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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
175. Jahrgang
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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werden angenommen in Darmſtadt.
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
u. 1.50 Mk. vierteli. Verantwortlichkeit
ſowie von unſeren Agenturen und
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Das Marineluftſchiff „L. 1‟, das am Sonntag
vormittag 8 Uhr 35 Minuten in Friedrichshafen
auf=
geſtiegen iſt, traf geſtern vormittag 9 Uhr in Lübeck
und nach 31ſtündiger Fahrt nachmittags 3 Uhr 43
Minu=
ten in Johannisthal ein.
Die Miniſter Saſonow und Kokowzew ſind zum
Zaren nach Spala berufen worden, um über die Lage
zu berichten.
Geſtern früh überſchritten türkiſche Truppen bei
Riſtowacz die ſerbiſche Grenze und eröffneten
den Kampf.
Die griechiſche Regierung ſtellte der Türkei
ein Ultimatum von 24 Stunden zur Freigabe der
griechiſchen Schiffe.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Krieg.
kk. Träume ſind Schäume. Das gilt beſonders von
den Träumen vom ewigen Frieden. Dieſe ſchönen Träume
ſchienen zuweilen in den letzten Jahren den
Friedens=
ſchwärmern, die in neueſter Zeit geſchäftiger und
hoff=
nungsvoller denn je arbeiten, bereits Wirklichkeit werden
zu wollen. Und doch hat gerade am Ende des vorigen
und am Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts Krieg
an Krieg ſich gereiht. Dem japaniſch=chineſiſchen und dem
ſpaniſch=amerikaniſchen folgte der ſüdetfrikaniſche, (und
tzwar unmittelbar am Schluß der erſten Haager
Friedens=
konferenz. Dann kamen die Kriege zwiſchen Japan und
Rußland und zwiſchen Italien und der Türkei. Blut und
Eiſen erweiſen ſich ſtärker als die Beſtrebungen der
Frie=
densfreunde, ſtärker auch als die Friedenskünſte und
Friedenswerke edelgeſinnter Staatenlenker. Wer hat
ſo=
eben inmitten der Bewegungen und Vorbereitungen, die
nunmehr zum Balkankriege geführt haben, auch nur einen
Augenblick an jene unſerer Zeit angehörenden
internatio=
nalen Einrichtungen zur Kriegsverhütung gedacht? Keine
der Regierungen auf dem Balkan, keiner der leitenden
Staatsmänner in Konſtantinopel, Belgrad, Sofia, Athen
oder Cetinje. Auch keinem in den Hauptſtädten der
euro=
päiſchen Großmächte iſt es ein einziges Mal in den Sinn
gekommen, das Haager Schiedsgericht anzurufen, ſo wenig
die Staaten, von denen die genannten Kriege geführt
worden ſind, ein ſchiedsgerichtliches Verfahren beanſprucht
haben.
Kaum noch iſt der Krieg in Tripolis beendet, und
ſchon hat ein neuer begonnen, deſſen Umfang und Dauer
heute kein Menſch zu ermeſſen vermag. Wieder einmal
wird die uralte Wahrheit beſtätigt: durch Kriege erfolgen
die bedeutſamen, folgenreichen Veränderungen und
Um=
wälzungen der Geſchichte. Große Fragen, welche der
Völker und Staaten Geſchicke beſtimmen, laſſen ſich nur
durch das Schwert, durch Blut und Eiſen beantworten.
Kriege werden vom Erdball nicht verſchwinden, ſo lange
auf ihm nationale, politiſche, wirtſchaftliche und religiöſe
Gegenſätze herrſchen und im Wettbewerbe der Nationen
die ſtärkſten Triebkräfte bedeuten. Es wird immer unter
den Völkern tiefgehende, auf die Dauer miteinander
un=
erträgliche Verſchiedenheiten geben, die ſchließlich nicht auf
dem Wege friedfertigen Verhandelns, ffritdlicher
Aus=
einanderſetzung auszugleichen ſind. Gewaltige
Leiden=
ſchaften, die ganze Völker wider einander bewegen,
kön=
nen nur durch Krieg zum Ausdruck und zum Austrag
gebracht werden. Im Leben der Einzeln werden Streit
und Kampf niemals ſehlen, aber auch nicht im Leben der
Völker; und die bloße Erwägung, daß der Krieg an ſich
ein ſurchtbares Uebel ſei, wird die kriegeriſchen Zündſtoffe
nicht beſeitigen. Jede vorwärtsſtrebende Nation hat den
natürlichen Willen zur Macht und zur wachſenden Größe,
und dieſer Wille, zumal, wenn ihn die Begeiſterung von
Volksmaſſen entflammt, läßt ſich zuletzt nicht anders mehr
als durch Krieg betätigen und durchſetzen. Handelt es
ſich um Lebensfragen für ein Volk, ſteht Sein oder
Nicht=
ſein auf dem Spiel, ſo finden ſchwächliche Bedenken,
weit=
herzige Sorgen um Gut und Blut keinen Raum. Siegen
oder untergehen lautet die Loſung, ſieht ſich ein tapferes
Volk durch ein anderes in ſeiner Ehre, ſeiner
Unab=
hängigkeit, ſeinem ſtaatlichen Beſtande oder in ſeiner
wirt=
ſchaftlichen Wohlfahrt ernſtlich bedroht.
Der Traum vom ewigen Frieden kann auf Erden
nicht feſte Wurzeln faſſen, es ſei denn, daß ſich die
Menſch=
heit von Grund aus ändert. Jeder neue Krieg ergibt
auch für uns Deutſche immer wieder die Mahnung, für
jede Kriegsmöglichkeit gerüſtet zu bleiben, ſo
kriegsmäch=
tig, daß wir in jedem Falle unſer Anſehen und unſere
Stellung wahren und feſtigen können. Ein Volk, das ein
heraufziehendes Kriegsgewitter unvorbereitet trifft, und
daher davor bangen muß, ſeine Wehrfähigkeit zu
erpro=
ben, ſetzt ſich der Gefahr aus, ſein Leben, ſein Recht auf
Daſein zu verwirken. Zur Kriegsbereitſchaft aber gehört
der waffenfrohe, kriegstüchtige Geiſt, der, wenn er ſich
ein=
mal als wirkſam bewähren ſoll, bereits im Frieden
ſorg=
ſam gehegt und gepflegt werden muß.
Abermals Präſidentenwahl!
— Ueber dem jetzigen Reichstags=Präſidium
ſchwebt kein günſtiger Stern. Man entſinnt ſich
noch der Wirniſſe, die es bei ſeiner Wahl gab,
bis ſchließlich die jetzt etwas eigenartige
Zu=
ſammenſetzung zuſtande kam, die der
Fortſchritts=
partei zwei Mandate brachte, ohne daß dies den
Parteiverhältniſſen im Hauſe entſprochen hätte. Es war
eben ein Verlegenheitspräſidium, das aus der Urne
her=
vorging, das aber ſeines Amtes bisher vortrefflich
ge=
waltet hat. Die Linke hatte damals Herrn Kaempf
vor=
geſchlagen, obwohl deſſen Mandat ſcharf angefochten
wurde und man bereits damals vorausſehen konnte, daß
ſein Mandaſt für ungültig erklärt werde und er ſich einer
abermaligen Wahl in ſeinem Kreiſe unterziehen müſſe.
Nun iſt dieſer Fall eingetreten, die Wahl iſt zwar noch
nicht kaſſiert, aber Herr Kaempf hat mit Rückſicht darauf,
daß ein derartiges Reſultat mit großer Wahrſcheinlichkeit
zu erwarten ſei, wie bereits gemeldet, die Konſequenzen
gezogen und ſelbſt ſein Mandat niedergelegt.
Dadurch ſieht ſich der Reichstag vor die
Notwendig=
keit geſtellt, eine Neuwahl des Präſidenten,
eventuell des ganzen Präſidiums, vorzunehmen, und es
ſteht außer Frage, daß hierbei die letzten unerquicklichen
Kämpfe wieder in Erſcheinung treten werden. Wie der
Ausgang ſein wird, iſt diesmal ebenſo ungewiß, vielleicht
noch mehr als wie im Februar, Selbſt wenn Herr Kaempf
ſeinen Beſitz behauptet, iſt es noch ungewiß, ob er auch
wieder den Präſidentenſeſſel beſteigen wird. Es iſt nicht
ausgeſchloſſen, daß die in Frage kommenden Parteien,
in erſter Linie das Zentrum, ihren Anſpruch erneut
gel=
tend machen, und daß ein Mitglied einer anderen Fraktion
zum Präſidenten des Hauſes gewählt wird. Vielfach
glaubt man, daß, wenn Herr Kaempf ſein Mandat
ver=
lieren ſollte, die geſamte Linke Herrn von Payer auf den
Schild erheben wird. Der Genannte hat mehr als 12
Jahre ſehr geſchickt den württembergiſchen Landtag
ge=
leitet, will aber jetzt nicht mehr kandidieren, um ſich ganz
der Ausübung ſeines Mandates im Reichstage zu
wid=
men. Man hat zu ihm das Vertrauen, daß er auch ebenſo
ſachlich und geſchickt die Geſchäfte des Reichstages leiten
würde, und bringt ihn daher als geeignete
Perſönlich=
keit in Vorſchlag. All das iſt aber nur Zukunftsmuſik,
es iſt ſehr wohl möglich, daß Herr Spahn vom Zentrum
gewählt wird oder daß der nationalliberale Vizepräſident
Pgaſche an die erſte Stelle rückt. Der Ausgang der
Wahl wird vielleicht einen Schluß darüber zulaſſen, ob
nach den erſten ſchroffen Auseinanderſetzungen zwiſchen
Rechts und Links eine Milderung der Gegenſätze
einge=
treten iſt, die auch geeignet wäre, die parlamentariſchen
Geſchäfte zu fördern.
Die Erſatzwahl im 1. Berliner Wahlkreiſe dürfte
bereits Ende Oktober oder Anfang November vor ſich
gehen, da bei Nachwahlen innerhalb eines Jahres noch
auf Grund der alten Wählerliſten gewählt wird, ſo daß
Herr Kaempf beim Zuſammentritt des Reichstags dieſem
eintretenden Falles ſchon wieder angehören würde und
für die Präſidentenſtelle kandidieren könnte. Bei den
all=
gemeinen Wahlen am 12. Januar erhielten Kaempf 4 657
Stimmen, der Sozialiſt Düwell 4 408; es folgten dann
ein demokratiſcher Kandidat mit 1395, ein konſervativer
mit 482, ein klerikaler Kandidat mit 169 und ein pol
niſcher Kandidat mit 37 Stimmen. In der Stichwahl
ſiegte Dr. Kaempf mit 5 588 Stimmen gegen 5579, die auf
Düwell fielen.
Deutſches Reich.
Die Miniſterkonferenz über die
Be=
ſitzſteuer. Die erſten, noch unverbindlichen Beſprechun‟
gen der Finanzminiſter der Einzelſtaaten über die
Beſitz=
ſteuervorlage, die im April 1913 an den Reichstag gehen
ſoll, werden, einer Nachrichtenſtelle zufolge, Mitte
näch=
ſten Monats ſtattfinden. Eine Denkſchrift, die, ohne eine
feſte Stellung dem einen oder anderen Plan gegenüber
einzunehmen, alle Beſitzſteuermöglichkeiten erörtert, iſt
im Reichsſchatzamt fertiggeſtellt worden und ſoll die
Grundlage für jene Novemberkonferenz bilden.
— Reichsgeſetzliche Regelung des
Kino=
weſens. Eine reichsgeſetzliche Regelung des
Kino=
weſens wird von den maßgebenden Stellen in Erwägung
gezogen. Es beſtehen ſchon eine Reihe von miniſteriellen
Erläſſen, polizeilichen Verfügungen und ſtädtiſchen
Be=
ſtimmungen über das Kinoweſen, die ſoeben wieder durch
die neuen Verfügungen Bayerns eine Ergänzung erhalten
haben, die aber nun eine Zuſammenfaſſung für das ganze
Reich erfahren ſollen, da eine einheitliche Regelung auch
im Intereſſe der Kinointereſſenten ſelbſt iſt. Die künftigen
Beſtimmungen ſollen beſonders einheitliche Verordnungen
über das Verhältnis der Kinemaſtographentheater zur
Jugend feſtſetzen. Es gibt Städte, die keinerlei
Einſchrän=
kungen für den Kinobeſuch der Jugend getroffen haben,
während anderwärts dieſe Einſchränkungen
außerordent=
lich ſcharf ſind. Es kann mit der Möglichkeit gerechnet
werden, daß in die zu bildenden „Zenſurausſchüſſe” auch
Volksſchullehrer berufen werden. Gegenwärtig befaſſen
ſich die Kultusminiſterien der Bundesſtaaten mit den
Vorarbeiten zur weiteren geſetzlichen Regelung des
Kino=
weſens.
Zur bevorſtehenden Viehzählung.
Dem Vernehmen nach treffen ſchon jetzt verſchiedene
Ver=
waltungen, darunter auch die Eiſenbahnverwaltung,
Vor=
kehrungen, damit die für den 2. Dezemberr dieſes Jahres
für ganz Deutſchland vorgeſehene Viehzählung möglichſt
glatt und ordnungsmäßig vonſtatten geht. Ganz neu iſt
iſt es, daß mit der Zählung eine Ermittelung des
Ver=
kaufswerts des Viehbeſtandes verbunden ſein wird. Man
wird ſo die Unterlage für zu treffende Vergleiche zwiſchen
Vieh= und Fleiſchpreiſen erhalten und damit genau über
das Verhältnis in der Entwickelung beider Preisarten
unterrichtet werden. Zu wünſchen bleibt nur, daß die
we=
ſentlichſten Ergebniſſe der bevorſtehenden Viehzählung
möglichſt bald veröffentlicht werden. Es iſt aber auch
Vor=
ſorge getroffen, daß dem Kaiſerlichen Statiſtiſchen Amte,
das die Veröffentlichungen vornehmen wird, einige
Zäh=
lungsergebniſſe ſchon in den erſten Monaten des Jahres
1913 übermittelt werden.
— Zum Inkrafttreten der Angeſtellten=
Verſicherung. In ſeiner letzten Sitzung hat der
Bundesrat eine Vorlage beraten über eine kaiſerliche
Ver=
ordnung inbezug auf den Zeitpunkt, mit dem das
Ver=
ſicherungsgeſetz für Angeſtellte in Kraft treten ſoll. Da
in den letzten Monaten alle Vorbereitungen für den
Be=
ginn der Angeſtelltenverſicherung ſoweit gefördert ſind,
daß dem Inkrafttreten des Geſetzes am 1. Januar 1913
nichts mehr entgegenſteht, ſo dürfte die kaiſerliche Order
dieſen Tag feſtſetzen.
— Die Tagung des Reichsverbandes
der Vereine der nationalliberalen
Ju=
gend, die urſprünglich zu einem früheren Termin
ge=
plant war, findet am 19. und 20. Oktober zu
Frank=
furt a. M. ſtatt. Ihr wird am 18. Oktober eine Sitzung
des Reichsverbands=Vorſtandes vorangehen. Auf der
Tagesordnung der beiden öffentlichen Verſammlungen am
Samstag nachmittag und am Sonntag vormittag ſtehen
folgende Fragen: Die politiſche Lage und die
Forde=
rungen der Gegenwart (Imperialismus) mit einem
Re=
ferat des Verbandsvorſitzenden Dr. R. Kauffmann aus
Stuttgart und Liberalismus und Sozialismus,
Re=
ferent Privatdozent Dr. Oskar Stillich=Berlin. — Ein
größerer Teil der Delegierten wird ſich am Freitag an
einer von Bingen nach Mainz führenden Rheinfahrt des
Großen Ausſchuſſes zur Errichtung eines Bismarck=
Denk=
mals beteiligen, ſowie an einer Verſammlung in der
Mainzer Feſthalle, bei der die Profeſſoren Kreis und
Lederer über die dort ausgeſtellten umgearbeiteten
Denk=
malsentwürfe ſprechen werden.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. Oktober 1912.
Nummer 243.
Fleiſcheinfuhr. Das Schweizer
Landwirt=
ſchaftsdepartement hat die Einfuhr von Schlachtvieh,
deſſen Fleiſch ins Ausland ausgeführt werden ſoll,
ver=
boten. Dieſes Verbot macht den Bezug friſchen
argen=
tiniſchen Fleiſches aus der Schweiz unmöglich. Belgien
beeilt ſich, in die Lücke zu treten. Von dort kommt die
Nachricht, daß größere Sendungen lebenden Viehs aus
Argentinien unterwegs ſeien, das in Belgien geſchlachtet
und nach Deutſchland verbracht werden ſoll. Die
offen=
ſichtlich gegen die deutſche Nachfrage gerichtete Maßnahme
des Schweizer Landwirtſchaftsdepartements wird
Gegen=
maßnahmen Deutſchlands bezüglich der Durchfuhr von
dä=
niſchem, ſchwediſchem, holländiſchem und ruſſiſchem Vieh
und Fleiſch nach der Schweiz nach ſich ziehen.
Die erſte Anwendung des
preußi=
ſchen Enteignungsgeſetzes. Blätter
verſchie=
dener Richtung erhalten aus dem Oſten die Mitteilung,
daß die Regierung im Begriff iſt, zum erſten Male
Beſitz=
tümer von Polen zu enteignen. Danach ſollen vier
pol=
niſche Rittergüter, zuſammen 7000 Morgen umfaſſend,
enteignet werden. Es ſind dies Zlotnick bei Pudewitz,
das kürzlich an Herrn v. Koszielski verkauft worden iſt,
Koldromp im Kreiſe Znin, Lippinken im Kreiſe Schwetz
und ein Gut im Kreiſe Strelno. Lippinken gehört dem
Abgeordneten Saß v. Jaworski. Die Beſitzer wurden
be=
reits von der Abſicht der Regierung in Kenntnis geſetzt.
Vier Jahre hat die Regierung gezögert, das Geſetz, das ihr
nach ſchweren parlamentariſchen Kämpfen bewilligt
wor=
den war, anzuwenden. Das war um ſſo auffälliger, als
die Regierung ſelbſt, vor allem Fürſt Bülow und Frhr.
v. Rheinbaben, mit allem Nachdruck für die
Enteignungs=
befugnis gekämpft und immer wieder darauf hingewieſen
hatten, daß das Schickſal der preußiſchen Polenpolitik
da=
von abhänge, ob die Regierung dieſe Befugnis erhalte.
Mit dem Kanzlerwechſel aber wurden die Verhältniſſe
ſchwankend. Das Geſetz wurde, obgleich von den
verſchie=
denſten Stellen die Forderung immer wieder erhoben
wurde, nicht angewandt. Man wußte, daß ſich neue
Ein=
flüſſe geltend gemacht hatten, die von einer Anwendung
des Enteignungsrechtes nichts wiſſen wollten. Die
Beſitz=
verhöltniſſe im Oſten wurden aber wieder ſchwieriger, und
es gelang der preußiſchen Anſiedlungskommiſſion nicht
mehr, aus polniſcher Hand Boden zu werben. Damit aber
war der eigentliche Zweck unſerer oſtmärkiſchen
Anſied=
lungspolitik verfehlt und in ſein Gegenteil verkehrt.
Im=
mer wieder kamen die Nachrichten, daß deutſcher Boden an
Polen verloren worden ſei. So trat denn auch wieder ein
Umſchwung in der Anſicht der preußiſchen Regierung ein,
und ſchon vor einiger Zeit hörte man, daß demnächſt mit
der Enteignung vorgegangen werden ſolle. Wenn die
Regierung mit dieſem erſten Schritt kaum 2000 Hektar
ge=
winnen wird, ſo bleibt ihr nach der Beſtimmung des
Ge=
ſetzes, wonach ſie 70000 Hektar enteignen darf, noch viel
Boden zur allmählichen Enteignung übrig.
Ausland.
Italien.
Die ewigen Friedensverhandlungen.
Die letzte Schwierigkeit, die ſich bei den türkiſch=
italieni=
ſchen Unterhandlungen erhebt, ſoll darin beſtehen, daß
die Türkei wünſcht, daß alle Artikel des abzuſchließenden
Friedensvertrags, die zu ihren Gunſten lauten, ſofort in
Kraft treten, daß aber die zu Gunſten Italiens
lauten=
den Artikel erſt nach ihrer Ratifikation durch das türkiſche
Parlament wirkſam werden ſollen. So will die Türkei
z. B., daß die italieniſchen Truppen ſofort von den
ägäi=
ſchen Inſeln zurückgezogen werden, während die
Zurück=
ziehung der türkiſchen Truppen aus Tripolis) erſt der
türkiſchen Kammer zur Genehmigung unterbreitet werden
ſolle. Die türkiſchen Forderungen erſcheinen unerfüllbar.
Die Friſt, die die italieniſche Regierung für den
Frie=
densabſchluß geſetzt hat und die am 12. ds. abends
ablau=
fen ſollte, iſt bis auf Dienstag abend verlängert worden.
Spanien.
Kreditoperationen. Miniſterpräſident
Cana=
lejas erklärte einem Journaliſten, daß Spanien
Kredit=
operationen vornehmen müſſe, um die Schulden früherer
Jahre zu begleichen, daß es ſich aber nur um eine
ver=
hältnismäßig beſchränkte Summe handle. Da Spanien
von den Folgen, die ſich aus der Balkanfrage ergeben
könnten, nicht berührt werde, glaube er, daß die
Kredit=
operation unter günſtigen Bedingungen durchführbar ſei,
Rußland.
Das Flottenbauprogramm. Ueber das
ſchon kurz verzeichnete ruſſiſche Flottenbauprogramm
ver=
lautet noch: Die 1540 Millionen Rubel ſollen in zehn
Jahren, vom Jahre 1916 ab, verbaut werden. Ein Teil
davon iſt auch für die Kriegshäfen beſtimmt. Der
bal=
tiſchen Flotte ſollen je ſechs Dreadnoughts und
Ueber=
dreadnoughts von je 28000 bezw. 36000 To. mit 14
zölli=
gen Geſchützen zugeführt werden. 24 Minenkreuzer vom
Typ Nowik, 48 Unterſeeboote und 4 Minenfänger ſind
vorgeſehen. Die Flotte des Schwarzen Meeres erhält je
drei Dreadnoughts und Ueberdreadnoughts vom
balti=
ſchen Typ. Die entſprechende Zahl der anderen
genann=
ten Schiffe kommt hinzu. Die Flotte des Stillen Ozeans
erhält ſechs leichte Kreuzer von 6000 bis 8000 To, und
28 Kamonenboote für Flußdienſt. Die Torpedoboote des
letzten Typ werden nur in beſchränkter Zahl gebaut.
Argentinien.
Kauf der Staatsbahnen. Im Miniſterrat
unter dem Vorſitz des Präſidenten teilte der Miniſter der
öffentlichen Arbeiten mit, daß er ſich mit zwei Angeboten
über den Kauf der Staatsbahnen beſchäftige. Eine gehe
von Herrn Farquehar, die andere von der argentiniſchen
Zentral=Eiſenbahngeſellſchaft aus. Nach der Anſicht des
Direktors der Staatseiſenbahnen müßte der Kaufpreis
mindeſtens 20 Millionen Pfund betragen. Die Regierung
wünſcht, ehe ſie irgend einen Plan in Erwägung zieht,
die Plane der Käufer hinſichtlich der Ausdehnung der
Linien kennen zu lernen. Die Regierung hat beſchloſſen,
die Landverkäufe in den Gegenden, die zurzeit von den
Staatsbahnlinien berührt werden, einzuſtellen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. Oktober.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
des Großherzogs den Mitgliedern der freiwilligen
Feuerwehr zu Wöllſtein Johann Steiner II. und
Johann Echternach; den Mitgliedern der freiwilligen
Feuerwehr zu Ginsheim Adam Laun und Philipp
Rauſch XVI.; dem Mitgliede der freiwilligen
Feuer=
wehr zu Ober=Flörsheim Johann Schwarz V: den
Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Nieder=Beerbach
Jakob Heinz, Georg Michael Schneider II., Karl
Fiſcher, Georg Ludwig Guſtav Schwinn, Georg
Schneider III., Jakob Fertig und Adam Krug V.;
den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Arheilgen
Philipp Fornoff und Heinrich Schmitt II.; dem
Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Ober=Ingelheim
Andreas Haus den Mitgliedern der freiwilligen
Feuer=
wehr zu Klein=Winternheim Heinrich Schreiber II.
und Johann Eckert I.
* Uebertragen wurde der Schulamtsaſpirantin
Sabine Hix aus Mainz eine Lehrerinſtelle an der
evan=
geliſchen Schule zu Alsheim, Kreis Worms.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Grafen
von Schlitz genannt von Görtz auf die Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Pfordt, Krets Lauterbach, präſen=
tierte Schulamtsaſpirant Karl Repp aus Heiſters, Kreis
Lauterbach, für dieſe Stelle.
D Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 19. Oktober, vormittags
9½) Uhr, lautet: 1. Klage des Edmund Graf II. in
Lorſch gegen einen Polizeibefehl des Großh. Kreisamts
Bensheim. 2. Klage des Kaufmanns Karl Gottlieb
Gröbe in Darmſtadt gegen die Stadt Darmſtadt wegen
Forderung. 3. Klage der Witwe des Kreisſtraßenwartes
Philipp Barthel IV. zu Büttelborn gegen den
Verwal=
tungsrat der Fürſorgekaſſe für Beamte und Bedienſtete
der Landgemeinden und Kommunalverbände. 4.
Ent=
wäſſerung des Schwarzbachgebiets; hier Aufſtellung
eines Pumpwerks.
* Bismarck=Nationaldenkmal. Mit der nächſten
Sitzung des großen Ausſchuſſes zur Errichtung eines
Bis=
marck=Nationaldenkmals auf der Eliſenhöhe bei
Binger=
brück=Bingen, die am 18. Oktober in der Stadthalle zu
Mainz abgehalten werden wird, ſoll zur Erinnerung
an den Jahrestag der Schlacht bei Leipzig eine große
vaterländiſche Veranſtaltung verbunden werden, an der
jeder Bismarckfreund, wie überhaupt jeder patriotiſch
ge=
ſinnte Deutſche teilnehmen kann. Selbſtverſtändlich ſind
auch Damen herzlich willkommen. Der erſte Teil des
Programms ſieht eine Rheinfahrt auf einem
Dop=
peldecker der Köln=Düſſeldorfer Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft
von Bingen reſpektive Rüdesheim nach Mainz vor, die
mittag um 12½ Uhr (ab Bingen) und 12½ Uhr (ab
Rü=
desheim) ihren Anfang nimmt und den Teilnehmern
Ge=
legenheit zur Beſichtigung des Denkmalplatzes (
Eliſen=
höhe) vom Schiffe aus bietet. Die Fahrt iſt für alle
Teil=
nehmer koſtenlos; Anmeldungen beliebe man bei der
Geſchäftsſtelle zur Errichtung eines Bismarck=
National=
denkmals, Köln, Königsplatz 17, alsbald einzureichen. An
dieſe Fahrt ſchließt ſich eine Verſammlung im
gro=
ßen Saale der Stadthalle zu Mainz, die um 3 Uhr
nach=
mittags beginnt. Die Eröffnungsanſprache hält der
Vor=
ſitzende des geſchäftsführenden Ausſchuſſes,
Landtags=
abgeordneter Dr. Beumer aus Düſſeldorf. Daran
rei=
hen ſich Vorträge der Profeſſoren Wilhelm Kreis,
Architekt in Düſſeldorf, und Hugo Lederer, Bildhauer
in Berlin, über die umgearbeiteten Entwürfe für das
Denkmal. Nach einer Beſichtigung der neuen Modelle
und einer ſehr intereſſanten und reichhaltigen Sammlung
von Bismarckmedaillen beſchließt ein gemeinſames
Mahl in der Mainzer Stadthalle die Tagung. Der
heſ=
ſiſche Miniſter des Innern, Exzellenz von Hombergk
zu Vach, der Oberpräſident der Rheinprovinz.
Exzellenz Freiherr v. Rheinbaben, und der
Oberbürgermeiſter der Stadt Mainz, Dr.
Göt=
telmann werden bei dieſer Gelegenheit
An=
ſprachen halten. — Es wäre ſehr erfreulich, wenn ſich auch
recht viele Bürger unſerer Stadt mit ihren Damen an
dieſen Veranſtaltungen beteiligen würden, die ihnen
einen ſeltenen und reichen Genuß bringen dürften.
* Verſammlung akademiſch gebildeter Beamten. Am
13. ds. Mts. fand im Börſenſaal zu Frankfurt a. M. eine
ſehr zahlreich beſuchte Verſammlung akademiſch gebildeter
Lokalbeamten des Großherzogtums
Heſ=
ſen ſtatt. In ihr wurde einſtimmig eine Eingabe an die
Großherzogliche Regierung beſchloſſen, in der anläßlich
der bevorſtehenden endgültigen Regelung der
Beamten=
beſoldungen die Bitten vorgetragen werden. 1. daß die
ſeither noch beſtehende Ungleichheit in der Beſoldung der
höheren Beamten, nach der die Richter in nicht gehobenen
Stellen ein höheres Endgehalt erreichen, als die anderen
akademiſch gebildeten Lokalbeamten, beſeitigt werde;
2. daß ihnen jetzt endlich dasjenige Dienſteinkommen
ge=
währt werde, in deſſen Genuß ihre Amtsgenoſſen im Reich
und in Preußen ſchon ſeit dem 1. April 1908 ſtehen.
* Städtiſcher Fleiſchverkauf. Es wird uns mitgeteilt,
daß die ſtädtiſchen Verkaufsſtellen am letzten Samstag
folgenden Abſatz hatten: die Verkaufsſtelle im
Schlachthof: 2½¼ Stück Großvieh mit 270 Kilogramm
und 4 Schweine mit 257 Kilogramm; die
Verkaufs=
ſtelle Kiesſtr. 21 (zwiſchen Hoch=und
Karl=
ſtraße) ¾ Stück Großvieh mit 175 Kilogramm und
2 Schweine mit 150 Kilogramm.
Neu eingerichtete Fernſprechanſchlüſſe und
Aender=
ungen bei beſtehenden Sprechſtellen. a) Neue
An=
ſchlüſſe: 2148 Wilhelm Beſt, Geheimerat,
Heinrich=
ſtraße 19, 2150 Dr. Georg Biermann, Prof., künſtleriſcher
Beirat im Kabinett S. K. H. des Großherzogs, Roquette=
Mit dem Motor ins innerſte Afrika.
von Oberleutnant Paul Graetz.
VI.
Den Dſcha aufwärts zwiſchen Süd= und Neu=Kamerun.
An Bord der „Hygiama”
den 11. Auguſt 1912.
Die aus ſechzehn Steinbauten und mehreren
Bam=
bushäuſern beſtehende Faktorei Molundu iſt der
Ver=
waltungsſitz der deutſchen Geſellſchaft Süd=Kamerun,
deren Konzeſſionsland urſprünglich halb Süd=Kamerun
umfaſſend jetzt als Eigengebiet auf 1½ Millionen Hektar
beſchränkt und als ſolches in das Grundbuch der Kolonie
eingetragen iſt Molundu am Bumba, zirka 2 Kilometer
von deſſen Einfluß in den Dſcha entfernt, liegt ſüdlich des
Gebiets der Geſellſchaft, welches im Süden durch den
Böckfluß begrenzt, weſtlich bis zum vierzehnten
Längen=
grad, nördlich bis etwa zum vierten Breitengrade reicht
und im Oſten durch die Flüſſe Bumba und Ndjui
um=
floſſen wird. Das ganze Gebiet iſt in eine große Anzahl
Gummibezirke eingeteilt, deren jeder von einer
ſo=
genannten Gummiproduktionsſtelle aus durch einen
Eu=
ropäer verwaltet wird. Täglich laufen die
Gummikara=
wanen aus allen Teilen dieſes Kautſchukreiches ein. Bei
der Gummigewinnung gibt es zwei Verfahren: Entweder
wird nach der althergekommenen Art der Eingeborenen
die dem Gummibaum abgezapfte Milch in Gefäßen
auf=
gefangen und dann aufs Feuer geſtellt, worauf ſich der
Gummi zu unförmlichen Klumpen zuſammenballt, oder
der Saft wird urter der ſachverſtändigen Aufſicht der
Weißen geſiebt und in kochendes Waſſer gegoſſen Die
ſchwammartige Maſſe wird alsdann geknetet, gepreßt und
gewalzt. Durch dieſe Behandlung gewinnt der zu
Wür=
ſten und Platten geformte Gummi ein Drittel an Wert.
Auf dem großen Hofe der Faktorei Molundu ſitzen im
Kreiſe die als gute Arbeiter geſchätzten Jaunde, in der
Landſchaft Jaunde in Zentral=Kamerun angeworben und
ſchneiden den auf Eingeborenenart gewonnenen Gummi
in kleine Stücke, welche in einem großen zementierten
Becken gewaſchen und von anhaftenden Schmutzteilchen
ge=
reinigt werden. Der 25=Ton=Heckraddampfer „Bumba”
der G.SS. zwiſchen Molundu und dem Stanley=Pool
verkehrend, vermag die Gummimaſſen für den
Abtrans=
port nicht mehr zu bewältigen, weshalb der juſt während
unſeres Aufenthaltes in Kinſhaſa zuſammengeſetzte 50=
Ton Heckraddampfer „Dſcha” bereits auf dem Kongo in
Anfahrt dampft. Das Kilo Gummi, von Eingeborenen
gekauft, erzielt augenblicklich auf dem europäiſchen Markt
den Preis von 7,50 Mark, von Europäern behandelt
je=
doch 10 Mark. 15 Tons Gummi — 15000 Kilogramm
liegen momentan in den hieſigen Magazinen aufgeſtapelt,
bereit, den heimiſchen Induſtriewerken zugeführt zu
wer=
den. Bei dem Einhandeln des Gummis kommt es in
erſter Linie darauf an, die richtigen Waren zum
Tauſch=
handel für den Neger zu erraten und vorrätig zu halten.
So erzielte ein kleiner Händler mit einem langen
Feld=
ſtuhl im Wert von 30 Mark loco 70 Kilogramm Gummi
525 Mark, mit einer Petroleumlampe, hier mit 25
Mark bewertet, 30 Kilogramm Gummi. Die bei den
Negern einziehende Kultur fragt nach europäiſchen
Haus=
haltungs=, Bekleidungs= und Luxusgegenſtänden. Das
Grammophoi ſteht beſonders hoch im Kurs. Stoffe, Salz
und Kupferſpiralen halten ſich jedoch noch immer für die
Allgemeinheit. Elfenbein, mit Vorderladern und Speeren
von den Eingeborenen, beſonders von dem Zwergvolke
der Bomanjoko, wörtlich der Elefantentöter, erlegt,
ran=
giert in zweiter Linie als Tauſchobjekt im
Molundu=
bezirk. Die Elefantenbeſtände von Süd= und Neu=
Kame=
run ſind bedeutend.
Dort, wo der Lupifluß hart unterhalb des Bumba
in den Dſcha fließt, liegt in Blumen gebettet der
Euro=
päerfriedhof: Acht Gedenktafeln mit deutſchen Namen. In
der Blüte der Jahre wurden ſie auf dem Felde der Pflicht
von Tropenkrankheiten oder Schickſalstücke dahingerafft.
Droben im Buſch beſchattet der Urwald noch manch
an=
deren Grabhügel jugendlicher Hoffnungen. Jetzt ſollen
ſich die Geſundheitsverhältniſſe durch Verbeſſerung der
Unterkunft weſentlich gehoben haben. Hat ſich doch eine
deutſche Frau hierheraus gewagt. Ihrem Gatten, Herrn
von Stetten, folgend, hat ſie das väterliche Haus im
Grunewald gegen die Villa Stetten am Ufer des Bumba
in Molundu eingetauſcht, fürwahr ein tapferes Vorbild!
Man vergißt, daß man in Afrika weilt, am zweiten Grad
nördlicher Breite, wenn man an dem mit deutſcher
Haus=
frauenliebe gedeckten Tiſche ſitzt und die Kinder
heimat=
licher Kunſt von den Wänden herabſchauen oder wenn
„ihre Lieblinge” die Hennen mit ihren Kücken den
Kör=
nerregen aus der Hand der Herrin gackernd begrüßen.
Sonntag, den 4. Auguſt, iſt für eine
Erkundig=
ungsfahrt auf dem Bumba auserſehen, woran
die Herren Direktor Pfützner und Subdirektor von Stet=
ten, Oberbuchhalter Leonhardt, Depotleiter Kunze und
last not least Frau Anna von Stetten teilnehmen. Der
Bumba wurde bisher nur von Kanoes befahren, alſo
heißt es: Aufgepaßt! Herr Kunze, den ich im Jahre 1900
als Leutiant im 1. Erſatz=Seebataillon und Führer der
1. Leichtmatroſen=Kompagnie auf Fort Falkenſtein bei
Kiel im Infanteriedienſt ausgebildet, ſteht mit Zinko am
Steuer. Mehrere quer durch den Fluß laufende
Stein=
wälle werden mit leichtem Rumpler genommen, bis
ſchließ=
lich die Ngodio=Schnellen unſerer Fahrt ein Ziel ſetzen.
Unter dem dichten Laubdache des Urwalds wird Picknick
gemacht, worauf wir mit dem Strom in der Hälfte der
zur Auffahrt benötigten Zeit wieder Molundu erreichen.
Am frühen Nachmittag des 9. Auguſt biegt die „
Hy=
giama” in den Dſcha, unſer Kurs ſteht ſtromaufwärts.
Wir wollen erkunden, wie weit der Dſcha für uns
ſchiff=
bar iſt und dieſen Teil von Neu=Kamerun in Augenſchein
nehmen, der ſich von Queſſo aufwärts längs des Dſcha
erſtreckt. An Bord befinden ſich Gäſte: Herr von Stetten,
der eine geſchäftliche Reiſe nach Weſten unternimmt, mit
Gemahlin und Gefolge. An der deutſchen Faktorei
„Wenig” vorüber, die wie die Faktoreien unſerer
Lands=
leute de Cuvry und Kallen, nahe dem von einem
Zoll=
beamten verwalteten Regierungspoſten dicht unterhalb der
Bumbamündung, Gummihandel betreibt, gleiten wir
zwiſchen Süd= und Neu=Kamerun an hohen
Urwald=
mauern dſchaaufwärts. Der Fluß, etwa 150 Meter breit,
windet ſich in Schlangenlinien gen Weſten. Der Kompaß
zeigt, dauernd ſpielend alle Stunden faſt entgegengeſetzte
Richtung. Mehrere bewaldete Inſeln teilen den Strom.
Ein einziges Dorf auf Neu=Kameruner Seite. Mit
hef=
tiger Stromkraft ſchießt das Waſſer durch die Carnap=
Schnellen. Da taucht plötzlich auf langer gerader Strecke
weit vor uns ein kleiner Dampfer auf, die „Sembé” die
vier Stunden vor der „Hygiama” Molundu verließ, einer
der beiden kleinen franzöſiſchen Dampfer, welche den
oberen Dſcha mit der Welt verbinden.
Der Tag neigt ſich. Wir ſuchen wie ſo manches Mal
vergeblich nach einer offenen Stelle am Ufer für unſer
Zeltlager. Die „Sembé” ſetzt ſchon das Hecklicht aus.
Bei jeder Biegung des Fluſſes haben wir ein Stück
auf=
geholt. Der Sternenhimmel ſpiegelt ſich als breiter,
heller Streifen zwiſchen den ſchwarzen auf dem Waſſer
liegenden Schatten des Uferwaldes. Zinko ſteht am
Steuer. Ich kontrolliere die lotenden Boys vorn auf
dem Kaſtell. Stetten tröſtet ſeine junge Gattin über die
Nummer 243.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. Oktober 1912.
weg 20, 2153 Frhr. v. Brandenſtein, Major und
Komman=
deur des Garde=Drag.=Regts. Nr. 23, Hermannſtr 39,
2125 H. Brink, Bankdirektor, Roquetteweg 8, 430 Großh.
Bürgermeiſterei Roßdorf, Darmſtädterſtraße 33, 630
Eggers, Oberſtleutnant, Martinſtraße 37, 2146 Erich v.
Gilſa, Hauptmann in Großh. Artilleriekorps, Herdweg 99
2151 Dr. phil. Werner Koch, Chemiker, Herdweg 99, 2145
Dr. Oskar Kulp, Geheimer Sanitätsrat, Roquetteweg 10,
2147 Gottlieb Lorz, Hoflieferant, Pelzwarenlager und
Kürſchnerei, Eſchollbrückerſtraße 3, 2141 Großh.
Oberver=
ſicherungsamt, Neckarſtraße 1, 2142 Wilhelm Preuſch,
Re=
ſtaurateur, Karlſtraße 104, 2029 Frhr. von Notenhan,
Leut=
nant, Drag,=Regt. 23, Dieburgerſtraße 190, 275 Rote
Rad=
ler, Eilboten=Inſtitut, Filiale Bahnhof, Verkehrshäuschen,
2140 Fr. Schmitt, Beigeordneter, Saalbauſtr. 71, 2138 Dr.
med. Philipp. Schmitt, Augenarzt, Rheinſtr. 12¾, 2144
Frau Joſeph Schneider, Viktoriaſtraße 42, 2139 H.
Schö=
berl, Großh. Baurat, Riedeſelſtraße 53, 2094 Selzam,
Ma=
jor a. D., Neckarſtraße 19, (2506) Guſtav Sichel, Inh. der
Firma S. Kahn Söhne Nachf., Schulſtraße 10, 2137
Con=
rad Tack u. Cie., G. m. b. H., Verkaufsſtelle der
Schuh=
waren Marke „Condor”, Ludwigſtraße 17, 2149 Dr. E.
Weiß, Rittergutsbeſitzer, Grüner Weg 81, (128) Johs.
Wenz, Bismarckſtraße 26,
b) Aenderungen: 1579 Carl Becker, Hügelſtraße 8,
jetzt Roquetteweg 31, 2087 G. Becker, Roßdörferſtraße 85,
jetzt Inſelſtraße 36, 531 Mina u. Adolf Dingeldein,
Schützenſtraße 10½, jetzt Eliſabethenſtraße 5, (486)
Wil=
helm Ehrhardt, Fuchsſtraße 18, jetzt Wwe.,
Heidelberger=
ſtraße 61, 579 Eiſenbahn=Bauabteilung Dornheimerweg 54,
jetzt altes Main=Neckarbahn=Gebäude, 2126 von
Falken=
hayn, jetzt Nr. (2513), 2007 Geppert, jetzt Nr. 22, 1370 Cerf
Hanau, Eliſabethenſtraße 70, jetzt Nr. 14, Rheinſtr. 23,
2056 Heinrich Krüger, Moosbergſtraße 63, jetzt
Kiesberg=
ſtraße 39, 2580 Wilhelm Prinz zu Löwenſtein,
Heinrich=
ſtraße 39, jetzt 2, 39 W. Merck, übertragen an v.
Hell=
dorff, Kommandeur des Leibg.=Inf.=Regts. Nr. 115, Allee
15, 2088 Peter Müller, jetzt Nr. 54, 1575 Carl Naumann
jr, Karlſtraße 60, jetzt Beſſungerſtraße 26, 2596
Reſtaura=
tion Schmitt (Inh. Maria Franz), jetzt Inh. Franz Taver
Schamberger, 107 B. G. Roth, jetzt Nr. 1015, 1019
Hein=
rich Schäfer, übertragen an Philipp Kolb, (2573) F.
Schmidtmann, Wohnung Ernſt=Ludwigſtraße 21, jetzt 14,
1801 Joſ. Schneider, übertragen an Heimverband, Heim
für Alleinſtehende gebildeter Stände. 1798 Schörke,
Her=
mannſtraße 39, jetzt Wilhelmſtraße 17, 312 Friedrich Sieger
u. Otto Amend, übertragen an Otto Amend, 1912 H.
Stein=
acker, übertragen an Guſt. Stiefel, 113 v. Stoeßer,
Wil=
helmſtraße 22, jetzt Heinrichſtraße 39, (486) Tapetenfabrik,
Detailverkaufsſtelle, jetzt Nr. 2143, (21) Franz Ullmann,
Heidelbergerſtraße 9½, jetzt Hügelſtraße 8, 2050 Albert
Vogt, Gutenbergſtraße 1, jetzt 37, 534 Julius Wagner, jetzt
Nr. 1566, (128) Johs. Wenz, Marktpl. 8, jetzt Peter Wenz
und Nr. 1393, 1944 Emil Wünſche, Wendelſtadtſtr. 28, jetzt
Aliceſtraße 25.
e) Abgebrochene Sprechſtellen: 1556
Bis=
marck=Drogerie, 1655 von Branconi, 2047 Georg Brunner,
1510 Dr. Dietz, 1769 Dr. Karl Emden, 1488 Gaſthaus zum
Löwen in Arheilgen, 632 J. Grab, 1410 Alfred Haas, 828
Hotel Gottwald, 590 J. Jacobſohn, (590) Derſelbe, 804
Karl Kaus, 1576 Frau Dr. König 438 Lagerhaus, 1979
Agnes Lang, 1295 Heinrich Mörſchel, 1046 Michael Oppel,
1785 Chriſt. Rabenſtein, 717 Schauenburg, 1216 Wilhelm
Seifert, 1576 Frau Gräfin Spee, 1725 Karl Stief, 173 Karl
Wolff.
* Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs. Man
ſchreibt uns: Nicht vergeblich war der Führer Lockruf
„Friſch auf!” verklungen zur 7. Wanderung in dieſem
Jahre. Ungefähr 120 Wanderer brachte der Triebwagen,
an dem noch ein Wagen angehängt war, um 6,53 Uhr nach
Zwingenberg. Nachdem noch ein anderer Zug Herrn
Forſtmeiſter Guntrum von Heppenheim gebracht hatte,
ging es nun durch die Weinberge und dann ſteilaufwärts
nach dem Auerbacher Schloß. Nach kurzer Raſt und einem
kleinen Imbiß ging es durch das Hochſtädter Tal,
Eremi=
tage Wilmshauſen nach Gronau. Leider wollte der Nebel
nicht weichen, ſo daß alle die ſchönen Ausblicke nicht
ge=
noſſen werden konnten. Wo ſind wir jetzt, ſo gilt die
Frage dem Nächſten und faſt nur die Führer wiſſen
Aus=
kunft zu geben auf den geheimnisvollen Waldpfädchen,
die uns nun zur wohlverdienten Frühſtücksraſt bringen.
Nachdem man ſich an Leib und Seele geſtärkt hatte und
zum Aufbruch geblaſen war, übernahm von nun an Herr
Forſtmeiſter Guntrum die Führung. Der Weg führte wie=
der hinauf nach der Eulerhütte und um die Kuppe des
Eſelbergs herum nach Oberhambach. Plötzlich umfängt
uns lichter Schein, Strahlen, durch die Bäume gebrochen,
beleuchten die Nebel im Wald, wie ein Märchenbild, wie
eine Auferſtehung. Die Sonne hatte ſich durchgerungen,
um uns nun die Waldränder in ihrer herrlichen Pracht zu
zeigen. Es wäre zuviel, alles zu beſchreiben, was ſich hier
nun dem Auge geboten. Weiter ging es nun bis zur
Jägerraſt, durch den Heppenheimer Stadtwald mit ſeinen
herrlichen Ausblicken, durch Fiſchweiler nach Heppenheim.
Vortrefflich mundete das Mittagsmahl im „Halben
Mond‟. Herr Forſtmeiſter Guntrum begrüßte namens
der Ortsgruppe Heppenheim die Darmſtädter Wanderer
mit herzlichen Worten und kräftigem „Friſch auf!” Mit
launigen Worten dankte ſeitens der Darmſtädter Herr Dr.
Hinrichs. Sein „Friſch auf!” galt dem liebenswürdigen
Führer, Herrn Forſtmeiſter Guntrum. Nachdem noch die
Ortsgruppe Heppenheim in ſehr ſtarker Anzahl mit ihren
Damen erſchienen und der Saal bis zum letzten Plätzchen
beſetzt war, entwickelte ſich ein fröhliches Treiben, und bei
frohen Liedern, launigen Reden und heiteren Vorträgen
verfloß nur die Zeit zu ſchnell, die man mit der
Heppen=
heimer Ortsgruppe zuſammen ſein konnte.
C. Volksbureau. Seit dem 10. ds. Mts. iſt ein ſogen.
Volksbureau im katholiſchen Geſellenhaus
Fried=
richſtraße 30, eröffnet. Arbeiterſekretär Zurnieden=
Worms wird daſelbſt am 2. und 4. Donnerstag jedes
Mo=
nats von 5½ bis 8 Uhr Sprechſtunden halten über alle
Fragen der Arbeiterſchutz= und Verſicherungsgeſetze,
ſo=
wie in Geſinde=, Miet= und Steuerſachen.
* Eine Zuſammenkunft der Mitglieder des
Verban=
des Deutſcher Elektrotechniker fand auf Einladung der
Heſ=
ſiſchen Elektrotechniſchen Geſellſchaft am Sonntag in
Darmſtadt ſtatt. Die Veranſtaltung, die in erſter Linie
dem Beſuch der beiden Ausſtellungen „Der Menſch” und
„Eugen Bracht” gewidmet war, war von den Herren
Direktor C. Heſſe und Ingenieur J. Herzog in einer
Weiſe vorbereitet worden, daß die Teilnehmer, die in
Stärke von etwa 150 Herren und Damen erſchienen waren,
mehrfach Gelegenheit nahmen Dank und Anerkennung zu
ſagen ob des in Darmſtadt gebotenen, und voller Lobes
waren über den angenehmen Aufenthalt in unſerer
Reſi=
denz. Um 9 Uhr wurden die Teilnehmer am
Hauptbahn=
hof von dem Empfangskomitee begrüßt und zunächſt in
die Ausſtellung „Der Menſch” geleitet, für deren Beſuch
etwa 2 Stunden vorgeſehen waren. Darnach ſtattete man
noch dem Landesmuſeum einen Beſuch ab und fand ſich
dann gegen 1 Uhr im „Hotel Köhler” zum gemeinſamen
Mahle ein, das in dem oberen Saale ſerviert wurde und
höchſt animiert verlief. Es nahmen daran teil die
Herren Geheimerat Chriſtiani und Generalſekretär
Dettmar=Berlin vom Vorſtand des Verbandes
deut=
ſcher Elektrotechniker, ferner Geh. Rat Profeſſor König,
Rektor Magnif. der Univerſität Gießen, Profeſſoren
Epp=
ſtein und Eugen Hartmann=Frankfurt a. M., Profeſſoren
Sengel und Peterſen von der Techniſchen
Hoch=
ſchule Darmſtadt, Dr. Kraetzer=Bingen uſw. Beim
Feſt=
mahl nahm Herr Geh. Profeſſor König Gelegenheit, die
Gäſte aufs herzlichſte zu begrüßen und im Kreiſe der
Mit=
glieder der H. E.=G. willkommen zu heißen. Sein
Trink=
ſpruch klang aus in ein dreifaches Hoch auf den Verband
Deutſcher Elektrotechniker. Deſſen Vorſ., Herr Geh. Rat
Chriſtiani dankte herzlichſt und zollte dem
gaſtgeben=
den Verein hohes Lob für das in Darmſtadt Gebotene
und das vorzügliche Arrangement der Zuſammenkunft, die
in erſter Linie Herrn Direktor Heſſe zu danken ſei.
Nach=
dem man nach Tiſch zunächſt unter der liebenswürdigen
Führung des Herrn Ingenieur Herzog der Bracht=
Ausſtellung einen Beſuch abgeſtattet hatte, wurden die
Teilnehmer mittels elektriſcher Wagen nach dem
Böllen=
falltor befördert und den Gäſten von hier aus durch einen
Spaziergang nach der Ludwigshöhe Gelegenheit geboten,
unſere ſchöne Umgebung und unſere prächtigen Wälder,
die ſich gegenwärtig in wunderbarer Herbſtfärbung
befin=
den, kennen zu lernen. Auf der Ludwigshöhe wurde der
Kaffee eingenommen, während die Kapelle des
Leibgarde=
regiments unter Obermuſikmeiſter Hauske konzertierte.
Eine Anzahl Teilnehmer unternahm unter Führung des
Direktors Heſſe eine kurze Beſichtigung der Stadt und
unter Führung von Herrn Profeſſor Sengel eine
Be=
ſichtigung der Hochſchule. Abends fand wiederum im
Hotel Köhler gemütliches Beiſammenſein ſtatt, das durch
deklamatoriſche und muſikaliſche Darbietungen aller Art
gewürzt wurde und die Teilnehmer in trefflichſter
Stim=
mung zuſammenhielt. U. a. bot Rechtsanwalt
Klein=
ſchmidt einen hochintereſſanten Lichtbildervortrag über
eine Reiſe nach Italien.
* Der Krieger= und Militärverein Blücher Darmſtadt
hielt in dem feſtlich dekorierten Kaiſerſaal ſein erſtes
Stiftungsfeſt, verbunden mit Fahnenweihe, ab. Die
Ka=
pelle des Trainbataillons eröffnete mit „Die Himmel
rühmen” die würdevolle Feier, worauf Frl. Bonin einen
Prolog eindrucksvoll vortrug. Nach einer zündenden
Anſprache des erſten Vorſitzenden, Herrn Kneiſt,
über=
gab er die Fahne dem Fahnenträger, ermahnend, treue
Wacht über die Fahne zu halten in guten wie in böſen
Tagen, worauf die Frauen und Jungfrauen des Vereins
das von ihnen geſtiftete Bandelier dem Fahnenträger
um=
legten. Hieran anſchließend übergab Herr
Kriminalſchutz=
mann Weber den vom Polizei= und Schutzhundverein
geſtifteten Nagel mit einer kernigen Anſprache. Herr Rude
befeſtigte den Fahnennagel und ſprach in kernigen Worten
den Dank des Vereins aus. Seiner Königlichen Hoheit
dem Großherzog ſandte der Verein ein
Huldigungs=
telegramm, worauf eine Stunde darnach ein
Danktele=
gramm eintraf. Die Nachmittagsſtunden wurden durch
Vorträge aller Art ausgefüllt. Die Feier fand ihren
Ab=
ſchluß durch einen Ball, welcher ſich bis in die frühen
Morgenſtunden hinauszog.
* Die Geſellſchaft „Atoca” beging am Samstag ihr
4. Stiftungsfeſt, das ſich eines überaus zahlreichen
Be=
ſuches erfreute. Die Feier wurde eingeleitet durch den
herrlichen Chor „Weihe des Geſanges”, geſungen vom
Geſangverein „Teutonia” (Dir.: Herr Becker), mit
Or=
cheſterbegleitung der Kapelle der 61er. Hierauf trug Frl.
Marie Knierim einen ſinnigen, dem Feſte
entſprechen=
den Prolog vor. Der erſte Vorſitzende, Herr Karl
Jähr=
ling, begrüßte die Gäſte, worauf das
abwechſelungs=
reiche, prächtig zuſammengeſtellte Programm ſich flott
abwickelte. Ganz beſonders ſind die Geſangsvorträge
des Geſangvereins „Teutonia” ſowie des Herrn Paul
Buß und nicht zuletzt die humoriſtiſchen Vorträge des
Herrn Aug. Heldmann hervorzuheben. Einen
durch=
ſchlagenden Erfolg erzielte die von Herrn Rüthlein
ver=
faßte Lokalpoſſe „Die Brieftaſche” die von Frl. Marie
Knierim, Frl. Greta Dauth, Herren Georg
Brunnen=
gräber, Anton Diehl, Georg Gerbig und Karl Metz
auf=
geführt wurde. Ein flotter Tanz ſchloß die ſchön
ver=
laufene Feier.
* Der Geſangverein „Sängerluſt” veranſtaltete eine
Abendunterhaltung mit Tanz im überaus beſetzten
„Mathildenhöhſaale‟. Ein wirkungsvoller Chor eröffnete
die Veranſtaltung, dem noch im Laufe des Abends
wei=
tere folgten, darunter der humoriſtiſche Chor in
origi=
nellen Koſtümen „Eine ländliche Konzertprobe” der
ſtür=
miſchen Lacherfolg erzielte. Alle Chöre wurden exakt
zum Vortrage gebracht unter der vortrefflichen,
unermüd=
lichen Leitung des Dirigenten, Herrn K. Grim. Weiter
erfreute Herr Frühwein durch Rezitationen: „Ernſtes
und Heiteres” was er ausdrucksvoll und ſpannend zum
Vortrage brachte. Ferner brachte Konzertſängerin Frl.
Bürſtlein einige Lieder, wie „Sonntagslied”, „Bei
der Wiege” von Mendelsſohn u. a. m., mit zarter, reiner
Stimme zu Gehör. Für den humoriſtiſchen Teil ſorgte
wieder der bekannte und beliebte Salonhumoriſt, Herr
Mechler, ebenſo ein neuer junger, auch ſehr
vorzüg=
licher Humoriſt, Herr Kilian. Den Schluß bildete ein
von Frl. Alberth und den Herren Breuer, Reeg,
Kläden und Kilian flott geſpieltes humoriſtiſches
Theaterſtück „Fräulein Minna” von J. Wendler. Alle
Mitwirkenden erhielten den wohlverdienten reichen
Bei=
fall. Hierauf folgte ein flottes Tänzchen, das die
An=
weſenden bis in den frühen Morgen beiſammenhielt.
* Die 5. Jahreshauptverſammlung der Stenographen=
Vereinigung „Gabelsberger”, die am Samstag im „
Für=
ſtenſaal” abgehalten wurde, nahm von der Entwickelung
im vergangenen Jahre Kenntnis. Mit beſonderer Freude
wurde begrüßt der Mitgliederzuwachs auf 101 Herren
(— 49), 96 Damen (* 26), 28 unterſtützende Mitglieder
(— 14), 12 Förderer (— 1) und 2 Ehrenmitglieder, ſo daß
wir jetzt 239 Mitglieder zählen (— 90). Ebenſo erfreulich
ſind die Unterrichtserfolge, wie ſie ſich bei den
Wettſchrei=
ben der Vereinigung, des Bezirks und des Verbandes
er=
geben haben. Unſere Mitglieder erzielten 87 Preiſe;
da=
von waren 29 Ehrenpreiſe (33½ Prozent), 44 erſte Preiſe
unerquickliche Ausſicht, im Boot übernachten zu müſſen.
Schon kielt die „Hygiama” den zitternden Widerſchein
der Signallaternen des kleinen Schraubendämpflings
da blitzt ein Licht vor uns am Süd=Kameruner Ufer auf
ein Dorf allerneueſten Datums, von niemand gekannt.
Wir laufen an. Die Schwarzen, ein verſprengter Trupp
der am Bumba ſitzenden Kunabembe, zeigen ſich
freund=
lich und hilfsbereit. Während wir an Bord bei einem
Whisky=Soda die glückliche Wendung unſeres Schickſals
für die heutige Nacht begrüßen, bereitet James ein
An=
tilopen=Menu. Die Boys ſchlagen auf dem hohen
Ufer=
rand zwiſchen den Hütten von „Bembe” das Zelt auf,
unter deſſen ſchützendem Dach heute die erſte deutſche Frau
in dieſem Hinterlande träumen wird. Zinko und ich
ſchlafen im Boot. Der Morgen findet das ganze Dorſ
auf den Beinen. Neugierig und indiskret verfolgen die
ſchwarzen Augen alle Nummern unſeres Toiletten=
Pro=
gramms. Frauen ſind wie überall in der Ueberzahl.
Welche Eigentümlichkeit des Geſchmacks! Es gibt auf der
ganzen Welt nichts ſo Erfinderiſches als die Phantaſie
der weiblichen Eitelkeit. Dieſe fetten Buſchſchönen ſchießen
darin den Vogel ab: Von den Schläfen laufen dünnc
Zöpfe über die Backen bis unter das Kinn, wo ſie ſich in
einem Knoten vereinigen. Das braune Geſicht ziert eine
ſchwarze, ſpinnennetzartige Malerei, deren Mittelpunkt die
wie eine Kohle glänzende Stubsnaſe bildet. Dieſe
Aus=
wüchſe der Damenmode werden kurz vor der Abfahrt auf
die Platte gebracht. An einigen Dörfern vorüber
ſtaunende Negergruppen. Von der Mündung des
Kudu=
fluſſes ziehen ſich die Gebäude von Ngala hin. Der
Agent der Kompagnie Ngoko=Sſanga und die franzöſiſchen
Unteroffiziere ſtehen auf dem hohen Uſer. Wir ändern
unſere urſprüngliche Abſicht, ohne Halt vorbeizufahren,
und werden von dem Vertreter der Kompagnie bei einem
Glaſe Champus willkommen geheißen. Der
liebenswür=
dige Franzoſe ſtellt uns ſogar einen „Barreur” einen
Lotſen, zur Verfügung, da wir auch heute in die Nacht
hineinfahren müſſen, um Dongo, unſer Ziel, zu erreichen.
In Tango=auba, wo die G. S. K. unter einem
Farbigen einen Einkaufspoſten unterhält, prüft Herr von
Stetten den Beſtand an Gummi und Tauſchwaren. Dann
ſteuern wir weiter in das Urwaldgebirge hinein, durch
das ſich der Dſcha in einigen Windungen hindurchkämpft.
Ein Tropenſchauer geht hernieder. Unſer halbnackter
Steuermann zittert vor Kälte. Der Motor ſchafft in
gleichmäßigem Gang gegen den Strom 12 Kilometer pro
Stunde. Die Schlafkrankheitsfliege überfällt uns in
Schwärmen, ſobald ſich unſer Kiel in der Mitte des
Fluſſes dem Laub der Ufer und Inſeln nähert, doch iſt
die Gefahr der Anſteckung bezw. der Uebertragung der
Seuche gering, da auf der ganzen 80 Kilometer langen
Strecke von Ngoila bis Dongo nur eine einzige
Nieder=
laſſung — Tango=auba — exiſtiert. Auch heute ſieht uns
die ſcheidende Sonne noch in voller Fahrt. Der Himmel
bewölkt ſich. Die Nacht liegt ſchwarz auf dem Fluß
noch eine halbe Stunde und wir ſind am Ziel. Unſer
Pilot kennt das Fahrwaſſer. Es iſt keine Gefahr. Da
ruft er plötzlich von achter: „Nicht weiter! Steine!‟ Der
Motor wird ausgekuppelt. Hier beginnen die felſigen
Vorboten der Choletfälle bei Dongo. Ich ſtaune, daß ein
Schwarzer einmal Verantwortungsgefühl zeigt, werde
jedoch ſofort belehrt: „Herr, ich kann nicht ſchwimmen!“
Wir machen am Ufer feſt und ſchlagen mit Buſchmeſſern
einen Platz frei für das Zelt. Die Elefanten haben uns
etwas vorgearbeitet. Sonderbarerweiſe ſind wir gänzlich
von Mücken verſchont.
In aller Frühe des 11. Auguſt, eines Sonntags,
ſteuern wir weiter ſtromaufwärts und erreichen nach zehn
Minuten die Cholet=Fälle. So nahe waren wir
alſo unſerem Ziele! Wir legen unterhalb der Fälle an,
von einigen auf Gummiſuche hier lagernden Negern
vom Stamme der Baſſas begrüßt, deren Heimat ſüdlich
des Dſcha jetzt deutſch geworden. Unter Führung eines
ſpitzbärtigen Baſſas, dem drei von den Schläfen und der
Stirn ſteif abſtehende handlange Zöpfe eim teufliches
Ausſehen verleihen deingen wir am rechten Ufer au
ſchmalem Gebirgspfade durch hohen Galeriewald, der ſich
wie ein gewaltiger Dom über unſeren Häuptern wölbt
und uns in feiertägliche Stimmung verſetzt, durch Lianen,
Klettengewächſe, Farren, Dorngeſtrüpp, Gräſer, Winden,
Beerenſträucher, Ranken, Fächerpflanzen, Büſche und
Blu=
men, von farbenprächtigen Schmetterlingen umgaukelt und
buntſchillernden Käfern umſummt, über hervorſtarrende,
übermooſte Steine, knorrige Wurzeln, querliegende dicht
überwucherte Urwaldeieſen, über Spalten und Riſſe,
Rinn=
ſale und Quellbäche unſere mutige Landsmännin, den
Browning im Futteral über der Schulter, immer mit uns.
In der Tiefe rauſcht über Steinſtufen und Klippen der
Dſcha. Durch eine Lichtung ſchauen wir auf die
weiß=
glänzenden Waſſermaſſen. Auf tiefgetretener
Nilpferd=
ſpur geht es über eine Sumpfgrasblöße und wir ſtehen
auf dem freien Platze einer verlaſſenen deutſchen Faktorei
So verlockend es iſt, einen Pirſchgang in die nahen,
ober=
halb der Fälle ſich dehnenden Grasſteppen zu
unterneh=
men, wo Herden von Büffeln, Elefanten und Antilopen
in noch wenig berührten Jagdgründen ſtehen, ſo verzich=
ten wir darauf, um 10 Uhr 35 Minuten vormittags
ſtar=
tend, heute abend wieder in Molundu einzulaufen.
Das Ergebnis dieſer kleinen Expedition möchte ich
dahin zuſammenfaſſen, daß der Dſcha bis Dongo für
Heck=
rad= und Schraubendampfer mit einem Tiefgang bis zu
65 Zentimeter unbedingt ſchiffbar iſt — ſelbſt bei jetzigem
niedrigen Waſſerſtand — und daher als Waſſerſtraße für
den Abtransport der reichen Gummibeſtände aus dem an
Deutſchland abgetretenen Gebiet ſüdlich des Dſcha, ſowie
des Süd=Kameruner! Ufers ſeinen Wert beſitzt.
Wäh=
rend die Konzeſſion an die franzöſiſche Kompagnie Ngoko=
Sſanga das Gebiet ſüdlich des Dſcha vorläufig noch dem
deutſchen Handel verſchließt, iſt der gebirgige, unbewohnte,
kautſchuckreiche Urwald auf dem Kameruner Ufer für jeden
Deutſchen zugängig. Die Holzbeſtände am Dſcha ſind
ganz bedeutend, ob jedoch die Nutzhölzer (Mahagoni) den
Abtransport lohnen, möchte ich bei den unerſchwinglichen
Frachtſätzen der Kongo=Eiſenbahn bezweifeln. Der Boden
iſt außerordentlich fruchtbar, wie man an dem
unermeß=
lichen Wachstum des Ufers und der Gebirgslandſchaft,
ſowie an der Ergiebigkeit des von den Eingeborenen
urbar gemachten Bodens feſtſtellen kann. Die Verſuche
mit Gummianpflanzungen haben jedoch ergeben, daß der
unter großem Koſtenaufwand für Rodung und
Pflanz=
ung gezogene Kautſchukbaum dem wildwachſenden in der
Ausbeute nicht gleichkommt. Das ganze Augenmerk iſt
alſo darauf zu richten, daß kein Raubbau getrieben wird,
vielmehr die wilden Gummibäume durch rationelles
An=
zapfen am Leben erhalten bleiben. Das ſeitens der
Ge=
ſellſchaft Süd=Kamerun auf dieſes Prinzip aufgebaute
Syſtem der Gummigewinnung kann als muſtergültig
be=
zeichnet werden. Es wird die Hauptaufgabe unſerer im
Herbſt hier zu erwartenden Verwaltungsbehörden ſein,
feſtzuſtellen, wie weit dieſer Lebensfrage unſerer neuen
Kolonie durch die franzöſiſchen Konzeſſions=Geſellſchaften
Rechnung getragen wird. Inwiefern ſich das Land zu
anderen Kulturen eignet, müſſen Verſuche beweiſen, von
denen man angeſichts der ſpärlichen Bevölkerung und
hohen Koſten für Anwerbung und Löhnung auswärtiger
Arbeiter, ſowie aus dem einfachen Grunde Abſtand
genommen hat, weil ſich hier alles Intereſſe auf die
Gummigewinnung aus den wildwachſenden Beſtänden
als den einzigen allerdings bedeutenden Wert des Landes
neben dem Elfenbein konzentiert.
Wir fahren mit einer Geſchwindigkeit von 20
Kilo=
meter ſtromab, ohne zu ahnen, welch furchtbares Unheil
im Hinterhalt liegt, um Boot und Inſaſſen an den Rand
des Verderbens zu bringen. . . .
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. Oktober 1912.
Nummer 243.
(50 Prozent), 9 zweite und 5 dritte Preiſe. Es iſt alſo
ganz vorzüglich gearbeitet worden. Auf die einzelnen
Abteilungen entfallen: 360 Silben ein Preis, 240 Silben,
220 Silben je ein Preis, 200 Silben zwei Preiſe, 180
Sil=
ben zwei, 160 Silben zehn, 140 Silben ſieben, 120 Silben
18, 100 Silben 15, 80 Silben 15, 60 Silben 15 Preiſe.
Der Fortbildungsunterricht ſoll auch fernerhin beſonders
intenſiv gepflegt werden, um die angehenden
Stenogra=
phen zu dem im Geſchäftsleben nötigen Fertigkeitsgrad
zu bringen. Deshalb werden den Mitgliedern
ſtenogra=
phiſche Uebungsblätter geliefert, und zwar zum Teil in
Verkehrsſchrift, und für die Fortgeſchritteneren in
gekürz=
ter Schrift; außerdem ſteht eine umfangreiche
Leſeſtoff=
ſammlung und eine Lehrmittelſammlung zur freien
Be=
nutzung. In den Vorſtand wurden gewählt die Herren
Kratzſch, Ed. Schneider, Gräf, Mahlinger, Wüſt, Hier.
Schneider, Bonin, Zimbrich, Leidinger, Frau Opel, Frl.
Weiler, Weitzel und Götz.
Der Hauptverein des Evangeliſchen Bundes
im Großherzogtum Heſſen begeht am Sonntag, den
27., und Montag, den 28. Oktober, ſeine diesjährige
Landesverſammlung zu Darmſtadt und damit zugleich
die Feier ſeines 25 jährigen Beſtehens. Der Verein hat
ſich aus beſcheidenen Anfängen zu einem der ſtärkſten
Landesvereine in Deutſchland mit jetzt 25000 Mitgliedern
entwickelt und in ſeinem Vierteljahrhundert fleißige und
fruchtbare Arbeit geleiſtet. Dieſe Tatſache wird bei der
Jubelfeier in den verſchiedenen Veranſtaltungen
dank=
baren Ausdruck finden. „Dankbar wollen wir bei dieſer
Gelegenheit”, ſagt die Einladung, „als deutſche
Pro=
teſtanten der reichen Segnungen und gemeinſamen
Glaubensgüter gedenken, die auch das Heſſenland dem
großen Werke der Reformation und der unermüdlichen
Arbeit des Evangeliſchen Bundes, des Bannerträgers
evangeliſchen Glaubens, proteſtantiſcher Ehre und
deutſcher Freiheit im Kampfe gegen ihre Widerſacher, zu
verdanken hat. Von neuem wollen wir uns zu dem
heiligen Dienſte ſtärken, den wir im Geiſte unſerer Väter
treu dem eigenen Bekenntnis und duldſam gegen fremde
Ueberzeugung, unſerem Volke und Vaterland ſchuldig
ſind”. Zur Jubelfeier laden ein: die Vorſtände des
Hauptvereins, des Hilfsausſchuſſes zur Förderung der
evangeliſchen Kirche in Oeſterreich und des Zweiavereins
Darmſtadt, ſowie der Ehrenausſchuß zur Aufführung
des Devrientſchen Lutherſpiels (während und nach der
Tagung) und ein Feſtausſchuß, dem gegen 500 Herren
aus Stadt und Land angehören. Die 25.
Landes=
verſammlung und Jubelfeier des Heſſiſchen
Hauptver=
eins wird eine beſonders glänzende werden nnd in
her=
vorragendem Maße geeignet ſein, „die Freude am
evangeliſchen Weſen nnd die Treue zum deutſchen
Proteſtantismus neu zu ſtärken‟. Es ergeht darum in
der Einladung die Aufforderung an alle Evangeliſchen
des Landes, zur Teilnahme an der
Jubiläumsverſamm=
lung ſich die Tage frei zu machen uud frei zu halten,
um 25 Jahre fröhlicher und fruchtbarer Arbeit des
Evangeliſchen Bundes mitzufeiern.
Das Komitee für Verabreichung eines warmen
Frühſtücks an arme und kränkliche oder ſchwächliche
Schulkinder veranſtaltet zur Zeit, wie alljährlich, zu
Gunſten ſeines Unternehmens eine Hauskollekte
durch Sammler, die mit einer von dem Komitee
ausge=
ſtellten, behördlich beglaubigten Liſte verſehen ſind. Das
Komitee rechnet auch diesmal wieder auf das
Wohl=
wollen aller Menſchen= und beſonders Kinderfreunde
und hofft, daß das wohltätige und gemeinnützige
Unter=
nehmen durch reichliche Gaben aus allen Kreiſen
unter=
ſſtützt wird. Zuwendungen werden auch jederzeit von
dem Rechner, Heren Stadtverordneten Lehr,
Laute=
ſchlägerſtraße 16, und im Stadthaus, Rheinſtraße,
Zimmer Nr. 12, dankbar entgegengenommen.
* Katholiken=Verein. Man ſchreibt uns: Auf die am
nächſten Sonntag beginnenden Vorträge des Katholiken=
Vereins ſei nochmals hingewieſen. Der Zyklus beginnt
mit einem Vortrage des Herrn Profeſſor Dr. Ledroit=
Mainz über den heiligen Bonifatius im Kampf mit dem
Heidentum. Der Redner iſt Verfaſſer eines dramatiſchen
Spiels, welches dieſen Gegenſtand behandelt und
nament=
lich in Mainz großen Beifall gefunden hat. Muſikdirektor
Klaſſert hat mit mehreren Damen und Herren den
muſikaliſchen Teil übernommen, ſo daß ein
abwechslungs=
reicher Genuß bevorſteht. (Siehe Anzeige.)
* Evangeliſationsvorträge. Man ſchreibt uns: Wie
bekannt, finden bis zum 18. Oktober im Lokal
Taunus=
ſtraße 53 durch Herrn Prediger Ekert aus Offenbach
Evangeliſationsvorträge ſtatt. Herr Prediger Ekert, ein
guter Redner und Sänger, bringt das Wort des
Evange=
liums von Chriſto Jeſu in Wort und Lied zum Vortrag.
Das Wohltätigkeitskonzert des Evangeliſchen
Ar=
beiter= und Handwerkervereins, welches ſeinerzeit
ver=
ſchoben werden mußte, wird nunmehr am nächſten
Sonn=
tag, den 20. lfd. Mts., abends, im Vereinslokal „
Feier=
abend”, Stiftſtraße 51, ſtattfinden. Anſtelle von Herrn
Scheuermann hat Herr Ernſt Roth (Bariton) gütigſt
ſeine Mitwirkung zugeſagt, welchen Herr Geſanglehrer
Franz Müller am Klavier begleiten wird. (
Nähe=
res folgt.)
*⁎* Zum Schauturnen aus Anlaß der Jahnfeier ſei
berichtigend mitgeteilt, daß das Turnen der geübteren
Turner am Reck und am Barren von einer
kom=
binierten Turnmannſchaft ausgeführt wurde,
der Turner der Turngemeinde, der Turngeſellſchaft, des
Turnverelns und der Turngemeinde Beſſungen
ange=
hörten.
* Orpheum. Heute Dienstag abend wird ſich mit
den übrigen artiſtiſchen Kunſtkräften des erfolgreichen
1. Oktober=Programms auch „Prinz Charly” der drollige
Schimpanſe, verabſchieden, um am 20. Oktober ein
Enga=
gement in Nizza anzutreten. — Morgen, Mittwoch, den
16. Oktober, iſt die Premiére des 2. Oktober=
Spielplans, zugleich mit dem erſten Gaſtſpiel
Tortola Valencias, der berühmten Tanz=
Künſt=
lerin. Die Eintrittspreiſe erfahren keinerlei Erhöhung.
Nieder=Modau, 14. Okt. Der
Landwirtſchaft=
liche Konſumverein in Nieder=Modau war Mitglied
des dortigen Spar= und Kreditvereins. Als der letztere
im Dezember 1911 in Konkurs geriet und ſeine Mitglieder
zur Deckung der Schulden herangezogen wurden, mußte
auch der Konſumverein als Mitglied des Kreditvereins
zur Schuldentilgung herangezogen und in die gerichtliche
„Vorſchußberechnung” die jedem Mitglied eine Haftſumme
bis zu 200000 Mk auferlegt, aufgenommen werden.
Fünf=
zehn Mitglieder des Konſumvereins erhoben daraufhin
Klagegegen den Kreditverein; ſie beſtritten, daß
der Konſumverein Mitglied des Kreditvereins geworden
ſei und beantragten, feſtzuſtellen, daß der Kreditverein
nicht berechtigt ſei, den Klägern gegenüber Rechte aus
deren Mitgliedſchaft zu dem Konſumverein herzuleiten.
Das Darmſtädter Landgericht hat die Klage nunmehr
abgewieſen und erkannt, daß durch die ſeitherigen
Verhandlungen rechtskräftig feſtgeſtellt iſt, daß der
Konſum=
verein Mitglied des Kreditvereins iſt und als ſolches zur
Zahlung der geſetzlichen Haftſumme bis zu 200000 Mk.
verpflichtet iſt.
B. Heppenheim, 14. Okt. Am Samstag, den 12. ds.
Mts., abends 6 Uhr, mußte dahier in freiem Feld eine
Rumpler=Taube von Straßburg kommend mit
zwei Offizieren infolge des dichten Nebels
lan=
den. Als Ziel war Darmſtadt beſtimmt. Am
geſtri=
gen Sonntag war an eine Weiterfahrt durch den
herrſchen=
den Nebel nicht zu denken. An dem Landungsplatz waren
Tauſende von Menſchen aus Heppenheim und den
um=
liegenden Ortſchaften anweſend. Um 3 Uhr ſtieg das
Fahrzeug auf, flog eine größere Strecke und kehrte dann
wieder auf den Landungsplatz zurück. Die Weiterfahrt
ſoll nun heute erfolgen,
Dornheim, 14. Okt. Geſtern wurde unter
zahl=
reichem Trauergefolge von hier und aus der
Um=
gebung der am Freitag im Alter von 91 Jahren
ge=
ſtorbene Altbürgermeiſter Schaffner zu Grabe
getragen. Der Ortsgeiſtliche Pfarrer Münch hielt die
ergreifende Grabrede, in der er ein getreues Bild von
dem ſegensreichen Wirken des Verewigten für Familie,
Gemeinde, Kirche, Schule und Staat zeichnete. Durch
drei Wahlperioden — alſo 27 Jahre — hat der
Ver=
ſtorbene der Gemeinde als Bürgermeiſter
vorge=
ſtanden; er gehörte dem Schul= und Kirchenvorſtand,
der Dekanatsſynode und dem Dekanatsausſchuß als
rühriges Mitglied an. 1899 feierte man unter großer
Beteiligung ſein 25jähriges Bürgermeiſterjuhiläum.
Mainz, 14. Okt. Zu dem Wechſelbrand im
Rochushoſpital von dem wir berichteten, wird noch
geſchrieben: Kurz nach 6 Uhr bemerkten Kranke vom
Mittel=
bau aus, daß gegenüber auf dem Speicher des
Männer=
baues Rauch aufſtieg. Sie vermuteten einen Brand und
verſtändigten die Verwaltung. Das Bureauperſonal
ver=
ſtändigte die Feuerwehr und das Feueralarmwerk auf
dem Quintinsturm meldete Großfeuer. Inzwiſchen hatte
ſich das Perſonal mit Patienten in den dritten Stock in
die Blockſtation Zimmer 46 begeben und bemerkte den
ſtarken Rauch. Beim Oeffnen der Tür ſtieg eine große
Feuerſäule in die Höhe. Sofort wurden die im nebenan
liegenden Zimmer 45 befindlichen drei kranken Kinder=
und ſämtliche übrigen Kranken im dritten Stock in den
Betten herunter in andere Krankenſäle getragen. Ein
Waſſerſchlauch wurde an den Hydranten angeſchraubt und
das Feuer zu dämpfen verſucht. Der inzwiſchen
eingetrof=
fenen Feuerwache gelang es alsbald, das Feuer zu loſchen.
Ein im Zimmer 46 befindlicher Kachelofen ſcheint den
Brand im Kamin verurſacht zu haben, wodurch das
Ge=
bälk in Brand geriet. Nachdem das Dach auseinander
geriſſen worden war, bemerkte die Feuerwehr, daß das
Feuer ſich ſchon weit ausgedehnt hatte, das Balkenwerk
muß ſchon ſeit mehreren Tagen davon ergriffen geweſen
ſein und geglimmt haben. Bei den Löſcharbeiten erlitten
durch die herabſtürzenden Balken und Dachziegeln zwei
Feuerwehrleute Verletzungen im Geſicht und an den
Hän=
den. Eine große Menſchenmenge hatte ſich vor dem
Kran=
kenhaus verſammelt. Die Nacht über blieb ein
Feuer=
wehrpoſten im Hoſpital.
* Worms, 14. Okt. Man ſchreibt uns: Dem Wunſch
unſerer verehrten Landesfürſtin entſprechend, ſind die
Vorarbeiten zu dem am 9. November im ſtädtiſchen
Spiel= und Feſthauſe ſtattfindenden Verkaufstage
eifrig gefördert worden. Die Vorſtandsdamen der
ein=
zelnen Verkaufsſtände haben ihre Mitarbeiterinnen
ge=
wonnen, und viele fleißige Hände rühren ſich in emſiger
Tätigkeit. Auch die Großherzogin unterzieht ſich mit ihren
Hofdamen der mühevollen Anfertigung von Handarbeiten
und Einkäufen aller Art. Den Käufern wird gewiß viel
Schönes und Praktiſches geboten werden. Es ſind im
Ganzen 7 Verkaufsſtände vorgeſehen, die in den Räumen
des Feſthauſes eingerichtet werden. Die Aufſtellung der
Stände und ihre Ausſtattung in verſchiedenen Farben
erfolgt nach den perſönlichen Angaben des
Großherzogs und wird einen äußerſt reizvollen
Ein=
druck machen. Mit der Ausführung des künſtleriſchen
Arrangements wurde Herr Beigeordneter Metzler betraut,
deſſen Detailpläne die Anerkennung des
Großherzogs=
paares fanden. Auf der Bühne des großen Theaterſaales
wird der Verkaufsſtand der Großherzogin aufgebaut,
während die übrigen 6 Stände in den beiden großen Sälen
verteilt ſein werden. Alle Damen werden ihr
Möglich=
ſtes tun, um ihre Stände aufs Schönſte auszuſtatten und
ein Büfett wird für das leibliche Wohl der Käufer ſorgen.
Neben Thee und Kaffee werden Wein, Bowle und
Mine=
rallwaſſer kredenzt. Damit man auch dem Glücke die
Hand bieten kann, und der Humor zu ſeinem Rechte
kommt, erhält man am „Vielliebchenſtand”, gegen geringes
Entgeld Krachmandeln und für je ein gezogenes
Viellieb=
chen einen Gewinn, der durch eine entſprechende Nummer
gezogen wird. In den Verkaufsſtänden werden
Gegen=
ſtände aller Art zum Verkauf angeboten. Neben
vieler=
lei Handarbeiten werden Erzeugniſſe der Keramik, der
Textilbranche und des geſamten Kunſtgewerbes die
Kauf=
luſt der Käufer anlocken. Es ſei beſonders betont, daß an
jedem Verkaufsſtande ſchon von 10 Pfg. an Gegenſtände
erworben werden können, ſo daß jedermann Gelegenheit
geboten iſt, für wenig Geld ein hübſches Andenken zu
bekommen.
Alzey, 14. Okt. Nicht recht zu behagen ſcheint einem
hieſigen jungen Manne das Militärleben. Derſelbe ſollte
jetzt als Rekrut in das Regiment einrücken; ſtatt deſſen
meldete er ſich vor ungefähr acht Tagen bei der
Militär=
behörde als arbeitslos und wurde gleich
einge=
ſtellt. Da ihm das Kaſernenleben aber nicht gefiel,
rückte er wieder aus. Doch lange erfreute er ſich
nicht der Freiheit; geſtern wurde er durch einen
Schutz=
mann wegen Fahnenflucht feſtgenommen und heute
vor=
mittag wieder von einem Unteroffizier zu ſeinem Regiment
zurückgebracht.
(*) Gießen, 13. Okt. Sein 25jähriges Jubelfeſt
feierte heute der Wartburgverein Gießen unter
zahlreicher Beteiligung. Das Feſt wurde heute früh durch
Choralmuſik auf dem Turm der Stadtkirche eröffnet. Der
Poſaunenchor des Wartburgvereins blies mehrere Choräle.
Um ½10 Uhr wurde in der Stadtkirche Feſtgottesdienſt
abgehalten, wobei Profeſſor D. Schoell=Friedberg die
Feſtpredigt hielt. Eine engere Sitzung ſchloß ſich
nach=
mittags im Gemeindehauſe an, während abends 7 Uhr
in dem geſchmückten Saale zu Steins Garten die
öffent=
liche Feier abgehalten wurde. Die Feier nahm bei
An=
ſprachen, Poſaunenchor=Muſik, Vorträgen des Streich=
und Trommlerchors und turneriſchen Aufführungen einen
ſchönen Verlauf. Den Glanzpunkt bildete die Aufführung
des Theaterſtücks „Deutſch und Frei” von Superintendent
Dr. Lohmann=Freiberg. Das Stück zeigt Deutſchlands
Erniedrigung vor 100 Jahren und ſeine Befreiung;
vater=
ländiſche und religiöſe Gedanken kamen darin zum
Aus=
druck. Nächſten Sonntag ſoll noch ein Familienausflug
nach Annerod ſtattfinden.
Butzbach, 14. Okt. In dem geſchmückten
Wetterau=
ſtädtchen Butzbach hielt geſtern der Geſamt=Taunus=
Fenilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Der
Schrift=
ſteller und Direktor des „Münchener Künſtlertheaters”,
unſer Landsmann Georg Fuchs, wurde von dem
Prinz=Regenten von Bayern durch Verleihung des
Pro=
feſſorentitels anläßlich der Schlußfeier der „
Baye=
riſchen Gewerbeſchau” ausgezeichnet. — Der Profeſſor
für Geologie an der Univerſität Heidelberg, Dr.
Wil=
helm Salomon, hat einen Ruf an die Techniſche
Hoch=
ſchule in Hannover als Nachfolger des Profeſſors Stille
erhalten, nachdem er noch vor kurzem mit dieſem
zuſam=
men an erſter Stelle und aequo loco für Profeſſor
Cred=
ners erledigten Leipziger Lehrſtuhl vorgeſchlagen war,
auf welchen inzwiſchen Profeſſor Stille berufen
wor=
den iſt.
P. Münchener Kammerſpiele. Die
Namensänder=
ung, die das Münchener „Luſtſpielhaus” in Münchener
Kammerſpiele” vollzogen hat, iſt mehr als eine bloß
äußerliche Umtaufe, ſie iſt zugleich eine
Qualitätsbezeich=
nung, die niemand dem Theater in der Auguſtenſtraße
mehr zu beſtreiten vermag, ſeitdem Dr. Eugen Robert
die Direktion übernommen hat. Die Münchener
Kammer=
ſpiele ſind heute die intereſſanteſte Bühne Münchens.
Nirgends wird mit gleicher Hingabe an das künſtleriſche
Ziel gearbeitet, wie hier. Wedekind und Bernhard
Schanz finden vortreffliche Wiedergabe, aber auch Werke
ſtrengen Stils kommen zu ihrem vollen Recht. Die erſte
Premiére der Saiſon war eine muſtergültige
Aufführ=
ung von Leonid Andrejews fünfaktigem Spiel
„Das Leben des Menſchen” In fünf Bildern:
Geburt des Menſchen, Liebe und Armut, Reichtum und
Ball beim Menſchen, der Menſch im Unglück, Tod des
Menſchen, zieht das menſchliche Daſein in ſymboliſcher
Umrahmung am Zuſchauer vorüber. Die darſtelleriſche
Aufgabe beſtand darin, die jeweilige Stimmung dieſer
einzelnen Phaſen des Menſchenlebens voll erklingen zu
laſſen. Das iſt auch meiſterlich gelungen. Die
atemver=
ſetzende Angſt und das Grauen bei der „Geburt des
Men=
ſchen” die Märchenpoſie von „Liebe und Armut” die
marionettenhafte hohle Steifheit des „Balles” wirkten
ebenſo ſuggeſtiv, wie die Verzweiflung des vom
Schick=
geſchlagenen Menſchen in den leeren Räumen ſeines
Hauſes und der Tod in der Schnapsſchenke. Mythiſche
„Alte Frauen” begleiteten, ein unſichtbarer Chor, den
Anfang und das Ende des Menſchen. Eine allegoriſche
Geſtalt „Jemand in Grau” ſteht während des ganzen
Stückes hoch im Hintergrund mit verſteinerten,
verwitter=
ten Zügen und einer Fackel in der Hand, gleichſam die
Verkörperung des ehernen Schickſals, in deſſen Angeſicht
die menſchlichen Torheiten, ihr marionettenhaftes Weſen
doppelt nichtig und hinfällig ſich ausnehmen. Geſpielt
wurde geradezu vollkommen. Der Beifall des
ausver=
kauften Hauſes war ſtark und einmütig.
— Das Geheimnis des Kuckucks. Der Kuckuck iſt
ſprichwörtlich als ein unnatürlicher Vater bekannt, der
ſein Ei fremden Vögeln ins Neſt legt; aber auch ihm wird
eine Ehrenrettung zuteil in den neueſten Forſchungen
des engliſchen Ornithologen Oliver G. Pike, über die
in der Nature berichtet wird. Dem engliſchen
Natur=
forſcher iſt es zum erſten Male gelungen, die
außerordent=
lich ſcheuen Vögel bei ihrem merkwürdigen Tun zu
beob=
achten, ſowie die Aufziehung des jungen Kuckucks im
fremden Neſt zu photographieren. Die Kuckuckseltern
be=
gnügen ſich durchaus nicht damit, ſich einfach ihrer Eier
zu entledigen, ſondern ſie paſſen ſehr genau auf, ob die
Pflegeeltern ſich auch ihrer Pflichten gegen den
unge=
betenen Eindringling bewußt ſind und ihrem Sprößling
alle Sorgfalt zuteil werden laſſen. Ja, ſie haben ſich
ſo=
gar ganz beſtimmte Vogelpaare zu dieſem wichtigen Amte
auserkoren und beehren mit Vorliebe dieſelben
Gras=
mücken, Grünfinken oder andere kleine Vögel, die ſie ſchon
einmal mit der Aufgabe betraut haben, ihrem Kind über
die erſten ſchweren Tage des Lebens hinweg zu helfen.
Dieſelben Pflegeeltern wieder aufzufinden, wird ihnen
dadurch erleichtert, daß die Vögel zumeiſt in jedem Jahre
denſelben Niſt= und Brutplatz auswählen, und ſie daher
an derſelben Stelle, wo ſie im Vorjahre ſelbſtloſe
Gaſt=
freunde fanden, für ihr Ei von neuem auf gute Aufnahme
rechnen können. Pike hat ein Kuckuckspaar vier Jahre
lang beobachtet, die ſtets ihr Ei in dasſelbe Neſt legten.
Die Kuckuckseltern beobachten das Neſt, das ſie zu ihrer
Kinderſtube machen wollen, längere Zeit hindurch
auf=
merkſam, warten geduldig ab, bis die Grasmückenmutter
ihre Eier gelegt hat und zu brüten anfängt. Dann
er=
ſcheint die Kuckucksmutter, vertreibt die rechtmäßigen
Eigentümer, die ſich zumeiſt nach kurzem Kampf in ihr
Schickſal ergeben, und legt ihr Ei in das Neſt, und zwar
in die Mitte an die beſte Stelle, während die eigenen
Eier der Grasmücke beiſeite geſchoben werden. Nie
depo=
niert ſie mehr als ein Ei; wenn man zwei Kuckuckseier
in einem fremden Neſt findet, ſo haben zwei verſchiedene
Mütter, die von einander nichts wußten, ſie hineingelegt.
Die geduldige kleine Grasmücke, die unterdeſſen mit ihrem
Angſtgeſchrei die Lüfte erfüllt hat, iſt überglücklich, wenn
ihr liebes Neſt von dem böſen Angreifer wieder
frei=
gegeben wird, und beginnt ruhig wieder das Geſchäft
des Brütens, ohne zu argwöhnen, daß da ein Ei von
anderer Färbung liegt und daß ſie für Fremde arbeitet.
Der Kuckuck fliegt dann von Neſt zu Neſt, denn er hat
meh=
rere Eier bis zu fünf, unterzubringen. Das
Kuckucks=
paar iſt ſich auch des weiteren ſeiner Aufgabe voll
be=
wußt. Jeden Tag werden die Neſter inſpiziert, in denen
ihre Eier liegen, und mit Befriedigung ſehen ſie die
Pflegemütter in ihrer Tätigkeit. Nach 12 bis 13 Tagen
iſt der Pflegling ausgebrütet, und zwar früher, als die
eigenen Sprößlinge der kleinen Vögel. Die kleine nackte
Fleiſchkugel mit geſchloſſenen Augen macht ſich ſogleich in
höchſt entſchiedener Weiſe bemerkbar und erhält von der
Grasmückenpflegemutter reichlich Nahrung. Die
Ahnungsloſe weiß nicht, was ſie ſich da heranzieht: den
Mörder ihrer eigenen Kinder. Nach der völligen
Hilf=
loſigkeit der erſten zwei Tage entfaltet der junge Kuckuck
nämlich ſchon am dritten Tage eine unheimliche
Tätig=
keit. Unter den erſtaunten Augen der Pflegemutter und
den glücklichen Augen der eigenen Mutter, die dem
Schau=
ſpiel voll Vergnügen zuſieht, wirft das Kuckuckskind die
Eier der Grasmücke zum Neſt heraus. Er kämpft auch
mit den bereits ausgekrochenen Kindern der Grasmücke
und macht ſich in einer Reihe intereſſanter Szenen, die
nunmehr im Bilde feſtgehalten ſind, zum Herrn des
Neſtes. Die Grasmücken haben nun unendlich viel zu
tun, um dem frechen Eindringling den Schnabel zu
ſtopfen; ſie opfern ſich geradezu für ihn auf, bis er ein
fertiger Kuckuck iſt, der nun ſelbſt Eier in fremde Neſter
legt.
C.K. Der Krieg und die bulgariſchen Roſen. Der
Krieg auf dem Ballan hat die Zuſuhr von Roſenöl,
von der die Fabrikation feiner Parfüms in hohem Maße
Nummer 243.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. Oktober 1912.
Seite 5.
klub unter ſeinem Vorſitzenden, Peter Kittel=Frankfurt
a. M., ſeine 30. ordentliche Hauptverſammlung
ab. Am Vormittage waren etwa 400 Tauniden mit
Son=
derzug von Bahnhof Bockenheim nach Oſtheim gefahren
und in dreiſtündiger Wanderung von dort aus über
Hoch=
weiſel, den Hausberg und Hauſen nach Butzbach marſchiert.
In dem ca. 10 Minuten von Butzbach entfernten
Zipfen=
wald wurden die Wanderer empfangen. Namens des
Butzbacher Verkehrs= und Wander=Vereins hielt
Haupt=
lehrer Storch eine Begrüßungsanſprache. Unter
Vor=
antritt der Muſik ging es dann nach der Turnhalle.
Kreisrat Schliephake=Friedberg begrüßte namens des
Kreiſes Friedberg, Bürgermeiſter Flach namens der Stadt
Butzbach, Hauptlehrer Storch namens des feſtgebenden
Vereins die Verſammelten. Aus dem vom Vorſitzenden
erſtatteten Geſchäftsbericht über das Jahr 1912
er=
gibt ſich, daß die 48 Zweigvereine (46 i. V.), die zuſammen
2814 Mitglieder (2641 i. V.) zählen, im abgelaufenen
Jahre in der üblichen Weiſe gewirkt haben. Der
Stamm=
klub Frankfurt a. M. zählt 2821 Mitglieder (2620 i. V.),
mithin der Geſamt=Taunusklub 5635, gegen das Vorjahr
434 mehr. Als Ort der nächſtjährigen Tagung wurde
Hof=
heim i. T. beſtimmt. Ein gemeinſames Eſſen im „
Heſ=
ſiſchen Hof” und geſelliges Beiſammenſein füllte die Zeit
bis zur Rückfahrt mit Sonderzug um 8,36 Uhr aus.
(*) Schlitz, 13. Okt. Ein Kindesmord wurde durch
Metzgermeiſter Hofmann entdeckt, der in ſeiner Jauchegrube
ein neugeborenes Kind fand. Die Mutter iſt das 21
Jahre alte Dienſtmädchen K. Lohn aus dem nahen
Berns=
hauſen. Sie wurde verhaftet und geſtand die Tat ein.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 13. Okt. In dem D=Zug
Breslau=Berlin wurde ein Eiſenbahndieb
in der Perſon eines Zimmergeſellen aus Breslau ertappt.
Bei der Ankunft in Berlin wurde der Uebeltäter der
Po=
lizei übergeben. Ein Reviſionsbeamter hatte beobachtet,
wie der Dieb aus dem Gepäck der Gattin eines hohen
Potsdamer Regierungsbeamten Wertgegenſtände
ent=
wendete. — Große Damenhüte führten geſtern im
Theater an der Königgrätzer Straße zu einer
unlieb=
ſamen Störung. In einer Loge waren die Vorderplätze
von zwei Damen beſetzt, deren Hüte den Inhabern der
Hinterplätze einer Nebenloge faſt jede Ausſicht auf die
Bühne verſperrten. Einer der in Mitleidenſchaft
ge=
zogenen Herren erſuchte deshalb während der Pauſe den
Logendiener, für Abhilfe zu ſorgen. Der Diener weigerte
ſich, dem Erſuchen zu entſprechen, worauf der Herr ſich an
den Kaſſierer wandte. Dieſer übermittelte den beiden
Damen die Bitte um Abnahme der Hüte erſt nach
wieder=
holter Aufforderung. Die beiden Damen lehnten es
rund=
weg ab, der Bitte nachzukommen. Da nun der Kaſſierer
keine weiteren Schritte unternahm, forderte der Herr das
Eintrittsgeld zurück und verließ ſchließlich mit ſeinen
Be=
gleitern das Theater. Er wird auf zivilrechtlichem Weg
Erſatzanſprüche gegen die Theaterleitung erheben.
In einer ſtädtiſchen Volksbadeanſtalt wurde ein 25
jäh=
riges Mädchen, das ein Wannenbad genommen hatte,
tot aufgefunden. Es war entweder vom Herzſchlag
getroffen oder infolge eines Krampfanfalles ertrunken.
In der Nauener Meſſerſtechaffäre wurde auf
Veranlaſſung der Berliner Kriminalpolizei am
Donners=
tag voriger Woche in Gütersloh der 21jährige
Bäcker=
geſelle Nettelſtroh, auf den die Berliner Polizei ſchon kurz
nach der Tat im Auguſt fahndete, ergriffen und nach
Berlin übergeführt Die von der Kriminalpolizei
eingeforderte Photographie des Mannes wurde den
Nauener Damen, insbeſondere Frau und Fräulein
Kar=
ſtädt, vorgelegt, die ihn nach dieſem Bilde mit ziemlicher
Beſtimmtheit als Täter bezeichneten. Nettelſtroh leugnet
bisher, überhaupt mit der Sache in Verbindung zu ſtehen.
Er wird erſt morgen durch die Konfrontation mit den
beiden Damen entweder entlaſtet oder als Täter erkannt
werden.
München, 13. Okt. Eine ganz merkwürdige
Entſchließung hat das bayeriſche Miniſterium in
Sachen der ländlichen Sonntagsarbeit erlaſſen. Es iſt
darin geſagt, daß bei der Beurteilung der Frage, ob die
Vorausſetzung zur Vornahme von Erntearbeiten an
Sonntagen gegeben ſei, in Betracht gezogen werden
müſſe, ob zur Zeit der Vornahme der Erntearbeit das
baldige Eintreten ungünſtiger Witterung mit einer
ge=
wiſſen Berechtigung befürchtet werden konnte. Die
Be=
rechtigung einer ſolchen Befürchtung ſei jedenfalls als
er=
wieſen anzunehmen, wenn noch am Sonntag ſelbſt oder
doch am nächſten Werktag Regen eintritt. Erachtet die
Gendarmerie trotzdem die Anzeigeerſtattung für
veran=
laßt, ſo iſt auch darin noch zu erwähnen, ob nach Anſicht
der Gendarmerie der Angezeigte den nahen Eintritt un=
günſtiger Witterung mit Recht befürchten konnte. In der
Neu=Ulmer Magiſtratsſitzung gab es verdutzte Geſichter,
als dieſe Entſchließung verleſen wurde. Sie ſagt nicht
mehr und nicht weniger, als daß der Bauer bei
zweifel=
haftem Wetter wohl einfahren darf, daß aber ſeine
Hand=
lung als Verfehlung beurteilt wird, wenn zufälligerweiſe
an dieſem Sonntag oder am folgenden Werktage kein
Regen eintritt.
Müllheim i. B., 14. Okt. In der Markgräfler
Wein=
großhandlung von Hermann Blankenhorn brach
geſtern abend bald nach 7 Uhr Feuer aus. Die
Oeko=
nomiegebäude ſtanden in Flammen. Die Viehbeſtände
konnten gerettet werden. Verbrannt iſt ſehr viel Heu und
Frucht. Die Hausſchreinerei mit wertvollen Maſchinen,
darunter einer Dreſchmaſchine, iſt ebenfalls ein Raub der
Flammen geworden. Ein angrenzender Schuppen fing
ebenfalls Feuer und wurde ſamt den dort aufgeſpeicherten
Holzvorräten vernichtet. Zur Bekämpfung des Feuers
war die Garniſon auf dem Platze erſchienen. Auch der
Großherzogliche Amtsvorſtand und im Auftrag des
Groß=
herzogs der Flügeladjutant Oberſtleutnant Freiherr
Seutter v. Lötzen hatten ſich eingefunden. Gegen 8 Uhr
konnte die Hauptgefahr als beſeitigt gelten. Der
Scha=
den iſt, namentlich an den umfangreichen
Oekonomie=
gebäuden, recht beträchtlich, aber durch Verſicherung
ge=
deckt. Es wird Brandſtiftung vermutet.
Beuthen, 14. Okt. Kardinal Fürſtbiſchof Dr. Kopp
iſt heute morgen, von Breslau kommend, zur Einweihung
des von ihm erbauten Krüppelheims zum Heiligen Geiſt
hier angekommen. Er wurde von den ſtädtiſchen
Behör=
den und der Geiſtlichkeit empfangen.
Peſt, 12. Okt. Einem hierher gelangten Telegramm
aus Agram zufolge war der vierte Gatte der Frau
He=
lene Odilon, der Hypnotiſeur Dr. Radwan,
be=
ſchuldigt, verſucht zu haben, Frau Odilon in dem
Bade=
orte Cirkvenica zu vergiften. Frau Helene Odilon wohnte
mit ihrem jetzigen Gatten, dem reichsdeutſchen Arzt und
Hypnotiſeur Dr. Radwan, in ihrer Villa Cirkvenica an
der adriatiſchen Küſte. In letzter Zeit ſchon waren in
Peſt wiederholt Gerüchte aufgetaucht, daß Dr. Radwan
im Verein mit einem anderen Arzt, deſſen Name nicht
bekannt wurde und der angeblich aus Steiermark ſtammen
ſoll, die Villa in ein Sanatorium umgeſtalten wolle.
Geſtern iſt bei der Peſter Staatsanwaltſchaft ein
telegra=
phiſches Anſuchen der Agramer Polizeibehörden
einge=
laufen, das um ſofortige Verhaftung des Dr.
Rad=
wan und ſeines Gefährten erſucht. Motiviert war das
Verlangen damit, daß verſucht worden ſei, Frau Odilon
zu vergiften. Dr. Radwan und ſein Gefährte waren in
Peſt eingetroffen, doch konnte ihre Verhaftung nicht
vorge=
nommen werden, da ſie beim Einlaufen der betreffenden
Depeſche bereits wieder abgereiſt waren. Man iſt
ge=
ſpannt, wie ſich dieſe noch ganz verworrene Affäre klären
wird. Wie von anderer Seite gemeldet wird ſind die
Nachrichten, daß der Gatte der Helene Odilon einen
Gift=
mordverſuch gegen ſie unternommen habe, gänzlich
unbe=
gründet. Dieſe Nachricht war bereits vor längerer Zeit
verbreitet und hat auch ſchon die Behörde beſchäftigt. Die
Klage war jedoch fallen gelaſſen worden, da es ſich
her=
ausſtellte, daß die Nachricht nur aus Rache von einer
ent=
laſſenen Stubenfrau verbreitet worden war. Bei ſeiner
in Wien unter dem Verdacht des Betruges erfolgten
Ver=
haftung erklärte Radwan, daß er tatſächlich in
Nord=
amerika im Staate Viktoria den Doktorhut erworben
habe. Seine Gattin ſelbſt tritt für ihn ein und iſt
ener=
giſch bemüht, auf ſeine Freilaſſung hinzuwirken. Die
Ent=
haftung Radwans konnte noch nicht erfolgen, da
vorläu=
fig die Akten aus Kroatien bei der Wiener Behörde noch
nicht eingetroffen ſind. Dann erſt wird der Sachverhalt
geprüft und über das weitere Schickſal Radwans
ent=
ſchieden werden können. Der vom kroatiſchen Gericht
ver=
langten Auslieferung Radwans wird nicht ſtattgegeben,
da Radwan öſterreichiſcher Staatsbürger iſt.
Paris, 14. Okt. Ein gräßliches Unglück
er=
eignete ſich an der algeriſchen Küſte. Eine Poſtkutſche,
die den Perſonen= und Poſtverkehr zwiſchen Algerien und
der nahen Küſte Laghonat vermittelt, wurde unterwegs
an der Meeresküſte von einer Sturzwelle überraſcht und
fortgeſchwemmt. In dem Poſtwagen befanden ſich zwölf
Perſonen. Der Kutſcher ſprang vom Bock und rettete eine
Frau und ein Kind. Als er dann noch weitere Perſonen
zu retten verſuchte, wurde er ſelber von der Welle
fort=
geriſſen. Zehn Perſonen ſind ertrunken. Bis
jetzt konnten nur zwei Leichen geborgen werden.
New=York, 12. Okt. Im Prozeß gegen den
Poli=
zeileutnant Becker wurde heute der Spieler Roſe als
Zeuge vernommen. Er ſchilderte die Beziehungen des
Becker zu dem Spielhöllenbeſitzer Roſenthal und legte dar,
wie der Mord geplant und der Täter gewonnen worden
iſt. Becker habe die Beſeitigung Roſenthals immer
wie=
der gefordert und ſei ſchließlich, als ſich die Ausführung
der Tat verzögerte, wütend geworden. Die Ausſage des
Zeugen, der eine genaue Darſtellung der Tat gab, machte
auf die im Saale Anweſenden einen tiefen Eindruck. B.
ſaß in Schweiß gebadet auf der Anklagebank. Unter
an=
derem ſagte der Zeuge, Becker habe erklärt, er würde der
Leiche Roſenthals auf der Polizeiſtation die Zunge
aus=
ſchneiden, wenn der Diſtriktsanwalt nicht anweſend
wärc.
Melbourne, 13. Okt. Es ſind Ausſichten vorhanden,
daß das Feuer auf der Grube Northlyell aufgehört hat.
Einer der Geretteten drang ſpäter bis zur 700= und 800=
Meterſohle vor. Man hofft, auch alle Teile der Grube
erreichen zu können. Der Generaldirektor der Grube
glaubt zuverſichtlich, daß die meiſten Bergleute in
Sicher=
heit ſind. Das Feuer entſtand am Samstag mittag durch
ein Unglück an einem Motor für das Pumpwerk auf der
700=Meterſohle.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Hagen, 13., Okt. Die 9.
Hauptverſamm=
lung des Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Preſſe=
verban des wurde geſtern unter Teilnahme von
etwa 100 Redakteuren mit internen Beratungen im
Rat=
hausſitzungsſaal eingeleitet. Am Sonntag morgen
beſich=
tigten die Journaliſten das Krematorium und das
Folk=
wang=Muſeum. Im Parkhaus wurden die Journaliſten
vom Bürgermeiſter Willde namens der Stadt willkommen
geheißen. Nach einem Referat des Redakteuers Dr.
Krückemeyer=Saarbrücken wurde einſtimmig eine
Reſo=
lution angenommen, welche verlangt, daß dem
Preſſe=
recht auf den Univerſitäten eine der Bedeutung der Preſſe
entſprechende Stellung eingeräumt wird. Weiter fordert
die Reſolution Anerkennung des beſonderen Berufs der
Preſſe als einer öffentlich=rechtlichen Inſtitution, völlige
Beſeitigung des Zeugniszwanges und des fliegenden
Gerichtsſtandes der Preſſe, Berückſichtigung der von der
Preſſe ſchon oft geäußerten Wünſche, die die Paragraphen
6, 7, 11, 17, 18 und 22 des Preſſegeſetzes betreffen.
Schließ=
lich wünſchte die Verſammlung die Hinzuziehung von
Preſſeſachverſtändigen bei der Ausarbeitung und
Begut=
achtung des Strafgeſetz=Entwurfs.
Oberlandesgerichts=
präſident Dr. Holtgreven ging kurz auf das Referat ein und
führte aus, daß der Schutz des Paragraphen 193 der guten
Preſſe zugebilligt werden müſſe. Zum erſten Vorſitzenden
wurde Dr. Dreſemann=Köln wiedergewählt, zum zweiten
Vorſitzenden Dr. Küppers=Bochum neugewählt.
Luftfahrt.
Süddeutſcher Rundflug.
* Mannheim, 14. Okt. Dem großen
Ueberland=
fliegen in den nächſten Tagen geht heute der militäriſche
Erkundungsflug nach der Pfalz ein
Wett=
bewerb in der aviatiſchen Kriegsbereitſchaft, voraus, an
dem alle Flieger teilnehmen. Derſelbe wird
vorausſicht=
lich den ganzen Tag in Anſpruch nehmen. Den 13
Flie=
gern, 7 Militärfliegern und 6 Zivilfliegern, iſt eine höchſt
wichtige militäriſche Aufgabe zur Löſung gegeben.
An=
genommen iſt als Generalidee folgende Kriegslage:
Eine „rote Armee” iſt im Vormarſch an der Linie
Zwei=
brücken=Birkenfeld gegen den Rhein. Auf der Linie
Mannheim=Mainz iſt eine „blaue Armee” im Aufmarſch
begriffen. Die blaue Armee wird am 15. ds. Mts., alſo
morgen, die Offenſive gegen die rote Armee beginnen. Da
nach Agentenmeldungen weitere ſtarke feindliche Kräfte in
der Gegend von Weißenburg verſammelt ſein ſollen,
wur=
den in Mannheim ſtarke Fliegerabteilungen zuſammen
gezogen, um am 14. Oktober gegen die Linie Bergzabern=
Wörth am Rhein aufzuklären. — Schon ſeit den frühen
Morgenſtunden herrſcht auf dem Flugplatz bei Mannheim,
wo die Flugzeuge in Zelten untergebracht ſind, reges
Leben. Alles iſt zum Fluge bereit. Es herrſcht ſtarker
Nebel, der auch von den Etappen=Orten der pfälziſchen
Strecke ſignaliſiert wird und zwingt zur Hinausſchiebung
des Erkundungsfluges in die Mittagsſtunden. Prinz
Georg von Bayern, der Protektor des Fluges, iſt
kurz nach 11 Uhr heute vormittag zur Teilnahme hier
ein=
getroffen.
* Mannheim, 14. Okt. Flugplatz Rennwieſen,
1 Uhr mittags. Prinz Georg von Bayern kam gegen 12
Uhr in Begleitung des kommandierenden Generals
Frei=
herrn Kreß v. Kreſſenſtein und des Adjutanten
Freiherrn v. Koenitz dem Obmann des
Schieds=
gerichts, auf dem Flugplatz an, wo er verſchiedene
Flug=
zeuge beſichtigte. Die Flieger ſind zurzeit, mittags 1 Uhr,
noch immer untätig, da die Oberleitung wegen des
Nebels, und der damit verbundenen Lebensgefahr den
abhängig iſt, vollkommen abgeſchnitten, die Preiſe ſind
bereits gewaltig emporgeſchnellt, und wenn die Kämpfe
ſich über einen längeren Zeitraum erſtrecken, wird die
lange gefürchtete Kriſis auf dem Roſenparfümmarkt
ein=
treten, denn Bulgarien iſt für die ganze Welt die Quelle
des einzig echten Roſenöls, und alle Verſuche, in
Deutſch=
land, Frankreich, Rußland und Südauſtralien Roſenöl
zu gewinnen, ſind bisher geſcheitert. Mit den erſten
dro=
henden Kriegswolken haben die Händler alle Reſtbeſtände
in Bulgarien aufgekauft, und es wurden ganz
beiſpiel=
loſe Preiſe bezahlt. Bei einem Abſchluß von 500 Unzen
war ein Preis von 65 Mark für die Unze nichts
Unge=
wöhnliches mehr. Noch im Jahre 1904 bezahlte man
14 Mark. Bei den jetzigen Preiſen ſtellt ſich der Tropfen
Roſenöl auf nahezu 30 Pfennig, und die Arbeit der
bul=
gariſchen Bauern wird damit wohl nahezu mit Gold
auf=
gewogen. Dabei ſteht die Roſenkultur in Bulgarien trotz
ihres großen Umfanges verhältnismäßig auf tiefer
Stufe. Die Roſen geben nur eine Ernte, werden nicht
regelmäßig beſchnitten, erſt nach fünf oder ſechs Jahren,
wenn die Triebkraft des Strauches zu erlöſchen droht,
rafft ſich der bulgariſche Roſenbauer dazu auf, die Pflanze
zu beſchneiden und neue Triebe hervorzulocken. Aber
Ende Mai und im Juni, wenn die Erntezeit kommt, zieht
in die ſonſt verlaſſenen Roſengärten fröhliches Leben
ein. Mit großen Körben kommen Männer, Frauen und
Kinder, um die Blüten zu ſammeln. In dem kleinen
Schuppen, der die „Fabrik” enthält, lagert dann tagelang
eine Wolke betäubenden ſüßen Duftes, fleißige Hände
füllen große Keſſel mit Roſenblättern; ein wenig Waſſer
wird zugeſetzt, ein hoher Deckel mit einem ſeltſam
ge=
formten langen Schnabel wird aufgeſetzt, Feuer gemacht:
und die Fabrikation beginnt. Die Hitze deſtilliert die
öligen Eſſenzen, die ſich am Deckel niederſchlagen und
dann durch eine kleine Holzkelle in das vom fließenden
Waſſer umrauſchte Kühlrohr abtropfen. Sorgſam wird
dieſe koſtbare Eſſenz geſammelt, nach kurzer Ruhe ſteigt
ſie an den oberen Rand der Gefäße empor: und das
Roſenöl iſt fertig, jene einzigartige Eſſenz, von der man
einem Liter reinen Alkohols nur 2 Gramm zuzuſetzen
braucht, um ein prachtvolles Parfüm zu haben. Aber um
auch nur einen Liter dieſes köſtlichen Elixiers zu erlan=
gen, braucht man mehr als 8000 Pfund Roſenblätter, und
um dieſe Menge zu gewinnen, muß man 2 Hektar nur mit
Roſen bepflanzen. Die bulgariſche Roſenernte beläuft
ſich durchſchnittlich auf 26 bis 28 Millionen Pfund
Roſen=
blätter, aus denen rund 6000 Pfund Roſenöl deſtilliert
werden: nicht weniger als neun Zehntel der
Geſamtpro=
duktion der Erde.
— Der meiſtverachtete Mann in Japan. Der
Selbſt=
mord des Generals Nogi nach dem Tode ſeines Kaiſers
hat in Japan noch eine tragikomiſche Folge gehabt, deſſen
Opfer der Leibarzt des dahingegangenen Mikado wurde
denn nach dem Harakiri Nogis, ſo berichtet der Tokioer
Korreſpondent des Matin, gingen in Tokio in weiteſten
Kreiſen Liſten von Haus zu Haus, auf denen
Unterſchrif=
ten zu einer Petition geſammelt wurden. Und dieſe
Pe=
tition ſollte dem Leibarzt des dahingegangenen Tenno
überreicht werden: ſie legte dem Manne der Wiſſenſchaft
dringend ans Herz, nach altem Brauche ſeinem Herrn
nachzufolgen und Harakiri zu verüben. Aber zum
Un=
glück iſt dieſer Arzt im bedauerlichen Maße von
moder=
nen Ideen infiziert und er lehnte es ebenſo kurz als
ent=
ſchloſſen ab, den Wunſch der Petenten zu erfüllen. Man
teilte ihm nun mit, daß man ihn als ehrlos betrachten
müſſe, da man nicht zugeben könne, daß ein Arzt, der den
Kaiſer ſterben ließ, ſein ſchändliches Daſein weiter führe.
Doch alle Ueberredungskünſte blieben fruchtlos, der
Medi=
ziner wollte ſich keinem Wunſche beugen, ja er empörte
ſich über die Zumutung und in ſeiner Entrüſtung
flüch=
tete er ſchließlich ſogar in die Oeffentlichkeit. In einigen
Zeitungen erklärte er öffentlich, es ſei nicht ſeine Schuld
daß der Tenno vom Tode ereilt worden ſei. Und er wies
darauf hin, daß es ihm unmöglich geweſen ſei, den Kaiſer
wirklich zu behandeln, weil die Hofetikette ihm das
un=
möglich gemacht habe. Wenn er es vermocht hätte, den
Kaiſer dazu zu bringen, den ärztlichen Anordnungen zu
folgen und dem Genuß alkoholiſcher Getränke zu
ent=
ſagen, dann würde nach menſchlichem Ermeſſen der
Mi=
kado noch heute am Leben ſein. Das Verhalten des
Leib=
arztes und ſeine Erklärungen haben überall die größte
Empörung hervorgerufen, und ſo iſt der Mann, der dem
Kaiſer die letzten Lebensſtunden zu erleichtern ſuchte, heute
der am meiſten verachtete Mann in Japan.
** Der Tod der ſchwarzen ſiameſiſchen Zwillinge.
Aus New=York wird berichtet: Millie, die eine von den
weltberühmten ſiameſiſchen Zwillingen
Millie=Chriſtine, iſt am Mittwoch in ihrem Heime bei
Whitewill, Ohio, geſtorben und ihre Schweſter Chriſtine,
die ſie um einige Stunden überlebte, folgte ihr dann auch
in das Reich des Schattens. Die berühmten ſchwarzen
Zwillinge haben ein Alter von rund 60 Jahren erreicht.
Sie erblickten noch zur Sklavenzeit das Licht der Welt,
und da ſie Negerinnen waren, ließ ſich der Beſitzer der
Eltern die ſchöne Gelegenheit nicht entgehen und
ver=
kaufte die Zwillinge für 160000 Mark zu
Ausſtellungs=
zwecken. Als ſie einige Jahre ſpäter in Philadelphia
ausgeſtellt waren, wurden ſie geſtohlen und der Beſitzer
erfuhr jahrelang nichts von ſeinen koſtbaren Zöglingen.
Erſt ſpäter gelang es ihm, die Zwillinge in London
aus=
findig zu machen und wieder zu erlangen. Seitdem
wur=
den ſie jahrelang in Amerika und in Europa ausgeſtellt,
Millie und Chriſtine konnten in der Tat als eine
einzig=
artig grauſame Laune der Natur betrachtet werden. Im
Gegenſatz zu anderen ſiameſiſchen Zwillingen beſtanden
ſie nicht aus zwei zuſammengewachſenen eigenen
Kör=
pern; ſie hatten zwar zwei Köpfe und vier Beine, aber
nur einen gemeinſamen Rumpf. Ihre Charaktere
ſtimm=
ten ſeltſam überein, ſie hatten dieſelben Abneigungen
und die gleichen Sympathien, aber trotzdem kam es
zwi=
ſchen den Zwillingen manchmal doch zu
Meinungsver=
ſchiedenheiten; es gab Szenen, die aber nie lange
an=
hielten. Und ſo zogen ſie durch die Welt, wurden von
Tauſenden von Neugierigen beſtaunt und erregten bei
Aerzten, Anatomen und Biologen lebhafte Diskuſſion.
Aber ſie beſchränkten ſich nicht darauf, ſich für Geld
aus=
ſtellen zu laſſen, ſie traten auch auf der Bühne auf,
tanz=
ten, ſangen Duette, und es war ein unheimlicher Anblick,
dieſe beiden Geſchöpfe zu ſehen, die das Schickſal ſo
hilf=
los zuſammengeſchmiedet hatte. Mit einer Miſchung von
Grauen und Mitleid wurde man dann Zeuge, wie der
eine Kopf nach rechts gewandt mit jemand ſprach,
wäh=
rend der andere Kopf mit einem vierten eine
Unterhalt=
ung führte. Nun, nach einem Leben von 60 Jahren hat
der Tod dieſe Enterbten der Natur erlöſt
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. Oktober 1912.
Nummer 243.
Aufſtieg nicht geſtattet. Die Nebelſchicht, die über dem
Gebiet des Odenwaldes und der Haardt liegt, hat an
Dichtigkeit noch nichts verloren. Es iſt vorläufig noch
nicht abzuſehen, ob und wann die Flieger zur
Erkund=
ungsfahrt aufſteigen.
* Mannheim, 13. Okt. In Verbindung mit dem
Süddeutſchen Rundfluge veranſtaltete der
Mannheimer Flugſport=Klub heute vor= und nachmittag
auf den Rennwieſen Wett=, Schau= und Paſſagierflüge,
die ſich eines überaus zahlreichen Beſuches erfreuten. Um
den Höhenpreis, den Dauerpreis, ſowie den Ehrenpreis
für die beſte Geſamtleiſtung bewarben ſich die Flieger
Ingenieur Schlegel, Paul Senge, v.
Stoepha=
ſius, de Waal und Bruno Werntgen, die
wieder=
holt trotz des trüben und nebeligen Wetters aufſtiegen.
Ihre Leiſtungen werden erſt morgen von der Kommiſſion
offiziell gewertet. Auch einzelne Militärflieger
unter=
nahmen Probeflüge. Dabei erlitt der Ottodoppeldecker
des Leutnants Vierling vom Telegraphen=Bataillon
in München einen Unfall, indem er in eine
Wieſen=
mulde geriet. Der Flieger mit ſeinem Paſſagier nahmen
keinen Schaden. Außer dem Bruch des Propellers hat
die Maſchine noch weitere Beſchädigungen erlitten, ſodaß
Leutnant Vierling an dem morgigen militäriſchen
Er=
kundungsflug nicht teilnehmen wird. Er wird ſich aber
am Etappenflug Mannheim=Frankfurt am Dienstag
be=
teiligen.
Die 32=Stundenfahrt des neuen Marineluftſchiffs.
* Berlin, 14. Okt. Das Marineluftſchiff
„L. 1‟, das Sonntag vormittag um 8 Uhr 35 Minuten in
Friedrichshafen zu ſeiner großen Fahrt aufgeſtiegen iſt,
hat die letzten Radiotelegramme geſtern abend der
Sta=
tion Norddeich geſandt.
* Lübeck, 14. Okt. Das Marineluftſchiff
„L 1” paſſierte heute vormittag um 9 Uhr, von Norden
kommend, Lübeck, umkreiſte die Stadt und fuhr in der
Richtung nach Süden weiter Das Luftſchiff blieb von
hochgelegenen Punkten der Stadt faſt eine halbe Stunde
ſichtbar.
* Johannisthal, 14. Okt. Das Marine=
Luft=
ſchiff „L 1” iſt nach etwa 32 ſtündiger Fern= und
Dauer=
fahrt um 3.43 Uhr machmittags auf dem hieſigen
Flug=
platz glatt gelandet.
* Friedrichshafen, 14. Okt. Ueber den
vor=
zeitigen Abbruch der Fahrt des Marine=
Luft=
ſchiffes nach der 31. Stunde, während für die Fahrt
ur=
ſprünglich 34 bis 40 Stunden in Ausſicht genommen
waren, wird mitgeteilt, daß die Landuns wegen eines
Radiotelegrammes der Nordſeeſtation, das ſchlechtes
Wetter ankündigte, erfolgte.
* Die Eulerſche Flugzeugarmierung, die
auf den Wunſch des Prinzen Heinrich von Preußen wegen
ihrer militäriſchen Bedeutung von der Berliner
Luftfahr=
zeug=Ausſtellung im April d. J. entfernt worden war, iſt,
wie man aus Luftſchifferkreiſen ſchreibt, nunmehr in der
Praxis mit Erfolg erprobt worden. Auguſt Euler hat
mit dem armierten Apparat verſchiedene Probeflüge
ge=
macht, bei denen in durchaus kriegsmäßiger Weiſe
Schießverſuche vom Flugzeuge unternommen
wur=
den. Es hat ſich dabei gezeigt, daß die außerordentlich
ſinnreiche Zieleinrichtung vorzügliche Wirkungen zu
er=
zielen vermag. Bedeutſam iſt neben dem Beweis der
Brauchbarkeit der Erfindung Eulers überhaupt die
vor=
her oft bezweifelte und nun erwieſene Tatſache, daß es
möglich iſt, vom fliegenden Flugzeug aus mit
Schuß=
waffen in anderer Richtung als ſenkrecht abwärts Ziele
zu treffen.
Sport.
* Fußball=Sportverein Darmſtadt 1912. Am
ver=
gangenen Sonntag ſpielte die 1. Mannſchaft des Faßball=
Sportvereins Darmſtadt gegen die 2. Mannſchaft des
Fußball=Klub „Germania”=Eberſtadt. Das Spiel endete
3.2 zugunſten Darmſtadts.
Darmſtädter Fußball=Klub 1905. Am
Sonntag, den 13 Oktober, ſpielte die 1. Mannſchaft des
D. F.=K. 05 in Ludwigshafen gegen, den dortigen F.=K.
„Germania‟ Das abwechſelungsreiche Spiel endete mit
222 Toren unentſchieden. Am kommenden Sonntag findet
auf dem Sportplatz hinter dem alten Schießhaus das
dritte Verbandswettſpiel in der A=Klaſſe ſtatt und zwar
gegen die 1. Team des vorjährigen Mittelrheingaumeiſter
„Alemannia”=Worms.
Hauptgautag des Gau 9 des Deutſchen Radfahrer=Bundes.
* Bierſtadt bei Wiesbaden, 13. Okt. Der Gau 9
des Deutſchen Radfahrer=Bundes hielt heute im „Taunus”
zu Bierſtadt ſeinen Hauptgautag ab. Um 10 Uhr wurde
die Delegiertenverſammlung eröffnet. Die Feſtſtellung
der Präſenzliſte ergibt die Anweſenheit von 16
Gauvor=
ſtandsmitgliedern und 122 Delegierten Das Andenken
der verſtorbenen Gaumitglieder Kunz Offenbach und
Hil=
lenbrandt=Frankfurt wird in üblicher Weiſe geehrt. Der
Gauvorſitzende Aug. Stifft erſtattete den Geſchäftsbericht,
der von wohlgeordneten und guten finanziellen
Verhält=
niſſen im Gau und ſteter Mitgliederzunahme Kenntnis
gibt. In ſportlicher Betätigung ſteht der Gau 9 mit an
erſter Stelle im D. R.=B. Schöne Erfolge und Siege
brachten die Betätigung an den Fernfahrten „Rund um
Frankfurt” Straßburg-Darmſtadt, dem Wanderſportfeſt
der ſüddeutſchen Gaue in Pforzheim und dem 29.
Bun=
desfeſt in Braunſchweig. Der Bericht der Fahrwarte
liegt im Druck vor und zeigt gleichfalls eine ſtarke
ſport=
liche Betätigung innerhalb der Gauveranſtaltungen.
Gau=
preistouren wurden insgeſamt 152 über 50 Kilometer und
68 über 100 Kilometer mit Erfolg gefahren. Die beſten
Zeiten erzielten für 50 Kilometer bei Junioren Karl
Möſer Germania‟=Frankfurt, 1 Std. 27 Min., bei
Se=
nioren I A Merget=Wiesbaden, 1 Std. 36 Min., und bei
Senioren (IIII Andr. Gräf „Germania”=Frankfurt, 1 Std.
30 Min; für 100 Kilometer bei Junioren Guſt. Schubert
Germania”=Frankfurt, 3 Std. 04 Min., bei Senioren I
A. Aubert Vel.=Klub=Frankfurt, 3 Std 05 Min., und bei
Senioren II A. Shaw „Germania”=Frankfurt, 3 Std.
07 Min. Für Beteiligung an Gaufahrten wurden
ins=
geſamt 408 Plaketten ausgegeben. Die Teilnehmerzahl
an den 5 Gaufahrten betrug insgeſamt 1802. Die Gau=
Plakette für die Teilnahme an der Vereins=Wanderfahrt
nach Michelſtadt erhielten 22 Vereine.
Bundeswander=
fahrten über 1200 Kilometer wurden von L. Volk=, R.
Neubarth=, Gg. Sipf=, W. Höhle=, F. Höhle=, O. Lorentz=
Frankfurt und Frz. Arnold=Nied mit Erfolg gefahren.
Der Kaſſenbericht des Gauzahlmeiſters Juſt ergibt in
Ein=
nahme und Ausgabe 15963,87 Mark. Für Sport wurden
insgeſamt 4126,19 Mark ausgegeben. Der Karten= und
Tourenbuchfonds beträgt 2779,84 Mark, der Reſervefonds
700 Mark, das Geſamtvermögen des Gaues 3572,83 Mark.
Die Mitgliederzahl des Gaues beträgt 2276 in 47
Ver=
einen, 780 Einzelfahrer und 101 Jugendmitglieder.
Für 10jährige Tätigkeit im Gauvorſtande wird dem 1.
ufahrwart Karl Schmitt=Darmſtadt die Bun=
desplakette durch das Bundesvorſtandsmitglied Dr.
Ha=
berling überreicht, desgleichen Bundesdiplome und
Jubi=
läumsabzeichen für 25jährige Mitgliedſchaft an Reſch=
Frankfurt, Ober=Darmſtadt, Haas=Wiesbaden und
Bernd=
roth=Mainz. Für eifrige Werbetätigkeit werden an 13
Gaumitglieder Bundesnadeln verliehen. Gaufahrwart
Schmitt=Darmſtadt berichtet über die Verhandlungen des
Braunſchweiger Bundestages, worüber ſich eine lebhafte
Diskuſſion entſpann und gegen die unwürdige
Behand=
lung des Gau 9 auf dieſem Bundestag einen allgemeinen
Proteſt hervorrief. Nach Bericht der Kaſſenreviſoren wird
dem Vorſtand Entlaſtung erteilt. Der frühere
Gauvor=
ſitzende Ph. Schaeffer=Weiffenbach wird in Anerkennung
ſeiner großen Verdienſte um den Gau und den Radſport
zum Ehremitgliede ernannt und ihm die ſilberne
Gau=
plakette überreicht. Die Vorſtandswahl ergibt die Wahl
bezw. Wederwahl als 1. Vorſitzenden A. Stifft=Frankfurt,
2. Vorſitzenden Gg. Wagner=Frankfurt, 1. Schriftführer H.
Bierſack=Frankfurt, 2. Schriftführer C. Bauſcher=
Frank=
furt, Rennfahrwart Karl Schmitt=Darmſtadt,
Tourenfahrwart Bogdann=Frankfurt, Kraftfahrwart H.
Beck=Frankfurt, Saalfahrwart H. Hartling=Offenbach,
Gau=
zahlmeiſter H. Juſt=Frankfurt Rechtsſchutzvertreter Dr.
Haberling=Mainz, Preſſevertrater Joſ. Jäger=Keonberg;
als Beiſitzer Dorn=, Erichſen=Frankfurt, Gräf=Mainz,
Ullrich=Darmſtadt, Dirſchel=Wiesbaden, Gg.
Schmitt=Offenbach. Kaſſenreviſoren Reinfrank=Langen und
Rheingans=Frankkurt. Der Antrag des Gauvorſtandes,
„den Herbſtgautag ſtets in Frankfurt abzuhalten” und „den
Ehrenmitgliedern beratende Stimme im Gauvorſtand zu
geben” findet Annahme, ebenſo finden Anträge
ſport=
licher Art ſachgemäße Erledigung Der Frühjahrsgautag
findet in Fulda ſtatt. Um 6 Uhr wurde der Gautag
durch den 1. Gauvorſitzenden mit dreifachem „All Heil”
geſchloſſen.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Der rieſige Abgang der Fiſche an dem Fiſchſtand
auf dem Riegerplatz zeigt ſo richtig, wie not es täte,
wenn dorthin ein Teil des Marktes verlegt würde. Wenn
die Elektriſche am Markte verkehrt, muß derſelbe ziemlich
eingeſchränkt werden. Da wäre der Riegerplatz die
ein=
zige günſtige Entlaſtung. Da das Martinsviertel das
größte der ganzen Stadt iſt und auch die meiſte arbeitende
Bevölkerung beſitzt, wäre den Frauen, die wenige Zeit
haben, der weite Weg zum Markte erſpart.
Literariſch es.
— Zum Verfolg des Balkan=Krieges bietet die ſoeben
im Verlag der Gothaer Geographiſchen Anſtalt von Juſtus
Perthes erſchienene große farbenprächtige Kriegskarte
der Balkanhalbinſel willkommene Gelegenheit
(Preis 1 Mk.). Der Verfaſſer iſt wiederum Prof. Paul
Langhans, deſſen frühere Kriegskarten in
Hundert=
tauſenden von Exemplaren den Weg über den ganzen
Erdball gefunden haben. Auch auf der vorliegenden
neuen Karte finden ſich in gewohnter Klarheit und
Ver=
läßlichkeit alle Einzelheiten verzeichnet, die für den Verlauf
des Krieges von Belang ſein werden (ſtrategiſche
Eiſen=
bahnen, Forts= und Feldbefeſtigungen, Truppendislokation
uſw.). Zahlreiche Nebenkarten größeren Maßſtabes
ver=
anſchaulichen beſonders wichtige Operationsgebiete.
— „In Wehr und Waffen‟. Ein Buch von
Deutſchlands Heer und Flotte. Herausgegeben von den
Generalleutnants z. D. v. Caemmerer und Baron v.
Ar=
denne. 480 Seiten Text mit 510 Abbildungen und 49
Kunſtbeilagen. In Prachtband gebunden 30 Mark. Auch
in 48 Lieferungen zum Preiſe von je 50 Pfg. zu beziehen.
Union, Deutſche Verlagsgeſellſchaft, Stuttgart, Berlin,
Leipzig. Mit dieſem jetzt vollſtändig vorliegenden
natio=
nalen Prachtwerke bietet der Verlag dem deutſchen Volk
ein Buch, das in hohem Grade geeignet iſt, die Freude an
Heer und Vaterland zu heben und zu beleben und das
Verſtändnis für die vaterländiſchen Aufgaben der
Gegen=
wart zu fördern. Gerade das deutſche Volk iſt wie kein
anderes „ein Volk in Waffen” Unſer Heer iſt der Stolz
der Nation; ſeiner Macht gedenken unſere Feinde, ſeiner
Taten die Weltgeſchichte. Von ihm erzählt das Werk „In
Wehr und Waffen‟. Es berichtet von der Kriegsrüſtung
des Deutſchen Reiches und Volkes, von Luſt und Leid im
bunten Rock, von Waffentüchtigkeit und
Waffenfreudig=
keit, von Mannestugend und den Ehren des Krieges, der
über das Schickſal der Völker entſcheidet. „In Wehr und
Waffen” zeigt auch in Wort und Bild manches ſchöne
Ruhmesblatt aus deutſcher Vergangenheit. Ganz
beſon=
ders wendet ſich das Werk an alle, die dem Vaterlande
als Soldaten gedient haben und noch dienen, und an den
Nachwuchs für unſere Kriegsmacht. Klarheit zu haben
über den Rieſengeſamtkörper der deutſchen Kriegsmacht,
iſt die Vorbedingung zu bewußt=nützlichem Einreiben der
eigenen Perſönlichkeit. Dies gilt auch für den Knaben
und Jüngling, der der Waffenfähigkeit noch entgegenreift.
Insbeſondere aber wird der Offizier des
Beurlaubten=
ſtandes, der zu eingehenderen militäriſchen Studien
bis=
her nicht Zeit und Gelegenheit gehabt hat, mancherlei
An=
regung und Information finden, die ſeinen ſoldatiſchen
Leiſtungen zugute kommen. So darf In Wehr und
Waffen” als ein vaterländiſch und künſtleriſch wertvolles,
würdiges Geſchenkbuch für deutſche Männer aller Stände
bezeichnet werden; als ein Werk, das gleichzeitig erfreut,
bildet und die Sympathien weckt und wachhält für
deut=
ſche Größe und deutſches Heldentum. Die Ausſtattung
des Werkes iſt reich und geſchmackvoll.
Der Krieg auf dem Balkan.
* Sofia, 14. Okt. Die Regierung übermittelte
der türkiſchen Geſandtſchaft eine Note. Sie
zählt radikale Reformen auf, welche allein das elende Los
der chriſtlichen Bevölkerung wirklich beſſern könnten:
Autonomie und Verwaltung der Provinzen durch
belgi=
ſche oder Schweizer Generalgouverneure, aus Wahlen
hervorgegangene Provinziallandtage, Landesgendarmerie,
Milizen und freien Unterricht. Die Ausführung der
Re=
formen ſei einem höheren Rat anzuvertrauen, der aus
Chriſten und Muſelmanen in gleicher Zahl beſteht und
der unter der Aufſicht der Botſchafter der Großmächte und
den Geſandten der vier Balkanſtaaten in Konſtantinopel
ſteht. Die Pforte wird aufgefordert, zu erklären, daß ſie
die Forderungen annimmt, indem ſie ſich verpflichtet, die
in der Note und einer beigefügten Ergänzungsnote
ent=
haltenen Reformen binnen ſechs Monaten durchzuführen.
Außerdem ſoll die Pforte als Beweis ihrer Zuſtimmung
ihr Mobiliſierungsdekret rückgängig machen. Unmittelbar
nach Uebermittelung der Note übergab der Miniſter des
Aeußeren dem öſterreichiſch=ungariſchen und
dem ruſſiſchen Geſandten die Antwort auf
ihre gemeinſame Note. In dieſer Antwort drückt die
bulgariſche Regierung, die mit den Regierungen von
Griechenland und Serbien einig iſt, ihren Dank für das
Intereſſe aus, das die Mächte zu Gunſten der
Bevölker=
ung der europäiſchen Türkei zeigten. Sie glaubt jedoch,
daß es grauſam wäre, wenn ſie nicht verſuchen würde, für
die chriſtliche Bevölkerung der Türkei radikalere und
be=
ſtimmtere Reformen zu erlangen, welche allein ihr
elen=
des Los wirklich beſſer geſtalten könnten. Daher haben
die Regierungen der drei Balkanſtaaten geglaubt, ſich an
die Regierung des Sultans direkt wenden zu müſſen,
in=
dem ſie ihm die Reformen, die einzuführen ſind, und die
Garantien mitteilen, die er für ihre aufrichtige
Anwend=
ung wird gewähren müſſen. Abſchriften der Note und
der Er,inzungsnote, die der türkiſchen Geſandtſchaft
über=
mittelt worden ſind, waren dieſer Antwort beigefügt.
— Sofia, 13. Okt. Die bulgariſche
Ant=
wortnote an die Mächte zerfällt, wie bekannt wird,
in drei Teile. Zunächſt wird darin den Mächten für ihre
Ratſchläge gedankt, jedoch betont, daß die Forderungen
Bulgariens an die Türkei von ihm ſelbſt geſtellt werden
müßten. Sodann werden die fünf bulgariſchen
Forder=
ungen aufgeſtellt: Autonomie Mazedoniens,
Dezentrali=
ſation der Verwaltung dieſer Gebiete, Errichtung eines
beſonderen Parlaments, Gewährung der den Albaneſen
gewährten Vorteile für den Heeresdienſt an die
Mon=
tenegriner, und vor allem Einſetzung eines chriſtlichen
Gouverneurs. Die Durchführung aller dieſer
Forderun=
gen ſoll an die Kontrolle der Großmächte gebunden ſein.
Im dritten Teile der Note werden die Forderungen
be=
gründet.
* Belgrad, 13. Okt. Die ſerbiſche
Regier=
ung hat heute abend dem öſterreichiſch=ungariſchen
Ge=
ſandten Ugron die Antwort auf den Schritt Oeſterreich=
Ungarns und Rußlands, ſowie eine Abſchrift der
ſerbi=
ſchen Note überreicht, durch die der Pforte die Wünſche
der ſerbiſchen Regierung bekannt gegeben werden. Dieſe
Wünſche, welche nicht in der Form eines Ultimatums
ge=
halten ſind, überſchreiten allerdings den Rahmen der in
Artikel 23 des Berliner Vertrags vorgeſehenen Reformen.
— Belgra d, 13. Okt. Es haben ſich 65000
Dienſtpflichtige mehr geſtellt, als nach den
Mili=
tärliſten angenommen wurde. Die ſich freiwillig
Melden=
den werden daher jetzt zurückgewieſen.
* Belgrad, 13. Okt. Die Skupſchtina hat die
Geſetze, betreffend den außerordentlichen Kredit für
die Armee im Betrage von 44800000 Dinars, und
Schaffung eines Moratoriums, angenommen. Dann
wurde die außerordentliche Seſſion geſchloſſen.
* Belgrad, 14. Okt. Einer um 9 Uhr früh aus
Riſtowacz eingegangenen amtlichen Meldung zufolge
überſchritten heute früh 5 Uhr die türkiſchen
Truppen die ſerbiſche Grenze in der Gegend
von Riſtowacz und Gorni und griffen die
ſerbi=
ſchen Truppen an. Der Kampf iſt im Gange.
* Athen, 14. Okt. Die griechiſche
Regier=
ung beauftragte ihren Geſandten in Konſtantinopel, der
Pforte eine Note zu überreichen, in der die Freigabe
der feſtgehaltenen Handelsſchiffe und Entſchädigung deren
Eigentümer innerhalb 24 Stunden gefordert
wer=
den ſoll.
Letzte Nachrichten.
Belgrad, 14. Okt. Die Antwortnote des
ſerbiſchen Regierung an die Türkei und an
die Großmächte hat etwa denſelben Wortlaut, wie
die Note der bulgariſchen Regierung an die Türkei und
die Großmächte. Die ſerbiſche Note wird in politiſchen
Kreiſen allgemein gebilligt.
* Paris, 14. Okt. Eine Havas=Meldung aus
Bel=
grad vom 13. d. M. beſagt: Das allgemeine Gefühl iſt,
daß der Konflikt unvermeidlich iſt. Ueberall
empfindet man, daß die jetzige Lage nicht andauern kann.
Der entſcheidende Moment nähert ſich. Die
Aufrechterhal=
tung der Truppen auf dem Kriegsfuß bedeutet ein
finan=
zielles Opfer, das nicht länger ohne Ziel und Ergebnis
gebracht werden kann. Der Kriegszuſtand kann bereits
als beſtehend angeſehen werden. Die Kriegserklärung iſt
nur noch eine Formſache.
HB. London, 14. Okt. Daily Telegraph meldet
aus Sofia: Der Vormarſch der bulgariſchen
Armee hat begonnen. Die Militär=Korreſpondenten
warten immer noch auf die Erlaubnis, der Armee folgen
zu dürfen. Die direkten Züge an der Grenze verkehren
alle zwei Stunden. Ein Truppen=Transport traf aus
dem Norden ein, um nach der Grenze abgeſchoben zu
wer=
den. Die Meldung, daß das ſerbiſche und bulgariſche
Geld gleichen Kurs haben ſoll, hat in den beiden
Haupt=
ſtädten einen vorzüglichen Eindruck gemacht.
HB. London, 14. Okt. Nach Meldungen aus
Athen ſoll die Mobilmachung der
griechi=
ſchen Armee ſo gut wie beendet ſein. In den letzten
drei Tagen haben ſich über 65000 Mann geſtellt. Eine
große Anzahl im Auslande lebender Griechen, namentlich
aus Amerika, ſind unterwegs. Dazu kommen noch die
neuen Rekruten, ſo daß die Zahl der griechiſchen Truppen
dann insgeſamt auf 170000 Mann anwachſen dürften.
* Paris, 14. Okt. Nach hier eingegangenen
Meld=
ungen haben die türkiſchen Truppen in dem
Ge=
fecht an der ſerbiſchen Grenze bei Riſtowacz einige
Er=
folge errungen.
* Konſtantinopel, 14. Okt. Das Preſſebureau
gab geſtern die Nachrichten bekannt, die an der Börſe über
den angeblichen Abbruch der
Friedensunterhand=
lungen zwiſchen Italien und der Türkei verbreitet
waren. Dieſe Gerüchte ſind falſch. Die
Verhandlun=
gen werden fortgeſetzt. — Die Antwort der
Pforte auf die Note der Mächte wurde heute vormittag
10 Uhr dem öſterreichiſch=ungariſchen Botſchafter
über=
reicht. Ueber den Inhalt iſt noch nichts bekannt.
Darmſtadt, 15. Oktober.
Vom Großh. Hoftheater. Heute Dienstag,
den 15. Oktober, geht als 31. Abonnementsvorſtellung.
Buchſt. A. 8, „Figaros Hochzeit” von Mozart zum
erſtenmal in dieſer Spielzeit in Szene. Die Aufführung,
die von Hofrat de Haan dirigiert und von Oberregiſſeur
Valdeck ſzeniſch geleitet wird weiſt einige intereſſante
Neubeſetzungen auf. Am Mittwoch beſchließt Theodor
Eckert ſein Gaſtſpiel im „Tannhäuſer‟ Dieſe
Vorſtellung findet im Abonnement für den Buchſt. D 8
ſtatt. Für Donnerstag iſt eine Wiederholung der
er=
folgreichen burlesken Operette „Die ſchöne Helena”
von Jacques Offenbach angeſetzt. Auch eine
Wieder=
holung von Thäddäus Rittners feiner Komödie
Sommer”, die bei den Premiéren am Wiener
Burgtheater, dem Deutſchen Theater zu Hannover
dem königl. Landestheater zu Prag ꝛc. tiefes Intereſſs=
Nummer 243.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. Oktober 1912.
Seite 7.
erweckte, ſt für Freitag vorgeſehen. In dieſer Woche
iſt wieder eine Uraufführung zu verzeichnen.
Her=
mann Bahr, der erfolgreiche Autor, der hier durch ſeine
liebenswürdigen Luſtſpiele „Konzert” und „Tänzchen”
eine große Schar von Freunden gewonnen hat, kommt
mit ſeiner neueſten Komödie „Das Prinzip” am
Hoftheater zum erſtenmal vor ein Publikum.
Wir machen auch an dieſer Stelle auf die am
nächſten Sonntag, nachmittags ½3 Uhr, ſtattfindende
Volksvorſtellung „Minna von Barnhelm” aufmerkſam.
Kartenbeſtellungen hierzu haben umgehend zu erfolgen.
(Siehe Anzeige.)
R. Mainz, 14. Okt. Heute nachmittag gegen 2½ Uhr
wurde auf dem Mainzer Güterbahnhof der 32jährige
ver=
heiratete Bahnarbeiter Deiß aus Harxheim zwiſchen
den Gleiſen mit tödlichen Verletzungen aufgefunden. Er
ſtarb auf dem Transport ins Krankenhaus.
D. war von einer rollenden Rangierabteilung
über=
fahren worden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 14. Okt Nach einem Telegramm des
Be=
zirksamtes von Friedrich Wilhelmshaven wurde der
Pa=
radiespogeljäger Mikulicz in dem noch unerſchloſſenen
Ramu=Gebiet in Deutſch=Neuquineg von Eingeborenan
ermordet.
* Plön, 14. Okt. Wie das Plöner Wochenblatt
mel=
det, wurde geſtern abend auf dem Thereſenhofe des
Guts=
bezirkes Ricksdorf bei Plön das große Kuhhaus
eingeäſchert. Hundertzwanzig Kühe ſind
umge=
kommen. Große Erntevorräte ſind verbrannt. Die
Ent=
ſtehungsurſache iſt unbekannt.
* Stargard, 14. Okt. Bei Freienwalde im Staritz=See
in Pommern, ſind der Arbeiter Hermann Modnow, der
17jährige Gorſchin und der fünfjährige Sohn Günthen
des Briefträgers Armir ertrunken. Die Leichen
wur=
den geborgen.
* Breslau, 14. Okt. Der Handlungsgehilfe Richard
Bermuske, der in der Nacht zum 6. ds. Mts. den
Lehr=
ling Scholz, in der Kolonialwarenhandlung von Kloſe,
ermordete, und aus dem Geldſchrank 500 Mark raubte,
iſt in Koppen bei Brieg in der Wohnung ſeiner Eltern
verhaftet worden. Er hat die Tat eingeſtanden, hat
aber ſeine Komplizen nicht angegeben.
— Berlin, 14. Okt. Der 29jährige Hilfsbahnwärter
Knoppke blieb, als er geſtern nachmittag das Gleis in der
Nähe des Bahnhofs, Putlitz=Straße paſſierte, mit dem
rechten Fuß in einer Weiche ſtecken und konnte den
Fuß nicht wieder herausziehm. Als der Zug
heran=
nahte, hatte er ſoviel Geiſtesgegenwart, daß er ſich mit
dem Oberkörper auf das Nachbargleiſe warf. Er wurde
überfahren und der Fuß wurde abgeſchnitten.
Hamburg, 14. Okt. Ein durch das letzte Derby
verurſachtes Duell fand geſtern zwiſchen dem Grafen von
Königsmarck und dem Senator Berenberg=
Boßler ſtatt. Es verlief unblutig. Ein zweites Duell
fand zwiſchen dem Grafen und dem Rechtsanwalt
Stem=
mer ſtatt. Es erhielt der Rechtsanwalt eine Verletzung
in den Oberſchenkel.
HB. Wien, 14. Okt. Die Direktoren der Wiener
Banken beſchloſſen, die forcierten exekutiven
Effekten=
verkäufe, die am Samstag den Markt deroutierten und
zur Steigerung der Unruhe beitrugen, nicht mehr
fortzu=
ſetzen. Die Aenderung des Vorgehens der Wiener
Ban=
ken, das in der Tat eine allgemeine Mißſtimmung
hervor=
gerufen hat, ſoll eine Folge der Konferenz ſein, die der
Finanzminiſter geſtern mit einer Anzahl Wiener
Bank=
direktoren hatte.
Brüſſel, 14. Okt. Hier ſind große Fälſchungen
bei Eiſenbahntiteln entdeckt worden Es ſollen
hochge=
ſtellte Perſonen beteiligt ſein. Für neun Millionen
Francs Falſifikate ſollen in Verkehr gebracht worden ſein.
Angeſichts der Verteu
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ſonders hinzuweiſen. Dieſe fachgemäße Miſchung
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aß ſie den weitgehendſten Anſprüchen zu genügen
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der Mund= und Rachenhöhle. In der
rauhen Jahreszeit iſt die Gefahr der Erkältung und die
Aufnahmefähigkeit für die Bakterien der ſogenannten
Erkältungskrankheiten am größten.
Infektionskrank=
heiten, wie Diphtherie, Scharlach, Typhus und andere,
werden bekanntlich dadurch hervorgerufen, daß die Keime
mit der Atmungsluft, durch die Nahrung oder Hände
in die Mundhöhle gelangen. Als Schutz vor Anſteckung
bewähren ſich die Formamint=Tabletten der Firma
Bauer & Cie, Berlin. Sie machen beim Aufſaugen im
Munde den Speichel zum Desinfekrionsmittel, das in
alle Fältchen der Schleimhäute eindringt und die dorthin
gelangten Krankheitskeime vernichtet. Auf den der
heutigen Nummer beiliegenden Proſpekt wird hiermit
aufmerkſam gemacht.
(21474
Familiennachrichten.
Statt Karten.
Eina Hirsch
Leopold Katzenstein
VERLOBTE.
Darmstadt
Mainz
Casinostr. 14.
Samstag, den 19. Oktober,
Empfans: Sonntag, den 20. Oktober.
(*9103
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Mannes,
un=
ſeres guten Vaters, Bruders, Schwagers,
Schwie=
gerſohnes und Onkels
(21471
Herrn
Jakob Bastian
ſagen wir Allen, beſonders Herrn Pfarrer Diehl
für ſeine troſtreiche Grabrede, ſeinen Kollegen und
Mitarbeitern des Fay’ſchen Brauerei=Ausſchanks,
ſowie dem älteren Sterbeverein, herzlichen Dank.
Die trauernde Witwe
nebſt Kindern.
Darmſtadt, den 14. Oktober 1912.
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe inniger
Teilnahme an dem uns ſo ſchwer
be=
troffenen Verluſte ſagen wir herzlichſten
Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
Philipp Trompp.
Darmſtadt, den 14. Oktober 1912.
(*9084
Es hat Gott gefallen, meine liebe Mutter, unsere treue Grossmutter und
Schwiegermutter
(M21465
Frau Bertha v. Zangen
geb. Pfannmüller
Witwe des Grossh. Hess. Kreisrats
heute im 82. Lebensjahre von ihrem Leiden zu erlösen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Bertha v. Welling, geb. v. Zangen,
Carl v. Zangen, Grossh. Hess. Regierungsassessor,
Lollo v. Zangen, geb. Scholl.
Frankfurt a. M.,
Reuterweg 57, I 12. Oktober 1912.
Stuttgart,
Beerdigung in der Stille.
Von Blumenspenden und Kondolenzbesuchen bittet man freundlichst absehen zu wollen,
Ausſtellung
Jangotbg
Wegen des außergewöhnlich ſtarken
Andranges bis Mitte November verlängert.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet im Weſten iſt erheblich gegen
das Feſtland vorgedrungen, ein Ausläufer bis nach
Irland. Während es in Deutſchland meiſt trocken war,
hat das Tiefdruckgebiet auf den Britiſchen Inſeln
ver=
breitete Regenfälle gebracht. Bei uns war das Wetter
vielfach neblig bei mäßigen Temperaturen. Im
Nord=
weſten des Feſtlandes fällt der Druck. Es iſt zu
er=
warten, daß uns Randwirbel der Depreſſion beeinfluſſen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 15.
Ok=
tober: Vielfach trüb, ſtellenweiſe leichte Regenfälle, mild,
ſüdweſtliche Winde.
Tagesialender.
Großh. Hoftheater (Ab. A), Anfang 7 Uhr:
„Figaros Hochzeit”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Lichtbilder=Vortrag von Frau Dr. Wegſcheider
um 8¼ Uhr im „Kaiſerſaal” (Alkoholgegnerbund und
Lehrerinnenverein).
Evangeliſationsvortrag von Prediger Reiner
um 8½ Uhr Mauerſtraße 17.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
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Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
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Mittwoch, 16. Oktober.
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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in und außer dem Hauſe Wiene
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Magdalenenſtraße 4, Hinterhaus
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beſſ. Häuſ. war, ſ. Laufd. 2 Std.
vorm. Holzſtraße 7, 1. St. (*9130 Saub. unabh. Frau ſucht morg
Laufd. Löffelg. 26, part. r. (*9128 Aeltere Köchin nimmt Aus=
hilfe an. Stiftſtraße 52, Hinter
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Strenge Diskretion.
Seite 10,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. Oktober 1912.
Nummer 243₰
Volks=Vorstellung
im Großherzogl. Hoftheater.
Als nächſte Volksvorſtellung wird am Sonntag, 20. Oktober,
nachmittags ½ 3 Uhr
„Minna von Barnhelm‟
gegeben. Kartenbeſtellungen haben bis ſpäteſtens Donnerstag,
den 17. ds. Mts., 12 Uhr mittags, bei den betreffenden
Vereins=
ſtellen zu erfolgen.
(21490
Verkehrs-Verein.
Verein für Verbreitung von Volksbildung
Darmstadt.
Freitag, den 18. Oktober 1912, abends 8¼ Uhr, im Kaiſerſaal,
Oeffentlicher Vortrag v. Herrn Prof. Dr. Baur:
„Dapoleons russischer Feldzug 1812‟
Veranſchaulichung durch Kartenmaterial.
Eintrittskarten zu 30 Pfg. für Nichtmitglieder u. zu 20 Pfg.
für Mitglieder, angeſchloſſene Vereine, Studenten und Schüler
am Verkehrsbureau (Ernſt=Ludwigsplatz) bei Zigarrenhandlung
Mylius, Herdweg 2 und an der Abendkaſſe.
(21489
Rarhoinenveren Darmstaut
Wintervorträge 1912/13.
Sonntag, den 20. Oktober:
1. Vortrag: Der hl. Bonifatius im Kampfe mit dem
Heiden-
tum. Dramatisches Spiel. Entstehung und Aufbau des
Stückes, sowie Rezitation der wichtigsten Teile desselben.
Redner: Verfasser Professor Dr. Ledroit-Mainz.
Sonntag, den 1. Dezember:
2. Vortrag: Die Lebensweisheit im deutschen Sprichwort.
Redner: Direktor Dr. Seidenberger-Gernsheim.
Sonntag, den 12. Januar 1913:
3. Vortrag: Das Toleranzedikt von Mailand von 313.
(Zum 1600jährigen Gedenktag). Redner: Professor Dr.
Schmidt-Mainz.
Sonntag, den 9. März 1913:
4. Vortrag: Der Kampf der Neuzeit gegen Christus.
Red-
ner: Professor Laufer-Darmstadt.
Die Vorträge finden im „Konkordiasaale‟ Waldstrasse 33, jeweils
abends 8 Uhr statt. (Ohne Restauration).
I. Reservierte Plätze: Karte für sämtliche Vorträge 3 Mark;
für den einzelnen Vortrag 1 Mark.
2. Nichtreservierte Plätze:
a) Für Mitglieder des Katholikenvereins und erwachsene
Angehörige frei;
b) Für Nichtmitglieder: Karten für sämtliche Vorträge
1.50 Mk., für den einzelnen Vortrag 50 Pfg.
Vorverkauf der Karten: Konkordiasaal, Waldstrasse 33, Büro des
Verkehrsvereins, Ernst-Ludwigsplatz.
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im Hauptbahnhof verloren.
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von Darmſtadt über Eberſtadt,
Seeheim, Hahn, Eſchollbrücken
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loren. Wiederbringer Belohnung.
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Großherzogl. Hoftheater
Dienstag, den 15. Oktober 1912
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Figaro’s Hochzeit.
Oper in 4 Akten v. A. W. Mozart.
Muſikal. Leiter: Willem de Haan.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Graf Almaviva Georg Weber
Die Gräfin, ſeine
Gemahlin . . . Milena v., Sugh
Cherubin, Page d.
Grafen . . . . Kathr. Jüttner
Figaro,
Kammer=
diener d. Grafen AlfredStephani
Suſanne,
Kam=
mermädchen der
Gräfin
. Olga Kallenſee
Marzelline, Beſchl.
im Schloſſe des
Grafen
Anna Jacobs
Bartolo, Arzt. . W. Riechmann
Baſilio, Muſikm. Karl Bernhardt
Don Gußmann,
Richter .
Karl Jahn
Antonio, Gärtner Auguſt Kräger
Bärbchen, ſ. Tocht. Hede Schaub
Zwei Edel= . . Maya Longin
damen
Erika Hartmut
Nach dem 2. Akte längere Pauſe,
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loge 6.10 M., Balkonloge 5.10 M.,
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Galerie 1.25 M.,
II. Galerie 0.65 M.
Anf. 7 Uhr. Ende geg. 10½ Uhr.
Kartenvk. v. 9½—1½ u. v. 6 U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 16. Okt. 32. Ab.=Vſt.
D 8. „Tannhäuſer.”
Tann=
häuſer . . Theodor Eckert, a. Gaſt.
Gewöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 17. Okt. 33. Ab.=
Vorſtell. B 9. „Die ſchöne
Helena.” Gewöhnliche Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Freitag, 18. Okt. 34. Ab.=Vſt.
C 9. Zum erſten Male
wieder=
holt: „ Sommer” Komödie
von Rittner. Gewöhnl. Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 19. Okt. 35. Ab.=Vſt.
A 9. Uraufführung. „Das
Prinzip.” Luſtſpiel in 3 Akten
von Hermann Bahr. Gewöhnl.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
1912.
Bekanntmachung.
Nach dem von der Wahlkommiſſion heute feſtgeſtellten Ergebnis wurden bei der
am 6. d. Mts. ſtattgefundenen Wahl der Vertrauensmänner und Erſatzmänner der
Angeſtellten im Landkreis Darmſtadt nachgenannte Herren gewählt:
Sitz Nr. 1.
Sitz Nr. 2.
Sitz Nr. 3.
Vertrauensmänner: Ludwig Sattler,
Heinrich Delp Joſt Schumacher,
Handlungsgehilfe
Werkmeiſter
Buchhalter
Eberſtadt
Eberſtadt
Eberſtadt
(Liſte B).
(Liſte B).
(Liſte B).
Erſte Erſatzmänner: Curt Gebhardt,Wilhelm Hammann, Vhilipp Raab,
Buchhalter
Bürgermeiſterei=
Werkmeiſter
Eberſtadt
gehilfe, Arheilgen
Pfungſtadt
(Liſte B).
(Liſte B).
(Liſte B).
Zweite Erſatzmänner: Joh. Georg Raab, Franz Trautmann, Adam Küfner
Parteiſekretär
Handlungsgehilfe 1 Handlungsgehilfe
Pfungſtadt
Ober=Ramſtadt
Eberſtadt
(Liſte A).
(Liſte B).
(Liſte B).
Gemäß § 32 der Wahlordnung (Reichsgeſetzblatt Nr. 42 von 1912) bringe ich
dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß Beſchwerden gegen die Giltigkeit
der Wahl binnen einem Monat nach der Bekanntmachung des Wahlergebniſſes bei
Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße 3, vorgebracht werden können.
Darmſtadt, den 11. Oktober 1912.
(21461
Der Wahlleiter:
Dr. Michel, Großh. Kreisamtmann.
Bekanntmachung.
Seitens der Armeekonſervenfabrik zu Mainz iſt der Ankauf von
Viktoria=
erbſen, weißen Speiſebohnen und Linſen aufgenommen worden.
Angebote ſind entweder an das nächſtgelegene Proviantamt oder direkt an die
Fabrik zu richten.
ſteis Kochproden von reichich 1. Aier begufüigen.
Die Preisforderung iſt entweder
a) „frei Waggon Verladeſtation” oder
b) „frei Fabrikhof in Main=” zu ſtellen.
Beim Verkauf „frei Waggon Verladeſtation” wird die Mitwirkung des
nächſtgelegenen Proviankamts in Anſpruch genommen. Es muß ſich dabei aber um
die Abnahme von mindeſtens 10 Tonnen (200 Zentner) handeln, die beim Eintreffen
des abnehmenden Beamten ſo bereitgeſtellt ſein müſſen, daß ſie unverzüglich
über=
nommen und verladen werden können. Soll die Abnahme auf beſonderen Wunſch
des Verkäufers an einem nicht mit Bahnſtation verſehenen Lagerorte erfolgen, ſo
kann auch dies geſchehen, der Verläufer muß aber dann die Koſten der Beförderung
und die Gefahr der Verſchlechterung, des Untergangs uſw. der Ware bis zur
Ver=
ladung in den Waggon tragen.
Beim Verkauf „frei Fabrik Mainz” iſt zu beachten, daß die Koſten für die
Abfuhr der Frucht vom Hauptgüterbahnhof nach der Fabrik 12 Pfg. für 100 kg
be=
tragen und vom Verkäufer zu entrichten ſind. Einfuhrgebühr (Oktroi) wird von der
Stadt Mainz für Hülſenfrüchte nicht mehr erhoben.
Fracht und Abfuhrkoſten werden von der Fabrik verauslagt und bei der
Abrechnung gekürzt.
Den Landwirten werden auf Wunſch die Säcke für den Transport der Früchte
leihweiſe auf ihre Koſten überſandt, vorausgeſetzt, daß ſie bereit ſind, für etwaige
Beſchädigungen und Verluſte aufzukommen.
Darmſtadt, den 7. Oktober 1912.
(21229sd
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
An die Großh. Bürgermeiſtereten der Landgemeinden des Kreiſes.
Indem wir Sie auf unſere vorſtehende Bekanntmachung hinweiſen, empfehlen
wir Ihnen, die Bewohner Ihrer Gemeinden noch beſonders auf dieſelbe aufmerkſam
zu machen.
Darmſtadt, den 7. Oktober 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 ſchott. Schäferhund, 1 Pinſcher. 1 Fokterrier (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (21449
Bekanntmachung.
Nach § 60 der Gewerbeordnung für das Deutſche Reich ſind
Wandergewerbeſcheine (Gewerbeſcheine zum Hauſierhandel ꝛc.) nur
für die Dauer des Kalenderjahres gültig, für das ſie erteilt worden
ſind. Unter Hinweis auf dieſe Beſtimmung fordern wir daher alle
dahier wohnhaften Intereſſenten, die den Gewerbebetrieb im nächſten
Jahre fortzuſetzen oder zu beginnen beabſichtigen, hierdurch auf, ihre
Anträge auf Erteilung eines Wandergewerbeſcheines für das Jahr 1913
alsbald bei dem zuſtändigen Revierpolizeikommiſſär zu ſtellen.
Nach den Vorſchriſten der Ziffer III Abſatz 2 und 3 der
Bekannt=
machung des Reichskanzlers vom 4. März 1912 (R. G. Bl. S. 189)
betreffend die Ausführungsbeſtimmungen zur Gewerbeordnung, iſt in
Zukunft jedem Antrag auf Erteilung eines Wandergewerbeſcheines
die Photographie des Antragsſtellers beizufügen. Bei gemeinſamen
Wandergewerbeſcheinen (§ 60 Abſatz 3 Gewerbe=Ordnung) genügt die
Photographie des Unternehmers, wenn dieſer nicht vorhanden iſt, die
eines Mitglieds. Die Photographie muß von Viſitenkartenformat
unaufgezogen ähnlich und gut erkennbar ſein eine Kopfgröße von
minoeſtens 1,5 cm haben und darf in der Regel nicht älter als
5 Jahre ſein.
Die erteilten Wandergewerbeſcheine können in Zukunft nicht mehr
auf dem Großh. Kreisamt in Empfang genommen werden, ſondern
ſind von den Geſuchsſtellern bei dem Großh. Finanzamt I dahier
abzuholen.
Bei verſpätetem Antrag haben die Säumigen es ſich ſelbſt
zuzu=
ſchreiben, wenn die Scheine nicht rechtzeitig ausgeſertigt werden können.
Gründe, welche der Erteilung eines Wandergewerbeſcheines
entgegenſtehen oder entgegenſtehen können, ſind folgende:
1. wenn der Nachſuchende mit einer abſchreckenden oder
anſtecken=
den Krankheit behaftet oder in einer abſchreckenden Weiſe
ent=
ſtellt iſt;
2. wenn er unter Polizeiaufſicht ſteht;
3. wenn er wegen ſtrafbarer Handlungen aus Gewinnſucht, gegen
das Eigentum, gegen die Sittlichkeit, wegen vorſätzlicher
An=
griffe auf das Leben und die Geſundheit der Menſchen, wegen
Land= und Hausfriedensbruch, wegen Widerſtands gegen die
Staatsgewalt, wegen vorfäßzlicher Brandſtiſtung, wegen
Zu=
widerhandlungen gegen Verhote oder Sicherungsmaßregeln
betreffend Einführung oder Verbreitung anſteckender Krankheiten
oder Biehſeuchen zu einer Freiheitsſtrafe von mindeſtens drei
Monaten — bezw. von mindeſtens einer Woche — verurteilt
iſt und ſeit Verbüßung der Strafe 3 Jahre — bezw. 5 Jahre —
noch nicht verfloſſen ſind:
4. wenn er wegen gewohnheitsmäßiger Arbeitsſcheu, Bettelei,
Landſtreicherei, Trunkſucht übel berüchtigt iſt:
5. bei Geſuchen um Wandergewerbeſcheine für Muſikaufführungen,
Schauſtellungen, theatraliſche Vorſtellungen oder ſonſtige
Luſt=
barkeiten, bei denen kein höheres Intereſſe der Kunſt oder der
Wiſſenſchaft obwaltet, ſobald einer den Verhältniſſen des Kreiſes
entſprechenden Anzahl von Perſonen Wandergewerbeſcheine
er=
teilt oder ausgedehnt ſind;
6. wenn der Nachſuchende das fünfundzwanzigſte Lebensjahr
noch nicht vollendet hat. In dieſem Falle iſt dem
Nachſuchen=
den der Wandergewerbeſchein zu erteilen, wenn er der Ernährer
einer Familie iſt und bereits vier Jahre im Wandergewerbe
tätig geweſen iſt:
7. wenn er blind, taub oder ſtumm iſt, oder an Geiſtesſchwäche
leidet;
8, wenn der Nachſuchende im Inlande einen feſten Wohnſitz
nicht hat;
9. wenn er wegen Verletzung der auf den Gewerbebetrieb im
Um=
herziehen bezüglichen Vorſchriften im Laufe der letzten drei
Jahre wiederholt beſtraft iſt;
10. wenn er ein oder mehrere Kinder beſitzt, für deren Unterhalt
und, ſofern ſie im ſchulpflichtigen Alter ſtehen, für deren
Unter=
richt nicht genügend geſorgt iſt.
Wer zum Zwecke der Erlangung eines Wandergewerbeſcheines
in Bezug auf ſeine Perſon, oder die Perſonen, die er mit ſich zu
führen beabſichtigt, wiſentlich unrichtige Angaben macht, iſt
ſtrafbar.
Der Gewerbebetrieb im Umherziehen darf unter keinen
Um=
ſtänden eher begonnen werden, als bis der Gewerbetreibende
im Beſitze des Wandergewerbeſcheines iſt.
Zuwiderhandlungen werden nach § 148 der
Gewerbeord=
nung beſtraft.
Weiter machen wir darauf aufmerkſam, daß nach dem Geſetze
füber den Urkundenſtempel vom 12. Auguſt 1899 (in der vom 1. April 1910
ſan geltenden Faſſung) Wandergewerbeſcheine der Stempelpflicht
unterliegen. Die Stempeltaxe beträgt 4 Mark. Außerdem müſſen
alle Wandergewerbetreibende für die Ausübung ihres
Gewerbe=
betriebes die Wandergewerbeſteuer nach Vorſchrift des Geſetzes, die
Beſteuerung des Gewerbebetriebes im Umherziehen betreffens, vom
22. Juli 1900, entrichten.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
. (21370si
Gennes.
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und
Nach=
ſchautermine finden, ſolange
Be=
dürfnis, jeden Mittwoch,
nach=
mittags von 5 Uhr ab, im
Schul=
haus in der Rundeturmſtraße
für im Vorjahr geborene, ſowie
für ältere mit der Impfung im
Rückſtande verbliebenen Kinder
ſtatt.
(13179a
Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Stroßlieferung.
Die Lieferung von 235 Zentner
Kornſtroh (Handdruſch) und 20
Zentner Gerſtenſtroh (
Maſchinen=
druſch) für verſchiedene ſtädtiſche
Verwaltungenſollvergebenwerden.
Die Lieferungsbedingungen
liegen während der
Geſchäfts=
ſtunden im Stadthaus (Zimmer
Nr. 39) zur Einſicht offen.
Angebote ſind, mit
entſprechen=
der Aufſchriſt verſehen, bis
Mittwoch, 16. Oktober I. Js.
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
Darmſtadt, 10. Oktober 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Bekanntmachung.
Freitag, 18. Oktober I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Gaſtwirt Jakob Petri
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 3549/100 318/0 Hofreite Ecke
der
Lieb=
frauen= und
Pankratius=
ſtraße Nr. 58,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K5/12
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 7. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V20958
Garde=Dragoner=
Regi=
ment (1. Großh. Heſſ.)
Nr. 23.
J.=Nr. 3165.
Der Dragoner Peter Gunſt der
4. Eskadron, der ſich am 6.
Okto=
ber von ſeinem Truppenteil
ent=
fernte, iſt zurückgekehrt. (21462
Die gegen denſelben erlaſſenen
Steckbriefe, bezw. die angeſtellten
Recherchen werden
zurückgenom=
men.
Darmſtadt 12. Oktober 1912.
3. A. d. R.=K.:
v. Loeßl,
Major beim Stabe.
Pferde=Verkauf.
Donnerstag, den 24. u.
Frei=
tag, den 25. Oktober 1912,
vormittags 9 Uhr beginnend,
werden auf dem Hofe der
Train=
kaſerne, Eſchollbrückerſtraße Nr. 24,
an iedem Tage ca. 80 Stück
über=
zählige Dienſtpferde öffentlich
meiſtbietend gegen Barzahlung
(321441
verſteigert.
Train=Bataillon Nr. 18,
Darmſtadt.
Städtiſcher Fiſchmarkt.
Beginn: 1. Oktober 1912.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Dienstag bis einſchl. Samstag jeder
Woche,
b) auf dem Riegerplatz: nach Bedarf, jedenfalls aber
Don=
nerstag und Freitag jeder Woche.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
des Oberbürgermeiſters feſtgeſetzt werden, ſind an den
Verkaufs=
ſtänden angeſchrieben.
Darmſtadt, den 28. September 1912.
(20343a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.
Städt. Fleiſch=Verkauf
Aeue Markthalle im Schlachthof
und im Hauſe Kiesſtraße 21 (zwiſchen
Hoch= und Karlſtraße)
alle Wochentage von vormittags 7 Uhr an
(21416oi (Rindfleiſch (alle Stücke) p. Pfund 82 Pfg.
Schweinefleiſch per Pfund 88 Pfg.
Kotelettſtücke. . per Pfund 90 Pfg.
Die Lieſerung des Bedarfs an Kartoffeln, Kolonialwaren (ausſchl.
Kaffee und Konſerven), Eier, Milch, Butter, Mehl, Brot, ſowie
Abnahme des Spülichts und der Knochen ſoll für die Zeit vom
1. November 1912 bis 31. Oktober 1913 vergeben werden. Schriftliche
Angebote ſind bis zum 20. Oktober 1912, vorm. 9 Uhr,
ver=
ſiegelt und mit entſprechender Aufſchrift verſehen — Kolonialwaren
unter Beifügung von Proben — auf dem Zahlmeiſter=
Geſchäfts=
zimmer abzugeben, woſelbſt auch die Lieferungsbedingungen
einge=
ſehen werden können.
(21093di
Küchenverwaltung Garde=Dragoner=Regts. Nr. 23.
Verſteigerung von Grundſtücken.
Auf Antrag des Peter Schäfer VI. als Pfleger der Peter
Schäfer II. Witwe hier, ſollen am Freitag, den 18. Oktober 1912,
nachmittags 7 Uhr, auf unſerem Bureau zwei Grundſtücke:
Flur 17 Nr. 346 — 1525 am Acker rechts an der alten Straße,
gegen dem ſteinernem Kreuz,
Flur 9 Nr. 198 = 881 am Acker links des Schloßwegs, gegen
der Dieburgerſtraße,
wiederholt zum letztenmal öffentlich verſteigert werden. Bemerkt
wird, daß das Grundſtück Flur 17 Nr. 346 in der Nähe des
Wald=
frieden liegt und als Baugelinde in Betracht kommen kann.
Eberſtadt, den 8. Oktober 1912.
(21223si
Großherzogliches Ortsgericht Eberſtadt.
Schäfer.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 16. Oktober 1912, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration zur
Roſenhöhe) verſchiedene Möbel, als:
Vertikos, Diwans, 1 Ausziehtiſch, Trumeauſpiegel,
Kleider=
ſchränke, 1 Cauſeuſe und 4 gepolſt. Stühle, Pianinos,
1 Tafelklavier, 1 Spiegelſchrank, 1 Regulator, ferner
Laden=
regale, 1 Halbverdeck, 1 Warenſchrank, 1 Kopierpreſſe,
1 Papierſchneidmaſchine und im Anſchluß hieran an Prit
und Stelle 1 Gerätehütte, 1 Partie Brennholz und die
Kartoffelernte von einem Acker
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
(21482
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11
Mittwoch, den 16. Oktober
beginnt die Fiſcherei im Woog.
Fiſche werden daſelbſt vom 16. bis 19. Oktober zu billigen
Preiſen ausgewogen.
(*3025oi
J. Gunder.
165 M., 2tür.
Guterh. Fahrrad Kleiderſchr.,
Diwan, Waſchkommode zu verk.
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Cn. 560 Zeintr. Dickwurz, mn
kleineren und größeren Mengen
chuschen Arheilgerſtr. 41. (2111fa
Aufpol. v. Möh.
Spezialität: uſw., ſowie alle
vorkomm. Schreinerarbeiten (20359a
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.
Seite 17
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. Oktober 1912.
Nummer 243,
war
ist
und
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Geſchäftszahl 2. M. 21g.
Aufforderung an die Erben,
Vermächtnis=
nehmer und Gläubiger eines Ausländers.
Am 10. Mai 1912 iſt der nach Oberau — Kreisamt Büdingen
— Großherzogtum Heſſen, zuſtändige deutſche Staatsbürger Georg
Reith, gew. Buchdruckereibeſitzer, in Wien X, Columbusgaſſe 2,
woſelbſt er ſeinen ordentlichen Wohnſitz hatte, ohne Hinterlaſſung
einer letztwilligen Anordnung verſtorben.
(21415M
Gemäß §§ 137, 138 kaiſ. Pat. vom 9. Auguſt 1854, R. G. Bl.
Nr. 208, werden alle Erben, Vermächtnisnehmer und Gläubiger, die
öſterreichiſche Staatsbürger oder hierlands ſich aufhaltende Fremde
ſind, aufgefordert, ihre Anſprüche an den Nachlaß längſtens bis
20. November 1912 beim gefertigten Gerichte anzumelden,
widrigens der Nachlaß ohne Rückſicht auf dieſe Anſprüche an die
ausländiſche Behörde oder eine von dieſer legitimierte Perſon
aus=
gefolgt werden kann.
Zugleich werden gemäß § 140 kaiſ. Patent vom 9. Auguſt 1854,
R. G. Bl. Nr. 208, mit Rückſicht darauf, daß die hierlands befindlichen
Erben um die Vornahme der Verlaſſenſchaftsabhandlung durch die
öſterreichiſche Gerichtsbehörde angeſucht haben, die allfälligen
aus=
wärtigen Erben und Vermächtnisnehmer aufgefordert, ihre Anſprüche
in der gleichen Friſt anzumelden und bekannt zu geben, daß ſie die
Abtretung an die ausländiſche Behörde verlangen, widrigens, wenn
letztere nicht ſelbſt die Abtretung verlangt, die Abhandlung hierlands,
und zwar mit den ſich meldenden Erben allein gepflogen würde.
K. k. Bezirksgericht Favoriten
Abteilung VI., 2. Oktober 1912.
Dr. Rodler.
Bampr Wasch-Anstatrgkerbus
Luisenstrasse 32/34.
Sorgfältige Behandlung, vollſtändige Desinfektion der Wäſche.
Herrenwäſche blütenweiß, elaſtiſch=ſteif, ff. Glanz.
Damenwäſche, Kleider, Bluſen, alle Stoffe und Farben.
Gardinen, Tiſch= und Bettwäſche, jedes Gewebe und Muſter.
Auf Wunſch ſofortige Abholung. Raſche Lieferung. (21496a
Kurſe vom 14. Oktober 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,20
77,70
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
88,00
3½ do. Conſols
77,60
3. do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,80
93,00
do.
31
83,25
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,90
86,75
do.
3½
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 99,90
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,50
4 do. do. (unk. 1918) 99,00
86,60
do.
3½
75,70
do.
78,90
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,60
do. v. 1875 93,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 90,10
1¾ Griechen v. 1887 . . 47,00
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 87,20
4 do. Goldrente . . . 91,70
4 do. einheitl. Rente 83,60
3 Portug. unif. Serie I 62,90
3 do. unif. Ser. III 63,30
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 98,50
4 do. v. 1890 . . 92,10
4 do. v. 1905 . . 87,50
86,00
4 Ruſſen v. 1880
86,50
4 do. v. 1902
99,60
4½ do. v. 1905
4½ Schweden
3 Serbier amort. v. 1895 66,00
4 Türk. Admin. v. 1903 77,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 79.50
87,20
4 Ungar. Goldrente .
4 dv. Staatsrente. . . 85,30
InProi=
Zf.
.101,40
5 Argentinier
do.
85,50
4½ Chile Gold=Anleihe . 90,25
5 Chineſ. Staatsanleihe . 98,60
do.
4½
91,75
4½ Japaner . . . .
90,75
5 Innere Mexikaner . . . 92,90
3
do.
59,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,30
5 Gold=Mexikaner . . . . 98,30
3 Buenos Aires Provinz 68,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 145,75
5 Nordd. Lloyd . . . . . 114,75
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. .
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . .
8 Baltimore und Ohio . 105,00
6½ Schantungbahn . . . 125,60
6‟ Luxemb. Prince Henri
O Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18½
6 Pennſylvania R. R.
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 67,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
.. . 510,00
Fabrik .
14 Chem. Fabrik Gries=
245,00
heim
30 Farbwerke Höchſt . 605,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 343,50
10 Cement Heidelberg . . 144,50
30 Chem. Werke Albert 442,50
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 305,00
4 Lahmeyer . . . . . . . 121,00
Iuprat=
Letzte
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 142,60
12 Siemens & Halske .216,75
5 Bergmann Electr. . . 130,00.
10 Deutſch.Ueberſee Electr. 155,20
0 Gummi Peter . . . . 100,20
0 Kunſtſeide Frankfurt 103,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 552,00
10 Maſchinenf. Badenia 174,50
6 Wittener Stahlröhren 199,00
8 Steana Romana Petr. 137,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 220,10
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 196,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 108,00
3 Südd. Immobilien .
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 179,20
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 223,40
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 169,30
10 Gelſenkirchener . . . . 189,00
8 Harpener . . . . . . . 182,75
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 264,50
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . .
78,50
.163,50
4 Laurahütte .
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 204,00
11
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef.
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,90
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,60
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,80
do.
76,05
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 98,90
do.
4
Inpro.
Zf.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 50,50
3 Raab=Oedenburg . . . 76,25
4 Kronprinz Rudolfbahn
84,00
4 Ruſſ. Südweſt. . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 94,50
do.
87,10
84,50
4 Wladichawchas
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 75,00
do.
87,00
68,50
2¼0 Livorneſer .
3 Salonique=Monaſtir . 58,00
4 Baadadbahn . .
80,00
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 95,50
4 Miſſouri=Pacific.
73,20
4 Northern=Pacific
4 Southern=Paciſic .
93,50
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 85,00
5 Tehuantepec . . . . . . 97,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 180,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 162,20
6½ Darmſtädter Bank . 119,75
12½ Deutſche Bank . . . 245,10
6 Deutſche Vereinsbank 121,80
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 114,70
10 Diskonto=Kommandit 180,70
8½ Dresdener Bank . 150,25
9½ Frankf. Hypoth.=B. 212,50
6½ Mitteld. Kreditbank 116,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 120,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,50
. .132,40
5.86 Reichsbank.
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46)
Nein, es darf nicht ſtattfinden, auf keinen Fall und
unter keinen Umſtänden, und all Ihre Klagen, gnädige
Frau, werden daran nichts ändern. Als Arzt darf ich es
überhaupt nicht geſtatten. Abgeſehen von der Kranken,
die ſelbſtverſtändlich der größten Schonung und Ruhe
bedarf, iſt andererſeits die Gefahr der Anſteckung zu
groß, als daß Fremde das Haus betreten könnten.
Anſteckung? Wie ein Angſtſchrei kam es aus Julas
Mund, und ſie flüchtete förmlich aus der Nähe des
Hof=
gats in das andere Ende des Zimmers.
Ja, es handelt ſich allem Anſchein nach um Typhus.
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß die größte Vorſicht geboten
iſt und alle Maßregeln, die ich erteile, ſtreng befolgt
wer=
den, Karl Auguſt. Der alte Herr wandte ſich oſtentativ
nur noch an dieſen mit all ſeinen Reden. Hier in des
Sohnes Zügen las er Angſt und Sorge um der Mutter
Leben. Dort die junge Frau, die in ohnmächtigem Zorn,
wie ein ungezogenes Kind mit den Füßen ſtampfte und
weinte, hielt er ſeiner Beachtung weiterhin nicht mehr
Kür wert.
Sachgemäß und ruhig gab er ſeine Anweiſungen,
was vorderhand zu tun und was zu vermeiden ſei.
Auf=
merkſam hörte Karl Auguſt zu und nickte zu allem
Zu=
ſtimmung. Er war bleich und verſtört und ſo ſehr er
ſich auch beherrſchte, es zuckte und bebte in ſeinen Zügen
wie unterdrückte Tränen.
Trotz all ihrem Weinen und Jammern aber ging
Jula kein Wort von dem verloren, was die beiden
Herren miteinander beſprachen. Urplötzlich verſiegten ihre
Tränen. Ein Gedanke war blitzſchnell in ihr
emporge=
zuckt. Nein, nein, rief ſie, ich mag es nicht, ich dulde es
nicht, daß Deine Mutter hier im Hauſe bleibt, Karl
Auguſt. Ich hab’ einmal geleſen, daß alle
Typhus=
kranken ins Krankenhaus geſchafft werden müſſen. Mama
muß fort! Ich will mich nicht anſtecken, ich will nicht
ſter=
ben, Karl Auguſt. Du, Du fürchteſt Dich ja auch, das
weiß ich doch. So ſag’ doch nur etwas!
Karl Auguſt aber ſagte nichts. Rat und Hilfe
er=
flehend hingen ſeine Blicke an dem alten Freunde ſeines
Vaters. Der graue Kopf des Hofrats, der nachdenklich
dageſeſſen hatte, richtete ſich auf. Lange blickte er Karl
Auguſt an, dann ſagte er langſam: Vielleicht iſt es doch
das Richtigſte und Beſte! Die Pflege im Krankenhauſe
iſt die rationellſte und ſorgſamſte! Aber es kann lange
dauern, ehe die Mutter wiederkommt, Karl Auguſt
wenn ſie überhaupt wiederkommt
Ins Krankenhaus! Karl Auguſt wollte abwehrend
auffahren, aber ein Blick auf Jula ließ ihn aufs neue
verſtummen.
Wenn ſie überhaupt wiederkommt! Dieſe Worte aber
verließen ihn nicht mehr. Wie ein drohendes Geſpenſt
verfolgten ſie ihn überall und ließen jeden hoffenden
Gedanken im Keime erſterben. Als gegen Abend der
Krankenwagen vorfuhr und im dämmernden Lichte des
frühdunklen Abends die Bahre mit der totkranken Mutter
aus dem Hauſe getragen wurde, war es ihm zumute,
als gellten ihm dieſe Worte des väterlichen Freundes
hundertfach und tauſendfach, voll brennenden Vorwurfs
aus allen Ecken und Enden ſeines Zimmers entgegen.
Mit ſtarren Augen ſah er vom Fenſter aus dem langſam
fortfahrenden Wagen nach. Nicht einmal Abſchied hatte
er von der Mutter nehmen dürfen! Seine Hand taſtete
nach dem Griff des Fenſters. Er hatte das Gefühl, als
müſſe er wie unter einer augenblicklichen Schwäche
zu=
ſammenſinken, und krampfhaft umklammerten ſeine Finger
das kalte Metall des Fenſterwirbels. Dabei biß er die
Zähne zuſammen ſo feſt, daß ſie knirſchten, um den in
ſeinem Herzen emporſteigenden wilden Schmerz zu
unter=
drücken. Nur ein Stöhnen, das wie ein dumpfes
Schluch=
zen klang, brach von ſeinen Lippen.
Beim Leben ſeiner Mutter hatte er geſchworen, daß
er Jula liebe und immer geliebt habe!
Es war ein Meineid geweſen!
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 15. Okkober 1912.
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Strafte nun ein rächender Gott ſeine Schuld?
Ein Fieberſchauer durchrieſelte ihn und kalter
Schweiß ſtand auf ſeiner Stirn. Er trat vom Fenſter
zurück. Ruhelos, getrieben von innerer Angſt, durchirrte
er wohl hundertmal den Raum, den die Kunſt der
Gärt=
ner und Dekorateure für das morgige Feſt in eine
lau=
ſchige Felſengruppe verwandelt hatte.
Aber Karl Auguſt ſah nichts davon. Der Spiegel
ſeines Auges nahm Gegenſtände und Dinge auf, ohne
ſie nach innen zurückzuſtrahlen. Er wurde ſich ſeiner
Um=
gebung gar nicht bewußt. Nur das eine wußte und fühlte
er, daß er der unglücklichſte Menſch auf Gottes weiter
Erde war und daß er niemand, niemand hatte, dem er
ſein übervolles Herz ausſchütten konnte, niemand, der ihm
Troſt ſpenden konnte.
Auffahrend blieb er plötzlich in ſeinem
Herum=
wandern ſtehen. Dort, dort ſtand doch jemand! War es
Jula? Nein, nein, nur ſie jetzt nicht ſehen! Ihm graute
vor ihr! Er wandte den Kopf weg.
Gnädiger Herr! Es war Julas Kammerjungfer.
Warum klopfen Sie nicht an? herrſchte ſie Karl
Auguſt an.
Entſchuldigen der gnädige Herr, ich bin durch den
blauen Salon gekommen, und da, da — des Feſtes wegen
hat man überall die Türen ausgehängt —. Gnädige
Frau laſſen fragen, ob der gnädige Herr nicht einmal
hinüber ins Schlafzimmer kommt. Gnädige Frau fühlen
ſich ſehr angegriffen und haben ſich zu Bett gelegt. Herr
und Frau von Warburg haben bis jetzt bei der gnädigen
Frau geweilt.
Es iſt gut, gehen Sie. Karl Auguſt winkte
ab=
wehrend mit der Hand, als das Mädchen Miene machte,
ſich nicht gleich zu entfernen.
Etttſchuldigen der gnädige Herr — aber — gnädige
Frau ſind ſehr aufgeregt! Vielleicht, vielleicht — Tränen
erſtickten die Stimme des Mädchens — kommen der
gnä=
dige Herr recht bald!
Da begriff Karl Auguſt. Jula hatte, wie ſie es
liebte, dieſes unglückliche Geſchöpf als Blitzableiter
be=
nutzt und an ihr ihre Wut und ihren Zorn über das
ge=
ſtörte Feſt — denn darum nur drehten ſich ſicherlich ihre
Gedanken — ausgelaſſen.
Ich komme ſogleich.
Mit einem Seufzer der Erleichterung verſchwand das
Mädchen.
Es dauerte aber immerhin noch eine geraume Zeit,
ehe er ſich entſchließen konnte, dem Rufe Julas Folge zu
leiſten. Er wußte ja, was ſeiner wartete, und ihn ekelte
förmlich davor.
In ihrer ganzen Kleinigkeit, Herzloſigkeit und
Rück=
ſichtsloſigkeit hatte ſich ihm Jula in den letzten Stunden
gezeigt und hatte damit in ihm mit einem Schlage das
Gefühl der Dankbarkeit für ihre Hilfe in ſeinen Geldnöten
ausgelöſcht. All die guten Vorſätze, die in ihm aufgekeimt
waren, Geduld und Nachſicht mit ihren Launen zu haben,
waren erſtorben angeſichts dieſes kindiſchen und
lieb=
loſen Benehmens, das ſie an den Tag gelegt hatte.
Ent=
weder hatte ſie faſſungslos geweint und geſchrien, weil
ihr „himmliſches Feſt” zu Waſſer geworden ſei, oder ſie
hatte in feiger Angſt zitternd darüber geklagt und
ge=
jammert, daß ſie ſich vielleicht bereits angeſteckt habe und
nun auch krank werden wird. Für ihn, für ſeinen Schmerz,
ſeine Sorge um die Mutter hatte ſie nicht das geringſte
Verſtändnis und nicht die mindeſte Anteilnahme gezeigt.
Mit einigen nichtsſagenden Worten hatte ſie zwar, wohl
um den Schein zu wahren, „ihr Bedauern” über Mamas
Erkrankung ausgeſprochen, aber es war Karl Auguſt
ge=
weſen, als ob ſelbſt hinter dieſen wenigen Worten etwas
Feindſeliges, Haßerfülltes gegen die Kranke gelauert
hätte. Seine Gedanken glitten darüber hinweg —
ab=
ſichtlich — wie über etwas Widerwärtiges, von deſſen
Berührung man zurückſcheute.
Mit fieberhafter Haſt hatte er ſich in all die eiligen
Arbeiten, die die Situation erforderte, geſtürzt. Er ſchrieb
Abſagen, telephonierte, fuhr zu Seiner Durchlaucht, ſandte
Boten aus, empfing Berichte, gab Auskünfte und wies
die durch Julas Benehmen rein kopflos gewordenen
Dienſtboten an, ihren täglichen Arbeiten nachzugehen.
Einen Augenblick hatte er auch gewankt: Sollte er
nach Berlin an die Geſchwiſter telegraphieren? Aber
kaum, daß ſich dieſer Gedanke in ihm geregt hatte, verwarf
er ihn auch ſchon wieder. Nein, das Tiſchtuch war füc
immer zwiſchen ihnen zerſchnitten!
Jeine telephoniſch herbeigerufenen Schwiegereltern)
ſaßen inzwiſchen bei Jula und leiſteten ihr Geſellſchaft.
Sie ſuchten die Aufgeregte damit zu beruhigen, daß ſie
ihr in allem recht gaben und das „arme Kind” furchtbar
bedauerten, was ſchließlich wohl auch das Vernünftigſte
war. Sie brachten auch Jula endlich zu der Einſicht, daß
für Karl Auguſt jetzt andere Pflichten vorlagen, als mit
zärtlichen Liebesworten tröſtend bei ihr zu ſitzen.
Ab und zu war ſein Schwiegervater zu ihm gekommen
und hatte eine Art Verſuche gemacht, ihm irgendwie ſeine
Hilfe anzubieten. Karl Auguſt ſah aus der Art und
Weiſe, wie dies geſchah, daß es lediglich ein Akt der
Höf=
lichkeit war und kein ernſtgemeinter Vorſchlag. Er hatte
daher höflich dankend alles abgelehnt, was mit einem
Seufzer der Erleichterung quittiert wurde.
Na), wie Du willſt, mein Sohn! Jula, das arme,
gute Kind, fängt nun auch an, ſich zu beruhigen. Gott ſei
Dank!
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Darmſtädter Tagbialt, Dienstag, den 15. Oktober 1912.
Nummer 24 3.
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Preiſes lauten: Maaslieb (24:10), Or du Rhin III 56,
Le Miracle 57, Pilis 73, Mon Cheri 89, Turandot 130,
Tu’s lieber 341 und Leiceſter Square 44:10.
Rennen zu Köln. Jugend=Handikap; 6500 Mk.,
Diſtanz 1400 Meter: 1. Herren A. und C. v. Weinbergs
Poltergeiſt (F. Bullock), 2. Au revoir (Wedgewood), 3.
Luntrus (Shurgold. Tot. 13:10. — Römerhof=Handikap;
8000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herren A. und C. von
Weinbergs Siskin (F. Bullock), 2. Blue in Blue (Schläfke),
3. Taftjoy (Shurgold). Tot. 34:10. — Preis des Winter=
Favoriten; Ehrenpreis und 50000 Mark, Diſtanz 1600
Meter: 1. Herren A. und C. von Weinbergs Fabella
(Lyne), 2. Laudon (F. Bullock), 3. Cſardas (Rice). Tot.
44:10. — Chamant=Rennen; 25000 Mark, Diſtanz 2400
Meter: 1. Herren A. und C. von Weinbergs Fervor
(Fox), 2. Royal Blue (Archibald), 3. Heros II (
Robin=
ſon). Tot. 41:10. — Frondaur=Rennen; 4200 Mark,
Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn Ravensbergs Eſto
(Miſchon), 2. Salambo (Martin), 3. Jelängerjelieber
(Hammer). Tot. 55110. — Hürden=Handikap; 4000 Mark,
Diſtanz 2900 Meter: 1. Herrn J. Innes’ Marius II (J.
Martin), 2. Aſhſtick (Leiß), 3. Guindale (Wharton)
Tot. 47110.
Rennen zu Magdeburg. Golf=Rennen; 2800
Mark, Diſtanz 1350 Meter: 1. Prinz A. Taxis’ Caliban
(Jangl), 2. Veronika, 3. Homchen (M. Alyn). Tot. 70:10.
Oktober=Hürden=Rennen; 2800 Mark, Diſtanz 3000
Me=
ter: 1. Lt. von Roeders Ortrud (Th. Baſtian), 2.
Conſtan=
tin (Sandmann), 3. Venezia (Edler). Tot. 16:10.
Hubertus=Jagd=Rennen; 2700 Mark, Diſtanz 4000 Meter:
1. Herrn von Kellers Nena Sahib II (Lt. von Berchem),
2. Medde II (Lt. Streſemann), 3. Dumbbell (Lt. Graſ
Baudiſſin). Tot. 17110. — Sechſte Magdeburger Herbſt=
Steeple=Chaſe; 7000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn
Kampfhenkels Ruſtikus (Sandmann), — 2. Pous de
Sen=
teur (Kuttke), — 2. La Faridondaine (Fanta). Tot. 20:10.
— Schäferſtunde=Jagd=Rennen; 3000 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Lt. Stallknechts Mediciß Pride (Lt. von
Ber=
chem), 2. Jubile Juggins (Lt. Streſemann), 3. Chari
(Hptm. Wilmſon). Tot. 17110. — Ultimatum; 2800
Mark, Diſtanz 1350 Meter: 1. Graf Weſtphalens Jeune
fille (Cleminſon), 2. Seetang (Ludwig), 3. Vanetas
(Benſch). Tot. 14:10.
Rennen zu Halle a. d. S. 1. Rennen: 1.
Abing=
ton (Lt. Graf Solms), 2. North Eaſt (Lt. Nickolai),
3. Syrian Temple (Lt. Nette). Tot. 15:10. — 2. Rennen:
1. Haſenfuß (Lt. Haedrich), 2. Strett Arab (Lt. von
Pla=
ten), 3. Coralle (Gierke). Tot. 115:10. — 3. Rennen:
Fulla II, 2. Junge, 3. Cora. Tot. 21:10. — 4. Rennen:
1. Vorwärts II (Beſ.), 2. Schwertleite (Beſ.), 3. Loki
(Beſ.). Tot. 25:10. — 5. Rennen: 1. Goldrock (von
Stam=
mer), 2. Poſſible (Graf Bentheim), 3. Augsburg (Herr
Böhme). Tot. 28:10. — 6. Rennen: 1. Heidenkind (Beſ.),
2. Springtime (Graf Hohenau), 3. Miß Balloſtite (Beſ.)
Tot. 22110.
Die Große Pardubitzer Steeplechaſe
kam am Sonntag zur Entſcheidung. Das mit 25000
Kronen ausgeſtattete Rennen führte über die lange
Diſtanz von 6400 Metern. Elf Pferde, darunter vier
deutſche Steepler, ſtellten ſich dem Starter. Der von
ſei=
nem Beſitzer, Militär=Obertierarzt Bartoſch, geſteuerte
Jamagata führte durchweg und gewann leicht mit fünf
Längen gegen Ritter von Dachowslis Zeppelin (Beſ.).
Zehn Längen zurück folgte der deutſche Vertreter
Hila=
rion II unter ſeinem Beſitzer, Rittmeiſter A. Böcklin, als
Dritter vor dem alten Scotch Moor, Pirok und Hogyne.
Tot. 252:10. Yatagan, Nevermore und Kulik kamen zu
Fall. Kulik brach das Genick und blieb tot am Platze.
* Radſport. In Düſſeldorf gelangte der Große
Preis vom Rhein, ein 100=Kilometer=Rennen in drei
Läufen, zum Austrag. Die beiden erſten Läufe gewann
van Neck, der aber ebenſo wie Goor im 50=Kilometer=Lauf
von Motordefekt betroffen wurde. Dadurch kam der
Ber=
liner Janke im Geſamtklaſſement zu einem knappen Siege.
Das Geſamtklaſſement war: 1. Janke 98,490 Kilometer,
2. van Neck 96,780 Kilometer, 3. Goor 92,300 Kilometer,
4. Demke, 5. Schelling.
Rennen in Dresden. Das von Scheuermann,
L. Didier, Walthour, Saldow, A. Vanderſtuyft beſtrittene
Zweiſtundenrennen wurde in ſehr ſcharfer Fahrt gefahren,
ſo daß von 80 Kilometer ab alle Weltrekords verbeſſert
wurden. Bis 40 Kilometer lag Walthour an der Spitze,
geriet aber dann durch Raddefekt ius Hintertreffen und
ſchließlich auf den letzten Platz. Nunmehr führte Didier,
der von 80 bis 130 Kilometer alle Weltrekords an ſich
brachte. Dann erlitt er einen Schwächeanfall, ſo daß er
Scheuermann und Saldow paſſieren laſſen mußte.
Scheuermann ſiegte in der neuen Weltrekordzeit von
174,010 Kilometer (163,090). Saldow blieb 1700 Meter,
Vanderſtuyft 6700 Meter, Didier 8200 Meter und
Wal=
thour 14000 Meter zurück. Die neuen Weltrekords ſind:
Didier 80 Kilometer 53:33 (bisher 53:54), 1. Stunde
89,850 Kilometer (88,660); 90 Kilometer 1:00:09 (1101:29);
100 Kilometer 1:07104 (1:08:12); 110 Kilometer 1114:15
(1:19::49); 120 Kilometer 1221:23 (1:27:10) 130 Kilometer
1.30227 (1:34:39). Scheuermann 140 Kilometer 1337104
(141:59); 150 Kilometer 1:43:48 (1:50:29); 160 Kilometer
1.50:32 (1:57:02); 170 Kilometer 1.57116. — Ein 30=
Kilo=
meterrennen der Klaſſe B gewann Schön=München in 22
Minuten 21,8 Sek. vor Bäumler=München, Eſſer=Köln und
Röthig=Dresden.
Die Meiſterſchaft von Berlin, veranſtaltet
vom Konſulat Berlin der Allgemeinen Radfahrer=Union,
kam am Sonntag auf der 300 Kilometer langen Strecke
Mariendorf — Trebbin — Jüterbog — Dahme-Lübben —
Beeskow-Frankfurt a. O.-Küſtrin-Müncheberg-
Bies=
dorf zum Austrag. Bei dem ſchnellen Tempo wurde das
um 6 Uhr morgens bei Mariendorf geſtartete 43 Fahrer
ſtarke Feld bald zerſprengt. Marx, Wehlitz, Otto Frank
und Geißdorf bildeten die ganze Fahrt über die
Spitzen=
gruppe, bis nicht weit vom Ziel entfernt Wehlitz, Frank
und Geißdorf ſtürzten; nur Marx blieb verſchont. Der
Berliner eroberte ſich dadurch einen kleinen Vorſprung
und vergrößerte dieſen noch bis zum Ziele um 6 Minuten.
Das Reſultat war: 1. W. Marx=Berlin in 10 Stunden 18
Minuten 20 Sek.; 2. Bruno Wehlitz=Berlin 10:24:00, 3.
Otto Frank=Berlin, ½ Länge, 4. Geißdorf ¼ Länge
zu=
rück; 5. Fr. Barby=Berlin 11:15:30, 6. Paul Arnold=
Char=
lottenburg ½ Länge, 7. Michaelis=Weißenſee ¼ Länge
zu=
rück.
Bei den Radrennen in Zürich begegneten
ſich vier der beſten Dauerfahrer. Das 10=Kilometer=Rennen
gewann Miquel in 7 Min. 46,4 Sek. mit 60 Meter
Vor=
ſprung vor Arthur Stellbrink; Linart blieb 280 Meter
zu=
rück und Günther erlitt einen Defekt. Ueber 30 Kilometer
ſiegte der Franzoſe ebenfalls in der neuen Bahnrekordzeit
von 23 Min. 13 Sek. vor Stellbrink, 300 Meter, Linart 810
Meter und Günther 2450 Meter zurück. Im Halbſtunden=
Rennen hatte Miquel das Pech, zu ſtürzen, kam aber dabei
ohne ernſte Verletzungen davon. Stellbrink ſiegte
eben=
falls in Bahnrekordzeit mit 37,966 Kilometer vor Linart
mit 37,660 Kilometer und Günther mit 37,280 Kilometer.
Die Rennfahrer=Verbandsmeiſterſchaft gewann
Dörflin=
ger vor Hönes.
* Fußball. In dem Ligaſpiel zwiſchen „
Olym=
pia‟=Darmſtadt und F.=V. Kaiſerslautern, das am Sonn=
tag auf dem Olympia=Sportplatz an der Heidelberger
Straße ſtattfand, blieben die Einheimiſchen mit 2:0
ſieg=
reich; Halbzeit 0:0. Weitere Reſultate aus dem Weſtkreis:
Fußballklub Ludwigshafen 1903 gegen „Boruſſia‟=
Neun=
kirchen 222, Fußballklub „Phönix”=Ludwigshafen gegen
„Pfalz”=Ludwigshafen 3:2, Verein für Raſenſpiele=
Mann=
heim gegen „Phönix”=Mannheim 4:0.
Die Berliner Fußballſpiele brachten am
Sonntag nur ein Spiel der 1. Klaſſe zwiſchen „Union”=
Potsdam und „Norden=Nordweſt”, das „Union” wider
Erwarten mit 5.2 gewann. Im Geſellſchaftsſpiel ſiegte
„Viktoria” mit 11:0 (5:0) über „Wacker” „Britannia” mit
7:2 (311) über „Brandenburg”, und „Tennis=Boruſſig”
mit 5.2 über „Weißenſee‟.
In Magdeburg wurde der neue Sportplatz von
Kricket=Viktoria mit leichtathletiſchen Konkurrenzen und
einem großen Fußballſpiel eingeweiht. Das
Fußball=
ſpiel gewann die Berliner „Herta” ganz überlegen 910.
Dagegen unterlag ein zweiter Berliner Verein, „
Mi=
nerva”, in Braunſchweig gegen die dortige „
Ein=
tracht” knapp mit 122.
Neuer Sieg des. deutſchen
Fußballmei=
ſter „Holſtein”=Kiel in Moskau. Der deutſche
Fußballmeiſter „Holſtein”=Kiel hatte auch bei ſeinem
zwei=
ten Spiele einen vollen Erfolg zu verzeichnen, da er die
kombinierte Mannſchaft Moskauer Ruſſen” überlegen
10:1 (Halbzeit 6:0) abfertigte. Von den Toren ſchoſſen
Krogmann vier und Möller drei.
* Hockeyſpiele. Das Olympiſche
Hockeytur=
nier, an dem nach dem Rücktritt der Böhmen jetzt nur
noch Deutſchland, England und Oeſterreich teilnehmen,
brachte am Sonntag als Hauptereignis die Begegnung
von England und Deutſchland. Die erſten zehn Minuten
verliefen ohne Reſultat, dann machte ſich eine
Ueberlegen=
heit der Engländer bemerkbar, die bis zur 24. Minute vier
Tore ſchoſſen. In den letzten zehn Minuten vor Halbzeit
holte Deutſchland zwei Tore auf, doch war England noch
einmal erfolgreich, ſo daß mit 5.2 die Seiten gewechſelt
wurden. In der zweiten Hälfte war das Spiel offener.
Auf beiden Seiten wurden Chancen verpaßt, doch ſicherte
ſich England durch drei weitere Tore die Führung mit
8:2. Acht Minuten vor Schluß brachte ein Elfmeterball
das dritte Tor für Deutſchland. Bei dieſem Stand von
8:3 verblieb es. Das zweite Spiel zwiſchen Oeſterreich
und Deutſchland „Erſatz” ſah die einheimiſche Mannſchaft
überlegen, die mit 711 (Pauſe 211) gewann. Am
Sams=
tag hatte England bereits mit 10.0 Oeſterreich geſchlagen.
Gewinnanszug
der
1. Preußiſch-Füddeutſchen
(227. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotkerie
4. Klaſſe 2. Ziehungstag 12. Oktober 1912
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und I.
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
192 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 40000 Mk. 10452
2 Gewinne zu 20000 Mk. 195802
6 Gewinne zu 5000 Mk. 1751 96992 190256
4 Gewinne zu 3000 Mk. 35211 89613
8 Gewinne zu 1000 Mk. 19150 19583 101181
186380
30 Gewinne zu 600 Mk. 611 1182 22258 48262
66507 67178 132037 132729 160980 161090 162036:
169263 183765 186436 194083
72 Gewinne zu 400 Mk. 4316 8614 9365 12967
25065 30333 36888 40156 48258 65219 60849 68535
72496 80700 86411 91852 111786 120435 121621
121947 125153 139527 143506 144766 145897 159694
162204 164829 166664 169567 163225 187371 188946
190518 201157 202764
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
192 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 15000 Mk. 132418
4 Gewinne zu 10000 Mk. 166565 174448
6 Gewinne zu 3000 Mk. 73281 142639 159645
10 Gewinne zu 1000 Mk. 24349 100522 113530
121944 128520
22 Gewinne zu 600 Mk. 7072 15528 37864 38216
61641. 123480 128752 148625 159897 195938 202083
82 Gewinnezu 400 Mk. 7914 23204 33697 34317
39675 40324 41176 49379 55283 61066 61899 62212
62321 65537 68192 77834 79234 92176 94081 94619
103415 111731 115657 117758 130899 134144 141259
142968 143532 149661 154217 168279 174803 175429
182524 188901 189988 190573 191093 192785 196462
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