Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaifer iſt geſtern vormittag nach 11 Uhr an Bord
des „Sleipner” von hoher See nach
Wilhelms=
haven zurückgekehrt.
*
Die Nationalflugſpende ſoll 6150000 Mark
er=
geben haben.
Der Rudolſtädter Landtag wurde, da keine
ge=
nügende Ausſicht auf Einigung vorhanden iſt, auf
un=
beſtimmte Zeit vertagt.
Die Oelfabrik in Bietigheim wurde durch ein
Großfeuer zerſtört. Der Schaden iſt ſehr groß.
Bei einem Eiſenbahnunglück in Ditton (Lancaſhire)
wurden 14 Perſonen getötet und viele leicht oder
ſchwer verletzt.
Die Skandalſzenen im ungariſchen
Abgeordnetenhauſe.
*⁎* Der Verlauf der
Wiedereröffnungs=
ſitzung des ungariſchen Parlaments am
Dienstag zeigt, daß die ſchlimmſten Befürchtungen
hin=
ſſichtlich des Verhaltens der Oppoſition, nicht übertrieben
waren. Letztere ſcheint es aufs äußerſte kommen laſſen
zu wollen bei dem Beſtreben, jede Verhandlung
unmög=
lich zu machen; ſie will ſich an der Regierung und
haupt=
ſächlich auch am Präſidenten Tisza für die Vorgänge im
Juni rächen, und zu dieſem Zwecke vor keinem Mittel
zurückſchrecken. Man wird ſich noch erinnern, wie vor
drei Monaten das ungariſche Parlament bei der Beratung
der Wehrvorlagen der Schauplatz heftiger Kämpfe war,
wie die Oppoſition dann unter Anwendung von Gewalt
unterdrückt wurde und ſich Szenen ereigneten, die einer
Volksvertretung unwürdig waren. Den traurigen
Höhe=
punkt des Skandals bildete das Attentat des
Abgeord=
neten Kowacz auf den Präſidenten Tisza. Auf letzteren
und auf den Miniſterpräſidenten Lukacz konzentrierte ſich
beſonders der Haß der oppoſitionellen Minderheit, und
dieſer Haß hat ſich während der Ferien nicht im geringſten
abgekühlt, er ſcheint im Gegenteil ſtärker und entſchiedener
geworden zu ſein. Das läßt die Ausſicht auf eine baldige
Wiederherſtellung des inneren Friedens in Ungarn in
recht trübem Lichte erſcheinen, und die Fortſetzung des
bei der Vertagung des Reichstags am 27. Juni
unter=
brochenen Kampfes iſt unvermeidlich.
Das ungariſche Parlament ſteht vor wichtigen
Be=
ſchlüſſen, die ernſte Arbeit erfordern. In erſter Reihe gilt
dies von der Wahlrechtsreform, die demnächſt zur Vorlage
kommt und nun endlich unter Dach und Fach gebracht
werden ſoll. Bei der Löſung einer ſo wichtigen Frage
iſt aber ein Zuſtand, wie er jetzt im Parlament herrſcht,
undenkbar, weshalb es nicht außer dem Bereiche der
Möglichkeit liegt, daß der ungariſche Reichstag, falls keine
Hoffnung auf Beſſerung der Verhältniſſe winkt, aufgelöſt
wird. Die Auflöſung wurde ſchon vor drei Monaten als
ultima ratio erwogen, an maßgebender Stelle glaubte
man aber, noch einmal den Verſuch machen zu ſollen, ob
ſich nicht während der Vertagung die Leidenſchaften
mil=
dern würden. Nach der Eröffnungsſitzung am Dienstag
muß man jedoch alle diesbezüglichen Hoffnungen als
ge=
ſcheitert anſehen. Den Entſchließungen der Regierung
darf man mit Spannung entgegenblicken.
Die Skandalſzenen ſetzten ſich am Dienstag nach
Er=
öffnung des „hohen Hauſes” fort und arteten zu
förm=
lichen Kämpfen zwiſchen Polizei und Abgeordneten aus.
Die Sitzung, die um 10 Uhr vormittags begonnen hatte,
endete erſt um 10 Uhr abends.
Zehn Minuten nach 4 Uhr erſchienen ungefähr 100
Polizeibeamte unter Führung des
Polizeiober=
inſpektors Pawlik in den Wandelgängen. Die
oppo=
ſitionellen Abgeordneten, die hier verſammelt waren,
be=
gaben ſich in den Saal und nahmen ihre Plätzchein. Von
der Oppoſition war die Loſung ausgegeben worden, ſich
der Hinausführung durch die Polizei mit Gewalt zu
widerſetzen. Alle oppoſitionellen Abgeordneten
be=
gaben ſich in die Mitte des Saales, wo ſie dicht gedrängt
ſtehen blieben, mit Ausnahme des Grafen Julius
An=
draſſy und der übrigen parteiloſen Siebenundſechziger.
Dieſe blieben auf ihren Plätzen. 10 Minuten nach ½5 Uhr
betrat Pawlik mit einer Anzahl Beamten den Saal;
gleich=
zeitig drangen auch durch drei andere Eingänge weitere
Beamte in den Saal ein und nahmen in den Gängen
Aufſtellung. Die oppoſitionellen Abgeordneten blieben
dicht gedrängt in der Mitte des Saales ſtehen und riefen:
„Hinaus mit Euch! Wir gehen nicht! Ihr müßt von der
Waffe Gebrauch machen!” Pawlik verließ jetzt den Saal
und begab ſich ins Präſidialbureau, wo ſich Graf Tisza
ſeit der Unterbrechung der Sitzung aufhielt. Nach einigen
Minuten kehrte er in den Saal zurück. Zu dem Grafen
Apponyi gewendet, ſagte Pawlik, es ſei der Wunſch des
Präſidenten, daß die Abgeordneten, die auf einer Liſte
verzeichnet ſind, freiwillig den Saal
ver=
ließen, ſonſt würden ſie mit Waffengewalt
entfernt werden. Nunmehr entſtand ein großer
Lärm Die oppoſitionellen Abgeordneten ſtimmten das
Koſſuthlied an und riefen wiederholt: Es lebe das
Vater=
land: und ſangen darauf die ungariſche Hymne. Sie
er=
klärten, ſie würden ſich der Entfernung aus dem Saale
widerſetzen. Pawlik ließ ſich darauf die Liſte geben, auf
welcher der Präſident die auszuweiſenden Abgeordneten
verzeichnet hatte. Dieſe beantworteten dies mit
höhni=
ſchen Zurufen. Pawlik begab ſich nochmals zu Tisza,
um ſich neue Inſtruktionen zu holen, erſchien wiederum
im Saale und forderte nacheinander mehrere Abgeordnete
auf, ſich aus dem Saal zu entfernen. Dieſe befolgten die
Aufforderung nicht und ihre Freunde umringten ſie
jedes=
mal, um ſie zu ſchützen. Einige Abgeordnete bauten
aus den Miniſterfeſſeln Barrikaden auf.=
Pawlik begab ſich wiederum zum Grafen Tisza.
C Uhr. Nachdem Pawlik den Saal wieder betreten
hatte, bemühte er ſich fortgeſetzt, die Abgeordneten zum
Verlaſſen des Saales zu veranlaſſen. Zwei Wachleute,
die den Abgeordneten Abraham (Juſth=Partei) anfaſſen
wollten, wurden zurückgeſtoßen. Als Pawlik ſich dem
Grafen Apponyi näherte und gegen ihn Gewalt
anzuwen=
den ſchien, ertönten die ſtürmiſchen Rufe: Wer Apponhi.
anrührt, iſt des Todes. Eine ähnliche Szene ereignete ſich,
als Pawlik mit dem Grafen Andraſſy verhandelte. Der
Abgerrdnete Mezöſſy entriß dem Saalkommiſſar die Liſte
der aufgeſchriebenen Abgeordneten und zerriß ſie unter
großem Beifall. Während darauf Pawlik erfolglos mit
dem Grafen Zichy verhandelte, bemerkten die
Oppoſitionel=
len, wie Präſident Tisza hinter dem Vorhange eines
Ein=
ganges den Vorgängen zuſah. Sie riefen ihm Schmährufe
zu, einige Abgeordnete drohten ihm mit don geballten
Fäuſten. Hierauf entfernte ſich der Präſident. Auch
Pawlik verließ wiederum den Saal, um ſich vom
Präſi=
denten neue Weiſungen zu holen.
Einige Minuten nach 6 Uhr kam Pawlik wieder in
den Saal und forderte eine Reihe von Abgeordneten auf,
den Saal zu verlaſſen. Als ſich dieſel weigerten, erklärte
er, nunmehr Gewalt anwenden zu
müſ=
ſen. Er befahl zwei Polizeibeamten, den
Abge=
ordneten Graf Ladislaus Semſey hinauszuführen.
In=
zwiſchen war dieſer aber von den Abgeordneten Joſeph
Karolyi, Markaraf Georg Pallavieini und Graf Aladar
Zichy in die Mitte genommen worden. Dieſe faßten ſich
gegenſeitig unter die Arme und verhinderten ſo, daß die
Wachleute Semſey aus dem Saale führen konnten. Graf
Michael Karolyi drängte ſich durch die Abgeordneten. Er
war ungeheuer erregt und ſchlug mit Fäuſten auf die
Wachleute ein, die ſchließlich zurückgedrängt wurden.
Nun=
mehr verſuchte Polizeioberinſpektor Pawlik an einer
an=
deren Stelle, den Abgeordneten Szmrocſanyi zum
Ver=
laſſen des Saales zu bewegen. Als ſich auch dieſer
wei=
gerte, forderte Pawlik wiederum zwei Wachleute auf, den
Abgeordneten zu ergreifen. Inzwiſchen war auch
Stadt=
hauptmann Szeßler im Saale erſchienen, um den
An=
ordnungen des Präſidenten Geltung zu verſchaffen. Ein
Po=
liziſt wandte ſich an eine Gruppe Abgeordneter und griff
den Abgeordneten Jarmh an. Er wurde von fünf
Wach=
leuten ergriffen und aus dem Saale geſchleppt, obwohl er
ſich wütend wehrte. Alsbald teilte der Abg. Szmrocſanyi
mit, daß Jarmy eine Armpenrenkung erlitten habe und
verlangte einen Arzt Es ſtellte ſich jedoch heraus, daß es
ſich um einen einſachen Ohnmachtsanfall handelte.
Nun=
mehr begab ſich der Stadthauptmann in den Korridor, um
ſich von dem dort weilenden Oberſtadthauptmann Boda
meue Weiſungen zu holen. Oberſtadthauptmann Boda
befahl die ſtrengſte Durch führung der
An=
weiſungen des Präſidenten. Um 6½ Uhr
er=
ſchienen zwei Polizeiinſpekteure mit einer weiteren großen
Polizeiabteilung und erteilten den Befehl, ſämtliche=
Abgeordnete aus dem Saale zu drängen.
Es begann nun ein wahnſinniges
Handge=
menge. ein Drängen und Stoßen. Die in den erſten
Reihen ſtehenden Abgeordneten, nämlich Johann Juſth,
Michgel Karolyi und Georg Szmroeſanyi und andere
ſtellten ſich mit Gewalt zur Wehr und ſchlugen auf die
Wachleute los, die ihrerſeits auf die Abgeordneten
drein=
ſchlugen. Es ſpielten ſich unbeſchreibliche wüſte
Szenen ab. Graf Albert Apponyi wurde von
Wach=
leuten aus dem Saale gedrängt, kehrte jedoch ſofort wieder
zurück. Graf Julius Andraſſh ſtüchtete auf den
Miniſter=
tiſch. Abg. Andreas Rath wurde hinausgeſchleift, ebenſo
die Abgeordneten Otto Förſter und Stephan Haller.
Mehrere Poliziſten faßten den Grafen Michgel Karolyi
an, der mit Händen und Füßen um ſich ſchlug. Schließlich
gelang es ihm, ſich in eine Bankreihe zu flüchten, wo er
niederſtürzte. Man rief nach Aerzten. Zwei Aerzte der
Freiwilligen Rettungsgeſellſchaft ſprangen über die
Barriere der Journaliſtentribüne in den Saal und labten
den Grafen Karolyi, der nach einigen Minuten wieder zu
ſich kam.
Während ſich die Aufmerkſamkeit den Aerzten
zuwen=
dete, wurde Graf Theodor Patthyanyi von Poliziſten
er=
griffen und trotz ſeines heftigen Widerſtandes
hinausge=
führt. Inzwiſchen waren die hinausgeführten
Abge=
ordneten zum größten Teil in dem Saal
wie=
der erſchienen, ſo daß die Bänke der Oppoſitionellen
einigermaßen wieder beſetzt waren. Danach wurden der
Reihe nach mehrere Abgeordnete
hinausge=
führt. Polizeiinſpektor Pawlik wandte ſich nunmehr
von neuem an die oppoſitionellen Abgeordneten mit der
Aufforderung, freiwillig den Saal zu
ver=
laſſen, da er ſonſt Gewalt anwenden müßte.
Die Abgeordneten lehnten jedoch wiederum die
Aufforde=
rung ab. Abgeordneter Graf Michgel Karolyi, der ſich
in=
zwiſchen erholt hatte und in den Saal zurückgekehrt war,
wurde von neuem zum Verlaſſen des Saales aufgefordert.
Seine Freunde erhoben jedoch einen großen Lärm und
brachten ihn in eine andere Bank, wo er nicht weiter von
den Poliziſten behelligt wurde. Darauf wurde Graf Joſeph
Karolyi von zwei Poliziſten hinausgeführt. Dasſelbe
Schickſal ereilte die Abgeordneten Paize, Seczpremy, Jul.
Norvath, Saglny, Kapotoffy, Benedek und Hammersberg.
Nunmehr wurde Graf Apponyi aufgefordert, freiwillig
den Saal zu verlaſſen. Er gab jedoch keine Antwort. Die
Oppoſitionellen bereiteten ihm lebhafte Ovationen. Andere
forderten den Grafen Apponyi auf, ruhig den Saal zu
ver=
laſſen, damit er nicht die Schmach erlebe, von einem
Poli=
ziſten ergriffen zu werden. Polizeioherinſpektor Pawlik
begab ſich zu dem Präſidenten Grafen Tisza und fragte
ihn. was mit dem Abgeordneten Grafen Apponyi geſchehen
ſolle, der ſich weigere, den Saal zu verlaſſen. Der
Präſi=
dent erwiderte, er möge den Grafen Apponyi ruhig im
Saal laſſen. Die Räumung des Saales vollzog ſich unter
den größten Schwierigkeiten, da die meiſten Abgeordneten
ihrer Entfernung den heftigſten Widerſtand
entgegen=
ſetzten. In mehr oder minder dramatiſchen Szenen
wur=
den die Abgeordneten Förſter, Koloman und Fernbach
aus dem Saale herausgeführt. Beſonders heftigen
Wider=
ſtand leiſtete Palugyay, den 12 Mann aus dem Saale zu
tragen ſuchten. Der herkuliſch gebaute Abgeordnete
Bara=
bacz leiſtete heftigen Widerſtand. Er wurde ſchließlich
hin=
ausgeführt, wobei er in den Saal hineinrief: Es lebe die
Repullik! Ihm folgte der Abgeordnete Lovaszy. Er ſetzte
ſich zwiſchen zwei alte Abgeordnete, und es gelang erſt nach
ſchwerer Mühe, ihn herauszuheben. Schließlich blieben
noch 14 Abgeordnete der Oppoſition im Saale Nachdem
Graf Apponyi dem Polizeioberinſpektor erklärte, daß ſie
ruhig den Saal verlaſſen würden, wenn die Polizei ſich
zurückziehe, wurden die Polizeimannſchaften zurückgezogen,
worauf die Abgeordneton den Saal verliehen. Um
8,15 Uhr war der Saal geräumt. Die
Abgeord=
neten Apponyi und Andraſſy wurden mit lebhaften
Ova=
kionen in den Wandelgängen empfangen.
Nachdem alleoppoſitionellen Abgeordneten
den Sitzungsſaal verlaſſen hatten, hielten ſie eine
im=
proviſierte Konferenz ab. Sie beſchloſſen, am
Mittwoch vormittag 9 Uhr ſich zu verſammeln und ſodann
korporativ zum Abgeordnetenhauſe zu ziehen. Um
8,35 Uhr eröffnete Graf Tisza von neuem die
Sitzung und führte zu ſeiner Rechtfertigung aus, daß
die Geſchäftsordnung beſtimme, wenn grobe Verletzungen
der Beratungsordnung vorkommen, habe der Präſident
die Sache an den Immunitätsausſchuß zu verweiſen,
ſo=
fern nicht ſofortige Maßnahmen notwendig ſeien. Die
Ge=
ſchäftsordnung erkenne alſo an, daß ſofortige Maßnahmen
nrtwendig werden können. Der Präſident ſtellte
ſchließ=
lich an das ganze Haus die Frage, ob es nachträglich ſeine
Verfügung billigend zur Kenntnis nehme, daß die
Abge=
ordneten, die in grober Weiſe die Ordnung und den
An=
ſtand verletzt und jede Beratung unmöglich gemacht hätten,
aus dem Saale entfernt worden ſeien? (Stürmiſcher
Bei=
fall, Händeklatſchen und Eljenrufe.) Tisza beantragte
ſo=
dann, 58 Abgeordnete, die die Beratung fortgeſetzt
durch Lärmen unmöglich gemacht haben, dem
Immunitäts=
ausſchuß zu überweiſen. Das Haus nahm dieſen Antrag
an. Hierauf wurde das königliche Reſkript, betreffend die
Einberufung der Delegationen, beraten. Das Budget
wird an den Finanzausſchuß verwieſen. Auf Antrag des
Präſidenten beſchließt das Haus, die nächſte Sitzung
mor=
gen vormittag um 10 Uhr abzuhalten. Unter ſtürmiſchen
Elienrufen auf den Präſidenten Grafen Tisza wird die
Sitzung um 10 Uhr nachts geſchloſſen.
Deutſches Reich.
Die Nationalflugſpende hat, wie die
Landeszeitung für beide Mecklenburg aus beſter Quelle
zu berichten weiß, die Höhe von 6 150000 Mark erreicht.
Damit iſt die franzöſiſche Flugſpende, die eine Höhe von
2 136 708 Mark erreicht hat, um das dreifache übertroffen
worden.
— Der Rudolſtädter Landtag wurde nach
der Generaldiskuſſion über den Etat auf unbeſtimmte Zeit
vertagt, da die Regierung eine Einigung über den Etat
und die Teuerungszulage als vorläufig ausgeſchloſſen
anſieht.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
Nummer 221.
— Die badiſchen Städte zur
Teue=
rung. Die Konferenz der Oberbürgermeiſter der Städte
der badiſchen Städteordnung, die am Montag in Freiburg
zur Beratung über Maßnahmen gegen die Fleiſchteuerung
tagte, hat beſchloſſen, die ſofortige Einberufung des
Deuk=
ſchen Städtetages zwecks gemeinſamen Vorgehens in
Sa=
chen der Fleiſchteuerung zu beantragen. Weiter ſoll eine
Abordnung der Städte beim Miniſter des Innern von
neuem vorſtellig werden, um die Einfuhr von gefrorenem
und gekühltem Fleiſch aus dem Auslande, ſowie von
aus=
ländiſchem, insbeſondere argentiniſchem Schlachtvieh,
ferner die Aufhebung der Einfuhrzölle auf Futtermittel
zu fordern. Auch ſoll die Aufhebung der badiſchen
Fleiſch=
akziſe angeregt werden. Die Konferenz empfiehlt den
Städten die Errichtung eigener Schweinemäſtereien.
Die Verſicherung der Lehrerinnen.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt: Ueber die
Frage, ob die an öffentlichen Schulen tätigen Lehrerinnen
nach der Reichsverſicherungsordnung zu verſichern ſind,
iſt demnächſt von dem zuſtändigen Beſchlußſenat des
Reichsverſicherungsamts die Entſcheidung zu treffen. Zur
Vorbereitung fand am Mortag im Reichsverſicherungsamt
unter dem Vorſitz des Präſidenten Dr. Kaufmann eine
Beſprechung ſtatt, an der Vertreter des Miniſteriums der
geiſtlichen uſw. Angelegenheiten, des
Provinzialſchul=
kollegiums, der Regierung in Potsdam, der ſonſtigen
Schulaufſichtsbehörden, ſowie von Schulverbänden, und
eine Anzahl Lehrerinnen ſich beteiligten. Unter anderen
Punkten wurde beſonders eingehend die Frage erörtert,
ob und in welchem Umfange ein Bedürfnis für die
Ver=
ſicherung der Lehrerinnen anzuerkennen iſt.
Ausland.
Frankreich.
Manövertoaſte. Aus Sainte Maure de
Tou=
raine wird gemeldet: Das Frühſtück, das Präſident
Fallieres gab, umfaßte 200 Gedecke. Zur Rechten
Fallieres ſaß Großfürſt Nikolaus, zur Linken
Miniſter=
präſident Poincaré und der ruſſiſche General Kaulbars.
Fallieres brachte einen Toaſt aus und dankte dem
Großfürſten für die Teilnahme an den Manövern, ebenſo
den fremden Offizieren. Er drückte die Hoffnung aus,
daß ſie ein gutes Andenken an den Empfang, den ſie
ge=
funden haben, bewahren würden. Zwiſchen den Soldaten
der verſchiedenen Nationen verſtehe und ſchätze man ſich.
Zwei Soldatentugenden ſeien es, die zwiſchen ihnen die
Gefühle gegenſeitiger Achtung hervorbrächten:
Pflicht=
erfüllung und Treue zur Fahne. Der Präſident trank
ſo=
dann auf die Souveräne, Staatsoberhäupter, Regierungen
und Nationen, die zu den Manövern Vertreter entſandt
hatten, insbeſondere auf den Großfürſten und die fremden
Ofſiziere. Zum Schluß ſprach er der Bevölkerung den
Dank aus für das Entgegenkommen, das ſie den Truppen
bewieſen habe.
Großfürſt Nikolaus antwortete auf die Rede des
Prä=
ſidenten Fallieres, er ſei glücklich, der franzöſiſchen Armee
für den warmen Empfang danken zu können, den er in
unauslöſchlicher Erinnerung behalten werde. Er ſei
glück=
lich, daß er den glänzenden Manövern habe beiwohnen
dürfen, daß er die hohen militäriſchen Fähigkeiten der
tapferen Armee ſelbſt habe erkennen, die gute Haltung,
den Drill der Infanterie, die leichte Beweglichkeit und die
techniſche Vollendung der Manövrierfähigkeit der Artillerie
habe bewundern können. Er habe die ſelbſtändige
Ini=
tiative beim einzelnen Mann und das Führertalent bei den
Führernbeobachtenkönnen. Vonden bemerkenswerten
Fort=
ſchritten bei den verſchiedenen Zweigen der Kriegskunſt,
beſonders auf dem Gebiet der Aviatik, worauf Frankreich
ſtolz ſein dürfe, ſei er überraſcht geweſen. Er wünſche von
ganzem Herzen, daß die Bande gegenſeitiger Freundſchaft
und Brüderlichkeit, welche die zwei verbündeten Armeen
einigten, ſich immer enger knüpfen möchten. Der
Groß=
fürſt ſchloß mit einem Trinkſpruch auf den Präſidenten und
das Gedeihen Frankreichs, der verbündeten, ruhmreichen
und befreundeten franzöſiſchen Armee und aller derjenigen,
welche die Ehre haben, ſie zu befehligen. Der Großfürſt
ſprach den Toaſt mit ſehr lauter Stimme, hob beſonders
den Schluß hervor und brachte zu Ehren der franzöſiſchen
Armee ein zweifaches, kräftiges Hurra aus. Die fremden
Offiziere ſtimmten mit in dasſelbe ein.
Als letzter Redner ſprach der däniſche General Tuxern,
der als Doyen auf das herzlichſte dankte und hinzufügte,
daß man viel Bewunderungswürdiges kennen gelernt
habe, insbeſondere die Manneszucht, die Behendigkeit und
Schnelligkeit der franzöſiſchen Soldaten und den heilſamen
Einfluß der franzöſiſchen Offiziere. Auf das Wohl dieſer
ausgezeichneten Kameraden erhebe er ſein Glas.
Die Wahlreform. Anläßlich des durch die Rede
des Senators und ehemaligen Juſtizminiſters Valle
her=
porgerufenen Gerüchtes, daß die Regierung den Gegnern des
Proportionalwahlſyſtems das Zugeſtändnis machen wolle
den Wahlquotienten aufzugeben, wird einem Mitarbeiter
des Echo de Paris von miniſterieller Seite erklärt, daß die
Regierung zwar einen Vermittlungsvorſchlag ſuche, welcher
die Republikaner des Senats befriedigen könnte, daß ſie
aber den Wahlquotienten, welcher die unantaſtbare
Grund=
lage der Wahlreform bilde, aufrechterhalten werde.
Be=
zeichnend für die Bedeutung der Wahlreformfenge ſei es,
daß dieſelbe zweiſellos bei der am 17. Januar nächſten
Jahres ſtattfindenden Wahl des Präſidenten der Republik
einen großen Einfluß ausüben werde.
Niederlande.
Die feierliche Eröffnung der Kammern
fand nach dem üblichen Zeremoniell ſtatt. Der königliche
Zug bewegte ſich durch die Straßen, in denen ſich eine
ungeheuere Menſchenmenge angeſammelt hatte, die die
Königin und den Prinzregenten lebhaft begrüßte. Nicht
der geringſte Zwiſchenfall ereignete ſich. Mittlerweile
ver=
ſammelten ſich die Sozialiſten zu ihrer geplanten
Kund=
gebung auf der gemieteten Rennbahn, die etwa eine
Stunde vom Zentrum der Stadt entfernt iſt, in einer
An=
zahl von etwa 20000 Perſonen. Die Redner der
Ver=
ſammlung ſprachen für das allgemeine Stimmrecht und
tadelten den Bürgermeiſter, der einen Zug durch die Stadt
verboten habe. Nach der Verſammlung, als die Königin
bereits ins Schloß Soeſtdyk zurückgekehrt war, bildeten
die Verſammlungsteilnehmer große Gruppen, die
ver=
ſuchten, ſich an den Zugängen zu dem
Parlamentsge=
bäude aufzuſtellen. Polizeimannſchaften, durch
Gen=
darmerie verſtärkt, bildeten eine Kette und zwangen die
Demonſtranten, weiter zu gehen. Nichtsdeſtoweniger
ver=
ſuchten verſchiedene Trupps auf dem Platze, wo ſich die
meiſten Miniſterien befinden, die Abſperrung zu
durch=
brechen. Die Beamten mußten einigemale blank ziehen.
Die Demonſtranten ſammelten ſich dann von neuem,
ſan=
gen ſozialdemokratiſche Lieder und verhöhnten die
Poli=
zei, bis dieſe, durch berittene Gendarmen verſtärkt, ſich
entſchloß, den Platz zu ſäubern.
Die Küſtenverteidigung. Der
Kriegsmini=
ſter hat der Kammer einen Geſetzentwurf vorgelegt, der
den Koſtenanſchlag für die Verbeſſerung der
Küſtenver=
teidigung enthält. Der Entwurf fordert einen Kredit von
1½ Millionen Gulden als erſte Rate für den Bau der
Be=
feſtigung von Vliſſingen, ferner für die Verbeſſerung der
Feſtung Kykduin und für die Verſtärkung der Batterien
in den älteren Feſtungen wie Hoek van Holland und
Ymuiden.
Argentinien,
Schiffsbau. Der Senat hat mit 15 gegen 14
Stimmen den Bau eines dritten Dreadnought beſchloſſen.
Der Miniſter des Aeußern und der Finanzminiſter ſprachen
ſich dagegen aus und erklärten, daß kein Grund beſtehe,
dem Staatsſchatz jetzt neue Opfer für die Marine
aufzu=
erlegen.
China.
Nationalverſammlung. In einer
nichi=
öffentlichen Sitzung der Nationalverſammlung erklärte der
Stellvertreter des Premierminiſters, es ſei zwecklos, den
Abſchluß der mongoliſchen Frage durch militäriſche
Ge=
walt zu verſuchen. Er halte es für die beſte Politik, ſich
auf Verträge zu verlaſſen. Wenn das chineſiſch=ruſſiſche
Verhältnis geklärt ſei, werde die mongoliſche Frage eine
rein innerchineſiſche Angelegenheit werden, wodurch ihre
Löſung bedeutend einfacher werde. In der tibetaniſchen
Frage halte er es für die beſte Politik, dem Dalai Lama
ſeine früheren Befugniſſe wieder einzuräumen. Die
Re=
gierung habe die Rückkehr der Expedition gegen Tibet
an=
geordnet. Binnen kurzem werde ſich ein chineſiſcher
Un=
terhändler nach Lhaſa begeben, um die Richtlinien der
Republik darzulegen und gleichzeitig zu betonen, daß
China nicht beabſichtige, in die Verwaltung Tibets
hin=
dernd einzugreifen. Der Finanzminiſter führte aus, er
halte es für unmöglich, das erforderliche Geld außerhalb
der Sechsmächte=Gruppe zu erlangen. Er hoffe, die
Bankengruppe werde auf ihre Forderung einer fremden
Aufſicht für die Salzſteuer verzichten oder ſie doch
modi=
fizieren. Wenn die Anleihe zuſtande gekommen ſei, werde
nach der feſten Ueberzeugung der Regierung eine
bedeut=
ſame Periode des Fortſchritts und des Wohlſtandes folgen.
Die Verſammlung beſchloß, der Regierung bei jedem
vernünftigen Anleiheplan ihre Unterſtützung zu gewähren,
* Stockholm, 18. Sept. Der Obmann der an der
Deuſchlandfahrt beteiligten ſchwediſchen
Preſſevertreter, Chefredakteur Sohlmann vom
Aftonbladet, veröffentlicht in ſeiner Zeitung einen längeren
Artikel über die bleibenden Eindrücke von der
außerordent=
lich intereſſanten und lehrreichen Fahrt. Drei Eindrücke
ſeien vorherrſchend geweſen: uls erſter, ſtärkſter, die
raſt=
loſe, wohlorganiſierte und zielbewußte Arbeit Deutſchlands,
der Deutſchland vor allem ſeine großartige Entwickelung
auf allen Gebieten verdanke; als zweiter die
außerordent=
liche Bedeutung eines innigen Zuſammenarbeitens von
wiſſenſchaftlicher Bildung und praktiſcher Tätigkeit im
wirtſchaftlichen und induſtriellen Leben, und als dritter
das ſtarke, allbeherrſchende Nationalgefühl der Deutſchen.
Sohlmann erinnert ſodann an die vielen ſchönen Gaben
geiſtiger und materieller Art, die die Schweden mit nach
Hauſe gebracht hätten. Die letzte dieſer Gaben ſei die
Stiftung von 100000 Mark des Senators Poſſehl in
Lübeck.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 19. September.
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Samstag, den 21. d. Mts., weder
Audienzen erteilen, noch Meldungen und Vorträge
ent=
gegennehmen.
* Ernannt wurde der Reallehrer an der
Oberreal=
ſchule am Stadthaus in Offenbach Martin Quirin
zum Reallehrer an der Oberrealſchule am Friedrichsplatz
in Offenbach mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 an
unter Belaſſung in der Kategorie der Volksſchullehrer;
ferner haben Se. Königl. Hoheit der Großherzog
ernannt den Hauptſteueramtskontrolleur bei dem
Haupt=
ſteueramt Bingen, Peter Karn zu Bingen, zum
Nieder=
lageverwalter bei dem Hauptſteueramt Mainz.
Danktelegrumm. Auf das von Herrn
Ober=
bürgermeiſter Dr. Gläſſing an Ihre Königl. Hoheit
die Großherzogin abgeſandte Glückwunſchtelegramm
traf folgende Depeſche ein: Mainz, 17. Sept. 1912. Die
treuen Glückwünſche der Stadt Darmſtadt haben mich
ſehr gefreut und ſage ich meinen herzlichſten Dank.
Auch für Ihre freundlichſten Wünſche danke ich Ihnen
ſehr. Eleonore.
g. Straflammer. Die bereits mehrmals vorbeſtrafte
25jährige Dienſtmagd Auguſte Müller aus
Wenigen=
jena ließ ſich am 1. November in Offenbach durch
momen=
tane Geldverlegenheit dazu bewegen, ihrem Logisgeber
aus einem Schrank, den ſie mit dem dazu gehörigen
Schlüſſel öffnete, einen Geldbetrag von 50 Mark zu
ent=
wenden. Unter Einbeziehung einer inzwiſchen über ſie
verhängten Strafe von 2 Jahren Gefängnis wird ſie zu
einer Geſamtgefängnisſtrafe von 2 Jahren 4
Mo=
naten verurreilt. — Eine ganz dreiſte Beraubung auf
offener Straße hatten im Mai 1912 der 17jährige
Tag=
löhner Chriſtian Wilhelm Hoffmann und der 18
jäh=
rige Knecht Johann Heinrich Meier, beide aus
Offen=
bach, begangen. Hoffmann ſtellte ſich am fraglichen Tage
einem alten, bisher nicht ermittelten Mann, dem ſie auf
dem Wege von Mühlheim nach Offenbach begegneten,
als Kriminalbeamter vor und den Meier als ſeinen
Be=
gleiter. Er ſagte dem alten Mann, er ſei verdächtig,
zwei Uhren geſtohlen zu haben, ſie müßten ſeine Taſchen
durchſuchen. Dieſer ließ ſich auch ohne Widerſtreben
unterſuchen. Als die beiden Angeklagten das
Porte=
monnaie mit 13 Mark Inhalt gefunden hatten, machten
ſie ſich damit ſchleunigſt aus dem Staube. Beide waren
bei der Tat noch jugendlich. Sie werden wegen
Dieb=
ſtahls und Amtsanmaßung verurteilt, Hoffmann!
unter Einbeziehung einer Strafe von 3 Monaten zu einer
Geſamtſtrafe von 6 Monaten und Meier unter
Ein=
beziehung von 9 Monaten zu 1 Jahr 2 Monaten
Gefängnis. — Der Redakteur Labbe aus Offenbach=
Bürgel war vom Schöffengericht Offenbach zu 10 Mark
Geldſtrafe verurteilt worden, weil er in einer
öffent=
lichen Verſammlung den Arbeiter Müller durch die
Be=
zeichnung Querulant beleidigt haben ſollte. Der
Be=
leidigte Müller legte gegen das Urteil Berufung ein,
weil dem Angeklagten der gute Glaube zugebilligt
wurde. Der Angeklagte führte am 26. Februar den
Vorſitz in einer öffentlichen ſozialdemokratiſchen
Ver=
ſammlung, in der freie Diskuſſion zugeſichert wurde. Als
ſich Müller auch zum Wort meldete, wurde ihm dieſes
von Labbe verweigert, da er auf Grund der
Erfahrun=
gen in einer früheren Verſammlung annehmen durfte,
daß Müller nicht zur Sache ſprechen, ſondern die
Ver=
ſammlung ſtören würde. Labbe gibt in der geſtrigen
Mayer Amſchel Rothſchild.
Zur 100. Wiederkehr ſeines Todestages (19. Sept. 1812),
Von Dr. Walter Georgi.
Wir leben trotz ſozialiſtiſcher und kollektiviſtiſcher
Be=
ſtrebungen im Zeitalter des Kapitalismus. Ohne die
wirkenden Kräfte des Kapitals ſind die modernen
Rieſen=
unternehmungen ſowohl auf dem Gebiete, des
Geld=
marktes wie im Bereiche der Induſtrie undenkbar. Es
würde ihnen der wichtigſte Lebensnerv fehlen, der durch
Rieſenumſätze noch dort einen angemeſſenen Nutzen
er=
möglicht, wo der Kapitalſchwache meiſt längſt mit ainer
Unterbilanz arbeiten müßte. Aber dennoch ruft der
Be=
griff des Kapitalismus für viele die Vorſtellung von einer
herabwürdigenden Anrüchigkeit hervor, weil man meiſt
den Gedanken an einen müheloſen Erwerb und Genuß
mit ihm verbindet, ohne daß man der Summe geiſtiger
und auch körperlicher Anſtrengungen gerecht wird, die die
Entſtehung und die wirtſchaftliche Verwendung größerer
Kapitalien notwendig machen. Es iſt ſelten der blinde
Zufall, der mühelos die Anſammlung großer Kapitalien
in einer Hand ermöglicht.
Die Geſchichte des Hauſes Rothſchild gibt den
über=
zeugendſten Beweis für den notwendigen Aufwand ſolcher
Ungewöhnlicher Energien, die mit allen Mitteln auf den
apitalserwerb hinzielen und ihre Ausdauer durch
bei=
ſpielloſe Erfolge belohnt ſehen. Die von klarer
Voraus=
ſicht geleitete Arbeit war zugleich die moraliſche Stärke
des Hauſes Rothſchild. So konnte es, von der
zielbewuß=
ten Tatkraft ſeiner Begründer getragen, neben den
poli=
tiſchen Großmächten Europas aus den kleinſten Anfängen
zu einer Macht emvorwachſen, die jahrzehntelang mit
ihrem metallenen Einfluß einen Teil der Welt regierte,
wenn man auch trotz aller Anerkennung nicht vergeſſen
darf, daß die Zeiten der Entwicklung des Hauſes
Roth=
ſchild überaus günſtig waren. Es iſt ſchwer zu
ent=
ſcheiden, ob der Aufſtieg der Rothſchilds ohne die gegen
Ende des 18. und am Anfang des 19. Jahrhunderts zur
Kalamität ausgewachſene Hilfloſigkeit der europäiſchen
Staaten, das Gleichgewicht ihrer Finanzen zu erhalten,
möglich geweſen wäre.
Mayer Amſchel Rothſchild, der Begründer
des Rothſchildſchen Bankhauſes, war es, deſſen
Scharf=
ſicht ſtets die günſtigſte Gelegenheit zum geſchäftlichen
Eingreifen erkannte und den ungeſchriebenen Kodex erſann
und erprobte, nach dem ſeine fünf Söhne ſpäter mit
glei=
cher Einſicht und Geſchick ihre erfolgreichen Dispoſitionen
trafen. Bereits in dem Vater findet man ſämtliche
Energien aufgeſpeichert, die die Erfahrungen der Söhne
weiter ausbauten und zu den Grundfeſten des „
kos=
miſchen Bankhauſes” machten. Das größte Genie bleibt
ein braches Feld, wenn nicht eine zielbewußte
Arbeits=
kraft die in ihm ſchlummernden Möglichkeiten erweckt
und ausgeſtaltet. Mayer Amſchel Rothſchild erkannte
dieſe Weisheit und ſah darin das Leitmotiv ſeines Lebens.
Obwohl er urſprünglich von ſeinen Eltern zum Rabbiner
beſtimmt war, ſah er doch frühzeitig genug, daß das
Feld ſeiner Begabung auf einem ganz anderen Gebiete
lag. Er gab das theologiſche Studium auf und
be=
gründete nach erfolgreichen Lehrjahren in dem
hannover=
ſchen Bankhaus Oppenheim gegen Ende der ſechziger
Jahre des 18. Jahrhunderts mit einem kleinen erſparten
Kapital in ſeiner Vaterſtadt Frankfurt a. M. ein
ſelb=
ſtändiges Geſchäft. Sicher dachte damals niemand daran,
daß der einfache, aber äußerſt rübrige Geldwechsler und
Makler aus der berüchtigten Judengaſſe ſich zum
Be=
gründer einer der reichſten europäiſchen Familien
empor=
arbeiten würde. Die Umſicht und Pünktlichkeit, mit der
er ſeinen Verpflichtungen nachkam, lenkten bald die
Auf=
merkſamkeit weiterer Handelskreiſe auf ihn, während die
große Diskretion und Rechtlichkeit bei der Erledigung
aller Aufträge ihm obendrein noch das Vertrauen ſeiner
Auftraggeber zuwandte. So kam es auch, daß man
Mayer Amſchel Rothſchild dem Erbprinzen Wilhelm von
Heſſen=Kaſſel, der damals als Landesherr in Hanau
re=
ſidierte, als Ratgeber in finanziellen Angelegenheiten
empfahl. Intereſſant iſt eine Anekdote, die von ſeinem
erſten Zuſammentreffen mit dem Erbprinzen erzählt, und
die außerdem gleichſanf eine ſymboliſche Anſpielung an
die ſichere Art Rothſchilds gibt, in jeder Lebens= und
Ge=
ſchäftslage die richtigen Dispoſitionen zu treffen. Als
man Rothſchild dem Erbprinzen meldete, ſaß dieſer gerade
beim Schachſpiel. Er bat den ſchlichten Frankfurter
Kauf=
mann, ihm bei der Partie zu helfen, die ſehr ungünſtig
für den jungen Fürſten ſtand. Rothſchild überſchaute
ſo=
fort die Lage und riet dem Erbprinzen zu einem wahren
Kardinalzug, welcher urplötzlich die Partie zu deſſen
Gunſten glänzend umgeſtaltete. Wie im Schachſpiel, ſo
leitete ſpäter Rothſchild die finanziellen Transaktionen
des Erbprinzen mit Erfolg und blieb, aller rührigen
Konkurrenz zum Trotz, auch weiter mit ihm in
Verbin=
dung, als Wilhelm nach dem Tode ſeines Vaters die
Re=
gierungsgeſchäfte von Kaſſel aus leitete. Landgraf
Wil=
helm IX., der ſpätere Kurfürſt von Heſſen=Kaſſel,
war bekannt als einer der größten Kapitaliſten ſeiner=
Zeit. Er ſowohl wie bereits ſein Vater hatten ſich
große Reichtümer durch den Abſchluß jener viel
angegrif=
fenen Subſidienverträge mit England erworben, wonach
Nhmmer 221.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
Seite 3.
Verhandlung an, er hätte den Ausſpruch, „Müller ſei ein
Querulant” nur deshalb gemacht, um ſich vor der
Ver=
ſammlung für die Verweigerung des Wortes zu
recht=
fertigen. Er halte den Privatkläger für einen
Querulan=
ten. Das Gericht billigt dem Angeklagten den vollen
Schutz des § 193 zu und ſpricht ihn von Strafe und
Koſten frei. — Der Wanderphotograph Adolf Brand
aus Offenbach war vom Schöffengericht wegen
Unter=
ſchlagung zu 10 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Er
hatte von dem Kaufmann Kroner gegen
Dreimonats=
akzept einen photographiſchen Apparat im Werte von
etwa 100 Mark gekauft. Als Brand nicht zahlen konnte,
wurde ein neuer Vertrag ausgefertigt, nach dem der
Apparat ſo lange Eigentum des Kroner bleiben ſollte,
bis er bezahlt ſei. Brand ſoll ſich nun geweigert haben,
den Apparat wieder herauszugeben, worin das
Schöffen=
gericht eine Unterſchlagung erblickte. Die Strafkammer
als Berufungsinſtanz hob das ſchöffengerichtliche Urteil
auf und ſprach den Angeklagten frei, da der
Eigentums=
vorbehalt nicht als rechtsgültig anzuſehen ſei, ſondern
daß der Apparat durch das Bezahlen mit dem Akzept in
das Eigentum des Brand übergegangen iſt. — Der
35jährige Packer Peter Matthias Schweitzer aus
Offenbach, mehrfach vorbeſtraft, hat am 24. Juli in der
Gummiwarenfabrik Karl Stöckicht in Offenbach drei
Gummiſchläuche im Werte von 10 Mark entwendet. Er
wurde als verdächtig ſchon längere Zeit beobachtet und
man bemerkte, wie er am 20. Juli ſich einen Schlauch parat
legte. Dieſer Schlauch wurde gezeichnet und Schweitzer
wurde nun beim Verſuch, die Schläuche aus der Fabrik
zu bringen, abgefaßt. Er beſtreitet die
Diebſtahls=
abſicht, die Schläuche ſeien für ein Geſchäftsrad der
Firma beſtimmt geweſen. Das Gericht ſchenkt dieſer
Ausrede keinen Glauben und verurteilt den Angeklagten,
da Rückfallsdiebſtahl vorliegt und der Angeklagte einen
guten Verdienſt bei der Firma hatte, alſo einen
ſchwe=
ren Vertrauensbruch beging, zu 9 Monaten
Gefäng=
nis und dreijährigem Ehrverluſt. Ein Monat der
Unterſuchungshaft wird ihm angerechnet.
-g. Kreisausſchuß. Der Kreisausſchuß verhandelte in
ſeiner geſtrigen Sitzung unter dem Vorſitz von
Kreisamt=
mann Dr. Michel über die Beſchwerde der
Kondi=
toren=Innung Darmſtadt gegen eine Entſcheidung
des Oberbürgermeiſters zu Darmſtadt. Am 23. April fand
eine Verſammlung der Innung ſtatt, in der ein Antrag
zum Beſchluß erhoben wurde, der die Innungsmeiſter für
die Zahlung der Schulgelder ihrer Lehrlinge haftbar
machte. Das Mitglied, Konditor Frey wandte ſich gegen
den Beſchluß, da der Antrag nicht bei Berufung der
Ver=
ſammlung bekannt gegeben wurde. Als der Antrag
trotz=
dem angenommen wurde, machte Frey Einwände gegen
dieſen Beſchluß und ſoll hierbei beleidigende Aeußerungen
gegen den Vorſitzenden und die Vorſtandsmitglieder
ge=
braucht haben. Die Verſammlung beſchloß hierauf, über
Frey eine Ordnungsſtrafe von 5 Mark zu verhängen.
Gegen beide Beſchlüſſe legte Frey Beſchwerde bei der
Auf=
ſichtsbehörde, dem Oberbürgermeiſter, ein. Dieſer gab der
Beſchwerde ſtatt und hob die Beſchlüſſe auf. Nach § 25
des Statuts hat der Vorſtand die Sitzungspolizei zu
hand=
haben und nicht die Verſammlung. Der Beſchluß über
die Haftbarkeit der Mitglieder für das Schulgeld der
Lehr=
linge ſei ungültig, da alle Anträge bei Berufung der
Ver=
ſammlung bekannt zu geben ſeien, oder es müßten ſich
ſämtliche Anweſenden mit der Beratung einverſtanden
er=
klären. Der Kreisausſchuß ſchloß ſich der Entſcheidung des
Oberbürgermeiſters an und verwarf die Beſchwerde der
Innung als unbegründet. Die Beſchlüſſe der Verſammlung
ſeien aus formellen Gründen ungültig.
Die Eheleute Georg M. zu Darmſtadt klagen gegen
den Ortsarmenverband Darmſtadt wegen Erhöhung ihrer
Armenunterſtützung, ſowie Gewährung einer einmaligen
Unterſtützung zur Bezahlung von Schulden. Das Geſuch
wurde abgelehnt, da die Familie, die aus Mann, Frau
und 3 Kindern im Alter von 14½, 12 und 4 Jahren beſteht,
eine wöchentliche Einnahme von 17,10 Mk., einſchließlich der
Unierſtützung der Stadt von 4 Mk., hat. Die Beſchwerde
gegen dieſen ablehnenden Beſcheid wurde von dem
Kreis=
ausſchuß in nichtöffentlicher Sitzung abgewieſen Auch in
der geſtrigen öffentlichen Sitzung wurde die Beſchwerde
als unbegründet abgewieſen. — Der Schriftſetzer
Philipp Anthes II. zu Arheilgen ſucht um die
Erteil=
ung der Wirtſchaftskonzeſſion für ein Grundſtück in der
Margarethenſtraße nach. Der Gaſtwirteverein hat die
Bedürfnisfrage verneint, der Gemeinderat und die
Bürger=
meiſterei hingegen bejaht. Das Kreisamt hat daraufhin
die Erteilung dem Kreisausſchuß anheimgeſtellt. Der
Ver=
treter des Geſuchſtellers ſtellt feſt, daß Arheilgen bei 6400
Einwohnern 23 Wirtſchaften innerhalb der Ortſchaft
be=
ſitzt und die nachgeſuchte Wirtſchaft ſei in einem Ortsteil,
der ſich äußerſt vorteilhaft entwickelt. Der Kreisausſchuß
gibt dem Geſuch ſtatt und erteilt die nachgeſuchte
Kon=
zeſſion. — Karl Breitwieſer V. zu Ober=Ramſtadt
und ſeine Geſchwiſter beſitzen zu beiden Seiten des
Flut=
grabens zum Mühlgraben Grundſtücke. Breitwieſer hat
nun bei der Bürgermeiſterei den Antrag geſtellt, den
Flut=
graben von der Bauſtraße aus zu ſchließen da ſeine
Grundſtücke durch den ungehinderten Zugang ſehr leiden
müſſen. Der Gemeinderat lehnte dieſes Geſuch ab, da
der Zugang öffentlich zugänglich bleiben müſſe, da keine
andere Möglichkeit für die Schöpfberechtigten vorhanden
iſt, an den Mühlgraben zu gelangen. Breitwieſer iſt
be=
reit, den Schöpfberechtigten Zugang zu geſtatten, und
ihnen Schlüſſel auszuhandigen, wenn der Zugang
ver=
ſchloſſen würde. . Das Eigentumsrecht der Gemeinde an
dem Flutgraben wird von Breitwieſer nicht beſtritten. Der
Kreisausſchuß beſchließt, die Klage des Karl Breitwieſer
als unbegründet abzuweiſen unter Verurteilung in
die Koſten des Verfahrens.
D Verleihung von Ehren=Urkunden an unſelbſtändize
Perſonen des Handwerkerſtandes. Die
Handwerkskam=
mer zu Darmſtadt wird, wie im Vorjahre, an
unſelbſt=
ſtändige Perſonen des Handwerkerſtandes, Geſellen,
Ge=
hilfen uſw., welche mindeſtens 25 Jahre in ein und
dem=
ſelben Betriebe ununterbrochen tätig geweſen ſind, als
Anerkennung für die treue Arbeit Ehren=Urkunden
ver=
leihen. Bei dem wirtſchaftlichen Aufſchwung, den eine
große Zahl Berufsgruppen in den zwei letzten
Jahrzehn=
ten genommen hat, iſt ein öfterer Wechſel in dem
Perſo=
nal wie früher zu verzeichnen. Ein Aushalten von 25
Jahren bei ein und demſelben Meiſter gehört immerhin
ſchon zu den Seltenheiten und ſetzt Treue, Fleiß,
Ehrlich=
keit und rechtſchaffenen Sinn voraus. Dieſen Perſonen
zur Anerkennung und anderen zur Aneiferung dienend,
ſollen den vorgenannten einfache, aber in ihrer
Ausführ=
ung künſtleriſch gehaltene Ehren=Urkunden verliehen
werden. Verleihungs=Beſtimmungen: 1. Die Verleihung
erfolgt alljährlich an Weihnachten. 2. Die Anträge zur
Verleihung ſind von der gewerblichen Korporation,
wel=
cher der Arbeitgeber angehört, bei der Handwerkskammer
zu Darmſtadt bis ſpäteſtens 1. November jeden
Jahres einzureichen. 3. Den Anträgen iſt ein
aus=
führlicher Lebenslauf des zur Auszeichnung
Vorgeſchla=
genen, ſowie ein von dem Betriebsinhaber ausgeſtelltes,
ortspolizeilich beglaubigtes Arbeitszeugnis, das
gleich=
zeitig den Nachweis der 25jährigen ununterbrochenen
Dienſtzeit in ein und demſelben Betriebe enthalten muß,
ſowie ein von der Polizeibehörde ausgeſtelltes
Leu=
mundszeugnis beizuſchließen.
D Die freiwillige Verſicherung bei der
Invalidenver=
ſicherung. Die aus einem verſicherungspflichtigen oder aus
einem die Selbſtverſicherung begründenden Verhältnis
ausſcheidenden Perſonen ſind befugt, die Verſicherung
frei=
willig fortzuſetzen oder ſpäter zu erneuern. Von dieſer
geſetzlichen Ermächtigung wird ſeit Anfang dieſes Jahres
von einer ſtets ſteigenden Anzahl von Perſonen Gebrauch
gemacht. Dieſe erfreuliche Erſcheinung dürſte auf die
Aus=
dehnung der Fürſorge auf die Hinterbliebenen, die
Auf=
hebung der Beſtimmungen über das Ruhen der Rente
bei Bezua von Penſion uſw. und nicht zum wenigſten auf
die wachſende Einſicht über den Wert der
Invalidenver=
ſicherung zurückzuführen ſein. Leider beſchränken ſich nun
viele Weiterverſicherer darauf, nur des an Beiträgen
zu leiſten, was das Geſetz als Mindeſtmaß vorſchreibt.
Wer 20 Beitragsmarken in 2 Jahren, vom
Ausſtellungs=
tag der Quittungskarte an gerechnet, verwendet, erhält
ſich allerdings die Anwartſchaft auf die geſetzlichen
Lei=
ſtungen der Invalidenverſicherung, alſo auf die Rente für
ſich und ſeine Hinterbliebenen. Er ſchädigt ſich aber
inſo=
fern, als bei geringerer Beitragsleiſtung eine entſprechend
niedrigere Rente zu erwarten ſteht. Da jeder einzelne
Wochenbeitrag zu einer dauernden Erhohung der Rente
führt, iſt eine regelmäßige Weiterverſicherung im
allein=
igen Intereſſe des Verſicherten gelegen und daher
drin=
gend anzuraten Wer regelmäßig eine Beitragsmarke in
ſeine Quittungskarte einklebt, hat auf Grund ſeiner
Bei=
tragsleiſtung aber auch die Ausſicht, daß ihm nicht nur die
geſetzlichen, ſondern auch die freiwilligen Leiſtungen der
Invalidenverſicherung, insbeſondere auf dem Gebiete des
Heilverfahrens, zuteil werden können. Die Vorteile eines
etwaigen Heilverfahrens ſollten die Verſicherten ſich aber
nicht entgehen laſſen. Denn es iſt zweifellos von größerem
Wert für ſie, durch ein ſolches ihre Geſundheit und damit
ihre Erwerbsfähigkeit wieder zu erlangen, als der Genuß
einer Rente. Den Verſicherten, die nur ſo viel
Beitrags=
marken verwenden, als unbedingt zum Erhalt der
An=
wartſchaft auf Rente nötig iſt — 20 Marken in 2 Jahren
— kann der Vorteil eines Heilverfahrens aber nicht zuteil
werden.
* Sonderzüge für die Ausſtellung „Der Menſch”
(mit doppelter Ermäßigung). Am Samstag, den
21. September, fährt ein Sonderzug (III. Klaſſe) mit
Fahrpreis= und Eintritts=Ermäßigung für jedermann
von Alzey ab 800 Uhr vormittags nach Darmſtadt.
Abfahrt von Mainz um 921 Uhr vormittags.
Fahr=
preis III. Klaſſe von Alzey und zurück einſchließlich
Eintrittsbillett für die Ausſtellung 3,50 Mark. Andere
Stationen entſprechend weniger. Rückfahrt 652 Uhr
nachmittags. — Am Sonntag, den 22. September,
fährt ein Sonderzug (III. Klaſſe) mit Fahrpreis= und
Eintritts=Ermäßigung für jedermann von Lauterbach
ab 745 Uhr vormittags nach Darmſtadt. Abfahrt von
Frankfurt a. M.=Bockenheim um 1201 Uhr
vor=
mittags. Fahrpreis III. Klaſſe von Lauterbach und
zurück einſchließlich Eintrittsbillett für die Ausſtellung
5,80 Mark. Andere Stationen entſprechend weniger,
Rückfahrt 706 Uhr nachmittags.
Verzeichnis neu hergeſtellter Fernſprechanſchlüſſe
und Aenderungen bei beſtehenden Sprechſtellen. Ne ue
Anſchlüſſe: 964 Rudolf Bayer, Konfektion,
Soder=
ſtraße 14; 2513 Bezirks=Kommando I Darmſtadt, Neue
Niederſtr. 18: 1205 Friedrich Eckert, Gaſtwirt,
Dornheimer=
weg 33; 2133 Emil Engel, Gas= und Waſſerleitungsartikel
en gros, Landwehrſtr. 6; (547) V. Hebermehl,
Privatwoh=
nung, Neckarſtr. 20; 199 Karl Friedrich Hedderich, Geheimer
Kommerzienrat, Heinrichſtr. 14; 1574 Karl Heep,
Schreib=
maſchinen=Reparaturwerkſtätte, Viktoriaſtr. 67; 1734
Hol=
ländiſche Fiſchkompanie, Beſſungerſtr. 70; 767 Willy
Hut=
ter, Direktor der Akademie für Tonkunſt, Steinackerſtr. 1;
2114 Benno Joſeph, Rechtsanwalt, Bismarckſtr. 22; 2135
Karl Köhler, Buchhandlung, Schulſtr. 10; 933 Heinrich
Krauß, Brot= und Feinbäckerei, Soderſtr. 52; 1534 S. Levi,
Rechtsanwalt, Grafenſtr. 18; 1616 Franz Merck, Geh.
Oberkonſiſtorialrat, Grünerweg 21; 1917 Mootz, Rittmeiſter,
Grünerweg 44; 2129 Albin Müller. Profeſſor,
Nikolai=
weg 16; 46 D. Nebel, Oberkonſiſtorialpräſident,
Grüner=
weg 21; 1060 Willy Neuroth, Motorfahrzeuge,
Pankratius=
ſtraße 63: 1550 Marie Pfersdorff, Papier= und
Schreib=
warenhandlung, Buchbinderei, Eliſabethenſtr. 41; 1630
Fräulein Katharina Riedlinger, Privatin, Mühlſtr. 32;
2507 Karl Schenck, Eiſengießerei und Maſchinenfabrik
G. m. b. H., Landwehrſtr. 55; 1822 Freiherr von Schutz zu
Holzhauſen, Oberleutnant, Aliceſtr. 23; 2136 Karl
Sey=
bold, Kolonialwarenhandlung, Taunusſtr. 15; 1288
Vik=
toria=Verſicherung, Zentral=Inkaſſo=Stelle, Verſicherung,
Soderſtr 8; 541 Ernſt Karl Vömel, Gießereibedarf,
Darm=
ſtraße 69; 1389 Johs. Wenz, Blumengeſchäft, im neuen
Bahnhof; 2134 Fritz Heinz Witt, prakt Zahnarzt,
Neckar=
ſtraße 10. — Aenderungen. 1987 Joſ. Vſchirrer,
über=
tragen an Joſ. Brunnträger; 1114 Darmſtädter Aktien=
Ziegelei, jetzt Obere Liebfrauenſtr 42; 1070 Lina Hardt,
jetzt Rheinſtr. 14; 1621 Auguſt Maurer, übertragen an
Frau Schuenemann, Hauptmannswitwe; 2073 Joſef May,
jetzt Nr. 2512; 1938 A. Müller, jetzt Alexanderweg 26; 1482
Siegmund Neu, jetzt Eliſabethenſtr. 30; 2540 Rötelmann,
Geh. Baurat, jetzt Frankfurterſtr. 18; 1291 Jakob Scheid,
jetzt Nr. 170: 1734 Auguſt Venten, jetzt Heidelbergerſtr. 98;
1269 Gg. Viel, jetzt Hoffmannſtr. 23. — Abgebrochene
Sprechſtellen. (335) Grunelius, Oskar v.; 1079
Phi=
lipp Schneider; 1605 R. Schmidt; 524 v. d Schulenburg.
Darmſtädter Vortragsverband. Zu dem
Vor=
trag des Herrn Generaldirektors Dr. Eger über
„Das moderne Theater” werden ſich am Freitag alle
kunſtliebenden Kreiſe Darmſtadts verſammeln. Es ſei
nochmals darauf aufmerkſam gemacht, daß der Abend,
der ohne Lichtbilder ſtattfindet, nicht im Kaiſerſaal,
ſondern im Feſtſaale der Turngemeinde veranſtaltet
wird und pünktlich um 8¼ Uhr (nicht um 8½ Uhr)
beginnt. Ein Reſt von Eintrittskarten iſt im
Verkehrs=
büro im Vorverkauf noch zu haben. — Das kürzlich
bekannt gegebene Winterprogramm des
Vortrags=
verbandes hat eine willkommene Vrweiterung durch
einen Luſtigen Vortragsabend Konrad Drehers,
des beliebten und berühmten Münchener Komikers,
er=
fahren, der auf ſeiner großen Tournée Mitte März
auch Darmſtadt beſuchen wird.
* Der letzte Abend des Chopin=Feſtes veranſtaltet von
Raoul von Koczalski, findet Montag, 23. September, 8 Uhr,
im Saal des Hotel Traube ſtatt. Der gefeierte Künſtler
wird an dieſem Abend wieder eine Ausleſe Chopinſcher
und Liſztſcher Kompoſitionen zu Gehör bringen.
* Verein zur Erhaltung des Deutſchtums im
Aus=
lande. Die Einlaßkarten berechtigen zum freien Eintritt
am Begrüßungsabend für die Mitglieder und ihre
An=
gehörigen. Tiſche können Donnerstag vormittag im
Saal=
bau reſerviert werden.
* Der Verein für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis”
hielt ſeine Monatsverſammlung ab, die der erſte
Vorſitzende Herr Schömer mit Begrüßung der
zahl=
reich erſchienenen Mitglieder eröffnete. Zunächſt gedachte
Herr Schömer in kurzen Worten der am 1. d. M.
ſtatt=
gefundenen Beſichtigung der Geflügelhof= und
Vogel=
ſchutzanlagen auf dem „Plattenhof” bei Erfelden.
Dem anweſenden Herrn Forſtwart Schmitt dankte er für
die freundliche Aufnahme und gute Bewirtung der
Mit=
glieder. Dem Verein Arheilgen wurden einſtimmig für
die am 16. und 17. November d. J. ſtattfindende „
Allge=
meine Geflügel=Ausſtellung” zwei Ehrenpreiſe von je 10
Mark zur Verfügung geſtellt. Die verleſenen
Nieder=
ſchriften, aus denen insbeſondere die Aufnahme von
wei=
teren vier Mitgliedern zu erwähnen iſt, wurden nicht
be=
anſtandet. Alsdann beſchloß die Verſammlung auf
Vor=
ſchlag des Vorſtandes einſtimmig, dem Feſthausverein=
Darmſtadt als Mitglied mit einem Jahresbeitrage von
20 Mark beizutreten. Nach Beſprechung von Klub= und
Verbands=Angelegenheiten ging man zur Beratung der
Ausſtellungsbeſtimmungen für die diesjährige
Herbſt=
ausſtellung über. Dieſer Gegenſtand hielt die Mitglieder
bis nach Mitternacht zuſammen. Erwähnt ſei nur, daß
das Glücksrad mit ſeinen zahlreichen Gewinnern wieder
in Tätigkeit tritt und daß der Preis des Loſes von 20 auf
10 Pfg. für dieſes Jahr ermäßigt wurde. An
Ehren=
preiſen ſind bereits zehn geſtiftet. Die diesjährige
Aus=
ſtellung verſpricht außerordentlich reich beſchickt zu
wer=
den, da dem Verein eine große Zahl Züchter beigetreten
ſie Truppen aus ihren Ländern in engliſchen Sold gaben.
Der Landgraf wählte ſich Rothſchild als
geſchäftskundi=
gen Mann, der die aus dieſen Geſchäften fälligen Gelder
ordnungsgemäß einzog und ſie im Intereſſe ſeines
Auf=
traggebers zu ſpekulativen Zwecken verwandte. Hiermit
tat Rothſchild den erſten Schritt aus der engen
Frank=
furter Judengaſſe heraus auf das gewinnbringende
Ge=
biet des internationalen Geldverkehrs. Zur
Verein=
fachung der Geſchäfte ſandte Rothſchild in dieſen Jahren
(1798) ſeinen dritten Sohn, Nathan, nach London und
errichtete dort ein Filialgeſchäft, das im Laufe der Zeit
alle übrigen, ſpäter gegründeten Rothſchildſchen
Etabliſſe=
ments, ſelbſt das Frankfurter Geſchäftshaus, weit
über=
flügelte. Der Scharfblick Rothſchilds hatte mit dieſer
Gründung die günſtigſte Gelegenheit zu einem
Kardinal=
zug wahrgenommen. Das Anſehen, das er bei dem
Landgrafen genoß, verhalf ihm zu dem nötigen
Betriebs=
kapital, als ihm der Fürſt ſpäter bei ſeiner Flucht vor
den Franzoſen, die Verwaltung ſeines ganzen Vermögens
überantwortete.
Seine geſicherte Stellung im internationalen
Geld=
verkehr aber begründete Rothſchild trotz ſeiner
wieder=
holten Vermittlertätigkeit bei den Anleihebedürfniſſen
Dänemarks erſt mit einem wagemutigen Dienſt, durch
den er ſich die engliſche Regierung dauernd zu Dank
ver=
pflichtete. Als England während des ſpaniſchen
Penin=
ſularkrieges anfangs des vorigen Jahrhunderts ſeing
Armee in Spanien unterhalten mußte, fand ſich kein
Bankier, der die Lieferung des Geldes vom Inſelreich
nach Spanien übernehmen wollte. Da ſprang Mayer
Amſchel Rothſchild in die Breſche und übernahm gegen
bohe Proviſion dieſe Lieferung, während der Landgraj
von Heſſen=Kaſſel die geforderte Kaution ſtellte. Das
Glück begünſtigte Rothſchilds Unternehmen, die
Geld=
ſendungen kamen unverſehrt in den Beſitz der Truppen.
Der Verdienſt Rothſchilds hieraus während der
acht=
jährigen Dauer des ſpaniſchen Feldzuges ſoll ſich jährlich
auf drei bis vier Millionen Taler belaufen haben. Der
erfolgreiche Ausgang diefes Geſchäftes brachte den
un=
ſcheinbaren Frankfurter Geldwechsler auf die Liſte der
großen Bankiers, die das Vertrauen der erſten
Handels=
macht der Welt beſaßen. Rothſchild ſtanden die Wege
des Glücks offen. Es bedurfte nunmehr von Fall zu Fall
nur noch eines wagemutigen kaufmänniſchen Zugreifens
im rechten Augenblick, um von Erfolg zu Erfolg zu
ſchreiten.
Die Meiſterſchaft, mit welcher Rothſchilds fünf
Söhne nach dem Tode des Vaters die Geſchäfte leiteten,
zeugt dafür, daß ſein Geiſt unter ihnen fortlebte. Energie,
Tatkraft und Einſicht begründeten im Laufe der
Jahr=
zehnte den Weltruf des Hauſes Rothſchild. Das
Hauvt=
geheimnis ſeiner Stärke aber liegt in dem taktvollen
Maßhalten bei allen geſchäftlichen Operationen, das
nie=
mals nach übertriebenem Gewinn auf ungeſunder Baſis
ſtrebte. Dies waren bereits die Grundſätze des alten
Mayer Amſchel Rothſchild, die ſeine Söhne aufnahmen,
als er am 19. September 1812 ſeine Augen ſchloß. Sein
Leben trug ihm zwar nur geringe äußere Ehren ein, aber
er durfte auf ſein Werk mit dem ſtolzen Bewußtſein des
Selfmademan zurückblicken, das zum mindeſten die
Standeserhöhungen auſwog, mit denen dankbare Fürſten
ſpäter ſeinen Söhnen Anerkennung zollten. Den Wert
einer Perſönlichkeit ſtellt nicht das Maß äußerlicher
Ehrungen dar, der Geiſt, von dem ſie getragen wird,
ſpricht für ſich ſelbſt. Mayer Amſchel Rothſchild blieb bis
ins Alter hinein der einfache ſchlichte Menſch, dem die
Er=
folge ſeines Hauſes nur eine innere Genugtuung
bedeu=
teten. Er war nach der Schilderung der Zeitgenoſſen ein
Mann, dem die Frömmigkeit und Gutherzigkeit auf dem
Geſicht geſchrieben ſtand. Mit dem charakteriſtiſchen
Judenhütchen auf dem kahlen Scheitel und einer
Klei=
dung, die mehr als beſcheiden, faſt ärmlich ausſah, ging
er in Frankfurt herum, beſtändig wie von einem Hofſtaat
von einem Haufen armer Leute umgeben, denen er
Almoſen austeilte oder mit gutem Rate zuſprach. Wenn
man auf der Straße eine Reihe von Bettlern antraf mit
getröſteten oder vergnügten Mienen, ſo wußte man, daß
hier eben der alte Rothſchild ſeinen Durchzug gehalten
hatte.
Mit dem Tode Mayer Amſchel Rothſchilds ſchließt
die erſte Periode in dem glänzenden Aufſtieg der
Frank=
furter Bankierfamilie. Die Stärke der familiären
Ein=
tracht, an die der väterliche Segen die Söhne gemahnt
hatte, ſteigerte den Erfolg aller Unternehmungen der
Folgezeit und hat nicht wenig zu dem geachteten
An=
ſehen und dem faſt gefürchteten Einfluß der Rothſchilds
auf den geſamten Börſenverkehr und ſogar auf politiſche
Entſchließungen beigetragen. Das kaufmänniſche Genie
des alten Rothſchild kehrte in den Unternehmungen ſeinen
Söhne ſtets wieder und ermöglichte der Familie innerhalb
eines halben Jahrhunderts die größte Kapitalanhäufung
ihrer Zeit, die die Mitwelt mit Neid und Staunen
er=
füllte, und Heinrich Heine zu dem treffenden Ausſpruch
verleitete: „Das Geld iſt der Gott unſerer Zeit, und
Roſthſchild iſt ſein Prophet.”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
Nummer 221.
iſt. Der Vorſtand hat deshalb vorſorglich ſich einen
wei=
teren Saal in der „Stadt Pfungſtadt” geſichert. Eine
reichhaltige Verloſung bildete den Schluß der
Verſamm=
lung.
* Katholiſcher Geſellenverein. Man ſchreibt uns:
Der hieſige Katholiſche Geſellenverein kann in dieſem
Jahre ein bedeutſames Doppeljubiläum feiern: 55 Jahre
ſind ſeit ſeiner Gründung verfloſſen und 25 Jahre beſteht
das Hoſpitium in der Friedrichſtraße. Viele Tauſend
durchreiſende Geſellen haben in dieſen 25 Jahren in dem
Geſellenhauſe „anſtändige Unterkunft und chriſtliche
Pflege” gefunden. Im letzten Jahre waren es allein 600
Geſellen, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu dem
gro=
ßen Geſellenvereinsverband unentgeltlich Unterkunft
er=
halten haben. Zahlreichen anderen iſt das Hoſpitium
während ihrer Arbeit in Darmſtadt ein zweites
Eltern=
haus geweſen, wo Vater und Mutter ihren Sohn in dem
Kreiſe gleichgeſinnter Vereinsbrüder, geführt von treuen
Präſides, wohl geborgen wußten. Zur Feier des
Jubi=
läums iſt der große Saal einfach, aber ſtimmungsvoll
her=
geſtellt und eine neue Bühne aufgeſtellt worden. Am
Sonntag, den 29. September, wird der neue Saal mit
einem Feſteſſen eingeweiht, zu dem Anmeldungen beim
H. H. Präſes, Kaplan Moſer, ſowie im Geſellenhauſe
entgegengenommen werden. Am Abend desſelben Tages
iſt große Feſtverſammlung mit einem reichhaltigen
Pro=
gramm. Den Glanzpunkt des Abends wird die Feſtrede
bilden, welche der als hervorragender Redner bekannte
Herr Pfarrer Eich von Obertshauſen halten wird. Möge
das Feſt dem Verein wieder recht viel Freunde und
Ehrenmitglieder zuführen, die tatkräftig für die große
Kolpingsſache mitarbeiten!
B.-K. Bibelkränzchen. Zu froher Wanderfahrt mit
Abkochen und Kriegsſpiel nach dem Alsbacher Schloß
verſammelten ſich am Dienstag morgen 7 Uhr die
Darmſtädter Bibelkränzler am Monument. Mit der
Straßenbahn gings nach Eberſtadt, von dort zu Fuß
nach Seeheim. Hinter Seeheim rückte Rot ab, um eine
Stellung auf dem Weg zum Schloß einzunehmen. Es
kam aber auf dem Schloß ſelbſt zum erſten Gefecht, das
ſehr erbittert war und für Rot ſehr günſtig verlief,
jedoch als unentſchieden bezeichnet wurde. Hierauf ließ
man ſich das Mittageſſen, Erbswurſtſuppe mit Würſtchen,
trefflich munden. So geſtärkt, trat man zum zweiten
Gefecht an. Rot beſetzte den Steinbruch unterhalb des
Melibokus. Blau ſtürmte zwar recht gut, konnte aber
die Barrikaden des Feindes nicht einnehmen. Dieſe
Niederlage von Blau wurde nachmittags beim letzten
Gefecht wieder wettgemacht. Blau hatte das Schloß
ſtark beſetzt, faſt uneinnehmbare Barrikaden ſperrten die
Zugänge und ſo wurden die Roten gründlich
ge=
ſchlagen. Dann marſchierten beide Parteien geſchloſſen
zum Bahnhof Alsbach, von wo die Bahn die
Teil=
nehmer nach Hauſe zurückführte. Es war ein ſchöner
Tag, getragen von edler Begeiſterung für die Sache, der
hoffentlich viele neue Freunde zugeführt werden.
— Von dem Prinz Georg=Bauſpielkaſten Alt=
Darmſtadt, welcher, wie berichtet, ſeither im Städtiſchen
Muſeum ausgeſtellt war, wurde auch Sr. Königl. Hoheit
dem Erbgroßherzog ein Exemplar übergeben und ließ
Se. Königl. Hoheit der Großherzog „ſeinen beſten Dank
und ſeine lebhafte Anerkennung für das prächtige
künſt=
leriſch wertvolle Spielzeug, das gewiß den Darmſtädtern
große Freude machen werde” übermitteln. Die große
Anzahl Beſucher, welche dieſes kleine „Alt=Darmſtadt‟
während der 14 Tage im Städtiſchen Muſeum beſichtigte,
ließ das große Intereſſe deutlich erkennen. Um die
Beſichtigung zu erleichtern, iſt der Baukaſten jetzt in
einem Schaufenſter der Schlappſchen
Buchhand=
lung, Schulſtraße, für einige Zeit ausgeſtellt. Die
Herſtellung hat eine der in dieſer Spielwarenbranche
renommierteſten Fabriken übernommen und werden die
Gebäude ꝛc. in möglichſt originalgetreuer ſauberer
Aus=
führung geliefert werden. (Siehe auch Anzeige.)
* Möblierte Zimmer für Kongreßteilnehmer. Da
die hieſigen Hotels überfüllt ſind, werden zur
Unter=
bringung der Teilnehmer an dem III. deutſchen Kongreß
für Säuglingsfürſorge noch möblierte Zimmer
ge=
ſucht. (Siehe Inſerat.)
* Der Velociped=Klub Darmſtadt hat ſeine
Ab=
ſicht, an Stelle der am 8. September verregneten
Rennen einen weiteren Renntag in dieſem Jahre zu
veranſtalten, nicht verwirklichen können, da
die Rennbahn durch den Beginn der Fußballſpiele an
keinem Sonntag mehr frei iſt. Infolgedeſſen erfolgt die
Rückzahlung des Betrages der im Vorverkauf
gelöſten Eintrittskarten in den Vorverkaufsſtellen.
* Vereinigte Kriegervereine Darmſtadts. Wie aus
der heutigen Anzeige erſichtlich, werden in den daſelbſt
näher bezeichneten Verkaufsſtellen Karten zu den
Aus=
ſtellungen „Der Menſch” und von „Eugen Bracht” von
jetzt ab an ſämtliche Mitglieder der hieſigen
Kriegerver=
eine, welche dem Verband angehören, ausgegeben.
§ Erwiſchter Dieb. Am Dienstag nachmittag
zwiſchen 3 und 4 Uhr wurde in der oberen
Heinrich=
ſtraße ein auf dem Vorplatz aufgehängtes Täſchchen,
enthaltend zwei Portemonnaies mit etwa 24 Mark,
ent=
wendet. Als Täter iſt ein 26 Jahre alter Reiſender
aus Frankfurt a. M., welcher hier Abonnenten für die
Frankfurter Nachrichten aufſuchte, alsbald ermittelt und
feſtgenommen worden.
§ Feſtgenommen wurde ein 35 Jahre alter
Tag=
löhner aus Hartmannsdorf wegen gefährlicher
Körper=
verletzung.
S. Auerbach, 18. Sept. Das hieſige
Fürſten=
lager wird immer mehr für den Sommeraufenthalt
der dem Großh. Hofhalte naheſtenden Perſönlichkeiten
in Anſpruch genommen. Es ſoll nun in allen
Wohn=
häuſern des Fürſtenlagers Waſſerleitung gelegt werden,
zu welchem Zwecke man eine links der „Aepfelallee”
be=
findliche Quelle nutzbar machen will und rechts
genann=
ter Straße ein Reſervoir anlegt. Dabei ſtieß man auf
eine ſehr waſſerreiche neue Quelle, welche die
Aus=
führung der Grundarbeiten ſehr erſchwert und in die
Länge zieht. — Nächſten Freitag begehen der weit über
Auerbach hinaus bekannte und beliebte Geſchäftsreiſende
Herr Paul Genter und deſſen Gemahlin Eliſe, geb.
Heckmann, das Feſt der ſilbernen Hochzeit. — Das den
Erben des verſtorbenen Rentners Trayſer gehörige,
von Frau Friedel bewohnte Haus Schloßſtraße 40 wurde
für 11000 Mark an Herrn Spengler Baumann verkauft.
Frau Ida Halle trat ihr Haus Schloßſtraße 25//10 zum
Preiſe von 18000 Mark an Frau Witwe Seitz ab.
fr. Groß=Zimmern, 17. Sept. Für die vakant
gewor=
dene Gemeinderechnerſtelle wurde ſeitens des
Kreisamts ein Gehalt von 2000—3000 Mark, erreichbar
mit dem 25. Dienſtjahr, feſtgeſetzt und durch den
Ge=
meinderat genehmigt. Die Bewerberzahl wächſt infolge
der günſtigen Gehaltsfeſtſetzung von Tag zu Tag. Auch
wurde in letzter Gemeinderatsſitzung der ortsübliche
Taglohn wie folgt feſtgeſetzt: männliche Erwachſene über
21 Jahre 3,20 Mark, unter 21 Jahren 2,50 Mark, unter
16 Jahren 1,80 Mark; weibliche Erwachſene über 21
Jahre 2 Mark, unter 21 Jahren 2 Mark, unter 16
Jah=
ren 1.50 Mark.
* Groß=Umſtadt, 18. Sept. Indem wir auf die
An=
zeige in heutiger Nummer das landwirtſchaftliche Feſt in
Groß=Umſtadt am 21., 22. und 23. September betreffend
verweiſen, teilen wir ergänzend mit, daß die Ausſtellung
im neuen Volksſchulgebäude eine hervorragend günſtige
Unterkunft gefunden hat. Das geräumige Haus mit ſeinen
zahlreichen Räumen und der ſehr ausgedehnte Hof, in dem
eine große Halle aufgeſchlagen wird, bieten Raum im
Ueberfluß auch bei reichlichſter Beſchickung und auch für
größere Maſchinen. — Einmaliger Eintritt koſtet 10 Pfg.
Der Eingang zum 8 Morgen großen Feſtplatz liegt
unmit=
telbar gegenüber (3 Minuten vom Bahnhof entfernt).
Einmaliger Eintritt auf den Feſtplatz koſtet 10 Pfg.
Aus=
ſtellung, Tierſchau und Markt werden, nach dem
Anmel=
dungen zu ſchließen, reich beſchickt. Auf den Markt wird
beſonders aufmerkſam gemacht.
Bingen, 17. Sept. In der geſtrigen letzten Sitzung
des Verband es der deutſchen
Gewerbever=
eine und Handwerkervereinigungen wurde ein
Glück=
wunſchtelegramm an die Großherzogin abgeſandt. Dann
hielt Verbandsſekretär Mahr=Darmſtadt einen längeren
Vortrag über „Die Neuregelung des
Verdingungs=
weſens” dem eine lebhafte Ausſprache folgte. Nach einem
Schlußwort des Vorſitzenden wurden die Verhandlungen
beendet. Zu erwähnen iſt noch, daß der Heſſiſche
Landes=
gewerbeverein bezw. Darmſtadt die Vorortſchaft des
Ver=
bandes behielt. Am Nachmittag fand eine Dampferfahrt
auf dem Rhein mit anſchließendem Veſuch des
National=
denkmals auf dem Niederwald ſtatt und am Abend eine
Beleuchtung der Höhen von Bingen, der Burg Ehrenfels,
des Mäuſeturms, der Burg Klopp, überhaupt der ganzen
Gegend.
Bingen, 17. Sept. Ein holländiſcher Fiſcherkutter,
den zwei Steuerleute und ein Fiſcher in Kaub ſich zum
Fiſchfang angeſchafft hatten, iſt in der letzten Nacht auf
rätſelhafte Weiſe geſunken. Beim Fiſchen ſchlug der
Kutter plötzlich unter ihnen um. Der Steuermann
Höh=
niſch und der Fiſcher Rörſch aus Kaub konnten gerade noch
ihren Nachen erreichen und ſo das Leben retten. Der
Kutter aber ſank vollſtändig, wobei der Maſt abbrach, und
legte ſich ſo herum, daß der Boden nach oben ſteht. Wie
der Unfall vorkommen konnte, kann man ſich nicht erklären,
höchſtens nimmt man an, daß ein ſchwerer Gegenſtand,
vielleicht ein Baum, gegen das Netz trieb und ſo das
Um=
ſchlagen des Kutters bewirkte.
ne. Wintersheim, 15. Sept. Oekonomierat
Dett=
weiler wurde heute nachmittag beerdigt. Eine
Kinder=
ſchar mit über 100 Kranzgebinden eröffnete den
Leichen=
kondukt, in dem ſich eine unabſehbare Menge
Leidtragen=
der zuſammengefunden hatte. Die heſſiſche Regierung
war durch Geheimerat Dr. Rohde vom
Finanzminiſte=
rium vertreten; aus Karlsruhe war Landesökonomierat
Dr. Müller erſchienen uſw. Nach einem Geſang des
Kinderchors hielt Pfr. Löwenberg aus Ibersheim mit
herzlichen Worten die Grabrede. Nach einem
weihe=
vollen Grabgeſang der „Einigkeit”=Wintersheim pries
Herr Landtagsabgeordneter Heidenreich namens der
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften die reichen
Ver=
dienſte des Verſtorbenen. Er war Mitbegründer des
Verbandes der heſſiſchen landwirtſchaftlichen
Genoſſen=
ſchaften und ihr 2. Vorſitzender bis zu ſeinem Tode.
Oekonomierat Hahn=Heßloch ſchmückte namens der
heſſi=
ſchen Landwirtſchaftskammer den Hügel mit einem
koſt=
baren Kranzgebinde. Oekonomierat Walter=Lengfeld
ſprach für die Deutſche Landwirtſchaftsgeſellſchaft,
Generalſekretär Gennes, der auch einen Kranz von
Ge=
heimerat Haas mit deſſen innigen Abſchiedsworten
brachte, legte außerdem einen Kranz für den
Reichsver=
band der landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften nieder,
deſſen Mitgründer der Verſtorbene geweſen war.
Landes=
ökonomierat Müller=Darmſtadt ſprach für das
Kurato=
rium der heſſiſchen landwirtſchaftlichen Verſuchsſtation.
Herr Wolf=Albig brachte den Abſchiedsgruß des
Land=
wirtſchaftlichen Vereins der Provinz Rheinheſſen.
Direk=
tor Arnold ſprach namens des Aufſichtsrats der
land=
wirtſchaftlichen Hypothekenbank, Bürgermeiſter Dr.
Wewers von Worms legte für die Heſſiſche
Landeshypo=
thekenbank einen Kranz an der Bahre nieder. Herr Karl
Hembes=Oberolm ſchmückte den Grabhügel im Auftrage
der Zentralgenoſſenſchaft Darmſtadt. Herr Möhn=
Lau=
benheim brachte die Abſchiedsgrüße der Spar= und
Dar=
lehenskaſſe Laubenheim, Herr Adjunkt Sander aus Dorn=
Dürkheim diejenigen der Spar= und Darlehenskaſſe
ſei=
ner Gemeinde. Zum Schluß rief Profeſſor Dr. Wagner
aus Darmſtadt ergreifende Worte des Abſchieds dem
Verblichenen zu, mit dem ihn eine 40jährige treue
Freund=
ſchaft verbunden hatte.
* Büdingen, 48. Sept. Von der Wandertag=
Ausſtellung. Man ſchreibt uns: Man tut des Guten
nicht leicht zu viel. Heute war ich zum ſoundſovielten
Male in der Wandertag=Ausſtellung zur Beſichtigung der
gewerblichen Abteilung. Es iſt erſtaunlich, mit welchem
Fleiße und Geſchick die vielfältigſten Erzeugniſſe,
ange=
fangen von den anſprechenden Heimarbeiten
Vogels=
berger Handwerker bis zu den künſtleriſch einwandfreien
Leiſtungen induſtrieller Unternehmen, hier
zuſammen=
getragen ſind. Und alle die Tauſende von
Ausſtellungs=
gegenſtänden muten uns an, als ſeien ſie Glieder einer
einzigen Familie, ſo kräftig kommt die Vogelsberger
Eigenart bei allen zum Ausdruck. Man müßte beſorgen,
den freundlichen Leſer zu ermüden, wollte man auch nur
annähernd die Einzelheiten ſchildern, wie ſehr man ſich
hierzu verſucht fühlen könnte. Ich beſchränke mich
da=
her und greife aufs Gradewohl heraus. —
Wächters=
bacher Steingutfabrik. Wer kennt ſie nicht, die
fein=
ſinnig geſchmackvollen Erzeugniſſe einer hochvornehmen
Toninduſtrie, die aus Oberheſſen in alle Welt verſandt
werden, wo immer eine verfeinerte Kultur beſondere
An=
ſprüche ſtellt. Dort die Buderusſchen Eiſenwerke von
Hirzenhain. Wenn es uns nicht ohnehin bekannt wäre,
würde uns die Ausſtellung belehren, daß wir es hier mit
Konzerte.
mm. Das Chopin=Liſzt=Feſt, deſſen
genuß=
reicher dritter Abend am Dienstag im Saale „Zur
Traube” ſtattfand, zählt eine kunſtbegeiſterte Schar von
eifrigen Teilnehmern zu ſeinen regelmäßigen Beſuchern.
Gewiß eine erfreuliche Tatſache für die große
Wert=
ſchätzung des Künſtlers, denn gerade diejenigen, welche
Herrn Raoul von Koczalski öfter ſpielen hörten,
mußten mit jedem neuen Abend auch wieder erneutes
Intereſſe gewinnen an der eigenartig klar durchdachten
und doch wieder ſo leicht faßlichen Interpretationskunſt,
die hier das Verſtändnis der ſchwierigſten Kompoſitionen
vermittelt. Nur einer ſo vollkommen ausgebildeten,
zu=
verläſſigen Technik, wie hier, iſt es möglich, ſtets die
rich=
tige melodiſche Linienführung plaſtiſch hervortreten zu
laſſen, eine Geiſtesarbeit, die aber auch nur dem in die
verborgenſten Feinheiten des Tonſatzes eingedrungenen
Künſtler gelingen kann. So konnte man in der ebenſo
klangvollen wie inhaltstiefen H-moll=Sonate Op. 58 von
Chopin den geſamten Aufbau und die Gliederung der
einzelnen Sätze verfolgen, wobei das ruhige Maßhalten
in Tempo und Dynamik (der Vermeidung unkünſtleriſcher
Extreme) eifrige Nachahmung verdient. Von
ſtim=
mungsvoller Auffaſſung zeugte dann die Nocturne Op. 9
Nr. 2 in Es=dur, während in der Mazurka Op. 7 Nr. 1
und der glänzenden Fis=dur=Barcarole (Op. 60) die
brillanteſte Spieltechnik mehr noch als in den erſten
bei=
den Abenden hervortreten konnte und die allgemeinſte,
ungeteilte Bewunderung hervorrief.
Die Melodien der Schubertlieder Lindenbaum und
Erlkönig und Gounods Fauſtwalzer haben ſich ſo dem
Volksgemüt eingeprägt, daß ſie die Aufmerkſamkeit vom
erſten bis zum letzten Ton ganz gefangen nehmen. Und
dennoch, aus dieſen einfachen Gebilden Kunſtwerke zu
ſchaffen, die auch einem verwöhnten Kreis noch Neues
und Anregendes bieten, durfte ein Franz Liſzt mit
ſeinen geiſtvollen Transſkriptionen unternehmen.
Er=
freute zunächſt der poeſievolle Vortrag der
Lindenbaum=
paraphraſe, ſo mußte die naturwahre, von allen üblichen
Uebertreibungen fern bleibende, fein empfundene
Vor=
tragsweiſe beim „Erlkönig” ſehr angenehm berühren,
insbeſondere waren die zarten viſionären Klänge, die
ſein Heranſchweben andeuten, von überſinnlichem Reiz.
Zwei der glänzendſten Bravourſtücke für das
Piano=
forte, der Fauſtwalzer und die anmutig bewegte Regata
veneziana, bildeten mit der (bekannteren) Dreizehnten
Ungariſchen Rhapſodie, die Koczalski ganz meiſterhaft
ſpielte, den effektvollen Schluß des Abends, der auch trotz
der Reichhaltigkeit in der Ausdehnung das richtige Maß
hielt. Dem letzten Konzert am Montag wird man darum
mit geſteigertem Intereſſe entgegenſehen.
Feuilleton.
A. K. Neuer Komet. Endlich, diesmal ſehr ſpät, iſt
der erſte Komet des Jahres entdeckt worden und hat als
ſolcher die Bezeichnung 1912a erhalten. Er wurde, einem
an die Zentralſtelle in Kiel gerichteten Telegramm
zu=
folge, am 9. September von Gale in Sydney (Auſtralien)
bei Rektaſzenſion 13h 37m 1.0s und Dellination — 36
31' 2‟, alſo weſtlich von dem Sterne Jota im Bilde des
„Centaur” am ſüdlichen Himmel aufgefunden, d. h. in
einer Gegend, die für uns weit unter dem Horizonte liegt.
Da auch ſchon eine zweite Beobachtung vorliegt, läßt ſich
die Bewegungsrichtung des Geſtirns feſtſtellen. Am
Abende des 11. September beobachtete ihn Prager am
Ob=
ſervatorium in Santiago (Chile) bei Rektaſzenſion 13h
54 m 1.7s und Deklination — 330 10 35‟ Danach bewegt
ſich der Komet ziemlich ſchnell nordoſtwärts wird bald den
öſtlichen Zipfel des Sternbildes „Hydra” durchlaufen und
ſich darauf der „Wage” zuwenden, um ſchließlich auch für
die Sternwarten der Nordhemiſphäre ſichtbar zu werden.
Nach Pragers=Mitteilung in A. N 4601 iſt das Objekt
rund, beſitzt Kern, aber keinen Schweif und hat einen
Durchmeſſer von 2 Bogenminuten; ſeine Größe hat der
Genannte zwiſchen 3 m und 6 m, mithin merkwürdig
un=
ſicher, angegeben. Ueber die Entwicklung des Kometen
Gale werden erſt die weiteren Beobachtungen Aufſchluß
geben. — An Schweifſternen ſind die letzten Jahre zwar
ziemlich reich geweſen, es hat auch vereinzelt nicht an recht
großen und auffallenden gefehlt — der Johannesburger,
der Halleyſche (dieſer aber nur in ſüdlichen Gegenden), der
Brooksſche und einige andere Kometen waren
bemerkens=
wert — wirklich glänzende Geſtirne dieſer Art, wie
bei=
ſpielsweiſe der Komet von 1858, haben ſich aber ſeit langer
Zeit nicht mehr eingeſtellt, ja auch die Leiden prächtigen
Kometen von 1882 gehörten keineswegs zu den größten.
* Eine Strafpredigt. Der bekannte und beliebte Pariſer
Kanzelredner Pater Gaffre hielt in dem kleinen, aber
faſhionablen Badeorte Saint=Pair bei Granville eine
ſo=
genannte Conférence ab, die ausſchließlich dem weiblichen
Geſchlechte galt, denn ſie handelte von der
Frauen=
emanzipation, doch nicht im Sinne der engliſchen
Wahlweiber. Der Pater richtete ſeine Ausführungen
namentlich an die Hausfrauen, Gattinnen und verbreitete
ſich über die Mutterpflichten der Damen, die das
einzig wahre Ziel aller weiblichen Befreiung ſein und
bleiben müßten. Am bemerkenswerteſten war die Rede
jedoch inſofern, als ſie ſich über die gegenwärtigen
Damen=
moden verbreitete und ſie in zuweilen recht launiger Weiſe
als die wahre Urſache der ſogenannten weiblichen
Knecht=
ſchaft erklärte. „Wie können menſchliche Weſen”, ſo
unge=
fähr führte der Geiſtliche aus, „nach Freiheit ſtreben, wenn
ſie ſich tagtäglich von der Mode, von ihren Schneidern und
Hutmachern in der greulichſten Weiſe tyranniſieren laſſen!
Meine Damen, Sie kleiden ſich ſehr ſchlecht, ſehr töricht!
Sie tragen Hüte wie Bienenkörbe, die Sie wie die
Scheuklappen die armen Droſchkengäule, am Sehen
hin=
dern; Sie ziehen Schuhe an, die eine ſtändige Tortur für
den Fuß ſind; Sie behindern gutwillig Ihre
Bewegungs=
freiheit durch Anlegen von Humpelrocken; Sie ſchädigen
ſchwer Ihre Geſundheit durch den Panzer, Korſett
ge=
nannt, der Ihren Leib einzwängt, und dies alles zur
näm=
lichen Stunde, da Sie nach mehr Freiheit rufen! Iſt es
nicht eine Ironie, daß Sie ſich ſo zu Sklaven der
Mode=
erfinder machen, die nur über Sie lachen?” In dieſer
Tonart ging es noch eine ganze Weile weiter. — Was die
Damen nachher zu dieſer Strafpredigt geſagt haben, wird
uns vorläufig leider nicht bekannt gegeben.
C.K. Ein Hotel für Kinder. Vor kurzem iſt in
Lon=
don ein eigenartiges Unternehmen ins Leben getreten,
das nur in engliſchen Verhältniſſen möglich iſt: ein Hotel
für Kinder. Die engliſche Mutter überläßt die Pflege und
Erziehung ihrer Kinder bis zum 9. oder 10. Jahre faſt
unumſchrankt einer Nurſe. Wenn das Ehepaar im
Som=
mer verreiſt, bleibt die Nurſe beim Kinde: aus dieſer
Gewohnheit heraus entſtand die Idee für das Kinder=
Hotel. Hier können junge Ehepaare ihre Kinder auf
Wochen oder Monate unterbringen mit der Gewißheit
einer ſorgſamen, ſachgemäßen und fachmänniſchen Pflege.
Das Hotel=Perſonal beſteht aus Nurſes und Bedienung,
50 große helle hygieniſche Räume ſtehen den kleinen Gäſten
zur Verfügung, die Mahlzeiten werden gemeinſam
ge=
nommen, der Clou aber iſt der mächtige helle Spielſaal, in
dem alle erdenklichen Arten von Spielzeugen brreitliegen.
- In einer Dorfſchule in Oberheſſen ereignete ſich
vor einiger Zeit Folgendes: Der Lehrer hatte den Kindern
in der Religionsſtunde die Geſchichte von Adam und Eva
im Paradies erzählt und fragte nun einen kleinen Schüler,
was mit Adam und Eva geſchah, nachdem ſie Frucht von
dem verbotenen Baume genommen hatten. Nach einigem
Beſinnen erwiderte der Kleine: Der läiweGoitt zoag ſein
Säwil eann ſaht: Allee, enauis ihr Aebillſtrentzer. (Der
liebe Gott zog ſeinen Säbel und ſagte: Allez, hinaus ihr
Aepfeldiebe.)
Nummer 221.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
Seite 5.
einer Firma von Weltruf zu tun haben. Einen
beſon=
deren Zweig heimiſcher Induſtrie haben wir in der
Textil=Ausſtellung vor uns. Loden und Halbtuche,
alt=
deutſche und moderne Leinen in unübertrefflichen, zum
Teil kunſtbedeutenden Muſterungen und Ausführungen.
Wir müſſen es uns leider verſagen, die vorzüglichen
Leiſt=
ungen kleinerer Gewerbetreibender einzeln aufzuführen
und ſtreifen die Abteilung für Geſundheitspflege, wo
namentlich die Bäder Salzſchlirf und Salzhauſen,
fer=
ner die Zwingenberger Milchwerke und der
Römer=
brunnen unſere Aufmerkſamkeit erregen. Nah verwandt
hiermit verdient die Büdinger Konſervenfabrit, ſowie die
Lauterbacher Likörfabrik beſonders erwähnt zu werden.
Wir gelangen zur Ausſtellung des Hannerſchen
Apfel=
weins und Apfelweinſektes, wozu die benachbarte
Büdin=
ger Glasfabrik wahrſcheinlich die Sektflaſchen liefert. Im
Vorbeigehen machen wir uns das Vergnügen, in einen
Bergwerksſchacht einzutreten, den die Wächtersbacher
Braunkohlenbergwerke zur Illuſtrierung ihres Betriebes
aufgebaut haben. Gar zu oft hat man bei der
Beſichtig=
ung von Zimmereinrichtungen den Eindruck „zwölf ein
Dutzend und nichts weiter”; Ringshauſen, Nidda machten
eine rühmliche Ausnahme. Die Arbeiten ſind nicht nur
gediegen und ſauber ausgeführt, ſie zeugen gleichzeitig
von feinem Formenſinn. Gar manches wäre noch zu
er=
wähnen und manche wackere Leiſtung zu rühmen, doch
fehlt uns Zeit und Raum. Immer wieder erinnern uns
die vielfachen, echt vornehmen Vogelsberger Erzeugniſſe
in ihrer Eigenart daran, daß wir in einem kunſtfrohen,
gewerbefleißigen Landesteile weilen: Vogelsberger
Schneeſchuhe und Brautrechen, Vogelsberger Truhen und
Spinnräder, Vogelsberger Eiſen= und Papierinduſtrie
— wir erwähnen im beſonderen die Ausſtellung der
Kartonagenfabrik Wächtersbach und Papierfabrik
Ober=
ſchmitten —, Vogelsberger Touriſten=Ausſtattung und
=Verproviantierung und denken hierbei an die
Kollektiv=
ausſtellung der Abteilung Schotten — ſchier endlos
könnte man es verfolgen und überall findet man echtes
Leben, wahre, bodenſtändige Kunſt. Die Zeit drängt.
Mit Bedauern reißen wir uns los. Nicht übergehen
aber dürfen wir die Erſte Deutſche
Blumenbindekunſt=
ſchule Büdingen, die in köſtlichen Anordnungen
Blumen=
gebinde von den älteſten Zeiten der Kultur ab bis in
unſere Tage ausgeſtellt hat. Wie wir hören, hat Herr
Direktor Roth auch die übrige feſtliche Dekorierung der
Ausſtellung geleitet und ſeine freundliche Kunſt in
dan=
kenswerter Weiſe weitgehend zur Verfügung geſtellt. Wir
ſteigen eine Treppe hoch und ſind überraſcht von den
Leiſt=
jungen der Großh. Heſſ. Gewerbeſchulen von Büdingen
und Nidda. Nun wird uns manches klar. Wo ſolche
Schulen für die grundlegende Erziehung eines
werktüch=
tigen, kunſtſinnigen Handwerkerſtandes ſorgen, da mag
es um das Gewerbe gut beſtellt ſein. Unſer Rundgang
iſt beendet. Eine wichtige Abteilung der Ausſtellung,
die der Wanderandenken aus dem geſamten Gebiete des
Verbandes Deutſcher Gebirgs= und Wandervereine,
konn=
ten wir heute aus Mangel an Zeit nicht mehr beſuchen.
Wir heben uns das für ſpäter auf.
Schlitz, 17. Sept. An der kommenden Freitag
ſtatt=
findenden 1100jährigen Jubelfeier der
Grün=
dung unſerer Kirche werden auch der Großherzog
und die Großherzogin teilnehmen. Sie werden
bereits am Donnerstag im Auto hier eintreffen und im
Gräflichen Schloß Wohnung nehmen. Auch der Miniſter
des Innern hat ſeine Teilnahme an dem Feſte zugeſagt.
Eine hübſche Feſtſchrift iſt zu der Feier erſchienen:
½„1100 Jahre Schlitzer Geſchichte”, herausgegeben von
Dekan Schmidt=Schlitz, in Verbindung mit Pfarrer Knott=
Wallenrod, Dr. Becker=Alsfeld und Stadtpfarrer Boeckner=
Schlitz. Am Freitag abend kommt ein von Pfarrer
Knott verfaßtes Feſtſpiel, Slitiſa” betitelt, in 9 Bildern
zur Aufführung. Das Feſtſpiel wird am Samstag und
am Sonntag wiederholt. Am Sonntag ſchließen die
Feſt=
lichkeiten mit einem vom Grafen veranſtalteten großen
Kinderfeſt. Am Freitag abend ¾¾11 Uhr geht ein
Son=
derzug nach Salzſchlirf, der Anſchluß an die letzten Züge
nach Gießen und Fulda hat.
(*) Harbach (Kreis Gießen), 17. Sept. Der älteſte
Schäfer Oberheſſens iſt unſtreitig Kaſpar
Schä=
fer von hier, der dieſer Tage 90 Jahre alt geworden iſt.
Er hütete ſeit ſeinem 14. Lebensjahre die Schafe bei
ſei=
nem Großvater, dann bei ſeinem Vater, bis er die Herde
ſelbſtändig übernahm. In dieſem Sommer blickte er auf
einen 76jährigen Schäferberuf zurück. Wegen ſeiner
Tüch=
tigkeit geht die Gemeinde ſeit Jahren nicht auf ſeine
be=
abſichtigte Abdankung ein. Der Neunzigjährige iſt noch
bei beſter Geſundheit; bei Wind und Wetter waltet er
ſeines Amtes, ſchlägt ſich ſelbſt den Pferch auf, ſchläft
ſo=
gar jede Nacht in ſeiner Schäferhütte. Der 91.
Geburts=
tag wurde im Kreiſe der etwa 35 Enkel und Urenkel
ge=
feiert.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 17. Sept. In der
Orts=
gruppe Berlin des Bundes deutſcher Architekten iſt ſoeben
die Errichtung eines Denkmals für den verſtorbenen
Reichstagsbaumeiſter Paul Wallot angeregt worden,
der bekanntlich Ehrenmitglied des Bundes war. — Seinen
75. Geburtstag feierte der Geheime Juſtizrat Auguſt
von Simſon. Er iſt der älteſte Sohn des
Staats=
mannes Eduard von Simſon, des erſten deutſchen
Reichs=
tagspräſidenten und ſpäteren Reichsgerichtspräſidenten,
der 1888 von Kaiſer Friedrich den Orden vom Schwarzen
Adler und damit den erblichen Adel erhielt. Aus der Ehe
des Jubilars mit Beate von Simſon, geb. Jonas, ſind fünf
Söhne und drei Töchter hervorgegangen. Der älteſte
Sohn, Dr. Robert von Simſon, teilt die Praxis des Vaters,
der zweite Sohn Georg iſt Direktor der Darmſtädter Bank,
der dritte Sohn iſt Hauptmann a. D., der vierte
Land=
richter und der jüngſte Kapitänleutnant a. D. Geheimrat
von Simſon, der eine anerkannte Kapazität auf dem
Ge=
biet des Zivilrechts iſt, gehört verſchiedenen induſtriellen
Unternehmungen, u. a. der Firma Krupp, als
Aufſichts=
ratsmitglied an. — „Der Trompeter von Mars
la Tour” Zu der unter dieſer Spitzmarke gebrachten
Meldung wird geſchrieben: „Es wurde berichtet, Herr
Schmidt, der „Trompeter von Mars la Tour” ſei
geſtor=
ben. Das trifft nicht zu. Der Trompeter von Mars la
Tour gehörte den 7. Küraſſieren an, die mit den 16. Ulanen
den Todesritt am 16. Auguſt ausführten. Dieſer
Trom=
peter hieß Auguſt Binkebank. Er iſt bereits am 21. Mai
1881 geſtorben und liegt auf dem ſtädtiſchen Kirchhofe zu
Halberſtadt begraben. — In dem benachbarten
Mahls=
dorf brach der Dachſtuhl eines Neubaues in der
Flora=
ſtraße plötzlich in ſich zuſammen und begeub eine
An=
zahl Arbeiter und Zimmerleute unter ſich Der Arbeiter
Zimens wurde ſofort getötet, zwei andere Arbeiter
ſchwer und einige Arbeiter leichter verletzt. We es heißt,
ſoll der geſtrige Sturmwind den Einſturz herbeigeführt
haben.
München, 17. Sept. In der Wohnung des bekannten
Münchener Architekten Profeſſors Friedrich von Thierſch
in München, des Erbauers des Wiesbadener Kurhauſes,
hat ein großer Brand gewütet, der das Wohn= und
Speiſezimmer und den Salon mit Gemälden Münchener
Meiſter, wertvollen Familienbildern und unerſetzlichen
Andenken, ſowie koſtbaren Innenarchitekturen mit
Wand=
gemälden von des Künſtlers eigener Hand zerſtörte.
Das Feuer iſt durch die zum erſtenmal benutzte
Dampf=
heizung entſtanden, während der Künſtler am Ingenieur=
und Architekten=Tag im Schleißheimer Schloß teilnahm.
Er hat beim Nachhauſekommen wohl Brandgeruch
ver=
ſpürt, ihn aber der Dampfheizung zugeſchrieben und war
unbeſorgt zu Bett gegangen, bis ſeine Tochter noch
recht=
zeitig auf den Brand aufmerkſam wurde und die Familie
alarmierte. Die Zerſtörung war jedoch ſchon weit
vor=
geſchritten.
Würzburg, 17. Sept. Der Notariatsſchreiber Franz
Halbleib und die Maſchiniſten Halbleib und
Kraus ſchrieben an den Bezirksamtmann Senn in Bad
Brückenau einen Erpreſſerbrief. Sie drohten
mit Veröffentlichung von Beziehungen zwiſchen dem
Be=
zirksamtmann und einer verheirateten Frau, wenn ihnen
nicht 6000 Mark an einem näher bezeichneten Platz
hinter=
legt würden. Der Bezirksamtmann begab ſich mit einem
Kriminalſchutzmann und einem Polizeihund pünktlich an
den Ort und erwiſchte die Erpreſſer. Sie wehrten ſich mit
Revolverſchüſſen und trafen den Bezirksamtmann,
wur=
den aber bis auf Kraus, der entfloh, überwältigt.
Bietigheim, 18. Sept. In vergangener Nacht um
2 Uhr brach in der Bietigheimer Oelfabrik, G. m.
b. H., Großfeuer aus, das die ganze Fabrik mit
Ausnahme des Wohn= und des Keſſelhauſes in Aſche
legte. Die Entſtehungsurſache wird auf
Selbſtentzünd=
ung zurückgeführt. Der Schaden iſt ſehr groß. Da ſich
auf dem abgebrannten Fabrikgebäude auch ein großer
Telephonſtänder befand, ſind erhebliche Störungen im
telephoniſchen Verkehr, insbeſondere nach Heilbronn,
Frankfurt und Köln, ſowie zwiſchen Mannheim und
München, eingetreten.
Koblenz, 18. Sept. Bei Erbach ſtieß en der Schrauben=
Schleppdampfer „Haniel II” und der Dampfer „
Alexan=
der Roſini” zuſammen. Letzterer wurde von dem
ſcharfen Bug des Schleppdampfers durchſchnitten, ſo daß
er in kurzer Zeit ſank. Der „Haniel” wurde gleichfalls
ſchwer beſchädigt.
Barmen, 18. Sept. Die Wahl des
Oberbürgermei=
ſters Voigt zum Oberbürgermeiſter von Frankfurt
am Main iſt vom König beſtätigt worden. Zum
Nach=
folger wird vorausſichtlich der bisherige Beigeordnete
Dr. Hartmann gewählt. Die Wahl findet am nächſten
Freitag ſtatt.
Hamburg, 18. Sept. Als geſtern früh Schutzleute
einem von Rowdies in dem Kornträgergang überfallenen
Bäckerjungen zu Hilfe eilten, wurden ſie von dem ſchnell
zuſammengeeilten Pöbel überfallen und aus den
Fenſtern mit heißem Waſſer übergoſſen und mit Steinen
beworfen. Die Schutzleute waren bereits in arger Not,
als die ganze Mannſchaft einer Wache, aus 16 Mann
be=
ſtehend, ihnen zu Hilfe kam. Die Angreifer wurden in die
Flucht getrieben und drei Mann von ihnen feſtgenommen.
Die Verhafteten verrieten ihre Genoſſen, ſo daß auch dieſe
verhaftet werden konnten.
Jena, 18. Sept. Bei der Bürgermeiſterwahl
erhielt Geheimer Oberfinanzrat Dr. Fuchs (Darmſtadt)
3317 von 4090 Stimmen. Stadtrat Dr. Seydel (
Char=
lettenburg) erhielt 543, Gradenwitz (Steitin) 17, Hertzog
(Görlitz) 78 Stimmen.
Plauen (Vogtland), 17. Sept. Nach Schluß zweier
heute abend ſtattgehabter Proteſtverſammlungen
gegen den neuen Wahlrechtsentwurf für die
Stadtverord=
neten zogen mehrere tauſend Teilnehmer vor das
Rat=
haus, wo die Stadtverordnetenverſammlung gerade über
eine wegen der Fleiſchteuerung an die Regierung zu
rich=
tende Eingabe verhandelte. Es kam zu ſchweren
Zu=
ſammenſtößen zwiſchen der Polizei und der
Menge, welche mit blanker Waffe auseinander getrieben
wurde. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen.
Staßfurt, 18. Sept. Heute früh wurden im Schacht 4
des Salzbergwerks Neu=Staßfurt durch eine
Pulver=
exploſion vier Bergleute getötet.
Wien, 18. Sept. Der Kaiſer iſt heute morgen nach
Wallſee zur Teilnahme an der morgen ſtattfindenden
Vermählungsfeier der Erzherzogin Eliſabeth Franziska
mit dem Grafen Georg Waldburg abgereiſt.
San Sebaſtian, 17. Sept. Hier trat heute eine aus
Spezialärzten gebildete Kommiſſion
zu=
ſammen, um über den Geſundheitszuſtand des zweiten
Sohnes des ſpaniſchen Königspaares, des Infanten
Jaime, zu beraten. Dazu war auch der bekannte
Wie=
ner Arzt Profeſſor Politzer zugezogen worden, außerdem
waren noch anweſend ein Spezialiſt aus Bordeaur, ein
Arzt aus Paris und zwei ſpaniſche Aerzte. Man
kon=
ſtatierte an dem vierjährigen Prinzen hochgradige
Schwerhörigkeit, durch die auch das
Sprachver=
mögen des Kindes verzögert iſt. Die Aerzte kamen zu
der Anſicht, daß eine Beſſerung oder gar Heilung dieſes
Zuſtandes kaum zu erwarten iſt, dagegen iſt der
Ge=
ſundheitszuſtand des Erſtgeborenen des Königspaares, des
Thronfolgers Alphonſe, durchaus normal.
New=York, 17. Sept. Der Alderman Curran,
Vor=
ſitzender des Alderman=Ausſchuſſes, der die gegen die
Polizeibehörde erhobene Klage der Beſtechlichkeit
unter=
ſuchen ſoll, hat gegen den Bürgermeiſter Gaynor die
Verleumdungsklage erhoben, weil Gaynor im
Zuſammenhange mit jener Unterſuchung herabſetzende
Bemerkungen über ſeinen Charakter gemacht habe, und
verlangt eine Buße von 100000 Dollars.
Baltimore, 17. Sept. Der Präſident der Title and
Guarantee Truſt Company, Morriſon, hat heute
Selbſt=
mord begangen. In einem hinterlaſſenen Briefe beklagt
er ſich über die Angriffe der „gelben Preſſe” gegen ihn.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
pehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.)
* Die Freie Literariſch=Künſtleriſche
Geſellſchaft bietet ihren Mitgliedern und dem
ſonſti=
gen literariſchen Publikum Darmſtadts für den
bevor=
ſtehenden Winter ein mit beſonderer Sorgfalt
ausgerüſte=
tes, künſtleriſches Programm. (Vergl. Anzeige im
heu=
tigen Anzeigenteil.) Den Reigen der acht Darbietungen
eröffnet am 9. Oktober eine Aufführung der „Tragödie
des Doktor Fauſtus” von Chriſtopher Marlowe, dem
Dichter des Urfauſt, der bekanntlich vor Shakeſpeare
ge=
lebt hat. Dieſer Aufführung werden zahlreiche hieſige
Kunſt= und Theaterfreunde ihre Mitwirkung leihen. Die
Spielleitung hat Herr Emanuel Stockhauſen (Hamburg)
übernommen, während die Dekorationen, Masken und
Koſtüme von Profeſſor Richard Lukſch (Hamburg)
geſchaf=
fen und von der Hamburger Leſſing=Geſellſchaft zur
Ver=
fügung geſtellt worden ſind. — Ende Oktober wird Dr.
Emil Cilan, der als einer der glänzendſten
Vortragsmei=
ſter unſerer Zeit anerkannt iſt, deutſche Meiſterproſa, von
Goethe bis Liliencron, rezitieren. — Im November ſoll
eine Gedächtnisfeier für Auguſt Strindberg, den
viel=
umſtrittenen ſchwediſchen Dichter, ſtattfinden. Nach
kur=
zer Einführung durch den Vorſitzenden der Geſellſchaft
folgt die Aufführung der naturaliſtiſchen Tragödie „
Fräu=
lein Julie” deren Darſtellung die Münchener Künſtler
Evelyne Landing, Liſa Hohorſt und Albert Steinrück
übernommen haben. — Noch im gleichen Monat lieſt Dr.
Otto Borngräber, deſſen Myſterium „Die erſten Menſchen”
im Saalbautheater einſt Aufſehen erregt hat, eigene
Dich=
tungen, und im Dezember trägt der jugendliche
Helden=
tenor der Mannheimer Hofbühne Rudolf Jung den
Brahms=Tieckſchen Liederzyklus „Die ſchöne Magelone”
vor. — Das Jahr 1913 bringt alsdann einen Vortrag
des Dresdener Staatsanwalts Dr. Erich Wulffen über
Shakeſpeares große Verbrecher; im Februar wird
Ger=
trud Leiſtikow, eine Münchener Tanzkünſtlerin von Ruf
und Bedeutung, in Darmſtadt debütieren; und den
Be=
ſchluß der Darbietungen macht die Hebbelfeier der
Ge=
ſellſchaft am 6. März, für die als Feſtredner kein
Gerin=
gerer als Herbert Eulenberg, einer unſerer erſten
zeitgenöſ=
ſiſchen Dichter, gewonnen iſt. — Anmeldungen werden an
Bergſträßers Hofbuchhandlung (Rheinſtraße) erbeten.
Kongreſſe und Verbandstage.
IV. Allgemeiner Deutſcher Bankiertag.
— München, 17. Sept. Unter Teilnahme von zirka
800 der bedeutendſten Vertreter des deutſchen Bank= und
Bankiergewerbes begannen heute hier die geſchäftlichen
Verhandlungen des IV. Allgemeinen Deutſchen
Bankier=
tages, zu dem die bayeriſche Regierung, die Reichsbank,
die Preußiſche Seehandlung, die Preußiſche
Zentralgenoſ=
ſenſchaftskaſſe, der Reichskanzler, das Reichsamt des
In=
nern Vertreter entſandt haben. Auch eine große Reihe von
Parlamentariern, darunter der Reichstagspräſident Kaempf
waren erſchienen. Zum Vorſitzenden wurde Geheimrat
Rießer (Berlin) gewählt, der die Erſchienenen
will=
kommen hieß und auf die Tatſache hinwies, daß die
Ver=
handlungen in voller Oeffentlichkeit geführt werden. Sie
würden dartun, daß unſer Kredit= und Wirtſchaftsſyſtem
und deſſen Grundlagen durchaus geſunde ſind. Für den
objektiven Beobachter unterliegt es keinem Zweifel, daß der
hohe Bankdiskont und die übermäßige Inanſpruchnahme
der Reichsbank nicht durch eine bedauerliche Erſcheinung,
ſondern durch den gewaltigen Aufſchwung unſeres Handels
und unſerer Induſtrie verurſacht worden iſt. Es folgten
eine Reihe von Begrüßungsanſprachen, ſſo des
bayeriſchen Finanzminiſters v. Breuning und des
Unter=
ſtaatsſekretärs im Reichsamt des Innern, Dr. Richter, der
die Grüße des Reichskanzlers überbrachte. Hierauf ſprach
an erſter Stelle Bankier Max M. Warburg (Hamburg)
über „Geeignete und ungeeignete Mittel zur Hebung des
Kurſes der Staatspapiere‟ Der Rückgang des Kurſes
faſt aller erſtklaſſigen europäiſchen Staatspapiere müſſe in
erſter Reihe der durch die ſtarke Entwickelung der
euro=
päiſchen Induſtrieländer, ſowie der durch die
wirtſchaft=
liche und kulturelle Entwickelung vieler außereuropäiſcher
Länder hervorgerufenen Konkurrenz zugeſchrieben werden.
Unter Berückſichtigung des allgemeinen Rückganges auf
dem deutſchen Weltmarkt, ſowie der Kurſe anderer
heimi=
ſcher Werte iſt die bisherige Kursentwickelung der
deut=
ſchen Staatsanleihe eine natürliche und der Kurs
derſel=
ben nicht zu niedrig. Als geeignete Mittel zur Hebung des
Kurſes ſchlägt der Redner vor: eine gute Finanzpolitik,
Tilgung der Anleihen durch Rückkäufe, Förderung der
Schuldbucheintragungen, Propaganda für Staatsanleihen
und Erleichterung des Geldmarktes, ſowie Ausdehnung des
Scheck= und Ueberweiſungsverkehrs. Nach einer Debatte
nahm die Verſammlung eine Reſolution im Sinne der
Ausführungen des Referenten an. Das nächſte Thema der
Beratungen betraf die „Stellung und Aufgaben
des Privatbankiers im heutigen
Wirt=
ſchaftsleben” Als Referenten über das Thema
waren beſtimmt Geheimer Kommerzienrat Moritz
Leiff=
mann (Düſſeldorf), Hofbankier Dr. Auguſt Schneider
(München) und Geheimer Kommerzienrat Hermann
Frenkel (Berlin). In den Ausführungen der Referenten
wurde zugegeben, daß die guten Zeiten für den
Privat=
bankier vorbei ſeien wegen des Ueberhandnehmens der
Großbanken, aber darum brauche man noch nicht zu
ver=
zweifeln, denn mit der zunehmenden Konzentration
wüch=
ſen auch die Schwierigkeiten und die Gefahr einer
bureau=
kratiſchen Verwaltung. Eine Reſolution im Sinne der
Referenten wurden angenommen.
Zu Ehren des Deutſchen Bankiertages veranſtalteten
heute abend im großen Saal des Hauptreſtaurants der
Bayeriſchen Gewerbeſchau der Münchener Handelsverein
und die Handelskammer München ein Feſtmahl, bei dem
über 700 Gedecke aufgelegt waren.
* München, 18. Sept. Der Bankiertag ſetzte
heute ſeine Beratungen fort. Herr Dr. Karl
Helffe=
rich, Direktor der Deutſchen Bank, referierte über die
zeitweiſe übermäßige Inanſpruchnahme der Reichsbank,
ihre Urſachen und die Mittel zur Abhilfe, worauf er
er=
klärte, die deutſche Bankwelt ſei bereit, auf
Verbeſſerun=
gen unſeres Zahlungsweſens und auf eine Erhöhung der
Leiſtungsfähigkeit der Reichsbank hinzuarbeiten, wozu
jedoch die Mitwirkung der übrigen an dem Geldverkehr
beteiligten Inſtanzen, vor allem aber der ſtaatlichen
Finanzverwaltung, nötig ſei. Es folgte das Referat von
Dr. Paul von Schwabach über das Thema: „Die
zeit=
weiſe übermäßige Inanſpruchnahme der Reichsbank”
Die als Allheilmittel angeprieſene Erhöhung der
Bar=
reſerve der Banken, ſo führte der Redner aus, ſtellt ſich in
der Praxis als ein ſehr ſchwieriges Problem dar. Der
Schwerpunkt aller Beſſerungsmaßnahmen muß darin
lie=
gen, daß die Methoden des Zahlungsverkehrs nach
Mög=
lichkeit verbeſſert werden. Die aufſteigende Entwicklung
des deutſchen Scheckverkehrs ſei leider durch die
Einführ=
ung des Scheckſtempels weſentlich gehemmt worden.
Zu=
ſammenfaſſend kam der Redner zu folgendem Ergebnis:
Inſofern die ſtarke Anſpannung der Reichsbank,
insbe=
ſondere an den Quartalsenden, einen Mißſtand bedeutet,
iſt er in der Hauptſache zahlungstechniſcher Natur, nicht
rein wirtſchaftlicher. Die Banken könnten an der
Beſei=
tigung desſelben mitwirken dadurch, daß ſie allmählich
ihre Kaſſenbeſtände und Giroguthaben vermehren und
im Effektengeſchäft in der Forderung angemeſſener
Ein=
ſchüſſe weitergehen als bisher. Eine Beſſerung unſerer
Zahlungsmethoden müſſe immer wieder verlangt
wer=
den. Als Mittel zur Abhilfe empfahl der zweite
Kor=
referent zu dem Thema, Herr Bankier Richard Schmidt,
Vorſitzender der Handelskammer in Leipzig, allmähliche
Verſtärkung der Reichsbankgiroguthaben durch die
Ban=
ken, Bankiers, Sparkaſſen und ſonſtigen Kreditinſtitute im
Verhältnis ihrer allgemeinen Verbindlichkeiten. Als
Mit=
tel der Geſetzgebung hält er für erwägenswert:
Anrech=
nung der Deviſen und Auslandsguthaben als
Notendeck=
ung und Beſeitigung der Maximalgrenze für die
Aus=
gabe kleiner Noten, Populariſierung des Ueberweiſungs=
und Abrechnungsverkehrs und Beſeitigung des
Scheck=
ſtempels.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
Nummer 221.
Sozialdemokratiſcher Parteitag.
— Chemnitz, 17. Sept. Zum Thema: „
Schnaps=
boykott” wurde eine Reſolution vorgelegt, welche eine
noch ſtraffere Durchführung des Boykotts verlangt.
So=
dann wurde die Ausſprache über den Geſchäfts= und
Kaſſenbericht fortgeſetzt. Giebel (Berlin) begründete
eine Reihe von Anträgen betreffend eine ergiebigere
Agi=
tation unter den Privatangeſtellten; es gelte weite
Schich=
ten des Mittelſtandes für die Sozialdemokratie zu gewinnen.
Weiter wurde die Stellung zu den chriſtlichen
Gewerkſchaf=
ten beſprochen und eine Aufklärung über die Gründe der
im Zentrum vorgegangenen Wandlung gefordert.
Bezüg=
lich der Göppinger Angelegenheit wurde die eingebrachte
Reſolution vorgelegt, welche die Haltung des Vorſtandes
billigt und die gegen denſelben erhobenen Vorwürfe
zu=
rückweiſt. Dieſe Reſolution wurde nach einer längeren
Geſchäftsordnungsdebatte zurückgezogen, desgleichen die
von Dr. Liebknecht namens des radikaleren Flügels
vor=
gelegte. Es folgte darauf eine allgemeine Beſprechung über
die Ausgeſtaltung der ſozialdemokratiſchen
Partei=
preſſe. Einen breiten Raum in der Erörterung nahmen
die Anträge bekreffend den Schnapsboykott ein.
David=
ſohn (Berlin) verlangte ein Verbot an die Parteipreſſe,
Anzeigen oder Anpreiſungen alkoholiſcher Getränke
aufzunehmen, ſowie an die Verwaltungen der Volks= und
Gewerkſchaftshäuſer uſw. alkoholiſche Getränke
auszuſchän=
ken. Der Antrag wurde aber gegen eine kleine Minorität
abgelehnt, allerdings erſt nach langer, zum Teil recht
leb=
hafte Debatte. Weitere Anträge betreffend Organiſation
und Agitation wurden teils angenommen, teils abgelehnt.
Dem Vorſtand wurde einſtimmig Decharge erteilt und
ſodann zur Beſprechung der Reſolution über die
Lebensmittelteuerung übergegangen. Dieſelbe
wurde in einigen Punkten redaktionell geändert und
prä=
ziſer gefaßt. Scheidemann ergeht ſich ſodann in heftigen
Angriffen und Drohungen gegen den Reichskanzler, der das
Erſuchen vom 6. ds. Mts., wegen ſofortiger Einberufung
des Reichstages nicht beantwortet habe. Die Reſolution
wurde ohne Erörterung einſtimmig angenommen. Hierauf
wurden die Verhandlungen auf morgen vertagt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Auf das Eingeſandt der verbündeten Vereine,
be=
treffend Sonntagsruhe, kann ich nur erwidern, daß das
fragliche Eingeſandt nicht der vermuteten Seite
ent=
ſtammt, ebenſo iſt es unrichtig, daß dies der Wunſch
einiger „wirtſchaftlich ſchwachen Exiſtenzen” iſt. Ich bin
genau informiert in dieſer Angelegenheit und weiß auch,
daß bei vielen alten, erſten und reellen Firmen, trotz
großer Anſtrengungen die früheren Umſätze nicht zu halten
waren und nur damals für die volle Sonntagsruhe
ſtimm=
ten, da ſie der Annahme waren, daß dieſelbe einheitlich für
alle Plätze Reichsgeſetz werde was aber für lange Zeiten
noch ausgeſchloſſen ſcheint. Ferner iſt zu berückſichtigen,
daß trotz der kurzen Zeit die wirtſchaftliche Lage eine
an=
dere geworden iſt und trotzdem werden alle Laſten auf die
Geſchäftsinhaber abgewälzt, ohne Rückſicht, daß er ohnehin
ſchon um ſeine Exiſtenz zu ringen hat; ſo in nächſter Zeit
die Beiträge der Privatbeamtenverſicherung, welche trotz
erhöhten Ausgaben, Erhöhung der Gehälter im Gefolge
haben wird. Es ſei endgültig an der Zeit, daß man den
Wünſchen der Geſchäftsinhaber mehr Rechnung trägt und
wird eine heutige Abſtimmung der Ladeninhaber
zweifel=
los beſtätigen, daß man heute anderer Anſicht iſt und
eine zwei= bis dreiſtündige Unterbrechung der
Sonntags=
ruhe mit Freuden begrüßen würde. Einer für Viele.
— Dem Einſender „TIh.‟ in Nr. 219 diene zur
Nach=
richt, daß das „Referat über die Gartenſtadtbewegung in
Darmſtadt”, das in der Sitzung der Vereinigten
Bezirks=
vereine erſtattet wurde, in den nächſten Tagen
veröffent=
licht wird. Es war dies bereits ſchon ſeit voriger Woche
6.
in die Wege geleitet.
— Von Mainz geht uns folgende Zuſchrift zu: Am
vorletzten Sonntag war ich mit einer Geſellſchaft von zirka
80 Herren und Damen in Darmſtadt zur Beſichtigung der
Ausſtellung und habe den gewaltigen Andrang geſehen und
den außerordentlichen Verkehr bewundert. Um ſo mehr
waren wir erſtaunt, als wir beobachteten, daß alle
Ladengeſchäfte, ſelbſt Zigarrengeſchäfte, den ganzen Tag
geſchloſſen waren. Wir beabſichtigten Andenken von
Darm=
ſtadt mitzunehmen, was uns leider nicht möglich war, wir
können es nicht verſtehen, daß ſich die Darmſtädter Laden=
beſitzer dieſe Gelegenheit entgehen laſſen und an einem
ſol=
chen Rieſenverkehrstag ihre Läden nicht öffnen. Die
Sonn=
tagsruhe iſt ja ſehr ſchön, jedoch darf dieſelbe nicht direkt
ſchadenbringend ſein, wir ſind überzeugt, daß an dieſem
Tage viel Ware abgeſetzt hätte werden können. Wir
Mainzer ſind beſſere Geſchäftsleute, wir haben Sonntags
von 11—1 Uhr offen, und machen bei jeder Gelegenheit
einen Verkehrstag, das bringt Verdienſt. Ein Mainzer.
Die Manöver der 25. Diviſion.
* Oppenheim, 17. Sept. Entſprechend ſeiner
Aufgabe entſchloß ſich der Führer von „Blau” zum
An=
griff, und zwar ſollte die Reſerve=Infauterie=Brigade mit
einer Batterie über Köngernheim-Undenheim, das
In=
fanterie=Regiment 118 von Dolgesheim über Pommer=
Mühle auf Höhe 171, öſtlich Gabsheim gelegen, das
In=
fanterie=Regiment 117 von Dolgesheim über Bechtolsheim
auf Gabsheim vorgehen und den Selzbach 7.30 Uhr
über=
ſchreiten. Der Führer von „Rot” hatte die Abſicht, den
Angriff der beiden feindlichen Gruppen in einer
verſtärk=
ten Stellung öſtlich Wörrſtadt aufzunehmen, aufgegeben,
ſobald er erkannt, daß ſein Gegner vorlünfig noch in zwei
getrennten Gruppen ſtand. Er beabſichtigte die
Trenn=
ung auszunutzen und die eine Gruppe zu ſchlagen, ehe daß
der Angriff der anderen wirkſam wurde. Zu dieſem
Zwecke ſetzte Generalmajor Noeldechen den Oberſt
Neu=
haus mit vier Bataillonen auf Undenheim, den Major
v. Oven mit zehn Kompagnien über Gabsheim gegen die
auf Detheim gemeldete Reſerve=Infanterie=Brigade aus,
während Oberſt v. Helldorf mit einem Detachement den
Auftrag erhielt, die Sicherung dieſer vorgehenden Teile
gegen den auf Dolgesheim gemeldeten Gegner in der
Gegend von Spiesheim zu übernehmen. Alsbald nach dem
Ueberſchreiten des Selzbaches ſtieß die Reſerve=
Infan=
terie=Brigade auf die Kolonnen des Oberſt Neuhaus.
Dieſem gelang es, den Angriff des Reſerve=Infanterie=
Regiments Nr. 1 aus Undenheim heraus zurückzuweiſen,
noch ehe das Reſerve=Regiment Nr. 2 eingreifen konnte.
So lam es, daß die Reſerve=Infanterie=Brigade dem
Oberſt Neuhaus gegenüber nicht weiter vorzugehen
ver=
mochte. Währenddeſſen war auch das „blaue” über
Pommer=Mühle vorgehende Infanterie=Regiment 118 auf
die Kompagnien des Majors von Oven auf Höhe 171
öſt=
lich Gabsheim geſtoßen. Dem frühzeitig entwickelten
De=
tachement v. Oven gelang es, unterſtützt von einer
Bat=
terie, den Angriff des Infanterie=Regiments 118
abzu=
weiſen und das Regiment auf den Selzbach
zurückzu=
drängen. Zu derſelben Zeit war das über Bechtolsheim
vorgehende Infanterie=Regiment 117 in der Gegend
öſt=
lich Spiesheim auf das Detachement Oberſt v. Helldorf
ge=
ſtoßen. Während hier der Kampf mit wechſelndem
Er=
folg hin und her wogte, war die Entſcheidung bei
Gabs=
heim und Undenheim gefallen. Die „blaue” Partei mußte
in den Selzbach=Abſchnitt zurück. Es gelang ihr zunächſt
noch die Undenheimer Höhen und die Höhen öſtlich
Spies=
heim zu halten und unter dem Schutz dieſer Stellung den
Selzbach zu überſchreiten. Noch bevor dieſe Bewegung
be=
endet war, machte das Signal „Das Ganze Halt” dem
Ge=
fecht ein Ende. Damit hatte der zweite Teil der
Diviſions=
manöver 1912 ſein Ende erreicht. Morgen findet noch
zum Schluſſe ein Manöver der Diviſion gegen einen
mar=
kierten Feind ſtatt.
Die Manöver im Odenwald.
Reichelsheim, 16. Sept. „Rot” das am
Sams=
tag von „Blau” zum Rückzug in ſüdweſtlicher Richtung
ge=
zwungen war, hatte Zuzug von der Biebricher
Unter=
offizierſchule und außerdem noch eine Batterie erhalten.
So konnte es mutig wieder über Fürth gegen den Feind
vorgehen, der in der Linie Gumpener Kreuz--Lindenfels
Vorpoſten aufgeſtellt hatte. Die im Regiments= und
Bri=
gade=Exerzieren ſo oft heiß umſtrittene „Höhe 261” ſüdlich
Lindenfels ſchien wieder der Schauplatz eines gewaltigen
Kampfes werden zu wollen. Aber „Blau” fühlte ſich
ſeinem Gegner doch nicht gewachſen: es zog ſich auf das
Gumpener Kreuz zurück und immer weiter über Gumpen
und Reichelsheim hinaus auf Fränkiſch=Krumbach zu,
wo=
bei es immer wieder die „rote” Partei durch
Scheinan=
griffe in Front und Flanke zu Aufmärſchen und
Entwick=
lungen zwang. So zog ſich von der Höhe 261 bis nach
Fränkiſch=Krumbach ein äußerſt verwickeltes, langwieriges
und wenig erfreuliches Rückzugsgefecht hin, deſſen
Einzel=
heiten jeden nicht militäriſchen Leſer nur ermüden
wür=
den. Schließlich bezogen beide Parteien zwiſchen
Reichels=
heim und Fränkiſch=Krumbach Biwaks — d h. ſie „
markier=
ten” die Biwaks nur und zogen ſich in die Notquartiere
zurück. Denn wenn auch das Wetter heute, wie in den
letzten Tagen überhaupt, ganz annehmbar war, ſo iſt der
Boden doch durch all die Regengüſſe ſo durchnäßt, daß ein
Biwakieren darauf der Geſundheit der Soldaten ſehr
ver=
hängnisvoll hätte werden können. Und daß die
Ober=
leitung dies eingeſehen hat und den für eine Oberleitung
ſicher recht ſchweren Entſchluß gefaßt hat, von der
kriegs=
mäßigen Ausgeſtaltung des Manövers durch Biwaks
ab=
zuſehen, das verdient vollſte Anerkennung. Unſer
Reichels=
heim beherbergt unter vielen andern euch wieder die
Kompagnien 87er, die vor kurzem vierzehn Tage im
Standquartier hier lagen und ſoweit es ging wieder zu
ihren alten Quartiergebern getan wurden, wo ſie von
„Not” ſicher nicht viel zu ſpüren haben.
Das Diviſionsmanöver hat nun die Gegend
zwiſchen Reichelsheim und Fürth verlaſſen und ſich weiter
nordwärts gezogen. Die Kriegslage der letzten Tage
wurde heute, am Dienstag, weitergeführt: „Blau” ſetzt
ſeinen Rückzug über Fränkiſch=Krumbach und Brensbach
fort, ſtellte ſich aber auf den Höhen nördlich von Brensbach
zum Gefecht. Der Hauptkampf entwickelte ſich wieder in
der Nähe des zwiſchen Groß=Bieberau und dem Otzberge
gelegenen Hofes „Hundert Morgen” der auch in den
frühe=
ren Manövern jedesmal der Schauplatz einer großen
Schlacht war Noch bevor es aber zum Sturmangriff kam,
wurde das Gefecht abgebrochen, und die Truppen konnten
in ihre Quartiere im Gerſprenz= und Modautal abrücken.
Morgen iſt Ruhetag, und der Freitag wird eine neue
Kriegslage bringen.
Literariſches.
In Reclams Univerſalbibliothek erſchien als
Nr. 5435: Alfred Bock, Die Meßfahrt und
an=
dere Novellen. Mit dem Bildnis des Verfaſſers
und einer Einleitung von Karl Neurath. Inhalt:
Ein=
leitung. Die Meßfahrt. Der Napoleon. Das
Schmerzens=
kind. Die Waſſerkur. Geheftet 20 Pfg. Alfred Bock hat
ſich das bleibende Verdienſt erworben, das oberheſſiſche
Land, insbeſondere den Vogelsberg mit ſeinem ſeltſamen
Menſchenſchlag, in die Literatur eingeführt zu haben. Die
hervorragendſte und beſondere Eigentümlichkeit ſeiner
bodenſtändigen, kräftigen Kunſt zeigt ſich in der ſicheren,
feſtgefügten Geſtaltung ſeiner Werke unmittelbar aus
dem Seelenleben der Menſchen heraus, in der mit den
einfachſten Mitteln durchgeführten Motivierung und
nicht zuletzt in der großen Meiſterſchaft, mit der er das
Leben der oberheſſiſchen Bauern vor uns erſtehen läßt.
Dieſe Vorzüge finden wir auch in den hier vereinigten
Novellen. Wilhelm Holzamer hat für das mit einem
Bildnis des Dichters geſchmückte Bändchen eine knappe
Einleitung geſchrieben, in der er Bocks literariſchen
Ent=
wickelungsgang einer kritiſchen Würdigung unterzieht,
Eiſenbahnunglück.
* London, 17. Sept. Bei Ditton (Lancaſhire)
hat ſich ein Eiſenbahnunglück ereignet, bei dem zwölf
Perſonen umgekommen ſind und 50 Perſonen
mehr oder weniger ſchwer verletzt ſein ſollen.
* London, 17. Sept. Das Eiſenbahnunglück bei
Ditton (Lancaſhire) betraf den Expreßzug Cheſter-
Liverpool. Die Maſchine entgleiſte und ſtieß gegen eine
Brücke. Sieben Wagen entgleiſten gleichfalls und fingen
Feuer. Die Inſaſſen verbrannten alleſamt. Insgeſamt
wurden 14 Reiſende getötet; der Lokomotivführer wurde
auf der Stelle getötet, während der Heizer nach
vielſtündi=
ger Arbeit ſchwer verwundet unter der Maſchine
hervor=
gezogen werden konnte. Die Rettungsmannſchaften
arbeiteten unter großen Schwierigkeiten, da die Flammen
ſie immer wieder zurücktrieben.
HIB. London, 18. Sept. Ueber das
Eiſenbahnun=
glück bei Ditton werden erſchütternde Einzelheiten
bekannt, die ſich auf der Merſey=Brücke abgeſpielt haben.
Der Anprall des Zuges gegen die Backſteinpeiler der
Brücke erfolgte mit einem ſo ſtarken Getöſe, daß der Krach
mehrere Kilometer weit gehört wurde. Die neun Wagen
des Zuges rannten übereinander, wobei der fünfte
Wa=
gen, der in der Mitte durchgeknickt wurde, auf die
Loko=
motive zu liegen kam. Im Innern des Wagens erhob
ſich furchtbares Geſchrei. Hilfe war ſofort zur Stelle und
Aerzte wie barmherzige Schweſtern waren eifrig um die
Verletzten, die meiſt klaffende Wunden davongetragen
haben, bemüht. Mehrere Leichname wurden gänzlich
verkohlt aus den Trümmern hervorgezogen, anderen war
der Kopf vom Rumpfe geriſſen. Die Reiſenden der
bei=
den vorderen Wagen wurden ſämtlich getötet. Zwei
junge Leute aus dem dritten Wagen haben furchtbare
Quetſchungen erlitten. Der vierte Wagen geriet in
Brand, wodurch die Reiſenden ſchwere Brandwunden
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, 17. September.
„Nora”.
W-l. Heute ſteht man dieſem vielumſtrittenen Stück
Ibſens objektiver und kühler gegenüber, als vor 30
Jah=
ren, und es gibt wohl kaum noch Leute, die wie einſtmals
Aergernis an ihm nehmen. Durch das offizielle
Pro=
grammbuch des Hoftheaters, in dem ein intereſſanter Brief
Ibſens an Heinrich Laube abgedruckt worden iſt, iſt die
Erinnerung an die noch intereſſantere Tatſache wieder
wach=
gerufen worden, daß man vor 30 Jahren das Stück mit
der secessio Norae nicht aufzuführen wagie und daß ſich
auch die berühmte Schauſpielerin Frau Niemann=Raabe
geweigert hat, die Nora=Rolle mit dieſem Schluß zu
ſpie=
len. Für die Ibſen=Fanatiker iſt es wohl der ſchwerſte
Schlag geweſen, daß Ibſen ſich zu einer Aenderung dieſes
Schluſſes herbeigelaſſen hat. Aber der Schluß iſt ja
ſchließ=
lich gar nicht die Hauptſache — ſonſt wäre eine Aenderung
für den Verfaſſer auch nicht diskutierbar geweſen —
ſon=
dern die ganze Behandlung des Eheproblems, das Thema
„Wie die Ehe iſt und wie ſie ſein ſoll‟ Der hohe ſittliche
Ernſt, mit dem Ibſen das Thema behandelt hat, und ſeine
höchſten ſittlichen Ziele ſind in unſeren früheren
Abhand=
lungen über Ibſens Nora ſtets anerkannt und bewundert
worden, wenn er ſich in ſeinen Mitteln als Dramatiker
auch oft vergriffen hat. Daß emanzipationsſüchtige und
überſpannte, die ſog. unverſtandenen Frauen die eine
Zeit lang in der Literatur eine verhängnisvolle Rolle
ge=
ſpielt haben, Ibſen für ſich in Anſpruch genommen haben,
und daß er viel Verwirrung und Unheil unter ihnen
an=
gerichtet hat, iſt nicht zu beſtreiten, für Mißverſtändniſſe
und Mißdeutung „hyſteriſcher” Frauen iſt er aber nicht
verantwortlich zu machen. Die einſeitigen Fanatiker und
blinden Bewunderer ſind es gerade geweſen, die Ibſen
am meiſten geſchadet und den Widerſpruch herausgefordert
haben.
Die heutige Wiederaufführung des Stückes verdiente
volles Lob. Frl. Meißner bringt für die Titelrolle ein
tiefes Verſtändnis, Perſönlichkeit und hervorragende
ſchau=
ſpieleriſche Begabung mit. Sie wußte die inneren
Wand=
llungen von der nairen und leichtſinnigen, immer lächeln=
den und tändelnden verzogenen jungen Frau bis zur
tra=
giſchen Figur des Stückes in Darſtellung und
Mienen=
ſpiel ausgezeichnet und in denkbckt glaubwürdigſter Weiſe
zu charakteriſieren. Ergreifend ſpielte ſie die Szene der
plötzlich über ſie kommenden Enttäuſchung und
Ernüchter=
ung nach Helmers brutalem Ausfall. Man konnte dieſer
Nora alles glauben und verzeihen. Den egoiſtiſchen
Phariſäer und gönnerhaften Ehrenmann Helmer, der, wie
Nora richtig ſagt, ſeine Frau nicht liebt, ſondern nur in
ſie verliebt iſt und danach handelt, ſpielte Herr
Bau=
meiſter wieder mit richtigem Verſtändnis und gereifter
Kunſt. Eine ſympathiſche Verkörperung verlieh Frl.
Heumann der durch Charaktergröße und Edelmut
aus=
gezeichneten Frau Linden. Sehr angenehm empfunden
wurde es, daß ſie ſich von der üblichen larmoyanten
Sprech=
weiſe fern hielt. Mit wohlgelungener Cbarakteriſtik ſpielte
Herr Heinz den auch von dem Dichter ſehr glücklich
ge=
zeichneten moraliſch „ſchiffbrüchigen” Günther. Herr
Weſtermann als Dr. Rank ließ von neuem erkennen,
daß ſein Uebergang ins Charakterfach auf richtiger
Selbſt=
erkenntnis ſeiner Fähigkeiten und Beanlagungen beruhte.
Sein künſtleriſcher Takt bewährte ſich im Maßhalten. Die
Rolle der Kinderfrau und des Hausmädchens waren durch
Frau Müller=Rudolph und Frl. Wisthaler gut
vertreten. Das Publikum nahm die Aufführung mit
warmem Beifall auf.
Mittwoch, den 18. September.
Feſtvorſtellung.
W-l. Zur Feier des Geburtstages der
Groß=
herzogin fand heute abend Feſtvorſtellung ſtatt,
die wegen des Aufenthaltes der Allerhöchſten Herrſchaften
in Mainz diesmal einen Tag ſpäter angeſetzt worden
war. Das Haus war vollbeſetzt. Der Großherzog,
die Großherzogin Prinzeſſin Ludwig von
Bat=
tenberg nebſt der Prinzeſſin Luiſe und dem Prinzen
Georg, und Prinz und Prinzeſſin Viktor zu Erbach=
Schönberg wohnten der Aufführung bei. Als die
Großherzoglichen Herrſchaften die Hofloge betraten,
brachte Herr Bürgermeiſter Mueller ein dreimaliges
Hoch auf die Großherzogin aus, worauf die
National=
hymne geſpielt wurde, die das Publikum ſtehend anhörte.
Zur Aufführung gelangte zum erſten Male: „Wenn
ich König wäre!”, Romantiſch=komiſche Oper in drei
Akten von d’Ennery und Bréſil. Muſik von Adolphe
Adam. Die unter der muſikaliſchen Leitung des Herrn
Kapellmeiſters Lert und der Regie des Herrn
Ober=
regiſſeurs Valdek ſtehende Aufführung war von einem
vollen künſtleriſchen Erfolg gekrönt.
Der in Indien ſpielenden Handlung liegt ein
bekanntes Märchen zugrunde. Der König Moſſoul findet
den Fiſcher Zephoris ſchlafend am Ufer, in den Sand hat
er die Worte geſchrieben: „Wenn ich König wäre‟. Der
König läßt ihn in tiefen Schlaf verſenken und in ſein Schloß
bringen, wo er ihn am nächſten Morgen als König
er=
wachen läßt. Der ganze Hofſtaat muß ihm als König
huldigen. Seine Königsherrlichkeit dauert einen ganzen
Tag, nach deſſen Ablauf der König der gefährlichen
Komödie ein Ende macht. Mit dieſer Komödie des
Ein=
tagskönigs iſt eine Liebesgeſchichte zwiſchen ihm und der
Prinzeſſin Neméa verflochten, der er das Leben gerettet
hat. Des Lohnes dieſer edlen Tat, nämlich des Beſitzes
der Prinzeſſin Neméa, will ihn der falſche Prinz Kadoor
berauben. Er wird aber als Betrüger entlarvt und
Zephoris erhält die Hand der Prinzeſſin.
Die Handlung iſt in eine anſprechende, ſelbſtverſtändlich
noch in dem Stil der älteren franzöſiſchen Oper
gehal=
tene Muſik gekleidet, die einzelne brillante Geſangs=
Nummern für Tenor, Bariton und Sopran und effektvolle
Chöre und Enſembles enthält, die der Oper auch heute
noch eine ſpontane Wirkung und ſtarken Erfolg ſichern.
Dieſe wurde erhöht durch die ſtilgerechte und prachtvolle
Inſzenierung und Ausſtattung der Oper, bei der erſte
künſtleriſche Kräfte mitgewirkt haben. Die Koſtüme, von
denen einige echt indiſche, wie z. B. das des Prinzen
Kadoor, aus dem Privatbeſitz des Großherzogs ſtammen,
und der indiſche Nationaltanz im zweiten Akte, erregten
allgemeines Auſſehen und verliehen der Vorſtellung den
Charakter einer ſtil= und prunkvollen Feſtvorſtellung. Die
Herren Globerger (Zephoris), Semper (König),
Weber (Kadoor) und Bernhardt (Piféar) und die
Damen Frau Kallenſee (Neméa) und Frl. Jüttner
(Zelide) trugen durch vortreffliche geſangliche Leiſtungen
zu dem ſchönen Gelingen der Aufführung und dem Erfolg
des Abends in erſter Linie bei.
Wir kommen auf die Aufführung noch zurück.
Nummer 221.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
Seite 7.
davontrugen. Den herbeigeiten Fenerwehrleuen war
es unmöglich, ſich den Flammern zu nähern, und auch die
zur Hilfe herbeigeeilten Streckenarbeiter mußten vor der
Heftigkeit des Brandes zurückweichen. Nur die beiden
letzten Wagen ſind auf dem Gleis geblieben und die
In=
ſaſſen kamen mit leichten Hautabſchürfungen davon. Die
Toten und Verwundeten wurden in dem dem Unglückszug
unmittelbar folgenden Fernzug nach Liverpool geſchafft
und in das dortige Hoſpital eingeliefert.
* Berlin, 18. Sept. Die B. Z. a. M. meldet aus
London: Wie jetzt mitgeteilt wird, ſind bei dem
Eiſenbahn=
unglück in der Nähe von Liverpool 16 Perſonen getötet
und über 50 verletzt worden.
Ungariſches Abgeordnetenhaus.
* Peſt, 18. Sept. Die oppoſitionellen
Abge=
ordneten betraten ſchon lange vor dem Beginn der
Sitzung den Saal. Während ein Teil auf den
verſchieden=
artigſten Blasinſtrumenten wieder einen Höllenlärm
ver=
urſachte, ſchleuderten andere den anweſenden Miniſtern,
Graf Serenyi und Beöthy die heftigſten Schimpfworte
zu. Beöthy ſtürzte ſich mit erhobenen Fäuſten auf die
Oppoſition, von der einige Mitglieder ſich auf den
Mini=
ſter warfen und ihn mit Fauſtſchlägen traktierten.
Schließ=
lich gelang es einigen beſonnenen Abgeordneten, die
Raufenden zu trennen. Um 10,40 Uhr betrat Graf Tisza
den Saal. Er notierte eine Anzahl Namen und
ſuſpen=
dierte die Sitzung bis 10,45 Uhr. Während der Pauſe
be=
trat Polizeioberinſpektor Pawlik mit über hundert
Wach=
leuten den Saal, worauf die Oppoſition unter höhniſchen
Rufen den Saal verließ. Um 11,20 Uhr eröffnete Tisza
wieder die Sitzung und beantragte zunächſt Ueberweiſung
von 38 Abgeordneten an den Immunitätsausſchuß.
Hier=
auf ergriff Handelsminiſter Beöthy das Wort.
* Peſt, 18. Sept. Die oppoſitionellen Abgeordneten
kamen bald nach 9 Uhr, nachdem ſie vorher eine
Verſamm=
lung abgehalten, nach dem Parlament gezogen. Der Platz
vor dieſem war von Neugierigen dicht beſetzt und ein
ſtärkeres Wachaufgebot war aufgeſtellt. Beim Liſt trafen
mehrere oppoſitionelle Abgeordnete mit Tisza zuſammen,
der ſich ebenfalls nach dem erſten Stockwerke begeben
wollte. Der Abgeordnete Kovacsz verließ mit den Worten
Mit Schurken ſitze ich nicht unter einem Dach” den Lift.
Ihm folgten die anderen Oppoſitionellen, worauf Tisza
allein im Lift hinauffuhr. In den Wandelgängen
kon=
ferierten die Abgeordneten Franz Koſſuth und Graf
Andraſſy. Hierguf traten die Führer der Oppoſition zu
einer Konferenz zuſammen. Nach Beendigung derſtellben
erklärte Graf Apponyi, die Oppoſition ſolle ſich von den
Delegationswahlen fernhalten. Dieſe Mitteilung rief
zu=
nächſt große Unzufriedenheit hervor, da man annahm, die
Oppoſition ſolle heute überhaupt in der Sitzung nicht
er=
ſcheinen; Apponyi legte aber ſeine Worte dahin aus, die
Abgeordneten ſollten beim Namensruf erklären, daß nie ſich
an den Delegationswahlen nicht beteiligten, da ſie dieſe
für ungeſetzlich hielten.
Hierauf wurde die Parole ausgegeben, die Oppoſition
ſollte ſofort ihre Plätze einnehmen. Dies geſchah,
ſo daß vor Eröffnung der Sitzung die Bänke dicht beſetzt
waren. In den Reihen der Oppoſitionellen wurde eine
Sammlung zugunſten des Poliziſten veranſtaltet, der
geſtern den Gehorſam verweigert hat. Inzwiſchen war
auch der Immunitätsausſchuß zuſammengetreten, um über
die geſtern an ihn überwieſenen Abgeordneten
abzuur=
teilen. Vierundvierzig Abgeordnete wurden zur
Ausſchlie=
ßung auf 30 Sitzungstage und vier zur Abbittcleiſtung
verurteilt. Um 10½ Uhr kamen auch die Mitglieder der
Arbeitspartei in den Saal. Sofort begannen die
Oppo=
ſitionellen wieder einen Höllenlärm. Einige überhäuften
die Mitglieder der Rechten mit Schmähungen. Anweſend
waren auch die Miniſter Graf Serenyi und Stanislaus
Beoethy, die ebenfalls mit den heftigſten Schimpfworten
überhäuft wurden. In dieſem Augenblick ſah man, wie
Beoethy von ſeinem Platze aufſprang und mit erhobenen
Fäuſten auf die Oppoſitionellen losſtürzte. Gleichfalls
warfen ſich mehrere Oppoſitionelle auf den Miniſter und
verſetzten ihm Schläge auf den Kopf. Es entſtand ein
unbeſchreiblicher Tumult. Von allen Seiten ſtürzten
Abge=
ordnete auf den Schauplatz des Kampfes und ſchlugen mit
den Fäuſten aufeinander. Einige Beſonnene trennten die
Raufenden. Doch dauerte es lange, bis dies gelang. Um
10,40 Uhr betrat Graf Tisza die Präſidententribüne. Es
entſtand wieder ein Höllenlärm auf der Seite der
Oppo=
ſitionellen, während die Regierungspartei dem Präſidenten
lebhafte Ovationen brachte. Graf Tisza ſchrieb die Namen
der Lärmenden auf und unterbrach um 10,45 Uhr die
Sitzung, um ſich mit dem Polizeioberinſpektor Pawlik zu
beſprechen. Während der Pauſe blieben die meiſten
Abge=
ordneten auf ihren Plätzen. Um 11 Uhr betrat Pawlik,
gefolgt von mehr als 100 Wachleuten, den Saal und zog
einen Kordon zwiſchen den Mitgliedern der Arbeitspartei
und den Mitgliedern der Oppoſition. Jetzt verließ die
Oppoſition unter höhniſchen Rufen auf die
Regierungs=
partei den Saal und begab ſich in den Klub der
Koſſuth=
partei, um dort eine Konferenz abzuhalten. Um 11,20 Uhr
eröffnete Präſident Graf Tisza wieder die Sitzung. Er
rechtſertigte zunächſt kurz ſein Vorgehen und beantragte
ſodann, daß 38 Abgeordnete an dn Immunitätsausſchuß
verwieſen werden. Dies ſind meiſt dieſelben
Abgesrdne=
ten, die geſtern an den Immunitätsausſchuß verwieſen
wurden. Sodann ergriff Handelsminiſter Beoethy das
Wort unter lebhaftem Beifall der Arbeitspartei. Ein
Abgeordneter, der während des heutigen Tumults
Ohr=
feigen erhielt, hat zwei Abgeordnete zum Duell gefordert.
Der Handelsminiſter führte aus, er bedauere
über=
aus, daß er ſich durch die Beſchimpfung ſeitens der
Oppoſitionellen dazu habe hinreißen laſſen, die
bedauer=
liche Raufſzene zu veranlaſſen. Er verweiſe jedoch auf
ſeine hochgradige Erregung, die es ihm unmöglich machte,
die höhniſchen Zurufe länger ruhig zu ertragen. Präſident
Graf Tisza erklärte, man müſſe die Ausführungen des
Handelsminiſters zur Kenntnis nehmen und über die
Angelegenheit zur Tagesordnung übergehen. Sowohl
die Erklärung des Miniſters als die des Grafen Tisza
wurden mit ſtürmiſchen Beifallrufen aufgenommen.
So=
dann wurde über den Bericht des Immunitätsausſchuſſes
verhandelt. Nach dem Bericht werden 50 Abgeordnete für
die nächſten 30 Sitzungstage ausgeſchloſſen, 10 Abgeordnete
für die nächſten 15 Sitzungstage. Hierauf wurden die
Wahlen der Delegationsmitglieder vorgenommen. Es
wur=
den 40 ordentliche Delegationsmitglieder und 10
Erſatz=
männer gewählt; ſie gehören ſämtlich der nationalen
Re=
gierungspartei an. Fünf ſind Kroaten, die jedoch auch der
Regierungspartei angehören. Hierauf ſtellte der Präſident
den Antrag, das Haus bis auf weiteres zu vertagen und
während der Tagung der Delegationen keine Sitzungen
abzuhalten. Die Oppoſitionellen beſchloſſen gegen die Wahl
der Delegationen keinen Proteſt einzulegen, ſondern ſie als
vollendete Tatſache hinzunehmen. Hierauf wurde die
Sitzung unter begeiſterten Eljenrufen auf den Präſidenten
um 123 Uhr geſchloſſen.
* Peſt, 18. Sept. Die Meldungen, der
Unterrichts=
miniſter Graf Zichy habe dem König ſein
Entlaſ=
ſungsgeſuch unterbreitet, iſt falſch, ebenſo die
Mel=
dungen, daß Zichy Peſt verlaſſen habe.
Die Friedensverhandlungen.
* Paris, 17. Sept. Der Temps erklärt, von
zu=
ſtändiger italieniſcher Seite, d. h. alſo wohl von der
italieniſchen Botſchaft, erfahren zu haben, ſeine
Inhaltsan=
gabe über die letzten türkiſchen Vorſchläge, die
ihm ſein Berichterſtatter aus Genf gemeldet habe, ſeien
durchaus richtig. Zu dieſen Vorſchlägen meldet dieſer
Be=
richterſtatter heute weiter, das Einvernehmen unter
den Unterhändlern könne als ſicher angeſehen werden.
Nur die türkiſche Forderung nach Abtretung eines Hafens
an der libyſchen Küſte errege noch auf italieniſcher Seite
Bedenken, zumal die Türkei die Abtretung von Tobruk,
des beſten Hafens der ganzen Küſte, im Auge habe. Von
italieniſcher Seite befürchte man, daß die Türken ſich
die=
ſes Hafens bedienen könnten, um im Hinterlande dem
italieniſchen Vordringen Hinderniſſe zu bereiten, wogegen
es für Italien ernſter Bürgſchaften bedürfe, um in dieſem
Punkte nachzugeben. Deshalb ſchwebten über dieſen Punkt
angenblicklich noch Verhandlungen. Mit der
Zurückerſtat=
tung der beſetzten Inſeln des Aegäiſchen Meeres würde
ferner Italien Bürgſchaften zugunſten der chriſtlichen
Ein=
wohner verlangen. Es würde den Teil der öffentlichen
Schuld, der auf Libyen entfalle, übernahmen, und im
übri=
gen würde für die diplomatiſchen und Handelsbeziehungen
ſowie die Zölle und Kapitulationen der Status quo vor
dem Kriege wieder eintreten. Was die türkiſche Anleihe
angehe, ſo würde Italien es der Türkei überlaſſen, nach
dem Friedensſchluſſe ſelbſt die Geldleiher zu finden, ohne
daß es darauf halte, die Bürgſchaften zu beſtimmen. Man
erwarte jetzt die endgültige Antwort der türkiſchen
Regie=
rung, und nach dem Beiramfeſte am Donnerstag würden
die Verhandlungen wieder aufgenommen werden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 18. Sept. Nach einem amtlichen Telegramm
aus Südweſtafrika iſt am 2. September von dem in
Arahoab ſtationierten Zuge Kirchhe im der
Schutz=
truppe ſüdlich vom Go bei Tamas, eine zu Jagdzwecken
über die deutſche Grenze herübergekommen Bande von
Eingeborenen gefangen genommen worden,
nachdem ſie eine deutſche Buſchmannswerft bei Caus am
kleinen Noſob=Fluß überfallen hatte. Die Bande beſtand
aus acht Kopperleuten, zwei Bakalahanileuten, einem
Betſchanen und einem Kaffern=Baſtard. Bei der
Ge=
fangennahme wurde ein Koppermann erſchoſſen. Die
Ge=
fangenen, denen zwei deutſche und ſieben engliſche Gewehre
abgenommen worden waren, wurden in das
Bezirksamts=
gefängnis Gibſen abgeführt. Wegen der Beteiligung von
Kopperleuten iſt das Gouvernement mit dem
benachbar=
ten High=Kommiſſionär in Verbindung getreten. Dieſer
drahtete, daß ſich, ſoweit ihm bekannt, bei Simon Kopper
nichts verändert habe. Er wird durch die Polizei nähere
Feſtſtellungen vornehmen laſſen. Irgend ein Grund zur
Beunruhigung liegt nach dem amtlichen Bericht nicht vor.
* Berlin, 18. Sept. Die B. Z. a M. meldet aus
Grünau i. d Mark: In der chemiſchen Fabrik von
Land=
hoff u. Meyer brach heute nacht durch Ueberkochen
ein Schadenfeuer aus, welches die elektriſche
Stark=
ſtromleitung zerſtörte. Zwei Arbeiter gerieten in die
Drähte und wurden getötet.
* Wilhelmshaven, 18. Sept. Die „
Hohenzol=
lern” mit dem Kaiſer an Bord lag über Nacht auf
der Schillingreede. Der Kaiſer traf mittels Pinaſſe zu
Mittag in Wilhelmshaven ein und beſichtigte im Auto
die Süderweiterung des Hafens. Die „Hohenzollern”
folgt und geht in die Schleuſe der driten Einſahrt. Daß=
Wetter iſt unbeſtändig. Es herrſchen böige Winde.
* Wilhelmshaven, 18. Sept. Der Kaiſer iſt heute
vormittag nach 11 Uhr an Bord des „Sleipner” von
hoher See hierher zurückgekehrt.
* Wilhelmshaven, 18. Sept. Der Kaiſer beſichtigte
nach dem Beſuch der ſüdlichen Hafenerweiterung den neuen
Torpedobootshafen, fuhr im Automobil nach der
kaiſer=
lichen Werft und kehrte nach Beſichtigung des
Linienſchiffs=
neubaues „S” kurz vor 1 Uhx an Bord der in der
Hafen=
einfahrt liegenden „Hohenzollern” zurück. Bei der
Beſich=
tigung begleiteten den Kaiſer die Großadmirale v. Tirpitz
und v. Köſter, ſowie Admiral v. Müller. Die Manöver
werden fortgeſetzt.
* Wilhelmshaven, 18. Sept. Die „Hohenzollern” iſt
mit dem Kaiſer an Bord, nach 3 Uhr in See gegangen.
* Paris, 18. Sept. Einer Blättermeldung zufolge
werden ſich Großfürſt Nikolai von Rußland und
ſeine Gemahlin in Begleitung des Kriegsminiſters
Mil=
lerand am Sonntag nach Nancy begeben, wo ihnen zu
Ehren ein großer Fackelzug veranſtaltet werden ſoll. Am
Montag wohnt der Großfürſt einer Truppenparade auf
der Hochebene von Makzéville bei Nancy und ſodann den
Feldübungen der 39. Diviſion bei Toul bei.
* London, 18. Sept. An Bord des engliſchen Kreuzers
„König Eduard VII.” ſprang heute auf der Höhe von
Calonſay, das Verſchlußſtück eines großen Geſchützes ab.
Ein Mann wurde getötet, mehrere ſchwer verletz!.
* Saloniki, 18. Sept. Der Pendarmerieleutnant
Tahſin Effendi hat mit 45 Gendarmen ſeinen
Poſten in Goritza verlaſſen und ſich nach
Mo=
naſtir begeben, wo er dem Wali erklärte, er habe ſich zu
dieſem Schritte infolge der beleidigenden und
heraus=
ſordernden Haltung der Arnauten gezwungen geſehen,
welche die Gendarmen bei der Erfüllung ihrer dienſtlichen
Obliegenheiten fortgeſetzt in gröblichſter Weiſe ſchmähten,
ohne daß er dagegen ankämpfen dürfe. Tahſin Effendi
er=
klärte, nur dann auf ſeinen Poſten zurückkehren zu wollen,
wenn die Behörden die Beſtrafung der Arnauten
veran=
laſſen.
* Waſhington, 18. Sept. 127 Kriegsſchiffe,
darunter 32 Schlachtſchiffe erſter Klaſſe, mit einem
Ge=
ſamtgehalt von 751590 Tonnen, nehmen an der
Flot=
tenſchau am 13. Oktober bei New=York teil.
Gleich=
zeitig wird eine Flottenſchau in Manila über die
Aſia=
tiſche Flotte abgehalten werden.
* Waſhington, 18. Sept. Das Staatsdepartement
ſandte an den Geſandten in Nicaragua eine
Mitteil=
ung für die Regierung und die Aufſtändiſchen. Die
Note erklärt, es ſei die Abſicht der Vereinigten Staaten,
die verfaſſungsmäßige Regierung zu unterſtützen. Freie
Wahlen würden den Regierungen eine mächtige
mora=
liſche Stütze gegen die Aufſtändiſchen gewähren. Gewalt
würde angewendet werden, wenn dies für die
Aufrecht=
erhaltung des Verkehrs und den Schutz der
Geſandtſchaf=
ten notwendig ſei. Obwohl die Note an Nicaragua
ge=
richtet iſt, wird ſie doch als eine Warnung für alle
ſüd=
lichen Republiken betrachtet.
* Tokio, 18. Sept. Die Beiſetzung des Generals
Nogi und ſeiner Gemahlin hat heute unter militäriſchen
Ehren ſtattgefunden.
— Hanau 18. Sept. In der Nähe von Schlüchtern
rannte das Automobil des Fabrikanten Förſter aus
Wiesbaden gegen einen Baum. Die Frau des Beſitzers
erlitt einen Schädelbruch.
— Stuttgart, 18. Sept. Geſtern fand eine vom
Mi=
niſterium des Innern einberufene Konferenz über
die Fleiſchteuerung ſtatt, zu der Vertreter der
Stadt, der Landwirtſchaft, der Metzger und Viehhändler
eingeladen waren. Beſchlüſſe wurden nicht gefaßt. Bei
Beſprechung der Maßnahmen beſtand nahezu
Ueberein=
ſtimmung darüber, daß bei dem Reichtum an Futter eine
Aufhebung der Futtermittelzölle nicht anzuſtreben ſei.
Dagegen war ſich die Mehrheit darüber klar, daß die
Fleiſcheinfuhr aus dem Auslande erleichtert werden
müſſe durch Herabſetzung der Zölle auf friſches Fleiſch
und durch eine Abänderung des Artikels 12 Abſatz 2 des
Fleiſchbeſchaugeſetzes, der die Miteinfuhr der Eingeweide
verlangt. Von den Vertretern der Landwirtſchaft wurde
dagegen ſehr entſchieden der Herabſetzung des Zolles auf
lebendes Vieh widerſprochen. Als Maßnahmen, die die
Regierung bezw. die Gemeinden ergreifen ſollen, wurden
empfohlen möglichſte Hebung des Stuttgarter Viehhofes,
Förderung des Seefiſchmarktes, Anlage von
Schweine=
maſtanſtalten nach dem Ulmer Vorgang. Der Miniſter
erklärte noch, daß erwogen werde, die Abwehrmaßnahmen
gegen die Maul= und Klauenſeuche jetzt zurückzunehmen.
Ueberall zu haben.
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Die Luftdruckverteilung hat ſich nicht weſentlich
ge=
ändert. Wir befinden uns noch unter Hochdruckeinfluß;
daher haben wir bei weſtlichen Winden wohl wolkiges,
doch trockenes Wetter. Die Morgentemperaturen liegen
bei 10 Ueber Deutſchland ſteigt der Druck weiter,
während er an der Weſtküſte Frankreichs leicht fällt.
Wir haben vorläufig noch mit heiterem, trockenem Wetter
zu rechnen. Nachts iſt Abkühlung zu erwarten, die im
Gebirge ſtellenweiſe ſich zu leichtem Froſt ſteigern kann.
Ausſichten für Donnerstag, den 19. September:
Meiſt heiter und trocken, tags wärmer, nachts kühl, in
höheren Lagen lokale Nachtfröſte.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
Nummer 221.
nSR
Für die vielen Glückwünsche,
Blumenspenden, Geschenke und
son-
stigen Ehrungen anlässlich unserer
Silbernen Hochzeit danken
herz-
lichst
(B19571
Peter Sauerburger
und Frau
Restauration zur Tanne
Tannenstrasse 21.
onspansnsnsgansnse
Statt Karten!
Die Geburt
einer gesunden Tochter
zeigen hocherfreut an
J. Thomas
und Frau Louise, geb. Gramlich.
Darmstadt, den 17. September 1912.
Hügelstr. 18.
(*6661
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſo unerwarteten Hinſcheiden meines
treuen, beſorgten Gatten, unſeres guten Vaters,
Sohnes, Bruders, Schwagers und Onkels
Adam Haas
ſagen wir unſeren herzlichſten Dank. Insbeſondere
danken wir dem Herrn Pfarrer Widmann für ſeine
tröſtenden Worte, ſowie den Vorgeſetzten der
Schuckertwerke (Mannheim), ſeinen Mitarbeitern
und allen denjenigen, welche ihm die letzte Ehre
(19609
erwieſen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eliſe Haas, geb. Amann, nebſt Kind.
Frau Franz Haas Witwe.
Darmſtadt, Gernsheim, den 18. Sept. 1912.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Schmerzerfüllt die traurige Nachricht, daß
unſere liebe Tochter, Schweſter und Nichte
Fräulein
Thekla Marx
in der Blüte ihrer Jahre ſanft verſchieden iſt.
Namens der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Anna Marx Witwe.
Darmſtadt, den 17. September 1912.
Karlſtraße 53.
(19539
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19.
Sep=
tember, vorm. 11½ Uhr, vom Portale des
iſraelitiſchen Friedhofes aus, ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Tode unſerer lieben
Frau Margarete Geyer
ſagen, insbeſondere auch dem Herrn Pfarrer
Herpel für die troſtreiche Grabrede, innigen Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 18. September 1912. (B19608
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Mannes, unſeres
guten Vaters, ſowie für die troſtreichen und
ehren=
den Worte am Grabe, ſagen innigen Dank.
Berta Ackermann
und Kinder
Darmſtadt, 18. September 1912.
(19607
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Mannes,
unſeres guten Vaters, ſagen aufrichtigen Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Kath. Fleck,
geb. Herrmann.
Darmſtadt, den 18. September 1912.
(19528
Darmstädter Sprach wllandeisschun
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab, D.), Anfang 7 Uhr: „Die
Zauberflöte‟
Feſtabend zur Tagung der Frauen= und
Mädchenorts=
gruppen des Vereins für das Deutſchtum im Ausland
um 8 Uhr im Saalbau.
Schüleraufführungen um 5 Uhr im
Konſervato=
rium für Muſik Mühlſtraße 70.
Konzerte: Bürgerkeller um 8 Uhr. — „Perkeo” um
8 Uhr.
Ausnellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Der
Kaiſer bei den Manövern in der Schweiz; die deutſchen
Kaiſermanöoer in Sachſen; Reichskanzler v. Bethmann
Hollweg beim Miniſter des Aeußern Grafen Verchtold
auf Schloß Buchlau (Mähren); zum 100jährigen
Ge=
dächtnis des Rückzuges der Großen Armee.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 20. September.
Hofreite=Verſteigerung des Jakob Simon
(Nieder=Ramſtädterſtraße) um 10 Uhr auf dem
Orts=
gericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Joh. Friedr. Thumm
(Pallaswieſenſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Peter Wenz
(Beſſungerſtraße 43) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilletoß
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigeft
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſtripte werden nicht
zurückgeſandt.
EMIL HELD
Handelslehrer u. beeid. Bücherrevisor
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Kurſe vom 18. September 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Zf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,50
do.
78,75
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 88,80
78,80
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,85
93,50
do.
3½
83,00
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
87,25
do.
3½
77,50
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,60
4 do. do. (unk. 1918) 90,80
87,20
3½ do.
do.
77,10
3 Sächſiſche Rente . . . . 79,00
4 Württemberger v. 1907 99,80
do. v. 1875 93,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 55,30
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 90,60
4 do. Goldrente . . . 95,00
4 do. einheitl. Rente.
3 Portug. unif. Serie I 64½
3 do. uniſ. Ser. III 67,80
3 do. Spezial . . . . 9,80
5 Rumänier v. 1903 . . 101,00
4 do. v. 1890 . . 95,30
4 do. v. 1905 . . 91,40
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,20
4 do. v. 1902 . . . . 91,00
4½ do. v. 1905 . . . . 100,30
3½ Schweden . . . . . . 87,70
4 Serbier amort. v. 1895 —
4 Türk. Admin. v. 1903 82,80
4 Türk. uniſiz. v. 1903 91,00
4 Ungar. Goldrente . . . 89,50
4 do. Staatsrente. . . 87,50
Zf.
In Proz.
5 Argentinier .
.100.70
4
do.
88,00
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,50
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,00
4½
94,80
do.
4½ Japaner . .
94,60
5 Innere Mexikaner . . . 93,60
3
do.
59,30
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,50
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,30
3 Buenos Aires Provinz
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 163,80
5 Nordd. Lloyd . . . . . 131,30
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 127,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Angtol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 118,25
8 Baltimore und Ohio . 109,00
6½ Schantungbahn . . . 135,00
6½ Luxemb. Prince Henri 161,50
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 23,10
6 Pennſylvania R. R. .
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 70,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik .
. . 537,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim .
.. . . 262,75
30 Farbwerke Höchſt . . 649,25
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 354,00
10 Cement Heidelberg . . 153,00
30 Ehen. Werke Albert 470 30
13½, Polzperkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 357,00
4 Lahmeyer . .
.126,00
Iuprat.
Eichie
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 161,60
12 Siemens & Halske .237,80
5 Bergmann Electr. . . 140,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 167,50
0 Gummt Peter . . . . 105,25
0 Kunſtſeide Frankfurt 116,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 620,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
6 Wittener Stahlröhren 220,00
8 Steana Romana Petr. 155,20
15 Zellſtoff Waldhof . . 242,25
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 208,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 118,00
3 Südd. Immobilien . 64,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumeß=Friede . . . . 194,00
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 237,50
11 Deutſch=Luxemburg.=
Vergb. . . . . . . 181,25
10 Gelſenkirchener . . . . 211,50
8 Harpener . . . . . . . 201,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 280,70
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
89,10
Caro. ..
4 Laurahütte . . . . . . 179,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 170,40
Weſteregeln 227,25
11
7½ South Weſt Africa 142,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,25
4½ Nord. Rohd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,25
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 89,50
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,40
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,70
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,25
79,60
do.
Inßrot.
8t.
2¾10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 55,50
77,50
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,00
4 Ruſſ. Südweſt. .
4½ Moskau=Kaſan . . . 97,00
4
87,80
do.
88,70
4 Wladichawchas
4 Rjäſan Koslow .
90,00
3 Portugieſ. Eiſenb.
77,75
4½
87,00
do.
2% Livorneſer . . .
71,10
3 Salonique=Monaſtir . 63,20
4 Bagdadbahn .
83,25
4½ Anatoliſche Eiſenb.: 9760
72,00
4 Miſſouri=Paciſie.
98,60
4 Northern=Pacific
4 Southern=Pacific
94,40
5 St. Louis und San
85,50
Francisco. .
5 Tehuantepec . . . . . . 98,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 199,75
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 170,80
6½ Darmſtädter Bank . 123,50
12½ Deutſche Bank . . . 257,30
6 Deutſche Vereinsbank . 122,70
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,40
10 Diskonto=Kommandit 188,50
8½ Dresdener Bank . . 156,70
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,00
6½ Mitteld. Kreditbank 119,30
7 Nationalb. für Deutſchl. 125½
7 Pfälziſche Bank. . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . . . 135,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 121,50
7½ Wiener Bankverein . 135,30
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 97,60
Zubrot.
19.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,10
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,.50
do.
3½
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
88,10
3½.
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
. 99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
88,10
S. 3—5 .
87,90
S. 9—11
88,00
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,40
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
3½
89,30
Städte=
Obligationen.
-
4 Darmſtadt .
3½, do.
90,00
4 Frankfurt . .
99,90
3½ do.
95,00
4 Gießen .
3½ do.
90,00
4 Heidelberg
98,70
3½ do.
88,20
4 Karlsruhe
98,50
3½ do.
87,60
4 Magdeburg
. 99,90
3½ do.
4 Mainz
98,.50
3½ do.
90,00
4 Mannheim
. 98,50
3½ do.
88,50
4 München
99,80
3½ Nauheim
-
4 Nürnberg.
.100,00
do.
88,00
4 Offenbach .
Zngtet.
3.
3½ Offenbach . . .
4 Wiesbaden . 7 .5 ₰ ₰ 99,50
3½ do.
97,40
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 „ 79,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109 170,75
3½ Cöln=Mindner „ 100 134,40
8 Holl. Komm. . ſl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 —
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,80
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,90
3 Oldenburger . . . . . . 126,50
2½ Raab=Grazer fl. 159 113,30
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . .
.fl. 7 34,20
Braunſchweiger Tlr. 20 204,50
F8. 15 —
Freiburger
Fs. 45 —
Mailänder
do.
Fs. 10 34,50
ſl. 7 33,30
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 517,90
do. v. 1858 fl. 100 440,00
Ungar. Staats . . fl. 100 363,00
Benediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 176,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,42
20 Franks=Stücke .
16,18
Amerikaniſche Noten.
4,19
Engliſche Noten .
20,42
Franzöſiſche Noten.
80,80
Holländiſche Noten. . . . 169,30
Italieniſche Noten . . . . 80,20
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,75
Ruſſiſche Noten . . . . . 84,70
Schweizer Noten . . . . . 80,60
Reichsbank=Diskonto . . .
Reichsbank=Lombard 882 5½
Nummer 221.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
Seite 9.
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II. Halbjahrkurse zur Vorbereitung für den kaufm.
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Das Wintersemester beginnt Dienstag, den 8. Oktober.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Wilhelm Siedersleben,
staatl. geprüfter Handelslehrer.
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Das Winterhalbjahr beginnt Dienstag, 22. Oktober 1912.
Gewerbliche Fachkurſe für:
1. Handnähen u. Anfangsunterricht Maſchinennähen
2. Maſchinennähen und Wäſchezuſchneiden
3. Schneidern
4. Bluſenkurſus
5. Bügeln, 4 monatlicher Kurſus u. einmonatl. Kurſus
6. Flicken
7. Weißſticken und Stopfen
8. Bunkſticken
9. Freihandzeichnen
10. Spitzenklöppeln
11. Spindelgipüre
12. Holzbrand und Schnitzen
13. Kochen
14. Back=Kurſus.
Anmeldungen werden Dienstag, den 8. Okt.,
Dienstag, den 15., und Samstag, den 19. Okt.,
vormittags von 10—12 Uhr, im Vorſtandszimmer der
Alice=Schule, Friedrichſtraße 4, entgegengenommen.
Handarbeits=Seminar, Haushaltungs=Seminar u.
Handels=
kurſus beginnen im Frühjahr.
(19579a
Der Vorstand.
L
Fröbel-Seminar zu Darmstadt
Saalbaustrasse 8
Mittwoch, den 9. Oktober beginnt der neue Kurſus.
An=
meldungen von jungen Mädchen im Alter von 15—30 Jahren,
werden Montag und Donnerstag zwiſchen 10 und 12 Uhr, (bei
vorheriger Anmeldung jederzeit) von der unterzeichneten Vorſteherin
(19420md
entgegengenommen.
Th. Schultz-Gora
Bismarckſtraße 18.
H
Bekanntmachung.
Den ſeitherigen verehrl. Beſuchsteilnehmern, Freunden und
Bekannten bringe ich hierdurch ergebenſt zur Kenntnis, daß ich
mein Tanzinſtitut wegen Krankheit bis zur Wiederherſtellung
meiner Geſundheit aufgegeben habe. Ein geeigneter Vertreter
ließ ſich zurzeit nicht finden und von auswärts jemand zuzuziehen,
war nicht meine Abſicht da genügend empfehlenswerte
Tanz=
inſtitute ſich am Platze befinden. Ich empfehle den geehrten
Teil=
nehmern die mich zu beſuchen beabſichtiaten, ſich an die Herren
Volkert, Schrimpff u. Sander (nach freier Wahl) wenden zu wollen.
Für das mir ſeither entgegengebraßte Bertrauen ſage ich
(B19586
beſten Dank und zeichne Hochachtend
Friedrich Meisinger, Tanzlehrer.
Darmſtadt, 16. Sept. 1912.
Für den Abendtiſch
empfehle
Hochfeinen geräucherten
Forellenstör
Kieler Bücklinge
Kieler Sprotten
Rochen ½ Pfund 30 Pfg.
Lachs ½ Pfund 70 Pfg.
Ia Ostsee-Aal
Scharfe Bücklinge
Lachsheringe
Schellfische
Ia Fleckheringe
Franzosischer Unterricht
für Anfänger und für Vorgeschrittene.
Beginn Anfang Oktober.
Honorar für einen ganzen Kursus Mk. 10.−.
Der Unterricht wird von Ausländern (Kaufleuten) erteilt.
Nach Beendigung Bescheinigung mit Note auf Wunsch.
Einzelunterricht: Stunde 2 Mk.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
Nummer 221.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 17. Sept. Am Wochenmarkt
war das Angebot wieder recht ſtark und auch die Preiſe
williger. Größere Umſätze vollzogen ſich in Landweizen,
während Landroggen nur mäßig gehandelt wurde, aber
behauptet blieb. Für Gerſte in guter Qualität beſtand
Nachfrage; auch Hafer war geſucht und bei
unveränder=
tem Preis ſchlank anzubringen. Mais faſt geſchäftslos.
Futterartikel ſtetig. Die Forderungen für Mehl ſind feſt,
wie in der Vorwoche.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt ſtetig
bei kleinen Umſätzen. An der Berliner
Produk=
tenbörſe war Getreide ſchwach auf das beſſere Wetter
und die nachgiebigeren ruſſiſchen Offerten. Die Höhe der
Ozeanfrachten erſchwert den Bezug von ausländiſcher
Ware. Hafer lag matter auf den günſtigen
Witterungs=
umſchlag und bedeutende Abgaben der heimiſchen
Händ=
ler; nur Lokoware blieb feſt. Nach den letzten
Kabelnach=
richten von den amerikaniſchen
Getreide=
märkten (Chicago und New=York) war Weizen nach
feſter Eröffnung ſchließlich kaum ſtetig auf die
baiſſe=
günſtige Ernteſchätzung in Kanada, den baiſſelautenden
Wochen=Ausweis der Weltverſchiffungen und die
enttäu=
ſchende Exportnachfrage; auch war die Firma Armour
wieder erneut Abgeber. Mais anfangs feſt auf die
un=
günſtigen Ernteberichte aus Nebraska, dann aber
nach=
gebend auf größeres Angebot ſeitens der Farmer und
beträchtlicher Zufuhren im Innern der Vereinigten
Staaten. Nur Maiware feſt gehalten auf Deckungsbedarf
der Kontremine. Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort
in dieſer Woche von 23,18 Mill. Buſh. auf 27,10 Mill.
Buſh. und die Maisvorräte von 1,45 Mill. Buſh. auf 1,77
Mill. Buſh. geſtiegen. In Kanada ſind hingegen die
Weizenvorräte in dieſer Woche von 4,58 Mill. Buſh. auf
3,34 Mill. Buſh. zurückgegangen.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſiger und Wetterauer, 21—21.15, Nord=
deutſcher 21—21.15, Kurheſſiſcher 21—21.15, Ruſſiſcher
23.75—24.25, Kanſas 24—24.50, Rumäniſcher 24—24.50,
Redwinter 23.50—24, Manitoba 22—22.50, La Plata 23
bis 23.75, Walla Walla 23—23.50; Roggen, hieſiger,
17.70—17.80, Bayeriſcher (Pfälzer) 17.75—17.80, Ruſſiſcher
18—18.50, Amerikaniſcher — Rumäniſcher 18—18.25;
Gerſte, Pfälzer, 21—21.50, hieſige und Wetterauer 20.50
bis 21, Riedgerſte 20.50—21.25, Ungariſche —, Fränkiſche
21—21.50; Hafer, hieſiger, 20.50—21.50, Bayeriſcher
19.75—21.25, Ruſſiſcher 20.75—22, Amerikaniſcher 19—20;
Mais mixed 15.25—15.50, Ruſſiſcher 15.25—15.75,
Donaumais 15.25—15.50, Rumäniſcher 15.25—15.50, La
Plata 15.50—15.70, weißer Mais 15.25—15.75,
Weizen=
ſchalen 11—11.25, Weizenkleie 11—11.25, Roggenkleie
12.75—13, Futtermehl 14—16, Biertreber, getrocknet, 13
bis 13.50, Futtergerſte 16.75—17.25; Weizenmehl, hieſiges
(Baſis ab Mannheim), Nr. 1: 29.75—30, feinere Marken
30.25—30.50, Nr. 2: 28.25—28.50, feinere Marken 28.75
bis 29, Nr. 3: 26.75—27, feinere Marken 27.25—27.50,
Nr. 4: 23.75—24, feinere Marken 24.25—24.50;
Roggen=
mehl, hieſiges, Nr. 0: 26—26.25, Nr. 1: 24—24.25, Nr. 2:
21—21.50.
Landwirtſchaftliches.
Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrates
vom 10.—16. Sept.
Das Wetter war auch in der Berichtswoche ſehr
un=
beſtändig, ſeit einigen Tagen ſcheint es aber beſſer
wer=
den zu wollen, ſo daß die Landwirte ſich jetzt wieder mehr
auf den Feldern beſchäftigen können. Es iſt noch Weizen
und Hafer einzuernten; auch die Beſtellung drängt, und
die Hackfruchternte ſteht vor der Tür. Unter dieſen
Ver=
hältniſſen beſteht zunächſt wenig Ausſicht auf ſtärkeres
Angebot, und da kündigungsfähiger Weizen ſich ohnehin
knapp macht, ſo war die Stimmung am Lieferungsmarkt
zu Beginn der Berichtswoche noch ziemlich feſt, zumal
Amerika höhere Forderungen ſtellte. Hinzu kam, daß die
Seefrachten weiter erheblich geſtiegen ſind, ſo daß man
für amerikaniſche und ruſſiſche Frachten jetzt mehr als
doppelt ſo viel wie im Vorjahre, für Frachten vom La
Plata ſogar das dreifache bezahlen muß. Rußland hielt
mit Angeboten weiter zurück; Rumäniens Weizenernte
wurde auf 2,34 gegen 2,6 Millionen Tonnen im Vorjahr
geſchätzt; auch in Italien rechnet man mit einer um 700000
Tonnen kleineren Weizenernte als im Vorjahre. Die
franzöſiſche Weizenproduktion wird zwar um zirka 200000
Tonnen größer als im Vorjahr geſchätzt, bleibt aber trotz=
dem ziemlich erheblich hinter dem Eigenbedarf zurück.
Wenn ſich in den letzten Tagen trotz der Feſtigkeit des
Auslandes auf dem Berliner Lieferungsmarkte eine
Ab=
ſchwächung bemerkbar machte, ſo lag dies zum Teil daran,
daß Frankreich und Italien frühere Abſchlüſſe von
deut=
ſchem Weizen rückgängig zu machen ſuchten.
Infolgedeſ=
ſen gaben Exportfirmen vielfach September=Lieferung
heraus, und auch anderweitig zeigten ſich Begleichungen,
die den Septemberkurs von 215 Mark auf 213 Mark
zu=
rückgehen ließen. Roggen war bei mäßigem
Inlandsan=
gebot, das an der Küſte gute Aufnahme fand, im
allge=
meinen feſter als Weizen, zumal Rußland wenig und
teuer offerierte, erfuhr jedoch im weiteren Verlauf
gleich=
falls eine Abſchwächung, als das Exportgeſchäft ruhiger
und durch Mangel an Frachtraum erſchwert wurde. Hafer
war zum Export lebhaft begehrt, auch die Proviantämter
machten größere Anſchaffungen, ſo daß die Preiſe weiter
anzogen. Der Schluß geſtaltete ſich indes etwas ruhiger,
da England ſeine Gebote reduzierte. Braugerſte iſt in
feiner Ware weiter gut verkäuflich. Futtergerſte hat bei
knappem Angebot erneut im Preiſe angezogen, und das
war auch der Grund, daß man vermehrt auf den billigeren
argentiniſchen Mais zurückgriff. — Es ſtellten ſich die
Preiſe für inländiſches Getreide am letzten Markttage wie
folgt:
Hafer
Weizen Roggen
177
190% (*
Königsberg.
182
202 (*2 ) 174
Danzig
178
208 (*1 ) 170
Stettin
170
208 (*1 ) 167
Poſen
166
171.
201
Breslau
200
169
210
Berlin
190
Magdeburg . 207 (45 ) 168
208 (*3 ) 174
193
Halle
195
203 (*2 ) 170 (*3
Leipzig
206 (*4 ) 171 (*2 ) 198 (*3
Dresden
170 (*1
206
Roſtock
177
218
207 (*12
Hamburg
205 (*2
Düſſeldorf . . 218 (*1 ) 186
1781
215
Frankfurt a. M. 211½(
182½
Mannheim . . 22)
195
München . . 230
184 (*1 ) 192 (*4
Weltmarktpreiſe: Weizen: Berlin Sept. 213 (— 1,50),
Peſt Okt. 189,30 (— 1,55), Paris Sept. 216,40 (*4,45),
Chicago Sept. 142,40 (- 2,70), Liverpool Okt. 174,25
(— 4,90), Roggen: Berlin Sept. 174 (—2,25), Hafer:
Berlin Sept. 179,25 (—1,50), Futtergerſte: Südruſſ. frei
Hamburg unverzollt Sept.=Dez. 131,25 (*0,25), Mais:
La Plata Aug.=Sept.=Okt. 113,50 (*2,50).
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Versand nach allen Stadtteilen.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
3 10.
Donnerstag, 19. September.
1912.
Bekanntmachung.
Die Grundbeſitzer unſeres Kreiſes werden hierdurch aufgefordert, die bei ihnen
aus Anlaß der Herbſtübungen entſtehenden Flurbeſchädigungen alsbald nach
Be=
endigung der Uebungen bei der betreffenden Bürgermeiſterei anzumelden, welche
das Erforderliche wegen Feſtſtellung und Abſchätzung der Beſchädigungen durch die
hierfür beſtellte Flurabſchätzungs=Kommiſſion, ſowie demnächſtiger Auszahlung der
Entſchädigung veranlaſſen wird.
Falls die Aberntung oder die Beſtellung der beſchädigten Felder vor Eintreffen
der Flurabſchätzungs=Kommiſſion eintreten muß, wovon indeß nur in den
dringend=
ſten Fällen Gebrauch gemacht werden kann, ſo iſt dies bei der Bürgermeiſterei
beſonders zu beantragen.
Ausdrücklich wird darauf hingewieſen, daß Beſchädigungen; welche nicht durch
die Truppenübungen ſelbſt, ſondern auf andere Weiſe, insbeſondere dadurch
ent=
ſtanden ſind, daß die Beteiligten das rechtzeitige Abernten unterlaſſen haben, keinen
Anſpruch auf Vergütung begründen können.
Das Gleiche gilt von Arbeiten und Aufwendungen, von denen die Beteiligten
gewußt haben, daß ſie durch die Truppenübungen der nächſten Tage zerſtört
werden mußten.
Darmſtadt, den 27. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Unter Bezugnahme auf unſere vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir
Ihnen, die hiernach bei Ihnen erfolgenden Anmeldungen entgegenzunehmen und die
Nachweiſungen unter Beachtung des Nachſtehenden aufzuſtellen.
Das für dieſelben notwendige Formular wollen Sie bei uns anfordern.
Damit die Aufſtellung der Nachweiſung ohne jede Verzögerung begonnen
werden kann, iſt durch Umfrage bei den Truppenteilen feſtzulſtellen, ob und wann
die Herbſtübungen in ihren Gemarkungen beendet bezw. ob Flurbeſchädigungen nicht
mehr zu erwarten ſind. Die abgeſchloſſenen Nachweiſungen wollen Sie uns hiernach
ſofort einſenden.
In Hinſicht der Aufſtellung der Nachweiſungen bemerken wir:
1. In denſelben iſt der Flächeninhalt des ganzen Grundſtücks, auf dem die
Beſchädigung entſtanden iſt (Spalte 5 der Nachweiſung) genau anzugeben.
2. Die Spalten 6 und 7 dieſer Nachweiſung ſind mit Blei, die Spalten 8 bis 11
aber überhaupt nicht auszufüllen. Die Spalte 6a bleibt nur dann unausgefüllt,
wenn die Beteiligten keine beſtimmten Entſchädigungsforderungen ſtellen.
3. Falle die Abern Beſtelung der beſchädigten
treffen der Flurabſchäzungskommiſion eintreten muß, wovon indeß nur in den
dringendſten Fällen Gebrauch zu machen iſt, und dementſprechend von dem
Orts=
vorſtande in Gemäßheit der Beſtimmung der Ausführungsverordnung zum
Natural=
leiſtungsgeſetz vom 13. Jult 1898 III zu § 14 Abſ. 3 ff. (R. G. Bl. 1898 Seite 922 ff.)
angeordnet wird, hat eine Vorabſchätzung ſtattzufinden, die von einer aus dem
Bürgermeiſter oder Beigeordneten und zwei unparteiiſchen Ortseingeſeſſenen
beſtehenden Kommiſſion vorgenommen wird. Bei dieſer Vorabſchätzung wird nur
der Schadenumfang feſtgeſtellt und gegebenenfalls die Forderung der Beſchädigten
entgegengenommen. Der Betrag der zu gewährenden Entſchädigung iſt nicht
feſt=
zuſtellen. Dies geſchieht vielmehr allein durch die Flurabſchätzungskommiſſion.
4. Ueber die Anordnung der Aberntung und die Feſtſtellung des Umfangs des
Schadens iſt ein von den abſchätzenden Perſonen zu unterzeichnendes Protokoll
auf=
zunehmen, denn nur auf Grund ſchriftlicher Aufzeichnungen wird die ſpäter
eintref=
fende Flurabſchätzungskommiſſion in der Lage ſein, ihrer Aufgabe gerecht zu werden und
die zuſtändige Entſchädigung genau zu ermitteln. Dagegen läuft bei Außerachtlaſſung
der erwähnten Beſtimmungen, falls von der Flurabſchäßzungskommiſſion ein Schaden
nicht mehr oder nur teilweiſe erkennbar iſt, der Beſchädigte Gefahr, gar keine bezw.
eine nicht gebührende Entſchädigungsſumme zu erhalten.
5. Die Anmeldungen der Flurſchäden ſind in der Art zuſammenzuſtellen, daß es
ermöglicht wird bei der Begehung der angegebenen Aecker behufs Abſchätzung des
Schadens ohne Umwege vom 1. zum 2., vom 2. zum 3. Acker uſw. zu gelangen.
In der Flurſchädennachweiſung ſind danach die beſchädigten Grundſtücke nach
ihrer örtlichen Lage untereinander aufzuführen und nicht etwa alle Grundſtücke
des=
ſelben Beſitzers, wenn dieſe von einander getrennt liegen.
6. Beſchädigungen, welche nicht durch die Truppenübungen ſelbſt, ſondern auf
andere Weiſe, insbeſondere dadurch entſtanden ſind, daß die Beteiligten das rechtzeitige
Abernten unterlaſſen haben, begründen keinen Anſpruch auf Vergütung.
7 Wegen Anlegung der Schützengräben ſind drainierte Ländereien in
geeig=
neter Weiſe als ſolche kenntlich zu machen.
8. Arbeiten und Aufwendungen, von denen die Beteiligten gewußt haben, daß
ſie durch die Truppenübungen der nächſten Tage zerſtört werden mußten, begründen
keinen Anſpruch auf Entſchädigung.
(18080a
Darmſtadt, den 27. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Z. V.: Dr. Michel.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Kriegshund, 1 Windhund (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag vormittags um 10 Uhr ſtat.
(19562
Bekanntmachung,
betreffend die Sonntaasruhe im Handelsgewerbe in der Haupt=
und Reſidenzſtadt Darmſtadt.
Da aus Anlaß der Meſſe am Sonntag, den 29. Sept. 1912,
für die Stadt ein geſteigerter örtlicher Geſchäftsverkehr zu erwarten
iſt, wird hiermit auf Grund des § 105 b Abſatz 2 der
Reichsgewerbe=
ordnung und der §§ 143 und 145 der Ausführungsverordnung zur
Gewerbeordnung für dieſen Tag die Offenhaltung ſämtlicher offenen
Verkaufsſtellen einſchließlich der Verkaufsſtände der Meſſe in der Zeit
von 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends zugelaſſen.
Während dieſer Stunden iſt die Beſchäftigung von Gehilfen,
Lehrlingen und Arbeitern in allen offenen Verkaufsſtellen geſtattet.
Darmſtadt, den 17. September 1912.
(19591dsd
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe betreffend.
Aus Anlaß der Beſſunger Kirchweihe iſt am Sonntag, den
22. I. Mts., im Bezirk des V. Polizeireviers (Stadtbezirk Beſſungen)
für alle Zweige des Handelsgewerbes die Beſchäftigung von
Ge=
hilfen, Lehrlingen und Arbeitern und der Gewerbebetrieb in offenen
Verkaufsſtellen während der Zeit von 3 bis 7 Uhr nachmittags
geſtattet.
Darmſtadt, den 16. September 1912.
(19561df
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Fiſch=Kochkurſe.
Anläßlich der Fiſch=Kochkurſe, die im Vorjahre auf ſtädtiſche
Koſten ſtattfanden, wurde verſchiedentlich die Einrichtung ſolcher
Kurſe auf Koſten der Teilnehmerinnen für Frauen und Mädchen
aus den finanziell beſſer geſtellten Kreiſen angeregt. Es iſt deshalb
zeplant, im Oktober derartige Kurſe zu veranſtalten.
Die Kurſe können je nach Bedarf in den Küchen der
Haus=
wirtſchaftlichen Fortbildungsſchule in der Rundeturm=,
Lager=
haus= und Hermannsſtraße abgehalten werden. Jeder Kurſus
wird 4 Uebungstage zu je 3 Stunden umfgſſen, die je nach Wahl in
die Zeit von 3—6 Uhr nachmittags oder 7—10 Uhr abends verlegt
werden können.
Die hergeſtellten Gerichte werden jedesmal am Schluß des
Unterrichts in gemeinſamer Mahlzeit von den Teilnehmerinnen
ver=
zehrt. Von den Küchenreinigungsarbeiten ſind die Teilnehmerinnen
dieſer Kurſe befreit.
Alle, die ſich an dieſen Kurſen beteiligen wollen, werden erſucht,
ſich am nächſten Dienstag, 24. d. Mts., zwiſchen 3—5 Uhr, in
der Schulküche der Abteilung I der hauswirtſchaftlichen
Fort=
bildungsſchule, Rundeturmſtraße 11, bei dem Leiter der Anſtalt
zu melden.
Die Koſten betragen für jede Teilnehmerin 2 Mk., welche
bei der Anmeldung zu entrichten ſind. Weitere Koſten entſtehen nicht.
(19573dso
Darmſtadt, den 17. September 1912.
Der Schulvorſtand:
V.: Mueller.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 19. September 1912, nachm.
3 Uhr, verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1 Schreibmaſchine, 2 Vertikos, 2 Diwan, 2 Sofas, 1 Kanapee,
1 Antoinetentiſch 3 Kleiberſchränke, 1 Vorratsſchrank,
1 Schreibtiſch, 2 Tiſche 1 Waſchkommode, 1 Küchenanrichte,
1 Partie Albums, Neeſſaires, Ruckſücke, Aktenmappen,
Pokale, Manſchettenknöpfe, Brieſtaſchen und Broſchen.
Ferner 2 Pappſcheeren und 1 Abſchrägmaſchine.
(19576
Darmſtadt, den 18. September 1912.
Rollenhagen, Großh. Gerichtsvollzieher,
kaſinoſtraße 24.
Eine große, eiſerne
Kinderbett=
ſtelle mit neuer Kapokmatraßze
und Bettzeug ſofort bill. zu verk.
Näh. Mathildenſtr. 55, pt. (*6621
t Zugäing u. 2 Ueberſieh.
(*6613
à 6 Mk. zu verkaufen
traße 32. 1. St.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 1. bis 15. September 1912:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 21.— bis 26.50
„ 17.50 „ 19.—
Korn
Gerſte
18.50 „ 20.50
„
„ 21.—. „ 24.—
Hafer
Butter ½ Kilo Mk. 1.40
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 9 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.-
Kartoffeln per 100 Kilo Mk 7.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 4.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.50
Heu per 50 Kilo Mk. 4.50
Darmſtadt, 18. September 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Steuerveranlagung
für 1913.
Diejenigen hieſigen Einwohner,
die im Laufe des Jahres ihr
ſeit=
her betriebenes Gewerbe
nieder=
gelegt haben oder es vor Ende
März 1913 niederzulegen oder an
einen anderen abzutreten, oder
ſonſtige Veränderungen im
Ge=
werbebetrieb vorzunehmen
beab=
ſichtigen, werden hiermit
aufge=
fordert, dies alsbald auf dem
Stadthaus. Zimmer Nr. 6,
an=
zuzeigen, damit bei der
bevor=
ſtehenden Steuerveranlagung
dar=
auf Rückſicht genommen werden
(19043ddd
kann.
Darmſtadt, 9. September 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Schmitt.
Steuer=Erhebung.
Das 3. Ziel der
Gemeinde=
ſteuern für das Rechnungsjahr
1912 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8 bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 11. September 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (19111a
Bekanntmachung.
Beim Einnehmen von Vorräten
in die Keller kommt es öfter vor,
daß die daſelbſt befindlichen
Haupt=
abſperrhähne der Waſſerleitung,
ſo=
wie die Waſſermeſſer unzugänglich
werden.
Wir machen daher die
verehr=
lichen Intereſſenten darauf
auf=
merkſam, daß Hauptabſperrhahn
und Waſſermeſſer ſtets zugänglich
bleiben müſſen, und bitten, beim
Einnehmen von Vorräten hierfür
(19572dom
beſorgt zu ſein.
Harmſtadt, 18. September 1912.
Städt. Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Aktien=Maſchinenbau=
An=
ſtalt vormals Benuleth
& Ellenberger, Darmſtadt.
Die Prokura des Ludwig
Wißmann in Darmſtadt iſt er=
(19532
loſchen.
Darmſtadt, 12. September 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Städiſche Sparkaſſe Darmſtadt
(unter Haftung der Stadt Darmſtadt)
22 Hügelſtraße 22.
Fernſprech=Anſchluß Nr. 456.
Reichsbank=Girokonto.
Poſtſcheck=Konto.
Nachweisſtelle für zweite Hypotheken. Frankfurt a. M. Nr. 5869.
Verkehrszeit: Vom 1. April bis 30. September an jedem Werktage
vormittags von 8 bis 12½ Uhr, vom 1. Oktober
bis 31. März an jedem Werktage vormittags von
8½—12½ Uhr.
I. Einlagen= und Rückzahlungsgeſchäft: im Erdgeſchoß.
Verzinſung der Einlagen: Bis einſchließlich 10000 Mark = 3½%
über 10 000 Mark = 3% für die ganze Einlage.
Zinsbeginn: Für Einlagen vom nächſten auf die Einzahlung
fol=
genden Werktage an. Bei Rückzahlungen hört die
Ver=
zinſung mit dem letzten der Erhebung vorausgehenden
Werktage auf.
II. Darlehensgeſchäft und Verwaltung: im erſten Stock.
Städtiſche Pfennig=Sparkaſſe.
Einzahlungen in Pfennigbeträgen von 10, 20 Pfg. u. ſ. f. bis
einſchließlich eine Mark werden jeden Samstag, nachmittags von
2 bis 8 Uhr, von nachverzeichneten Erhebeſtellen entgegengenommen:
Praſſel, M. W., Schulſtraße 10.1 Seibert, F., Pallaswieſenſtr. 44.
Landan. M., Mathildenplatz 1.Waitz, E., Eliſabethenſtraße 16.
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9. Kapitel.
Frau von Leerſen war allerdings über das plötzliche
und unerwartete Eintreffen Jesko von Schmettwitz äußerſt
beſtürzt, nein, ſogar erſchrocken und billigte in ihrem
In=
nern keineswegs dieſe, wie ſie fand, nicht gerade feine
Ueberrumpelung durch Schmettwitz. Kaum drei Monate
waren nach ſeinem Antrage verſtrichen, und ſie hatte ihn
doch ſo dringend gebeten, ein Wiederſehen mit Chriſta
für längere Zeit aufzuſchieben. Ja, wäre ſie von Chriſtas
Einwilligung überzeugt geweſen, ſo hätte ihr dieſe
Ueber=
eilung vielleicht gefallen. So aber befiel ſie ein heftiges
Mißbehagen, da ſie ſich gar nicht im klaren war, wie ſich
Chriſta zu der Anweſenheit ihres, wie ſie annehmen
mußte, abgewieſenen Freiers ſtellen würde. Das Kind
war ſo unberechenbar und eigenwillig und würde ſicher
eine Unbeſonnenheit begehen! Sie wußte gar nicht recht,
wie ſie es der Tochter beibringen ſollte, daßHerr von
Schmettwitz in Talheim angekommen war. Denn das
Fräulein von Helden ganz aufgeregt vor Freude und
atemlos in ihr Zimmer getrippelt gekommen war, um die
gerfreuliche‟ Neuigkeit zu melden, war Chriſta mit Ella
und Gertrud von Wertern gerade im Walde geweſen.
Nur überlegte Frau von Leerſen hin und her, wie ſie
Chriſta vorbereiten ſollte. Aber dieſe unangenehme
Auf=
gabe ſollte ihr erſpart bleiben.
Chriſta hatte den ganzen Vormittag im Walde in der
Hängematte gelegen und in einem Buche geleſen, das ihr
Ada mitgegeben hatte. Fräulein Gertrud und Ella ſaßen
malend in ihrer Nähe und fertigten von der lieblichen
Gegend allerlei Skizzen an. „Nur zum Vergnügen”,
ſag=
ten ſie. Chriſta aber wußte, daß die jungen Damen die
kleinen Bildchen daheim ausgeſtalteten und in Maſſe für
ein Warenhaus in Berlin lieferten. Eines der alten
Stiftsfräuleins hatte es ihr verraten, daß Werterns in
ganz beſcheidenen Verhältniſſen lebten und auf alle
mög=
liche Weiſe ſuchen mußten, ihre Einnahmequellen zu
ver=
größern. Chriſta begriff es nicht, daß ſie ſich ihrer Arbeit
ſchämten. Sie erklärte ganz offen, daß ſie für ihre
Per=
ſon alle Menſchen hochachte, die imſtande ſeien, ſich Geld
zu verdienen und einen Beruf auszuüben. Gertrud, die
ältere der beiden Fräuleins von Wertern, ſtimmte ihr
freudig zu und meinte, es ſei geradezu ein Wunder, einmal
jemand aus ihren Kreiſen zu finden, der in dieſer
Bezie=
hung „geſunde” Anſichten habe. Ella, die jüngere (das
heißt, ſie war auch ſchon Ausgang der zwanziger Jahre)
kicherte verlegen und murmelte irgendetwas von Rückſich=
ten nehmen und ſtandesgemäßen Auftreten der Welt
gegenüber.
Im lebhaften Geſpräch ſchritten die jungen Mädchen
zur Mittagszeit talwärts. Sie merkten es gar nicht, daß
drüben jenſeits der Landſtraße auf einem Wieſenweg
Fräulein von Helden an der Seite eines kleinen
korpulen=
ten Herrn geſchritten kam. Erſt ihr lebhafter Zuruf und
Sonnenſchirmchen, das die alte Dame immer trug, machte
die jungen Mädchen auf die ihnen Entgegenkommenden
aufmerkſam. Da zog auch der Herr grüßend ſeinen weißen
Panamahut.
Chriſta fuhr erbleichend zurück, als ſähe ſie ein
Ge=
ſpenſt. Dunkle Röte ſtieg ihr in das Geſicht. Ihre Augen
gingen ſuchend umher. Nein, es gab kein Entrinnen.
Im=
mer kleiner wurde die Entfernung zwiſchen ihr und den
Näherkommenden. Nun ſtand man ſich gegenüber.
Seht, ſſeht, Kinderchen! rief Fräulein von Helden
den jungen Mädchen entgegen, nun habe ich auch Beſuch
bekommen, einen lieben, lieben Beſuch! Die alte Dame
ſtreichelte mit ihrem ſchmalen, welken Händchen, das auf
Herrn von Schmettwitz Arm ruhte, dieſen zärtlich. Ganz
plötzlich, denkt Euch, kam er heute morgen unangemeldet
hier an. Nein, die Ueberaſchung! Er hat ſeine alte
Groß=
tante nicht vergeſſen, der gute Jesko! Es iſt nämlich mein
Großneffe Jesko von Schmettwitz, ſetzte ſie erläuterm Ein=
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
Nummer 234,
zu und nickte den jungen Mädchen, die ſich raſch über ihre
Hand gebeugt hatten, voll frohen Stolzes zu.
Du brauchſt mich nicht vorzuſtellen, Tante, unterbrach
Schmettwitz etwas ungeduldig die lange Rede, habe den
Vorzug, ſämtliche junge Damen zu kennen. Fräulein von
Wertern von einem Wohltätigkeitsfeſt in Berlin her, und
Fräulein von Leerſen iſt die Schweſter meines beſten
Freundes. Meine Damen, ich bin glücklich, mich Ihnen
zu Füßen legen zu dürfen!
Es war keine Lüge, er war glücklich. Seine runden
blauen Augen ſtrahlten und umfaßten mit heißen
bewun=
dernden Blicken Chriſta — ſeine Chriſta. Er hatte ihr
zögerndes Näherkommen, ihr plötzliches Erröten vorhin
wohl gemerkt. Sie ſchien ſich alſo zu freuen, daß er
ge=
kommen war! Es war ein grandioſer Gedanke von ihm,
ſie hier in der ländlichen Sommerfriſche zu überraſchen.
Welch glücklicher Zufall, daß die alte Tante Helden
aus=
geſucht hierher kommen mußte. Er, dem die Exiſtenz
die=
eſer alten Dame bisher ziemlich gleichgültig geweſen war,
verwandelte ſich mit einem Schlage in einen äußerſt
zärt=
lichen Großneffen, ſeit ihm die Anſichtspoſtkarte, die er
in Innsbruck erhalten, verraten hatte, in welcher
Geſell=
ſchaft ſie ſich befand. Sofort nach Erhalt dieſer Karte
war er, getrieben von Sehnſucht, allerdings nicht nach
ſeiner Großtante, nach Talheim abgereiſt. Seine
Ueber=
raſchung war prächtig geglückt.
Chriſta freilich hielt die Augen ſtändig geſenkt. Ihre
Antworten — er beſtürmte ſie mit allen möglichen und
un=
möglichen Fragen, wie das werte Befinden der gnädigſten
Mama ſei, was Karl Auguſt mache, wie es ihr ſelbſt
er=
gehe nſw. — beſchränkten ſich auf das äußerſte Maß der
Höflichkeit.
Aber auch das entzückte Jesko von Schmettwitz. Er
hielt es für „ſinnige Befangenheit und liebliche,
mädchen=
hafte Schüchternheit”.
Chriſta aber wird dieſes unerwartgte
Zuſammen=
ſein mit Schmettwitz immer peinlicher. Sie begriff gar
nicht, daß er nach dem, was ſich zwiſchen ihnen zugetragen
hatte, ſich ſo harmlos und unbefangen gab. Sie konnte
es jedenfalls nicht, und ihr Entſchluß war gefaßt.
Mama, ich bitte Dich, wir wollen abreiſen, bat ſie, ganz
verſtört in das Wohnzimmer ihrer Mutter tretend, wo
dieſe, ihrer bereits harrend, auf der grünumrankten
Veranda ſaß.
Aber Kind. Frau von Leerſen erhab ſich, trat ins
Zimmer zurück und ſchloß die Türen nach der Veranda.
Warum denn in aller Welt? Sie ahnte, weshalb Chriſta
dieſe Bitte ſtellte, und atmete auf, daß ſie der peinlichen
Aufgabe enthoben war, Chriſta mit der Anweſenheit
Schmettwitz’ bekannt zu machen.
Herr von Schmettwitz iſt hier!
Ja, ich weiß, Fräulein von Helden erzählte es mir
vorhin. Was aber hat das mit unſerer Abreiſe zu tun?
Mama, er ſcheint länger hier bleiben zu wollen. Mir
iſt es unerträglich, ihn täglich ſehen zu müſſen! Verſtehſt
Du denn das nicht?
Durchaus nicht! Im Gegenteil, ich hoffe, Du biſt
inzwiſchen ſo vernünftig geworden, einzuſehen, daß
geſell=
ſchaftliche Formen ihre Rückſichten verlangen.
Ich kann aber nicht!
So willſt Du Dich alſo lächerlich machen? Was ſollte
Herr von Schmettwitz von Dir denken? Er kommt
ahnungs=
los hierher, ſeine alte Tante zu beſuchen, und Du willſt
fluchtartig abreiſen! Nein, mein Kind, das geht denn doch
nicht! Alle Welt würde mit Recht vermuten . ..
Ich finde es empörend, taktles von Schmettwitz hiex=
her zu kommen, wo er wußte, daß wir da ſind. Beinahe
weinend ſtieß es Chriſta hervor.
Ich finde es weder empörend noch taktlos! Mir iſt
iſt es vielmehr ein Beweis für die noble Geſinnung des
Herrn von Schmettwitz. Entweder er will uns damit fein
zu verſtehen geben, daß er an jene Affäre überhaupt nicht
mehr denkt oder — es wurde Frau von Leerſen doch etwas
ſchwer, es auszuſprechen — er hofft vielleicht im ſtillen,
daß Du Deine Anſicht über ihn geändert haſt. Das ſpräche
aber doch für ihn und ſeine ganze große Liebe zu Dir,
Chriſta!
Niemals wird das geſchehen! Und wenn ich wüßte,
Mama, daß er ſich noch irgendwelchen Hoffnungen in
die=
ſer Beziehung hingibt, lief ich einfach zu Fuß hier fort!
Leidenſchaftlich rief es Chriſta.
Frau von Leerſen aber blieb ruhig.
Wir kennen ja aber die Gründe ſeines Handelns
über=
haupt nicht. Es ſcheint mir daher, wir regen uns um
eine Bagatelle auf. Jedenfalls finde ich aber keine
Urſache, eine Sommerfriſche aufzugeben, die uns vorzüglich
bekommt. Weil ein junger Mann, der meiner Tochter nicht
ſympathiſch iſt, hier iſt, kann ich doch wahrlich nicht meinen
Erholungsaufenthalt abbrechen. Im übrigen hoffe und
wünſche ich, verſtehſt Du, Chriſta, daß Dein Benehmen
ihm gegenüber ſo iſt, wie es die Form und gute Sitte von
Mädchen unſerer Kreiſe verlangt! Frau von Leerſens
Stimme klang ſtreng und befehlend. Chriſta kannte dieſen
Ton. All die bittenden Worte, die ſie auf den Lippen hatte,
blieben unausgeſprochen. Sie wußte, hier gab es nur ein
Sich=fügen. Aber ſie nahm ſich innerlich vor, ſoweit es in
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Schmettwitz aus dem Wege zu gehen.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
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Dannerstag, 19. Sehiemder.
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Freie literarisch-künstlerische
Gesellschaft.
Programm für 1912/13.
9. Oktober: Die Tragödie des Doktor Faustus von
Christopher Marlowe (1604). Aufführung.
Inszenie-
rung, Masken und Kostüme von Professor Richard
Luksch (Hamburg). Spielleitung: Emanuel
Stock-
hausen (Hamburg). Musikalische Leitung: Willi
Schmitt (Darmstadt).
23. Oktober: Dr. Emil Milan (Berlin) rezitiert deutsche
Meisterprosa Goethe, Lilieneron, Storm).
Anfang November: Fräulein Julie, ein naturalistisches
Trauerspiel von August Strindberg. Aufführung.
Mitwirkende: Evelyne Landing vom Schauspielhaus
in Wien, Lisa Hohorst und Albert Steinrück vom
Hoftheater in München.
Ende November: Dr. Otto Borngräber (Dresden) liest
eigene Dichtungen.
Mitte Dezember: Die schöne Magelone, ein
Lieder-
cyklus von Johannes Brahms, Dichtung von Ludwig
Tieck, vorgetragen von Hofopernsänger Rudolf Jung
(Mannheim).
11. Januar: Staatsanwalt Dr. Erich Wulffen (Dresden)
spricht über Shakespeares Grosse Verbrecher.
Mitte Februar: Gertrud Leistikow (München):
Frauen-
liebe und Leben im Orient, Orchestische Tanzspiele.
6. März: Dr. Herbert Eulenberg GBerlin) spricht über
Friedrich Hebbel (geb. 18. März 1813) zum
Gedächt-
nis des 100. Geburtstags des Dichters.
Der Jahresbeitrag von 6 Mark
(für den numerierten Sitz 10 Mark) berechtigt zur
Teil-
nahme an vorstehenden acht Veranstaltungen. Die
Auf-
führung der =Tragödie des Doktor Faustuss findet im
Saalbau (grosser Saal). die übrigen Veranstaltungen finden
im Mathildenhöhsaal (Dieburgerstrasse 26) statt.
Anmeldungen von Mitgliedern nimmt die
Hof-
buchhandlung von A. Bergstraesser (W.
Klein-
schmidt), Rheinstrasse 6, entgegen.
(19543a
Der Vorstand.
Musik= verent.
Platz=Verteilung
in der eſtender aer Mom.
Wünſche und Anträge auf Platzänderung für die Konzerte
ſind am Donnerstag, den 19. und Freitag, den 20. September
ds. Js., bei dem Platzordner des Vereins, Herrn Architekt Julius
Harres, Saalbauſtraße 79, nachmittags von 3—5 Uhr, vorzubringen.
19537)
Der Vorstand.
Vereinigte
Kriegerverine Darmſtadts.
Zum Beſuche der Ausſtellungen „Der Menſch”
und von „Eugen Bracht” werden Karten zu
er=
mäßigten Preiſen (je 50 Pfg.) für unſere Mitglieder und ihre
Familien=
angehörigen gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte oder der letzten
Quittung ausgegeben bei den Kameraden:
Herrn Kadel, Zigarrengeſchäft (Firma Feitler) Schloßgartenſtr. 1
(Ecke Schloßgarten= und Lauteſchlägerſtraße),
Herrn Bender, Buchdruckereibeſitzer, Beſſungerſtraße 47,
Herrn Joſeph, Zigarrenhandlung, Rheinſtraße 20, und
Herrn Hahn, Spezereiwarenhandlung, Schwanenſtraße 20.
Der Vorſtand.
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dchien=Verein Harmstadt.
Jeden Samstag, abends 9 Uhr, Zuſammenkunft
im Kaiſerſaal.
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von W. A. Mozart.
Muſikal. Leiter: Willem de Haan.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
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Saraſtro.
.Aug. Globerger
Tamino .
. Otto Semper
Sprecher .
Karl Jahn:
Erſter‟
Prieſter
Adolf Klotz
Zweiter
Königin der Nacht Olga Kallenſee
Pamina, i. Tochter G. Geyersbach
Dame in
Erſte Dienſten Mel. von Sugh
Zweite 7 der Köni= Minna
Müller=
gin der Rudolph
Dritte 7 Nacht Anna Jakobs
.Hede Schaub
Erſter
Dritter
Papageno
Papagena
Monoſtatos, ein
Mohr.
ZweiterKnabe . JohannaKaſten
.Erika Hartmut
L. Schützendorf
.Kathar. Jüttner
. Karl Bernhardt
Wächter
Erſter a. d. Feuer=Fritz Lang,
Zweiter u. Waſſer=Franz Geibel
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4.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Gal. 1.25 M., II. Gal.
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Anfang 7 Uhr. Ende 10½ Uhr.
Kartenverk. v. 9½ —1½ u. v. 6 Uhr an.
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Freitag, 20. Sept. Keine Vorſt.
Samstag, 21. Sept. 10. Ab.=Vſt.
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Kongreſſes für Säuglingsfürſorge.
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Dantin oder: Der
be=
ſchämte Ehemann‟. Eine
Komödie mit Tänzen und
Zwi=
ſchenſpielen in 3 Akten von
Mo=
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deutſche Bühne eingerichtet von
Karl Vollmoeller. Gewöhnliche
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Sonntag, 22. Sept. 11. Ab.=Vſt.
D 3. „Die Meiſterſinger
von Nürnberg.‟
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Montag, 23. Sept. 12. Ab.=Vſt.
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wieder=
holt: „Der Gardeoffizier”.
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Sonntag (nachmittags 2¼ Uhr):
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— Kapelle des Artillerie-Regiments Nr. 61. —
Am Abend: FEST-BALLE.
Montag- Pferde-, Fohlen-, Fasel- u. Zuchtviehmarkt.
Nachmittags: VOLks-FESTauf dem Festplatz,
Wettrennen — Militärmusik.
Abends: Feuerwerk!
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Nummer 221.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
Seite 18.
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Gahenungt Glaga
G!
LSoll Mor4 &)
Can½o
Luftfahrt.
sr. Das offizielle Klaſſement des
Bel=
giſchen Waſſerflugzeugmeetings bei
Ta=
miſe auf der Schelde liegt jetzt vor. Danach ſchnitt bei
der Konkurrenz der Viertelſtundenflüge Beaumont auf
Donnet=Leveque am beſten ab. Er erzielte mit 24 Flügen
72 Punkte. Mit je 69 Punkten folgen Reneaux (Maurice=
Farman), Benoiſt (Sanchez=Beſa), Chemet (Borel); mit
39 Punkten Molla (R. E. P.) und mit 19 Punkten
Wey=
mann (Nieuport). Bei der Schwimmfähigkeitskonkurrenz
erzielte Barra (Curtis) mit 21 Punkten das beſte
Reſul=
tat. Ihm zunächſt folgten Chemet (Borel) mit 19,
Re=
neaux (Maurice=Farman) mit 16, Beaumont (Donnet=
Leveque) und Benoiſt (Sanchez=Beſa) mit je 14 Punkten.
Bei der Fahrtkonkurrenz erzielte Chemet die beſte
Leiſt=
ung mit 15 Punkten. Je 11 Punkte erreichten Reneaux
und Beaumont. Auf 9 Punkte brachte es Molla. Den
beſten Einzelabflug erzielte Lanſer mit 10 Metern
Start=
länge. Bei der Geſchwindigkeitskonkurrenz über 20
Kilo=
meter flog Molla 12:01,8, Chemet 12112,2, Beaumont
13120,2. Jeder von ihnen erhielt 10 Punkte. Bei dem
großen Diſtanzfluge über 300 Kilometer erzielte Reneaux
32 Gutpunkte; Benoiſt, der nur 240 Kilometer flog, 23
Punkte; Chemet mit 222 Kilometer 20, Molla mit 120
Kilo=
meter 8, Beaumont mit 100 Kilometer 6 Punkte. Nach
dem Geſamtklaſſement ſteht Chemet (Borel) mit 133
Punkten an erſter Stelle vor Reneaux (Maurice=Farman)
mit 128, Beaumont (Donnet=Leveque) mit 113, Benoiſt
(Sanchez=Beſa) mit 99 und Molla (R.E. P.) mit 63
Punk=
ten. Das definitive Klaſſement ſteht indeſſen noch immer
aus.
Sport.
* Amateur=Photographie. Photographiſche
Nebel=Aufnahmen. Im neueſten Heft des
bekann=
ten Amateurblattes Photographie für Alle (Berlin S. 61)
leſen wir: Ich wundere mich, daß man ſo wenig
Nebel=
bilder zu ſehen bekommt. Sie erſcheinen mir viel
reiz=
voller, als manche im Sonnenſchein prangende Gegend.
Und ſo ſchwierig ſind die gewöhnlichen Nebelaufnahmen
nicht; auch genügt in den meiſten Fällen die gewöhnliche
PPlatte. Da aber ſelbſt ein ziemlich dichter Nebel doch erſt
in einiger Entfernung in Erſcheinung tritt, ſo iſt das
Ar=
beiten mit einem Obzektiv von längerer Brennweite
be=
ziehungsweiſe mit der Hinterlinſe durchaus erforderlich.
Das Motiv zu finden, iſt Gefühlsſache. Ich blendete bei
meinen Aufnahmen ſtets ziemlich ſtark ab, F118 und mehr,
um auch bei dem noch kaum ſichtbaren Gegenſtänden doch
ſcharfe Umriſſe zu erzielen. Da die Lichtſtärke in
Nebel=
landſchaften nicht ſo ſehr ſtark wechſelt, belichtete ich faſt
durchweg eine Sekunde und erzielte damit ſtets gute
Re=
ſultate. Selbſtverſtändlich müſſen Nebelaufnahmen ſtets
zart, womöglich im Standentwickler, entwickelt werden.
Etwas ſchwieriger iſt die Wiedergabe im Poſitiv. Für
eine recht zarte Nebelſtimmung fand ich mattes, weißes
Albuminpapier am beſten geeignet. Das Bild wurde
nicht zu kräftig kopiert; wenn der Grund etwas zu weiß
erſchien, hielt ich das Papier auf einige Augenblicke in
das Stubenlicht, damit die Weißen ſich etwas deckten.
Getont wurde dann in dem für ſchwarze Töne
vorge=
ſchriebenen Platinbad, dem ein kurzes, einige Sekunden
währendes Verweilen im Goldbade vorausging. Wie
im=
mer, enthält auch dieſes Heft eine Fülle des
Wiſſens=
werten.
* Pferdeſport. Die Graditzer Gewinnſumme
beläuft ſich nach dem Erfolge der ſchwarz=weißen Farben
im Hamburger Hammonia=Preis nunmehr auf nahezu
dreiviertel Millionen und bleibt mit 742500 Mark hinter
dem im Jahre 1909 ebenfalls von Graditz aufgeſtellten
deutſchen Rekord von 762981 Mark nur noch um ein
Ge=
ringes zurück. Wenn den in glänzender Form
befind=
lichen Vertretern des fiskaliſchen Stalles auch in den
nächſten Wochen noch gute Chancen winken, und der alte
Rekord ſicher überboten werden wird, ſo iſt es doch
aus=
geſchloſſen, daß der im Jahre 1904 von dem Stall des
Monſ. E. Blanc aufgeſtellte Weltrekord von 1631678 Fr.
erreicht wird. Der erfolgreichſte Graditzer dieſes
Jahres iſt noch immer der glückliche Gulliver III, der
Gewinner des Deutſchen Derby, des Großen Preiſes von
Hamburg und des Großen Hanſapreiſes mit 239 270 Mk.,
die höchſte Summe, die jemals ein deutſches Pferd in
einer Saiſon zuſammengaloppiert hat. An die zweite
Stelle iſt durch ihren Sieg im Hammonia=Preis Grita
mit 87500 Mark gerückt, vor der Henckel=Siegerin Flagge
mit 54000 Mark. Dann kommt der Zweijährige Laudon,
der Gewinner des Zukunftsrennens in Baden=Baden
mit 48 250 Mk. vor dem Union=Sieger Matterhorn mit
36 700 Mk. und Abwechſelung mit 28310 Mk. Im
ein=
zelnen gewannen ferner Waſſerlilie 26000 Mk.,
Semme=
ring 25950 Mk., Golf 25000 Mk., Meißel 22 100 Mk., Lena
21700 Mk., Loreley 16250 Mk., Oſtſee 13850 Mk.,
Hapa=
randa 11000 Mk., Sabinerin 8800 Mk., Furka 8300 Mk.,
Kreuzer 7730 Mk., Hartguß 6930 Mk., Grille 5600 Mk.,
Gavotte 5000 Mk., Eidechſe 4000 Mk., Lockruf 4000 Mk.,
Venetia 2700 Mk., Pelikan 1650 Mk., Magellan 500 Mk.
und Sybille 500 Mk. Von den Geſamtgewinnen entfallen
nur 5950 Mk. auf Oeſterreich=Ungarn, wo die Graditzer in
dieſem Jahre kein einziges Rennen zu gewinnen
ver=
mochten, ſondern ſich lediglich mit Platzgeldern begnügen
mußten. Im ganzen haben die Graditzer Pferde in
die=
ſem Jahre 41 Rennen gewonnen.
* Radſport. Das Goldene Rad von Mainz,
deſſen letzter Lauf über 40 Kilometer am Sonntag wegen
Regens abgebrochen werden mußte, kam am Montag
abend zum Austrag. Das Wetter und der Beſuch
waren gut zu nennen. Reſultat. 40 Kilometer: 1. Jak.
Eſſer 40119, 2. Weiß 180 Meter, 3. Dubielczyk 8½ Rd.
zurück.
Radrennen zu Breslau. Von dem Großen
Preis von Schleſien über 50 Kilometer gelangten die
letz=
ten 18 Kilometer zum Austrag, die Scheuermann als
Erſter in 16114 zurücklegte. Auf den nächſten Plätzen
endeten Thomas 100 Meter, Gnilka 390 Meter, Wieſemann
2800 Meter, Motzko 2850 Meter zurück. Das Verloſungs=
Rennen über 30 Kilometer gewann ebenfalls
Scheuer=
mann in 25 Minuten 58,1 Sekunden vor Thomas 550
Me=
ter. Gnilka 2700 Meter, Wieſemann 4600 Meter, Motzko
6000 Meter zurück. Weiter wurden die letzten drei Läufe
von dem Fliegermatch Arend-Dupré-Lorenz-Moretti=
Pouchois ausgefahren, die äußerſt intereſſant verliefen.
Zweiter Lauf: 1. Moretti vor Arend, Dupré, Lorenz,
Pouchois; alle dichtauf. Dritter Lauf: 1. Lorenz vor
Moretti, Pouchois, Arend und Dupré; alle dichtauf.
Vier=
ter Lauf: 1. Arend, 2. Moretti 40 Meter zurück, Lorenz.
Pouchois und Dupré dichtauf. Geſamtklaſſement: 1.
Mo=
retti, 6 Punkte, vor Lorenz 10, Arend 12, Pouchois 15,
Dupré 17 Punkte. Die Bundesmeiſterſchaft von
Schle=
ſien für Flieger (Amateure) gewann Stannek vor Müller
und Korn.
* Automobilſport. Die Teilnehmer an der
Inter=
nationalen Automobil= Sternfahrt nach
San Sebaſtian, welche ihren Start in Berlin angeſetzt
hatten, verließen am Montag früh von 6 Uhr an die
Reichshauptſtadt. Es waren fünf Wagen, und zwar ein
Metallurgique von Duffield=Lee, ein Simplicia von
Go=
dard, ein Berliet von Grillet, ein Apollo von de
Vis=
caya. Außerdem ſtartete noch der aus Poſen
eingetrof=
fene Wagen von Piccard, ſowie ein in Warſchau
geſtarte=
ter Hiſpano=Suiza. Die aus Petersburg abgelaſſenen
Wagen haben bereits am Sonntag Berlin wieder
ver=
laſſen. Als Erſter von ihnen erreichte Konſul Aſchow auf
Bergmann=Metallurgique Eiſenach, wo der Deutſche
Automobilklub den Sternfahrern ein Souper gab.
O NIé
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Haustrinkkuren.
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Durch die überaus hohen Fleiſchpreiſe lieſt man jetzt täglich
von einer Fleiſchnot. Dies iſt bei Seefiſchen nicht der Fall. Der
weit mehr als Fleiſch Nährſtoff und Eiweiß enthaltende Seefiſch, die
Billigkeit im Verhältnis zu Fleiſch, ſowie die einfache Zubereitung,
ſollten jeder rechnenden Hausfrau Veranlaſſung geben, auf ihrem
Küchenzettel wöchentlich mindeſtens ein= oder zweimal ein Fiſchgericht
aus gekochtem oder gebratenem Seefiſch zu haben.
Wir empfehlen deshalb für dieſe Woche in friſcheſter, beſter
(19575
Nordſee=Ware:
Schellfisch
Hochfeinen Nordsee
(Cabliau
zum backen und kochen
Hochf. Seehecht, Nordsee-Seezungen
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 19. September 1912.
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