Darmstädter Tagblatt 1912


27. August 1912

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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Der Oberhofmarſchall des Kaiſers veröffentlicht einen
Bericht über die Erkrankung des Kaiſers,
nach dem der Kaiſer gezwungen iſt, von den für dieſe
Woche geplanten Reiſen, Paraden u. dergl. Abſtand zu
nehmen und ſich noch einige Zeit völlige Schonung auf=
zuerlegen
.
Das deutſche Kronprinzenpaar iſt in Mer=
ſeburg
zu den Manövern eingetroffen.
In Serbien, Bulgarien und Montenegro
herrſcht Kriegsſtimmung gegen die Türkei.
Die Unterzeichnung des Panamakanalgeſetzes
durch den Präſidenten Taft erregt ſtarken Wider=
ſpruch
. Der Schluß des Kongreſſes wurde auf
Montag vertagt.

Das deutſche Genoſſenſchaftsweſen.

In München hat, wie unſeren Leſern bekannt iſt,
ſoeben ein allgemeiner Genoſſenſchaftstag ſtatt=
gefunden
, der die verſchiedenſten Fragen des wirtſchaft=
lichen
und ſozialen Lebens eingehend erörterte, und ſeine
Verhandlungen waren zumteil von weitgehendem In=
tereſſe
. Kaum in einem anderen Lande ſteht das Genoſ=
ſenſchaftsleben
in ſolcher Blüte wie bei uns, das Samen=
korn
, das einſt Schultze=Delitzſch einpflanzte, hat ſchöne
Früchte gezeitigt. Der Grundſatz, nicht alles Heil von der
Unterſtützung des Staates zu erhoffen, hat ſich als durch=
aus
richtig bewährt, es hat ſich gezeigt, daß man auf dem
Wege der Selbſthilfe ſehr viel zu erreichen vermag, und
wenn dazu noch ſtaatliche Beihilfe hinzutritt, ſo kann der
Erfolg nicht ausbleiben.
Eine ganze Reihe von Fragen ſind auf dem Genoſſen=
ſchaftswege
gelöſt, und zwar in durchaus glücklicher
Weiſe, und gar vielen iſt auf den verſchiedenen Gebieten
durch die Genoſſenſchaften geholfen worden. Man denke
nur an die Kreditgenoſſenſchaften, die großen Segen gerade
dem kleinen Manne gebracht haben. Dieſem war es
früher faſt unmöglich, ſich im Notfalle für geſchäftliche
Unternehmungen Geld zu verſchaffen, höchſtens, daß er
es zu beträchtlichen Zinſen erhielt. Die Kreditgenoſſen=
ſchaften
geben das Geld im mäßigen Zinsſatze und er=
möglichen
ihm die Rückzahlung in einer Form, die ihn in
ſeinem Unternehmen nicht beeinträchtigt. Disgleichen
ſeien die Einkaufsgenoſſenſchaften erwähnt, die den
kleineren Handwerkern und Gewerbetreibenden in den
Stand ſetzen, die notwendigen Rohſtoffe und andere
Materialien zu einem billigen Preiſe zu beziehen, da bei
dem großen Bedarf einer Genoſſenſchaft niedrigere Preiſe
geſtellt werden, als wenn der Einzelne einen kleinen
Poſten beſtellt. Auch die Vermittlung von Hypotheken
wird auf dem Genoſſenſchaftswege ausgeübt, und gerade
dieſer Punkt fand auf der Münchener Tagung eine ſehr
eingehende Beſprechung, handelte es ſich doch hierbei um ein
Gebiet, das für den kleinen Mann mit den größten
Schwierigkeiten verknüpft iſt, und gar mancher wäre dem
Ruin verfallen, wenn die Genoſſenſchaft nicht ausgeholfen
hätte.
Eine große ſoziale Aufgabe gelöſt haben die Genoſſen=
ſchaften
durch die Regelung des Kleinwohnungsbaues.
Hier iſt Vorbildliches geſchaffen worden, zum Vorteil des
kleinen Mannes, dem es jetzt ermöglicht wird, ſich ein
Häuschen zu erwerben oder für billiges Geld ſich eine
Wohnung zu mieten, die vor allem auch den Grundſätzen
der Hygiene entſpricht. Man hat verſchiedentlich darüber
geklagt, daß dieſe Baugenoſſenſchaften für den Privat=
hausbeſitzer
ein ſchwere Schädigung brächten. Im gewiſſen
Sinne iſt das richtig und in München wurde auch die
Anſicht vertreten, daß die Baugenoſſenſchaften keine Be=
kämpfer
des Arbeiterwohnungenbauenden Privathaus=
beſitzers
ſein ſollten; ſie ſollten nur dort eingreifen, wo der
Privatwohnungsbau verſagt, und vor allen Dingen müßten
ſie vorbeugend wirken. Bei der Stärke unſerer Genoſſen=
ſchaften
darf man wohl hoffen, daß ihre Blüte noch lange
anhalten und ſich vorausſichtlich auch noch ſteigern wird,
zum Wohle des kleinen Mannes.

Das Reichsgericht zum ſozialdemokratiſchen
Boykott.

* Neuerdings hat das Reichsgericht ein Urteil ge=
fällt
, das für die zukünftige Geſtaltung des ſozialdemo=
kratiſchen
Boykotts und Terrorismus von der allerein=
ſchneidendſten
Bedeutung ſein wird. Es handelte ſich um
folgenden Tatbeſtand: Der ſozialdemokratiſche Schnei=
derverband
hatte, angeblich in der Abſicht, die Heimarbeit
zu beſeitigen, gegen ein Berliner Konfektionsgeſchäft den
Boykott verhängt. Da die Firma in einem Arbeiter=
viertel
wohnte und auch hauptſächlich an Arbeiterfamilien
abſetzte, wurde faſt der finanzielle Ruin der Firma her=
aufbeſchworen
. Das Reichsgericht hat in letzter Inſtanz
munmehr entſchieden, daß ein derartiger Boykott gegen
die geſetzlichen Beſtimmungen verſtößt und als unerlaubt
anzuſehen iſt. Wichtig in dem Urteil ſind vor allem fol=
gende
allgemeine Rechtsgrundſätze, welche das Reichs=
gericht
aufgeſtellt hat:
1. Der Boykott an ſich iſt kein unerlaubtes Mittel
im wirtſchaftlichen Kampf. Er iſt es, ſobald der damit
verfolgte Zweck, die Art ſeiner Durchführung unzuläſſig
iſt und der durch den Boykott angerichtete Schaden, der
nicht zur völligen Vernichtung des Gegners führen
darf, im Mißverhältnis zu dem erſtrebten Ziele ſteht.
2. Ein Boykott zur Austragung bedeutungsvoller
und weittragender Fragen der Wirtſchaftspolitik zum
Schaden anderer Volksteile hier zur Abſchaffung der
Heimarbeit iſt unerlaubt.
3. Der Boykott iſt unerlaubt, wenn er ohne Auf=
kündigung
und ohne den Geſchädigten Zeit und Ge=
legenheit
zur gütlichen Verſtändigung zu laſſen, ver=
hängt
wird.
Das Urteil des Reichsgerichts iſt verſtändlich. Ein
Bürger, der in einem Rechtsſtaat zu leben glaubt, muß
die Gewißheit haben, daß er in ſeinem Eigentum,
in ſeiner wirtſchaftlichen Exiſtenz ſich ſicher fühlt und nicht
unter dem Schutz desjenigen Staates, dem er Steuern
zahlt, boykottiert und terroriſiert und damit vernichtet
wird. Die von dem Reichsgericht aufgeſtellten allgemeinen
Grundſätze ſind von der allereinſchneidendſten Bedeutung.

Die verwickelte parlamentariſche Lage
in den Vereinigten Staaten.

* In dem Memorandum, welches Präſident Taft
anläßlich der Unterzeichnung der Panamakanalbill
an den Kongreß richtete, wird folgendes ausgeführt: Die
Politik der amerikaniſchen Regierung geht dahin, daß der
Kanal neutraliſiert wird. Die Haltung der Regierung
dem Welthandel gegenüber iſt die, daß alle Nationen
gleiche Behandlung erfahren, ſolange ſie die von den
Vereinigten Staaten im Hay=Pauncefote=Vertrag ange=
nommenen
Grundſätze beobachten. Die Grundſätze be=
ziehen
ſich nicht darauf, was eine Nation ihren Ange=
hörigen
gewährt, ſondern auf die Behandlung, die den
fremden Nationen gegenüber angewandt wird. Taft er=
klärt
, der Vertrag ſei kein Hindernis für andere Nationen,
welche ihre den Kanal durchfahrenden Schiffe begünſtigen.
Durch den Proteſt Großbritanniens komme
man zu dem abſurden Schluß, daß die Vereinigten Staa=
ten
, die den Kanal erbauen und denen die Pflicht obliegt,
ihn zu erhalten und zu verteidigen, ihres Rechtes, ihren
Handel in ihrer eigenen Art und Weiſe zu regeln, beraubt
ſeien, während die anderen Nationen, die den Kanal als
Handelskonkurrenten der Vereinigten Staaten durch=
fahren
, dieſes Recht weiter unangetaſtet beſitzen. Taft
proteſtiert gegen die Anſicht, die Vereinigten Staaten ſoll=
ten
das Recht, ihren Handel zu regeln, aufgeben, ein Recht,
auf welches weder Großbritannien noch eine andere den
Kanal durchfahrende Nation verzichtet hätte oder verzich=
ten
wolle.
Im Repräſentantenhauſe wurde eine Bill
eingebracht, welche die Klauſel der Panamakanal=
Akte aufhebt, durch die der amerikaniſchen Küſtenſchiff=
fahrt
freie Durchfahrt gewährt wird. Der Einbringer
der Bill erklärt, ſeine Abſicht ſei, die drohenden inter=
nationalen
Verwicklungen abzuwenden. Ueber
die Bill wird verhandelt, ſobald der Kongreß im De=
zember
wieder zuſammentritt.
Die hoffnungslos verwickelte parlamenta=
riſche
Lage machte die für Sonntag erwartete Schlie=

ßung des Kongreſſes unmöglich. Beide Häuſer vertagten
ſich bis auf Montag.

Deutſches Reich.

Aufenthalt des Prinzen Heinrich
in Kiautſchou. Wie jetzt mitgeteilt wird, dürfte ſich
Prinz Heinrich von Preußen auf ſeiner Reiſe aus Anlaß
der Beiſetzungsfeierlichkeiten in Japan nicht, wie ge=
meldet
wurde, nur einige Tage, ſondern gemäß den letz=
ten
Beſtimmungen einige Wochen in Kiautſchou aufhal=
ten
, um ſich über den Stand der Dinge im Schutzgebiet
eingehend zu unterrichten, wobei auch die wirtſchaft=
liche
Lage im Schutzgebiet beſondere Berückſichtigung
finden ſoll. In ſeiner Eigenſchaft als Generalinſpekteur
der Marine wird er eine Beſichtigung der Beſatzungs=
truppen
, ſowie des Kreuzergeſchwaders vornehmen, und
ferner wird er die wichtigſten Anlagen in Tſingtau, wie
Hafen, Werft mit Dock, Elektrizitätswerk, Obſervato=
rium
, Deutſch=Chineſiſche Hochſchule uſw., beſuchen.
Außerdem ſind mehrfach Ausflüge in das Innere, ſowie
Beſuche geplant, und die von der Verwaltung geſchaf=
fenen
Kulturarbeiten werden gleichfalls in Augenſchein
genommen werden. Der Prinz beabſichtigt dann vor
allem auch mit der angeſeſſenen Kaufmannſchaft in Füh=
lung
zu treten, um deren wirtſchaftliche Wünſche und
Bedürfniſſe kennen zu lernen, wobei auch Fachleute zu=
rate
gezogen werden ſollen. Sein Eintreffen in Kiau=
tſchou
dürfte etwa am 25. September erfolgen. Da der
Tag der Beiſetzungsfeierlichkeiten in Japan noch nicht
genau feſtſteht, iſt eine nähere Beſtimmung noch=
nicht
möglich. Prinz Heinrich wird während ſeines
Aufenthaltes im Schutzgebiete in Tſingtau beim Gouver=
neur
Kapitän z. S. Meyer=Waldeck abſteigen.
Der Panzerkreuzer Goeben iſt, wie
gemeldet, nach Beendigung ſeiner Probefahrten aus der
Danziger Bucht nach Kiel zurückgekehrt, um nach kurzer
Ausrüſtung für die Herbſtmanöver in den Verband der
Hochſeeflotte einzutreten. Die Ergebniſſe der Probefahr=
ten
ſind außerordentlich zufriedenſtellend und haben die
kontraktlichen Forderungen in mehrfacher Hinſicht über=
troffen
. Der Stapellauf des Goeben fand am 28. März
1911 auf der Werft von Blohm und Voß in Hamburg
ſtatt. Den Taufakt vollzog der Kommandierende General
des 8. Armeekorps, General der Infanterie von Plötz,
der aus der Schule des Generals von Goeben hervorge=
gangen
iſt und unter ihm im Kriege von 1870 gekämpft
hat. Die Größe des Kreuzers beträgt etwa 24000 Ton=
nen
, ſeine Länge 190 Meter, die Breite 30 Meter, und der
Tiefgang 8,2 Meter. Die Armierung beſteht aus 10
28 Zentimeter=Schnelladegeſchützen (Rohrlänge 50), 12
15 Zentimeter=Schnelladegeſchützen (Rohrlänge 45), 12
15 Zentimeter=Schnelladegeſchützen (Rohrlänge 40), und
4 Unterwaſſertorpedorohren. Zum Schutz gegen feindliche
Torpedos iſt der Kreuzer mit Torpedonetzen ausgerüſtet.
Die Beſatzung beträgt 1020 Mann, darunter 31 Offiziere.
Die Hochſeeflotte verfügt jetzt über 3 große Dreadnoughts=
kreuzer
, nämlich Goeben, Moltke, und von der
Tann.
Das Schickſal des preußiſch= ſüd=
deutſchen
Lotterie=Vertrages ſcheint, nach=
dem
der bayeriſche Reichsratskammerausſchuß die Vor=
lage
genehmigt hat, doch noch nicht ganz beſiegelt zu ſein.
In den Wandelgängen der Zweiten Kammer erzählt man
ſich nämlich, daß verſchiedene Zentrumsmitglieder in
ihrem ablehnenden Standpunkt bezüglich des Lotterie=
vertrages
wankend geworden ſeien und nun doch zur
Bewilligung neigten. Trifft dies zu, ſo iſt es möglich,
daß auch das übrige Zentrum umgeſtimmt wird und
die Vorlage von der Zweiten Kammer abermals zur Be=
handlung
und Beſchlußfaſſung zurückgefordert wird.
Ein Appell des Staatsminiſters von
Schwarzburg=Rudolſtadt. Miniſter Freiherr
v. d. Recke hat anläßlich der Geburtstagsfeier des Fürſten
von Schwarzburg=Rudolſtadt eine Rede gehalten, in der
er u. a. ſſagte:
Der heutige Geburtstag unſeres Fürſten ſteht unter
dem Zeichen der politiſch ernſten Zeit, die für unſer Land
hereingebrochen iſt. In kaum 14 Tagen wird der aus
der Neuwahl wieder mit ſozialdemokratiſcher Mehrheit
hervorgegangene Landtag zuſammentreien und ſeine
Beſchlüſſe über das Wohl und Wehe des Landes faſſen,
Ernſte Sorge laſtet auf dem Fürſten und auf allen treuen
Untertanen und dieſe Sorge wirft ihre Schatten auch, in
unſere heutige Feier. Aber wir wollen als ernſte, unſerer

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Auguſt 1912.

Nummer 201.

vaterländiſchen Pflichten bewußte Männer treu zu unſerem
Fürſten ſtehen und ihn mit allen Kräften im Kampf gegen
den Umſturz unterſtützen. Mögen ſich alle treugeſinnten
Staatsbürger unter Zurückſtellung aller kleinlichen Intereſ=
ſen
zuſammenfinden in der ernſten Arbeit um das Wohl
des Landes und aller ſeiner Bewohner. Möge Gott
unſerm Fürſten in der ernſten Zeit Geſundheit, Kraft und
weiſen Nat verleihen, auf daß es ihm gelingen möge, das
Schwarzburger Volk vor der einſeitigen Klaſſenherrſchaft
der Sozialdemokratie zu bewahren.
Helfen wird dieſer Apell an die Einſicht der Wähler
wohl nichts. Auch in Rudolſtadt muß man erſt durch
Schaden klug werden.

Ausland.

Frankreich.
Franzöſiſch=marokkaniſche Entente.
General Liautey ließ dem Miniſterpräſidenten Poincaré
folgendes Telegramm des Weſirs Muley Juſſuf über=
mitteln
: In dem Augenblick, in dem das marokkaniſche
Volk in ſpontaner Weiſe die Proklamation des Sultans
vorgenommen und die Delegierten dem Sultan den
Traditionen gemäß ihre Ehrerbietung erweiſen, hielt es
der Sultan für ſeine Pflicht, dem Präſidenten der Repu=
blik
mitzuteilen, daß er entſchloſſen ſei, die Entente zu
vervollſtändigen und das freundſchaftliche Zuſammen=
arbeiten
mit Frankreich im Werke des Friedens und des
Fortſchritts des ſcherifiſchen Reiches zu vollenden, das die
beiden befreundeten Regierungen in Angriff genommen
haben. Poincaré erwiderte: Ich habe nicht verfehlt, dem
Präſidenten der Republik das Telegramm zu unterbrei=
ten
, das der Weſir an Sie gerichtet hat. Der Präſident
bittet Sie, dem Sultan mitzuteilen, er hätte mit leb=
hafteſter
Genugtuung die ihm gegebene Verſicherung ſeiner
feſten Abſicht erhalten, die Entente der beiden Länder zu
vervollſtändigen und in freundſchaftlicher Weiſe mit
Frankreich zuſammenzuarbeiten zur friedlichen Entwick=
lung
des ſcherifiſchen Reiches. Wollen Sie dem Sultan
mitteilen, er könne auf die vollſtändige Mithilfe der
republikaniſchen Regierung rechnen, die den Glauben und
die Tradition der muſelmaniſchen Bevölkerung achten will
und glücklich ſein wird, dem Sultan die Vorteile der
Ziviliſation erringen zu helfen.
Türkei.
Das Miniſterium iſt nunmehr vollſtändig. Die
Miniſter der Evkafs, des Innern, der Marine, der Juſtiz
und der Poſt (Ariſtidi Paſcha) ſind ehemalige Anhänger
oder Freunde des Komitees und vertreten die Richtung
Hilmis. Die Gruppe Kiamils umfaßt den Scheich ül
Islam, die Miniſter des Aeußern (Danich Bey), der
Finanzen, des Handels und des Unterrichts.
Die Friedensverhandlungen. Uiter=
richtete
Kreiſe warnen vor allzu großem Optimismus in
der Friedensfrage, da hier die maßgebenden Stellen keine
Neigung zu Zugeſtändniſſen in der Souveränitätsfrage
hegen.
Die kretiſche Regierung verſprach auf Ver=
langen
der Konſuln der Schutzmächte, die Abfahrt kre=
tiſcher
Freiſcharen zu verhindern, die demnächſt in Samos
landen, die türkiſche Beſatzung vertreiben und die Ver=
einigung
mit Griechenland proklamieren wollen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 27. Auguſt.

* Vom Hofe. An der Frühſtückstafel zu Schloß
Romrod am Samstag nahmen die Forſtmeiſter Hoffmann
von Romrod und Mettenheimer von Windhauſen teil.
Die Großherzoglichen Herrſchaften, die beiden Prinzen
und das Gefolge kehrten am Samstag im Laufe des Nach=
mittags
wieder nach Jagdſchloß Wolfsgarten zurück.
Prinz und Prinzeſſin Ludwig von Battenberg mit dem
Prinzen Ludwig Franz trafen am Sonntag 10 Uhr
vormittags zu Beſuch im Jagdſchloß Wolfsgarten ein.
An der Frühſtückstafel am Sonntag zu Jagdſchloß Wolfs=
garten
nahmen Kronprinzeſſin von Griechenland, Prinz

und Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen, ſowie Lord
und Lady Willingdon teil. (Darmſt. Ztg.)
* Uebertragen wurden dem Lehrer Karl Braun
zu Mainflingen, Kreis Offenbach, und dem Schulamts=
aſpiranten
Karl Schaaf aus Armsheim, Kreis Oppen=
heim
, Lehrerſtellen an der Gemeindeſchule zu Bieber,
Kreis Offenbach; dem Schulamtsaſpiranten Jakob
Markert aus Nieder=Saulheim, Kreis Oppenheim,
eine Lehrerſtelle an der katholiſchen Schule zu Lampert=
heim
, Kreis Bensheim; dem Lehrer Wilhelm Sattler
zu Groß=Hauſen, Kreis Bensheim, eine Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Bickenbach, in demſelben Kreiſe.
Auszeichnung. Dem Eiſenbahn=Oberſekretär
Wiegand bei der hieſigen Verkehrskontrolle II wurde
vom König von Preußen der Charakter als Rechnungsrat
verliehen.
G. H.Th. Vom Hoftheater. Geſtern vormittag
10 Uhr verſammelte ſich das Geſamtperſonal des Hof=
theaters
und der Hofmuſik auf der Bühne, um Herrn
Generaldirektor Dr. Eger vorgeſtellt zu werden. Die
Einführung des neuen Chefs erfolgte durch Herrn
Geheimerat Römheld.
m. In der Techniſchen Hochſchule beginnt morgen
ein Fortbildungskurſus für Lehrer. Herr Pro=
feſſor
Dr. Gg. Greim wird über Grundzüge der
Morphologie Mitteleuropas leſen. Die Veranſtaltung
der Vorleſungen geht vom Darmſtädter Lehrerverein
aus. Auch vom Lande nehmen viele Lehrer teil.
Landwirtſchaftliche Ausſtellung 1913. Von
zuſtändiger Seite wird mitgeteilt, daß die nächſte land=
wirtſchaftliche
Ausſtellung 1913 in Darm=
ſtadt
geplant iſt.
* Die Ausſtellung Der Menſch Um den Beſuch der
Ausſtellung Der Menſch in Darmſtadt zu erleichtern und
allen Schichten der Bevölkerung zu ermöglichen, hat die
Eiſenbahndirektion Mainz beſchloſſen, von
den größeren Stationen ihres Bezirks Sonderzüge
nach Darmſtadt zu ermäßigten Preiſen zu befördern.
Die Sonderzüge werden von Mainz, Frankfurt, Aſchaf=
fenburg
, Eberbach, Heidelberg, Mannheim, Worms, Bin=
gerbrück
uſw. über die Hauptſtrecken nach Darmſtadt ge=
leitet
. Auf den anſtoßenden Bahnſtrecken werden eben=
falls
Fahrkarten zu ermäßigtem Preiſe ausgegeben wer=
den
, die bis zur Ausgangs= oder einer geeigneten Ueber=
gangsſtation
zu den fahrplanmäßigen Zügen, von dieſer
aus aber nur zur Benutzung des Sonderzuges berechti=
gen
. Die Sonderzüge werden vorausſichtlich nur dritte
Klaſſe führen. Der Fahrpreis iſt auf 1,75 Pfg. pro Per=
ſon
und Tarifkilometer feſtgeſetzt worden, iſt alſo um 0,25
Pfg. billiger, als die Fahrt in 4. Wagen=
klaſſe
. Der Fahrpreis einer Fahrkarte dritter Klaſſe
für Eil= oder Perſonenzug iſt hiernach ermäßigt von
Worms nach Darmſtadt und zurück von 2,90 auf 1,65 Mk.
(Fahrpreis 4. Klaſſe 1,80 Mk.), von Mainz nach Darm=
ſtadt
und zurück von 230 auf 1,25 Mk. (4. Kl. 1,40 Mk.),
von Alzey nach Darmſtadt und zurück von 4,60 auf 2.90
Mark (4. Kl. 3 Mk.), von Bingen nach Darmſtadt und zu=
rück
von 4,10 auf 2,50 Mk. (4. Kl. 2,60 Mk.), von Heidel=
berg
nach Darmſtadt und zurück von 3,90 auf 2,30 Mk.
(4. Kl. 2,60 Mk.), von Frankfurt nach Darmſtadt und zu=
rück
von 180 auf 1,05 Mk. (4. Kl. 1,20 Mk.), von Mann=
heim
Hauptbahnhof nach Darmſtadt und zurück von 3.70
auf 2,30 Mk. (4. Kl. 2,40 Mk.). Die ermäßigten Fahrpreiſe
ſind auch billiger, als die Sonntagsfahrkarten 3. Klaſſe.
Die Tage, an denen die Sonderzüge verkehren, ſowie die
Fahrzeiten der Züge, werden demnächſt durch Aus=
hänge
bekannt gegeben werden. Die Züge wer=
den
gegen Mittag in Darmſtadt angebracht und erſt gegen
8 Uhr abends zur Rückfahrt abgelaſſen werden, ſo daß
den Reiſenden ausreichende Zeit verbleibt, die Ausſtel=
lung
eingehend zu beſichtigen. Der Eintrittspreis
in die Ausſtellung iſt für die Teilnehmer an den Sonder=
fahrten
auf 60 Pfg. für die Perſon ermäßigt
worden. Die ermäßigte Eintrittskarte wird an der Kaſſe
der Ausſtellung gegen Vorzeigung der Sonderzugsfahr=
karte
verabfolgt. Im Bedarfsfalle werden die Sonder=
züge
an verſchiedenen Tagen verkehren. So iſt anzuneh=
men
, daß des öfteren Sonderzüge zwiſchen Mainz und
Darmſtadt und Frankfurt und Darmſtadt gefahren
werden.
Außer dieſen Verwaltungsſonderzügen können auch
Geſellſchaftsſonderzüge von größeren Geſell=
ſchaften
und Vereinigungen beſtellt werden, die zu dem=
ſelben
ermäßigten Fahrpreis geſtellt werden. Da dieſe
Züge aber für den allgemeinen Verkehr nicht freigegeben
werden, ſo müſſen mindeſtens 230 Fahrkarten dritter oder
160 Fahrkarten zweiter Klaſſe von der Ausgangs= bis zu
der Beſtimmungsſtation des Sonderzuges gelöſt werden;
eine Bedingung, die bei den Verwaltungsſonderzügen
entfällt. Des weiteren iſt auf die Fahrpreisermäßigung

hinzuweiſen, die nach den geſetzlichen Tarifbeſtimmungen
über Fahrten zu wiſſenſchaftlichen und belehrenden
Zwecken, ſowie für Schulfahrten gewährt werden. Nach
den Tarifbeſtimmungen werden in Eil= und Perſonen=
zügen
zum halben Preiſe befördert: Studierende
akademiſcher Anſtalten, Kunſtſchulen und Kunſtgewerbe=
ſchulen
, ſowie Schüler von Fachſchulen und die begleiten=
den
Lehrer bei ihren unter Leitung von Lehrern unter=
nommenen
Ausflügen; die Schüler öffentlicher Schulen
oder ſtaatlich genehmigter oder beaufſichtigter Privat=
ſchulen
, auch der Fortbildungsſchulen, Seminarien, Prä=
parandenſchulen
und die begleitenden Lehrer bei unter
Aufſicht von Lehrern unternommenen Ausflügen. Die
Beförderung zum halben Preiſe in Perſonenzügen wird
ſeit dem 15. Juli dieſes Jahres auch gewährt, wenn Ver=
eine
, die einer ſtaatlich geförderten beſonders bekanntge=
gebenen
Organiſation fur Jugendpflege, insbeſon=
dere
dem Bund Jungdeutſchland angehö=
ren
, unter Leitung Ausflüge unternehmen, und zwar den
jugendlichen Perſonen, die das 20. Lebensjahr noch nicht
vollendet haben, ſowie den leitenden erwachſenen Per=
ſonen
. Nähere Auskunft hierüber kann bei allen Fahr=
kartenausgaben
eingeholt werden Bei der allgemein
anerkannten großen Bedeutung, die der Ausſtellung Der
Menſch durch ihre außerordentlich anſchauliche und er=
ſchöpfende
Darſtellung des Gebietes der Volksgeſund=
heits
= und Körperpflege zukommt, wäre es erwünſcht,
wenn von den von der Eiſenbahnverwaltung geſchaffenen
billigen Beförderungsgelegenheiten in umfangreichſtem
Maße Gebrauch gemacht werden würde.
Eugen Bracht=Ausſtellung. Häufiger Nach=
frage
entſprechend iſt jetzt eine Reihe von 12 Poſt=
karten
der Eugen Bracht=Ausſtellung erſchienen.
Sie zeigen 12 der bemerkenswerten Werke des Künſtlers
in Lichtdrucktechnik. Die gut ausgeführten Karten ſind
einzeln wie auch ſerienweiſe zu haben; ſie werden nur
an der Tageskaſſe im Ausſtellungsgebäude ver=
kauft
. Ferner ſei allgemein darauf aufmerkſam gemacht,
daß die Ausgabe von Vereinskarten zu ermäßigten
Preiſen (50 Pfennig) in Blocks zu 20 Stück begonnen
hat. Verkaufsſtellen ſind die Tageskaſſe im Aus=
ſtellungsgebäude
und das Verkehrsbureau auf dem
Ernſt=Ludwigsplatz. An beiden Stellen wird nähere
Auskunft gern erteilt.
Ein Jingdeutſchlandfeſt in Darmſtadt. Die hieſige
Ortsgruppe Jungdeutſchland will der Be=
völkerung
am 8. September auf dem Infanterie=
Exerzierplatz eine große Ueberſichtsleiſt=
ung
der Darmſtädter vereinigten Jugend bieten. In
zwangloſer Weiſe, für jedermann unentgeltlich, iſt der
Jugendſport an dieſem Tage zu ſchauen. Der vorläufi=
gen
Feſtordnung entnehmen wir, daß ſich alle Verbände
um 2 Uhr mittags am Muſeum aufſtellen, mit Muſik zum
Exerzierplatz ziehen und dort dem Publikum ihr Können
vorführen. Vorgeſehen ſind große turneriſche Aufführ=
ungen
, Kriegsſpiele, Fußballwettkämpfe, Fauſtball= und
ähnliche Spiele, Feldlager und Abkochen der Pfadfinder,
Vorführung von Winker= und Heliographenabteilungen
u. a. m. Die Uebungen beginnen um 3 Uhr und ſind um
6 Uhr beendet. Sie werden durch einen Männerchor ein=
geleitet
und durch das Muſikkorps des Leibgarde= Infan=
terie
=Regiments Nr. 115 begleitet. Die Bevölkerung hat
zu allen Spielen freien Zutritt. Abſperrungsmaßregeln
werden nicht getroffen. Die Jungens ſelbſt wollen für
Ordnung ſorgen, und das Publikum wird gebeten, die
Abgrenzung dieſer jungen Ordner zu reſpektieren. Das
ganze Feſt wird in einem kleinen Werkchen beſchrieben,
das am Platze für 10 Pfg. durch Pfadfinder und Wander=
vögel
verkauft wird.
O.K. Odenwaldklub. Noch lag Darmſtadt in fried=
licher
Ruhe, als die hieſige Ortsgruppe vorgeſtern zu der
fünften programmäßigen Wanderung auszog. Die
letzten Kaffeehausgäſte ſchickten ſich gerade an, den Heim=
weg
anzutreten, als die Straßen von den kräftigen Schrit=
ten
der Wandersleute widerhallten. Wer an einer zahl=
reichen
Beteiligung gezweifelt hatte, mußte am Haupt=
bahnhof
bekennen, daß weder Frühaufſtehen noch ungün=
ſtige
Wetterausſichten imſtande ſind, die erprobten Män=
ner
des Odenwaldklubs von den ſo beliebten gemein=
ſchaftlichen
Wanderungen abzuhalten. Der Zug 4.24 Uhr
brachte nahezu 100 Mitglieder an den Ausgangsort der
Tour: Butzbach. Unter Führung der Herren Dr. Puth
und Wetzſtein ging es von hier aus durch eine ſchöne
Allee, dann in herrlichem Wald, mit dem intereſſanten
Limes=Graben, zum Hausberg. Nach kurzer Sammelraſt
wurde die Wanderung fortgeſetzt. Sie führte durch das
prächtige Iſſeltal, das in ſeinen Waldbeſtänden, den ſatt=
grünen
Wieſen mit lieblicher Flora, dem Auge herrliche
Bilder darbot. Am Forſthaus Hubertus angelangt,

Mit dem Motor ins innerſte Afrika.
Von Oberleutnant Paul Graetz.
III.
Kinſhaſa der Start.
Stanley=Pool 7. Juli.

Kinſhaſa hat dank ſeiner günſtigen Lage für die
Schiffahrt als Handels= und Verkehrsplatz das 8 Kilo=
meter
unterhalb gelegene Leopoldville überflügelt, welches
jedoch als Sitz der Regierung ſeine Bedeutung behält.
Die durch zahlreiche Inſeln geteilten Waſſermaſſen des
ſeeartigen Stanley=Pool zwängen ſich bei Leopoldville mit
gewaltiger Strömung wieder in ein einziges Bett. Hier
erlitten ſchon die erfahrenſten Piloten Schiffbruch. Hier
heißt es Anker klar Wehe dem Schiff, das von den
Strudeln fortgeriſſen, dem Waſſerfall von Kalulu zuge=
trieben
wird, es iſt unrettbar verloren Einſt rollte ein
ganzer Dampfer über die Fälle und fand mit Mann und
Maus in der Tiefe ſein Grab. Welchem Schickſal ſchauſt
du entgegen, mein Motorboot, kleine Hygiama?
Unſer erſter Weg in Kinſhaſa geht zur Sociéts Belgo=
Allemande. Dieſen ſchönen Namen führt jetzt die von
C. Woermann=Hamburg aufgekaufte ehemalige deutſche
Firma Walther Karl, der ich im Vorjahre den Transport
und die Verteilung meiner Etappenvorräte für die Sta=
tionen
von der Weſtküſte am Kongo aufwärts bis zum
Luapula in Zentralafrika anvertraut hatte. Hier eröffnet
uns der Agent ein bärtiger Bajuave mit echt tropiſchen
Manieren, daß weder Petroleum noch Verpflegungs=
etappen
für die Expedition bereit lägen. Ich greife mir
an die Naſe, um mich zu vergewiſſern, daß ich mich nicht
etwa im Traumzuſtand befinde. Ich habe doch einen
Brief Ihrer Geſellſchaft, ſogar von Ihnen unterſchrieben
mit der Zuſicherung, daß ich auf meinen Etappenplätzen je
100 Liter Petroleum vorfinden werde! Jawohl, das
hab ich auch geſchrieben. Inzwiſchen iſt jedoch von C.
Woermann die Weiſung eingelaufen, daß unſere Geſell=
ſchaft
die von Walther Karl für ihre Expedition über=
nommenen
Verpflichtungen nichts angehen, worauf ich die
Etappenlegung inhibiert habe. Soviel ich weiß, iſt Ihnen
auch kürglich Ihr Guthaben von zirka 3500 Francs aus=

gezahlt worden. Das iſt wohl der Gipfel der Rück=
ſichtsloſigkeit
gegenüber einer deutſchen Expedition, mir
nicht wenigſtens an meine Ihnen bekannte Adreſſe Mit=
teilung
zu machen, daß kein Petroleum gelegt iſt. Sie
haben mir einen Konto=Auszug über zirka 3½ Tauſend
Francs geſandt, darf ich vielleicht wiſſen, was aus den
andern Tauſenden geworden, die ich ſeinerzeit an Walther
Karl überwieſen? Die Bücher hat der Mitinhaber der
früheren Firma Walther Karl mit ſich nach Eu=
ropa
genommen. Ein würdiger Kompatriot, dieſer
Belgo=Alemanne! Die alten Griechen würden ſolch einen
Mann des Vaterlandes verweiſen die alten Römer wür=
den
ihn in die Verbannung ſchicken, die Nubier würden
ihn an den Pranger ſtellen, unſere Vorfahren würden ihn
mit Schimpf und Schande vom Malſtein verjagen, das
Mittelalter würde ihn vierteilen wir wenden dieſem
edlen Jünger Merkurs den Rücken
Wie der Hirſch nach Waſſer ſchreit, ſo ſchreie ich jetzt
nach Petroleum doch mein Schrei verhallt. Es gibt im
ganzen Kongo kein Petroleum, da die einzige Petroleum=
geſellſchaft
, die den Kongo ſeit Jahren mit dieſem edlen
Naß verſah, vor kurzem in Matadi aufgeflogen iſt. Alle
Firmen erwarten das telegraphiſch in Europa beſtellte
Petroleum mit den nächſten Dampfern. Augenblicklich iſt
der Kongo von Petroleum entblößt.
Am Start des Rennens gleich ein ſchier unüber=
windbares
Hindernis! Ich drahte an alle Möglichkeiten
um Petroleum und habe das Glück, zwanzig Kiſten von
der Eiſenbahndirektion Matadi, weitere neun Kiſten aus
Privathänden zu bekommen. Das auf Hunderte von Mei=
len
im Umkreis greifbare Petroleum befindet ſich binnen
einer Woche in meinem Beſitz, genug für die Expedition
durch unſere neue Kolonie Neukamerun: Innerhalb eines
Monats folgen dreißig weitere Kiſten nach dem oberen
Kongo oberhalb der Sanghamündung. Die Vollendung
der Durchquerung Afrikas im Motorboot ſcheint geſichert.
Der Preis einer Kiſte Petroleum von dreißig Litern iſt auf
dreißig Francs geſtiegen. Dazu traten die enorm teuren
Transportſpeſen, für welche als Maßſtab die Eiſenbahn=
koſten
Matadi-Kinſhaſa 390 Kilometer für drei
Paſſagiere und die Hygiama dienen mögen: 1838
Francs. Der Adminiſtrato du chemin de fer du

Congo hatte mir bei meinem Beſuch in Brüſſel die Koſten
auf nur 734 Francs berechnet.
Im Verkrauen auf meine Etappen hatte ich nur ein paar
tauſend Francs mitgeführt, welche für die unvorherzu=
ſehenden
Ausgaben nicht ausreichen. Ich lenke meinen
Schritt zum Telegraphenbureau: Der Telegraph nach
Europa iſt unterbrochen, der Betrieb iſt auf Wochen ge=
ſtört
.
Kaum haben wir das erſte Hindernis genommen
und ich will eben auf der Geraden mit Zinko losſauſen,
da erſteht wie aus der Verſenkung vor uns die zweite
Hürde. Woher jetzt Geld nehmen und nicht ſtehlen?
Ich offenbare meine Lage dem liebenswürdigen Direk=
tor
der belgiſchen Transportgeſellſchaft Citas Monſieur
Hauzeur, welcher den Transport für die Expedition des
Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg übernommen
hatte und mir ein als Erinnerung daran von Seiner
Hoheit erhaltenes Präſent in Geſtalt eines Taſchenfeuer=
zeugs
gezeigt hatte Monſieur Hauzeur erkklärt ſich ſofort
bereit, mir Kredit bis Stanleyville, wohin ich bis zu
meiner Ankunft im September von Europa aus Geld an=
weiſen
laſſen kann, zu gewähren, obwohl mein bisheriger
Reiſebegleiter unter dem Einfluß eines ſtellenloſen Deut=
ſchen
, der ihm verſprochen hat, ihn im franzöſiſchen Kongo
bis zur Abfahrtſtelle des nächſten Heimatsdampfers auf Ele=
fanten
zu bringen, dieſen Kredit zu vereiteln ſucht aus
dem Intereſſe heraus die Undurchführbarkeit meiner Ex=
pedition
und damit die Berechtigung ſeiner Rückkehr nach
Europa vor der Welt zu beweiſen. Doch die lieben
Landsleute hatten nicht mit der Ehrenhaftigkeit des Mon=
ſieur
Hauzeur gerechnet.
Trotz allem Geſchehenen ſtelle ich freiwillig und koſten=
los
den beiden Herren eines meiner Zelte mit geſamter
Lagerausrüſtung zur Verfügung für den ſeitens meines
ehemaligen Reiſekameraden geleiſteten Zuſchuß zu den Ex=
peditionskoſten
und um zu vermeiden, daß ſich womöglich
gar Deutſche in einer fremden Kolonie vor Gericht gegen=
überſtehen
. .
Hallo! Die Bahn iſt frei! Nach zehn Tagen uner=
quicklichen
Kämpfens und Ringens. . . Jetzt beginnt der
Kampf mit den Elementen, mit den Mächten der Natur,
ein ehrlicher Kampf mit offenem Viſier! Zinkos helle

[ ][  ][ ]

Nummer 201.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Auguſt 1912.

Seite 3.

twurde gefrühſtückt. Den von zu Hauſe mitgebrachten
Vorräten wurde kräftig zugeſprochen, und wer ſich nicht
vorgeſehen hatte, wußte ſich ſchon Speiſe und Trank zu
verſchaffen. Weiter ging’s dann über Ziegenberg an der
Ulfa nach dem Winterſtein. Das Forſthaus bot den
heiß erſehnten Labetrunk. Das Odenwaldklub=Wetter war
ſelbſtverſtändlich eingetroffen. Die Schleuſen des Him=
mels
blieben am ganzen Tag geſchloſſen. Dafür verbrei=
tete
aber die feuchtwarme Luft eine Schwüle, die drückend
auf den Wanderern laſtete und ſie durſtig werden ließ.
Auf dem Winterſtein genoß man die prächtige Fernſicht
in die fruchtbare Wetterau. Schon grüßte Friedberg.
Doch war noch der Umweg nach Bad Nauheim zu machen.
Nach einer knappen Stunde war man hier angelangt.
Unter der liebenswürdigen Führung des Herrn Rechts=
anwalts
Dr. Seyd von Friedberg war es möglich, die
herrlichen Kuranlagen des berühmten Badeortes in der
zur Verfügung ſtehenden kurzen Zeit zu beſichtigen. Da
die Zeit inzwiſchen vorgeſchritten war, ging es nun in
beſchleunigtem Tempo nach Friedberg. Das Hotel Trapp
wartete hier mit einem ganz vorzüglichen Mahle auf. In
ſeiner Rede dankte Herr Profeſſor Kiſſinger den Gäſten
für ihr Erſcheinen und den Führern und Herrn Rechts=
anwalt
Dr. Seyd für ihre Mühewaltung. Ihnen allen
galt das Friſch auf! der wackeren Geſellen. Ferner
ſprachen Herr Realſchuldirektor Ritzert aus Friedberg, er
hatte die Tour von Anfang an mitgemacht, und Herr
Kreisrat Schliephake, der den Wanderern in liebenswür=
diger
Weiſe bis zum Winterſtein entgegen gegangen war.
Die Herren toaſteten auf das Blühen und Gedeihen der
Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs. In froher
Geſelligkeit war es raſch Zeit zum Aufbruch geworden.
Gegen 8 Uhr wurde die Heimreiſe angetreten, in dem Be=
wußtſein
, einen ſchönen Tag verlebt zu haben. Friſch
auf! nun zur diesjährigen Hauptverſammlung des Ver=
bandes
Deutſcher Gebirgs= und Wandervereine in den
Tagen vom 30. Auguſt bis 2. September, zum 25.
Deutſchen Wandertag in Büdingen. Vorherige Anmeld=
ung
der Teilnehmer an Herrn Reallehrer Ruth in =
dingen
iſt zu empfehlen.
* Vogelsberger Höhenklub, Sektion Darmſtadt.
Nach einer mehrwöchigen Pauſe führte am letzten
Sonntag die Sektion Darmſtadt des Vogelsberger
Höhenklubs ſeine Getreuen auf der 5. Wanderung
wieder einmal in die Gefilde des Odenwaldes. Die vor=
geſehene
Marſchroute Darmſtadt - Burgwald-
Nieder=Modau-Rheinheim gelangte programm=
mäßig
zur Ausführung. Pünktlich um 7 Uhr, wie man
es auch nicht anders gewöhnt iſt, war eine Schar wackerer
Vereinsſchweſtern und=Brüder (nahezu 60 an der Zahl)
zum Abmarſch am Böllenfalltor bereit. Der ſchon ſeit
ſeiniger Zeit anhaltende Regen war nicht imſtande, die
Wanderluſt zu unterdrücken. Trotzdem war es mit
Freuden zu begrüßen, daß der Himmel ſeine Schleuſen
gut verwahrte und ſozuſagen faſt während der ganzen
Wanderung, mit Ausnahme von einigen kleinen Spritzern,
das edle Naß nicht auf die wandernde muntere Schar,
niederging. Als ſogar noch am Schluß der Wanderung
der Himmel ſich lichtete und die ſchon lang erſehnte
Sonne ihre wärmenden Strahlen niederſandte, da ſchlug
jedem das Herz noch viel höher in der Bruſt, denn die
erquickende, echte Odenwaldluft kam hierdurch noch viel
mehr zur Geltung und übte ihre ſtärkende Wirkung
auf alle Teilnehmer aus, ſo daß allgemein geäußert
wurde, noch keine ſchönere Tour in dieſer Beziebung
(mitgemacht zu haben. Nach einer etwa 6ſtündigen
Marſchzeit über Nieder=Modau, wo eine längere Stär=
kungspauſe
bei Gaſtwirt Schaller gemacht wurde, dann
über Rohrbach, wurde gegen 2½ Uhr Reinheim, das
Endziel der Wanderung, erreicht. In den wunderſchön
geſchmückten Räumlichkeiten des Darmſtädter Hofes
wurde dann dem gemütlichen Teil in reichem Maße
Rechnung getragen. Nach genügender Leibesſtärkung
folgten Geſangs=, humoriſtiſche nnd Klaviervorträge, ab=
wechſelnd
mit einem Tänzchen, ſo daß die Stunden
ſchnell dahinflogen. Nur allzufrüh ertönte der Ruf der
Führer, der zum Aufbruch mahnte. Unter herrlichem
Sonnenſchein führte das Dampfroß die Teilnehmer
wieder der Reſidenz zu und beim Scheiden ertönte all=
ſeits
der Ruf: Auf Wiederſehen!
* Innere Miſſion. Für die am 15. und 16. September
in Darmſtadt ſtattfindende 48. Jahresver=
ſammlung
des Heſſiſchen Landesvereins
für Innere Miſſion iſt es ggelungen, einige hervor=
ragende
Referenten zu gewinnen. In der Hauptver=
ſammlung
ſoll über das aktuelle Thema verhandelt
werden: Das Verhältnis der Inneren Miſſion zur Ge=
meindeorganiſation
und zur Humanität: Referent iſt

der auf dieſem Gebiet bekannte Pfarrer Wurm= Stutt=
gart
. Der Gegenſtand ſelbſt wird die Vertreter der Inne=
ren
Miſſion wie die zahlreichen und eifrigen Mitglieder
der Konferenz für evangeliſche Gemeindearbeit lebhaft
intereſſieren. Mitten ins praktiſche Leben greifen die vor=
geſehenen
Referate über zwei gefährliche Feinde für die
phyſiſche und moraliſche Geſundheit unſeres Volkslebens:
Trunkſucht und Unzucht. Die berufenen Vertreter für
dieſe Themata ſind in der praktiſchen Arbeit ſtehende Per=
ſönlichkeiten
: Herr Dr. Burckhardt=Berlin, der Ge=
ſchäftsführer
des kirchlichen Blauen Kreuzes, und Fräu=
lein
Gradwohl Fürſorgedame beim Städtiſchen
Pflegeamt Darmſtadt. Für weitere Kreiſe berechnet iſt
der Familienabend am Sonntag abend, in welchem Herr
Pfarrer D. Dr. Diehl=Darmſtadt Bilder aus der chriſt=
lichen
Liebestätigkeit des heſſiſchen Pietismus und Herr
Dr. Burckhardt=Berlin Bilder aus der Nüchternheits=
bewegung
unſerer Tage vorführen wird. Dadurch, daß
die Veranſtaltungen auf den Sonntag abend, ſowie den
Montag vormittag und nachmittag verteilt ſind, iſt den
verſchiedenen Berufsklaſſen, Männern und Frauen, Ge=
legenheit
gegeben, ſich nach Wahl und Möglichkeit daran
zu beteiligen.
* Vortrag über Frauenmiſſion. Im kirchlichen
Leben der Gegenwart fällt unſerer Frauenwelt eine be=
ſonders
wichtige Aufgabe zu. Wie ſehr dies auch auf
auf dem Gebiete der Heidenmiſſion der Fall iſt, ſoll ein
Vortrag zeigen, den eine Berufsarbeiterin für Frauen=
mifſion
, die ſelbſt Jahre lang auf dem Miſſionsfeld in
Indien gearbeitet hat, hier halten wird. Alle, die ſich
für das Referat der Miſſion und der kirchlichen Frauen=
arbeit
intereſſieren, ſeien deshalb auf dieſen Vortrag,
der nächſten Mittwoch abend im Gemeindehaus der
Petrus=Gemeinde ſtattfindet, auch an dieſer Stelle auf=
merkſam
gemacht. (Näheres ſiehe Auzeige.)
Der Darmſtädter Vortragsverband iſt in der
Lage, ſeinen dieswinterlichen Zyklus mit einem ganz
beſonders intereſſanten Vortragsabend eröffnen zu können.
Auf Anregung des Darmſtädter Journaliſten= und
Schriftſteller=Vereins hat ſich Herr Generaldirektor Dr.
Paul Eger in liebenswürdigſter Weiſe bereit erklärt,
am 20. September einen Vortrag über: Das moderne
Theater zu halten, ein Thema, das dem neuen Leiter
unſerer Hofbühne erwünſchte Gelegenheit geben wird,
ſein künſtleriſches Programm vor dem Darmſtädter
Publikum zu entwickeln. Da der Andrang zu dieſem
Vortragsabend vorausſichtlich groß ſein wird, wird der
Vorverkauf bereits demnächſt im Verkehrsbureau er=
öffnet
werden.
Für die Lutherfeſtſpiel=Aufführungen im Herbſt
hat ſich ein Ehrenausſchuß gebildet, dem, wie wir
hören, folgende Herren beigetreten ſind: Finanzminiſter
Dr. Braun, Provinzialdirektor Fey, Prälat D. Dr.
Flöring, Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, Ober=
konſiſtorialpräſident
D. Nebel, Diviſionskommandeur
Generalleutnant von Plüskow, Stadtkommandant
Generalmajor von Randow, Geheimerat Römheld
und Hofmarſchall Freiherr von Ungern=Sternberg.
M. Der Vogelſchutzverein für das Großherzog=
tum
Heſſen hält am 9. September zu Bad Nauheim
im Saale des Kurhauſes ſeine diesjährige Mit=
gliederverſammlung
ab. Herr Baurat Schöberl=
Darmſtadt hält dabei einen Vortrag über: Die Ge=
fahren
der Hochſpannanlagen für die Vogelwelt‟ Nach=
mittags
findet eine Beſichtigung der Niſtgelegenheiten
für die Vögel im Park und der Neuanlagen ſtatt.
Ortsgewerbeverein. Es ſei auf die noch=
malige
Ausgabe von ermäßigten Karten für die
Ausſtellung Der Menſch hingewieſen. (Näheres
ſiehe Anzeige.)
Das Legen der Schienen für die elektriſche Bahn
nach dem Oſtbahnhof iſt auf dem früheren Schlacht=
hausplatz
beendet und der Platz ſelbſt mit Steinpflaſter
verſehen worden. Es bleibt nur eine kurze Strecke von
der Großen Ochſengaſſe über den Schillerplatz herzu=
ſtellen
übrig. Die Arbeiten ſchreiten ſehr raſch vorwärts.
Die Schienenanlage reicht bis an die Stiftſtraße. Hier
iſt die Mauer des Gartens an der Knabenarbeits=
anſtalt
niedergelegt und der neue Weg, der durch die
Gärten führt, verebnet. Von dem Oſtbahnhofe iſt neben
dem Woog her ein breiter Damm für die elektriſche
Straßenbahn aufgeſchüttet worden. Der Durchbruch
durch die dortigen Gärten erfolgt wahrſcheinlich nach
dem Herbſte.
* In hilfloſem Zuſtande aufgefunden wurde geſtern
nacht gegen 5 Uhr ein Hauſierer im Schloßgraben und
mußte durch die Sanitätswache in das Städtiſche
Krankenhaus gebracht werden.

gs. Unfall. Geſtern vormittag 7 Uhr kam ein
Schloſſerlehrling in einer hieſigen Maſchinenfabrik mit
dem rechten Arm in die Transmiſſion und zog
ſich mehrere Knochenbrüche zu. Der Verun=
glückte
wurde von der Rettungswache mittels Kranken=
wagens
in das Städtiſche Krankenhaus gebracht.

* Arheilgen, 26. Aug. Der hieſige Volksbild=
ungsverein
hat bereits ſein Winterprogramm
für 1912/13 aufgeſtellt. Es ſind ſieben wiſſenſchaftliche
Vorträge, die vorausſichtlich allgemeines Intereſſe er=
wecken
werden. Der erſte Vortrag findet am 15. Septem=
ber
durch Herrn Lehrer Vetter ſtatt, betitelt: Der
große Brand von Arheilgen 1569.
Nieder=Ramſtadt, 26. Aug. Hier fand geſtern unter
zahlreicher Beteiligung von Krieger= und Militärvereinen
und Vertretern der Behörden die Enthüllung des
von dem verſtorbenen Frankfurter Metzgermeiſter Kilian,
einem geborenen Nieder=Ramſtädter, geſtifteten Krieger=
denkmals
ſtatt. Am Samstag abend 9 Uhr wurden
die Feſtlichkeiten durch einen Fackelzug mit darauf=
folgendem
Feuerwerk und Muſikvorträgen der Kapelle der
61er eingeleitet. Geſtern um 5 Uhr war Wecken und um
9 Uhr Feſtgottesdienſt. Nachmittags gegen 2 Uhr fand
dann ein Feſtzug zum Denkmal ſtatt, an dem viele Vereine
teilnahmen. Vor dem Denkmal hatten unterdes die Ehren=
gäſte
Platz genommen, u. a. die Regierungsräte v. Werner
und Dr. Reinhart, Vizeadmiral Weſtphal, Oberſt v.
Falkenhagen, Oberſtleutnant Mootz und Oberſtleutnant v.
Buttlar. Nach dem vom Geſangverein Harmonie vorge=
tragenen
Chor Zu Haſſias Preis erfolgte die Uebergabe
des Denkmals durch ſeinen Schöpfer, Bildhauer Scholl=
Darmſtadt, an die Gemeinde. Bürgermeiſter Appel
übernahm im Namen der Gemeinde das Denkmal, worauf
die Hülle fiel. Herr Oberleutnant der Reſerve Rechts=
anwalt
Dr. Bopp hielt hierauf die Feſtrede, in der
er der Heimatsliebe des verſtorbenen Stifters warm ge=
dachte
, deſſen Wunſch es war, daß das Denkmal Zeugnis
davon ablegen ſolle, wieviel Söhne Nieder=Ramſtadts mit
hinausgegangen ſind auf jene Felder, wo des deutſchen
Reiches Einheit mit Blut und Eiſen begründet wurde.
Seine Rede klang in ein dreifaches Hurra auf Kaiſer und
Großherzog aus, in welches die Feſtverſammlung froh mit
einſtimmte. Die Feſtteilnehmer begaben ſich nun nach dem
Feſtplatz, wo ſich ein bewegtes frohes Treiben entwickelte.
Das Denkmal, das am Kreuzungspunkt der nach Darm=
ſtadt
, Eberſtadt und Ober=Ramſtadt führenden Straßen
errichtet iſt, beſteht aus einem 3 Meter breiten und 5 Meter
hohen impoſanten Aufbau aus Muſchelkalk. An der Vor=
derſeite
trägt ein Schild die Aufſchrift: Dem Andenken
der tapferen Teilnehmer des glorreichen Feldzuges
1870/71, gewidmet. Eine Tafel auf der Rückſeite trägt die
Namen der Kriegsteilnehmer aus Nieder=Ramſtadt.
* Griesheim, 26. Aug. Billige Süßigkei=
ten
gab es geſtern hier gelegentlich des Kirchweihfeſtes,
indem ein Darmſtädter Automobil beim Einbiegen in
eine Straße die Kurve zu kurz nahm und dabei eine
Zuckerbude vollſtändig umriß. Der geſamte ſüße Be=
ſtand
wurde hierbei auf die Straße geſchleudert und da
der Budenbeſitzer ſich nunmehr als ausverkauft anſah,
hatte die liebe Jugend eine willkommene Ernte. Für
den Automobillenker dürfte es aber keine ſüße Erinner=
ung
an die Griesheimer Kerb werden.
Gernsheim, 26. Aug. Die hieſige Stadt dürfte bald
auf ſehr billige Weiſe zu einem Waſſerwerke kom=
men
. Die Firma Nohl zu Darmſtadt hat ſich näm=
lich
an das hieſige Stadtkollegium mit der Bitte gewandt,
ihr die Konzeſſion für ein Waſſerwerk zu erteilen, durch:
das ſie Gernsheim mit Waſſer verſorgen wolle. Die Firma
will die geſamte Anlage auf eigene Koſten herſtellen. Der
Vorſchlag wird in der Bürgerſchaft lebhaft erörtert und
dürfte leicht Verwirklichung finden.
Offenbach, 26. Aug. Mit der Inangriffnahme des
von der Offenbacher Stadtverordnetenverſammlung ge=
nehmigten
Bahnhofsumbauprojektes ſoll im
kommenden Frühjahr begonnen werden. Zu=
nächſt
ſoll der neue Güterbahnhof in Angriff genommen
werden, der im Oſten der Stadt in der Nähe des Läm=
merſpielerweges
errichtet wird. Das 1½ Jahre alte
Söhnchen des Arbeiters Neffſtürzte in einem unbe=
wachten
Augenblick aus der im dritten Stock in der
Herrnſtraße gelegenen Wohnung herab und wurde
ſchwerverletzt ins ſtädtiſche Krankenhaus gebracht, wo es
am Sonntag mittag ſtarb.
Offenbach, 25. Aug. In der Nacht zum Sonntag
wurde die 42jährige Ehefrau Glaſſen von ihrem Ge=
liebten
, dem 38jährigen Gelegenheitsarbeiter Eugen

Augen leuchten vor Freude. Die Hygiama iſt augenblick=
ilch
das ſchnellſte Boot auf dem Kongo. Luſtig ſchallt das
Knattern des deutſchen Motors über die breite Waſſer=
fläche
des Kongos bis hinüber nach Brazzaville der
Hauptſtadt des franzöſiſchen Kongo. Die erſte deutſche
Fagge auf dem Kongo weht vom Heck der Hygiama
der Wimpel vom Motor=Jacht=Klub von Deutſchland
ſpielt heiter im Winde. Wir haben keinen Lotſen an
Bord. Zinko führt das Steuer Hinüber nach der Inſel
Bama, die Boje in der Mitte des Stromarmes ſteuerbord
laſſend und dann an dem bewaldeten Eiland entlang.
Der Motor kämpft brav gegen die 4 Meilen Stromge=
ſchwindigkeit
an, ſeine Hauptprüfung ſoll er erſt im ſoge=
nannten
Kanal beſtehen, öſtlich vom Stanley=Pool, wo
ſich der Kongo mehrere Tagesfahrten mit einer 8 Meilen
Stromkraft durch die hochragenden Wände des Malugu=
gebirges
hindurchkämpft, dort wo nach der Anſicht aller
Sachverſtändigen des belgiſchen und franzöſiſchen Kongo
unſerer Fahrt bereits ein Ziel geſetzt iſt, wie unſer ab=
trünniger
Gefährte ſchließlich behauptete, um ſeine Hand=
lungsweiſe
zu bemänteln.
Wo die Inſel Bamu in flache Wieſenſtreifen über=
geht
, wird nach dem linken Ufer hinübergekreuzt, durch
Schilfgrasinſeln und Sandbänke hindurch an der Delta=
mündung
des Sele=Nebenfluſſes vorüber in genau nörd=
lichem
Kurs. Die grauen Konturen des Pie Inga heben
ſich aus dem Wolkenſchleier hervor. Die Boys weiſen
nach vorn. Ein Dampfer. Wir holen auf. Ueber der weiß=
glänzenden
Giſchtmaſſe des Heckrades weht Belgiens
Flagge: Die Citas die 4 Stunden vor der Hygiama
den Anker lichtete ſie macht gerade an einer Holzſtation
feſt. Wir gehen längsſeit. Die Paſſagiere ſtehen winkend
an Deck. Der Kapitän warnt uns, ohne Lotſen den Ka=
nal
zu nehmen. So beſchließen wir im Fahrwaſſer der
Citas zu ſteuern. Wir müſſen öfter auskuppeln um
gleiche Fahrt zu machen Wo der Kekaberg aus dem Waſſer
des Kongo emporſteigt, liegen auf einer Blöße einige
Hütten, Maluku, eine Holzſtation, wo wir für die Nacht
zum 8. Juli feſtmachen.

Feuilleton.

Ingeniöſe Erfinder. Obwohl auch in Amerika der
Sommer diesmal außergewöhnlich niedrige Temperaturen

aufwies, haben doch in den Zeitungen jene Erſcheinungen
nicht gefehlt, die ſonſt gewöhnlich auf einen hohen Hitze=
grad
der Luft und der Phantaſie ſchließen laſſen. Unter
den Aufſehen) erregenden Neuigkeiten, die die Spalten
füllen, ragen einige ingeniöſe Erfindungen hervor, die die
Geiſteskraft der Yankkees weniger von der praktiſchen,
als von der phantaſtiſchen Seite zeigen. So hat der Pro=
feſſor
an der phyſikaliſchen Abteilung der Harvard Univer=
ſität
, Dr. Percy Bridgman die ſtaunende Welt mit der
großen Nachricht beglückt, daß es ihm gelungen, heißes
Eis herzuſtellen. Nach den ausführlichen Telegrammen
aus Boſton, die dieſe Entdeckung gebührend feiern, iſt es
dem Gelehrten nicht ganz leicht geworden, dies Reſultat
zu erzielen. Heißes Eis wird fabriziert, indem man
Waſſer unter einen außerordentlich ſtarken Druck bringt
und zu gleicher Zeit die Temperatur reguliert. Der dabei
benutzte Apparat beſteht aus einer hydraulichen Preſſe und
einer ſehr dicken Stahlröhre, die das Waſſer enthält. Es
mußte ein Druck von 20000 Atmoſphären, d. h. über 300 000
Pfund auf einen Quadratzoll, und eine Temperatur von
nicht weniger als 173 Grad Fahrenheit hervorgebracht
werden, bis das heiße Eis glücklich in die Erſcheinung
getreten war. Eine andere Geſchichte die die Erfinder=
leidenſchaft
der Amerikaner illuſtriert, beginnt mit der
Annonce des Magiſtrats einer Stadt, durch die eine gute
Rattenfalle geſucht wurde. (Das Rathaus wurde nämlich von
dieſen Nagetieren arg beläſtigt und ein Beamter hatte ſich
die Aufgabe geſtellt, ihrem Treiben ein Ende zu machen.
Das Reſultat der Annonce war furchtbar: aus allen Teilen
der Vereinigten Staaten trafen Rattenfallen der ver=
ſchiedenſten
Art und Konſtruktion ein, jede mit Gebrauchs=
anweiſung
und den leidenſchaftlichſten Anpreiſungen ver=
ſehen
. Ein ganzes Zimmer wurde mit dieſen Mord=
inſtrumenten
angefüllt, unter denen alle Arten der Tötung
vertreten ſind, die die Menſchheit kennt. Die Ratten wer=
den
durch Elektrizität hingerichtet; ſie werden guillotiniert,
ertränkt, erſtickt und zum Selbſtmord gezwungen. Die
Idee eines ingeniöſen Erfinders, der erklärt, daß er die
Ratten zwingen kann, ſich ſelbſt zu töten, beſteht darin,
daß er empfiehlt, vor die Rattenlöcher Lauge zu ſtreuen.
Die Ratten werden Lauge an ihre Füße bekommen, und
das wird ſie nach ſeiner Anſicht ſo brennen, daß ſie ſie
ſchnell ablecken und damit ſich ſelbſt vergiften werden. Eine
andere Falle iſt ſo eingerichtet, daß ſie die Ratten mit

einem furchtbaren Griff packt und mit großer Gewalt au=
tomatiſch
gegen eine 15 Fuß entfernte Mauer ſchleudert.
Der Rattentöter des Magiſtrats iſt in größer Verlegenheit,
denn er weiß nicht, welcher Methode er ſich bedienen ſoll,
um die Tiere aus den heiligen Hallen des Stadthauſes
auszurotten.
* Magda im Regenmantel. In dem Sommertheater
zu Kaſan hat, wie aus Petersburg geſchrieben wird, der
Regen der letzten Tage großes Unheil angerichtet. Es
wurde von der Schauſpielertruppe Sudermanns Heimat
als Zugſtück und beſondere Neuheit gegeben. Die Schau=
ſpieler
hatten aber nicht mit dem etwas ſchwächlichen Bau
des Theaters gerechnet. Durch die fortwährenden Re=
gengüſſe
war nämlich allmählich das Dach des Theaters
nicht mehr ganz wetterfeſt geblieben, ſo daß ſich langſam
und tropfenweiſe, allmählich aber recht kräftig der Regen
von der ſchützenden Decke auf das Publikum ergoß. Es
gewährte nun einen netten Anblick, wie ſich das Publikum
langſam genötigt ſah, die Regenſchirme aufzuſpannen, um
nicht ſeinen glühenden Eifer für die Kunſt durch die Lau=
nen
des Jupiter Pluvius abtöten zu laſſen. Natürlich
verſchonte das Wetter auch die Schauſpieler nicht, und es
kam ſehr oft zu humoriſtiſchen Szenen, die bei einem weni=
ger
naiven Publikum eine tragiſche Stimmung wohl nicht
hätte aufkommen laſſen. Als der alte Oberſtleutnant
Schwarze, der Vater Magdas, in die melodramatiſchen
Worte ausbricht: Magdalene iſt nicht mehr mein Kind!
erhielt er einen recht kräftigen Regentuſch, der ſeine ganze
tragiſche Haltung vernichtete, da er genötigt war, ſich mit
einem Schnupftuch das Geſicht abzutrocknen, bevor er
weiter reden konnte. Das Köſtlichſte aber leiſtete ſich
Magda, die eigentliche Heldin dieſer Tragödie. Zu den
großen Unterredungen, in denen wir über das Verhältnis
von Vater und Tochter unterrichtet werden, erſchien ſie,
da ihr ſchönes weißes Kleid zu ſchanden war, kurz ent=
ſchloſſen
im Gummimantel, der mit ſeinem Raſcheln
und Kniſtern jedes Wort der Tragödin angenehm beglei=
tete
und unverſtändlich machte. In dieſem komiſchen
Aufzug ſpielte ſich das ganze Theaterſtück bis zum Schluß
ab. Nur einmal erfüllte Heiterkeit den ganzen Zuſchauer=
raum
. Jeder wird die theatraliſchen Worte des Helden=
vaters
kennen: Herr Regierungsrat, ich weiß noch nicht,
ob in dieſem Hauſe ein Stuhl für Sie da iſt; aber da Sie
den Weg hierher ſo raſch=gefunden haben, ſo tverden Sie

[ ][  ][ ]

Huſſer aus Eiferſucht erſtochen. Huſſer, der
erſt kurzlich eine Zuchthausſtrafe von 2½ Jahren verbüßt
hat, iſt ein gewalrtätiger Menſch. Er war mit der Schwe=
ſter
der Erſtochenen verheiratet, wurde jedoch vor Jahren
von dieſer geſchieden. Er hatte nun mit Frau Glaſſen
ein Liebesverhältnis angefangen. In der Nacht zum
Sonntag nun waren die Eheleute Glaſſen und Huſſer
gemeinſchaftlich in einer Wirtſchaft geweſen. Als ſie zu
Hauſe ankamen, ſtach plötzlich Huſſer ohne ſichtlichen Grund
auf Frau Glaſſen ein. Die Verletzungen waren ſo ſchwer,
daß die Frau auf dem Transport zum Krankenhaus ver=
ſtarb
. Der Täter wurde verhaftet.
Mainz, 25. Aug. Geſtern mittag wurde beim Kre=
matorium
die Leiche eines bisher unbekannt geblie=
benen
Mannes aufgefunden, der ſich erſchoſſen hatte. Der
Mann iſt 6365 Jahre alt. Ein vorgefundenes Taſchen=
tuch
war mit W. W. gezeichnet. Bei der Leiche lag eine
gelbe lederne Handtaſche, in der eine Kleiderbürſte, drei
weiße Kragen und ein weißes Halstuch waren. In der
Rocktaſche fand man eine Mitgliedskarte des
Vereins für Feuerbeſtattung, auf der der
Name ausgekratzt war. Die Perſönlichkeit iſt inzwiſchen
feſtgeſtellt worden; der Selbſtmörder iſt ein Privat=
mann
aus Holland der an Schwermut litt;
er hatte vor der Tat einen Brief an den hieſigen Verein
für Feuerbeſtattung geſchrieben, deſſen Mitglied er war,
und gebeten, ſeine Leiche im Krematorium einzuäſchern.
Mainz, 26. Aug. Die verhängnisvollen Sprengun=
gen
am Binger Tor hätten beinahe noch ein weite=
res
Unglück im Packraum des am Hauptbahnhof ge=
legenen
Poſtamtes zur Folge gehabt. Wie in das
Dach der Bahnhofsanlage, ſo flog auch über den Hof des
Poſtamtes hinweg ein ſtarker Stein gegen ein mit
ſtarken Eiſenſtäben verſehenes Fenſter des Packraumes,
bog den ſehr ſtarken Eiſenſtab wie einen Federkiel um
und ſchlug mit furchtbarer Wucht in den Packraum, ohne
zum Elück einen gerade in dem Raum arbeitenden Be=
amten
zu treffen. Die im Hofe arbeitenden Poſtbedienſte=
ten
bückten ſich vor den umherfliegenden Steinen nieder
und entgingen ſo der Gefahr. Der das Bahnhofsdach
durchſchlagende Stein wog 48 Pfund. Er ſchlug
direkt vor einenn aus dem Darmſtädter Zug ſchauenden
Jungen auf das Trittbrett nieder. Die Verletzung des
ehemaligen Schutzmannes und ſpäteren Ratsdieners Röth
erweiſt ſich glücklicherweiſe als nicht ſo ſchwer, wie erſt
angenommen wurde. Das Auge iſt nicht gefährdet.
Worms, 26. Aug. Die Eröffnung des neuen
Schlachthofes wurde geſtern früh durch eine ent=
ſprechende
Feier vorgenommen. Die neuen großzügig
errichteten Gebäude, die mit einem Koſtenaufwand von
400000 Mk. errichtet wurden, liegen am Rhein und ſind
in modernen Formen erbaut und mit allen Einrichtun=
gen
der Neuzeit verſehen. Am 10. Juli 1911 wurde mit
dem erſten Erdaushub für das erſte Gebäude begennen.
Oberbürgermeiſter Köhler gab einen Rückblick über die
Entſtehung des Unternehmens; Herr Baurat Metzler,
der Schöpfer des Schlachthofes, entwickelte in ſeinen Aus=
führungen
ein treffendes Bild von der Bedeutung der
Neuanlage. Namens der Fleiſcherinnung dankte Herr
Goldſchmidt für die Errichtung des dringend not=
wendigen
Schlachthofes. Nach einem Rundgang durch
die einzelnen Gebäude verſammelten ſich die Teilnehmer
im Feſtſpielhaus zu einem Feſteſſen, bei dem Beigeord=
meter
Külb die Glückwünſche der Stadt Mainz über=
brachte
; Landtagsabgeordneter Stephan dankte namens
der Bürgerſchaft. An einzelnen Tagen, die noch bekannt
gegeben werden, wird der neue Schlachthof dem Publi=
kum
zur Beſichtigung frei gegeben werden.
Oppenheim, 26. Aug. Von ſchönem Wetter begünſtigt
hat geſtern nachmittag das fünfte rheinheſſiſche
Sommerfeſt des Bundes der Landwirte
hier auf der Landskrone ſtattgefunden. Ueber 500 An=
hänger
aus allen Teilen der Provinz waren herbeigeeilt
und füllten dicht den großen Saal der geräumigen Wirt=
ſchaftshalle
. Das Feſt wurde um 2 Uhr durch den Pro=
vinzvorſitzenden
Karl. Brand=Gau=Odernheim eröffnet
und eſngeleitet durch eine Anſprache mit Entbietung der
Grüße der Schweſterprovinz Starkenburg durch Frl. Neß=
ler
=Ober=Oſtern. Der Südweſtdeutſche Bund hatte in
Oekonomierat Lucke ſeinen Vertreter entſandt; ſeine An=
ſprache
wurde mit großem Beifall aufgenommen. Herr
Jaſeph Audebert=Groß=Rohrheim begrüßte in ſeiner An=
ſprache
in der Hauptſache die rheinheſſiſchen Frauen und
Jungfrauen und erntete namentlich von dieſen reichen
Beifall. Weitere Anſprachen erfolgten dann noch durch
Profeſſor Dr. Munier=Mainz und Philipp Wolf=Albig.
Die Feſtrede hielt Herr Landtagsabgeordneter Pfarrer
Heckenroth=Altenkirchen. Hierauf folgte ein Gedicht,
geſprochen von Frl. Anna Maus=Mainz. Die Pauſen
wurden ausgefüllt durch ſchöne Muſikvorträge der Muſik=

müde ſein. Ich bitte Sie, ſetzen Sie ſich. Der Regier=
ungsrat
wollte ſich alſo ſetzen, der Stuhl war aber ſo naß,
daß er es nicht riskieren konnte, ſondern er verſuchte ihn
mit dem Taſchentuch abzuwiſchen. Als aber dieſe Be=
mühung
wirkungslos blieb improviſierte er die Worte:
Ich danke, ich ſtehe lieber! was das Publikum mit
einer ſchallenden Heiterkeit quittierte.
ml. Die Kunſt, aus Nichts ein Vermögen zu machen.
W. H. Palma, der zuerſt auf den Gedanken lam, Bier= und
Mineralwaſſerflaſchen mit einer Metallkapſel zu ſchließen,
wurde Millionär, und ein gleiches widerfuhr einem Herrn
Lipman aus Philadelphia, der den glücklichen Einfall
hatte, den Bleiſtifttaſchenbehältern ein Stück Radiergummi
einzufügen. Zu einem Vermögen verhalf ferner Herrn
Hodge die gelegentliche Klage ſeiner Frau, daß ihr ſo oft
die Haarnadeln aus der Friſur fielen. Die Nadeln ſind
zu glatt tröſtete der Gatte, ſetzte ſich hin und erfand die
wellenförmig gebogenen Lockenhaarnadel, die alle Frauen
kauften, und die dem Erfinder Millionen einbrachte.
Millionengewinne heimſte weiterhin ein gewiſſer Adams,
dem die Entdeckung des die Löſung des Knotens der
Schnürſenkel ſichernden Metallverſchluſſes glückte, und der
Erfinder des zum Oeffnen der Sardinenbüchſen beſtimm=
tne
kleinen Inſtruments ein
* Die Hochzeitsreiſe auf dem Holzfloß. In unſerer
Zeit, da junge Eheleute ihre Flitterwochen im Aeroplan
verleben, mutet es ſeltſam an, daß noch Hochzeitsreiſen
auf dem primitivſten Flußfahrzeuge, einem Holzfloſſe
gemacht werden. Auf der Weſer iſt dieſer Tage ein Floß
hinabgefahren, auf dem ſich zwei junge Eheleute wohnlich
eingerichtet hatten, um ihre Hochzeitsreiſe zu machen.
Getreu dem Wort: Raum iſt in der kleinſten Hütte! ver=
lebien
die fröhlichen Flußbewohner einige vergnügte Tage.
Das ſchlechte Wetter tat der Stimmung auf dem reich
geſchmückten Holzſchiff, das auch ein Klavier an Bord
führte, nicht den geringſten Abbruch. Die originelle Hoch=
zeitsfahrt
endete in Bremen, wo die Jungvermählten
den ſchwankenden Boden der erſten Ehetage mit etwas
feſterem wertauſchten.

kapelle des Inf.=Regts. 118er Worms, die auch nach
Schluß der Reden zum Tanz, an dem ſich jung und alt
beteiligte, aufſpielte.
(*) Gießen, 26. Aug. Der 88. Bezirkstag des
Haſſiabezirks Gießen fand geſtern im Lenzſchen
Felſenkeller ſtatt. Sämtliche 39 Kriegervereine waren
vertreten. Der Antrag Gießen betr. Veteranenfürſorge
fand lebhaften Beifall. Die Jahresrechnung von 1911/12
ergab eine Einnahme von 97,21 Mark, eine Ausgabe von
47 Mark. (Das Sammelwerk ergab im erſten Vierteljahr
1912 50,45 Mark, im zweiten Vierteljahr 40,90 Mark. Der
bisherige Vorſtand wurde durch Zuruf wiedergewählt
Das Bezirksfeſt 1913 wird in Garbenteich ſtattfinden.
(*) Hochwaldhauſen, 26. Aug. Das Felſenmeer
bei Ilbeshauſen wird zum Teil erhalten bleiben; der
obere Teil des Felſenmeeres iſt unter Denkmal=
ſchutz
geſtellt worden.
Langsdorf, 26. Aug. Das erſte Jahresfeſt
des Oberheſſiſchen Vereins für die Basler
Miſſion fand hier am Sonntag, den 25. Auguſt, in der
feſtlich geſchmückten und von einer aus nah und fern zu=
ſammengekommenen
feſtlichen Miſſionsgemeinde gefüllten
Kirche ſtatt. Die Begleitung der Geſänge hatte der Po=
ſaunenchor
aus Södel übernommen. Nach einer Begrüß=
ung
ſeitens des Ortsgeiſtlichen, Pfarrer Mahr, in der er
auf den bewährten Miſſionsſinn ſeiner Gemeinde hin=
weiſen
konnte, erſtattete der Vorſitzende, Kirchenrat D.
Schloſſer aus Gießen, den Jahresbericht. 201 ober=
heſſiſche
Gemeinden arbeiten für Baſel, darunter 168 aus=
ſchließlich
für dieſe Miſſion. Davon gehören bereits 80
Gemeinden dem Verein an. Die Basler Miſſion legt den
größten Wert auf den Zuſammenſchluß der Gemeinden
zu dieſem Verein weil er der Miſſionsarbeit in der Hei=
mat
Anregung, Kraft und Stetigkeit gibt. Der Vereins=
beitrag
von 2 bis 3 Mark, der für eine Gemeinde gar
licht ins Gewicht fällt, entzieht Baſel nichts, da er durch
erhebliche Steigerung der ſonſtigen Miſſionsgaben weit
aufgewogen wird. Der Verein beabſichtigt, im Mai näch=
ſten
Jahres die große Wandermiſſionsausſtellung der
Basler Miſſion, die in anderen Städten ſchon eine ſo große
Anziehungskraft geübt hat, auch in Gießen zu veranſtalten.
Nach kurzer Rechnungsablage durch Pfarrer Gußmann
ſprach dann Inſpektor Dippel über Ziele und Auf=
gaben
der Miſſionsarbeit in den Gemein=
den
des weſtafrikaniſchen Miſſionsgebiets.
Das Ziel ſei die Schaffung lebendiger Gemeinden und
einer lebendigen Volkskirche. Daraus erwachſen der Miſ=
ſion
vier Aufgaben, nämlich die Erziehung: 1. zur Selbſt=
erhaltung
, 2. zur Selbſtverwaltung, 3. zur Selbſterbauung,
4. zur Selbſtausbreitung der Gemeinden. Er konnte recht
Erfreuliches über das, was nach dieſen vier Seiten bereits
erreicht ſei, berichten, und rühmte namentlich den vorbild=
lichen
Opferſinn der Negerchriſten. Miſſionar Kiſſel
führte dann ſehr anſchaulich in die neueſte Umwälzung in
China ein. Sie ſei im letzten Grunde herausgewachſen
aus dem Wunſch, China von der Bevormundung der
Europäer zu befreien. Man erſtrebe die Teilnahme an der
chriſtlichen Kultur, um, wie es Japan getan, die Euro=
päer
mit ihren eigenen Waffen zu ſchlagen, Zunächſt er=
wachſe
der Miſſion ein Gewinn daraus, weil die neue
Freiheit auch den chriſtlichen Chineſen die Teilnahme am
Staatsleben ermögliche, von der ſie bisher ausgeſchloſſen
waren. Es komme aber die Zeit, daß mit allen Fremden
auch die Miſſionare nicht mehr geduldet werden würden.
Daraus erwachſe der Miſſion die große Aufgabe, die chine=
ſiſche
Chriſtanheit ſo ſtark und lebensfähig zu machen, daß
ſie dann das Werk ſelbſt weiter führen könne. Die Aus=
ſichten
ſeien nicht ungünſtig, da eine Reihe der führenden
Chineſen Chriſten ſeien. Die Miſſionskollekte betrug ein=
ſchließlich
der bei den am Vormittag vorangegangenen
Miſſionsgottesdienſten in Langsdorf, Gießen und Lich
geſpendeten Gaben über 200 Mark, davon in Langsdorf
allein 148 Mark. Der Oberheſſiſche Verein für die Bas=
ler
Miſſion hat alle Urſache, mit Freude und Dank auf
dies ſein erſtes Jahresfeſt zurückzuſchauen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 25. Aug. In der heutigen
Verſammlung der Wahlvereine der Sozial=
demokratie
Groß=Berlins erklärte der Vor=
ſitzende
des Verbandes, Ernſt, der Morgenpoſt zufolge,
daß in der Berliner Parteiorganiſation im letzten Jahre
kein nennenswerter Fortſchritt zu verzeichnen ſei. Der
Kaſſierer des Verbandes teilte mit, die Beiträge der
männlichen Mitglieder ſeien gegen das Vorjahr um 4600
Mark zurückgeganen. Wenn es mit der Beteiligung an
der Maifeier ſo weitergehe, müſſe die Feier zu Grabe ge=
tragen
werden. Die in den Buchdruckmaſchinen=
fabriken
beſchäftigten Arbeiter, ſoweit ſie im Deut=
ſchen
Metallarbeiterverband organiſiert ſind, beſchloſſen
geſtern nach mehrſtündiger Beratung in geheimer Abſtim=
mung
, in den Streik zu treten. Die Arbeit ſoll Montag nicht
wieder aufgenommen werden. Die Arbeiter verlangen
laußer 9ſtündiger Arbeitszeit Feſtlegung von Minimal=
löhnen
und eine Lohnzulage von 3 Pfg. pro Stunde.
Als die Züge der Feuerwehr geſtern mittag an dem
Theater des Weſtens eintrafen, drangen aus allen
Oeffnungen des großen Gebäudes, ſelbſt aus den Keller=
fenſtern
, dicke Rauchſchwaden, ſo daß ſich gar nicht feſt=
ſtellen
ließ, an welcher Stelle es brannte. Anwohner er=
zählten
, daß ſie einen Knall einer ſtarken Exploſion
gehört hätten. In kurzer Zeit waren nicht weniger als
15 Schlauchleitungen gelegt, die von drei Dampfſpritzen
und mehreren Hydranten geſpeiſt wurden. Die Wand,
die die Verbindung zwiſchen dem heruntergelaſſenen
eiſernen Vorhang und der Saaldecke bildete, war durch
die Exploſion eines bisher noch nicht feſtgeſtellten Stoffes
auseinandergeſprengt und in den Zuſchauerraum geſchleu=
dert
worden. Durch die ſo entſtandene Oeffnung hatten
die Flammen vom Bühnenraum in den Zuſchauerraum
einen Weg gefunden. Die Hitzeentwicklung war ſo ſtark,
daß ſich der Putz von den Wänden und der Decke des
Saales in großen Stücken loslöſte. Der Feuerwehr ge=
lang
es, den Brand im Zuſchauerraum auf einige Logen
und Sitzreihen zu beſchränken; dagegen wütete der Brand
im Bühnenhaus zu deſſen Bekämpfung auch die
Regenvorrichtung auf der Bühne zu Hilfe genommen
wurde, mit ſolcher Gewalt, daß hier nichts übrig geblie=
ben
iſt. Ueber die Urſache des Feuers haben ſich
beſtimmte Feſtſtellungen noch nicht machen laſſen, doch
wird angenommen, daß Brandſtiftung vorliegt.
Der Direktor ſoll in den letzten Tagen mehrere erpreſſe=
riſche
Drohbriefe erhalten haben. Etwa 170 Angeſtellte
des Theaters ſind zunächſt brotlos. Wahrſcheinlich wird
Direktor Monti bis zur Wiederherſtellung des Bühnen=
hauſes
an einem anderen Berliner Theater gaſtieren.
Metz, 24. Aug. Vor dem Oberkriegsgericht
des 16. Armeekorps hat heute auf Berufung der Ange=
klagten
und auf Berufung wegen Formfehlers ſeitens
des Diviſionskommandeurs die Hauptverhandlung gegen
die vier Kapläne Adam, Mathieu, Spacher und
Hennequin ſtattgefunden, welche von dem Kriegs=

gericht der 33. Diviſion Diedenhofen am 5. Juli
wegen gemeinſamer Beſchwerdeführung und wegen
Widerſetzlichkeit zu je ſechs Monaten Gefängnis
verurteilt worden waren. Die Angeklagten hatten ſich
in einem gemeinſamen Schreiben gegenüber dem Be=
zirkskommandeur
von Diedenhofen über die ihnen von
dem Bezirkshauptmann Boden zuteil gewordene Be=
handlung
beſchwert. Der Schlußpaſſus des Schreibens
lautete: Falls die Angelegenheit nicht in einer uns be=
friedigenden
Weiſe erledigt wird, fühlen wir uns leider
veranlaßt, die Sache im Landtag durch unſere Abgeord=
neten
zur Sprache zu bringen. Nach faſt elfſtündiger
Verhandlung wurde das Urteil gefällt, das gegen jeden
Angeklagten auf ſechs Monate Feſtungshaft
lautete. Bei der Strafabmeſſung wurde berückſichtigt,
daß der § 96 des Militärſtrafgeſetzbuches es offen läßt,
ob Gefängnis=, Feſtungs= oder Arreſtſtrafe eintritt. Bei
dem Kaplan Hentinger, der in einem beſonderen Satze
in dem fraglichen Schreiben hinzugefügt hatte, daß auch
er ſich durch die Behandlung des Hauptmanns Boden
gekränkt fühle, und der vom Kriegsgericht der 33. Divi=
ſion
zu drei Tagen Mittelarreſt verurteilt worden war,
und deſſen Berufungsſache ebenfalls heute anſtand,
wurde die Strafe aufrecht erhalten.
Wiesbaden, 26. Aug. Die von den Eiſenbahnern
der Direktionsbezirke Frankfurt und Mainz am geſt=
rigen
Sonntag in Wiesbaden abgehaltene Eiſenbahner=
verſammlung
verfiel der Schließung. Reichstags=
abgeordneter
Beyer ſprach zunächſt über die Notwendigkeit
der Organiſation der Bahnbeamten und propagierte für
den Elberfelder (chriſtlichan) Verband, worauf ihm Ver=
bandsſekretär
Hofacker=Opladen vom Berliner Verband
entgegentrat und das Zentrum ſehr ſcharf angriff. Die
Diskuſſion artete infolgedeſſen immer mehr und mehr zu
einer lebhaften politiſchen Debatte aus, ſo daß
zum Schluß infolge der Erregung der Gemüter ein der=
artiger
Tumult entſtand, daß der Vorſitzende, der ſich
übrigens ſtets befleißigte, die Diskuſſion in ſachlichen
Bahnen zu halten, ſich genötigt ſah, die Verſammlung
zu ſchließen.
München, 26. Aug. Eine Dame, die in Kufſtein
auf der Feſtung Ausſchau hielt, ſtürzte mit dem plötz=
lich
nachgebenden Erdreich ab. Ein Militärfeuerwer=
ker
, der die Burg gerade inſpizierte, fing die Abſtürzende
auf. Er wurde zwar zu Boden geriſſen, es gelang ihm
aber, mit der bereits bewußtloſen Frau an dem 30 Meter
tief abſtürzenden Hang noch Halt zu gewinnen und ſo
das Leben der Frau und ſein eigenes zu retten.
Neuſtadt a. d. H., 26. Aug. Zu den Pilzvergif=
tungen
wird noch mitgeteilt: Am Dienstag gingen die
Witwe Freidel, ihre 29 Jahre alte Tochter Dina und ihr
8 Jahre alter Enkel Ludwig nach dem Nollenwalde, um
Pilze zu ſuchen, die dann am Mittwoch verſpeiſt wurden.
An dieſem Eſſen nahmen noch teil: Witwe Luiſe Trauth,
Tochter der Witwe Freidel, Suſanna Trauth, 5 Jahre alt,
und das Dienſtmädchen E. Faß. Nachdem das Dienſtmädchen,
das zu Hauſe ſchlief, krank geworden war, ging deſſen Mutter
am anderen Morgen nach dem Trauthſchen Hauſe, um dies
zu melden, fand aber ſämtliche Familienangehörige in
ihren Betten krank vor. Frau Faß holte zwei Aerzte,
dieſe vermochten jedoch nicht, das Mädchen zu retten. Frei=
tag
abend ſtarb das Dienſtmädchen Faß, Samstag früh
6 Uhr Ludwig Trauth und um 8 Uhr die Witwe Heinrich
Freidel. Ihre Tochter Dina Freidel liegt ſchwer krank
darnieder während Frau Luiſe Trauth und ihr Kind Su=
ſanne
ſich etwas beſſer befinden. Speiſereſte waren nicht
mehr vorhanden, jedoch noch einige rohe weiße Pilze, die
entweder giftig oder durch giftige Pilze angeſteckt worden
ſind. Das älteſte Kind der Familie Trauth befindet ſich
in der Sommerfriſche.
Marſeille, 25. Aug. Obwohl man wiederholt offiziell
mitgeteilt hat, daß Muley Hafid nicht nach Paris
kommen werde, wird der Exſultan doch dem Matin zu=
folge
, die franzöſiſche Hauptſtadt beſuchen. Hafid wird
aber, um ſeinen Wunſch, Paris zu ſehen, erfüllen zu
können inkognito reiſen. Da er der Tunnels wegen
die Eiſenbahn nicht liebt, hat er zwei Automobile gekauft
und wird in dieſen am nächſten Dienstag nach Paris
fahren, wo er zwei Tage zu bleiben und ſich nach beſten
Kräften zu amüſieren gedenkt. Um nicht bemerkt zu wer=
den
, will er europäiſche Kleidung anlegen. Der Matin
verſichert, daß der letzte Miniſterrat ſich mit dieſer Ver=
gnügungsfahrt
Hafids beſchäftigt habe. Der Gedanke,
europäiſche Kleidung anzulegen, hat dem Exſultan einige
Bedenken eingeflößt. Er hat lange Zeit den Koran und
andere Schriften durchgeleſen, um zu wiſſen, ob er nicht
gegen die religiöſen Vorſchriften verſtößt, wenn er ſich als
Rumi kleide.
London, 25. Aug. Die ganze Nacht arbeiteten In=
genieure
an der Wiederherſtellung der tele=
graphiſch
en Verbindungen mit der Provinz.
Man hofft, den gewöhnlichen Dienſt morgen früh wie=
der
aufnehmen zu können. Mit den bedeutendſten Städt=
ten
iſt der telegraphiſche Verkehr bereits wieder her=
geſtellt
.
New=York, 25. Aug. Ein neuer Polizeiſkan=
dal
hat die Bevölkerung von New=York in große Auf=
regung
verſetzt. Im Hotel Boulevard, einem übel be=
rüchtigten
Gaſthof, wurde die Leiche einer jungen
Irländerin gefunden. Die Polizei ließ die Tote
ins Schauhaus ſchaffen und gab im Polizeibericht an,
daß das Mädchen eines natürlichen Todes gsſtorben ſei.
Demgegenüber veröffentlicht jetzt der Polizeiarzt, der bei
dem Leichenfund hingezogen worden war, daß nach ſeiner
Unterſuchung das junge Mädchen zu Tode geprügelt und
erdroſſelt worden war. Die Polizei hat dieſen Bericht
unterdrückt. Die Privatdetektivs des Staatsanwalts
Whiteman haben feſtgeſtellt, daß die Ermordete durch
einen gewiſſen Reilly, einen politiſchen Spitzel, nach dem
Hotel Boulevard gelockt und dort von ihm ermordet wor=
den
iſt. Die Ermordung geſchah, weil die Zeugin Be=
ziehungen
zu verſchiedenen einflußreichen Politikern unter=
hielt
und gedroht hatte, die Beziehungen zwiſchen der
New=Yorker Polizei und dem Verbrechertum dem New=
Yorker Staatsanwalt preiszugeben.

Kongreſſe und Verbandstage.

* Kelſterbach, 25. Aug. Der Verband heſſi=
ſcher
Bürgervereine hielte heute hier unter dem
Vorſitz von Gemeinderat Schmidt=Weiſenau ſeinen
7. Verbandstag ab. Anweſend waren die Vertreter
von etwa zwanzig Vereinen, die zuſammen mehr als
3000 Mitglieder zählen. Nach Begrüßungsworten durch
den Vorſitzenden des Verbandes und Herrn Lauth vom
hieſigen Bürgerverein erſtattete J. Schmidt den Jah=
resbericht
, der ſich vorwiegend mit Eingaben an die
Kreisämter um Erlaß einer Verkehrsordnung für Auto=
mobilfahrten
beſchäftigte. Für die Gemeinden
ſollen gleiche Schilder beſchafft werden, ferner ſoll den
ſcharf fahrenden Wagenführern ſtreng auf die Finger ge=
ſehen
werden. Ueber die Beſeitigung der Probierſtrecken
im Kreiſe Groß=Gerau haben ſich die Behörden noch

[ ][  ][ ]

Nummer 201.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Auguſt 1912.

Seite 5.

nicht geäußert; man will deshalb noch einmal beim
Miniſterium vorſtellig werden. Die Verſammlung be=
ſchäftigte
ſich dann mit Anträgen des Vorſtandes und
der einzelnen Vereine. Ueber ein Geſuch an die Regier=
ung
über Errichtung von Kreis= Gewerbegerich=
ten
in ſämtlichen Kreiſen ſprach Gemeinderat Neidecker=
Weiſenau. Bei der zunehmenden Induſtrialiſierung des
Landes macht ſich das Bedürfnis nach Errichtung von
Gewerbegerichten in immer höherem Maße füylbar.
Den Arbeitern und Unternehmern entſteht unter den
gegenwärtigen Verhältniſſen großer Verluſt an Geld
und Zeit. Große Kreiſe müſſen zwei bis drei Gerichte
haben. Der Antrag fand einſtimmige Annahme. Ueber
die einheitliche Regelung des Subm iſſionsweſens
in Staat und Gemeinde ſprach ebenfalls Herr Neidecker.
Er ſchilderte den augenblicklichen unhaltbaren Zuſtand
im Verſteigerungsweſen und forderte von der Regierung
Anweiſungen über die Art des Verſteigerns, nicht nur
für die Gemeinden, ſondern vor allem für die ſtaatlichen
Betriebe, wo noch vieles im Argen liegt und wo die
kleinen Unternehmer zum Teil gar keine Berückſichtigung
finden. In der Beſprechung wurden aus vielen Orten
gahlreiche Fälle über Benachteiligung einzelner Kreiſe
berichtet; auch über das zu ſpäte Abrechnen, oft erſt nach
zwei bis drei Jahren, führte man lebhafte Klage. Eine
zweimalige Bitte des Verbandes an die Regierung um
Einführung einer Friedhofsordnung im Sinne
des Geſetzes von 1905 für alle heſſiſchen Gemeinden iſt
bisher erfolglos und unbeantwortet geblieben. Aus der
Mitte der Verſammlung wurde über einige beſonders
ſchwere Verſtöße gegen die Ruhe der Friedhöfe be=
richtet
, beſonders in Rheinheſſen. Es ſoll nun ein drittes
Geſuch in dieſer Sache den Behörden unterbreitet werden.
Vom Bürgerverein Weiſenau lag ein Antrag an
die Regierung um Beſeitigung des jetzigen Submiſſions=
verfahrens
bei der Vornahme von Sandbaggerun=
gen
im Rheine vor. Gemeinderat Neidecker ſchilderte
die jetzige Verſteigerungsart, durch die die kleinen Unter=
nehmer
von Großinduſtriellen an die Wand gedrückt
werden. Vom Landtagsabgeordneten Adelung in Mainz
iſt ein ähnlicher Antrag der Zweiten Kammer bereits
eingereicht. Der Verband will dieſen Antrag unterſtützen.
Der Bürgerverein Ober=Olm beantragt, die Erhebung
der Beiträge zur land= und forſtwirtſchaft=
lichen
Berufsgenoſſenſchaft in vier Raten
vollziehen zu laſſen, ſtatt, wie bisher, in einer. Der An=
trag
findet Annahme. Dagegen will man ſich gegen den
der Zweiten Kammer vom Abgeordneten Schönberger
eingebrachten Antrag wenden, der die Erhebung der
Staats= und Gemeindeſteuern von ſechs auf
vier Ziele herabmindern will. Ein Dringlichkeitsantrag
des Vereins Ober=Olm erſucht um Ergreifung von Maß=
regeln
zur Verbeſſerung des Poſt= und Fernſprech=
verkehrs
auf dem Lande. Der Bürgerverein Oppen=
heim
bittet um Unterſtützung bei einer Eingabe an die
Eiſenbahnbehörde, in der die Schaffung einer Fußgänger=
brücke
über die Staatsbahn oberhalb des Oppenheimer
Bahnhofs gefordert wird. Beide Anträge werden eben=
falls
einſtimmig angenommen. Auf Einladung des Bür=
gervereins
Biblis findet der nächſte Hauptverbandstag
in Biblis ſtatt. Mit der Beſprechung einiger kleiner
Vorlagen und den üblichen Dankesworten ſchloß der
Vorſitzende die Tagung. (Mainz. Tagblatt.)

* Bingen, 25. Aug. Heute wurde hier der Ver=
bandstag
der gemeinnützigen Bauver=
eine
im Großherzogtum Heſſen abgehalten.
Anweſend waren u. a. als Vertreter des Miniſteriums
Herr Regierungsrat Pfeiffer=Darmſtadt, der Direktor der
Landesverſicherungsanſtalt Geh. Regierungsrat Dietz,
die Kreisräte Freiherr Schenck von Schweinsberg=
Alzey und Geh. Regierungsrat Steeg=Bingen, ferner
Bürgermeiſter Neff=Bingen. Der 1. Vorſitzende, Landes=
wohnungsinſpektor
Gretzſchel, begrüßte die Erſchiene=
nen
. Im Namen des Miniſteriums des Innern be=
grüßte
Regierungsrat Pfeiffer die Verſammlung, im
Namen der Kreisverwaltungen Alzey und Bingen Kreis=
rat
Steeg=Bingen und im Namen der Stadt Bingen
Bürgermeiſter Neff.. Aus dem vom Verbandsvorſitzen=
den
abgelegten Geſchäftsbericht für das abgelau=
fene
Geſchäftsjahr iſt zu entnehmen, daß dem Verbande
Ende 1911 2715 Mitglieder, darunter 255 Minderbemit=
telte
, angehörten. Das Geſchäftskapital der einzelnen
Bauvereine ſtellte ſich zu dieſem Zeitpunkte auf insge=
ſamt
1720000 Mark, der Reſervefonds auf 3 400000
Mark. Die von den Vereinen erbauten 743 Häuſer ſtellen
einen Geſamtwert von 7860000 Mark dar. Die Ein=
nahmen
des Verbandes ſtellten ſich auf 612.88 Mark und
die Ausgaben auf 534,00 Mark. Hierauf hielt Kreisobſt=
bauinſpektor
Mazarin=Worms einen Vortrag über
den zweckmäßigen Kleingartenbau und Diplom= Inge=
nieur
Fritz=Darmſtadt einen ſolchen über die ratio=
nelle
Heizung von Kleinwohnungen. An beide Vor=
träge
ſchloſſen ſich ausführliche Ausſprachen an. Zum
Verbandsvorſtande mit einer dreijährigen Amtsdauer
wurden die Herren Gretzſchel=Darmſtadt, Döring=Gießen
und Bürgermeiſter Dr. Frenay=Bensheim einſtimmig
wiedergewählt. Die Beſtimmung des Ortes des näch=
ſten
Verbandstages wurde dem Vorſtande überlaſſen.
Anſchließend an dieſe Verhandlungen folgten ein gemein=
ſames
Mittageſſen, eine Beſichtigung der Burg Klopp
und ein Spaziergang nach dem Rochusberge. Mit dem
Verbandstage verbunden war eine vom Direktor Tölg=
Bingen veranſtaltete Fachausſtellung.

53. Allgemeiner Deutſcher Genoſſen=
ſchaftstag
.
München, 24. Aug. In ſeiner Schlußſitzung
behandelte der 53. Allgemeine Genoſſenſchaftstag einen
Antrag des Verbandsanwalts, in welchem verlangt wird,
daß in die Lehrpläne aller auf die Fortbildung von
Gewerbetreibenden gerichteten Schulen uſw.
das Genoſſenſchaftsweſen und die hierauf bezüglichen
Lehrgegenſtände aufgenommen werden; in den Handels=
und Gewerbeſchullehrerprüfungen ſoll das Genoſſen=
ſchaftsweſen
obligatoriſches Prüfungsfach werden; der
genoſſenſchaftliche Unterricht an den Handelshochſchulen
ſei weiter auszubauen und außerdem ſollen für die ge=
noſſenſchaftliche
Ausbildung der Nationalökonomen und
Juriſten an den Univerſitäten Vorleſungen über Genoſ=
ſenſchaftsweſen
gehalten werden. Einen Hauptpunkt
der Tagesordnung betraf die Kreditgenoſſen=
ſchaft
, worüber Verbandsreviſor Seibert= Wies=
baden
referierte. Er bezeichnete in ſeinem Vortrag die im
Reichsanzeiger vom Oktober 1910 aufgeſtellten Forderun=
gen
hinſichtlich der Reviſionstätigkeit des Aufſichtsrates
ffür undurchführbar und erachtet eine ſorgfältige Prüfung
der Geſchäftsführung, namentlich der Jahresrechnung und
der Bilanz, für unabweisbar. Der Referent erklärte es
für ausreichend, wenn der Aufſichtsrat durch Stichproben
die Ueberzeugung gewonnen hat, daß die Geſchäftsführ=
eung
eine geordnete iſt. Die von dem Referenten vorge=

legte Reſolution wurde einſtimmig angenommen. Ein
weiterer Antrag des Anwalts behandelte das Hypo=
thekenweſen
, und zwar ſpeziell die Beſchaffung
zweiter Hypotheken. In dieſem Antrag wird die Gründ=
ung
von Garantiegenoſſenſchaften zum Zweck der Erwei=
terung
des Hypothekarkredits, ebenſo die Uebernahme
von Bürgſchaften für Kredite ſeitens der Genoſſenſchaf=
ten
unter beſtimmten Vorausſetzungen für nicht empfeh=
lenswert
erklärt und für dringend notwendig erachtet.
daß die Regierungen möglichſt bald die Urſachen und
die Höhe der Verſchuldung des ſtädtiſchen Haus= und
Grundbeſitzes unterſuchen und bekannt geben, ſowie die
Grundſätze für ein zuverläſſiges Taxweſen aufſtellen.
Ueber Konſumvereine und die fortgeſetzte Stei=
gerung
der Lebensmittelpreiſe referierte Direktor Mau=
cher
=Karlsruhe. Direktor Welck=Breslau ſprach über
Warenerzeugung und Warenveränder=
ung
und empfahl, derſelben ein erhöhtes Intereſſe zu=
zuwenden
, jedoch zu ihrer Ausdehnung nur unter ge=
wiſſen
Vorausſetzungen zu ſchreiten. Den Abſchluß der
Tagung bildete die Beſichtigung verſchiedener genoſſen=
ſchaftlicher
Einrichtungen in München und deſſen Um=
gebung
.

* Hannover 26. Aug. Unter zahlreicher Betei=
ligung
begann der 25. Verbandstag des Deut=
ſchen
Zentralverbandes für Handel und
Gewekbe womit zugleich der Verband der Kaufleute
der Provinz Hannover und der angrenzenden Länder ſein
25jähriges Stiftungsfeſt begeht. Die Stadt, die Regier=
ung
und eine große Anzahl von Handelskammern und
verwandte Vereine entſandten Vertreter.

Luftfahrt.

* Baden=Baden, 26. Aug Während der Bade=
ner
Rennwoche wird das Zeppelinluftſchiff Viktoria
Luiſe täglich vor= und nachmittags Paſſagier=
fahrten
in den Schwarzwald und die Rheinebene un=
ternehmen
. Für den 1. September iſt eine größere Leiſtung
geplant, eine Fahrt nach Stuttgart und zurück. Um acht
Uhr morgens etwa nimmt die Reiſe ihren Anfang. In
zwei Stunden hofft man die Berge überflogen zu haben
und die Landung auf dem Cannſtatter Waſen vornehmen
zu können.
* Innsbruck, 26. Aug. Der Luftballon Zeppelin
des Vereins für Luftſchiffahrt in Tirol ſtieg geſtern
unter Führung des Primararztes Dr. Lorenz auf, über=
flog
die Zillerthaler= und Taxaralpen, die Rieſenferner=
Gruppe und den Großglockner und landete glatt in Hei=
ligenblut
im Mölltale.

Handel und Verkehr.

* Zuſammenſtellbare Fahrſcheine. Der
Mainzer Anzeiger ſchreibt: Es iſt nicht zu verwundern,
daß eine Abnahme der zuſammenſtellbaren
Fahrſcheine erfolgt, wenn ſelbſt in Mainz, dem Sitze
einer Eiſenbahn=Direktion, eine Zuſammen=
ſtellung
reſp. Ausfertigung nicht mehr ſtattfindet. Wie
man ſich erinnert, wurde ſeinerzeit verfügt, daß die Aus=
gabeſtellen
von zuſammenſtellbaren Fahrſcheinen in
Mainz und Darmſtadt aufgehoben und nach Frank=
furt
zu verlegen ſeien. Es wurde dagegen proteſtiert,
eine Aenderung fand aber nicht ſtatt und müſſen nunmehr
ſämtliche Beſtellungen auf zuſammenſtellbare Fahrſcheine.
welche in Mainz und Darmſtadt erfolgen, erſt nach
Frankfurt gehen, um dort ausgefertigt zu werden.
Daß dadurch unliebſame Verzögerungen entſtehen,
iſt ſelbſtverſtändlich. Die Zuſammenſtellung von Fahr=
ſcheinen
iſt in Mainz durch Unkundige faſt unmöglich, da
die Beamten durch den Schalterdienſt kaum in der Lage
ſind Auskunft zu geben. Es müßte die Möglichkeit vor=
handen
ſein, daß dem Beſteller die Höhe des Fahrpreiſes
einer Route angegeben wird, ohne daß derſelbe auf dem
Bureau ſich ſelbſt dieſelbe zuſammenſtellen und berechnen
muß. Bei der Mannheimer Ausgabeſtelle werden dieſe
Auskünfte auch gegeben, nur bei den preußiſch=heſſiſchen
Ausgabeſtellen ſcheint dieſes nicht möglich zu ſein, wenig=
ſtens
waren die Preiſe in Mainz nicht zu erhalten. Be=
ſtellungen
auf Fahrſcheine, die durch verſchiedene Umſtände
erſt nachmittags 4 Uhr erfolgen konnten, waren bis zum
Morgen des nächſtfolgenden Tages nicht zu bekommen.
Es mußten andere Fahrkarten gelöſt werden, wodurch dem
Reiſenden bedeutend höhere Koſten entſtanden. Es ſind
dieſes Zuſtände, die auf die Dauer nicht haltbar und dem
Verkehr mit zuſammenſtellbaren Fahrſcheinen nicht för=
derlich
ſind.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift ühernimmt die Redakkion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Wohl ein jeder hat den Aufruf des Herrn Ober=
bürgermeiſters
Dr. Gläſſing betr. Beſuch des Hoftheaters
mit voller Zuſtimmung geleſen. Iſt doch die Unterhaltung
eines guten Theaters von eminenter Bedeutung für den
Bildungsgang der Bevölkerung. Den älteren Bewohnern
Darmſtadts iſt es wohl noch in guter Erinnerung, welch
ſchönes Verhältnis früher zwiſchen den Mitgliedern des
Theaters und dem Bürgertum beſtand. Die Zeiten haben
ſich geändert. Die Stadt iſt in ſich fremder geworden,
viele früher nicht gekannte Veranſtaltungen lenken das
Publikum vom Theater ab, auch mag wohl der häufige
Perſonalwechſel ſchädlich gewirkt haben, wodurch das per=
ſönliche
Intereſſe an den Künſtlern erkaltete. Wenn nun
ein Unternehmen wie unſer Hoftheater richtig reüſſieren
ſoll, ſo muß ſich die große Maſſe der Bevölkerung
für das Inſtitut intereſſieren und die Aufführungen be=
ſuchen
. Aus dieſer großen Maſſe will ich nur die ſehr be=
tträchtliche
Anzahl von (geſchäftlichen und gewerblichen
Betrieben aller Branchen Darmſtadts herausgreifen, die
z. Zt. einen ſchweren Kampf zu beſtehen haben und deren
Inhaber bei den jetzigen Verhältniſſen zumeiſt nicht in
der Lage ſind, ſich einen regelmäßigen Theaterbeſuch ge=
ſtatten
zu können. Obwohl in Darmſtadt, vielleicht mit
Ausnahme einzelner Spezialartikel, alles ebenſogut zu
haben iſt, ziehen die naheliegenden Großſtädte die Käufer
on. Automobile bringen Waren aller Art, ſelbſt tägliche
Bedarfsartikel für die Küche, frei ins Haus und es gehört
faſt zum guten Ton, ſich per Auto von auswärts bedienen
zu laſſen. Viele ſcheuen Zeit und Koſten nicht, kaufen
verſönlich in den Großſtädten und verbinden das Nütz=
liche
mit dem Schönen. So werden ganz enorme Sum=
men
nach den umliegenden Städten getragen, die den
anſäſſigen Geſchäfts= und Gewerbetreibenden und ſomit
auch der Stadt entzogen werden. Wenn Handel und
Wandel blüht, iſt die Geſchäftswelt in der Stimmung
und auch in der Lage, alle gemeinnützigen Beſtrebungen,
insbeſondere ein Kunſtinſtitut wie unſer Hoftheater, nach
Kräften zu unterſtützen. Es wäre daher eine ſehr ver=
dienſtvolle
Handlung, wenn Behörden und einflußreiche

Perſönlichkeiten auf hohe und niedere Kreiſe einwirken
wollten, daß bei allen Einkäufen und Neuherſtellungen uſw.
in erſter Linie die anſäſſigen Firmen Berückſichtigung
finden, und damit ſich das Geſchäftsleben in Darmſtadt
wieder mehr belebt; dann wird auch die große Maſſe in
der Lage ſein, einheimiſche Kunſtbeſtrebungen wieder mehr
unterſtützen zu können.
Einer aus der großen Maſſe.
Das Eingeſandt in Nr. 198 des Darmſtädter Tag=
blatt
, den hieſigen ungenügenden Marktbetrieb betreffend,
veranlaßt mich, ergänzend zu erwähnen, daß durch die
gegenwärtigen Verhältniſſe den Bewohnern Darmſtadts
nicht nur jetzt, ſondern auch im bevorſtehenden Winter,
große Schädigungen entſtehen, welche leicht vermieden
werden könnten. Die Landleute kommen nach und nach
davon ab, mit ihren Produkten auf den Darmſtädter
Markt zu fahren. Selbſtverſtändlich entſtehen durch die
kleinere Zufuhr und die große Nachfrage höhere Preiſe.
Es iſt ergreifend, mit anzuſehen, wie die armen Landleute
nach ſtundenlanger Fahrt nach einem Platz für ihre Pro=
dukte
ſuchen müſſen und dann für ihr müdes Vieh keine
Unterkunft finden können. Haben die Landleute dann
endlich einen Platz mit Mühe errungen, dann ſind ſie ge=
zwungen
, Wind und Wetter ausgeſetzt, ihre Waren im
Freien feilzuhalten, und dieſes in einer Art und Weiſe,
die für eine Stadt wie Darmſtadt faſt unverſtändlich iſt.
Die Waren müſſen auf dem Fußboden ausgebreitet wer=
den
. In Lebensmittel=Geſchäfte dürfen Hunde nicht mit=
gebracht
werden, während an marktfreien Tagen ſich die
Hunde beſonders gerne auf dem Marktplatz tummeln.
Allen dieſen Uebelſtänden wäre ſofort ohne große Koſten
abzuhelfen, wenn man den früheren Ludwigs=Bahnhof
unverzüglich zur Markthalle einrichten würde. Die Bahn=
ſteige
ergeben herrliche Verkaufshallen, der große Warte=
ſaal
: eine ſehr ſchöe Reſtauration, der kleine Warteſaal:
Verkaufsräume für empfindliche Waren, die vorhandenen
Keller: Lagerräume uſw. Die Zufuhr wäre leicht von
der Feldbergſtraße aus, ſowie an der früheren Eilguthalle
vorüber zu ermöglichen. Für Pferde und Wagen wäre.
genügend Platz vor dem alten Lagerhaus vorhanden.
Hier könnten auch ohne große Koſten Hallen für das Vieh
aufgeſtellt werden. Sollte ſich der Ludwigs=Bahnhof für
die Zukunft trotz der elektriſchen Bahn als ungünſtig er=
weiſen
, dann wäre immer noch Zeit, an die Erbauung
einer Markthalle in beſſerer Lage zu denken.

In mehreren hieſigen Nahrungsmittelgeſchäften iſt
es mir ſchon unangenehm aufgefallen, daß die Verkäufer
oder Verkäuferinnen den Finger belecken, ehe ſie das Ein=
wickelpapier
um die gekaufte Ware hüllen. Als neulich in
einem hieſigen Bäckereigeſchäft der Verkäufer auch mit
dem beleckten Finger das von mir gekaufte Brot ein=
packen
wollte, bat ich ihn höflich, dies doch zu unterlaſſen.
Die Erwiderung war eine Flut von Grebhaiten und
Schmähreden. Sollte hier nicht eine polizeiliche Vor=
ſchrift
von Nöten ſein, die das Belecken der Einpackpapiere
verbietet? Des öfteren lieſt man in Konditoreien, Wurſt=
geſchäften
uſw.: Das Berühren der Eßwaren iſt poli=
zeilich
verboten. Als ekelerregend und geſundheits=
ſchädlich
muß es aber bazeichnet werden, wenn, wie in vor=
erwähntem
Falle, der Speichel in direkte Berührung mit
den Eßwaren kommt. Vielleicht genügen dieſe Zeilen,
um einem ſchon oft gerügten Uebelſtande abzuhelfen.

Es lag dem Tierfreund vollſtändig fern, einen
ganzen Stand für die Unterlaſſungsſünden Einzelner
verantwortlich zu machen. In der Hauptſache ſind es
wohl die Pferde der Umgebung von Darmſtadt. Poli=
zeiliche
Hilfe wäre verfehlt. Mit Güte wird mehr erreicht.
Erfreulicherweiſe ſind gutgenährte Pferde die Regel,
ſchlechtgenährte Pferde die Ausnahme. Der Preis des
Hafers iſt auch dem Einſender bekannt.

Die Erkrankung des Kaiſers.

* Kaſſel, 26. Aug. Der Kaiſer hat ſich den
Muskelrheumatismus während der Truppenſchau auf
dem Großen Sand bei Mainz zugezogen. Schon am
Donnerstag war große Schonung erforderlich, um einem
beginnenden Schnupfenfieber vorzubeugen. Am Freitag
abend befiel den Kaiſer plötzlich große Müdigkeit, die
ſofortige Bettruhe nötig erſcheinen ließ. Am Samstag
vormittag arbeitete der Kaiſer einige Zeit außerhalb
des Bettes. Am Nachmittag mußte ſich der Kaiſer auf
Anordnung des Leibarztes Dr. Zunker wieder zu Bett
begeben, das er auch am Sonntag nicht verlaſſen durfte.
Das Schnupfenfieber war unter mäßigen Temperatur=
ſteigerungen
ausgebrochen. Der Kaiſer fühlte ſich am
Sonntag früh ſehr matt. Auch die Kaiſerin iſt infolge
der Erkrankung des Kaiſers etwas angegriffen.
* Kaſſel, 26. Aug. Der Kaiſer wird bis Don=
nerstag
in Wilhelmshöhe bleiben und ſich von dort direkt
nach Berlin begeben, um, wenn irgend möglich, die Pa=
rade
abzunehmen und mit der Kaiſerin an den großen
Manöverfeſtlichkeiten im königlichen Schloſſe zu Berlin
teilzunehmen.
* Berlin, 26. Aug. Oberhofmarſchall
Graf Eulenburg teilt auf allerhöchſten Befehl fol=
genden
Bericht über die Erkrankung des
Kaiſers mit: Nachdem ſich am Freitag, den 23. Auguſt,
morgens, ſchon eine Steifigkeit der rechten Halsmusku=
latur
gezeigt hatte, machte ſich am Vormittag unter
Schüttelfroſt und ſtarkem Krankheitsgefühl eine An=
ſchwellung
der rechten Halsſeite bemerkbar. Bei der
Unterſuchung ſtellte ſich eine Schwellung der rechten
Mandel, Schwellung und große Schmerzhaftigkeit der
rechtsſeitigen Halsmuskulatur und eine Anſchwellung
der vor dem Kopfnicker gelegenen Drüſe heraus. Das
ſehr erheblich geſtörte Allgemeinbefinden hat ſich in=
zwiſchen
wieder gehoben. Die Fiebererſcheinungen haben
ſich verloren und die Entzündung iſt im Rückgang.
Immerhin beſteht noch eine derartige Bewegungshem=
mung
und Schmerzhaftigkeit der Halsmuskulatur, daß
Se. Majeſtät doch gezwungen ſind, von den für dieſe
Woche geplanten Reiſen, Paraden und dergleichen Ab=
ſtand
zu nehmen und ſich noch einige Zeit völlige
Schonung aufzuerlegen.

Das Kronprinzenpaar in Merſeburg.

* Merſeburg, 26. Aug. Die Stadt war für die
Manöverfeſtlichkeiten über und über bis in die kleinſten
Gaſſen hinein mit Fahnen, Kränzen und Laubgewinden
geſchmückt. Ehrenpforten ſind errichtet und Tannengir=
landen
ziehen ſich durch die Straßen, durch die der Kaiſer
ſeinen Einzug halten ſollte. Um 11 Uhr 30 Min. trafen
in ſeiner Vertretung der Kronprinz und die Krom=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Auguſt 1912.

Nummer 201.

prinzeſſin mit Gefolge auf dem Bahnhof ein. Hier
fand großer militäriſcher Empfang ſtatt. Eine Ehren=
kompagnie
des achten thüringiſchen Infanterie=Regts.
Nr. 153 erwies die militäriſchen Ehrenbezeugungen. Dann
begann der Einzug in die Stadt bei ſtrömendem Regen
unter dem Geleit einer Eskadron des thür. Huſaren=
Regts. Nr. 12 durch ein Spalier von Schulen, Vereinen,
Innungen, Bergleuten und einem überaus zahlreichen
Publikum, das durch Zuzug aus der Provinz vermehrt
war. Stürmiſche Hochrufe begrüßten die hohen Herrſchaf=
ten
und pflanzten ſich durch die Straßen fort. Die Kron=
prinzeſſin
fuhr mit der Oberhofmeiſterin in einem
offenen vierſpännigen à la Daumont gefahrenen Wagen
mit Spitzenreitern. Dahinter ritt der Kronprinz in
der Uniform des Leibhuſarenregiments. Es folgten die
Prinzen Auguſt Wilhelm, Oskar und Joachim zu Pferde.
Vor dem Kriegerdenkmal ſtanden die ſtädtiſchen Behör=
den
. Bürgermeiſter Dr. Hacke begrüßte die kronprinz=
lichen
Herrſchaften und bedauerte das Fernbleiben des
Kaiſers und der Kaiſerin, für deren völlige Geneſung er
die innigſten Wünſche der Bürgerſchaft ausdrückte. Er
dankte dafür, daß der Kaiſer zu ſeiner Vertretung den
Kronprinzen und die Kronprinzeſſin entſandt habe, die er
namens der Stadt herzlichſt willkommen hieß. Er forderte
die Anweſenden auf, die Gefühle des Dankes, der Ver=
ehrung
und der Treue für das Haus Hohenzollern zu=
ſammenzufaſſen
in ein dreifaches Hurra auf die kaiſer=
lichen
Majeſtäten, den Kronprinzen, die Kronprinzeſſin
und das kaiſerliche Haus. Der Kronprinz reichte dem
Bürgermeiſter die Hand und dankte ihm mit freundlichen
Worten. Der Kronprinzeſſin wurde von einem jungen
Mädchen, das ein Gedicht vortrug, ein Blumenſtrauß
überreicht. Dann ſetzte ſich der Zug nach dem Königlichen
Schloſſe fort, wo großer Zivilempfang für die Spitzen der
Behörden der Provinz ſtattfand. Vor dem Schloſſe war
eine Ehrenkompagnie des Anhaltiſchen Infanserieregi=
ments
Nr. 93 aufgeſtellt.
Nach dem Zivilempfang begab ſich das Kronprinzen=
paar
nach dam Rittergut Schkopau, wo es Quartier
nahm.

Englands Proteſt gegen das Panama=
kanalgeſetz
.

* London, 26. Aug. Die Times führt aus, daß der
Tert des Panamakanal=Geſetzes, ſowie der
Botſchaft und des Memorandums des Präſidenten noch
nicht vorliegt, daß aber, wenn die telegraphiſchen Berichte
nur einigermaßen korrekt ſind, das Geſetz mit dem offen=
kundigen
Sinn des Hay=Pauncefote=Vertrages unverein=
bar
ſei. Der letzte Vorſchlag des Präſidenten ſei etwas
Neues in der Geſchichte des Völkerrechts. Die amerika=
niſche
Regierung fordert den Kongreß auf, zu beſtätigen,
daß die Regierung ein Geſetz, das der Kongreß ſoeben an=
genommen
hat, nicht als Verletzung von Vertragsrechten
betrachtet. Der Präſident fordert damit den Kongreß auf,
ſich zum Richter in eigener Sache zu machen, die zugleich
die Sache des Präſidenten iſt. Dies Urteil wird auf nie=
mand
Eindruck machen, der die Frage vom völkerrecht=
lichen
Standpunkt aus betrachtet. Die Times erklärt, wenn
der Text des Geſetzes beſtätigen ſollte, daß eine Verletz=
ung
der engliſchen Vertragsrechte vorliegt, ſo würde Eng=
land
erneut Vorſtellungen bei der amerikaniſchen Regie=
rung
erheben und, falls dieſe keine befriedigende Löſung
der Frage bringen ſollten, daß die ganze Streitfrage vor
das Haager Schiedsgericht verwieſen werde. Die Times
weigert ſich, zu glauben, daß die Vereinigten Staaten dieſe
Forderung ablehnen könnten. Keine Nation und keine
Regierung haben das Prinzip des Schiedsgerichts ſo laut
gepredigt, wie die amerikaniſche. Es ſei kaum zu glau=
ben
, daß ſie, nachdem ſie es anderen gepredigt, ſich ſelbſt
in zyniſcher Weiſe weigern ſollte, es anzunehmen. Eine
ſolche Weigerung würde bei allen Nationen, die Selbſt=
achtung
beſitzen, eine gewiſſe Abneigung hervorrufen, mit
einem Staate in Vertragsverhältniſſe einzutreten, der ſich
das ausſchließliche Recht vorbehält, das Maß ſeiner Ver=
pflichtungen
ſelber zu interpretieren.

Die Türkei und die Balkanſtaaten.

* Belgrad, 25. Aug Die Blätter veröffentlichen
Meldungen über ein von Albaneſen in Sjenitza und Be=
liopolie
angerichtetes Serbenmaſſaker, wobei auch
der Kaimakan von Popovie getötet worden ſei. Die Ur=
ſache
des Gemetzels ſoll der Mißerfolg des türkiſchen Hee=
res
an der montenegriniſchen Grenze ſein. Viele Flücht=
linge
kommen nach dem ſerbiſchen Grenzort Javor und
verlangen Hilfe. Belgrad iſt in großer Aufregung, alles
wartet die Entwicklung der Angelegenheit durch die Re=
gierung
ab. Kriegsſtimmung erfüllt die Herzen.
Man erwartet Kundgebungen wegen der Vorfälle in Al=
banien
, damit die ſerbiſche Regierung ſchleunigſt zum
Schutz der Stammesgenoſſen in der Turkei Truppen dort=
hin
entſende. Aus Südſerbien beurlaubte Offiziere erhiel=
ten
Befehl, ſofort in ihre Garniſon zurückzu=
kehren
. Angeblich ſteht die Mobilmachung der Mo=
rowa
= und Drina=Diviſion bevor. Dem König wurde
nach ſeiner Rückkehr in die Hauptſtadt Bericht über die
Ereigniſſe in Sjenitza erſtattet Der König ordnete an,
daß man ihm ſämtliche Berichte gleich vorlege, ſelbſt in
der Nacht. Die Aeußerung eines Mitgliedes der Regie=
rung
lautet: Die Regierung verfolgt die Entwicklung der
Ereigniſſe in der Türkei, ſie iſt bereit, alles zu tun, was
im Intereſſe Serbiens liegt. Das Offizierkorps wünſcht
den Krieg.
* Sofia, 25. Aug. Hier iſt ein etwa 500 Delegierte
aus dem ganzen Königreich umfaſſender Kongreß zuſam=
mengetreten
, um über Maßnahmen zur Beſſerung des
Schickſals der Bulgaren in der Türkei zu be=
raten
. In den auf dem Kongreß gehaltenen Reden wurde
die Notwendigkeit betont, daß Bulgarien zugunſten ſeiner
Landsleute energiſch einſchreite, um ihnen nor=
male
Lebensbedingungen unter einem autonomen Regime
zu ſichern.
* Peſt, 26. Aug. Die Morgenblätter melden die tat=
ſächlich
vollzogene Mobiliſierung Montenegros,
ſowie ſerbiſche Kriegsrüſtungen. Angeblich iſt auch Oeſter=
reich
=Ungarn in Bosnien zum Schutze der eigenen Grenze
und zur Aufrechterhaltung der Neutralität mit Rüſtungen
beſchäftigt. Die Pforte fordert die Demobiliſation Mon=
tenegros

Marokko.

* Kaſſablanca, 25. Aug. Oberſt Mangin
brach am 22. Auguſt aus dem Lager von Suk el Arba
auf und überraſchte das Lager des Kalifen. Er griff den
Feind an und zerſtreute ihn, nahm ihm die Fahnen und
77000 Patronen ab. Am 23. Auguſt früh nahm Oberſt
Mangin den Marſch wieder auf und vereinigte ſich mit
dem Oberſten Joſeph. Mangin ſchlug einige Truppen=
ſabteilungen
des Kalifen, welche die Kolonne umſchwärm=
ſen
Die Fxanzoſen hatten am 22. Auguſt einen Toten

und drei Verletzte, am 23. Auguſt 2 Tote und 22 Ver=
letzte
. NNeun Franzoſen aus Marrakeſch, die zu El
Glaui vor die Tore von Marrakeſch geflüchtet waren,
wurden von dieſem an El Hiba ausgeliefert, der ſie durch
Soldaten gegen den Angriff ſeitens fanatiſcher Ein=
geborener
bewachen läßt. El Hiba verſprach El Glaui,
die Franzoſen zu reſpektieren und an die Küſte bringen
zu laſſen.
* Paris, 25. Aug. Ueber die Lage in Moga=
dor
ſchreibt der Korreſpondent von Le Journal aus
Tanger: Man iſt hier ſehr gereizt über die ebenſo unbe=
greifliche
als unerträgliche Haltung des ſpaniſchen Kon=
ſuls
in Mogador, welcher verſucht, uns ernſthafte Schwie=
rigkeiten
zu machen, indem er El Hiba und ſeine Partei=
gänger
unterſtützt und die Bevölkerung aufreizt, ſich
gegen Muley Juſſuf zu empören. Unter den gegenwärti=
gen
Umſtänden kann das übelwollende Vorgehen dieſes
Konſuls die ſchwerſte Kataſtrophe herbeiführen. Es iſt
um jeden Preis nötig, daß unſere Regierung von der
ſpaniſchen Regierung verlangt, daß dieſe ihrem Ver=
treter
in Marokko ernſte Inſtruktionen erteilt, um dieſe
ſchädliche Aktion aufzuhalten, wenn wir nicht wollen,
daß unſere bereits ſo ſchwierige Aufabe noch mutwillig
verwickelter gemacht wird. Die regierungsfreundliche
Aurore ſchreibt: Wenn es bewieſen iſt, daß unſere Kräfte
zu beſchränkt ſind, ſo darf nicht gezögert werden. Es
müſſen die Opfer, welche die Situation verlangt, ge=
bracht
werden. Die zuſtändigen Männer und die mili=
täriſchen
Autoritäten, welche Marokko kennen, ſind nicht
weit davon entfernt, zu glauben, daß dieſe Opfer uner=
läßlich
und dringend ſind. Es ſcheint, daß die Stunde
geſchlagen hat, an praktiſche Entſchlüſſe zu denken.

Literariſches.

Hof= und Militär=Adreßbuch für
Heſſen und Heſſen=Naſſau (Rangliſte 18.
Armeekorps) nach dem Stande vom 1. Mai d. J. Das
Hof= und Militär=Adreßbuch enthält ſämtliche Offiziere,
einſchließlich Reſerve und Landwehr, ſowie Beamte, Be=
hörden
und Geſchäftsräume im Bereiche des 18. Armee=
korps
, den Großherzoglich Heſſiſchen Hof und die Land=
gräfliche
Linie von Heſſen. Das Buch iſt durch alle Buch=
handlungen
zu beziehen und koſtet broſchiert 1,50 Mk.,
gebunden 2 Mark. Verlag des Hof= und Militär= Adreß=
buches
für Heſſen und Heſſen=Naſſau, Löber u. Ko.
in Frankfurt a. M.

Darmſtadt, 27. Auguſt.
Verein der Detailliſten von Darmſtadt, E. V.
Man ſchreibt uns: Der Verein rückt ſeinem Ziele, die
hieſigen Detailliſten geſchloſſen in ſich
zu vereinigen, immer näher. Dank der intenſiven
Arbeit der unter der Leitung des Herrn Fr. Klockow=
ſtehenden
Werbekommiſſion konnten in der Vorſtands=
ſitzung
20 neue Mitglieder aufgenommen werden. Möge
es gelingen, die jetzt noch Fernſtehenden auch zu
gewinnen und ſie zu überzeugen, daß es in beiderſeiti=
gem
Intereſſe notwendig iſt, dem Detailliſten=Verein.
als der allein maßgebenden Vertretung des Kleinhan=
dels
, anzugehören. Zu beklagen iſt, daß dem Vorſitzen=
den
fortgeſetzt noch anonyme Schreiben zugehen mit Be=
ſchuldigungen
anderer Firmen, obwohl wiederholt öffent=
lich
erklärt wurde, daß derartige Zuſchriften keine Be=
rückſichtigung
finden, ſondern alle ohne weiteres in den
Papierkorb wandern.
Der Vorſitzende, Herr W. Kalbfuß, berichtete
über die ſeitherige Tätigkeit und über die zurzeit aktuellen
Fragen. Im Vordergrund des Intereſſes ſteht die
Wahl der Vertrauensmänner zur Ange=
ſtelltenverſicherung
. Es wurde beſchloſſen, da=
hin
zu wirken, daß ein einheitlicher Wahlvorſchlag der
hieſigen wirtſchaftlichen Korporationen zuſtande kommt,
möglichſt unter Mitwirkung der Großh. Handelskammer.
HHerr Kalbfuß gab ſodann die neuen Fälle unlauteren
Wettbewerbs und die hierin getroffenen Maßnahmen
bekannt, die von der Verſammlung gutgeheißen wurden.
Ferner wurde der Erhebung der Klage gegen eine hieſige
Firma zugeſtimmt. Von der Antwort des Großh. Mini=
ſteriums
der Juſtiz zu der auf der Hauptverſammlung
gefaßten Reſolution wurde mit Intereſſe Kenntnis ge=
nommen
. Dem Vorſtande neu zugewählt wurde Herr
Friedrich Stephani, in Fa. Heckmann=Schmidt, und
als Vertreter in den Ausſchuß des heſſiſchen Verbandes
Herr Albert Jordan beſtimmt. Der Vorſtand nuhm
mit Befriedigung davon Kenntnis, daß die national=
liberale
Fraktion der Stadtverordneten=
Verſammlung bei Großh. Bürgermeiſterei den An=
trag
auf Einführung einer Warenhaus= und
Filialſteuer geſtellt hat. Dem zeitgemäßen Vor=
ſchlag
des Herrn Bürgermeiſters Mueller auf Neu=
organiſation
der Arbeitsvermittlung ſtimmte der Vor=
ſtand
zu. Das Programm zum diesjährigen Ver=
bandstag
liegt vor. Die Tagung findet am 15. Sep=
tember
in Bad Nauheim ſtatt. Die Einladungen gehen
demnächſt den Mitgliedern zu und wird eine rege Be=
teiligung
ſeitens der hieſigen Detailliſten erhofft. Der
Nauheimer Verein bietet alles auf, den Beſuchern den
Aufenthalt dort ſo angenehm wie möglich zu geſtalten.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Berlin, 26. Aug. Das von der hieſigen jüdi=
ſchen
Gemeinde neuerbaute Gotteshaus in
Charlottenburg wurde heute unter Beteiligung
zahlreicher Vertreter ſtaatlicher und ſtädtiſcher Behörden
feierlich eingeweiht. Als Vertreter des Kaiſers war
Generaladjutant Generaloberſt von Keſſeb erſchienen.
* Köln, 26. Aug. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Berlin: Nach den Erörterungen eines Teils der inter=
nationalen
Preſſe konnte man den Eindruck gewinnen,
als ob bei den bevorſte henden Ausſprachen
gewiſſermaßen nach politiſchen Gruppen vorgegangen
werde und daß es ſich darum handele, die Anſichten und
Intereſſen der einen dieſer Gruppierungen zum Nach=
teile
der anderen zur Geltung zu bringen. Wenn dieſer
Standpunkt irgendwo vorhanden wäre, möchten wir ſehr
wünſchen, daß er ſo vollſtändig wie möglich verlaſſen
würde. Es ſollte ſich um ſo weniger darum handeln,
den Intereſſen des Dreibundes oder der Entente zum
Siege zu verhelfen, als widerſtreitende Intereſſen in die=
ſer
Frage kaum vorhanden ſind. Denn das man darf
wohl hoffen gemeinſame Ziel iſt, die orientali=
ſchen
Angelegenheiten in Bahnen zu lenken, die
der gedeihlichen Entwickelung der Türkei und dem Frie=
den
Europas von Nutzen wären. Es wäre alſo wider=
ſinnig
, wenn man in dieſer Frage die eine der politiſchen
Gruppierungen gegen die andere aufmarſchieren ließe,
während allesdarauf hinweiſt, daß ſie hier ſehr wohl zu=
ſammen
gemeinſam operieren können. Es geſchähe nichtzum
erſten Male, daß der eine oder andere Stagt ſeine Ktel=

lungnahme lediglich danach einrichte, daß ſie einem an=
deren
Staate unangenehm ſſein ſoll; doch wird man in
einer ſolchen Politik der Verärgerung ldie höchſte Weis=
heit
kaum erkennen können. Am wenigſten wäre dies
zu finden, wenn man ſie gerade jetzt anwendete, wäh=
rend
alles darauf hinweiſt, daß es ſich hier nicht um
Sonderintereſſen des Dreibundes oder der Entente han=
delt
, ſondern um wichtige Dinge, bei deren Beratung
alle Sonderintereſſen ausgeſchaltet welden können. Wir
ſind überzeugt, daß nicht nur bei der deutſchen, ſondern
auch bei anderen Regierungen dieſe Auffaſſung vor=
herrſcht
. Wir zweifeln deshalb auch nicht, daß ſie zur
Geltung gebracht werden kann. Vom Dreibund und von
der Entente hörten wir in der letzten Zeit genug. Wie
wäre es, wenn man einmal Europa ſprechen oder noch
beſſer handeln ließe?
* Neuſtadt a. d. Hgardt, 26. Aug. Von den drei an
Pilzvergiftung noch krank baniederliegenden Perſonen iſt
heute früh Fräulein Lina Freidel, eine Tochter der be=
reits
verſtorbenen Witwe Freidel, geſtorben, ſo daß der
Pilzvergiftung bisher vier Perſonen zum
Opfer gefallen ſind. Der Zuſtand der beiden anderen Er=
krankten
iſt noch ernſt.
* Halle a. d. Saale, 26. Aug. Anläßlich der Feſt=
lichkeiten
in Merſeburg trafen heute mittag
hier ein die Prinzen Eitel Friedrich, Auguſt Wilhelm,
Oskar, Joachim, Friedrich Leopold, dagegen ſagten in=
folge
der Abſage des Kaiſers und des Ausfalles der Pa=
rade
der Großherzog von Sachſen und Prinz Leopold
von Bayern ihr Erſcheinen ab. Der Herzog von Sachſen=
Altenburg trifft heute abend, der Herzog von Anhalt
morgen hier ein.
* Konſtantinopel, 26. Aug. Der ehemalige Depu=
tierte
von Tripolis, Nadſchi, hatte geſtern mit Hem
Miniſter des Auswärtigen eine Beſprechung,
wobei er ihm, wie verlautet, den Standpunkt der Tri=
politaner
gegenüber den Friedensgerüchten auseinander=
ſetzte
. Die Tripolitaner wollen ſich mit einem ihren
Intereſſen ungünſtigen Frieden nicht einverſtanden er=
klären
. Das Kriegsminiſterium publiziert eine De=
peſche
aus Benghaſi vom 46. Auguſt, wonach die
Türken und Araber ſeit 15 Tagen das italieniſche Lager
von Derna bombardieren, ohne unter dem feindlichen
Feuer zu leiden. Am 8. Auguſt ſoll das Bombardement
den Italienern einen beträchtlichen Schaden zugefügt
haben. Drei türkiſche Artilleriſten ſind verwundet
worden.

Berlin, 26. Aug. Daß der Brand des Thea=
ters
des Weſtens durch Kurzſchluß entſtanden ſein
ſoll, erſcheint ausgeſchloſſen, da die elektriſche Beleucht=
ung
intakt geblieben iſt und heute noch tadellos funktio=
nierte
. Da fahrläſſige Brandſtiftung ausgeſchloſſen iſt,
bleibt nur die Erklärung, daß ein unbekannter Täter das
Feuer anlegte. Die Art der Brandſtiftung iſt noch un=
aufgeklärt
. Der Täter iſt auch unbekannt.
Bielefeld, 26. Aug. In Brackwede tötete der
19jährige polniſche Arbeiter Sfadon ſeine Geliebte,
indem er ihr den Hals durchſchnitt.
Magdeburg, 26. Aug. Bei den Aufräumungsarbei=
ten
in den Hildebrandtſchen Mühlenwerken iſt
jetzt noch die Leiche eines Arbeiters aufgefunden
worden. Die Geſamtzahl der Opfer beträgt ſomit 10.
Friedland (Mecklenburg), 26. Aug. Auf der Klein=
bahn
ſtürzte hinter der Station Breſſowitz ein Zug
die ſteile Böſchung hinab. Der Lokomstivführer
und der Heizer konnten ſich retten. Verletzt iſt niemand.
Glogau, 26. Ang. An Pilzvergiftung ſtar=
ben
in Liegnitz eine 40jährige Frau und ihr 19 jäh=
riger
Sohn und eine 8jährige Tochter. Die Großmutter
iſt erkrankt.
Paris, 26. Aug. Nach dem Matin ſoll geſtern im
Louvre aus einem alten wertvollen Frauenporträt
eines alten Meiſters ein Stück in der Größe eines Fünf=
frankenſtückes
herausgeſchnitten wolden ſein.
Nähere Angaben fehlen.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Unter dem Einfluß eines Hochdruckrückens klärte das
Wetter geſtern vorübergehend auf; aber ſchon geſtern
abend ſetzten wieder Regenfälle ein, die die Nacht und
heute morgen anhielten. Die Temperaturen liegen etwas
höher als ſeither. Der Druck iſt überall gefallen, beſonders
ſtark über Hannover, wo heute eine Depreſſion von
750 mm liegt. Unter dem Einfluß des tiefen Druckes
ſteht keine Aenderung in Ausſicht.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 27. Auguſt:
Trüb, Regenfälle, mäßig warm.

Tageskalender.

Ausſtellung Der Menſch im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der Mathil=
denhöhe
(geöffnet von 106 Uhr).
Ausſtellung des Deutſchen Holzarbeiter=Verbandes
Grafenſtraße 30.
Ausſtell ung Das Gas in Haus und Gewerbe im
Saalbau (geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr
abends).
Bibliſcher Vortrag um 8½ Uhr im Zelt in der
Lindenhofſtraße (Thema: Weltfrieden oder Welt=
krieg
?).
Zuſammenkunft des Engliſchen Klubs um 8½ Uhr
im Darmſtädter Hof.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Der
Begründer der Heilsarmee, General William Booth ;
der jüngſte Ausbruch des Aetna, von Catania aus ge=
ſehen
; der alte und der neue Sultan von Marokko;
der Loreleyfelſen, aus einem Zeppelin=Luftſchiff auf=
genommen
.

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 28. Auguſt.

Hofreite=Verſteigerung des Heinrich Dieter
(Mathildenplatz 5) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I
Obſtkeltern= uſw Verſteigerung um 10 Uhr ( Zu=
ſammenkunft
am Schloßgartenplatz an der Halteſtelle der
Straßenbahn).
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟.
Ladentheke= uſw. Verſteigerung um 6 Uhr ( Zu=
ſammenkunft
in der Ludwigshalle‟).

arten Sie nicht, bis Ihr Kind krank wird und Sie
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[ ][  ][ ]

(Statt besonderer Anzeige.)
Heute vormittag 9 Uhr verschied nach langem, mit unendlicher
Geduld ertragenem Kranksein meine liebe Frau, unsere treue gute Mutter,
Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante
(17951

geb. v. Gehren
72. Lebensjahre.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Karl Günther, Rechnungsrat i. P.
Darmstadt (Bruchwiesenstr. 2 I.), den 26. August 1912.
Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 5 Uhr, von der Halle des Fried-
hofes
aus, statt.

Statt besonderer Anzeige

Heute früh 10 Uhr verschied sanft, 78 Jahre alt, unsere liebe,
Mutter, Schwester, Grossmutter und Schwiegermutter
(

geb. Bauer.

Darmstadt, Dessau, Newark, den 25. August 1912.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 27. ds. Mts
vom Trauerhause aus.
Beileidsbesuche dankend abgelehnt.

Todes=Anzeige:
Geſtern entſchlief ſanft nach langem Leiden
unſer lieber Vater, Schwiegervater u. Großvater

in ſeinem 75. Lebensjahre.
(17952
Die trauernden Hinterbliebenen:
Joh. Hch. Weber, Darmſtadt,
Nieder=Ramſtädterſtr. 5½,
Wilh. Weber,
Heidelberg-Rohrbach,
nebſt Angehörigen.
Darmſtadt, den 26. Auguſt 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch, den
28. Auguſt, vormittags 11 Uhr, vom Portale
des Darmſtädter Friedhofes aus.

Nummer 201.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Augnſt 1912.

Seite 7.

Lamiliennachrichten.

Todes=Anzeige.
Heute morgen entſchlief nach langem,
ſchwerem Leiden meine liebe Frau, unſere gute,
unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter und
Großmutter
(17927
Frau Sophie Heß
geb. Ehrhardt
im 66. Lebensjahre.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Adam Heß, Lokomotivführer i. P.
Darmſtadt, Offenbach a. M., 26. Aug. 1912.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch, den
28. Auguſt, nachmittags 3 Uhr, von der Fried=
hofskapelle
aus.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Anteilnahme
an dem Hinſcheiden meines lieben Mannes, unſeres
guten Vaters, Schwiegervaters und Großvaters
Herrn
Philipp Kullmann
Schmiedmeister
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank. Ins=
beſondere
dem Herrn Pfarrer Dr. Diehl für ſeine
troſtreichen Worte, den lieben Schweſtern für die
opferwillige Hilfe und dem Kriegerverein für die
erwieſene letzte Ehre.
(17928
Darmſtadt, Pfungſtadt, den 26. Aug. 1912.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich

in Darmſtadt. Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die Redaktion des Tagblatts zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind beizu=
fügen
; nachträgliche werden nicht berückſichtigt. Un=
verlangte
Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.

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Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Auguſt 1912.

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3½ Deutſche Reichsanl. . 89,60
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3
4 Preuß. Schatzanweifg. 100,00
3½ do. Conſols 89,50
79,80
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
93,00
do.
3½
84,00
do.
3
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do.
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3½
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3
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . 99,90
4 de do. (unk. 1918) 190,00
88,00
do.
3½
77,50
do.
3
3 Sächſiſche Rente. . . . 80,10
4 Württemberger v. 1907 100,30
3½
do. v. 1875 95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,75
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 90,50
4 do. Goldrente . . . 95,50
3 do. einheitl. Rente 87,50
3 Portug, unif. Serie I 64,30
5 do. unif. Ser. III 67,60
4 do. Spezial . . . . 10,00
4 Rumänier v. 1903 . . 101,30
4 do. v. 1890 . . 95,00
4 do. v. 1905 . . 91,80
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,70
3 do. v. 1902 . . . . 90,60
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
4½ Schweden
3 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 82,40
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,50
4 Ungar. Goldrente . . . 90,60
4 w. Staatsronte. . . 87.70

Zf.
InProz=
5 Argentinier
.101.,00
do.
86,40
4½ Chile Gold=Anleihe. 92,20
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,00
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 94,50
5 Innere Mexikaner . . . 94,90
3
do.
59,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,10
3 Buenos Aires Provinz 70,75
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 156,80
5 Nordd. Lloyd . . . . . 126,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. .
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 116,50
8 Baltimore und Ohio . 108,50
6½ Schantungbahn . . . 134½
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.)
6 Pennſylvania R. R. . 123,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger .
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 537,75
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

.258,50
30 Farbwerke Höchſt . . 645,25
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 357,00
10 Cement Heidelberg . . 155,75
30 Chem. Werke Albert 465,00
12½ Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 324,10
4 Lahmeper . . . . . . .127,30

Letzte
Iuren,
divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 161,50
12 Siemens & Halske . 241,00
5 Bergmann Electr. . . 137,30
10Deutſch. Ueberſee Electr. 169,50
0 Gummi Peter . . . . 120,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 118,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 561,20
10 Maſchinenf. Badenia 180,50
6 Wittener Stahlröhren 223,00
8 Steana Romana Petr. 157,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 244,00
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
. . . . . . . 224,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 119,50
3 Südd. Immobilien . 63,50
Vergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 194,90
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 239½
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . .
.181,40
10 Gelſenkirchener . . . 202,00
8 Harpener . .
.198,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 273,80
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 82,50
4 Laurahütte . . . . . . 178,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 168,50
1 Weſteregeln 209,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 85,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,00
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 89,20
3 Prag=Durer . . . . . . 75,25
5 Oeſterr. Staatsbahn . 103,20
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,20
3
79,50
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,60
4
do.
27250

Bf.
Inprot.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,75
3 Raab=Oedenburg
77,50
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,10
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,90
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,80
4 do.
87,75
4 Wladichawchas
88,50
4 Rjäfan Koslow.
87,90
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 77,80
4½
do.
2¼10 Livorneſer . . . . . 70,00
3 Salonique=Monaſtir . 64,00
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,60
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 96,90
4 Miſſonri=Pacific. . . . 71,90
4 Northern=Pacific .
99,00
4 Southern=Paciſic . . . 94,90
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 86,20
5 Tehuantepec . . . . . . 98,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 199,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 149,80
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 186,10
6½ Darmſtädter Bank 121,40
12½ Deutſche Bank . . . 255½
6 Deutſche Vereinsbank . 123,30
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . 116,80
10 Diskonto=Kommandit 187,00
8½ Dresdener Bank . . 154,10
9½ Frankf. Hypoth.=B. 136,25
6½ Mitteld. Kreditbank 118,40
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,60
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . . . 133,80
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,20
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,10
7½ Wiener Bankverein . 134,60
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 38.90

St.
Znpron.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 1519, 2126 97,80
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
do.
31
88,00
4 Heff. Land.=Hyp.=Bank 99,90
do.
3½
88,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
S. 14, 15, 17, 24
1823.
99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6
88,80
S. 35
88,60
S. 911
88,70
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,50
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
3½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt.
3½ do.
-
4 Frankfurt.
99,80
3½ do.
95,70
4 Gießen .
98,10
3
do.
91,00
4 Heidelberg
98,20
3½ do.
87,90
4 Karlsruhe
98,60
do.
88,80
4 Magdeburg
99,10
3½ do.
4 Mainz
99,00
do.
89,50
4 Mannheim
98,40
do.
89,00
4 München .
100,40
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
.100,00
do.
88,00
4 Oſfenbach .
-

Iußros
A.
88,75
8½ Offenbach .
4 Wiesbaden . 7... 4 99,80
95,10
3½ do.
98,00
4 Worms.
3½ do.
-
4 Liſſaboner v. 1883
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 172,50
3½ Cöln=Mindner , 100 134,40
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,50
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 135,40
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,00
3 Oldenburger . . . . . . 125,50
2½ Raab=Grazer fl. 15 112,00
Unverzinsliche
Aulehensloſe.
ſt. 7
Augsburger.
Braunſchweiger Tlr. 20 197,50
Fs. 15
Freiburger
Mailänder
Fs. 45
do.
Fs. 10
ſt. 7
Meininger .
Oeſterreicherv. 1864 fl. 100 519,00
do. v. 1858f1.100
Ungar. Staats . . fl.100 360,50
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 174,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . .20,43½
20 Franks=Stücke . . . . 16,17
Amerikaniſche Noten .
4,18¾
Engliſche Noten . .
20,43
Franzöſiſche Noten.
80,90
Holländiſche Noten.
169,40
Italieniſche Noten . . . . 80,15
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,90
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,90

Reichsbank=Diskonto. .
Reichsbank=Lombarb 335 5½

[ ][  ][ ]

Nummer 201.

Weiblich

Hebildete gewandte Dame ſucht
für einige Stunden täglich
nutzbringende Beſchäftigung. Be=
aufſichtigung
junger Mädchen,
Begleitung und Unterhaltung für Monaismädchen geſucht
alleinſtehende, wenn auch kränkliche
Dame, auch Vorleſen. Gefl.
Offert. u. L. 4 an die Exp. (*4369

Saub. 16jähr. Madchen ſucht
leichte Beſchäftigung. Offert. unt.
L 22 an die Exped. d. Bl. (*4398 Zum 1. Oktober

Junge Frau ſucht Laufdienſt,
geht auch halbe Tage waſchen, putz.
oder bügeln. Zu erfr. Kranich=
ſteinerſtraße
6, Stb. II. I. (*4386 Such. gr. Anz. Mädchen jed. Art.

ſucht Laufdienſt
Fleiß. Frau morg. 2 Stund.
*4377) Ballonplatz 9, Vhs. II.

Aeli. einf. beſſeres Mädchen
das ſehr gut bürgerlich kocht und
leichte Krankenpflege übernimmt,
Viktoriaſtr. 98, III., mittlere Türe.

Tüchtige, zuverläſſige Lauffrau Frau vormittags von 911, nach=
ſucht
per 1. Sept. Stelle. Näheres
Expedition ds. Bl.
4392

Ein aus der Schule entlaſſenes
Mädchen vom Lande ſucht Stelle
Offert. unt. L 30 Exped. (*4434

181. nettes Mädch., weich. perf.
ſerv., ſowie näh. u. bügeln kann,
ſucht Stelle auf 1. Sept. Katharina
läger, gewerbsmässige Vermittlerin,
Donnersbergring 30. (*4446

ſon beſſ. Häuſ. gutempf. Frau n.
n. Kund. im Waſch. u. Putzen an
Mühlſtraße 23, Htb. I. lks. (*4437

ſucht Beſchäftigung
Eine Frau nachmittags, auck
Nachtwachen
(*4459
Große Ochſengaſſe 34.

Jg. unab. Fraugeht tagsüb. putz.
Geider, Erbacherſtr. 16.
(*4409

Männlich
Stuc, areh. 6 Jahre Durean=
u
. Außen=Praxis) ſucht Nebenbe=
ſchäftigung
(von jetzt bis ev. Ende! Eine in all. Hausarb. reinliche
SS. 1913) in Darmſtadt o. näh. Um=
gebung
. Gefl. Angebote u. J 59 an
die Expedition erbeten. (17353a

Gutempfohlener junger Mann,
im Alter von 34 J., ſucht St. als
Hausburſche. Es wird mehr auf
gute Beh. a. gr. Geh. geſ. Anerb.
b. m. u. L. 28 a. d. Exp. z. r. (*4429

Aelterer Militärpenſionär mit
ſehr gut. Zeugn., w. 22 Jahre auf
einem Bureau beſchäftigt war, ſucht
wieder ähnl. Stellg. od. ſonſt. Ver=
trauenspoſten
. Offert. unt. K 64
an die Expedition ds. Bl. (*4222si

Zeen

Weiblich

Eine
gewandte Maschinenschreiberin
mit flotter Handſchrift ſofort ge=
ſucht
. Gefl. Offerten unter L 14
an die Expedition.
(17922ids

Gewandte Damen= und Herren
zum
(M17904
Verkauf
eines feinen Toiletten=Artikels an
Private geſucht. Verdienſt täg=
lich
bis Mk. 10.. Stellung
dauernd. Kaution von Mk. 250.
in bar oder guter Bürgſchaft er=
forderlich
. Gefl. Off. sub K. V.
2188 an Rudolf Moſſe, Köln.

Redegewandte Dame auf reli=
giöſe
Zeitſchriften gegen hohe Pro=
viſion
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Tüchtige
Zuarbeiterin
für Putz geſucht
Seidenhaus Eduard Volz.
(17924ids

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Vorzuſtellen nur Mittwoch vor=
mittags
1012 Uhr Frankenſtein=
(*4403
ſtraße 36, 1. Stock I.

Mädchen, welches Oſtern die
Schule verlaſſen hat, als
Laufmädchen
(*4395
geſucht.
L. C. Wittich’sche Hofbuchdruckerei
Rheinſtraße 23.

Branchekundige
Verkäuferinnen
geſucht (17925ids
HSedenhaus Eduard Volz.

Haushält. aufs Land geſuch.1
Vertrauensſtellung. Näh. Ausk.=
Stelle f. Frauenberufe, Hochſchul=
ſtr
., Mittw. 45 Uhr. (17736si älteres, weich.
Mädchen, kochen kann,
bei gutem Lohn ſofort geſucht.
Karlſtraße 69, I.
(17849si per ſofort
*4404) Riedlingerſtraße 31, II. Tücht. Servierfräulein geſ.
*4393) Obergaſſe 3 (Ratskeller). tüchtiges Alleinmädchen
geſucht, welches kochen kann
(Breite) Allee 1, 2. Stock. (*4431 Johannette Weißmantel, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Kasinostr. 17. (*4432 Reinl. fleiß Frau für d. Haus=
arbeit
vorm. geſ. Vorzuſt. Viktoria=
ſtr
. 50½, II., 35 nachm. (*4139 Mehr. Alleinmädch. i. n. g. Stell. sof. u. f.
1. Sept. ges. Karolina Reck, gewerbsmäßige
ſucht tagsüber leicht. Arbeit (*4371Stele vermittlerin, Elisabethenstr. 22, II.(* Sauber. unabh. Mädchen od.
mitt. von 23½ Uhr geſ. Frau
Mohwinkel, Wilhelminenstr. 17. (*4443 Köchin, Haus=, Zim., Küch.= 1.
Spülm., Büf.= u. Servierfrl. geſ.
Frau Mina Dingeldein, ge=
werbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Schützenſtr. 10½ Tel. 531. (*4454
Geſucht zum 1. Sept., evtl. ſpäter
ein beſſeres
Mausmädchen
im Zimmerdienſt bewandert, welch.
nähen und bügeln kann. Offert.
ſind zu richten unter L. 23 an die
Expedition ds. Bl.
(*4423 Geſucht zum 1. Okt. einfache
Stütze oder beſſeres Mädchen,
das kochen kann und die Haus=
arbeit
verſteht, zu einzelner Dame
bei gutem Lohn. Klappacher=
ſtraße
15, parterre.
(B17942 Frau für Anfang Sept. in kleine
Familie für morgens einige Stdn.
u. mittags z. Spülen, oder jüng.
Mädch. uber Mittag geſucht. Näh.
in der Exped. ds. Bl. (17945 Männlich 6r Hauptagentur 220
alter hochangeſehener Lebensver=
ſicherungsgeſellſchaft
ſoll in
Darmſtadt baldigſt neu beſetzt
werden. Da bedeut. Inkaſſo vorh.,
ſo wollen ſich nur kautionsfähige
Bewerber melden, die neben ihrem
Beruf gewillt u. befähigt ſind, das
beſtehende Geſchäft durch Neu=
erwerbungen
zu vergrößern. Gefl.
Offerten erbitten wir unt. K 94
an die Exped. ds. Bl. (17874oi Buchhalter
erfahrener, älterer zum Führen u.
Abſchl. d. Büch. geſ. Off. m. Pr. pro
Stunde u. K 99 an die Exp. (*4348oi Selbſtändiger
junger Mann
od
junge Dame
bilanzſicher, für amerikaniſche Buch=
haltung
geſucht. Gefl. Offert. unt.
Angabe der Gehaltsanſprüche mit
Lebenslauf u. Photographie unt.
K 53 an die Exp. d. Bl. (17926 aller Berufe
Offene Stellen enthält ſtets die
Zeitung: Deutſche Vakanzen=Poſt
Eßlingen 143. (2533M Tücht. Kolportage= Buchhand=
lungsreiſende
gegen hohe Pro=
viſion
u. Fixum geſucht. Offerten
unt. L. 32 an die Exped. (17955a
Gersahastene
ſöll in jedem Bezirk errichtet werden.
Nur ſtrebſame Leute, gleich welchen
Berufes wollen ſich melden. Ein=
Berufsaufgabe, Kapital u. Laden
nicht nötig. Anfragen unter
Nr. 361 an Invalidendank Cöln.
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ſtadtkundig, ſofort geſucht
*4385im) Heidelbergerſtraße 25

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Auguſt 1912.

Seite 9.

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[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Auguſt 1912.

NNummer 201.

Sport.

* Pferveſporr. Rennen zu Baden=Baden.
Eberſtein=Handikap; 5200 Mark, Diſtanz 1600 Meter:
1. Herrn L. Scholls Waddles (F. Bullock), 2. Zampieri
(Wurſt), 3. Hongrie (Spear). Tot. 59110. Schwarz=
wald
=Rennen; 6500 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn
A. von Schmieders Reſeda (F. Bullock), 2. Poltergeiſt
(Fox), 3. Exarch (Ted Rice). Tot. 15:10. Badener
Stiftungs=Preis; Ehrenpreis und 35000 Mark, Diſtanz
2200 Meter: 1. Königl. Haupt=Geſtüt Graditz Golf (F.
Bullock), 2. Fervor (Winkfield), 3. Qui (J. Childs).
Tot. 145:10. Damen=Preis; Ehrenpreis und 5300
Mark, Diſtanß 2000 Meter: 1. Herrn A. von Schmieders
Don Ceſar (Herr Purgold), 2. Celius (Herr A. von
Schilgen), 3. Cairo (Herr W. Dodel). Tot. 32110.
Kosmopolitiſches Handikap; 6200 Mark, Diſtanz 1600
Meter: 1. Herrn C. Königs Dandolo (Fox), 2. Young
Turl (Spear), 3. Senechal (Winkfield). Tot. 125:10.
Altes Badener Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 12700
Mark, Diſtanz 6000 Meter: 1. Herrn O. Brekows Fair
King (Lt. Graf Holck), 2. Athenian (Lt. von Moßner),
3. Old Rum (Leutn. Zorn von Bulach). Tot. 19110.
Rennen zu Karlshorſt. Veilchen=Handikap;
3800 Mark, Diſtanz 2700 Meter: 1. Herrn E. und G.
Buggenhagens Rejoice (Streit), 2. Priotina (Newey),
3. Steinau (Edler). Tot. 43110. Preis von Fehr=
bellin
; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 3400 Meter:
1. Rittm. von Kummers Adler (Lt. von Egan=Krieger),
2. Magiſter (Lt. von Witzleben), 3. Loki (Beſ.). Tot. 18:10.
Haupt=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 25000 Mark,
Diſtanz 4200 Meter: 1. Herrn K. von Tepper=Laskis Erla
(Brown), 2. Waterman (Weißhaupt), 3. Gefa (Naſh).
Tot. 17110. See=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 6000
Mark, Diſtanz 5000 Meter: 1. Lt. Graf Strachwitz’ Dia=
mond
Hill (Beſ.), 2. Newton (Herr von Weſternhagen),
3. Bulawayo (Herr von Hatten). Tot. 42:10. Kinder=
Jagd=Rennen; 4100 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Graf
Stauffenbergs Eſtramadura (Streit), 2. Gitarre (von Tu=
cholka
), 3. Ballade (Newey). Tot. 22110. Preis von
Moabit; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 4200 Me=
ter
: 1. Dr. Rieſes Maslieb (Beſ.), 2. Laurin (Lt. von
Egan=Krieger), 3. Alpenfex (Leutn. Graf Bethuſy=Huc).
Tot. 13:10. Preis von Bernau; 3300 Mark, Diſtanz
1200 Meter: 1. Herrn A. von Schmieders Herbſtzeitloſe
(Kaſper), 2. Droma (Wahl), 3. Delila (Reimann).
Tot. 51110.
Rennen zu Horſt=Emſcher. Donatello= Ren=
nen
; 3000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Lt. A. Ambros?
Mindenkem (Jentzſch), 2. Mirabeau (Müller), 3. Dona=
tello
(Kreiſel). Tot. 24:10. Glückauf=Jagd=Rennen;
3000 Mark, Diſtanz 2700 Meter: 1. Herrn C. Fröhlichs
Grosvenor=Gardens (Torke), 2. Saint Homme (R.
Franke), 3. Lümmel I (Miſchon). Tot. 58:10. Jagd=
Rennen der Dreijährigen: 10000 Mark. Diſtanz 3000 Me=
ter
: 1. Herrn C. Fröhlichs Livadia (Leiner), 2. Morena
(Hoffmann), 3. Grunewald (Gehrke). Tot. 220110.
Erſatz=Rennen; 3000 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Herrn
J. Daniels St. Haminin (Torke), 2. Moslem (Jentzſch),
3. Lichtenſtein (Kühl). Tot. 45:10. Weſtfalia; 7000
Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Major Roos’ Niſſa (Kühl),
2. Stall Hollands Hareſtock (Mew), 3. La Faridondaine

(R. Franke). Tot. 47:10. Verloſungs=Rennen; 3000
Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn O. von Rüxlebens
Niemand (Kühl), 2. Haltefeſt (Miſchon), 3. Sturm ( Hoff=
mann
). Tot. 35:10.
Renn en zu Dresden. Auguſt=Verkaufs= Hür=
den
=Rennen; 2500 Mark, Diſtanz 2600 Meter: 1. Herrn
H. Weſtens Klara (Martin), 2. Aladin (Jangl), 3. Cu=
ſtozza
(Prater). Tot. 50110. Preis von Zſchorna;
2500 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Rittm. Keyſers Ruſtic
(Brederecke), 2. Drakon (Blades), 3. Gutfreund (Mac
Dermont). Tot. 26110. Ehrenpreis=Hürden=Rennen;
Ehrenpreis und 4000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn
Bartoſchs Blitzmädel (Prater), 2. Triglav (Brederecke),
3. Salambo (J. Martin). Tot. 140110. Preis vom
Lugturm; Ehrenpreis und 2500 Mark, Diſtanz 3500 Me=
ter
: 1. Rittm. Keyſers Alice (Beſ.), 2. Freude (Lt. Sich=
ler
), 3. Radegaſt (Lt. von Stammer). Tot. 36:10.
Preis von Königsbrück; 5500 Mark, Diſtang 2400 Meter:
1. Mr. F. C. Arnulls Induſtrie (W. Bullock), 2. Sigis=
mund
(Prater), 3. Germania I (Wedgewood). Tot. 50:10.
Erinnerungs=Rennen; Ehrenpreis und 10000 Mark,
Diſtanz 4500 Meter: 1. Herrn Weſtens Doppelgänger
(Lt. Sichler), 2. Medeo II (Lt. Streſemann), 3. Jago
(Rittm. Keyſer). Tot. 19110.
Rennen zu Peſt. Der Königin=Eliſabethpreis
im Werte von 60000 Kronen bildete am Sonntag die
Hauptnummer der Rennen. An dem über 2000 Meter
führenden Rennen nahmen neun Pferde teil, von denen
Landluft (Shaw) als Favoritin ſtartete. Die ausgezeich=
nete
Stute des Fürſten Hohenlohe=Oehringen gewann
auch in überlegenem Stile mit drei Längen gegen Baron
Springers Oiſeau (Carlslake), einen Kopf zurück endete
Herrn Negropontis Eva (Ferguſſon) als Dritter. Tot.
20110.
* Radſport. Rennen auf der Berliner
Olympia=Bahn. Drei Länder=Match. Geſamtklaſ=
ſement
: 1. Rütt, 10 Punkte und 2 Siege, 2. Stol, 10
Punkte und 1 Sieg, 3. Jacquelin, 16 Punkte. Theile=
Erinnerungs=Rennen; 100 Kilometer: 1. Walthour, 1 St.
13 Min. 16,3 Sek., 2. Gnilka 1740 Meter, 3. Guignard
2430 Meter, 4. Ebert 7010 Meter, 5. Janke 14 490 Meter
zurück.
Radfernfahrt Rund um Berlin. Berufs=
fahrer
: 1. Aberger=Berlin, 8 Stunden 28 Min. 35 Sek.;
2. Kotſch=Kyritz, Handbreite zurück; 3. Franz Suter, eine
Viertellänge zurück; 4. W. Siebert=Neukölln, 2 Längen
zurück; 5. G. Schulze=Trebbin. 2½ Lg. zurück: 6. Meck=
Düſſeldorf, 2½ Lg. zurück; 7. Karl Zander, 3 Lg. zurück.
Anmateure: 1. Breune=Leipzig 8:43110, 2. Lenz=Kyritz
8:49:32, 3. Julitz=Schöneberg 8:57:25, 4. Funk=Berlin.
Auf der Pariſer Prinzenparkbahn debü=
ierte
am Sonntag der Amerikaner Cavanagh in einem
Match in zwei Läufen gegen den Franzoſen Hourlier. Im
erſten Lauf ſiegte Hourlier mit einer Länge. Im zweiten
Lauf blieb Hourlier gleichfalls Sieger, da er den Ameri=
kaner
glatt mit zwei Längen ſchlug. Das Malfahren
brachte Ellegaard mit einer Viertellänge vor den Italie=
nern
Moretti und Polledri an ſich. Dupré, Pouchois,
Vedrine und Schlinng waren ſchon in den Vor= und
Zwiſchenläufen ausgeſchieden. Das Motorrad=Match in
zwei Läufen über je 5 Kilometer gewann Moreau in

2 Min. 55,2 reſp. in 2 Min. 5,3 Sek. ganz knapp gegen
Lauthier.
Rennen in Zürich. Den Eröffnungspreis über
20 Kilometer gewann der Belgier Huybrechts in 17 Min.
16,3 Sek. mit 600 Meter Vorſprung vor Humann; Mauß
wurde mit 1650 Meter zurück Dritter. Stellbrink erlitt
Raddefekt. Im Sommer=Preis über 30 Kilometer blieb
Stellbrink in 25 Min. 15,1 Sek. ſiegreich; 2. Huybrechts,
600 Meter, 3. Humann, 1300 Meter, 4. Mauß, 3500 Meter
zurück. Im Preis von Oerlikon über 50 Kilometer ſiegte
Stellbrink=Berlin in 43 Min. 15,2 Sek.; Huybrechts blieb
3400 Meter, Humann 4300 Meter und Mauß weit zurück.
Die Flieger=Meiſterſchaft der Schweiz für Berufsfahrer
gewann Rheinwald vor Perriere und Dörfflinger, wäh=
rend
die Amateur=Meiſterſchaft von Kaufmann gegen
Blum und Caſtellino gewonnen wurde.
* Lawn=Tennis. Im Bad Nauheimer Lawn=
Tennis=Turnier blieb im Spiel um den Preis des
Großherzogs von Heſſen Herr Leutnant Daub
(Inf.=Regt. Nr. 118 Worms) Sieger, der gegen Leutnant
v. Ilſemann (Inf.=Regt. Nr. 115 Darmſtadt) 63 61
64 gewann. Dritte Preiſe erhielten die Herren Haupt=
mann
Schwierz (Inf.=Regt. Nr. 115) und Oberleutnant
Wätjen (Drag.=Regt. Nr. 24). Im Herren=Einzelſpiel
ohne Vorgabe ſind Kreuzer und v. Biſſing in die Vor=
Schlußrunde gelangt. Breidenbach=Bad Nauheim ſiegte
über Bering 61 63. Breidenbach (½) ſiegte im Ein=
zelſpiel
über Lindpaintner ( 15.1) 62 65. Gerbauldt=
Bolongaro=Crevenna waren im Doppelſpiel trotz ungün=
ſtiger
Handikaps zweimal ſiegreich. Im gemiſchten Dop=
pelſpiel
mit Vorgabe waren Fräulein Eiermann und
Kreuzer gegen Fräulein Salin und Albrecht angeſetzt.
Beide Paare ſtanden ungefähr gleich; für Kreuzer war das
Spiel jedoch inſofern ſehr ſchwer, als ſeine Partnerin
zum erſtenmal an einem Turnier teilnimmt und den An=
griffen
eines ſtarken Paares, wie Fräulein Salin und
Albrecht, noch nicht gewachſen iſt. Kreuzer gelang es je=
doch
, das Match gegen das ſtärkere gegneriſche Paar ganz
knapp mit 65 64 zu gewinnen.
* Das Paris-Frankfurter Achter=Rudermatch kam
am Sonntag zum zwölften Male auf dem Main in Frank=
furt
dur Entſcheidung. Pünktlich um 5 Uhr nachmittags
wurden beide Boote am Eiſernen Steg vom Start ent=
laſſen
. Die Pariſer ſetzten ſich ſofort an die Spitze und
hatten in ſehr ſchnellem Tempo bereits nach kurzer Zeit
eine Länge vor den Frankfurtern herausgerudert, die ſie
auch während des ganzen Rennens behielten. Im End=,
kampf ſuchten dann die Frankfurter die verlorene Länge
wieder gut zu machen, konnten jedoch nicht verhindern,
daß die Pariſer nach 8 Min. 12,2 Sek. über die 2500 Meter
lange Bahn mit einem Meter Vorſprung als Sieger her=
vorgingen
. Sieger wie Beſiegte wurden ſtürmiſch applau=
diert
. Von den bisher ausgetragenen Matches haben die
Pariſer acht und die Frankfurter vier gewonnen.
* Golfſpiel. Die offene deutſche Golf= Mei=
ſterſchaft
, die in Baden=Baden in dem Internatio=
nalen
Turnier entſchieden wurde, gewann M. J. H. Tay=
lor
. Er hatte mit dem engliſchen Meiſter E. Ray gleiche
Punktzahl erzielt und teilte mit dieſem den erſten Preis
in Höhe von zuſammen 1250 Francs. Bei dem Stichkampf
um den Meiſtertitel und um die goldene Medaille gewann
dann Taylor mit 28 Schlägen für neun Löcher.

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Dienstag, 27. Anguſt.

1912.

Bekanntmachung.

Das nachſtehende Ausſchreiben Großh. Miniſteriums des Innern über die
Anzeigepflicht für zie Influenza der Pferde und die zu deren Unterdnückung anzuord=
nenden
Maßnahmen bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis.
Das Ausſchreiben Großh. Miniſteriums gleichen Betreffs vom 5. April 1908 iſt
aufgehoben.
Darmſtadt, den 21. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zu Nr. M. d. J. II 22803.
Darmſtadt, am 12. Juni 1912.
Betreffend: Die Anzeigepflicht für die Influenza der Pferde und die zu deren
Unterdrückung anzuordnenden Maßnahmen.
Das Großherzogliche Miniſterium des Innern
an die Großherzoglichen Kreisämter.
(17936
Zur Unterdrückur der als Influenza der Pferde bezeichneten Krankheiten ( Bruſt=
ſeuche
und Influenza, auch Pferdeſtaupe genannt) beſtimmen wir auf Grund der §§ 18
bis 30 und 79 Abſatz 2 des Reichsviehſeuchengeſetzes vom 26. Jun: 1909 das Nach=
ſtehende
:
I.
Die Ortspolizeibehörde hat auf erfolgte Anzeige, oder wenn ſie auf anderem
Wege Kenntnis von einem Seuchenausdruch oder von dem Verdacht eines ſolchen er=
hält
, alsbald den beamteten Tierarzt zuzuziehen.
Hat dieſer den Ausbruch einer der Seuchen feſtgeſtellt, ſo iſt dies ſofort auf
ortsübliche Weiſe im Seuchenort bekannt zu machen und den
Polizeibehörden aller Nachbarorte mitzuteilen. Dieſe haben den
Seuchenausbruch gleichfalls alsbald auf ortsübliche Weiſe bekannt zu machen. Dieſe
Mitteilung iſt auch den Polizeibehörden nicht heſſiſcher Nachbarorte zu machen.
Das Seuchengehöft iſt am Haupteingangstor oder an einer ſonſtigen geeigneten
Stelle in augenfälliger und haltbarer Weiſe mt der Inſchrift Pferdeinfluenza
zu verſehen.
Der Seuchenausbruch iſt alsbald nach ſeiner Feſtſtellung durch den beamte=
ten
Tierarzt dem Kreisamt anzuzeigen, das deſſen Bekanntgabe im
Kreisblatt zu veranlaſſen Hat.
II.
Jeden erſten Seuchenausbruch in einem bisher ſeuchenfreien Ort und das Er=
löſchen
der Seuche hat das Kreisamt dem Generalkommando des
XVIII. Armeekorpszu Frankfurt a. M. ſofortſchriftlichmitzuteilen.
Befindet ſich an dem Seuchenort eine Garniſon, ſo iſt dieſe Mitteilung anſtatt dem
Generalkommando dem Gouverneur, Kommandanten oder Garniſonälteſten zu machen.
IIII.
Iſt der Ausbruch einer der beiden Seuchen unter einem Pferdebeſtand durch den
beamteten Tierarzt feſtgeſtellt, ſo bedarf es deſſen Zuziehung wegen
weiterer Seuchenfülle unter den Pferden des verſeuchten
Gehöftes bis zum Erlöſchen der Seuche nicht mehr. Der beamtete
Tierarzt hat ſich jedoch von Zeit zu Zeit von dem Stand der Seuche und der ſach=
gemäßen
Durchführung der angeordneten Schutzmaßregeln zu überzeugen.
IV.
Iſt der Ausbruch einer der Seuchen oder deren Verdacht feſtgeſtellt, ſo iſt, ſoweit
tunlich, die Abſonderung der ſeuchekranken und der der Seuche
verdächtigen Pferde von den geſunden anzuordnen und dabei dar=
auf
Bedacht zu nehmen, daß die Seuche auch nicht mittelbar auf letztere übertragen
wird.
V.
Die ſeuchekranken und die der Seuche verdächtigen Pferde (§ 1 des Reichsgeſetzes
über die Abwehr und Unterdrückung von Viehſeuchen) unterliegen der Gehöft=
ſplerre
.
Die der Gehöftſperre unterworfenen Pferde dürfen ohne ausdrückliche Erlaubnis
nicht aus dem Seuchengehöft entfernt werden. Dieſe Erlaubnis darf nur erteilt
werden, wenn nach dem Gutachten des beamteten Tierarztes beim Ausführen der
Pferde deren unmittelbare und mittelbare Berührung mit anderen geſunden Pferden
vermieden werden kann. Werden die Pferde mit polizeilicher Erlaubnis in ein anderes
Gehöft übergeführt, ſo iſt polizeilich zu überwachen, daß jede unmittelbare und mittel=
bare
Verührung mit anderen geſunden Pferden vermieden wird. Die Gehöſtſperre iſt
in den Gehöft, in das die Pferde verbracht worden ſind, fortzuſetzen,
Wird die Erlaubnis zur Ueberführung der Pferde in einen anderen Polizeibezirk
erteilt, ſo iſt die Polizeibehörde des letzteren hiervon unter Darlegen der Sachlage
rechtzeitig in Kenntnis zu ſetzen.
Das Einbringen fremder Pferde in ein Seuchengehöft iſt verboten.
V.
Die noch geſunden Pferde eines Seuchengehöfts (der An=
ſteckung
verdächtige Pferde) dürfen zur Arbeit in= und außerhalb der Gemarkung des
Seuchenortes benutzt werden. Ohne ausdrückliche polizeiliche Erlaubnis dürfen ſie
jedoch in fremde Gehöfte weder eingeſtellt, noch dürfen fremde Futterkrippen, Tränkeimer
oder ſonſtige derartige Gerätſchaften für ſie verwendet werden. Die polizeiliche Er=
laubnis
hierzudarfnur mit Zuſtimmung des beamteten Tierarz=
teserfolgen
und nurfürGehöfteerteilt werden, in denen andere
Pferde nicht untergebracht ſind und nicht verkehren. Solche Ge=
höfte
ſind alsdann inbezug auf den Verkehr von Pferden ſowie auf Reinigung und
Desinfektion ebenſo zu behandeln, wie Seuchengehöfte (Ziffer V Abſ. 4 und VIII).
VII.
Die Seuche gilt als erloſchen und die angeordneten Schutz=
maßregeln
ſind aufzuheben, wenn nach Abheilen des letzten Krankheits=
falles
eine Friſt von fünf Wochen verſtrichengnach Ablauf dieſer Friſt die Unverdächtig=
keit
der Pferde durch den beamteten Tierarzt feſtgeſtellt iſt und die vorſchriftsmäßige
Desinfektion (Ziffer VIII) ſtattgefunden hat. Das Erlöſchen der Seuche iſt
in gleicher Weiſe, wie deren Ausbruch, zu veröffentlichen.
VIII.
Die Reinigung und Desinfektion der Stallungen und ſonſtigen
Räumlichkeiten, in denen ſeuchekranke und der Seuche verdächtige Pferde geſtanden
haben, der für dieſe benutzten Futterkrippen, Tränkeimer und dergleichen iſt nach § 5
der Anweiſung für das Desinfektionsverfahren bei anſteckenden Krankheiten der Haus=
tiere
(Anlage A der Bundesratsvorſchriften vom 7. Dezember 4911) auszuführen. Die
näheren Vorſchriften über die Ausführung der Desinfektion hat der beamtete Tierarzt
im Einzelfall unter Berückſichtigung der gegebenen Verhältniſſe der Polizeibehörde in
Vorſchlag zu bringen.
IXx.
Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Beſtimmungen unterbegen den
Strafvorſchriften der §§ 74 bis 77 des Reichsviehſeuchengeſetzes vom 26. Juni 1909.
Salomon.
von Hombergk.
An die Ortspolizeibehörden des Kreiſes.
Wir machen Sie auf die vorſtehenden Vorſchriften aufmerkſam und empfehlen
Ihnen. im Falle eines Ausbruches der Seuche nach ihnen zu verfahren.
Unſere Bekanntmachung gleichen Fetreffs vom 21. September 1908 (Darmſtädter
Tagblatt Nr. 226 vom 25. September 1908), ſowie unſer Amtsblatt Nr. 5 vom 21. Sep=
tember
1908 ſind aufgehoben.
Darmſtadt, den 21. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Das nachſtehende Miniſterialausſchreiben bringen wir zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 21. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Darmſtadt, am 9. Juli 11912.
Zu Nr. M. (d. J. II 3414.
Betreffend: Die Anordnung ger Tötung von Rindvieh aus Anlaß der Tuberkuloſe
und die Anwendung der übrigen Schutzmaßregeln gegen dieſe Seuche.;
Das Großherzogliche Miniſterium des Innern
(17935
an die Großherzoglichen Kreisämter.
Auf Grund des § 61 des Reichsviehſeuchengeſetzes vom 26. Juni 1909 und des
§ 302 der vom Bundesrat erlaſſenen Ausführungsvorſchriften vom 7. Dezember 1911
beſtimmen wir unter Bezugnahme auf § 5 Abſatz 3 unſerer Ausführungsanweiſung zu
genanntem Geſetz vom 30. Apil I. S. das Nachſtehende:

Die Tötung von Rindvieh, bei dem das Vorhandenſein der Tuberkuloſe im
Sinne des § 10 Abſatz 1. Zifſer 12 des Reichsviehſeuchengeſetzes und der Anweiſung
(Anhang zu Abſchnitt II Nr. 12 der Bundesratsvorſchriften) feſtgeſtellt worden iſt, iſt
in der Regel nur anzuordnen:
a) bei Tieren eines Beſtandes, der lediglich durch Nachzucht ergänzt wird, wenn
ſich der Beſitzer verpflichtet, durch zweckentſprechende Einrichtungen und ein
beſtimmtes Verfahren unter der Leitung eines Tierarztes die Bekämpfung
und Unterdrückung der Rindertuberkuloſe zu erſtreben. Die Einhaltung der
eingegangenen Verpflichtung iſt durch den beamteten Kierarzt zu kontrollieren;
b) bei Tieren, die von dem Beſitzer eines unter a) bezeichneten Beſtandes zu
deſſen Ergänzung ausnahmsweiſe erworben wurden und über 270 Tage
dauernd in ſeinem Beſitz geweſen ſind;
c) in den Fällen der §§ 309 und 313 der Bundesratsvorſchriften.
Die polizeiliche Anordnung der Tötung mit daran ſich anſchließender Ent=
ſchäd’gung
in den Fällen a und bhat nicht zu erfolgen bei milchenden Kühen,
die ſpäter als 3 Monate nach dem letzten Kalben als tuberkuloſeverdächtig angezeigt
worden ſind.
Auf die Anordnung der Tötung nach Abſ. 1 a und b finden die Beſtimmungen
des § 303 der Bundesratsvorſchriften Anwendung.
II.
In den Fällen unter I Abſ. 1a und b iſt unſere Genehmigung zur Anordnung
der Tötung einzuholen.
Dem Antrag auf Genehmigung iſt beizufügen:
a) ene Abſchrift des Protokolls, worin der Beſitzer die nach I Abſ. 1 a ver=
langten
Verpflichtungen übernommen hat. In dieſe Verpflichtungen iſt auf=
zunehmen
, daß der Beſitzer die von ihm verlangten Einrichtungen mindeſtens
1 Jahr zu beobachten, die Aufgabe aber ½ Jahr vorher anzuzeigen hat, daß
er ferner bei Aufgabe der Einrichtungen die innerhalb des letzten Jahres
erhaltenen Entſchädigungsſummen zurückzuzahlen hat. Das Protokoll iſt
vom Beſitzer zu unterſchreiben und die Unterſchrift iſt durch die Bürger=
meiſterei
zu beglaubigen:
b) ein Schätzungsprotokoll über dſe Tiere, deren Tötung beabſichtigt iſt. Für
die Schätung iſt der § 68 Abſ. 1 des Reichsviehſeuchengeſetzes maßgebend.
wonach der Wert der Tiere, wenn ſie mit Tuberkuloſe behaftet ſind, mit
Rückſicht auf die vorliegende Erkrankung, demnach folge=
weiſe
auch auf die etwa dadurch bedingte Vermnderung des Nährzuſtandes
und auf die hierdurch und durch die Schutzmaßregeln bedingte Rutzungs=
beſchränkung
zu ſchätzen iſt. Außerdem iſt für den Fall, daß die Tiere nach
der Tötung nicht mit Tuberkuloſe behaftet befunden werden ſolten, ihr Wert
auchohne Rückſicht auf die Erkrankung an Tuberkuloſe zu ſchätzen.
Bei der polizeilich angeordneten Tötung in den Fällen I Abſ 1 e wird nach den
§§ 25 und 72 Ziffer 3 des Reichsviehſeuchengeſetzes keine Entſchädigung gewährt. In
dieſen Fällen iſt daher von der Schätzung abzuſehen.
III.
In allen übrigen Fällen, fn denen das Vorhandenſein oder der Verdacht der
Tuberkuloſe im Sinne des § 10 Abſ. 1 Ziffer 12 des Reichsviehſeuchengeſetzes feſtgeſtellt
iſt, wird von der Anordnung der Tötung mit daran ſich anſchließender Entſchädigung
abgeſehen. Dieſe Tiere tunterliegen jedoch den Schutzmaßregeln der §§ 304 bs 315
der Bundesratsvorſchriften.
IV.
Die Kennzeichnung von Rindern nach § 306 erfolgt auf Koſten der Polizeikaſſe.
Wegen Erſatzes der vorgeſchriebenen Ohrmarke durch ein geeignetes Brand=
zeichen
behalten wir uns Entſchließung vor und ſehen dahingehenden Anträgen
entgegen.
Die bakteriologiſche Feſtſtellung der Tuberkuloſe im Sinne des § 10 Abſ. 1
Ziffer 12 des Reichsviehſeuchengeſetzes wird dem veterinärbakteriologiſchen Labora=
tor
um unſerer Abteilung für öffentliche Geſundheitspflege übertragen (§ 300 Abſ. 4
Satz 3 der Bundesratsvorſchriften).
Fritz.
von Hombergk.

Darmſtadt, am 12. Junt 1912.
ZuNr. 20, 5. 7. I. 20t
Betreffend: Das Geſetz über die Entſchädigung für an Milzbrand, Rauſchbrand
und Schweinerotlauf geſallene Tiere; hier: die Schutzimpfung gegen Schweine=
rotlauf
und die Uebertragung dieſer an praktſche Tierärzte.
Das Großherzogliche Miniſterium des Innern
an die Großherzoglichen Kreisämter.
(17934

Unter Bezugnahme auf die §§ 5, 14, 15 und 19 der Ausführungsanweiſung vom
30. April 1912. (Reg.=Bl. S. 371) beſtimmen wir:
I.
Die Feſtſtellungeines Seuchenfalls darf mit Rückſicht auf § 2 Abſ. 3
des Reichsviehſeuchengeſetzes praktiſchen Tierärzten nur übertragen werden,
wenn es ſich um eine Vertretung des beamteten Tierarztes handelt oder die Feſt=
ſtellung
an einem Ort vorzunehmen iſt, der wegen großer Entfernung und
ungenügender Verkehrsverbindung vom Wohnſitz des beamteten Tierarztes ſchwer
zu erreichen und im Einzelfall Eile geboten iſt. Wird einem praktiſchen Tierarzt die
Feſtſtellung eines Seuchenfalls übertragen (§ 14 der Ausf.=Anw.), ſo iſt er verpflichtet,
den beſtehenden Vorſchriften (Amtsblätter der Abteilung für öffentl. Geſ. Nr. 260, 299,
302 und 429) pünktlich nachzukommen.
1 II.
De Schutzimpfung aller Schweine eines Ortes oder Ortsteils iſt bei Aus=
bruch
des Rotlaufs in den Frühjahrs= und Sommermonaten ſtets anzuordnen, wenn
es ſich um einen Ort oder Ortsteil handelt, in dem die Seuche alljährlich aufzutreten
pflegt (§ 5 der Ausf.=Anw.)
III.
Die Großh. Kreisämter ſind ermächtigt (§ 14 der Ausf.=Anw.), die gegen
Schweinerotlauf anzuordnenden Schutzimpfungen in beſtimmten Orten, die nicht
Wohnſitz eines beamteten Tierarztes ſind, praktiſchen Tierärzten zu über=
tragen
, die ſich verpflichten, den angeordneten Maßregeln pünktlich nachzukommen.
Ein Recht auf alleinige Vornahme aller Impfungen in ſolchen Orten wird ihnen
damit nicht eingeräumt. Der beamtete Tierarzt iſt vielmehr berechtigt, ebenfals
Impfungen daſelbſt vorzunehmen, wenn er wegen Feſtſtellung des die Impfung
veranlaſſenden Seuchenfalls anweſend iſt oder ſeine Mitwirkung bei der tunlichſt
ſchnell auszuführenden Durchimpfung ſämtlicher Schweine des betreffenden Orts
wünſchenswert erſcheint.
Die nach Abſ. 1 mit der Impfung beauftragten praktiſchen Tierärzte haben am
Ende eines jeden Kalendervierteljahres dem zuſtändigen Kreisveterinäramt ein Ver=
zeichnis
über die von ihm vorgenommenen Impfungen und deren Erfolg einzuſenden.
IV.
Der untentgeltliche Bezug von Rotlaufſerum aus der Rot=
laufimpfanſtalt
wird im übrigen auch denjenigen praktiſchen Tierärzten zu=
geſtanden
. die
1. ſich ausdrücklich verpflichten, das Serum nur innerhalb des Großherzogtums
zu verwenden,
2. ſich über deſſen Verbrauch dadurch ausweiſen, daß ſie der genannten Anſtalt
nach jedem Bezug ein Verzeichnis einreichen, worin die Beſitzer der behan=
delten
Schweine, die Zahl der letzteren und die bei dieſen werbrauchten
Serummengen anzugeben ſind,
3. die leeren Serumflaſchen mit den Kiſten der Anſtalt protofrei zurück=
ſenden
und
4. aalle Impfungen unverzüglich dem zuſtändigen Kreisveterinäramt mitteilen.
Die nur mit Serum ausgeführten Impfungen gelten nicht als Schutzimpfungen
im Sinne des Art. 5 Abſ. 3 des Geſetzes.
von Hombergk.
Salomon.
An die Herren prakt. Tierärzte des Kreiſes.
Vorſtehendes Miniſterialausſchreiben wird zu Ihrer gefälligen Kenntnisnahme
veröffentlicht.
Darmſtadt, den 21. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart,

[ ][  ][ ]

Nummer 100.

Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt. Dienstag, den 27. Auguſt 1912.

Bekanntmachung.

Das nachſtehende Ausſchreiben Großh. Miniſteriums des IInnern über die tier=
ärztliche
Unterſuchuing von Wanderſchafherden bringen wir hiermit zu allgemeinen
Kenntnis.
Die Ortspolizeibehörden und Gendarmerieſtationen wer=
den
beſonders darauf aufmerkſam=gemacht.
Darmſtadt, den 21. (Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zu Nr. M. d. J. II. 2802.
Darmſtadt, am 12. Juni 1912.
Betreffend: Die tierärztliche Unterſuchung von Wanderſchafherden.

Das Großherzogliche Miniſterium des Innern
an die Großherzoglichen Kreisämter.

Auf GGrund der §§ 17 Ziffer 2 und 79 Abſatz 2 des Reichsviehſeuchengeſetzes vom
26. Juni 1909 beſtimmen wir:
I.
Der Führer einer Wanderſchafherde muß mit dem Zeugnis eines beamteten
Tierarztes verſehen ſein, worin die Seuchenfreiheit der Herde beſcheinigt iſt. Dieſes
Zeugnis iſt drei Tage gültig.
Die Genehmigung zum Treiben von Wanderſchafherden nach Abſ. 1 und 2 des
§ 13 der Bundesratsvorſchriften ſteht dem Kreisamt zu, das auch die Straßen zu be=
ſtimmen
hat, auf denen der Durchtrieb der Wanderherde erfolgen darf.
II.
Iſt der Beſitzer einer Schafherde in mehreren aneinander grenzenden Gemarkungen
weideberechtigt, oder hat er pie Ausnützung von Werden in dieſen pachtweiſe über=
nommen
, ſſo gilt die aus einer dieſer Gemarkungen in die andere getriebene Schaf=
herde
nur dann als eine Wanderſchafherde wenn ſſie dabei die Gemarkung
einer dritten Gemeinde durchwandert, in der der Beſitzer nicht weideberechtigt iſt.
III.
Die Kreisämter können innerhalb ihres Bezirks zu Zeiten, in denen dieſer und
die Nachbarkreiſe frei von Maul= und Klauenſeuche ſind, für Wanderſchaf=
herden
von weniger als 16 Schafen, die aus einer Gemarkung ausgeführt werden,
in der ſie mindeſtens drei Monate gehalten worden ſind, von der Unterſuchung durch
den beamteten Tierarzt unter der Bedingung entbinden, daß der Führer der Herde mit
einer Beſcheinigung der Bürgermeiſterei derjenſgen Gemeinde verſehen iſt, aus deren
Gemarkung die Schafe ausgeführt werden. (§ 13 Abſ. 4 der Bundesratsvorſchriften.)
Dieſe Beſcheinigung muß enthalten:
1. die Stückzahl der zur Herde gehörigen Schafe;
2. die Namen des ſeitherigen und des dermaligen Beſitzers, ſowſie den des
Führers der Herde;

3. den Beſtimmungsort und den Zweck der Verbringung der Herde dahin, und
4. das Datum der Ausſtellung.
Die Gültigkeitsdauer der Beſcheinigung beträgt drei (Tage einſchließlich des
Tages der Ausſtellung.
IV.
Die gemäß ZZiffer III dieſes Amtsblattes auszuſtellenden Beſcheinigungen er=
klären
wir mit Rückſicht auf das ſeuchenpolizeiliche Intereſſe auf Grund des Artikels 10
des Urkundenſtempelgeſetzes für ſtempelfrei.
Salomon.
von Hombergk.
Der Ziegenzuchtverein Hähnlein beabſichtigt mit dem am 27. Auguſt 1912 zu
Hähnlein abzuhaltenden Prämiierungs=Ziegenmarkt eine Verloſung von Ziegen,
Ziegenlämmern und Haushaltungsgegenſtänden zu verbinden.
Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur Veran=
ſtaltung
dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 4000 Loſe zu 0,50 Mk.
das Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 60% des nach Abzug der Reichs=
ſtempelabgabe
verbleibenden Bruttoerlöſes aus dem Verkaufe der Loſe zum Ankauf
von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind. Der Vertrieb der Loſe iſt in der Pro=
(17915
vinz Starkenburg geſtattet.
Das Großherzogliche Miniſterium des Innern hat dem Starkenburger Bienen=
züchterverein
gelegentlich ſeiner Ausſtellung nachträglich noch genehmigt, daß weitere
660 Loſe à 25 Pfg. zu den ſeitherigen Lotteriebedingungen zur Verloſung gebracht
(17933
werden.

Bekanntmachung.

Zum 1. November 1912 werden bei der IV. Matroſen=Artillerie=Abteilung Cux=
haven
noch Dreijährig=Freiwillige angenon men. Mindeſtgrößenmaß: 1,64 Meter,
ferner kräftiger Körperbau.
Geſuche ſind unter Beifügung eines Meldeſcheins an das Kommando der
IV. Matroſen=Artillerie=Abteilung zu Cuxhaven zu richten.
Der Meldeſchein iſt bei dem Unterzeichneten zu beantragen.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1912.
Der Civil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks
Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Ich empfehle Ihnen, die vorſtehende Bekanntmachung in ortsüblicher Weiſe
(17932iii
zur allgemeinen Kenntnis zn bringen.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1912.
Der Civil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks
Darmſtadt.
Dr. Reinhart.

Bekanntmnachung
betr. das Abladen von Schutt auf öffentliche Wege und Plätze,
ſowie auf Privatgrundſtücke.

I. Das Abladen von Schutt, Baugrund uſw. auf öffentliche
Wege oder Plätze iſt nur mit ſchriftlicher Erlaubnis des Tiefbau=
amts
und nur an den in der Erlaubniskarte bezeichneten Stellen
zuläſſig.
Bei Zuwiderhandlungen wird die Beſtrafung des Schuldigen,
ſowie die Entfernung des unrechtmäßig verbrachten Schuttes, Bau=
grundes
uſw. auf Koſten des Verbringers veranlaßt werden.
II. Zum Abladen von Schutt auf Privatgrundſtücke iſt die
Erlaubnis des Grundeigentümers oder ſeines Vertreters erforderlich.
Eigentümer von Bauplätzen, die eine Erlaubnis zum Abladen
von Schutt behufs Auffüllens dieſer Plätze erteilen, haben dafür
Sorge zu tragen, daß keine in Fäulnis übergehenden Abfallſtoffe,
die den Boden verunreinigen können, auf die Bauplätze verbracht
werden.
In Fällen, in denen eine die Geſundheit gefährdende Verun=
reinigung
des Bodens durch Verbringung derartiger Abfallſtoffe auf
Baugelände feſtgeſtellt wird, wird deren Beſeitigung auf Koſten des
Eigentümers angeordnet werden.
(17703fi
Darmſtadt, den 20. Auguſt 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Das Beſchneiden der Hecken.

Nachſtehende Polizeiverordnung bringe ich zur Kenntnis der
Beteiligten. Das Feldſchutzperſonal iſt angewieſen, diejenigen, die
ſich der fraglichen Arbeit bis Ende Auguſt d. Js. nicht unterzogen
haben, zur Anzeige zu bringen, worauf Beſtrafung der Säumigen
mit 1 bis 30 Mark und Ausführung des Zurückſchneidens auf deren
Koſten von Amtswegen eintritt.
Darmſtadt, den 17. Auguſt 1912.
(17411ii
Der Oberbürgermeiſter:
J V.: Jäger.

Polizeiverordnung.

Auf Grund des Art. 43 Abſ. 2 des Feldſtrafgeſetzbuchs vom
13. Juli 1904, der Artikel 78 und 48, V, 2 der Kreis= und Pro=
vinzial
=Ordnung vom 12. Juni 1874 wird mit Zuſtimmung des Kreis=
ausſchuſſes
und mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des
Innern vom 10. Februar 1905 zu Nr. M. d. J. III. 1336 für den Kreis
Darmſtadt nachſtehendes verordnet:
§ 1. Jeder Beſitzer eines Grundſtücks iſt gehalten, die auf
dem Grundſtück befindlichen Hecken und Sträuche, ſoweit ſie an öffent=
liche
Fahr= und Fußwege oder Plätze angrenzen, alljährlich, und
zwar in der Zeit zwiſchen dem 1. Auguſt des einen und dem 1. März
des folgenden Jahres ſoweit zurückzuſchneiden und iederzeit ſoweit
zurückzubinden, daß ſie nicht über die Nachbar= und Weggrenze hin=
ausragen
.
§ 2. Desgleichen iſt jeder Beſitzer eines Grundſtücks gehalten,
die zu demſelben gehörigen Garten=Einfriedigungen, ſoweit ſie an
öffentliche Wege oder Plätze angrenzen, ſtets in ordnungsmäßigem
Zuſtande zu erhalten und etwaige Lücken in ihnen auszubeſſern.
§ 3. Zuwiderhandlungen unterliegen einer Geldſtrafe von einer
bis dreißig Mark, außerdem wird das Zurückſchneiden der Hecken und
Sträuche, Zurückbinden der Schößlinge und die Ergänzung der
mangelhaften Garteneinfriedigung erforderlichenfalls auf Koſten der
Säumigen von Amts wegen ausgeführt.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 28. Auguſt 1912, vorm. 11 Uhr,

werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Trumeauxſpiegel, Büfetts,
Diwans, Kredenz, Schreibtiſche, Pianino, Kleiderſchränke,
1 Sofa mit br. Ripsbezug, Kommoden, Vertikos, Glas=
ſchrank
, ferner Ladenſchränke, Ladenkontrollkaſſe, Dezimal=
waage
, 7 eiſ. Samenbehälter, 1 Zeichentiſch, 1 Kaſſette,
1 Koffer, 1 Grammophon, 70 Paar gefütt. Glacée=
handſchuhe
, 60 Herren= u. Damenregenſchirme, verſch.
Dtzd. Aktenmappen, Reiſeneceſſairs, Portemohaies, Schreib=
mappen
, Photographie=Albums, Wandſprüche ( Brand=
malerei
), 60 verſch. Türvorlagen und 1 Pferd
zwangsweiſe verſteigert.
(17938
Berbert, Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11. I,

Ein= und Zweiſpänner=
Chaifegeſchirre
(gebrauchte, gut erhaltene) zu kaufen
geſucht. Off. u. L. 35 Exp. (17953

mit guter Er
1 kleiner Hund ziehung zu
kaufen geſucht. Angeb. m. Ang.
der Raſſe, Farbe und Alter unter
J 82 an die Exp.
(*3909ifi

Oeffentliche Impfung.

Unentgeltliche Impf= und Nach=
ſchautermine
finden, ſolange Be=
dürfnis
, jeden Mittwoch, nach=
mittags
von 5 Uhr ab, im Schul=
haus
in der Rundeturmſtraße
für im Vorjahr geborene, ſowie
für ältere mit der Impfung im
Rückſtande verbliebenen Kinder
ſtatt.
(13179a
Darmſtadt, den 11. Juni 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Jaeger.

Bekanntmachung.

Die Hebamme Frau Marie
Schöppler, Große Ochſengaſſe 14,
iſt unter die Zahl der ſtädtiſchen
Armenhebammen aufgenommen
worden.
(17902
Darmſtadt, 21. Auguſt 1912.
Städtiſches Pflegeamt.
Krapp.

Bekanntmachung.

In dem Konkursverfahren über
das Vermögen der Vereinigten=
Mitteldeutſchen Cigarrenfabri=
ken
, G. m. b. H. in Darmſtadt,
iſt Termin zur Prüfung der nach=
träglich
angemeldeten Forderun=
gen
auf
(17930
Freitag, 20. September 1912,
vormittags 11 Uhr,
vor Großh. Amtsgericht Darm=
ſtadt
I, Zimmer Nr. 209, anbe=
raumt
worden.
Darmſtadt, 20. Auguſt 1912.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.

Bekanntmachung.

Im Konkurs über das Ver=
mögen
des Hans Volland
von Nieder=Ramſtadt betragen
die Teilungsmaſſe 160,94 Mk., die
nichtbevorrechtigten Forderungen
21302,80 Mk.
(17903
Darmſtadt, 24. Auguſt 1912.
Reibſtein,
Konkursverwalter.

Ia Speisekartoffel
Zwickauer, gelbfleiſchig
Kaiſerkrone
Frühroſe
gelbe Nieren, vorz. Salatkart.
empfiehlt billigſt
Georg Crössmann Nachf.
Grafenſtraße 16. (17954a

Obſt=Züchterei
Nieder=Ramſtädterſtraße 43
empfiehlt billigſt:
Metzer Mirabellen
Beſte Birnen
Zwetſchen
(*4436
Preiſelbeeren
Telephon 1987 Telephon 1987.

Stühle Korbe Stühle
werden billig und dauerhaft ge=
flochten
, Korbreparaturen prompt
ausgeführt.
(*4453
Korb= und Stuhlflechterei von
Ludwig Schmidt, Randetarmstr. 2.
Arbeit wird abgeholt. Poſtk. gen.

Junges
abzugeben
J hübſch. Küßzchen Tannenhof,
hint. Waldfrieden,
rſtadt. (*4

Die Fortbildungsſchule für die aus der Volksſchule entlaſſene
männliche Ingend. hier: Beginn des Unterrichts für die kauf=
männiſchen
Klaſſen.

Für die kaufmänniſchen Klaſſen (Kaufleute und Schreiber)
der obligatoriſchen Fortbildungsſchule beginnt der Unterricht in dieſem
Jahre Donnerstag, den 5. September, nachmittags 2 Uhr.
Der Unterricht findet ſtatt an 2 Nachmittagen der Woche von
1½4½ Uhr und dauert vom 5. September 1912 bis 14. März
1913, mit Unterbrechung vom 26. September bis 9. Oktober ( Herbſt=
ferien
) und vom 12. Dezember bis 5. Januar (Weihnachtsferien). Die
am franzöſiſchen Unterricht teilnehmenden Schüler haben an 3 Nach=
mittagen
Schule. Es iſt wünſchenswert, daß die Schüler, die den
franzöſiſchen Unterricht beſuchen wollen, ſich hierfür ſchon am 5. Sep=
tember
anmelden.
Der Unterricht iſt für alle Schüler unentgeltlich.
Die Fortbildungsſchulpflichtigen aus den Jahrgängen 1910
und 1911, die im vorigen Winter die kaufmänniſchen Klaſſen in
dem Schulhauſe am Ballonplatz (Lehrer Kratz, Link und ) beſucht
haben, haben ſich Donnerstag, den 5. September, 2 Uhr nach=
mittags
, in der Turnhalle der Ballonſchule einzufinden.
Zur gleichen Zeit haben ſich daſelbſt alle diejenigen zu ſtellen,
die Oſtern 1912 aus den Stadtknabenſchulen 1 und II, aus der
Bezirksſchule in der Lagerhausſtraße und aus den Knabenmittel=
ſchulen
Iund II entlaſſen worden ſind und ſich dem kanfmänniſchen
oder Schreiberberufe gewidmet haben, ebenſo die von auswärts
zugezogenen ſchulpflichtigen Lehrlinge dieſer Berufsgruppen.
Die im Bezirk der ehemaligen Gemeinde Beſſungen woh=
nenden
Kaufmanns= und Schreiberlehrlinge aus den Jahrgängen
1910, 1911 und 1912 können auf Wunſch ebenfalls dieſen Klaſſen,
deren Unterricht im Schulhaus am Ballonplatz ſtattfindet, zugeteilt
werden, wenn ſie ſich Donnerstag, den 5. September, um 2 Uhr da=
ſelbſt
einfinden.
Vom Beſuche der obligatoriſchen Fortbildungsſchule befreit ſind
die Schüler der kaufmänniſchen Schule (Schulſtraße) und diejenigen
jungen Leute, die anderen genügenden Schulunterricht genießen.
Ferner ſind befreit die Schüler höherer Lehranſtalten, die ein Jahr
lang die Obertertia beſucht und in den weſentlichen Lehrfächern das
Klaſſenziel erreicht haben.
Geſuche um gänzliche oder zeitweiſe Befreiung vom Be=
ſuche
der Fortbildungsſchule ſind bei Meidung der Nichtberückſichtig=
ung
alsbald ſchriftlich an Großh. Kreisſchulkommiſſion Darm=
ſtadt
(Neckarſtraße 3) zu richten. Die Geſuche müſſen von den
Schülern ſelbſt verfaßt, geſchrieben und unterſchrieben ſein und An=
gaben
enthalten über Alter, Heimatort, Namen und Geſchäft der
Eltern, ſeitherigen Schulbeſuch und dermaligen Arbeitsherrn des
Schülers. In den Eingaben ſind die Gründe anzuführen, aus
welchen Befreiung beanſprucht wird, außerdem ſind Art, ſowie
wöchentliche Stundenzahl etwaigen anderen Unterrichts und die dieſen
Unterricht erteilenden Lehrer zu bezeichnen.
Für die übrigen Berufsgruppen beginnt der Unterricht
Montag, den 14. Oktober, und findet an drei Nachmittagen
der Woche ſtatt. Beſondere diesbezügliche Bekanntmachung erfolgt
anfangs Oktober.
(17837sms
Darmſtadt, den 24. Auguſt 1912.
Der Vorſitzende des Schulvorſtandes.
Dr. Gläſſing.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 28. Auguſt 1912,

verſteigere ich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) Vormittags 10 Uhr an Ort und Stelle:
Zwei Obſtkeltern nebſt Zubehör, eine Apfelmühle, zwei
Apfelweinfäſſer (1250 u. 680 Ltr.) einen Kaſſenſchrank,
ein Vertiko und einen Spiegelſchrank.
Zuſammenkunft der Steigerer: Schloßgartenplatz an der
Halteſtelle der Straßenbahn.
b) Nachmittags 3 Uhr im Verſteigerungslokale (Zur Ludwigs=
halle
), Obergaſſe:
Eine Partie Spezerei= und Zuckerwaren, Tee, 1 Pianino
inbraunem Gehäuſe, ca. 10000 Anſichtskarten, 1 Bücher=
ſchrank
mit 20 Bänden Meyers Lexikon, 1 Schreibtiſch,
1 Büfett und ſonſtige Hausmobilien, 1 Pferd, 1 Landauer,
1 Jagdwagen u. a. m.
e) Nachmittags 6 Uhr an Ort und Stelle:
1 Ladentheke mit Tafelwaage und Gewichten, 1 Glas=
ſchrank
, 2 dreiteil. Geſtelle, 2 Fäßchen, 2 Hänge=
lampen
u. a. m.
Zuſammenkunft der Steigerer in obigem Lokal.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Sachen findet
vorausſichtlich beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, am 26. Auguſt 1912.
(17950
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher.

[ ][  ][ ]

Nummer 201.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Anguſt 1912.

Seite 196

Bekanntmachung

über die Abgabe der Steuererklärungen für das Steuerjahr 1913 betr.
A. Staatsſteuer=Veranlagung.
Nach Art. 20 des Einkommenſteuergeſetzes vom 12. Auguſt
1899 hat jeder Steuerpflichtige, der ein ſteuerbares Jahreseinkommen
von 2600 Mk. oder mehr beſitzt, über den Jahresbetrag ſeines Ein=
kommens
und der etwa zum Abzug geeigneten Laſten eine ſchrift=
liche
Erklärung abzugeben.
Von der Abgabe dieſer Einkommensſteuererklärung iſt nach
Art. 21 des genannten Geſetzes, inſofern nicht im einzelnen Fall be=
ſondere
Aufforderung des Vorſitzenden der Veranlagungskommiſſion
ergeht, derjenige Steuerpflichtige befreit, welcher im unmittelbar vor=
ausgegangenen
Steuerjahr bereits zur Einkommenſteuer I. Abteilung
(Einkommen von 2600 Mark und mehr) veranlagt war, auch in=
zwiſchen
ſeinen Wohnſitz nicht gewechſelt und keine Einkommens=
verbeſſerung
erfahren hat, die ſeine Verſetzung in eine höhere Klaſſe
bedingt.
Nach Art. 2 Abſ. 3, Art. 15 und 21 Abſ. 1 des Einkommen=
ſteuergeſetzes
ſind die Vorſtände der nach Art. 2 der Einkommen=
ſteuer
unterworfenen Geſellſchaften u. ſ. w. verpflichtet, über deren
Einkommen alljährlich vollſtändigen Aufſchluß zu erteilen.
Diejenigen Steuerpflichtigen, welche Einkommen aus Aktien pp.
der untenſtehenden, mit einem Teil ihres Einkommens ſchon für ſich
der Einkommenſteuer in Heſſen unterliegenden Geſellſchaften beziehen,
dürfen die Einkommensbezüge aus dieſen Aktien pp. nicht mit dem
vollen Betrag, mit dem ſie als Einkommen unter I Ord.=Nr. 9 der
Steuererklärung aufzuführen ſind, ſondern nur mit den nach den
unten verzeichneten Prozentſätzen zu berechnenden Beträgen unter II
Ord.=Nr. 1 der Erklärung in Abzug bringen.
Nach Art. 19 des Vermögensſteuergeſetzes vom 12. Auguſt.
1899 hat jeder von der Kommiſſion für die Einkommenſteuer erſter
Abteilung zu veranlagende, ein jährliches Einkommen von 2600 Mk.
und mehr beſitzende Betriebsunternehmer (Perſonen, die Land= und
Forſtwirtſchaft oder ein Gewerbe betreiben), der zum erſtenmale mit
Anlage= und Betriebskapital zur Vermögensſteuer veranlagt wird,
eine ſchriftliche Erklärung über das im land= und forſtwirtſchaftlichen
oder gewerblichen Unternehmen verwendete Anlage= und Betriebs=
kapital
und die es belaſtenden Schulden abzugeben.
Weiter iſt nach Art. 25 desſelben Geſetzes jeder, deſſen ſonſtiges
Vermögen (Kapitalvermögen u. ſ. w.) nach Abzug der darauf
laſtenden Schulden einen Wert von 3000 Mk. und mehr hat, bei
ſeiner erſtmaligen Veranlagung zur Vermögensſteuer zur Abgabe
einer ſchriftlichen Erklärung über dieſes Vermögen verpflichtet.
B. Gemeindeſteuer=Veranlagung.
Nach Art. 15 des Gemeindeumlagengeſetzes vom 8. Juli 1911
ſind diejenigen Perſonen, deren Anlage= und Betriebskapital
mindeſtens 3000 Mk. beträgt, verpflichtet, bei ihrer erſtmaligen Ver=
anlagung
zur Gemeindegewerbſteuer eine Erklärung über das An=
lage
= und Betriebskapital abzugeben.
Ferner hat zufolge Art. 44 jeder Pflichtige, deſſen Kapital=
vermögen
mindeſtens 3000 Mk. beträgt, bei ſeiner erſtmaligen Ver=
anlagung
zur Gemeindekapitalſteuer eine Erklärung über ſein Kapital=
vermögen
einzureichen.
In denjenigen Fällen, in denen bereits nach den für die
Staatsſteuer geltenden Grundſätzen die Pflicht zur Abgabe einer Er=
klärung
über das Anlage= und Betriebskapital oder über das Kapital=
vermögen
beſteht, iſt eine beſondere Erklärung für die Veranlagung
desſelben Vermögens zu den Gemeindeumlagen nicht mehr abzugeben.
Soweit Einkommen zu den Gemeindeumlagen, nicht aber
gleichzeitig zur Staatsſteuer heranzuziehen iſt, gelten die Vorſchriften
für die Abgabe von Erklärungen zur Staatsſteuer ſinngemäß für Er=
klärungen
über nur gemeindeſteuerpflichtiges Einkommen.
C. Gemeinſame Vorſchriften.
Die nach Vorſtehendem erforderlichen Staats= oder Gemeinde=
ſteuererklärungen
ſind abzugeben:
1. für Minderjährige, Abweſende ſowie für Perſonen, die aus
anderen Gründen unter Vormundſchaft oder Pflegſchaft geſtellt
ſind, von deren geſetzlichen Vertretern;
2. für juriſtiſche Perſonen (Gemeinden, Körperſchaften, Stiftungen,
Anſtalten), ferner für Geſellſchaften, Genoſſenſchaften und ſonſtige
juriſtiſche Perſonen, Gantmaſſen, Erbmaſſen, ſoweit eine Steuer=
pflicht
hier überhaupt in Betracht kommt, von den geſetzlichen
oder beſtellten Vorſtänden oder Verwaltern;
3. in allen anderen Fällen von dem Steuerpflichtigen ſelbſt und
zwar hinſichtlich des geſamten eigenen wie des Einkommens
und Vermögens ſeiner nicht ſelbſtändig beſteuerten Angehörigen,
ſoweit ſie nach Art. 5 des Einkommenſteuergeſetzes, Art. 10 des
Vermögensſteuergeſetzes und Art. 46 des Gemeindeumlagen=
geſetzes
bei der Beſteuerung mit ihm als eine Perſon an=
zuſehen
ſind.
Zu dieſen Erklärungen ſind die von Großh. Miniſterium der
Finanzen feſtgeſetzten und von den Bürgermeiſtereien zu beziehenden
Formulare zu verwenden; ſie ſind je nach der Wahl des Verpflichteten
offen oder verſchloſſen ſpäteſtens bis zum 30. September ds. Js.,
unmittelbar bei dem Finanzamt oder bei der zur Weitergabe an
das Finanzamt verpflichteten Bürgermeiſterei abzuliefern, ohne
daß der Pflichtige deshalb eine beſondere Aufforderung abzuwarten
hätte.
Die Einſendung der Erklärungen durch die Poſt iſt zuläſſig,
geſchieht aber auf Gefahr des Abſenders und deshalb zweckmäßig
mittelſt Einſchreibebriefs.
Unter Bezugnahme auf die obigen Mitteilungen fordern
wir die zur Abgabe von Steuererklärungen Verpflichteten hier=
mit
auf, ihre Erklärungen bei Meidung der geſetzlichen Nach=
teile
und der verwirkten Strafen (Hinterziehungsſtrafen in Höhe
des 420fachen Betrags der hinterzogenen Steuer, Ordnungs=
ſtrafen
bis zu 100 Mk.) bis zu den angegebenen Zeitpunkten an
die Bürgermeiſtereien oder unmittelbar an uns gelangen zu
laſſen.
Den Steuerpflichtigen, die nicht zur Abgabe von Steuer=
erklärungen
verflichtet ſind, bleibt die Abgabe freiwilliger Steuer=
erklärungen
unbenommen.
Die Großh. Finanzämter ſind im übrigen bereit, über etwaige
Zweifel an den bekannten Amtstagen Auskunft zu erteilen.
Bekanntgegeben, den 26. Auguſt 1912.
(17948a
Die Vorſihenden der Veranlagungskommiſſionen für die Finanzämter
Darmſtadt I Darmſtadt II Langen
Stroh.
von Diemar. J. V.: Weiffenbach.

Verzeichnis

derjenigen Geſellſchaften, die in Heſſen ihr Einkommen nur teilweiſe
verſteuern, deren Dividenden daher von den Aktien= pp. Beſitzern nur
in den nachverzeichneten Prozentſätzen auf S. 2 ihrer Erklärungen in

Abzug gebracht werden können:
Prozentſatz
Aktiengeſellſchaft für Glasinduſtrie, vormals Friedrich Sie=
0,1
mens zu Dresden . .
Allgemeine Deutſche Kleinbahngeſellſchaft, Aktiengeſellſchaft
0,7
zu Berlin
0,04
Allgemeine Elektrizitätsgeſellſchaft in Berlin
4,17
Allgemeine Elſäſſiſche Bankgeſellſchaft in Straßburg
11,0
Bank für Handel und Induſtrie in Darmſtadt
1,97
Binding’ſche Brauereigeſellſchaft zu Frankfurt a. M.
Bonner Bergwerks= und Hüttenverein Zementfabrik zu
11,24
Ober=Caſſel bei Bonn in Budenheim
Brauerei Stern, Aktiengeſellſchaft in Frankfurt=Oberrad 2,71
25,1
Buderus’ſche Eiſenwerke in Wetzlar
Chem. Fabrik Griesheim Elektron A. G. zu Frankfurt a. M. 9,93
Chemiſche Werke vormals H. & E. Albert Aktiengeſell=
37,99
ſchaft zu Kaſtel=Amöneburg . . .

Prozentſatz
Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft für den Nieder= und Mittel=
rhein
zu Düſſeldorf
27,9
Deutſche Kunſtleder=Aktiengeſellſchaft zu Kötitz bei Cos=
wig
i. Sa.
4,26
Deutſche Vereinsbank zu Frankfurt a. M. . . . .
3,9
Diskontogeſellſchaft zu Berlin
1,3
Filter= und brautechniſche Maſchinenfabrik vormals L. A.
Enzinger, Worms
73,86
Frankfurter Lokalbahn=A.=G. zu Frankfurt a. M. . . . 20,29
Frankfurter Vorort=Terrain=Geſellſchaft A. G. . .
90,0
Harloff, Adolf, G. m. b. H., Kaſſel, Kohlenhandlung und
7,85
Spedition in Guſtavsburg
Harpener Bergbauaktiengeſellſchaft in Guſtavsburg . . 0,25
Heddernheimer Kupferwerke und Süddeutſche Kabelwerke,
Aktiengeſellſchaft in Guſtavsburg
18,13
Hefft’ſche Kunſtmühle A.=G. in Mannheim . .
44,75
Hofbierbrauerei Schöfferhof und Frankfurter Bürger=
Brauerei .
20,8
Hofbrauhaus Hanau, vormals G. Ph. Nicolay, Aktien=
2,74
geſellſchaft zu Hanau
Kempff’ſche Brauerei, Aktiengeſellſchaft, Frankfurt a. M. 1,3
Landgräfl. Heſſiſche konzeſſionierte=Landesbank, Aktien=
9,88
geſellſchaft zu Homburg v. d. H.
.. 92,8
Mainzer Aktienbrauerei
Mitteldeutſche Kreditbank . . .
4,2
Nackenheimer Metallkapſel= und Kellereimaſchinenfabrik
Aktiengeſellſchaft
75,0
,
Niederländiſche Dampfſchiff=Rhederei Rotterdam . . . . 6,5
Oelfabrik Groß=Gerau=Bremen . . .
27,05
Pfälziſche Bank Ludwigshafen . . .
5,08
.
Portland=Zementwerke Heidelberg und Mannheim, Aktien=
geſellſchaft
zu Weiſenau
27,68
Preußiſch=Rheiniſche Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft zu Köln 15,5
Providentia, Frankfurter Verſicherungsgeſellſchaft .
7,2
7,99
Rheiniſche Portland=Zementwerke Cöln in Budenheim
23,6
Rhein= und Seeſchiffahrtsgeſellſchaft zu Köln
Röderbergbrauerei A=G. zu Frankfurt a. M.
17,25
Schaffſtaedt, H., G. m. b. H., Gießen . .
77,1
25,4
Scheidhauer & Gießing zu Duisburg=Wanheimerort
Schramm’ſche Lack= und Farbenfabriken, vormals Chriſtoph
95,64
Schramm A.=G. zu Offenbach
Stadermann, Friedrich, G. m. b. H. zu Offenbach a. M. . 55,0
Stahl und Nölke, Aktiengeſellſchaft für Zündwarenfabri=
7,85
kation in Koſtheim
Stellawerk Aktiengeſellſchaft, vormals Wiliſch & Co. Hom=
berg
a. Rh.
2,24
Strauß, David jr., G. m. b. H., Zigarrenfabrik zu Klein=
79,19
Steinheim . .
7,0
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft . .
46,0
Immobiliengeſellſchaft zu Mainz . . .
Tietz, Leonhard, A.=G. in Köln
9,9
6,0
Verein Chemiſcher Fabriken in Mannheim
für Chemiſche Induſtrie zu Mainz=Mombach
41,02
32,23
Vereinigte Kunſtſeidefabriken A.=G. in Kelſterbach
Maſchinenfabrik Augsburg=Nürnberg, Aktien=
17,58
geſellſchaft, Filiale Guſtavsburg .
Vereinigte Strohſtoffabriken in Dresden .
53,16
Ultramarinfabriken A.=G., vormals Leverkus.
Zeltner & Konſ. in Köln
8,78
Zimmer, Georg Karl, Chemiſche Fabriken G. m. b. H. in
Kaſtel=Amöneburg
50,0
8,46
Zuckerfabrik Frankenthal . .

Darmstädter Sprach- u. Handelsschule
10 Louisenstrasse 10
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Leiter: Emil Held und Hierom. Schneider.
Neue Kurse für Fortbildungsschüler
beginnen Anfang September
und befreien vom Besuche der oblig. Fortbildungsschule.
Anmeldung frühzeitig erbeten.
Abend- und Tageskurse für kaufmännische Angestellte.

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Die kaufmännischen Unterrichtskurse für
Fortbildungsschüler
beginnen am 1. Oktober a. c.
Anmeldungen bis spätestens 25. September erbeten.
Der Unterricht befreit von dem Besuche der
obligatorischen Fortbildungsschule. (17499a

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Objekt in oder bei Darmſtadt. Mehrbetrag wird herausbezahlt. Off
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Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Auguſt 1912.

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Lange blickte er die neben ihm ſitzende Chriſta an und ein
feuchter Schimmer ging über ſeine dunklen Augen. Biſt
Du traurig, Du machſt ein ſo ernſtes Geſicht, mein Kind?
fragte er ängſtlich.
Man kann doch nicht immer lachen, Väterchen.
Doch, doch, lache nur und ſei glücklich, ſo lange Du
es ſein kannſt! Man muß den Sekt ſchlürfen, ſo lange er
ſchäumt, und das Leben genießen, ſo lange man kann;
denn unverhofft und jäh kommt ein Wechſel, der alles in
Trübſal und Schmerz wandelt.
Auch das muß getragen werden, Väterchen.
Wenn man die Kraft dazu hat, mein Kind, heißt das!
Ja, es kommt auch darauf an, was es iſt, Väterchen.
Es läßt ſich ja ſo vieles gutmachen
Aber nicht alles, nein, mein! Schuld und Tod, das ſind
finſteren Mächte in unſerem Leben.
Allerdings, Papa, da gebe ich Dir als Soldat recht,
vollſtändig recht, pflichtete Karl Auguſt bei. Ueber alles
die Ehre.
Ueber alles die Ehre, murmelte der alte Herr. Aber
der Tod kann fühnen, abwaſchen.
Niemals! Ehre verloren, alles verloren! rief Karl
Auguſt lebhaft. Seine ſonſtige kühle Ruhe verließ ihn.

Aes diehe berzeiſt deucht der Sod nich zu ſühnen.
Meiner Meinung nach kommt es auf die Motive einer Tat
an. Die ſind allein ausſchlaggebend für die Handlung
eines Menſchen, entgegnete ruhig Joachim. Nicht Satz=
ungen
der Welt und des Geſetzes ſollte man darum be=
fragen
, wenn man über jemand den Stab bricht, ſondern
die des eigenen Herzens.
Mein Sohn, Gott ſegne Dich für das Wort! Miniſter
Leerſen reichte über den Tiſch hinweg Joachim die Hand
Frau von Leerſen ſtand auf. Ich hebe die Tafel auf,
meine Lieben! Ihr fangt an, ſentimental zu werden, das
beſte Zeichen dafür, daß die Geiſter des Weines wirken.
Man trennte ſich. Die Eltern wollten ſich zur ge=
wohnten
Mittagsruhe zurückziehen. Chriſta war zu einem
Jungen=Mädchen=Kaffee zu Jula von Warburg ge=
laden
, wo die geſtrigen Ballerlebniſſe noch einmal durch=
geſprochen
werden ſollten. Karl Auguſt hatte ſich mit ein
paar Kameraden, die bei dem Bellburger Regiment ſtan=
den
, für den Nachmittag im Klub verabredet. Joachim aber
erklärte, er wolle ſpazieren gehen, und eilig entfernte
er ſich.
Nachdenklich ſchritt er durch die ſtillen Straßen der
kleinen Reſidenz. Mit Abſicht wählte er enge, vom großen
Verkehr abſeits liegende Nebenſtraßen. Er wollte keinen
Bekannten treffen! Er wollte keine ſeichten Alltags=
geſpräche
führen! Allein wollte er ſein mit ſeinem Ge=
danken
. Sein Zwiſt mit Kakl Auguſt kam ihm nicht aus
dem Sinne. Plumpe Hände hatten an etwas gerührt, was
unausgeſprochen tief in ſeinem Innern geruht hatte.

Hanchin öiß die Zihne mimnen. Die in geuſ=
regelter
Schuljunge hatte er vor Karl Auguſt geſtanden,
wie gelähmt durch ſeine zyniſchen Worte über Ada Jer=
ling
. Und doch hätte er am liebſten die Fäuſte geballt
und hätte zugeſchlagen Keiner, keiner durfte ſie und
ihren Namen antaſten. Sie, die ſo groß, ſo rein über
allen anderen ihres Geſchlechtes ſtand. Und wie ein Blitz
war die Erkenntnis in ihm aufgeflammt, daß er Ada Jer=
ling
liebe. Er ſah Ada plötzlich mit greifbarer Deutlich=
keit
, das kleine, ſchlanke, grazile Figürchen mit dem von
dunklen Flechten gekrönten Köpfchen vor ſich. Zug um Zug
des lieben ſchmalen Geſichts mit dem feingeſchnittenen
blaßroſaroten Mund, und den ernſten dunklen Augen,
deren Blicke ſo viel verrieten von der Herzensgüte und
dem Adel der Geſinnung, die in dieſer Mädchenſeele
ſchlummerten.
Zufällig hatte er Ada vor ein paar Monaten durch
Chriſta auf der Schlittſchuhbahn kennen gelernt. Ihre
pikante Erſcheinung hatte ihm gefallen und gleich ihr erſtes
Geſpräch war ſo ganz anders geweſen, als die oberfläch=
lichen
Unterhaltungen mit den ihm bekannten jungen
Mädchen. Es hatte ſich ſofort ernſten Themen zugewandt.
Etwas Uebereinſtimmendes, geiſtig Verwandtes klang aus
Rede und Gegenrede heraus, und unmerklich war die
Unterhaltung aus Allgemeinheiten ins Perſönliche hin=
übergeglitten
. In innerſtem Verſtehen aber fanden ſie ſich
in der Kunſt.
Es war Joachim ſo neu, daß ſich jemand eingehender
dafür intereſſierte, was er auf ſchriftſtelleriſchem Gebiete

[ ][  ][ ]

Nummer 201.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Auguſt 1912.

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arbeitete und ſchuf; denn niemand bei ihm zu Hauſe,
außer Chriſta, hatte bisher Anteil daran genommen. Im
Gegenteil, von jeher war ſeiner Neigung zum Dichten
und Schreiben beſonders von ſeiner Mutter und Karl
Auguſt mit Spott begegnet worden. Sein Vater war mit
Berufsgeſchäften überhäuft, und Chriſta wußte wohl von
ſeinem heimlichen Arbeiten und nahm ſchweſterlichen An=
teil
daran, aber ſie war noch zu jung, um ihn völlig ver=
ſtehen
zu können.
Und während er immer weiter hinaus aus den
Toren der Stadt ins Freie ſchritt, zog ſein Leben an ihm
vorbei. Wie einſam und unbefriedigt hatte er ſich oft ge=
fühlt
! Er war ein ſtilles, ſcheues Kind geweſen, das ſo
gar nicht in den Glanz des elterlichen Hauſes hinein paßte
So lange er denken konnte, repräſentierten ſeine Eltern
ihren Stand und Namen. Ihr Leben bewegte ſich ſtreng
in den vorgeſchriebenen Bahnen höfiſcher Etikette, und da
war für ſeine ſchöne und gefeierte Mutter wenig Zeit
übrig geblieben, ſich darum zu bekümmern, ob die Erzieh=
ung
ihrer Kinder deren Individualität entſprach oder
nicht., Fremde Menſchen, erſt die Amme, dann die Bonne
und ſpäter der Hauslehrer, ſorgten für ihr geiſtiges und
körperliches Wohl. Karl Auguſt, der Aelteſte, kam, das
war ſo Uſus in der Familie, ins Kadettenhaus und mußte
Offizier werden. Er ſelbſt ſtudierte nach Beendigung des
Gymnaſiums, den Traditionen der Familie gemäß, Jura.
Ehe er zur Univerſität ging, hatte er ſeine Eltern förmlich
angefleht, ihn, ſeiner Neigung entſprechend, Literatur und
Kunſtgeſchichte ſtudieren zu laſſen. Aber all ſein Bitten
und Flehen war vergeblich geweſen,

Mit einem kurzen kategoriſchen Nein hatte man ihm
geantwortet. Am weheſten aber hatte ihm der Ausſpruch
ſeiner Mutter getan, daß es bisher unter den Leerſens
noch keine verträumten Poeten gegeben habe, keinen, der
brotloſen Künſten huldigte, all ſeine Vorfahren ſeien
Männer der Tat geweſen. Und ganz dem Programm ent=
ſprechend
, das die Eltern für ihn aufgeſetzt hatten, hatte
ſich ſein Leben entwickelt. Er hatte die Univerſität be=
zogen
, hatte alles getan, was dieſes für das Tun und
Treiben ſeiner Angehörigen vorſchreibt; hatte gefochten,
getanzt, getrunken, geflirtet, hatte nach den erſten ver=
bummelten
Semeſtern dann gearbeitet, ſeine Examina be=
ſtanden
, in einem vornehmen Regiment ſein Jahr abge=
dient
, er war Reſerveoffizier geworden und hatte, dank
ſeinem Vater und deſſen Konnexionen, bald eine äußerſt
angenehme Stellung im Miniſterium erhalten. Daß er
dieſe Stellung weniger ſeinem eigenen Wiſſen und Kön=
nen
, als der Machtſtellung des Vaters verdankte, wußte er.
Zwei Jahre war er dann in diplomatiſchen Dienſten
außer Landes geweſen, hatte andere Länder geſehen, andere
Menſchen kennen gelernt. Er hatte abſichtlich ſeinen Ver=
kehr
geſucht, wohin er bisher nicht gekommen war, in
Künſtler= und Schriftſtellerkreiſen. Da war ihm eine
andere Welt aufgegangen, und im Verkehr mit dieſen
gleichgeſtimmten Menſchen war es ausgereift und zum
Aufblühen und Entfalten gekommen, ſein eigenes dichte=
riſches
Talent. Nächtelang ſaß er nun oft am Schreibtiſch,
glücklich in ſeinem Schaffen. Durch die Erfolge, die er
mit ſeinen literariſchen Arbeiten hatte, wurde dieſes immer
von neuem angeſpornt. Unter anderen Namen erſchienen

ſie, und nie kam ihm ein Wort darüber zu ſeinen Eltern
oder dem Bruder über die Lippen. Aber es empörte ihn
innerlich gegen ſich ſelbſt, daß er das, was den eigentlichen
Inhalt ſeines Lebens ausmachte, vor ihnen förmlich ver=
leugnen
mußte. Daß er ſo zum Hausgebrauch Verſe
machte, Feſtſpiele und dergleichen verfaſſen konnte, fand
man ſehr nett, als angenehme Beigabe für einen jungen
Mann, um ſich in der Geſellſchaft beliebt zu machen. Aber
für die Oeffentlichkeit zu ſchreiben, etwa gar gegen Ho=
norar
, das hätten ſie für einen aus dem Hauſe Leerſen für
unwürdig gehalten!
Dem Wunſche ſeiner Eltern gemäß wohnte er bei
ihnen, und es war ihm unmöglich gemacht, ſich dem ſtürmi=
ſchen
oberflächlichen Geſellſchaftsleben des Hauſes zu ent=
ziehen
. Er wußte, er galt in den Augen ſeiner Mutter,
die ſeine Abneigung gegen alles geſellige Treiben kannte,
als fade und langweilig, und es fehlte nicht an verſteckten
Spitzen über Schöngeiſterei, Büchervergraben und Dich=
teritis
.
Da trat Ada Jerling in ſein Leben, und mit ihr kam
eine große Wandlung für ihn.
Nun hatte er einen Menſchen, der geiſtig mit ihm ging,
jemand, dem er ſeine Ideen und Pläne ſagen konnte, der
ihn verſtand, der ihn fördernd durch dieſes Verſtehen vor=
wärts
führte. Dieſes köſtliche Gefühl, ſich vertrauend an
ein Menſchenherz wenden zu könſien, löſte ein tiefes
Glücksgefühl in ihm aus.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 27. Auguſt 1912.

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Weltfrieden oder Weltkrieg.
Donnerstag 8½ Uhr: Der Spiritismus, iſt er von Gott?
Freitag 8½ Uhr: Die Natur des Menſchen, der Zuſtand nach
dem Tode.
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Sonntag 8½ Uhr: Das Schickſal der Gottloſen, oder iſt die
Qual des Sünders ewig?
Jedermann iſt freundlich eingeladen.
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Als Krankenpflegerin mit fast 30jähriger Dienstzeit würde
ich mich wohl hüten, ein Heilmittel zu empfehlen, von dessen
Vorzügen und völliger Unschädlichkeit ich mich nicht zuvor
überzeugt hätte, Ich habe vielfach Gelegenheit gehabt, zu sehen
und zu hören, daß die Dunpräparate mit nie versagendem Erfolg
beioifenen Wunden, Katarrhen, Laberleiden, Brandwunden, Rheumatismus.
Jschlas, Lungen- und Rippontellentzändung, Blinddarm- und Bauchtellont-
zündung
u. a. angewandt wurden. Mir se bst haben die Dunzalbe
und Dunpillen gegen Rheuma und Anschwellung der Beine treffliche
Dienste geleistet, und ich bin überzeugt, dass nur sie allein mir
as Leben gerettet haben, als ich kurz vor Weihnachten von
einem schweren Schleim-Schlaganfall getroffen worden war. (10757a
Darmstadt, 3. Juni 1916.
Schwester K. Sedlmair.
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durch die Fabrik Hans Heiss, Darmstadt, Rossdörferstr. 22.
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Mirrah 0,5: Vittell, ovi 20; Cerst gekacei 354-Ol. Jeger Aualls 15z Mel. &.
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