Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadk,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Ageu=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibungoder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Nordd. Allg. Ztg. gibt bekannt, daß ſich das
preu=
ßiſche Staatsminiſterium über die
Haupt=
punkte der ſofort einzuleitenden
Regierungs=
altion in Sachen der Fleiſchtenerung geinigt
habe, und daß Preußen mit den
Bundesregie=
rungen ſofort in Verbindung treten werde.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung veröffentlicht den
dem Bundesrat vorliegenden Entwurf eines
Geſetzes über das Verfahren gegen
Jugendliche.
Reichskanzler v. Bethmann Hollweg wird ſich
zur Teilnahme an der Beſtattung des Botſchafters
Frhr. Marſchall v. Vieberſtein nach
Neuers=
hauſen begeben.
Am Dienstag wurde in Düſſeldorf der erſte
Kon=
greß für Städteweſen eröffnet.
Oberleutnant Hantelmann iſt geſtern früh auf der
Rumplertaube in Straßburg gelandet. Die reine
Flugzeit für die Strecke Berlin-Straßburg
be=
trug 7 Stunden 5 Minuten.
Zum Tode des Botſchafters Freiherrn
von Marſchall.
Der unerwartete Tod des Botſchafters Freiherrn
von Marſchall hat in Deutſchland aufrichtige Teilnahme
und ehrliches Bedauern hervorgerufen. Sein Abtreten
vom diplomatiſchen Schauplatz wird allgemein als ein
herber Verluſt empfunden. Denn dem Verſtorbenen war
nicht nur das für einen Botſchafter ſeltene Glück zuteil
geworden, iin der Heimat populär zu ſein, ſondern er
galt auch — man darf wohl ſagen: widerſpruchslos —
als das erfolgreichſte und fähigſte Mitglied der deutſchen
Diplomatie.
Seine Berufung nach London wurde deshalb an
manchen Stellen mit Hoffnungen begrüßt, deren
Ueber=
ſchwang nüchternen Beurteilern nicht verborgen bleiben
konnte. Inzwiſchen hat man Gelegenheit genug zu der
Erkenntnis gehabt, daß Verhältniſſe, wie die
deutſch=
engliſchen Beziehungen, auch von einer ausgeprägten
Perſönlichkeit nicht ohne weiteres zu meiſtern ſind. Die
Annäherung zwiſchen Deutſchland und Großbrktannien
verzeichnet trotz der Berufung Marſchalls keinen
Fort=
ſchritt: man darf im Gegenteil aus äußeren Merkmalen
ſchließen, daß die Politik einer diplomatiſchen
Einkrei=
ſung des Dreibundes durch die Tripleentente von neuem
ſchärfer hervortritt. Maritime Abmachungen der
En=
tentemächte und Flottenbeſuche ſollen nach dem
Einge=
ſtändnis des Temps die Uebereſinſtimmung der
Entente=
mächte zum Ausdruck bringen. Es wäre ungerecht, dem
Freiherrn von Marſchall einen Vorwurf daraus zu
machen, daß er dieſe Entwickelung nicht verhinderte. Aber
der aura popularis liegt die nüchterne Erwägung
vor=
handener ſachlicher Schwierigkeiten fern, und ſo würde es
kaum ausgeblieben ſein, daß Freiherr von Marſchall
durch ſeine Tätigkeit an der Themſe einen Teil ſeiner
deutſchen Bewunderer im Laufe der Zeit enttäuſcht hätte.
Durch einen frühzeitigen Tod iſt Freiherr von Marſchall
vor der Verkennung bewahrt geblieben, die jene
Ent=
täuſchung mit ſich gebracht hätte.
Dieſe Erwägung ſchützt andererſeits davor, die
prak=
tiſchen Folgen ſeines jähen Hinſcheidens zu überſchätzen.
So groß die Lücke in der deutſchen Diplomatie auch iſt,
die Marſchalls Tod geriſſen hat, für das Problem der
deutſch=engliſchen Beziehungen wird ſie nicht von
aus=
ſchlaggebender Bedeutung. Aber der vielerfahrene,
wach=
ſame, kluge und feſte Mann dürfte von der geſamten
internationalen Diplomatie vermißt werden, ſobald der
italieniſch=türkiſche Krieg beendet iſt und die
Durchfüh=
rung der Friedensbedingungen kaum ausbleibende neue
Schwierigkeiten erzeugt. Daß es ihm nicht vergönnt war,
ſeine „türkiſche” Vergangenheit noch einmal in großem
Stile zu nützen, erſcheint als der unmittelbarſte Verluſt,
der durch ſein plötzliches Hinſcheiden entſtanden iſt. Im
Zuſammenhang mit den deutſch=engliſchen Beziehungen
betrachtet, darf es dagegen für den Verewigten eine
glück=
liche Fügung genannt werden, daß er zu dieſem
Zeit=
vunkte in den Sielen geſtorben iſt.
2
,
Zum Ableben des Freiherrn von
Mar=
ſchall ſchreibt die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung: Dieſe erſchütternde Trauerkunde kommt
unerwartet. Durch den Heimgang des hochbegabten
Staatsmannes ſieht ſich die deutſche Diplomatie eines
ihrer beſten Vertreter in einem Zeitpunkt beraubt, da
auf ſeine weitere Wirkſamkeit Vertrauen und Hoffnung
geſetzt werden konnte. Als badiſcher Geſandter in
Ver=
lin und in aufreibender Arbeit als Staatsſekretär des
Auswärtigen Amtes von 1890 bis 1897 hat ſich Herr von
Marſchall ſelber zu der Beherrſchung des ihm urſprünglich
fremden diplomatiſchen Geſchäftes herangebildet, die ihm
dann eine glänzende Botſchafterlaufbahn ermöglichte
Ein halbes Menſchenalter hindurch ſind die wichtigen
Intereſſen des Reiches in Konſtantinopel unter
wechſeln=
den Verhältniſſen und oſt recht ſchwierigen Umſtänden
von ihm mit vorbildlichem Geſchick vertreten worden.
Als im Mai 1912 das Vertrauen des Kaiſers v. Marſchall
auf den verantwortungsvollen Poſten eines deutſchen
Botſchafters in London berief, ergriff er die neue ernſte
Aufgabe mit Freudigkeit. Wir dürfen glauben, daß es
ſeiner Klugheit und Beharrlichkeit gelungen ſein würde,
auch in der Entwicklung der deutſch=engkiſchen
Beziehungen für Kaiſer und Reich Eutes zu wirken,
und können es nicht genug beklagen, daß er ſo bald nach
Beginn ſeiner amtlichen Tätigkeit in London dem
aus=
wärtigen Dienſt entriſſen worden iſt. Sein Andenken
wird ehrenvoll fortleben mit Nachwirkung einer ſtarken
charaktervollen Verſönlichkeit.
Aus London, 24. Sept. wird gemeldet: Die
über=
raſchende Nachricht von dem Ableben des Freiherrn von
Marſchall hat hier tieſen Eindruck genacht und in den
diplomatiſchen und amtlichen Kreiſen, aber auch bei der
Londoner Bevölkerung aller Klaſſen aufrichtige
Teilnahme erregt. Der Lordmayor ſprach öfſentrlich
namens der Londoner Bürger ſein tiefes Bedauern aus.
Die Abendblätter widmen dem Verſtorbenen
ſym=
pathiſche Nachruſe. Die Weſtminſter Gazete ſchreibt:
„Als Freiherr von Vieberſtein zum Botſchafter in
Lon=
don ernannt wurde, hielten wir es für ein ausgeſprochenes
Kompliment, daß Deutſchland uns ſeinen
hervorragend=
ſten Diplomaten ſandte; der einnehmende Eindruck, den
er während der wenigen Wochen ſeiner Tätigkeit
hervor=
rief, wird nicht leicht ausgelöſcht werden. Die Zeit war
zu kurz, als daß er eine ausgeſprochene Politik hätte
ent=
wickeln können, aber er hatte bereits bewieſen, daß ſeine
Abſichten friedlich und freundlich waren. Wir hoffen und
glauben, daß ſein Nachfolger in derſelben Weiſe wirken
wird‟ Das Blatt ſpricht der Familie des Botſchafters
aufrichtigſtes Beileid aus.
Die Nachricht vom Tode des Freiherrn Marſchall
v. Bieberſtein machte in Wien großen Eindruck und rief
allfeitiges tiefſtes Bedauern hervor Die Blätter zollen
dem ſo plötzlich Dahingeſchiedenen in Beſprechung ſeiner
langjährigen diplomatiſchen Tätigkeit, vor allem ſeiner
Erfolge in der Türkei, die höchſte Anerkennung. Alle
Blätter betonen beſonders die Tragik, die darin liegt,
daß der Staatsmann, von deſſen Miſſion in London man
ſich jetzt allenthalben ſo viel verſprach, vom Schickfal
ab=
berufen iſt, ehe er ſein bedeutungsvolles Werk eigentlich
beginnen konnte. Das Fremdenblatt ſagt noch: Mit
Frei=
herrn v. Marſchalls Tod tritt eine der bedeutendſten
dip=
lomatiſchen Figuren Europas vom Schauplatz.
Deutſch=
land beklagt nun den Verluſt eines ſeiner erfolgreichſten,
bewährteſten Staatsmänner. Die Neue Freie Preſſt
ſchreibt: Deutſchland erlitt einen ſchweren Verluſt, Unſere
Zeit hat keinen Ueberfluß an guten Diplomaten, Wenn
giner vom Schlage Marſchalls dahingeht, ſo iſt das ein
Unglück, nicht für das Vaterland allein, ſondern
mittel=
bar für die ganze europäiſche Politik. Das Wiener
Abendblatt meint: Es wird nicht leicht ſein, einen Mann
zu finden, bei welchem die Perſon ſo ſehr das Syſtem
bedeutet, wie bei Freiherrn v. Marſchall. Einen Verluſt
erlitt nicht nur Deutſchland, ſondern der Friedensgedanke.
Die Kraſt, die der verſtorbene Votſchafter hatte, das
Ver=
treuen, das er fand und die Intelligenz, die zum
Still=
ſtand gebracht wurde, wird man nur ſchwer erſetzen
können.
Aus Rom wird gemeldet: Die offiziöſe Tribuna
widmet dem Frhrn. v Marſchall einen warmen Nachruf.
Sie ſtellt feſt, daß ſein Tod großen Schmerz in allen
politiſchen und diplomatiſchen Kreiſen Europas
hervorge=
rufen habe. — Das Giornale d'Italia ſchreibt:
Deutſch=
land verliert in ihm ſeinen größten Diplomaten. Nur
der klerikale Corriere d’Italia klagt Frhrn. v. Marſchall
an, daß er die auf ſeinen Beiſtand vertrauenden Italiener
in der Türkei im Stiche gelaſſen habe.
In den Pariſer Blättern ſpäegelt ſich der
tiefe Eindruck wider, den die Nachricht vom Tode des
Batſchafters v Marſchall hervorgeruſen hat. Der Temps
ſagt: Die deutſche Diplomatie hat einen großen Verluſt
erliten viellicht den ſchwerſten und unerwartetiſten, der
ſie treffen konnte. — Die Liberté meint: Die ganze
deutſche Diplomatie iſt von dem Tode betroffen, der
zu=
gleich einen Mann und ein Werk hinweggerafft hat. Der
Siecle ſchreibt: Trotz mancher Enttäuſchungen, welche
Frhrn. v. Marſchall in der letzten Zeit widerfahren ſind
kann man ſagen, daß er ſeinem Vaterland unermeßliche
Dienſte geleiſtet hat, für welche der monumentale
Bahn=
hof von Haidar=Paſcha ein machtvolles Sinnbild darſtellt.
Deutſches Reich.
Die Frage der Herabſetzung der
Altersgrenze für den Bezug der
Alters=
rente. Wie verlautet, wird in der zweiten Woche des
nächſten Monats in Dresden eine Sitzung der Kommiſſion
zur Prüfung der Frage der Herabſetzung der Altersgrenze
für den Bezug der Altersrente ſtattfinden. Bei dieſen
Beratungen wird es ſich darum handeln, bei der dortigen
Landesverſicherungsanſtalt ein Verfahren zur
Auszäh=
lung ſämtlicher Verſicherungskarten in den Altersklaſſen
vom 65. bis zum 70. Lebensjahre feſtzuſtellen. Eine ſolche
Auszählung werden dann ſämtliche
Landesverſicherungs=
anſtalten vorzunehmen haben. Hierdurch ſoll ermittelt
werden, wieviel Verſicherte in jeder Altersklaſſe
vorhan=
den ſind, die bei einer Herabſetzung der Altersgrenze auf
65 Jahre Anſpruch auf den Bezug der Altersrente hätten.
Auf dieſe Weiſe wird es möglich ſein, feſtzuſtellen, ob
die bisherige Schätzung über die finanzielle Belaſtung,
die mit 30 Millionen Mark angenommen wird, von denen
10 Millionen auf die Reichskaſſe entfallen, zutreffend iſt.
— Baſſermann über die
Parteiſtreitig=
keiten der Nationalliberalen. Auf einer
Sitzung des Landesausſchuſſes der Nationalliberalen
Naſſaus in Weilburg a. L. hat der Abg. Baſſermann eine
längere Rede über die politiſche Lage gehalten, in der er
über die inneren Zwiſtigkeiten in der Partei ausführte,
daß trotz mancherlei Gegenſätze, und trotzdem
überflüſ=
ſigerweiſe manche Parteifreunde ſich auf die Köpfe
ſchlü=
gen, doch keiner daran dächte, aus der Partei
hinauszu=
gehen.
Das ſei doch ein gutes Zeichen, ebenſo wie es ein
ſolches für das Vaterhaus ſei, zu dem die groß und
ſelbſtändig gewordenen Kinder immer wieder gern
zu=
rückkehren. Seiner Auffaſſung nach könne man dieſen
Wirren gegenüber auch den Geſichtspunkt vertreten, daß
ſie ſehr viel weniger auf Zerſetzung als auf reges
poli=
tiſches Leben und Betätigung deuteten, wie ja neuer Moſt
auch in alten Schläuchen gäre. Nichtsdeſtoweniger ſei es
aber doch erwünſcht, dieſe Streitigkeiten, welche
gegen=
über den großen der Partei geſtellten Aufgaben von
untergeordneter Bedeutung wären, einzuſtellen, nicht
et=
wa, weil die Partei dieſen Streit nicht zu ertragen und
in ſich auszutragen vermöchte, ſondern weil durch ihn den
Gegnern der Partei mehr Kampfesmaterial geliefert
würde. als nützlich und notwendig wäre. Das
Partei=
leben ſei ja an ſich überhaupt gegenüber den großen
Be=
rufs= und Standesorganiſationen ſchwieriger geworden.
Er frage aber. ob nicht faſt jede Partei ein doppeltes
Ge=
ſicht zeige. Größere Gegenſätze wie Ledebour und von
Vollmar in der Sozialdemokratie ſeien wohl kaum
denk=
bar. Troß der glänzenden Aufmachung der abgerundeten
Vorſtellung des Katholikentages in Aachen beſtänden die
Gegenſätze zwiſchen „Köln” und „Berlin” ſowie zwiſchen
der „Kurie” und den „chriſtlichen Gewerkſchaften”
unver=
mindert fort. Bei den Konſervativen ſei kaum
anzu=
nehmen, daß die altadeligen konſervativen Herren ſich in
der Geſellſchaft der ſtark agitatoriſch hervortretenden
Führer und Mitglieder des Bundes der Landwirte
be=
ſonders wohlfühlen. So ſeien Schwierigkeiten größerer
oder geringerer Art überall zu ſehen. Wenn es aber bei
der Nationalliberalen Partei zutreffe, daß niemand aus
der Partei herauswolle, ſondern daß es Gemeingut aller
ſei. ihren Beſtand und Zuſammenhalt hochzuhalten, dann
ſoll man auch eine Fehde einſtellen, von der niemand in
der Partei, ſondern nur die Gegner Nutzen hätten.
— Zu der Frage der Wiederbeſetzung
des erzbiſchöflichen Stuhles in Kölg
verlautet, daß das Domkapitel ſeine Liſte der Regierung
bereits eingeſandt habe. Es ſoll ſich um eine Liſte von
Männern der gemäßigten Richtung handeln. Etwaige
Schwierigkeiten ſeien darum nicht von der Regierung,
ſondern eher von ſeiten des Vatikans zu befürchten.
— Zum Konflikt in Rudolſtadt. Wir
er=
wähnten die Unterredung, die der Staatsminiſter Freiherr
v. d. Recke dem Redakteur der Saale=Zeitung gewährt
hat. Jetzt liegt der Bericht der Saala=Zeitung im
Wort=
laut vor und gibt Veranlaſſung, noch einiges
nachzu=
tragen. An der Zuſpitzung der Lage tragen nach der
Dar=
ſtellung des Miniſters die bürgerlichen Parteien durch
ein Verſäumnis Schuld, das ſie auch in anderen
Parla=
menten, z. B. im Deutſchen Reichstage, mitunter begangen
haben. Der Miniſter führte nämlich aus:
Dadurch, daß ſich die bürgerlichen Parteien, einem
alten Brauche folgend, in den Debatten auf nur kurze,
ſachliche Erklärungen beſchränkten, die Sozialdemokraten
dagegen ihre meiſt gut geſchulten Redner vorſchickten,
deren Reden im Parlamente von bürgerlicher Seite oft
unerwidert blieben, war die Regierung gezwungen (wie
es ihre ſelbſtverſtändliche Pflicht überdies iſt), mit den
ſozialdemokratiſchen Rednern die Klinge zu kreuzen.
Da=
durch wurde die Haltung der Regierung, wie es in der
Natur der Sache liegt, eine überaus ſchroffe. Ich halte
es für direkt geboten, daß die Staatsregierung der
Sozialdemokratie gegenüber die bürgerliche Auffaſſung
entſchieden zum Ausdruck bringt. Die Regierung iſt in
jedem Falle verpflichtet, ſämtliche Berufs= und
Erwerbs=
ſtände im Lande gegenüber der einheitlichen
Klaſſenver=
tretung der Sozi zu ſchützen. Die Sozialdemokratie, die
uns vorwirſt, wir ſeien der „Klaſſenſtaat”, iſt die einſei=
tige Vertreterin einer einzigen Klaſſe, während wir —
die Bürgerlichen — das Intereſſe aller Berufsſtände und
Erwerbsſtände vertreten.
Auf die Frage, ob das Notgeſetz, das den
Ausgangs=
punkt aller Schwierigkeiten bildete, wirklich ſo
unum=
gänglich geweſen ſei, erwiderte Freiherr v. d. Recke:
Ich hielt die Teuerungszulage für eine Pflicht gegen
die Beamten, für die ich die Verantwortung übernommen
habe und trage! Unſere Beamtenbeſoldung iſt weit die
geringſte in Deutſchland. Die Gehaltsſätze bewegen ſich
10—20 v. H. unter denen anderer thüringiſcher Staaten.
Notgeſetze ſind bei uns in den kleinen Staaten ein „
durch=
aus gangbarer Artikel!‟ Die Regierung war übrigens in
der Lage, die Teuerungszulage — ganze 8 v. H.! — nicht
als Notgeſetz, ſondern als landesherrliche Verordnung zu
bewilligen. Ich habe aber den Weg der landesherrlichen
Verordnung nicht beſchritten, weil er mir aus
konſtitu=
tienellen Empfinden nicht ſympathiſch war. Wäre der
Weg der „landesherrlichen Verordnung” beſchritten, ſo
würde der Landtag über die Rechtmäßigkeit dieſer
Ver=
ordnung erſt bei der Rechnungslegung, die früheſtens
1915 hätte erfolgen können (dreijährige Finanzperiode!)
debattiert haben. Die Vertagung des Landtags ſei
not=
wendig geworden, weil keine Möglichkeit beſtand, daß die
Etatsberatung zu einer für die Regierung annehmbaren
Einigung der Parteien führen könnte. „Zudem war von
ſeiten der Bürgerlichen ausgeſprochen worden, daß man
nicht die Teuerungszulage für die Beamten, ſondern eine
neue Skala zum Beſoldungsgeſetz haben wolle.
Ange=
ſichts dieſer Sachlage hielt es die Regierung für
ange=
zeigt, eine Unterbrechung in der Tagung eintreten zu
laſ=
ſen und dem Landtag bei ſeinem erneuten
Zuſammen=
tritt dann ein neues Beſoldungsgeſetz und vielleicht auch
ein dem Antrag der Bürgerlichen entſprechend
ausge=
arbeitetes neues Wahlgeſetz vorzulegen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Graf Berchtold über die Lage. Im
Aus=
ſchuſſe für Auswärtige Angelegenheiten der Ungariſchen
Delegation gab Graf Berchtold ein Expoſé über die
aus=
wärtige Lage, in dem er auf die italieniſch=türkiſchen
Friedensverhandlungen hinwies, auf die innere Kriſe
in der Türkei und dann auf den von ihm angeregten
Gedankenaustauſch der Mächte zu ſprechen kam. Er
ſagte u. a.:
Zu unſerer lebhaften Befriedigung haben ſämtliche
Kabinette unſerer Anregung verſtändnisvoll zugeſtimmt,
wodurch ein Kontakt unter den Mächten hergeſtellt und
eine wertvolle Bürgſchaft für die möglichſte Verhütung
einer gewaltſamen Löſung der Kriſe geſchaffen wurde.
Namentlich iſt das ruſſiſche Kabinett gleich uns ernſtlich
bemüht, die Aufrechterhaltung des Friedens zu ſichern.
Es hieße ſich aber einer bedenklichen Täuſchung hingeben,
wenn man die Gefahren der gegenwärtigen Balkanlage
deswegen als beſeitigt anſehen würde. Auf der andern
Seite möchten wir die Erwartung ausſprechen, daß die
Türkei den Ernſt der Situation nicht verkennen und den
Weg finden wird, den Gefahren von Komplikationen
zu=
vorzukommen. Die uns hierüber zugegangenen
Informa=
tionen berechtigen zu der Annahme, daß ſich die
gegen=
wärtige Regierung befleißigt, die nötigen Garantien für
gerechte Lebensbedingungen der Nationalitäten zu
ſchaf=
fen. Die legitimen Anſprüche der verſchiedenen, das
viel=
ſprachige Rumelien bewohnenden Völker mit den
Exigen=
tien des Ottomaniſchen Staatsweſens zu verſöhnen,
darin erblicken wir die Aufgabe der türkiſchen
Staats=
männer. Die redlichen Bemühungen, eine Löſung
die=
ſes Problems herbeizuführen, werden ſtets unſere
mora=
liche Unterſtützung finden. In der Verfolgung dieſer
Politik fühlen wir uns geſtärkt durch die Ueberzeugung,
daß dieſelbe der Auffaſſung unſerer Verbündeten
ent=
ſpricht, Ebenſo hat der anläßlich des
Be=
ſuches Herrn von Bethmann Hollwegs in
Buch=
lau mit demſelben gepflogene
Meinungsaus=
tauſch die volle Kongruenz der Anſchauungen,
nament=
lich in Bezug auf die im nahen Orient zur Richtlinie
beider Verbündeten dienenden konſervativen Prinzipien
ergeben. Im nächſten Monat wird mir Gelegenheit
ge=
boten ſein, mich Seiner Majeſtät dem König Viktor
Emanuel vorzuſtellen und mit dem Marcheſe die San
Giuliano Meinungsaustauſch zu pflegen. Wie Sie aus
den vorſtehenden Darlegungen erkennen werden, iſt die
auswärtige Lage trotz der Uebereinſtimmung der
Kabi=
nette der Großmächte in ihrem Beſtreben, den Frieden
zu erhalten, keineswegs beruhigender Natur. Ein
kon=
tinuierliches Wetterleuchten am Balkan gibt von einer
erhöhten elektriſchen Spannung der politiſchen Atmoſphäre
Zeugnis, ohne das Dunkel ungelöſter Probleme aufhellen
zu können. Die Diplomatie hält Wacht, um drohende
Konflikte zu verhüten und die Gefahren eines Balkan=
Brandes im Keime zu erſticken.
Berchtolds Expoſé erregte bei den ungariſchen
Dele=
gierten wegen der düſtern Faſſung der
Schlußbetrach=
tungen lebhaftes Aufſehen. Man verweiſt darauf, daß
dieſer Ton keineswegs den Zweck haben könne, die
Dele=
gation auf Mehrforderungen vorzubereiten, da dies
ange=
ſichts deſſen, daß neue Laſten erſt im zweitnächſten
Bud=
get erſcheinen werden, verfrüht wäre, ſomit müßte der
Miniſter die Lage tatſächlich als ernſt anſehen. In
die=
ſer Lage ſei, wie mehrere Delegierte erklären, die von
dem Miniſter bekannte Einheit der Großmächte tröſtlich.
Italien.
Italiens Bedingungen. Gegenüber der
Behauptung des Matin, die am 21. ds. Mts, nach
Kon=
ſtantinopel geſandten italieniſchen Vorſchläge
wider=
ſprächen nicht der Suzeränität des Sultans über Libyen,
der Sultan werde in Libyen durch einen hohen Beamten
vertreten, erklärt die Agenzia Stefani, die Behauptung
entbehre jeder Begründung. Italien habe durchaus nicht
die Abſicht, den zum Geſetz gewordenen Erlaß, der
Tri=
politanien und die Cyrenaika vollſtändig unter
italieni=
ſche Souveränität ſtellt, aufzugeben.
Frankreich.
Die Pulverfrage. Der Matin gibt einen von
dem Mitglied der Pulverunterſuchungskommiſſion
Mo=
reul in einer Fachzeitſchrift veröffentlichten Bericht
wie=
der, in dem darauf hingewieſen wird, daß in den
ſtaat=
lichen Pulverfabriken anſtelle reiner Baumwolle nur
Baumwollabfälle aller Art verwendet werden, die zum
Teil aus den Vorräten der Lumpenſammler ſtammten.
Wiederholt ſeien in den Baumwollballen alte Hemden,
Socken und Nachtmützen gefunden worden. Dieſe
min=
derwertige Baumwolle ſei mittelſt Chlor gebleicht
wor=
den, und das Vorhandenſein des Chlors in der
Baum=
wolle habe ſpäter notwendigerweiſe zur Zerſetzung des
Pulvers führen müſſen. Der Matin bemerkt dazu, daß
die Kommiſſion auf Grund ihrer Feſtſtellungen genaue
Vorſchriften für die Pulvererzeugung abgefaßt, aber
be=
ſtimmt habe, daß dieſes Reglement erſt dann in
Anwen=
dung treten werde, wenn die noch geltenden
Lieferungs=
verträge abgelaufen ſein würden. Die Kommiſſion habe
alſo wiſſentlich vorgeſchrieben, daß bei der
Pulver=
erzeugung ein Verfahren beobachtet werde, das ſie als
gefahrvoll anſah.
* Stuttgart, 25. Sept. Die hier weilenden
Mitglieder der Arbeiterpartei des
eng=
liſchen Unterhauſes, haben das Andenken des
deutſchen Botſchafters, Frhrn. Marſchall v.
Bieber=
ſtein, deſſen Tod bei der Beſichtigung ſtädtiſcher
Ein=
richtungen bekannt wurde, in würdiger Weiſe geehrt. Der
Abgeordnete für Bernard=Caſtle Arthur Handerſon nahm
das Wort, um dann namens ſeiner Parteigenoſſen in
be=
wegten Worten dem Gefühle herzlicher Trauer bei dem
Hinſcheiden des vortrefflichen Staatsmannes Ausdruck zu
geben, auf deſſen Wirken man ſo große Hoffnungen geſetzt
habe.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. September.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Dienstag nachmittag 3 Uhr
im Reſidenzſchloß Frau Dr. Willy Merck und die Oberin
des Eliſabethenſtifts. (Darmſt. Ztg.)
* Staatsminiſter Dr. Ewald iſt von ſeiner
Er=
holungsreiſe zurückgekehrt und hat die Leitung der
Ge=
ſchäfte wieder übernommen.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Forſtwart der Kommunalforſtwartei
Münſter, Förſter Michael Löbig Xl. zu Münſter aus
Anlaß ſeiner Verſetzung in den Ruheſtand das Band
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen zu dem
ihm bereits verliehenen Allgemeinen Ehrenzeichen mit
der Inſchrift „Für treue Dienſte‟
g. Schwurgericht. Der Fälſchung zweier öffentlicher
Urkunden iſt der 37jährige Privatkrankenpfleger Georg
Reitz aus Hetſchbach, jetzt in Darmſtadt, beſchuldigt.
Der Angeſchuldigte hatte im Mai und Juni dieſes Jahres
durch längere Krankheit und dadurch verurſachte
Arbeits=
loſigkeit veranlaßt, zwei Anzüge bei der Städt.
Pfand=
leihanſtalt verſetzt. Kurz darauf verkaufte er beide
Pfand=
ſcheine. Auf einem Schein war der Schätzungswert
mit 10 Mark und das gezahlte Darlehen mit 6 Mark
ver=
zeichnet; auf dem zweiten der Schätzungswert mit 6 Mk.
und das Darlehen mit 4 Mk. Bevor der Angeklagte nun
die Pfandſcheine veräußerte, änderte er auf dem einen
Schein die Zahl 10 in 16, indem er der Null einen Strich
anfügte; der Zehn in Buchſtaben ſetzte er eine Sechs voran.
Hierdurch gelang es ihm, für dieſen Schein 6 Mk. zu
er=
langen. Der Käufer fühlte ſich nicht benachteiligt, da nach
ſeiner Meinung der Anzug das gezahlte Geld wert ſei.
Es iſt deshalb auch dem Angeklagten Betrug nicht zur
Laſt gelegt, ſondern nur Verfälſchung öffentlicher
Urkun=
den. Den zweiten Schein fälſchte er dadurch, daß er der
Zahl 6 eine 1 vorſetzte. Den in Buchſtaben geſchriebenen
Wert änderte er nicht. In dieſem Falle erhielt er 4 Mark
für den Schein. Der Angeklagte beſtreitet, die
Aenderun=
gen in betrügeriſcher Abſicht getan zu haben; er habe nur
einen angemeſſenen Preis erzielen wollen. Der wahre
Preis der Sachen ſei mindeſtens 16 Mark geweſen. Die
Geſchworenen bejahten nur in dem erſten Fall die
Schuld=
frage und billigten dem Angeklagten mildernde Umſtände
zu. Das Gericht verurteilte den Angeklagten nach dem
Antrage des Staatsanwalts zu der Mindeſtſtrafe von
drei Monaten Gefängnis.
X* Der geſchäftsführende 2 usſchuß der
National=
liberalen Partei des Großherzogtums hielt am
Dienstag unter Vorſitz des Abg. Dr. Oſann eine
Sitzung ab, um über eine eventuelle Abänderung
des Organiſationsſtatuts zu beraten. Zurzeit
beſteht die Beſtimmung, daß jeder nationalliberale Verein,
der mindeſtens 25 Mitglieder zählt, im Landesausſchuß
einen Vertreter ſtellen kann. Für jede weiteren 400
Mit=
glieder kann er dann einen weiteren Vertreter entſenden.
Schon in der letzten Landesausſchußſitzung und auch
ſonſt iſt wiederholt betont worden, daß dieſe Beſtimmung
nicht zweckmäßig ſei und durch ſie namentlich die
größeren nationalliberalen Vereine benachteiligt würden.
Zwei kleine Vereine mit zuſammen 50 Mitgliedern
können zurzeit dasſelbe Gewicht in die Wagſchale werfen,
wie ein großer Verein mit 425 Parteigenoſſen. Man
war im Ausſchuß der Auffaſſung, daß darin eine
Unbilligkeit liege und eine Abänderung dieſer
Satzungs=
beſtimmung geboten ſei. Es wurde beſchloſſen, die
Frage zunächſt in den einzelnen Vereinen zur Diskuſſion
zu ſtellen und ſpäter dann im Landesausſchuß darüber
zu beraten.
D Ueber das Wahlrecht der Gewerbevereine
zur Handwerkskammer hat der Bezirksverband der
Gewerbevereine Mainz=Bingen in einer Beſchlußfaſſung
die Befürchtung ausgeſprochen, daß die Wahl zur
Handwerkskammer für die Gewerbevereine erſchwert
werden ſolle, indem beabſichtigt würde, das Wahlrecht
der Gewerbevereine zu ſtreichen. Die
Handwerks=
kammer hat hierauf in der Preſſe dieſe viel zu weit
gehende Befürchtung zu zerſtreuen verſucht mit dem
Hinweis, es ſei unverſtändlich, wie der Bezirksverband
Mainz=Bingen zu der erwähnten Annahme kommen
könne, welche eine erhebliche Beunruhigung in die Kreiſe
der heſſiſchen Gewerbevereine getragen habe;
keinen=
falls trage der Jahresbericht der Handwerkskammer
die Schuld an dieſer Beunruhigung. Hierzu ſchreibt
man uns: Wenn die Handwerkskammer den Abſchnitt
ihres Jahresberichts: „Das Wahlrecht der
Gewerbe=
vereine, Handwerkervereine und Fachvereine zur
Hand=
werkskammer” nochmals durch ehen möchte, ſo dürfte ein
Grund für Beunruhigung zweifellos in folgenden Sätzen
zu erblicken ſein: „Die geſetzliche Organiſation des
Hand=
werks kennt nur Innungen, Innungsausſchüſſe und
Innungsverbände. Zur wirtſchaftlichen Vertretung des
Handwerks bezw. ſeiner einzelnen Zweige kann nur
eine berufliche und örtliche Organiſation (Innung)
platz=
greifen. Fragen, die das Handwerk gemeinſam örtlich
berühren, ſollen durch die Innungsausſchüſſe behandelt
werden. Zur Vertretung der einzelnen
Handwerks=
zweige im Großen ſind die Innungsverbände
be=
rufen. . . . . Die Zubilligung des Wahlrechts an ſolche
Gewerbevereine, die nur zur Hälfte aus Handwerkern
beſtehen, iſt ſchon eine ſehr weitgehende
Kon=
zeſſion.‟ Daß in dieſen Betrachtungen ein
ab=
lehnender Standpunkt der Handwerkskammer
gegen=
über der geſetzlichen Berechtigung der freien Vereine
zur Mitwirkung an der Organiſation des Handwerks
erblickt und auch die Befürchtung mit Recht
ab=
geleitet werden kann, das jetzt vorhandene beſchränkte
Wahlrecht gehe zu weit, wird kein vorurteilsloſer
Be=
urteiler beſtreiten. Die Beſchwichtigungsverſuche in den
letzten Preſſemitteilungen der Handwerkskammer
er=
wähnen dieſe Stelle in ihrem Bericht nicht; ſie werden
daher kaum die Beunruhigung der Vereine aus der
Welt ſchaffen können, da man annehmen muß, daß die
Kammer ihren grundſätzlichen Standpunkt in dem Jahres=
Das neue Drama des Sophokles.
* Auf Papyrusblättern aus Oryrynchos iſt, wie
gemel=
det, vor kurzem ein Satyrdrama des
Sophok=
les gefunden worden, das den Titel „Ichneutai
Satyroi” trägt. Zu dieſer Entdeckung hat jetzt Ulrich
v. Wilamowitz=Moellendorff, der neben dem Engländer
Hunt an der Herausgabe des koſtbaren Fundes tätig
war, in den Neuen Jahrbüchern für das klaſſiſche
Alter=
tum das Wort ergriffen. Er betont, daß man aus dem
Titel nicht den Gegenſtand des Stückes ahnen konnte. Das
iſt die Geburt des Hermes in der Höhle der Kyllene,
die Erfindung der Schildkrötenleier, der Diebſtahl der
Rinder des Apollon vom Olymp, der Konflikt und die
Verſöhnung der göttlichen Brüder.
Wie es in dem Homeriſchen Hymnus erzählt wird,
bringt Hermes die Rinder in ſeine eigene Höhle und
ſchlachtet etliche, um ihre Häute für ſeine Leier zu
be=
nutzen. Das Auftreten des ſechs Tage alten Götterkindes
zu motivieren, läßt der Dichter ſeine Pflegerin von dem
wunderbaren Wachstum des Kleinen erzählen, der
be=
reits ein ausgewachſener Knabe wäre. In der erhaltenen
erſten Hälfte des Stücks dreht ſich alles um die Entdeckung
der geſtohlenen Rinder, und dazu hat Sophokles die
Sa=
tyrn, die im Bergwalde ebenſo ſelbſtverſtändlich
vorhan=
den ſind wie Köhler, Jäger und Hirten, als Spürhunde
verwandt. Sie ſtehen unter einem Herrn, der nicht näher
bezeichnet wird; ihr Rudel führt der glatzköpfige,
ziegen=
bärtige Silen. Der vierbeinige Gang iſt ihnen
natür=
lich, und Sophokles läßt ſie ſich als richtige Hunde
be=
nehmen.
Der Aufbau der Handlung iſt von größter Einfachheit.
Zu Beginn tritt Apollon auf und berichtet vom
Rinder=
raub und ſeinem vergeblichen Suchen, das ihn bis
hier=
her auf Kyllene geführt hat. Als ſein eigener Ausrufer
geht er durch die Lande und wiederholt überall ſeine
An=
kündiaung. Sie lat ſich auch an die Tiere des Waldes,
die Nymphenkinder, gerichtet, und ſofort iſt Silen da und
bietet die Hilfe ſeiner Söhne an. Apollon geht darauf
ein und verſpricht ihnen die Freiheit. Damit verſchwindet
er. Aber als ſie den Dieb haben, rufen ſie ihn, und er iſt
ſofort zur Stelle.
Ein kurzes Lied ſingt nun der Satyrchor der
klang=
los mit dem Vater herangekommen war. Dieſer ruft noch
einmal, ob jemand da wäre, der um den Dieb wüßte.
Da aber niemand hört, gibt der Vater die Anweiſungen
für die Jagd und geht.
Die folgende Szene hat dem Stück den Namen
ge=
geben. Die Satyrn ſind hier Hunde. Sie laſſen ſich durch
den Geruch von der Naſe führen, ſie werfen dabei den
Kopf ſchnuppernd in die Höhe, ſie gehen ſachte mit der
Naſe im Gras vor. Dies ſtumme Schauſpiel hat die
Athener eine Weile beluſtigt, gerade weil dabei nicht
ein=
mal Muſik gemacht werden durfte Auf drei Wegen gehen
die Hunde in die Tiefe der Bühne, auf eine unterirdiſche
Höhle zu. Da ein Aufſchrei: Halt, wir habens wohl.”
Man hat Tritte von Hufen gefunden. Man lauſcht, ob
nicht das Gebrumm der Kühe zu hören iſt. Aber die
Stapfen gehen vorwärts und rückwärts. In dem
Augen=
blick, als alle auf der Erde liegen und die Richtungen der
einzelnen Tritte prüfen, kommt Silen zurück und höhnt ſie,
daß ſie zuſammengeballt liegen wie die Igel Mit
entſetz=
tem Hü hü fahren ſie auf und prallen weit zurück: ein
rätſelhafter Ton iſt ihnen allen vernehmbar geworden.
Sie zappeln ſo, daß ſie dem weiter zurückſtehenden Vater
kaum das unheimliche Geräuſch zu melden wagen. Der
Alte hält eine renommiſtiſche Strafpredigt, er kommt mit,
um ſich ſelbſt zu überzeugen, und alle ziehn wieder los,
Silen gibt mit Jägerpfiffen die Richtung. Mit den
uner=
hörten Interjektionen: Hü Hü, Ps Ps, A A, beginnen ſie
eine Rede, bald als hätten ſie ein Wild, bald daß es ihnen
entſchlüpft. Es klingt weniger nach Hundegebell als nach
den Rufen von Treibern, die einen Buſch durchſuchen.
Plötzlich macht ein lauter Ton dem Geſang ein Ende: eine
Leier. Die Satyrn wollen wieder ausreißen. aber der
Alte duldet es nicht und fängt an zu trampeln. Er ſteht
ziemlich auf dem Punkt, wo der Ton aus der Tiefe kam,
und nun ſteigt ein göttliches Weib aus dem Erdboden, aus
der Höhle empor, vor deſſen Anblick der Chor entſetzt
aus=
einanderſtiebt. Es iſt die Ortsnymphe Kyllene die
von unten alles angehört hat und ſich nun erkundigt, was
die Reden vom Rinderdiebſtahl ſollen.
Der Chor antwortet mit einem ganz artigen
Lied=
chen und Kyllene iſt denn auch ſo freundlich, als die
neu=
gierige Geſellſchaft vor allen Dingen über den
wunder=
baren Ton aufgeklärt werden will, mit dem großen
Ge=
heimnis herauszukommen: ſie hätte in der Höhle einen
Sohn des Zeus und der Atlantide Maia zu warten,
der ſich dies tönende Spielzeug aus einem toten Tiere
verfertigt hätte, das ſo ſchön ſänge, weil es tot wäre. Nach
niedlichen Neckereien nennt ſie die Schildkröte und den
Namen des neuen Inſtrumentes, Lyra. Der Chor
bewun=
dert die Erfindung, geſteht aber in demſelben Atem, daß
er den neugeborenen Gott für den Rinderdieb halte. In
entrüſteter Weiſe weiſt Kyllene den Verdacht als eines
Gottes unwürdig zurück, wobei Sophokles ſeinen Spaß
daran hat, daß dieſe Götterwürde eitel Wind iſt. In
er=
regten Verſen muß dann der Chor irgendwie die
An=
weſenheit der Rinder feſtgeſtellt haben: in einer
erhalte=
nen Erläuterung kommt ihr Miſt vor.
Als der Chor ſeiner Sache ſicher iſt, ruft er Apollon,
der denn auch erſcheint; aber da bricht der Papyrus ab.
Höchſtens die Hälfte des Dramas iſt ſo zu überſehen.
So=
viel läßt ſich nach Wilamowitz aber doch ſagen, daß die
harmloſe Leichtigkeit erfreulicher wirkt, als der Witz des
Euripides, der ſich am glücklichſten ironiſierend gegen das
ganze Spiel und ſeine Vorausſetzungen ſelbſt wendet, weil
dem Dichter die Unbefangenheit fehlt, die dazu gehört und
die ihm die meiſten Athener ſicherlich entgegenbrachten.
Das Stück zählt zu den Dramen ſeiner Jugend,
älter ſelbſt als die Antigone; vielleicht iſt er als Hermes
ſelbſt aufgetreten.
bericht abſichtlich in dieſer Schärfe dargelegt hat. Da
nicht alle deutſchen Handwerkskammern auf dem
ab=
lehnenden Standpunkt der Darmſtädter
Handwerkskam=
mer ſtehen und auch einzelne Bundesregierungen von
ſich aus ſchon längſt Maßnahmen getroffen haben auf
Verbeſſerung des Wahlrechts der in freien Vereinen
organiſierten Handwerker, ſo wird wohl bei gutem
Willen ein Ausweg ſich finden laſſen, der dieſen
Zwie=
ſpalt im Handwerk bald beſeitigt.
D Deklarationspflicht für die
Gemeindeſteuerveranlag=
ung pro 1913. Trotzdem ſchon wiederholt in den hieſigen
Tageszeitungen darauf aufmerkſam gemacht worden iſt,
daß von allen Steuerpflichtigen (natürliche und juriſtiſche
Perſonen), deren gewerbliches oder landwirtſchaftliches
rauhes Anlage= und Betriebskapital mindeſtens 3000
Mark beträgt, oder deren Kapitalvermögen ſich auf 3000
Mark und mehr beziffert, auf Grund des neuen, mit dem
1. April 1913 in Wirkſamkeit tretenden
Gemeindeumlagen=
geſetzes für das Steuerjahr 1913 ausnahmslos
Ver=
mögenserklärungen abzugeben ſind, ſind viele
Steuer=
pflichtigen dieſer geſetzlichen Verpflichtung bis jetzt nicht
nachgekommen. Da der Termin zur Abgabe der
Erklär=
ungen am 1. Oktober abläuft, werden die Säumigen
hier=
durch nochmals an die Einreichung der Erklärungen
er=
innert. Deklarationsformular iſt erhältlich auf Zimmer 1
des Großh. Finanzamts I und in den Amtsräumen des
ſtädtiſchen Steuerbureaus (Stadthaus).
* Der Odenwaldklub hat alljährlich in ſeinem
Pro=
gramm eine 1½=Tagestour, welche den Mitgliedern
Gelegenheit geben ſoll, auch mehr abſeits liegende
Ge=
biete kennen zu lernen. In dieſem Jahre gilt nach
mehr=
jähriger Pauſe der Beſuch wieder unſerem benachbarten
Vogelsberg. Trotz der geringen räumlichen Entfernung
vom heimatlichen Odenwald zeigt Oberheſſens
Gebirgs=
ſtock einen gänzlich anderen Charakter. Der bevorſtehende
Ausflug bietet ſchon aus dieſem Grunde Intereſſe. Die
Teilnehmer an der Wanderung benutzen am Samstag
den 12 Uhr 14 Min. abgehenden Zug (entgegen der
ſonſti=
gen Gewohnheit ein D=Zug mit nur 1. und 2. Klaſſe, aber
auch der letztmögliche Zug, der noch die erforderlichen
Anſchlüſſe ſichert) und ſind um halb 4 Uhr in Laubach. In
Hungen zwingt der Fahrplan zu einer Pauſe von etwa
40 Minuten, die mit Kaffee und Zwetſchenkuchen
zweck=
mäßig ausgefüllt werden ſoll. Wer um 12.14 Uhr noch
nicht abkommen kann, hat die Möglichkeit, um 1 Uhr 42
Minuten nachzufahren und trifft, über Friedberg-Nidda
reiſend, ungefähr zu gleicher Zeit mit dem Haupttrupp in
Schotten ein. Allerdings entgeht ihm die Wanderung
am erſten Tage von Laubach nach Schotten. Schon dieſer
etwa dreiſtündige Weg durch prächtigen, von weit
aus=
gedehnten Wieſengründen des Wettertales durchzogenen
Hochwald entrollt ein ſchönes Stück Vogelsberg. Im
alt=
bekannten Gaſthaus „Zur Poſt” (Cellarius) erwartet die
Wanderer ein treffliches Mahl (u. a. Forellen!), das nicht
verfehlen wird, zu der richtigen Stimmung für den Reſt
des Abends überzuleiten. Die Freunde vom
Vogelsber=
ger Höhenklub haben ihr Erſcheinen in Ausſicht geſtellt
und wollen ſich von ihrer beſten Seite zeigen. Aber auch
die Mitwirkung bekannter eigener bewährter Kräfte iſt
bereits ſichergeſtellt. Andertags wird nach einer halben
Stunde zunächſt der Altenburgskopf mit dem ganz reizend
gelegenen Lehrerheim erreicht. Ueber Buſenborn gelangt
man danach auf den Bilſtein und von da, dreiviertel
Stunden ſpäter — ausgedehnte Hutweiden, wie ſie dem
Vogelsberg eigentümlich ſind, überquerend — auf den
Hoherodskopf. Die beiden großen Schutzhäuſer des V.
H. C. laden natürlich hier zur Frühſtücksraſt ein. Die
nächſte Etappe wird durch den Taufſtein mit ſeinem
Bis=
marckturm bezeichnet. Nun folgt nach einer herrlichen
Hochwaldwanderung die angehende Villenkolonie
Hoch=
waldhauſen, die manchem Teilnehmer neu ſein wird. In
Ilbeshauſen ſoll noch die Teufelsmühle beſichtigt
wer=
den, worauf nach kurzer Bahnfahrt die Ankunft in
Eiſen=
bach (Sitz der Familie Riedeſel zu Eiſenbach) erfolgt.
Mit einer Beſichtigung des Schloſſes wird eine kürze
Kaffeeraſt verbunden. Von dem Endziel Lauterbach trennt
die Wanderer jetzt nur noch eine kurze Wegſtrecke, die
durch einen Umweg über den Hainigturm um weniges
verlängert wird. Um 5 Uhr nachmittags werden die
Wan=
derer in das freundliche oberheſſiſche Kreisſtädtchen
ein=
marſchieren und im „Hotel Schüz” Einkehr halten, deſſen
anerkannte Küche wiederum für ein treffliches Mahl
bürgt. Nach dreiſtündigem Aufenthalt, den vorausſichtlich
Lauterbacher Wanderfreunde verkürzen helfen, wird die
Rückfahrt über Fulda angetreten, die trotz der großen
Entfernung dank guter Zugverbindung um Mitternacht
ihr Ende erreicht. Möchten die Getreuen des Klubs recht
zahlreich dem ergangenen Rufe folgen. Die herbſtlichen
Reize des Vogelsberges ſichern eine genußreiche
Wan=
derung.
* Ausſtellung Gunſchmann, Decker, Schwindt. Se.
Königl. Hoheit der Großherzog empfingen geſtern die
Herren Maler K. Gunſchmann und Bildhauer Fritz
Decker anläßlich ihrer gemeinſamen Ausſtellung mit
Herrn A. M. Schwindt, Graphiker, und ſtellte den
jungen Künſtlern ſeinen allerhöchſten Beſuch in Ausſicht.
Die Ausſtellung, auf die wir kürzlich ſchon einmal
ver=
wieſen, erfreut ſich recht regen Beſuches. Sie iſt bis
Mitt=
woch, den 2. Oktober, verlängert und täglich von
10 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags bei freiem
Ein=
tritt im Atelier, Liebigſtraße 24, zu beſichtigen.
nn Eine außergewöhnlich reiche Bucheln=Ernte ſteht
für dieſes Jahr in Ausſicht. Auf allen Waldwegen und
Schneiſen unſerer waldreichen Umgebung liegen die
rot=
braunen dreieckigen Früchte mit ihrem
nußgeſchmackarti=
gen Inhalt. Viele werden durch Spaziergänger
zertre=
ten und ungenießbar gemacht, und niemandem fällt es
mehr ein, dieſe koſtbaren Früchte des Waldes zu
ſam=
meln, aus denen ein ſehr fettreiches und wohlſchmeckendes
Speiſe= und Backöl bereitet werden kann. Die ältere
Ge=
neration unſerer Bürgerſchaft wird ſich noch erinnern, daß
zur Zeit der Bucheln=Reife im Monat Oktober die
Volks=
ſchulen ſogenannte „Buchel=Ferien” eingeführt hatten.
Mit behördlicher Erlaubnis zogen dann an den
Wochen=
tagen zahlreiche Familien mit Kind und Kegel in die
Waldungen, und insbeſondere in den Städtiſchen
Ober=
wald, um die Buchel=Früchte zu ſammeln, aus denen dann
das Haushaltungsöl für den Winterbedarf geſchlagen
wurde. Kinderreiche Familien ſammelten oft mehrere
Zentner Bucheln, die dann an den langen Winterabenden
unter Mithilfe von Freunden und Nachbarn im
Haus=
ofen geröſtet und von den Schalen befreit wurden. Dann
wanderten die Früchte in die Oel=Mühle (in Darmſtadt
zu Oelmüller Möſer), aus denen ein feines und ſehr
zutes Salatöl geſchlagen wurde. Auch in dem
Sprich=
wort: „Alles hat zwei Seiten, die Bucheln haben drei”
hat die Buchelfrucht ihre ſinnreiche Verwendung
ge=
funden.
* Komitee Darmſtadt im Blumen= und
Pflanzen=
ſchmuck. Die diesjährige Prämiierung findet am
morgigen Freitag, den 27. September, im Beſſunger
Orangeriehaus ſtatt. Die Beteiligung war auch in
dieſem Jahre wieder ſehr ſtark, es lagen 350
Anmel=
dungen vor und ſind für die Prämiierung eine große
Anzahl Ehrenpreiſe geſtiftet worden, ſo daß das Komitee
in der Lage iſt, den größten Teil der Angemeldeten
prämiieren zu können. Die Ausſtellung der Preiſe iſt
am Samstag und Sonntag von 10 bis 6 Uhr für die
Oeffentlichkeit zugänglich.
* Wichtig für Mieter. Zum Vierteljahresſchluß
ſeien die Mieter auf folgende wichtige Regeln
hin=
gewieſen: 1. Ueberzeuge Dich rechtzeitig, wann und wie
Du Deine Wohnung aufzukündigen haſt. 2. Ueberlege
genau, bevor Du ein neues Mietverhältnis eingehſt,
denn eine Rücktrittsfriſt (24 Stunden oder 3 Tage) iſt
geſetzlich nicht gegeben. 3. Die Meinung, daß die
Wohnung in der Zeit von Oktober bis April nicht
ge=
kündigt werden dürfe, iſt falſch. Eine geſetzliche
Beſtim=
mung darüber beſteht nicht. 4. Wohnungen, die gegen
einen Jahresmietpreis auf unbeſtimmte Zeit gemietet
werden, gelten nicht kurzer Hand als auf ein Jahr
gemietet. Soll dies der Fall ſein, ſo muß es
ausdrück=
lich vereinbart werden. Mangels einer Vereinbarung
kann die Wohnung auch ſchon vorher unter Einhaltung
der geſetzlichen Kündigungsfriſt gekündigt werden.
5. Mietverträge, die vereinbarungsgemäß für länger als
ein Jahr gelten ſollen, müſſen ſchriftlich abgeſchloſſen
werden. — Auskunft über Mietsangelegenheiten erteilt
die Städtiſche Rechtsauskunftsſtelle,
Wald=
ſtraße 6, Telephon Nr. 2516.
* Offenhalten der Läden. Nächſten Sonntag, den
29. September, können die hieſigen Verkaufsgeſchäfte
von 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags geöffnet
werden. Die Ladenbeſitzer ſollten von dieſer Gelegenheit
allgemeinen Gebrauch machen in Anbetracht des großen
Fremdenverkehrs, den die beiden Ausſtellungen hierher
ziehen; auch wird die abendliche Beleuchtung der
Schau=
fenſter ein ſchönes Straßenbild darbieten.
* Aus der Paulusgemeinde. Am nächſten
Sonn=
tag, den 29. September, ſind ſeit Einweihung der
Pauluskirche fünf Jahre verfloſſen. Wie ſeither, findet
auch in dieſem Jahr ein Feſtgottesdienſt und abends
um 8 Uhr ein Familienabend ſtatt. Da die
Paulus=
gemeinde als erſte Gemeinde in Darmſtadt die
Ein=
führung des Einzelkelchs bei der Abendmahlsfeier
(neben den ſeither üblichen Abendmahlsfeiern) beſchloſſen
hat, wird Pfarrer Rückert an dieſem Abend zur
Orien=
tierung über dieſe Frage einen Vortrag über „
Abend=
mahl und Einzelkelch” halten, der beſonders
die=
jenigen intereſſieren dürfte, die die Einführung des
Einzelkelchs ſchon lange herbeigeſehnt haben. Die erſte
Feier dieſer Art ſoll am 1. Advent abends ſtattfinden.
Es ſei noch erwähnt, daß für den Familienabend
her=
vorragende muſikaliſche Kräfte ihre freundliche
Mit=
wirkung zugeſagt haben. (Vergl. Anzeige.)
* Der Bericht über die Tätigkeit des
Gewerbe=
vereins für das Großherzogtum Heſſen, der der
Hauptverſammlung in Bingen erſtattet wurde, iſt im
Druck erſchienen. Wir haben anläßlich der
Haupt=
verſammlung bereits das Wichtigſte aus dem Bericht
erwähnt.
— Poſtblatt. Anfang Oktober erſcheint eine neue
Nummer des Poſtblatts, das eine Beilage zum
Reichsanzeiger bildet, aber auch für ſich bezogen werden
kann. Im Poſtblatt, das im Reichs=Poſtamt
zuſammen=
geſtellt wird, ſind die wichtigſten Verſendungsbedingungen
und Tarife für Poſtſendungen aller Art, ſowie für
Tele=
gramme enthalten. Auf die ſeit dem Erſcheinen der
vorangegangenen Nummer (Anfang Juli) eingetretenen
Aenderungen wird in der neuen Nummer durch
be=
ſonderen Druck (Schrägſchrift) hingewieſen. Das Poſtblatt
kann auch neben anderen, umfangreicheren Hilfsmitteln
für den Verkehr mit der Poſt und Telegraphie (
Poſt=
bücher, Poſt= und Telegraphennachrichten für das
Publikum uſw.) mit Vorteil benutzt werden, weil es dieſe
bis auf die neueſte Zeit ergänzt. Der Bezugspreis des
Poſtblatts beträgt für das ganze Jahr 40 Pfg., für die
einzelne Nummer 10 Pfg. Beſtellungen werden von den
Poſtanſtalten entgegengenommen.
X Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats Auguſt
im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden: 158
Ochſen, 7 Bullen, 226 Kühe, 10 Jungrinder, 1002 Kälber,
2160 Schweine, 115 Schafe, 1 Ziege und 19 Pferde. —
Beanſtandet wurden: 67 Ochſen, 3 Bullen, 148 Kühe,
8 Jungrinder, 15 Kälber, 446 Schweine, 25 Schafe und
3 Pferde. — Minderwertig wurde erklärt das Fleiſch
von: 1 Ochſen, 7¾ Kühen 1 Jungrind, ¾ Kälbern und
11¾ Schweinen. — Bedingt tauglich war das Fleiſch
von: ¾ Ochſen, 1¾ Kühen, 1¾ Kälbern und 1¾ Schweinen.
— Untauglich waren: 1259 Organe, 150 kg Fett und
112 kg Fleiſch von 715 Tieren. — Auf Trichinen
wurden unterſucht: 2160 im Schlachthaus geſchlachtete
Schweine, ſowie 2189,5 kg für hieſige Metzger
einge=
führtes friſches Fleiſch von 110 Schweinen. — Der
Nachunter ſuchung wurden unterzogen: 644 Sendungen
eingeführtes Fleiſch, enthaltend: 14903 kg Rindfleiſch,
2806 kg Schweinefleiſch, 110 kg Kalbfleiſch, 513 kg
Hammelfleiſch und 43 kg Ziegenfleiſch.
* Meßplatz. Auf dem Platze, wo ſonſt der
Kine=
matograph ſtand, gibt Winterhalters Theater
nachmittags und abends ſtündlich Vorſtellung
mit einem dezenten Programm für Alt und Jung.
Die beliebten Marionetten ſorgen für humoriſtiſche
Stimmung.
Roßdorf, 25. Sept. Bei Roßdorf wurde an der
Bahn=
ſtrecke die Leiche des Arbeiters Schumann aus
Gun=
dernhauſen mit einer ſchweren Kopfverletzung
aufgefunden.
tt. Dieburg, 24. Sept. Laut Verfügung Großh.
Mi=
niſteriums iſt Herr Lehramts=Referendar Karl
Grüne=
wald aus Darmſtadt zur Fortſetzung ſeines
Vorbereit=
ungsdienſtes der Höheren Bürgerſchule zu Dieburg
über=
wieſen worden. — Nächſten Sonntag, 29. September,
findet eine Beſichtigung der hieſigen Freiwilligen
Sanitätskolonne vom Roten Kreuz durch Herrn
General=
arzt Dr. Lindemann ſtatt. Dieſelbe beginnt 2.45 Uhr
nachmittags. Das ſoeben in der Ausbildung durch Herrn
Dr. Schmitt begriffene Dieburger Helferinnenkorps wird
in den Erfriſchungszelten und beim Nachſehen der
Kran=
ken zum erſten Male in Aktion treten.
Heppenheim a. d. B., 25. Sept. Geſtern kaufte die
Firma Stell u. Co.=Weinheim in dem neuen
Stadt=
viertel Briefel hier einen größeren Länderkomplex,
wo=
rauf eine größere Fabrik erbaut werden ſoll.
Mit den nötigen Arbeiten wird ſofort begonnen werden.
In dem neuen Etabliſſement, in dem Weberei und
Spin=
nerei betrieben werden wird, werden vorerſt 100 Arbeiter
und Arbeiterinnen Beſchäftigung finden.
Groß=Gerau, 25. Sept. Die Leiche, die am 11. Sept.
mit abgetrenntem Kopfe auf den Eiſenbahnſchienen
zwi=
ſchen Mitteldick und Walldorf aufgefunden wurde, iſt
als die des 24jährigen Dr. phil. Fuhrmann aus
Wal=
dau bei Kaſſel erkannt worden. Dr. Fuhrmann hatte den
Tod auf den Schienen in geiſtiger Umnachtung geſucht.
Früher war der Lebensmüde bereits ein halbes Jahr in
einer Irrenanſtalt.
Offenbach, 25. Sept. Der 36jährige
Gelegenheits=
arbeiter Georg Klein hatte ſeinen Wochenverdienſt bis
auf wenige Mark verjubelt, bis er in ſeiner Trunkenheit
polizeilich ſiſtiert wurde. Nach ſeiner Entlaſſung aus dem
Polizeigewahrſam brachte er den Reſt des Geldes durch
und begab ſich dann nach Haus, wo es zwiſchen ihm,
ſeiner Frau und dem anweſenden Schwager namens
Schwind zu einem erregten Auftritt kam. In deſſen
Ver=
lauf ergriff Schwind ein Beil und brachte ſeinem
Schwager damit eine klafſende Wunde bei. Dieſer
ſtürzte taumelnd die Treppe hinab und zog ſich noch
wei=
tere Verletzungen zu. Er wurde ſchwerverletzt ins
ſtädtiſche Krankenhaus gebracht.
Mainz, 25. Sept. Im hieſigen Militär=Kaſino hatten
ſich Montag abend die Generäle und Stabsoffiziere des
18. Armeekorps zu einer Abſchiedsfeier
verſam=
melt für die aus ihrer Mitte ſcheidenden Generäle von
Eichhorn, der zum Chef der 7. Armee=Inſpektion er=
Feuilleton.
* Elektriſcher Schlaf. In der letzten Nummer der
Berliner kliniſchen Wochenſchrift berichtet Dr.
Nagel=
ſchmidt über eine neue von ihm erzeugte elektriſche
Strom=
art, die bei ihrer Anwendung — je nach dem Orte, an
dem der Strom eintritt — eine völlige Aufhebung der
Schmerzempfindung oder des Bewußtſeins bewirkt. Es
handelt ſich um einen doſierbaren Wechſelſtrom. Bei
ent=
ſprechender Stromſtärke und bei geeigneter Anbringung
der Elektroden konnte am Arm und an der Hand die
Schmerzempfindung vollkommen ausgeſchaltet werden
die Empfindungsloſigkeit war ſo ſtark, daß tiefe
Nadel=
ſtiche und operative Eingriffe nicht mehr geſpürt wurden.
Nur die Berührungsempfindung blieb zum Teil erhalten
Noch auffallender war die ſchlafmachende Wirkung, die
vorderhand allerdings nur an Tieren nachgewieſen wurde.
Ließ man den Strom am Gehimn eintreten, ſo erfolgte
eine vollſtändige Narkoſe, die beliebig lange aufrecht
er=
halten werden konnte. Nach den Tierverſuchen zu
ur=
teilen, ſcheint dieſer elektriſche Schlaf vollkommen
unge=
fährlich zu ſein. Nach Ausſchaltung des Stromes waren
die Tiere — Kaninchen und Hunde — in kurzer Zeit
ſtets wieder munter. Bei einem Kaninchen wurde die
Narkoſe zweimal bis zum völligen Ausſetzen von Puls
und Atmung geſteigert, ſo daß das Tier wie ſcheintot
da=
llag, und beide Male gelang es mittels rhythmiſcher
Ein=
wirkung des gleichen Stromes, das Tier wieder zum
Leben zu erwecken.
* Kleider aus Glasperlen ſind das neueſte Erzeugnis
ſeiner Mode, die nachgerade ſo wahnſinnig geworden iſt,
daß es ihr ſchwer wird, noch etwas Neues zu finden.
Bisher beſtickte man die Gewänder mit Perlen, begnügte
ſich mit einem Frangenſchmuck von Perlenſchnüren; jetzt
beſitzt die elegante Frau ein bis zwei Kleider, die ganz
und gar aus gäſemen Kügelchen hergeſtallt ſind. Dieſe
Kleider ſind nicht ſehr praktiſch, aber wunderhübſch. Ihre
Grundform bildet ein ſogenanntes Futteral aus ſtarkem
Tüll, das mit tiefem Hals= und Schulterausſchnitt und
nur bis über die Knie niederreichend gefertigt wird. Dies
Futteral iſt dicht mit kleinen Glasperlchen bedeckt, die
ent=
weder ſchlicht einfarbig, bald weiß, bald gelb, grün, rot
oder violett auftreten, bald auch in zwei und mehr Farben
ſchillernde Farbenſpiele hervorbringen, denen aber immer
jede regelmäßige Muſterung fremd iſt. Von den Knien
abwärts beſteht der Rock aus loſen, langen Perlenſchnüren,
die etwas an die Türportieren aus Glas= und Holzperlen
erinnern, die aber ungleich dieſen ſehr dicht und
undurch=
ſichtig zuſammenſtehen und hier und da mit verborgenen
Stichen aneinander befeſtigt ſind, ſo daß die Schnüre ſich
nirgends ganz auseinanderſpalten können. Dieſer untere
Rockteil aus Perlenſchnüren erweitert ſich manchmal zu
einer runden Schleppe, meiſt aber ſind derartige
Perlen=
kleider fußfrei. Die Schulterumrandung und die kurzen,
bis knapp zum Ellenbogen reichenden Aermel ſind
gleich=
falls aus Perlenſchnüren.
* Der franzöſiſche Manövergaul des ruſſiſchen
Groß=
fürſten. Pariſer Blätter berichteten in der vergangenen
Woche, daß der ruſſiſche Großfürſt Nikolaus Nikolajewitſch,
der Generaliſſimus der ruſſiſchen Armee, der als
Ehren=
gaſt Frankreichs und Vertreter des ruſſiſchen Bündniſſes
den großen franzöſiſchen Manövern beiwohnte, gleich am
erſten Tage auf dem Manöverfelde das Unglück hatte,
vom Pferde zu ſtürzen. Wie das kam, darüber berichtet
nun die antimilitariſtiſcher Geſinnung ganz unverdächtige,
vielmehr hochpatriotiſche Opinion folgendermaßen: „Man
hat überall geſagt, der Großfürſt Nikolaus ſei bei Saint=
Jean=de=Sauves vom Pferde gefallen. Das iſt nicht ganz
richtig. Das Pferd iſt vielmehr unter ihm gefallen. Da
man einen Gaul von außergewöhnlicher Größe nötig
hatte, ſo hatte man das Tier bei dem Züchter Chomaſſin
in Montmorillon gekauft, der den größten Gaul in der
Gegend beſaß, den man kannte. Der ruſſiſche
Generaliſſi=
mus konnte bei dem Anblick ſeines Reitpferdes ſich
nicht enthalten, ein merkwürdiges Geſicht zu ſchneiden.
Aber er hatte bereits begonnen, ſich an unſere
demokra=
tiſche Einfachheit zu gewöhnen, und tapfer ſchwang er ſich
in den Sattel. Der Gaul machte mit niedergedrücktem
Kreuz und krummen Knien einige Schritte, dann brach er
fünfzehn Meter weiter auf ſeine Knie zuſammen. Sein
Verluſt wird übrigens kein Loch in das Manöverbudget
reißen. Der Züchter hatte 25 Piſtolen dafür gefordert, die
Intendantur hatte den Gaul des Großfürſten aber auf
230 Franken herabgehandelt.‟ Ein Gaul im Werte von
230 Franken — 184 Mark als Manöverreitpferd für den
ruſſiſchen Großfürſten und Ehrengaſt Frankreichs bei den
großen Mamövern — da dürfte allerdings die Roſinante
des edeln Ritters von der Mancha noch mehr wert
ge=
weſen ſein. Auf jeden Fall verſteht man jetzt, weshalb
die Manöverbilder der franzöſiſchen Blätter den
Groß=
fürſten Nikolaus nicht anders als zu Fuß darſtellten.
* Der fahnenflüchtige Tote. In Halle a. S. erſchien
jüngſt bei einem ehrſamen Bürger, einem Beamten, ein
Poliziſt, der verlangte, daß ihm ſofort der Sohn
ausge=
liefert werden ſollte, da er ſich fahnenflüchtig gemacht habe.
Der Polizeibeamte legte dem Beamten auch den Steckbrief
vor, der ſchon einige Wochen vorher hinter dem Flüchtling
erlaſſen worden war. Der Poliziſt trat ſehr „energiſch”
auf und drohte, den Vater ſelbſt mit abzuführen, falls er
ihm den Sohn nicht übergeben wolle. Nach einiger Zeit
erſt konnte ſich der verdutzte Vater faſſen und dem
Poli=
ziſten erwidern: „Aber mein Sohn liegt ja ſchon ſeit 20
Jahren in Trotha auf dem Kirchhof!‟ Er war nur vier
Monate alt geworden und die Behörde hatte vergeſſen,
ihn aus den Büchern zu ſtreichen. Derartige Fälle ſtehen
übrigens keineswegs vereinzelt da und führen manchmal
zu ſonderbaren Szeuen.
nannt iſt, und Diviſionskommandeur Exz. Scholtz, der
zum Kommandeur des 20. Armeekorps aufrückt. Als
ſicht=
bares Zeichen des Dankes übergab Generalleutnant von
Plüskow dem ſcheidenden kommandierenden General
einen Degen, von den Offizieren des 18. Armeekorps
ge=
ſtiftet. — Wie der Großh. Handelskammer Mainz auf
ihre wiederholten Eingaben von dem Reichspoſtamt
mit=
geteilt worden iſt, wird bei der demnächſt ſtattfindenden
Erweiterung des Nachbarortsverkehrs die Ortstaxe
zwiſchen Mainz und Biebrich (einſchließlich des
Mainzer Stadtteils Amöneburg) zugelaſſen werden.
Da=
mit iſt ein langjähriger Wunſch der Bewohner von Mainz,
Kaſtel, Amöneburg und Biebrich erfüllt.
Budenheim, 24. Sept. Am Sonntag wurde hier der
Grundſtein zur evangeliſchen Kirche gelegt.
Die geſamte Bevölkerung und viele auswärtige Freunde
feierten den frohen ſchönen Tag mit der evangeliſchen
Ge=
meinde. Unter den Klängen des Wackernheimer
Poſau=
nenchores zog man in langem Zuge zum Bauplatz. Dort
pries nach einem Liede des Kirchengeſangvereins und des
Männerchors „Sängerluſt” der Gemeindegeiſtliche Pfr.
Berck den freudigen Glauben, der ſeine Augen zum Gott
der Berge erhebt. In der verleſenen Urkunde wurde
be=
ſonders bemerkt: die Entwicklung der Gemeinde (von 20
Seelen im Jahre 1830 auf 358 im Jahre 1910), ihre
Opferwilligkeit und die Unterſtützung, die ſie von allen
Seiten bisher erfahren hat. Im Namen des
Kirchen=
regiments ſprach Superintendent Euler herzliche
Segens=
grüße. Es folgten die üblichen Hammerſchläge. Dekan
Jakob ſprach das Schlußgebet. Gemeindegeſänge
um=
rahmten die Feier. Später fand in der Turnhalle eine
Nachverſammlung ſtatt, die ſo ſtark beſucht war, daß viele
keinen Platz mehr fanden. Die von Profeſſor Pützer
gezeichneten Poſtkarten fanden ſtarken Abſatz. Die Kirche,
von Profeſſor Pützer entworfen und vom Großh.
Hoch=
bauamt Mainz ausgeführt, wird 325 Sitzplätze, dabei
einen kleinen Gemeindeſaal und eine durch die Lage und
Verhältniſſe gebotene und den Bau verbilligende
Diener=
wohnung haben und nach den letzten Ergebniſſen alles in
allem (mit Bauplatz, Glocken, Orgel, Ausſtattung,
Ho=
norar) etwa 50000 Mark koſten. Sie ſoll im Sommer
1913 eingeweiht werden.
Heidesheim, 25. Sept. Zwiſchen Heidesheim und
Er=
bach im Rheingau beſtand ſeither eine ſtaatliche
Rheinfähre. Der Perſonenverkehr wurde durch
Mo=
torboot und Nachen vermittelt. Die Fähre iſt ſeit 1.
Au=
guſt ſtillſchweigend aufgehoben worden, weil
ſich kein Fährmann fand, der die an die preußiſche und
heſſiſche Staatskaſſe zu zahlende Pachtſumme bezahlen
wollte. Die Gemeindeverwaltung Heidesheim wird
Schritte tun, um die Fähre wieder einzuführen.
Gießen, 25. Sept. Der ordentliche Profeſſor der
klaſ=
ſiſchen Philologie an der Univerſität Straßburg i. Elſ.
Dr. Richard Laqueur folgt zum 1. Oktober einem Rufe
als Ordinarius für alte Geſchichte an die
Landesuniver=
ſität Gießen als Nachfolger von Profeſſor Strack. Dr. L.
(geb. 1881 zu Straßburg) iſt Schüler der Profeſſoren
Bücheler, Keil, Reitzenſtein, Schwartz und Uſener. 1907
erhielt er die venia legendi in Göttingen, kam dann mit
Lehrauftrag nach Kiel und Oſtern 1909 als
Extraordina=
rius für griechiſche Sprache und griechiſche Altertümer
nach Straßburg. Rufe als Ordinarius nach Baſel (1909
und Groningen (1911) lehnte er ab. Im Juni 1912 ward
er zum Ordinarius in Straßburg befördert. Sein
Haupt=
arbeitsgebiet iſt antike Hiſtoriographie.
Gießen, 25. Sept. Der Verband deutſcher
Vereine für Volkskunde hält am Samstag, 28.
September, und Sonntag, 29. September, in Gießen und
Großen=Linden eine Vertreterverſammlung ab.
Am Samstag, nachmittags, und Sonntag, vormittags,
finden Vertreterſitzungen ſtatt, am Sonntag, nachmittags,
in Großen=Linden eine öffentliche Veranſtaltung, in der
Herr Geh. Rat Walbe aus Darmſtadt über „Das
Großen=Lindener Bauernhaus” Herr Pfarrer Schulte
aus Großen=Linden über Großen=Lindener Volksleben
vor 250 Jahren” und Herr Prof. Dr. Rauch aus Gießen
über „Der Schmuck der Großen=Lindener Bauernfrau”
(mit Ausſtellung) ſprechen werden.
(*) Büdingen, 24. Sept. Durch eine
explodie=
rende Petroleumlampe geriet Frau Betz in ihrer
Wohnung in Brand. Sie wurde ſo ſchwer verletzt, daß
ſie ins Krankenhaus gebracht werden mußte, wo ſie nach
wenigen Stunden verſtarb.
(*) Aus dem Kreiſe Büdingen, 24. Sept. Große
Obſtmengen ſtehen in unſerem Kreiſe Büdingen zum
Verkauf. Dem Kreis=Gartenbauverein wurden allein
43036 Zentner Aepfel und 3405 Zentner Birnen gemeldet.
Hauptobſtorte ſind Rodenbach mit 4000, Himbach mit 4300,
Altenſtadt mit 9600,. Bleichenbach mit 1060, Düdelsheim
mit 1000, Mittelgründau mit 1820, Ober=Mockſtadt mit
1500, Wolf mit 1200, Hainchen mit 2510 und Büdingen
mit 850 Zentner Aepfel. Viele Birnen gibt es in
Büdin=
gen, Himbach, Rodenbach und Rohrbach.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. Sept. Der Präſident
der Compagnie Foreſtiére Sangba=Quhanani, Herr
Na=
gues, trifft in den erſten Tagen des Oktober in Berlin
ein, um hier Fühlung mit unſeren maßgebenden
kolo=
nialen Kreiſen zu nehmen. Die Compagnie Foreſtiére iſt
eine der Vereinigungen der größten
Konzeſſionsgeſell=
ſchaften in dem von Frankreich an uns bei Gelegenheit
des Marokkohandels abgetretenen Teile der früheren
fran=
zöſiſchen Kongo=Kolonie. — Als über den Todesſturz
des Bittner berichtet wurde, drückten die Blätter die
Erwartung aus, daß die Polizei ſofort den Film
beſchlag=
nahmen werde, den ein Photograph auf Wunſch des
Wage=
halſes aufnahm und der nun an Stelle des erhofften
ge=
lungenen Abfluges den Todesſturz des Bittner im Bilde
feſtgehalten hat. Es hieß auch, daß die Polizei den Film
gleich erwiſcht und in Sicherheit gebracht habe. Der
Photograph iſt aber doch fixer geweſen. Es iſt ihm
ge=
lungen, den Aufnahmefilm raſch zu entwickeln und
min=
deſtens eine Kopie davon herzuſtellen, die bereits geſtern
abend in einem Kinotheater in der Münzſtraße
vor=
geführt worden iſt. Der Kinobeſitzer machte auf dieſen
Nervenkitzel durch ein Plakat mit folgender Aufſchrift
aufmerkſam: „Neueſte Senſation! Der Todesſturz von der
Siegesſäule!” und konnte den Film dreimal vorführen,
ehe die Polizei dahinter kam und die weitere Vorführung
verbot. — In der Wieſenſtraße erſchoß ſich geſtern
abend der 12jährige Sohn des Klempners Linke im Bett
mit einem Teſchin. Ein Grund zu der Tat liegt nicht vor.
Der Knabe las mit großem Eifer Indianergeſchichten.
Frankfurt, 25. Sept. Die Handelskammer zu
Frank=
furt und die Landwirtſchaftskammer zu Wiesbaden
ma=
chen nochmals darauf aufmerkſam, daß am Donnerstag,
den 26. ds. Mts., abends 8 Uhr, im großen Saale des
Saalbaues der öffentliche Vortrag von
Herrn Dr. H. J. Thiſſen, Referent bei der
Reichsverſicherungsanſtalt für Angeſtellte, Berlin=
Wil=
mersdorf, über „Die Mitwirkung der
Ver=
ſicherten und ihrer Arbeitgeber bei der
Durchführung des Verſicherungsgetetzes
für Angeſtellte” ſtattfindet. Im Anſchluß an den
Vortrag bietet ſich Celegenheit, durch Fragen weitere
Erläuterungen über das Geſetz zu erhalten. Bei der
gro=
ßen Bedeutung des Giſetzes für alle Beteiligten,
Arbeit=
gebec und Angeſtellten, iſt ein möglichſt zahlreicher Beſuch
der Verſammlung erwünſcht. Der Eintritt iſt für
jeder=
mann frei, Karren werden nicht ausgegeben.
Hamburg, 25. Sept. Der Dampfer „Hanau”
von der Deutſch=Auſtraliſchen Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft
iſt an der griechiſchen Küſte geſtrandet. Da das
Wet=
ter ſchön iſt, hofft man ihn nach Löſchung der Ladung
wieder abbringen zu können.
Lübeck, 25. Sept. Die Mörder, die am Montag
vormittag den Kaufmann Fiſcher=Schlutup auf der
Trave=
mündener Chauſſee erſchoſſen haben, ſind geſtern
nach=
mittag in Bargteheide in der Perſon des 21jährigen
Leichtmatroſen Landherr aus Stettin und des 19jährigen
Kohlentrimmers Scholz aus Hamdorf bei Reichenberg
in Böhmen verhaftet worden.
Breslau, 24. Sept. Die Rieſenfeſthalle der
Jahr=
hundertausſtellung zur Erinnerung an die
Befreiungs=
kriege ſoll die größte Orgel der Welt erhalten,
die 180 Stimmen beſitzen wird.
Breslau, 25. Sept. Die ſchweren militäriſchen
Ausſchreitungen auf dem Truppen=Uebungsplatz
in Neuhammer kamen heute vor dem Kriegsgerich
zur Aburteilung. Fünf Mann hatten ſich wegen
militä=
riſchen Aufruhrs beziehungsweiſe gemeinſamer
Körper=
verletzung zu verantworten. Einer erhielt 8¾ Jahre
Gefängnis, ein zweiter 8 Jahre Gefängnis, der dritte
6 Monate Gefängnis. Die beiden anderen wurden
frei=
geſprochen. Den Haupträdelsführer gelang es nicht zu
ermitteln.
Kattowitz, 24. Sept. Heute nachmittag wurde in dem
Bankgeſchäft von Köhler und Janiszewsky ein
Raub=
anfall verübt. Ein unbekannter Mann betrat das
Geſchäftslokal mit der Bitte, ihm einen Fünfkronenſchein
zu wechſeln. Als der Kaſſierer Tſchalka ſich anſchickte,
dem Wunſche zu willfahren, wurde er durch einen
Revol=
verſchuß in den Kopf lebensgefährlich verletzt. Auf den
Schuß eilte der Buchhalter Noblik zu Hilfe, der
eben=
falls durch einen Kopfſchuß ſchwer verletzt wurde. Der
Täter entkam mit einigen hundert Mark unerkannt.
25. Sept. Der bei dem Raubüberfall verwundete
Bankbuchhalter Noblik iſt ſeinen Verletzungen
erlegen. Auch der Kaſſierer Tſchalka ringt mit dem
Tode. Der Verbrecher hat den Ueberfall nicht allein
verübt; ein Spießgeſelle wartete auf dem Korridor des
Geſchäfts. Die Räuber haben etwa 1000 Mark
zuſammen=
gerafft. Sie entflohen in der Richtung nach Zawodzien
Die Polizei ſperrte ſofort die Grenzübergänge nach
Ruß=
land und Oeſterreich.
Poſen, 24. Sept. Der als Fahnenjunker im 46. In==Regiment dienende Bruder der Frau des
er=
mordeten Aſſyriologen Dr. Blume hat ſeinen Abſchied
eingereicht. Der in die Mordſache verwickelte praktiſche
Arzt wurde vernommen, weil er am Mordtage am Ort
der Tat geweſen ſein ſoll.
Wien, 24. Sept. Der ſeit einigen Tagen inkognito
hier weilende Exkönig Manuel von Portugal
wurde nachmittags von dem Kaiſer in Schönbrunn in
Privataudienz empfangen. Die Wache trat ins
Gewehr, der Generalmarſch wurde geblaſen und
geſchla=
gen und dem einſtigen König wurden dieſelben Ehren
erwieſen, als ob er ein regierender König wäre.
Chriſtiania, 25. Sept. Ein Automohil, in dem
ſich außer dem Chauffeur noch ſieben Mitglieder einer
Schauſpieler=Geſellſchaft befanden, überfuhr in der Nähe
von Kongsberg beim Paſſieren einer Brücke das Geländer
und ſtürzte in den reißenden Bergbach. Im Waſſer
ex=
plodierte der Motor des Autos. Der Chauffeur wurde
ſofort getötet, die ſieben Inſaſſen des Wagens ſchwer
verletzt. Vier haben ſo ſchwere Brandwunden erlitten,
daß an ihrem Aufkommen gezweiſelt wird.
Tananarivo, 24. Sept. Die Stadt Mahahibo,
eine Vorſtadt von Majunga, iſt geſtern von einer
furcht=
baren Feuersbrunſt heimgeſucht worden. Etwa 500
Häuſer fielen dem verheerenden Element zum Opfer.
Viele Einwohner ſind obdachlos. Mehrere Perſonen ſind
in den Flammen umgekommen. Der Generalgouverneur
hat mehrere Hilfszüge abgehen laſſen.
Schanghai, 9. Sept. Vor kurzem iſt wieder ein
ver=
heerender Taifun über die Küſte der Provinz
Tſchekiang dahingegangen. Die Kapitäne der Schiffe,
die nach dem Taifun ihren Kurs längs der Tſchekianger
Küſte nahmen, berichteten von merkwürdigen Wracks, die
auf der See trieben. Darunter waren neben umgeſtülpten
Dſchunken, Bäume, Hausdächer, geſchnitztes Holzwerk
von Tempeln, Möbel, Haushaltungsgegenſtände, und es
wurde angenommen, daß eine Sturmflut irgendein Dorf
oder eine Stadt heimgeſucht habe. Wo es geſchehen war,
verſchwieg mehrere Tage lang der Telegraph. Briefliche
Nachrichten, die jetzt aus der Provinz Tſchekiang
vor=
liegen, geben ein erſchreckendes Bild von einem
gewal=
tigen Drama, das ſich in der Gegend der Stadt
Went=
ſchou abgeſpielt hat. Dort ſind mehrere Dörfer und
Städte von einer Sturmflut völlig verſchlungen worden.
Die Zahl der Toten wird auf 30000 bis 40000
an=
gegeben. Täglich treibt das Meer im Süden von
Tſche=
kiang mehrere hundert Leichen an; mitunter gelingt es
auch, einzelne Perſonen, die ſich auf treibenden
Gegen=
ſtänden verkrallt haben, zu retten. Der Taifun war
offen=
bar auch die Urſache zu einem merkwürdigen
Vor=
fall, der in Schanghai beobachtet worden iſt. In=
Schanghai regnete es nämlich — Reiskörner. Es wird
vermutet, daß der gewaltige Sturm in große Reislager
gefahren iſt und die Körner nordwärts entführt hat. Die
chineſiſche Bevölkerung iſt aber der Anſicht, daß der Reis
tatſächlich vom Himmel geregnet iſt, und ſie ſieht darin
ein günſtiges Vorzeichen für die Feſtigung der
Verhält=
niſſe unter der Republik!
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
uehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil voc.)
* Freie Literariſch=Künſtleriſche
Ge=
ſellſchaft. Die Grundſätze, nach denen eine
Vereinig=
ung von Kunſtfreunden, wie die Freie Literariſch=
Künſt=
leriſche Geſellſchaft, bei der Auswahl ihrer Aufführungen
verfahren darf, ſind andere, als die des Theaters. Sie
vermag ſich der Freude am äſthetiſchen Experiment
hinzu=
geben; ſie kann es wagen, kulturhiſtoriſche Erinnerungen
ohne didaktiſche Nebenabſichten lebendig zu machen und
den Reiz einer neuartigen und perſönlichen
Formen=
ſprache bei ihrer Geſtaltung zu erproben. Von dieſen
Geſichtspunkten aus will die Wiedererweckung der „
Tra=
gödie des Doktor Fauſtus” von Chriſtopher
Marlowe betrachtet ſein, die von der Freien Literariſch=
Künſtleriſchen Geſellſchaft unter verſönlicher Anteilnahme
und Mitwirkung zahlreicher ihrer Mitglieder als erſte der
Veranſtaltungen ihres ſoeben ausgegebenen
Winterpro=
gramms (vgl. Anzeige im heutigen Anzeigenteil d. Bl.)
für Mittwoch, den 9. Oktober, im Städtiſchen
Saalbau vorbereitet wird. Sie bedeutet gewiß eine Tat
von literariſchem Wertgehalt; einen ebenſo intereſſanten
wie wertvollen literar=hiſtoriſchen Exkurs, zumal die
Ueberſetzung der Herren A. Morsbach und A. Rapp
aus=
gezeichnet genannt werden muß. Aber ſie bringt weit
mehr. Hinter Marlowe, dem Dichter der eliſabethaniſchen
Zeit, ſteht einer der tüchtigſten Bildner unſerer Zeit:
Richard Lukſch, der an der Hamburger
Kunſtgewerbe=
ſchule tätige und bekannte Wiener Meiſter, der die
De=
korationen, Koſtüme und Masken geſchaffen und damit
den eigentlich beherrſchenden Ton des Abends gegeben
hat. — In der Hamburger Leſſing=Geſellſchaft hat der
Marloweſche Fauſt im Oktober vorigen Jahres in der
Lup=
ſchen Inſzenierung die Erſtaufführung erlebt, und nach
den einſtimigen Berichten der Hamburger Blätter iſt hier
von Profeſſor Lukſch etwas geleiſtet worden, was er ſo
auch unſeren Bühnen nicht gab. Namentlich die Szene,
in der Luzifer die ſieben mit grandioſen Masken
charak=
teriſierten Todſünden vor Fauſtens Auge zaubert, wird
als Höchſtleiſtung eigenſten Geſtaltens in begeiſterten
Worten gerühmt. Bedeutet die Ausgrabung der
Mar=
loweſchen Dichtung — lautet einer der Hamburger
Be=
richte —, in letzter Linie nur einen verdienſtvollen
Bei=
trag zur Wertung deſſen, was Goethes hohe ſchöpferiſche
Kraft aus dieſem Stoff der erſten im Jahre 1604 zu
Lon=
don gedruckten Fauſt=Tragödie gemacht hat, ſo hat uns
Richard Lukſch mit einer Reihe von reizvollen ſzeniſchen
Bildern die Erfüllung eines farbigen Künſtlertraumes
von unvergeßlicher Eindringlichkeit gegeben. Er hat einen
auf dieſem Gebiete hier kaum je geſehenen Reichtum an
Phantaſie entfaltet, der ein Neues, Ureigenes und
Höch=
ſtes bedeutet, dem gegenüber jede Einwendung
verſtum=
men muß!
Parlamentariſches.
** Darmſtadt, 24. Sept. Nachdem
Staats=
miniſter Ewald Exz. geſtern nach längerer Krankheit
von ſeinem Erholungsurlaub wohlgeſtärkt nach
Darm=
ſtadt zurückgekehrt iſt und die Leitung der Staatsgeſchäfte
wieder übernommen hat, iſt das Miniſterium nun
voll=
zählig wieder beiſammen und die Vorbereitung für die
kommende Winterkampagne kann beginnen. Die
Haupt=
aufgabe der nächſten Zeit wird neben den alljährlichen
Vorarbeiten für die Aufſtellung des neuen
Staatshaus=
haltes die Reorganiſation der Beamten=
Be=
ſoldungsordnung bilden. Die Vorbereitungen
dafür ſind inzwiſchen in den verfloſſenen Sommermona=
Kunſthalle am Rheintor.
In der derzeitig ausgeſtellten, dem Anſcheine nach
bereits wieder reduzierten Malergruppe nimmt der
vor=
nehmlich heimatliche Motive bevorzugende Lippmann
unſtreitig auch künſtleriſch, nicht nur numeriſch, den erſten
Rang ein. Ueber die Kollektion Lippmann iſt an dieſer
Stelle bereits eingehend geſprochen worden. Ebenſo iſt
an dieſer Stelle ſchon oft das künſtleriſche Schaffen Ernſt
Eimers, Groß=Eichen, gewürdigt worden. Er iſt
dies=
mal mit einer Reihe Fabelbilder: Gnomen und
Wald=
männlein und =weiblein, vertreten, die ſämtlich, in
eige=
ner Erfindung gezeichnet, von dem drolligen Humor des
Künſtlers Zeugnis ablegen, den wir ſchon oft bei ſeinen
Bildern gleicher Art empfunden haben und der eine ſo
ſtille gemütvolle Stimmung atmet und vermittelt. Es
ſind treffliche Illuſtrationszeichnungen, zu denen die
Mär=
chen zu dichten eine dankbare Aufgabe ſein müßte.
Im Parterreſaal hat Erich Hartmann=München
eine Anzahl Landſchaften ausgeſtellt, in denen die
Heide=
bilder am meiſten zu ſagen wiſſen und trotz der robuſten
Farbentechnik auch im Kolorit der intimen Wirkung nicht
entbehren, vorausgeſetzt, daß die Bilder aus der richtigen
Entfernung betrachtet werden. Sie ſprechen wohl von
ausgeprägtem Farbenſinn und ſind vor allem auf gutes
Naturſchauen begründet. Sehr gut und voll
Stimmungs=
gehalt ſind in dieſer Beziehung „Weite Heide” und
„Heiderücken” während zum Beiſpiel „Birken mit
Gar=
ben” unter Härten im Kolorit leiden. — Die „
Autono=
men”=München ſind nur noch durch O. Weil vertreten,
der eine Kollektion farbiger Zeichnungen und
Guaſch=
blätter ausſtellt, die, obwohl ſie unſchwer eine immerhin
ſtarke künſtleriſche Perſönlichkeit in ihrem Schöpfer
ver=
muten laſſen, im ganzen wenig zu ſagen wiſſen; recht flott
hingeworfene Skizzen und Studien, die faſt
ausnahms=
los keinen Anſpruch darauf erheben können, fertige
Bild=
werke zu ſein.
Eine kraftvolle Künſtlernatur von hoher Begabung
ſcheint uns hingegen Eduard Witte=Paris zu ſein,
obwotzl auch ſeine typiſch modern=franzöſiſche Malweiſe
nicht ohne Widerſpruch hingenommen werden kann. Sie
iſt natürlich in erſter Linie dekorativ wirkende
Farben=
malerei, die aber über viele Erzeugniſſe der gleichen
Schule weit hinausgehoben wird durch ſouveränes
zeichneriſches Können, deſſen Vorhandenſein, trotz
offen=
bar beabſichtigter Herrſchaft leuchtender Farbflächen,
überzeugend zutage tritt. Er malt mit einer Kühnheit,
die Bewunderung heiſcht, wenngleich unſerem Geſchmach
jedes Verleugnen intimer Farbenmiſchungen, jedes
An=
deuten vorhandener farbendämpfender Atmoſphäre
fremd iſt. Seine Farben ſind von reinſter Leuchtkraft
nur wo es durch die Perſpektive unerläßlich iſt, ſchattiert,
ſelten in ſich ſelbſt nuanciert. Vom Farbenmiſchen
zur Herausarbeitung naturaliſtiſcher Nuancen ſcheint er
kein Freund. Im reinſten leuchtenden Rot und
Gelb ſtrahlen die Aepfel und — Fiſche ſeiner Stilleben.
Aber durch das feinen Farbenſinn verratende
Neben=
einanderſtellen der Farbflächen kommt der Künſtler zu
koloriſtiſchen Wirkungen, die manchmal frappieren;
trotz=
dem möchten wir aus der Kollektion das weniger
leuch=
tende, ſtimmungsreiche Bild „Die Manſarde” ein
treff=
lich charakteriſierendes Interieur, als das künſtleriſch
wertvollſte bezeichnen. Es iſt am wenigſten geſucht und
maniriert in der Technik und im Kolorit. Sehr ſchön
iſt das kontraſtreiche Bild „Garten in der Bretagne‟ Der
ſonnenlichtdurchfluteten Landſchaft kommen die
leuchten=
den Farben zugute. Sehr intereſſante Farben= und
Lichtſtudien ſind die mit wenig Zurückhaltung gemalten
Akte, deren reifſter uns der „Akt vor dem Spiegel” zu ſein
ſcheint, der auch bildinhaltlich ſehr geſchickt gemalt iſt.
Der Doppelakt hingegen läßt ſich koloriſtiſch wohl kaum
rechtfertigen.
Vielleicht entſchließt ſich der Kunſtverein wieder, die
mehrfacher Anregung dankenswert nachgekommene
Ein=
richtung zu treffen, Liſten mit Angabe der
Bildbezeich=
nungen, Nummern, Technik und Preiſe der Bilder
aus=
zulegen die namentlich dann unerläßlich ſind, wenn die
Bilder überhaupt nur mangelhaft bezeichnet ſind.
M. St.
ten ſoweit gefördert worden, daß ſie ſchon demnächſt in
einer Sitzung des Geſamtminiſteriums zur Beratung
ge=
ſtellt werden können. Es handelt ſich bekanntlich in erſter
Linie darum, die zahlreich vorhandenen und im Laufe der
Jahre immer kraſſer zutage getretenen „Unſtimmigkeiten”
in der Beſoldungsreform vom Jahre 1898 zu beſeitigen
und einen gerechten Ausgleich in der Bemeſſung der
Ge=
hälter für verſchiedene mittlere und untere
Beamten=
kategorien herbeizuführen, und die Regierung nimmt an,
daß dieſe organiſche Reform der Beſoldungsordnung mit
einer Geſamtſumme von zirka 300000 Mark zu bewältigen
ſein wird. In welcher Form die Durchführung dieſer
organiſchen Reform ſich geſtalten wird, ſteht noch ganz
dahin; nur ſo viel iſt bis jetzt ſicher, daß die Regierung
dem einſtimmigen Wunſche und Verlangen ſowohl der
beiden Ständekammern, wie der heſſiſchen
Beamten=
ſchaft Rechnung tragen und endgültig auf eine
Gehalts=
verbeſſerung durch prozentuale Zulagen verzichten wird.
Bei der neuen Vorlage, die zunachſt noch im Schoße des
Finanzminiſteriums bearbeitet wird, ſoll gutem
Verneh=
men nach zur Zeit einer eingehenden Erwägung die Frage
unterliegen, ob auch der Wohnungsgeldzuſchuß
penſionsfähig gemacht werden ſoll. Die ganze
Frage iſt wohl dadurch angeregt worden, daß in der
Kam=
mer der Unterſchied zwiſchen Gehalt und
Wohnungsgeld=
zuſchuß eingehend erörtert wurde und Anträge auf
Ab=
änderung der Beſtimmungen über das Wohnungsgeld in
Ausſicht geſtellt wurden. Einer früheren Anregung des
Abg. Dr. Oſann im Finanzausſchuß folgend, läßt die
Re=
gierung zur Zeit Erhebungen darüber anſtellen, wie ſich
die Wirkung des Wohnungsgeldes bisher geſtaltet hat.
Es ſoll ermittelt werden, wieviele Beamte auf dem Lande
durch die Erziehung ihrer Kinder mehr belaſtet werden,
als die Beamten in den größeren Städten. Man fragt, ob
es notwendig ſei, daß die Kinder vom Lande zum
Schul=
beſuch in größere Städte geſandt werden, da doch faſt in
jedem größeren Orte in Heſſen auch eine entſprechende
höhere Schule vorhanden iſt. Die ganze Frage iſt aber
jedenfalls eine ſo ſchwierige und komplizierte, daß ſie
nicht einfach vom grünen Tiſche aus entſchieden werden
kann, ſondern zunächſt einmal an der Hand der
gewonne=
nen Feſtſtellungen einer eingehenden Erörterung in der
Kammer unterzogen werden ſollte. Es beſteht übrigens
dem Vernehmen nach ſowohl bei der Regierung, wie in
parlamentariſchen Kreiſen die feſte Abſicht, die ganze
Beſol=
dungsfrage noch im laufenden Herbſt, vor Einbringung
des neuen Staatsvoranſchlages, zum definitiven Abſchluß
zu bringen. Man erwartet, daß die Regierung die
Vor=
lage in den nächſten Wochen fertigſtellen und ſie noch im
Monat Oktober an die Volksvertretung gelangen laſſen
wird. Der Finanzausſchuß der Zweiten Kammer würde
dann ſofort in die Vorberatung darüber eintreten und
ſeine Arbeit ſo beſchleunigen, daß das Kammerplenum
ſchon im November die Vorlage zur Verabſchiedung
brin=
gen kann; dann hätte auch die Erſte Kammer noch
genü=
gend Zeit zur Verfügung, ſich über die ganze Materie
ſchlüſſig zu machen. Für die große Zahl der harrenden
Beamten würde es jedenfalls außerordentlich erwünſcht
ſein, die Beſoldungsreform nunmehr endgültig noch vor
Weihnachten erledigt zu ſehen.
Kongreſſe und Verbandstage.
Heſſiſcher Gautag der techniſchen
Privat=
angeſtellten.
— Der „Bund der techniſch=induſtriellen
Beamten” hielt Sonntag, den 22. ds. Mts., in
Frankfurt a. M den 3. ordentlichen Gautag ſeines
Gaues Heſſen ab. Delegierte waren aus allen Teilen des
Großherzogtums und der Provinz Heſſen herbeigeeilt, um
den Verhandlungen im Auftrage ihrer Verwaltungsſtellen
beizuwohnen. Am Vorabend hatte die Ortsgruppe
Frankfurt eine öffentliche Verſammlung im Börſenſaal
veranſtaltet, in der der Geſchäftsführer des Bundes, Herr
Ingenieur Lüdemann=Berlin einen Vortrag hielt
über „Die Privatangeſtellten in der
moder=
nen Wirtſchaftsentwicklung.‟ Die
Verſamm=
lung war von etwa 600 Perſonen beſucht. Der Referent
ging aus von der wirtſchaftlichen Entwickelung
Deutſch=
lands in den letzten Dezennien. Die Privatangeſtellten,
ſo ſagte er, ſtellen eine neue Schicht von Arbeitnehmern
dar, die aus der induſtriellen und kommerziellen
Ent=
wickelung geboren iſt. Rein zahlenmäßig iſt ſchon die
ſtändig wachſende Bedeutung der Privatangeſtellten zu
er=
kennen. Es gibt heute in Deutſchland mehr als 2
Mil=
lionen das macht mit den Angehörigen etwa 10
Millio=
nen Menſchen aus. Aber nicht die Zahl allein macht die
Privatangeſtellten zu einem beachtenswerten Faktor im
Wirtſchaftsleben, ſondern vor allem ihre Bedeutung für
die Volkswirtſchaft. Der Privatangeſtellte nſmmt ſeine
Mittelſtellung ein zwiſchen Arbeiterſchaft und
Arbeit=
gebertum, die aber nicht ſo iſt, wie ſich manche
Volks=
kreiſe das vorſtellen, daß er nämlich dem Arbeitgeber
näher ſtehe als dem Arbeiter. Im Gegenteil, die
über=
wiegende Mehrzahl der Privatangeſtellten iſt
wirtſchaft=
lich und ſozial nicht viel beſſer geſtellt, als die
Lohn=
arbeiterſchaft. Die Statiſtik zeigt, daß nur ein ganz
ge=
ringer Teil von ihnen in der Lage iſt, ſich einmal
ſelbſt=
ſtändig zu machen. Aus der Stellung der Angeſtellten im
Wirtſchaftsleben und aus ihrer ſozialen Stellung
gegen=
über dem Arbeitgeber folgt für ſie aber ganz von ſelbſt
die Notwendigkeit, Organiſationen zu bilden, die ihre
ſo=
zialen und wirtſchaftlichen Intereſſen wahrzunehmen
haben. Die Konſequenz der wirtſchaftlichen Entwickelung
iſt die gewerkſchaftliche Organiſation, deshalb hat ſich
auch der Bund der techniſch=induſtriellen Beamten dieſe
Form gegeben.
Die Verhandlungen des Gautages begannen am
Sonntag vormittag 8½ Uhr, und fanden im
Weſtend=
garten ſtatt. Aus dem vom Gauleiter, Herrn Ingenieur
Gramm, erſtatteten Geſchäftsbericht ging hervor, daß
der Bund im verfloſſenen Jahre trotz ſtärkerer Betonung
ſeiner gewerkſchaftlichen Tendenz und trotz einer
erheb=
lichen Beitragserhöhung noch um 2714 Mitglieder
zuge=
nommen hat. Auch in dieſem Jahre iſt die Zahl der
Mit=
glieder erheblich geſtiegen, ſodaß heute mehr als 21000
techniſche Privatangeſtellte im Bunde organiſiert ſind.
Die Tatſache, daß es ſchon in den letzten 6 Monaten
allein in den ſüddeutſchen Gauen gelungen iſt, in 16
Fir=
men durch ſolidariſches Vorgehen der techniſchen
Ange=
ſtellten, Verbeſſerungen im Arbeitsverhältnis
herbeizu=
führen, beweiſt, daß ein guter gewerkſchaftlicher Geiſt die
Bundesmitglieder beſeelt. Im Gau Heſſen iſt ebenſo wie
in den anderen Gauen eine rege Agitation entfaltet
wor=
den. Die Kaſſenverhältniſſe des Bundes ſind gute, er hat
allein im Jahre 1911 zirka 100000 Mark an
Solidaritäts=
unterſtützung und 40000 Mark an
Stellenloſen=
unterſtützung bezahlt. Trotzdem ſchloß das Jahr 1911
noch mit einem Ueberſchuß von zirka 30000 Mark ab.
Einen breiten Raum in den Verhandlungen nahm die
Stellung des Bundes zu den Vertrauensmännerwahlen
für die Angeſtelltenverſicherung ein. Es wurde
be=
ſchloſſen, eine rege Agitation unter den Privatangeſtellten
zu entfalten und Aufklärung in ihre Reihen zu tragen
über das Geſetz und die Tätigkeit der Freien
Vereinig=
ung und des Hauptausſchuſſes, der es unterlaſſen habe,
die Intereſſen der Privatangeſtellten ſo wahrzunehmen,
wie es notwendig geweſen wäre. Nach einem Referat
des Gauobmannes über den 8. ordentlichen Bundestag,
ſtimmte der Gautag dem Beſchluſſe, ein einheitliches
An=
geſtelltenrecht mit größter Entſchiedenheit zu propagieren,
zu. Vor allem aber begrüßte er die auf dem Bundestage
aufgeſtellte Forderung ungleicher
Kündigungs=
friſten für Angeſtellte und Arbeitgeber, weil dem
An=
geſtellten eine größere Sicherheit in ſeiner Stellung
ge=
ſchaffen wird, wenn es ihm durch eine kurze
Kündigungs=
friſt möglich iſt, günſtige Konjunkturen auszunutzen,
während andererſeits durch die Bindung des
Arbeit=
gebers an eine längere Kündigungsfriſt das
Arbeitsver=
hältnis eine größere Feſtigkeit erhält.
Kongreß für Städteweſen.
— Düſſeldorf, 24. Sept. In Anweſenheit
zahl=
reicher Regierungsvertreter und ſonſtiger Delegierter,
namentlich von Stadtverwaltungen aus dem In= und
Auslande, begannen hier die Verhandlungen des erſten
Kongreſſes für Städteweſen. Das preußiſche
Miniſterium hatte vier Vertreter entſandt. Ferner hatten
Delegierte entſandt: das öſterreichiſche Miniſterium der
öffentlichen Arbeiten, die württembergiſchen, badiſchen,
braunſchweigiſchen und heſſiſchen Staatsminiſterien,
ſo=
wie die Städte Belfaſt, Lüttich, Luzern, Amſterdam,
Rot=
terdam, Zürich, Antwerpen, Petersburg, Peſt, Köln,
Ha=
gen, Dresden, Rheydt, Mülheim=Ruhr, Elberfeld,
Gelſen=
kirchen, Kaiſerslautern, Ulm u. a. Eingeleitet wurde die
Tagung durch eine Rede des Oberbürgermeiſters Dr.
Oehler, der die Entwicklung der deutſchen Städte auf
die Selbſtverwaltung zurückführte, die ſich als ganz
be=
fähigt erwies, alle modernen Fortſchritte und
Errungen=
ſchaften in den Dienſt der Gemeinweſen zu ſtellen. Noch
ſind aber eine Reihe von Aufgaben zu leiſten, und da iſt
beſonders wertvoll und fruchtbringend für die
prak=
tiſche Arbeit in der Gemeindeverwaltung der Austauſch
der Erfahrungen, die die einzelnen Städte mit ihren
Ein=
richtungen gemacht haben.
Nach den Begrüßungen wurde in die Tagesordnung
eingetreten. An erſter Stelle ſprach Regierungsbaumeiſter
Langen=Berlin über das zu erſtrebende
Wohnungs=
geſetz. Die Notwendigkeit, ein ſolches Wohnungsgeſetz
zu ſchaffen, würde heute allgemein anerkannt; aber der
Ausführung ſtänden noch große Schwierigkeiten im Weg.
Da bis zum Erlaß des Geſetzes noch ein weiter Weg ſei,
müſſe man ſich vorläufig mit vorbereitenden Geſetzen
be=
helfen. — In der Diskuſſion ſprach auch der frühere
Staatsſekretär für die Kolonien Dr. Dernburg, der
eine obligatoriſche Wohnungsinſpektion verlangte und
auf den Zuſammenhang zwiſchen Wohnung und
Wehr=
fähigkeit hinwies. Die Statiſtik ſpreche da eine deutliche
Sprache. In dem dichtbewohnten Berlin ſeien nur 28
Prozent der jungen Leute, die dort geboren ſeien,
wehr=
fähig, während der Prozentſatz für einzelne Landesteile
über 60 betrage. — Miniſterialdirektor Dr. Freund=
Berlin behandelte das Thema der Eingemeindungspolitik.
Er behandelte die Schwierigkeit dieſer Frage und die
Vorbedingungen, unter denen die Regierung in die
Ein=
gemeindung willige. — Eine Frage, die in neuerer Zeit
für die Stadtverwaltung von außerordentlich großer
Be=
deutung wird, behandelte Direktor Kordt=Düſſeldorf
in ſeinem Vortrag über die Gasfernverſorgung. —
Pro=
feſſor Dr. Lubarſch ſprach über die Hochſchulen als
kommunale Einrichtung; Profeſſor Dr. Gurlitt=
Dres=
den über die Beſſerung der Wohnungsverhältniſſe in
den alten Städten.
Die Kongreßteilnehmer beſichtigten heute nachmittag
im Anſchluß an die Vorträge verſchiedene ſtädtiſche
An=
ſtalten und die Betriebe der Firma Haniel und Lueg,
ſo=
wie die Lokomotivfabrik Hohenzollern.
Die Beratungen des Kongreſſes werden fortgeſetzt.
Es ſind für die verſchiedenen Themata der Tagesordnung
zirka 60 Vorträge angemeldet, die ſich auf eine ganze
Reihe von das Städteweſen berührenden Gegenſtänden
er=
ſtrecken, aber überwiegend nur fachtechniſcher Natur ſind.
* Poſen, 24. Sept. Die 64.
Hauptverſamm=
lung des Guſtav=Adolf=Vereins wurde
heute nachmittag im Feſtſaale der Akademie eröffnet.
Beſonders lebhaften Beifall riefen die
Begrüßungs=
anſprachen des Oberpräſidenten Dr. Schwarzkopff
und des Oberbürgermeiſters Dr. Wilms hervor. Der
erſtere hob hervor, daß der Guſtav=Adolf=Verein ein
Friedenswerk ſei, auch den Andersgläubigen gegenüber,
und daß die Staatsregierung dem Verein Dank ſchulde
für die Hilfe, mit der er ſich der Diaſpora in der Oſtmark
angenommen habe. Oberbürgermeiſter Dr. Wilms
be=
grüßte die Verſammlung mit der Verſicherung, daß die
Stadt Poſen trotz ihrer überwiegend katholiſchen
Beyöl=
kerung dem Verein und ſeinen Vertretern ein herzliches
Willkommen entbiete. Nach der
Begrüßungsverſamm=
lung fanden in der Paulikirche und in der Petrikirche
außerordentlich ſtark beſuchte Feſtgottesdienſte ſtatt.
* Poſen, 25. Sept. In einem großartigen
Feſt=
zuge, den die evangeliſchen Schüler und Schülerinnen
ſämtlicher Schulanſtalten eröffneten und deſſen Spitze
etwa 500 Geiſtliche im Ornat bildeten, begaben ſich die
Mitglieder und Feſtteilnehmer der Hauptverſammlung
des Guſtav=Adolf=Vereins unter Abſingen der Choräle
„Ein’ feſte Burg iſt unſer Gott” „Lobe den Herrn” und
„Wach auf, du Geiſt” zum Hauptgottesdienſt in die mit
alten Erinnerungen verknüpfte Kreuzkirche. Die
Feſt=
predigt hielt Hauptpaſtor D. von Brocker=Hamburg.
* Boſton, 25. Sept. Der 5. Internationale
Handelskammerkongreß, auf dem 44 Länder
vertreten ſind, trat geſtern zuſammen. Der Kongreß tagt
bis zum 26. September und ſchließt am Abend dieſes
Tages mit einem großen Bankett, bei dem auch
Präſi=
dent Taft zugegen ſein wird. Anſprachen halten u. a.
Loris Canon Legrand, der Präſident des permanenten
Komitees des internationalen Kongreſſes, Anglo
Salmoi=
raghi, Präſident des Mailänder Kongreſſes, F.
Faith=
ful=Begg von der Londoner Handelskammer. Rußland,
das bisher auf keinem Kongreß vertreten war, entſandte
ſechs Delegierte. Alle ſüdamerikaniſchen und
zentral=
amerikaniſchen Länder ſind gleichfalls zum erſtenmal
ver=
treten. Deutſchland entſandte 88, Italien 58, England
61, Oeſterreich 44, Ungarn, Japan und zahlreiche andere
Länder je 5 bis 10 Delegierte. Zu den
Beratungsgegen=
ſtänden des Kongreſſes gehören die Feſtlegung des
Oſter=
feſtes und ſonſtige Verbeſſerungen des Kalenders.
Luftfahrt.
Luftſchiff=Verſicherung.
— Von der Vereinigung der in Deutſchland
arbeiten=
den Privat=Feuerverſicherungs=Geſellſchaften in Berlin
wird uns geſchrieben: Die Frage der Verſicherung von
Luftſchiffen hat die öffentliche Aufmerkſamkeit erregt,
nach=
dem bekannt geworden war, daß die am 28. Juni ds. Js.
in Düſſeldorf zerſtörte „Schwaben” bei engliſchen, in
Deutſchland nicht zugelaſſenen Geſellſchaften, gegen
Feuer=
ſchaden gedeckt war. Die Verſicherung bei deutſchen
Ge=
ſellſchaften wird namentlich wegen Gefährdung nationaler
und militäriſcher Intereſſen gefordert. Dem Auslande
dürften nicht die Früchte der Zeppelin=Arbeit ausgeliefert
werden; dies ſei aber unvermeidlich, da bei Beſichtigung
des zu Schaden gekommenen Luftſchiffes alle Einzelheiten
ſeiner Konſtruktion und Zuſammenhänge den von den
ausländiſchen Geſellſchaften beauftragten Gutachtern
be=
kannt werden müßten. Deshalb ſei es Pflicht der
deut=
ſchen Geſellſchaften die Luftſchiffe in Verſicherung zu
nehmen und ihre Gemeinnützigkeit und Opferwilligkeit zu
zeigen. Ihr ablehnendes Verhalten ſei kurzſichtig und
geeignet, die vielfach erhobene Forderung nach
Verſtaat=
lichung des Verſicherungsweſens zu unterſtützen.
Daneben wurden auch Stimmen laut, welche die leichte
Zerſtörbarkeit der Luftſchiffe und die Notwendigkeit
her=
vorhoben, daß die Gefahren durch techniſche
Verbeſſer=
ungen gemindert würden und daß die
Luftſchiffahrtsgeſell=
ſchaften angemeſſeie Verſicherungsprämien zu zahlen
be=
reit wären.
Die letztere Auffaſſung wird dem Standpunkt gerecht,
den die deutſchen und die in Deutſchland tätigen
Feuer=
verſicherungs=Geſellſchaften einnehmen. Die Geſellſchaften
wollen dem deutſchen Luftſchiffahrtsweſen, auf das jeder
Deutſche mit Stolz und Bewunderung blickt, ihre
Unter=
ſtützung nicht verſagen und haben ſie nicht verſagt, aber
es kann ſich dabei immer nur um eine Unterſtützung und
nicht darum handeln, daß ſie die ganze Laſt faſt allein auf
ihre Schultern nehmen.
Nach den bisherigen Erfahrungen erreicht ein
Luft=
ſchiff durchſchnittlich kaum eine längere Lebensdauer als
3 Jahre. Die zerſtörte „Schwaben” war mit 400 000 Mark
zu einer Prämie von 14000 Mark, alſo 3½ pro Mille,
ver=
ſichert. Danach würden die Verſicherungs=Geſellſchaften
in kurzen Friſten immer wieder den vollen Wert der
Luft=
ſchiffe zu erſetzen haben, ohne eine ins Gewicht fallende
Gegenleiſtung zu erhalten, ſie allein wären alſo die Träger
der Fortführung dieſer großen nationalen Beſtrebungen.
Ein ſolches Verlangen iſt unbillig, ebenſo wie es
un=
billig wäre, die Leiſtung der Erneuerungskoſten etwa der
Induſtrie, dem Handel oder anderen Wirtſchaftsgruppen
zuzumuten, die an der Luftſchiffahrt mehr intereſſiert ſind
als gerade die Feuerverſicherungs=Geſellſchaften.
Der Hinweis auf die Verſtaatlichung des
Verſicher=
ungsweſens iſt verfehlt, weil auch eine
Staatsverſicher=
ungsanſtalt die zu Feuerverſicherungszwecken
einkommen=
den Beträge nicht zu anderen, ſelbſt noch ſo nationalen
Aufgaben verwenden kann. Tatſächlich haben die
zahl=
reichen ſtaatlichen und öffentlich=rechtlichen
Feuerverſicher=
ungsanſtalten in Deutſchland noch keinem Luftſchiff
Ver=
ſicherungsſchutz gewährt, dagegen iſt dies ſeitens der
Pri=
vatgeſellſchaften geſchehen. Das in Baden=Oos im
Sep=
tember 1910 zerſtörte Luftſchiff „L. Z. ” war bei deutſchen
Privatgeſellſchafte: verſichert, die 320 000 Mark
Schaden=
erſatz zu leiſten hatten. Für das im Juni ds. Js.
beſchä=
digte Luftſchiff „L. Z. 12” hatten die deutſchen
Geſellſchaf=
ten 50000 Mark zu zahlen. Deutſche Geſellſchaften hatten
vom 12. Juli ds. Js. ab die Verſicherung der am 28. Juni
zerſtörten „Schwaben” übernommen, wären alſo, ſofern
ein erſatzpflichtiges Ereignis vorliegt und der Schaden
14 Tage ſpäter eingetreten wäre, auch hierfür mit 300000
bis 400000 Mark haftbar geweſen. Die Zeppelin=Werke
und die Luftſchiffe, ſo lange ſie ſich im Beſitze Zeppelins
befinden, ſind bei deutſchen Geſellſchaften gedeckt. Die
deutſchen Verſicherungsgeſellſchaften haben alſo ihre
Schul=
digkeit getan und Opfer nicht geſcheut.
Wenn es aber die Deutſche Luftſchiffahrts=
Aktiengeſell=
ſchaft in Frankfurt a. M. („Delag”) durch Mangel an
Auf=
ſicht zu der Zerſtörung des „L. Z. 7” kommen ließ (wie
erinnerlich, war der Brand des Luſtſchiffes infolge
An=
laſſens der Motoren ſeitens unbeaufſichtigter Monteure
und niederer Angeſtellten entſtanden) und die „Delag”
nach ihrer eigenen Erklärung im Auslande wegen des
günſtigeren Prämienangebotes Verſicherung
nahm, ſo fällt ausſchließlich ihr und nicht den deutſchen
Verſicherungsgeſellſchaften die Verantwortung für eine
etwaige Verletzung nationaler und militäriſcher
Inter=
eſſen zu.
Daß mit Schwierigkeiten und unvorhergeſehenen
Zwi=
ſchenfällen bei der Luftſchiffahrt mehr als bei allen
an=
deren Unternehmungen gerechnet werden muß, iſt bekannt
genug. Immerhin liegt jetzt eine Reihe Erfahrungen vor,
aus denen ſowohl die „Delag” wie die Verſicherungs=
Geſellſchaften die Nutzanwendung zur Vermeidung von
Unfällen, insbeſondere von Brandſchäden, ziehen.
Des=
halb hat auch die Vereinigung der in Deutſchland
arbeiten=
den Privat=Feuerverſicherungs=Geſellſchaften, die ſich ſchon
ſeit Anfang 1910 mit der Verſicherung der Luftſchiffe
be=
faßt, neuerdings die Angelegenheit in die Hand
genom=
men. Die Mehrzahl der zu der Vereinigung gehörenden
Geſellſchaften hat ſich bereit erklärt, zuſammen einen
C0prozentigen Anteil an den Verſicherungen folgender
3 Firmen zu übernehmen: 1. Luftſchiffbau Zeppelin, G. m.
b. H., in Friedrichshafen, 2. Deutſche Luftſchiffahrts=
Aktiengeſellſchaft in Frankfurt a. M., 3. Flugzeugbau
Friedrichshafen, G. m. b. H., Etabliſſement in Manzell
ſei Friedrichshafen.
Für die Unterbringung der reſtlichen 40 Prozent
dieſer Verſicherungen werden die außerhalb der
Ver=
einigung ſtehenden Privatgeſellſchaften und öffentlichen
Feuerverſicherungs=Geſellſchaften zu ſorgen haben, was
auch zum Teil bereits geſchehen iſt.
R. Auf dem Mainzer Flugplatz,
Gro=
ßer Sand, der vom 1. Oktober ab noch eine
Grade=
fliegerſchule des Herrn von Stoephaſius=Berlin erhält,
herrſcht gegenwärtig ein reges Leben. Der
Goedecker=
flieger de Waal, der vor etwa einem Vierteljahre ſeine
Pilotenprüfung beſtanden hat und bereits
wohlgelun=
gene Ueberlandflüge zu Euler in Frankfurt a. M.
unter=
nommen hatte, unterrichtet gegenwärtig vier Schüler:
Geiß=Weilburg, Schröder=Freiburg, Trautwein=Freiburg
und Schumacher=St. Gallen, mit denen er wiederholt
Ueberlandflüge über die Rheinebene ausführte. So flog
er heute früh mit Trautwein über Budenheim nach
Elt=
ville und Erbach im Rheingau, wobei Höhen von 300
Meter über dem Rhein bei böigem Wetter erreicht
wur=
den. Die Rückkehr erfolgte ebenſo wie die Landung
glücklich. Ferner hat de Waal mit zwei Mainzer Damen,
Fräulein Mathi und Fräulein Meiſinger, zwei
Paſſa=
gierflüge ausgeführt. Zwei der Flugſchüler, Schröder
und Schumacher, haben heute früh ihre erſten größeren
Flüge ſelbſtändig ausgeführt und dabei die Vororte
onſenheim und Mombach in weitem Umkreiſe in etwa
100 Meter Höhe überflogen. Die Landungen erfolgten
glücklich.
* Straßburg, 24. Sept. Die beiden Militärflieger
Oberleutnant Hantelmann und Oberleutnant Zim=
mer mußten bei Weißenburg i. E. infolge dichten
Ne=
bels eine Zwiſchenlandung vornehmen. Oberleutnant
Hantelmann gedenkt heute abend noch weiter zu fahren.
* Straßburg, 25. Sept. Oberleutnant
Hantel=
mann iſt heute früh um 7 Uhr 40 Minuten mit ſeinem
Paſſagier, von Weißenburg kommend, hier eingetroffen
und glatt gelandet. Er hat für dieſe letzte Etappe
vierzig Minuten gebraucht.
Straßburg, 25. Sept. Oberleutnant
Han=
telmann mit ſeinem Begleiter Leutnant Zimmer
iſt auf Rumpler=Taube heute morgen 7,40 Uhr von
Weißenburg kommend hier auf dem Flugplatz Polygon
glatt gelandet. Die beiden Flieger ſind in beſter
Ver=
faſſung. Die reinen Flugzeiten von Johannistal bis
hierher ſind geweſen: Johannistal-Weimar 2
Stun=
den 20 Minuten, Weimar-Fulda 1 Stunde 30 Minuten,
Fulda-Darmſtadt 1 Stunde 15 Minuten, Darmſtadt-
Weißenburg 1 Stunde 20 Minuten, und heute
Weißen=
burg-Straßburg 40 Minuten. Die reing
Flug=
zeit für die Strecke Johannistal-Straßburg betrug
alſo 7 Stunden 5 Minuten, wobei zu bemerken iſt,
daß geſtern zwiſchen Darmſtadt und Weißenburg die
Flieger eine halbe Stunde lang beim völligen Verſagen
des Kompaſſes im Nebel herumirrten. Die Landung
heute morgen am Polygon erfolgte aus großer Höhe in
prächtigem Gleitfluge.
* Paris, 24. Sept. Der bei Bar=le=Duc abgeſtürzte
Militärflieger, Leutnant Thomas iſt heute morgen
den erlittenen Verletzungen erlegen.
Paris 24. Sept. Nach einer offiziöſen
Mel=
dung des Temps ſollen die im Jahre 1913 zu erbauenden
vier Militär=Lenkballons ungefähr 15000
Kubikmeter faſſen, drei von einander unabhängige
Gon=
deln beſitzen und eine Geſchwindigkeit von 70 Kilometer
in der Stunde erreichen. Die Ballons, welche nicht nach
dem ſtarren Zeppelin=Syſtem gebaut werden ſollen,
ſollen an ihrem höchſten Punkte einen mit einem
Maſchinengewehr ausgerüſteten Beobachtungspoſten
tra=
gen. Für den Bau dieſer Lenkballons ſollen die für das
Budget 1912 bewilligten Kredite von 5 Millionen Francs
verwendet werden. Es ſei übrigens fraglich, ob die
g=
planten Lenkballons bereits für die Herbſtmanöver
fertiggeſtellt ſein werden.
sr. Das Ballonrennen des
franzöfi=
ſchen Aero=Klubs um den Grand Prix, das
am Sonntag nachmittag in St. Cloud ſeinen Anfang
ge=
nommen hatte, fand bei dem herrſchenden Oſtwinde einen
ſehr ſchnellen Abſchluß, da die meiſten Ballone an die
Küſte getrieben wurden. Zahlreiche Konkurrenten
lande=
ten bereits am Sonntag abend in der Nähe des Kanals,
darunter auch Dr. jur. Henoch, der mit dem Ballon
Magdeburg als einziger deutſcher Vertreten geſtartet
war. Einigen Führern gelang es, günſtigere
Windſtrö=
mungen auszunutzen, und bis nach der Bretagne
vorzu=
dringen. Mit einem Flug von etwa 540 Kilometer Länge
dürfte der Franzoſe Leon Barthou mit dem Ballon
Eſcapate den Sieg errungen haben. Die nächſten Plätze
dürften den Ballons Belgique und Bearn zufallen, die
500 Kilometer und darüber zurücklegten.
Handel und Verkehr.
Frankfurt a. M., 25. Sept. In der heutigen
Sitzung des Aufſichtsrats der Mitteldeutſchen
Kredit=Bank berichtete der Vorſtand über den
Ver=
lauf und die Ergebniſſe des erſten Halbjahres. Das
lau=
fende Geſchäft zeigt in allen Geſchaftszweigen bei
ſämt=
lichen Niederlaſſungen eine günſtige Entwickelung. Nach
dem Geſamtergebnis und der bisherigen Geſtaltung der
Verhältniſſe im laufenden Halbjahr rann mit
Zuver=
ſicht angenommen werden, daß bei angemeſſenen
Rück=
ſtellungen die Verteilung der gleichen Dividende wie im
Vorjahre zu erwarten in.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die Entwickelung des nördlichen
Stadtteils.
Durch die Gartenſtadt=Bewegung ſind ſämtliche
in=
folge Verlegung des Bahnhofs neu entſtändenen
Bau=
abteile mehr in das öffentliche Intereſſe gerückt, als
ge=
rade der neu entſtandene nördliche Teil. Durch
Offen=
legung des neuen Bebauungsplans iſt die Zukunft des
weſtlichen und ſüdlichen Stadtteils feſtgelegt, während
der Plan des nördlichen noch immer der Bearbeitung
harrt, wodurch dort eine gewiſſe Stockung hervorgerufen
iſt. Die Zukunft dieſes Stadtteils iſt von der
Entwickel=
ung des neuen Nordbahnhofs abhängig, und zwar nicht
allein von dem fahrplanmäßigen Perſonenverkehr,
ſon=
dern auch von der Einrichtung eines Güterbahnhofs mit
Lagerplätzen, wenn auch zunächſt nur für Wagenladungen.
Die Entfernung der beiden noch beſtehenden
Güterbahn=
höfe iſt eine ſo große, daß im Intereſſe des Handels die
Schaffung einer dem Herzen der Stadt und insbeſondere
dem vorliegenden Johannesviertel näherliegenden
neuen Ausladeſtelle wünſchenswert erſcheinen dürfte. Der
Fortbeſtand des Güterbahnhofs „Darmſtadt=Süd” wurde
mit Rückſicht auf die hohen Koſten der Herſtellung
abge=
lehnt, während derjenige für „Darmſtadt=Nord” ohne
be=
ſondere Koſten zu ſchaffen iſt, vermittels des Gleiſes für
Wagenwerkſtätte uſw. Die Abfuhr der Güter zur Stadt
iſt, weil ebenes Land, auf der Frankfurterſtraße die
denk=
bar günſtigſte, und wenn dort den Lagerhaltern
Ge=
legenheit gegeben würde zur Aufſtellung des Fuhrparks
nebſt Stallungen, ſo dürften die betreffenden Plätze bald
ſehr begehrt ſein. Hier wäre ein Feld für die Tätigkeit
des Bezirksvereins Johannesviertel gegeben.
Nach demnächſtiger Entfernung des Dammes der
früheren Odenwaldbahn und Elektrifizierung der
Straßen=
bahn nach Arheilgen wird auch für Wohnzwecke bis zum
Nordbahnhof ein neuer Stadtteil erſchloſſen, in welchem
die Zuleitung von Waſſer und Gas ab Frankfurterſtraße
leicht zu erreichen iſt; ebenſo beſteht bereits ein Kanal
zur Aufnahme des Abfallwaſſers. Hier ließe ſich doch
auch auf Grund der vorerwähnten Mittel eine Anzahl
von Einfamilienhäuſern errichten, deren Inhaber es
doch ganz in der eigenen Hand haben, ſich zu Hauſe wohl
zu fühlen, ohne beſondere Anſprüche an Lage zu
er=
heben. Mit Rückſicht auf die ſpäter doch beſtimmt
ein=
tretende Eingemeindung von Arheilgen wird die
Er=
ſchließung gerade des nördlichen Stadtteils nicht
aufzu=
halten ſein, trotz aller gegenſätzlichen Beſtrebungen, und
je eher man ſich damit befreundet, deſto vorteilhafter iſt
die Rückwirkung auf das allgemeine Intereſſe.
— Daß in Darmſtadt Handel und Gewerbe
voll=
ſtändig darniederliegen, iſt wohl jedem Laien bekannt.
Hier am Platze gibt es tüchtige und würdige Vertreter
des Handwerks, die mit jeder Konkurrenz der engeren
und weiteren Umgebung in ehrlichen Wettſtreit treten
können. Was nützt aber alle Tüchtigkeit, wenn keine
Ar=
eit da iſt, um dieſe zu zeigen. An dem grünen Tiſch
er ſtädtiſchen Behörden wird ja das Handwerk in jeder
Art und Weiſe gehoben. Auch die Baupolizei lobt ſich
in einem von ihr ſelbſt verfaßten Artikel, daß gerade
ſie es ſei, die das Bauen in jeder Art und Weiſe zu
ver=
billigen ſuche. Die maßgebenden Herren vom Tiefbauamt
wollen auch nicht zurückſtehen, das Handwerk zu heben.
Es ſei hier hauptſächlich von dem vollſtändig
darnieder=
iegenden Bauhandwerk geſprochen. Am 23. September
1912 wurde das Reſultat der ausgeſchriebenen
Kanal=
arbeiten bekanntgegeben, und es wurden auch auswärtige
Firmen genannt. Dieſe erhielten alſo vom Tiefbauamt
Angebote für eine Darmſtädter Arbeit, und einer davon
wvar der Mindeſtfordernde. Wir kommen nun jetzt in die
Lage, daß eine Arbeit für die Stadt Darmſtadt von
einem auswärtigen Unternehmer gemacht wird. Dieſer
bringt Beamte, Perſonal, Vorarbeiter und alle
Bedarfs=
artikel von ſeiner Heimat mit, und wir Darmſtädter
Steuerzahler dürfen mit zuſehen und dürfen, wenn es
Zeit iſt, unſere Abgaben in die Stadtkaſſe in der
Grafen=
ſtraße tragen und mit Vertrauen auf unſere Stadt=
Ver=
treter aufſchauen.
Das Tiefbauamt iſt eine ſtädtiſche Behörde und wird
von ſtädtiſchen Mitteln unterhalten, und es müßte bei
den maßgebenden Herren dieſer Bchörde unter allen
Dingen der Wahlſpruch ſein: „Kauſſk am Platze!” Etwa
3000 Mark beträgt die Differenz Und wird jetzt das
Tiefbauamt ſagen, wie können unſeren Mitbürgern nicht
zumuten, dieſen Mehrbetrag zu zahlen. Dieſem
bild=
lichen Vorteil ſtehen aber tatſächliche Nachteile
gegen=
über, Wie oben erwähnt, ſind unſere Unternehmer
ge=
rade ſo gut ihren Aufgaben gewachſen, wie verehrl.
Tief=
bauamt, und beziehen unſere Unternehmer ihren ganzen
Bedarf von Darmſtädter Steuerzahlern, unſere
Unter=
nehmer beſchäftigen wieder Darmſtädter Steuerzahler
und dieſe kaufen ebenfalls alles, ihren ganzen Bedarf,
auch wieder bei Darmſtädter Steuerzahler ein, und wie
ſieht es aus, wenn eine Firma aus Worms oder Koblenz
oder ſonſt wo her kommt? Wie die letzte Statiſtik
er=
geben hat, hat die Zahl der Einwohner ſtatt
zugenom=
men, abgenommen. Wenn man ſein Brot nicht mehr
in ſeiner Vaterſtadt verdienen kann, ſo muß man eben
vegziehen. Hoffentlich tragen dieſe Zeilen dazu bei,
den Herren vom Tiefbauamt klar zu machen, daß die
Steuerzahler ein Recht haben, ſich vor dem Untergang
zu ſchützen.
Th. K.
Vermiſchtes.
— Dauerritt von Südweſtafrika nach
Berlin. Wie die Blätter melden, wird gegenwärtig
einer der großartigſten Dauerritte ausgeführt, die jemals
unternommen wurden. Am 16. Juni d. J. traten der
Leutnant der Reſerve im erſten badiſchen Feldartillerie=
Regiment Nr. 14, von Bauer, Sohn des früheren
Majors von Bauer, der ſeinerzeit im Feldartillerie=
Re=
giment Nr. 25 ſtand, und der Farmer Paſchen aus
Skon=
deka von Omaruru aus einen Ritt an, der ſie über
Wind=
huk, Choabis, Dulawayo, Salisbury, Banqueloſee,
Ta=
bora, Faſchoda, Chartum, Kairo, Jeruſalem, Damaskus,
Konſtantinopel, Sofia, Peſt, Wien nach Berlin führen
ſoll. Die Expedition verfügt über ſechs Pferde
ſüdweſt=
afrikaniſcher Abkunft und beſteht außer den beiden
ge=
nannten Herren aus zwei Eingeborenen, während zwei
der Pferde als Packpferde dienen. Die zurückzulegende
Diſtanz beträgt ungefähr 20000 Kilometer. Dieſer Ritt
dürfte der längſte Dauerritt ſein, der je unternommen
wurde. Der auf mongoliſchen Ponys in den Jahren
1902, 1903 ausgeführte Ritt des Leutnants von
Salz=
mann von Tientſin nach Andiſchan erſtreckte ſich nur auf
eine Entfernung von 5730 Kilometern, die in einem
Zeit=
raum von 118 Tagen zurückgelegt wurden. von Bauer
nd Paſchen beabſichtigen, ihr Unternehmen in
andert=
halb Jahren durchzuführen, ſo daß alſo täglich etwa 40
Kilometer zurückgelegt werden müſſen. Auch von
Salz=
nann hatte ſeinerzeit die gleiche Tagesleiſtung in
Aus=
ſicht genommen, konnte aber tatſächlich nur eine tägliche
Durchſchnittsleiſtung von 32 Kilometern erreichen. Man
wird deshalb auch für den Ritt von Südweſtafrika nach
Berlin mit einer geringeren Tagesleiſtung rechnen müſſen,
als die beiden Reiter in Anſchlag gebracht haben.
Literariſches.
* Soeben erſchien, herausgegeben von dem
bekann=
ten Muſikſchriftſteller Ludwig Frankenſtein in
Leipzig, im Hausbücherverlag Hans Schnippel,
Ber=
lin W 35, der 4. Band des Richard Wagner=
Jahrbuches, das ſich wieder durch die Gediegenheit
ſeines Inhaltes, wie wertvolle Aufſätze Chronik,
Stati=
ſtik uſw., auszeichnet und diesmal als beſonders
bemer=
kenswert eine die Jahre 1907—1911 umfaſſende,
ausführ=
liche, 80 Seiten ſtarke Bibliographie enthält, die ſich eng
an die Bibliographie des 2. Bandes (1905—1906)
an=
ſchließt und bezüglich der Vollſtändigkeit kaum Wünſche
offen laſſen wird. Allein dieſe Bibliographie macht das
Jahrbuch unentbehrlich. Der Umfang des 4. Bandes
ſollte nicht wieder ſo umfangreich werden, wie der
frü=
here, und die hier gezogenen Grenzen ſollen auch in der
Folge nicht ohne Grund überſchritten werden. Der
In=
halt des Jahrbuches umfaßt Mitteilungen und
allge=
meine Aufſätze, darunter Abhandlungen über das
Wun=
der bei Wagner, über Wagner und Nietzſche und über
Hans Sachs=Dramen (Deinhardſtein und Wagner),
fer=
ner Abhandlungen über die einzelnen Werke, „Feen”
„Hochzeit” „Parſifal” (zur Quellenkunde, zur
Entſteh=
ungsgeſchichte, Parſifal=Varianten), ſodann Nachrufe an
Erich Kloß und Felix Mottl. Der letzte Teil: Chronik,
Miszellen, Kritik Bibliogravhie, enthält eine
Abhand=
lung über die Bayreuther Wagner=Feſtſviele 1911 und
neue Waaner= und Liſzt=Literatur verſchiedener Autoren,
die 47 Seiten umfaßt. Reichhaltigkeit und
Gründlich=
keit zeichnen auch dieſen Band aus, der für die Richard
Waaner=Forſchung neue und ebenſo wertvolle wie
unent=
behrliche Beiträge liefert und in keiner beſſeren
Familien=
bibliothek fehlen dürfte.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. Sept. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Auf Veranlaſſung und unter Leitung
des Reichskanzlers ſind in den letzten Wochen die Mittel
zur Minderung der gegenwärtigen Fleiſchteuerung
und der dadurch herbeigeführten ſchweren Belaſtung weiter
Volkskreiſe nach allen Richtungen geprüft worden. In
der geſtrigen Sitzung einigte ſich das preußiſche
Staatsminiſterium über die Hauptpunkte
der ſofort einzuleitenden
Regierungs=
aktion. Die Einzelheiten werden heute noch durch die
von den beteiligten Reſſorts zuſammengeſetzte Kommiſſion
geklärt. Darauf wird Preußen ſofort mit den anderen
Bundesregierungen in Verbindung treten. Die
Veröffent=
lichung der geplanten Schritte ſteht in den nächſten Tagen
zu erwarten.
* Karlsruhe, 25. Sept. In Sachen der
Fleiſch=
teuerung tagte geſtern im Miniſterium des Innern
eine Konferenz, zu der alle Intereſſentenkreiſe
Einlad=
ungen erhalten hatten. Der Miniſter Freiherr v.
Bod=
mann äußerte ſich über den Standpunkt der
badi=
ſchen Regierung dahin, daß die Einfuhr von Viehl
aus Schweden und Dänemark in den Bereich der
Mög=
lichkeit gezogen werden könne, desgleichen eine
Ermäßig=
ung der Fleiſchübergangsſteuer. Dagegen ſprach ſich der
Miniſter gegen die Einfuhr von hollandiſchem und
fran=
öſiſchem Vieh aus. Inbezug auf die Einfuhr
argentini=
ſchen Gefrierfleiſches erklärte ſich der Miniſter bereit, auf
eine Aenderung des § 12 des Fleiſchbeſchaugeſetzes
hin=
zuwirken.
* Kolmar, 25. Sept. Vor dem
Schöffengericht=
wurde heute die Privatklage des Reichs= und
Landtags=
bgeordneten Wetterlé gegen die Tägliche
Rund=
ſchau in Berlin verhandelt. Es war ſeinerzeit in der
Täglichen Rundſchau dem Abgeordneten Wetterlé
vor=
geworfen worden, er ſei in Gemeinſchaft mit ſeinen
Freunden Preiß und Blumenthal nach Paris gereiſt und
habe dort 130000 Francs für die Landtagswahlen
ge=
ſammelt. Nach längerer Verhandlung bezw.
Zeugen=
verhör, in dem u. a. die Abgeordneten Hauß, Dr. Schott
und Blumenthal, ſowie Juſtizrat Preiß vernommen
wurden, kam ein Vergleich zuſtande, in welchem der
Privatbeklagte erklärte, er habe ſich davon überzeugt, daß
die erhobene Anſchuldigung in allen ihren Teilen
un=
wahr ſei. Er bedauere auf das lebhafteſte die
Verbreit=
ung der Nachricht und bitte die Beteiligten Wetterlé,
Preiß und Blumenthal um Entſchuldigung. Der
Ver=
gleich iſt in neun Zeitungen zu veröffentlichen.
Sämt=
liche Koſten hat der Privatbeklagte zu tragen.
* Leipzig, 25. Sept. Aus Anlaß des 700
jähri=
gen Jubiläums der Thomasſchule fand
heute vormittag in Anweſenheit des Königs, der
Ver=
treter der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden und einer
ahlreichen Feſtverſammlung ein Feſtakt im großen
Saale des Gewandhauſes ſtatt. Rektor Profeſſor
Jung=
mann hielt die Feſtanſprache. Die Glückwünſche der
Staatsregierung überbrachte der Kultusminiſter Beck.
Weitere Anſprachen hielten Oberbürgermeiſter Dittrich,
Superintendent Cordes und Univerſitätsprofeſſor
Seeli=
ger. Heute abend wird im Neuen Theater als
Feſtvor=
ſtellung Sophokles „Antigone” gegeben. Die männlichen
Hauptrollen geben Berufsſchauſpieler, die ehemalige
Schüler der Thomasſchule waren. Auch die Chorgeſänge
werden von früheren Thomanern ausgeführt.
* Leipzig, 25. Sept. Wie der Börſenverein der
deutſchen Buchhändler zu Leipzig mitteilt,
errichtet der Verein unter dem Namen „Deutſche Bücherei”,
Leipzig, Archiv des deutſchen Schrifttums und des
deut=
ſchen Buchhandels, eine öffentliche, unentgeltliche, an
Ort und Stelle zur Benutzung freiſtehende Bibliothek.
Die „Deutſche Bücherei” hat den Zweck, die vom 1.
Ja=
nuar 1913 an erſcheinende deutſche und fremdſprachige
Literatur des Inlands und die deutſche Literatur des
Auslands zu ſammeln, aufzubewahren, zur Verfügung zu
halten und nach wiſſenſchaftlichen Grundſätzen zu
ver=
zeichnen. Mit einem aus Landesmitteln bereitzuſtellenden
Betrage von 3 Millionen Mark errichtet die ſächſiſche
Staatsregierung auf einem von der Stadtgemeinde
Leip=
zig unentgeltlich zur Verfügung geſtellten Bauplatz im
Werte von ungefähr 500000 Mark die nötigen Bibliotheks=
und Verwaltungsgebäulichkeiten nebſt den im Laufe der
Jahre notwendig werdenden Erweiterungsbauten,
Grund=
tück und Bibliotheks= und Verwaltungsgebäude mit
Bibliothekseinrichtung gehen koſten= und laſtenfrei in das
Eigentum des Börſenvereins über und bilden mit den
Sammlungen den unveräußerlichen Beſitz des
Börſenver=
eins. Zu den Mitteln für die Erwerbung, Unterhaltung
und Verwaltung, ſowie den Ausbau der Sammlungen der
Deutſchen Bücherei trägt die ſächſiſche Staatsregierung
lljährlich 85000 Mark und die Stadtgemeinde Leipzig
alljährlich 115000 Mark bei.
* Kottbus, 25. Sept. In Burg=Kauper im
Spree=
wald wurde heute früh um 4 Uhr, wahrſcheinlich durch
eine Benzinexploſion, das Haus des Kaufmanns
Riedel zerſtört. Die Trümmer gerieten in Brand.
Wohnhaus, Stallung und Schuppen ſind niedergebrannt.
der Eigentümer Riedel wird vermißt. Man nimmt an,
daß er durch die Exploſion getötet und von den Trümmern
begraben worden iſt.
* Wien, 25. Sept. Alle Blätter beſprechen eingehend
das Expoſé des Grafen Berchtold und heben
beſonders die Klarheit und Offenheit ſeiner
Ausführun=
gen hervor. Das Fremdenblatt ſagt: Der Miniſter des
Aeußern kennzeichnete klar die Gefahr, welche vom Balkan
droht, er hat ausgeſprochen, was iſt, aber gleichzeitig
wies er auch auf die Mittel hin, durch die der Sturm
be=
ſchworen werden kann. Die Neue Freie Preſſe ſchreibt:
Berchtolds Expoſé iſt ſehr freimütig. Er erklärt vor der
ganzen Welt, daß die ſogenannte Einigkeit der Mächte
keine Sicherung des beſtehenden Zuſtandes des Friedens
ſei. Die Rede iſt die Flucht in die Oeffentlichkeit, ein
Herunterreißen der Maske und ein Gedenkzeichen, daß
nach der Zertrümmerung des Status quo Oeſterreich=
Un=
garn große Intereſſen zu verteidigen habe. Vielleicht iſt
Berchtold ſo laut geworden, weil er über viele hundert
Meilen hinweg im Königsſchloß Balmoral vernehmlich
ſein wollte. Die Reichspoſt meint: Die Aeußerungen
Berchtolds ſind ſo ernſt und nachdrücklich, daß nur ein
Staatsmann ſo ſprechen kann, der mit dem äußerſten
rechnet.
* Paris, 25. Sept. Das Großfürſtenpaar
Nikolaus iſt heute nachmittag nach Petersburg
zurück=
gereiſt. Zur Verabſchiedung erſchienen der Vertreter des
Präſidenten Falliéres, der Kriegsminiſter, der
Marine=
miniſter und der Miniſter des Innern.
* London, 25. Sept. Die Times erinnert in einem
Aufſatz anläßlich des Todes des deutſchen Botſchafters
Frhr. Marſchall v. Bieberſtein an die von adem
dautſchen Kaiſer durch die Ernennung des Frhr.
Mar=
ſchall v. Bieberſtein zum Botſchafter in London gezollte
Aufmerkſamkeit und führt aus, daß die Aufgabe,
freund=
ſchaftlichere Beziehungen zwiſchen den beiden Ländern
nzubahnen, keinen beſſeren Händen anvertraut werden
konnte. Das Blatt hebt Freiherr von Marſchalls Takt,
ſeine weltmänniſche Art und reiche Bildung und den
Mangel an utopiſtiſchen Ideen hervor, die in England
ſo verbreitet ſeien. In jener von Herzen kommenden
Sympathie, die aus England dem deutſchen Kaiſer und
dem Deutſchen Reiche, die in Marſchall einen ihrer
größ=
ten Staatsbeamten verloren hätten, entgegenſtröme, wie
auch in jenem herzlichen Willkommen, das von Marſchall
vor wenigen Monaten in weitgehendem Maße zuteil
wurde, werden die deutſchen Vettern den bei allen an
verantwortlicher Stelle ſtehenden Engländern
vorhande=
nen aufrichtigen Wunſch nach einer Feſtigung der
freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen
beiden Ländern auf einer ehrenvollen und dadurch
dauernden Grundlage und des treuen Feſthaltens an der
beſtehenden Freundſchaft und Achtung vor den legitimen
Intereſſen der beiden großen Weltreiche wieder erkennen.
* Sofig, 25. Sept. Ein neuer
Grenzzwiſchen=
fall hat ſich bei Haman Benorb zugetragen. Eine
tür=
kiſche Militärpatrouille hinderte auf angeblich ſtrittigem
Grenzgebiet eine bulgariſche Patrouille am
Patrouillen=
gang. Auf beiden Seiten wurde gefeuert.
II.B. Berlin, 25. Sept. Einen Automobil=
Un=
fall erlitt heute in der Mittagsſtunde der auf einer
Ge=
ſchöftstour befindliche frühere Stadtrat von Potsdam,
Kampfmeyer, zwiſchen Falkenrade und Ketzin.
Kampf=
meyer, der bei dem Unfall einen ſchweren
Oberſchenkel=
bruch und eine Schulterverrenkung erlitten hat, wurde
nach dem Auguſta=Viktoria=Krankenhauſe in Potsdam
gebracht.
H.B. Badenweiler, 25. Sept. Geſtern abend fand in
dem Gemach, in dem der verblichene Botſchafter unter
Blumenſchmuck aufgebahrt lag, eine Trauerfeier ſtatt,
an der außer der Freifrau von Marſchall und ihren
Kin=
dern auch das Großherzogspaar von Baden teilnahm.
Vikar Jundt aus Müllheim hielt die Trauerrede. Die
Leiche des Verſtorbenen iſt heute vormittag 9 Uhr auf
einem zweiſpännigen Leichenwagen von Müllheim auf Gut
Neuershauſen bei Freiburg, dem Gutsſitz Herrn von
Mar=
ſchalls, eingetroffen, Dem Leichenwagen folgten in
einer geſchloſſenen Equipage die beiden Söhne.
Es fand alsdann die Aufbahrung der Leiche
im Schloß Neuershauſen ſtatt. Baronin von
Mar=
ſchall mit Tochter und dem zweitälteſten Sohne
begaben ſich heute früh in einem vom Großherzog
von Baden zur Verfügung geſtellten Automobil nach
Neuershauſen, wo die Beiſetzung des dahingeſchiedenen
Botſchafters vorausſichtlich am Freitag nachmittag 3 Uhr
in der Familiengruft ſtattfindet.
H. B. Nürnberg, 25. Sept. Der Vorſteher der
Bahn=
bau=Inſpektion Bayreuth, Regierungsrat Freiherr von
Feilitzſch, iſt mit einer Draiſine bei Kirchlaibach
in Oberfranken entgleiſt und von dem Fahrzeug
her=
untergeſchleudert worden. Er hat erhebliche Kovfwunden
ſowie einen doppelten Beinbruch und andere ſchwere
Verletzungen erlitten.
H. B. Warſchau, 25. Sept. Das Warſchauer
Kriegsgericht verhandelte geſtern zum erſten Male
auf Grund des neuen ruſſiſchen Strafgeſetzes gegen vier
des Hochverrats Angeklagte. Sie ſind beſchuldigt,
den preußiſchen Militärbehörden eine ganze Reihe
ge=
heimer Dokumente für eine Mobilmachung geliefert zu
haben, die aus der Kanzlei des Infanterie=Regiments in
Oſtrow im Gouvernement Lomſcha 1909 verſchwunden
ſind. Nach Vernehmung von 20 Zeugen, meiſtens
Stabsoffizieren, kam es zu Geſtändniſſen. Das
Kriegs=
gericht unter dem Vorſitz des Generals Rudenko,
ver=
urteilte die Angeklagten, den Pferdehändler Lipſcht
aus Mlawa zu 14½ Jahren und den zweiten
Angeklag=
ten, namens Nowlansky, Kopiſt in der Regimentskanzlei,
zu 15 Jahren Zwangsarbeit. Zwei mitangeklagte
frühere Soldaten wurden freigeſprochen.
Brieſtaſten.
A. Z. in M. Das Enkelkind erbt ½ des
Nach=
laſſes. Die Nachlaßauseinanderſetzung kann
außergericht=
lich erfolgen, doch iſt dem Vormundſchaftsgericht
Mit=
teilung über das dem minderjährigen Enkelkind zufallende
Vermögen zu machen. Hierzu iſt ſein geſetzlicher
Ver=
treter verpflichtet, der ſich an die Anordnung des
Vor=
mundſchaftsgerichtes über die Anlegung des Vermögens
zu halten hat.
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Der Geſamtauflage heutiger Ausgabe unſeres
Blattes liegt ein Proſpekt bei der Firma Philipp
Heß hier, Schillerplatz, Spezialgeſchäft für Herren= und
Knabenbekleidung, worauf hiermit hingewieſen wird. (20027
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
nun auch meinen innigſtgeliebten Vater, unſeren
treubeſorgten Schwiegerſohn, Bruder, Schwager
und Onkel
(20077
Herrn Peter Raab
Schneidermeister
heute morgen nach kurzem, ſchwerem Leiden
zu ſich zu rufen.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Else Raab.
Frau Stumpf.
Darmſtadt, den 25. September 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Sept.,
nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhauſe
Soder=
ſtraße 41aus, ſtatt. Einſeanung ¾ Stunde vorher.
Todes=Anzeige.
Geſtern abend 11 Uhr entſchlief ſanft nach
kurzem Leiden mein innigſtgeliebter Mann,
unſer treubeſorgter Vater, Großvater und
Schwiegervater
Herr
Christian Schlegel
im Alter von 77 Jahren.
(20049
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Frau Katharina Schlegel,
Kätha Schlegel,
Familie Jacob Schlegel,
Familie Heinrich Schlegel.
Darmſtadt, Burgkundſtadt, 25. Sept. 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Sept.,
nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus
Luiſen=
ſtraße 2 aus, ſtatt.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds
(20058
Herrn Chriſtian Schlegel, Privatier
findet am Freitag, den 27. September,
nach=
mittags 4 Uhr, vom Sterbehaus Luiſenſtr. 2
aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Herden
bis Kuſchel, ſowie des 4. Bezirks ſich dort
zu verſammeln.
Der Vorſtand.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet hat ſeine Lage nicht verändert,
ſich aber verflacht. Ueberhaupt fällt allenthalben der
Luftdruck. Wir haben daher vielfach wolkiges Wetter
bei mäßigen Temperaturen. Niederſchläge ſind in
Deutſchland verbreitet, jedoch in unerheblicher Menge
niedergegangen. Wir befinden uns noch unter dem
Hochdruckeinfluß, jedoch ſind geringe Störungen zu
erwarten.
Ausſichten für Donnerstag, den 26. September:
Wolkig, geringe Niederſchläge, kühl.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. D), Anfang 7½ Uhr:
„George Dandin”
Verſteigerungskalender.
Freitag, 27. September.
Hofreite=Verſteigerung der Ludw. Heß, Gg.
Heß und Samuel Reinheimer (Hohler Weg 5) um 10
Uhr auf dem Ortsgericht I.
Bauplatz=Verſteigerung des Jean
Papatheo=
doros um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Kurſe vom 25. September 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Sf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,60
78,80
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,05
88,60
3½ do. Conſols
78,70
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,80
93,50
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
87,30
do.
3½
77,20
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,90
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,70
4 do. do. (unk. 1918) 99,90
87,20
do.
3½
do.
77,00
78,80
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,75
do. v. 1875 93,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 56,00
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 89,90
4 do. Goldrente . . . 94,60
4 do. einheitl. Rente 85,90
3 Portug. unif. Serie I 64,20
3 do. unif. Ser. III 67,40
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903
4 do. v. 1890 . . 95,70
4 do. v. 1905 . . 90,60
90,60
4 Ruſſen v. 1880
91,00
do. v. 1902
100,50
4½ do. v. 1905
92,20
3½ Schweden
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 82,90
4 Türk. unifiz. v. 1903 90,80
89,30
4 Ungar. Goldrente
4 do. Staatsrente. . . 87,20
InProz.
Zf.
5 Argentinier
.101,10
88,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 94,00
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,00
4½
do.
4½ Japaner . . . . . . . 94,25
5 Innere Mexikaner . . . 93,50
59,50
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,20
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,30
3 Buenos Aires Provinz 70,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 162,50
5 Nordd. Lloyd . . . . . 129,90
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 126,60
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 117,00
8 Baltimore und Ohio . 109,70
6½ Schantungbahn . . . 136,30
6½ Luxemb. Prince Henri 161½
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 21,25
6 Pennſylvania R. R.
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 69,50
25 Bad. Anilin= u. Soda=
.538,50
Fabrik
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 260,00
30 Farbwerke Höchſt . . 649,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 354,00
10 Cement Heidelberg . . 153,25
30 Chem. Werke Albert 471,00
12½ Holzverkohlung Kon=
. .353,00
ſtanz . .
4 Lahmeyer . . . . . . . 126,00
In Proz.
Letzte
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 160,10
12 Siemens & Halske . 238,00
5 Bergmann Electr. . . 138,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 167,10
0 Gummi Peter . . . . 102,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 116,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 614,00
10 Maſchinenf. Badenia 179,50
6 Wittener Stahlröhren 219,00
8 Steana Romana Petr. 152,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 244,75
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 210,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 118,00
3 Südd. Immobilien . 64,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 194,90
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 241,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 185,90
10 Gelſenkirchener . . . . 214,00
8 Harpener . . . . . . . 202,25
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 284,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
. 94,75
4 Laurahütte . . . . . . 181,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 178,25
11
Weſteregeln 227,00
7½ South Weſt Africa 145,90
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,75
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,70
do.
79,50
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.)
4
do.
78,00
8.
In Proz.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 54,20
3 Raab=Oedenburg
78,00
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,10
4 Ruſſ. Südweſt. . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 97,30
do.
88,00
88,80
4 Wladichawchas
4 Rjäſan Koslow .
87,80
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 77,60
do.
88,25
2¼10 Livorneſer . .
70,00
3 Salonique=Monaſtir . 63,60
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,30
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 96,80
4 Miſſouri=Pacific. . . . 74,00
4 Northern=Paciſic . . . 99,20
4 Southern=Paciſic . . . 93,75
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 85,20
5 Tehuantepec . . . . . . 97,80
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich .
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
9½ Berlin. Handelsgef. . 170,75
6½ Darmſtädter Bank . 123,25
12½ Deutſche Bank . . . 258,00
6 Deutſche Vereinsbank . 122,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,00
10 Diskonto=Kommandit 188,50
8½ Dresdener Bank . . 156,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,00
6½ Mitteld. Kreditbank 119,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 125,25
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . . . 135,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 120,60
7½ Wiener Bankverein . 135,40
Pfandbriefe.
Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 99,20
InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.52 . . .
99,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
3½
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
do.
88,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
88,00
S. 3—5 .
87,80
S. 9—11
87,90
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 99,00
3½ do. (unk. 1914) . . 87,80
4 Sübd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
3½
89,20
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
do.
89,30
4 Frankfurt.
99,40
3½ do.
94,80
4 Gießen
do.
91,00
4 Heidelberg
98,50
do.
88,20
4 Karlsruhe
98,50
do.
88,00
4 Magdeburg
99,90
3½ do.
4 Mainz
98,50
do.
4 Mannheim
98,80
do.
88,80
München
99,80
Nauheim
4 Nürnberg.
.99,50
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gemäß ſtets mündliche oder ſchriftliche Geſuche von
Pfandhausſchuld=
nern ein, teils auf Verſchiebung der Verſteigerung ihrer Pfänder,
teils auf gänzliche Ausnahme derſelben von der Verſteigerung
ge=
richtet. Um den Schuldnern zweckloſe Gänge und Mühe zu erſparen,
gebe ich hiermit bekannt, daß alle derartige Geſuche abgewieſen
wer=
den müſſen, da die Pfandhausordnung die Verſteigerung aller
ver=
fallenden Pfänder, deren Einlöſung oder Verlängerung innerhalb des
hierfür beſtimmten Zeitraums vor dem Verſteigerungstermin nicht
erfolgt, ausdrücklich vorſchreibt und Ausnahmen von dieſer Vorſchrift
nicht zuläſig ſind.
Darmſtadt, den 21. September 1912.
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n. Pariser Modellen
Blusen.
Nung gef, gtemt.ſch., 3 3. Of.
Aunt. 1 16 an die Exrp. (*7214
riernent
Einige Tiſche, einige
Gas=
ampeln, 2 Konfektionsſtänder
und mehrere Hundert
Kleider=
bügel.
(20064df
. Gebr. Blum,
Markt 5.
Gehrock, Frack., Smoliug=
An=
züge , Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (18320a
115er Infanterie=Ertrahelm,
ganzneu, für Mk. 15.— zu verkaufen.
Pallmann, Kirchſtr. 21, i. Laden. (20069
Ein gut erhaltener
Küchenſchrank
bill. zu verk. Heinrichſtr. 48, Hth. p.
Einzuſ. v. 11—12 Uhr vorm. (*7215
An die Groß. Zurzermeiſereien der Laundgemeinden des Kriſez.
Inſofern aus Anlaß von Einquartierungen in Ihren Gemeinden Quartier= und
Naturalleiſtungen (Gewährung von Mundverpflegung, Lieferung von Fourage und
Leiſtung von Vorſpann) ſtattgefunden haben und die Vergütungen hierfür ſeitens der
Truppenteile nicht bezahlt worden ſind, empfehlen wir Ihnen, die ſeitens der Truppenteile
M hierher
einzuſenden, damit die Entſchädigung zuſtändigen Orts liquidiert werden kann.
Darmſtadt, den 21. September 1912.
(20026ds
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.: Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Hofhund, 1 Boxer. 1 Pinſcher, 1 Dobermann (
zuge=
laufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten
Hunde findet dortſelbſt ieden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt. (20042
Bekanntmachung,
betreffend die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in der Haupt=
und Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Da aus Anlaß der Meſſe am Sonntag, den 29. Sept. 1912,
für die Stadt ein geſteigerter örtlicher Geſchäftsverkehr zu erwarten
iſt, wird hiermit auf Grund des § 105 b Abſatz 2 der
Reichsgewerbe=
ordnung und der §§ 143 und 145 der Ausführungsverordnung zur
Gewerbeordnung für dieſen Tag die Offenhaltung ſämtlicher offenen
Verkaufsſtellen einſchließlich der Verkaufsſtände der Meſſe in der Zeit
von 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends zugelaſſen.
Während dieſer Stunden iſt die Beſchäftigung von Gehilfen,
Lehrlingen und Arbeitern in allen offenen Verkaufsſtellen geſtattet.
Darmſtadt, den 17. September 1912.
(19591dsd
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete.
Zum bevorſtehenden Vierteljahreswechſel bringe ich
nachſtehen=
des Ortsſtatut wiederholt zur Kenntnis. Wenn nicht anderes
ver=
einbart iſt, iſt für die Dauer der ſtatutariſchen Räumungsfriſten
Mietzins an den bisherigen Vermieter nicht zu entrichten.
Darmſtadt, den 20. September 1912.
(19920mdf
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Schmitt.
Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Stadtverördneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach
An=
hörung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. J.
37271 folgendes Ortsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in
Kraft treten.
§ 1. Endigt das Mietverhältnis am Schluſſe eines
Kalender=
vierteljahres ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume
durch den Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b) bei mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
c) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die im § 1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur
mit der Beſchränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, zwei Zimmer
ſchon am erſten Tag des folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr
mit=
tags, vollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des
Miet=
verhältniſſes ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen, ſo
finden die Vorſchriften der §§ 1. 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder
ver=
tragsmäßig zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung
einer Kündigungsfriſt gekündigt, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2
bezeich=
neten Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§ 1, 2 die
Räu=
mung ganz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder
einen ſtaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die
Stelle des Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1906.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Morneweg.
Maßnahmen gesen die allgemeine Teuerung.
Fiſch=Kochkurſe.
Auch in dieſem Jahre ſollen wieder beſondere Kurſe eingerichtet
werden in welchen Frauen und erwachſene Mädchen unentgeltlich
die Zubereitung der verſchiedenſten Fiſchgerichte erlernen können.
Die Kurſe werden abgehalten in den Küchen der
Haus=
wirtſchaftlichen Fortbildungsſchule in der Rundeturm=,
Lager=
haus= und Hermannsſtraße. Jeder Kurſus wird 4 Uebungstage
zu je drei Stunden umfaſſen, die je nach Wahl in die Zeit von
3—6 Uhr nachmittags oder 7—10 Uhr abends verlegt werden können.
Die hergeſtellten Gerichte werden jedesmal am Schluſſe des
Unterrichts von den Teilnehmerinnen in gemeinſamer Mahlzeit verzehrt.
Alle, die ſich an den Kurſen beteiligen wollen, in erſter Linie
diejenigen denen das im Vorjahr nicht möglich war, werden erſucht,
ſich Dienstag, den 1. Oktober, zwiſchen vier und fünf Uhr
nach=
mittags oder ſieben bis acht Uhr abends in der Küche der
Ab=
teilung I der Hauswirtſchaftlichen Fortbildungsſchule,
Runde=
turmſtraße 11, bei dem Leiter der Anſtalt anzumelden.
Bei der Anmeldung iſt eine Einſchreibgebühr von 10 Pfg.
zu entrichten, welche dazu dienen ſol, die Koſten der ſpäteren
Benach=
richtigung der Teilnehmerinnen über Kurſusanfang pp. zu decken.
Weitere Koſten erwachſen nicht.
(20016dso
Darmſtadt, den 24. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Muelier.
Wäſchelieferung für das
ſtädt. Hallenſchwimmbad.
Für das ſtädt.
Hallenſchwimm=
bad ſind 500 Badetücher zu
liefern. Die
Lieſerungsbedingun=
gen liegen im Stadthaus, Zimmer
Nr. 39 zur Einſicht offen=
Ver=
ſendung der Bedingungen nach
außerhalb findet nicht ſtatt.
Angebote mit Stoffmuſtern ſind,
mit entſprechender Aufſchriſt
ver=
ſehen, bis zum 5. Oktober lfd. Js.
(19643fd
einzureichen.
Darmſtadt, 17. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter
I. V.: Jaeger.
Zenenbeiomährel.
Die Lieferung von etwa 220 m
Zementbetonröhren ſoll verdungen
werden.
Die Lieferungs=Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamte,
Zim=
mer Nr. 7, zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine
abgegeben.
Angebote ſind bis
Montag, 30. September I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(19797od
reichen.
Darmſtadt, 20. September 1912.
Tiefbauamt.
J. V.: Heuſel.
Stenerveranlagung
für 1913.
Diejenigen hieſigen Einwohner,
die im Laufe des Jahres ihr
ſeit=
her betriebenes Gewerbe
nieder=
gelegt haben oder es vor Ende
März 1913 niederzulegen oder an
einen anderen abzutreten, oder
ſonſtige Veränderungen im
Ge=
werbebetrieb vorzunehmen
beab=
ſichtigen, werden hiermit
aufge=
fordert, dies alsbald auf dem
Stadthaus, Zimmer Nr. 6,
an=
zuzeigen, damit bei der
bevor=
ſtehenden Steuerveranlagung
dar=
auf Rückſicht genommen werden
(19043ddd
kann.
Darmſtadt, 9. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Schmitt.
Bauplanänderung.
Der Bebauungsplan über
Aende=
rung der Fluchtlinie an der Ecke
Pankratiusſtraße und
Laute=
ſchlägerſtraße liegt vom 23.
Sep=
tember bis einſchließlich 8. Oktober
ds. Js. bei dem Stadtbauamt,
Grafenſtraße 30, zur Einſicht offen.
Einwendungen gegen den Plan
ſind während dieſer Friſt, bei
Mei=
dung des Ausſchluſſes, bei dieſem
Amt vorzubringen (19757ss
Darmſtadt, 19. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jgeger.
Grasgeld=Erhebung.
Die Zahlung der rückſtändigen
Beträge für Heugras von der
ſtädtiſchen Pallaswieſe, den
ehe=
maligen Beſſunger und Kaus’ſchen
Wieſen, den Wieſen hinter dem
Friedhof und den Teichwieſen,
ſowie für die Futternutzung von
verſchiedenen ſtädtiſchen
Grund=
ſtücken (aus den Verſteiderungen
Großherzogl. Bürgermeiſterei vom
4. April, 28. Mai und 6. und
7. Juni 1912) hat bei Vermeidung
des Mahn= und
Pfändungsver=
fahrens bis längſtens Ende
Sep=
tember 1912 an den Werktagen,
vormittags von 8 bis 12½ Uhr,
hierher zu erfolgen. (18881a
Darmſtadt, 3. September 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Pfennigſparkaſſe Darmſtadt.
Samstag, den 28. des
gegen=
wärtigen Monats iſt der letzte
Ter=
min im laufenden Vierteljahr,
an welchem Einlagen in die
Pfen=
nigſparkaſſe gemacht werden
kön=
nen. Die Einleger werden daher
erſucht, ihre eingelegten Beträge
durch Zulage an dieſem Tage auf
volle Mark abzurunden, da
andern=
falls ihre Einlagen für jetzt nicht
in die Sparkaſſebücher der
ſtädti=
ſchen Sparkaſſe übertragen werden
(20023
können.
Darmſtadt, 25. September 1912.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende:
Wagner.
Menaldan=
Die Ausführung eines
Zement=
rohrkanals in der
Pankratius=
ſtraße und eines
Steinzeugrohr=
kanals in der Kaupſtraße ſoll
ver=
dungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
Tief=
bauamt, Zimmer Nr. 7, zur
Ein=
ſicht offen. Auch werden dort die
Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Mittwoch, 2. Oktober I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(19796od
reichen.
Darmſtadt, 20. September 1912.
Tiefbauamt.
J. V.: Heuſel.
Lieferung von
Steinkoh=
len für Stadtarme.
Diejenigen hier wohnhaften
Steinkohlenhändler, welche bereit
ſind, im kommenden Winter an
Stadtarme Steinkohlen (Fettſchrot
I. Gütel in kleinen Mengen von
einem Zentner ab frei
Aufbewah=
rungsort zu liefern, belieben ihre
Angebote unter Stellung eines für
den ganzen Winter gültigen Prei=
(20013
ſes bis
längſtens 15. Oktober I. Js.
bei uns einzureichen.
Darmſtadt, 24. September 1912
Städtiſches Pflegeamt.
Krapp.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt
(unter Haftung der Stadt Darmſtadt)
22 Hügelſtraße 22.
Fernſprech=Anſchluß Nr. 456.
Reichsbank=Girokonto.
Poſtſcheck=Konto.
Nachweisſtelle für zweite Hypotheken. Frankfurt a. M. Nr. 5869.
Verkehrszeit: Vom 1. April bis 30. September an jedem Werktage
vormittags von 8 bis 12½ Uhr, vom 1. Oktober
bis 31. März an jedem Werktage vormittags von
8½—12½ Uhr.
I. Einlagen= und Rückzahlungsgeſchäft: im Erdgeſchoß.
Verzinſung der Einlagen: Bis einſchließlich 10000 Mark = 3½%
über 10000 Mark — 3% für die ganze Einlage.
Zinsbeginn: Für Einlagen vom nächſten auf die Einzahlung
fol=
genden Werktage an. Bei Rückzahlungen hört die
Ver=
zinſung mit dem letzten der Erhebung vorausgehenden
Werktage auf.
II. Darlehensgeſchäft und Verwaltung: im erſten Stock.
Städtiſche Pfennig=Sparkaſſe.
Einzahlungen in Pfennigbeträgen von 10, 20 Pfg. u. ſ. f. bis
einſchließlich eine Mark werden jeden Samstag, nachmittags von
2 bis 8 Uhr, von nachverzeichneten Erhebeſtellen entgegengenommen:
Praſſel, M. W., Schulſtraße 10.
Landau, M., Mathildenplatz 1.
Bopp, K., Heinheimerſtraße 74.
Waitz, Pfarrer Mollerſtr. 23.
Roth, G., Dieburgerſtraße 9.
Koch, K., Marktplatz 3.
Stephan, H., Stiftſtraße 29.
Finke, P. C., Ballonplatz 5.
Klockvw, F., Pankratiusſtr. 26.
Schroth, J., Gardiſtenſtraße 15.
Scholl, R., Soderſtraße 44.
Poth, E., Heinheimerſtraße 20.
Schwab, T., Ernſt=Ludwigsplatz 4.
Supp, A. J., Marktplatz 8.
Jarraſch, J., Heinheimerſtr. 35.
Seibert, F., Pallaswieſenſtr. 44.
Waitz, E., Eliſabethenſtraße 16.
Büchler A., Roßdörferſtr. 26½
Hebermehl, G., Eliſabethenſtr. 53.
Filialen:
Kiesſtraße 34.
Sandbergſtraße 27.
Lauteſchlägerſtraße 4.
Mollerſtraße 17.
Möſer, J. H., Ruthsſtraße 16.
Sulzmann, A., Forſtmeiſterſtr. 2.
Mattheß, H., Liebfrauenſtr. 58.
Erb, O., Alexanderſtraße 17½.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende.
Wagner.
(4295a
Kartoffellieferung.
Die Lieferung des Kartoffelbedarfes für das ſtädtiſche
Kranken=
haus ſoll im Wege der Verdingung vergeben werden.
Es ſind zu liefern 500 Malter guter und vor allem geſunder
Speiſekartoffeln (Induſtrie und Ella), und zwar die eine Hälfte nach
erteiltem Zuſchlag und die andere Hälfte im Frühjahr 1913 an einem
noch näher zu beſtimmenden Tag. Das Malter verſteht ſich gewogen
zu 100 kg. Wir bemerken ausdrücklich, daß die zu liefernden
Kar=
toffel möglichſt groß ſein müſſen.
Wer ſich an der Lieferung beteiligen will, den erſuchen wir,
das verſchloſſene, mit Aufſchrift verſehene Angebot mit Preisangabe
am 7. Oktober l. Js., vormittags zwiſchen 10 und 12 Uhr in den im
ſtädtiſchen Krankenhaus, Grafenſtraße Nr. 9 im Haupteingange
an=
gebrachten Angebotkaſten einzulegen. Die Proben ſollen mit einem
Zeichen verſehen ſein, welches auch in dem Angebot deutlich zu
er=
ſehen iſt. Die Genehmigung der Vergebung ſowie die Auswahl
unter allen Anbietenden bleibt dem Herrn Oberbürgermeiſter
vor=
behalten.
(19671ss
Die Direktion:
Dr. Fiſcher, Medizinalrat.
Kanturpderſchren.
In dem Konkursverfahren über
den Nachlaß des Lehrers
Johan=
nes Peter Hartleb in Darmſtadt,
geſtorben am 25. März 1910
da=
hier, iſt zur Abnahme der
Schluß=
rechnung des Verwalters, zur
Er=
hebung von Einwendungen gegen
das Schlußverzeichnis der bei der
Verteilung zu berückſichtigenden
Forderungen — und zur
Beſchluß=
faſſung der Gläubiger über die
nicht verwertbaren
Vermögens=
ſtücke — der Schlußtermin auf
Dienstag, 22. Oktober 1912,
vormittags 11 Uhr,
vor dem Großh. Amtsgerichte I
hierſelbſt, Zimmer 201, beſtimmt
worden.
(20044
Darmſtadt, 23. September 1912.
Der Gerichtsſchreiber des
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
In unſer Handels=Regiſter, Ab=
Iteilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter
Eiſengieße=
rei, Maſchinenfabrik und
Mühlenbananſtalt,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter
Haftung, Darmſtadt.
Das Stammkapital iſt auf Grund
des Beſchluſſes der
Geſellſchaf=
ter vom 2. September 1912 um
1240 Mk. erhöht und beträgt jetzt
(20021
52600 Mk.
Darmſtadt, 20. September 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Neue
nußb. pol. Diplom.=Schreibtiſche v.
80 Mk. an, ſowie polierte Bücher=,
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Veriaufvoen Aatatenſtren
Samstag, den 28. September,
wird die Matratzenſtreu einer
Eskadron auf dem Hofe der
Ka=
valleriekaſerne an der Holzhofallee
verſteigert. Der Verkauf beginnt
um 9 Uhr 30 Minuten
vormit=
tags.
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abends 8¼ Uhr
*3 Beginn ze
der Spielzeit
1912/13.
(Mt
2. Oktober
ſind Heſſenbräu=Flaſchenbiere. Sie werden in den
Kellern der Brauerei direkt vom Lagerfaß gefüllt.
Debut: Mittwoch, Z. Oktober:
PrinceCharl
Allen-Mensch’? oder Menschen-Affe??
I Eine Sensations-Nevität ganz besonderer Art. 1111
(20002a
Der
weltberühmte
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Sonntag, 29. September, abends 8 Uhr im Gemeindeſaal
Familien-Abend.
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über: „Abendmahl und Einzelkelch”.
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Freie literarisch-künstlerische
Gesellschaft.
Programm für 1912/13.
9. Oktober: Die Tragödie des Doktor Faustus von
Christopher Marlowe (1604). Aufführung.
Inszenie-
rung, Masken und Kostüme von Professor Richard
Luksch (Hamburg). Spielleitung: Emanuel
Stock-
hausen (Hamburg). Musikalische Leitung: Willi
Schmitt (Darmstadt).
23. Oktober: Dr. Emil Milan (Berlin) rezitiert deutsche
Meisterprosa (Goethe, Liliencron, Storm).
Anfang November: Fräulein Julie, ein naturalistisches
Trauerspiel von August Strindberg. Aufführung.
Mitwirkende: Evelyne Landing vom Schauspielhaus
in Wien, Lisa Hohorst und Albert Steinrück vom
Hoftheater in München.
Ende November: Dr. Otto Borngräber Oresden) liest
eigene Dichtungen.
Mitte Dezember: Die schöne Magelone, ein
Lieder-
eyklus von Johannes Brahms, Dichtung von Ludwig
Tieck, vorgetragen von Hofopernsänger Rudolf Jung
(Mannheim).
11. Januar: Staatsanwalt Dr. Erich Wulffen (Dresden)
spricht über Shakespeares Grosse Verbrecher.
Mitte Februar: Gertrud Leistikow (München):
Frauen-
liebe und Leben im Orient, Orchestische Tanzspiele.
6. März: Dr. Herbert Eulenberg (Berlin) spricht über
Friedrich Hebbel (geb. 18. März 1813) zum
Gedächt-
nis des 100. Geburtstags des Dichters.
Der Jahresbeitrag von 6 Mark
für den numerierten Sitz 10 Mark) berechtigt zur
Teil-
nahme an vorstehenden acht Veranstaltungen. Die
Auf-
führung der =Tragödie des Doktor Faustus: findet im
Saalbau (grosser Saal), die übrigen Veranstaltungen finden
im Mathildenhöhsaal (Dieburgerstrasse 26) statt.
Anmeldungen von Mitgliedern nimmt die
Hof-
buchhandlung von A. Bergstraesser (W. Klein-
(19543a
schmidt), Rheinstrasse 6, entgegen.
Der Vorstand.
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Kaupſtraße 49, 1. St. links. (*7229
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Abhanden gekommen
deutſcher Schäferhund
wolfsfarbig, auf „Leo” hörend.
Für Auskunft über Verbleib
des=
ſelben Belohn. Warne vor Ankauf!
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(Winter-Ware)
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50
2.50
25
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Zuſendung frei Haus.
Großherzogl. Hoftheater
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George Dandin.
Eine Komödie mit Tänzen und
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Angélique, Tocht.
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Frau.
Monſieur de
So=
tenville, e. Land=
Adolf Jordan
edelmann .
Madame de
So=
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Clitander
Claudine, Zofe d.
Käthe Gothe
Angélique .
Lubin, e. Bauer Paul Peterſen
Colin, Burſche
Ge=
orge Dandins Auguſt Kräger
Perſonen
der Zwiſchenſpiele:
(Muſik, mit Benützung einiger
Melodien zeitgenöſſ. Komponiſten,
von Einar Nilſon.)
Tirſis, ) zwei K. Bernhardt
Philen, Schäfer Otto Thomſen
Chloris, 1 zwei Hede Schaub
Climene, Schäfer. Kath. Jüttner
Ein Fiſcher . . . Frz. Herrmann
Der vorkommende Tanz, einſtud.
v. Helene Thiele=Leonhardt, wird
ausgeführt von den Damen des
Corps de Ballet.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Heiſer: Karl Jahn.
Gewöhnliche Preiſe:
Proſzeniumsloge 6.10 M.,
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Jamilie Heerſen.
Roman von Sidonie Judeich=Mierswa.
(Nachdruck verboten.)
30)
Julas Eltern, die beide etwas bequem waren, machten
nur die ihnen am notwendigſten erſcheinenden
Geſellſchaf=
ten mit, in die anderen begleitete Chriſta das Brautpaar
als Ehrendame. Ebenſo in Theater und Konzerte. Jula
konnte gar nicht oft Gelegenheiten haben, ſich mit
ihrem Bräutigam öffentlich zu zeigen. Die Toiletten,
die ſie neuerdings trug, wurden direkt aus Paris
be=
zogen und erregten in dem kleinen beſcheidenen Bellburg
berechtigtes Aufſehen. Frau von Leerſen hielt ſich von
allem fern, aber ſie freute ſich innerlich, wenn man das
Brautpaar ehrte und feierte.
Chriſta wäre gern zu Haus geblieben, aber gegen das
mütterliche Gebot gab es kein Widerſetzen und ſo
be=
gleitete ſie Karl Auguſt und Jula überall mit hin. Jetzt,
in ihrer innerer Zerriſſenheit, tat ihr das abwechſelnde
Leben ordentlich wohl. Sie kam gar nicht zum Grübeln
und das war vielleicht gut ſo. Freilich wurde aber auch
ihre Zuneigung zu Jula immer kleiner, je näher ſie ſie
in ihrer ganzen Oberflächlichkeit kennen lernte. Nur war
ſie ſich noch nicht klar: War die Art und Weiſe, mit der
Jula ſie behandelte, Naivität — das harte Wort
Dumm=
heit wollte Chriſta nicht anwenden — oder tat ſie ihr
abſichtlich wehl
Anings hite ſe an die leinen Raeſite und
gs=
reiztheiten überſehen; ſie wollte keine Mißſtimmung
her=
aufbeſchwören. Da merkte ſie eines Tages aus
verſchie=
denen Aeußerungen der Mutter direkt, daß Jula gegen ſie
hetzte. Sie hatte gehofft, dieſe Verlobung würde dazu
beitragen, die Spannung, die zwiſchen ihr und der Mutter
herrſchte, etwas zu löſen, und nun vertiefte ſie ſie ſogar.
Eine große Traurigkeiten und Niedergeſchlagenheit
be=
mächtigte ſich ihrer von neuem.
Ada Jerling, die inzwiſchen zurückgekehrt war, war
ihr einziger Troſt. Aber nur heimlich konnte ſie ſich zu
ihr ſchleichen, und auch das nur ſehr ſelten, da die neuen
Verpflichtungen ſie beinahe völlig in Anſpruch nahmen.
Chriſta ſehnte ordentlich die Verheiratung ihrers Bruders
herbei. Erſt dann wurde ja auch ſie wieder freier.
Im Februar ſollte die Hochzeit ſtattfinden. Jula
wollte nicht länger warten, denn ſie gedachte ihre
Hoch=
zeitsreiſe, die einige Monate dauern ſollte, nach dem
Sü=
den zu machen. Inzwiſchen mußte die Villa, die der alte
Warburg für das junge Paar gekauft hatte, eingerichtet
werden. Jeden etwaigen Wunſch ihres Lieblings waren
die Eltern dabei eifrigſt bemüht, zu berückſichtigen. Aber
Jula war viel zu träge, eingehende Wünſche zu äußern.
Sie überließ es ihrem Bräutigam, der einen ſo „
himm=
liſchen” Geſchmack hatte. Karl Auguſt aber traf ſeine
Be=
ſtimmungen und dabei von dem Standpunkt aus, daß
nichts zu ſchön oder teuer ſei, um ſein künftiges Heim zu
zieren.
1. Aapitei.
Es war kurz nach Weihnachten.
In der Ecke des Leerſenſchen Wohnzimmers, das
zu=
gleich als Eßzimmer diente, ſtand auf einem Tiſchchen ein
kleines, nur mit Lametta und Lichtern, die bereits
herun=
tergebrannt waren, geſchmücktes Weihnachtsbäumchen. Ein
feiner Duft ſtieg aus ſeinen Zweigen auf und erfüllte den
Raum, als wolle er nachklingend Erinnerungen wecken an
den Abend, an dem dieſe Lichter gebrannt und man das
Weihnachtsfeſt gefeiert hätte.
Mit einer Stickerei in den Händen ſaß Chriſta ihrer
Mutter im Erker am Fenſter gegenüber. Frau von
Leer=
ſen legte auf den kleinen, zwiſchen ihnen ſtehenden
Erker=
tiſchchen Patiencen. Beide gedachten nicht gern dieſes
Weihnachtsabends, des erſten nach dem Tode des Miniſters
von Leerſen. Er hatte einen zu auffallenden Kontraſt zu
dem der vergangenen Jahre gebildet. Das, was das
Jahr ihnen alles genommen hatte, an äußerem und
inne=
ren Glück, das hatte ſich ihnen, Vergleiche
heraufbeſchwö=
rend, aufgedrängt und ſie bitter empfinden laſſen, wie reich
ſie einſt geweſen und — wie arm ſie geworden waren.
Nicht wie ſonſt hatte ein reichgeſchmückter,
zimmer=
hoher Tannenbaum lange Gabentafeln beſtrahlt, nicht wie
ſonſt hatte man vereint in Liebe, in fröhlicher Laune
empfangen und gegeben. Still und ruhig war alles
zu=
gegangen, und die flackernden Lichter des
Weihnachtsbau=
mes hatten ſich nicht in glücklichen Menſchenaugen ſpiegeln
können. Man hatte Jula am Nachmittag des heiligen
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Abends zum Tee gebeten. Karl Auguſt hatte, während
man dieſen einnahm, den kleinen Baum angezündet. Frau
von Leerſen hatte darauf Chriſta, ſowie Jula und Karl
Auguſt zuſammen, je ein kleines Paketchen überreicht. Sie
hatte es mit freundlichen Worten getan und auf ihren
feinen, in der letzten Zeit aber merklich gealterten Zügen
lag ein Lächeln. Aber dieſes Lächeln war kein frohes
aus dem Herzen kommendes. Es hatte etwas
Er=
zwungenes.
Auch Babette und Jakob, die treuen Dienſtboten,
wur=
den gerufen und empfingen aus ihrer Hand ein
Geldge=
ſchenk. Dankbar küßten ſie die feine, blaugeäderte Hand,
die es ihnen reichte. Dann verließen ſie ſtill mit feuchten
Augen das Zimmer. Auch ſie mochten an Vergangenes
denken.
Frau von Leerſen aber hatte ſich in der Gewalt. Ihr
ſah es niemand an, wie tief und ſchmerzlich ſie litt. Nicht
weicher aber machte ſie dieſes ſtumme Nachtrauern dem
Einſt, ſondern kälter und unnahbarer. Kühl war der Kuß,
mit dem ſie den Dank ihrer Kinder quittierte, und den
Worten, mit denen ſie dieſen ihre Freude über die ihr
er=
wieſenen kleinen, geſchmackvollen Aufmerkſamkeiten
aus=
ſprach, hörte man nichts von dieſer Freude an.
Nachdenklich und ernſt war auch Chriſta geweſen. Sie
fühlte und wußte, daß die Mutter litt, denn ſie empfand
Gleiches!
Sie dachte des verſchneiten Grabes, an dem ſie heute
morgen mit der Mutter geweſen war. Wieviel für immer
verlorene Liebe barg dieſer Hügel für ſie. Und dann ge=
-chte §e=Joachims! Auch er v heitte fern.
Ob die Mutter ihn vermißte? Noch immer lag der
Brief, den der Poſtbote von ihm bereits am Morgen des
heiligen Abends gebracht hatte, uneröffnet auf ihrem
Schreibtiſch. Der erſte Brief nach langer Zeit! Denn die
Mutter hatte dem Bruder bisher auf keinen geantwortet.
Da hatte er lange geſchwiegen. Immer wieder waren ihre
Gedanken zu dem Bruder gewandert. Er würde den
heu=
tigen Abend mit Ada verleben, die mit ihrem Vater nach
Berlin gereiſt war. Auch Geißler würde bei ihnen ſein —I
Ihr war weh und traurig zumute.
Auch Karl Auguſt war ſchweigſam. Er zog an ſeiner
Zigarre und hing ſeinen Gedanken ſo nach, daß er ganz
und gar vergaß, Julas verliebte Händedrücke zu erwidern.
Jula war die einzig Vergnügte geweſen. Sie hatte
von ihrer zukünftigen Schwiegermutter einen
wunder=
vollen Perlenſchmuck, der aus dem Leerſenſchen
Familien=
ſchmuck ſtammte, zum Geſchenk erhalten. Karl Auguſts
erſtes nach ſeiner Verlobung und der damit verknüpften
Rangierung ſeiner Verhältniſſe war es geweſen, dieſen
Familienſchmuck einzulöſen. Er verſtand ſeine Mutter
und dankte es ihr, daß ſie nun einen Teil dieſes Schmuckes
ſeiner Braut ſchenkte. Das würde den reichen und ſehr
aufgeblaſenen Verwandten Julas ſicher imponieren.
Mit kindlicher Freude packte Jula immer wieder die
Schmuckſtücke aus ihren Etuis aus.
Fein, ſagte ſie zufrieden, Du haſt Dich wirklich nobel
gemacht, Mama! Das hätte ich gar nicht erwartet! Na,
Chriſta, biſt Du nicht neidiſch? Dein ſchmales Goldringel
mit dem kleinen Brillanten iſt nicht mal den hundertſten
Teil kiervon mert:
Ich taxiere die Geſchenke nicht nach dem Werte,
ſon=
dern nach der Liebe, mit der ſie gegeben werden, hatte
Chriſta erwidert.
Du, das mach' andern weiß, bitte! Ganz grün ſiehſt
Du aus, ſo blaß biſt Du. Natürlich ärgerſt Du Dich
mäch=
tig. Ich ſeh’s Dir doch an. Hätteſt Du Deinen
angeb=
lichen Bewerber Schmettwitz damals bekommen, wäreſt
Du jetzt ſchon junge Frau und könnteſt auch ſolchen
koſt=
baren Schmuck tragen. So aber kommt er mir als der
zukünftigen Frau von Leerſen zu. Denn, ſie lachte laut
und amüſiert auf, wenn Joachim wirklich ſein
Ballett=
mädel heiratet, der kriegt für ſeine Frau mal keinen
Fa=
milienſchmuck, höchſtens einen Familienfluch. Was?
Das war das einzige Mal, daß Joachims Name an
dieſem Tage genannt wurde. Aber die Nennung dieſes
Namens hatte eine ſich fühlbar machende Verſtimmung
heraufbeſchworen.
Puh, ſeid Ihr aber langweilig, erklärte Jula wie
immer ſehr taktlos nach einer Weile. Ich freue mich ſchon
auf die Beſcherung bei den Eltern heute abend, da wird’s
fidel! Na, übrigens, ich ſag‟ Euch, Ihr werdet ſtaunen!
Man hatte auch geſtaunt, aber es war ein
unangeneh=
mes Staunen geweſen. Denn die Geſchenke, die man
ihnen im Warburgſchen Hauſe aufgebaut hatte, trugen
zu deutlich das Gepräge, daß man ſie gewählt hatte, weil
man ſie für nötig hielt. Sowohl Frau von Leerſen wie
Chriſta erhielten u. a. koſtbare Seidenkleider, die ſie zur
Hochzeit des jungen Paares tragen ſollten.
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ter: 1. Graf Reventlows Sultan Saladin (Shurgold),
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2—10 Lg.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 24. Sept. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt war das Angebot in
Land=
weizen wieder reichlich bei nachgiebigeren Preiſen, aber
der Verkehr darin blieb ſehr ruhig. Landroggen und
Gerſten waren hingegen feſter; auch Hafer auf gute
Kon=
ſumfrage behauptet, Mais iſt knapp und preishaltend
Die Forderungen für Mehl ſind unverändert hoch
ge=
halten und ohne Preiskonzeſſionen. Futtermittel ſtetig=
Der Mannheimer Getreidemarkt war
eſt; infolge höherer Seefrachten, bei guter Kaufluſt. —
An der Berliner Produktenbörſe war die
Haltung für Getreide nicht einheitlich. Während Weizen
auf Abgaben der Importeure auf Grund früherer
Ab=
ſchlüſſe in ausländiſcher Ware matter notierte, waren
Roggen in vorderen Sichten gut behauptet. Hafer für
September=Sichten auf Deckungen mäßig befeſtigt, auf
ſpätere Sichten jedoch ſchwächer infolge des ſtarken
ruſſi=
ſchen Angebots. — Nach den letzten Kabelnachrichten
von den amerikaniſchen Getreidemärkten
(New=York und Chicago) war Weizen willig auf
günſti=
ges Wetter im Nordweſten Kanadas, die enttäuſchende
Exportnachfrage, ſowie auf den à la baisse lautenden
Viſible Supply=Ausweis. Mais ebenfalls ſchwach im
Einklang mit Weizen und dem verminderten Lokobegehr.
Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche
von 27,10 Mill. Buſh. auf 30,43 Mill. Buſh. und die
Maisvorräte von 1,77 Mill. Buſh. auf 2,37 Mill, Buſh.
geſtiegen.
Die Getreidezufuhren an den weſtlichen Plätzen der
Vereinigten Staaten haben ſich in der vorigen Woche
gegenüber der Parallelwoche verdoppelt und damit eine
Rekordziffer erreicht. Der ſchon bisher beklagte
Wagen=
mangel iſt noch akuter geworden.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſ. und Wetterauer, 21—21,15, Nordd. 21
bis 21,15, Kurheſſiſcher 21—21,15, Ruſſiſcher 23,50—24.56,
Laplata 23—24,50, Rumäniſcher 23,50—24,50, Redwinter
23,25—24, Manitoba 22,50—24, Kanſas 24,25—24.50, Walla=
Walla 23—24; Roggen, hieſ., 17,85—18, Bayeriſcher
(Pfälzer) 17,90—18, Ruſſiſcher 18—18,50, Rumäniſcher
8—18,50; Gerſte Pfälzer, 21—21,50, hieſige und
Wet=
terauer 20,50—21, Fränkiſche 21—21,25, Riedgerſte 20,50
bis 21,25; Hafer hieſ., 19,50—21,50, Bayeriſcher 19,50
bis 21,50, Ruſſiſcher 20—21,50, Amerikaniſcher 19,25 bis
20,50, Rumäniſcher 20—21,50; Mais, mixed, 15,25 bis
15,50, Ruſſiſches 15,25—15,75, Donaumais 15,25—15,50
Rumäniſches 15,25—15,75, Laplata 15,60—15,80, Weißes
Mais 15,30—15,80, Weizenſchalen 11—11,25, Weizenkleie
11—11,25, Roggenkleie 12,75—13, Futtermehl 14—16,
Viertreber, getrocknet, 13—13,50, Futtergerſte 16,75—17.
Weizenmehl, hieſiges, Baſis ab Mannheim, Nr. 0 32
bis 32,25, feinere Marken 32,50—32,75, Nr. 1 30—30,25,
feinere Marken 30,50—30,75, Nr. 2 29—29,25, feinere
Mar=
ken 29,50—29,75, Nr. 3 28—28,25, feinere Marken 28,50
bis 28,75, Nr. 4 24—24,25, feinere Marken 24,50—24,75.
Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0 26,50—26,75. Nr. 1 24,50
bis 24,75, Nr. 2 22—22,50.
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Bekleidung am Platze
M
Mittags auf der Parade
Wie gefalle ich dir, liebe Frau, in meinem feschen Sack-Anzug!?
Ich habe ihn gestern bei meinem langjährigen Lieferanten
Phi-
lipp Hess gekauft, Ist er nicht in jeder Beziehung tadellos ? Vor
allem diese neue wunderbar blaugraue Farbe und dieser
aus-
gezeichnete Sitz. DerAnzug macht mir wirklich viel Vergnügen.
Hierdurch
gestat-
te ich mir Ihnen
in 7 Bildern einen
Herrn
vorzufüh-
ren, der mit seiner
bei Philipp Hess
gekauften
Garde-
robe, der
Tages-
zeit entsprechend
gekleidet, immer
gentleman-like
aussieht
Morgens beim Frühstück
Meine Frau hat mir zum Geburtstag bei Philipp Hess
diesen Schlafrock gekauft, den ich wirklich gerne anziehe:
er ist weich, mollig, warm und dabei sehr leicht. Auch
mit der von Philipp Hess bezogenen Morgenjoppe bin
ich außerordentlich zufrieden. Trotzdem ich diese
schon einige Jahre im Gebrauch habe, ist sie immer
noch gut erhalten.
Zur Besuchszeit
Zum Besuche bei meinem Freunde Müller ziehe ich
heute meinen von Philipp Hess bezogenen Jackett-
Anzug an; man hat darin eine famose Figur und das
Gefühl, tipp-topp gekleidet zu sein.
Tags darauf mit dem Chef der Firma im Gespräch
Ich hatte gestern Gelegenheit, Sie wieder einmal zu empfehlen; sagen
Sie bloß, wie machen Sie das, daß Sie so tadellos fertige Kleider liefern?
Chef: Wir führen seit dem Bestehen unseres Geschäfts — 1891 — stets
nur erstklassige Waren, die nicht nur allein vorzüglich verarbeitet sind,
sondern die auch nach jahrelang ausprobierten Modellen geschnitten
werden. Durch das stete Wachstum unseres Geschäfts können wir
auch in allen Artikeln vorteilhaft disponieren und hinsichtlich des
Preises unsern Abnehmern die denkbar größten Vorteile bieten.
Abends in Gesellschaft
Komisch, alles frägt nach meinem Schneider und
be-
wundert meinen Smoking-Anzug, dabei habe ich
den-
selben fertig für billiges Geld von Philipp Hess
be-
zogen. Schon als kleiner junge haben mir meine Eltern
in dem nun seit 21 Jahren bestehenden Geschäft meine
Kleider gekauft.
Nachmittags auf der Solitude
Guten Tag, Herr Nachbar, sind Sie auch herausspaziert, treiben also
auch etwas Sport! Dann müssen Sie sich aber auch unbedingt
zweck-
mäßiger kleiden, Ich habe meinen Sport-Anzug von Philipp Hess
am Schillerplatz bezogen und fühle mich außerordentlich behaglich
darin. Sie finden dort in der großen Sport-Abteilung nicht nur allein
Anzüge in praktischen Formen und Stoffen, sondern auch Wetter-
Sinerpiatz 3
Sagen Sie mir nur, wie Sie es machen, daß Sie immer so gut gekleidet sind?
Ich und mein Sohn geben massig Geld aus und schauen doch immer pauvre aus!
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