brachte die Gruppe: „Delft” und
tach dem Bild einen ſehr friſchen und charakteriſtiſchen
holländiſchen Holzſchuh=Tanz, getanzt von Emy Frey und
Moritz Apt, Gertrud Berndt und Hans Ahmels, Viktoria
Büchner und Richard Bengel, Nellie Bender und Heinz
Wigand, Lulu Ramdohr und Walter Keuper, nach der
Muſik: Holzſchuhtanz aus „Zar und Zimmermann” von
A. Lortzing.
Das 6. Bild: Wedgwood”, war beſonders reich
an künſtleriſchen Plaſtiken. Nach dem erſten Bild löſten ſich
die Figuren, um ſich dann zu einem Reigen zu gruppieren,
dem wechſelnder Hintergrund durch die Farbenſtimmung
ohen künſtleriſchen Reiz verlieh. Der Reigen wurde
ge=
tanzt von Hilda Knoll. Erika Hickler, Martha Trümpert,
Adele Schröder, Maria Balſer, Friedel Abrie, Erna
Schenk und Irmgard Mößmer nach der Muſik: Fragmente
aus Orpheus von Chr. W. v. Gluck. Zeichneten die meiſten
Tänze und Reigen ſich durch künſtleriſche Stileinheit und
Vornehmheit der Figuren aus, beſonders die griechiſchen
Vaſen und die weißen Wedgewoodnippes, ſo wirkte
der Tanz der Teller ebenſo wie der Holländer
Holz=
ſchuhtanz durch ſeine humorvolle Friſche und die
Ori=
ginalität des flotten Tempos. Sämtliche Bilder aber
erregten allgemeines, ſtaunendes Entzücken, das ſich in
ſo rauſchendem Beifall äußerte, daß die Tänze durchweg
da capo getanzt werden mußten.
Das letzte Bild vereinigte unter dem Allgemeintitel
„Allerlei Porzellan” nochmals alle die reizenden
Figuren und Nippes und Gruppen zu einem ebenſo
impo=
ſanten wie reizvollen, farbenprächtigen allegoriſchen
Schlußbild. Hierbei erwies ſich wieder die Stilbühne
als außerordentlich praktiſch zu künſtleriſch=wirkſamer
Verwendung. Die Bühne war geteilt und bot ſo in drei
Hauptgruppen den einzelnen Bildern Platz, die ſehr
wirk=
ſam gekrönt oder überſtrahlt wurden von den weißen
Wedgwoodfiguren, die hoch oben flammende Opferfeuer
umſtanden und am rauchenden Altar opferten. Die
Muſik ſpielte Fragmente aus Glucks „Orpheus”
Rauſchende Ovationen wurden den Darſtellern am
Schluſſe dargebracht. Die Gruppen und Reigen waren
einſtudiert und wurden geleitet von der Großh.
Hof=
ballettmeiſterin Frau Thiele=Leonhardt, die mit
vielem künſtleriſchem Geſchmack und Takt die Ideen und
Intentionen der Frau Profeſſor Lenz, der geiſtigen
Schöpferin des Programms, zu künſtleriſchem Ausdruck
gebracht hatte. Ein rieſiger Lorbeerkranz mit Schleife und
Widmung wurde Frau Thiele=Leonhardt überreicht.
Ein beſonderes Lob muß der Kapelle des Leibgarde=
Infanterie=Regiments Nr. 115 geſpendet werden, die unter
der ebenſo temperamentvollen wie künſtleriſch reifen und
verſtändnisvollen Leitung ihres Obermuſikmeiſters Hauske
ſowohl in der Begleitung der Tänze wie in den
Solo=
nummern ganz Vorzügliches leiſtete.
Um 10¼ Uhr waren die künſtleriſchen Darbietungen
beendet. In dee Pauſe ergoß ſich der Strom der
Feſt=
gäſte in die Nebenräume. Im Gartenſaale war ein
großes Erfriſchungsbüfett aufgeſchlagen, in gelbem und
weißem Ton ſtilvoll dekoriert. Die ſchmale Seitenwand
nahm ein von roſa Roſen überſäter Verkaufsſtand ein, an
dem Karten, Programme, Tanzkärtchen, Blumen und
Kunſt=
gegenſtände feilgehalten wurden. Weiter waren da ein
Delfter Stand, eine Glücksbude, ein Bierzelt, ein
Sekt=
zelt, eine Wurfbude und ein großes Café. Sämtliche
Stände waren vornehm und ſtilvoll dekoriert und
aus=
geſtattet. Damen aus der Geſellſchaft wickten in
liebens=
würdigſter und aufopfernder Weiſe an allen Ständen.
Der Reinertrag des Feſtes iſt für die deutſchvölkiſchen
und gemeinnützigen Unterſtützungszwecke des Vereins
be=
ſtimmt. Zu Gunſten des Vereins wurden Blumen,
An=
ſichtskarten, Nürnberger Lebkuchen und Scherzartikel aller
Art, ſowie Loſe für das „Reichsdeutſche
Weihnachts=
bäumchen” und für „Weihnachten in Südtirol” verkauft.
Den zweiten Teil des Feſtes bildete ein Ball, der
nach etwa 1½ſtündiger Pauſe begann. Zu berichten wie
lange er währte, iſt uns leider unmöglich, Berufspflichten
riefen uns von hinnen. Sicher aber gab er dem ſchönen
Feſt einen gleich ſchönen Abſchluß.
M. St.
Vortrag im Heſſiſchen Jagdklub.
nn. Vor einem zahlreichen Auditorium weidgerechter
Jäger und Jagdfreunde hielt geſtern abend im Klublokal
des Heſſiſchen Jagdklubs Darmſtadt im
Städtiſchen Saalbau der Vorſtand des veterinär=
patho=
logiſch=anatomiſchen Inſtituts in Gießen Herr Profeſſor
Dr. Olt, einen hochintereſſanten und lehrreichen
Vor=
trag über: „Die Infektionskrankheiten des
Wildes” Anſtelle des erkrankten 1. Vorſitzenden,
Kom=
merzienrat Hickler, begrüßte Profeſſor Zimmer in
herzlichen Worten die zahlreiche Verſammlung und wies
auf die Wichtigkeit des heutigen Vortrags für die
Jagd=
beſitzer hin. Der Vortragende verbreitete ſich zunächſt
über die verſchiedenen Arten der Pgraziten und der
Protozoen des Wildes. Alle haben ihre
beſon=
deren Eigenſchaften und es laſſen ſich nicht ohne weiteres
deren verheerenden Urſachen nachweiſen. Zwei wichtige
Arten von Paraſiten ſind die Ektoparaſiten, die ſich
vor=
übergehend beim Wild aufhalten, beſonders von den
Fliegen auf das Wild übertragen werden und durch
In=
fektion des Blutes die Krankheitskeime der Seuche
er=
zeugen. Der Redner verweiſt beſonders auf die am
Vik=
toria=Nijanza=See auftretende Tſetſefliege, die dort den
Menſchen und Tieren den Tod bringe. Mit dem
Unter=
gang dieſer Fliegen wäre auch die Seuche erloſchen.
Wei=
tere Seuchen=Erreger ſind die Trypanoſomen, bei
denen die Krokodile als Träger zu bezeichnen ſind. Wird
ein Krokodil damit inſiziert, ſo iſt ſein Biß für Menſchen
und Tiere tödlich. Schon ſeit Urzeiten ſind die Fliegen
die Träger der Paraſiten, die dem Wild, beſonders aber
der Menſchheit, Krankheiten aller Art und ſogar den Tod
bringen können. In Texas exiſtiert ein Paraſit, der eine
ſchwere Veränderung des Blutes verurſacht und dadurch
für die Einwohner ſehr gefährlich wird. Auch die Eier
der Infektionsfliegen ſind ſehr gefährlich und können
auch den Krankheitsſtoff auf die nächſte Generation
über=
tragen. Sobald die ausgeflogenen jungen Fliegen an
Rinder oder Wild kommen, erzeugen ſie die Krankheit.
Die deutſche Landwirtſchaft hat ein großes Intereſſe an
der Bekämpfung dieſer Seuchengefahren, und es ſind
alle Mittel aufzuwenden, um Deutſchland vor den
unheil=
vollen Verheerungen der Rinderſeuche zu ſchützen. Auch
die Ratten und Murmeltiere können als Träger von
Seuchen bezeichnet werden. Eingehend beſpricht ſodann
noch der Vortragende die Rattenpeſt und betont, daß
auch bei Hoſen und Murmeltieren eine gleiche Krankheit
auftrete, ohne daß deren Urſache bis jetzt ergründet ſei.
Wenn man dieſe Krankheit wirkſam bekämpfen wolle,
dann müßten alle Männer der Wiſſenſchaft Hand in Hand
gehen. Redner beſpricht noch die unheilvolle
Schädig=
ung der Landwirtſchaft durch das Auftreten der
Rinder=
peſt und betont, daß es durch fortgeſetzte
Forſch=
ingen der Wiſſenſchaft möglich geworden ſei, die
Seuche zu bekämpfen, ſo, daß nur noch
verein=
zelte Fälle vorkommen. Dem Weidmann liege es
aber ob, ſeinen Wildſtand genau zu beobachten
und ihn vor Infektionskrankheiten zu ſchützen.
Hoch=
erfreulich ſei, daß der Heſſiſche Jagdklub ſich gerade dieſer
Frage angenommen habe. Redner richtet noch einen
warmen Appell an alle Jäger und Jagdfreunde, mit allen
Mitteln gegen jede beim Wild auftretende Seuche
einzu=
greifen, um damit den Wildſtand unſcres Heſſenlandes
vor enormen Schaden zu ſchützen. Mit Genugtuung weiſt
der Vortragende noch darauf hin, daß jetzt in Berlin ein
neues Inſtitut für Jagdkunde eingerichtet werde, in
wel=
chem hauptſächlich die Erforſchung von Wildkrankheiten
efolge. — Reicher Beifall wurde dem Redner für ſeine
teils hochwiſſenſchaftlichen Ausführungen zuteil, an deren
Schluß Profeſſor Zimmer unter Dankesworten demſelben
ein dreifaches „Horridoh” ausbrachte.
Luftfahrt.
H. Mannheim, 4. Dez. Das Luftſchiff „Schütte=
Lanz” führte heute vormittag eine offizielle
Höhen=
fahrt aus. Die vorgeſchriebene Höhe von 1500 Metern
wurde in 15 Minuten, alſo in einem Drittel der
vorge=
ſchriebenen Zeit, erreicht. Das Luftſchiff blieb 4½
Stun=
den in der Höhe von 1400 bis 1560 Metern. In 600 Metern
Höhe herrſchte dichter Nebel, darüber prachtvoller
Sonnen=
ſchein. Das Luftſchiff kreuzte über dem Odenwald und
Hardt, überflog Heidelberg, Pforzheim, Karlsruhe und
traf 3.08 Uhr wieder über Mannheim ein und landete
glatt dicht vor der Halle. Die für die Zeppelin=
Luftſchiffe geſtellten Bedingungen wurden
tadellos erfüllt. An der Fahrt nahm als offizieller
Vertreter der Militärverwaltung Hauptmann v. Jena
teil.
Literariſches.
— Wild= und Hund=Kalender. Taſchenbuch
für deutſche Jäger. Dreizehnter Jahrgang, 1913.
Her=
ausgegeben von der illuſtrierten Jagdzeitung Wild und
Hund. Verlag von Paul Parey in Berlin SW.,
Hede=
nannſtraße 10/11. Gebunden 2 Mark. Es gibt ſo viele
Dinge, über die der Jäger ſchnell Auskunft haben muß,
und gerade im Revier, wo man andere Bücher nicht zur
Hand hat. Bei dem Wild= und Hund=Kalender, den man
bequem in der Taſche trägt, wird er nicht umſonſt fragen.
Schonzeiten, Abſchußregeln, Weidmannsſprache,
Verhal=
ten bei Zuſammentreffen mit Jagdfrevlern, jagdliche
Naturgeſchichte des Wildes, Fährtenkunde mit
vorzüg=
lichen Abbildungen, Verſand von Wild, Präparieren der
Rehgehörne, Jagdhunde, Jagdſcheine, Schußwirkungen
und vieles andere wird kurz und überſichtlich dargeſtellt.
Der Kalender iſt nicht nur ein ſehr reichhaltiges
Aus=
kunftsbuch, ſondern auch eine vorzügliche Anleitung zu
ſachgemäßer Jagdbuchführung.
— Der Prieſterſtaat Tibet wird noch auf lange Zeit
das geheimnisvollſte Land der Erde bleiben. Spen
Hedin hat am meiſten dazu beigetragen, dieſes von
eisgepanzerten Gebirgen umgebene Land bekannt zu
machen. Mit welchen Opfern ihm ſeine
ſtaunenerregen=
den Entdeckungen geglückt ſind, hat der kühne Schwede
in aller Beſcheidenheit geſchildert. In den weiteſten
Kreiſen iſt beſonders das klaſſiſche Buch „
Transhima=
laja” bekannt, das vor wenigen Jahren erſchienen iſt.
In deſſen zwei Bände hatte aber Hedin nicht alle ſeine
abenteuerlichen Erlebniſſe aufnehmen können und ſich
da=
her für einen dritten Band noch eine Menge feſſelnder
Schilderungen aufſparen müſſen. Dieſer lange erwartete
dritte (Schluß=) Band iſt ſoeben in der bei Brockhaus
üblichen trefflichen Ausſtattung erſchienen (gebunden 10
Mark). Wir möchten faſt behaupten, daß dieſer Band
noch ſpannender iſt, als die erſten zwei Bände. Mit
größ=
tem Intereſſe verfolgen wir die letzten Ueberſchreitungen
des rieſigen Transhimalaja, den die Engländer ihrem
Entdecker zu Ehren „Hedingebirge” habecn nennen wollen.
Wir begrüßen es mit Freude, daß es deni vielbeſchäftigten
Forſcher möglich geweſen iſt, ſeine Arbeit gerade jetzt
ab=
zuſchließen, ſo daß dieſe prächtige Galbe rechtzeitig für
den Weihnachtstiſch erſcheinen konnte. Die Ausſtattung
mit bunten und einfarbigen Bildern und Photographien
und Zeichnungen des Verfaſſers iſt wieder ausgezeichnet
und ſchließt ſich aufs engſte an die erſten zwei Bände des
„Transhimalaja” an.
Der Balkankrieg.
Der Waffenſtillſtandl.
* Konſtantinoptel, 3. Dez.i Der
Waffen=
ſtillſtand zwiſchen der Türkei und BBulgarien, Serbien
und Montenegro iſt unterzcichnet worden.
Griechenland ſchloß ſich nicht an.
— Konſtantinopel, 3. Dez.! Der
Miniſter=
rat dauerte bis 7 Uhr und ſofort murden die
osmani=
ſchen Delegierten von den gefaßten Beſchlüſſen verſtän=
digt. Da mit Griechenland eine Einigung nicht zu
erzielen war, wurde der Waffenſtillſtand mit
un=
beſchränkter Dauer zwiſchen den türkiſchen und
bulgari=
ſchen, ſerbiſchen und montenegriniſchen Bevollmächtigten
unterzeichnet, und zwar kurz nach 9 Uhr.
* London, 3. Dez. Der griechiſche Geſandte
er=
klärte dem Vertreter des Reuterſchen Bureaus über die
gegenwärtig’e Haltung Griechenlands: Die
Türkei habe in letzter Zeit, kurz vor Beginn der
Verhand=
lungen über den Waffenſtillſtand, dreimal
ver=
ſucht, Griechenland von dem Balkanbündnis abtrünnig
zu machen. Dies Anſuchen ſei aber entrüſtet
zurückgewie=
ſen worden. Die Teilnahme Griechenlands an dem
Krieg ſei nicht auf die Landoperationen beſchränkt
ge=
blieben, Griechenlands Flotte war vielmehr ein
entſchei=
dender Faktor in dem Kriege, da ſie die Türkei daran
ge=
hindert hat, ihre beſten Truppen von Kleinaſien nach
Europa zu bringen. Auch der Eiſenbahnverkehr ſei durch
das Abſchneiden der Kohlenzufuhr lahm gelegt worden.
H. B. Paris, 4. Dez. Dem Matin wird aus
Tſchataldſcha berichtet: Die Griechen wollen einen
Waffenſtillſtand nicht annehmen, wenn
ihnen nicht Janina abgetreten wird. Die Türkei aber
verweigert die Uebergabe dieſer Stadt. Es heißt, ſie ſei
bereit, in den Friedensverhandlungen über die
Ueber=
gabe der belagerten Städte zu debattieren. Sie will aber
nicht, bloß um den Waffenſtillſtand zu erreichen, auf dieſe
verzichten. Die Bulgaren, Serben und Montenegriner
ſind in dieſem Punkte mit den Türken einig. Sie haben
denn auch ohne die Griechen den
Waffenſtill=
ſtandsvertrag unterzeichnet, ſo daß die
Tür=
kei heute nur noch mit Griechenland auf dem Kriegsfuße
ſteht. Eine Balkan=Konferenz wird allernächſtens, und
zwar, wie es wiederum heißt, doch in London
abgehal=
ten werden und in dieſer Konferenz wird auch über die
Friedensbedingungen verhandelt werden.
H. B. Sofia 4. Dez. Die Haltung
Grie=
chenlands hat hier böſes Blut gemacht. Der Austritt
Griechenlands aus dem Balkanbund gilt als
unvermeid=
lich. Die Blätter fordern dafür Rumänien auf, an Stelle
Griechenlands einem Balkanbunde beizutreten.
* Sofia, 4. Dez. (Meldung der Agence Bulgare.)
Der Waffenſtillſtand wurde geſtern abend 8 Uhr
in Tſchataldſcha unterzeichnet, und zwar nach dem von
Danew vorgeſchlagenen Text, der folgende
Bedin=
jgungen feſtſetzt:
1. die kriegführenden Heere bleiben in ihren
Stel=
lungen;
2. die belagerten Feſtungen werden nicht neu
verpro=
viantiert;
3. die Zufuhr von Lebensmitteln für die bulgariſche
Armee wird über Adrianopel und das Schwarze Meer
geſchehen, und zwar vom zehnten Tage nach Abſchluß des
Waffenſtillſtandes ab:
4. die Friedensverhandlungen werden am 13.
De=
zember in London beginnen.
* Konſtantinopel, 4. Dez. Der Abſchluß
des Waffenſtillſtandes ohne
Griechen=
land bedeutet nach hieſiger Auffaſſung das Ende des
Balkanbundes. Man geht in militäriſchen Kreiſen ſogar
ſoweit, zu behaupten, daß nunmehr eine gemeinſame
Aktion der Türkei und der drei Balkan=Verbündeten
gegen Griechenland in Saloniki zu erwarten ſei.
Sonſtige Meldungen.
* Konſtantinopel, 4. Dez. Nachdem die
funken=
kelegraphiſche Verbindung mit Adrianopel lange Zeit
unterbrochen war, iſt ſie nunmehe wiederhergeſtellt. Der
Kriegsminiſter hat geſtern eine Funkſpruchmeldung von
dem Platzkommandanten erhalten, welche ankündigte, daß
er genügend Lebensmittel und Munition beſäße und daß
der Widerſtand noch für einen Monat möglich
ſei. Das Großweſirat veröffentlichte um Mitternacht ein
Funkentelegramm des Kommandanten, das geſtern
auf=
gegeben und nachmittags 2 Uhr 37 Min, hier eingetroffen
iſt. Es wird darin gemeldet, daß in der vergangenen
Nacht im Weſten ein unbedeutender Gewehrkampf
ſtatt=
gefunden habe, und daß um Mitternacht ein ſchwaches
Bombardement erfolgt ſei, welches keine Wirkung
aufge=
wieſen habe. Um 2 Uhr nachmittags dauerte ein
unbe=
deutendes Artilleriefeuer auf der ſüdlichen Seite an.
Hin=
zugefügt wird in der Depeſche, daß mit Unterſtützung des
Allmächtigen die Garniſon in der Verteidigung
Adriano=
pels bis zum Ende ausharre.
— Semlin, 3. Dez. Die Belgrader politiſchen
Kreiſe beſchäftigt ein angeblich militäriſches
Ab=
kommen zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und
Rumänien als Ergebnis der Peſter Reiſe des
Armee=
inſpekteurs von Hötzendorff. Danach ſoll im Falle eines
Krieges mit Serbien Rumänien den erſten Angriff gegen
Serbien unternehmen. Die ſerbiſche Verteidigungsfront
wird, falls dieſe Nachricht ſtimmen ſollte, eine ſehr
be=
trächtliche Ausdehnung erfahren, noch dazu, daß es im
Kriegsfalle auf die Hilfe Bulgariens nicht rechnen kann,
weil König Ferdinand für einen ſolchen Fall bereits die
volle Neutralität Bulgariens Oeſterreich=Ungarn zugeſagt
habe. (?)
* Sofia, 3. Dez. Der König empfing vorgeſtern
in Kirk=Kiliſſe den General Yaverr Paſcha, den
Komman=
danten der beiden bei Merhemly gefangenen
Redif=
truppen, ſehr liebenswürdig. Der König gab Yaver
Paſcha ſeinen Degen zurück und ermächtigte ihn, ſeinen
Aufenthaltsort in Bulgarien zu wählen, wo es ihm
be=
liebe. Ein Teil der Offiziere und der Kriegsgefangenen
bleiben bei Stara=Zagora, der andere wird nach Pazardjik
gebracht. Yaver Paſcha erwählte Sofia als ſeinen
Aufent=
haltsort.
Letzte Nachrichten.
H. B. Wien, 4. Dez. Von maßgebender Seite wird
folgendes verlautbart: In den Kreiſen des Auslandes wird
viel von einer eingetretenen Entſpannung geſprochen.
Das iſt aber nur teilweiſe richtig, inſoweit nämlich, als es
ſich auf die allgemeine europäiſche Lage bezieht. Es trifft
aber keineswegs bezüglich Oeſterreich=Ungarn
und ſeiner Differenzen mit Serbien zu. In Belgrad
macht man keinen Hehl daraus, den Anforderungen Wiens
nicht zu entſprechen. Man darf nicht vergeſſen, daß auch
Oeſterreich=Ungarn ſich durchaus keinen Termin
vorſchrei=
ben laſſen kann und darf, zu welchem es die
Geltendmach=
ung ſeiner Anſprüche erfüllt ſehen will. Die Entwickelung
der Dinge in Belgrad geht nicht immer durchaus ſachlich
vor. Schon aus pieſem Grunde kann ſich Oeſterreich=
Ungarn nicht binden, wann es die Erledigung der
Streit=
frage vollzogen ſehen will. Auch eine Botſchafter=
Kon=
ferenz könnte in dieſer Sache nicht mitſprechen, denn ſie
würde kein Recht dazu haben, in der ſerbiſchen
Angelegen=
heit zu entſcheiden.
H.B. Sofia, 4. Dez. Der Waffenſtillſtand
wurde von den bulgariſchen Bevollmächtigten im Namen
von Bulgarien, Serbien und Montenegro unterzeichnet.
Griechenland hat ſich eine Friſt von 24 Stunden
für den Beitritt zum Protokoll vorbehalten. Im Falle
des Nichtanſchluſſes wird die griechiſche Regierung dennoch
an den Friedensverhandlungen teilnehmen.
Darmſtadt, 5. Dezember.
g. Schwurgericht. Der gewerbsmäßigen Wilderei
bezw. der Körperverletzung eines Forſtbeamten, die den
Tod zur Folge hatte, ſtanden geſtern der 56jährige
Land=
wirt Georg Sponagel, deſſen 25jähriger Sohn Karl
Sponagel, Keſſelſchmied, und der 37jahrige Maurer
Anton Ebert ſämtlich aus Heddesheim, vor dem
Schwurgericht. Alle drei Angeklagten ſind verdächtig, am
8. September die Jagd durch Buſchieren in der
Gemark=
ung Viernheim ausgeübt zu haben. Sie hatten ſich am
Morgen des 8. September von Heddesheim nach
Viern=
heim begeben. Nachdem ſie die Chauſſee Viernheim-
Muggenſturm überſchritten hatten, gingen ſie einen
Feld=
weg zum ſogenannten Neuzer Waſſerloch entlang. Hier
wurden die drei von dem Feldhüter Ecker von ſeinem
dort gelegenen Hauſe aus beobachtet. In der Annahme,
daß es ſich um Wilddiebe handele, begab er ſich hinaus,
um die Perſonalien feſtzuſtellen. Als die drei den
Feld=
ſchütz kommen ſahen, nahm der Angeklagte Karl Sponagel
ſeine Piſtole und gab einen Schuß auf Ecker ab, der jedoch
nicht traf. Beim zweiten Schuß legte er zum Schießen
die Piſtole auf die Schulter eines Genoſſen. Doch auch
dieſer Schuß ging glücklicherweiſe fehl. Nun legte
Spo=
nagel zum dritten Male an; er legte hierbei ſeine Piſtole
auf die Zweige eines Bäumchens. Diesmal traf der
Schuß aus etwa 60 Meter Entfernung den Ecker in den
Unterleib. Dieſer gefährlichen Verletzung erlag Ecker nach
inigen Tagen trotz ſofort vorgenommener Operation.
Der Angeklagte Georg Sponagel, der nur mit einigen
Geldſtrafen vorbeſtraft iſt, gibt an, ſie ſeien an dem Tage
nach dem Neuzer Waſſerloch zum Fiſchen gegangen.
Ge=
wildert habe er nicht. Auf den Vorhalt, Zeugen hätten
bei ihm Haſenſchlingen geſehen, gibt er an, er habe die
Schlingen nur in der Taſche gehabt, aber niemals
Ge=
brauch davon gemacht. Er habe ſeinem Sohn dringend
abgeraten, zu ſchießen. Der Sohn Sponagel ſagt aus, er
wollte den Schützen nur abſchrecken. Aufgelegt hat er ſeine
Piſtole beim Schießen nicht. Er habe Aepfel, die er auf der
Viernheimer Chauſſee aufgeleſen hatte, im Ruckſack
ge=
habt, deshalb habe er den Schützen von ſeiner
Verfolg=
ung abbringen wollen. Gewildert haben ſie nicht. Den
Feldſchützen haben ſie erkannt. Der ſchon öfter wegen
Gewalttätigkeit vorbeſtrafte Angeklagte Ebert ſtellt das
Wildern in Abrede; er glaube nicht, daß Sponagel den
Schützen treffen wollte. — Vertreter der Anklage iſt
Ge=
richtsaſſeſſor Dr. Callmann, Verteidiger
Rechtsan=
walt Bendheim. Es ſind 25 Zeugen und vier
Sach=
verſtändige geladen. Da die Verhandlung eventuell
noch einen zweiten Tag dauern kann, wurde ein
Erſatz=
geſchworener ausgeloſt. Ein Sachverſtändiger hat
Schieß=
verſuche mit der Piſtole vorgenommen und gibt an, daß
auf 80 Meter Entfernung ein ſtarkes Brett noch glatt
durchſchlagen wird. Gerichtschemiker Dr. Popp=
Frank=
furt gibt ſein Gutachten dahin ab, daß in dem Ruckſack
des jungen Sponagel Haare gefunden wurden, die
zweifel=
los von Haſen oder auch von großen Kaninchen ſtammen.
Da Blutflecke nicht nachzuweiſen waren, ſei anzunehmen,
daß ſich ein Schlingenhaſe im Ruckſack befunden habe. —
Der Feldſchütze Ecker war zwar nicht auf den Forſtſchutz,
ſondern nur auf den Feldſchutz verpflichtet, hatte aber
nach der Inſtruktion auch Forſtdelikte zur Anzeige zu
bringen, ſo daß gegen den Karl Sponagel zweifellos die
ſchärferen Beſtimmungen des § 118 in Anwendung zu
bringen ſind. Der durch den dritten Schrotſchuß ſchwer
verletzte Ecker, der ſich noch bis in ſeine Wohnung
ſchlep=
pen konnte, von wo er nach dem Mannheimer
Kranken=
haus transportiert wurde, hat durch ſeine Ausſagen den
Angeklagten Karl Sponagel noch äußerſt ſchwer belaſtet.
Er konnte noch angeben, daß er genau geſehen habe, wie
Sp. beim erſten Schuß bereits zielte, beim zweiten Schuß
habe er die Piſtole auf die Schulter des größten von den
Dreien gelegt, und beim letzten Schuß, als der Vater
Sponagel und Ebert bereits weit fort waren, hat er die
Piſtole auf die durch abgeſchnittene Zweige gebildete
Gabel eines Pappelbäumchens gelegt. Durch den
Augen=
ſchein wurde auch feſtgeſtellt, daß an der Tatſtelle an dem
Rande eines kleinen Tümpels abgeſchnittene Bäumchen
ſtehen. Ein Zeuge bekundet, daß die drei Angeklagten
unmittelbar nach der Tat in ſeine Wirtſchaft kamen und
dort ziemlich rohe Aeußerungen machten, wie: Eckert habe
ſich das ſelbſt zuzuſchreiben. Ihm ſei das aufgefallen,
obgleich er noch nichts von dem Vorfall wußte. Weitere
Zeugen ſagen aus über eine Strafverhandlung gegen
Sponagel Vater wegen Wilderei, die mit deſſen Freiſpruch
endete, anſcheinend aber nur wegen Mangels eines
direk=
ten Beweiſes.
Im Laufe der Zeugenvernehmung gab der Angeklagte
Karl Sponagel zu, beim dritten Schuß die Piſtole auf
das Bäumchen gelegt zu haben. Dem Kriminalkommiſſar
Daniel antwortete der alte Sponagel bei der Hausſuchung,
der alte Eſel ſei ſelbſt daran ſchuld. — Der als
Sachver=
ſtändiger geladene Medizinalrat Bezicksarzt Dr. Zix
aus Mannheim hat die Leiche des Ecker ſeziert und kommt
zu folgendem Ergebnis: Durch den Schuß wurde der
Dünndarm dreimal durchſchoſſen; zweimal war eine
Aus=
ſchußöffnung zu finden einmal nicht. Die gleich nach der
Einlieferung erfolgte Operation, bei der die Verletzungen
genäht wurden, verlief glücklich und die Heilung machte
Fortſchritte. Da traten plötzlich Zeichen von
Lungenent=
zündung auf und am 23. September ſtarb Ecker. Es
er=
gab ſich, daß die Lunge eiterige Entzündungen aufwies,
worauf der Tod zurückzuführen ſei. Von dem vor der
Operation in der Bauchhöhle angeſammelten
Entzünd=
ungsſtoff ſei zweifellos durch den Blutkreislauf die Lunge
infiziert worden. Es ſei der Tod alſo die Folge jener
Schußverletzung.
Den Geſchworenen wurden 14 Schuldfragen vorgelegt.
Um halb 11 Uhr wurde der Wahrſpruch der Geſchworenen
dahin verkündet: der Angeklagte Karl Sponagel wird
der vorſätzlichen Körperverletzung mit tödlichem Erfolg
des Beamtenwidenrſtandes und der gemeinſamen
wider=
rechtlichen Ausübung der Jagd für ſchuldig befunden.
Die Frage nach mildernden Umſtänden wurde verneint.
Die beiden übrigen Angeklagten wurden der gemeinſamen
nichtgewerbsmäßigen Wilderei für ſchuldig befunden. Der
Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten Karl
Sponagel 6 Jahre 1 Monat Zuchthaus und
5 Jahre Ehrverluſt, gegen Georg Sponagel und Anton
Ebert je 6 Monate Gefängnis. Das Gericht
er=
kannte gegen Karl Sponagel auf 6 Jahre
1 Monat Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverluſt, gegen
Georg Sponagel auf 6 Monate Gefängnis
und gegen Ebert auf 6 Monate Gefängnis.
g. Ein kleineres Schadenfeuer entſtand geſtern abend
im Hauſe Bleichſtraße 1. Die herbeigerufene Feuerwehr
brauchte nicht erſt in Tätigkeit zu treten, da bereits jede
Gefahr beſeitigt war.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 4. Dez. Die
Anweſenheitsgelder=
kommiſſion des Abgeordnetenhauſes trat
geſtern abend in die zweite Leſung des Antrages v.
Dit=
furth ein, der das Geſetz, betreffend Reiſekoſten und
Diäten der Abgeordneten vom 24. Juli 1876,
aufheben und die Angelegenheit nach dem Grundſatze der
Freifahrkarten und Anweſenheitsgelder neu regeln will.
Ein Kommiſſar des Miniſteriums des Innern erklärte,
die Staatsregierung beabſichtige nicht, in dieſer Tagung
einen entſprechenden, Geſetzentwurf einzubringen. Ein
Antrag aus der Kommiſſion, daß der Geſetzentwurf noch
in der laufenden Tagung von der Staatsregierung
einge=
bracht werde, wurde mit 11 gegen 9 Stimmen
angenom=
men. Der erſte Abſatz des Antrages Ditfurth auf
Auf=
hebung des Geſetzes von 1876 wurde mit 12 gegen 9
Stim=
men angenommen, der die Gewährung der Reiſekoſten
und der Diäten neu regelt. Der Antrag, daß die
Freifahrtkarten für die ganze Monarchie und die ganze
Legislaturperiode gewährt werden ſollen, wurde mit 12
gegen 9 Stimmen angenommen, der auf geſetzliche
Ein=
führung von Anweſenheitsgeldern mit 14 gegen 7 Stimmen
abgelehnt.
* Straßburg, 4. Dez. Vom Grafenſtadener
Schöffengericht wurde der Verleger des Illkirch=
Grafenſtadener Anzeigers, Kempf, wegen Beleidigung von
Lehrern der Fortbildungsſchule der Elſäſſiſchen
Maſchinen=
fabrik in Grafenſtaden zu 50 Mark Geldſtrafe oder 10
Tagen Gefängnis verurteilt. Es wurde gleichzeitig auf
Veröffentlichung des Urteils im Illkirch=Grafenſtadener
Anzeiger, in den Straßburger Neueſten Nachrichten und
im Elſäſſer erkannt. Die Beleidigungsklagen des Verlegers
Kempf gegen den verantwortlichen Redakteur Sible vom
Nouvelliſte und gegen den Journaliſten Bourſer mußten
vertagt werden, ebenſo eine Anzahl
Privatbeleidigungs=
klagen, die gegen Kempf angeſtrengt worden waren und
die eine weitere Beleuchtung zu den Vorgängen in
Gra=
fenſtaden bieten ſollten.
* Paris, 4. Dez. Ueber den am 24. und 25.
Novem=
ber über Nordweſt=Madagaskar
hingegange=
nen Zyklon wird weiter gemeldet: In Noſſi Bé
wur=
den viele Schiffe und die Hafenanlagen ſchwer beſchädigt.
20 Eingeborene ſind in Noſſi Bé ums Leben gekommen.
Die Umgebung von Noſſi Bé hat beſonders ſtark gelitten.
Zahlreiche Dörfer ſind zerſtört, die Ernte verloren. In
Ambilobé und Umgebung waren über 1000 Hütten
zer=
ſtört worden; die öffentlichen Gebäude ſind eingeſtürzt.
Die Ortſchaft Seſſy mit 400 Hütten iſt vollſtändig vom
Erdboden verſchwunden. Große Verheerungen hat der
Zyklon in Diego und Antſirane angerichtet, wo 80
Ein=
geborene umgekommen ſind. Der Geſamtſchaden wird
auf 10 Millionen geſchätzt.
* Santiago de Chile, 4. Dez. Der Finanzminiſter
er=
klärte, daß die Regierung und der Senat Mittel in
Er=
wägung zögen, um außerordentliche Kredite
durch den Verkauf von fiskaliſchen Ländereien in den
Haupthafenſtädten Chiles zu erhalten. Die Kredite ſollen
dazu dienen, Verbeſſerungsarbeiten nach einem von der
Kammer vorzuſchlagenden Plan in dieſen Häfen
vorzu=
nehmen.
* Rio de Janeiro, 4. Dez. Unterſtaatsſekretär des
Aeußern, Eneas Martius wurde zum Präſidenten
des Staates Pera gewählt.
Eine glückliche Familie!
Urkunde vom 25. Juni 1912. Infolge eines ſchweren
Magenleidens war ich ſehr abgemagert u. verwandte daher
zur Kräftigung Bioſon; ſchon nach 14 tägigem Gebrauch
fühlte ich mich bedeutend wohler u. kräftiger, mein Ausſehen
hat eine weſentliche Beſſerung erfahren, das Eſſen ſchmeckt
mir wieder. Mein 14 jähriges Töchterchen war vor kurzem
an einem ſchweren Magenkatarrh erkrankt und hatten wir
ſie, da ſie ſehr ſchwach war, ſchon faſt aufgegeben. Wir
gaben ihr nun zur Stärkung täglich 2—3 Mal Bioſon
und wurde ſie dadurch ſo gekräftigt u. widerſtandsfähig,
daß ſie die Krankheit überſtehen konnte. Auch mein Mann u.
meine anderen Kinder haben ſich ſo an Bioſon gewöhnt, daß
ich es in meinem Haushalt nicht mehr ausgehen laſſen kann.
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Aus dem Geſchäftsleben.
Originelle Weihnachtsdekoration. In
ihrem Schaufenſter am Markt hat die Firma Gebrüder
Rothſchild, ähnlich wie in früheren Jahren, eine
wirk=
lich anſprechende Weihnachtsdekoration entſtehen laſſen.
In origineller Art ſtellt dieſelbe eine „Kirchweihe in
Oberheſſen” dar. Im Kreiſe drehen ſich 6 Pärchen, dabei
ſpielt eine Kapelle zum Tanz auf. Zur ganzen Dekoration
ſind ca. 70 Puppen, in oberheſſiſche Tracht gekleidet,
ver=
wandt. Lauben, in denen ſich Puppen=Pärchen
auf=
halten, ein Maienbaum, der Feſtplatz, auf dem ſich
weitere Oberheſſen und Oberheſſinnen tummeln, im
Hintergrund die Kirche und das Gaſthaus „Zur ſchönen
Ausſicht” (ſelbſt der Wirt fehlt nicht), ein weiteres
Ge=
bäude, ſowie ein hübſcher Hintergrund gibt dem Bilde
ein großes Ganze. Die wirklich großſtädtiſche
Aus=
ſtellung dieſes Erkers ſowohl, als auch aller übrigen
Schaufenſter, zeugt mit von der Leiſtungsfähigkeit der
Firma Rothſchild.
Ein internationales Kulturdenkmal,
wie es die Welt vordem noch nie geſehen hatte, war die
„Internationale Hygiene=Ausſtellung‟ Dresden 1911.
Erinnerungen an dieſe große Weltausſtellung werden
wachgerufen durch eine Duplikaturkunde, die in einem
Schaufenſter der hieſigen „Chaſalla”=Schuhgeſellſchaft
m. b. H., Rheinſtraße 12½, ausgeſtellt iſt. Die Urkunde
beſtätigt das, was bereits bekannt geworden iſt, nämlich
die Verleihung der „Goldenen Medaille” für
den „Chaſalla=Normalſtiefet” und für die
„Chaſalla=Fußgelenkſtütze” mit .Ferſenkorb“
Eine Preisliſte der Offenbacher Pelzwarenſabritk
u
Leonhard Hitz, deren Hauptverkaufsräume
ſich in Frankfurt a. M., Roßmarkt 15, befinden, liegt
unſerer heutigen Auflage bei. Die überſichtliche
Anord=
nung der einzelnen Fellarten und genauen Angaben der
Größenverhältniſſe machen dieſe Preisliſte zu einem
guten Ratgeber beim Pelzeinkauf. Da die Firma
Leonhard Hitz in erſter Linie nur die in eigener
Groß=
kürſchnerei hergeſtellten Waren zum Verkauf bringt,
kann ſie Garantie für Preiswürdigkeit und Güte ihrer
Fabrikate übernehmen.
(24914
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Batavia”, von Boſton und Baltimore
kommend, 3. Dez. 1 Uhr 30 Min. morgens in Hamburg.
„Calabria”, von Galveſton kommend, 2. Dez. 5 Uhr
30 Min. nachm. in Hamburg, „Schwarzburg” 1. Dez.
6 Uhr 30 Min. morgens von Port Arthur nach
Ham=
burg. „Cleveland”, erſte Weltreiſe, 30. Nov. 2 Uhr
nachm. in Kalkutta.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute früh entſchlief ſanft und unerwartet
mein unvergeßlicher, innigſtgeliebter Gatte, mein
einziger, herzensguter Sohn, unſer lieber
Schwiegerſohn, Schwager, Neffe und Vetter
Herr Ludwig Hahn
(24951
im Alter von 38 Jahren.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Jeannette Hahn, geb. Schmidt,
Margarete Hahn, geb. Scharmann.
Darmſtadt, den 4. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 6. Dez.,
nachmittags ½ 3 Uhr, vom Sterbehauſe
Wie=
nersſtraße 93 aus, ſtatt; die Einſegnung eine
Viertelſtunde vorher.
Von Kondolenzbeſuchen bittet man abſehen
zu wollen.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute vormittag entſchlief nach langem,
ſchwerem Leiden unſer lieber Vater,
Schwieger=
vater, Großvater, Onkel und Schwager
Herr
Ferdinand Schmitt
Schneldermeister
im Alter von 74 Jahren.
(*13453
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 4. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Freitag, den
6. Dezember, vormitt. 11 Uhr, von der
Leichen=
halle des Darmſtädter Friedhofes aus.
Danksagun
Für die vielen wohltuenden Beweise
herzlicher Teilnahme bei dem
Heim-
gange unserer lieben Mutter sagen
tief-
empfundenen Dank
(24929
im Namen der trauernden Minterbliebenen:
Carl Doerr und Kinder.
Nieder-Ramstadt, im Dezember 1912.
Amtlicher Wetterbericht.
Oefſentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber den Alpen und Süddeutſchland liegt der Kern
eines Hochdruckgebietes, während ſich die isländiſche
Zykione dem Feſtlande etwas genähert hat. Randwirbel
beeinfluſſen ſchon die Nordſeeküſte. Bei uns iſt das
Wetter vielfach dunſtig. Die Temperaturen liegen in
Süd= und Mitteldeutſchland unter dem Gefrierpunkt, um
nach der See zu bis zu 4 und 5 zu ſteigen. Wir
werden morgen etwas mehr unter den Tiefdruckeinfluß
kommen.
Ausſichten für Donnerstag, den 6. Dezember:
Allmähliche Zunahme der Bewölkung, ſpäter leichte
Niederſchläge, etwas milder.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. C), Anfang 7½ Uhr: „Die
fünf Frankfurter”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert des Violinvirtuoſen Joan de Manén um
8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard
Wag=
ner=Verein).
Verſammlung der Vereinigten Geſellſchaft um 7 Uhr
in den oberen Geſellſchaftsräumen.
Monatsverſammlung des Gartenbau= Vereins
um 8 Uhr im „Kaiſerſaal”.
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Rummelbräu um
8 Uhr. — Bürgerkeller um 8 Uhr.
Bücher= uſw. Ausſtellung im Rathaus (geöffnet
von 4—7 Uhr).
Ausſtellung der Gewinne der St. Eliſabethen=
Lotterie Wilhelminenplatz 9 (geöffnet von 10—1 und
2—4 Uhr).
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Von
der Hofjagd in Springe: der deutſche Kaiſer im
Ge=
ſpräch mit dem Erzherzog Franz Ferdinand von
Oeſter=
reich; zum Fall Prohaska; Mannſchaften vom
Panzer=
kreuzer „Goeben” als Wache im deutſchen
Botſchafts=
gebäude in Konſtantinopel; von den Kämpfen um die
Tſchataldſchalinie: türkiſche Schützen erwarten einen
bulgariſchen Vorſtoß in den Schützengräben bei
Hademkoej.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 6. Dezember.
Pferde=Verſteigerung um 10 Uhr in der
Train=
kaſerne (Eſchollbrückerſtraße).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftoleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Wer ist dagegen und wer ist dafür?
1. Der Konsument ist dagegen, denn er ist mit den bisher für Petroleum geforderten Preisen erwiesenermassen durchaus zufrieden,
2. Der Händler ist dagegen, denn, wie uns nahezu 150000 Händler im Deutschen Reiche schriftlich bestätigt haben, wünschen sie
keine Aenderung der bestehenden Verhältnisse.
3. Der Kannenhändler ist dagegen, denn er befürchtet von dem Monopol seinen geschäftlichen Ruin.
4. Viele Tausende von Angestellten, Kutschern und Arbeitern, Agenten und Vertretern der jetzigen Gesellschaften sind
dagegen, denn sie befürchten den Verlust ihrer Existenz.
5. Sämtliche Importgesellschaften mit Ausnahme des Konzerns der Deutschen Bank, sind dagegen, denn abgesehen von den ihnen
drohenden pekunjären Nachteilen sind sie überzeugt, dass das Monopol ein Fehlschlag sein wird.
6. Die Vertreter der Hansestädte im Bundesrat, die überwiegende Mehrzahl der Handelskammern und zahlreiche sonstige
kaufmännische Korporationen, also gerade diejenigen Organe, die am besten ein kompetentes Urteil sich bilden
können, sind dagegen, denn sie glauben nicht an die Durchführbarkeit des Monopols.
Also wer bleibt dafür? Nur die Deutsche Bank und die ihr gehörenden Gesellschaften.
Lohnt sich dafür wirklich das mit dem Monopol verbundene Risiko, die damit verknüpften enormen Umwälzungen der bestehenden
Verhältnisse und die zweifellose Belastung des deutschen Volkes?
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ſagende Zuſchriften ſtehen jederzeit zur Verfügung.
tes hin unſer Kind nach Darmſtadt ins Krankenhaus brachten. fühlte ſie ſich wieder völlig geſund.
herausgenommen. Nach ¾ Jahr heilte der Fuß zu. Beim
eintrat und der Arzt uns wiederholt riet, den Fuß oder
das Unterbein abnehmen zu laſſen, entſchloſſen wir uns,
es einmal mit den viel empfohlenen Dun=Präparaten zu
verſuchen. Wir hatten, Gott ſei Dank, beſten Erfolg. Der
und geſund und die Wunde geſchloſſen.
Roßdorf, 6. II. 1910.
Dunpillen ſind eine Wohltat für die Nerven und gegen
Schlafloſigkeit. Die Dunzäpfchen gegen Homorrhoiden und
harten. Stuhl, die Dunſalbe gegen Rheumatismus und
ich ohne Unterbrechung weiter
Frau Dr. Schäfer, Straßburg.
das Schlimmſte befürchtete. Durch Auflegen von Dun= Darmſtadt, 3. Juni 1910.
EinE WollETA
Meine Tochter Kätchen verletzte ſich vor 2 Jahren den! Pflaſter auf den Leib und öfteres Einnehmen von
Dun=
rechten Fuß unterhalb des Knöchels. Der Fuß wurde Pillen war ſie nach wenigen Stunden aus aller Gefahr waren von außerordentlicher Wirkung und habe ich meinem
ſchlimmer und ſchlimmer, ſodaß wir auf Anraten des Arz= und bereits nach 8 Tagen wieder auf. Nach 3 Wochen 6jährigen Jungen ein Drüſengeſchwür (das im Entſtehen
Dort wurde Knochentuberkuloſe feſtgeſtellt und ein Knöchel! Forſthaus Eiſernhand bei Ober=Ramſtadt. W. Hoffmann. kam. Wegen desſelben Leideps mußte ich den Knaben vor
Gerne teile ich Ihnen mit, daß mein kleiner Albert, 2 Jahren 18 Tage lang in ein Krankenhaus in Operation
Verlaſſen des Krankenhauſes wurde uns vom dortigen als er kaum ¾ Jahr alt war, durch Behandlung mit und Behandlung geben.
Arzt mitgeteilt, daß der Fuß oder das ganze Unterbein Ihrer Dun=Salbe innerhalb 8 Tagen von Keuchhuſten,
abgenommen werden müßte, wenn die Wunde wieder der ihn bereits 4 Wochen lang gequalt hatte, befreit wurde. geworden und habe ich es ſchon oft empfohlen und auch
aufbrechen ſollte. Als nach 5 Monaten der Fall wirklich Auch bei Katarrhen, Fieber und Brandwunden hat mir an Bekannte geliehen und wurden dort gleichfalls gute
Ihr Dun=Präparat vorz. Dienſte geleiſtet,
Darmſtadt, 15. 8. 1909.
Frau A. Melchior.
Maſern. Mein kleiner Hugo erkrankte an Maſern ſo
Eiter wurde durch die Dun=Salbe raſch aus der Wundeſchwer, daß er im Fieber irre redete und wir das Zschias und hochgradiger Nernnſtät an. und behandelte
herausgezogen, die Anſchwellung verſchwand, der Fuß Schlimmſte befürchteten. Er war am ganzen Körper ſo rot mich zuerſt Dr. Sch. ohne Erfolg. Dann kam ich ins
bekam bald wieder ſeine natürliche Farbe und heute iſt! wie ein Krebs und zeigte ſich die Krankheit beſonders hef= Krankenhaus nach Worms, aus dem ich ebenfalls ungeheilt
unſer Kätchen, das zuvor ſchlecht ausſah, wieder friſch tig an den Augen. Da ich Dun=Präparate ſchon öfter entlaſſen wurde. Hierauf wurde durch das
Invalidenver=
mit beſtem Erfolge angewandt hatte, rieb ich ihn am gan= ſicherungsamt ein Heilverfahren in einer Heilſtätte zu
Georg Friedrich Gunkel.zen Körper mehrmal mit Dun=Salbe ein und gab ihm Darmſtadt eingeleitet und dort alles mögliche angewandt.
Dun=Pillen. Der Erfolg war der, daß das Fieber raſch ab= Bei größter Ruhe linderte ſich mein Schmerz, aber bei der
Nervoſität, Hämorrhoiden und Rheumatismus. Die nahm und Hugo nach etwa 3 Tagen wieder geſund wer=
Darmſtadt.
Als Krankenpflegerin mit faſt 30jähriger Dienſtzeit beſſer und heute nach dreiwöchigem Gebrauch, finde ich
Reißen. Ich nahm dieſe Präparate nur ½ Jahr lang würde ich mich wohl hüten, ein Heilmittel zu empfehlen, mich körperlich wie geiſtig wohl, und habe ich wieder einen
und habe jetzt wieder Luſt am Leben. Die Pillen nehme von deſſen Vorzügen und völliger Unſchädlichkeit ich mich ſehr guten Schlaf. Auch gegen mein Hütmorrhoidalleiden
nicht zuvor überzeugt hätte. Ich habe vielfach Gelegen= haben mir Ihre Dun=Präparate vortrefflich geholfen und
heit gehabt, zu ſehen und zu hören, daß die Dun=Präpa= ſage ich Ihnen hiermit, daß mir nichts anderes geholfen hat.
rate mit nie verſagendem Erfolg bei offenen Wunden, Ka=
Knochenhautentzündung. Aus freiem Antriebe teile ich tarrhen, Leberleiden, Brandwunden, Rheumatismus, Js=
Ihnen hierdurch mit, daß mich Ihre Dun=Salbe von einer chias, Lungen= und Rippenfellentzündung, Blinddarm= und
ſchmerzhaften Knochenhautentzündung in wenigen Tagen Bauchfellentzündung u. a. angewandt wurden. Mir ſelbſt ſchrieb am 18. Mai 1909: In die Salbe ſind die Kranken
geheilt hat. Ich bemerke dabei, daß ich das vortreffliche haben die Dunſalbe und Dunpillen gegen Rheuma und einfach verrückt. Ich habe einige ſehr ſchöne Heilerfolge
Heilmittel leider erſt anwandte, nachdem ich bereits wochen= Anſchwellung der Beine treffliche Dienſte geleiſtet, und ich mit der Salbe bei Knochentuberkuloſe, Flechten,
Geſchwül=
lang gelegen und gelitten hatte. Darmſtadt. Frau E. Frank. hin überzeugt, daß nur ſie allein mir das Leben gerettet ſten und Fiſteln. Durch die Pillen eineſt auffallenden Er=
Bauchfellentzündung. Meine Tochter Minchen war haben, als ich kurz vor Weihnachten von einem ſchweren folg bei Nierenſteinen.
ſo ſchwer an Bauchfellentzündung erkrankt, daß der Arzt Schleim=Schlaganfall getroffen worden war.
Bestandteile: Cerat. resin. pini 25; Cerat. Cetacci 25; Ol. Jecor Aselli 15; Cer. Flav. 15; Bals. Canad. 2; Mirrha 0,5; Seb. cerv. filtr. 15; Vitchll. ovi 25. — OI.
für Kranke und Geſunde ſind Dun= Salbe
(1.30),=Pillen (1.30) und Zäpfchen (2.00).
Proſpekte und kliniſch=therapeutiſche
Abhand=
lung koſtenfrei durch die Fabrik Hans
Heiss, Darmstadt, Roßdörferſtraße 22.
Die im April von Ihnen bezogenen Dunpräparate
war) geheilt, ſodaß die Eiterung gar nicht zum Ausbruch
„Dun” iſt bei uns zu einem unentbehrlichen Heilmittel
Reſultate erzielt.
Lengfeld i. O., 1. 12. 1910.
Wilh. Heuß II.
Meine Leidenszeit fing 8 Wochen vor Weihnachten mit
kleinſten Anſtrengung kam er immer wieder. Erſt nach An=
Frau A. Melchior, wendung Ihrer Dun=Präparate wurde ich mit jedem Tag
Monsheim (Rheinheſſen).
Gg. Scheuermann.
Herr Guillermo Alter, Naturarzt in Buenos Aires,
Nur in Apotheken zu haben loder durch Ver=
K. S. mittlung der Fabrik.
(1480a
Arach. 6; Ol. Jecor Aselli 12; Cerat. res. pini 19: Cer. Flav. 12; Bals. Canad. 1,5: Cerat. Cetacci 2; Seb. cerv. filtr. 12; Vitell. ovi 12.5. Rad. lig. 23.−
Corat. res. pini 25; Cerat. 4,5; Mirrha 0.5; Vitell. ovi 20; Cerat. Cetacci 25; Ol. Jecor Aselli 15: Mel. 5: Bals. Canad. 2; Seb. cerv. filtr. 4
Bekanntmachung.
Durch die Kaiſerliche Verordnung vom 8. November 1912 iſt das
Verſicherungs=
geſetz für Angeſtellte in ſeinem ganzen Umfang mit dem 1. Januar 1913 in Kraft
geſetzt worden.
Was die Befreiung von der Verſicherungspflicht betrifft ſo heben wir die
unten abgedruckten §§ 9 und 14 des Geſetzes hervor. Oberſte Verwaltungsbehörde
im Sinn des § 9 iſt Großh. Miniſterium des Innern.
Soweit Befreiungsanträge zu ſtellen ſind, empfehlen wir, dieſelben alsbald bei
der genannten Behörde einzureichen.
Darmſtadt, den 30. November 1912.
(24896
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
§ 9. Verſicherungsfrei ſind die in Betrieben oder im Dienſte des Reichs, eines
Bundesſtaats, eines Gemeindeverbandes, einer Gemeinde oder eines Trägers der
reichsgeſetzlichen Arbeiter= oder Angeſtelltenverſicherung Beſchäftigten, wenn ihnen
An=
wartſchaft auf Ruhegeld und Hinterbliebenenrenten im Mindeſtbetrage nach den Sätzen
einer vom Bundesrate feſtzuſetzenden Gehaltsklaſſe gewährleiſtet iſt; dabei iſt das
Durchſchnittseinkommen der betreffenden Beamtenklaſſen zu berückſichtigen.
Das Geiche gilt für die Geiſtlichen der als öffentlichsrechtliche Korporationen
anerkannten Religionsgeſellſchaften, ſowie für Lehrer und Erzieher an öffentlichen
Schulen oder Anſtalten.
Ob eine Anwartſchaft als gewährleiſtet anzuſehen iſt, entſcheidet für die
Be=
ſchäftigten in Betrieben oder im Dienſte des Reichs oder eines vom Reiche
beauf=
ſichtigten Träges der reichsgeſetzlichen Arbeiter= oder Angeſtelltenverſicherung der
Reichs=
kanzler; im übrigen entſcheidet die oberſte Verwaltungsbehörde desienigen
Bundes=
ſtaats, in deſſen Betrieben oder Dienſt die Beſchäftigung ſtattfindet oder in deſſen
Gebiet der Gemeindeverband oder die Gemeinde liegt oder der Träger der
reichs=
geſetzlichen Arbeiterverſicherung ſeinen Sitz hat. In den Fällen des Abſ. 2 entſcheidet
die oberſte Verwaltungsbehörde desjenigen Bundesſtaats, in deſſen Gebiet die
Kor=
poration oder die öffentliche Schule oder Anſtalt ihren Sitz hat.
§ 14. Der Bundesrat kann auf Antrag des Arbeitgebers beſtimmen, wie weit
§ 9, § 10 Nr. 1, 2, §§ 11 bis 13 gelten für
1. die in Vetrieben oder im Dienſte anderer öffentlicher Verbände oder von
Körperſchaften oder von Eiſenbahnen des öffentlichen Verkehrs oder als
Lehrer und Erzieher an nicht öffentlichen Schulen oder Anſtalten Beſchäftigten,
wenn ihnen mindeſtens die im § 9 bezeichneten Anwartſchaften gewährleiſtet
ſind oder ſie iediglich für ihren Beruf ausgebildet werden,
2. Perſonen, denen auf Grund früherer Beſchäftigung bei ſolchen Verbänden
oder Körperſchaften oder Eiſenbahnen, Schulen oder Anſtalten Ruhegeld,
Wartegeld oder ähnliche Bezüge im Mindeſtbetrage nach den Satzen der vom
Bundesrate feſtgeſetzten Gehaltsklaſſe (§ 9) bewilligt ſind und daneben eine
Anwartſchaft auf Hinterbliebenenfürſorge (§ 9) gewährleiſtet iſt,
3. Beamte und Bedienſtete der landesherrlichen Hof= Domanial=, Kameral=,
Forſt= und ähnlichen Verwaltungen, der Herzoglich Braunſchweigiſchen
Land=
ſchaft, der Fürſtlich Hohenzollernſchen Fideikommißverwaltung und der
ſtandesherrlichen Verwaltungen, ſowie Angeſtellte in Betrieben, für die eine
beſondere Invaliden= und Hinterbiebenenverſorgung bereits durch
reichs=
oder landesrechtliche Vorſchriften geregelt iſt.
Bekanntmachung.
Einſtellung von Dreijährig=Freiwilligen.
Die Minenabteilung in Cux havenſtellt im Frühjahr 1913 dreijährig=freiwillige
Minenmatroſen und Minenheizer ein und zwar
a) als Minenmatroſen
Seeleute, See= und Flußſchiffer, Fiſcher. Handwerker und andere Berufe,
b) als Minenheizer
Maſchiniſten und Heizer, Maſchinenbauer, Keſſelſchmiede, Kupferſchmiede,
Elektro=
techniker, Mechaniker und ähnliche Berufe. Dreijährige Zivillehrzeit und Beſtehen
einer Prüfung (Deutſch, Rechnen, Zeichnen) gibt die Möglichkeit zur Kapitulation für
die Minenmaſchiniſtenlaufbahn.
Junge Leute, die beabſichtigen, als Freiwillige einzutreten, müſſen ein Geſuch
mit einem ſelbſtgeſchriebenen Lebenslauf, ihren Zeugniſſen und einen vom
unter=
zeichneten Zivilvorſitzenden der Erſatzlommiſſion zu erbittenden Meldeſchein zum
frei=
willgen Eintritt baldigſt an das Kommando der Minenabteilung in Euxhaven
ein=
ſenden. Die ärztliche Unterſuchung wird dann durch das Bezirkskommando veranlaßt.
Darmſtadt, den 18. November 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Ich empfehle Ihnen, die vorſtehende Bekanntmachung in ortsüblicher Weiſe
zur allgemeinen Kenntnis zu bringen.
(24004a
Darmſtadt, den 18. November 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Die Faſe markt=Kommiſſion in Butzbach beabſichtigt mit dem am 11. Märs
1913 in Butzbach ſtattfindenden Faſelmarkt eine Verloſung von Vieh und
landwirt=
ſchaftlichen Geräten zu verbinden. Großh, Miniſterium des Innern hat die
nach=
geſuchte Erlaubnis zur Veranſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt,
daß bis zu 11 000 Loſe zu 1 Mark das Stück ausgegeben werden dürfen und nach
Abzug eines Betrags von 300 Mark für Prämierungszwecke mindeſtens 60 Prozent
Brutgerlöhſes aus dem Ver Mkauf
ſtänden zu verwenden ſind. Zugleich wurde der Vertrieb der Loſe im
Großberzog=
tum Heſſen geſtattet.
(24796
Bekanntmachung,
betreffend Erleichterungen der Beitragsentrichtung für Angeſtellte, die von mehreren
Arbeitgebern während des Monats beſchäftigt werden (§ 177 des Verſicherungsgeſetzes
für Angeſtellte).
Auf Grund des § 184, § 187 Abſ. 3 des Verſicherungsgeſetzes für Angeſtellte
beſtimmt die Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte mit Genehmigung des
Reichs=
kanzlers folgendes:
In Ergänzung der Nr. I B der Bekanntmachung vom 24. Mai 1912 werden
für die Beitragsentrichtung für Angeſtellte, die von mehreren Arbeitgebern während
des Monats beſchäftigt werden (§ 177 a. a. O.), folgende weitere Erleichterungen
zu=
gelaſſen:
1. An Stelle der Ueberſichten und Veränderungsanzeigen (§ 181 a. a. O.) —
vergl. Nr. I A 3 der oben angeführten Bekanntmachung — können Poſtkarten mit
dem aus der Anlage erſichtlichen Vordruck verwendet werden; Veränderungsanzeigen ſind
nur dann zu machen, wenn es ſich um den Wechſel in der Perſon der Angeſtelten handelt=
2. Für Lehrer oder Erzieher können die im Laufe eines Kalendervierteljahres
fälligen monatlichen Beiträge nach vorhergehender Anzeige an die
Reichsverſicherungs=
anſtalt zuſammen, und zwar ſpäteſtens bis zum 15. des auf das Kalendervierteljahr
folgenden Monats entrichtet werden.
Bei vierteljährlichen Beitragszahlungen ſind die Veränderungsanzeigen ſpäteſtens
bei Einſendung der Beiträge, und zwar nur dann zu machen, wenn im Laufe des
Vierteljahres ein Wechſel in der Perſon des Angeſtellten oder eine Aenderung in der
Höhe der für die einzelnen Monate fälligen Beiträge eingetreten iſt.
Berlin=Wilmersdorf, den 31. Oktober 1912.
(24897
Direktorium der Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte.
gez. Koch. gez. Dr. Beckmann. gez. Dr. Lehmann.
Anlage.
Vorderſeite.
Dem Poſtſcheckkonto der Reichsverſiche=
Poſtkarte
rungsanſtalt für Angeſtellte bei dem
Poſtſcheckamt in Verlin ſind die
um=
ſeitigen Beträge
etet am geaaenten une
etern 191.
An
überwieſen.
(Vor= u. Zuname des Arbeitgebers) die Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte
Abteilung II
(Bohnort und Straße)
in
(Poſtamt)
Berlin=Wilmersdorf
Hohenzollerndamm.
(Oberpoſtdirektion)
Rückſeite
Des Angeſtellten
e am
ten
18.
(Vor= u. Zuname, bei Frauen auch Geburtsname (Zuname unterſtreichen) (Geburtstag)
(Geburtsort)
(Kreis, Amt)
Fälige Beiträge
Kalender=
Zur Beachungt
monate,Gezahlt. 8%
Sp. 3 1 1. Zu Spalte 3/4 Beiſpiel: Entgelt 15,60 ℳ
für die
Beitrag = 0,08. 15,60 — 1 348 ℳ6 auf=
Beiträge Entgelt Ides Ent=
auf=
geltsgerundet gerundet (Sp. 4) nach § 177 d. Geſ. —
fällig 1 in ℳ
1.30 ℳ.
(Sp. 2) auf 10 ₰
ſind
in ℳ 2. Bei Befreiung des Angeſtellten von der
in ℳ
eigenen Beitragsleiſtung nach § 390 a.
a. O. ſind in Spalte 3 nur 4% als Ent=
1
gelt einzuſtellen. Für das vorſtehende
Beiſpiel würde zu zahlen ſein: 0,04. 15,60
— 0,624 ℳ, aufgerundet 0,70 ℳ.
3. Vierteljährliche Beitragszahlungen ſind
nach vorheriger Anzeige an die
Reichs=
verſicherungsanſtalt für Angeſtellte bei
der Beſchäftigung von Lehrern oder Er=
ziehern zuläſſig.
4. Die Poſtſcheckamtsgebühr beträgt bei
Poſtſcheckantsgebühr . .
Einſendung durch Zahlkarten bis auf
weiteres 12 Z, bei Ueberweiſung 7 ₰.
Geſamteinzahlung
Amtliche Nachrichten des
Polizeilich eingeſangene und zugelaufene Hunde: In
polzel=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Hofhund, 1 Doberman, 1 Borer. Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dort=
(24123
ſelbſt jeden Werktag, vormittaas um 10 Uhr, ſtat.
Beranntmachung.
Betreffend: Die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und in den
photographiſchen Geſchäftsbetrieben an den vier letzten
Sonntagen vor Weihnachten in der Haupt= und
Reſi=
denzſtadt Darmſtadt.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns veranlaßt, die für
die vier letzten Sonntage vor Weihnachten gültigen Vorſchriften über
die Sonntageruhe im Handelsgewerbe und in den photographiſchen
Geſchäftsbetrieben nachſtehend zur allgemeinen Kenntnis zu bringen:
1. An den vier Sonntagen vor Weihnachten, dem 1., 8., 15. und
22. Dezember l. Js., ſind als Beſchäftigungs= und
Verkaufs=
zeiten für die folgenden Handelsgewerbszweige zugelaſſen:
1. für Bäcker die Zeik von vormittags 7 Uhr bis
nachmit=
tags 5 Uhr,
2. für Konditoren die Zeit von vormittags 9 Uhr bis
nach=
mitaas 7 Uhr,
3. für Metzger und Fleiſchhändler die Zeit von vormittags
7 Uhrt bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von 3 bis
7 Uhr;
4, für Milchhändler und Molkereien die Zeit von
vormit=
tags 5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 bis 8 Uhr.
5. für Blumenhändler die Zeit von vormittags 8 bis 9 Uhr
und von vormittags 11 bis nachmittags 7 Uhr,
6. für alſe übrigen Handelsgewerbszweige die Zeit von
vormittags 11 Uhr bis nachmittaas 7 Uhr. (24311a
II. An den gehannten Tagen darf im Photographengewerbe
ein Betriebſ nur inſoweit ſtattfinden, als an ihnen eine
Be=
ſchäftigung von Arbeitern in photographiſchen Anſtalten
zuge=
laſſen iſt. Eine ſoſche Beſchäftigung iſt erlaubt zum Zweck der
Aufnahme, des Kopierens und des Retuſchierens von 9 Uhr
vormittags bis 5 Uhr nachmittags.
Darmſtadt, den 18. Nevember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
.
Gennes.
262 qm Linoleumund 35 qm
Parkettbodenlieferung
für den Umbau der Gebäude
Bismarckſtraße 38/40 ſollen
ver=
geben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte,
Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9,
offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, 10. Dezember 1912,
vormittags 10 Uhr,
(24785id
einzureichen.
Die Verdingungsunterlagen
wer=
den nach auswärts nicht verſandt.
Darmſtadt, 3. Dezember 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
Wiano für 100 Mk., Zylophon
(4reih.) für 12 Mk. abzugeb.
Mollerſtr. 6, III rechts. (*13186
u falt neu, dunkel
Feich., auch ge=
Ebzimmer trennt zu verk.
Näheres Expedition. (*13383
ALeue Nähmaſchine (
Schwing=
ſchiff) zu verkaufen (*13385
Eckhardtſtr. 5, Vdh. 2. St. r.
Schöner eiſ. Schirmſtänd.,
Petro=
leumofen, Kinderlaufſtuhl, 2
Petrol.=Hängelampen z. verkaufen
Erbacherſtraße 63, part. (*13378
ine faſt neue Schwingſchif=
Nähmaſchine (Hand u. Futz)
billig abzugeben Wienersſtr. 83,
(*13394df
Manſarde.
werden
Summiſchule repartert
N. Ireneſtr. 7, H. Döderlein. (*13326md
Bekanntmachung
über die Behandlung der Zugtiere im Winter.
An alle Beſitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken
richten wir die dringende Mahnung, bei Kälte und Straßenglätte
ernſtlich darauf Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den
nach=
teiligen Einflüſſen der Witterung nach Möglichkeit geſchützt
werden, daß namentlich=
1. die Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich
und niemals unbedeckt im Freien ſtehen gelaſſen werden,
2. das Zaumzeug im Stall aufbewahrt oder andernfalls vor
dem Anlegen das Gebiß erwärmt wird, und
3. die Hufeiſen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten
gehörig geſchärft oder mit Stollen verſehen ſind.
(24922ds
Darmſtadt, den 3. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Die nachſtehende Warnung des Hern Polizeſpräſidenen zu
Berlin bringen wir zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 2. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Warnung.
In den Zeitungen erſcheinen ſeit längerer Zeit Ankündigungen,
in denen ein Kropimittel des Dr. L. Vertram Haoley oder der
New Vork Medical Co. mit marktſchreieriſcher Reklame angeprieſen
wird. Die amtlichten Ermittelungen haben ergeben, daß Dr. L. B.
Hawley der Leiter des in Paris, Rue de IIsle Nr. 9, befindlichen
Zweiggeſchäfts der New Vork Medical Compagnie in Rocheſter (Staat
Niw=York) iſt, und daß noch eine Filiale in Mailand, Via Torino Nr. 21,
unterhalten wird. Das angeprieſene Kropfmittel erſcheint für die
an=
gebliche Kropfheilung ungeeignet und die ſehr koſtſpielige Behandlung
völlig wertlos. In ärztlichen Kreiſen ſind Heilungen von Kropfleiden
durch das Hawleyſche Mittel nicht bekannt geworden. Auch in
Frank=
reich wird das Unternehmen von Fachleuten als ſchwindelhaftes
Kur=
pfuſchergeſchäft betrachtet.
Vor einer Geſchäftsverbindung mit der Firma und dem Bezuge
des Mittels wird hiermit gewarnt.
(22924ds
Berlin, den 21. November 1912.
Der Polizeipräſident.
I. V.: Rebling.
Bekanntmachung.
Betreffend: Den Fahrverkehr auf dem Luiſenplatz.
Zur Aufrechterhaltung eines geordneten Fahrverkehrs in den
Straßen der Stadt weiſen wir darauf hin, daß nach der
Polizeiver=
ordnung vom 20. Februar 1904 über den Verkehr von Fuhrwerken
in der Haupt= und Reſidenzſtadt alle Fahrzeuge, alſo insbeſondere
Wagen jeder Art, Automobile, Handkarren, Fahrräder uſw. ſtets
die rechte Seite der Fahrbahn einzuhalten haben. Nach der
anderen Seite der Fahrbahn darf nur, wenn dort angehalten werden
ſoll, und nicht früher als notwendig, abgebogen werden.
Zuwider=
handlungen können mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis
zu 14 Tagen beſtraft werden.
Mit Rückſicht auf den ſtarken Verkehr auf dem Luiſenplatz
iſt die Schutzmannſchaft angewieſen worden, darauf zu wirken, daß
alle Fahrzeuge, die die Rheinſtraße herauf= oder herunterfahren,
ſtets rechts am Ludwigsdenkmal vorbeifahren und auch hierbei
die rechte Seite der betreffenden Fahrbahn einhalten. (24921ds
Darmſtadt, den 2. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Maßnahmen gegen die Fleiſchteuerung.
Nachdem die Reichsregierung die Einfuhr holländiſchen lebenden
nach Darmſtadt genehmigt hat, ſind als erſte
Rindviehs Sendung 27 Stück vollwertige gemäſtete
Schlacht=
tiere eingetroffen.
Die nachbenannten Metzger haben ſich verpflichtet, das ihnen
von der Stadt überlaſſene Fleiſch zu 90 Pfg. das Pfund nach den
hier üblichen Geſchäftsgebräuchen an das Publikum abzugeben.
Ludwig Brenner, Bleichſtr. 39
Philipp Küſter, Beſſ. Str. 29
Friedr. Geyer, Karlsſtr. 119
Friedr. Krell, Liebfrauenſtr. 59
Gg. Schimpf, Wienersſtr. 49
M. Kaffenberger, Kaupſtr. 54
Friedr. Dreſſel, Gr. Ochſeng. 2
Aug. Krug, Heidelberger Str. 80
Konrad Laux, Landwehrſtr. 1
M. Frei, Mühlſtr. 20
J. Blumenſchein, N.=
Ramſtädter=
ſtraße 25
H. Thumann, Grafenſtr. 41
J. Schmidt, Kranichſteinerſtr. 9
L. Hausmann, Bleichſtr. 22
J. Wieſeneck, Holzſtr. 15
R. Katzenſtein, Arheilger Str. 46
Fr. Emrich, Hügelſtr. 18
J. Rückert, Tannenſtr. 1
P. Vogel, Hügelſtr. 2
Ludw. Vogt, Kiesſtr. 45
Fr. Schumann Roßdörferſtr. 14
Gg. Böhm, Rebigſtr. 36½
Peter Frick, Roßdörferſtr. 51½
Johs. Rudolf, Weinbergſtr. 3
Gg. Riedel, N.=Ramſtädterſtr. 52
J. Trumpfheller, Alexanderſtr. 21
G. Brunner, Ludwigshöhſtr. 37
J. Rüdinger, Pallaswieſenſtr. 23.
(24672ods
Darmſtadt, den 30. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
die Erd., Maurer= und Asphaltarbeiten für Neubauten des
L Garniſon=Lazaretts Darmſtadt ſollen wie folgt vergeben werden:
Los I Krankenblock II und Pavillon,
I „ Abſonderungshaus.
„ II
Die Bedingungen und Zeichnungen liegen im Neubaubureau,
Stadtallee 5 (Hopfengarten), während der Dienſtſtunden von 8 bis
12 vormittags und 3 bis 6 Uhr nachmittags offen und können
da=
ſelbſt die Verdingungsunterlagen gegen poſt= und beſtellgeldfreie
Ein=
ſendung von Mk. 3.— für je ein Los bezogen werden.
Die ausgefüllten Angebote ſind verſiegelt und mit
entſprechen=
der Aufſchrift verſehen nebſt den vorgeſchriebenen Proben bis zum
14. Dezember 1912, vormittags 10 Uhr, für Los I und 10½ Uhr für
Los II an das vorgenannte Geſchäftszimmer einzuſenden, zu welcher
(J24944
Zeit die Eröffnung erfolgt.
Die Zuſchlagsfriſt beträgt 28 Tage.
Darmſtadt, den 28. November 1912.
Militär=Bauamt.
Bekanntmachung.
Der Voranſchlag der Gemeinde Erzhauſen für 1913 Rj. liegt
vom 6. bis einſchließlich 12. Dezember 1912 auf dem
Bürgermeiſterei=
bureau zur Einſicht der Beteiligten offen. Während der
Offen=
legungsfriſt kann der Voranſchlag eingeſehen und bei dem
Bürger=
meiſter ſchriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen ſeinen
In=
halt vorgebracht werden.
Bemerkt wird, daß die Erhebung einer Umlage beſchloſſen
wurde, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. (24891
Erzhauſen, am 4. Dezember 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Erzhauſen.
Wannemacher.
Der Voranſchlag der
meinde Roßdorf
und des Waſſerwerks liegen acht Tage lang, und zwar vom 6. bis
14. Dezember 1912, zu jedermanns Einſicht offen. Einwendungen
können bei Großh. Bürgermeiſterei erhoben werden. Bemerkt wird
noch, daß Umlagen erhoben werden, zu denen die Ausmärker
heran=
zuziehen ſind.
(24899
Roßdorf, den 3. Dezember 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Roßdorf.
Lorenz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, 5. Dezember 1912, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich zwangs
weiſe gegen Barzahlung:
a) beſtimmt:
22 Photographie=Albums.
b) vorausſichtlich:
6 Diwans, 4 Sofas, 2 Büfetts, 2 Pianinos, 2 Spiegel,
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zu Teil wurde. Während noch
vor wenigen Jahren Schokolade
als Luxusartikel galt, hat ſie ſich
in letzter Zeit den Rang eines
anerkannten Nahrungs= und
Stärkungsmittels erworben.
Von der Erkenntnis ausgehend,
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Mannchen.
Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer,
(Nachdruck verdoten.)
30)
Plattangen reckte ſich auf ſeinem Sattel — ja, es war
leine Luſt zu leben! Wie die braven Leute arbeiteten, die
ſtarken, nimmermüden Männer, die langſam immer
wie=
der herantraten an die anderthalb Meter hohe Grasmauer,
mit wuchtigem, ausholendem, nachziehendem Halbkreis=
’ſchlag Breſche legten, die Frauen und Mädchen mit
bun=
ten Tüchern um den Kopf, den älteren Schnitt in Bündel
ſetzten! Ruhig und gleichmäßig ſchritt die Arbeit fort.
Zufrieden wendete Plattangen ſein Pferd und ritt die
ablühenden Kartoffelfelder entlang, dann ein Stück durch
den Wald. Die Schäden des Winters waren ſchon faſt
vollkommen getilgt, hie und da war das Holz am Wege
in Klaftern geſetzt und mit dem Brande verſehen. Und
dann breiteten ſich vor ſeinen Blicken wogende
Roggen=
felder aus, ſie verfärbten ſich ſchon.
Wie ausgeſtorben waren Hof und Wirtſchaftsgebäude,
alles war draußen auf den Wieſen und Weiden, Menſchen
und Vieh.
Als er durch das Tor einritt, zog er die Zügel an.
Dort ſtand doch Onkelchens Jagdwagen! Was hatte denn
den bei der vielen Arbeit nach Plattangen geführt?
Dn kan aich ſchan diſten Kuſcher deren. Der
an=
dige Herr Baron iſt im Arbeitszimmer, ſoll ich melden!
Sofort ſchwang ſich Plattangen aus dem Sattel und
überließ dem Klotzower Kutſcher ſeinen Goldfuchs.
Onkelchen, um Himmels willen, was iſt denn los?
Setz Dich, Mannchen!
Der ſtarrte ſeinen Gaſt an, ſo feierlich ſprach ſein
väterlicher Freund und Berater ſonſt nie. Er pflegte alles
von der praktiſchen Seite anzufaſſen.
Spann mich nicht auf die Folter! Iſt ein Unglück
paſſiert?.
Ja und nein. — Hübſch eines nach dem anderen!
Agathe Dittmark hat geſchrieben — hier iſt der Brief. Ich
will Dir die Stelle vorleſen, die Dich beſonders
inter=
eſſieren wird. Der gute Albrecht hat mir das Schreiben
zur Verfügung geſtellt. Alſo höre: Zu einem reinen Glück
komme ich trotz Helmut in Petersburg nicht, denn Gunild
leidet, leidet über alle Maßen. Er hat mich gebeten, nicht
mit ihr über Plattangen zu ſprechen, aber wenn wir allein
ſind, verſucht ſie immer das Geſpräch auf ihn zu bringen.
Sie fragt mich nach Euch und Onkel Sollenſtern, den ich
von uns dreien herzlich grüße, und dann ſieht ſie mich mit
großen Augen an, bis ich anfange, von den Nachbarn zu
reden, und da kann ich natürlich Mannchen nicht ganz
aus=
ſchalten. Sobald ſein Name gefallen iſt, verbeißt ſie ſich
hartnäckig in das Thema, Sie will wiſſen, was er tut.
nd neibt, cd er gerütgeioden icht d er rech bit mnit
Onkel Sollenſtern zuſammen iſt, den ſie bis in den Himmel
hebt.
Ach ſo, Mannchen, da hab’ ich was vergeſſet Wullk
now iſt nämlich nicht in Petersburg.
Nicht?
Er hat da nen guten Freund entdeckt, den ruſſiſchen
Fürſten Uruſoff, mit dem er in Belgrad viel verkehrt hat
ſoll eine leichtſinnige Fliege ſein. Wullnow iſt veri
narrt in ihn bis über beide Ohren, tollt mit ihm rum
und läßt ſeine Frau allein ſitzen. Und weil er mit dem
runter faſt ans Schwarze Meer — dort hat der Kerl
Be=
ſitzungen — gefahren iſt, hat er Gunild veranlaßt,
Agath=
chen kommen zu laſſen, damit ſie ihr die Zeit vertreibt —
nach noch nicht viermonatiger Ehe!
Plattangen biß die Zähne zuſammen und trommelte
nervös mit den Fingern auf dem Tiſch herum.
Schließ=
lich ſagte er: Warum teilſt Du mir, das eigentlich mit,
Onkelchen?
Weil das nur die Vorrede iſt. Das dicke Ende kommi
nach!
Da ſprang Plattangen auf. Raub’ mir nicht vollends
den Verſtand!
Behalt ihn nur hübſch beiſammen und höre, was nun
kommt! Ich ſagte Dir ſchon, Albrecht Dittmark war
vor=
hin bei mir, Er iſt bereits auf dem Wege nach Peters=
Um den in den Wochen vor Weihnachten gewöhnlich
stark einsetzenden Verkehr etwas zu verteilen, haben wir
uns entschlossen, dem Publikum zur früheren Besorgung
seiner Weihnachtseinkäufe Vergünstigungen zu gewähren
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Das war zu viel für Plattangen. Er ging auf
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lenſtern zu und ſchrie ihn an: Was ſoll das alles heißen?
Mannchen — Wullnow iſt nicht mehr!
Da taumelte er zurück und faßte ſich nach dem Kopfe.
Tot, Onkel?
Ja, mein Junge! — Er iſt zu Beſuch in die
Nachbar=
ſchaft mit dem Fürſten gefahren, auf dem Rückwege ſind
ſie in ein hölliſches Gewitter geraten, die Pferde ſind
durchgegangen, der Wagen umgeſchlagen, Wullnow iſt
mitten unter die Schinder geflogen und hat den Hals
ge=
brochen. Der Fürſt und der Kutſcher ſind mit dem
Schrecken davongekommen. Roßdorff hat ſich ſofort auf
die Bahn geſetzt und übernimmt den Transport der Leiche
— mehr weiß ich vorläufig nicht.
Plattangen blieb ſtumm, wie vor den Kopf geſchlagen
kam er ſich vor. Aber Sollenſtern führte ſeine Gedanken
ſchnell zur Wirklichkeit zurück. Er legte ihm die Hand auf
die Schulter.
Mannchen, ob Du das ſertig bringſt, über Jahr und
Tag ein Weib zu heiraten, das einen anderen vorgezogen,
geht mich nichts an — das iſt Deine Sache. Aber um eines
bitte ich Dich: biſt Du Dir klar geworden, dann komm'
A nir, ier Aacge ſchen nichr die zuec und wah an mie
liegt, ſoll ſicher geſchehen, um Dir Deine Ruhe
wieder=
zugeben. — Gott befohlen, mein Junge!
Es dauerte ein paar Tage, bis Plattangen ſein
Gleichgewicht wiedergefunden hatte. Das Schickſal hatte
unter Donner und Blitz ein Einſehen gehabt. Alſo hatte
er die Schlußfolgerungen zu ziehen. Wenn er auch kein
taufriſches Mädchen in das alte feſte Haus ſeiner Väter
führen würde, ſo doch ein durch Leid geläutertes Weib.
Und als er am nächſten Sonntag, zu der Stunde, in
welcher Wullnow in Berlin beerdigt wurde, ſeinem Onkel
gegenübertrat, konnte er ruhig mit ihm die Tatſachen
be=
ſprechen.
Ich habe kein Wort an Gunild geſchrieben, keine
Blumen geſchickt.
Das war verſtändig, Mannchen.
Und im nächſten Herbſt werde ich an ſie meine Frage
richten.
Wirklich?
Ja. Ich hoffe, die trüben Schatten werden
ſchwin=
den, und Gunild wird Genüge finden im beſcheidenen
Pflichtenkreiſe.
Mein guter Junge!
Mehthoſtis den Gnlechen ianter eit doir Teinen
die dicken Backen herunter.
Die junge Witwe verließ ſofort nach der Beiſetzung
Berlin.
Soll ich Dich nicht begleiten, Gunild’?
Sehr energiſch hatte ſie der Mutter ſabgewehrt. Nein
— nein! In einem kleinen Alpendorf will ich allein mit
mir fertig werden. — Und Du, Papa, wenn ich Dich
bit=
ten ſollte zu kommen, eilſt Du ſofort zu mir — nicht wahr?
Mit dem nächſten Zuge, Gunild!
Im Spätſommer kam ein Telegramm. Am nächſten
Abend war der Wirkliche Geheime Oberregierungsrat bei
ſeiner Tochter.
Ich fühle mich noch ſehr elend. Biſt Du imſtande,
mir einen beſcheidenen Winteraufenthallt an der Riviera
zu ermöglichen? Wullnowſches Geld inöchte ich nicht
an=
rühren.
Selbſtverſtändlich, mein Kind!
In San Remo, in einer kleinen Penſion, verlebte ſie
den Winter und den Frühling völlig zurückgezogen —
bis zum Mai.
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4 Preuß. Schazanweiſg. 99,4)
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3½ do. Conlbls
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5 do. Lo.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,50
do.
93,25
3½
3
bo.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,25
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3½
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4 Hamburger Staatsanl. 99,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,60)
4 do. do. (unk. 1918) 99,75
3½
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76,20
do.
3 Sächſiſche Rente.
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4 Württemberger v. 1907 99,70
do. v. 1875 93,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 99,00
Griechen v. 1887
3¾ Italiener Rente
3½ Oeſterr. Silberrente 86,70
4 do. Goldrente . . . 91,75
4 do. einheitl. Rente 83,00
4 Portug. unif. Serie I 62,50
3 do. uniſ. Ser. III 65,35
9,90
3 do. Spezial .
5 Rumänier v. 1903 1 . 100,09
4 do. v. 1890 . . 93,30
1 do. v. 1905 ₰. 88.70
4 Ruſſen v. 1880 . .
88.50
4 do. v. 1902 . . . 88.75
4½ do. v. 1905 . . . . 100,30
3½ Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 19103 78,10
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,30
4 Ungar. Goldrente .
87,10
do. Staatsrente.
83,60
InProz.
Zf.
.100,00
5 Argentinier
4
do.
85,10
4½ Chile Gold=Anleihe. 99,70
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,40
4½
93,00
bo.
92.90
4½ Japaner . . . . . .
5 Innere Mexikaner. . . 94,0)
59,20
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,70
5 Gold=Mexikaner . . . .
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5 Nordd. Lloyd . . . . . 120,50
6½ Südd. Eiſenb.=Gef. . 124,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
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6 Baltimore und Ohio . 1047
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12½ Deutſche Bank . . . 248,80
6 Deutſche Vereinsbank . 121,25
6 Deuiſche Eſkt.= und
W.=Bank . . . . . 114,00
10 Diskonto=Kommandit 183,30
8½ Dresbener Bank 152,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 210,30
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 120,00
7 Pfälziſche Bank. . . . 126,25
5.86 Reichsbank .
132,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 115,40
7½ Wiener Bankverein . 125,90
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
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S. 21. . .
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3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19. . . . . . . 88,00
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S. 52 .
.98,20
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,00
3½
27,25
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
87,80
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
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18—28.
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S. 1 u. 2, 6—
87,80
S. 3—5.
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S. 9—11
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3½
do.
87,00
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(mnk. 1921).: 36,50
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3½ Nauheim
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3½ Offenbach
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3 Mabrider . . 56. 100 70,50
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 138,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 174,80
3 Olbenburger . . . . . . 129,90
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,25
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Oeſterreicherv. 1864fl. 100 —
do. v. 1858fl. 100 442,00
Ungar. Staats . . fl. 100 391,00
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Türkiſche ..
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Kopfhaut dringend notwendig ist, sondern auch von jedem
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sr. Die Flugleiſtungen auf dem
Flug=
platz Johannisthal waren auch im Novemver
trotz ungünſtiger Witerungsverhältniſſe recht
beachtens=
wert. Es wurde an 24 Tagen geflogen, und zwar
wur=
den von 61 verſchiedenen Fliegern Flüge ausgeführt. Die
beſte Geſamtlfugzeit erzielte Boutard auf einer Melly
Beeſe=Taube mit 8 Stunden 52 Minuten. Die größte
Zahl von Aufſtiegen hatte Fokker auf ſeinem Eindecker
eigener Konſtruktion zu verzeichnen, der 92mal ſtartete.
Im ganzen wurden von 61 Fliegern bei 1137 Starts
138 Stunden und 16 Minuten Flugzeit erzielt. Es
er=
eigneten ſich nur zwei nennenswerte
Flugzeugbeſchädig=
ungen, bei 1137 Flügen alſo ein Prozentſatz von 0,17. —
Die Bedingungen für das Führerzeugnis erfüllten:
Oberleutnant von Eickſtädt (Rumpler=Taube),
Oberleut=
nant Schäfer (Rumpler=Taube), Linnekegel (Rumpler=
Taube), Leutnant Mühlig=Hofmann (Fokker) und
Leut=
nant Scherf (Harlan).
Sport.
— Turnen. In Heidelberg fand die Gründung eines
ſüdweſtdeutſchen Turngaues des Deutſchen
Turnerbundes durch Vertreter der Bundesvereine von
Darmſtadt, Heidelberg, Mannheim und Frankfurt
ſtatt. Der Anſchluß und die Gründung weiterer
Turn=
vereine ſtehen bevor, ſo daß der Gau in Kürze 15
Ver=
eine zählen wird. Die Verſammlung legte die
Gauſatz=
ungen feſt und beſtimmte Darmſtadt als Sitz des
Gauturnrats. Der nächſte Gauturntag findet am
2. März 1913 in Mannheim ſtatt. Die gut beſuchte
Tag=
ung ließ erkennen, daß die deutſche Jugend noch immer
leicht für die Turnkunſt zu gewinnen iſt und der Zulauf
zu Sportvereinen als Zeiterſcheinung dem Jahnſchen
Turnen keinen Abruch tun wird.
* Billard. Darmſtädter Billard=Klub. Am
kommenden Dienstag, den 10. Dezember, werden einige
der hervorragendſten Amateurſpieler des Deutſchen
Ama=
teur=Billard=Bundes, darunter der zweitbeſte
Amateur=
ſpieler Deutſchlands, im Hotel Heß einen Spielabend
ver=
anſtalten. Das Nähere wird in den nächſten Tagen noch
weiter bekannt gegeben werden.
* Verein Deutſcher Automobil=Ingenieure. Wie wir
aus einem uns zugehenden Zirkular erſehen, iſt in Berlin
ein Verein Deutſcher Automobil=Ingenieure gegründet
worden, der einen Zuſammenſchluß aller in der deutſchen
Automobilinduſtrie praktiſch tätigen Ingenieure anſtrebt
und es ſich zur Aufgabe machen will, Hand in Hand mit
den Induſtriellen die Intereſſen der Automobilinduſtrie
zu vertreten und zu fördern. Die vorläufige
Geſchäfts=
ſtelle des Vereins iſt in Berlin=Friedenau, Menzelſtr. 11.
* Radrennen. 3. Dresdener Sechstage=
Rennen. In der Nacht vom 2. zum 3. Tage kurz nach
2 Uhr kam es zu aufregenden Kämpfen. Nach einem
Zehnrundenlaufen um die Goldene Medaille der
Dia=
mant=Werke, die Lorenz gegen Stabe gewann, ſprang
Roſellen ſogleich für ſeinen Partner Rudel ein und machte
einen Ausreißverſuch, um die verlorene Runde wieder
zu gewinnen. Lorenz nahm, gefolgt von den übrigen,
ſofort die Verfolgung auf und hatte Roſellen bald
wie=
der eingeholt. Dann ſprang Saldow für ſeinen Partner
ein und verſuchte nun ebenfalls, dem Felde zu
ent=
wiſchen. Er hatte auch bereits eine halbe Runde
Vor=
ſprung gewonnen, wurde aber von Lorenz ſchlecht
unter=
ſtützt, ſo daß die übrigen Fahrer nach und nach
An=
ſchluß erreichten. Kleinere Poſitionskämpfe änderten an
dem Stande nichts. Paul Didier, der nach dem Aufgeben
ſeines Bruders als Erſatzmann allein weitergefahren
war, hatte ſchon vorher gegen Mitternacht aufgegeben.
In der 52. Stunde (früh 3 Uhr) wurde ein
Führungs=
preis über 20 Runden ausgefahren, den ſich Pawke, der
15 Runden lang geführt hatte, vor Halſtead. (5 Runden)
holte. Drei Prämienfahren in der 54. Stunde über je
10 Runden wurden von Saldow, Pawke bezw. Rudel
gewonnen. Die 55. Stunde brachte abermals einen
Zehn=
rundenſpurt, der Lorenz in Front ſah. Dienstag
mor=
gen 9 Uhr (58. Stunde) hatte die unveränderte
Spitzen=
gruppe 1691,170 Kilometer gegen 1642,940 Kilometer im
Vorjahre zurückgelegt. — Im Laufe des 3. Tages (
Diens=
tag) ereigneten ſich keine Zwiſchenfälle, vielmehr nahm
das Rennen einen ruhigen Verlauf. Zwei eingelegte
Prämienfahren über 10 bezw. 5 Runden wurden von
Ro=
ſellen reſp. Tadewald gewonnen. Abends 7 Uhr (68.
Stunde) waren von der unveränderten Spitzengruppe
1907,602 Kilometer (1843,140 Kilometer 1908)
zurückge=
legt. Der Stand iſt folgender: Spitzengruppe Lorenz=
Saldow, Lawſon=Wiley, Hall=Halſtead, Stabe=Pawke;
eine Runde zurück: Rudel=Roſellen, Röthig=Süßmilch,
von Natzmer=Großmann, Kudela=Nowack, Techmer=
Tade=
wald; zwei Runden zurück: Gebrüder Carapezzi.
Das Frankfurter Achtage=Rennen
ver=
einte am zweiten Tage nur noch fünf Mannſchaften.
Dieſe hatten bis zur 12. Stunde 418,650 Kilometer
zurück=
gelegt. Die Spitzengruppe bilden: Weiſe=Bauer (
Ber=
lin), Huſchke=Paſſenheim (Berlin), Eickholl (Düſſeldorf)=
Roſenfeld (Dortmund); eine Runde zurück: Flöck=Dauben
(Köln); zwei Runden zurück: Schallwig=Sillier (Berlin);
Barth (Mainz) und Simmermacher (Darmſtadt) ſind
Reſervefahrer.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 3. Dez. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Der Wochenmarkt war nur wenig belebt und
die Preiſe im ganzen infolge großer Geſchäftsunluſt eher
niedriger. Die bedeutenden an den Markt kommenden
geringen Qualitäten wirken preisdrückend. Roggen iſt in
beſſerer Frage und gut behauptet. Gerſte und Hafer
un=
verändert; bei letzterem ſind die offerierten ſchlechteren
Sorten weſentlich unter Preis erhältlich. Mais ruhig.
Die Forderungen für Futterartikel und Mehl bleiben wie
in der Vorwoche.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt ſtetig,
ohne beſondere Anregung. — An der Berliner
Pro=
duktenbörſe war Getreide trotz des kälteren Wetters
ſchwach behauptet, da die freundlichere politiſche Situation
und die Zurückhaltung der Kaufluſt eine Preiserhöhung
verhinderten. Nur Ware auf Dezember=Lieferung wurde
etwas beſſer bezahlt. Die ausländiſchen Offerten bleiben
unverändert. Hafer ruhig, auf Lokoware nur mäßig
gehandelt und kaum verändert.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den
amerika=
niſchen Getreidemärkten (Chicago und New=
York) war Weizen auf gemeldetes günſtiges Wetter in
Argentinien und Abgaben der Firma Armour zu Beginn
in ſchwächerer Haltung; auch beeinflußten größere
Zu=
fuhren im Inneren der Vereinigten Staaten, ſowie die
Zunahme der Vorräte in Minneapolis den Markt. Auf
den hauſſelautenden Wochenausweis der
Weltverſchiffun=
gen konnte ſowohl bei Weizen, als bei Mais ſpäter eine
kleine Beſſerung eintreten. Die ſichtbaren Weizenvorräte
ſind dort in dieſer Woche von 59,57 Millionen Buſhels auf
59,76 Millionen Buſhels und die Maisvorräte von 1,54
Millionen Buſhels auf 2,52 Millionen Buſhels geſtiegen.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen, hieſiger und Wetterauer 20.75—21,
Norddeutſcher 20.75—21, Kurheſſiſcher 20.75—21,
Ruſſi=
ſcher 23—24.50, Laplata 22—23, Rumäniſcher 23.25—24.25,
Redwinter 22.75—23.75, Manitoba 22—23.25, Kanſas
23.50—24, Walla Walla 22.50—23.25; Roggen, hieſiger
18.25—18.35, Bayeriſcher (Pfälzer) 18.25—18.35, Ruſſiſcher
19—20, Rumäniſcher 19—20, Amerikaniſcher —: Gerſte,
(Pfälzer) 21.50—22, hieſige und Wetterauer 20.75—21.25,
Riedgerſte 21.25—21.75, Fränkiſche 21.50—21.75, Ungariſche
—; Hafer hieſiger 19—20, Bayeriſcher 19—20,
Ruſ=
ſiſcher 19—21, Amerikaniſcher 19.50—20, Rumäniſcher 19
bis 20.75; Mais mixed 15.25—15.50, Ruſſiſcher 15.40—
15.60, Donaumais 15.30—15.50, Rumäniſcher 15.30—15.50,
Laplata 15.20—15.40, Weißer Mais 15.25—15.50,
Roggen=
kleie 10.50—10.75, Weizenkleie 10.50—10.75, Weizenſchalen
10.75—11, Futtermehl 14—16, Biertreber getrocknet 13.30
bis 14, Futtergerſte 16—16.50; Weizenmehl, hieſiges
Nr. 0 31—31.50, feinere Marken 31.75—32, Nr. 1 30—30.25,
feinere Marken 30.50—30.75, Nr. 2 28.50—28.75, feinere
Marken 29—29.25, Nr. 3 27—27.25, feinere Marken 27.50
bis 27.75, Nr. 4 24—24.25, feinere Marken 2450—24.75;
Roggenmehl, hieſiges Nr. 0 27—27.25, Nr. 1 24.75—
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Heute Donnerstag Künstler-Konzert!
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Seriegeuerbrereindearmächte
Montag, 9. Dezember 1912, abends 8½ Uhr,
im „Kaiſerſaal”, Grafenſtraße 20
Lichtbilder=Vortrag
des Herrn Malermeiſter Georg Kraus:
Wanderung von Nauheim (bei Groß=Gerau) über
Mönch=
bruch nach Rüſſelsheim, Beſichtigung der Opelwerke,
Beſichtigung des Tonwerks Heppenheim, Heppenheim
und Umgebung.
Karten für unſere Mitglieder und deren Angehörigen ſind
gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte koſtenlos bei Herrn
Sattler=
meiſter Fr. Wallauer, Rheinſtraße 37, erhältlich. Gäſte können durch
Mitlieder eingeführt werden.
(24676od
Im Anſchluß an ſeine Jahresverſammlung veranſtaltet der
Bund heſſiſcher Schulreformer
Sonntag, den 8. Dezember im Kaiſerſaal
Zöffentliche Vorträge
1. vorm. 11 Uhr: Erziehung der Mädchen fürs Leben.
Ref. Frau Dr. Nägeli=Mainz.
2. nachm. 3 Uhr: Die Jungdeutſchlandsbewegung.
Ref. Oberlehrer Dr. Strecker=Bad=Nauheim.
3. nachm. 5 Uhr: Zur Reviſion des heſſ. Volksſchulgeſetzes.
Ref. Lehrer J. Jung=Darmſtadt.
Eintritt zu den 3 Vorträgen 20 Pf. Vorverkauf im Verkehrsbureau.
Jedermann willkommen.
Freie Ausſprache.
Der Vorstand.
24892)
Verem tur Padenstimecht.
Samstag, den 7. Dezember, 8¼ Uhr abends
im Mathildenhöhſaal:
Oeffentlicher Vortrag
von Miss Lona Thysson aus London.
Thema: Die Wahrheit über den Stimmrechtskampf
der Suffragetten in England.
Der Vortrag findet in deutſcher Sprache ſtatt.
Freie Aussprache.
Eintrittspreiſe: Reſervierter Platz Mk. 1.—. Numerierte
Saal=
karte 40 Pfg. Nichtnumerierter Platz 20 Pfg. Im Vorverkauf auf
dem Verkehrsbureau und abends an der Kaſſe.
Frauen und Männer ſind zu dieſem Vortrag höflichſt eingeladen.
(24937)
Der Vorstand.
den S. Dezbr. 1912
Sonntag abends 8 Uhr: Hotel raube
Der Vorverkaufisteröffnet: Hofmusikallenud. Leovold Schutter.
Karten à 2.50, 1.50, 1.— Mk. Studenten- u. Schülerkart. à 80 Pf.
Wortragsfolge: Alte und neue Lautenlieder, Niederdeutsche
Lieder; Bunter Teil.
„Hamburger Fremdenblatt‟: „Bei einem so gottbegnadeten
Menschenkind, dem eine goldene Seele, ein lachend Herz zu
Amelodisch iebenswahrer, humorvoller Musik sich umformen, da!
(*13374
Halbts nichts auszusetzen.‟
Bürger-Keller
* konzertiert ab I. Dezember
Salon-Damen-Orchester
Dir. Kapellm. Langbartel
Stets freier Eintritt.—
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Instrumentalverein Darmstaut
Mittwoch, den 11. Dezember 1912, abends 8¼ Uhr
im großen Saale des städt. Saalbaues:
Zweites Konzert
Solist: Herr Nico Poppelsdorff aus Frankfurt a. M., Violine.
Leitung: Wilhelm Schmitt, Direktor der Akademie für
Tonkunst.
PROGRAMM: Händel: Concerto grosso op. 3 Nr. 1 f. Orchester
(zum ersten Male); Faganini: Konzert für Voline D-dur: Mozart:
Serenade D-dur für 2 Streichorchester und Pauken (zum ersten
Male); 3 Stücke für Violine u. Klavierbegleitung von Vieuxtemps,
Dessau u. Wieniawski; Beethoren: Jenaer Symphonie C-dur für
Orchester (zum ersten Male). Am Klavier: Fräulein Marie Schwan KabinettsratYſſel Paul Peterſen
von hier.
Konzertflügel: Ibach. Vertreter Hoflieferant Heinrich Arnold, Zweiterld. Herzogs Frz Herrmann
Wilhelminenstr. 9.
Eintrittskarten: Sperrsitz zu Mk. 3.—, Saalzu Mk. 2.—, Studenten=
und Schülerkarten zu Mk. 1.— in der Hofmusikalienhandlung von
Heinrich Arnold, Wilhelminenstr. 9.
Beitrittserklärungen, die noch vor dem obigen Konzerte! Das Stück ſpielt im Jahre 1822.
ertolgen, berechtigen zu dessen freiem Eintritt und sind
sohritt=
lich zu richten an den I. Vorsitzenden, Herrn Justigrat Hallwachs,
Hügelstr. 47.
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Frische Austern, engl. natnes
per Dutzend Mk. 2.25.
Die Perle des Meeres und Symbole für die Winterzeit
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Zweigverein
Darmstadt.
Sonntag, 8. Dezember:
9. Wanderung
Biebesheim-Einsiedel-
Jägers-
burg-Lorsch-Bensheim
(Deutsches Haus)
5½ Stunden.
Abk. vorm. 746 Uhr Hauptbhf.
nach Biebesheim (50 Pfg.).
Rückk. abends 659 Uhr (45 Pfg.).
Samstag, 14. Dezember,
abends 8½ Uhr,
findet im Gelben Saale des
„Hotel Hess‟, Rheinstr. (
Hotel-
eingang) ein
Familien-Abend
mit Vortrag des Herrn Reidel
„Aus der Geschichte unserer
hesischen Vorfahren‟ statt,
wo=
zu alle Mitglieder u. Freunde des
V. H. C. hierdurch eingeladen
werden.
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Orpheum
Ernesto
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Dezember-
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Eine Revue erster Kunstkräfte.
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Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 5. Dezember 1912.
72. Abonnem=Vorſt. C 18.
Zum erſten Male:
Die fünf Frankfurter.
Luſtſpiel in 3 Akten.
von Carl Rößler.
Perſonen:
Die alte Frau
Gudula.
. Minna Müller=
Rudolph
Anſeim,
.Abof Jordan
Nathan,
. Guſtav Semler
Salomon, H . Richard Jürgas
Karl,
. Kt. Weſtermann
Jakob,
. Franz Schneider
Charlotte,
Salo=
mons Tochter . Käthe Gothe
Guſtav, Herzog v.
Taunus
. Kurt Ehrle
Prinzeſſin Eveline Barb. Uttmann
Fürſt von
Klaus=
thal=Agordo . . Heinrich Hacker
Die Fürſtin . . Hanna Raffav
Graf Fehrenberg.
Hofmarſchall . . W. Riechmann
Frau v. St.
Ge=
orges
. Tilli Art!
Baron Seulberg. Emil Kroczak
Der Domherr . Paul Eisner
Erſter Kammerd. K. Enzbrenner
Hofiuwelier Boel Herm. Knispel
Roſa, im Hauſe Agn. Wisthaler
Lies= (der Frau
chen, Gudula Em. Mühlpfort
Der erſte u. letzte Akt ſpielen in
einem Hauſe der Judengaſſe in
Frankfurt, der zweite Akt im
Schloſſe des Herzogs Guſtav.
Geſtaltung d. Bühnenbildes:
Hof=
theatermaler Kurt Kempin u.
Ober=
inſpektor Ernſt Schwerdtſeger.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Gewöhnliche Preiſe.
Proſzeniumsloge 6.10 M.,
Mittel=
loge 6.10 M. Balkonloge 5.10 M.,
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Gal. 1.25 M., II. Gal.
0.65 M.
Anfang 7½ Uhr. Ende 10¼ Uhr.
Kartenvk. v. 9½—1½ u. v. 6½ U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 6. Dez. Außer Abon.
4. Sondervorſt. „Die
Zauber=
flöte.‟ (Zur Nachfeier von
Mo=
zarts Todestag. Anfang 8 Uhr.
1— Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.
Samstag, 7. Dez. 73. Ab.=Vſt.
D 19. Neu einſtudiert: Gyges
und ſein Ringl. Kleine Pr.
Anfang 7 Uhr.
Sonntag, 8. Dez. Nachmittags
2½ Uhr: 10. Volksvorſtellung zu
ermäß. Preiſen. „Der Pfarxer
von Kirchfeld.” Vorverkauf
bis einſchließl. Samstag, 7. Dez.,
nur im Verkehrsbüro (Ernſt=
Ludwigsplatz). Verkauf der noch
vorhandenen Karten an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater am Tage der
Vorſtellung, vorm. von 11 Uhr ab.
— Abends 7 Uhr: 74. Ab.=Vorſt.
A 19. „Mignon.” Gew. Preiſe.
Aus dem Spielplan.
Außer Abonnem. Gew. Preiſe.
Zweimaliges Gaſtſpiel
Alexander Moissi’s
vom Deutſch. Theater in Berlin.
Dienstag, 10. Dez., abends 7 Uhr,
Hamlet.
Trauerſpiel in 5 Akten von
Shake=
ſpeare.
Hamlet: Alexander Moiſſi.
Freitag, 13. Dez., abends 7 Uhr,
Zum erſten Male:
Jedermann.
Ein altes Spiel von Hugo von
Hofmannsthal.
Jedermann: Alexander Moiſſi.
Den Abonnenten ſtehen ihre
Plätze zu Abonnementspreiſen (mit
Vorverkaufsgebühr) in der Art zur
Verfügung, daß ein Vorkaufsrecht
den A= und B=Abonnenten für
„Hamlet”, den C= und D=
Abon=
nenten für „Jedermann”
einge=
räumt iſt. — Dieſer Vorverkauf
für die Abonnenten findet am
Freitag,, 6. Dez., vormittags
von 9½—1½ Uhr u. nachmittags
von 3½—5 Uhr an der Tageskaſſe
im Hoftheater ſtatt.
Der allgemeine Kartenverkauf zu
beiden Vorſtellungen (zu gewöhnl.
Preiſen) beginnt am Samstag=
7 Dez, an der Tageskaſſe des
Hoftheaters, vorm. von 9½ —1½,
Uhr, und gleichzeitig im
Verkehrs=
büro von 3—1 Uhr vorm. u. von
2½—8 Uhr nachmittags.
Preiſe der Plätze für jede
einzelne Vorſtellung:
Proſzeniumsloge
M. 6.10
Mittelloge
M. 6.10
Balkonloge.
M. 5.10
I. Rang .
M. 4.60
II. Rang (1.—6. Reihe) M. 2.60
II.
(7. u. 8.
M. 2.05
Sperrſitz (1.—13. Reihe) M. 4.10
(14.—20. Reihe) M. 3.30
Parterre (1.—5. Reihe) . M. 2.80
(6.—8. Reihe) . M. 2.25
I. Galerie .
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gebene Karte wird eine Gebühr
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25.00, 22.50, 16.75, 13.50,
225, 5.80
Axminster-Teppiche
27.50, 25.00, 15.50
Tapestry-Teppiche
Velour-Teppiche . . . . 55.00, 37.00, 33.00, 17.50
. 55.00, 35.00. 32.00, 21.50
Boucle-Teppiche
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00
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Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
nehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)
* Lieder zur Laute, geſungen von Niels
Sörnſen. Mit regem Intereſſe ſieht man in den
kunſt=
liebenden Kreiſen dieſem am kommenden Sonntag im
„Hotel Traube” ſtattfindenden Liederabend entgegen. Der
junge Künſtler, ein Schleswig=Holſteiner und kein Schwede
oder Norweger, wie oftmals angenommen wird, iſt mit
beiſpielloſem Erfolge ſeit Beginn dieſer Saiſon in den
erſten Kunſtſtädten Deutſchlands aufgetreten. Berlin,
Hamburg, Bremen, Hannover, Dresden, Weimar, überall
blieb ihm ein voller Erfolg treu und ganz beſonders
wer=
den allerorten die natürliche und vornehme Vortragsart,
ſowie ſein angenehmer dunkler Baß=Bariton gerühmt, der
ihm ſchon ſtimmlich den Vorzug vor allen bekannten
Lau=
tenſängern ſichert. So ſchreibt z. B. der Kritiker des
Hamburger Fremdenblatt in voriger Woche: „Bei Niels
Sörnſen durfte man einige Stündchen herzlicher
ausge=
kaſſener Freude erleben. Vom erſten Worte an hatte der
Sänger ſeine große Zuhörerſchaft in ſeinem Bann, aus
dem es ein Zurück nicht mehr gab, ſelbſt wenn man ſich
krampfhaft ſeines Amtes als Kritiker zu erinnern
ver=
ſuchte. Aber bei einem ſo gottbegnadeten Menſchenkind,
dem eine goldene Seele, ein lachend Herz zu melodiſch
lebenswahrer, humorvoller Muſik ſich umformen, da gibts
nichts auszuſetzen. Und ſo war es geſtern. Sörnſen gab
und gab gern, es kam ihm nicht darauf an, die
Beifalls=
ſtürme durch immer neue Zugaben zu beruhigen.”
In=
haltlich gleichlautend ſind die Urteile der geſamten Kritik.
L. Inſtrumental=Verein. In ſeinem
zwei=
ten Konzert in dieſem Winter, Mittwoch, den 11. Dezember,
abends 8¼ Uhr, im Saalbau, bringt der Inſtrumental=
Verein drei klaſſiſche Orcheſterwerke in Darmſtadt zur erſten
Aufführung. Im Mittelpunkt des Intereſſes ſteht wohl
die von Profeſſor Dr. Stein in Jena entdeckte und
heraus=
gegebene Symphonie von Beethoven, ein Jugendwerk des
großen Meiſters, das aber an vielen Stellen ſchon die
Klaue des Löwen verrät und durch ſeine Friſche und
naive Schönheit wohl allgemeinen Beifall finden wird.
Außerdem verzeichnet das Programm noch Händels
Concerto grosso op. 3 Nr. 1 für Orcheſter in der
Be=
arbeitung von Max Reger, und eine reizende Serenade
für 2 Streichorcheſter und Pauken von Mozart. Als Soliſt
des Abends wurde der Violinvirtuoſe Herr Nico
Pop=
pelsdorff von Frankfurt a. M. gewonnen, der von ſeinem
Auftreten im Wagner=Verein im vorigen Jahre noch in
beſter Erinnerung iſt. Er wird das hier lange nicht
ge=
hörte Konzert D=dur von Paganini mit
Orcheſterbegleit=
ung und drei kleinere Stücke mit Klavierbegleitung von
Vieuxtemps, Deſſau und Wieniawski zu Gehör beingen.
Die Klavierbegleitung hat Fräulein Marie Schwan von
hier gütigſt übernommen. Nach allem ſteht ein äußerſt
genußreicher Abend bevor, für den es allein ſchon durch die
Aufführung einer unbekannten Symphonie von Beethoven
an Intereſſe nicht fehlen wird. Der Kartenverkauf hat
in der Hofmuſikalienhandlung von Heinrich Arnold,
Wil=
helminenſtr. 9, begonnen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Kongreſſe und Verbandstage.
— Berlin 4. Dez. Die Genoſſenſchaft
Deutſcher Bühnenangehöriger tritt heute hier
im Künſtlerhaus zu ihrer diesjährigen Delegiertenſitzung
zuſammen, der man weit über die direkt beteiligten Kreiſe
der Schauſpieler diesmal beſonderes Intereſſe
entgegen=
bringt. Soll doch in erſter Linie der Streit, der um die
Präſidentenfrage tobt und die deutſche Schauſpielerwelt
in zwei Lager teilt, zum Austrag geßracht werden. Was
bisher über die Vorbereitungen zu der Tagung bekannt
geworden iſt, läßt erkennen, daß die Beratungen einen wo=
möglich noch ſtürmiſcheren Charakter tragen werden als
die des vergangenen Jahres. Der Präſident Hermann
Niſſen wehrt ſich gegen die gegen ihn erhobenen Angriffe,
die im weſentlichen darin gipfeln, daß er zu rechthaberiſch
und ſelbſtherrlich in ſeinem Auftreten ſei, in einer „
Er=
klärung” im Neuen Weg, dem offiziellen Organ der
Ge=
noſſenſchaft. Die Erklärung beſagt: „Die Treibereien
und Hetzereien gegen mich, an denen ſich nun auch fünf
Zentralausſchußmitglieder beteiligen, gehen jetzt ſoweit,
daß ich nicht mehr geſonnen bin, derartige unrichtige und
entſtellende Verdächtigungen länger hinzunehmen. Da ich
hier nicht auf jeden einzelnen Fall eingehen kann und der
Ort zu ſprechen nach wie vor die Delegiertenverſammlung
bleibt, verweiſe ich auf meine Erklärungen in dieſer
kom=
menden Tagung. Bis dahin aber richte ich an alle
Ge=
noſſenſchafter die dringendſte Mahnung, einen Mann nicht
zu verurteilen, ſo lange er nicht gehört wurde. Die in den
bereits vorliegenden Anträgen verſchiedener Lokalverbände
ausgeſprochene Tendenz, mich zu beſeitigen, iſt ungerecht,
da man ein Wort der Aufklärung von meiner Seite nicht
abgewartet hat. Iſt das der Dank dafür, daß ich mich in
allen für die Genoſſenſchaft kritiſchen Augenblicken mit
meiner ganzen Kraft vor die Genoſſenſchaft geſtellt habe?
Ich klebe nicht am Amte, aber ich ſtehe treu zu der Sache,
um derentwillen ich von Euch zum Führer beſtellt bin. Nur
die Treue zur Sache der Genoſſenſchaft hat mich bisher
alles erdulden laſſen. Macht dieſem Treiben ein Ende
und wartet ab, bis Ihr mich in der
Delegiertenverſamm=
lung gehört habt. Ich werde an der Hand von Belägen
alle Vorwürfe zu entkräften wiſſen, muß aber verlangen,
daß unbefangene Delegierte entſandt werden, die nach
An=
hörung beider Teile nach ihrer Ueberzeugung urteilen, und
nicht ſolche, die mit dem fertigen Urteil in der Taſche
er=
ſcheinen. Oder iſt das Rechtsbewußtſein der deutſchen
Schauſpieler ſchon ſo weit durch Verhetzung getrübt, daß
ſie mit dem Patriarchen rufen: „Tut nichts, der Jude wird
verbrannt”.
Seit dem Erſcheinen dieſer Selbſtverteidigung iſt die
Stimmung der Freunde und Feinde des Präſidenten
wo=
möglich noch eine gereiztere geworden. Es ſind dem
Prä=
ſidenten in der Fachpreſſe eine ganze Reihe von Artikeln
gewidmet worden, in denen die Gegner nicht grade mit
Glacéhandſchuhen angefaßt werden.
Von den eingelaufenen Anträgen beſchäftigt ſich
denn auch die Mehrzahl mit der Präſidentenkriſe. Der
Antrag des Lokalverbandes Dresden beſagt hierzu: „Die
Wahl und die vorübergehende Beſoldung des Präſidenten
iſt von der Mehrheit der Delegiertenverſammlung in der
Vorausſetzung erfolgt daß der Präſident, finanziell
unab=
hängig, der Genoſſenſchaft ſeine ganze Zeit widme. Da
nun der gegenwärtige Präſident wider Erwarten ein
En=
gagement angenommen hat und dadurch weder
unab=
hängig iſt, noch der Geſellſchaft voll ſeine Zeit widmen
kann, möge die Delegiertenverſammlung beſchließen, daß
Herr Niſſen von ſeinem Amt als Präſident zurücktrete. —
Weitere Anträge bezwecken die Gründung eines Heims für
erholungsbedürftige Bühnenangehörige ſowie die
Organi=
ſation einer Stellenvermittlung. Der Bezirksverband
Goß=Berlin beantragt die Begründung einer Reiſe=
und Unterſtützungskaſſe ſowie einer Engagementloſen=
Ver=
ſicherung. Ein Antrag des Präſidiums bringt eine
Neu=
regelung der Beſtimmungen bezügich der Funktionen des
Ehrenrates. Ein Antrag des Kammermuſikus Leimeiſter=
Berlin geht dahin, die Delegiertenverſammlung möge eine
Kommiſſion wählen, welche bemüht ſein ſoll, auf neutraler
Grundlage eine Einigung mit dem Bühnen=Verein zu
er=
zielen. Endlich liegt der Tagung noch ein Antrag vor,
analog der im Oktober vorigen Jahres geſchaffenen und
ſich bisher glänzend bewährten Koſtümzentrale für
weibliche Bühnenangehörige eine ſolche auch für die
männ=
lichen Mitglieder ins Leben zu rufen.
Literariſches.
Sieben deutſche Meiſterromane.
Un=
überſehbar iſt die Zahl der Romane, die jahraus jahrein
von einer nimmermüden Produktion auf den
Bücher=
markt geworfen wird. Geſchickte Reklame weiß oft eine
literariſche Niete als Wertſtück erſcheinen zu laſſen, und
gerade der ernſteſte Teil der deutſchen Leſewelt geht mit
einem gewiſſen Mißtrauen an alles Neue heran, was ſich
nicht mit dem Namen eines bewährten Autors verbindet,
weil man, durch Reklamen irregeführt, gar zu viele
Ent=
täuſchungen erlebt und oft erſt zu ſpät feſtſtellt, daß Zeit
und Geld an Wertloſes verſchwendet wurde. Iſt erſt
einmal der Sturm der Zeit darüber hingegangen, ſo
werden allerdings auch dieſe Scheingrößen mit der übri=!
gen Spreu verweht, und es bleibt meiſt herzlich wenig
übrig, was wert erſcheint, in die Kornſpeicher der
Natio=
nalliteratur aufgenommen zu werden. Oft merkt man
dann, daß, vom Haufen der Spreu verdeckt, manches
gute, vollwertige Korn überſehen wurde und daß —
wenn auch vieles ſogleich in ſeinem Wert erkannt wird —
doch ebenſoviel erſt zur Schätzung und Anerkennung
ge=
langt, nachdem es durch ſein eigenes Gewicht dieſem
ſondernden Sturme der Zeit widerſtanden hat. Die
Tat=
ſachen, daß Heinrich von Kleiſt erſt Jahrzehnte nach
ſei=
nem Tode zu verdienter Anerkennung gelangte und daß
viele Jahre vergingen, ehe einer der bedeutendſten
deut=
ſchen Romane, Gottfried Kellers „Grüner Heinrich” es
zu einer zweiten Auflage brachte, mögen als Beiſpiele
für dieſe Erfahrung gelten. Ein ähnliches Beiſpiel haben
wir an Friedrich Theodor Viſchers berühmtem Roman
„Auch Einer” der durch Jahrzehnte ein geſchätzter
Beſitz der literariſchen Kenner war, aber erſt vor einigen
Jahren, als die Deutſche Verlags=Anſtalt in Stuttgart
ſich zur Veranſtaltung einer wohlfeilen Neuausgabe
ent=
ſchloß, Gemeinbeſitz des deutſchen Volkes wurde und nun
allerdings im Verlaufe weniger Jahre in Zehntauſenden
von Exemplaren Verbreitung gefunden hat.
Dieſer Erfolg gab der Deutſchen Verlags=Anſtalt
Veranlaſſung, eine Reihe von ſechs weiteren Romanen
von bleibendem Wert in gleich vornehmer Ausſtattung
bei wohlfeilem Preis (jeder Band geheftet 4 Mk., in
Leinen gebunden 5 Mk.) dem Viſcherſchen Buch an die
Seite zu ſtellen. Da iſt zunächſt Max Eyths trefflicher
Roman „Der Schneider von Ulm”, der allerdings
gleich bei ſeinem Erſcheinen verdiente Anerkennung und
große Verbreitung fand und der nicht erſt einer
wohl=
feilen Neuausgabe bedurfte, um Verſäumtes in dieſer
Beziehung nachzuholen. Gleich dem „Schneider von
Ulm” ſind auch „Dahiel der Konvertit” von
Richard Voß, „Hans Georg Portner” von
Sperl und „Das deutſche Herz” von
Schmitt=
henner hiſtoriſche Romane, aber ſie gehören nicht nur
äußerlich der gleichen Literaturgattung an, ſondern haben
auch das gemeinſam, daß in ihnen „um der Menſchheit
große Gegenſtände” gekämpft wird, um die heiligſten,
innerſten Güter des Menſchenherzens, das Recht des
eige=
nen Glaubens, die Freiheit der religiöſen Ueberzeugung.
Ein froher, voller Klang von den glücklichen und
ruhm=
vollen Tagen, die das neue Deutſche Reich werden ſahen,
geht durch Julius Rodenbergs prächtige Fami=
In anderer
liengeſchichte „Die Grandidiers”
Art ſchließt ſich W. Jordans „Roman aus der
Gegen=
wart”: „Die Sebalds” an die Bücher von
Schmitt=
henner und Sperl an; er zeigt in dem Schickſal eines
freidenkenden lutheriſchen Geiſtlichen die ſchweren
Kon=
flikte und Kämpfe, aber auch die neuen Möglichkeiten,
die die Fortentwickelung des Proteſtantismus unter dem
Einfluß der neuen wiſſenſchaftlichen Erkenntniſſe
herauf=
führt — wirklich noch heute erſt recht ein Roman aus der
Gegenwart, trotzdem ſeit ſeinem erſten Erſcheinen drei
Jahrzehnte verfloſſen ſind. Damals haben „Die
Sebalds” beträchtliches Aufſehen erregt.
Grosse Ansprüche stellt das heutige Erwerbsleben an
unsere Konstitution. Was nervös macht und die
Körper-
kräfte ungünstig beeinflusst, sollte deshalb vermieden werden.
Man wähle als erstes Frühstück an Stelle von Kaffee oder Tee
eaade
„Van Houtens Cacao” zeichnet sich nicht allein durch Reinheit, Aroma
und wunderbaren Wohlgeschmack aus, sondern ist leicht verdaulich,
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haft und ohne schädlichen Einfluss auf die Nerven. Stets in
geschlosse-
nen Büchsen, niemals lose zu haben. — Nur eine Qualität, die beste!
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