Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
taren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt geſtern zur Vereidigung der Rekruten
in Kiel eingetroffen.
Die ruſſiſche Kaiſerfamilie iſt am Samstag
von Spala nach Zarskoje=Sſelo abgereiſt.
Der König und die Königin von
Däne=
mark ſind geſtern vormittag in Stockholm
einge=
troffen, um den erſten Beſuch nach der Thronbeſteigung
abzuſtatten.
Die Wiener Blätter ſchreiben, daß der maßloſe Ton der
ſerbiſchen Preſſe und das Vorgehen
Ser=
biens gegen den öſterreichiſch=ungariſchen Konſul
die Situation außerordentlich
er=
ſchwere.
Den letzten Nachrichten zufolge wird beſtätigt, daß die
Bulgaren von den Türken auf der ganzen Linie
zurückgeſchlagen worden ſind.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Das Petroleum=Monopol.
— Der Entwurf des Geſetzes über den Verkehr mit
Leuchtöl, wie amtlich das Petroleum=Vertriebsmonopol
genannt wird, iſt, wie mitgeteilt, nun amtlich
veröffent=
licht worden und wird als einer der erſten den
Reichs=
tag beſchäftigen. In ſeinen Grundzügen iſt das zwanzig
Paragraphen umfaſſende Geſetz bereits vor einiger Zeit
bekannt geworden, ſo daß die jetzige Veröffentlichung
nicht allzu viel Neues bringt. Um kurz zu rekapitulieren,
ſtehen nach dem neuen Geſetz Einfuhr und Großhandel
von Petroleum lediglich dem Reiche zu, das ſeine
Befug=
niſſe an eine Vertriebsgeſellſchaft überträgt. Das Reich
bleibt jedoch an dem Gewinn der Geſellſchaft beteiligt,
dieſer Anteil ſoll für ſoziale Zwecke, und zwar
hauptſäch=
ſlich für die Veteranen verwandt werden. Das Reich
be=
hält ſich die Kontrolle über die Vertriebsgeſellſchaft durch
einen beſonderen Kommiſſar vor, und vor allem ſoll das
MMonopol nicht dazu dienen, den Preis in die Höhe zu
ſchrauben, ſondern die Geſellſchaft ſoll angehalten ſein,
den Preis für die Abnehmer auf die Dauer möglichſt
nied=
rigſt zu geſtalten. Neu iſt, daß nach dem Wortlaut des
§ 1 auch das Raffinieren von Petroleum Sache des
MMonopols ſein ſoll; bisher hieß es nur, daß Einfuhr und
Großhandel einbezogen würden; nunmehr ſtellt ſich aber
heraus, daß auch die Herſtellung von Leuchtölen ſelbſt in
das Monopol einbegriffen iſt. Es wird daher auch
er=
fforderlich werden, die beſtehenden Petroleumraffinerien
anzukaufen, deren Zahl in Deutſchland allerdings nicht
gar zu groß iſt.
Hinſichtlich der Organiſation der Vertriebsgeſellſchaft
iſt es von Bedeutung, daß Vorſtand und
Aufſichtsrats=
mitglieder der Beſtätigung durch den Reichskanzler
be=
dürfen; es geſchieht dies wohl in der Erwägung, daß es
wielleicht in irgend welcher Form ausländiſchen
Geſell=
ſſchaften gelingen könnte, Anteile zu erwerben, um auf
dieſe Weiſe Einfluß auf die Verwaltung zu gewinnen.
Die Gewinnverteilung unterliegt einer ziemlich
kompli=
zierten Berechnung, der eine Mindeſtverzinſung von vier
Prozent des Kapitals der Vertriebsgeſellſchaft vorſieht.
Der Leitung der Geſellſchaft ſteht ein Beirat von
Sachver=
ſſtändigen zur Seite.
Das Monopol bringt es natürlich mit ſich, daß eine
ganze Reihe von jetzt beſtehenden privaten
Unternehmun=
gen abgelöſt werden muß und hierfür ſind beträchtliche
Summen in Ausſicht genommen, erfreulich iſt es auch,
daß diejenigen Angeſtellten, die in die neue
Vertriebs=
geſellſchaft nicht mit hinübergenommen werden, eine
angemeſſene Entſchädigung erhalten. Amerikaniſcherſeits
pocht man allerdings darauf, daß man ohne
amerikani=
ſches Petroleum nicht auskommen würde; in der
Begrün=
dung wird jedoch nachzuweiſen verſucht, daß die
Verſor=
gung Deutſchlands mit Petroleum unter allen Umſtänden
geſichert ſei. Im großen und ganzen ſoll es bei den
jetzigen Preiſen des Petroleums bleiben.
Ob die optimiſtiſche Auffaſſung der Regierung in
die=
ſer Hinſicht zutreffen wird, muß abgewartet werden, da
die Möglichkeit einer Knappheit des Petroleums nicht
ganz ausgeſchloſſen wäre, wenn der amerikaniſche Truſt
ſich zurückhält.
„Unerwünſchte Folgen unſerer Sozialpolitik”.
* In einem im Verlage von Julius Springer=Berlin
erſchienenen Werkchen des Berliner
Staatswiſſenſchafts=
lehrers Prof. Ludwig Bernhard werden, wie wir in
der Poſt leſen, mit einem bemerkenswerten Freimut die
„unerwünſchten Folgen der deutſchen Sozialpolitik” einer
gründlichen Beſprechung unterzogen. Profeſſor Bernhard
ſagt in dem Vorwort:
„Die Einrichtungen der Sozialpolitik bilden heute
den Kern der inneren Politik im Deutſchen Reiche. Da
ſich alſo die Forderungen der ſozialen Gerechtigkeit
unauf=
hörlich verbanden mit Forderungen politiſcher Macht,
tra=
ten gewiſſe Entartungserſcheinungen auf, die
heute ſchon ſo tief wirken, daß ſie nicht mehr mit der
Phraſe erklärt werden können: wo Licht, da Schatten.”
Niemand könne darüber im Zweifel ſein, daß die bisher
beſchrittenen Wege ſich zu einem guten Teile als
irre=
gehend erwieſen haben, und daß die Notwendigkeit, neue
Ziele zu ſuchen, nicht länger von der Hand zu weiſen ſei,
Das von dem Verfaſſer „Der Kampf um die
Rente” überſchriebene Kapitel zeigt mit einer
gerade=
zu erſchreckenden Deutlichkeit, wie korrumpierend die gut
gemeinte Abſicht des Rentenweſens gewirkt hat. Was
Profeſſor Bernhard hier auf Grund ärztlicher und
volks=
wirtſchaftlicher Gutachten feſtſtellt, würde man kaum
ge=
neigt ſein, als wahr zu unterſtellen, wenn es nicht eben
mit einem ſo reichhaltigen Material belegt wäre.
Pro=
feſſor Bernhard bemerkt dazu:
„Um von vornherein ein Mißverſtändnis zu
beſeiti=
gen, möchte ich betonen, daß mit dieſer Charakteriſtik
durchaus nichts den Arbeiterſtand Tadelndes geſagt iſt.
Denn den Aerzten war ſchon lange vor der Ausbildung der
deutſchen Arbeiterverſicherung wohlbekannt, daß die
Ver=
ſicherungsgeſellſchaften und die Eiſenbahnen (Haftpflicht)
einen ſteten Kampf gegen unberechtigte
An=
ſprüche führen müſſen, und man wußte, daß hierbei auch
Angehörige der „höheren Ständen ſich in der
Uebertrei=
bung von Leiden auszeichnen, bis ſie durch Erlangung
einer hohen Rente überraſchend ſchnell geheilt wurden.
Das Beſtreben, einen Unfall „auszunutzen” iſt menſchlich
ſo erklärlich, daß ein hervorragender Arzt ſolche „
Bereiche=
rungsideen” als „ganz normale Vorgänge in der Pſyche
auch der Beſten unſeres Volles” bezeichnet hat Die
eigentliche Gefahr aber liegt darin, daß man
dieſer menſchlichen Schwäche weite Bahnen öffnete,
als man für viele Millionen Menſchen die Form der
Rentenverſicherung zwangsweiſe einführte, und als man,
teils aus Unkenntnis, teils in dem Wunſche, die Maſſen
zu gewinnen, auf notwendige Kautelen verzichtete
und der ſtaatlichen Rentenverſicherung Formen gab, die
den Mißbrauch geradezu herausfordern.
In einem Lande, in dem viele Millionen Menſchen
in einheitlicher Weiſe verſichert ſind, richten ſich
natür=
lich immerfort viele Millionen Augen auf den
geldſpenden=
den Verſicherungsmechanismus. Jede Lücke im Aufbau
wird erſpäht und ausgenutzt, jede Möglichkeit wird
er=
probt und wird ſchnell in den breiten Maſſen
wohlbe=
kannt. und dieſe Orientierung der Maſſen iſt
keines=
wegs auf den Zufall angewieſen, ſondern vollkommen
organiſiert.”
Und des weiteren finden die Ausführungen
Bern=
hards eine Stütze in einem von ihm zitierten Ausſpruche
des berühmten Pſychiaters Hoche, der in einer Vorleſung
über „Geiſteskrankheit und Kultur” erklärte:
„Vor dreißig Jahren noch ein unbekannter Begriff,
heute eine Krankheit, die als ein tatſächlicher Krebsſchaden
am Organismus unſerer geſamten Arbeiterſchaft mit
Recht Gegenſtand ſchwerer Beſorgnis iſt. Dieſe
Volks=
ſeuche iſt nicht nur zeitlich nach dem Inkrafttreten der
Un=
fallgeſetzgebung entſtanden, ſondern auch in direkter
ur=
fächlicher Abhängigkeit von ihr. Das G eſetz hat, daran
iſt kein Zweiſel. die Krankheit erzeugt. Niemand
hat es vorausſehen können. Man wird dabei erinnert an
Bismarcks Vergleich des Staates mit einem lebenden
Organismus, an dem man mit Vorſicht experimentieren
ſoll.=
Ueber die Schwierigkeiten, welche die auf
dieſem Gebiete unabweisbaren Reformen bieten, iſt
Bernhard nicht im mindeſten im Zweifel; er widmet ihnen
eine ausführliche Würdigung, an deren Schluſſe er ſagt:
„Wer aufmerkſam beobachtet, welche Tendenzen ſich
in den Reformbeſtrebungen geltend machen, kann nicht
darüber zweifeln, daß — abgeſehen von den materiellen
Intereſſen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer — zwei
Tendenzen einander entgegenwirken. Von der einen
Seite her wirkt das Beſtreben, den Arbeitern größere
Wohltaten zu erweiſen, nicht nur die Renten zu erhöhen,
ſondern auch die Erlangung der Renten zu erleichtern.
Daß hierbei wahltaktiſche Motive eine große Rolle
ſpie=
len, habe ich deutlich zum Ausdruck gebracht. Dennoch
liegt es mir fern, zu behaupten, daß ſolche Motive allein
maßgebend ſeien. Der Wunſch, die Verſicherungsrenten
zu erhöhen und ihre Erlangung zu erleichtern, entſteht
vielmehr bei vielen aus der Ueberzeugung, daß es im
Intereſſe der Geſamtheit liege, die
Arbeits=
fähigkeit des Volkes zu ſichern und die Konſumkraft der
breiten Maſſen zu ſtärken. Von der anderen Seite her
aber wirkt die Ueberzeugung, daß man in Wirklichkeit
das Gegenteil erreicht. Denn die
Arbeiterver=
ſicherung zeitigt moraliſch und hygieniſch
un=
erwünſchte Folgen, die man anfangs als
unver=
meidliches Uebel in den Kauf nahm, die aber allmählich
den Segen der Arbeiterverſicherung überhaupt in Frage
ſtellen. Das Beobachtungsmaterial, das dieſe Behauv=
tungen beweiſen, wächſt unaufhörlich. Die
hervorragend=
ſten Aerzte warnen vor den drohenden Folgen, und
nie=
mand hat das Recht, die Aerzte „unſozial” zu nennen,
welche den Mut haben, Ueberzeugungen auszuſprechen,
die den Arbeitermaſſen mißfallen.”
Am Schluſſe ſeiner Ausführungen findet ſich in einer
Betrachtung über die „Grenzen der
Sozial=
politik” folgende Mahnung:
„Wer die unerwünſchten Folgen der deutſchen
Sozial=
politik beobachtet und den Weg nicht ſcheut, der durch
Streit und Heuchelei und Verzagen führt, wird ſchließlich
durch eine Gewißheit entſchädigt, die aus dem Lärm der
Parteikämpfe dringt, denn immer feſter wird die
Ueber=
zeugung, daß die unerwünſchten Folgen der Sozialpolitik
eine hiſtoriſche Miſſion erfüllen, da von ihnen
eine Umbildung der Sozialpolitik ausgeht.
Es wird heute noch nicht leicht ſein, dieſe umbildung kühl
zu betrachten, denn politiſche Intereſſen und Leidenſchaften
undrängen alles, was mit Sozialpolitik zuſammenhängt.
Dennoch verlangt gerade die gegenwärtige Situation, daß
der Verſuch gemacht werde, aus den Tatſachen Schlüſſe
zu ziehen, unbekümmert darum, ob das Ergebnis den
po=
litiſchen Wünſchen entſpricht.”
Entweder werden die von dem Verfaſſer
vorgebrach=
ten eingehend begründeten Tatſachen als richtig
aner=
kannt, und dann wird man nicht umhin können, ſeinen
Ausführungen Beachtung zu ſchenken, oder man müßte
ſich der Mühe unterziehen, ihn zu widerlegen.
Deutſches Reich.
— Das Ergebnis der Wahlen zur
An=
geſtelltenverſicherung im Reich. In
Ber=
liner Blättern leſen wir: Man hat mit Recht behauptet,
daß die jetzt abgeſchloſſenen Wahlen der
Vertrauens=
männer der Angeſtelltenverſicherung den Angeſtellten in
ihrer Geſamtheit Gelegenheit geben würden, ihr Urteil
über die von den geſetzgebenden Körperſchaften gewählte
Form der Verſicherung zu fällen. Und wenn ſich nun
durch das Ergebnis der Wahlen herausgeſtellt hat, daß die
durch den „Hauptausſchuß” vertretene Richtung, die für
das Geſetz in ſeiner jetzigen Faſſung eingetreten iſt, die
zehnfache Zahl der Sitze erhalten hat, als die durch die
„Freie Vereinigung” vertretene Richtung, ſo berechtigt
dies Ergebnis zu dem Schluß, daß die ganz überwiegende
Zahl der Angeſtellten mit dem Geſetz durchaus zufrieden
iſt. Der „Hauptausſchuß”, der bei den Wahlen
bürger=
liche Anſchauungen ſcharf betonte und jeden Klaſſenkampf
verwarf, hat einen vollkommenen Sieg davongetragen
gegenüber der von der Sozialdemokratie und der
demokra=
tiſchen Vereinigung beeinflußten „Freien Vereinigung”,
die für einen Ausbau der Arbeiterverſicherung
eingetre=
ten war. Gegenwärtig liegen ungefähr drei Viertel aller
Vertrauensmännerwahlen vor; der noch ausſtehende Reſt:
verteilt ſich auf die Wahlbezirke, die das Geſamtergebnis
nicht verändern dürften. Selbſt in Berlin und den
Vor=
orten, dem Hauptſitz der „Vereinigung”, gelang es dem
„Hauptausſchuß”, wenigſtens noch die Mehrheit zu
er=
reichen. Außerdem weiſt die Hauptſtadt zwiſchen beiden
Parteien noch einige kleinere Gruppen ebenfalls
bürger=
licher Richtung auf. Schließlich iſt feſtzuſtellen, daß auch
die Arbeitgeber durch ihre Teilnahme an den Wahlen ein
weit regeres Intereſſe betätigt haben, als man nach den
Erfahrungen anderer Wahlen der ſozialen Geſetzgebung
erwarten durfte.
Die Frauen im Reichs=Poſtdienſt.
Der Berliner Lokal=Anzeiger berichtet: Im nächſten
Jahre wird die Reichs=Poſt= und Telegraphen=Verwaltung
rund 700 neue Stellen für Poſt= und
Telegraphen=
gehilfinnen einrichten. Es war bereits in der
Budget=
kommiſſion des Reichstages im vorigen Winter von einem
Vertreter des Reichs=Poſtamts für das nächſte Jahr eine
weſentliche Steigerung der etatsmäßigen Stellen in
Aus=
ſicht geſtellt. Daß es ſich dabei aber um 700 Stellen
han=
deln würde, hatte man in den beteiligten Kreiſen kaum
erwartet; denn in dieſem Jahre ſind 250 neue Stellen
und im vergangenen Jahre deren 400 eingerichtet. Der
nächſtjährige Zuwachs überſteigt alſo den der beiden
letz=
ten Jahre zuſammengerechnet. Die Anſtellungsausſichten
der Gehilfinnen, beſonders im Fernſprechdienſt, ſind
ent=
ſchieden als günſtig anzuſehen. Im Reichstag war die
Befürchtung laut geworden, daß in abſehbarer Zeit
in=
folge des großen Andrangs die Ausſichten der Gehilfinnen
ſich ebenſo verſchlechtern würden wie die der Aſſiſtenten.
Dabei wurde aber die anhaltende, außerordentliche
Ent=
wickelung des Fernſprechverkehrs überſehen. Die Zahl
der Fernſprechanſchlüſſe vermehrt ſich noch immer
alljähr=
lich um mehr als 100000, und inſolgedeſſen kann auch in
dem Bedarf nach neuen Fernſprechgehilfinnen vorläufig
Seite 2,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Nummer 273,
kein Stillſtand eintreten. Weiter iſt zu berückſichtigen, daß
von den noch nicht etatsmäßig angeſtellten Gehilfinnen
jährlich etwa hundert infolge Verheiratung,
unzureichen=
der Geſundheit oder aus anderen Gründen wieder aus
dem Dienſt ſcheiden.
Ein Reichsgeſetzentwurf für die
Alt=
penſionäre. Nachdem die preußiſche Regierung,
ent=
ſprechend einem früheren Beſchluß des
Abgeordneten=
hauſes, neue Grundſätze ausgearbeitet hat für die
Gewäh=
rung von Zuwendungen an Altpenſionäre und deren
Hin=
terbliebenen, iſt eine gleiche Regelung für die
altpenſio=
nierten Reichsbeamten und Offiziere nunmehr ebenfalls
zu erwarten. Der Reichstag iſt wiederholt hierfür
einge=
treten und hat noch bei der letzten Beratung des
Haus=
halts der Reichspoſt= und Telegraphenverwaltung den
Reichskanzler erſucht, alsbald einen Geſetzentwurf
vorzu=
legen, durch den den Altpenſionären das Ruhegehalt
ent=
ſprechend dem geſunkenen Geldwert in angemeſſener Weiſe
erhöht wird. Nach Mitteilungen, die aus guter Quelle
kommen, wird dieſem Erſuchen demnächſt Folge gegeben
und tunlichſt auch für die altpenſionierten Reichsbeamten
und Offiziere ein allgemeiner Ausgleich der ſich aus den
eingetretenen Teuerungsverhältniſſen ergebenden Härten
herbeigeführt werden.
— Stellungnahme des Bundes der
In=
duſtriellen zum Schutze der
Arbeitswil=
ligen. Der Große Ausſchuß des Bundes der
Induſtriel=
len trat in Berlin unter dem Vorſitz von Kommerzienrat
Friedrichs=Potsdam zu einer Sitzung zuſammen, in
wel=
cher auf Grund eines eingehenden Referates von Herrn
Syndikus Dr. Stapff die Frage des Schutzes der
Arbeits=
willigen zur Beratung ſtand. Das Ergebnis der
mehr=
ſtündigen Beratungen war die folgende einſtimmig
ange=
nommene Erklärung:
„Der Bund der Induſtriellen erklärt zur Frage der
vielerſeits geforderten Schaffung eines ſtärkeren Schutzes
der Arbeitswilligen auf Grund der ihm mitgeteilten
Er=
fahrungen ſeiner Landes= und Fachverbände, daß auf dem
Gebiete des Arbeitskampfes beklagenswerte Mißſtände
vorhanden ſind, deren Beſeitigung dringend gewünſcht
werden muß. Ein allgemeines geſetzliches Verbot des
Streikpoſtenſtehens hält der Bund nicht für ein dazu
ge=
eignetes Mittel. Ein ſolches Verbot wäre nur im Wege
eines gegen die Arbeiter gerichteten Ausnahmegeſetzes
denkbar, dem wegen der zu erwartenden Verſchärfung des
Arbeitskampfes, einer weiteren Radikaliſierung der
Ar=
beitermaſſen, der Zurückdrängung der nationalen
Arbei=
terbewegung unbedingt zu widerraten iſt. Der Bund der
Induſtriellen fordert vielmehr, daß verſucht wird, im
Rahmen der jetzigen Geſetzgebung durch entſchiedene
An=
wendung der gegebenen Machtmittel ſeitens der
aus=
führenden Organe die Achtung vor der öffentlichen
Ord=
nung und das Vertrauen zu dem Anſehen des Staates
wieder herzuſtellen, ſowie die Sicherheit des Verkehrs zu
gewährleiſten. Er iſt der Ueberzeugung, daß der jetzige
Rechtszuſtand es erlaubt, vor allem die Ausſchreitungen
bei dem Streikpoſtenſtehen in einem ſehr viel
weitergehen=
den Maße, als es ſeither geſchieht, zu verhindern. Für
nötig erachtet er aber eine Beſchleunigung des
Strafver=
fahrens. Der Bund der Induſtriellen hält eine
Erweite=
rung der Geſetzgebung nur im Rahmen des gemeinſamen
Rechtes für möglich und in dem Sinne für geboten, daß
Normen geſchaffen werden, die die Willensfreiheit des
Einzelnen, ſein Recht auf ungehinderte Berufsausübung
und ſeine perſönliche Integrität bei der Arbeit
garan=
tieren. Er wünſcht die Beſeitigung der im § 152.2 der
Reichsgewerbeordnung begründeten Ausnahmeſtellung
der gewerblichen Berufsvereine und die Einführung einer
Verpflichtung für ſie zum Erwerb der Rechtsfähigkeit
ſo=
wie die Statuierung der Haftung der Berufsvereine für
die Tätigkeit ihrer Beamten. Im übrigen empfiehlt der
Bund als wirkſame Abwehrmittel tatkräftige Förderung
der deutſchen Arbeitgeberorganiſation und der
Streikent=
ſchädigungsidee.”
Aus den Reichslanden. Während man
ſoeben in den Reichslanden eine beträchtliche
Gehaltser=
höhung für die katholiſche Geiſtlichkeit beſchloſſen hat,
wur=
den in der Ausſchußſitzung der Kammer über die
Beſol=
dungsreform faſt alle Gehälter über 9000 Mark auf
An=
trag der Klerikalen herabgeſetzt. So mußte ſich der
Staatsſekretär einen Abſtrich von 10000 Mark gefallen
laſſen und die Unterſtaatsſekretäre ſollen in Zukunft ſtatt
22200 nur noch 18000 Mark erhalten, das Gehalt des
Miniſterialdirektors wurde um 2500 M. gekürzt und das
der Bezirkspräſidenten von 17000 auf 12500 Mark
herab=
geſetzt. Der Oberlandesgerichtspräſident ſoll anſtatt der
von der Regierung vorgeſchlagenen 16500 nur noch 13 800
Mark erhalten. Die Abſtriche gehen hinab bis in die
Ober=
regierungsräte. Der Staatsſekretär erklärte, daß es weder
er Gerechtigkeit noch der Würde der Regierung
ent=
ſpreche, ſich ſolches bieten zu laſſen.
— Die päpſtliche Gewerkſchafts=
Enzy=
klika. Führende Kreiſe der rheiniſch=weſtfäliſchen
evangeliſchen Arbejtervereine wandten ſich an den
natio=
nalliberalen Reichstagsabgeordneten und chriſtlich=
organi=
ſierten Bergmann Beckmann (Bochum) mit der Bitte, eine
Interpellation der Nationalliberalen Partei über die
päpſtliche Gewerkſchafts=Enzyklika im Reichstage zu
ver=
anlaſſen.
Deutſche Kabelverbindung mit
unſeren weſtafrikaniſchen Kolonien. Mit
dem 1. Februar des künftigen Jahres werden Togo und
Kamerun dem Mutterlande durch deutſche Kabel
ange=
ſchloſſen ſein. Mit der Legung des Kabels nach Lome iſt
ſoeben begonnen worden; es iſt eine Fortſetzung des
Kabels der Deutſch=Südamerikaniſchen
Telegraphengeſell=
ſchaft Emden=Monrovia. Die Koſten des Kabelbaues von
Monrovia über Lome nach Duala in Kamerun belaufen
ſich auf 6350000 Mark. Bisher war der
Telegraphen=
verkehr mit unſeren beiden nächſtgelegenen afrikaniſchen
Schutzgebieten auf engliſche Unterſeeverbindungen
ange=
wieſen. Mit der Deutſch=Südamerikaniſchen
Telegraphen=
geſellſchaft iſt vom Reiche auch ein Abkommen dahin
ge=
troffen worden, das weſtafrikaniſche Kabel bis
Swakop=
mund weiter zu führen. Am 1. April 1919 wird dieſe
Verbindung fertig geſtellt und damit auch unſere
ſüdweſt=
afrikaniſche Siedelungskolonie mit dem Mutterlande durch
Kabel verbunden ſein. Im Jahre 1911 hatte Togo über
30000 Telegramme, Kamerun einen Verkehr von über
50000 Depeſchen und Deutſch=Südweſtafrika gar 423000,
obwohl die Gebühren verhältnismäßig hohe ſind; koſtet
doch beiſpielsweiſe ein Wort im Verkehr mit Togo
5,30 Mark. Hoffentlich wird die deutſche Geſellſchaft dieſe
Sätze weſentlich ermäßigen können.
Ausland.
Italien.
Aus Tripolis meldet die Agenzia Stefani vom
16. November: Unſere Truppen beſetzten am Samstag
nachmittag Suani ben Aden und Sonntag morgen Azizzia
ohne Zwiſchenfall. Der Generalgouverneur von Regni
begab ſich im Automobil nach Azizzia, wo er von den
Scheichs und der Bevölkerung mit großen Ehren
empfan=
gen wurde. Mit den beiden Orten wurden unverzüglich
telegraphiſche und telephoniſche Verbindungen hergeſtellt
Spanien.
Proteſtverſammlungen. Am Samstag
wur=
den in Madrid und in vielen Provinzſtädten aus Anlaß
der Ermordung des Miniſterpräſidenten Canalejas
Pro=
teſtverſammlungen abgehalten, in welchen die
anarchiſti=
ſchen Verbrechen gebrandmarkt wurden.
Rußland.
Die vierte Duma. Auf kaiſerlichen Befehll
eröffnet das Reichsratsmitglied Galubew am 28.
Novem=
ber die Seſſion der vierten Reichsduma.
Vereinigte Staaten.
Präſident Taft ſagte in einer Rede, die er in=
New=York im Letusklub hielt, ſein größter Schmerz als=
Präſident ſei geweſen, daß der Senat den
Schiedsgerichts=
vertrag mit England und Frankreich nicht ratifiziert habe.
Der Präſident ſprach ſich ferner entſchieden für eine einzige
ſechsjährige Präſidentſchaftsperiode aus und machte eine
deutliche Andeutung, daß der Kongreß eine angemeſſene
Penſion für Expräſidenten bewilligen ſollte. Ferner
be=
fürwortete der Präſident, daß ſämtliche Bundesbeamte
Berufsbeamte ſein wüßten, die die Staatsprüfung
abzu=
legen hätten.
* Hamburg, 16. Nov. Der Senat beantragte
bei der Bürgerſchaft die Bewilligung von 1760000 Mk.
zum Ankauf von Privatgrundſtücken und für die
erfor=
derlichen Terrainarbeiten zwecks Erbauung von
Arbeiterwohnquartieren am linken Elbufer.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 19. November.
* Vom Hofe. Prinzeſſin Marie zu Solms=Lich iſt
am Samstag nachmittag 35 Uhr wieder von hier
ab=
gereiſt. (Darmſt. Ztg.)
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Oberlehrer an dem Gymnaſium zu
Bens=
heim Profeſſor Ferdinand Bodenſtein zum
Ober=
lehrer an dem Realgymnaſium und der Oberrealſchule
zu Gießen, den Oberlehrer an dem Gymnaſium
Fridericianum zu Laubach Profeſſor Albrecht
Kull=
mann zum Oberlehrer an dem Gymnaſium zu
Bens=
heim und den Lehramtsaſſeſſor Walther Schonebohm
zu Gießen zum Oberlehrer an dem Gymnaſium
Fridericianum zu Laubach, ferner den Anſtaltsarzt an
der Zellenſtrafanſtalt Butzbach und dem
Landeszucht=
hauſe Marienſchloß Dr. Fritz Kullmann zum
Kreis=
arzt des Kreisgeſundheitsamtes Lauterbach unter
Ver=
leihung des Charakters „Medizinalrat”
g. Strafkammer. Der mehrfach vorbeſtrafte 42
jäh=
rige Kaufmann Joſef Elter aus Meerholz hatte ſich
geſtern wegen Betrugs in fünf Fällen vor der hieſigen=
Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte, der ſeit
einem Jahre eine wegen gleicher Delikte erhaltene
Ge=
fängnisſtrafe von zwei Jahren verbüßt, hat bereits ein
bewegtes Leben hinter ſich, von dem eine umfangreiche
Vorſtrafsliſte zeugte. Er war vor etwa drei Jahren
zu=
nächſt in Mainz als Angeſtellter einer Wach= und
Schließ=
geſellſchaft tätig. Als hier jedoch ſein Vorleben bekannt
wurde, mußte er dieſe Stellung verlaſſen und er wurde in
Neu=Iſenburg für ein Erfurter Inkaſſo= und Detektiv=
Inſtitut tätig. Im Juni 1911 hatte auch dieſe Tätigkeit
ein Ende und Elter war nun bemüht, eine eigene
Geſell=
ſchaft zu gründen. Die erſten Schritte hierzu unternahm
er bei Bäckermeiſtern in Biſchofsheim, Dietersheim,
Hauſen und Lämmerſpiel und die hierbei getätigten
Hand=
lungen ſtellen ſich als vollendeter Betrug dar. Er ſtellte
ſich bei den Bäckermeiſtern vor, indem er ſich meiſt auf
Be=
kannte berief und gab an, er ſei Polizeikommiſſär oder
Inſpektor in Frankfurt und ſei bei den teuren Zeiten auf
Nebenerwerb angewieſen, weshalb er in ſeiner
dienſt=
freien Zeit Mitglieder für das Inkaſſobureau „Union” in
Frankfurt werbe. Zur Bekräftigung dieſer Angabe zeigte
er auf ſeine mit Bieſen beſetzten Hoſen, die noch von ſeiner
Tätigkeit als Angeſtellter der Wach= und Schließgeſellſchaft
herrührten. Auch zeigte er eine ebenfalls aus dieſer Zeit
ſtammende Legitimation vor, in die ſeine Photographie in
voller Uniform eingeklebt war. Zu einigen Zeugen ſoll er
auch mit dem Helm auf dem Kopfe gekommen ſein.
Ver=
ſchiedene Male gab er an, es dürfe die Geſellſchaft nur 500
Mitglieder haben, da aber zufällig eines ausgeſchieden ſei,
könne er noch jemand aufnehmen. Von fünf Bäckermeiſtern
erhielt Elter auch den Auftrag, Rechnungen von ſäumigen
Schuldnern einzuziehen. Vier gaben ihm den Beitrag
Mit dem Motor ins innerſte Afrika.
Von Oberleutnant Paul Graetz.
IX.
Sſanga abwärts durch Neu=Kamerun.
Bogenghé, am Likuala=Eſſubi an
der Süd=Oſt=Grenze von Neu=
Kame=
run, den 6. Sept. 1912.
Gegen Mittag des 28. Auguſt ſtartet die „Hygiama”
von Queſſo und legt die 115 Kilometer bis Ikelemba
mit dem Strom in fünfſtündiger glatter Fahrt zurück. Der
Chef de poste von Ikelemba packt bereits ſeine ſieben
Sachen, um nach Queſſo abzudampfen und ſich die
Ueber=
gabe des Poſtens an die Deutſchen zu erſparen, die nun
bald kommen müſſen. Am folgenden Tage leiſtet der
Motor die 135 Kilometer bis Pikunda ohne Panne in
ſieben Stunden trotz des ſchweren 10 Meter langen,
längs=
ſeits der „Hygiama” liegenden Kanus des Faktoreibeſitzers
Graf, der mich mit acht Boys nach ſeinem Platze Pikunda
begleitete. In dem am Wege liegenden Buſſinde nimmt
Graf den von ſeinem ſchwärzen Händler eingetauſchten
Beſtand an Gummi und Elfenbein über. Allzu reich iſt
die Ernte freilich nicht, da ja die Franzoſen, wie früher
berichtet, dieſen Teil unſerer Kolonie entvölkert haben.
In Pikunda wird der unregelmäßig arbeitende
Oelapparat auseinandergenommen und der Motor
gründ=
lich gereinigt. Als am 31. Auguſt der Motor angewärmt
werden ſoll, iſt der Terpentinſpiritus zum Speiſen der
Lötlampe aufgebraucht. Wir füllen die Lampe mit
Pe=
troleum, erzielen jedoch keine Stichflamme.‟) In der
folgenden Nacht weckt uns das Stampfen eines Dampfers
ans dem Schlaf: Ein Franzoſe, der jedoch weder mit einer
Lötlampe noch mit Spiritus für die vorhandene Lampe
aushelfen kann. Nach Holzübernahme fährt der Dampfer
in den Nebel des erwachenden 1. September hinaus, mit
Herrn Graf an Bord, der mir vier ſeiner Boys
zurück=
gelaſſen. Einer der jetzt häufiger werdenden Tornados
peitſcht am Morgen ſeine Waſſermaſſen von allen Seiten
durch die Bambuswände der Faktorei. Gegen Mittag
erfolgt der Start von Pikunda, d. h. wir werfen los und
laſſen uns von der etwa 3 Meilen erreichenden Strömung
des Sſanga treiben. Grafs Boys, in einem kleinen,
längs=
ſeits liegenden Kanu halten das Boot in der Mitte des
Stromes. James müht ſich ab, den Glühkopf mit der Löt=
*) Der 6 Ps.=Einzylinder=Grade=Motor zündet an
einem Glühkopf, der zur Ingangſetzung des Motors
er=
bitzt werden muß.
lampe zu erhitzen, was ihm auch tatſächlich am Nachmittag
gelingt. Der Motor ſpringt an, die „Hygiama” ſchießt
mit 20 Klm.=Stundengeſchwindigkeit ſtromabwärts; die
Freude ſoll nicht lange währen — der Zylinder wird,
offenbar infolge Verſtopfung der Oelleitungen, heiß. So
ſchwer es fällt, ſtoppe ich den ſo mühſam in Gang
gebrach=
ten Motor. Wir treiben an eine Jnſel und machen für
die Nacht feſt. Während ich Oelleitungen reinige, wandert
ein Ameiſenvolk auf einem über das Verdeck hängenden
Aſt in das Boot. Die Boys kappen den Aſt und eröffnen
mit Petroleum den Krieg gegen die läſtigen
Aufdring=
linge, die ſchon überall Zugang gefunden.
Als ich mich mit Morgengrau auf meinem im Boot
aufgeſchlagenen Feldbett emporrichte, iſt der rührige
James bereits dabei, den Glühkopf anzuwärmen. Der
geſchloſſene Urwald des Ufers iſt bis zur halben Höhe in
einen dicken Nebelſchleier gehüllt, während wir jetzt von
der Inſel ab auf den Sſanga hinaustreiben. Es will
uns nicht gelingen, den Glühkopf genügend zu erhitzen.
Schließlich ſtelle ich ein Kerzenlicht unter die Lötlampe,
welche ſofort funktioniert, jedoch nach wenigen Minuten
infolge zu hohen Druckes undicht wird. Bis in die Nacht
hinein treiben wir im Schneckentempo in der Mitte des
Stromes, vergeblich nach einem Lagerplatz in dem dichten
überhängenden Wachstum ausſpähend. Einige ſchwere
Stücke alten Eiſens aus der Dampferwerkſtatt von
Mo=
lundum, mit Draht zuſammen gebunden, dienen als Erſatz
für den, oben im Dſcha beim Schiffbruch geopferten Anker
— den dritten, den ich verlor. Einer liegt im Nygaſee,
unweit von Monkey=Bay, ein zweiter droben im Luapula,
an den Fällen von Nyengwengemgwe Der Sſanga iſt
tief, einen Faden nach dem anderen gebe ich nach —
end=
lich hat der Notanker gefaßt — die „Hygiama” dreht am
leiſe zitternden Ankertau. Die Boys verſchwinden mit
dem Kanu im Dunkel der Nacht, um an Land im Urwald
ein Feuer anzumachen. Nur Joſeph bleibt im Boot, um
mir einen Imbiß und das Lager herzurichten. Die heute
zurückgelegte Strecke auf der Karte zehnmal
aneinander=
gereiht, würde mich nach Bogenahe ſchaffen, unweit vom
Kongo, wo ſich in der dortigen Dampferwerkſtatt
Repara=
turen vornehmen laſſen. Zehn Tage im Leichenzugtempo!
Mit dieſer betrübenden Ausſicht, die mir die Größe unſerer
neuen Kolonie draſtiſch zum Bewußtſein bringt, lege ich
mich zur Ruhe, nicht ohne vorher Bug= und Hecklicht für
die Nacht ausgeſetzt zu haben.
Der 3. September ſteigt über dem Sſanga hoch, und
mit ihm die Erinnerung an den Unglückstag des vorigen
Jahres. Der Gedanke an meinen unvergeßlichen
Gefähr=
ten, an den auten Oktave Fiere, der heute vor einem Jahr
die Sonne zum letzten Male über dem Chambeſi aufgehen
ſah, hält mich den ganzen Tag gefangen. Alle
Einzel=
heiten der furchtbaren Kataſtrophe ziehen mit ſchrecklicher
Deutlichkeit an meinem Geiſte vorüber und drücken meine
nicht gerade roſige Stimmung noch mehr danieder. Oktape
Fiöre hat einen Schickſalsgenoſſen gefunden; ſein
Lands=
mann, Hubert Latham, einer von Frankreichs Helden auf
dem Felde des Flugſports, iſt vor einigen Wochen in dem
franzöſiſchen Kongo von einem angeſchweißten Büffel
getötet worden.
Vergeblich fordere ich die Boys zum Rudern auf. Sie
reagieren kaum mit ein paar Ruderſchlägen auf meine
Droh=
ungen. Von achtern ſteht eine lange Priſe. Ich ſpanne den
Leckſegel zwiſchen zwei Riemen auf — Maſt und Takelage
gingen am 11. Auguſt über Bord —, doch kaum, daß ich
das Segel geſpannt, da ſchießt ein Kanu am Ufer entlang
ſtromab, von mehreren Boys ſtehend getrieben. Wir rufen
den Einbaum an. Wahrhaftig, die Schwarzen wenden
auf uns zu. Ich heure die Mannſchaft und mache den
Kahn backbord feſt. Zwiſchen den beiden Kanus von je
fünf Boys im Takt gerudert, mag die „Hygiama” jetzt
4—5 Kilometer pro Stunde ſchaffen. So erreichen wir
gegen Mittag den auf hohem Uferrand gelegenen
Holz=
poſten Bitulla, aus einigen von Palmen und Urwalde
rieſen beſchatteten Sſangahütten beſtehend, wo uns die
Holzſchläger verſichern, daß der deutſche Dampfer
„Bumba” heute hier eintreffen müſſe — ein
Hoffnungs=
ſtrahl! Vielleicht hat die „Bumba” eine
Petroleumlöt=
lampe an Bord oder kann anderswie helfen.
Ein wolkenbruchartiger Regen, in der Nacht einſetzend
und bis zum folgenden Mittag anhaltend, hält mich in
meinem Zelt gefangen. Die Boys verſinken bis an die
Knöchel in dem glitſchigen Lehmboden des Lagerplatzes.
Am Nachmittag erhebt ſich plötzlich ein markerſchütterndes
Geſchrei und Gejohle ringsum. Die „Bumba” biegt um
eine weit unterhalb Bitulla aus dem Sſanga ſteigende
Inſel. Hurra! Diesmal hat uns die Hoffnung nicht
ge=
narrt! Nach herzlicher Begrüßung mit dem mir bereits
von Kinshaſa her bekannten Kapitän Quadbeck wird bei
einem Glaſe deutſchen Bieres Kriegsrat gehalten. Ueber
eine Petroleumlampe verfügt die „Bumba” nicht, ebenſo
wenig über Spiritus; doch läßt ſich vielleicht eine Pumpe
an der Spirituslampe anbringen.
Nach dem vergeblichen Verſuch, eine für ganz andere
Zwecke beſtimmte Spritze an der Lötlampe anzumontieren,
beginnt Quadbeck am Morgen des folgenden 5.
Septem=
ber, mit Petroleum getränkte Holzkohlen um den
Glüh=
kopf zu legen, doch reicht die entwickelte Hitze bei weitem
nicht aus. Die Grafſchen Boys erklären, mit der bereits
Nummer 273.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Seite 3.
von 15 Mark, ein weiterer nur 7,50 Mark, die
zweite Hälfte ſollte nach dem Erhalt der
ein=
gezogenen Beträge fällig ſein. Die fünf Bäckermeiſter
hörten dann aber weder von Elter etwas, noch kamen ſie
zu dem erhofften Gelde. Das Gericht erkennt den
Ange=
klagten, der jede Betrugsabſicht leugnete, des Betrugs in
fünf Fällen für ſchuldig Da dieſe Fälle zum Teil vor
jeinen früheren Verurteilungen ſich abſpielten, mußte das
Gericht unter Einbeziehung der erhaltenen zwei Jahre
Gefängnis zwei Geſamtſtrafen bilden, und zwar wurde
der Angeklagte zu 1 Jahr 4 Monaten und 1 Jahr
2 Monaten Gefängnis verurteilt.
D Vom Großh. Hoftheater. Für heute Dienstag iſt
nach längerer Pauſe eine Wiederholung von Adams
in=
diſcher Märchenoper „Wenn ich König wäre”, als
61. Abonnementsvorſtellung, Buchſtabe A. 16, angeſetzt.
An dieſem Abend gelten die kleinen Preiſe. Die nächſte
Aufführung der Operetten=Novität „Der liebe
Augu=
ſtin” von Leo Fall findet am Mittwoch ſtatt. Am
Donnerstag gelangt auf Allerhöchſten Befehl anläßlich der
Anweſenheit Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Heinrich
von Preußen Bahrs „Prinzip”, und am Freitag „Die
ſchöne Helena” zur Aufführung.
* Die Techniſche Hochſchule feiert den Geburtstag
ihres Rektor Magnifizentiſſimus Sr. Königl. Hoheit des
Großherzogs, durch einen Feſtakt in
herkömm=
licher Weiſe am Montag, den 25. d. M., vormittags um
11¾ Uhr, in der Aula. Die Feſtrede hält Herr Profeſſor
Dr.=Ing. Hohenner über: „Die rationelle Vermeſſung
eines Landes”
— Beerdigung. Geſtern nachmittag wurde unter
überaus zahlreicher Begleitung ein Mann zu Grabe
ge=
bracht, deſſen Name in ſeinem Bekanntenkreis, in den
Ge=
meinden, in denen er wirken durfte, und unter ſeinen
Kollegen, den evangeliſchen Geiſtlichen Heſſens, einen
guten Klang hatte: der Pfarrer i. P. Johannes
Schneider. Herr Pfarrer Hickel zeichnete ſein
chriſt=
liches Charakterbild aus dem reichen Leben heraus, das
durch Leid und Kreuz zur Krone gegangen war. Herr
Stadtpfarrer Bernbeck von Michelſtadt legte im Namen
der Geiſtlichkeit des Dekanats Erbach einen Kranz
nie=
der, Herr Pfarrer Stock von Neckarſteinach, wo der
Ver=
ſtorbene zuletzt 25 Jahre Geiſtlicher geweſen, war mit einer
Anzahl von Gemeindegliedern gekommen, um dem
belieb=
ten Seelſorger die letzte Ehre zu erweiſen, und Herr
Profeſſor Knoll ehrte den Heimgegangenen im Namen
der Alten Herren des Wingolfs. — Das Gedächtnis des
Gerechten bleibt in Segen.
* Regiments=Jubiläum. Das Infanterie=Regiment
von Lützow (1. Rhein.) Nr. 25 blickt im Jahre 1913 auf
eine 100jährige Vergangenheit zurück. Die
Gründung des Regiments erfolgte am 18. Februar 1813
und aus den Befreiungskriegen ſind die „Lützower” groß
und klein bekannt geworden. Die Feier des 100jährigen
Beſtehens iſt unter Berückſichtigung des Wunſches der
älteren Kameraden für den 4. und 5. Juni in Aachen, der
jetzigen Garniſon, geplant. Alle ehemaligen Angehörigen
des Regiments in Darmſtadt, die an den
Jubiläums=
feierlichkeiten teilzunehmen wünſchen, werden zum Zwecke
einer Beſprechung eingeladen, am Samstag, den 23.
No=
vember, abends 9 Uhr, im Reſtaurant Wilh. Preuſch,
Karlſtraße 104.
St. Bund deutſcher Militäranwärter. Der Verein
Darmſtadt veranſtaltete am Samstag abend im großen
Saale der Turngemeinde am Woogsplatz eine Feier des
Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des
Großher=
zogs, verbunden mit der Feier des 10jährigen
Stiftungsfeſtes des Vereins, unter Mitwirkung
des Fräulein A. Bürſtlein (am Klavier Kam.
Gunſchmann), der Muſikkapelle des Vereins unter
Leitung ihres Dirigenten Kam. Krüger und der
Ge=
ſangsabteilung des Vereins unter Leitung ihres
Diri=
genten Kam. W. Etzold. Der Feſtſaal war dicht beſetzt
und die Doppelfeier nahm, das ſei vorweg konſtatiert,
getragen von gut kameradſchaftlichem Geiſte, einen ſchönen
und animierten Verlauf. Als Ehrengäſte wohnten der
Feier u. a. bei die Herren Direktor Daub,
Stadtver=
ordnete Dr. Noellner, Henrich, Schupp.
Schnei=
dig geſpielte Muſikſtücke der durchweg aus
Vereinsmit=
gliedern gebildeten Hauskapelle, die übrigens mehrfach
ganz vorzügliches leiſtete, leitete den Reigen der
vielge=
ſtaltenen Unterhaltung ein. Der Vorſitzende, Kam. Salo=
mon, hielt die Feſtanſprache, in der er nach Begrüßung
der Gäſte, inſonderheit der Ehrengäſte, einen kurzen
Rück=
blick auf die Geſchichte des Vereins warf und den Zweck
und die Veranlaſſung der ſchönen Doppelfeier darlegte,
die einmal dem immer vor jedem treuen Heſſen und ganz
beſonders von jedem ehemaligen Soldaten gern gefeierten
Geburtstag des Landesfürſten gelte und zum andern der
10. Wiederkehr des Gründungstages des Vereins
Darm=
ſtadt des B. d. M. Sei der Verein auch noch jung, ſo habe
er, unterſtützt von der treuen Mitarbeit vieler Kameraden,
doch ſchon erfreulich viel geleiſtet und werde ſich
weiter=
hin auch die Pflege kameradſchaftlichen Lebens und
vater=
ländiſcher Geſinnung neben der Wahrnehmung der
wirt=
ſchaftlichen Intereſſen der Militäranwärter angelegen ſein
laſſen. Die Feſtrede klang aus in ein begeiſterten
Wider=
hall auslöſendes Hoch auf den Großherzog, die
Feſtteil=
nehmer ſangen die Nationalhymne. — Namens der Gäſte
dankte Herr Direktor Daub für die Einladung zu dem
ſchönen Feſte und für die freundlichen Begrüßungsworte.
Er pries im weiteren in ſeiner Rede die hervorragende
Pflichttreue und vorbildliche Berufsfreudigkeit und
Dis=
ziplin, die die Militäranwärter aus ihrer langen
erfolg=
reichen Tätigkeit im Ehrendienſte des Vaterlandes
als eine der wertvollſten Eigenſchaften mit hinübernehmen
ins Berufsleben, einer Eigenſchaft, die den
Militäran=
wärter beſonders nutzbar macht für Behörde und
Verwal=
tung. Der Redner ſchloß mit einem dreifachen Hoch auf
das weitere Blühen und Wachſen des Vereins. — Später
wurden etwa 30 treue Mitglieder des Vereins für 10
jäh=
rige Mitgliedſchaft durch den Vorſtand beſonders geehrt
und mit einer Ehren=Vereinsnadel dekoriert. Der Verein
ſeinerſeits dankte und ehrte ſeinen langjährigen
Vor=
ſitzenden, Kamerad Salomon, durch Ueberreichung eines
ſchönen Geſchenks für ſeine erſprießliche Tätigkeit im
Dienſte des Vereins. Herr Stadtverordneter Schupp
brachte in kerniger, patriotiſcher Rede das Kaiſerhoch aus.
Im übrigen wurde der Abend ausgefüllt durch ernſte
und heitere Darbietungen, aus Geſang, Muſik und
Dekla=
mationen beſtehend. Beſonders verdient machte ſich Frl.
Bürſtlein, die mit ſchöner wohlklingender Stimme Lieder
von Schubert, Mozart und Sachs ſang und damit
rau=
ſchenden Beifall erntete. Die beiden Theaterſtücke
brach=
ten die Damen Frl. Kaiſer und Hübner, und die
Herren Heß, Poppler und Wrode zum beſten
Ge=
lingen und Kamerad Heß erfreute außerdem durch
meh=
rere humoriſtiſche Soli. Ein von Herrn Krüger jr.,
dem Sohn eines Kameraden, komponiertes, dem Verein
zum Stiftungsfeſt gewidmetes Intermezzo fand, wie
auch die Chorgeſänge, verdienten Beifall. Ein Ball
be=
ſchloß die ſchöne Doppelfeier.
nn. Der Marine=Verein hielt unter
außerordent=
liger Beteiligung ſeiner Mitglieder und deren
Ange=
hörigen am Sonntag im „Mathildenhöhſaal” die
Ge=
burtstagsfeier des Großherzogs ab. Als
Ehrengäſte waren erſchienen Herr Admiral z. D.
Weſt=
phal, Hauptmann Vollmar und zahlreiche Marineoffiziere,
ſowie eine Deputation des Marine=Vereins Frankfurt
a. M. In ſeiner Begrüßungsrede feierte in kernigen
Wor=
ten der 1. Vorſitzende des Vereins, Schnellbacher,
Kaiſer Wilhelm als Schirmherrn des Reichs und Förderer
der Marine. Sein dreifaches Hurra galt dem
Friedens=
kaiſer Wilhelm II., in das die Verſammlung begeiſtert
einſtimmte und ſtehend die Kaiſechymne ſang. Ein von
dem Ehrenmitglied Göttmann zur Feier des Tages
ge=
dichteter Prolog mit einer Huldigung auf den Großherzog
(lebendes Bild), von Fräulein Lang vortrefflich
vorge=
tragen, wurde mit reichem Beifall ausgezeichnet. In der
von Herrn Miniſterialreviſor Bruchhäuſer gehaltenen
Feſtrede gab dieſer ein vortreffliches Lebensbild
unſeres Großherzogs und ſeiner hohen Gemahlin, ſowie
deren Wirken für Kunſt und Induſtrie und für die
Wohl=
fahrtspflege. Dankbar ſei dieſe Tätigkeit im ganzen
Heſſenland anzuerkennen und aus vollem Herzen ertöne
der Wunſch: „Gott ſegne unſern Großherzog Ernſt
Ludwig und ſeine ganze Familie und ſchenke ihm ein
langes und reichgeſegnetes Leben.” Sein Hoch galt dem
geliebten Landesherrn, in das die Feſtverſammlung
be=
geiſtert einſtimmte. Ein reichhaltiges Programm von
Ge=
ſangs= und Muſikvorträgen verſchönte den Abend.
Be=
ſonders ſeien die hübſchen Liedervorträge des Herrn
Dipl.=Ing. W. Kern hervorzuheben. Lebende Bilder aus
dem See= und Marineleben: „Die Erſtürmung von
Kamerun”, die Beſchießung der Küſte von See aus uſw.,
geſtellt von Kameraden des Marinevereins, ſowie ein
hiſtoriſches Theaterſtück: „Kurt Schroll”, dramatiſche
Dich=
tung aus der Hanſa=Zeit (verfaßt von Ehrenmitglied
Gottmann) löſten eine echte patriotiſche Stimmung aus
und wurden mit reichem Beifall ausgezeichnet. Ein flotter
Ball beſchloß die ſchön verlaufene Großherzogs=
Geburts=
tagsfeier.
— Die Familienfeier der kath. St.
Eliſabeth=
pfarrei am Sonntag nahm einen frohen, herzlichen
Ver=
lauf. Ernſte Worte richtete Pfarrer Laubner=
Linden=
fels an die Eltern in ſeiner Feſtrede über die chriſtliche
Erziehung. Kirchenchor, Jünglingsverein und
Jung=
frauenſodalität teilten ſich in die Aufgabe, die Anweſenden
zu unterhalten. Geſpielt und geſungen wurde überhaupt
mit lebhafter Begeiſterung, ſo daß die Schlußworte der
Feier mit berechtigtem Stolz auf die Tatſache innerer
Kraft und Geſchloſſenheit katholiſcher Ueberzeugung auch
bei Unterhaltung und Vergnügen unter Fernhaltung
alles Verletzenden hinweiſen konnten.
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Nacht
war es noch, die letzten Sterne flackerten und verblaßten
allmählich am Morgenhimmel und friedliche Stille
lagerte noch über der Stadt, da hörte man ſchon von
weitem den harten Tritt der Nagelſchuhe und manche
müden heimkehrenden Nachtſchwärmer betrachteten
er=
ſtaunt und neidiſch die munteren Geſellen, die zum
Sammelpunkt des Odenwaldklubs am Böllenfalltor
eilten. Nebel umhüllte noch die Gegend, als die
Wan=
derung um 8½ begann, und war leider der ſtändige
Begleiter. Nachdem der Bismarckturm auf Umwegen
erreicht und beſtiegen war, ging es abwärts, um bald
darauf ſteil aufwärts auf dem Kirchberg zu landen.
Von da ging es weiter über den Lindenberg vorbei am
Bordenberg und dem Frankfurter Erholungsheim über
Nieder=Ramſtadt nach Waſchenbach. Trotz räumlicher
Enge hat es Gaſtwirt Schneider verſtanden, die Wanderer
zufriedenzuſtellen und fröhlich begannen die munteren
Geſellen die weitere Wanderung über Nieder=Modau
und Rohrbach nach der Hohen Straße. Auf herrlichen
Waldwegen, wenn auch von unten ſchmutzig, ſo doch
ſtaubfrei, erreichte man den Ausſichtsturm der
Rein=
heimer Ortsgruppe auf der Ernſt=Ludwigs=Höhe. Dort
bot ſich den Wandergenoſſen eine Ueberraſchung, die
uns ein liebes und treues Mitglied der =Reinheimer
Ortsgruppe bot, und der herrliche Kakaolikör mundete
den Wanderern vortrefflich. Bald darauf war das
End=
ziel erreicht und bei trefflich und reichlich zubereitetem
Mahle im Haus Buxmann, im „Schwanen” begrüßte
der Vorſitzende der Reinheimer Ortsgruppe, Herr
Apo=
theker Scriba, die Darmſtädter herzlichſt und Herr
Direktor Daub dankte für die freundlichen Worte. Nach
dem Dank an die Führer, den Herr Oberfinanzrat Braun
in humorvoller Weiſe ausbrachte, verblieben die
Wanderer noch lange im gaſtlichen Reinheim und
ſchieden mit dem Bewußtſein, einen herrlichen Tag
ver=
lebt zu haben.
* Fremdſprachliche Vorträge. Den erſten der
Vorträge, am nächſten Mittwoch, hält Herr Georges
Louvrier, wohl der bekannteſte franzöſiſche Conférencier
in Deutſchland. Nach Abſchluß ſeiner Studien auf der
Pariſer Univerſität kam er 1901 nach Breslau, wo er an
der Humboldt=Akademie Vorleſungen über franzöſiſche
Literatur und an der Univerſität ſolche über Phonetik
hielt. Auch unternahm er Vortragsreiſen, die ihn nach
faſt allen größeren Städten Deutſchlands führten. In
Darmſtadt veranſtaltete er vor zwei Jahren eine
wohl=
gelungene Rezitation im Neuen Gymnaſinm. Im
ver=
gangenen Sommer hielt Herr Louvrier — es war in
Hamburg — ſeine tauſendſte Vorleſung in Deutſchland.
Im Frühjahr 1912 gab er ſeine Tätigkeit in Breslau
auf und iſt jetzt Mitarbeiter des in Berlin erſcheinenden
Journal d’Allemagne. Da Herr Louvrier gewöhnt iſt,
vor Fremden zu ſprechen, ſo iſt die Gewähr dafür
ge=
geben, daß ſelbſt diejenigen ihn verſtehen, deren Ohr im
Aufnehmen einer fremden Sprache nicht ſehr geübt iſt.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
* Vortragsabend. Auf die in heutiger Nummer
ent=
haltene Anzeige über den zum Beſten der
Freiwilli=
gen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz im
Konkordiaſaal am 23. November ſtattfindenden
Licht=
bildervortrag über das deutſche Rote Kreuz, ſein
Werden, Wachſen und Wicken, ſei auch an dieſer Stelle
Dampf aufmachenden Bumba” heimkehren zu wollen.
Als Quadbeck den Boys das Betreten der „Bumba”
unterſagt, weigern ſie ſich unter allen Umſtänden, mir zu
folgen, wollen vielmehr per Kanu nach Ikelemba zurück.
Während ich über meine unglückliche Lage nachdenke, fällt
mein Blick in die Glut des ſoeben von dem Heizer
geöff=
neten Keſſelfeuers — Heureka! ich hab’s gefunden! Wir
werfen den Reſerveglühkopf in den roten, hitzeſprühenden
Schlund, während wir den aufmontierten Glühkopf vom
Motor losſchrauben. Dann werden die Unterlegſcheiben
und Muttern zur Hand gelegt. Quadbeck und ich erfaſſen
jeder einen Schlüſſel. „Wohl, nun kann der Guß beginnen!“
Mit der langen Feuerzange reicht der Heizer den roſa
leuchtenden Glühkopf von der „Bumba” herüber in die
„Hygiama”, der ſofort auf ſeinen Platz geſetzt wird.
Schnell werden Haltering, Scheiben und Muttern
aufge=
ſetzt. Die Glut verbrennt uns die Finger; wir achten es
nicht. Fieberhaft ſind wir am Werk. Ringsum
Toten=
ſtille. Wird es gelingen? Kaum iſt die letzte Mutter an
gezogen, wird angekurbelt. Mit raſenden Touren ſetzt der
Motor ſofort ein. An Land und an Bord ſchreit, brüllt,
tanzt und hüpft alles wild durcheinander. Die Boys,
die eben noch den Dienſt verweigert, ſpringen ins Boot.
Als wir jetzt losfahren wollen, läuft kein Kühlwaſſer. Das
Zuflußrohr wird geöffnet, es iſt vollkommen mit Lehm
verſtopft — von der Uferwand, an die das Boot angelehnt
war. Der Motor wird heiß infolge des mangelnden
Kühl=
waſſers. Wir müſſen den Motor anhalten. Nach
Wieder=
anlegen des Waſſerrohres ſpringt der Motor nicht mehr
an. Alſo heißt es, den Glühkopf wieder abmontieren,
er=
hitzen und aufſetzen. Auch diesmal gelingt das Manöver.
Wir nehmen einige Brandwunden mehr an den Fingern
gern in Kauf. Da plötzlich bricht der gläſerne, bereits
an=
geſprungene Oelbehälter, für den die Grade=Motoren=
Werke einen ſolchen aus Metall zu liefern verſprachen.
Hat ſich denn heute alles gegen mich verſchworen?! — Der
Motor muß abermals zum Schweigen gebracht werden.
Die Schlitze im Zuflußrohr, durch die bisher das gefilterte
Oel aus dem Glaſe Zutritt zum Oelapparat gewann,
werden mit Heftpflaſter geſchloſſen. Das Oel wird mittels
Trichter zugeführt. Nachdem wir zum dritten Male mit
der Glut der „Bumba” unſern Motor in Gang gebracht,
erfolgt endlich der Start. Die ſtarken Bugwellen der
„Hygiama” ſchlagen in das ſteuerbord liegende Kanu, es
im Nu füllend und niederdrückend. Die „Hygiama” liegt
infolge der einſeitigen Belaſtung ſchief im Fahrwaſſer.
Das verſackte Kanu wird losgeſchnitten und verſchwindet
ſofort in den Fluten mitſamt dem ganzen Proviant der
laut zeternden Boys. Plötzlich verliert die „Hygiama”
vollſtändig an Fahrt. Zweifellos eine Störung am Pro=
peller. Der Motor leiſte, was er kann. Ausgekuppelt!
James taucht und fördert einen Fiſchkorb zutage, den der
Propeller erfaßt. Endlich, endlich haben wir Fahrt.
Stunde auf Stunde gleiten wir in großer Fahrt
da=
hin, nur einmal wenige Minuten durch eine Sandbank in
einer Inſeldurchfahrt aufgehalten. 3 Uhr 30 Min.
nach=
mittags erreichen wir die ſüdliche Halbkugel. Mehrmals
raucht der Motor. Durch Zufuhr von Unmengen von Oel
bekommen wir jedoch Lager und Zylinder immer wieder
kalt. Schwarz ſenkt ſich die Nacht auf den Fluß. Wir
können nicht mehr weit ab ſein vom Holzpoſten. Nagunda=
Nagunda. Da blitzt ein Licht vor uns aus dem Dunkel
darauf los! Der helle Schein ſpiegelt ſich zitternd im
Waſſer
Am Morgen des 6. September wird ein hoher
Schei=
terhaufen errichtet, in deſſen Glut der Glühkopf auf dem
Dreifuß unſerer Küche ruht. Während die Boys das Feuer
ſchüren, beobachte ich einen rührenden Beweis für die
Anhänglichkeit meines Reiſegefährten. „Mutſch”, mein
niedliches, ungemein zärtliches Kätzchen, klettert, vom Boy
Joſeph an Land geſetzt, von einem kurzen Streifzug
zwi=
ſchen den Holzſtapeln des Poſtens zurückkehrend, zum Fluß
herab und läuft, miauend und ſehnſüchtig nach dem Boot
herüberäugend, am Waſſer hin und her. Durch Anruf
vom Boote aus erhöhe ich ſeine Qualen, als es plötzlich
kurz entſchloſſen ins Waſſer ſpringt — gewiß ein Zeichen
von Treue und Tapferkeit bei der ſprichwörtlichen
Waſſer=
ſcheu der Katzen. — Auch heute glückt erſt der dritte
Ver=
ſuch, den Motor in Gang zu bringen, da ich allein alle ſechs
Muttern um den Glühkopf aufſetzen muß. Ich habe meine
Finger ſchließlich mit alten, in Waſſer gelegten
Leder=
handſchuhen geſchützt, die ich ab und zu in einen
bereit=
geſtellten Waſſereimer tauche.
In ſchöner Fahrt erreichen wir 2 Uhr nachmittags den
breiten Einfluß des Ndjali, als ein gelbgraues
Un=
wetter vor uns aufſteigt, das drohende Geſpenſt eines
Tornados. Der Wind wird ſtärker, die
verderbenſchwan=
gere Wetterwand gegen uns heranjagend. Die Boys
drängen mich, am Ufer feſtzumachen. Der Sſanga
be=
ſchreibt hier einen jähen Bogen nach Süden, wo der
Him=
mel blaut. Vielleicht gelingt es, an dem Tornado
vorbei=
zukommen, ihn zu unterlaufen. — Ich übernehme ſelbſt
die bisher James überlaſſene Bedienung des Motors und
gebe volle Kraft. Schneller durchfurcht die „Hygiama”
die höher und höher treibenden Wellen des Sſanga,
brei=
ter und voller rauſchen die Bugwellen. Die Boys erraten
meine Abſicht, ſchätzend fliegen die Blicke vom dunklen
Himmel auf die Fahrt unſeres Bootes. Jetzt fallen die
erſten ſchweren Tropfen — doch die Biegung des Sfanga
iſt erreicht. Mit jeder Umdrehung des Propellers ent=
rinnen wir dem Unheil. Wenige Minuten lang bricht der
Regenſturm auf uns nieder, dann kommen wir aus ſeinem
Bereich, und während die Sonne trocknend auf das
Ver=
deck herniederbrennt, raſt hinter uns der Tornado, Fluß
und Ufer in farbiges Dunkel hüllend.
Kurz nach 4 Uhr nachmittags biegen wir um die
bei=
den großen vorgelagerten Waldinſeln in den Bogenghé=
Kanal, eine natürliche Waſſerſtraße, welche, nach dem
die öſtliche Grenze von Neu=Kamerun bildenden Likuala=
Eſſubi führend, einen in der Trockenzeit ſchwer fahrbaren
Teil des unteren Sſanga umgeht. Als wir jetzt zwiſchen
den höchſtens 10 Meter voneinander entfernten
bewalde=
ten Ufern dahingleiten, reden die Boys plötzlich laut
durch=
einander. „Was gibt’s?‟ Die Boys ſind erſtaunt über
die Schnelligkeit unſerer Fahrt, die für ſie bei der Nähe
der Ufer zum erſten Male in ſo deutliche Erſcheinung
tritt. Der Ausblick öffnet ſich — weite Wieſenflächen —
eine Gruppe Boraſſuspalmen als wundervolle Silhouette
an den gelben Abendhimmel gezeichnet. Einige Fiſcher,
wie verſteinert aus dem hohen Graſe des Ufers zu uns.
herüberſchauend. Eng und ſchmal folgen ſich die Kurven
unſeres Fahrwaſſers nach Norden, Oſten, Süden und
ſchließlich Südweſten laufend. Da raucht der Motor aus
dem Auspuff. Schwarz zieht als breiter Streifen der
Qualm hinter uns her. Das vordere Lager iſt heiß.
Während James dauernd Oel zugießt, beſchleunigt Joſef
mit der Hand den Gang der Oelpumpe. So nahe am Ziel
ſollen wir liegen bleiben? — Nein, der Motor kommt
wie=
der auf Touren — alſo weiter durch die ſtockfinſtere Nacht.
Ein Licht am Ufer — Bogenghé? — Noch nicht, ein
Neger=
dorf; doch weit kann es nicht mehr ſein. Noch eine
Bieg=
ung, da begrüßt uns ein mächtiger Feuerſchein am linken
Ufer — endlich am Ziel. Knirſchend gleitet der Kiel auf
dem Lehmgrund des Ufers. Aus der Schar der uns
be=
grüßenden Schwarzen treten mir zwei Europäer entgegen
und begrüßen mich herzlich, als ich jetzt an Land ſpringe.
„Haben Sie nicht einen Gefährten?” fragen die Franzoſen.
„Jawohl — einen Augenblick!” — Ich rufe, und „Mutſch”
kommt unter dem Verdeck hervor auf den Bootsrand
geſprungen.
Die liebenswürdigen Herren der Companie Foreſtiére,
der Eigentümerin dieſes Platzes, ſtellen mir in
bereitwilli=
ger Weiſe jede nur mögliche Hilfe für meine Reparatur
in Ausſicht. Ich ſchlage unter dem Wellblechdach der
Dampferwerkſtatt zwiſchen allerhand Maſchinen mein
Feldbett auf, da alle anderen, längere Zeit unbewohnten
grasbedeckten Häuſer nicht regendicht halten.
Morgen in aller Frühe werden die Reparaturarbeiten
in Angriff genommen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
ſhingewieſen. Es ſei ausdrücklich aufmerkſam gemacht
daß dieſer Vortrag nur einmal gehalten werden kann,
da die Lichtbilder zum Teil anderweitig beanſprucht
werden.
* Gramola=Konzert. Im Hotel „Zur Traube” wird am
Donnerstag, 28. Nov., 8¼ Uhr abends, ein Gramola=Konzert
veranſtaltet. Zum Vortrag gelangen: Frieda Hempel, Farrar,
Kurz, Ida Salden, Caruſo, Battiſtini, Urlus, Schaljapin.
Burmeſter und Kubelik (Violine). Numerierte
Kartenaus=
gabe beginnt am Donnerstag bei der Firma K. Jäger,
Beorgenſtr. 11, und im Uhrengeſchäft, Rheinſtr. 33.
* Adreßbuch. Der Druckvogen Nr. 17 des
Adreß=
buches für 1913, enthaltend Einwohnerregiſter — Weber,
Karl, Witwe, bis Zimmer, Heinrich, — liegt im
Haupt=
meldebureau, Hügelſtraße 31/33, Zimmer Nr. 13, während
der Bureauſtunden (8—12 Uhr vormittags und 2—6 Uhr
nachmittags) bis zum 21. November vormittags zur
Ein=
ſichtnahme offen.
Frühlingsboten. Von einem vorzeitigen
Früh=
lingsahnen erfüllt, flog am Samstag ein kleiner zu
früh ausgeſchlüpfter Kohlweißling der Wohnung
Katzenbächer, Arheilgerſtraße 14, zu, und ſuchte
hier Schutz vor der anſcheinend unerwarteten rauhen
Witterung.
„3 Pfungſtadt, 17. Nov. Der Streik in der
Zi=
garrenfabrik des Herrn Freund iſt nach 11wöchiger Dauer
beigelegt. Morgen wird der Betrieb wieder in
vollem Umfange aufgenommen. Doch hat inzwiſchen ein
Teil der Arbeiter anderwärts Arbeit geſucht und
gefun=
den. — Für die hieſigen Gemeindebeamten wurde ein
neues Gehaltsſtatut ausgearbeitet, demzufolge in
6 Abſtufungen mit 18 Dienſtjahren das Höchſtgehalt
er=
reicht werden ſoll.
— Hahn bei Pfungſtadt, 17. Nov. Als einziger
Kan=
didat für die am nächſten Mittwoch hier ſtattfindende
Beigeordnetenwahl iſt Herr Gemeinderat und
Bäckermeiſter Friedrich Stark aufgeſtellt. — Laut
Ge=
meinderatsbeſchluß ſollen die hieſigen
Allmenden=
inhaber einiger Gewanne verpflichtet werden, auf den
gepachteten Grundſtücken je einen jungen Obſtbaum
anzu=
pflanzen.
* Nieder=Ramſtadt, 18. Nov. Sehr beachtenswerte
Vorführungen zeigte bei ſeinem Schauturnen der
ehieſige Turnverein. Durch die raſtloſe und
ver=
ſtändnisvolle Tätigkeit der Leiter des Turnbetriebs
konn=
ten zum erſten Male Uebungen durch eine Schülerinnen=
Abteilung vorgeführt werden, welche in Verbindung mit
dem Turnen der Schüler= und Damen=Abteilung und der
aktiven Turner von einer ganz vorzüglichen Schulung
Zeugnis ablegten. Zur Verſchönerung der Veranſtaltung
brachte unter Leitung ihres bewährten Dirigenten die
Turner=Singmannſchaft einige Chöre zum Vortrag.
Seinen fünften Turngang beabſichtigt der Turnverein
am kommenden Sonntag auszuführen.
-o- Meſſel, 18. Nov. Der hier vor kurzem unter
Leitung des Herrn Lehrer Fay ins Leben getretene
Ausſchuß für Volksbildung veranſtaltete geſtern
eine Uhlandfeier die einen ſehr ſchönen Verlauf
nahm. Den Kernpunkt des Abends bildete ein Vortrag
des Herrn Pfarrers Weißgerber der formvollendet
und ſchön das Leben und Wirken Uhlands zur Darſtellung
brachte. Die drei hieſigen Geſangvereine ſangen
Uhland=
ſche Lieder in ſchöner Wiedergabe. Fräulein Lagemann
aus Darmſtadt ſang Uhlandſche Lieder und trug Gedichte
des Dichters vor. Ferner beteiligten ſich die Herren
Lieſenbein und Horn aus Darmſtadt durch
Violin=
vorträge in ganz hervorragender Weiſe, wobei ſie von
Fräulein Hofmann begleitet wurden. Das zahlreich
erſchienene Publikum zeigte ſich außerordentlich dankbar,
und manchem wird wohl der ſchöne Abend lange in
Er=
innerung bleiben.
Seeheim, 18. Nov. Die hieſige
Kleinkinder=
ſſchule kann in dieſem Jahre auf ein
fünfunddreißig=
jähriges Beſtehen zurückblicken, und auch bereits ein
Vier=
teljahrhundert ſind Schweſtern aus dem Darmſtädter
Diakoniſſenhauſe in der Kleinkinder= und Gemeindepflege
unter uns tätig. Aus dieſem Anlaß fand geſtern in
un=
iſerer Kirche eine Gedächtnisfeier ſtatt. Als
Feſt=
prediger wirkte der erſte Geiſtliche des Darmſtädter
Dia=
koniſſenhauſes, Pfarrer Hickel, der über St. Matth. 18,
10, 11 predigte. Den Rechenſchaftsbericht erſtattete der
Ortsgeiſtliche Pfarrer Vogel, der in großen Umriſſen
die Geſchichte der Kinderſchule und Gemeindepflege
ent=
rollte, die Arbeit der Schweſtern beſprach und auf die
Notwendigkeit hinwies, dem Gedanken der Erbauung
eines Gemeindehauſes näherzutreten. Er konnte mit
Freuden hervorheben, daß aus Seeheim jetzt vier
Schwe=
iſtern dem Darmſtädter Hauſe angehören. Im
Nachmit=
tagsgottesdienſt, der gleichfalls gut beſucht war ſprach
Pfarrer Hickel im Anſchluß an das Gleichnis vom Senfkorn,
St. Matth. 13, 31, 32, in freier Weiſe über das Werk der
chriſtlichen Diakonie. Die eingegangene Kollekte war für
das Darmſtädter Diakoniſſenhaus beſtimmt. Nach dem
Mittagsgottesdienſt verſammelten ſich die Schweſtern, die
aus der Umgegend zur Feier gekommen waren, im Saale
der Kleinkinderſchule zu einer Konferenz, die der
Stifts=
geiſtliche abhielt.
S. Bensheim, 17. Nov. Fabrikant K. Kreuzer verkaufte
ſein erſt kürzlich erworbenes Grimmſches Fabrikanweſen
an die Firma „Effex”, Spörl u. Ko., in Mannheim zum
Preiſe von 27000 Mark. Auch das hieſige Gaſthaus
„Zur Germania” wurde dieſer Tage zum Preiſe von
47000 Mark an einen Würzburger Herrn verkauft.
S. Auerbach, 17. Nov. Die Wahl des Herrn Gölz
zum Bürgermeiſter wurde kreisamtlich beſtätigt und wird
derſelbe morgen verpflichtet und in ſein Amt eingeführt.
— Die früher von dem Kommerzienrat Stinnes
be=
wohnte Villa des Bauunternehmers C. Löw in der
Martinſtraße wurde auf drei Jahre an Frl. v. Mener
aus München vermietet. Die Dame, eine bekannte
Kon=
zertſängerin, beabſichtigt, hier eine Schule für Tonkunſt
zu errichten.
Worms, 18. Nov. Zwiſchen Ludwigshafen und
Oggers=
heim entgleiſten geſtern mittag einige Wagen eines
Güterzuges. Hierdurch war die Strecke einige Zeit völlig
geſperrt und konnte daher der Eilzug 71 Straßburg-
Frankfurt, der 1 Uhr 16 Min. die hieſige Station paſſieren
ſoll, nicht über Worms geleitet werden ſondern mußte
über Mannheim und Biblis nach Frankfurt geführt
wer=
den. Die hieſigen Paſſagiere nach Frankfurt wurden
mit=
tels Triebwagens nach Biblis befördert, um dort den Zug
zu erreichen. Die Entgleiſung hat naturgemäß zahlreiche
Verſpätungen im Gefolge gehabt. Gegen halb 3 Uhr war
die Strecke wieder eingleiſig befahrbar.
Bechtheim, 18. Nov. Am Samstag nachmittag wurden
bei einer Jagd, der W. Ztg. zufolge, eine Ehefrau
und ihr kleiner Junge von einem Jäger
ange=
ſchoſſen. Die Ehefrau wurde ſchwer und der Junge
leichter verletzt.
(*) Alsfeld, 17. Nov. Mit der Renovierung
der Walpurgiskirche beſchäftigte ſich eine
gemein=
ſame Sitzung der Regierungsvertreter aus Darmſtadt
und der ſtädtiſchen Finanzkommiſſion. Es handelte ſich
dabei um die Gewährung des Staatszuſchuſſes. Dieſer
ſoll nach den Angaben des Baurats Wagner=
Darm=
ſtadt genau ſo berechnet werden, wie bei der
Wiederher=
ſtellung des Rathauſes; er ſoll ein Drittel der durch die
Denkmalpflege verurſachten Baukoſten ausmachen. Nach
Angaben des Regierungsbaumeiſters Kuhlmann
fallen von den 68000 Mark Baukoſten etwa 19000 Mark
unter Denkmalpflege, ſo daß der Staatszuſchuß rund 7000
Mark betragen würde.
Alsfeld, 18. Nov. Der Kraftwagenverkehr
auf der Strecke Alsfeld-Neuſtadt (M.=W.=B.) iſt
bis auf weiteres eingeſtellt worden. Die Firma
be=
gründet das Einſtellen des Betriebs damit, daß
ihr infolge der un ge e i gnet en
Be=
ſchaffenheit der Straßen, die täglich dreimal hin=
und zurückzufahren waren, die Aufrechterhaltung des
Be=
triebes unmöglich geworden ſei. Der Vertrag zwiſchen
der Firma und der Poſtverwaltung iſt auf drei Jahre
abgeſchloſſen. Man hofft, daß der Betrieb nicht gänzlich
eingeſtellt wird. Der frühere Poſtwagenverkehr iſt auf
der Strecke bis auf weiteres wieder aufgenommen worden
und zwar in derſelben Weiſe wie früher.
Grebenhain, 18. Nov. Die für den ſüdöſtlichen Teil
der Provinz Oberheſſen in Ausſicht genommene
Ge=
ſtütsſtation wird beſtimmt in Grebenhain errichtet.
Das erforderliche Stallgebäude nebſt ſonſtigen
Einrich=
tungen ſind im Gaſthaus zum Darmſtädter Hof bereits
fertiggeſtellt worden, ſo daß bei der im Februar
beginnen=
den Beſchälzeit die Station beſetzt werden kann.
Wenings, 18. Nov. Dieſer Tage ging das ehemalige
Gräfin=Erneſtinenhaus zum Preiſe von 11000
Mark in den Beſitz des Kaufmanns M. Joſeph über.
Damit iſt wieder ein Teil des alten Iſenburger
Schloſſes „Moritzſtein” in Privathände gekommen.
In der erſten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut, diente
es von 1745—1757 der Reichsgräfin Erneſtine von
Iſen=
burg=Birſtein, dann bis 1771 der Gräfin Viktoria
Char=
lotte von Brandenburg=Culmbach als Wohnung. Von
da an war bis zum Jahre 1821 das Weninger Amt darin
untergebracht. Nachdem es längere Jahre als Wohnung
des Arztes gedient hatte, kam das Haus in den Beſitz der
Stadt. Dieſe richtete es als Lehrerwohnung ein und
brachte ſpäter die dritter Schulklaſſe darin unter. Mit der
Errichtung des neuen Schulhauſes hatte die Stadt keine
Verwendung mehr für das Gebäude, weshalb ſie es
jahre=
lang vermietete und dieſen Herbſt verkaufte.
Büdingen, 18. Nov. In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Vorſchuß= und
Kreditver=
eins zu Ober=Mockſtadt e. G. m. u. H. ſoll
nun=
mehr die fünfte Abſchlagsverteilung erfolgen. Den
nicht=
berechtigten Forderungen in der Höhe von 2045 784,23
Mark ſteht eine verfügbare Summe von ungefähr 103000
Mark gegenüber, ſo daß alſo etwa 5 Prozent zur
Verteil=
ung kommen.
(*) Vom Vogelsberg, 17. Nov. Der Schnee liegr
30 bis 40 Zentimeter hoch. In manchen Gemarkungem
ſtehen noch Kartoffeln. Vielleicht könnte auch die
Roggenausſaat nicht beendet werden. Weizen wurde nun
wenig geſät.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 17. Nov. Ein
kolo=
niales Jubiläum kann in dieſen Tagen Herr=
Krätke, der Staatsſekretär des Reichspoſtamts,
be=
gehen, welcher vor einem Vierteljahrhundert zum
interimiſtiſchen Landeshauptmann von Deutſch=Neu=
Guinca ernannt wurde und in dieſer Stellung bis 1890
verblieb. Herrn Krätke hatten dienſtliche
Miſſionen=
wiederholt in überſeeiſche Länder geführt, und er inter= ſich beſonders lebhaft für unſere Kolonien”
er=
war auch Mitglied und Mitbegründer des im Februar=
1908 aufgelöſten Kolonialrats. — Die
Feuerwehr=
ſorgt für alles! Sie ſorgt mit ihrer
Krankentransport=
abteilung in Schöneberg auch für eine alte Dame, die Rent= K., die im oberſten Stockwerk eines Hauſes in den=
Innsbrucker Straße wohnt und gelähmt iſt. Dieſe
muß=
laut ärztlicher Anordnung zwei Stunden täglich ſpazie= gefahren werden. Das Haus kam unter
Zwangsver=
waltung, und der Fahrſtuhl, der die Kranke auf die
Straße zu bringen pflegte, verſagte. Alle
Ausbeſſerungs=
verſuche ſcheiterten. Die Kranke war einige Tage in
ihrer Wohnung „gefangen‟ Da wandte ſich der Zwangs= an die Feuerwehr. Zweimal wurde bereits dier
gelähmte Dame aus ihrer Behauſung die Treppe
her=
unter und nach zwei Stunden wieder zurückgetragen. Der
Konkursverwalter mußte übrigens 8 Mark für die
jedes=
malige Beſörderung der Dame auf die Straße und den
Rücktransport an die Feuerwehr entrichten. — Vor einem
Schlächterladen in der Hermannſtraße in Neu=
Kölln kam es heute mittag zu tumultuariſchen
Zuſammenſtößen. Die Veranlaſſung dazu hatte
ein völlig unbegründetes Gerücht gegeben, wonach die
etwas nervöſe Frau des Schlächtermeiſters am
Donners=
tag ein Dienſtmädchen vor deſſen Entlaſſung mißhandelt
haben ſoll. Schon am Samstag abend verſammelte ſich
eine Menge von faſt 1000 Perſonen vor dem Metzgerladen
und nahm eine drohende Haltung ein. In der Nacht
wurden die Fenſter eingeſchlagen und mittags verſuchter
Geſindel die Auslagen aus dem Fenſter zu ſtehlen. Der
Schlächtermeiſter wurde bei ſeinem Erſcheinen ſchwer
mißhandelt. Beim Herannahen der Polizei verlief ſich
die Menge. Die Täter wurden noch nicht ermittelt.
Homburg v. d. H., 18. Nov. Der Antrag der Stadt
auf Aenderung des Namens Homburg vl
der Höhe in „Bad Homburg vor der Höhe” iſt
aller=
höchſt genehmigt worden.
Eiſenach, 18. Nov. Heute wurde der dritte Inhaber
des zuſammengebrochenen Bankhauſes Strauß u. Hes
berlein, Adolf Rentſch, von dem man bisher
angenom=
men hatte, daß er von den Machenſchaften ſeiner
Kom=
pagnons nichts wußte, verhaftet.
Dresden, 16. Nov. Der vor einiger Zeit zum
Ober=
bürgermeiſter von Zittau erwählte, aber von der ſächſiſchen
Regierung wegen Haſardſpieles nicht beſtätigte
Bürger=
meiſter von Burgſtädt, Dr. Roth, der zugleich
Landtags=
abgeordneter und Mitglied der Fortſchrittlichen Volks= iſt, wurde vom Schöffengericht in Burgſtädt zu
zweihundert Mark Geldſtrafe und den Koſten
des Verfahrens verurteilt. Er hatte einen
Fabrikan=
ten Kretzſchmer dadurch beleidigt, daß er in einer
Eingabe=
behauptete, K. ſei der viermaligen Brandſtiftung dringen
verdächtig, ſerner, er ſei beim Militär zu einem Jahl
neun Monaten Gefängnis und zur Degradation verurteill
worden und außerdem habe er noch Urkundenfälſchungen
begangen. Die beiden letztgenannten Vorwürfe wurden
als berechtigt anerkannt, aber die erſte Beſchuldigung
konnte nicht erwieſen werden. Das Gericht mußte
auch=
den Schutz des § 193 verſagen, weil De. Roth zu
weit=
gegangen ſei, und kam zu der obengenannten Strafe.
Brüſſel, 17. Nov. Der Prozeß der Prinzeſſin
Luiſe von Belgien gegen den Nachlaß ihres
ver=
ſtorbenen Vaters König Leopold und gegen den
belgiſchen Staat ſollte am kommenden Montag vor dem
hieſigen Appellhof zur Berufsverhandlung gelangen. Wie
einige Morgenblätter melden, iſt die Vechandlung
nun=
mehr einſtweilen von Montag auf Dienstag verlegt
wor=
den, weil zwiſchen den Prozeßparteien offenbar noch
Un=
terredungen ſchweben. Bekanntlich haben die ehemaligen
Advokaten der Prinzeſſin Luiſe, Janſon und Jaſpar, dier
Verteidigung niedergelegt, weil ſie ihrer Klientin den Rat
gegeben hatten, keine Berufung einzulegen. Die
Prin=
zeſſin wollte darauf nicht eingehen und hat den Adpokaten
Alerander Halot mit ihrer Vertretung beauftragt. Auch
dieſer war der Anſicht, die Prinzeſſin ſollte ſich auf
güt=
lichem Wege mit dem belgiſchen Staate einigen, und zwar
auf der Grundlage einer ihr zu gewährenden jährlichen
Lebensrente von mindeſtens 100000 Franken. Er ſtellte
Konzerte.
mm. Die zweite Matinee der
Kammer=
muſik=Vereinigung brachte am Sonntag im
Muſikvereinsſaale drei Kammermuſikwerke im engſten
Sinne, zwei Streichquartette (von L. Cherubini Nr. 3,
und Joſ. Haydn, Op. 54 Nr. 3), und eine Violinſonate, zu
der Ferd. David die Klavierbegleitung nach dem
beziffer=
ten Baß gearbeitet hat. Dieſe Sonate „Le Tombeau”
von Jean Marie Leelair (1697—1764), eines ungefähren
Zeitgenoſſen von Händel und Bach, den beiden Heroen der
Tonkunſt, die uns Deutſchen für die Beurteilung ihrer
Zeit am geläufigſten und maßgebendſten ſind,
unter=
ſcheidet ſich von den Violinwerken jener Beiden
vorteil=
haft durch die wirkſame Schreibweiſe in der
Violin=
ſtimme. Man kann ſie als ein nicht übel gelungenes
Stück damaliger Programmuſik anſehen; jedenfalls drückt
das Grave mit ſeinen wohlklingenden Doppelgriffen und
die Triolenbewegung im „Allegro non troppo” eine
ent=
ſprechend ernſte Stimmung aus. Der Schlußſatz führt zu
ſprachtvoller Tonentfaltung. Die beiden ausführenden
Herren, Hofrat de Haan am Seiler=Flügel und
Hof=
konzertmeiſter Ernſt Schmidt, trugen freilich zu dem
tiefen Eindruck ſehr viel bei. Der ſchöne und warme
Geigenton und der bis ins kleinſte ſorgfältig überlegte
Vortrag, und die nicht überladene Anwendung und
muſi=
kaliſch empfundene Ausführung der Verzierungen, gaben
von neuem Zeugnis von dem gediegenen und abgeklärten
Können des Herrn Schmidt, den dabei ein recht gutes
In=
ſtrument weſentlich unterſtützt.
Von den beiden Streichquartetten gehört das von
(Cherubini zu den ſeltener geſpielten. Die ganze
Kompoſition weiſt die Formvollendung und Anmut der
Melodien auf, die dieſem Meiſter eigen ſind.
Eindrucks=
voll iſt die breite Geigenkantilene im Larghetto und
neu=
artig ihre Verbindung mit dem Pizzikato der anderen
Inſtrumente im fugierten Scherzo. Wie hier eine heitere
Stimmung vorherrſchend iſt, ſo iſt auch der Ausdruck der
Lebensfreude der Grundzug des Haydnſchen
Quar=
tetts. Es mag ja wohl ſein, daß der Umſtand an dem
Erfolge der Haydnſchen Quartette mitwirkt, daß man ſie
von Jugend an ganz genau kennt und immer wieder als
liebe Bekannte begrüßt; aber Haydn hat doch auch in
ſeinen Klangbildungen mehr als andere Tonſetzer etwas ſo
Natürliches und nie Verbrauchtes und iſt mit neuen
Ein=
fällen ſo glücklich, daß man ſeine Werke zu hören nie
müde werden wird, ſelbſt wenn einmal ein Satz, wie hier
das Menuett, nur wenig über die typiſche Form ſich
er=
hebt. Das Finale iſt ein belebendes Tonſpiel und gibt
dem Werk einen hübſchen Schluß. Beide Quartette
wur=
den von den Mitgliedern der Kammermuſik=Vereinigung,
Herren Hofkonzertmeiſter E. Schmidt, Hofmuſiker Gims,
Konzertmeiſter Schnurrbuſch (Viola), E. Andrä (Cello),
tadellos und ſtilrein zu Gehör gebracht und fanden auch
entſprechenden Beifall. Der Beſuch des Saales war im
ganzen recht lebhaft und das Intereſſe an den
Darbietun=
gen ein erſichtlich bedeutendes.
Feuilleton.
C.K. Ein Wunder an Sehkraft. Ueber ein
einzig=
artiges Phänomen von menſchlicher Sehkraft, das von
einem wiſſenſchaftlichen Fachorgan von unzweifelhafter
Ernſthaftigkeit eingehend erörtert wird, macht die Revue
einige intereſſante Angaben. Es handelt ſich um einen
Klienten des Augenarztes De. George Gould. Der
Pa=
tient verfügt über ein Sehvermögen, deſſen Schnelligkeit
der Wahrnehmung über alles hinaus geht, was man
bis=
her an ſeltſamen Fällen auf dieſen Gebieten kennen lernte.
Der Patient deſſen Name auf ſeinen eigenen Wunſch nicht
genannt wird, iſt imſtande, mit einem einzigen
Blick eine ganze Buchſeite von gewöhnlicher
Oktavgröße aufzunehmen Die Augen ruhen nur zwei
oder drei Sekunden auf der Seite: dann ſpiegelt ſich im
Geiſte vollkommen genau das Satzbild des ganzen Blattes
und kann Wort für Wort wiederbolt werden Der Ein=
druck auf die Sehkraft iſt ſo groß, daß der Patient
bis=
weilen noch nach Jahren imſtande iſt, eine ſolche auf
wenige Sekunden geſehene Druckſeite zu wiederholen,
bezw. nach dem viſuellen Erinnerungsbilde ſozuſagen
wie=
der „vorzuleſen‟. Dr. Gould hat das Experiment in
Gegenwart von Kollegen mehrfach wiederholt: und ſtets
mit demſelben überraſchenden Reſultat. Vorausſetzung
iſt nur, daß es ſich um eine leichte, ſchnell verſtändliche
Lek=
türe handelt, die nicht abſtrakte Probleme erörtert.
Ge=
ſchichtswerke, Gedichte, Romane und gewöhnliche
Zeit=
ſchriften wurden benutzt, und ſtets genügte eine Zeit von
zwei Sekunden, um dem Manne die Möglichkeit zu geben,
den nie gehörten und vorher nie geleſenen Text Wort für
Wort zu reproduzieren. Der Held dieſer Verſuche hat
be=
ſondere Freude an Gedichten und kann ſie ſofort
aus=
wendig herſagen, nachdem ihm das Blatt mit den Verſen
für zwei Sekunden vor die Augen gehalten worden iſt.
Der betreffende Herr, der im reiferen Alter ſteht, verfügt
perſönlich über eine umfaſſende Bildung und iſt als
Schriftſteller in ſeinem Heimatlande durch bedeutende
Ge=
ſchichtsforſchungen und durch literariſche Eſſays bekannt.
Der Forſchung ſind bisher eine Reihe von Fällen von
„„Augenblicksleſern” bekannt geworden, aber das hier
vor=
liegende Phänomen geht weit über die bisher beobachteten
Beiſpiele hinaus. Intereſſant iſt die Tatſache, daß Dr.
Gould dieſe rätſelhafte Erſcheinung mit der
krankhaf=
ten Schwäche eines Augenmuskels in Verbindung
bringen möchte. In der Tat hat der Patient vor vielen
Jahren an einer gefährlichen Entzündung einer
Gefäß=
haut des Auges gelitten, von der eine Schwächung eines
Augenmuskels zurückgeblieben iſt. Noch bezeichnet Dr.
Gould ſeinen Erklärungsverſuch ſelbſt als unzureichend
und muß ſich darauf beſchränken, die Tatſachen einfach
vor=
zulegen, da eine Deutung oder Erklärung einſtweilen
un=
möglich ſcheint.
— Die Cholera im Kriege. Dürers apokalyptiſcher
Reiter ſchwingen jetzt ihre furchtbaren Menſchheitsgeiſeln,
über der Heeresmacht des Iſlam. Zum grauſigen
Nummer 273.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912
Seite 5.
aber noch die Bedingung, daß die Prinzeſſin ſich unter
Kuratel ſtellen laſſe, damit ihre vielen Gläubiger
wenig=
itens nicht auf dieſe Lebensrente Beſchlag legen könnten.
Die Prinzeſſin weigerte ſich fortgeſetzt, auf dieſe
Beding=
ungen einzugehen, und es ſchweben deshalb noch
Verhand=
kungen, wie etwa die Angelegenheit anders geregelt
wer=
den könnte. Eine ſonderbare Rolle ſpielte bei dieſem
Prozeß die Schweſter der Prinzeſſin Luiſe, die jetzige
Gräfin Lonyay. Sie iſt beim erſten Prozeß an der Seite
des Staates gegen ihre Schweſter aufgetreten, und
nun=
mehr hat ſie den Spieß umgedreht und erſcheint an der
Seite ihrer Schweſter gegen den Staat. Es wäre alſo
möglich, daß ſie glatt abgewieſen wird, denn es iſt an
ſind für ſich ein Unſinn, daß ſie in der Verhandlung der
erſten Inſtanz für und in der zweiten Inſtanz gegen eine
rechtliche Auffaſſung auftritt.
Paris, 17. Nov. Der franzöſiſche Antimilitariſt
Hervé, der in Rom eine Rede halten wollte, iſt aus
Italien ausgewieſen worden.
Paris, 18. Nov. Die Polizei verhaftete geſtern
den Sekretär des Anarchiſten=Verbandes, Lecoin, der
kürzlich in einer von dieſer Vereinigung einberufenen
Verſammlung eine Rede über Sabotage im Falle
einer Mobiliſierung gehalten und außerdem
eire Flugſchrift unter dem Titel „Anweiſungen zur
Sabotage der Mobiliſierung” veröffentlicht hatte. Der
Verhaftete wird der Aufreizung zumf Diebſtahl, zur
Plünderung und zum Totſchlag beſchuldigt.
Czenſtochau, 18. Nov. Bei dem vorgeſtrigen Kampfe
zwiſchen ruſſiſchen Polizeibeamten und
Räu=
bern, die ſich in einem Gebäude des Jasnogorski=
Klo=
ſſters verbarrikadiert hatten, wurde der Schmuggler
Wla=
dislaus Dombrowski aus Zawodzie erſchoſſen.
Dom=
browski hat am 3. November bei einem Zuſammenſtoß,
den der Berliner Kriminalbeamte Bußdorf und der
preu=
ßiſche Oberzolleinnehmer mit den Schmugglern hatten,
den Oberzolleinnehmer erſchoſſen.
Adelaide, 17. Nov. Heute früh 2 Uhr rannte das
Segelſchiff „Diensdale” bei der Einfahrt in den
Semacher Ankerplatz ohne Lotſen an den Leuchtturm von
Wonga Shoal an. Das 80 Fuß hohe Bauwerk ſtürzte
ein und die beiden Wächter ertranken.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
uehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urter. vo:.)
— Der 202. Vereinsabend des Richard
Wagner=Vereins, der am nächſten Donnerstag
ſtattfindet, hat den Zweck, zwei franzöſiſche Künſtlerinnen
von Weltruf hier einzuführen, die Darmſtadt bisher fern
geblieben waren: die Geigerin Frau René Chemet
und die junge Klaviervirtuoſin Frl. Germaine
Schnitzer. Letztere, in Paris geboren, die dort ſchon
mit 14 Jahren den Grand Prix und zwei Jahre ſpäter in
Wien den öſterreichiſchen Staatspreis für Klavierſpiel
errang, hat nach ihren großen Erfolgen in Frankreich,
Oeſterreich, Holland, Rußland und Amerika im letzten
Winter Deutſchland bereiſt und ſich mit einem Schlage
auch das deutſche Publikum erobert. Es ſeien aus den
begeiſterten Urteilen über die Pianiſtin nur die
folgen=
den hier angeführt: „Es iſt hier eine ganz große, geniale
Künſtlerin erſtanden, wie ſie in Jahrzehnten nur einmal
geboren wird.” (Straßburger Nachrichten.) „Ich glaube
mich nicht zu irren, wenn ich in Germaine Schnitzer einen
Stern aufſteigen ſehe, deſſen Glanz einmal die Welt
er=
füllen wird.” (Allgemeine Muſikzeitung.) „Fräulein
Schnitzer gehört zu den Auserwählten; es iſt keine
Ueber=
treibung, wenn ſie mit Tereſa Carenno in eine Linie
ge=
ſtellt, oder der weibliche Paderewski genannt wurde.”
(Dresdener Anzeiger.) „Unüberbietbare Taten einer
pianiſtiſchen Potenz allererſten Ranges. Monumental,
zwie aus Felſen gehauen. Kein Buſoni vermag Größeres
zu geben. (Leipziger Zeitung.)
Parlamentariſches.
*x* Darmſtadt, 17. Nov. Der Geſetzgeb=
Ungsausſchuß der Zweiten Kammer
beſchäf=
tigte ſich in ſeiner letzten Sitzung neben der Beratung des
Ausführungsgeſetzes zur ländlichen Unfallverſicherung
noch mit einer ganzen Reihe von Anträgen der
ſozial=
demokratiſchen Fraktion reſp. des Abg. Ulrich, und zwar
in ziemlich ſummariſcher Weiſe, da ja dieſe Ulrichſchen
Anträge mit wenig Ausnahmen alle Jahre regelmäßig
wiederkehren und Neues dazu weder von der Regierung,
noch vom Ausſchuß, geſchweige denn von dem
Antrag=
ſteller ſelber beigebracht werden kann. Die Ulrichſchen
Anträge wurden im Geſetzgebungsausſchuß faſt ſämtlich
mit allen gegen zwei Stimmen, die des freiſinnigen und
des ſozialdemokratiſchen Vertreters, abgelehnt, und zwar
befinden ſich darunter ein Antrag auf Einführung des
Proportional=Wahlſyſtems bei Stadtverordnetenwahlen,
der Antrag auf direkte Wahl der Bürgermeiſter und
Bei=
geordneten, und weiter die Anträge betreffend das
paſ=
ſive Wahlrecht für Pfarrer und Volksſchullehrer in Stadt=
und Landgemeinden, betr. die Aufhebung der
Beſtim=
mung, daß in Stadt= und Gemeindevertretungen
minde=
ſtens die Hälfte dem höchſtbeſteuerten Drittel der
Wähl=
baren zu entnehmen iſt, daß das Beſtätigungsrecht der
Bürgermeiſter und Beigeordneten aufgehoben wird, daß
die Gemeinderatsſitzungen öffentlich ſein ſollen uſw. Nur
die letzteren Anträge wurden mit Stimmengleichheit
ab=
gelehnt, da auch der Vertreter des Bauernbundes für die
Aufhebung ſtimmte. Der Antrag Ulrich, die
Kommunal=
wahlen ſtets am Sonntag, und zwar in der Zeit von 10
bis 8 Uhr, ſtattfinden zu laſſen, wurde ebenfalls
abge=
lehnt, dagegen ein von dem freiſinnigen Vertreter
ge=
ſtellter Eventualantrag, den Beſtimmungen für die
Land=
tagswahlen entſprechend die Wahlzeit für die Städte und
die größeren Landgemeinden von 10—7 Uhr feſtzuſetzen
und in kleineren Gemeinden unter 500 Einwohnern die
Wahl vorbehaltlich der Zuſtimmung des Kreisamts in
der Zeit von 2—7 Uhr zu geſtatten, angenommen.
Heſſiſcher Automobilklub.
Den Abſchluß einer ungewöhnlich erfolgreichen, von
dem regen ſportlichen Leben und Arbeiten des Vereins
und ſeiner Mitglieder zeugenden Sportſaiſon feierte der
„Heſſiſche Automobilklub” am Samstag durch einen
Herrenabend in den oberen Räumen der Vereinigten
Geſellſchaft‟. Die im vornehmen, feudalen Rahmen
ge=
haltene Feier verlief aufs beſte und bewies aufs neue,
daß der Heſſiſche Automobilklub, wie er auf ſportlichem
Gebiete mehrfach bahnbrechend in Heſſen und über die
Landesgrenzen hinaus gewirkt hat, auch geſellſchaftlich
berufen ſcheint, in der erſten Reihe im Vereins= und
Klubleben der Reſidenz zu rangieren. Die Feſträume
waren mit herrlichen Chryſanthemen und Blattpflanzen
faſt überreich geſchmückt und auch den geſchmackvollen
Tafelſchmuck bildeten die Blüten dieſer entzückenden
Herbſtblume in verſchwenderiſcher Fülle. Der
außer=
ordentlich zahlreich beſuchten Veranſtaltung wohnten u. a.
als Ehrengäſte bezw. behördliche Vertreter bei die Herren
Regierungsrat Dr. Reinhart als Vertreter des
Pro=
vinzialdirektors, Polizeiamtmann Lautenſchläger
als Vertreter des Polizeiamts, Baron v. Oetinger,
Geheimrat Prof. Gutermuth und Direktor Baier
als Vertreter der mit dem Heſſiſchen Automobil=Klub eng
befreundeten Flugſtudien=Geſellſchaft, ferner vom
Wies=
badener AutomobilKlub die Herren Direktor
Petit=
jean und Konſul Riedl.
Den Reigen der Tiſchreden eröffnete Herr Aſſeſſor
Zimmer, der die zahlreichen Gäſte im Namen des
Präſidiums des H. A.=Kl. herzlichſt willkommen hieß
und den Wunſch ausſprach, daß die Herren, wie ſtets, ſich
beim Heſſiſchen Automobil=Klub wohl fühlen und das
Feſt in beſter Laune mitfeiern mögen. Der Heſſiſche
Automobil=Klub habe zum Abſchluß ſeiner auf
ſport=
lichem Gebiete erfolgreichen Saiſon diesmal zu einem
Herrenabend geladen, um ſeinen Mitgliedern und
Freunden auch eine geſellſchaftliche Veranſtaltung zu
bieten, gleich würdig den verſchiedenen ſportlichen, die
das Jahr brachte. Mehrfach habe der Klub auch in
die=
ſem Jahre wieder Gelegenheit gehabt, nicht nur mit den
Behörden zuſammen, ſondern auch für die Behörden zu
arbeiten und als beſonders erfreuliches Reſultat dieſes
gemeinſamen Arbeitens iſt zu konſtatieren, daß die
Or=
gane des Klubs auch ſeitens der Behörden vielfach zur
Mitarbeit an geſetzgeberiſchen und geſchäftlichen
Ar=
beiten herangezogen wurden. Ein Beweis dafür, daß
das keineswegs einſeitige Intereſſen vertretende Streben
des Heſſiſchen Automobil=Klubs allgemein anerkannt
wird. Dafür ſpreche auch die heutige offizielle Teilnahme
der behördlichen Vertreter der Provinzial=, Kreis= und
Polizeibehörde, die herzlichſt zu begrüßen dem Präſidium
eine Freude iſt. Mit gleicher Freude begrüße er aber
auch die Vertreter des befreundeten Wiesbadener
Auto=
mobil=Klubs, dem er für treues Mitarbeiten und =kämpfen
in wichtiger interner Klubangelegenheit bleibenden
Dank ſchulde, und der Heſſiſchen Flugſtudiengeſellſchaft, mit
der zuſammenzuarbeiten der Klub ebenfalls oftmals
gerne Gelegenheit genommen, nicht nur zur Erzielung
äußerer ſportlicher Erfolge, ſondern auch in ernſter
eifri=
ger Arbeit zur Hebung der Induſtrie und des Anſehens
deutſchen Könnens auf allen in Frage kommenden
Gebie=
ten, was dem Auslande gegenüber und ganz beſonders
angeſichts der der deutſchen Automobilinduſtrie
drohen=
den „amerikaniſchen Gefahr” nur zu erreichen iſt dadurch,
daß der deutſchen Induſtrie ihre führende Stellung
ge=
kräftigt und erhalten bleibt. Dieſes Streben fand ſeit
jeher und findet hoffentlich auch in Zukunft eine fördernde
Unterſtützung durch Seine Königliche Hoheit den Groß=
herzog, der ja ſo oft ſchon tatkräftig bewieſen, wie
machtvoll ſeine Protektion der Induſtrie in gleicher
Weiſe zum Aufſchwung hilft, wie der Kunſt und dem
Kunſtgewerbe. Die dankbare Anerkennung hierfür findet
Ausdruck in dem Rufe: Seine Königliche Hoheit der
Großherzog hoch!!! Das Hoch fand brauſenden
Widerhall.
Herr Regierungsrat Dr. Reinhart überbrachte
Grüße des leider verhinderten Provinzialdirektors Fey.
Er könne die Ausführungen des Herrn Vorredners ir
bezug auf das Zuſammenarbeiten der Behörden mit dem
Klub Wort für Wort unterſtreichen. Gerne beſtätige er,
daß die von ihm vertretenen Behörden in allen möglichen
Fragen und Arbeiten, die den Automobilverkehr betreffen,
ſtets beim Heſſiſchen Automobil=Klub und inſonderheit
bei ſeinem verdienſtvollen Vorſitzenden, Herrn
Aſſeſſor Zimmer, größtes Entgegenkommen und
wertvollen Rat gefunden hätten, was zu manch
erſprießlichem Reſultat gemeinſamer Arbeit
ge=
führt hätte, die erleichtert und verſchönt wurde dadurch,
daß der Heſſiſche Automobil=Klub es ſtets vermieden hat,
einſeitig die Intereſſen der Automobiliſten zu vertreten,
ihm vielmehr immer das Intereſſe der Allgemeinheit
über dem eigenen ſtand Viele Gegenſätze wurden
da=
durch in Heſſen ausgeglichen und ein gutes und
erträg=
liches Verhältnis zwiſchen Publikum und Autofahrern
geſchaffen. Er hoffe gern, daß das Verhältnis gleich gut
auch in Zukunft bleibe. Die Behörden würden es an
weitgehendem Verſtändnis und Entgegenkommen nicht
fehlen laſſen, das verſichere er auch in ſeiner Eigenſchaft
als Referent für das Polizeiweſen. Des Redners Hoch
galt dem ferneren Blühen des Klubs.
Der Vorſitzende des Wiesbadener Automobilklubs,
Herr Petitjean, dankte herzlichſt für die freundlichen
Worte der Begrüßung und beſtätigte auch ſeinerſeits das
ſchöne innige Verhältnis, das die beiden Klubs
freund=
ſchaftlich verbinde. Während den letzten Berliner
Ver=
handlungen fand der Wiesbadener Automobil=Klub
Ge=
legenheit, Schulter an Schulter mit Herrn Aſſeſſor
Zim=
mer für die Intereſſenvertretung im Kaiſerlichen
Auto=
mobilklub gegen Uebelwollen von gewiſſer Seite zu
kämpfen und dem Heſſiſchen Automobil=Klub damit
Be=
weiſe für ſeine freundſchaftliche Geſinnung zu geben, wenn
es ſolcher überhaupt noch bedurft hätte. Der Redner
ſchloß mit dem Wunſche, daß das Verhältnis zwiſchen
beiden Vereinen auch in Zukunft gleich ſchön und innig
bleiben möge. (Lebhafter allſeitiger Beifall.) — Den
drit=
ten offiziellen Trinkſpruch brachte Herr Baron von
Oetinger aus, der in feiner humorvoller Rede das
gleich gute Verhältnis der Flugſtudien=Geſellſchaft zum
Heſſiſchen Automobil=Klub pries. Schon die Tafelkarte
beweiſe ja, daß der Heſſiſche Automobil=Klub auch bei
ge=
ſellſchaftlichen Veranſtaltungen ſein Freundſchaftsverhält
nis zur Flugſtudien=Geſellſchaft dokumentiert. Die
Mu=
ſikfolge beginne mit „Im Fluge durch die Welt” bringe
weiter den „Fliegenden Holländer” und ſchließe mit dem
für beide Teile viel Wirklichkeitswert beſitzenden „Durch
Kampf zum Sieg” Wie der Autoſport, ſo muß auch der
noch jüngere Flugſport noch kämpfen um die Siegespalme,
und daß beide gemeinſam, einander ergänzend, mehr
er=
reichen, und daß beiden noch ſchöne Ziele winken, habe
auch das vergangene Jahr mit ſeinen großen
Flugver=
anſtaltungen bewieſen. Auch dieſes Redners Hoch galt
dem Weiterblühen des Heſſiſchen Automobil=Klubs und
der gemeinſamen Zuſammenarbeit auch in Zukunft.
Noch manch ſchöner Trinkſpruch würzte das Mahl.
Im übrigen war für den unterhaltenden Teil des Abends
durch Kunſtgenüſſe mancherlei Art und durch Humoriſtika,
die bald eine recht animierte Stimmung auslöſten, die
an=
dauernd wuchs, als in den Nebenräumen bei Likör, Bier
und Zigarren die Unterhaltung in ungezwungener
fröh=
lichſter Weiſe ſich fortſpann. Beſonders verdient machten
ſich hierbei die Herren Hofopernſänger Thomſen, der
unermüdlich und aus ſchier unerſchöpflichem „Vorrat”
durch ernſte und heitere Geſänge — beide gleich wirkſam
— erfreute, und Hoflieferant Ober der einen ſeiner
zündenden Vorträge in Darmſtädter Mundart hielt und
damit ebenfalls rauſchenden Beifall erntete. — Mit
leb=
hafter Genugtuung und Freude wurde die im Laufe des
Alends gemachte Mitteilung des Herrn Petitjean=
Wiesbaden aufgenommen, daß der Wiesbadener
Auto=
mobil=Klub beſchloſſen habe, dem Herrn Aſſeſſor
Zim=
mer für ſeine vielerlei Verdienſte um den
Automobil=
ſport uſw. die Klubnadel für beſonders geachtete
Mit=
glieder zu verleihen und ihn damit in die Reihe der
Ehrenmitglieder des Wiesbadener Automobil=
Klubs aufzunehmen. Der Heſſiſche Automobil=Klub dankte
dafür mit der Verleihung der erſten Ehrenmitgliedſchaft
an Herrn Petitjean.
Während des Abends wurde auch die Verteilung
der Klubpreiſe für verſchiedene Sportfahrten uſw.
vorgenommen. Es erhielten den 1. Zuverläſſigkeitspreis
Skelett des Todes, zum geimmigen Dämon des Krieges,
zum dräuenden Geſpenſt des Hungers tritt eine vierte
ent=
ſetzliche dunkelverhüllte Geſtalt: die Cholera. Aſien iſt ja
der uralte Sitz dieſer furchtbaren Epidemie; von den
Ufern des Ganges ſchleicht die Krankheit mit den
Handels=
karawanen nach den volksreichen Zentren des Verkehrs,
nicht ſelten bis nach Rußland hinein; auf den frommen
Pilgerfahrten bringen die Mohammedaner die Krankheit
nach Mekka, und von dort wird ſie mit fortgetragen,
ſo=
weit die Lehre des Propheten dringt. So war es denn
nur natürlich, daß das große Heeresaufgebot der Türkei
aus Gebieten, in denen die Seuche nie erliſcht, die Cholera
nach dem Kriegsſchauplatz führte, daß ſie nun im
Haupt=
quartier ihr düſteres Feldlager aufgeſchlagen hat und ſich
unheimlich raſch verbreitet. Bedeutet ſo die Cholera für
das Volk und Heer der Osmanen eine neue ſchwere
Ge=
fahr, ſo darf man doch die ſchlimmen Wirkungen der
Cholera gerade im Kriege nicht überſchätzen. Bereits
einer der erſten wiſſenſchaftlichen Erforſcher der
Cholera=
epidemien, der große Münchener Hygieniker und Arzt
Pettenkofer, hat während des Krieges von 1866
ge=
naue Unterſuchungen über die Kriegscholera angeſtellt, an
die zu erinnern gerade jetzt von Intereſſe iſt, wo Krieg
und Cholera wieder einmal im unheimlichen Verein
auf=
treten. Der Gelehrte kam zu dem Reſultat, daß Kriege
mit ihren Bewegungen und Anſammlungen großer
Menſchenmaſſen und mit all ihrem ſonſtigen Elend die
Zahl der Cholerafälle wohl vermehren und die Seuche
be=
fördern, daß aber der Einfluß des Krieges auf die
Cholera nicht ſo entſetzlich iſt, wie man allgemein
an=
nimmt. Die Cholera wäre 1366 ohne den Krieg wohl
nicht viel weniger ſtark aufgetreten. Auch Rußland,
Schweden, Belgien, Holland, die der preußiſch=
öſterreich=
iſche Krieg nicht in Mitleidenſchaft zog, hatten ſchwere
Epidemien; viele Städte in Deutſchland, ſo
Frank=
furt a. M., Darmſtadt, München uſw blieben von
Epidemien frei, obgleich ſie in engem Verkehr mit dem
Kriegsſchauplatz ſtanden und cholerainfizierte Truppen
hindurchmarſchierten. Pettenkofer ſtellt es geradezu als
ein Geſetz auf, daß unter den marſchierenden
Truppen die Cholera meiſt ſpärlich erſcheint und bald
erliſcht. Zu dieſem überraſchenden Ergebnis kam er durch
die genaue Beobachtung der hanſeatiſchen Truppen, die
aus einem Choleragebiet nach dem Kriegsſchauplatz
mar=
ſchierten. Das hamburgiſche Kontingent z. B. hatte auf
ſeinem Marſch nach Unterfranken eine ganze Reihe von
Cholerafällen; es blieb in 40 Ortſchaften zum Teil mehrere
Tage und Wochen, ſodaß die Möglichkeit einer Anſteckung
im hohen Grade vorhanden war. Es kam aber nur in
vier dieſer Ortſchaften zu Epidemien, in 13 zu vereinzelten
Fällen und 23 Orte blieben cholerafrei Der Krieg hat
1866 in Bayern ſicherlich keine Vermehrung der Cholera
hervorgerufen, obwohl cholerainfizierte preußiſche
Trup=
pen zahlreich hier einquartiert waren und
durchmarſchier=
ten. Im Vergleich mit den Friedenscholerajahren 1854
und 1873, die in Bayern 7410 und 2599 Opfer forderten,
war das Kriegscholerajahr 1866 leicht, das nur 775
Choleratodesfälle aufwies. Die Verbreitung der Cholera
hängt eben nicht ſo ſehr vom Kriege oder andern durch
äußere Umſtände geſchaffenen Verhältniſſen ab, ſondern in
viel höherem Grade von der Bodenbeſchaffenheit und den
Witterungsverhältniſſen. Es beſteht daher keine Gefahr,
daß die Cholera aus dem türkiſchen Lager weithin
ver=
ſchleppt werde, wohl aber wird ſie unter dem eng
zu=
ſammengeballten Menſchenhaztfen, die zudem unter den
ungünſtigſten Lebensbedingungen ſtehen, furchtbare Opfer
fordern.
* Die Blumen der Fürſtinnen. Eine hübſche
Neuer=
ung wurde, wie aus Paris gemeldet wird, auf
Veran=
laſſung franzöſiſcher Blumenzüchter bei der ſoeben
eröff=
neten herbſtlichen Blumenausſtellung eingeführt. Man
kann dort eine reizvoll zuſammengeſtellte Gruppe
blühen=
der Gewächſe bewundern, von denen es heißt, daß ſie die
Lieblinge der Kaiſerinnen und Königinnen ſeien. Dieſe
Extragruppe enthält prächtige Exemplare von blaßlila und
weißen Orchideen, die der melancholiſchen Zarin von
Rußland über alles teuer ſein ſollen. Daneben prangen
in üppiger Blüte herrliche La=France=Roſen, die liebſten
Blumen der jungen Königin von Spanien. Die großen,
gefüllten Nelken der engliſchen Königin fehlen
wenig wie die Tulpen von Hollands Herrſcherin und die
Schwertlilien der Königin von Belgien. Schneeige
Flie=
derdolden von ſeltener Schönheit geben ſich als
Lieblings=
blüten der Königin von Italien zu erkennen, und
dunkel=
violette Veilchen mit ſüßem Duft behaupten, in beſonderer
Gunſt bei Deutſchlands Kaiſerin zu ſtehen. Geradezu
Staunen erregt es, wie bei der jetzigen Jahreszeit die
ge=
nannten Pflanzen zu ſo ungewöhnlich ſchöner Blüte
ge=
bracht werden konnten.
*Der „Berufsnieſer” im Konzert. Das Wiesbadener
Tagblatt ſchreibt: Das laute Nieſen war am
Donners=
tagabend Gegenſtand einer Kontroverſe während des
Abonnementskonzerts im Kurhaus. Es ſoll ſich dabei um
einen „Berufsnieſer” handeln, der ſchon öfter in den
Kur=
hauskonzerten ſich ſtörend bemerkbar gemacht habe. Als
er während des vorletzten Stücks wieder das Bedürfnis
zum Nieſen hatte, geſchah das in ſo überlauter Weiſe, daß
Kapellmeiſter Irmer die Muſik unterbrach und ſich mit
einer entſprechenden Bemerkung an das Publikum wandte,
aus deſſen Reihen er Zuſtimmung und Widerſpruch fand.
Bei Beendigung des dann fortgeſetzten Muſikſtücks ertönte
oſtentativer Beifall.
* Die verwechſelte Ziege Ich habe in einer ruhigen
Gegend der Stadt ein Papiergeſchäft. Kürzlich kommt zu
mir ein kleines Mädelchen, um einen Einkauf für ſeine
Mama zu machen. „Ich ſoll für zehn Pfennig was holen,
ich weiß nimmer wie’s heißt, es kommt was mit „Geiß”
drin vor.” Ich überlege mir hin und her, was es ſein
könnte, denn ich möchte die Kleine doch nicht mehr nach
Hauſe ſchicken, unverrichteter Dinge. Da es mir aber
immer nicht einfallen kann, was ich in meinem großen
Lager habe, was wie „Geiß” oder auch ſo ähnlich lautet,
ſo ſage ich, ſie ſoll ihre Mutter doch lieber noch einmal
fragen. Nach kurzer Zeit erſcheint ſie wieder, ſtrahlend,
und ſagt: „Sehen Sie, ich habe nuc „Geiß” und „Ziege‟
verwechſelt, jetzt weiß ich’s aber; ich möchte für zehn
Pfennig „Ziegelack” (Siegellack).” (Jugend).
Seite
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Nummer 273.
Herr Fabrikant Buſſe=Offenbach, den 2.
Zuverläſſig=
ſkeitspreis Herr Fabrikant Deutſch=Darmſtadt, den
1. Tourenpreis ebenfalls Herr Deutſch, den 2.
Touren=
preis Herr Dominik=Offenbach, den 3. Tourenpreis
Herr Dipl.=Ing. Müller=Darmſtadt, den 4.
Touren=
ſpreis Herr Fabrikant Wedel=Offenbach. Die
Teilneh=
mer an der Zielfernfahrt erhielten ſilberne
Erinnerungs=
ſplaketten, ebenſo die Herren der Fahrtleitung und die
(Unparteiiſchen.
Die Stunden ſchwanden. Für viele der Teilnehmer
viel zu ſchnell, echt automibiliſtiſch fuhren die Seßhafteſten
im Auto der aufgehenden Sonne entgegen, obwohl ſie
nur mühſam und — ziemlich ſpät ihren Strahlen den Weg
bahnen konnte durch die dichten Nebelſchwaden. Bei
Die=
burg oder irgendwo wurde ihr erſtes ſchüchternes Blitzen
mit kraftvoll=friſchem Auto Heil! begrüßt.
Die Tafelmuſik ſtellte die Kapelle des
Leib=
garde=Regiments Nr. 115. Folgende Speiſenfolge
wurde aufgetragen: Kaviar auf Toaſt (Burgeff Grün)
— Ochſenſchweifſuppe — Turbot auf Viktoria Art (1906
Graacher Sederbann von Thaniſch, Bernkaſtel=Cues, 1906
Chäteau de Vaux) — Salmi von Wildente, nach
Jäger=
art (1904 Rauenthaler Gehrn, Ausleſe) — Kalbsrücken,
nach St. Hubert, Schloß Johannesberger (1904
Kabinett=
wein, Hellgrün, Fürſtl. von Metternichſche Domäne
Orig.=Abfüllung)) — Auto=Bombe, Waffeln (Höhl,
Kai=
ſerblume) — Deſſert — Mokka — (Henneſſy*** Char=
M. St.
treuſe, altes Schwarzwälder Kirſchwaſſer).
Der Kaiſer in Kiel.
* Kiel, 18. Nov. Der Kaiſer mit Gefolge iſt im
Sonderzug um 7,30 Uhr hier eingetroffen. Am
Bahn=
ſteig meldeten ſich der Generalinſpekteur der Marine,
Prinz Heinrich, der Staatsſekretär des Reichsmarineamts
v. Tirpitz, der Flottenchef Admiral v. Holtzendorff.
der Chef der Marineſtation der Oſtſee, Admiral
Coer=
per, der Stadtkommandant Generalmajor Albrecht,
und Polizeipräſident v. Schroeter. Zur Begrüßung
hatten ſich außerdem die Prinzen Adalbert und
Walde=
mar eingefunden. Der Kaiſer begab ſich auf dem
Waſſer=
wege an Bord des Linienſchiffes „Deutſchland”, auf dem
er Wohnung nahm. Die Hochſeeflotte ſalutierte mit 33
Schuß. Das Wetter iſt trübe.
* Kiel, 18. Nov. Heute mittag 12 Uhr wurden die
Marinerekruten im Exerzierhauſe I der
Matroſen=
diviſion vereidigt. Kurz vor 12 Uhr traf der
Kai=
ſer in der Uniform eines Admirals im Automobil im
Kaſernement ein. Vom Hafen bis zur Kaſerne bildeten
die alten Leute Spalier. Der Vereidigung wohnten u. a.
Prinz Heinrich, Prinz Analbert, Prinz Waldemar,
Groß=
admiral v. Tirpitz und Admiral v. Holtzendorff bei. Am
Altar war die Kriegsflagge und die Fahne des 1. See=
Bataillons aufgeſtellt. Nach Anſprachen der
Stations=
pfarrer beider Bekenntniſſe wurden etwa 7500 Rekruten
unter der Leitung des Inſpekteurs der erſten
Marine=
inſpektion vereidigt. Nach der Vereidigung hielt der
Kai=
ſer eine Rede. Das Hoch auf den Kaiſer brachte der Chef
der Marineſtation der Oſtſee, Admrial Coerper, aus.
Der Kaiſer nahm auf dem Hofe der Kaſerne den
Vorbei=
marſch der Fahnenkompagnie entgegen und nahm an dem
Frühſtück in der Offiziersſpeiſe=Anſtalt teil.
Luftfahrt.
— Berlin, 18. Nov. Das Reichsmarine=
Luftſchiff „L. 1” machte heute vormittag mehrere
Uebungsfahrten über Berlin und Umgebung. Bei der
erſten Fahrt befand ſich Vizeadmiral Dick, bei der zweiten
Admiral Dehnert mit mehreren anderen Offizieren des
Reichsmarineamtes in der Paſſagiergondel. Das
Zeppe=
lin=Luftſchiff trifft im Laufe des morgigen Tages im
Potsdamer Luftſchiffhafen ein, wo es ſtationiert werden
wird.
Sport.
* Fußball. Darmſtädter Sportklub 1905.
Am Sonntag waren die vier ſpielenden Mannſchaften des
D. S.=K. 1905 vom Pech verfolgt. Die erſte Elf verlor in
Mainz gegen die gleiche des Fußballvereins Mainz mit
311 Toren. Die 2. Mannſchaft mußte ſich der gleichen des
F.=V Mainz mit 322 beugen. Auch die 3. Mannſchaft
mußte eine Niederlage in Mainz von 411 Toxen einſtecken
und verlor ſo die Meiſterſchaft in Klaſſe A3. Ebenfalls
mußte ſich die 3. B=Mannſchaft von der dritten des F.=K.
Olympia=Arheilgen als geſchlagen bekennen.
* Hockey. Das am Sonntag hier ausgetragene
Wett=
ſpiel der 1. Mannſchaſt der „Hockey=Abteilung des F.=K.
Olympia=Darmſtadt” gegen die Mannſchaft des „Fußball=
und Lawn=Tennisllub Worms” endete mit 211 für die
Einheimiſchen. Das flotte Spiel war auf beiden Seiten
ziemlich ausgeglichen, doch hatte die Olympia=Mannſchaft
ſehr unter der Abweſenheit ihres beſten Spielers, für den
nur mäßiger Erſatz zur Stelle war, zu leiden und mußte
alle Kräfte anſpannen, um den Sieg zu erringen, zumal
die Gäſte ein beſſeres Zuſammenſpiel zeigten,
Vermiſchtes.
— Der hohe Stehkragen. Zuweilen begegnet
uns auf der Straße ein Jüngling mit hochaufgerichtetem
Kopfe und ſteifgehaltenem Nacken, die Naſe kühn
himmel=
wärts gerichtet, das Geſicht hold gerötet. Beim
Näher=
kommen ſieht man die Urſache aller dieſer Vorzüge: Der
junge Herr trägt einen Stehkragen von abenteuerlicher
Höhe, der vom unterſten Anfang des Halſes bis hoch aus
Kinn reicht und den Kopf gewaltſam in die Höhe drückt.
Liederabend Dr. Heinz Caspary.
In kurzer Folge der dritte oder der vierte
Lauten=
ſänger in Darmſtadt. Faſt zu viel des Guten, wenn
da=
zu noch die einheimiſchen Kunſtkräfte auf gleichem Gebiete
kommen. Aber Dr. Heinz Caspary hat ſich bei
ſeinem erſten Konzertabend in Darmſtadt ſo gut
einge=
führt, daß trotzdem und trotz des Sonntag abend der
Saal der „Traube” gut beſetzt war. Herr Dr. Heinz
Caspary ſang wieder Minnelieder aus alter und
neuer Zeit und brachte neben viel bekanntem auch einiges
für uns neue. Er ſang Liebeslieder, weil in dieſen am
beſten und treffendſten ſich der Volkscharakter
wider=
ſpiegelt. Er ſang ſie wieder mit der Schlichtheit und
tie=
ffen Empfindung, die wir ſchon damals lobend
hervor=
heben konnten und mit der Reife des Vortrages, wie ſie
langjähriges verſtändnisvolles Studium verleiht und
„einte durch dieſe Eigenſchaften ſeine Lautenlieder zu
Kunſtwerken, die um ſo höher zu bewerten ſind, als eben
dieſe Kunſt mit feinem Takt immer zurückblieb hinter dem
Charakteriſtikum der Lieder und ihrem teils derben, teils
jnnigen und ſentimentalen Stimmungsgehalt, den der
Künſtler jeweils reſtlos erſchöpfte. Das Publikum nahm
die Darbietungen mit rauſchendem Beikall auf
Der Volksmund hat dieſe ſchauerlichen Ungetüme, die
eine Zeitlang modern waren, „Brandmauer” oder „
Zug=
brücke” genannt, aber ſo ſcherzhaft ſich die Sache auch
aus=
nimmt, ſo hat ſie doch ihre ernſten Seiten. In der
Aus=
ſtellung „Der Menſch” in Darmſtadt wird uns in der
Ab=
teilung „Kleidung” ein ſolches Monſtrum von Kragen
vorgeführt, das 8½ Zentimeter hoch iſt und den Eindruck
macht, als ob es mehr für den Hals einer Giraffe als
eines Menſchen geſchaffen wäre. Ueber dieſem Kragen
hängt das Bruſtbild eines Menſchen, an dem die zahl
reichen Blutgefäße und Nerven des Halſes bloßgelegt
ſind. Wir ſehen hier, daß der zu hohe und enge
Steh=
kragen eine Preſſung des Halſes verurſacht, wodurch
ſchädliche Störungen, wie z. B. Stauung des
Blutkreis=
laufes im Kopfe oder Störungen der Atmung und
Herz=
tätigkeit eintreten müſſen. Glücklicherweiſe iſt dieſes
Mode=
ideal des hohen Stehkragens überwunden und hat nur
noch einzelne Liebhaber, die ſich ſchwer davon trennen
können. Wenn exotiſche Völker, Neger oder Indianer ſich
Halseiſen und ähnliche Dinge umlegen, ſo pflegen wir
darüber zu lächeln, und das Bild der Indoneſierinnen in
der Ausſtellung, die ihren Hals durch viele
aufeinander=
liegende Schmuckringe künſtlich verlängert haben, wirkt
komiſch. Um ſo mehr aber ſollten wir ſelbſt uns hüten,
der Mode zuliebe Dinge auf unſerem Körper zu tragen.
die die natürliche Bewegungsfreiheit hemmen und uns
außerdem inneren Schaden zufügen.
DKG. Baumblüte in Deutſch=
Südweſt=
afrika. Während im Mutterlande der Winter naht oder
ſchon Einzug gehalten hat, herrſcht in unſerem Deutſch=
Südweſtafrika der Sommer, und demgemäß blühen die
Bäume. Die „Deutſch=Südweſtafrikaniſche Zeitung” weiß
aus Bethanien folgendes zu berichten: „Alle
angepflanz=
ten Fruchtbäume, die, abgeſehen von den altehrwürdigen
Apfel= und Birnbäumen, erſt im ſechſten Jahr ſtehen, ſind
ganz mit Blüten bedeckt. Die Orangen verbreiten einen
ſüßen und angenehmen Duft, und Pfirſich= und
Apriko=
ſenblüten würden mit ihrem rötlichen Schimmer ſelbſt
einen Japaner begeiſtern können, der bekanntlich die
Zeit der Pfirſichblüte feſtlich begeht. Brachten die jungen
Bäumchen bereits im vorigen Jahre eine reiche Ernte
ſchönſter und ſüßeſter Früchte, ſo iſt die Ausſicht auf einen
großen Ertrag in dieſem Jahr beſonders günſtig. Man
erntete bereits im Vorjahre auf einer Beſitzung über
4000 Früchte von wenigen Bäumen, ohne diejenigen
Früchte zu zählen, die ſchon verzehrt worden waren.
Lei=
der iſt zurzeit für die Mehrzahl der Gartenbeſitzer eine
Ausdehnung und Vergrößerung der Anlagen wegen
Mangels an Waſſer nicht möglich. Die Nachfrage nach
guten, verſandfähigen Sorten iſt in dieſem Jahr derartig
groß, daß die kapländiſchen Baumſchulen nicht in der Lage
ſind, den Bedarf zu befriedigen. Es ſoll, von Orangen
beſonders, der ganze Beſtand tatſächlich bereits ein Jahr
im voraus beſtellt worden ſein. In Bethanien geht das
Beſtreben allgemein nach dem Anbau von Fruchtbäumen,
da der Gemüſebau bei den großen Entfernungen bis zu
den Abſatzmärkten infolge der Konkurrenz der die billige
Seefracht genießenden Gemüſe aus dem Norden und in
dieſem Jahre auch infolge des Auftretens von
Pflanzen=
ſchädlingen wenig lohnend iſt.”
Literariſches.
— Ein elegantes, kleines Geſchenk für Damen iſt der
auch in dieſem Jahre wieder erſchienene Haude und
Spenerſche Damen=Almanach (47. Jahrg. für
1913. Verlag von Haude und Spener, Berlin). Das
äußerſt geſchmackvoll mit Goldſchnitt, Elfenbeinpapier,
Titelbild, doppelfarbigem Druck, Bleiſtift und
Viſiten=
kartentaſche ausgeſtattete Büchlein vereinigt in ſich
Taſchen=
kalender, Notiz= und Tagebuch in zierlicher Form. Der
Almanach enthält ein Kalendarium, ein Tagebuch für alle
Tage des Jahres mit geſchickt auserwählten ſinnreichen
Wochenſprüchen, das reichlichen Raum für allerlei
Ein=
tragungen bietet, eine Familien=Gedenktafel, einen
Ge=
burtstag= und Namenstag=Kalender, einen Privat=
Adreß=
kalender, Kaſſen=Ueberſichten für zwölf Monate und eine
Geneglogie aller europäiſchen Regentenhäuſer. Eine
gemütvolle Erzählung erhöht noch den Reiz des
Büch=
leins, welches auch wegen ſeiner Billigkeit (Preis 2 Mark)
bei jeder Gelegenheit als paſſendes Geſchenk empföhlen
werden kann.
Jeppe Aakjaer. Die Kinder des
Zorns. Eine Geſindegeſchichte. Leipzig. Verlag der
Nordiſchen Bücherei von Georg Merſeburger. Preis drei
Mark broſch., 4 Mark geb Die Nordiſche Bücherei
ver=
folgt bei ihren Veröffentlichungen jetzt beſonders zwei
Richtungen, die eine, die ſich unter dem Geſamttitel
Bücher für die ganze Familie — bezeichnen läßt, dazu
gehören die ſchönen Bücher Aanruds, Nylanders, Jens
Kiellands. Jonas Lies uſw die andere, die Werke von
Arbeiterdichtern bringt. Es iſt ganz erſtaunlich, was
für neue Kräfte ſich da im Norden von ganz unten
herauf=
arbeiten. Mit dem Roman „Die Kinder des Zorns” wird
der deutſchen Literatur ein gewaltiges Werk übermittelt,
das in ſich eine Pſychologie des Landarbeiterſtandes
dar=
ſtellt, jenes Standes, der auch bei uns noch faſt völlig
unerforſcht iſt.
— Die wirklich gute Lebensart, jenes liebenswürdige,
natürliche feine Benehmen, durch welches manche
Men=
ſchen die Herzen gleichſam im Sturm erobern, läßt ſich
nicht beim Tanzmeiſter oder aus einem ſogenannten
Komplimentierbuche lernen; es iſt vielmehr mit der
gan=
zen Denk= und Anſchauungsweiſe des Menſchen eng
ver=
bunden und muß von innen herauskommen. Dieſe
Er=
ziehung zum vornehmen Benehmen von innen heraus
wird von dem jüngſt in vornehmer Ausſtattung
er=
ſchienenen Buch von Kurt Engel, Wie benehme ich
mich vornehm? (Verlag der Königl.
Hofbuchhand=
lung von Ad. Spaarmann in Mühlheim=Ruhr=Styrum)
in überaus glücklicher Weiſe zu fördern verſucht. — Das
Buch gereicht ob ſeiner vornehmen Ausſtattung jeder
Hausbibliothek zur Zierde und erſcheint uns als
Ge=
ſchenkwerk ganz beſonders geeignet
— Wege des Schickſals. Roman von E.
Wer=
nev. Geheftet 3 Mk elegant gebunden 4 Mk. (Union
Deutſche Verlagsgeſellſchaft, Stuttgart.) Die Verfaſſerin
der Romane „Am Altar”, „Geſprengte Feſſeln” „Ein Held
der Feder” „Um hohen Preis”, „Siegwart” uſw. beſchert
ihren vielen Verehrern und Verehrerinnen eine neue Gabe,
die ſich unter den Erſcheinungen des Tages markant
ab=
hebt. E. Werner führt uns in die Welt des Ringens und
Schaffens, in der nicht nue Menſchen, ſondern auch
Gei=
ſtesſtrömungen miteinander ſtreiten, ſie beleuchtet Perſonen
und Zuſtände mit freiem Wagemut. Ihre „Wege des
Schickſals” werden die Leſer um ſo mehr feſſeln, als die
Handlung zum großen Teil in Rußland, dann in Berlin
ſpielt und hochintereſſante Einblicke gewährt in
Verhält=
niſſe, die auch heute noch zulaſſen, daß die heiligſten
Men=
ſchenrechte ungeſtraft gebeugt und verletzt werden können.
Illuſtrierte Taſchenbücher für die
Jugend. Herausgegeben von der Redaktion des Guten
Kameraben. Preis des elegant gekundenen Bas
Verlag: Union. Deutſche Verlagsgeſellſchaft, Stuttgari
Die Illuſtrierten Taſchenbücher bilden eine Sammlung vos
kleinen, hübſch ausgeſtatteten und illuſtrierten Büchern dis
dem jugendlichen Belehrungs= und
Unterhaltungsbedürf=
niſſe geſchickt angepaßt ſind und auf dem Weihnachtstiſch
der Knaben hoch willkommen ſein werden. Neu erſchienen
Band 33. Wiſſenſchaftliche Allotria zur
Be=
lehrung und zum Zeitvertreib für luſtige Kreiſe. Bear
beitet von F. Moſer=Naunhof. Mit 27 Abbildungen=
Intereſſante Scherze und Amüſements, Spiele,
Aufgaber=
uſw auf wiſſenſchaftlicher Grundlage oder mit
wiſſen=
ſchaftlichem Hintergrunde.
— Schloß Meersburg. Annette von
Dro=
ſtes Dichterheim von Thekla Schneider. Mis
einem Titelbild, 14 Textabbildungen und einer
Hand=
ſchriftprobe. Stuttgart, Muthſche Verlagshandlung.
Ori=
ginalpappband 2,40 Mk. „Schloß Meersburg” ſchilders
erſtmals das Leben und Dichten der großen weſtfäliſchen
Dichterin im Rahmen der alten Felſenburg, wo ſie von
1841—1848 wiederholt jahrelang geweilt hat. Die
Ver=
faſſerin war zu dieſer Arbeit in ganz beſonderem Maße
berufen, denn es war ihr vergönnt, als häufiger Gaſt auf
der Meersburg an Ort und Stelle den Spuren Annettens
nachzugehen und aus dem Munde ihrer Nichten, den
Freiinnen Hildegard und Hildegunde von Laßberg, von
ihr erzählen zu hören. Das ſchmuck ausgeſtattete
Büch=
lein wird überall Freude bereiten; beſonders für
die=
heranwachſende weibliche Jugend iſt es eine ſinnige,
vor=
nehme Gabe
— Deutſche Literaturgeſchichte von De
Karl Storck. Sechſte und ſiebte vermehrte Auflage.
15.—20. Tauſend. Stuttgart, Muthſche Verlagshandlung,
Preis elegant gebunden 6 Mk. Die große Zahl der
Auf=
lagen iſt ein ſprechender Beweis dafür, daß die Storckſche
Literaturgeſchichte bei allen gebildeten und Bildung
ſuchen=
den Kreiſen ſich zunehmender Beliebtheit und wachſender
Verbreitung erfreut. Das Buch iſt ein zuverläſſiger
Füh=
rer durch unſer deutſches Schrifttum und beſonders
durch=
die moderne Literatur, die eine ausführliche Behandlung
gefunden hat. In der vorliegenden Neuauflage iſt ſpeziell
die Zeit von 1885 bis 1912 von Grund aus neu bearbeitet,
Da auch die äußere Ausſtattung und der ſchöne Einband
alles Lob verdient, ſo darf dieſe Literaturgeſchichte jedem
Hauſe, jeder Bibliothek, ſowie als gediegenes
Weihnachts=
geſchenk empfohlen werden.
Der Balkankrieg.
Vom öſtlichen Kriegsſchauplatze.
* Konſtantinopel, 17. Nov. Seit heute früh
wird in Pera ferner Kanonendonner gehört. Man
glaubt, daß diesſeits von Hademköj eine Schlacht im=
Gange iſt. Angeſichts der Sachlage ſind die Vertreter der
Großmächte beim Botſchafter Markgrafen von Pallapicini
verſammelt und beraten über die im Falle eines Einzuges
zu treffenden Maßnahmen.
* Konſtantinopel, 17. Nov. Das
Geſchütz=
feuer war bis um 5 Uhr nachmittags auf den Hügeln
bei Pera in der Richtung von Hademköj und Dercos
her deutlich zu hören. Es dauerte bereits 17 Stunden,
zu=
weilen nahm es an Stärke zu und man konnte bis zu 20
Schuß in der Minute unterſcheiden. Auch um 2 Uhr
abends ſchien der Kampf noch nicht beendet zu ſein. Eine
offizielle Mitteilung über den Verlauf der Schlacht iſt
bisher nicht erfolgt. Der Kommandant der Truppen im=
Yemen und Chef des Generalſtabes, Izzet
Paſcha=
iſt geſtern hier eingetroffen und von dem Sultan und dem
Großweſir empfangen worden. Er begab ſich an die
Front nach Tſchataldſcha.
* Konſtantinopel, 17. Nov., 8 Uhr abends.
Die Botſchafter=Konferenz beſchloß, mit der
Einwilligung der türkiſchen Regierung um 5 Uhr morgens
Matroſen landen zu laſſen. Eine zweite Konferenz der
Botſchafter wurde auf 7 Uhr einberufen.
HB. Konſtantinopel, 18. Nov. Die hieſigen
Abendzeitungen vom Samstag wiſſen von einem
gro=
ßen Sieg der Türken zu berichten, welcher
angeb=
lich das Ergebnis einer großen Schlacht bei Tſchataldſcha
geweſen ſei. Es wird gemeldet, daß der linke Flügel der
bulgariſchen Armee vollſtändig vernichtet wurde und der
rechte ſich in einer ſehr ſchwierigen Lage befindet. Die
Türken marſchieren auf Muradli. Eine bulgariſche
Divi=
ſion ſoll von den Türken eingeſchloſſen ſein. 8000 Mann.
ſeien gefangen genommen worden. 3000 der letzteren,
ein=
ſchließlich eines Kavallerie=Regiments, ſind nach
Konſtan=
tinopel transportiert worden. Viele bulgariſche
Kano=
nen wurden erobert.
* Konſtantinopel, 18. Nov. Amtliche
Meld=
ung. Der Generaliſſimus Nazim Paſcha richtete an
das Großweſirat ein Telegramm, nach welchem der
Kampf an der Tſchataldſchalinie, der geſtern
früh infolge einer Vorwärtsbewegung der bulgariſchen
Infanterie durch die türkiſche Artillerie und Infanterie
aufgenommen worden war, bis eine Stunde nach
Sonnen=
untergang dauerte. Die Bulgaren verſuchten, gegen das
türkiſche Zentrum und den türkiſchen rechten Flügel
vor=
zugehen. Dieſe Bewegung wurde von der türkiſchen
Ar=
tillerie zurückgewieſen und drei bulgariſche Batterien
zerſtört.
Die Belagerung von Adrianopel.
Der Berliner Lokal=Anzeiger meldet aus Sofia:
Au=
geſichts der in den letzten Tagen ſich häufenden
Meldun=
gen, Adrianopel ſei gefallen, muß betont werden, daß die
Feſtung bei der jetzigen Haltung des
Ver=
teidigers gut und gern zwei Monate, vielleicht
noch länger, ſich halten kann. Der Kampf iſt nämlich mit der
ſchweren Artillerie noch gar nicht bis an die eigentlichen
Forts herungetragen worden. Die Beſchießung vom
letz=
ken Dienstag vor acht Tagen war, wie uns amtlich
be=
kannt gegeben wurde, nur gegen Außenwerke gerichtet,
die den Charakter von Feldbefeſtigungen haben und
vielleicht erſt neu entſtanden ſind. Verteidigt wurden ſie
durchweg und beſchoſſen zumeiſt von Feldgeſchützen. Ein
eigentlicher artilleriſtiſcher Kampf gegen
die Feſtung iſt vorläufig ausgeſchloſſen, namentlich vor
der Weſtfront, gegen die ſich unverkennbar der
Haupt=
angriff richtet, weil hier die Bulgaren die Maſſe und den
Kern ihrer Truppen einſetzten. Es waren dort nur
fol=
gende ſchwere Geſchütze zu beobachten: Auf dem linken
Maritza=Ufer ſechs gute 10=Zentimeter=Geſchütze, ſechs
un=
moderne 15=Zentimeter=Geſchütze, die mit Schwarzpulver
ſchießen, und an Steilfeuergeſchützen überhaupt nur auf
dem rechten Ufer ſechs Haubitzen. Nun können auf den
übrigen Fronten, wie beim Transport durch Muſtafa=
Paſcha feſtgeſtellt wurde, weitere ſechs 10=Zentimeter=
Geſchütze und zwölf ſchwere Haubitzen ſein. Der ſonſtige
Belagerungspark dürfte nach der Tſchataldſchalinie
abge=
gangen ſein, und der vorhandene genügt nicht, die ſtarken
Forts der Weſtfront zu erſchüttern. Vorläufig erkämpft
der Angreifer erſt ſeine Stellungen im
Vor=
gelände. Zu der Meldung von der angeblichen
Unter=
breeharech der drahtlalen Telegraphie ſei geſagt, daß die
Nummer 273.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Seite 7.
ürkiſche Funkenſtation auf einem der vier Türme vor,
nicht auf der Süleiman=Moſchee ſich befindet. Unter den
Bulgaren war das allerliebſte Geſchichtchen verbreitet, die
Türken hätten, um die Beſchießung dieſer Station zu
ver=
pindern, 1000 chriſtliche Frauen in die Moſchee
ge=
uperrt. Tatſache iſt, daß bei meiner Abfahrt am letzten
Dienstag von Muſtafa=Paſcha die bulgariſchen Geſchütze
die Türme noch nicht erreichen konnten. Natürlich ließ
liich dies alles von Muſtafa=Paſcha nicht drahten, weil die
ZZenſur und die Ueberwachung der Korreſpondenten
über=
laus ſtreng, aber auch ſachgemäß waren, daß niemand
Grund zu Klagen hatte, im Gegenteil erwieſen ſich die
Bulgaren den Korreſpondenten gegenüber zu nachſichtig.
Es iſt alſo ein unbegründeter Groll, der ſich jetzt an einer
kapferen Armee durch Meldungen von Verſtümmelung
türkiſcher Verwundeter rächt. Solche mögen
vorgekom=
imen ſein, weil der Krieg mit ſeltenem Haß und auch durch
Banden geführt wird, aber die Leitung des bulgariſchen
Heeres hatte, wie jeder Führer, den ernſten Wunſch, den
Fanatiſchen und erbitterten Kampf mit menſchlicher und
ſoldatiſcher Würde zu führen. Freilich haben auch die
Bulgaren kaum Urſache, über die türkiſchen
Grauſam=
keiten zu klagen, denn wer mit den Türken anbindet, muß
wiſſen, was ihm bevorſteht.
Vom weſtlichen und ſüdlichen Kriegsſchauplatze.
* Rjeka, 17. Nov. Nach einer im Laufe der Nacht
km Hauptquartier eingegangenen amtlichen Meldung
be=
ſetzten die Truppen des Generals Martinowitſch
geſtern abend San Giovannidi Medua.
* Saloniki, 16. Nov. Türkiſche Soldaten
ſprengten nachts ein Munitionsdepot bei den
Artilleriekaſernen in Schitinlik in die Luft. Infolge
der Exploſion wurden Hunderte entwaffneter türkiſcher
Soldaten, die in der Umgebung des Munitionsdepots
lagerten, getötet oder verwundet. In der Stadt entſtand
eine Panik.
Ueber die Urſache der Pulverexploſion iſt noch nichts
Sicheres bekannt. Da ſich unter den Toten auch etwa 20
griechiſche Soldaten befinden, ſo ſteht die Schuldloſigkeit
der Griechen an der Exploſion außer Frage. Nach
offi=
ziöſen Verſicherungen kam es bei dem Rückzuge der
Tür=
ken zu keinem Gemetzel. Die türkiſchen Truppen
bewahr=
ten in dieſer Beziehung vollkommene Diſziplin und waren
in ihrer Erſchöpfung und Niedergeſchlagenheit froh, ein
Stück Brot zu erhalten.
* Athen, 17. Nov. Prinz Nikolaus wurde
zum militäriſchen Kommandanten von Saloniki
er=
nannt. Der griechiſche Juſtizminiſter Ractivan, der
Be=
vollmächtigte der griechiſchen Regierung in Saloniki,
ver=
öffentlichte eine Proklamation, in der er ſeine
Freude ausdrückte, in ein Land gekommen zu ſein,
wel=
ches dank dem Heroismus der Verbündeten der Tyrannei
und der ſchlechten Verwaltung der Türkei entriſſen
wor=
den ſei. „Wir wollen die Wohltaten der Freiheit allen in
gleicher Weiſe zuteil werden laſſen, denn die wirkliche
Freiheit kann nicht beſtehen ohne die Gleichheit der
Völker=
ſchaften, die unter derſelben Regierung leben. Wir
empfehlen Eintracht zwiſchen allen und verlangen
Unter=
werfung unter die Geſetze.”
Jungtürkiſches Komplott?
* Konſtantinopel, 17. Nov. Die Polizei
fahn=
det auf etwa 50 Mitglieder des jungtürkiſchen
Ko=
mitees unter denen ſich einige frühere Miniſter
be=
finden. Gerüchtweiſe verlautet, die Regierung habe deren
Verhaftung angeordnet, weil angeblich Beweiſe
eines Komplottes entdeckt ſeien. Das jungtürkiſche
Komitee ſoll mehrere Emiſſäre in das Hauptquartier
ent=
ſandt haben, um die Armee zu beeinfluſſen und dieſe nach
der Rückkehr nach Konſtantinopel im Sinne eines
Re=
gierungswechſels zu verwenden.
* Konſtantinopel, 16. Nov., 10 Uhr abends.
Die über die Gründe der Verhaftung von
Mit=
igliedern des jungtürkiſchen Komitees
um=
laufenden Gerüchte ſcheinen vorläufig übertrieben. Es
handelt ſich bloß um die Veranſtaltung eines Meetings
zugunſten des Krieges. Die Gerüchte, die Regierung
habe ein Komplott entdeckt, behufs Verleitung der
Armee zur Erhebung gegen die Regierung, dürften falſch
ſein. Die Polizei nahm auf Grund von Ausſagen
zahl=
reicher Zeugen über die Veranſtalter des Meetings, das
kurz vor Ausbruch des Krieges vor der Pforte zum
Pro=
teſt gegen die Durchführung des Artikels 23 des Berliner
Vertrags ſtattgefunden hat, etwa 30 Verhaftungen vor.
Unter den Verhafteten befindet ſich der ehemalige Wali
von Trapezunt, Suleiman Nazif, der Journaliſt Dr.
Abdullah Dſchevdet, der frühere Abgeordnete von
Adria=
nopel, Faik, der frühere Abgeordnete von Kara=Hiſſar,
Riza Paſcha, der Journaliſt Dſchandſchet, der
Chefredak=
teur des Tanin, Minhidden, ſein Bruder Suad, der
ehe=
malige Direktor und ein Beamter des Preßbureaus. Auf
die ehemaligen Miniſter Haladſchian Ismael und
Ba=
banzade wird gefahndet.
Oeſterreich=Ungarn und Serbien.
Semlin, 17. Nov. Man muß befürchten, daß
Serbiens Antwort an Oeſterreich ablehnend
lauten wird. Belgrader Blätter behaupten, Rußland
werde entgegen allen Petersburger Dementis die
ſer=
biſche Forderung nach einem Adriahafen auch mit
Waffen=
gewalt unterſtützen und habe dasſelbe auch Montenegro
verſprochen. Serbien zieht immer mehr Truppen an der
bosniſchen Grenze zuſammen.
— Peſt, 17. Nov. Der von dem
Kriegsſchau=
platze zurückgekehrte Berichterſtatter des Berliner Lokal=
Anzeigers erklärte, die öſterreichiſch=ſerbiſche
Kriegsgefahr ſei nur hinausgeſchoben, nicht aber
verringert. Serbien habe ſeine dritte Diviſion nur unter
der Bedingung, daß Bulgarien eventuell auch mit
Waffen=
gewalt die ſerbiſche Forderung nach einem Hafen
unter=
ſtützen werde, auf den bulgariſchen Kriegsſchauplatz
ge=
worfen. Oeſterreich=Ungarn wolle jedoch auf keinen Fall
Serbien an die Adria heranlaſſen, da es befürchtet, aus
einem ſerbiſchen Handelshafen werde ſpäter ein ruſſiſcher
Driegshafen oder mindeſtens ein Stützpunkt werden.
Die Cholera.
* Konſtantinopel, 17. Nov. Unter dem Vorſitz
des Miniſters des Aeußern fand heute nachmittag eine
Sitzung des internationalen Sanitätsrats ſtatt, in
welchem die Maßnahmen zur Bekämpfung der
Cholera erörtert wurden.
* Konſtantinopel, 18. Nov. In einem
Reſtau=
rant in der Nähe der Hagia Sophia, das von den
ärme=
ren Bevölkerungsſchichten Stambuls beſucht wird, ſind
über 100 Perſonen an Cholera erkrankt. — Der
internationale Sanitätsrat beſchloß, daß keine
Cholerakranken mehr in die Stadt gebracht werden ſollen,
die Erkrankten vielmehr in den außerhalb der Stadt
ge=
legenen Militärkrankenhäuſern verpflegt werden. Ferner
wurde eine aus öſterreichiſchen, franzöſiſchen, ruſſiſchen
und holländiſchen Sanitätsmannſchaften beſtehende
Kom=
miſſion zur Desinfektion der gefährdeten Häuſer
Stam=
buls gebildet.
Sonſtige Meldungen.
* Zara (Dalmatien), 17. Nov. In einem heute
veröffentlichten Communiqué wird ausgeführt, die
Statthalterei ſei, wie aus den wiederholten Mitteilungen
der Tagespreſſe hervorgehe, den alltäglichen
Sym=
pathiekundgebungen der Bevölkerung für
die kriegführenden Balkanſtaaten in keiner
Weiſe entgegengetreten, ſolange ſich die Kundgebungen
auf Ovationen für die ſtammverwandten kriegführenden
Nationen beſchränkten. Als jedoch dieſe Manifeſtationen
zu Demonſtrationen und Exzeſſen ausarteten, welche die
Grenzen nationaler Kundgebungen weit überſchritten und
einen ſtaatsfeindlichen Charakter angenommen hätten
noch dazu unter direktem Schutz von Organen, die in
erſter Linie berufen ſind, für die Aufrechterhaltung der
öffentlichen Ruhe und Ordnung zu ſorgen — hätten ſich
die Verwaltungsbehörden gezwungen geſehen, mit
ener=
giſchen Maßregeln vorzugehen. Die am 10. November
veranſtalteten demonſtrativen Umzüge in Spalato und
Sebenico hätten die Statthalterei beſtimmt, zur
Auflöſ=
ung der Gemeindevertretungen in dieſen beiden Städten
zu ſchreiten, da zu beſorgen geweſen wäre, daß durch die
unüberlegten ſtaatsfeindlichen Ausfälle Einzelner der
Sinn und das dynaſtiſche Gefühl der Bevölkerung von
Dalmatien in ein unrichtiges Licht geſtellt werden könnte.
* Konſtantinopel, 18. Nov. Der
Senatspräſi=
dent Ferid Paſcha der Vereinigung albaneſiſcher
Notabeln hat beſchloſſen, der Pforte und den
Bot=
ſchaften ein Memorandum zuzuſtellen, in welchem die
Wünſche der albaneſiſchen Vereinigung dargeſtellt
wer=
den. — Heute bekundete der Internationale
Ge=
ſundheitsrat ſeinen Willen, Maßnahmen zu treffen,
um den Einmarſch der kriegführenden Armeen in
Kon=
ſtantinopel zu verhindern, da er eine ernſtliche
geſund=
heitliche Gefahr bedeuten würde. Während der
Be=
ratungen erklärte der Miniſter des Aeußern, er hoffe, daß
der Waffenſtillſtand und der Friede bald geſchloſſen ſein
würden.
* Belgrad, 17. Nov. Die Nachrichten der „
Poli=
tica” über eine Zuſammenkunft der Könige
Peter und Ferdinand und der
Miniſterpräſiden=
ten der verbündeten Balkanſtaaten werden von
maß=
gebender Seite als unbegründet bezeichnet.
* Belgrad, 17. Nov. Die in Serbien lebenden
Reichsdeutſchen ſammelten für das ſerbiſche Rote
Kreuz 25000 Dinars. Für ſerbiſche
Wohltätigkeits=
inſtitutionen liefen aus Deutſchland 20000 Dinars ein.
Eine Sanitätskolonne des rumäniſchen Roten Kreuzes iſt
hier eingetroffen.
H. B. London 18. Nov. Zahlreiche Zeitungen
äußern ſich in längeren Artikeln mit einem gewiſſen
Zweifel über die Kriegsberichte des
Korre=
ſpondenten der Wiener Reichspoſt, Wagner.
Sie ſetzen in die Wahrheit ſeiner Berichte großen Zweifel.
Insbeſondere glaubt man nicht, daß ſie immer aus dem
bulgariſchen Hauptquartier ſtammen. So habe Wagner
einen Bericht über die Schlacht bei Lüle=Burgas geſandt,
der er unmöglich beigewohnt haben könne. Bis zum
31. Oktober habe ſich Wagner mit den übrigen
Kriegs=
berichterſtattern in Muſtapha Paſcha befunden und die
große Strecke von dort bis in das bulgariſche
Haupt=
quartier habe er in ſo kurzer Zeit nicht zurücklegen können.
Die Einnahme von Monaſtir.
* Belgrad, 18. Nov. Die Serben haben heute
Monaſtir eingenommen. Die Garniſon
er=
gab ſich.
— Belgrad, 18. Nov. Die Garniſon von
Mo=
naſtir, die ſich den Serben ergab, belief ſich auf 50000
Mann.
* Belgrad, 18. Nov. Bei der Eroberung von
Monaſtir wurde die geſamte türkiſche Garniſon gefangen
genommen, darunter General Zekki Paſcha und der
frühere türkiſche Geſandte in Belgrad, Fethi Paſcha.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 18. Nov. Heute früh 8 Uhr
landeten die ausländiſchen Schiffe 2000
Marineſolda=
ten, ſämtlich mit Waffen und Fahnen. Sie beſetzten
Spi=
täler, Schulen und andere öffentliche Gebäude. Die
Ma=
ſchinengewehre wurden bereits geſtern gelandet.
* Konſtantinopel, 18. Nov. Dem Vertreter
des Wolffſchen Bureaus wurde im Miniſterium des
Aeußern verſichert, daß die Bulgaren auf der
ganzen Linie zurückgeſchlagen worden ſeien.
Der rechte türkiſche Flügel hatte zunächſt die Bulgaren
beſiegt, und dem Feind 12 Kanonen und viele Gefangene
abgenommen.
H.B. Berlin 18. Nov. Die in den türkiſchen
Gewäſſern zum Schutze der Deutſchen befindlichen
deutſchen Kriegsſchiffe ſtehen nicht nur mit
den großen Funkenſtationen in Nauen und Norddeich in
Verbindung, ſondern funkentelegraphiſch auch mit dem
Flottenflaggſchiff der deutſchen Hochſeeflotte, der „
Deutſch=
land” auf der ſich der Höchſtkommandierende der
deut=
ſchen Flotte befindet.
* Wien 18. Nov. Die Morgenblätter ſchreiben:
Der maßloſe Ton der ſerbiſchen Preſſe
ge=
gen die Monarchie und die Mitteilungen über das
Vorgehen Serbiens gegen den öſterreichifch=ungariſchen
Konſul erſchweren die Situation ganz
außerordentlich. Wiewohl die Bevölkerung der
Monarchie durchaus friedliebend geſinnt ſei und nirgends
eine Kriegspartei beſtehe, drängt die öffentliche Meinung
immer mehr darauf, daß eine Klärung der Situation
er=
folge. Die öffentliche Meinung wünſcht ein friedliches
Nebeneinanderleben mit unſeren Nachbarn im Südoſten,
wolle aber wiſſen, ob ihr Wunſch erfüllbar iſt.
* Wien 18. Nov. Faſt die geſamte Preſſe beſpricht
in erregter Weiſe das Vorgehen der ſerbiſchen
Regierung in der Angelegenheit des Konſuls
Tachy, das dem Völkerrecht und dem Kriegsbrauch nicht
entſpreche. Es ſei das ein ſo ernſter Punkt, daß die
Ge=
duld Oeſterreich=Ungarns in dieſer Richtung auf keine
letzte harte Probe geſtellt werden dürfe. Jedenfalls läge
es im Intereſſe Serbiens ſelbſt, daß das über dieſe Frage
ſchwebende Dunkel ſo bald wie möglich aufgeklärt werde.
Die Neue Freie Preſſe hatte gemeldet, daß der
öſter=
reichiſch=ungariſche Konſul in Mitrowitza, Ladislaus von
Tachy, am Sonntag in Peſt angekommen ſei. Er konnte
ſich nur nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten und
nicht ohne Gefahr aus Mitrowitza flüchten und die Grenze
der Monarchie erreichen. Die ſerbiſchen Militärbehörden
hatten den Konſul in Mitrowitza
inter=
niert. Die Urſachen ſeien nicht bekannt, doch dürfte die
Verfügung der ſerbiſchen Militärbehörden durchaus nicht
bloß auf militäriſche Gründe zurückzuführen ſein. In
vol=
ler Uebereinſtimmung mit den bisherigen Berichten
er=
zählte auch Herr von Tachy von den Verfolgungen, denen
die albaniſche Bevölkerung in Mitrowitza ausgeſetzt ſei.
H.B. London 18. Nov. Wie aus
Konſtanti=
nopel gemeldet wird, hat die türkiſche
Prinzeſ=
ſin Zeki aus Verzweiflung über das Unglück der
Tür=
kei Selbſtmord begangen. Die Nachricht von den
Niederlagen der türkiſchen Truppen erregte ſie ſo ſehr,
daß ſie in Tiefſinn verfiel und ſich gänzlich zurückzog. Als
ſie die Flucht der Truppen von Lüle=Burgas erfuhr, ließ
ſie im Hofe ihres Palaſtes einen rieſigen Holzſtoß
er=
richten und anzünden, worauf ſie ſich zum Entſetzen der
Anweſenden in die Flammen ſtürzte.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Büreau.)
* Karlsruhe, 18. Nov. Laut Hofbericht der
Karls=
ruher Zeitung konnte der Großherzog geſtern nach
dem gänzlichen Ablauf der Krankheitserſcheinungen zum
erſtenmal das Bett verlaſſen. Die völlige Wiederherſtellung
des Großherzogs iſt in kurzer Zeit zu erwarten.
* Beuthen, 18. Nov. Im Gotthardſchacht der
konſoli=
dierten Paulsgrube, die zu den Schaffgotſchen Werken
gehört, ſind in vergangener Nacht auf einem Flöz drei
Arbeiter durch Grubengaſe erſtickt.
** Wien, 18. Nov. Geſtern haben ſich der Miniſter
des Aeußern, der Reichskriegsminiſter, der
gemeinſame Finanzminiſter Bilinski, ſowie
Finanz=
miniſter Zaleski und der Landesverteidigungsminiſter
Georgi nach Peſt begeben.
* Lemberg, 18. Nov. Geſtern veranſtalteten in ſpäter
Abendſturge ukrainiſche Hochſchüler, Gymnaſiaſten und
Lehrlinge neuerliche Demonſtrationen gegen die
altrutheniſchen Vereine und Studentenheime ſowie gegen
die Redaktion des Blattes Prykarpatskaja Rus, wobei ſie
mehrere Fenſterſcheiben zertrümmerten.
Polizeimann=
ſchaften drängten die Demonſtranten zurück und
verhin=
derten ſie, vor das ruſſiſche Konſulat zu ziehen. In der
Kurkowagaſſe wurden aus der Mitte der Demonſtranten
gegen das altrutheniſche Schülerinternat Revolverſchüſſe
abgefeuert, durch welche zwei Schüler verwundet wurden.
Die Polizei verhaftete ſieben Perſonen), größtenteils
ukrainiſche Hochſchüler, ſowie einen Gymnaſiaſten. Erſt
nach 11 Uhr nachts trat Ruhe ein.
* Konſtantinopel, 18. Nov. Der Verwaltungsrat der
Dette Publique überwies der Deutſchen Bank
neuerdings einen größeren Betrag für den Dienſt der am
1. März 1913 fällig werdenden Kupons türkiſcher Anleihen.
— Berlin, 18. Nov. Die B. Z. meldet aus Jena:
In Kunitz wurde heute eine Funkenſtation dem
Be=
triebe übergeben. Man erzielte eine gute Verſtändigung
mit der Station Nauen.
— Charlottenburg, 18. Nov. Der 76jährige
Ober=
regiſſeur der Oper, Karl Tetzlaff, iſt hier geſtorben.
Herrenhemden nach Mass
tadelloser Sitz
vorzügliche Stoffe
Zephyrhemden unter Garantie
für Echtheit.
C. F. Erb Nachf.
Obere Elisabethenstr.
(23796oid
arke „Zapatero‟
Bienenhonig
Schulstr.
gärantiert rein zu. M. W. Prassel 10.
(20395a
Muſik erfreut des Menſchen Herz! Von
jung und alt werden ſtets die Klänge guter
Hausmuſik freudig begrüßt werden. Namentlich Muſik=
und Sprechapparate erfreuen ſich in allen Kreiſen der
Be=
völkerung großer Beliebtheit. Aber auch ohne beſondere
Notenkentntſſe können andere Muſikinſtrumente wie
Gitarr= u. Akordzither, Akkordion u. Bandonion, mechaniſch
ſpielbar erlernt werden. Sowohl in dieſen Inſtrumenten,
als auch in Violinen, Mandolinen, Gitarren,
Ban=
donions, Ziehharmonikas, Flöten, Trommeln, Cornets,
Trompeten, Poſaunen, Mundharmonikas uſw. bietet der
dieſer Nummer beigeſügte Proſpekt der Firma Georg
Bernhardt, Leipzig, Brandenburgerſtraße 14—18,
eine große Auswahl. Die Anſchaffung wird noch
da=
durch bedeutend erleichtert, daß die bewährten Melodia=
Muſik=Inſtrumente der Firma gegen bequeme
monat=
liche Teilzahlungen von 2 Mark an geliefert werden.
Reichilluſtrierte Muſikkataloge werden auf Wunſch
um=
ſonſt und portofrei zugeſandt.
(23864fI
die Gesundheit
Literatur
durch die Brunnen-
Inspektion
in Fachingen
(Reg.-Bez. Wiesbaden)
IIG
InE
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Nummer 273.
Todes=Anzeige.
Statt jeder beſonderen Anzeige widmen
wir Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß unſere liebe Schwäge=
(23859
rin, Tante und Großtante
Fräul. Marie Eitzenberger
heute durch einen ſanften Tod von langem
Leiden erlöſt worden iſt, und bitten um ſtille
Teilnahme.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Eduard Harres, Architekt.
Darmſtadt, den 17. November 1912.
Die Beerdigung findet von der Kapelle des
Darmſtädter Friedhofes nach vorheriger Ein=
ſegnung daſelbſt Dienstag, den 19. November,
Man
nachmittags 3 Uhr, ſtatt.
bittet von Kondolenzbeſuchen abſehen
zu wollen.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
(*12142
unſer innigſtgeliebtes Kind
Elisabeth
im Alter von 5 Jahren nach kurzem, ſchwerem
Leiden zu ſich zu nehmen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Boll,
Oberrechnungsreviſor.
Darmſtadt, den 18. November 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20.
No=
vember, nachmittags 2½ Uhr, vom Portale
des ſtädtiſchen Friedhofes aus, ſtatt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Nordſkandinavien liegt eine ſtarke Depreſſion,
die einen Ausläufer ſüdweſtwärts entſendet. Ueber
Oſt=
europa lagert hoher Druck. Bei wechſelnden Winden
herrſcht bei uns trübes, doch meiſt trockenes Wetter; die
Temperaturen liegen in Deutſchland, von Süd nach
Nord zunehmend, zwiſchen — 1 und 8 C. Das weſt=
liche Randtief dürfte ſich ſüdwärts verlagern, ſo daß wir
morgen im Bereich des kontinentalen Hochs vorwiegend
trockenes Wetter zu erwarten haben.
Ausſichten für Dienstag, den 19. November:
Wolkig, vorwiegend trocken, kühl.
Großh. Hofbibliothek, geöfne Montag bis Frein
von 9—1 Uhr und nachmittags von 2—4 Uhr, Samstag
von 9—1 Uhr.
Tagesialender.
Großh. Hoftheater (Ab. A), Anfang 7 Uhr: „Wenn
ich König wäre‟
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Oepheum.
Vortrag von Pfarrer Jatho um 8¼ Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz (Heſſ. Goethebund)
Vorſtellung von Zauberkünſtler Bellachini um 8 Uhr
im „Kaiſerſaal”
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtr. 23): Von der
Hofjagd in Letzlingen; die Präſidentenwahl in den
Ver=
einigten Staaten; Montenegriner bei dem Laden eines
modernen Belagerungsgeſchützes; König Peter von
Ser=
bien in Uesküb.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 20. November.
Hofreite=Verſteigerung des Philipp Adam
(Heinheimerſtraße 75) um 10 Uhr auf dem
Orts=
gericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckeret.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Htreeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden.
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Charzen u Filoldgen
zu horrend billigen Preisen.
Auf Kxtratischen in der I. Etage ausgelegt.
hübsch besetzt, mit
Blusenschürze hohem Volant. gut
. Stück
zu
nebenstehend
enorm billigen
Preisen.
(23870)
waschbar .
g aus Ia 140 cm breiten
Hausschürze Stoffen, mit Volant
und Tasche
Stück
aus guten Stoffen
Reformschürze als sehr
preis-
wert . . .
. . . Stüch
solides Fabrikat
Normalhosen
Stück 35 ₰
in allen Grössen
Normalhemden
Stück 1.10
für Herren 95 ₰
Normaljacken für Damen
88 ₰
für Kinder
Leib- u. Seeihosen Paar anfgd. 65 ₰
Blusenseide:
Taſfet, changeant, mit hübschen Streifen . Meter 1.45
Paillette, changeant, als enorm preiswert . Meter 1.90
Surah in hübschen Mustern . . . . . . Meter 1.75
Beachten Sie unsere
diesbezügl. Schaufenster!
Maiizer Warenkaus
Markt 7
Guggenheim & Marx
Markt 7.
Kurſe vom 18. November 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,30
78,0)
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,8)
3½ do. Conſols . . . 88,30
78,00
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,60
92,80
do.
3½
82,20
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,80
86,90
3½
do.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,30
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,40
4 do. do. (unk. 1918) 99,60
do.
87,00
3½
do.
5
76,50
3 Sächſiſche Rente. .
78,50
4 Württemberger v. 1907 99,60
3½
do. v. 1875 94,80
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 55,00
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 87,90
4 do. Goldrente . . . 92,70
4 do. einheitl. Rente 84,90
3 Portug. unif. Serie I 62,30
3 do. unif. Ser. III 65,30
3 do. Spezial
10,30
5 Rumänier v. 1903 . . 99,90
4 do. v. 1890 . . 93,80
4 do. v. 1905 . . 88,00
4 Ruſſen v. 1880 .
89,75
4 do. v. 1902 .
89,30
4½ do. v. 1905 . . . . 100,30
3½ Schweden .
85,50
4 Serbier amort. v. 1895 81,00
4 Türk. Admin. v. 1903 78,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 84,20
4 Ungar. Goldrente . . . 87,40
4 do. Siaatsrente. . . 85,30
In Proz.
Zf.
Argentinier
..100,20
do.
85,90
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,70
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,90
4½
92,78
do.
4½ Japaner . . . . . . . 93,25
5 Innere Mexikaner . . . 93,70
3
do.
58,30
4 Gold=Mexikanerv. 1904 87,80
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,30
3 Buenos Aires Provinz 68,10
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 154,25
5 Nordd. Lloyd .
. .121,50
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 125,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 111,30
8 Baltimore und Ohio . 106,25
6½ Schantungbahn . . . 127,25
64 Luxemb. Prince Henri 154,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,10
6 Pennſylvania R. R. . 121,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 64,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik .
.. . 528,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
..248,50
30 Farbwerke Höchſt . . 633,50
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 354,00
10 Cement Heidelberg . . 152,00
30 Chem. Werke Albert 456,20
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz
.330,10
4 Lahmeyer . .
.120,50
Se
bioid.
7½ Schuchert, Nürnberg 150,00
12 Siemens & Halske .225½
5 Bergmann Electr. . . 118,0)
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 159,30
0 Gummi Peter . . . . 100,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 73,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 568,40
10 Maſchinenf. Badenia 175,00
6 Wittener Stahlröhren 198,00
8 Steana Romana Petr. 146,90
15 Zellſtoff Waldhof . . 234,25
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 202,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 97,40
3 Südd. Immobilien . 58,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 176,00
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 216,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 175,50
10 Gelſenkirchener . . . . 195,35)
8 Harpener . . . . . . . 186,25
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 263, 10
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . 83,50
4 Laurahütte.
.166,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
1 „ Weſteregeln 216,50
7½ South Weſt Africa 131,25
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,40
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,70
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,00
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,40
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,30
77,30
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 98,00
4
do.
76,40
(e
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,20
3 Raab=Oedenburg . . . 75,70
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,90
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,10
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,80
4 Rjäſan Koslow . . . . 86,70
3 Porkugieſ. Eiſenb. . . 74,20
do.
2½ Livorneſer . . . . . 69,50
3 Salonique=Monaſtir . 62,50
4 Baadadbahn . . . . . . 80,90
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 95,50
4 Miſſouri=Pacific. . . . 73,00
4 Northern=Paciſic . . . 100,00
4 Southern=Pacific . . . 93,90
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 85,00
5 Tehuantepec . . . . . . 96,50
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 185,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
.146,40
9½ Berlin. Handelsgef. . 165,70
6½ Darmſtädter Bank . 120,00
12½ Deutſche Bank . . . 250,10
6 Deutſche Vereinsbank . 122,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 114,50
10 Diskonto=Kommandit 184,25
8½ Dresdener Bank . . 152,30
9½ Frankf. Hypoth.=B. 134,75
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 121,60
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,50
5.86 Reichsbank . . . . .133,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,10
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,20
½ Wiener Bankverein . 128,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . 98,90
ien
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,50
S. 52 . . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
3½
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
3½
do.
. 87,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,20
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. .
99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
. 87,80
S. 3—5
.87,60
S. 9—11
87,70
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
do.
87,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,50
3½ do. (unk. 1914) . . 87,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
3½
87,30
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
3½ do.
88,50
4 Frankfurt..
. 99,60
3½ do.
92,10
4 Gießen .
3½ do.
4 Heidelberg
97,40
3½ do.
4 Karlsruhe
97,90
do.
88,50
4 Magdeburg.
do.
4 Mainz
97,80
do.
89,00
Mannheim
.97,50
3½ do.
4 München .
.99,50
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
99,00
do.
4 Offenbach
In Proz
St.
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . . .. . 4 98,90
8½ do.
4 Worms .
97,30
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1868 ₰
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109 170,40
3½ Cöln=Mindner „ 100 134,00
B Holl. Komm. . ſl. 100
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 138,10
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,75
3 Oldenburger . . .
3½ Raab=Grazer ſl. 159 112,40
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . ſl. 7 34,00
Braunſchweiger Tlr. 20 204,80
Fs. 15—
Freiburger
Mailünder
Fs.45 —
Fr. 10 35,00
bo.
.fl. 7 33,10
Meininger.
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 520,00
do. v. 1858 fl. 100 439,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Benebiger . . . . Fs. 30 47,50
Tärkiſche . . . . Fs. 400 157,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,49
20 Franks=Stücke .
16,30
Amerikaniſche Noten . . 4,20½
Engliſche Noten
20,50
Franzöſiſche Noten.
81,20
Holländiſche Noten.
169,45
Italieniſche Noten .
80,45
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,60
Ruſſiſche Noten
Schweizer Noten .
84,75
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 241.
Nummer 273.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Seite 9.
Unse)
Gerten
Verkauf
in der
Goſyentots Rbtenaſte
bietet
enorme Vorteile!
Jackenkleider
marine Cheviot oder aus
Stoffen engl. Art .
Paletots
aus Diagonal u. flauschart.
Stoffen, marine u. moderne
braune Farben . . . . .
Kostüm-Röcke
aus farbigen Stoffen, mit
Falten- u. Knopf-Garnitur
Wollblusen
weiss und farbig, mit apart.
Garnitur . . .
Serie I
0
C—
10—
495
2
450
30-
10− 29−
625
0
625
30
11-
Weit unter Preis!
Damen-Oxford-
Blusen
solide Qualitäten
35 ₰
Kinder-Hängerkleidchen
85 ₰ 95 ₰ 1.35 1.75 2.25
Im Schaufenster am Markt
ausgestellt.
23881
Markt 2
Gebr.Rtothschld
Markt 2.
Darmstädter Consum-, Spar- u. Produktions-Genossenschaft
eingetragene Genaſſenſchaft mit beſchränkter Haftung.
Neu aufgenommen haben wir
Natron-Kuchen (Gesundheitskuchen)
aus der eigenen Bäckerei des Konſumvereins Frankfurt. Auf
vorherige Bestellung, die bis Dienstag aufgegeben ſein muß,
gelangen die Kuchen am Freitag und Samstag in allen Stadt=
Läden zum Preiſe von
60 Pf. die Grossen und 30 Pf. die Kleinen
zur Verteilung. Ganz beſonders empfehlen wir unſeren verehrlichen
Mitgliedern unſer
erstklassiges schmackhaftes Brot
aus unſerer eigenen Bäckerei Frankfurt in folgenden Sorten:
3 Pfd. 46 Pfg.
Weißbrot.
1. Sorte Schlüchtern . 4 Pfd. 56 Pfg.
2. Sorte Schlüchtern . 4 Pfd. 54 Pfg.
. 3 Pfd. 36 Pfg.
Kraftbrot
das mit den modernſten Maſchinen hygienisch vollkommen
einwandfrei und vollgewichtig hergeſtellt wird.
Mitalieder geniesst nur noch Brot aus der einenen Bückerei.
Durch den regelmässigen Fischbezug in größeren
Quan=
titäten in nur beſter Qualität, ſind wir in der Lage, zu den billigſten
Preiſen zu liefern und hat ſich der Umſatz hierin ganz erfreulich
ge=
ſteigert. Die Fiſche treffen Donnerstags und Freitags ein. Wir
bitten immer eine Woche vorher zu beſtellen, da friſche Fiſche keine
Lagerwaren ſind.
Wir haben stets die billigsten Preise!
Unsere Schuhwaren-Abteilung
Grafenstrasse 27
bringen wir beſonders auch für Winterartikel in empfehlende
Erinnerung. Wir führen in Qualität nur das Beste vom Guten
und bitten die beiden Schaufenſter in der Grafenſtraße 27 zu beſichtigen.
Der Vorſtand.
23867)
Unsere Frakis
befindet sich nach wie vor
Fernruf 1008
Kirchstrasse 12
Albert Heuss, Zahnarzt
9—12, 2—6
Frau Alma Heuss-Bannicke
Zahnärztin für Frauen und Kinder
(23836im
3—5 wochentags.
Aflf
Im.
WAGNER
DARMSTADT
Kiechstr 19
an der Stadtkirche.
(20415a)
Diu
rüben 3 Zeniner 1 Mk. zuverl.
Georg Seeger V., Landwirt,
Pfungſtadt, Kaplaneiſtr. 22. (*12079imd
Kreuzſaitiges ſchwarzes
Pianino
(23637ids
billig zu verkaufen
Heidenreichſtraße 37, 3. St.
Atelier der Uhrmacherkunst
44 Elisabethenstrasse 44
Beſte u. billigſte Rep.=Werkſtätte
für Uhren u. Muſikw. Reparat.
werden jederzeit abgeholt. Poſtk.
genügt. J. Eckstein. (23564a
men, die sich im Korsett unbequem fühlen, sich aber elegant.
modegerecht und doch absoluf gesund kleiden wollen, tragen
D. R. P. Patente
aller
Kaldstris Hlurstasten.
(22409a
Sofortiges Wohlbefinden. Grösste Leichtigkeit u.
Be-
quemlichkeit. Kein Hochrutschen. Vorzügl. Halt im Rücken.
Natürl. Geradehalter. Völlig freie Atmung und Bewegung.
Blegante schlanke Figur. Für jeden Sport geeignet. Für
leidende und korpulente Damen Spezial-Facons.
Illustrierte Broschüre und Auskunft kostenlos durch:
Inh.: Frau E. Spreng,
Kalasiris-Spezial-Geschült Schulstrasse 12, 1. Stock.
Färherei in Haushalt mnt Brauns schen Farhen
Millionenfach bewährt!
1 Bluse kostet 10 Pf.,
1 Kleid „ 75 „
bis 4 Paar Gardinen
kosten 10 Pf.
wie neu
aufzufärben.
Ausdrücklich fordere man
Brauns’sche Farben
mit Schleilen-Schutzmarke.
Die echten Brauns schen Farhen erhält man in Deogenhdia. Farbenhälg. u Apotheken.
Schwerhörige
erhalten das „Otophone‟
15 Tage zur Probe
Persönlicher Besuch erbeten.
Broschüre Nr. 20 kostenlos.
Deutsche Otophone Co.
Frankfurt am Main (16923M
Bockenheimer Anlage 50, part. (Kein Ladin).
EUERWER!
Frösche, Schwärmer, Kanonenschläge, Salon- und
Gartenfeuerwerk, Scherzartikel. Radaupfättchen
und Martinicas. Neuheiten in Bleiguss
für Sylvesternacht. Knallkorke, Pistolen,
Armor-
cess. Lady-, Fire-, Tiger- und Kanonen-Crakers.
Stern-Craker- und bengalische Zündhölzer, Wachs-
und Pechfackeln, Pechkränze und vieles dergl. mehr
einpfiehlt in
ersttel. Ware Jacques Herrmann’s Fenerwerkerei,
MAIN Z. Stadthausstrasse 2, Fernsprecher 1813. —
Preisliste franko und gratis. Vorteilhafteste
Einkaufsstelle für Wiederverkäufer. (23887a
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Nummer 273.
Naturwiſſenſchaftlicher Verein zu Darmſtadt.
— In der letzten (280.) Sitzung hielt Geh. Hofrat Prof.
Dr. H. Schenck unter Vorzeigung von Wandtafeln und
Sammlungsgegenſtänden einen Vortrag über
„Pfropfbaſtarde‟. Sexuale Baſtarde oder
Miſch=
linge zwiſchen zwei verſchiedenen Pflanzenarten ſind
ſchon ſeit langer Zeit bekannt. Im Jahre 1760 führte
Joſeph Gottlieb Koelreuter die erſten Kreuzungsverſuche
ſauf wiſſenſchaftlicher Grundlage aus, indem er Blüten
mit dem Pollen anderer Arten befruchtete. So erhielt
er als erſten Baſtard den zwiſchen zwei Tabakarten,
Nicotiana rustica und panjculata, und nannte ihn
ſcherz=
hafterweiſe einen „wahren botaniſchen Mauleſel” Solche
Miſchlinge halten in ihren Eigenſchaften in der Regel die
Mitte zwiſchen beiden Eltern; ſie ſind in ſich durchaus
ein=
heitliche wachſende Pflanzen, alle ihre Zellen und
Zell=
kerne ſind eine Miſchung, hervorgegangen aus väterlichen
und mütterlichen Erbmaſſen. Nun gibt es aber einige
wenige Baſtarde, die in wichtigen Punkten anderes
Ver=
halten wie die ſexuellen aufweiſen, die nach Ausſage der
Gärtner nach Pfropfungen eine Art auf eine
an=
dere, als Adventipſproſſe aus den Stellen, an denen die
beiden fremdartigen Gewebe verwachſen ſind,
hervor=
gegangen ſein ſollten und demgemäß als Pfropfbaſtarde
bezeichnet wurden. Der bekannteſte unter ihnen iſt
Laburnum Adumi, der 1825 von dem Gärtner Adam
zu Vitry bei Paris aus der Pfropfſtelle eines rotblütigen
Hülſenſtrauchs, Cytisus purpureus, auf Goldregen,
Laburnum vulgare erzielt wurde und der jetzt in vielen
Gärten verbreitet iſt Seit dem Jahre 1644 kennt man
Miſchpflanzen aus Orange und Cedrate, die ſogen.
Bi=
zarrien, ja ſogar aus 3, ſelbſt 5 verſchiedenen Citrus=
Arten. Großes Aufſehen erregten die in neuerer Zeit
ent=
ſtandenen Pfrpfbaſtarde von Bronvaux bei Metz. Hier
handelt es ſich um 3 verſchiedene Zwiſchenformen zwiſchen
Miſpel, Mespilas germanier, und Weißdorn, Critge.”
monogyna, die unzweifelhaft aus der Pfropfſtelle eines
auf Weißdron veredelten, hundertjährigen Miſpelbaumes
zum Vorſchein gekommen waren; Jouin beſchrieb ſie 1899
und die Firmi Simon=Louis bei Metz brachte ſie in den
Handel. Sciche Miſchlinge ſind 1904 von Daniel auch
für Quttte und Weißdorn angegeben worden. Man
konnte ſich die Entſtehung der Pfropfbaſtarde nicht recht
erlaren und namhaſte Molaniter hieiten ſie bis noch vor
wenigen Jahren für ſexuelle Baſtarde, bei denPfropfungen
ſeien Verwechſelungen vorgekommen, die Edelreiſer oder
die Unterlagen ſeien keine reinen Arten geweſen.
Die Löſung des Rätſels, das dieſe merkwürdigen
Miſchlinge boten, verdanken wir dem Tübinger
Bota=
niker Hans Winkler. Als Verſuchspflanzen benutzte er
Solanum nigrum, den Nachtſchatten, und Soianum
Lyeopersieum die Tomate; beide laſſen ſich leicht
auf=
einander aufpfropfen und beide bilden ſehr willig
Adven=
tivknoſpen auf Querſchnitten durch die Pfropfſtellen.
1907 erhielt er als erſten Pfropfbaſtard einen
Adventiv=
ſproß, der ſich zu einer höchſt merkwürdigen Pflanze
ent=
wickelte. Der ganzen Länge nach zeigte ſich dieſer Sproß
zuſammengeſetzt, links aus Nachtſchatten mit ſeinen
ganz=
randigen Blättern, weißen Blüten und ſchwarzen Beeren,
rechts dagegen aus Tomate mit ihren gefiederten
be=
haarten Blättern, gelben Blüten und roten Früchten. Die
auf den Grenzlinien beider Gewebe entſtandenen Blätter,
Blüten und Beeren waren halbſeitig Nachtſchatten,
halb=
ſeitig Tomate. Winkler nannte ſolche, noch mehrmals in
ſeinen Verſuchen erzielte, zuſammengeſetzte Pflanzen
Chimaeren. Vom Jahre 1908 an ergaben die Verſuche.
nun mehrere neue Pfropfbaſtarde, die Zwiſchenformen
zwiſchen beiden Arten vorſtellten. Eingehende anatomiſche
Unterſuchung der Zellenkernteilungen überzeugte Winkler
davon, daß auch dieſe Zwiſchenformen Chimaeren ſind,
aber keine sektoriale Chimaeren wie die 1907 zuerſt
er=
haltene Pflanze, ſondern veriklinaie Chimaeren, denn
ihre inneren Gewebe gehörten der einen Art an, die
peripheriſchen Zellſchichten dagegen der anderen. Die
zuerſt erhaltene dieſer Mantelchimaeren nannte Winkler
Lalanum tubingense; ſie ſteht dem Nachtſchatten am
näch=
ſten, beſitzt auch deſſen Gewebe, mit Ausnahme der
Ober=
haut, die ſamt ihren Haaren der Tomate angehört.
Solanum protens beſteht aus Nachtſchattengewebe,
über=
zogen mit 2 Zellſchichten der Tomate, Solanum
Kgel-
reuterianum dagegen aus Tomatengewebe, überzogen
mit einer Epidermis von Nachtſchatten, und Solanum
Gaertnerjanum mit zwei äußeren Zellſchichten vom
Nachtſchatten. Auch Sektorialchimaeren zwiſchen dieſen
vier verſchiedenen Pfropfbaſtarden oder zwiſchen ihnen
und den reinen Arten kamen zum Vorſchein und öfters
zeigten die Baſtarde auch Rückſchlagsſproſſe zu den
bei=
den reinen Arten. Die Nachkommen des Solanum
tubingense ſind reines Solanum nigrum, dier des
S. proteus dagegen reines S. Lyeopersicum, da ſtets die
zweitäußerſte Zellſchicht einer Pflanze die Sexualzellen
liefert. Nur auf vegetativem Wege können alſo die
Pfropfbaſtarde vermehrt werden. Winkler hat übrigens
auch einen Pfropfbaſtard, das Solanum Darwinianum,
erhalten, das einer vegetativen Zellverſchmelzung an der
Pfropfſtelle ſeine Entſtehung zu verdanken ſcheint;
dar=
über ſind aber die Unterſuchungen noch nicht zum Abſchluß
gelangt. — Der Schlüſſel zur Erklärung der älteren
Pfropfbaſtarde war nunmehr gegeben. Laburnum
Adami entpuppte ſich als ein Goldregen mit einer Haut
von Etisus purpnreus und die Cratsegomespili von
Brovaux ſind ebenfalls Periklinalſtimaeren.
Pflanzliche Chimaeren können, wie Erwin Baur
nachgewieſen hat, noch auf anderem Wege als durch
Pfropfung entſtehen. Von Pelargonium zonale gibt es
eine rein weißblätterige Raſſe mit verkümmerten farbloſen
Chlorophyllkörnern. Die ſexuelle Kreuzung dieſer weißen
Raſſe mit der normalen grünen liefert moſaikartig grün
und weiß zuſammengeſetzte Baſtarde: die Anlagen der
weißen Chlorophyllkörner des einen Elters und die
An=
lagen der grünen des anderen Elters ſind zwar in der
befruchteten Eizelle noch Gmeinſam enthalten, ſcheiden
ſich aber bei den ſpäteren Zellteilungen wieder nach
Zellen. Das weiße und das grüne Gewebe kann ſektorial
verbunden ſein, dann entſtehen der Länge nach
halb=
weiße, halb grüne Blätter, oder periklinal und dann
ent=
ſtehen weißrandige Blätter. Baur hat an ſolchen
Perlar=
gonien zuerſt den Begriff der Periklinalchimaeren
ent=
wickelt. Zum Schluß wies Vortragender auf das
Ver=
halten der zerſchlitztblätterigen Buche, Fagus silvatica
var asplenikolis, hin: An ſolchen Buchen treten öfters
Rückſchlagsſproſſe mit gewöhnlichen Buchenblättern auf,
wobei in der Regel die Sproſſe wie Sektorialchimaeren
zur Hälfte aus Gewebe der ganzblätterigen, zur Hälfte
aus Gewebe der zerſchlitztblätterigen Form
zuſammen=
geſetzt erſcheinen. Hier handelt es ſich ebenfalls nicht um
Pfropfbaſtarde, vielmehr vollzieht ſich die Sonderung auf
unbekannte Weiſe an ein und derſelben Pflanze. — Im
hieſigen botaniſchen Garten werden drei von den
Winkler=
ſchen Solanum=Pfropfbaſtarden, ferner Laburnum
Adami und zwei Crataegomespili kultiviert und
Inter=
eſſenten gerne gezeigt, ebenſo die Pelargonien und die
zerſchlitztblätterige Buche.
Warum kann Knorr für 10 Pfennige 3 Teller gute Suppeliefern?
Weil in dem großen, eirca 40 Jahre beſtehenden Fabrikbetriebe alle Vorteile des
Einkaufs, der Herſtellungsweiſe und des Vertriebes ſich vereinigen. Jeder, der für
10 Pfennige einen Knorr=Suppenwürfel kauft, zieht aus all dieſen Vorteilen Nutzen.
: Probieren Sie einen Knorr=Suppenwürfel, er iſt beſſer als andere! —
(VII23797
Vollreis
iſt nicht der heute allgemein
verwendete glänzende Reis,
der geſchält und poliert iſt und
dadurch ſeiner beſten
Nähr=
ſtoffe, der Nährſalze beraubt
iſt, welche bei den Früchten
direkt unter der Schale liegen.
Um das ſchöne Ausſehen zu
erzielen, wird der Glanzreis
mit Parafin, Talkum,
Ultra=
marinblau uſw. behandelt.
Aus
Vollreis
ſchöpfen die Japaner und
Chineſen ihre Kraft und
Aus=
dauer und zwar nur deshalb,
weil ſie den Reis eben als
Vollreis, d. h. vollwertig und
ungekünſtelt genießen. Wenn
wir von Getreide nur das
Innere als Nahrung
gebrau=
chen, ſo geniezen wir faſt nur
das nicht ſo wertvolle
Stärke=
mehl., während wir die
wich=
rigen Nährſalze und
Kleber=
ſtoffe dem ſchönen Ausſehen
zuliebe opfern. (23878a
Verwenden wir deshalb
Vollreis
wie ihn die Natur gibt, dann
haben wir auch gute Nerven,
geſundes Blut und ſchöne
Zähne und brauchen keine
künſtlichen Nährſalze.
Vollreis, ungeſchält
Pfund 35 Pfg.
unpolierter Reis I
Pfund 38 Pfg.
unpolierter Reis II
Pfund 30 Pfg.
bei 5 Pfd. 2 Pfg., bei 10 Pfd.
3 Pfg. per Pfund billiger.
Reformgeschäft
uäristm-
Fautent
es blitzt
beim bellen Sonnenſcheine nur, wenn
Sie Ihre hübſchen Füßchen mit
Schuben umgeben, die nur mit Pilo
geputzt ſind. So halten es alle an.
deren und —
man siebts ibnen an.
Sie können Pilo in ſchwarz, braun,
gelb und weiß baben.
23843M) Verlangen Sie bitte nur Pilo!
Gesundheitliche Nahrungs- und
Genussmittel
Anton Braunwarth
Erast Ludwigstr. 3. Fernspr. 971.
hatfelongne billis zu verkauf.
Döngesborngaſſe 3. (*12135
zu vert.: Nen wol neils
30ſ. Schlafzim. als 2tür.
Spiegel=
ſchrank ſchöne Waſchkommode m.
weiß Marm. u. Toilette, 2 Nachtſchr.
m. Marm., 2 ſchwere Betten mit
beſt. Inhalt, Handtuchh., alles zuſ.
für nur 350 Mk. abzugeben. Die
Möbel ſind echt Nußbaum poliert.
Daſ. ſchön. Bild., diverſ. Silber,
(*12093
Nähmaſchine
Heidelbergerſtraße 85 2 St.
Habe zur Zeit auf Lager: noch
neues Schlafzimmer, Eiche, prima
Arbeit, mit Intarſ., gek. 480, für
320 Mk., faſt neues
Schlafzim=
mer mit pr. Patent= u. Kapokmatr.,
gek. 400, für 260 Mk., 3 Diwans,
§7, 45 u. 48 Mk. 4 Vertikos von
20 Mk. an, Küchen=Einrichtung,
aut erhalten, 45 Mk., Pfeilerſchrank,
neu poliert, gutes Stück, 25 Mk.
Schreibtiſch, pol., 33 Mk.,
Kinder=
pult, verſtellb. gek. 60, für 20 Mk.,
paſſ. als Weihnachtsgeſch.,
Flur=
garderoben, neu, von 16 Mk. an,
Fahrrad 30 Mk., Bücherſchrank,
Schrank, Eiche, innen Schubl. 24 Mk.,
Tiſche aller Art, Stühle, Spiegel,
Bilder, Handtuchhalter, Paneelbr.,
Regulateur uſw. abzugeben. (*12134
J. Lich, Alexanderstr. 3. D.
1 gebr. Singer-Nähmaschine,
1 Hand= u. Fußbetrieb, billig zu
verkauf. Reparaturen aller
Fa=
brikate ſchnell, gut u. billig. Chr.
Debus, Mechaniker, Nieder=
Ram=
ſtädterſtr. 57a. Telef. 1737. (*12110
Wie ich eine
chicke Frau wurde?
Dadurch, dass ich meine
überall bewundert. Kleider
nur nach d. entzückenden
Favorit-Moden-Album,
Preis nur 60 Pf., wählte u.
nach den vorzügl.
Favorit-
schnitten leicht u. preiswert
selbstschneiderte. Favorit-
Mstr. sind einzig.
Hundert-
tausende benutz. nur diese.
Die Verbraucher erh. 1912
wertv. Jub.-Gaben. Präm.-
Liste gratis d. alle Agent.
* Ferner empfohlen:
Jugend-Moden-Album 60 Pf.
Favorlt-Handarbeits-Album 60 Pf.
Verlag: Internat.
Schnitt-
manufaktur Dresden-N. 3.
Arthur Sittig, Louisenplatz 4.
1
Wer dort? (23388a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel.=Nr. 1924. Poſtk. genügt.
altes Gold, Platin
Brillanten, Silber, ſowie
Pfandſcheine nur auf obige
Gegen=
ſtände kauft Juwelengeschäft Kurtz,
Pädagogſtr. 2, Tel. 1202. (23261a
K
Kaue alte Zahngeb. p. Zahn 40 Pf.
G. Best, Ludwigshöhstr. 60, I. (22907a
ſöbel aller Art, ſowie ganze
M Haushaltungen u.
Nach=
läſſe, auch alte Zahngebiſſe werd.
jederzeit gekauft. Offerten unter
H 10 an die Exped. (*11718dsi
Achtung!
Kaufe gebr. Flaſchen, zahle per
Stück 3½ Pfg., Lumpen, Papier
und altes Eiſen.
(*12091imd
S. Pazenowsky, Holzſtraße 24.
Poſtkarte genügt. 15m
Haſen=u. Rehfelle
und Ziegen
zum Schlachten kauft zu den
höchſten Preiſen
(B23739
A. Mayer, Steinſtraße 24.
Seh kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets
kon=
kurrenzl. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 29,
Teleſon 2097. (23863a
ebrauchtes, guterhalt. Piano
Gzu kaufen geſucht. Offerten
unter J 6 an die Exped. (*12073
Suche Grammophonwerk (nur
Werk), wenn auch defekt, zu
kaufen. Große Kaplaneigaſſe 58,
part., 7—8 Uhr abends. (*12116
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(19855a
G. Kanzler, Friſeur Marktſtr. 3
Fillg zu verk. 1 gut erh Ml.
Gash. m. Schlauch, gr. Molton=
Vorh. m. Drap., mehrere Draperien
(wie neu), 1 Vorhangſt. m. Holzring.
u. Zubeh., 2 Galerieſtangen u. dgl.
mehr Annaſtraße 58.
(*12071
viens
allerf. Pflanzenbutter-Margarine
ist genau vie
Natur-Butter
zu verwenden
per Pfund 90 Pfg.
Eier-Margarine
per Pfund 75 Pfg.
Feinste
(23886if
Pflanzenbutter
bestes Cocos-
Speisefett
per 1 Pfund nur 55 Pfg.
große Citronen
Stück 6 Pfg.
empfiehlt
Darmstädter
Eiergrosshandel
Math. Rosenstock
Ludwigſtr. 18, Karlſtr. 102 u.
Kaupſtr. 42 (Riegerplatz).
Telephon 490 u. 602.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
39 133.
Dienstag, 19. Novenber.
1912.
Bekanntmachung.
Betr.: Sperrung der Kreisſtraße Groß=Gerau-Mörfelden von Km 3,10—4,00 wegen
Ausführung von Kleinpflaſter.
Wegen Ausführung rubr. Arbeiten iſt die Kreisſtraße Groß=Gerau-Mörfelden
von Km 3,10—4,00 (Gemarkung Groß=Gerau) vom 15. d. Mts, ab auf etwa 3 Wochen
für den geſamten Fuhrwerks= und Automobilverkehr polizeilich geſperrt.
Die in der Richtung von Groß=Gerau nach Mörfelden und umgekehrt fahrenden
Juhrwerke, Auomodie uſw. haden die Straße Groß=Gberau=RleinGerau=
Wor=
felden-Braunshardt-Gräfenhauſen-Mörfelden und umgekehrt zu benutzen.
Groß=Gerau, den 12. November 1912.
(23858
Großherzogliches Kreisamt Groß=Gerau.
Dr. Wallau.
In einem Gehöft zu Groß=Bieberau iſt unter dem Rindviehbeſtand der
Milz=
brand ausgebrochen.
(23857
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 2 Pinſcher, 1 Dobermann. Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt:
(23860
Verhutung von Feuersgefahr.
Nach § 368 des Reichsſtrafgeſetzes wird derjenige mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft, der es
unterläßt dafür zu ſorgen, daß die Feuerſtätten in ſeinem Hauſe in
baulichem und brandſicherem Zuſtande unterhalten, oder daß die
Schornſteine zur rechten Zeit gereinigt werden. Im Falle der
Ent=
ſtehung eines Brandes kann auf Gefängnisſtrafe erkaunt werden.
Ich ſehe mich veranlaßt, die Hausbeſitzer auf dieſe Beſtimmungen
um deswillen beſonders hinzuweiſen, weil wiederholt Brände dadurch
entſtanden ſind, daß bei dem Verſetzeu von Oefen und Herden in
andere Räume die dabei außer Benutzung gekommenen
Rauchrohr=
öfinungen der Schornſteine entweder gar nicht oder nicht mit
ſeuer=
ſicherem Material, ſogar mit leicht entzündlichem Material (Papier,
Lumpen und dergl.), verſchloſſen worden ſind.
Darmſtadt, 7. November 1912.
(23408a
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 20. November 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle” (
Ober=
gaſſe) zwangsweiſe, öſfentlich, meiſtbietend gegen Barzahlung:
1 Fahrrad, 6 Bände Meyer’s Lezikon, 2 Diwans, 1
Sofa=
tiſch, 1 Trumeau mit Spiegel, 1 Vertiko, 25 Stück
Kanarien=
vögel, 1 Vertiko mit Spiegelſcheibe, 1 Spiegelſchrank, 2
zwei=
tür. Kleiderſchränke, 2 Kommoden, 1 pol. Vertiko, 1
Waſch=
kommode, 1 Herrenſchreibtiſch 1 Kredenztiſch. 1 Salonſchrank,
1 Vertiko mit Aufſatz, 1 dunkler Anzug, 1 Diwan, 1 Mille
Zigarren, 1 Bükett;
ferner hieran anſchließend auf freiwilligen Antrag:
1. Schrank, 1 Kommode. 1 runder Tiſch, 1 Spiegel,
1 Kaſſenſchrank.
Darmſtadt, den 18. November 1912.
(23876
Kapp, Gerichtsvollzieher
in Darmſtadt, Friedrichſtraße 24, I.
Bekanntmachung.
Der von dem Gemeinderat beratene und feſtgeſetzte Gemeinde=
Voranſchlag für das Jahr 1913 iſt vom 20. November d. J. an
acht Tage lang während der Geſchäftsſtunden auf dem Gemeindehaus
offengelegt. Es wird dies mit dem Bemerken bekannt gemacht, daß
die Beteiligten innerhalb der Offenlegungsfriſt den Voranſchlag
ein=
ſehen und bei dem Bürgermeiſter ſchriftlich oder zu Protokoll
Ein=
wendungen gegen ſeinen Inhalt vorbringen können. In dem
Vor=
anſchlag iſt die Erhebung einer Umlage beſchloſſen, zu der die
Aus=
märker herangezogen werden.
(23838
Arheilgen den 16. November 1912.
Großh. Bürgermeiſterei daſelbſt.
Benz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, 20. November 1912, vormittags 11Uhr
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration „Zur
Roſenhöhe verſchiedene Möbel, als=
Kleiderſchränke, Kommoden, Vertikos, 1 Ruhebett, Diwans,
Sofas, Trumeauſpiegel, Tiſche, Nachtſchränkchen
Blumen=
tiſche, Uhren, Schreibtiſche, ferner Jalouſieſchränke,
1 Formularſchrank Bücherſchrank, 1 Durchnähmaſchine,
1 Sohlenſtanzmaſchine, Pianinos, Tafelklavier, 1
Stutz=
flügel, 1 Oelgemälde, Ladenregale, Ladentheken, eiſ.
Be=
hälter, 1 Grammophon, Eigarren, 1 Halbverdeck und
(23869
1 Pferd
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Georgenſtraße 11, I.
Die Unterſertigte in Erſahrung gebracht hat, herſcht in unſeret
Stadt das falſche Gerücht, die Burſchenſchaft Markomannia
habe ſich an den traurigen Vorfällen, die ſich zwiſchen
deut=
ſchen und ruſſiſchen Studenten abſpielten, beteiligt. Die Veranlaſſung
hierzu gibt vor allem der hieſige Korreſpondent der „Frankfurter
Zeitung”, der den Namen unſerer Korporation irrtümlicher Weiſe
in der „Frankfurter Zeitung” erwähnt und ſomit weiteſten Kreiſen
bekannt gegeben hat. Die hieſigen Blätter, die doch gewiß beſſer
über den Sachverhalt unterrichtet waren, haben unſeren Namen, den
Tatſachen entſprechend, mit dem Vorfall überhaupt nicht in
Ver=
bindung gebracht. Wir ſehen uns nun genötigt, an dieſer Stelle
ſämtlichen unwahren Meldungen und Gerüchten ganz entſchieden
entgegenzutreten. Außer unſerem früheren Mitglied, Herrn Altſtädt,
iſt überhaupt niemand von unſerer Burſchenſchaft in die
Angelegen=
heit verwickelt. Dieſer Herr gehörte zur Zeit der Tat unſerer
Kor=
poration nicht an. Herr Bahr und ſämtliche anderen beteiligten
Studenten ſtanden niemals in irgend welcher Beziehung zu unſerer
Burſchenſchaft. Wir werden jedermann, der uns in Zukunft in
Zu=
ſammenhang mit dieſer Angelegenheit bringt, mit allen uns zu Ge=
(23830
bote ſtehenden Mitteln gerichtlich belangen.
Die Darmſtädter Burſchenſchaft
Markomannia.
ſſodernes graugeſtreiftes Jacken=
M kleid für 8 Mk. zu verk.
Aliceſtraße 1, 1. St.
*12064)
Srack, Smpking, Gehrock (faſt
neu) zu verkaufen (*12068
Hügelſtraße 69, 3. Stock.
Dossen, Kafer. Heu u. Roggenstroh
R (Flegel=, Maſchinenglatt= und
Preßlangſtroh) kauft (323862
Proviantamt Darmſtadt.
Schilderſchriften werd. gemalt.
I. Beuder, Sandbergſtr. 54. (B23846
HERMANNWERTHEIM, Bankgeschäft
Telefon Nr. 1820.
Rheinstrasse 33.
An- und Verkauf von Wertpapieren zur Anlage sowie
zur Spekulation an allen in- und ausländischen Börsen.
Ständiger Vorrat solider Anlagewerte.
Einlösung von Coupons und Dividenden-Scheinen.
(feuer- und diebessicher) unter eigenem
Vermietung von Safes
Verschluss der Mieter. —
Unentgeltliche Kontrolle der Verlosung.
Seriöse Raterteilung in allen die Belegung von Kapitalien betreffenden Fragen.
Darmtädter Gonſame, Spar= und Prodaſtonsgeroſeuſchaft.
Aktiva.
Bilanz per 30. Jnni 1912.
Paſſiva.
2
An Kaſſa=Konto, Barbeſtand
12723d2
Per Lieferanten=Konto,
„ Bank=Konto, G. E. G.=Bank I1130785
Warenſchulden
(22160/17
Vereinsbank . . 2028/40 13336/25
„ noch zu zahlende Un=
„ Poſtſcheck=Konto.
11407
koſten
1000-
„ Wechſelgeld=Konto
165— 26338174ll „ überzahlte Kohlen=
„ Anteil=Konto, G. E. G.
Ham=
beträge
37/45 2319762
burg
2910
„ Spareinlagen= Konto ſot5217
„ Pferde=Verſich.=Gilde=Konto
3110-
*200
„ Darlehns=Konto.
„ Sparmarken=Konto . 1104160
516247
„ Debitoren=Konto
„ Kautions=Konto . . 5845187
5851it
354 15 9212/14i „ Barrabatt=Konto. . 25226/54) 92629/78
(Kohlen)
„ Invent.=Kont., Geſtehungsw. 31296/75
„ Mitgl.=Anteil=Konto 52118185l
Bisherige Abſchreibung.
7660102
„ Notfonds=Konto . . 11066625
2o3e73
„ Hypotheken=Konto . 62000—124785/18
10% diesjähr. Abſchreibung 2386173) 21250)—
„ Wag.=u. Geſchirr=Konto neu 11107
„ Reſervefonds=Konto 127689/66
Immobilienfonds=
15½ Abſchreibung in 4 Mon. 60170 1050-
4000l-
Konto
„ Pferde=Konto, neu
1550
„ Sterbeunterſtützung=
20% Abſchreibung in 4 Mon. I 100l- 1450-
186
fonds=Konto
„ Maſchinen=Konto, neu
24745a
„ Dispoſitionsfonds=
20% Abſchreibung in 4 Mon. I 164154l 2310=
Konto:
32662107
„ Flaſchen=Konto, neu
105890
. Erſparnis
9268101
25% Abſchreibung in 4 Mon.. 88/90. 1000— 27060—
„ Liegenſch.=Konto, Geſtehungsw. 178680/15
Bisherige Abſchreibung
*14212 72538io
2½ diesjähr. Abſchreibung
1178107 71360-
„ Verſicher.=Konto, vorbezahlt
300—
„ Barrabatt=Konto, vorbezahlt
9114e 391/48
„ Material=Konto
500—
„ Waren=Konto, Kolonialwar. (*31303s
9502/8.
Wäſche.
Schuhwaren. 14993114zl14256464
„ Mehllager in Pfungſtadt.
1299150
„ Reſtbeſtand d. Limonadefabr.
357185
245831147680/30
. Düten und Beutel.
(2254266
(2320426e
Darmſtadt, den 1. Auguſt 1912.
Der Vorstand.
J. Kaindl, B. Karcher, R. Aßmuth.
Geprüft und mit den Büchern in Ordnung gehend befunden.
Der Aufsichtsrat.
J. Jung, C. Voigtländer, P. Hillinger, A. Schulte, A. Klar, V. Krämer,
Mitgliederbewegung und Haftſumme.
. . 3223
Stand der Mitglieder am 30. Sept. 1911 . .
760
2
Neu eingetreten bis 30. Juni 1912
zuſammen 3993
Ausgeſchieden durch Tod
25
freiwillig
30
durch Abreiſe
3837
Vorhandene Mitglieder am 30. Juni 1912.
Die Haftſumme
96 690 Mark
betrug am 30. September 1911
Sie vermehrte ſich um 614 Mitgl. à 30 Mark 18 420
Die Haftſumme beträgt am 30. Juni 1912 . 112110 Mark
(23868
Die halbe Zeit
ersparende
lſt, 5
Nikolaus Bauer
Geschäftsbücher-Verlag
Arheilgen (*12113
Darmstädterstrasse 50.
Prospekt kostenlos.
Haus Unt
100—120 Jahre alt, ſeltener, ſolid
Konſtruktion. Gang 8 Tage.
Ziffer=
blattrahmen getriebenes Bildwerk.
Verkauf durch F. Hühnergarth,
Schreiner, Luiſenſtr. 6. (*12109
Zu verk.: 1 elektr. Kronleuchter
(3 Lampen), 1 elektr. Zuglampe,
1 Gashängelampe, ganz neu
*12090) Saalbauſtraße 60, II.
Rettungshaus zu Hähnlein.
Der unterzeichnete Vorſtand erlaubt ſich, dieſe Anſtalt bei
Herannahen des Chriſtfeſtes ihren Freunden in Erinnerung zu bringen,
und ſind alle Mitglieder bereit, Gaben in Empfang zu nehmen.
Major Baur=Bétaz, Lindenfels. Pfarrer Bolitſch, Hähnlein.
Landgerichtsdirektor Dornſeiff, Darmſtadt. Pfarrer Vink,
Zwingenberg. Oberamtsrichter Dr. Fiſcher, Lorſch. Pfarrer
Göhrs, Bickenbach. Bürgermeiſter Rechel, Hähnlein.
Stadt=
verordneter Sames, Darmſtadt. Frau Profeſſor Beck. Frl.
J. Bauer. Frl. L. Davidſon. Frau Apotheker Horre,
Zwingenberg. Frau Korwan Exz. Frl. Leydhecker. Freifrau
(*12106
L. von Stein.
eige mit Kaſten billg abzug.
Neckarſtraße 13. (*12122
Achtung:
Erſtklaſſiges Herrenmaßgeſchäft
liefert Herrenanzüge, Ueberzieher
nach Maß, garantiert für guten!
Sitz, gegen ſehr günſtige
Zah=
lungsbedingungen. Diskretion
zu=
geſichert. Angeſtellter mit Muſter
beſucht Sie, bitte anzugeben, wann
zu treffen. Offert. unter 3 16 an
(*1213a
die Expedition.
Keut erh. Singer=Nähmaſchine
mit Hand= und Fußbetrieb,
1 Staffelei zu verk. (*12070
Heinrichſtraße 125, 1. St.
e
aute um
10 oder 20 Pfg. ächte
Cbonbons
A. Reichard
Ecke Bleich- u. Casinostrasse.
Nummer 273.
wember 1912.
Unparteiischer Arbeitsnachweis Darmstadt.
Grafenſtraße 30 part. (Tele=
1. Gewerbliche Abteilung, phon Nr. 371). —
Geſchäfts=
ſtunden von 8—12½ Uhr und von 2½—6 Uhr.
Allgemeiner unentgeltlicher Nachweis für Arbeitgeber
und Arbeitnehmer.
Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 6
2. Dienſtboten=Abteilung, (Telephon Nr. 371). —
Geſchäfts=
ſtunden von 9—12 Uhr und von 3—6 Uhr.
(12980a
Von den Herrſchaften wird eine Einſchreibgebühr von
20 Pfg. und eine Vermittlungsgebühr von 1 Mk. erhoben.
Für Dienſtboten iſt die Benutzung der Abteilung koſtenlos.
Zentralanſtalt für Arbeits= und Wohnungsnachweis.
Schriftſehzerlehrlinge
mit guter Schulbildung können zu Oſtern angenommen
werden
(*12115
L. C. Wittich’sche Hofbuchdruckerei.
eiblich
Junges Mädchen
aus beſſerer Familie, perfekt in
Stenographie u. Maſchinenſchreib.,
ſucht paſſende Stellung.
Gefl. Offerten erbeten unt. J 5
an die Exp. ds. Bl. (*12069ids
Schneiderin nimmt n. Kunder
an in u. außer dem Hauſe
*12138)
Kaupſtraße 10.
Tüchtige Schneiderin empfiehlt
ſich für in und außer dem Hauſe
*12144id) Kiesſtraße 30, part.
ſucht Aushilfe ſof., ev.
Fraulein Geſchäft. Zu erfragen
Neue Ireneſtr. 8, III. rechts. (*12081
Habe noch T. frei im Waſchen u.
Putzen Schloßgaſſe 23. (*12102
Perf. Köchin mit beſten
Reſe=
renzen empf. ſich für Geſellſchaft.,
Feſtlichkeit. od. Aushilfe uſw. Neue
Ireneſtr. 15, 1. St. r. (*12131
Junge Frau ſucht Laurd.
Laute=
ſchlagerſtraße 22, Stb., 1. St. (*12123
übernimmt
Fräulein
Nebenbeſchäf=
tigung in ſchriftl. Arbeiten. Angeb.
unter I 1 an die Exp. (*12065
Wäſche zum Sticken wird
an=
genommen, auch ganze
Ausſtattun=
gen, ſowie alle ſonſtigen Weiß= u.
Buntſtickereien
(*12111
Nieder=Ramſtädterſtr. 57a.
Männtich
Schriftl. Nebenarbeit ſucht
angehender Beamter (gelernter
(*12112imd
Kaufmann).
Offerten unter I 13 an die
Expedition d. Bl. erbeten.
geſetzten Alters, ledig,
beſt=
empfohlen, ſucht Stellung
für gleich oder ſpäter. Off.
unter M. H. 3511 an
Rudolf Mosse, Stuttgart. (238449f
Ein 17jähriger Junge, welcher
mit Pferden umgehen kann, ſucht
Stellung als Knecht. Wilhelm
Reh, Weinbergſtr. 26. (*12107
Ofene Stellen
Weiblich
Verkäuferinnen
für Manufaktur- u.
Kurz-
waren zur Aushilfe für den
Monat Dezember bis
Weih=
nachten geſucht. (22446a
Gebr. Rothschild, Markt 2.
Eine ſuchtige=
Stenotypiſtin
wird auf das Bureau einer hieſig.
Fabrik per 1. Januar nächſten Js.
geſucht. Gefl. Offerten über
ſeit=
herige Tätigkeit mit Angabe der
Gehaltsanſprüche nebſt
Zeugnis=
abſchriften unter I 11 an die
Ex=
pedition ds. Bl. erbeten. (*12096
Tüchtige
Verkauferm
Oder Verkaufer
zur Leitung einer
Fhllaie
eines Spezialgeſchäftes der
Lebens=
mittelbranche per ſofort oder ſpäter
geſucht. Offerten mit Angabe der
Gehaltsanſprüche unter J 21
(23885
in die Exped. ds. Bl.
Kochinnen, Haus= und
Allein=
mädchen geſucht. Minna Dingeldein,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Eliſabethenſtr. 5, Tel. 531. (*12117
Suche
williges, ſauberes, jüngeres Mäd
chen bei hoh. Lohn Frau Kaiſer,
Martinſtr. 62, 2. St. (*12136
Servierfraulein geſucht Große
Kaplaneigaſſe 16.
(*12129im
zum ſofort. Eintritt
Gesucht ein beſſeres, nur gut
empfohl., nicht zu jung. Mädchen,
in Küche u. Haus nicht unerfahr.
Zu ſpr. bis ½12 u. von 5—7 Uhr
23873imd) Soderſtr. 44, 2 Tr.
Eine tücht. Lauffrau od. Mädch.
geſ. Wienersſtr. 51, II. St. (*12120
od. Frau z. Aushilfe
Müdchen für ſofort geſucht
Karlſtraße 53½, II.
(*12080
Reinliches Mädchen für einige
Stunden des Tages geſucht.
Mathildenſtr. 10. part. (B23848
Junges braves Mädchen
mit nur guten Zeugn., welch. koch.
u. bügeln kann, in kl. Haush. ſof.
geſucht Mühlſtr. 26, III. (*12088im
Männiien
Junger Mann
mit hübſcher Handſchrift für diverſe
Expeditionsarbeiten ſof. geſucht.
Selbſtgeſchriebene Offert. mit
Ge=
haltsanſprüchen unter 8 an die
Expedition ds. Blattes. (23856
aller Berufe
Offene Stellen enthält ſtets die
Zeitung: Deutſche Vakanzen=Poſt
Eßlingen 143. (2533M
Junge Mädchen ſinden dauernde
gutlohnende Beſchäftigung
*12141)
Wienersſtraße 61.
Kräftiger Mann fahren ein.
zum Aus=
Krankenwagens geſucht (*12119
Landaraf Georgſtr. 62, part.
Suche für einen Jungen
kaufm. Lehrſtelle in ein.
Drogen=
od. Kolonialwarengeſchäft. Offert
unter J 3 an die Exp. (*12062ids
dchtige
Verkädfermnen
aus der Manufakturwarenbranche zur Aushilf
für das Weihnachtsgeſchäft geſucht. (23841
Mainzer Warenhaus
Markt 7. Guggenheim & Marx.
Sofortige Anſtellung.
150 Mark
monatlich Gehalt
erhält ein Herr, welcher für erſte
Verſicherungsgeſellſchaft (alle
mo=
dernen Branchen) als
Beamter
tätig ſein will.
(23845Ml
Richtfachmann
(Herren aller Berufe, welche ſich
der Branche widmen wollen) wird
durch Geſellſchaftsbeamten
prak=
tiſch eingearbeitet und wird auch
bereits während der
Einarbeitungs=
zeit bezahlt.
Gefl. Offerten an L. Hühn,
Mannheim B 6. 29.
Gegen Fixum
und Proviſion wird für den
Ver=
kauf und das Inkaſſo für hieſigen
Platz ein zuverläſſiger, an rege
Tätigkeit gewöhnter Mann,
wel=
cher kleine Kaution hinterleg. kann,
baldigſt zu engagieren geſucht.
Off. mit näheren Angaben unt.
H 97 an die Exp. erb. (23816oim
ſtadtklundig, ſofort
Kutscher, geſucht (*12015oi
Heidelbergerſtraße 25.
Perfekte Kammacher,
Doublierer
und Schleifer
per ſofort geſucht.
Beſt, Griesheim.
Kammfabrik
(23840a
Wir ſuchen
zum ſofortigen Eintritt bei hohen
Akkordlöhnen tüchtige, ſelbſtändig
arbeitende, ältere
Horizontalbohrer,
Univerſalfräſer,
Stoßer auf Präziſionsarbeit,
Revolverdreher,
Automaten=Einrichter
und Automatendreher.
lIgem. Elektrieitäts-Gesellschaft.
Fabrik: Frankfurt am Main,
Höchſterſtraße 45/61. (23842H
Baubeſchläge.
Jung. Mann, branchek., m.
Buch=
haltung u. Stenographie vertraut,
nach Frankfurt a. M. geſ. Off. mit
Gehaltsanſpr. u. J 4 Exp. (*12056im
Jüng.,
(ſtadtkund.
ſauberer Auslaufer Radfahrer)
zum ſof. Eintritt geſucht. (*12074im
J. C. Herbert’sche
Hofbuchdruckerei Nachf. Dr. Adolf Koch
Wendelſtadtſtraße 6.
Jung. Laufburſche
zur Aushilfe bis Weihnachten
ge=
ſucht E. Eckerts Nachflg., Ernſt=
Ludwigsſtr. 12.
(*12145
Billige, gute, neue
kaufen Sie ſtets Mathildenpl. 8.
Hochfeines Speiſezimmer
in Eichen, ſtatt 750 M. nur 580 M.
Hochfeines Schlafzimmer
hell nußb. pol., ſtatt 500 Mk. nur
410 Mark. (*12130
Ferner: Komplette Küchen
Diwans, Chaiſelongue,
Blumen=
rippen, Flurſtänder, Trumeau=
und Sofaſpiegel, Auszieh= und
verſchiedene Tiſche, Bilder und
Kleinmöbel konkurrenzlos billig
Möbel- u. Polsterwerkstatt
8 Mathildenplatz 8.
Wünſchen Sie ein
gutes Glas
Wein=
ſo kommen Sie nach (B23847
Martinſtraße 101.
huffe u Toques v. Pelz u. Samt,
ost
A ſow. Hüte w. hübſch gearb. (*
Dory Leibler, Große Ochſengaſſe 18.
Zu verkaufeu: (*12101
braun. Winierüberz. für ſchl. Fig.
paſſ. 8 Mk., ein Matroſenjäckchen
dunkelbl. Tuch m. Faltenr. f. 5jähr.
Kind paſſ. 3 Mk., desgl. eine Jacke
2 Mk., ein weiß. Cheviot jackenkl.
. 10jähr. Mädch., faſt neu 5 Mk.,
ein grün. Tuchjäckch. 3 Mk., 2 weiß.
Filzhüt. m. Seid. garn. à 2 Mk.,
verſch. Kinterwäſch. Karlſtr. 11, 2
Kebrauchte Teppiche, darunt. e. im.
Perſer, 3½ auf 4½ m, fern. e. kl.
Tapeſtry ohne Borte u. verſch. Reſte,
(alles mottenfrei), weg. Raummang.
ſehr billig abzugeben Grünerwex 17,
Anzuſ. 10 b. 3 Uhr.
(*1*128ic
Gunger fingerzahmer Papagei
mit Käfig billig abzug. oder zu
vert. gegen Grammophon (*12125
Liebfrauenſtr. 78, Vdhs. I. St. I.
ſuch. gut bürger=
3—4
Herre=
lichen
Mittags=
tiſch. Offerten mit Preis unter
J 12 an die Exp. ds. Bl. (*12083
Beſſere Frau wünſcht Kind
dis=
kreter Geburt in Pflege zu nehmen,
evtl. bei einmaligem
Erziehungs=
beitrag. Off. u. J 18 a. Exp. (*12143
Sprach-Lehr-Institut
für moderne Sprachen
Herderstrasse 3.
Französisch
Aussprache, Konversation u. Grammatik,
Vortragskunst, Handels- u. techn.
Korre-
spondenz. Vorbereitung für alle
Fachprü-
fungen. Nachweisliche Erfolge.
Italienisch u. Englisch (für Anfänger).
B22864) J. Berryer, ak. geb.
wünſcht engliſh
Engländerin Unterricht zu
er=
teilen Wilhelminenplatz 10, I. (20360a
Engiish Clas
will meet to-night at8½ o’elock
at the Darmstaedter Hof, Grafenstr.
uests admitted free. (23419a
Z ur Beaufichtig. u. Nachhilfe bei
O Schularb. zu 2 Mädch. (7 u. 9 J.)
eine energiſche ält. Schülerin od. Frl.
geſucht für nachm. 2—4 Uhr
*12086) Bismarckſtraße 66, part.
lernt Fräulein Schreib=
Welmaſchin u. Stenographie.
Offerten mit Preisangabe unter
J 17 an die Exped. (*12126id
Ddrer
18318a)
Braderer Flaschen Falung
in Wirtſchaften und Niederlagen.
Direkt von der Braderer!
Telephon 393.
Telephon 393₰
Hch. Haeberleins ächte
Nürnberger Lebkuchen
in grosser Auswahl, Paket mit 6 Stück Inhalt
von 10 Pfg. an, erste Sendung eingetroffen.
ialwaren-
Ecke Bleich
A. Reichard Gaslnestras
haus —
Nummer 273.
Darmſtädter Tagblatt. Dienstag, den 19. November 1912.
Seite 13.
Beachten Sie
unsere ständig
wechselnde Ausstellung
in dem Schaufenster unserer Filiale Rheinstr. 28
(vis-a-vis dem Britannia-Hotel).
Augenblicklich ausgestellt:
Ein eichenes Herrenzimmer
bestehend aus:
1 Bücherschrank
1 Diplomatentisch
1 Sophatisch
1 Schreibsessel
2. Stühlen
Gesamt-
preis ℳ
790
Die Ausstellung weiterer, äusserst gediegener u. preiswerter Zimmer folgt.
Unbeschränkte Garantie; franko Lieferung nach allen Plätzen Deutschlands.
Sammietauter-MlosenabliK u. MB.N. Sahhistaut
Fabrik u. Hauptausstellungshaus Heidelbergerstrasse 120.
Zwanglose Besichtigung unserer Ausstellungsräume erbeten.
Um Verwechslungen vorzubeugen, insbesondere mit der Möbelhandlung
Aug. Schwab jr., mit welcher wir in keinerlei Beziehungen stehen,
bitten wir, genau auf unsere obigen Adressen zu achten.
Fennaren-Vertädchssdche!
Es ist eine unabweisbare Tatsache, dass man in einem
Spezialgeschäft
eine durchaus fachmännische Bedienung erfährt.
oss Pelzhaus Carl Hau
nur Wilhelminenstrasse 7, Telephon 1533
empflehlt daher zur Saison sein reichhaltig assortiertes Lager
in Muffen, Echarpen, Mänteln stc.
Neuanfertigungen, Umarbeiten, Reparaturen.
On parle frangals.
(23244a
Kalok!
Das ist das Brennmaterial, welches
billiger und besser ist als Steinkohle.
Union-Briketsl.
Erhältlich in den Kohlenhandlungen!
Photo-Bijouterien
Emaillebilde
in prima
Ausführung
Fassungen
und allen
Preislagen
beziehen Sie vorteilhaft von
(23402a
Schwaighofer & Kelsch
Bleichstr. 19 DARMSTADT Bleichstr. 19.
Spezialität: Echt eingebrannte Emaillebilder, Grabplatten und Vergrösserungen.
Schruſahrit Schiler,
Kirchſtraße 27
Reparaturen u. Ueberziehen ver
ſofort, billig und gut. (20362a
Pferde=Rüben
empfiehlt billigſt (23556ds1
Gg. Vögler I.
Telephon 47.
Pfungſtadt.
Mannchen.
Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
16)
Du — wir haben doch geſtern über meinen
unglück=
lichen Rivalen Plattangen geſprochen.
Er ſagte es in leichtem, ſarkaſtiſchem Tone.
Er tut mir leid, Friedrich Karl.
Natürlich, Weltſchmerz ſimulieren macht Eindruck auf
ein Mädchenherz!
Da wirft Gunild Dittmark den ſchönen Kopf in den
Nacken. Ich weiß, daß mich Plattangen ehrlich
ge=
liebt hat!
Hat? — Vielleicht tut er’s noch heute —
höchſtwahr=
ſcheinlich ſogar!
Und deshalb ſollteſt Du mit Achtung und nicht in
ſpöttiſchem Tone von ihm reden!
Nimm mir’s nicht übel, aber es liegt in meinem
eige=
nen Intereſſe, dieſe Schwärmerei zu zerſtören!
Plattangen war fertig! Er ging freiwillig — gewiß,
aber lange hätte er ſich wohl nicht mehr halten können!
Fertig?
Ganz bleich iſt Gunild geworden.
Ja, er hat Schulden und trägt ſie nach und nach ab,
ich weiß es aus ganz ſicherer Quelle.
Sie wird gefabelt haben, Friedrich Karl.
O nein, ich könnte Dir ſogar Namen nennen.
Und wenn’s ſo wäre, trotzdem hat er mich aufrichtig
geliebt.
Frlich e men Zu meint
Da gingen der Braut die Nerven durch. Ein für
alle=
mal bitte ich Dich, rede von Deinen Mitmenſchen nicht
in dieſem Tone zu mir, es verletzt mich!
Du meinſt — über Plattangen?
Ueberhaupt. Ich finde nicht die richtigen Worte, um
Dir das auseinanderſetzen zu können, ich denke, Du
müß=
teſt mein Gefühl verſtehen können.
Aber, herzige Gunild, warum ſo ſenſibel? Man macht
die Augen auf, ſieht ſich die Welt an und paßt auf, daß
man nicht den Kelch bekommt, wenn nur noch eine Neige
drin iſt.
Deshalb braucht man noch lange nicht zu — ſpotten!
Tu’ ich auch nicht. Aber als Dein Verlobter hab’ ich
wohl das gute Recht, Dir Bedenken, die Dein Herz ſchwer
zu machen ſcheinen, zu nehmen. — Bitte, denke ja nicht,
ich hätte jemals Furcht vor Plattangen als Rivale
ge=
habt! Gott bewahre! Es liegt nur in meinem Wunſche,
Dir nicht unnötig das Herz ſchwer machen zu laſſen durch
törichte Redereien. Der gute Junge war eben fertig, und
da hat er ſich ein Mäntelchen zum Abſchiede umgehangen,
das ich ihm wenigſtens vor Deinen Augen herunterreißen
muß. Was die übrige Welt denkt und ſagt, iſt mir
herz=
lich einerlei, denn in vier Wochen ſpricht hier kein Menſch
mehr vom Freiherrn Donatus von Plattangen.
Sie biß die Zähn= zuſammen und ſchwieg. Gewonnen
hatte mit dieſer Auseinanderſetzung Friedrich Karl bei
ihr ſicher nicht. —
Dem Vater fiel es auf, wie ſtill Gunild bei Tiſch war.
Dann gingen die Damen, um mit dem Verlobten
Einkäufe für die Ausſtattung zu machen.
Dittmark lief eine gute Stunde mit finſterem Geſicht
in ſeinem Zimmer umher.
Nein, noch iſt es nicht Zeit, ſagte er leiſe vor ſich hin.
Aber freundlicher wurde er in den nächſten Tagen zu
ſeinem zukünftigen Schwiegerſohne keineswegs, und
Gu=
nild gewann ihre ſorgloſe Fröhlichkeit auch nicht wieder.
Aber Frau von Dittmark ſtrahlte über das ganze
Geſicht.
Es war ſeit vielen Jahren das erſtemal wieder, daß
Plattangen den Weihnachtsabend, in der Heimat
ver=
brachte. Seinen Urlaub hatte er ſich immer nach den
Manövern erbeten, wenn in Maſuren der Hirſch ſchrie.
Die Leute bekamen unter ſtrahlenden Tannen im Saale
die Gaben, praktiſche Sachen, Tücher, Hemden,
Nahrungs=
mittel. Der Pfarrer hielt nach dem Gottesdienſt in der
kleinen Dorfkirche eine kurze Anſprache und mahnte immer
wieder, dem Teufel Schnaps nicht allzu ſehr zu huldigen.
Geholfen hat’s freilich ſelbſt an dieſem Abend nicht viel,
der Maſure kann bei der Kälte ſein „Fläſchchen” nicht
miſſen.
Plattangen rief Agrameits zu ſich und nahm ſie mit
in ſein Arbeitszimmer. Dort waren für ſie die Geſchenke
aufgebaut, ſie waren ſehr zahlreich ausgefallen. Ein Kleid
für die Frau, eine große Broſche und ein Nähtiſch. Der
Verwalter bekam eine dicke, mit Lammfell gefütterte
Lo=
denjoppe mit vielen Taſchen dein, hundert Zigarren, ein=
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Nummer 273.
Meiſe chlen Paſeretehet dant, eit daer Kohen
Likör — und fünf große glänzende Goldfüchſe.
Das iſt zuviel, Herr Oberleutnant!
Machen Sie keine Geſchichten, Agrameit, und
verder=
ben Sie mir die Weihnachtsfreude nicht!
So glänzend ſtehen wir nicht da!
Sein Herr ſchlug ihn auf die Schulter. Sie meinen
wegen der Abholzerei?! Laſſen Sie’s nur gut ſein, es
kommt nicht wieder vor!
Aber Agrameit wollte das Geld nicht annehmen. Ich
habe mein gutes Auskommen, die ſchöne Wohnung, meine
Kinder verdienen ſich ihr Brot ſelbſt, ich bin ein
zufrie=
dener Mann.
Erſt als ſich der Pfarrer ins Mittel legte, nahm er
kopfſchüttelnd alle Gaben an.
Mit dem Geiſtlichen fuhr Plattangen nach Klotzowen.
Es war das Pfarrdorf, zu dem drei Nachbarorte gehörten,
jeder hatte ſein beſcheidenes Kirchlein.
Sollenſtern empfing ſeinen Neffen mit einem
Schmun=
zeln. —
Mannchen, das wird mal für mich alten Kerl ein
lieber Weihnachtsabend! Der polniſche Karpfen und eine
gut gebratene Gans warten.
Und als ſie behaglich nach dem Eſſen mit einer guten
Zigarre beim kniſternden Feuer ſaßen, fing Onkelchen zum
erſten Male wieder an, von Gunild Dittmark zu ſprechen.
Du ſiehſt ſchon viel munterer aus, Mannchen. Ja,
die Arbeit, die rüttelt die Gedanken durcheinander und
verſchafft dem Menſchen das Gleichgewicht wieder!
Und trotzdem trage ich ſchwer an meinem Schickſal,
wenn ich’s auch nach außen hin mir nicht merken laſſe.
Na ja dochchen, man muß oft im Leben eine Grimaſſe
ſchneiden, wenn’s einem auch ganz anders ums Herz iſt!
Mielangen ſierie mnit ſiſten Geſcht n die Ein.=
Dieſer Wullnow iſt nicht der Mann, der Gunild
Ditt=
mark glücklich machen wird!
Ganz meine Anſicht — mir direkt widerlich, der Kerl!
Damit wirſt Du begreifen, wie ich darunter leide, daß
ſie den aalglatten Diplomaten mir vorgezogen hat!
Sollenſtern ſog bedächtig an ſeiner großen Bock und
ſtieß dann haſtig den Rauch aus. Teufel auch, wir
wer=
den uns doch den Abend nicht mit albernen Gedanken
verderben! Am dritten Feiertag kommt Roßdorff. Er
wohnt natürlich bei Dir, aber die drei, vier Tage, die er
hier bleibt, wollen wir uns mal ordentlich amüſieren,
ihm zeigen, wie fein ſich’s in Maſuren leben läßt! — Einen
Tag ſagen wir uns bei Dittmarks an, die Jungen ſind auf
Urlaub da.
Ich habe in Tampiſchkehmen noch gar keinen Beſuch
gemacht.
Hab‟ Dich ſchon entſchuldigt, Mannchen.
Und den Grund angegeben?
Allerdings. Sie ſind ihrer Schwägerin ſchon lange
nicht grün, Du wirſt auf mitfühlende Herzen ſtoßen.
Dafür bedanke ich mich allerſchönſtens.
Nur ſachte, Mannchen, die Tampiſchkehmer ſind
takt=
volle Leutchen! — Wie wär’s, wir ſetzten für den
Neun=
undzwanzigſten eine kleine Jagd an?
Meinetwegen — Es wird ja doch nur eine Knallerei
an den Futterſtellen.
Die Wildſchweine haben toll zugenommen, und ’s
wird gut ſein, wir legen ein paar ſchwache Hirſche auf die
Decke. Holen wir ſie uns nicht, beſorgen’s die lieben
Nachbarn und die Wilddiebe, und warum wir denen die
Freude laſſen ſollen, ſeh’ ich nicht ein.
Ganz wie Du denkſt, Onkelchen.
dn uſt ie, als hüluſt dit m dner firhſichen Zad
gar keine Freude mehr?
Da ſtand Plattangen auf. Tu mir bloß den einzigen
Gefallen und lieg mir nicht mehr mit Gunild Dittmark
in den Ohren!
Sollenſtern nickte und ſchwieg. Denſelben Schmerz
hatte er ja am eigenen Leibe verſpüren müſſen.
Der Neffe fuhr zeitiger nach Plattangen zurück, als
er urſprünglich gewollt.
Onkelchen aber ging, das Taſchentuch in der Hand,
mit dem er ſich alle Augenblicke über die heiße Stirn fuhr,
aufgeregt im Zimmer auf und ab und ſchimpfte Mord
und Brand über die verdrehte Welt.
Onkel und Neffe erwarteten Roßdorff auf dem
Bahn=
hofe.
Das nenne ich mal einen feierlichen Empfang!—
Aber ne Hundekälte iſt hier in Maſuren!
Sollenſtern lachte und betrachtete ſich den jungen
Offi=
zier vom Kopf bis zu den Füßen.
Mein Verehrteſter, hier läuft man nicht rum wie in
Berlin Unter den Linden, wo überall der Herrgott den
Arm zu nem ordentlichen Trunke und ner warmen Bude
rausſteckt! Wenn Sie erſt noch n Stückchen weiter nach
Nordoſten fahren, können Sie an guten Apriltagen Ihr
Mäntelchen ſpazieren tragen!
Er wurde in einen weiten Lammfellpelz geſteckt, und
dann ging’s mit den kleinen ſchnellen Maſurenpferdchen
nach Plattangen.
Sollenſtern blieb bis zum Abend mit den Herren zue
ſammen.
Alſo morgen bei mir auf Wiederſehen!
(Fortſetzung folgt.)
Vveiſene Kleiderstor-wvoele
vom 18. bis 23. November bei.
Telephon 730 Gebr Hosien Ludwigsplatz
10z und 158 Skonto bei Bareinkauf auch auf die neuesten Kleiderstoffe,
(23865id
Gelegenheitsposten für den Weihnachtsbedarf.
Karieſeint
Für den Winterbedarf empfehle
handverleſen, frei Keller, u. zwar:
Induſtrie, gelbfleiſch., p. Zentner
Uptodate, weißfleiſch.,( 2.50 Mk.
. 2,00
Sileſia
W. Schwarz,
Großherzogl. Hofmeierei,
Telephon 184. (23531a
Kof ling
Installations-Geschäft
vis-ä-vls dem Hotel
„Darmstädter Hof‟.
Tel. 303. Grafenstr. 35.
Ausführung von Elektr.-,
Gas-, Wasser- und Kanal-
Anlagen. (22423a
Lager, aller ins Fach
ein-
schlagenden Artikel.
Behrock, Frack=, Smoking=
An=
zuge, Zhlinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5. 2. Stock. (133202
p. II 65 Pfg.,
Brenntavnäpfel b. 10h16o Pfg.
per hI 45 Pfg.
Fichtenzapfen b. 10hI 40 Pfg.
(51a
frei ins Haus geliefert.
Conrad
Appel,
Bismarckſtr. 61. Telephon 91.
Hädringe
Ohne Lötfuge,
Flach-
u. Kugelform in 8, 10,
14 u. 8kar. Gold d.
Paar v. 10 bis 80 Mk.
Gravierung gratis.
Alle Grössen stets vorrätig. (14899a
L. Borné, Hoflieferant,
Uhren, Gold- u. Silberwaren
25 Ernst-Ludwigstrasse 25.
Aus der Serie:
Hygiene im Leben‟.
Im Kranken-Zimmer
ist1 Eau de Cologne unbedigtes Erfordernis; vom hygienischen
Standpunkt direkt unentbehrlich! Den ist das köstlichste Belebungs-
und Erfrischungs-Mittel von hoher hygienischer Wirkung. — Die dumpfe
in-
hzierte Atmosphäre des Krankenzimmers wird erfrischt, gründlich gereinigt
und ausserordentlich geklärt, durchstäubt man sie von Zeit zu Zeit mit 7
Man verwende indes nur die Marke
,nie ein anderes Erzeugnis, nie
andere Eau de Cologne‟-In
ist stets volle Garantie füur eine wrklich
reine Eau de Cologne gegeben, frei
von allen schädlichen, minderwertigen
Bestandteilen, die dem Kranken nie
2s
zuträglich sind.
Ia. Speisekartoffel!
Industrie per Zentner 2.50 Mk,
frei Kelle, größere Poſten billges
Mäuschen (Salatkartoffel)
per Zentner 8.00 M
Ferner ff. Tafelobst als:
Goldparmäne .
10 Pfd. 1.30 Mk.
1.40 „
Borsdorfer . .
Matäpfel (gestreifte) „
1.00 „
Fohläpfel .
1.0)
Stettiner
0.90 „
0.80 „
Schafnase . .
Eirnen, verſchiedene Sorten
Cltronen und Zwiebeln
empfiehlt billgſt (*11970ai
Georg Crössmann, Nachf.
Grafenſtraße 16 Telephon 2154
Speiſekartoffeln
in gut verleſener Ware
Ctr. 2.50 M.
Induſtrie . .
Uieberrheiner . . . 2.75
Magnum bonum . „ 3.00
9. Nieren (Salatart) , 6.00
empfiehlt (23563a
Joh. Walther, Tel. 1598.
Ecke Wieners- u. Rossdörferstrasse
annenholz
zum Anfeuern, ganz trocken, per
Zentner Mk. 1.60 frei Haus
empfiehlt Rud. Schäfer Nachf.,
Martinſtr. 95, Telephon77. (B93394
Elegantes (23416a
Schlafzimmen
eichen gewichſt, mit
Apotheken=
ſchränkchen, komplett mit allem
Zubehör, nebſt zwei la
Patent=
matratz., zweiſchweren
Schon=
decken, zum Ausnahmspreiſe
von 572.− Mk.
In Mahagoni poliert, mit
reicher Schnitzerei
585.− Mk.
Erſtklaſſ. Arb., 10 jähr. Garantie.
Georg Schmitt
Schlossgraben 13a.
Nummer 273.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. Rovember 1912.
Seite 15.
In meinem Ausverkaufe wegen Geschäftsverlegung
Mnlzugstorte, Faletbistete
seit 45 Jahren Spezialität meiner Firma — Nur prima Ware
7.60 2.00
a
0 ger
jetzt 6
0
2
4 Meter
früher 5.00 6.00 7.00 8.00 9.00 10.00 11.00 12.00 14.00
Seltene nie wiederkehrende Kaufgelegenheit.
(23002a
Inhaber
der
Sean Sticher
Firma Franz davasuf
Rheinstraße 4
I. Etage
Telephon 1519.
Schwarz-weiße Räbattmarken.
Feisbaren
Neuanfertigungen. Reparaturen und Umänderungen
Hurch Wegfall hoher Ladenmiete zu hilligsten Preisen.
Hof-
ones Lorz kürschner
Felefon 2147 Eschollbrückerstr. 3 Telefon 2147
Haltestelle der Elektrischen:
Ecke Heinrich- u. Heidelbergerstr. (22994a
Empfehle mein grosses Lager in
Puppen
Puppenköpfen, Gliederpuppen, Stoff- und Lederbälgen.
Perücken
in Mohair und echt Menſchenhaar
Puppenklinik
alle Erſatzteile und Gliedmaßen, ſowie alle
Reparaturen
A. Daniel
Ludwigsplatz 8 (23767a
Reelle Bedienung. Billige Preise.
WErkrAchfeT
Als sinniges und zugleich praktisches Geschenk ist die
Lebensversicherungs-Police zu Gunsten der Familie
be-
sonders zu empfehlen. Günstige Bedingungen bietet die
Leipziger Lebensversicherungs-Gesellschaft auf
Gegenseitigkeit (Alte Leipziger) gegründet 1830
Versicherungsbestand über
EINE MILLIARDE MARK
Vertreter: G. Beyser, Darmstadt, Bruchwiesenstr. 4.
Städt. 21
ſch=Verkau
Neue Markthalle im Schlachthof Sluendenstadtstr. 26
und im Hauſe Kiesſtraße 21 (zwiſchen
Hoch= und Karlſtraße)
alle Wochentage von vormittags 7 Uhr an
Rindfleiſch (alle Stücke p. ) Pfund 82 Pfg.
Schweinefleiſch per Pfund 88 Pfg.
Kotelettſtücke. . per Pfund 90 Pfg.
Zum Abonnement empfohlen:
Das Buch für Aille.
Altbewährte, durchaus gediegene, bereits im
48. Jahrgang erſcheinende
: illuſtrierte Jamilienzeitſchrift:
Große Reichhaltigkeit,
Beſondere Vorzüge:
ſorgfältig gewählter
intereſſanter Inhalt:: : :; viele prachtvolle Illuſtrationen,
außerordentliche Billigkeit.
Jährlich 28 Hefte. Preis für das Heft
nur 30 Pfennig.
Das über die ganze Welt verbreitete „Buch für Alle” iſt, getreu
ſeinem Namen und unterſtützt von den erſten Schriftſtellern und
Künſtlern, jederzeit beſtrebt, ein
echtes deutſches Jamilienbuch
zu ſein. Es iſt jedem zu empfehlen, der ſeine Erholungsſtundenſehr ſchnell, wenn man abends den
gern intereſſanter Lektüre widmet und Freude hat an echt
tünſtleriſchen Illuſtrationen.
Beſtellungen bittet man an die nächſtgelegene Buchhandlung zu I1(15%ig) und 1.50 ℳ (35%ig, ſtärkſte
richten: wo der Bezug auf Hinderniſſe ſtößt, wolle man ſich diret
an unterteichnete Verlagsbuchhandlung in. Stutigart. menden,
Anion Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
IBACH
PIANINO
tadellos erhalten
385 Mk.
Pianofortegrosshandlung
KarlArnold
Magarin nur
(23290a
Icke
Erbacherstr.
nächst dem Schwimmbad.
Wintereier
erzielt man in großer Menge durch
die tägliche Beifütterung pro Huhn
von 15—20 Gramm des ſehr
be=
rühmt. Geflügelfutters „NAGUr.
Zu haben bei
(VI20370
Wilh. Nungesser, Darmſtadt
Dieburgerſtraße.
Wels- und Holgein.
Das Beſte, was zum Preiſe von
80 Pfg. pro Flaſche ohne Glas
gebot. werd. kann, bringe hiermit in
empfehlende Erinnerung. (19328a
Georg Roth, Dieburgerstr. 12.
zu verkaufen
4 Oelgemälde
(*12013oi
Beckerſtraße 26, part. rechts.
HASSTA
Vervielfältigungs.
Büro
Inh. S. Guttmann
Telefon 1679.
(22235a
Schrei bmaschinen-
Arbei ten
Diktate
in separätem Raum
Vervielfältigungen
ohne Fettrand.
Zeugnis-Abschriften
schneII-sauber
diskret-bi11ig.
Haarketten
in beſter Ausführung mit Beſchlag
ſchon von 8 Mark an.
Zöpſe
in großer Auswahl von 1.50,
Natur und grau von 5 Mark an.
Haararbeiten
in bekannt vorzügl. Ausführung
und billigſter Berechnung.
Ausge=
kämmte Haare können zu allem
verwandt werden.
(23766a
A. Daniel, Friseur,
Ludwigsplatz 8.
Unreiner
Teint,
Pickel, Miteſſer, Blüten verſchwind.
Schaum von Zuckers Patent=
(V21678 Medizinal-Seife, à Stück 50 ₰
Formſeintrocknen läßt. Schaumerſt
morgens abwaſchen u. m. Zuckooh-
Creme (à 75₰ u. 2ℳ) nachſtreichen.
Großartige Wirkung, von Tauſenden
beſtätigt. BeiFr. Schaefer, A. Logel
Ch. Schwinn, Drogerien, u. Gg.
Frz. Frank, Parfümerie. (10544E
lasen VRen- d. Hirschtene
kauft zu den höchſten Preiſen (22701a
Lippmann May,
Kl. Ochſengaſſe 14.
Gute, alte Meiſtergeige
ür 120 Mark zu verkaufen.
Näh. Expedition. (*11994sio
Wlinder Mann empfiehlt ſich im
Flechten von Körben und
Stühlen. Arbeit wird abgeholt.
Gg. Treusch. Eckhardtſtr. 33. (22746a
Reformhosen
in Trikot und Satin
Direktoirhosen
in Trikot
in Trikot
Turnhosen u. chepiot
— für Damen und Mädchen —
in grosser Auswahl billigst bei
Phllipp Bess
Schillerplatz 5
Darmstadt
Schillerplatz 5.
Repetier-Uhr, 3 gold. Deckel 150 ℳ
Kavalier-Uar, 3 gold. Deckel 75 ,
Gold. Herrn-Uhr, Union Glashütte 55 ₰
Gold. Damen-Uhr mit Diamanten 30
Gold. Damen-Uhr, Sprungdeckel 30 „
Gold. Armband, Smaragd u. Brill. 75 „
Gold. Halskette mit Anhäuger 20 ₰
Gold. Halskette m. 12 echt. Terl. 120 „
Brillant-Ringe 15, 20, 40—200
Gold. Mansch.-Knöpfe m. Diam. 20 ₰
Vorsteck-Nadel mit echter Perle 10
Silb. Damen-Uhr (10 Steine) 10 ₰
Silb. Halskette
5 ₰
(23434a
und vieles andere
Viktoriastr. 50, III.
Nummer 273.
1
11
11
11
preiswerter
11
III
Durch die ungünstige Witterung der letzten Wochen hatte ich
Ge-
legenheit, in Berlin, gemeinschaftlich mit einigen mir liierten Firmen,
enorme Posten
Damen- und Kinder-Konfektion zu fabelhaft billigen Preisen
einzukaufen und lasse ich die Vorteile des billigen Einkaufes meiner
werten Kundschaft zugute kommen.
Grosse Posten ganz besonders preiswerter
Ulster und Paletots
aus guten Stoffen engl. Art, sowie flauschartigen Stoffen,
Ia Verarbeitung, ca. 130 cm lang, offen und
hochge-
schlossen zu tragen, zu Teil mit Riegel.
Grosse Posten neuester u. hervorragend billiger
11
1.
1
11
Jacken-Kleider
aus gutem, uniblauem Kammgarn und engl. gemusterten
Stoffen, tadellos sitzend, gut verarbeitet.
Regulärer Wert zum Teil das Doppelte.
Wert bedeutend höher.
Ganz besonders preiswert:
Samt-Mäntel
Velour du Nord, nur Neuheiten dieser Saison, lange Fassons, prima Verarbeitung
Serie II
Serie I
Merie wer be a. M. 38
Grosse Sendungen Kinder-Mäntel und Paletots
weit unter Preis!
Darmstadt
Ludwigstr. 2, Ecke Kirchstr.
z0 275.
Dienstag, 19. Novenber.
1912.
Miet Zimmer
Rheinstraße 17, I.
8 Zimmer=Wohn. per 1. April
zu verm. Näh. i. Laden. (21442i
Zimmer
Soderſtr. 90, Ecke Beckſtraße,
große 5 Zimmer=Wohnung mit
Gas, Bad u. allem Zubehör
als=
bald billig zu vermieten. Näheres
Griesheimerweg 19, Kontor. (22866t
4 Zim. mit
Hölgesstr. 11, pt., oder ohne
Laden od. 1 St. 5 Zim. p. Januar.
Näh. daſelbſt 1. Stock. (20964if
3 Zimmer
Ecke Grafen= u. Eliſabethenſtr.
ſchöne 3 Zimmer=Wohnung. Zu
erfragen bei Donges & Wiest,
Eliſabethenſtraße 23½. (23798t
ſchöne,
Im Hanſe Kaupſtr. 51 frdl.
3 Zimmerwohn. zu verm. Näh. bei
R. Ringler, Waldſtr. 54. (*12058
Zimmer
Bleichſtr. 17, Hinterh., 1. St.,
ſchöne 2 Z.=Wohn. p. 1. Dez. (23142t
Grünerweg 9
ſchöne gerade 2 Zimmer=Wohnung,
gr. Vorplatz, Küche mit Gas uſw.
nur an ruh. Leute ohne Kinder,
ſof. beziehb., 25 M. p. Mon. (21443is
eine 2 Zimmer=
Emilſtraße 4 wohnung mit
Zu=
behör zu vermieten. (*12124id
Näh. Pankratiusſtraße 63.
Geem
Gür Rechtsanw. od. Engros:
Geſch. paſſend, per 1. April
Wohn. mit ſep. Büro u.
Lager=
raum zu verm. Auch vorzügliche
Lage für ein ſein.
Kolonialwaren=
u. Delikateſſen=Detail=Geſchäft, da
Laden gebrochen werden könnte.
Evtl. auch zu günſt. Bedingungen
zu verkaufen. Zu erfragen
Bis=
marckſtraße 80, part.
(23341t
Waldſtraße 54, 1. St., zwei
Zimmer, im 1. Stock belegen,
für Geſchäftslokal ſehr geeignet,
zu vermieten.
(*12060
Ecke Grafen= u. Waldſtr. 11
kleiner Laden, auch als Bureau,
billig zu vermieten. (22912if
Keller zu vermieten
22865t)
Soderſtraße 14, II.
2 Keller
hell und luftig, alsbald zu verm.
Näheres in der Exp. (23835a
Geaa
Nieder-Ramstädterstr. 51
große Werkſtätten od. Lagerräume
zu vermieten.
(22265is
Furwerlderfterr!
Seme
Mlakun
für 1—2 Pferde, mit Heuboden u.
kleiner Remiſe, alsbald zu verm.
Näheres in der Exp. (23834a
Möblerte Zimme
Heinheimerſtr. 8, 1. St. r., ger.
möbl. Wohn= und Schlafzimmer
ſofort zu vermieten.
(22877t
g mit ol. ohne Hogst Hlieuers=
Schlatstelle strasse 73, II. (22820t
Kaſinoſtr. 26, part., gut möbl.
Zimmer ſofort z. verm. (22816t
Soderſtr. 4, 2. St., ſehr ſchön
möbl. Z. in freier Lage. (*11489t
Feldbergſtr. 30, I. St., einfach
möbl. Zim. mit Koſt ſof (23342t
Mollerſtr. 37, II., in ruhigem
Hauſe, 2 ſchön möbl. Zimmer, auf
Wunſch Wohn= u. Schlafz., zu vm.
Anzuſehen von 10—3 Uhr. (23433t
Saalbauſtraße 38 ſchön möbl.,
geſundes Zimmer. Zu erfragen
im Schuhladen.
(23630t
Eliſabethenſtr. 4, II., Penſion
Mink, möbl. Zimmer mit
Mittags=
tiſch zu 50 Mk. zu verm.; daſelbſt
k. Herren am Mittagstiſch
teil=
nehmen.
(23762a
in ganz enormer Auswahl u. auffallender Preiswürdigkeit!
Einige Beispiele:
. . . ½ Dtzd. 2.50 u. 2.00
. . . . . ½ Dtzd. 1.80
. . . . ½ Dtzd. 2.70
Reinleinen weiss Herrentücher
Reinleinen weiss Hohlsaum, Batist
Reinleinen weiss Ziersaum, Batist
— bestes Bielefelder Fabrikat —
3 Serien echte Madeira-Tücher, mit Handfest. u. reich. Ecke, St. 1.25, 1.00, 75 ₰
Imit. Madeira-Tücher, in Linon und Leinen .
St. 45 u. 25 ₰
Schweizer Stickerei-Tücher, 3 Stück i. Carton
1.50, 1.25, 85 ₰
5 Serien Namentücher, weiss und bunt, ½ Dtzd. i. Carton 3.00, 2.25, 1.25 u. 85 ₰
Das Einsticken der Namen und Monogramme
in schönster Ausführung zu billigen Preisen.
(23877
Spezial-
Geschäft
Ludwig Schwab
23 Ernst-Ludwigstrasse 23.
e e
2. Stock rechts, ſchön möbl.
Zim=
mer zu vermieten. (*12007oi
Liebigſtr. 47 ein behagl. möbl.
Wohn= u. Schlafzim. (22741oidf
Ludwigſtr. 17, II., möbl. frdl. Z.
an ſolid. Herrn bill. zu vm. (23775a
2 ſchön möblierte Wohn= und
Schlafzimmer zu verm. Gefl. Anfr.
unt. H 73 an die Exp. (B23738
Salbeanſtr. , ich lbgen.
ſtraße, gr., ſehr ſchön. Z. m. Gas
u. Schreibtiſch per 1. Dez. zu
vm. an gebild. Herrn. (*11935si
Kahlertſtr. 1, 1, ſchönes groß.
möbl. Zimmer mit
Schreibtiſch=
nächſt der Hochſchule.
(21738if
Heinrichſtr. 87, III, möbl. Zim.
monatl. 16 Mk. zu verm. (23549a
Wilhelmſtr. 51, pt. I., möbl.
Zimmer zu vermieten. (23301a
Mathildenplatz 3, II., großes,
gut möbl. Zimmer an Dame zu
vermieten.
(20575ids
Neckarſtr. 16, Gartenbau, ein
g. möbl. Wohn= u. Schlafzim. an
beſſ. Herrn zu verm. (23544ids
Schützenſtr. 18, Stb., 1 möbl.
(19864ids
Zimmer zu verm.
Heidelbergerſtr. 40, im Rückb.,
1. St. r., gut möbl. Zimmer mit
2 Betten zu verm. Pr. pro Perſ.
10 Mk. inkl. Kaffee. (*12059imf
Grafenſtr. 8, 1. Stock, ſchön
möbl. Zimmer mit voller Penſion
per 1. Dez. zu verm. (*12075im
Waldſtraße 39, part., ſchön
möbl. Zimmer zu verm. (*12092
Wienersſtr. 52 leeres u. möbl. Z.
p. Mon. 8—10 M. Werkſt. (*12103
Neue Ireneſtr. 15, I. r., ſchön.
ſepar. Zim. mit 2 Bett. à 2,50 Mk.
die Woche, mit Koſt, Flicken und
Waſchen monatl. 50 Mk. (*1212a
Karlſtr. 28½, III., frdl. möbl. Z.
pro Woche nur 3 Mk. ſof. (*12135
Ertrahelm (önt). ſ. Ertahoſe u.
Egeſtr. Ulſt. z. v. Hölgesſtr. 10. (*12095
mit
Schönes Vereinszim. Klavier
noch einige Tage in d. Woche frei
*12061) Schwanenſtraße 79.
Uuen
Aberntact.
Wer kauft ſchönes Haus mit
Garten für 12000 Mk. ? Taxe
16000 Mk. Off. unter H 79 an
die Expedition d. Bl. (23758soi
Killa, Mathildenh., Nicolaiweg 10,
dir. a. d. Platanenhain, freigel.,
prachtv. Ausſ., üb. 900 C)gr. Gart., ev.
n. Baupl., f. Penſ., Studentenverb.
Griesheim.
Zwei neuerbaute Wohnhäuſer
mit je großem und kleinerem
Grab=
garten, Stallung, Waſchküche,
preis=
würdig zu verkaufen.
(2335a
Baugeſchäft,
Wilh. Müller VI. Wilhelmſtr. 41.
C. Fr. Mahr, Aliceſtr. 17, II. (*2215fio Martinſtraße 74.
in ſchönſter und feinſter Lage des
Herdwegviertels, in verſchiedenen
Größen, ſind preiswert zu verk.
ſ. geeig., u. günſt. Beding z. vk. Näh. Näheres durch C. W. Braun,
(B23852
D
ſin Jugenyeim a. d. Bergſtr.
in ſchönſter, ruhiger Lage mit 12 großen Zimmern, Bad und mehreren
Nebenräumen, ſchönem großen Garten mit großen Obſt= und
Zier=
pflanzungen, iſt beſonderer Familienverhältniſſe halber alsbald zu
verkaufen. Flächeninhalt 2951 am. Da ſich der Verkaufspreis
bedeutend unter den Ankaufspreis ſtellt, bietet ſich für Reſlektanten
eine außerordentlich günſtige Gelegenheit zum Erwerb eines ſchönen
Landſitzes. Nähere Auskunft erteilt C. W. Braun, Darmstadt.
Martinstrasse 74.
(B22305
Me
I wegs iſt ein
(B23853
2½ ſtöckiges
5 Zimmerhaus
ſehr ſolid gebaut, mit ſchönem
Vor=
garten und prächtigem Obſtgarten
wegen vorgerückten Alters des
Be=
ſitzers zu einem äußerſt billigen
Preiſe zu verkaufen. Nähere
Aus=
kunſt erteilt
(B23853
C. W. Braun,
Martinſtraße 74.
Ein 2lstöckiges
Ozimmerhaus
in freier Lage, mit ſehr großem
Obſt= und Gemüſegarten, iſt ſehr
billig zu verk. Näh. durch C. W.
Braun, Martinſtr. 74. (B23851
Das dem Herrn Heury
Nun=
geſſer zu New=York gehörige
zweiſtöckige Haus,
Pfungſtädter=
ſtraße, iſt alsbald zu verkaufen.
Das Haus hat ſieben Zimmer mit
Bad, Waſſerleitung ꝛc. und iſt in
vortrefflichem Zuſtande. Nähere
Auskunſt erteilt der
Bevolmnäch=
tigte des Eigentümers, Juſtizrat
Dr. Bender, Kaſinoſtraße 8 zu
Darmſtadt.
(23390a
Srundſtücks-Vermietung
oder=Verkauf.
Direkt am neuen Güterbahnhof, Feldbergſtraße
Nr. 72, iſt ein 3700 am großes Grundſtück
nebſt Räumen für Wohnung, Büro
und Lager ſofort zu vermieten. Sehr
ge=
eignet für Spedition und jeden andern großen
Be=
trieb. Nähere Auskunft erteilt der Hausverwalter
Ludwig Hess, Taunusſtr. 23. (*11963so)
ſer leiht einem d. Krankh.
zu=
rückgek. Geſchäftsm. 300 Mk.
geg. Möbelſicherh. und ſof. beginn.
monatl. Rückz v. 20 Mk. zw. Gr.
12104
e. n. Exiſt. Off. u. J 14 Exp. (*13
Zmeren gaucht
Gel
Eiskeller ſucht. Offerten
unter J 2 an die Exp. (*12063
Beamter
ſucht unmöbl. Zimmer, event. mit
Penſion, per 1. Jan. 1913. Offert.
mit Preisang. u. J 9 Exp. (*12076
Eine Ausländerin
ſucht für die Zeit ihrer muſik.
Ausbildung in Darmſtadt eine gute
Vollpenſion. Offerten mit
Preis=
angabe unter J 10 an die
Expe=
dition des Tagblatts bis ſpäteſtens
Donnerstag erbeten. (*12082
Auswärtige
Großbrauerei
vergibt an (B23799
tüchtige Wirtzleute
gute Lokale auf Hektoliter
per ſofort.
Anerb. unter H 90 an die Exp.
Vermietung.
Ein gutgehendes
Kolonial=, Glas= und
Porzellanwarengeſchäft
in prima Lage iſt ſehr preiswert
zu verm. Näh. durch C. W. Braun,
(B23850
Martinſtraße 74.
Neuheit!
Ruſſiſche Bluſen
zu verk. Mühlſtraße 42, I. (*12097
212 br. u.
Holz-
For, 255 hoch.
(*12072
billig zu verkaufen
Heinheimerſtraße 50, 1. St.
Kaſt neues eleg. ſchwz. Koſtüm,
Fig. 46, ſowie gut. mod. Mantel
u. Bluſen fehr billig zu verkauf.
Näheres Expedition.
(*12094
Der Militär-
Wohnungsanzeiger
Herbst 1912
iſt erſchienen und für
30 Pfg. in der
Expe=
dition des Tagblatt
zu haben.
(10510t
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Nummer 275,
Preiswert und gebrauchsferlig ſind:
2
1.
chtete e geicht
Mavonnaise
Remouladen-Saucé.
Anerkannt feinſte Marke!
Sport.
— Athletik. Am Sonntag weilte der Kraftſportverein
Darmſtadt 1910 in Ludwigshafen bei einem von
hervor=
ragender Konkurrenz beſuchten Athleten=Wettſtreit und
er=
rang dort im Stemmen und Ringen 12 Preiſe. Als
Sie=
ger gingen hervor: M. Hauffenmeyer, W. Harf, G.
Koll=
mer, M. Eckerl, Ph. Gries S. Heß, Karl Lang, W. Jung,
A. Klöß, Ph. Groh, J. Poth. Beſonders hervorzuheben
iſt noch der 1. Vereinspreis, ein prachtvoller Ehrenpreis,
welcher für die höchſt erreichbare Punktzahl errungen
wurde.
* Pferdeſport. Le Miracle in Paris
geſchla=
gen. Der ſich in deutſchem Beſitz befindliche franzöſiſche
Steepler Le Miracle, der Gewinner des Großen Preiſes
von Karlshorſt und der fünfhundert Kronen, nahm am
Sonntag unter Jockei Chapman am Prix Montgomery
teil, der mit 40000 Francs ausgeſtatteten Hauptkonkurrenz
der Rennen zu Auteuil. Der Wallach des Herrn J. Junk
lief ein gutes Rennen, mußte ſich aber mit dem dritten
Platz begnügen. Für das über 5500 Meter führende
Rennen erſchienen 15 Pferde am Start. Beim zweiten
Paſſieren der Tribünen hatte Trudon noch die Spitze,
aber an der letzten Barriere übernahm Le Miracle das
Kommando. Der Wallach wurde jedoch zwiſchen den
bei=
den letzten Hinderniſſen von Sauveur und Magicienne
überholt. Magicienne verlor infolge eines Fehlers am
letzten Sprung viel Boden, rückte aber dann mächtig auf,
konnte jedoch den von Jockei Parfrement energiſch nach
Hauſe gerittenen Sauveur des Monſ. Foacier nicht mehr
ganz erreichen, der nach ſcharfem Kampfe um einen Kopf
Sieger blieb. Fünf Längen hinter Magicienne endete
Le Miracle als Dritter vor Primat, Ratafia, Trudon und
Trianon III. Tot. 75110.
* Radſport. Die Pariſer Winterbahn brachte
wieder den Start zweier deutſcher Rennfahrer,
die aber beide ſehr ſchlecht abſchnitten. In einem
Dauer=
rennen mit zwei Vor= und zwei Endläufen ſiegte der
Berliner Janke zunächſt in ſeinem Vorlauf über 20
Kilo=
meter in 16 Min. 50 Sek. vor Guignard, 200 Meter und
Bruni 3½ Runden zurück. Den zweiten Vorlauf über
20 Kilometer gewann Vanneck in 17 Min. 24,4 Sek. mit
50 Meter Vorſprung gegen Kjeldſen und dem durch
Motor=
defekte viel Terrain verlierenden Linart, der 2½ Runden
zurück endete. Den Endlauf über 25 Kilometer gewann
Guignard (Continental=Pneumatik) in 21 Min. 3,2 Sek.
mit 3 Runden Vorſprung vor van Neck. Der völlig
ver=
ſagende Janke blieb 8½ Runden zurück. Der Endlauf der
Geſchlagenen ſah Linart in 21:04,4 in Front, Kjeldſen
5 Runden, Bruni 5 Runden 50 Meter zurück. Der
Ber=
liner Saldow traf in einem Verfolgungsrennen auf den
neuen Stundenweltrekordmann Egg. Ein Fliegerrennen
gewann Dupre vor Moretti, Lawſon, Oliveri und dem
ſchlecht fahrenden Goullet.
* Fußballſport. Holland ſchlägt
Deutſch=
land im Fußballänderkampf 3:2. Der Kampf,
den ſich am Sonntag die beiden repräſentativen
Länder=
mannſchaften in Leipzig lieferten, war von Anfang an bis
zu Ende gleich ſpannend. Zu Beginn des Spieles war
Holland gleich im Angriff. In der 4. Minute ließ
För=
derer=Karlsruhe eine ſchöne Chance aus. Das Spiel
wurde dann ausgeglichen, bis nach 10 Minuten der
hol=
ländiſche halblinke Stürmer kräftig durchbrach und zum
erſten Male unhaltbar einſandte. In der 28. Minute gab
Deutſchlands Linksaußen=Stürmer Gäbelein=Halle eine
Flanke zur Mitte, die nach guter Kombination vom
Mittel=
ſtürmer Jäger=Altona glatt verwandelt wurde. Nun kam
Deutſchland mächtig auf und nach wenigen Minuten
lan=
dete der Ball zum zweiten Male im holländiſchen Netz,
aber das Tor wurde wegen „abſeits” nicht gezählt. Bald
darauf ſchoß Förderer einen ſcharfen Schuß gegen den
Torpfoſten der Holländer. Während in der erſten
Spiel=
hälfte Deutſchland mehr vom Kampfe hatte, drängte
Hol=
land nach der Pauſe ſtark. Sieben Minuten nach
Wieder=
beginn verwandelte der holländiſche Mittelſtürmer einen
famos getretenen Eckball von Linksaußen zum zweiten
Tor für Holland unter unbeſchreiblichem Jubel ſeiner
zahl=
reichen Landsleute. Nach ausgeglichenem Kampf zog
Deutſchland in der 19. Minute durch Jäger gleich. In der
29. Minute erzielte Holland ſein letztes Tor. Holland ließ
ſich die Führung nicht mehr nehmen und verließ ſomit als
Sieger mit 3:2 den Platz.
Die Berliner
Fußballmeßſterſchafts=
ſpiele wurden am Sonntag fortgeſetzt. Das größte
Intereſſe beanſpruchte der Kampf zwiſchen Viktoria und
dem in dieſer Saiſon bisher an der Spitze ſtehenden
Ber=
liner Ballſpiel=Klub. Letzterer erhielt ſeine zweite
Nieder=
lage und zwar mit 011 (Pauſe 0:0). Der Berliner Meiſter
Preußen hatte Vorwärts zum Gegner. Da der Kampf
unentſchieden 333 blieb, hat Preußen jetzt von 8
Spie=
len 4 unentſchieden und nur eines ſiegreich beendet.
Vor=
wärts übernahm kurz nach Beginn durch einen zweimal
getretenen Elfmeterball, den Weber einſandte, und durch
ein weiteres Tor die Führung, doch glich Preußen noch
vor der Pauſe wieder aus. Die zweite Spielhälfte ſah
den Berliner Meiſter zunächſt in Front und durch einen
ſchönen Schuß von Herbſt auch erfolgreich, nachdem der
gleiche Spieler kurz vorher einen Elfmeterball über die
Latte geſchoſſen hatte. Kurz vor Schluß wurde Vorwärts
nach einer Mannſchaftsumſtellung weſentlich beſſer, was
auch durch das ausgleichende dritte Tor zum Ausdruck
kam. — Tasmania unterlag mit 5.1 (111) gegen
Mi=
nerva. Tasmania übernahm in der 9. Minute durch einen
Schuß des Mittelſtürmers die Führung, doch glich
Mi=
nerva durch einen Elfmeterball kurz vor der Pauſe aus.
Nach Halbzeit griff Minerva gleich flott an und erzielte in
ziemlich gleichmäßigen Zwiſchenräumen 4 weitere Tore.
Die Spiele der I. Klaſſe brachten den in beiden
Abteil=
ungen führenden Vereinen überraſchende Niederlagen.
Tennis Boruſſia ſiegte mit 511 über Berolina, Norden=
Nordweſt ſiegte mit 514 über Sportverein des Weſtens,
Cimbria ſiegte mit 211 über Weißenſeer F.=K. 1900,
Ger=
mania ſiegte mit 411 über Fortuna. Union=Potsdam
ſpielte unentſchieden 2:2 gegen Union=Oberſchöneweide
und ferner Berliner Sport=Klub ebenfalls unentſchieden
1.1 gegen Viktoria=Spandau.
* Die Berliner Hockeyſpiele um die
Verbandsmeiſter=
ſchaft brachten dem Berliner Sport=Klub mit 12:2 (711)
einen ganz überlegenen Sieg über die Berliner Hockey=
Union. Ebenſo überlegen beſiegte der Berliner Ballſpiel=
Klub mit 8:1 (4:0) den S.=K. Komet — Im
Geſellſchafts=
ſpiel unterlag Britannia I mit 3:4 gegen den Berliner
Sport=Klub II.
Literariſches.
Wie zu allen aktuellen Lebensfragen, ſo nimmt
auch zur Frage der Teuerung die „Wiener Mode” in
dem ſoeben erſchienenen 4. Heft des 26. Jahrganges
Stellung. Und es muß bedingungslos zugegeben werden,
daß der betreffende Artikel von Helene Granitſch zu dem
Beſten gehört, was bisher über die Teuerung geſchrieben
wurde, wenn er nicht der beſte iſt. Dicke Bände können
dieſe brennendſte Tagesfrage nicht ſo ſachgemäß und klar
behandeln. Die Wiener Mode hat durch dieſe Publikation
wieder einmal bewieſen, daß ſie das richtige Verſtändnis
für die Bedürfniſſe der Frauenwelt hat. Auch der übrige
Inhalt iſt der denkbar reichhaltigſte, Toiletten von der
einfachſten bis zur eleganteſten Ausführung, aparte
Hand=
arbeitsvorlagen, eine Photochronik, die die neueſten
Welt=
ereigniſſe illuſtriert, ein amüſanter, literariſch wertvoller
Unterhaltungsteil, das alles zeigt deutlich, daß die
Wie=
ner Mode nach wie vor den erſten Platz behaupten wird.
Lieſel ohne Sorgen. Eine Erzählung für
junge Mädchen. Von Berta Clément. Mit 4
Ein=
ſchaltbildern von Auguſt Mandlick. Elegant gebunden
4,50 Mk. Verlag: Union, Deutſche Verlagsgeſellſchaft,
Stuttgart. Unſere Backfiſche haben ihre
Lieblingsſchrift=
ſtellerinnen, dazu gehört Berta Clément ſchon ſeit langem,
und ihre ſonnigen und gemütvollen Erzählungen erfreuen
ſich einer großen Nachfrage.
Gewinnauszug
der
1. Preußiſch-Füddeutſchen
(227. Königlich Treußiſchen) Klaſſenlotterie
5. Klaſſe 8. Ziehungstag 16. November 1912
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 150000 Mk. 1427
8 Gewinne zu 10000 Mk. 104157 113487 147255
161509
90 Gewinne zu 3000 Mk. 7491 12965 13427 14203.
25559 28310 32362 34796 35317 37745 41381 51754
62522 63922 55227 67665 68720 59482 69925 6583m
67340 70955 72490 74282 76415 80574 92064 95808
100552 102829 103729 111471 113379 116974 126866
134321 141559 143616 146217 170102 190061. 194858
197808 200645 206092
122 Gewinne zu 1000 Mk. 2700 5061 7022 17593
24766 26636 31639 36539 42526 44989 46358 46927
47715 49523 49872 52364 66163 57148 68544 60570
61470 65063 71374 71506 73931 74566 75924 77742
85507 99824 100163 103582 105854 111207 114322
121439 126438 133166 133169 134947 136751 138182
146696 147280 150138 150416 157490 159960 160294
160525 166037 167681 172217 173899 164399 165581.
195251 201983 203904 204319 207630
220 Gewinne zu 500 Mk. 657 1396 3187 4275
5092 6192 6456 10001 12381. 14741 16695 17869
20984 21564 24488 24624 27846 30660 31112 31915
35802 35812 36811 37067 39189 39348 40018 40158
41760 41814 43055 43463 49451 51365 52461 65585
58255 59233 64869 64968 65046 67605 67606 68822
71914 71942 72609 73363 74536 76564 75698 80167
81187 81439 85398 87604 88288 89712 90209 90388
91885 92182 92627 92999 93796 102136 104228
107039 107878 113115 115952 119029 120383 126464
134102 134931. 137066 138789 140333 148742 149734
151291 152970 157379 161424 161574 164006 164165
165817 167226 168741 168867 171184 178829 162291
183021 183770 186469 189049 190235 190504 191075
193867 195408 200247 200626 203096 203137 204954
206707
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 15000 Mk. 90638 203195
4 Gewinne zu 10000 Mk. 81065 119240
4 Gewinne zu 5000 Mk. 59029 157233
84 Gewinne zu 3000 Mk. 9274 9955 11564 11580
11664 20638 39541 44833 46178 47205 49076 49876.
65147 68368 72577 76999 78558 97475 108570 113892
117204 123250 123514 128239 129316 142093 143209
146380 149761 151124 155959 164139 178028 179967
182779 186176 188846 191722 199085 199270 199509
201601
142 Gewinne zu 1000 Mk. 2146 3276 H3486 7766
9045 9650 9929 17942 20986 22151 23647 25702
27548 35494 37937 39072 39662 40104 45233 45923
46277 50135 52087 53487 54298 56657 57804 63819
66249 71160 71948 75160 76484 77679 83462 83463
84974 185952 86698 91326 102638 103313 103363
104952 105259 105577 108212 108761 109720 132371
136815 150052 151571 154879 155323 161235 162421
162741 172127 173345 180561 183335 186583 186997
189993 192193 192235 202849 205269 205421 205878
214 Gewinne zu 500 Mk. 67 3917 4418 4884
6131 7309 7490 8805 10496 11098 12034 12200
13694 13951 14255 15970 16863 17433 18008 18165
19716 25011 27216 27411 28355 28455 35790 36363.
37629 38697 40318 41741 44060 45655 49474 52312
52849 54370 56372 57025 60182 61942 62787 66160
66992 68973 71719 72936 77123 80021 87262 92643
93694 94167 100431 100859 201170 101304 102151
102533 103784 105229 107279 111338 114906 118625,
120741 120904 126430 130570 131169 132786 134459
135506 135895 136355 142824 142934 143184 146757
146866 147033 148575 156555 156591 158715 158994
159892 164263 165977 167728 169587 169985 171735
174620 179250 180505 181752 185506 187062 187853.
189080 195621 201003 202215 204286 206032
Meine verehrte Kundschaft, sowie sonstige
Interessenten bitte ich davon Kenntnis zu
nehmen, dass die Nummer meines
Fernsprech-
anschlusses abgeändertwurde und jetzt (23831
Verlangen Sie überall ausdrücklich
das Fabrikat der Wolfram-Lampen
Ak-
tiengesellschaft, Augsburg.
Vertretung und Lager für Wieder-
verkäufer: Allgemein Elektro- u.
Ma-
schinentechn. Vertrieb Louis
Geiers-
höfer, G. m. b. H., Frankfurt a. M., Neue
AIN
Mainzerstrasse 14
(19048E
inderkl., Weißzeug, a. Ausbeſſ., J ite Pelze, Muff. u. dgl. werd. zuſ
Kw. angen. i. u. auß. d. H. Vorzuſpr. mod. Touque u. Muff. b. umgearb.
bitte vorm. Soderſtr. 42, II.r. (*11532sid23367a) Ludwigsplatz 8, Vdh., III.
lautet.
Aug. Wilk, Hoflieferant
Elektrische Anlagen
Telephon 596 Schuchardstrasse
Beleuchtungskörper — Motore — Glühlampen.
Soenneckens
anerkannt erſtklaſſiges Fabrikat,
wofür erſte Referenzen zu Dienſten.
Sehr günſtige Fabrikationsweiſe
durch gut eingerichteten
Groß=
betrieb. Deshalb ſehr billige
Preiſe für beſte Qualität und
ſicherſte Garantie. Mun verl. Katal.
Fianoforte-Fabrik Wilh. Arnold
Kgl. Bayer. Hoflieferant
Aschaffenburg. (19353a
Trauringe
ohne Lötfuge, Flach= und
Kugel=
form, in jedem Feingehalt,
Gravierung gratis
(23748a
das Paar von 8 bis 50 Mark
bei A. Kurtz, Juwelengeſchäft
Pädagogſtr. 2. Telefon 1202.
ehr wenig gebrauchtes, vollſt.
Schlafzimmer, großer 2türig.
Kleiderſchrank mit Schubkaſten,
1 Waſchkommode mit
Spiegel=
ufſatz, 2 Nachtſchränke mit
In=
tarſien ſehr billig abzug. (*12067
Wendelſtadtſtr. 11, part. rechts.
MepAkehuf
OEE
[ ← ][ ][ → ]Nummer 273.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Seite 19.
DARMSIADT.
Samstag, den 23. November 1912,
im Festsaale der Turngemeinde (Woogsplatz 5)
Unter Allerhöchstem Protektorate Seiner Königl. Hoheit des Grossherzogs.
Zum Besten des Festhaus-Vereins Darmstadt
Rerlzert!
von Herrn Geheimen Hofrat Professor
Winy Darmester
unter Mitwirkung des
Hofpianisten Herrn Albert Schmidt-Badekow
aus Berlin.
Programm: 1. Beethoven: Sonate für Violine und Klavier
in Es-dur, 2. J. V. Vlotti: Violinkonzert in A-moll. 3. Fünf Tänze
von Martini, Hummel, Weber und John Field, Bearbeitungen von
Willy Burmester (zum erstenmale). 4. Vier Stücke für Klavier:
a) Brahms: Capriccio op. 76, Nr. 2, b) Stolowski: zwei polnische
Idyllen (zum erstenmale), c) Berger: Humoreske in H-moll.
5. Wienlawski: Faust-Fantasie.
(23871
Der Konzertflügel von Steinway &Sons in New-Vork und
Hamburg ist aus dem Lager der Firma Hoflieferant A. W.
Zim-
mermann (Ludwig Schweisgut).
Eintrittskarten: Besonderer Sperrsitz zu 5 Mk., Sperrsitz
zu 3.50 Mk., Numerierter Balkon zu 3 Mk., Saal zu 2.50 Mk.,
Vor-
sal zu 1.50 Mk., Galerie zu 2 Mk., Studentenkarten zu 1.50 Mk.,
Schülerkarten zu 1 Mk. sind in der Hofmusikalienhandlung von
Heinrich Arnold, Wilhelminenstrasse 9, zu haben.
Der Vorverkauf ist eröffnet.
Gramoid Ronzerr
Hotel zur Trauoe
grosser Saal, Eingang Luisenstrasse
Donnerstag, den 28. November 1912,
abends 8¼ Uhr.
Es kommen zum Vortrag:
Frieda Hempel, Farrar, Kurz, Ida
Salden, Caruso, Battistini, Urlus,
Schaljapin usw.
Burmester und Kubelik, Violine.
Numerierte Kartenausgabe beginnt Donnerstag,
den 21. November 1912, bei der Firma K. Jäger,
Georgenstrasse 11, und im Uhrengeschäft, Rhein-
(23874
strasse 33. Telephon 2579.
in enormer Auswahl.
Bitte meine Ausstellung
im Schaufenster
zu beachien.
(23861
Sichbergs Nachfolger
29 obere Wilhelminenstrasse 29.
Täglich
nachmittags ab 3 Uhr:
Kaffee-Konzert
Hotel „Hess‟
Reichhaltige Auswahl in Torfen und Gebäck.
Die Konzerte finden im Haupt-Restaurant
statt und ist der Zutritt frei.
23833a
Neu!
Mignon-
Neu!
Sprechmaschine
für die liebe Jugend passendes Weihnachtsgeschenk,
komplett mit 6 doppelseitigen „Mignon-Platten” ein schönes
Album zum Aufbewahren der Platten, 200 St. Konzert-Nadeln
und einen eleganten soliden Klappcarton zum Aufbewahren des
Apparates. Genau wie vorstehende Abbildung zeigt.
Mk. 22.-
(23872a
Lu dwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu Mk. 1.50
(B22685
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
Die gemutlichen
Reſtaurations-Räume im I. Stock
des
Hotel Hufnagel,
ſind wieder geöffnet. Wir empfehlen täglich:
Seeheim
Diner,
*11784fi)
Souper und zum Kaffee Zwetschenkuchen.
Ergebenſt
A. Hufnagel sen. A. Suhrcke
Aufpol. v. Mös.
Spezialität: uſw., ſowie
all=
vorkomm. Schreinerarbeiten (20359a
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.
werden angefertig
Ruschen und kleine Muffe
werden zu großen umgearbeitet
Mauerſtraße 20
23300a)
Iur. lmree Zall.
Orpheant
30
Clachs Lillb
Mittwoch u. Samstagden 20. und 23. Novbr.
nachmittags 4 Uhr: Kildek orsteht
bei besonders kleinen Preisen
Saal
Balkon
Sperrsitz
und
Estrade 23 ₰ Parkett 38 ₰
Num. Parkett und Mittelloge 1 Mk.
Erwachsene das Doppelte. (226s
Für Hausschlachter u. Wirte:
Fleiſch= und Füllmaſchine,
Blut=
tanne, Fleiſchbrett gut erhalten
bill g zu verkaufen
Pankratius=
ſtraße 47, 2 St. I.
(*12105
Weiße eiſerne Kinderbettſtelle,
Kinderwagen, neue
Wring=
maſchine, Vogelſtänder zu
ver=
kaufen Wenckſtraße 36. (*12118
2
euer dunkl. Ueberzieher, mitl.
Fig., Petrol.=Lampe bill. abzug.
Soderſtraße 6½, I. (*12098
1 ſchw. Gehrock=Anzug
ſchl. Fig., preisw. zu verk. (*12137
Martinſtraße 62, 2. St.
Tein. mod. Diwan, noch unben.,
2 ſch. Bilder umſtändeh. für
d. Hälfte d. Wertes abzug. (*12089
Rückertſtr. 8, Stb. part. links.
erren=Fahrrad f. 15 M. zu verk.
12085) Kaplaneigaſſe 58, part.
Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, den 19. November 1912.
61. Ab.=Vorſtellung A 16.
Wenn ich König wäre!
Romantiſch=komiſche Oper in drei
Akten von Adolphe Adam.
Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Moſſoul, König v.
Goa . . . . . . . . Otto Semper
Prinz Kadoor, ſein
. Georg Weber
Vetter .
Aug. Globerger
Zephoris
Fiſcher
Karl Bernhardtl
Piféar
Zizél,
Küſtenauf=
ſeher . . . . . . . . L. Schützendorf
Atar, Kriegsmin. Auguſt Kräger
Neméa, Kuſine d.
Königs . . . . . . Olga Kallenſee
Zelide, Schweſter
des Zephoris . . Kathar. Jüttner
Iſſalim, Leibarzt
des Königs . . . Willi André
Der Großadigar . Frz. Herrmann
Fritz Lang
Erſter
.Br. Waigandt
Zweiter &
Dritter HS . . . Adolf Klotz
.Ludw. Indorf
Vierter
Ein Sklave . . . . Franz Geibel
Die Tänze im 2. Akt, von Helene,
Thiele=Leonhardt einſtudiert,
wer=
den ausgeführt v. Sybille Huber,
Adelheid Croneberg u. den Damen
des Corps de Ballet.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Kleine Preiſe:
Proſzeniumsloge 5.10 M.,
Mittel=
loge 5.10 M., Balkonloge 4.60 M.,
I. Rang 4.10 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.05 M., 7. u. 8. Reihe 1.65 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.60 M.,
14.—20. Reihe 3.10 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.25 M., 6.—8. Reihe
1.85 M., I. Galerie 1.05 M., II.
Ga=
lerie 0.55 M.
Anfang 7 U. — Ende 10¼ U.
Kartenvk. v. 9½—1½ u. v. 6 U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 20. Nov. 62. Ab.=Vſt.
C 16. „Der liehe Auguſtin.”
Gewöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 21. Nov. 63. Ab.=
Vorſt. B 15. Auf Allerhöchſten
Befehl: „Das Prinzip”.
Luſt=
ſpiel von Hermann Bahr. Kleine
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Freitag, 22. Nov. 64. Ab.=Vſt.
D 17. Auf Allerhöchſten Befehl:
„Die ſchöne Helena”
Bur=
leske Operette von Jacques
Offen=
bach. Kleine Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 23. Nov. Außer Ab.
III. Sonder=Vorſtell. Minna
von Barnhelm.” Anf. 8 Uhr.
— Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.
Seite 20
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Nummer 273,
Heute
November 1912
Dienstag, 19.
Kalsersddl Mittwoch, 20. .. abends 8 Uhr .
Bendeni
Programm: Die Wunder der flüssigen Luft. Thermit, der Schrecken
der Celdschränke. Funkentelegraphie. Tesla-Ströme. Herstellung
künstlicher Rubine. Die Wunderwelt des Radiums etc. ete.
Billetvorverkauf: Bei der Firma Hofmusikalenhandlung
G. Thies, Nachfl. L. Schutter, Elisabethensfrasse 12.
Preise: 3 Mk., 2 Mk., 1 Mk. Schülerkarten 0.50 Mk.
Fremdsprachliche Vorträge.
Mittwoch, den 20. Nov.,
1. Vortrag.
5½ Uhr
M. Louvrier:
A travers la litterature francaise moderne.
Karten für sämtliche 5 Vorträge 4 Mk., Einzelkarte 1.50 Mk.,
numerierter Platz 7 Mk., Einzelkarte 2 Mk.
Die Karten sind in der Hofbuchhandlung von H. Schlapp,
Schulstrasse, zu haben. Die Vorträge finden in der Liebigs-
Oberrealschule, Eingang Lagerhausstrasse, statt. (23882
Schülervortragsabend
der Klavierschule Frau Else Hochstätter
Mittwoch, den 20. November, abends 8 Uhr,
im Saale des Muſikvereins Steinſtraße 24.
Programme, welche zum Eintritt berechtigen, gratis bei der
Firma Thies Nachf., Eliſabethenſtraße 12.
(23849
Bürger-Keller
bis Ende ds. Mts. konzertiert
Salon- Damen-Orchester
Dir.: Kapellmeister lser
Stets freier Eintritt.
Mittwoch, den 20. November 1912
Ferzeisu
Dienstag, den 19. November, abends
z: z: Bratwurſt=Schmaus ::
Bierbrauerei Erbacher Hof, Karlstr. 10
Versand in Fiaschenbier. (*12077
Gabriel Grohe.
(Lichtspiele)
2 Rheinstraße 2
Neu? Ab Dienstag Neu!
Zebraladd
ſehr wertv. intereſſante Aufnahme.
Masch.-Techn. Arbeiten:
Kostenanschfäge, Berechnungen,Pröjekte,
Unter-
suchungen, an Mascheäutaetten. Durcharbeitung
von Erfindungsideg--Lütwerfen sowie Auszieheng
und Beschxaben von Zeichnungen etc. etc.
übernimz--billigst als Nebenbesch. erfahr.Fachmann.
Oieff. unt. K 83 befördert die Expedition.
Ein ſelten hervorragendes
Drama aus dem Leben
einer Prinzessin, in 3Akten,
ſehr dezent und doch feſſelnd
und packend. — Die in höchſten
Kreiſen ſpielende Handlung
bildet für jeden einen hohen
Genuß, alſo ein wirklicher
Schlager.
Plomben und Reparatur billig.
Joseph’s Zahn-Atelier
Soderstraße 7. (*11980sim
Die Mode vertangt eine
breite Krempe. Humorvoll.
Rechtzeitig zum Druck.
Sehr ſpannendes Drama.
Tontolini zwischen
Feuer und Wasser.
Sehr heiter. (*12124
Nach
(23618fsi
Pinscher-Rüde
wegen Platzmangel billig zu
ver=
kaufen Grafenſtr. 4, pt. (*12099
Schöner fingerzahmer,
ſprechen=
der Papagei u. ſcharfer
Hof=
hund zu verkaufen
(*12140
Eberſtadt, Alte Darmſtädterſtr. 25.
Naturweine
1911er von 80 Pf. an per Flaſche,
ſowie rote u. weiße
Qualitäts=
weine empfiehlt
Gg. Sauerwein
Landwehrſtr. 7. (23884a
Hei
„Vork
ab Rotterdam
via Boulogne-sur-Mer
mit der
(15450a
Holland Amerika Linie.
Erstklassige, bis 24 170 Reg.-Tonnen
grosse Doppelschrauben-Dampfer.
Neuer Dreischrauben-Dampfer
von 32500 Reg.-Tonnen im Bau.
Kajüts-Billette und Auskunft durch
Aug. Tellarlus, Darmstadt
Bleichstr. 53. Tel. 483.
Moforrad
2zyl., 4 PS., tadellos funkt., billig
zu verk. Alexanderſtr. 17½ II.
Empf. mich im Tapez
Achtung: per Rolle 25 Pfg. Off.
unter 3 15 an die Exp. (*12127
Ein nußb. Büfett mit
Marmor=
platte, nußb.
Damenſchreib=
tiſch, 3teiliger Gaslüſter (Auer
licht), Petrol.=Ofen, Blumentiſch=
Ständer zu verkaufen. (23839
Näheres in der Exp. ds. Bl.
Von jetzt bis Weinnachten
wieder künstl. Zähne von
1.50 Mk. an.
zu bekannt billigem Preiſe
23879a
liefert
Gg. Appfel
Ecke Ober= und Schloßgaſſe
Telephon 929.
empf. ſich in und auß. d.
Friſeuſe Hauſe gegen=mäß.
Ver=
gütung Frau Seibert Wwe.,
Lieb=
frauenſtraße 107, 3 St. (23167a
Reinraſſiger, jüngerer
Terrierrüde
zu kaufen geſucht. Luxuspreis
ausgeſchloſſen. — Offerten unter
J 7 an die Expedition. (B23854
Glatthaariger
Kriegshund
auf „Taques” hörend, ſeit
Sams=
tag entlaufen. Beine und Kopf
gelb, ſeitwärts an den Augen
ſchwarze Stellen, Sattel glänzend
ſchwarz. Wiederbringer Belohnung.
23855) Reichard, Casinostrasse 12.
Verloren
hat armes Mädchen von Nieder=
Ramſtädterſtr. 75 bis 57 einen
20 Markſchein. Der redl.
Finder wird gebeten, denſelben
gegen Belohnung in der Ex
pedition ds. Bl. abzugeben. (*1211
Sen
See
(n
Krerakeinhad
elodiu-Syl
§ Fernſprecher 14517, 19475
Telegr.=Adr.: Melodiamuſik
Bankkonto:
2 Allgemeine Deutſche Credit=
Anſtalt, Leipzig
1
* Allen Freunden guter
§ Hausmuſik ſei genaueſte
Beachtung meiner folgenden
5 Offerte empfohlen! Um
jeder=
mann die Anſchaffung meiner
rühmlichſt bekannten
Melodia=Bekord=
: Muſik=Inſtrumente
5 zu ermöglichen, liefere ich auf
Wunſch gegen bequeme
monatliche Teilzahlungen.
Es kommen nur wirklich
vor=
zügliche Inſtrumente zum
Der=
ſand, wie die täglich eingehen=
§ den, ſchon nach Tauſenden
s zählenden lobenden Urteile
Filiale Bodenbach a. Eibe
Fernſprecher Nr. 46
Bankkonto: Anglo=Oſterr.
Bank, Bodenbach
eipzic
C
eora Bernhurdt.
Scheckkonten bei Doſtſparkaſſen:
bien Nr. 29225 Bndapeſt r. 2020
mneine Kontor= und Lagerräume umfaſſen über 5000 Guadratmeter. Perſonal zirka 200 Kontorangeſtellte
* meinerzahlreichen Kundſchaft §
des In= und Auslandes be=
2 weiſen. — Trotz äußerſter
§ Kalkulation gewähre ich bei
ſofortiger Barzahlung
10% Rabatt, während bei
Bezug gegen Teilzahlung ſich
ia
Nachſtehende Dreiſe um keinen
(*
Pfennig erhöhen.
Heder, auch der kleinſte
Auftrag iſt willkommen
und findet ſorgfältigſte Er=
Eöigutg,. Seidungen bis zu
10 Mark unter Nachnahme,
größere Sendungen auf
Se
§ Wunſch gegen bequeme
Teil=
zahlungen.
eledia=Muſikinſtrumente ſind in vielen Tauſenden verbreitet und als verzüglich anerkannt!
S ee
G eie ee een, een
Ack
Hon
Kan.
Gegen monatlicheleißublungen
e n
Kaufen Sie
Mnur die bekannten
Melodia-
Rekord-
Musik-
Instrumente))
(Melodie-Violinen
Melsdia=Rekord=
Apparate
mit Trichter
Zu jedem Muſik=
und Sprechapparat
werden 5 Melodia=
Platten mit
10 Muſikſtücken
koſtenfrei geliefert!
„Apolls=
Melodia=
Bekerd.
SMelodia-Mandolinen
ene ee e)
Kaufen Sie
(nur die bekannten?)
Melodis-
Rekord-
Musik-
Instrumente
„
Relodia=
Bekors.
(CChrsthaum-Untersähe
2
M
Melodia-Gifarren
„Apollo‟. Melodia=Rekord=Apparat.
Gehäuſe: Größe ca. 282228—15½. Außbaum, Hochglanz poliert. Auf
der Dorderſeite mit eleganter Plakette verziert. Melodia=Rekordwerk,
aufziehbar während des Spiels. Trichter mit go cm Schallöffnung.
Melodia=Rekord=Schalldoſe, Garantie 1 Jahr. Preis (mit 10
Muſik=
ſtücken) m. 38.50. Monatsrate M. 2.—.
„Merkur”. Melodia=Bekord=Apparat.
Gehäuſe: Größe ca. 52252216½. Imitiert Hellmahagoni, Hochglanz
poliert. Die Vorder= und Heitenwände, ſowie die deckelkanten mit Bronze=
Perlleiſten verziert. Die Dorderſeite ſchmückt eine elegante Dlakette.
Melodia=parlsphonwerk, aufziehbar während des Spiels. Trichter
mit 45 cm Schallöffnung. Melsdia=Bekord=Schalldoſe. Garantie
1 Jahr. Preis (mit 10 Muſikſtücken) M. 48.—. Monatsrate M. 3.—.
8
Melodia-Akkordians
Zieh-Harmanikas
6
„
Arien‟
Relodia=Rekord=Apparate
ohne Trichter.
Orpheus‟
Melodis-
Mionzert-Zithern))
Melodie-
Nasckord Zithern
SaiefT
) Melodie-Bandonions (
eee
22
Welodia-Fammein
S
Melodia-Flöten
AArion”. Melodia=Rekord=Apparat.
Gehäuſe: Größe ca. 57—57218 cm. Uußbaumfarbig poliert,
Dorder=
ſeite mit Holzjalouſie. An beiden Ecken Bronzebeſchläge. Melsdia=
Parlophonwerk. Melodia=Bekord=Schallboſe. Garantie 1 Jahr.
Preis (mit 10 Minſikſtücken) m. 45.—. Monatsrate M. 3.—.
„Orpheus”. Melodia=Rekord=Apparat.
Gehäuſe: Größe ca. 58X5) X18 cm. Eiche hell poliert, mit 2 Türen.
Hinter den Türen Holzjalouſie, beide Türen geſchmückt mit
Bronze=
kränzen. Melodia=Parlophonwerk. Melodia=Rekord=Schalldsſe.
Gar. 1 Jahr. Preis (mit 10 Muſikſtücken) M. 60.—. Monatsrate M. 4,—.
AMelodia-Irompeten
Melodie-Hörner
e
undanst
und
H
ca300
MMlelodia-Harmoniunse Brllanden Ote portofrei Janstkähfloie Seitenstark. (Melodia-Spieſdosen
Bei Barzahlung gewähre ich 10% Babatt!
Muſik=Inſtrumente
zu ermöglichen, liefere ich auf
Wunſch gegen bequeme
monatliche Teilzahlungen.
Es kommen nur wirklich
vor=
zügliche Inſtrumente zum
Der=
ſand, wie die täglich
eingehen=
den, ſchon nach Tauſenden
zählenden lobenden Urteile
meine Kontor= und Lagerräume umfaſſen über 5000 Quadratmeter. Perſonal zirkaſ200 Nontorangeſtellte
Relodia=Rekord=
Apparate
mit Trichter
Kaufen Sie
nur die bekannten
Melodia-
Zu jedem Muſik=
und Sprechapparat
werden 5 Melodia=
Dlatten mit
10 Muſikſtücken
koſtenfrei geliefert!
Rekord
Musik-
Instrumente
Merkur
„Apollo‟
Melodia=
Bekord.
Relodia=
Bekord.
„Apollo‟. Melodia=Rekord=Apparat.
Gehäuſe: Größe ca. 28228215½. Außbaum, Hochglanz poliert. Auf
der Dorderſeite mit eleganter Dlakette verziert. Melodia=Rekordwerk,
aufziehbar während des Spiels. Trichter mit go cm Schallöffnung.
Melodia=Rekord=Schalldoſe, Garantie 1 Jahr. Preis (mit 10
Muſik=
ſtücken) M. 38.50. Monatsrate M. 2.—.
Arion=
[ ← ][ ][ → ]Relodia=Muſikhaus Georg Bernhardt in Leipzig.
„Mignon”. Melodia=Rekord=Apparat.
Gehäuſe: Größe ca. 56256X17 cm. Echt Eiche mit
Buchenſockel. Hochglanz poliert. Ecken mit reichen Pilaſtern
Dorderſeite mit zwei Mädchenköpfen in Eichenrahmen
wiſchen dieſen 1 Liſene. Melodia=Parlophon=Werk.
Trichter mit a5 cm Schallöffnung. Melodia=Konzert=
Schalldoſe. Garantie 2 Jahre. Preis (mit 10
Muſik=
ſtücken) M. 62.50. Monatsrate M. 4.—.
Zu jedem
Muſik=
u. Sprechapparat;
werden
5 Melodia=Platten;
: m. 10 Muſikſtücken
; koſtenfrei geliefert!;
Relsdia=
Bekors=
Apparat
mit
Trichter.
„Oberon‟.
Relodia=Rekord=
Apparat.
Gehäuſe: Größe ca. 5726572c20 cm. Echt Eiche
mit Buchenſockel, fein poliert mit modernen Pilaſtern
u. Holzroſetten. Dorderſeite mit 2 hochfeinen
Oryd=
plaketten geſchmückt. Melodia=Parlophon=
Werk. Trichter mit 52 cm Schallöffnung.
Meledia=Konzert=Schalldsſe. Preis (mit 10
Muſikſtücken) M. 80.—. Monatsrate m. 5.—
„Oberon‟
Feiner Luxus=
Apparat
mit Trichter:
Wünſchen
Sie einen
Paſſend für Reſtaurants und Cafés.
Sprechappararmit Gelbeinwulrſ . verlangen Die meinen reich illuſtrierten Katalog gratis.
Amor‟
Trichterloſer Melodia=
Rekord=Apparat
„Amor‟. Meledia=Rekord=
Apparat ohne Trichter.
Gehäuſe: Größe ca. 59—240=220 cm. Kaſten Sapehli=
Mahagoni mit Cüren und Holzjalonſien. Cüren mit
ſchönen Intarſien. Melodia=Parlophon=Werk.
Melodia=Konzert=Schalldoſe. Garantie 2 Jahre.
Preis (m. 10 Muſikſtücken) m. 75.—. Monatsrate M. 5.—
„Mars”. Melodia=Rekord=
Apparat ohne Trichter.
Gehäuſe: Größe ca. 452g5850 cm. Eiche, hochfein
poliert mit Deckel und voller Schalltüre. Stirnſeite des
Deckels und Türen mit hochfeinen Dlaketten in Oxyd
verziert. Die Gberſeite des Deckels iſt außerdem mit
einer feinen Intarſie verſehen. Hinter den Türen
Holzialouſien. Melodia=Parlophon=
Doppelfeder=
werk. Melodia=Konzert=Schalldoſe. Eleganteſte
„Amor” Ausführung. Garantie 2 Jahre. Preis (mit 10
Muſikſtücken) M. 100.—. Monatsrate m. 5.—.
„Mars=
Trichterloſer
Melodia=Rekord=Apparat
Mars‟
Chriſtbaum=
Unterſätze
mit Muſik.
Selbſt drehend
Garantie für ſolides Triebwerk.
Laufzeitsca. 15 Minuten. Feines
Nickelgehäuſe. Glockenſpiel im
Apparat eingebaut! Tragkraft
ca. 25 Hilogramm.
Modell I: (ohne Glockenſpiel)
mit 1 Walze (2Weihnachfslieder)
M. 24.−
Modell II:
mit 1 Walze, aber mit
Glocken=
ſpiel, m. 28.−
Modell III:
(ohne Glockenſpiel)
mit 2 Walzen (2 Weihnachts=
und 2 heitere Lieder) M. 32.−
Modell IV:
mit 2 Walzen, aber mit
Glocken=
ſpiel, M. 36.—
Monatsrate je M. 2.—
Große Melodia=
Bekord=Platten
Das Beſte in
Oprech=
maſchinen=Dlatten
ſind meine
Melsdia=
Bekord=
Platten!
Paſſend für Muſik= und
Sprech=
apparate aller Art!
Aelodia=Spieldoſen
Bewährte Ausführung! Selbſtſpielend! Monatsrate 2—7 M.
Großes Repertsirr verzugliet in der
Wiedergabe! Ausgezeichnete Ulangfülle!
Größe ca. 25 cm Durchm. Preis M. 2.50. Bei Barzahlung 10% Rabatt.
Wenn Sie mit Ihren bisherigen Platten nicht zufrieden ſind,
ſo verlangen Sie nur meine bewährten Relodiaplaten.
Spezial=platten=Verzeichnis umſonſt!
Melsdia=Okarinas
und Triangeln
Größere Auswahl
im Muſikkatalog!
Nr. 30503. Triangel, aus beſtem Stahl, poliert, mit Schlägel
Nr. 30501, do. aber größer . . ..
Nr. 3750. Neueſte Reform=Okarina, ca. 15 cm lang
Nr. 3763. do.
do.
mit Stimmzug
Nr. 3728. Wiener Gkarina, mit Stimmzug
Nr. 3730. do. do. größer . . .
Nr. 3731. do. do. mit Stimmzug und Ulappen
Aus Stahl!
Fein poliert!
12.50
Nr. 3191. Reißner Dorzellan=Okarina mit vernickeltem Stimmzug und 1 klappe, 21 cm lang m. 12.—
Monatsrate 2—4 Mark.
Nr. 1. 26 Stahlzungen
mit Bremſe, Gehäuſe
nußb. imit.
Uurbel=
aufzug . Größe zirka
212e17—15 cm (einſchl.
6 Notenbl) M. 27.50
Nr. 2. Dieſelbe, Größe
265223s1: cm M. 30.-
Nr. 3. 56 Stahlzungen
mit Bremſe, Gehäuſe
Außbaumimit. Größe
zirka 26525217 cm.
Feine Ausführung (m.
6 Notenbl.) M. 45.—
Nr. 4. Dieſelbe mit
Glockenſpiel M. 54.−
Nr. 5.49 Stahlzungen
und 6 Glocken. Größe
ca. 5o02ratr em (m.
6 Uotenbl.) M. 62.50
Nr. 6. ZaStahlzungen
SK
tehente Wröße
irka Mszze 18 cm.
Gehäuſe Rußbaum
fourniert. Elegante
Ausführung (mit 6
Dorzügliches Noten=Repertoir. Notenbl.) M. 72.−
Nr. 7. 61 Stahlzungen und 10 Glocken. Größe ca. 40 X58 X 19 cm.
Feinſte Ausführung (mit 6 Notenblättern) .
. M. 120.−
Beichhaltigere Auswahl im Muſikkatalsg!
Melsdia=Crommeln
Beſtes deutſches Erzeugnis!
Nr. 3033. Kindertrommel, 26 cm Durchm. Blech M. 5.—
Nr. 3010. do. 30 cm Durchm., Uieſſing M. 10.—
Nr. 30385. Schultrommel, 51 cm Durchm., Durabel
„M. 15.50
Nr. 30333. Curnertrommel, ca. 55 Durchmeſſer, 15½) cm
Höhe M. 20.—
Nr. 30358. Uonzert=Wirbeltrommel, ganz von Meſſing,
5 Schrauben, ff. Stöcke, ca. 52 cm Durchm. M. 50.—
Nr. 39354. Dieſ., 8 Schraub., ca. 57 cm Durchm. M. 55.—
Nr. 30350. Dieſelbe, ganz von Aluminium M. 62.50
Relodia=Fplophone, Melodia=Becken,
Relodia=Hanken, Melsdia=Glockenſpiele
5 ſiehe Muſikkatalog!
Zeee Ze Z e e ee G e See
See e Ze e e e e e e e ee
Weitere Auswahl in meinem reich illuſtrierten Muſikkatalog - Bei Barzahlung gewähre ich 10% Rähatt
Relodia=Auſikhaus Georg Bernhardt in Leipzig.
Melodia=Diolinen mit Bogen und Naſten
Für komplette Diolinen mit Bogen, Naſten und
Hube=
hör ſtellen ſich die Preiſe der nebenſtebenden Biolinen auf=
a) Schüler=Violinen
Monatsrate 2 Mark
Nr. 90 .
.. m. 13.−
Nr. 110.
„ 16.−
Nr. 150.
18.50
Nr. 190 .
„ 23.−
Nr. 220 .
24.−
Ntr. 250
25.−
Nr. 350 . .
32.50
Nur
erſt=
klaſſige
Fabrikate!
H
Weitere
Auswahl
im
Muſik=
Natalog!
H
b) Orcheſter=Violinen
Monatsrate 2—4 Mark
Nr. 390
. M. 35.−
Nr. 470
49.50
Nr. 490
54.50
Nr. 520
65.−
Nr. 530
„ 75.−
c) Konzert= und
Rünſtler=
violinen
Monatsrate 5—7 Mark
Nr. 5800
M. 80.−
Nr. 6100
„105.−
Nr. 6200
120.−
Nr. 6300
„130.−
Nr. 6400
150.−
Relsdia=Konzert=Hithern Feinſte Ausführung:
Monatsrate
aurpäläte
t e etetet e
uner
Herverragend im Son!
Nr 11410. Ahorn, Paliſander=
Imitation . . . . M. 20.−
Nr. 11420. Ahorn, Paliſander=
Imitation, Neuſilber=
Recha=
nik . . . . . . . M. 30.−
Nr. 11530. Echt Paliſander,
po=
lierter Boden, mit Neuſilber=
Mechanik . . . . M. 50.−
Nr. 11540a. Echt Paliſander,
mit weißpoliertem Boden,
feinſte Mechanik, mit
Perl=
mutter=Wirbeln, beſtes
Kon=
zert=Inſtrument . M. 67.50
Reichhaltige Auswahl im
Muſik=Katalog!
Ohne Notenkenntnis
ſofort ſpielbar!
Meledia=Gitarr=Hithern
monatsrate 2 Mark
mit unterlegbaren Notenblättern,
ohne verkenntniſſe
ven jedermann ſefort zu ſpielen.
Nr. 12210. Schwarz poliert mit Skala, 5
Ak=
korde, 41 Saiten, Größe 55X40 cm M. 12.—
Nr. 12220. Dieſelbe, größer, 36X52 cm, 15.−
Nr. 12 230. Dieſelbe, mit 6 Akkorden , 20.−
(Die Preiſe verſtehen ſich einſchl. 6Notenblättern.
Ferner führe ich ingreicher Auswahl
Akkors=Hithern
Streich=Hithern.
Beachten Sie meinen illuſtrierten Muſikkatalog!
Relodia=Randolinen und Gitarven
Relodia=Lauten
Reichhaltige
in meinem
Auswahl
Muſik=Katalog!
Relodia=Diolinen ohne Bogen und Naſten,
a) Schüler=Biolinen
e
Nr. 903.
Nr. 1103.
Nr. 1503.
Nr. 1903.
Nr. 2203.
ſr. 2503.
Nr. 3503.
Stradivarius, gelbbraun oder gelbrot ſchattiert
. M. 8.−
Stradivarius, gelbbraun od. gelbrot ſchattiert, Ebenholz=Garn. , 10.−
Stradivarius, gelbbraun od. gelbrot ſchattiert, beſſ. Ausführung „ 12.50
Stainer, goldbraun oder dunkel ſchattiert, mit Stempel
18.—
Stainer, alt imitiert, Liebhaber=Modell
16.−
Stradivarius, braun, hell oder dunkel, hübſches Modell
17.-
Stradivakius, mit goldbraunem Lack, Prima=Arbeit
22.50
Monatsrate 2—5 Mark
b) Orcheſter=Biolinen
Nr. 3903.‟ Stradivarius, gelbbraun, ſchattiert, ſauberſte Arbeit M. 25.−
Nr. 4703. Maggini, gelbbraun oder rötlichgelb, ſchattiert . „ 37.50
r. 4903. Stradivarius, imitiert, Lack nach alten
meiſter=
inſtrumenten . . .
42.50
Nr. 5203. Guarnerius, altgelb, zerſprungener Lack
50.−
Nr. 5303. Stradivarius=Imitation, großart. Con=Inſtrument „ 50.−
c) Konzert=u. Rünſtler=Violinen monatsrate 4—5 Mark
Nr. 58003. Amati, Dogelaugen-Ahorn, feinſte Arbeit . . M. 60.−
Nr. 61003. Amati, Schwartenboden, prachtvoll imitiert.
12.−
Nr. 62003. Stradivarins, goldbraun mit Elfenbeinſattel .
„ 80.−
Nr. 63003. Guarnerius, ganzer, prachtvoll geſlammter Boden „ 90.−
Nr. 64003. Duillaume, Gllack, matt oder glänzend .
„100.−
und ſo weiter bis zu 500 Mark.
Die Diolinen werden ohne Uinnhalter geliefert. Kinnhalter koſtet M. 1.25
Weitere reichhaltige Auswahl auch über alle anderen
Streichinſtrumente, insbeſondere Melodia=Diolas und
Melodia=Cellos uſw. finden Sie in meinem illuſtrierten
Muſik=Katalog!
Relodia=Blas=Inſtrumente
Prima Qualität!
Reichhaltige Auswahl
aller Arten Metall=Blas=
Inſtrumente in meinem
Muſik=Ratalog!
Meine Mandolinen zeichnen ſich aus durch glockenreine Menſur, ſaub. Arbeit u. großen Ton.
Monatsrate 2—5 Mark
Monatsrate 2—5 Mark
Melodia=Mandolinen
.. M. 10.—
Nr. 16070. Ahorn, öteilig, poliert, olne Lackdecke.
18.-
Nr. 16 110. Ahorn, 15teilig, poliert, mit Lackdecke. Perlmutterſchalloch und Mechanik
Monatsrate 2—5 Mark
Monatsrate 2—5 Mark
Echte Italiener
.m. 18.−
Nr. 15740. Paliſander, 21teilig, echte Schildkrotſpielplatte
20.−
Nr. 15750. Paliſander, 21teilig, Schmetterlingseinlage .
Nr. 15820. Paliſander, 21teilig, ſchönes Perlmutter=Schalloch, Decke mit Schwalbe ausgelegt „ 31.25
37.50
Nr. 15900. Daſſelbe, beſſere Ausführung, feines Perlmutter=Schalloch.
, 55.−
Nr. 16000. Paliſander, 25 teilig, eingelegte Schwalbe, hochfein .
Nr. 16030. Paliſander, 29 teilig. Rokokg, verdeckte Neuſilber=Rechanik, Schalloch in
Perl=
mutter, mit eingelegtem Schmetterling, Lurusmodell M. 115.— und ſo weiter bis zum feinſten.
Monatsrate 2—5 Mark
Monatsrate 2—5 Mark
Melodia=Gitarren
Nr. 13 660. Rot od. gelb lack., m. mechanik M. 10.— Nr. 13 780. Dieſelbe m. perlmutt. Einlage M. 25.—
Nr. 13 740. Paliſand.=Imit., m. Mechanik „ 16.— Nr. 13830. Echt Paliſand., feinſte Ausführ. „ 45.—
Monatsrate 3—5 Mark
monatsrate 5—5 Mark
Melodia=Lauten, 6ſaitig
.m. 40.−
Nr. 14290. Ahorn, mit Mechanik .
62.50
Nr. 14340. Paliſander, hochfeine Ausführung
87.50
Nr. 14350. Ahorn, Künſtler=Inſtrument
Cornets in B oder C.
Nr. 114 in B mit A=Satzſtück oder in
C mit B=Aufſteckbogen . M. 47.50
Nr. 114½ in B mit A.=Satzſtück, genau wie
„Courtois=Paris” mit doppelt.
Waſſer=
klappe. Feinſte Ausführung M. 80.−
Trompeten in B oder C.
Nir. 115 in B mit A=Satzſtück oder in
C mit B=Aufſteckbogen . M. 44.—
Nr. 115a. do. Beſſere Qualität M. 47.50
Nr. 115b. do. Feinſte Ausführung.
(Rate 3—6 Mark). M. 50.—
Flügelhörner in Bod. C u. B.
Nr. 1117 in B, Solo=Inſtrument M. 50.−
Tenorhörner in Bod.C u. B.
Nr. 1148 (Althorn) in B . M. 32.50
Zugpoſaunen (ohne Dentile).
Nr. 1144a. Cenor=Poſaune in B mit
Neuſilber=Garnitur . . . M. 60.−
Jagdhörner in B.
Nr. 11154. Pleß=modell . M. 60.—
Meledia=Eplephone
Melodia=Tambourins
Melodia=Becken
Relodia=Glockenſpiele
Relodia=Harfen
ſowie Schulen zum Erlernen dieſer und
aller übrigen Muſik=Inſtrumente finden
Sie in meinem Muſik=Natalog.
Relodia=Bumbäſſe
Monatsrate 5—6 Mark.
Nr. 1500. Einfache Ausführüng
. M. 35.−
Nr. 1520. Mit Uopf, fein poliert und gemalt ..
„ 60.−
Nr. 1550. Datent mit Trommel und Feder, wie
neben=
ſtehende Heichnung, große Sorte
. 75.−
Aelodia=Dikkolo=Flsten
Nr. 18010. Grenadill, mit 1 Klappe, ohne 5ug
Nr. 18020. Grenadill, mit 1 Klappe, mit Hug.
Nr. 18060.
Grenadill, in D oder C, mit 6 Klappen,
Hug, Kork und Uapſeln .
Melsdia=Crommel=Flsten
Nr. 18190. Turnerflöte, Grenadill, xteilig, mit 1
Neu=
fülberwalzenklappe:
. M. 4.—
Nr. 18200. Ordonanzflöte, Militärflöte, Grenadill mit
angeſchnitztem Buckel .
„ 5.−
Melsdia=Schalmeien
Nr. 18520.
Nr. 18540.
Nr. 18560.
Grenadillholz mit gr
euſilber=
klappe
Buchsbaum mit großem Becher, 4
Neuſilber=
klappen
Birnbaum mit großem Becher, 6
Neuſilber=
klappe
.M. 12.−
14.--
OEEEGEHEG H G G GEHHHEEEEEEEE
Weitere Auswahl in meinem reich illuſtrierten Muſikkatalog!-BeiBarzahlung gewähre ich10% Babatt.
Nummer 228.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. November 1912.
Seite 20.
EE
EEEE
Relsdia=Muſikhaus Georg Bernhardt in Leipzig.
Melsdia=Akkordions
Relodia=Tanzbär
wiener und italieniſche Modelle! Nur Prima=Qualität!
Ueueſtes, verbeſſertes,
Monatsrate 2—5 Mark
mechaniſch ſpielbares Bandonion mit
Nr. 1350a. Altmahagonifarbiges Gehäuſe, lange Taſten
mit Derlmutterſcheiben, Prima Hinkplatten, Ajaxſtimmen,
einlegbaren langen Noten.
. M. 20.−
10 Taſten, 2 Bäſſe. Größe 262Lig cm .
„30.−
Nr. 1350b. Dasſelbe, 19 Caſten, 6 Bäſſe
Nr. 1367a. Dunkelbraun, 21 Stimmen, 8 Bäſſe. Feines
Inſtrument. Klaviatur mit Steinnußknöpfen. Meſſing=
„ 39.−
ſchonerecken. Größe 50 X16 cm
41.−
Nr. 1367b. Dasſelbe, 21 Caſten, 12 Bäſſe
Nr. 1367c. Dasſelbe. 51 Caſten, 16 Bäſſe. Gr.50X17½em „ 72.—
Nr. 1357a. Ertraf. Modell m. jakarandafurniert. Gehäuſe,
m. Holzadereinlage. 21 Taſten, 8 Bäſſe. Größe 29X15 cm „ 50.−
Nr. 1357b. Dasſelbe, 2 Taſten, 12 Bäſſe. Größe 20XX15cm „ 57.50
Nr. 1358a. Dasſelbe, 51 Caſten, 12 Bäſſe. Große 51SSlocm „ 90.−
Nr. 1358b. Dasſelbe, 51 Caſten, 16 Bäſſe. Größe 5(Xlécm „105.−
Wenn mit Stahlſtimmen gewünſcht, beträgt der Mehrpreis bei
Akkordions mit 10 Caſten, 2 Bäſſen M. 2.— bis 3.—, 21 Caſten,
6 Bäſſen M. 4.— bis 5.—, 21 Taſten. 12 Bäſſen M. 6.— bis 8.—,
Wenn nichts
51 Caſten, 12 Bäſſen M. 9.— bis 11.—, 51 Caſten, 16 Bäſſen
anderes
Von jedermann
M. 10.− bis 12.−
verlangt,
Weitere große Auswahl im Muſik=Katalog!
ſofort ohne Notenkenntnis ſpielbar!
liefere ich Akkordions in Normalſtimmung.
Monatsrate 5—5 Mark.
elodia=Bandonions
Nr. 241. Bandonion=Gehäuſe. Mit
Neuſilber=
ſtab. 52 Cöne. Größe ca. 20X20Xx55 cm.
retenener enen
.. M. 48.−
Preis (einſchl. 5 Notenrollen)
Nur Stahlſtimmen!
Nr. 242. Bandonion=Gehäuſe. Mit
Neuſilber=
a) Schulbandonions. Monatsrate 5—5 M.
ſtab. 80 Töne. Größe ca. 52X22X22 cm.
Einfachtönig. Gehäuſe jakarandafurniert mit
„ 69.−
Preis (einſchl. 5 Notenrollen)
Nr. Neuſilberſtab und Neuſilbertaſten.
Nr. 245. Bandsnion=Gehäuſe. Mit Neuſilber=
2002. 64 Cöne, 52 Caſt., I6Sl?½ cm M. 55.−
ſtab. I12 Töne. Gktavſtimmung. Größe ca.
2003. 88 „ 44 „ I7½819 „ „ 94.−
52X255c25 cm. Preis (einſchl. 5 Notenrollen) „ 88.—
2004, 100 „ 50 „18½
2 „ „108.−
b) Doppeltsnige Bandonions (Gktav)
Monatsrate 8—16 Mark
Gehäuſe jakarandafurniert mit Neuſilberſtab,
Muſik=Schulen
Schallringen und Perlmuttertaſten, Bälge mit
Neuſilber=Schutzecken. Prima Ausführung.
Nur erprobte und bewährte Lehrbücher.
Nr. 2026. 88 Cöne, 176 Hungen,
ga Caſten, Größe 19—20½ cm . M. 192.—
Akkordionſchule, Große
M. 2.—
Nr. 2027. 100 Cöne, 200 Hungen,
Bandonionſchule, Große
3.−
50 Caſten, Größe 20X&22 cm . . „ 225.−
Contrabaßſchule
Nr. 2028. 150 Cöne 260 Hungen,
65 Caſten, Größe 22½Sc2g½ cm „ 325.−
Cornet à Piſtonſchule
Flageoletſchule
Flötenſchule . . . . .
in A, B, C, D und Es.
Monatsrate 2—4 Mark
Gitarreſchule, Moderne
Melodia=Blarinetten
Nr. 16780. Birnbaum. 8 vernickelte Meſſingwalzen-
Harmonikaſchule, Große
. M. 17.—
Klappen, ſchwarz poliert.
Klarinettenſchule
Nr. 16860. Buchsbaum, 5 Neuſ.=Kl. m. Blattſchraube „22.—
Lautenſchule, Moderne .
Ntr. 16920 a. Grenadill, 10 Neuſilberklappen, Blatt=
Mandolinenſchule, Neue
ſchraube, Becherring .
„37.−
1 Nr. 16960. Grenadill, a Neuſilberklappen, 1 Brille,
Mundharmonikaſchule
Blattſchraube, Becherring .
„55.−
Monatsrate
Okarinaſchule
Nr. 17030. Grenadill, 15 Neuſilberklappen,
Melsdia=Flsten
Poſaunenſchule
2 Mark.
2 Brillen mit Rollen
„12.−
Schalmeiſchule
Trommelſchule
Reiche Auswahl!
Trompetenſchule . . .
Nr. 17470. D= oder C=Flöte, Birnbaum, g vernickelte Klappen, ſchwarz poliert
M. 8.−
Violinſchule, Teil I (für Anfänger)
C=Fuß=Flsten
do.
Buchsbaum, 6 Neuſilber=Klappen
„13.−
Nr. 17510. do.
violinſchule, Teil II (für Fortgeſchrittene) .
3.. Grenadillholz, 6 Klappen mit Nork und Napſel.
. 17.—
Nr. 17580. do.
H=Fuß=Flsten
Hitherſchule, Münchener (Diolinſchlüſſel=Ausgabe) , 2.—
Nr. 17630. C=Fuß =Flöte, Grenadill, 8 Drahtklappen und Rollen, Stahlfedern uſw.
„ 30.−
Hitherſchule, Münchener (Baßſchlüſſel=Ausgabe) . „ 2.—
Flsten Srſtem Hiegler
bis zu den feinſten Ausführungen. Derlangen Sie Muſik=Uatalog!
Aufträge unter
Relsdia=Mund=Harmonikas
Ich führe nur wirklich gnte lonzert=Inſtrumente. Mit Jahrmarktsware, die oft das Heimträgen
10 Mark
nicht wert iſt, kann ich nicht dienen.
expediere ich
16 Doppelloch, 52 Stimmen, Meſſingplatte, Nickeldecke, 12 cm lang
. M. 2.−
Nr. 1023.
der Einfachheit halber
40 „ (Oktav)
12 „
2.50
Nr. 1024. 10
Wiener Cremolo,
15
„ 5.75
Ntr. 1046. 48
gegen
xteilig, g0 Doppelloch, 160 Stimmen (Gktav), 4 Tonarten. Prima!
„10.−
Nr. 10148.
120
„ 50
Aamcemleut
Nachnahme,
7.50
Nr. 1040.
go Stimmen, Oktav=Stimmung. In feinem Holzetui. Elegante Ausführu=
3.75
Nr. 5580.
wenn der Betrag nicht
160 Stimmen, 4 Conarten, Meſſingplatten, Nickel=Stahldecken .
Nr. 3151.
10.−
gleich bei Beſtellung mit
80 Stimmen, Tremolo=Stimmung. Meſſingplatten. In Ulappetui.
3.-
Nr. 3150.
52 Stimmen. Mit 4fachem Glockenſpiel. Beliebtes Inſtrument
eingeſandt wird.
Nr. 7190.
3.25
Melodia=Harmoniums
LeaaE
M
Sofort ohne Notenkenntnis ſpielbar!
Verlangen Sie vor Anſchaffung eines Inſtruments meinen reich
Der Unterzeichnete beſtellt hiermit infolge des Proſpektes, welcher der.
Heitung beilag, bei Georg Bernhardt, Leipz
illuſtrierten Spezial=Natalog.
(Nichtgewünſchtes durchſtreichen!)
Einige der beliebteſten harmonium=Tppen ſind die
ſofort ohne Notenkenntnis ſpielbaren:
Muſik= u. Sprech=Apparate
Modell 6B1. Transportables Harmonium, =Wktaven G—G, ſeſt
Mark 58.50
Melodia=Rekord „Apollo”
eingebauter Spielapparat mit 59 Akkorden (Rate M. 6.—) . . M. 90.−
48.
Melodia=Rekord „Merkur”
Melodia=Rekord „Arion”
modell 6B3. Kleine Harmoniumorgel, Saugwind=Spſtem.
45.−
Je mit
Melodia-Rekord „Grphens”
60.−
1 Spiel, a Oktaven, 1 Uniehebel. (Rate M. 10.—)
. . „ 200.−
10 Muſik.
Relodia=Rekord „Mignon”
modell CB4. 2Spiele, 5 Oktav., 6 Regiſter, 1 Kniehebel (Rate 15M.) „ 340.−
ſtücken —
Melodia=Rekord „Oberon”
Modell CB7. 5Spiele, 5Oktav., 15 Regiſter, 2 Uniehebel (Rate 20 M.)—„-500.−
— Melodia=Rekord „Amor”
Zu jedem Harmonium gehören Spielapparat und Liederbücher.
Relodia=Rekord „Mars”
Bei Barzahlung gewähre 10% Babatt!
Melsdia=Muſik=Inſtrumente
Meine Abteil=
Mitteilungen
Mie Optik und 2.
Poſtkarte
möchte ich beſonderer Beachtung
5 Pfennig=
Marke
liefere unter den gleichen günſtige
Photsgraphiſche Apparate, Fer
gläſer, Trieder=Binocles (G.
An die Firma
Mikroſkope, Thermometer, Re
maſchinen aller Arten, Lat
Erperimentier=Räſte
Georg Bernhardt
— Derlangen Die Spezial=
Jeder, auch der kleinſte Auftrag, wird pünktlich
Tauſende Anerkennungsſchreiben! Teilzahlung bei Bezügen vo
3
IHH Hf Ge Gb HHH S HHHHGEH GEE E
Leipzig
Bei Barzahlung gewähre ich 10% Rabat
Brandenburger Str. 14/18
30
[ ← ][ ][ → ]Relodia=Auſikhaus Georg Bernhardt in Leipzig.
Wenn nichts
anderes
verlangt,
liefere ich Akkordions in Normalſtimmung.
Relodia=Akkordions
Wiener und italieniſche Modelle! Nur prima=Qualität!
Monatsrate 2—5 Mark
Nr. 1350a. Altmahagonifarbiges Gehäuſe, lange Taſten
mit Derlmutterſcheiben, Drima Hinkplatten, Ajarſtimmen,
.M. 20.−
10 Caſten, 2 Bäſſe. Größe 262Cla cm .
30.−
Nr. 1350b. Dasſelbe, 19 Taſten, 6 Bäſſe
Nr. 1367a. Dunkelbrann, 21 Stimmen, 8 Bäſſe. Feines
Inſtrument. Klaviatur mit Steinnußknöpfen. Meſſing=
. 39.−
ſchonerecken. Größe 50X/6 cm
, 41.−
Nr. 1367b. Dasſelbe, 21 Caſten, 12 Bäſſe .
Nr. 1367c. Dasſelbe, 51 Taſten, 16 Bäſſe. Gr. 50XS17½cm „ 72.−
Nr. 1357a. Ertraf. Modell m. jakarandafurniert. Gehäuſe,
m. Holzadereinlage. 21 Taſten, 8 Bäſſe. Größe 29X/5 cm „ 50.−
Nr. 13570. Dasſelbe, 21 Caſten, 12 Bäſſe. Größe 20X15cm „ 57.50
Nr. 1358a. Dasſelbe, 51 Taſten, (2 Bäſſe. Größe 515C(6cm „ 90.−
Ntr. 1358 b. Dasſelbe, 51 Taſten, (6 Bäſſe. Größe 5(Slécm „105.−
Wenn mit Stahlſtimmen gewünſcht, beträgt der Mehrpreis bei
Akkordions mit 10 Caſten, 2 Bäſſen M. 2.— bis 3.—, 21 Caſten,
6 Bäſſen m. 4.— bis 5.—, 21 Taſten, 12 Bäſſen M. 6.— bis 8.—,
51 Caſten, (2 Bäſſen M. 9.— bis 11.—, 51 Caſten, 16 Bäſſen
M. 10.− bis 12.—
Weitere große Auswahl im Muſik=Katalog!
ſelodia=Bandonions
214
Nur erſtklaſſige erprobte Inſtrumente!
Nur Stahlſtimmen!
a) Schulbandonions. Monatsrate 5—5 M.
Einfachtönig. Gehäuſe jakarandafurniert mit
Nr. Neuſilberſtab und Neuſilbertaſten.
2002. 6a Cöne, 52 Caſt., I6Sfr½ cm M. 55.−
19 „ „ 94.−
2003. 58 „ au „
„ „108.−
2004. 100 „ 50 „18
b) Doppeltsnige Bandonions (Gktav)
Monatsrate 8—16 Mark
Gehäuſe jakarandafurniert mit Neuſilberſtab,
Schallringen und Perlmuttertaſten, Bälge mit
Neuſilber=Schutzecken. Prima Ausführung.
Nr. 2026. 88 Cöne, 176 Hungen,
ga Taſten, Größe 19—20½ cm . M. 192.−
Nr. 2027. 100 Cöne, 200 Hungen,
50 Caſten, Größe 20X22 cm . . „ 225.−
Nr. 2028. 150 Cöne, 260 Hungen,
65 Caſten, Größe 22½Sx2g½ cm „325.−
Melodia=Klarinetten
Melodia=Flsten
Monatsrate
2 Mark.
in H, B, C, D und Es.
Monatsrate 2—4 Matt
Nr. 16780. Birnbaum, 8 vernickelte Meſſingwalzen=
Klappen, ſchwarz poliert .
. M. 17.—
Nr. 16860. Buchsbaum, 5 Neuſ.=Kl.m. Blattſchraube „ 22.—
Nr. 16920 a. Grenadill, 10 Neuſilberklappen,
Blatt=
ſchraube, Becherring .
„37.−
Nr. 16960. Grenadill, 14 Neuſilberklappen, 1 Brille,
Blattſchraube, Becherring .
„55.−
Nr. 17030. Grenadill, 15 Neuſilberklappen,
2 Brillen mit Rollen .
„72.−
Nr. 17470.
Nr. 17510.
Nr. 17580.
Nr. 12630.
e e e enen
de. Luchebaun, e Teufſlber=Flappen
de.
do. do. Grenadillholz, 6 Klappen mit Uork und Napſel.
C-Fuß=Flöte, Grenadill. 8 Drahtklappen und Rollen, Stahlfedern uſw. .
bis zu den feinſten Ausführungen. Derlangen Sie Muſik=Uatalog!
Reiche Auswahl!
C=Fuß=Flsten
H=Fuß=Flsten
Flöten Srſtem Hiegler
Relodia=Tanzbär
Ueueſtes, verbeſſertes,
mechaniſch ſpielbares Bandonion
einlegbaren langen Toten.
mit
Von jedermann
ſofort ohne Notenkenntnis ſpielbar!
Monatsrate 5—5 Mark.
Nr. 241. Bandonion=Gehäuſe. Mit
Neuſilber=
ſtab. 52 Cöne. Größe ca. 20X20xc55 cm.
.M. 48.−
preis (einſchl. 5 Notenrollen)
Nr. 242. Bandonion=Gehäuſe. Mit
Neuſilber=
ſtab. 80 Cöne. Größe ca. 52X22x22 cm.
69.−
Preis (einſchl. 5 Notenrollen)
Nr. 245. Bandonion=Gehäuſe. Mit
Neuſilber=
ſtab. 112 Töne. Gktavſtimmung. Größe ca.
SeSeösces cm. Preis (einſchl. 5 Notenrollen) „ 88.—
Muſik=Schulen
Nur erprobte und bewährte Lehrbücher.
Akkordionſchule, Große
M. 2.—
5.—
Bandonionſchule, Große
Contrabaßſchule
2.−
2.
Cornet à Piſtonſchule
2.−
Flageoletſchule
2.−
Flötenſchule . . . .
Gitarreſchule, Moderne
Harmonikaſchule, Große .
Klarinettenſchule
Lautenſchule, Moderne .
Mandolinenſchule, Neue
3.−
Mundharmonikaſchule
—.30
Okarinaſchule
0
Poſaunenſchule
Schalmeiſchule .
Trommelſchule
Trompetenſchule . . .
violinſchule, Teil I (für Anfänger)
3.-
Violinſchule, Teil II (für Fortgeſchrittene) .
„3.—
Hitherſchule, Münchener (Diolinſchlüſſel=Ausgabe) , 2.—
Hitherſchule, Münchener (Baßſchlüſſel=Ausgabe) . „ 2.—
Melsdia=Aund=Harmonikas
Ich führe nur wirklich gute Uonzert =Inſtrumente. Mit Jahrmarktsware, die oft das Heimtragen
nicht wert iſt kann ich nicht dienen.
Nr. 1023. 16 Doppelloch, 32 Stimmen, Meſſingplatte; Nickeldecke, 12 em lang .
.M. 2.−
40 „ (Gktav)
12 „
2.50
Nr. 1024. 10
Wiener Cremolo,
15
3.75
Nr. 1046. 48
Nr. 10148. gteilig, 40 Doppelloch, 160 Stimmen (Gktav), a Conarten. Prima!
10.−
120
7.50
Nr. 1040. 5 „ 50
Nr. 5580. go Stimmen, Oktav=Stimmung. In feinem Holzetui. Elegante Ausführung
3.75
Nr. 3151. 160 Stimmen, 4 Conarten, Meſſingplatten, Nickel=Stahldecken
10.−
Nr. 3150. 80 Stimmen, Tremolo=Stimmung. Meſſingplatten. In Nlappetui . .
3.—
Nr. 7190. 52 Stimmen. Mit 4fachem Glockenſpiel. Beliebtes Inſtrument
3.25
Aufträge unter
10 Mark
expediere ich
der Einfachheit halber
gegen
Nachnahme,
wenn der Betrag nicht
gleich bei Beſtellung mit
eingeſandt wird.
Melsdia=Harmoniums
Sofort ohne Notenkenntnis ſpielbar!
Verlangen Sie vor Anſchaffung eines Inſtruments meinen reich
illuſtrierten Spezial=Katalog.
Einige der beliebteſten Harmonium=Cppen ſind die
ſofort ohne Notenkenntnis ſpielbaren:
modell 6B1. Transportables Harmonium, 5ktaven G—G, ſeſt
eingebauter Spielapparat mit 59 Akkorden (Rate M. 6.—) . . M. 90.−
modell 6B3. Kleine Harmoniumorgel, Saugwind=Spſtem.
1 Spiel, a Oktaven, 1 Uniehebel. (Rate M. 10.−
. . „ 200.−
modell CB4. 2Spiele, 5 Oktav., 6 Regiſter, 1 Kniehebel (Rate 15M.) „ 340.−
Modell CB7. 5Spiele, 5Oktav., 15 Regiſter, 2 Uniehebel (Rate 20 M.)„—500.−
Zu jedem Harmonium gehören Spielapparat und Liederbücher.
Bei Barzahlung gewähre 10% Rabatt!
E
Der Unterzeichnete beſtellt hiermit infolge des Droſpektes, welcher der
Heitung beilag, bei Georg Bernhardt, Leip
(Nichtgewünſchtes durchſtreichen!)
Muſik= u. Sprech=Apparate
Meine Abteilung
Optik und Mechanik
möchte ich beſonderer Beachtung empfehlen. Ich
liefere unter den gleichen günſtigen Bedingungen:
Photographiſche Apparate, Ferngläſer,
Theater=
gläſer, Trieder=Binocles (Goerz), Barometer,
Mikroſkope, Thermometer, Reißzeuge,
Dampf=
maſchinen aller Arten, Laterna magica,
Erperimentier=Räſten uſw.
— Derlangen Sie Spezial=Katalog!
Jeder, auch der kleinſte Auftrag, wird pünktlich ausgeführt!
Tauſende Anerkennungsſchreiben! Teilzahlung bei Bezügen von 10 Mark an!
Melodia=Rekord „Apollo‟
Melodia=Rekord „Merkur‟
Melodia=Rekord „Arion‟
Relodia-Rekord „Orpheus”
Relodia=Rekord „Mignon”
Melodia=Rekord „Oberon”
Melodia=Rekord „Amor”
— Melodia=Rekord „Mars”
Je mit
10
Muſik=
ſtücken —
Mark
100.−
Melsdia=Muſik=Inſtrumentl
Mark
EEEEEEe
Bei Barzahlung gewähre ich 10% Rabatt.
Muſik=Natalog.
Spezialverzeichnis über Optik, Mechanik.
Spezialverzeichnis über Harmoniums.
Anzahlung Meaeansssese Mark
zahlbar in monatlichen Naten von Mark
ab
direlt portofrei. Die Raten werden immer bis zum 10. eines jeden Monats eingeſandt, anden
falls ſie per Poſtnachnahme auf meine Noſten zu erheben ſind. Bleibe ich mit zwei Naten oin
Einwililgung der Kirma im Küchſande, ſo in der ganze Reſtbenag ſorort falig. Das Gelefen
bleibt. bis zur volſtindigen Beiahlung Eigentun der obigen Zirma. Erfülungsort für gieſelen
und Zablung iſt für Deutſchand Teipzig= für Oſterreich Ledenbach= Als
Anzahlun=
ſind 19—20½, der Geſamtfſumme erwänſcht. welche bei überſendung der ware durch Nachnarn
zu erbeben iſt. Wohnungsänderungen ſind ſofor zu melden!
Vor= und Huname:
Stand:
Geburtsjahr:
Ort und Datum::
Straße und Nummer:
*
S 2 2 5
2
(457
6
5
FOu
2
.
2
1.2 D.
60
(
*8
2a
2
2
325
2 &
5 5
42
25
12
A
(585
5 2.4
(2
5 6