Abonnementspreis
Inſerake
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Be:
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Geſtern vormittag wurden in Dahlem bei Berlin in
Gegenwart des Kaiſers das Kaiſer=Wilhelm=
Inſtitut für Chemie und Elektrotechnik
einge=
weiht. Der Kaiſer hielt dabei eine Anſprache.
In Berlin kam es geſtern in einer Markthalle zu
Krawallen, weil die Fleiſcher ſich weiger:
ten entgegen ihrem Verſprechen, den Verkauf ruſſiſchen
Fleiſches zu übernehmen.
Die bayeriſche Regierung hat dem Landtag
einen Geſetzentwurf über den
Kriegszu=
ſtand vorgelegt, der lediglich eine im bayeriſchen
Recht beſtehende Lücke ausfüllen ſoll.
Graf und Gräfin Berchtold wurden am
Diens=
tag vom König und der Königin von
Italien in San Roſſore empfangen und ſind
abends nach Florenz abgereiſt.
Die franzöſiſche Regierung erkannte die volle
uneingeſchränkte Souveränität Italiensüber
Libyen an.
Die Serben ſind am Dienstag nachmittag in Priſchtina
eingerückt. Die Griechen beſetzten Kaſtro, die
Haupt=
ſtadt der Inſel Lemnos.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Geſetzentwurf über den Kriegszuſtand
in Bayern.
P. Unſer Münchener Korreſpondent ſchreibt uns: Dem
*bayeriſchen Landtag wurde am Mittwoch, den
323. Okt., der Entwurf eines Geſetzes über den
Kriegs=
zuſtand vorgelegt. Der Anlaß war nicht durch die
Be=
ſorgnis einer Kriegsgefahr gegeben, ſondern durch die
Er=
kenntnis, daß das deutſche Heer in Bayern nicht
die Möglichkeit von Sicherheitsmaßregeln entbehren darf,
die es im übrigen Reiche beſitzt. Nach dem Artikel 68 der
Reichsverfaſſung kann der Kaiſer, wenn die öffentliche
Sicherheit im Bundesgebiete bedroht iſt, einen jeden Teil
desſelben in Kriegszuſtand erklären. Bis zum Erlaſſe
eines diesbezüglichen Reichsgeſetzes gelten dafür die
Vor=
ſchriften des preußiſchen Geſetzes vom 4. Juni 1851. Nach
dem Verſailler Bündnisvertrag gilt der Artikel 68 in
Bayern nicht. Es iſt nicht wünſchenswert, dieſen Zuſtand
beſtehen zu laſſen, bis das betreffende Reichsgeſetz erlaſſen
iſt, was immerhin noch einige Zeit dauern kann. Deshalb
ſoll die notwendige Ergänzung des hayeriſchen Rechtes
jetzt vorgenommen werden. Der vorgelegte Entwurf
ſchließt ſich aufs engſte an das preußiſche Recht an.
Die bayeriſche Regierung hofft, daß die Preſſe in
einer Form von dieſem Entwurf Kenptnis nehmen wird,
die keine Beunruhigung der Bevölkerung,
beſonders der Börſenkreiſe, zur Folge hat.
Die „himmliſchen= Roſen”.
* Die Altnationalliberale Reichskorreſpondenz gibt
im folgenden eine Meinungsäußerung über den
Ein=
tritt der deutſchen Frau in die
Partei=
politik wieder, in der Abſicht, ihre Leſer für dieſe
ſo=
wie andere Zeitfragen zu intereſſieren:
Es iſt altmodiſch geworden, das Wort von den
„himmliſchen Roſen” die die Frauen ins irdiſche Leben
flechten. So leicht kommt der Tiſch= oder
Verſammlungs=
redner, der die „Damenrede” übernommen hat, nicht mehr
davon. Das Wort paßt nicht mehr recht in die Zeit, es
iſt zu aufſchauend, zu gläubig; vielleicht paßt die „
Damen=
redet überhaupt nicht mehr: gerade Redner, die den
Frauen ergeben ſind — meiſt in Gedanken an die eigene
Frau oder die Mutter —, treffen nicht immer den Ton,
der den tätigen Frauen von heute recht iſt; man lächelt
verlegen oder gar ſpöttiſch; weder die Huldigungen noch
die Scherze der alten Art ſind am Platze. Die Frauen ſind
ja ſelbſt Partei geworden: Partei gegenüber anderen
Parteien, Partei innerhalb der eigenen Partei, oft auch
Partei gegenüber dem Manne. Das ſoll kein Vorwurf
ſein; für ſpäter erhofft man eine höhere Einheit und
Ver=
ſöhnung in einer geſteigerten Menſchenkultur, im
Gegen=
ſatz zur „Manneskultur” früherer Jahrhunderte. Mit
warmer Teilnahme kann man auf die hochgeſteckten Ziele
ideal ſtrebender Frauen blicken, auch auf das
wirtſchaft=
liche Werk der vielen Millionen Frauen, die in
Deutſſch=
land erwerbstätig ſind, und man muß erkennen, daß
daraus notwendig weitere Veränderungen folgen. Dem
Schickſalsrade kann man nicht in die Speichen fallen, aber
man kann ſich dafür einſetzen, daß die Entwicklung,
die von vielen mit Begeiſterung als Fortſchritt und Auf=
ſtieg empfunden wird, möglichſt wenig von Verluſten
an anderer Stelle begleitet wird.
Schon mancher Mann hat darunter zu leiden gehabt,
daß an ſeiner Seite ein Weib ging ohne Verſtändnis für
Mannespflicht und =arbeit, für höhere geiſtige
Beſtrebun=
gen und für das Schickſal der Volksgemeinſchaft; wenn die
Frauenbewegung dazu hilft, das Niveau des
Verſtänd=
niſſes zu heben, wer würde es nicht preiſen! Aber es ſind
Anzeichen vorhanden, daß das geſteigerte Lebensgefühl
der Frau zunächſt ſich im Drange nach größerer
Selbſtän=
digkeit und nach der Lostrennung vom Manne,
auch in der ehelichen Gemeinſchaft, äußern wird. Dieſe
Lostrennung wird durch die ſich dann naturgemäß
ein=
ſtellende Abwendung des Mannes erweitert werden. Einſt
hat ein Mann ſeiner Frau nach mehrjähriger Ehe
be=
kannt: Ich fürchte, ich würde nichts werden, was Gott
gefällt, wenn ich Dich nicht hätte: Du biſt mein
An=
ker an der guten Seite des Ufers reißt der,
ſo ſei Gott meiner Seele gnädig.‟ Es war kein
Weich=
ling, der das ſagte, ſondern Oto von Bismarck. Hätte er
nun den Anker nicht gefunden? Dann wäre er nach ſeinem
eigenen Geſtändnis nicht mit Sicherheit am guten Ufer
ge=
blieben. Und hätte die „ſelbſtändige”, ſelbſtbewußte
Frau=
von heute ihm der Anker ſein können und — wollen? Hier
iſt ſo ungeheuer viel zu verlieren, daß es Einem grauen
kann, wenn man an das Schickſal unſerer Kinder denkt
und daran, daß ſie nach der Jugend=„Verwilderung”, von
der Bismarck in Selbſtanklagen ſpricht, den Anker an der
guten Seite des Uſers nicht finden werden. Der Verluſt
droht nicht nur dem Manne, ſondern auch der Frau. Auch
dafür ein anſchauliches Beiſpiel aus den Briefen des
„rückſichtsloſen” Willensmenſchen Bismarck. Am 22. Jan.
1851 ſchreibt er ſeiner „Nanne”:
„. . . Nun höre zu! Ich will Dich nicht ſchelten, aber
ich fordere auf das Beſtimmteſte von Dir, dei allem
Ge=
horſam, den Du mir nach Gottes Wort ſchuldig biſt, daß
Du in jeden 24 Stunden, von Mitternacht zu Mitternacht
kerechnet, wenigſtens 6 Stunden im Bett ſchläfſt oder
doch ehrlich zu ſchlafen ſuchſt, es mag vorkommen, was
will. Wenn ich nicht an Deiner Liebe irre werden ſoll,
ſo wirſt Du mir hierin folgen; es iſt nötig und vernünftig,
wenn Du nicht durch den Tod von mir geſchieden ſein
willſt‟
Die Form, die hier gewählt iſt, mag preisgegeben
werden oder nicht, — Bismarck wandte diejenige an, die
am geeignetſten ſchien, Eindruck auf ſeine fromme
Jo=
heung zu machen: daß eine gewaltige, bewahrende.
hegende und hebende Lebenskraft in dieſer innigſten
Auf=
faſſung von Ehe und Familie ruht, kann keine kluge
Frauenrechtlerin beſtreiten. Dieſe Kraft zu ſchwächen
heißt nicht, Kultur und Geſittung fördern.
Deutſches Reich.
— Weiterer Ausbau der
Torpedodivi=
ſionen. In den neuen Flottenetat für 1913 wird, wie
wir hören, eine Forderung zum weiteren Ausbau der
Torpedodiviſionen eingeſtellt werden, nachdem die
Ent=
wicklung der Torpedodiviſionen mit 6 Abteilungen und
6 Flottillen im Jahr 1910 vorläufig zu einem Abſchluß
gebracht worden war. In der neuen Forderung zur
Ver=
mehrung des Perſonals und Materials des
Torpedo=
weſens dürfte die erſte Formation einer neuen, dritten,
Torpedodiviſion zu erblicken ſein, da der Inſpektion des
Torpedoweſens drei Diviſionen mit 9 Abteilungen und
9 Flottillen in der Front unterſtellt werden ſollen. „
Nau=
tikus 1912” bezeichnete dieſe Stärke bereits als das nächſte
Ziel in der Entwicklung der Torpedowaffe.
— Das Saugflaſchengeſetz, das, wie
gemel=
det, dem Reichstag zugegangen iſt, hat folgenden
Wort=
laut:
§ 1. Kinderſaugflaſchen mit Rohr oder Schlauch
ſo=
wie Teile zu ſolchen Flaſchen dürfen weder gewerbsmäßig
hergeſtellt noch zum Verkauf vorrätig gehalten, verkauft
oder ſonſt in Verkehr gebracht oder aus dem Ausland
eingeführt werden. § 2. Wer der Vorſchrift des § 1
zu=
widerhandelt, wird mit Geldſtrafe bis zu
einhundertfünf=
zig Mark oder mit Haft beſtraft. Daneben kann auf
Ein=
ziehung der Gegenſtände erkannt werden, ohne
Unter=
ſchied, ob ſie dem Verurteilten gehören oder nicht. Iſt die
Verfolgung oder Verurteilung einer beſtimmten Perſon
nicht ausführbar, ſo kann auf die Einziehung ſelbſtändig
erkannt werden. § 3. Dieſes Geſetz tritt drei Monate nach
ſeiner Verkündung in Kraft.
In der Begründung heißt es: Der Entwurf ſoll der
Verminderung der Säuglingsſterblichkeit dienen. Faſt der
dritte Teil aller Säuglingsſterbefälle iſt auf Erkrankung
der Verdauungsorgane zurückzuführen. Als bösartige
Erzeuger ſolcher Krankheiten werden von den Aerzten
allgemein die Kinderſaugflaſchen mit Rohr eder Schlauch
angeſehen. Es ſind das Flaſchen von verſchiedener Form
und Einrichtung, denen das gemeinſam iſt, daß den
Kin=
dern die Nahrung beim Saugen durch eine Leitung
zu=
fließt, die aus ſtarren Rohren oder Gummiſchläuchen oder
einer Verbindung beider beſteht. Dieſe Saugflaſchen ſind
in weiten Kreiſen beliebt, weil man die Kinder mit ihnen
ſich ſelbſt überlaſſen kann. Man gibt ſie ihnen in das
Bett, läßt ſie nach Belieben daraus ſaugen, während die
Flaſchen ohne Rohr oder Schlauch von den
Kinder=
pflegerinnen zur Zeit des Saugens in der Regel mit der
Hand feſtgehalten werden müſſen. Ueberdies ſind die
Rohr= und Schlauchflaſchen ſchwer zu reinigen und
brin=
gen für die ſich ſelbſt überlaſſenen Säuglinge die Gefahr
der Ueberfütterung mit ſich.
— Aus dem preußiſchen Landtag. Die
Fortſchrittliche Volkspartei des Abgeordnetenhauſes hat
folgende Interpellation eingebracht: Iſt die
Staatsregie=
rung bereit, mit Rückſicht darauf, daß die bisher
getrof=
fenen vorübergehenden Maßnahmen gegen die
Fleiſchteue=
rung unzulänglich ſind und die Gemeinden nicht dauernd
die außerhalb ihres Wirkungskreiſes liegende Aufgabe
übernehmen können, in die Geſtaltung der
Lebensmittel=
preiſe einzugreifen, a) im Bundesrat für weitere
Maß=
nahmen gegen die Teuerung, insbeſondere für die
Abän=
derung des Fleiſchbeſchaugeſetzes und die Aufhebung der
Futtermittelzölle einzutreten; b) zwecks Steigerung der
inländiſchen Fleiſchproduktion auf die Vermehrung des
mittlern und kleinern bäuerlichen Beſitzes durch
zweck=
mäßig und nachdrücklich betriebene innere Koloniſation
derart hinzuwirken, daß die Deckung des heimiſchen
Fleiſchbedarfs durch die deutſche Viehzucht möglichſt
ge=
ſichert wird? Am Freitag ſoll die Präſidentenwahl und
die nationalliberale Interpellation wegen der
Fleiſch=
teuerung auf die Tagesordnung geſetzt werden
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Im öſterreichiſchen
Abgeordnelten=
hauſe wies der Finanzminiſter im Laufe ſeines
Ex=
poſés auf das normale Anwachſen des Ausgabenetats
hin, wodurch die Grundloſigkeit der verbreiteten
Alarm=
nachrichten über angeblich beabſichtigte Droſſelungen auf
volkswirtſchaftlichem und kulturellem Gebiete erwieſen ſei.
Der Miniſter fuhr fort:
Die Entwickelung unſerer Volkswirtſchaft bietet im
großen und ganzen ein erfreuliches Bild. Die diesjährige
Ernte wird im allgemeinen im Durchſchnitt über mittel
bezeichnet. In der öſterreichiſchen Induſtrie machte die
Beſſerung der Konjunktur in dieſem Jahre weitere Fort
ſchritte. Auf das im allgemeinen günſtige Bild unſerer
induſtriellen Konjunktur legte ſich allerdings in den
letz=
ten Wochen infolge des Kriegsausbruchs auf dem Balkan
ein Schatten, ſo daß wichtige Aufnahmegebiete unſeres
Exports einige Zeit für den Verkehr nicht in Betracht
kom=
men können und ſich auch der Warenkredit ſchwieriger
ab=
wickelt. Der Finanzminiſter verwies ſodann auf die
über=
triebene Vernachläſſigung des Anlagemarktes zugunſten
des Aktienmarktes und ſchloß: Die Entwickelung unſerer
Banken und Kreditorganiſationen vollzieht ſich auch
i=
dieſem Jahre in erfreulicher Weiſe. Geſtützt auf dieſe
auf der vollen Höhe der internationalen modernen Kredit
technik ſtehende Organiſation kann unſer in befriedigende=
Weiſe zunehmendes Nationalkapital ſeine
Aktionskraf=
voll entwickeln. Ein illuſtriertes Beiſpiel nach dieſer
Richtung bietet die Tatſache daß es der Oeſterreichiſch=
Ungariſchen Bank gelingt, die Kurſe der ausländiſchen
Deviſen und der Valuten auf ihrer normalen Höhe zu
hal=
ten. Der Miniſter bittet ſodann um baldigſte Erledigung
des Voranſchlags.
Italien.
Aus Tripolis. Die Agenzia Stefani meldet
aus Tripolis: Die Konſuln Deutſchlands, Oeſterreich=
Ungarns, Frankreichs, Großbritanniens und der anderen
Mächte ſtatteten dem Gouverneur einen offiziellen Beſuch
ab. Man hat zwar noch keine Nachrichten aus dem
tür=
kiſchen Lager, glaubt jedoch, daß die allgemeine
Unter=
werfung und die Entwaffnung demnächſt erfolgt.
Frankreich.
Der Miniſterrat und die
internatio=
nale Lage. Zu der Miniſterratsſitzung, in der
Mini=
ſterpräſident Poincaré eine Darſtellung der
internationa=
len Lage gab, ſchreibt das Echo de Paris: Die Hauptſorge
bildet die Frage, ob die Großmächte unter den
gegenwär=
tigen Verhältniſſen ein ins einzelne gehendes
Programn=
annehmen können. Mehrere Miniſter äußerten offen ihre
Beunruhigung über die Lage und insbeſondere über die
Schwierigkeiten zwiſchen England und Rußland, ein
Ein=
vernehmen bezüglich der Frage herzuſtellen, ob die
krieg=
führenden Mächte zur Aufrechterhaltung des Status quo
gezwungen werden ſollen.
Frankreich und Italien in Afrika. Nach
der jetzt erfolgten offiziellen Anerkennung der
Souveräni=
tät Italiens über Tripolitanien und die Cyrenaika
wer=
den die beiden Mächte ſich jetzt über die Punkte eines Ab
kommens ins Einvernehmen ſetzen, durch welches die
Stellung Italiens in Marokko und Frankreichs in
Tripo=
litanien geregelt werden ſoll. Das Abkommen wird nach
ſeiner Unterzeichnung, d. h. in etwa acht Wochen,
ver=
öffentlicht werden.
Rußland.
Keine Anleihe. Die Petersburger Telegraphen=
Agentur iſt ermächtigt, die in der ausländiſchen Preſſe
verbreitete Nachricht, Rußland hätte durch Vermittelung
des Bankhauſes Mendelsſohn u. Co. und anderer
Ban=
ken in Deutſchland und Frankreich vergebliche
Anleihe=
verſuche gemacht, nochmals kategoriſch zu dementieren.
Die ruſſiſche Regierung hat ſolche Verſuche nicht
unter=
nommen. Auch plant ſie keine Anleihe, deren ſie nicht
be=
darf angeſichts des mehr als 450 Millionen betragenden
Barbeſtandes.
Gegen die Vergebung von ruſſiſchen
Schiffsbauten ins Ausland wendet ſich in
gro=
ßer Schärfe die Nowoje Wremja. Sie ſtellt feſt, daß der
Bauauftrag für acht Torpedoboote an die Zieſewerft in
Riga bereits eine Auslieferung an das Ausland bedeutet,
weil die Zieſewerft nichts anderes als eine Filiale der
Schichauwerft in Elbing ſei. Der Marineminiſter habe
ſein Wort alſo nicht gehalten und einen ſchönen Teil der
50=Millionen=Ausgabe wieder ins Ausland gehen laſſen.
Die ruſſiſche Arbeiterſchaft und die ruſſiſche Induſtrie
müßten gegen ſolche Verſchwendung ruſſiſcher
Kriegs=
gelder proteſtieren. Die ganze maſchinelle Einrichtung
der Torpedoboote werde zweifellos von Schichau in
El=
bing geliefert, obwohl hier Vorſchriften hätten gemacht
werden können, daß Werkſtätten im Innern Rußlands ſie
liefern. Das Blatt kündigt eine parlamentariſche Aktion
gegen die Vergebung der Schiffsbauten an.
Amerika.
Kanada. Der kanadiſche Premierminiſter Borden
unterbreitete dem Herzog von Connaught die Demiſſion
des Miniſters der öffentlichen Arbeiten Monk. Die
De=
miſſion wurde angenommen. Monk zieht ſich zurück, weil
er in Flottenfragen mit Borden uneins iſt. Er meint,
das kanadiſche Flottenprogramm ſollte den Wählern zur
Genehmigung unterbreitet werden, was Borden für
un=
nötig hält.
Mexiko. Ein Telegramm aus Veracruz meldet:
Der Befehlshaber der Bundestruppen verſprach, die
Stadt nicht vor 24 Stunden anzugreifen, um den Fremden
Gelegenheit zu geben, ſich in Sicherheit zu bringen. Der
Kapitän des amerikaniſchen Kreuzers teilte dem Führer
der Aufſtändiſchen Diaz mit, daß, falls bei dem Vorgehen
das Verſprechen, die völkerrechtlichen Grundſätze zu
beob=
achten, gebrochen würde, der Kapitän dieſes als einen
Bruch und als eine feindliche Haltung den Vereinigten
Staaten gegenüber anſehen müſſe. Eine Werft des
Ha=
fens ſoll zum Schutze der Fremden und Angeſtellten der
Handelshäuſer als neutrale Zone gelten und dem Kapitän
des amerikaniſchen Dampfers „Seguranco” unterſtellt
werden. Der Kapitän des deutſchen Dampfers „
Steiger=
wald” ſoll die Fremden an Bord nehmen. Nach einem
weiteren Telegramm aus Veracruz haben die
Regierungs=
truppen am Dienstag mittag den Vormarſch gegen die
Stadt begonnen. Der Kommandeur hat ſich geweigert,
eine weitere Friſt für die Entfernung der
Nichtkombattan=
ten nach der neutralen Zone zu gewähren. Auf den
Schiffen im Hafen befinden ſich jetzt 10000 Mexikaner
und 5000 Ausländer, darunter die ausländiſchen Konſuln.
General Diaz hat erklärt, es würde zu keinem Kampfe
in der Stadt kommen, wenn nicht die Vorpoſten
zurückge=
trieben würden.
* Zur Heimreiſe des Prinzen Heinrich
von Oſtaſien. Wie ſchon gemeldet worden iſt, hat
Prinz Heinrich von Preußen mit dem Anfang dieſer Woche
ſeinen Aufenthalt in Oſtaſien beendet und von Tſingtau
aus die Heimfahrt angetreten. Seit ſeiner Rückkehr aus
Japan hat der Prinz nahezu vier Wochen in unſerem
oſt=
aſiatiſchen Schutzgebiet geweilt. Während ſeiner
An=
weſenheit in Tſingtau blieb die Mehrzahl der Schiffe
des Kreuzergeſchwaders in der Kiautſchoubucht
verſam=
melt. Mit dem Prinzen kehren jetzt heim: der
Hofmar=
ſchall Vizeadmiral à la suite der Marine Freiherr v.
Sek=
kendorff; der perſönliche Adjudant des Prinzen
Kapitän=
leutnant v. Tyſzka; der Leibarzt Marineſtabsarzt Dr.
Bil=
finger; der dem Prinzen für die Reiſe vom Kaiſer
beige=
gebene Kommandant von Berlin, Generalleutnant à la
suite v. Böhn und der dienſtliche Adjutant des Prinzen,
Korvettenkapitän Köhler vom Admiralſtabe der Marine
in Berlin.
Die Prinzeſſin Heinrich weilt, wie gleichfalls ſchon
gemeldet, ſeit einigen Wochen zum Beſuch am ruſſiſchen
Hof, um dort ihren Gemahl bei ſeinem Eintreffen
begrü=
ßen zu können. Prinz und Prinzeſſin Heinrich werden
dann gemeinſam den letzten Teil der Heimfahrt
zurück=
legen. Bei ſeinem Eintreffen in Kiel zu Anfang
Novem=
ber tritt Kapitänleutnant v. Hugo als neuer perſönlicher
Adjutant des Prinzen zum Hofſtaat über, da inzwiſchen
der bisherige Adjutant, Korvettenkapitän v. dem
Kneſe=
beck, in den Flottenfrontdienſt zurückgekehrt iſt.
* Graf Berchtold in Italien. Das
Grafen=
paar Berchtold, der italieniſche Miniſter des Aeußern di
San Giuliano, Unterſtaatsſekretär Scalea, der
öſterreich=
iſch=ungariſche Botſchafter in Rom Merey und der
italie=
niſche Botſchafter in Wien Herzog Avarna kamen am
Dienstag um ½12 Uhr in San Roſſore an. Graf
Berch=
told wurde vom König in Privataudienz empfangen und
überreichte ihm ein Handſchreiben des Kaiſers Franz
Joſef. Der König verlieh dem Grafen Berchtold die Kette
des Annunciatenordens. In der Zwiſchenzeit empfing
die Königin die Gräfin Berchtold in Privataudienz. Das
Königspaar gab ſodann ein Frühſtück, an dem außer dem
Grafenpaar Berchtold auch andere Perſönlichkeiten und
Würdenträger des Hofes teilnahmen. Nach dem
Früh=
ſtück zogen ſich das Königspaar und das Grafenpaar in
den Salon zurück, um zu plaudern. Dann erſchienen
ſie wieder im Saal und hielten Cercle ab. Um 2,15 Uhr
zog ſich das Königspaar, nachdem es herzlichen Abſchied
genommen hatte, zurück. Das Grafenpaar Berchtold
kehrte mit Marquis di San Giuliano nach Piſa zurück
und beſichtigte die Stadt. Sodann begaben ſie ſich nach
dem Hotel. Abends ſind Graf und Gräfin Berchtold, der
italieniſche Miniſter des Aeußern der italieniſche
Bot=
ſchafter in Wien und der öſterreichiſch=ungariſche Botſch
ter in Rom, im Sonderzuge nach Florenz abgereiſt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 24. Oktober.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Rittmeiſter
Wätjen, Adjutant der 25. Kavallerie=Brigade (Großh.
Heſſ.), den Leutnant der Landwehr Böning von
Wies=
baden, den Landgerichtsrat Conradi, den Gewerberat a. D.
Wagner, den Dr. Laqueur, ordentl. Profeſſor an der
Landesuniverſität Gießen, den Pfarrer Schaad von
Klein=Karben; zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald,
den Finanzminiſter Braun, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld, den Ordenskanzler Oberſt z. D.
Frhrn. Röder v. Diersburg, den Generaldirektor des
Hoftheaters und der Hofmuſik Dr. Eger.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Aktuar bei dem Amtsgericht Reinheim
Georg Neunobel, z. Zt. in Groß=Gerau, zum Aktuar
bei dem Amtsgericht Groß=Gerau, den Aktuar bei dem
Amtsgericht Lampertheim Daniel Jullmann, z. Zt. in
Reinheim, zum Aktuar bei dem Amtsgericht Reinheim,
den Aktuar bei dem Amtsgericht Altenſtadt, Adolf
Bodenſohn, z. Zt. in Lampertheim, zum Aktuar bei
dem Amtsgericht Lampertheim, den Aktuar bei dem
Amtsgericht Laubach Wilhelm Steller, z. Zt. in
Alten=
ſtadt, zum Aktuar bei dem Amtsgericht Altenſtadt,
ſämt=
lich mit Wirkung vom 1. November 1912.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
Guſtav Weiffenbach zu Mainz=Kaſtel auf ſein
Nach=
ſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen
Dienſte, vom 1. November 1912 an und ihm aus dieſem
Anlaß das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen; ferner der Aktuar
bei dem Amtsgericht Groß=Gerau Wilhelm Schell mit
Wirkung vom 1. November 1912 unter Anerkennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte auf ſein Nachſuchen
bis zur Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Aktuar bei dem Amtsgericht Groß=Gerau
Wilhelm Schell das Ritterkreuz 2. Klaſſe des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen.
* Rote Kreuz=Medaille. Aus Anlaß des
Ge=
burtstages der Deutſchen Kaiſerin und Königin von
Preußen hat der Deutſche Kaiſer und König von
Preußen die Rote Kreuzmedaille dritter Klaſſe
ver=
liehen: dem Kaufmann Johannes Schmitz in Alzey,
dem Kaufmann Eugen Schneider in Worms, dem
Sanitätsrat Dr. Friedrich Maurer in Darmſtadt, dem
Stiftsde banten Klingelhöffer in Lich.
g. Strafkammer. Der 38jährige Mechaniker Anton
Max Karl Friedrich Kunzelmann aus Koburg, jetzt
in Offenbach wohnhaft, hatte ſich geſtern wegen eines
ſchweren Betrugs nebſt Urkundenfälſchung zu
verantwor=
ten. Der Angeklagte, der in ſchlechten
Vermögensverhält=
niſſen lebte, hörte im März dieſes Jahres, daß der
Spengler Lange in Bieber einen gebrauchten Motor zu
verkaufen habe. Er begab ſich mit einem Unterhändler in
eine Wirtſchaft in der Nähe der Fabrik, wo Lange
arbei=
tete, und ließ Lange zu ſich rufen. Beide wurden
handels=
einig und man vereinbarte, daß der Motor nach Zahlung
des Kaufpreiſes von 250 Mark in das Eigentum des
Kunzelmann übergehen ſolle. Der Angeklagte überredete
aber den Lange noch, ihm eine Kaufbeſcheinigung
zu=
geben, die er ihm vorſchrieb. Lange ſetzte ſeine
Unter=
ſchrift darunter. Kunzelmann wußte, daß Lange erſt ſpät
nach Hauſe kam. Er ging deshalb in die Wohnung des
Lange und ließ ſich von deſſen Sohn den Motor
aus=
liefern. Dies erfolgte auch anſtandslos auf die vorgelegte
Quittung. Kunzelmann hatte nämlich an den Schluß der
Kaufbeſcheinigung die Worte geſetzt: „und beſcheinige, daß
Zahlung erfolgt iſt” Als dann der Vater Lange nach
Hauſe kam, wurde dieſe Fälſchung entdeckt. Den Motor
konnte er jedoch nicht wieder bekommen. K. ſtellte ihm
einen Wechſel über die Kaufſumme aus; Lange hatte
je=
doch aus dem Wechſelprozeß nur noch die Koſten zu
zah=
len. Als er Strafantrag gegen K. ſtellte, verſchwand der
Angeklagte, wurde aber von den Schweizer Behörden
ausgeliefert. Von der Schweiz hatte er dem Lange 50 Mk.
geſchickt. Der Angeklagte beſtritt zunächſt, den Zuſatz auf
der Beſcheinigung nachträglich angebracht zu haben. Als
er jedoch das Gutachten des Gerichtschemikers Dr. Popp
aus Frankfurt hörte, demzufolge der Nachſatz 20 bis 25
Minuten ſpäter geſchrieben ſei, gab er zu, den Satz
an=
gefügt zu haben, will dies aber mit Zuſtimmung des L.
getan haben. Das Gericht erkennt wegen
Urkundenfälſch=
ung und Betrug, unter Einbeziehung einer vom
Offen=
bacher Schöffengericht erkannten Gefängnisſtrafe von einem
Monat, auf eine Geſamtſtrafe von 7 Monaten 2
Wo=
chen Gefängnis, abzüglich 1 Monat der
Unterſuch=
ungshaft. — Der Taglöhner Karl Langsdorf aus
Aſchenbach war vom Schöffengericht wegen ſchwerer
Be=
leidigung des Lehrers Hotz zu drei Monaten Gefängnis
und wegen Ruheſtörung zu vier Wochen Haft verurteilt.
Er hatte den Lehrer während des Schulunterrichts wegen
angeblicher Mißhandlung ſeines Kindes aufs gröblichſte
beleidigt und eine Störung des Unterrichts
hervorgeru=
fen. Er legte gegen das Urteil Berufung ein. Das
Be=
rufungsgericht nahm ihm die Strafe wegen Ruheſtörung
ab und verwarf im übrigen die Berufung.
* Kampf gegen die Schwindelfirmen. Man ſchreibt
uns: Es dürfte von allgemeinem Intereſſe ſein, zu hören,
daß in Elberfeld eine Kommiſſion zur Bekämpfung der
Schwindelfirmen zuſammengetreten iſt, die ſich aus
Ver=
tretern der Handelskammer, der ſtädtiſchen
Rechtsaus=
kunftsſtelle, der Rechtsauskunftsſtelle für Frauen, des
Bergiſchen Rabatt= und Handelsſchutzvereins und des
Detailliſtenvereins zuſammenſetzt. Die Kommiſſion
hat=
ſich zur Aufgabe geſtellt, die Schwindelfirmen zu
bekämp=
fen, die durch Reiſende oder Annoncen minderwertige
Waren zu unangemeſſen hohen Preiſen anbieten oder
mit unlauteren Mitteln Geſchäftsabſchlüſſe zu machen
ſuchen. Der Zweck ſoll dadurch erreicht werden, daß über
die Geſchäftskniffe der Schwindelfirmen von Zeit zu Zeit
in der Preſſe aufklärende und warnende Notizen gebracht
werden, daß ein Flugblatt verteilt wird und daß
ein=
zelnen Geſchädigten unentgeltlich Rechtsbeiſtand gewährt
wird. Perſonen, die über das Auftreten und Arbeiten
von Schwindelfirmen im Bezirke der Handelskammer
zweckdienliche Angaben machen können, ſollen ihre
Beobachtungen der Handelskammer mitteilen. Es wäre
zu begrüßen, wenn auch in Darmſtadt in dieſer oder
ähn=
licher Weiſe gegen die Schwindelfirmen vorgegangen
würde. Die Rechtsſchutzſtelle für Frauen
(Bureau altes Theater) hat mit gutem Erfolg bereits
auf dem Gebiete gearbeitet und erbittet Mitteilungen
von Schädigungen, unlauteren Verkaufsverſuchen uſw.,
vorläufig an ihre Adreſſe.
— Lutherfeſtſpiel. Herr Karl Dalmonico, den
treffliche Regiſſeur der Darmſtädter Feſtſpiele, ſteht Brt
den Darmſtädtern von ſeiner Wirkſamkeit am hieſigen
Hoftheater (von 1880—1895) noch in beſter Erinnerung.
Von hier ging der Künſtler damals nach Prag, wo er
von 1895—1897 als Oberregiſſeur, und dann nach Köln,
vo er als Oberregiſſeur und Leiter des Schauſpiels von
1897—1903 tätig war. Er wirkte dann 2 Jahre in
München am Hoftheater und wurde in dieſer Zeit zur
Inſzenierung des Schiller=Zyklus gelegentlich der
100=Jahrfeier 1905 nach Mannheim berufen. Nachdem
Dalmonico 6 Jahre (1905—1911) als Oberregiſſeur am
Stadttheater in Leipzig tätig geweſen war, zog er ſich
ins Privatleben zurück und wohnt jetzt in München.
Als Inſzenator der Devrientſchen Stücke hat er ſich einen
großen Ruf erworben.
X. 40 jährige Gedenkfeier. Eine ſchon lange
ge=
hegte Abſicht wollen die Abiturienten des
Lud=
wig=Georg=Gymnaſiums vom Jahre 1872.
jetzt verwirklichen, indem ſie ihr vor nunmehr 40 Jahren
beſtandenes Maturitätsexamen in kameradſchaftlicher
Weiſe feiern. Es iſt geplant, am nächſten Samstag
abend in der Vereinigten Geſellſchaft gemütlich
zu=
ſammenzukommen und Tags darauf an demſelben Orte
gemeinſchaftlich zu Mittag zu ſpeiſen.
* Arbeitsjubiläum. Am 24. Oktober begeht
Ober=
heizer Leonhard Greum im Städtiſchen Gaswerk ſein
25 jähriges Arbeitsjubliäum. Aus dieſem Anlaß wird
ihm vom Perſonal des Städtiſchen Gaswerks ein
Ehren=
geſchenk in Geſtalt eines Ruheſeſſels nebſt entſprechender
Blumendekoration überreicht.
* Einjährig=Freiwillige, Am 1. April 1913 können
bei nachſtehenden Regimentern der 25. Diviſion
Ein=
jährig=Freiwillige eingeſtellt werden: Wie im Vorjahr
beim Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115, beim
In=
fanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm Nr. 116 und neu
beim Infanterie=Leibregiment Großherzogin Nr. 117 in
Die Frau im Sprichwort der
Balkan=
pölker.
** Die eigenartige Zwitterſtellung der Frau auf dem
Balkan, die zwiſchen ritterlich=europäiſcher Verehrung und
orientaliſcher Nichtachtung hin= und herſchwankt, wird am
ſchärfſten durch den Sprichwörterſchatz der Südſlawen
be=
leuchtet. In den zahlloſen Sätzen der Volksweisheit, über
die die Bauern der Balkaninſel in ihrer ſchlagkräftigen
und zugleich dichteriſch geſchmückten Ausdrucksweiſe
ver=
fügen, ſpielen Weib und Ehe die Hauptrolle. Viele dieſer
Worte ſprechen die Sklavenſtellung der Frau kurz und
präziſe aus; ſo heißt es: „Der Mann iſt der Kopf, das
Weib iſt das Gras”, d. h. das, worauf der Mann
herum=
tritt. — „Ein Mann mehr wert als zehn Weiber”, und um
zu zeigen, wie hoch der Mann ſtets über der Frau ſteht,
ſagt man: „Der Mann auf dem Wandſchrank, die Frau auf
den Seſſel” Aber trotz dieſer Geringſchätzung der Frau
erkennt man doch willig den Segen des Heims an, der
durch weibliche Arbeit geſchaffen wird. Die Frau ſorgt
für die Kleidung des Mannes nach dem Worte: „Das
Weib trägt den Mann auf ihrem Geſichte, der Mann das
Weib auf ſeinem Hemde.” Im Haus regiert die Frau:
„Der Mann iſt da, um die Welt, das Weib, um das Haus
zu lenken.‟ — „Das Haus ſteht nicht auf der Erde,
ſon=
dern auf dem Weibe.” — „Ein weiſes Weib baut das
Haus, eine Törin zerſtört es‟ Darum erklingt das
Lob=
lied der tüchtigen Frau, von der es heißt: „Kein Schatz iſt
ſo viel wert, als ein tüchtiges Weib.” — „Ein gutes Weib
der Ruhm ihres Mannes.” Ohne Frau fühlt ſich der
Süd=
ſlawe verlaſſen von Gott und der Welt: „Allein kann der
Mann auch nicht ins Paradies.” — „Ein Mann ohne
Weib, wie eine Stube ohne Wand.” Aber auch die Frau
iſt nichts, ohne ihre ſtärkere Hälfte; nur in der Ehe findet
ſie ihr Heil: „Beſſer iſt es, des widrigſten Mannes Weib
zu heißen, als des beſten Bruders Schweſter.” So
ge=
hören die Ehegatten ewig zu einander, wie zum Samstag
nach ſüdſlawiſchem Glauben die Sonne. „Der Mann iſt
da, zu erwerben, das Weib aber, zu erhalten und zu
be=
wahren.” — „Ein tüchtiges Weib füllt das Haus bis zum
Dache.‟ Die Frau iſt die beſte Freundin, die klügſte
Be=
raterin des Mannes; ſie iſt ſein höchſtes Gut, denn: „Das
Weib gebiert auch Helden.” Aber ſchlimm iſt es, wenn ſie
herrſcht in Haus und Hof: „Wo das Weib die Hoſen
an=
zieht, der Mann aber den Unterrock, Ach und Wehe dann
über beide und über das Haus.”
Und damit ſind wir bei dem ſchier endloſen Kapitel
der böſen Weiber, in deſſen Behandung das ſüdſlawiſche
Sprichwort unerſchöpflich iſt. Friedrich S. Kraus führt
eine lange Litanei an, in deren ewigen Anrufungen zu
dem alten Volkshelden Marko gebeten wird, die ſchlimmen
Frauen zu züchtigen, zu bedrohen und zu ermahnen.
Leider wird das Mädchen in der Ehe meiſt ſo ganz anders.
wie ſie als liebliches Bräutchen ſchien: „So lange ſie bei
der Mutter weilt, iſt ſie ſanfter als ein Schäfchen; kaum
aber iſt ſie beim Manne, ſo ſtreckt ſie eine ellenlange Zunge
heraus.” Schwatzhaftigkeit iſt ihr angeboren. In einem
modernen Scherzgeſpräch heißt es: „Wir brauchen keinen
Telegraphen ſo lange unſere Weiber leben” und als
ſchwerſtes Uebel bezeichnet man: „Ein Hungerjahr und
mein kläffendes Weib” Gar ſchwer iſt es, den Charakter
einer Frau zu erraten: „Das Weib iſt keine Blume, daß
Du an ihr riechſt und ihre Art erkennſt.” Man ſoll keine
ſchöne nehmen: „Ein ſchönes Weib und ſüßer Wein, zwei
ſüße Gifte”, dagegen: „Ein häßliches Weib, die beſte
Hausfrau” Nie ſoll man die Frauen loben, ſonſt werden
ſie übermütig: „Wer das Weib ſchmäht, der ölt ſein Kraut;
wer aber das Weib lobt, der verſengt ſich ſelber den Bart.”
Bei manchem Ehemann bewahrheitet ſich das Sprichwort:
„Es trifft manchen ein größeres Uebel daheim, als im
Kriege.‟ Doch weiß der ſüdſlawiſche Volksmund ein
probates Mittel gegen die ſchlimmen Weiber zu
empfeh=
len: den Stock. „Der Wein iſt zum Trinken, die Weiber
ſind zum Prügeln da”, heißt es, und: „Wer ſein Weib
nicht ſchlägt, der iſt kein Mann” Aber das Recht der
Züch=
tigung hat auf dem Balkan nur der Mann an ſeiner
eigenen Frau; fremde Frauen zu ſchlagen, iſt ſchimpflich
und ehrlos. „An Weibern und an einem Kinde vergreift
ſich ein Held nicht.” — „Wer ein Weib tötet, deſſen Ehre
geht ſpurlos zu Grunde.”
Es leuchten durch alle Derbheit und Roheit der
Sprichwörter doch die warmen Strahlen echter Liebe und
tiefer Verehrung der Frau als der eigentlichen Schöpferin
und Hüterin des Familienglücks, und ſo klingt die
ſüd=
ſlawiſche Volksweisheit aus in dem leidenſchaftlich ſchmerz;
lichen Wort: „Das Weib geſtorben, das Heim entwurzelt.”
Mainz; bei Regiment Nr. 115 und 116 indes nur
Studierende der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt,
bezw. der Univerſität Gießen. — Die Höchſtzahl der
außeretatsmäßigen Vizefeldwebel bezw. Vizewachtmeiſter
beträgt vom 1. November d. J. ab für jedes unſerer
4 Infanterie=Regimentax mit 3 Bataillonen 11, für
Regiment Nr. 168 10, für jede Batterie der beiden
Feldartillerie=Regimenter 1 und für das Train=Bataillon
5 Stellen.
— Verein für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis‟ Die
ſehr zahlreich beſuchte Oktober=Verſammlung
eröffnete der 1. Vorſitzende mit Bekanntgabe der neuen
Einläufe. Der Verein Arheilgen dankt für die Stiftung
zweier Ehrenpreiſe. Auf Vorſchlag des Vorſtandes wurde
dem Geſuch des Vereins Arheilgen um Ueberlaſſung der
Ausſtellungskäfige für die Zeit vom 15. bis 18. November
einſtimmig ſtattgegeben. Auch die Abgabe der
Tauben=
käfige an den Brieftaubenklub Groß=Zimmern wurde
gut=
geheißen. Längere Zeit nahmen die Verhandlungen über
die in den Tagen vom 9. bis 11. November d. I in der
„Stadt Pfungſtadt” ſtattfindende 13. Geflügel= und
Vogelausſtellung in Anſpruch. Die Wahl der
Kommiſſionen ging glatt vonſtatten. Der Antrag des
2. Vorſitzenden, aus der Vereinskaſſe 5 Ehrenpreiſe, die
neben den 1. Preiſen verliehen werden ſollen, zu ſtiften,
fand den Beifall der Verſammlung. Herr C. W. Schäfer
verlieh hierbei ſeiner Freude darüber Ausdruck, daß der
Vorſtand bemüht ſei, die züchteriſchen Leiſtungen der
Mit=
glieder zu belohnen. Herr Schömer forderte die Mitglie
der auf, auch die Arheilger Ausſtellung mit guten Tieren
zu beſchicken und ſie zahlreich zu beſuchen Herr
Land=
wirt Gg. Geiger IV., Ludwigshöhſtraße 26, erklärte ſich
bereit, ſämtliche Ausſtellungstiere gegen eine beſcheidene
Gebühr per Achſe nach Arheilgen zu verbringen und
wie=
der abzuholen. Dieſes freundliche Anerbieten wurde
leb=
haft begrüßt. Alsdann machte Herr Nungeſſer noch
inter=
eſſante Ausführungen bezüglich der Legefähigkeit der
Hühner, worüber eine lebhafte Ausſprache entſtand. Nach
der reichhaltigen Verloſung (1,4 Silberbrakel Kl. R. 1912,
2 Paar Raſſetauben und 17 Pakete Futter) wurde um
12 Uhr die Verſammlung geſchlaſſen.
* Kriegerverein Darmſtadt. Wie aus der heutigen
Anzeige erſichtlich, findet am nächſten Samstag im.
Mat=
hildenhöh=Saal, Dieburger Straße 26, ein
Lichtbilder=
vortrag des Herrn L. Geiſt ſtatt. An dem Abend iſt den
in dieſem Herbſt entlaſſenen Reſerviſten, welche ebenfalls
eingeladen ſind, Gelegenheit geboten, Einblick in das
Kriegervereinsleben zu gewinnen; namentlich dürfte es
für ſie von Intereſſe ſein, Kenntnis von den regelmäßig
ſtattfindenden Scheibenſchießen zu erhalten, da zugleich
die Preisverteilung an die beſten Schützen ſtattfindet.
* Turngemeinde Darmſtadt. Auf das am
kommen=
den Sonntag, den 27. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im
Städtiſchen Hallenſchwimmbad ſtattfindende
Schau=
ſchwimmen der Schwimm=Abteilung werden auch
die Mitglieder und Angehörigen hierdurch nochmals
aufmerkſam gemacht. Eintrittskarten ſind zu ermäßigtem
Preiſe beim Hausmeiſter erhältlich. Nach dem
Schau=
ſchwimmen wird abends im Turnhauſe eine Nachfeier
abgehalten, wozu die Mitglieder und Angehörigen
eben=
falls eingeladen ſind.
* Rennen des Heſſiſchen Reitervereins. Am
Sonntag, den 27. Oktober, veranſtaltet der Heſſiſche
Reiterverein auf dem Griesheimer Truppenübungsplatz
ſeine diesjährigen Herbſtrennen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Adreßbuch. Der Druckbogen Nr. 2 des
Adreß=
buches für 1913, enthaltend Einwohnerregiſter —
Berg=
ſſträßer, Lina, bis Chelius, Friedrich, Witwe — liegt im
Hauptmeldebureau, Hügelſtraße Nr. 31/33, Zimmer
Nr. 13, während der Bureauſtunden (8 bis 12 Uhr
vormittags und 2. bis 6 Uhr nachmittags) bis zum
26. Oktober vormittags zur Einſichtnahme offen.
§ Diebſtahl. Aus einer Hofreite im Griesheimer
Weg ſind während einer der letzten Nächte verſchiedene
Wäſcheſtücke, welche zum Trocknen aufgehängt waren,
entwendet worden.
tt. Dieburg, 22. Okt. Bei der Wahl der Vertrauens=
und Erſatzmänner der Arbeitnehmer der
Angeſtelltenver=
ſicherung wurden für die Liſte A des Deutſchnationalen
Handlungsgehilfenverbandes 41 Stimmen und für die von
der „Wählervereinigung Dieburg” aufgeſtellte Liſte B
30 Stimmen abgegeben. Nach den Grundſätzen der
Ver=
hältniswahl entfielen auf Liſte A 5 und auf Liſte B 4 Sitze.
Gewählt ſind daher: Karl Müller, Buchhalter, Groß=
Umſtadt, Bernhard Blank, Gerichtsſchreiber=Aſpirant,
Dieburg, Bardo Kekulé, Groß=Umſtadt als
Vertrauens=
männer; Wilhelm Danz, Bauführer, Dieburg, Adam
Bender, Handlungsgehilfe, Groß=Umſtadt, Peter Enders
kaufmänniſcher Angeſtellter, Dieburg als erſte
Erſatz=
männer; „Georg Ohl VII., Buchhalter, Groß=Umſtadt,
Philipp Bauſum, Gerichtsſchreibergehilfe, Dieburg und
Wilhelm Fornof, Buchhalter, Groß=Umſtadt als zweite
Erſatzmänner.
Biblis, 23. Okt. Die Gemeinde Biblis nimmt
gegen=
wärtig die Verteilung des Erlöſesvon Laub,
Holz, Gräſereien an die Ortsbürger vor. Die
Ge=
ſamteinnahme beträgt 47118 Mark. Nach Deckung aller
Unkoſten in Höhe von 16 145 Mark verbleibt ein
Rein=
gewinn von 30 972 Mark, welcher an etwa 683 Bürger zur
Auszahlung gelangt. Die ſchöne Zuweiſung eines
Orts=
bürgernutzens in Höhe von 45.28 Mark auf den Kopf für
1912 wird allſeitig begrüßt. — Ueber die
Zucker=
rübenernte hört man von ſeiten der Landwirte
allenthalben Klagen in bezug auf die Qualität. — Heute
nacht wurde der Firma Kölch Nachfolger mittels
Ein=
bruchs Weißkraut entwendet. Die angeſtellten
Ermit=
telungen ergaben nichts Poſitives über die Täterſchaft.
Heppenheim, 23. Okt. Der wegen des am Sonntag
in der Frühe im hinteren Graben ausgebrochenen
Bran=
des inhaftierte Karl Köhler wurde der
Brand=
ſtiftung bereits zweifellos überführt. Köhler, ein
Mann von herkuliſcher Kraft, machte bei ſeiner
Verhaft=
ung und Transportierung den Gendarmen ſchwer zu
ſchaffen.
g. Lorſch, 23. Okt. Heute morgen wurde von der
Staatsbahn ein unbekannter Mann überfahren. Er
war ſofort tot. Ob ein Unglücksfall oder Selbſtmord
vorliegt, konnte noch nicht ermittelt werden.
Mainz, 23 Okt. Das Kommando des Kreuzers
„Mainz” iſt von dem Kapitän zur See von Egidy auf
den Fregatten=Kapitän Retzmann übergegangen Das
Schiff iſt auch dieſes Jahr wieder durch Verleihung des
Kaiſerpreiſes für den erſten Kutter ausgezeichnet worden,
nachdem im vorigen Jahre der von dem Kaiſer geſtiftete
Wanderpreis endgültig in ſeinem Beſitz übergegangen
war. — Bei dem Vermächtnis des Pfarrers
Heyder an die Peterskirche handelt es ſich, wie das
Journal feſtſtellt, um das Petersſtift, das hauptſächlich
aus Sammlungen der Gemeinde begründet, bisher im
Beſitz von Pfarrer Heyder war Dieſes Stift hat Pfarrer
Heyder vor ſeinem Tode der Pfarrei geſchenkt. Der Wert
des Stifts iſt auf 75000 Mark geſchätzt worden. — Dem
Redakteur Hirſch iſt das Urteil der 1. Strafkammer des
Landgerichts Darmſtadt heute zugeſtellt worden. Es
um=
faßt 156 enggeſchriebene Seiten in Aktenformat.
pa. Worms, 23. Okt. Die Großherzogin beabſichtigt,
wie ſchon ſeit einigen Jahren, auch in dieſem Jahre
wie=
der einen Verkaufstag abzuhalten, deſſen
Rein=
ertrag zum Beſten unbemittelter tuberkulöſer
Perſonen im Großherzogtum Heſſen, für welche
weder die reichsgeſetzlichen Verſicherungseinrichtungen
(Landesverſicherungsanſtalt und Krankenkaſſen uſw.)
ein=
treten, noch andere Unterſtützungsmittel vorhanden ſind,
Verwendung finden ſoll. Der diesjährige Verkaufstag
wird am 9. November 1912 in Worms, und zwar in
den Räumen des Städtiſchen Feſtſpielhauſes,
ſtattfinden. Die Vorbereitungen hierzu ſind in vollem
Gange. Die Erfolge der bisherigen Verkaufstage in
Darmſtadt, Mainz, Offenbach und Gießen müſſen als
außerordentlich günſtig bezeichnet werden, ſo daß einer
großen Anzahl von Perſonen die Wohltat einer
Heilſtät=
ten= oder Badekur uſw. zu Laſten des Ertrages der
Ver=
kaufstage bewilligt werden konnte. Der erſte Verkaufstag
fand im November 1908 ſtatt. Von da ab bis jetzt wurden
insgeſamt 540 Kuren in Lungenheilſtätten, Bädern,
Kran=
kenhäuſern, Invalidenheimen uſw. durchgeführt, und 45
Kuren ſind zur Zeit noch im Gang. Die Großherzogin
legt nicht nur Wert auf Kuren in Heilſtätten, ſondern läßt
in geeigneten Fällen auch Invalidenheimpflege
eintreten, um auf dieſe Weiſe die Gefahr, die die Kranken
für ihre Umgebung bilden, zu beſeitigen. Weiter wurden
aus dem Fonds Unterſtützungen gewährt für Beſchaffung
ſtärkender Lebensmittel, von Betten, Liegeſtühlen, von
Zahnerſatz und künſtlichen Gliedern, durch Uebernahme
der Hausmiete für die Familie während der Dauer des
Kuraufenthaltes, und durch Zuſchüſſe zu Kurkoſten und
Badekuren. Ferner wurden Beiträge zur Errichtung von
Kinderheilſtätten, an den Heilſtätten=Verein und an
Für=
ſorgeſtellen für Lüngenkranke geleiſtet. Die geſamten
Auf=
wendungen des Fonds ſeit deſſen Beſtehen betragen
141 541.70 Mark. Die Fürſorge erſtreckte ſich bisher auf
429 Perſonen, und zwar 131 Männer, 226 Frauen,
26 Knaben und 46 Mädchen. Leider konnte nicht allen
Geſuchen Rechnung getragen werden; eine größere Anzahl
mußte vielmehr abgelehnt werden. Es wäre deshalb auf
das innigſte zu wünſchen, daß der Wormſer
Ver=
kaufstag ein gleich gutes Ergebnis bringen wird, wie
ſeine Vorgänger, die die gehegten Erwartungen noch
übertrafen.
Worms, 23. Okt. Die Stadtverordneten
Verſammlung beſchäftigte ſich mit der
Fleiſchteuer=
ung. Die Bürgermeiſterei teilte mit, daß ſie mit den
Fleiſchern wegen Herabminderung des Preiſes in
Unter=
handlung geſtanden habe daß ſie ferner angeregt habe,
die Fleiſcher ſollten ausländiſches Fleiſch zu billigen
Preiſen verkaufen. Beide Anſinnen ſind von der Fleiſcher
innung abgelehnt worden. Hierauf zog die
Stadtverord=
eten=Verſammlung in Erwägung, ob ſie den Vertrieb
von ausländiſchem Fleiſch in eigene Regie übernehmen
und hierzu 10000 Mark bereitſtellen ſollte. Zu einem
Be=
ſchluß iſt es noch nicht gekommen.
Worms 23. Okt. Wie man der Fkft. Ztg. aus Worms
berichtet, wird das Darmſtädter Hoftheater, das
ſeit vielen Jahren für das Schauſpiel im Wormſer Feſt
ſpielhaus engagiert iſt, demnächſt ſeinen Vertrag mit der
Stadt löſen An Stelle des Darmſtädter Theaters wird
das Mannheimer Hoftheater=Enſemble und zeitweiſe das
Wiesbadener Reſidenztheater das Schauſpiel übernehmen
(Wie uns auf Anfrage bei der Generaldirektion des Großh
Hoftheaters mitgeteilt wird, iſt dieſer von der Abſicht, den
Vertrag zu kündigen, nichts bekannt. D. Red.)
(*) Vom Vogelsberg, 21. Okt. Im Rechnungsjahr
1911/12 ſind im Vogelsberg in den Kreiſen Schotten und
Lauterbach 43,63 Hektar Hutweiden verbeſſert und 84
Hektar zu Gemeindeviehweiden eingerichtet worden. Die
Arbeiten koſteten 22180 Mark, der Staat bezahlte davon
12084 Mark, die übrigen Koſten mußten die Gemeinden
aufbringen. Für 1912/13 ſollen Meliorationen und
Weide=
anlagen erfolgen in den Gemarkungen Gedern,
Herchen=
hain, Ober=Seemen und Feldkrücken im Kreiſe Schotten,
Bannerod, Bermutshain, Crainfeld, Heiſters, Grebenhain,
Reichlos, Herbſtein, Ober=Moos und Lanzenhain im Kreiſe
Lauterbach. Es ſollen auch zum Schutze der Vögel
Hecken mit Weißdorn und Haſelnüſſen und Baumgruppen
angepflanzt werden. Die Weidedüngungsverſuche haben
günſtige Reſultate erzielt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 22. Okt. Anläßlich des
Ge=
burtstages der Kaiſerin fand heute abend ein
Souper ſtatt. Hierzu waren die hier anweſenden Prinzen
und Fürſtlichkeiten, ſowie Reichskanzler v. Bethmann
Hollweg nebſt Gemahlin geladen An das Souper ſchloß
ſich eine muſikaliſche Soicee, bei der auch Enrico Caruſo
mitwirkte, dem der Kaiſer perſönlich den Roten
Adler=
orden dritter Klaſſe mit der Krone überreichte. — Das
Schickſal des alten Königl. Opernhauſes dürfte
nunmehr entſchieden ſein. Wie wir hören, wird es nicht
in den Beſitz der Stadt Berlin übergehen, ſondern aus den
Händen der Krone in das Eigentum des Staates
über=
gehen. Man will den Bau als eine der Kunſt und den
Wiſſenſchaften geweihte Stätte erhalten und beabſichtigt,
ihn der Univerſität als ein Auditorium vornehmſten
Stiles zur Verfügung zu ſtellen. Alle Veränderungen, die
an dem Opernhaus vorgenommen werden mußten, um es
ſeiner Beſtimmung als Theater unter Gewährleiſtung
möglichſter Feuerſicherheit zu erhalten, wird man wieder
entfernen und dem Hauſe ſeine urſprüngliche Geſtalt
zu=
rückgeben. — Das Urteil im Prozeß wegen der
Gra=
naten=Exploſion auf dem Kunersdorfer
Schießplatz wurde heute abend vom Gericht der
Kom=
mandantur Berlin gefällt. Der Gefreite Uhlemann von
der Verſuchs=Batterie der Artillerie=Prüfungs=
Kom=
miſſion, dem unvorſichtige Behandlung von Munition,
fahrläſſige Tötung, Körperverletzung und Ungehorſam zur
Laſt gelegt waren, wurde freigeſprochen. In der
Urteils=
begründung wurde hervorgehoben, daß es nicht ganz ſicher
ſei daß die Mannſchaften, die ſich am Kugelſuchen
be=
teiligt haben, dahin inſtruiert worden waren, alle
Ge=
ſchoſſe, die ſie auf dem Wege liegen ſahen, vorher dem
überwachenden Unteroffizier zu zeigen. Da eine volle
Klarheit nicht möglich war, mußte die Freiſprechung
er=
folgen. — Der 15jährige Arbeitsburſche
Friedrich Krauſe verſuchte geſtern abend die 28
Jahre alte Verkäuferin Joſepha Wögerth, die in der
Bäckerei=Filiale „Nordſtern” in der Langen Straße
ange=
ſtellt iſt, durch Hiebe mit einem Gasrohr auf den Kopf zu
töten, um dann den Inhalt der Kaſſe zu rauben. Die
überfallene Verkäuferin eilte an die Tür und ſchrie laut
um Hilfe. Paſſanten und Anwohner nahmen die
Ver=
folgung des Verbrechers auf, der auch raſch eingeholt und
einem Schutzmann übergeben wurde. Dieſer ſchaffte ihn
nach der Wache des 94. Polizeireviers, während man die
verletzte Wögerth zu einem Arzt brachte, der feſtſtellte,
daß ſie eine tiefe, über den ganzen Kopf gehende
Verletz=
ung davongetragen hatte und ihr Verbände anlegte.
Bei der Vernehmung bewahrte der jugendliche Verbrecher
eine faſt unglaubliche Ruhe. Obwohl er ein umfaſſendes
Geſtändnis ablegte, zeigte er doch keine Spur von Reue.
Bei ſeinem eiligen Griff in die Kaſſe hatte er nur Nickel
und Kupfer gegriffen, ſo daß ſeine Beute aus ganzen 73
Pfennigen beſtand.
K. Weinheim (Bergſtraße), 22. Okt. Der Aufſichtsrat
des Automobilverkehrs Weinheim=Tröſel
beſchloß die Einberufung einer außerordentlichen
General=
verſammlung, um über die Auflöſung der
Ge=
noſſenſchaft Beſchluß zu faſſen, da keine Ausſicht
vor=
handen iſt, das Unternehmen rentabel zu geſtalten. Die
Bemühungen um einen Staatszuſchuß bei den
Regier=
ungen Badens und Heſſens waren ohne Erfolg, und ſo
ſieht der Aufſichtsrat ſich genötigt, die Einſtellung dieſer
Automobilverbindung in Vorſchlag zu bringen, zumal das
Defizit von Tag zu Tag größer wird
Marburg, 23. Okt. Durch die Entgleiſung
einer Güterzugsmaſchine auf der
Wohra=
brücke bei Kirchhain geſtern abend, etwa 9 Uhr, wurde
die Schrankenwärterin Michaelis, welche um die kritiſche
Zeit unbefugterweiſe dieſe Brücke paſſierte, getötet. Die
Strecke Kirchhain=Allendorf wurde längere Zeit geſperrt,
bis die Maſchine wieder aufgegleiſt war.
Stuttgart, 23. Okt. In Werthauſen bei Bieberach
wurde die Wirtin Hänle vom Gaſthof „Zum Kreuz” in
ihrem Schlafzimmer ermordet aufgefunden. Das
Zimmer war ausgeraubt. Der oder die Mörder ſind
un=
bekannt.
Karlsruhe, 22. Okt. Ein 13jähriger Schüler
einer hieſigen Volksſchule wurde, wie der Polizeibericht
meldet, geſtern nachmittag um 5 Uhr von der Frau des
Schuldieners nach beendigtem Turnunterricht in den
Arreſt gebracht, wo er nach Anordnung des Lehrers
„wegen fortgeſetzten Unfleißes im Religionsunterricht”
zwei Stunden abſitzen ſollte. Als der Schuldiener um
5¾ Uhr ſich nach dem Schüler umſah, fand er ihn in ſich
zuſammengeſunken und leblos vor. Wiederbelebungs=
Feuilleton.
C.K. Der „Hund, den man dieſen Winter trägt”. In
den ſpäten Nachmittagsſtunden ſind jetzt die
Hundehänd=
ler zahlreich auf den Boulevards, den Champs=Elyſées
und beſonders auf der Rue de la Paix in Paris
vertre=
ten: die Damen wählen nunmehr den „Hund, den man
dieſen Winter trägt”. Es ſind, wie ſchon in früheren
Jahren, die kleinen Hunde, die als die
unbeſtritte=
nen Lieblinge der Modewelt gelten müſſen. Die
Zwerg=
ſpitze und die niedlichen Yortſhire=Terriers erfreuen ſich
nach wie vor der allgemeinen Gunſt, und man kauft viel
mehr kleine Hunde, als große. Die feinen kleinen
japa=
niſchen und chineſiſchen Hunde finden ſtets ihre
Abneh=
mer. Schwerer ſind ſchon die Bulldoggen zu verkaufen,
die die Lieblinge der Amerikanerinnen bleiben.
Beſon=
ders ſind franzöſiſche Bulldoggen geſucht, aber ihre Zahl
nimmt ab und man verſucht gegenwärtig, wieder eine
beſſere Aufzucht zu erzielen. Zur Verbeſſerung der Luxus=
Hunderaſſen hat ſich ſoeben eine neue Vereinigung
ge=
bildet, der „Klub des Lurushundes” dem die
vornehmſten Hundeliebhaber der Pariſer Geſellſchaft
an=
gehören. Der Klub will all ſeine Mittel daran ſetzen, um
die Mode der kleinen Hunde lebendig zu erhalten. Einige
ſeiner Mitglieder beſitzen wundervolle Sammlungen der
ſchönſten japaniſchen und chineſiſchen Hunde, der feinſten
Terriers und Affenpinſcher, von denen das Stück bis zu
6000 Francs wert iſt. Unter den großen Hunden ſind
die deutſchen Schäferhunde die beliebteſten.
Neben ihnen werden auch ruſſiſche Windhunde und Collies
gekauft,
** Die Kriegsrüſtung der Pariſer Polizei. In den
etzten Kämpfen und Belagerungen, die die Pariſer
Po=
lizei gegen die gefürchtete Bande der Bonnot und
Gar=
nier durchzuführen hatte, war ſie gezwungen, zu allerlei
zufälligen Hilfsmitteln ihre Zuflucht zu nehmen, zu
Stroh=
bündeln, Matratzen uſw. Daraus zieht aber die
Herman=
dad der Sonnenſtadt eine heilſame Lehre und wird von
jetzt ab mit moderneren Waffen den Kampf gegen die
Verbrecherwelt aufnehmen, Seit einigen Wochen ſind
Experimente gemacht worden, um die Wirkſamkeit von
Schilden und Panzern aus chromhaltigem Stahl für die
Beamten des Sicherheitsdienſtes zu erproben. Die
Son=
derkommiſſion, die ſich mit dieſer Angelegenheit
beſchäf=
tigt, hat nun unter den verſchiedenen Waffen, die zur
Erprobung vorlagen, die Erfindung eines Ingenieurs
Mathiot ausgewählt, durch die die Gefahren eines
An=
griffs auf einen zu allem entſchloſſenen Verbrecher
ver=
ringert werden ſollen. Es handelt ſich um einen Stahlſchild
auf zwei Rädern, der völlig kugelſicher iſt und hinter dem
der Poliziſt ſicheren Schutz findet, wenn er ihn vor ſich
herſchiebt. Eine andere Neuheit, die der Kriegsrüſtung
des Pariſer Poliziſten hinzugefügt werden ſoll, iſt eine
kleine „Handkanone” die erſtickende Granaten ſchleudert
und nicht nur durch die Türen, ſondern auch durch die
kleinſten Ritzen der Mauer dringt. Das Gewicht dieſer
richtigen Belagerungsmaſchine beträgt nur 10 Kilo, ſo daß
ſie ohne große Mühe von einem einzigen Mann
gehand=
habt werden kann. Auch mit dieſem Apparat, der einen
Verbrecher aus ſeinem Ban gleichſam ausräuchern ſoll,
ſind Verſuche vorgenommen worden die günſtig verliefen,
und ſo wird vor nun an die Pariſer Polizei beſſer aus=
gerüſtet und mit größerer Sicherheit in den Krieg gegen
die Verbrecher ausziehen.
* Ein neues Sängetier im Kongogebiet.
Zentral=
afrika, das erſt im Jahre 1900 den Zoologen ein bis
da=
hin unbekanntes Säugetier, das Okapi, beſchert hat, ſtellt
eine neue Ueberraſchung in Ausſicht. Dr. Le Petit hat
Beobachtungen im Ougandi und Kaſargebiet über eine
neue Art Elefanten gemacht, die von Ingenieur Deladrier,
der am Moréoſee arbeitet, beſtätigt werden. Der Elefant
lebt, wie Petermanns Mitteilungen berichten, in den
Sümpfen zwiſchen dem Leopold II.=See und dem Tumba=
See im Lukenyidigebiet. Le Petit beobachtete eine ganze
Herde dieſer Waſſerelefanten, die er als ſechs bis acht Fuß
hoch, mit langem Schädel, kurzem Rüſſel, langem Schwanze
beſchreibt. Der Eingeborenenname im Kaſaigebiet iſt
„Nagoko na Maiyi” am Moréo=See „Tempo Maijani”
oder „Maij” das heißt Waſſerelefant oder Sumpfelefant.
Das Britiſche Muſeum plant die Entſendung einer
Ex=
pedition, die Sicherheit über die Exiſtenz dieſes Tieres
verſchaffen ſoll.
* Die „Uhrgroßmutter‟ Das zweijährige Töchterchen
unſeres Poſtvorſtehers weilt mit ihrer Mutter zu Beſuch
bei Verwandten. Ihm werden Photographien gezeigt,
unter anderem die einer alten Dame. Auf die Frage des
Kindes, wer das wäre, ſagt man, die Urgroßmutter.
Nicht wahr, Mutti, das iſt die Tick=tack=Großmutter!“
verſuche blieben erfolglos. Einem hieſigen Blatte wird
mitgeteilt, es liege vermutlich Kohlenoxydgas=Vergiftung
vor. Die Leiche wird gerichtlich geöffnet werden.
Weimar, 23. Okt. Neueſten Beſtimmungen zufolge
wird der Kaiſer am Donnerstag früh in Weimar
ein=
treffen und ſich ſofort vom Bahnhof zur Jagd nach dem
Ettersberg begeben. Am Nachmittag erfolgt die Rückkehr
nach Weimar, wo abends eine Galavorſtellung im
Hof=
theater ſtattfindet. Am Freitag vormittag werden auch die
Kaiſerin und der König von Sachſen eintreffen.
Das Kaiſerpaar wird bis Samstag vormittag in Weimar
bleiben. Am Freitag abend findet ein großer
Fackel=
ſzug der Jenenſer Studenten in Weimar ſtatt.
Neapel, 23. Okt. Während geſtern der Aetna ganz
ruhig ſchien, ſtieg plötzlich aus dem mittleren Krater Rauch
und eine Aſchenſäule bis zu 5000 Meter Höhe auf. Die
Erſcheinung verſchwand raſch wieder, doch wurde kurz
darauf in Giarra ein heftiger Erdſtoß verſpürt, der der
Bevölterung großen Schrecken einjagte, ohne indeſſen
Schaden anzurichten.
Kopenhagen, 23. Okt. Als die hieſige
Landmanns=
bank geſtern einen kleinen Geldſack von einer Pariſer
Bank erhielt, zeigte es ſich, daß von 10000 Francs, die der
Sack enthalten ſollte, 6400 fehlten. Um eine vorzeitige
Entdeckung zu verhindern, hatte der Dieb unterwegs die
geſtohlenen Goldſtücke durch Ein= und Zweipfennigſtücke
erſetzt.
Moskau, 22. Okt. Rußkija Wjedomoſti meldet: Der
hieſigen Polizei gelang es, ein Komplott gegen
Saſonow aufzudecken. Auf die Anzeige eines
Geheim=
poliziſten wurde Sonntag nacht in der Wohnung eines
Panſlawiſten namens Iwanow eine Hausſuchung
vor=
genommen, wobei eine geladene Bombe und Manifeſte
vorgefunden wurden. Aus letzteren geht hervor, daß
Iwanow den Auftrag erhalten hatte nach Petersburg zu
fahren und ſofort nach der Rückkehr Saſonows aus Spala
das Attentat auszuführen. In die Affäre ſollen
hoch=
ſtehende Perſönlichkeiten verwickelt ſein. Man bemüht ſich,
die ganze Angelegenheit zu vertuſchen.
Queenstown (Tasmania), 23. Okt. Die Behörden
haben ſich genötigt geſehen, die Mounts Lyell=
Grube wegen der Ausdehnung des Feuers unter Waſſer
zu ſetzen. 42 Leichen befinden ſich noch in der Grube.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
nehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)
—. Geſangverein Liederzweig. Das
vorliegende Programm für das am Samstag, den
26. Oktober 1912, abends 9 Uhr, im Feſtſaale der
Turn=
gemeinde ſtattfindende Herbſtkonzert des „
Lieder=
zweig” verheißt den Beſuchern intereſſante künſtleriſche
Darbietungen. Frl. Paula Manecke, als treffliche
Sän=
gerin zur Laute von früheren hieſigen Auftreten beſtens
eingeführt, hatte kürzlich bei verſchiedenen
Veranſtaltun=
gen große Erfolge. Die jugendliche Künſtlerin ſingt
Lieder von Hildach, Taubert u. a. Bei dem
Schweſtern=
konzert am 7. Oktober im Saalbau erzielte Herr Fredy
Wiener, der ſich nun ganz der Rezitation zugewandt, mit
ſeinen Rezitationen großen Beifall. Herr Wiener bringt
zwei Melodrams, mit Herrn Großh. Muſikdirektor
Klaſſert am Flügel, zu Gehör. Eine willkommene
Ab=
wechslung bieten die Waldhornvorträge des als
treff=
licher Waldhorniſt der Großh. Hofkapelle geſchätzten
Herrn Hofmuſiker W. Manecke. Mit dem bedeutende
Schwierigkeiten enthaltenden Chore: Germanenzug von
Spangenberg wird das Konzert eröffnet, dem ſich zwei
Lieder im Volkston: Hüte Dich von Girſchner und Es
haben zwei Blümlein geblüht von Schrader anſchließen.
Außer letztgenannten bringt der Chor noch folgende
Lie=
der zum erſten Male zu Gehör: Das graziöſe
altnieder=
ländiſche Minnelied von Joſ. Werth, das herrliche
Innsbruck, ich muß dich laſſen in der Bearbeitung va
Bungart, ſowie drei Volkslieder von Silcher, von denen
das gemütvolle: O wie herbe iſt das Scheiden und das
neckiſche: ’s Herz, beſonders genannt ſeien. Näheres
durch Annoncen und Programme.
Kongreſſe und Verbandstage.
2 4. Deutſcher Evangeliſcher
Kirchengeſang=
vereihstag.
— Frankfurt, 22. Okt. Der Deutſch=evangeliſche
Kirchengeſangvereinstag wurde heute mit einer
öffent=
lichen Sitzung des Zentralausſchuſſes eröffnet. Prälat
D. Dr. Flöring=Darmſtadt begrüßte die Erſchienenen
und dankte recht herzlich dafür, daß Frankfurt den
deut=
ſchen Kirchengeſangvereinstag eingeladen und die
ſchwie=
rigen Vorbereitungen ſo vorzüglich getroffen hat. Der
Vorſitzende des Frankfurter Verbandes der Kirchenchöre,
Rechtsanwalt Dr. Kilzer, dankte dem
Kirchengeſang=
verein für ſein Erſcheinen in Frankfurt und bat ihn, den
kleinen Frankfurter Verband auch in Zukunft zu
unter=
ſtützen. Begrüßt wurden noch beſonders der Vorſitzende
des ſchweizeriſchen Kirchengeſangvereins, Goldſchmidt,
Pfäffikon, und der Vertreter der Behörden, Geheimer
Konſiſtorialrat D. Jäger=Bierſtadt, Geheimer
Konſi=
ſtorialrat Kayſer, Konſiſtorialrat Dr. Dechent, Profeſſor
D. Baldenſperger=Gießen. Prälat Flöring erſtattete den
Jahresbericht. Danach hatten die Entſchließungen des
Tages von Hannover bei den theologiſchen Fakultäten
und den kirchlichen Behörden lebhaften Widerhall
geſun=
den. Einer Anregung dieſes Tages folgend hat
Pro=
ffeſſor Arnold Mendelsſohn 15 Choräle
heraus=
gegeben, bei denen die Stimme im Alt oder Tenor liegt.
Das Korreſpondenzblatt hat eine befriedigende Höhe von
Beziehern, doch ſollte es immer noch mehr als Bindeglied
des Vereins ausgebaut werden. In der Diskuſſion
be=
fürwortete Superintendent D. Nelle=Hamm die
An=
ſchaffung der 15 von Profeſſor Mendelsſohn komponierten
Chöre und verſuchte, die Bedenken, die dagegen erhoben
ſind, zu zerſtreuen. Zur Belebung des Wechſelgeſanges
ſeien ſie ganz beſonders geeignet. Dr. Kilzer betonte,
daß in Frankfurt Verſuche mit den Mendelsſohnſchen
Wechſelgeſängen gemacht worden ſind, die hoffentlich
Er=
folg haben.
Der Vertreter des ſächſiſchen Landeskirchenchores,
Kantor Haufe=Leipzig=Leutzſch, referierte über die
Stimmbildungskurſe, wie ſie Lektor Profeſſor Dr. Seydel
ſeit vielen Jahren an der Univerſität Leipzig vorgeführt
hat, und teilte mit, daß in dieſem Sommer für die
Geiſt=
lichen in den Ephorien Leipzig=Stadt und=Land
beſon=
dere Stimmbildungskurſe mit großem Erfolg
ſtattgefun=
den haben. Profeſſor Gebhardt Potsdam teilte
mit, daß ſich nach großen Schwierigkeiten jetzt ein
Ver=
band deutſcher Organiſten gebildet hat, der gern mit den
Kirchengeſangvereinen zuſammen arbeiten wird. Rat
Sonne=Darmſtadt bittet um regere Mitarbeit am
Korreſpondenzblatt. Der Vertreter der Schweizer
Kirchen=
geſangvereine überbringt die Grüße der Schweiz und
idt zur Beteiligung an dem Schweizer
Kirchengeſang=
einstag ein. Für den nächſten Kirchengeſangvereins=
tag wird Eſſen einſtimmig gewählt. Pfarrer Wilhelm
Herold aus Memmingen (Bayern) hatte, der
Gepflo=
genheit der letzten Verbandstagungen folgend, Leitſätze
für eine Beſprechung aufgeſtellt. Sie behandelten die
immer noch wichtige Frage: „Unſere Kirchenkonzerte und
die gottesdienſtlichen Aufgaben der Kirchenchöre”.
Handel und Verkehr.
* Für Poſtanweiſungen nach
Konſtan=
tinopel und Smyrna (deutſche Poſtanſtalten),
ſowie nach den ottomaniſchen Poſtanſtalten gilt von jetzt
ab das Umrechnungsverhältnis von 100 Piaſter (Gold)
— 18 Mark 90 Pfg.
H. Frankfurt a. M., 23. Okt. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt waren ſowohl Landweizen
als Landroggen reichlich vorhanden. Bei nur mäßiger
Nachfrage ſeitens der Mühlen konnten ſich die Preiſe nicht
behaupten und ſind gegen die Vorwoche ermäßigt. Auch
ausländiſche Brotfrüchte waren williger. Gerſte ruhig;
hingegen Hafer wieder belebt und recht feſt. Mais
preis=
haltend. Futtermittel und Mehl ſtetig.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt ruhig,
ohne beſondere Anregung. — An der Berliner
Pro=
duktenbörſe war Getreide feſt auf die Nachricht, die
griechiſche Flotte ſei vor den Dardanellen erſchienen;
ferner auf Käufe der Kommiſſionäre und Importeure. Die
ruſſiſchen Forderungen waren nicht erhöht. Hafer
an=
fangs geſucht und höher auf die Gefährdung der
Dar=
danellen, ſpäter jedoch leicht nachgebend.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den
amerika=
niſchen Getreidemärkten (New=York und
Chi=
cago) war Weizen zu Beginn auf umfangreiche
Verſchif=
fungen von den Seeplätzen, welche Käufe der Firma
Ar=
mour zur Folge hatten, in behaupteter Haltung; der
Markt ſchloß aber willig auf Meldungen über günſtiges
Wetter, ſowie auf den à la baisse lautenden
Wochenaus=
weis der Weltverſchiffungen. Auch ſtimulierten die
an=
gekündigten größeren Zufuhren im Innern der
Vereinig=
ten Staaten, ſowie die enttäuſchende Exportnachfrage.
Mais im Einklang und unter gleichlautendem Einfluß
wie Weizen in ſchwächerer Stimmung ſchließend. Die
ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche von
34.79 Millionen Buſhels auf 37.44 Millionen Buſhels
ge=
ſtiegen, hingegen die Maisvorräte von 3.57 Millionen
Buſhels auf 3.16 Millionen Buſhels zurückgegangen. In
Kanada erhöhten ſich die Weizenvorräte in dieſer Woche
von 9.20 Millionen Buſhels auf 11.43 Millionen Buſhels.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie folgt:
Weizen, hieſiger und Wetterauer, 21.25—21.50,
Nord=
deutſcher 21.25—21.50, Kurheſſiſcher 21.25—21.50,
Ruſſi=
ſcher 24—25, Laplata 23.75—24.25, Rumäniſcher 24.25 bis
25.00, Kanſas 24.75—25, Manitoba 23.25—23.75,
Red=
winter 24.50—25, Walla Walla 24.25—24.75; Roggen,
hieſiger 18—18.10, Bayeriſcher (Pfälzer) 18—18.10,
Ruſſi=
ſcher 19—19.25, Rumäniſcher 19—19.25, Amerikaniſcher
Gerſte (Pfälzer) 21—21.50, hieſige und Wetterauer 20.50
bis 21, Fränkiſche 21—21.50, Riedgerſte 20.50—21.25,
Un=
gariſche —: Hafer, hieſiger 19.25—21, Bayeriſcher 19.50
bis 21.50, Ruſſiſcher 20.50—22, Rumäniſcher 20.50—22,
Amerikaniſcher —; Mais mixed 16—16.20. Ruſſiſcher 16
bis 16.25, Donaumais 16—16.25, Rumäniſcher 16—16.25,
Laplata 15.75—16, Weißer Mais 16—16.10, Weizenſchalen
10.50—11, Weizenkleie 10.50—11, Roggenkleie 11—11.50,
Futtermehl 14—16, Biertreber getrocknet 13.40,
Futter=
gerſte 16—16.75: Weizenmehl, hieſiges (Baſis ab
Mannheim) Nr. 0 32.75—33, feinere Marken 33.25—33.50,
Nr. 1 30.75—31, feinere Marken 31.25—31.50, Nr. 2 29.25
bis 29.50, feinere Marken 29.75—30, Nr. 3 27.75—28,
fei=
nere Marken 28.25—28.50, Nr. 4 24.75—25, feinere Marken
25.25—25.50; Roggenmehl, hieſiges Nr 0 27—27.75,
Nr. 1 25—25.50, Nr. 2 22—22.25.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zur Gehaltsregulierung der
Volksſchul=
lehrer.
Im Intereſſe gerechter Regelung der bevorſtehenden
Gehaltsaufbeſſerung mittlerer ſtädtiſcher Beamten hat
man mit Recht auch die Frage zu klären verſucht, welche
Nebeneinkünfte die ſtädtiſchen Lehrer durch Nebenarbeiten
heziehen. Hierbei ſoll ſich ergeben haben, daß der größere
Teil derſelben keine ſolchen Nebeneinkünfte hat.
In gewiſſenhafter Pflichterfüllung, die eine
Aufwend=
ung ihrer Kräfte im Intereſſe der Schule nicht nur
vor=
ausſetzt, ſondern tatſächlich auch beanſprucht, ſind ſie
außerſtande, bezahlte Nebenarbeiten zu übernehmen, ohne
ſich frühzeitig aufzureiben.
Dies gilt theoretiſch namentlich auch für die
Schul=
leiter (Hauptlehrer), und um ihre Kräfte voll und ganz
für den Dienſt der ſtädtiſchen Schule frei zu machen, hat
man ihnen dann auch 750 Mark Mehrgehalt verwilligt.
Aber dieſe in die Praxis überſetzte Theorie ſcheint wieder
einmal eine überraſchende Niederlage erlitten zu haben.
Wie nämlich behauptet wird, ſollen unter jenen ſtädtiſchen
Lehrern, die zum Teil eine Nebeneinnahme bis zu 3000
Mark beziehen ſollen, gerade die Hauptlehrer ganz
beſon=
ders ſtark beteiligt ſein. Aus ſehr begreiflichen Gründen
ſtellen dieſelben dieſe Behauptung jedoch in Abrede, denn,
beſtätigt ſich dieſelbe, ſo würden ſie ſelbſt damit den
Be=
weis erbringen, daß ihre Funktionen nichts weniger in
Anſpruch nehmen, als eine volle Manneskraft, und die
bewilligte Extravergütung hier überhaupt nicht zu
recht=
fertigen iſt. Wollte man ſie jedoch mit der beliebten
Re=
densart rechtfertigen, der Hauptlehrerpoſten verlange eine
„höhere Bildung” als die der Lehrer für die Volksſchule,
ſo würde man damit unſerem Lehrerbildungsweſen, wie
unſerem Schulinſpektionsſyſtem ein recht klägliches
Ar=
mutszeugnis ausſtellen, gegen das ſich unſere Regierung
nit Recht entſchieden verwahren dürfte.
Glücklicherweiſe kommt in jedem geſunden
Städte=
weſen, in Uebereinſtimmung mit den Steuerzahlern, der
Rechtsgrundſatz mehr und mehr zum praktiſchen
Durch=
bruch: Die wirkliche und nicht die ſcheinbare
Arbeitsleiſtung muß ſachgemäß bezahlt
werden. Stellt ſich nun wirklich heraus — und wir
erwarten von unſerer gerechten, unparteiiſchen
Stadtver=
waltung im berechtigten Intereſſe der Steuerzahler
Auf=
lärung —, daß es beſonders die Hauptlehrer ſind, die Zeit
und Kraft finden für ſo reichen Nebenerwerb, dann
charak=
teriſiert ſich unſer heutiges Hauptlehrerſyſtem und ſeine
finanzielle Förderung lediglich als Blendwerk. Und ein
ſolches kann unſere ſich ſo geſund entwickelnde Stadt um
ſo weniger gutheißen und fördern, als ja dieſer Zuſtand
bei den übrigen Lehrern die größten Feinde eines
gedeih=
lichen Unterrichts: den Mißmut und die Mißgunſt,
not=
wendigerweiſe wachrufen müßte.
Nur da, wo wirklich die volle Kraft im Dienſte der
ſtädtiſchen Volksſchule eingeſetzt wird, da iſt auch von
Gott und Rechts wegen entſprechende Bewertung ange=
bracht. Längſt ſteht für jeden Kenner der Schul= und
Lehrerverhältniſſe die Ueberzeugung feſt, daß die
Gehalts=
aufbeſſerung der Lehrer nur dann den wahren
Bedürf=
niſſen angemeſſen iſt, wenn ſie kräftig einſetzt in den
mittleren Dienſtjahren, da die für jeden
Leh=
rer gleich wichtige Pflicht der Erziehung und Verſorgung
der eigenen Kinder in dieſer Zeitperiode nur unter der
Vorausſetzung mit voller Hingabe an den Schuldienſt
vereinbart werden kann, wenn durch entſprechende
Be=
zahlung die dringendſten Bedürfniſſe des Familienlebens
befriedigt und gedeckt werden können.
Eine Stadt, die nach dieſem ſachgemäßen
Geſichts=
punkt die Gehaltsverhältniſſe ihrer Lehrer reguliert, hat
nicht nötig, nach dem Blendfeuerwerk zu lechzen, mit dem
„Höchſtgehalt an der Spitze zu marſchieren” denn dieſer
Höchſtgehalt kommt zu einer Zeit, wo ein Bedürfnis nicht
mehr vorliegt. Im Gegenteil, würde jeder gerecht denkende,
lebenserfahrene Lehrer zugunſten einer ſo geſtalteten
ge=
ſunden Gehaltsregulierung mit Freuden auf eine
Ge=
haltserhöhung zu einer Zeit verzichten, wo die zweite
ſeiner wichtigen Lebensaufgaben, die Ausbildung und
Ausſtattung ſeiner eigenen Kinder, der Regel nach hinter
ihm liegt.
Der Sinn für gediegene, den wahren Bedürfniſſen
gerecht werdende, allem Schein= und Flitterwerk abholde
Verhältniſſe herrſcht erfreulicherweiſe immer noch bei dem
weitaus größeren Teile aller Lehrer vor. Deshalb wird
auch nur dann eine Gehaltsaufbeſſerung zu ihrer
Befrie=
digung ausfallen, wenn ſie in erſter Linie den
pflichten=
reichſten mittleren Lebensjahren zugute kommt.
— Ein Stiefkind unter den Straßen ſcheint die untere
Hügelſtraße zu ſein. Während alle anderen Straßen
der inneren Stadt längſt ihr aſphaltiertes Trottoir haben,
warten hier die Anwohner von Jahr zu Jahr vergebens
darauf. Der Bürgerſteig iſt offenbar noch ſo gepflaſtert,
wie es gerade jeder bei Anlage der Straße, alſo vor
eini=
gen 50 Jahren, vor ſeinem Hauſe für nötig hielt
Beſon=
ders ſchön iſt es am Marienplatze. Hügel und Täler und
die verſchiedenſten Geſteinsarten in buntem Wechſel:
voll=
kommen dörfliche Verhältniſſe. Die ſtiefmütterliche
Be=
handlung der Straße fällt beſonders auf, wenn man die
auf der anderen Seite des Palaisgartens gleichlaufende
Sandſtraße zum Vergleiche heranzieht, die über einen
geradezu fürſtlichen Bürgerſteig verfügt. Hoffentlich haben
die Lenker der ſtädtiſchen Geſchicke ein Einſehen und holen
das Verſäumte recht bald nach.
Vermiſchtes.
— Weriſt der Erfinder des „ſprechenden
Films”? Es iſt kürzlich mit deutſchem Kapital die
Aus=
beutung einer in Deutſchland gemachten und in allen
Kulturſtaaten patentierten Erfindung finanziert worden,
die für unſere Induſtrie und unſeren
Ex=
port von größter Bedeutung zu werden
verſpricht. Es handelt ſich um einen „ſprechenden Film”,
eine Erfindung von außerordentlicher
Verwendungs=
ſähigkeit auf den verſchiedenſten Gebieten der Technik.
Nun hat Thomas Ediſon, der bekannte
ſamerika=
niſche Erfinder, kürzlich erklärt, daß er mit einer
groß=
artigen Neuheit, dem „ſprechenden Film”, demnächſt die
geſamte Kinematographenbranche reformieren würde.
Ediſon hat dabei aber nur überſehen, daß der ſprechende
Film inzwiſchen von einem Deutſch=Amerikaner A. M.
Newman tatſächlich erfunden iſt und daß dieſe Erfind
ung bereits in der ganzen Welt durch eine große Zah
von Patenten geſchützt iſt. Aus der großen
Verwendung=
möglichkeit der Erfindung auf wirtſchaftlichem und
wiſſan=
ſchaftlichem Gebiet geht das Intereſſe der deutſchen
In=
duſtrie an der Frage ohne weiteres hervor. In erſter
Linie iſt die Uhreninduſtrie beteiligt, die in Deutſchland
bekanntlich unter allen konkurrierenden Induſtrien der
Welt die erſte Stelle einnimmt. Wir exportieren
alljähr=
lich allein an Wand= und Standuhren, die dabeiin Frage
kommen, für 20 Millionen Mark. Der ſprechende Film
findet hier Verwendung für eine „zeitanſagende
Uhr”. Wir brauchen in Zukunft nicht mehr die Schläge
der Uhr zählen, denn durch eine Sprechvorrichtung wird,
wie ſchon bekannt, mit laut vernehmlicher menſchlicher
Stimme jede Zeitangabe gemacht. Dabei kann zum
Zwecke des Weckens durch eine Vorrichtung die Zeitangabe
ſo lange wiederholt werden, bis eine Abſtellung erfolgt.
Von größter Bedeutung wird der ſprechende Film auch
für den Fernſprechverkehr werden. Auf
Veran=
laſſung der Deutſchen Reichs=Poſt=und
Tele=
graphenverwaltung ſind bereits erfolgreiche
Verſuche gemacht, den Film zur Entlaſtung der
überan=
ſtrengten Telephonbeamtinnen ſprechen zu laſſen. Eine
weitere Verwendung des ſprechenden Films iſt für den
Eiſenbahnverkehr in Ausſicht genommen. Der
Film ermöglicht, daß auf allen Stationen durch einen
Druck des dienſttuenden Beamten auf einen Knopf in
jedem Warteſaal mit lauter Stimme die Abfahrtszeit und
die Richtung der Züge verkündet wird. Auch für
Unter=
grundbahnen mit kurzen Haltezeiten kann durch den
ſprechenden Film eine Anſage der nächſten Station in
allen Wagen ſchon während der Fahrt erfolgen. Auf
weitere Verwendungsmöglichkeiten der Erfindung
einzu=
gehen, verbietet der Raum.
Literariſches.
— Ueber Diamanten zu ſchreiben, von ihrer
Gewin=
nung, ihrer Größe und Koſtbarkeit, ihrer Bearbeitung zu
erzählen, wie es P. R. Krauſe in Nr. 41 der „
Garten=
laube” unter dem Titel „Das Diamantenland” tut, iſt
mmer eine dankbare Aufgabe. Unter dem „
Diamanten=
land” verſteht der Autor, der ſein Thema glänzend
be=
herrſcht, nur Afrika, deſſen unſchätzbare Diamantengruben
die alten Fundländer des edelſten Steines: Indien,
Braſilien, Ceylon, in der Neuzeit ja ganz verdunkelt
haben, und er beſchreibt ſo genau die charakteriſtiſchen
Merkmale der Fundorte, den „Blaugrund” der immer
diamantenverdächtig iſt, daß man meint, man brauche
nur eben nach Afrika hinzufahren und die Augen
ordent=
lich aufzumachen, um mit den Schätzen Ali Babas beladen
zurückzukehren auf unſere diamantenloſe deutſche Erde.
— E. T. A. Hoffmanns Werke in fünfzehn
Teilen, herausgegeben von Georg Ellinger. Goldene
Klaſſiker=Bibliothek, Deutſches Verlagshaus Bong
u. Co., Berlin W 57. Hoffmanns Werken iſt jetzt die
ver=
diente ſtattliche Ausgabe im Rahmen der Goldenen
Klaſ=
iker=Bibliothek zuteil geworden. Die dankbare Aufgabe
lag in den beſten Händen, da der bekannte Hoffmann=
Biograph Profeſſor Georg Ellinger als Herausgeber
zeichnet. Er hat denn auch keine Mühe geſcheut, um allen
Bedürfniſſen des Leſers und des Literarhiſtorikers
ge=
recht zu werden. Die Urdrucke und erhaltenen
Hamd=
ſchriften wurden mit größter Sorgfalt für den Text
be=
rutzt und dadurch im ganzen wie im eizelnen viel Neues
gewonnen. Vor allem wird hier zum erſtenmal eine
voll=
ſtändige Sammlung der muſikaliſchen Aufſätze geboten,
von denen nicht weniger als fünfzehn noch nicht wieder
abgedruckt ſind, andere zum erſtenmal unverkürzt gegeben
werden. Einleitungen und Lebensbild führen nicht nur
den naiven Leſer in das Verſtändnis der Werke ein,
ſon=
dern leiſten auch dem Fachmann wertvolle Dienſte. Die
Ausgabe bringt neben erklärenden Anmerkungen auch
Lesarten, ſoweit ſie zur Erkenntnis von Hoffmanns
dich=
teriſcher Eigenart notwendig ſind Zahlreiche wertvolle
und vorzüglich wiedergegebene Bilderbeilagen, darunter
auch die oben erwähnte Handzeichnung, zieren die Bücher.
Die ganze Ausgabe, auf holzfreiem Papier gut gedruckt
und in fünf geſchmackvolle Leinenbände gebuliden, iſt
für den geringen Preis von 2 Mark pro Band zu haben.
— Die Verlagsbuchhandlung B. G. Teubner in
Leip=
zig hat 3 Hefte „Säemann=Schriften”
heraus=
gegeben. Heft 1: O. Koſog, Unſere Rechtſchreibung und
die Notwendigkeit ihrer gründlichen Reform. Geh. 0,60
Mark. Heft 2: L. Potpeſchnigg, Aus der Kindheit
bildender Kunſt. Geh. 1,60 Mk. Heft 3: K.
Reich=
hold, Architektur und Kunſterziehung. Geh. 1,80 Mk.
Die Herausgeber und der Verlag der Monatsſchrift „Der
Säemann” haben ſich entſchloſſen, unter dem Namen
„Säemann=Schriften für Erziehung und Unterricht” eine
Stätte zur Publikation für ſolche Beiträge zu ſchaffen,
deren größerer Umfang eine Veröffentlichung im „
Säe=
mann” ausſchließt. Der Name und das äußere Gewand
dieſer Arbeiten ſoll ein ſichtbares Zeugnis dafür ſein,
daß auch in dieſer neuen Form Säemann=Arbeit getan
werden ſoll, die den geiſtigen und kulturellen Aufgaben
und Beſtrebungen, denen unſere Zeitſchrift dient, die
Grundlagen ſichern und die Wege bereiten wird,
Eine Rede Lord Roberts”.
H. B. London, 23. Okt. Lord Roberts ſprach
geſtern in einer großen Verſammlung in Mancheſter über
die Notwendigkeit des nationalen Militärdienſtes. Er
erklärte, daß England außerordentlich wenig für
den Krieg vorbereitet ſei. Im Verlaufe ſeiner
Ausführungen ſagte er weiter, jetzt, im Jahre 1912, werde
der Krieg ebenſo wie im Jahre 1866 und 1870 in einem
Augenblick ſtattfinden, wo die deutſchen Truppen,
zu Lande und zur See, durch ihre Ueberlegenheit in
jeg=
licher Beziehung des Sieges ſo gewiß ſind, wie keine
andere Macht. Deutſchland iſt bereit, wenn ſeine Stunde
geſchlagen hat. Das iſt die Politik ſeines auswärtigen
Amtes, welches noch immer den Ereigniſſen Recht gegeben
hat. Unter dieſem politiſchen Geſichtswinkel iſt
Deutſch=
and in den letzten zehn Jahren von der größten
Truppen=
macht zu der zweitmächtigſten Seemacht geworden. Wir
haben die Oberherrſchaft zur See verloren, ausgenommen
die über die Nordſee, und auch in dieſem Meere iſt unſere
Ueberlegenheit ſehr fraglich.
Zur Erkrankung des ruſſiſchen Thronfolgers.
* Petersburg, 23. Okt. Der Thronfolger
verbrachte die letzte Nacht ruhig und ſchmerzlos. Er ſchlief
viel. Die Nahrungsaufnahme hat ſich gebeſſert. Wie
mitgeteilt wird, wechſeln in der Pflege des Thronfolgers
die Zarin und die Prinzeſſin Heinrich von Preußen ſich ab.
H. B. Petersburg, 23. Okt. Das heutige Be=
Finden des ruſſiſchen Thronfolgers hält
er=
freulicher Weiſe an. Der Heilungsprozeß nimmt einen
normalen Verlauf. Die Schmerzen haben nachgelaſſen.
Der Thronfolger hat großen Appetit und ſchlaft gut und
wiel. Die Temperatur beträgt 39,1, Puls 44.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
— Soweit ſich die augenblickliche Kriegslage
einiger=
maßen beurteilen läßt, ſcheint der bulgariſche
Vor=
marſch auf Adrianopel mit größter Energie und
Schnelligkeit vor ſich zu gehen, und zwar mit
Streitkräf=
ten, die ſehr viel ſtärker ſind, als die Türken vor einiger
Zeit angegeben haben. Im bulgariſchen Hauptquartier
ſcheint man faſt alles auf dieſe eine Karte geſetzt zu haben,
von der richtigen Vorausſetzung ausgehend, daß die
end=
gültige Entſcheidung hier fallen muß, vielleicht auch in
dem Gefühl, daß die einzige Siegeshoffnung der
Ver=
bündeten auf der Schnelligkeit und Kraft dieſes
Vor=
ſtoßes gegen das Herz des Gegners beruht. Stündlich
kann die Meldung von dem Eintreffen der Bulgaren in
Adrianopel anlangen, und man wird von dem Ausgang
des Gefechtes weitere Schlüſſe auf die künftige
Geſtalt=
ung des Krieges ziehen können. Inzwiſchen haben die
Türken die bulgariſchen Häfen Warna und Burgas
bombardiert und damit den Bulgaren durch teilweiſe
Zerſtörung der Städte Schaden zugefügt, aber von einem
großen Erfolg der Osmanen kann jedenfalls keine Rede
ſein. Die Nachrichten vom Vormarſch der
Ser=
ben lauten vollſtändig konfus. Bald ſollen ſie Priſchtina
genommen haben und ſchon beinahe bei Uesküb ſtehen,
bald ſollen ſie erſt wenige Kilometer über die Grenze
hinaus gelangt ſein. Wirklich zuverläſſige Meldungen
liegen nicht vor, ſo viel ſcheint aber doch feſtzuſtehen, daß
erſt die Zukunft eine Klärung bringen wird. Die
Mon=
tenegriner ſcheinen bereits auf ihren Lorbeeren
auszu=
ruhen, denn in den letzten Tagen hörte man nur wenig
von ihnen. Einige Grenzorte ſcheinen ſie wirklich
genom=
men zu haben. Der Sieg der Griechen bei Elaſſona
und die Blockade von Preveza ſind ſicherlich recht
unbe=
deutend. Alles in allem ſteht die Hauptſache noch bevor,
und daran ändern alle bisher eingelaufenen
Sieges=
meldungen nichts, ſelbſt wenn die widerſprechendſten
De=
peſchen auf Wahrheit beruhen würden.
Das befeſtigte Lager von Adrignopel.
* Adrianopel, das zunächſt den natürlichen
ſtra=
tegiſchen Stützpunkt der türkiſchen Operationen gegenüber
den Bulgaren bildet und der gegebene Mittelpunkt für
die Verſammlung der vier öſtlichen europäiſchen Korps
der Türkei iſt, wird von elf meiſt modernen Forts in
einem Umkreiſe von 25 Kilometern umgeben, wobei die
natürliche Lage der Stadt einer energiſchen Verteidigung
weſentlich zugute kommt. Das Vorgelände wird durch
den Lauf von drei Flüſſen in vier Abſchnitte zerlegt. In
die vom Norden nach Süden fließende Maritza ſtrömt
von Nordweſten die Arda und von Nordoſten die
Tundſcha. In dem einen ſehr ſpitzen Winkel bildenden
Abſchnitte zwiſchen Arda und Maritza im Nordweſten
der Feſtung befindet ſich keine permanente Befeſtigung.
Das Gelände iſt auch hier zum Teil ſumpfig, ſo daß die
Annäherung von Belagerungstruppen weſentlich
er=
ſchwert ſein würde. Die ſtärkſte Front bilden drei
Forts, die in dem nördlichen Abſchnitt zwiſchen der
Maritza und Tundſcha, alſo nach der bulgariſchen
Grenze zu, liegen. Hier ſind moderne Kruppſche Feſt=
ungsgeſchütze aufgeſtellt, die Befeſtigungen ſind ſturmfrei
angelegt, und beabſichtigt war vor zwei Jahren die
An=
lage von Panzertürmen und ſtarken Betondeckungen. Sind
die geplanten Arbeiten fertig, ſo könnte man hier das
Beiſpiel eines modernen Feſtungskrieges erleben, wenn
die Bulgaren zur Einſchließung der Feſtung ſchreiten
ſollten. Die Forts ſind an ſich beherrſchend mit großem
Geſchick angelegt und können ſich gegenſeitig durch Feuer
unterſtützen. Zwiſchen der Stadt und dieſen Forts
be=
findet ſich auch ein großes Lager, das den Truppen dienen
ſoll, die von hier aus Vorſtöße machen können.
Man iſt aber auch bemüht geweſen, die anderen
Sei=
ten der Stadt nachdrücklich zu befeſtigen. So befindet ſich
öſtlich und ſüdlich der Stadt in dem Abſchnitt
zwi=
ſchen Tundſcha und Maritza ein Kranz von vier an und
für ſich ſtarken Forts, die ebenfalls in letzter Zeit
moder=
niſiert werden ſollten. Namentlich die Südfront der
Feſt=
ung iſt infolge der Verbreiterung des Maritzatales von
der Natur wenig begünſtigt, ſodaß hier die ſchwache Seite
Adrianopels als Lagerfeſtung liegt. Man hat neuerdings
ein Fort unmittelbar an der Maritza angelegt, das hier
weſentlich zur Verſtärkung der Südfront beitragen dürfte.
In dem Abſchnitt zwiſchen Maritza und Arda weſtlich der
Stadt ſind weitere vier Forts angelegt, die den Kranz der
Befeſtigungen ſchließen.
Bei ſtarkem Regen und nach der Schneeſchmelze
pfle=
gen die Flüſſe zum Teil über ihre Ufer zu treten, und
tamentlich der Teil der Maritza, der zwiſchen der
Bahn=
linie, die nach Konſtantinopel führt, und der eigentlichen
Stadt liegt, die ſich in der Hauptſache auf dem rechten
Ufer der Tundſcha ausdehnt, überflutet das umliegende
Gelände völlig. Iſt Adrianopel wirklich ſo ſtark
ausge=
baut, wie es in der Abſicht der Türken lag, ſo würden die
Bulgaren vermutlich lange Zeit gebrauchen, um die
Feſt=
ung zu Fall zu bringen, zumal auch die ſtarken
provi=
ſoriſchen Befeſtigungen, in deren Herſtellung
die Türken Meiſter ſind, die übrigen Werke ergänzen und
ich mit den Anlagen von Kirk=Kiliſſe die Hand reichen.
Vom Kriegsſchauplatz.
* Konſtantinopel, 22. Okt. Die Blätter
mel=
den folgende Kriegsnachrichten, deren offizielle
Beſtätigung ausſteht: In dem Kampfe zwiſchen Diskata
und Elaſſona verloren die Griechen 5000 Mann. Das
Dorf Boſhonewze bei Riſtowdo, nahe der ſerbiſchen
Grenze, das von drei ſerbiſchen Bataillonen mit
Ka=
vallerie beſetzt wurde, iſt von den Türken mit Artillerie
zerniert und beſchoſſen worden. Die Serben wurden faſt
vollkommen aufgerieben. Die Rückzugslinie der Serben
in der Richtung auf Priſchtina ſoll abgeſchnitten ſein. Die
ſerbiſchen Truppenlinien ſollen von Kraljewo bis
Trgo=
wiſchtje ſich erſtrecken; ſie verfügen auch über Kavallerie.
Nach wiederholten Stürmen gegen die montenegriniſche
Stellung ſollen die Türken Bjelupolje wieder genommen
haben.
* Konſtantinopel, 23. Okt. Mehmed Paſcha
iſt mit mehreren Tauſend albaneſiſchen Freiwilligen nach
Priſchtina abgereiſt. An der ſerbiſchen Grenze hat bei
Bujanowie ein heftiger Kampf ſtattgefunden. An der
montenegriniſchen Grenze iſt bei Guſſinje
hef=
tig gekämpft worden. Die beherrſchenden Punkte wurden
von den türkiſchen Truppen beſetzt. Auf dem griechiſchen
Kampfplatz ſind helleniſche Kavallerietruppen, die von
Elaſſona aus einen Vorſtoß unternahmen, in türkiſche
Gefangenſchaft geraten.
* Konſtantinopel, 23. Okt. Nach hier
einge=
troffenen Meldungen haben die türkiſchen Truppen nach
heftigem Kampfe Bjelupolje den Montenegrinern
wieder abgenommen. Eine große Kavallerie=
Abteilung, die bei Elaſſona vorrückte, wurde gefangen
genommen. Die Pferde wurden ſofort von der
türki=
ſchen Artillerie in Verwendung genommen. Von der
Varda=Armee wird gemeldet, daß bei Bujanowic ein
großer Kampf begonnen hat.
* Konſtantinopel, 23. Okt. Von dem
bul=
gariſchen Kriegsſchauplatz iſt heute folgende
authentiſche Meldung eingetroffen: Die türkiſchen
Truppen fahren fort, ſich aus den Grenzgegenden des
Wilajets Adrianopel zurückzuziehen, nachdem ſie
die Dörfer in Brand geſteckt haben. Sie ſind bereits bis
ſieben Kilometer nördlich von Adrianopel
zurückgegan=
gen. Geſtern vormittag wurde eine Kanonade aus der
Gegend von Maraſch hörbar. In der geſtrigen Nacht
ſollen 8000 Mann türkiſche Truppen im Süden von
Adrianopel in der Richtung nach Dimotika
zurück=
gegangen ſein. Gleichfalls wurde geſtern gemeldet, daß
die türkiſche Armee, die an der Struma operierte, ſich von
Dſchumabala nach Demir=Hiſar zurückgezogen habe. Das
fünfte türkiſche Korps iſt von Köprülü aus im Vormarſch
nach Nordoſten gegen Kotſchana begriffen, das ſechſte
rückt gegen Uesküb vor. Eine bulgariſche Diviſion
ver=
ſuchte den Kresna=Paß zu forcieren. Eine andere
mar=
ſchierte gegen Petſchewo. Die türkiſchen Truppen weichen
vor den andringenden Bulgaren zurück. Auch die Gegend
von Tamraſch und Palanka iſt von den Bulgaren
ange=
griffen worden.
Hierzu bemerkt die Köln. Ztg.: Aus dieſer amtlichen
türkiſchen Darſtellung geht hervor, daß die osmaniſche
Oſt=
armee ihre Vortruppen an der Grenze auf das Gros
urücknimmt, augenſcheinlich, um ſich nicht in Teilgefechte
einzulaſſen. Die Meldung, daß Truppenteile nach
Dimo=
tika, ſüdlich von Adrianopel, befördert worden, könnte
ſogar die Anſicht beſtärken, daß die Oberleitung geſonnen
iſt, eine Stellung einzunehmen, die einen etwaigen
Vor=
marſch der Bulgaren über Kirk=Kiliſſe von Weſten her
flan=
kiert. Es würde ſich dann um einen Verſuch handeln, die
von unſerem großen Feldherrn Moltke zwar nicht vor
dem Feind, aber auf den Generalſtabsreiſen oft
empfoh=
lene und angewandte Theorie von den Flankenſtellungen
in die Praxis zu überſetzen. Die türkiſche Sturm=Armee,
gegen die von Dubnitza aus ſich ein bulgariſcher Vorſtoß
richtet, will dieſem erſt bei dem Eintritt des Fluſſes in die
Ebene entgegentreten und ſammelt ſich ſüdlich des
Eng=
paſſes von Kresna um Demir Hiſſar. Bei der Wardar=
Armee iſt ein Korps von Köprülü im Marſch auf
Kotſchana, das nach den letzten Nachrichten in den
Hän=
den der gemiſchten ſerbiſch=bulgariſchen Armee iſt, die
von Küſtendil über Egri Palanka in Mazedonien
einge=
drungen iſt. Hinter dieſem Korps rückt ein zweites auf
Iſtip, das am weſtlichen Anfang der Ebene von Kotſchana
liegt, die von der zum Wardar fließenden Bregalnitza
durchzogen wird. Durch dieſe Bewegung wird ein
Zu=
ſammenwirken der verbündeten Korps mit der auf
Kuma=
nowo=Uesküb vorrückenden ſerbiſchen Hauptarmee
ver=
hindert.
* Stara=Zagora, 23. Okt. Die bulgariſche
Armee ſetzt ihren Vormarſch auf dem Gelände rechts
und links von Muſtafa Paſcha auf Adrianopel fort. Sie
haben bereits zwei Nebenflüſſe der Maritza überſchritten.
Mehrere hundert türkiſche Soldaten wurden zu
Gefange=
nen gemacht. Unter ihnen befand ſich ein Major und
mehrere andere Offiziere. Es wurden auch einige
Schnell=
feuergeſchütze, ſowie einiges Kriegsmaterial erbeutet.
Alles läßt darauf ſchließen, daß die Türken aus einen
energiſchen Vorſtoß abſolut nicht vorbereitet waren. Be
der Erſtürmung einer Verſchanzung, zu der
Freiwillig=
vor die Front gerufen wurden, zeigte es ſich, daß ſich i:
den Reihen des Gegners eine nicht unbedeutende Zah
von Bulgaren befand, die von den Türken zum Kamp,
gegen ihre Bundesgenoſſen gezwungen worden waren.
* Sofia, 22. Okt. Nach bisher unbeſtätigten
Ge=
rüchten ſind die bulgariſchen Truppen zwiſchen
Adrianopel und Kirk=Kiliſſe vorgeſtoßen, ſo dag
ſie die beiden türkiſchen Heereskörper von einander
ge=
trennt haben.
* Belgrad, 22. Okt. Der offizielle Bericht
mel=
det: Unſere dritte Armee und die Ibar=Armee hat
auf dem Terrain von Veljaglava bis Raska und in der
Umgebung von Nopibazar gegen die Türken und Albane
ſen erbitterte Kämpfe zu beſtehen. Die Stärke des Fein
des wird auf 40000 Albaneſen und zehn Nizam=
Abtei=
lungen mit vier Batterien geſchätzt. Geſtern früh begann
die dritte Armee eine energiſche Offenſive, warf den
Geg=
ner zurück und erreichte Malrkoſſowo Der Geiſt der
Truppen iſt vortrefflich. Das Armee=Hauptquartier
be=
findet ſich in Vranza, wohin ſich auch der König begeben
hat.
* Belgrad, 22. Okt Die erſte ſerbiſche
Armee drang geſtern bis Kumanooo vor; die Höhe von
Rujan wurde nach heftigem Artilleriekampf durch einen
Bajonettangriff erſtürmt. Der König beſichtigte geſtern
die Truppen bei Gilan und wurde begeiſtert begrüßt.
Die dritte Armee rückte gleichfalls erfolgreich vor,
die Vortruppen erreichten die Ebene von Malokovo. Die
Kolonne von Ibar wurde bisher durch ſtarken Nebel am
ſchnellen Vormarſch gehindert. Die ſerbiſchen Vorpoſten
ſind bis vor Sjenitza vorgeſchoben. Die ſerbiſchen
Ver=
luſte in den letzten Kämpfen ſind beträchtlich. Diejenigen
der Türken ſind außerordentlich groß.
* Belgrad, 23. Okt. Die amtlichen Verluſtliſten
ſind noch nicht veröffentlicht. Die geſtern eingetroffenen
Verwundeten haben größtenteils an den Kämpfen bei
Prepoloc am 19. Oktober teilgenommen. Sie
erzäh=
len, die ſerbiſchen Verluſte ſeien beträchtlich; die
Zahl der gefallenen Albaneſen ſoll 1000 überſchreiten.
* Vranja, 23. Okt. Die Serben ſind geſtern
nachmittag 4 Uhr nach heftigem Kampf in Priſchtina
ein gerückt.
* Athen, 22. Okt. Heute nachmittag 3 Uhr
lan=
deten griechiſche Truppen in einer Stärke von
500 Mann auf der Inſel Lemnos und beſetzten nach
einem kurzen Gefecht die Hauptſtadt Kaſtro. Auf der
Inſel wurde die griechiſche Fahne gehißt. 3 türkiſche
Offiziere und 42 Mann wurden zu Gefangenen gemacht.
Sonſtige Meldungen.
* Paris, 22. Okt. Das Journal des Débats
er=
klärt, es könne nicht der geringſte Zweifel darüber
be=
ſtehen, daß die türkiſche Flotte das Recht habe, an
der feindlichen Küſte des Schwarzen Meeres
kriege=
riſche Operationen vorzunehmen. Man könne ſich
abſolut nicht vorſtellen, daß Rußland die Initiative
er=
greifen werde, um die Wiederherſtellung der
Neutraliſier=
ung des Schwarzen Meeres zu verlangen, welche auf
feinen eigenen Antrag aufgehoben worden ſei.
H.B. London, 23 Okt. Ein Telegramm aus Sofia
meldet von geſtern, daß zum erſten Male ſeit Ausbruch
des Balkankrieges kin bulgariſcher Aviatißer
einen Aufſtieg unternommen hat. Er ſtartete in
Muſtafa Paſcha und flog in der Richtung auf Adrianopel,
wo er eine Zeitlang über der türkiſchen Front ſchwebte,
und die wichtigſten Bewegungen beobachtete. Die
türki=
ſchen Truppen eröffneten ein Feuer auf den Aviatiker.
Dieſer begab ſich jedoch in höhere Luftregionen und traf
nach halbſtündiger Beobachtung wieder in Muſtafa Paſcha
ein.
Nach einer Meldung aus Berlin benutzte dieſer
bul=
gariſche Flieger, der den gelungenen Flug von Muſtafa
Paſcha nach Adrianopel unternommen hatte, dazu einen
deutſchen Apparat. Der Flieger hat ſeine
Ausbil=
dung in Johannisthal erhalten.
* Belgrad, 23. Okt. Die ſerbiſche
Regier=
ung beabſichtigt, die Goldbeſtände der Nationalbank
ein=
zufordern und bei dem Penſionsfonds der Staatsbeamten
und Offiziere eine Anleihe zu nehmen, weil ihre
Kaſſen=
beſtände von 250 Millionen Dinars bis auf 10 Millionen
bereits verbraucht, ſind
* Konſtantinopel, 23. Okt. Die
Fremden=
kreiſe in den Kolonien wetteifern in der
Hilfstätig=
keit für den türkiſchen Halbmond. Der öſterreichiſche
Botſchafter Pallavicini ſchenkte tauſend Francs und ſtellte
Zimmer im Botſchaftspalais zur Verfügung, in denen
Damen der Kolonie täglich an Kleidungsſtücken für
ver=
wundete Türken arbeiten Im öſterreichiſch=ungariſchen
Hoſpital ſind 25 Betten für Verwundete beſtimmt. —
Zahl=
reiche Bulgaren, die hier angekommen ſind, wurden als
Spione feſtgenommen.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 23. Okt. (Amtliche
Mel=
dung.) Die türkiſchen Streitkräfte von
Ama=
ritza, welche zur Offenſive übergegangen waren, trafen
ſeute mittag öſtlich vom Fluß Tundja auf ſtarke
bulga=
riſche Abteilungen. Die Türken gingen zum Angriff
vor. Es entwickelte ſich eine heftige Schlacht, die für
die türkiſche Armee einen günſtigen Verlauf nimmt. Die
türkiſchen Streitkräfte im Weſten ſtießen vor Kalimame
ebenfalls auf bulgariſche Truppen und wurden mit ihnen
in ein Gefecht verwickelt, das noch andauert. Die
bul=
gariſchen Banden, die aus Bulgarien gekommen
ſind und denen ſich ihre bulgariſchen Landsleute von
Kaſa, Osmanje angeſchloſſen haben, operieren in der Kaſa
Djumaibala in der Nähe des Defilés von Karesna. Sie
griffen die dortigen türkiſchen Soldaten an. Die Türken
antworteten mit einem heftigen Angriff und vernichteten
die Banden faſt vollſtändig. Einigen Bulgaren iſt es
ge=
lungen, in die Berge zu entfliehen. Die Banden ſteckten
alle umliegenden Dörfer in Brand.
* Athen, 23. Okt. Der Kronprinz, der
Ober=
befehlshaber der griechiſchen Truppen, meldete heute früh
telegraphiſch, daß der Feind in einer Stärke von 22
Ba=
taillonen und ſechs Batterien beſiegt und zum Rückzuge
auf Serfidje gezwungen worden iſt. Die allgemeine
Ver=
folgung iſt befohlen worden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Körreſp.=Bureau.)
* Dahlem bei Berlin, 23: Okt. Heute vormittag 10
Uhr wurden hier in Gegenwart des Kaiſers die
Kai=
ſer Wilhelm=Inſtiſtute für Chemie, ſowie
phyſikaliſche Chemie und Elektrochemie
feierlich eingeweiht, woran ſich eine Hauptverſammlung
der Kaiſer Wilhelm=Geſellſchaft ſchloß. Zu der Feier
waren auch die Miniſter Dr. Delbrück, v. Trott zu Solz,
Freiherr v. Schorlemer, Sydow und Dr. Lentze erſchienen.
Der Präſbent der Kaier Wilhelm. Geſelſchaſt, Proſeſſer.
Harnack, übernahm die Inſtitute in die Obhut der
Geſell=
ſchaft. Hierauf verlas Kultusminiſter v. Trott zu Solz
nach einer Anſprache, in der er mitteilte, Geheimer
Kom=
merzienrat Koppel, der Hauptſchöpfer des zweiten
Inſti=
tuts, habe ſeinen Stiftungen heute eine weitere
Zuwend=
ung von 300000 Mark gemacht, die vom Kaiſer
verliehe=
nen Auszeichnungen und brachte ein dreifaches Hoch auf
den Kaiſer aus. Zum Schluß ergriff der Kaiſer ſelbſt
das Wort. Nach dieſer Feier trat der Kaiſer einen
Rund=
gang durch die Inſtitute unter Führung der
Inſtituts=
leiter an. In dem Laboratorium wurden dabei vielerlei
wiſſenſchaftliche Apparate vorgeführt. Es folgte die
Hauptverſammlung der Kaiſer Wilhelm=Geſellſchaft im
Maſchinenſaal des Inſtituts.
Die Rede des Kaiſers bei der Einweihung der
neuen Kaiſer Wilhelm=Inſtitute lautete: Ich begrüße den
heutigen Tag mit hoher Freude und ſpreche meinen
herz=
lichen Dank aus für alle Stifter, beſonders auch Herrn
Geheimen Kommerzienrat Koppel. Ich begrüße mit
Freuden das Zuſammenwirken des Staates und der
pri=
vaten Mithilfe und hoffe, daß dies Verhältnis
vorbild=
lich ſein wird für die Unterſtützung der wiſſenſchaftlichen
Forſchung. Ich ſpreche den Herren Architekten meine
vollſte Anerkennung für den gelungenen Bau aus und
hoffe, daß die Herren, die hier einziehen werden, recht
mit Freuden an ihre Wirkſamkeit werden gehen können.
Da der heutige Tag in erſter Linie der Chemie gilt,
wollte ich mir erlauben, den Herren eine Mitteilung zu
machen, die vielleicht ihr Innerſtes erweckt und vielleicht
auch ihre denkende Mitarbeit hervorruft. Aus Anlaß der
furchtbaren Kataſtrophen, die in den letzten Jahren in
unſeren Kohlenbergwerken eingetreten ſind, habe ich
durch den Chef des Zivilkabinetts von Eſſen aus mich
an die Chemie gewandt, zunächſt an die Techniſchen
Hoch=
ſchulen, und ſie veranlaßt, mir Arbeiten einzureichen und
Vorſchläge zu machen, in welcher Weiſe eventuell von der
Chemie prophylaktiſche Einrichtungen getroffen werden
könnten, um die unter Tag arbeitenden Leute zu ſchützen.
Ich denke dabei an unſchädliche chemiſche Präparate, die
die aufſichtführenden Beamten und die Arbeiter die
herannahende Gefahr durch ihre Veränderung auffällig
an Ort und Stelle erkennen laſſen. Ich hoffe, daß
un=
ſere Geſellſchaft auch fernerhin die Wiſſenſchaft fördern
wird und daß es uns auch fernerhin gelingen wird, ihr
die nötigen Mittel für das wiſſenſchaftliche
Handwerks=
zeug zu liefern. Die große Zahl von hervorragenden
Männern aus allen Ständen und Berufen, die hier
zu=
ſammenzuführen gelungen iſt, bürgt mir dafür, daß es
auch fernerhin möglich ſein wird Erſprießliches für das
Vaterland durch die Kaiſer Wilhelm=Geſellſchaft zu
leiſten.
* Leipzig, 23. Okt. Hofrat Hartmann. Direktor
des Leipziger Schauſpielhauſes, iſt im Alter von 48
Jah=
ren geſtorben. Hartmann war ſeit Jahresfriſt leidend
und konnte ſich der Theaterleitung nicht mehr widmen.
* Dortmund, 23. Okt. Im Konkurs der
Nie=
derdeutſchen Bank fand vor dem Amtsgericht die
Feſtſetzung der Teilvergütung für die zehn Mitglieder des
Gläubigerausſchuſſes ſtatt. Die Herren liquidierten
Be=
träge von 8000 bis 28000 Mark, im ganzen 168000 Mark.
Der Konkursrichter ſetzte die Entſchädigungen bis 1. Juli
1912 auf 4000 bis 8000 Mark, im ganzen auf 56 500
Mark feſt.
* Peſt, 23. Okt. Das Abgeordnetenhaus
wurde für nächſten Mittwoch zu einer Sitzung
einbe=
rufen, in welcher der Zuſammentritt der Delegationen
verkündet werden wird
* New=York, 23. Okt. Eine Depeſche aus
Vera=
eruz beſagt: Der Kommandeur der verbündeten
Trup=
pen Beltran bot einen Waffenſtillſtand bis zum
23. Oktober an. Dies würde, ſo glaubt man, bedeuten,
daß Beltran ſich der Revolution anſchließt. Dreißig
Matroſen und einige Vorpoſten der Verbündeten haben
ſich den Rebellen angeſchloſſen.
I. B. Berlin, 23. Okt. In der Markthalle am
Wedding kam es heute früh zu großen Krawallen.
Dort ſollte der Verkauf ruſſiſchen Fleiſches
ſtatt=
finden. Die betreffenden Fleiſcher, die erſt zugeſagt
hatten, weigerten ſich in letzter Stunde, den
Fleiſch=
verkauf zu übernehmen. Da die Markthallenverwaltung
das Publikum nicht mehr hatte benachrichtigen können,
ſtrömten Tauſende in die Halle, die ihrer Empörung in
ſcharfen Wörten Ausdruck gaben. Schließlich artete die
Verſtimmung in Tätlichkeiten aus. Die Stände der
Fleilſcher wurden geplündert und es kam
zu Raufereien zwiſchen Publikum und Schlächtergehilfen.
Schließlich mußte die Polizei einſchreiten, die die Halle
abſperrte.
Nach anderen Meldungen kam es zu Zuſammenſtößen
zwiſchen den etwa 2000 Frauen und den ſie aus ihren
Fleiſchſtänden heraus verhöhnenden Fleiſchermeiſtern
die ſpotteten, daß nun aus dem berühmten billigen
ruſ=
ſiſchen Fleiſch nichts werde, worauf die Frauen die
Fleiſcherſtände plünderten, Fleiſch= und
Wurſtwaren herabriſſen, mit Meſſern Fleiſch abſchnitten
und mitnahmen. Es gab dann wüſte Tumulte, da ſich die
Fleiſcher zur Wehr ſetzten. Schließlich gelang es der
ver=
ſtärkten Polizei, die Markthalle zu räumen. Auf der
Straße dauerten die Tumulte an, die Frauen zerſtörten
noch mehrere Fleiſcherläden. Sollte eine Einigung mit
den Fleiſchern nicht zu erzielen ſein, ſo will die Stadt
das Fleiſch durch ſtädtiſche Beamte verkaufen
laſſen. und die Fleiſcher ganz ausſchalten.
— Berlin, 23. Okt. Im Norden der Stadt wurde ein
großes Lager geſtohlener Antiquitäten im
Werte von 30000 Mark bei einem Händler beſchlagnahmt.
Drei Perſonen wurden in der Angelegenheit verhaftet.
— Berlin, 23. Okt. Zum Neubau des
König=
lichen Opernhauſes wurden 48 Entwürfe
ein=
gereicht.
— Chemnitz, 23. Okt. Der 17jährige Fleiſcherlehrling
Doerpper und ſeine 18jährige Geliebte verübten in
einem Hotel Selbſtmord, indem beide Lyſol tranken
Das Mädchen gab noch Lebenszeichen von ſich, als man
das Paar am anderen Morgen auffand, konnte aber nicht
mehr gerettet werden.
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neue Kräfte, ſowie Auffriſchung der Nerven zu erlangen,
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dieſer Brief vom 17. Juni 1912 beſtätigt. Ich verwandte
B oſon zur Stärkung bei hochgradiger Nervoſität u. deren
Begleiterſcheinungen. Zu meiner größten Freude kann ich
Ihnen mitteilen, daß all’ meine Hoffnungen, die ich auf Ihr
Präparat geſetzt hatte, in Erfüllung gingen, denn meine
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Aus dem Geſchäftsleben.
Man ſchreibt uns: Bei der hieſigen Theaterkritik
über „Das Prinzip” iſt u. a. beſonders die ſchmucke
Ausſtattung der Küche hervorgehoben. Jedenfalls hat
der von der Firma Darmſtädter Herdfabrik
und Emaillierwerk, G. m. b. H., geſtellte Herd
in emaillierter und dekorierter, hocheleganter Ausſtattung
beſonders dazu beigetragen.
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine innigſtgeliebte Frau, unſere Tochter,
Schweſter, Schwägerin und Tante (22205
Frau Margarethe Klenk
geb. Frank
nach langem, ſchwerem, mit Geduld ertragenem
Leiden, im Alter von 33 Jahren, in ein beſſeres
Jenſeits abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Leonh. Klenk,
Frau Marie Frank Witwe,
Gaſthaus „Zur Ludwigshalle‟.
Darmſtadt, den 23. Oktober 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 26.
Ok=
tober, nachmittags ½3 Uhr, vom Sterbehauſe
Obergaſſe 12 aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Geſtern abend 8½ Uhr verſchied nach
länge=
rem Leiden meine liebe Frau
(*10002
Elisabeth Beh
geb. Dietz
im 24. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Beh, Muſiklehrer.
Darmſtadt, 22. Oktober 1912.
Beerdigung: Freitag, 11 Uhr, von der
Fried=
hofskapelle aus,
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter
Teilnahme, ſowie für die reichen
Blu=
menſpenden bei dem ſo frühen
Hin=
ſcheiden meines innigſtgeliebten
Gat=
ten, unſeres guten Vaters, ſagen
innigſten Dank.
Die tieftrauernd Hinterbliebenen:
Dorette Gerber, geb. Wachendorf,
Ldm. Gerber,
Louise Gerber.
Darmſtadt, 22. Oktober 1912.
(22185
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme beim Heimgange unſeres
teueren Entſchlafenen ſagen wir
hier=
mit unſeren aufrichtigſten Dank.
Familie Graeff.
Darmſtadt, Moskau, Petersburg,
den 23. Oktober 1912.
(22159
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluſſe des Tiefdruckgebietes fielen
geſtern in Heſſen erhebliche Niederſchläge. Die
Tempera=
turen liegen etwas höher als an den vorhergehenden
Tagen. Das Hochdruckgebiet im Nordoſten hat ſich
ver=
ſtärkt, während wir in Deutſchland den Einfluß
ver=
ſchiedener Tiefdruckkerne zu erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
21. Oktober: Meiſt wolkig, vielfach Regenfälle, kühl.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. A), Anfang 7 Uhr: „Die
ſchöne Helena”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum=
Konzert von Profeſſor Petſchnikoff um 8 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein).
Vortrag von Frl. Ammann um 8½ Uhr im „
Fürſten=
ſaal”.
Konzert um 8 Uhr im „Rummelbräu”
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Der neue deutſche Botſchafter in London Fürſt von
Lichnowsky; Philippopel während der Mobilmachung;
Erſtürmung des Detſchitſch=Berges durch die
Montene=
griner; in Konſtantinopel anſaſſige Albaneſen
demon=
ſtrieren für den Krieg.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 25. Oktober.
Hofreite=Verſteigerung des Georg Hof und
Hugo Traub (Moosbergſtraße 52) um 10 Uhr auf dem
Ortsgericht II
Goldſachen= uſw. Verſteigerung um 9 und
2 Uhr im ſtädtiſchen Pfandhaus.
Pferde=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Train=
kaſerne (Eſchollbrückerſtraße).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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nach Münchner Art
Hell Export unng
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ſäle und den Akmungsorganen in hohem
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Die Zentralanſtalt für Arbeits= und
Wohnungsnachweis in Darmſtadt.
Ihre Organiſation und Entwicklung.
Bearbeitet vom Sekretär des Ausſchuſſes L. Schrauth.
Der unter dieſem Titel erſchienenen Schrift
entneh=
men wir folgenden Auszug:
I. Im allgemeinen: Gewerbliche Abteilung.
Der allgemeine Arbeitsmarkt Darmſtadt war zu
Be=
ginn der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts noch
ungeregelt. Die Stellenvermittlung wurde im
weſent=
lichen von Privaten gewerbsmäßig betrieben. Auch einige
Facharbeitsnachweiſe beteiligten ſich an dem Ausgleich
von Arbeitsangebot und Nachfrage. Das planloſe
Ar=
beitſuchen war noch gang und gebe. Dieſe Ordnung, oder
auch Unordnung, ließ viel zu wünſchen übrig. Es waren
mancherlei Mißſtände zutage getreten, die nach Schaffung
einer gemeinnützigen Einrichtung zur Pflege des
allge=
meinen Arbeitsmarktes verlangten. Die dringende
For=
derung des Tags fand in dem damaligen Polizeirat,
jetzi=
gen Provinzialdirektor Geheimerat Fey, ihren
zielbe=
wußten Vertreter. Er berief auf den 19 Auguſt 1892 eine
Verſammlung von Vertretern ſtaatlicher Behörden, der
ſtädtiſchen Verwaltung und vieler gemeinnütziger Vereine.
Die Geladenen waren ſehr zahlreich erſchienen.
Gegen=
ſtand der Tagesordnung war die Beſprechung über
Gründung einer Anſtalt für Arbeitsnachweis
jeglicher Art. Es wurde betont, daß es darauf
an=
komme, einen größeren Arbeitsmarkt zu ſchaffen, um den
Arbeitern möglichſt raſch eine paſſende Arbeitsſtelle, den
Arbeitgebern geeignete Arbeiter vermitteln zu können;
eine Beſſerung auf dem Gebiete der Arbeitsvermittlung
ſei nur durch Gründung einer Zentrale zu erreichen.
Ba=
merkt wurde noch, daß es ſich nicht um die Gründung
einer Wohltätigkeitsanſtalt im engeren Sinne, ſondern nur
ein wirtſchaftliches Unternehmen und zwar um ein nach
kaufmänniſchen Grundſätzen einzurichtendes und zu
regeln=
des Arbeitsvermittelungsinſtitut handele. Die
Verſamm=
lung erkannte die Notwendigkeit einer ſolchen Anſtalt an
und ernannte eine Kommiſſion von 12
Verſammlungsteil=
nehmern zur Vorberatung der Statuten. Nachdem dieſe
entworfen waren und man beſchloſſen hatte, die Tätigkeit
der Anſtalt auf Arbeitsvermittlung aller Art einſchließlich
der Dienſtbotenvermittlung zu erſtrecken, fand die 1.
Ge=
neralverſammlung am 9. Dezember 1892 ſtatt. In ihrem
Verlauf traten mehrere hieſige Vereine zu einem
Zentral=
verein zur Pflege des Arbeitsnachweiſes zuſammen.
Auf Antrag des Polizeirats Fey, der den Vorſitz
führte, wurde beſchloſſen, mit dem Arbeitsnachweis auch
einen Wohnungsnachweis für Arbeiter und
Arbeiter=
familien zu verbinden, als erſten Verſuch in
Deutſchland auch den Wohnungsnachweis für Ar=
beiter im Rahmen einer ſolchen Anſtalt zu organiſieren.
Beſtimmend hierbei war u. a. die Erwägung, daß infolge
Einwirkung der im Großherzogtum Heſſen damals
be=
reits beabſichtigten geſetzlichen Regelung einer
Beaufſich=
tigung kleiner Mietwohnungen und Schlafſtellen (vergl.
ſpäteres Geſetz vom 1. Juli 1893 über die polizeiliche
Be=
aufſichtigung der Mietwohnungen und Schlafſtellen)
vor=
usſichtlich ein größerer Wechſel von
Arbeitermietwohn=
ungen veranlaßt werden würde und daß die Anſtalt
namentlich auch im Falle der Räumung von
Mietwohn=
ungen — bei Durchführung der mit einem ſolchen Geſetz
beabſichtigten Zwecke günſtig mitzuwirken vermöge.
Erſter geſchäftsführender Vorſitzender
der Anſtalt war der Polizeirat und nachmalige
Regier=
ungsrat Fey. Er hat das große Verdienſt, die Zentrale
ins Leben gerufen zu haben; er war und iſt heute noch,
in ſeiner Stellung als Provinzialdirektor, ihr
unermüd=
licher Förderer. Des aufrichtigen Dankes aller beteiligten
Kreiſe kann er ſich hierfür ſtets verſichert halten. Jetzt iſt
Vorſitzender Herr Bürgermeiſter Mueller. Dem
Vorſitzen=
den ſteht ein Ausſchuß zur Seite.
Für die Verwalterſtelle wurden ſtets, mit wenigen
Ausnahmen, nur Leute angenommen, die ſelbſt dem
Ge=
werbeſtand längere Zeit angehört hatten, daher mit den
einſchlägigen Verhältniſſen praktiſch vertraut und ſo
ge=
ſchäftsgewandt waren, daß ſie ſämtliche Aufgaben der
Vermittlungstätigkeit und der Statiſtik bewältigen
konn=
ten. Dieſe Uebung hat ſich bewährt.
Die erforderlichen Geſchäftsräume werden der
Anſtalt, ſeit ihrem Beſtehen, von der Stadt Darmſtadt
un=
entgeltlich überlaſſen. Dieſe gewährt auch freie Heizung
und Beleuchtung.
Der Staat und die Provinz leiſten ſeit 1894
regel=
mäßig Beiträge.
Im 1. Geſchäftsjahr (1893) wurden Gebühren erhoben.
Schon die zweite Generalverſammlung am 4. Mai
1894 faßte den Beſchluß, den Arbeits= und
Wohnungs=
nachweis vollſtändig nnentgeltlich für Arbeiter und
— mit Ausnahme des Dienſtbotennachweiſes — auch für
Arbeitgeber zu verwalten. Es wurde nur bei der
Dienſt=
botenabteilung für die Dienſtherrſchaften an einer
Ein=
ſchreibgebühr von 20 Pfennig und einer
Vermittlungs=
gebühr von 1 Mark feſtgehalten, während man für die
Dienſtboten ebenfalls die Unentgeltlichkeit des Nachweiſes,
feſtſetzte.
Die Anſtalt begann ihre Tätigkeit am
1. Febeuar 1893. Sie ſuchte und fand von Anfang an
Beziehungen zu den benachbarten
Arbeitsvermittlungs=
zentralen. Sie war ſtets beſtrebt, ihre Tätigkeit über die
Grenzen von Darmſtadt hinaus zu erſtrecken und ihre
Ein=
richtungen zu vervollkommnen und weiter zu entwickeln.
Der Umfang der Vermittlungstätigkeit
der gewerblichen und der Dienſtboten=Abteilung, ſeit
Be=
ſtehen der Anſtalt, ergibt ſich aus einer der Schrift
beige=
fügten Ueberſicht.
Die Ueberſicht läßt erkennen, daß ſich die Anſtalt bis
1899 einer fortgeſetzt ſteigenden Inanſpruchnahme erfreute.
Die Zahl der vermittelten Stellen nahm in der Hauptſache
von Jahr zu Jahr zu. Die Ergebniſſe der Jahre 1900,
1901 und 1902 laſſen einen Rückgang erkennen. Er iſt
auf den Einfluß des damals vorhanden geweſenen
wirt=
ſchaftlichen Drucks zurückzuführen und ſetzte im II.
Halb=
jahr des Jahres 1900, in welchem Zeitabſchnitt allein
gegen die Reſultate des Vorjahres, 87 Stellen weniger
vermittelt wurden, ein. 1903 fand wieder eine nicht
un=
weſentliche Steigerung der Tätigkeitsziffern ſtatt. Infolge
einer recht anſehnlichen Hebung des gewerblichen und
kaufmänniſchen Lebens in Darmſtadt hielt die Beſſerung
zunächſt an. Im Jahre 1905 ging allerdings die Zahll
der vermittelten Stellen zurück. Dieſe Minderung läßt ſich
jedoch auf ganz beſtimmte Ereigniſſe zurückführen, die auf
die Tätigkeit der Anſtalt einen fühlbaren, ungünſtigen
Einfluß ausüben mußten. Es ſind dies Lohnbewegungenſ
Ausſtände und Ausſperrungen. Als ſolche ſind zu
nennen: die Lohnbewegung im Schreiner=(Tiſchler=)
Ge=
werbe, der allgemeine Ausſtand im Weißbinder=(Tüncher=
Gewerbe, der volle 12 Wochen gedauert und auch auf
andere Gewerbe hemmend gewirkt hat, der etwa 5 Wochen
andauernde Ausſtand der Tapezierer und der Ausſtand
der Former der Firma Gebrüder Röder, der die
Aus=
ſperrung der geſamten Arbeiter dieſer Fabrik während
etwa ¼ Jahres im Gefolge hatte. In den
Geſchäfts=
ziffern der folgenden Jahre ſpiegelt ſich der inzwiſchen
ein=
getretene und beſtändige Niedergang der Geſchäftslage
wider. Trotzdem war aber die Arbeitsloſigkeit hier nicht
ſo in die Erſcheinung getreten, wie dies an vielen anderen
Plätzen der Fall war. Die Geſchäftstätigkeit des Jahres
1910 ſchließt in der gewerblichen Abteilung mit einem
be=
deutenden Minus gegenüber den Ergebniſſen der
Vor=
jahre ſeit 1897. Dieſer Umſtand findet ſeine Begründung
in der im April 1910 erfolgten Ausſperrung der
Bau=
handwerker. Es kommt hinzu, daß infolge der Ungunſt
der wirtſchaftlichen Verhältniſſe faſt in allen Betrieben der
Induſtrie die Arbeitszeit eingeſchränkt wurde. Es kamen
auch teilweiſe Einſchränkungen im Betriebe ſelbſt vor,
was ein Steigen der Zahl der Arbeitſuchenden
ver=
urſachte. Das Baugewerbe war im Herbſt des Jahres
1910 wieder auf normalem Stand, während die
Möbel=
induſtrie eine auffallende Minderbeſchäftigung aufwies.
Der Rückgang der Produktion im Brauereigewerbe (im
Großherzogtum Heſſen waren gegen das Vorjahr 228081
Hektoliter Bier weniger hergeſtellt worden) machte ſich für
die Anſtalt weniger fühlbar, weil die Entlaſſenen nicht
am Orte verblieben Im übrigen war jedoch die Tätigkeit
der Anſtalt durch dieſe Verſchiebungen auf dem
Arbeits=
markt ſehr ſtark in Anſpruch genommen. Sie erſtreckte ſich,
was nebenbei angeführt ſei, ſeit 1893 im weſentlichen auf
ungelernte Arbeiter. Die Beſetzung der offenen Stellen
für Facharbeiter wird vorwiegend von den hier
beſtehen=
den Facharbeitsnachweiſen bewirkt. Sie erfreuen ſich im
weſentlichen der erſten Inanſpruchnahme durch gelernte
Arbeiter. Neuerdings hat ſich die Geſchäftslage wieder
gebeſſert.
Ich will dieſen Abſchnitt nicht verlaſſen, ohne die
Grundſätze feſtgeſtellt zu haben, die für die
Vermittelungs=
tätigkeit des Arbeitsnachweisbureaus von Anfang an
maßgebend waren und jetzt noch gelten. Die Anſtalt war
ſich von vornherein bewußt, daß dem Zweck der
Aus=
gleichung von Arbeitsangebot und Nachfrage nicht dadurch
genügt wird, daß gewiſſen Nachfragen nach Arbeit gewiſſe
Angebote ſchematiſch gegenübergeſtellt werden. Sie
rich=
tet daher, unter möglichſter Wahrung der Priorität der
Arbeiter= und Stellengeſuche, ihr Streben ſtets darauf,
daß in möglichſt kurzer Zeit dem Arbeiter
die für ihn paſſendſte Arbeitsgelegenheit,
der Arbeitsgelegenheit die für ſie
paſ=
ſendſte Arbeitskraft zugewieſen wird.
Vor allem aber iſt der Anſtalt wichtig, daß,
bei der Vermittlung keinerlei
Einwirk=
ung auf die Arbeiter ſtattfindet, daß das
Bureau vollſtändig unabhängig und
un=
parteiiſch arbeſtet und ſich dadurch das
all=
gemeine Vertrauen, das ihm
entgegenge=
bracht wird, zu erhalten und zu ſichern
be=
ſtrebt iſt.
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Darmſtadt, den 17. Oktober 1912.
Betreffend: Straßenunterhaltung, insbeſondere das Eindecken der Straßen und die
Anlage von Kleinpflaſter.
Das Großherzogliche Kreisamt Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Die nachſtehende Zuſchrift der Großh. Provinzialdirektion Starkenburg
teilen wir Ihnen unter der Empfehlung mit, das wegen der Unterhaltung chaufierter
Ortsſtraßen, die in den Zug von Hauptverkehrsſtraßen fallen, in der Zuſchrift
Bemerkie beachten und wegen deſſen Durchführung das Geeignete veranlaſſen zu wolen.
In Vertr.: v. Werner.
Abſchrift.
Großh. Provinzialdirektion
Darmſtadt, den 17. Oktober 1912.
Starkenburg.
Betreffend: wie obenſtehend.
An Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Der Provinzialausſchuß hat unter dem 2. März d. Js., wie bereits früher
mit=
geteilt wurde, folgendes beſchloſſen:
1, die Kreisverwaltungen zu erſuchen, daß überall da, wo
a) auf Kreisſtraßen, oder
b) auf Ortsſtraßen, die von Gemeinden unterhalten werden, die aber
in den Zug von Hauptverkehrsſtraßeu fallen,
für die Straßenunterhaltung noch das ſogenannte Flickſyſtem (Eindecken der
Löcher der Straßenfahrbahn mit Schotterſteinen) beſteht im Falle a) von
dem Kreiſe, im Falle b) von der Gemeinde, dafür Sorge getragen werde,
daß ſofort bei dem Eindecken der Schotterſteine (alſo zu gleicher Zeit mit dem
Eindecken und nicht erſt am folgenden Tage) ein Ueberdecken der
Schotter=
ſteine mit Grus, Kies oder Straßenabraum ſtattfindet:
2. den Kreisverwaltungen mitzuteilen, daß es ſich empfehlen wird, auf
den=
jenigen Kreisſtraßen, die als Hauptverkehrsſtraßen anzuſehen ſind, von
dem Flickſyſtem zum Walzen überzugehen, inſoweit nicht mit Rückſicht auf
die zu ſtarke Abnutzung einzelner Straßenſtrecken die Anlage von
Klein=
pflaſter auf dieſen Strecken geeignet und finanziell gerechtfertigt erſcheint.
Großh. Kreisamt erſuchen wir wiederholt und dringend, gefälligſt dafür Sorge
zu tragen, daß der Beſchluß überall entſprechende Durchführung findet.
(21978id
gez.: Fey.
Ackerordnung für die Gemarkung Darmſtadt.
Auf Grund des Axt. 43 Abſ. 2 des Feldſtrafgeſetzes vom 13. Juli 1904 und der
Art. 48 III und 64 der Kreis= und Provinzialordnung werden nach Anhörung der
Stadtverordneten=Verſammlung, ſowie mit Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes und
mit Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern vom 30. September 1912 zu
Nr. M. d. J. III 1089s die folgenden Anordnungen für die Gemarkung Darmſtadt
erlaſſen.
§ 1. Jeder Akerbeſizer muß beim9).
Grenzfürchen unackern und dieſe zur Hälte züwerſen, ſo daß, wenn vom
Nach=
bar dieſe Vorſchrift gleichfalls pünktlich befolgt wird, keine Grenzfurche mehr
ſichtbar iſt.
§ 2. Beim Auseinanderpflügen der Aecker iſt das Ausheben oder Beiſchlagen der
Grenzfurchen nur dann geſtattet, wenn die Aecker mit Halmfrucht, Kartoffeln,
Dickwurz oder Kohlrabi eingeſät oder bepflanzt werden, dagegen gänzlich
unter=
ſagt, wenn die Aecker leer liegen bleiben oder mit Stoppelrüben, Wicken,
Früh=
klee uſw. beſtellt werden.
(§ 3. Zuwiderhandlungen gegen die §§ 1 und 2 dieſer Verordnung werden mit einer
Geldſtrafe, und zwar bei einer Ackerlänge bis einſchließlich 125 m von 1 Mk.
bei einer ſolchen bis einſchließlich 250m von 2 Mk. und bei einer weiteren Länge
mit einer Geldſtrafe von 3 Mk. beſtraft.
§ 4. Dieſe Verordnung tritt am 1. November 1912 in Kraft.
Die für die Gemarkung Darmſtadt=Beſſungen erlaſſene Verordnung, betreffend
das Pflügen der Grundſtücke, ſowie das Krauten, Aehrenleſen und Stoppeln auf
fremden Grundſtücken vom 18. Apxil 1890, wird mit Wirkung vom gleichen Tage an
aufgehoben.
Darmſtadt, den 12. Oktober 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Betr.: Den Erlaß von Anordnungen über die Tiefe der Grenzfurchen, ſowie
das Krauken, Aehrenleſen und Stoppeln auf fremden Grundſtücken.
Auf Grund des Art. 38 Ziff. 7, des Art. 40 und 43 Abſ. 1 des Feldſtrafgeſetzes
vom 13. Juli 1904 und des Art. 129b der Städteordnung werden nach Anhörung der
Stadtverordneten=Verſammlung mit Genehmigung Großk. Kreisamts für die
Ge=
markung Darmſtadt die nachſtehenden Anordnungen getroffen.
§ 1. Der Grundbeſitzer, der ſein Grundſtück früher als ſein Nachbar zuſammenpflügte
darf die beim Auseinanderpflügen zugeworfene Grenzfurche nur bis zu einer
Tiefe von 10 cm ausheben; der ſpäter zuſammenpflügende Nachbar darf hierbei
die Grenzfurche auf insgeſamt 18 cm ausheben.
Dieſe Tiefe darf ſelbſt dann nicht überſchritten werden, wenn der zuerſt
Pflügende eine Grenzfurche von mehr als 10 cm Tiefe ausgehoben haben ſollte.
Dieſe Anordnung findet in gleicher Weiſe Anwendung auf das Graben
und ſogen. Fürcheln der Grundſtücke.
§ 2. Das Krauten und Aehrenleſen, ſowie das Stoppeln von Kartoffeln auf fremden
abgeernteten nicht eingefriedigten Grundſtücken iſt verboten.
§ 3. Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Anordnungen werden auf Grund
der Art. 38 und 40 des Feldſtrafgeſetzes mit Geldſtrafe bis zu 30 Mk. oder mit
Haft bis zu einer Woche beſtraft.
§ 4. Die vorſtehenden Anordnungen treten am 1. November 1912 in Kraft.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1912.
(22152ds
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
erialier e e ee
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher, 1 Hofhund, 1 Dobermann. 1 Dobermann
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
(22161
10 Uhr, ſtatt.
Vergebung von Küchenlieferungen.
Die Lieferung des Bedarfs an Kolonialwaren, Gemüſe, Milch,
Molkereiprodukten und Kartoffeln, ſowie die Abnahme der
Küchen=
abfälle (Spülicht) ſoll für die Zeit vom 1. November 1912 bis 31. Oktober
1913 verdungen werden.
Die allgemeinen Lieferungsbedingungen liegen im
Geſchäfts=
zimmer der Kommand antur, in Baracke 111, Zimmer Nr. 7, zur
Ein=
ſicht und Anerkennung aus.
Die Angebote ſind in verſiegeltem Umſchlag mit der Aufſchrift:
„Angebot auf Küchenlieferungen für die Zeit vom 1. Nov. 1912 bis
31. Okt. 1913‟ an die unterzeichnete Küchenverwaltung einzureichen.
Letzter Einreichungstermin iſt der 28. Oktober 1912.
Formulare zu den Angeboten können bei der Kommandantur
unentgeltlich bezogen werden.
Tr.=Uebungspl. Darmſtadt, den 22. Oktober 1912. (22115md
Die Küchenverwaltung
der Kommandantur des Truppenübungsplatzes.
Zum Neubau des Stellwvertsgebandes II1 im
Guterbahn=
hof Weinheim haben wir in öffentlicher Verdingung zu vergeben:
Erd= und Maurerarbeiten,
Dachdeckerarbeiten (Bieberſchwanzziegeldach),
Spenglerarbeiten,
Glaſerarbeiten,
Schreinerarbeiten,
Schloſſerarbeiten,
Verputz= und Anſtreicherarbeiten, und
Inſtallationsarbeiten.
Die Zeichnungen und Arbeitsbeſchriebe ſowie Bedingungen
liegen in den Dienſträumen der Gr. Bad. Eiſenbahn=Bauabteilung
auf und ſind daſelbſt während der Geſchäftsſtunden (vorm. 8—12
und nachm. 3—6 Uhr) einzuſehen, woſelbſt auch die Abgabe der Be=1
dingungen und Angebotsformulare gegen Erſatz des
Selbſtkoſten=
preiſes von 50 Pfennig erfolgt.
Die Angebote ſind verſchloſſen, poſtfrei und mit der Aufſchrift
Arbeiten verſehen bis längſtens Donnerstag,
S. T. Nr. 14 . .
den 31 Oktober 1912, vormittags 10 Uhr, anher einzureichen.
(729167
Weinheim, den 22. Oktober 1912.
Gr. Bad. Eiſenbahn=Bauabteilung.
Ans einem herrſchaftlichen Hauſe
ſind folgende gediegen gearbeitete Möbel
ab=
zugeben:
1 großer Diplomat=Herrenſchreibtiſch in
Alt=
mahagoni, innen Eichen,
2 Bücherſchränke in Altmahagoni,
1 Spiegelſchrank in Altmahagoni,
2 Kommoden in Altmahagoni, innen Eichen,
2 zweitürige Kleiderſchränke,
1 Brandkiſte,
1 engliſches Büfett,
1 eichener Tiſch für Herrenzimmer,
1 Damenſchreibtiſch.
Einzuſehen Donnerstag, den 24. Oktober, Freitag, den
25. Oktober und Samstag, den 26. Oktober, von 11—12 Uhr,
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Landwehrſtraße 31, Hintergebäude parterre.
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mit Garantie, äußerſt billig
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guten
ins Geſchäft gebracht. Offert.
unter C 31 an die Exp. (*9924
Bekanntmachung.
Auf Antrag der Erben der
Martin Darmſtädter Eheleute
da=
hier ſollen die denſelben im
Grund=
buch der Gemarkung Beſſungen
zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 395/10 274 Hofreite, das
Win=
gertsfeld im
Gäßchen (
Kies=
bergſtraße Nr.9),
I 373/0 86 Grabgarten
Sand=
ſtraße (
Kies=
bergſtraße),
Montag, 4. November 1912,
vormittags 10 Uhr,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, wiederholt freiwillig
verſteigert werden.
Darmſtadt, 21. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VI22151
Beiauinacung,
Mittwoch, 20. November I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Philipp Adam zu
Nieder =Modau, im Grundbuch
hieſiger Gemarkung zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
35 1499/10 286 Hofreite
Hein=
heimerſtraße
Nr. 75,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K41/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſenicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
ere=
reicht.
Darmſtadt, 4. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Miller. (V21104
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
den Nachlaß des Kaufmanns Joh.
Heinrich Müller zu Darmſtadt
iſt zur Abnahme der
Schlußrech=
nung des Verwalters, zur
Er=
hebung von Einwendungen und
zur Beſchlußfaſſung der Gläubiger
über die nicht verwertbaren
Ver=
mögensſtücke der Schlußtermin auf
Mittwoch, 13. November 1912,
vormittags 10 Uhr,
Zimmer Nr. 222, vor dem
Groß=
herzoglichen Amtsgerichte I hier=
(22158
ſelbſt beſtimmt.
Die Vergütung des
Konkurs=
verwalters wurde in Höhe des ſich
ergebenden Ueberſchuſſes der
Kon=
kursmaſſe (etwa 50 Mk.) feſtgeſetzt.
Das Verfahren wurde wegen
Unzulänglichkeit der Maſſe
einge=
ſtellt.
Darmſtadt, 18. Oktober 1912.
Der Gerichtsſchreiber des
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
(2176a
Speiſekartoffel, per Zentner
2 Mk. 75 Pfg.
gelbſl. Jnduſtrie. Kiesſtr. 13.
Städtiſcher Fiſchmarkt.
Beginn: 1. Oktober 1912.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Dienstag bis einſchl. Samstag jeder
Woche,
b) auf dem Riegerplatz; nach Bedarf, jedenfalls aber
Don=
nerstag und Freitag jeder Woche.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
des Oberbürgermeiſters feſtgeſetzt werden, ſind an den
Verkaufs=
ſtänden angeſchrieben.
(20343a
Darmſtadt, den 28. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.
G=Verkauf
Diabt.2
Aeue Markthalle im Schlachthof
und im Hauſe Kiesſtraße 21 (zwiſchen
Hoch= und Karlſtraße)
alle Wochentage von vormittags 7 Uhr an
Rindfleiſch (alle Stücke) p. Pfund 82 Pfg.
Schweinefleiſch per Pfund 88 Pfg.
Kotelettſtücke. . per Pfund 90 Pfg.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 24. Oktober 1912, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16
öffent=
lich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) beſtimmt: 32 Photographie=Album, 3 Reiſe=
Neceſ=
ſaires, 1 Degen, 2 Röcke, 1 Hoſe, 1 Mütze, 2 Koppeln
und 1 Paar Stiefel (Militärkleider);
b) vorausſichtlich: 2 Pianinos 4 Büfetts, 8 Diwans,
4 Sofas, 4 Waſchtiſche, 2 Schreibtiſche 4 Kleider=, 3 Glas=,
2 Spiegel= und 2 Ladenſchränke, 1 Regulateur, 6 Bilder,
1 Fahrrad, 1 Nähmaſchine, 1 Landauer, 1 Viktorigwagen,
2 Kommoden, 2 Ladentheken, 4 Stühle pp.
(22140
Darmſtadt, den 23. Oktober 1912.
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Forderungen
an meinen verſtorbenen Bruder,
den Elektrotechniker Hans
Sieben=
käs, ſind bis ſpäteſtens 30 d. M.
an mich einzureichen, andernfalls
ſie nicht berückſichtigt werden.
Friedr. Siebenkäs,
Cham in Bayern,
Oberpfalz. (*9976
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Kurſe vom 23. Oktober 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
8f.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,70
78,20
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,80
. 88,50
3½ do. Conſols
78,20
do.
3 do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,50
93,80
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,90
87,20
do.
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,20
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,90
4 do. do. (unk. 1918) 99,80
87,10
do.
3½
76,40
do.
78,90
3 Sächſiſche Rente:
4 Württemberger v. 1907 99,60
3½
do. v. 1875 94,50
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 92,50
1¾ Griechen v. 1887 50,00
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 87,90
4 do. Goldrente
91,90
4 do. einheitl. Rente 84,25
3 Portug. unif. Serie I 62,30
3 do. unif. Ser. III 65,90
3 do. Spezial . . . . —
5 Rumänier v. 1903 . . 98,70
4 do. v. 1890 . . 91,75
4 do. v. 1905 . . 88,50
4 Ruſſen v. 1880
87,00
4 do. v. 1902
86,75
.100,00
4½ do. v. 1905 .
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 69,00
4 Türk. Admin. v. 1903 77,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 80,50
4 Ungar. Goldrente . . . 87,50
4 do. Staatsrente. . . 85,40
InProz.
5 Argentinier
.100,50
85,80
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 91,00
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,50
do.
4½
92,75
4½ Japaner . . . . . . . 92,90
5 Innere Mexikaner . . . 90,30
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 98,80
3 Buenos Aires Provinz 68,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 149,00
5 Nordd. Lloyd . . . . . 118,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,90
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . .
8 Baltimore und Ohio . 105,75
6½ Schantungbahn . . . 124,90
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,00
6 Pennſylvania R. R.
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
66,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 513,70
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . . 245,50
30 Farbwerke Höchſt . . 615,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 343,00
10 Cement Heidelberg . . 147,25
30 Chem. Werke Albert 452,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 318,80
4 Lahmeyer . . . . . . . 119,0
In Prot
Letzte
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 147,10
12 Siemens & Halske .224,00
5 Bergmann Electr. . . 126,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 157,50
0 Gummi Peter . . . 102,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 102,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . 582,00
10 Maſchinenf. Badenia 174,50
6 Wittener Stahlröhren 204,00
8 Steana Romana Petr. 141,75
15 Zellſtoff Waldhof . . 232,50
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 203,70
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 107,00
3 Südd. Immobilien .
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 180,70
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 227,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 170,70
.189,00
10 Gelſenkirchener .
8 Harpener . . . . . . . 186,75
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 269,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
82,50
Caro. . . .
4 Laurahütte . . . . . 166,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
11 „ Weſteregeln 211,00
7½ South Weſt Africa 126,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,20
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,00
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 87,70
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,70
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn .
do.
76,50
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,80
4
do.
InPron
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,50
76,50
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,40
4 Ruſſ. Südweſt. . . . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,00
87,10
do.
4 Wladichawchas . . . . 86,00
4 Rjäſan Koslow . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,30
do.
2¼0 Livorneſer .
69,25
3 Salonique=Monaſtir . 61,00
4 Baadadbahn . . . . . . 80,40
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,90
4 Miſſouri=Paciſic.
72,70
4 Northern=Pacific
99,50
4 Southern=Pacific
.93,70
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 85,10
5 Tehuantepec . . . . . . 96,20
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich 182,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 147,60
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 163,75
6½ Darmſtädter Bank . 119,70
12½ Deutſche Bank . . . 245,70
6 Deutſche Vereinsbank . 121,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 115,10
10 Diskonto=Kommandit 181,20
8½ Dresdener Bank . . 151,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 136,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 120,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,50
5.86 Reichsbank . . . . .133,80
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,25
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 116,80
7½ Wiener Bankverein . 125,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 99,00
InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,80
S. 52 . . . .
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
34
87,50
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
88,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
.99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,50
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—t
88,00
S. 3—
. 87,80
. 87,90
S. 9—11
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
87,30
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 97,20
3½ do. (unk. 1914) . . 87,70
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
3½
87,30
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . .
98,00
3½ do.
88,50
4 Frankfurt.
. . 99,70
3½ do.
94,50
4 Gießen
do.
88,50
4 Heidelberg
97,60
3½ do.
88,00
97,50
4 Karlsruhe
3½ do.
88,10
4 Magdeburg. . . . .
3½ do.
4 Mainz . .
. .
89,00
do.
Mannheim . . . . . . 97,30
3½ do.
4 München
.100,20
Nauheim
Nürnberg . . . . . . . 99,90
do.
4 Offenbach . . . . . . . —
Zupre.
3f.
8½ Offenbach . . . . . .
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54
Kommt, kommt, der Kaffee iſt fertig! rief Ada aus
dem Eßzimmer herüber.
Ganz langſam und ſichtlich zögernd verließ Peter
Geißler den Raum, der ihm in jeder Einzelheit umweht
und umduftet erſchienen war von dem Geiſte und dem
perſönlichen Zauber derer, die ihn bewohnte.
Von ſich ſelbſt erzählte Peter Geißler wenig. Man
mußte förmlich in ihn dringen und ihn regelmäßig
aus=
fragen, ehe man Näheres über ſeine eigenen Erlebniſſe
er=
fuhr. Rührend beſcheiden aber klang das, was er von
ſich und ſeinen Erfolgen zu erzählen wußte. Stockend
nur, beinahe verlegen berichtete er davon. Sobald ſich aber
das Geſprächsthema vom perſönlichen auf allgemeine
Ge=
biete hinüberſpann, da taute er auf. Und in ſo
anſchau=
licher und meiſterhafter Weiſe verſtand er es, getragen von
heller Begeiſterung, all das Erhabene, Große und Schöne,
was Italien und Frankreich, die Länder, in denen er in
den letzten Jahren gelebt hatte, in der Kunſt
hervorge=
bracht hatten, zu ſchildern, daß er alle mit fortriß. Aber
nicht nur in ſeinem ureigenen Gebiet, der Malerei, nein,
überall ſchien er beſchlagen zu ſein. Auch mit der Literatur
und der Politik des In= und Auslandes hatte er ſich offen
bar ernſtlich beſchäftigt.
Für Chriſta aber waren ſeine Erzählungen noch mehr.
Ihr verrieten ſie, wie ernſtlich Peter Geißler an der
Aus=
bildung und Vertiefung ſeines Selbſt gearbeitet, und
um=
wie vieles er ſein Wiſſen bereichert hatte.
Ihr ſelbſt erging es allerdings ſonderbar mit den
Er=
zählungen ihrer Erlebniſſe, nach denen er immer und
immer wieder fragte.
Sie machte plötzlich die Entdeckung, daß er vieles von
dem, was ſie über ſich erzählte, bereits kannte. Das
erſte=
mal, als das geſchah, ſtutzte ſie, hielt es für eine
Täuſch=
ung und ſprach weiter. Als ſich das aber des öfteren
wie=
derholte, fragte ſie mit komiſchem Entſetzen: Ja, um alles
in der Welt, ſind Sie denn zu all Ihrer Berühmtheit auch
noch allwiſſend geworden, Peter Geißler? Oder haben
Sie uns hier in Berlin durch einen Detektiv beobachten
laſſen?
Hab ich auch, ſagte er fröhlich.
Nun kam es heraus, daß dieſer „Detektiv” Joachim
geweſen war, der ab und zu hinter Chriſtas Rücken dem
Freunde brieflich erzählt hatte, „wie’s in Berlin ausſähe‟
Pfui, ſchämt Euch, Ihr alle! zankte Chriſta. Ein
regelrechtes Komplott habt Ihr alſo gegen mich
ge=
ſchmiedet?
Ihr Herz aber klopfte in ſtarken, freudigen Schlägen.
Sie glaubte es zu wiſſen, warum das geſchehen war!
Bei jedem erneuten Zuſammenſein mit Peter
Geiß=
ler wurde es ihr immer mehr zur beſeligenden Gewißheit,
daß Peter Geißler ſie liebe und immer geliebt habe. Ohne
daß es ihr jemund geſagt hatte, wußte ſie es mit einem
Male, daß er um ihretwillen hinausgegangen war in die
Welt, um groß und berühmt zu werden. Um ihretwillen
hatte er ſich ſo verwandelt, hatte ſeine überſchäumende
Natur eingezwängt in all die äußeren Formen der
Kon=
venienz, die die Geſellſchaft nun einmal von dem
Gebil=
deten verlangt. Um eine vermeintliche Kluft zu
über=
brücken zwiſchen ihm und ihr, war es geſchehen! Er hatte
ihr „ebenbürtig” werden wollen. Das hörte ſie aus all
ſeinen Erzählungen heraus, ohne daß er es merkte. Seine
ganze Art und Weiſe, ſein ganzes Benehmen ihr
gegen=
über verriet es ihr.
Ihr aber war es zumute, als öffne ſich vor ihr ein
goldenes, ſonnendurchflutetes Land voll himmliſcher
Wunder.
Wie ein heißer Strom drang es von ihm zu ihr
hinüber, und ſelbſt die gleichgültigſten Worte, die er ſprach,
weckten, von ſeinen leuchtenden Blicken begleitet, ein
beben=
des Glücksempfinden in ihr. Ihr ganzes Sein und
Emp=
finden war wie getragen von dem ſeligen Rauſch der
Er=
wartung des Geſtändniſſes ſeiner Liebe. Aber vergeblich
wartete ſie; irgend etwas ihr Unbekanntes ſchien ihm die
Lippen zu ſchließen!
Sobald es der Zufall fügte, daß ſie allein waren, ſchlich
ſich eine eigentümliche Befangenheit zwiſchen ihnen ein.
Sie vermieden es förmlich, ſich anzuſehen, und mühſam
nur ſchlepte ſich die Unterhaltung hin. Sie ſprachen
an=
ders, als ſie dachten, das empfanden ſie beide, und das
machte ſie verwirrt und unſicher. Manchmal hatte Chriſta
das Gefühl, daß das, was trennend zwiſchen ihnen ſtand,
mit ihrem Beruf zuſammenhängen könnte. Denn, obgleich
Peter Geißler mit dem größten Intereſſe und der vollſten
Anteilnahme auf alles einging, was ſie ihm davon
er=
zählte, merkte ſie doch, wie etwas Gequältes in ihm war,
wenn er mit ihr davon ſprach. Meiſt bemächtigte ſich ſeiner
nach ſolchen Geſprächen eine leiſe Verſtimmung, die ſie
nachempfand, und die ſich dann auch auf ſie übertrug=
Was war das nur? War er eiferſüchtig? Aber auf was,
auf wen? O, wenn ſie es ihm doch hätte ſagen können
und dürfen, daß es nichts und niemanden auf der Welt
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gab, den er zu fürchten hatte. Oder aber: war er
miß=
trauiſch, daß ſie ihren Beruf nicht ernſt nahm? Er, dem
die Kunſt als das Heiligſte galt, er würde es für einen
Sakrileg halten, wenn man ihr nicht wie einer Gottheit
diente. Das leiſe Zweifelnde, Fragende, gleichſam als
ſuche er hinter ihren Worten nach irgend etwas, was ihm
fehlte oder ihn nicht befriedigte, fühlte ſie immer wieder,
und das peinigte ſie geradezu.
Noch hatte er ſie überhaupt nicht auf der Bühne
ge=
ſehen. Es war ein Zufall, daß ſie gerade in den erſten
Tagen ſeiner Anweſenheit nicht beſchäftigt war. Sie
konnte es kaum erwarten, ihm eine Probe ihres Könnens
zu geben.
Da ſetzte ihre Direktion ganz unerwartet einen
Schil=
lerzyklus an. Sie ſollte das erſtemal darin die weiblichen
Hauptrollen ſpielen. Mit der Jungfrau von Orleans
be=
gann der Zyklus.
Mit leidenſchaftlicher Hingabe ſtudierte ſie ihre Rollen,
auch die Proben nahmen viel Zeit in Anſpruch. Mizzi
Außenberger hatte aus Wut über die Bevorzugung ihrer
Rivalin ſich krank gemeldet, und Chriſta war froh, die
Kol=
legin, mit der ſie ſeit jeuer häßlichen Szene auf dem
Schla=
raffenball überhaupt nicht mehr ſprach, auch in den
an=
deren Proben nicht zu ſehen.
Mit Peter Geißler traf ſie in der nächſten Zeit
ſel=
tener zuſammen. Sie mied ihn abſichtlich. Jedes
Zu=
ſammenſein mit ihm beunruhigte ſie, lenkte ihre Gedanken
ab, und wenn ſie etwas Großes, Ganzes leiſten wollte,
durfte ſie ſich jetzt durch nichts ablenken laſſen. Mit eiſerner
Energie zwang ſie ſich, wenn Peter Geißler bei den
Ge=
ſchwiſtern war, in ihrem Zimmer zu bleiben. Sie gab
ihm ganz offen als Grund ihres ihn vielleicht ſonſt
be=
fremdenden Benehmens ihre Studien für ihre Rolle an,
und er verſtand und billigte das.
Der Abend der Aufführung kam. Er brachte Chriſta,
die als Jungfrau von Orleans nicht nur von berückender
Schönheit war, ſondern vor allem in der Auffaſſung und
Wiedergabe dieſer gewaltigen Rolle geradezu
Meiſterhaf=
tes bot, einen großen, unbeſtrittenen Erfolg, einen Erfolg,
wie ſie ihn bisher während ihrer ganzen Künſtlerinnen=
Laufbahn noch nicht zu verzeichnen gehabt hatte.
Das Berliner Publikum, das kühl und ſkeptiſch eher
dazu neigte, mit geiſtreichen Witzeleien und Spöttereien
Gericht zu halten, als ſich vom Gefühl hinreißen zu laſſen,
war wie ausgewechſelt.
Geradezu frenetiſche Beifallsſtürme durchbrauſten das
Haus, das bis zum letzten Platz gefüllt war.
Immer und immer wieder mußte Chriſta vor der
Rampe erſcheinen und ſich dankend verbeugen, dann jubelte
man ihr von neuem zu und überſchüttete ſie mit Beifall.
Kollegen und Kolleginnen, ſonſt ſparſam in ihrem
Lob, drängten ſich nach der Vorſtellung beglückwünſchend
an ſie heran, und ſelbſt der Direktor kam, ihr zu dieſer
Glanzleiſtuns zu gratulieren. Mit einem Schlage, ſetzte
n der ih e ner e r enen
berühmteſten Künſtlerinnen ihres Faches geſtellt.
Chriſta nahm all dieſe Huldigungen, die man ihr
brachte, mit ſtrahlendem Lächeln auf. Und während ſie
allen= denen dankte, die ſich hinter dem Vorhang um ſie
drängten, dachte ſie: Jetzt kommt das Schönſte des ganzen
Abends, Peter Geißlers Lob und Anerkennung. Sie hatte
ſeinen blonden Kopf oben in der Loge des erſten Ranges,
wo er neben Ada und Joachim ſaß, wohl geſehen, und
ihm allein hatte heute abend eigentlich ihr Spiel gegolten.
Ob er es empfunden hatte?
Kaum erwarten konnte ſie es, bis ſie abgeſchminkt und
umgekleidet war. Immer wieder trieb ſie ungeduldig
die ihr behilfliche Garderobiere zur Eile an.
Alles dauerte ihr zu lange, das Ausziehen des
Ko=
ſtäms, das Friſieren, das Anlegen der Abendtoilette, die
ſie dieſes Mal ſorgfältig für das nach der Vorſtellung
ver=
abredete Beiſammenſein mit ein paar bekannten Freunden,
den Geſchwiſtern und — Peter Geißler, ausgewählt hatte.
Wenn ſie ehrlich ſein wollte: ſie hatte dieſes Kleid, von
dem ſie wußte, daß es ihr vortrefflich ſtand, auch nur für
Peter Geißler gewählt! Ein weißes Tuchkleid mit
Silber=
ſtickerei war es, von diſtinguierter Vornehmheit und
Schlichtheit. Sie wurde förmlich nervös, als ein kleiner
Druckknopf am Halsausſchnitt ſich löſte und erſt noch
an=
genäht werden mußte.
(Fortſetzung folgt.!
Bu den hier abgebildeken Modellen ſind
die Weltruf genießenden
Butterick’s Schniktmuſter
nach denen jede Dame ohne
Schwierig=
keit ihre Garderobe ſelbſt anfertigen
kann, erhältlich.
Bei Beſtellung iſt genaue Angabe der
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5607
n den großen Modeſalons iſt alles beim alten geblieben — ſo heißt es
— und doch hat jedes einzelne Stück während der Sommermonate ein
anderes Geſicht bekommen. Wie iſt das zu verſtehen?
Einfach genug iſt dieſer Orakelſpruch erklärt. Wir bleiben bei der
„ſchlanken Lime” bei langen Mänteln, bei halbanliegenden Jacken, bei den
ſich anſchmiegenden Röcken, bei Kimonoärmeln oder langen, anliegenden
Aermeln, bei bluſigen Taillen, die ſcheinbar nur durch den Gürtel feſtgehalten
werden, beiweichen Stoffen,
bei großen, mittelgroßen
oder kleinen Hüken, bei
Federn und Reihern. — All
dieſe Beſtandteile blieben
in der Grundidee dieſelben,
nur die engere Ausführung
iſt eine andere geworden.
Der
NockdesTrotteur=
kleides bleibt fußfrei, ohne
lächerlich kurz zu ſein, eng,
ohne lächerlich eng zu ſein;
auchdieJackeiſtfreivonjeder
Lebeztreibung. Ohne ein
Sack zu ſein, iſtſie doch
voll=
kommen leger, ſie iſt nicht
übertrieben lang, aber
lang genug, um die
Hüften vollkommen
zu bedecken; die
Mäntel ſind äußerſt
angenehmim Tragen,
denn die modernen
guten Wollſtoffe ſind ſehr
leicht. Auch ſie bleiben
loſe, ganz gerade
herab=
fallend, und doch bemerkt
man manche neue Note
be=
züglich der Schnittweiſe.
Für Straßenmäntel tritt
der Kimonoärmel hinter
dem eingeſetzten Aermel in
den Hintergrund — eine
Neuerung, die ſicher vielen
Frauen willkommen ſein
wird —, an den Taillen
dagegen wird der ſo
ein=
fach herzuſtellende Kimono=
(5606
ſchnitt noch ſehr viel
an=
gewendet, und zwar mit
halblangen oder langen
Aermeln — beide teilen ſich zu gleichen Teilen in die Gunſt
der Frauen, und das ſehr merkwürdigerweiſe, denn es iſt über
jeden Zweifel erhaben, daß der lange Aermel in den
über=
wiegenden Fällen der kleidſamere iſt und auch der praktiſchere,
erſpart er uns doch den langen Handſchuh.
Die Hüte ſind wie geſagt groß, mittelgroß oder klein, die
Dimenſionen blieben dieſelben wie in den letzten Saiſons, und
auch die Formen blieben ſcheinbar dieſelben, und doch —
ein Hut vom vergangenen Winter will uns nicht mehr gefallen.
Oft iſt die Schweifung der Krempe eine andere, hier ſcheint
ſie linksſeitig ſchärfer gehoben, dort rechtsſeitig koketter geſenkt,
die mittelgroßen Formen ſind häuſig ſtark in die Länge gezogen,
ſo daß die Drofillinie ſehr langgeſtreckt erſcheint; auch
Drei=
ſpitzformen, regelmäßig oder unregelmäßig, treten wieder auf,
ferner ganz kleine Hütchen, an deren runden Kopf ſich winzige
Krempen anſchließen, und endlich viel drapierte Sammet=Toques
diverſeſter Größenverhältniſſe, in allen Farben des
Negen=
bogens, und all das mit Delz garniert, ausgiebiger und koſtbarer
denn je. Schmale Delzſtreifen faſſen die Krempen der großen
Hüte ein, Delzſtreifen bilden den Nand der Sammetkappen,
breite Delzſtreifen legen ſich als Garnitur um die Hutköpfe,
eine Mode, die ſeit Jahren nie ganz verſchwindet und
ab=
wechſelnd mehr oder weniger in den Vordergrund tritt, durch
dieſe Zähigkeit, mit der ſie ſich behauptet, ihre Qualiſizierung
feſt=
legend: ſie iſt außerordentlich kleidſam, praktiſch und diſtinguiert
zugleich. Im beſonderen fällt die Garnitur der großen Hüte
durch Weißfuchsſtreifen auf, in die halbvergraben oft eine
leuchtend roſa Kamelie liegt.
Weniger heikel iſt die Garnitur mit einem Skunksſtreifen,
den ich kürzlich auf einem ſchwarzen Hut derart angebracht
ſah, daß ihn hinten eine große Schleife — eine ſogenannte
„Elſaßſchleife‟ — aus lilaſchwarz broſchiertem
Grosgrain=
band abſchloß. Dasſelbe Band ſchlang ſich auch um den
Delzſtreifen, und ſchuf dadurch eine ganz neue Variation
auf dasſelbe Motiv. Zu dieſem Arrangement bedarf es
natürlich eines harten Hutkopfes, der der augenblicklichen 5587 u. 5598
Modeſituation zufolge ſehr vernachläſſigt wird, denn die
große Modeliebhaberei iſt der weiche, drapierte Hutkopf.
Er iſt graziös und kleidſam, aber er dürfte ſehr bald aus dem Laden
der eleganten Modiſtin verſchwinden, denn er iſt allzu leicht zu kopieren,
allzu leicht auf jedem alten Hute anzubringen, um lange ihr Monopol
M. von Suttner.
zu bleiben.
Beſchreibung der Abbildungen.
Nr. 5573 zeigt ein halbanliegendes Kleid, das den Eindruck erweckt, als beſtehe es
aus einer Ruſſenbluſe und einem ſeparaken Rock. Die Bluſe ſchließk mit einem hohen
oder flachen Kragen ab. Die in zwei verſchiedenen Längen vorgeſehenen Aermel ſind
in tiefe Armlöcher eingeſetzt. Wenn man die Schoßanſätze nicht wünſcht, kann man
ſolche auch weglaſſen. Ein Fuktermuſter iſt vorgeſehen. Der Rock beſteht aus drei oder
vier Teilen. Sehr ſchön wird dieſes Kleid wirken wenn als Stoff feiner blauer Serge
verwendet wird, mit
ſeit=
lichem Vorderſchluß, blauem
oder grünem oder rokem
Daſpel, flachem weißen Kragen
und Manſchetten. Ebenſogut
würden aber auch Kragen und
Manſchetten in der Farbe des
Daſpels ausſehen. Dieſes
Kleid verurſacht nicht viele
Koſten, ſieht aber ſehr
nied=
lich aus und wird ſobald
nicht aus der Mode kommen.
Material für ein junges
Mädchen von 17 Jahren für
das Kleid mit Schoßanſätzen
und vierkeiligem Rock: Von
110 cm breitem Stoff 2,90 m.
Bon abſtechendem Stoff, 88 cm
breit, für den Amlegekragen,
die Manſchetten und den
Gürtel 30 cm. Dreis des in
6 Größen erhältlichen Schnittes
1.— Mark.
3573
Nr. 5587. Die meiſten
Damen tragen wohl Bedenken,
ehe ſie ſich entſchließen, ein
Jackett ſelbſt anzufertigen.
Sie befürchten, daß dieſem
die gewünſchte Eleganz und
der Schick fehlen werden, und
welche Dame möchte wohl
nicht Anſpruch auf Eleganz
und Schick erheben. Allen
dieſen Damen wird nun das
Muſter Nr. 5587 ſehr
will=
kommen ſein. Dieſes Jackett
ſieht wunderhübſch aus, und
da es nur leicht anſchließend
iſt, bereitet ſeine Herſtellung
nur geringe Mühe. Die
ſeit=
lichen Nähte im Vorderteil
gehenbis zur Armlochhöhe. Der
Rückenteil hat keine
Mittel=
naht, und der
Rückenunter=
teil iſt durch eine einfache Naht
mir dem Rückenoberkeil verbunden, welche durch einen Schnur= oder
Treſſenbeſatz verdeckt iſt. Es ſind zweierlei Aermel vorgeſehen, ein
zwei=
teiliger und ein mit nur einer Naht verſehener. Beide Aermel kann man je
nach Belieben mit oder ohne Manſchetten nehmen. Der Kragen gefällt
ſicher beſonders gut, ebenſo das Revers. Kragen, Revers und Manſchetten
können aus Seide, Satin, Spitze oder Sammet ſein, das Jackett aus
Taffet, Seide, Dopelin, Kaſchmir uſw. Material bei einer Oberweite
von 91 cm und 86 cm Jackettlänge: Von 110 cm breikem Stoff 2,20 m.
Für Kragen und Manſchetten von abſtechendem, 76 cmbbreitem Stoff,
75 cm. Spitzenbordüre 3,10 m. Das Schnittmuſter iſt auch für 76 cm
Jackettlänge eingerichtet. Hierfür iſt entſprechend weniger Material
notwendig. Dreis des in 6 Größen erhältlichen Schnittes 85 Pfennig.
Nr. 5598. Muſter Nr. 5598 giebt einen paſſenden Nock zu einem
Koſtüm aus Tuch, Seide oder Leinen. Derſelbe beſteht aus fünf Teilen
und hat die normale oder eine etwas gehobene Taillenlinie und je zwei
Falten zu beiden Seiten des Hinterpaneels, die etwas mehr
Bewegungs=
freiheit ſchaffen, jedoch die ſchlanke Silhouette durchaus nicht ſtören.
Der Vorderkeil macht einen ſehr hübſchen Eindruck, iſt ſehr leicht
aus=
zuführen und die Wirkung wird durch einen Knopfbeſatz noch erhöht.
Geeignete Stoffe ſind Serge, Seide, Taffet, Cheviot uſw. Material bei
einer Taillenweike von 61 cm: Von glaktem, 88 cm breitem Stoff ohne
Strich, 3,20 m. Von 5 cm breitem Gürtelſtoff für den Innengürtel 70 cm.
Preis des in 7 Größen erhältlichen Schnittes 85 Pfennig.
Nr. 5606. Jedes junge Mädchen wünſcht ſich wohl ein recht nettes
Morgenkleid, doch oft iſt die Mutter mit allerlei Näharbeiten ſo
über=
häuft, daß an eine Erfüllung des Wunſches ſo bald nicht zu denken iſt.
Nun bringen wir aber unter Nr. 5606 ein ganz einfaches Muſter, nach
welchem ſich jedes junge Mädchen ein niedliches Morgenkleid ſelbſt
zu=
ſammenſtellen kann, da das Kleid mit den Aermeln in eins geſchnitten
iſt und die einzige Näharbeit in einer Bandeiſffaſſung und einer Naht
im Anterärmel beſteht. Die geringe Mühe wird dükch einen ſicheren Erfolg
belohnt. Die Koſten für Material uſw. ſind nur ganz geringe. Benötigt
wird für ein fünfzehnjähriges Mädchen: Von 81 cm breitem Stoff 4,90 m.
Von abſtechendem, 52 cm breitem Stoff, für die Beſatzſtreifen 1,55 m.
Dreis des in 3 Größen erhältlichen Schnittes 65 Pfennig.
Nr. 5607. Ein bequemes Nachthemd mit Daſſe ſinden wir unter
Nr. 5607 abgebildet. Dieſes Deſſin kann mit rundem oder ſpitzem
Aus=
ſchnitt verſehen werden. Es ſind auch zwei verſchiedene Aermel
vor=
geſehen, nämlich ein kurzer Aermel und ein langer, weiter Aermel, den
man am beſten mit einer Krauſe abſchließt. Geeignete Stoffe ſind
Leinen, Batiſt uſw. Makerial bei einer Oberweite von 91 cm für das Nachthemd mit
langen Aermeln: Von 100 cm breitem Stoff 3,45m. Von 46 cm breitem Stoff für die
Daſſe 70 cm. Einſatz 60 cm. Spitze 1,60 m. Dreis des in 8 Größen erhältlichen
Schnittes 65 Pfennig.
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[ ← ][ ][ → ]Zahn-Crême
Sport.
sr. Olympia=Ehrenzeichen. Der Deutſche
Reichsaus=
ſchuß für Olympiſche Spiele ſtiftete eine Auszeichnung
für vielſeitige Leiſtungen auf dem Gebiete der
Leibes=
übungen, für die in der letzten Sitzung des
Wettkampf=
ausſchuſſes die näheren Bedingungen feſtgelegt wurden.
Dieſe Auszeichnung kann jeder Reichsdeutſche, der das
18. Lebensjahr vollendet hat und einem vom Deutſchen
Reichsausſchuß anerkannten Verbande angehört, erwerben.
Die Prüfung der einzelnen Leiſtungen erfölgt durch die
für die einzelnen Leibesübungen zuſtändigen Verbände.
Zu dieſem Zweck hat jeder Verband eine Zentrale für
die Anmeldung aller Bewerbungen für dieſe
Auszeich=
nung einzurichten, die erforderlichen Organe zur
Kon=
trolle zu ernennen und die Beſtimmungen zu erlaſſen,
die bei der Leiſtung beobachtet werden müſſen, wenn
dieſe Berückſichtigung finden ſoll. Wer die Abſicht hat,
ſich um die Auszeichnung zu bewerben, hat dies dem
Ver=
bande, dem er angehört, anzuzeigen. Dieſes
Sportabzei=
chen erwirbt derjenige, der in fünf verſchiedenen
Grup=
pen von Leibesübungen eine gewiſſe körperliche
Leiſt=
ungsfähigkeit nachweiſt. Die Gruppen ſelbſt werden noch
in Anlehnung an die Bedingungen für das ſchwediſche
Sport=Abzeichen für deutſche Verhältniſſe geändert.
Die=
ſes Sport=Abzeichen wird demjenigen in Bronze
ver=
liehen, der im Laufe eines Kalenderjahres in jeder
Gruppe eine der verlangten Leiſtungen erfüllt, in
Silber, wer ſie in vier Jahren, und in Gold, wer ſie in
acht Jahren erfüllt oder das 32. Lebensjahr bereits
über=
ſchritten hat. Da dieſes Abzeichen als höchſte ſportliche
Auszeichnung beſonderen Wert beſitzen ſoll, wollen alle
Verbände darauf hinwirken, daß künftig bei keinerlei
ſportlichen Veranſtaltungen an der Bruſt tragbare
Me=
daillen verliehen werden.
Landwirtſchaftliches.
Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtſtelle des deutſchen Landwirtſchaftsrats
vom 15. bis 21. Oktober.
Der türkiſch=italieniſche Friedensſchluß hat die
Be=
fürchtungen bezüglich einer Behinderung des
Darda=
nellen=Verkehrs zunächſt wieder zurücktreten laſſen.
Da=
mit fiel die wichtigſte Vorausſetzung für die
Aufwärts=
bewegung der Getreidepreiſe weg und es trat ein
Um=
ſchwung zu matter Haltung ein. Die Erklärung, daß
Schiffe, die nicht für griechiſche Häfen beſtimmt ſind, die
Meerenge paſſieren können, hatte eine Ermäßigung der
ungewöhnlich geſteigerten Frachten zur Folge; aber auch
dieſe Raten ſind noch ſehr hoch und auch der Umſtand,
daß griechiſche Dampfer vom Dardanellen=Verkehr ausge=
ſchloſſen ſind, bildet eine Erſchwerung für den Export.
Immerhin kommen ruſſiſche Offerten wieder mehr in
Be=
tracht, und um ſo mehr Beachtung fand daher eine
amt=
liche Schätzung der ruſſiſchen Wintergetreideernte, deren
Zahlen weſentlich höher lauten, als die von der Handels=
und Induſtrie=Zeitung vor kurzem mitgeteilten
Ergeb=
niſſe. Die amerikaniſchen Märkte verkehrten unter dem
Drucke ſtarker Zufuhren in matter Haltung, aber die
Er=
mäßigung der Forderungen war nicht erheblich, da die
Ozeanfrachten wieder angezogen haben. In den
Ver=
brauchsgebieten kommt die heimiſche Landwirtſchaft
all=
mählich mehr mit Ware heraus, denn die Feldarbeiten
nähern ſich ihrem Ende und ſo bleibt jetzt ſchon mehr Zeit
zum Dreſchen. Das gilt auch für Deutſchland. Das
An=
gebot iſt zwar noch ſpärlich, aber die Ausſicht auf eine
baldige Zunahme hält die Kaufluſt unter Druck, obwohl
die Verſorgung allgemein ſchwach und ausländiſcher
Wei=
zen nur zu weſentlich höheren Preiſen als heimiſches
Er=
zeugnis zu beſchaffen iſt. Im Lieferungsgeſchäft verlor
Weizen ſeit vorigem Montag zirka 5 Mark, konnte zum
Schluß aber ½ bis 1 Mark zurückgewinnen, da
Nachrich=
ten über Operationen der türkiſchen und griechiſchen
Kriegsſchiffe neue Beunruhigung hervorriefen. Roggen
mußte gleichfalls erheblich nachgeben, zumal vermehrtes
Provinzangebot Lieferungsabgaben veranlaßte.
Aller=
dings war der Rückgang für Oktober weniger ſtark als
für Dezember, da nahe Ware zunächſt knapp bleibt und der
geringe Berliner Lagerbeſtand eine Stütze für die
lau=
fende Sicht bildet. Nach einer leichten Erholung blleiben
gegenüber letzter Woche immer noch Rückgänge von 5 bis
7 Mark beſtehen. Hafer war bei großer Zurückhalltung
er Käufer gleichfalls ſtark im Preiſe gedrückt, Lieſerung
um 5—6 Mark ermäßigt. Für Futtergerſte trat, da die
Gefahr einer Dardanellenſperre vorläufig ausgeſchaltet
iſt, ein ſtärkerer Rückſchlag ein, während Mais der
all=
gemeinen Aufwärtsbewegung nur mit verhältnismäßig
kleinen Rückgängen Rechnung trägt. Es ſtellten ſich die
Preiſe für inländiſches Getreide:
Roggen
Haſer
Weizen
178½ (—
Königsberg.
175
177 (—
Danzig
175 (—
180
198
Stettin
180
170 (—8
206
Poſen
184
176
207
Breslau
177
206
208
Berlin
195
175
Magdeburg . 207
202
178
207
Halle
202
178
207
Leipzig
205
178
209
Dresden .
205
182
218
Hamburg
205
215
195
Düſſeldorf
210
Frankfurt a. M. 215
189
200
190
Mannheim . . 222½
192½
205
Straßburg . . 220
. 236 (*2 ) 190 (*2 ) 202
München
Weltmarktpreiſe: Weizen: Berlin Okt. 210,75 (— 4,25),
Peſt Okt. 185,40 (—7,25), Paris Okt. 225 (—4,45).
Viver=
pool Dez. 175,50 (— 6,60), Chicago Dez. 142,55 (— 4,25)
Roggen: Berlin Okt. 179,50 (—5), Hafer: Berlin Okt.
186 (— 5), Futtergerſte Südruſſ. frei Hamburg unverzollt
ſchwim. 144 (—7), Okt. 139,50 (—6,75), Mais: La Plata
ſchwim. 115,25 (—3), Mixed Dez.=März 118 (P 1,50) Mk.
Vermiſchtes.
C. K. Wie man den richtigen Milchkaffee bereiti
Louis Foreſt, der Vorſitzende jenes berühmten Klubsder
hundert Feinſchmecker, der in Frankreich die Kultur den
Küche pflegen will, veröffentlicht im Matin eine tiefgrün
dige Abhandlung über die ſchwierige Kunſt, einen wirklich
guten, echten Milchkaffee zu bereiten. Denn die
Gegen=
wart hat dieſe Kunſt verlernt und ſelbſt in der Heimat
des Milchkaffees, in Deutſchland, findet man heute
nirgends eine gute Taſſe dieſes köſtlichen Getränks. Der
erſte, der Milchkaffee bereitete, war im 17. Jahrhunden
der deutſche Arzt Neuhoſius, der damit Bruſtkrankheiten
behandeln wollte. Heute iſt der Milchlaffee unbekannt
man vermiſcht die Milch mit Waſſerkaffee und benutztdas
Ganze nur als ein „Vehikel für den Kuchen”, der damt
hinunter geſpült wird. Und in der Schweiz gar ſetztman
Marmelade und Honig zu, und in Frankreich iſt der
Milch=
kaffe nur eine Zichorienbrühe. Wie bereitet man alſol
einen guten Milchkaffee? Der erprobte Gourmet verr
der Menſchheit das verlorengegangene Rezept: „Man
gieße beſte kochende Milch in die Taſſe, aus der man ſpäten
den Nektar ſchlürfen will. Ueber die Taſſe breitet man
dann ein Stück jenes feinen farbloſen Gazetuches, indes
bisweilen die Butter verpackt wird. Das Tuch muß
vor=
her ſorgſam ausgekocht ſein, damit kein Stoffgeſchmac
übrig iſt. Auf dieſes Tuch ſchüttet man dann ſo vielges
mahlenen Kaffee, als man wünſcht. Nun läßt manddas
Gazetuch unter dem Gewicht des Kaffees ſich in die Taſſe
hinabſenken. Und dann kommt das wichtigſte:
manbe=
decke die Taſſe mit einem Deckel, denn alles kommt darauf
an, daß die Vermengung des Kaffees mit der Milch ſich
unter dem Duft und dem Dampfe der Milch vollzieht. Nach
einigen Minuten nimmt man den Deckel wieder ab und
zieht ſehr vorſichtig und ganz langſam das Gazetuch
den herausſchauenden vier Ecken aus der Milch empoh
um den Kaffeeſatz zu entfernen. Dann ſetze man Zucker
bei, trinke — und danke den Göttern für dies Geſchen
des Himmels.” Alles kommt alſo darauf an, daß bei dem
richtigen Milchkaffee auch nicht ein Tropfen Waſſerzu
geſetzt wird. Der franzöſiſche Feinſchmecker erklärt,e
rerdanke dies Rezept dem Meiſter Auger, dem berühmten
Küchenchef des engliſchen Admirals Fiſher, der aus ſeinem
Schlachtſchiff einen Hort der Kochkunſt gemacht habe.
Literariſches.
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Band 8. Mit Bildniſſen und Einleitung von Richard
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erkannte Meiſter und Meiſterinnen der Erzählungskunſt
mit ſolchen vereinigt, die noch im Wettkampfe nach oben
treben. Lebensfreude und Lebensbejahung treffen in dies
ſem Bande mit tragiſchen Problemen und den gedämpften
önen einer peſſimiſtiſchen oder doch reſignierenden
Welt=
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Fontane, Ferdinand von Saar, von den Neueren
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Konzentration und des Gedächtnisses, auf Grund der
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Programm: Schumann, Toccata op. 7. Fantasie C-dur op. 17.
Scriäbine, Sonate Fis-moll op. 23 (zum 1. Male!). Debussy, Réfléts
dans Teau. Albeniz, Triana (zum 1. Male!). Liszt, Au bord d’une
source; Irrlichter; Mephisto-Walzer.
Konzert-Flügel: Julius Blüthner aus dem Pianolager
A. W. Zimmermann (L. Schweissgut), Hoflieferant, Rheinstr. 15.
Karten à Mk. 4.—
u. 1.— bei Georg Thie
Nachfolger (Leopold Schutter), Hofmusikalien- und
Piano-
handlung, Elisabethenstr. 12, sowie an der Abendkässe.
Ausnahmslos keine, Freikarten.
(22142dsi
E
12
Bürger-Verein Darmstadt.
Samstag, 26. Oktober, von 9 Uhr an
I. Gesellige Zusammenkunft
mit Familien
(21644dd
im neuen Vereinssal, Saalbaustr. 67.
Donnerstag, den 7. November: Preiskegeln.
2
151
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Donnerstag früh:
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Orpheum
Nur noch einige Abende
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über das gesamte
vorzüg-
liche Oktober- Programm.
Num. Park. bei Hugo de Waal
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Vorprk. u. reise wiebek.
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 24. Oktober 1912.
40. Ab.=Vorſtellung. A 10.
Die ſchöne Helena.
Burleske Operette in 3 Akten
von Jacques Offenbach.
Muſikaliſcher Leiter: Erich Kleiber.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Aug. Globerger
Paris . .
Rich. Jürgas
Menelaus
Olga Kallenſee
Helena
Agamemnon . . L. Schützendorf
Klythemnaeſtra . Minna Müller=
Rudolph
Elſa von Blank
Oreſtes
Tilli Art’!
Pylades .
. Adolf Jordan
Calchas .
. Otto Thomſen
Achilles
Karl Bernhardt
Ajax I
. Paul Peterſen
Ajax II .
. Emil Kroczak
Philocomus
Auguſt Kräger
Euthycles
Käthe Gothe
Bacchis .
.JohannaKaſten
Laena.
. Emma Mühl=
Parthenis
pforth
Maria Schott
Thetis
Agnes Kräger
Deidamia
Ein Sklave. . . Ad. Jungmann
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Gewöhnliche Preiſe:
Proſzeniumsloge 6.10 M.,
Mittel=
loge 6.10 M., Balkonloge 5.10 M.,
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
4.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Galerie 1.25 M.,
II. Galerie 0.65 M.
Anf. 7 Uhr. Ende gegen 10 Uhr.
Kartenperk. v. 9½—1½ u. v. 6 U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 25. Okt. (Keine Vorſt.)
Samstag, 26. Okt. 41. Ab.=Vſt.
11. „Wenn ich König
wäre!‟ Kl. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Sonntag, 27. Okt. 42. Ab.=Vſt.
A 11. Zum erſten Male: „Der
liebe Auguſtin” Operette in
3 Akten von Rudolf Bernauer u.
Ernſt Weliſch. Muſik von Leo
Fall. Gew. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Montag, 28. Okt. 43. Ab=Vſt.
D 11. Neu einſtud.: „Hamlet”
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Hanvelshammerwähl.
C
Auf Grund des Handelskammergeſetzes haben für den
Wahl=
bezirk Darmſtadt Erganzungs= und Erſatzwahlen ſtattzufinden.
Vor Vornahme dieſer Wahlen werden die Liſten der Wahlberechtigten
in den Erwerbsgruppen Induſtrie, Großhandel und Kleinhandel in
der Zeit von Donnerstag, den 24. Oktober, bis Montag, den 4.
No=
vember ds. Js. auf dem Bureau der Großh. Handelskammer
wäh=
rend der Geſchäftsſtunden, vormittags von 9—1 Uhr und nachmittags
von 4—6 Uhr, offen liegen.
(22156
Einwendungen gegen den Inhalt der Liſten ſind innerhalb der
erwähnten zehntägigen Friſt bei der Handelskammer ſchriftlich
vor=
zubringen.
Darmſtadt, den 22. Oktober 1912.
Die Großherzogliche Handelskammer.
Der Vorſitzende:
Der Syndikus:
C. Pareus.
Dr. Human.
Lochhel
des Hessischen Reitervereins, am Sonntag, deu
27. Oktober 1912, nachmittags 2 Uhr auf dem
Griesheimer Truppenübungsplatz. (Zugang zum
Rennplatz vom Barackenlager aus.)
I. Griesheimer-Jagdrennen
(Ehrenpreise je nach Beteiligung)
II. Reitpferd-Jagdrennen
(Ehrenpreise je nach Beteiligung)
III. Jagdspring-Konkurrenz
(Ehrenpreise je nach Beteiligung)
IV. Weiterstädter-Jagdrennen
(Ehrenpreise gestiftet von den Freunden des Sports aus
Frank-
furt a. M. Weitere Ehrenpreise je nach Beteiligung)
V. Jagd mit Auslauf.
(Ehrenpreise je nach Beteiligung)
Konzert u. Restaurat. auf d. Rennplatz. Gedeck. Tribüne.
Eintritts- und Mitgliedskarten sind sichtbar zu tragen.
Kartenvorverkauf: 1. bei Herrn Hugo de Waal, Rheinstr. 14,
2. bei Herrn W. Pfeil, Elisabethenstr. 5, 3. auf dem
Ver-
kehrsbureau (Ernst=Ludwigsplatz), 4. bei Herrn Richard
Schwab, Friseur, Riedeselstr. 56, 5. auf dem
Geschäfts-
zimmer der 25. Kavallerie-Brigade, Sandstr. 42.
Preise der Plätze: I. Tribüne (Zutritt zum Sattelplatz) Mk. 3.—,
II. Tribüne Mk. 1.50, Reservierter Platz Mk. —.50, Wagen-
und Reiterkarten Mk. 3.—.
(Im Vorverkauf sind Karten für reservierten Platz für 40 Pfennig
erhältlich).
Der Vorstand des Hessischen Reitervereins.
Ein fahrplanmässiger Zug der Dampfstrassenbahn fährt um
1 Uhr mittags am Schlossplatz ab nach dem Griesheimer Lager.
Für eine reichliche Anzahl Wagen zur Benutzung ist seitens der
Süddeutschen Eisenbahngesellschaft gesorgt.
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Donnerstag, den 24. Oktober, abends 8 Uhr
Grosses
Kanstier Konzert
Freier Eintritt.
Kein Bieraufschlag.
NB. Elektrische Bahnverbindung bis nach 12— Uhr
abends.
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Beſſungerſtraße 97, 1. St.
Kriegerverein Darmſtadt.
Samstag, den 26. Oktober 1912,
abends 8½ Uhr,
im Mathildenhöhſaal, Dieburgerſtr. 26
Lichtbilder=Vortrag
des Kameraden Herrn Louis Geist
(Reiſebilder über die frauz.=ital. Riviera)
mit darauffolgendem
I Zugleich findet an dieſem Abend die Preisverteilung an die
beſten Schützen von dem am 20. Oktober ſtattgefundenen Preis=
ſchießen ſtatt.
Unſere Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen, insbeſon=
dere die in dieſem Herbſt entlaſſenen Reſerviſten, für welche der
Eintritt ebenfalls frei iſt, laden wir zu dieſem intereſſanten Vortrag
zu zahlreichem Beſuche ein.
(22196
Gäſte ſind willkommen.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
NB. Die Verſammlung für den Monat November fällt aus. Für Skatspieler!
Freitag, den 25. Oktober,
abends 9¼ Uhr, findet im
„, Krokodil‟
Eliſabethenſtraße 44
der vierte Geflügel=Preis=Skat
ſtatt. Reelles Spiel, ſchöne Preiſe.
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strasse 6, Telephon 1111. (*9985ds
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Einkommen, wünſcht mit anſtänd.
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mögen, zwecks Heirat bekannt zu
werden. Offerten unter C 38 an
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Tür 2 jährigen Knaben gut. Her=
kunft wird liebevolle, ſorgfäl=
tige Pflege geſucht, am liebſten
bei alleinſtehender Dame. Offert.
unt. C 37 an die Exv. (*9957df