Darmstädter Tagblatt 1912


21. Mai 1912

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Der Reichstag nahm geſtern in erſter Leſung einen
Ergänzungsetat an, in welchem hauptſächlich die For=
derung
von 250000 Mark für eine Verſuchsanſtalt
für Luftſchiffahrt enthalten iſt.
Im preußiſchen Abgeordnetenhauſe kamen
geſtern die Anträge der Fortſchrittlichen Volkspartei
und der Nationalliberalen auf Reform des preu=
ßiſchen
Wahlrechts zur Verhandlung. Die Ver=
treter
der Regierung blieben der Verhandlung fern.
In Biſchofswerda wurde am Sonntag, am 150.
Geburtstage des Philoſophen J. G. Fichte, ſein
Denkmal enthüllt.
Der Geſetzentwurf der Regierung in Schweden über
die Einführung des Frauenſtimmrechts
wurde von der Erſten Kammer abgelehnt und iſt
damit gefallen.

Die Koſtendeckung für die Wehrvorlagen.

** Nachdem die Branntweinſteuerkommiſſion bei
ihren Beſchlüſſen über die Aufhebung der Liebesgabe
ſdas finanzielle Reſultat für das Reich ſo ſtark herab=
lgemindert
hatte, daß von den veranſchlagten 36 Millio=
nen
nur noch 18 Millionen für die Reichskaſſe als Mehr=
einnahme
verbleiben, lag der Budgetkommiſſion des
ichstags die Pflicht ob, geeignete Quellen ausfindig
i machen, aus denen die notwendigen Mittel zur vollen
Deckung der Koſten für die Wehrvorlagen geſchöpft wer=
den
könnten. Dieſer Pflicht iſt die Budgetkommiſſion
Runmehr gerecht geworden, und wenn das Plenum ſowie
die Regierungen den Vorſchlägen zuſtimmen, dann hat
es mit dem Gelde keine Not, es iſt reichlich vorhanden
wenigſtens für die erſten paar Jahre.
Bekanntlich hatte das Zentrum von vornherein die
Hinausſchiebung des Termins für die Herabſetzung der
Zuckerſteuer auf einige Jahre vorgeſchlagen, wodurch
das Reich 80 bis 100 Millionen Mark gewinnen würde.
Auf dieſer Grundlage iſt nun in der Budgetkom=
miſſion
zwiſchen Zentrum und National=
liberalen
ein Kompromiß zuſtande gekommen,
das die Hinausſchiebung der Zuckerſteuer=Ermäßigung
an die Bedingung der Einführung einer allge=
meinen
Beſitzſteuer knüpft, die ſpäteſtens am
1. Oktober 1916 in Kraft zu treten hat; jedenfalls aber
ſoll die ermäßigte Zuckerſteuer 6 Monate nach der Ein=
führung
der Beſitzſteuer Geltung erhalten. Dieſes Kom=
promiß
wurde in der Kommiſſion mit großer Mehrheit
fangenommen. Aber auch ein. Antrag der Fort=
iſchrittlichen
Volkspartei, den Erbſchaftsſteuerentwurf
vom Jahre 1909 wieder aufleben zu laſſen, erzielte eine
erhebliche Mehrheit, ſodaß die Regierung in der
glücklichen Lage ſich befindet, zur Beſchaffung der not=
wendigen
Mittel zwei Weege zur Verfügung
zu haben. Welchen Weg ſie gehen wird, darüber ſprach
fie ſich noch nicht aus. Der Hinausſchiebung der Zucker=
tſteuer
=Ermäßigung ſtimmt ſie zu, doch muß ſie ſich wegen
der Beſitzſteuer noch mit den Einzelſtaaten in Verbin=
fdung
ſetzen. Die Löſung der Beſitzſteuerfrage unter Be=
rückſichtigung
aller dabei in Betracht kommenden Inter=
eſſen
wird manche Schwierigkeiten zeitigen, und am ein=
fachſten
wäre es für die Reichsregierung, das Erbſchafts=
ſteuerprojekt
wieder aufzunehmen. Aber ihr dürfte der
Gedanke nicht ſympathiſch ſein, dieſe Steuer mit Hilfe
der Sozialdemokraten bewilligt zu erhalten.
Diſ im Plenum des Reichstags jetzt beginsnde
zweite Leſung der Deckungsvorlage wird
nun wohl Klarheit darüber bringen, wie die Mittel zu
beſchaffen ſind. Im nationalen Intereſſe würde ein ein=
mütiger
Beſchluß auch bei dieſer Gelegenheit erwünſcht
ſein.

Scheidemann als Erzieher.

* Unter dieſer Ueberſchrift ſchreibt die Köln. Ztg.:
Es iſt eine Binſenwahrheit, daß die Sache wichtiger
iſt als die Form, und wir Deutſche ſind ſo ſachlich, daß
wir für die ſchöne Geſte, wie ſie im öffentlichen Leben
der Romanen eine ſo ausgeprägte Rolle ſpielt, wenig
Verſtändnis haben. Aber wer unſere politiſchen Kämpfe
verfolgt und beobachtet, wie die Verrohung der Kampfes=
weiſe
die unnötige Hereinziehung des Perſönlichen und
die bewußte Verletzung der guten Form fortgeſchritten

iſt derart, daß es ſchwer hält, Reichstagskandidaten zu
finden, die ſich einem Wahlkampf, beſonders gegen die
Sozialdemokraten, ausſetzen wollen, dann möchte man
unſerem öffentlichen Leben doch recht ſehr eine ſorgfäl=
tigere
Beobachtung der guten Form wünſchen. Dieſer
Wunſch liegt beſonders nahe, ſeitdem die Sozialdemo=
kratie
ihre Kämpfe in einer Weiſe führt, die alles hinter
ſich läßt, was etwa von bürgerlichen Parteien gegen den
guten Ton in der Politik geſündigt worden iſt. Ganz
beſonders gilt das von der Kampfesweiſe innerhalb des
Parlaments. Für die bürgerlichen Parteien galt von
jeher und gilt heute noch, daß ſie Gepflogenheiten des
Wahlkampfes und der Volksverſammlungsdebatte nicht
in das Parlament hineintragen, in der richtigen Er=
kenntnis
, daß gerade im Parlament die Form, in der
die Meinungen vertreten und die parteipolitiſchen Ziele
verfolgt werden, durchaus nicht gleichgültig iſt. Die
Sozialdemokraten haben ſich die Fälle Borchardt und
Scheidemann beweiſen das eine Parlamentstaktik zu=
gelegt
, deren Leitmotiv iſt: was ſelbſt für eine Volks=
verſammlung
zu ſtark wäre, iſt für das Parlament gerade
recht. Was wir bisher an Beiſpielen dieſer Taktik er=
lebt
haben. zeigt deutlich, daß die Verletzung der an=
ſtändigen
Form, in ein Syſtem gebracht und zu agita=
toriſchen
Zwecken verwandt, tief einſchneidende ſachliche
Wirkungen hat. Die Sozialdemokratie verſpricht ſich
von dieſem Syſtem günſtige Erfolge. Sie hofft, ihre
Anhänger und Mitläufer in das immer leidenſchaftlichere
Verlangen nach Reformen im äußerſten demokratiſchen
Sinne hineinzuhetzen. Darum folgt auch der parlamen=
tariſchen
Rüpelzene immer prompt das Nachſpiel der
Aufrufe und Proteſtverſammlungen. Ob die gewünſch=
ten
Erfolge reſtlos eintreten werden, glauben wir nicht,
denn es hängt immerhin von der größeren oder gerin=
geren
politiſchen Reife derer ab, die aus Verärgerung
neuerdings die ſozialdemokratiſche Wählerarmee haben
anſchwellen laſſen. Eine Wirkung iſt aber ſicher voraus=
zuſehen
; daß der Parlamentarismus, die ſachliche Arbeit
im Reichs= und Landtage, aufs ſchwerſte geſchädigt wird,
wenn das üble Spiel ſo weitergeht. Die wohlüberlegte
Taktik der Genoſſen wird ſa weder im Landtag noch im
Reichstag bei den Spektakelſtücken haltmachen, die wir
bisher erlebt haben. Es iſt ja Syſtem in der Sache. Die
Spektakelſzenen waren kühl geplant, in wohlberechneter
Steigerung durchgeführt, und während die Anhänger im
Lande glauben, daß das, was ſie bewundernd im Parla=
mentsbericht
leſen, der Ausdruck edlen Zornes iſt, haben
die Drahtzieher im ſtillen Kämmerlein bereits den
flammenden Proteſt vorbereitet, der ſich gegen das
Echo richtet, das die Rüpeleien der agierenden Genoſſen
finden werden.
Aber wenn nicht alles trügt, hat man im deutſchen
Volke zu merken angefangen, welche ſchlimme ſachliche
Wirkung die bewußte Verletzung des guten Tones im
Parlament durch die Genoſſen hat. Die Wirkung beſteht,
kurz geſagt, in einer Schädigung der parlamentariſchen
Arbeit, an deren ungeſtörtem würdigen Verlauf alle
Staatsbürger gleichmäßig intereſſiert ſind. Sie beſteht
darin, daß mit der Empörung, die heute wohl das ge=
ſamte
deutſche Bürgertum empfindet, auch die reakionäre
Parlamensgeanerſchaft geweckt wird und vor allem, daß
die Bereitwilliakeit, das preußiſche Landtagswahlrecht
im modernen Sinne umzugeſtalten, erſchüttert wird. Es
iſt eine eindrucksvolle Lehre für die Bedeutung des gu=
ten
Tones und der Anſtändigkeit in den parlamentari=
ſchen
Verhandlungen, die uns jetzt wieder Scheidemann
erteilt hat. Wir glauben aber auszuſprechen, was heute
das ganze deutſche Bürgertum empfindet, wenn wir ſa=
gen
: Jetzt iſt es genug! Das deutſche Bürgertum wird
einia ſein im Schutze des wertvollen Gutes, das die So=
zialdemokraten
bewußt zu ſchädigen ſtreben: der würdi=
gen
Führung unſerer parlamentariſchen Geſchäfte.
Wir möchten die Worte des vorſtehenden Artikels
unterſtreichen, die den Erfolg des ſozialdemokratiſchen
Syſtems nämlich durch Lärmſzenen in den Parlamen=
ſten
Agitationsſtoff für Demonſtrationsverſammlungen
zu ſchaffen von der politiſchen Reife der Wähler ab=
hängig
machen. Den Optimismus ſoll man ja nie ver=
lieren
. Auch wir haben nach den Reichstagswahlen der
Hoffnung Ausdruck gegeben, daß das Gros der Wähler
mit der Zeit zu einer höheren Auffaſſung der Wahlpflicht
erzogen werden möge. Hoffen kann und ſoll man ja im=
mer
Auch iſt Hoffen ja ſo ſüß.

Der Kampf um die Herrſchaft in den
Lüften.

** Einen feſſelnden und lehrreichen Ueberblick über
die Stellung der einzelnen Nationen in dem Kampf um
die Herrſchaft in den Lüften gibt ein ſoeben in London
erſchienenes Werk von Fred T. Jane, in dem es der Ver=
faſſer
unternimmt, die Fortſchritte der einzelnen Länder
auf dem Gebiete des Flugweſens miteinander zu ver=
gleichen
.
Nach den Angaben Janes beſaß die Welt am Ende
des vergangenen Jahres bereits mehr als 2000 Flug=
zeuge
, ja ſelbſt das ſonſt den Fortſchritten moderner Tech=
nik
nur ſchwerfällig nachkommende Ehina verfügtüber

drei Flugzeuge, von denen eines der Armee gehört, wäh=
rend
zwei Privateigentum ſind, eines davon Eigentum
des Prinzen Tſai Tao. Auch Japan iſt auf dem Wege,
den Vorſprung der großen europäiſchen Nationen zu ver=
kleinern
; die japaniſche Armee verfügt bereits über zehn
Flugzeuge, die Marine über vier Aeroplane, aber einſt=
weilen
herrſcht im Lande der aufgehenden Sonne noch
ein Mangel an ausgebildeten Piloten, denn im Heere
ſind für die zehn verfügbaren Flugzeuge bisher nur vier
Offiziere als Flieger ausgebildet. An der Spitze der
Nationen ſteht auf dem Gebiete des Flugweſens Frank=
reich
, das im Heere bereits über 259 Flugzeuge verfügt,
während die Geſamtzahl der Aeroplane, die privaten
inbegriffen, nicht weniger als 682 beträgt. Die Zahlen
für Amerika ſind zwar noch höher, aber der Verfaſſer
bezeichnet ſie als durchaus unzuverläſſig, denn unter den
angegebenen 750 Flugmaſchinen der Vereinigten Staa=
ten
ſind nur 174 wirtlich als praktiſch leiſtungsfähig er=
probt
; die meiſten anderen ſind überhaupt nie aufgeſtie=
gen
und viele ſind nicht einmal mit Motoren ausgerüſtet.
Intereſſant iſt aber die Feſtſtellung, daß Großbritannien
Deutſchland, was die Zahl der ausgebildeten Piloten
betrifft, bereits überflügelt hat und, von Amerika abge=
ſehen
, an zweiter Stelle ſteht. Eine auf genauen Feſt=
ſtellungen
und Angaben ſich aufbauende Tabelle gibt
einen intereſſanten Ueberblick über das Verhältnis des
Flugweſens der wichtigſten Nationen.

Flugzeuge
Piloten
5 55 22.
China
Großbritan. . 23
130 159 57 31 167 255
Frankreich . 259
422 682 161 10 400 573
Deutſchland . 46
100 148 50 2 101 161
.32
Stalien.
50 76 31
36 71
10
16
Japan .
3 11
50 150
90
41 69
Rußland .
Ver. Staaten 3 2 750 755 11
3 301 315

Im aktiven Heeresdienſt beſitzt alſo nach Frankreich
Rußland die größte Anzahl von Flugzeugen, aber merk=
würdigerweiſe
zu gleicher Zeit viel zu wenig Piloten. In
England iſt das Verhältnis umgekehrt: die Arme ve=
fügte
am 31. Dezember 1911 über 23 Flugzeuge und 57
ausgebildete Piloten. Intereſſant iſt die Mitteilung,
daß die engliſche Regierung in dieſem Jahre für mili=
täriſche
Zwecke ein Königliches Fliegerkorps bilden
will, das 131 Flugzeuge und ebenſo viel Piloten umfaſ=
ſen
ſoll. In Frankreich hat man mit dem Bau eines
Aerodroms für Marineflieger in der Nähe von Toulon
bereits begonnen.

Deutſches Reich.

Reichseiſenbahngemeinſſchafft. In
der Zweiten ſächſiſchen Kammer kam der Finanzminiſter
von Seydewitz bei der Beratung des Eiſenbahn=Etats
auf die Frage der Reichseiſenbahngemeinſchaft zu ſpre=
chen
und erklärte, dieſe ſei gegenwärtig ohne jede prak=
tiſche
Bedeutung, weil die preußiſche Regierung erſt vor
kurzem unzweideutig ausgeſprochen habe, daß die
preußiſche Finanzverwaltung ganz außer Stande ſein
würde, einem Antrage auf Uebergang der preußiſchen
Staatseiſenbahnen auf das Reich näher zu treten. Es
beſtehe eine vollkommene Uebereinſtimmung zwiſchen der
Auffaſſung der preußiſchen und der ſächſiſchen Regierung.
Bei einer Ablehnung der Reichseiſenbahngemeinſchaft
durch Preußen könne an eine Ausführung des Gedan
kens durch Sachſen nicht ernſtlich gedacht werden.
Alſtnationalliberaler Reichsver=
band
. Die Nationalliberale Korreſpondenz meldet:
Herr Generalſekretär Fuhrmann iſt unter Niederlegung
ſeines Parteiamtes als geſchäftsführendes Vorſtands=
mitglied
in die Leitung des ſoeben begründeten Alt=
nationalliberalen
Reichsverbandes eingetreten. Bei
dieſer Gelegenheit erfährt man alſo den Namen der
neuen Gruppe, die ſich unter Führung Friedbergs inner=
halb
der Partei gebildet hat.
Beleidigung von Parlamenten. Un=
ſere
parlamentariſchen Körperſchaften haben bisher im
allgemeinen den Grundſatz verfolgt, gegen ſie gerichtete
Beleidigungen nicht verfolgen zu laſſen. Die Geſchäfts=
ordnungskommiſſion
des preußiſchen Abgeordnetenhau=
ſes
iſt nunmehr von dieſem Grundſatz abgewichen und
hat die Staatsanwaltſchaft zur Einleitung des Verfah=
rens
gegen den verantwortlichen Redakteur des Vor=
wärts
wegen eines das Abgeordnetenhaus beſchimpfen=
den
Artikels ermächtigt. In der Kommiſſion wurde die
Anſicht ausgeſprochen, daß das Abgeordnetenhaus in der
Regel über Beleidigungen durch die Preſſe erhaben ſei,
daß aber Beſchimpfungen, wie ſie in dem zur Frage
ſtehenden Artikel enthalten ſeien, gerichtlich verfolgt wer=
den
müßten. Von derſelben Kommiſſion wurde die Ge=

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 21. Mai 1912.

Nummer 118,

nehmigung zur gerichtlichen Verfolgung der Abgeord=
neten
Borchardt und Leinert wegen Hausfriedensbruchs
und Widerſtandes gegen die Staatsgewalt beſchloſſen,
damit eine baldige Klärung der Rechtslage erfolgen
könne. Beide Beſchlüſſe erfolgten mit großer Mehrheit
gegen die freiſinnigen Kommiſſionsmitglieder
Die Grafenſtadener Angelegenheit.
Der Gemeinderat der Kommune Grafenſtaden hat nun
auch die Angelegenheit der Grafenſtadener Fabrik zum
Gegenſtand ſeiner Verhandlungen gemacht. Der Bürger=
meiſter
wurde von einigen Ratsherren förmlich inter=
pelliert
, lehnte aber jede Verantwortung vor dem Ge=
meinderat
ab, da er der Regierung in ſeiner Eigenſchaft
als Vorſtand der Ortspolizeibehörde amtliche Auskunft
erteilen müßte. In dieſer Eigenſchaft ſei er aber vor
dem Gemeinderat nicht verantwortlich. Es wurde
ſchließlich eine Reſolution angenommen, der Gemeinde=
rat
möge die Regierung erſuchen, darauf hinzuwirken,
daß im Intereſſe der Arbeiterſchaft der Streit ſobald als
möglich erledigt werde.
Die Volksverſſichgfrung der ſoziall=
demokratiſchen
Gewerkſchaften. Schon ſeit
geraumer Zeit beſteht bei den ſozialdemokratiſchen Ge=
werkſchaften
der Plan, eine Volksverſicherung einzuführen
und ſich dadurch eine neue Machtſphäre zu ſchaffen. Die=
ſer
Plan iſt nunmehr in greifbare Nähe gerückt.
Auf dem vorjährigen Kongreſſe der freien Gewerk=
ſchaften
wurde die Einführung einer ſolchen Volksver=
ſicherung
mit Wochenbeiträgen beraten. Die Verſiche=
rungskaſſe
iſt als gemeinſames Unternehmen der Konſum=
vereine
und der ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaften ge=
plant
. Nach Mitteilungen des Korreſpondenzblattes
der Generalkommiſſion ſoll es Aufgabe dieſer Verſiche=
rung
ſein, den Mitgliedern der Gewerlſchaften und Ge=
noſſenſchaften
und deren Familienangehörigen Unter=
ſtützung
in Fällen des Todes und des Alters, der Kin=
derverſorgung
uſw. zu gewähren, alſo Aufgaben, die bis=
her
von den Lebensverſicherungsgeſellſchaften erfüllt
wurden. Die Gewerkſchaften und Genoſſenſchaften haben
ſich entſchloſſen, die Form einer Aktiengeſellſchaft zu
wählen. Eine Konferenz der Vertreter der Verbandsvor=
ſtände
der Gewerkſchaften, welche Ende März d. J. in
Berlin ſtattfand, hat nun den von einer Kommiſſion
ausgearbeiteten Geſellſchaftsvertrag und die Verſiche=
rungsbedingungen
angenommen und den Vorſtand und
Aufſichtsrat bereits gewählt. Im Arbeitgeber, Mittei=
lungen
der Hauptſtelle Deutſcher Arbeitgeberverbände,
weiſt Dr. Zahnbrecher=Nürnberg auf die Bedeutung die=
ſer
ſozialdemokratiſchen Volksverſicherung hin und
ſchreibt unter anderem: Es iſt geplant, zu dem bereits
vorhandenen Heere der ſozialdemokratiſchen Angeſtellten
eine weitere gewaltige Organiſation zu fügen, um ver=
dienten
Agitatoren Poſten zu verſchaffen, welche vielleicht
in der Krankenverſicherung nicht mehr in dem Umfange
wie bisher zu erlangen ſind Wenn die ſozialdemo=
kratiſchen
Organiſationen, Parteiunternehmungen. Ge=
werkſchaften
und Konſumgenoſſenſchaften eine Volksver=
ſicherungs
=Aktiengeſellſchaft gründen, ſo bedeutet das
eine ganz ungeheure Vermehrung der Machtmittel der
ſſozialdemokratiſchen Partei. Denn mit den Ueber=
ſchüſſen
können die Aktionäre, alſo doch wohl die ſozial=
demokratiſchen
Genoſſenſchaften und Gewerkſchaften,
machen, was ſie wollen, und die verſicherten Angehörigen
der Partei werden wahrſcheinlich keine Einwendungen
gegen eine große Aktionär=Dividende erheben, weil dieſe
angeblich zu guten Parteizwecken verwandt wird.
Es wird der Prüfung der zuſtändigen Behörden unterlie=
gen
, ob die Uebernahme von Volksverſicherung durch poli=
tiſche
Organiſationen nach unſeren Geſetzen überhaupt
zuläſſig iſt.

Ausland.

Frankreich.
Die Deputiertenkammer, die heute Diens=
tag
wieder zuſammentritt, wird am Donnerstag die
Präſidentenwahl vornehmen. Als Kandidch) für das
Amt des verſtorbenen Briſſon wird neben dem Marine=
miniſter
Delcaſſé und dem Vizepräſidenten der Kammer
Etienne auch Paul Deschanel genannt.

Die Munizipalwahlen fanden am Sonntag
im größten Teile der Gemeinden Frankreichs ſtatt. Ske
verliefen ohne Zwiſchenfall.
Zu den ſpaniſch=franzöſiſchen Ma=
rokkoverhandlungen
wird gemeldet: Die ſpa=
niſche
Regierung habe ſich gegen den engliſchen Vorſchlag
betreffend die Aufteilung des Uergagebietes hauptſäch=
lich
deshalb ausgeſprochen, weil dadurch eine zweckent=
ſprechende
Verbindung zwiſchen Spaniſch=Gharb und den
Rifzonen verhindert würde. Poincaré hatte diesbezüg=
lich
eine Unterredung mit dem engliſchen Botſchafter in
Paris, Bertie, und ſoll die Bereitwilligkeit ausgedrückt
haben, durch eine an Ort und Stelle vorzunehmende
Prüfung feſtſtellen zu laſſen, ob der ſpaniſche Einwand
begründet ſei.
Der Geſetzentwurf betr. die Verbin=
dung
ſämtlicher Kolonien Frankreichs
mittels drahtloſer Telegrapie der vom
Kolonialminiſter eingebracht worden iſt, dürfte eine Aus=
gabe
von 8 bis 10 Millinnen erfordern, die auf 5 Jahre
verteilt werden ſollen.
Schweden.
Das Frauenwahlrecht verworfen. Die
Erſte Kammer verwarf nach langer Debatte mit 86 ge=
gen
58 Stimmen den Geſetzentwurf der Regierung über
die Einführung des Frauenwahlrechts zum Parlament
Die Zweite Kammer nahm dagegen nach längerer De=
batte
den Geſetzentwurf mit 140 gegen 66 Stimmen an.
Der Geſetzentwurf iſt damit für diesmal verworfen.
Türkei.
Die Kammer begann die Debatte über den
Adreßentwurf. Der Adreßentwurf betont bezüglich des
Krieges, daß die Ottomanen, die wünſchen, ein wichtiger
Faktor des Weltfriedens zu ſein, die Fortſetzung und
Ausdehnung des Krieges bedauern. Aber die ottomani=
ſche
Nation, der vor allem ihre Rechte und ihre Souverä=
nität
heilig ſeien, verharre in der hartnäckigen Verteidi=
gung
der nationalen Rechte des Vaterlandes. Der
zweite Präſident des Kriminalgerichts, ein Unterſu=
chungsrichter
und einige Gerichtsbeamten aus Chios, die
ihre Aemter aus Furcht vor einem italieniſchen Angriff
verließen, wurden abgeſetzt. Die Regierung brachte in
der Kammer über hundert Geſetzentwürfe ein, darunter
eine Abänderung des Artikels 35 der Verfaſſung betref=
fend
die Kammerauflöſung und Artikels 43 betreffend
die Beſchränkung der Kammerſeſſion auf 4 Monate und
Erhöhung der Diäten für die Deputierten auf vierhundert
Pfund jährlich, ferner das Budget des laufenden Jahres.
Die nächſte Sitzung findet vorausſichtlich am 24. Mai
ſtatt.
Vereinigte Staaten.
Angehaltener Dampfer. Amerikaniſche
Beamte hielten den unter engliſcher Flagge fahrenden
Dampfer Santona an, der der Verletzung der Prokla=
mation
des Präſidenten Taft über die Verſchiffung von
Waffen und Munition nach Mexiko beſchuldigt wird.
Santona war unter Segel, als ſie angehalten wurde.
Man fand auf ihr 110000 Patronen.

* London, 20. Mai. Die Gewerkſchaft der
Leichtermänner der Themſe hat geſtern den
Ausſtand bei einer Reihe von Geſellſchaften beſchloſſen.
Es handelt ſich zunächſt um 56000 Mann. Urſache des
Streiks iſt die Entlaſſung von 2000 Mann, die ſich gewei=
gert
hatten, die Güter einer Leichtergeſellſchaft auszu=
laden
, weil der Vorarbeiter nicht ihrer Gewerkſchaft an=
gehörte
. Es ſcheint nicht ausgeſchloſſen, daß der Streik
ſich weiter ausdehnt. Heute wird der Vorſtand des
Transportarbeiterverbandes zu der Frage Stellung
nehmen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 21. Mai.

* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den ſtändigen Hilfsarbeitern bei der Abteilung
für Finanzwirtſchaft und Eiſenbahnweſen des Miniſte=
riums
der Finanzen, Oberfinanzaſſeſſor Theodor Ulrich
und Oberfinanzaſſeſſor Dr. Franz Michel, den Charakter
als Finanzrat ferner dem Diener am Römiſch=
Germaniſchen Zentralmuſeum in Mainz Johann Traut=
wein
das Allgemeine Ehrenzeichen für 50 jährige treue
Dienſte am Bande des Verdienſtordens Philipps de=
Großmütigen.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Adolf Steffen aus Hinzerath (Preußen) eine Lehrer=
ſtelle
an der Gemeindeſchule zu Lorſch, Kreis Bensheim
* Zurückgenommen wurde die Verſetzung de=
Lehrers Heinrich Hebell von Fleſchenbach, Kreis
Lauterbach, nach Reichlos, in demſelben Kreiſe, und be=
ſchloſſen
, ihn bis auf weiteres auf ſeiner ſeitherigen Stelle
zu belaſſen.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 11 von
20. Mai hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung, Ver=
meſſungen
und Vorarbeiten für eine normalſpurige Eiſen=
bahn
von Rüdesheim nach Sarmsheim (Nahebahn) be=
treffend
. 2. Ueberſicht über die von Großh. Miniſterium
des Innern für das Rechnungsjahr 1912 zur Beſtreitun
der Kommunalbedürfniſſe in den Landgemeinden des
Kreiſes Gießen genehmigten Umlagen. 3. Ueberſicht der
von Großh. Miniſterium des Innern für das Etatsjahr=
1912 (Rj.) genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Kommunalbedürfniſſe in den Landgemeinden des Kreiſes
Offenbach. 4. Ueberſicht über die für 1912 zur Erhebung=
genehmigten
Umlagen der Stadt Worms. Ueberſicht der
von Großh. Miniſterium des Innern für das Rechnungs=
jahr
1912 genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Kommunalbedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemein=
den
des Kreiſes Bingen. 6. Namensveränderung. 7. Nach=
weis
der Befähigung zur Uebernahme eines Kirchen=
amts
.
* Poſtkartenwoche der Großherzogin. Wohltätige
und gemeinnützige Vereine unſeres Kreiſes werden
darauf aufmerkſam gemacht, daß ſie beim Verkauf der
Poſtkarten und Bilder der Poſtkartenwoche einen erheb=
lichen
Rabatt erhalten, der ihrem Vereinsvermögen
zukommt. Der Rabatt beträgt 2 Pfg. pro Poſtkarte und
30 Pfg. pro Wohlfahrtsbild. Dieſen Rabatt er=
halten
nunmehr auch die Vereine in den=
großen
Städten ſowie Detailliſten in Stadt und
Land. Alle Beſtellungen erfolgen beim Kreiskomitee
unſeres Kreiſes (Adreſſe Kreisamt). Die Beſtellung muß
jedoch bald erfolgen; ſpätere Beſtellungen können event
nur teilweiſe berückſichtigt werden.
Es ſei hiermit darauf aufmerkſam gemacht, daß=
Proben von Bildern (Aufnahmen des Großh. Paares
und der Prinzen) und Poſtkarten zur Poſtkartenwoche
der Großherzogin in der Auslage unſerer Expedition,in
Bergſträßers Hofbuchhandlung und im Laden des Heurn
v. Lyncker, Ecke Hügel= und Wilhelminenſtraße, ausgelegt,
ſind. Der Verkauf findet nur in der Poſtkartenwoche
und nachher ſtatt.
Prorinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 1. Juni, vormittags
9½ Uhr, lautet: Klage des Rhein. Landarmenverbands
zu Düſſeldorf gegen den Ortsarmenverband Gernshein=
Klage des Ortsarmenverbands Darmſtadt gegen
Landarmenverband Heppenheim. Enteignuna desen
ländes der Witwe Treſer in Neuſtadt i. O. fürd
Bahnbau Höchſt=Aſchaffenburg. Desgl. des Wilhel
Schwöbel in Raibreitenbach.
-g. Ausloſung der Geſchworenenliſte. Fürdie
am Montag, den 3. Juni, vormittags 9½ Uhr,ben
ginnende zweite diesjährige Schwurgerichtsperiode ſind=
geſtern
folgende Herren ausgeloſt worden: Landwirt
Johann Adam Fey in Goddelau; Landwirt Adam=
Reinheimer in Bauſchheim: Kommerzienrat Guſtav=
Hickler in Darmſtadt; Architekt Rudolf Drott in
Darmſtadt: Kaufmann Karl Arnheiter in Darm=
ſtadt
; Holzhändler Oswald Keller in Offenbach;
Fabrikant Karl Lippmann in Offenbach; Rentner=
Wilhelm Luft in Neu=Iſenburg; Landwirt Friedrich=
Bertermann in Biebesheim; Arnold v. Hof
mann. Major a. D. in Darmſtadt: Hofbuchhändler
Ernſt Schlapp in Darmſtadt; Landwirt Philipp
Diehl II. in Klein=Hauſen; Landwirt Philipp Traut=
mann
II. in Böllſtein; Rentner Theodor v. Lyncker
in Darmſtadt; Rentner Chriſtian Bleß I. in Viern=
heim
; Kaufmann Ferdinand Kupfer in Sprendlingen;
2

Europas höchſte Eiſenbahn.

** Die moderne Technik wird in nächſter Zeit einen
neuen Triumph feiern können, der von vielen Freunden
der Alpenwelt freudig willkommen geheißen wird: in den
kommenden Monaten wird die letzte Etappe der Jung=
ffraubahn
, die ſchon bisher die höchſte Bahn Europas
war, vollendet. Die im Jahre 1898 eröffnete Bahn des
Gorner Grats konnte bis zum Jahre 1906 den Ruhm
für ſich in Anſpruch nehmen, die höchſte Alpenbahn zu
ſein, denn ſie führte ihre Reiſenden bis zu einer Höhe von
über 3009 Meter empor und eröffnete den Blicken ein
unvergleichliches Gletſcherpanorama. Aber ſie mußte
ſchließlich ihren europäiſchen Höhenrekord der Jungfrau=
bahn
abtreten, die 1906 ihre bisherige Endſtation Eismeer
in einer Höhe von 3361 Meter eröffnete. Schon dieſe
Leiſtung, die nun mit der bevorſtehenden Vollendung der
neuen Etappe bei weitem überboten wird, war ein ehren=
volles
Zeugnis für die Leiſtungen, die die moderne Tech=
nik
und menſchliche Tatkraft in zähem Kampfe erringen
konnten.
Der Plan der Jungfraubahn iſt heute zwanzig Jahre
alt, und als damals der Züricher Ingenieur Adolf Guyer=
Zeller mit ſeiner kühnen Idee hervortrat, hielten viele
das Projekt für einen phantaſtiſchen Traum, der praktiſch
nie durchzuführen ſei. Aber die Ausführung des Planes
wurde trotzdem begonnen und ſteht nun endlich vor ſeiner
Vollendung. Im Jahre 1897 begannen die erſten Arbei=
ten
; die jetzt in Betrieb befindliche Linie hat eine Länge
von kaum 10 Kilometer; aber ihre Tracierung und ihr
Bau wurden unter den ſchwierigſten Umſtänden, die bis=
her
einem Bahnbau gegenüberſtanden, programmäßig
durchgeführt. Der größte Teil der Strecke verläuft be=
kanntlich
unterirdiſch: der in einem mächtigen Bogen ſich
emporwölbende Tunnelbau konnte nur von der einen Seite
aus in Angriff genommen werden und auf einer kurzen
Strecke war eine Niveauerhöhung von nicht weniger als
1500 Metern zu bewältigen. Schon die erſten Stationen
gewähren prachtvolle Ausblicke auf die mächtigen Gletſcher=
kegel
des Eiger und auf das Grindelwald=Tal. In die=
ſſem
Jahre nun wird die Jungfraubahn ihren eigenen
Beſarb=brichen. Alte neue Endſtatign, die demmäichſt feier=

lich eingeweiht wird, liegt in einer Höhe von 3457
Meter. Sie führt uns auf die Einſenkung, die die bei=
den
gewaltigen Fels= und Schneekoloſſe trennt: die Jung=
frau
und den Mönch. Hier dehnt ſich eine mächtige Eis=
ebene
, von der aus der Blick nordwärts in das tief unten
liegende Tal von Grindelwald hinabſchweift; im Süden
über erhebt ſich der gewaltigſte Kranz von Gletſchern
Euröpas, umrahmt von ſteil emporſtrebenden Eistürmen,
in deren Mitte ſich das Aletſchhorn, der größte Glet=
ſcher
Europas, emportürmt. Von dieſer Stelle aus,
die man nun bald in bequemer Bahnfahrt mühelos er=
reicht
, werden tüchtige Alpiniſten in weniger als vier
Stunden den Gipfel der Jungfrau erreichen
oder auf der Walliſer Seite zur Konkordiahütte abſteigen
können. Ein kühner Plan ſieht noch eine weitere Verlänge=
rung
der Jungfraubahn vor: man will die Bahn bis zum
Gipfel der Jungfrau ſelbſt emporführen, wo dann, etwa
70 Meter unter dem höchſten Punkt des berühmten Ber=
ges
, die Bahnſtrecke endet. Die Linie müßte dabei ihren
Weg durch Felſen nehmen; ein Aufzug würde dann die
Touriſten zu dem höchſten Gipfel der Jungfrau empor=
tragen
: zu einer Höhe von 4166 Meter über dem Meeres=
ſpiegel
. Aber ob dieſe letzte Abſicht durchgeführt und ſo=
fort
in Angriff genommen wird, ſteht einſtweilen noch
nicht feſt.
Die Beſtrebungen, die majeſtätiſche Schönheit der
Gletſcherwelt den Naturfreunden möglichſt gefahrlos zu=
gänglich
zu machen, werden in dieſem Jahre noch einen
zweiten Erfolg feiern können: in den nächſten Wochen
wird auch eine neue Etappe der Mont Blac=Bahn,
die bisher am Col de Voza endete, feſtlich dem Betrieb
übergeben werden können. Die neue Endſtation liegt in
der Nähe des Gletſchers von Bionnaſſay in einer Höhe
von 2400 Meter. Dann werden die Arbeiten ſofort wei=
tergeführt
, bis der definitive Endpunkt der Bahn erreicht
iſt. Nach dem Plane ſoll die Mont Blanc=Bahn auf dem
Gipfel der Aiguille du Goüter enden, in der ſtattlichen
Höhe von 3820 Meter, alſo ungefähr 1000 Meter unter
dem höchſten Punkt des Mont Blanc=Maſſivs.

Feuilleton.

* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Mahlers Achte
Sinfonie in Berlin. Im Zirkus Schumann zu
Berlin gelangte am Freitag Mahlers Achte Sinfonie zur
Aufführung. Die Blätter äußern ſich in auffallender
Uebereinſtimmung dahin, daß die Wirkung der Auf=
führung
die man bei dem Rieſenaufgebot von tauſend
Mitwirkenden erwartete, ausgeblieben ſei.
Spielplan der Frankfurter Theater.
1. Opernhaus. Dienstag, 21. Mai: Undine‟
Mittwoch, 22.: Fräulein Teufel‟. Donnerstag, 23.:
Lohengrin. Freitag, 24.: Alt=Wien‟ Samstag, 25.:
Margarete. Sonntag, 26.: Der Troubadour. Mon=
tag
, 27.: Tannhäuſer‟ Dienstag, 28.: Die Fledermaus.
Schauſpielhaus. Dienstag, 21. Mai, zum erſten
Male (Uraufführung): Prophet Pereival‟ Drama in
3 Akten von Melchior Lengyel Mittwoch, 22.: Prophet
Percival‟. Donnerstag, 23.: Glaube und Heimat. Frei=
tag
, 24.: Götz von Berlichingen. Samstag, 25.: Pro=
phet
Percival. Sonntag, 26.: Prophet Percival.
Montag, 27.: Madame Sans=Géne‟ Dienstag, 28.
Alt=Heidelberg‟ 3. Neues Theater. Dienstag,
21. Mai: Die Ahnengalerie Mittwoch, 22.: Das
Leutnantsmündel‟. Donnerstag, 23.: Das Leutnants=
mündel
. Freitag, 24.: Der Leibgardiſt Samstag, 25.:
Das Leutnantsmündel Sonntag 26. ½4 Uhr, Meyers.
8 Uhr. *Das Leutnantsmündel. Montag, 27.: Das
kleine Café‟ Die 5 Frankfurter‟. Dienstag, 28.: Das
Leutnantsmündel.
P. Münchner Theater. Nach der Extratour der
Operettenfeſtſpiele im Vorjahre kehrte das Münchner
Künſtlertheater heuer wieder zu der Aufgabe zu=
rück
, die ſich ſeine Schöpfer von Anfang an geſtellt hatten.
Am 18. Mai wurde die Spielzeit eröffnet mit Calde=
rons
Circe in der Nachdichtung von Georg Fuchs.
All das, was einer Einbürgerung Calderons auf der
Bühne bisher im Weg geſtanden, die thegtraliſche Phan=
taſtik
des ſpaniſchen Klaſſikers, der ſchwere Farbenprunk
nicht nur in Stil und Gewändern, ſondern auch in Ge=
fühlen
und Leidenſchaften, die fremdartige, faſt tropiſch

[ ][  ][ ]

Nummer 118.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 21. Mai 1912.

Seits 3.

Rentner Konrad Graf in Büttelborn; Architekt Friedrich
Muntz II. in Langen; Landwirt Johann Schwebel III.
n Hüttenthal; Bankbeamter Wilh. Konr. Ed. Breit=
art
in Neu=Iſenburg; Landwirt Friedrich Wegerle
n Hofheim; Rentner Lorenz Beudt in Darmſtadt;
Fabrikant Arthur Julius Röhrig in Offenbach;
Fabrikant Friedrich Brucher in Wilmshauſen; Schmied
Heinrich Reis II. in Mörfelden; Landwirt Johann
Wilhelm Holzſchuh in Breitenbrunn; Prokuriſt Dipl.=
Ing. Wilh. Jul. Schreiner in Offenbach; Müller Karl
Breitwieſer IV. in Ober=Ramſtadt Fabrikant Karl
Suler in Bensheim und Fabrikant Adolf Stöckicht
n Rüſſelsheim.
O Von der Techniſchen Hochſchule. Heute
Dienstag vormittag wird im Kaiſerſaal zu Darm=
tadt
eine Vertreterverſammlung der Korporationen der
hieſigen Techniſchen Hochſchule ſtattfinden, in der über
Die Neugeſtaltung des Ausſchuſſes der
Studierenden Beſchluß gefaßt werden ſoll. Die
Freie Studentenſchaft unternahm am Samstag
eine Exkurſion zur Beſichtigung der Motorenfabrik von
ebrüder Sulzer in Mannheim=Ludwigshafen und
Beſichtigung der von der Firma Holzmann= Frank=
furt
ausgeführten Tunnelbauten für den Bahnhof
Heidelberg.
Zum Weg ang des Herrn Pfarrer Kraus.
Am Sonntag Exaudi verabſchiedete ſich Herr Pfarrer
Kraus von der Johannesgemeinde, um die evang.
Pfarrſtelle in Wackernheim zu übernehmen. Herr
Pfarrer Kraus bekleidete ſeit 4½ Jahren die zweite
Pfarrſtelle; er war der erſte definitive Inhaber des
Amts, da es vordem nur von Aſſiſtenten verwaltet
wurde. Wir ſehen Herrn Pfarrer Kraus mit auf=
richtigem
Bedauern aus unſerer Gemeinde ſcheiden. War
r doch ein Mann von inniger Herzensgüte, lauterem
Charakter, edler Denk= und Geſinnungsart, außerordent=
licher
Liebenswürdigkeit und großer Verträglichkeit. Er
verſtand es, in dieſer Zeit mit ſeinem Kollegen in har=
harmoniſchem
Verhältnis und vorbildlicher Weiſe die
verſchiedenen Zweige beruflicher Tätigkeit einwandfrei
auszuüben. Unter ſeiner Mitwirkung wurden die ver=
chiedenen
Einrichtungen kirchlicher und caritativer Art
teils erweitert, teils durch Neugründungen vermehrt.
Sein Weggang bedeuter für unſere Gemeinde einen
großen Verluſt. Die Gründe dieſes Schrittes ſind
aber nicht in dem eigentlichen Beruf zu ſuchen, ſondern
die Rückſicht auf die Familie ließ Herrn Pfarrer Kraus
die Stadt mit dem Lande vertauſchen. Unſere beſten
Glück= und Segenswünſche begleiten Herrn Pfarrer Kraus
in ſeine neue Heimat! Möge es ihm gelingen, ſich mit
ſeiner neuen Gemeinde ſo zu verankern, daß aus dieſem
Verhältnis für ihn ein befriedigendes Arbeitsfeld und
für die Gemeinde der rechte Segen erwachſe.
* Alice=Frauen=Verein. Der im Jahre 1867 von der
nachmaligen Großherzogin Alice von Heſſen gegründete
Alice=Frauen=Verein für Krankenpflege vom Roten
Kreuz (Protektor: Seine Königliche Hoheit Großherzog
Ernſt Ludwig; Präſidentin: Ihre Großh. Hoheit Frau
Prinzeſſin Ludwig von Battenberg, Prinzeſſin Viktoria
von Heſſen, zurzeit vertreten durch Ihre Königliche Hoheit
die Großherzogin Eleonore von Heſſen und bei Rhein)
hat die Aufgabe, im Kriege im Zuſammenwirken mit
dem Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz die Mili=
tüverwaltung
in der Fürſorge für die im Felde Ver=
ſtündeten
und Erkrankten zu unterſtützen, im Frieden
dieſe Hilfstätigkeit vorzubereiten und überhaupt zur För=
derung
einer zweckmäßigen Krankenpflege in Friedens=
zeiten
, insbeſondere im Großherzogtum Heſſen mit Rat
und Tat beizutragen. Zur Erfüllung dieſer ſatzungsge=
mäßen
Aufgaben bildet der Alice=Frauen=Verein Be=
rufskrankenpflegerinnen
für Kriegs= und Friedenszeiten
aus und verwendet dieſe im Frieden zur Ausübung der
Krankenpflege im Mutterhaus (dem Alice=Hoſpital zu
Darmſtadt) und in anderen Krankenhäuſern, ſowie außer=
halb
von ſolchen (in der ſog Privatkrankenpflege), indäm er
ſie dem Staate, Kreiſen, Gemeinden, kirchlichen Verbän=
den
, freien Krankenpflegevereinen uſw. zur Verfügung
ſtellt. Außer im Alice=Hoſpital zu Darmſtadt wird der
Krankenpflegedienſt von Schweſtern des Alice=Frauen=
Vereins zurzeit verſehen: in der Mediziniſchen Klinik und
der Frauen=Klinik der Landesuniverſität Gießen, im
Kreiskrankenhaus zu Alzey, im Kreiskankenhaus zu Als=
feld
, im Stadikrankenhaus zu Bad Nauheim, in der
Lungenheilanſtalt der Landesverſicherungsanſtalt Groß=
herzogtum
Heſſen Eleonorenheilſtätte bei Winterkaſten.
Ferner ſind noch an 14 verſchiedenen Orten des Groß=
herzogtums
Alice=Schweſtern in der Privat= und Ge=
meindekrankenpflege
tätig. Der Alice=Frauenverein iſt
Mitglied des Verbandes der deutſchen Frauen=, Hilfs=
und Pflegevereine unter dem Roten Kreuz und des Ver=
bandes
deutſcher Krankeupflege=Anſtalten vom Roten

Kreuz und ſorgt für ſeine Schweſtern in geſunden und
kranken Tagen in auskömmlicher Weiſe durch Gewährung
freien Unterhalts und eines mit den Dienſtjahren ſtei=
genden
Gehalts, eines alljährlichen vierwöchentlichen Er=
holungsurlaubs
, ferner ärztliche Behandlung und Ver=
pflegung
während der Erkrankung und einer angemeſſe=
nen
Alters= und Dienſtunfähigkeitsverſorgung. Die
Probezeit und Ausbildungszeit der Schweſtern beträgt
in der Regel mindeſtens ein Jahr. Am Schluſſe derſel=
ben
müſſen ſie eine wiſſenſchaftliche und techniſche Prü=
fung
ablegen und werden dann als Rote Kreuz= Schwe=
ſtern
im Dienſte des Vereins lebenslänglich angeſtellt.
Vorausſetzung für die Aufnahme in die Schweſternſchaft,
die von der Vorſteherin des Alicehoſpitals als Oberin
geleitet wird, bildet völlige Unbeſcholtenheit, völlige gei=
ſtige
und körperliche Geſundheit, ausreichende Bildung des
Verſtands und Gemüts und ein Lebensalter von nicht
über 35 Jahren. Die Ausbildung erfolgt unentaeltlich
unter Gewährung von freier Wohnung und Verköſtigung
im Mutterhaus, ſowie einer entſprechenden Vergütung.
Dem Alice=Frauenverein gehören zurzeit 89 Pflegerin=
nen
an. Da jedoch fortwährend an den Verein Geſuche
um Ueberlaſſung von Schweſtern gerichtet werden, denen
nicht entſprochen werden kann, da über ſämtliche Schwe=
ſtern
bereits verfügt iſt, können noch weitere Lehrſchwe=
ſtern
angenommen werden. Frauen und Jungfrauen, die
ſich dem hohen und edlen Berufe der Krankenpflege wid=
men
wollen, ſeien hierauf hingewieſen. Nähere Auskunft
erteilt die Vorſteherin des Alice=Hoſpitals zu Darmſtadt.
* Blaukreuz=Verein. Man ſchreibt uns: Am Sonn=
tag
feierte der hieſige Blaukreuz=Verein ſein diesjähriges
Jahresfeſt unter ſehr ſtarker Beteiligung in den
Räumen der Stadtmiſſion, Mühlſtraße 24. Der Verein
ſtellt ſich bekanntlich die Aufgabe, mit Hilfe Gottes und
ſeines Wortes an den Opfern der Trunkſucht und Trunk=
ſitten
zu arbeiten. Als Hauptredner ſprach Herr General=
ſekretär
Göbel aus Barmen, der am Vor= und Nach=
mittag
aus ſeiner reichen Erfahrung je einen Vortrag
hielt. Das Thema am Vormittag war: Die Arbeit an
den Trinkern vor, während und nach der Blaukreuzver=
ſammlung
In ſehr anſchaulicher Weiſe wurde gezeigt,
wie durch den Alkohol der Menſch vollſtändig demorali=
ſiert
und erniedrigt wird, was man ja nur zu häufig in
häßlichen Straßenbildern und Familienſzenen beobachten
kann. Eine erfolgreiche Arbeit unter dieſen armem
Opfern, die ſich ja oft genua nach Freiheit ſehnen. kann
nur getan werden in dem Geiſte der Liebe Chriſti nach
Römer 5,5. Zu der Hauptfeier am Nachmittag ſtrömten
wohl zirka 700 Perſonen aus nah und fern zuſammen.
Das abwechslungsreiche Programm des Nachmittags
brachte Vorträge des Poſaunenchors, des gemiſchten
Chors, Männerchors und Deklamationen. Der Jahres=
bericht
wurde gegeben von Herrn Stadtmiſſionar
Meiſter, wo die vielſeitige Tätigkeit des Vereins, ſo=
wie
der Erfolg der Arbeit gezeigt wurde. Der Verein
hat im abgelaufenen Jahre einen Zuwachs von 100 Pro=
zent
zu verzeichnen. Unter ſeinen Mitgliedern befindet
ſich eine ſtattliche Anzahl glücklicher Menſchen, die die
befreiende Macht Jeſu erfahren haben. Das Thema des
Feſtredners für den Nachmittag lautete: Gedenket der
Gebundenen wo das Wort Ebr. 13,3 zugrunde lag. Er
führte aus, daß ſo viele Menſchen ihre geſteckten Lebens=
ziele
nicht erreichen können, weil durch den Alkoholismus
und deſſen traurige Folgen ihr Leben vervfuſcht und ver=
dorben
wird. Aber immer wieder klang es freudig hin=
durch
: Größer als der Helfer (Jeſu) iſt die Not ja
nicht!
* Abendkurſe im Kochen, Einmachen und Einkochen,
Nähen und Flicken beginnen jetzt wieder in der haus=
wirtſchaftlichen
Fortbildungsſchule. Der
Andrang zu dieſen Kurſen nimmt erfreulicherweiſe ſtän=
dig
zu. Im vergangenen Jahre zählten ſie 164 Beſuche=
rinnen
. Unter ihnen waren 87 über 21 Jahre alt, 30
davon waren verheiratet. Wie aus der betreffenden An=
zeige
in unſerer Zeitung zu erſehen iſt, werden Anmel=
dungen
für die Abteilungen in der Rundeturm= und
Lagerhausſtraße am nächſten Mittwoch von 78 Uhr in
der Fortbildungsſchulküche, Rundeturmſtraße 11, für die
Beſſunger Abteilung nächſten Donnerstag von 78 Uhr
abends in der Küche, Hermannſtraße 21, entgegengenom=
men
.
* Die Donnerstagskonzerte im Städtiſchen Saalbau
beginnen dieſe Woche, am 23. Mai. Von jeher bilden dieſe
den Mittelpunkt der ſommerlichen muſikaliſchen Veran=
ſtaltungen
und hat es das Muſikkorps des Leibgarde=
Regiments bezw. deren Leiter ſtets als ſeine vornehmſte
Aufgabe erachtet, das ſeitherige künſtleriſche Gepräge der=
ſelben
nicht nur zu erhalten, ſondern noch weiter aus=
zugeſtalten
. Kommen doch eine ganze Anzahl moderner
Kunſtwerke hier überhaupt für Donnerstag zur erſten

Aufführung. Dem Eröffnungskonzert wird eine beſon=
dere
Sorgfalt zugewendet werden. (Näheres in den
bezgl. Anzeigen.)
* Bilder vom Darmſtädter Flugtag nach zahlreichen
Originalaufnahmen der Lichtbildanſtalt von Frl. Su=
ſanne
Homann ſind in der Auslage unſerer Expe=
dition
in der Rheinſtraße ausgeſtellt.
* Eine intereſſante Naturerſcheinung wurde am
Sonntag, nachmittags gegen 2 Uhr, auf den Tennis=
plätzen
am Böllenfalltor beobachtet. An der Südoſtecke
entſtand ein Wirbelwind der Staub und Papier
über 100 Meter hoch in die Luft riß. Die Bäume in der
Nähe bogen ſich wie vom Sturm gepeitſcht. Langſam
zog ſich der Wirbel dann am Südrande der Plätze ent=
lang
nach Weſten und riß alle beweglichen Gegenſtände
um. Allmählich vergrößerte ſich der Wirbel und ſeine
Gewalt nahm ab, ſchließlich verlor er ſich auf den benach=
barten
Wieſen.
§ Schlägerei. Ein Metzger aus Roßdorf iſt am
Sonntag abend gegen 10 Uhr in einer Wirtſchaft in der
Eckhardtſtraße nach einem vorausgegangenen Wort=
wechſel
von einem Maurer und von einem Schneider
überfallen und durch Stockſchläge am Kopfe
verletzt worden.
§ Feſtgenommen. Am Sonntag wurde hier ein
21 Jahre alter Schreiner von hier feſtgenommen. Der=
ſelbe
hat fünf Diebſtähle ausgeführt. Weiter iſt
an demſelben Tage feſtgenommen worden ein 18 Jahre
alter Hausburſche von hier wegen Unterſchlagung.
V Groß=Gerau, 20. Mai. Wie in der letzten Ge=
meinderatsſitzung
bekannt gegeben wurde, hat der kürzlich
verſtorbene Rentier Peter Wambold 3. der Gemeinde
3000 Mark teſtamentariſch vermacht. Die Zinſen ſollen
alljährlich an verſchämte evangeliſche Arme
verteilt werden. In erſter Linie ſollen Konfirmanden
bedacht werden.
Offenbach, 20. Mai. Der Arbeiter Joſ. Wißholz
wurde in dem Elektrowerk vom Fahrſtuhle erfaßt
und am Kopfe ſchwer verletzt. Wißholz wurde ins
ſtädtiſche Krankenhaus gebracht, wo er im bedenklichen
Zuſtand darniederliegt.
Mainz, 20. Mai. In ſelbſtmörderiſcher Abſicht iſt
ein unbekannter Mann im Alter von 3540 Jahren von
der Kaiſerbrücke in den Rhein geſprungen.
Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Der
Steuermann Adam Wagner von hier wurde am Sams=
tag
abend im Salmengäßchen von mehreren Perſonen
überfallen und erhielt 8 Meſſerſtiche in den
Kopf. Darunter iſt ein Stich, der äußerſt gefährlich iſt.
Alsheim, 19. Mai. Die Bühne im Saale zum
Deutſchen Haus war heute morgen gegen 5 Uhr in
Brand geraten. Sofort war auch ſchon die Feuerwehr
an der Brandſtätte, ohne jedoch ernſtlich eingreifen zu
brauchen. Es gelang der energiſchen Arbeit der beſtürz=
ten
Hausbewohner und der tatkräftigen Unterſtützung der
Nachbarsleute, den Brand auf ſeinen Herd zu be=
ſchränken
.
(*) Gießen, 20. Mai. Mit dem 100jährigen
Regimentsjubiläum des Kaiſer Wilhelm=
Regiments beſchäftigte ſich geſtern eine Verſamm=
lung
, zu der ſich aus allen Teilen des Heſſenlandes ehe=
malige
Regiments=Angehörige eingefunden hatten. Als
Vertreter der Haſſia war Hauptmann Waldecker=
Darmſtadt erſchienen. Vom hieſigen Regiment waren
Oberſt von Trotta und mehrere Offiziere anweſend. Das
Jubelfeſt iſt durch Entſchließung des Großherzogs end=
gültig
auf die Tage 7., 8. und 9. Juni 1913 feſtgeſetzt.
Rechtsanwalt Kaufmann erſtattete Bericht über die
bisherigen Vorbeſprechungen. Es wird mit einer Teil=
nehmerzahl
von 1012000 Kameraden gerechnet, ſchon
jetzt haben ſich über 5000 Regimentsangehörige organi=
ſiert
. Die Regimentsgeſchichte wird Generalleutnant
Klingelhöfer verfaſſen. Ein kleiner Feſtbeitrag ſoll
von den Gäſten erhoben werden, die alsdann in Bürger=
und Maſſenquartieren in Gießen und in umliegenden
Orten untergebracht werden können. Es wurde ſodann
ein loſer Verband gegründet und ſollen die Vorſitzenden
der Vereine und der loſen Vereinigungen einen geſchäfts=
führenden
Ausſchuß bilden. Dieſer beſtimmt einen enge=
ren
Ausſchuß. Eine lebhafte Ausſprache entwickelte ſich
über die Frage des Feſtbeitrages und der Ausgaben für
Verköſtigung und Uebernachtung. Eine Einigung konnte
nicht erzielt werden; die Sache wird dem Ausſchuß über=
laſſen
. Mit einem Hoch auf den Kaiſer ſchloß der Vor=
ſitzende
die Verſammlung.
(*) Gießen, 20. Mai. Im Rangierbahnhof
bei Klein=Linden wurde in vergangener Nacht dem Ran=
gierer
Volk aus Dutenhofen das Bein unter dem
Knie abgefahren. Man brachte ihn in die Klinik.

anmutende Gefühlszone in der ſich ſeine Menſchen be=
wegen
, das wuchernde Beiwerk, das man bisher zu ver=
decken
und zu beſchneiden ſuchte, wurde von den Männern
des Münchner Künſtlertheaters mit Abſicht betont. So kam
ein echtes höfiſches Barockfeſtſpiel zuſtande mit Helden,
Halbgöttern, Rieſen, Mohren, Zwergen, Nymphen, Affen,
mit Meeresrauſchen, Wolkenzügen, wallenden Nebeln und
quirlenden Dämpfen aus der Tiefe. Die Geſchichte von der
Circe und dem Helden Ulyſſes, der ihr anfangs wider=
ſteht
, dann doch von ihrem Zauber umſponnen wird und
zuletzt, ſeines Heldentums gedenkend, ſich aus den Armen
der ſchönen Dämonin wieder losreißt, bildet nur das
Subſtrat für den Dichter, um in poetiſchen Urelementen
zu ſchwelgen und ſich in Liebes=Wonne und=Leid, in
Eiferſucht und bitteren Entſagungsgefühlen recht mit Luſt
zu ſättigen. Es war ein glücklicher Gedanke, die farben=
prächtige
, auf barocke Wirkungen ausgehende Kunſt von
Hierl=Deronco mit der Dramatik Calderons zu ver=
binden
. Auf dieſe Weiſe kamen Bilder von hinreißender
Pracht zuſtande, wie der Zauberwald, Circes Schloß,
und die Felſenlandſchaft in Wolkenhöhen am Schluß. Die
Muſik von Eduard Künneke wußte ſich in trefflicher
Weiſe dem Stil des Ganzen anzupaſſen und wies auch ver=
ſchiedene
Partien von Eigenwert auf, wie z. B. Ulyſſes
Abfahrt. Die Circe ſpielte Tilla Durieux vielleicht
etwas zu modern realiſtiſch. Ulyſſes fand in Walde=
mar
Stägemann einen würdigen Vertreter. Pal=
lenberg
ſpielte den Clarin, eine Clownrolle, geriet je=
doch
hart an die Grenze, wo die Komik aufhört und die
Albernheit beginnt. Die geladenen Feſtgäſte, worunter
ſich auch Prinz Ludwig und Prinz Rupprecht befanden,
ſpendeten begeiſterten Beifall.
* Der höfliche König. Bezeichnend für den ſo plötzlich
geſtorbenen König Friedrich VIII. von Dänemark iſt fol=
gendes
: Als der König am 29. November 1906 nach ſeiner
Thronbeſteigung mit ſeiner Gemahlin dem Berliner Hofe
einen Beſuch machte, wurde er natürlich am Branden=
burger
Tor von einer Abordnung des Magiſtrats und der
Stadtverordnetenverſammlung empfangen. Oberbürger=

meiſter Kirſchner trat an den Schlag des Wagens
heran, in dem der König neben dem Kaiſer Platz genom=
men
hatte. Der Oberbürgermeiſter nahm den Hut ab,
um ſeine Begrüßungsanſprache zu halten. Der König
ſah einen Augenblick den Kaiſer an, dann nahm er den
Admiralshut ab und hörte entblößten Haup=
tes
die Rede des Vertreters der Stadt. Oberbürgermeiſter
Kirſchner hatte ſchon oft Fürſtlichkeiten am Brandenburger
Tor empfangen. Der erſte, der die Kopfbedeckung abnahm,
war König Friedrich. Bis jetzt iſt er auch der einzige ge=
blieben
.
C2) Der koſtſpieligſte Garten der Welt. Der bekannte
amerikaniſche Multimillionär James B. Duke, der Tabak=
könig
der Vereinigten Staaten, wird in wenigen Wochen
das Vergnügen haben, zum erſten Male ſeinen neuen
Garten zu durchwandeln, der wohl die koſtſpieligſte Gar=
tenanlage
der Welt darſtellt. Duke hat für den Garten,
der ſein Heim in Somerville in New=Jerſey umgibt,
rund 60 Millionen Mark ausgegeben. Das Land
war urſprünglich eine Farm, aber der Multimillionär hat
eine beſondere Vorliebe für Gartenkunſt, berief eine Reihe
amerikaniſcher Gartenkünſtler und ließ das ganze ur=
ſprünglich
flache, eintönige Gelände mit Hügeln ſchmücken,
Seen wurden angelegt, Waſſerfälle gebaut, Fahrſtraßen
gezogen und mächtige Waſſerſpiele erbaut. Der nun vor
der Vollendung ſtehende Garten, der in Wirklichkeit einen
ganzen Park darſtellt, iſt nahezu 12 Quadratkilometer
groß. Durch prächtige Beete und Haine ziehen ſich 32 eng=
liſche
Meilen Fahrſtraßen, durchkreuzen weite Raſen=
flächen
, breite Blumenparterres, ziehen durch Roſen über=
zogene
Pergolen, an Springbrunnen, Tempeln und blu=
menbeſetzten
Balluſtraden vorüber. Insgeſamt ſind bei
der Anlage dieſes Rieſengartens weit über 10 Millionen
Pflanzen geſetzt worden, darunter eine Million der ſel=
tenſten
Rhododendren. Einige der Büſche und Blüten=
ſträucher
ſtammen aus altfranzöſiſchen Schloßgärten und
wurden mit großer Mühe nach Amerika übergeführt. Für
Springbrunnen und Waſſerſpiele hat der Tabakkönig eine
beſondere Vorliebe und in ſeinem Anweſen ſind mehr

als 200 derartiger Anlagen in allen Formen errichtet. In
der Nähe des Wohnhauſes iſt das größte und prächtigſte
dieſer Waſſerſpiele, das mit den berühmten Fontänen von
Verſailles wetteifern kann, angelegt; die Springbrunnen
verbrauchen, wenn ſie einen ganzen Tag hindurch in =
tigkeit
gehalten werden, ihre 90 Millionen Liter Waſſer.
Der Plan ſieht auch die Aufſtellung zahlreicher Kunſtwerke,
insbeſondere koſtbarer Bronzeſtatuen, vor was von die=
ſen
Kunſtwerken bei einer perſönlichen Beſichtigung den
Beifall des Tabakkönigs nicht fand, iſt jetzt in die Ställe
verbannt und mag dort bei der äſthetiſchen Erziehung des
Pferdes einen Zweck erfüllen. Das in der Mitte des Gar=
tens
liegende neue Wohnhaus iſt noch im Bau. Die
Lieferanten und Dienſtboten werden von der Landſtraße
durch einen unterirdiſchen Tunnel das Haus erreichen, ſo
daß ſie den Garten überhaupt nicht betreten. Mr. Duke
hat bereits beſtimmt, daß zweimal in der Woche ſein Wun=
dergarten
unentgeltlich dem Publikum geöffnet werden
ſöll.
Eine Frau als Hauptgewinn. Die große Heirats=
lotterie
von Smolensk, die alljährlich unter der Aufſicht
der Stadtbehörde ſtattfindet und deren Hauptgewinn eine
Ehefrau iſt, hat in dieſem Jahre wieder einen günftigen
Erfolg zu verzeichnen: alle Loſe ſind bereits verkauft. Die
Herren des Komitees wählen alljährlich die junge Dame
aus, um die geloſt wird. Sie muß dann zehn Tage zu=
hauſe
bleiben, um die Beſuche der Ehekandidaten zu emp=
fangen
. Insgeſamt werden 5000 Loſe verkauft, die je
einen Rubel koſten. Sind alle Loſe verkauft, ſo wird ſo=
fort
die Ziehung abgehalten, der Gewinner hat das
Recht, die junge Dame zu heiraten, und aus dem Ertrage
der Lotterie erhält ſie eine Mitgift von 5000 Rubeln. Sie
hat jedoch das Recht, den Gewinner abzuweiſen; in die=
ſem
Falle muß ſie die 5000 Rubel mit dem abgelehnten
Kandidaten teilen; doch ſind ſeit der Errichtung dieſer
eigenartigen Lotterie Ablehnungen nur ſelten vorge=
kommen
.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 21. Mai 1912.

Nummer 118.

Vilbel, 19. Mai. Auf dem Exerzierplatz drückte
ein Musketier ein fremdes Gewehr ab, deſſen
Schloß geſpannt war, in der Meinung, daß er ſein eige=
nes
Gewehr habe, das er vorher entladen hatte. Ein
Schuß krachte, und der Mündungsdeckel wurde
durch die Kraft der abgefeuerten Platzpatrone vom Lauf
fortgeriſſen und drang einem Reſerviſten in den
Rücken. Die Verletzung war ſo ſchwer, daß der Mann
in das Garniſonslazarett verbracht werden mußte.
(Off. Ztg.)
Schotten, 20. Mai. Bei dem Gewitter am Donners=
tag
nacht wurde auch unſer Kirchturm durch einen
Blitzſchlag beſchädigt. Die nun durch die Bau=
behörde
vorgenommene Unterſuchung des Kirch=
turmhelmes
hat ergeben, daß der Blitz das Gebälk ſo ſehr
beſchädigt hat, daß jedenfalls der ganze obere Teil
abgetragen werden muß. Da bei Sturm die Gefahr
des Einſturzes groß iſt, hat die Polizeiverwaltung an
allen Zugangsſtraßen zum Kirchenplatz Warnungstafeln
aufſtellen laſſen. Obwohl früher der Blitz ſchon ein=
mal
in den Turm geſchlagen, hatte man es doch unter=
laſſen
, ihn mit einem Blitzableiter zu verſehen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 19. Mai. Das in Berlin
erſcheinende Journal d’Allemagne veranſtaltet vom 8.
bis zum 15. Auguſt ds. Js. einen franzöſiſchen
Maſſenbeſuch in Berlin. Der Zeitzung war ur=
ſprünglich
von dem in Paris neugegründeten Verein
Souvenir d’Orange vorgeſchlagen worden, die Mitglieder
in Berlin zu empfangen. Inzwiſchen haben ſich andere
Vereinigungen, wie das Comzté Commercial Franco=
Allemand und die Oeupre Univerſitaire des Séjours
à l'Etranger in Paris der Veranſtaltung angeſchloſſen,
ſodaß bereits über 500 Anmeldungen vorliegen. Da der
feſtgeſetzte Preis (100 Franken für Reiſe und achttägige
Verpflegung) ſehr billig iſt, dürfte die Zahl der Teilneh=
mer
noch beträchtlich anwachſen. Das Projekt
einer unſterirdiſchen Grunewaldbahn be=
ſchäftigte
die Gemeindevertretung des Villenvorortes
Berlin=Grunewald in ihrer letzten Sitzung. Die Ver=
ſammlung
hielt es für unbedingt erforderlich, die Villen=
kolonie
Grunewald ſo ſchnell als möglich durch eine die
Gemarkung in ihrer Mitte durchſchneidende Untergrund=
bahn
mit dem Schnellbahnnetz Groß=Berlins zu verbin=
den
. Die Vertretung bewilligte denn auch für die Her=
ſtellung
einer Untergrundbahn einen Beitraa zu den Bau=
koſten
in Höhe bis zu vier Millionen Mark. Bei
der am 3. März dieſes Jahres ſtattgehabten
Geemtindſeverhtrſeter wahl in Pankow wa=
ren
Hunderte von bürgerlichen Wählern in der Aus=
übung
ihres Wahlrechts behindert, beſchimpft und be=
läſtigt
worden, ſodaß die Wahl durch einſtimmigen Be=
ſchluß
der bürgerlichen Gemeindevertreter für ungültig
erklärt wurde. Am 12. bis 14. Mai war nun die neue
Wahl in Pankow angeſetzt. Da die bürgerlichen Par=
teien
ſich geeinigt hatten, ſo ſtanden ſich nur zwei Geg=
ner
gegenüber. Auf beiden Seiten wurde aufs eifrigſte
gearbeitet. Die Sozialdemokraten brachten in zahlreichen
Automobilen ihre Wähler zum Wahllokal. Aber auch
die bürgerlichen Parteien arbeiteten auf das eifrigſte.
Das Ergebnis des Kampfes war, daß die Sozialdemo=
kraten
eine ſchwere Schlappe erlitten. Während in der
Wahl am 3. März die Genoſſen mit 1130 über 715 bür=
gerliche
Stimmen, alſo mit etwa 400 Stimmen ſiegten,
gelang es den bürgerlichen Parteien diesmal 1272 bezw.
1277 auf ihre Kandidaten zu vereinigen. Die Genoſſen
kamen dagegen auf 1208 bezw. 1209. Der eifrigen Arbeit
des bürgerlichen Wahlausſchuſſes gelang es, die Stim=
menzahl
gegenüber der vorigen Wahl faſt zu verdopppln.
Als heute nacht in Lichtenberg ein Schutz=
mann
den Kutſcher Röſe wegen Ruhe=
ſtörung
verhaften wollte, ſammelte ſich eine
größere Menſchenmenge an, die eine drohende Haltung
annahm. Eine Frau wurde feſtgenommen, die verſuchte,
hren Mann zu befreien. Ein hinzueilender Schutzmann
gab in der Notwehr einen Schreckſchuß ab, der der
Frau in die Bruſt drang, ſodaß ſie ſchwer verletzt

ins Rummelsburger Krankenhaus gebracht wierden
mußte.
Frankfurt, 20. Mai. Der Kaufmann Heinrich Vet=
ter
in Siegen klagt im Auftrage von 44, meiſt im Sie=
gerland
, im Weſterwald, in Neuwied, Barmen, Duisburg,
Köln uſw. wohnenden Perſonen gegen den Fürſten zu
Wied in Neuwied auf Herausgabe von Dokumenten,
die dartun ſollen, daß die Kläger an den Fürſten Erb=
anſprüche
in Höhe von 1700000 Talern haben. Seit
einigen Jahrzehnten verſuchten die vermeintlichen Erben
in den Beſitz des großen Vermögens zu gelangen, aller=
dings
ohne Erfolg. Auch von dem Landgericht in Neu=
wied
, vor dem die Erben den Fürſten auf Herausgabe
der auf die Erbſchaft Bezug habenden Dokumente ver=
klagt
hatten, ſind ſie vor einiger Zeit, wie mitgeteilt, mit
ihren Anſprüchen abgewieſen worden. Gegen dieſes Ur=
teil
haben die Kläger beim Oberlandesgericht
Berufung eingelegt. Nachdem der Senat am 9. Mai in
einer mündlichen Verhandlung beide Parteien gehört
hatte, wurde heute die Berufung der Kläger zurückge=
wieſen
. Jetzt ſteht den Erben noch die Reviſion an
das Reichsgericht offen.
Oberurſel. 19. Mai. Der 24 Jahre alte Weißbinder
Decker in Nieder=Eſchbach war Sonntag früh im Elek=
trizitätswerk
in Oberurſel mit Anſtricharbeiten beſchäf=
tigt
. Er kam durch einen unglücklichen Zufall der elek=
triſchen
Leitung zu nahe und wurde ſofort ge=
tötet
. Der Fall iſt um ſo trauriger, als ſich im vori=
gen
Jahre ſein Vater erhängt hat und er die einzige
Stütze ſeiner Mutter und Geſchwiſter war.
Stuttgart, 20. Mai. Im Hauſe Landhausſtr. 157
in Oſtheim machte ſich am Sonntag nachmittag ein ſtarker
Gasgeruch bemerkbar. Ein Schutzmann drang in die
Wohnung ein und fand den Wohnungsinhaber, den
Schreiner Franz Baur, ſeine Frau und ſeine beiden Kin=
der
im Alter von 7 und anderthalb Jahren durch aus=
ſtrömendes
Gas betäubt in der Küche liegen. Der Mann
war bereits tot, die Frau und die beiden Kinder wurden
ſofort nach dem Karl Olaa=Krankenhaus gebracht, doch
ſtarb das jüngſte Kind ebenfalls nach kurzer Zeit. Ob
die Mutter und das älteſte Kind am Leben erhalten wer=
den
können, iſt noch zweifelhaft. Ein unheilbares Leiden
ſoll den Unglücklichen zu dem Schritt veranlaßt haben.
Karlsruhe. 20. Mai. Die Königin von Schwe=
den
iſt von München kommend geſtern abend 8,25 Uhr
hier eingetroffen.
Mülhauſen, 20. Mai. Geſtern machten der kaiſer=
liche
Statthalter Graf von Wedel und Gemahlin
der Stadt Mülhauſen einen Beſuch. Das im vorigen
Jahre verſchobene Narziſſenfeſt wurde zu Ehren der An=
weſenheit
der Gräfin Wedel nachgeholt. Am Abend vor=
her
hatte bereits im Hotel Zentral eine Tafel zu 43 Ge=
decken
ſtattgefunden, zu der der Statthalter die Vertreter
der Stadt und der Regierung, die Spitzen der Zivil=
und Militärbehörden, ſowie die Abgeordneten des Bezirks
geladen hatte. Den geſtrigen Tag widmete der Statt=
halter
mit Gefolge der Beſichtigung der Kalibergwerke
in der Umgebung. Dann fand um 11 Uhr in Gegenwart
des Statthalterpaares die Einweihung der höheren
Mädchenſchule ſtatt. Nach dem Feſtakt brachten auf dem
Hofe der neuen Schule 2500 Volksſchüler dem Statt=
halterpaar
eine Ovation dar. Später folgte ein Spazier=
gang
durch den Salvatorpark und am Nachmittag ein
Beſuch des Zoologiſchen Gartens. Gegen 5 Uhr erfolgte
die Rückfahrt nach Straßburg.
Roſenheim, 19. Mai. Heute nachmittag iſt ein Mün=
chener
Student aus Halle, Fritz Fuhrmann, von dem
Gipfel des Wendelſteins abgeſtürzt. Er war ſo=
fort
tot.
Biſchofswerda, 19. Mai. Heute, am 150. Geburtstag
des Philoſophen Johann Gottlieb Fichte, wurde in Ram=
menau
, dem Geburtsort Fichtes, ſein Denkmal ent=
hüllt
.
Köln, 20. Mai. Das Automobil eines Banunter
nehmers aus Godesberg fuhr bei Diez in einen Straßen=
graben
und überſchlug ſich mehrere Male. Der Beſitzer
und deſſen Frau wurden tödlich verletzt, ihr Kind
erlitt eine ſchwere Gehirnerſchütterung.

Schweidnitz, 20. Mai. Bei einer Beerdigung un
Gebirgsdörfchen Rudolfswaldau hatte der Trauerzug
eine Holzbrücke zu paſſieren, die über einen Bach
führte. Als das Trauergefolge ſich auf dieſe Brücke
drängte, brach dieſe zuſammen und mehr als 50 Per=
ſonen
ſtürzten ziemlich tief ab. Es gab zahlreiche V
letzungen.
Wien, 19. Mai. Im Laufe des heutigen Tages be=
willigten
etwa 165 Automobilfuhrherren, die
gegen 600 Automobile in Betrieb haben, die Forderungen
der Chauffeure, ſodaß ſich die Zahl der Streikenden
heute weſentlich verringerte. Heute abend ſtreiken unge=
fähr
nur noch 800 Chauffeure.
Paris, 20. Mai. Aus Grenoble wird gemeldet:
Ein Zug der Paris-Lyon-Mittelmeer=Bahn ſtieß auf
einem Eiſenbahnübergang mit einem Trambahnwagen
zuſammen. Der Grenobler Bankier Gondrand wurde
getötet, ſeine Frau lebensgefährlich und zwei andere Rei=
ſende
ſchwer verletzt.
Havre, 20. Mai. Der auf der Fahrt von Sundwal
nach Rouen begriffene norwegiſche Dampfer Ronde‟
ging mit ſeiner aus Holzſtoffen beſtehenden Ladung
an der Seinemündung unter. Die Mannſchaft konnte
gerettet werden.
Cherbourg, 19. Mai. Der Dampfer Kronprin=
zeſſin
Cecilie der Hamburg=Amerika=Linie, der ſich
auf der Fahrt von New=York befindet, meldet durch draht=
loſes
Telegramm, daß ſeine Ankunft in Cherbourg eine
beträchtliche Verzögerung erleiden wird, da das Schiff
unterwegs Schiffbrüchige eines bisher noch unbe=
kannten
Dampfers aufnehmen mußte.
London, 19. Mai. Die Beſatzung des engliſchen
Fiſcherdampfers Stratmort, der geſtern Aberdeen an=
gelaufen
iſt, berichtet von der furchtbaren Notlage
der Einwohner der kleinen Inſel Saint Kilda,
die nur noch aus 80 Perſonen beſteht. Infolge der ſtür=
miſchen
See der letzten Wochen waren die Bewohner von
der Außenwelt vollſtändig abgeſchloſſen, da kein Schiff bei
ihnen anlegen konnte. Infolgedeſſen trat auch Nahrungs= auf der kleinen Inſel ein, was den Tod vieler=
Menſchen zur Folge hatte. Nur mit vieler Mühe konnten
die jetzt noch Ueberlebenden ſich mit Vogeleiern ernähren.
Marineminiſter Churchill hat den telegraphiſchen Befehl=
erteilt
, daß ein Kreuzer mit Lebensmitteln den bedrängten
Bewohnern zur Hilfe abgeht.
London, 20. Mai. Eine Flugmaſchine, geführt
von Leutnant Aſhton, fuhr geſtern in Amesbury bei=
Salisbury nach glücklicher Landung in eine Gruppe von
Soldaten und Ziviliſten. Einer wurde ſofort=
getötet
und zwei ſchwer verwundet.
Stockholm, 19. Mai. In aller Frühe und ohne jedes=
Gepränge wurde geſtern morgen Strindberg be=
erdigt
. Die Menſchenmenge, die den Weg vom Trauer=
hauſe
bis zum Friedhof beſetzt hielt, war groß. Ein lan=
ger
Zug von Arbeitern, Hochſchülern und Studenten aus
Upſala und Lund folgte dem Leichenzug. Die Feier
machte in dieſer Stille und Einfachheit großen Eindruck=
Waſhington. 19. Mai. Expräſident von Venezuela,
Caſtro, erkrankte in Teneriffa ſehr ernſtlich.
Houſton (Texas), 20. Mai. Durch einen Brand=
im
Geſchäftsviertel der Stadt iſt ein Schaden von etwa
1 Mill. Doll. angerichtet worden.
Tokio. 19. Mai. Prinz Waldemar von Preußen
der am Donnerstag von der Kaufmannſchaft undden
Deutſchen Klub in Yokohama begrüßt worden war,ta
geſtern mit dem Dampſer Bülow die Rückreiſe an

Hauptverſammlung des Odenwaldklubs

* Der Odenwaldklub (Geſamtverein) hielt am Sonn
tag, wie bereits kurz gemeldet, in Groß=Umſtadt bei ſeh
zahlreicher Beteiligung ſeine Hauptverſammlung
ab. Schon am Abend vorher war eine Reihe von Wan=
derern
eingetroffen, und die Ortsgruppe Groß=Umſtad
hatte es ſich nicht nehmen laſſen, den Gäſten durch einen
Kommers einen ſchönen Empfang zu bereiten. Wie üb
lich bei den Hauptverſammlungen, prangte der Tagungs
ort im Feſtſchmuck und auch die Feſthalle. Als ſolch

Mit den Wolken!

Große weite Bogen zieht der ſchlanke ſtolze Rieſenaar
in kühnem Fluge über den Frankfurter Flugplatz, über
der alten Kaiſerſtadt, deren Domſpitzen zu uns herüber=
grüßen
. Bald zeichnen ſich die Umriſſe des Zeppelin=
kreuzers
in ſcharfer Silhouette an dem leichtverſchleier=
ten
Gewölk, bald glänzt der ſchlanke Leib in dem Strah=
lenbündel
der Sonne, die dem Weſten zuſtrebt und alles
in goldenen Schimmer taucht: Landſchaft und Menſchen
und Menſchengebilde. Und nun wendet über Frankfurt
der ſtolze Kreuzer, Deutſchlands junger Luftflotte jüng=
ſtes
Glied, und ſchwebt ſchnell und ſicher, die Spitze wie
zum Stoße geſenkt, direkt auf uns zu. die wir ſehnſüchtig
und froher Erwartungen voll ſeiner harren, um uns nun
endlich zweimal mußten wir, da der Wind ſtärker war
als der Viktoria Luiſe guter Wille, entſagen von ihm
hinauftragen zu laſſen den Wolken, der Sonne ent=
gegen
. Wieder weht der Wind ſtark und ſchon einmal hat
die nach vorn geneigte Spitze ſich wieder nach oben ge=
kehrt
und, faſt erreichbar ſchon, iſt er wieder entſchwebt,
um nach weiter gezogenem Kreis von neuem niederzu=
gehen
.
Hurra! Diesmal gelingt’s.
Schon rollt das ſtarke Seil herab und wird ergrif=
fen
von 25 Paar ſtarken Händen geſchulten, ſicher arbei=
tenden
Perſonals. Vorher haben Flaggenſignale den
Ankerplatz bezeichnet und mit ſtaunenswerter Sicherheit
iſt das Luftſchiff, dem Steuer gehorchend, trotz des ſtar=
ken
Windes, faſt unmittelbar über der Flagge niederge=
gangen
. Schnell iſts verankert wie immer nur an der
vorderen Gondel und nun liegt der Rieſenleib ruhig
am Tau, ganz leiſe, faſt unmerklich im Winde ſchwebend.
Paſſagierwechſel! Die kleine Kabinentür öffnet ſich
und der Steward (deutſche Bezeichnung auf deutſchen
Luftſchiffen wäre geziemender) läßt die kleine, zuſam=
menklappbare
Aluminiumleiter herunter. Immer ein
Paſſagier heraus und einer herein. So geht die Sache
glatt und ſchnell vor ſich. Nicht einmal die Fahrſcheine
(im Hundertmarkwert!) werden koupiert in wohltuendſtem
Gegenſatz zu dem 5maligen Knipſen unſerer Straßen=
bahnbilletts
(im 10 Pfa.=Wert!) Eine kurze Begrüßuna
zwiſchen Aus= und Einſteigenden. Nun, wie war’s?
Wunderbar! Einfach wunderbar, unbeſchreiblich ſchön!
Und nun ſind wir in der ſchönen bequemen Paſſagier=
kabine
, belegen unſere Korbſeſſel und ſtehen doch wäh=
rend
der ganzen Fahrt am Fenſter. Die Türe geht zu.
und während draußen der Photograph mit ſeinem Bitte
recht freundlich! die Paſſagiere an die Kabinenfenſter
lockt, wer hätte nicht gern den untrüglichſten Beweis,
daß er wahr und wahrhaftig im Zeppelin geſeſſen!

wird das Luftſchiff abgewogen, der Gewichtsunterſchied
zwiſchen den Paſſagieren durch Waſſerballaſt ausgegli=
chen
, der außen an den Gondeln in Säcken aufgehängt
wird.
Die Minuten vor der Abfahrt, richtiger dem Ab=
flug
, werden dem Abſchiednehmen und der Beſichtigung
der Kabine gewidmet, die uns während der Fahrt
durch die Lüfte Aufenthalt bietet.
Die zwiſchen den beiden Maſchinengondeln unter der
Mitte des Luftſchiffes hängende Paſſagierkabine bietet
Raum für 20 Perſonen. Sie iſt ſo in das Luftſchiff ein=
gebaut
, daß Längsträger des Luftſchiffes zugleich Träger
der Kabine ſind und im übrigen an 12 Stahldrähten dop=
pelt
in ihrer Lage ſo geſichert, daß ſie unverrückt dahängt,
auch wenn aus irgend einem unwahrſcheinlichen Zufall
ein Paar Streben ſich verbiegen oder brechen ſollten. Ein
Nebenraum der Kabine iſt für den Küchenbedarf mit Fla=
ſchenſchrank
und Anrichte verſehen. Alle Metallteile des
Kabinengerüſtes ſind mit Mahagoni innen umkleidet,
ebenſo wie die Füllungen und die Decke aus Mahagoni=
Fournieren beſtehen. Eine reiche Einlegearbeit in Perl=
mutter
an den Deckenbalken und Säulen läßt die Kabine
als außerordentlich komfortabeln und eleganten Raum
erſcheinen. Ein Toilettenraum mit fließendem Waſſer
uſw. am hinteren Ende der Paſſagierkabine bietet beſon=
ders
für größere Fahrten die wünſchenswerte Bequem=
lichkeit
. Der Fußboden, der in außerordentlich ſicherer
Weiſe mit fünffacher Holzlage verleimt wurde, iſt mit
einem Teppichbelag verſehen. Große Klappfenſter ge=
ſtatten
einen ungehinderten Ausblick nach allen Seiten.
Die leichten Korbmöbel gewährend einen äußerſt be=
quemen
Sitz. Es iſt alſo für alles geſorgt.
Die Motoren werden angelaſſen, die Höhenſteuer ein=
geſtellt
und das Kommando Los! ruft uns wieder ans
Fenſter, der Augenblick des Aufſtieges iſt da. Ein
erhebender Augenblick in zwiefacher Deutung des
Wortes!
Ganz leiſe, ganz ſanft hebt ſich das ſtolze Rieſen=
ſchiff
. Keinerlei Schwanken, keinerkei Erſchützterung
Nur die Menſchen, die da unten grüßend fubeln und
Tücher ſchwenken, werden ſchnell kleiner und kleiner. Und
alles ſieht ſo merkwürdig ſich=an aus der Vogelperſpek=
tive
, ſo komiſch, die krabbelnden Menſchenhaufen, die
Tiere, die Häufer, die Felder. Man würde zum Lachen
gereizt, wenn nicht das Schöne, das Erhabene uns als=
bald
in Bann ſchlüge über all das Wunderſame, was
die Luftfahrt nun bietet.
Losgelöſt von der Scholle, die unſer Geſchlecht Jahr=
kauſende
hindurch feſtgehalten mit eiſerner, umſpannen=
der
Kraft; frei wie der Adler, den wir und vor uns Mil=
lionen
beneidet, wenn er hoch über uns ſeine ſtolzen

Kreiſe zog, ſchweben wir ſelbſt nun mit den Wolken de=
Sonne entgegen! Erfüllung ward uns der unglücklicher
Schottenkönigin Sehnſuchtsſchrei aus düſterm Kerker:
Eilende Wolken, Segler der Lüfte
Wer mit euch wanderte, mit euch ſchiffte!
Wie wunderbar iſt das alles, wie überwältigen
ſchön! Die im Sonnenglanz liegenden frühlingsgrüne
Fluren der in gleiche, gradlinige Flächen aufgeteilte
Erde, die Dörfer und Städte, mit ihrem Häuſergewir
ihren Straßen und den Menſchen darin geſchäftig hin= un
herhaſtend, oder tücherſchwenkend und hurrarufend, wen
ſie unſer Fahrzeug ſehen. Die Eiſenbahnlinien, die da=
Land durchſchneiden, die Züge die es durcheilen, vo
dampfenden Lokomotiven durchzogen. Wie ſchwerfälli
und langſam ſchauts aus von unſerer Höhe herab. Wi
erhaben und ſtolz blicken wir herunter auf die ſauſer
den Autos. Für unſer Auge kriechen ſie. Was ſei
Ihr da unten mit euren 60= und 80=pferdigen Kraf
wagen gegen uns! Kinderſpielzeug! Verſuchts einme
auch uns unſere Luft zu verpeſten, die ſo rein und friſ
und klar, wie denen da drunten im Staube, die neidvo
zu euch blicken, wenn Ihr in eigener Staubwolke gehül
vorbeiſauſt. Wir bemitleiden Euch heute, die Ihr nid
loskommt von der Scholle trotz ſauſender Fahrt.
Frankfurts Häuſermeer haben wir überflogen, nu
gehts dem Taunus zu, deſſen grünbewaldete Höhen un
grüßend und einladend winken. In 250300 Mete
Höhe geht die Fahrt, nein, geht unſer Flug! Ueb=
Kronberg flattern die erſten Luftpoſtbeutel an lange
Flaggenbändern zur Erde hernieder. Deutlich ſehen wi=
wie
unſere Poſtkartengrüße für die Lieben daheim au
gefunden werden, oder doch wenigſtens in erreichbare G=
gend
niederfallen. Ein kleiner Beweis dafür, daß es nid
ſo leicht ſein mag, ein beſtimmtes Ziel zu treffen, unſet
Vorausberechnung ſtimmt herzlich ſchlecht. Nun habe
wir die grünen Wipfel des Taunus unter uns und d
Sonne, die den leichten Dunſtſchleier durchſticht, malt ei
herrliches Bild dieſer Landſchaft mit den Bergwaldhöhe=
den
Tälern und grünen Halden und Hängen. Unendli
weit iſt der Blick. Von drüben grüßt der Feldberg un
zahlloſe andere Höhen und unten ſchimmern ſilbern d
kleinen Flußläufe zum Main. In weitem Bogen geht=
herüber
Oberurſel zu und wieder flattern luftig
Grüße zur Erde.
Jetzt geht die Fahrt Homburg zu. Aus dunklei
Grün ragt der Turm des alten Kaiſerſchloſſes, dei
ſteuern wir zu. Bald kommt das Schloß ſelbſt in Sich
das das Kaiſerpaar zurzeit bewohnt, und der Schloßhot=
Deutlich ſieht man die eben vollendeten Vorbereitunge
zu einer Ausfahrt der Kaiſerin. Dienerſchaft un

[ ][  ][ ]

Nummer 118.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 21. Mai 1912.

Seite 5.

diente die Turnhalle der Großh. Real= und Landwirt=
ſchaftsſchule
, die kaum alle Wanderer zu faſſen vermochte.
Pünktlich um 12 Uhr eröffnete Oberbürgermeiſter
Köhler (Worms) die Hauptverſammlung mit einem
herzlichen Willkommengruß; er erwähnte zunächſt, daß der
eerſte Vorſitzende, Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſinge
wegen einer ſeltenen Familienfeier verhindert ſei, da
deſſen Schwiegervater ſeinen 90. Geburtstag begehe.
Darauf ſtellte der Redner feſt, daß die gegenwärtige die
30. Hauptverſammlung wäre; der Klub hätte alſo eigent=
lich
Anlaß, ein Jubiläum zu feiern. Der Odenwaldklub
wäre jedoch nicht zum Feiern da und es genüge, nur der
Tatſache zu gedenken. (Beifall.) Der Verein ſei jetzt aus
dem Jünglings= in das Mannesalter eingetreten; mit
Stolz und Freude könne man auf die Entwicklung des
Klubs zurückblicken. Der Vorſitzende ſchlug ſodann vor,
ein Telegramm an den Großherzog, den Protektor des
Odenwaldklubs, abzuſenden mit dem Gelöbnis unwan=
delbarer
Treue, ferner Grußtelegramme an den Ehren=
vorſitzenden
, Finanzminiſter Braun, und den I. Vor=
ſitzenden
, den Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing. Die
Verſammlung ſtimmte den Vorſchlägen unter Beifall zu.
Der Redner begrüßte hierauf den Kreisrat von Dieburg
Geh. Oberregierungsrat Wagner, den Vertreter von
Groß=Umſtadt, den Beig. Arzt, ferner die Vertreter der
Forſtverwaltung, die Preſſe, die Ehrenmitglieder des
Klubs, die Ortsgruppen und ihre Vertreter, beſonders
noch den Vertreter von Groß=Umſtadt, Direktor Dr.
Göckel, ſowie zum Schluſſe alle Anweſenden. Kreis=
rat
Wagner gab in ſeiner Begrüßungsrede der Freude
Ausdruck, daß der Odenwaldklub Groß=Umſtadt zur
Tagung gewählt habe; einen Ort, der eine ſchöne hiſto=
riſche
Vergangenheit hinter ſich habe. Die Anweſenden
begrüße er nicht nur als Gäſte, ſondern auch als treue
Freunde und Förderer des Wanderns. Die Jungdeutſch=
landbewegung
ſei eine Folge davon, und der Ruf:
Zurück zur Natur‟. Der Odenwaldklub könne es ſich
zum Verdienſte anrechnen, ſchon früh auf den Wert des
Wanderns in die freie Natur hingewieſen zu haben. Der
Odenwaldklub erziehe auch zur Vaterlandsliebe. Wer
ſeine Scholle kennt, liebt ſie auch, tauſend Fäden ver=
knüpfen
ihn mit ihr.
Der Vertreter von Groß=Umſtadt, Beig. Arzt=
wünſcht
den Beratungen des Klubs einen guten Verlauf.
Realſchuldirektor Göckel meinte, wenn der Odenwald=
klub
nicht vorhanden wäre, müſſe man ihn ſogleich ins
Leben rufen. Die Ortsgruppe Groß=Umſtadt habe es für
ihre Pflicht gehalten, ihren Gäſten den Aufenthalt ſo an=
genehm
wie möglich zu machen. Die Anweſenheitsliſte
ergab, daß 48 Ortsgruppen mit 747 Mitgliedern zur
Tagung gekommen waren (von Darmſtadt 195 Mitglie=
der
). Der Vorſitzende, Oberbürgermeiſter Köhler,
widmete hierauf dem verſtorbenen Geh. Juſtizrat Sei=
bert
(Höchſt) Worte ehrenden Gedenkens, und feierte
ihn namentlich als Schöpfer der Idee der Wegemarkie=
rung
. Weiterhin gedachte der Redner auch des verſtor=
benen
Profeſſors Kahle (Heidelberg). Die Verſamm=
lung
ehrte das Andenken der Verſtorbenen durch Erheben
von den Sitzen.
Der erſte Punkt der Tagesordnung, Bericht über die
Hauptverſammlung in Amorbach 1911, er=
ledigte
ſich ſchnell, da dieſer Bericht gedruckt vorlag und
Einwendungen nicht erhoben wurden. Zur Diskuſſion
ſtind dann der Bericht über die Tätigkeit des Klubs im
WVereinsjahr 1911/12. Einwendungen gegen den Bericht
wurden nicht erhoben. Dem Verfaſſer. Oberlehrer Dr.
Köſer, wurde von der Verſammlung für ſeine ſchwierige
Arbeit lebhafter Beifall geſpendet. Die Rechnung der
Zentralkaſſe und der Voranſchlag für 1911/12, die Kaſſierer
Löwe der Verſammlung unterbreitete, wurden debatte=
los
genehmigt. Als Ort der Tagung für 1913 wurde
Heidelberg gewählt. Bensheim und Lindenfels hatten
jebenfalls Einladungen geſandt, ſie aber zugunſten von
Heidelberg zurückgezogen. Es folgte die Wahl des

Zentralausſchuſſes, der einſtimmig wiedergewählt
wurde. Auf Vorſchlag von Dr. Köſer wurden anſtelle des
Oberförſters Löſch in Amorbach, der von dort verſetzt
worden iſt, Rentamtmann Siebenliſt (Amorbach) ge=
wählt
, und weiterhin in Ergänzung des Zentralausſchuſſes
auf 15 Mitglieder: Prof. Kiſſinger (als Vertreter von
Darmſtadt), Oberförſter Krutina (als Vertreter von Hei=
delberg
) und Hauptlehrer Schäfer in König (als Vertreter
des Odenwaldes).
Den Feſtvortrag hielt Prof. Kiſſinger über Pflege=
des
Jugendwanderns‟ Der Redner wies eindringlich auf
die Bedeutung des Wanderns der Jugend hin; die Orts=
gruppen
müßten ſich ſeiner annehmen, wenn auch die Satz=
ungen
dies nicht vorſchrieben. Die Aufgabe des Wanderns
ſei die Sammlung von gleichgeſinnten Jugendlichen und
ſie zu leiten. Man müſſe ſchon bei der Jugend Umſchau
halten, damit ſie ſpäter Mitglieder der Wandervereine
werden. Die Jugend verlange das Wandern; Scharen
von Knaben und Mädchen, Volksſchüler, Gymnaſiaſten,
Fortbildungsſchüler, Kaufleute, Lehrlinge uſw unternäh=
men
ſchon regelmäßige Wanderungen. Die Ausweiſe der
Herbergen zeigten, daß bereits Tauſende wanderten. Der
Odenwaldklub laſſe Knaben und Mädchen getrennt wan=
dern
und immer unter Leitung, dies ſei eher zu empfeh=
len
, als wenn ſich Knaben und Mädchen zu mehrtägigen
Wanderungen zuſammenſchlöſſen. Man dürfe es nicht
unterlaſſen, für den Verein zu werben, damit nicht andere
den Rahm ausſchöpften und den Nutzen zögen aus den
Karten, Auskunftsſtellen, Markierungen, Führern, Jugend=
herbergen
uſw. Der Redner ging dann auf die Entſtehung
des Jugendwanderns in Darmſtadt ein und zeigte an Bei=
ſpielen
, wie die Pflege des Jugendwanderns im ganzen
Gebiet des Odenwaldklubs ausgeſtaltet werden müßte.
Der Rede folgte lebhafter Beifall. Der Vorſitzende ver=
las
jetzt die eingelaufenen Glückwunſchtelegramme vom
Fürſten zu Erbach=Schönberg, Finanzminiſter Braun, Ober=
bürgermeiſter
Dr. Gläſſing, den Hochſpeſſartfreunden Ro=
tenbuch
uſw. Zu Ehrenmitgliedern des Oden=
waldklubs
wurden nunmehr einſtimmig durch die Ver=
ſammlung
ernannt: Prof. Lorentzen in Hamburg
(früher in Heidelberg), Karl Schäfer (Darmſtadt). Den
Anträgen der Ortsgruppen, von denen 25 vorlagen, ſtimmte
die Verſamlung nach den Anträgen des Zentralausſchuſſes
zu. Unter der geſchickten Leitung von Oberbürgermeiſter
Köhler nahmen die Beratungen nur kurze Zeit in An=
ſpruch
. Mit einem Friſch auf! das dem Odenwald und
dem Odenwaldklub galt, ſchloß der Vorſitzende die Haupt=
verſammlung
.

Kongreſſe und Verbandstage.

Heſſiſcher Richtertag.
Der Heſſiſche Richterverein hielt am 18. Mai ſeine
13. ordentliche Hauptverſammlung unter dem Vorſitz des
Oberſtaatsanwalts v. Heſſert in Gießen ab. Die
Verſammlung war aus allen Teilen des Landes gut be=
ſucht
. Als Vertreter des Juſtizminiſters war Geheimerat
Dr. Beſt erſchienen.
Aus dem Geſchäftsbericht iſt mitzuteilen, daß
ſchon lange alle heſſiſchen Richter und Staatsanwälte
mit verſchwindenden Ausnahmen dem Verein angehören.
Man gedachte der verſtorbenen Mitglieder Landgerichts=
direktor
Zimmermann und Senatspräſident Schäfer. Mit
Befriedigung kann der Verein auf die letzte Juſtizdebatte
der Zweiten Kammer zurückblicken, in der im Gegenſatz
zu früheren Jahren dem heſſiſchen Richterſtande nur An=
erkennung
gezollt wurde. Der Erſten Kammer iſt es zu
danken, daß die, wenn auch praktiſch nicht ſehr bedeu=
tungsvolle
, ſo doch für die Richter immerhin ſchmerzliche
Beſchränkung der Bewilligung von 15 Amtsrichterſtellen
auf den Inhaber wieder beſeitigt worden iſt.
Ueber die Beſoldungsvorlage wurde ein=
ſtimmig
beſchloſſen: Der Heſſiſche Richterverein erkennt

dankbar an, daß der Geſetzentwurf über die Dienſtbezüge
der Staatsbeamten eine erhebliche Verbeſſerung des
Dienſteinkommens und Erhöhung der penſionsfähigen
Beträge vorſieht; er erachtet es für dringend geboten,
daß zunächſt auf Grundlage des Geſetzentwurfes ſobald
als möglich der Beamtenſchaft die ſchon ſo lange erwar=
tete
unbedingt notwendige Aufbeſſerung zuteil wird; zu=
gleich
ſpricht er die zuverſichtliche Hoffnung aus, daß als=
dann
, möglichſt noch im Laufe dieſes Etatsjahres, wie
von der Regierung in Ausſicht genommen, eine organiſche
Beſoldungsreform zuſtande kommt, bei der auch die be=
rechtigten
Wünſche der Richter berückſichtigt werden.
Amtsgerichtsrat Müller=Gießen reſerierte über Fragen
der Strafrechtsreform und ſtellte folgende Leit=
ſätze
auf: Das Arbeitshaus iſt als ſelbſtändige Strafart
mit erziehlichem Charakter für alle dieſer Erziehung be=
dürftigen
und ihr zugänglichen Verbrecherkategorien aus=
zugeſtalten
. Die Unterbringung in ein Arbeitshaus oder
eine Trinkerheilanſtalt muß an Stelle jeder Art von Frei=
heitsſtrafe
treten können. Soll das Arbeitshaus der Er=
ziehung
aller Beſſerungsfähigen dienen, ſo iſt die Be=
ſchränkung
auf Rückfällige zu verwerfen. Die Verſamm=
lung
folgte mit großem Intereſſe den Ausführungen des
Redners, ſah aber von einer Abſtimmung über die Leit=
ſätze
ab.
Schließlich erörterte man noch die Frage der Fort=
bildung
der Richter, mit der ſich der Verein ſchon
mehrfach beſchäftigt hatte. Man war darüber einig, daß
mehr wie bisher für die Fortbildung der Richter ge=
ſchehen
müſſe, hofft auf finanzielle Unterſtützung durch
die Inſtizverwaltung, mit der ſich ja auch der Finanzaus=
ſchuß
der Zweiten Kammer einverſtanden erklärt hat, und
beſprach die verſchiedenen Möglichkeiten der Fortbildung,
wie Beſuch der rechts= und ſtaatswiſſenſchaftlichen Kurſe
in Berlin, Köln und Frankfurt, Abhaltung beſonderer
Kurſe etwa in Gießen und Darmſtadt oder Veranſtaltung
freier Beſprechungen zwiſchen Kaufleuten, Induſtriellen
und Juriſten, wie ſie der Verein Recht und Wirtſchaft
erſtrebt.
Nach mehr wie dreiſtündiger Dauer wurde die en=
regende
Verſammlung geſchloſſen. Ein gemeinſames
Mittagsmahl bildete den Abſchluß. Die nächſte Haupt=
verſammlung
findet in Darmſtadt ſtatt.

Flottenbund deutſcher Frauen.
Hildesheim, 19. Mai. Die VI. Tagung des
Flottenbundes Deutſcher Frauen die in
der alten Biſchofsſtadt Hildesheim mit einer geſchloſſenen
Delegiertenverſammlung begann, wurde abends durch
ein vom Lokalkomitee gegebenes großes hiſtoriſches
Marktfeſt eingeleitet. Heute mittag 12 Uhr fand die
Hauptverſammlung ſtatt, zu der 50 Delegierte
von etwa 50 Ortsgruppen aus ganz Deutſchland erſchie=
men
waren. Beſonders ſtark vertreten waren die Landes=
verbände
von Sachſen und Bayern. Das Reichsmarine=
amt
hatte als Vertreter den Kapitänleutnant Humann
entſandt. Nach Begrüßungsanſprachen ſeitens des Ver=
treters
der Stadt, Oberbürgermeiſter Dr. Erlicher, und
des Vorſitzenden des hieſigen Flottenvereins, Dr. Struck=
mann
, überbrachten die Vertreterinnen der einzelnen
Landesverbände deren Grüße. Die Schatzmeiſterin, Frau
v. Spiegelberg (Hannover) erſtattete den Kaſſenbe=
richt
, der mit einem Beſtand von 34000 Mk. abſchließt.
Den Hauptgegenſtand der Beratungen bildete die Un=
terſtützung
des Seemannserholungsheims in
Klein=Machnow bei Berlin. Die Vorſitzende, Frl.
Müller (Hannover), unterbreitete der Generalverſamm=
lung
einen Anträg des Zentralvorſtandes, dem See=
mannserholungsheim
, wie bisher, jährlich 3000 Mark zu
bewilligen, aber in der abgeänderten Form, daß man ſich
direkt mit den Marineſtationen in Kiel und Wilhelms=
haven
in Verbindung ſetze, um erholungsbedürftige See=

Ordonanzen und Begleitung zu Pferde. Vom Haupt=
portal
reitet ein Offizier in Jägeruniform in die Mitte
des Schloßhofes und ſalutiert unſer Luftſchiff. Jubelnd
entſcheiden die mit Gläſern bewaffneten Paſſagiere: Es
iſt der Kaiſer! Hurra und Tücherſchwenken dankt
für den Gruß und die Viktoria Luiſe neigt ſich tief
herab, Deutſchlands Herrſcher grüßend, deſſen Tochter ihr
den Namen lieh. Wir überfliegen das Kurhaus, die
prächtigen Anlagen des Kurparks uſw dann gehts nach
weitem Bogen zurück, der Bahnlinie folgend, dem Hafen
zu. Eine weite Strecke nur unter uns das Grün der herr=
lichen
Landſchaft, als treuen Begleiter den Schatten des
Luftkreuzers, den die Sonne ſcharf gezeichnet auf die
Erde wirft.
Aengſtlich flattert das Geflügel in den Höfen der
Dörfer, dem Propellerſurren zu entgehen und eilends
fflieht das Waſſergeflügel ins Dickicht oder zur Hütte. Auch
die Bewohner des Zoologiſchen haben ſich noch immer
nicht an die ſonderbare Erſcheinung über ihren Köpfen
gewöhnt. Alles rennt und galoppiert aufgeregt hin und
her. Deutlich ſehen wir Zebras, Hirſche und Rinder.
Auch die langhalſige Giraffe fürchtet ſich und ſogar ein
Elefant fängt zu galoppieren an.
Wir nähern uns den Vororten Frankfurts und bald
kommt nach Offenbach mit ſeinen vielen rauchenden Schlo=
ten
das Häuſermeer wieder in Sicht. Unermüdlich gibt ein
mitfahrender Offizier der Frankfurter Garniſon Auskunſt und
Erläuterungen über Straßen, Plätze und bedeutſame Ge=
bäude
, ſoweit ſie nicht ſelbſt ihr Charakteriſtikum verrät
Dann gehts wieder dem Landungsplatz, dem Luftſchiff=
hafen
zu. Eben ſteigt von dort ein Flieger, ein Dop=
peldecker
, auf, der vor dem Niedergehen uns begrüßt und
den gigantiſchen Konkurrenten umkreiſt. Nun ſenkt ſich
die Spitze. Wir gleiten tiefer und tiefer. Aus der Vor=
dergondel
rollt ſich das Seil herab, das ſofort ergriffen
wird, die Motoren ſetzten aus, die Propeller ſtehen und
langſam und ſicher werden wir herabgezogen zur Erde
und in die Halle bugſiert.
Unſere Luftfahrt iſt beendet! Um 5 Uhr ſind wir
aufgeſtiegen. um 6½ haben wir bereits in der Halle die
Kabine verlaſſen.
Eine kleine Senſation gab’s noch: Vor dem Ein=
bringen
in die Halle, der Rieſe lag ſchon gefeſſelt zwiſchen
den Laufſchienen, um hereingezogen zu werden, als plötz=
lich
zahlreiche Soldaten herzuſtürzten, ihn zu halten und
des Publikums ſich die größte Aufregung bemächtigte.
Eine Böe hatte das Luftſchiff erfaßt und drohte es gegen
die Halle zu drücken. Wir Inſaſſen merkten
davon nicht eine Spur! Das Luftſchiff wurde
ſchnell kürzer gefeſſelt, dann gings mit eigener Kraft,
d. h. von den Propellern getrieben, ſicher in die Halle
hinein. Draußen kreiſten die Flieger weiter um den Platz.
Noch ein paar Worte über die Eindrücke der Luftfahrt
ſelbſt. Es gibt kein Verkehrsmittel unſerer
Zeit das dem Reiſenden ein gleich großes
Gefühl der unbedingten Sicherheit ver=

leiht. Der einzige Moment, der vielleicht eine ganz
geringe Unruhe auslöſt, iſt der des Aufſtieges. Wenn
man gewiſſermaßen den Boden unter den Füßen verliert,
wenn die Menſchen, die uns eben noch die Hand ge=
drückt
, kleiner und kleiner werden und die Rieſengebäude
wie Spielzeug ſo klein. Sobald das Luftſchiff in einer
gewiſſen Höhe ſich befindet, gleitet es ruhig und ſanft.
Faſt unmerklich iſt in der Kabine das Knattern der Mo=
toren
; das Surren der Propeller wird zum leiſen mono=
tonen
Summen, das man bald gar nicht mehr hört,
jedenfalls weniger als die Geräuſche der Erde, die Hoch=
rufe
, die zuweilen ſehr deutlich hörbar ſind. Kein Schwan=
ken
, kein Zittern der Gondel. Wenn die Erde unten,
deren wechſelnde Bilder allein uns verraten, daß wir vor=
wärts
fliegen, plötzlich unſichtbar würde, man würde kaum
ſpüren, daß das Luftſchiff fliegt. Beſonders nicht, wenn
der Flug mit dem Winde geht. Kein Schwindel=
gefühl
, auch wenn man ſich 300 Meter hoch weit aus
dem Fenſter beugt. Wird doch behauptet, daß es mit dem
Augenblick völligen Aufhörens jeder Verbindung mit der
Erde kein Schwindelgefühl mehr gibt. Keine Seekrankheit!
Nichts, garnichts, als das immer wieder überwältigende
Gefühl, etwas unſagbar Schönes zu erleben ohne jede Ge=
fahr
.
Faſt iſt es beſchämend, daß ſo gar kein Mut dazu ge=
hört
, ſich einem Lenkballon einem deutſchen Lenk=
ballon
anzuvertrauen. Nichts mehr zeugt von dem
Titanenkampf, den das Menſchengeſchlecht tauſend und
mehr Jahre gekämpft, ehe es die Luft beherrſchen lernte.
Nun ein großer Geiſt den Sieg errungen, genießen wir
das Erreichbare mit allem Komfort der Neuzeit. Faſt
könnte das mit Bedauern erfüllen, denn es kann, ja es
muß zur Unterſchätzung der größten Errungenſchaft des
Jahrhunderts, ja des ganzen Menſchentums führen.
Als wir nach der Landung uns von unſerem Führer
Kapitän Plew verabſchiedeten, geſtattete er unter
liebenswürdigen Erklärungen eine Beſichtigung des
ganzen Schiffes, des Laufſteges, der zu den beiden Gon=
deln
mit den Motoren führt, der Station für Radiotele=
graphie
, des Schachtganges, der zwiſchen den Ballonetts
hindurch zur Ballonoberfläche führt, zu der Plattform,
die im Kriegsfalle mit Maſchinengewehren oder Revol=
verkanonen
armiert werden kann u. a. m.
Die Viktoria Luiſe hat eine Länge von 148
Meter bei einem Durchmeſſer von 14 Meter und einem
Rauminhalt von rund 19000 Kubikmeter. Es wird ge=
tragen
von 18 einzelnen Gaszellen, die je in einem Glied
des Luftſchiffkörpers zwiſchen je zwei Querringen des
Aluminiumgerüſtes eingebettet liegen. Das ganze Ge=
rippe
und die darin eingeſchloſſenen Gaszellen ſind um=
kleidet
mit einem imprägnierten Baumwollſtoff, um die
Reibung zu vermindern und die Ballons vor ſtarker Son=
nenbeſtrahlung
zu ſchützen. Unterhalb des Tragkörpers
hängen die beiden Maſchinengondeln und zwiſchen dieſen
die Paſſagierkabine. In der vorderen Gondel befinden ſich
ein Motor von 145 Pferdeſtärken, ſowie alle Steuerräder,

Ballaſt= und Ventilzüge, da das Luftſchiff von der vor=
deren
Gondel aus gelenkt werden muß. In der hinteren
Gondel ſind zwei Motoren zu je 145 Pferdeſtärken. Der
vordere Motor treibt ein Paar zweiflügelige, die hinteren
Motoren je eine vierflügelige Luftſchraube, ſämtlich mit
etwa 500 Umdrehungen in der Minute. Am hinteren Ende
des Luftſchiffes befinden ſich in einem Rahmen die Sei=
ten
= und Höhenſteuer. Erſtere ſind ſo wirkſam, daß das
Schiff auf einem Kreiſe von rund 550 Meter Durchmeſſer
zu drehen vermag. Mit den wagerechten Höhenſteuern
kann das Luftſchiff außerordentlich kräftig und ſchnell in
eine Schräglage gebracht werden, in der es auf= und ab=
wärts
ſteigen kann. Am hinteren Ende befinden ſich ferner=
noch
rechts und links je eine große wagerechte Floſſe, die
ſogenannten Stabiliſierungsflächen, welche den Zweck
haben, einen ruhigen Flug des Luftſchiffes zu erzielen.
Die Maſchinen entwickeln insgeſamt etwa 435 Pferde=
ſtärken
und verleihen dem Luftſchiffe eine Reiſege=
ſchwindigkeit
mit zwei Motoren von etwa 17 Se=
kundenmeter
, das ſind rund 61 Kilometer in der Stunde,
eine Höchſtgeſchwindigkeit mit drei Motoren von etwa 20
Sekundenmeter oder 72 Kilometer in der Stunde. Die
volle Tragkraft des Luftſchiffes beträgt rund 22000
Kilogramm in Meereshöhe. Zieht man das Eigengewicht
des Luftſchiffes und ſeiner Motoren ab ſo verbleibt eine
nutzbare Tragkraft von reichlich 5500 Kilogramm, je nach
der größeren oder geringeren Erhebung über den Meeres=
ſpiegel
und je nach den Temperaturverhältniſſen. Denn
eine Erhebung über das Meeresniveau von je 80 Meter
vermindert, nach bekannten phyſikaliſchen Geſetzen, die
Tagkraft eines Luftſchiffes von der Größe der Viktoria
Luiſe um rund 200 Kilogramm, und die Erwärmung
der Luft um je einen Grad Celſius vermindert die Trag=
kraft
um rund 75 Kilogramm. Von der Geſamttragkraft
werden in der Regel etwa 1200 bis 1500 Kilogramm für
die Mitnahme von Benzin und Oel in Anſpruch genom=
men
. Das Luftſchiff vermag mit einem ſolchen Vorrat
von Betriebsmaterial 1012 Stunden mit allen, 1520
Stunden mit zwei Motoren zu fliegen und in dieſer Zeit
einen Weg durch die Luft von rund 800 reſp. 1000 Kilo=
meter
zurückzulegen. Zur Führung des Luftſchiffes ge=
hören
etwa acht oder neun Perſonen: ein Führer, ein
Fahringenieur, zwei Steuerleute, vier oder fünf Monteure
Von dieſen befinden ſich der Führer, die Steuerleute und
ein oder zwei Monteure in der vorderen Gondel, die
übrigen Leute in der hinteren Gondel.
Als wir aus der Halle traten, ſtieg wieder ein Flieger
auf und zog hoch oben ſtolz ſeine Kreiſe. Wir neideten
ihn nicht mehr. Hinter uns lag etwas Großes, Erhabenes,
das in der Erinnerung fortleben wird. Wohl alle, die
wir dieſes Schöne zuſammen erleben durften, gedachten
des Mannes, der es uns ſchuf, den Kaiſer Wilhelm den
Größten des Jahrhunderts genannt.
Heil Zeppelin!
M. Streeſe.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 21. Mai 1912.

Nummer 118.

leute auf Koſten des Flottenbundes nach Klein=Machnow
zu entſenden.: Die Summe wurde bisher auf 3 Jahre be=
willigt
, ſoll aber nach den neuen Beſtimmungen nur je=
weils
auf ein Jahr bewilligt werden. Die Ortsgruppe
Berlin beantragte die Bewilligung von 3000 Mark auf
2 Jahre; dieſer Antrag wurde aber auf Anregung der Frau
Exz. v. Hollmann abgelehnt und der Antrag des Zen=
tralvorſtandes
mit großer Majorität angenommen.
Im Laufe der weiteren Verhandlungen wurde betont,
daß es nötig ſei, daß der Flottenbund deutſcher Frauen
eine große Werbetätigkeit einzuleiten beginne, trotzdem
gerade in letzter Zeit ſich zahlreiche neue Ortsgruppen
gebildet und beſonders Jugendgruppen zuſtande gekom=
men
ſind. Als Ort der nächſten Tagung wurde Gotha
beſtimmt. An die Hauptverſammlung ſchloß ſich ein Feſt=
mahl
, morgen ſollen verſchiedene Ausflüge folgen.

Heneralverſammlung des Deutſchen
Bühnenvereins.
H. Breslau, 19. Mai. Die 43. ordentliche Gene=
ralverſammlung
des Deutſchen Bühnenvereins
wurde unter zahlreicher Beteiligung von Bühnenleitern
aus ganz Deutſchland hier im Saale der Schleſiſchen
Geſellſchaft für vaterländiſche Kultur unter dem Vorſitze
des Barons zu Putlitz (Stuttgart) abgehalten. Nach
dem Geſchäftsbericht, den Rechtsanwalt Wolff
erſtattete, beträgt der Voranſchlag für das kommende Ge=
ſchäftsjahr
43.000 Mark, wobei mit einem Ueberſchuß von
etwa 8000 Mark zu rechnen iſt. Aus der Wohlfahrtskaſſe
ſind Unterſtützungen von über 17000 Mark bezahlt wor=
den
. Es wurden ganze Bühnenenſembles, deren Leiter
finanziell zuſammengebrochen waren, über Waſſer ge=
halten
. Seit ihrem Beſtehen hat die Wohlfahrtskaſſe
86000 Mark für Unterſtützungen aufgewendet. Geheim=
rat
Barnay (Hannover) dankte hierauf für die Ehre,
die ihm durch die Ernennung zum Ehrenmitglied des
Bühnenvereins erwieſen worden ſei. Bedauerlich ſei es,
daß er von ſeinem eigenen Kinde, der Deutſchen
Bühlnengenoſſenſchaft ſagen müſſe, daß ſie
auf falſchen Wegen wandele. Er ſei mit den Zielen der
Deutſchen Bühnengenoſſenſchaft durchaus einverſtanden,
aber ihre jetzige Leitung könne er nur mißbilligen. Es
wurde darauf mitgeteilt, daß Geheimrat Barnay in ſei=
nem
Teſtament der Wohlfahrtskaſſe den Betrag von
50000 Mark vermacht habe. Die Verſammlung beſchloß
dann, die deutſchen Dichter und Schriftſteller bei Voll=
endung
des 50. Geburtstages durch Aufführung ihrer
WWerke zu ehren. Weiter berichtete u. a. Graf v. See=
bach
(Dresden) über die Arbeiten der Kommiſſion, die
ſich mit der Frage zu beſchäftigen hatte, welche Maßnah=
men
gegen das Ueberhandnehmen der Kinemato=
graphentheater
zu ergreifen ſeien. Der Referent
konnte konſtatieren, daß die Schädigung, welche die Kine=
mmatographentheater
den reinen Theatern bereiteten, wirk=
lich
vorhanden ſeien und in letzter Zeit beträchtlich zuge=
nommen
hätten. In einer Stadt ſei die durch die Errich=
ſtung
eines Kinematographentheaters hervorgerufene Ein=
mahmeſchädigung
des betreffenden Stadttheaters auf
50 Prozent feſtgeſtellt worden. Der Referent verlangte
EErweiterung des § 33a der Reichsgewerbeordnung auf
alle kinematographiſchen Theater, gleiche Bauvorſchriften
für alle Theater und eine ſchärfere Ueberwachung der
gezeigten Films. Die Verſammlung erklärte ſich mit den
Forderungen des Referenten einverſtanden. In der
ehatte murde bedauert daß die Preſſe die Kinemato=
graphentheater
nicht mit) der gleichen Schärfe kritiſiere,
wie die anderen Theater. Mach Erledigung weiterer ge=
ſchäftlichen
Angelegenheiten wurde zum Ort der nächſten
Verſammlung Eiſenach gewählt. Eine außerordent=
liche
Generalverſammlung ſoll im Herbſt in Berlin ab=
gehalten
werden.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 20. Mai. Präſident Dr. Kaempf er=
öffnet
die Sitzung um 1,20 Uhr. Auf der Tagesordnung
ſteht zunächſt die erſte Leſung der am 29. September
1911 in Berlin unterzeichneten Verträge mit Bul=
Larien, und zwar eines Konſularvertrages, eines
Vertrages über Rechtsſchutz und Rechtshilfe in bürger=
lichen
Angelegenheiten und eines Auslieferungsvertrages.
Nach kurzer Debatte wurden die Verträge in erſter und
zweiter Leſung angenommen.
Es folgt die
erſte Leſung eines Ergänzungsetats.
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Dieſer Nachtrags=
etat
enthält die Forderung von 7500 Mark für Vorar=
beiten
zum Ausbau des Reichstagsgebäudes und 250000
Mark für eine Verſuchsanſtalt für Luftſchiffahrt. Dieſe
Forderung entſpricht früheren Reſolutionen des Hauſes.
Abg. Spahn (Zentr.): Wir werden der Vorlage
zuſtimmen, obgleich wir es lieber geſehen hätten, eine
Reichsanſtalt für Luftſchiffahrt zu gründen. Abg.
Baſſermann (nl.): Mit dieſer Vorlage wird ein
Herzenswunſch des Grafen Zeppelin erfüllt. Eine Reichs=
unterſtützung
für dieſes Privatunternehmen iſt notwendig.
Abg. Dr. Müller=Meiningen (Fortſchr. Vp.): Wir
ſtimmen gleichfalls zu.
Die Vorlage wird ohne Kommiſſionsberatung auch
in der ſich ſofort anſchließenden zweiten Leſung ange=
nommen
.
Es folgt die
zweite Leſung des Geſetzentwurfes
betr. Beſeitigung des Branntweinkon,
tingents.
Abg. Dr. Südekum (Soz.): Die Aufhebung der
Liebesgabe, wie ſie ſich jetzt geſtaltet hat, würde bedeu=
ten
, daß die Aermſten der Armen die Laſten übernehmen.
Das Kontingent für die Brennereien hat an Bedeutung
verloren. Deshalb ſollte auch ſeine Aufhebung leichter
zu erreichen ſein. Die Regierung will jetzt die Liebes=
gabe
aufheben, aber nicht, um ein altes Unrecht wieder
gut zu machen und ein anrüchiges Geſetz zu beſeitigen,
ſondern um höhere Reichseinnahmen zu erzielen. Wir
ſind natürlich nicht dafür zu haben, dieſe Konſumſteuer
mitzumachen. Deshalb haben wir uns in der Kommiſ=
ſion’
bereit erklärt, für eine Erweiterung der Erbſchafts=
ſteuer
einzutreten, um dadurch der Regierung die Mög=
lichkeit
zur Bilanzierung des Etats zu geben. Wir wol=
len
in der Tat einmal ſehen, ob eine Mehrheit für eine
ſolche Beſitzſteuer hier im Plenum zu finden ſein wird.
Wir erſuchen Sie erneut, Ernſt zu machen mit der Ab=
ſchaffung
der Liebesgabe, die hier nur ſcheinbar verſucht
wird. Abg. Speck (Zentr.): Eine rechte Freude hat
niemand an der jetzigen Vorlage. Die Materie der
Branntweinſteuergeſetzgebung iſt ſo ſchwierig, daß nicht
einmal die Parteien in ſich geſchloſſen ſind. Das Schlag=
wort
Liebesgabe iſt ein gefährliches Agitationsmittel.
Die wenigſten Agitatoren haben überhaupt einen Be=
griff
von dem Weſen der Liebesgabe. (Sehr richtig.)
Bisber klang es ſa als ob die Liebesanhe ai Weſche

an die oſtelbiſchen Junker fei. Und jetzt ſoll die Auf=
hebung
eines Belaſtung des Volkes ſein. (Sehr gut.)
Wenn wir die Vorlage nicht annehmen, ſo ſtellen wir das
Reich wieder vor ein Defizit. (Zuruf: Erbſchaftsſteuer!)
Die Liebesgabe von 16 Millionen Mark war, wenn ſie
überhaupt ein Geſchenk war, ein Geſchenk an die Kon=
ſumenten
, nicht an die Produzenten. Wenn wir der
Vorlage zuſtimmen, ſo geſchieht es, weil wir endlich das
Schlagwort Liebesgabe aus der Welt ſchaffen wollen
und weil wir die großen Vorteile der Vorlage für die
kkleinen Brennereien nicht unterſchätzen. Die kleineren
und mittleren Brenner erhalten eine weſentliche Vergün=
ſtigung
gegenüber dem jetzigen Zuſtand und dieſe Ver=
günſtigung
iſt namentlich für unſere Verhältniſſe in Süd=
deutſchland
von ausſchlaggebender Bedeutung. Dann
ſtimmen wir aber auch zu, weil der Kleinhandel mit
denaturiertem oder, wie er jetzt heißt, mit vergälltem
Spiritus erleichtert wird. Dadurch wird einer alten Be=
ſchwerde
Süddeutſchlands entgegengetreten. Abg.
Keinath (nl.): Wir halten es auch nicht für glücklich,
daß die Regierung gerade in dieſem Moment mit dieſer
Vorlage gekommen iſt. (Der Reichstagsſtenograph Dr.
Neupert wird von einer Ohnmacht befallen. Mehrere Ab=
geordnete
tragen ihn aus dem Saal. Die Abgeordneten
Dr. Struve und Dr. Becker bemühen ſich um den Er=
krankten
. Nach einer größeren Unterbrechung wird die
Verhandlung fortgeſetzt.) Redner fährt fort: Der Kon=
ſumentenkreiſe
hat ſich naturgemäß eine große Erregung
bemächtigt. Der Verbrauch von techniſchem Spiritus hat
in den letzten Jahren unabläſſig zugenommen, auch durch
Unterſtützung der geſetzlichen Maßnahmen. Wir ſtimmen
in unſerer Mehrheit der Vorlage zu. Es wäre ein po=
litiſcher
Fehler von Seiten der Linken, wenn ſie in dem
Augenblick, wo die Regierung und die große Mehrheit
der Rechten die Hand dazu bieten, nicht zuſtimmte, dieſes
Wort Liebesgabe aus dem politiſchen Wortſchatz aus=
zuſchalten
.
Vizepräſident Dr. Paaſche teilt mit, daß mehrere
Anträge auf namentliche Abſtimmung vorliegen. Nach
einer längeren Geſchäftsordnungsdebatte wird beſchloſ=
ſen
, dieſe Abſtimmung nicht erſt in einer der nächſten
Sitzungen, ſondern ſchon heute vorzunehmen.
Abg. Doormann (Fortſchr. Vp.): Wir werden
alle materiellen Bedenken gegeneinander abwägen und
behalten uns unſere definitive Stellungnahme zur Vor=
lage
vor. Abg. Graf v. Brudzewo= Miel=
zynski
(Pole): Wir ſtimmen für die Vorlage, wie
ſie aus der Kommiſſion hervorgegangen iſt. Abg. Frhr.
v. Gamp=Maſaunen (Rp.): Die notwendige Folge
der Aufhebung der Liebesgabe iſt die Erhöhung der
Preiſe für gewerblichen Spiritus. Wenn wir der Vor=
lage
zuſtimmen, handeln wir damit namentlich im In=
tereſſe
Süddeutſchlands.
Abg. Kölſch (nl.): Eine Minderheit meiner Frak=
tion
tritt dieſer Vorlage entgegen. Wir ſtimmen der
Herabſetzung der Branntweinliebesgabe zu und hätten
die Einführung der Erbſchaftsſteuer gewünſcht. Abg.
Wurm (Soz.): Die Liebesgabe wird nur dem Namen
nach beſeitigt. Die Herren von der Rechten ſollten unſeren
Anträgen zuſtimmen und die Ehrengabe den Veteranen
dafür geben. Abg. Kreth (konſ.): Es iſt auf meine
Tätigkeit in der Spirituszentrale hingewieſen worden.
Seitdem Sie (zu den Soz.) den Spiritusboykott einge=
führt
haben, fehlt er Ihnen gänzlich. (Heiterkeit, Zurufe:
Fuſel!) Bei mir iſt er immer noch in großen Mengen
vorhanden. Politik wird von der Spirituszentrale nicht
getrieben, ſondern es wird nur danach geſtrebt, möglichſt
vernünftige Geſchäftesabzuſchließen.
Abg. Wurm (Soz.): Die Spirituspreiſe ſind in
den letzten Jahren viel mehr geſtiegen als die Kartoffel=
preiſe
. Es handelt ſich alſo hier um Intereſſengeſetz=
gebung
zugunſten der Spirituszentrale. Abg. Kreth
(konſ.): Die Spiritusfabrikanten haben von den hohen
Spirituspreiſen nicht den geringſten Nutzen. Die Zen=
trale
hat rein genoſſenſchaftlichen Charakter, die Einnah=
men
fließen alſo nicht in die eigene Taſche. Staats=
ſekretär
Kühn: Auf neue Erfahrungen auf dieſem
Gebiet ſind wir nicht beſonders begierig, ſind aber auch
nicht abgeneigt, wenn ſich die Nrcwendigkeit ergeben ſollte,
in Verhandlungen einzutreten. Das Anſinnen, für die
Kriegsteilnehmer die verbleibenden 16 Millionen zu ver=
wenden
, kann getroſt abgelehnt werden. Dadurch kommt
niemand in den Verdacht, unfreundliche Geſinnungen für
die Invaliden zu hegen. Denn die Regierung hat es
übernommen, die nötigen Mittel flüſſig zu machen.
Hierauf ſchließt die Generalausſprache.
Es folgt die Spezialberatung. § 1a be=
ſtimmt
, daß das Kontingent von 1.05 Mark für das Liter
in Bayern, Württemberg und Baden beſtehen bleibt, im
übrigen aber beſeitigt wird. Die Sozialdemokraten be=
antragen
, daß der erhöhte Satz von 1.25 Mark geſetzt
wird. Dieſer Antrag wird in namentlicher Abſtimmung
mit 211 gegen 141 Stimmen abgelehnt. Ein Abge=
ordneter
hatte ſich der Stimme enthalten. § 1 wird in
der Kommiſſionsfaſſung angenommen. Bei § 2 beantragt
Abg. Südekum (Soz.) Streichung der Beſtimmung,
daß die Staffelung der ſüddeutſchen Staaten nicht ohne
Anhörung der Staaten geändert werden könne.
Staatsſekretär Kühn bittet den Antrag abzulehnen. Die
Streichung wird abgelehnt, es ſtimmen für Aufrechſt=
erhaltung
des Kommiſſionsbeſchluſſes 219, dagegen 126,
2 Stimmen waren ungültia.
§ 3 wird nach kurzer Debatte unter Ablehnung eines
ſozialdemokratiſchen Abänderungsantrages in der Kom=
miſſionsfaſſung
angenommen, ebenſo ohne weſentliche
Debatte die Paragraphen 4 bis 7. § 7a, der die Herab=
ſetzung
des Kontingents für gewerbliche Brennereien
bei 3000 Hektoliter vorſchreibt, wird auf An=
trag
des Abg. Dietrich (konſ.) geſtrichen. Bei § 7b
tritt Abg. David (Soz.) zur Bekämpfung der Blei=
weißerkrankungen
für Begünſtigung derartiger Betriebe
ein. Abg. Schweickhardt (Fortſchr. Vp.) wünſcht
eine anderweitige Feſtſetzung der Steuer für induſtriellen
Alkohol. Der Antrag der Sozialdemokraten wird ange=
nommen
. Die übrigen Paragraphen werden in der Kom=
miſſionsfaſſung
angenommen. Bei § 14 beantragt Abg.
Gerſtenberger (Zentr.), daß der § 110 des Brannt=
weinſtenergeſetzes
dahin abgeändert werde, die Rückver=
gütung
der zur Herſtellung der Eſſigſäure benötigten Al=
koholmenge
von 30 auf 20 Mark herabzuſetzen. Abg.
Wurm (Soz.) beantragt die Streichung des § 111.
Beide Anträge werden abgelehnt. Der Reſt der Vorlage
wird unverändert angenommen.
Nächſte Sitzung Dienstag 11 Uhr. Militär und
Luftfahrt, Fürforgegeſetz, Etatsreſte. Schluß 8,15 Uhr.

Sport.

* Fußballſport. Eüddeutſche Meiſter=
ſchaft
der Klaſſe B. In Neunkirchen beſiegten am
Soantaa die Würzburger Kickers die Nenn=

kircher Boruſſia, die ſie am Sonntag vorher zu
Häuſe nur 170 bezwingen konnten, mit 411 Toren.
Vorausgeſetzt, daß der Nordkreismeiſter, der ſeine Mel=
dung
nicht rechtzeitig abgeben konnte, aus den Schluß=
ſpielen
ausſcheidet, ſind die Würzburger mit dieſen
beiden Siegen ſüddeutſcher Meiſter der
B=Klaſſe. Sie haben die einzig daſtehende Leiſtung
vollbracht, aus ſämtlichen Verbandsſpielen ohne
Punkt und Spielverluſt hervorzugehen. Gau=
meiſter
wurden ſie in 8 Spielen und 5914 Toren, Oſt=
kreismeiſter
in 6 Spielen und 22:4 Toren und ſüddeutſcher
Meiſter in 2 Spielen und 511 Toren, zuſammen in 16
Spielen und 86:9 Toren.

Zweiter deutſcher Zuverläſſigkeitsflug
am Oberrhein.

9. Tag. Zuverläſſigkeitsflug Karlsruhe-Freiburg.
(120 Kilometer.)
* Karlsruhe, 20. Mai. Zur Etappe Karlsruher
Freiburg ſtarteten heute morgen bei wolkenloſem
Himmel Leutnant Mahnke um 4,32 Uhr, Graf Wolffs=
keel
um 4,33 Uhr, Oberleutnant Barends um 5.23 Uhr,
Oberingenieur Hirth 5 Uhr, außer Konkurrenz Leutnant
Fiſch um 4,48 Uhr. Leutnant Hartmann, vom Forchhei=
mer
Exerzierplatz kommend, landete um 5.40 Uhr glatt
auf dem hieſigen Exerzierplatz. Dem Abflug wohnte
zahlreiches Publikum bei, auch der Großherzog von Ba=
den
war zugegen.
* Freiburg, 20. Mai. Als erſter landete auf
dem hieſigen Flugplatz Oberingenieur Hirth um 6,10
Uhr. Graf Wolffskeel folgte um 6,43 Uhr. Leutnant
Mahnke um 6,52 Uhr und Oberleutnant Barends um
7,13 Uhr. Die Ankunft der von Baden=Oos ankommen=
den
Schwaben wird um ½8 Uhr erwartet.
* Freiburg i. Br., 20. Mai. Leutnant Fiſch iſt
7.23 Uhr auf dem hieſigen Flugfelde gelander. Oberleut=
nant
z. S. Hartmann, der an der Seite der Schwa=
ben
hier eintraf, iſt 8.24 Uhr, das Luftſchiff ſelbſt um
8.30 Uhr glatt gelan det.
* Freiburg. 20. Mat. Wie von der Flugleitung
mitgeteilt wird, beabſichtigt man, wenn das Wetter günſtig
bleibt, die letzte Etappe des oberrheiniſchen Zuver=
läſſigkeitsfluges
Freiburg i. Br. Konſtanz mit Schwarz=
waldüberquerung
bereits morgen, Dienstag, zu be=
ginnen
. Um den Fliegern, die morgen in bekrächtlicher
Höhe fliegen und die Automobilſtraßen nicht benutzen
können, eine gute Orientierungsmöglichkeit zu ſichern, ſind
für morgen außerordentliche Maßnahmen getroffen. So
werden auf der Strecke, die morgen in der Luftlinie mög=
lichſt
direkt abgeflogen wird, drei große Rauchfeuer bren=
nen
. Ferner wird der ſoeben eingetroffene Oberleutnank
Freiherr v. Villiez vom Gebirge aus die Flieger durch
Heliographen=Signale orientieren, bei unſich=
tigem
Wetter aber einen erſtmaligen Verſuch mit Blink=
Lampen machen. Auch ſonſt iſt für die Orientierung
aufs beſte geſorat. Zahlreiche Einzelpoſten ſind im Ge=
birge
verteilt. Ferner wird von den Meteorologen das
Aufhören der gefürchteten Höllentalwinde telegraphiſch an=
gekündigt
werden. Dann erſt werden die Flieger ſtarken.
Eine beſtimmte Abflugzeit für morgen früh kann deshalb=
heute
im Voraus nicht angegeben werden. In Gegenwart=
des
Prinzen Heinrich von Preußen fand heute früh
durch Oberſtleutnant von Oldershauſen eine eingehende
Inſtruktion der Flieger für die letzte Strecke ſtat
* Baden=Oos, 20. Mai. Die Schwabenm
12 Paſſagieren an Bord hat um 6,36 Uhr die Fahrt nähh
Freiburg angetreten unter Leitung von Oberingenie
Dürr. Sie wartete dort zunächſt die Ankunft der von
Karlsruhe kommenden Flieger ab und flog hinter dieſen
Freiburg zu.
* Freiburg, 20. Mai. Das Luftſchiff Schwa=
ben
hat nach vollzogenem Paſſagierwechſel um 9,86
Uhr die Rückreiſe nach Baden=Oos= ange=
treten
.
* Baden=Oos, 20. Mai. Das Luftſchiff Schwa=
ben
iſt um 11.40 Uhr von ſeiner Fahrt nach Freiburg
hierher zurückgekehrt und war um 11.50 Uhr wieder glatt
in der Halle geborgen. Die Schwaben wird
morgen. Dienstag, früh 6 Uhr zu einer zweiten Fahrt
nach Freiburg aufſteigen. Um 4 Uhr wird der
neue L. Z. 12 unter Führung des Grafen Zeppe=
lin
von Friedrichshafen aus jedenfalls nach Freiburg
fahren, ſodaß morgen dort zwei Zeppelin=Luftſchiffe ver=
einigt
ſein werden.

Luftfahrt.

* Heidelberg. 19. Mai. Das Heidelberger
Schaufliegen nahm heute nachmittag unrer Ober=
leitung
des Hauptmanns a. D. Kuhr vor einem 15000 köpfi=
gen
Publikum bei günſtigem Wetter, ohne jeglichen Unfall,
einen glänzenden Verlauf. Pilot Heinrich Lübbe machte
mit ſeiner eleganten Rumplertaube vier Rundflüge in
9¼ Minuten; Karl Krieger mit ſeinem Jeanineindecker
ſechs Rundflüge in 16¼ Minuten. Um 5 Uhr 32 Minuten
ſtartete Lübbe mit dem erſten Luftpoſtſack nach Mannheim,
drei Minuten ſpäter folgte ihm Krieger mit Studioſus
Vietor als Paſſagier. Um 6 Uhr 47 Minuten landete
Pilot Abramowitſch mit ſeiner Schülerin, der jugend=
lichen
Fürſtin Schahowskoy, als Paſſagier und führte
alsdann mit dem Fabrikanten Heß aus Waldürn als
Paſſagier auf ſeinem Wrightdoppeldecker mehrere präch=
tige
Schauflüge aus. Um 7 Uhr 43 Minuten ſtartete er
wieder nach Mannheim. Um 8 Uhr 18 Minuten kehrte
Lübbe, um 8½ Uhr Krieger mit Leutnant Blankenburg
vom 110. Grenadier=Regiment aus Mannheim zurück.
* Mannheim, 20. Mai. Dem Aviatiker Bechler,
der geſtern früh mit einem neu konſtruierten Eindecker
Probeflüge ausführte, verſagte in einer Höhe von
etwa 100 Meter der Motor. Bechler verſuchte im Gleit=
flug
niederzugehen; ſchließlich neigte ſich aber der Appa=
rat
bedenkich ſeitwärts. Kurz entſchloſſen ſprang der
Aviatiker aus etwa 10 Meter Höhe zur Erde und
erlitt erhebliche Verletzungen. Der Apparat
brach in der Mitte auseinander.

Handel und Verkehr.

D Poſtſcheckverkehr. Zum Verzeichnis der
Kontoinhaber bei den Poſtſcheckämtern im Reichspoſt=
gebiet
erſcheint in den nächſten Tagen der 1. Nachtrag
(Stand vom 1. Mai), der für 40 Pfg. bei allen Poſt=
anſtalten
käuflich iſt. Das Verzeichnis ſelbſt (Stand vom=
1. Januar 1912) koſtet 1 Mk. 60 Pfg. Kontoinhaber er=
halten
Verzeichnis und Nachtrag auf Verlangen von
ihrem Poſtſcheckamt unter Laſtſchrift des Preiſes; auch
können ſie ſich den regelmäßigen Bezug des Verzeichniſſes
ſowie der im Laufe des Jahres erſcheinenden Nachträge
durch einmalige Beſtellung bei ihrem Poſtſcheckamte
ſichern.

[ ][  ][ ]

Nummer 118

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 21. Mai 1912.

Seite 7.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
kemnerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Einſenderin des Artikels Frauenkluh‟
Uſiehe Nr. 103 d. Bl.) wünſcht, daß die Zahl der darauf
bezügl. Zuſchriften bald die Höhe erreichen möchte, welche
es ermöglichen würde, der Klub=Frage näher zu treten.
Es würden dann alle Intereſſentinnen zu einer Zuſam=
menkunft
aufgefordert, in welcher über die ihnen vorher
tzugeſandten Vorſchläge zu den Statuten des Klubs
beraten werden könnte.

Das Eiſenbahnunglück bei Paris.

* Paris, 19. Mai. Ein ſchweres Eiſenbahn=
unglück
hat ſich geſtern ſpät abends in der Nähe des
Nordbahnhofes ereignet. Der Perſonenzug 631, der
um 9,10 Uhr von hier nach Pontoiſe fährt, rannte am
Bahnhof von Marcadet in einen anderen Perſo=
nen
zug, von dem mehrere Wagen vollſtändig zertrüm=
mert
wurden. Der Zuſammenſtoß war äußerſt heftig und
wurde mehrere Kilometer weit vernommen. Die Reiſen=
den
, die unverletzt geblieben waren, verließen in größter
Eile die Wagenabteile und flüchteten ins freie Feld.
Sofort wurde nach allen Seiten um Hilfsmannſchaften
telephoniert. Eine Abteilung Feuerwehrleute ſowie das
Perſonal des Pariſer Nordbahnhofes trafen bald an der
Unglücksſtelle ein. Die Rettungsarbeiten wurden unter
der Leitung des Polizeipräfekten und eines General=
Eiſenbahninſpektors aufgenommen. Aus den zertrüm=
merten
Wagen wurden blutüberſtrömte Leichen und Ver=
letzte
geborgen. Die Verletzten wurden in die Spitäler
übergeführt, wo ihnen ärztliche Hilfe zu teil wurde. Um
10,30 Uhr waren ſämtliche Tote und Verletzte geborgen
mit Ausnahme eines Maſchiniſten, der unter den =
dern
ſeiner Lokomotive lag. Unter entſetzlichen Qualen
gab er ſeinen Geiſt auf, noch ehe er aus ſeiner Lage be=
freit
werden konnte. Wie offiziös um 1 Uhr morgens
vom Polizeipräfekten mitgeteilt wird. ſind drei Wa=
gen
des aus Montſoult nach Paris fahrenden Zuges
vollſtändig zertrümmert. 11 Perſonen ſind
tot, darunter 3 Soldaten. 39 Perſonen haben zum Teil
ſchwere Verletzungen erlitten. In dem aus Paris abge=
gangenen
Zuge befanden ſich zahlreiche Soldaten und
Reſerviſten, die ihren 24ſtündigen Urlaub in der Umge=
bung
von Varis verbringen wollten, desgleichen viele
Familien, die Sonntags auf das Land hinausgehen. Der
Bautenminiſter begab ſich in Bealeitung ſeines Kabinetts=
chefs
zur Unfallſtelle und ließ ſich dort genane Einzelhei=
ten
über die Katgſtrovhe berichten. Das Unglück wird auf
falſche Weichenſtellung zurückgeführt. Der Miniſter be=
gab
ſich auch in das Svital, wo er Erkundigungen über
die Verletzten einholte. Eine Anzahl Leichtverletzter wurde
nach ihren Wohnungen befördert. Der Eiſenbahnver=
kehr
konnte um 11 Uhr abends wieder aufgenommen
werden. Die getöteten und verletzten Soldaten ſind
ſämglich vom 51. Infantfrie=Reaiment. Die meiſlen
Verletzten haben Arm= und Beinbrüche erlitten.

Vermiſchtes.

Landwirtſchaftliche Maſchinenaus=
ſtellung
in Frankfurt a. M. Ganz unabhängig
vm Landwirtſchaftlichen Maſchinenmarkt hat die Firma
h. Mayfarth u. Co Frankfurt a. M., in ihrem neu=
erbauten
Werk Maikur eine Ausſtellung der neueſten
und beſten landwirtſchaftlichen Maſchinen arrangiert, die
zu beſichtigen für jedermann von großem Intereſſe iſt.
Zugleich iſt die Beſichtigung der Fabrikwerke dieſer Firma
geſtattet, die eine Sehenswürdigkeit erſten Ranges ſind.
Erholungs=Urlaub für Privatange=
ſtellte
. Man erſucht uns um Aufnahme folgender
Zuſchrift: In jedem Angeſtellten regt ſich im Frühling
der Wunſch, hinaus zu eilen in die mit friſchen Farben
geſchmückte Natur, um Körper und Geiſt zu ſtärken. Der
hieſige Bezirk im Hamburger Kaufmänniſchen Verein
v. 1858 richtete deshalb auch in dieſem Jahre an die
Prinzipalität in Handel und Induſtrie durch Rundſchrei=
ben
die herzliche Bitte, dem kaufmänniſchen Perſonal
einen angemeſſenen Urlaub unter Fortzahlung des
Gehalts zu gewähren. Der Wert einer Ausſpannung
ivon der täglichen Arbeit für Körper und Geiſt der An=
geſtellten
, wie auch für den Arbeitgeber, der ſich dadurch
ein friſches und arbeitsfreudiges Perſonal erhält, braucht
wohl heute kaum noch beſonders betont zu werden. Es
ſei nur an die vorzüglichen Erfahrungen der Firmen er=
innert
, die ſeit langem mit gutem Beiſpiele vorangegan=
gen
ſind. Es iſt natürlich nicht erforderlich, daß ſich der
Erholungsurlaub des Perſonals auf wenige Monate
zuſammendrängt. Eine beſſere Verteilung läßt ſich er=
zielen
, wenn diejenigen Angeſtellten, welche es wünſchen,
der ganze Urlaub oder ein Teil in den Wintermonaten
gewährt wird. Der Heilwert von Winterkuren wird be=
kanntlich
immer mehr und mehr anerkannt. Firmen,
welche gerade im Sommer, ſtärker beſchäftigt ſind und
vielleicht deshalb glaubten, dem Perſonal einen ausrei=
chenden
Urlaub nicht gewähren zu können, haben durch
die Verteilung auf einen längeren Zeitraum dazu die
Möglichkeit. Wert beſitzt der Erholungsurlaub allerdings
nur, wenn er auch wirklich zur Ausſpannung benutzt
wird. Es iſt daher zu begrüßen, daß ſich immer mehr
Firmen finden, welche Reiſezuſchüſſe leiſten oder Reiſe=
ſparkaſſen
mit Zuzahlungen des Geſchäfts ſchaffen.

Literariſches.

Wohnkunſt für Jedermann. Ein Bei=
Kag zur Wohnungshygiene und zur Löſung der ſozialen
Frage, von John H. Mehrtens. 160 Seiten. Preis
2 Mark. Otto Wigand, m. b. H., Leipzig. Die
Schrift ſoll in erſter Linie den Nachweis erbrin=
gen
, daß die Soziale Fürſorge bei allen Arbeitern, ſei
ihre Arbeitsſtätte die Fabrik, die Werkſtatt, das Wohn=
haus
oder die Schreibſtube, ſchon in ihrer Wohnſtätte
beginnen muß und wie dieſes zu ermöglichen iſt. Es iſt
ja ſelbſtverſtändlich, daß Naturveranlagung, Umgebung,
Erziehung, ſowie die ſozialen Verhältniſſe ſtark auf den
Menſchen einwirken, ſolchen vererbten Anſchauungen und
Geſinnungen dürfte erfolgreich durch die Pflege der vom
Verfaſſer geſchilderten Wohnkunſt entgegengearbeitet wer=
den
können.
Intereſſante Kriminalprozeſſe von
kulturhiſtoriſcher Bedeutung. Aus Gegenwart und
Jüngſtvergangenheit. Nach eigenen Erlebniſſen darge=
ſtellt
von Hugo Friedlaender Gerichtsbericht=
erſtatter
. Eingeleitet von Juſtizrat Dr. E. Sello=Berlin.
(Verlag von Hermann Barsdorf in Berlin W. 30.)
Preis: broſch. 3 Mk., in Originalband 4 Mk. Soeben iſt
der ſechſte Band dieſer Sammlung erſchienen. Er ent=
hält
die Schwurgerichtsverhandlung in Magdeburg
wider den Raubmörder Knitelius. In zweiter Reihe
bringt=der Verfaſſer den Beleidigungsprozeß, den Carlo

Böcklin, der Sohn des weltberühmten Meiſters Arnold
Böcklin, gegen den Profeſſor der Kunſtgeſchichte, Dr. Ernſt
Muther in Breslau, angeſtrengt hatte. In einem dritten
Kapitel wird der bekannte Kaiſerinſel=Prozeß gegen den
Vorwärts geſchildert, der ein hohes politiſches Intereſſe
beanſprucht. Das vierte Kapitel behandelt den Prozeß
wider den Dompropſt Malzi vor der Strafkammer zu
Mainz. Alsdann wird in eingehender Weiſe der Prozeß
vider den Grafen Gisbert Wolff=Metternich vor Augen
geführt. Das Schlußkapitel ſchildert das ungeheuerliche
Verbrechen der Bürgermeiſterstochter Grethe Beier. Das
Buch hat vor einem Roman den Vorzug, daß es vom
Verfaſſer ſelbſt erlebte wahre Begebenheiten ſchildert.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Aſchaffenburg, 20. Mai. Bei dem geſtrigen Gau=
turnfeſt
im benachbarten Haibach kam es in ſpäter
Nachtſtunde zu einem folgenſchweren Zuſammen=
ſtoß
zwiſchen Soldaten und Ziviliſten.
Etwa 40 Mann und zwei Unteroffiziere des hieſigen
Jägerbataillons wurden plötzlich von Dorfburſchen mit
Maßkrügen bombardiert, worauf die Jäger blank zogen.
Die Dorfburſchen antworteten mit Revolverſchüſſen und
inzwiſchen herbeigeholten Jagdflinten. Auf beiden Sei=
ten
gab es bedeutende und zahlreiche Schußverletzungen.
Das Garniſonskommando Aſchaffenburg ſandte ſpäter den
Bedrängten Verſtärkungen, worauf der Feſtplatz völlig
geräumt wurde. Die Unruhen dauerten bis tief in die
Nacht hinein.
* Kopenhagen, 20. Mai. Schon morgens ſammelte
ſich eine große Menſchenmenge vor der Schloßkirche,
wo die Königsleiche aufgebahrt war. Die Kirche
iſt mit weißem und ſchwarzem Tuch geſchmückt. Auf ei=
nem
Katafalk ſteht der in die Königsflagge gehüllte Sarg,
über den der purpurne Königsmantel mit der Krone ge=
breitet
iſt. Vor dem Sarge ſind die drei ſilbernen Löwen
aus dem Roſenbergſchloſſe aufgeſtellt. Offiziere halten die
Leichenwache. Bevor die Kirche für das Publikum geöff=
net
wurde, ſtatteten Prinz Waldemar, das Prinzenpaar
Harald und Prinz Georg von Griechenland einen kurzen
Beſuch ab.
* Montreux, 20. Mai. Der 20jährige Albert Mayer
aus Karlsruhe ſtürzte am Sonntag bei Beſteigung des
Rocher de Nays gegenüber der Station Jaman ab er
erlitt einen Schädelbruch. Sein Zuſtand iſt ſehr ernſt.
Ein 26jähriger Deutſcher, Raunig, iſt bei der Beſteigung
des Dent d’Oche abgeſtürzt. Er erlitt einen Beinbruch.
* New=York, 20. Mai. In der Anklageſchrift
gegen den Kaffeetruſt wird ausgeführt: Die un=
mittelbare
Wirkung des Kaffeevaloriſationsplanes war die
Zurückziehung von 10 868 266 Sack Kaffee aus dem Markte.
Der Preis des Kaffees in Rio war demzufolge von 7½
auf 1434 Cents pro Pfund geſtiegen. Die Anleihe von
vierzehn Millionen Dollars, welche dem Staate Sao Paulo
von der Firma Schröder and Company=London und der
National City=Bank in New=York im Jahre 1906 gewährt
wurde, koſtete dem Staate Sao Paulo 24 Prozent an Dis=
kontierung
der anderen Aufwendungen. Die Koſten der
Durchführung der Valoriſation mittels der Anleihe von
75 Millionen Dollars, welche 1908 von der Firma Schrö=
der
and Company=London und der Société Générale in
Paris übernommen wurden. machten 3½ Cents für jedes
Pfund Kaffee aus. Die Anklageſchrift kommt zu dem
Schluß, das Publikum ſolle die großen Gewinne bezah=
len
, welche von einzelnen Perſonen gemacht wurden.

H. B Berlin, 20. Mai. Im Abgeordneten=
hauſe
begann heute die Beratung über einen freiſin=
nigen
und nationalliberalen Wahlrechtsantrag auf ge=
heime
direkte Wahl. Die Abgeordneten Dr. Wiemer
(Fortſchr. Vp.) und Lehmann (nl.) begründeten die An=
träge
Der Regierungstiſch war leer Der Abgeordnete
Hirſch (Soz.) beantragte, den Miniſterpräſidenten und
den Miniſter des Innern aufzufordern, zu den Verhand=
lungen
zu erſcheinen und bis dahin die Sitzung auszu=
ſetzen
. Der Antrag erzielte aber nicht die erforderliche
Unterſtützung von 50 Mitgliedern und wurde mit großer
Mehrheit abgelehnt.
H. B. Paris, 20. Mai. Der Spezial=Korreſpondent
des Matin in Fez ſchreibt ſeinem Blatt über die drohende
Haltung der Stämme in der Umgebung
der Hauptſtadt, die die franzöſiſchen Truppen zwingt,
Tag und Nacht vor einem Ueberfall auf der Hut zu ſein.
Da die in Fez liegende Garniſon zu gering iſt, kann an
eine Verfolgung der Aufrührer nicht gedacht werden. Die
franzöſiſchen Soldaten müſſen fortwährend gefährliche
Angriffe zurückſchlagen, die die rebelliſchen Stämme auf
Fez unternehmen. Auch die Situation in der Umgebung
von Sefrou iſt außerordentlich gefährdrohend. Aus Ra=
bat
kommt die Meldung, daß General Liautey nach Fez
aufgebrochen iſt.

Briefkaſten.

Abonnent in Gernsheim. Selbſtverſtändlich, aller=
dings
würde das ziemlich lange dauern.
Stammtiſch Rummel. Der Satz hat mit der franzö=
ſiſchen
Sprache ſo viel gemein wie das Abe mit der
Heinerſprach, d. h. die angegebenen Worte ſind wohl in
der franzöſiſchen Sprache vorhanden, aber ſie geben nur
einen Sinn, wenn ſie an der richtigen Stelle ſtehen So
wie der Satz angegeben iſt, iſt er nicht zu überſetzen.

das Haar in der richti=
Jung gewohnt, gen Weiſe mit Javol

zu behandeln, zeitigt als Ergebnis auch
im Alter noch volles und üppiges Haar.
Wer dem Haarausfall vorbeugen will,
kann ſich nicht zeitig genug an den ſtän=
digen
Gebrauch von Javol gewöhnen.
Nachdem, was wir heute über den Bau
und das Wachstum des menſchlichen
Haares wiſſen, iſt Javol unſtreitig das
geeignetſte Haarpflegemittel; es iſt nicht
zu verwechſeln mit Haarreinigungs=
mitteln
, ſeien es Pulver oder flüſſige
Seifen, die durch die Erfolge des Javol8
veranlaßt, ſich ebenfalls als Haarpflegemittel bezeichnen.
Javol wird nur in Originalflaſchen zu 2 Mark
und in Doppelflaſchen zu 3,50 Mark verkauft.
Es wird fetthaltig für trockenes, ſprödes Haar und fett=
frei
für fettreiches Haar hergeſtellt. Ueberall zu haben.
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hält während seines jetzt 30jährigen Bestehens stets
streng an dem Grundsatze fest:
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lichst
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Seim Spielen in feuchter Erde holen ſich die kleinen
Kinder häufig Katarrhe und Verdauungsſtörungen.
In dieſen Fällen wirkt Neſtle’s Kindermehl in kürzeſter
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Kotterie. Schon nächſte Woche, am 31. ds. Mts.,
findet die Ziehung der Geldlotterie des Württ.
Landesvereins vom Roten Kreuz ſtatt, bei welcher
Hauptgewinne von 40000 Mark und 10000 Mark zur
Verloſung gelangen. In Anbetracht des edlen Zwecks,
dem dieſe Lotterie dienen ſoll, haben die Loſe bisher
einen ſehr guten Abſatz gefunden, umſomehr, als dieſe
ſehr gut eingeteilte und chancenreiche Lotterie 3011 Geld=
gewinne
mit 80000 Mk. aufweiſt, wobei ein Originallos
nur 2 Mark ioſtet, 6 Loſe 11 Mark, 11 Loſe 20 Mark.
Loſe ſind noch zu haben bei allen durch Plakate erkennt=
lichen
Verkaufsſtellen, ſowie bei dem Generaldebit
J. Schweickert in Stuttgart, Marktſtraße 6, welches
auch für richtige Einhaltung der Ziehung am 31. Mai
jede Garantie übernimmt.

Aus dem Geſchäftsleben.

Dr. Oetker’s Pfingſtkuchen nach folgendem
Rezept iſt ſeit Jahren bewährt. Zutaten: 250 g Buter.
200 g Zucker, 7 Eier, das Weiße zu Schnee geſchlagen,
500 g Weizenmehl, 1 Päckchen von Dr. Oetker’s
Backpulver, 100 g Korinten, 100 g Roſinen, 50 g
Sukkade, das abgeriebene Gelbe einer halben Zitrone,
½ bis ¼ Liter Milch. Zubereitung: Die Butter rühre
ſchaumig, gib Zucker, Eigelb, Milch, Mehl, dieſes mit
dem Backpulver gemiſcht, hinzu und zuletzt die Korinten
und Roſinen, die Sukkade, das Zitronengelb und den
Eierſchnee. Fülle die Maſſe in die gefettete und mit
Mandeln ausgeſtreute Form und backe den Kuchen
rund 1½ Stunden. Anmerkung: Man gibt zu dem
Teig ſoviel Milch, daß er dick vom Löffel fließt.

Tamiliennachrichten.

Statt Karton.
Oscar Wolff und Frau
zeigen die
Geburt eines Sohnes
an.
Darmstadt, 20. Mai 1912.
Rheinstrasse 46.

Todes=Anzeige.
Hierdurch die traurige Mitteilung, daß
unſer lieber Vater, Großvater und Urgroßvater
Herr Jacob Christ
heute mittag 11 Uhr nach längerem Leiden im
vollendeten 89. Lebensjahre ſanft entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jean Christ.
Darmſtadt, den 20. Mai 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
5 Uhr, von der Kapelle des ſtädt. Friedhofes
aus, ſtatt.
(B11583

Todes=Anzeige.
Allen Verwandten und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß unſer lieber, guter
Vater, Schwiegervater, Großvater und Ur=
großvater

(*12751
Herr Friedrich Lehr
nach kurzem, ſchwerem Leiden im Alter von
81 Jahren ſanft verſchieden iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Wilhelm Reinhardt,
Familie Heinrich Bohländer.
Darmſtadt, 19. Mai 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, 22. Mai,
nachmittags 1 Uhr, vom Portale des Beſſunger
Friedhofes aus, ſtatt.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 21. Mai 1912.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß mein lieber Gatte,
unſer guter Pflegevater, Bruder, Schwager
und Onkel
(B11582
Joh. Kessler
Agent
heute nachmittag 12½ Uhr an den Folgen
eines Schlaganfalles nach 14 tägigem, ſchweren
Krankenlager ſanft entſchlafen iſt.
Darmſtadt, 20. Mai 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Mathilde Kessler, geb. Schäfer,
Clemensſtraße 15.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. Mai,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des Friedhofs
aus, ſtatt.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß hohen Drucks war es in Deutſch=
land
mit nur geringen Ausnahmen heiter und trocken.
Bei gleichmäßig verteiltem Luftdruck wehen leichte Winde.
Die Morgentemperaturen liegen zwiſchen 150 und 16%.
Von Weſten her fällt der Druck wieder, ſo daß wieder
mit zunehmender Bewölkung und geringen Niederſchlägen
zu rechnen iſt. Teilwirbel dürften heute vielfach Gewitter
verurſachen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 21. Mai:
Zunehmende Bewölkung, geringe Niederſchläge, kühler.

Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher
Teilnahme beim Hinscheiden unseres
unvergesslichen
Herrn Nathan Simon
sagen besten Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmstadt, 20. Mai 1912. (11554

Nummer 118.

Goltesdienſt bei der israelitiſchen Religionsgemeinde.

Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Wochenfeſt.
Dienstag, den 21. Mai:
Vorabendgottesdienſt 8 Uhr.
Mittwoch, 22. Mai:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Predigt 9 Uhr
45 Min. Abendgottesdienſt 9 Uhr.
Donnerstag, den 23. Mai:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min., anſchließend
Predigt und Konfirmationsfeier 9 Uhr
45 Min. Feſtesausgang 9 Uhr 05 Min.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.

Schowuans=Feſt.
Mittwoch, den 22. Mai:
Vorabend 7 Uhr 50 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Abends 9 Uhr 05 Min.
Donnerstag, den 23. Mai:
Morgens 7 Uhr 30 Min. Nachmittags 5 Uhr.
Feſtesausgang 9 Uhr 10 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr. Nachmittags
7 Uhr 15 Min.

Tageskalender,

Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): Carmen.
Vortrag über Gewinnung von Fruchtſäften ꝛc. um
3 Uhr im Kaiſerſaal.
Hauptverſammlung des Vereins für Verbreitung
von Volksbildung um 8¼ Uhr im Fürſtenſaal
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller und Perkeo um
8 Uhr.
Ausſtellung von Marmortransparenten
im Ausſtellungsgebäude auf der Mathildenhöhe ( ge=
öffnet
von 106 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 411 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtr. 23): Zum
Thronwechſel in Dänemark; der nationalliberale Par=
teitag
in Berlin; die ſozialdemokratiſche Fraktion des
preußiſchen Abgeordnetenhauſes; von den engliſchen
Flottenmanövern vor König Georg.

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 22. Mai.

Hofreite=Verſteigerung des Karl Nau (Nieder=
Ramſtädterſtraße 9) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr Runde=
turmſtraße
16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
Ludwigshalle‟.

Großh. Landesmuſeum. Geöffnet: Sonn= und
Freitags von 101 Uhr, Mittwochs und Sonntags=
von
35 Uhr, Eintritt frei; Dienstags, Donnerstags
und Samstags von 111 Uhr gegen Eintrittsgeld.

Besonders Vortenlartes Angeber.
erresg
zu 32, 34, 36, 38, 40, 42, 45, 48, 50, 54., 60, 65 Mk.

Bitte Schaufenster zu beachten
Bitte Schaufenster zu beachten!
Bei Maßbestellung kein Aufschlag!

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

(r

Herren-

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or. Aasbael

Hoflieferant

Ernst-Ludwigsplatz 1

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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 21. Mai 1912.

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Georgenſtraße 11, I.

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1 Eis= und 1 Zigarettenſchrank, 1 Waſchtiſch, 1 Pianino
1 photograph. Apparat, 1 Bandſäge, 9 Bände Brockhau=
Lexikon, 1 Automobil u. a. m.
Ferner auf Grund Vermieterpfandrechts:
1 faſt neuen nußb. pol. Sekretär mit eingel. Holz,
und auf freiwilligen Antrag:
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Darmſtadt, 20. Mai 1912.
(1157
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.

Letzte Moosversteigerung.

Dienstag, den 28. Mai 1912, vorm. 10 Uhr
anfangend, werden auf dem Rathauſe zu Pfungſtadt aus den
Diſtrikt Klingsackertanne
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meiſtbietend verſteigert.
Pfungſtadt, den 20. Mai 1912.
(11570
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[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

60.

Dienstag, 21. Mal.

1912.

An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien und die Vorſtände
der Pertelcſe in eait.

Im Verlag von J. Diemer in Mainz iſt erſchienen: Die Reichsverſicherungs=
rdnung
vom 19. Juli 1911 mit den für das Großherzogtum Heſſen erlaſſenen Vor=
hriften
, herausgegeben von Geheime Regierungsrat Dr. Dietz, Vorſitzender des Vor=
tandes
der Landesverſicherungsanſtalt Großherzogtum Heſſen in Darmſtadt.
Wir weiſen auf das Erſcheinen dieſes Buches hin und empfehlen ſeine An=
(11549
haffung.
Darmſtadt, den 15. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.

Bekanntmachung.

Die Großh. Bürgermeiſterei Erzhauſen hat auf Grund des Artikels 11 der all=
26. Juli 1884,
emeinen Bauordnung und der Artikel 1 und 2 des Geſetzes vom:
17. Jult 1899,
Die Enteignung von Grundeigentum betreffend, zur Durchführung der Ludwigſtraße
n Erzhauſen Antrag auf Einleitung des Enteignungsverfahrens wegen des Grundſtücks
Flur I, Nr. 421½, 238 am, Acker am Heppenſerweiher, dem Peter Pohl I.
und ſeiner Ehefrau Gertraude geborenen Köhres in Erzhauſen gehörig,
zeſtellt.
Dies wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht mit dem Anfügen, daß der Antrag
rebſt Plänen vom 5. bis einſchließlich 19. Junt d. Js. auf der Großh. Bürgermeiſterei
Erzhauſen während der üblichen Dienſtſtunden zu jedermanns Einſicht offen liegen wird.
Zur Verhandlung über den Plan und die zu leiſtende Entſchädigung ſowie zur
Entgegennahme etwaiger Einwendungen und Anträge wird Tagfahrt vor der Lokal=
ommiſſion
auf
Donnerstag, den 4. Inli 1912, nachmittags 3½ Uhr,
in Ort und Stelle anberaumt.
Die Eigentümer, Pächter, Mieter u. ſonſtige an den abzutretenden Grundſtücken per=
önlich
Berechtigte, ſowie alle übrigen bei der Enteignung Beteiligten werden aufgefordert:
1. Einwendungen gegen den Plan bei Meidung des Ausſchluſſes und Annahme
der Einwilligung in die beanſpruchte Abtretung oder Beſchränkung,
2. Erklärung auf die angebotene Entſchädigungsſumme bei Meidung der Unter=
ſtellung
der Annahme des Angebots,
3. Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausſchluſſes mit
ſolchen,

beſtehender Laſſen (trt. 10 des Geſ) bei
Meidung des Ausſchluſſes mit ſolchen,
5. Anträge auf Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen, welche für die be=
nachbarten
Grundſtücke oder im öffentlichen Intereſſe zur Sicherung gegen
Gefahren und Nachteile notwendig ſind oder notwendig werden bei Mei=
dung
des Ausſchluſſes mit ſolchen,
6. etwaige noch unbekannte Anſprüche und Rechte an die zu enteignenden
Grundſtücke bei Meidung des Ausſchluſſes mit ſolchen,
in dem oben erwähnten Termin mündlich vorzubringen. Wer am perſönlichen Er=
ſcheinen
verhindert iſt, hat ſich zur Vermeidung der vorgenannten Rechtsnachteile
durch einen mit ſchriftlicher Vollmacht verſehenen Bevollmächtigten vertreten zu laſſen.
Zugleich werden die Eigentümer auf folgende Beſtimmungen der Art. 27 u. 9
des Enteignungsgeſetzes beſonders verwieſen:
1. Artikel 27. Wenn dritte Perſonen als dinglich Berechtigte oder wegen ſonſtiger
Rechtsverhältniſſe bei der Enteignung beteiligt ſind, ſo muß ſie der Eigen=
tümer
ſofort nach Zuſtellung der Bekanntmachung der unterzeichneten Behörde
bezeichnen, welche ſie ſodann unter Androhung des geeigneten Rechtsnachteils
zu der Tagfahrt vorzuladen hat.
Unterläßt der Eigentümer dieſe Bezeichnung, ſo bleibt er für dieſe An=
ſprüche
verantwortlich.
2. Artikel 9: Der Eigentümer des abzutretenden Grundſtücks muß von Zuſtellung
der Bekanntmachung an zu neuen Anlagen oder zu einer von der bisherigen,
beziehungsweiſe der gewöhnlichen abweichenden Art der Bewirtſchaftung die
Genehmigung des Unternehmers einholen, widrigenfalls dafür eine Ent=
ſchädigung
demnächſt nur inſoweit verlangt werden kann, als durch die Ver=
änderung
auch für den öffentlichen Zweck, für welchen die Enteignung geſchieht,
der Wert des Geländes erhöht worden iſt.
Räumt der Eigentümer von dem obigen Zeitpunkt an einem anderen
ein dingliches Recht an dem zu enteignenden Grundſtück oder ein perſönliches
Recht auf deſſen Benutzung ohne Genehmigung des Unternehmers ein, ſo
ſteht jenem anderen an die letztere ein Anſprüch auf eine beſondere Ent=
ſchädigung
nicht zu.
Die Unternehmerin wird zu dem Termin unter dem Rechtsnachteile vorgeladen,
daß im Falle ihres Ausbleibens Verzichtleiſtung auf Fortſetzung des Enteignungs=
verfahrens
unterſtellt und ſiemit den bis dahin entſtandenen Koſten belaſtet werden wird.
Darmſtadt, den 14. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(11548
J. V.: Dr. Michel.

In Groß=Zimmern Kreis Dieburg iſt die Maul= und Klauenſeuche
erloſchen.
(1550

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1. Bernhardiner. 1 Pinſcher, 1 deutſcher Schäferhund
(zugelaufen) Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
(11536
10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung.

Betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und im Gewerbe=
betrieb
der Bäcker, Friſeure und Photographen.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns unter Bezugnahme
auf die Bekanntmachung des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt
vom 27. Dezember 1907 veranlaßt, die für die kommenden Feſttage
auf Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung für die nachſtehend
aufgeführten Gewerbszweige erlaſſenen Vorſchriften über die Sonn=
sruhe
zur allgemeinen Kenntnis zu bringen:
I. An den beiden Pfingſtfeiertagen darf im Handelsgewerbe
äuf Grund der Beſtimmungen des Ortsſtatuts vom 6. September
1907 weder eine Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern,
noch ein Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsſtellen ſtattfinden.
Ausnahmen auf Grund des § 105e der Reichs= Gewerbe=
ordnung
ſind nur zugelaſſen:
A. Für den erſten Pfingſtfeiertag:
1. für Bäcker und Konditoren in der Zeit von vormittags 5
bis 9 Uhr und 11 bis 12 Uhr;
2. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von vor=
mittags
5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr und nachmittags von
6 bis 8 Uhr:
3. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 5 bis 9 Uhr
und von 11 bis 12 Uhr mittags;
4. für Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis nach=
mittags
1 Uhr;
5. für Zeitungsſpediteure von vormittags 6 bis 9 Uhr. (Zeitungs=
und Druckſchriftenverkauf an den Hauptbahnhöfen ohne Zeit=
beſchränkung
.)
B. Für den zweiten Pfingſtfeiertag:
1. für Bäcker in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis nachmit=
tags
1 Uhr;
2. für Konditoren in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis nach=
mittags
3 Uhr;
3. für Metzger und Fleiſchwarenhändler in der Zeit von vor=
mittags
6 Uhr bis 11 Uhr:
4. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von vor=
mittags
5 Uhr bis 1 Uhr nachmittags und von 6 bis 8 Uhr
nachmittags;
5. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 7 Uhr bis
9 Uhr und von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags;
6. für Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis nach=
mitags
1 Uhr:
7. für Zeitungsſpediteure in der Zeit von vormittags 6 Uhr
bis 9 Uhr. (Zeitungs= und Druckſchriftenverkauf an den
Hauptbahnhöfen ohne Zeitbeſchränkung.)
II. Der Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung
von Gehilfen und Lehrlingen im Friſeurgewerbe iſt am erſten
Pfingſtfeiertag geſtattet:
a) außerhalb der Werkſtätte bis 12 Uhr mittags;
b) innerhalb der Werkſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr
mittags.
Am zweiten Pfingſtfeiertag iſt jeglicher Gewerbetrieb einſchließ=
lich
desjenigen der Friſeuſen unterſagt.
An den beiden Pfingſtfeiertagen iſt, wie an allen Sonn= und
Feſtagen, ein Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung
von Gehilfen und Lehrlingen innerhalb und außerhalb der Werkſtätte
in der Zeit von 6 bis 9 Uhr nachmitags bei der Vorbereitung von
öffentlichen Theatervorſtellungen und Schauſtellungen geſtattet.
III. In den Werkſtätten der Photographen iſt am erſten
Pfingſtfeiertag jeglicher Gewerbebetrieb unterſagt. Am zweiten
Pfingſtfeiertag iſt die Ausübung des Gewerbebetriebes und die
Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern in den photo=
graphiſchen
Werkſtätten geſtattet ausſchließlich zum Zweck der Auf=
nahme
von 11 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags.
IV. Wenn die Sonn= und Feiertagsarbeiten länger als drei
Stunden dauern, ſo ſind die Arbeiter entweder an jedem dritten
Sonntag für volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonntag
mindeſtens in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder
in jeder Woche während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages, und
zwar ſpäteſtens von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit frei zu
laſſen. Wenn die Arbeiter durch die Sonntagsarbeit an dem Beſuche
des Gottesdienſtes verhindert werden, ſo iſt ihnen an jedem dritten
Sonntag die zum Beſuche des Gottesdienſtes erforderliche Zeit frei
zu geben.
Wir haben die Schutzmannſchaft mit ſtrengſter Ueberwachung
der richtigen Einhaltung der vorſtehend bekanntgegebenen Beſchäf=

tigungs: und Verkaufszeiten beauftragt und werden Uebertretungen
(1535id
unnachſichtlich zur Anzeige bringen laſſen.
Darmſtadt, den 17 Mai 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Bekanntmachung,

die Ausſtattung zweier Brautpaare betreffend.
Aus der Heinrich und Helene Keller=Stiftung ſollen an zwei
unbemittelte, unbeſcholtene, in der Stadt Darmſtadt bürgerlich
anſäſſige Brautpaare, nachdem ſolche am 4. September d. Js. ihre
kirchliche Trauung haben vollziehen laſſen, Beiträge zur Ausſtattung
überwieſen werden, die ſich auf etwa 325 Mk. für jedes Brautpaar
belaufen werden.
Die Auswahl der Brautpaare erfolgt durch die Stadtverord=
neten
=Verſammlung, nach Anhörung des erſten Geiſtlichen der Re=
ligionsgemeinſchaft
der aufgetretenen Bewerber.
Gehörig begründete Bewerbungen ſind bis längſtens 10. Juni
d. Js. bei mir einzureichen.
(11544ii
Darmſtadt, den 17. Mai 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.

Grasſamen-Bubmiſſion.

Die diesjährige Grasſamenernte aus Domanial= und Staats=
waldungen
ſoll unter den üblichen Bedingungen in Submiſſion ver=
geben
werden, und zwar
1. am 29. Mai d. Js., vorm. 11 Uhr, in Darm=
ſtadt
durch die Großh. Oberförſterei Darmſtadt
für die Oberförſtereien in Starkenburg und Rheinheſſen;
2. am 3. Inni d. Js., vorm. 11 Uhr, in Nidda
durch die Großh. Oberförſterei Nidda
für die Oberförſtereien Bad=Salzhauſen, Bingenheim,
Butzbach, Düdelsheim, Eichelsdorf, Feldkrücken, Grebenhain,
Heldenbergen, Hoch=Weiſel, Konradsdorf, Laubach, Nidda,
Ober=Rosbach, Schiffenberg und Schotten
3. am 10. Jnni d. Js., vorm. 11 Uhr, in Alsfeld
durch die Großh. Oberförſterei Alsfeld
für die Oberförſtereien Alsfeld, Burg=Gemünden, Eudorf,
Grebenau, Grünberg, Homberg, Lauterbach, Kirtorf, Nieder=
Ohmen, Romrod, Storndorf, Treis a. d. L., Ulrichſtein,
Wahlen, Wieſeck und Windhauſen.
Die Bieter erkennen die Submiſſionsbedingungen durch Ein=
reichung
ihrer Gebote als rechtsverbindlich an und ſind 14 Tage an
dieſe gebunden.
Nähere Auskunkt erteilen die betreffenden Oberförſtereien.
Schriftliche Gebote ſind unter Bezeichnung der Oberförſterei und
der Walddiſtrikte mit der Aufſchrift Grasſamen= Submiſſionsver=
kauf
ſpäteſtens bis zu dem den genannten Submiſſionsterminen
jeweils vorhergehenden Tage bei den 3 genannten Oberförſtereien
einzureichen.
Darmſtadt, den 15. Mai 1912.
(11513
Sekretariat Großh. Miniſteriums der Finanzen
Abteilung für Forſt= und Kameralverwaltung.
Ramſpeck.


Das ſtädtiſche Pfandhaus

iſt von Donnerstag, den 23. Mai ds. Js. ab,
auch nachmittags wieder geöffnet.
Darmſtadt, den 20. Mai 1912.
Die ſtädtiſche Pfandhausverwaltung.
Paul.
(11522

En unſer Genoſſenſchafts=Regiſter
Iwurde heute eingetragen hin=
ſichtlich
der Firma:

Darmſtädter Volksbank,
eingetragene Genoſſen=
ſchaft
mit beſchränkter
Haſtpflicht, Darmſtadt.
Durch Beſchluß der Generalver=
ſammlung
vom 27. Februar 1912
ſind die Beſtimmungen über den
Geſchäftskreis der Genoſſenſchaft,
§ 55 des Statuts, geändert. (11523
Darmſtadt, 17. Mai 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Konkursverfahren.

Nachſtehender Gerichtsbeſchluß
wird hierdurch zur öffentlichen
Kenntnis gebracht:
Ueber den Nachlaß des am
29. April 1912 verſtorbenen Kauf=
manns
Max Weiner, Inhabers
der Firma Jakob Riegert Nach=
folger
in Darmſtadt, wird heute,
am 17. Mai 1912, vormittags
11½ Uhr, das Konkursverfahren
eröffnet, da der Nachlaß überſchül=
det
iſt und ein Gläubiger die Er=
öffnung
des Konkurſes beantragt
hat.
Der Kaufmann Karl Dechert
in Darmſtadt wird zum Konkurs=
verwalter
ernannt.
Konkursforderungen ſind bis
zum 6. Jnni 1912 bei dem Ge=
richte
anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des er=
nannten
oder die Wahl eines ande=
ren
Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigeraus=
ſchuſſes
und eintretenden Falls
über die in § 132 der Konkurs=
ordnung
bezeichneten Gegenſtände
und zur Priſung der angemeldeten
Forderungen auf
Montag, 10. Inni 1912,
vormittags 11 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 219, Termin anbe=
raumt
.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird aufgege=
ben
, nichts an den Gemeinſchuld=
ner
zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und
von den Forderungen, für welche
ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen,
dem Konkursverwalter bis zum
6. Juni 1912 Anzeige zu machen.
Darmſtadt, 17. Mat 1912. (11565
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts= I.

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[ ][  ][ ]

Seite 12

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 21. Mai 1912.

Nummer 118.

Speziat-Saus jur Namen-
und Rinder-Konfektion

Zamt

ingstfest
neu eingetroffen.

Die Vorzüge uaserer Kontektien bestehen in
Gediegenheit der Stoffe, Geschmack der Aus-
:: führung und erstklassiger Verarbeitung.

(1153)

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975 1175
475 19% 23% 2950 3450 39 46 49 55 59 68 75
Protté- und Leinen-Kostüme
1350 1750 2150 2950 35 39 42 45 49 55 65 75
Wasch-Kostümröcke
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Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
49)

Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Eine Weile lag er ganz ſtill, und dann frage er mit
abgewandtem Geſicht:
Haſt Du mir vergeben, Helga? Kannſt Du es? Gibt
es für meine Sünde überhaupt ein Verzeihen?
Da ſtand Helga ſtill auf und trat in ihrem langſchlep=
penden
Gewande an den Schreibtiſch, auf dem Orms Bild
holdſelig in die Welt lachte.
Still legte ſie das Bild mit dem lächelnden Kinder=
geſicht
in die abgezehrte Hand ihres Mannes und ſagte
leiſe:
Um dieſen da, Ingwald, laß uns Frieden machen.
Ja, es iſt wahr, es gab eine Zeit, wo ich Dich haßte, wo
ich Dir fluchte. Seitdem ich aber das ſeltſame Mädchen
geſehen, das Dein Herz in Banden ſchlug, ſeitdem ich er=
kannte
, daß ich mich nicht zu ſchämen brauchte, wenn ein
Mädchen wie Hallgerdr mir Dein Herz abwendig machte,
da wurde es ſtille in meiner Seele. Was ich einſt ſtürmiſch
als mein gutes Recht begehrt, das ſah ich nun als ein
Gnadengeſchenk des Höchſten an, denn ich lernte erkennen,
daß niemand ein Recht auf die Liebe hat. Sie iſt ein
freies Geſchenk von Herz zu Herz. Sie bindet nicht Ge=
danken
und Gefühle für die Ewigkeit, ſondern nur ſo
lange gegenſeitig das heilige Feuer brennt, das zwei
Herzen in Liebe eint. Das Feuer in Deiner Seele war
ſerloſchen, Ingwald, als Du Dich von mir wandeſt, und
Du mich ſchmähteſt, legte ſich auch ein grauer Aſchen=

regen über das meine, der auch mein Herz hart und ſtill
machte. Wollen wir uns darum ſchelten?
Sieh, Ingwald, Dein Weib kann ich ferner nicht ſein,
wohl aber Deine Freundin, Dein beſter Kamerad, der
treue Gefährte aus Jugendtagen, der Dich ſicher führt
und hält, der mit Dir weint und mit Dir lacht, der Dir
tragen hilft, wenn doch die Sehnſucht nach Deiner blon=
den
Königsmaid Dir kommen will, und der mit Dir ge=
meinſam
unſer Kind zu einem tüchtigen Menſchen heran=
bilden
will, auf daß es nicht, wie Du und Deine Vor=
fahren
, Phantomen nachjagt, um Rache zu nehmen für
geſchehenes Leid, ſondern das lernt, daß Vergeben ſelig
macht, ſo ſelig wie ſeine arme Mutter jetzt iſt, daß ſie
vergeben kann.
Helga, flüſterte Ingwald Anderſen erſchüttert und
taſtete mit ſeiner zitternden Hand über das tränennaſſe
Antlitz der blaſſen Frau, die ſich tief über ihn neigte.
Helga, ich liebe Dich! Und nun will ich ſchlafen!
Seine Augen ſuchten die ihren. Mit brechendem
Blick ſahen ſie ihr tief ins Herz, und ſie beugte ſich in er=
barmender
Liebe tief zu ihm hernieder und küßte ihn
leiſe auf den zuckenden Mund.
Sage meinem Kinde, flüſterte der Sterbende noch
einmal, die Rache iſt mein, ich will vergelten, ſpricht der
Herr. Ausgelöſcht ſoll der Fluch ſein. Liebe ſoll ihn in
Segen verwandeln, vergebende Liebe, wie Du ſie mich
gelehrt.
Ich gelobe es, Ingwald Anderſen, ſagte ſie feierlich.
Und grüß mir Einar Aßmuſſen, begann er noch ein=
mal
, kaum hörbar, ich hoffte, ihm ſelbſt noch ſagen zu
können, daß er immer treu geweſen, treu gegen Dich,

ere e er en ener ee
ſol ermit dir geſegnetſein.
Und dann fiel der Körper des Kapitäns ſchwer zu=
rück
, und ein Lächeln irrte über ſeine Züge.
Noch einmal taſtete die zitternde Hand über Helgas
Antlitz, und Ingwald Anderſen hatte ausgelitten.
Ein Aechzen und Stöhnen ging durch die Katla.
Es war, als breche ihre Bruſt mitten entzwei.
Helga hatte ſich über die Leiche geworfen, und ihre
heißen Tränen floſſen über das ſtille Totengeſicht wie mil=
dernder
Frühlingsregen.
Sie vernahm nicht das Rennen und Haſten auf Dedk
der Katla, in die ein Leck brach, rieſengroß, eine Todes=
wunde
, gerade in dem Augenblick, als ſie in den Hafen
von Merok einfuhr, der in Silberſchleiern im Abendfrie=
den
träumte.
Am Ufer harrte Einar Aßmuſſen, an der Hand einen
kleinen Knaben, der ſelig lachend und ſchwatzend von
einem Bein auf das andere hüpfte und nicht müde wurde,
zu fragen.
Und Einar Aßmuſſen lächelte gütig zu dem Kinde
hernieder.
Aber plötzlich wurden ſeine Augen ſtarr und weit.
Halbmaſt grüßte die Fahne der Katla‟. Sie führte
einen Toten heim.
Ganz ſchwarz wurde es vor ſeinen Blicken. Dort
in dem Boot nahte ein Trauerzug. Und die Frau, die
hoch aufgerichtet am Steuer ſtand, die glich der finſteren
Hel, die uns alle in das Reich der Schatten führt.
Und noch ein anderes Boot ſtieß von der Katla ab,
und dann legte ſich das ſchwarze Schiff, um welches ſilbern

[ ][  ][ ]

Nummer 118.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 21. Mai 1912.

Seite 13.

das Mondenlicht wob, ſill auf die Seite, und die Wellen
hüpften jauchzend über die ſinkenden Planken. Die Katla,
die auszog, ein ganzes Geſchlecht zu rächen, die war ge=
weſen
, geweſen wie der ſtille Schläfer, der nun ſo fried=
ſam
und ſtill in Helgenaes einzog, wo ein blonder Knabe
wieder und immer wieder fragte, warum denn der Papa
die Augen geſchloſſen habe und nicht ein einziges Mal
lachte, und warum er ſo müde wäre. Er hätte ſich doch
ſo ſehr auf den Papa gefreut und hätte ihn ſo lieb, ſo
ſehr lieb.
Da taumelte Helga Anderſen ohnmächtig ihrer alten
Mutter entgegen, aber Einar Aßmuſſen fing ſie in ſeinen
Armen auf, und ſie weinte nun an der treuen Freundes=
bruſt
lindernde, erlöſende Tränen.
Ingwald Anderſen aber ſchlief ſtill und friedlich in
Helgenaes, und über die blauen, ſchimmernden Fjorde
ging es wie ein Traum.
Die Waſſer rauſchten wild zu Tal, und tauſend Sil=
berperlen
rieſelten in die blauen Wogen, die ſich ſchäu=
mend
über der Katla geſchloſſen hatten, die nun auch
zusruhte von ihrer letzten Fahrt.
Und Tage ſchloſſen ſich zu Monden und Monde zu
Jahren, Zweimal war ſchon wieder der Sommer über
das Land von Mitternachtsſonne gekommen, zweimal
hatte das ſtarre Eis ſeinen kalten Gürtel um Islands
Felſenklippen gelegt.
In der Wohnſtube des Amtmanns Thorkjel in Reyk=
javik
ſitzt Hallgerdr am Fenſter und blickt auf die Gaſſe.
Es iſt Sonntag heut.

ene ichate ete eht 10 eg .
Roß reiten die Bauern der nahen Höfe mit ihren Wei=
bern
, Kindern und Geſinde zur Kirche.
Hallgerdr muß an die Zeit denken, wo ſie auch einſt
wie dieſe blondhaarigen isländiſchen Mädchen dort, den
mit Hermelin beſetzten Königsmantel um die Schultern,
an ihres Vaters Seite zur Kirche geritten. Wie lange
war das her, und was lag nicht alles zwiſchen heute
und einſt.
Nun läuten die Glocken von der Domkirkja, und die
Hufe der kleinen Ponys mit den langen Silbermähnen
klingen hell auf dem Pflaſter.
Hallgerdr ſteht haſtig auf. Zu enge wird ihr die
Stube.
Ihre Geſtalt iſt voller geworden, es ſcheint, als ſei
Hallgerdr noch gewachſen, ſo hoch und ſtolz ſteht ſie da,
und ihre blaugrünen Gletſcheraugen ſpähen kühl und hart
die Straße hinab, auf der die letzten Kirchgänger ver=
ſchwinden
.
Die ſchwarze Quaſte ihrer Mütze wippt auf ihre
Schulter, und die blanke Goldhülſe, die ſie gefeſſelt hält,
ſchmiegt ſich gegen die roſige Wange des Mädchens, die
wie junger Wein erglüht.
Nur um den roten Mund mit den ſchwellenden Lip=
pen
da ſteht eine tiefe Leidensfalte.
Hallgerdr verſchränkt die Hände über dem Fenſter=
riegel
.
Wie ſtill, wie ſeltſam ſtill iſt es im Haus. Faſt meinte
ſie das Ticken des Holzwurmes zu hören. Sie mochte
nicht mit zur Kirche mit den anderen, Noch immer hatte

ſie nicht wieder beten gelernt, ſeit dem ſchrecklichen Tage,
der ihr blühendes Glück vernichtet, der ihren alten Vater
ihr ſo grauſam von der Seite riß und ihr Vaterhaus ver=
ſchüttete
.
Ein bitteres Lächeln ſchattete nun doch um Hall=
gerdrs
Lippen.
Auf Lohn hatte er doch gehofft, auf endlichen Lohn.
Aber er hatte lange gewartet, klug den Vorteil
nützend. Als der letzte Schnee ſchmolz und die Sing=
ſchwäne
über die Berge zogen, hatte er ſie gefragt, ob
ſie es ſich nun überlegt, und ob ſie nun endlich ſein Weib
werden wollte, wie es der Vater beſtimmt.
Da hatte ſie gut und mild mit ihm geredet, wie
eine Schweſter zum Bruder, daß es nie ſein könnte, und
daß er vergebens hoffe.
Ganz wild und verſtört hatte er ſie angeſehen, und
dann war er fortgeſtürzt, ohne Lebewohl war er für im=
mer
gegangen. Mit einem fremden Schiff, ſo ſagten die
Leute, war er für immer gegangen in die Fremde.
Hallgerdr trat vom Fenſter zurück. Sie mochte keine
fremden Schiffe ſehen, und drüben im Hafen waren ſeit
geſtern mehrere eingelaufen.
Und da fiel ihr ein, wie Ole Gudmund immer, wenn
ein Schiff in den Hafen lief, ſeine reizende, kleine Frau,
die ehemals ſo törichte Signe, verſchmitzt lachend neckte:
Ob wohl der Kommerzienrat mit der Glatze, der
Dich heiraten wollte, mit dem Blücher kommt, um
Dich heimzuführen? Lauf, Signe, lauf, ein reicher
Freiersmann iſt für Dich da.
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33 118.

Dienstag, 21. Mal.

1912.

[ ][  ][ ]

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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 21. Mai 1912.

Nummer 118.

Mer
E
Meihender dei Fotoerhen, Hasten
Heiserkeit- Verschieimung Magen-
* säureInfluenza u. Folgezustände.

Sport.

* Fußballſport. Der Darmſtädter Sportklub
veranſtaltet am 9. Juni dieſes Jahres ſeine dritten natio=
nalen
Olympiſchen Spiele auf dem Sportplatze
an der Windmühle, Pallaswieſenſtraße 127. Es wird
eine Ehrenaufgabe des Klubs ſein, die Veranſtaltung
muſtergültig zu geſtalten, umſomehr, als in dieſem Jahre
außer dem Ehrenpreis (Wanderpreis) des Herrn Ritter
und Edlen von Oetinger noch zahlreiche Stiftungen
gemacht wurden. Die Ausſchreibungen ſind bereits ver=
ſandt
worden und wird eine außerordentliche Beteiligung
zu erwarten ſein. Weitere Mitteilungen folgen.
Am Sonntag ſpielte die Fußballmannſchaft des Leib=
Dragoner=Regiments Nr. 24 gegen die der Turngemeinde
Beſſungen. Dieſes äußerſt intereſſante Spiel endigte zu
Gunſten der letzteren mit 1:0 Toren. Der=Siegder Turn=
gemeinde
Beſſungen iſt nur allein der Verteidigung
und dem ſicher ſpielenden Torwächter (Gries); zu ver=
danken
.
Deutſche Fußball=Meiſterſchaft. Von
den beiden Spielen der Zwiſchenrunde um die Deutſche
Fußball=Meiſterſchaft endete die Begegnung zwiſchen dem
ſüddeutſchen Meiſter Karlsruher Fußballverein und dem
mitteldeutſchen Meiſter Leipziger Spielvereinigung in
Frankfurt a. M. mit dem überlegenen Siege von 3u der
Süddeutſchen. Das Spiel ſetzte ſofort ziemlich ſcharf ein
und Leipzig hatte auch Gelegenheit einen Torſchuß an=
zubringen
, der von dem Karlsruher Torwächter aber glatt
gehalten wurde. In der 17. Minute gelangees dann För=
derer
, ein Tor zu erzielen. Jetzt ließen die Leipziger
merklich nach und das ganze Spiel wickelte ſich zu neun
Zehnteln auf der Leipziger Hälfte ab. Kurz vor Halbzeit
glückte es dann Förderer, auch das zweite Tor zu ſchie=
ßen
. Nach Halbzeit verſuchten die Leipziger mehrfach
vergebens, an das Tor von Karlsruhe heranzukommen,
doch ſcheiterten alle Angriffe an der guten Verteidigung
von Süddeutſchland. In der 60. Minute fiel das dritte
Tor für Karlsruhe. Erſt kurz vor Schluß konnte Leipzig
durch einen verwandelten Elfmeterball das einzige Tor
buchen.
Die Berliner Militär=Fußballſpiele
brachten am letzten Spieltage den Favoriten in den fünf
Treffen mehr oder weniger hohe Siege. Die Begegnung
des Königin Eliſabeth=Garde=Grenadier=Regiments mit
dem Telegraphen=Bataillon ſah die Eliſabether mit 3:1
erfolgreich. Das Garde=Schützen=Bataillon gewann über=
legen
mit 40 (210) über das dritte Garde=Regiment.
Das Eiſenbahn=Regiment ſchlug ebenfalls überlegen mit
610 (310) das erſte Garde=Feldartillerie=Regiment. Mit
der hohen Torziffer von 1710 beſiegte das erſte Garde=
Regiment das zweite Garde=Feld=Artillerie=Regiment.
Bereits in der Pauſe ſicherte ſich der Sturm des erſten
Garde=Regiments mit 710 die Führung. Prinz Friedrich
Karl von Preußen zeichnete ſich als Mittelſtürmer des
erſten Garde =Regiments hervorragend aus. Das erſte
Garde=Ulanen=Regiment unterlag mit nicht weniger als
27.0 (1640) gegen das fünfte Garde=Regiment.
Holſtein=Kiel ſchlägt Viktoria=Berlin
nach zweimaliger Spielverlängerung 211. Einen auf=
regenden
Kampf lieſerten ſich der norddeutſche Meiſter
Holſtein=Kiel und der alte deutſche Meiſter Viktoria=Ber=

lin auf den Unionplatze in Mariendorf bei Verlin. Die
erſte Hälfte endete torlos. Nach der Pauſe war der Kampf
pöllig offen; beide Tore kamen wiederholt in Gefahr,
ohne daß indes eine Mannſchaft es zu einem Erfolg brin=
gen
konnte. Vier Minuten vor Schluß konnte Werner
einen Strafſtoß, den Röpnack=Berlin ſcharf aufs Tor gab
hervorragend noch auf der Linie ſtoppen. Das Spiel
mußte dann um 30 Minuten verlängert werden, dann
griff die norddeutſche Mannſchaft flott an und war auch
kurz nach Beginn durch den Mittelſtürmer erfolgreich. Vik=
toria
konnte in der ſechſten Minute den Ausgleich erzielen,
indem der feindliche Torwächter einen ſcharf geſchoſſenen
Ball wohl hielt, aber in wenig ſchöner Art mitſamt dem
Ball über die Linie geſtoßen wurde. Der Kampf mußte
nunmehr um weitere zweimal 10 Minuten verlängert
werden. Ein gut vorgebrachter Ball von Möller=Kiel fand
(vom Mittelſtürmer geſchoſſen) in der 129. Minute ſeinen
Weg ins Netz. Dadurch hatte Kiel gewonnen.
* Radſport. Rennen im Berliner Olympia=
Park. Im Berliner Olympia=Park kam am Sonntag
das Stundenrennen um den Alfred Köcher=Preis zum
Austrag. Tandenfahren: 1. Schürmann=Breidenbach
5 Punkte (zwei erſte Plätze), Kudela=Wegener (ein erſter
Platz), 3. Stabe=Schwab 9 Punkte. Mai=Preis, 10 Kilo=
meter
: 1. Stellbrink 8 Min. 36,2 Sek., 2. Guignard 210
Meter, 3. Walthour 240 Meter, 4. Miquel 280 Meter 5.
Janke 620 Meter zurück. Bourillon=Preis: 1. Otto
Meyer, 2. Lorenz, 3. Peter, 4. Schürmann. Alfred
Köcher=Preis, Stundenrennen: 1. Guignard (Kontinental=
Pneumatik) 81040 Kilometer, 2. Janke 73,250 Kilometer,
3. Walthour 77,550 Kilometer, 4. Miquel 76,520 Kilometer,
5. Stellbrink weit zurück. Erſtes Handikav: 1. Lorenz
(0), 2. Ganzevoort (35). 3. Schwab (30), 4. Stabe (5).
Zweites Handikap: 1. Paſſenheim (200 Meter), 2. Abra=
ham
(55 Meter), 3. Schürmann (5 Meter), 4. Freiwald
(50 Meter).
Radrennen zu Breslau. In dem Großen
Oder=Preis über eine Stunde führte der Breslauer
Scheuermann bis zum 37. Kilometer fiel aber dann durch
Reifendefekt mehrere Runden zurück. Sieger blieb Tho=
mas
mit 68,700 Kilometer vor Kjeldſon 500 Meter und
Scheuermann 1500 Meter zurück. Das Zehnkilometer=
Rekordfahren gewann Scheuermann in 80 Minuten 39,4
Sekunden (Rekord 8113) vor Kieldſon 390 Meter, Thomas
1210 Meter und Salzmann 2000 Meter zurück. Im
Hauptfahren ſiegte Schilling mit einer Länge vor Ritzen=
thaler
und Oſtermeher. Das Tandemfahren landeten
Oſtermeyer=Großmann mit halber Länge vor Techmer=
Schilling, und das Vorgabefahren Ritzenthaler (70 Meter)
vor Techmer (10 Meter) und Packebuſch (60 Meter).
Radrennen in Straßburg. Blumenpreis,
20 Kilometer: 1. Linart 12 Min. 17,4 Sek., 2 Günther
300 Meter, Böſchlin weit zurück. Europa=Preis, eine
Stunde: 1 Linart (Kontinental=Pneumatik) 70.300 Kilo=
meter
, 2. Günther 3200 Meter zurück, 3. Böſchlin 67,395
Kilometer.
Radrennen zu Düſſeldorf. Erſter Lauf, 20
Kilometer: 1. van Neck 15 Min. 14 Sek., 2. Vanderſtuyft
19,900 Kilometer, 3. Schipke 18.300 Kilometer, 4. Seres
17,200 Kilometer. Zweiter Lauf. 30 Kilometer: 1 Van=
derſtuhſt
23125, 2. van Neck 29.170 Kilometer, 3. Schipke
26,800 Kilometer, 4. Seres 25.500 Kilometer. Dritter
Lauf. 50 Kilometer: 1. van Reck 3910, 2. Banderſtuhft
49,600 Kilometer, 3. Seres 46,400 Kilometer. 4. Schipke
46,200 Kilometer. Geſamtklaſſement: 1. A. Vanderſtuyft
(Kontinental=Pneumatik) 99,500 Kilometer), 2. van Neck
99,170 Kilometer, 3. Schipke 91,390 Kikometer, 4. Seres
89,100 Kilometer.
Auf der Mainzer Radrennbahn kamen am
Sonntag nur Fliegerrennen zum Austrag. Die einzelnen
Reſultate waren: Eröffnungsfahren: 1. Bettinger, 2.

Darih eine halbe Länge zurück. Tandenſahren. 1. Berg=
Barth, 2. Würz=Schaumburger 3. Simmermacher= Brück=
mann
. Mannſchaftsfahren: 1. Bettinger=Barth, 2. Würz=
Schaumberger, 3. Kradolfer=Belle. Vorgabefahren: 1.
Bettinger (0), Schaumberger (40 Meter), 3. Simmer=
macher
(70 Meter).
Die Radfernfahrt Halle-Potsdam-
Halle, über 267,4 Kilometer, ging am Sonntag bei
ſchönem Wetter vor ſich. Die Favoriten ſchieden durch
Stürze und Raddefekte zum größten Teil aus. Sieger
blieb der Berliner Siewert nach 8 Stunden 33 Minuten
vor Dottſchadis mit einer halben Länge und Emil Zan=
der
mit drei Längen. Vierter wurde Schenkel=Leipzig in
837.00, Fünſter Kotſch=Kpritz in 8t49.00, dem nach drei
Längen Schulze=Trebbin vor Fahle folgte. 8. Böhm,
9. Hädicke=Berlin, 10. Fritz Schallwig=Berlin.
Radfernfahrt Mailand=München. An
der großen Radfernfahrt Mailand-München, die am
Samstag und Sonntag vom Deutſchen Radfahrer=Bund
unter Leitung des Radrennklubs München veranſtaltet
wurde, ſtarteten am Samstag früh 7 Uhr 6 Min. in Mai=
land
18 von den 24 gemeldeten Fahrern. Da das Wetter
ſchön war und die Straßen in ausgezeichnetem Zuſtand
ſich befanden auch der Brenner war ſchon ſchneefrei .
konnte der im Jahre 1894 von dem Münchener Joſeph
Fiſcher aufgeſtellte Rekord von 29 Stunden 31,5 Minuten
für die 950 Kilometer lange Strecke um rund 5 Stunden
verbeſſert werden. Als Erſter traf G. Schmid=Nürnberg
am Sonntag früh 7 Uhr 36 Minuten nach einer Fahrzeit
von 24 Stunden 30 Minuten am Ziel bei München ein.
Die nächſten Fahrer trafen in größeren Zwiſchenräumen
von 20 bis 30 Minuten in der Reihenfolge ein: Meck=
Düſſeldorf. Franz Suter=Zürich, Erich Aberger=Berlin,
Thomas Hartmann=Schwabach und Hans Ludwig= Sof=
ſenheim
.
Rund durch Belgien. Die große Radfernfahrt
Rund durch Belgien erreichte am Sonntag mit der letzten
Etappe: Antwerpen-Brüſſel, über 285,750 Kilometer,
ihren Abſchluß. Defrope ſiegte in 9 Stunden 20 Min.
mit einer Lange vor van den Berghe, dem ebenfalls eine
Länge zurück Blaiſe vor Defroye und Pelliſſier folgte. Im
Geſamtklaſſement ſiegte Defroye mit 17 Punkten vor Pel=
liſſier
19, Blaiſe 26, Chriſtophe 51, Lamon 56, Verſchoore
76 Punkte.
Pariſer Radrennen. Das Match Lavalade-
Darragon wurde in beiden Läufen von Lavalade gewon=
nen
, der 10 Kilometer in 8 Minuten 4,6 Sek. und 30 Kilo=
meter
in 24 Minuten 2.6 Sekunden zurücklegte. Darragon
blieb 400 bezw. 250 Meter zurück. Das Stundenfahren
mit Tandemführung gewann Georget mit 48,765 Kilo=
meter
mit fünf Runden Vorſprung vor ſeinem einzigen
Gegner Seigneur. Im Hauptfahren, das nur von zweit=
klaſſigen
Fliegern beſtritten wurde, ſiegte Martin vor
Boutellier.
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5000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn A. v. Schmie=
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Siena (Lane), 2. Rejoice (W. Bullock), 3. Chicane
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v. Weinbergs Carino (For) 2. Semmering (F.Bule
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Nummer 118.

21. Mai 1913.

Seite 19.

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2700 Meter: 1. Herrn H. Mertens Mattiacum (Hoffmann),
2. Oſſer (Burian), 3, Tylander (Duceck). Tot. 47110.
Preis von Hanau; Ehrenpreis und 4000 Mark, Diſtanz
3000 Meter: 1. Leutn. Harlans Kohinor II (Ltn. Krauſe),
2. Maroc IV (Beſ.), 3. Aman=(Graf Holck). Tot. 118:10.
Hallgarten=Jagdrennen; 4200 Mark, Diſtanz 3500 Me=
ter
: 1. Stall Hollands Hareſtock (Mew), 2. Chateanvert
(Lommatzſch), 3. Meagher (Mac Kenzie). Tot. 38110.
Mattiacum; Ehrenpreis und 5900 Mark, Diſtanz 3500 Me=
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: 1. Herrn W. Dodels Erberich (Mr. Anthony), 2. Re=
gent
(Leutn. v. Moßner), 3. Mirjam (Herr von Weſtern=
hagen
). Tot. 20:10. Kapellenberg=Jagdrennen; 3000
Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Leutn. v. Weſternhagens
Ready Wit (A. Baſtian), 2. Placide (Ducek), 3. Ca=
nard
II (Lommatzſch). Tot. 52:10. Rheinſtein=Preis;
Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Hptm.
Wachs Goos (Leutn. Freyr), 2. Haubenlerche (Beſitzer);
3. Erbin (Leutn. v. Moſch). Tot. 37110. Wartturm=
Rennen; Ehrenpreis und 4000 Mark, Diſtanz 3000 Meter:
1. Herrn G. Ehlers La Sylvie (Leutnn. von Berchem),
2. Rowdy (Leutn. von Moßner), 3. Pride of Sonna.
Tot. 42:10.
Rennen zu Leipzig. Mai=Jagdrennen; Ehren=
preis
und 2600 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Leutn. Mar=
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Haſchiſch (Beſ.), 2. Colette (v. Kramſta), 3. Heilige
Waffe (Leutn. v. Stammer). Tot. 28:10. Ehrenpreis=
Flachrennen; Ehrenpreis und 1800 Mark, Diſtanz 1800
Meter: 1. Herrn v. Herfeldts Morgenruf (Beſ.), 2. Schön=
brunn
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Mark, Diſtanz 1350 Meter: 1. Herrn R. v. Wallenbergs
Gaudeamus (O. MMüller), 2. Lombardei (Evans), 3 Se=
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(Beſ.), 3. On Guard (Leutn. Frhr. v. Lotzbeck)
Tot. 29110. Ringbahn=Rennen; 2500 Mark, Diſtanz
1600 Meter: 1. Prinz Ludwig von Bayerns Helmarich
(Schläfke), 2. Satire (Mac Farlane), 3. Mirabelle
(Schuller). Tot. 12:10. Preis von Hohenaſchau; Ehren=
preis
und 4000 Mark, Diſtanz 4000 Meter 1. Herrn V. M.
Fels’ Kneißel (Leutn. Zeltmann), 2. Girlamund (Beſ.),
3. Carthago (Leutn. von Crailsheim). Tot. 15:10.

Flieger=Rennen; 4000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Kgl.
Württemberg. Privat=Geſtüt Weils Traum (Schläfke), 2.
Argile (Schuller), 3. Hippolita (Wedgewood). Tot.
19110. Preis von Riem; Ehrenpreis und 6000 Mark,
Diſt. 4000 Meter: 1. Herrn M. Rannertshauſers Bauern=
fänger
(Leutn. Zeltmann), 2. Halcyon Days (Beſ.), 3.
Hogyne (Leutn. Hermann). Tot. 24:10. Verkaufs=Jagd=
Rennen; 2000 Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Herrn K.
Bethmanns Raiſuli (O'Connor), 2. Iſabeau ( Unterholz=
ner
), 3. Rockledge (Böhme). Tot. 17110.
Rennen= zu Dortmund. Erſtes Rennen: 1.
Sportsman (Kühl), 2. Herzog (Piplies), 3. Bravo II
(Kreiſel). Tot. 21:10. Zweites Rennen: 1. Niſſa (Kühl)
2. Kunſtſtück (Kreiſel). Tot. 14:10. Drittes Rennen:
1. Eſto (Seiffert), 2. Mogador (Kreiſel), 3. Dollar=
prinzeſſin
(Holoubeck). Tot. 19110. Viertes Rennen:
1. Loving Stone (Holoubeck), 2. Red Orange (Martin),
3. Druid Hill (Birgh). Tot. 83:10. Viertes Rennen:
1. Ormsby (Piplies), 2. Cophtua (Hammer), 3. Lisna=
garvey
(Franke). Tot. 119110. Sechſtes Rennen: 1.
Waſſermaus (Holoubeck), 2. Haltefeſt (Kreiſel). Tot. 15:10.
* Die nationalen leichtathletiſchen Wettkämpfe, die
am Sonntag auf dem Sportplatz am Kurfürſtendamm
in Berlin zum Austrag gelangten, brachten ſpannende
Kämpfe um eine Reihe neuer deutſcher Rekords. 1000
Meter=Stafettenlaufen (10 mal 100 Meter): 1. Sportklub
Charlottenburg, 1 Min. 49,5 Sek., Rekord: 2. Berliner
Sportklub 15 Meter zurück. 3000 Meter=Stafettenlaufen
(3 mal 1000 Meter): 1. Sportklub Charlottenburg, 8 Min.
22 Sek.; 2. Berliner Sportklub, 20 Meter zurück. 7500
Meter=Vorgabelaufen: 1. Siewert (Meteor), 25 Min.
49 Sek. 500 Meter Vorgabe=Speerwerfen: 1. Willführ
(Berliner Sportklub), 53,33 Meter; 2. Olaf (Münſter),
49,72 Meter; 3. Kolbenbach, 47,73 Meter. 400 Meter=
Stafettenlaufen (4 mal 100 Meter): 1. Sportklub Charlot=
tenburg
, 43,5 Sek. (Rekord); 2. Berliner Sportklub 6 Me=
ter
zurück. 100 Meter=Vorgabelaufen: 1. Calleja (3,5 Me=
ter
Vorgabe) 11 Sek. Weitſprung: 1. Schelenz (Berliner
Ballſpielklub) 6,32 Meter, 2. Paſemann (Berliner Sport=
klub
) 6,23 Meter; 3. Rathmann (Charlottenburger Sport=
klub
) 6,13 Meter. Diskuswerfen: 1. Willführ (Berliner
Sportklub) 38,64 Meter); 2. Henninger ( Charlottenbur=
ger
Sportklub) 32,49 Meter. 800 Meter=Mallaufen: 1.
Hanns Braun=München, 1 Min. 54¾/10 Sek.; 2. Jahn= Ber=
in
, 1 Min. 57,6 Sek.; 3. Ernſt (Berliner Sportklub).
110 Meter=Hürdenlaufen: 1. Brettſchneider ( Charlotten=
burger
Turngemeinde) 17,3 Sek.; 2. Schmidt ( Charlot=
tenburger
Sportklub)). 200 Meter=Mallaufen: 1. Hagen
(Charlottenburger Sportklub) in 23,2 Sek.; 2. Ulfert
(Komet=Berlin). 400 Meter=Vorgabelaufen: 1. Köhler
(Teutonia=Berlin) 51 Sek. Stabhochſprung: 1. Paſe=
mann
(Berliner Sportklub) 3 Meter 40 Zentimeter; 2.
Olaf=Münſter 3,30 Meter. 1500 Meter=Mallaufen: 1. E.
v. Sigel (Preußen=Berlin) 4 Min. 13,9 Sek.; 2. Lüdicke=
Steglitz, 25 Meter zurück; 3. Fauſt=Hellas. Olympiſche
Stafette: 1. Sportklub Charlottenburg, 3 Min. 44 Sek.;
2. Berliner Sportklub. Fünfkampf um den Staatspreis:
1. Olaf=Münſter, 2. Henninger=Charlottenburg, 3. Abra=
ham
=Berlin, 4. Grabow=Luckenwalde, 5. Dr. Mallwitz=
Berlin.
* Berliner Tennis=Sport. Im Berliner Früh=
jahrs
=Lawn=Tennis=Turnier wurde das
Herreneinzelſpiel um die Meiſterſchaft der Berliner be=
reits
entſchieden. Es gelang Doelle, ſeinen Gegner
Little 62, 61, 63 zu ſchlagen. Das Dameneinzelſpiel
mit Vorgabe gewann Frau Hartwig (* 30) gegen Fräu=
ein
Hendtlaß ( 5/6) 75, 61.
* Poloſpiel. Prinz Friedrich Karl, der Sohn des
Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, ſpielte am
Sonntag vormittag bei dem Berliner Poloklub als Gaſt.
Der Verein war durch die Anweſenheit des Prinzen ſehr
zahlreich vertreten. Bei dem gut ausgeglichenen Geſell=
ſchaftsſpiel
zeigte der Prinz durch ſein ſicheres Deckſpiel,
ſowie durch den dazugehörigen guten Schuß, die ſichere
Backhand große Fähigkeiten als Poloſpieler. Beſonders
hervorzuheben war ein Match, welches zwei Parteien
in gutem und ſchnellen Tempo ſpielten und in dem die
Herren Graf v. Montgelas, B. C. A. Banneck, Graf F. zu
Dohna, Georg Helſt, A. F. Setelmann durch gute Ball=
behandlung
angenehm auffiel. Die rote Partei ſiegte
mit 811.

* Kraftſport. Am Sonntag, den 19. Mai, fand in
Mainz das Gaufeſt des Rhein=Maingaues des
Deutſchen Athleten=Verbandes ſtatt, welches
von einer hervorragenden Konkurrenz beſucht war. Es
gelang bei demſelben, dem Kraftſportverein
Darmſtadt 1910 insgeſamt 23 Preiſe zu erringen,
ſowie den 2. Vereinspreis nebſt Ehrenpreis. Als beſon=
ders
ſind hervorzuheben: 1. Preis Stemmen, Schwer=
gewicht
, nebſt Ehrenpreis durch Herrn Hauffenmeyer,
3. Preis Stemmen, Leichtgewicht durch Herrn Fiſcher,
4. Preis Stemmen, Mittelgewicht durch Herrn Dittmann,
3. Preis Ringen, Leichtgewicht durch Herrn Eckert, ſowie
der vierte durch Herrn Gries, 4. Preis Ringen, Feder=
gewicht
durch Herrn Keil. Ferner blieben noch Sieger
die Herren: Harff, Winkel, Jung, Menges, Groh,
Klöß, Blum, Lang, Schweizer, Habermehl.

Gewinnanezug
der
226. Königlich Prenßiſchen Klaſſenlatterte.
5. Klaſſe. 7. Ziehungstag. 18. Mai 1912.

aluf jede gezogene Rammer ſind zwet gleih beße Gebine
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Nachdrück verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 15000 Mk. 98238
8 Gewinne zu 5000 Mk. 79981 94635 106028 157266
60 Gewinne zu 3000 Mk. 1850 2349 2666 20868
22548 34128 35493 37926 44047 47596 70455 90899
110904 113329 117008 117622 122606 124329 126335
134292 137117 139157 140926 141236 141632143996
147510 153613 160324 186523
116 Gewinne zu 1000 Mk. 3222 4192 6333 14230
18192 21437 26337 28219 34437 34703 37658 40791
49074 52848 54959 58291 60927 67630 69554 78235
78643 78919 80145 83391 88478 88977 99464 105542
106734 106760 106674 115356 120222 120243 121798
122880 126265 126368 131277 134061 136417 136908
137558 141363 144493 153871 161373 165841 169969
171536 174114 178545 180551 181774 182105 183616
183929 188876
156 Gewinne zu 500 Mk. 603 765 876 1188
6913 7953 10956 19083 22001 27678 28091 28296
30505 30516 30548 31959 32404 33047 36256 36690
41483 48273 49636 56029 59462 60886 63376 70318
74570 75321 77995 83229 84009 84274 85778 85938
86087 69057 94323 96180 96204 97498 99333 100757
103781 110263 112380 116158 121300 122169 122210
123653 128912 130870 135623 135727 136083 136213
139514 140948 141395 143635 144874 149820 149979
152672 153205 154126 154230 157726 163478 164653
167231 173830 174610 175009 175106 181600
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 30000 Mk. 63478
2 Gewinne zu 5000 Mk. 22095
56=Gewinne zu 3000 Mk. 8241 12804 15227 24162
32865 36411 66870 70319 78913 84786 97537 102657
103068 104586 119002 119634 134340 136990 141258
141441 142473 143016 158632 173036 181013 184588
184806 186742
100 Gewinne zu 1000 Mk. 5221 6425 6736 10613
10877 15892 20928 24903 25260 27310 35875 48448
63086 53272 55340 67305 70688 79715 81397 81768
82663 83911 93332 99808 103403 105881 105952
111796 114960 124220 134502 134767 135322 141729
142702 144085 144304 147520 147717 152512 155400
156654 165041 169055 170032 170582 170965 173811
174615 187367
168 Gewinne zu 500 Mk. 1106 4600 7722 7810
11839 12353 15374 16274 16667 17438 20210 22903
23289 24305 27528 30946 34216 37619 38038 39543
42862 43727 48022 49044 52844 54290 55315 56969
57204 59385 60001 61716 63113 64587 84799 84937
85083 88697 89397 89746 90178 90205 92503 94066
94612 95524 96656 99308 103271 103952 104284 106550
109346 111363 120047 123239 126746 127403 127814
130242 131864 133314 134208 138782 140408 145048
146269 148309 149736 152184 155870 156978 157671
158043 161398 161797 167392 167656 169395 173361
178343 178639 180473 189113

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[ ][  ]

Seite 20.

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