Inſerate
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175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt.
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Beamtenbeſoldungsvorlage wurde
geſtern im Finanzausſchuß der Zweiten Kammer in
Geſtalt eines Proviſorkums für 1912
ange=
nommen.
Graf Lonyay iſt geſtern nachmittag 3,25 Uhr von
Jagdſchloß Wolfsgarten wieder abgereiſt.
Ueberfahren und getötet wurde geſtern
vor=
mittag im Hauptbahnhof ein Poſtbeamter.
Die philoſophiſche Fakultät der Kieler
Univerſität ernannte den Prinzen Heinrich
zum Ehrendoktor.
Die Vereinigung der eingeſchriebenen
Seeleute in Marſeille hat ſich Dienstag abend für
den Generalſtreik ausgeſprochen.
Ein Flieger=Zuſammenſtoß ereignete ſich auf
dem in der Nähe von Douai gelegenen Flugfelde
Brayelly. Beide Apparate fielen aus beträchtlicher
Höhe auf das Flugfeld und wurden vollſtändig
zer=
trümmert. Die beiden Flieger wurden in furchtbar
verſtümmeltem Zuſtande vom Platze getragen.
Der Frachtdampfer „Ville de Cayenne” iſt
bei der Inſel Santa Lucia gekentert. Beſatzung und
Paſſagiere ſind zum Teil gerettet.
In heftigem Sturm ſind mehrere Boote auf dem
See bei Neiwiaski untergegangen. Bis jetzt ſind
10 Leichen an Land geſchwemmt worden. Da aber
ungefähr 20 Boote leer an Strand getrieben wurden,
befürchtet man, daß mindeſtens 50 Perſonen ertrunken
find.
Der republikaniſche Nationalkonvent in
Chicago hat geſtern nachmittag unter großer
Er=
regung ſeine Beratung über die
Präſidentſchaftskan=
didatur begonnen.
Die Landflucht in der Provinz Starkenburg.
ch. Im Jahre 1889 erregte das Buch Gg. Hanſens:
„Die drei Bevölkerungsſtufen”, allgemeines Aufſehen, das
am Schluſſe zu dem Lehrſatz kommt: „Die ſtädtiſche
Be=
völkerung eines Landes iſt in ſtetigem Abſterben
begrif=
fen; ſie wird durch den unaufhaltſamen Nachzug der
länd=
lichen Bevölkerung erſetzt und iſt auf dieſe
angewie=
ſen, wenn ſie nicht in ſich ſelbſt zuſammenbrodeln
ſoll.” Hanſen ſagt damit nichts Neues; ſeine Lehre iſt ſo
alt, wie die Bevölkerungsſtatiſtik überhaupt. Otto
Ammon baute auf Hanſen Bevölkerungsſtufen weiter
und kam zu dem Ergebnis:
„Von der größten Wichtigkeit iſt der Bauernſtand,
der unter naturgemäßen Bedingungen ſeine Aufgaben
erfüllt, allen übrigen Berufsſtänden nicht nur Brot,
ſon=
dern auch den Menſchenerſatz zu ſchaffen, der darum
not=
wendig iſt, weil die dem Zuſammenhang mit der Mutter
Erde entzogenen Stände dem Ausſterben verfallen,
während das Land durch unbegrenzte Zeiträume hindurch
an Leib und Seele geſunde Menſchen zu erzeugen
ver=
mag.” Beide Schriftſteller konnten ſich damals auf die
Sterblichkeitsſtatiſtik von Stadt und Land ſtützen, die in
der Tat tiefgehende Unterſchiede aufwies. Inzwiſchen
hat ſich ein großer Umſchwung vollzogen. Die ſtädtiſchen
Fortſchritte verbeſſerten die ſtädtiſchen
Sterblichkeitszif=
fern andauernd; der Wohlſtand der Städte hob die
Qualität ihres Menſchenmaterials und R. Kuczynski
konnte in ſeinem gründlichen Werke „Der Zug nach der
Stadt! 1897 Hanſen und Ammon in ihren Grundlehren
erſchüttern. Die anſchließende Polemik klärte das Thema
weiter, aber ſelbſt der geiſtreiche Widerſpruch Ballods
und Sohnreys, vermochte die Behauptung Kuczynskis
nicht zu entkräften, die dahin ging, „daß die Beweiſe
Han=
ſens und Ammons für das angebliche fortwährende
Ab=
ſterben der ſtädtiſchen Bevölkerung und ihre Erſetzung
durch die ländliche eine wiſſenſchaftliche Prüfung nicht
vertragen.”
Aber ganz abgeſehen von dieſer Seite des Problems
der Entvölkerung des „platten Landes” das heißt der
ländlichen Gemeinden, iſt das Thema heute noch
brennen=
der wie früher geworden, denn in beängſtigender Weiſe
hat in zahlreichen deutſchen Landesgebieten die
Abſtröm=
ung der ländlichen Bevölkerung nach den größeren
Städ=
ten und Induſtriezentren zugenommen. In einzelnen
Ländern iſt ſie im jüngſten Dezennium zu einer
Lebens=
frage der Landeskultur geworden, ſo auch im
Großherzog=
tum Heſſen und in der Provinz Starkenburg.
In dem Jahrfünft 1906/10 hat die Provinz
Star=
kenburg zwar einen Ueberſchuß der Geborenen über
die Geſtorbenen von 44896 Köpfen aufzuweiſen, und bei
der Volkszählung 1910 wurde ſogar eine
Bevölkerungs=
zunahme von 47384 Köpfen feſtgeſtellt, ſo daß die
Pro=
vinz eine Zuwanderung von außen um 2488 Perſonen
hatte. Solche Zuwanderung kann nur entſtehen, wo ein
Menſchenbedarf herrſcht Und dies war der Fall. Die
beiden Induſtriekreiſe Offenbach und Groß=Gerau waren
es vor allen Dingen, welche den Wanderungszufluß in ſich
aufnahmen. Aber ſie hatten damit noch lange nicht
genug. Beide Kreiſe abſorbierten insgeſamt, ungerechnet
den eigenen Geburtenüberſchuß von 27417 Köpfen, faſt
achteinhalh Tauſend. Perſonen von auswärts. Der
ge=
ringe Wanderungsgewinn der Stadt Darmſtadt (152) ver=
ſchwindet dagegen vollſtändig, ebenſo der von Darmſtadt=
Land (735). Die übrigen vier agrariſchen Landkreiſe
da=
gegen waren Verluſtkreiſe. Sie mußten von ihrem
keineswegs beſonders zahlreichen Beſtand abgeben:
Kreis Bensheim . 1024
.2252
Dieburg
2302
. Erbach
„ Heppenheim . 1277
Faſt alle Dorfgemeinden, bis zu den kleinſten und
ent=
legenſten, ſtehen auf der Verluſtliſte, ſelbſt die meiſten
Darmſtädter. Einen ſtarken Zuwanderungsgewinn hatten
nur die Orte Offenbach 4305, Rüſſelsheim 1037,
Buch=
ſchlag. 819 und Eberſtadt 602. Dagegen verloren z. V.
Pfungſtadt 309. Dieburg 234. Lindenfels 211 Groß=
Zim=
mern 307, Beerfelden 284, Gernsheim 210. Sechzehn
Dör=
fer verloren über 100 Bewohner, und wenn auch die
übri=
gen Verluſtgemeinden nur Dutzendverluſte hatten, ſo
ſum=
mieren ſich dieſe doch zu den vorhin genannten großen
Kreisverluſten.
Die fünf größten Städte des Großherzogtums
ver=
zeichnen nur einen Wanderungsgewinn von 2000 Köpfen,
das geſamte übrige Land aber einen
Abwanderungs=
verluſt von 16012 Seelen. Die Verluſtdifferenz beträgt
alſo für den Staat rund 14 000, die alſo von Heſſen nach
anderen Staaten abgeflutet ſind. Dieſe Ziſfer bekommt
eine beſondere Färbung durch einen Vergleich mit dem
Jahrfünft vorher: 1901/05 war überhaupt kein Verluſt,
ſondern Heſſen hatte im Gegenteil einen
Wanderungsge=
winn von 5880 buchen können. Demnach war das
Groß=
herzogtum, und zwar in der Hauptſache die
Landgemein=
den, nicht imſtande, die Landeskinder an der Scholle
feſt=
zuhalten. Die Erwerbsmöglichkeiten des Landes müſſen
ſich in der kurzen Zeit außerordentlich verſchlechtert haben.
Während wir in unmittelbarer Nähe (Rheinland=
Weſtfalen) eine ungeheure immer mehr anwachſende
Zu=
ſammenballung der Bevölkerung wahrnehmen können,
beginnt alſo das Großherzogtum Heſſen ſich zu
entvöl=
kern. Der im Boden liegende Reichtum des heſſiſchen
Landes, auf dem die wirtſchaftliche Urproduktion der
Ge=
ſellſchaft beruht, kann ſich ja mit den Bodenſchätzen der
Nachbarländer nicht meſſen. Immerhin iſt Heſſen aber
doch kein ſo armes Land, daß es nicht mehr imſtande
ſein ſollte eine auch nur ſtationäre (ſich gleichbleibende)
Bevölkerung zu ernähren. So ſtehen unſere
Regierungs=
kreiſe, die natürlich dieſe niedergeehende
Bevöl=
kerungsentwicklung nicht auf ſich beruhen laſſen
können, vor dem ſchwerſten Problem der Regierungskunſt,
und man wird, zumal ſchon Hanſen=Ammon darauf
ver=
wieſen haben, und der unermüdliche Brentano immer
wieder darauf zu ſprechen kommt, nicht umhin können, das
Bodenproblem für Heſſen einer gründlichen Kritik
zu unterziehen. Im Sinne der Kleinſiedelung muß
in Starkenburg wie auch in Oberheſſen, wo die
Verhält=
niſſe noch viel ſchlimmer liegen etwas geſchehen; denn
kein Volksfreund wird angeſichts der Lehren, die uns die
jüngſte heſſiſche Bevölkerungsſtatiſtik gibt, die Hände in
den Schoß legen wollen. Wie halten wir unſere
Bevölke=
rung feſt? Ja mehr noch: Wie ſorgen wir dafür, daß die
Landesbevölkerung normal zunimmt, da der natürliche
Geburtenüberſchuß doch da iſt (72876 für das letzte
Jahr=
fünft). — Dieſe Fragen müſſen für die nächſten
Maß=
nahmen der Landespolitik der oberſte Leitgedanke ſein,
wenn Heſſen im Rate der deutſchen Stämme nicht an
ſei=
nem Gewicht und Wert dauernde Einbuße erleiden ſoll.
Die britiſche Wahlrechtsreform.
*⁎* Das Kabinett Asquith hat mit der am Montag
im Unterhauſe eingebrachten Wahlreformvorlage ſein
Verſprechen bezüglich einer umfaſſenden Ausdehnung
des Wahlrechts eingelöſt. Man wird ſich erinnern, daß
der Premierminiſter im November vorigen Jahres einer
Deputation, die bei ihm über die Wahlreform vorſtellig
wurde, einen Geſetzentwurf in nahe Ausſicht ſtellte, durch
den jeder erwachſene Einwohner das gleiche Wahlrecht
erhalten ſollte. Hinſichtlich der Verleihung des
Wahl=
rechts an Frauen gab Asquith die Entſcheidung dem
Parlamente anheim.
Was nun den jetzt vorliegenden Wahlreformentwurf
betrifft, ſo ſchafft er ein dem deutſchen
Reichstagswahl=
recht gleiches, ſehr freiheitliches Stimmrecht auch für die
Wähler zum britiſchen Unterhauſe. Alle bisher
beſtehen=
den Einſchränkungen und Verſchiedenheiten, alle Sonder=
und Mehrrechte, die das engliſche Stimmrecht zu einem
recht verklauſulſierten machtsn, ſollen beſeitigt werden
und einem allgemeinen und gleichen Rechte weichen für
alle erwachſenen männlichen Perſonen, die 6 Monate lang
im Wahlkreiſe wohnen und nicht geiſteskrank oder
Ver=
brecher ſind. Das iſt ein für engliſche Verhältniſſe ſehr
weitgehender Schritt, zumal wenn man bedenkt, daß,
wie noch heute das Oberhaus, auch das britiſche
Unter=
haus zuerſt einen ariſtokratiſchen Charakter hatte. Erſt
die Wahlreform von 1832 brachte hierin eine Aenderung,
ſie erweiterte das Wahlrecht ganz erheblich und legte in
die Herrſchaft der Ariſtokratie im Unterhauſe eine Breſche.
Weitere Reformen folgten 1867, 1872 (wo die geheime
Zettelwahl eingeführt wurde) und 1884; letztere konnte
erſt nach heftigem Widerſtand des Oberhauſes
durch=
gehen, und ſie bedeutete einen großen Schritt zur
Demo=
kratiſierung des Unterhauſes, die nunmehr vollendet
werden ſoll.
Daß durch Schaffung von 3 Millionen neuer Wähler
die Parteiverhältniſſe im Unterhauſe eine weſentliche
Verſchiebung erfahren können, iſt klar, indeſſen wäre es
verfrüht, ſchon jetzt hierüber Betrachtungen anzuſtellen.
Im Unterhauſe ſelbſt kann die Vorlage auf eine
Mehr=
heit rechnen, dagegen dürfte im Hauſe der Lords eine
ſehr heftige Oppoſition entſtehen, die freilich jetzt
unwirk=
ſam gemacht werden kann, wenn der Geſetzentwurf in
drei aufeinanderfolgenden Seſſionen im Unterhauſe
an=
genommen worden iſt und zwiſchen dem Tage der erſten
Einbringung und der dritten Annahme mindeſtens zwei
Jahre liegen.
Bei den nun im britiſchen Parlament beginnenden
Verhandlungen über die Wahlreform wird ſicherlich das
Frauenſtimmrecht eine große Rolle ſpielen, zumal die
Stimmrechtlerinnen Lärm ſchlagen und ihr Ziel zu
er=
reichen ſuchen werden. Innerhalb der Regierung herrſcht
über dieſe Frage keine Einmütigkeit, und als im März
dieſes Jahres über einen Antrag votiert wurde, der
etwa einer Million Frauen ein Stimmrecht in allen
na=
tionalen Fragen zubilligen wollte, da ſtimmten u. a. Sir
Edward Grey und Lloyd George dafür, Asquith und
Churchill aber dagegen; die Bill wurde mit 222 gegen
208 Stimmen abgelehnt. Die Verleihung des
allgemei=
nen gleichen Wahlrechts an die weibliche Bevölkerung
würde natürlich die Tragweite der Bill gewaltig
vergrö=
ßern, eine wirkliche Begeiſterung beſteht im Unterhauſe
nicht dafür. Asquith ſagte vor einiger Zeit, für die
Nation wäre es nicht ohne Vorteil, den Frauen das
Stimmrecht zu geben, aber dieſer Vorteil würde durch
Nachteile auf anderen Gebieten überwogen, und ſeiner
Meinung nach würde das Frauenſtimmrecht die Zukunft
der Nation gefährden. Auf den Verlauf des britiſchen
Wahlreformkampfes darf man geſpannt ſein; man nimmt
allgemein an, daß er ſchon im Unterhauſe recht
leiden=
ſchaftlich geführt werden wird.
Ein wichtiger Gedenktag
für die europäiſche und ſpeziell deutſche
Staatengeſchichte iſt dieſer 20. Juni, denn an ihm
ſind 75 Jahre verfloſſen, ſeitdem Hannover aus ſeiner
mehr als hundertjährigen Verbindung mit England
ge=
löſt wurde und der Bruder Wilhelms IIV., Ernſt Auguſt,
als König von Hannover die Regierung dieſes Landes
übernahm, während Viktoria, die Tochter des Herzogs
von Kent, den britiſchen Thron beſtieg. Die zwiſchen
England und Hannover beſtehende Perſonalunion datierte
vom Jahre 1714, wo nach dem Tode der Königin Anna
von England der Kurfürſt Georg Ludwig von Hannover
als Georg I. die Regierung Englands antrat und das
hannoverſche Stammland ſeitdem von London aus
re=
giert wurde. Einzelne der folgenden Herrſcher, wie
namentlich Georg III., kümmerten ſich wenig um
Han=
nover, deſſen Verwaltung immer mehr nach England
verlegt wurde. Unter Wilhelm IV. brachen wegen der
über dieſe Zuſtände herrſchenden Unzufriedenheit im
Lande Hannover Unruhen aus, was 1831 die Ernennung
des Herzogs von Cambridge zum Vizekönig zur Folge
hatte. Nur ſechs Jahre dauerte dieſes Vizekönigtum, es
endete mit der Thronbeſteigung Ernſt Auguſts am
20. Juni 1837.
Während ſich die Regierung der Königin Viktoria,
welch letztere an dieſem Donnerstag vor 75 Jahren
Herrſcherin des britiſchen Reichs wurde, für dieſes nach
jeder Richtung hin ſegensreich erwies und ihm eine
un=
geheure Fülle von Macht zuführte, war die Herrſchaft
Ernſt Auguſts in Hannover weit weniger befriedigend.
Seine Verfaſſungskämpfe ſetzten ihn in Widerſpruch mit
dem Lande, und man kann wohl, ohne ihm unrecht zu
tun, ſagen, daß Ernſt Auguſt es nicht verſtanden hat, ſich
die Anhänglichkeit ſeines Volkes zu erwerben. Unter
ſeinem Sohne, dem König Georg IV., war es mit der
Selbſtändigkeit Hannovers vorbei, das Land wurde in
Preußen einverleibt.
Mit Recht muß der 20. Juni 1837, welcher der
Zuſam=
mengehörigkeit Hannovers mit England ein Ende
berei=
tete, als ein wichtiges Ereignis für die deutſche
Ge=
ſchichte angeſehen werden, denn die Beſeitigung
der br it iſchen Herrſchaft über
e in deutſches Land war ein e
2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Jnni 1912.
Nummer 148.
Vorbedingung für die ſpätere
Entwickglung des deutſchen
Staaten=
lebens, die ſchließlich zur Gründung des
Deutſchen Reichs führte. Die
Einigungsbeſtre=
bungen unſeres Volkes hätten ſich zwar ohne Zweifel
unter allen Umſtänden Geltung verſchafft, aber ſie wären
ohne jene Trennung auf weit größere Schwierigkeiten
geſtoßen. Deshalb kann man im nationalen Intereſſe
dem Schickſal nur dankbar ſein, daß es vor 75 Jahren
zur Löſung der dynaſtiſchen Gemeinſchaft zwiſchen einem
deutſchen Lande und dem britiſchen Reiche gekommen iſt.
Deutſches Reich.
— Der Staatsminiſter des
Auswärti=
gen v. Kiderlen=Wächter hat Berlin mit Urlaub
verlaſſen.
Vorzeitige Sommerpolitik. Man
ſchreibt uns:
Wie die Nordd. Allg, Ztg. berichtet hat, wird der
Kaiſer bei der Zuſammen kunft mit Kaiſer
Nikolaus vom Reichskanzler begleitet ſein.
Ein Berliner Blatt folgert hieraus, daß die
Beſprechun=
gen in den finniſchen Schären gleichſam über den Kopf
des Staatsſekretärs v. Kiderlen=Wächter
geführt würden. Eine ſolche Auffaſſung entfernt ſich
voll=
ſtändig vom Boden des Tatſächlichen. Staatsſekretär
von Kiderlen=Wächter geht gewöhnlich Anfang Juni nach
Kiſſingen, um dort die Kur zu gebrauchen. Wenn er das
in dieſem Jahre nicht getan hat, ſo geſchah es deshalb,
weil er dem Beſuch des Königs der Bulgaren in Berlin
beiwohnen und den Botſchafter Freiherrn von Marſchall
vor deſſen Abreiſe nach London ſprechen wollte. Würde
der Staatsſekretär Anfang Juli während ſeiner Kiſſinger
Kur nach den Schären berufen, ſo wäre dies um ſo
auf=
fälliger, als der Kaiſer auch ſchon früher bei
Begegnun=
gen mit dem Zaren nicht vom Staatsſekretär des
Aus=
wärtigen Amtes, ſondern vom Reichskanzler begleitet
worden iſt. Entbehrt mithin die eingangs erwähnte
Folgerung jeder tatſächlichen Grundlage, ſo iſt es vollends
haltlos, wenn ihr andeutungsweiſe der Ausdruck der
Vermutung hinzugefügt wird, daß Staatsſekretär von
Kiderlen=Wächter während der Kieler Woche den Abſchied
erhalten werde. Dergleichen iſt auch im vorigen Jahre
für die Zeit der Kieler Woche angekündigt worden; die
heutige Ankündigung iſt genau ſo wahr, wie die
vor=
jährige.
— Ueber ein deutſch=italieniſches
Ab=
kommen berichtet die Deutſche Tageszeitung: Es
wird das Abkommen zwiſchen Italien und Deutſchland
unterzeichnet, das den italieniſchen und deutſchen
Arbei=
tern den wechſelſeitigen Genuß der ſtaatlichen
Wohl=
fahrtseinrichtungen in Deutſchland und Italien
gewähr=
leiſtet und Unterbrechungen des Verſicherungsgenuſſes
infolge von Hin= und Rückwanderung ausſchließt.
— Der Wert des deutſchen
Spezial=
handels im reinen Warenverkehr belief ſich im Mai
1912 auf 834.5 Millionen Mark in der Einfuhr und 713.6
Millionen Mark in der Ausfuhr, im abgelaufenen
Jah=
resteil auf 4287.6 Millionen Mark in der Einfuhr gegen
3871.5 Millionen Mark und in der Ausfuhr auf 3496.6
Millionen Mark gegen 3206.3 Millionen Mark im
Vor=
jahre. Außerdem errreichte die Einfuhr von Gold und
Silber im Mai 1912 einen Wert von 16.9 Millionen
Mark, im abgelaufenen Jahresteil einen ſolchen von
110,8 gegen 106,3 Millionen Mar kim Vorjahre. Die
gleichzeitige Ausfuhr von Gold und Silber hatte einen
Wert von 74 und 63 Millionen Mark gegen 32.1 Mill.
Mark im Vorjahre.
— Die Landtagswahlen in Gotha. Nach
den bisherigen Feſtſtellungen ſind bei der
Land=
tagswahl im Herzogtum Gotha gewählt worden:
6 rechtsſtehende Agrarier, 3 Nationalliberale, 1
Libera=
ler und 9 Sozialdemokraten. Die Bürgerlichen haben alſo
knapp geſiegt.
— Eine bayeriſche Staatsanleihe. Der
Finanzminiſter von Breunig hat in der Kammer
der Abgeordneten einen Geſetzentwurf eingebracht über
den vorläufigen Vollzug der Budgets für die Jahre 1912
und 1913. Danach ſoll der Finanzminiſter ermächtigt
werden, im Bedarfsfalle für die Zwecke der Poſt und
Telegraphen ſeine allgemeine Sſtaatsanleihe bis
zum Betrage von 5549610 Mark und zur Deckung der
Ausgaben für die Staatseiſenbahnen ein
Staatseiſen=
bahnanlehen bis zum Betrage von 48 769000 Mark
auf=
zunehmen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Demiſſion infolge der Botſchaft. Wie
die Neue Freie Preſſe erfährt, wird der Miniſter des
Innern und ſtellvertretender Vorſitzender im Miniſterrat
v. Heinold dem Kaiſer ſeine Demiſſion überreichen. Der
Grund hierfür liegt in der Unzufriedenheit der Polen
mit der kaiſerlichen Botſchaft an die Ruthenen, die über
die Köpfe der polniſchen Miniſter hinaus ergangen ſei.
Ein Kommuniqué. Der ukrainſche Verband
nahm zu der ihm von dem Miniſter des Innern
mitge=
teilten kaiſerlichen Botſchaft in folgender Weiſe
Stel=
lung: Der ukrainſche Verband nimmt die der ukra
ni=
ſchen Bevölkerung von Se. Majeſtät dem Kaiſer
gewid=
meten Worte der Anerkennung mit Dank zur Kenntnis.
die Obſtruktion gegen die Wehrvorlage wird eingeſtellt
und der Verband wird dem Wunſche der Krone
Rech=
nung tragen, für die Wehrvorlage in zweiter und dritter
Leſung zu ſtimmen.
Der fünfte Schuß. Die Poſt bringt folgenden
Drahtbericht aus Peſt:
Bekanntlich ſind bei dem Attentat auf den Grafen
Tisza fünf Schüſſe abgegeben worden, während der
Attentäter nur 4 Schüſſe abgegeben hat. Jetzt erſchien
nun beim Ofener Stadthauptmann ein Abgeordneter
der Regierungspartei und erklärte, den fünften Schuß
auf Kovacs abgefeuert zu haben. Seinen Revolver
de=
ponierte er. Damit iſt auch die Angelegenheit des
fünf=
ten Schuſſes, über die eine Unterſuchung ſchwebte,
auf=
geklärt.
Frankreich.
Das Kriegsbudget und die deutſchen
Wehrvorlagen. In der Vormittagsſitzung der
Deputiertenkammer wurde das Kriegsbudget beraten.
Eine Anzahl Abgeordneter lenkten die
Aufmerkſam=
keit des Kriegsminiſters auf die deutſchen Wehrvorlagen
und ſprachen im Anſchluß daran für verſchiedene
Ver=
beſſerungen in der Bewaffnung und Mobiliſierung der
franzöſiſchen Armee, um dieſe, welche an Zahl der
deutſchen unterlegen iſt, ſtärker auszubauen. Die Redner
traten beſonders für die Selbſtlader bei der Infanterie
und die dreijährige Dienſtzeit bei der Kavallerie und der
reitenden Artillerie ein. In ſeiner Antwort erinnerte
der Kriegsminiſter zunächſt an die Rede
Poin=
carés welcher erklärte, es ſei kein Grund, wegen der
Aufrechterhaltung des Friedens Befürchtungen zu hegen.
Wie ſicher die Weltlage auch ſei, das Ziel des
Kriegs=
miniſters müſſe immer die Vorbereitung zum Kriege,
die Bereithaltung der Armee für alle Eventualitäten ſein.
Man müſſe anerkennen, daß die in Deutſchland
angenom=
menen Wehrvorlagen die größte Anſtrengung darſtellten,
die ſeit langer Zeit gefordert worden ſei. Durch ſie werde
nicht bloß der Effektivbeſtand der deutſchen Truppen,
ſon=
dern auch die Organiſation der Kommandos verſtärkt.
Weiter erklärte Millerand, es ſei unmöglich, in die
Grenz=
garniſonen lauter ausgebildete Leute zu ſchicken; denn
dieſe würden dann im Innern des Landes beim Erſatz
der Rekruten fehlen. Außerdem wäre es ein ſchlechter
Zuſtand, wenn die Offiziere niemals bis zur
vollſtändi=
gen Ausbildung dieſelben Soldaten behielten Die
Wie=
derherſtellung der dreijährigen Dienſtzeit für die
Ka=
vallerie und Artillerie zu Pferde hielt der Miniſter nicht
für nötig. Man müſſe dieſe Waffen nur an Zahl
ver=
ſtärken. Im übrigen ſei die Länge der Dienſtzeit eine
Frage der Kredite. Millerand fuhr fort: Es iſt
notwen=
dig, die ſchwarzen Truppen nutzbar zu machen. Er
werde in Uebereinſtimmung mit ſeinem Kollegen vom
Kolonialminiſterium von 1913 an die mäßige Aushebung
von kolonialen Kontingenten in Vorſchlag bringen,
woraus Frankreich einen beträchtlichen Zuwachs an
Kräften und eine koſtbare Hilfe ziehen werde. Der
Mini=
ſter ſprach ſchließlich über die weiteren Maßnahmen, die
er zu treffen gedenke und erklärte das Cadregeſetz für die
wichtigſte und dringendſte dieſer Maßnahmen. Er werde
noch vor Ende 1912 die Verminderung des Marſchgepäcks
für die Fußſoldaten durchführen. Was das Militärfl
weſen anlange, ſo ſei es notwendig, daß ſich Frankr
den Vorſprung bewahre, den ihm keine andere Me
ſtreitig mache. Die Rede des Kriegsminiſters wu
mit großem Beifall aufgenommen.
Weiter machte Kriegsminiſter Millerand noch f
gende bemerkenswerte Ausführungen: Eine beſcheid
Erhöhung unſeres Landtruppenkontingents wird die 9
nahme des Seerekrutierungsgeſetzes bringen. Die
Geſetz wird den jährlichen Anteil der Marine an d
Aushebungskontingent um 1000 Mann verringern u
der Landarmee 20000 Mann mehr für die
Mobiliſieru=
zuführen, zwei Drittel Reſerviſten, ein Drittel Landwe
Auf eine Anfrage wegen des automatiſchen
Gewel=
erwiderte Kriegsminiſter Millerand mit dem
Hinw=
auf eine früher gegebene Antwort des Miniſters B
teaux, in der dieſer feſtſtellte, daß das augenblicklich
Gebrauch befindliche Gewehr eine ausgezeichnete
Wa=
ſei und mit der Kugel D., die eine flachere Flugba=
und eine größere Tragweite ſichere, mit den beſten
anderen Ländern gebräuchlichen Waffen den
Vergle=
aufnehmen könne. Von drei Millionen Gewehren ſein
bei 30000 der Lauf etwas abgenutzt. Dieſe würden a
dem Verbrauch gezogen und mit ſehr geringen
Koſt=
wieder in den Stand geſetzt werden können.
Bertea=
habe weiter erklärt, daß man Frankreich
ſelbſtverſtändli=
wenn irgendeine große Nation ein automatiſches
Gewe=
herzuſtellen beginne, nicht in dem Zuſtande der Unte
legenheit laſſen dürfte. Er, Millerand, habe dieſer ?
merkung nichts hinzuzufügen. Millerand kündig
ſchließlich an, er werde die Kavallerie mit einer
Schu=
waffe ausrüſten, die zwar nicht vollkommen, aber de
einen unbeſtrittenen Fortſchritt bedeute. Er halte di
für beſſer, als zu warten, bis dieſes lange ſtudier
Problem endgültig gelöſt ſei.
Der Budgetausſchuß der Kammer nahm das
Geſ=
über die Infanteriecadres an, welches eine einmali=
Ausgabe von drei Millionen und eine ſtändige
Ausga=
von 14 Millionen jährlich verurſachen wird.
Der Miniſterrat beſchloß, daß Miniſterpräſide
Poincaré Einſpruch gegen den Wahlgeſetzentwurf d
Abgeordneten Augagneur erheben und die
Vertrauen=
frage ſtellen ſoll. Nachdem ſich verſchiedene Redner
dem Geſetzentwurf Augagneur geäußert hatten, ergri=
Miniſterpräſident Poincaré das Wort und führte u.
aus: Der Regierungsentwurf iſt ein wahrer Au
gleichsvorſchlag und dazu beſtimmt, eine Einigung de
Republikaner herbeizuführen. Wir ſind bereit, alle
Maſ=
regeln zu prüfen, welche das Einvernehmen mit den R
publikanern erleichtern werden, vorausgeſetzt, daß ur
berückſichtigt bleibt, was wir als Kernpunkt der Wahe
reform betrachten. Poincaré verlangte ſodann die
Al=
lehnung des Gegenentwurfs Augagneur und fügte hinzu=
Wenn ſich gegen uns eine republikaniſche Mehrheit finde
werden wir nicht mehr die nötige Autorität zu beſitzen
glauben, um die Regierungsgewalt weiter auszuüben
(Beifall im Zentrum und auf der äußerſten Linken un
auf der Rechten.) Augagneur beantragte ſodann
Vk=
weiſung ſeines Entwurfs an eine Kommiſſion, um de
Verſuch zu machen, alle Republikaner zu einigen. Mini
ſterpräſident Poincaré beantragte Ablehnung dieſes
An=
trags und ſtellte die Vertrauensfrage. Der Antrag Au
gagneur auf Ueberweiſung an eine Kommiſſion wurd
darauf unter dem Beifall der Kammer mit 346 gegen 19
Stimmen abgelehnt. Augagneur zog ſeinen Geſetz
entwurf zurück. Darauf wurde die Sitzung geſchloſſen
Nach der Sitzung traten die Miniſter zu einer Beratung
zuſammen, in der ſie feſtſtellten, daß die Regierung in
der Abſtimmung die republikaniſche Mehrhei
für ſich gehabt hatte.
England.
Der neue deutſche Botſchafter. Die=
Daily News begrüßt die Ankunft des deutſchen
Botſchaf=
ters Freiherrn v. Marſchall als deutliches Anzeichen
daß Deutſchland wünſche, den Argwohn zu zerſtreuen,
der die deutſch=engliſchen Beziehungen in den letzten=
Jahren eingehüllt habe. „Wir wünſchen ein ebenſo
herz=
liches Einvernehmen mit Deutſchland wie mit Frank= und wir glauben, daß Deutſchland denſelben Wunſch
Jas ſechſte Deutſche Bachfeſt in Breslau.
I.
Ww. Schon nach den Generalproben zum ſechſten
Deut=
ſchen Bachfeſt konnte man ſich der Ueberzeugung hingeben,
daß der Hauptfaktor zum Gelingen der Veranſtaltung
pflichtgemäß erfüllt worden war: Profeſſor Dr. Georg
Dohrn, der alleinige Dirigent des Feſtes, hatte es ſich
als ſtändiger Leiter der Breslauer Singakademie beſonders
angelegen ſein laſſen, ſeinen Chor bis zu einer Präziſion
in Rhythmus und Ausſprache zu treiben, die ſonſt nicht bis
zu einem ſo hohen Grade bei den Breslauer Barden
vor=
handen geweſen ſind. Der Alt war allerdings von jeher
die Stütze des Enſembles; nun waren auch zu dieſem
Zweck die Männerſtimmen erheblich verſtärkt worden, und
dies trug dazu bei, gleich den Eindruck der erſten Kantate
zu einem mächtigen zu geſtalten. Was die Soliſten
anbe=
trifft, ſo gebührt die Palme Prof. Meſchaert. Wie
Meſchaert eine ganze Kantate „Ich will den Kreuzſtab
tra=
gen” in Färbung und Tongebung abwechſelnd zu beleben
verſteht, wie ſeine Atemtechnik Unerhörtes hören läßt, das
iſt in der muſikaliſchen Welt zum Glück vollauf bekannt und
gewürdigt. Neben Meſchaert hatten der Tenor Julius
Walter und die Altiſtin Maria Philippi einen
ſchweren Stand. Walter beſitzt eine ſympathiſche
Tenor=
ſtimme und wartet mit ſeinen Kopftönen auf, enttäuſcht
aber durch eine gewiſſe Weichlichkeit im Stimmklange.
Fräulein Philippi hat leider mit der Ausſprache der
Ziſch=
laute zu kämpfen und verſagt zuweilen in der deutlichen
Ausarbeitung der heiklen Bachſchen Koloraturen. Die
Sopraniſtin Frau Stronk=Kappel, war ſchlechthin
vollendet und, ſo weit ein Vergleich möglich iſt, ihrem
be=
rühmten Baßpartner ebenbürtig. Sowohl im erſten
Or=
cheſterkonzert wie im Kirchenkonzert in der ſchönen
Luther=
kirche beherrſchten je drei der ernſten Kantaten das
Pro=
gramm. Der Chor der Singakademie, dem ſich verſchiedene
private Geſangſchulen angeſchloſſen batten, leiſtete
Hervor=
ragendes in dem ſcharfen Rhythmus und dem
dahinſtrö=
menden Wohlklanz der ſo eigennrüg reizvoll harmoniſie=
renden Schlußchoräle. Die Bachſche Muſik wirkt ja noch
heute ganz modern, ganz urſprünglich, ganz menſchlich, weil
ihr Schöpfer ein Genius erſten Ranges geweſen iſt, der
nur einem Shakeſpeare, einem Goethe verglichen werden
kann. Das iſt das Großartige, daß Bach in ſeinen
Kan=
taten über die Beſchränktheit des Textes hinaus ſtrebt und
das Religiöſe zum allgemein Menſchlichen vertieft hat, wie
z. B. in der Kantate „Es iſt ein trotzig und verzagt Ding”
mit ihrer wunderſamen, aufwühlenden und beruhigenden
Sopranarie.
Von den Inſtrumentalwerken des Orcheſterkonzertes
muß in erſter Linie das Klavierkonzert in D-moll genannt
werden, wegen ſeiner prachtvollen Wiedergabe durch Georg
Schumann=Berlin, der mit einer nicht zu überbietenden
Klarheit und Feinfühligkeit, dabei mit vollem weichen Ton
die reizende, im Adagio ſogar außerordentlich innige
Kom=
poſition ſpielte. Dagegen konnte Alfred Wittenberg
uns nicht überzeugen, daß er ſchon heute ein berufener
Bach=Interpret iſt. Er ſchien in dem Figurenwerk den
eigentlichen muſikaliſchen Sinn noch nicht entdeckt zu haben,
und brachte im übrigen manche Paſſagen bei viel zu
gro=
ßem Strich mit flachem, nichtsſagendem Ton heraus.
Beim Kirchenkonzert gab Mar Anſorge=Breslau
von neuem den Beweis, daß er ein beachtenswerter Muſiker
und wohlbedachter Organiſt iſt: Präludium und Fuge in
F-moll durchſchütterten das ergriffene Auditorium mit all
der Gewalt eines mächtigen Glaubensbekenntniſſes. Zwei
a capella=Chöre von Bachs Vorgänger, Heinrich
Schütz, wundervoll von Dohrn herausgebracht, erregten
grenzenloſes Erſtaunen über die bis ins Letzte erſchöpfte
Stimmungsmalerei und die unglaublich kühnen
Har=
monien, die von Max Reger ſtammen könnten.
Bei den Feſtgottesdienſten bildeten Nicht=Bachſche
Werke den intereſſanteſten Teil der Vortragsordnung. In
der Lutherkirche, wo Max Anſorge=Breslau dirigierte,
kam eine Tokkata von Johann Pachelbel († 1706),
einem der bedeutendßen Förderer des Orgelſpiels vor
Bach, deſſen Wirkungsſtätten Nürnberg, aber auch
Thürn=
gen waren, zum Vortrag, darauf eine doppelchörige Motette
von demſelben Meiſter „Singet dem Herrn” ſchließlicheilen
großangelegte Kyrie von Hans Leo Haßler, demible
verſtorbenen ſüddeutſchen Kirchenkomponiſten. ImDam
wurde unter der Leitung des neuen Domkapellmeſtels=
Siegfried Cichy die A-moll=Meſſe von Mdritz
Broſig aufgeführt. Broſig (1815—1887) war ein Bress
lauer Muſiker und deshalb erſcheint die Wahl einer ſeiner
zahlloſen Meſſen als nicht ganz ungerechtfertigt, wenn er
auch ein etwas ſpäter „Zeitgenoſſe” des Thomaskantors
ge=
weſen iſt. In dieſe Meſſe wurde nun ein Sanktus in
G=dur eingelegt, deſſen Partitur und Stimmen, von Bachs
Hand geſchrieben, erhalten ſind. Es iſt nicht unbedingt
an=
zunehmen, daß Bach auch der Komponiſt des Satzes iſt.
Die ſorgfältige Auswahl einer Anzahl intimerer Werke
für das Kammermuſikkonzert hätte erſt dann ihre volle
Be=
deutung erlangt, wenn auch der ſtimmungsvolle und akuſtiſch
ſo vortreffliche kleine Kammermuſikſaal hätte verwendet
werden können. Dies war jedoch des ſtarken, an und für
ſich hoch erfreulichen Zudranges wegen nicht gut möglich
Leider kam man durch die unerwartete, plötzliche Abſage
des Herrn Chriſtian Döbereiner=München, der die Gambe
ſpielen ſollte, um den aparteſten Genuß der Veranſtaltung
ſowohl die drei Stücke für Viola da Gamba und Baſſr
continuo von Louis de Caix d’Hervelois und Marais
Marin, wie der eine Satz der Rameauſchen Suite für
Cembalo, Flöte und Gambe mußten wegfallen. Durck
die Bereitwilligkeit des Breslauer Celliſten Joſeph Mel
zer, der die Gambenpartie, ſo gut oder ſchlecht es ging
auf dem Cello ausführte, wurde es zum Glück ermöglicht
wenigſtens drei Sätze des reizenden Werkchens zu genießen
Es ſind loſe zuſammenhängende Stücke, von denen zwe
La Livri und Le Vézinet Erinnerungen an Ortsnamer
darſtellen, während das letzte Les Tambourins den Namer
eines Tanzes bezeichnet. Rameaus Muſik iſt ohne Tiefe
aber voll Laune, Grazie und Beweglichkeit, dabei
har=
moniſch, nie gewöhnlich und rhythmiſch ſtets pikant. Ernſt
Tſchirner=Breslau blies die Flöte mit der ihm eigenen
Nummer 143.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Jum 1912.
Seite 3.
at.‟ England habe ſeine Stellung in der Flottenfrage
ar gemacht und wenn Deutſchland dieſe Erklärung als
atſache der engliſchen Politik akzeptiere, ſo ſtehe der
zeg für eine herzliche Verſtändigung offen. Auch der
aily Graphie bewillkommt den Freiherrn v. Marſchall.
eber die deutſch=engliſchen Beziehungen ſagt das Blatt,
aß allein die Flottenfrage zwiſchen beiden Ländern
ehe. Die deutſche Flotte ſei eine Herausforderung der
igliſchen Suprematie zur See. Wenn die deutſch=
eng=
ſchen Beziehungen in ihrer alten Freundſchaft
wieder=
ergeſtellt werden ſollen, ſo könne es nur durch eine
flegliche Behandlung der Flottenvorlagen geſchehen.
Zu dem Beſuch des Freiherrn v. Marſchall bei Sir
dward Grey wird dem Berliner Tageblatt aus
ondon gemeldet:
Dienstag nachmittag empfing Sir Edward Grey im
uswärtigen Amt den neu ernannten deutſchen
Botſchaf=
r Freiherrn v. Marſchall. Dieſer wird dem König
in Beglaubigungsſchreiben nächſte Woche nach der
Rück=
hr des Hofes von Windſor überreichen. Zur Ankunft
es Botſchafters hatte die Londoner Preſſe ein kleines
eer von Journaliſten und Photographen nach Harwich
eſandt. Der Botſchafter weigerte ſich entſchieden, auch
ur ein Wort über ſeine Aufgabe in London zu ſagen:
Dazu ſei es ein bischen zu früh.‟ Er erzählte, daß er
or 21 Jahren zum letzten Male in England geweſen ſei
amals, als der Kaiſer in der Guildhall ſagte: Sein
ziel ſei, den Frieden zu erhalten. Dieſe Ankündigung
at vielleicht ein wenig programmatiſchen Charakter.
enn ſie lege den Gedanken nahe, daß ja ſeit 21 Jahren
er Frieden auch tatſächlich erhalten geblieben iſt.
Das Unterhaus iſt in die Spezialberatung der
ſomerule=Bill eingetreten und hat in zweiſtündiger
Be=
rtung den Abänderungsvorſchlag erörtert, nach welchem
ewiſſe Bezirke von Ulſter mit überwiegend
proteſtan=
ſcher Bevölkerung von dem Geltungsbereich des
Ge=
itzes ausgeſchloſſen ſein ſollen. Während der Debatte,
ie im allgemeinen ruhig verlief, kam es nur zu ziemlich
cregten Zwiſchenfällen, als fortgeſetzt auf den Entſchluß
er Unioniſten hingewieſen wurde, ſich nötigenfalls mit
affengewalt der Jurisdiktion des iriſchen Parlaments
u widerſetzen. Bonar Law erklärte, die Regierung
erde nicht wagen, gegen die Bewohner von Ulſter
mili=
lriſche Gewalt anzuwenden, da jede Regierung, die einen
Ilchen Befehl gebe, Gefahr laufe, in den Straßen von
ondon gelyncht zu werden. (Lebhafte Unruhe und Bei=
Ill.) Birell ſagte, er erkenne die Schwierigkeiten des
llſterprogramms an, aber er bezweifle, daß die
Bevöl=
erung von Ulſter wirklich die Folgen der Homerule
ürchte. Er glaube vielmehr, daß ſchließlich ein jeder
ch zu gemeinſamer Arbeit zum Wohle des Ganzen
zu=
ammen finden würde. Der Zuſatzantrag wurde darauf
nit 320 gegen 251 Stimmen abgelehnt.
Portugal.
Revolutionäre Bewegung. Einige
Blät=
er veröffentlichen Schriftſtücke, aus denen hervorgeht,
aß Gruppen der republikaniſchen Verteidigung in Porto
nd anderen Orten im Norden eine revolutionäre
Be=
begung geplant haben für den Fall, daß das Kabinett
licht zuſtande käme. Die Bewegung ſollte die Schließung
ſes Parlaments herbeiführen und das Werk vom 5.
Ok=
ober im Sinne der demokratiſchen Republik vollenden.
Dänemark.
Der Thronwechſel in Dänemark wird den
uswärtigen Höfen und Staatsoberhäuptern durch
be=
ondere Miſſionen notifiziert. Kammerherr Bull begibt
ch, begleitet von Hofjägermeiſter Graf Moltke nach
Ber=
in, Kammerherr Blixen Finecke, begleitet von
Kammer=
unker Lerche nach Schwerin und Neuſtrelitz, Oldenburg,
karlsruhe und Dresden.
Amerika.
Derrepublikaniſche Nationalkonven tiſt
n Chicago eröffnet worden. Gouverneur Radley=
Miſ=
ouri beantragte nach Eröffnung, die vom
National=
omitee vorbereitete Liſte zu ändern, da 80 Delegierte
Tafts unehrlich gewählt worden ſeien. Wenn der
Kon=
vent von einer Gruppe Leuten kontrolliert werden könne,
dann haben wir nicht die Herrſchaft einer politiſchen
Partei, ſondern eine politiſche Oligarchie. Der Antrag
rief eine heftige Debatte hervor, von Lärmen, Ziſchen
und Zwiſchenrufen wie Diebe, Räuber, auf das
National=
komitee gemünzt, unterbrochen. (Der Vorſitzende des
Nationalkomitees erklärte den Antrag außerhalb der
Tagesordnung. Da der Konvent noch nicht organiſiert iſt,
nominierte der Vorſitzende des Nationalkomitees Roöt
zum vorläufigen Vorſitzenden. Die Anhänger Roofevelts
nominierten dagegen den Gouverneur Me Govern. Es
folgten große Lärmſzenen. Nachdem eine große Zahl
von Delegierten die Wahl Roots oder Me Governs
un=
terſtützt hatte, wurde Root mit 558 Stimmen zum
tem=
porären Vorſitzenden des Nationalkonvents gewählt.
Me Goverr erhielt 502 Stimmen.
Die amerikaniſſche Fugmaſchinen=
Flotte. Aus dem Bewußtſein heraus, daß die
Verei=
nigten Staaten im Ausbau ihrer Militärflugmaſchinen
weit hinter anderen Ländern zurückſtehen, hat der
ameri=
kaniſche Kriegsſekretär Stimſon beim Kongreß beantragt,
eine Flotte von 120 Flugmaſchinen bis zu einem
mög=
lichſt frühzeitigen Augenblick fertigzuſtellen. Man hofft,
daß dieſer Antrag des Staatsſekretärs auf
Entgegenkom=
men ſtoßen wird.
Argentinien.
Funkent elegraphie=Monopol. Die
Re=
gierung brachte einen Geſetzentwurf ein, wonach der
funkentelegraphiſche Dienſt bis tauſend Kilometer von
der argentiniſchen Küſte Monopol des Staates iſt. Den
Dampfſchiffahrtsgeſellſchaften und den Eigentümern von
Paſſagierdampfern wird aufgegeben, innerhalb 60 Tage
auf den Schiffen funkentelegraphiſche Stationen für eine
Reichweite von 500 Kilometern einzubauen.
Türkei.
Eine neue ſtrategiſche Bahn. Der frühere
amerikaniſche Geſchäftsträger Carter, der aus dem
diplo=
matiſchen Dienſte ausgetreten iſt, verhandelte mit dem
Bautenminiſterium im Namen Pierpont Morgans
we=
gen der Baubetriebskonzeſſion für die Bahnlinie
Char=
vut-Van mit einer Zweiglinie nach dem Mittelmeer
hafen Jumurtalyk. Die Verhandlungen, denen ſich das
Bautenminiſterium geneigt zeigen ſoll, ſind ſoweit
vor=
geſchritten, daß Carter bereits Konſtantinopel verließ,
um Morgan, der ſich in Aix=les=Bains befindet, die letz
ten Bedingungen der Pforte mitzuteilen. Das Projekt
iſt, wie ſeinerzeit das amerikaniſche Cheſter=Projekt, mit
Minenbetrieb verbunden und wird in intereſſierten,
ins=
beſondere in ruſſiſchen Kreiſen, wegen ſeiner ſtrategiſchen
Bedeutung eifrigſt beſprochen.
China.
Den „kranke‟ Miniſterpräſident. Es
wird ein Manifeſt veröffentlicht, das dem
Miniſterprä=
ſidenten einen 5tägigen Urlaub gibt, damit er ſich in
Tientſin ausruhen und von ſeiner Krankheit heilen
könne. Der Privatſekretär Juanſchikais, Liang=Shy,
wurde nach Tientſin geſandt, um den Miniſterpräſidenten
zu bewegen, zurückzukehren. Er erklärte, der
Miniſter=
präſident wünſche, in Tientſin zu bleiben, und erwarte,
daß die Nationalverſammlung die proviſoriſche
Ernen=
nung Lintſen Gtanga zum Miniſterpräſidenten billigen
werde. Allgemein wird geglaubt, daß Tangſchaoyi nicht
mehr zurückkehrt. Die Frage, wer ſein Nachfolger wird,
beſchäftigt das öffentliche Intereſſe.
Liſſabon, 18. Juni. Zu gleicher Zeit, als Paiva
Coneeiro von dem Gerichtshof in Oporto geſtern
ver=
urteilt wurde ſpielte ſich hier der Prozeß gegen ihn und
18 ſeiner Anhänger ab, die an den monarchiſtiſchen
Um=
trieben in Vinhaes am 5. Oktober 1911 teilgenommen
haben. Alle Angeklagten wurden „in contumaciam”
ver=
urteilt. Conceira wurde zu ſechs Jahren Zuchthaus
und zehn Jahren Zwangsverſchickung erſter Klaſſe, ſeine
Anhänger zu zehn Jahren Zuchthaus und nach
Verbüß=
ung der Strafe zu zehn bezw. zwanzig Jahren
Verſchick=
ung verurteilt. Conceiro wurden ſeine großen Dienſte,
die er dem Vaterland als Offizier geleiſtet hat, als
mil=
dernd angerechnet. Ein angeklagter Prieſter wurde
frei=
geſprochen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 20. Juni.
* Vom Hofe. Graf Lönyay iſt am Dienstag
nachmittag 3 Uhr 25 Min. von Jagdſchloß Wolfsgarten
abgereiſt. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Major Frhrn. v. Preuſchen
und den Major Ritter und Edler v. Braun, beide
Bataillons=Kommandeure im Infanterie=Leib=Regiment
Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, den
Kommerzien=
rat Mayer, den Rabbiner Dr. Salfeld und den
Rechts=
anwalt Dr. Leopold Mayer von Mainz, den ordentlichen
Profeſſor Dr.=Ing. Heuſer an der Techniſchen Hochſchule
in Darmſtadt, den Geh. Baurat Heuer von Mainz, den
Profeſſor Dr. Fiſcher von Gießen, den Poſtdirektor Gros
von Frankfurt a. M., den Hofrat Marx von Mannheim,
den Direktor Clauſius von Berlin, den Pfarrer Rabenau
von Ober=Breidenbach, den Pfarrer Hartmann von
Egelsbach, den Medizinalrat Dr. Langermann von
Alsfeld; zum Vortrag den Finanzminiſter Braun, den
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den Geh.
Staatsrat Krug v. Nidda, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem Bürgermeiſter
Dr. Kayſer zu Bad Nauheim die Erlaubnis erteilt,
den ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer verliehenen
Roten Adler=Orden 4. Klaſſe annehmen und tragen zu
dürfen.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Löwenſtein=Wertheim=Roſenberg und dem Herrn Fürſten
und Grafen zu Erbach=Schönberg auf die erſte
Lehrer=
ſtelle an der Gemeindeſchule zu Hainſtadt, Kreis Erbach,
präſentierte Schulamtsaſpirant Friedrich Siefert aus
Vielbrunn, in demſelben Kreiſe, für dieſe Stelle.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Georg Pfeifer aus Lindenfels, Kreis Bensheim, die
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Rabertshauſen,
Kreis Gießen.
* Im Kunſtverein, Kunſthalle am Rheintor, iſt eine
neue Ausſtellung eröffnet worden. Es haben u. a.
aus=
geſtellt: Ortsverband Dresdener Künſtlerinnen; Walther
Illner: Die Porträts des Großherzogs und der
Groß=
herzogin; Max Kröner=Dresden: Landſchaften;
Me=
linde Schwabe=München: Stilleben; Ev. Adam
Weber=Düſſeldorf: Landſchaften; u. v. a.
* Johs. Tews in Darmſtadt. Auf Veranlaſſung des
Darmſtädter Lehrervereins wird der bekannte liberale
Schulpolitiker und langjährige Generalſekretär der
Geſell=
ſchaft für Verbreitung von Volksbildung Herr Johannes
Tews=Berlin in Darmſtadt mehrere Vorträge über
Schul= und Erziehungsfragen halten. Der erſte Vortrag
über „Das deutſche Volk und ſeine Schule‟
iſt am nächſten Montag, 8½ Uhr abends, im „
Kaiſer=
ſaal” (Näheres ſ. Anz.)
* Evangeliſche Stadtmiſſion. Man ſchreibt uns
ver=
ſpätet: Einen ſehr genuß= und ſegensreichen Abend bot
am Sonntag, den 16. d. Mts., die Evangeliſche
Stadt=
miſſion hierſelbſt. Der 23. Pſalm, komponiert in 15 Liedern
für gemiſchte Chöre zur Erbauung der chriſtlichen
Ge=
meinde, von Ed. Hug, wurde ſehr verſtändnis= und
aus=
drucksvoll in Solo=, Duett= Quartett= und Chorgeſängen
vorgetragen. Dazwiſchen hielten einige Redner kurze,
packende, erbauliche, dem Text entſprechende Anſprachen.
Eingeleitet durch allgemeinen Geſang, Gebet und eine
Deklamation, ſang zuerſt eine Gruppe von Kindern: „Weil
ich Jeſu Schäflein bin” „Wie haben wir es doch ſo gut
bei unſerm treuen, guten und ſtarken Hirten, der uns
er=
löſete von der Macht der Sünde, der uns leitet, bewahrt
und zum Ziele der ewigen Heimat und Herrlichkeit führt”
das klang in wunderbar harmoniſcher Weiſe in Wort,
Lied und Geſang hervor. Wahrlich, das war ein Abend,
der manchem Beſucher wieder neues Licht, neue Kraft,
neuen Troſt für die Pilgerreiſe nach dem himmliſchen
Vaterhauſe darbot.
§ Schutzmannsſchule. Am Mittwoch vormittag nahm
der 15. Lehrgang der gemeinſamen
Schutz=
mannsſchule für das Großherzogtum
Heſ=
ſen, an welchem drei Schutzleute aus Mainz, drei
Schutz=
leute aus Worms zwei Schutzleute aus Darmſtadt, ein
Schutzmann aus Bensheim, ein Schutzmann aus Gießen
und ein Schutzmannsanwärter aus Gießen, zuſammen elf
Mann, teilnahmen, nach achtwöchiger Dauer mit einer
Delikateſſe, und Frau Landowska=Paris entzückte
all=
emein durch ihr ausgeglichenes Spiel am Cembalo. Im
serlaufe des Konzerts trat dieſes „veraltete” Inſtrument
anz beſonders durch Frau Landowskas geniale Technik
nd feinem Gefühl in den Vordergrund. Die Künſtlerin
ewies mit einer herrlichen Wiedergabe dreier Präludien
nd Fugen aus dem „Wohltemperierten Klavier” des
tän=
elnden in Cis=dur, des düſteren in C-moll und des
vompöſen in D=dur, daß das Cembalo auch heute noch
em vollkommeneren Bruder, unſerem modernen Flügel,
er=
olgreiche Konkurrenz machen kann, wenn es ſo virtuos
ge=
landhabt wird. Es eignet ſich nicht nur für die
Rokoko=
länge des franzöſiſchen Jahrhunderts, ſondern durch die
Verſchiedenheit und Reichheit ſeiner Reſonanzregiſter eben
uch für die ſchwere Koſt des ganz großen Bach.
Eine ungetrübte Freude konnte man auch an der
Liedergabe des Konzerts für 2 Cembali mit
be=
leitendem Streichorcheſter in Cdur haben, wobei
Pro=
eſſor Buths=Düſſeldorf den zweiten Solopart
über=
ahm. Ein friſches Allegro, ein zartes, ſanfte Zwieſprache
altendes Adagio und eine luſtige Fuge ſind zu einem
der=
rt unmittelbar und urſprünglich wirkenden muſikaliſchen
Janzen zuſammengewoben, daß dieſes Werk geradezu ein
ſchlagender” Beweis gegen alle noch etwa vorhandenen
Jorurteile von der Unverſtändlichkeit und Unzugänglichkeit
ter Bachſchen Kunſt iſt. Auch Herr Wittenberg ſpielte
ie bekannte ſchöne A=dur=Sonate für Violine und Klavier
beit eindringlicher und mit vollerem Ton als ſeinen Part
m 4. Brandenburgiſchen Konzert am Abend vorher, neben
ſer vollwertigen Leiſtung Georg Schumanns am
Flügel. Zwiſchen die Inſtrumentalwerke waren mit
glück=
icher Hand Vokalſätze aus Kantaten eingefügt, in deren
unſtvolle Interpretation ſich Frau Stronk=Kappel
Frl. Philippi, die ebenfalls beſſer disponiert ſchien
ind last not least Profeſſor Meſchaert teilten,
wäh=
end Profeſſor Seiffert=Berlin unermüdlich am
Cem=
alo begleitete. Das ganze Konzert verlief ſo in reinſter
darmonie und hinterließ dauernde und wertvolle
Ein=
trücke.
Dr. M. E.
Feuilleton.
* Der Triumph des Kinos über das Theater in
Amerika. Der folgenſchwere wirtſchaftliche
Konkurrenz=
kampf zwiſchen den Theatern und den Kinos, der in der
alten Welt die Theaterdirektoren in eine mehr oder minder
hart bedrängte Verteidigungsſtellung getrieben hat,
voll=
zieht ſich in Amerika in noch ſchärferen Formen. In einem
Aufſatz der American Review of Reviews beſchäftigt ſich
Robert Grau mit der Schärfe dieſes Wettkampfes und
ſeinen Folgen und weiſt nach, daß bereits ein ſehr
erheb=
licher Teil kleinerer New=Yorker Bühnen vor dem Kino
kapituliert hat. „Ein Drittel der New=Yorker Theater
vermochte ſich vor dem Zuſammenbruch nur noch dadurch zu
retten, daß ſie ihre Pforten dem Kinematographen öffneten.
Es vergeht faſt keine Woche, ohne daß ein Theaterleiter,
von der Teilnahmsloſigkeit des Publikums mürbe gemacht,
mit beiden Händen haſtig dieſen letzten Rettungsanker
er=
greift. Und in den kleineren Städten liegen die
Verhält=
niſſe noch ſchlimmer. In einem Umkreis von 150 Meilen
um New=York zählt man mehr als fünzig kleinere Städte
und Vororte, deren Einwohnerſchaft zwiſchen 10000 bis
40000 Köpfen ſchwankt und in denen ſich doch ſtets ein
Theater befindet, das ſeiner ganzen Anlage nach imſtande
iſt, gaſtierenden Geſellſchaften Gelegenheit zu mehr oder
minder eguten Aufführungen zu geben. Nur wenige von
dieſen Bühnenhäuſern haben ihrem urſprünglichen Ziel
treu bleiben können, und ſelbſt dieſe wenigen ſind, wie
zahlloſe andere Theater in den Provinzſtädten, gezwungen,
den Rückgang ihrer Einnahmen und ihrer Rentabilität
durch die Einfügung von kinematographiſchen Spielzeiten
auszugleichen.” Während ſich der materielle Niedergang
der Bühnenkunſt immer bedrohlicher ausprägt, wächſt die
Kinematographeninduſtrie immer gewaltiger empor. In
den Vereinigten Staaten gibt es heute bereits gegen dreißig
große Geſellſchaften, die in ihren „Ateliers” Films
her=
ſtellen; allein von dem 1. November 1910 bis zum 1.
No=
vember 1911 haben dieſe Geſellſchaften rund 80000
Kilo=
meter kinematographiſcher Films auf den Markt gebracht
und die Produktion wie auch der Verbrauch ſteigen immer
höher. In der Stadt New=York zählt man über 600
Kine=
matographen=Theater, und ſelbſt bei vorſichtiger Schätzung
kommt man zu dem Ergebnis, daß dieſe Theater
insge=
ſamt täglich von ungefähr vier Millionen Menſchen beſucht
werden. Das erklärt auch die Tatſache, daß die
Film=
geſellſchaften für einzelne Aufnahmen oft ein ganzes
Ver=
mögen ausgeben können. Der bekannte amerikaniſche
Im=
preſario William Brady äußerte ſich in dieſem
Zu=
ſammenhange ſehr peſſimiſtiſch über die Zukunft des
ameri=
kaniſchen Bühnenweſens: „Die Filmfabrikanten können
es ſich leiſten, für eine einzige Aufnahme oft 400000 Mark
auszugeben, während wir für ein Schauſpiel ſelbſt in den
Fällen, wo wir auf einen ſtarken und dauernden Erfolg
rechnen, noch nicht die Hälfte dieſer Summe aufwenden
dürfen. Und es gibt eine ganze Reihe von Films, die
200000, 300000 Mark und mehr gekoſtet haben. Die
Ver=
knüpfung des Kinos mit phonographiſchen Aufführungen
bieten außerdem noch die Möglichkeit, im
Kinemato=
graphen=Theater Luſtſpiele, Schauſpiele und auch
muſika=
liſche Werke aufzuführen. Dieſe Verbindung von Kino und
Phonograph ſetzt ſich immer mehr durch; mit ihrem
Sieges=
zug wird der Triumph des Kinos über das Theater
voll=
kommen.”
* Die Freilicht=Trauung. Im Garten des Longfellow=
Hauſes von Cambridge in Maſſachuſetts hat die erſte
Frei=
licht=Trauung ſtattgefunden, die zugleich, wie aus Amerika
berichtet wird, einen neuen Schnelligkeitsrekord
der Eheſchließung bedeutet. Die Heldin iſt eine junge
Engländerin, bisher Miß Jeſſie Halliday, ihres Zeichens
Malerin und Suffragette, und ſie wollte ihre Eheſchließung
dazu benutzen, um den ſonſt in ſolchen Fragen führenden
Amerikanern zu zeigen, in wie kurzer Friſt man ſich fürs
Leben binden kann. Als Bräutigam erſchien vor dem
Baume, unter dem die Trauung ſtattfand, ein Enkel
Longfellows, Mr. Edmund Trowbridge Dana. Die
Zeremonie war in mehr als einer Hinſicht eigenartig, denn
es gab bei dieſer Trauung weder Brautführer noch
Braut=
jungfern, weder Brautſchleier noch Myrtenkranz und
ſo=
gar die ſonſt in Amerika üblichen Orangenblüten fehlten.
Die beiden Brautleute glauben an gleiches Recht, und da=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Juni 1912.
Nummer 143.
Prüfung ſein Ende. Zu der Prüfung, welche unter dem
Vorſitz des Herrn Regierungsrats Gennes ſtattfand,
waren außer den Unterrichtserteilern Herr
Provinzial=
direktor Fey hier und noch verſchiedene Herren als
Ver=
treter der beteiligten Städte erſchienen. Das Reſultat der
Prüfung kann als günſtig bezeichnet werden. Am
Nach=
mittag fand noch eine praktiſche Prüfung im Rettungs=
und Krankenbeförderungsdienſt, ſowie im Turnunterricht
ſtatt welche von einem Führer der hieſigen Freiwilligen
Sanitätshauptkolonne und ſeitens eines Mitgliedes der
Turngemeinde Darmſtadt geleitet wurden.
* Dringende Warnung! Von fragwürdiger Seite
wird zur Zeit von Brüſſel aus für eine „
Spezialaus=
ſtellung für Erfindungen aus allen
Bran=
chen” Propaganda gemacht, die angeblich im Anſchluß
an eine Internationale Belgiſche Ausſtellung des nächſten
Jahres ſtattfinden ſoll. Die „Ständige
Ausſtellungskom=
miſſion für die deutſche Induſtrie” warnt dringend vor
einer Beteiligung an dieſer Spezialausſtellung.
* Das Thüringiſche Ulanen=Regiment Nr. 6 begeht
am 18. Februar 1913 in Hanau die Feier ſeines 100 Beſtehens. Alle ehemaligen aktiven und
Reſerve=Offiziere Sanitätsoffiziere und Beamte, ebenſo
alle ehemaligen Unteroffiziere und Mannſchaften des
Re=
giments die an der Feier teilnehmen wollen, ſind hierzu
aufgefordert und werden gebeten, ihre genaue Adreſſe,
Unteroffiziere und Mannſchaften mit Angabe von
Dienſt=
zeit und Eskadron, bald an das Regiments=
Geſchäfts=
zimmer nach Hanau zu ſenden. Weitere Mitteilungen
gehen dann jedem einzelnen zu. Eventuelle Beſtellung
auf Regimentsgeſchichte oder Stammliſte des
Offiziers=
korps kann gleichzeitig angegeben werden.
Der Ortsgewerbeverein lädt für kommenden
Sonn=
tag, den 23. Juni, zu einem Familienausflug nach
Rüſſelsheim ein; da Beſichtigungen hiermit verbunden ſind,
iſt ein ganzer Tag vorgeſehen. Nach einer Bahnfahrt bis
Nauheim geht die Wanderung auf bequemen Wegen durch
herrliche Waldbeſtände, am unteren Treburer Forſthaus
vorbei, nach Jagdſchloß Mönchbruch. An dieſem herrlichen
Plätzchen findet eine Frühſtücksraſt ſtatt. (Frühſtück iſt
genügend mitzubringen für den, der nicht warten will, für
ſonſt alles ſorgt die Mühlenwirtſchaft.) Dann führt der
Weg nach der Muhl= und Schönen=Eiche vorbei nach der
Dachenau und Weidmannsruhe. Bequeme Bänke und
ſchöne Plätzchen ſollen auch hier zu einer kleinen Raſt
ein=
laden, um ſo recht den Zauber dieſer herrlichen Gegend zu
genießen. Weiter gehts nun faſt immer im Wald, am
oberen Königſtädter Forſthaus vorbei, nach Rüſſelsheim.
Nach einer Taſſe Kaffe und Raſt wird nun Herr Lehrer
Sturmfels (Vorſitzender des Heimatvereins Rüſſelsheim)
auf einem Rundgang alle Sehenswürdigkeiten mit
Er=
klärungen vor Augen führen. Eine Beſichtigung der nach
dem Brande wieder erſtandenen Neu= und Rohbauten der
Firma Opel werden viel Intereſſantes bieten. Nach den
Beſichtigungen findet dann im „Rüſſelsheimer Hof”
zwang=
loſes Nachteſſen mit gemütlichem Beiſammenſein ſtatt, und
um 7 Uhr 59 Min, ſoll die Bahn die Wanderer in die
Heimat führen. (Siehe Anzeige.)
* Die ſtädtiſche Sparkaſſe weiſt ausdrücklich darauf hin,
daß Abhebungen von Einlagen über 1000 Mark
ſatzungs=
gemäß einer vorausgehenden vierteljährlichen
Kündigung bedürfen.
* Städtiſcher Saalbau. Im heutigen 4.
Donnerstags=
konzert der Kapelle des Leibgarde=Regiments enthält die
2. Abteilung der Vortragsordnung nur Werke Richard
Wagnegs. Es kommen Sätze aus Lohengrin, Rheingold,
das Meiſterſingervorſpiel und das unvergleichlich ſchöne
weihevoll=erhabene Vorſpiel zu Parſival zur Aufführung.
(Siehe Anzeige.)
§ Tödlicher Unfall. Der 33 Jahre alte Poſtbote
An=
dreas Schmidt wurde heute vormittag 5.49 Uhr im
neuen Bahnhof beim Ueberſchreiten der Geleiſe von einem
einfahrenden Zuge erfaßt und getötet.
Offenbach, 18. Juni. Der wiederholt wegen Verdachts
der Mittäterſchaft am Kronberger Mord verhaftete Joh.
Hopf, der bereits einen Selbſtmordverſuch gemacht hat,
brachte ſich neuerdings mit ſeinem Taſchenmeſſer einen
Stich in die Herzgegend bei. Auch dieſer Stich
iſt nicht lebensgefährlich, machte aber doch die
Einliefer=
ung des H. in das Krankenhaus notwendig. — Heute früh
um halb 4 Uhr brach im Magazin der Maſchinenfabrik
von Fredenhagen, Sprendlinger Landſtraße, Feuer aus.
Die telephoniſch herbeigerufene und mit dem
Automobil=
löſchzug herbeigeeilte Feuerwehr hatte etwa 2 Stunden
mit der Löſchung des Feuers zu tun. Der Raum brannte
vollſtändig aus. Das Feuer war dadurch entſtanden, daß
Feuergaſe aus dem benachbarten Trockenraum durch
Riſſe der Wand gedrungen waren und die leicht
brenn=
baren Stoffe des Magazins entzündet hatten.
Bingen, 18. Juni. Als der Schraubenſchleppdampfer
„M. Stinnes 19” auf der hieſigen Reede ſeinen
Schlepp=
ſtrang abwarf, wurde der Matroſe Johann Vogel aus
Oberweſel von dieſem mit ſolcher Gewalt getroffen, daß
er über Bord geſchleudert wurde und ſofort
unterging. Trotzdem ſofort Rettungsverſuche
vorgenom=
men wurden, gelang es nicht, den erſt 17 Jahre alten
Mann zu bergen.
(*) Friedberg, 18. Juni. Die letzten Vorbereitungen
zum 22. heſſiſchen Feuerwehrtag ſind im
Gange. Mit der Tagung iſt das 50jährige Jubiläum
der hieſigen Freiwilligen Feuerwehr verbunden. Auf dem
Feſtplatz Seewieſe iſt bereits aus Brettern ein
Uebungs=
haus zur großen Feuerwehrübung erbaut. Die Feſthallen
werden jetzt aufgeſtellt. Es ſind etwa 6000 heſſiſche und
preußiſche Feuerwehrleute angemeldet, darunter auch
Frankfurter, Mainzer, Darmſtädter, Wormſer uſw. Die
Abgeordnetenverſammlung findet Samstag nachmittag
ſtatt, abends findet ein Brandangriff auf das brennende
Bretterhaus ſtatt. Für Sonntag iſt der große
Feuer=
wehrfeſtzug vorgeſehen. Von den Gründern der hieſigen
Wehr leben noch 12 Mann.
(*) Ulrichſtein, 18. Juni. Die Gemeinden des oberen
Vogelsberges, denen jeder Bahnverkehr fehlt, treten jetzt
entſchieden für Errichtung von Autoverbindungen
ein. Es werden Linien zwiſchen Schotten und Ulrichſtein,
Mücke und Ulrichſtein, Ulrichſtein und Alsfeld, Ulrichſtein
und Rixfeld, Gedern und Schotten geplant.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 18. Juni. Zu dem
Kon=
flikt des Berliner Bürgermeiſters Reicke mit
der Berlliner Sezeſſion beſchloß die
Kunſtdepu=
tation heute auf den Brief des Sezeſſionsvorſtandes, daß
er Reicke nicht empfangen könne, der Sezeſſion mitzuteilen,
daß es der Kunſtdeputation unmöglich ſei, die Ausſtellung
zu beſuchen, um eine Auswahl wegen des Ankaufs oder
der Erteilung von Preiſen zu treffen. — Der
Schwedi=
ſche Univerſitäts=Geſangverein „Orphei
Drängar” (Orpheus Söhne) aus Upſala iſt in dem
großen Saale der „Philharmonie” aufgetreten und erſang
ſich einen ſehr ſchönen künſtleriſchen Erfolg. Dieſer
Ver=
ein war vor etwa 15 Jahren zum erſten Male in Berlin
aufgetreten, und auch vor einigen Jahren iſt er wieder
hier erſchienen, ſtets gern begrüßt und aufrichtig
bewun=
dert wegen der ſchönen muſikaliſchen Leiſtungen, die er
alle Male geboten hat. Auch die jüngeren Semeſter des
Chors, die ſich geſtern unter der Leitung des als
Kompo=
niſten vorteilhaft bekannten Muſikdirektors Hugo
Alf=
ven vorſtellten, ſind in bewundernswerter Diſziplin zu
einem Klangkörper von bedeutender Wirkung verbunden,
und was ſie geben, ſind Leiſtungen von ſelten reifer und
erfreulicher Art. Das Stimmaterial iſt ſchön, die Tenöre
etwas hart mitunter, aber doch ſieghaft ſtrahlend, die
Bäſſe von imponierender Gewalt. Und der Chormeiſter
dieſer Sängerſchar hat es verſtanden, das Material zu
formen, zu feilen und den künſtleriſchen Aufgaben des
Männergeſanges in jeder Hinſicht dienſtbar zu machen.
Die dynamiſchen Wirkungselemente ſind bis auf das
Aeußerſte ausgenützt, der Vortrag iſt fein und ſubtil, und
ganz beſonders in den zarten, auf Empfindung geſtellten
Chorliedern zeigt ſich eine völlige Beherrſchung der
Auf=
gaben. Wenn auch den Gäſten eben das Zarte am beſten
gelang, ſo wußten ſie doch auch dramatiſch gearbeiteten
Vorwürfen zu wirkſamem Ausdruck zu verhelfen. So
geſtaltete ſich Hegars „Totenvolk” zu einem
erſchüt=
ternden Tongemälde, und auch einige Chorlieder von
Alfven erfuhren eine meiſterhafte, in allen Teilen
tadel=
freie Wiedergabe. Der große Saal war dicht gefüllt und
das Publikum überhäufte die ſchwediſchen Gäſte mit
ſtar=
kem Beifall und bereitete ihnen herzliche Ovationen.
Der Verein für Ferienkolonien beabſichtigt, in
dieſem Jahre 5524, Kinder in die Sommerfriſche
hinaus=
zuſenden, und zwar 2256 Knaben und 2873 Mädchen. Es
iſt dies die größte bisher erreichte Zahl. Die Koſten
wer=
den auf 280000 Mark veranſchlagt, das heißt, auf 9500
Mark mehr, als im Vorjahre. — In der Nähe von
Kö=
penick fand geſtern abend ein Zuſammenſtoß
zwi=
ſchen dem mit einer Mädchenſchule beſetzten Dampfer
„Kronprinzeſſin Cecilie” und dem Dampfer
„Rhein” ſtatt, auf dem eine Knabenſchule einen Ausflug
machte. Die Schuld trifft angeblich den Kapitän, der an
einer ſchmalen Stelle an dem anderen Schiff vorbeifahren
wollte. Der Zuſammenſtoß verurſachte unter den
Kin=
dern eine furchtbare Aufregung. Viele fielen in
Ohn=
macht, andere bekamen Schreikrämpfe. Ein Teil der
Schreienden mußte an Land geſchafft werden. Verunglückt
iſt glücklicherweiſe niemand. — Um den Aufenthalt des
Gattenmörders Zink zu ermitteln oder ſonſtwie auf ſeine
Spur zu kommen, hat die Kriminalpolizei eine in der
Zinkſchen Wohnung gefundene Photographie des
Zink einer Filmfabrik gegeben, damit dieſe danach
Bil=
der anfertigen kann, die in den Volks=Kinotheatern von
Berlin und Umgebung gezeigt werden ſollen. — Die
Kri=
minalpolizei hatte in Erfahrung gebracht, daß vier
langgeſuchte Einbrecher in einem Hauſe der
Grenadier=
ſtraße einen Schlupfwinkel gefunden hatten. Eine
Schutz=
mannspatrouille begab ſich heute mittag nach jenem Haus,
um die Geſuchten feſtzunehmen, Bei der Verhaftung
kam es zwiſchen den Spitzbuben und den Schutzleuten
einem Handgemenge. Dabei ſchlug ein Schutzmann eine
der Verhafteten mit dem Säbel zu Boden ſo daß er be
wußtlos liegen blieb und nach der Unfallſtation Keibel
ſtraße gebracht werden mußte. Die anderen Einbreche
brachte man zur Wache. Der Verletzte wurde nach Ar
legung von Notverbänden der Charitee zugeführt, wo
als Polizeigefangener gehalten wird; ſeine Verletzunge
ſind nicht lebensgefährlich.
Frankfurt a. M., 19. Juni. Der Mörder Ko
wird in einigen Tagen der Darmſtädter Krim
nalpolizei übergeben und nach Darmſtadt verbrach
Die Leiche des Mädchens kommt nach dem Iſenburge
Friedhof, wo heute die Sektion vorgenommen werde
ſoll. In den letzten 2 Wochen iſt es der Frankfurte
Kriminalpolizei gelungen, drei Mordtaten
vollſtändi=
aufzuklären und zwar den Mord in Eiſenbach bei
Lin=
burg, die Erdolchung des Dienſtmädchens Veſter un
jetzt das an der 15jährigen Koch begangene Verbrechen.
Aſchaffenburg, 19. Juni. Heute früh ſchnitt ſich di
Ehefrau des bekannten Stiftkellerwirtes Egelſſee
die Pulsader durch. Sie ſtarb kurz darauf. Die
Fra=
war nervös leidend.
Speyer, 19. Juni. Geſtern abend zwiſchen 9 und 1
Uhr wurde der 38jährige Feldhüter Philipp Becke
hier auf ſeinem Dienſtgange in der Gemarkung Vogels
gewann hinter der Pionierkaſerne erſchoſſſen. D
man um die fragliche Zeit Schüſſe fallen hörte und di
Leiche 6 Schußwunden im Rücken auſweiſt, iſt
anzuneh=
men, daß Becker bei der Verfolgung der Spur von
Wil=
derern von Dieben hinterrücks erſchoſſen worden iſt,
Vo=
den Tätern fehlt noch jede Spur. Der Erſchoſſene
wa=
verheiratet und Vater von drei Kindern.
Boppach, 19. Juni. Durch den Reviſor des Ver
bandes der Genoſſenſchaften wurde feſtgeſtellt
daß im Kreditverein Wertpapiere im Betrage von übe
100000 Mark verſchwunden ſind. Angeſtellte
Ermittelungen ſollen ergeben haben daß der Direktor des
Kreditvereins vor Jahresfriſt die Papiere an ſich genom
men und zu Privatzwecken benutzt hat. Der Direktot
wurde verhaftet. In der nächſten Woche ſoll eine General
verſammlung einberufen werden.
Dresden, 18. Juni. Ein ehemaliger Fahnenjung
ker der in Frankfurt in der Uniform eines
Ulanenfähn=
richs 20000 Mark erſchwindelt hat, wurde in Ober=
Lößnitz=
verhaftet.
Dresden, 19 Juni. Ein Dresdener Bürger, der
ſei=
nen Namen vorläufig nicht genannt wiſſen will, hat ſich
bereit erklärt, eine Million zur Errichtung einen
Univerſität in Dresden zu ſtiften. Auch
von=
verſchiedenen anderen Seiten hat man ſich bereit erklärt
größere oder kleinere Beträge zu dieſem Zwecke
herzu=
geben.
Paris, 19. Juni. Wie aus Brügge gemeldet wird
iſt nunmehr feſtaeſtellt, daß der Selbſtmörder, der für den
portugieſiſchen Royaliſtenführer Paiva Conceiro
gehal=
ten wurde, ein 24jähriger Student der Medizin aus
Nantes namens Paul Cardinal war. Die Frau, die ſicht
gleichzeitig mit ihm entleibte, ſtamt ebenfalls aus Nantes,
Es handelt ſich um ein Liebesdrama.
Cerbere, 19. Juni. Seeleute haben 100 Meilen von
der Küſte entfernt die Trümmer eines
Fluß=
apparates aufgefiſcht. Man glaubt, daß es ſich
den des verunglückten Leutnants Bague handelt, der hor
mehreren Monaten den Verſuch machte, nach Korſika zu
fliegen und ſeitdem verſchollen iſt.
Brüſſel, 18. Juni. Das belgiſche Komitee, für die
Jahrhundertfeier der Schlacht bei
Water=
loo hat heute auf dem Schlachtfeld eine Gedenkfeier
ver=
anſtaltet. Das Komitee legte am Preußen=Denkmal einen
Kranz nieder, und ſein Vorſitzender General a. D. Baron
von Heuſch, gedachte in einigen Worten der Tapferkeit
der preußiſchen Soldaten. In einem Telegramm gab er
dem Kaiſer Kenntnis von der Gedenkfeier vor dem
Denk=
mal. Der deutſche Veteranenverein, der deutſche Offizier= und der Attachee der deutſchen Botſchaft, Major
Renner, wohnten der ſchlichten Feier bei.
Malmslaett, 18. Juni. Die Frau des Profeſſors
Herrmanſſon aus Helſingfors iſt heute mittag ihren=
Verletzungen erlegen. Die übrigen Verletzten
befinden ſich auf dem Wege der Beſſerung. Die Zahl der
bei dem Eiſenbahnunglück Umgekommenen iſt nunmehr
auf 21 geſtiegen. Im hieſigen Leichenhauſe liegen
die Leichen der Frau Henrichſen aus Norwegen und des
Engländers Clydborn, der angeblich Geiſtlicher geweſen
ſein ſoll.
Kursk, 18. Juni. Im Donezgebiet hatten die Räu=,
bereien in letzter Zeit bedeutend zugenommen. Erſt
jetzt gelang es der Kreispolizei von Taganrog, in derKog
ſakenniederlaſſung Dimitrijewka das Räuberneſt i
erkunden. Als die Polizei das einſam gelegene
Lehm=
ſchlaghaus umſtellte, baten die Räuber für zwei Frauen
und ein Kind um freien Abzug. Nachdem ihnen diesgen
ſtattet worden war eröffnten ſie ſofort aus Mauſergewe
ren ein heftiges Feuer auf die im Hinterhalt liegenen
Landpolizei. Da das Feuer längere Zeit andauerte, ſplle
den Koſaken herbeigeholt. Als nach faſt vierſtündigem
Feuergefecht die Belagerten aufhörten, zu ſchießen unddie
Polizei vordrang, fand man nur fünf Leichen, einige
fertige Bomben und eine Menge geraubter Sachen vor.
Von den erſchoſſenen Räubern konnten zwei als Bauern
aus der Umgegend erkannt werden, während die anderen
nicht aus jener Gegend ſtammen. Man glaubt, daß unter
dieſen dreien das Haupt der Räuberbande ſich befindet.
Die Beamtenbeſoldungsvorlage.
*X* Darmſtadt, 19. Inni. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer iſt heute vormittag
noch einmal ohne Regierungsvertreter
zuſammengekom=
men und die heutigen Beratungen haben endlich zu einer
Verſtändigung geführt. Der Ausſchußvorſitzende Abg.
Dr. Oſann hatte zur heutigen Sitzung verſchiedene
Anträge geſtellt, die den Zweck hatten, eine Verſtändigung
in die Wege zu leiten. Die Anträge gehen dahin,
Woh=
nungsgeld und Gehälter der Beamten in der Höhe der
Regierungsvorlage, aber nur proviſoriſch für das Jahr
1912, zu bewilligen. Weiter ſollen die Volksſchullehrer
mit einer Gehaltserhöhung von 15 Prozent bedacht
wer=
den, dagegen die Landgemeinden von der Mehrbelaſtung
freigelaſſen werden. Auch die Aenderungen der Witwen=
und Waiſengelder der Lehrer ſollen bewilligt werden,
ebenſo die Anforderungen für die Zivilliſte, für die
Staatsdienſtanwärter und Penſionäre. Die Beſchlüſſe
ſollten, wie dies auch von der Regierung gefordert wird,
vom 1. April 1912 ab für ein Jahr gelten, weil dann im
Herbſt dieſes Jahres die organiſche Reviſion
durchge=
führt werden ſoll. Für das Jahr 1912 iſt der zur Deckung
erforderliche Betrag, ſoweit er nicht durch den
Urkunden=
ſtempel und die Erbſchaftsſteuer gedeckt wird, den
Reſt=
reſerven der vergangenen Jahre zu entnehmen. Für das
Jahr 1913 iſt einſtweilen vorgeſehen, daß das Schulden=
her erhoben ſie auch Einwendungen gegen das
gewöhn=
liche Zeremoniell der ſtandesamtlichen Trauung. Dem
Friedensrichter wurde vorher ein gedruckter Zettel
über=
reicht, von dem er das neue Trauzeremoniell ablas. Ohne
Umſtände begann der Beamte: „Wir wohnen der
Trau=
ung von Jeſſie Halliday mit Edmond Trowbridge Dana
bei. Wenn jemand einen Grund hat, gegen die rechtliche
Trauung der genannten Perſonen Einſpruch zu erheben,
ſo möge er ſich erklären.‟ Dann wandte ſich der
Friedens=
richter an die Brautleute: „Wollen Sie dieſe Frau
hei=
raten?‟ Ja.” „Wollen Sie dieſen Mann heiraten?”
„Ja.” „Wollen Sie einander dieſe Abſicht ausſprechen?”
Worauf der Bräutigam ſprach: „Ich Edmond Trowbridge
Dana, wünſche mit Dir, Jeſſie Halliday, zu leben als mit
meinem rechtmäßigen Weibe und hoffe ſo zu leben, daß Du
nie Deine Wahl bereuſt. Als Symbol dafür gebe ich Dir
dieſen Ring.‟ Die Braut aber äußerte ſich: „Ich Jeſſie
Halliday, wünſche mit Dir, Edmond Trowbridge Dana, zu
leben als mit meinem rechtmäßigen Gatten, hoffe Dir ein
treuer Kamerad und Helfer zu ſein und als Symbol dafür
gebe ich Dir dieſen Ring.” Nun ergriff der Friedensrichter
das Wort: „Da Edmond Trowbridge Dana und Jeſſie
Halliday ſich zur Ehe verbinden wollen, und dies vor mir
und den Zeugen ausgeſprochen haben, erkläre ich Sie
hier=
mit kraft meines Amtes für Mann und Frau.‟ Die
Frei=
lichttrauung war damit beendet, ſie hatte genau zwei
Mi=
nuten gedauert. Die Braut war im Tenniskoſtüm
er=
ſchienen und der Bräutigam in weißen Flanellhoſen.
Da=
mit aber auch das Eheleben nicht gleich mit einem Sturz
in die Banalität des Althergebrachten beginne, haben die
Brautleute beſchloſſen, aus ihrer Gemeinſamkeit die
Flitter=
wochen auszuſcheiden und keine Hochzeitsreiſe zu
unter=
nehmen.
2) New=York-San Francisco in dreieinhalb Tagen.
Die amerikaniſchen Eiſenbahngeſellſchaften ſind von dem
Beſtreben erfüllt, die Fahrzeit ihrer transamerikaniſchen
Expreßzüge zu verkürzen und Fahrgeſchwindigkeiten zu
er=
reichen, die von keiner Bahn der Welt überboten
wer=
den können. Während der letzten zwei Jahre ſind auf
die=
ſem Gebiete durch Verbeſſerung der Anſchlußzeiten, zum
großen Teil aber auch durch Forcierung der Fahrzeiten
ganz ungewöhnliche Fortſchritte gemacht worden. Noch vor
drei oder vier Jahren bedeutete eine Reiſe von San
Fran=
cisco nach New=York eine Eiſenbahnfahrt von wenigſtens
fünf Tagen. Wie ſehr die amerikaniſchen Bahngeſellſchaften
in den letzten Jahren die Fahrzeiten verkürzt haben, zeigt
der Fall eines Auſtraliers, der nunmehr die Fahrt von
San Francisco nach New=York in nicht ganz dreieinhalb
Tagen zurückgelegt hat. Erſt durch dieſen Einzelfall iſt es
der Oeffentlichkeit zum Bewußtſein gebracht worden, daß
die Reorganiſation des Bahnbetriebes, die in der Stille
ausgeführt wurde, jetzt vollendet iſt. Der Reiſende fuhr
um 10 Uhr vierzig abends von San Francisco ab und
er=
reichte nach dreieinhalb Tagen New=York, gerade noch zur
rechten Zeit, um den Anſchluß an den europäiſchen
Damp=
fer zu erlangen. Die Fahrt nahm genau drei Tage und
elf Stunden in Anſpruch, eine Leiſtung, die noch vor
wenigen Jahren ſelbſt auf den nach Schnelligkeitsrekorden
lüſternen amerikaniſchen Bahnen eine Unmöglichkeit
ge=
weſen wäre.
* Die Erhaltung der größten Bäume der Welt. In
Auſtralien iſt gegenwärtig eine Aufſehen erregende
Beweg=
ung im Gange, um die rieſigen Eukalyptusbäume, die den
Ruhm für ſich in Anſpruch nehmen, die größten Bäume der
Welt zu ſein, unter offiziellen Naturſchutz zu ſtellen und ſo
vor der Vernichtung zu bewahren. Dieſe Bäume, deren
Höhe zwiſchen 400 und 500 Fuß beträgt, liefern ein
außerordentlich wertvolles Holz und ſind deshalb von den
Zimmerleuten ſo rückſichtslos zerſtört worden, daß nur ein
raſches Verbot des Fällens ſolcher Bäume dieſe
einzig=
artigen Naturſehenswürdigkeiten erhalten kann.
Nummer 143.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Juni 1912.
Seite 5.
tilgungsgeſetz nicht in der Höhe der Regierungsvorlage
zur Annahme kommt, ſondern die Herabſetzung bei der
Eiſenbahnſchuld auf ein Drittel und bei den alten
Schul=
den außer der Eiſenbahnſchuld an Stelle von 1 Prozent
auf drei Fünftel Prozent erfolgt. Hierdurch wird eine
Erſparnis von etwa 275000 Mark erzielt. Der
Aus=
gleichsfonds wurde durch Beſchluß des Finanzausſchuſſes
auf 8 Millionen begrenzt. Dieſe Beſchlüſſe im
Finanz=
ausſchuß, die im Prinzip einſtimmig erfolgten, und nur
bei den Beträgen ſeitens des Bauernbundes auf 80
Pro=
zent herabgemindert werden ſollten, was jedoch nicht
ge=
nehmigt wurde, haben Ausdruck gefunden in folgendem
Geſetzesvorſchlag:
Artikel 1. Die Staatsbeamten erhalten für
das Etatsjahr 1912 Zulagen, wie ſie ſich aus
der Regierungsvorlage, den Wohnungsgeldzuſchuß und
die Gehalte der Staatsbeamten betr., ergeben. Die
In=
haber von Dienſtwohnungen erhalten für das Jahr 1912
eine weitere Zulage in Höhe der von ihnen für den
glei=
chen Zeitraum zu zahlenden Wohnungsmiete. Während
dieſes Proviſoriums ſind bei Penſionierungen und
To=
desfällen die Penſionen wie die Witwen= und
Waiſen=
gelder nach Maßgabe vorſtehender Erhöhungen der
Be=
züge zu berechnen.
Artikel 2. Unſere Regierung iſt ermächtigt, für
das Rechnungsjahr 1912 zur Aufbeſſerung der Bezüge
der am 1. April 1912 in Ruheſtand befindlichen
Staats=
beamten und Volksſchullehrer, der Hinterbliebenen von
Staatsbeamten und Volksſchullehrern, ſowie der
Staats=
dienſtanwärter den Betrag von 255000 Mark
aufzu=
wenden.
Artikel 3. Die Gehalte der Volksſchullehrer und
der Volksſchullehrerinnen werden für das
Rechnungs=
jahr 1912 um 15 Hundertteile der von ihnen jeweils
be=
zogenen bisherigen Gehaltsſätze jeder Stelle erhöht.
Hin=
ſichtlich der Penſionsfähigkeit dieſer Zulage finden die
Beſtimmungen des Artikels 1 Abſatz 3 Anwendung.
Artikel 4. Unſere Regierung iſt ermächtigt, für
das Rechnungsjahr 1912 die Vergütungsſätze der
Schul=
verwalter (Verwalterinnen) an den Volksſchulen und
den höheren Bürgerſchulen auf 1000 Mark vor
beſtande=
ner Schlußprüfung und 1100 Mark nach beſtandener
Schlußprüfung feſtzuſetzen.
Artikel 5. Inſoweit der Mehrbedarf nach
Ar=
tikel 1 bis 4 nicht durch die Mehreinnahmen aus dem
Geſetz über die Aenderung des Urkundenſtempels und
über die Erhebung von Zuſchlägen zur
Reichserbſchafts=
ſteuer und durch ſonſtige Mehreinnahmen oder
Ausgabe=
erſparniſſe gedeckt werden kann, iſt er aus dem
Bar=
überſchuſſe der Rechnung des Jahres 1910 (Kapitel 1 des
Hauptvoranſchlags für 1912) und aus den
Etatsüber=
ſchüſſen zu entnehmen, die unter Kapitel 116b der
Haupt=
voranſchläge der Staatseinnahmen und Ausgaben für die
Rechnungsjahre 1911 und 1912 zur Verfügung der
geſetz=
gebenden Faktoren geſtellt worden ſind.
Der Berndt=Schapiro=Prozeß.
Zweiter Verhandlungstag.
g. Zeuge Dr. Kreier als Leiter des
Säuglings=
heims bekundet, daß Frau Schapiro wiederholt Kinder
zur Pflege gebracht und ſich perſönlich verpflichtet hat,
für die Koſten aufzukommen. — Journaliſt Dörr ſagt
aus, daß auch er den Ausdruck des Beig. Berndt mit den
Jagdgründen auf Hirſch bezogen habe. Er hat auch vor dem
Erſcheinen des Artikels „Lex Berndt” den Angeklagten
gewarnt. — Zeuge Heinrich Dörr hat einen Brief eines
Fräuleins photographiert, der das private Vorleben des
Beig. Berndt betrifft.
Beig. Berndt gibt ſeine Ausſage dahin ab, die
Anregung zur Anſtellung einer Polizeiaſſiſtentin ging
von den Sozialdemokraten aus Er ſei ebenfalls vor der
Nützlichkeit einer derartigen Anſtellung überzeugt
ge=
weſen und habe auch die Aufſtellung eines Planes für
deren Tätigkeit vorgenommen. Dieſes Arbeitsprogramm.
ſowie die Anſtellung einer Polizeiaſſiſtentin wurden von
den zuſtändigen Stellen genehmigt. Auch die ſtaatlichen
Behörden waren mit dem Arbeitsprogramm
einverſtan=
den. Nur der Oberſtaatsanwalt ſchränkte auch mit ſeiner
Zuſtimmung die Befugniſſe der Aſſiſtentin inſofern ein,
als die Aſſiſtentin die Zeugenvernehmung nur in
Gegen=
wart des verantwortlichen Beamten vorzunehmen habe.
In der Stadtverordnetenverſammlung herrſchte mit
Aus=
nahme des Juſtizrats Horch Einverſtändnis über das
Arbeitsprogramm, nur herrſchte Zweifel darüber, ob
die=
ſes gewaltige Arbeitsprogramm von einer Frau
bewäl=
tigt werden könne. Auf Grund des guten Eindruckes
und der vorzüglichen Empfehlungen wurde dann von ihm
und dem Oberbürgermeiſter Frau Schapiro empfohlen
und auch am 10. März 1910 angeſtellt, nachdem ſie einige
Zeit vorher informatoriſch tätig geweſen war.
Wöchent=
lich habe dann die Frau Polizeiaſſiſtentin ihm Bericht
erſtattet und er habe ſich faſt immer im Einvernehmen
mit ihren Handlungen befunden. Er habe ihr auch
all=
gemeine Verhaltungsmaßregeln gegeben, nie den Sachen
nachzuſpüren, ſondern die Sachen ſtets an ſich
herankom=
men zu laſſen, ſich nie in Privatverhältniſſe zu miſchen
und niemals Strafprozeſſe ſelbſtändig weiter zu geben.
Anſtände ergaben ſich anfangs lediglich bei der
Auf=
nahme von Protokollen. Was nun die Vorwürfe gegen
ihn ſelbſt angehen, ſo ſei er niemals für ein ſtrenges
ſittenpolizeiliches Vorgehen eingetreten. Insbeſondere
habe er ſtets dafür geſorgt, daß Mädchen erſt nach einem
förmlichen Verfahren unter Kontrolle geſtellt werden. Die
techniſchen Angelegenheiten habe er dem Polizeirat
über=
laſſen, der in dieſer Beziehung vollſtändig ſelbſtändig iſt.
Im Einklang mit ſeinen Verfügungen habe ſich Frau
Schapiro ſtets befunden und er habe nie eine Klage über
ihre Tätigkeit gehört. Sie habe eine vorzügliche Methode
gehabt, Mädchen von der Straße wieder in geordnete
Ar=
beitsverhältniſſe zu bringen. Er ſei deshalb furchtbar
erſtaunt geweſen als die beiden Artikel im Neueſten
An=
zeiger mit den ſchwerſten Vorwürfen gegen die
Polizei=
aſſiſtentin erſchienen. Er habe darauf einen
Berichtig=
ungsartikel geſchrieben und der Herr Oberbürgermeiſter
war für die Veröffentlichung des Artikels; er meinte,
dieſe Vorwürfe dürften keine 24 Stunden
unwiderſpro=
chen bleiben. Auch den zweiten Artikel habe der
Ober=
bürgermeiſter gebilligt. Er wollte anfänglich ſofort mit
Klage vorgehen, auf Anraten des Herrn
Oberbürger=
meiſters habe er jedoch den Artikel geſchrieben, in dem
um Vorlegung des Materials erſucht wurde. Dieſe
Be=
richtigungen ſeien nur auf den Juſtizrat Horch gemünzt
worden, da er dieſen als den Verfaſſer der Artikel
ver=
mutete. In der nun folgenden Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung ſei die Sache ſehr ausführlich beſprochen
wor=
den. Er ſei dabei natürlich auch etwas erregt worden,
er ſei aber gegen niemand perſönlich geworden.
Ins=
beſondere habe er mit dem Ausdruck mit den
Jagdgrün=
den niemals den Angeklagten Hirſch gemeint. Darauf
begannen dann die verſönlichen Angriffe gegen ſeine
Perſon ſeitens des Angeklagten Hirſch im Neueſten
Anzeiger. Bezüglich der vorgenommenen Unterſuchung
bemerkt er, daß er es darum zur Vertrauensſache
ge=
macht habe, die Unterſuchung ſelbſt vorzunehmen, weil
er abſolut keinen Grund erkennen konnte, ihm, dem
Dezer=
nenten, dieſe Unterſuchung zu entziehen. Er habe auch
eine unparteiiſche Kommiſſion zur Unterſuchung
zugezo=
gen, trotzdem die Polizei dazu nicht verpflichtet iſt.
Sämtliche von Hirſch angeführten Beſchuldigungen der
Frau Schapiro haben ſich in der unparteiiſchen
Unter=
ſuchung als völlig haltlos erwieſen, trotzdem noch mehr
Zeugen vernommen wurden, als von Hirſch benannt
wor=
den waren. Er betonte ferner ausdrücklich, daß er ſich
nicht durch die Beſchuldigung ſeiner Beziehungen zum
weiblichen Geſchlecht beleidigt fühlte, ſondern daß dieſe
Beziehungen in ausführlichſter Weiſe in der
Oeffentlich=
keit breit getreten und in Verbindung mit ſeiner
Tätig=
keit als Beigeordneter gebracht wurden. Ferner erblicke
er eine Beleidigung darin, daß ihm zum Vorwurf
ge=
macht wurde, die Unterſuchung ſei „beſtellte Arbeit” und
„gut ſtimmend” gemacht geweſen. Es ſei ihm dadurch
der Vorwurf der Verfälſchung des
Unterſuchungsergeb=
niſſes und damit eines Amtsverbrechens gemacht
wor=
den. Er beſtreite, daß er in irgend einer Weiſe auf die
vernommenen Zeugen eingewirkt habe, das Protokoll ſei
genau nach den Ausſagen der Zeugen angefertigt. Die
Folgen der ganzen Affäre ſeien ganz enorm geweſen.
Jeder, der in irgend einer Weiſe mit der Polizei in
Be=
rührung kam, hätte über die Polizeiaſſiſtentin die
unſin=
nigſten Beſchuldigungen erhoben. Auch gegen ihn ſelbſt
ſeien die größten Beſchimpfungen gemacht, er ſei auf
der Straße verfolgt worden, bei dem Miniſterium ſei er
auf die gemeinſte Art und Weiſe wiederholt denunziert
worden uſw. — Hiernach iſt die Vernehmung des Herrn
Berndt vorläufig beendet.
Dr. Dreſcher iſt Polizeiarzt und gibt Auskunft
über die ihm zur Unterſuchung vorgeführten Mädchen.
Im Jahre 1908 wurden 293 Mädchen zur Unterſuchung
vorgeführt, 1909 war ein anormales Jahr und brachte
nur 186, und im Jahre 1910, das Tätigkeitsjahr der
Frau Schapiro 330 Mädchen. Auch im Jahre 1910
er=
gaben ſich ähnlich, wie in den vorhergehenden Jahren,
etwa 20 Prozent Kranke. Im allgemeinen habe Frau
Schapiro nur in beſonders ſicheren Fällen die
Unterſuch=
ung veranlaßt und nach den Artikeln ſei die ſchon
ohne=
hin laxe Handhabung noch milder geworden.
Hierauf beantragt der Verteidiger, Juſtizrat
Bern=
ſtein, einen vier Seiten langen Brief der als Zeugin
ge=
ladenen Fräulein Sattger zu verleſen und die durch
Krankheit am Erſcheinen verhinderte Zeugin
kommiſſa=
riſch in Luxemburg über den Inhalt des Briefes zu
ver=
nehmen. Dem wird von den Vertretern der Nebenkläger
widerſprochen, da die Zeugin in der Verhandlung in
Mainz das Gegenteil von dem ausgeſagt habe, was in
dem Briefe ſteht, daß ſie alſo lediglich deshalb ins
Aus=
land verzogen ſei um nicht vor einem deutſchen Gericht
ihre Ausſagen beſchwören zu müſſen. Der Brief enthält
ſchwere Beſchuldigungen der Frau Schapiro, weshalb
Juſtizrat Bernſtein ſeinen Antrag auf Verleſung des
Briefes aufrecht erhält. Das Gericht beſchließt
dem=
gemäß und hierauf nach dem Antrage des Staatsanwalts
für die Verleſung des Briefes die Oeffentlichkeit, auch
die Vertreter der Preſſe, auszuſchließen.
Nach der Mittagspauſe beantragt Juſtizrat
Bern=
ſtein, das Fräulein Sattger kommiſſariſch zu
ver=
nehmen. Sodann beginnt Frau Schapiro ihre
Aus=
ſage:
Sie ſei 41 Jahre alt und im Januar 1910 zunächſt
proviſoriſch als Polizeiaſſiſtentin beſchäftigt und am 1.
April gewählt worden. Sie habe ſofort durch das
Ar=
beitsprogramm erkannt, daß ihre Tätigkeit überwiegend
auf polizeilichem Gebiete liege, ſie habe jedoch nach und
nach durch eigene Initiative ihre Fürſorgetätigkeit immer
mehr erweitert. In der erſten Zeit habe ſie ungeheuer
viel Zulauf gehabt von Mädchen, die ihren Beiſtand und
ihren Rat erbaten. Es ſeien auch keine Klagen laut
ge=
worden. Maßgebend für ihre Tätigkeit ſeien ihre
In=
ſtruktionen geweſen, und jeden Samstag habe ſie Herrn
Berndt Bericht erſtattet, der auch durchaus mit ihren
Handlungen einverſtanden war. Es ſei ihr auch nicht
in einem einzigen Falle bewußt, daß ſie ſich Uebergriffe
erlaubt habe. Sie habe nie die Fälle aufgeſucht,
ſon=
dern ſtets an ſich herankommen laſſen. Auf nächtlichen
Zügen habe ſie die Poliziſten nur in zwei oder drei
Fällen begleitet. Dies ſei aber auch in anderen Städten
der Fall. Eine ärztliche Unterſuchung von Mädchen habe
ſie niemals ſelbſtändig veranlaßt, ſondern im Gegenteil
dieſelbe nach Möglichkeit verhindert.
Die weitere Zeugenvernehmung betraf einige Fälle,
die dem Angeklagten Hirſch zugetragen worden waren
und auf die er ſeine Artikel begründete. Es handelt ſich
hauptſächlich um die Frage, ob die Frau Schapiro
berech=
tigt geweſen war, Mädchen zur näheren Auskunft zu
laden, über deren Lebenswandel ihr Schlechtes zu Ohren
gekommen war, oder ob das Uebergriffe geweſen ſind. —
Hierauf wurde die Verhandlung gegen 7 Uhr auf heute
morgen vertagt.
Kongreſſe und Verbandstage.
Reichsverband der deutſchen Preſſe.
München, 18. Juni. In ſeinen Schlußberatungen
beſchäftigte ſich der Reichsverband der deutſchen Preſſe mit
internen Angelegenheiten. Zur weiteren Bearbeitung der
Enquete über die ſoziale Lage der Redakteure und
Be=
rufsſchriftſteller wurde eine fünfgliedrige Kommiſſion
ein=
geſetzt. In den Vorſtand des Reichsverbandes wurden
ge=
wählt: Als 1. Vorſitzender Marx=Berlin, als 2. Vorſitzender
Dr. Mohr=München, als erſter Stellvertreter Stoffers=
Ber=
lin, als zweiter Stellvertreter Hermes=Berlin. Zu
Schrift=
führern wurden gewählt: Dr. Obſt=Hamburg, Gieſen=
Frankfurt, Brink=Berlin, Bader=Hannover; zu
Schatzmei=
ſtern: Moßner und Leo Joſeph. Als Beiſitzer wurden
ge=
wählt: Rippler=Berlin und v. Puttkammer=Dresden. Zum
Ort der nächften Tagung wurde Düſſeldorf gewählt und
darauf der Verbandstag vom Vorſitzenden geſchloſſen.
12. Deutſcher Journaliſten= und
Schrift=
ſtellertag.
S.u.H. München 18. Juni. Im Anſchluß an die
Verhandlungen des Reichsverbandstages der deutſchen
Preſſe traten heute vormittag im Sitzungsſaale der
Baye=
riſchen Gewerbeſchau die Delegierten des Verbandes
Deutſcher Schriftſteller= und Journaliſten=Vereine zu ihrem
diesjährigen Delegiertentag zuſammen. Es waren 80
Ver=
eine mit 72 Stimmen vertreten. Zu Vorſitzenden der
Tag=
ung wurden Redakteur Alexander Gieſen=Frankfurt a. M.
und Redakteur Dr. Obſt=Hamburg, zu Schriftführern
Hör=
lein=München und Schaumberg=München gewählt. Vom
Reichsverband erſchien deſſen Vorſitzender, Chefredakteur
Paul Marxr=Berlin, Verlagsdirektor Bernhard und
Chef=
redakteur Rippler=Berlin. Namens der Münchener
Berufs=
organiſation begrüßte Chefredakteur Dr. Mohr die Ver=
ſammlung. Dem Geſchäftsbericht iſt zu entnehmen, daß
die Verhandlungen des letzten Jahres ſich ausſchließlich um
die Reorganiſation des Verbandes drehten. Wie der
Vor=
ſitzende Gieſen ausführte, beſtand die Abſicht, mit dem
Reichsverband eine Verſtändigung über die Arbeitsteilung
dahin zu treffen, daß der Reichsverband ſpeziell die
In=
tereſſen der Redakteure, der Verband der Journaliſten=
und Schriftſtellervereine beſonders die Intereſſen der
Jour=
naliſten und Schriftſteller ſich angelegen ſein laſſen ſolle.
Es iſt aber zu einer Verſtändigung nicht gekommen; im
Gegenteil, traten zwei Verbände und zwar der von
Nie=
der=Sachſen und der von Rheinland und Weſtfalen
in=
zwiſchen aus. Trotzdem blieb der Verband der
Jour=
naliſten= und Schriftſtellervereine eine ſtarke Organiſation,
zumal ihm auch zahlreiche Vereine von Oeſterreich und der
Schweiz angehören. Die Mitgliederzahl iſt zwar von 2920
auf 2460 zurückgegangen, doch hofft der Verband, dieſen
Rückgang durch Ausbau der Organiſation wieder
auszu=
gleichen. — Im Anſchluß an die Bekanntgabe des
Jahres=
berichtes wurde der Kaſſenbericht verleſen.
* München, 19. Juni. Im Laufe des heutigen
letz=
ten Verhandlungstages der 20. Delegiertenverſammlung
des Verbandes Deutſcher Journaliſten= un d
Schriftſtellervereine wurde eine Kommiſſion
ein=
geſetzt zur Klarſtellung der Frage des Urheberrechts der
Kinematographenvorführungen und der Feſtſetzung eines
entſprechenden Honorarvertrages. Es wurde ein Antrag
angenommen auf Schaffung einer Zentralſtelle für die
deutſche Preſſe zur Schlichtung von Streitigkeiten und zur
Vertretung der Berufsintereſſen. Als Vorort und Ort der
nächſten Tagung wurde Hamburg gewählt. Heute
nach=
mittag beſchloß eine Fahrt auf den Wendelſtein die Tagung.
Sechſte Konferenz der Zentralſtelle für
Volkswohlfahrt.
S.u. H. Danzig, 18. Juni. Die heutige zweite
Hauptverſammlung der 6. Konferenz der Zentralſtelle für
Volkswohlfahrt beſchäftigte ſich mit dem Thema „
Familien=
gärten und andere Kleingartenbeſtrebungen in ihrer
Be=
deutung für Stadt und Land‟ Der erſte Referent, Dr.
Werner Hegemann, ſprach ſpeziell über „Familiengärten im
Rahmen des Bebauungsplans” Zu der zweiten
Spezial=
frage „Organiſation und Förderung der
Kleingartenbeſtre=
bungen” ſprach Referent Geheimrat Bielefeldt=Lübeck.
Im Anſchluß hieran erſtattete Frl. Marie Schaper=
Berlin ein Referat über das Thema „Bedeutung der
Klein=
gartenkultur für Mädchenerziehung und Frauenarbeit”
Die Vortragende führte hierzu aus: Die vielfachen Vexſuche
und Erfolge auf dem Gebiete der Schulgartenfrage haben
bewieſen, daß dieſe Ideen, die weitſichtige Pädagogen ſchon
ſeit vielen Jahren hegen, auch in Wirklichkeit ausführbar
ſind. Wir haben uns überzeugt, daß in der Gartenarbeit
und in dem intimen Umgang mit der Pflanzenwelt ein
wichtiger Erziehungsfaktor für unſere Jugend liegt. Unſere
Aufgabe liegt nun darin, die Vorteile dieſer Auffaſſung
auch allen unſeren Kindern zukommen zu laſſen, ohne den
Lehrgang noch mehr zu belaſten. Um nun auf dieſem
Ge=
biet weiterzukommen, müſſen wir uns vor allen Dingen an
die Opferfreudigkeit der Gemeinden und ganz beſonders an
diejenigen der beſitzenden Klaſſen wenden, denn wir werden
immer in der Großſtadt mit einem bedeutenden
Koſten=
aufwand zu rechnen haben. Auf fakultativem Wege iſt auf
dieſem Gebiete nichts zu erreichen. Das
Unterrichtsmini=
ſterium muß ſich entſchließen, den naturwiſſenſchaftlichen
Unterricht im Gartenbau auf wiſſenſchaftlicher Grundlage
umzugeſtalten. Es muß ein Schulgärtner oder eine
Gärt=
nerin angeſtellt werden, welche die notwendigen
pädago=
giſchen Kenntniſſe zum Unterricht nachweiſen können. Der
Unterricht im Garten darf nicht als Einzelſtunden im
Un=
terrichtsplan verteilt ſein, ſondern jede Klaſſe muß
wöchent=
lich zwei Stunden hintereinander im Garten arbeiten,
wenn dann noch an einem Nachmittage freiwillige
Garten=
arbeit erlaubt wird. Die Schulgärten müſſen in erſter
Linie Arbeitsgärten werden und man ſollte den Obſtbau
nicht nur in Volksſchulen und in den Gegenden, die einen
erfolgreichen Obſtbau verſprechen, als Unterrichtsmaterial
verwenden, ſondern überhaupt in allen Schulen als
haupt=
ſächliches Objekt des Unterrichts verwenden. Das Kind
kann beim jungen Zwergobſtbaum alle Organe leicht
er=
kennen, derſelbe läßt ſich ungeheuer viel inbezug auf
Be=
handlung gefallen und ſchließlich iſt er auch auf Dachgärten
in Kübeln zu verwenden und in großer Anzahl auf kleinem
Raum unterzubringen. — An die mit lebhaftem Beifall
aufgenommenen Vorträge ſchloß ſich eine angeregte
De=
batte, die Frau Konſul Fränkel=Berlin eröffnete, indem
ſie Mitteilungen über die Arbeit des Roten Kreuzes auf
dieſem Gebiete machte. — Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſ=
ſin g=Darmſtadt teilte mit, daß man dort auch an den
Mittelſtand Familiengärten verpachtet habe. Frankfurt
am Main habe einen großen Kreis von 16 Gemeinden
ein=
gemeindet und dadurch ermöglicht, daß Land auch an Arme
abgegeben werden könne. — Fräulein v. Schmäling=Berlin
ſprach noch über die Gärten des Evangeliſchen
Arbeiterin=
nen=Vereins in Berlin, worauf der zweite
Verhandlungs=
tag geſchloſſen wurde.
Von der Kieler Woche.
* Brunsbüttel=Koog, 18. Juni. Seine
Maje=
ſtät der Kaiſer begab ſich nach der Rückkehr von der
Re=
gatta um 7½ Uhr mit dem Dampfer „Willkommen” an
Bord des Dampfers der Hamburg=Amerika=Linie „
Vik=
toria Luiſe”, wo das Diner ſtattfand. Hierbei ſaßen rechts
vom Kaiſer der Bürgermeiſter Dr. Burchard und Prinz
Eitel Friedrich, links Generaldirektor Ballin und
gegen=
über Max Schinkel. Während des Mahles hielt
Bürger=
meiſter Dr. Burchard folgende Rede:
Euere Kaiſerliche Majeſtät! Im Juni des Jahres
1897 iſt Eurer Majeſtät Jacht „Meteor” zum erſten Male
auf der Unterelbe erſchienen, um an der Segelwettfahrt
des Norddeutſchen Regatta=Vereins teilzunehmen.
Seit=
dem iſt ein halbes Menſchenalter vergangen und in dieſer
langen Zeit hat ſich Eurer Majeſtät Jacht, von einer
Aus=
nahme abgeſehen, in der Elbmündung alljährlich
einge=
funden. Dem „Meteor” des Jahres 1897 folgte im Jahre
1902 der auf amerikaniſcher Werft gebaute Schonerkreuzer
gleichen Namens, und ſieben Jahre ſpäter die prächtige
Jacht, die auch heute wieder am Wettkampfe
teilge=
nommen hat. Und wir ſind dankbar, daß Fure Majeſtät
dem Norddeutſchen=Regatta=Verein heute zum 13. Male
die Ehre erwieſen haben, nach beendeter Segelfahrt im
feſt=
lichen Kreiſe ſeiner Mitglieder zu erſcheinen. Wie oft hat
der langjährige Vorſitzende des Norddeutſchen Regatta=
Vereins Adolph Burmeſter, deſſen Hinſcheiden wir beklagen,
und dem wir ein ehrenvolles Andenken ſtets bewahren
werden, der Anweſenheit Eurer Kaiſerlichen Majeſtät mit
uns von ganzem Herzen ſich erfreut! Es iſt vielleicht von
Intereſſe, in dieſem Zuſammenhange daran zu erinnern,
daß im Jahre 1903 der Hamburgiſche Verein Seefahrt,
der mit Stolz Eure Kaiſerliche Majeſtät zu ſeinen
Mit=
gliedern zählt, ins Leben getreten, und daß im Juni des
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Junt 1912.
Nummer 143.
genannten Jahres an Start ſeine Jacht „Hanbungt
er=
chienen iſt, die nun ſo manches Jahr ſchon Wind und
Wellen Trotz geboten, im Mai 1905 im internationalen
Wettkampfe auf der Fahrt über den Ozean ſich rühmlich
bewährt und auch heute, obgleich wohl betagt, noch nicht
darauf verzichtet hat, mit jüngeren leicht beſchwingten
Jachten ſich zu meſſen. Eure Majeſtät haben vor kurzem
in feierlicher Handlung dem neuen gewaltigen Schiffe der
Hamburg=Amerika=Linie den Namen „Imperator” beigelegt
und in dieſem Namen eine Gedankenwelt vor uns
er=
ſtehen laſſen, die wohl geeignet ſcheint, Schöpfungen und
Perſönlichkeiten aus längſt entſchwundener Zeit mit neuem
Leben zu erfüllen und zugleich der deutſchen politiſchen
Gegenwart einen farbigen, glänzenden, zukunftsreichen
In=
halt zu verleihen. Eure Majeſtät ſind nicht und wollen nicht
ſein ein Imperator im Sinne des Ratſchlags divide
impera, ſondern im Sinne tatkräftiger Zuſammenfaſſung
der vielgeſtaltigen reichen deutſchen Volkskraft zu einem
Deutſchtum, das ſtolz und ſelbſtbewußt den Platz einnimmt.
zu dem es ſich befähigt weiß und eigenen Rechtes über ſich
beſtimmt, dabei aber mit den anderen Nationen in voller
Anerkennung ihrer Gleichberechtigung und ihres
Selbſt=
beſtimmungsrechtes in Frieden und Freundſchaft leben
möchte. Freiheit des Wettbewerbs auf dem Lande, auf dem
Waſſer, in den Lüften: Wir verlangen ſie für uns wie wir
ſie keiner anderen Macht beſchränken. Suum euique. So
denkt mit Eurer Majeſtät das deutſche Volk, ſo nicht zum
wenigſten das Bürgertum in den Hanſeſtädten, die ſchön,
als ſie noch freie Reichsſtädte waren, als kaiſertreu ſich
alle Zeit bewährten. Ein ſo feiner Kenner deutſcher
Ge=
ſchichtsentwickelung, wie der Engländer James Bryce,
er=
klärt in ſeinem Buche The holy Roman Empire, daß im
alten Reiche die Reichsſtädte das feſteſte Bollwerk
kaiſer=
licher Autorität hätten werden können. In dieſer
Be=
ziehung wird es intereſſieren, daß, wie ein deutſcher
Hiſto=
riker mitteilt, die reichsſtädtiſchen deutſchen Kaufleute in
Flandern, obwohl um ſeinen Außenhandel das Reich ſich
wenig kümmerte, ihre Zugehörigkeit zum Reiche gern
be=
tonten: verhalf ſie ihnen doch zu beſonderem Anſehen, ſodaß
ſie in Brügge als Ex primi inter pares gelten konnten.
Und noch ein kurzer Rückblick! Im ſechzehnten
Jahrhun=
dert, ſo berichtet derſelbe Gewährsmann, wurden in den
Niederlanden die deutſchen Kaufleute, mochten ſie den
deut=
ſchen Seeſtädten entſtammen oder ſonſt irgendwie den Zug
zum Meere ſpüren, als Seedeutſche den Hochdeutſchen
gegenübergeſtellt. Heute ſind alle Deutſche in gewiſſem
Sinne Seedeutſche. Denn alle ſind meeresfroh und
flotten=
froh und froh des deutſchen Kolonialbeſitzes. Und heute
gelten unſerem Außenhandel in beſonderem Maße die
Sorge und Fürſorge des geeinten Reiches und das lebhafte
Intereſſe Euerer Majeſtät. Euere Kaiſerliche Majeſtät
wiſſen längſt, daß in Hamburg, der alten Reichs= und
Hanſeſtadt, dem jetzigen deutſchen Bundesſtaate, die alte
Kaiſertreue lebendig iſt. Des zum erneuten Zeugnis
er=
heben wir die Gläſer und rufen: Es lebe der Kaiſer, Seine
Majeſtät Kaiſer Wilhelm II. lebe hoch!
Hierauf antwortete Seine Majeſtät der Kaiſer mit
folgendem Trinkſpruch: Euere Magnifizenz wollen mir
einige Worte des Dankes geſtatten für die patriotiſch von
Flammen durchglühte, mit oratoriſchem Schwung
vorge=
tragene Rede, die, wie ich feſt überzeugt bin, alle hier
Verſammelten mit ſich fortgeriſſen hat. Wir erſahen aus
der Skizze, die Euere Magnifizenz entworfen haben, wie
doch in allen Jahrhunderten die Geſchichte unſeres Reiches
und Volkes, obwohl im allgemeinen eines kontinentalen,
doch immerhin mit dem Meere und dem Waſſer in
Verbin=
dung geſtanden hat und mehr oder weniger davon
beein=
flußt geweſen iſt. Bloß, wie hervorgehoben, fehlte es an
der Zuſammenfaſſung der Kräfte. Die ebenſo intereſſante,
wie ſchöne und eine Zeitlang gewaltige Blüte der Hanſa
mußte vergehen, weil der Rückhalt der kaiſerlichen
Reichs=
gewalt fehlte. Durch die Schöpfung des Reiches unter
meinem Großvater iſt es anders geworden und nunmehr
kann der deutſche Kaufmann nicht unter fremder, ſondern
unter eigener Flagge ruhig ſeinen Weg ziehen. Er kann
alle ſeine Fähigkeiten anſpannen und iſt ſicher, daß, wo es
nötig iſt, des Reiches Schutz hinter ihm ſteht. Das iſt nur
möglich, wenn alle Kräfte unter unſerer deutſchen Flagge
zuſammengefaßt werden, aber, wie Sie alle wiſſen, meine
Herren, die Flagge muß in Ehren wehen und es darf nicht
leichtſinnig ihr Tuch in den Winden entfaltet werden und
nicht leichtſinnig darf ſie aufgepflanzt werden, wo man
nicht ſicher iſt, ſie verteidigen zu können. Sie werden es
verſtehen, warum ich Zurückhaltung geübt habe in der
Aus=
breitung der deutſchen Flagge, wo ſie vielleicht von
man=
chem gewünſcht und erſehnt war. Ich habe mich von einem
alten hanſeatiſchen Grundſatz leiten laſſen und der ſteht in
markigen Lettern am Rathaus zu Lübeck: „Das Fähnlein
iſt leicht an die Stange gebunden, aber es koſtet viel, es mi
Ehren wieder herunterzuholen” Nun, meine Herren, ich
glaube das wohl vindizieren zu können, daß bisher der
Ehre unſerer Flagge noch niemand zu nahe getreten iſt,
ſolange — wie ich regiere. Dafür kann ich mich einſetzen
und dafür kann ich ſtehen. Da, wo Sie vorangehen, da wird
meine Flagge Ihnen folgen. (Bravo!) Das iſt ſo im
Großen und im Kleinen. Ein jeder bindet des Morgens
ſeine Flagge an den Stock und hofft zu ſiegen. Das
ge=
lingt nicht jedem. Trotzdem freuen wir uns, daß der
heu=
tige Tag der Elb=Regatta nicht nur deutſche, ſondern auch
viele Fahrzeuge eines verwandten und uns befreundeten
Volkes herbeigeführt und das Bild zu einem farbenreichen
gemacht hat. Darum wollen wir uns freuen und ich ſpreche
hier wiederum von ganzem Herzen meine Hoffnung aus,
daß der Segelſport und der Waſſerſport auf der Elbe und
auf der Oſtſee, im Binnenlande wie auf dem Meere blühen
und gedeihen möge. Wir aber, die wir hier verſammelt
ſind unter der Flagge Hamburgs, auf dem ſchönen Schiff
der Hamburg=Amerika=Linie, erheben unſere Gläſer und
trinken aus auf das Wohl der Stadt Hamburg und aller
Segler, die hier verſammelt ſind. Die Stadt Hamburg
Hurra! Hurra! Hurra!” Nach der Tafel hielt der Kaiſer
noch längere Zeit Cercle und begab ſich dann auf die
„Hohenzollern” zurück, welche morgen früh um 6 Uhr durch
den Kaiſer=Wilhelm=Kanal nach Kiel geht, wo die Kieler
Jubiläumswoche beginnt.
* Kuxhaven, 18. Juni. Um 4 Uhr 20 Min. gingen
als erſte der großen Jachten „Meteor” und „
Ger=
mania” durch das Ziel bei der Grodener Baake.
In der 23 Meter=Klaſſe, in der zwei Jachten ſtarteten,
wurde „Shamrock” erſte. In der 19 Meter=Klaſſe ſtarteten
drei Jachten. Erſte wurde „Aorada” zweite „Corona”
In der 15 Meter=Klaſſe, an der ſich vier Jachten
beteilig=
ten, wurde erſte „Iſtria”, zweite „Paula II”, letztere
ge=
wänn auch den Herausforderungspreis des Kaiſers. Die
in dieſer Klaſſe gemeldeten beiden ſpaniſchen Jachten
„Hiſpania” und „Tuier” waren nicht eingetroffen. In der
12 Meter=Klaſſe ging nur die Jacht „Jerne” über die Bahn.
In der 10 Meter=Klaſſe wurde unter zwei Konkurrenten
„Pampero” erſte. In der 9 Meter=Klaſſe fuhr nur die
Jacht „Frieſo” ohne Konkurrenz. In der 8 Meter=Klaſſe
wurde erße „Antwerpig IV”, zweite „Woge VI‟
* Kiel, 19. Juni. Die „Hohenzollern” mit
dem Kaiſer an Bord iſt heute mittag 12 Uhr 45 Min.,
gefolgt vom „Sleipner” im Hafen eingelaufen. Die
Kriegsſchiffe, welche Toppflaggen geſetzt hatten, feuerten
Salut. Die in Parade ſtehenden Mannſchaften begrüßten
den Kaiſer mit einem dreifachen Hurra. Die im Hafen
liegenden Dampfer und Jachten haben feſtlichen
Flaggen=
ſchmuck angelegt. An den Ufern erwartete ein zahlreiches
Publikum die Ankunft der „Hohenzollern” welche durch die
Reihen der Kriegsſchiffe dem gewohnten Liegeplatz vor
der Reventlow=Brücke zuſteuerte.
* Kiel, 19. Juni. Zur Teilnahme an der
Kieler Woche traf heute morgen nach ſchön
verlaufe=
ner Fahrt der Lloyddampfer „Bremen” mit zahlreichen
geladenen Paſſagieren hier ein. Unter ihnen befanden
ſich der Bürgermeiſter von Bremen, Barkhauſen, der
Bürgerſchaftspräſident Dr. Quidde, Vertreter der
bremi=
ſchen Reedereien, des Handels und der Induſtrie.
Fer=
ner waren anweſend Staatsminiſter von Podbielski,
Unterſtaatsſekretär Fiſcher, der oldenburgiſche Miniſter
von Scheer ſowie mehrere vom Kaiſer geladene hohe
Gäſte, darunter Admiral von Uſedom, ſowie zahlreiche
den Handels= und Schiffahrtskreiſen naheſtehende
Perſön=
lichkeiten aus behördlichen, merkantilen und maritimen
Kreiſen. Vom Norddeutſchen Lloyd nahmen an der Fahrt
Direktor Heineken und mehrere Mitglieder des
Aufſichts=
rats teil.
* Kiel, 19. Inni. Bei der zehnten Regatta
um den franzöſiſchen Eintonnerpokal ſiegte die
eng=
liſche Jacht „Bunty” zum dritten Male und
ge=
wann den Eintonnerpokal. Die däniſche Jacht
„Nurdug 2” wurde zweite, die deutſche Jacht „
Wind=
ſpiel 16‟ dritte, die holländiſche Jacht „Neerlandia” vierte.
Luftfahrt.
* Die Probefahrten des Ozean=
Luft=
ſchiffes Suchard” auf dem Flugplatz Johannisthal
haben jetzt ihr Ende erreicht, nachdem das von der
trans=
atlantiſchen Flugexpedition ausgerüſtete Luftſchiff in
allen Einzelheiten ausprobiert worden iſt. Die „Suchard”
wird abmontiert und Anfang Juli per Dampfer nach
Teneriffa abgehen, wo noch weitere Probefahrten
erfolgen. Im Herbſt ſoll dann das Luftſchiff den
geplan=
ten Ozeanflug antreten. An dem Fluge nehmen, ſoweit
bis jetzt bekannt iſt die Herren Hauptmann Jördens als
Führer, ſowie Direktor Brucker und Dr. Gans und zwei
Maſchiniſten als Begleiter teil. In Teneriffa wird eine
transportable Funkenſtation errichtet, die lediglich für
Nachrichten über das Luftſchiff beſtimmt iſt.
* Nürnberg, 19. Juni. Die ſtädtiſchen Kollegien
bewilligten 10000 Mark zu Preiſen für den
ſüddeut=
ſchen Rundflug.
* Düſſeldorf, 19. Juni. Das
Parſevalluft=
ſchiff „Charlotte” welches heute morgen 1 Uhr 15
Minuten in Wanne mit ſechs Paſſagieren aufgeſtiegen
war, landete um 9 Uhr 15 Minuten vor der Halle. Das
Luftſchiff bleibt während der Abweſenheit des
Luft=
ſchiffes „Viktoria Luiſe” hier.
* Flugplatz Gelſenkirchen=Eſſen=
Rotthauſen, 19. Juni. Der Aufſichtsrat der
Weſt=
deutſchen Fluggeſellſchaft beſchloß in der geſtrigen
Sitz=
ung, aus Anlaß des Jubiläums der Firma Krupp vom
4. bis 11. Auguſt einen Ueberlandflug=
Wett=
bewerb und einen örtlichen Wettbewerb auf dem
Flugplatz abzuhalten. An Preiſen ſind 100000 Mark
ausgeſetzt.
* Hamburg, 18. Juni. Das Luftſchiff
Vik=
toria Luiſe” kam um 4,50 Uhr in Sicht. Es näherte
ſich der Stadt in langſamer Fahrt, nahm dann den Weg
nach der Michaeliskirche, von dort weiter nach dem
Rat=
hauſe, überflog die Alſter und ſetzte die Fahrt nach der
Luftſchiffhalle in Fuhlsbüttel fort. Um 5 Uhr 30
Minu=
ten erfolgte die glatte Landung, worauf das
Luft=
ſchiff ſofort in die Halle gebracht wurde. Bei ſeiner
lang=
ſamen, majeſtätiſchen Fahrt über die Stadt wurde das
Luftſchiff von vielen Tauſenden, die ſich auf den
Stra=
ßen und Dächern aufgeſtellt hatten, mit Jubel begrüßt.
* Hamburg, 19. Juni. Aus Mitteilung des
Füh=
rers des Luftſchiffes „Viktoria Luiſe” Glund, über
die geſtrige Fahrt iſt folgendes zu entnehmen: Trotz
ſtar=
ken Windes und heftiger Regenſchauer wurde um 4 Uhr
32 Minuten morgens die Fahrt von Düſſeldorf nach
Ham=
burg angetreten. Dichte Nebel erſchwerten die
Orien=
tierung, weswegen den Rheinlauf abwärts die
Richt=
linie genommen wurde. In ſchneller Fahrt fuhr das
Luftſchiff bis Geldern. Von Ammersfort wurde die
Fahrt weſtlich am Zuyderſee nach Amſterdam fortgeſetzt,
das um 7 Uhr 40 Minuten erreicht wurde. Nach einer
Fahrt über den Zuyderſee war das Luftſchiff über
Gro=
ningen. Die Wetterlage hatte ſich nicht verändert. Starke
Querwinde aus Süden, dichter Nebel und ſtärker
werden=
der Regen gaben zu bedenken, ob nicht eine Abkürzung
der Fahrt geraten ſei. Ein Defekt am hinteren rechten
Propeller zwang das Luftſchiff, den in Ausſicht
genomme=
nen Weg über Norderney, Borkum und eventuell
Kux=
haven aufzugeben und möglichſt direkt auf Hamburg zu
ſteuern. Auf der weiteren Fahrt bewährte ſich die
Leiſt=
ungsfähigkeit der beiden Motoren aufs beſte. Von
Gro=
ningen ging es um 12,15 Uhr über Langekken am Dollart
vorbei, immer noch in Sturm und Regen. Bei Bremen
trat günſtige Witterung ein, ſodaß das Luftſchiff
ab=
trocknen konnte. Ueber Zeven und Buxtehude wurde um
4,50 Uhr Hamburg erreicht. Nach Ausſage eines
Fahrt=
teilnehmers hat das Luftſchiff in Holland, wo man ein
derartiges Luftſchiff bisher nicht geſehen hat, großen
Eindruck gemacht. In den größeren Städten wurde das
Luftſchiff mit großem Jubel empfangen.
* Kiel, 18. Juni. Der heutige Flugtag begann
bei prächtigem Wetter. Es fanden zahlreiche Aufſtiege
ſtatt. Leider ſtürzten drei Flugzeuge ab.
Zu=
erſt Stiefvater mit Leutnant Grevenſchütz als
Fahr=
gaſt. Beide Flieger trugen erhebliche Verletzungen im
Geſicht davon. Sie wurden ſogleich ins Krankenhaus
übergeführt. Das Flugzeug wurde vollſtändig
zertrüm=
mert. Ferner ſtürzte Krieger mit dem
Korvettenkapi=
tän a. D Friedländer bei der Lavensauer Hochbrücke ab.
Beide Flieger blieben unverſehrt. Ihr Flugzeug iſt
etwas beſchädigt. Der dritte Abſturz ereignete ſich in der
Nähe des Flugplatzes. Krumſick mußte infolge
Ver=
ſagens des Motors plötzlich niedergehen, wobei ſich der
Apparat überſchlug. Der Flieger blieb unverſehrt. Das
Flugzeug wurde gering beſchädigt. Im übrigen wurden
dem zahlreichen Publikum prächtige Flüge geboten.
* Paris, 18. Juni. Das Lenkluftſchiff
„Conte” erreichte eine Höhe von 3025 Meter und ſchlug
damit den Höhenrekord.
* Paris, 18. Juni. Nach einer Blättermeldung
legte der Militärflieger Leutnant de Marmies mit
einem Fluggaſt heute früh die 285 Kilometer lange Strecke
von Buc bei Verſailles nach Verdun in zwei Stunden
zurück und ſtellte damit einen Weltrekord auf.
* Douai, 19. Juni. Auf dem Flugplatz Brayell
ſtießen heute morgen zwei Militärdecker zu
ſammen, verwickelten ſich und ſtürzten aus 25 Mete
Höhe ab. Infanterieleutnant Peignitz erlitt einen
Schi=
delbruch und einen Armbruch. Er war ſofort to
Artilleriehauptmann Dubois erlitt einen Schädelbruch un
Rippenbrüche. Er erlag ſeinen Verletzungen nach dre
viertel Stunden.
Streiks.
* Bordeaux, 19. Juni. Die eingeſchriebenen Se
leute beſchloſſen geſtern zum Zeichen der Solidarität m
den eingeſchriebenen Seeleuten von Havre für heu
einen 24ſtündigen Streik.
* London, 19. Juni. Das Geſchworenen
gericht der Grafſchaft Hampſhire hat einen Eiſenbahr
heizer zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. De
ſelbe hatte einen Artikel des von Tom Mann
herau=
gegebenen The Syndicaliſt, der die Soldaten auffordert
nicht auf Streikende zu ſchießen, neu drucken laſſen un
während des Kohlenſtreiks unter die Truppen vo
Alderſhot verteilt. Der Angeklagte weigerte ſich, ein
Verpflichtung einzugehen, das Vorgehen nicht zu wieder
holen.
Vom Krieg um Tripolis.
* Rom, 18. Juni. Die Agencia Stefani melde
aus Tripolis: Nach zuverläſſigen Nachrichten ſind di
türkiſchen Verluſte viel größer, als man bi
jetzt annahm Allein auf dem rechten Flügel wurde
von den Italienern 545 Türken beſtattet. Die Einwohne
von Zanzur erklären, daß ſchon bei Beginn des
Gefecht=
ſehr viele Tote und Verwundete von den Türken zurüc
geſchafft wurden, und daß auf der Straße bis
Zavi=
ſich noch viele Gefallene befänden, die auf der Flucht ihre
Wunden erlegen ſind. Unter den Gefallenen befindet ſie
auch Hauptmann Abdallah Effendi und mehrere türkiſch
Scheiks.
* Konſtantinopel, 19. Juni. Der vom ite
lieniſchen Wohltätigkeitsverein gemietete deutſch
Dampfer „Ella” iſt heute, am letzten Tage der für
die Abreiſg der Italiener feſtgeſetzten Friſt, mit zahlrei
chen italieniſchen Familien an Bord, ungefähr 300 Per
ſonen, von hier abgegangen. Seit Beginn des
Kriege=
haben 8170 Italiener Konſtantinopel verlaſſen, übe
2000, die von dem Ausweiſungsbefehl ausgenommer
ſind, bleiben noch hier. Das italieniſche Waiſenhaus it
Pera iſt geſchloſſen, das italieniſche Hoſpital bleibt ge
öffnet.
* Konſtantinopel, 18. Juni. Heute früh
teilt=
der Gouverneur von Pera dem deutſchen Konſu
lat mit, morgen würden die noch anweſenden Italie
ner, ſoweit ſie nicht ausgenommen ſeien, verhafte
und als Kriegsgefangene behandelt werden.
Infolg=
beſtimmter Vorſtellungen wurde entſchieden, die
Italie=
ner würden verhaftet und nach dem deutſchen
Konſula=
geſchafft. Der deutſche Konſul will ſie in das italieniſche
Hoſpital ſchicken, wo ſie bleiben werden, bis ein Schift
gefunden iſt, auf dem ſie abreiſen. Aus der
Konſtan=
tinopeler Gegend ſind faſt alle italieniſchen Arbeiter
ab=
gereiſt. Ungefähr 100 bleiben zurück.
Literariſches.
Die heſſiſche Eiſenbahnfrage nach den
Landtagsſchluſſe. — Der Staatsrentenmarkt und
die Sparkaſſen. — Teuerung und Geldwert.
Heft 10 des 2. Bandes der „Sammlung
nationalökono=
miſcher Aufſätze und Vorträge. Von Dr. jur. et phil
Magnus Biermer, ordentl. Profeſſor der
Staatswiſ=
ſenſchaften an der Univerſität Gießen. Geheftet, Preis
M. 1,50. Verlag von Emil Roth in Gießen. Die drei ir
dieſem Heft behandelten Themata des bekannten
National=
ökonomen ſind wieder durchaus aktuell und werden zurzeig
viel erörtert. Das beigegebene Namen= und Sachregiſten
zum 1. und 2. Band dieſer Sammlung iſt nicht nur fün
die Abonnenten der Sammlung von hohem Wert,
ſondern=
wird auch Einzelabnehmern des Heftes willkommen ſein
Heinrich Maneſſes Abenteuer und
Schickſale. Mitgeteilt von Adolf Vögtlin.
Buch=
ſchmuck, Titel und Einband nach Entwürfen von Georg=
Belwe. 26 Bogen in Oktav. Broſch. 4 Mk., geb. 5 Mk.
H. Haeſſel Verlag in Leipzig. Dieſer Erzählung liegen
ausführliche Tagebücher ihres Helden zugrunde. Ihre
außergewöhnliche Bedeutung liegt in der Fülle unde
Mannigfaltigkeit der Lebenserfahrungen ihres
Welten=
durchwandernden Helden, und in der Weisheit, die er
daraus ſchöpft. Ungekünſtelt ſchildert er ſeine Leiden
und Freuden, die ihn zu der Ueberzeugung führen, daß
die Erlöſung des Menſchen von innen heraus ſich durch
das Mittel der Arbeit vollziehen müſſe. Es iſt ein ſelten
wahres Volksbuch, das man unbedenklich auch der
gend in die Hände legen kann, ein moraliſches Buch und
doch nicht moraliſierend, ein ungewöhnlich echtes und
tatenreiches Buch, das in dieſen knappen Tageblch
blättern mehr Ereigniſſe zuſammenfaßt, als maſcher
mühſelig konſtruierte Roman. Der Held des Bucheswäk
ein ungewöhnlich willensſchwacher Menſch, der ſich doch
gefunden hat. Verzweifelnden können wir keine beſſere
Gabe geben, als ſolche echte Troſtbücher.
Frankfurt und der Taunus. Sonderheſt
von Reclams Univerſum. (28. Jahrgang, Heft 32.) Reich
illuſtriert. Verlag von Philipp Reclam jun. in Leipzig.
Preis 70 Pfg., Lurusausgabe 1,20 Mark. Die bekannte
illuſtrierte Wochenſchrift Reclams Univerſum hat ein
Sonderheft aus deutſchen Landen herausgegeben, es iſt
Frankfurt a. M. und dem Taunus gewidmet und ſtellt
ſich nach ſeinem Inhalt und ſeiner künſtleriſchen
illuſtra=
tiven Ausſtattung dem Sonderheft Hamburg, das trotz
der hohen Auflage von 80000 Exemplaren binnen
weni=
gen Tagen vergriffen war, würdig zur Seite. Die erſten
Schriftſteller Frankfurts und bedeutende Künſtler haben
an dem Sonderheft mitgearbeitet.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 19. Juni. Profeſſor Max Liebermann
iſt aus der ſtädtiſchen Kunſtdeputation ausgetreten
* Stuttgart, 19 Juni. Die Zweite Kammer
hat den ſozialdemokratiſchen Antrag Keil, die königliche
Regierung zu erſuchen, mit den in Betracht kommender
Bundesſtaaten über die Frage der gemeinſamen und
gleichzeitigen Aufhebung der Geſandtſchaften
Verhand=
lungen anzubahnen, mit allen gegen die
ſozialdemokra=
tiſchen Stimmen abgelehnt. In ihrer heutigen
Sitzung iſt die Erſte Kammer dem Beſchluß der
Zweiten Kammer auf Aufhebung der tierärztlichen
Hoch=
ſchulen beigetreten. Gegen die Aufhebung ſtimmten
10 Mitglieder, darunter Herzog Albrecht von Württem=
Nummer 143.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Juni 1912.
Seite
derg. — Die Zweite Kammer hat heute den Antrag
an=
jenommen, wonach ſie ſich grundſätzlich auf den
Stand=
junkt ſtellt, daß die Volksſchullaſten auf den
Staat zu übernehmen ſind.
* Stuttgart, 19. Juni. In der Debatte der
Zwei=
en Kammer zu dem ſozialdemokratiſchen Antrag
be=
reffend die Aufhebung der
württtembergi=
chen Geſandtſchaften an den Höfen deutſcher
Zundesſtaaten hatte der ſozialdemokratiſche Antragſteller
keil erklärt, mit der Vormachtſtellung Preußens hänge
ine gewiſſe Rückſichtsloſigkeit den anderen Staaten
ge=
enüber zuſammen. Miniſterpräſident Dr. v. Weizſäcker
rwiderte, dieſen Vorwurf weiſe er entſchieden zurück.
Die loyale Haltung des Reichskanzlers müſſe er immer
vieder anerkennen, denn er habe täglich Gelegenheit,
ieſe Haltung zu konſtatieren. Er bitte das Haus, ihm
ſem Miniſterpräſidenten, mehr Glauben zu ſchenken als
ſen aus einem parteipolitiſchen Buſen geſchöpften
Aus=
ührungen des ſozialdemokratiſchen Redners.
* Dresden, 19. Juni. Hier wurde ein Drogiſt
ver=
ſaftet, der mit einem Komplizen zahlreiche
Eiſen=
ahndiebſtähle, beſonders in den D=Zügen
Ber=
in-Dresden, ausgeführt hatte. Er wurde
feſtgenom=
nen, als er einen geſtohlenen Ueberzieher verſetzen
vollte.
* Gotha, 19. Juni. Nach neuen Meldungen wurden
dei den geſtrigen Landtagswahlen gewählt:
; rechtsſtehende, 2 Nationalliberale, 2 Freiſinnige und
) Sozialdemokraten.
* Wien, 19. Juni. Die Neue Freie Preſſe ſchreibt:
der Kaiſer hat die Demiſſion des galiziſchen
Mi=
niſters Dlugosz nicht angenommen. Dlugosz
und der Obmann des Polenklubs verhandeln
gegenwär=
ig über die Feſtſtellung des Textes, der über die Andienz
veröffentlicht werden ſoll. Es iſt eine
Vermittelungs=
iktion zwiſchen dem Miniſter des Innern Heinold und
dem Polenklub geplant. Falls die Aktion mißlingt,
be=
teht nach wie vor die Möglichkeit der Demiſſion des
Seſamtkabinetts
* Wien, 19. Juni. Der Polenklub nahm eine
Reſolution an, in der es heißt, der Polenklub hat das
Vertrauen zu dem Leiter des Miniſteriums verloren und
dricht die Beziehungen zu ihm ab. Der Pdlenklub hat
dolles Vertrauen zu den Miniſtern Dlugosz und Zaleski.
* Peſt, 19. Juni. Die Regierung legte dem
Abge=
irdnetenhauſe einen Geſetzentwurf vor, nach dem
Abgeordnete, die vom Präſidenten ausgewieſen worden
ind und trotzdem wieder im Sitzungsſaal erſcheinen und
der neuerlichen Aufforderung, ſich zu entfernen, nicht
fol=
gen, des Mandats verluſtig erklärt
wer=
den und die Wählbarkeit für die laufende
Legislatur=
zeriode verlieren. Die Vorlage wird erſt im Herbſt im
Plenum verhandelt. Gleichzeitig wurde dem Hauſe ein
Entwurf vorgelegt, der die Stärke des
Rekrutenkontin=
gents für die gemeinſame Armee auf 57997 Mann und
der Landwehr auf 17500 Mann ſeſtſetzt, ferner eine
mtſprechende Anzahl Erſatzreſerviſten vorſieht.
* Stockholm, 19. Juni. Zur Teilnahme an den
Olympiſchen Spielen meldeten ſich 3698
Sports=
leute aus 27 Ländern an. Unter anderen nehmen ferner
12 Fußballmannſchaften und 64 Ruderboote an den
Spie=
len teil.
(*) Gießen, 19. Juni. Im Hotel Schütz haben ſich
300 Lehrer aus Oberheſſſen verſammelt, um
über die jetzige Gehaltsbewegung zu beraten. Es wurde
folgende Entſchließung einſtimmig gefaßt: 1. Die
am 19. Juni 1912 in Gießen verſammelte Lehrerſchaft
der Provinz Oberheſſen hält nach wie vor an der
grund=
ſätzlichen Forderung einer Gleichſtellung im Gehalte mit
den mittleren Finanzbeamten feſt. 2. Bei der jetzigen
proviſoriſchen Beſoldungsordnung erwartet ſie eine
15prozentige Aufbeſſerung des penſionsfähigen Gehaltes
nebſt einer Heraufſetzung der bei der Penſion für die
Dienſtwohnung in Anrechnung gebrachten 400 Mark auf
500 Mark auf das beſtimmteſte. Sie hofft, daß die
vor=
handenen Mittel in gerschter Weiſe unter Beamte und
Lehrer verteilt werden, ſie darf aber auch von einer
ge=
cechten Regierung verlangen, daß ſie dieſer von der
Zwei=
ten Kammer einmütig unterſtützten Bitte nicht kühl
ge=
genüberſteht, ſondern ſie ebenſo warm befürwortet, wie
ſie dieſes bei der Vorlage für die Beamten getan hat.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Geſtern fielen in Deutſchland noch vielfach
Nieder=
chläge. Heute iſt der Süden des Reiches im
Hochdruck=
einfluß meiſt heiter und warm. Im Norden iſt es noch
volkig und die Morgentemperaturen liegen meiſt unter
5 Grad. Wir werden wohl vorläufig unter dem
Hoch=
gruck bleiben, ſodaß nach höchſtens vorübergehender
Trübung mit mildem trockenem Wetter zu rechnen iſt.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 21. Juni:
Meiſt heiter, trocken, warm.
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Man ſchreibt uns unterm 24. Januar 1912.
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Die glückliche Geburt eines
geſunden Mädchens
zeigen ergebenſt an
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Regierungsassessor Dr. jur. Joseph
und Frau Jenny, geb. Best.
Köln a. Rh., den 18. Juni 1912.
Siebengebirgsallee 24 II.
Todes=Anzeige.
Nach kurzem, aber ſchwerem Leiden iſt heute
nacht mein Gatte, unſer lieber Vater,
Groß=
vater, Urgroßvater und Schwiegervater (13380
Heinrich Schuchmann
im Alter von 75 Jahren ſanft entſchlafen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Fam. Schuchmann,
Adolf=Spießſtr. 23.
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Juni,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des ſtädtiſchen
Friedhofes aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten
hier=
mit die ſchmerzliche Nachricht, daß mein
innigſt=
geliebter Gatte, unſer treubeſorgter Vater,
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager
(13379
und Onkel
Herr Emil Walter
heute vormittag an einem Schlaganfall ſanft
verſchieden iſt.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Pallaswieſenſtr. 41.
Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Juni,
nachmittags 3½ Uhr, in Ober=Ramſtadt
ſtatt.
Todes=Anzeige.
Freunden und Bekannten die ſchmerzliche
Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen
ge=
fallen hat, meinen innigſtgeliebten Gatten,
unſeren lieben Vater, Großvater, Schwieger=
(13376
vater und Onkel
Johann Lanc
Obsthändler
nach langem, ſchwerem Leiden im 68.
Lebens=
jahre zu ſich zu nehmen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eliſabeth Lang, geb. Grünewald,
Karl Rang und Familie,
Wilhelm Lang und Familie,
Georg Lang und Familie,
Adam Schneider und Familie,
Ernſt Engel und Familie,
Franz Herget und Familie.
Darmſtadt, den 18. Juni 1912.
Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 5 Uhr,
vom Friedhof aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchmerzlichen Verluſte meiner
unvergeß=
lichen, teuren Gattin, unſerer lieben Mutter,
Schweſter, Schwiegertochter, Schwägerin u. Tante
Frau Paula Trietsch
geb. Jung
ſowie für die troſtreichen Worte des Herrn
Pfarrer Lautenſchläger, ſagen innigſten Dank
die tieftrauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.;
Philipp Trietsch u. Kinder.
Darmſtadt, den 19. Juni 1912. (13372
Tageskalender.
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Verſteigerungskalender.
Freitag, 21. Juni.
Heugras=Verſteigerung um 3½ Uhr (
Zuſam=
menkunft auf der Backofenſchneiſe, ſüdlich des
Oberwald=
hauſes).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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Nummer 143.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Juni 1912.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Jum 1912.
Nummer 143.
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Im Rundluge
unrul Denisenund
haben unſere Fabrikate ihre
Sieges=
bahn mit ungeahnter Geſchwindigkeit
vollendet und jetzt auch die Eroberung
des Auslandes mit ſo beiſpielloſem
Er-
ffolge begonnen, daß durch uns zum
erſten Male in der Geſchichte unſerer
Induſtrie die Einfuhr ausländiſchen
Kakaopulvers durch die deutſche
Aus=
fuhr weit überflügelt wird. Das
haben wir ganz allein unſeren
grund-
legenden Reformen zu verdanken, die
ſolche Mängel in der Fabrikation und
im Vertriebe des Kakaos beſeitigten,
die bis dahin ſeiner Einbürgerung
als allgemeines Familien=Getränk
im Wege ſtanden. — Der Name
von Oefen, Herden u. Waschkesseln
ſowie Reparaturen werd. prompt
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bildet daher einen Wendepunkt in
Ider Geſchichte der Kakao=Induſtrie=
Die vollendete Entölung und
ſtaub=
feine Sichtung ſind Vorzüge, welche
den Reichardt=Kakaos ihren Vorſprung
vor allen anderen deutſchen Marken
geſchaffen haben und dauernd
er-
halten. Reichardt-Schokoladen und
-Konfitüren ſtehen auf gleicher Höhe
der Vollendung. Der direkte
Ver=
ſand und Verkauf in über hundert
eigenen Filialen in allen größeren
Städten Deutſchlands bürgen dafür,
daß unſere Marken ſtets fabrikfriſch
in die Hände der Käufer gelangen.
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3½ do. Conſols
. 89,90
3 do. do.
80,20
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,70
do.
3½
92,10
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,75
do.
88,10
3½
3
78,80
do.
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4 do. do. (unk. 1918) 99,90
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3
do.
78,00
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80,00
4 Württemberger v. 1907 100,40
do. v. 1875 95,00
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1¾ Griechen v. 1887 . . 55,40
3¾ Italiener Rente .
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4 do. Goldrente . . . 96,00
4 do. einheitl. Rente . 88,00
3 Portug. unif. Serie I 64,20
3 do. unif. Ser. III 66,00
3 do. Spezial .
. 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,20
4 do. v. 1890 . . 95,75
4 do. v. 1905 .
4 Ruſſen v. 1880 .
90,50
4 do. v. 1902 .
90,60
4½ do. v. 1905 .
. 100,50
3½ Schweden .
94,00
4 Serbier amort. v. 1895 85,60
4 Türk. Admin. v. 1903 81,90
4 Türk. unifiz. v. 1903 90,70
90,80
4 Ungar. Goldrente .
4 do. Staatsrente . . . 89,10.
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.100,80
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93,25
4½ Japaner . .
94,60
5 Innere Mexikaner . . . 95,00
3
do.
60,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,10
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Transportanſtalten.
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25 Bad. Anilin= u. Soda=
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. . . . 501,20
14 Chem. Fabrik
Gries=
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244,00
30 Farbwerke Höchſt . . 600,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 249,90
10 Cement Heidelberg . . 150,00
30 Chem. Werke Albert 452,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz
. . 303,10
4 Lahmeyer . . . . . . . 125,60
Lte
Inkron.
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 156,30
12 Siemens & Halske . 236,40
5 Bergmann Electr. . . 141,75
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 169,50
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.215,00
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. . . . 226,25
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4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,80
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4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,50
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4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 78,30
do.
53,40
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76,80
4 Kronprinz Rudolfbahn 95,00
4 Ruſſ. Südweſt.
88,20
4½ Moskau=Kaſan .
96,30
do.
88,20
4 Wladichawchas
88,30
4 Rjäſan Koslow .
88,40
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 76,00
90,50
do.
2¼0 Livorneſer
. 67,70
3 Salonique=Monaſtir . 63,50
4 Bagdadbahn .
83,40
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,00
4 Miſſouri=Paciſic.
71,70
4 Northern=Pacific . . . 100,10
4 Southern=Pacific .
95,30
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Francisco . . . . . 87,20
5 Tehuantepec .
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Untern. Zürich . . 194,80
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . .
150,40
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 164,80
6½½ Darmſtädter Bank . 121,25
12½ Deutſche Bank . . . 253,75
6 Deutſche Vereinsbank . 123,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,75
10 Diskonto=Kommandit 184,40
8½ Dresdener Bank . . 153,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 217,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,75
77 Nationalb. für Deutſchl. 122,75
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 122,90
Wiener Bankverein .133,60
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 98,50
Bf. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 .
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4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,80
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,25
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S. 1 u. 2, 6—.
89,50
S. 3—5
89,30
S. 9—11
89,40
4 Meininger Hyp.=Bank 99,50
do.
3½
88,80
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,90
8½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
8½
89,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
3½ do.
89,20
4 Frankfurt.
99,80
8½ do.
93,00
4 Gießen
98,40
8½ do.
90,40
4 Heidelberg
98,00
3½ do.
88,80
4 Karlsruhe
98,50
8½ do.
88,70
4 Magdeburg.
99,00
3½ do.
4 Mainz
98,60
3½ do.
90,00
4 Mannheim
98,50
3½ do.
88,80
4 München .
100,00
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg . .
98,10
3½ do.
100,00
4 Offenbach .
In Proz.
f.
89,80
3½ Offenhach .
98,80
4 Wiesbaden .
89,90
3½ do.
4 Worms .
98,20
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 „ 80,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 173,00
3½ Cöln=Mindner , 100 134,50
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,00
3 Madrider . . Fs. 100 75,60
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,60
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 177,50
3 Oldenburger . .
2½ Raah=Grazer fl. 150 116,20
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
.ſl. 7 35,00
Augsburger ..
Braunſchweiger Tlr. 20 197,75
Fs. 15
Freiburger .
Mailänder
. Fs. 45
Fs. 10 33,20
do.
fl. 7 35,30
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 528,00
do. v. 1858fl. 100 449,50
Ungar. Staats . . fl. 100 371,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . Fs. 400 170,00
Gold, Silber und
Banknoten.
20,42
Engl. Sovereigns .
16,23
20 Franks=Stücke .
4,18
Amerikaniſche Noten.
20,44
Engliſche Noten .
81,00
Franzöſiſche Noten.
Holländiſche Noten. . . . 169,10
80,15
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,75
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,85
Reichsbank=Diskonto . . . 4
Reichsbank=Lomhard 95t. 5½
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Aushebungsgeſchäft im Kreiſe Darmſtadt für 1912.
Es wird hierdurch zur Kenntnis der Beteiligten gebracht, daß nach Anordnung
er Großherzoglichen Ober=Erſatz=Kommiſſion im II. Bezirk der 49. Infanterie=Brigade
as Aushebungsgeſchäft (Generalmuſterung) im Kreiſe Darmſtadt vom 27. Juni
is 3. Juli 1. Js. im Hauſe der Turngemeinde, Woogsplatz 5 hier, ſtattfinden wird,
Es haben zu erſcheinen:
I. Donnerstag, den 27. Juni 1912, vormittags 7½ Uhr:
1. Die als dauernd untauglich bezeichneten Militärpflichtigen, ſoweit denſelben
Ladung zugegangen iſt;
2. Die zum Landſturm 1. Aufgebots vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.
II. Freitag, den 28. Juni 1912, vormittags 7½ Uhr:
Die zur Erſatz=Reſerve in Vorſchlag gebrachten Militärpflichtigen.
III. Samstag, den 29. Juni 1912, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die zur Erſatz=Reſerve in Vorſchlag gebrachten Militärpflichtigen.
IV. Montag, den 1. Juli 1912, vormittags 7½ Uhr:
Die von den Truppenteilen als untauglich abgewieſenen Militärpflichtigen, welche
Berechtigung zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen.
V. Dienstag, den 2. Juli 1912, vormittags 7½ Uhr:
Die für brauchbar erklärten Leute a) des Jahrgangs 1910 (1890); b) des
Jahr=
gangs 1911 (1891).
17. Mitwoch, den 3. Zuit 1912, vormitags 71, Uhr:
Ferner die für brauchbar erklärten Leute des Jahrgangs 1912 (1892).
Im übrigen wird auf die jedem Militärpflichtigen beſonders zugegangene
Ladung verwieſen.
Alle Militärpflichtigen ꝛc. haben pünktlich zu den angegebenen Zeiten zu erſcheinen
und ihre Loſungsſcheine, bezw. ſonſtige Militärpapiere vorzulegen.
Diejenigen, welche ohne genügenden Entſchuldigungsgründ ſich vor der Ober=
Erſatz=Kommiſſion nicht ſtellen oder zu ſpät kommen, werden mit Geldſtrafe bis zu
30 Mark oder Haft bis zu 3 Tagen beſtraft. Auch können dieſelben unter Umſtänden
„vorweg” oder als „unſichere Dienſtpflichtige” ſofort eingeſtellt werden.
Die von der Erſatz=Kommiſſion wegen zeitiger Untauglichkeit „Zurückgeſtellten”
haben vor der Ober=Erſatz=Kommiſſion nicht zu erſcheinen.
Schließlich wird noch darauf hingewieſen, daß alle diejenigen Angehörigen von
Militärpflichtigen, welche auf Grund ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältniſſe
die Befreiung ihrer Söhne vom Militärdienſt in Antrag gebracht haben, ſich der
Ober=Erſatz=Kommiſſion an den Tagen vorzuſtellen haben, an welchen ihre Söhne bei
der Aushebung erſcheinen.
Darmſtadt, den 18. Juni 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
(13320dsi
Dr. Reinhart, Reg.=Rat.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Plege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
inden ſich: 1 Pinſcher. Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
(13334
um 10 Uhr, ſtatt.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt
(unter Haftung der Stadt Darmſtadt)
22 Hügelſtraße 22.
Fernſprech=Anſchluß Nr. 456.
Poſtſcheck=Konto.
Reichsbank=Girokonto.
Nachweisſtelle für zweite Hypotheken. Frankfurt a. M. Nr. 5869.
Verkehrszeit: Vom 1. April bis 30. September an jedem Werktage
vormittags von 8 bis 12½ Uhr, vom 1. Oktober
bis 31. März an jedem Werktage vormittags von
8½—12½ Uhr.
I. Einlagen= und Rückzahlungsgeſchäft: im Erdgeſchoß.
Verzinſung der Einlagen: Bis einſchließlich 10000 Mark = 3½%,
über 10000 Mark — 3½ für die ganze Einlage.
Zinsbeginn: Für Einlagen vom nächſten auf die Einzahlung
fol=
genden Werktage an. Bei Rückzahlungen hört die
Ver=
zinſung mit dem letzten der Erhebung vorausgehenden
Werktage auf.
II. Darlehensgeſchäft und Verwaltung: im erſten Stock.
1
Städtiſche Pfennig=Sparkaſſe.
Einzahlungen in Pfennigbeträgen von 10, 20 Pfg. u. ſ. f. bis
einſchließlich eine Mark werden jeden Samstag, nachmittags von
2 bis 8 Uhr, von nachverzeichneten Erhebeſtellen entgegengenommen:
Praſſel, M. W., Schulſtraße 10.1 Seibert, F., Pallaswieſenſtr. 44.
Landau, M., Mathildenplatz 1. (Waitz, E., Eliſabethenſtraße 16.
Bopp, K., Heinheimerſtraße 74.Büchler A., Roßdörferſtr. 26½
Waitz, Pfarrer, Mollerſtr. 23.Hebermehl, G., Eliſabethenſtr. 53.
Roth, G., Dieburgerſtraße 9.
Filialen:
Koch, K., Marktplatz 3.
Stephan, H., Stiftſtraße 29.
Kiesſtraße 34.
Finke, P. C., Ballonplatz 5.
Sandbergſtraße 27.
Klockow, F., Pankratiusſtr. 26. I Lauteſchlägerſtraße 4.
Schroth, J., Gardiſtenſtraße 15. Mollerſtraße 17.
Scholl, R., Soderſtraße 44.
Poth, E., Heinheimerſtraße 20.Möſer, J. H., Ruthsſtraße 16.
Schwab. T., Ernſt=Ludwigsplatz 4.Sulzmann, A., Forſtmeiſterſtr. 2.
Supp, A. J., Marktplatz 8.
Mattheß, H., Liebfrauenſtr. 58.
Jarraſch, J., Heinheimerſtr. 35.Erb, O., Alexanderſtraße 17½.
Der Verwaliungsrat der ſtädtiſchen Sparkaſſe.
Der ſtellvertretende Vorſitzende.
Wagner.
(4295a
Heugras=Verſteigerung.
Freitag, den 21. d. Mts., nachmittags 3½ Uhr
beginnend, wird das Heugras von den Teich= und
Scheftheimer=
wieſen, den Wieſen öſtlich des Heuwegs im Oberwald, ſowie die
Futternutzung von den Waldwieſenwegen an Ort und Stelle öffentlich
meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft um 3½ Uhr auf der Backofenſchneiſe
ſüd=
lich des Oberwaldhauſes, ſodann auf dem Scheftheimerweg am
Waldausgang.
Darmſtadt, den 16. Juni 1912.
(13271md
Der Oberbürgermeiſter
—J. V.: Jaeger.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 20. Juni 1912, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16
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3 Waren=, 2 Kaſſen= und 4 Kleiderſchränke, 1 Kontrollkaſſe,
30 Lüſter, 1 Landauer, 1 Viktoriawagen, 9 Ballen
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ſtoff, 3 Anzüge, 1 Rock, 4 Bilder, 2 Pianinos, 3 Diwans,
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e) ferner auf gerichtliche Anordnung: 2
Anteil=
ſcheine einer Geſellſchaft über 20000 u. 10000 Mark
öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung.
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
(13335
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
jegen Verlegung meines Bahnlagers gebe
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Freussische nopellenen-Herien Dank.
Mark 20,000.000.-
4%ige frühestens zum 2. Januar 1922 rückzahlbare Pfandbriefe
und zwar
M. 10,000,000.− mit Juni/Dezember-Zinsscheinen
M. 10,000,000.− mit März/September-Zinsscheinen
eingeteilt in Stücke zu
M. 5000.—, M. 2000.—, M. 1000.—, M. 500.—, M. 200.—, M. 100.−
sind an der Berliner Börse zum Handel und zur Notiz zugelassen worden. Die
Zulassung an der Börse zu Frankfurt a. M. ist in die Wege geleitet.
Hiervon stellen wir einen Teilbetrag von
Mark 5.000,000. Vorzugskurse von 98,80% zur Verfügung. Anmeldungen
hierauf werden bis zum 26. Juni 1912 von sämtlichen Banken
und Bankfirmen entgegengenommen. Die Abnahme der Stücke
hat vom 20. Juni bis zum 31. Juli 1912 zu erfolgen. Prospekte stehen auf
Wunsch spesenfrei zur Verfügung.
Berlin, im Juni 1912.
(13314
Preussische Hypotheken-Actien-Bank.
1ame
Dr. Droste.
Städtiſche Sparkaſſe
Darmſtadt.
Es wird ausdrücklich darauf
hingewieſen, daß Abhebungen von
Einlagen über 1000 Mk.
ſatzungs=
gemäß einer vorausgehenden
vierteljährlichen Kündigung
be=
dürſen.
(13349
Darmſtadt, den 19. Juni 1912.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Netz, Direktor.
Zimmerarbeiten
bei Herſtellung der Haupttreppe
in dem Gebäude der Ludwigs=
Oberrealſchule in der Kapellſtraße
ſollen vergeben werden.
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Dienſt=
ſtunden offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 25. Juni 1912,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(13312ds
Darmſtadt, am 19. Juni 1912.
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Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Dr. F. Schrod: Hofrat Bernhard Meyer. — Stadtpfarrer
D. Dr. Wilhelm Diehl: Die Wormſer reformierte Militär= und
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Wehrhan: Vom Mäuſeturm bei Bingen und anderem alten Aberglauben
unſerer Gegend. — Dr. Philipp Loſch: Die erſte Volkszählung in Heſſen.
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dem Anfang des 19. Jahrhunderts. — Zur Einwanderung der Schweizer
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt; Donnerstag, den 20. Juni 1912.
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rechts.
Kunſk und Welk.
Roman von O. Elſter.
(Nachdruck verboten.)
23)
Norbert und der frühere Theaterdirektor
Brügge=
mann, die mit verhohlenem Erſtaunen Elfriede begrüßt
hatten, erhielten von dem Intendanten gemeſſenen Befehl,
zu ſchweigen. Wenn ſie auch einige geheimnisvolle
An=
deutungen nicht unterdrücken konnten, ſo kamen ſie der
ſtrengen Weiſung im allgemeinen nach und vergrößerten
durch ihre Andeutungen nur noch die allgemeine
Span=
nung.
Die kleine, aber ſehr lebhafte Reſidenz ſprach in
die=
ſer Zeit von nichts anderem, als von dem neuen „Stern”
des Schauſpiels. Schon in gewöhnlichen Zeiten
beſchäf=
tigte man ſich in überreichem Maße mit dem Theater und
intereſſierte ſich für jede kleine Einzelheit im Leben der
Künſtler und Künſtlerinnen, um ſo mehr jetzt, wo der
Schleier des Geheimnisvollen ſich um die neue
Bühnen=
größe legte. Man flüſterte von einer vornehmen Dame,
die aus unüberwindlicher Neigung zum Theater
gegan=
gen ſei. In dieſer Anſicht wurde man beſtärkt durch den
Umſtand, daß Fräulein Born der Herzogin vorgeſtellt
worden war, und ſich der ganz beſonderen Gunſt der
hohen Dame erfreuen ſollte.
Andere wieder ziſchelten von einem zarten Bande,
welches den Grafen mit Fräulein Born verknüpfen ſollte
.. wieder andere meinten ſogar, der Herzog intereſſiere
ſich für die neue Schauſpielerin, was man um ſo wun=
derbarer fand, als ſeine Hoheit bislang nur für ſchöne
Tänzerinnen Intereſſe gehegt hatte — kurz, es wob ſich
ein Kranz von Legenden um die Erſcheinung Elfriedens,
was ihr erſtes Auftreten zu einem ſenſationellen
Ereig=
nis aufbauſchte.
Und Elfriede ſelbſt?
Unberührt von dieſen Gerüchten, die ihr Ohr nicht
er=
reichten, lebte ſie an der Seite ihres Stiefvaters ihren
künſtleriſchen Studien. Nicht ohne banges Herzklopfen
betrat ſie zum erſten Male die Bühne. Die ſtändigen
Mitglieder derſelben, beſonders die Damen, blickten mit
unverhohlenem Neid und offener Eiferſucht auf ſie, als
der Intendant ſelbſt ſie am Arm auf die Bühne führte,
und dem übrigen Perſonal vorſtellte. Der Regiſſeur
be=
handelte die neue Künſtlerin mit aus geſuchter Höflichkeit,
obgleich er ſonſt kein Blatt vor den Mund zu nehmen
pflegte. Mein gnädiges Fräulein — war ſein drittes
Wort, und als er ſich einmal vergaß und Elfriede
gegen=
über in ſeine gewohnte barſche Art zurückſiel, nahm ihn
der Intendant bei Seite und führte ein längeres
Ge=
ſpräch mit ihm, wonach der Regiſſeur die Höflichkeit und
Aufmerkſamkeit ſelbſt war.
Elfriede war von den Eindrücken und der fremden
Umgebung verwirrt, zum Teil auch enttäuſcht. Der
gol=
dige Schimmer der Kunſt verblaßte hier auf der
halb=
dunklen Bühne mit den verſtaubten Kuliſſen, vor dem
gähnenden Dunkel des Zuſchauerraumes und dem
ſelt=
ſamen Benehmen vieler Bühnenmitglieder. Die „Heldin”
beſaß einen unleidlichen Hochmut, ſie betrachtete Elfriede
ziemlich von oben herab und gönnte ihr kaum ein freund=
iches Aen. Der wbeldt wer eine deide ſeine ſtl
nung, deſſen Augen einen verdächtigen feuchten
Schi=
mer und deſſen Wangen und Naſe eine unverdächtiſe
Röte zeigten. Er bewegte ſich nur in großen Poſen und
ſprach auch in gewöhnlicher Unterhaltung ſtets mit dem
dramatiſchen Aplomb ſeiner Rollen. Die anderen Damen
bekümmerten ſich überhaupt nicht um Elfriede, ſondern
ſie ziſchelten und flüſterten im Hintergrunde, bis der
Regiſſeur mit einem Donnerwetter unter ſie fuhr.
Norbert begrüßte Elfriede mit einem ſüßlich=
ver=
traulichen Lächeln, und der gute Theaterdirektor a. D.
Brüggemann zeigte ihr ein herzliches Intereſſe.
Sie dürfen ſich durch dieſe Aeußerlichkeiten des
Handwerks nicht verwirren laſſen, mein liebes Fräulein,
ſagte er gutmütig. Jede Kunſt hat ihre häßliche
All=
tagsſeite. Ich bin überzeugt, Sie werden Ihre Sache
ſchon machen; trauen Sie einem alten Theaterpraktikus
— und dann ſollen Sie einmal ſehen, wie alle dieſe
Menſchen, die ſie jetzt mit feindſeligen Blicken betrachten,
Ihnen zu Füßen liegen. Und wenn Ihnen vor dieſer
Oede des leeren, dunklen Theaters graut, warten Sie nur,
bis Sie im ſtrahlenden Lampenlicht, vor einem
vollbe=
ſetzten Hauſe ſtehen, das Ihnen zujubelt — dann werden
Sie auch das Bewußtſein wiederfinden, daß es etwas
Großes und Schönes um unſere Kunſt iſt.
Schon nach einigen Proben hatte Elfriede ihre
Sicherheit und Ruhe wiedergewonnen und beruhigte
ihren Vater, der jetzt erregter als ſie ſelbſt war.
Einen Tag vor der Aufführung trafen auch
Elfrie=
dens Mutter und Schweſter in Neuenburg ein, Frau
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Juni 1912.
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Renihe brechte inen Brief den der Grohelen mis n.
dem dieſe ſchrieben, es ſei ihnen das Gerücht zu Ohren
gekommen, Elfriede wolle zur Bühne gehen. Wenn dies
Gerücht auf Wahrheit beruhte, ſo proteſtierten ſie
ener=
giſch gegen einen ſolchen Plan und würden die Hilfe der
Vormundſchaft anrufen.
Frau Martha war ſehr erregt über dieſes Schreiben,
Elfriede lächelte jedoch ruhig:
Ich bin zwanzig Jahre alt, erwiderte ſie, und weiß,
was ich zu tun habe. Selbſt die Vormundſchaft ſchreckt
mich nicht mehr. Und die Großeltern werden ſich ſchon
zufrieden geben, wenn ſie hören, daß ich unter Schutz
Ihrer Hoheit der Herzogin ſtehe. Jetzt kann ich nicht
mehr zurück und muß meinen Weg vorwärts gehen.
Auch Doktor Wendeborn meinte: Ja, jetzt iſt nichts
mehr zu ändern, wir müſſen den Dingen ihren Lauf
laſſen.
So nahte denn der große Abend heran. Das
Thea=
ter erſtrahlte im Glanze des elektriſchen Lichtes; der
Zu=
ſchauerraum war bis auf den letzten Platz beſetzt. In
der Herzoglichen Loge ſaßen der Herzog und die
Her=
zogin, ſowie zwei ältere Prinzeſſinnen, entfernte
Ver=
wandte des herzoglichen Hauſes. Die Hofloge war
an=
gefüllt mit den Würdenträgern des Hofes und der erſte
Rang zeigte einen würdigen Damenflor der höchſten
Ge=
ſellſchaft.
Eine lebhafte Unterhaltung wogte auf und nieder,
die erſt verſtummte, als der Kapellmeiſter zum Beginn
des Vorſpiels den Taktſtock erhob. Es war ein
öffent=
liches Geheimnis, daß dieſes Vorſpiel von dem Inten=
danten ſelbſt komponiert ſei, und jeder lauſchte mit
dop=
peltem Intgreſſe den weihevollen, ernſten Tönen der
Kompoſition, die die Stimmung in würdiger Weiſe auf
das Drama vorbereitete.
Sind Sie ruhig, Elfriede? fragte Ellerburg leiſe die
junge Künſtlerin, die, in einen dunklen Mantel gehüllt,
hinter den Kuliſſen ſtand.
Sie nickte ihm lächelnd zu. Ihre Augen keuchteten,
ihre Wangen glühten. Aber die Erregung war nur eine
äußerliche, im Innern ihrer Seele herrſchte eine erhabene
Ruhe, die ſie die äußere Aufregung überwinden ließ.
Im latzten Augenblick, fuhr er fort, hat meine
Mut=
ter meiner Bitte nachgegeben und iſt gekommen. Sie
ſitzt in meiner Loge und iſt ſehr geſpannt, Sie kennen zu
lernen. Sie unterhält ſich mit Ihrem Herrn Papa
wollen Sie ſie einmal ſehen?
Er führte ſie an das Guckloch am Vorhang. In der
Intendantenloge ſaß neben Wendeborn eine würdevolle
alte Dame, ganz in Schwarz gekleidet, auf dem
ſchnee=
weißen vollen Haar ein ſchwarzes Spitzenhäubchen.
Eine mehrreihige Perlenkette um den Hals, bildete den
einzigen Schmuck, den ſie trug. Das Antlitz zeigte eine
geſunde Friſche, die Augen jedoch blickten ernſt und
ge=
dankenvoll — es waren ganz die Augen ihres Sohnes.
Um den Mund machte ſich der Ausdruck eines gewiſſen
Stolzes bemerkbar, der jedoch bei dieſer durchaus
vor=
nehmen Erſcheinung nicht unangenehm berührte.
Aufatmend trat Elfriede von dem Vorhang zurück.
Sie verſtand jetzt den Grafen, daß er ſeine Mutter nicht
kränken konnte, indem er ihr vielleicht eine ihr
ungeeig=
nei erſcheinende Schwiegertochter zuführte,
Meine Mutter iſt ſtets überaus gütig und nachſichtig
gegen meine vielen Fehler geweſen, ſagte er wie
entſchul=
digend. Und dann hat ſie manchen Schmerz in ihrem
Leben erfahren, meine zwei Brüder ſind als junge
Offi=
ziere auf dem Schlachtfelde geblieben.
Die Glocke des Regiſſeurs ertönte. Der Graf reichte
Elfriede die Hand, die leiſe in der ihrigen erbebte.
Mut, Elfriede, flüſterte er ihr zu. Von Ihnen hängt
der Erfolg dieſes Abends ab.
Dann begab er ſich in ſeine Loge und Elfriede trat
in die Kuliſſen zurück.
Nehmen Sie Ihre Plätze ein! rief der Regiſſeur. Das
Vorſpiel iſt gleich zu Ende — bitte, etwas raſch!
Der erſte Auftritt zeigte die Szenerie einer
griechi=
ſchen Landſchaft. Im Hintergrunde türmten ſich Wald
und Felſen auf, von denen ſilberne Bergſtröme
herab=
rieſelten. Im Vordergrunde befand ſich eine
blumen=
überſäte Au, von Bäumen beſchattet. Dort, wo ſich
der Felſenhintergrund öffnete, ſchweifte der Blick auf die
Wogen des griechiſchen Meeres.
Klytia weilte, von ihren Geſpielinnen umgeben, am
Meeresſtrand. Auf dem Felſen hockte Pan, umringt von
zottigen Faunen.
Die ſtrahlende Sonne des Südens ruhte mit
gol=
digem Glanz über dem Bilde, das in zauberhafter
Mär=
chenſchönheit und Ruhe dalag.
Die letzten Töne des Vorſpieles verhallten und
langſam rollte der Vorhang empor. Ein Ausruf der
Bewunderung ging durch das Haus, dann trat lautloſe
Stille ein.
Seite 14.
Keine
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Juni 1912.
Nummer 143.
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am Montag, den 24. Jnni, abends 8½ Uhr, im „Kaiſerſaal” über:
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für Verbreitung von Volksbildung erhalten Karten zu ermäßigten
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Montag, den 24. Juni, abends 8½ Uhr, im Kaiſerſaal über:
„Das deutſche Volk und ſeine Schule”.
Dienstag und Mittwoch, nachmittags 4¼ Uhr,
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Kaſſe. Für Vereine bei größerer Beſtellung Ermäßigung.
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Heute Donnerstag, den 20. Juni 1912, abends 8 Uhr:
4. Donnerstags-Konzert
der vollständigen Kapelle des Großh. Leibgarde-Regts.
unter Leitung des Obermusikmeisters H. Hauske.
II. Abteilung: Richard Wagner.
Kriegsfanfaren und Königsgebet aus „Lohengrin‟. Einzug der
Götter in Walhall aus „Das Rheingold‟. Vorspiel zu „Die
Meistersinger von Nürnberg‟. Vorspiel zu „Parsifal‟.
Eintritt 50 Pfg Studierende und Militär 30 Pfg.,
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karten zu 4 Mk. im Verkehrsbüro und an der Abendkasse.
NB. Bei ungünstiger Witterung Streichkonzert im grossen
Saale nach besonderem Programm.
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unter gütiger Mitwirkung des preisgekrönten Männergeſangvereins
Konkordia, Dirigent Herr R. Etzold, ſowie der Kapelle der 61er,
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für Fremde 50 Pfg. à Perſon, von 8 Uhr ab 30 Pfg. à Perſon.
Mitgliedskarten bittet man an der Kaſſe vorzuzeigen.
Bei ungünſtiger Witterung findet die Veranſtaltung im
großen Saale ſtatt.
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Vorſitzenden Herrn Burggraf, Kaſinoſtraße 28, II., Herrn
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Juni 1912.
Nummer 143.
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Sicherung der Bauforderungen
Verſagung des Gewerbebetriebs.
* Das Reichsgeſetz über die Sicherung der
Baufor=
derungen iſt am 1. Juni 1909 in Kraft getreten, jedoch nur
mit dem erſten Teil.
Der zweite Teil, der gewiſſermaßen die Rute zum
erſten Teil darſtellen ſollte, kam nicht zur Einführung.
An Beſtrebungen aus Handwerks= und Gewerbekreiſen
hat es ſeither nicht gefehlt, die verlangten, daß auch der
zweite Teil zur Einführung gelangen möge. Die
Ein=
führung des zweiten Teils iſt jedoch von keiner
Bundes=
regierung befürwortet worden, und nach meiner Anſicht
auch mit vollem Recht. Dieſer Abſchnitt ſollte nur dort
in Kraft geſetzt werden, wo ein erheblicher Bauſchwindel
Platz gegriffen hat, dem auf andere Weiſe nicht wirkſam
entgegengetreten werden kann. Durch die in dieſem Teil
getroffenen Maßnahmen wird das Bauen nicht
unweſent=
lich verteuert, verzögert und erſchwert, daß es dem kleinen
Gewerbetreibenden nicht mehr möglich wird, überhaupt
Aufträge zu bekommen und die Herſtellung von Bauten
mehr in großkapitaliſtiſche Unternehmen übergeht.
Auch durch § 35 Abſ. 5 der Gewerbeordnung, Faſſung
vom 7. Januar 1907, und bei Beachtung des erſten
Ab=
ſchnitts des Geſetzes über die Lieferung der
Bauforder=
ung, kann der Bauſchwindel jetzt ſchon auf das wirkſamſte
bekämpft werden. Hierzu brauchen wir in Heſſen die
weitgehendſte Unterſtützung der behördlichen Organe,
be=
ſonders der Verwaltungsbehörden, bei Verſagung des
Gewerbebetriebes.
Nach einem Erlaß des Großh. Badiſchen
Miniſte=
riums vom 23. März 1907 können die Tatſachen, welche
die Unterſagung des Gewerbebetriebes als
Bauunterneh=
mer und Bauleiter, ſowie der Betrieb einzelner
Zweige des Baugewerbes, welche Unzuverläſſigkeit des
Gewerbetreibenden bedingen, ſowohl auf dem Gebiet der
beruflichen Sachkunde, als auf dem Gebiete der
morali=
ſchen und wirtſchaftlichen Sachkunde liegen.
Als unzuverläſſig im Sinne des § 36 Abſ. 1 der
Ge=
werbeordnung wird auch ein Baugewerbetreibender
an=
zuſehen ſein, der vorſätzlich wiederholt fahrläſſig der
Beſtimmung des § 1 des Geſetzes über die Sicherung der
Bauforderungen hinſichtlich der Verwendung des
Bau=
geldes handelt, oder den in §§ 2 und 3 ausgeſprochenen
Verpflichtungen zur Führung des Baubuches nicht in der
vorgeſchriebenen Weiſe nachkommt.
Beſteht begründeter Verdacht, daß ein
Baugewerbe=
treibender das Baugeld unbefugt verwendet oder das
Baubuch nicht oder nicht recht führt, ſo kann das
Verfah=
ren wegen Unterſagung des Gewerbebetriebes gegen ihn
eingeleitet werden, in dem Verfahren die Vorlage des
Baubuches verlangt und auf Grund der §§ 1 und 12 der
Verfahrungsordnung in Verbindung mit § 31 der
Pol. No. G. B. erzwungen werden. Mit dieſem Erlaß
wird eine wirkſame Handhabung für den erſten Abſchnitt
des Geſetzes gegeben.
Wenn jedoch die Führung des Baubuches und die
Kontrolle über die Verwendung der Baugelder eine
wirk=
ſame ſein ſoll, ſo muß eine weitere Beſtimmung gefordert
werden, daß irgend einer zuſtändigen amtlichen Stelle
die Kontrolle über die Baubücher übertragen wird und
daß die Nicht= oder nicht richtige Führung unter erhebliche
Geldſtrafen geſtellt wird.
Sport.
* Segelſport. Däniſcher Sieg im
Einton=
nerpokal. Die neunte Regatta um den Franzöſiſchen
Eintonnerpokal am Dienstag auf der Kieler Förde endete
mit dem Ueberraſchungsſiege der däniſchen Jacht
Nur=
dug II. Die Engländer ſtarteten mit Bunty weitaus als
Letzte, kreuzten ſich aber auf der Am=Wind=Tour an die
Spitze vor den Franzoſen, Dänen und Norwegern. Auf
den beiden Raumengängen wurde Bunty jedoch von den
Norwegern auf den zweiten Platz verdrängt, um dann
auf dem zweiten Kreuzgang in den Flauten liegen zu
blei=
ben. Die deutſche Jacht Windſpiel XVl verſegelte ſich auf
dieſer Strecke. Von den übrigen lagen die Franzoſen und
Norweger am letzten Markboot mit fünf Minuten vor den
Dänen. Die beiden Gegner ſchikanierten ſich dann jedoch
ſo lange, bis die Dänen als lachender Dritter mit
Nur=
dug II in Front waren und gewannen. Die einzelnen
Reſultate waren: 1. Nurdug II=Dänemark 2:50:56, 2.
Sansſouci=Frankreich 2:51:05, 3. Quo vadis=Norwegen
2:51:10, 4. Bunty=England 2:57113, 5. Neerlandia=
Hol=
land 3.02119, Windſpiel XVI=Deutſchland, eine halbe
Stunde zurück.
* Sonderzüge zu den Olympiſchen Spielen in
Stock=
holm. Wie die Königliche Eiſenbahndirektion Stettin
bekannt gibt, werden aus Anlaß der Olympiſchen Spiele
in Stockholm am 5. u. 12. Juli dieſes Jahres,
gegebenen=
falls auch an weiter zu veröffentlichenden Tagen,
Sonder=
züge zweiter und dritter Klaſſe zu ermäßigten Preiſen
von Berlin nach Stockholm abgelaſſen. Die Abfahrt von
Berlin (Stettiner Bahnhof) erfolgt um 6 Uhr 40 Min.
vormittags und die Ankunft in Stockholm am nächſten
Morgen um 8 Uhr 08 Min. Es werden einfache und
Rück=
fahrkarten ausgegeben, und zwar koſten Rückfahrkarten
Berlin-Stockholm zweiter Klaſſe 73,60 Mk., dritter Klaſſe
50,00 Mark. Die Rückfahrt kann mit jedem beliebigen
Zug innerhalb 60 Tagen erfolgen. Einfache Fahrkarten
koſten Berlin-Stockholm zweiter Klaſſe 25,00 Mark,
drit=
ter Klaſſe 18,80 Mark; Stettin-Stockholm zweiter Klaſſe
24,00 Mark, dritter Klaſſe 18,00 Mark; Stralſund-
Stock=
holm zweiter Klaſſe 19,20 Mark, dritter Klaſſe 14,80 Mark.
Bettkarten zweiter Klaſſe Trelleborg-Stockholm 6,50 Mk.
Zollabfertigung findet in Trelleborg ſtatt. Die Zahl der
Plätze iſt beſchränkt und Vorherbeſtellung ratſam.
Die=
ſelbe, wie auch die Reſervierung der Schlafwagenplätze
erfolgt nur durch das Schwediſche Reiſebureau, G. m. b.
H. in Berlin, Unter den Linden 22/23, unter gleichzeitiger
Einſendung des Betrages und der Portoſpeſen.
Landwirtſchaftliches.
Kurzer Getreidewoſchenbericht
der Preisberichtsſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrats
vom 11. bis 17. Juni.
Die rege Nachfrage Weſteuropas für greifbaren
Wei=
zen hat auch in der Berichtswoche angehalten, nament=
lich Frankreich trug mit ſeinen Anſprüchen weiter zu=
Befeſtigung der Marktlage bei. Hinzu kam, daß das ir
Weſteuropa herrſchende kühle und regneriſche
Wetter=
manche Beſorgniſſe erweckte. So verzeichnet der amtliche
Bericht für Ungarn infolge von Lagerung und Roſt eine
Verſchlechterung, auch in Oeſterreich droht Regenwetter
den bishr günſtigen Stand zu beeinträchtigen, und i;
Frankreich iſt der Wunſch nach warmer und trockener
Witterung um ſo dringlicher, als eine Verzögerung der
Ernte angeſichts der vollſtändigen Erſchöpfung der
Vor=
räte die ohnehin geſpannte Situation noch
verſchärfen=
würde. Zu ähnlichen Bedenken gab das unbeſtändige
Wetter der letzten Woche auch in Deutſchland
Veranlaſ=
ſung. Die Ernteausſichten ſind zwar weiter durchaus
befriedigend, aber auch hier würde eine Verſpätung nicht
ohne Einfluß auf die Geſchäftslage bleiben, denn das
Angebot im Inlande wird von Woche zu Woche
ſchwä=
cher. Dabei beſteht andanernd Nachfrage für
Export=
zwecke, und da anderſeits das Inland auf fremden
Weizen reflektiert, ſo macht ſich im Lieferungsgeſchäft
Deckungsbegehr geltend während Abgeber zurückhalten.
Wenn Juliweizen trotzdem nicht in gleichem Maße wie
greifbarer Inlandweizen anzog, ſo iſt dies dem
Um=
ſtand zuzuſchreiben, daß ſich ausländiſche Ware auf Baſis
des Julipreiſes heranziehen läßt. Für September fehlt
allerdings die Bezugsparität, was ſeinem Wert
gegen=
über den günſtigen Ernteausſichten eine Stütze bietet.
Auch für den knapp angebotenen Roggen zeigt ſich
allge=
mein gute Kaufluſt, was in Verbindung mit der
regneri=
ſchen Witterung dem Roggenmarkte ein feſtes Gepräge
verlieh. Hafer mußte angeſichts ſchleppenden Abſatzes
zunächſt weiter im Preiſe nachgeben, befeſtigte ſich aber
zuletzt, da die Provinz zum Schluß etwas mehr
Zu=
rückhaltung zeigte und verſchiedentlich über dünnen Stand
des Hafers berichtet wird. Gerſte zeigt bei beſſerem
Be=
darf ungefähr die gleichen Preiſe wie vor 8 Tagen. Für
Mais machte ſich nach einem weiteren Rückgang zuletzt
gleichfalls eine Befeſtigung bemerkbar, da Argentinien
mit ſeinen Offerten etwas mehr zurückhielt. Es ſtellten
ſich die Preiſe für inländiſches Getreide am letzten
Markttage wie folgt:
Roggen
Hafer
Weizen
193 (—
186
Königsberg.
188
191
.232
Danzig .
)193
192
.230
Stettin .
)190
194
.226
Poſen
194 (*2 ) 186
.227
Breslau .
199
206
Berlin
.232
5 ) 200 (*3 ) 207
Magdeburg .230
205 (*2 ) 218
.233 (4
Halle
.231 (* 3 ) 208 (*6 ) 215
Leipzig
*4 ) 210
.232 (* 5 ) 207
Dresden .
196
.225 (* 2 ) 188
Roſtock
212
200
Hamburg . . 228
215
203
Hannover . . 225
220
Frankfurt a. M. 237½ (* 2½) 207½
50
207½
Mannheim . . 245
222½
F 2½
91
225
Straßburg . . 240
2½) 207½
220
)227½
Stuttgart .247½
228
221
München . . 246
Weltmarktpreiſe: Weizen Berlin Juli 230,50 (*1),
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Sept. 207 (4- 1), Peſt Okt. 194,40
Juli 174,50 (—), Paris 266,60 (—7), Chicago Juli 162,90
— 6,30), Roggen: Berlin Juli 194,75 (*0,25), Sept.
174,50 (—0,75), Hafer: Berlin: Juli 190 (* 1,75), Sept.
169,75 (*0,25), Futtergerſte: Südruſſ. frei Hamburg
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Mai=Juni 112,50 (—).
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F Menzel
Orthopäd. Institut
Frankfurt a. M., Schillerstrasse 5.
Sprechstunden werden abgehalten in
Mannheim: Hotel Central,
Kaiser-Ring 28 (13329M
Samstag, den 22. Juni, 9—6 Uhr.
Interessenten erhalten Rat und
Auskunft kostenlos.