Abonnementspreis
Inſerafe
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 26 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
kommen ſoll.” — Mit dieſem Standpunkt iſt eine
Kulturkampfhetze gegen den Bundesratsbeſchluß nicht
vereinbar.
Die Kaiſerin iſt am Samstag von Straßburg nach
Langenburg und von dort nach Baden=Baden
ab=
gereiſt.
Der Reichstag lehnte das ſozialdemokratiſche
Mißbilligungsvotumfür den
Reichskanz=
ler in Angelegenheit der
Fleiſchteuerungs=
fragen mit 174 gegen 140 Stimmen ab.
Der dritte Dreadnought Oeſterreich=
Ungarns, „Prinz Eugen”, iſt am Samstag
vormittag in Anweſenheit des Erzherzogs Peter
Fer=
dinand in Trieſt vom Stapel gelaufen.
Der franzöſiſch=ſpaniſche Marokko=
Ver=
trag, der 30 Artikel enthält, wird allen
Signatar=
mächten mitgeteilt und ſobald als möglich in Madrid
ratifiziert werden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Bundesrat, Jeſuitengeſetz und
Zentrums=
partei.
C Die gewaltige Agitation, die ſowohl das
Zen=
trum als auch der katholiſche Klerus ſeit Monaten
auf=
geboten haben, um den Bundesrat, wenn nicht für die
Aufhebung des ganzen Jeſuitengeſetzes, ſo doch
wenig=
ſtens für die ihr nahe kommende bayeriſche
Interpreta=
tion zu gewinnen, iſt ohne Eindruck geblieben. Denn der
Bundesrat hat durch ſeinen Beſchluß über den Antrag
Bayerns, den Begriff der verbotenen Ordenstätigkeit
authentiſch auszulegen, der bayeriſchen
Auf=
faſſung eine Niederlage bereitet.
Nach der bayeriſchen Auffaſſung blieb den Jeſuiten
nur die Abhaltung von Miſſionen verboten,
da=
gegen wurden ihnen Konferenzvorträge und
ſolche prieſterliche Handlungen, die vom
zuſtändigen Pfarramt zur vorübergehenden Aushilfe in
der Seelſorge angeordnet werden, geſtattet. Der jetzige
Bundesratsbeſchluß läßt hiervon beinahe nichts beſtehen.
Denn als verbotene Ordenstätigkeit ſoll jede prieſterliche
oder ſonſtige religiöſe Tätigkeit gegenüber anderen, ſowie
die Erteilung von Unterricht gelten, ausgenommen das
Leſen ſtiller Meſſen, Familien=Primizfeiern und das
Spenden der Sterbeſakramente. Ein gewiſſes
Entgegen=
kommen bedeutet der Bundesratsbeſchluß nur inſoweit,
als wiſſenſchaftliche Vorträge, die das religiöſe Gebiet
nicht berühren, nicht unterſagt werden; bisher geduldet,
ſind ſolche Vorträge nunmehr ausdrücklich erlaubt und
können auch in Kirchen gehalten werden. Deswegen
braucht man jedoch nicht zu beürchten, daß die jetzt
ge=
ſtatteten wiſſenſchaftlichen Vorträge an die Stelle der von
Bayern zugelaſſenen Konferenzvorträge treten werden.
Letztere nämlich liegen ganz überwiegend auf dem Gebiet,
das die wiſſenſchaftlichen Vorträge nicht berühren
dürfen: auf dem religiöſen. Der klerikale Bayeriſche
Kurier hat hierüber am 27. April dieſes Jahres folgendes
ausgeführt:
„Die Konferenzvorträge haben zumeiſt ſozialen oder
apologethiſchen Inhalt, behandeln in beſonderer Weiſe
gerade aktuelle Zeitfragen des religiöſen Lebens,
Schwieriakeiten, die gegen religiöſe Glaubenswahrheiten
gerade erhoben werden, widerlegen erhobene Einwände
und ſuchen die Wahrheiten unſeres Glaubens als
uner=
ſchüttert und unerſchäitterlich nachzuweiſen. Daß damit
zugleich auch die Aufforderung zur Treue im Glauben
uſw. verbunden wird, iſt ſelbſtverſtändlich.”
Der Schlag der bayeriſchen Regierung gegen das
Jeſuitengeſetz iſt alſo in der Hauptſache vom Bundesrate
abgewehrt worden. Daß die Zentrumspreſſe nach den
ge=
waltigen agitatoriſchen Anſtrengungen, den Bundesrat
mindeſtens für den bayeriſchen Standpunkt zu gewinnen,
nun ſtark enttäuſcht iſt, kann nicht wundor nehmen. Wenn
die Zentrumspreſſe aber „die Seele des katholiſchen
Vol=
kes zum kochen bringen” will und den Bundesratsbeſchluß
als eine Wiedererneuerung des Kulturkampfes bezeichnet,
ſo muß gerade die bayeriſche Regierung dem
begegnen. Denn einerſeits hat ſie den Bundesratsbeſchluß
veranlaßt, andererſeits hat Freiherr v. Hertling am
17. April in der bayeriſchen Reichsratskammer erklärt:
„Es handelt ſich lediglich um eine
Rechts=
frage, um eine Frage der Auslegung, die nunmehr auf
ordnungsmäßige Weiſe zum Austrag
Zu den Verhandlungen des Bundesrats
über die Auslegung des
Jeſuiten=
geſetzes erfährt die Tägliche Rundſchau noch, daß der
preußiſche Antrag mit über wiegender
Mehrheit zur Annahme gelangte, nur die
bayeriſchen Stimmen wurden dagegen abgegeben. Als
beſonders bemerkenswert iſt noch hervorzuheben, daß
Mi=
niſterpräſident v. Hertling perſönlich weder an den
Aus=
ſchußſitzungen noch an der entſcheidenden Plencrſitzung
des Bundesrats über die Jeſuitenfrage teilnahm und
die Verteidigung des bayeriſchen Erlaſſes den übrigen
bcheriſchen Bevollmächtigten überließ. Hervorzuheben
iſt ferner, daß mehrere Bundesregierungen mit faſt rein
evangeliſcher Bevölkerung den preußiſchen Vorſchlag als
zu entgegenkommend bezeichneten und für eine ſchärfere
Faſſung eintraten. Der Vertreter eines mitteldeutſchen
Kleinſtaats wollte ausdrücklich die bayeriſche Auslegung
als ungeſetzlich bezeichnet wiſſen. Die preußiſche
Regie=
rung hat den vermittelnden Standpunkt
wäh=
rend der ganzen Dauer der Verhandlungen, die
ſtellen=
weiſe recht lebhaft geführt wurden, innebehalten und
er=
folgreich durchgeſetzt.
Die freikonſervative Poſt ſchreibt: Mit dieſer
Stel=
lungnahme hat der Bundesrat einen ebenſo überflüſſigen,
wie bedenklichen Streit aus der Welt geſchafft; denn wenn
auch die Germania androht, daß nun „der
Entrüſtungs=
ſchrei des katholiſchen Volkes mit verdoppelter Stärke
nach Gerechtigkeit” verlangen werde, ſo wird man darüber
um ſo eher zur Tagesordnung übergehen können, als ſich
eine „Entrüſtung” auf katholiſcher Seite bisher nur in
den Spalten der ultramontanen Blätter bemerkbar
ge=
macht hat. Die überwiegende Mehrheit des katholiſchen
Volkes hat in dem ganzen Verlauf des Jeſuitenſtreites
durchaus den Standpunkt vertreten, daß die von Bayern
angeregte Frage nicht wichtig genug ſei, um die
unaus=
bleibliche Gefährdung des konfeſſionellen Friedens zu
rechtfertigen, und der proteſtantiſche Volksteil weiß für
dieſe einſichtige Haltung der katholiſchen Bevölkerung
auf=
richtigen Dank. Auch Freiherr von Hertling wird
viel=
leicht die Stellungnähme des Bundesrates nicht allzu
tragiſch nehmen, und wir wollen die Frage offen laſſen,
ob er nicht gar im ſtillen Kämmerlein der Vorſehung
dankbar dafür iſt, daß ihn die vis major von einer
Ver=
pflichtung befreit hat, die er ſicherlich eines Tages ſelber
noch einmal als ſehr unangenehm empfunden haben
würde.
Die bisher vorliegenden bayeriſchen
Preßäußerun=
gen — die Zentrumsblätter ausgenommen — konſtatieren
durchweg eine ſchwere Niederlage des Miniſteriums
Hertling und eine ſchwere Bloßſtellung des von
Frei=
herrn von Hertling als die Grundlage ſeiner Politik in
den Vordergrund geſchobenen Herrſcherwillens.
Die Botſchafterkonferenz.
— Nun ſoll die Regelung der Balkandinge auf einer
Konferenz erfolgen; allerdings ſoll dieſe nicht die
eigent=
liche Streitfrage zwiſchen der Türkei und den verbündeten
Balkanſtaaten erledigen, ſondern ſie ſoll ſich in mehr
all=
gemeine Punkte erſtrecken; auch iſt erfreulicherweiſe von
Herrn Grey, von dem der Vorſchlag ausgeht, nicht eine
große internationale Konferenz angeregt worden, ſondern
es ſoll entweder in Paris oder London oder Berlin eine
ſogenannte Botſchafterkonferenz ſtattfinden, die ſich, wie
gemeldet, auf folgende Punkte erſtrecken ſoll: 1. Die
al=
baniſche Frage, 2. die Frage der ägäiſchen Inſeln und 3.
die Meerengenfrage. Die Londoner Pall Mall Gazette
will über die Hauptzüge des Greyſchen Vorſchlages von
diplomatiſcher Seite folgendes Ffahren haben: Die Mächte
werden erſucht, ihre Botſchafter in einer der Hauptſtädte
zu ermächtigen, ſofort, ehe der Krieg beendet iſt, zu einer
Konferenz zuſammenzutreten, die jedoch keine Beilegung
der einzelnen Probleme verſuchen, ſondern nur möglichſt
ſchnell bekunden ſoll, daß über die erwähnten Hauptpunkte
allgemeine Einmütigkeit herrſche. Für Albanien könnte
beiſpielsweiſe die Anerkennung der Unabhängigkeit ecklärt
werden. Der ſerbiſch=öſterreichiſche Konflikt ſoll
in die Erörterung nicht hineingezogen werden und
das iſt ſehr gut, denn Oeſterreich würde ſich jede Ein=
miſchung der Goßmächte auf das allerentſchiedenſte
ver=
bitten, weil darin eine Beeinträchtigung ſeiner Würde
als Großmacht zu erblicken wäre.
Was hier von engliſcher Seite vorgeſchlagen wird, iſt
im weſentlichen ein Wechſel der ſonſt üblichen Methode
des Meinungsaustauſches von Kabinett zu Kabinett,
um auf dieſe Weiſe den diplomatiſchen Meinungsaustauſch
zu beſchleunigen. Möglich iſt auch, daß es nicht bloß bei
den erwähnten drei Hauptpunkten bleibt, ſondern daß die
eine oder andere Macht auch ihrerſeits mit neuen
Anreg=
ungen kommt. Es liegt auf der Hand, daß derartige
Be=
ſprechungen in der Tat geeignet ſind, manche
Differenz=
punkte hinwegzuſchaffen auf dem Wege einer friedlichen,
freundſchaftlichen Verſtändigung. Der Vorſchlag Greys
zeigt erneut das Beſtreben der Mächte, um keinen Preis
den Balkankonflikt auszudehnen, und man muß England
laſſen, daß es in der jüngſten Phaſe der Balkanwirren
eine durchaus loyale Haltung bewahrt hat. Insbeſondere
wird von Londoner wie auch von deutſcher offiziöſer Seite
aus beſtätigt, daß beide Mächte in ihren Anſchauungen
über die Löſung der Balkanfrage völlig einig ſeien und
Hand in Hand gehen. Bei der Triple=Entente ſcheint das
nicht ganz der Fall zu ſein, und ſo wird denn auch über
Paris gemeldet, daß man dort von dem neuerlichen
Vor=
ſchlage des engliſchen Miniſters nicht ſehr erbaut ſei, und
daß man nur mit ſüßſaucem Lächeln zuſtimmen werde.
Ob bei der Konferenz etwas herauskommen wird,
läßt ſich natürlich heute nicht ſagen, immerhin ſteht zu
hoffen, daß ſich bei dem auf allen Seiten vorhandenen
guten Willen kein neuer Konfliktſtoff daraus entwickeln
wird. Jedenfalls kann der Vorſchlag Sir Edward Greys
als ein optimiſtiſches Zeichen der augenblicklichen Lage
aufgefaßt werden.
Deutſches Reich.
— Die Regierung und die Enzyklika.
Wie die Frankfurter Zeitung aus angeblich guter Quelle
erfährt, hatte der Reichskanzler von Bethmann Hollweg
am 27. November einen bekannten Führer des
Reichs=
tagszentrums zu ſich gebeten und ihm mit voller
Be=
ſtimmtheit erklärt, daß die jüngſte päpſtliche Enzyklika
über die Arbeiterorganiſationen das Letzte ſei, was ſich
die preußiſche Regierung von der Kurie an Eingriffen in
die Rechte des Staates und in die Selbſtändigkeit der
nichtkonfeſſionellen Arbeiter= und ſonſtigen Verbände
habe bieten laſſen. Sollte wieder derartiges vorkommen,
werde ſie unbedingt die diplomatiſchen Beziehungen zum
Vatikan einſtellen.
— Die Arbeiten der
Strafrechtskom=
miſſion ſollen in erſter Leſung bis Weihnachten
be=
endet werden. Die zweite Leſung wird im Januar
be=
ginnen. Während der zweiten Leſung ſollen der Tägl.
Rdſch. zufolge Vertreter der Preſſe über alle jene
Beſtim=
mungen als Gutachter vernommen werden, die im
Zu=
ſammenhang mit der Preſſe ſtehen.
— Das Luftflottengeſetz. Zu der
Nach=
richt der Täglichen Rundſchau von einem bevorſtehenden
Luftflottengeſetz bemerkt die „Neue Politiſche
Korreſpon=
denz”, es iſt ganz klar, daß wir weiterhin dieſe wichtig
gewordene Sache zu vermehren ſuchen und uns in dieſer
Vermehrung beeilen werden. Aber ein Luftflottengeſetz
gehört in das Reich der Phantaſie.
— Aerzteverbände und Krankenkaſſen.
Wie in der Sitzung des Geſchäftsausſchuſſes des Deutſchen
Aerztevereinsbundes in Leipzig mitgeteilt wurde, hat
der Staatsſekretär des Innern zur Anbahnung einer
Ver=
ſtändigung zwiſchen den ärztlichen Organiſationen und
den Krankenkaſſenverbänden in den Fragen der ärztlichen
Verſorgung der Kaſſenmitglieder eine gemeinſame
Be=
ſprechung mit Vertretern der beiden Gruppen im
Reichs=
amt des Innern in Ausſicht genommen. Geladen ſind auf
ärztlicher Seite ſämtliche überhaupt in Frage kommenden
Verbände, von der Partei der Krankenkaſſen der
Haupt=
verband deutſcher Ortskrankenkaſſen in Dresden, der
Ver=
band zur Wahrung der Intereſſen der deutſchen
Betriebs=
krankenkaſſen in Eſſen (Ruhr), der Verband deutſcher
Innungskrankenkaſſen, der allgemeine deutſche
Knapp=
ſchaftsverband und die Zentrale für das deutſche
Kran=
kenkaſſenweſen in Berlin. Als Unterlage für die
Ver=
handlungen hat der Staatsſekretär einen vorläufigen
Entwurf von Grundzügen für die Vereinbarung zwiſchen
den beiden Parteigruppen aufſtellen laſſen. In ihm wird
ausdrücklich feſtgelegt, daß durch die vorgeſchlagene Ver=
einbarung der grundſätzliche Standpunkt der
vertrag=
ſchließenden Teile zur Frage der organiſierten freien
Arztwahl oder des freien Rechts der Krankenkaſſen zur
Abſchließung von Verträgen mit den dazu bereiten
Aerz=
ten, nicht berührt werden ſoll. Dagegen wird für den
Bezirk jedes Oberverſicherungsamts ein beſonderes
Schiedsamt eingerichtet, das im Zweifelsfalle die
Be=
dingungen feſtzuſtellen hat, die für Arztverträge als
an=
gemeſſen zu gelten haben. Streitigkeiten aus den
Ver=
trägen zwiſchen Kaſſen und Aerzten ſoll ein
Schiedsaus=
ſchuß ſchlichten. Die Beſprechung dieſes Entwurfs im
Miniſterium iſt auf Erſuchen des Geſchäftsausſchuſſes
des Deutſchen Aerztevereinsbundes auf Mitte Dezember
verſchoben worden.
— Viehzählung am 2. Dezember. In
Durchführung des immer noch zu Kraft beſtehenden
Bun=
desratsbeſchluſſes vom Jahre 1892 ſoll heute, Montag,
den 2. Dezember, die ſogenannte große Viehzählung im
Deutſchen Reiche ſtattfinden. Nach bisheriger
Gewohn=
heit galt nicht der 2., ſondern der 1. Dezember als
Stich=
tag der Viehzählung. Da aber in dieſem Jahre der 1.
De=
zember auf einen Sonntag fiel, ſo iſt die Viehzählung
vom 1. auf den 2. Dezember verſchoben worden.
— Die Landtagsſtichwahlen in
Würt=
tember g. Im zweiten Wahlgange am Freitag ſtanden
24 Mandate zur Entſcheidung. Es erhielten die
Volks=
partei 8, Konſervative und Bauernbund 6,
Nationallibe=
rale 5, Sozialdemokraten 3 und das Zentrum 2 Mandate.
Insgeſamt ſind bis jetzt gewählt: 21 Zentrum, 17
Konſer=
vative und Bauernbund, 15 Volkspartei, 13
Sozialdemo=
kraten und 9 Nationalliberale. Am Schluß des alten
Landtages hatten Mandate: Zentrum 25, Volkspartei 24,
Sozialdemokratie 16, Dentſche Partei 12, Konſervative
und Bund der Landwirte 15. Die Nachwahlen haben
der Rechten eine weitere Stärkung auf Koſten der beiden
liberalen Parteien und namentlich auf Koſten der
Volks=
partei, gebracht. Der Gewinn der Rechten beträgt
wei=
tere drei Mandate, ſo daß ſie jetzt zuſammen über 38
Mandate verfügt gegen nur 32 vor ſechs Jahren. Nimmt
man an, daß die Proporzwahlen keine Veränderung
brin=
gen, ſo verfügen Zentrum und Konſervative, bezw.
Bünd=
ler, im neuen Landtag über 45 von insgeſamt 92
Man=
daten. Die drei Parteien der Linken würden alsdann
ge=
rade nur noch die Mehrheit haben; der etwaige Verluſt
eines weiteren Mandats an die Rechte würde zwei genan
gleich ſtarke Gruppen herſtellen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die neuen öſterreichiſchen
Riegie=
rungsvorlagen. Dem Juſtiz= und dem
Wehraus=
ſchuß des öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſes, denen die
eingebrachten drei neuen Regierungsvorlagen, ſowie die
Vorlage über das Rekrutenkontingent ohne erſte Leſung
zugewieſen worden waren, beſchloſſen, nachdem ſich die
Regierung bereit erklärte, die Berkchte über die Motive,
ſowie das einſchlägige Geſetzmaterial in der nächſten
Sitzung zu unterbreiten und am Dienstag nachmittag die
Geſetzvorlagen in Verhandlung zu ziehen.
Frankreich.
Die Abnahme der Geburten und der
Rekruten. In der Kammer=Debatte über das
Cadregeſetz wies der Deputierte Reinach eingehend auf
die Abnahme der Geburtenzahl Frankreichs und die
Fol=
gen hin, welche die Tatſache für die Armee nach ſich
zieht. Die Zahl der männlichen Geburten, welche vor
vierzig Jahren 494000 geweſen ſei, betrage jetzt nur
400000 und nehme täglich ab. Die Zahl der
Geſtellungs=
pflichtigen ſei im Jahre 1893 343000 geweſen und belaufe
ſich gegenwärtig auf 301000. — Die Zahl der eingeſtellten
Rekruten, welche im Jahre 1904 238000 betrug, ſei auf
215000 zurückgegangen und nehme noch ab. Man könne
vorausſehen, daß die Zahl der eingeſtellten Rekruten im
Jahre 1927 auf 196000 zurückgehen werde, mit anderen
Worten, Frankreich hat 1908 48 Bataillone, 1912 94
Ba=
taillone verloren und werde im Jahre 1921 110 Bataillone
und im Jahre 1928 154 Bataillone verlieren. Angeſichts
dieſer Lage gebe es nur eine Abhilfe: Die Einrahmung
der Reſervetruppen, ſonſt würde man die Truppen, wie
groß auch ihre Tapferkeit und ihr Kampfesmut wäre,
nicht zum Siege, ſondern zur Schlachtbank führen.
Poincarés Erklärung über die
aus=
wärtige Lage. Poincaré teilte dem Obmann des
Kammerausſchuſſes für auswärtige Angelegenheiten
Barthou mit, daß er am Donnerstag vor dem Ausſchuß
eine Erklärung über die äußere Lage abgeben werde, doch
dürfte an ihn keine beſondere Frage gerichtet werden
Poincaré hatte es ſchon vorher abgelehnt, eine etwaige
Interpellation über die äußere Politik zu beantworten.
Die Gruppe der geeinigten Sozialiſten beſchloß, eine
Er=
klärung des Miniſterpräſidenten über die auswärtige Lage
hervorzurufen.
Der Generalreſident von Marokko
General Liautey, wird im Laufe der nächſten Woche vor
dem Kammerausſchuß für auswärtige Angelegenheiten
erſcheinen, um über die gegenwärtige Lage in Marokko
Bericht zu erſtatten.
Der antimilitariſtiſche
Arbeiterver=
band. In der Kammer griff der frühere Kriegsminiſter
Meſſimy gelegentlich der Interpellation über die Lehrer
des „Sou du ſoldat” die verbrecheriſche Propaganda des
Allgemeinen Arbeiterverbandes an. Unter lebhafter
Be=
wegung der Kammer erklärte er, die Regierung habe im
Juli und Auguſt letzten Jahres die Eventualität einer
Mobiliſierung ohne Schwäche ins Auge faſſen und
da=
mals die Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung
im Innern nicht gegen Spione, ſondern gegen die
Sabo=
teure des Arbeiterverbandes verſtärken müſſen, da dieſe
Vorbereitungen trafen, die Mobiliſierung zu lähmen.
Antimilitariſtiſche Herde gab es bereits 1911. Damals
ſeien in etwa 15 Regimenter die gefährlichſten
Sol=
daten der Strafkompagnien geſteckt worden. Gegenwärtig
ſei der Geiſt des Heeres gut, aber man buche 80000 (?)
Soldaten, die ſich nicht geſtellt hätten.
Dänemark.
Kontrolle des auszuführenden
Flei=
ſches. Auf die Initiative des
Landwirtſchaftsminiſte=
riums unter Mitwirkung der vom Miniſterium
einge=
ſetzten Exportkontrolle wird auf Wunſch des Miniſteriums
von der königlich däniſchen Landhaushaltungsgeſellſchaft
und dem däniſchen Exportverein verſuchsweiſe eine
Kon=
trolle der Qualität des von Dänemark nach dem Auslande
ausgeführten friſchen Fleiſches eingerichtet. Die Kontrolle,
die eine freiwillige iſt, leitet der däniſche Exportverein
und wird von vom Staate autoriſierten Exporttierärzten
ausgeführt.
Rußland.
Flottenbau. Der Marineminiſter brachte in der
Reichsduma eine geheime Geſetzesvorlage ein, die ſich auf
Hafenbauten und die Vorbereitung künftiger
Flotten=
aktionen im Zuſammenhang mit dem Programm eines
verſtärkten Flottenbaus für 1912 bis 1916 bezieht.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 2. Dezember.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Kolonnenführer der
Frei=
villigen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zu Alzey,
J. Schmitz in Alzey, die Erlaubnis zur Annahme und
zum Tragen der ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer,
König von Preußen, verliehenen Rote Kreuz=Medaille
3. Klaſſe erteilt.
* Ernannt wurde der Hofbibliothekdiener Ludwig
Treutel in Darmſtadt zum Kanzleidiener bei der
Staatsanwaltſchaft am Landgericht der Provinz
Starken=
burg mit Wirkung vom 15. Dezember 1912.
g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß
be=
ſchäftigte ſich in ſeiner Sitzung am Samstag mit der
Be=
ſchwerde des Buchdruckereibeſitzers Max Teichmann
zu Zwingenberg gegen eine Strafverfügung des Großh.
Kreisamts Bensheim vom 9. September d J. Auf Grund
des § 103e der Gewerbeordnung hat die
Handwerkskam=
mer am 27. Mäcz 1912 eine Bekanntmachung erlaſſen,
durch die in Poſition 5 die Zahl der Lehrlinge, die in
Buch=
druckbetrieben gehalten werden dürfen, nach den
beſchäf=
tigten Gehilfen folgendermaßen geregelt wird: Bis zu
2 Gehilfen 1 Lehrling, bis zu 5 Gehilfen 2 Lehrlinge. Im
erſten Falle kann ein weiterer Lehrling gehalten werden,
wenn der Lehrling in den letzten beiden Lehrjahren ſteht. Bei
einer Reviſion durch die Handwerkskammer im April 1912
wurde feſtgeſtellt, daß der Buchdruckereibeſitzer Teichmann
bei 1 Gehilfen 3 Lehrlinge beſchäftigte und daß er im
Be=
geiff war, einen vierten Lehrling einzuſtellen. Trotz der
Aufforderung der Handwerkskammer, den dritten und
vierten Lehrling zu entlaſſen, kam dieſer dem nicht nach.
Deshalb erließ das Kreisamt Bensheim am 9. September
auf Antrag der Handwerkskammer eine Strafverfügung
von 10 Mark, gegen die Teichmann Beſchwerde beim
Mi=
niſterium erhob. Das Miniſterium gab die Sache an den
Provinzialausſchuß ab. Der Beſchwerdeführer gibt an,
der eine Lehrling käme nicht mehr in Betracht, da dieſer
nur drei Jahre bei ihm lernen ſollte das vierte auf dem
Technikum. Es kämen alſo bei zwei Gehilfen drei
Lehr=
linge in Betracht. Es ſei ihm unmöglich, Gehilfen zu
bekommen, deshalb wolle er ſich ein Stammperſonal
heran=
ziehen. Der Vectreter der Handwerkskammer führte aus,
daß es nicht angehe, den vierten Lehrling als Gehilfen
anzuſehen, da durch die Handwerkskammer die Lehrzeit
auf vier Jahre feſtgeſetzt wurde; aber auch, wenn man
dieſen als Gehilfen anſehe, wären zwei Lehrlinge
zuviel beſchäftigt. Die Lehrzeit ſei im Jahre 1902
auf Anſuchen der beteiligten Gewerbe auch für das
Buch=
druckgewerbe auf vier Jahre feſtgeſetzt worden. Sie
ent=
ſprach den Wünſchen des Buchdruckervereins und des
Tarifamts; es könne deshalb von einer Rigoroſität nicht
die Rede ſein. Die Lehrlingsſkala iſt mit dem Tarif der
Buchdrucker identiſch. Auch der Einwand, die Handwerkss
kammer ſei zur Reviſion nicht berechtigt, ſei falſch, denn
von zuſtändigen Inſtanzen ſei mehrfach entſchieden wors
den, daß ſelbſt Buchdruckereien mit 40 bis 50 Gehilfen der
Handwerkskammer unterſtehen. Der Provinzialausſchuß
gab der Beſchwerde inſofern ſtatt, als die Strafe auf
5 Mark herabgeſetzt wird, da die Beſtimmungen noch neu
ſind und Teichmann noch nicht vorbeſtraft iſt. — Der
Wäſchereibeſitzer Wilhelm Schickedanz II. zu Neu=
Iſenburg klagt gegen einen Polizeibefehl des Großh.
Kreisamts Offenbach vom 31. Juli 1912. Sch. hat auf
ſein Hintergebäude einen Fachwerkbau aufgeführt, der ihm
als Trockenboden genehmigt wurde. Da der Verdacht
be=
ſtand, daß Sch. den Aufbau zu Wohnungszwecken benutzen
würde, mußte er einen Revers unterſchreiben, durch den er
ausdrücklich erklärte, den Bau nicht zu Wohnzwecken zu
verwenden. Trotz dieſes Reverſes bezog Schickedanz den
Trockenſpeicher, weshalb gegen ihn ein Polizeibefehl
eſ=
laſſen wurde, durch den für jeden Tag der
Zuwiderhand=
lung 50 Mark Geldſtrafe feſtgeſetzt wurden. Gegen dieſen
Befehl legte Sch. Beſchwerde ein. Inzwiſchen hat er beim
Kreisamt ein Dispensgeſuch eingereicht, das vom
Ge=
meinderat befürwortet wurde. Er gibt an, er ſei duſech
ſeine ſchlechte Vermögenslage gezwungen, eine beſſere
Rentabilität ſeines Grundſtückes zu erzielen. Da ihm die
Errichtung eines maſſiven Aufbaues wegen des
ſchwachen Unterbaues nicht geſtattet wurde, ſei er
um Genehmigung zur Errichtung eines Trockenbodens
eingekommen. Er habe geglaubt, im Revers nur
anerkannt zu haben, daß er dieſe Räume nur
nicht als Wohnräume vermieten dürfe. Er ſei der Anſicht
geweſen, für ſich ſelbſt dürfe er die Räume benutzen. Der
Provinzialausſchuß gab der Klage inſoweit ſtatt, daß die
feſtgeſetzte Polizeiſtrafe auf eine einmalige Geldſtrafe von
50 Mark feſtgeſetzt wird. Im übrigen wurde die Klage
abgewieſen unter Verurteilung des Klägers in die Koſten
des Verfahrens. — Der Maurergeſelle Johannes
Bier=
baum aus Geiſenheim fiel am 28. November 1911 bei
Dacharbeiten, die er im Auftrage ſeines Vaters ausführte,
mehrere Meter herunter vom Dach. Er wurde in der Zeit
Neue Briefe aus Deutſchlands
großer Zeit.
(2) Ergreifende Schilderungen aus der großen Zeit
der Geburt des Deutſchen Reiches, aus dem Siegeszuge
unſerer Truppen von Sedan bis Paris, bieten die
Briefe des Grafen Beuſt die ſeine Tochter, die
Gräfin Wedel, in der Deutſchen Revue (Deutſche
Ver=
lags=Anſtalt in Stuttgart) veröffentlicht. Der Graf
be=
gleitete den Großherzog Karl Alexander von Sachſen=
Weimar 1870 ins Feld und erzählt aus eigenem Erleben
die Uebergabe Sedans und die
Gefangen=
nahme Napoleons.
„Wie Dir der Telegraph ſeitdem gemeldet hat, haben
wir heute den weltgeſchichtlichſten Tag unſerer Generation
erlebt. Von früh an beſchoſſen die Unſerigen aus nächſter
Nähe die Truppen von Sedan, während nach Moltkes
unvergleichlichem Plan der Kronprinz von Preußen von
der einen, der Kronprinz von Sachſen von der anderen
Seite Mac Mahon einſchloſſen. Nach blutiger, tapferer
Gegenwehr waren die Franzoſen genötigt, gegen 4 Uhr
ſich mit dem ganzen Korps nach Sedan zurückzuziehen.
Da kam die Meldung: Napoleon ſei in der Feſtung!
So=
fort wurde, um das Blut unſerer tapferen Truppen zu
ſchonen, Sedan bombardiert. Nach den erſten zwanzig
Schüſſen brannte die Stadt an vier Stellen, und ſofort
parlamentierte Napoleon und ſchickte den General Reille
mit einem Brief an den König, in welchem er ihm ſeinen
Degen zu Füßen legte — da er den Tod nicht habe finden
können! Der Jubel war namenlos. Alle ſuchten ſich dem
König zu nähern und ihm die Hände zu küſſen. Des
Königs Antwort wurde mit einer Feder und Tintenfaß
vom Reiſeneceſſaire des Großherzogs geſchrieben, wobei
die Huſarentaſche von Otto Guſtedt (Sohn der Gräfin
Beuſts Stiefſchweſter, Baronin Guſtedt) ihm als
Schreib=
mappe diente. Ich glaube, daß der Krieg, wenigſtens das
Blutvergießen, jetzt zu Ende iſt. Aber welche Opfer hat
er gekoſtet!“
Auch der Begegnung zwiſchen König
Wil=
helm und ſeinem kaiſerlichen Gefangenen
wohnte Graf Beuſt an und berichtet, daß der König dem
liefgebeugten Napoleon lange ſtumm die Hand gedrückt
habe. Die Generäle in des Kaiſers Umgebung hätten ſich
in ſcheinbar heiterem Tone laut unterhalten. Vom 5.
Sep=
tember ſchreibt Graf Beuſt:
„Geſtern ſaß ich bei Tafel neben Bismarck, der mir
erzählte, daß er am Tage nach Sedan, während Moltke
die Uebergabe der Feſtung mit General Wimpffen
ab=
ſchloß, zwei Stunden mit Napoleon eine Zigarre geraucht,
und da es geſchmacklos geweſen wäre, während dieſer
Zeit in der kleinen Bauernſtube von Politik zu ſprechen,
er ungefähr eine Unterhaltung mit ihm geführt habe, wie
ein Fähnrich mit einem Backfiſch, mit dem er zum erſten
Male den Kotillon tanzt und den er wenig kennt.”
Nach dem Dankgottesdienſt in Ferrieres ſitzt Beuſt bei
Tiſch neben dem alten Roon:
„Wir ſprachen natürlich vom Tode ſeines Sohnes,
und er erzählte mir, wie dieſer, gleich nachdem er den
töd=
lichen Schuß empfangen, das Abendmahl verlangt habe.
. Unſere Unterhaltung war ſehr gemütlich, aber wir
hatten beide oft Tränen in den Augen. Ich erinnerte ihn
daran, wie er mir neulich geſagt: Wenn man Söhne in
der Armee hat und der Krieg bricht aus, ſo nimmt man
Abſchied von ihnen, und wenn ſie geſund wiederkehren,
ſo nimmt man ſie wie neu geſchenkt aus Gottes Hand —
und ich ſagte ihm, ich hätte Dir dieſe Worte als Beiſpiel
heroiſcher Ergebung geſchrieben. „Ach” ſagte er, „das
iſt auch mehr Theorie bei mir. In der Praxis habe ich
auch ſchwere Stunden erlebt.”
Solch ſchwere Stunden hatten auch Beuſts, denn ihr
geliebter zweiter Sohn Thilo fand den Heldentod bei
einem Gefecht in der Normandie. Die
Kaiſerpro=
klamation in Veyſailles ſchildert der Graf in
einem langen Briefe als die „ſchönſte Zeremonie, der ich
je beigewohnt.” Nach der Proklamation und dem Hoch
des Großherzogs von Baden „eilte der Kaiſer
zuerſt auf feinen Sohn zu, um ihn zu
um=
armen, worauf ſich der Kronprinz vor ihm auf die
Knie warf und ihm beide Hände küßte. Nun machte das
ganze Offizierkorps rechtsum und defilierte, ſich
verbeu=
gend, vor dem Kaiſer, der nun vom Throntritt hinabſtieg
und an der ganzen Reihe der Mannſchaften herabſchritt,
mit vielen redend, einigen beſonders Dekorierten die
Hand ſchüttelnd; dabei ſah der Herr (in der Uniform des
erſten Garde=Regiments) wunder=, wunderſchön aus!
Es war nur eine Stimme darüber, daß das Ganze ſehr
würdevoll war und ſogar taktvollerweiſe nicht ein Hof=
fourier oder Hoflakai zu ſehen war (um den Charakter
einer Hofzeremonie ganz zu vermeiden), ſondern nur
Sol=
daten. Hätte man Hofdienerſchaft verwendet, von der
nur ein kleiner Teil hier iſt, ſo wäre die Sache ärmlich
erſchienen. So aber war es Kaiſer Wilhelm, getragen,
geehrt, proklamiert von der Armee, die ihm zujubelt!“
Am 25. Januar iſt Jules Favre in Verſailles; über
ſeine Miſſion waltet tiefſtes Geheimnis. Bringt er
Frieden?
„Ein Umſtand läßt mich hoffen, und zwar in
verſtärk=
tem Maße. Du weißt, daß, wenn auf der Jaad der Hirſch
von den Hunden gepackt iſt, der Jäger ein Halali bläſt.
Als geſtern Bismarck mit Favre geſprochen und dann
Seiner Majeſtät Bericht erſtattet hatte, ging er an dem
Zimmer vorbei, in welchem die Flügeladjutanten bei
Lehndorff den Tee tranken, ſteckte nur den Kopf zur Türe
hinein und pfiff Halali und verſchwand wieder — recht
originell, wie alles, was Bismarck tut, der doch immer
neben dem genialen Staatsmann der uſtige Sportsmann
iſt und bleibt.”
Farbig ſchildert Beuſt den Einzug in Paris:
„Die Pariſer ſtanden, Kopf an Kopf, ohne einen Laut.
Als wir am Arc de Triomphe ankamen, fing das Volk
auf einmal an, zu Zweitauſenden gleichzeitig uns
aus=
zupfeifen und fortwährend: „Vive la republique” zu
rufen. Dazwiſchen ſchrien ſie uns greuliche Schimpfworte
zu, was wir lachend, mit Triumphatormienen, ohne ein
Wort zu erwidern, hinnahmen. Das ärgerte ſie glaube
ich, am meiſten. Uebrigens verhallte ihr Pfeifen und
ihre Schimpfreden dadurch, daß ſämtliche Muſikkorps
zu=
gleich ſpielten, und zwar denſelben Pariſer
Einzugs=
marſch, mit dem wir 1815 eingezogen ſind. . . . Fabelhaft
mutig, faſt herausfordernd, hat ſich Bismarck benommen,
der, als wir in Paris einzogen, uns ſchon, als von dal
zurückkehrend, in voller Küraſſieruniform, eine Zigarre
rauchend, entgegengeritten kam. Er war auch nach der
Revue allein hineingeritten, als erſt unſere ſchwache
Avantgarde in der Stadt war.”
Der letzte ergreifende Vorgang im Hauptquartier
von Verſailles war die Anrede des Kaiſers an die
Ge=
nerale nach der Revue vom 5. März, wobei „er mit einer
mehrmals vor Rührung erſtickten Stimme ſagte, daß ex
Gott innig danke, der ihn in ſeinem hohen Alter noch ſo
Großes habe erleben laſſen”.
vom 2. Januar bis 16. März 1911 in der Ernſt=Ludwig=
Heilanſtalt behandelt. Die Berufsgenoſſenſchaft, die fur
die Koſten aufzukommen hatte, iſt der Anſicht, daß die
Ge=
meindekrankentaſſe des Kreiſes Groß=Gerau ihr für 13
Wochen Krankengeld zu erſtatten habe. Die
Berufs=
genoſſenſchaft hat dieſe Unterſtützung bei Uebernahme des
Heilver,ahrens zu beanſpruchen, wenn der Verunglückte
auf Grund einer verſicherungspflichtigen Tätigkeit Mitglied
einer Krankenkaſſe ſein mußte. Die Gemeindeverſicherung
des Kreiſes Groß=Gerau wurde nun von dem Vorſtand
der Sektion II der Heſſen=Naſſauiſchen
Baugewerksberufs=
genoſſenſchaft in Darmſtadt auf Zahlung des
Kranken=
geldes verklagt, obwohl Bierbaum nichr Mitglied war=
Die Beklagte wendet ein, daß es ſich hier nicht um eine
verſicherungspflichtige Tätigkeit gehandelt habe, da B. von
ſeinem Vater keinen Lohn erhalten habe, ſondern nur Koſt
und Logis, ſowie das übliche Taſchengeld. Der
Provin=
zialausſchuß weiſt die Klage der Berufsgenoſſenſchaft
zu=
rück unter Verurteilung des Klägers in die Koſten des
Verfahrens. — Adam Seelinger XI. in Lampertheim
hat bereits im Jahre 1907 um die Wirtſchaftskonzeſſion
für ſein neuerbautes Haus in der Wormſer Straße zu
Lampertheim nachgeſucht, die ihm damals auch vom
Pro=
vinzialausſchuß erteilt, vom Miniſterium aber wegen
mangelnden Bedürfniſſes verſagt wurde. Am 15. Juni
ds. Js. hat nun der Provinzialausſchuß ebenſo wie der
Kreisausſchuß das Geſuch abgelehnt. Wegen eines
Form=
fehlers hob diesmal das Miniſterium die Entſcheidung
auf und hatte ſich nunmehr der Provinzialausſchuß
noch=
mals mit der Sache zu befaſſen. Er beſchloß die
Vor=
nahme einer Augenſcheinnahme.
Zur 15. Sitzung der Stndtverordneten=
Verfamm=
lung am Donnerstag, den 5. Dezember, nachmittags
3½ Uhr, iſt folgende Tagesordnung feſtgeſetzt:
1. Mitteilungen. 2. Geſuch um Geſtattung einer
Aus=
nahme von der Beſtimmung in § 4 der Ortsbauſatzung
über die Anlage und Benutzung der Vorgärten für den
Vorgarten des Hauſes Eckhardtſtraße 35. 3. Aenderung
der Straßenfluchtlinie an der Nordoſtecke
Wendelſtadt=
ſtraße=Bismarckſtraße. 4. Beſchaffung eines
Entſtaub=
ungsapparates für die ſtädtiſchen Gebäude. 5. Errichtung
eines Milchausſchankhäuschens auf dem Platz vor dem
Hauptbahnhof. 6. Ankauf von Gelände zur Herſtellung
eines direkten Verbindungswegs aus dem Oberwald nach
der Gemarkung Groß=Zimmern. 7. Anſchluß an die
Induſtriegleisanlage in der Weiterſtädter Straße. 8.
Er=
weiterung des Waſſerleitungsanſchluſſes des Bahnhofs
Kranichſtein. 9. Abſchluß der Stadtkaſſe und der
ſtädti=
ſchen Nebenkaſſen für 1911. 10. Verwendung des
Ueber=
ſchuſſes der ſtädtiſchen Sparkaſſe für 1911. 11. Geſuch der
Guttemplerloge „Heſſens Hoffnung” um Gewährung
eines ſtädtiſchen Beitrags. 12. Geſuch um Aufhebung
des Oktrois auf inländiſchen Wein. 13.
Waſſerverſorg=
ung der Kohlenlagerplätze am Hauptbahnhof. 14.
Auf=
ſtellung eines öffentlichen Brunnens im
Eiſenbahn=
arbeiterviertel am Dornheimer Weg.
D Handwerkskammer. Am Freitag, den 29.
Novem=
ber, fand im Sitzungszimmer der Handwerkskammer zu
Darmſtadt eine Vorſtandsſitzung ſtatt, in welcher die
Re=
viſion der gewerblichen Genoſſenſchaften, ferner die
Ab=
grenzung der Geſellenprüfungsbezirke, insbeſondere die
Neueinteilung einiger Bezirke der Kreiſe Mainz und
Bensheim behandelt wurden. Die längeren
Verhand=
lungen über die Bäckereiverordnung konnten zum
Ab=
ſchluß gebracht werden. Auf dem Gebiete des
Verding=
ungsweſens wurde beſchloſſen, die pridaten Verdingungs=
Protokolle auf die das Handwerk ſchädigenden
Beſtim=
mungen einer Prüfung zu unterziehen und deren
Beſei=
tigung in die Wege zu leiten.
D Perſonalien der Handwerkskammer. Mit
Wirk=
ung vom 1. Januar k. Js. an wurde Finanzaſpirant
Wilhelm Schüttler zu Darmſtadt zum
Handwerks=
kammeraſſiſtenten ernannt.
V.V. Volksvorſtellung. Am Sonntag, den 8.
De=
zember, wird als Volksvorſtellung „Der Pfarrer von
Kirchfeld” gegeben.
— Vertretung der Angeſtellten im Hanſa=Bund. Am
Freitag abend hat wieder eine Sitzung des
An=
geſtellten=Ausſchuſſes der Ortsgruppe
Darm=
ſtadt des Hanſa=Bundes ſtattgefunden, in welcher
zunächſt über die Frage der Gewährung von
Sommer=
urlaub an die Angeſtellten verhandelt worden iſt. Es
wurde die Feſtſtellung der gegenwärtigen Verhältniſſe
bezüglich Urlaubsgewährung beſchloſſen. So bald das
gewünſchte Material in überſichtlicher Zuſammenſtellung
vorhanden ſein wird, werden die einzelnen Ausſchüſſe
des Hanſa=Bundes die Angelegenheit weiter beraten und
dann dem Geſamtausſchuß zur endgültigen
Stellung=
nahme unterbreiten. Weiter wurde noch über Fragen
der Verbeſſerung des Lehrlinasweſens, ſowie der
weite=
ren Ausgeſtaltung deß Kaufmänniſchen
Fortbildungs=
ſchulunterrichts verhandelt. Auch wurde mit
Befriedi=
gung von dem Ergebnis der Sitzung des Ausſchuſſes für
die Angeſtelltenfragen im Hanſa=Bund, welche
gelegent=
lich der Hanſa=Woche in Berlin ſtattaefunden hat.
Kennt=
nis genommen. Es geht aus dieſen Verhaßdlungen
hervor, daß ſich der Hanſa=Bund auch die Vertretung
der Angeſtelltenfragen ſehr angelegen ſein läßt.
* Der Ortsgewerbeverein verweiſt auf ſeine heutige
Anzeige für den Lichtbildervortrag am nächſten
Montag, den 9. Dezember, abends, im „Kaiſerſaal”.
Die Mitglieder werden gebeten, ſich baldigſt Karten
für ſich und Angehörige zu beſorgen, die, ſo lange
noch Vorrat reicht unentgeltlich bei Herrn Sattlermeiſter
Wallauer, Rheinſtraße 37, gegen Vorzeigen der
Mit=
gliedskarte abgegeben werden. Gäſte können durch
Mit=
glieder eingeführt werden. (Näheres in den Anzeigen.)
— Das Zeppelinluftſchiff „Viktoria Luiſe”
über=
flog am Samstag nachmittag nach 2 Uhr in ſchneller
Fahrt Darmſtadt. Am Vormittag ſtattete es Mainz
einen Beſuch ab, das in geringer Höhe überflogen wurde.
Das Luftſchiff muß bekanntlich nach dem
Unterſtützungs=
vertrag mit der Militärbehörde noch eine militäriſche
Fahrt unternehmen, ehe es ſeine Fahrten für dieſes
Juhr einſtellt. Die Fahrten gelten militäriſchen
Uebungen. Es werden Zielverſuche mit kleinen
Sand=
ſäcken, ſowie Verſuche mit der drahtloſen Telegraphie
dabei unternommen.
Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bil=
der neu ausgeſtellt: Der deutſche Kaiſer bei der Hofjagd
in Springe im Geſpräch mit dem Erzherzog Franz
Fer=
dinand von Oeſterreich; Bilder zum öſterreichiſch=
ſerbi=
ſchen Zwiſchenfall wegen des Konſuls Prohaska;
Mann=
ſchaften vom Panzerkreuzer „Goeben” als Wache im
deut=
ſchen Botſchaftergebäude in Konſtantinopel von den
Kämpſen um die Tſchataldſchalinie: türkiſche Soldaten
erwarten einen bulgariſchen Vorſtoß in den
Schützen=
gräben bei Hademkoej.
2 Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Ka. 1,40 M., in Partien
1,30 M., Eier 9—11 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22—25 Pf.,
Handkäſe 4—10 Pf., Kartoffeln Zentner 2.25—2.50 M.,
Kumpf (10 Liter) 30—40 Pf., ½ Kg. 3—4 Pf., Mäuschen
Kumpf 1 M., ½ Kg. 8—9 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel
Zentner 7—15 M. ½ Ka. 7—15 Pf., Birnen Zentner
8—15 M., ½ Ka. 8—15 Pf., ausländiſche Trauben ½ Kg.
40—50 Pf., Nüſſe 100 Stück 60—70 Pf., Zitronen 6—7 Pf.,
Kaſtanien ½ Kg. 18—20 Pf.; Salat, Gemüſe u. dgl.:
Kopfſalat, Körbchen Feldſalat 10 Pf., Endivien 6—10 Pf.,
Bündel Radieschen oder Römiſch=Kohl 2—3 Pf., Rettiche
5—6 Pf., Meerrettich 12—30 Pf., Roterüben, Zwiebeln ½ Kg.
4—10 Pf., Tomaten ½ Kg. 25—30 Pf., Spinat ½ Kg. 18 bis
22 Pf., Weißkraut 5—10 Pf., Zentner 1,50—1,70 M.,
Rot=
kraut 10—30 Pf., Wirſing 3—10 Pf., Blumenkohl 15—50 Pf.,
Roſenkohl ½ Kg. 20 Pf., Gelberüben ½ Kg. 5 Pf.,
Grün=
kohl 3—6 Pf.: Geflügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 85
bis 90 Pf., Enten 3,00—3,50 M., Hahnen und Hühner
1,50—2,50 M., Tauben 60—70 Pf., Haſen 3,00—3,50 M.,
Lapins 0,90—1,00 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Karpfen
90 Pf., Aal 1 M., andere Rheinfiſche 35—50 Pf.,
Rot=
zungen 60 Pf., Schollen 40 Pf., Kabeljau 23 Pf.,
Schell=
fiſche 30 Pf., Portionsſchellfiſche 26 Pf., Seehecht 35 Pf.
in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch, Hackfleiſch
76 Pf., Rindsfett 70 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.,
Schweinefleiſch 96 Pf., geſalzenes und Koteletts 1,06 M.,
Schwartenmagen und Fleiſchwurſt 90 Pf., Leber= und
Blutwurſt 76 Pf.
— Unfall. Der Fahrburſche Sommer wurde am
Samstag vormittag gegen 9 Uhr am Marktplatz von
einem Wagen der elektriſchen Straßenbahn
umge=
fahren. Er hat dabei Kopfwunden erlitten und wurde
deshalb von der Rettungswache nach dem Krankenhaus
gebracht, konnte aber nach Anlegung eines Verbandes
wieder entlaſſen werden. Den Führer des Wagens trifft
dem Vernehmen nach keine Schuld.
Pfungſtadt, 28. Nov. In der heutigen
Gemeinde=
ratsſitzung wurde die Einrichtung von
Fiſchkoch=
kurſen beſprochen und einſtimmig beſchloſſen, nachdem
der Großh. Kreisſchulinſpektor Prof. Dr. Frenzel
ein=
gehende Erläuterungen gegeben hatte. Nahezu 100
Teil=
nehmerinnen haben ſich bis jetzt gemeldet. Ein für
Schul=
zwecke nicht mehr gebrauchter Saal im alten Schulhauſe
ſoll zur Küche hergerichtet und mit Waſſerleitung,
Waſſer=
ſtein und Beleuchtung verſehen werden. Zur Anſchaffung
von 3 Herden und den nötigen Küchengeräten bewilligte
der Gemeinderat 500 Mark. Kurſusleiterin wird die
Haus=
haltungslehrerin Fräulein Simmer in Darmſtadt.
Jeder Kurſus wird 4 Tage mit 3—4 Arbeitsſtunden
dauern. Die Teilnehmerinnen bezahlen je 2 Mark für den
Kurſus, wofür ihnen die im Kurſus zubereiteten
Fiſch=
gerichte unentgeltlich überlaſſen werden. — Man kann
anderen Gemeinden nur wärmſtens empfehlen, ſich die
Stadt Pfungſtadt hier zum Muſter zu nehmen.
— Pfungſtadt, 30. Nov Für den im Jahre 1914
vor=
zunehmenden inneren Umbau und die
Renovie=
rung des hieſigen Rathauſes wurden 22000 Mark
vorgeſehen. Man will u. a. in die ſeither größtenteils
unbenutzt gebliebenen Räume des Erdgeſchoſſes die
Stadtkaſſe, die Zahlſtelle der Gemeindekrankenverſicherung,
ſowie die Wachſtube und das Bureau für das
Stadtbau=
amt unterbringen. Das geräumige Dachgeſchoß ſoll für
das neu zu gründende Heimatsmuſeum eingerichtet
wer=
den. Um zweckentſprechende Pläne für dieſe Umbauten
zu gewinnen, erläßt die Stadtbehörde ein
Preisausſchrei=
ben. — Die ausgedehnten Kieferwaldungen hie=
ſiger Stadt verſprechen heuer einen reichen Ertrag von
Kiefernſamen. Da nach einem Bericht der Forſtbehörde
der Preis der Kiefernzapfen geſtiegen iſt und aus der
Ernte ein anſehnlicher Gewinn für den Stadtſäckel zu
erzielen iſt, ſo will die Stadtverwaltung die
Verſteige=
rung der Kiefernzapfenkreszenz erneut vornehmen
laſſen. — Infolge der Ausdehnung der Induſtrie hat ſich
die Einwohnerzahl im letzten Jahre um 150 vermehrt,
während vorher ein Stillſtand nach dieſer Richtung zu
verzeichnen geweſen war.
Nieder=Modau, 30. Nov. Eine wichtige Entſcheidung
traf das Landgericht Starkenburg in der Nieder=
Modauer Sparkaſſenaffäre. Einige ſehr
vermögende Mitglieder der Kaſſe hatten nach dem
Be=
kanntwerden des Zuſammenbruchs das von ihren Frauen
eingebrachte Vermögen hypothekariſch ſichergeſtellt, in der
Erwartung, daß ſie für die Verluſte haftbar gemacht
wür=
den. Der Konkursverwalter der Kaſſe hat dieſe
hypothe=
kariſchen Eintragungen gerichtlich angefochten, und das
Landgericht hat nun eine Entſcheidung dahin gefällt, daß
dieſe Hypotheken ungültig ſind, weil durch dieſe
Eintra=
gungen die Rechte der Spareinleger in geſetzwidriger
Weiſe geſchädigt würden.
Bickenbach, 30. Nov. Auch in unſerm Ort hat der
Zuſammenbruch der Darlehenskaſſe in Nieder=
Modau ein Opfer gefordert. Der allſeitig geachtete
und ſeither in guten Vermögensverhältniſſen lebende
Schneidermeiſter und Kolonialwarenhändler Guſtav
Rau hat durch Gift ſeinem Leben ein Ende gemacht,
nachdem kurz vorher auf Antrag der Kaſſe eine
Zwangs=
verſteigerung von lebendem und totem Inventar bekannt
gegeben wurde. Er hinterläßt eine Witwe mit einem
unmündigen Kinde. Der geachteten Familie wird
allſei=
iges Bedauern entgegengebracht.
Offenbach, 30. Nov. Die Off. Ztg. ſchreibt: In der
geſtrigen nichtöffentlichen Sitzung der
Stadtverordneten=
verſammlung richtete der Stadtverordnete Hamann an
die Verwaltung die Anfrage, ob ihr bekannt ſei, daß der
Großh. Handelskammer ſeitens des Kreisamts eine
Mit=
teilung zugegangen ſei, wonach im Fahrplan des
Eiſenbahndirektionsbezirks Frankfurt vom 1. Mai 1912
ab Aenderungen vorgeſehen ſeien, die für Offenbach!
geradezu unglaubliche Ueberraſchungen mit ſich brächten.
Insgeſamt ſollen 18 Züge die bisher die Station
Offenbach berührt haben, über die neue Eiſenbahnbrücke
am Schlacht= und Viehhof nach dem Oſtbahnhol
geleitet werden.
Worms, 30. Nov. Wie alljährlich, ſo nahm auch am
Freitag wieder der Großherzog an der
Faſanen=
jagd des Generalmajors Frhr. v. Heyl=Darmſtadt auf
deſſen Gut im Nonnenbuſch teil. Die Strecke hatte
fol=
gendes Ergebnis: 310 Faſanen, 30 Faſanenhennen, 40
Kaninchen und 16 Haſen. Der Großherzog kehrte mit
Ge=
folge gegen 4 Uhr nach Darmſtadt im Automobil zurück.
Wegen Aenderung in den Reiſedispoſitionen mußte Prinz
Heinrich die Teilnahme aufgeben.
Worms, 30. Nov Von befreundeter Seite wird
der W. Ztg. mitgeteilt, daß am 22. Nov. der Sekretär
des kaiſerl. deutſchen Konſulats in Charkow, Herr Ernſt
Strecker infolge eines Schlaganfalls im 57.
Lebens=
jahre verſchieden iſt. Bei ſeinen älteren Freunden aus
den 80er Jahren, wo er Beamter des Hauſes Heyl war
und ſich als eifriges Mitglied bei der Neubelebung des
Karnevals allgemeiner Beliebtheit erfreute, wird der
Heimgang Streckers warme Teilnahme erwecken. Ein
echter, aufrichtiger Freund, der ſein altes Worms nie
ver=
geſſen konnte, iſt mit ihm geſchieden. — In einen Topf
heißen Waſſers fiel geſtern abend in einem Hauſe
in der Eiſenbergerſtraße das 6jährige Söhnchen eines
Fabrikarbeiters, wobei es ziemlich ſchwere Brandwunden
erlitt. Das Kind hatte in der Küche geſpielt und ſich,
während es herumlief, ein Stück Papier vor das Geſicht
gehängt. In einem unbewachten Augenblick ſtieß es
wider den Topf, den die Mutter kurz vorher mit heißem
Wiaſſer gefüllt und auf den Küchenboden geſtellt hatte, und
fiel kopfüber ins Waſſer. Ein herbeigerufener Arzt
ord=
nete die ſofortige Verbringung ins Krankenhaus an. —
Ein Schwindlerpaar macht zur Zeit Rheinheſſen
unſicher. Das Paar, das ſich als Mann und Frau
aus=
gibt, ſucht in den Ortſchaften Beſtellungen auf
Emaille=
broſchen, läßt ſich von den Leuten die Beträge zwiſchen 4
und 1.50 Mk. im Voraus bezahlen und verſchwindet dann,
ohne die Beſtellungen auszuführen. In einer Reihe von
Fällen hat der Mann die erhaltenen Beträge mit dem
Namen L. Dehl, Worms, quittiert. Nachforſchungen
haben ergeben, daß eine derartige Perſönlichkeit in
Worms unbekannt iſt. Vor den Schwindlern wird
drin=
gend gewarnt.
Gießen, 30. Nov. Ein älterer Mann, der
krank=
heitshalber in die Klinik fahren wollte, kam geſtern mittag
in dem 12 Uhrzug von Büdingen tot hier an.
Bad=Nauheim, 29. Nov. Der 23jährige
Weißbinder=
gehilfe Wilhelm Wolff aus Rödgen wollte heute mit
einen Arbeiten an einer Villa beginnen. Als er dazu
aus dem Dachfenſter des vier Stock hohen Hauſes ſtieg,
verlor er das Gleichgewicht und ſtürzte in den Vorgarten.
wo er tot liegen blieb.
Feuilleton.
— Woodrow Wilſon als Student. Einige intereſſante
Reminiſzenzen aus den Studentenjahren des Mannes,
der als Nachfolger Tafts das Amt des Präſidenten der
Vereinigten Staaten antritt, werden in einer
amerikani=
ſchen Zeitſchrift veröffentlicht. Die Männer, die damals
mit dem jungen Wilſon das ſtudentiſche Leben am College
der Univerſität von Virginien teilten, ſind ſicherlich am
wenigſten von dem Abſchwenken Wilſons in die Politik
überraſcht worden, denn ſchon damals zeigte der junge
Studioſus eine ausgeſprochene Vorliebe für Politik und
für das öffentliche Leben. Den Amerikaner drängt es,
ſeine Kenntniſſe und Erkenntniſſe von Anfang an auf den
Weg der Praxis zu leiten, und ſo ſehen wir Wilſon ſchon
als Studenten Vorträge über Politik und über
Staats=
fragen halten. Dabei war er aber bei weitem nicht das,
was man einen Muſterſtudenten nennt. Er war
durch=
aus der Durchſchnittstypus eines ſtudierenden jungen
Amerikaners, und auffallend an ihm war nur ſeine
unge=
wöhnliche Rednergabe, die ihm auch einen
Univerſitäts=
preis eintrug. Die Jurisprudenz faſziniert ihn im
Grunde nur wenig: er erfüllt ſeine Pflicht, erfüllt ſie
ge=
wiſſenhaft und gründlich. Ihm fehlt die Begeiſterung
für ſein Fach, wie ihn überhaupt die Spezialiſierung auf
eine Fachwiſſenſchaft nicht verlocken konnte; ſchon damals
ſtrebte er der Breite des Lebens zu. Alles zieht ihn an,
wo er wirken kann und wo perſönliche Leiſtungen in
Be=
tracht kommen; an allen akademiſchen Vorgängen nimmt
er aktiv teil, fehlt bei keinem turneriſchen Wettſpiel, iſt
ſtets im Debattierklub und betreibt auch Journalismus.
Seine Kommilitonen überraſcht er durch eine umfaſſende
Bildung, und in der Tat iſt ſein Leſehunger gar nicht zu
efriedigen. Aber ſchon damals zeigt ſich hier die
aus=
geſprochene Vorliebe für nationalökonomiſche Fragen
und Werke. Dabei iſt der junge Wikſon ein
ausgezeich=
neter Kamerad und alles andere als das, was wir in
Europa einen Büffler nennen. Seine Freunde erinnern
ſich ſeines unerſchöpflichen Humors; er war in jenen
Zei=
ten einer der luſtigſten und übermütigſten Studenten und
alles andere als ein „künftiges Genie‟ Luſtige
Neger=
anekdoten begeiſterten ihn, er konnte ſie auch prachtvoll
erzählen. Seine ſtarke Begabung aber zeigte ſich
eigent=
lich nur in ſeinen Reden, und durch die erlangte er auch
damals ſchon an der Univerſität eine gewiſſe
Berühmt=
heit. Er ſprach ausgezeichnet, beherrſchte ſtets ſein Thema
vollkommen, und es war eine Freude, zu beobachten, wie
er am Rednerpult klar gealiederte, oft überraſchende
Ge=
danken mit einer faſt klaſſiſch ſchönen Form und zugleich
mit temperamentvoller Begeiſterungsfähigkeit zu
ver=
einigen wußte.
— Roſige Zähne. Die launiſche Mode iſt in der Wahl
ihrer Anläſſe zu überraſchenden Neuerungen nicht allzu
wähleriſch; wenn irgendwo, dann gilt auf dem Gebiete
der Mode das Wort von den kleinen Urſachen und den
großen Wirkungen. Die neueſte Mode im eleganten Paris
geht auf die zweifelhafte Vorliebe eines Zahnarztes für
Experimente der Charakterdeutung zurück; der Künſtler
der Gebiſſe verkündete eines Tages auf Grund einiger ſehr
gelehrt ausſchauender Beobachtungen das Evangelium
der roſigen Zähne. Er erklärte, daß junge Damen. bei
denen das Elfenbeinweiß der Zähne einen zarten roſigen
Hauch zeigt, die beſten und prächtigſten Frauen werden,
während die Damen mit ganz weißen Zähnen in der
Regel Beſitzerinnen eines kalten und ſehr berechnenden
Temperaments ſein. Und das genügte, wenn auch einige
Zeit verſtreichen müßte; heute aber ſind die roſigen Zähne
der Damen auf der Tagesordnung, ſind der Ehrgeiz der
eleganten Pariſerin und jüngſtes Geſetz der Mode. Die
Zahnärzte aber ſind in dieſem Falle die lachenden
Drit=
ten, denn überall werden ſie von ihren ſchönen Klientinnen
beſtürmt, ihnen jenen diskreten roſigen Anflug der
Zahn=
arbe zu verſchaffen. Am Anfang gab es in den
Sprech=
zimmern Erſtaunen, aber bald fanden ſich einige
beſon=
ders geſchickte Dentiſten, die irgend ein Mittel erſonnen zu
haben glaubten und nun alle Ausſicht haben, in kurzer
Zeit reiche Leute zu werden. Denn ſie werden nun, wie
eine franzöſiſche Wochenſchrift berichtet, von unzähligen
Pariſerinnen beſtürmt. Ueberall herrſcht nur der einzige
Ehrgeiz: um Gottes willen keine ganz weißen Zähne; ein
Königreich für ein roſiges Gebiß. Und wie man ſich die
Haare durch allerlei Mixturen verſchönern läßt, ſo färbt
man jetzt die Zähne; und bald wird in die Kunſt im
buch=
ſtäblichen Sinne das „roſige Lächeln der Pariſerin” ihren
Einzug gehalten haben.
215 Millionen Mark in Zägaretten verraucht. Es
iſt eine recht ſtattliche Summe, die jährlich in Deutſchland
für Zigaretten ausgegeben wird. Und dabei wächſt dieſe
Summe von Jahr zu Jahr. Im letzten Rechnungsjahre
wurden laut Süddeutſche Tabakzeitung 9854 Millionen
Zigaretten für 211 Millionen Mark verſtenert gegen 8054
Millionen Zigaretten für 174 Millionen Mark im
vor=
letzten Rechnungsjahre. Dazu kommen aber noch einige
Millionen Mark für Zigaretten, die ſich die Raucher ſelbſt
gedreht haben. Man wird demnach ſagen können, daß
im Deutſchen Reiche im letzten Jahr mindeſtens 215
Mil=
lionen Mark für Zigaretten ausgegeben worden ſind.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 30. Nov. Der
inter=
nationale Schüleraustauſch hat in dieſem Jahre
wieder eine nicht unweſentliche Erweiterung erfahren.
Durch das Berliner Komitee wurden 54 Austauſche
ver=
mittelt; davon entfallen 45 auf Frankreich und 9 auf
Eng=
land. Die letztere Zahl iſt allerdings noch gering, wobei
jedoch zu berückſichtigen iſt, daß erſt zu Beginn dieſes
Jah=
res die Organiſation des Austauſches mit England durch
einen perſönlichen Beſuch von Berliner
Komiteemitglie=
dern in die Wege geleitet iſt. Dies war notwendig, weil
im vorigen Jahre von 22 deutſchen Geſuchen nach
Eng=
land nur drei befriedigt werden konnten. Nachdem ſich
aber jetzt in London ein Arbeitskomitee gebildet hat, dem
namhafte Perſönlichkeiten angehören, wird wohl ſchon im
nächſten Jahre eine weſentlich größere Zahl von
Aus=
tauſchen mit England zuſtande kommen. An den 54
Aus=
tauſchen waren 40 Knaben und 14 Mädchen beteiligt. Den
größten Anteil daran hatten die weſtlichen Provinzen und
Berlin. — Zu den Leuchtgasvergiftungen in
der 41. Gemeindeſchule verlautet, daß alle Kinder
jetzt wieder wohlauf ſind. Die Unterſuchung hat ergeben,
daß das Gas vom Erdgeſchoß nach dem Erfriſchungsraum
in den Keller der Schule zurückgeſchlagen iſt. Eine
Fahr=
läſſigkeit oder Unvorſichtigkeit lag nicht vor.
Straßburg i. E., 30. Nov. Die Kaiſerin iſt um
7 Uhr 30 Minuten vormittags, von dem Prinzen Joachim
zum Bahnhof geleitet, nach herzlicher Verabſchiedung von
dieſem nach Langenburg zu kurzem Beſuche bei der
Fürſtlich Hohenloheſchen Familie abgereiſt. Der Hofzug
nahm den Weg über Kehl-Karlsruhe. Am Nachmittage
trifft die Kaiſerin in Baden=Baden zu mehrtägigem
Be=
ſuche ein.
Straßburg, 29. Nov. Vor der Strafkammer wurde
während dreier Tage ein Beleidigungsprozeß
des Biſchofs Benzler von Metz gegen das
Jour=
nal d’Alſace Lorraine bezw. den verantwortlichen
Redak=
teur Lutz und den bekannten Abbé Thilemont verhandelt.
Die Klageurſache war eine Beleidigung, die in einem
Ar=
tikel des genannten Blattes ſtand, deſſen Verfaſſer Abbé
Thilemont war. Der Biſchof war in dem Artikel der
Verleumdung bezichtigt worden. Abbé Thilemont gab heute
eine Erklärung ab, daß er bereue, den Artikel geſchrieben
zu haben. General=Dekan Pelt glaubte, daß der Biſchof
geneigt ſein würde, die Klage zurückzuziehen. Zu
die=
ſem Zweck wurde ihm eine Friſt von drei Tagen geſtellt.
Sollte der Vergleich nicht zuſtande kommen, wird eine
weitere Verhandlung ſtattfinden.
Nieder=Walluf, 30. Nov. Aus Anlaß des ſchweren
Einbruches in ein Herrſchaftshaus, woſelbſt für etwa
10000 M. Wert= und Schmuckgegenſtände geſtohlen
wor=
den ſind, haben die Beſtohlenen auf die Ermittelung der
Täter eine Belohnung von 400 M. ausgeſetzt.
Freiburg, 29. Nov. Die heutige
Bürgerausſchußſitz=
ung hat nach fünfſtündiger Beratung den Antrag
betref=
fend die Erbauung einer Bahn auf den
Schloß=
berg in Verbindung mit der Erſtellung eines
Ausſichts=
turmes auf demſelben mit 59 gegen 42 Stimmen
abge=
lehnt, dagegen einſtimmig einen Kredit von 246000
Mark zur Freilegung des hiſtoriſchen Schwabentores
be=
willigt.
Pforzheim, 30. Nov. Heute nacht iſt ein neu
kon=
ſtruierter, dem Flieger Lamprecht gehöriger
Flugappa=
rat im Werte von 10000 Mark, der in einem Schuppen
untergebracht war, durch Feuer zerſtört worden. Man
nimmt an, daß Obdachloſe, die in dem Schuppen nächtigen
wollten, den Brand verurſacht haben.
Donaueſchingen, 30. Nov. Der Kaiſer, der Fürſt
von Fürſtenberg und die Jagdgeſellſchaft begaben ſich heute
vormittag zur Jagd nach dem Unterhölzer Wolfsbühl.
Das Frühſtück wurde im Freien eingenommen.
Aachen, 29. Nov. Hier haben ſich ungefähr 50 Fälle
von Typhus ereignet. Die Verſeuchung iſt durch an
hieſige Milchhäuschen von einer auswärtigen Molkerei
gelieferte infizierte Milch hervorgerufen worden. Die
Stadt hat alle Maßnahmen ergriffen, um eine
Verbreit=
ung der Seuche zu verhüten.
Düſſeldorf, 29. Nov. Die politiſche Polizei
beſchlagnahmte in dem
ſozialdemokrati=
ſchen Bureau für Rheinland und Weſtfalen 20000
Exemplare einer antimiltäriſchen Broſchüre,
wovon ein Teil bereits verſandt war.
Marienwerder, 30. Nov. In zwei Hotels wurden
zwei Fremde unter dem Verdacht, ruſſiſche
Spione zu ſein, verhaftet. Morgens um 4 Uhr
wurde im Hotel „Königlicher Hof” ein Reiſender von
einem Offizier des hier liegenden Artillerie=Regiments
in Begleitung von drei Unteroffizieren verhaftet und
zur Vernehmung zum Garniſonkommando gebracht. Der
Reiſende hatte einen polniſch klingenden Namen und ſoll
ein ruſſiſcher Spion ſein. In ſeiner Begleitung hatte
ſich ein junger Mann befunden, der im „Königlichen Hof”
kein Zimmer mehr finden konnte; er mietete ſich deshalb
in einem anderen Hotel ein. Auch er wurde aus dem
Bett heraus verhaftet und unter militäriſcher
Begleit=
ung zum Garniſonkommando geführt. Von dort wurden
ſie von ſechs Feldartilleriſten zum Bahnhof und in einem
beſonderen Abteil eines Zuges nach Graudenz ins
Unterſuchungsgefängnis gebracht. Der eine der
Verhaf=
teten ſoll ein ruſſiſcher Major ſein. Während dieſer in
einer Droſchke unter Bedeckung zum Gefängnis fuhr, legte
der andere, ein kleiner, ſchmächtiger junger Mann, den
Weg durch die Stadt in Begleitung eines Unteroffiziers
und drei Soldaten, ſowie eines Schutzmannes zu Fuß
zurück. Die ganze Spionageaffäre klärte ſich aber bald
auf; die angeblichen ruſſiſchen Spione waren
harm=
loſe Reiſende einer Berliner
Kleider=
ſtoff=Firma und befanden ſich auf der
Geſchäfts=
tour. Sie waren in Marienwerder auf die Anzeige eines
Bahnbeamten verhaftet worden, weil ſie die
Eiſenbahn=
brücke bei Marienwerder abgezeichnet haben ſollten. Beide
wurden bald in Freiheit geſetzt.
Flensburg, 29. Nov. Als das Schulſchiff
„Württemberg” geſtern ankern wollte brach die
Backbord=Ankerkette. Dabei wurde der Matroſe Schwedes
aus Kaſſel ſchwerverletzt. Er ſtarb bald nach ſeiner
Einlieferung ins Krankenhaus.
London, 29. Nov. Als die Polizei in Aberdeen einen
Saal durchſuchte, in dem der Schatzkanzler Lloyd
George heute abend vor einer Verſammlung ſprechen
ſollte, entdeckte und verhaftete ſie ein zu den
Suffra=
getten gehöriges Mädchen, das eine Bombe
beſaß.
Petersburg, 30. Nov. Nach einer Meldung will der
ruſſiſche Thronfolger, wenn er die Erachten der
Aerzte befolat, den Winter an einem kleinen Ort am
Schwarzen Meer verbringen.
New=York, 30. Nov. Eine Depeſche aus Manila
beſagt, daß infolge der Telegraphenſtörungen es unmöglich
f, einen Ueberblick über die furchtbaren Verluſte zu
vinnen, die der letzte Taifun verurſachte. Nach den
bisher vorliegenden Nachrichten ſind in Samar und in
Leyte 260, in anderen Gebieten 50 Perſonen getötet
worden.
Waſhington, 30. Nov. Wie der Gouverneur der
Philippinen meldet, zerſtörte ein Taifun am 26.
Novem=
ber die Orte Tagloban und Gapiz. Der
Gouver=
neur hat Schiffe zur Hilfeleiſtung dorthin entſandt. Die
Verluſtziffer teilt die amtliche Depeſche nicht mit. Anderen
Meldungen zufolge ſollen 15= bis 17000 Menſchen
umge=
kommen ſein.
Verein Heſſiſches Lehrerinnenheim.
St. Darmſtadt, 30. November.
Der Verein „Heſſiſches Lehrerinnenheim‟
hielt heute nachmittag im Rathausſaale ſeine
Generalver=
ſammlung ab. Den Vorſitz führte Frau Lili
Wolfs=
kehl, die die Erſchienenen herzlichſt begrüßte und die
Entſchuldigungsſchreiben bekannt gab. Sie erteilte ſodann
Herrn Direktor Daub das Wort zum Rechenſchaftsbericht.
Aus dem Bericht geht hervor, daß das Ergebnis des
Ge=
ſchäftsjahres erfreulich gut iſt, doch iſt die Mitgliederzahl
leider zurückgegangen. Es wird empfohlen, Mitglieder zu
werben, damit der Beſtand erhalten bleibt, reſp. die Zahl
vermehrt wird. Aus den) Zahlenaufſtellungen dürfte
Nachſtehendes intereſſieren: Der Kaſſenbeſtand beträgt
2784 Mk., die Einnahmen an Beiträgen 3119 Mk., an
Pflegegeldern für ſtändige Inſaſſinnen 7424 Mk., für
Paſ=
ſantinnen 7210 Mk., zuſammen 14635 Mk. Die
Verwalt=
ingseinnahmen betragen zuſammen 22152 Mk., hierzu
kommen die Vermögenseinnahmen mit 12903 Mark.
Summe der Einnahmen: 35055 Mk. Dieſen ſtehen 31912
Mark an Ausgaben gegenüber, der Ueberſchuß beträgt
alſo 3143 Mk. Das Vermögen des Vereins beträgt
130 223 Mk. Der Voranſchlag für 1913 ſieht u. a. vor
an Pflegegeldern: 8000 Mk. von ſtändigen Inſaſſinnen,
500 Mk. von Paſſantinnen. Insgeſamt ſind an
Ein=
nahmen vorgeſehen 20400 Mk., an Ausgaben die gleiche
Summe. Rechnung und Voranſchlag werden genehmigt.
Den Geſchäftsbericht erſtattete Frl. Welſch.
Danach wurde das Heim beſucht von 67 Paſſantinnen, für
die 1137 Pflegetage in Frage kommen. Das Heim iſt von
11 ſtändigen Inſaſſinnen beſucht, darunter 10 frühere und
1 aktive Lehrerin. Am Mittagstiſch nahmen noch 10
Damen aus der Stadt teil. Der Geſundheitszuſtand der
Inſaſſinnen iſt befriedigend. Herrn Dr. Draudt wird
für ſeinen ärztlichen Rat und Beiſtand berzlichſt Dank
ge=
agt, desgleichen Herrn Stadtſekretär Dächert für die
Unterſtützung bei der Rechnungsführung. Weiter ſagt der
Vorſtand herzlichſten Dank Frl. Cramolini, die eine
übſche Gartenhütte für das Heim geſtiftet hat und Herrn
Kommerzienrat Heuchelheim=Gießen, der aus Anlaß
ſeines 70. Geburtstages dem Verein 1000 Mark überwieſen
hat. Der Verein zählt 349 außerordentliche und 171
ordent=
liche Mitglieder. Namens des Vorſtandes wird der
Leiterin des Heims, Frl. Bindewald, Dank und
An=
erkennung ausgeſprochen für die Umſicht und Treue, mit
der ſie das Heim leitet. Mit einem Appell an die
An=
weſenden, neue Mitglieder zu werben, ſchließt der Bericht.
Ueber eine notwendig gewordene Satzungsänderung
referierte Frl. Müller. Es handelt ſich darum, auch
Oberheſſen im Vorſtand vertreten zu ſehen. Dazu muß
die Zahl der Vorſtandsmitglieder von 11 auf 12 erhöht
werden. Die Satzungsänderung wird ohne Debatte
ge=
nehmigt und als neues Mitalied Frl. Louiſe Flick=
Gießen in den Vorſtand gewählt.
Darauf hielt Frl. Welſch einen Vortrag über
deut=
ſche Lehrerinnenheime. In warmherziger Weiſe vertrat
die Rednerin die Notwendigkeit ſolcher Heime und
ſchil=
derte ihre ſegensreiche Wirkung. In allen Teilen
Deutſch=
lands beſtehen ſchon Lehrerinnenheime und
Feierabend=
häuſer, die, getragen von edlem Gemeinſinn, vielen
Lehrer=
innen, die ihren Beruf nicht mehr ausüben können, eine
Stätte bietet, wo ſie ihren Lebensabend in Ruhe und
Frieden verbringen können. Die meiſten der Heime ſind
modern und komfortabel ausgeſtattet und bieten auch für
vorübergehenden Beſuch angenehmen und preiswürdigen
Aufenthalt. Bedingung iſt nur faſt überall die
Mitglied=
ſchaft zu den Lehrerinnenvereinen. In eingehender Weiſe
verbreitete ſich die Rednerin über die Einrichtungen und
Leiſtungen der Heime in den verſchiedenen Städten. Sie
ommt zu dem Schluß, daß Lehrerinnenheime nicht nur
nicht überflüſſig, ſondern daß ſie ein Segen ſind für
alle nicht mit Glücksgütern geſegneten Lehrerinnen. Die
Deutſchen Lehrerinnen dürften ſtolz ſein auf das, was ſie
begonnen und erreicht haben, und ſie ſind dankbar für die
Hilfe und Unterſtützung, die ihnen von vielen Seiten, von
Behörden und Privaten, zuteil wurde. — Lebhafter
Bei=
fall dankte der Vortragenden für ihre warmherzigen und
erſchöpfenden Ausführungen. Die Vorſitzende, Frau Lili
Wolfskehl, ſprach der Vortragenden Dank aus und
ſchloß mit einem warmen Appell auch an alle Eltern, das
Lehrerinnenheim zu unterſtützen, die
Generalverſamm=
lung. Von einer Heiminſaſſin wurde dem Verein
herz=
lichſt gedankt. Man fühle ſich nach wie vor glücklich in
dem Heim.
Die Trauerfeierlichkeiten in Brüſſel.
* Brüſſel, 29. Nov. Der deutſche
Kron=
prinz iſt heute um 10 Uhr abends auf dem
Nordbahn=
hof angekommen. Er wurde vom König und dem
deut=
ſchen Geſandten v. Flotow empfangen und nahm in dem
Königsſchloſſe Wohnung. Vor dem deutſchen Kronprinzen
waren ſchon der Fürſt von Hohenzollern, Prinz Max von
Baden und Prinz Rupprecht von Bayern eingetroffen.
Auch ſie waren vom König Albert empfangen und nach
dem Schloſſe geleitet worden.
* Brüſſel, 30. Nov. Heute vormittag 11 Uhr
fand unter großem Zeremoniell die Beerdigung der
Gräfin von Flandern ſtatt. Die Leiche wurde
von dem Palais nach der Uddula=Kirche übergeführt, wo
ein feierlicher Trauergottesdienſt in Anweſenheit des
Kardinal=Erzbiſchofs v. Mecheln abgehalten wurde. Von
dort wurde der Sarg nach der Stadtkirche zu Laeken
über=
geführt, wo die Gräfin an der Seite des Grafen von
Flandern in der königlichen Familiengruft beigeſetzt
wurde. Auf dem Wege von dem Palais zur Kirche
bil=
dete Militär Spalier, und trotz des ſtarken Regens hatte
eine andachtsvolle Menge die Straße ſtark beſetzt. An
Fürſtlichkeiten waren zu den Beiſetzungsfeierlichkeiten
anweſend: Der deutſche Kronprinz Prinz
Rupprecht von Bayern, der Herzog von Urach, Prinz Karl
von Hohenzollern. Prinz Max von Baden, der Prinz von
Anhalt, Prinz Wilhelm von Hohenzollern und der
Kron=
prinz von Rumänien. Außerdem waren faſt ſämtliche
europäiſchen Höfe vertreten. Auch eine Anzahl deutſcher
Bundesſtaaten hatten Vertretungen entſandt.
* Brüſſel, 30. Nov. Der deutſche
Kron=
prinz hat heute abend die Rückreiſe nach Berlin
an=
getreten.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
* London, 29. Nov. Die Anſicht, die offizielle
britiſche Kreiſe von der europäiſchen Lage hegen,
geht dahin, daß man nichts zu befürchten brauche,
obſchon man auf Schwankungen vorbereitet ſein müſſe.
Die Situation ſei nicht in ein beunruhigendes Stadium
getreten und nähere ſich auch nicht einem ſolchen, und in
den beiden verſchiedenen Fragen, die gegenwärtig
be=
ſtünden, ſei eine friedliche Regelung durchaus möglich.
* London, 30. Nov. Daily Telegraph ſchreibt:
Niemand hätte geglaubt, daß die Spannung in den
Beziehungen zwiſchen Berlin und London,
die den Kontinent ſo lange aufgeregt und alarmiert
hat, ſchließlich verringert und gemindert
wer=
den würde. Nicht durch diplomatiſche Beſprechungen,
ſondern durch die wechſelnden Glücksfälle eines
gefürch=
teten Balkankrieges. Doch iſt es die eingekartete und
paradoxe Tatſache, die ſich von unſeren Augen abſpielt,
Plötzlich kommt die Entdeckung, die in den beiden
Haupt=
ſtädten zugleich gemacht wird, daß identiſche Ziele loyal,
wenn auch unabhängig voneinander, verfolgt werden
Wir haben das erfreuliche Schauſpiel, daß die
Wilhelm=
ſtraße die Politik in der Downingſtreet herzlich und
gene=
rös unterſtützt.
* London, 30. Nov. Lord Curzon ſagte geſtern
in einer konſervativen Verſammlung in Plymouth: Es
iſt lange keine beſſere Nachricht zu uns gekommen als dien
daß England und Deutſchland
zuſammenarbei=
ten, um am Balkan die Sache des Friedens zu fördern,
und viele Leute würden gerne dieſe Cooperation auf ein
weiteres Gebiet ausgedehnt ſehen.
Die Waffenſtillſtandsverhandlungen.
* Konſtantinopel, 29. Nov. Wie Ikdam erfährt
überreichten die türkiſchen Botſchafter in London
Paris und Petersburg der Pforte Ratſchläge der
dortigen Kabinette. Die Ratſchläge veſagen, das
Inter=
eſſe der Pforte erfordere einen ſchnellen Abſchluß
der Friedensverhandlungen. Wenn der Krieg
fortgeſetzt werde und unter den Mächten Konflikte
ent=
ſtänden, ſo würden dieſe nicht zum Vorteil der Türkei
auslaufen. Die Mächte der Tripel=Entente hätten auch
den Balkanländern geraten, Frieden zu ſchließen, ohnen
auf übertriebenen Forderungen zu beſtehen, da die Türkeil
den Frieden nur unter Wahrung ihres militäriſchen
Preſtiges und der nationalen Intereſſen wünſche. — Viel
bemerkt wird hier, daß der Führer der „Entente Liberale
Damad Ferid Paſcha, der als Freund Englands bekann
iſt, nach der geſtrigen Konferenz mit dem Großweſir die
Botſchafter Englands und Frankreichs beſuchte und das
nach dem Großweſir von dem Ergebnis der Unterredung
berichtete.
* Konſtantinopel, 29. Nov. Der Miniſter des
Inn.: Reſchid und der Senator Ferid Paſcha
be=
gaben ſich in das Hauptquartier, um an den Verhand
lungen der Bevollmächtigten teilzunehmen
Sie werden nachts hier wieder eintreffen. Der Miniſte‟
rat wird die Nacht hindurch verſammelt bleiben, um daß
Ergebnis der Verhandlungen abzuwarten, welches m
großer Spannung erwartet wird, da die Bevollmächtigten
der verbündeten Balkanſtaaten Gegenvorſchläge bezüglich
Adrianopels machen müſſen. In eingeweihten Kreiſen
glaubt man, daß, wenn der Waffenſtillſtand abgeſchloſſen
werden kann, auch der Friedensſchluß geſichert ſein wird
— Sofia, 30. Nov. Miniſterpräſident Geſchom
erklärte, wahrſcheinlich würden die Waffenſtill
ſtandsverhandlungen bis Montag beendet ſein
Bulgarien ſei mit dem Erreichten zufrieden. Die
Ver=
teilung des eroberten Landes an die Verbündeten ſeil
noch nicht geregelt. Wie ſich Bulgarien zu einer
Kon=
ferenz, von der es noch keine Kenntnis erhalten, ſtellen
würde, könne noch nicht geſagt werden. Ueber die
viel=
genannte bulgariſche Verſtimmung gegen Rumänien und
über den öſterreichiſch=ruſſiſchen Konflikt äußerte ſich
Ge=
ſchow dahin, er wiſſe von beiden nichts, womit er an
ſcheinend ſeiner Hoffnung auf eine gute Erledigung dieſen
Fragen diplomatiſchen Ausdruck geben wollte.
* Konſtantinopel, 29. Nov. Sabah weiſt auf
die Notwendigkeit des Friedens hin, der, ohne
die türkiſche Eigenliebe zu verletzen, es ermöglicht, mit
den Balkanſtaaten, beſonders mit Bulgarien, in
aufrich=
tigen Beziehungen zu leben. Der Vertrag von San
Ste=
fano müſſe wieder hergeſtellt werden, der bereits vor 34
Jahren von der Türkei unterzeichnet und ſpäter durch den
Berliner Vertrag erſetzt wurde. Der Berliner Vertrag
ſei die Urſache der Unruhen auf dem Balkan, während der
Vertrag von San Stefano eine ſtabile Lage geſchaffen
hätte. Es ſei unmöglich für die Türkei, auf Adria
nopel zu verzichten, ſelbſt wenn es von den
Bul=
garen eingenommen werde. Die Türkei bedürfe einen
natürlichen, vernünftigen Grenze. Wenn Bulgarien das
anerkenne, ſei der Friedensſchluß leicht zu erreichen,
Die albaniſche Frage.
* Valona, 30 Nov. Nachdem in einer
Verſamm=
lung der albaniſchen Abgeordneten die Un
abhängigkeit Albaniens proklamiert worden
war, ſchritt man zur Bildung der proviſoriſchen Regier
ung. Es wurden gewählt: Präſident: der Muſelmand
Ismail Kemal Bey, Vizepräſident: der Vertreter des
katholiſchen Klerus' Nikolaus Cacciero aus Durazzon
Sekretär: der Katholik Louis Guracuski. Auf dem Kona
und den öffentlichen Gebäuden wurde die albaniſche
Flagge gehißt. Infolge von Nachrichten von der ſerbie
ſchen Beſetzung der Städte Durazzo und Elaſſona, die
bereits die Unabhängigkeit proklamierten, gab Ismai
Kimal Bey telegraphiſch den Befehl, keinen Widerſtan
zu leiſten, da Albanien ſich nun als neutrales Gebiet be
trachte, deſſen Verteidigung die Mächte übernähmen unſ
deſſen Grundlage die Anwendung des Nationalitäts
prinzips auf die Balkanfrage bilde.
Die Serben in Durazzo.
* Rom, 30. Nov. Giornale d’Italia meldet aus
San Giovanni di Medua: Die Mannſchaft des
öſterreichiſchen Dampfers „Albanien” der heute aus Du
razzo hier eingetroffen iſt, beſtätigt, daß die ſerbiſch
Diviſion Paunovitſch geſtern wenige Kilometer von
Durazzo angelangt iſt und ein Bombardement auf die
Stadt begonnen hat. Sobald jedoch die albaniſche Flagg
auf der alten venezianiſchen Feſtung hochging, ſandte, ſt
wird erzählt, der Kommandant der ſerbiſchen Truppen
Parlamentaire an die albaneſiſchen Notabeln, um über die
Beſetzung der Stadt zu verhandeln. Die kleine türkiſch
Garniſon leiſtete keinen Widerſtand und eine Eskadror
ſerbiſcher Kavallerie zog in Durazzo ein. Zahlreich
Albaneſen haben die Stadt verlaſſen und ſich mit einen
Dampfer nach Trieſt begeben. Die Stadt iſt augenblick
lich ruhig. Die albaneſiſchen Notabeln ſandten an die
Regierung in Belgrad und an die proviſoriſche Regierung
in Valona Proteſtſchreiben.
Vom Kriegsſchauplatze.
* Rjeka, 29. Nov. Nach einer Pauſe von mehreren
Tagen iſt im Laufe der letzten Nacht ein heftiges
Ge=
ſchützfeuer gegen die Stellung der türkiſchen Truppen
auf dem Taraboſch und die Vorwerke von Skutari
er=
öffnet worden. Dasſelbe wurde morgens eingeſtellt. Es
herrſcht regneriſches Wetter. Erbprinz Danilo iſt leicht
erkrankt und hütet auf ärztlichen Rat das Bett.
— Rjeka, 30. Nov. Die Zahl der jetzt unter dem
Kommando König Nikolaus’ ſtehenden Truppen vor
Skutari beträgt 36000 Mann. Das Hauptquartier
wird morgen nach Gruda, in der Nähe von Skutari,
ver=
legt. Eine energiſche Aktion wird erwartet, da man an
eine raſche Beendigung der Friedensverhandlungen nicht
glaubt.
* Belgrad, 29. Nov. Geſtern früh iſt die
ſer=
biſche Armee nach erbittertem Kampfe gegen
einige türkiſche Detachements, die nach der Schlacht bei
Monaſtir zerſprengt waren, in Dibra eingerückt. Gegen
das Meer hin iſt keinerlei Widerſtand mehr anzutreffen.
In Monaſtir wurden 66 Kanonen und eine Menge
Mu=
nition für Gewehre, Kanonen, ſowie Magazine mit
Lebensmitteln und Kleidung erbeutet. Geſtern abend
haben ſich in Resna und Ochrida zwei Bataillone mit
Offizieren ergeben. In Monaſtir ſind geſtern 160
Ver=
wundete angekommen.
Letzte Nachrichten.
H. B. Sofia, 30. Nov. Der Gedanke, an Stelle des
Waffenſtillſtandes die Einſtellung der
Feind=
ſeligkeiten zu beſchließen, iſt auf türkiſcher Seite
auf=
getaucht und dürfte angenommen werden. Die
Friedens=
ausſichten haben ſich ſeit geſtern ſtark gemehrt,
hauptſäch=
lich mit der Rückſicht auf die in Regierungskreiſen
here=
ſchende Auffaſſung, daß eine europäiſche Differenz
unver=
meidlich ſei. Auch ſcheine Rußland viel daran zu liegen,
daß die Verbündeten mit der Türkei ſobald als möglich
ſich vasſtändigen.
* Belgrad, 30. Nov. Das offiziöſe Amtsblatt
Samouprava ſchreibt: Während die Türkei die
Waffen=
ſtillſtands= und Friedensverhandlungen
hinauszieht und die europäiſche Preſſe die Nachricht
ver=
breitet, daß die Moral der türkiſchen Armee ſich beſſerte.
daß die Türken Verſtärkungen echalten hätten und
die verbündeten Heere ermüdet ſeien, denken in
Wirklich=
keit die ſeebiſche und die griechiſche Armee daran, nachdem
ſie ihre Aufgabe in Mazedonien und Albanien beendet
haben, an den militäriſchen Operationen vor
Konſtan=
tinopel teilzunehmen und in Konſtantinopel einzuziehen.
Beide Armeen müßten ſich zur Vermeidung von Zeit= und
Geldverluſten und von der Türkei gezwungen, ſich
bereit=
machen, die Orientfrage endgültig zu löſen. Die
Balkan=
armeen würden in Konſtantinopel einziehen. Alsdann
werde der Friede unterſiegelt und die Türken würden nach
Aſien zurückgeworfen werden.
* Wien, 30. Nov. Dem Vertreter des Wolff=Bureaus
wird mitgeteilt: Ueber die Berichte der Konſuln
Pro=
haska und Edl, bezüglich der Ereigniſſe in Prizrend
und Monaſtir, ſind vielfach Nachrichten verbreitet worden
die anſcheinend auf Kombinationen beruhen. Bisher liegt
nur ein telegraphiſcher, teilweiſe verſtümmelter Bericht
Prohaska vor, über den noch keinerlei Mitteilungen
ge=
macht worden ſind Es iſt beabſichtigt, erſt nach dem
mündlichen Bericht des Konſuls Edl, der bekanntlich mit
der Unterſuchung der Angelegenheit betraut worden iſt,
die Schilderung über die Vorgänge der Oeffentlichkeit zu
übergeben Falls Willkürlichkeiten auf ſerbiſcher Seite bei
der Uebermittelung der Chiffredepeſchen Prohaskas nach
gewieſen werden ſollten dürfte auch dies der
Oeffentlich=
keit gegenüber nicht verſchwiegen werden. Edl trat bisher
die Rückreiſe nach Wien nicht an und hat auch noch keinen
Auftrag dazu.
Paris, 30. Nov. Die Agence Havas meldet aus
Konſtantinopel: Der Miniſterrat hat in der
heuti=
gen Sitzung dem Protokoll über den
Waffen=
ſtillſtand der morgen unterzeichnet werden ſoll,
zu=
geſtimmt. Ein kaiſerliches Jrade, das das Protokoll
genehmigt, iſt bereits erlaſſen worden.
* Wien, 1. Dez. Das Neue Wiener Journal bringt
die vorläufig unbeſtätigte Meldung, die ruſſiſche
Regie=
rung habe dem Wiener Auswärtigen Amte mitgeteilt, daß
Rußland keineswegs geneigt ſei, die
ſer=
biſchen Wünſche zu unterſtützen. — Nach einer
Mitteilung von unterrichteter Seite liegt der Meldung
vermutlich nichts anderes zugrunde, als die bereits öfters
von Blättern unwiderſprochen gebrachte Nachricht, daß
die ruſſiſche Regierung in Belgrad Ratſchläge zur
Mäßi=
gung erteilt haben dürfte.
* Konſtantinopel, 1. Dez. Daß der
Miniſter=
rat in ſeiner geſtrigen Sitzung dem Protokoll über den
Waffenſtillſtand zugeſtimmt habe, beſtätigt ſich.
Das Protokoll enthält folgende Bedingungen:
Er=
ſtens: Der Waffenſtillſtand wird für 14 Tage geſchloſſen;
zweitens: die türkiſche und die bulgariſche Armee
verblei=
ben in ihren gegenwärtigen Stellungen; drittens: keine
der beiden Parteien darf in den Befeſtigungsarbeiten fort=
fahren und Truppen= und Munitionstransporte
vorneh=
mnen; viertens: die belagerten Plätze Adrianopel und
Sku=
tari werden während der 14 Tage in der Weiſe mit
Le=
bensmitteln verſorgt, daß die Zufuhr der nötigen
Le=
bensmittel von Tag zu Tag erfolgt. — Die türkiſchen
Un=
terhändler, unter denen ſich der Handelsminiſter und der
Miniſter des Innern befinden, begeben ſich heute zur
Un=
terzeichnung des Protokolls nach Tſchataldſcha.
Konſtantinopel, 1. Dez. Zu Punkt 2 des
Waffenſtillſtandprotokolls iſt zu bemerken, daß nicht
nur die türkiſchen und bulgariſchen, ſondern auch die
Truppen der anderen Verbündeten ihre gegenwärtigen
Stellungen beibehalten.
*Konſtantinopel, 2. Dez. Es verlautet, daß die
Unterzeichnung des Waffenſtillſtandprotokolls auf morgen
oder übermorgen vertagt wurde, um es den
Ver=
tretern Griechenlands zuzuſtellen, die an den
Verhand=
lungen nicht teilnahmen.
Vermiſchtes.
R. Der deutſche Unteroffizier. Zu dem
Kapitel: „Betrachtungen über die Gründe der
Mißerfolge der türkiſchen Truppen im
gegenwärtigen Balkankriege” wird uns aus
unſerem Leſerkreiſe von einem ehemaligen, langjährig
ge=
ienten Unteroffizier geſchrieben: Während man in den
bisherigen Veröffentlichungen über die inneren Urſachen
der Unterlegenheit der Türken allgemein die nicht auf der
Höhe ſtehende Qualität des Offizierkorps und deren.
Tapferkeit betonte, ferner die nicht genügende
Organi=
ſation und Durchführung der Arbeiten und
Vorbereir=
ungen des Kriegsminiſteriums, der Intendanturen uſw.
hinſichtlich der Verpflegung, Bekleidung ꝛc. geltend machte,
darf man aber bei Vergleichen mit unſeren
Heeresverhält=
niſſen noch einen Faktor nicht vergeſſen: das iſt die
Unteroffizierfrage. Zweifellos iſt dieſe ebenſo
wichtig wie alle anderen, ſie iſt jedoch bis jetzt bei
Be=
urteilung der türkiſchen Verhältniſſe im Zuſammenhang
mit unſeren nicht in gebührender Weiſc hervorgehoben
worden. Jeder Eingeweihte und objektiv Denkende weiß,
welchen unſchätzbaren Wert unſer Heer in ſeinem gut
aus=
gebildeten Unteroffizierkorps beſitzt. Insbeſondene
ver=
mögen hierüber die Feldzugsteilnehmer ein Gutachten
ab=
zugeben, welche hervorragenden Leiſtungen der deutſche
Unteroffizier in ernſter Zeit gezeigt hat. An der
Schlag=
fertigkeit und guten Diſziplin eines Heeres hat nicht
zu=
letzt ein in jeder Beziehung gutes Unteroffizierkrups
er=
heblichen Anteil. Es iſt nicht zu verkennen, daß die
Aus=
bildung der Mannſchaften in ihrem Anfangsſtadium
zu=
nächſt dem Korporal zufällt; daß deſſen intenſive Arbeit
auch in den weiteren Abſchnitten bis zum beendeten
Ma=
növer nicht zu entbehren iſt, kann namentlich ein
Kom=
pagniechef ꝛc. beſtätigen. Es iſt daher ein löbliches
Stre=
ben der deutſchen militäriſchen Behörden und
Truppen=
teile, daß das Unteroffizierkorps in ſeiner Intelligenz
ge=
hoben wird. Immerhin muß hierin noch mehr geſchaffen
werden als bisher, und daß dies nur zum Segen fürs
Vaterland geſchehen würde, beweiſen uns die
militäri=
ſchen Vockommniſſe auf dem Balkan, Um nun die
Intelli=
genz der Unteroffiziere zu erhöhen, gibt es verſchieden?
Wege: nicht zuletzt kommt hier auch die Möglichkeit der
Beſetzung beſſerer Stellen mit geeigneten ehemaligen
Unteroffizieren in Betracht. Es liegt nahe, daß durch
ſolche Maßnahme den Unteroffizieren Gelegenheit gegebe
wird, ihre Kenntniſſe beizeiten im militärdienſtlichen
Intereſſe wie zu ihrem eigenen Vorteil zu erweitern.
Vorſtehende Ausführungen ſollen in dem Schluſſe
gipfeln: Neben dem Hauptfundamente unſeres Heeres—
ſeinem tüchtigen Offizierkorps — muß man in den
deuk=
ſchen Landen ſtets auf die Erhaltung eines guten
Unter=
offizierſtandes bedacht ſein, der ebenſo einen
ausgezeich=
neten Grundpfeiler für die Schlagfertigkeit ausmacht.
Ein originelles Preisausſchreiben
zur Erlangung künſtleriſcher und wirkungsvoller
Inſe=
ratentwürfe hat der Muſikverlag Adolph Fürſtner,
Berlin=Paris, für die von ihm herausgegebenen billigen
Klavierauszüge von Wagners „Tannhäuſer”, „
Fliegen=
der Holländer” und „Rienzi” erlaſſen, deſſen Reſultat
nunmehr feſtſteht. Ein Preisausſchreiben zu ſolchem
Zweck war bisher noch nicht unternommen worden. Es
ſtand den Bewerbern frei, in ihren Entwürfen Porträts
oder Karikaturen von Wagner, Hauptfiguren der Szenen
aus den drei Opern oder nur wirkungsvolle Schriften zu
erfinden. Daß auf ſo liberale Bedingungen faſt 800
Ent=
würfe, nicht nur aus Deutſchland, ſondern auch aus dem
Auslande, z. B. England, Frankreich. Rußland,
Skandi=
navien uſw., eingelaufen ſind, iſt kaum verwunderlich.
Die drei Preisrichter, Profeſſor E. Döpler d. J., Fritz
Koch=Gotha und Ernſt Stern haben mit der Sichtung
die=
ſes Materials keine leichte Arbeit gehabt. Von 88 in die
engere Wahl gekommenen Entwürfen wurden ſchließlich
die Preiſe folgenden Künſtlern einſtimmig zuerkännt:
Bruno Jakob=Charlottenburg 1. Preis für ein
Schrift=
nſerat in der Manier älterer franzöſiſcher Kupfertitel,
Arno Dreſcher=Dresden 2. Preis für ein Schriftinſerat
in freiem Empire. Beim 3. Preis konnte ſich das
Preis=
richteramt nicht auf einen Entwurf einigen, der Preis
wurde daher geteilt zwiſchen Otto und Wilhelm Muck=
Berlin für ein modernes Schriftinſerat und Johann B.
Maier=München für eine witzige Karikatur.
Literariſches.
* Architektoniſche Rundſchau. (Paul Neff,
Verlag Max Schreiber), Eßlingen a. N.) Jährlich 12
Hefte. Die Architektoniſche Rundſchau ſtellt ſich nach
wie vor zur Aufgabe, die hervorragendſten Bauwerke
un=
ſerer Zeit in dentbar beſten Abbildungen wiederzugeben.
Beſondere Anregung werden die in jedem Hefte
enthal=
tenen farbigen Tafeln nach Originalen anerkannter
Dar=
ſteller dem Architekten bieten. In den drei Jahrzehnten
ihres Beſtehens hat die Architektoniſche Rundſchau ſtets
die erſten Baukünſtler zu ihren Mitarbeitern gezählt, und
für den neuen Jahrgang iſt wiederum eine große Anzahl
jüngerer führender Architekten gewonnen worden.
Stren=
ger noch als bisher ſoll das Mittelmäßige aus ihren
Blättern verbannt werden.
In den Proſpekten vielleicht mit Recht als „das”
Weihnachtsbuch von 1912 bezeichnet, erſcheint ſoeben im
Verlage von Leonhard Simion Nachf. in Berlin SW 48
zum Preiſe von 7,50 Mk. das Prachtwerk: Gerd Fritz
Leberecht, „Luftfahrten im Frieden und
im Kriege‟. Das ungemein aktuelle Buch iſt die
popu=
lärſte und feſſelndſte Darſtellung des Luftfahrtweſens
überhaupt, die den Laien ausgezeichnet informiert und
— begeiſtert, wozu die 100 trefflichen Photographien auf
Kunſtdruckpapier beſonders beitragen. Es wird im
deut=
ſchen Hauſe von allen Familiengliedern bis zu den
heran=
wachſenden Söhnen herab freudig begrüßt werden, am
meiſten Anerkennung aber in militäriſch intereſſierten
Kreiſen finden. — Daß es nicht nur von einem
Militär=
ſchriftſteller erſten Ranges, ſondern auch von einem
glän=
zenden Stiliſten und Plauderer ſtammt, wird man
ver=
ſtehen, wenn man hört, daß „Gerd Fritz Leberecht”
iden=
tiſch mit Lookout iſt, deſſen „Englands Weltherrſchaft und
die deutſche Luxrusflotte” im Frühling d. J. in 26000
Exemplaren Abſatz fand und begeiſterte Anerkennung
weckte.
Frauenleben. Herausgegeben von Hanns
von Zobeltitz. (Velhagen u. Klaſing, Leipzig.) Neu
erſchienen: Bd. 16: Karoline von Humboldt.
Von Alfred Wien. 1 Mit 5 Kunſtdrucken. 4 Mk. Ein
Buch voll Innigkeit. Die wundervolle Frauengeſtalt der
Karoline von Humboldt ſchildert der bekannte
Literatur=
hiſtoriker in ſeſſelndſten Zügen. Er gibt uns ein volles,
feines Bild dieſes merkwürdigen Menſchenſchickſals, das
aus der Einſamkeit in die große Welt führt, um
ſchließ=
lich wieder in der Stille zu landen. Er gibt aber auch ein
Bild der merkwürdigen Zeit, in der Karoline mit ihrem
Mann die Sonnenhöhe ihres Glückes erlebte, jener Zeit,
in der Wilhelm von Humboldt den preußiſchen Staat
in Rom (1801—1806) vertrat, um dann als
Kultusmini=
ſter am Neuaufbau Preußens mitzuarbeiten.
Der franzöſiſch=ſpaniſche Marokkovertrag.
* Madrid 30. Nov. Der franzöſiſch=ſpaniſche
Marokkovertrag enthält 30 Artikel, die ſich in drei
Teile zuſammenfaſſen laſſen. Der erſte Teil behandelt
beſonders die Berichtigung der Grenze der ſpaniſchen
Zone und die Enklave von Ifni. Der zweite Teil
be=
handelt ausſchließlich finanzielle Fragen, beſonders die
Garantien für die Inhaber von Anleihen von 1904 und
1910, die Staatsbahnen und das Tabakmonopol. Der
dritte Teil ſieht für die Zukunft eine abgeänderte
Beſtim=
mung über die Schutzgenoſſen und die Schaffung von
Juſtizorganen vor. Der Vertrag wird allen
Signatar=
mächten mitgeteilt und ſobald als möglich in Madrid
rati=
fiziert werden.
* Madrid 30. Nov Zu dem
franzöſiſch=
ſpaniſchen Vertrag wird noch mitgeteilt:
Staats=
bank und Tabaksmonopol bleiben mit allen ihren
Rechten in der ſpaniſchen, wie in der franzöſiſchen Zone
be=
ſtehen, aber die Verwaltung wied Veränderungen erleiden
können, die der territorialen Organiſation jeder Zone
an=
gepaßt ſind. Die beiden Regierungen behalten ſich das
Recht vor, das Tabakmonopol in ihrer Zone
zurückzu=
kaufen. Der Zolltarif kann nur im gemeinſamen
Ein=
vernehmen abgeändert werden. Die Verteagsbeſtimmungen
über Schutzgenoſſen uſw. ſollen nur im
Einverneh=
men mit den anderen Mächten abgeändert werden können.
Franl eich und Spanien können in ihren Zonen
Ge=
richtsorg aniſatiogen entſprechend ihren eigenen
ſchaffen, denen auch die Franzoſen in der ſpaniſchen Zone
und die Spanier in der franzöſiſchen Zone unterworfen
ſind. Dem Vertrage iſt ein Protokoll über die
Eiſen=
bahn Tanger=Fez angefügt. Danach werden
Frank=
reich und Spanien in eine: Friſt von drei Monaten nach
der Unterzeichnung einen Entwurf der Linienführung
herſtellen und die hauptſächlichen Bahnhöfe in ihren Zonen
beſtimmen. Die ganze Linie wird einer einzigen
Geſell=
ſchaft konzeſſioniert werden, die ſie im endaüſtigen
Bau=
plan auszuführen, den Bau und den Betrieb der Linie
übernimmt. In der franzöſiſchen Zone wird der Sultan
die Konzeſſion untt: der Autorität und Garantie
Frankreichs erteilen, in der ſpaniſchen Zone das Khalifat
unter der Autorität und Garantie Spaniens, in der Zone
von Tanger die Behörde von Tanger. Die Aktien und
das Obligation Skapital der Bahn beſteht zu 60
Prozent aus franzöſiſchem, zu 40 Prozent aus ſpaniſchem
Kapital. Der Teil des Kapitals, der nach einem
gemein=
ſamen Uebereinkommen dem Kapital andere:
Nationali=
täten überlaſſen werden kann, iſt auf acht Prozent
feſtge=
ſetzt, die zur Hälfte vom franzöſiſchen und ſpaniſchen Teil
in Abzug gebracht wird. Der Verwaltungsrat beſteht aus
neun Franzoſen und ſechs Spaniern; ein 16. Mitglied
einer dritten Nationalität wvird im Einverſtändnis mit
Fxankreich und Spanient ernannt werden können. Der
Genera Idirektor der Geſellſchaft wird ein Franzoſe
ſein, der zweite Direktor ein Spanier. Beide
Reaier=
ungen behalten ſich das Recht vor, den in Betracht
kom=
menden Teil zurückzukaufen mit der Verpflichtung, den
Betrieb ſelbſt zu führen ode; durch eine Geſellſchaft der
gleichen Nationalität führen zu laſſen.
Die Schuldentilaung im Reichshaushaltsetat,
* Berlin, 30. Nov. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Der Entwurf des Reichshaus
haltsetats für das Jahr 1913 wird im
allge=
meinen gut aufgenommen. Der vereinzelt erhobene Tadel
richtet ſich eigentlich nur gegen die vorgeſchlagene
Ver=
wendung der Ueberſchüſſe aus dem Jahre 1911,
die teils zur Abbürdung der Vorſchüſſe für
Vorausbe=
ſchaffungen der Heeres= und Marineverwaltung, teils zur
Beſtreitung einmaliger, auf Grund der diesjährigen
Ge=
ſetze über die Verſtärkung von Heer und Flotte
notwen=
dig gewordener Ausgaben herangezogen werden ſollen.
Die Behauptung, daß der Betrag der in die Einnahmen
eingeſtellten Uebrſchüſſe einen dauernden Fhlbetrag im
Reichsbudget darſtelle, bedarf nicht der Widerlegung. Ein
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, den 1. Dezember.
„Rigoletto”
W-l. Als Rigoletto in Verdis gleichnamiger Oper
eendete Herr Georg Baklanoff heute ſein
Gaſt=
ſpiel. Schon vor Beginn der Vorſtellung war an der
Kaſſe ein ausverkauftes Haus angezeigt. Aber ſo
aus=
verkauft hat man es lange nicht geſehen.
Der Individualität Baklanoffs ſagen ſo ſtark
aus=
geprägte Charakterrollen und dämoniſche Charaktere wie
Mephiſto, Rigoletto und Othello beſonders zu, weshalb
er dieſe in ſeinem Repertoire bevorzugt. Der durch die
Brutalität und Scheußlichkeit ihrer Handlung
abſtoßen=
den Oper Rigoletto, in der die Tugend unterliegt und
as Laſter ſiegt, kann nur ein bedeutender Vertreter der
Titelpartie neues Leben und Intereſſe verleihen, und
dies geſchah durch Herrn Baklanoffs wahrhaft grandioſe
Leiſtung in kaum geahnter Weiſe. Höchſte Kunſt des
Sängers und des Schauſpielers vereinigten ſich hier zu
einer vollendeten, in größtem Stile gehaltenen
Kunſt=
leiſtung, die wohl allen, welche das Glück hatten, ſie auf
ſich wirken laſſen zu können, unvergeßlich bleiben wird.
Nur das beiſpielloſe Können in geſanglicher und
dar=
ſtelleriſcher Hinſicht und die wunderbare Vereinigung
bei=
der Künſte, über die Herr Baklanoff gebietet, ſind
im=
ſtande, eine ſolche ideale Kunſtleiſtung hervorzubringen,
die um ſo mächtiger wirkt, als bei ihr nichts Gemachtes
und Theatraliſches mitunterläuft, ſondern alles mit
wun=
derbarer Selbſtverſtändlichkeit und Harmonie von innen
heraus und aus ſeiner ureigenen Künſtlernatur ſich ergibt.
Dieſe ſeine Kunſt, die etwas Titaniſches hat, kam in der
Darſtellung des armen Narren im dritten Akte in einer
Weiſe zum Ausdruck, daß man von der ergreifenden
Tragik des unglücklichen Vaters bis in die tiefſte Seele
er=
ſchüttert wurde und man etwas wie das Walten eines
furchtbaren Schickſals ſpürte. Ein gottbegnadeter
Künſt=
ler, dem es gegeben iſt, die Seelen der Menſchen ſo zu
rühren und ſie auf die höchſten Höhen der Kunſt zu
führen!
Das Publikum bewährte ſich heute als kunſtſinnig im
wahren Sinne des Wortes. Während der offenen Szene
wurde kein Beifall geſpendet und ein leiſer Verſuch dazu
unterdrückt, nach den Aktſchlüſſen aber brachen Stürme
der Begeiſterung los; nach dem dritten Akte wurde der
Gaſt zwölfmal hervorgerufen und als ein ſeltener Fall
in der Geſchichte des Theaters verdient verzeichnet zu
werden, daß er nach etwa zwanzig Hervorrufen am
Schluß nochmals aus der kleinen Tür des eiſernen
Vor=
hanges heraustreten mußte.
Unſer Opern=Enſemble zeigte ſich heute von ſeiner
beſten Seite. Herr Globerger ſang die Partie des
Herzogs mit ſo viel Ausdruck, Schönheit und Wärme des
Tones, daß man annehmen muß, er ſei am Freitag nicht
disvoniert geweſen. Frau Kallenſee beherrſchte den
Stil der Verdiſchen Oper mit großer Sicherheit und ſan
die vielgerühmte Arie des zweiten Aktes „Teurer Name‟
meiſterhaft. Herr Stephani ſang den Fluch mit
vieler Energie des Tones und dramatiſcher Verve. Die
kleineren Partien des Marullo, des Sparafueile und der
Maddalena waren durch die Herren Semver und
Schützendorf und Fräulein Jacobs gut beſetzt.
Herr Kapellmeiſter Lert dirigierte mit jugendlichem
Feuer und ſicherte der Aufführung in Gemeinſchaft mit
Herrn Oberregiſſeur Valdek einen vollen künſtleriſchen
Erfolg.
malige, nicht wiederkehrende Ausgaben bedürfen nur
ein=
maliger Deckung. Die Verwendung der Ueberſchüſſe im
vorgeſchlagenen Sinne entſpricht überdies genau den
An=
ordnungen des Paragraph 4 des Etatsgeſetzes für 1912
und ſtellt demnach lediglich eine Ausfuhrungsmaßregel
dar, die niemand überraſchen ſollte. Die Abbürdung der
Vorſchüſſe zu den Vorausbeſchaffungen der Heeres= und
Marineverwaltung iſt überdies bereits in der Denkſchrift
des Reichshaushaltsetats für 1912 unter Ziffer 9
einge=
hend erläutert. Trotzdem ſcheint ſie noch vielfach auf
Nichtverſtändnis zu ſtoßen. Es handelt ſich um eine
Maßnahme, die einen nach mehrfacher Richtung hin
be=
denklichen Zuſtand beenden ſoll. Die Vorſchüſſe belaſten
die Betriebsmittel der Reichskaſſe, erhöhen den
Auf=
wand des Reiches an Diskont für kurzfriſtige
Schatzan=
weiſungen und zwingen teilweiſe die Bundesſtaaten mit
eigener Heeresverwaltung zu Vorſchußleiſtungen aus
Landesmittel. Die Abbürdung der Vorſchüſſe iſt alſo
wirtſchaftlich nichts anderes als Schuldentilgung, und
zwar Tilgung einer am wenigſten zu rechtfertigenden
Schuld. Hiernach iſt es durchaus unzutreffend, zu
be=
haupten, die Vorſchüſſe des Etatsentwurfs vereitelten die
Schuldentilgung, welche noch Anfang 1912 in der
Denk=
ſchrift des Nachtragsetats für 1912 aus den Ueberſchüſſen
in Ausſicht geſtellt worden iſt. Im Gegenteil: Der
Vor=
ſchlag enthält noch eine erweiterte Erfüllung des
Verſpre=
chens. Die Denkſchrift berechnete, daß „zur
Schuldentil=
gung oder Abbürdung der Heeresvorſchüſſe” noch 92
Mil=
lionen übrig bleiben; der Etatsentwurf für 1913 ſtellt
nicht nur 92 Millionen, ſondern mehr als 106 Millionen
hierzu bereit.
Parlamentariſches.
Die Zweite Kammer tritt am Dienstag,
den 10. Dezember, vormittags 10 Uhr, zu ihrer 39. Sitzung
zuſammen. Auf der Tagesordnung ſtehen zunächſt:
1. Dringlicher Antrag des Abgeordneten Adelung und
Genoſſen, den Geſetzentwurf über die Abänderung des
Geſetzes, die Beſoldungen der Staatsbeamten vom
9. Juni 1898 betreffend. In Verbindung hiermit:
Dring=
liche Anfrage der Abgeordneten Bähr und Genoſſen in
gleichem Betreff. 2. a) Regierungsvorlage, Entwurf
eines Geſetzes, die Ausführung der landwirtſchaftlichen
Unfallverſicherung betreffend; b) Antrag der
Abgeord=
neten Senßfelder und Genoſſen, Abführung der Beiträge
zur land= und forſtwirtſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaft
betreffend. 3. Regierungsvorlage, die Abänderung des
Geſetzes vom 6. Auguſt 1902 über die Landeskreditkaſſe
betreffend. 4. Neuwahl eines Abgeordneten im V.
Wahl=
kreis der Provinz Rheinheſſen Wörrſtadt betreffend.
5. Neuwahl eines Abgeordneten für den I. Wahlkreis
der Provinz Starkenburg (Beerfelden - Hirſchhorn-
Wimpfen) betreffend. Ferner kommt eine große Zahl
von Anträgen und Anfragen zur Verhandlung.
Winterfeſt des Velociped=Klub Darmſtadt.
In ſeltener Harmonie gehen innerhalb des
Velo=
zipedklubs Darmſtadt die ſportlichen Erfolge und
Auf=
ſtiege mit den geſellſchaftlichen Hand in Hand. Längſt iſt
es anerkannt, daß der V.=C. D. ſportlich einer der
lei=
ſtungsfähigſten und ſieggewohnteſten nicht nur im ganzen
Gau, ſondern im ganzen deutſchen Radfahrerbund iſt,
Von vielen Straßen= und Bahnrennen, auch von den
neuerdings bis faſt an die Grenzen der
Leiſtungsfähig=
keit hinaufgeſchraubten großen Dauer= und Diſtanzfahrten
kehrten ſeine Mitglieder mit Siegestrophäen heim und von
den glänzenden Erfolgen der Saal=, Reigen= und
Kunſt=
fahrermannſchaften konnte ſchon oft in dieſem Blatte
ver=
meldet werden. Auch ſeine geſellſchaftlichen
Veranſtal=
tungen haben längſt in Darmſtadt einen Rahmen und Ruf
ſich errungen, der weit das überbietet, was man gemein
hin von den im Zeitalter des Automobils und des
Flug=
apparates „unmodern” gewordenen Radſportvereinen
ge=
wohnt iſt. Und der rührigen und zielbewußt arbeitenden
Leitung des Vereins gelingt es ſtets aufs neue, zu
über=
raſchen. Davon war auch das Winterfeſt im „
Städti=
ſchen Saalbau” erneut Beweis. Allerdings iſt es nicht
allzuſchwer, ein künſtleriſch reiches Programm zu bieten,
wenn die bekannteſten und bewährteſtenKräfte der
Hof=
bühne in der Mitgliederliſte des Vereins zu finden ſind,
ſodaß der Vorſtand mit beſonderem Stolz auf ſein
Pro=
gramm ſetzen kann: „Sämtliche Mitwirkende ſind
Mit=
glieder des Velozipedklubs Darmſtadt” und doch hinter
jedem Namen den zusraftigen Zuſatz anbringen kann
„vom Hoftheater”
Das Winterfeſt war außergewöhnlich ſtark beſucht.
und das reichhaltige und viel Abwechſlung bringende
Programm wickelte ſich flott, wenn auch mit einigen
Aen=
derungen, ab. Sportlich wurde der Abend nach einem
Konzertſtück der Kapelle Hauske eingeleitet mit einem
hübſch arrangierten und ſauber gefahrenen
Begrüßungs=
reigen von 16 Mitgliedern des Klubs unter Leitung des
erſten Saalfahrwarts, Herrn H. Schlitt. Weiter brachte
der ſportliche Teil des Abends ein intereſſantes
Kunſt=
fahrerduett der Herren Gebrüder Göttmann, die im
Biedermeiſterkoſtüm fuhren und ihre ſchwierigen Piecen
in humoriſtiſches Gewand gekleidet hatten. Dann ein 12er
Jugendreigen (gefahren von 12 Mitgliedern der
Jugend=
abteilung, geleitet von deren Fahrwart, Herrn L. Hax)
in dem ein 6—8jähriges Pärchen flott und ſicher mitfuhr
und der beſonders ſtarken Beifall auslöſte. Die erſte
Saalfahrmannſchaft fuhr einen 8er Stab=Schmuckreigen
unter Leitung des Herrn Schlitt, der eine Reihe
farben=
froher und figurenreicher Uebungen brachte. Ein
Polo=
wettſpiel und ein hochintereſſantes Radball=Wettſpiel
zwiſchen je zwei Mannſchaften des Klubs beſchloſſen die
Sportdarbietungen des Abends.
Den künſtleriſch=unterhaltenden Teil leitete Frau
Opernſänger Becker=Gerder ein, die zwei Lieder von
Grieg und Reinh. Becker ſang und durch den Umfang und
der Klangſchönheit ihres Organes, das allerdings die
routinigete Bühnenſängerin verriet, geradezu überraſchte.
Die Künſtlerin ſang ſpäter noch den Ezardas aus der
„Fledermaus” mit dem ſie ebenfalls rauſchenden Beifall
auslöſte. Ihr Gatte, Herr Gg. Becker, unſer Heldentenor,
hatte ſeine vornehme Sangeskunſt ebenfalls zur Verfügung
geſtellt. Er ſang „Ihr Bild” und „Der Doppelgänger”
von Franz Schubert mit künſtleriſch ſouveränem Vortrag
und ließ ſpäter noch eine Reihe Lieder von Schumann u. a.
folgen. Der jubelnde Beifall veranlaßte den Künſtler zu
liebenswürdigſt gebotenen Beigaben. Seine Leiſtungen
ſind ebenſo wie die des Frl. Käthe Gothe und des
Hrn. Peterſen, die zwei Tanzduette aus den Operetten
„Große Roſinen” und „Brüderlein fein” boten, ſchon ſo
oft in dieſem Blatte anerkannt und gelobt worden, daß
oft geſagtes hier nur wiederholt weden könnte. Den
Schluß des Programms bildete die Aufführung eines
Theaterſtückes, „Das Verſprechen hinterm Herd‟
Sing=
ſpiel in 1 Aufzug von Alexander Baumann, in folgender
Beſetzung: Michel Quantner, Wirt in rer Abtenan, Hert
Herrmann, Loisl, ſein Sohn, Herr Peterſen
Nandl, im Dienſt bei Quantner, Frl. Gothe Freiherr
von Strizow, Herr Schneider. Das ausgelaſſene tolle
Stückchen wurde köſtlich geſpielt und fand ebenſo jubelnden
Beifall. Dann begann der Ball, der mit einer
Polo=
naiſe von zirka 200 Perſonen eröffnet wurde. Nich dem
offiziellen Program fanden Kabarett=
Vorſtell=
ungen in den oberen Räumen des Saalbaues ſtatt, bei
denen Frl. K. Gothe Frl. J. Bieger; Herren
Herr=
mann, Kroczak, Peterſen, Schneider,
Thommſen, ſämtlich vom Hoftheater mitwirkten; am
Klavier waren abwechſelnd in der Begleitung tätig die
Herren Heinrich Arnold, H. Fiſcher, Kapellmeiſter
Wach.
Das ſchöne Feſt verlief in beſter Stimmung und darf
in der Chronik des Klubs als beſonders gelungen ver=
St.
zeichnet werden.
Darmſtadt, 2 Dezember.
* Großh. Hoftheater. Alexander Moiſſi vom
Deutſchen Theater in Berlin wird hier am 10. Dezember
als „Hamlet” gaſtieren und am 13. Dezember in der
Erſt=
aufführung von Hugo von Hofmannsthals „Jedermann”
die Titelrolle krèiren. — Die zykliſche Darſtellung
der Werke von Friedrich Hebbel wird im Laufe
dieſer Woche mit einer Aufführung von „Gyges und ſein
Ring” weitergeführt. Der vollkommen neuen ſzeniſchen
Gewandung, in der das Werk diesmal erſcheint, liegt das
Prinzip der Stilbühne zu Grunde. Der Zyklus bringt
demnächſt auch „Maria Magdalena” und „Agnes
Bernauer”
g. Der Kriegerverein Darmſtadt beging am
Sams=
tag abend im großen Saale der Turnhalle am
Woogs=
platz die Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoh
des Großherzogs, zu welcher ſich die Mitglieder mit
ihren Angehörigen ſowie Gäſten äußerſt zahlreich
einge=
funden hatten. Unter der großen Zahl der militäriſchen
Ehrengäſte war u. a. der Diviſionskommandeur Exz. v.
Plüskow erſchienen. Mit herzlichen Worten begrüßte
der erſte Vorſitzende des Vereins Hauptmann d. L.
Waldecker die Feſtverſammlung und teilte mit, daß
Herr Oberfinanzrat Dr. Hellwig, der ſich bereit
erklärt hatte, die Feſtrede zu halten, leider im letzten
Augenblick verhindert wurde und daß ſich nunmehr Herr
Reviſor Bruchhäuſer freundlichſt dazu bereit erklärte.
Weiter bemerkte der Vorſitzende, daß leider in dieſem
Jahre das Programm nicht ſo glänzend ausgeſtaltet
werden könne. Das ſei aber lediglich auf die teuren
Zeiten zurückzuführen, denn die Kriegervereine ſeien ja
nicht in erſter Linie Geſelligkeitsvereine, ſondern ſie ſeien
vor allem zur Unterſtützung bedürftiger Krieger da,
(Lebh. Bravo.) Es ergriff hierauf Herr
General=
najor v. Heyl das Wort, um der
unverbrüch=
lichen Treue zu unſerem Landesfürſten und der
Treue zu Kaiſer und Reich Ausdruck zu verleihen.
Es trug nunmehr mit Sicherheit und in ausdrucksvoller
Rede Otto Bruchhäuſer den von Friedrich Kuſchel
gedichteten Prolog auf Großherzogs Geburtstag vor,
der durch lebhaften Beifall ausgezeichnet wurde. Fräulein
Hede Schaub, das beliebte Mitglied unſerer
Hof=
bühne, erfreute mit der glänzend vorgetragenen Arie des
Pagen aus Figaros Hochzeit. Nicht endenwollender
Beifall dankte ihr für dieſe Darbietung. Herr
Bruch=
häuſer feierte hierauf inſſeiner Feſtanſprache, die
hervor=
ragenden Charaktereigenſchaften unſeres Großherzogs und
ſeine Verdienſte um Kunſt und Wiſſenſchaft, Handel
und Induſtrie. In das von ihm ausgebrachte Hoch
ſtimmte die Feſtverſammlung freudig ein, worauf ſtehend
die Fürſtenhymne geſungen wurde. Als nächſter
Red=
ner ergriff der Diviſionskommandeur, Exz. v.
Plüs=
kow, das Wort, um mit treffenden Worten den Eltern
die Erziehung der heranwachſenden Jugend zu
kraftvollen deutſchen Männern warm ans Herz
zu legen. Sein Hoch galt dem feſtgebenden
Verein. Fräulein Hede Schaub ſang nochmals
drei herrliche Lieder: „Dort in den Weiden” „
Feinslieb=
chen, du ſollſt nicht barfuß gehen” von Brahms und
„Frühling” von Theo Schäfer und fand damit ſolchen
inklang, daß ſie noch eine Zugabe machen mußte. Die
Klavierbegleitung hatte in vorzüglicher Weiſe Frau Anna
Jöckel ausgeführt. Die Kapelle des Großh. Artillerie=
Korps unter Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters
Mickley trug durch ein ſorgfältig ausgewähltes
Pro=
gramm hervorragend zum Gelingen der Feier bei. Ein
flotter Tanz ſchloß ſich an, der die Feſtteilnehmer noch
inige Stunden fröhlich beiſammen hielt.
HW. Wandervogel. Einen wohlgelungenen
Ver=
auf nahm der vom Wandervogel, Ortsgruppe
Darmſtadt am Samstag im Saale der
Baugewerk=
ſchule veranſtltete, ſehr gut beſuchte
Unterhaltungs=
abend. Er wurde eingeleitet durch eine Anſprache des
Herrn Rechtsanwalts Landzettel. Er führte
unge=
fähr folgendes aus: Im Namen der Ortsgruppe
Darm=
ſtadt heiße ich Sie alle herzlich willkommen. Wir wollen
uns heute abend mit einer Beſchäftigung befaſſen, die für
viele von Ihnen, namentlich die Eltern, ja nichts Neues
mehr iſt, und wir wollen verſuchen, ſo gut es geht, einen
Einblick zu gewinnen in das Wandervogelleben. Die
militäriſche Tauglichkeit iſt gefährdet, eine Erziehung der
Jugend iſt erforderlich. Das will der Wandervogel
über=
nehmen; unter der Führung von Studierenden ſollen ſie
hinauswandern in die ſchöne Natur. Ueber den
geſund=
heitlichen Wert des Wanderns brauche ich wohl nicht zu
ſprechen. Das Wandern iſt eine Schule des Willens, des
Charakters und der Selbſtändigkeit. Man lernt einfach
zu leben, Entbehrungen zu ertragen. Man lernt auch
Neues kennen, macht Bekanntſchaft mit anderen
Stäm=
men und deren Sitten und Gebräuchen. Der
Wander-
vogel hat aber auch nationale Bedeutung, er führt
die jungen Leute an die Stätten, wo deutſches Weſen ſich
am urſprünglichſten erhalten hat, er hat das Volkslied
wieder gefunden und gepflegt. Nun zur
Organiſa=
tion. Auf der einen Seite die wandernde Jugend, an
ihrer Spitze die junge Führerſchaft, denen die Leitung
der Wanderungen, des Fundamentes der Bewegung,
ob=
liegt, auf der anderen Seite der eigentliche Verein, die
Eltern und Freunde. Er trägt die Verantwortung für
Veranſtaltungen, er beſtätigt die Führer, er muß die
Wan=
derungen genehmigen. Der Wandervogel iſt kein
Schüler=
verein, es iſt ein großer Unterſchied zwiſchen ſeinen und
den Schülerwanderungen, die uneigennützige Lehrer
un=
ternehmen. eBi uns ſoll die Jugend unter ſich ſein. Ueber
unſere Verfaſſung beſtehen mancherlei falſche Gerüchte.
Die Leute, die ſie vorbringen, ſollen aber erſt prüfen, dann
urteilen. Und nun wollen wir verſuchen, die Praxis etwas
kennen zu lernen an Lichtbildern, die von Wandervögeln
aufgenommen worden ſind.
Es folgten Bilder von Wanderfahrten der
Darmſtädter Wandervögel, denen ſolche von ſüddeutſchen
Wandervögeln folgten. Sie gaben dem, der kein
Wan=
dervogel iſt einen intereſſanten Einblick in das Leben
der Wandervögel auf einer Ferienfahrt. Da ſah man ſie
ausziehen aus dem Heimatsort, man ſah die erſte Raſt,
abkochen, zeltſchlagen uſw. Eine ſtimmungsvolle Beglei=
tung des Vortrags bildeten Volkslieder, die reichen
Bei=
fall auslöſten. Nach dem intereſſanteen Vortrag hielt noch
fröhlicher Tanz, heiteres Spiel und Scherz die
Wander=
vögel bis 11 Uhr zuſammen.
* Griesheim, 1. Dez. Geſtern abend gegen 11 Uhr
wurde unſer Ort durch Feueralarm in Aufregung
verſetzt. In der Wohnung des Philipp Diefenbach in
der Kirchgaſſe war ein Brand ausgebrochen, welcher
als=
bald das ganze ältere Haus ergriffen hatte und das
vollſtändig ausbrannte. Durch das raſche Eingreifen der
hieſigen Freiwilligen Feuerwehr wurde ein weiteres
Um=
ſichgreifen verhindert.
* Groß=Gerau, 1. Dez. Die
Monatsverſamm=
lung des Nationalliberalen Vereins Groß=
Gerau erfreute ſich eines außerordentlich zahlreichen
Be=
ſuches von hier und außerhalb. Auch von Darmſtadt
waren mehrere Parteifreunde herübergekommen, darunter
der Vorſitzende der Heſſiſchen nationalliberalen
Landes=
vartei, Herr Landtagsabgeordneter Dr. Oſann.
Nach=
dem der Vorſitzende des Vereins, Herr Amtsrichter Dr.
Hof, die Erſchienenen begrüßt hatte, ergriff Herr
Land=
tagsabgeordneter Dr. Oſann das Wort zu einem
ein=
ſtündigen Vortrag, in dem er außerordentlich intereſſante
Rückblicke und Ausblicke hinſichtlich der politiſchen Lage
im Reiche und in Heſſen gab. Lebhafter Beifall der
Ver=
ſammlung dankte dem Redner für ſeine Darlegungen.
Im Laufe des Abends kam noch Herr Geheimer
Regier=
ungsrat Dr. Wallau in längeren Ausführungen auf die
Darlegungen des Vorredners zurück und verſicherte ihn
in warmen Worten des unerſchütterlichen Vertrauens der
Parteifreunde. Der einmütige Beifall der Erſchienenen
zeigte, daß der Redner allen aus dem Herzen geſprochen
hatte. Noch lange ſaß man in ernſter und heiterer
Unter=
haltung zuſammen und empfing auch an dieſem Abend
wieder mancherlei Anregung zu eifriger Weiterarbeit im
Sinne der Nationalliberalen Partei.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 1. Dez. Der ruſſiſche Generalmajor à lasuite
des Kaiſers, Tatiſchtſchew, hat heute ſeinen
gewöhn=
lichen Dezemberurlaub angetreten.
Berlin, 1. Dez. Zum Gedächtnis des verſtorbenen
Direktors des Leſſingtheaters Brahm wurde in der
neuen Berliner Urnenhalle heute Vormittag eine
Trauer=
feier veranſtaltet. Gegen 10 Uhr füllte ſich die Halle
mit einem hochanſehnlichen Kreis von Freunden, Kollegen
und Mitarbeitern des Verewigten, deſſen ſterbliche Hülle,
bedeckt mit Kränzen, unter Lorbeer und Palmen
aufge=
bahrt war. Orgelſpiel und Chorgeſang leitete die Feier
ein. Alsdann trat Gerhart Hauptmann an die Bahre
und widmete dem dahingeſchiedenen Freund herzliche
Abſchiedsworte.
* Langenburg, 30. Nov. Die Kaiſerin iſt heute
mittag 1 Uhr 10 Minuten, von Straßburg kommend, hier
eingetroffen und am Bahnhofe von dem Erbprinzen von
Hohenlohe=Langenburg empfangen worden. Die Kaiſerin
begab ſich im Automobil ins Schloß. Um 3 Uhr 20
Mi=
nuten erfolgte die Abreiſe der Kaiſerin nach Baden=Baden
* Baden=Baden, 30. Nov. Die Kaiſerin iſt heutel
abend 7 Uhr 50 Min. mittelſt Sonderzug hier einge
troffen. Zum Empfang waren die Großherzogin
Luiſ=
von Baden, Prinz Eitel Friedrich, der preußiſche
Ge=
ſandte und der Oberbürgermeiſter erſchienen. Am
Mon=
tag wird auch der Kaiſer von Donaueſchingen aus hier
eintreffen.
Baden=Baden, 1. Dezbr. Prinz Eitel Friedrich
on Preußen iſt heute Vormittag nach Station
Wild=
park abgereiſt.
* Donaueſchingen, 1. Dez. Heute vormittag nahm
der Kaiſer mit dem Fürſten zu Fürſtenberg und dem
Gefolge an dem evangeliſchen Gottesdienſt in der
Stadtſchule teil und beſichtigte anſchließend den Neubau
der evangeliſchen Stadtkirche. Zur Frühſtückstafel im
fürſtlichen Schloß waren der Statthalter Graf v. Wedel
und Gemahlin geladen. Nach der Tafel wurde ein
Auto=
mobilausflug auf das Stettener Schlößchen unternommen
Der Kaiſer hat noch weitere Auszeichnungen verliehen,
darunter ſein Bild mit Rahmen mit der eigenhändigen
Unterſchrift dem fürſtlichen Kabinettsrat Würth, dem
Stadtpfarrer Feurſtein und dem Bürgermeiſter Schön.
* Emden, 30. Nov. Das Schiff „Arcona” iſt
geſtern Nachmittag zur dauernden Stationierung im
Emdener Hafen eingetroffen. Heute Nachmittag fand
im Emdener Außenhafen anläßlich der Stationierung
eine Begrüßungsfeier durch den Magiſtrat und die
ſtädtiſchen Kollegien ſtatt. Oberbürgermeiſter Geheimrat
Fürbringer bewillkommnete die Mannſchaft und brachte
ein Hoch auf den Kommandanten des Schiffes
aus. Der Kommandant der „Arcona,
Korvetten=
kapitän Hippel, erwiderte mit herzlichen Worten
und wies darauf hin, daß Emden der Heimathafen der
kurbrandenburgiſchen Flotte geweſen ſei. Hieran ſchloß
ſich ein Rundgang durch das Schiff, worauf dasſelbe
dem Publikum freigegeben wurde. An den Kaiſer wurde
ein Huldigungstelegramm abgeſandt. Darauf ging vomſ
Kaiſer folgende Antwort an Geheimrat Fürbringer ein:
„Ich danke Ihnen und den ſtädtiſchen Kollegien, Bez
hörden, Vereinen und allen Feſtteilnehmern herzlichſt
für den Huldigungsgruß aus dem Neſſerland. Möge
die gemeinſame Freude ebenſo wie die auf das
gemein=
ſame Wohl des Vaterlandes gerichtete Tätigkeit dieſem
zum Heil und Segen gereichen. Wilhelm I. R.‟
* Breslau, 2. Dez. Die Uraufführung von
Ernſt von Wolzogens „Fürſtliche
Maul=
ſchelle” fand geſtern abend im Lobetheater einen
un=
beſtrittenen wärmſten Erfolg. Der anweſende Autor
wurde lehhaft gefeiert.
* Peſt, 30. Nov. Die Regierung legte drei
Geſetz=
entwürfe vor: Erſtens einen Geſetzentwurf betreffend
die Verhängung des Ausnahmezuſtandes im Falle der
Mobiliſierung; zweitens einen Entwurf betreffs
Requi=
ſition von Pferden, Fuhrwerken und Automobilen;
drit=
tens einen Entwurf betreffs Requiſition von Gebäuden
und Wohnungsräumlichkeiten im Falle der Mobiliſierung.
*Bukareſt, 30. Nov. Bei den Wahlen desl
zweiten Wahlkörpers zur Kammer wurden
23 Konſervative, 20 Demokratiſch=Konſervative und
7 Liberale gewählt; 2 Stichwahlen ſind erforderlich.
London, 1. Dez. Der deutſche Botſchafter, Fürſtſ
Lichnowsky, hielt geſtern auf dem Jahresbankett
der Royal Society of London ſeine erſte öffentliche Rede
in England, in der er ausführte, er benütze mit Freuden
die Gelegenheit, darauf hinzuweiſen, daß England und
Deutſchland Seite an Seite für die Aufrechterhaltung
des eurpoäiſchen Friedens arbeiteten, und daß die
politiſchen Beziehungen der beiden Mächte niemals
ver=
traulicher und aufrichtiger geweſen ſeien, als
gegen=
wärtig. Es werde immer ſein aufrichtiger Wunſch ſein.
dieſen glücklichen Anfang ſeiner amtlichen Tätigkeit in
London weiter zu entwickeln zum Heile beider Nationen.
— Berlin, 30. Nov. Durch kaiſerliche Verordnung vom
15. November, die heute amtlich bekannt gegeben wird,
wird ein Schiedsgericht für die
Angeſtellten=
verſicherung, und zwar für das ganze Reichsgebiet,
verrichtet. Dieſem Schiedsgericht wird die Entſcheidung
auch in ſolchen Fällen zufallen, in denen es ſich um
Ver=
ſicherte oder deren Angehörige handelt, die außerhalb des
Gebietes des Deutſchen Reiches wohnen oder beſchäftigt
ſind.
— Berlin, 1. Dez. Die Aufnahme des Paſſus über
die Einſchränkung der erlaubten religiöſen
Tätigkeit für die Jeſuiten durch „
landesrecht=
liche Beſtimmungen” iſt — wie die Mil.=pol.
Korreſpon=
denz von Bundesratsſeite hört — mit Rückſicht auf die
Wünſche der Königlich Sächſiſchen
Regier=
ung erfolgt. Sachſen iſt von Anfang der ganzen Frage
an bis zu der Erledigung des Streites im Bundesrate
für die ſchärfſte Auslegung des Jeſuitengeſetzes
und der Bundesratsverordnungen von 1872 eingetreten.
Es hat damit erreicht, daß die bisher geübte ſehr ſtrenge
Praxis im Königreich und in einzelnen thüringiſchen
Staaten durch die Bundesratsentſcheidung nicht berührt
wird.
— Berlin, 30. Nov. (Ohne Gewähr.) Der Berliner
Lokalanzeiger meldet aus Berlin: Der 14jährige
Kauf=
mannslehrling Schultze bei der Union=
Lehrmittel=
geſellſchaft ſollte heute mittag 2100 Mark für ſeine Firma
nach der Deutſchen Bank bringen. Beim Paſſieren des
Belle=Alliance=Platzes wurde ihm die Aktentaſche, in der
ſich das Geld befand. von einem Radfahrer
entrif=
ſen. Der Räuber entkam.
— Magdeburg, 30. Nov. Heute nachmittag fand die
Einweihung des Denkmals für den Heerführer im
deutſch=
franzöſiſchen Krieg Eeneral Franſecky ſtatt. Als
Ver=
treter des Kaifers war der kommandierende General Sirt
von Arnim erſchienen.
Frohgelannte Kinder, geſunde Kinder.
Winke für Mütter.
Du darfſt von Deinem Kinde nicht erwarten, daß es
Dir ſagt, was und wo ihm etwas fehlt. Du, die Mutter,
biſt naturgemäß diejenige, welche täglich das Weſen und
Treiben der Kleinen überwacht, und die jede Störung
ſo=
fort erkennen ſollte. Von Dir wird zu allererſt Rat und
Hilfe erwartet.
Nun zeigt ſich ja jede, ſelbſt die geringſte geſundheitliche
Störung bei den Kleinen alsbald durch ein Nachlaſſen des
Spieleifers, durch ein Schwtnden der fröhlichen Laune.
Treten zu dem noch Appetitmangel, belegte Zunge,
un=
kuhiger Schlaf und dergleichen Anzeichenmehr, dann zögere
nick,t länger, ſondern gib Deinem Liebling einen
Kaffee=
löffel voll des beliebten „Califig”, Californiſcher
Feigen=
ſirup, und in kürzeſter Friſt wirſt Du ſehen, wie die
Störungen ſchwinden, und das Kind wieder munter und
fidel wird.
„Califig” iſt eine glückliche Kombination des ſüßen
Feigenſaftes mit heilſamen, als wohltuend bekannten
Kräuterauszügen. Sein Geſchmack iſt ſo angenehm, daß
alle Kinder „Califig” gerne nehmen. „Califig” reinigt die
Verdauungsorgane in prompter, dabei milder,
beſchwerde=
loſer Weiſe, regelt den Stuhlgang und beugt Verſtopfung
vor. Eine genaue Gebrauchsanweiſung für die
Anwen=
dung bei Erwachſenen und Kindern liegt jeder Flaſche
bei=Eine Flaſche „Califig” gehört in jede Hausapotheke,
damit man ſie immer bei der Hand hat. Wenn Du noch
keine haſt, dann vergiß nicht, Dir eine beim nächſten
Aus=
gänge zu beſorgen.
In allen Apotheken zu haben zu 1,50 Mk. die Flaſche.
Extra große Flaſche 2,50 Mk. Beſt.: Syr. fici Californ. 75
xt. Senn. liqu. 20, Elix. Caryoph. comp. 5. (246860
Brillant-Ringe
Robert Müller
Brillant-Broschen
Brillant-Nadeln
Juwelier
Brillant-Anhänger
Luisenplatz 4
Brillant-Ohrringe
Ecke Wilhelminenstr. 1 in reicher Auswahl.
Reelle prompte Bedienung. (24684a
überall im Ge=
Eientra-Kerzen brauch! Wun=
„derbares Licht,
rinnen nicht, riechen n cht. Guß leicht beſchädigte billiger.
Pak. 65 u. 45 von Franz Kuhn, Chemische Werke, Nürnberg.
Hier: F. B. Grodhaus, Seifenfabr. am weißen Turm.
V 17266
Aus dem Geſchäftsleben.
Die Unterhaltung der Großſtadt braucht
niemand zu entbehren, der im Beſitze des weltbekannten
Muſikinſtrumentes „Grammophon=Gramola” iſt. Dieſe
wunderbare Maſchine bringt in jedes Heim die
Vor=
träge der größten Stars, mdgen ſie der Oper, Operette,
dem Varieté, Kabarett angehören. Das Grammophon
iſt das einzige Muſikinſtrument, über deſſen Qualität
viele Muſikautoritäten ein Urteil abgegeben haben:
Unerreicht”. Die koſtenloſe Vorführung findet in den
offiziellen Verkaufsſtellen der Deutſchen Grammophon=
Aktiengeſellſchaft ſtatt; in Darmſtadt bei K. Jäger,
Georgenſtraße 11, Telephon 2579, und bei J. Teſchel,
Schillerplatz 3, Telephon 1589.
Ein guter Wink! Der ſchlanken Birke
ſonn=
durchglühte Kraft dem Haare üppige Fülle, Glanz und
Weichheit ſchafft. Dr. Dralle’s Birken=Haarwaſſer iſt
ein gutes, reelles und ſolides Haarpflegemitzel, welches
auf kahlen Köpfen keine Haaresfülle hervorzaubern will,
ſondern das erzielt, was nach dem heutigen Stande der
Wiſſenſchaft von einem ernſten Haarpflegemittel
über=
haupt zu erwarten iſt: Stärkung und kräftige Anregung
des Haarwuchſes, Reinigung der Kopfhaut und
Ver=
hütung der Kopfſchuppen. Seit Jahrzehnten hat ſich
Dieſes Haarpflegemittel bewährt und Dank der Weiter=
Lempfehlung von Aerzten und Publikum ſeinen Weg um
den ganzen Erdball gemacht. Auf die heutige Annonce
der Firma Dralle in dieſem Blatte ſei hierdurch
hinge=
wieſen. Man lernt eine leicht durchzuführende Methode
kennen, die bei einiger Ausdauer zum Ziele führt.
Her=
vorzuheben wäre, daß „Dr. Dralles Birlen=Haarwaſſer”
auf 6 Weltausſiellungen die höchſten Auszeichungen,
nämlich eine goldene Staatsmedaille und 5 Grand Prie
erworben hat.
Kelie nkust
UiidGRasrukunst
E Wilh. Götze
Bildhauer, Vertreter der Wies-
:: badener Gesellschaft
Darmstadt, Kar,strasse 94
Ständiges Lager ven
Grabdenk-
mälern, Medellen u. Skizzen in
jeder Preislage.
B7091
m Einem Teil der Stadtauflage unſerer heutigen
Ausgabe liegt ein Proſpekt bei von Speier’s
Schuhwarenhaus, Ludwigsſtraße 16, worauf hiermit
hingewieſen wird.
(24679
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Amerika” 26. Nov. 11 Uhr 30 Min
morgens von New=York über Plymouth und Cherbourg
nach Hamburg. „Barcelona” nach Newport News,
27. Nov. 1 Uhr 30 Min. nachm. in Philadelphia.
„Bosnia” nach Baltimore, 27. Nov. 8 Uhr 45 Min,
morgens in Boſton. Motorſchiff „Chriſtian X.‟ 27. Nov.
12 Uhr 45 Min. mittags in Philadelphia. „Moltke‟
von New=York, 27. Nov. 1 Uhr 45 Min. nachm. in
Genug. „Pallanza” 25. Nov. 1 Uhr nachm. von
Mon=
treal nach Rotterdam und Hamburg. „Preſident Grant”
28. Nov. 12 Uhr 30 Min. morgens in New=York.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 26. Nov. vorm. von New=York abgegangen.
„Noordam” 22. Nov. vorm. in Rotterdam eingetroffen.
„Ryndam” 19. Nov. vorm. von New=York abgegangen.
„Potsdam” 26. Nov. nachm. in New=York eingetroffen.
Familiennachrichten.
Statt Karten.
Die glückliche Geburt eines gesunden
Mädchens zeigen hocherfreut an
Postdirektor, Hauptmann d. L. Walter
und Frau Cäcilie, geb. Scheyrer.
Mosbach (Baden), 29. November 1912.
(24705)
Statt Karten!
Die glückliche Geburt eines
Mädchens
zeigen hocherfreut an
(24725
Fritz Aufnagel und Frau Lina,
geb. Bopp.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach kurzer, ſchwerer
Krankheit meine liebe, gute Tochter, unſere
(24724
Schweſter
Anna
im vollendeten 24. Lebensjahre.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Waas.
Darmſtadt, den 1. Dezember 1912.
Nieder=Ramſtädterſtraße 34.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Dez.,
nachmittags 2½ Uhr, vom Portale des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
Todes=Anzeige.
Hiermit machen wir Verwandten,
Freun=
den und Bekannten die ſchmerzliche Mitteilung,
daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat,
unſeren innigſtgeliebten, treubeſorgten Vater,
Großvater, Bruder, Schwiegervater, Schwager
und Onkel
Herrn August Brenner
Mühlenbesitzer
(Sensfeldermühle)
ganz unerwartet zu ſich zu rufen. (24726
Die trauernden Hinterbliebenen.
Gräfenhauſen, den 1. Dezember 1912.
Die Beerdiguna findet Dienstag, den 3. Dez.,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Dem Herrn über Leben und Tod
hat es gefallen, meine liebe Frau,
unsere gute Mutter, Schwester, Tante
und Schwägerin
(24701
Frau Auna Doerr
geb. Vogel
im 52. Leben-jahre nach langem,
schwerem Leiden sanft und ruhig in
sein himmlisches Reich abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Carl Doerr
und Kinder:
Eduard, Carl, Marie, Lydia, Helene.
Nieder-Ramstadt, am 30. Nov. 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Dez.,
nachmittags 2½ Uhr, statt.
Todes=Anzeige.
Verwandten und Bekannten die traurige
Nachricht, daß heute morgen unſer lieber Vater
und Großvater, Bruder und Onkel (24710
Herr
Alexander Bernhard
Maschinenmeister
im Alter von 76 Jahren ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 30. November 1912.
Schützenſtr. 12.
Die Beerdigung findet Montag, 2. Dez., nachm.
4 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Mutter,
Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin u. Tante
Henriette Emich
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren herzlichſten
Dank.
(24719
Die trauernden Hinterbliebenen:
Franz Wilding.
Darmſtadt, den 30. November 1912.
Die Wetterkarte
bekommt im Winter eine für weite Kreiſe angenehme
Neuerung: Sie enthält Mittwochs und Samstags eine
Ueberſicht über die Schneeverhältniſſe der benachbarten
Gebirge. An dieſen Tagen berichten eine Reihe von
Winterſportplätzen über die dortigen Schneeverhältniſſe an
die Wetterdienſtſtelle des Phyſikaliſchen Vereins Dieſe
Nachrichten werden in die Wetterkarte aufgenommen und
dadurch ſchon in den Mittagsſtunden den Abonnenten der
Wetterkarte mitgeteilt. Durch die Verbindung mit der
Wetterkarte bekommen dieſe Schneeberichte einen erhöhten
Wert, weil man nämlich aus der Prognoſe zugleich auf
etwaige Aenderungen ſchließen kann. Eine Erhöhung des
Abonnementspreiſes der Wetterkarte iſt damit nicht
ver=
bunden; man kann ſie nach wie vor bei jeder Poſtanſtalt
für 50 Pfg. monatlich beziehen.
Tageskalender.
konzert der Großh. Hofmuſik um 7 Uhr im Hoftheater
(Hauptprobe vormittags 10 Uhr).
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Henriette Arendt um 8¼ Uhr im „
Kaiſer=
ſaal” (Verein für Frauenſtimmrecht).
Geflügel=Ausſtellung im Mathildenhöhſaal.
Puppen=Ausſtellung im Gewerbemuſeum,
Neckar=
ſtraße 3 (geöffnet von 11—1 und 3—5 Uhr, Mittwochs
von 3—7 Uhr).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
us dem Geſchäftsleben: Hans Heit, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Heute Montag, den 2. Dezember beginnt unser
Gro0oer
Wir haben uns auch dieses Jahr wiederum bemüht, grosse Extraposten Ware in sämtlichen
Ab-
teilungen, die speziell für Weihnachts-Geschenke geeignet sind, zu erstehen, und ist somit
unserer werten Kundschaft Gelegenheit geboten, Geschenk-Artikel enorm billig einzukaufen.
Kleiderstoffe
Hauskleiderstoffe, solide, gute
Qua-
litäten,, in hübschen karierten und
gestreiften Mustern, enorme Auswahl
Mtr. 1.10, 90, 75, 45₰
Cheviot, strapazierfähige Ware, 110 cm
breit, in allen gangbaren Farben, reine
. . Mtr. 1.50, 1.25, 95 ₰
Wolle . .
Satintuche, 98—110 cm breit,
rein-
wollenes Gewebe, in allen gangbaren
. Mtr. 2.40, 1.95, 1.50
Farben
Kleiderstoffe, gestr. u. kariert, sowie
in vielen gemust. Artik., 95—110 cm
breit, rein wollene Ware Mtr. 1.60, 1.50
Kinder-Schotten, doppelbreit. Ware,
hübsche Muster, speziell für Kinder-
Mtr. 1.20, 1.10, 95, 75,
kleider,
Blusen-Stoffe, halb- und reinwollene
Artikel, in modernen Streifen, sowie
chang., große Ausw., Mtr. 1.80, 1.50, 35 ₰
Eolienne, 120 cm breit, halbseidenes
Gewebe mit wunderbaren Borden für
Tanzstunde und Abendkleider sehr
geeignet, reg. Wert Mtr. 4.80, Mtr. nur
Seide und Samt
Messaline, mod. Farben mit hübsch.
2.75
feinen Streifen
Mtr.
Paillette, in elegant. Streifenmust.,
solides Gewebe
. Mtr.
Foulardseide, ca. 60 cm breit, in
feinen Mustern
. Mtr.
Taffet, ca. 60 cm breit, schwarz-weiß
gestreift. Ware, in großer Auswahl
für Blusen, Unterröcke
Mtr.
Paillette changeant, sehr modern,
in vornehmen Farben
Mtr.
Samt, in vielen Farben, gute Lindner
Fabrikate . . Mtr. 2.—, 1.80, 1.50,
Samt-Reste, beste Lindner Fabrikate,
in verschied. Farb., Mtr. solang. Vorrat
Weisse Stückware
Croisé, gut gerauhte Qualitäten, für
sämt-
liche Leibwäsche Mtr. 70, 65, 58, 48,
Flock-Piqué gute Fabrikate, schwere,
. Mtr. 70, 60, 50.
solide Ware
Cretonne, 80/82 cm breit, für Leib-
und Bettwäsche, bekannt gute Qualitäten,
in fein- und dickfädig Mtr. 60, 55, 48,
Renforcé, 80/82 cm breit, äußerst solid
für Leib- und Bettwäsche Mtr. 55, 48,
Bettdamast, 130cm breit, für 1½schläf.
Betten, prima seidenglänzende Qualitäten,
Meter 1.90, 1.60, 1.30,
Bettdamast, 160cm breit, für2schläfige
Mtr. 2.—, 1.60, 1.30,
Betten
Bettuch-Cretonne, schwere, solide
Qualitäten, 160 cm breit . Mtr. 1.20,
Bettuch-Halbleinen, ca. 160 cm
breit, prima Ware, äußerst haltbar,
Meter 1.90, 1.50, 1.30,
Handtuchstoffe
Drellhandtuchstoff, halbleinen,
rein-
leinen und baumwolle, weiß und weiß
mit Kante . . . Mtr. 75, 50, 45, 35, 28₰
Jacquardhandtuchstoff, rein- und
halbleinen, Ia Qualitäten, weiß und mit
Mtr. 75, 65, 45, 35, 25
Kante .
Gerstenkornhandtuchstoff, solide
waschechte Ware, weiß und farbig
Meter 60, 45, 35, 28 ₰
½ abgepasste Handtücher, rein u
halb-
leinen. gesäumt u. gebänd., 42/1 1Ocm. weiß
u.weiß-farb. Kante ½ Dtzd. 4.90, 3.50,2.25,1.98
9
Taschentücher
Linontuch, gesäumt für Kinder, weiß
mit bunter Kante
½ Dtzd. 75,
gebrauchsfertige Tücher, gesäumt.
weiß
½ Dtzd. 1.20,
halbleinen Tücher, weiß und mit
Kante .
Dtzd.
reinleinene Tücher, gesäumt, weiß
Dtzd.
Buchstaben-Tücher, aus Ia Batist,
½ Dtzd.
Batisttücher, mit Seidenglanz, für
Herren, uni mit aparten Kanten Stück 35,
Ainver
Damenwäsche
Damenhemd, Achsel- oder
Vorder-
schluss mit Stickerei u. Banddurchzug
oder mit Festonverzierung, gute, solide
Qualitäten, Stück 4 50, 3.25, 2 25, 1.80,
Damenhemd, Reformschnitt mit
Madeira-Handstickerei, sowie
Hand-
feston aus fein gewebter prima Ware
Stück 3.30,
Damenbeinkleid, Knie- oder
Bünd-
chenfasson, mit Bogen- oder
Stickerei-
besatz, prima Qualitäten
Paar 3.50, 2.80, 1.90,
Croisé-Beinkleid, vorzügl. Qualit.,
gebogt oder mit Stickereieinsatz und
Spitze . . . Paar 3.20, 2.50, 1.80,
Untertaillen aus gutem Cretonne u.
Renforcés, mit Ia Stickereiverzierungen
oder mit Klöppelspitzen in enorm
grosser Auswahl, sämtliche Weiten
Stück 2.50, 1.80, 1.50, 95 u.
Nachtjacken aus Cretonne oder Croisé
mit u. ohne Umlegekragen, mit eleg.
Stickerei-Verzierung
Stück 3.80, 2.50, 1.80,
Stickereiröcke aus Ia Cretonne oder
Renforcé, mit eleg. Stickereivolant, in
hervorragend hübscher Auswahl
Stück 1050, 8.50, 5.—, 3.25,
Bettwäsche
Bettbezüge, 1½- u. 2schläfig, aus
prima Damastware, in großer Auswahl
Stück 6.—, 4.50, 4.—,
Kissenbezüge aus prima Cretonne
od. Renforcé, gebogt od. breit.
Stickerei-
einsätzen, oder mit -Klöppelecken
Stück 1.95, 1.20, 90,
Bettücher aus pr. Halbl. od Cret.,
vollständ, groß, St. 4.—, 3.25, 2.70.
Ueberschlaglaken in großer
Aus-
wahl . . . Stück 7.50, 6.50, 5.50,
3.75
55₰
2.25
3.80
Tischwäsche
Tischtücher, volle Größe, reinleinen,
halbleinen, baumwolle in hübschen
Jacquard-Drellmustern, prima
Quali-
täten, Stück 4.80, 3.90, 3.—, 2.40, 1.20
Servietten, rein- u. halblein., sow. in
Baumwolle, Ia Ware, in hübsch. Must.,
½ Dtz. 4.20, 3.50, 3.—, 2.40, 1.80, 1.20
Teegedecke, Tischt m. 6 Servietten,
weiß und weiß mit farbigem Rand
das Gedeck 7.50, 5.—, 4.—, 3.50
Kaffeedecken, doppelseitig,
wasch-
echte Qualitäten, volle Größe
Stück 4.50, 3.60, 2.40, 1.80,
95₰
Markt 7
Guggenheim & Marx
Markt 7.
[ ← ][ ][ → ] Heute beginnt in unseren sämtlichen Abteilungen
Grosser
unser
Unsere Schaufenster zeigen Ihnen in großer Menge Artikel, die speziell für Weihnachtsgeschenke
sich vorzüglich eignen und bitten wir Sie, dieselben eingehend zu besichtigen. Wir ersuchen
unsere werte Kundschaft, den Einkauf möglichst in den Vormittagsstunden zu erledigen, um
: :: jeden einzelnen unserer Kunden mit der größten Aufmerksamkeit bedienen zu können. :: :.
Baumwollwaren
Kleider-Velour in hübsch. Mustern
prima Qualitäten . Mtr. 75, 65. 55.
Rhenania für Blusen und
Kinder-
kleidchen in groß. Ausw. Mtr. 75. 65.%
Blusentennis-Flanelle neue Must.
gute waschechte Ware . Mtr. 70, 60.4
Kleiderbaumwollzeuge in vielen
hübschen Mustern, vorzügl. Qualität.,
Mtr. 90, 80,
Kleiderdruck, schwere, waschechte
Qualitäten
Mtr. 60,
Schürzendruck, 120 cm br., gutes,
solides Fabrikat
Mtr. 1.10, 95,
Schürzenbaumwollzeug, 120 cm
br., waschechte Ware Mtr. 1.10, 95,
Schürzensatin, neue türk. Muster
in prima Qual. . .
Mtr. 85, 75,
Jackenbiber helle u. dunkle Must.
Mtr. 65, 55,
Hemdenflanelle, gestreifte u. kar.
waschechte Ware . Mtr. 65, 55, 45,
Rockvelour in schönsten Streifen,
Mtr. 70, 65, 48,
einfarbig
Bettkattun, prima Qualitäten, wasch-
. Mtr. 60, 45, 35,
echte Ware
Normalwäsche u. Strickwaren
Normalhose, solide Fabrikate
Paar 1.80, 1.50,
Normalhemd, in allen Weiten und
Größen . . Stück 2.25, 1.75, 150,
Normaljacken, f. Herren- u. Damen
in großer Auswahl . . 1.50, 1.20,
Futterunterhosen für Herren, warm
. Paar 2.10, 1.85,
gefüttert:
Leib- und Seelhosen für Kinder
in allen Größen und Weiten anfgd.
. Stück 1.10, 95, 85,
Gr. 60
Sweaters für Kinder, in Wolle,
Halbwolle und Baumwolle in großer
Auswahl . Stück 2.25, 1.50, 1.20,
Herren- und Damenwesten,
vor-
zügliche Qualitäten, große Auswahl
Stück 6.—, 5.—, 4.—, 2.30, 1.80.
Reinwollene Shawis, in versch.
. Stück 1.25, 88,
Sortiments
Gestrickte Mützen für Kinder und
Damen, weiß und farbig in großer
Auswahl . . . . Stück 1.20, 95,
95 Pf.
95 Pf.
12
Schürzen
Blusenschürzen aus guten
wasch-
echten Stoffen mit Volant u. Tasche
inenorm. Auswahl, St. 3.25, 1.80, 1.20,
Reformschürzen aus la Stoffen mit
hübsch. waschecht. Besätzen, sauber
verarbeitet . St. 3.50, 2.40, 1.75,
Kimonoschürzen aus Ia
Schürzen-
stoffen oder aus gutem Schürzensatin
Stück 7.—, 4.50, 3.25, 2.10,
Zierschürzen weiss u. farbig, mit u.
ohne Träger, in hervorragend schöner
Auswahl . Stück 2.25, 1.75, 1.20,
Servierschürzen aus prima weiss.
Cretonne oder Louisianatuch, hübsch
verarbeitet, Stück 3.50, 2.25, 1.50,
Kinder- u. Knabenschürzen in
enormer Auswahl, sämtl. Grössen, in
hübschen Dessins
. Stück
Hausschürzen aus prima Stoffen,
mit u. ohne Tasche Stück 1.50, 1.10.
75Pe.
85 pf.
Unterröcke
Unterröcke aus Ia Halbtuch mit
hübschen Volants, sauber verarbeitet
Stück 3.50, 2.25, 1.95,
Unterröcke aus prima Tuch, mit
hohen Volants, St. 10.50, 9.50, 7.50,
Unterröcke, Trikotrumpf mit Moiré
oder Lüstrevolants . Stück 4.50,
Unterröcke aus Seideod.
seidentrikot-
rumpf, elegantes Tragen . Stück
Korsetts
Korsett, gute Drellware, mit Spiral-
Stück 95
federn
Korsett, Frackf., m. u. ohne
Strumpf-
bänder, aus Ia Drell od. Satindrell,
einfarb. od. gemustert Stück 7.50 bis
Pf.
Handschuhe - Strümpfe
Damenhandschuhe, imit. danisch
od. prima Trikot, m. 2 Druckknöpf.
solides Fabrikat . Pf
0, 95
Damenhandschuhe, gestrickt, gut.
Qualitäten
Paar 1.20, 95
Kinderhandschuhe, gestrickt oder
Trikot
Paar 65, 45, 30,
Herrenhandschuhe, Trikot oder
gestrickt, solide Qualit., Paar 1.50,
58 pf.
58 pf.
95
Pf.
Pf.
Reinwollne
Damen-, Kinder- u. Herrenstrümpfe
enorm billig
Teppiche, Gardinen etc.
250
250
Tapisserie
Teppiche, in verschiedenen Grössen,
Axminster, Velvet, Tapestry u.
Haar-
garn, in grosser Auswahl 70 bis
Bettvorlagen, in enorm grosser
Aus-
wahl in vielen Webarten St. 6.— bis 95 Pf.
Felle, in grösster Auswahl, wie
Ziegen-
felle, Antilopenfelle, Angorafelle
Stück 20.— bis
Tischdecken, in Leinen, Tuch,
Plüch u. Gobelin, neueste Dessins, in
hervorragend schön. Ausw. 12.— bis 35 Pf.
Bettdecken, in engl. Tüll, sowie
Erbstüll, Waffeldecken, in enormer
Auswahl
. Stück 20.— bis
Steppdecken, volle Grösse, aus
prima Satin, in vielen Farben,
Füllungen
Stück 25.— bis 4.—
Kissenplatten, mit Rückwand, in
enorm grosser Auswahl, hübsche, neue
Zeichnungen . Stück 2.30, 1.50, 95,
Millieux, gezeichnet
Stück 1.80, 1.50, 1.—,
Läufer, gezeichnet
Stück 1.75, 1.25, 1.—,
Wandschoner f. Zimmer u. Küche,
ge-
zeichnet, in gross. Ausw., St. 1.80, 1.25,
85 Pf.
75pf.
75pf.
95 Pf.
Herren-Artikel
Steh-, Stehumleg- u.
Umleg-
kragen, reinleinen, halbleinen und
Shirting, in gross. Ausw., St. 65, 55, 45,
Manschetten, in gross. Auswahl,
ver-
schiedene Grössen . Paar 70, 65, 55,
Serviteurs, weiß u. farbig, in hübschen
Mustern, glatt, Falten, best., St. 1.10b.
Garnituren, bestehend ausServiteurs
u. Manschetten, enorme Ausw., 1.70b. 30 Pf.
Selbstbinder, in hervorrag. schöner
Auswahl, neueste Dessins, in hübscher
Farbenzusammenstellung, St. 3.— bis
Begatts u. Diplomats, gut
konfek-
tioniert, farbig, schw. u. weiß, St. 1.20b.
Kragenschoner, ausKunstseide oder
B’wolle, in großer Auswahl, St. 1.25bis
35 p
45 Pf.
38 pf.
40 pf.
50 pf.
55 Pf.
Mainver warenkaus
Markt 7.
Guggenheim & Marx.
Markt 7.
24698
[ ← ][ ][ → ] Zum Schluß der Ausſtellung „Der Menſch”
in Darmſtadt.
Am vergangenen Sonntag abend iſt die Ausſtellung
„Der Menſch” in Darmſtadt geſchloſſen worden. Wie
im vergangenen Jahre in Dresden, ſo hat auch hier die
Ausſtellung einen gewaltigen Zuſtrom von Beſuchern
gehabt, die ſich an dem großen Material Belehrung und
Aufklärung holen wollten, über Dinge, denen man bisher
mit einer gewiſſen Gleichgültigreit gegenüberſtand.
Hunderttauſende, Einheimiſche und Fremde, ſind zur
Ausſtellung gekommen. Eine große Zahl von Vereinen
aller Richtungen mit vielen Tauſenden von Mitgliedern
hat die Ausſtellung gemeinſam beſucht, ſo daß gleich nach
der Eröffnung räumliche Veränderungen für dieſe
Maſſenbeſuche vorgenommen werden mußten. Zahlreiche
Fabriken und Großbetriebe haben ihren Arbeitern und
Angeſtellten Urlaub und finanzielle Unterſtützung zum
Beſuch der Ausſtellung gewährt, und auch den Schulen
wurde die Beſichtigung der Ausſtellung mit Erfolg
empfohlen. Insgeſamt iſt die Ausſtellung „Der Menſch”
von rund 250000 Perſonen beſichtigt worden. Ueber
100000 Karten zu ermäßigten Preiſen wurden
aus=
gegeben, und zwar für Vereine, für Arbeiter, für
Militär und Schulen. Der Kinematograph, der als
Ergänzung zur Ausſtellung täglich wiſſenſchaftliche
Kino=
vorführungen brachte, iſt von über 20000 Perſonen beſucht
worden.
Dieſe große, nicht alltägliche Anziehungskraft einer
Ausſtellung kam wohl in erſter Linie daher, daß die
Aus=
ſtellung ſich nicht an einzelne Berufsklaſſen wendete, daß
ſie keine Fachausſtellung war, die ſchwierige und
medi=
ziniſche Lehren verbreitete, ſondern daß ſie den
Ange=
hörigen aller Stände und Berufsklaſſen nützen wollte,
vor allem aber dem hygieniſch ungebildeten Laien. Es
war hier zum erſtenmal eine Ausſtellung geſchaffen, die
über alles aufklärte, was die menſchliche Geſundheit und
das menſchliche Wohlbefinden angeht, die ſich alſo mit
dem befaßte, was uns alle bis in den innerſten
Lebens=
nerv berührt, und die zeigte, wie jeder Einzelne imſtande
ſei, ſich einen geſunden Körper zu verſchaffen und zu
er=
halten. Wenn der Begriff Hygiene früher für den Laien
unklar war, ſo weiß heute faſt jeder, daß Hygiene alles
das umfaßt, was das menſchliche Daſein betrifft, daß
beinahe alles, was uns auf unſerer Lebensbahn, von der
Geburt bis zum Grabe zuſtößt, unter den Begriff Hygiene
fällt und daß hygieniſch leben nichts weiter heißt, als ſo
zu leben, wie es die Regeln der Geſundheit und der
Ver=
nunft verlangen.
Von ihrem: Schöpfer als ein großes,
leben=
diges und populäres Lehrbuch der Hygiene gedacht,
hat die Ausſtellung nie vergeſſen, daß die Anordnung des
Stoffes dem Verſtändnis des Laien angepaßt ſein muß.
Und man kann wohl ſagen, daß die Ausſtellung „Der
Menſch” es verſtanden hat, dem nicht mit wiſſenſchaftlichen
Kenntniſſen ausgerüſteten Laien den Stoff in lebendiger
Form zu bieten, ſo daß der Beſchauer vor Ermüdung und
Langeweile bewahrt blieb. Vor allem war vermieden,
das Material ängſtlich zu hüten und, wie es vielleicht
ſonſt in Ausſtellungen üblich und nötig iſt, von jeder
Be=
rührung zu bewahren. Wohl gab es auch hier, wie in
jeder Ausſtellung, die mit Präparaten und Modellen
arbeitet, einzelne Gegenſtände, die, weil allzu empfindlich,
vor dem Anfaſſen geſchützt werden mußten. Aber faſt
in jeder der vielen Gruppen waren kunſtvolle Apparate
und bewegliche Modelle, die den Beſchauer zu Verſuchen
lockten, die im wahrſten Sinne einluden, ſelbſt zu prüfen
und ſich von dem, was gezeigt und gelehrt wurde, durch
den eigenen Augenſchein zu überzeugen.
So darf man wohl ſagen, daß die Ausſtellung „Der
Menſch”, die ſeinerzeit in Dresden den
Hauptanziehungs=
punkt der großen Internationalen Hygiene=Ausſtellung
bildete, die großen Ziele, die dem Veranſtalter
vor=
ſchwebten, erreicht hat. Sie hat Aufklärung in die
breiteſten Maſſen getragen, ſie hat die Gleichgültigen
auf=
gerüttelt und ſie gelehrt, daß das Glücksempfinden, das
Gefühl von Wohlbehagen, Kraft und Friſche in erſter
Linie einen gefunden Körper verlangt, und ſie hat uns
gezeigt, wie jeder Einzelne imſtande iſt, ſich einen
geſun=
den Körper zu verſchaffen und zu erhalten. Wenn die
Ausſtellung nun auch für immer geſchloſſen iſt, ſo darf man
doch hoffen, daß die Ideen, die ſie verbreitete, erhalten
bleiben und reiche Früchte tragen werden zum Wohle
der Geſundheit des Einzelnen und der Allgemeinheit.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 30. Nov. Präſident Dr. Kaemp
eröffnet die Sitzung um 11,17 Uhr. Erſter Punkt der
Tagesordnung iſt die namentliche Abſtimmung
über den
ſozialdemokratiſchen Antrag,
daß die Behandlung der den Gegenſtand der
Interpella=
tion (betreffend die Teuerungsverhältniſſe) bildenden
Angelegenheit durch den Reichskanzler nicht der
An=
ſchauung des Reichstages entſpreche. Es werden von
323 gültigen Stimmen 140 für den ſozialdemokratiſchen
Antrag, 174 dagegen abgegeben, 9 Abgeordnete enthalten
ſich der Abſtimmung. Der Antrag iſt ſomit abgelehnt.
Es folgt die erſte Beratung eines
Geſetzentwurfes über den Zuſammenſtoß von Schiffen,
ſowie über die Bergung und Hilfeleiſtung in Seenot. Der
Entwurf will die Vorſchriften der inneren deutſchen
Geſetzgebung mit den Beſtimmungen, die auf Grund der
Staatsverträge künftighin für den internationalen
Rechts=
verkehr zur Anwendung kommen werden, in Einklang
bringen. — Staatsſekretär Dr. Lisco: Nachdem der
Reichstag im Mai v. J. als erſtes aller Parlamente ſeine
Zuſtimmung zu internationalen Verträgen
ausgeſpro=
chen hat, ſind eine Reihe anderer Staaten gefolgt und
die Zeit der Ratifikation iſt näher gerückt. Unter dieſen
Umſtänden iſt es wünſchenswert, daß ſie nunmehr den
Geſetzentwurf betr. Anwendung der inneren Geſetzgebung
möglichſt bald verabſchieden. — Abg. v.
Boehlen=
dorff=Zoelpin (konſ.): Dieſe Vorlage iſt lediglich
formaler Natur. Wir halten eine Kommiſſionsberatung
nicht für notwendig. — Abg. Dr. Semmler (natlib.):
Dieſer internationale Vertrag iſt ein Kulturwerk erſten
Ranges und wert, ihm weitere Aufgaben zuzuweiſen.
Hinſichtlich der Zollabfertigung wäre auf
internationa=
lem Wege eine Erleichterung des Seeverkehrs anzuſtreben.
Der Vertrag iſt inſofern ein großer Kulturfortſchritt, als
künftig nicht mehr allein kollidierende Schiffe einander
Hilfe zu leiſten haben, ſondern jedes Schiff der
verun=
glückten Mannſchaft beizuſpringen hat. Das Auswär=
tige Amt ſollte dafür ſorgen, daß auch China dieſem
Vertrag beitritt. — Abg. Dr. Herzfeld (Soz.): Die
internationalen Verträge ſollten ſich auch mit der Frage
der Abrüſtung befaſſen. Wir begrüßen den Vertrag als
ein Glied in der Kette der Solidarität unter den Völkern.
Wir ſtimmen der Vorlage zu. Ein Vertreter des
Aus=
wärtigen Amts erklärte, daß die Türkei und China zu
den Verhandlungen eingeladen geweſen ſeien. Ihr
Bei=
ritt ſtehe ihnen noch frei. — Abg. Dr. Heckſcher
(Fortſchr. Vpt.): Wir ſtimmen ebenfalls dem Vortrag
zu. — Damit iſt die erſte Leſung erledigt. Das
Geſetz wird in der ſofort vorgenommenen zweiten
Leſung ebenfalls angenommen.
Es folgt die erſte Beratung des
Kinderfaugflaſchengeſetzes.
In dem Geſetz werden Kinderſaugflaſchen mit
Röh=
ren oder Schlauch verboten. — Abg. Rühl (Soz.): Bei
den letzten Teuerungsdebatten iſt auf die
Kinderſterblich=
keit nicht eingegangen worden, obgleich dabei die beſte
Gelegenheit dazu geboten war. Es iſt ein beſchämendes
Zeichen für unſeren Kulturzuſtand, daß ein ſolches Geſetz
überhaupt möglich iſt. (Lärm bei der Mehrheit. Präſident
Dr. Kaempf ruft den Redner zur Ordnung.) Man
muß ſich wirklich ſchämen, ein Deutſcher zu ſein. (Abg.
Kreth ruft: Sie ſind ja gar kein Deutſcher, Sie ſind
international!) Der Verfaſſer der Begründung dieſes
Geſetzes hat kein Gefühl gehabt für die Eindrücke und das
Beſchämende, das in dieſem Geſetz liegt. Deutſchland iſt
immer in der Welt voran, wenn es ſich um Unkultür
han=
delt. (Großer Lärm. Präſident Dr. Kaempf ruft den
Redner zum zweiten Male zur Ordnung.) In erſter Linie
ſind die Proletarierkinder die Opfer der mörderiſchen
Säuglingsſterblichkeit. Die Säuglingsſterblichkeit iſt
nicht ausſchließlich eine Nahrungsfrage. Die
Wohnungs=
frage und ſonſtige Verhältniſſe ſpielen hierbei eine große
Rolle mit. Das Geſetz iſt lediglich eine Vorſpiegelung,
als ob etwas gemacht wird, bei der man das Uebel nicht
in der richtigen Stelle anpackt. Der Export wird der
In=
duſtrie in vollkommen unberechtigter Weiſe unterbunden.
Die Interpellationsberatung halten wir für nötig. Ich
beantrage die Einſetzung einer Kommiſſion von 14
Mit=
zliedern.
Miniſterialdirektor v. Jonguiéres: Die
Vor=
würfe des Redners, daß die Materie nicht genügend
er=
ſchöpft wird, wären berechtigt geweſen, wenn wir ein
Geſetz zur Bekämpfung der Säuglingsſterblichkeit
vorge=
legt hätten. Ein ſolches iſt nicht denkbar. Die Frage der
Säuglingsſterblichkeit kann nicht durch ein Geſetz gelöſt
werden, ſondern nur durch eine Summe von
Maßnah=
nen auf dem Wege der Praxis und der chriſtlichen
Liebes=
tätigkeit. Das haben viele Kommunen und Privatvereine
eingeſehen, die ſich mit Eifer und Hingebung dieſer
An=
gelegenheit widmen. Dank dieſer iſt es gelungen, die
Sterblichkeit von 20,7 auf 16,2 Prozent herunterzudrücken.
Dieſe Tätigkeit hat auch allgemein Anerkennung gefunden.
Ihrer gedachte auch der Internationale Kongreß zur
Bekämpfung der Säuglingsſterblichkeit in Berlin, und
auch die Deutſche Vereinigung zur Bekämpfung der
Säug=
lingsſterblichkeit in Darmſtadt. Jetzt haben wir es nur
mit einer einzigen Maßnahme zu tun und uns nur zu
fra=
gen, ob ſie auch geeignet iſt, ihrerſeits etwas zur
Vermin=
derung der Säuglingsſterblichkeit beizutragen. Dieſen
Nachweis glauben wir erbracht zu haben. Wir ſind
Frankreich gefolgt, das für dieſe Spezialfrage eine
Spe=
zialgeſetz geſchaffen hat. Die Einzelheiten des Geſetzes
können in der Kommiſſion geprüft werden. Wir erkennen
es mit Genugtuung an, daß die Regierung uns eine
ge=
eignete Maßnahme vorſchlägt, um den beklagten
Uebel=
ſtänden der Säuglingsſterblichkeit entgegenzuarbeiten.
Praktiſch durchführbare Vorſchläge hat der Abg. Rühl
trotz ſeiner großen Worte nicht gemacht. Wenn er von
er Düngung des Friedhofes mit Kinderleichen ſprach,
ſo wird das Volk darüber urteilen, ob das eine würdige
Sprache iſt. Für ſolche Worte hat das deutſche
Mutter=
herz kein Verſtändnis und der Redner verurteilt ſich ſelbſt.
(Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.)
Abg. Schulenburg (natl.): Die Rede des
Sozial=
demokraten zeigt, daß den Sozialdemokraten jede
Saug=
flaſche recht iſt, um ſich mit Haß gegen die jetzige
Geſell=
ſchaftsordnung voll zu ſaugen. (Sehr gut! Heiterkeit.)
Wir halten eine Kommiſſionsberatung für angebracht.
Hinſichtlich der Religion in den Schulen ſind wir der
An=
ſicht, daß dieſer Unterrichtsgegenſtand nicht aus den
Schulen entfernt werden darf. — Abg. Müller=
Meinin=
gen (Fortſchr. Vpt.): Die Bekämpfung der
Kinderſterb=
lichkeit iſt das wichtigſte Kapitel der Geſundheitspflege.
Wenn wir auch nur etwas der Kinderſterblichkeit abhelfen
können, ſo iſt das Geſetz zu begrüßen. Wir ſtimmen für
die Kommiſſionsberatung. — Abg. Burckhardt (Wſch.
Vag.): Erfreulich iſt, daß die Parteien mit dem
Grund=
gedanken des Geſetzes einverſtanden ſind. Sämtliche
Aerzte, welcher Parteirichtung ſie auch angehören,
unter=
ſtützen das Geſetz. (Sehr gut!) — Damit ſchließt die
Debatte. Die Vorlage geht an eine Kommiſſion von
14 Mitgliedern.
Es folgt die erſte Leſung des
Poſtſcheckgeſetzes.
Das Geſetz will das durch Verordnung eingeführte
Poſtſcheckweſen geſetzlich regeln und das Verfahren
mehr=
fach ändern. Die Stammeinlage ſoll von 100 auf 50 Mark
herabgeſetzt und das Tarifweſen geändert werden.
Staatsſekretär Krätke: Das Poſtſcheckweſen hat ſich
günſtig weiter entwickelt. Oeſterreich=Ungarn, Belgien,
die Schweiz und Luxemburg haben ſich dem Scheckverkehr
angeſchloſſen. Weitere Verhandlungen ſind im Gange
Die ganze Einrichtung hat den Beifall der Beteiligten
gefunden. Es hat ſich aber herausgeſtellt, daß die Grenze
zwiſchen Zahlern und Empfängern betreffs der Gebühren
im Geſetz nicht richtig gezogen iſt. Insbeſondere wurde es
als Laſt empfunden, daß bei mehr als 600 Buchungen für
einen Kontoinhaber eine Zuſchlagsgebühr von 7 Pfg. für
jede Buchung in Anrechnung gebracht wurde. Dadurch
wurden Unklarheiten hervorgerufen. Alle dieſe
Unbe=
quemlichkeiten ſollen dadurch beſeitigt werden, daß bei
der Einzahlung eine Frankierung eintritt. Ich bitte, den
Geſetzentwurf wohlwollend zu behandeln. — Abg.
Sü=
dekum (Soz.): Im ganzen ſind bisher erſt 75000 Konten
errichtet worden. Das iſt geradezu ein Mißerfolg. Der
Zuſchlagstarif war die unglücklichſte Beſtimmung in dem
Scheckweſen. Dieſer wird beſeitigt, aber durch eine
er=
neute Verſteuerung belaſtet. Fiskaliſche Rückſichten
dür=
fen nicht ausſchlaggebend ſein. Wir beantragen
Berat=
ung in der Budgetkommiſſion. — Abg. Irl (Zentr.):
Wir ſtimmen dem Antrage auf Kommiſſionsberatung zu.
— Abg. Frommer (Ztr.): Mit Genugtuung begrüßen
wir, daß die weitere Zinsloſigkeit des Guthabens
be=
ſeitigt bleibt. — Abg. Beck=Heidelberg (natl.): Die
Be=
fürchtungen des Vorredners ſind nicht ſtichhaltig. Wir
egrüßen die Herabſetzung für das Stammkapital, weil
adurch der Poſtſcheckverkehr weiteren Kreiſen der
Bevöl=
kerung zugänglich gemacht wird. Für die weitere
Aus=
geſtaltung des Poſtſcheckverkehrs wäre die Schaffung eines
Beirats notwendig. Auch die Ueberweiſungsgebühren
nüſſen beſeitigt werden. Wir ſtimmen dem Antrage auf
Kommiſſionsberatung zu. Abg. Dove (Fortſchr.
Vpt.): Im großen und ganzen ſind wir mit dem Entwurf
einverſtanden. Wir ſind dem Staatsſekretär dafür
dank=
bar, daß der Poſtſcheckverkehr ohne Störungen ſich glatt
ingebürgert hat. Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft.
Nächſte Sitzung Montag 2. Dezember.
Tages=
ordnung: Erſte Leſung des Etats.
Handel und Verkehr.
Patent=Erteilungen. (Mitgeteilt von
Dipl.=Ing. Klemens Herszberg u. Co., Patent= und
Ingenieur=Büro Darmſtadt. 81 c. 254 730.
Rahmen=
faltſchachtel. Albert Heß, Friedberg i. Heſſen,
Bismarck=
ſtraße 3. 13. 2. 12. H. 56 856. — Patent=
Anmel=
dungen. 12 o. J. 13772. Verfahren zur Herſtellung
von Eſſigſäure. Weſtdeutſche Bleifarbenwerke Dr.
Kal=
kow, G. m. b. H., Offenbach a. M. 10. 5. 12. 45 k. F.
32866. Waſſer= und Dampfheizung für Gewächshäuſer
u. dgl. Adolf Frömmig, Heppenheim a. d. B. 9. 8. 11.
49 b. C 19677. Selbſttätige Schaltvorrichtung für die
Stahlhalter von Hebelmaſchinen. Collet & Engelhard,
G. m. b. H., Offenbach a. M. 12. 8. 10. 48 a. M. 48 731.
Verfahren zur Reinigung und Entfettung von Metall=,
insbeſondere Schmuckgegenſtänden, mittels alkaliſcher
Laugen. Fa, E. Merck, Darmſtadt. 20. 8. 12. —
Ge=
brauchsmuſt er=Erteilungen. 3 c. 530 968.
Knopfverſchluß. Heinrich Aug. Bauer, Mainz,
Willigi=
ſtraße 4/10. 5. 11. 12. B. 60 710. 3 c. 531 397.
Damen=
gürtelſchloß mit Sicherheitsverſchluß und aufklappbarer
Schutzhülſe, bearbeitet als Portemonnaie zur Aufnahme
von Geld, Billets, Uhr u. dgl. Auguſt Martin,
Hems=
bach a. d. Bergſtr. 26. 9. 12. M. 43608. 11 e. 530 867.
Telephoninhaberverzeichnis. Ludwig Quandt,
Oſfen=
bach a. M., Bismarckſtraße 16. 30. 10. 12. Q. 911. 21 c.
531 477. Eckabzweigdoſe für Rohrinſtallation auf und
unter Putz aus Porzellan oder Preßmaterial mit
ver=
bleitem Blechmantel mit loſe eingeſetztem Klemmſtück und
markierten Oeffnungen. Auguſt Martin, Hemsbach a. d.
Bergſtraße. 13. 11. 12. M. 43 609. 33 b. 531 119.
Doppel=
bügel für beutelförmige Taſchen. Huppe & Bender.
Offenbach a. M. 5. 11. 12. H. 58 258. 33 c. 531 046.
Deckel für Nagelpolieraparate mit einem um ein
Schar=
nier drehbaren und umlegbaren Handgriff zwecks
leich=
terer Verpackung. Guſtav Mößmer, Offenbach a. M.,
Bernardsſtraße. 4. 11. 12. M. 44059. 33 d. 531 448.
Sicherheitsverſchluß für Ruckſäcke, Säcke, Körbe u. dgl.
Heinrich Hendrichs. Worms a. Rh., Siegfriedſtraße 10.
7. 11. 12. H. 58 293. 34 k. 531 095. Seifenſparer mit
Seifenwaſſerabfänger. Wilh. Sturm, Mainz,
Weintor=
ſtraße 25. 30. 10. 12. St. 16 943. 34 1. 530 772.
Eigelö=
ſcheider. Heinrich Stein. Offenbach a. M.,
Waſſerhof=
ſtraße 29. 21. 10. 12. St. 16908. 44 a 531071.
Blu=
mennadel mit Haltevorrichtung aus leicht biegbarem
Material. Carl Stautz, Darmſtadt. Gutenbergſtraße 62.
29. 7. 12. St. 16 586. 44 b. 530 809. Zigarren=Etui mit
Vertiefungen zum beſſeren Schutz der Zigarren. Johann
Georg Höfle, Offenbach a. M., Kaiſerſtraße 14. 4. 11. 12.
H. 58 225. 45 b. 531 565. Hackrahmen für
Drillmaſchi=
nen. Fa. A. J. Tröſter, Butzbach. Heſſen. 31. 10. 12.
T. 15055. 45 h. 531 163. Zerlegbare Hundehütte.
Wil=
helm Scherer, Offenbach a. M., Darmſtädterſtraße 22.
22. 8. 12. Sch. 45165. 54 g. 520 999.
Reklametransva=
rent. Peter Kunkelmann. Frankfurt a. M.=Bockenheim,
Adalbertſtraße 37, und Fritz Förſter. Offenbach a. M.,
Frankfurterſtraße. 28. 9. 12. K. 55035. 63 b. 530 871.
Einrädiger Transportkarren. Fa. F. W. Ruſt, Offenbach
a. M. 31. 10. 12. R. 34 224. 77 L. 531082.
Vorrich=
tung zum Feſthalten von Theaterkuliſſen. Carl Schäfer,
Offenbach a. M., Bismarckſtraße 207. 25. 10. 12. Sch.
45 838
Aus dem Geſchäftsleben.
Alles ſchreit heute Ach und Weh über die
Fleiſch=
teuerung. Regierungen und Behörden ſuchen nach Mitteln
und Wegen, um eine Linderung der Fleiſchnot
herbei=
zuführen. Auch verſchiedene Stadtverwaltungen haben
durch Errichtung von Verkaufsſtellen dafür geſorgt, daß
das Publikum als Erſatz für das teuere Fleiſch friſche
Fiſche für billiges Geld bekommen kann. Die Induſtrie
iſt ebenfalls nicht untätig; ſie bietet billige und aute
Erſatzprodukte an. So bringt die Firma Knorr in
Heil=
bronn die bekannten Knorr=Suppenwürfel für 10 Pfg.,
ausreichend für 3 Teller, in den Handel. Bei der
gegen=
wärtigen Lebensmitel=Teuerung iſt eine gute kräftige
Knorr=Suppe gewiß zu ſchätzen, um ſo mehr, wenn man
ſie für ſo billiges Geld ohne Fleiſchbrühe zubereiten kann.
Kinderſpielzeug. In den letzten Jahren iſt
eine Induſtrie entſtanden, die berufen iſt, unſeren
Kindern Spielwaren in die Hände zu geben, die allen
Anſprüchen in Bezug auf Giftfreiheit, Naturtreue der
Modelle, Schönheit der Bemalung und Haltbarkeit
ent=
ſprechen. Lineolſoldaten und Lineoltiere haben ſich in
kurzer Zeit, weil ſie dieſe hervorragenden Eigenſchaften
beſitzen, den Markt erobert. Die Soldaten werden als
Lehrmittel beim Militär und in Schulen gebraucht.
Darum kann der Kauf dieſer Artikel für unſere Kinder
empfohlen werden.
Aus Bädern.
Nordſeebad Büſum (Holſtein). In einer
Ver=
ſammlung des „Badevereins” ſprach der Badekommiſſar
Herr E. v. Müller=Berneck über die Saiſon von 1912. An
der Hand von Frequenzzahlen anderer Bäder und
Sommerfriſchen zeigte er, daß Büſum mit ſeinem
dies=
jährigen Beſuche recht zufrieden ſein könne. Im Jahre 1911
hätten alle Bäder, dank des herrlichen Wetters, größere
Beſucherzahlen als dieſes Jahr gehabt. Auch in Büſum
ſei die Beſucherzahl des Vorjahres nicht ganz erreicht,,
aber, daß man ihr ſo nahe gekommen ſei, trotz des
ge=
radezu abſchreckenden Wetters, beweife glänzend, daß die
ſpezifiſche Eigenart, „das Wattenlaufen”, welche Büſum
neben dem Seebade noch bieten könne, Kurgäſte auch
dann noch anzuziehen vermag, wenn ſogar
unfreund=
liches Wetter von einer Badereiſe abrät.
Rheumatische Schmerzen, Reißen,
Hexenschuß. In Apotheken Fl. M 1,30.
Amtliche Nachrichten des Grofh. Polizeiamts Darmſadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher, 1 Dachshund. 1 deutſcher Schäferhund,
1 Pinſcher, 1 Jagdhund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(24675
Verloſung von Schuldverſchreibungen der
Stadt Darmſtadt.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt
Darm=
ſtadt ſind heute nachſtehende 3½prozentige Schuldverſchreibungen auf
den Inhaber durch Verloſung zur Rückzahlung berufen worden,
nämlich:
1. Rückzahlbar am 1. Februar 1913.
Buchſt. H Abt. I über 2000 Mk. Nr. 104, 108, 231, 331, 431,
486, 662, 752, 891.
„ H „ II über 1000 Mk. Nr. 88, 91, 226, 234, 249, 293,
373, 461, 516.
„ H „ III über 500 Mk. Nr. 57, 191, 197, 450, 452, 588,
797, 862.
H „ IV über 200 Mk. Nr. 120, 133, 174, 215, 373,
603, 681, 709, 859.
2. Rückzahlbar am 1. Juni 1913.
Buchſt. U Abt. I über 1000 Mk. Nr. 18, 44, 72, 88, 144, 169,
274, 306, 352, 388, 446, 611, 654, 701,
719, 840, 903.
„ U „ II über 500 Mk. Nr. 134, 335, 345, 478, 637,
664, 665, 670, 699, 777, 901, 919, 941,
966, 971, 977.
U „ III über 200 Mk. Nr. 1, 53, 67, 80, 138, 140,
168, 213, 269, 286, 349, 381, 421, 449,
532, 534, 604, 613, 729, 821, 973.
3. Rückzahlbar am 1. Juli 1913.
Buchſt. K Abt. I über 2000 Mk. Nr. 5, 57, 138, 187, 193, 264,
303, 380, 394, 463, 492. 570, 644.
K „ II über 1000 Mk. Nr. 24, 152, 351, 370, 447,
480, 484, 509, 630, 646, 770, 825, 840,
892, 894, 1037, 1065, 1187, 1197, 1279,
1308, 1345, 1379, 1498, 1500, 1546, 1571,
1784, 1905, 1995.
K „ III über 500 Mk. Nr. 122, 139, 204, 330, 345,
368, 543, 714, 728, 771, 929, 966, 989,
1035, 1141, 1296, 1356, 1411, 1439, 1444,
1449, 1492, 1506, 1523, 1539, 1051, 1748,
1904, 1950, 1951.
K „ IV über 200 Mk. Nr. 301, 475, 483, 499, 512,
668, 797, 897, 924, 954.
4. Rückzahlbar am 1. Oktober 1913.
Gaswerksſchuldverſchreibungen Buchſt. A über 200 Mk. Nr. 10/
205, 215, 334, 355, 398, 412, 539, 598, 605, 692, 711, 823, 840, 905, 929,
1052, 1061, 1117, 1159, 1186, 1206.
Die Einlöſung aller Stücke geſchieht bei der Stadtkaſſe
Darm=
ſtadt, außerdem erfolgt die Rückzahlung der Schuldverſchreibungen:
des Anlehens Buchſt. H bei der Dresdener Bank in Berlin
und deren Niederlaſſung zu Frankfurt a. M., bei der
Oldenburgiſchen Spar= und Leihbank zu Oldenburg
und bei dem Bankhauſe Ephraim Meyer & Sohn zu
Hannover;
des Anlehens Buchſt. U bei der Bank für Handel und
In=
duſtrie zu Darmſtadt und Berlin und deren übrigen
Niederlaſſungen;
des Anlehens Buchſt. K bei der Bank für Handel und
In=
duſtrie zu Darmſtadt und Berlin und deren übrigen
Niederlaſſungen, bei den Bankhäuſern Delbrück, Schickler
& Cie. zu Berlin, Ferdinand Sander zu Darmſtadt
und Frankfurt a. M. und bei der Deutſchen
Vereins=
bank, Filiale Darmſtadt, vormals Ed. G. Gerſt zu
Darmſtadt;
des Gaswerksanlehens Buchſt. A bei dem Bankhauſe
Ferdi=
nand Sander zu Darmſtadt und Frankfurt a. M.
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört mit den oben
genannten Verfallterminen auf.
(24447fo
Darmſtadt, den 22. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Städt. Fleiſch=Verkauf
Aeue Markthalle im Schlachthof
und im Hauſe Kiesſtraße 21 (zwiſchen
Hoch= und Karlſtraße)
alle Wochentage von vormittags 7 Uhr an
Schweinefleiſch per Pfund 88 Pfg.
Maßnahmen gegen die Fleiſchteuerung.
Nachdem die Reichsregierung die Einfuhr holländiſchen lebenden
nach Darmſtadt genehmigt hat, ſind als erſte
Rindviehs Sendung 27 Stück vollwertige gemäſtete
Schlacht=
tiere eingetroffen.
Die nachbenannten Metzger haben ſich verpflichtet, das ihnen
von der Stadt überlaſſene Fleiſch zu 90 Pfg. das Pfund nach den
hier üblichen Geſchäftsgebräuchen an das Publikum abzugeben.
wird bis auf weiteres
Der ſtädt.
Verkauf von Schweinefleiſch in den Verkaufslokalen
(Schlachthof und Kiesſtraße 21) zu den bisherigen Preiſen fortgeſetzt.
Ludwig Brenner, Bleichſtr. 39 Oskar Kraft, Beſſ. Str. 68
J. Wieſeneck, Holzſtr. 15
Philipp Küſter, Beſſ. Str. 29
R. Katzenſtein, Arheilger Str. 46
Friedr. Geyer, Karlsſtr. 119
Friedr. Krell, Liebfrauenſtr. 59 Fr. Emrich, Hügelſtr. 18
J. Rückert, Tannenſtr. 1
Gg. Schimpf, Wienersſtr. 49
M. Kaffenberger, Kaupſtr. 54P. Vogel, Hügelſtr. 2
Friedr. Dreſſel, Gr. Ochſeng. 2 Ludw. Vogt, Kiesſtr. 45
Aug. Krug, Heidelberger Str. 80 Fr. Schumann, Roßdörferſtr. 14
Konrad Laux, Landwehrſtr. 1Gg. Böhm, Liebigſtr. 36½
Peter Frick, Roßdörferſtr. 51½
M. Frei, Mühlſtr. 20
J. Blumenſchein, N.=Ramſtädter= Johs. Rudolf. Weinbergſtr. 3
Gg. Riedel, N.=Ramſtädterſtr. 52
ſtraße 25
J. Trumpfheller, Alexanderſtr. 21
H. Thumann, Grafenſtr. 41
J. Schmidt, Kranichſteinerſtr. 9 1G. Brunner, Ludwigshöhſtr. 37
J. Rüdinger, Pallaswieſenſtr. 23.
L. Hausmann, Bleichſtr. 22
(24672ods
Darmſtadt, den 30. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
gemiſcht, Ztr. 12 2.
Cafeläpfel, 10 Pfd. 1.,30 M.
*13134oid)
Riegerplatz 8.
per Pfund 8 und
Tafeläpfel 12 Pfg. (*13099
Hohler Weg 80.
Bauplanänderung.
Der auf Grund
Genehmigungs=
verfügung Großh. Miniſteriums
des Innern vom 12. d. M.
feſtge=
ſtellte Bebauungsplan über
Aende=
rung der Fluchtlinie an der Ecke
Pankratius= und
Lauteſchläger=
ſtraße liegt bei dem
Stadtbau=
amt, Grafenſtraße 30, zur Einſicht
offen.
(24708
Darmſtadt, 27. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Dur Verhütung des Auffrierens
der Regenrohre infolge
man=
gelhaften Abfluſſes des Regen=
und Tauwaſſers wird den
Haus=
beſitzern empfohlen, vor Eintritt
von Froſtwetter eine gründliche
Reinigung ihrer in den Fußſteigen
angebrachten Regenrohrſintkaſten
vornehmen zu laſſen. (24704oi
Darmſtadt, 30. November 1912.
Städtiſches Tiefbauamt.
Bekanntmachung.
Montag, 9. Dezember I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Metzgermeiſter
Philipp Treßer dahier
zugeſchriebe=
nen Immobilien:
Flur Nr. qm
IV 568¾/10 375 Hofreite
Gar=
diſtenſtraße,
IV 5684/100 101 Grasgarten
da=
daſelbſt,
IV 5684/100 600 Bauplatz daſ.,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K90/12
Darmſtadt, 2. November 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
ſüller. (V22854
faſt neu, zu
Kinderwal
verkaufen
*13130) Wendelſtadtſtr. 51, 1. St.
Kinematogr. Films
Meter zu 8-10 Pf., Kinematograph
mit Film große Eiſenbahn,
Kauf=
laden, 2ſitziger Holländer, große
Puppen=Nähmaſchine zu verkaufen.
Näheres in der Exved. (B24476
Rellenbadewanne, wenig
4
gebraucht, zu verkaufen
Martinſtraße 31, part. (*13052so
Geehrter Herr Apotheher!
Nächſt Gott danke ich Ihnen für
die gute Rino=Salbe, die ſich an meinen
Händen, ſeit 4 Jahren naſſe, freſſende
Flechte, gut bewährt har.
Indem ich Ihnen nochmals meinen
herzlichſten Dank entgegenbringe,
be=
grüße ich Sie
hochachtungsvoll
Wwe. H.
Bismark, 1./11. 1905.
Dieſe Rino=Salbe wird mit
Erfol=
gegen Beinleiden, Flechten und
Haut=
leiden angewandt, iſt in Doſen
Mk. 1.15 und Mk. 2.25 in den Apotheken
vorrätig; aber nur echt in
Original=
dackung weiß=grünsrot und Firme
Schubert & Cor, Weinböhla=Dresden.
Fälſchungen weiſe man zurück.
Morgard-Bodenöle
(geſetzl. geſchützt). Staubbindend,
in div. Farben, von hervorragend.
Qualität, ſchaffen geſunde Räume.
Auf Wunſch Broſchüre.
Fr. A. Göbel, Gebäudereinigung.
Kiesſtraße 57. (22848m
Sämtliche Couvons
per 1. Januar 1913
werden bereits von jetzt ab an meiner Kasse
spesenfrei eingelöst. (24678
Hermann Wermonn
Bankgeschäft
Filiale Darmstadt, Rheinstr. 33.
Wethnachtsmeſſe 1912.
Die Weihnachtsmeſſe und der Chriſtbaummarkt werden in
dieſem Jahre auf dem Paradeplatz und am Schloßgraben
ab=
gehalten.
Diejenigen hieſigen Einwohner, die Waren oder Chriſtbäume
feilhalten wollen, werden aufgefordert, ſich am Mittwoch, den
4. Dezember, nachmittags zwiſchen 2½ und 5 Uhr, bei dem
ſtädtiſchen Marktmeiſter (im Rathaus am Marktplatz) perſönlich zu
melden. Nachträglich eingehende, ſowie ſchriftliche Geſuche können
keine Berückſichtigung finden.
Die Plätze zum Verkauf von Chriſtbäumen auf dem
Parade=
platz und am Schloßgraben werden zuſammen unter den ſämtlichen
Bewerbern verloſt.
Mit dem Aufſchlagen der Verkaufsbuden kann am
Mitt=
woch, den 11. Dezember, vormittags 9 Uhr, mit Herrichtung der
Stände für Chriſtbäume am gleichen Tage, nachmittags 2½ Uhr,
nach erfolgter Ausloſung der Plätze begonnen werden.
Die Gebühr für die nächtliche Bewachung der Buden und
Stände iſt alsbald bei der Meldung an den ſtädtiſchen
Markt=
meiſter zu entrichten. Die Verkäufer müſſen den zugewieſenen Platz
ſelbſt benutzen; die Vergebung des Platzes an einen anderen Händler
ꝛc. darf ohne Genehmigung des Marktmeiſters nicht erfolgen. Der
Verkäufer oder ſein Vertreter müſſen während der Verkaufszeit ſtets
am Platze anweſend ſein. Wer ſich den Anordnungen des
Markt=
meiſters nicht fügt, kann von der Weihnachtsmeſſe ausgeſchloſſen
werden.
(24696oi
Darmſtadt, den 30. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Schmitt.
Kraftloserklürung von Pfandſcheinen.
Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine
Nr. 4614, 14582, 17 483, 17 484, 17485, 20 592, 24388,
25 492, 26706, 28030, 28 219, 28268, 28578, 28 769,
28898, 29049 und 29859 werden hiermit aufgefordert, ihre
Anſprüche innerhalb 14 Tagen, vom Tage des Erſcheinens dieſer
Bekanntmachung an gerechnet, in unſerem Geſchäftszimmer —
Kirch=
ſtraße Nr. 9 — geltend zu machen, widrigenfalls nach Ablauf dieſer
Friſt gemäß § 32 des Statuts vom 18. Auguſt 1900, betreffend die
ſtädtiſche Pfandleihanſtalt Darmſtadt, die Kraftloserklärung der
Pfandſcheine erfolgen wird.
Darmſtadt, den 1. Dezember 1912.
(24673
Städtiſche Pfandhausverwaltung.
Paul.
Weihnachtsbitte.
Damen=Verein der Kleinkinder=Schule
Mauerſtraße.
Die Kleinkinder=Schule in der Mauerſtraße bittet für ihre
Chriſtbeſcherung ihre Freunde herzlich um Gaben an Geld und
Kleidungsſtücken, wie ſie für Kinder von 2 bis 6 Jahren paſſen.
Zur Entgegennahme ſind bereit: Frau Oberſtleutnant Cramolini,
Annaſtraße 36, Frl. v. Gandenberger, Wienersſtraße 63, Frau Major
v. Kietzell, Ohlyſtraße 38, Frl. E. Klump, Kiesſtraße 85, Frl.
Knorr, Wilhelminenplatz 14, Frau Landgerichtsdirektor Meiſel,
Mathildenſtraße 25, Freifrau Schäffer v. Bernſtein,
Schießhaus=
ſtraße 67, Frau Juſtizrat Scharmann, Roquetteweg 2 und die
Schweſtern, Mauerſtraße 5.
(24193a
„Kansa
Allgemeines Handefs-Institut
Heinrich Moeller.
Moratorien.
Vergleiche zur Vermeidung
und Beendigung von Konkursen.
Bilanzprüfungen. :: Gutachten.
Bücher-Revisionen.
Beratung in Steuerangelegenheiten. :: Vermögensverwaltungen.
Testamentsvollstreckungen.
Beratung in Beteiligungsangelegenheiten u. beiserlösen Gründungen.
Uebernahme von Treuhandfunktionen aller Art.
:: Bevorschussung.
Ankauf.
Einziehung von Forderungen (ohne Kostenvorschuss)
Schuckardstr. 13.
Fernruf 476.
(18837a
[ ← ][ ][ → ]Grosser
Seschenk-Kleider
Kleid 6 Meter Loden in verschiedenen Farben
Kleid 6 Meter Hauskleiderstoff Karos u. Streifen
jedes Kleid
90
35
Kleid 6 Meter solider Kostümstoff
Kleid 6 Meter Kleider-Baumwollzeug, Ia Qual. jets Reid
70
3 Kleid 6 Meter blau Cheviot, 110 cm breit,
Kleid 6 Meter moderner Kostümstoff
Kleid 6 Meter schwarzer Kleiderstoff jedes Raid
250 Kleid 6 Meter Serge in vielen Farben
Kleid 6 Meter Cheviot, solide Qual., 110 cm br.
Kleid 4 Meter Kostümstoff 130 cm breit jedes Kleid
00
Kleid 5 Meter Serge, 110 cm breit, in apart. Farb.
Kleid 4 Meter Kostümstoff, 130 cm breit
Kleid 6 Meter schwarz Satintuch jeten Beit
90
II
Geschenk-Blusen
Bluse
Bluse
Bluse
2½ Meter
2½ Meter
2½ Meter
Flanell, Baumw. in apart. Streif.)
Veloutine
Rhenania
jede Bluse
Weihnachts-Coubons
für Schürzen, Röcke, Hemden, Beinkleider, Nachtjacken etc. sehr billig
Für Herren-Hemden
3½ Meter karriert Oxford
1.50 1.75 2.00
Für Schürzen
1 Meter, 1½ und 2 Meter
65 ₰ 95 ₰ 1.25
Für Damen-Hemden
2½ Meter weiss Croisé
1.40 1.65 2.00
2,70 Meter bedr. Flanell 1.55
Für Bettbezüge
Für Anstands-Röcke
2½ und 3 Meter Velouf
1.00 1.10 1.35
Handtücher
Bett- f. Deckbett mit 2 Kissen
Kattun 10½ Meter 2.95
G.- urd 7 Meter-Coupons
1,40 1.65 1.85 3.00
o
10 Meter.
Cretonne 48-
Coupons
Markt
D
in goster
Tischtücher u. Servietten Auswahl.
63
Markt
2
Iomeenn
Mitglied des Rabatt-Spar-Vereins.
(24715
Bluse 21 Meter Bordürenstoff
Bluse 2½ Meter Blusenstoff, hübsche Karos jetn Piuse
95 Bluse 2½ Meter Wollstoff, aparte Dessins
Bluse 2½ Meter reinseidenen Taffet
Bluse 2½ Meter karriert. Wollstoff jete Muse
310
69 Bluse 2½ Meter reinwollenen Finett
Bluse 2½ Meter Blusenstoff, aparte Streifen
Bluse 2 Meter créme Wollbatist mit seid. Effekt. jede Bluse
75 Bluse 2½ Meter modernen gestr. Samt
Bluse 4 Meter gestreiften Taffet
Bluse 4 Meter Velvet in verschiedenen Farben jede Bluse
900
Patente
33
Patent- und Ingenieur-Büro (24144a
Rheinstr. 19, I. Darmstadt Telefon 1695.
Neu= und Auſtricken
von Strümpfen ſow. Beinlängen
auf der Maſchine billig u. prompt.
Heinheimerſtr. 20, 3. Stock. (827a
für
Engl. u. Franzöeisch 16jähr.
Mädchen, Unterricht vormittags i.
Hauſe, ſofort geſucht. Off. unter
L. 98 an die Exp. (*13139
M
Gaslüſtel, verkaufen (*437dsi 1 1 Chaiſelongue, Vertko ſind bill.
Bleichſtraße 28, part.zu verk. Kaſinoſtr. 21, 1. St. (24048a
Stunden erteilt zu
jed. Tageszeit (24411a
Phil. Scholl, Tanzlehrer,
Mühlſtraße 26, 2. St.
Jung. Mädch. k. d. Kleidermach.
3 u. Zuſchneid. gründl. erlernen.
Konfektion Mühlſtr. 40, I. (24308a
Deklamations=Unterricht ge=
Dſucht. Offerten unter L. 96
an die Exp. ds. Bl.
(*13 25
die grosse Landgräfin.
Ihr Aufenthalt in Prenzlau 1750 bis 1756.
(16785
Von E. Mentzel.
Mit mehreren Illustrationen. Preis Mk. 2.50.
Zu beziehen in der Expedition des Tagblatts u. durch
alle Buchhandlungen.
Sportanzug (Samt), faſt neu,
Verloren
ſehr billig zu verkauf. (*12960si
Eine Broſche mit groß. Amethyſt,
Pfründnerhausſtr. 18.
Wider alles
Erwarten
hat sich
Her ungemein rasch
aus-
der 1914-gebnut u. ist beiratic.
neller Kellerbehandlung flaschenreif
geworden, Ich habe bereits
Ober-
haardter Edenkobener, Rhodter,
Guntersblumer, Alsheimer, Pfaffen-
Schwabenheimer u. Langsurer auf die
Flasche genommen, welche Sorten
sich in der Preislage von 90 ₰ an per
Flasche ohne Glas bis ℳ 1.40 bewegen
Stein in Gold gefaßt, wurde von
Roßdörferſtr. bis Hoftheater verl.
Geg. Belohn. abzugeben (*131,6
Roßdörferſtr. 21, Laden.
Einderkleid. Duppent., Weißz ſo=
Nwie Ausb. wird angen. in u. auß.
d. Hauſ. Soderſtr. 42, IIr (*12727ms
Willienn Rieber
Darmstadt.
Sehdelen 20
diese aussergemöhnliche Gelegenheit für Weihnachts-Einkäufe
in enorm billigen Braut-, Ball- Gesellschafts- und Blusen-Seiden!
Um den Bedarf nicht auf die letzten 14 Tage vor Weihnachten zu
kon-
zentrieren, gewähre ich vom 2. bis 10. Dezember auf alle Ball- und
Gesellschafts-Neuheiten, Kleider- und Blusen-Seiden
5% Extra-Rabatt
und offeriere für enorm billige Geschenke ausserdem noch folgende
Gelegenheitsposten und Reste weit unter Preis:
Nur reine Seide!
Blusenseide verschiedener Art
Meter nur ℳ 1.—
Einfarbige u. gestreifte Seide Meter nur ℳ 1.25
Streifen- und gute Japanfoulards Mtr. nur 1.35
Ia einfarb. u. gestr. Blusenseide Mtr. 1.85 u. 1.75
Neueste Kleiderfoulards u. feine Streifen 2.35
Schwarze gute Blusen-Merveilleux Meter nur ℳ 1.85
Schwarze Ia Payette für Kleider u. Blus., Mtr. nur 2.15
Schwarzer, sehr guter Merveilleux Mtr. nur 2.35
1 Posten schwere schwarze Damaste
statt ℳ 10.−
stat ei. 1. ℳ 5.—
nur ℳ 6.—
nur ℳ 3.75
nur ℳ 2.75
Haararbeiten sind Vertrauenssache!
bevor Sie eine Arbeit anfertigen laſſen, verlangen Sie Aufklärung über Qualität der Haare. Sämtliche Haare, welche in meinem Spezial-Atelier für
Kunst-
haararbeiten verarbeitet werden, ſind von mir ſelbſt präparierte Schnitthaare.
Ernst Köhler, Damenfriseur und Perrückenmacher
22 Ernst-Ludwigstrasse 22.
Kein Laden.
Telephon 1682.
Kein Laden.
(16167a
Kleine Reste für Krawatten und Handarbeiten, jetzt nur ℳ 1.—, 75, 50, 30 ₰
*2
Prima Lindener Köper-Samt
. Mtr. nur 2.75
Ludwigstr. 13.
Seidenhaus Gaaufd
912
192970) Jede echte Osram-Lampe muss die Inschrift „OSRAM‟ tragen. — Ueberall erhältlich. Auergesellschaft Berlin O. 1
Mannchen.
Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer.
(Nachdruck ver!
27)
Der Abend oder vielmehr die Nacht, die Wullnows
mit Uruſoff verbrachten, war ſehr ſtürmiſch. Vom Theater
ging es in ein ſehr elegantes Reſtaurant auf dem
Newsky=
proſpekt, dann in der Troika hinaus auf die Inſeln, von
den Zigeunerinnen ließen ſie ſich etwas vortanzen, und
Uruſoff gab ihnen Sekt zu trinken und warf ihnen
Gold=
ſtücke zu.
Wullnow war wie umgewandelt, ſeine ſpöttiſche Ader
ſchien verſiegt, ſeine Lebensluſt brach ſo heftig durch, daß
er ſogar Urnſoff zu überbieten verſuchte, und zum Schluß
tanzten die beiden wahrhaftig vor Gunilds Augen einen
Lecht ruſſiſchen Tanz, den der Fürſt dem Freunde in
Bel=
grad beigebracht hatte.
Gunild wußte nicht, was ſie zu dem allen ſagen ſollte.
Es blieb ihr nichts übrig, als abzuſehen. Andere Völker,
andere Sitten! Und ruſſiſch iſt’s heute
himmelhoch=
jauchzend, und morgen zu Tode betrübt zu ſein.
Ihr Mann nörgelte nicht mehr, klagte auch nicht mehr
über den Schreiberdienſt in der Botſchaft, denn kaum ein
Tag verging, an dem nicht das Telephon klingelte, und
Alexei Dimitrowitſch Uruſoff irgend einen Vorſchlag zu
unterbreiten hatte.
Gunild ſtellte der Fürſt ſeine wunderbare Troika zur
Verfügung, beſpannt mit drei edlen, feurigen euſſiſchen
Rappen, die durch die breiten Straßen ſtürmten, als gelte
es Minuten der Ewigkeit abzujagen. Die Abwechſelung
Stat ihr gut, ihre Wangen röteten ſich wieder, Petersburg
fing an ihr zu gefallen.
und ef üingeite es uich uach Mlenicht. Aünſef
kam auf ein Stündchen, trank den Tee bei ihr, rauchte
ohne Unterlaß, ſchnell, nervös ein Dutzend Zigaretten und
phantaſierte am Flügel, bald ſchwermütig, bald toll.
Eines Abends ſtritten ſie ſich über Muſik. Der Fürſt
lachte.
Pah — alles nur Temperamentſache! Ich werde
Ihnen einmal aus der Cavalleria von Mascagni
vor=
ſpielen und zwar ſo, wie ſie Richard Wagner nach meinem
Gefühl aufgefaßt hätte.
Die nervöſen Finger glitten über die Taſten, ein tolles
Gemiſch von Tönen drang ans Ohr, und doch — es klang
genial!
Mitten im Spiel brach Uruſoff ab, lachte, ſprang auf
und ſchlug Wullnow auf die Schulter. Bummeln wir
noch ein wenig, Freundchen!
Gunild, kommſt Du mit?
Sie hatte keine Luſt. Aber laß Dich nicht abhalten,
Friedrich Karl! ſagte ſie.
Und der ſchien ſich bald beſſer zu amüſieren, wenn
ſeine Frau nicht bei der Partie war.
Kind, ich bin morgen bei der Chevaliergarde zum
Eſſen eingeladen, ich muß hin! Sieh mal, gerade aus
dieſem Truppenteil iſt ſchon mancher bedeutende ruſſiſche
Staatsmann hervorgegangen. Man kann nie wiſſen, ob
mir ſpäter eine ſolche Beziehung nicht nützlich werden
wird.
Und dort hatte er andere Herren kennen gelernt, die
ihre Karten bei Wullnows abgaben und ſich öfters mit
Friedrich Karl verabredeten. Nur ſelten nahm Gunild
an ihren Vergnügungen teil. In der ruſſiſchen
Geſell=
ſchaft lieben es die Herren, unter ſich allein zu bleiben,
man hat eben andere Begriffe vom Leben,
Wilnene nichte des ſeie Trehem ſchut nrdig. 5i1
kam er erſt morgens gegen acht nach Hauſe mit einem
ge=
hörigen Jammer. Und wenn er dann klagte, mahnte ihn
Gunild, ſolider zu ſein.
Eine Diplomatenfrau muß Konzeſſionen machen; ich
muß Fühlung bekommen mit den Leuten die Einfluß auf
die Geſchicke dieſes Rieſenreiches haben oder haben
wer=
den. Manches Wichtige kann ich dann nach Berlin
berich=
ten. Für uns Diplomaten heißt es: alles hören, alles
ſehen und nichts Unberufenen ſagen. Je beſſer meine
Meldungen ſind, um ſo mehr ſteigen meine Chancen
und ich will doch raſch in die Höhe kommen!
Gunild konnte ſich nicht vorſtellen, daß von dieſen
leichtlebigen Offizieren welterſchütternde Dinge zu
erfah=
ren ſeien, aber ſie ſchwieg, in der Hoffnung, ihr Mann
werde von dem unſoliden Leben bald genug haben.
Aber ſie hatte ſich getäuſcht.
Die Nächte durchſchwärmſte er, und wenn er vom
Dienſte in der Botſchaft kam, war er totmüde und legte
ſich ſchlafen.
Alſo das war das glänzende Los, das ihr die Mutter
in ſo leuchenden Farben vorgemalt hatte? Ging es denn
den anderen Damen der Botſchaft nicht beſſer? Gunild
beſuchte ſie jetzt häufiger, da lernte ſie ſchnell erkennen,
daß man in dieſen Familien ſolider und würdiger lebte.
Gewiß, die Herren nahmen öfters einmal an einem
Herrendiner teil, dieſe Art der Gaſtfreundſchaft iſt in
Petersburg beſonders ſcharf ausgeprägt, aber Nacht für
Nacht waren ſie nicht außer dem Hauſe. Oft fühlte ſie
mitleidige Blicke auf ſich ruhen, die ſcheuchten ſie immer
wieder ſchnell weg aus den Häuſern, in denen
Zufrieden=
heit und Harmonie herrſchte. Erſt hatte man Gunild die
Schuld zugeſchoben, man hielt ſie für hochmütig, und
Billige
Moderne
Moderne
anzschafe
Tanzschane
in grosser Auswahl
in grosser Auswahl
Conder Schunwaren
sehr preiswert!
sehr preiswert!
für den Herbst und Winter,
Damen-
Chrom- u. Boxleder-Stiefel mit u.
180. 65
ohne Lackkappe
Echt Boxcalf- u. Cherreau-Stiefel
mit und ohne Lackkappe, mod. Formen,
Hache und amerikanische Absätze 10.50, 0
Rahmen-Stiefel in Boxcalf u. Chev-
50
reau in schlanken u. breiten Charakter-
12
formen, mit u. ohne Lackkappen .
Rahmen-Stiefel, zum Knöpfen und
Schnüren mit farb. Wildleder- u. Stoff-
125
einsätzen .
Echt Boxcalf-Stiefel mit echtem 1950
Lammfell, best. Stiefel gegen kalte Füsse 12
Boxleder-Stiefel sehr dauerhaft mit
80
Ia Sealskin-Futter
Chromleder-Schnallenstiefel, mit
2 Schnallen, warm gefüttert, bequeme
0
breite Form.
Filz-Schnürstiefel,mollig warm,
Leder-
besatz, starke Sohlen, Fleck . . 5.50,
Damen-Halbschuhe in mod. Formen,
. 6.50, 9
Presstalten, Lackkappe
Warme Damen-Hausschuhe
Abgesteppte Melton-Schuhe, Filz-
1.65, 35₰
Ledersohle .
Blaue Tuch-Hausschuhe, Leder-
95₰
sohle, Fleck
Abgesteppte Hausschuhe, Leder-
98₰
sohle, Fleck
Tuch-Hausschuhe mit Lederbesatz u.
3.30,
Ledersohle, Fleck
Abgesteppte Melton, Plüscheinfassung,
Ledersohle, Fleck
Leder-Hausschuhe, gefüttert, Leder-
3.50, 2.95,
sohle, Fleck
3.25, 1.90
Filz-Schnallenstiefel
Filz-Schnallenstiefel, mit Lederbesatz 475
extra starken Sohlen, Fleck.
Kamelhaar-Hausschuhe,
Kordel-
sohle
Filz- und Ledersohlen . 2.45, 1.75, 1.40,
95 ₰
Ledereinfassung, Fleck, beste Ausführung 3.25
Schnallen-Stiefel, mollig warm, 3.25, 2.45
Ledereinfassung, stark, beste Qual., Fleck 4.30
. 3.50, 2.40
Kamelhaar-Umschlagschuhe
Kinder-Hausschuhe enorm billig
Herren-
Chrom- u. Boxleder-Stiefel, breite F750
Form, mit und ohne Lackkappe
Echt Boxcalf, Derby, Pressfalten
moderne Form.
Rosschevreau, Lackkappe, Derby
und Pressfalte.
Echt Boxcalf u. Chevreau, moderne
breite u. schlanke Form, mit und ohne
Lackkappe, Derby
Boxcalf-Stiefel mit Doppelsohlen,
be-
queme, breite Form, sehr solide 14.50 125
Moderne Lackstiefel zum Knöpfen
und Schnüren, mit farbigem Stoff und
1450
Wildleder-Einsätzen
Boxcalf-Schnallenstiefel mit echtem
Lammfell, bester Stiefel gegen kalte
150
Füsse
Boxleder-Schnallenstiefel, mit Pa.
Sealskin-Futter, Doppelsohlen .
100
Chromleder-Schnallenstiefel.
2 Schnall., warm gefüttert, bequeme Form 8
Wetterfeste Tourenstiefel, Asbest-
Einlage, Schweinsblase gefüttert,
was-
wis 150
serdicht
Laschenschuhe, fest. Arbeitsstief. 5.30. 4.40
Schaftstiefel, beste Qualität 11.20, 9.50, 8.20
je.
GmSr!
Sorlrad Tasf &
nur Ludwigstrasse 17.
Darmstadt
Fernruf 2137.
(24671
Namen, die sich im Korsett unbequem fühlen, sich aber elegant,
modegerecht und doch absolut gesund kleiden wollen, tragen
D. R. P. Patente
aller
Kaldstris kuiturstasten.
(22409a
Sofortiges Wohlbefinden. Grösste Leichtigkeit u.
Be-
quemlichkeit. Kein Hochrutschen. Vorzügl. Halt im Rücken.
Natürl. Geradehalter. Völlig freie Atmung und Bewegung.
Elegante schlanke Figur. Für jeden Sport geeignet. Für
leidende und korpulente Damen Spezial-Facons.
IIlustrierte Broschüre und Auskunft kostenlos durch:
4 Inh.: Frau E. Spreng,
Kalasiris-Spezial-Geschäft Schulstrasse 12, 1. Stock.
Klabseid (neu)
echt Rindleder, Mk. 170.−
ſowie (*12998so
1 Herrenzimmertiſch, eichen
Mk. 28.—
abzugeben Pädagogſtraße 2.
Weg. Platzmangel!
Kleiderſchrank, pol. Bettſtelle mit
Sprungr. u. Roßhaarmatratze bill.
bzugeb. Ballonplatz 10, pt. (*13075so
Großer Gelegenheitskauf.
Habe aus einer Sammlung ſehr gute Altertümer
billig=
abzugeben. Es befinden ſich darunter: 1 eingelegter
franzö=
ſiſcher Damenſchreibtiſch, 2 Frankenthaler alte
Porzellan=
plättchen, eine alte Augsburger ſilberne Weinkanne,
1 ſilberner franzöſiſcher Zuckerkorb, 1 ſilberne Doſe,
1 Frankenthaler Figur, 3 alte Fayencekrüge, verſchiedene
ſehr ſchöne Kupferſtiche, Spitzen und alte Schmuckſachen.
24643a) Frankfurterstrasse 6, II.
Wullnow war doch ein charmanter Menſch. Aber nach
und nach ſah man hinter die Kuliſſen und fing an, die
junge Frau zu bedauern. Das war Roßdorffs Verdienſt.
Er nahm ſich kein Blatt vor den Mund.
Zufällig traf Gunild Roßdorff auf der Straße als ſie
aus einem Laden in der Morskaja, der
Hauptgeſchäfts=
ſtraße, kam. Ein paar hundert Schritte gingen ſie
plau=
dernd zuſammen.
Haben Sie Nachricht aus Tempiſchkehnen?
Jawohl, gnädige Frau, es geht den Herrſchaften gut.
Ließe ſich nicht wieder ein beſſeres Verhältnis mit
meinem Manne anbahnen, damit mich Agathe beſuchen
könnte?
Er ſah der jungen Frau forſchend ins Geſicht. Sie
mußte die Augen ſenken. Roßdorff war der allerletzte, der
Einblick in ihre troſtloſe Lage bekommen ſollte.
Ja, gnädige Frau, wiſſen Sie denn nicht, daß wir
vor einigen Tagen Frieden geſchloſſen haben?
Erſtaunt ſah ſie ihn an, kein Wort hatte ihr Mann
ge=
ſagt, ſie fand ſo ſchnell keine Ausrede.
Roßdorff runzelte die Stirn und ſagte ſehr kühl: Auf
Befehl des Botſchafters.
Alſo bis zu ihm waren ſchon Gerüchte gedrungen!
Ihre Gedanken verwirrten ſich, aber irgend etwas mußte
ſie doch erwidern. Ich hoffe, Sie werden nun den Weg
wieder häufiger zu uns finden!
Mit Freuden werde ich Ihnen in den nächſten Tagen
meine Aufwartung machen, gnädige Frau!
Sie ſchwieg. Es kränkte ſie doch, daß Roßdorff immer
noch nicht aus ſeiner Reſerve ihrem Manne gegenüber
heraustrat. Schnell rief ſie eine Troſchke an und treunte
ſich von ihm mit flüchtigem Händedruck. Zu Hauſe über=
dachte ſie ihre Lage. Was war ſie denn anderes, als das
Spielzeug ihres Mannes? Nur den Erfolg hatte er vor
Augen, alles andere war ihm gleich. Immer hatte er
ſchlechte Laune, wenn er zu Hauſe war, verließ ſein
Ar=
beitszimmer eigentlich nur zu den Mahlzeiten, und bei
Tiſch nörgelte, er an allen möglichen Dingen herum.
Ein=
mal hatte ſie in verzweifelter Stimmung ihrem Vater ihr
ganzes Leid geklagt, aber der hatte ſehr froſtig
geant=
wortet: Liebes Kind, ich bedauere Dich, aber Du haſt
Deinen Willen durchſetzen wollen, alſo trage Dein
Schick=
ſal und verſuche ihm die beſten Seiten abzugewinnen.
Würde ich Friedrich Karl Vorwürfe machen, ſo verbeſſerte
ſich Deine Lage keineswegs.
Den Brief nahm ſie wieder aus ihrem Schreibtiſche
und las ihn zum hundertſten Male. Und da tauchte vor
ihrem geiſtigen Auge der ehrliche Plattangen auf. Sie
wollte das Bild bannen, aber ſeinen traurigen Blick beim
Wohltätigkeitsbaſar wurde ſie nicht los, er peinigte ſie.
Wie würde ſie es wohl an ſeiner Seite gehabt haben?
Als einfache Landjunkersfrau! Nicht geſchniegelt und
ge=
bügelt würde er immer vor ihr geſtanden haben, in
Jagd=
joppe vielleicht mit ſchmutzigen Stiefeln, abec Friſche und
Natürlichkeit hätte er ſicher mitgebracht aus ſeinen grünen
Wäldern, von den wogenden Getreidefeldern, und die Luſt
zum traulichen Plaudern und Ausruhen bei ſeinem Weibe.
Da weinte Gunild gar bitterlich.
Wullnow kam in ſehr fideler Stimmung heim.
Gu=
nild, ich habe einen vierzehntägigen Urlaub in der Taſche!
Sprachlos ſah ſie ihren Mann an. Er wurde erregt.
Na ja — es ging alles ſo plötzlich. Heute früh kam
der Uruſoff nach der Botſchaft und fragte mich, ob ich nicht
mit ihm auf ſeine Beſitzungen bei Charkow in der Ukraine
fahren wolle — nur auf ein paar Tage, liebe Gunild!
Und ’s iſt doch gut, ich lerne Land und Leute kennen,
ge=
rade da unten rumort es jetzt öfters, unter Umſtänden
kann das ſpäter für mich von Wichtigkeit werden.
Ich hindere Dich nicht, erwiderte ſie.
Er tat, als bemerke er den bitteren Unterton nicht,
und fuhr eifrig fort: Natürlich hab’ ich auch an Dich
ge=
dacht! Wie wäre es, Du ließeſt Deine Baſe Agathe
Ditt=
mark kommen? Irre ich nicht, ſprachſt Du vor geraumer
Zeit ſchon einmal den Wunſch aus.
Du haſt mit Roßdorff Frieden gemacht?
Erſtaunt ſah Wullnow Gunild an. Was, ſollte denn
dieſer Seitenſprung bedeuten?
Ja — das heißt ausſtehen können wir uns eigentlich
beide nicht. Ich vergaß, es Dir zu ſagen. Formſache nur,
ſonſt wird dummes Zeug auf der Botſchaft
zuſammen=
geredet.
Roßdorff ſprach mich heute in der Stadt an. Es war
mir fatal, von Dir nicht in Kenntnis geſetzt worden zu
ſein.
Ja, was hat das denn aber mit meiner Reiſe zu tun?
Mehr als Du denkſt, Friedrich Karl. Fährſt Du,
wird ſich Roßdorff oft bei mir ſehen laſſen.
Da bekam Wullnow wieder einmal einen Anfall von
Eiferſucht. Erklär‟ Dich, bitte, deutlicher!
Er intereſſiert ſich für Agathe. Alſo, wenn ſie kommt.—
Und das beruht auf Gegenſeitigkeit?
Gewiß!
Dann iſt die Sache in Ordnung, wenn ich auch über
die Tatſache, Roßdorff zum Vetter zu bekommen, nicht
gerade heillos erfreut bin!
Ich werde gleich nach Tampiſchkehnen telegraphieren!
Ja, tu das, Gunild, denn übermorgen früh reiſe ich!
Er war froh, ſo leichten Kaufes fortgelaſſen zu werden,
(Fortſetzung folgt.)
raskunfU
2 u
0
Vom 2. bis 7. Dezember
gewähre ich auf sämtliche Artikel in meiner Wäsche-Abteilung
:: trotz meiner allseits anerkannten billigen Preise ::
5 Prozent Rabatt und
Damen-Hemden
Cretonne mit Spitze .
1.10
Cretonne mit Stickerei und
Passe.
.50
aus gutem Cretonne u. 0
Croisé, eleg. Ausführ. 2.00—6.00
Damen-Beinkleider
Cretonne mit Feston . . . 95 Pf.
Damen-Beinkleider
aus gutem Cretonne mit
eleganter Stickerei 1.50-4.00
Damen-Unter-Röcke: Stickerei-Röcke
Damen-Nachtjacken
aus gutem Cretonne
in verschiedenen
Aus-
führungen
1.25—4.50
Damen-Unter-Taillen
von . .
65 Pf.-3.75
Damen-
Nacht-Hemden
Cretonne mit Spitze
2.75
mit Feston
3.25
mit Stickerei
4.25
Kinder-Wäsche
weiß u. farbig . 6.75 bis
Kragen, Manschetten, Vorhemden Hosenträger
Garnituren
Krawatten
Tischwäsche
Tischtücher
130/150
1.35 M. Damast, weiß, 130/180
prima Qualität, 130/165 . 2.50 „ II do., prima Qual., 160/180 5.50 „
Servietten, p. Dtz. 12.00 bis 3.60 „ Kattun, gem., 130/180 . 2.50 „
Handtücher
Kattun, prima Qual.
per Meter 15, 25, 35, 40 bis 95 Pf. Satin Augusta
weiß u. farbig, für Mädchen u. Knaben
in großer Auswahl und allen Größen.
brm-Henden
Herren-Nachthemden
weiß Cretonne . 3.25 bis 1.70 elegant besetzt . 5.50 bis 4.1u
Socken
Taschentücher
Schirme Sport-Strümpfe Sport-Hemden
Bettwäsche
Bettfedern
Bettbezüge
4.25 M.
3.25 „
4.00
Bettücher
Halbleinen, 160/225 . .
Cretonne, 160/225
Halbleinen, prima Qual. .
dito extra schwer
2.60 M.
2.50 „
3.60
4.75 „
Weiß
u. farbig
weiß
150/200, gesäumt 1.45—2.50 N4 u. farbig, 150/220, gesäumt 2.10
Bett-Barchent
130 cm breit . . .
160 cm breit . . . .
prima Qualität, 130 cm breit
prima Qualität
e6?
1.30
1.50
3.25
2.75—4.00
Bett-Federn
chin. Halbdaunen per Pfund .
prima weisse „. „
reine Gänsefedern, grau, per Pfund
weiss „
prima Halbdaunen per Pfund
Auf Korsetts gewähre ich 25 Prozent Rabatt!
Uebernahme ganzer Brautausstattungen in jeder Preislage!
Schillerplatz
25.
Pnin
D15e5₰
Wäsche-Abteilung
[ ← ][ ][ → ]Für den
empfehle ich, solange der Vorrat reicht, folgende ganz hervorragend billige Gelegenheitsposten:
Einen Posten
Bettücher aus Ia Renforcé
Jacquard-Tischtucher u. Servietten Taschentücher
160X250 cm, gesäumt . . . das Stück 2.50
110X150 cm Tischtuch . . . das Stück 1.60
beliebte Hohlsaum-Batisttücher-
Bettücher aus la Haustuch
. . das Stück 2.90
150X225 cm, gesäumt .
Bettücher aus Halbleinen, prima
Rasen-
bleiche, 160X240 cm, gesäumt, das Stück 3.65
Ueberschlagtücher mit Festons
160X250 cm, gesäumt . . . das Stück 5.50
Hierzu passend:
Kissenbezug 80X80 cm
das Stück 1.80
8 Seiten Festons
Ferner grosse Posten Kissenbezüge
mit Festons, per Stück 1.20, 1.30, 1.40, 1.70 ctc.
wit Einsatz . . . . . per Stück von 1.80 an
mit Handfestons, von 2.25 per Stück anfangend
13ox18o cm Damastbezüge, fertig
das Stück 3.50, 4.00, 4.50 und 6.00
8o cm breit Cretonne für Wäsche
Coupons von 16 Meter .
, ,
.. 8.50
8o cm breit Louisianatuch
für Wäsche
Coupens von 16 Meter
10.00
60X60 cm Servietten . . . das Dutzend 4.25
Einen Posten
Halblein. Tischtücher u. Servietten
130X160 cm Tischtuch . . . das Stück, 2.80
60X60 cm Servietten . . das Dutzend 5.80
Einen Posten
Halblein. Tischtücher u. Servietten
prima Qualität
130X160 cm Tischtuch . . . das Stück 3.25
60X60 cm Servietten . . das Dutzend 6.25
Ein weisses Jacquard-Tischgedeck
— in Kartons
120X150 cm Tischtuch mit 6 Servietten . 6.50
Handtücher fertig gesäumt und gebändert
per ½ Dutzend 1.95 u. 3.20
grau
weiss mit rot
per ½ Dutzend 2.90
weiss Drell. . . . . . per ½ Dutzend 3.60
Ia Gerstenkorn mit roter Borde
per ½ Dutzend 4.25
Ia Gerstenkorn, weiss . per ½ Dutzend 4.75
Wischtücher
weiss-rot kariert
per ½ Dutzend
mit handgestickten Buchstaben
. das ½ Dutzend 1.75
in Kartons
Hohlsaum-Taschentücher
Reinleinene
das Dutzend 4.75 u. 5.75
in Kartons .
Halbleinene Taschentücher
das Dutzend 3.75 4.50 4.75
Ferner hervorragend preiswert:
Einen Reinleinene Bielefelder
Posten Hohlsaum-Taschentücher
und
in eleg. Kartons
das Datzend 6.00 7.50 10.00 höher
Billige Partie-Posten
Taschentücher
Tücher mit Festons, Schweizer Stickerei
u. Madeira-Arbeit in eleganten Kartons
zu Weihnachtsgeschenken geeignet.
Fertige Wäsche in mehreren billigen Partieposten
Grosse Partien zurückgesetzter Kleiderstoffe bedeutend unterm Preis.
in der Preislage
Diverse Posten reinwollener Damenkleiderstoffe
von 1.10, 1.20, 1.30, 1.50, 1.70 etc.
darunter Qualitäten, die früher Mk. 4.— per Meter gekostet haben.
Hervorragende Auswahl abgepaßter und der beliebten Kleider und Blusen in Kartons.
—Theater- und Ball-Echarpes
Tischläufer, Teegedecke, Milieux, Tischdecken, Reisedecken, Teppiche, Bettvorlägen,
Fenstermäntel, Gobelins, Bettkolter, Steppdecken, Gardinen, Fertige Sofakissen,
Diwandecken, Kissenplatten, Läuferstoffe.
Fertige Servierkleider
Unterröcke
Wachstuche
Röck-Volants
Grösste Auswahl in Haus- und Zierschürzen
Krautkopf’s gestrickte Knabenanzüge u. Mädchenkleider „Famos‟
Normalwäsche aller Art.
lein bite um gefällige Besichtigung meiner Schaufenster.
(24223a)
10
Marktplatz
Darmstadt
Telefon 1208
Strong reelle Bedienung.
Mitglied des Rabatt-Sparvereins.
Neue Messina-Zitronen 5 Pfg.
10 Stück 40 Pfg., 100 Stück 3.50 Mk.
Phönix-Extra
von H. Hildebrand & Söhne, ist anerkannt teinstes
Konfekt- und Kuchenmehl
Original-
Säckchen von 2½ Kile 1.05 5 kio 2.00 12½ kio 4.80
auf Bestellung liefere auch Original-Säcke von 25, 50 und 100 Kilo.
Hildebrand’s Weizenmehl O
in Original-Säcken von 50 Kilo 18.50 Mk.
lose per Pfund 20 Pfg. 5 Prund 95 Pfg.
„ Nr. I „ 18 Pfg. 5 „ 85 Pfg.
feinste Pflanzen-Butter-Margarine
Palmona,
per Pfund 90 Pfg.
Palmin, feinste Pflanzen-Butter
Palmbutter
. per Pfund in Tafeln 54 pfg.
Kirenstr. 1
Einanderruld
8)
8)
Kirchstr. 1
Elnanderrald
Frankenthaler Zucker
anerkannt feinster
Konfekt- und Backzucker
Gem. Frankenthaler Zucker 22₰
Gries, Puder, Farin etc., lose und in Original-Säcken von
25, 50 und 100 Kilo billigst.
Auserlesene neue handgew. Bari-Mandeln,
Sultaninen und Rosinen
Korinthen .
per Pfund 38 ₰
Neue Haselnusskerne . . . .
. per Pfund 85 ₰
Citronat, Orangeat, Ceylon-Zimt, Nelken,
Carda-
momen, Streuzucker, Oblaten, Wachs.
Detkers Backpulver u. Vanille-Zucker.
Echte Bourbon- Vanille.
Haselnüsse, Feigen, Walnüsse, Lebkuchen,
Weihnachtslichte.
(24501o
Tradring
Enorme Auswahl in verschiedenen Arten,
Kugelform, m. Sinnspruch, jede Größe vorr.
GG.Karb
Hoflieferant
Ludwigstr. 20.
Fappen Ferdcken
in geschmackvoller Ausführung, sowie Zöpfe,
Uhrketten usw. in allen Preislagen fertigt als
(B24703
Spezialität
Friseur.
Paul Gubsch, Kaaristr. 117.
ift eine.
Wetterauer Ganſe Sendung
Donnerstag, den 5. Dezember,
nachm. 4 Uhr, im Gaſth. „Zur gold.
Roſe‟, Schloßgaſſe 2, ein (*13004
Carl Bingel, Oberhörgern.
Vetrol.=Zug= und Stehlampe,
Kinder=Lieg= u. Sitzwagen zu
verk. Parcusſtr. 19, I. r. (*13119
Neuer weißer Felzkragen
M (Tibet) ſehr preiswert zu verk.
*13129) Kiesſtraße 122, 1. St.
Trauer-Kränze
billigst
Gärtnerei L00s
Tel. 2119. Schießhausſtr. 34. (B24713
Dradtausstattung
(noch nicht in Gebrauch geweſen),
als: echt nußb. pol. engl.
Schlaf=
zimmer, beſt. in 2 ſchweren engl.
Betten mit beſt. Inh., groß. 2tür.
Spiegelſchrank, ſchön. Waſchkom.
mit weißem Marmor u. Toilette,
2 Nachtſchr. mit Marmor,
Hand=
tuchhalter; Wohnzimmer, beſteh.
aus fein. Diwan, eleg. Vertiko m.
3 Spieg., groß. Auszugtiſch, 4 beſſ.
Stühlen, ſowie der hochf.
Küchen=
einrichtung, als: Schrank, Anrichte
mit Meſſingverglaſ., Tiſch, 2 Stühle,
Ablaufbrett, alles zuſammen f. nur
650 Mk. abzugeben (*13150
Eliſabethenſtraße 46.
Zu verkaufen
elegante Salonhängelampe für
Petroleum u. 9 Kerzen m. Prismen,
feine braune Sammetjacke mit
Seidenfutter f. Backfiſche, große
Puppenſtube mt Einrichtung
(2 Zimmer) Laterna=Magica mit
2 Dtzd. Bild, Dampfmaſchine m.
verſch. Betriebſ. Herdweg 64. B24712
Ainen noch nenten Gehrockanzun
zu verkaufen
(24270ifo
K. Schnell, Hügelſtr. 63.
Ein junger Ziegenbock
im Alter von 5 Monat., welcher
gekört iſt, für Zucht zu verkaufen
Johannes Waldhaus
Arheilgen b. Darmſtadt
Kleine Hundsgaſſe 2.. (24657so
achönen, grünen, ſprechenden
Papagei und ſcharfen
Hof=
hund zu verk. Eberſtadt, Alte
(*13148
Darmſt.=Str. 25.
Janarienhähne, Diſtelfinke, Zeiſt.,
Girlitz, Rotkelchen, billig
Vozelhandlung Traum
Luiſenſtr. 38. (*13103so
Wer bei Entträftung,
Nerven-
schwäche
und Abgeſpanntheit eines
Kräfti=
gungsmittels bedarf, kann nichts
beſſeres tun, als Altbuchhorſter
Markſprudel Starkquelle trinken.
Dieſes ausgezeichnete Heilwaſſer
enthält in leichtverdaulicher, äußerſt
bekömmlicher Form alle wertvollen
u. kräftigenden Nähr= u.
Mineral=
ſalze, die der geſchwächte Körper
zu ſeiner Wiederauffriſchung
be=
darf, dabei iſt es von prickelndem
Wohlgeſchmack. Von zahlr.
Pro=
feſſoren und Aerzten glänzend
be=
gutachtet. Fl. 95 Pf. in der
En=
gros=Niederlage Friedr. Schaefer,
ferner in der Hof=Drogerie Chr.
Schwian, Rheinſtr. 8. (14590E
Darmstadt, November 1912.
Die Unterzeichneten haben sich zur
gemein-
samen Ausübung der anwaltlichen Tätigkeit
ver-
einigt. Die Geschäftsräume befinden sich vom
1. Dezember an
(24209a
Waldstrasse 15, I. Fernruf: 253.
E. Staedel,. H. Kalbhenn,
Rechtsanwälte.
eine Geschäftsräume befinden sich ab 2.
De-
zember, vereinigt mit denen der
Rechts-
anwälte Dr. Strauss und Sartorius,
Saalbaustraße 9.
Lindt, Justizrat.
24556so
großer Kinderwagen f. 10 M.
11 Kinderſtuhl mit Spieltiſch f.
8 M., 1 Damenmant., ſchw. Stoff,
(*1314
für 10 M. zu verk.
Eliſabethenſtr. 56, 3. St. I.
2fl., gut erh., bill. zu
Gasherd, verkaufen (*13147oim
Rheinſtr. 47, Vdb. 3. St. r.
Hafermastgänse à Pfd. 68 Pf
Mastputen, Enten,
Suppen-
hühner à Pfd. 75 Pfg.,
Brat-
hähnchen à Pfd. 65 Pfg., alles
nur feinſte Ware, friſch geſchl.
verſ. gegen Nachnahme. (*13140
Kropat, Geflügel=Großmäſterei,
Laugszargen-Tilsit.
ZWIEBEL:
Prima mitteldicke Winterware
50 Kilo 2.50 Mk.
verſendet unt. Nachnahme (*
Friedberg
JakohStern Simon, (Bessen)
Dicke Metzgerware derselbe Preis.
Ein Erbbegräbnis
zu kaufen geſucht. Offerten mit
Preisangabe unter L 79 an die
Exped. d. Bl. erbeten. (*13017soi
Nehme für
Damenfriſieren! täglich noch
einig. Kunden an. Fr. Hummer,
Hoffriseur, Grafenstr. 25. (*12843dfo
Eine überreiche
Zelofinung
finden Sie durch einen
überraſchen=
den Erfolg, wenn Sie bei
Schuppen=
flechte Obermeyer’s Medizinal
Herba=Seife gebrauchen.
Zahl=
reiche Anerkennungen beſtätigen die
mitunt. unerwarteten, guten
Reſul=
tate, ſelbſt da, wo andere Mittel
verſagten.
(24688fl
Medizinal Herba=Seife à Stück
50 Pf., 30% ſtärk. Präp. 1 Mk.,
z. hab. in all. Apoth., Drog., Parfüm.
Eine sehr wichtige Aufgabe
ist es für jeden Geschäftsmann, vor Jahresschluss in seinen Büchern die älteren,
offenstehenden Kontis zu prüfen und sich zu fragen:
Soll ich diese Posten auf Konto dubio buchen oder
noch-
mals in das neue Jahr hinübernehmen?
Wir sagen Nein! Heraus aus den Büchern mit diesen alten
Posten!
Warum wollen Sie denn solche Posten durch Ihre Bücher
schleppen, bis sie tatsächlich uneinbringlich und längst
ver-
jährt sind ?
Am 31. Dezember ds. Js. verjähren die Forderungen aus dem Jahre 1910;
soweit die Forderungen den Gewerbebetrieb des Schuldners betreffen, kommt die
vierjährige Verjährungsfrist in Frage und kommen hier die Posten aus 1908 in
Betracht.
Ueberweisen Sie daher die fällig gewesenen Posten unserer
Inkasso-Abteilung zum Einzug und Sie werden von den Resultaten
angenehm überrascht sein; wir haben schlagende Beweise:
Ueber 20000 Posten mit nahezu 150000 Mark kassierten wir im
Jahre 1910.
Im Jahre 1911 konnten wir zirka
ZWeiunderkausend-Harn
einkassieren, während wir im laufenden Jahre diese Summe bereits erheblich
über-
schritten haben.
Diese gewaltigen Beträge haben wir unseren Mitgliedern durch zielbewusstes
Arbeiten gerettet!
Ueberweisen Sie uns Ihre Aussenstände schon jetzt, nicht erst kurz vor
Jahresschluss.
(23387a
E
Verkür
5
Auskantterde Hllassormstitur kar Handerd. Gewerbe
Karl Bauer, Wilhelminenstrasse 21
Mitglied des Internationalen Verbandes.
Grösstes Institut Süddeutschlands.
Bekadercn
dlier Damen=
und
Sonnenfalten-,
Frau B. Dietsch Hoch- und Flachpliss
Herren-Stoffe goa) 18 Ernst-Ludwigstr. 18. Gaufrieren, Auszacken
ieren.
Mee
e
M
Fr. Hummers Haararbeiten
sind bekannt als preiswert bei erstklassiger Ausführung.
(24443a
Franz Hummer, Hoffriseur,
Grafenstrasse 25.
Zu verk.: 1 Zither, 1 Hand=Näh=
O maſchine, 1 Joppe, 2 Anzüge
für Alter von 16 Jahren. (*13118
Näh. Mollerſtr. 6, part. rechts.
Telefon 2025.
Eine gut erh.
große Puppenküche
mit Einrichtung zu verk. (*13120
Kranichſteinerſtraße 9.
mon. alt. Jagdhund b. abzug.
*12989so) Langegaſſe 32.
eh
Me
Mee
LudwigKlingsCo.
Installationsgeschäft u. Bauspenglerei
Rheinstr. 17, Ecke der Grafenstr.
Telephonruf 636. (16950a
Musterlager aller
ein-
schlägigen Artikel.
Pelz u. Muff
groß, mod., faſt neu, bill. zu verk.
Näheres in der Exped. (*13126oim
Adler-Landaulet
Vierzylinder, Doppelzündung,
neue Bereifung, tadellos lauf.,
Mk. 3500.—.
(24474a
Müller & Ober
Karlſtraße 30.
für Kinder wird
in=
folge ſeines milden
Geſchmacks gerne
genommen.
Kraft=Emulſion
Marke Dorſchlopf
Scotts Emulsion
Padkung
zu Mk. 1.-, 2.- u. 3. (22839a
ADLER-
D ROGERIE
Frankfurterſtr. 12/14.
e ender heiner Anchaf.
ſung iſt eine tadellos erhaltene
Triischenroife
von 100 Ztr. Tragkraft, mit
Patent=
achſen und Federn, alsbald
preis=
wert abzugeben.
(24653a
Brauerei Wilhelm Rummel.
gehrock, Frack, Smoking=
An=
züge, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (18320a
Mädchen u. Frauen, auch Kindern,
mit dünnem, ſchwachem Haar,
zu=
mal wenn Kopfſchuppen, Juckreiz u.
Hadrausran
ſich einſtellt, ſei folgendes bewährte
und billige Rezept zur Pflege des
Haares empfohlen: Wöchentlich
1maliges Waſchen des Haares mit
Zucker’s kombiniert. Kräuter-
Shampoon (Pak. 20 Pf.), daneben
regelmäßiges kräftiges Einreiben
des Haarbodens mit Zucker’s
Original-Kräuter-Haarwasser
(Fl. 1.25) und Zucker’s Spezial=
Kräuter-Haarnährfett (Doſe
60 Pf.). Großartige Wirkung, von
Tauſenden beſtätigt. Echt bei
Chr. Schwinn, Rheinſtraße 8. u.
A. Logel, Eliſabethenſtr. 30. (16480f
Läufe
1
1
Wer dort ? (24352a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel.=Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Teieton
Kaufe getrag. Kleider, Stiefel,
Bettwerk, Wäſche, Zahngebiſſe,
Gold, alte Waffen. Poſtkarte
genügt. M. Obstfeld, Kleine
Bachgaſſe 7.
(*12810dso
Achtung!
An= u. Verkauf von gebr. Flaſchen.
Zahle die höchſten Preiſe.
Poſt=
karte genügt. S. Pacenoski,
Holzſtraße 24.
(*13057so
Wir zahlen
die höchſten Preiſe
für alt. Eiſen u. Metalle,
Pavier=
abfälle, Geſchäftsbüch. u. Akten,
unt. Garantie des Einſtampfens.
Alle Aufträge werden nur
im Hauſe abgeholt und finden
prompteſte Erledigung. (24274af
M. Löb & Co.
Liebigſtr. 30. Telephon 479.
Empfehle mich den geehrten
Herrſchaften zum Ankauf beſſ.
getr. Herren= u. Damenkl., Bluſ.,
Hoſen, Ueberzieher, Stiefel uſw.
Karte genügt. Ballonplatz 10,
part. Kein Laden. (24041a
Für altes Eisen, alte Metalle,
Fapierabfälle aller Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (14858a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14,
Aufträge werd. jederz. prompt erled,
Ich kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider
auch Stiefel, Bettfedern, Gold
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets kon
kurrenzl. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt
Mar Schnitzer, Schloßgaſſe 29
Telefon 2697.
(23863d
Auch der harknäckigſte Huſten
hält den erprobten Wyberk=Tabletten nicht ſtand, ſo ſteht in
einem der zahlreichen Zeugniſſe über dieſes ausgezeichnete Mittel zu leſen.
Wer irgend zu Erkältung neigk, viel zu ſprechen hat, ſeinen Hals ſchonen
muß, läßt ſie nie ausgehen und nimmk ſie regelmäßig, wobei er immer
von neuem ihre erfriſchende und wohlkuende Wirkung verſpürt. Die
Schachtel koſtet in allen Apotheken und Drogerien 1 Mark.
Vorträge.
Verein für Verbreitung von
Volks=
bildung. Die dem Thema „Deutſchland in der
Weltwirtſchaft, beſonders neben
Eng=
land” gewidmete Vortragsreihe von Profeſſor
Berg=
hoff=Iſing erreichte am Freitag abend bei gleich
leb=
haftem Intereſſe der Hörerſchaft ihr Ende. Dieſer
andert=
halbſtündige Schlußvortrag knüpfte an das früher
er=
wähnte Verhältnis zwiſchen Induſtrie und
Landwirt=
ſchaft Deutſchlands an und beleuchtete einleitend, wie ſich
die letztere zu der Induſtrialiſierung geſtaltet hat. In
dieſer Hinſicht weiſen wir eine günſtigere Lage als
Eng=
land auf, das jetzt die Hälfte ſeines Getreide= und
Fleiſch=
bedarfs einführen muß, während es im Jahre 1830
bei=
des noch durch eigene Produktion zu decken vermochte.
Das Deutſche Reich mit 65 Millionen Einwohnern (
gegen=
über 45 Millionen in England) hat ſich zwar aus einem
Agrarland in einen Induſtrieſtaat umgewandelt und
ver=
zeichnet demgemäß einen gewiſſen Rückgang der
Land=
wirtſchaft, doch iſt dieſer nur zahlenmäßig und betrifft
weder die bebaute Bodenfläche, noch die durch Intenſität
aufs Vierfache in 100 Jahren geſteigerte Produktion oder
die Vermehrung der ſelbſtändigen Betriebe. Der deutſche
Rindviehſtand beträgt 21 Millionen Stück gegenüber 7
Millionen in England, und die Stückzahl der Schweine
22 Millionen gegenüber nur 2½ Millionen in England.
Was die deutſche Beteiligung am Welthandel betrifft, ſo
betrug ſie im Jahre 1890 in Einfuhr 4½ und in Ausfuhr
rund 3½ Milliarden, während ſie 1910 mit 9,7
Milliar=
den Einfuhr und 8,1 Milliarden Ausfuhr ſich auf die
Geſamtſumme von 17,8 Milliarden gegenüber 20,3
Mil=
liarden (11,1 Einfuhr und 9,2 Ausfuhr) Englands
bezif=
ferte. Von größter Bedeutung erſcheint die
Zuſammen=
ſetzung dieſer Einfuhr und Ausfuhr, wobei in erſter
Richtung die Rohſtoffe mit 54 Prozent, die
Nahrungs=
mittel mit 28,7 und die Induſtrieartikel mit 14 Prozent
vertreten ſind. Unſere etwa 900000 Menſchen
beſchäf=
tigende Textilinduſtrie bedarf der Baumwolle und Wolle,
ſo daß hiervon für je 520 Millionen Mark alljährlich
ein=
zuführen iſt. Die deutſche Ausfuhr bezieht ſich in erſter
Linie auf Maſchinen; ihnen reiht ſich die Zuckerinduſtrie
und die chemiſche Induſtrie (beide die erſten der Welt)
an, von denen die letztere innerhalb der 4 verfloſſenen
Jahre ihre Ausfuhr verdoppelt hat.
Nach der ausführlichen Darlegung der weſentlichſten
deutſchen Welthandelsfaktoren ging der Vortrag auf die
Folgen dieſer wirtſchaftlichen Entwickelung ein, indem
er die ſich gegenüberſtehenden Richtungen unſerer
Volks=
wirtſchaftslehre in ihren Hauptvertretern, den Profeſſoren
Dr. Adolf Wagner, Brentano uſw., als Optimiſten und
Peſſimiſten erwähnte. Der Redner verkannte hierbei nicht
manche Nachteile und Gefahren, welche die
Induſtriali=
ſierung mit ihrem ſtarken Bevölkerungszuwachs, ſowie die
für manche Rohſtoffe und Nahrungsmittel eingetretene
Abhängigkeit vom Auslande mit ſich führt. Deutſcher
Umſicht, Tatkraft und kultureller Leiſtungsfähigkeit muß
es vorbehalten bleiben, jenen Gefahren zu begegnen und
Deutſchlands Platz in der Weltwirtſchaft zu ſichern.
— Die deutſchen Sprachinſeln in
Europa. Der Allgemeine Deutſche Schulverein,
All=
deutſcher Verband, Allgemeiner Deutſcher Sprachverein,
Deutſche Kolonialgeſellſchaft und der Oſtmarken=Verein
veranſtalteten am Freitag abend im „Fürſtenſaal” einen
Vortragsabend über die deutſchen Sprachinſeln in
Europa. Nach einer Begrüßungsanſprache des
Vorſitzen=
den des Alldeutſchen Verbandes ergriff Herr
Realſchul=
direktor Dr. Schnell=Butzbach das Wort zu ſeinem
ausführlichen Vortrag. Er ſchilderte zunächſt, wie im
Mittelalter Deutſche beſonders nach dem Oſten drangen,
um dort kulturelle Arbeit zu ſchaffen, wie ſie ſich dort eine
neue Heimat errangen und treu an deutſchen Sitten und
Gebräuchen, an der deutſchen Sprache feſthielten. Der
Vortragende ließ im einzelnen alle jene Gebiete an dem
Geiſte ſeiner aufmerkſamen Zuhörer vorübergehen, wo
die Deutſchen, eingeſchloſſen von fremden Nationen, von
anderen Sprachſtämmen, ihre deutſche Mutterſprache
ſieg=
reich zur Geltung gebracht haben. Er ging ſodann die
ſo=
genannten deutſchen Sprachinſeln in Oeſterreich, beſonders
in Mähren, Steiermark, Kärnten, Siebenbürgen uſw.
durch. Bezüglich der deutſchen Stämme im Norden
Rußlands äußerte Redner die Befürchtung, daß wohl mit
Ausnahme der baltiſchen Sprachinſel, allmählich das
deutſche Sprachelement durch das unaufhaltſam
vor=
wärtsdrängende Ruſſentum verdrängt werde. Zum Schluß
erwähnte er noch das Wirken der Deutſchen in Belgien,
Luxemburg und der Schweiz. — Dem intereſſanten
Vor=
trag wurde lebhafter Beifall gezollt, dem der Vorſitzende
noch in Worten Ausdruck verlieh.
entspricht mit einem
nach dem speziellen L
Verfahrender Herren 1 TOf. v. Liebig u. v. Fehlinig sicherenNährwertvon
300 Calorien in 100 Gramm allen Anforderungen, welche an ein reelles
Nähr- und Kräftigungsmittel
von Seiten der ersten medizinischen Klinikern gestellt werden, die seine
ausschliess-
liche Anwendung in allen Kinderfürsorgestellen des In- und Auslandes empfehlen.
Concurrenz-Producte, auch dünnflüssige, mit geringerem Nährwert sind zu verwerfen.
In HPOTHEREN und DROGERIEN stets ul. GFI. UNDst verlangen.
TSTrTERIUSVETKKUr
wegen vollständiger Geschäftsaufgabe in
Juwelen, Gold- und Silberwaren
zu bedeutend ermäßigten Preisen
EreEETTE,TIUFSU WEEEEN
Luisenstrasse 8 — gegenüber der Kanzlei
(24683a
NEU
Künstl. Handarbeiten sind die dankbarsten Weihnachtsgeschenke
Bevor Sie solche kaufen, betrachten Sie unsere
neuen Modelle und vergleichen Sie unsere Preise.
Hessische Gardinen- und Stickerei-Manufaktur
HENRI PORTUNE, Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Bleichstrasse 1c
DARMSTADT
Bleichstrasse 10
(24429a
vis-ä-vis der neuen Synagoge.
Nurder Name „Woten” aufder Glocke bietet Gewährf.
Er-
halt d. Fabrikets d. Siemens 2 Halske Aktiengelellſchaft
Scheringeflüssige
Feerserre
zur Haarpflege nach Professer Lassar.
Wirklich reelles Mittel gegen
Haarausfall etc. Bei richtiger
Anwendung Erfolg garantiert.
Preis pro Fl. 1.50 Mk. (23126a
Fachgemäße Anwendung durch
Carl Steinmetz
Grossh. Hess. Hoffriseur
Telephon 714. — Neckarstr. 24.
NB. Nehme noch einige Damen zum
täglichen Frisieren i. Abonnement an.
Empfehle mein grosses Lager in
Puppen
Puppenköpfen, Gliederpuppen, Stoff- und Lederbälgen.
Perücken
in Mohair und echt Menſchenhaar
Puppenklinik
alle Erſatzteile und Gliedmaßen, ſowie alle
Reparaturen
A. Daniel
Ludwigsplatz 8 (23767a
Reelle Bedienung. Billige Preise.
An meine verehrlichen Abnehmer
richte ich die höfliche
Bitte, etwaige
für Weihnachten
bestimmte gütige Aufträge
bis längstens 9. Dezember d. J.
übergeben zu wollen, bis zu welchem Termine ich für
rechtzeitige Ablieferung einstehen kann.
(24412a
Ferdinand Carl Winter
Hoflieferant Sr. Königl. Hoheit des Grossherzogs.
Fernsprech-Anschluss 317. Fernsprech-Anschluss 817.
Obſtbäume und Roſen
jjetzt noch beſte Pflanzzeit, in großer Auswahl und
beſten Sorten billigſt
(24373a
Handelsgärtnerei C. Völker
gelſtraße 80
Ecke Landgraf=Philipp=Anlage.
ein ſehr beliebter
Haus=
haltungs=Tee, kräftig und
hocharomatiſch, dreimal
aus=
giebiger, daher dreimal so
billig als chineſiſcher Tee,
per Pfund Mk. 2.20
Probebeutel à 10 Pfg.
14 Schuſtergaſſe 14
Telephon Nr. 200.
(22935a
Dampr Wasch-Anstatrgkerbus
Luisenstrasse 32/34.
Sorgfältige Behandlung, vollſtändige Desinfektion der Wäſche.
Herrenwäſche blütenweiß, elaſtiſch=ſteif, ff. Glanz.
Damenwäſche, Kleider, Bluſen, alle Stoffe und Farben.
Hardinen, Tiſch= und Bettwäſche, jedes Gewebe und Muſter.
Auf Wunſch ſofortige Abholung. Raſche Lieferung. (21496a
1911er von 80 Pf. an per Flaſche,
ſowie rote u. weiße
Qualitäts=
weine empfiehlt
Gg. Sauerwein
Landwehrſtr. 7. (23884a
„
ATNANA-
die neueste und beste
deutsche Nähmaschine
5 Jahre Garantie. (9549a
Alleinverkauf
Haas & Bernhard
19 Rheinstrasse 19.
Qu verkaufen iſt eine
Puppen=
ſtube mit Einrichtung,
Pup=
penherd u. eine Laterna magica
Frankfurterſtraße 52, I. (*12920fso
Kiefern=Brennholz
prima trocken, 15 cm lang geſchnitten
per Zentner Mk. 1.40
frei Keller inkl. Oktroi
Billig zu verkaufen:
1 ſch. Wandſpiegel (Muſchelaufſ.),
1 Majolikazuglampe (Petr.), 1 Seſſel
und 2 Bilder. Zu erfragen
Inſel=
ſtraße 28, part. rechts. (*12984so
Karl Schimmer,
e
Heinheimerstr. 76
Telefon 212.
Grössere Partie
Diplomat-
Schreibtische
freist., eichen, gewichst, m.
3 englischen Zügen, nebst
Schreibsessel
zusammen Mk. 94.−
dazu passend
eleg. Bücherschrank
Mk. 106.−
abzugeben bei (24313a
WErkrAchfzr!
Als sinniges und zugleich praktisches Geschenk ist die
Lebensversicherungs-Police zu Gunsten der Familie
be-
sonders zu empfehlen. Günstige Bedingungen bietet die
Leipziger Lebensversicherungs-Gesellschaft auf
Gegenseitigkeit (Alte Leipziger) gegründet 1830
Versicherungsbestand über
EINE MILLIARDE MARK
Vertreter: G. Beyser, Darmstadt, Bruchwiesenstr. 4.
Schlossgraben 13 a.
Gültig bis Weihnachten.
Ladewanne,
Biliebſten emailliert, zu kaufen
geſucht. Gefl. Offert. unt. L 39
an die Expedition.
(24473fo
Frackanzug
Pels=
garnitur billig abzugeben.
Anzuſehen von 9—11 Uhr
Mathil=
denſtraße 33, 1. Stock. (B24641
der Wäſche.
Glanz.
Farben.
und Muſter.
(21496a
GEScHENK-LITERATUR
in reichster Auswahl
JUGENDScHRIFTEN U. BlLDERBÜCHER
stets das Beste für unsere Kinder
Ständiges Lager der vom Jugendschriften-
Ausschuss empfohlenen Bücher
MELLER & RUHLB, DARMSTADT
Hof-Buch- und Kunsthandlung, Elisabethenstrasse 5.
(24694P)
P, 4 It,
1601
Rheinische
Treuhand-Gesellschaft A.-G.
O7, 26, MANNHEIM Tel. No. 7155.
Aktienkapital Mk. 1 500 000.−
Weitverzweigte Beziehungen zu ersten Finanzkreisen.
Bilanzprüfungen.
Buchhaltungs- und Betriebs-Organisationen. Liquidationen,
Sanierungen. Vermögens-Verwaltungen. Seriöse Gründungen.
Gntachten in Steuer- u. Auseinandersetzungssachen. Eingehende
Beratung in Beteiligungs-Angelegenheiten.
Unbedingte Verschwiegenheit.
Orfsgenrerbverein Barmsjadf.8
Montag, 9. Dezember 1912, abends 8½ Uhr,
im „Kaiſerſaal” Grafenſtraße 20
Lichtbilder=Vortrag
des Herrn Malermeiſter Georg Kraus:
Wanderung von Nauheim (bei Groß=Gerau) über
Mönch=
bruch nach Rüſſelsheim, Beſichtigung der Opelwerke,
Beſichtigung des Tonwerks Heppenheim, Heppenheim
und Umgebung.
Karten für unſere Mitglieder und deren Angehörigen ſind
gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte koſtenlos bei Herrn
Sattler=
meiſter Fr. Wallauer, Rheinſtraße 37, erhältlich. Gäſte können durch
Mitglieder eingeführt werden.
(24676od
Allgemeiner deutſcher Frauenverein
Ortsgruppe Darmſtadt
Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Dienstag, den 3. Dezember 1912,
abends 8¼ Uhr, im Kaisersaal
Exverimental-Vortrag u. Dipl. -Ing. Dr. Kaufmann, München
„Praktiſches aus Naturwiſſenſchaft und Technik
für den Haushalt und das tägliche Leben.”
Eintrittskarten zu 30 Pfg.; für Mitglieder u. angeſchloſſene Vereine
zu 20 Pfa am Verkehrsbureau u. bei J. Mylius, Herdweg 2. (24420dso
Richard Wagner-Verein Darmstadt.
Donnerstag, den 5. Dezember 1912, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde
Konzert des Violinvirtuosen
Joan de Manén
unter Mitwirkung von Lorenzo Matossi (Klavier).
Der Bechstein-Flügel ist aus dem Lager der Firma
Hof-
lieferant A. W. Zimmermann (Ludwig Schweisgut).
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., Numerierter Balkon zu 3 Mk., Galerie zu 2.— Mk.,
Studen-
tenkarten zu 1.50 Mk. und Schülerkarten (für Schüler unter 21
Jah-
ren) zu 1 Mk. bei Heinrich Arnold, im Verkehrsbureau
und abends an der Kasse. — Beitrittserklärungen, die noch
vor dem obigen Konzerte erfolgen, berechtigen zu dessen freiem
Besuche. Der Beitrag für den Rest des Jahres 1912 (3 Kon-
(24707
zerte) beträgt 4 Mk.
Der Vorstand.
onstitut für Tanzkunst
Neckarstr.
A. Schrimpff u. Frau, 22, p.
Privatstunden jederzeit. (*13144
Zimmer=Teppich zu kaufen
ge=
arenſchrank, für jed. Geſch. paſſ.,
5 ſucht, 3X3 m, event. auch 1 Warentiſch, 3m lang, billig zu
größer. Offerten mit Preis unter
M 1 a. d. Exped. d. Bl. (*13152 verk. Mühlſtr. 40, I. (*12883sa
Restauration
Z. Friedrichshof‟
Ecke Stift= u. Roßdörferſtraße.
Dienstag, den 3. Dez.:
Metzel=
Suppe
wozu freundlichſt einladet (*13153
Willy Hubert.
Balkonloge,
Theaterplatz, gut
Vorder=
platz, Buchſtabe C, für den Reſt
der Spielzeit abzugeben. (*13123
Näheres in der Exp. ds. Bl.
ſe
zeit
abzugeben
für den Reſt
Sperrsitz B der Spiel=
(24668a
Rheinſtraße 12½ 2. Stock.
Pu
Kiniite
Mohaire=u. echte Haarperrücken,
ſämtliche Erſatzteile für Puppen,
Puppenwäſche, Babys, ſowie alle
Einzelteile dazu, Reparaturen bei
billigſter Berechnung.
Haar-Uhrketten
aus ausgekämmten Haaren, ſowie
alle modernen Haararbeiten;
ſorg=
fältige, fachgemäße Ausführung.
Adam Schwinn
Friſeur (23357a
Alexanderſtraße 17.
Großherzogl. Hoftheater
Aus dem Spielplan.
Dienstag, 3. Dez. 71. Ab.=Vſt.
B 18. „Grigri.” Gewöhnliche
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Mittwoch, 4. Dez. (Keine
Vor=
ſtellung.)
Donnerstag, 5. Dez. 72. Ab.=Vſt.
C 18. Zum erſten Male: „ Die
fünf Frankfurter”.
Luſt=
ſpiel in 3 Akten von Carl Rößler.
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Freitag, 6. Dez. Außer Abon
4. Sondervorſt. „Die
Zauber=
flöte.” (Zur Nachfeier von
Mo=
zarts Todestag.) Anfang 8 Uhr.
— Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.
Samstag, 7. Dez. 73. Ab.=Vſt.
D 19. Neu einſtudiert: „Gyges
und ſein Ring”. Kleine Pr.
Anfang 7 Uhr.
Sonntag, 8. Dez. Nachmittags
2½ Uhr: „Der Pfarrer von
Kirchfeld.” (10. Volksvorſtell.
zu ermäß. Preiſen.) Der
Vorver=
kauf zu dieſer Vorſtellung findet
bis einſchließl. Samstag, 7. Dez.,
nur im Verkehrsbüro (Ernſt=
Ludwigsplatz) ſtatt. Der Verkauf
der noch vorhandenen Karten
er=
folgt an der Tageskaſſe im
Hof=
theater am Tage der Vorſtellung,
vorm. 11 Uhr ab. — Abends 7 Uhr:
74. Ab.=Vſt. A 19. „Mignon.
Gewöbnliche Preiſe.
Gültig nur bis Weihnachten!
Aussergewöhnlich vorteilhaftes
Spezial-Angebot
praktischer Weihnachts-Geschenke in
Hamenz- und
Herren-Wäſche
Kinder=Wäſche, Bett=,
Tiſch= u. Küchenwäſche
Ganz besonders empfehle als sehr billig:
beste Verarbeitung u. haltbare Stoffe
Damenhemden ℳ 1.80, 2.—, 2.25, 2.50, 3.00
mit reicher Stickerei garniert
Damenhemden ℳ 2.50, 2.75, 3.—, 3.50, 4.00
mit Madeira-Handstick. (Rnmpf gest.)
Damenhemden 2.25, 2.50, 2.75, 3.—, 3.50 b. 6.-
Knie- u. Bündchenfacon, dünne u. warme
Beinkleider Stoffe ℳ 1.80, 2.—, 2.25, 2.50, 3. passende Facons
Nachtjacken
ℳ 1.90, 2.—, 2.25, bis 5.—
eingeführte passende Fagons ℳ 3.50,
Nachthemden z s0, 4.—, 4.25, 4.50, bis 10.−
in voll. Weiten weiß u. farb
Anstands-Unterröcke ℳ 2.25, 2.50, 2.75, 3.— 3.50
enorme Auswahl
Stickerei-Röcke ℳ 3.50, 4.—, 4.50 bis 20.−
Taghemd und Beinkleid
Garnituren
ℳ 4.− bis 20.−
Weisse Croise-Wäsche u. farb. Oxford-Wäsche
darunter vorjährige Stücke, weit unter Preis.
Eine grosse Partie
trübgewordene Damen-Wäsche aller Arten
zu bedeutend reduzierten Preisen.
Enorme Auswahl in Taschentüchern
Rein Leinen HLeinen
Macco
Dutz. v. ℳ 4.— an Dutz, v. ℳ 3.50 an Dutz. v. 2.— an
Madeira- u. Schweizer Taschentücher
Prachtvolle Karton-Sortimente aller Arten
Buchstaben-Taschentücher in grossen Mengen
½ Dtz. imCart. ℳ 1.40, 1.75, 2.—, 2.25, 2.50,3.−, 4.—,5.−
Namen-Sticken in bester Ausführung.
Handtücher, weiss, ½ Dutz. von ℳ 3.25 an
Küchen-Handtücher ½ Dutz. von ℳ 2.25 an
Tischtücher und Servietten Gedeck von ℳ 4.75 an
Kaffee-Decken und Bett-Decken
Fertige Bettücher ℳ 2.75, 3.—, 3.25. 3.75
Kissenbezüge, Damast-Bezüge, billige Preise
Ueberschlag-Bettücher von ℳ 4.50 an
Schürzen aller Arten, enorme Auswahl
Ferner für Herren:
mit losen u. fest.
Weisse und bunte Oberhemden
Manschetten
Piqué-Oberhemden sehr preiswert, St. von ℳ 4.25 an
Nachthemden, la Croisé von ℳ 3.75 an
Nachthemden, la Madapolam von ℳ 3.25 an
Trikotagen, Macco- und Normal, billigste Preise
Requlär gestrickte Unterbosen von2.50 an
Farbige Garnitüren, aparte Neuheiten
Neuheiten in Kragen, Manschetten, Vorhemden
und Krawatten,
Socken und Hosenträger.
(24716
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Heitrich Bader
Wäsche-Spezialgeschäft
Ludwigsplatz 1
Telephon 1740.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Dezember 1912.
Spielwaren-Verkauf
Grosser
Meceano
der Modellbauer
100 Spielsachen in Nr. 1.
Mit Meccano kann
man schöne Modelle
zusammensetzen, z. B.
Motorwagen, Kranen,
Plug-
Brücken,
maschinen,
Wind-
mühlen,
Schachtauf-
züge usw.
Gespanne
Pferdeställe
Leiterwagen
Tiere aus Holz, Stoff
und Fell
Rodelschlitten
Fliegende Holländer Eisenbahnen
mit Dampf- Uhr-
werk- und elektr.
Betrieb
Laterna maglcas
Luftschiffe
Kinematographen
Dampfmaschinen
Heissluftmotore
Modelle Festungen
Kaufläden
Kegelspiele
Turnapparate
Gitter-Schaukeln
Kinderwagen
Kinderstühle
Kindermöbel
Schulranzen Puppenküchen
Puppenstuben
Puppenmöbel
Puppenwagen
Puppenkleider
Puppenköpfe
Puppenperücken
Puppenschuhe
Puppenstrümpfe Generischin tee
und
Beschäftigungs.
Spiele
mehrere 1000 Stück
am Lager.
zum
10, 25, 50 Pfg.,
1, 2, 3 Mk.-
Verkauf und höher. wir bitten alle Puppen-Reparaturen rechtzeitig zu bringen.
Zetzsche &Co.
Gesellschaft mit
beschränkter Haftung
Marktpl. 1.
(24093a)
Nationalliberaler Verein.
Einladung
zur
Hauptversammlung am Dienstag, den 3. Dezember,
abends 8½ Uhr im gelben Saale des Restaurants Sitte,
Karlsstraße 15.
Tagesordnung:
1. Vorſtandswahl;
2. Rechnungsablage;
3. Vortrag des Herrn Referendar Dingeldey über:
Deutſcher Imperialismus und die
gegen=
wärtige auswärtige Politik.
Hieran anſchließend Diskuſſion;
4. Organiſationsfragen.
Zu dieſer Verſammlung bitten wir unſere Mitglieder ſowie die
(24670so
Freunde unſerer Beſtrebungen zahlreich zu erſcheinen.
Der Vorſtand des Nationalliberalen Vereins.
Kriegerverein Darmſtadt.
Monatsverſammlung
Mittwoch, den 4. Dezember 1912,
abends 8½ Uhr,
im Vereinslokal in der Turnhalle am Woogsplatz.
Tagesordnung:
1. Geſchäftliche Mitteilungen.
2. Bericht über den Bezug von Karten zu den weiter
ermäßig=
ten Sondervorſtellungen und Sonntags=Volksvorſtellungen
im Großß. Hoftheater.
3. Verſchiedenes.
4. Vortrag eines Kameraden über ſeine Fahrt mit dem Zep=
5. Bücherausgabe.
pelin=Luftſchiff „Viktoria Luiſe” von Frankfurt a. M. nach
Gießen zum Oberheſſiſchen Flugtag am 27. Oktober d. Js.
NB. Zugleich teilen wir unſeren Mitgliedern mit, daß ſich die
Großh. Hoftheater=Direktion bereit erklärt hat, auch uns Karten zu
weiter ermäßigten Preiſen für die in der Woche abends 8 Uhr
ſtatt=
findenden Sondervorſtellungen zu überlaſſen. Die näheren
Be=
dingungen werden in der Monatsverſammlung bekannt gegeben. Die
nächſte Vorſtellung („Zauberflöte‟) findet am Freitag, 6. Dezember,
ſtatt und können Karten jedesmal durch unſeren Vereinsdiener Kam.
Herrn Schlander, Bismarckſtraße 3, bezogen werden. Die
Volks=
vorſtellungen an den Sonntagen bleiben auch fernerhin beſtehen.
24709)
Der Vorſtand.
Darmstädter Vortragsverband.
Freitag, 6. Dezember 1912, abends 8 Uhr,
im grossen Saale des Kaisersaals:
Lustiger Abend
Alexander Roda Roda.
Eintrittskarten: Sperrsitz zu 3 Mk., Saal zu 2 Mk., Galerie
zu 1.50. Mk., Studentenkarten zu 1 Mk. und Schülerkarten zu 75 Pfg.
sind im Verkehrsbureau und abends an der Kasse Zu haben. (24706
Der Vorstand.
nfangr 3 Uhre
Orpheum
360
Ernesto
DEEEIn
Das telepathische Phänomen.
Dazu das brillante
1. Dezember
leué Programm.
Eine Revue erster Kunstkräfte.
Num. Park. bei Hugo de Waal
Rheinstraße 14. (24722
arbrk u. Hen che
Nur
60
kokef das belichte Ifkrumenf
Gramola
m. walfbekarmar
Schutz-Merke.
Doppelleitige Platten v M 2.20 an
nung u. Preislin
Musikwerke,
K. Jäger, georgenstr. 11
Telephon 2579
Repräsentant und offlzielle
Verkaufsstelle d r Deutschen
Grammophon-Akt.-Gesellsch.
Berlin-London (24669
Ausikverenn
Protektor: Seine Königliche Hoheit der Grossherzog.
Zoches konzert
im Winter 1912/13
(Einundachtzigſtes Vereinsjahr)
unter Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters Hofrat W. de Haan
und unter Mitwirkung
der Konzertſängerin Frau Tilly Calnbley-Hinken aus
Würzburg, der Hofopernſänger Herren Georg Baldszun
aus Kaſſel und Willy Fenten aus Mannheim, einiger
Herren vom Sänverchor des Lehrervereins von hier,
ſowie der Grossgerzoglichen Hofkapelle.
Montag, den 9. Dezember 1912im Haalbau
Anfang abends 7 Uhr. — Ende nach ½10 Uhr
1. Die Nonnen,
für Chor und Orcheſter von Max Reger.
2. Vier Lieder
am Klavier für Sopran von Max Reger.
3. Alexander’s Feſt,
für Soli, Chor und Orcheſter von G. F. Händel.
Die verehrlichen Damen werden dringend erſucht, vor
Betreten des Konzertſaales die Hüte abzunehmen.
Sonntag, 8. Dezember, vormittags 10 Uhr, im
Haupfprobe: Saalbau. Der Zutritt iſt nur gegen die Haupt=
Preise der Einhmiskar
Stotfern
(20200M
heilt gründlich C. Denhardt’s Anst.
Stutt-
gart. Seit . 0 J. ausgeübt. staatl. ausgezeichn.
Heilverf. Prosp. gr t. Honorar nach Heilung.
Zur Notiz!
Man kann bei den ſich maſſenh.
mehrenden zweifelhaft. Mitteln geg.
Haarleiden nicht genug auf das
be=
reits ſeit 44 Jahr. ſich bewähr., von
Autoritäten empfohlene, ſich durch
Güte und Billigkeit auszeichnende
Haarwaser v. Retter, München
aufmerkſ. machen, welches wirklich
leiſtet, was es verſpr.:
Konſervie=
rung u. Kräftigung der vorhand.
Haare, Reinig. v. Schuppen,
Weich=
u. Glänzendmach. der Haare. Z. h.
um 40 Pfg. u. Mk. 1.1) (3730fl
Dunkelbr. Dackelhünd. zugelauf.
*13117) Heidelbergerſtr. 130, II.r.
probekarten geſtattet.
(für Nichtmitglieder
erhältlich in der
Hof=
buchhandlung von
A. Bergstraesser, Rheinſtraße 6, ſowie abends an
der Kaſſe).
Numerierte Plätze in den vier Balkonlogen
Mk. 6.00
Numerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien) 1. Reihe Mk. 4.50
Numerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien) 2. Reihe Mk. 2.50
Nichtnumerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien)
3. Reihe
Mk. 1.50
Mk. 1.50
Plätze in dem Vorſaal
Texte 20 Pfennig.
Die hier nicht genannten Plätze ſind nur den Mitgliedern vorbehalten.
Fremde (d. h. außerhalb Darmſtadts Wohnende, welche ſich
vorübergehend hier aufhalten), können Karten für Saal und Eſtraden
zu Mk. 4.50 erhalten. Geſuche ſind an den Platzordner des Vereins,
Herrn Architekten J. Harres, Saalbauſtraße 79, zu richten. (24677
Volks=Vorltellung
im Großherzogl. Hoftheater.
Als nächſte Volksvorſtellung wird am Sonntag, 8. Dezember,
nachmittags ½3 Uhr
„Der Pfarrer von Kirchfeld‟
gegeben. — Kartenbeſtellungen haben bis ſpäteſtens Mittwoch,
den 4. ds. Mts., 12 Uhr mittags, bei den betreffenden
Vereins=
ſtellen zu erfolgen.
(24695
Verkehrs-Verein.
Braderer Pläschen Palluns
in wirtichaften und Niederlagen.
Blrent Von der brauerer
Zu den hier abgebildeken Modellen ſind
die Welkruf genießenden
Bukterick’s Schnittmuſter
nach denen jede Dame ohne
Schwierig=
keit ihre Garderobe ſelbſt anfertigen
kann, erhältlich.
Bei Beſtellung iſt genaue Angabe der
Nummer, Taillenweite, Hüftweite und
Oberweite erforderlich. Bezugsquelle für
Butterick’s Schnittmuſter
ſind die überall beſtehenden Butkerick’s=
Agenkuren oder auch die Schnitkmuſter=
Abteilung von Butterick’s Moden=Revue,
Berlin W8, Leipziger Straße 102.
Vorkeile der Hausſchneiderei.
In Modeberichten wird in der Regel von allerhand herrlichen und
koſt=
baren Dingen erzählt, die man in Daris ſieht und in London, und es wird
in einem Tone von denſelben geſprochen, als trüge ſie dort die erſte beſte
Nachbarin, die an der nächſten Ecke wohnt, und in der Drovinz in Deutſchland
ſchlägt man die Hände über dem Kopf zuſammen, iſt man oft verſucht, zu
glauben, ganz Daris und ganz London ſeien ein Meer von Luxus, wo es nichts
dergleichen gibt wie ein beſcheidenes Toilettenbudget, mit dem es heißt Haus
zu halken. Ich kann zu dieſem Dunkt nur bemerken — ſo flüchtig als der
ſehr begrenzte Naum es geſtattet — daß die Ausländerinnen in mittleren
Lebensbedingungen im allgemeinen beſſer mit ihrem Toilettengeld zu
wirt=
ſchaften verſtehen als die deutſche Frau. Ich bitte dieſe Bemerkung nicht
mißzuverſtehen, ich will in nichts die Qualitäten der Deutſchen zu ſchmälern
verſuchen, ich will nur konſtatieren, daß die Ausländerin, ſpeziell was ihren
Anzug anbelangt, mit
ihrem Geld oft weiter
kommt, d. h. daß ſie es
beſſer verſteht, mit
dem=
ſelben zu „ſpekulieren”:
ſie iſt geſchickter in der
Auswahl der Dinge und
geſchickter im Herſtellen
derſelben. Denn — das
halte man ſich ſcharf vor
Augen — nicht darauf
kommt es an, daß man
überhaupt nähen und
ſchneidern kann, ſondern
lediglich darauf, wie die
Objekte,
diemanher=
ſtellt, ausſehen. Es
bedeutet eine ganz
ge=
ringe Erſparnis,
Kittel=
chen für Kinder
herzu=
ſtellen und Schürzen
und Arbeitsbluſen —
dieſe Dinge wirft die
Induſtrie heute ſo
un=
begreiflich billig auf den
Markt — aber es
be=
deuket eine große
Er=
ſparnis, kokette, elegante,
56766
hochmoderne
Kleidungs=
ſtücke auszuführen.
In ſehr vielen
Fällen kann man den
Beſitz derſelben nur
da=
durch ermöglichen, daß
man ſie ſelber herſtellt,
denn Gegenſtände
aller=
letzter Modernität finden
wir nur in Geſchäften,
die „Apothekerpreiſe‟
haben, haben müſſen,
denn ſie laſſen ſich die
Note der Modernität
bezahlen, die Idee, den
Schnitt — weniger das
Material. Die „kleine
Schneiderin” kann ſich
ganz unmöglicherweiſe
darauf einlaſſen, für jede
56811 u. 56855
Kundin neue Schnitte
auszuprobieren,
Rafſi=
nements zu erſinnen und auf beſondere Liebhabereien einzugehen; dafür ſind die
Dreiſe, die ſie nimmt, zu gering. Jeder aber, der für ſich ſelber arbeitet, kann
ſich die Zeit nehmen, ein Arrangement zu ſtecken und wieder zu verändern, kann
vor dem Spiegel ausprobieren, was das Kleidſamere iſt. Ich will hier ein
praktiſches Beiſpiel anführen, das vielleicht mancher Frau Anregung geben wird.
Die Bluſe iſt und bleibt unerläßlich zum Anzug der eleganken
Mode=
dame wie der ſchlichten Frau. Aus der Fülle der Neuheiten, die geboten
werden, greife ich eine heraus. Wir finden ſie nur in ganz feinen Geſchäften,
denn ſie verkörpert erſtens das, was wir als „ganz feinen Geſchmack”
be=
zeichnen, ſie bedeutet weiter großen Luxus, wenn wir ſie fertig kaufen. Aber
wenn wir dieſe Neuheit ſelber anferkigen, iſt die Sache nicht gar ſo ſchlimm.
Ich ſehe unter Nr. 56766 eine Bluſe ahgebildet die den Schnitt, den die
luxurioſe Mode von einer Art der ſtreng modernen Bluſe verlangt, genau
wiedergibt. Ihr Cachet, ihr Lurus beſteht darin, daß ſie weiß iſt und aus
Seide. Da man keinerlei Aufputz benötigt, nicht einmal Futter, kann man
einen ſehr guten Stoff wählen, und zwar ſchwere Charmeuſe oder, was viel
praktiſcher iſt und dabei auch die allerletzte Mode vorſtellt, ſchwere weiße
Tuſſorſeide. Jeder weiß, daß dieſe waſchbar iſt — ſo iſt alſo eine ſolche
Bluſe, ſelbſt wenn der Stoff ſehr teuer ſein ſollte, doch billig; daß ſie im
Hauſe gewaſchen wird, ſetze ich voraus — es muß eine ſchlechte Wirtin ſein,
die eine Bluſe, die waſchbar iſt — fremden Händen anvertraut. Eine Bluſe
aus dem genannten Stoff, nach dem abgebildeten Schnitt ausgeführt,
be=
kommen wir heute nur, wie erwähnt, in Geſchäften allererſter Stufe, in die
ſich manche Frau nicht hineinwagt. An der Hand eines verſtändigen Nates,
eines guten Schnitkes, und ausgeſtattet mit etwas Geſchick, kann ſie aber in vielen
Fällen herſtellen, was nur in dieſen ihr unzugänglichen Geſchäften zu haben iſt.
Die gleiche Form eignet ſich — es iſt das allerdings luxuriöſer — zum
Nacharbeiten aus Voile Ninon. Man verarbeitet dieſen in doppelter Lage
und verſchafft ſich dadurch das Luxuriöſeſte und ſo ziemlich Elegankeſte, was
es auf dem Gebiete der Bluſe gibt, um ſehr geringen Dreis. Ein dunkler
Tuchrock, vervollſtändigt durch eine Bluſe aus gleichfarbigem Voile Ninon
mit weißem Atlas= oder Lingeriekragen, bringt uns in den Beſitz eines eleganten
Nachmittagskleides, das jede Frau ſelber anfertigen kann, ohne ihre Börſe
allzuſehr zu erleichtern, während ſie in einem Geſchäft für dieſe Dinge in
feiner Ausführung hohe Dreiſe zahlen muß.
M. v. Suttner.
Beſchreibung der Abbildungen.
Nr. 56766. Anter Nr. 56766 finden wir ein Hemdbluſenmuſter abgebildet, das ſicher
mit Freuden begrüßt werden wird und aus Wollſtoff, Sammet oder Seide hergeſtellt
werden kann. Die augenblicklich ſehr moderne, im Norfolkſtil gearbeitete Bluſe hat ein
glattes Rückkeil, lange oder halblange Aermel und iſt mit oder ohne Daſſenbekleidung
an=
gefertigt. Am hübſcheſten
wirkt dieſe Bluſe wohl mit
flachem Kragen, wie die
Illuſtration zeigt, es iſt
jedoch auch ein Steh= oder
Amlegekragen vorgeſehen.
Material bei einer
Ober=
weite von 91 cm: Von
81 cm breitem Stoff
2,40 m. Von 88 cm breitem
Stoff für den Kragen,
die Manſchetten und den
Gürtel 35 cm. Preis des
in 7 Größen erhältlichen
Muſters 65 Pfennig.
Nr. 56811. Mitvielen
der immer noch ſo
be=
liebten Tunikaröcke erzielt
man eine gleich ſchöne
Wirkung, ob ſie nun aus
Woll= oder Seidenſtoff
her=
geſtellt ſind. Einen ſolchen
Rock finden wir unter
Nr. 56811 abgebildet. Bei
dieſem mit gehobener
Taillenlinie gearbeiketen
Nock iſt die vierkeilige
Ober=
partie mit vier unken
an=
gefügken Teilen im
Tunika=
ſtil verbunden. Für jede
Dame, die gern zwei
ver=
ſchiedene Stoffe verwendet,
iſt dieſer Rock ein
geeig=
nekes Vorbild. Makerial
bei einer Taillenweite von
61 cm: Von 120 cm breitem
Stoff für den oberen Teil
2,15 m. Von 110 cm
breitem Stoff für den
unteren Teil 1,50 m. Dreis
des in 8 Größen erhältlichen
Muſters 85 Pfennig.
Nr. 56855. Jackettlaut
Abbildg. Nr. 56855 iſt nicht
nur außerordentlich hübſch,
ſondern auch ſehr praktiſch.
Der gut geſchnittene, große
Kragen iſt gleich den
Man=
ſcherten aus abſtechendem
Stoff gearbeitet. Das
Jacketk kann 69 oder 86 cm
lang ſein, die letztgenannte
Länge wird uns auf der
57222
56911
Abbildung vorgeführt. Die
Aermel ſind lang und
zwei=
nähtig, oder dreiviertellang und einnähtig. Die Anfertigung dieſes Koſtüms iſt ſehr
leicht. Die geeignetſten Stoffe ſind Kammgarn, Chevior, Covercoat uſw. Makerial bei
einer Oberweite von 91 cm für ein 86 cm langes Jackett: Von 120 cm breitem Stoff
2,35 m. Von 70 cm breitem Stoff für den Kragen und die Manſchetten des
zwei=
nähtigen Aermels 60 cm. Dreis des in 7 Größen erhältlichen Muſters 85 Pfennig.
Nr. 56911 zeigt ein reizendes Kinderkleidchen, das, aus Sammet oder Seide
her=
geſtellt, naturgemäß ſehr elegant iſt. Soll das Kleid einfachen, praktiſchen Zwecken
dienen, dann verwendet man Cheviot, Serge, Tuch, Natinéſtoffe. Zur Verzierung des
Kleides genügen ein Kragen und einige Beſatzknöpfe. Zum Gürtel eignet ſich ſehr gut
eine einfache gedrehte Schnur oder eine Schnur, die man aus je mehreren Wollfäden
flicht. Es iſt das eine hübſche Neuheit. Die Aermel ſind lang oder halblang und an
die langen Schulkern mittels einfacher Naht angefügt. Der gerade Rock iſt in der
er=
hodten Lmkeminie erwas eingekrauſt. Muſter Nr. 56911 iſt außergewöhnlich leicht
her=
zuſtellen. Makerial für ein zehnjähriges Mädchen für das Kleid mit langen Aermeln:
Von 70 cm breitem Stoff 2,55 m. Von 46 cm breitem Spitzenſtoff für den Kragen 25 cm.
Von Spitzenbändchen 85 cm. Dreis des in 9 Größen erhältlichen Muſters 65 Pfennig.
Nr. 57222. Ein für den täglichen Gebrauch geeignetes Modell wird uns unker
Nr. 57222 vor Augen geführk. Der hübſche Vorderſchluß und die diagonal über den
Rock laufende Verſchlußkante brauchen nur mit einigen Beſatzknöpfen verziert zu werden.
Der kleidſame Robespierrekragen kann aus Leinen, Batiſt oder Seide hergeſtellt werden.
Die ganz neuartigen Aermel beſtehen aus drei Teilen und ſind ganz= oder halblang.
Der fünfteilige Nock wird in gehobener Taillenſchlußlinie an die Bluſe gefügk und zeigt
an jeder Seite des Hinterpaneels eine Falte. Jeder moderne Stoff kann für dieſes
Kleid verwendet werden, das, da nur wenig Beſatzmaterial nötig iſt, mit geringen
Koſten herzuſtellen iſt. Für die Bluſe iſt auch ein Futtermuſter vorgeſehen. Material
bei einer Oberweite von 91 cm: Von 110 cm breitem glakken Stoff 3,45 m. Von
46 cm breitem Spitzenſtoff für den Robespierrekragen 15 cm. Von Spitzenbändchen
75 cm. Dreis des in 8 Größen erhältlichen Muſters 1 Mark.
XII.
Nachdruck auch mik Quellenangabe verboten.
[ ← ][ ][ → ] Hiermit benachrichtige ich meine Geſchäftsfreunde,
daß ich mit Heutigem mein Geſchäft von Grosse
Ochsengasse nach
Schützenstrasse 4
am Ludwigsplatz
verlegt habe. Ich bitte das mir ſeither in ſo reichem
Maße entgegengebrachte Vertrauen auch fernerhin zu
bewahren. — Ich empfehle vorzugsweiſe:
Einma Rhemnnold
Gegrü
ephon
71. Eiergroßhandſung 180
in nur bester
Quali-
tät. Für Haltbarkeit
der Borsten wird
weitgehendste
Ga-
rantie geleistet.
Der Ruf Darmstadts als Kunststadt hat den
U Namen unserer Hessenresidenz weit über die
Grenzen unserer Heimat bekannt gemacht. Unsere
Kautmannschaft — wenigstens soweit ihre Branche
mit der Kunst in Berührung kommt — muss deshalb
im eigensten Interesse darauf bedacht sein, diesen
Ruf in jeder Beziehung zu rechtfertigen. Meine
Firma ist seit Jahren-schon dafür bekannt, dass sie
nur erstklassige Erzeugnisse auf den Markt bringt
und darin eine führende Stellung einnimmt.
Karl Rittershaus, Ludwigsplatz.
Parfümerie Gg. Frz. Frank
Elisabethenstrasse 9.
(6543a)
Telephon 886.
schwarz und spiegelblank wird
das Schuhzeug ohne jede Mühe
bei Gebrauch von Dr. Gentner’s
Schuh-
ereme „Higrin‟
Allein. Fabr. auch des so beliebt. Veilchen
seifenpulvers „Goldperleu:
Carl Gentner
Fabrik chem.. Produkte
Göppingen.
3631M
M. Neukirch, Darmstadt
Alicestrasse 1, I
empfiehlt sich bei Bedarf im
(24273a
Plissieren und Gauffrieren
unter Zusicherung prompter Bedienung und tadelloser Ausführung.
Neueste Flachplisseeröcke
auch für stärkere Damen.
Weihnachtsbitte!
Die Zeiten ſind teuer! Das merkt jeder Hausvater und jede
Hausmutter beim Einkauf von Lebensmitteln. Und wenn die
Ein=
nahmen nicht ſteigen, nur Jahr für Jahr die Ausgaben, dann will
ſich manchmal die Sorge ins Herz ſchleichen: Wie ſoll es im
kom=
menden Winter gehen? beſonders wenn nicht nur zwei oder drei
zu ſättigen ſind. Wo kann mehr geſpart werden? die Frage wird
immer ernſter — auch für die Leſer dieſes Blattes — denn ſo reich
ſind wenige, daß ſie nirgends zu ſparen brauchten.
Und dennoch wagen wir, die Epileptiſchen=Anſtalt zu Nieder=
Ramſtadt und alle ihre Bewohner, um Gottes Willen die herzliche
Weihnachtsbitte: Ihr lieben Leſer ſpart nicht an uns! — Wenn ſich
bei uns Tag für Tag mehr als 200 Kranke an unſere Tiſche ſetzen,
in der Erwartung, daß ſie ſatt gemacht werden, — welche Sorge
bedeutet das für uns, die Hauseltern. Und wie gut ſchmeckts unſeren
Kranken! Und wenn wir in unſerer Anſtalt Weihnachten feiern und
die Kranken zu dem ſtrahlenden Chriſtbaum führen — o, dann
finden die Kleinen und die Großen ſo gerne auch etwas unter dem
Baum: Allerlei Kleidungsſtücke, etwas zum Spielen, etwas zum
Leſen. Wer will unſeren Kranken eine Weihnachtsfreude bereiten
und damit ſich ſelbſt?
(24721oo
Jede Gabe iſt uns willkommen, ſei es Geld oder ſonſt etwas.
Allen Leſern dieſer Bitte wünſcht eine durch Gottes größtes
Weih=
nachtsgeſchenk ſorgenfreie Weihnachtsfeier
Die Anſtalt für Epileptiſche zu Nieder=Ramſtadt.
(24711a
Billiger
Weihnachts-Verkauf!
Grosse Gelegenheitskäufe in
Kostüm-, Kleider- und Blusenstoffen.
Hunderte Reste
Weisswaren und Ausstattungsartikel.
Damen-Mäntel neuester Sortimente.
Besonders billige Schürzen, Unterröcke.
Lugwigsplatz 8½
WLanz-i. Stock.
Wie ich eine
chicke Frau wurde?
Dadurch, dass ich meine
überall bewundert. Kleider
nur nach d. entzückenden
Favorit-Moden-Album,
Preis nur 60 Pf., wählte u.
nach den vorzügl.
Favorit-
schnitten leicht u. preiswert
selbstschneiderte. Favorit-
Mstr. sind einzig.
Hundert-
tausende benutz. nur diese.
Die Verbraucher erh. 1912
wertv. Jub.-Gaben. Präm.-
Liste gratis d. alle Agent.
Ferner empfohlen:
Jugend-Moden-Album 60 Pf.
Favorlt-Handarbeits-Album 60 Pf.
Verlag: Internat.
Schnitt-
manufaktur Dresden-N. 8.
Arthur Strtig, Louisenplatz 4.
Die Epileptiſchen=Anſtalt
zu Nieder=Ramſtadt bitt.
wieder=
um um getragene Kleider, altes
Weißzeug, Lappen, ſowie
Ge=
brauchsgegenſtände aller Art.
Die Sachen werden nach Beſtellg.
(telephoniſch Amt Darmſtadt Nr. 572
oder ſchriftlich in den Briefkaſten
Kiesſtraße 30, part.) jederzeit mit
herzlichem Dank im Hauſe abgeh.
22675a)
Weimar, Pfr.
Herrſchaften!
Verkaufen Sie Ihre getragenen
Kleider nach auswärts, dann
er=
zielen Sie hohe Preiſe (bis 20 M.
pro Anzug). Kaufe auch Schuhe,
Stiefel, Zinngegenſtände, Waffen,
Zahngebiſſe ꝛc. Offerten unter
A. B. 420, postlagernd. Dienstag
zu ſprechen.
(Fr24691
Auſppl. v. Rov.
Spezlalität: uſw., ſowie alle
vorkomm. Schreinerarbeiten (20359a
Adolf Zeller. Schützenſtraße 8.
Zum
Das Duch lur Nhe.
Altbewährte, durchaus gediegene, bereits im
48. Jahrgang erſcheinense
:: illuſtrierte Jamilienzeitſchrift:
Große Reichhaltigkeit,
Beſondere Vorzuge:
ſorgfältig gewählter
intereſſanter Inhalt:: :::: viele prachtvolle
Illuſtrationen=
außerordentliche Billigkeit.
Jährlich 28 Hefte. Preis für das Heft
nur 30 Pfennig.
Das über die ganze Welt verbreitete „Buch für Alle” iſt, getreu
ſeinem Namen und unterſtützt von den erſten Schriftſtellern und
Künſtlern, jederzeit beſtrebt, ein
echtes deutſches Jamilienbuch
zu ſein. Es iſt jedem zu empfehlen, der ſeine Erholungsſtunden
gern intereſſanter Lektüre widmet und Freude hat an echt
lünſtleriſchen Illuſtrationen.
(V21678
Beſtellungen bittet man an die nächſtgelegene Buchhandlung zu
richten; wo der Bezua auf Hinderniſſe ſtößt, wolle man 1i
an unt rze nete Nera sbuchhand ung
Me
Anion Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Photo-Bijouterien
Emaillebilder
in prima
Ausführung
Fassungen
und allen
Preislagen
beziehen Sie vorteilhaft von
(23402a
Schwaighofer & Keisch
Bleichstr. 19 DARMSTADT Bleichstr. 19.
Spezialität: Echt engebraunte Emaillebiider, Grabplatten und Vergrösseruagen.
Weiblich
Tücht. Schneiderin nimmt noch
Kunden im Umändern v. Kleidern,
Weißzeugnähen und Ausbeſſern.
Karte gen. Frankensteinstr. 61,III. (*1314s
Schneiderin empfiehlt ſich
Ahaſtraße 24, 2. Stock. (*13124om
Mädchen empf. ſich im
Weiß=
zeugnähen u. Ausbeſſ. d Wäſche in u.
auß. d. Hauſe, geht auch in Geſchäft.
Off. unt. L. 51 a. d. Exp. (*12922fso
Tücht. Mädch. ſuch. Stelle Frau
Susanna Röse, gewerbsmäßige
Stellenvermitt-
lerin, Kiesſtraße 35, 1. St. (*13131
empf. ſich bei
Tüchtige Kochin vorkommend.
Geſellſch. und Feſtlichkeiten
Hoff=
mannſtr. 21, Hth., II., r. (*13127oi
Unabh. Mädchen ſucht tagüber
Stellung. Näh. i. d. Exped. (*13123
Männlich
Einſacher, ehrlicher, ſleiſtiger
Mann, verheiratet, Ende 30 er,
gedient, vom Lande, aus beſter
Familie, ſucht Stelle als
Lager=
diener, Verwalter, Pförtner
oder dergl. Kaution kann geſtellt
werden. Gefl. Zuſchriften erbeten
unter K 6 an die Exped. (24125a
Ehrl., fleiſ., ſol. Arbeiter (ſtücht.
Schrein. m. Werkz.) ſ. Beſch. irg. w.
Art. Näh. in der Exp. (*13029so
Sol. jg. Mann ſ. Stell. a.
Lauf=
burſche o. i. ein Magazin. Gefl. Off.
unt. L. 62 an die Exp. (*12973soi
Weiblich
Mehrere tüchtige
zur Aushilfe bis
Weihnachten gesucht
Kaurh. M. Schnelder
Darmstadt.
(24720
und junge
Arbeiterinnen
Arbeits=
burſchen ſucht HAsslA,
Schoko=
ladenfabrik, G. m. b. H., Darmstadt. (*
Saubere Lauffrau für viermal
in der Woche vorm. 2 St. geſucht
*13130) Waldſtr. 15, 2. Stock.
das kochen kann,
Ein Mädchenl, zu einer Dame
geſucht ein Mädchen zu 2 Leuten,
ein Mädchen wegen Verheirat. des
jetzigen Mädchens, ſehr g. St. Frau
Susanna Röse, gewerbsmäßige Stellenvermitt-
Lerin, Kiesſtraße 35, 1. St. (*13132
Zuverläſige Lauffrau geſucht
Speſſartring 11. 2. Stock. (*13128
Alleinmädch. ſof. od. ſpät. geſ.
*13146oi) Saalbauſtr. 69, 1. St.
Lauffrau od. Mädch. v. vorm.
8—10 u. nachm. 2—4 Uhr geſucht.
Näh. in der Exp. ds. Bl. (*13145
Männten
Iiei
Junger Mann, Buchführung
verſteht, wird alsbald bei gut. Lohn
zu engagieren geſucht. Kaution
muß geſtellt werden. Näh. Schmitt,
Kaſinoſtr. 21, 1. Stock. (*13121
Tücht. Mechaniker u. Schloſſer
für unſere Maſchinenfabrik
Darm=
ſtadt bei guter Bezahlung für
dauernd geſucht. Carl Schenck,
Eiſengießerei und Maſchinenfabrik
G. m. b. H Darmſtadt. (24236a
Mk. täglich Verdienſt d.
Verkf. m. Patentartik. für
2
Herr. Neuheitenfabr.
Mitt=
welda-Markersbach Nr. 117. (192891f
Geſucht.
Reiſender und Kaſſier für
mittlere Brauerei. Offerten mit
Gehaltsanſprüchen unter L 11
an die Erpedition dieſes Blattes
erbeten.
(24396do
10—20 Mk. tägl. Verdienst
durch leichte Fabrikationen.
Pro=
ſpekt gratis. Heinr. Heinen,
Mül-
heim-Ruhr-Broich. (246900
Vertreter
der Sägenſchärfmaſchine
„„Cebeco‟
wird gebeten, ſeinen Namen
be=
kannt zu geben unt. Chiff. L 99
an die Exp. ds. Bl.
(*13138
1 Zimmer
große 5 Zimmer=Wohnung mit
Gas, Bad u. allem Zubehör
als=
bald billig zu vermieten. Näheres
Griesheimerweg 19, Kontor. (22866t
Frankfurterſtr. 11, am
Herrn=
garten, 1. St., 5 Zimmer nebſt
Zubehör per ſofort an eine ruhige
Familie zu verm.
(24528s
Karlstrasse III II.
ſchöne 4 Zimm., Bad Ver.,
600 Mk., event. mit Nachlaß,
per 1. Januar zu vermieten.
Näheres daſelbſt. (*13115soim
Neckarſtr. 22, II., neu herg. helle
4 Zimmerw. Bad, Gas, Speiſek.,
an ruhige Mieter baldigſt. (17319s
Untere Wendelstadtstr.
im erſten Stock 4 Zimmer=
Wohn. p. 1. Januar zu verm.
Näh. Zimmerſtr. 1. (20373od
1 Zimmer
ſchöne 3 Zimmer=Wohnung. Zu
erfragen bei Donges & Wiest,
Eliſabethenſtraße 25½. (23798t
Heidelbergerſtr. 98, ſch. Hochp.,
3 Zimmerwohnung, Gas,
Raſen=
bleiche, in ſtillem Haus, per ſofort
oder ſpäter. Näh. 1. Stock. (24169a
Eliſabethenſtr. 29, Htb., ſchöne
3 Z.==Wohnung per ſofort. (14862o
Gr. Bachgaſſe 7, II. St. Drei=
Zimmerwohn., Pr. 18 Mk. (*12800dom
Arheilgerſtr. 69, Manſ., 2 Zim.
mit Gas und Zubeh. (*13135om
Wienersſtr. 52, Vdh., 2 Z.=W.,
daſ. Werkſtätte zu verm. (*13137oi
Zu vermieten p. 1. Jan. 1913
Hübſches Landhaus mit 6 Zim.,
Küche, Bad u. allem Zubehör.
1 Std. von Darmſtadt gelegen,
billig zu verm. Off. u. L 76
an die Exped. d. Bl. (24616t
Preis nach Uebereinkunft.
Gelelen
Dür Rechtsanw. od. Engros=
2 Geſch. paſſend, per 1. April
Wohn. mit ſep. Büro u.
Lager=
raum zu verm. Auch vorzügliche
Lage für ein fein.
Kolonialwaren=
u. Delikateſſen=Detail=Geſchäft, da
Laden gebrochen werden könnte.
Evtl. auch zu günſt. Bedingungen
zu verkaufen. Zu erfragen Bis=
(23341t
marckſtraße 80, part.
10—12000
Eillei=
Mark
vertrieb
für einen ganz bedeutenden Artikel, der ge=
Suhres‟ eignet iſt, eine vollſtändige Umwälzung der
betreffenden Branche hervorzurufen, iſt
kommen.
für Darmſtadt, evtl. auch größeren Bezirk
ſofort zu vergeben. Branchekenntniſſe nicht
nötig, ſondern nur Fleiß. Beſtempfohlene
Herren, die über ein Barkapital von ca.
6000 Mark verfügen, wollen Offerten unt.
C. D. 2308 an Haasenstein & Vogler,
(24689fl
Berlin W 8 ſenden.
Laden
für jedes Geſchäft geeignet, mit od.
ohne 3 Zimmerwohnung zu verm.
Näh. Hügelſtr. 27, I. (24221od
f. beſſeren Ar=
Möbl. Zimmer beiter billig zu
vermieten.
(24625t
Schützenſtraße 10½, 3. St.
Waldſtraße 39, part., ſchön
möbl. Zimmer.
(*13048so
Lauteſchlägerſtr. ½, part., mbl.
Zim. ſof., pr. Woche 3.50 M. (*12075s
Eliſabethenſtr. 29, I., zwei fein
möbl. Z., Wohn= u. Schlafz. (24663a
Kranichſteinerſtr. 59 frdl. möbl.
Zim. m. ſchön. Ausſicht u. ſep. Eing.
zu verm. Zu erfr. 4. Stock. (24658t
Pension
Eliſabethenſtr. 4, II., Mink
gut möbl. Zimmer mit
Mittags=
tiſch 50 M., daſ. k. n. einige Herren
am Mittagstiſchteilnehmen. (*1202go
Schloßgartenſtr. 11, 3. St.
ſchön möbl. Zimmer m. ſep.
Ein=
gang p. ſof. od. ſp. z. vm. (*13039so
Schuchardſtr. 4, II. I., möbl.
Zim. m. ſep. Eing. ſof. bill. (*13059so
Ludwigsplatz 4, II., zwei kleine
möbl. Zimmer.
(*13056soi
Hochstr. 53, II.
ein großes, gut und bequem möbl.
Zimmer zu verm. (B21126oms
Bleichſtr. 45, 1. Stock, ſchön
möbl. Zimmer zu verm. (24112a
Schloßgaſſe 2, 1. Stock, möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (24033t
Mollerſtr. 37, II., in ruhigem
Hauſe, 1 ſchön möbl. Zimmer z. v.
Anzuſehen von 10—3 Uhr. (23433t
Saalbauſtraße 38 ſchön möbl.,
geſundes Zimmer. Zu erfragen
im Schuhladen.
(23630t
Heinheimerſtr. 8, 1. St. r., ger.
möbl. Wohn= und Schlafzimmer
ſofort zu vermieten.
(22877t
Wenckſtr. 34 hübſch möbl.
Wohn=
u. Schlafzim. m. Klav. u. Schreibt.,
evtl. 2 Bett i. ruh. Hauſe. (24266a
Ireneſtraße 12, Ecke
Viktoria=
ſtraße, part., ſchön möbl. Zimmer,
ev. Wohn= u. Schlafzim. (24423t
Rheinſtraße 8, 3. Stock, ſchön
möbliertes Zimmer zu vm. (24465t
2—3 Zim.
Möbl. Wohnung, mit Küche,
ſof. zu vm. Näh. in d. Exp. (*12908fso
Soderſtr. 4, II., ſch. möbl. Zim.
m. Schreibt., in fr. Lage. (24486a
Eliſabethenſtr. 30, Hinterbau,
1 gr. möbl. Zim. mit 1 od. 2
Bet=
ten billig zu vermieten. (*12911fso
Schön möbl. Zimmer zu verm.
Bleichſtr. 36, 2. St. (*13011so
Liebigſtr. 47 ein behagl. möbl.
Wohn= u. Schlafzim. (22741oidf
Parkusſtr. 8, 1. Stock, ſchön
möbliertes Zimmer. (24531s
Mühlſtr. 38, I., ein gut möbl.
Zimmer, ſowie ein Wohn= mit
Schlafzim. ſof. zu verm. (24702t
Kaſinoſtr. 11, I. r., ſchön möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (*13143
Frankfurterſtraße 58, II., gut
möbl. Zim. zu verm. (24714oms
Grafenſtr. 8, II., ſch. möbl. Zim.,
auch mit 2 Betten, zu vm. (*13154
(
Per 1. April 1913,
früher,
5 Zimmerwohnung mit Zubehör
von ruhigen Leuten geſucht.
Offerten mit Preisangabe unter
L. 80 an die Exp. ds. Bl. (*13116
Schöne 4 Zim.=Wohn.,
tunlichſt mit elektr. Licht und Bad,
per 1. April 1913 geſucht. Offerten
mit Preisangabe unter H 84 an
die Expedition d. Bl. (12010sss
Jutter mit erwachſ. Sohn
W ſucht bis 1. April ſchöne
3—4 Zim.-Wohn.
mit Bad in beſſerem Hauſe und
guter Lage. Offerten unter L 9
an die Exp. ds. Bl. (24389ds
Duhige Fam. ſucht im Johannes=
A viertel geräum. 4 Zim.=Wohn.
per 1. April 1913. Offerten unter
L 6 an die Exped. (*12792dsi
Leamter ſucht möbl. Zimmer m.
B Mittageſſen Nähe alt. Bahnhof.
Off. unt. O. bahnpostlag. (*13132oi
Geſucht il. Famile (3 erwachſ.
Perſ.) 3 Zimmerwohnung, weſtl.
der Wilhelminenſtr. Offerten mit
Preis u. L 49 an d. Exp. (*12921fo
lienhaus
EI
Tuf
Bismarckstr. 41, komfortabel
eingerichtet, ſolid erbaut, 10
Zim=
mer, Bad, Balkon, Küche,
Mäd=
chenzimmer, elektr. Licht, Gas und
kleiner Garten, wird zu günſtigem
Preis verkauft. Weiteren
Auf=
ſchluß nur bei der Firma Sebaſtian
Eckler, Rheinſtraße 9,
Tele=
phon 243.
(24681a
Das Anwesen
Nieder-Ramstädterstr. 65,
den Rh. Ziegelwerken gehörig,
Vorder= u. Hinterhaus, Stallung
u. geräumig. Hof, 792 am Grundfl.,
ſich beſonders f. Gewerbetreibende
eignend, wird unter günſtigen
Be=
dingungen verkäuflich abgegeben.
Näheres bei Seb. Eckler,
Rheinſtraße 9.
(B2195i
Verkauf.
Das Einfamilienhaus im
Gei=
ſenſee 11 Ecke Schießhausſtr.,
nach den Plänen des Herrn Prof.
Pützer ſolid u. prakt. erbaut, mit
8 Zim., 4 Manſ., Bad, elektr. Licht,
ſchön. Wirtſchaftsräumen im
Sou=
terrain u. Zentralalheiz., iſt ſofort
zu verkaufen. Geſamtfläch.=Geh.
711 gm. Die Bedingungen ſind
günſtig geſtellt. Weiteren
Auf=
ſchluß erteilt das Immob.=Geſchäft
Sebastian Eckler, Rheinſtr. 9,
(23795a
Telephon 243.
224 Zimmer und
Wonnhaus Manſarde,
Hof=
raum, großer Garten, Gas,
Waſſer=
leitung, iſt erbteilungshalber zu
ver=
kaufen. Lage: Kiesſtraße nächſt der
Hochſtraße. Näh. Auskunft erteilt
P. Luft, Liebfrauenſtr. 70. (54a
aus mit 15—16 Zimmern, Stall
2) f. 4 Pferde, ſ. Lage, zu kaufen
geſucht. Off. unt. L 78 an die
Expedition.
(*13040
Hertschatiiche Ulld
mit allem Komfort der Neuzeit,
schönem Garten etc. in Bensheim
gegen besseres Etagenhaus in
Darmstadt zu tauschen gesucht.
Gg. Keil, Großh. Geomet. I. Kl.
Immobilien-Hypothek., Darmst.,
Rheinstr. 47, Tel. 2070. (24496fo
In schönster Lage Darmstadts
Wald, schön. Freibad,
elek-
trische u. Vollbahn in un-
Amittelb. Nähe, ist Bauplatz
f. vornehm. Geschäftsh.,
Pen-
sion etc. geeig., sehr preisw.
zu verk. Off. u. J. 56 Exp.
Vermittler verbeten. (24011a
000 — 4000 Mark ſind auf
J 2. Hypothek auszuleih. Off. erb.
unt. L. 59 an die Exp. (*12971so
ein aheten urlche
v. 10 Jahr. hergeliehen (*12642mod
Vertreter Schmitt,
Kaſinoſtraße 21 1. Stock.
Darienen
erhalt. kreditwürd. Perſonen durch
J. B. Kling. (*12885fso
Büro: Ballonpl. 5. Kein Vorſch.
Ideenreiche Menschen!
Wir vermitteln zw. Idee u. Kapital.
Broſchüre grat. Verwertungs-
Ge-
sellschaft m. b. H., Cöln a. Rh. (*13141
Grossh. Hess. z Kaiserl. Kuss.
HOFLiEFERANTEH.
Eisen=
bahnen
mit Federzug
von 1.— bis 50 Mk.
Elektrische
Eisenbahnen
Dampf=
Eisenbahnen
Enorme Auswahl in
Tunnels, Lokomotiv-
Schup-
pen, Signalen, Lampen,
Läutewerken etc. etc.
Kinomato-
graphen
von 3.— bis 45.− Mk.
Größte Auswahl, viele
Neuheiten in (24723a
Laterna magica-Bilder u.
Kinomatographen-Films.
Dampf=
maſchinen
vom einfachsten Spielzeug
bis zum hochf. Lehrmittel.
Elektromotore, Dynamos,
Dynamobile, Automobile,
Experimentirkast.,
Zauber-
kasten, Diana-
Luftdruck-
gewehre, Zeppelin-
Luft-
schiffe, Schattenspiele.
Achtung! Für Kaufmann.
Eine gutgehende Zigarrenfabrik
bei Gießen ſofort bill. zu verkaufen.
Kleine Anzahlung erforderlich.
Off. erb. unt. L. 75 an d.
Ge=
ſchäftsſtelle zu richten. (24630a
ittagstisch
Fleisch u. veg. Kost von
60 Pf. b. M. 1.— im Abonn.
Fleisch u. veget. Kost v.
50 Pf. b. 70 Pf. im Abonn.
Auschaut des berühnten
:: Wormser Weinmostes:
Koin Friniewang. (14
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4, 1. Stock.
Hineingetreten
[ ← ][ ] Der erste Rang
ist besetzt
durch die
Gen
Eine 5 Pfg. Ggarette
von hochedelster Qualität.
Sport.
— Kartell=Vertrag zwiſchen K. A. C. und A. D. A. C.
Entgegengeſetzt zu den kürzlich durch einen Teil der Tages=
und Fach=Preſſe gegangenen Nachrichten, daß die Löſung
des ſeit 1905 beſtehenden Kartell=Vertrages durch den
K. A. C. betätigt worden ſei, geben beide Klubs gemeinſam
und offiziell Folgendes bekannt: Der zwiſchen dem
Kaiſen=
lichen Automobil=Club=Berlin und dem Allgemeinen
Deutſchen Automobil=Club=München beſtehende Kartell=
Vertrag wurde durch gegenſeitiges Uebereinkommen mit
heutigem gelöſt. Gezeichnet iſt die Kundgebung von den
beiderſeitigen Präſidien. Es iſt zu begrüßen, daß die
bei=
den in Deutſchland maßgebendſten Klubs in Frieden ſich
getrennt haben, nachdem ſich die Beſtimmungen des
Kar=
tell=Vertrages unter den heutigen Verhältniſſen, beſonders
infolge des rapiden Wachstums und der großzügigen
wirtſchaftlichen Tendenzen des A. D. A. C.=München, in
der Praris als unhaltbar erwieſen hatten.
Der A. D. A. C.=München teilt uns hierzu mit, daß er
feſt entſchloſſen iſt, in friedlichem Wettbewerb mit dem
bisherigen Vertrags=Klub an den gemeinſamen Zielen zu
arbeiten. Er müſſe allerdings die durch ſeinen Umfang
(22000 Mitglieder) und ſeine tatſächlichen Leiſtungen für
den Geſamtautomobilismus durchaus begründete
Gleich=
berechtigung mit ſonſtigen führenden Klubs unbedingt für
ſich in Anſpruch nehmen.
Luftfahrt.
* Thorn, 29. Nov. Die Leutnants Joly und
Heinz von der Fliegertruppe Döberitz, die heute
vor=
mittag in Döberitz aufgeſtiegen waren, ſind heute mittag
um 12 Uhr in der Feſtung Thorn glatt gelandet.
Den Rückflug beabſichtigen ſie morgen auszuführen.
sr. Der Angriff auf den Diſtanz=
Welt=
rekord für Freiballons den der franzöſiſche
Sportsmann Dubonnet mit ſeinem Ballon „Condor” von
Compiegne aus unternahm, iſt mißglückt. Der Ballon
wurde nach der deutſchen Oſtſeeküſte getrieben und landete
dort, in der Nähe von Malente. Nach Feſtſtellung der
Perſonalien der Luftſchiffer wurden dieſe freigelaſſen und
konnten dann die Rückreiſe nach Paris antreten. — Auch
ein Angriff auf den Dauerrekord für
Flug=
maſchinen, der zurzeit von Fourny mit 13 Stunden
17 Min, gehalten wird, mißglückte dem belgiſchen
Avia=
tiker Fiſcher. Dieſer war auf dem Flugplatz von
Etam=
pes mit einem Henry=Farman=Doppeldecker aufgeſtiegen.
Nach zirka 6ſtündiger Flugzeit entſchloß ſich Fiſcher aber
mit Rückſicht auf die große Kälte und den zunehmenden=
Wind zur Landung.
Handel und Verkehr.
* Leipzig, 29. Nov. In der heute zur
Beſchluß=
faſſung über die Auflöſung des Mitt eldeutſchen
Braunkohlenſyndikats einberufenen
Verſamm=
lung wurden die entgegenkommenden Vorſchläge des
Syn=
dikats von dem Michelkonzern wiederum abgelehnt. Die
Bildung eines erweiterten Syndikats iſt damit unmöglich
geworden. Der am Samstag ſtattfindenden Sitzung bleibt
es vorbehalten, die Entſcheidung über die Auflöſung des
Mitteldeutſchen Braunkohlenſyndikats zu bringen.
Literariſches.
Herbſtſtudien im Deutſchen Wald.
Far=
benphotographiſche Studien von Hans Hildenbrand. Mit
einem Geleitwort von Geh. Hofrat Trinius. 10
präch=
tige Kunſtblätter auf hochfeinem weißen Karton
mon=
tiert in hocheleganter Mappe 10 Mk. (
Farbenphotogra=
phiſche Geſellſchaft m. b. H., Stuttgart, Auguſtenſtraße 13.)
Die Photographie iſt in unſeren Tagen außerordentlich
hoch entwickelt und wenn das Problem der
Farbenphoto=
graphie auch noch nicht reſtlos gelöſt iſt, ſo wird doch auch
auf dieſem Gebiete ſchon etwas geboten, das vornehmſter
wahrer Kunſt gleichkommt. Freilich gehört dazu nicht
allein die Photographie= und Drucktechnik, ſondern vor
allem ein künſtleriſcher Geſchmack in der Auswahl der
Bilder und der Begrenzung des Bildausſchnitts. All
das eint ſich in der vorliegenden Mappe zu einem
Meiſter=
werk ſeiner Art. Es ſind wunderbare Naturſtudien und
köſtliche farbenprächtige Bilder zugleich. Eine gleich
ſchöne Mappe zu gleichem Preiſe enthält 10 Kunſtblätter
„Herbſt in den Schweizer Alpen” mit einem
Vorwort von J. C. Heer. Von den Herbſtſtudien im
Deutſchen Walde und in den Schweizer Alpen werden
die Mitglieder der Touriſtenvereine, Naturfreunde. Jäger,
Kunſtfreunde, Maler, Amateurphotographen, wie alle
ge=
bildeten Kreiſe entzückt ſein.
* „Aus dem Irrgarten der Geſchichte‟
24 hiſtoriſche Bilder von Emil Gebhart. (Verlag Julius
Hoffmann, Stuttgart. Broſch. 3 Mk.) Die Wirklichkeit,
von genügend hoher Warte und mit kundigem Auge
ge=
ſchaut, iſt oft wunderbarer und romantiſcher als die der
menſchlichen Phantaſie entſpringenden Dichtungen. In
Emil Gebharts Werk finden ſich 24 ſolcher hiſtoriſcher
Wirklichkeitsromanzen in packender Darſtellung zu einem
farbenprächtigen Moſaik vereinigt. Auf den Ergebniſſen
neueſter Sonderforſchung fußend, ſchildert Gebhart
zu=
meiſt Epiſoden, und da er in der Wahl der Stoffe eine
Vorliebe für das Pathologiſche der Menſchennatur und
für das Schreckenerregende zeigt, ſo entrollt ſich in ſeinen
Skizzen eine Reihe ergreifender Bilder, zum Teil von
packender Tragik. Der Autor hat den Stoff meiſterhaft
behandelt und gibt neben überaus feſſelnden
geſchicht=
lichen Darſtellungen eine pſychologiſch vertiefte
Charakte=
riſierung und in dem Ganzen eine geſchickt dramatiſch
aufgebaute Lektüre voller Spannung.
Heine=Kalender 1913. Herausgegeben
von Eugen Korn. (Fenien=Verlag, Leipzig. Broſch.
1,50 Mk.) Der nun im 4. Jahrgang erſcheinende Heine=
Kalender — vornehm ausgeſtattet und reich illuſtriert—
bildet wiederum eine koſtbare Ergänzung und
Vergrößer=
ung der Heine=Literatur, über deren neuen Erſcheinungen
er übrigens in einem beſonderen umfangreichen Abſchnitt
eine Ueberſchau gibt. Vortrefflich redigiert, iſt das Buch
eine Zierde für jede Bücherſammlung, vor allem für
jeden Literaturkenner.
* Tenien=Almanach 1913. (Fenien=Verlag,
Leipzig, Bismarckſtr. 18. Preis 50 Pfg.) Rechtzeitig vor
dem Weihnachtsfeſt iſt der reichhaltige, hübſch und
inter=
eſſant illuſtrierte „Tenien=Almanach” erſchienen. Reich
an literariſchen Beiträgen aus ſchöngeiſtiger Lektüre und
an Bildbeigaben, unter denen eine Anzahl
Reproduk=
tionen von Goethes Handzeichnungen beſonders feſſeln.
Gewinnansing
der
1. Dreußiſch-Käddentſchen
(227. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotterie
5. Klaſſe 18. Ziehungstag 29. November 1912
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und I.
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A, f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
40 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 40000 Mk. 38779
2 Gewinne zu 15000 Mk. 101223
2 Gewinne zu 10000 Mk. 124640
4 Gewinne zu 5000 Mk. 27510 28645
90 Gewinne zu 3000 Mk. 671 15553 23240 27071
28452 35316 41099 42376 44037 44908 59144 60872
62341 78685 80055 81326 88935 89967 96028 100994
103607 104740 110901 113448 113759 114150 114433
118477 125710 131339 132066 151060 155155 155590
156324 162464 166597 177890 182064 185288 165625
189491 191693 195668 206516
152 Gewinne zu 1000 Mk. 1916 6077 7203 10136
11047 16365 21507 22935 26346 27481 27499 31626
31799 31899 33255 36266 43750 46826 48873 50444
58340 64483 65149 67284 68178 69506 71182: 71744
73612 75272 76472 76959 81604 82044 87008 91676
102998 106867 109677 116883 119431 122515 124599
131136 132072 135141 138821 139373 141402 142603
143714 145026 148160 148965 153365 156595 165322
170158 174653 178290 179275 180073 181498 182425
184277 187719 188281 189271 194121 197564 199273
199837 201253 201815 204983 207801
212 Gewinne zu 500 Mk. 1246 2953 5467 6532.
6857 7136 8515 9322 15105 22625 26886 32937
35085 36318 37339 37612 40883 41085 41396 45203
46072 47296 49894 50684 56829 60967 62417 65989
70478 71934 73098 75621 77647 79822 80078 81835
82258 83125 84345 86132 86747 89996 93784 95763
99362 102683 104356 104841 104941 107618 115330
116925 116977 117836 118479 118792 120182 120641
122900 123458 125812 128277 128927 130351 131507
131542 131842 134406 134448 134589 137072 138141
138195 138748 141530 141614 142371 142821 148459
151938 153050 156523 156916 157979 159281 161061
162877 166196 174719 179862 180043 180239 162862
186700 186558 187782 188636 188673 191508. 199336
199603 201946 202427 203157 206601 207772
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
8 Gewinne zu 5000 Mk. 83703 125492 131416
174604
72 Gewinne zu 3000 Mk. 6368 14685 17016 24333
27053 37413 51063 52130 54246 57314 62297 72439
73809 78253 86584 89862 92971 99976 102173 107046
109868 114049 126514 136545 138823 138903 142446
146226 149623 151688 152633 154181 154551, 157971
197509 202736
118 Gewinne zu 1000 Mk. 6387 6706 8312 10142
10909 11582 11836 12027 21185 23418 31600 34666
35121 43118 46741 49295 49766 54643 56607 61199
65525 71315 72197 75463 78745 79380 81160 81386
83112 84655 67435 89769 91726 94675 100613 106832
110723 117798 120557 121254. 125796 127524 131306
141281 145354 149906 157126 162450 166776 167233
170172 170299 172534 176633 190955 193426 203347
204274 206868
210 Gewinne zu 500 Mk. 1174 7747 9218 10791
20296 20586 26851 27645 32218 35134 35629 35776
36631 39765 42324 44233 44689 44738 48260 48990
49646 51645 52708 54784 57863 60369 62045 64320
66568 68959 69459 71539 72227 75179 77634 79180
80806 84492 84526 86474 89717 93810 96812 99766
101073 102482 103737 107888 110001 110275 110329
111106 116781 116501 116688 117172 118393 119473
121416 123129 124753 131760 139413 139475 140364
142029 143467 146228 147738 151706 152236 153770
154083 155977 157695 158266 158303 158556 159680
160199 160459 161484 160466 171627 174035 174577
175766 178766 162355 182865 184394 186485 189977
192881 194663 196031 198452 200096 200991 202439
202780 203061 204612 205902 207028
(20881M)
ASEEN-AUTU%
24685a)
Idealste Luxuswagen der Gegenwart!
Geräuschlos u. absolutzuverlässig. Geringste Reparaturen
Frühzeitige Bestellung sehr zu empfehlen (24685a
Gebrauchte Wagen werden eingetauscht.
Müller S Ober
Inh. A. Ober Karfsstr. 30
Gr. Hoflieferant Telephon 651
fühneraugen
und Nageloperationen
werden ſorgfält. ausgeführt
Fr. Hartmann, appr. Heilgeh.,
Grafenſtr. 20, Tel. 276. (14215s
Hin ſchw. gut erhalt. Herren=
Paletot, mittl. Größe, zu verk
Näheres Expedition. (24470fo
Weize werd. zu ſchick. Toque, mod.
Muff u. Stola bill. angefertigt
24456a) Ludwigspl. 8, Vdh. III.
I. Hess. Versich. geg. Ungezierer
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461.
Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.
Für Hausbeſ., Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung geg.
Ungeziefer beſond. zu empfehlen.
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (14191a
reiarmige Gaskrone für 25 Mk
zu verkaufen.
(*12969sc
Roquetteweg 8.
Friege uch-Hauf
mit der neuen
hygienischen
Bürste
Illystu
Aerztlich empfohlen!
Vorzüge:
Zerlegbar, deshalb
Reinigung kinderleicht.
Hygienisch unerreicht!
Die neue und äußerst praktische Bürste läßt sich nach jedem
Gebrauche, d. h. so oft man es wünscht, mit einem Zuge zerlegen
und mit dem „Reiniger” gründlich putzen.
Dabei ist infolge der Gliederung des Borstenbodens die
Mög-
lichkeit gegeben, jede Borstenreihe einzeln gründlich zu reinigen,
so daß auch nicht der geringste Rückstand verbleibt, was nicht
nur für die Pflege eines schönen Haares und einer gesunden
Kopfhaut dringend notwendig ist, sondern auch von jedem
modernen Menschen geradezu als eine hygienische Notwendigkeit
zu betrachten ist.
(24682a
Eine Probe macht Sie zum Freund dieser Neuheit!
Lager feiner Parfümerien
Georg Frz. Frank und Toilette-Artikel
Elisabethenstr. 9 Telephon 886
tehrere gut erhaltene Herren=
M Anzüge, ſowie mehrere gut
erhaltene Ueberzieher, 1
zwei=
türiger Kleiderſchrank u. 1 neue
Kommode billig zu verkaufen.
*13008so)
Sackgaſſe 6.
us einer Sammlung werd. eine
*größere Anzahl
(22468a
altertüml. Gegenstände
(Möbel, Bilder, Porzellan u. ſ. w.)
bill. abgeg. Heinheimerſtr. 25, I.