Inſerafe
Abonnementspreis
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen= verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Zweite Kammer begann geſtern die Beratung
der Beamtenbeſoldungsvorlage.
Staats=
miniſter Ewald ſtellte, entſprechend den von den meiſten
Rednern ausgeſprochenen Wünſchen, die Einbringung
einer Vorlage, betr. die organiſche Reviſion der
Beamtenbeſoldung unter der Vorausſetzung einer
Verſtändigung über die Höhe der Ausgaben und deren
Deckung im Ausſchuß, noch für dieſes Etatsjahr in
Aus=
ſicht. Die Beratung wird heute fortgeſetzt.
Der Kaiſer, der den Dienstag bei den Aus
gra=
bungen in Monrepos zubrachte, hat an das
Kaiſer=
liche Archäologiſche Inſtitut in Berlin telegraphiſch über
die neueſten Ausgrabungen berichtet.
Der Kaiſer iſt geſtern von Korfu wieder abgereiſt.
Als Nachfolger des zurücktretenden
Oberbürger=
meiſters von Berlin Kirſchner wird in erſter
Linie Staatsſekretär Wermuth bezeichnet.
Der Arbeitsausſchuß veröffentlicht das Ausſchreiben
für den Wettbewerb um den Kaiſerpreis
von 50000 Mark für den beſten Flugmotor, der
durch weitere Stiftungen inzwiſchen auf 115000 Mark
geſtiegen iſt.
Das Neue Wiener Tagblatt dementiert die Gerüchte
Ivon einer Veränderung in der Politik der
Zen=
tralmächte hinſichtlich des
italieniſch=
türkiſchen Krieges.
Der Auftakt zum ſozialdemokratiſchen
Parteitage.
C Aus Berlin wird uns geſchrieben: Die neueſte
Ausgabe der „Sozialiſtiſchen Monatshefte” iſt ein
Sam=
melbecken ſo zahlreicher reviſioniſtiſcher Ketzereien, daß
ihre Veröffentlichung um ſo mehr den Auftakt zum
näch=
ſten ſozialdemokratiſchen Parteitage
bedeu=
ten dürfte, als dieſer den endgültigen Spruch über die
Ausſchließung des „Genoſſen” G. Hildebrand
den Kritiker des reinen Induſtrieſtaates, Freund der
in=
neren Koloniſation und nüchternen Beurteiler der
land=
wirtſchaftlichen Schutzzölle) aus der Partei zu fällen hat.
Der Fall Hildebrand aber iſt es gerade, den ſowohl
Hilde=
brand ſelbſt wie der Abg. Heine zum Hauptſtück der
reviſioniſtiſchen Vorſtöße machen. Die Solinger
Sozial=
demokratie hat Hildebrand wegen groben Verſtoßes ge=
Igen die Grundſätze des Parteiprogramms ausgeſchloſſen.
Im Gegenſatz zu dieſer Entſcheidung weiſt Hildebrand
nach, daß von den beiden Spruchſnſtanzen nicht die
Aner=
kennung ſozialdemokratiſcher Grundſätze, d. h.
verpflichten=
der Willenskundgebungen der Partei, ſondern die Aner=
Akennung beſtimmter wiſſenſchaftlicher
Theo=
rien als Vorausſetzung der
Parteizugehö=
rigkeit behandelt wird. Heine legt gegen ein
derarti=
ges Verfahren den ſchärfſten Proteſt ein, weil es nach
Art eines kirchlichen Ketzergerichts die Freiheit der
wiſſenſchaftllichen Forſchung erdroſſelt,
und zeigt an der mangelhaften und widerſpruchsvollen
Begründung der beiden Ausſchlußentſcheidungen, wie vor=
Keilhaft das bürgerliche und das kirchliche Rechtsverfahren
ſich von dem des Parteiſchledsgerichtes unterſcheiden. Zur
Kennzeichnung des ſezialdemokratiſchen
Ketzerrichter=
tums genügt folgende Feſtſtellung Hildebrands:
„Zum Schiedsgericht gehören die Parteiſekretäre
Dre=
ſcher=Elberfeld Weſtkamp=Düſſeldorf und Ludwig=Hagen.
Letzterer übernahm die Verleſung der
Ausſchlußbegrün=
dung 1. Inſtanz, die zu großen Teilen in
aneinanderge=
reihten Zitaten aus meinem inkrimminierten Buch („Die
Erſchütterung der Induſtrieherrſchaft” Red.) beſteht. In
der Verleſung wiederholt unſicher und ſtockend, erklärte
er, es ſei ſchwer zu leſen, wenn einem der Gedankengang
ganz fremd iſt. Hinterher ſtellte ſich heraus, daß keiner
der drei genannten Schiedsrichter das corpus delieti
kannte, daß ſie ſich alſo nickt nur ihr Urteil über die Frage
meiner Parteizugehörigkeit, ſondern ihre ganze Kenntnis
meiner inkriminierten theoretiſchen Auffaſſungen erſt im
Lanfe der Verhandlung aneignen mußten”.
Wird angeſichts ſolcher Tatſachen der Ausſchluß
Hil=
debrands auf dem Parteitage mit Notwendigkeit zu
hef=
tigen Auseinanderſetzungen führen, ſo gilt das Gleiche
von der Aufdeckung des „Radikalen
Durchein=
anders” durch den „Genoſſen” Schippel. Die erle=
ſene Schar der „Edelmarxiſten”, wie Schippel höhnt, iſt
ſich nämlich nicht nur in Bezug auf den Freihandel,
ſondern auch in der Abrüſtungsfrage in die Haare
geraten. Preiſt Kautsky den Freihandel als
fortſchrittför=
derndes Prinzip, ſo nennt der ihm geſinnungsverwandte
Hilferding den Freihandel reaktionär. Und ſchwärmt die
radikale „Gleichheit” für die Einführung des Milizſyſtems,
ſo empfiehlt ſtatt deſſen Kautsky, es lieber mit der
Ab=
rüſtung auf dem Wege internationaler Verhandlungen
zu verſuchen, weil das Milizſyſtem das Wettrüſten nicht
aus der Welt ſchaffe und auch nicht unbedingt billiger
ſei als das jetzige Heer. Im engſten Zuſammenhange mit
dem Rüſtungsproblem ſteht die Furcht der
ſozialdemokra=
tiſchen Radikalen vor dem Imperialismus. Seinen
Einfluß auf die internationalen Beziehungen verkennt
auch Queſſel nicht. Mit Recht aber nennt er es in den
Sozialiſtiſchen Monatsheften „töricht und ſinnlos” aus
jeder das Ausland betreffenden Maßnahme der
Regie=
rung eine imperialiſtiſche Tendenz abzuleiten. Von
ſol=
chem Standpunkte aus tadelt Queſſel, daß die
ſozialdemo=
kratiſche Fraktion die zum Schutz deutſcher
Staatsangehö=
riger in China nötigen 650000 Mark abgelehnt hat.
So iſt an theoretiſchem und an praktiſchem Material
ſchon heute genug vorhanden, um dem nächſten, in
Chem=
nitz ſtattfindenden ſozialdemokratiſchen Parteitage die
üblichen Auseinanderſetzungen zu ſichern.
Die deutſche Botſchaft in London.
* Die angebliche Verſetzung des Frhrn. von
Marſchall auf den Londoner
Botſchafter=
poſten liefert in London hauptſächlich im Anſchluß an
die Aeußerungen und Vermutungen der Berliner Blätter
fortwährend einen ſtarken Teil des Tagesgeſprächs. Im
allgemeinen kann man ſagen, daß der Gedanke, der
allge=
mein als der bedeutendſte unter den deutſchen
Diploma=
ten bezeichnete Botſchafter ſel für den Londoner Poſten
beſtimmt, die öffentliche Meinung offenbar angenehm
be=
rührt, weil er den Schluß nahelegt, es ſei der Berliner
Regierung ſehr ernſtlich darum zu tun, mit
Großbritan=
nien beſſere Beziehungen anzubahnen. In politiſchen
Kreiſen zerbricht ſich mittlerweſille mancher den Kopf
dar=
über, ob die Verſetzung auch eine neue Orientierung
der deutſchen Politik in Konſtantinopel bedeute.
Die Daily News erklärt im Leitartikel, die
Er=
nennung Marſchalls auf den Londoner Poſten würde ein
Ereignis von höchſter Bedeutung ſein. Frhr. von
Marſchall ſei nicht nur der hervorragendſte unter den
heu=
tigen deutſchen Staatsmännern, ſondern auch ein
aufrich=
tiger Freund Englands und ein großer Fürſprecher des
Friedens. Er ſei die bedeutendſte Erſcheinung bei der
Verſammlung im Haag geweſen, und ſein langer
Aufent=
halt in Konſtantinopel befähige ihn in beſonderem Grade,
bei der Erreichung einer Löſung der ſchwierigſten Fragen,
der Balkanfrage, behilflich zu ſein. Ob es wohl zuviel
erwartet wäre, zu hoffen, daß man Deutſchlands Beiſpiel
folge und einen wirklich hervorragenden Engländer, wie
Lord Haldane, als Botſchafter nach Berlin ſenden würde?
„Es iſt nicht zuviel geſagt”, bemerkt das Blatt am Schluſſe,
„daß eine Ankündigung, daß er für Berlin ernannt ſei,
als europäiſches Ereignis von der größten Tragweite
begrüßt werden würde. Es würde die Eröffnung eines
neuen, glücklichen Kapitels in der Geſchichte der
engliſch=
deutſchen Beziehungen bedeuten.”
Bemerkt wird auch, daß Graf Metternſich vom
König in Audienz empfangen wurde. Es fallen bei
die=
ſer Gelegenheit in der Preſſe auch für ihn einige
freund=
liche Worte. Die Pall Mall Gazette bemerkt, man
werde den Grafen Metternich, der ſo lange Deutſchland
mit bewundernswerter Würde und Takt vertreten habe,
in London ſehr vermiſſen. Graf Metternich habe ſeinen
Kurs durch gefährliche Zeiten hindurch geſteuert und habe
perſönlich dabei ſich niemand zum Feinde gemacht und
keinen Freund verloren. Auch der Daily Graphie
erklärt, jeder, der den heutigen deutſchen Botſchafter kenne,
werde ihn mit Bedauern ſcheiden ſehen. „Seine
Liebens=
würdigkeit”, heißt es im weiteren, „ſeine aufrichtige
Nei=
gung für unſer Land, ſeine Vorliebe für mannhafte Sports
und ſeine ehrliche Friedensliebe haben ihm einen feſten
Platz in unſerer Zuneigung geſichert. Doch er hat viele
Jahre unter uns geweilt, und wir können es wohl
begrei=
fen, daß er nach Ruhe verlangt nach einer Tätigkeit, die
nicht immer eine roſige Umgebung hatte.”
Deutſches Reich.
Die Verhandlungen der
Brannt=
weinkontingentskommiſſſon nehmen einen
derartigen Verlauf, daß von der Vorlage der Regierung
nur mehr wenig übrig bleibt. Abgeſehen davon hat die
Kommiſſion durch ihre Beſchlüſſe das ev. Erträgnis aus
der Kontingentierungsreform von ungefähr 35 Millionen
Mark auf höchſtens 18 Millionen Mark vermindert. In
Abgeordnetenkreiſen wird nun erwogen, ob dieſe
Kom=
miſſion ihre Arbeiten nicht völlig einſtellen ſoll, da ſie,
wie geſagt, niemandem zur Freude gereichen. Man
über=
legt, ob man nicht dafür in der Budgetkommiſſion
ent=
ſprechende Reſolutionen annehmen ſoll, darunter z. B.
eine Reſolution die die Erweiterung der Erbſchaftsſteuer
zur Deckung der Heeresvorlagen verlangt und weiter eine
Reſolution daß die Regierung auf Grund der bisherigen
Verhandlungen der
Branntweinkontingentierungskom=
miſſion in der nächſten Seſſion des Rekchstages eine
um=
faſſende Vorlage zur Reform des geſamten
Branntwein=
ſteuergeſetzes vorlegen ſoll.
— Eine neue Automobilſteuer. Der
Fi=
nanzminiſter erklärte in der ſächſiſchen zweiten Kammer,
Sachſen beabſichtige mit einem Koſtenaufwand von 20
Millionen die Staatsſtraßen wegen des Automobilſtaubs
nach und nach pflaſtern zu laſſen. Man verhandelt mit
den Bundesregierungen über die Heranziehung der
Au=
tomobiliſten zu den Koſten der Straßenpflege.
— Der bayeriſche Flottenverein gegen
die Reichsregierung. In der
Vertreterverſamm=
lung des bayeriſchen Landesverbandes des Deutſchen
Flottenvereins zu München hielt der Protektor des
Ver=
eins, Prinz Georg von Bayern, ein Enkel des
Prinzregen=
ten, eine Rede, die mit den Worten ſchloß, er wolle als
Protektor des Flottenvereins nicht nur eine dekorative
Rolle ſpielen, die Beſtrebungen des Deutſchen
Flotten=
vereins ſeien die ſeinigen, die Enttäuſchungen des
Deut=
ſchen Flottenvereins in dieſer hochernſten Zeit auch ſeine
Enttäuſchungen. Auch der Vorſitzende, Fürſt zu Caſtell=
Caſtell, wandte ſich in ungemein ſcharfem Ton gegen die
Reichsregierung. Er ſagte u. a.: Wir müſſen ſelbſtändig
handeln, nachdem die Reichsregierung in der Heer= und
Flottenvorlage vollſtändig verſagt hat. Das deutſche Volk
will eine ſtarke Flotte jetzt mehr als je. Die
Reichs=
regierung läßt aber hier das Volk im Stich. Bis jetzt
ha=
ben wir gehofft, daß die Reichsregierung endlich energiſch
handeln werde. Darin iſt man aber enttäuſcht worden
und die jetzt dem Reichstag vorgelegten Wehrvorlagen
befriedigen keineswegs, weshalb der Geſamtvorſtand
des Deutſchen Flottenvereins am 28. April ds. Js. die
bekannte Kundgebung erlaſſen hat. Als wir Deutſche im
vorigen Jahre dicht vor einem Kriege ſtanden, hat ſich
im deutſchen Volke eine begeiſterte Auffaſſung geltend
gemacht, die an die größten Zeiten der vergangenen
Jahr=
hunderte erinnert. Groß und dominierend muß die
deutſche Flotte werden. Dafür wird der Deutſche
Flot=
tenverein ſorgen auch nach den Enttäuſchungen, die die
Reichsregierung bereitet hat.
— Der Hauptausſchuß der nationalen
Arbeiterverbände hat an den Verein deutſcher
Arbeitgeberverbände die Bitte gerichtet, bei
Ausſperrun=
gen Arbeiter der natzionalen Verbände nicht
mitauszu=
ſperren und ſie, falls es zu einer Betriebseinſtellung
kommt, durch Einſtellung in andere Betriebe vor Not
zu ſchützen. Der gebetene Verein hat ſeine Mitglieder von
der Anregung in Kenntnis geſetzt und ſie erſucht, ſich
ge=
gebenenfalls ſeiner Vermittelung zu bedienen.
— Die Zweite elſaß=lothringiſche
Kam=
mer, die erſt gegen den Kaiſer, dann gegen den
Statt=
halter in brüsker Weiſe demonſtrierte, hat jetzt der
Re=
gierung ein ſog. Mißtrauensvotum in Angelegenheit der
Grafenſtadener Fabrik erteilt. Für den in der Kammek
herrſchenden Ton iſt beſonders die Zuſatzreſolution
be=
zeichnend in der „die Regierung aufgefordert wird, mit
dem Syſtem der Geſinnungsſchnüffelei endgültig
aufzu=
räumen.” Hoffentlich wird ſich die Regſierung durch die
elſäſſiſchen Französlinge, denen das Verſtändnis für
nationale Fragen gänzlich abgeht und denen das
Ge=
ſchäft verdorben iſt, nicht beirren laſſen.
Ausland.
Italien.
Der Senat nahm ohne Debatte den Marine=Etat
an. Senator Finali entbot der Marine unter lebhaftem
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Mai 1912.
Nummer 10v.
Beifall den Gruß des Hauſes, den der Marineminiſter
dankend zur Uebermittelung an die Marine
entgegen=
nahm.
Belgien.
Bei der Beratung des Militärbudgets
im Senat rügte Vanderkelen, daß die belgiſche
Mobil=
machung langſam und ſchwerfällig ſei. Ein großer
Nach=
teil ſei es, daß die Kavallerie nicht vorzugsweiſe in den
Grenzgarniſonen liege, ſondern über das ganze Land
ver=
teilt ſei. Verviers an der deutſchen Grenze habe faſt keine
Garniſon, ebenſo gering ſei das Militär in den
Provin=
zen Limburg und Luxemburg. Wiener (liberal) tritt für
eine Vermehrung der Friedensſtärke ein. Belgien habe
die Pflicht, bei den zunehmenden Rüſtungen der
umlie=
genden großen Länder ebenfalls ſein Heer zu vermehren.
Er führte Klage über die ſchlechte Anwendung des Geſetzes
von 1909 und will die ſog. Univerſitätskompagnien
beſeitigt wiſſen, die große Mißſtände herbeigeführt hätten.
Miniſterpräſident de Broqueville verſucht, die
Behaup=
tungen Wieners zu widerlegen, der nur alte Geſchichten
wieder aufgetiſcht habe. Wenn man der Regierung den
Vorwurf mache, daß ſie nach dem Handſtreich von Agadir
die Kammer nicht einberufen habe, ſo ſei das durchaus
ungerechtfertigt, denn der Senat habe zu dieſem Zeitpunkt
getagt, und er hätte es in der Hand gehabt, gegen die
Re=
gierung vorzugehen, wenn ſie ihre Pflicht nicht getan
hätte. Das Geſetz von 1909 könne man vorerſt nicht
ab=
ändern, da es erſt im Herbſt dieſes Jahres ſeine volle
Wirkſamkeit tun werde. Magnette (liberal) erhebt
eben=
falls die Forderung, daß in die Garniſonen an der Grenze
mehr Kavallerie gelegt werden müſſe. Er begründet das
mit der Wahrſcheinlichkeit der Verletzung der belgiſchen
Neutralität im Falle eines Zuſammenſtoßes zwiſchen
Deutſchland und Frankreich. Zum Beweiſe lieſt er eine
Aeußerung eines deutſchen Militärſchriftſtellers vor, die
den Durchmarſch durch Belgien ſowohl für Frankreich als
auch für Deutſchland als eine ſtrategiſche Notwendigkeit
bezeichnet. Auch die Umgehung von Lüttich durch die
ge=
plante Abkürzungsbahn Aachen=Löwen ſtelle vom
Stand=
punkt der Landesverteidigung aus eine Gefahr dar, weil
die neue Linie nicht mehr im Bereiche der Forts von
Lüt=
tich liege.
Niederlande.
Abgelehnter Kredit für einen Panzer.
Die Kammer lehnte den für den Bau eines Panzers für
die oſtindiſche Station geforderten Kredit mit 63 gegen
26 Stimmen ab, trotzdem der Marineminiſter um
Ver=
tagung für die Beſchlußfaſſung gebeten hatte. Man
er=
wartet nunmehr den Rücktritt des Marineminiſters.
Rußland und Italien.
Die Wiener Politiſche Korreſpondenz meldet:
Der ruſſiſche Geſandte in Sofia Nekludow habe im
Auf=
trage ſeiner Regierung dem Premierminiſter Geſchow
erklärt, daß die Gerüchte über ein beſonderes
Einverneh=
men zwiſchen Rußland und Italien der Wahrheit nicht
entſprechen und geeignet ſeien, zu falſchen Annahmen zu
führen und unzutreffende Erwartungen zu wecken.
Vereinigte Staaten.
Der Empfang des deutſchen
Geſchwa=
ders. Das Marineamt veröffentlicht das
vorausſicht=
liche Programm für den Empfang des deutſchen
Geſchwa=
ders. Das Programm ſieht beſondere Ehrungen vor.
Präſident Taft an Bord der Jacht „Mayflower” und die
geſamte atlantiſche Flotte werden die Deutſchen in
Hamptonroads begrüßen. Es folgt am 5. Juni ein Feſt=
mahl im Weißen Hauſe. Die Deutſchen werden drei Tage
Gäſte des Marineamtes in Waſhington ſein.
China.
Die Anleihefrage. Tangſchaoyi übertrug die
Anleiheverhandlungen dem Finanzminiſter, der mit den
Vertretern der ſechs Banken konferierte. Der Miniſter
ge=
ſtand den Banken das Recht zu, zu erfahren, in welcher
Weiſe die Regierung die Teilbeträge der Anleihe
auszu=
geben gedenke. Die Bankgruppe legte darauf die
Bedin=
gungen dar, unter denen ſie mit der Finanzierung Chinas
unverzüglich beginnen wolle. Das Kabinett wird über
die Bedingungen beraten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 9. Mai.
* Erteilt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Oberlehrer Wilhelm Barth an der
Realſchule zu Wimpfen und dem Oberlehrer Karl
Ottmann an der Goetheſchule zu Neu=Iſenburg den
Charakter als Profeſſor.
* Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 8,
enthält: 1. Ueberſicht der für das Rechnungsjahr 1912
von Großh. Miniſterium des Innern genehmigten
Umlagen zur Beſtreitung von Kommunalbedürfniſſen
der Gemeinden des Kreiſes Dieburg. 2. Ueberſicht der
von Großh. Miniſterium des Innern für das
Rechnungs=
jahr 1912 genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Kommunalbedürfniſſe in den Gemeinden des Kreiſes
Darmſtadt. 3. Ueberſicht der von Großh. Miniſterium
des Innern für das Rechnungsjahr 1912 zur Erhebung
genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Kommunal=
bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinden des
Kreiſes Büdingen. 4. Ueberſicht über von Großh.
Mini=
ſterium des Innern genehmigte Umlagen zur
Be=
ſtreitung der Bedürfniſſe der iſraelitiſchen
Religions=
gemeinden des Kreiſes Erbach für 1912. 5. Erhebung
in den Adelſtand. 6. Nachweis der Befähigung zur
Uebernahme eines Kirchenamts.
D Zigarettenſteuer. Im Intereſſe unſerer
zahlrei=
chen Leſer, die mit Waren Handel treiben, die der
Ziga=
rettenſteuer unterliegen, machen wir an dieſer Stelle auf
die einſchneidende Beſtimmung in § 15 des
Zigaretten=
ſteuergeſetzes beſonders aufmerkſam, wonach derjenige, der
ſich gewerbsmäßig mit dem Verkauf von Zigaretten,
Zi=
garettentabak, Zigarettenhülſen und=Blättchen befaſſen
will, dies vorher der Steuerbehörde anzuzeigen hat. Die
Anmeldung hat bei dem zuſtändigen Steueramte bezw.
Hauptſteueramte zu erfolgen. Die Beachtung dürfte
um=
ſomehr erforderlich ſein, als Zuwiderhandlungen gegen
die betreffenden geſetzlichen Vorſchriften mit beſonders
hohen Strafen — bis zu 300 Mark — geahndet werden.
Verband heſſiſcher Gerichtsaſſeſſoren.
Kürz=
lich tagte die Hauptverſammlung des Verbandes
heſſiſcher Gerichtsaſſeſſoren. Dieſelbe war ſtark beſucht,
auch eine Anzahl Richter und Staatsanwälte wohnte
ihr bei. Es ſand eine eingehende Beſprechung über die
Frage des Amtsnotariats in Heſſen ſtatt. Von
all=
gemeinem Intereſſe iſt die Frage der wirtſchaftlichen
Fortbildung der Gerichtsaſſeſſoren. Die
Notwendig=
keit einer ſolchen Fortbildung wurde einſtimmig betont.
Nur ſo werde der Richterſtand den immer komplizierter
werdenden Fragen unſeres Wirtſchaftslebens gewachſen
bleiben können. In anderen Staaten werde dieſen
Be=
ſtrebungen mehr entgegengekommen. Die
Verſamm=
lung beſchloß, die Errichtung von
Fortbildungs=
kurſen anzuregen und dieſerhalb mit dem Richter= und
Anwaltsverein in Verbindung zu treten. Hinſichtlich
der Beſoldungsvorlage war man einſtimmig der
Meinung, daß die in ihr vorgeſehenen Verbeſſerungen
der beſonderen Lage der Gerichtsaſſeſſoren kaum gerecht
werden. Mit erheblicher Mehrheit wurde eine
ent=
ſprechende Vorſtellung an die beiden Ständekammern
beſchloſſen. In ihr wird in erſter Linie eine Erhöhung
der Mindeſtgehalte und die obligatoriſche Anrechnung
der Vordienſtzeit gefordert.
* Heſſiſche Flugſtudiengeſellſchaft. Es wird auf die
in der heutigen Ausgabe befindliche Anzeige der
Heſſi=
ſchen Flugſtudiengeſellſchaft aufmerſam gemacht,
derzu=
folge die Herren Mitglieder ihre Gratiskarten
zu den Flugveranſtaltungen bei der Geſchäftsſtelle, Rhein=
ſtraße 14, abholen laſſen können. Gleichzeitig wird
dar=
auf hingewieſen, daß auch der Vorverkauf der
Eintritts=
karten bereits begonnen hat und ſind dieſelben zu
be=
ziehen durch die Geſchäftsſtelle, Rheinſtraße 14, das
Ver=
kehrsbureau und die Expedition des Darmſtädter
Tag=
blatts. Empfehlenswert erſcheint es, ſich die
Eintritts=
karten im Vorverkauf zu verſchaffen, da erfahrungsgemäß
der Andrang an der Kaſſe während der
Flugveranſtaltun=
gen auf dem Flugplatz ein ſehr ſtarker iſt.
— Der Verein zur Erbauung einer
Refor=
mationskirche in Darmſtadt hielt vorgeſtern im
Ge=
meindehauſe in der Kiesſtraße eine gut beſuchte erſte
Hauptverſammlung ab. Nach dem von dem
Vorſitzenden, Pfarrer Velte, erſtatteten
Jahres=
bericht hat der Verein, der jetzt bereits nahezu
400 Mitglieder zählt, im erſten Jahre ſeines Beſtehens
eine günſtige Entwicklung genommen. Die
Gründungs=
verſammlung fand am 17. März 1911 ſtatt; der Verein
wurde in das Vereinsregiſter eingetragen und Seine
Königliche Hoheit der Großherzog übernahm das
Protektorat. Eine Mitgliederverſammlung und zwei
Vorſtandsſitzungen fanden ſtatt. Die von dem
Schatz=
meiſter, Miniſterialreviſor Wamſer, aufgeſtellte und
vorgetragene Jahresrechnung wurde genehmigt und
ihm unter warmem Dank für ſeine Mühewaltung
ein=
ſtimmig Entlaſtung erteilt. Aus der Mitte der
Ver=
ſammlung wurde die jährliche Veranſtaltung zugkräftiger
Konzerte zum Beſten des Baufonds angeregt und auf
die geplanten Aufführungen des Devrientſchen
Luther=
ſpiels im Herbſt empfehlend hingewieſen, deren
Rein=
ertrag zum Teil dem Bauverein zugute kommen ſoll.
Beſonderes Intereſſe erweckten dann die von Profeſſor
Pützer an Hand von Plänen gemachten Mitteilungen
über die Wahl des außerordentlich günſtig gelegenen
Bauplatzes für die neue Kirche, die auch die
Zu=
ſtimmung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs
gefunden hat. Näheres wird darüber demnächſt
ver=
öffentlicht werden. Die zum Schluſſe vorgenommene
Neuwahl des Vorſtandes ergab die einſtimmige
Wiederwahl der ſeitherigen Mitglieder.
* Jungdeutſchland. Die Darmſtädter
Orts=
gruppe des Heſſiſchen Landesverbandes hielt dieſer
Tage im Saalbau unter dem Vorſitz von Bürgermeiſter
Mueller eine gut beſuchte Vorſtandsſitzung ab, der
u. a. auch der Vorſitzende des Landesverbandes,
Ge=
neral Baron von Heyl, beiwohnte. Der Vorſitzende
machte zunächſt die Mitteilung, daß die Darmſtädter
Ortsgruppe des Deutſch=nationalen Handlungsgehilfen=
Verbandes und die Jugendvereinigung der
Petrus=
gemeinde der Ortsgruppe beigetreten ſeien. Direktor
Meiſel und Großh. Rat Sonne wurden in den
Vorſtand=
zugewählt. Ueber „Die Verbreitung des
Jungdeutſch=
landgedankens unter den Schülern der obligatoriſchen
Fortbildungs= und der Gewerbeſchule” erſtattete ſodann
Herr Kreisſchulinſpektor Profeſſor Kiſſinger ein
ſehr=
inſtruktives Referat. Er betonte einleitend die große=
Wichtigkeit der planmäßigen körperlichen Jugendpflege
der bereits aus der Volksſchule entlaſſenen männlichen
Jugend. Iſt es doch ſtatiſtiſch feſtgeſtellt, daß noch nicht der
30. Teil der deutſchen Jugend Körperpflege betreibt!
Der Verſuch, in der hieſigen
Fortbildungsorganiſation=
die Turnſtunde obligatoriſch einzuführen, iſt
ſeinerzeit=
leider geſcheitert. So müſſe man es einmal zunächſte
mit einem freiwilligen Turnunterricht verſuchen,
Auch gemeinſame Wanderungen, Geländeſpiel, Pflegen
des Schwimmſports uſw. müſſen angeſtrebt werden. Die
Hauptſache ſei freilich, für den Führer die geeignete
Lehl=
kraft zu finden, zu der die Schüler Vertrauen haben
Erfreuliche Anſätze dazu ſeien ja in einzelnen hieſigen
Schulen ſchon vorhanden. Eine lebhafte, eine Menge
wertvoller Anregungen bringende Debatte, an der ſich
ſämtliche anweſender Schulmänner beteiligten,
ſchloß=
ſich an das Referat an. Es wurde bezweifelt, ob ein
freiwilliger Betrieb zum gewünſchten Ziele führen
könne und allſeitig geraten, den Turnunterricht an den
Fortbildungsſchulen obligatoriſch zu machen. Als
Hauptſchwierigkeit wurde der Mangel an der nötigen
Zeit dafür betont. Man beſchloß, die Ortsgruppe durch
Heranziehung weiterer Vereine auszubauen; namentlich
auch an die Darmſtädter Studentenſchaft ſolle jetzt mit
der Bitte um Beitritt herangetreten werden. Eine
Haft=
pflichtverſicherung für ſämtliche angeſchloſſenen Vereine
iſt bereits zum Abſchluß gelangt. Schließlich wurde noch
Rhodus und ſeine Schickſale.
*⁎* Nur wenige der Reiſenden, die alljährlich in
dichten Scharen nach Griechenland und dem Orient
ziehen, haben die ſtille Inſel mit dem
weltberühm=
ten Namen beſucht, die nun durch die Beſetzung durch
die Italiener aus ſtiller Vergeſſenheit emportaucht. Noch
heute läßt ein Blick auf dieſe alte Stadt, deren enge
Gaſſen und trutzige Mauern ſo oft von düſterem
Waffen=
getöſe widerhallten, die Größe und die Macht des alten
Rhodus ahnen; ſchon von weitem ſieht man die vor
nunmehr 23 Jahrhunderten zuerſt angelegte Stadt
amphitheatraliſch am Bergeshange emporſteigen, wenn
auch längſt die damals von Hippodamus aufgeführten
Bauten verſchwunden ſind. Nur ein Teil der
mittelalter=
lichen Feſtungswerke iſt noch erhalten, an den
alter=
tümlichen Bauten prangen noch heute die marmornen
oder in Granit gehauenen Wappenſchilder der
Johanni=
territter, die hier im 14. Jahrhundert ihr Hauptquartier
aufſchlugen, als durch die Eroberung Jeruſalems durch
Saladin das heilige Land ihrem Wirken verſperrt war.
Noch iſt die alte Ritterſtraße erhalten, in der einſt die
klir=
renden Rüſtungen der chriſtlichen Ritter blitzten und
fun=
kelten; noch künden einige alte Kirchen, die längſt zu
Moſcheen umgewandelt ſind, von den Zeiten, da das
mittelalterliche Rhodus als ein kriegeriſcher Hort des
Chriſtentums das Aegäiſche. Meer beherrſchte und als
trutzige Zwingburg vor den Toren des Osmanenreiches
das Kreuzesbanner flattern ließ. Aber nur einige
Schritte weiter, ein kleiner Rundgang durch die
Seiten=
ſtraßen, und die Erinnerung an eine ruhmvolle
Vergan=
genheit verblaßt vor der Armut und dem Elend der
Gegenwart.
Aus dem ſtolzen, meerebeherrſchenden Rhodus des
Altertums iſt längſt eine arme, verſchlafene Landſtadt
geworden; vor dem Schmutz und der Verwahrloſung
in den Gaſſen, in denen Griechen. Türken und Juden
hauſen, haben die Europäer ſich längſt in den Vorort
Neochori zurückgezogen, und ſelbſt unten im Hafen, wo
die kleinen Segelboote die Früchte dieſes von der
Na=
tur ſo ungewöhnlich geſegneten Eilandes verfrachten.
rollt das Leben nur in gemeſſener orientaliſcher
Läſſig=
keit dahin und läßt nicht ahnen, daß dieſes Rhodus das
gleiche iſt, das einmal die bedeutendſte Stadt
Griechenlands war. Kühne, wagemutige
Phöni=
zier hatten zuerſt das paradieſiſche Eiland entdeckt,
Kolo=
nien errichtet und Städte erbaut, aber langſam mußten
ſie zurückweichen, als im erſten vorchriſtlichen Jahrtau=
ſend die Dorier einwanderten und helleniſcher Geiſt die
Inſel raſch zu Macht und Blüte emporführte. Im
vier=
ten und dritten Jahrhundert vor Chriſtus iſt Rhodus
bereits die Beherrſcherin des Mittelmeeres; über ein
Jahr lang trotzte die wohlbewehrte Stadt ſiegreich dem
Anſturm des Städteeroberers Demetrius; der Handel
von Rhodus zählt längſt zu den wichtigſten und
um=
fangreichſten, die Handelsſchiffe erſcheinen in allen Häfen
und ihre Kriegsflotte beherrſcht das Meer. Damals
war Rhodus nicht nur Kriegs= und Handelsſtadt: eine
mächtige Induſtrie war aufgeblüht, in mächtigen Werften
wurde raſtlos gearbeitet und ſtolze Schiffe verkündeten
den Ruhm der Schiffsbaumeiſter von Rhodus in allen
Ländern des Mittelmeeres. Die Stadt wird zu einem
Hort helleniſcher Kultur, mächtig blüht das
Geiſtesleben auf, Aeſchines eröffnet hier ſeine
Redner=
ſchule, die von weither wißbegierige Jünlinge anlockt,
und noch zur Zeit der römiſchen Weltherrſchaft war
Rho=
dus der Ort, wo die ehrgeizige Jugend die Kunſt der
Rede erlernte. Damals erſtand auch am Eingang des
Hafens das ſiebente Weltwunder, der Koloß von
Rhodus. 300 Talente, alſo eine Summe von rund
1300000 Mark, wandte man für den Bau dieſes
Rieſen=
ſtandbildes des Helios auf, das nach ſeiner Vollendung
32 Meter hoch war und damit die mächtigſten
Koloſſal=
ſtatuen des Altertums überwog. Als Bundesgenoſſen
des aufſtrebenden Rom erkämpften die Männer und
Schiffe der Inſel ihrer blühenden Vaterſtadt kriegeriſche
Ehre und einen Weltruhm.
Die Treue gegen Rom, die Treue zu Julius Cäſar
ſollte der Inſel zum Verhängnis werden und ihrer Blüte
auf einige Zeit, ihrer politiſchen Macht aber für immer
ein Ende machen. Man ergriff für Julins Cäſar gegen
Pompejus Partei, nach der Ermordung Cäſars kam
Caſſius, um Rache zu nehmen, überwand die Flotte von
Rhodus, eroberte die Stadt, ließ alle Führer der
feind=
lichen Partei ermorden, raubte alle öffentlichen Gelder
und verſchonte ſogar die Tempel nicht, deren Schätze man
fortführte. Ganz hat ſich Rhodus von dieſem Schlage
nie mehr erholen können; die politiſche Macht war
ge=
brochen, aber ihr Ruhm als einer Pflegeſtätte der
Wiſſen=
ſchaft und des Geiſtes und als einer prächtigen, raſch
wie=
der emporblühenden Stadt dauerte fort. Die Inſel
bildet das Hauptziel reiſender Römer, Horaz nennt
ſie das „herrliche Rhodus” und nach Sirabo kann
keine andere griechiſche Stadt mit ihr vergleichen. Selbſt
das furchtbare Erdbeben, das im 2. Jahrhundert die
Stadt in Trümmer legte, vermag ihrem Ruhm=und ihrer
Blüte nichts anzuhaben. Die Straßen waren damals
breit und gerade, die Bauart ſo gleichmäßig, daß das
ganze Rhodus nur ein einziger Bau zu ſein ſchien, die
überaus ſtarken Mauern und deren hohe, prächtige
Türme erregten die Bewunderung aller Römer, und in
den Tempeln und Heiligtümern prangte ein unvers
gleichlicher Schmuck von Statuen und Gemälden.
Liei=
nius Mucianus gibt die Zahl der in Rhodus ſtehenden
Bildwerke auf über 3000 an. Und als Nero,
Agrip=
pina trotzend, mit dem Gedanken ſpielt, die Regierung
niederzulegen, nennt er Rhodus ſeine künftige Heimat=
Aber mit dem Verfall Roms endet auch die Glanzzeit
der vielumſtrittenen Inſel. Sie teilt das Schickſal
des=
byzantiniſchen Reiches; noch einmal ſcheint, mit dem Ein
zug der Johanniter, die ſich nach ihrem neuen Heim
Rhodiſerritter nannten, eine neue Zeit der Blüte anzus
brechen; aber es wird nur eine Zeit des kriegeriſchen
Ruhmes, eine Zeit ehrenvoller Kämpfe. Soliman der
Große holt im Jahre 1522 endgültig das Banner der
Johanniter von den Zinnen der befeſtigten Stadt und
pflanzt an ſeine Stelle die rote Fahne mit dem
Halb=
mond der Osmanen. Jene Belagerung von
Rho=
dus bleibt eine der größten Taten der Kriegsgeſchichte
des 16. Jahrhunderts. Mit ſeiner ganzen Macht kämpftel
der große Sultan um den Beſitz dieſes Bollwerkes und
alle verzweifelten Bemühungen des heldenhaften
Groß=
meiſters Villiers de L’Isle Adam ſcheitern an der
kriege=
riſchen Tatkraft der türkiſchen Belagerer. Fünf Monate
lang wurde unter den Mauern von Rhodus gekämpft,
aber keine Beſatzung der Welt hätte der Ingenieurkunſt
der Türken getrotzt, die damals in Europa unumſchränkte
Meiſter in der Kunſt der Belagerung waren und die
beſte Artillerie der Welt beſaßen. Selbſt Soliman der
Große erkannte jedoch die heldenmütige
Verteidigung=
von Rhodus an und gewährt für die tapferen Ritter
einen ehrenvollen Abzug mit Waffen und Eigentum
Den Bewohnern von Rhodus gewährt der Sultan uns
beſchränkte Religionsfreiheit, und ſogar die Wappen
und Kreuze der Johanniter durften auf ſeinen
Befehl=
nicht entfernt werden, um noch ſpäteren Geſchlechtern
von den tapferen Verteidigern von Rhodus zu erzählen.
Seitdem iſt die Stadt und die Inſel in türkiſchem
Beſitze geblieben. Im Laufe der Jahrhunderte ſank die
Bedeutung als See= und Handelsſtadt immer mehr. Das
heute von den Italienern beſetzte Rhodus zählt kaum
elftauſend Einwohner, vorwiegend Griechen, die ſich durch
Obſtbau und Handel ernähren.
Nummer 109,
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Mai 1912.
Seite 3.
empfehlend auf die neue Zeitſchrift, „Der
Jungdeutſch=
landbund” (Verlag von E. S. Mittler und Sohn in
Berlin), hingewieſen, von der bis jetzt drei Nummern
erſchienen ſind.
— Lutherſpiele. Der Feſtausſchuß für die
Aufführung des Devrientſchen Lutherfeſtſpiels wird
heute (Donnerstag) abend im Gemeindehauſe in der
Kiesſtraße ſeine konſtituierende Sitzung abhalten, wozu
alle Intereſſenten freundlich eingeladen ſind.
* Die beiden Walderholungsſtätten am Beſſunger
Forſthaus werden am 14. Mai eröffnet.
Anmel=
dungen werden jeden Werktag, mit Ausnahme des
Samstagnachmittags, von 5—6½ Uhr
Blumenthal=
ſtraße 7 entgegengenommen. Selbſtzahler können auf
ärztliche Einweiſung die Walderholungsſtätten ebenfalls
beſuchen gegen ein Pfleggeld von täglich 1 Mk. 50 Pfg.
* Verband für Jugendwohlfahrt und Jugendfürſorge
in der Stadt Darmſtadt. Die Mitgliederverſammlung
findet im Herrſchaftsſaale des Städtiſchen Saalbaus am
Freitag, den 24. Mai, nachmittags 5 Uhr, mit
folgen=
der Tagesordnung ſtatt: 1. Mitteilungen. 2. Die
Auf=
gabe der Lehrerin bei der Fürſorge für die weibliche
Ju=
gend (Referent: Frl. Marie Müller). 3. Armenpflege und
Arbeitszwang (Referent: Herr Amtmann Krapp). 4.
Aus=
ſprache.
— Schülerwanderungen. Der Braunſchweiger
Leh=
rerverein ernannte in den letzten Jahren einen
Aus=
ſchuß für Jugendpflege, der ſich 1911 in fünf
Sitzungen mit den beiden Themen „Jugendgerichtshöfe‟
und „Schülerwanderungen” beſchäftigte. Man hielt es
für empfehlenswert, mit den Klaſſen anſtatt des üblichen
Schulfeſtes Wanderungen zu unternehmen. Die
Direk=
tion der Braunſchweiger Straßenbahn lehnte es ab, für
die Stadtlinien eine Ermäßigung außer den
Kinder=
rabattbüchern zu bewilligen, dagegen iſt ſie bereit, än
nicht zu verkehrsreichen Tagen die Kinder für 10 Pfg.
von Braunſchweig nach Wolfenbüttel oder umgekehrt zu
befördern. Auch in unſerer Stadt regt ſich jetzt wieder,
wie es ja bei der prächtigen Jahreszeit natürlich iſt, die
Wanderluſt der Jugend. Auffallend iſt allerdings daß
unter den 900 Kindern, die bereits in den Oſterferien
Wanderungen unternahmen, der größte Teil
Mädchen=
klaſſen waren. Die Darmſtädter Schülerwanderungen
ſind auch draußen im Reiche rühmlich bekannt. So
be=
richtet über ſie das „Wanderjahrbuch” von Eckard=
Dres=
den, deſſen zweite Auflage in der nächſten Zeit erſcheinen
Zwird und das bei ſeiner wertvollen Ausſtattung in
kei=
ner Schulbücherei fehlen ſollte, über ſie eingehend. Auch
das im Auftrage des Verbandes Deutſcher Gebirgs= und
Wandervereine vom Ausſchuß zur Förderung des
Jugendwanderns durch Pfarrer Löſcher=Zwönitz (
Erz=
gebirge) herausgegebene Beiblatt zum „Touriſt” nennt
in ſeiner letzten Ausgabe vom 1. Mai die
Jugendein=
richtungen des Odenwaldklubs vorbildlich. Der
Vor=
ſtand freut ſich dieſer Anerkennung, die er der begeiſterten
Mitarbeit vieler Lehrerinnen und Lehrer verdankt.
Schüler=Aufführungen. Donnerstag, den 9.,
Freitag, den 10. und Samstag, den 11. Mai, finden
im Saale „Zur Traube” Schüler=Aufführungen des
Beethoven=Konſervatoriums ſtatt, auf die
hiermit hingewieſen ſei. Das Inſtitut hat durch die
Leiſtungsfähigkeit ſeiner Schüler ſtets bewieſen, mit
welchem Eifer und Sorgfalt ſtudiert wird. (Siehe
Anzeige.)
* Heſſiſcher Polizei= und Schutzhundverein
(H. P. S. H. V.), Sitz Darmſtadt. Der Heſſiſche
Polizei= und Schntzhundverein veranſtaltet am nächſten
Sonntag im Akaziengarten eine interne Vorführung
von Polizei= uud Schutzhunden. Die
Vor=
führung beginnt um 2 Uhr nachmittags mit
Naſen=
arbeiten der Polizeihunde und iſt deshalb pünktliches
Erſcheinen zu empfehlen. Sie findet mit Rückſicht auf
die am 21. und 22. September d. J. geplante erſte,
große öffentliche Vorführung im engen Rahmen ſtatt.
Freunde, Gönner und ſonſtige Intereſſenten ſind aber
trotzdem herzlichſt dazu eingeladen.
* Vogelsberger Höhenklub. Der hieſige
Zweig=
verein lädt für nächſten Sonntag zu ſeiner zweiten
diesjährigen Wanderung, ein. Da die Führer
faſt ausſchließlich nichtmarkierte Wege gewählt haben, ſo
ſteht eine hochintereſſante Tour in Ausſicht. (Näheres
ſiehe Anzeige in der heutigen Nummer.)
§ Kindesausſetzung. Aus dem um 2.20 Uhr
nach=
mittags von hier nach Aſchaffenburg abgehenden
Schnell=
zug iſt vorgeſtern, wie bereits berichtet, kurz nach der
Aus=
jahrt ein neugeborenes Kind herausgeworfen worden.
Die ſofort verſtändigte Polizei in Aſchaffenburg hat die
Kindesmutter dort feſtgenommen.
§ Naturalverpflegungsſtation. Während des
Monats April wurde die Hilfe der hieſigen Natural=
verpflegungsſtation von 218 mittelloſen Durchreiſenden
in Anſpruch genommen. Im vorhergehenden Monat
März ſind 354 (oder mehr 136) Perſonen unterſtützt
worden.
§ Aſyl für Obdachloſe. Während des Monats
April wurde in dem im Lokale des zweiten
Polizei=
reviers in der Alexanderſtraße errichteten Aſyſ 248
Per=
ſonen und in demjenigen im Lokale des fünften
Polizeireviers in der Ludwigshöhſtraße 103 Perſonen,
zuſammen 351 Perſonen, Obdach gewährt.
V. Groß=Gerau, 8. Mai. Die hieſigen Bäckermeiſter
hatten geſtern eine Verſammlung zwecks An ſchließung
an die Darmſtädter Bäckerinnung. Es konnte
aber kein Beſchluß gefaßt werden, da die Beteiligung nicht
ausreichte. Es ſoll deshalb noch eine zweite
Verſamm=
lung anberaumt werden.
Offenbach, 7. Mai. Ein geradezu unglaublicher
Roheitsakt wurde in der Ausſtellung der Entwürfe
für einen Synagogen=Neubau verübt. Dort hat lt. Offb.
Ztg. ein Unbekannter die Faſſadenzeichnungen des mit
dem erſten Preiſe ausgezeichneten Entwurfs durch dicke
Striche, metergroße Fragezeichen uſw. verunſtaltet.
So=
wohl nach der Art dieſer „Korrektur” wie aus anderen
Umſtänden iſt zu ſchließen, daß der Verüber dieſes
Buben=
ſtreiches ein Sachkundiger iſt, der aus irgend welchen
Gründen ſeinen Unwillen über den Ausfall des
Wett=
bewerbs in dieſer „vornehmen” Weiſe zum Ausdruck
bringen wollte.
Offenbach, 8. Mat. Polizeirat Breunig iſt um
ſeine Penſionierung eingekommen. Er ſoll, wie im
Ver=
faſſungsausſchuß beſchloſſen wurde, mit vollem Gehalt
penſioniert werden. Polizeirat Breunig hat 45
Dienſt=
jahre hinter ſich, von denen er 41 Jahre im Dienſte der
Stadt Offenbach zubrachte. — Gegen die ſtädtiſchen
Bau=
polizeitechniker Schuch und Weſtphal, die ſeinerzeit
gegen den früheren Beigeordneten Walter ſchwere
An=
ſchuldigungen nach der Richtung erhoben, Walter habe
wiſſentlich in Bauſachen und Baudispenſen mit zweierlei
Maß gemeſſen, ſoll nunmehr diſziplinariſch mit
dem Endziel der Dienſtentlaſſung vorgegangen werden.
Dem Theaterdirektor Steffter aus Hanau wurde für die
kommende Winterſpielzeit im Offenbacher
Interimsthea=
ter der übliche Zuſchuß im Betrage von 1200 Mark
ge=
währt.
Heppenheim, 8. Mai. Man ſchreibt uns: Eines der
ſchönſten Teile unſeres heimatlichen Gebirges wird durch
das Gebiet des Heppenheimer Stadtwaldes gebildet, der
ſich in einem langen Zuge von der Seidenbucher Höhe nach
Weſten hin bis vor die Tore Heppenheims erſtreckt und
deſſen ſchön geſchwungene Linien im ganzen weſtlichen
Odenwald ſichtbar ſind. Drei Täler, von welchen wieder
zahlreiche Seitentäler und Klingen abzweigen,
durchſchnei=
den das Gebiet und ſorgen für reiche Abwechſelung.
Präch=
tige Waldbeſtände bedecken die Höhen und Hänge und
lieb=
liche Fernblicke bieten ſich auf den Wegen. Die Schönheiten
des Heppenheimer Stadtwaldes ſind vielen noch nicht
be=
kannt. Zwar ziehen jedes Jahr zahlreiche Touriſten auf
den von der Knodener Höhe und von der Juhöhe
führen=
den markierten Wegen hinab nach dem uralten, maleriſchen
Heppenheim. Die eigenartigen Schönheiten des
Wald=
gebietes offenbaren ſich jedoch nur denen, die ſich abſeits
dieſer Heeresſtraßen wagen, ſich den neuen wohlgepflegten
Wegen anvertrauen, an den Berghängen entlang wandern,
um dann entweder zum Hambacher, Kirſchhäuſer oder
Er=
bacher Tal abzuſteigen. Welche Fülle von Schönheiten
liegt da abſeits z. B. im Gebiet des Vordersberges,
Wei=
ßen Berges, der Graudelbach oder des Görzklingen uſw.
verborgen. In dankenswerter Weiſe hat die Stadt
Hep=
penheim eine Ueberſichtskarte vom Heppenheimer
Stadt=
wald nebſt angrenzenden Waldgebieten im Maßſtab
1:10000 herſtellen laſſen, welche zu dem mäßigen Preiſe
von 1 Mk. in den Buchhandlungen von G. Otto und Adam
Allendorf zu Heppenheim käuflich iſt und es jedem
ermög=
licht, ſich in dem ausgedehnten Waldgebiet zurecht zu finden.
Fürth i. O 8. Mai. Der 47 Jahre alte Invalide
Goller, ein früherer Mechaniker, nahm ſich dieſer Tage
in ſeine Wohnung ein ſcharfes Beil mit, legte
ſei=
nen linken Arm auf den Tiſch und ließ mit voller Wucht
das Beil auf das Handgelenk niederſauſen. Die Hand
wurde vollſtändig abgetrennt, das Beil blieb
im Holz des Tiſches ſtecken. Was den Mann zu dieſer
ſchrecklichen Tat veranlaßt hat, iſt unerfindlich.
Oppenheim, 7. Mai. Der im Sironawerk in Nierſtein
angeſtellte 56jährige Math. Zümmermann von hier
erlitt heute einen bedauerlichen Unfall. Während der
Arbeit platzte ein Reinigungskeſſel. Eine hierbei weg=
geſchleuderte Eiſenſtange traf den in der Nähe ſtehenden
Zimmermann ſo wuchtig am rechten Oberſchenkel, daß er
brach. Der Verletzte wurde außerdem an der rechten
Seite ſtark verbrüht. Die Sanitätskolonne Oppenheim
brachte den Verletzten in ſeine Wohnung nach
Oppen=
heim.
Gießen, 8. Mai. Die Stadtverordneten wählten in
nichtöffentlicher Sitzung den Oberbürgermeiſter
Me=
cum, deſſen Amtszeit im kommenden Jahre abläuft,
auf weitere zwölf Jahre zum Oberbürgermeiſter
der Stadt Gießen.
Ortenberg, 8. Mai . Schuhmachermeiſter Ludwig
von hier ſtieß ſich vor 14 Tagen beim Kegeln auf einer
hie=
ſigen Kegelbahn einen größeren Holzſplitter=unter
einen Fingernagel. Nachdem die Wunde
ſchein=
bar geheilt war, ſtellte ſich acht Tage danach
Blutver=
giftung ein, von der er in der Gießener Klinik
Hei=
lung ſuchte. Doch war die Vergiftung ſchon zu weit
vor=
geſchritten und er erlag derſelben.
(*) Wölfersheim, 7. Mai. Mit dem Neubau des
elektriſchen Kraftwerkes auf der Grube
Lud=
wigshoffnung iſt begonnen worden. Der größte Teil der
Erd= und Rohbauarbeiten wird nächſten Samstag im
Bau=
bureau zu Friedberg vergeben. Die Erdarbeiten
umfaſ=
ſen 300 Kubikmeter, die Maurerarbeiten rund 3000
Kubik=
meter.
Schotten, 8. Mai. Der Wunſch des
Großher=
zogs, im Vogelberg ein Landhaus zu beſitzen, geht.
ſeiner Verwirklichung entgegen. Mit der Gemeinde
Breungeshain iſt durch Landtagsabg. Dr. Weber
ein Vertrag abgeſchloſſen worden wegen Abtretung von
etwa 20 Morgen Land am Gackerſtein zu dieſem Zweck,
entweder käuflich oder gegen Austauſch einer gleich
gro=
ßen Fläche des Staates. Vom Ortsvorſtand zu
Breun=
geshain und vom Kreisamt Schotten iſt dieſer Vertrag
genehmigt worden. Der Gackerſteln liegt von
Breunges=
hain nach dem Hoherodskopf zu links über dem Eichel
tälchen und hat die ſchönſte Ausſicht; er iſt auch mit dem
Weg über Rudingshain zum Hoherodskopf in ſanftem
Aufſtieg durch herrlichen Wald zu erreichen. Dlie
Markie=
rung des rot=weißen Bandes führt über den Gackerſtein.
etwa 120 Meter von der Halde entfernt befinden ſich die
ſtaatlichen (von Schotten gepachteten) Forellenteiche und
das ſchönſte Quellenbächlein diesſeits des Vogelsbergs
der Hundsbornsbach (erſter Lauf der Nidda). Auf
Her=
chenhainer Gebiet war zum Zwecke der Erbauung des
Landhauſes das Gelände umſonſt angeboten worden, die
oben beſchriebene Gegend ſagt aber beſſer zu.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 7. Mai. Da nach wie vor
mit dem Rücktritt des Oberbürgermeiſters
Kirſchner gerechnet wird, beſprachen geſtern die
Frak=
tionsvorſtände im Stadtverordnetenkollegium die in der
Hauptſache in Frage kommenden Kandidaten. Dem
Ber=
liner Lokalanzeiger zufolge handelt es ſich zurzeit um
fol=
gende Perſönlichkeiten: Oberbürgermeiſter Dr. Körte=
Kö=
nigsberg i. Pr., Oberbürgermeiſter Riebe=Halle a. d. S.,
Staatsſekretär a. D. Dernburg und Staatsſekretär
Wer=
muth. Das Berliner Tageblatt meint, es könne ſchon jetzt
kaum noch von einer Kandidatur Wermuths,
ſon=
dern von einer bereits ziemlich ſicher bevorſtehenden Wahl
desſelben geſprochen werden. Verſchiedene Blätter
ſchrei=
ben, Wermuth würde auch in Frankfurt a. M. als
Nach=
folger des Oberbürgermeiſters Adickes gerne geſehen, es
verlaute jedoch, daß er lieber in Berlin bleiben würde. Ein
Morgenblatt will wiſſen, Herr Wermuth habe ſich ſchon
bereit erklärt, das Oberbürgermeiſteramt zu übernehmen.
Die außerordentliche Kommiſſion, welche
Präſident Taft nach Europa geſandt hat, um die
europäiſchen Regierungen von dem Plan der Panama=
Pacific Internationalen Ausſtellung, die in San Franzisko
1915 eröffnet werden ſoll, zu benachrichtigen, iſt am
Mon=
tag in Berlin eingetroffen und hat im Hotel Adlon
Woh=
nung genommen. Die Kommiſſion kommt aus London,
wo König Georg ſie am Samstag in Audienz empfing.
Geſtern mittag wurde in der amerikaniſchen Botſchaft zu
Ehren der Kommiſſion ein Dejeuner gegeben, an dem außer
den Herren der Botſchaft Staatsſekretär Dr. Solf,
Unter=
ſtaatsſekretär Zimmermann, die Geheimräte Lehmann und
Goetſch vom Auswärtigen Amt, Geheimrat Dr. Albert vom
Reichsamt des Innern und Geheimrat Ludwig Max
Gold=
berger teilnahmen. Dienstag vormittag wurde die
Kom=
miſſion offiziell im Auswärtigen Amt empfangen und
ſpä=
ter als Gäſte der Herren des Auswärtigen Amtes im
Kai=
ſerlichen Automobilklub, wo ſie das Frühſtück einnahmen.
Im Raubmordprozeß Trenkler der
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, 7. Mai:
„La Traviata”.
W-l. Da die Verdiſche Oper „La Traviata” der
Trä=
gerin der Violetta=Partie eine verlockende und dankbare
Aufgabe ſtellt und Frau Speiſer=Suchanek, die
ſich heute offiziell vom hieſigen Publikum verabſchiedete,
ſie zu den beſten ihres Repertoires zählen darf, ſo war
die Wiederaufführung der Oper von dieſem
Geſichts=
punkte aus gerechtfertigt, während ſonſt ihre moraliſche
Verlogenheit, ihre falſche Sentimentalität und ihre
uner=
trägliche muſikaliſche Rührſeligkeit das Anhören der Oper
als einen zweifelhaften Genuß erſcheinen laſſen. Außer
Frau Speiſer=Suchanek, welche die pathologiſche
Rolle der Violetta mit der Sicherheit und Virtuoſität
ſang und ſpielte, die wir an ihr gewohnt ſind, iſt nur noch
Herr Semper als ſtimm= und ſangestüchtiger
Vertre=
ter des Georg Germont zu nennen, während Herr Dr.
Copony vom Königl. Theater in Wiesbaden, der
ver=
tretungsweiſe die Partie des Alfred ſang, ſtimmlich und
darſtelleriſch mancherlei zu wünſchen übrig ließ.
Frau Speiſer=Suchanek, die ſeit dem Herbſt
1906 unſerer Oper angehört hat, aus deren Verbande ſie
mit Ablauf dieſer Spielzeit ausſcheidet, kam damals als
junge Anfängerin zu uns, hat ſich aber während dieſer
ſechs Jahre durch eiſernen Fleiß und ſtrenge künſtleriſche
Selbſtzucht zu der hervorragenden Vertreterin des
Kolo=
raturfaches herangebildet, als welche ſie uns nun verläßt.
Ihre unbedingte Zuverläſſigkeit und muſikaliſche
Sicher=
heit und ihr bedeutendes geſangliches Können
mach=
ten ſie zu einem der geſchätzteſten und beliebteſten
Mit=
glieder unſerer Oper, die bei keiner Aufgabe verſagte,
viel=
mehr noch über ihr eigentliches Revertoire hinaus als eine
ſichere Stütze unſeres Opernenſembles ſich bewährte. Von
den Sympathien, die ſich Frau Speiſer=Suchanek während
der ſechs Jahre ihrer Zugehörigkeit zu unſerer Oper beim
Püblikum erworben hat, legten die ihr am Schluſſe der
heutigen Vorſtellung dargebrachten Ovationen, reiche
Blu=
men= und Kranzſpenden und mehr als zwölf Hervorrufe
Zengnis ab.
Feuilleton.
* Schamloſe Neugier. Die Tägl. Rundſchau ſchreibt:
Oder iſt es noch was anderes ſchlimmeres, was eine rieſige
Menſchenmenge nach Moabit treibt, um nach
ſtundenlan=
gem Warten auf der Straße im wüſten Kampf ſich
Zu=
tritt zu dem Gerichtsſaal zu erzwingen, wo über den
Trenkler der Stab gebrochen werden ſoll? Iſt es eine Art
angenehmen Nervenkitzels, den ſchwindſüchtigen Mörder
zu betrachten und der hohlen Stimme zu lauſchen, die
kaum vernehmlich die Einzelheiten einer furchtbaren
Un=
tat berichtet? Man faßt es nicht, daß unter die Horde
der Stammgäſte die keinen einigermaßen „ſenſationellen”
Prozeß in Moabit ohne ihre überflüſſige Gegenwart
ver=
gehen laſſen, ſich auch Frauen miſchen, nicht nur die, welche
zu den zahlreichen „Kriminalſtudenten” in enger
Bezie=
hung ſtehen, ſondern in beſchämend großer Zahl auch
ſol=
che, die Anſpruch darauf erheben, zu den anſtändigen
Bür=
gersfrauen gerechnet zu werden. Man muß es einmal
er=
lebt haben, um das Abſtoßende der Szenen, wie ſie ſich
von Beginn des Prozeſſes abſpielten, zu empfinden: Vor 7
Uhr hatten ſich vor dem Eſingang zum Zuhörerraum
zahl=
reiche Perſonen eingefunden, die trotz des Regens
gedul=
dig auf der Straße ausharrten, bis die Tür kurz vor
9 Uhr geöffnet wurde. Als die Türen zum Zuhörerraum
geöffnet wurden, entſtand ein lebensgefährliches Gedränge,
in dem ſich Damen mit einer Kraftaufwendung, die einer
beſſeren Sache würdig geweſen wäre, um den vorderſten
Platz ſtritten. Eine feingekleidete Dame, die inmitten der
ſich ſchiebenden und ſtoßenden Menſchenmaſſen eingekeilt
war, wurde ohnmächtig, nachdem ihr vorher der neue
Frühjahrsmantel buchſtäblich vom Leibe geriſſen worden
war. Alſo lieber laſſen ſich die Frauen die Kleider
zer=
reißen, als daß ſie einen Fuß breit zurückwelchen, und
glücklich ſchätzen ſich die, die in den erſten Bänken Platz
finden, von wo ihnen keine Miene, keine Regung, kein
Wort des Elenden entgehen kann, der drei Menſchenleben
auf ſeinem Gewiſſen hat. Man hat bei den
Metternich=
prozeſſen, wo ſich ähnliche, wenn auch nicht ganz ſo
ſchlimme Auftritte abſvielten, gefragt, ob denn
nicht durch Einſchränkung der Oeffentlichkeit die Würde
des Gerichts auch nach dieſer Seite hin etwas mehr
gewahrt werden ſollte. Noch viel dringender muß man
die Frage bei Mordprozeſſen ſtellen. Gewiß: die
Oeffent=
lichkeit iſt durch das Geſetz vorgeſchrieben jedoch angeſichts
der widerlichen Szenen an der Pforte des Gerichtsſaales
muß der Gerichtsherr es in der Hand haben, den Zutritt
ſo weit zu beſchränken, daß ein wilder Zudrang vermieden
wird. Den Frauen aber, die ſich zu den anſtändigen
rech=
nen und ſich doch zu einer Verhandlung, wo es um Trd
und Leben geht, wie zu einem Schauſpiel drängen, muß
es klargemacht werden, daß ſie ſich durch ihr Benehmen
des Anſtandes völlig entäußern, denn ſie wollen eine
Neugier befriedigen, die nicht anders als ſchamlos genannt
werden kann.
Paderewskis „ruheſtörender Lärm.” Paderewski
iſt tief verſtimmt. Er hat ſeine Tournee durch Südafrika
ab=
gebrochen, hat den Staub dieſes, wie er verſichert, höchſt
un=
gaſtlichen Landes von ſeinen Füßen geſchüttelt und ſich in
Kapſtadt eingeſchifft, um möglichſt bald nach England
zu=
rückzukehren. Sein Urteil über Südafrika faßte er, als er
ſich ſicher an Bord wußte, in den kurzen, tiefentrüſteten
Aus=
ruf zuſammen: „Nein, was für ein Land!” Seit
Jahr=
zehnten iſt Paderewski in faſt allen großen Städten
Euro=
pas und Amerikas bekannt. man hat dem Muſiker
applau=
diert, ſeinen Haarreichtum beſtaunt: aber in Südafrika iſt er
tief gekränkt und beleidigt worden. Glücklich?” antwortete
er empört auf die Frage eines Interviewers der Cape
Times, „wie kann ein Menſch glücklich ſein in einem Lande,
wo es Verſtändnis für wahre Kunſt nicht gibt? Ich kam
mit einem Rufe, den ich mir ehrlich erobert hatte, aber noch
nie, noch nie und noch nirgends hatte man mich beleidigt.”
Und während er von neuem zornig ſeinen Haarwald
ſchüttelte, wie ein beleidigter Löwe, fuhr er fort: „In Port
Elizabeth gehe ich über die Straße. Da löſt ſich aus einer
Gruppe von Menſchen ein Mann, kommt auf mich zu, faßt
mich am Rockaufſchlag, ſtarrt mir ins Geſicht und ſagt: „Na,
Sie ſind wohl Paderewski, wie,” Und dann lachten ſie
mich alle aus. Als ich von Durban im Schiffe die Küſte
hinabfuhr, ſpielte ich im Salon Klavier. Ich ſpielte ſehr
leiſe, aber plötzlich tritt ein Mann zu mir und ſagt ſehr
grob: „Sie da, ſtellen Sie Ihren Radau doch
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Mai 1912.
Nummer 109.
ein!‟ Natürlich rührte ich keine Taſte mehr an; der Herr
ging ins Rauchzimmer zu ſeinen Freunden und die
brüll=
ten vor Lachen, als er ihnen erzählte, „er habe dem Mann
das Spielen abgewöhnt.‟ Dann ging er auf Deck, wo mein
Sekretär ſaß und malte. Auf ſeine Leinwand ſtreute man
ihm Brotkrumen Wenn der berühmte Pianiſt über die
Behandlung, die ihm in Südafrika zuteil geworden iſt, tief
empört iſt, ſo ſind die Südafrikaner wiederum von ſeinem
Urteil über ihre Heimat nicht überzeugt worden. Der
Jo=
hannesburger „Staat” ſchreibt: „Wenn wir den großen
Pia=
niſten als künſtleriſche Gemeinde enttäuſcht haben, ſo
ge=
bietet die Ehrlichkeit die Feſtſtellung, daß er uns ebenſo als
Mann von Welt enttäuſchte. Es iſt nicht unſer Fehler,
wenn Künſtler unſere Städte und insbeſondere
Johannes=
burg aufſuchen in dem Glauben, wir ſeien eine offene
Goldmine, und dann enttäuſcht ſind, wenn das Gold nicht
auf der Straße liegt.”
* Sinnesänderung vor dem Standesbeamten. Dieſer
Tage erſchien vor dem Standesamt in Nürnberg=St.
Lorenz ein Brautpaar zur Ziviltrauung. Als der
Be=
amte die Brautleute nach dem „freien und
ungezwunge=
nen Willen” fragte, antwortete der Bräutigam mit einem
der Situation würdigen „Ja” die Braut dagegen mit
einem verſchämten „Nein‟ Der Beamte, der ſeinen
Ohren nicht traute, wiederholte mit einer belehrenden
Bemerkung die Frage an die Braut, aber dieſe blieb bei
ihrer Antwort, die zum Schrecken der beiden Zeugen
und nicht zuletzt des Bräutigams nun bedeutend
beſtimm=
ter und ſtandhafter herauskam. In dieſer Lage hielten
jſes der Bräutigam und die Zeugen für geraten, im
Vor=
zimmer mit der Braut über die Angelegenheit zu
ver=
handeln, und es gelang ihren einhalbſtündigen
Be=
mühungen, die Braut umzuſtimmen. Nun ſagte aber
der Standesbeamte „Nein” und ſchickte das Paar, das,
nebenbei bemerkt, ſchon ein ſiebenjähriges Verhältnis
hinter ſich hat, wieder heim, um ſich die Sache noch
ein=
mal zu überlegen. Beide ſind bis heute noch nicht
wie=
dergekommen und es iſt nun doch ſchon eine Woche her.
am Montag vor dem Schwurgericht des
Land=
gerichts Berlin I begonnen hat, erklärten heute
die mediziniſchen Sachverſtändigen übereinſtimmend,
der Angeklagte leide an hochgradiger Lungenſchwindſucht
mit Blutauswurf und ſei für abſehbare Zeit nicht
ver=
handlungsfähig. Auf Antrag des Staatsanwalts
und des Verteidigers beſchloß der Gerichtshof, die
Verhand=
lung auf unbeſtimmte Zeit zu vertagen und die
Gerichts=
ärzte zu beauftragen, den Angeklagten von Zeit zu Zeit zu
unterſuchen, um feſtzuſtellen, wann er verhandlungsfähig
ſei. — Im Oſten wurde ein von ſeiner Mutter in einem
kleinen Wagen gefahrenes ſieben Monate altes Mädchen
durch ein aus der Höhe des vierten Stockes
herabfal=
lenden Stück des Balkongeſimſes ſo unglücklich am
Kopfe getroffen, daß es ſchwere Verletzungen davontrug.
Stuttgart, 8. Mai. Der König begibt ſich heute
nach=
mittag zum Beſuch des Freiherrn Heyl zu Herrnsheim auf
zwei Tage nach Stockſtadtam Rhein.
Duisburg, 8. Mai. Auf dem Deck des Dampfers
„Stinnes 7” wurde der Kapitän mit mehreren Stichwunden
tot aufgefunden. Es iſt noch nicht feſtgeſtellt, ob es
ſich um Mord oder Selbſtmord handelt.
Dresden, 8. Mai. Als der Erſte Staatsanwalt
während der Mittagspauſe in ſeinem Zimmer weilte,
wurde er von einem 25jährigen Schreiber überfallen
und mit einem Stock und einer Papierſchere ſchwer
miß=
handelt. Der Staatsanwalt konnte ſich in eine
Telephon=
zelle zurückziehen und von da aus Hilfe herbeirufen.
Karthaus (Weſtpreußen), 7. Mai. Ein
Raubmord=
verſuch wurde am Sonntag nachmittag auf der Chauſſee
von Pusdrowo nach Sullenſchin verſucht. Auf die Beſitzer
Pelz und Gruenwald aus Remboſchewo, die auf dem
Heimwege das Dorf Tuchlin verlaſſen hatten, wurden aus
dem Hinterhalt mehrere Schüſſe abgegeben. Pelz erhielt
eine, Gruenwald zwei Kugeln in den Kopf. Pelz kam nach
einiger Zeit zur Beſinnung und konnte ſich nach Hauſe
be=
geben. Gruenwald wurde ſpäter bewußtlos aufgefunden.
Beide wurden ſchwer verletzt ins Lauenburger Krankenhaus
eingeliefert. Der Täter nahm die Geldbörſen und entkam.
Er iſt noch nicht ermittelt.
Tetſchen, 8. Mai. Infolge der Regenloſigkeit iſt der
ſogenannte „Hungerſtein” ſichtbar geworden, der
nur im Hochſommer der trockenſten Jahre aus dem Waſſer
der Elbe auftaucht.
Rom, 8. Mai. d’Alba der das Attentat auf den
König Viktor Emanuel verübte, hat die Nämen zweier
Spießgeſellen verraten. Dieſe wurden verhaftet. Die
Staatsanwaltſchaft glaubt, die Fäden eines Komplotts in
der Hand zu haben.
Paris, 8. Mai. Die Pariſer Geſchworenen
ſprachen drei junge Apachen frei, die in dem Vorort
Sceaux in die Villa einer alten Rentnerin eingedrungen
waren und die Frau zu ermorden verſucht hatten, um ſie zu
berauben. Mehrere gemäßigte und konſervative Blätter
kritiſieren die Milde der Geſchworenen in ſehr ſcharfer
Weiſe. Der Gaulois meint ſpöttiſch, die Geſchworenen
haben offenbar keine Luſt, ein trauriges Geſchick zu erleiden.
Wenn ſie die drei Banditen verurteilt hätten, würden ſie
keinen ruhigen Tag mehr haben. Durch einen Schuldſpruch
hätten ſie ſich nur der Rache der ausgezeichnet organiſierten
Apachenwelt ausgeſetzt.
London, 8. Mai. Aus der Kaſſe des zur Maltheſer=
Station gehörigen engliſchen Kriegsſchiffes Orontes ſind
auf bisher unaufgeklärte Weiſe faſt 50000 Mark
ver=
ſchwunden. Ein Mitglied der Mannſchaft iſt des
Dieb=
ſtahls verdächtig und wurde verhaftet.
Achilleion, 7. Mai. Der Kaiſer, der auch den
heu=
tigen Nachmittag bei den Ausgrabungen in Monrepos
zu=
brachte, hat an das Kaſiſerliche Archäologiſche
Inſtitut in Berlin folgendes Telegramm gerichtet:
Tempel von Cardaki ganz freigelegt, Cella 8,40 Meter
breit und wahrſcheinlich 11,50 Meter lang, enthält in der
Mitte Großbaſis des Kultbildes, in deren Fundamente
ältere, flache Steinſchalen, 0,85 Meter breit, eingebaut ſind.
Säulen der Ringhalle, teilweiſe wieder aufgerichtet,
haben (die unbeſchädigten) eine Höhe von 2,96
Meter, unterer Durchmeſſer 0,62 Meter, oberer 0,46
Meter. Alle Achſenweiten, auch die Eckachſenweiten, 2,27
Meter, letztere abweichend von den ſonſt übllchen doriſchen
Bauten. Die Kapitäle haben eine Höhe von 0.38 Meter.
Ihre Form iſt ähnlich wie bei der Einganghalle des
He=
katompedos Athens. Die Breite des Tempels beträgt
11.96 Meter, Am Tempel der Gorgo Grabungen beendet.
Platz zwiſchen Tempel und Altar ganz aufgedeckt. Vom
Tempeldach neugemalte architektoniſche Terracotten
gefun=
den. Der große mit Triglyphen und Metopen geſchmückte
Altar liegt nach Abbruch der darüber ſtehenden
Kloſter=
mauer frei. Ringmauer des Bezirks im Norden
aufge=
deckt. Grabungen an verſchiedenen Stellen der Inſel
er=
gaben noch keine mykeniſchen Reſte, die auf das ehemalige
Vorhandenſein der Phäaken hinweiſen könnten, doch ſol=
len die Nachforſchungen nach den Phäaken fortgeſetzt
werden. Gezeichnet: Wilhelm I. R.
New=Orleans, 7. Mai. Zahlreiche Berichte über die
ſchrecklichen Leiden der durch die Ueberſchwem
m=
ungen Obdachloſen treffen hier ein. Man
befürch=
tet, daß, wenn nicht bald Fahrzeuge zu den bedrohten
Plätzen gelangen, hunderte von Menſchen umkommen. Nach
den nichtamtlichen Berichten beziffert ſich der in der
Land=
wirtſchaft angerichtete Schaden allein in Louiſiana auf
8½ Millionen Dollars; 226625 Hektar ſind überſchwemmt.
Batonrouge, 8. Mai. Infolge Dammbruchs ſind
geſtern ſiebzehn Perſonen im Miſſiſſippi ertrunken.
Bangkok, 7. Mai. Das Kriegsgericht erkannte 91
Per=
ſonen der Verſchwörung gegen das Leben des
Königs von Siam für ſchuldig. Drei Offiziere wurden
zum Tode, zwanzig zu lebenslänglichem Gefängnis,
achtundſechzig andere Perſonen zu kürzeren
Gefängnis=
ſtrafen verurteilt. Der König hat die Todesſtrafen in
lebenslängliche Gefängnisſtrafen und lebenslängliches
Ge=
fängnis in zwanzigjährige Gefängnisſtrafen umgewandelt.
Die 28. Generalverſammlung der
Landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank
fand am 6. Mai d. J. im Gartenſaale des Städtiſchen
Saalbaues in Darmſtadt ſtatt. Aus allen Teilen Heſſens
waren die Aktionäre — die Vertreter der der
Genoſſen=
ſchaftsbank angeſchloſſenen Genoſſenſchaften —, ſowie
die Einzel=Aktionäre erſchienen. Anweſend waren
fer=
ner ſämtliche Mitglieder des Aufſichtsrats, ſowie der
Geſamtvorſtand der Genoſſenſchaftsbank. Geheimerat
Haas, Präſident des Aufſichtsrats, leitete die
Verhand=
lungen mit der ihm eigenen Friſche und Umſicht.
Nach=
dem er die Anweſenden begrüßt, ſtellte er feſt, daß die
Verſammlung ordnungsmäßig und rechtzeitig einberufen
worden ſei. Sodann ſprach er den Wunſch aus, daß alle
Redner ſich in den Formen bewegen möchten, die man
von jeher an heſſiſchen Genoſſenſchaftern gewohnt
ge=
weſen ſei, und daß die Verhandlungen ſachlich geführt
werden möchten. Ferner gedachte er in anerkennenden
Worten des langjährigen Mitgliedes des Aufſichtsrats
der Bank, des am 20. März in Wonsheim verſtorbenen
Altbürgermeiſters Keim II. Als Ehrung des
Dahin=
geſchiedenen erhoben ſich die Anweſenden von den Sitzen.
Zu Stimmzählern wurden ernannt die Herren:
Koſt=
heimer=Guntersblum, Dr. Knapp=Groß=Umſtadl, Adam
Lauth=Alsheim und Rechner Zinßer=Groß=Karben. Vor
der Abſtimmung wurde das Teilnehmerverzeichnis zur
Einſicht aufgelegt. Das Verzeichnis ergibt, daß 316
Aktionäre mit 2218 Aktien, mit 1720800 Mark
Aktien=
kapital und 2236 Stimmen angemeldet und daß 271
Aktionäre mit 1527200 Mark Aktienkapital und 1942
Stimmen erſchienen ſind.
Zu Poſ. 1 der Tagesordnung: „Vorlage der
Bilanz uſw.” erhielt Herr Bankdirektor Ihrig das
Wort zur Erſtattung des Jahresberichts. Von einer
Verleſung desſelben wurde abgeſehen, da er allen
Ge=
noſſenſchaften reſp. Aktionären zugegangen ſei. Er teilt
mit, daß vom Konkursverwalter des Spar= und
Kredit=
vereins Nieder=Modau eine Feſtſtellungsklage auch gegen
die Genoſſenſchaftsbank erhoben ſei, ebenſo gegen ihn
Die Leiſtungsklage ſei vorbehalten. Unter dieſen
Um=
ſtänden lehne er es ab, interne Fragen über das
Ver=
hältnis zwiſchen der Bank und Nieder=Modau zu
beant=
worten; nur einem Beſchluß der Generalverſammlung in
dieſer Beziehung würde er Folge leiſten. Zurzeit halte
er ſpezielle Auskunft für nicht ratſam. Rechtsanwalt
v. Brentano ſchloß ſich dieſen Ausführungen an.
Dr. Heidenreich beantragt hierauf, daß über die
internen Angelegenheiten Nieder=Modaus nicht beraten
werden möge, und Geheimerat Haas iſt derſelben
Meinung, da eine Hilfsaktion von Seiten der Regierung
geplant ſei und Auseinanderſetzungen in der
Verſamm=
lung die ganze Sache gefährden könnten. Ein Antrag
auf Abſtimmung durch Stimmzettel wurde vom
Antrag=
ſteller zurückgezogen und dieſer Punkt mit allen
Stim=
men gegen die des Konkursverwalters angenommen.
Zu Poſ. 2 der Tagesordnung: Beſchlußfaſſung über
die Genehmigung der Jahresbilanz für das
Ge=
ſchäftsjahr 1911 ſprach zuerſt der Konkursverwalter der
Nieder=Modauer Kaſſe; die Abſtimmung, die
ſchriftlich erfolgte, ergab 241 Stimmzettel für und 17
gegen Genehmigung. Für alle übrigen Abſtimmungen
erfolgte Beſchlußfaſſung durch Akklamation, immer gegen
die Stimmen des Konkursverwalters von Nieder=Modau,
Rechtsanwalt Hoffmann II.
Die aus dem Aufſichtsrat ausſcheidenden
Mitglie=
der: Becker=Wörrſtadt, Hammann=Biebesheim und Reitz=
Echzell werden einſtimmig wiedergewählt. Anſtelle des
verſtorbenen Altbürgermeiſters Keim II.=Wonsheim
wurde Bürgermeiſter Keim III.=Wonsheim in den
Auf=
ſichtsrat der Bank gewählt.
Nachträglich erklärte noch der Konkursverwalter der
Nieder=Modauer Kaſſe, daß er Einſpruch erhebe gegen
die Einſtellung der vollen Summen der im
Geſchäfts=
bericht genannten Beteiligungen und der Forderung an
die Nieder=Modauer Kaſſe, nachdem ſchon vorher
Bank=
direktor Ihrig erklärt hatte, daß dieſe Poſten zu Recht
eingeſtellt und geſichert ſeien.
Hierauf dankte Herr Geheimerat Haas den
An=
weſenden für ihre Mitwirkung bei der
General=
verſammlung und ſchloß dieſelbe. An dem nachfolgenden
Eſſen nahmen über 150 Perſonen teil.
R.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 8. Mai. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung 1,17 Uhr. Fortſetzung der
Bera=
tung des
Verbotes der Miſchehen auf Samoa.
Abg. Erzberger (Zentr.): Wir bedauern, daß der
Antrag der Kommiſſion abgeſchwächt werden ſoll. Der
Antrag des Frhrn. v. Richthofen trifft nicht unſere
Wünſche. Die logiſche Folge eines Eheverbotes iſt das
Konkubinat. Es müßten ſomit zunächſt Maßnahmen zur
Bekämpfung des außerehelichen Geſchlechtsverkehrs
ge=
troffen werden. Die Samoaner ſind größtenteils
Chri=
ſten. Nun will ein chriſtlicher Staat es Chriſten
verbie=
ten, einander zu heiraten. Ich bitte, es bei den
Kommiſ=
ſionsbeſchlüſſen zu laſſen. — Abg. v. Böhlendorff=
Kölpin (konſ.) Wir wollen, daß unſere Kolonialbürger
ſo erzogen werden, daß ſie ſich vor einer derartigen
Raſ=
ſenmiſchung von ſelber ſchützen. Es ſollten möglichſt
ver=
heiratete Beamte hinausgeſchickt werden, um den
Far=
bigen ein Vorbild zu geben; das wäre die beſte Abwehr.
Abg. Frhr. v. Richthofen (nl.): Ich bitte Sie,
unſeren Antrag anzunehmen. — Abg. Dr. Braband
(Fortſchr. Vp.): Dieſer Anlaß gibt gute Gelegenheit, die
Selbſtverwaltungsorgane in den Kolonien zu kräftigen,
wie das unſer Antrag beabſichtigt. — Abg. Dr. David
(Soz.): Nach der chriſtlichen Religion werden ja die
Ehen im Himmel geſchloſſen. Da iſt es doch eine ungeſunde
Logik, die Ehen mit chriſtlichen Samoanern zu unterſagen.
Bisher ſind 99 Prozent der Miſchkinder unehelich, nur
1 Prozent entſpringt einer gültigen Ehe zwiſchen Weißen
und Eingeborenen. Damit wird das Argument der
Raſ=
ſenreinheit über den Haufen geworfen. Erzielt wird
höchſtens damit, daß künftig 100 Prozent uneheliche
Kin=
der geboren werden. Die Samoaner ſind ein prächtig
entwickelter Stamm und ein hervorragend geſundes Volk.
Die Samoaner ſind nahe verwandt mit den Japanern
und wenn ein deutſcher Geſandter ſich mit einer Japanerin
verheiratet, ſo ſcheint da das Gefühl der Raſſenreinheit
verloren gegangen zu ſein. (Lebhaftes: Sehr gut!)
Je=
der ſoll ſich der Verantwortlichkeit bewußt ſein, die er bei
einer derartigen Verbindung übernimmt, wir wollen
aber nicht die Frauen und Kinder ſozial degradieren.
Nach weiteren Bemerkungen der Abgeordneten
Erz=
berger (Zentr.) und Frhrn. v. Richthofen (nl.) ſchließt die
Diskuſſion. Die Abſtimmung bezieht ſich auf die
Reſo=
lution der Budgetkommiſſion auf geſetzliche Regelung der
Ehen zwiſchen Weißen und Farbigen in allen deutſchen
Schutzgebieten und Regelung des Verhältniſſes derjenigen
unehelichen Kinder, auf die das Bürgerliche Geſetzbuch
zurzeit nicht Anwendung findet. Es ſtimmen für die
Re=
ſolution 203, dagegen 133 Abgeordnete, einer enthält ſich.
Die Reſolution iſt ſomit angenommen. Damit iſt der
Kolonialetat erledigt.
Es folgt die Abſtimmung über die
Aenderung der Geſchäftsordnung.
Die Abſtimmung über den Antrag der Konſervativen, den
§ 33a zu faſſen: „Die Stellung eines Antrages bei der
Beſprechung einer Interpellation iſt unzuläſſig. Es
bleibt=
aber jedem Mitgliede des Reichstages überlaſſen, den
Ge=
genſtand in Form eines Antrages weiter zu verfolgen”
iſt=
eine namentliche. Es ſtimmen für dieſen Antrag 67,
dagegen 265 Abgeordnete, 3 enthalten ſich. Der Antrag
iſt=
ſomit abgelehnt. Sämtliche Abänderungsanträge
werden abgelehnt und die Vorſchläge der Kommiſſion
an=
genommen. Die abgeänderte Geſchäftsordnung tritt
ſo=
fort in Kraft. Die erſten kleineren Anfragen können
Frei=
tag dieſer Woche geſtellt werden, ſie wären bis heute
abend einzureichen.
Es folgt die
Frage über die Fraktionsſtärke
(15 Mitglieder). Ueber den Antrag Schultz=Bromberg
(Rp.) Die Vereinigung der Mitglieder und Hoſpitanten
einer Partei bis auf weiteres als zur Teilnahme an den
Kommiſſionen und Seniorenkonvent ausreichend
anzuer=
kennen, wenn ſie mit den Zugezählten 15 Mitglieder
er=
reicht, wird namentlich abgeſtimmt. Es ſtimmen dafür
146, dagegen 188 Abgeordnete. 2 enthalten ſich. Der
An=
trag iſt ſomit abgelehnt. Der Antrag der Kommiſſion,
wonach eine Fraktion 15 Mitglieder (Vollmitglieder und
Hoſpitanten) haben muß, wird unverändert angenommenz
Es folgt die
zweite Leſung des Etats des
Reichs=
ſchatzamts.
Abg. Nacken (Ztr.): Der Reſolution der Soziale
demokraten auf Beſeitigung der Unſtimmigkeiten und
Härten, die ſich bei der Einteilung der Ortsklaſſen
er=
geben haben, ſtimmen wir zu. — Staatsſekretäx Kühnz
Bis 1918 ſoll eine vollſtändige Nachprüfung der
Klaſſen=
einteilung erfolgen. Inzwiſchen iſt der Bundesrat
be=
fugt, einzelne Orte, für die ſich die Notwendigkeit ergeben
hat, in eine höhere Klaſſe einzureihen. Von
dieſer=
fugnis iſt bisher in 67 Fällen Gebrauch
gemacht=
den . — Abg. Ebert (Soz.): Gerade dieſe Art der E
ledigung von derartigen Petitionen hat in weiten
Krei=
ſen der Beamten Verſtimmung erregt. Beſonders dier
Petitionen der größeren Städte ſind in vielen Fällen
unberückſichtigt geblieben. In dieſem Punkte darf keine
Sparſamkeit geübt werden, da ſonſt nur auf Koſten der
Beamtenfamilien geſpart wird. Durch das Verfahren
des Bundesrats ſind die Härten durchaus nicht
gemil=
dert worden. Ich bitte Sie, unſere Reſolution
einſtim=
mig anzunehmen. — Staatsſekretär Kühn: Die Frage
der Wohnungsentſchädigung muß hier völlig
ausſchei=
den; hier handelt es ſich nur um die Zuweiſung von
Orten in eine beſtimmte Klaſſe. In dieſer Beziehung
haben wir uns lediglich an die aufgeſtellten Grundſätze
gehalten. Wir haben lediglich nach dieſen Grundſätzen
geprüft und ich will ausdrücklich verſichern, daß
finan=
zielle Bedenken niemals im Vordergrunde geſtanden
haben. — Abg. Quarck=Koburg (natlb.): Der
Reſo=
lution der Sozialdemokraten ſtimmen wir zu. In der
Anwendung der Grundſätze ſollte eine mildere Praxis
Platz greifen. Sonſt müſſen die bürgerlichen Parteie
die Fenſter bezahlen, die die Beamten durch das Ven
halten der Regierung einwerfen. (Schallende
Heiter=
keit.) — Abg. Neumann=Hofer (Fortſchr. Vpt)
Bei einer allgemeinen Reviſion der Beſtimmungen muß
auch auf die Unterbeamten Rückſicht genommen werden
Die geſamte Zollverwaltung ſollte auf das Reich
über=
nommen werden. Das Zollweſen hat eine derartige Ents
wickelung genommen, daß wir auch eventuell vor einer
Verfaſſungsänderung nicht zurückſchrecken dürfen, wenn
ſie ſich hierbei als notwendig herausſtellen ſollte. Der
Staatsſekretär ſollte dieſen Fragen nicht nur freundlich
gegenüberſtehen, ſondern auch praktiſche Maßnahmen
treffen. — Staatsſekretär Kühn: Vor einer
Verein=
heitlichung des Zollweſens kann eine einheitliche Geſtalt
ung des Etats nicht erreicht werden. Für uns kommt
es bei dem Zollweſen nicht auf die materielle Seite an
ſondern nach der Reichsverfaſſung haben wir die Auss
führungsſtellen nur darin zu überwachen, ob die Reichs
geſetze genau eingehalten werden. Die Entſchädigund
an die Einzelſtaaten muß gezahlt werden, dieſe aber
richtig zu bemeſſen, iſt äußerſt ſchwer, da ſie teils durch
die Reichsverfaſſung, teils durch Geſetze der einzelnen
Bundesſtaaten geregelt ſind. — Abg. Erzberge
(Ztr.): Die Bezüge der Altpenſionäre müſſen verbeſſert
werden, damit der Unterſchied zwiſchen den früheren
und jetzigen Gehältern ausgeglichen wird. Unwürdig
iſt es, die Veteranen auf den Weg der Petitionen zu
ver=
weiſen; eine neue geſetzliche Feſtlegung entſpricht den
Pflichten des Reiches. — Abg. Zimmermann
(natlb.): Eine möglichſt baldige Aufbeſſerung der
Vete=
ranenpenſionen iſt dringend erforderlich. — Abg
Oertzen (Reichsp.): Die ſozialdemokratiſche Reſolution
iſt eigentlich ganz ſelbſtverſtändlich; alle Parteien ſind
ſich wohl darin einig, daß eine geſetzliche
Feſtlegung=
nötig iſt. — Abg. Molkenbuhr (Soz.): Wenn
wiee=
der einmal Steuern notwendig ſein ſollten, ſo, müſſen
wir den Staatsſekretär darum bitten, daß es nicht wieder
Steuern ſind, die den ärmeren Bevölkerungsteil
derartig=
ſchwer belaſten, wie die letzten Konſumſteuern. — Abg.
Junck (natlb.): Man ſollte nicht einzelne Orte mit
Son=
derwünſchen herausgreifen, ſondern es ſollten die
Ent=
ſcheidungen nach Grundſätzen erfolgen. — Abg.
Viet=
meyer (wirtſch. Vag.): Wir ſtimmen der Reſölution
zu. — Abg. Ahlhorn (Fortſchr. Vpt.): Win=ſtimmen
Nummer 109.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Mai 1912.
Seite 5.
der ſozialdemokratiſchen Reſolution zu. Die Frage der
Altpenſionäre muß geſetzlich geregelt werden. — Die
Reſolution der Sozialdemokraten wird
angenom=
men. Das Gehalt des Staatsſekretärs wird bewilligt,
desgleichen einige weitere Kapitel. Bei Kapitel „
Allge=
meine Fonds” ſpricht Abg. Prinz zu Schönaich=
Carolath (natlb.): Eine Aufbeſſerung der
Veteranen=
beihilfen iſt unbedingt notwendig. Die Unterſtützungen
von 20 Mark ſind völlig unzureichend. Die Aufbeſſerung
ſoll den Veteranen bei Lebzeiten ſchon zuteil werden und
nicht erſt nach ihrem Tode zum Errichten eines
Denk=
mals. In den nächſten Jahren werden große Summen
frei durch die Vollendung des Nord=Oſtſee=Kanals und
durch Erledigung des alten Flottengeſetzes. Dieſe
Sum=
men ſollten wir für die Veteranen verwenden, die uns
das Reich geſchaffen haben. Sonſt ſollten wir noch zur
Einführung der Wehrſteuer greifen. — Staatsſekretär
Kühn: Dadurch, daß fünf Millionen in den Fonds
ein=
geſtellt ſind, dürften alle Wünſche zur Zufriedenheit
er=
ledigt werden. Die Unterſtützungen ſollen in
wohl=
wollendſter Weiſe zugebilligt werden, auch ohne Atteſt,
daß der Unterſtützungnachſuchende durch Angehörige nicht
unterſtützt werden kann. — Abg. Belzer (Ztr.): Von
einer Milde kann gar keine Rede ſein, ſondern vielfach
von Härten. Vielfach iſt gegen die Beſtimmungen für
die Gewährung der Beihilfen verſtoßen worden. Die
Offizierspenſionen werden gar zu leicht gewährt. Da
könnte den Veteranen erſt recht entgegengekommen
werden.
Hierauf wird die Sitzung vertagt auf
Donners=
tag, 1 Uhr. Fortſetzung der heutigen Beratung und
kleine Strafgeſetznovelle. — Schluß halb 7 Uhr.
* Berlin, 8. Mai. Die Budgetkommiſſion
des Reichstags genehmigte den Ergänzungsetat
entſprechend den gefaßten Beſchlüſſen über das neue
Mi=
litärgeſetz. Der Antrag des Zentrums, die
Mann=
ſchaftslöhne um 8 Pfg. zu erhöhen, wurde bis zur
Beratung des ordentlichen Etats zurückgeſtellt, die
Be=
ſchlußfaſſung über die dorgeſehenen Aenderungen des
Reichshaushaltsetats iſt bis nach erfolgter Klärung der
Deckungsfrage ausgeſetzt worden. Hierauf wurde der
Etatfür dſie Verwaltung des Reichsheere
beraten. Die 8. Kommiſſion des Reichstages betreffend
die Beſeitigung des Branntweinſteuerkontingents ſetzte
ihre Beratungen bei den Paragraphen 10 bis 12 fort. die
den Durchſchnittsbrand betreffen. Nach lebhaften
Aus=
einanderſetzungen zwiſchen Anhängern und Gegnern des
Durchſchnittsbrandes wurden die zu den Paragraphen 11
und 12 vorliegenden Anträge gegen 12 bezw. 13 Stimmen
der Sozialdemokraten und Freiſinnigen abgelehnt, ſodaß
die Paragraphen 10 bis 12 nach der Vorlage
angenom=
men ſind.
* Berlin, 8. Mal. Die
Wahlprüfungskom=
miſſion des Reichstags beſchloß über die Wahl
des Abg. Kopſch (Fortſchr. Vp.) Liegnitz=Löwenberg,
Beweiserhebung.
Luftfahrt.
Errichtung eines Inſtituts für die
wiſſen=
ſchaftlich=techniſche Seite des Flugweſens.
* Berlin, 8. Mai. In Anlehnung an die
National=
flugſpende geht nunmehr auch eine Forderung in Erfüllung,
die einen beſonders wichtigen Teil des für die Förderung
des deutſchen Flugweſens aufzuſtellenden Programms
bil=
det: die Errichtung eines Inſtituts für die
wiſſenſchaftlich=
techniſche Seite des Flugweſens. Bereits ſeit längerer
Zeit ſchweben Verhandlungen über die Begründung einer
deutſchen Verſuchsanſtalt für Luftfahrt. Noch vor der
Be=
gründung des Reichskomitees hatten ſich einige große
Ver=
bände, eine Reihe führender Induſtrieller, ſowie andere
Perſönlichkeiten, die an der Luftfahrt beſonderes Intereſſe
nehmen, zur Errichtung einer ſolchen Anſtalt
zuſammen=
geſchloſſen. Die Begeiſterung für die Nationalflugſpende
hat dieſem Plane weitere Anhänger zugeführt und eine
Angliederung an die Nationalflugſpende zur Folge gehabt,
deren bisheriges ſo günſtiges Ergebnis ſich dadurch um
weitere 500000 Mark erhöht. Der Plan der Begründung
der Anſtalt iſt nicht neu. Das Ausland iſt ſchon vor
länge=
rer Zeit mit der Errichtung großer Forſchungsinſtitute
vorgegangen; insbeſondere hat England im Anſchluß an
ſein National Laboratory, Frankreich in ſeinem Inſtitut
Aerotechnique, ſelbſtändige techniſche Anſtalten begründet.
Dadurch hat auch in Deutſchland die Ueberzeugung immer
mehr an Boden gewonnen, daß das Flugweſen dauernd
nur gefördert werden könne, wenn anſtelle des derzeitigen
empiriſchen Taſtens eine gründliche techniſche
Durcharbei=
tung der Konſtruktionen träte, und die Fülle der
techniſch=
wiſſenſchaftlichen Fragen gelöſt würde, die ſich an die
Konſtruktionen von Luftſchiffen und Flugzeugen zurzeit
hoch knüpfen. Dieſem Zwecke ſoll die Verſuchsanſtalt
die=
nen. Sie ſoll das Bindeglied bilden zwiſchen
fabrikatori=
ſcher Herſtellung der Luftfahrzeuge, insbeſondere der
Flug=
zeuge, und der rein wiſſenſchaftlichen Forſchung an den
Techniſchen Hochſchulen und Univerſitäten. Die Anſtalt
wird in Berlin nahe dem Flugplatz Johannisthal errichtet
werden. Dem Vernehmen nach ſteht auch die
Reichs=
verwaltung dem Plane günſtig gegenüber und
beab=
ſichtigt mit der Förderung um Gewährung einer Beihilfe
an den Reichstag heranzutreten. Die erſten Verſuche, die
von der Anſtalt angeſtellt werden ſollen, werden ſich auf
das ſo wichtige Gebiet des Flugzeugmotors erſtrecken.
Ins=
beſondere ſoll auch der Wettbewerb um den Kaiſerpreis
für den beſten deutſchen Flugzeugmotor von der neuen
Anſtalt durchgeführt werden.
HB. Berlin, 8. Mai. Der Arbeitsausſchuß, der
die näheren Beſtimmungen für den Wettbewerb um
den vom Kaiſer an ſeinem jüngſten Geburtstage
geſtif=
teten Preis von 50000 Mark für den beſten deutſchen
Flugmotor auszuarbeiten hatte, hat dieſe Arbeiten
be=
endet und veröffentlicht nun ein Ausſchreiben. Außer der
Stiftung des Kaiſers haben der Reichskanzler 30000 Mark,
das Kriegsminiſterium 25000 Mark und das
Reichsmarine=
amt und das Miniſterium des Innern je 10000 Mark zur
Verfügung geſtellt.
Zum Konflikt in der Metallinduſtrie.
* Frankfurt, 8. Mai. Wie verlautet, haben die
geſtern in München zu einer Konferenz verſammelten
Ver=
treter der ſüddeutſchen Gruppen des
Metallindu=
ſtriellen=Verbandes einſtimmig beſchloſſen, am
1. Juni die Ausſperrung von 60 Prozent der in den
Betrieben beſchäftigten Arbeiter über ganz
Süd=
deutſchland auszudehnen, falls bis dahin keine
Einig=
ung nach ihrem Sinne erzielt werden ſollte.
Landwirtſchaftliches.
L.K. Auch in dieſem Jahre iſt von der
Landwirt=
ſchaftskammer ein Ankauf von Zuchtfohlen in
Belgien und Oldenburg beabſichtigt. Es ſollen
angekauft werden: Jährlinge und zweijährige Fohlen
aus Belgien und Oldenburg. Der Einkauf in Belgien
iſt für die erſte Hälfte des Monats Mai, der in
Olden=
burg für Juni oder Juli vorgeſehen. Anfragen über
den ungefähr zu zahlenden Preis werden von der
Land=
wirtſchaftskammer umgehend beantwortet. Die
Beſtim=
mungen über Einfuhr der Fohlen werden Intereſſenten
ebenfalls auf Wunſch zugeſandt. Die
Landwirtſchafts=
kammer übernimmt bei dieſen Ankäufen die ſämtlichen
allgemeinen Koſten (alle Koſten abzüglich der
Ankaufs=
preiſe). Außerdem wird noch ein Zuſchuß zu den
An=
kaufskoſten gewährt, deſſen Höhe ſich nach der Beteiligung
am Import richtet, aber 20 Prozent des Ankaufspreiſes
nicht überſteigen ſoll. Der Zuſchuß wird an einen
Be=
ſteller nur für höchſtens zwei Tiere bewilligt.
Vermiſchtes.
— Reiſe nach der Waſſerkante. Dieſe
be=
liebte alljährliche Mainzer Flottenfahrt findet
diesmal vom 3.—10. Juli ſtatt. Das diesjährige
Pro=
gramm hat durch Einfügung des Beſuches Lübecks und
des Oſtſeebades Travemünde eine weitere Bereicherung
erfahren, ſo daß jetzt mit Bremen und Hamburg alle drei
deutſchen Hanſaſtädte beſucht werden. Außerdem noch
Bremerhaven, Helgoland, Friedrichsruh und
felbſtver=
ſtändlich auch unſer großer Kriegshafen Kiel. Preis
98 Mark ab Mainz; alle Koſten, auch Unterkunft und
Verpflegung einſchließend. Anmeldungen ſind an das
Reiſebureau L. Lyſſenhop u. Co., G. m. b. H., Mainz,
zu richten. Das ausführliche Programm iſt in unſerer
Expedition erhältlich.
Literariſches.
Kommentar zum Reichsgeſetz
betref=
fend die Abzahlungsgeſchäfte vom 16. Mai
1894 von Raimund Aubele (Zentralbuchhandlung
Deut=
ſcher Rechtsanwälte G. m. b. H., Mainz, gebd. 2,40 Mk.)
Das Abzahlungsgeſchäft bietet, insbeſondere in ſeiner
Be=
ziehung zum B. G. B., viele rechtlich ſehr intereſſante
Fra=
gen, deren Löſung Theorie und Rechtſprechung in
weit=
gehendem Maße beſchäftigt und in der Praxts bei der
Ausdehnung des Abzahlungsverkehrs für breite
Volks=
ſchichten bedeutſam wird. Das Buch wird darum ſehr zur
Erläuterung des Geſetzes beitragen und in der Praxis
ſehr nützlich ſein.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Mailand, 7. Mai. Die Stampa meldet aus
Athen, daß am 4. Mai auch die kleine, zwiſchen Rhodos
und Samos belegene Inſel Kalimnos von einer
italieniſchen Abteilung beſetzt worden ſei. Die Inſel
Chios ſei von italieniſchen Kriegsſchiffen umgeben, ihre
Beſetzung ſtehe bevor.
* Konſtantinopel, 7. Mai. Die Regierung
veröffentlicht heute keine Meldung aus Rhodos. Ein
Abendblatt bringt die Nachricht, der Wali Subi Bey ſei
imſtande, die Truppen, die ſich in die Berge
zurückgezo=
gen haben, zu vereinigen. Türkiſche Miliztruppen
füh=
ren nach verſchiedenen Richtungen einen Guerillakrieg.
Sie ſollen über Lebensmittel und Munition verfügen,
die für ein Jahr reichen.
* Konſtantinopel, 7. Mai. Die Arbeiten zur
Entfernung der Minen aus den
Darda=
nellen ſtoßen infolge des ſchlechten Wetters auf
Schwierigkeiten. Es heißt, daß der Kanal nicht vor einer
Woche frei ſein werde.
* Konſtantinopel. 8. Mai. Türkiſche Blätter
melden: Der Plan der Italiener, die Garniſon von
Rhodos zur Uebergabe zu zwingen, iſt geſcheitert. Die
Truppen erreichten nach erbittertem Widerſtande eine
ſichere Poſition. — Der Kaimakam der Inſel Kos meldet,
ein italieniſches Torpedoboot kreuze in der Umgegend.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 8. Mai. Oberbürgermeiſter
Kirſchner richtete heute folgendes Schreiben an
den Magiſtrat: Nach erneuter Rückſprache mit dem
Stadtverordnetenvorſteher und deſſen Vertreter erkläre ich
im Einverſtändnis mit den beiden genannten Herren
ſchon heute, daß ich mein Entlaſſungsgeſuch vom
3. März wiederhole. In dem Schreiben vom 3. März
erklärte Oberbürgermeiſter Kirſchner, daß er zu der
Ueber=
zeugung gelangt ſei, es entſpräche dem Intereſſe der
Stadt, eine jüngere Kraft in ſein Amt zu berufen, daß
er aber bereit ſei, ſein Amt noch bis Sept. 1912 zu
ver=
walten.
* Hamburg, 8. Mai. Von den ſtreikenden
Schiffs=
bauarbeitern der Werft Blohm u. Voß nahm der
größte Teil heute morgen die Arbeit auf.
* Königsberg, 8. Mai. Der langjährige Direktor des
hieſigen Stadttheaters Hofrat Varena iſt heute
vor=
mittag geſtorben.
* Wien, 8. Mai. Das Neue Wiener Tagblatt ſchreſibt:
Der ganz zufällige Umſtand daß außer dem deutſchen
Botſchafter in Konſtantinopel, der nach
Ber=
li und Karlsruhe abgereiſt iſt, in den letzten Tagen auch
der öſterreichiſch=ungariſche Botſchafter
die türkiſche Hauptſtadt verlaſſen hat, um kurze Zeit in
die Heimat zu reiſen, gab zu übereifrigen Kombinationen
Veranlaſſung, aus dieſem zeitigen Zuſammentreffen der
Abreiſe der beiden Botſchafter auf eine bevorſtehende
grundſtürzende Veränderung in der Politik
der Zentralmächte hinſichtlich des
italie=
niſch=türkiſchen Konfliktes Schlüſſe zu ziehen.
Nach eingeholten Erkundigungen entbehren die
Kombil=
nationen jeder Grundlage. Markgraf Pallavicini
verließ lediglich wegen Familienangelegenheiten auf
kurze Zeit Konſtantinopel. Von einer Aenderung des
politiſchen Kurſes der Zentralmächte in der Tripolisfrage
iſt keine Rede.
* Paris, 8. Mai. Eine Note der Agence Havas beſagt:
Vom 10. Mai ab werden anſehnliche
Truppenver=
ſtärkungen nach Marokko entſandt und zwar
Ti=
railleur=Infanterie, Kolonial=Infanterie, Gebirgs=
Artille=
rie, Legionäre, Chaſſeurs d’Afrique und Senegaljäger. Die
Geſamtſtärke der in den verſchiedenen Gebieten befindlichen
Truppen beträgt nach der Verſtärkung 43000 Mann.
* Korfu, 8. Mai. Der Kaiſer begab ſich heute
vor=
mittag nach herzlicher Verabſchiedung von der
griechi=
ſchen Königsfamilie und nach nochmaligem Beſuch der
Grabungsſtätte Monrepos an Bord der „
Hohenzol=
lern” Mit dem Kaiſer gingen Prinz und Prinzeſſin
Auguſt Wilhelm Prinzeſſin Viktoria Luiſe und Gefalge
an Bord. Die Spitzen der Behörden waren zur
Verab=
ſchiedung am Landungsplatz erſchienen. Das Publikum
bereitete dem Kaiſer herzliche Kundgebungen. Die
Ab=
fahrt der „Hohenzollern” und der „Kolberg” nach Genua
erfolgte heute mittag 1 Uhr.
H. B. Berlin, 8. Mai. In Verbindung mit dem
Wech=
ſel auf dem Berliner
Oberbürgermeiſter=
poſten ſteht eine aus guter Quelle ſtammende Meldung,
wonach Bürgermeiſter Dr. Reicke ebenfalls aus dem Amte
zu ſcheiden gedenkt. Wie verlautet, haben unverbindliche
Beſprechungen mit Vertretern aus Frankfurt a. M.
ſtatt=
gefunden, wo man ihn als Nachfolger für Dr. Adickes in
Ausſicht genommen hat.
H. B. New=York, 8. Mai. Die Situation im
Ueberſchwemmungsgebiet des Miſſiſſippi
iſt immer noch verzweifelt. Im ganzen Miſſiſſippi=Gebiet
dauern die heftigen Regengüſſe an. Das Waſſer reicht an
vielen Stellen bis zur Kammhöhe des Dammes. Hunderte
von Menſchen leiden Hunger. Es fehlt an Booten und
Zufuhrgelegenheit von Lebensmitteln nach dem
Ueber=
ſchwemmungsgebiet. Alle Verbindungen ſind unterbrochen,
auch die telegraphiſchen.
* Santiago de Chile, 8. Mai. Zwifchen Senat und
Kammer ſind bezüglich finanzieller Fragen
Mein=
ungsverſchiedenheiten entſtanden. Der Senat
lehnte die von der Kammer beſchloſſene innere Anleihe im
Betrage von 1200000 Pfund mit der Begründung ab, daß
die Regierung in Europa noch 95 Millionen Piaſter zur
Verfügung habe, die zur Ausführung öffentlicher Arbeiten
bis 1915 beſtimmt ſeien. Der Senat hält es für richtiger.
das Geld zunächſt anderweitig zu verwenden und die aus
dieſem Fonds entnommenen Beträge aus den Ueberſchüſſen
der Staatseinnahmen bis 1915 wieder zu erſetzen.
* Berlin, 8. Mai. Zu der am 9. Mai im
Reichstags=
wahlkreiſe Varel=Jever ſtattfindenden Stichwahl
hat jetzt auch die nationalliberale
Reichstags=
fraktion Stellung genommen. Sie hat folgendes
Tele=
gramm an die Parteifreunde im Wahlkreiſe gerichtet: Für
die bevorſtehende Stichwahl können wir unſere dortigen
Parteifreunde nur dringend bitten, alle etwa vorhandenen
Gründe und Verſtimmungen beiſeite zu ſetzen und
ein=
mütig für Herrn Dr. Wiemer einzutreten. Möchte dieſer
Mahnruf in letzter Stunde nicht unbeachtet verhallen. Wir
bitten um Veröffentlichung dieſes Telegramms in der
dor=
tigen Preſſe und möglichſte Verbreitung unter den dortigen
Parteifreunden.
Briefkaſten.
J. S. hier. Wir danken beſtens für die Anerkennung.
Von einer Veröffentlichung wollen wir aber abſehen, da
wir zu beſcheiden ſind, uns im eigenen Blatte Lob zu
ſpenden.
Nüea-Geme
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8739a
Familiennachrichten.
OnSnShstatatagstae
4 Die Geburt eines geſunden
Jungens
&
50 zeigen hocherfreut an
(10813 Se
8)
& Oberleutnant von Jlsemann
e
5.
und Frau von Jlsemann,
5
geb. Stein.
Charlottenburg, den 7. Mai 1912.
Ogeee
Todes=Anzeige.
Hiermit die traurige Nachricht, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, meinen
innigſt=
geliebten Sohn, unſeren lieben Bruder
Heinrich
nach kurzer, ſchwerer Krankheit zu ſich in die
Ewigkeit abzurufen.
(10815
Marie Butterfaß Witwe
nebſt Kindern.
Die Beerdigung findet am Freitag nachmittag
um 4 Uhr, vom Portal des ſtädtiſchen
Fried=
hofs aus, ſtatt.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Mai 1912.
Nummer 109.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Verwandten und Freunden machen
wir die betrübende Mitteilung, daß mein
guter, lieber Mann, unſer Vater,
Groß=
vater, Schwiegervater, Bruder, Onkel
(10790
und Vetter
Eouis 1ess
heute im 80. Lebensjahre in Marſeille
ſanft entſchlafen iſt.
Marſeille, Coomaſſie,
Darm=
ſtadt, den 7. Mai 1912.
Für ſämtliche Hinterbliebenen:
Marguerite Hess, geb. Maron,
Marguerite Ayasse, geb. Hess,
Noely Castueil, geb. Hess,
Louis Hess,
Marie Louise Hess, geb. Hess,
Louis Ayasse,
Dr. Emilien Castneil,
Regierungsassessor Dr. Gustav Hess.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute morgen 11¼ Uhr entſchlief ſanft
nach kurzem Leiden unſere liebe Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter (B10812
Frau Marie Schäfer Wwe.
geb. Gärtner
im 67. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 8. Mai 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 10. Mai,
nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehauſe
Heidel=
bergerſtraße 130 aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns betroffenen Verluſte, für die
troſt=
reichen Worte des Herrn Pfarrer Vogel am
Grabe, ſowie für die ſchönen Blumenſpenden
ſagen aufrichtigen Dank
die trauernden Hinterbliebenen:
In deren Namen:
L. Graf, Stadtbauführer.
Darmſtadt, den 8. Mai 1912.
(10742
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Gatten, unſeres
(10787
guten Vaters
Hertn Ich. Hellrich Matter
ſagen wir herzlichen Dank, insbeſondere Herrn
Pfarraſſiſtent Müller für die troſtreichen Worte
am Grabe, den Gemeindeſchweſtern des
Weſt=
bezirks der Martinsgemeinde für die liebevolle
Pflege, ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Müller nebſt Kindern.
Darmſtadt, den 8. Mai 1912.
Neue Ireneſtr. 12.
Tageskalender.
Hoftheater, Anf. ½7 Uhr (Ab. C): „Maria Stuart”,
Schüler=Aufführungen des Beethoven=
Konſer=
vatoriums im Hotel „Zur Traube‟
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller, Reſt. „Metropol”
und „Perkeo” um 8 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23,
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage ((Auslage Rheinſtraße 23): Vom
Stapellauf des Linienſchiffes „König Albert” in
Dan=
zig; von der Einweihung der neuen deutſchen Kirche
in Kairo; von der Feſtnahme der Pariſer
Automobil=
banditen; tripolitaniſche Araber im italieniſchen Dienſte
gegen die Türken.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 10. Mai.
Hofreiten=Verſteigerung des Gg. Pra (
Moller=
ſtraße 44 und Wendelſtadtſtraße 24) um 10 Uhr auf
dem Ortsgericht I.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber ganz Europa ſteigt der Luftdruck. Einem
aus=
gedehnten Hoch über dem Feſtland liegt eine ſtarke
Depreſſion über Island gegenüber. Infolgedeſſen haben
wir bei mäßigen ſüdweſtlichen Winden kühles, wolkiges
Wetter. Niederſchläge ſind in ganz Deutſchland gefallen,
die Morgentemperaturen liegen über 10% C. Die Kerne
hohen Druckes über der Oſtſee und Frankreich werden
ſich wohl vereinigen, ſo daß Abnahme der Bewölkung
und der Niederſchläge zu erwarten iſt.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
9. Mai: Bewölkung abnehmend, höchſtens noch geringe
Niederſchläge, warm.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
wird in gute, gewiſſenhafte
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eigen gegen einmalige Abfindung
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Kurſe vom 8. Mai 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,20
81,20
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 90,30
81,20
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,20
92,80
do.
3½
84,10
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,60
89,20
do.
3½
79,50
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
89,10
do.
3½
78,30
do.
80,70
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 100,40
95,00
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,40
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,80
3¾ Italiener Rente 93,50
4½ Oeſterr. Silberrente 92,50
4 do. Goldrente . . . 96,60
4 do. einheitl. Rente 89,50
3 Portug. unif. Serie I 64,70
3 do. unif. Ser. III 67,50
3 do. Spezial . . . . 10,30
5 Rumänier v. 1903 . . 101,20
4 do. v. 1890 . . 94,70
4 do. v. 1905 . . 91,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 91,10
4 do. v. 1902 . . . . 90,40
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
3½ Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 86,0.
4 Türk. Admin. v. 1903 84,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,60
4 Ungar. Goldrente .
4 b. Stacktärentk.. . 89,70
Zf.
In Proz.
5 Argentinier . . . . . . 101,20
4
do.
88,10
4½ Chile Gold=Anleihe.
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,30
41
do.
94,90
4½ Japaner . . . .
.94,50
5 Innere Mexikaner . . . 95,00
do.
60,40
4 Gold=Mexikaner v. 1904 88,80
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,90
3 Buenos Aires Provinz 72,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt
. . . . 146,10
5 Nordd. Lloyd . . . . . 120,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 125,20
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 600
Einz. Mk. 408 . . 113,75
8 Baltimore und Ohio .109,25
½ Schantungbahn 138,00
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 171
6 Pennſylvania R. R. . 119,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger 73,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. 502,10
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.. 264,00
30 Farbwerke Höchſt . . 578,25
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . .
10 Cement Heidelberg . . 154,50
30 Chem. Werke Albert 451,50
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 316,00
4 Lahmeger . . . . . . . 131,00
Letzte
InProz.
Biöb.
7½Schuchert, Nürnberg 162,40
12 Siemens & Halske . 244,00
5 Bergmann Electr. . . 153,75
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 177,40
0 Gummi Peter . . . 138,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 180,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 482,50
10 Maſchinenf. Badenia 187,00
6 Wittener Stahlröhren 199,00
8 Steana Romana Petr. 141,90
15 Zellſtoff Waldhof . . 238,00
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . .. . . 215,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 126,00
3 Südd. Immobilien 69,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 194,00
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 235,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 186,50
10 Gelſenkirchener . . . . 196,00
8 Harpener . . . . . . . 194,50
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 263,30
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 90,00
4 Laurahütte . . . . . . 181,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
„ Weſteregeln 193,50
7½ South Weſt Africa 152,50
Prioritäts=
Obligationen.
½ Südd. Eiſenb.=Gef. 90,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 91,60
3 Prag=Duxer . . . . . . 77,60
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,40
3
do.
78,60
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 100,00
Sſ.
ee
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 80,20
do.
54,10
3 Raab=Oedenburg . . . 77,00
4 Kronprinz Rudolfbahn 96,00
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 88,70
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,90
do.
88,50
4 Wladichawchas .
88,80
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 76,00
do.
91,00
24/10 Livorneſer . . . . . 68,90
3 Salonique=Monaſtir 65,00
4 Bagdadbahn . . . .
84,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,20
4 Miſſouri=Pacific . . . . 74,50
4 Northern=Pacific . . . 100,20
4 Southern=Pacific . . . 95,30
15 St. Louis und San
Francisco . . . . . 88,10
5 Tehuantepec . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . 197,25
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 151,20
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 169,00
6½ Darmſtädter Bank . 122,60
12½ Deutſche Bank . . . 256,90
6 Deutſche Vereinsbank . 124,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,60
10 Diskonto=Kommandit 186,00
8½ Dresdener Bank . . 155,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,60
6½ Mitteld, Kreditbank 119,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,90
7 Pfälziſche Bank . . . . 130,00
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[ ← ][ ][ → ] Nummer 169.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Mai 1912.
Nummer 109.
Sport.
* Pferdeſport. Rennen zu Mannheim. Die
Reſultate des Rennens am Montag waren: Preis vom
Odenwald; Ehrenpreis und 5000 Mark, Diſtanz 3500 Meter:
1. Lt. Graf Brühls Counterfeit (Lt. v. Moßner), 2.
Bobo=
link (Lt. Loß). Tot. 20:10. Prämien=Jagd=Rennen;
Ehrenpreis und 10000 Mark, Diſtanz 3800 Meter: 1. Lt.
F. v. Zobeltitz’ Bavarde (Dr. Rieſe), 2. Hausfrau (Hr.
Pur=
gold), 3. Großherzog (Lt. v. Keller). Tot. 14:10. —
Luiſen=
park=Jagdrennen; 3000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Lt.
Stahlknechts Milon II (Hr. v. Weſternhagen), 2. Lady
Scholar (Beſ.), 3. Lorrimer (Lt. v. Moſch). Tot. 20:10.—
Frühlings=Hürdenrennen; 3000 Mark, Diſtanz 2400 Meter:
1. Hrn. A. v. Schilgens Protege (Lt. v. Moßner), 2.
Medi=
eis Pride (Hr. v. Weſternhagen), 3. Aman (Lt. Loß). Tot.
13:10 — Preis der Stadt Mannheim; Ehrenpreis und
24000 Mark, Diſtanz 4200 Meter: 1. Hrn. Blatts Bayard IV
(Hr. v. Weſternhagen), 2. Pomerol (Lt. Gräff), 3. Caſtel
Brillant (Beſ.). Tot. 74:10. — Maimarkt=Flachrennen;
Ehrenpreis und 5000 Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Hrn.
G. Nettes Thereſe (Hr. Dodel), 2. Saint Rules (Hr. W
Schulz), 3. Edelmann (Lt. F. v. Zobeltitz). Tot. 25:10.
Die Graditzer Pferde in Budapeſt
ge=
ſchlagen. Die erſte diesjährige Expedition des
König=
lichen Hauptgeſtüts Graditz ins Ausland iſt von keinem
Erfolg begleitet worden. Bei dem Rennen in Budapeſt
hatten weder Golf noch Gavotte in ihren Rennen etwas
mit dem Ausgang zu tun. Bei dem Vierjährigen hatte
man auch kaum auf ein beſſeres Abſchneiden gerechnet, da
er in dem über 1600 Meter führenden Batthyany=Hunyady=
Preis auf die beſten älteren Pferde Oeſterreich=Ungarns
ſtieß. Baron G. Springers Chilperic, der im Vorjahre das
Deutſche Derby über die Grenze entführte, ſiegte nach Kampf
mit einer halben Länge gegen Eva, einen Hals zurück
endete Rascal, der öſterreichiſche Derbyſieger von 1910. Tot.
54:10. Pl. 45, 29:20. Wider Erwarten erlag dann auch die
zweijährige Hannibal=Tochter Gavotte, die auf Grund
ihrer vorzüglichen Arbeitsleiſtungen in Hoppegarten mit
großem Vertrauen geſattelt worden war. Die Stute ſprang
nicht zum Beſten gab, kam nie ins Vordertreffen und endete
in dem über 900 Meter führenden Anfänger=Rennen als
Siebente. Fürſt Feſtitics Clara ſiegte mit ¾ Längen leicht
gegen Angelica. Dritter wurde Per bacco.
* Radſport. Auswärtige Radrennen. Die
belgiſche Fliegermeiſterſchaft wurde in Brüſſel
entſchie=
den und von Otto vor Bever und Wilmot gewonnen.
In Mailand gelangte ein Match Verri=Dupuy zur
Be=
ſtreitung, das in den beiden Läufen den Italiener Verri
als Sieger ſah. — In Rennes unterlag der Berliner
Bader im Internationalen Hauptfahren gegen
Four=
nous. Dritter wurde Herve vierter Michaud. — In Lyon
beſtritten die franzöſiſchen Straßenfahrer ein 30 Kilometer=
Rennen ohne Schrittmacher. Charpiot ſiegte in 14 Min.
vor Crupeland, den er mit drei Längen ſchlug. Die
näch=
ſten Plätze beſetzten Georget, Triboullard und Lapize.
Der Oeſterreicher Heller war in Goſſelis ſiegreich, wo
er den Großen Preis der Nationen vor Legrand und
Mar=
celli gewann. Ein 80 Kilometer=Mannſchaftsrennen
ge=
wann ebenfalls Heller mit Berthet als Partner vor
Appel=
hans=L. Heusghem und Marcelli=Melotte.
* Olympiſche Spiele in Stockholm. Die 5. Olympiade
nahm am Sonntag mit den Internationalen Lawn=
Tennis=Spielen in gedeckten Hallen ihren Anfang.
Am Eröffnungstag war die königliche Familie zugegen.
Beſondere Feierlichkeiten haben nicht ſtattgefunden. Die
Kämpfe, an denen Deutſchland nicht beteiligt iſt, nahmen
einen durchweg ſpannenden Verlauf. Im Herren=
Einzel=
ſpiel ſiegten am erſten Tage Gobert=Frankreich über Larſen=
Dänemark mit 8—6, 6—1, 5—7, 8—6; Lowe=England über
Boſtröm=Schweden mit 5—7, 6—4, 6—4, 6—4; Caridia=
England über Möller=Schweden 6—2, 5—7, 3—6
Gore=England über Leffler=Schweden 7—5, 6—4, 7—5
Lowe=England über Wennegren=Schweden 6—4, 6—1, 6—4;
Kempe=Schweden über Haintz=Böhmen 6—1, 6—4, 3—6,
6—3; Wilding=Auſtralien über Silberſtolpe=Schweden mit
6—0, 6—1, 6—1. Am zweiten Tage gewannen im Herren=
Einzelſpiel Settelvall=Schweden mit 6—4, 1—6, 4—6, 8—6,
6—4 gegen Roper=Berret=England: Germot=Frankreich mit
4—6, 6—2, 4—6, 6—2, 6—4 gegen Beamiſh=England;
Wil=
ding=Auſtralien mit 6—3, 6—3, 6—3 gegen Grönfors=
Schweden; Dixon=England mit 6—2, 9—7, 4—6, 10—8
gegen Mavrogordato=England. Im Damen=Einzelſpiel
ſiegten Frau Fick=Schweden gegen Frl. Holmſtröm=
Schwe=
den 6— 1, 6—1 und Mrs. Patron=England gegen Frl.
Ceder=
ſchield=Norwegen 6—0, 6—1. Im Herren=Doppelſpiel
blie=
ben die Gebrüder Lowe=England gegen Wennegren=Rylen=
Schweden mit 9—7, 11—9, 6—2 erfolgreich.
* Tennisſport. Der Kampf um die Tennis=
Welt=
meiſterſchaft für Profeſſionals zwiſchen dem
Vertei=
diger Fairs und dem Herausforderer Covey iſt jetzt im
Londoner Prinzeß=Klub zu Ende geführt worden. Es
wurden 10 Sets um einen Einſatz von 500 Pfd. geſpielt.
Das Match ergab die Niederlage von Fairs gegen den
brillant ſpielenden Covey, der von den 10 Sets nicht
weni=
ger als acht gewann und zwar 6—5, 6—3, 6—3, 6—4, 6—2,
6—5, 6—4, 6—1, während er die beiden erſten Sätze mit
4—6, 5—6 verlor. Fairs hat die Weltmeiſterſchaft ſeit dem
Jahre 1908 inne und war auch ſchon vorher, von 1905 bis
1907, Inhaber des Titels, der dann während der Jahre
1907 und 1908 von P. Latham=England gehalten wurde.
Die Weltmeiſterſchaft im Tennis gelangt bereits ſeit dem
Jahre 1810 zum Austrag.
* Waſſerſport. Das Internationale
Motor=
boot=Meeting von Abbazia nahm im Anſchluß
an die Automobil=Sternfahrt nach Abbazia ſeinen Anfang.
Im ganzen ſind zu dem Meeting 24 Boote erſchienen,
darunter von denen, die in Monako bereits geſtartet waren,
Annette II, der frühere Saurer I. Bemerkenswert ſind
ferner noch die Rennkreuzer Lürſſen=Daimler des Herrn
Theodor Dreher=Trieſt und Benz I. Am erſten Regatta=
Tage ſtarteten die Seekreuzer über 73,0 Kilometer. Das
Rennen wurde von „Preſto” in 4 Std. 6 Min. 32 Sek.
ge=
wonnen. Die Rennkreuzer konkurrierten über 54 Kilometer.
Siegreich blieb die Berliner Jacht „Marga IV‟ des Herrn
Rechtsanwalts Dr. Fritz Cohn=Berlin mit 2 Std. 28 Min.
Das Rennen der Rennkreuzer über 40 Kilometer gewann
Annette II gegen Diabolo, ein 30 Kilometer=Rennen für
offene Boote gewann Wireleß und ein 40 Kilometer=
Ren=
nen für Racer Diabolo.
* Laufſport. Ein neuer Weltrekord im Laufen
über 15 engliſche Meilen (24,365 Kilometer) wurde von dem
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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Unter Aufhebung aller früher erlaſſenen Anordnungen wird mit Ermächtigung
Großh. Miniſteriums des Innern auf Grund des § 79 Abſatz 2 des
Reichsviehſeuchen=
geſetzes vom 26. Juni 1900 zur Verhütung der Einſchleppung der Maul= und
Kläuenſeuche in den Kreis Darmſtadt bis auf weiteres Fokgendes angeprdnet:
Quarantäne für eingeführtes Nutz= und Zuchtvieh.
1. Für die Zeit der Seuchengefahr, die noch beſteht, wird angeordnet, daß
Wiederkäuer und Schweine, die von außerhalb des
Groß=
herzogtums zu Nutz= und Zuchtzwecken in den Kreis
ein=
seführt werden, ohne vorher eingeſtellt zu werden, in
einem von anderem Klauenvieh nicht beſtellten Gehöft
einer ſiebentägigen Quarantäne zu unterſtellen ſind
und aus dieſem Gehöft nicht eher weggebracht werden
dürfen, bis nach Ablauf der Quarantänefriſt nach dem
Zeugnis des beamteten Tierarztes die Seuchenfreiheit
der Tiere feſtgeſtellt iſt. Das Abſchlachten von Quarantänevieh kann
unter den für Beobachtungsvieh geltenden Bedingungen geſtattet werden.
Bevor die Tiere nach Ablauf der Quarantänefriſt für ſeuchenfrei erklärt ſind,
dürfen die Stallungen, in denen ſie untergebracht ſind, von fremden Perſonen
nicht betreten werden.
2. Viehhändler dürfen in ihre Handelsſtälle Vieh zur Quarantäne zu anderen
Klauentieren einſtellen, wenn in dieſem Gehöfte Klauenvieh zu Nutz= und
Zuchtzwecken nicht gehalten wird. Sämtliches Klauenvieh unterliegt dann
denſelben Abſperrungsregeln und iſt bei der Anmeldung der
Ortspolizei=
behörde die Stückzahl noch anzugeben.
8. Die der Quarantäne unterliegenden Tiere ſind tunlichſt ſchon vor ihrer Einfuhr,
jedenfalls aber vor ihrer Einſtellung der Polizeibehörde des Ortes anzumelden,
in deſſen Gemarkung die Einſtellung erfolgen ſoll. Anmeldepflichtig iſt jeder,
der die Tiere einführt oder einführen läßt, einerlei, ob dies für eigene Rechnung
oder für Rechnung anderer oder in anderer Auftrag geſchieht.
4. Mit der Eiſenbahn ankommende Viehtransporte dürfen vom
Bahnhofe durch den Empfänger nicht eher weggebracht werden, bis dieſer vorher
bei der für den Bahnhof zuſtändigen Polizeibehörde ſich darüber ausgewieſen
hat, daß entweder die Tiere einer Quarantänevorſchrift nicht unterliegen oder
daß ſie an ihrem Beſtimmungsort für die Quarantäne angemeldet ſind (ſiehe
Ziffer 3).
Auf Ferkel vom Weinheimer Markt finden die vorſtehenden Vorſchriften
nur inſoweit Anwendung, als die Tiere zwar zur Quarantäne anzumelden,
aber erſt nach Ablauf der Quarantänezeit (vor der Freigabe) durch den
beamteten Tierarzt zu unterſuchen ſind.
5. Wer Wiederkäuer und Schweine innerhalb des Großherzogtums auf der
Eiſenbahn verladen oder einen an einem heſſiſchen Bahnhof mit der
Eiſenbahn angekommenen Viehtransport mit demſelben oder einem neuen
Frachtbrief nach einer anderen heſſiſchen Eiſenbahnſtation weiter abfertigen
laſſen will, hat dies bei der für den Bahnhof zuſtändigen Polizeibehörde
anzuzeigen und ſich bei ihr über die Herkunft der Tiere auszuweiſen. Dieſe
Polizeibehörde hat dem Bahnhofsvorſtand alsbald anzuzeigen, ob den
Vor=
ſchriften entſprochen iſt und die Tiere ausgeladen oder abgeſandt oder
weiter=
befördert werden dürfen.
6. Die für die Bahnhöfe zuſtändigen Polizeibehörden werden mit der
Ueber=
wachung der richtigen Einhaltung der Vorſchriften unter Ziffer 4 und 5
beauf=
tragt und angewieſen, ſich dabei mit den Bahnhofsvorſtänden zu verſtändigen.
II.
Maßrögeln zur Verhütung der Einſchleppung der Seuche durch Tiere aus
Schlacht=
piehhöfen und aus ſtark verfguchten Gebieten.
l. Von Schlachtviehhöfen dürfen als Sperrvieh bezeichnete Wiederkäuer und
Schweine in den Kreis nicht eingeführt werden. Ausgenommen hiervon iſt
der ſtädtiſche Schlachthof in Darmſtadt.
2. Von Schlachtvighhöfen eingeführte, als Beobachtungsvieh bezeichnete
Wieder=
käuer und Schweine dürfen zu ſofortiger Abſchlachtung nach privaten
Schlacht=
häuſern unter der Bedingung verbracht werden, daß ſie dahin, ſoweit ſie nicht
mit der Eiſenbahn befördert werden, nur in gut ſchließenden Wagen mit
waſſer=
dichtem Boden verbracht werden.
3. Alles von Schlachtviehhöfen und von außerhalb des Großherzogtums mit der
Eiſenbahn im Kreiſe eintreffende Klauenvieh darf erſt ausgeladen werden,
nachdem es von dem beamteten oder einem dazu ermächtigten Tierarzt auf
Maul= und Klauenſeuche unterſucht und geſund befunden worden iſt. Schafe
können nur durch den beamteten Tierarzt unterſucht werden.
4. Alles von Schlachtviehhöfen und Schlachtviehmärkten kommende Klauenvieh
darf nach dem Ausladen zur Schlachtſtätte nur in gut ſchließenden Wagen mit
waſſerdichtem Boden verbracht werden und iſt unverzüglich abzuſchlachten.
Der Transport von der Bahn nach der Schlachtſtätte hat ohne jeden
Auf=
enthalt zu erfolgen.
III.
Maßregeln zur Verhütung der Einſchleppung und Verbreitung der Maul= und
Klauen=
ſeuſche durch wandernde Schafherden.
I. Alle Schafherden, die von außerhalb des Großherzogtums in den Kreis
ein=
geführt werden, unterliegen einer ſiebentägigen Quarantäne in einem
abgeſon=
derten Stall oder auf einer abgeſonderten Weide, die von anderen
Wieder=
käuern und Schweinen nicht betreten wird.
2. Der Durchtrieb wandernder Schafherden durch das Großherzogtum iſt verboten.
3. Schafherden, die in den letzten Monaten innerhalb einer Gemarkung des
Großherzogtums zur Weide gegangen ſind, dürfen dieſe Gemarkung, wenn ſie
nicht an einer nahegelegenen Eiſenbahnſtation innerhalb derſelben Gemarkung
verladen werden, nur verlaſſen wenn ihre Seuchenfreiheit durch den beamteten
Tierarzt feſtgeſtellt iſt. Das Wandern der Herden iſt nur auf kurze Strecken
und nur unter der Bedingung zu geſtatten, daß die Herden die ihnen vom
Kreisamt bezeichneten Straßen einhalten und daß den Polizeibehörden
der=
jenigen Orte, durch deren Gemarkungen ſie wandern, 24 Stunden vorher Anzeige
davon gemacht wird. Sind wandernde Schafherden länger als drei Tage
nach der letzten amtstierärztlichen Unterſuchung unterwegs, ſo iſt die Herde
durch den zuſtändigen beamteten Tierarzt erneut zu unterſuchen.
4. Der Transport von Schafherden darf innerhalb des Großherzogtums, ſoweit
dazu Eiſenbahn benutzt werden kann, nur mit dieſer erfolgen.
5. Mit der Bahn ankommende Schafherden müſſen mit einem Zeugnis des für
den ſeitherigen Aufenthalt zuſtändigen beamteten Tierarztes verſehen ſein.
Sie dürfen erſt ausgeladen werden, wenn ſie von dem beamteten Tierarzt
unterſucht und ſeuchenfrei befunden worden ſind.
Die Ankunft ſolcher Herden iſt mindeſtens 36 Stunden vorher bei Großh.
Kreisveterinäramt unter genäuer Angabe von Tag und Stunde der Ankunft
anzumelden.
IV.
Allgemeine Transportvorſchriften.
1. Jeder Händler der Rindvieh oder Schweine von einem Ort zum anderen
bringt muß mit einem Urſprungs=Zeugnis über die Herkunft der Tiere
ver=
ſehen ſein.
2. Schafe haben, ſoweit ſie nicht per Bahn befördert werden, nur die Kreisſtraßen
zu benutzen.
3. Jeder Führer ſolcher Schaf=Transporte muß mit einem Zeugnis des Großh.
Kreisveterinäramts über die Seuchenfreiheit der Schafe verſehen ſein, das
drei Tage Gültigkeit hat.
4. Bei Schaftransporten unter 16 Stück genügt für die Einfuhr in eine andere
Gemarkung des Kreiſes ein Urſprungszeugnis der Ortspolizeibehörde, wenn
die Schafe aus dem Kreiſe ſtammen, oder wenn ſie nach der Einführung in
den Kreis mindeſtens 3 Monate in der betreffenden Gemarkung ſich aufgehalten
haben.
Weitere Bedingung iſt in dieſen Fällen, daß die Schafe im Kreiſe
ver=
bleiben oder im Kreiſe abgeſchlachtet werden.
5. Auf Grund des § 7 Abſ. 3 der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom
16. Juli 1904 (Reichsgeſetzblatt Seite 311 ff.) wird eine verſchärfte
Des=
infektion der Eiſenbahnwagen nach den Vorſchriften in
§ 7 Abſ. 2b der Bekanntmachung inallen Fällen angeordnet,
in denen ſſie zur Beförderung von Klauenvieh benutzt
worden ſind,
Mee e
den Vorſchriſfen in § s und h der Bekannimachung zu desinfizieren und der
Dünger iſt nach den Vorſchriften in § 10 der Bekanntmachung zu beſeitigen.
6. Sollen die aus Sperr=und Beobachtungsgebieten auszuführenden Tiere mit der
Eiſenbahn befördert werden, ſo iſt von der Erteilung der Genehmigung außer
der Ortspolizeibehörde des Beſtimmungsortes auch die
Eiſenbahnſta=
tion, auf derdie Verladungerfolgenſoll, unverzüglich in
Kenntnis zu ſetzen. Dieſe Benachrichtigungen, auch die an die
Ortspoli=
zeibehörden des Beſtimmungsortes ergehenden, haben telegraphiſch oder
tele=
phoniſch zu erfolgen und müſſen die Namen des Beſitzers und die Zahl und Art
der auszuführenden Tiere angeben.
7. Eiſenbahnwagen, in denen Klauenvieh aus Sperrbezirken oder
Beobachtungsgebieten befördert wird, müſſen durch Zettel mit der
Auf=
ſchrift „Sperrvieh” oder „Beobachtungsvieh” gekennzeichnet
werden. Ein gleicher Zettel iſt auf dem Frachtbrief anzubringen. Dem
Frachtbrief iſt ferner die Ausfuhrerlaubnis der zuſtändigen Behörde
beizu=
heften.
Klauenvieh, das in den ſo gekennzeichneten Eiſenbahnwagen befördert wird,
darf nur nach der auf dem Frachtbrief angegebenen Eiſenbahnſtation befördert
werden. Ein Entladen oder Umladen iſt unterwegs nur inſoweit
zu=
läſſig, als es zur Erreichung des auf dem Frachtbrief bezeichneten
Beſtimmungs=
ortes notwendig iſt. Ein Hinzuladen von anderem Vieh in mit
Sperr=
oder Beobachtungsvieh beladene Eiſenbahnwagen iſt ohne beſondere Erlaubnis
der zuſtändigen Behörde nicht zuläſſig. Dieſe Erlaubnis iſt nur unter der
Bedingung zu erteilen, daß die hinzugeladenen Tiere an derſelben
Eiſenbahnſtation ausgeladen und demſelben Beſtimmungsort zugeführt und
daß ſie den gleichen polizeilichen Maßnahmen unterworfen werden, wie das in
dem Eiſenbahnwagen befindliche Sperr= oder Beobachtungsvieh.
8. Die Ortspolizeibehörde des Beſtimmungsortes hat die
Ankunft und den Verbleib der Tiere, deren Eintreffen ihr von der
Ortspolizei=
behörde des Ausfuhrortes oder von dem beamteten Tierarzt angemeldet iſt zu
kontrollieren. Iſt nach dem Ablauf einer angemeſſenen Friſt das Vieh
am Beſtimmungsort nicht eingetroffen, ſo ſind über den Verbleib Ermittelungen
anzuſtellen.
V.
Das Verbot der Klauenviehmärkte, ſowie des Handels mit
Klauen=und Federvieh im Umherziehen bleibt bis auf weiteres
in Kraft.
VI.
Alle Viehhändlerſtälle unterſtehen der Aufſicht des Großh.
Kreisveterinärarztes der Art, daß Tiere aus den Ställen
nicht entfernt werden dürfen, bevor eine Beſichtigung des
Beſtandes durch den genannten Arzt ſtattgefunden und von ihm
ein Zeugnis über die etwa wegzubringenden Tiere ausgeſtellt
worden iſt. Das Zeugnis hat der Führer der Tiere bei ſich zu führen.
Alle Viehhändler haben Verzeichnis über ihren Viehſtand,
insbeſondere über die Zu= ünd Abgänge zu führen und dem Großh.
Kreisveterinärarzt nebſt den Urſprungszeugniſſen auf Verlangen
vorzulegen.
VII.
Vorſtehende Anordnungen gelten für die Dauer der beſtehenden Seuchengefahr,
ſoweit ſie nicht eine längere Gültigkeit kraft Geſetzes haben.
Der Zeitpunkt, an dem die Seuchengefahr als beſeitigt gilt, wird von uns im
Amtsverkündigungsblatt veröffentlicht werden.
VIII.
Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Anordnungen werden nach §§ 74 ff.
des Reichsviehſeuchengeſetzes vom 26. Juni 1909 beſtraft.
Darmſtadt, den 6. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An
die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir machen Sie auf vorſtehende Bekanntmachung aufmerkſam. Sie wollen
die=
ſelbe ortsüblich — auch durch Anſchlag — veröffentlichen laſſen und außerdem die in
Ihren Gemeinden anſäſſigen Viehhändler noch beſonders darauf hinweiſen
Darmſtadt, den 6. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(10679
J. V.: Dr. Reinhart.
Die bei Berechnung der Lieferungen für die Armee zugrunde zu legenden
Durchſchnittsmarktpreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat April 1912 für
Hafer 22.50 Mk., für Heu 11.— Mk., für Stroh 6.— Mk. pro 100 Kilo betragen. 10684
Vekanntmachung.
Die andauernde Trockenheit hat die Feuersgefahr in den Waldungen
außterordentlich geſteigert. Bei der zurzeit herſchenden großen Dürre genügt
ein Funke, um gefährliche Waldbrände zu entfachen.
Auf Grund des Art. 65 der Kreis= und Prapinzialordnung werden zunächſt für
vier Wochen die nachſtehenden Anordnungen erlaſſen:
1. Das Rauchen im Walde und deſſen Nähe im Umkreis von 20 Metern
vom Waldrande iſt verboten.
2. Das Feueranzünden (außerhalb von Gebäuden) im Walde und im
Umkreis von 20 Metern vom Waldrande iſt verboten.
Dieſe Anordnungen treten mit dem Tage ihrer Bekanntmachung in Kraft.
Zuwiderhandlungen werden mit Geldſtrafe bis zu neunzig Mark beſtraft.
Gleichzeitig machen wir auf die nachſtehend abgedrucken Vorſchriſten des Art. 46
des Forſtſtrafgeſetzes vom 13. Juli 1904 aufmerkſam.
(10598
Darmſtadt, den 6. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Artikel 36 des Forſtſtrafgeſetzes.
Mit Geldſtrafe bis zu ſechzig Mark oder mit Haft bis zu vierzehn Tagen wird
beſtraft:
1. wer mit unverwahrtem Feuer oder Licht einen Wald betritt oder ſich
dem=
ſelben in gefahrbringender Weiſe nähert:
2. wer im Walde brennende oder glimmende Gegenſtände fallen läßt, fortwirft
oder unvorſichtig handhabt:
3. wer — in anderen als nach § 368 Nr. 6 des Strafgeſetzbuchs ſtrafbaren
Fällen — im Walde oder in gefährlicher Nähe desſelben im Freien ohne
Erlaubnis der Forſtpolizeibehörde Feuer anzündet oder, falls ihm die
Erlaub=
nis erteilt iſt, das Feuer gehörig zu beaufſichtigen oder auszulöſchen
unter=
läßt, oder den bei Erteilung der Erlaubnis ihm vorgeſchriebenen Bedingungen
zuwiderhandelt;
4. wer Waldflächen oder Grundſtücke, welche an Waldungen angrenzen, ohne
Erlaubnis der Forſtpolizeibehörde abbrennt oder den hierauf
bezüg=
lichen Anordnungen der Forſtpolizeibehörde zuwiderhandelt;
5. wer bei einem Waldbrande der Aufforderung des zuſtändigen Forſtbeamten
oder Ortspolizeibeamten zur Hileleiſtung nicht nachkommt, obſchon er
der=
ſelben ohne erheblichen eigenen Nachteil Folge zu leiſten vermag.
An die Ortspolizeibehörden des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, den Inhalt obiger Bekanntmachung ſofort auf
orts=
übliche Weiſe zu veröffentlichen und das Polizeiperſonal entſprechend anzuweiſen.
Zuwiderhandlungen ſind zur Anzeige zu bringen.
Darmſtadt, den 6. Mat 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am 9., 10., 13.,
14. und 17. Mai 1912, von vormittags 7 Uhr bis zum Dunkelwerden, Schießen mit
ſcharfer Munition von Truppenteilen des 18. Armeekorps auf dem Schießplatz bei
Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel, in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
Nummer 54.
Donnerstag, den 9. Mai 1912.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt.
im Weſten: Dammweg.=Brunnersweg ausſchliebzlich,
Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln
ab=
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
tember 1909.)
Wenn das Schießen früher beendet iſt, werden die Gemeinden Meſſel und
(10253a
Offenthal von Aufhebung der Abſperrung ſofort benachrichtigt.
Darmſtadt, den 19. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die Firma Lippmann May dahier beabſichtigt, an der Induſtriegleisanlage
auf der Südſeite der Weiterſtädterſtraße dahier ein Anſchlußgleis nach ihrem
Grundſtück herzuſtellen.
Der Plan der Anlage liegt in der Zeit von Donnerstag, den 9. d. Mts.,
bis Mittwoch, den 15. d. Mts. einſchließlich auf Großh. Bürgermeiſterei
da=
hier (Zimmer Nr. 29) zu jedermanns Einſicht offen.
Etwaige Einwendungen gegen die Anlage ſind bei Meidung des
Aus=
ſchluſſes innerhalb der bezeichneten Friſt bei Großh. Bürgermeiſterei hier
vorzubringen.
(10794
Darmſtadt, den 8. Mai 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
In Vertr.: Dr. Reinhart.
Das ſtädtiſche Pfandhaus
bleibt wegen vollſtändiger Lageraufnahme von heute ab bis auf weiteres
nachmittags geſchloſſen.
Darmſtadt, den 7. Mai 1912.
Die ſtädtiſche Pfandhausverwaltung.
Paul.
(10753a
Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 13. und Dienstag, den 14. Mai l. J.,
vormittags 9 und nachmittags 3 Uhr
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag des Eigentümers, Herrn
Hof=
lieferant Ernſt Niemann, in dem großen Speiſeſaal in der erſten
Etage des ſeitherigen Bahnhofsgebäudes der Heſſiſchen
Ludwigs=
bahn die geſamte noch vorhandene
Hotel=Einrichtung
beſtehend in:
10 kompletten Betten, durchweg ſehr gut erhaltene
fran=
zöſiſche Bettſtellen mit Roßhaarmatratzen und guten
Feder=
betten, dazu paſſenden Waſchkommoden mit Spiegelaufſätzen
und Nachttiſchen mit Marmorplatten, mehrere Sofas mit
Seſſeln und Stühlen, eine Partie ovale und viereckige gute
Tiſche, 2 Chaiſelongues mit Seſſeln, verſchiedene Spiegel
mit Trumeaux, einige Bauerntiſche, 2 Schreibtiſche, 10
Klei=
derſtänder und Handtuchſtänder, ſämtliche Zimmerteppiche,
ſowie eine große Partie Vorhänge, Tiſchdecken und Deckchen.
Ferner 1 großen hübſchen Ankleideſpiegel und 1 ſchönes
Toilettetiſchchen mit Spiegel, 1 Säule mit Büſte, 1 große
Kommode, verſchiedene zweitürige Kleiderſchränke und eine
Partie Kofferböcke, 2 Schreibpulte, 2 Schreibpultſtühle, 7
Ge=
ſindebetten und 1 Bettkiſte.
Ferner das
Wirtſchchafts=Inventar
beſtehend in 18 Tiſchen mit weißen Marmorplatten,
ca. 50 guten Rohrſtühlen, einer großen Partie
Holz=
tiſchen und 12 Plüſchſeſſeln, 8 runden und 4 viereckigen
Gartentiſchen und ca. 80 Gartenſtühlen, 4
ſchmiede=
eiſernen Kleiderſtändern, welche ſich auch für
Gartenwirt=
ſchaft eignen, eine Partie Kühlbehälter, Bierbleche und
Tropf=
bleche aus Zink, letztere aus Kupfer und Meſſing, Eiskaſten
und Eisſchränke, Spültiſche und ſonſtige Küchenmöbel,
4 Bierpreſſionen und 2 Luftpumpen, 1 großen Eisbehälter
mit Zinkbeſchlag u. ſ. w., u. ſ. w.
Ferner 1 Badeofen für Holz= und Kohlenfeuerung
und 1 Zinkbadewanne, mehrere dreiarmige Lüſter und
2 Zuglampen für Gas, 9 eiſerne Ofenſchirme, 12
Kohlen=
kaſten, 2 Kaffeemaſchinen für Wirtſchaftsbetrieb, ſodann
noch eine Partie Waſchtiſchgarnituren, Tafelgeräte, Aufſätze,
verſilberte Leuchter und Girandole.
1 Pianino, kreuzſaitig, 24 Holzkaſten, mit wilden Reben
angepflanzt, und 10 Unterſätze für Oleanderbäume.
Die Beſichtigung der Gegenſtände kann Samstag, den 11. Mai,
nachmittags von 3—5 Uhr, ſtattfinden.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(15777ds
Darmſtadt, den 9. Mai 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Umbau der Evangel. Kirche zu Eberſtadt.
Die nachſtehend aufgeführten Arbeiten und Lieferungen ſollen
auf dem Wege der öffentlichen Ausſchreibung vergeben werden:
Los 1 Erd= und Maurerarbeiten,
Los 2 Steinmetzarbeiten,
Los 3 Eiſenlieferung,
Los 4 Zimmerarbeiten,
Los 5 Dachdeckerarbeiten,
Los 6 Spenglerarbeiten,
Los 7 Kleineiſenzeuglieferung,
Los 8 Kunſtſteinlieferung.
Die mit Preiſen und Namensunterſchrift verſehenen Angebote
ſind verſchloſſen mit entſprechender Aufſchrift verſehen bis zum
20. Mai, vormittags 10 Uhr, im Evangeliſchen Pfarrhaus zu
Eberſtadt bei Herrn Pfarrer Paul einzuſenden. Die Eröffnung der
Angebote erfolgt am 20. Mai, nachmittags 3 Uhr, in Gegenwart der
etwa erſchienenen Bewerber im Rathausſaal. Die Angebotsformulare
werden zum Selbſtkoſtenpreis am 10., 11., 13. und 14. Mai von 8 bis
12 Uhr vormittags, in der Sakriſtei der Evangeliſchen Kirche
abge=
geben. Die Zeichnungen liegen zur genannten Zeit auf.
Eberſtadt, den 14. Mai 1912.
(10739ds
Die Bauleitung:
Der Vorſtand der
Evan=
geliſchen Kirchengemeinde:
Pützer,
Profeſſor.
Paul, Pfarrer.
Die von uns auf das Leben der Agathe Sonnenfeld, damals
in Hannover, geboren am 10. Januar 1891, ausgefertigte
Er-
lebens-Versicherungs-Police Nr. 142825 über Mark 1000.− ist
angeblich abhanden gekommen.
Der gegenwärtige Inhaber der Police wird aufgefordert,
sich binnen 6 Monaten bei uns zu melden, widrigenfalls die
Police für kraftlos erklärt werden wird.
Berlin, den 5. März 1912.
VICORIA zu Berlin
Allgemeine Versicherungs-Aktien-Gesellschaft
(5770a
O. Gerstenberg, Generaldirektor.
Willy Andress, Darmstadt
Büro: Mühlstrasse 20
Wohnung:
Fernruf Nr. 1207 Baugeschäft u. Eisenbetonbau Fernruf Nr. 1146
Maurer=Arbeiten
Neu u. Umbauten
Hoch= und Tiefbauten
Eisenbetonfachwerk u. Stützenbauten für Industrie u. Geschäftshäuser
Steuer=Ausſchläge.
Die Gemeinde= und
Kirchen=
ſteuer=Nachtrags=Hebregiſter
Nr. XIIII-LI der Gemeinde
Darmſtadt, ſowie Nr. XXXVII und
XXXVIII der Gemeinde Darmſtadt
(Beſſunger Stadtteil) für 1911
lie=
gen vom 8. lfd. Mts. an acht
Tage lang auf dem Büro der
Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, zur
Einſicht auf.
Beſchwerden gegen die
Beitrags=
pflicht oder gegen das
angenom=
mene Beitragsverhältnis müſſen
binnen der erſten vier Wochen nach
Ablauf derOffenlegungsfriſt (
ſchrift=
lich oder mündlich) bei
Großher=
zoglichem Kreisamt vorgebracht
werden. Später vorgebrachte
Be=
ſchwerden finden keine
Berückſich=
tigung.
(10735
Darmſtadt, 4. Mai 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
Nachste Woche Zlenung.
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Feldbergſtr. 79, 3. St. lks. (*11837
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O11 Geldgewinne Mk.
60
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1909a
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Lose à 2 Mk., Porto und Liste 25 Pfg. extra.
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J. Schweickert, Stuttgart, Marklstr. 6.
§ 58
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A.
„,
2
0
25
2
S 5 5.
1 25
Ee 5st
e
2
22
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Nummer 109.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Mai 1912.
Seite 18.
Vyhkent
Soeiserr
Import englisch irischer Reit-, Jagd- und Wagenpferde
Kaiser Karl Ring 15 MAINZTelephon Nr. 761:
Teile den Herren Offizieren, sowie einem P T sportliebenden Publikum ergebenst mit, dass ich
den Darmstädter Pferdemarkt mit 20 erstklassigen Pferden besuche. Ab Freitag, 10. Mai
stehen meine Pferde in den Stallungen des Pferdemarktes zum Verkaufe aus.
(10814dfs
10. Vorberenungsharsus
für die
theoret. Meiſterprüfung im Handwerk.
Nach dem Reichsgeſetz vom 30. Mai 1908 (ſog. kleiner
Be=
fähigungsnachweis) dürfen bekanntlich im allgemeinen nur noch ſolche
Perſonen Lehrlinge anleiten, welche die Meiſterprüfung beſtanden
haben. (Die Beſtimmungen finden gleicherweiſe auf männliche wie
auf weibliche Gewerbetreibende Anwendung.)
Vielſeitigen Wünſchen entſprechend, beabſichtigen wir daher zur
Vorbereitung auf den theoretiſchen Teil der Meiſterprüfung einen! Sür die Sommerſaiſon Komiker
Kurſus in Buchführung, Wechſellehre, Scheckverkehr, Gewerbe=
Verſicherungs= und Genoſſenſchaftsgeſetzgebung abzuhalten.
Derſelbe wird bei genügender Teilnahme am 1. Juni beginnen
und am 10. Juli endigen. Als Unterrichtszeit ſind die Mittwoch=
und Samstag=Nachmittage vorgeſehen.
(10789
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Darm=
ſtadt, Georgenſtraße 9, bis ſpäteſtens 29. Mai entgegengenommen.
Die Teilnehmergebühr mit 10 Mk. iſt im Voraus zu entrichten.
Der Vorſtand des Ortsgewerbevereins zu Darmſtadt.
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(Nachdruc vc. 55:
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Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Weit ab auf fernem Meere, eingekeilt zwiſchen
mäch=
tigen Eisſchollen, liegt ein Schiff. Die Froa iſt es, die
Kaare Myrdal trägt.
Gewaltige Eismaſſen treiben im Oſten. Wie ein
Totenland liegt das Eismeer im ſilbernen Licht.
Kaare Myrdal, der in ſeiner Ausrüſtung aus
See=
hundsfellen ſich ganz behaglich warm fühlt, ſteht auf Deck
und blickt mit ſeinen hellen, blauen Augen in die Weite.
Er kennt genau alle Farben der eiſigen Oede, das
Leuchten des Schnees, das Dunkel des Meeres, das
flammende Rot der Sonne, aber er kann ſich nicht müde
ſehen an dieſer Wunderpracht.
Und Kaare Myrdal blickt über das weite Totenreich,
über die großartige, ſchaurig ſchöne unendliche
Einſam=
keit, und ſeine Augen grüßen die Ferne.
Dort hinter den himmelhohen Eisbergen weilt ſie,
die er liebt. Immer iſt ihr Bild bei ihm geweſen, immer
hat er Hallgerdrs Nähe gefühlt in Not und Gefahr, in
Sturm und Graus. In den Eisgründen Grönlands,
beim Geheul der Wölfe, im Kampf mit den königlichen
Eisbären, im Ringen mit menſchenfeindlichen
Natur=
gewalten, in denen die Froa ſich ſo tapfer behauptet,
immer war das Bild der Geliebten Kaares Talismann,
der ihn behütete vor Tod und Verderben.
Bisher hatte die kleine Expedition Glück gehabt.
Die wiſſenſchaftlichen Aufzeichnungen, die Kaare über
die Erforſchung des Eislandes mit heimbrachte, wollte
er in den ſtillen, langen Winterabenden zu einem Buche
einen, um der Welt zu ſagen, was er geſehen, was er
erforſcht, was er erreicht.
In langen Winterabenden, wenn Hallgerdr ihm zur
Seite ſaß und das Feuer traulich im Kamin kniſterte.
Dann ſollte ſie Teil haben an ſeiner Arbeit.
Weitab in ſchimmernder Ferne ſah er die Gletſcher
glühen.
Und eine wilde Sehnſucht ſtieg plötzlich in Kaare
Myrdal auf nach dem blonden Weibe, das er in ſeiner
großen, glühenden Seele voll Andacht trug.
Was waren Not und Entbehrungen, all die
ausge=
ſtandenen Qualen der Reiſe gegen das Wonnegefühl, ſie
wiederzuſehen, die er liebte.
Zuweilen, in einſamen Nächten, zwiſchen Eis und
Schnee, kam ihm wohl voll Bitternis der Gedanke an
den Abſchied, und daß Hallgerdr ihn zurückgewieſen,
aber in ſeiner Bruſt lebte doch der felſenfeſte Glaube
an ihre Treue, an ihre Liebe.
Wahngebilde ſind es, die ihre Seele umdüſtern,
trö=
ſtete er ſich. Wenn ich heimkehre, dann ſoll meine heiße,
treue Liebe ſie zu mir zwingen.
Er gab kaum Acht, daß einige gewaltige Eisſchollen
ganz in der Nähe des Schiffes mit donnerndem Krachen
ſenenn er ſah gar licht deß diſe Gisſchlen unt
raſender Geſchwindigkeit und Kraft aus dem Waſſer
auf=
ſchoſſen und der Froa bedrohlich näher kamen. Er ſtand
mit einem glücklichen Lächeln und ſtarrte über das Eis
Das Schiff hebt und ſenkt ſich, und jedesmal erhält
es einen Stoß, daß ſeine Grundfeſten erſchüttern.
Unheimlich knackt es in allen Fugen, und ein
Fau=
chen und Zittern kommt über den Schiffsleib.
Die Mannſchaft zeigt eine leichte Unruhe.
Hell klingen die Kommandos des Kapitäns.
Da fährt Kaare Myrdal erſchreckt empor.
Nun, alter Freund, wieder in Gedanken, hört er
plötzlich die Stimme ſeines Freundes und Reiſegenoſſen
Profeſſor Sigfus Ernſon an ſein Ohr klingen, und wie
Lachen bricht es daraus hervor, ich glaube ja, Du dichteſt,
während wir hier in Todesängſten ſchweben.
Todesängſte, Sigfus? Wie kann man Todesangſt
haben, wenn die Welt ringsumher in ſolchem
Strahlen=
kranze prangt? Was kommt es darauf an, ob wir hier
verſinken in dieſer wunderbaren, herzerſchütternden
Ein=
ſamkeit? Wie eine Welle im weiten Meer, ſo würden wir
vergehen, und niemand würde vielleicht wiſſen, daß wik
geweſen.
Und Dein blondes Mädchen daheim, Kaare Myrdal
Kaare ſtrich mit der Hand über ſeine Stirn. Die
hohe Mütze aus Seehundsfell hatte er abgenommen, und
man ſah, daß ſich in ſeine klare Stirn doch ſchwere
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nen, und dann meiner vergeſſen, ſagte er langſam. Und
plötzlich packte er mit hartem Griff des Freundes Hand.
Du glaubſt, daß ſie mich vergeſſen könnte, daß es
vielleicht ſchon geſchehen? Glaubſt Du, daß wahre Liebe
ſterben kann?
Der Profeſſor lachte behaglich.
Alles ſtirbt, mein Junge, auch die Liebe, nur das
weite Meer da, das iſt ewig.
So möchte ich, daß das Meer mich verſchlinge, rief
Kaare Myrdal. Ich möchte nicht leben, wenn ich dächte,
daß Hallgerdr aufhören könnte, mich zu lieben.
Wer kann erwarten, daß ein Gefühl ewig iſt? Wird
es nicht durch tauſend Dinge geweckt und getötet, die
gar nicht in uns liegen?
Du meinſt, Hallgerdr könnte einen anderen ſehen
und meiner vergeſſen?
Wie lauernde Angſt lag es in Kaare Myrdals Frage.
Tropf, der Du biſt, Dir mit ſolchen Gedanken den
Kopf zu verdrehen. Kenne ich denn Deine holde Schöne
ſo genau wie Du? Trau einer den Weibern. Ich habe
noch keine geſehen, die treu war, abgeſehen von denen,
die keine Gelegenheit hatten, untreu zu werden. Hollah,
was gibt es denn jetzt?
Es kommt immer mehr Eis unter die Froa,
be=
merkte Kaare Myrdal. Wenn es ſo fort geht, dann finden
wir hier alle unſer Grab, und Liebe und Treue brauchen
uns nicht mehr zu kümmern.
Von den treibenden Eismaſſen tönte ein wüſter
Lärm herüber. Das war ein Krachen und Splittern,
ein donnerähnliches Getöſe. Zwei mächtige Eisfelder
gerieten miteinander in wütenden Kampf.
Immer mehr Eis drängt ſich unter das Schiff,
im=
mer höher wird es gehoben.
Kane Ahrdei ſomt di beſchr.
Seit Wochen ſind ſie alle noch nicht aus den
Klei=
dern gekommen, denn ſie warten und warten auf die
Kataſtrophe, die ja eintreten muß.
Das Schiff ächzt und ſtöhnt. Wie von einem
ent=
feſſelten Heer wilder Gewitter tobt es rings umher.
Wie Kanonendonner klingts, wie ſchauerliches
Schlacht=
gewühl.
Wenn das gegen die Bordwand anſtürmende Eis
zerſchmettert zurück ſinkt, zieht es wie ein jammerndes
Klagen durch den Schiffsraum, und erfüllt die Herzen
mit Schrecken.
Und die Stunden ſchwinden in banger Sorge, im
dumpfen Hinbrüten. Schon glaubt man ſich verloren.
Jeden Morgen ſieht man neue Eisblöcke aus dem
Meere ragen, ſieht man, was die Nacht, die unheimliche
Nacht geſchaffen.
Die Froa treibt es nicht mehr lange, ſagte eines
Morgens der graubärtige Kapitän, und in ſeinen Augen
ſchimmert es feucht.
Kaare Myrdal iſt fertig mit dem Leben. Er hat
einen ganz eigenen ſtillen, weltfremden Zug in ſeinem
Geſicht.
In der vorigen Nacht, als er auf das Aechzen und
Stöhnen lauſchte, das die Eispreſſungen der Froa
her=
auslockten, da hatte er plötzlich gefühlt, wie ein tiefer
Riß durch ſein Herz ging. Wie eine klaffende, große
Wunde empfand er ihn, und er wußte, in dieſem
Augen=
blick hatte ſich Hallgerdr von ihm gewandt.
Wie ein Geſtorbener kam er ſich vor.
Umſonſt ſuchte er alle Vernunftgründe hervor, ſich zu
ſtröſten. Wie mit Flammenſchrifſt blieb es in ſeingr
Bruſt beſtehen:
Sie hat dich verraten.
Aun neche des eis bonten und ihr vehichien=
Aber das Eis kam nicht mehr in Rieſenbergen
da=
her. Die Scholle, die ſie einengte, barſt mit hohlem
Kra=
chen, und jubelnd wurde das ſchwarze, gurgelnde
Waſ=
ſer, das zwiſchen den Eisſchollen hervorbrach, begrüßt.
Nun galt es, die Eisblöcke abzuhauen, die das Schiff
noch hielten, und dann ſchoß die Froa ſtolz und ſicher von
der hemmenden Scholle hinab in das ſich weit auftuende
Meer.
Leben, Leben! jauchzte alles auf der tapferen Froa,
Nur Kaare Myrdal ſtand wie geiſtesabweſend und
ſtarrte über das gurgelnde Waſſer.
Die Gipfel der Gletſcher funkellten in blendender
Pracht. Blaugrün, roſenrot leuchteten ſie, wenn die
Sonne mit ihrem Rieſenlicht den Himmel in Brand
ſetzte, aber Kaare Myrdal war es, als ſei es immer Nacht,
tiefdunkle Nacht, und als fände ſich die Froa nie, nie
wieder heimwärts.
Das Schiff aber bahnte ſich ſo ſicher durch Eisberge
und Klippen ſeinen Weg, zuverſichtlich zog es dahin in
dem flimmernden Licht, das der Sonnenbrand glühend
um ſeine Maſten wob.
Die Heimat wollte die Froa wiederſehen, nicht
ſter=
ben da draußen auf dem Meere in ſtiller Polarnacht,
wie Kaare Myrdal meinte, ſondern als Siegerin wollte
ſie heimkehren, die wehende Fahne hoch über ihrem
Haupte.
Die Froa wollte es ſo, die Froa war ſtark.
Kaare Myrdal aber war ſchwach, ſeitdem er den
Glauben an Hallgerdrs Liebe verloren.
(Fortſetzung folgt.)
Se
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1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
1912.
Zweite Kammer der Stände.
30. Sitzung.
Donnerstng, 5. Mal.
St. Darmſtadt, 8. Mai.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
von Hombergk zu Vach Exz., Geheimeräte Dr.
Beſt, Süffert, Miniſterialrat Dr. Kratz, Geh.
Ober=
finanzrat Seip, Geh. Oberfinanzrat Balſer.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9,10
Uhr. Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung ein
und beginnt mit der Beratung der
Beamtenbeſoldungsvorlage,
d. h. der Regierungsvorlage, „Geſetzentwurf über die
Dienſtbezüge der Staatsbeamten und Volksſchullehrer
und deren Hinterbliebenen, ſowie die Deckungsmittel”
betreffend.
Als erſter Redner ergreift
Staatsminiſter Ewald
das Wort: In der Preſſe iſt der Regierung mehrfach der
Vorwurf gemacht worden, daß ſie in ihrer
Beſoldungs=
vorlage nicht eine organiſche Reform der
Beſoldungs=
ordnung, ſondern nur prozentuale Zuſchläge zum
Ge=
halt und eine Erhöhung des Wohnungsgeldes
vorge=
ſchlagen haben. Aus einer Bemerkung in der Begründung
der Vorlage, daß danach die Bezüge der Staatsbeamten
durch die jetzige Aufbeſſerung wieder auf eine längere
Reihe von Jahren feſtgelegt werden, iſt ſodann der
Schluß gezogen worden, die Regierung habe überhaupt
nicht die Abſicht, einer Reform der Beſoldungsordnung
in abſehbarer Zeit näher zu treten.
Damit Ihre Verhandlungen nicht von dem gleichen
Mißverſtändniſſe beeinflußt werden, habe ich mir zur
Erläuterung des angeführten Satzes aus der
Begründ=
ung das Wort erbeten. Er ſoll beſagen, daß mit der
vorgeſchlagenen Aufbeſſerung eine feſte Grundlage für
die künftige Geſtaltung der Einkommensverhältniſſe der
Beamten geſchaffen werden ſoll. Auf Seite 45 der
Be=
gründung iſt darauf aufmerkſam gemacht, daß die
jetzi=
gen Gehaltsſätzeſin Verbindung mit den vorgeſchlagenen
Mehrbeträgen hei dauernd dem gleichen Aufwand die
Möglichkeit bieten, jederzeit in neue höhere
Gehalts=
klaſſen umgewandelt zu werden, um auf dieſem Wege
zu einer neuen Beſoldungsordnung zu kommen. Von
dieſer Möglichkeit ſobald als angängig Gebrauch zu
machen, iſt die Abſicht der Regierung. Um der vielfach
vorhandenen Notlage von Beamten ſo raſch als
mög=
lich abzuhelfen, hat ſie den in der Vorlage betretenen
Weg eingeſchlagen in der Ueberzeugung, daß mit einer
organiſchen Reform dieſes Ziel raſcher Hilfe nicht zu
erreichen geweſen ſein würde.
Aenderungen der geltenden Beſoldungsordnung
wer=
den als eine organiſche Reform in weiten
Beamten=
kreiſen nur dann anerkannt werden, wenn in dieſen
Aenderungen die Wünſche der Beamtenſchaft weitgehende
Berückſichtigung finden. In der Denkſchrift vom 1. Juli
1909, Druckſache 211 des XXXIV. Landtags. Seite 71 ff.
iſt eine Zuſammenſtellung der an Regierung oder
Land=
ſtände gerichteten Vorſtellungen von Staatsbeamten und
der aus den Landſtänden hervorgegangenen Anträge
wegen Verbeſſerung der Einkommensverhältniſſe der
Staatsbeamten, Penſionären, Hinterbliebenen und
Staatsdienſtaſpiranten mit einer Berechnung über den
hierdurch bedingten finanziellen Mehrbedarf gegeben.
Er berechnet ſich auf 3 634000 Mark, — 726800 Mark
— Mehrbelaſtung des Penſionsfonds —, zuſammen auf
4 360 800 Mark.
Bedenken die Herren, daß wir zur Deckung unſerer
Vorlage unter Erhöhung der Steuer um 831000 Mark
§ 2240 000 Mark benötigen, ſo erhellt ohne weiteres,
daß die Reform, wie ſie die einzelnen Beamtengruppen
wünſchen, für unſere Verhältniſſe eine Unmöglichkeit iſt.
Die organiſche Reform der Beamtenbezüge kann alſo
auch in Zukunft nur einen Teil der vielfachen Wünſche
befriedigen. Hieraus ergibt ſich zunächſt die ſchwierige
Aufgabe, ſie auf das höhere und geringere Maß ihrer
Berechtigung und Dringlichkeit gegen einander
abzu=
wägen. Hierzu iſt aber vor allem Klarheit darüber
er=
forderlich, welcher Betraa für dieſe Ausgleichungen zur
Verfügung ſteht. Die Löſung dieſer Aufgabe mag
aus=
fallen, wie ſie will, ſie wird den Widerſpruch der
Beamten=
gruppen finden, die dabei mit ihren Wünſchen nicht zum
Ziele gelangt ſind, Sie werden als unbehobene
Unſtim=
migkeiten alles das betrachten, was mit ihrer Anſicht
Tüber die beſte Löſung der Beſoldungsfrage nicht
über=
einſtimmt. Sie werden ſich mit dem Erſuchen um ihre
Vertretung an Sie, meine Herren, wenden, und Sie
wer=
den ſich dem Anſinnen Ihnen naheſtehender
Beamten=
kreiſe oft ſchwer entziehen können. Die Folge hiervon
werden Verhandlungen im Landtag ſein, die ſich nicht
leicht und vor allem aber nicht raſch durchführen laſſen.
Das haben auch die Beratungen der Beſoldungsvorlage
über das jetzt geltende Beſoldungsgeſetz vom Jahre 1898
gezeigt.
Das Beſtreben ſämtlicher an der Beſoldungsreform
intereſſierter Beamtengruppen, in höhere Bezüge
ein=
gewieſen zu werden, und die unausbleibliche Folge daß
durch das Aufrücken von Beamtengruppen in höhere
Klaſſen das Beſtreben der dieſen höheren Klaſſen ſeither
ſchon angehörigen Beamten erweckt wird, nun auch
Dihrerſeits zu avancieren, führt notwendig zu einer
Er=
höhung des Mehrbedarfs für Beſoldungen.
Das praktiſche Bedürfnis, die Lage der Beamten
aber ſo raſch als möglich zu verbeſſern, hat uns deshalb
auf den eingeſchlagenen Weg gewieſen, der uns zugleich
die Möglichkeit gibt, aus den nunmehrigen
Verhandlun=
gen zu überſehen, inwieweit die Stände geneigt ſein
werden, die Deckung für den zur Reform erforderlichen
Mehrbedarf zu beſchaffen.
Die Prüfung unſerer Vorſchläge ergibt auch die
Grundloſigkeit der Befürchtung, daß durch die
prozen=
tuale Gehaltserhöhung die Gehalte auch ſolcher
Beamten=
klaſſen erhöht würden, deren Einkommen bei einem
Ver=
gleich mit den Bezügen der entſprechenden Beamten=
läſen anderer Staten zu erhöhen weniger angezeigt
ſei. Denn über die Sätze der Beſoldungen anderer
Staaten kommen nur einige Gruppen der niederen
Be=
amten mit unweſentlichen Beträgen hinaus, die mittleren
Beamten nähern ſich den Bezügen in anderen Staaten,
die akademiſchen Beamten, und namentlich die höheren,
bleiben hinter ihnen nicht unbeträchtlich zurück.
Ich möchte Sie deshalb bitten, unſere Vorſchläge,
die, wenn ſie auch nicht alle Wünſche befriedigen, von
dem weitaus überwiegenden Teil der Beamtenſchaft
dankbar begrüßt werden, mit Wohlwollen, mit
Beher=
zigung der alten Wahrheit zu behandeln, daß doppelt
gibt, wer raſch gibt!
Abg. Dr. Oſann:
Die Nationalliberale Partei, deren Standpunkt ich
in der Regierungsvorlage über die Dienſtbezüge der
Staatsbeamten, der Volksſchullehrer und ihrer
Hinter=
bliebenen, ſowie die Deckungsmittel heute zu entwickeln
habe, betrachtet die Verhandlung keineswegs von dem
Geſichtspunkt, daß hier zu den einzelnen von der
Regier=
ung vorgeſchlagenen Geſetzentwürfen eine endgültige
Stellungnahme erfolgen ſoll, ſondern daß man ſich nur
im allgemeinen, ohne ſich in ſeiner endgültigen
Stellung=
nahme feſt zu binden, ausſpricht darüber, welche
Ge=
danken die Geſetzentwürfe in der Partei hervorgerufen
haben. Eine ſolche Bindung würde auch eine durchaus
unrichtige ſein in einem Zeitpunkte, in welchem wir ja
mit der Regierung in nähere, aufklärende Verhandlung
noch gar nicht eingetreten ſind, und ſie würde deshalb
als eine übereilte zu bezeichnen ſein. Wenn man
ins=
beſondere die Geſetzentwürfe über die Dienſtbezüge der
Staatsbeamten und Volksſchullehrer nur als
proviſo=
riſche betrachtet und dabei Rückſicht nehmen muß auf die
demnächſtige organiſche Geſtaltung der Verhältniſſe, ſo
wird man die Zurückhaltung irgend welcher Feſtlegung
durchaus begreiflich finden. Die Regierungsvorlage
hüllt ſich in ein Mantelgeſetz ein und gibt damit dem
gan=
zen Plane der Regierung ein beſonderes ſtaatsrechtliches
Gepräge. Wenn in ſonſtigen Fällen Geſetze mit einem
Mantelgeſetz vorgelegt werden, ſo wird darin die Abſicht
der Regierung dokumentiert, daß ſie die Geſetze nur im
ganzen angenommen haben will und daß ſie für den Fall
der Ablehnung auch nur eines Geſetzes, das in der
Man=
telumhüllung ſteckt, die Ablehnung des ganzen
Geſetzent=
wurfes ſieht. Ich weiß nicht, ob auch das Mantelgeſetz,
wie es uns hier vorgelegt worden iſt, dieſe prinzipielle
Bedeutung hat. Ich könnte mir eher den Standpunkt
der Regierung dahin erklären, daß ſie jeder Aenderung
der einzelnen Geſetze ja auch der Eliminierung einzelner
Geſetze, nicht einen ſolchen Wert beimeſſen würde, wenn
insbefondere bei den Geſetzesvorlagen ein entſprechender
Erſatz geſchaffen wird.
Wir haben in der Kammer in den letzten Jahren uns
in allen Parteien einmütig zuſammengefunden, die Not
der Beamten anzuerkennen, und es hat ja das dringende
Verlangen nach einer Beſſerung der Verhältniſſe der
Beamten ſeinen Ausdruck gefunden in zahlreichen
Peti=
tionen, Erörterungen in der Preſſe und auch in den
Thronreden, welche nicht allein in dem letzten Landtage
gehalten worden ſind. Es ſteht für uns in der
National=
liberalen Partei feſt, daß die Lebensverhältniſſe nicht
allein in unſerem Lande, auch nicht in Deutſchland allein,
ſondern wohl überall in der Kulturwelt erheblich teurer
geworden ſind, ſeitdem wir die letzte Beſoldungsreform
im Jahre 1898 gemacht haben. Die Not der heſſiſchen
Beamtenſchaft iſt jetzt nach und nach zu einer ſolchen Höhe
geſtiegen, daß unter keinen Umſtänden mehr
Zurückhalt=
ung auf dem Gebiete der Fürſorge für die Beamtenſchaft
geübt werden darf. Wir haben zwar ſeit dem Jahre 1898
mit ſeiner organiſchen Beamtenbeſoldunng im Jahre
1908 durch Einführung eines Wohnungsgeldzuſchuſſes
den Beamten eine Erhöhung ihrer Bezüge um 7 Prozent
gewährt. Allein, es kann kein Zweifel ſein, daß die
Teuerung der letzten Jahre ganz empfindlich auf die
Beamtenſchaft eingewirkt hat und daß gerade in den
letzten Jahren in den Preiſen ein bedeutendes Anziehen
ſtattgefunden hat. Ich darf hierbei einſchalten, daß, wenn
ich hier im allgemeinen von Beamten ſpreche, dies auch
auf die Volksſchullehrer, auf die Staatsdienſtanwärter,
die Witwen und Waiſen, ſowie auf die Penſionäre
anzu=
wenden iſt. Die Regelung der ganzen Frage, wie ſie uns
ſeitens der Regierung in dem Geſetzeswerk von
an=
nähernd 200 Seiten vorgelegt worden iſt, hat den
lebhaf=
teſten Widerſpruch in unſeren Kreiſen hervorgerufen, und
zwar ſowohl hinſichtlich der Frage der Anforderung der
Mittel, wie auch der Deckungsfrage. Wir hatten gehofft,
daß die Regierung uns eine organiſche Aenderung der
Beſoldungsänderung des Jahres 1898 vorlegen würde,
in welcher die Veränderungen in dem Beamtenkörper
nach ſeiner dienſtlichen Stellung, nach ſeiner dienſtlichen
Beſchäftigung und auch nach ſeinen Bezügen klaſſifiziert
worden wäre, als dies i. J. 1898 geſchehen iſt. Wir hatten
uns umſomehr darauf verlaſſen können, als die
Regier=
ung ſelbſt zum wiederholten Male an eine organiſche
Aenderung herangetreten zu ſein uns verſichert hat.
Heſſen wurde durch die Reichsfinanzreform von den
ge=
ſtundeten Matrikularbeiträgen befreit, da dieſelben auf
das Reich übernommen wurden, und bezüglich der
wei=
teren Matrikularbeiträge wurde eine geſetzliche Regelung
zwar nicht, wohl aber ein bindendes Verſprechen unter
den Bundesſtaaten bezüglich der Höhe der
Matrikular=
beiträge erzielt. Es war alſo damit der Moment
gekom=
men, in welchem nach den damaligen Ausführungen der
Regieruna den Landſtänden der Entwurf einer Reviſion
für die Beſoldungsordnung unterbreitet werden ſollte.
Nun ſehen wir jetzt in der Regierungsvorlage eigentlich
nur eine proviſoriſche Regelung der Verhältniſſe.
Die Regierungsvorlage iſt aber auch ein Unikum in
dem ganzen Reich. Alle übrigen Staaten haben es fertig
gebracht, eine organiſche Regelung der
Beamtenverhält=
niſſe eintreten zu laſſen; im Reiche, in Preußen und in
Württemberg und in den anderen Staaten iſt die
Klaſſi=
fizierung und die Einreihung der Beamten in die
Klaſ=
ſen durchgeführt worden, nur bei uns in Heſſen war dies
nicht möglich. Die organiſche Regelung wird aber von
uns deshalb gewünſcht, weil ſich im Laufe der Jahre ſeit
dem Jahre 1898 eine Reihe von Veränderungen in der
Beamtenſchaft vollzogen haben, welche die alte Ordnung
als überholt erſcheinen läßt. Eine Reihe von Beamten
ſind durch ihre Examinas durch ihre dienſtliche Stellung
von ihrer früheren Klaſſifikation heranfgerückt. Neue
Beamtenkategorien haben ſich gebikdet, ſo daß es
unbe=
dingt notwendig iſt. von Grund auf auch neue
Verhält=
niſſe zu ſchaffen. Wir haben ſowohl in der Kammer wie
in der Regierung eine ganze Anzahl von
Beamtenkate=
gorien in ihren Bezügen zu erhöhen bereits für würdig=
ohne fämtliche Kalegorien
auf=
zuzählen, die Hochbauaufſeher, Dammwärter,
Kultur=
techniker und Kreisſtraßenmeiſter, deren Bezüge bereits
außerhalb der Beſoldungsordnung aufgebeſſert werden
ſollen; ich nenne die Domanialforſtwarte, die
Steuer=
aufſeher, welche allen erhöhte Bezüge nicht allein, ſondern
Verſetzungen in andere Dienſteinkommensklaſſen
zuge=
ſagt worden ſind; alle dieſe Verſprechungen ſind nicht
er=
füllt worden. Alle die Wünſche und Beſchwerden, die
wir zum Teil als durchaus berechtigt anerkannt haben,
ſind nicht befriedigt worden und dieſe Nichtbefriedigung
der Kammer in einer Regierungsvorlage über die
Be=
amtenbeſoldung kann uns keinerlei Sympathie für die
Regelung der Regierungsvorlage erwecken. Die
pro=
zentuale Erhöhung, wie ſie die Regierung vorſchlägt, hat
aber auch darin ihre großen Nachteile, daß nur ein
über=
aus Kundiger ſich in der Neuregelung der Verhältniſſe
zurecht finden kann. Jeder Ueberſicht, jeder Vergleich
mit den Beſoldungen anderer Länder iſt einfach
ausge=
ſchloſſen. Aber auch rechneriſche Nachteile hat dieſe
Ge=
ſtaltung, wie ſie die Regierung jetzt geben will, in ganz
bedeutendem Umfange. Aber die proviſoriſche Regelung
der Dinge durch prozentuale Erhöhung hat auch den
großen Nachteil, daß eine Beruhigung der Beamtenſchaft
durch eine Beſoldungsordnung nicht eintritt. Die Wünſche
und Beſchwerden der Beamten über unrichtige
Behand=
lung in der alten Beſoldungsordnung würden
fortbe=
ſtehen bleiben, ja, ſie werden noch vermehrt und verſtärkt
durch die prozentuale Aufbeſſerung. Die
Gehaltsſpann=
ung, welche zwiſchen den einzelnen Beamtenklaſſen
be=
ſtanden hat, wird noch eine größere werden und dadurch
werden die Beamten noch mehr als ſeither dahin
ge=
drängt werden, Aenderungen der Verhältniſſe zu
ver=
langen. Es wird weder in der Beamtenſchaft, noch auch
für die Regierung, noch auch für die Kammer der Zuſtand
der Ruhe nach einem langen Hängen eintreten, und dieſen
Zuſtand herbeizuführen, hätte insbeſondere auch in dem
größten Intereſſe der Regierung gelegen.
Wir fragen uns nun, warum iſt es der Regierung
nicht möglich geweſen, eine organiſche Reviſion
herzu=
ſtellen? Wirhaben, glaube ich, Grund anzunehmen, daß die
verſchiedenen Reſſorts in der Regierung zum
einheit=
lichen Entſchluſſe nicht kommen konnten, weil der
Wider=
ſtand der einzelnen Beamtenklaſſen untereinander ein
ſchier unüberwindlicher war, und ſo iſt die Regierung
den für uns ſo überaus unangenehmen Weg einer
pro=
zentualen Gehaltserhöhung gegangen. Wir bedauern
dies aus den Gründen, die ich vorgetragen habe, ganz
außerordentlich, denn auch wir in der Kammer werden
durch dieſes Vorgehen der Regierung in eine überaus
unangenehme, ja geradezu in eine Zwangslage verſetzt.
Wir erkennen die Not der Beamten an, wollen deren
Notlage verhüten, und nun werden wir von der
Regier=
ung auf einen Weg geleitet, den wir als einen unrichtigen
erkennen, der auch inſofern lebhafte Gefahren birgt, als
doch ſicher nach der Annahme einer prozentualen
Erhöh=
ung die organiſche Ausgeſtaltung der
Beſoldungsord=
nung neue und große Anforderungen an das Land
ſtel=
len wird, nachdem uns eben angeſonnen wird, für die
Beamtenbeſoldungen uſw. einen Betrag von faſt 21s
Millionen Mark aufzubringen, und in eine ſolche Lage
werden gerade die verſetzt, die der Beamtenſchaft helfen
wollten. Wir ſprechen hier keineswegs aus, daß wir
ge=
willt ſeien, die Regierungsvorlage, wie ſie uns gegeben iſt,
etwa abzulehnen, ſondern wir werden ſuchen. im
Finanz=
ausſchuß alles zu tun, um den Verſprechen der
Gehalts=
erhöhung, die wir den Beamten gegeben, nachzukommen
und damit deren Wünſche und berechtigte Anforderungen
zu erfüllen. Wie ſich die Dinge geſtalten werden, kann
ich nicht vorausſagen; jedenfalls ſei von unſerer Seite
zur Beruhigung derg Beamtenſchaft verſichert, das alles
geſchehen ſoll, um zur Regelung der Verhältniſſe zu
kommen.
Ich habe damit die Geſtaltung der
Gehaltsverhält=
niſſe der Beamten erledigt. Bei dem
Wohnungs=
geldzuſchuß darf wohl darauf hingewieſen werden,
daß er jetzt, nachdem wir im Jahre 1907 auf dem Wege
der Einführung des Wohnungsgeldzuſchuſſes den erſten
Schritt getan haben, nicht mehr zurückkommt. Ich ſtehe
bezüglich des Wohnungsgeldzuſchuſſes, insbeſondere
jetzt, nachdem er penſionsfähig geſtaltet werden ſoll, auf
dem Standpunkte, daß er eigentlich ein Teil des Gehalts
iſt. Ob die jetzige Klaſſifizierung der Orte eine richtige
iſt, mag im einzelnen in der Kommiſſion behandelt
wer=
den; es werden aber, wie ich ſicher weiß, eine ganze
Reihe von Orten mit ihrer Einreihung nicht zufrieden
ſein, und auch da wird es an lebhaften Beſchwerden
nicht mangeln. Der Wohnungsgeldzuſchuß kann auch
wohl jetzt nicht mehr abgeſchafft werden, indem der
be=
treffende Betrag einfach zu dem Gehalt geſchlagen wird,
weil derſelbe eine Einrichtung des Reiches, Preußens
und auch anderer Bundesſtaaten iſt und weil das
Zu=
ſammenwohnen von Reichs= und heſſiſchen Beamten eine
gewiſſe Gleichheit der Verhältniſſe bedingt.
In der Lehrerſchaft hat ſich eine lebhafte
Unzufrie=
denheit mit der Geſtaltung der Gehaltsverhältniſſe
her=
ausgeſtellt, weil dieſelben nur mit 11 Prozent der
bis=
herigen Gehaltsſätze bedacht worden ſind und weil bei
dieſer Regelung gerade das den Lehrern zukommende
Wohnungsgeld außer Betracht geblieben iſt. Hierin
findet die Lehrerſchaft eine ungerechtfertigte
Benachteilig=
ung, die ſie um ſo mehr empfindet, als hierdurch ihrem
Streben, den mittleren Beamten gleichgeſtellt zu werden,
eine bedeutende Erſchwerung in den Weg gelegt wird.
Wir ſtehen dieſen Beſtrebungen der Lehrer, mit den
Staatsbeamten der mittleren Finanzkategorie
gleichge=
ſtellt zu werden, durchaus ſympathiſch gegenüber. Wir
ſehen auch ein, daß gerade die geringere prozentuale
Steigerung als eine Ungerechtigkeit empfunden wird, die
ſich ganz beſonders in der Spannung ausdrückt, welche
bei der Neugeſtaltung der Verhältniſſe zwiſchen dem
Ge=
halte der Lehrer und der mittleren Finanzbeamten zutage
treten wird. Es darf ja wohl bei den Bezügen der
Be=
amten überhaupt nicht allein auf die prozentuale
Erhöh=
ung Rückſicht genommen werden, ſondern es muß
zu=
ſammengerechnet werden, was an prozentualer Erhöhung
und dem Wohnungsgeld zuſammen mehr an Bezügen für
einen Beamten gegeben wird. Bei den Bezügen der
Volksſchullehrer ſoll dagegen lediglich der Gehalt erhöht
werden, nicht aber dem Gehalt auch das Wohnungsgeld
beigefügt werden. Dem können wir uns nicht
anſchlie=
ßen, ſondern erachten es für gerechtfertigt, daß die
Volks=
ſchullehrer eine Erhöhung ihrer Bezüge um 15 Prozent
erſtreben, damit aber auch zugleich ihre weitergehenden
Forderungen zurückzuſtellen bereit ſind. Dabei verkennen
wir keineswegs, daß ſich die Gehalte der Volksſchullehrer
in den letzten 30 Jahren erheblich geſteigert haben=und
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Mai 1912.
Nummer 109,
denken, daß dies auch in der Lehrerſchaft durchaus
ge=
würdigt wird. Wir wollen aber dabei auch den
Gefüh=
len widerſtreiten, als ob die Lehrer gegenüber den
ande=
ren Beamten eine Zurückſetzung erfahren würden, die
ihnen perſönlich aber auch in ihrer künftigen Stellung
zu Klagen Veranlaſſung geben wird. Erfreulich in der
Reihe der Geſetze erſcheint uns aber vor allem die
Tat=
ſache, daß nunmehr den Witwen der Volksſchullehrer ein
erhöhtes Witwengeld gegen früher gezahlt und den
Wai=
ſen ebenſo wie den Witwen Gleichſtellung mit den
Hin=
terbliebenen der Staatsbeamten gewährt wird. Eine
Freude, die allerdings wieder dadurch geſchmälert wird,
daß für die Witwen und Waiſen der vor dem
Inkraft=
treten des Geſetzes verſtorbenen oder penſionierten
Lehrern die ſeitherigen Witwen= und Waiſengelder
wei=
tergegeben werden ſollen. Eine ſolche Beſtimmung
fin=
den wir durchaus unſozial und werden in dem Ausſchuß
darauf drängen, daß hier eine Aenderung ſtattfindet. Es
ſind lediglich in dem Budget 50000 Mark zur Verfügung
geſtellt geweſen, damit die penſionierten Beamten und
die Hinterbliebenen ſolcher Beamten und
Volksſchulleh=
rer in ihren Bezügen aufgebeſſert werden können.
Wer=
den jetzt auch noch weitere 125000 Mark bereitgeſtellt, ſo
ſollen ſie ja nur in den Fällen des Bedürfniſſes gegeben
werden. Darauf werden ſich eine ganze Reihe von
Pen=
ſionären und Witwen nicht einlaſſen. Eine Reihe von
Bezügen, welche den Staatsdienſtanwärtern zukommen
iſt ja mit einem Koſtenaufwande von 126000 Mark in
der Vorlage bereits aufgebeſſert worden.
Wenn ich nunmehr zu der Frage der Deckung
der Ausgaben übergehe, ſo wird vor allem wenig
angenehm empfunden werden, daß ein Teil der
Gehalts=
aufbeſſerungen der Lehrer den Gemeinden auferlegt
wird. Hier wird in der Regierungsvorlage mit einem
Betrage von 277345 Mark gerechnet, welcher den
Gemein=
den auferlegt werden ſoll. Daß eine ſolche Auflage in
den Gemeinden den lebhafteſten Widerſpruch hervorrufen
muß, iſt bei den Belaſtungen vorauszuſehen geweſen,
und es hat auch die Verſammlung der heſſiſchen
Bürger=
meiſter, welche am 29. April in Friedberg ſtattfand, ſich
einmütig gegen eine ſolche weitere Belaſtung gewehrt. Wie
ſich nun dieſe 277345 Mark auf die einzelnen Gemeinden
verteilen, iſt aus der Vorlage abſolut nicht zu erſehen.
Aber da ja die fünf großen Städte ausſcheiden, iſt doch
die Belaſtung eine recht erhebliche, und wenn wir
Ge=
meinden mit Steuerbelaſtungen über 200 Prozent haben
— es gibt deren eine ganze Reihe, zum Beiſpiel in dem
Kreiſe Erbach und in anderen Kreiſen —, ſo muß es
Be=
denken erregen, weitere Belaſtungen den Gemeinden
auf=
zuerlegen. Solche Belaſtungen zu Gunſten der Lehrer
bringen aber auch die Gemeindeangehörigen gegen die
Lehrerſchaft in Aufregung, und ſo hat auch dieſe ein
er=
hebliches Intereſſe daran gezeigt, daß eine ſolche
Belaſt=
ung der Gemeinden nicht vorgenommen wird. Wir
wol=
len ſehen, ob in dieſer Richtung eine Aenderung der
Ver=
hältniſſe zu erzielen iſt; jedenfalls werden wir aber,
wenn irgend möglich, die Belaſtungen der Gemeinden
von ihnen fernhalten. Dann iſt es aber auch nicht mehr
als recht und billig, daß die Koſten der Höheren Schulen
auch nicht den Stadt= und Landgemeinden zu einem Teil
auferlegt werden. Hier handelt es ſich um einen Betrag
von etwa 230000 Mark, welchen die Höheren Schulen
von den Gemeinden erhalten ſollen und welche den
Ge=
meinden bedeutende Opfer auferlegen. So für
Darm=
ſtadt allein eine Mehrausgabe von 77674 Mark, Gießen
20 101 Mark, Worms 17994 Mark. Wenn auch hier ein
Entgegenkommen der Regierung dahin gezeigt wird, daß
die Koſten der Höheren Mädchenſchulen mit einem
Staatszuſchuß bedacht werden ſollen, ſo iſt derſelbe meiſt
ſo klein, daß er nicht in Betracht kommt. Mit Recht
wen=
det man ſich gegen eine derartige Auflage an die Städte
und größeren Orte, und es wird deshalb geſehen werden
müſſen, wie dieſe 230000 Mark von dem Staate
über=
nommen werden können; ebenſo wie dies die
Lehrerge=
halte mit 277345 Mark erfordern. Erfreulich erſcheint
unter den Deckungsvorſchlägen, daß auch erhebliche
Be=
träge wegen der Vereinfachung der Staatsverwaltung
in Rechnung geſetzt werden können. Damit iſt doch in der
Praxis gezeigt, daß die Beſtrebungen, welche vor
eini=
gen Jahren eingeſetzt haben, nunmehr auch ihren
Aus=
druck in den Staatsausgaben finden. Daß der
Urkunden=
ſtempel wieder zur Deckung der Ausgaben in Erſcheinung
treten muß, iſt nicht ſehr erfreulich. Weniger iſt ja gegen
die Erhebung von Abgaben für Jagdpachtverträge zu
ſagen; aber wenn aus dem Stempel für Verſicherung
100000 Mark herausgeholt werden ſollen, ſo erregt doch
gerade die Beſteuerung eines ſozial wirkenden oder
eines in der heutigen Zeit abſolut notwendigen
Für=
ſorgemittels erhebliche Bedenken. Die Regierung ſieht
weiter vom Jahre 1913 ab eine Erhöhung der Steuern
vor, die ebenfalls nicht ſehr erfreulich erſcheint. Es dart
hier ja wohl ausgeſprochen werden, daß die
Staats=
ſteuer lange nicht ſo drückend empfunden wird, wie die
Gemeindeſteuer, und daß auch in der ſtaatlichen
Beſteuer=
ung eine weit größere Zurückhaltung der Steuererhöhung
geübt wird, als in den Gemeinden. Wenn man aber vor
die Frage geſtellt wird, ob man lieber die Lehrergehalte
und die Koſten der Höheren Schulen aus Miteln des
Staates oder aus Mitteln der Gemeinde beſtreiten will
ſo glaube ich, daß der letzten Maßregel nicht der Vorzug
gegeben werden wird. Es wird eingehender Erörterung
bedürfen, ob überhaupt an eine Erhöhung der Steuern
herangetreten werden muß. Die Fragen der Deckung
ſtehen aber im engſten Zuſammenhang mit der Frage,
wie wir die Eiſenbahnüberſchüſſe, die ja erfreulicherweiſe
in den letzten Jahren eine glänzende Geſtaltung
ange=
nommen haben, verwenden und insbeſondere, in welcher
Weiſe wir dieſelben zur Schuldentilgung heranzuziehen
haben. Wenn wir allerdings aus den
Eiſenbahnüber=
ſchüſſen, wie die Regierung vorſchlägt, und
Etatsüber=
ſchüſſen nur einen Betrag von 460 220 Mark jährlich ein=
Hegäue
ſtellen, ſo kann gerade für die Beamtenbeſoldungen, die
ja von den 2300000 Mark ſich bis zum Jahre 1927 auf
3000065 Mark erhöhen werden, dies kein erheblicher
Poſten ſein. Wir werden aber ſehen müſſen, ob nicht
etwa durch eine für die allgemeine Staatsverwaltung
günſtige Geſtaltung der Schuldentilgung weit erheblichere
Beträge flüſſig gemacht und hier zur Deckung verwendet
werden können.
Ein Wort noch der Erhöhung der Zivilliſte des
Großherzogs. Wir haben des öfteren bereits über
die Gehalte der Hofbeamten und Hofbedienſteten und des
Perſonals des Hoftheaters und der Hofmuſik hier
ge=
ſprochen. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß auch dieſe von der
allgemeinen Teuerung mitbetroffen worden ſind, und
unter den gering bemeſſenen Gehalten außerordentlich zu
leiden gehabt haben. Wir haben ſtets auch die Erhöhung
der Zivilliſte nur nach der Richtung ins Auge gefaßt,
daß lediglich zu dem Zwecke aus ihr dieſe Hofbeamten
und=Bedienſteten aufzubeſſern, an eine Erhöhung
her=
angetreten werden kann. Nun wird eine ſolche von
jähr=
lich 75000 Mark verlangt, was eine Aufbeſſerung von
etwa 12 Prozent bedeutet. Wenn wir berückſichtigen, daß
zur Zeit aus der Zivilliſte von 1265000 Mark die
Ge=
halte mit 620 658 Mark und der Zuſchuß für das Theater
mit 288740 Mark, zuſammen 909398 Mark, bezahlt
wer=
den, ſo ergibt ſich hieraus, daß für die übrigen
Bedürf=
niſſe des Hofes ein Betrag von 455000 Mark etwa
ver=
bleibt. Wenn nun nachgewieſen wird und nachgewieſen
iſt, daß ſich gerade die Hofbeamten, die Mitglieder des
Hoftheaters und der Hofmuſik in einer Notlage befinden,
ſo kann wohl auch nichts dagegen eingewendet werden,
daß ſeitens des Staates hier, gerade wie bei ſeinen
Be=
amten, eine entſprechende Beihilfe geleiſtet wird. Wenn
weiter, und zwar im Austauſch gegenüber den dem Staat
zur Verfügung geſtellten Jagden, für die künſtleriſchen
Zwecke, welche der Großherzog verfolgt, 50000 Mk.
auf=
gewendet werden können, ſo haben wir dabei
berückſich=
tigt, in welcher Weiſe Kunſt und Kunſtgewerbe gerade
durch die Tätigkeit des Großherzogs die heſſiſche
Indu=
ſtrie und das heſſiſche Gewerbe in einer ganz beſonderen
Weiſe emporgehoben und zur Entwicklung gebracht hat.
Wir haben uns dabei überlegt, ob es richtig ſei, den
Gegenwert der 50 000 Mark in Geſtalt der Jagden, welche
der Großherzog dem Fiskus zurückgeben will,
anzuneh=
men. Aber wir nehmen bei der Hauptſache, dem
Haupt=
teil der Jagden, daran keinen beſonderen Anteil, da er
ja zur Verfügung geſtellt worden iſt. Eine Ausnahme
könnte vielleicht, und das werden wir anregen, bezüglich
der Jagden gemacht werden, welche in der Gegend des
Jagdſchloſſes Wolfsgarten liegen und welche gerade für
den perſönlichen Gebrauch des Hofes eine beſondere
Be=
deutung haben. Wir ſind überzeugt, daß auch ohne dieſe
Gebiete ſich bei der günſtigen Lage der anderen Jagden
ein Pachtpreis von 50000 Mark erzielen läßt und finden
damit das Aequivalent für die 50000 Mark, welche dem
Großherzog für ſeine künſtleriſchen Zwecke zur
Verfüg=
ung geſtellt werden. Redner ſchließt: Wir wiſſen, wie
groß die Not iſt und wie eiligſte Hilfe abſolut
erforder=
lich iſt. Dieſer Gedanke wird uns auch in den
Beratun=
gen in dem Finanzausſchuß zu leiten haben, und ich
zweifle nicht, daß wir in dieſen Verhandlungen die
Grundlagen finden, Zufriedenheit in die Reihen der
Be=
ämtenſchaft zu bringen, damit aber auch die
Opferfreu=
digkeit und volle Hingabe an ihren Dienſt ſeitens der
Beamtenſchaft in allen Zweigen der Staatsverwaltung.
Abg. Brauer
kann im Gegenſatz zu ſeinem Vorredner ſich kurz faſſen.
Er ſei aus der Rede des Herrn Dr. Oſann über die Stellung
der Nationalliberalen Partei zu dieſer wichtigen Vorlage
nicht klug geworden. (Zuruf der Soz.: Wir auch nicht.)
Seine Partei ſei der Meinung, daß nur eine organiſche
Reform der Beſoldungsordnung eine Löſung der
vorliegen=
den Materie bringen kann. Durch die von der Regierung
vorgeſchlagene Regelung würden die anerkannten Härten
der Beſoldungsordnung noch verſchärft. Dieſer
Regel=
ung können wir unſere Zuſtimmung nicht
geben. Wir ſind vielmehr überzeugt, daß die Regierung
in der Lage ſein wird, eine neue Vorlage einzubringen.
Doch wollen wir die Beamten nicht warten laſſen und ſind
vielmehr der Meinung, daß wir die Mittel, die ſchon jetzt
zur Verfügung ſtehen in Höhe von etwa 1 Million den
Be=
amten zugute kommen laſſen. Wie das geſchehen ſoll,
ob in Form einer Teuerungszulage, oder anders,
das bleibt der Entſcheidung des Ausſchuſſes oder dieſes
Hauſes überlaſſen. Seine Partei halte es für notwendig,
daß wir inbezug auf die Gehaltsſätze wie auch auf die
Pen=
ſionsſätze uns den anderen Staaten, beſonders Preußen,
nähern. Was die Volksſchullehrer betrifft, ſo wollen wir
uns auch hier nur von ſachlichen Geſichtspunkten leiten
laſſen, obwohl fortgeſetzt aus allen Kreiſen der Wähler
ge=
wünſcht wird, vorſichtig mit der Aufbeſſerung der
Lehrer=
gehälter zu ſein. Wir werden für Gleichſtellung der
Volks=
ſchullehrer mit den Staatsbeamten eintreten und halten
dementſprechend eine 15prozentige anſtatt der
vorgeſchlage=
nen 11prozentigen Erhöhung für angebracht. Wir ſind
weiter der Meinung, daß die Nebenbezüge der Beamten
wegfallen müßten. Zur Deckungsfrage werde ſeine Partei
eintreten für Erhöhung der Vermögensſteuer, der
Auto=
mobilſteuer, eventl. für eine Steuer auf Kunſtſchätze in
Privatbeſitz, für Mobiliarſteuer uſw. Auch für eine 5
prozen=
tige Steuererhöhung wird ſeine Partei zu haben ſein. Zum
Schluſſe möchte er doch nicht unterlaſſen, auch darauf
hin=
zuweiſen, daß es weiten Kreiſen des Mittelſtandes —
Ge=
werbetreibenden, Kaufleuten ꝛc — nicht beſſer gehe als den
Beamten und daß dieſe immer noch den Vorteil des ſteten
ſicheren Einkommens, der Ruhegehalte uſw. haben.
Abg. Molthan:
Auch ſeine Partei bedauere es ſehr, daß die Regierung
von einer organiſchen Beſoldungsreform abgeſehen habe.
Die Beamten betrachten dieſe organiſche Regelung für
ge=
rade ſo wichtig, als die Erhöhung der Bezüge ſelbſt. Seine
Partei müſſe darauf dringen, daß die Regierung alsbald
an eine ſolche Vorlage herantritt und die Erklärung des
Staatsminiſters, daß dies ſobald als möglich geſchehen
ſolle, könne durchaus nicht genügen. Techniſche
Schwierig=
keiten können der Einbringung der Vorlage nicht im Wege
ſtehen, denn man ſagt ja, daß die Vorlage ſchon ſeit
einem Jahrin der Schublade eines
Geheime=
rats liege. (Unruhe, Heiterkeit.) Zu beanſtanden ſei
auch, daß die gegenwärtige Vorlage eine ganze Kategorie
von Beamten außer Betracht läßt. Seine Partei beantragt
daher, alsbald eine Vorlage einzubringen, die die Bezüge
der Gerichtsſchreibergehilfen und
Aktuariats=
aſſiſtenten und mittleren Baubeamten regelt. Auch daß die
Vorlage auf die Beamten der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſen=
bahngemeinſchaft keine Anwendung finden ſoll, ſei zu
be=
anſtanden, daß die Beſoldungsordnung notwendig iſt, daß
die Notlage der Beamten unbeſtreitbar iſt, darüber herrſcht
wohl allgemeine Einigkeit. Aber nicht nur die kleinen,
auch höhere Beamtenkategorien leiden ſchwer unter den
verteuerten Lebensbedingungen. Dem Vorſchlag einer
Teuerungszulage werde ſeine Partei ſich nicht anſchließen.
Ein neues Proviſorium dieſer Art dürfe nicht geſchaffen
werden. Daß die Gehaltserhöhungsſätze den Beamten
nicht genügten, iſt richtig und begreiflich, doch müſſe er dem
Staatsminiſter zuſtimmen, daß zur Zeit in Rückſicht auf die
Finanzlage Heſſens nicht weiter gegangen werden kann.”
Daß der Dispoſitionsfonds von 50000 Mark auf 125000
Mark erhöht und dadurch eine Erhöhung der
Be=
züge der alten Penſionäre ermöglicht wurde, iſt zu
be=
grüßen. Nicht aus den Augen laſſen dürfe man die Frage
der Schuldentilgung und man könne den diesbezüglichen
Vorſchlägen des jetzigen Finanzminiſters zuſtimmen. Den
Standpunkt, der in der Erſten Kammer vertreten wurde,
daß die Eiſenbahnſchulden, weil ſie werbende ſeien, nicht
getilgt zu werden brauchen, könne er nicht teilen. Der
Ver=
quickung der Frage der Schuldentilgung mit der Vorlage
könne ſeine Partei durchaus zuſtimmen. Den Worten der
Anerkennung, die den Volksſchullehrern gewidmet wurden,
ſchließe er ſich an, und ſeine Partei ſtimme auch der
Gleich=
ſtellung mit den Staatsbeamten gleicher Kategorie und der
Erhöhung um 15 Prozent ſtatt 11 Prozent zu. Der
Ab=
wälzung der Volksſchullaſten auf die Gemeinden könne ſeine
Partei keinesfalls zuſtimmen, ſie ſtelle vielmehr den
An=
trag: Die Kammer wolle die Regierung um eine Vorlage
erſuchen, durch welche a) die Aufbringung der für die
Be=
ſoldung der Lehrer notwendigen Beträge nach dem in
Württemberg, Sachſen und Baden gültigen Syſteme durch
feſtbeſtimmte nach der Zahl in den Gemeinden vorhandenen
Lehrerſtellen zu berechnenden Zahlungen der Gemeinde
zur Staatskaſſe erfolgen ſoll; b) die Aufbeſſerung der
Be=
züge der Volksſchullehrer in derſelben Höhe herbeigeführt
wird, in welcher die Bezüge der mittleren Finanzbeamten
erhöht werden; e) unter allen Umſtänden die Auszahlung
der Gehälter der Volksſchullehrer durch die Staatskaſſe
her=
beigeführt wird.
Dem Jagdpachtſtempel ſtimme er zu, doch könne
er ſich nicht einverſtanden erklären mit dem Stempel auf
Lebens= und Feuerverſicherung. Bei der Deckungsfrage
muß vermieden werden, daß auch die kleinſten Einkommen
zur Aufbringung der Mittel für die Beamten mit erhöhter
Steuer herangezogen werden. Redner ſchließt mit dem
Wunſche, daß es gelingen möge, die ſchwierige Frage zu
löſen. Ohne gegenſeitige Nachgabe werde das allerdings
nicht möglich ſein.
Es tritt eine Pauſe ein.
Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen führt
Staatsminiſter Ewald Exz.
aus: Aus den Ausführungen des Abg. Molthan glaube ich
das Einverſtändnis ſeiner Partei damit ſchließen
zu können, daß die Vorlage als Grundlage für eine
orga=
niſche Beſoldungsordnung geeignet iſt. Er hat aber die
Geeignetheit abhängig gemacht von einer beſtimmten Er= unſererſeits, in welcher Friſt die Regſierung
eventl. eine Vorlage zur organiſchen Beſol= einzubringen gedenkt. Ich bin heute
ſchon in der Lage, eine Erklärung dahin abzugeben, daß,
falls es gelingt, zwiſchen Regierung und Finanzausſchuß
eine Einigkeit darüber zu erzielen, welcher Betrag
für die Ausgleichung der Unſtimmigkeiten zwiſchen der
heutigen Vorlage und der organiſchen Beſoldungsreform
verwendet werden darf, und welche Quellen für die
Deckung hierfür zur Verfügung ſtehen, die Regierung in
der Lage iſt, noch im Laufe dieſes Etatsjahs
res die gewünſchte Vorlage einzubringen
(Lebh. Bravo.)
Abg. Henrich:
Die eben gehörte Erklärung des Staatsminiſters und
die Ausführungen des Vorredners laſſen die Lage doch
in etwas günſtigerem Liche erſcheinen, als nach den
Zeitungsäußerungen anzunehmen war. Feſtlegen auf
irgendwelche Einzelheiten könne auch ſeine Partei ſich
nicht. Er möchte warnen vor der Annahme, daß die Not
der Beamten noch nicht ſo groß und ſo dringend ſei, da
man lieber eine ſpätere organiſche Regelung, als ſofort
eine Aufbeſſerung wünſcht. Man gebe in ſolchen
Momen=
ten nicht gern jedem Einblick in die tatſächliche ſchwierige
Lage. Von einem tatſächlichen „hungern” der Beamten
zu ſprechen, ſei zurzeit übertrieben, wenn auch in den
unter=
ſten Schichten, wo zahlreiche Familien vorkommen, von
Unterernährung geſprochen werden muß. Die Vorlage
ſelbſt iſt, das müſſe anerkannt werden, geſchickt gemacht,
Aber auch ſeine Partei habe verſchiedenes zu beanſtanden,
Zeeeät
Nummer 109.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Mai 1912.
Seite 19.
Vor alen ſind Klagen einzeiner Kategorten darüber
be=
rechtigt, daß ſie in die beſtehende Beſoldungsordnung nicht
richtig einrangiert ſind. Grundſätzlich iſt gegen die
Vor=
lage nichts einzuwenden. Aber manches wird noch zu
än=
dern ſein in Bezug auf das Wohnungsgeld. Der
Haupt=
mangel iſt der, daß trotz gegebener Verſprechen keine
end=
gültige Regelung, ſondern wieder ein Proviſorium
ge=
ſchaffen werden ſoll. Im einzelnen iſt zu beanſtanden, daß
Endzahlen herauskommen, wie 3410 3330 Mk. uſw., die
doch abgerundet werden müſſen. Das hätte gleich
ge=
ſchehen müſſen, denn nachträglich macht das
Schwierig=
keiten. Redner hofft daß nach den mancherlei Aufſchlüſſen,
die die Regierung im Ausſchuſſe wohl geben muß, und
aus den gemeinſamen Beratungen ſich aus dem
Proviſo=
rium eine endgültige Regelung geſtalten läßt. Wenn das
jetzt im Ausſchuſſe nicht möglich iſt, ſo iſt auch in 2—3
Jahren keine Ausſicht dazu vorhanden. Falſch wäre es,
die Vorlage heute zurückzugeben oder abzulehnen und
da=
für eine organiſche Regelung zu verlangen. Redner
pole=
miſiert im weiteren gegen einen letzter Tage lin der
hie=
ſigen Preſſe erſchienenen Artikel, der unrichtige
Berech=
nungen aufſtellt. Wollten wir die preußiſchen Sätze für
uns anwenden, wäre weit über die doppelte Summe
er=
forderlich und der Effekt wäre der, daß davon nur die
oberen Beamtenklaſſen Vorteile haben, daß aber die
unte=
ren Klaſſen noch Nachteile davon hätten, denn ihre
Pen=
ſion werde um 25 Proz. herabgeſetzt. Auch ſonſt iſt es nicht
angängig, die preußiſchen Verhältniſſe auf Heſſen zu
über=
tragen, da unſere ganze Organiſation eine andere iſt.
Red=
ner beleuchtete weiter die Syſteme anderer ſüddeutſcher
Staaten, um zu beweiſen, daß es nicht angängig iſt, die
Verhältniſſe anderer Staaten einfach zu übertragen.
Red=
ner bedauert, daß die nicht angeſtellten Schreibgehilfen bei
der Vorlage ſo ſchlecht wegkommen. Den älteren Staats=
dienſtanwärtern ſollte man, ſoweit ſie verheiratet ſind,
wenigſtens die Hälfte des Wohnungsgeldzuſchuſſes
bewil=
ligen. Als Stiefkinder der Vorlage ſeien die
Volksſchul=
lehrer zu betrachten. Die hierzu gemachten Vorſchläge
ſeien unannehmbar. Die Volksſchullehrer müßten den
Staatsbeamten gleichgeſtellt werden. Zu der ſchwierigen
Frage der Beſoldungsordnung kommt die gleichſchwierige
der Tilgung. Wir müſſen im Intereſſe des Landes
ernſt=
haft verſuchen, dieſe Probleme zu regeln. Redner
verbrei=
tet ſich des längeren über die Schuldentilgung und
wider=
ſpricht der Anſicht des Geheimerats Kirchhoff, daß
Eiſen=
bahnſchulden nicht getilgt zu werden brauchten. Preußens
finanzielle Ueberlegenheit beruht gerade darin, daß es
ſeine Eiſenbahnſchuld in erheblichem Maße tilgt. (Sehr
richtig.) Eine verſtärkte Tilgung ſei für Heſſen unbedingt
nötig. Das hat auch die Kammer wiederholt anerkannt.
Was die Steuern betrifft, ſo ſtimme ſeine Partei den
Zu=
ſchlägen zur Erbſchaftsſteuer zu. Auch der Erhöhung der
Stempel auf Jagdverpachtungen könne man zuſtimmen.
Hingegen teilt ſeine Partei die Bedenken gegen die
Ver=
ſicherungsbeſteuerung. Die Erhöhung der direkten Steuer
überhaupt ſei zweifellos die gerechteſte Verteilung der
Laſten, wenn ſie auch unpopulär iſt. Seine Partei werde
andere Vorſchläge ernſthaft prüfen, ſie werde aber an der
Steuererhöhung die Vorlage nicht ſcheitern laſſen. Der
Abg. Brauer lehnt ſie allerdings ab, ohne Erſatz dafür zu
bieten. 5 Prozent Einkommenſteuer bedeutet nicht viel
und iſt im großen und ganzen wohl zu ertragen. Man
ſollte überhaupt einmal aufhören mit den Behauptungen,
daß das Land dies und jenes nicht tragen könne. Das
ſchädige den Kredit des Landes. Beſtimmt ablehnen
müſſe ſeine Partei die Heranziehung der Gemeinden zu
den Volksſchullaſten und zu denen der höheren Schulen.
Redner ſchlieſt, es ſei ſeiner Partei durchaus ernſt mit
der Behandlung der Vorlage. Sie fordere nicht nur,
ſon=
dern ſie biete auch Deckung. Redner beantragt ſchließlich
folgende von den freiſinnigen Abgeordneten unterzeichnete
Reſolution:
Die Kammer wolle erklären: Die von der Regierung
vorgeſchlagene prozentuale Erhöhung der Beamtengehalte
und des Wohnungsgeldzuſchuſſes entſpricht dem
dringen=
den Bedürfnis der Zeitverhältniſſe und bildet im
allge=
meinen eine geeignete Grundlage für die Erfüllung der
berechtigten Wünſche der Beamten. Die Kammer richtet
aber an die Regierung das Erſuchen, gleichzeitig mit der
Beratung der Regierungsvorlage die ſeit 1908 bereits für
notwendig erkannte Reviſion der Beſoldungsordnung der
Beamten mit dem Finanzausſchuß zu bearbeiten und die
Beſchlußfaſſung der Kammer auch bezüglich dieſer
orga=
niſchen Reviſion vorzubereiten und in gleichem Sinne den
berechtigten Intereſſen der Volksſchullehrer Rechnung zu
tragen.
Die Kammer iſt der Auffaſſung, daß nur eine ſolche,
beide Gebiete umfaſſende Reform, auf eine Reihe von
Jahren diejenige Ordnung und Ruhe bezüglich unſerer
Beamtenverhältniſſe erbringt, die auch im Intereſſe des
Anſehens des Landes unbedingt erforderlich iſt.
Präſident Köhler
erklärt, es ſei eigentlich nicht Zweck der heutigen
Beſpre=
chung, das Haus durch eine Reſolution irgendwie
feſtzu=
legen, doch könne darüber ja am Schluß der Beſprechung
Beſchluß gefaßt werden.
Damit ſchließt die Sitzung. Fortſetzung
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Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 9. Mai 1912.
Nummer 109.
Beteiligung
der beiden Zeppelin-Luftschiffe
Viktoria Luise
und
Samstag, den 11. Mai
„Viktoria Luise‟
Baden-Baden — Straßburg - Baden-Baden
Preis
Zielfahrt: ab Baden=Baden 3 nat
100 M.
an Straßburg
Preis
Rundfahrt: ab
100 M.
an
Preis
Zielfahrt: ab
an Baden=Baden 7
7 160 M.
„Schwaben-
2 stünd. Rundfahrten in Frankfurt a. M. à 200 M.
Sonntag, den 12. Mai
„Viktoria Luise‟
Baden-Baden - Straßburg - Baden-Baden
Zielfahrt; ab Baden=Baden 3 Uhr nachm. 1 Preis
7 100 M.
an Straßburg
4
Preis
ab
200 M.
an Baden=Baden 630
Schwaben
Freitag, den 17. Mai
„Viktoria Luise‟
Früh Teilnahme am Wettbewerb des ſchnell. Steigens.
Bei günſt. Witterung und genügender Beteiligung:
Frankfurt a. M. — Darmstadt — Frankfurt a. M.
ab Frankfurt a. M. 1 Uhr nachm. 1 Preis 100 M.
an Darmſtadt
ab
„ 100 „
an
„ 100 „
ab
100 ₰„
rankfurt
„Schwahen-
In Baden=Baden reaul. 2ſtünd. Rundfahrt. à 200 M.
„Schwaben‟
2 stünd. Rundfahrten in Frankfurt a. M. à 200 M.
Montag, den 13. Mai
„Viktoria Luise‟
Teilnahme an der Aufktärungsübung über Metz
und Saarbrücken
Baden-Baden-Metz-Saarbr. —Baden-Baden
ab Baden=Baden (über Metz=Saarbr.) 4 Uhr morg
12 „ mit.
an
Preis 300 M.
„Schwaben‟
2 stünd. Rundfahrten in Frankfurt a. M. à 200 M.
Dienstag, den 14. Mal
Ruhetag für beide Luftſchiffe.
Mittwoch, den 15. Mai
„Viktoria Luise‟
Baden-Baden-Saarbrücken-Mainz-Frankfurt a. M.
5 Uhr morgens 1 Preis
ab Baden=Baden
7250 M.
an Frankfurt a. M. gegen 10 .
„Schwaben-
Frankfurt a. M.-Baden-Baden
Zielfahrt: ab Frankfurt a. M.
8 Uhr morgens
an Baden=Baden gegen 11 „
Preis 2
Donnerstag, den 16. Mai
„Viktoria Luise‟
Frankfurt a. M.—Mainz-Frankfurt a. M.
ab Frankfurt a. M.
an Mainz
ab
an
af
an
ab
an
ab
930 Uhr morg.
1030
11
12
12
mittags
nachm.
100 M.
100 „
100 ₰
100 ₰
100
Samstag, den 19. Mai
„Viktoria Luise‟
Rundfahrten in Frankfurt a. M.
ab Frankfurt a. M. 230 Uhr nachm. ) Preis 100 M.
100 „
„
Schwaben-
in Baden=Baden Ruhetag.
Sonntag, den 19. Mai
„Viktoria Luise‟
Begleitung der Flieger von Frankfurt a. M. bis zur
Höhe von Mannheim, dann ohne Landung zurück
nach Frankfurt a. M.
Frankfurt a. M.—Mannheim-Frankfurt a. M.
ab Frankfurt a. M.
7 Uhr vm. 2 Preis 200 M.
an
„ (üb. Mannh.)9 „
uchm.1
„ 200 „
„Schwaben‟
Einholung der Flieger durch Entgegenfahren bis
zur Höhe von Schwetzingen über Karlsruhe ohne
Zwiſchenlandung zurück nach Baden=Baden.
ib Baden=Baden 10 Uhr vorm.
mittags 7 Preis 200 M.
Montag, den 20. Mai
„ Viktoria Luise-‟
Rundfahrt. v. ca. 2ſtünd. Dauer a 200 M. i. Frankf. a. M.
„Schwaben‟
Begleitung der Flieger von Karlsruhe nach Freiburg
mit Zwiſchenlandung
Baden-Baden-Freiburg-Baden-Baden
ab Baden=Baden
Uhr vorm. 1
Preis 250 M.
an Freiburg ca. 10
„ 1030
200 „
an Baden=Baden
Dienstag, den 21. Mai
„Schwaben‟
Baden-Baden-Freiburg-Baden-Baden
b Baden=Baden 12 Uhr mittags
Preis 200 M.
an Freiburg
nachm.
ab
„ 100
an
ab
„ 100 „
an Baden=Baden
an Frankfurt a. M.
„Schwaben--
In Baden=Baden regul. 2 ſtünd. Rundfahrt. à 200 M.
„Viktoria Luise‟
Teilnahme an den Einweihungsfeſtlichkeiten
neuen Oſthafens Frankfurt a. M.
Aufſtieg
3 Uhr nachm. 2 Preis 200 M.
Landung
des
Anmeldungen, Fahrkarten und Einzelheiten bei der
Abteilung
Hamburg=Ameriaa Unte, Luttschitfahrt
Vertreter in Darmstadt: Adolph Rady,
Geschäfts=
stelle Rheinstraße 14, Fernsprecher 2536.
(10752
Die Herren Mitglieder der Heſſiſchen Flugſtudiengeſellſchaft können von
heute an gegen Vorzeigung der Mitgliederkarte ihre Gratiskarte zu den
Flug=
veranſtaltungen in der Geſchäftsſtelle, Rheinſtraße 14, abholen.
10802do)
C7
Der Vorſtand.
Deemorcn-Konservaterlam.
Die Schuler-Aunuhrungen
finden
Donnerstag, den 9., Freitag, den 10. und
Samstag, den 11. Mai
im Saale „Zur Traubee
ſtatt. Programme hierzu ſind in dem Inſtitute (Soderſtraße Nr. 6)
(*11802
zu haben.
Kich.
Konzert-, Vartes- u. Theatersaal Perkeo. Prima (mildgefalzenen) Schinken=
Monat Mai täglich abends 8 Uhr
Willy Engers Variéfé= Programm Wurstwarenversand von Karl völ-
und Eölner Burlesken
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(9875a Bezi&John, Mannfakturwaren, (5153a
Vogelsberger Höhenklub.
Sonntag,
12. Mai:
2. Wanderung:
Darmstadt-
Val-
chen-Jugenhein-
Alsbach (Einkehr
„Zur Krone‟).
Murschzeit:6 Std.
Abmarsch vorm.
7½ Uhr pünktl.
ven Ecke Herzweg
u. Nieder-Ramstädterstr. Rückkunft abends
736 Uhr. däste sind willkommen. (10738
à Pfd. 1,05 M., und (mildgeſalz.)
Seitenſtück à Pfd. 95 Pfg., beides
trock. Winterwaren, offer. Fleisch- u.
zing, Oberhessische Wurstfabrikat.,
(Ruppertenrod. O.-H.
Turngemeinde Darmſtadt.
Protektor Se. Kgl. Kokeit der Grossherzog.
Samstag, den 11. Mai, abends 9 Uhr,
Frühjahrs-Vergnügen
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Unde
unter gütiger Mitwirkung von Frl. Sturmfels (Sopran), Herrn Roth
(Bariton), Herrn Mechler (Humoriſt), Herrn Etzold (Cello), ſowie
der Turn= und Singmannſchaft. Die Begleitung liegt in Händen
(10481sd
von Herrn Emmel.
Fremdenkarten: Herren 1 Mk., Damen 50 Pfg., ſind beim
Hausmeiſter erhältlich.
Ausweis für Mitglieder: 1. Quartalskarte.
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In
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, 9. Mai.
170. Abonnem.=Vorſtellung. C 43.
An Schiller’s Todestag.
Maria Stuart.
Trauerſpiel in 5 Akten v. Schiller.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen:
Eliſabeth, Königin
von England . Frl. Heumann
Maria Stuart,
Kö=
nigin v.
Schott=
land, Gefangene
in England
. Frl. Alſen
Rob. Dudley, Graf
von Leiceſter . . Hr. Baumeiſter
Gg. Talbot, Graf
v. Shrewsbury . Hr. Heinz
Wilh. Cecil, Baron
v. Burleigh,
Groß=
ſchatzmeiſter . . Hr. Lehrmann
Graf von Kent . Hr. Riechmann
Wilhelm Daviſon,
Staatsſekretär . Hr. Semler
Amias Paulet,
Rit=
ter, Hüter der
. Hr. Wagner
Maria
Mortimer, ſ. Neffe Hr. Weſtermann
Graf Aubeſpine,
franz. Geſandter Hr. Jürgas
Graf Belliévre,
außerordentlicher
Botſchafter von
. Hr. Kroczak
Frankreich .
Okelly, Mortimers
Freund .
. Hr. Peterſen
Melvil, Haus=
. Hr. Knispel
hofmeiſter
Hanna
Kenne=
dy, Amme § Fr. Rudolph
Margar. Kurl,
Kammerfrau3 Frl. Wisthaler
Burgoyn, Leib=Z
Hr. Kräger
arzt
Offizier der
Leib=
wache
. Hr. Klotz
Ein Page
Frl. Uttmann
Nach dem 2. Akte längere Pauſe.
Preiſe der Plätze (Kl. Pr.):
Proſzeniumsloge 5 Mk.,
Fremden=
loge 5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
1. Rang 4 Mk., 2. Rang: 1—6.
Reihe 2 Mk., 7. u. 8. Reihe 1.60 Mk.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.50 Mk.,
14.—20. Reihe 3 Mk., Parterre:
1.—5. Reihe 2.20 Mk, 6.—8. Reihe
1.80 Mk., 1. Galerie 1 Mk., 2.
Ga=
lerie 50 Pfg.
Anfang 6½ Uhr. — Ende 10 Uhr.
Kartenverk. 11—1 u. v. 5½ Uhr an.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Freitag, 10. Mai. 171. Ab.=V.
D 43. „Der Freiſchütz.” Kl.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Samstag, 11. Mai. Auß. Ab.
Vorſtell. zu Abonnementspreiſen.
Zum Beſten des Witwen= und
Waiſenfonds der Großh. Hofmuſi!
unter Mitwirkung des Herrn
Ro=
bert Hutt vom Opernhaus in
Frankfurt a. M. „Der
Trou=
badour.” Manrico . Hr. Hutt.
Anfang 7 Uhr. (Vergl. beſ. Anz.)
Sonntag, 12. Mai. 172. Ab.=V.
B 43. „Lohengrin‟ Der
König . . Hr. Rabot vom Königl.
Theater in Hannover, als Gaſt.
Große Preiſe. Anfang 6½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Montag, 13. Mai. 173. Ab.=V
A 44. „Der Kaufmann von
Venedäg.” Kl. Pr. Anf. 7 Uhr.
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Hähnlein.
Täglich 40 bis 60 Liter
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abzugeben. Offerten unter J 13
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an die Expedition.
Alle Sorten Gemüſe=
und Tomatenpflanzen
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hat abzugeben
Karl Walter,
Gärtnere
rheilgerweg.