Darmstädter Tagblatt 1912


06. Mai 1912

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Inſerate
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175. Jahrgang
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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Der Kronprinz des Deutſchen Reiches
begeht heute ſeinen 30. Geburtstag.
Die Witwe Wildenbruchs hat ihre Villa in
Weimar der deutſchen Schillerſtiftung ver=
macht
.
Das Urteil im Methylalkoholprozeß
wurde am Samstag geſprochen. Der Angeklagte Schar=
mach
wurde zu. 5 Jahren Gefängnis verurteilt.
Aus Württemberg und auch aus Baden wird vom
Samstagnachmittag eine Erderſchütterung ge=
meldet
.
Die türkiſche Kammer trat am Samstag wieder
zuſammen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Koloniale Betätigung.

le: Es iſt eine alte kaufmänſiſche Erfahrung, daß aus
einem Unternehmen, in das man zu wenig Geld hinein=
ſteckt
, nichts werden kann. Dies gilt auch von Unterneh=
mungen
des Staates, wie ſie der Beſitz von Kolonien be=
dingt
. Als man in den erſten Jahrzehnten unſerer Ko=
lonialpolitik
dieſem Gebiete ſelbſt von ſeiten der
Regierung wenig Intereſſe zuwandte, und auch die Par=
lamentsmehrheit
für koloniale Forderungen
nicht viel übrig hatte, war eine gedeihliche Entwicklung ſo
gut wie ausgeſchloſſen. Erſt als allmählich eine Wendung
zum beſſeren in dieſer Hinſicht eintrat, kamen auch unſere
Kolonien erſichtlich vorwärts, und es läßt ſich nicht in Ab=
rede
ſtellen, daß in den letzten Jahren unſere Schutzgebiete
im allgemeinen recht beträchtliche Fortſchritte in wirt=
ſchaftlicher
Hinſicht aufzuweiſen haben. Bei kaum einem
anderen Reſſort, wie gerade dem Reichskolonialamt, iſt es
von großer Wichtigkeit, wer an der Spitze ſteht, und wenn
in dieſer Hinſicht früher mancher Fehlſchlag zu ver=
zeichnen
war ſo iſt es erfreulicherweiſe auch hierin beſſer
geworden. Mit der beginnenden Blüte unſerer Kolonien
kam auch das Großkapital an, das ſich bis dahin kolonia=
len
Unternehmungen gegenüber ängſtlich zurückgehalten
hatte, und in den letzten Jahren haben ſich in unſeren
Schutzgebieten eine ganze Reihe mehr oder minder großer
Erwerbsgeſellſchaften gebildet, die zumteil recht erhebliche
Einkünfte aufzuweiſen haben.
Dieſer Tage nun iſt ein Ereignis zu verzeichnen, das
in hohem Maße zu begrüßen iſt: Der deutſche Kai=
ſer
hat in Südweſtafrika eine große Farm angekauft, auf
der die Zucht von Wollſchafen in großem Maßſtabe betrie=
ben
werden ſoll. Dieſer Schritt des Kaiſers iſt zweifellos
in der Abſicht erfolgt, durch ſein Beiſpiel auch andere
Fürſtlichkeiten und hochgeſtellte Perſonen zu veranlaſſen,
ihm zu folgen und auf dieſem praktiſchen Wege die deut=
ſche
Kolpnialpolitik zu unterſtützen. Vor kurzem las man,
daß eine Reihe bekannter regierender Fürſten Deutſch=
lands
ſich mit großen Beträgen an einer, wenn auch unter
deutſcher Leitung ſtehenden Erwerbsgeſellſchaft in Aegyp=
ten
beteiligt hätten. Iſt der Schritt des Kaiſers vielleicht
die Antwort darauf? Tatſächlich wäre zu wünſchen,
daß das Vorgehen des Kaiſers rege Nachahmung fände.
da hierdurch die wirtſchaftliche Entwicklung unſerer
Schutzgebiete ungemein gefördert würde. Hinzu kommer
müßte freilich eine einſichtsvolle oder nicht engherzige Ver=
waltung
, die alles vom grünen Tiſch regieren und regle=
mentieren
will, denn dadurch würde gar mancher abgeſto=
ßen
werden, um ſich anderen Unternehmungen zuzuwenden.
Herr Dr Solf, der ja ſelber lange genug über Sce tätig
geweſen iſt, hat ſeine Mitwirkung dafür zugeſagt, daß
eine freiere Verwaltung platzgreifen und auch der Selbſt=
verwaltung
Raum gegeben werden ſolle. Man ſcheint alſo
jetzt auf dem richtigen Wege zu ſein, und das wäre im
Intereſſe der Entwicklung unſeres Kolonialbeſitzes ſehr zu
begrüßen.

Deutſches Reich.

Der Kronprinz des Deutſchen Rei=
hes
und von Preußen vollendet heute, Montag,
ſein dreißigſtes Lebensjahr. Er iſt am 6. Mai 1882 ge=
boren
.
Die heſſiſche Nationalliberale
Parite i. Unter dieſer Ueberſchrift veröffentlicht die
Köln. Ztg. einen längeren Artikel, der die Politik der viel
befehdeten Wormſer Ecke erklärt und verteidigt und der

von einer der heſſiſchen Parteileitung naheſtehenden Seite
herrührt. Er kommt zu dem Schluß: Nach der Anſicht
der heſſiſchen Parteileitung iſt die Lage ſo: eine enge
Fühlungnahme mit der Fortſchrittlichen Volkspartei iſt
nach den Erlebniſſen mit derſelben aus dem Gebote der
Selbſtachtung nicht möglich. Aber auch die Vorgänge im
Reich laſſen eine Politik, die ohne Rückſicht auf die Zu=
ſammenſetzung
der Partei nur nach rechts Front nimmt,
als verkehrt erſcheinen. Man beklagt in Heſſen einen Zu=
ſtand
aufs tiefſte, der zu Vorgängen wie bei der Prä=
ſidentenwahl
führen konnte, der alle Fühlungnahme mit
der konſervativen Partei, die in Zukunft gar nicht ent=
behrt
werden kann, zerſtört, der endlich auch die Poſition
der Partei gegenüber der Reichsregierung jedenfalls nicht
befeſtigt hat. Man hält es für richtig, daß man in der
Partei ſtark und einſichtsvoll genug ſei, die Stimmen von
rechts mit der gleichen Aufmerkſamkeit zu hören, wie die
von links. Man kann es aber nicht mit dem Parteigefühl
vereinbaren, Perſonen die ſeit Jahrzehnten in der Par=
teiarbeit
ſtehen, und für ſie Großes geleiſtet haben, um
vorübergehender politiſcher Verſtimmungen willen ihre
wohlerworbene Qualifikation als Nationalliberale abzu=
ſprechen
. Einſeitige Politik iſt in Heſſen aber für alle
Zeit unmöglich, und nur bei gegenſeitiger Würdigung in
den Parteireihen iſt es möglich, der Partei die bedeutſame
Stellung zu erhalten, die ſie in der Reichs= und Landes=
politik
heute noch hat.
Regierung und Reichstag. Die im
Reichstage von der Regierung angenommene Beantwor=
tung
kurzer Anfragen bedeutet nur für Deutſchland eine
Neuerung. In andern Ländern, namentlich in England,
iſt ſie ſeit langer Zeit in Uebung, ohne daß ſich daraus
irgendwelche Unzuträglichkeiten ergeben hätten. Beden=
ken
gegen ſolche Anfragen, die ja in der Tat manchmal in=
diskret
ſein können, werden dadurch hinfällig, daß die Re=
gierung
ſich das Recht auf Ablehnung einer Antwort vor=
behält
. Die im erſten Teile der Erklärung enthaltenen
Sätze, (wonach die Geſchäftsordnung einſeitiges Recht nur
für den Reichstag und ſeine Mitglieder ſchafft), ſind
eigentlich ſelbſtverſtändlich, denn die Geſchäftsordnung iſt
einzig und allein Sache des Reichstages, der einſeitig
keine Erweiterung der verfaſſungsmäßigen Rechte des
Reichstages oder eine Beſchränkung der Rechte des Kai=
ſers
oder der Regierungsorgane beſchließen kann. Viel=
leicht
hat die Regierung dieſe offenkundige Rechtslage
deshalb betonen zu müſſen geglaubt, weil in letzter Zeit
von konſervativer Seite vielfach Klagen über eine angeb=
liche
Neigung, die kaiſerliche Gewalt einzuſchränken, er=
hoben
worden ſind, und ſie ſich nicht dem Vorwurfe aus=
ſetzen
wollte, nach dieſer Richtung hin ſich mitſchuldig zu
machen.
Die Branntweinſteuerkommiſſiondes=
Reichstags nahm die Paragraphen 3 und 4 der Vor=
lage
mit der Aenderung an, daß in § 3 ſtatt 30 Liter 50,
in § 4 ſtatt 1,175 1,13 geſetzt würde. § 5 wurde in fol=
gender
, von dem Abg. Herold beantragten Faſſung an=
genommen
: Die Verbrauchsabgabe ermäßigt ſich für die
vor dem 1. April 1912 betriebsfähig hergerichteten land=
wirtſchaftlichen
Brennereien mit einem Jahreserzeugnis
von mehr als 10 und nicht mehr als 100 Liter Alkohol
um 0,12 Mark, bei einer Jahreserzeugung von mehr als
100 und nicht mehr als 300 Hektoliter um 0,10 Mark für
den Liter Alkohol für den Teil der Jahreserzeugung, der
innerhalb des für das Betriebsjahr 1911/12 zugewieſenen
Kontingents liegt.
Die neue Handwerkerkonferenz. Wie
Berliner Blätter mitteilen, wird in der dritten Woche
dieſes Monats im Reichsamt des Innern eine neue
Handwerkerkonferenz abgehalten werden, nachdem inzwi=
ſchen
mit beteiligten Kreiſen eine Vorbeſprechung ſtattge=
funden
hat. Die Konferenz iſt als Fortſetzung der erſten
Handwerkerkonferenz angeſehen, die am 7. April vorigen
Jahres im Reichstagsgebäude ſtattfand. Es werden da=
her
vorausſichtlich auch die Gegenſtände der Tagesord=
nung
der erſten Konferenz den Stoff der Beratungen hil=
den
Man kann jedoch annehmen, daß die Beratungen
diesmal in einem engeren Kreiſe ſtattfinden werden. Ge=
genſtände
der Beratungen werden folgende Fragen bil=
den
: Abgrenzung von Fabrik und Handwerk, Heran=
ziehung
der Induſtrie zu den Koſten der Lehrlingsaus=
bildung
für das Handwerk, Aufhebung des § 100g der
Gewerbeordnung, der den Innungen verbietet, ihren
Mitgliedern in der Feſ
der Preiſe ihrer Waren oder

Leiſtungen oder in der Annahme von Kunden Beſchrän=
kungen
aufzulegen.
Das Zentrum und die Duellfrage.
Das Zentrum hat im Reichstag einen Antrag gegen das
Duellweſen im Heere vorbereitet, der anfangs dieſer
Woche die Budgetkommiſſion des Reichstags zuſammen
mit dem entſprechenden Antrag der Sozialdemokratie be=
ſchäftigen
wird. Der Zentrumsantrag ſtellt ein Kompro=
miß
des radikalen Flügels der Fraktion, der bei dieſer
Gelegenheit aufs ganze gehen wollte, mit dem gemäßig=
teren
Flügel dar, der eine deutliche Unterſcheidung von
dem ſozialdemokratiſchen Vorgehen wünſchte. Ueber den
Wortlaut iſt jedoch keine Verſtändigung erzielt.
Zur Auslegung des Jeſuitenge ſetzes
ſchreibt die Korreſp. des Evangeliſchen Bundes:
Nach vierzigjähriger, einheitlicher Praxis, die über
den Begriff der jeſuitiſchen Ordenstätigkeit keinen
Zweifel kannte ſoll der Bundesrat eine Auslegung jenes
Wortes geben, die laut Erklärung des Reichskanzlers
als Grundlage für eine neue Handhabung des Jeſuiten=
geſetzes
dienen wird. Bei allem Vertrauen zum Bundes=
rat
ſind Ueberraſchungen nicht ausgeſchloſſen oder wenig=
ſtens
möglich, und die großen Volkskreiſe, die das be=
ſtehende
Jeſuitengeſetz ohne jede Abbröckelung aufrecht
erhalten ſehen wollen, würden ein nicht wieder gut zu
machendes Verſäumnis ſich zuſchulden kommen laſſen,
wenn ſie jetzt die Hände in den Schoß legen und nach
dem alten, ſchwächlichen Satz, daß Ruhe die erſte Bürger=
pflicht
ſei, abwarten wollten, was bei den Verhandlungen
im Bundesrat ſchließlich herauskommt. Wer ſich an den
Tag erinnert, an dem bekannt wurde, daß ſich im Bundes=
rat
eine knappe Majorität für Aufhebung von § 2 des
Jeſuitengeſetzes zuſammengefunden hatte, wriß, wie
überraſchend damals weiteſten Kreiſen des deutſchen Vol=
kes
dieſe Mitteilung des Reichskanzlers gekommen iſt.
Man hatte ſich derart an liebgewordene Vorſtellungen ge=
wöhnt
, daß man eine derartige Aenderung in der Hal=
tung
des Bundesrats einfach nicht für möglich hielt. Und
dennoch! In der Politik iſt eben, das hat ſich ſeitdem ge=
zeigt
, alles möglich, und echte Würklichkeitspolitik erfor=
dert
, allen Möglichkeiten ins Auge zu ſehen und Vorkeh=
rungen
zu treffen, ehe es zu ſpät iſt. damit das nicht ein=
tritt
, was man nicht wünſcht. Die Volksſtimme darf
alſo nicht ſchweigen. Jetzt erſt recht nicht. Und ſie wird
nicht ſchweigen. In den Volksvertretungen der einzel=
nen
Landtage wird ſicher gefragt werden, wie die Re=
gierungen
zu dem Antrag Bayern ſich ſtellen. Und dann
wird man ſehen, daß es, abgeſehen von Bayern, keine
Kammer gibt, deren Mehrheit nicht auf dem Standpunkt
ſteht, daß durch § 3 des Jeſuitengeſetzes nur die Sicher=
ſtellung
des Geſetzesvollzuges, nicht aber ihre Abſchwäch=
ung
oder gar die Abbröckeluna des Geſetzes dem Bundes=
rat
übertragen worden iſt. Mag die Zentrumspreſſe alle
ihre Dialektik aufwenden, um den Bundesrat auf den
falſchen Weg zu drängen an dem Rechtsgefühl der Na=
tion
, dem der Reichskanzler Ausdruck gegeben und von
dem ſich der Bundesrat ganz gewiß, das vertrauen wir,
leiten laſſen wird, werden alle dieſe Verſuche abprallen.
Das preußiſche Beſitzbefeſtigungs=
Geſetz. Dem preußiſchen Abgeordnetenhauſe iſt der Ge=
ſetzentwurf
über die Stärkung des Deutſchtums in einigen
Landesteilen, das ſogenannte Beſitzfeſtigungsgeſetz, zuge=
gangen
. Durch das Geſetz ſollen der Regierung 100 Mill.
Mark mit der Beſtimmung zur Verfügung geſtellt werden,
zur Feſtigung und Stärkung des deutſchen ländlichen Be=
ſitzſtandes
in den national gefährdeten Teilen der Provin=
zen
Oſtpreußen, Pommern, Schleſien und Schleswig= Hol=
ſtein
ländliche Grundſtücke, und zwar bäuerliche und grö=
ßere
Güter zu erwerben und als Rentengüter im ganzen
oder unter beſonderen Umſtänden auch ſtückweiſe gegen
vollſtändige Schadloshaltung des Staats an deutſche
Landwirte und Arbeiter zu veräußern und den Staat mit
Stammeinlagen bei gemeinnützigen Geſellſchaften zu be=
teiligen
, denen die Vermittlung bei der Bildung der Ren=
tengüter
und die Sicherung der Schadloshaltung des
Staates übertragen wird. Der Finanzminiſter wird er=
mächtigt
, zur Bereitſtellung der erforderlichen Summen
Staatsſchuldverſchreibungen auszugeben.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Wiener Gemeinderatswahlen. Bei der
Stichwahl im erſten Wahlkörper am Neubau wurde der
Kandidat der Chriſtlichſozialen gewählt, für den auch
die Deutſchnationalen ſtimmten. Das Geſamtreſultat
der diesjährigen Gemeinderatswahlen ſchließt mit einem
Verluſt von 8 Mandaten für die Chriſtlichſozialen.
England.
Die Bagdadbahn. Im Unterhauſe fragte Da=
vid
Maſon den Premierminiſter, ob er als Beiſpiel eines
beſſeren Einverſtändniſſes mit Deutſchland ſagen könne,

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

Nummer 106.

welche Fortſchritte die Verhandlungen Deutſchlands, der
Türkei und Großbritanniens betr. den Bau der Bagdad=
hahn
gemacht haben. Der Premierminiſter erwiderte,
die britiſche Regierung führe noch Verhandlungen über
die bitiſche Teilnahme an der geplanten Bahn Bagdad-
Baſſorah.
Belgien.
Die Kammer hat in ſpäter Nachtſtunde am Frei=
tag
ihre Arbeiten beendet. Sie hat das Budget vollſtändig
erledigt und, nachdem der Senat das Material ausge=
arbeitet
haben wird, wird die Auflöſung der beiden Parla=
mente
, vorausſichtlich am 11. Mai, erfolgen. Die Neu=
wahlen
für die Kammer ſind auf den 2. Juni feſtgeſetzt
worden.
Rußland.
Neue Beſtimmungen über die Penſio=
nierung
der Offiziere. In der Reichsduma ge
langte die Geſetzesvorlage betreffend die Aufſtellung
neuer Penſionsſtatuten für alle Offiziere ohne Ausnahme,
ſowie für Militärärzte, Geiſtliche und Militärbeamte, die
an Schlachten teilgenommen haben, zur Verhandlung.
Die Vorlage ſieht nach 25jähriger Dienſtzeit eine Pen=
ſion
von 50 Prozent des Gehaltes vor, die je nach dem
Dienſtalter ſteigt. Eine 35jährige Dienſtzeit erhöht die
Panſion auf 80 Prozent des Gehalts. Bei Verabſchie=
dung
krankheitshalber wird eine Penſion gewährt, wenn
mindeſtens fünf Jahre zurückgelegt ſind. Eine weſentliche
Beſſerung erfährt die Penſionsverſorgung der Militär=
familien
. Militärflieger erhalten beſondere Vergünſti=
gung
. Durch das neue Penſionsgeſetz erwachſen der Krone
jährlich 14 Millionen Mehrausgaben.
Amerika.
Aus Mexiko wird gemeldet, daß der mexikaniſche
Kongreß, der augenſcheinlich des andauernden Revolu=
tionszuſtandes
müde iſt, eine Friedenskommiſſion ein=
ſetzte
, die direkt mit den Aufſtändiſchen verhandeln ſoll.

11000 Maifeiernde in Berlin aus ge=
ſperrt
. Die Beteiligung der Arbeiterſchaft an der
Maifeier iſt von den Arbeitgebern ihrem Beſchluſſe ent=
ſprechend
mit der Ausſperrung beantwortet worden. Es
wurden davon rund 11000 Arbeiter betroffen. Hieran
ſind u. a. beteiligt 7375 Holzarbeiter, 1636 Metallarbeiter,
175 Zimmerer, 500 Maurer. 95=Transportarbeiter, 193
Steinarbeiter. Der Reſt entfällt auf das Bekleidungs=
gewerbe
und die Schuhbekleidungsinduſtrie. Wie bereits
von uns angedeutet, iſt die Zahl der Ausſperrungen grö=
ßer
wie in den Vorjahren. Meiſt können die Ausgeſperr=
ten
erſt wieder am Montag anfangen, nur wenige Be=
triebe
haben die Ausſperrung auf 12 Tage beſchränkt.
* Der Kampf in der Metallinduſtrie.
In fünf Verſammlungen in Frankfurt a. M. nahmen die
Metallarbeiter zu der angedrohten Ausſperrung Stellung.
Es wurde mitgeteilt, daß bereits in einer Anzahl Fabri=
ken
die geſamte Arbeiterſchaft gekündigt habe.
Man ſprach ſich allgemein dafür aus, die Ausſperrung
mit einem Streik der reſtlichen 40 Prozent zu beantwor=
ten
. Folgende Reſolution wurde angenommen, die allen
Verſammlungen vorlag: Die öffentliche Metallarbeiter=
verſammlung
ſpricht den Streikenden ihre vollſte Sym=
pathie
aus. Sie begrüßt deren Standhaftigkeit und er=
wärtet
, daß ſie ſich durch die Ausſperrung nicht beirren
laſſen. Die Verſammlung erklärt ſich mit den getroffenen
taktiſchen Maßnahmen durchaus einverſtanden und ver=
tritt
den Standpunkt, daß bei der gegenwärtigen Bewe=
gung
kein Opfer zu groß iſt, um den Widerſtand der Un=
ternehmer
zu brechen. Die Verſammelten verpflichten
ſich, mit aller Kraft für die Stärkung der Organiſation zu
wirken und erwarten von allen Unorganiſierten deren Bei=
tritt
.
* Hamburg, 3. Mai. Die Vulkanwerft hält trotz
des Ausſtandes den 24. Mai für den Tag des Sta=
pellaufes
für den Rieſendampfer Ims
verator feſt. Hundert Mann und ebenſo viel In=
genieure
arbeiten gegenwärtig an dem Schiff. Dreihun=
dert
Mann ſind im ganzen zur Zeit auf der Werft tätig.
Zwanzig Perſonen der Hafenpolizei bewachen den Im=
perator
Tag und Nacht ſteht die Werft unter polizei=
lichem
Schutz.
Sofia, 3. Mai. Eine Sondergeſandt=
ſchaft
unter Führung des Präſidenten der Sobranie

Danew wird ſich nach Livadia begeben, um den
Kaiſer von Rußland im Namen des Königs von Bul=
garien
und der bulgariſchen Regierung zu begrüßen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Mai.

* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs Quirin Theobald
Hattemer, Martin Voos, Kaſpar Biſchel, ſämtlich
zu Gau=Algesheim; ferner Georg Adam Zink zu Nieder=
Ingelheim.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Heinrich Weiner aus Wörrſtadt, Kreis Oppenheim,
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Altenſchlirf,
Kreis Lauterbach.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 19 enthält:
. Bekanntmachung, den zwiſchen Heſſen und Oeſterreich
abgeſchloſſenen Staatsvertrag wegen Beſeitigung von
Doppelbeſteuerungen betreffend. 2. Bekanntmachung, die
Vereinbarung zwiſchen Heſſen und Oeſterreich über die
ſteuerliche Behandlung der Holzhändler betreffend.
G. H. Ih. Vom Hoftheater. In der Vorſtellung
La Traviata am Dienstag, den 7. Mai, findet Frau
Speiſer=Suchanek Gelegenheit, ſich als Violetta‟,
in einer ihrer beſten Partien, vom hieſigen Publikum
verabſchieden zu können. Die Partie des Alfred wird
an dieſem Abend Herr Dr. Copini vom Königl. Theater
in Wiesbaden als Gaſt ſingen. Auf die weiteren
Verabſchiedungen im Perſonal werden wir noch zurück=
kommen
.
Perſonalnachrichten der Ober=Poſtdirektion
in Darmſtadt. Verſetzt: Die Ober=Poſtinſpektoren
Gies von Berlin nach Darmſtadt und Schneidt von
Darmſtadt nach Berlin; Ober=Poſtaſſiſtent Trinks von
Bebra nach Gießen und Poſtaſſiſtent Wilhelm von
Aachen nach Mainz. Ernannt: Poſtſekretär Krumm
in Worms zum Ober=Poſtſekretär; Ober=Poſtaſſiſtent
Vetter in Gießen zum Ober=Telegraphenaſſiſtenten.
Etatsmäßig angeſtellt: Die Telegraphengehil=
finnen
Eliſabeth Beckhaus und Barbara Jahn in
Bingen. Beſtanden: Eleve Ohly in Darmſtadt
die Poſtreferendarprüfung; Poſtanwärter Sachs in
Heppenheim (Bergſtraße) die Poſtaſſiſtentenprüfung.
In den Ruheſtand tritt Ober=Telegraphenaſſiſtent
Kanngießer in Gießen, k. W. Frankfurt (Main).
70. Geburtstag. Geſtern feierte der Senior der
Großherzoglichen Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt,
der ordentliche Profeſſor der Ingenieurwiſſenſchaften
Geheime Baurat Dr. phil. und Dr.=Ing. Eduard
Schmitt, ſeinen 70. Geburtstag. Derſelbe blickt auf
eine 42jährige erfolgreiche Lehrtätigkeit zurück, wovon
er 40 Jahre als ordentlicher Profeſſor, zuerſt 2 Jahre an
der Univerſität Gießen, dann 38 Jahre an der Hochſchule
n Darmſtadt, gewirkt hat. Der Jubilar hat dabei bis
heute eine weitumfaſſende, bekannte ſchriftſtelleriſche
Tätigkeit entwickelt, die u. a. durch die Zuerkennung der
Würde eines Dr.=Ing. Ehrenhalber durch die Königl.
Techniſche Hochſchule in Charlottenburg im Jahre 1905
inerkannt wurde. Der Ausſchuß der Studierenden über=
reichte
Herrn Geheimerat Schmitt eine Glückwunſch=
adreſſe
.
Zum Geſetzentwurf betr. Beſeitigung des Brannt=
weinkontingents
ſchreibt die Darmſt. Ztg.: In der Sitzung
der Branntweinſteuerkommiſſion des Reichstags wurde
§ 5 des Geſetzentwurfes, betr. Beſeitigung des Brannr=
weinkontingents
, unter Befürwortung des heſſiſchen Ver=
treters
beim Bundesrat ſo ausgeſtaltet, daß die Intereſſen
der kleinen und mittleren Branntweinbrenner, die in
Heſſen bekanntlich die überwiegende Mehrheit bilden,
noch beſſer gewahrt ſind, als dies in der Regierungsvor=
lage
ſchon der Fall war. Nach dem Beſchluß der Kom=
miſſion
ermäßigt ſich nämlich die Verbrauchsabgabe für
die beſtehenden landwirtſchaftlichen Brennereien mit einer
Jahreserzeugung von nicht mehr als 100 Hektoliter um 12
Mark, einer Jahreserzeugung von nicht mehr als 300
Hektoliter um 10 Mark auf das Hektoliter Alkohol für den
Teil der Branntweinmenge, der innerhalb des für 1911/12
gekürzten Kontingents liegt. Danach iſt die bereits in der
Regierungsvorlage vorgeſehene ſchonliche Behandlung
der kleinen und mittleren Brennereien nach zwei Rich=
tungen
erweitert: Einmal zahlen ſie einen um 12 bzw.
10 Mark ermäßigten Steuerſatz (ebenſo wie die gleich gro=
ßen
Brennereien in den Reſervatſtaaten) ſodann können
ſie ihren Durchſchnittsbrand bis zu 100 bezw. 300 Hekto=
liter
voll ausnutzen, ohne dabei Gefahr zu laufen, die
ganze Vergünſtigung für den innerhalb ihres Kontingents
hergeſtellten Branntwein zu verlieren.
g. Provinzialausſchuß. Die Erneſtine Schmidt in
Darmſtadt hatte beim Kreisamt um Erteilung eines Wan=
dergewerbeſcheines
für 1912 für den Handel im Umher=

ziehen mit Kurz= und Zuckerwaren nachgeſucht. Für 1910
war ihr der Wandergewerbeſchein erteilt geweſen, für
1911 dagegen wurde er ihr wegen Ausſpielens ( Glücks=
ſpiel
) verſagt und aus demſelben Grunde auch für das
Jahr 1912. Der Kreisausſchuß beſtätigte die Entſcheidung
des Kreisamtes, wogegen die Geſuchſtellerin Rekurs ein=
legte
, der am Samstag vor dem Provinzialausſchuß zur
Verhandlung kam. Der Provinzialausſchuß verwirft den
Rekurs unter Auferlegung einer Verhandlungsgebühr von
5 Mark. Johann Komo in Obertshauſen ſucht um
Erteilung der Schankkonzeſſion für ſein in der Brühlſtraße
gelegenes Grundſtück nach. Der Gemeinderat hatte das
Geſuch befürwortet, da für eine beſſere Wirtſchaft in der
Nähe des Bahnhofs ein Bedürfnis vorliegt. Der Kreis=
ausſchuß
Offenbach lehnte das Geſuch ab, da das 1852 Ein=
wohner
zählende Dorf 16 Gaſtwirtſchaften und 1 Schank=
wirtſchaft
hat, es komme alſo auf 100 Einwohner eine
Wirtſchaft. Der Beweis für ein Bedürfnis ſei nicht er=
bracht
. Der Provinzialausſchuß verwirft den Rekurs
gegen die Entſcheidung des Kreisausſchuſſes als unbe=
gründet
. Heinrich Rodenhäuſer hat im April 1911
ein bereits früher abgelehntes Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch
für ſein in der Roßdörferſtraße 113 zu errichtendes Wohn=
haus
erneut eingereicht. Die Wirtſchaftsdeputation der
Stadtverordnetenverſammlung ſprach ſich für das Geſuch aus
und das Polizeiamt dagegen. Da ſich einige Mitglieder des
Kreisausſchuſſes Darmſtadt für befangen erklärten, kam
die Sache vor dem Kreisausſchuß des Kreiſes Offenbach
zur Verhandlung, der die Konzeſſion für den Verſchank
von Milch, Kaffee und ſonſtigen alkoholfreien Getränken
und Flaſchenbier erteilte. Im öffentlichen Intereſſe legte
der Vorſitzende des Kreisausſchuſſes des Kreiſes Darm=
ſtadt
Rekurs ein. Der Propinzialausſchuß vertagte die
Verhandlung über den Rekurs auf den 13. Mai zwecks
weiterer Zeugenladung. Anton Mettbach in Offen=
bach
, der ſeit Juni 1911 in Offenbach wohnhaft iſt, hat im
September 1911 um Erteilung des Wandergewerbeſcheins
für den Handel mit Streichinſtrumenten im Umherziehen
nachgeſucht. Der Kreisausſchuß lehnte das Geſuch ab, da
Mettbach keinen feſten Wohnſitz im Inlande innehat. Den
eingelegten Rekurs verwarf der Provinzialausſchuß als
unbegründet unter Auferlegung einer Verhandlungsgebühr
von 5 Mark.
g. Strafkammer. Wegen Sachbeſchädigung hatten
ſich am Samstag vor der Strafkammer der 17 Jahre alte
Fabrikarbeiter Adam Volk und wegen ſchwerer Körper=
verletzung
der 19 Jahre alte Schloſſer Nikolaus Reitz,
beide aus Meſſel, zu verantworten. Volk hatte im Ueber=
mut
dem Landwirt Appel aus Altheim eine Fenſterſcheibe
eingeſchlagen. Als Appel hinter Volk herrannte, um ſei=
nen
Namen ſeſtzuſtellen, verſetzte ihm der Schloſſer Reitz
von der Seite einen tiefen Stich in den Rücken. Appel
iſt durch dieſe Verletzung ſechs Wochen arbeitsunfähig
geweſen. Reitz beſtreitet entſchieden, geſtochen zu haben.
er will überhaupt kein Meſſer gehabt haben.
Appel hat ihn aber ganz beſtimmt erkannt und auch aus
der Beweiserhebung kam das Gericht zu dem Schluß, daß
nur Reitz den Stich geführt haben kann. Es verurteilte
ihn deshalb zu 1 Jahr Gefängnis. Wegen der
Höhe der Strafe wurde die ſofortige Feſtnahme verfügt.
Volk wurde wegen Sachbeſchädigung zu 10 Mark Geld=
ſtrafe
verurteilt.
* Akademiſche Volksunterrichtskurſe. Am Freitag
wurden die Sommerkurſe durch einen aus allen Kreiſen.
gut beſuchten Vortrag des Herrn Bruno Wagner ein=
geleitet
. Der Redner wies zunächſt in ſeinem Referat
über den Erziehungsgedanken in den akademiſchen
Unterrichtskurſen darauf hin, daß dieſe, wie viele ähn=
liche
Bewegungen, ſich als geſundes Gegengewicht gegen
die zahlloſen Schäden des geiſtigen und körperlichen
Lebens unſerer Zeit durchgeſetzt haben; er zeigte, wie
der ſtarke Zug zur Großſtadt und das ungeheure Wachs=
tum
der Induſtrie und ihrer Betriebe dazu angetan ſind,
die in der modernen menſchlichen Geſellſchaft herrſchen=
den
Gegenſätze zu verſtärken und den (Klaſſenhaß zu ver=
größern
. Da ſei es Pflicht der Akademiker, für die Ge=
ſchenke
des Staates Gegendienſte zu leiſten, mitzuarbei=
ten
an der Annäherung und dem gegenſeitigen Ver=
ſtändnis
der arbeitenden und der arbeitgebenden Klaſſen.
Das ſei der große Gedanke, der der Einrichtung ſo raſch
ihre Bedeutung gegeben, wie ja heute ſchon in ganz
Deutſchland etwa 10000 Arbeiter von 1000 Studenten
unterrichtet würden. Er betonte dann zum Schluß, daß
die Kurſe ihr Ziel in inniger Zuſammenarbeit von
Hörern und Leitern zu erreichen ſuchen, verwies auf
die Feſte als beſten Beweis ſchönſter Kameradſchaftlich=
keit
, wie ja ſelbſtverſtändlich jegliche Schulmeiſterei aus=
geſchloſſen
ſei ſchon allein dadurch, daß die Hörer durch
ihre Vertrauensleute an der Verwaltung beteiligt ſeien.
Die gedeihliche Wirkung dieſer warmen Worte zeigte
ſich bei der dem Vortrag folgenden Anmeldung. Zahl=
reiche
Hörer kamen begeiſtert wieder, neue darunter

Verbrecherkultus.

* Aus Paris ſchreibt man der Tägl. Rundſchau:
Unglaublich, aber wahr! Bonnot, dieſes Raubtier in
Menſchengeſtalt, hat unter den Franzoſen namentlich
beim weiblichen Geſchlecht, Bewunderer gefunden.
Man preiſt ſeine Tapferkeit und Kaltblütigkeit und erbaut
ſich an den Berichten über ſeine Freveltaten. Schreck und
Entſetzen ſind raſch vergeſſen, ja ſelbſt der Opfer wird
kaum noch gedacht. In den Augen dieſer Snobleute
ſcheint nur die ſportliche Schönheit des Verbre=
chens
noch Beachtung zu verdienen.
Nicht minder bezeichnend für den leichten Sinn
des Pariſer Publikums iſt die wohlwollende Beurteilung,
die das Treiben des anarchiſtiſchen Millionärs Al=
fred
Fromentin, des Beſchützers der Räuberbande
und Eigentümers von Bonnots Schlupfwinkel in Choiſy=
le
=Roy, allgemein findet. Da heißt es ganz ernſthaft,
dieſer Fromenin ſei ein durchats harmloſer
Schwärmer, ein liebenswürdiger Apoſtel und Menſchheits
beglücker, etwa nach Art Tolſtois, nur ohne ſein Ta=
lent
und ohne ſeinen Geiſt. Augenblicklich ſei er in Ma
rokko, wo er ſich mit der Gründung eines neuen Zukunfts=
ſtaates
eigener Erfindung beſchäftige. Dergleichen reiche,
aber verrückte Käuze ſind hierzulande nicht eben ſelten;
man braucht nur an den berühmten Kaiſer der Sahara,
Jacques Lebaudy, zu denken. Was ſolche kommu=
niſtiſchen
Narren aber mit ihrem Gelde für Unheil anſtif=
ten
, wenn ſie es zu Propagandazwecken in der Heimat
verwenden, davon iſt in der Preſſe nirgends die Rede, ob=
wohl
doch der Fall Bonnot einen nur zu deutlichen Be=
weis
davon liefert. Es läßt ſich eben nicht leugnen, daß
die Verherrlichung des Umſturzes und der Anarchie, ſelbſt
in ihrer abſchreckendſten Geſtalt. bei gewiſſen Franzoſen
zu einer Art Modekrankheit geworden iſt, zu einem
Geſellſchaftsſpiel.
Die gleiche verhängnisvolle Beobachtung läßt ſich
heute in Frankreich auch auf den Gebieten der Philoſobhie,

der Literatur, des Theaters machen, wo überall mit den
feuergefährlichen Theorien in unverantwortlicher Gedan=
kenloſigkeit
umgeſprungen zu werden pflegt., Braucht=
man
ſich da zu wundern, wenn dieſe Saat eines Tages
ins Korn ſchießt und alles überwuchert? Nein, Lepine
hat hundertmal recht, wenn er in ſeiner Grabrede für
den gemordeten Polizeichef Jouin ſchleunige Rück=
kehr
zu geſunderen Lebensanſchauungen
empfiehlt und vor dem hier gekennzeichneten krankhaften
Verbrecherkultus nicht dringend genug warnen kann:
Es liegt ſo viel Philanthropie in der Luft, ſo lauteten
die Worte des Polizeipräfekten, daß für gefühlsſelige
Leute bei uns die ſchlimmſten Schurken zu Zielſcheiben
des Mitleids geworden ſind. Sparen wir lieber unſer
Mitleid für die auf. die es verdienen!
Aber der Pariſer iſt nun einmal ſchon von Kind auf
gewöhnt, im Kaſperletheater Polichinell zu bewundern,
wenn er den Poliziſten verhaut! Es wäre vielleicht gut,
den Verehrern und Verehrerinnen eines Bonnot, die of=
fenbar
zu lange Kinder blieben. die Augen darüber zu
öffnen, daß es nichts Gefährlicheres und Ro=
heres
gibt, als dieſe Parteinahme für Polichinell, ſo=
bald
man aus den Jahren der Kinderſpiele heraus iſt.

Reiche Naturſchätze am Roten Meer.
( Erſt in allerjüngſter Zeit hat man angefangen, die
reichen Naturſchätze, die die gebirgigen Ufer des Roten
Meeres bergen, auszubeuten, und dadurch den Anfang
gemacht in der induſtriellen Erſchließung eines Gebietes,
deſſen Reichtum ſo lange brach gelegen hat. Ueber die Mi=
neralſchätze
, die ſich hier finden, iſt man nur auf der
Sinai=Halbinſel und an dem weſtlichen Ufer des Meeres
zu ziemlich im Klaren. Hier haben umfaſſende geologiſche
Unterſuchungen den bedeutenden Erzgehalt der Gebiras=
formationen
erwieſen. Aber die öſtliche Seite, die ſich
unter türkiſcher Herrſchaft befindet, iſt noch völlig unbe=

kanntes Terrain. Wie A. J. Park Crawford in einem
Aufſatz von Chambers Journal ausführt, beſteht aber
große Wahrſcheinlichkeit, daß die Mineralſchätze des öſt=
lichen
Ufers denen des weſtlichen durchaus nicht nachſtehen
und daß ihre Ausbeutung von hohem materiellen Nutzen
ſein würde. Die Küſten beſtehen ja alle aus einer Hügel=
kette
, die vulkaniſchen Urſprungs iſt. Die Nutzbar=
machung
der Naturſchätze der Roten Meer=Ufer hat be=
reits
auf dem weſtlichen Teil der Sinai=Halbinſel und
den ägyptiſchen Küſten begonnen. Man hat gewaltige
Petroleumquellen entdeckt; ein großes Syndikat hat ſich
Zebildet und bald wird das Petroleum vom Roten Meer=
auf
dem Weltmarkt eine hervorragende Rolle ſpielen. Die
Gebiete, auf die ſich bisher die Petroleumgewinnung kon=
zentriert
, liegen an der Küſte von Suez nach Süden bis
Tor und zu beiden Seiten des Golf von Suez. Vorkeh=
rungen
ſind hier in großem Maßſtabe getroffen, um die
Schiffe mit Brennmaterial gleich an dem Ort zu verſehen,
wo das Petroleum gefunden wird. Die Naturſchätze, die
auf der Sinai=Halbinſel in reichem Maße vorhanden ſind,
ſind Kupfer, Eiſen. Türkis, Mangan und Petroleum. Die
Ataqua=Hügel ſüdlich von Suez liefern Türkiſe, Sandſtein
und Kalk. Ein wenig nordweſtlich von Schadwan an
der Küſte werden Schwefel und Petroleum gefunden und
das letztere wird auch in großen Mengen bei Zeitieh.
Gayſun, Jubal, Ras Deeb und Gymſah gewonnen. Bei=
Safaga ſtößt man auf Phosphate. Im Norden ſind Gra=
nitſteinbrüche
und im Süden alte Goldminen; dieſe alten
Goldbergwerke, die ganz verlaſſen und verfallen ſind,
verlohnten es durchaus von neuem in Betrieb geſetzt zu
werden. Südlich von Koſſeir finden ſich reiche Marmor=
lager
, ſodaß ringsum um das Rote Meer überall Reich=
tümer
von der Natur dageboten werden. Der Anfang zur
Ausbeutung dieſer Schätze iſt bereits gemacht, und man
darf annehmen, daß dies ganze Gebiet einen gewaltigen
Aufſchwung nehmen wird.

[ ][  ][ ]

Nummer 106.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

Seite 3.

mehrere Damen zeichneten ſich ein. Hoffentlich wird
der zweite Anmeldungsabend (Montag, den 6. Mai,
abends 8 Uhr, im Prinz Karl Ecke Schul= und Karl=
ſtraße
) ihre Zahl noch vergrößern und ſo auch die auf=
opfernde
Arbeit der Leitung lohnen helfen.
Allgemeiner Verein gegen Verarmung und Bettelei.
Die ordentliche Mitglie derverſammlung, die am
Freitag im Rathausſaale ſtattfand, hatte ſich eines ver=
hältnismäßig
guten Beſuches zu erfreuen. Den Vorſitz
führte der ſtellvertretende Vorſitzende, Geh. Oberkon=
ſiſtorialrat
D. Peterſen. Er bedauerte, daß heute nicht der
die Verſammlung leiten könne, der viele Jahre hindurch
mit treuer Hingabe und ſeltener Arbeitsfreudigkeit das ver=
antwortungsvolle
Amt eines erſten Vorſitzenden verwaltet
habe. Leider ſei Geh. Regiesungsrat v. Zangen mit Ende
vorigen Jahres durch Krankheit gezwungen worden, den
Vorſitz im Verein niederzulegen. Der Verein habe ge=
glaubt
, die langjährige, ſelbſtloſe und erſprießliche, ſegens=
reiche
Tätigkeit dieſes Vorſitzenden nicht anders würdigen
zu können, als den von ihm geleiſteten Grundſtock zu einer
avon Zangen=Gedächtnisſtiftung auszubauen. Mit Ge=
inugtuung
nahm die Verſammlung davon Kenntnis. Der
inun von dem Verhandlungsleiter vorgetragene, von Rech=
nungsrat
Keutzer im Auftrage des Vorſtandes bearbeitete
Geſchäftsbericht erſtreckt ſich über einen Zeitraum
von 35 Jahren, und zwar von der Vereinsgründung an bis
zur Gegenwart. Er iſt an anderer Stelle abgedruckt und
wird der Aufmerkſamkeit unſerer Leſer beſonders empfoh=
len
. Die Rechnung des letzten Vereinsjahres wurde von
dem Rechner vorgetragen, und richtig befunden. Die vor=
gelegte
, neu redigierte, den heutigen Verhältniſſen ange=
paßte
Satzung findet mit einem die Verwendung des Ver=
einsvermögens
betreffenden Zuſatz Annahme. Ein aus
der Mitte der Verſammlung geſtellter Antrag, den Ver=
einsnamen
in Verein zur Armenpflege und Wohltätig=
keit
abzuändern, wurde abgelehnt. Die vorgenommene
Vorſtandswahl hatte folgendes Ergebnis. Es wur=
den
wiedergewählt: Stadtverordneter Lehr, Geh. Ober=
konſiſtorialrat
D. Peterſen, Rektor Hanſtein, Frau Pro=
feſſor
Schäffer und Frl. von Winterfeld. Neu gewählt
iwurden: Geheimerat Römheld, Vorſtand der Großh.
Kabinetts=Direktion, Bürgermeiſter Mueller, Apotheker
Ramdohr, Lehrer Raab, Reallehrer Laun, Fräulein v.
Grolman und Frau Dr. Koepke. Mit beſonderer Eenug=
tuung
nahm die Verſammlung Kenntnis von der 35 jäh=
rigen
Zugehörigkeit des Stadtverordneten Lehr zum Ver=
einsvorſtande
, dem er heute noch mit unvermindertem In=
tereſſe
ſeinen bewährten Rat zuteil werden läßt. Der
Vorſitzende ſchloß die nahezu 3ſtündige, anregend ver=
laufene
Sitzung mit Dankesworten an die Erſchienenen.
* Ortsgewerbeverein. Am Freitag nachmittag fand
eine Beſichtigung des neuen Bahnhofs durch
Mitglieder des Ortsgewerbevereins ſtatt. Ueber 300 Teil=
nehmer
hatten ſich eingefunden, um das neue Werk zu be=
wundern
. Nur ein Bewundern herrſchte über alle die An=
nehmlichkeiten
, die herrlichen Aufenthaltsräume und nicht
zum wenigſten über die vornehme Pracht, die die Räume ent=
ſprechend
ſchmückt, insbeſondere den Fürſtenpavillon mit
ſeinen herrlichen Ausſchmückungen. Mancher alte biedere
Handwerker mußte ſtaunend durch die ſchönen Hallen
hinabſchauen auf die verſchiedenen Bahnſteige, zurückden=
kend
älter Main=Neckarbahnzeiten und des
(Tambourwäldchens. Wie hat ſich hier alles ge=
ländert
und was hat hier alles moderner Fortſchritt ge=
ſchaffen
! Ja, faſt ſchien es, oder es iſt Tatſache, die Elek=
triſch
fährt ſchneller und öfter. In überaus liebenswür=
diger
Weiſe hatte Herr Geh. Baurat Mettegang die
Führung perſönlich übernommen, bedauernd, bei der gro=
ßen
Anzahl von Perſonen nicht auf alle Einzelheiten der
Technik, Bauweiſe uſw. eingehen zu können, die doch ge=
rade
für viele Handwerker von Bedeutung geweſen wäre.
Am Schluß der Führung ſprach der erſte Vorſitzende, Herr
Schloſſermeiſter J. Jakobi ſen., im Namen des Vor=
ſtandes
und wohl im Sinne aller Teilnehmer der Direk=
tion
Mainz und dem Führenden herzlichen Dank aus.
Alles in allem dürfte die Veranſtaltung wiederum der Be=
weis
ſein, daß die Ausflugkommiſſion des Ortsgewerbe=
vereins
beſtrebt iſt, den Mitgliedern etwas zu bieten und
werden die Mitglieder gebeten, eventuelle Wünſche und
Anträge für Beſichtigungen von induſtriellen und gewerb=
lichen
Betrieben und Ausflüge an Herrn Malermeiſter
Georg Kraus, Luiſenſtr. 40, richten zu wollen.

Verein für Verbreitung von Volksbildung. Auf
Sonntag, den 12. Mai, wird der Verein für Verbreitung
von Volksbildung zu Darmſtadt ſeine Mitglieder und
Freunde zu einem Waldgang einladen, auf dem her=
vorragend
ſchöne und eigenartige Bäume und Baumgrup=
pen
unſeres ſüdlichen Waldes beſucht werden ſollen. Die
Führung, ſowie einen kurzen ſachlichen Vortrag am Böl=
lenfalltortempel
hat in freundlicher Weiſe Herr Geh. Ober=
forſtrat
Dr. Walther übernommen. Bei günſtigem
Wetter ſteht den Teilnehmern und Teilnehmerinnen ein
genußreicher Maimorgen in Ausſicht, zumal auch für eine
muſikaliſche Ueberraſchung geſorgt iſt. Näheres demnächſt
durch Anzeige.
* Verloſung des Frauenvereins. Es ſei hiermit noch=
mals
darauf hingewieſen, daß die von dem Frauen=
verein
der Guſtav Adolf=Stiftung veranſtal
tete Verloſung demnächſt ſtattfindet. Die Aus=
ſtellung
der Gewinne iſt wie bisher im Alten Palais
am Luiſenplatz, Eingang im Hof, ebener Erde, in dem
Hauptbau am Sonntag, den 12. Mai, nachmittags von
36 Uhr, am Montag, den 13. Mai, von 9½12½ Uhr
vormittags und von 36 Uhr nachmittags. Zu dieſen
Stunden werden dort auch Gewinne dankend entgegen=
genommen
und Loſe verkauft. Die Gewinn=Nummern
werden am Samstag, den 18. Mai, im Darmſtädter Tag
blatt bekannt gemacht; die Gewinne nur am 20. und 21
Mai, vormittags von 9½12½ Uhr und nachmittags
von 36 Uhr im Ausſtellungsraum verabreicht. Ge=
winne
, welche an dieſen beiden Tagen zur beſtimmten
Zeit nicht abgeholt werden, verfallen dem Verein.
Der Alice=Verein für Frauenbildung und Erwerb
hat ſeinen Tätigkeitsbericht für die Zeit vom
1. April 1910 bis 31. März 1912 herausgegeben, dem wir
folgendes entnehmen: Die Geſamtzahl der Schülerinnen
betrug: Winter 1909/10: 211, Sommer 1910: 163, Wänter
1910/11: 209, Sommer 1911: 168. Am 24. Oktober 1911
wurde das Winterſemeſter mit 130 Induſtrieſchülerinnen
eröffnet, die Kochſchule beſuchten außerdem 54, den Back=
kurſus
15 Schülerinnen, ſo daß die Geſamtzahl 199 be=
trug
. Der Lehrkörper der Aliceſchule ſetzt ſich zurzeit aus
15 Lehrerinnen zuſammen. In der Alicekochſchule wur=
den
im Jahre 1909/10 6 Kochkurſe, beſucht von 83 Schü=
lerinnen
, 1 Einmachkurſus, beſucht von 20 Schülerinnen,
und 1 Backkurſus, beſucht von 28 Schülerinnen, abgehal=
ten
. Die Zahl der Kochkurſe hat ſich gegen die der Vor=
jahre
um einen vermindert, da die Küche von den Schüle=
rinnen
des Haushaltungsſeminars mitbenutzt wurde. Es
wurden 7379 Portionen im Hauſe und 1548 außer dem
Hauſe verabreicht. Die Schülerinnen konnten die Herſtel=
lung
aller im Lehrplan vorgeſehenen Gerichte, Eingemach=
tem
und Gebäck erlernen, da die Zahl der Gäſte und Be=
ſtellungen
ſtets hinreichend vorhanden waren. Die Ge=
ſamteinnahme
beträgt 16 294,27 Mk., die Geſamtausgabe
15 304,26 Mk. Im Jahre 1910/11 wurden 6 Kochkurſe,
beſucht von 75 Schülerinnen, 1 Einmachkurſus, beſucht von
10 Schülerinnen und 1 Backkurſus, beſucht von 24 Schüle=
rinnen
, abgehalten. Auch in dieſem Jahre wurden die
Schülerinnen des Haushaltungsſeminars in der Koch=
ſchule
unterrichtet. Es wurden 7220 Portionen im Hauſe
und 1539 Portionen außer dem Hauſe verabreicht. Die
Schülerinnen konnten auch hier die Herſtellung aller
vorgeſchriebenen Gerichte, Eingemachtem und Gebäck er=
lernen
, da die Zahl der Gäſte und Beſtellungen auch in
dieſem Jahre hinreichend vorhanden waren. Der Preis
des Mittageſſens betrug in beiden Jahren im Hauſe 95
Pfennig und außer dem Hauſe 1 Mark. Die Geſamtein=
nahme
beträgt 15502,89 Mark, die Geſamtausgabe
15 500,94 Mark. Die im letzten Tätigkeitsbericht angedeu=
teten
Pläne für Erweiterung des Gebäudes der Alice=
ſchule
wurden aufgegeben, nachdem in ſehr dankenswer=
ter
Weiſe die Bürgermeiſterei Darmſtadt für den haus=
wirtſchaftlichen
Kurſus Räume in der neu errichteten Eleo=
norenſchule
angewieſen hatte, und zwar Küche, Speiſe=
kammer
, Lehr= und Eßzimmer; die innere Einrichtung ge=
ſchah
auf Koſten des Alice=Vereins; die neuen Räume
wurden im Herbſt 1911 bezogen. Durch die Verlegung des
hauswirtſchaftlichen Kurſes in die am 12. Oktober 1911
eröffnete Eleonorenſchule iſt für die Alicekochſchule in dem
Vereinsgebäude der Friedrichſtraße wieder die Möglich=
keit
geboten, 2 Kurſe gleichzeitig abzuhalten. Am 22. und
23. Februar 1912 fand die ſtaatliche Prüfung der Hand=
arbeitslehrerinnen
ſtatt; die 12 Schülerinnen des Hand=

arbeitslehrerinnen=Seminars konnten als beſtanden er=
klärt
werden. In dem Seminar zur Ausbildung von
Haushaltungslehrerinnen wurde am 29. Februar und
1. März 1912 die Prüfung abgehalten. Es war ſeit Be=
ſtehen
des Seminars die dritte Prüfung. Sämtliche 11
Teilnehmerinnen beſtanden die Prüfung zur vollen Zu=
friedenheit
, 2 derſelben hatten bereits in früheren Jahren
die Prüfung als Handarbeitslehrerinnen beſtanden. Von den
25 Schülerinnen, welche in den zwei erſten halbjährigen
Kurſen ausgebildet wurden, konnten alsbald 16 als Wan=
derlehrerinnen
Verwendung finden.
K.V. Kunſtverein. Die Kunſthalle am Rheintor iſt
von Montag ab einige Tage geſchloſſen.
r. Das Jahresfeſt der Heilſtätte für Alkohol=
kranke
Haus Burgwald findet heute, Montag, nach=
mittag
3 Uhr ſtatt.
Städtiſche Straßenbahn. Die Fahrgeld=
einnahme
vom April 1912 betrug 36509,46 Mk.
(Vorjahr 37018,70 Mk.) Einnahme für den Wagen=
kilometer
im April 1912 39.15 Pfg. (39,17 Pfg.).
* Grundſtücksverkaufe. Im Monat April 1912 wur=
den
bei dem Großh. Ortsgericht Darmſtadt I folgende
Kaufverträge abgeſchloſſen: 7 bebaute Grundſtücke mit
dem Kaufpreis von 404500 Mark, 1 unbebautes Grund=
ſtück
mit dem Kaufpreis von 22000 Mark; zuſammen
426500 Mark. (Mitgeteilt von dem Darmſtädter Haus=
beſitzer
=Verein.)
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1.50 M., Eier 69 Pf.,
Schmierkäſe ½ Ltr. 22 Pf., Handkäſe 410 Pf., Kar=
toffeln
der Zentner 5 M., Kumpf (10 Liter) 80 Pf.,
Kg. 78 Pf., Mäuschen ½ Kg. 15 Pf., Malteſer ½ Kg.
18 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel ½ Kg. 4045 Pf., Zitronen
5 Pf., Apfelſinen 57 Pf.: Salat, Gemüſe: Kop
ſalat 814 Pf., Körbchen Feldſalat oder Lattich 10 Pf
neue Schälgurken 4550 Pf., Bündel Radieschen 2 Pf.
Bündel Rettiche 1823 Pf., Meerrettich 1025 Pf., Zwie=
beln
½ Kg. 1012 Pf., Tomaten ½ Kg. 70 Pf., Gelbe=
rüben
½ Kg. 25 Pf., Bündel Römiſch=Kohl 3 Pf., Spinat
Kg. 1215 Pf., Wirſing 40 Pf., Schwarzwurz ½ Kg
35 Pf., Spargeln ½ Kg. 4060 u. 70 Pf. Bündel
Karotten 25 Pf., Kernerbſen ½ Kg. 40 Pf.; Geflügel,
Wild: Enten 45 M., Hahnen und Hühner 2,00 bis
2,50 M., Tauben 6070 Pf., Paar Zuchttauben 1,50 bis
10,00 M., Zicklein 23 M., Lapins 0,901,00 M.; Fiſche
Kg.: Aal 1,20 M., Hecht, Karpfen, Rotzungen 80 Pf.
Rheinbackfiſche 3560 Pf., Schollen 25 Pf., Kabeljau 20
bis 30 Pf., Schellfiſche 25 Pf., Seelachs 1924 Pf.; in
den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 6066 Pf.,
Hackfleiſch 70 Pf., Rindsfett 60 Pf., Rindswürſtchen (Stück)
15 Pf., Kalbfleiſch 90 Pf., Schweinefleiſch 84 Pf., geſalzenes
und Koteletts 96 Pf., Schwartenmagen, Fleiſchwurſt 80 Pf.,
Leber= und Blutwurſt 70 Pf.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expe
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bil=
der
neu ausgeſtellt: das Kronprinzenpaar, König Fried=
rich
Auguſt von Sachſen und Staatsſekretär von Tirpitz
beim Stapellauf des Linienſchiffes König Albert in
Danzig; die Einweihung der neuen deutſchen Kirche in
Kairo: das Haus, in dem ſich die Pariſer Automobil
banditen Bonnot und Dubois verſchanzt hatten, nach
der Exploſion, und die Verhaftung des Trödlers Gauzy;
tripolitaniſche Araber im italieniſchen Dienſt gegen die
Türken.
§ Brände. Am Freitag abend gegen 8 Uhr iſt
das Dachgeſchoß des Mittelbaues Landwehrſtraße 63
anſcheinend durch einen vom Fabrikſchornſtein darauf
geflogenen glühenden Funken in Brand geraten.
Das Feuer wurde durch die herbeigerufene Feuerwehr=
wache
alsbald gelöſcht. Am Freitag mittag um
12 Uhr hat im Hauſe Saalbauſtraße 29 ein Zimmer=
brand
ſtattgefunden, welcher durch die Hausbewohner
alsbald gelöſcht worden iſt.
Ueber das Feuer in der Landwehrſtraße geht uns
von der Feuerwehr folgender Bericht zu: Großfeuer,
Landwehrſtraße 63 wurde Freitag abend 8 Uhr 19 Mi=
nuten
der Feuerwache gemeldet, wonach auch die Wecker=
linie
alarmiert wurde. In der Herdfabrik und Email=
lierwerk
Landwehrſtraße 63 (früher Tapetenfabrik Renn)
war in dem Dachſtuhl des Hauptwerkſtättengebäudes
Feuer entſtanden, ſtarke Flammen loderten hoch empor
und bedrohten die angrenzenden Gebäulichkeiten. Das
Feuer wurde mit zwei Schlauchleitungen von innen und
außen angegriffen und nach ½ ſtündiger Tätigkeit ſo

Feuilleton.

C. K. Der ſchwingende Felſen. Unter den ſogenann
ten Naturwundern nehmen die ſchwingenden Steine‟
eine beſondere Stellung ein. Sie ſind gewaltige Mono=
lithen
, die auf einer Felsſpitze ſcheinbar ohne Halt balan=
zieren
. Der berühmteſte dieſer ſchwingenden Felſen und
wohl auch der größte war der von Tandil in Argentinien,
der vor kurzem von ſelbſt herabgeſtürzt iſt. Das gewal=
tige
Felsſtück hat ein Gewicht von 450 Tons, das auf dem
Rande eines 150 Meter hohen ſpitzen Felsabhanges
ſchwebte. Der geringſte Wind, ja ein einfacher Stoß
mit der Hand genügte, um dieſe gewaltige Steinmaſſe
in Schwingungen zu verſetzen; die Unterſuchungen der
Ingenieure hatten ergeben, daß bei gewöhnlichen Wit=
terungsverhältniſſen
der Stein im Verlaufe von einer
Minute 60 Schwingungen machte. In Argentinien galt
dieſe merkwürdige Naturerſcheinung als eine beſondere
Sehenswürdigkeit, und von weither kamen die Touriſten,
um dieſen berühmten ſchwingenden Stein zu beſichtigen
An ihn knüpft ſich auch die Legende, daß der berühmte
argentiniſche Diktator Roſas den Stein einſt zum Abſturz
bringen wollte, um zu zeigen, daß ſeiner Macht nichts zu
trotzen vermöge. Nach der Sage ließ er vierzig Paar
Ochſen vor den Fels ſpannen, um ihn zu ſtürzen, aber
an der Kraft der Natur zerbrach der Wille des Diktators.
Vor wenigen Wochen, am 27. Februar, iſt der berühmte
Fels nun plötzlich mit Donnergetöſe in die Tiefe gerollt.
Man wußte bereits, daß der Monolith vor einigen Jah=
ren
vom Blitz getroffen worden war und nahm an, daß
damit ſeine Gleichgewichtsverhältniſſe eine Erſchütterung
erlitten haben müßten. Die jetzt vorgenommene Unter=
ſuchung
hat ergeben, daß der plötzliche Abſturz nicht auf
äußere Einflüſſe, ſondern auf die Korroſion der Baſis
zurückzuführen iſt. Die Ingenieure erklären es für mög
lich, den Stein wieder an ſeine urſprüngliche Stelle zu
ſetzen, aber dieſe Arbeiten wären ſehr umſtändlich und
würden eine Viertelmillion Mark verſchlingen. In Ar=
gentinien
aber hat man bereits eine Nationalſammlung
begonnen, um die nötigen Mittel aufzubringen, ſodaß
über kurz oder lang die Kunſt des Ingenieurs verſuchen
kann, das Naturwunder von Tandil durch menſchliche
Kraft wieder herzuſtellen.
* Das Rieſenſchiff Imperator. Ueber das neue Rie=
ſenſchiff
der Hamburg-Amerika=Linie, über deſſen Si=
cherheitsmaßregeln
dem Kaiſer demnächſt in Wiesbaden

Vortrag gehalten werden ſoll, ſchreibt man: Der Damp=
fer
Imperator wird auf der Vulkanwerft in Hamburg
erbaut er ſoll noch in dieſem Sommer vom Stapel laufen.
Das Schiff wird eine Länge von 268 Meter, eine Breite
von 30 Meter und eine Höhe von 31 Meter haben. Sein
Gewicht ohne Maſchinen, Keſſel, Ladung und Ausrüſtung
beträgt 33 800 Tonnen. Seine Waſſerverdrängung wird
50000) Tonnen betragen, alſo mehr als das Doppelte
unſerer größten im Bau befindlichen Linienſchiffe. Die
Kommandobrücke liegt 23 Meter über der Waſſerlinie
das iſt ungefähr die Höhe eines gewöhnlichen Hanſes
vom Dach bis zum Erdboden. Das Schiff erhält 11 Decks
und wird imſtande ſein, 5000 Perſonen zu be=
fördern
.
* Der ſchiefe Turm von Piſa. Als im Jahre 1908 Ge=
rüchte
über Gefahren laut wurden, die dem ſchiefen Turm
von Piſa drohten, ſetzte die Regierung zur Unterſuchung
der ſtatiſchen Verhältniſſe eine Kommiſſion ein. Dieſe
hat nunmehr ihren Bericht erſtattet, der folgende Angaben
enthält: Seit 1817, als zwei Engländer die letzten Meſ=
ſungen
vornahmen, iſt die Neigung des Bauwerks um 5½
Millimeter auf jeden Meter Achſenlänge geſtiegen. Bisher
hatte man angenommen, daß die Senkung des Unter=
grundes
den Turm zum Neigen gebracht habe. Die Kom=
miſſion
hat aber feſtgeſtellt, daß die Neigung durch unter
irdiſche Quellen verurſacht worden iſt, die nach den an
den Fundamenten in den Jahren 1838 und 1839 vorge=
nommenen
Arbeiten herausgetreten ſind und trotz aller
Anſtrengungen nicht haben verſtopft werden können. Der
Bericht kommt zu dem Schluß, daß zwar der Zuſtand des
Bauwerks keine unmittelbare Gefahr bedeute, daß es
aber doch rätlich ſei, Maßregeln auszuſinnen und anzu=
wenden
, um die Erhaltung für die Zukunft zu ſichern.
Alle paar Jahre ſoll deshalb der Turm auf ſeinen Zu=
ſtand
beſonders unterſucht werden.
Die Uniform der Pariſerin. In einer Pariſer Zei=
tung
beſchäftigt ſich ein Modekritiker mit einem eigenarti=
gen
Phänomen, das man beſonders in dieſem Frühjahr in
Paris in immer wachſendem Maße beobachten kann: Ich
ging im Bois de Boulogne ſpazieren, wenige Schritte vor
mir ging eine junge Dame in einer blauen Taffetrobe,
in blauem Hut mit weißem Federbuſch. Ich hatte eine
ihnliche Toilette bei einer Bekannten geſehen und be=
ſchleunigte
meine Schritte, dieſe Dame zu begrüßen: als
ch ſchon den Hut abnehmen wollte, ſah ich zum Glück=
daß
es eine völlig fremde Dame war. Aber in dieſem

Augenblick ſehe ich wie durch Sinnestäuſchung ein paar
Schritte weiter wiederum eine ſolche Dame in genau dem=
ſelben
Kleide, und als ich nun aufmerkſam alle Frauen,
die mir begegneten, zu beobachten begann, merkte ich bald:
die Pariſerinnen haben eine Uniform, ſicherlich eine
hübſche Uniform, aber doch eine Uniform. Sie ſehen aus
wie die Offiziere desſelben Regiments. Und da ich weiß,
wie gern die Pariſerin originell ſein will und welche
Sorge ſie ihrer Kleidung zuwendet, begann ich mir be
kannte Damen nach der Urſache dieſer ſeltſamen Gleich=
förmigkeit
zu fragen. Und ich erfuhr Folgendes: Es iſt
unmöglich ſo ſagten ſie alle, ein Kleid von origineller
Form oder origineller Farbe zu tragen, ohne dieſes
Kleid ein paar Tage ſpäter von allen Warenhäuſern und
kleinen Schneiderinnen kopiert zu ſehen. Und ebenſo er=
geht
es uns mit den Hüten. Nicht allein, daß der Hut
den ich mir ausſuche und den ich trage, nun in vielen
Dutzenden von Exemplaren wiederholt und verkauft wird
er wird in ſchlechtem Material kopiert, er wird auch
ſchlecht kopiert und bei jedem Schritt begegne ich dann
einer Karikatur meines Kleides und einer Karikatur mei=
nes
Hutes. Und dagegen gibt es kein Mittel: man ver=
folgt
uns, man kopiert uns im Theater, beim Rennen,
auf dem Boulevard, im Bois. Und in der Verzweiflung
haben wir uns daher entſchloſſen, jetzt ein ganz einfaches
ſchlichtes Kleid zu tragen, das nur ausgezeichnet ſitzen
muß. Und wenn wir uns damit uniformieren, ſo wiſſen
wir doch weniaſtens, wir ſind gut angezogen: der Ehrgeiz
zur Originalität wird uns durch die zahlloſen Nachahme=
rinnen
geraubt. Nun will man in Paris bei den großen
Modiſtinnen eine Rundfrage veranſtalten. um auf Mittel
zu ſinnen, wie man Kunſtwerke der Mode gegen Nach
ahmung und Fälſchungen ſchützen könnte.
B. B. Keine Freigebäck auf der Brandenburgiſchen
Städtebahn! Die Verwaltung der Brandenburgiſchen
Städtebahn ſcheint der Anſicht zu ſein, daß es allgemein
üblich iſt, den Eiſenbahnpaſſagieren freies Gebäck, viel=
leicht
ſogar mit Butter und Belag. zu verabfolgen. Darauf
aſſen die neuen Sonntagskarten für die Strecke Branden=
burg
-Altſtadt-Görden wenigſtens ſchließen, denn ſie
ragen den Aufdruck. Gültig nur am Löſungstage. Ohne
Freigebäck. Der amüſante Druckfehler hat natürlich
unter den Fahraäſten ungeheuere Heſterkeit ausgelöſt,
einige dieſer ſpaßigen Fahrkarten ſogar dem Eiſenbahn=
Muſeum zur Einreihung in die Kurioſitäten zum Ge=
chenk
gemacht.

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

Nummer 106.

begrenzt, daß eine weitere Ausdehnung verhindert war
Nächſt dem Maſchinenhaus war auch das Dachgebälk
in Brand geraten, was die Auslage einer dritten Leitung
erforderte aber auch hier war die Gefahr bald be=
ſeitigt
. Mannſchaften der Weckerlinie 3 übernahmen die
Räumungsarbeiten und Brandwache. Die Feuerwache
war 9 Uhr 35 Minuten zurück. Es iſt nur Gebäude=
ſchaden
entſtanden, der Geſchäftsbetrieb erleidet keine
Unterbrechung. Die Brandurſache iſt noch nicht er=
mittelt
.
§ Feſtgenommen wurde ein 25 Jahre alter Tag=
löhner
aus Marburg wegen Hausfriedensbruch.
§ Aus dem Arbeitshaus Dieburg ſind während
des Monats April 16 Perſonen, welche daſelbſt korrektionelle
Nachhaft verbüßten, entlaſſen worden. Die längſte
Dauer der Nachhaft betrug bei 2 Perſonen je 730 Tage
und die kürzeſte Dauer der Nachhaft bei einer Perſon
76 Tage.
§ Unfälle. Ein Schloſſerlehrling wurde am Freitag
nachmittag kurz vor 1 Uhr an der Kreuzung Rhein=
und Grafenſtraße von einer Autodroſchke über=
fahren
. Der Lehrling trug eine Verletzung in der
rechten Leiſtengegend davon und mußte in das Städtiſche
Krankenhaus aufgenommen werden. Nachmittags um
3¼ Uhr wurde in der Teichhausſtraße ein 7 Jahre alter
Knabe von einer Droſchke überfahren, Der
Knabe trug einen doppelten Knöchelbruch am rechten
Bein davon.

V Groß=Gerau, 4. Mai. Die am Freitag abgehaltene
Gemeinderatsſitzung beſchäftigte ſich mit der
Frage der Kanaliſation.
Büttelborn, 4. Mai. Ein bedauerlicher Unglücksfall
ereignete ſich hier am Mittwoch nachmittag. Landwirt
Ph. Raiß XII. hatte in Erfelden Backſteine geholt und
hielt vor ſeinem Anweſen, um das Tor zu öffnen. Sein
9jähriger Junge war währenddeſſen auf das Fuhrwerk
geklettert, und als letzteres ſich wieder in Bewegung ſetzte,
ſtürzte er herab und wurde vor den Augen des entſetzten
Paters überfahren. Das Rad ging dem Jungen
über den Kopf und zermalmte ihn, ſodaß das Tod
ſofort eintrat.
Hüttenthal i. O., 4. Mai. Eine lebensgefähr
liche Stichwunde wurde kürzlich dem hieſigen Land=
wirt
Adam Löffler durch ſeinen 67jährigen Schwieger=
vater
Johann Mathäus Egly beigebracht, und der Täter
iſt deshalb in Unterſuchungshaft genommen worden.
Beide Beteiligte bewohnen dieſelbe Hofreite, in der E. den
Einſitz hat. Er ſoll am fraglichen Tag ſeine eigene Tochter
in Abweſenheit ihres Mannes mißhandelt haben, worauf
dieſe nach Heimkehr L.s. ihm dies mitteilte und er den
Schwiegervater zur Rede ſtellte. Bei dieſer Auseinander=
ſetzung
empfing er den Stich in die Bruſt.
Heppenheim a. d. B., 3. Mai. Von den Einbre
chern, die vorletzte Nacht hier ihr Unweſen trieben,
ſteht jetzt feſt, daß es dieſelben Unholde waren, die in
voriger Woche in Rimbach einen Einbruch verübten;
denn die hier hinterlaſſenen Fußſpuren ſtimmen genau
mit denjenigen überein, die ſie in Rimbach hinterließen.
Man hat es offenbar mit einer Bande zu tun.
Birkenau, 3. Mai. Die Großherzogin hat bei
dem 7. Töchterlein des Ackersmanns Adam Geiß in
Ober=Mumbach die Patenſtelle übernommen und
den Eltern zugleich ein anſehnliches Patengeſchenk ge=
ſpendet
.
Buchſchlag, 4. Mai. In einer Verſammlung der
Einwohnerſchaft von Buchſchlag, die ſich mit der Frage
der Gemeindebildung beſchäfligte, wurde eine
neue Kommiſſion gewählt, um die durch die Verträge
zwiſchen den Buchſchlaggeſellſchaft und der Regierung
geſchaffene Rechtslage weiter zu prüfen. Dieſe Verträge
ſind nach dem Gutachten eines namhaften Juriſten un=
gültig
. In einer Reſolution wurden Regierung und
Kreisamt erſucht, die Gemeindebildung noch ſo lange
hinauszuſchieben, bis die jetzt noch verworrene Rechts=
lage
geklärt iſt.
Monzernheim, 4. Mai. Zu der in der Mainacht hier
ſtattgehabten Bluttat wird der W. Ztg. berichtet: Eine
größere Anzahl junger Burſchen ſteckten in der Mainacht
Maibäume und andere Burſchen holten die geſteckten
Bäume wieder weg: Hierdurch entſtand offenbar die
Raufluſt, zumal die Beteiligten auch dem Freibier gehörig
zugeſprochen hatten. Um Maibäume zu ſchneiden oder
Stroh umherzuſtreuen, waren die Nachtſchwärmer faſt
durchweg mit Beilen, Sägen und Miſtgabeln verſehen.
Der Dienſtknecht Heinrich März aus Bürſtadt, ſowie der
Knecht Michael Mumm aus Ober=Olm, beide in Mon=
zernheim
in Dienſten, waren ebenfalls dabei. Erſterer
hatte ſich mit einer Holzaxt verſehen, letzterer mit einer
Miſtgabel. Mit einer Anzahl junger Burſchen gerieten
ſie nach kurzem Wortwechſel in heftigen Streit; es wurde
mit Steinen und Holzprügeln nach einander geworfen,
bis März und Mumm fortrannten. Eine Anzahl Bur=
ſchen
, darunter auch der mit einem Handbeil bewaffnete
Peter Lang, verfolgten die Fliehenden. Mumm konnte
ſeine Dienſtſtelle erreichen, während März in eine Seiten=
gaſſe
flüchtete. Wie nun März behauptet, holte ihn der
Lang, ein und habe mit erhobenem Beil zum Schlagen
gegen ihn ausgeholt. März will nun im Laufe des Hand=
gemenges
dem Lang das Handbeil entriſſen und dieſen
auf den Kopf geſchlagen haben. Gleichjeitig habe er ihm
einen Tritt vor den Bauch verſetzt. Einige Zeit ſpäter
wurde Lang auf der Straße aufgefunden und in die elter=
liche
Wohnung gebracht, wo er am Nachmittag des 1. Mai
ſtarb. Die vom Gericht veranlaßte Sektion der Leiche er=
gab
, daß der Tod infolge Zerreißen des Dünn=
darms
und der hierdurch eingetretenen Bauchfellent=
zündung
erfolgt iſt. Die mit dem Handbeil am
Kopfe beigebrachte Verletzung war unge=
fährlich
, dagegen muß der Tritt gegen den Bauch derart
heftig geweſen ſein, daß die erwähnte Verletzung entſtand.
Der Täter März wurde noch in der Nacht auf den 2. Mai
durch das Gericht verhaftet und in das Haftlokar nach Oſt=
hoſen
gebracht.
Gießen, 3. Mai. Das Philologiſche Seminar der
Landesuniverſität feierte heute ſein 100jähriges Be=
ſtehen
durch einen Feſtakt und eine ſtudentiſche Aufführ=
ung
im Stadttheater
Gießen, 3. Mai. Heute iſt das hieſige Kaiſer Wil
helm=Regiment in zwei Sonderzügen nach Lan=
gen
gefahren. Von Langen marſchiert das Regiment zu
Schießübungen nach dem Truppen=Uebungsplatz Darm=
ſtadt
.
Rebgeshain, 4. Mai. Im Wittgenborn kam es zu
einem blutigen Zuſammenſtoß zwiſchen För=
ſter
und Wilddieb. Bei einem in der Schlinge
gefangenen Rehbock hielten am Sonntag nachmittag zwei
Förſter Wache, um die Wilddiebe auf friſcher Tat zu er=
tappen
. Plötzlich erſchienen auch drei Männer, von denen
zwei mit Gewehren bewaffnet waren. Auf den Anruf
des Förſters, die Waffen beiſeite zu werfen, legte der

eine auf den Förſter an, während die anderen die Flucht
ergriffen. Doch dieſer eine wandte ſich nun, ohne geſchoſ=
ſen
zu haben, auch zur Flucht und ſuchte ein nahes Gehölz
als Deckung zu erreichen. Der Förſter aber kam ihm zu=
vor
und jagte ihm eine Ladung Schrotkörner in die
Beine, ſodaß der Wilddieb niederſtürzte. Es wurde nun
feſtgeſtellt, daß es ein ſchon lange im Verdacht der Wild=
dieberei
ſtehender Mann namens Karl Eiſenmann iſt=

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 4. Mai. Der Einzug
des neuen Stadtkämmerers Boeß in das
Rote Haus dürfte, ſo dringend ſeine Anweſenheit dort
auch gewünſcht ſein mag, nicht vor dem 1. Juni erfolgen.
Es muß zunächſt, nachdem Stadtrat Boeß die auf ihn
gefallene Wahl angenommen hat, die Königl. Beſtätigung
nachgeſucht werden, die jedoch noch im Laufe des Monats
Mai zu erwarten iſt. Das Urteil in dem Methyl=
alkoholprozeß
Scharmach und Genoſſen lautet:
Der Angeklagte Scharmach wird wegen Betrugs, Ver=
gehens
gegen das Nahrungsmittelgeſetz, Uebertretung
des Paragraphen 367 Nr. 3 und 6 und der Polizeiverord=
nung
betr. die Aufbewahrung von Gift zu 5 Jahren
Gefängnis, 2000 Mark Geldſtrafe (eventuell 200 Tage
Gefängnis) und weiteren 40 Mark Geldſtrafe verurteilt.
1000 Mark Geldſtrafe werden durch die Unterſuchungs=
haft
für verbüßt erachtet. Die Angeklagten Zaſtrow und
Meyen wurden wegen Vergehens gegen das Nahrungs=
mittelgeſetz
in Tateinheit mit Betrug zu je 2 Monaten
Gefängnis verurteilt, die als verbüßt erachtet werden.
Der Angeklagte Gaalo wurde zu 6 Wochen Gefängnis
verurteilt. Drei Wochen wurden als verbüßt erachtet.
Der Angeklagte (Radenski wurde freigeſprochen. In
dem Nachlaß des Pfarrers Liebe ſind, wie ge=
meldet
, wider Erwarten Juwelenſchätze im Werte
von über einer Million Mark gefunden worden.
Eine Edelſteinſammlung umfaßt, nach dem Berl. Lokal=
anzeiger
, zahlreiche gefaßte, geſchliffene und ungeſchlif=
fene
Diamanten, Smaragde, Türkiſe, Opale, Rubinen
Perlen, Granaten uſw., weiter entzückende Moſaikarbei=
ten
in künſtleriſcher Ausführung. Endlich (wurde als
Glanzſtück ein etwa 45 Zentimeter hoher maſſiv goldener
Abendmahlskelch gefunden, der nach oberflächlicher Schätz=
ung
einen Wert von über 300000 Mark hat. Der obere
Rand dieſes Kelches wird von 38 haſelnußgroßen waſ=
ſerreinen
Diamanten eingefaßt. In der Mitte des Kel=
ches
befindet ſich ein gleichfalls von haſelnußgroßen Dia=
manten
gebildeter Kranz, am Fuße ein Kreuz von vier
großen Diamanten, ſowie eine Perlenſchnur, die ſich um
den Fuß herumrankt, und endlich wunderbare Moſaiken,
die darin eingelaſſen ſind. Im ganzen weiſt der Kelch
173 Edelſteine auf. Der Geſamtwert des Fundes iſt weit
über eine Million Mark zu ſchätzen. Es ſoll ſich dabei um
eine der größten und wertvollſten Steinſammlungen
handeln, die ſich überhaupt in Privatbeſitz befinden.
Außer Edelſteinen ſind natürlich auch gewöhnliche Steine
in der Sammlung vorhanden, die von dem Verſtorbenen
überſichtlich katalogiſiert worden ſind. Weiter wurde im
Nachlaß ein Tagebuch gefunden, das L. ſeit Jahren bis
zu dem Tage vor ſeinem Tode mit Sorgfalt geführt hat.
Aus dieſem Tagebuch wird man wahrſcheinlich auch er=
fahren
, wie und wann der Verſtorbene zu dem großen
Schatz gekommen iſt. Liebe entſtammt einer proteſtanti=
ſchen
Familie, trat aber ſpäter zum Katholizismus über.
Seine Amtsniederlegung war keine ganz freiwillige. Er
hatte durch ſein Verhalten, d. h. ſeinen perſönlichen Wan=
del
, unliebſames Aufſehen bei ſeinen militäriſchen und
geiſtlichen Vorgeſetzten erregt. Angeſichts des aufgefun=
denen
Juwelenſchatzes ſteht man vor einem Rätſel, denn
Liebe hat ſelbſt Geiſtlichen, mit denen er lange Zeit ver=
kehrte
, nie eine Mitteilung davon gemacht. Daß er keinen
Mangel zu leiden brauchte, war ſeinen früheren Amts
brüdern wohl bekannt, denn er bezog 2300 Mark Jahres=
penſion
, zu denen noch 800 Mark Zinſen aus einem Legat
kamen, ſo daß er als alleinſtehender Mann über 3000 Mk.
Einkommen hatte. In jüngſter Zeit hieß es, daß er wie=
der
evangeliſch geworden ſei und ſich verheiraten wolle.
Potsdam, 3. Mai. Das Schöffengericht fällte
heute das Urteil in dem PProzeß wegen Beleidigung
der Kirche, den der Paſtor Reinhold Luther in Stahns=
orf
gegen den praktiſchen Arzt Dr. Eckert angeſtrengt
hatte. Dr. Eckert bezichtigte den Paſtor öffentlich der
unglaublichſten Aeußerungen über Religion und Glau=
ben
. Luther ſoll geſagt haben, die ganze Religion und
alles, was in der Bibel ſtehe, ſei (Quatſch. In das
Konſiſtorium kämen nur Halunken, die ſchon eine Probe
von Diebſtahl abgelegt hätten. Auf Grund der Beweis=
aufnahme
kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß
dem Angeklagten der Wahrheitsbeweis gelungen iſt. Es
erfolgte demgemäß die Freiſprechung des Ange=
klagten
.
Frankfurt, 3. Mai. Heute nachmittag 2 Uhr wurde
im hieſigen Eilgüterbahnhof der Arbeiter Joſef Balzer
aus Bornheim von einer Rangierabteilung überfah=
ren
und ſofort getötet.
Mannheim, 4. Mai. In dem Prozeß gegen
Wertheimer und Genoſſen wurde heute mittag
das Urteil verkündet. Wegen Vergehens gegen § 240
Ziffer 2, 3 und 4 wurde Hugo Wertheimer zu einem Jahr,
Julius Gideon zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.
Der Angeklagte Peter Heuſer erhielt wegen Beihilfe zu
Vergehen nach § 240 Ziffer 2 acht Monate Gefängnis.
Von der Anklage der ſchweren Urkundenfälſchung und des
Betruges wurden die drei Angeklagten, da objektiv und
ſubjektiv die Vorausſetzungen fehlten. freigeſprochen. Von
der Unterſuchungshaft werden vier Monate auf die Strafe
angerechnet.
München, 4. Mai. Die Münchener Neueſten Nach=
richten
melden: Der Finanzausſchuß der Kammer der Ab=
geordneten
hat für die vorläufigen Umbauten am
Münchener Hauptbahnhöf fünf Millionen Mark
bewilligt
Köln, 4. Mai. Geſtern um 10 Uhr 17 Min. abends
überfuher der Schnellzug D. 91 aus der Richtung
Aachen das auf Halt ſtehende Einfahrtsſignal des Bahn=
hofes
Düren und fuhr mit dem einfahrenden Perſonen=
zug
790 zuſammen. Das Zugführerabteil vom Schluß
es Zuges 890 des laufenden Packwagens und das
Frauenabteil des vorletzten Wagens vierter Klaſſe wur=
den
eingedrückt. Die beiden Zugbeamten ſprangen vor=
her
ab, wobei ſie ſich verletzten. Von den Reiſenden
wurde ein 17jähriges Mädchen aus Heimbach am Kopfe
und am linken Bein leicht verletzt. Ein Architekt aus
Düren wurde als leicht verletzt gemeldet. Zwei Wagen
des Perſonenzuges 790 und die Lokomotive des D=Zuges
91 wurden ſtark beſchädigt.
Eſſen (Ruhr), 4. Mai. Bei 45 Augenärzten in Rhein=
land
=Weſtfalen ſind 100 Perſonen in Behandlung,
die bei der letzten Sonnenfinſternis durch Hinein=
ſehen
in die Sonne mit bloßem Auge ernſten Scha=
den
erlitten haben.

Eſſen a. d. Ruhr, 4. Mai. Von maßgebender Seite
wird mitgeteilt: Die Arbeiten zur Fertigſtellung der
Eiſenbahnneubauſtrecke Oberhauſen=Weſt-
Hohenbudberg ſind neuerdings erheblich gefördert
worden. Der ſchwierigſte Teil, die neue, nahezu einen
Kilometer lange Eiſenbahnbrücke über den Rhein
bei Duisburg-Ruhrort, deren Mittelöffnung durch Träger
von 186 Meter Stützweite zurzeit die weiteſt geſpann=
ten
Eiſenbahnbalkenträger auf dem Feſtlande von Europa
überbrückt wird, iſt bis auf die Nebenarbeiten vollendet,
nachdem kürzlich dieſe Träger aus ihrer erhöhten Lage,
in der ſie auf Gerüſtträgern zuſammengebaut worden
waren, um 1,6 Meter auf die endgültigen Lager abgeſenkt
worden ſind. Dem Vernehmen nach ſind die in jüngſter Zeit
entſtandenen Gerüchte, als ſeien die Ausführungen am
Bauſtoff, der nunmehr im weſentlichen fertig geſtellten
überbauten Brücke nicht in jeder Beziehung einwandfrei,
entbehren jeder Begründung.
Dortmund, 4. Mai. Die Dortmunder Zeitung ſchreibt:
Pfarrer Traub hat heim Evangeliſchen Oberkirchen=
at
Berufung gegen das Breslauer Urteil eingelegt.
Weimar, 4. Mai. Die Witwe Wildenbruchs
hat ihre Villa, die den Namen Ithaka führt und am
Horn in Weimar liegt, der Deutſchen Schiller=
ſtiftung
vermacht. Die Villa wird nach dem Tode der
Stifterin als Schriftſtellerheim eingerichtet. Es ſollen ſich
darin bedürftige Schriftſteller mit ihren Angehörigen län=
gere
oder kürzere Zeit zu Erholung aufhalten. Zwei
Zimmer werden als Wildenbruch=Muſeum eingerichtet.
Kremmen (Mark), 4. Mai. Geſtern ſtieß auf der
Chauſſee von Staffelde nach Kremmen das Automo=
bil
des Inhabers eines Automobilfuhrweſens in Char=
lottenburg
Kühn in ſchnellſtem Tempo mit einer bei
Straßenausſchachtungsarbeiten aufgeſtellten Barriere zu=
ſammen
. Kühn wurde getötet, drei weitere Paſſa=
giere
erlitten leichte Hautabſchürfungen.
Prag. 4. Mai. Ein Bankdirektor erklärte einer Stu=
dienkommiſſion
die Konſtruktion der Tür des Bank=
treſors
. Dabei ſchloß er die Tür zu dem Raum, in
dem gerade zwei Beamte arbeiteten. Plötzlich ſtellte
es ſich heraus, daß man die Tür nicht mehr öffnen konnte.
Bis 10 Uhr abends befanden ſich die beiden Beamten noch
in Gefangenſchaft. Man ließ ihnen durch die Ventilation,
die weiter ausgebrochen wurde, flüſſige Nahrung reichen.
London, 3. Mai. Das Admiralitätsgericht urteilte in
Sachen des am 16. März erfolgten Zuſammenſto=
ßes
derdeutſchen Bark Piſagua mit dem Damp
ſer Oceana der Perim=Sula= and Oriental=Linie,
Das Urteil mißt die Schuld allein der Oceana bei=
London, 4. Mai. Lord Feverſham hat an den Mil=
lionär
Frick in New=York einen Rembrandt für
eine Million Mark verkauft. Das Gemälde
ſtellt einen holländiſchen Kaufmann dar.
Niſhny=Nowgorod, 3. Mai. Bei dem Brande des
Nonnenkloſters in Ardatew ſind vier Nonnen er=
ſtickt
.
Konſtantinopel, 5. Mai. Der die Unterſuchung des
Unterganges des Dampfers Texas führende
Staatsanwalt erklärte, daß die Minenerploſion gleich=
zeitig
mit der Abgabe des ſcharfen Schuſſes erfolgt ſei.
Er äußerte den Verdacht, daß der Kapitän in italieniſchen
Solde geſtanden und ausprobieren wollte, ob Minen
vorhanden ſeien. DDie Verhaftung des Kapitäns
iſt erfolgt.

Gartenarbeit für die Kinder.

Seit dem Mai 1911 hat die Stadt=Mädchenſchule I
einen Arbeitsgarten für die Schulkinder. Eine größere
Anzahl Schülerinnen arbeitet ſeit dieſer Zeit darin und
wohl alle mit Freude, wenn auch nicht mit gleich großer.
Viele ſtehen aber dem Garten noch fern. Zum Teil liegt
das an den Kindern, zum Teil an den Eltern, oft hat es
ſeinen Grund auch in andern Umſtänden. Vielfach wird
erſtaunt gefragt: Warum ſollen die Kinder im Garten
arbeiten? Auf dieſe Frage ſoll im folgenden eine Ant=
vort
gegeben werden.
Eltern und Kinder gehen des öfteren auf Spazier=
gängen
oder Arbeitsgängen an Gemüſe=, Obſt= und
Blumengärten vorüber. Wenn dieſe ſchön in Ordnung
gehalten ſind oder reichlich Früchte tragen, dann wird in
ihnen der Wunſch laut: Hätte ich doch auch einen ſolchen
Garten. Die meiſten müſſen ſich jedoch ſagen, daß ſie
vohl ernten könnten, den Garten aber nicht zu bebauen
wiſſen.
Die meiſten Eltern der Kinder, die unſere Schulen
beſuchen, haben weder eigenes noch Pachtland. Ihre Kin=
der
haben deshalb keine Gelegenheit, Gartenarbeit und
Gartengewächſe kennen zu lernen. Wie man Gemüſe,
Küchenkräuter, Obſt und Blumen pflanzt, lernen ſie meiſt
im Elternhauſe nicht. Wer aber niemals Gartengewächſe
aufzieht, ſie nicht hegt und pflegt, nicht erfährt, wie
Sonnenſchein und Regen, Wärme und Kälte auf die
Pflanzen einwirken, der verliert den Zuſammenhang mit
der Natur und ſteht ihr fremd gegenüber.
Dazu kommt noch, daß die Kinder des werktätigen
Volkes durch ihre Wohnung den geringſten Anteil an
Sonnenſchein, guter Luft und Spielplätzen haben. Wenn
ſie daher vom zeitigen Frühjahr bis zum ſpäten Herbſte
jede Woche mindeſtens einmal vor die Stadt gehen und
ſich dort in freier, friſcher Luft aufhalten, dabei auch noch
etwas lernen, ſo iſt das gewiß ihrer Geſundheit zu=
räglich
.
Aber auch in anderer Beziehung iſt eine ſolche Be=
ſchäftigung
von Vorteil. Nachdem die Kinder einiges ge=
lernt
haben und leichtere Arbeiten ſelbſtändig ausführen
können, beginnt die Freude an der Arbeit. Mit großem
Eifer werden die Beete zurecht gemacht, gegraben und
gerecht, beſäet und bepflanzt und dann beobachtet und ge=
vflegt
. Es wird gegoſſen, gejätet. gelockert und gedüngt
Der Schönheitsſinn zwingt zu ſchöner Bearbeitung, der
Erfolg ſchafft Begeiſterung. Mit welch erhabenem Ge=
fühl
zeigt das Kind, was es erſchafft‟ Dieſen Gewinn
für den inneren Menſchen darf man bei der Bewertung
der Gartenarbeit nicht vergeſſen. Im ſpäteren Leben
kommt er erſt zur vollen Geltung, wenn nach getaner,
vielfach eintöniger Arbeit an der Maſchine ein kleiner
Garten den Ausgleich ſchafft, der den Menſchen im Gleich=
gewicht
hält.
Auf eine Seite der Gartenarbeit ſei beſonders auf=
merkſam
gemacht. Der Körper fordert zu ſeiner Geſund=
erhaltung
Bewegung, Anſpannung und Stärkung der
Muskeln und Nerven. Dieſe Erkenntnis hat in den oberen
Volksſchichten zum Sport geführt. In mannigfacher Aus=
geſtaltung
ſucht man durch ihn die dem Menſchen not=
wendige
körverliche Betätigung in der Arbeit zu erſetzen.
Der Sport hat bei allen Geſunden ſtets eine ſtarke Nei=
gung
zur Entartung und wird leicht zur Sportfexerei,
Die Sportſucht hat, wie das ja natürlich iſt, den Wegin

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Nummer 106.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

Seite 54.

die unteren Volksſchichten gefunden, ſodaß dieſe Seite
der Entartung der Menſchheit immer weitere
Kreiſe zieht. Gegen die Entartung des Spiels wird die
Gartenarbeit mit beſcheidenem Anteil kämpfen und der
Arbeit überhaupt den Ehrenplatz zu behaupten helfen
der ihr im Menſchendaſein gebührt.
Zuletzt ſei noch darauf hingewieſen, daß ſie bei allen
Tätigkeiten Auge und Hand übt, und erwähnt, daß dieſe
Arbeit einen Nutzen gewährt, der am leichteſten einzuſehen
iſt. Was nämlich an Gemüſe gepflanzt wird, bekommen
die arbeitenden Kinder, ebenſo einen Teil des Obſtes.
Das Vorſtehende zuſammengefaßt, beantwortet die
Frage, warum unſere Kinder Gartenarbeit treiben ſollen,
folgendermaßen:
1. weil ſie daheim meiſt keine Gelegenheit haben, die
Gartenarbeit und die Gartengewächſe kennen zu
lernen;
2. weil ſie ſonſt den Zuſammenhang mit der Natur
verlieren und ihr fremd gegenüber ſtehen;
3. weil Aufenthalt und Arbeit im Garten der Kinder
Geſundheit fördert;
4. weil dieſe Arbeit für den inneren Menſchen von
hohem Gewinn iſt;
5. weil ſie den Menſchen in den Stand ſetzt, ſich das
Leben ſpäter ſchöner zu geſtalten;
6. weil ihnen dadurch die Möglichkeit geboten iſt, ſpäter
im Notfalle ihr Brot zu verdienen, ſowie die
Lebenshaltung zu erhöhen;
7. weil die geſunde Arbeit dem Leibe und der Seele
zuträglicher ſind als Sport und dem Daſein des
Menſchen mehr entſprechen;
8. weil die Kinder ſchon jetzt Nutzen davon haben,
indem ſie Gemüſe und Obſt erhalten.
Regeln für die Teilnehmer.
a) die Beteiligung ſteht frei;
b) wer ſich entſchließt teilzunehmen, hat bis zum Herbſt
zu kommen;
c) die teilnehmenden Kinder müſſen mindeſtens
einmal in der Woche kommen, können ſich jedoch
an mehreren Tagen bei der Arbeit beteiligen.
Nachdem in Vorſtehendem nachgewieſen wurde, daß
Gartenarbeit für unſere Schülerinnen in vielfacher Be=
ziehung
von hohem Werte iſt, ergeht an die Eltern die
freundliche und herzliche Bitte, ihre Kinder wöchentlich in
unſern Garten auf dem Steinberg zu ſchicken.

Luftfahrt.

* Allenſtein, 4. Mai. Die Stadtverordneten
haben einſtimmig und debattelos beſchloſſen, dem neu zu
bildenden 20. Armeekorps einen Flugapparat mit
dem Namen Allenſtein als Geſchenk anzubieten.

sr. Ein bemerkenswerter Höhenflug
mit Paſſagier wurde von dem öſterreichiſchen Offi=
zierspiloten
Oberleutnant Ritter v. Blaſchke aus=
geführt
, der mit einem öſterreichiſchen Etrich=Eindecker
eine Höhe von 2427 Metern erreichte. Dieſe Leiſtung
ſtellt einen neuen öſterreichiſchen Rekord dar, während der
Weltrekord nach wie vor von dem franzöſiſchen Aviatiker
Prepoſt mit 3000 Metern gehalten wird.
sr. Einen gefährlichen Flug über den
Aermel=Kanal vollführte der engliſche Aviatiker
Ewen mit einem Caudron=Zweidecker. Ewen war auf
franzöſiſchem Boden geſtartet und nach einer Zwiſchen=
landung
in der Nähe von Boulogne auf den Kanal hin=
ausgeflogen
, um Hendon zu erreichen. Nach anderthalb=
ſtündigem
Fluge erreichte er Dover und berichtete, daß
er über dem Kanal gefährliche Luftſtrömung angetroffen
hatte, die ſeinen Apparat heftig geſchüttelt und ihn faſt
veranlaßt hätten, wieder nach der franzöſiſchen Küſte zu=
rückzukehren
.
sr. Das Befinden des verunglückten
Fliegers Vedrines hat ſich ſo weit gebeſſert,
daß dem Aviatiker am Donnerstag von einer Deputation
feierlicherweiſe das Kreuz der Ehrenlegion
überreicht werden konnte.

Sport.

g. Rad= und Motor=Rennen. Die geſtern
nachmittag auf der Rennbahn Heidelberger Straße abge=
haltenen
Rad= und Motor=Rennen hatten tkotz der Meſſe
einen guten Beſuch aufzuweiſen. Mit Ausnahme von
zwei leichten Stürzen, bei denen es nur Hautabſchürfun=
gen
gab, verliefen die Rennen ohne Unfall und äußerſt
ſpannend. Beſonderes Intereſſe erweckte gleich das erſte
Vereins=Rennen um den Opel=Preis. Bei dem geſtri=
gen
Rennen wurde der Velociped=Club Frank=
furt
wiederum Sieger, und zwar mit ſieben Punkten.
Der Preis geht alſo endgültig in ſeinen Beſitz über. Den
zweiten Preis im Werte von 40 Mark errang der Frank=
furter
Byeicle=Klub mit 11, den dritten Preis der Rad=
fahrerverein
Germania= Frankfurt mit 12 Punkten,
Mars=Frankfurt hatte 13, V.=C. Darmſtadt 17 Punkte.
Preis von Starkenburg Dauerfahren in
drei Läufen für Berufsfahrer mit Motorſchrittmachern,
drei Barpreiſe: 150, 130 und 120 Mark. Im erſten Lauf
(10 Kilometer) wurde Aug. Kraft= Straßburg Erſter
in 10 Min. 33 Sek.; Zweiter wurde A. Bäumler= Mün=
chen
; Dritter H. Przygodda=Eſſen. Dieſelbe Gruppierung
blieb auch bei dem zweiten und dritten Lauf. Bei dem
zweiten Lauf (15 Kilometer) fuhr Kraft 14 Min. 59 Sek.;
beim dritten Lauf (20 Kilometer) 19 Min. 37 Sek. Sie=
ger
wurde alſo Kraft Zweiter Bäumler, Dritter
Przygodda. Klub=Vorgabefahren über 2000
Meter; drei Ehrenpreiſe. Erſter wurde Damus in
3 Minuten. Zweiter Zimmermann, Dritter L. Hax.
Beim Mehrſitzerfahren über 3000 Meter, drei
Ehrenpreiſe, fuhren vier Vaare. Erſte wurden Rode
und Dreſcher=Mainz in 5 Min. 30 Sek., Zweite
Köllner= und Schweinsberg=Frankfurt, Dritte
Cohn= und Spieß=Frankfurt. Beim Vorgabe=
fahren
über 2000 Meter, drei Ehrenpreiſe, waren zwei
Vorläufe erforderlich, bei denen als Erſter im erſten Vor=
lauf
Schätzlein in 2 Min. 52 Sek., im zweiten Vor=
lauf
Cohn in 2 Mig 56 Sek. hervorgingen. Im End=
lauf
wurde Cohn=Frankfurt in 2 Min. 55 Sek. Erſter
Zweiter Damus Darmſtadt und dritter Möſer= Frank=
furt
.
Beim letzten Rennen, dem Motorfahren über
10 Kilometer, drei Ehrenpreiſe, ſtarteten ſechs Fahrer.
Erſter wurde Köllner=Frankfurt in 9 Min. 6½ Sek.
Zweiter Glöckler=Frankfurt und Dritter Haeffner=
Freiburg. Die Preisverteilung fand abends im Für
ſtenſaal ſtatt.

Landwirtſchaftliches.

Im Falle genügender Beteiligung wird der Land=
wirtſchaftskammer
=Ausſchuß für Starken=
burg
vorausſichtlich im Mai I. Js. einen Ankauf von
Zuchtſchweinen beiderlei Geſchlechts für Gemeinden

und Züchter in hervorragenden Stammzuchten unter fol=
genden
Bedingungen vermitteln: Die Koſten des An=
kaufs
, Transports und der Verſteigerung uſw. trägt der
Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß. Ob den Beſtellern auf
den Kauſpreis der Zuchtſchweine eventuell ein Nachlaß ge=
währt
werden kann, bleibt beſonderer Beſchlußfaſſung
vorbehalten. Zuchtſchweine unter 3 Monaten werden nicht
angekauft. Die Verſteigerung der angekauften Schweine
findet unter den üblichen Bedingungen in einem noch
näher zu bezeichnenden Orte ſtatt. Vor der Verſteigerung
bleiben die Zuchtſchweine zur Beobachtung ihres Geſund=
heitszuſtandes
einige Zeit unter tierärztlicher Kontrolle
(Quarantäne). Beſtellungen auf Eber und Sauen des
eutſchen Edelſchweines und veredelten Landſchweines
ſind unter näherer Angabe des ungefähren Alters, ſpäte=
ſtens
bis 15. Mai I. J. beim Landwirtſchaftskammer= Aus=
ſchuß
für Starkenburg in Darmſtadt, Bismarckſtraße 52,
einzureichen.

Erdbeben.

Stuttgart, 4. Mai. Heute nachmittag 5 Uhr
8 Minuten wurde hier ein kurzer, aber ſehr intenſiver
Erdſtoß verſpürt. Auch aus Ebingen, Balingen, Obern=
dorf
, Rottweil und Tübingen laufen Nachrichten über
eine Erdbewegung ein. Schaden wurde, ſoweit bisher
bekannt, nicht angerichtet.
Freiburg i. Br., 4. Mai. Im nördlichen Stadtteil
wurde einige Minuten vor 6 Uhr abends eine Erd=
erſchütterung
in der Richtung von Süden nach Nor=
den
wahrgenommen.

Zum Untergang der Titanie‟

* London 3. Mai. Die Verhandlungen der
Kommiſſion zur Unterſuchung des Titanic
Unglücks wurden heute durch den Vertreter des Han=
delsamtes
Sir Rufus Jſaacs im Namen der Regierung
eröffnet. In ſeiner Darſtellung des Tatbeſtandes führte
Iſaacs aus, die Titanic ſei vom Beginne der Reiſe an
mit 21 Knoten Geſchwindigkeit gelaufen. Soweit ſich
feſtſtellen laſſe, ſei dieſe Geſchwindigkeit bis zum Augen=
blick
des Zuſammenſtoßes nicht verringert worden. Er
ſtelle feſt, daß ſowohl von der Carpathia wie von der
Baltie‟ Eiswarnungen gegeben worden ſeien. Sodann
gab Iſaacs einen Vergleich der geretteten Paſſagiere
nach den einzelnen Schiffsklaſſen und Geſchlechtern. Er
ſagte, es werde zweifellos die Aufmerkſamkeit des Ge=
richtshofes
erregen, daß 63 Prozent Paſſagiere der erſten,
42 Prozent von der zweiten und nur 25 Prozent von der
dritten Klaſſe gerettet wurden. Eine weitere auffallende
Erſcheinung ſei, daß von den weiblichen Paſſaaieren der
erſten Klaſſe alle gerettet worden ſeien außer fünfen, die,
wie man annehme, ihre Gatten nicht hätten verlaſſen
wollen. Ferner ſei auffallend, daß nur 126 männliche
Paſſagiere gerettet wurden. Die Unterſuchung werde
insbeſondere ſich auch auf die unzureichende Zahl von
Rettungsbooten und die Konſtruktion der waſ=
ſerdichten
Abteilungen erſtrecken. Der erſte Zeuge, der
Ausgucksmann Jewell, gab=an, daß er ſich bis 10
Uhr abends im Ausguck befunden habe, daß die Aus=
gucksleute
nicht mit Gläſern verſehen und daß die Ste=
wards
und Heizer nicht darauf eingeübt geweſen ſeien,
die Boote herabzulaſſen. Nach ſeiner Meinung ſeien auch
in den Booten weder Lichter noch Kompaſſe noch Lebens=
mittel
geweſen. Ein Matroſe bezeugte, daß die Paſſa=
giere
in wilder Haſt ſich auf die Boote ſtürzten; man habe
ſie mit der Ruderpinne abgewehrt, und der erſte, ſowie
noch ein anderer Offizier hätten Schreckſchüſſe aus Re=
volvern
abgegeben. Morgen werden die Verhandlun=
gen
fortaeſetzt.

Marokko.

* Paris, 3. Mai. Verſchiedene Meldungen aus
Fez beſtätigen, daß Mulay Hafid, der infolge der
jüngſten Ereigniſſe ſehr niedergedrückt ſei ab=
danken
wolle, falls man ſeine Reiſe nach Rabat ver=
hindern
würde. Er beruft ſich darauf, daß der frühere
Miniſter des Aeußern de Selves ihn im Oktober vorigen
Jahres im Voraus ermächtigt habe, abzudanken, ſo bald
er wolle, um ſich in eine ihm beliebende marokkaniſche
Stadt zurückzuziehen. Der Temps will wiſſen, daß de
Selves in der Tat am 17. Oktober vorigen Jahres dem
Sultan gegenüber eine ſolche Verabredung eingegangen
ſei; doch ſcheine es, daß er dies getan habe, ohne ſeine
Miniſterkollegen davon zu verſtändigen. Wie verlautet
wird ſich die Regierung der Reiſe Mulay Hafids nach
Rabat nicht widerſetzen.
* Paris, 3. Mai. Aus Fez wird berichtet, daß
die gegenwärtige ſcherifiſche Armee entlaſſen
und ſodann auf anderer Grundlage neu errichtet werden
ſoll. Insbeſondere ſollen die ſcherifiſchen Truppen nicht
mehr auf einem einzigen Punkt vereinigt bleiben, wo ſie
dem Einfluß der franzoſenfeindlichen Agitatoren leichter
zugänglich ſind, ſondern auf verſchiedene Gebiete verteilt
und von franzöſiſchen Truppenabteilungen umgeben
werden.
* Paris 4. Mai. Aus Larraſch wird gerüchtweiſe ge=
meldet
, daß die erwarteten ſpaniſchen Verſtärkungen an
4000 Mann betragen werden. Dieſelben ſollen die von
Frankreich beſtrittene ſpaniſche Zone und as Uergatal be=
ſetzen
. Die Laiberté bemerkt hierzu: Eine ſolche Maßnahme
der ſpaniſchen Regierung würde, falls ſie ſich beſtätigt, eine
unzuläſſige Herausforderung gegen Frankreich bilden und
eine ſofortige Unterbrechung der franzöſiſch=ſpaniſchen Ma=
rokkoverhandlungen
zur Folge haben.

Geſellenprüfungen des Ortsgewerbevereins
Darmſtadt.

Unter ſehr zahreicher Teilnahme von Intereſſenten
aus den Handwerkskreiſen fand am Sonntag morgen um
11 Uhr in der Feſthalle der Turngemeinde die feier
liche Ueberreichung der Geſellenbriefe an die
im Laufe des Jahres geprüften Handwerkslehrlinge ſtatt.
Als Ehrengäſte nahmen an der Feier teil für die Großh.
Zentralſtelle für die Gewerbe Herr Regierungsrat Reu=
ter
für die Heſſ. Handwerkskammer Herr Stadtverord=
neter
Sames und Dr. Hohendal für die Gewerbe=
ſchule
Herr Direktor Prof. Dr. Meiſel und für die ſtädt.
Fortbildungsſchule Herr Hauptlehrer Löſch. Namens des
Ortsgewerbevereins Darmſtadt begrüßte Herr Schloſſer=
meiſter
Jakobi die Feſtverſammlung und wies in treff=
lichen
Worten auf den Wert der Geſellenprüfungen für das
Handwerk hin. Dem heutigen Handwerksmeiſter ſeien hohe
Aufgaben geſtellt, die nur durch eine tüchtige handwerkliche
Ausbildung zu löſen ſeien. Auch für Erlangung des
Meiſtertitels ſei die Geſellenprüfung nötig. Den Jung=
geſellen
aber rufe er ein Glückauf in die Werkſtatt zu.
Namens der Zentralſtelle für die Gewerbe überbrachte
Herr Regierungsrat Reuter den Prüflingen herzliche Glück=
wünſche
und drückte ſeine Freude aus über die ſchönen und
zahlreich ausgeſtellten Geſellenſtücke. Das beweiſe, daß ſich

die Lehrmeiſter der Ausbildung ihrer Lehrjungen mit
gutem Erfolg widmeten, wofür denſelben Dank und Aner=
kennung
gebühre. Dank und Anerkennung zollte der Red
ner noch dem Ortsgewerbeverein Darmſtadt, der Prüfungs
kommiſſion und den Prüfungsmeiſtern für die geleiſtete Ar=
beit
zur Durchführung der diesjährigen Geſellenprüfung.
Herr Stadtverordneter Sames ſprach Namens der
Handwerkskammer den Junggeſellen Glückwünſche aus,
und wies darauf hin, daß in Heſſen faſt alle größeren Ge=
werbevereine
ein eigenes Gewerbeſchulhaus beſitzen. Nur
Darmſtadt bilde hierin noch eine Ausnahme. Angeſichts
der unhaltbaren Zuſtände ſei hier dringend Abhilfe nötig.
Die übernächſtjährige Feier finde hoffentlich im eigenen
Hauſe ſtatt. Anerkennung gebühre allen an der Prüfung
Beteiligten insbeſondere dem Vorſitzenden, Herrn Hild und
den Geſellenbeiſitzern, für ihr Zeitopfern und Mühe. Auch
dem Leiter der gewerblichen Fachſchule und den Lehrern
gebühre Dank für die theoretiſche Ausbildung der Lehr=
linge
. Wünſchenswert ſei auch die Beteiligung der weib=
lichen
Lehrlinge an der Geſellenprüfung. Den Jung=
geſellen
rufe er aber zu: Glückauf für die Zukunft. Auch
Herr Gewerbeſchul=Direktor Prof. Dr. Meiſel, ſprach für
ſich und für Herrn Baurat Jäger und Namens des Lehr=
körpers
der Gewerbeſchule herzliche Glückwünſche aus. Er
hoffe, daß die Junggeſellen nicht nur als Handwerker ihre
Pflicht tun, ſondern der Schule und ihren Lehrern ein
warmes Empfinden und treue Freundſchaft bewahren.
Weiterbildung ſei heute im Kampfe des Lebens die Parole,
und nur der habe Erfolge, der mit dem ſtarken Panzer des
Wiſſens und Könnens ausgerüſtet ſei. Von Herzen ſei zu
wünſchen, daß die nächſte Zeit dem Darmſtädter Handwerk
eine neue Gewerbeſchule beſcheert, die dann den Mittelpunkt
des gewerblichen Lebens in Darmſtadt bilden möge. Herr
Hauptlehrer Löſch begrüßte die zahlreichen Junggeſellen
in herzlichen Worten, während Herr Obermeiſter Finger
dieſelben Namens der vereinigten Innungen herzliche Glück=
und Segenswünſche widmete.
Der Vorſitzende der Prüfungskommiſſion, Herr Hild,
dankte allen, die der diesjährigen Geſellenprüfung ihre
Durchführung der Unterſtützung liehen, insbeſondere den
80 Prüfungsmeiſtern und Gehilfen. An der Prüfung
nahmen 150 Lehrlinge teil, von denen 140 die Prüfung be
ſtanden. Eine reichhaltige Ausſtellung von Ge
ſellenſtücken, wobei wieder das Schreiner= und
Metallgewerbe mit vortrefflichen Arbeiten vertreten war,
zeigte, daß die Lehrmeiſter mit gutem Erfolge die Lehr=
lingsausbildung
geleitet hatten. Mit Dankesworten an
dieſe, ſchloß ſodann der Vorſitzende die würdig verlaufene
Feier.

Literariſches.

Lebenslauf eines Optimiſten. Von
Ludwig Ganghofers umfaſſendem eigenen Lebenswerk
liegt uns der dritte Band: das Buch der Freiheit,
vor. Es darf inhaltlich als das reichſte Buch der Folge
bezeichnet werden, weil es viel gibt, was über den Rah=
men
einer Lebensbeſchreibung hinausgeht. Neben vielen
Einzelſchilderungen im Stil und Inhalt wieder ganz
Ganghofers meiſterliche Kunſt verratend, iſt das Buch
durchtränkt von zahlreichen Betrachtungen über Lebens=
maximen
und Wahrheitsgedanken. Philoſophierend
wirft er manchen Gedanken von Ewigkeitswert auf und
regt zum Denken und zur Selbſtkritik an. Natürlich
ſcheint auch über dieſes Buch der Freiheit die goldene
warme Sonne des Humors. (Verlag Adolf Bonz u. Co.,
Stuttgart. Broſch. 4.50 Mk.)
Kleine Muſikerbiographien. Unter
dieſem Titel haben Breitkopf und Härtel in Leipzig ein
neues Unternehmen eingeleitet, das ſie in kurzer Zeit in
umfänglicher Weiſe auszubauen gedenken. Die Samm=
lung
wird Lebensbeſchreibungen aller bedeutenden ſchaf=
fenden
und nachſchaffenden Tonkünſtler der Gegenwart
und der Vergangenheit, ſoweit noch Intereſſe für ſie vor=
handen
iſt, bringen. Die kleinen Muſikerbiographien
wollen volkstümlich im beſten Sinne des Wortes ſein
und ſollen und werden vor allem in den Kreiſen der
Muſikfreunde wie in denen der praktiſchen Muſiker, der
Dirigenten uſw. freudige Aufnahme finden, die in mög=
lichſt
erſchöpfender Weiſe, aber doch in gedrängteſter
Form, ihr Wiſſen über den einzelnen Meiſter der Ton=
kunſt
bereichern wollen. Erſchienen ſind bis jetzt folgende
Biographien: Johannes Brahms, Hans von Bülow,
Friedrich Chopin, Robert Franz, Edvard Grieg, Adolph
Henſelt, Franz Liſzt, Felix Mendelsſohn=Bartholdy,
Anton Rubinſtein, Franz Schubert, Robert Schumann
und Richard Wagner. Jeder Biographie iſt ein gutes
Bild des Tonkünſtlers beigegeben; ſie wird in ff. Orford=
leinen
gebunden werden. Der Preis jedes Bändchens iſt
1 Mark.
Im Strom des Lebens Volkstümliches und
Humoriſtiſches v. Sophie Soemmering (Arthur Halding)
(Verlag Gebrüder Knauer, Frankfurt a. M.) Keine beſſere
Empfehlung, denn zu ſolcher muß hier die Kritik werden,
können wir dem ſehr leſenswerten Büchlein mit auf den
Weg geben, als es ihm im Geleitwort ſelbſt gegeben iſt:
Abwechſlungsreiche Bilder, mitten aus dem lebhaft pulſie=
renden
Leben geariffen, wie ſie ſich täglich, von der Menge
unbeachtet, dem ſchärfer blickenden Auge des Dichters dar=
bieten
. In ihrer ſchlichten Sprache eignen ſie ſich in her=
vorragender
Weiſe Herz und Gemüt wach zu halten für
das ſchöne Gebot der werktätigen Nächſtenliebe. Einen
frohmütig=heiteren Sinn beweiſen die feinempfundenen,
alles Frivole vermeidenden Humoresken.

Darmſtadt, 6. Mai.
* Flugveranſtaltungen in Darmſtadt. Die Preiſe
der Einlaßkarten zu den Flugveranſtaltungen auf dem
Griesheimer am 17. Mai mit Landuna der Viktoria
Luiſe ſind nunmehr bekannt gegeben. Die Einlaßkarten
ſind zu haben auf der Geſchäftsſtelle der Flugſtudien=
geſellſchaft
, Rheinſtraße 14, im Verkehrsbureau und in
der Exvedition des Darmſtädter Tagblatt. Die Preiſe
der Einlaßkarten betragen: Reſervierter Platz 10. Mk.,
1. Platz 3. Mk., 2. Platz 1. Mk. Platzkarte je vor=
mittags
20 Pfg., nachmittags 20 Pfg.
: Der Verband mittlerer Verwaltungsbeamter für
das Großherzogtum Heſſen hielt am Samstag und Sonn=
tag
ſeine zehnte Hauptverſammlung in Darmſtadt
im Kaiſerſaal ab, wozu 103 Vertreter aus allen Tei=
len
des Heſſenlandes erſchienen waren. Am Sams=
tag
abend fand im Fürſtenſaal ein Begrüßungs=
abend
ſtatt, dem ſich ein ſolenner Kommers anſchloß. Am
Sonntag vormittag 11 Uhr begannen die Verhandlungen
im Fürſtenſaal unter dem Vorſitz des Kreisbureauvorſte=
hers
Schneider=Heppenheim, die ein Vortrag des
Bürgermeiſtereiſekretärs Wagner=Mainz über die
deutſche Arbeiterverſicherung einleitete. Der von dem
Vorſitzenden erſtattete Geſchäftsbericht über das Vexeins=
jahr
und die Lage des Standes beleuchtete die gute finan=
zielle
Lage und die Zufriedenheit der Verwaltungsbeam=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

Nummer 106.

ten mit ihren ihnen zugewieſenen Funktionen. Beſon=
dere
Wünſche wurden der Großh. Regierung zur wohl=
wollenden
Prüfung überwieſen. Die in Ausſicht ſtehen=
de
Beſoldungsreform wurde beſprochen, doch wurden
Beſchlüſſe nicht gefaßt. Der Mitgliederſtand beträgt für
1912 131. Der von Griesheimer=Offenbach erſtattete
Kaſſenbericht ergab in Einnahme 862 Mark, in Ausgabe
357 Mk., mit einem Kaſſareſt von 504 Mk. Auf Antrag
Schiffin=Gießen wurde dem Rechner Entlaſtung erteilt und
Dank und Anerkennung ausgeſprochen. Zum Schluß
wurde von dem Vorſitzenden noch das gute Verhältnis
des Verbandes zu den anderen Berufsverbänden hervor=
gehoben
. Eine eingehende Beſprechung erfolgte ſodann
über Standesfragen ſowie über die Gründung einer eige=
nen
Fachzeitſchrift. Der letztere Punkt wurde an eine Kom=
miſſion
verwieſen und als nächſter Verſammlungsort
Oberheſſen beſtimmt. Ein gemeinſames Mittagsmahl im
Kaiſerſaal beſchloß die intereſſant verlaufene Tagung.

(*) Gießen, 4. Mai. Eine Vertrauensmänner=
verſammlung
der nationalliberalen Par=
tei
des Reichst gswahlkreiſes Gießen=
Grünberg=Nidda tagte heute im Kaiſerhof unter
dem Vorſitz des Fabrikanten Klingſpor und nahm Stel=
lung
zu den Fragen, die den nationalliberalen Vertreter=
tag
am 12. Mai in Berlin beſchäftigen werden. Es wurde
einmütig beſchloſſen, den Vertretern für ihre Stellung=
nahme
folgende Richtlinien zu geben: 1. Die Ver=
ſammlnug
ſpricht dem Parteiführer Baſſermann ihr volles
Vertrauen aus. 2. Sie ſteht auf dem Standpunkte, daß
eine ſtärkere Vertretung der Reichstagsfraktion im Zen=
tralvorſtand
anzuſtreben iſt. 3. Sie billigt den mittler=
weile
bekannt gewordenen Einigungsvorſchlag bezüglich
des Jungliberalen Reichsverbandes. Zu Vertretern für
Berlin wurden gewählt: Profeſſor Körte, Landgerichtsrat
Schmahl und Diplom=Ingenieur Müller=Gießen und
Lehrer Velte=Weickartsheim, als Stellvertreter Reitz=
Gießen. Als 2. Vorſitzende des Reichstagswahlkreiſes
wurde anſtelle des nach Groß=Gerau verſetzten Amtsrichters
Gläſer=Grünberg, Landgerichtsrat Schmahl=Gießen ge=
wählt
.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Berlin, 4. Mai. Die Nordd. Allgem. Zeitung
ſchreibt: In der Erſten Kammer des elſaß=
lothringiſchen
Landtages brachte am 29. vor.
Monats Herr Blumenthal die Beziehungen der preußi=
ſchen
und Reichseiſenbahnverwaltung zur Elſäſſiſchen
Maſchinenbauanſtalt Grafenſtaden zur
Sprache. Seit Jahrzehnten gaben die preußiſchen Staats=
bahnen
, ſowie die Reichseiſenbahnen dem Grafenſtader
Werke, wozu auch Werke jenfeits der Grenze in Belfort
gehören, regelmäßig größere Lokomotivbeſtel=
lungen
in Auftrag. Die Beſtellung für den kommen=
den
Winter haben die Verwaltungen einſtweilen zurück=
gehalten
, weil der Leiter des Grafenſtader Werkes keinen
Anſtand nimmt, ſeine Mißachtung des Deutſchtums offen
zu betätigen und den deutſchfeindlichen Be=
ſtrebungen
innerhalb des Werkes gefliſſentlich zu för=
dern
. Daraufhin wurde der Geſellſchaft mitgeteilt, daß
beide Eiſenbahnverwaltungen nicht mehr in der Lage
ſeien, bei ſolcher deutſch=feindlichen Haltung das Werk
ferner zu beſchäftigen, daß jener Werksleiter daher ent=
fernt
werden müſſe. Die Antwort der Geſellſchaft ſteht
noch aus. Die Verwaltung der preußiſchen Staatseiſen=
bahnen
und der Reichseiſenbahnen entſchloß ſich aber zu
ihrem Vorgehen erſt, nachdem die elſaß=lothringiſche
Landesregierung feſtgeſtellt hatte, daß die erhobenen An=
ſchuldigungen
begründet ſeien. Ausſchlaggebend iſt die
Erwägung geweſen, daß mit der Ehre und Selbſt=
achtung
deutſcher Staatsverwaltungen es
ſchlechthin unvereinbar iſt, ein Werk zu unterſtützen
deſſen Leiter deutſchfeindliche Geſinnung bei der Geſchäfts=
führung
betätigt. Die Eiſenbahnverwaltungen haben
ohne Rückſicht darauf, daß ein großer Teil des Aktienkapi=
tals
im Auslande untergebracht iſt dem Grafenſtader
Werke ſeit langem bedeutende Lieferungen zugewendet,
weil ſie den Wunſch haben, dem Reichslande große Un=
ternehmungen
lebensfähig zu erhalten. Die Bedingungen
für weitere Aufträge ſind derart, daß der Geſellſchaft
deren Erfüllung möglich iſt. Wenn die Forderung der
Verwaltung zur Stillegung der Grafenſtader Fabrik und
zur Brotlosmachung ihrer Arbeiterſchaft führen ſollte,
würde die Verantwortung allein die Geſellſchaft treffen.
Die Intereſſen des Werkes werden aber die Stillegung
verbieten. Wenn ſie geſchähe, würde alsbald ein neues
gleichartiges Unternehmen entſtehen, das, frei von frem=
den
Einflüſſen, die geſamten Reichs= und Staatsaufträge
übernähme und die Intereſſen der Arbeiterſchaft ſicher=
ſtellte
.
* Berlin, 5. Mai. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung meldet: Prinz Heinrich von Preußen beehrte
geſtern Nachmittag den Reichskanzler mit ſeinem
Beſuch.
Berlin, 5. Mai. Geſtern abend gegen 11 Uhr
ſpielte ſich in einem Hauſe der Waldſtraße in Charlotten=
burg
eine Schreckensſzene ab. Der 20jährige Ar=
beiter
Gröſchel feuerte im Verlauf einer Eiferſüchtelei
auf ſeine Wirtin, die 27jährige Witwe Kolloſche, Mutter
von fünf Kindern, fünf Revolverſchüſſe ab, die
ſie an Hals und Armen verletzten. Angſterfüllt ſprang
ſie von der im erſten Stock belegenen Wohnung auf den
Hof und blieb ohnmächtig liegen. Gröſchel ſetzte ſich aufs
Fenſterbrett, jagte ſich zwei Kugeln in Kopf und Bruſt
und ſtürzte hinab. Beide wurden ins Krankenhaus
Weſtend gebracht. Gröſchel ſtarb bereits, der Zuſtand
der Kolloſche iſt bedenklich.
* Merzig, 4. Mai. Die Reichstagserſatzwahl
für den zurückgetretenen Abg. Roeren im Wahlkreiſe
Saarburg=Merzig=Saarlouis iſt auf den 30. Mai verlegt
worden.
* Meiningen, 4. Mai. Druckereibeſitzer, Kommerzien=
rat
Karl Zeitz, ehemaliger nationalliberaler Reichstags=
abgeordneter
, auch bekannt als Verfaſſer der vielgeleſenen
Kriegserinnerungen eines Feldzugsfreiwilligen iſt ge=
ſtorben
.
* Kamen (Sachſen), 4. Mai. In der letzten Nacht
ſind bei Dernsdorf 2000 Hektar Wald abgebrannt.
Drei Kompagnien des 178. Regiments begaben ſich mit
Sonderzug an die Brandſtelle, um Hilfe zu leiſten. Die
Gefahr iſt beſeitigt.
* Hamburg, 4. Mai. Die Schiffbauarbeiter
der Werft Blohm u. Voß legten die Arbeit nie=
der
, weil ein Arbeiter wegen Nichtausführung einer über=
tragenen
Arbeit entlaſſen worden war
* Memel, 4. Mai. Als heute morgen der Segler Hei=
mat
aus Holkerpehn vor der Hafeneinfahrt mit Lotſen
von dem Lotſendampfer beſetzt werden ſollte, über=
ſegelte
die Heimat das Lotſenboot. Drei Inſaſſen
des Lotſenbootes ſtürzten ins Waſſer. Es gelang, ſie

zu bergen. Bei dem Lotſen Anderſen blieben die Wieder=
belebungsverſuche
erfolglos.
* Paris, 4. Mai. Prinz Georg Maximilianowitſch
Romanowsky, Herzog von Leuchtenberg iſt
hier geſtorben.
* Paris, 5. Mai. Offiziös wird beſtätigt, daß der
italieniſche Flieger Nardini einen Ausweiſungs=
befehl
erhalten hat. Es heißt, Nardini habe ſeinerzeit
inſofern den bekannten Manuba Zwiſchenfall mit=
verſchuldet
, als er der italieniſchen Regierung gemeldet
hatte, daß der franzöſiſche Dampfer Manuba zwei für
die Türken beſtimmte Flugzeuge an Bord habe.
* Paris, 5. Mai. Der Figaro berichtet, daß die
18000 Tonnen Dreadnoughts von dem Typ des
Danton in ihren Munitionskammern kein Pulver
mehr für ihre 24 Ztm.=Geſchütze beſitzen, da alle für die=
ſelben
beſtimmten Vorräte als verdächtig ans Land ge=
ſchafft
werden mußten. Man müſſe es unverblümt
herausſagen, daß die wichtigſten Schlachtſchiffe
der franzöſiſchen Flotte gegenwärtig entwaffnet ſeien.
* Paris, 5. Mai. Wie aus Nancy gemeldet wird,
explodierte im Bergwerk von La Noue ein Wagen
mit Sprengpulver. Sechs Arbeiter wurden getötet
und mehrere verwundet.
* Paris, 5. Mai. Mehrere hundert Bedienſtete der
nördlichen Trambahnlinien ſind in den Aus=
ſtand
getreten, doch konnte der Wagenverkehr unter
dem Schutz der Gendarmerie teilweiſe aufrecht erhalten
werde:
Nizza, 4. Mai. Der Flieger Graf Rolillrad
Cosnac iſt heute labgeſtürzt. Er war ſofort tot.
Toronto, 4. Mai. Bei dem Einſturz eines
Konfektionshauſes wurden drei Leute getötet
und über 20 verletzt.
* Liſſabon, 5. Mai. Zwiſchen Polizei und ſtrei=
kenden
Webern, welche die Polizei mit Steinen be=
warfen
, kam es zu einem Zuſammenſtoß, wobei
mehrere Verhaftungen vorgenommen wurden.
* Portsmouth, 4. Mai. Die Mannſchaft der
Olympic wurde wegen ihres Verhaltens am 26. April
für ſchuldig befunden, doch erklären die Richter eine Be=
ſtrafung
für unzweckmäßig.
* Stockholm, 5. Mai. In der geſtrigen Sitzung
der Zweiten Kammer des Reichstags war vom Ab=
geordneten
Lindhagen (Soz.) ein Antrag auf Ein=
führung
der Republik in Schweden geſtellt wor=
den
. Dazu ſtellt Dagens Nyheta das leitende Blatt
der liberalen Partei, feſt, daß der Antrag nicht nur von
dem Führer der Rechten, ſondern auch von dem der
Liberalen und Sozialdemokraten als ungehörig be=
zeichnet
worden ſei. Leider ſei die Kammer durch das
Grundgeſetz genötigt geweſen, den Antrag der gewöhn=
lichen
Behandlung zu unterziehen; ſie habe ihn nicht,
wie ſie es lieber getan hätte, sens fagon beiſeite legen
können.
* Achilleion, 4. Mai. Der Kaiſer ſandte von
der Ausgrabungsſtelle im Park von Monrepos ein
Telegramm an das Kaiſerliche Archäologiſche
Inſtitut in Berlin, in dem es u. a. heißt: Der im
Königlichen Park von Monrepos vor 90 Jahren von
Engländern entdeckte und freigelegte Tempel von
Cardaki war faſt ganz verſchwunden und galt als
zerſtört. Mit Genehmigung des Königs der Hellenen
wurde geſtern mit der Aufdeckung der Tempelruine
begonnen, die 12 Meter hoch verſchüttet, aber nicht
vernichtet war. Die Wände ſind noch faſt einen Meter
hoch erhalten. Sie hatten nur einen ſteinernen Sockel,
der Oberbau beſtand aus Lehmziegeln. Die Vorhalle
und die weſtliche Ringhalle des in herrlicher Lage über
dem Meeresufer gelegenen Tempels ſtürzten vor Jahr=
hunderten
ab. Von den Ringhallen der drei anderen
Seiten kommt der zweiſtufige Unterbau wohlerhalten
zum Vorſchein. Viele doriſche Säulen, ihre Capitäle
ſollen wieder aufgerichtet werden. Außer vielen Stücken
des Hauptgeſimſes mit reicher, undoriſcher Profilierung,
fanden ſich faſt alle Geſimſe des Weſtgiebels mit
ſkulpturierter Blattwelle. Auch dieſer Giebel kann wieder
aufgebaut werden.
* Konſtantinopel, 4. Mai. Bisher wurden 222 De=
putierte
, darunter 215’Anhänger der Komiteepartei,
gewählt.
Die Kammer trat zuſammen und wählte mit
142 gegen 8 Stimmen den Ulema Mahmed zum pro=
viſoriſchen
Präſidenten und den Griechen Artas mit 80
gegen 71 Stimmen zum Vizepräſidenten. Der Abge=
ordnete
für Tripolis, Nadſchy=Bey, erinnerte an den hel=
denmütigen
Verteidigungskampf der Truppen
und Freiwilligen in Tripolis, auf die die Thronrede einen
ausgezeichneten Eindruck gemacht habe. Er beantragte,
ihnen den Dank und den Gruß der Kammer zu entbieten.
Der Abgeordnete für Benghaſi, Chetvan, beantragte, den
Streitern und dem Komitee die Erkenntlichkeit der Nation.
auszuſprechen. Die Kammer ſtimmte dem Antrag durch
lebhaften Beifall zu.
* Konſtantinopel, 4. Mai. Der Großweſir konfe=
rierte
heute nachmittag mit dem aus London eingetrof=
fenen
Rechtsbeirat Riſchid=Bey, der beauftragt war, dem
türkiſchen Botſchafter Inſtruktionen über die Anſicht der
Pforte bezüglich der Verhandlungen mit dem Fpreign
Office über die letzte Strecke der Bagdadbahn zu
überbringen. Auf Grund dieſer Inſtruktionen übergab
der Botſchafter dem Foreign Office ein ſechs Punkte um=
faſſendes
Memorandum. Die Pforte wartet jetzt auf die
Antwort Englands.
* New Orleans, 4. Mai. Das Hochwaſſer be=
droht
bereits Teile von Orleans. Alle Häuſer des Ortes
Bayonſara ſind infolge des 300 Fuß breiten Damm=
bruches
weggeſchwemmt. In den Straßen beträgt der
Waſſerſtand 25 Fuß. Es brach eine entſetzliche Panik
aus. Männer und Frauen ſtürzten in die Häuſer, er=
griffen
ihre Kinder und eilten davon. Fünf Millionen
Acres wertvollen Landes ſind überſchwemmt.
* Chicago, 4. Mai. In den Maſchinenhäuſern der
hauptſächlichſten Tageszeitungen iſt ein Aus=
ſtand
ausgebrochen, der zur Einſtellung des Er=
ſcheinens
der meiſten Blätter der Stadt zu führen droht.
Der unter Verletzung der Verträge und Mißachtung der
Ermahnungen der Gewerkſchaftsbeamten begonnene
Sympathieſtreik der Setzer zwang den Heraus=
geber
, die Morgenausgaben auf ein Blatt ohne Annoncen
zu beſchränken. Auf der Straße wurden mehrere Schüſſe
abgegeben. Die Zeitungsverleger ſuchen Nichtorganiſierte
aus anderen Städten heranzuziehen.
* Chieago, 5. Mai. 6000 Frachtarbeiter
der 24 Eiſenbahnen, die Chicago ſchneiden, traten in den
Ausſtand, nachdem ſie die ihnen angebotene Bewilligung
eines Teils ihrer Forderungen abgelehnt haben.
* Rio de Janeiro, 4. Mai. Die Botſchaft des
Präſidenten bei der Eröffnung des natio=
nalen
Kongreſſes berichtet von den guten Bezieh=
ungen
Braſiliens zu allen Mächten. Sie bedauert den
Verluſt Rio Brancos, des Miniſters des Aeußern, deſſen
Friedenspolitik ſein Nachfolger Lauro Müller fortſetze.
Die Lage im Innern ſei trotz der zeitweiligen Unruhen

befriedigend; jedoch ſeien Reformen des Wahlgefetzes
notwendig. Der Bau eines Kriegshafens außerhalb des
Bundesdiſtrikts ſei unaufſchiebbar. Das Defizit beträge
56 582 Contos, wozu jedoch Kreditoperationen im Betrag
von 50 165 Contos zu zählen ſeien; die auswärtige Schuld
82,9 Millionen Pfund und 300 Millionen Franken; die
Zunahme von 6,9 Millionen Pfund ſei zum Bahnbau
verwendet worden. Die Einnahmen hätten bedeutend
zugenommen, aber auch die Ausgaben, weshalb größte
Sparſamkeit anzuraten ſei.
* El Paſo, 5. Mai. General Vaques Gomez iſt
heute Nachmittag in Juarez von den Aufſtändigen zum
proviſoriſchen Präſidenten Mexikos proklamiert
worden.
H. B. Berlin, 4. Mai. In einer Filiale der Seifenhand=
lung
von Waſſervogel, Greifswalderſtraße 46, iſt heute vor=
mittag
ein räuberiſcher Ueberfall auf die Ver=
käuferin
Frau Ramin verübt worden. Gegen 11 Uhr be=
trat
ein junger Mann den Laden, der ſich als Käufer auf=
ſpielte
. In einem Augenblick, wo ſich die Verkäuferin
bückte, zog der Mann einen verborgen gehaltenen Hammer
und verſetzte der Verkäuferin zwei Schläge auf den Kopf.
Dieſe ſchrie laut um Hilfe und brach dann zuſammen.
Paſſanten, die die Schreie gehört hatten, machten ſich an die
Verfolgung des Flüchtigen und es gelang ihnen, den
Täter feſtzunehmen. Er gab an, den Ueberfall ausgeführt
zu haben, um die Ladenkaſſe zu rauben. Er will aus Not
gehandelt haben, da er ſtellenlos war.
Naumburg, 5. Mai. Bei einem Kampfe mit
Zigeunern in dem benachbarten Netze, wurde der Gaſt=
wirt
Löb von einem Zigeuner durch einen Schuß ge=
tötet
. Der Täter entkam.

Erfolg bringt Vertrauen.

wie dieſer Brief vom 1. Januar 1912 zeigt.
Hierdurch teile ich Ihnen mit, daß ich Ihr Bioſon mit
den denkbar beſten Erfolgen angewandt habe. Ich hatte
früher über fortwährende Müdigkeit, beſonders in den
Beinen zu klagen und nahm daher Bioſon zur Kräf=
tigung
. Bis jetzt habe ich 5 Doſen verbraucht und nahm
täglich 3 Eßlöffel voll. Mit der Wirkung bin ich
äußerſt zufrieden, denn die Müdigkeit iſt faſt ganz ver=
ſchwunden
und außerdem habe ich nach und nach ein
bedeutend beſſeres Ausſehen erhalten. Ich ſetze daher
mein ganzes Vertrauen in Ihr wirklich erſtklaſſiges
Präparat und werde dieſes auch weiterhin gebrauchen, da
ich gewiß bin, durch es meine frühere Friſche und Stärke
wiederzuerlangen. Hartenſtein i. Erzgeb. Achtungsvoll.
Eduard Kopp. Unterſchrift beglaubigt: Dr. Wohlf ahrt,
Kgl. Sächſ. Notar. Bioſon das beſte und billigſte Nähr=
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[ ][  ][ ]

Nummer 106.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1913.

Seite 7.

Statt beſonderer Anzeige.
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag 2 Uhr verſchied ſanft
nach langem, ſchwerem Leiden mein lieber Gatte,
unſer treubeſorgter Vater, Sohn, Bruder,
Schwager und Onkel
(10563
Herr Uoh. Holhrich Matter
im 52. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 5. Mai 1912.
Neue Ireneſtr. 12.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabethe Müller, geb. Buß,
nebſt Kindern.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. Mai,
nachmittags 3 Uhr, vom Portal des Darm=
ſtädter
Friedhofs aus, ſtatt.

Todes-Anzeige.
Heute mittag 12 Uhr verſchied ſanft nach
längerem Leiden unſer lieber, guter Vater,
Schwiegervater und Großvater
(10565
Sanitätsrat

im 79. Lebensjahre.
Seligenſtadt, Darmſtadt, Bensheim,
4. Mai 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Landgerichtsrat Hermann Reuß,
Wilhelmine Beyke, geb. Reuß,
Oberamtsrichter Edmund Beyke,
Eliſabeth Reuß, geb. Henſel,
und 3 Enkel.
Die Beerdigung findet Montag, den 6. ds. Mts.,
nachmittags 3½ Uhr, ſtatt.

Todes=Anzeige.
Statt jeder beſonderen Mitteilung die
ſchmerzliche Anzeige von dem am 3. Mai er=
folgten
Ableben meiner treubeſorgten, unver=
geßlichen
Gattin, unſerer geliebten Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter
(*11490
Frau Rosa Weicker
geb. Beichle.
Die Beerdigung erfolgte auf Wunſch der
Verſtorbenen in aller Stille.
Darmſtadt, Roſtow a. Don (Südrußland),
Buea (Kamerun), am 6. Mai 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Chr. Weicker.
Um Unterlaſſung von Kondolenzbeſuchen wird
gebeten.

Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß unſere liebe Tante
Frl. Philippine Schlöſſer
gen. Thomas
(10564
ſanft entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Montag, den 6. Mai,
nachmittags 6 Uhr, vom Portale des ſtädtiſchen
Friedhofes aus, ſtatt.

Bankſagung.

Für die Beweiſe der Liebe und
aufrichtigen Teilnahme bei dem Hin-
ſcheiden
meines geliebten Mannes
ſage ich Allen herzlichſten Bank.
Charlotte Mordtmann,

1054.

Tageskalender.

Hoftheater, Anf. 7 Uhr (Ab. D): Der Störenfried‟,
hierauf Champagner=Viſionen‟
Zuſammenkunft des Engliſchen Klubs um 8 Uhr
im Darmſtädter Hof
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der Krone.
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller, Reſt. Metropol
und Perkeo um 8 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
u
. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 411 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Vom
Stapellauf des Linienſchiffes König Albert in Dan=
zig
; von der Einweihung der neuen deutſchen Kirche
in Kairo; von der Feſtnahme der Pariſer Automobil=
banditen
; tripolitaniſche Araber im italieniſchen Dienſte
gegen die Türken.

Verſteigerungskalender.

Dienstag, 7. Mai.
Holzverſteigerung um 10 Uhr im Zeilharder Ge=
meindewald
(Zuſammenkunft bei Gaſtwirt Schneider,
Station Meſſel).

Druck und Verlag: L. C. Wiltich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt,
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Dr. Heyor, Hügelſtr. 57, Tel. 1428,
Dr. Köpke, Kiesſtr. 90, Tel. 1131.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

Nummer 106.

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Im Anſchluſſe an den Aufruf des Protektors der National=
Flugſpende, des Prinzen Heinrich von Preußen, geſtattet ſich das
unterzeichnete Kreiskomitee an die Einwohnerſchaft in Stadt und Land
die herzliche Bitte um Spenden freiwilliger Gaben zur Förderung
des deutſchen Flugweſens zu richten.
Es gilt einer vaterländiſchen Sache im Wettbewerbe mit
anderen Nationen zum Siege zu verhelfen! Ein Zurückbleiben
darf es für Deutſchland nicht geben! Treten wir alle mit Be=
geiſterung
für die große Sache ein, für die im gegenwärtigen
Augenblicke eine einmütige, machtvolle Kundgebung beſonders
nötig iſt!
Darmſtadt, den 28. April 1912.
Chefredakteur Ammen, Bürgermeiſter Appel Nieder=Ramſtadt,
Dr. Aſcher, Eberſtadt, Direktor Baier, Bürgermeiſter Becker, Weiter=
ſtadt
, Chefredakteur Behre, Stadtverordneter Dr. Bender, Bürger=
meiſter
Benz, Arheilgen, Beigeordneter Benz, Arheilgen, Ober=
konſiſtorialrat
Dr. Bernbeck, Lehrer Berck, Malchen, Rechtsanwalt
Dr. Bopp, Miniſter der Finanzen Dr. Braun, Apotheker Breitwieſer,
Ober=Ramſtadt, Oberſtleutnant Bullrich, Traiſa, Chefredakteur Dr.
Buſchmann, Rechtsanwalt Buß, Bauunternehmer H. Dächert II.,
Eberſtadt, Kommerziearat Diſchinger, Fabrikant Doerr, Nieder=
Ramſtadt, Dekan Dr. Elz, Finanzrat Emmerling, Prinz Viktor zu
Erbach=Schönberg, Staatsminiſter Dr. Ewald. Provinzialdirektor
Fey, Profeſſor Dr. Frenzel, Juſtizrat Gallus, Bürgermeiſter Geibel,
Hahn, Bürgermeiſter Geibel, Nieder=Beerbach, Regierungsrat Gennes,
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, Kommerzienrat Göbel, Bürger=
meiſter
Götz, Eſchollbrücken, Juſtizrat Grünewald, Generaladjutant
Generalmajor Hahn, Hauptmann von Hahn, Juſtizrat Hallwachs,
Hauptlehrer Haſſenzahl, Arheilgen, Geh. Kommerzienrat Hedderich,
Kreisausſchußmitglied Beigeordneter Heim, Ober=Ramſtadt, Kreis=
ausſchußmitglied
Geh. Forſtrat Heinemann, Stadtverordneter und
Landtagsabgeordneter Henrich, Oberſtaatsanwalt von Heſſert, Kreis=
ausſchußmitglied
Heß, Pfungſtadt, Generalmajor Freiherr von Heyl,
Kommerzienrat Heyn, Bürgermeiſter Hickler, Meſſel, Sanitätsrat
Dr. Arthur Hoffmann, Rechtsanwalt Dr. Hoffmann II., Miniſter des
Innern von Hombergk zu Vach, Hauptlehrer Huff, Kreisausſchußmit=
glied
Baurat Jaeger, Kommerzienrat Jakobi, Schloſſermeiſter Jakobi,
Stadtverordneter Kalbfuß, Kreisausſchußmitglied Rentner Ph.,
Keller VI., Griesheim, Ludwig Kichler, Verleger des Darmſtädter
Tägl. Anzeiger Profeſſor Kiſſinger, Geheimerat Kittler, Rentner
Kleinſchmitt, Schneppenhauſen, Fabrikbeſitzer Moritz Klönne, Bürger=
meiſter
Koch, Eich, Oberamtsrichter Kolb, Generalleutnant Korwan,
Oberlandesgerichtspräſident Kullmann, Bürgermeiſter Kunz, Gries=
heim
, Bürgermeiſter Kunz, Schneppenhauſen, Geh. Juſtizrat Dr.
Lahr, Bürgermeiſter Lang, Pfungſtadt, Stadtverordneter Ober=
meiſter
Lautz, Stadtverordneter Lehr, Bürgermeiſter Lorenz, Roß=
dorf
, Oberleutnant a. D. Lotheißen, Direktor Lutz, Stadtverordneter
Markwort, Geh. Medizinalrat Dr. E. Merck, Geh. Kommerzienrat
Dr. Louis Merck, Dr. Willy Merck, Oberpoſtdirektor Milkau, Oberſt=
leutnant
Mootz, Bürgermeiſter Mueller, Regierungsrat Müller, Orts=
gerichtsvorſteher
Müller, Provinzialausſchußmitglied Müller, Eber=
ſtadt
, Hauptlehrer Müller, Eberſtadt, Hans Müller=Hickler, Geh.
Schulrat, Landtagsabgeordneter Münch, E. von Mörs, Verleger der
Neuen Heſſiſchen Volksblätter. Regierungsrat Noack, Eiſenbahn=
oberſekretär
Nohe, Eberſtadt, Stadtverordneter Dr. med. Nöllner,
Hoflieferant Kaufmann Ober, Kammerherr Freiherr von Oetinger,
Mitglied der II. Kammer der Landſtände Dr. Oſann, Bürger=
meiſter
Petri, Gräfenhauſen, Bürgermeiſter Pfaff, Wixhauſen, Ge=
neralleutnant
von Plüskow, Geheimerat Dr. Preetorius, Fabrikant
Preß, Pfungſtadt, Stadtverordneter Ramdohr, Generalmajor von
Randow, Kreisausſchußmitglied, Kommerzienrat Röder, Geheimerat
Römheld, Geh. Baurat Rötelmann, Bürgermeiſter Rückert, Ober= Ram=
ſtadt
, Bierbrauereibeſitzer Rummel, Stadtverordneter Säng, Kreisaus=
ſchußmitglied
Sames, Bürgermeiſter Schäfer, Eberſtadt, Bürger=
meiſter
Schmidt, Braunshardt, Beigeordneter Schmitt, Dekan
Schneider, Weiterſtadt Stadtverordneter Schupp. Rentner Wilhelm
Schwab, Kaufmann Stähle, Direktor der Volksbank Stein, Kreis=
ausſchußmitglied
, Rechtsanwalt Dr. Stein, Stadtverordneter Stemmer,
Landesgerichtspräſident Theobald, Kommerzienrat Trier, Hof=
Hofmarſchall Freiherr von Ungern=Sternberg, Chefredakteur Dr.
Waldgeſtel. Hauptmann a. D. Waldecker, Bürgermeiſter Walter,
Malchen, Bürgermeiſter Walther, Traiſa, Bürgermeiſter Wanne=
macher
, Erzhauſen, Verwaltungsgerichtspräſident Dr. Auguſt Weber,
Regierungsrat von Werner, Rektor der Techniſchen Hochſchule
Mickop, Hauptlehrer Winter, Griesheim. Hofbuchdruckereibeſitzer
Carl Wittich und Hofbuchdruckereibeſitzer Rudolf Wittich, Verleger
des Darmſtädter Tagblatt, Hauptlehrer Würtenberger, Ober= Ram=
ſtadt
, Finanzaſſeſſor Zimmer. Reichsbankſtelle Darmſtadt.
Sammelſtellen bilden: die Poſtanſtalten, die Zeitungen, die ſich
bereit erklärt haben oder erklären. Die Bank für Handel und In=
duſtrie
und die Volksbank in Darmſtadt. (Etwaige Zuſchrifter
bittet man an die Geſchäftsſtelle des Kreiskomitees, z. H. des Herrn
Regierungsaſſeſſor Dr. Pabſt, Annaſtraße 24, hier, zu richten.) (10515

Oung. deutſcher Schäferhund,
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Stiftſtr. 54, 1. St.
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findet am Dienstag, 7. d. Mts., vorm. von 8 Uhr an, in der Kna=
ben
=Arbeitsanſtalt ſtatt. Jeder Abnehmer hat nur auf eine Gruppe
Anſpruch.
(10514
Darmſtadt, den 2. Mai 1912.
Der Ausschuss.

(älter.
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Velenl. Vogel- u. Gendgelzuch verein)
Montag, den 5. Mai 1912, abends 9 Uhr, im Vereinslokal,
Brauerei zur Krone, Schuſtergaſſe 18, I.
(10513
Monats-Versammlung.
NB. Verkauf von raſſereinen Kücken, Verloſung von 1 Stamm
Smaragd=Enten.
Der Vorstand.

usik=
erein

Ordentliche Mitgliederversammlung
Montag, 13. Mai 1912, abends 9½ Uhr
im Vereinshauſe.
Die aktiven und inaktiven Mitglieder werden hierdurch zur
Teilnahme eingeladen.
(10520
Der Vorstand.

Kontert, Varieie. u. Tüeatersanl Perkeg.
Monat Mai täglich abends 8 Uhr
Willy Engers Variété= Programm
und Cölner Burlesken
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Großherzogl. Hoftheater

Montag, 6. Mai.
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Der Störenfried.
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Benedix.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
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Thekla, deſſ. Frau Frl. Meißner
Geheimerätin See=
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Hubert Maiberg . Hr. Schneider
Lebrecht Müller . Hr. Wagner
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Nummer 106.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

Nummer 106.

Allgemeiner Verein gegen Verarmung
und Bettelei.

Geſchäftsbericht von 1877 bis 1912.
35 Jahre ſind ins Land gegangen, ſeit der Allgemeine
Verein gegen Verarmung und Bettelei ins Leben trat
und zum Wohle der Armen und Bedrängten hieſiger
Stadt ſeine ſegensreiche Tätigkeit ausübt. Zum ehrenden
Gedächtnis derer, die den Verein gründeten und aus=
bauten
, wie auch im Intereſſe des Vereins ſelbſt erſcheint
es angezeigt, die Gründung und Entwickelung desſelben
in kurzen Zügen der jetzigen Generation vor Augen zu
führen.
Nachdem infolge Einführung der Reichsgeſetze über
die Freizügigkeit und Gewerbefreiheit die Städte einen
raſchen Aufſchwung genommen und dieſe durch die Zu=
nahme
der ärmeren Bevölkerung in die Notwendigkeit
verſetzt wurden, die öffentliche Armenpflege zeitgemäß
zu organiſieren, hatte auch die Verwaltung der Stadt
Darmſtadt ſich veranlaßt geſehen, eine anderweitige
Regelung des Armenweſens ins Auge zu faſſen. Als
man dieſe in den Jahren 1875 und 1876 nach dem Vor=
bilde
anderer Städte in die Wege geleitet, wurde von
einem im öffentlichen Leben ſtehenden und ganz beſonders
mit dem Armenweſen vertrauten Mitbürger, der bei der
Neuordnung der ſtädtiſchen Armen= und Krankenpflege
in hervorragendſter Weiſe tätig geweſen war, dem
Rentner Wilhelm Schwab ſen., auch eine Neu=
geſtaltung
der privaten Armenpflege und Liebestätigkeit
angeregt, welche bisher von einigen Vereinen nach ver=
ſchiedenen
, nicht immer ganz einwandfreien Grundſätzen
ausgeübt wurde. Er faßte die Gründung eines
Vereins für Armenpflege ins Auge, welchem
zunächſt die Aufgabe zufallen ſollte, dem für die Ein=
wohnerſchaft
zu einer Plage gewordenen Hausbettel
möglichſt zu ſteuern, der damals vorhandenen Wohnungs=
not
in der Altſtadt abzuhelfen, wirklich Armen und ver=
ſchämten
Notleidenden beizuſtehen und ſolche, welche durch
unverſchuldete Unglücksfälle uſw. in Notlage geraten
waren, vor gänzlicher Verarmung zu bewahren; ſchließ=
lich
auch da einzuſpringen, wo die Unterſtützung aus
öffentlichen Mitteln unzureichend oder nach den beſtehen=
den
Normen und Beſtimmungen ganz unmöglich war
Zwar befaßten ſich, wie bereits erwähnt, verſchiedene
Vereine meiſt konfeſſionellen Charakters mit der
Armen= und Krankenpflege, aber jeder derſelben wirkte
für’ ſich, ohne mit den Vorſtänden der anderen Vereine
Fühlung zu nehmen, und den Fragen über die Bedürf=
tigkeit
und Würdigkeit der Bittſteller konnte deshalb viel=
fach
nicht die erforderliche Aufmerkſamkeit geſchenkt wer=
den
. Ein Einvernehmen oder gemeinſames Vorgehen
in gewiſſen Fällen mit den Organen der Städtiſchen
Armenpflege kannte man damals ebenfalls noch nicht.
Unter dieſen Umſtänden wurde es den unbeſcheidenen
Elementen möglich gemacht, gleichzeitig von verſchiedenen
Seiten Gaben zu erwirken, während für bedürftigere
und würdigere, aber beſcheidene und verſchämte Not=
leidende
gar oft zu wenig, oder gar nichts geſchah.
Das Beſtreben, den geſchilderten Mißſtänden bald
möglichſt abzuhelfen und die von den Wohltätigkeitsver=
einen
alljährlich aufgebrachten bedeutenden Beträge für
Armenunterſtützungen in erſprießlicherer Weiſe den wirk=
lich
Bedürftigen zuzuführen, führte zu Beſprechungen des
Herrn Schwab mit Gleichgeſinnten und mit den Vorſtän=
den
der beſtehenden Vereine, und ſchließlich im März
1876 zu einer allgemeinen Verſammlung vor
Intereſſenten, in welcher die Anweſenden über die
geplante Organiſation der privaten Armenpflege und die
hierfür ins Auge gefaßten Grundſätze unterrichtet wur=
den
. Die von Herrn Schwab gemachten Vorſchläge fan=
den
begeiſterte Aufnahme, und es wurde ein proviſori=
ſches
Komitee gebildet, welches die Gründung eines
Allgemeinen Vereins für Armenpflege vorbereiten ſollte.
Zufolge verſchiedener, nicht näher angegebener Gründe
verzögerten ſich die Verhandlungen, und erſt im Dezem=
ber
1876 wurde in einer Verſammlung der

Mitglieder des prov. Komitees und der
Delegierten der verſchiedenen Vereine die Gründ=
ung
des Allgemeinen Vereins gegen Verarmung und
Bettelei, deſſen Tätigkeit ſich auf alle Notleidenden
unſerer Stadt, ohne Anſehen der Konfeſſion, zu erſtrecken
habe, endgültig beſchloſſen, und das proviſoriſche
Komitee beauftragt, die hieſige Einwohnerſchaft unter
Inanſpruchnahme der Preſſe für die Sache zu intereſſie
ren, Statuten auszuarbeiten und demnächſt eine konſti=
tuierende
Generalverſammlung einzuberufen. Die hieſi=
gen
Tageszeitungen unterſtützten die Beſtrebungen des
neuen Vereins in dankenswerter Weiſe; eine große Zahl
der Einwohner wurde durch direkte Einladungen zum
Beitritt aufgefordert und nach kurzer Zeit waren etwa
1000 Mitglieder mit anſehnlichen Jahresbeiträgen ge=
wonnen
. Zum Ausweis Bettlern gegenüber wurden den
Mitgliedern entſprechende Mitgliedsſchildchen zur An=
bringung
an den Wohnungseingängen zugeſtellt. Auch
die Allerhöchſten und Höchſten Herrſchaften intereſſierten
ſich bald für die Beſtrebungen des Vereins g. V. u. B.
und bis heute wird demſelben von Ihren Kgl. Hoheiten
dem Großherzog und der Großherzogin alljährlich eine
namhafte Summe zur Verfügung geſtellt.
Am 8. März 1877 fand die konſtituierende
Generalverſammlung ſtatt, in welcher die Ver=
einsſtatuten
feſtgeſetzt und die Vorſtandsmit=
glieder
gewählt wurden. Nachdem man im Hauſe
Luiſenſtraße Nr. 26 zwei Räume für das Vereins=
bureau
und die Sitzungen des Vorſtandes gemietet,
aus deſſen Mitgliedern und anderen angeſehenen Per=
ſonen
aus der Bürgerſchaft die nötige Zahl Helfer und
Helferinnen gewonnen hatte, auch für die Verwalt=
ung
der Vereinsgelder ein Rechner, ferner ein Bureau=
beamter
und ein Vereinsdiener angenommen waren,
konnte der nunmehr arbeitsfähige Verein ſeine Tätigkeit
entfalten. Nicht unerwähnt darf hier bleiben, daß der
bereits genannte Herr Schwab ſich nicht damit begnügte,
den Verein ins Leben zu rufen, ſondern daß er ihn auch
durch Uebernahme der bisher entſtandenen bedeutenden
Koſten für Druckſachen, Formularien uſw. und hoch=
herzige
Ueberweiſung eines entſprechenden anſehnlichen
Betriebskapitals fundierte und dem Vorſtande hierdurch
über die erſten Schwierigkeiten hinweghalf.
Die Stadt wurde in zehn Bezirke eingeteilt und
für jeden Bezirk ein Vorſteher ernannt, welchem die
erforderliche Zahl von Helfern und Helferinnen zur Ver=
fügung
geſtellt wurde. In verſchiedenen Verſammlungen
wurden dieſe mit den ihnen zugewieſenen Obliegenheiten
vertraut gemacht; beſonders und ausdrücklich wurde
ihnen ſtetige Fühlungnahme mit den anderen Wohltätig=
keitsvereinen
, wie Verein der Freunde in der Not,
Mathildenſtiftung, Heidenreich=Sieboldſtiftung u. a.,
und mit den Organen der ſtädtiſchen Armenpflege zur
Pflicht gemacht. Durch letztere Maßnahme wollte mau
zunächſt verhindern, daß der Verein unbewußt dazu bei=
trage
, die Stadt durch den Zuzug erwerbsunfähiger Per=
ſonen
zu belaſten und dieſen die Erwerbung des Unter=
ſtützungswohnſitzes
durch die private Unterſtützung zu er=
möglichen
. Es wurde in keinem Falle eine Unterſtützung
gewährt, in welchem der Bittſteller nicht nachgewieſen,
daß er den Unterſtützungswohnſitz hier erworben habe;
in ſolchen Fällen wurde ſtets die Stadt zuvor gehört, um
ihr Gelegenheit zu geben, ihre Rechte nach Maßgabe der
Geſetze Dritten gegenüber wahren zu können. Ueber die
im Vereinsbureau mündlich oder ſchriftlich geſtellten
Unterſtützungsanträge werden entſprechende Frage=
bogen
aufgenommen und dieſe alsbald dem Vorſteher
des betreffenden Armenpflegebezirks zugeſtellt, welcher
durch einen Helfer oder eine Helferin über die Verhält=
niſſe
des Bittſtellers, über deſſen Bedürftigkeit und Wür=
digkeit
die erforderlichen Erkundigungen einziehen läßt.
Alle 8 oder 14 Tage findet unter dem Vorſitze des Vor=
ſtehers
eine Sitzung der Helfer und Helferinnen ſtatt, in
welcher auf Grund der angeſtellten Ermittelungen in
mündlicher Verhandlung die Anträge der Bezirks=
verſammlung
für die nächſte Sitzung des Ge=

ſamtvorſtandes feſtgeſtellt werden. In dieſer letz=
teren
wird demnächſt in Gegenwart der Bezirksvorſteher
auf Grund der durch die Bezirkshelfer vervollſtändigten
Fragebogen, welche nun ein genaues Bild über alle Ver=
hältniſſe
des Bittſtellers darſtellen, und der nötigenfalls
gegebenen mündlichen Erläuterungen des Vorſtehers
über die Anträge der Bezirksverſammlung endgültig Be=
ſchluß
gefaßt.
Bereits am 17. April 1877 fand die erſte Vor=
ſtandsſitzung
ſtatt, in welcher eine Reihe Unter=
ſtützungsfälle
in der geſchilderten Weiſe erledigt wurden.
Die bewilligten Gelder werden von dem betref=
fenden
Bezirksvorſteher in Empfang genommen
und nach Maßgabe der Vorſtandsbeſchlüſſe entweder dem
Bittſteller direkt eingehändigt oder durch die Organe des
Vereins entſprechend verwendet. Die Unterſtützun=
gen
werden zur Beſchaffung von Lebensmit=
teln
, Kleeidern, Heizungsmaterial, Bett=
zeug
uſw. gewährt. Auch für Hausmiete und zur
Einlöſung verpfändeter Sachen wurden be=
trächtliche
Summen im Laufe der Zeit aufgewendet.
Kleinen Handwerkern wurde durch Anſchaffung von
Werkzeugen deren Selbſtändigmachung ermöglicht.
Nähmaſchinen und Strickmaſchinen wurden ange=
ſchafft
und an Unbemittelte leihweiſe abgegeben; in ein=
zelnen
Fällen wurden Darlehen gewährt, auch Kau=
tionen
geleiſtet. In gewiſſen Fällen wurden, gemein=
ſam
mit anderen Vereinen und der öffentlichen Armen=
pflege
, größere Beträge zur Beſchaffung künſt=
licher
Gliedmaßen, zu Badekuren kranker
Kinder und Erwachſener aufgebracht. Um dem Haus=
bettel
der vielen durchreiſenden Handwerks=
burſchen
zu ſteuern, über deren Bedürftigkeit und
Würdigkeit die Vereinsorgane ſich nicht unterrichten konn=
ten
, wurden dieſe Handwerksburſchen an das Polizeiamt
verwieſen, und bis zur Einrichtung der Naturalverpfleg=
ungsſtationen
und Gründung der Herbergen zur Hei=
mat
der genannten Behörde eine namhafte Summe für
Unterſtützungszwecke alljährlich zur Verfügung geſtellt.
Bald ſah ſich der Verein auch in die Lage verſetzt, un=
bemittelten
Eltern die Anſchaffung von Konfirmanden=
ausſtattungen
zu erleichtern, und in Gemeinſchaft mit der
Städtiſchen Armenpflege werden alljährlich namhafte=
Beträge zu dieſem Zweck verwendet. Neuerdings hat
man ſich jedoch veranlaßt geſehen, die Jugend auf die=
Möglichkeit hinzuweiſen, die Koſten für die Konfir=
mationskleider
durch Eintritt in die Chorſchulen,
in die Knabenarbeitsanſtalt uſw. ſich ſelbſt zu verſchaffen,
um dieſe jungen Leute zum Selbſtverdienen anzuhalten
und den Verein wie auch die Stadt zu entlaſten.
Nachdem der Allgemeine V. g. V. u. B. einige Jahre
zum Segen der Notleidenden gewirkt und ſich durchaus
bewährt hatte, glaubte der Vater desſelben, Herr Schwab.
einen Schritt weiter tun zu müſſen. Von dem Gedanken
ausgehend, daß es mit ein= oder mehrmaligen Gaben
nicht genug ſei, ſondern den Minderbemittelten nahe=
gelegt
werden müſſe, in guten Tagen an mögliche Un=
glücksfälle
, Krankheit, Arbeitsloſigkeit uſw. zu denken.
und um den Sinn zur Sparſamkeit zu wecken, faßte er
den Plan, eine Pfennigſparkaſſe ins Leben zu
rufen. Nachdem er den Vorſtand durch eine umfaſſende,
überzeugende Ausarbeitung für ſeine Idee gewonnen,
wurde im Jahre 1880 die Pfennigſparkaſſe die
erſte in Deutſchland gegründet und von den
Vereinsorganen verwaltet, bis ſie eine ſolche Ausdehnung
genommen hatte, daß ſie nicht mehr in den Rahmen der=
Vereinstätigkeit paßte und in Verwaltung der Stadt
übernommen wurde. Zur Fundierung dieſer neuen Ein=
richtung
und als Garantiefonds wurde von dem Grün=
der
abermals ein entſprechendes Kapital geſtiftet. Von
Intereſſe dürfte ſein zu ſehen, in welcher Weiſe ſich die
Pfennigſparkaſſe bewährte; im erſten Jahre ihres Be=
ſtehens
wurden bereits von 5000 Einlegern in 108000
Einzahlungen zirka 48 500 Mark erſpart.
(Schluß folgt.)

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[ ][  ][ ]

Nummer 106.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

Seite 11.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Boxer. 1 Dobermann (zugelaufen). Die Hunde könner
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
(10518
Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung.

Betreffend: Polizeiverordnung über den Beſuch von Wirtshäuſern
öffentlichen Tanzmuſiken und Kinematographentheatern
durch ſchulpflichtige Kinder.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir hiermit erneut
zur öffentlichen Kenntnis.
(10497
Darmſtadt, den 2. Mai 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Polizeiverordnung,

betreffend den Beſuch von Wirtshäuſern, öffentlichen Tanzmuſiken
und Kinematographentheatern durch ſchulpflichtige Kinder.
Auf Grund des Artikels 78 der Kreis= und Provinzialordnung
wird unter Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung
des Großh. Miniſteriums des Innern vom 5. Juli 1909 zu Nr.
M. d. J. I. 10322 für den Kreis Darmſtadt verordnet:
§. 1. Schulpflichtigen Kindern iſt der Beſuch von Wirtshäuſern,
öffentlichen Tanzlokalen und Kinematographentheatern ohne Beglei=
tung
eines Elternteils oder derjenigen, die Elternſtelle vertreten, oder
eines Lehrers, unterſagt.
§ 2. Den Wirten und deren Stellvertretern, ſowie den Be=
ſitzern
, Inhabern und Leitern von Kinematographentheatern oder
deren Stellvertretern iſt es verboten, den nach § 1 unterſagten Beſuch
oder Aufenthalt ſchulpflichtiger Kinder in ihren Unternehmen zu ge=
ſtatten
. Sie ſind verpflichtet, die in ihren Geſchäftsräumen verbots=
widrig
ſich aufhaltenden ſchulpflichtigen Kinder unverzüglich aus ihnen
zu entfernen.
§ 3. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen wer=
den
mit Geldſtrafe bis zu 30 Mk., die im Falle der Uneinbringlichkeit
in Haftſtrafe umzuwandeln iſt, beſtraft.
§ 4. Vorſtehende Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer
Verkündigung im Darmſtädter Tagblatt (Amtsverkündigungsblatt)
in Kraft. Vom gleichen Tage ab iſt die Polizeiverordnung vom
2. Januar 1882, betreffend Verbot des Beſuchs von Wirtshäuſern
und öffentlichen Tanzlokalen von ſeiten ſchulpflichtiger Kinder, auf=
gehoben
.
Darmſtadt, den 7. Juli 1909.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
V.: von Stark.

Warnung vor unlauteren Darlehensvermittlern.

Wir haben ſchon wiederholt vor dem unlauteren Geſchäfts=
gebahren
gewiſſer Darlehensvermittler gewarnt, die in Zeitungen
ſich zur Vermittelung oder Beſchaffung von Darlehen unter an=
ſcheinend
günſtigen Bedingungen erbieten, denen es aber vielfach
weniger um die Beſchaffung der Darlehen zu tun iſt, als um die Er=
zielung
von Gewinn dadurch, daß ſie entweder die Behandlung der
Darlehensgeſuche von der Vorauszahlung eines die wirklichen Aus=
lagen
überſteigenden Koſtenvorſchuſſes für Einholung einer Aus=
kunft
über die Kreditwürdigkeit des Nachſuchenden uſw. abhängig
machen, oder auf Grund von zur Irreführung geeigneter Zeitungs=
annoncen
und Proſpekten den Darlehenſuchenden eine ſogenannte
Geldoffertenliſte, d. i. ein umfangreiches Verzeichnis von Darlehens=
vermittlern
und Darlehensgebern, gegen Bezahlung einer Gebühr, die
meiſt durch Nachnahme erhoben wird, überſenden. Wie berechtigt
dieſe Warnung iſt, beweiſt die Tatſache, daß fortwährend Verurtei=
lungen
derartiger Perſonen wegen Betrug zu empfindlichen Strafen
bekannt werden.
Da auch hieſige Einwohner durch das unlautere Geſchäfts=
gebahren
derartiger Perſonen zu Schaden gekommen ſind, können
wir unſere Mahnung zur Vorſicht gegenüber unbekannten Darlehens=
vermittlern
nur wiederholen.
Darmſtadt, den 2. Mai 1912.
(10496
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Warnung

vor dem unlauteren Geſchäftsgebahren von Serienlos=
geſellſchaften
.
Schon wiederholt iſt vor dem unlauteren Geſchäftsgebahren
zahlreicher in= und ausländiſcher, beſonders niederländiſcher und
däniſcher Unternehmer, ſog. Serienlos=Spielgeſellſchaften, gewarnt
worden.
Das Weſen dieſer Unternehmen beſteht darin, daß der Unter=
nehmer
einen Anteil an Serienloſen oder die Ausſicht auf den Gewinn
aus einer größeren oder kleineren Anzahl ſolcher Loſe verkauft, und
daß die Zahlung des Kaufpreiſes in der Regel in Raten erfolgen kann.
Der Vertrieb ſolcher Geſchäfte iſt ſtrafbar. Denn handelt
es ſich um den Verkauf von Gewinnausſichten, ſo iſt dies als öffent=
liche
Veranſtaltung einer Lotterie ohne obrigkeitliche Erlaubnis an=
zuſehen
(§ 286 des R.=Str.=Geſ. B.); werden Losanteile gegen
Teilzahlungen verkauft, ſo liegt ein Vergehen gegen § 7 des Reichs=
geſetzes
, betreffend die Abzahlungsgeſchäfte, vom 16. Mai 1894
(R.=Geſ.=Bl., S. 450) vor. Der gewerbsmäßige Verkauf von Losanteilen
wird aber auch in der Regel gegen das Heſſiſche Geſetz, betreffend
den Handel mit Anteilen und Abſchnitten von Loſen zu Lotterien
und Ausſpielungen, vom 11. April 1896 (R.=Bl. S. 47) verſtoßen.
Es kommt ferner das Heſſiſche Geſetz vom 14. Februar 1906
(Reg.=Bl. S. 45) in Betracht, wonach das Spielen in außerheſſiſchen
Lotterien, die nicht mit ſtaatlicher Genehmigung im Großher=
zogtum
zugelaſſen ſind, bei Geldſtrafe bis zu 600 Mark im
Großherzogtum Heſſen verboten iſt.
Wenn hiernach einerſeits derjenige, der einer derartigen Serien=
losgeſellſchaft
beitritt, nicht nur hierdurch ſich an dem ſtrafbaren Tun
des Unternehmers beteiligt, ſondern in den meiſten Fällen (ſofern es
ſich nicht ausſchließlich um im Großherzogtum Heſſen zugelaſſene
Lotterie=Loſe handelt) ſelbſt eine mit empfindlicher Strafe bedrohte
Handlung begeht, ſo iſt andererſeits hiermit für ihn in den meiſten
Fällen auch eine erhebliche Vermögensſchädigung verbunden, wie
ſich aus nachſtehendem ergibt.
Die Serienlosgeſellſchaften beruhen faſt ohne Ausnahme
auf ſchwindelhafter Grundlage. Die Beitrittseinladungen laſſen
die Natur des Geſchäfts und die den Teilnehmern zuſtehenden Rechte
nicht klar erkennen. Das Publikum wird durch die Anpreiſung, daß
jedes Los gewinnt und Nieten nichr exiſtieren, ſowie durch die fett=
gedruckten
Geſamtbeträge der Gewinne angelockt. Dabei iſt meiſt nicht
bekannt und kann auch aus den Ankündigungen gar nicht erſehen
werden, daß die Zahl der Teilnehmer an den fraglichen Geſellſchaften
unbeſchränkt iſt, die Summe der einzelnen Beiträge den von dem
Unternehmer gezahlten Kaufpreis der Loſe um ein vielfaches über=
ſteigen
und daß deshalb der auf den Teilnehmer entfallende Gewinn=
betrag
faſt ausnahmslos nur einen verſchwindenden Teil der Ge=
ſamtſumme
der gezahlten Beiträge ausmachen wird. Dazu beſteht
nicht einmal die Gewähr, daß der Unternehmer ſich im Beſitze der
Loſe befindet, an denen die Teilnehmer einen Anteil erwerben ſollen.
Zweifel der letzterwähnten Art ſind namentlich hinſichtlich der aus=
ländiſchen
Unternehmer gerechtfertigt, welche das Geſchäft in Deutſch=
Lland betreiben oder durch Agenten betreiben laſſen.
Wir ſehen uns veranlaßt, auf dieſe Geſichtspunkte wiederholt
hinzuweiſen, da trotz häufiger Warnungen in der Preſſe, trotz zahl=
reicher
Beſtrafungen von Unternehmern derartiger Spielgeſellſchaften,
trotz der traurigen Erfahrungen vieler Spieler ſich immer noch Leute
finden, die auf die verlockenden Anerbieten hereinfallen, namentlich
wenn die Geſchäftsunternehmer unter einer hochtrabenden Firma wie

Internationale Vereinsbank, Nationale Renten= und Kreditbank
oder dergl. auftreten.
Aus den angegebenen Gründen warnen wir auch davor, den in
etzter Zeit hieſigen Einwohnern zugegangenen Aufforderungen aus=
ländiſcher
Bankfirmen zu folgen und als Vertreter dieſer Firmen
Teilnehmer für Serienlosgeſellſchaften zu werben.
Da ſowohl der Handel mit Losanteilen in der fingierten Form
des Geſellſchaftsſpiels als auch deſſen Unterſtützung ſeitens der
Zeitungen durch Aufnahme von Anzeigen und Proſpekten ſtrafbar
iſt, erſcheint es im Intereſſe der Allgemeinheit ratſam, die Aufnahme
derartiger Reklamen ſowie die Verbreitung ſolcher Proſpekte abzulehnen.
(10495
Darmſtadt, den 2. Mai 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Aushändigung der Loſungsſcheine
an die Militärpflichtigen.

Diejenigen Militärpflichtigen, die ſich im laufenden Jahre dahier
zur Muſterung geſtellt haben und in der Stadt Darmſtadt wohnhaft
ſind, werden hierdurch aufgefordert, ihre Loſungsſcheine in der Zeit
von Montag, den 6. Mai, bis einſchließlich Samstag, den
11. Mai ds. Js., vormittags von 912 Uhr, in dem Stadt=
hauſe
, Rheinſtraße 18, Zimmer Nr. 44, abzuholen oder gegen vor=
zulegende
Empfangsbeſcheinigung abholen zu laſſen.
Nach Ablauf dieſer Friſt erfolgt Zuſtellung auf Koſten der
(10397a
Säumigen.
Darmſtadt, den 1. Mai 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
: Schmitt.

Holzabfuhr.

Dasjenige Holz, wofür der Abfuhrtermin bereits abgelaufen
iſt, muß bis 15. Mai abgefahren ſein. Nadelholz, welches dann
noch draußen ſitzt, wird ohne weiteres auf Koſten und Gefahr des
ſäumigen Steigerers entrindet. Für das am 3. April verſteigerte
(10548
Eichenſtammholz endet der Abfuhrtermin am 31. Mai.
Darmſtadt, den 4. Mai 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
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Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

Nummer 106.

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Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdrut be.557.)
37)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.

Frei und ſtolz ſtand ſie vor ihm, und Ingwald fand,
daß ſie ſchön ſei in ihrer bleichen, finſteren Ruhe, und ihm
dünkte, es webe ſich ein Heiligenſchein um ihre müde Stirn.
Er hatte das Gefühl, als müſſe er vor ihr niederknien
und, um Vergebung bittend, ihre Füße umfaſſen, als dürfe
er ſie nicht ſo von ſich laſſen.
Ein einziges gutes Wort wollte er ihr mitgeben auf
ihren einſamen Weg, ein letztes Abſchiedswort für ſein
Kind, das für ihn, das fühlte er, nun für immer verloren
war. Aber er brachte kein Wort über ſeine Lippen.
Bitter, geringſchätzig, lächelten Helgas Lippen.
Alſo doch zu feige zur letzten Tat, kündeten die grauen,
jetzt ſeltſam ſchillernden Augen mit der verhaltenen Trä=
nenflut
.
Sie neigte ein klein wenig das Haupt, und er öffnete
ihr weit die Tür.
Der Weg iſt frei, ſagte er heiſer. Geh, wenn Du nicht
anders kannſt. Ich hindere Dich nicht.
Sie ſchritt hochaufgerichtet hinaus, und er ſah ihr nach
mit finſterem Blick und glühenden Augen.
Ein einziger Stoß, und die ſchwarzen Wogen ſchloſſen
ſich über dem Haupte der Frau, die ihn ſo eigenſinnig von
ſeinem Glücke ſchied: Hatte ſie es nicht ſelber geſagt
Würde der Tod ihr nicht eine Erlöſung ſein? Litt ſie nich
ſſo wie er? War es nicht ein Liebesdienſt, den er ihr tat,
wenn er ſie erlöſte?

So züngelten die böſen Gedanken wie Schlangen in
Ingwalds Innern empor, während ſein Auge die Frau ver=
folgte
die ſo gelaſſen dahin ſchritt, als warne ſie keine
Ahnung, daß der Tod in ihrem Nacken lauere, der Tod von
deſſen Hand, der gelobt hatte, ſie zu ſchützen, zu lieben in
Leid und Freud, bis ans Ende ihrer beider Tage.
Ingwald Anderſen ſchlug laut ſtöhnend beide Hände
vor ſein Antlitz.
Dahin alſo war es mit ihm gekommen, dahin!
Ein Schüttelfroſt durchbebte ſeinen ſtarken Körper. Er=
mußte
ſich feſthalten, um nicht umzuſinken. Er wollte Helga
zurückrufen, ſie beſchwören, ihn freizugeben, er könne nicht
leben ohne Hallgerdr, da hörte er, wie das Fallreep her=
niederfiel
.
Helga verließ die Katla. Wo ging ſie hin? Vielleicht
in den Tod? Freiwillig? Eine ſeltſame, ſchauervolle Angſt
erfaßte ihn.
Wie wahnſinnig ſtürzte er aus der Kabine. Weit. beugte
er ſich über die Reeling.
Da ſah er Helgas Boot mit der blauen Islandsfahne
im Mondenſchein dahingleiten. Es nahm ſeinen Kurs vor=
ſichtig
dem noch eisfreien Hafen zu.
Wenn er aber rückwärts blickte, ſah er näher und näher
den mächtigſten Feind des Landes rücken, den auch er fürch=
tete
, der ſich ſo feſt um den Kreis des Strandes, um wilde
Riffe und Klippen krallte. Das Eis, das bebt und ſchwillt
und immer gewaltiger wächſt, bis es alles Lebende mit un=
geheuerer
Kraft, die Tod und Verderben mit ſich führt, in
Banden hält. Das Eis würde ihn hier einſchließen, aber
auch ſie, Helga, konnte nicht zurück. Sie würde hier in Is=

land bleiben müſſen, bis der Sommer kam, ſie würde nicht
zurück können zu ihrem Kinde.
Und eine heiße Angſt packte ihn um das arme, von ihm
verratene Weib, das jetzt ſo verlaſſen durch die Schneenacht
irrte, während doch ſein Herz nach Hallgerdr ſchrie.
Mit betend erhobenen Händen ſah er zu dem winter=
lichen
Nachthimmel auf.
Gleich dicken Bündeln bleicher Schlangen ſchoß es da
kniſternd am Himmel empor. Nordlichter waren es, die
die eiſige Polarnacht mit blendendem Glanze durchleuch=
teten
und langſam am Firmament dahin glitten, ſo daß
ein Zittern durch Ingwalds Seele ging ob dieſer wunder=
baren
, ergreifenden Pracht.
Ingwald hielt noch immer die Hände über der Bruſt
gefaltet. Er dachte an ſein Kind,’das nun vaterlos gewor=
den
. Das aber wußte er auch: So ſehr ſich die Frau dort,
die jetzt durch die von den Polarlichtern durchhellte Nacht
fuhr, auch dagegen ſträubte und wehrte, frei mußte und
wollte er werden, oder zu Grunde gehen.
Ein eiſiger Wind fegte daher. Er ſang in tiefen Tönen
grauſige Lieder durch die Nacht. Dunkle Runen ſchrieh
das Schneewehen, das nun einſetzte, in die weiß ſchim=
mernden
Fjelde, und näher und immer näher kroch das Eis,
Als der Morgen mit grauem Dämmern tagte, ſaß die
Katla feſt im Eiſe, und über Islands ſchroffe Felſen zogen
mit ſchaurigem Sang dunkle Züge wilder Schwäne. Wer=
ihre
Klagelieder vernahm, dem erzitterte das Herz, und
wer Böſes getan, der verbarg ſein Haupt, um nicht den
Sang hören zu müſſen, der wie Wehe, dreimal Wehe durch
die Luft gellte.

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Nummer 106.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mat 1912.

Seite 13.


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wolle ihn nicht verſtehen, nein, er wolle ucht.
Der Hof des Schweigens lag im tiefen Schnee.
Alles Leben darin ſchien erſtorben. Wie ein Leichen=
tuch
aus weißem Sammet breitete ſich die weiche Schnee=
decke
über die tief herabhängenden Dächer.
Wochenlang wär der Widarhof wie faſt jedes Jahr,
von allem Verkehr abgeſchnitten. Ringsumher Eis und
Schnee und ſchauervolle, gräbestiefe Einſamkeit.
Hallgerdr kannte dieſe trübſeligen langen Winternächte,
wo kaum mehr als drei Stunden das matte Tageslicht in
die halb verſchneiten Fenſter guckte, zur Genüge, aber noch
riemals hatte ſie dieſe entſetzliche Abgeſchiedenheit ſo tief
empfunden, wie gerade jetzt, wo ihr ganzes Sein in Auf=
ruhr
war, wo ſie in Qual, voller Sehnſucht Tag und Nacht
des Geliebten gedachte, der den Weg nicht zu ihr fand.
Wie ſollte er auch? Ringsum ſtarrte das Eis.
Eines Tages, da hatte ſie die ſchreckliche Ungewißheit
nicht länger ertragen können, und ſie hatte ſich auf Schnee=
Sſchuhen aufgemacht nach Reykjavik, um nach den Thorkjels
zu ſehen und zu erkunden, ob man etwas von Ingwald
Anderſen wüßte.
Es war ein an Wahnſinn grenzendes Unternehmen,
bei dem furchtbaren Schneeſturm den weiten Weg zu wagen,
und es hätte nicht viel gefehlt, ſo hätte ſie eine Schneewehe
mit ſich hinweg geriſſen in ein offenes Grab.
Bjarni, der ihr heimlich gefolgt war, hatte ſie wieder
aufgerichtet und ſie auf den rechten Weg geführt. Sie dankte
des ihm nicht.

Er enenente urte nehte aen en
den Verluſt des Sohnes beieinander ſaßen, hatten auch
nichts von dem Kapitän gewußt. Die Katla lag einge=
froren
weit da draußen im Meer, und über das Eis konnte
wohl der Kapitän nicht kommen.
Wenn der Frühling kam eigentlich gibt es in Js=
land
keinen Frühling, man geht vielmehr von dem Winter
in den Sommer, aber die Isländer lieben es, von dem
Frühling zu reden und ihn in Liedern zu beſingen dann
würde auch gewiß der Kapitän wiederkehren.
Frau Groa hatte es ſeufzend geſagt und dabei bezeich=
nend
auf Signe geblickt, die in ſchlechter Laune mit dem
Vater beim Tafl (Brettſpiel) ſaß. Und Hallgerdr hatte ſich
plötzlich geſchämt, daß ſie durch Nacht und Schnee den
weiten Weg nach Reykjavik gewagt, um nach Kapitän An=
derſen
zu fragen.
Mißmutig, wie zerſchlagen war ſie heimgekehrt. Alle
Aufforderungen zum Bleiben hatte ſie abgelehnt.
Natürlich ſaß Ingwald da drüben zwiſchen den Eis=
ſchollen
feſt. Er konnte nicht zu ihr, er konnte ihr nicht
helfen in all ihrer Herzensnot.
Untätig, trübe vor ſich hingrübelnd, verbrachte ſie ihre
Tage.
Zuweilen ging ſie wohl zu den Mägden in die Kam=
mer
, um ihnen am Webſtuhl oder Spinnrocken zu helfen,
aber ihre Hände ſchafften nichts Rechtes.
Einmal hatte ſie verſucht, die Laute, die ſie aus Reyk=
javik
im Sommer mit heimgebracht, zu ſchlagen, wie ſie es
bei dem Amtmann ſo oft getan, und dazu eines der ſchwer=

mütigen Forckvaes (Volkslieder) zu ſingen, um ihr wild=
bewegtes
Herz zu beruhigen.
Da war aber mit zornigem Blick der Vater auf der
Schwelle erſchienen und hatte mit einem einzigen Griff
die Laute an der Wand zerſchellt. Ein wimmernder Klage=
laut
war durch das Haus gegangen, der in Hallgerdrs Bruſt
ein Echo fand.
Schweigen ſollte im Hauſe ſein, tiefe Stille. Kein Laut,
kein Lachen, ſo war es immer geweſen.
Nur heimlich durften die Knechte und Mägde ihren
Tviſöng (Zwiegeſang) oder ihre Rimur (in weichen Tönen
vorgetragene, gereimte Erzählungen) ſich zuraunen.
Hallgerdr litt unendlich unter dem dumpfen Druck, der
auf dem Hof und ſeinen Bewohnern laſtete. Die letzten
Jahre in Reykjavik hatten ſie von der laſtenden Beklem=
mung
, die Hallgerdr in ihrem Vaterhauſe von Jugend
auf empfand, etwas frei gemacht. Ihr geſunder Sinn
hatte gegen dieſen feindſeligen Vernichter alles jugend=
frohen
Lebensgefühls energiſch gekämpft, und ſie glaubte
ſchon, daß ſie Siegerin geblieben. Licht wollte ſie das alte
Haus machen, die Schatten ſcheuchen. Sie war nicht Kaare
Myrdals Frau geworden, weil ſie ihn nicht mit hinein=
ziehen
wollte in das dunkle Verhängnis des verfluchten
Hauſes, und nun war ein anderer gekommen, der im
Sturm ihr Herz zu ſich zwang, und ſie fragte nicht nach
dem Hof des Schweigens, nicht nach dem alten Vater, nicht
nach dem Fluch, den ſie auslöſchen wollte, hoffte nur und
harrte auf den, der, wie die alte Gynna gekündet hatte, über
das Eis kommen und ſie erlöſen ſollte.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

Nummer 106.

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Nummer 106

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 6. Mai 1912.

Seite 15.

105891.

OGaustäcgl.!
Oilg Ohlocka Soiſſtinn= Motae? Ol.
He Hn
Ge Gela
Ma l
e Gaell r 61

Zur Veſoldungsreviſion in Heſſen

ſchreibt die Zeitſchrift ſüddeutſcher Finanzbeamten: Un=
mittelbar
vor Oſtern iſt den Landſtänden die lange und
mit Sehnſucht erwartete Beſoldungsvorlage, beſtehend in
einem Mantelgeſetz mit 7 beigeſchloſſenen Geſetzentwürfen,
zugegangen. Eine definitive Regelung der Beſoldungs=
frage
will die Vorlage nicht bringen, ſondern ſich zunächſt
auf eine allgemeine, prozentual bemeſſene Aufbeſſerung der
Gehalte, Erhöhung des Wohnungsgeldes auf etwa ¾ der
durchſchnittlich bezahlt werdenden Mieten und den Wegfall
der Entſchädigung für die Dienſtwohnungen beſchränken.
Jedem von uns wäre es ſicher lieber geweſen, wenn ſofort
reiner Tiſch gemacht und die ganze Beſoldungsfrage in
einem Zuge zu regeln verſucht worden wäre. Denn bei
der vorläufigen prozentualen Löſung bleiben alle Uneben=
heiten
in den Gehaltsſätzen verſchiedener Beamtenklaſſen,
wie z. B. der Hauptſteneramtsaſſiſtenten, weiter für die
nächſte Zeit beſtehen, ja manche Mängel werden dadurch
noch größer und empfindlicher. Wie die Dinge heute aber
nun einmal liegen nach den vielen Schuldigen wollen
wir nicht fragen, auch keine Betrachtungen darüber an=
ſtellen
, was in der letztvergangenen Zeit darin verſäumt
worden iſt , iſt das Gute dem Beſſeren vorzuziehen und
es iſt eine prozentuale Gehaltsaufbeſſerung für ſofort
jedenfalls einer ſogenannten organiſchen, in unbeſtimmter
Zukunft zu erwartenden, entſchieden vorzuziehen. Denn
bei vielen Beamten, insbeſondere bei denen mit einer ſtar=
ken
Familie oder wo Krankheiten große Koſten verurſach=
ten
, iſt tatſächlich ein großer Notſtand vorhanden, der jeden
Tag mehr nach Abhilfe ruft und mit Recht kann man hier
ſagen: bis dat, qui eito dat!
Im Handumdrehen läßt ſich eine organiſche Be=
ſoldungsreform
nicht durchführen, und wenn man eine ſolche
heute, wo Hilfe nicht mehr aufſchiebbar iſt, wenn man
nicht viele Beamte ins Unglück bringen will, doch ver=
ſuchen
würde, dann kann mit Eins gegen Hundert ge=
wettet
würden, daß dann jedenfalls noch ein ganzes Jahr
und mehr Zeit verginge, bis wir einen greifbaren Vorteil
davon hätten. Die Hauptſchwierigkeit der definitiven Be=
ſoldungsreform
beſteht darin, daß keine Beamtengruppe
ihre bisher günſtigere oder gleiche Gehaltspoſition durch
andere überflügeln laſſen will und darum Anlaß nimmt,
ihre ſeitherige Poſition nach Kräften zu verteidigen. Ver=
übeln
kann ihr das niemand, denn die Bewertung und
Abwägung der einzelnen Beamtenklaſſen gegeneinander iſt
nicht leicht, und dem ſubjektiven Empfinden, ſowie dem
größeren und kleineren Wohlwollen der Vorgeſetzten, die
auch Menſchen ſind und der einen Gruppe näher ſtehen wie
der anderen, iſt in dieſem Punkte ein weiter Spielraum
gegeben. Die Klärung aller widerſtreitenden Intereſſen
erſordert bekanntlich viel Zeit und dieſe iſt heute unſeres
Ermeſſens nicht mehr vorhanden. Darum ſollte jeder Be=
amte
, der weiß, was ihm am meiſten dienlich iſt, jede Be=
tätigung
, die geeignet ſein kann, die von der Regierung
zunächſt vorgeſehene prozentuale Gehaltsaufbeſſerung zu
geföhrden oder zu verzögern, entſchieden unterlaſſen.
Die Begründung zur Beſoldungsvorlage umfaßt nahe=
zu
200 Druckſeiten. Ihrem äußeren Umfang entſpricht ihr
Inhalt; ſie ſtellt eine gediegene, mühevolle Arbeit dar und
macht ihrem geiſtigen Schöpfer, wie allen denen, welche da=
ran
mitgearbeitet haben, alle Ehre. Allen, die ſich für Be=
ſoldungsfragen
in den deutſchen Einzelſtaaten intereſſieren,
gibt ſie vielſeitige Antwort und iſt ein vorzügliches Nach=
ſchlagewerk
. Nur hätten wir gewünſcht, daß ſie mit der
Beſoldungsvorlage etwa ein Jahr früher erſchienen wäre,
weil in dieſem Fall eine ſofortige definitive Beſoldungs=
reform
wohl möglich geweſen wäre.
Möge jetzt nun das Proviſorium bald beraten werden
und Geſetzeskraft erlangen!

Sport.

* Stiſport. Ende März fand in Frankfurt a. M. eine
Verſammlung von Ski=Vereinen aus Frank=
furt
a. M. und den benachbarten Gebirgen ſtatt, in der die

vorbereitenden Schritte getan wurden, um einen größeren
Ski=Verband (Unterverband des deutſchen Ski= Ver=
bandes
) zu gründen, der die Gebirge: Hunsrück, Taunus,
Weſterwald, Vogelsberg, Rhön, Speſſart und Oden=
wald
umfaſſen ſoll. Anfragen ſind zu richten an Herrn
Prof. Dr. Wünnenberg, Frankfurt a. M., Feyerlein=
ſtraße
9.
* Deutſche Golfſpiele. Die Spiele um die Monats=
Medaille des Berliner Golf=Klubs ergaben den
Sieg von Capitain Walſon mit 45 44 89 17
Vorgabe 72 Schläge vor Hugo Michaelſen mit 4748
95 20 75 Schläge und J. A. Hutmacher 50 45
95 16 Vorgabe 79 Schläge. Bei dem Knopf=Spiel
des Golf=Klub Gaſchwitz in Leipzig gewann Hch. Dufour=
Terongemmit 56 55 11133 Vorgabe 78 Schläge
vor Heinz Gulden mit 53 55 108 24 Vorgabe 84
Schläge und Hch. Gontard 54 58 112 24 Vorgabe
88 Schläge.
* Fußballſport. Der Deutſche Fußball=Klub
in New=York hat dem Olympia=Fonds der Deutſchen
Sportbehörde für Athletik eine namhafte Summe
überwieſen und damit den Beweis erbracht, daß auch
die im Auslande weilenden Deutſchen mit lebhaftem In=
tereſſe
der Entwickelung der Sportbewegung folgen.
* Automobilſport. Die Teilnehmer an der Inter=
nationalen
Automobil=Sternfahrt nach
Abbazia, die an dieſen Tagen aus ihren Heimatsorten
abfuhren und am Freitag zum größten Teile Wien paſ=
ſierten
, reſp. in Wien ſtarteten, werden am Samstag nach=
mittag
zwiſchen 4 und 5 Uhr am Ziel in Abbazia erwar=
tet
. Entgegen der Fernfahrt nach Monako war den Teil=
nehmern
diesmal der Start freigeſtellt, ſie konnten beliebig
früh von den verſchiedenen Orten abfahren und hatten nur
darauf zu achten, daß ſie ſich rechtzeitig genug auf den
Weg machten, um Abbazia zu dem vorgeſchriebenen Ter=
min
zu erreichen. Die deutſchen Teilnehmer, von denen
drei aus Berlin, ſieben aus Dresden, zwei aus München,
zwei aus Nürnberg und einer aus Stuttgart gemeldet
waren, erreichten zum größten Teil am Donnerstag Wien
und ſetzten dort am Freitag zuſammen mit den zahlreichen
öſterreichiſchen Teilnehmern die Fahrt fort. Es iſt eine
Minimalgeſchwindigkeit von 10=Stundenkilometern und
eine Maximalgeſchwindigkeit von 15 Kilometern vorge=
ſehen
, ſodaß tags über nur 384 Kilometer gefahren wer=
den
dürfen. Am Sonntag wird gleichzeitig in Abbazia
auch die Eröffnung der Ausſtellung für die an dem In=
ternationalen
Motorboot=Meeting in Abbazia teilneh=
menden
Boote vor ſich gehen. Für Sonntag iſt ein Park=
feſt
vorgeſehen, an das ſich abends eine Illumination und
Blumenſchlacht anreiht. Die Motorboot=Regatten begin=
nen
am Montag, den 6. Mai.
* Pferdeſport. One Thouſand Gnineas= Sta=
kes
, die klaſſiſche Prüfung der dreijährigen Stuten Eng=
lands
, kamen am Freitag in Newmarket zur Entſcheidung
und endeten mit einer großen Ueberraſchung, da die favo=
riſierte
Belleisle des Lord Falmouth eine Niederlage er=
litt
. Das über 1600 Meter führende Rennen wurde von
13 Pferden beſtritten und von Mr. W. Raphaels Tagalie
(Hewitt), einer von Cyllene ſtammenden Schimmelſtute,
leicht mit anderthalb Längen gegen Alope (Carslake) des
öſterreichiſchen Rennſtallbeſitzers Baron G. Springer ge=
wonnen
; dreiviertel Längen zurück endete Belleisle (H.
Jones) als Dritte. Wetten 2011, 2011, 714.

Handel und Verkehr.

H. Frankfurt a. M., 4. Mai. ( Börſen=
wochenbericht
.) Die Verlängerung des Stahlwerks=
verbandes
um fünf Jahre, unter Freigabe der B=Fabrikate,
hat die Börſen von der laſtenden Unſicherheit befreit. Daß
eine Kontingentierung der Fertigprodukte nicht erfolgen
konnte, ſcheint man in der Induſtrie ſelbſt für unſere
großen Werke eher als Vorteil betrachten zu wollen, und
es gibt ſich die Anſicht kund, daß trotz der Verſchärfung des
Wettbewerbs, es gelingen werde, die Preisbaſis zu ſtützen.
Andererſeits hegt man vielfach die Meinung, daß es
ſchließlich doch noch zu einer Einigung wegen der B= Pro=
dukte
kommen werde und eine nachträgliche Kontingentier=
ung
in Ausſicht zu nehmen ſei. Jedenfalls iſt vorläufig die
Stimmung in der Eiſeninduſtrie eine recht günſtige. Auch
ſonſt liegen von den Metallmärkten anregende Berichte vor,
ſo namentlich von der Kupferinduſtrie, in der, wie verſchie=
dene
Zeitungsartikel wiſſen wollten, Annäherungen einzel=
ner
Werke untereinander geplant ſeien. Auf politiſchem
Gebiete hat der Beſchluß der Pforte, die Dardanellen wie=
der
für den Handel freizugeben, in Europa den beſten
Eindruck gemacht. Es gelang der Türkei mit Leichtigkeit,
ine Anleihe von vorerſt 10 Millionen Pfund Sterling ab=
zuſchließen
; die Geſamtanleihe iſt auf 35 Millionen feſt=
geſetzt
, und wird in Verbindung mit Eiſenbahnplänen in
der europäiſchen und aſiatiſchen Türkei gebracht. In Kon=
ſtantinopel
wurde der Abſchluß mit großer Genugtuung
aufgenommen, weil er als Beweis des Vertrauens und
der politiſchen Stärkung der Türkei anzuſehen iſt. Ruſſi=
ſcherſeits
wird an den Markt mit einer Eiſenbahnanleihe
appelliert. Es ſind dies 37 Millionen Rubel 4½proz.
Wladikawkas=Obligationen. Man ſieht hieraus nur An=

zeichen, daß das Geſamtinereſe der Möchte für eine vol=
ſtändige
Klärung des politiſchen Horizontes hinneigt.
Die Börſen bekundeten während der ganzen Berichtswoche
eine feſte Tendenz; doch wurde das anfangs recht lebhafte
Geſchäft weſentlich kleiner auf die vermehrte Nachfrage
nach Geld. Die Hoffnung einer Ermäßigung des Eng=
liſchen
Bankſatzes hat ſich bisher leicht erfüllt; trotzdem
blieb unſer Privatdiskont mäßig behauptet auf 3¾ bis
Prozent.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, lagen
deutſche Renten ſehr ſtill und weiſen kaum Veränderungen
auf; während für Ausländiſche Staatsfonds faſt durchweg
größeres Animo beſtand; einzelne, wie die Serbiſchen, ſind
wefentlich beſſer; ebenſo Oeſterreichiſch=ungariſche Renten
und Türkiſche Gattungen in recht guter Dispoſition. Die
Bekanntgabe der verſchiedenen Anleihe=Abſchlüſſe hat auf
den Bankenmarkt einen günſtigen Einfluß ausgeübt, ſo
daß hier überall Kursſteigerungen eingetreten ſind. Großes
Geſchäft war auch in Hamburger Paketfahrt und Nordd.
Lloyd, auf welch letztere bereits unſer voriger Bericht hin=
wies
; die ſeitens der Spekulation ſtark gekauft wurden.
Es ſoll übrigens zur Zeit ein ſehr lebhafter Frachtenverkehr
ſtattfinden. Schließlich wurden auch Oeſterreichiſche Staats=
bahn
und Südbahn beſſer bezahlt. Südd. Eiſenbahn=
Geſellſchaft waren zeitweiſe rege beachtet und höher.
Am Montanmarkte entwickelten ſich Realiſationen,
nachdem die Lage geklärt und das Reſultat im Stahlwerks=
verband
bereits letzte Woche gerüchtweiſe eskomptiert war.
Matter lagen Deutſch=Luxemburger auf angeblichen Ka=
pitalbedarf
; was auch auf die übrigen Werte etwas ab=
ſchwächend
wirkte. Kohlenaktien verkehrten ſchwerfällig,
da in den Quartals=Ausweiſen der Zechen die Schädig=
ungen
des Streiks deutlicher hervortraten und dabei noch
Einſchränkungen in der Koks= und Brikettförderung mit=
ſprechen
. Für Elektrizitätsaltien beſtand wieder gute Mei=
nung
und konnten namentlich Akkumulatoren Berlin=Hagen,
Allg. Eleltrizitäts=Geſellſchaft, Lahmeyer und Schuckert im
Preis profitieren.
Unvermindertes Intereſſe der Spekulation und des
Privatpublikums herrſcht für den Kaſſainduſtriemarkt, wo
zeitweilig viel gehandelt wurde. Kleyer avancierten auf
495, Badiſche Anilin auf 504, Höchſter Farbwerke auf 582½,
Bielefelder Maſchinen Dürkopp auf 484,80. Sonſt erfolgten
Gewinnſtabgaben bei Deutſche Gold= und Silber= Scheide=
anſtalt
(1135) Holzverkohlung (323), Motorenfabrik Ober=
urſel
(145), Steana Romana (140,25) und bei Kunſtſeide
(181), Gummi Peter waren 137½, Moenus 307, und Alu=
minium
250½ Alkali Weſteregeln, die eine Dividende von
11 Prozent( im Vorjahre 10 Prozent) verteilen, waren be=
feſtigt
193,80. Das Farbwerk Mühlheim a. M. brachte
der Geſellſchaft flotte Beſchäftigung in allen Betrieben
und eine anſehnliche Steigerung des Umſatzes. Durch
Unterbietung ſeitens der Konkurrenz wurden die Preiſe
einer Anzahl Produkte bedeutend herabgeſetzt; ſodaß das
Geſamtreſultat die Verteilung einer Dividende nicht zuläßt.
Aus dem Reingewinn von 32 209 Mk. werden 25000 Mk. dem
geſetzlichen Reſervefonds zugewieſen und 7209 Mk. vorge=
tragen
.
Von Loſen notieren: Augsburger 35,10, Braun=
ſchweiger
198,80, Pappenheimer 55,, Freiburger 77,
Türkiſche 171,20, Genua 193, Ungariſche 373, Mein=
inger
35,80, Venediger 43,50, Mailänder 45=Fres.=Loſe 140
(nominell), Mailänder 10=Fres.=Loſe 34,, Raab=Grazer
Anrechtsſcheine 38,, in Reichsmark: Gothaer Prämie II
118, Donau=Regulierung 152,50, Madrider 73, P. in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918 unkünd=
bar
) 101,60, 3½proz. Reichs 90,40 G., 3proz. Reichs 81,30,
4proz. Heſſen von 1899 99,80 G., 4proz. Heſſen von 1906
99,80 G., 4proz. Heſſen von 1908/09 99,80 G., 4proz. Heſſen
(unkündbar bis 1921) 100,50, 3½proz. Heſſen 89,20, Zproz.
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ſtädter
89,20 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 18,23)
100,40 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 2425)
100,50 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 35) 89,60
G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 911) 89,70 G.,
4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 1012) 100,40 G., 4proz.
Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 1314) 100,50 G., 3½proz.
Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 13) 89,80 G., 3½proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (S. 4) 89,70 G., Darmſtädter Bank 122¾,
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[ ][  ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Mai 1912.

Nummer 107.

Sport.

* Pferdeſport. Eröffnungsrennen in Hoppe=
garten
. Die Reſultate des am Sonntag ſtattgefun=
denen
Rennens waren: Eröffnungs=Rennen; 5000 Mark,
Diſtanz 1600 Meter: 1. Kgl. Hauptgeſtüt Graditz’ Kreuzer
(F. Bullock), 2. Ocean (Shurgold), 3. Papageno (Lane).
Tot, 13:10. Drei liefen. Verhalten, 1½2 Lg. Preis
von Dahlwitz; 5000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Graf
Seidlitz=Sandreckis Kronos (Spear), 2. Venezia (Rice)
3. Marc Aurel (F. Bullock). Tot. 64:10, Pl. 20, 16, 19110.
Großes Hoppegartener Handikap; 13 000 Mk., Diſtanz
1600 Meter: 1. Graf E. Henckels Principal (F. Bullock),
2. Aſchanti (Rice), 3. Star (Weatherdon). Tot. 102:10,
Pl. 44, 17, 50110. Hannibal=Rennen; 5000 Mk. Diſtanz
1400 Meter: 1. Kgl. Hauptgeſtüt Graditz’ Gulliver II
(F. Bullock), 2. Schneekoppe (Sandmann) 3. Glöckner
(Archibald). Tot. 11:10. Sperber=Rennen; 5000 Mark,
Diſtanz 1800 Meter: 1. Herren E. und G. Buggenhageus
Rejoice (Bleuler), 2. Tourbillon (Shurgold), 3. Lahra=
dor
(Groneberg). Tot. 34110, Pl. 13, 13, 19.10. Kon=
ſul
=Rennen; 3800 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn W.
Lindenſtädts Ordnung (Ludwig), 2. Dahme (Stolz), 3.
Eilige (Bleuler). Tot. 23:10, Pl. 10, 11, 10:10. Erſter
Klaſſen=Erſatzpreis; 5000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1.
Herren A. und C. v. Weinbergs Carino (Fox), 2. Granat
(F. Bullock), 3. Blumenflor (Cleminſon). Tot. 39110,
Pl. 18, 15.10.
Rennen zu Dresden. Preis von Lindenau;
2500 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Leutn. Hohenthals
Radegaſt (Leutn. v. Stammer), 2. Boczkoros (Herr Hu=
feldt
), 3. Laurin (Herr C. Lücke). Tot. 37110, Pl. 11, 11,
11:10. Preis von Gommern; Ehrenpreis und 2500 Mk.,
Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn E. Klauß' Peking (M. Ay=
lin
), 2. Flower Seller (Blades), 3. Shifay (Jangl).
Tot. 18.10, Pl. 13, 18:10. Sächſiſcher Staatspreis;
13000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herr H. Hoeſchs
Quirk (Blades), 2. Eccolo (Raſtenberger) 3. Abwech=
felung
(Oleijnik). Tot. 52110, Pl. 18 14:10. Jubi=
läums
=Rennen; Ehrenpreis und 5000 Mark, Diſtanz 2000
Meter: 1. Herrn A. v. Schilgens Celius (Beſ.), 2. Cam=
bronne
(Herr W. Schulz), 3. Trill (Leutn. Frhr. von
Wangenheim). Tot. 19110, Pl. 12, 14110. Preis von
Dohne: Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 4000 Meter:
1. Leutn. v. Stammers Schwärmerin (Beſ.), 2. Jgo
(Beſ.), 3. Water Ouzel (Beſ.). Tot. 34:10, Pl. 15, 30:10.
Mai=Flach=Handikap; 5500 Mark, Diſtanz 2000 Meter:
1. Herrn W. Thiedes Germania I (Raſtenberger), 2. In=
duſtrie
(M. Aylin), 3. Gernot (Jentzſch). Tot. 68110,
Pl. 17, 16, 15.10.
Rennen zu Mannheim. Waldhof=Jagdrennen;
Ehrenpreis und 5000 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Herrn
G. Nettes Reine du Jour (Herr Dodel), 2. Roſe Noire
(Leutn. v. Moßner), 3. Saint Mihiel (Herr v. Weſtern=
hagen
). Tot. 32110, Pl. 16, 18, 30:10. Preis vom
Neckar; Ehrenpreis und 6000 Mark Diſtanz 3800 Meter:
1. Leutn. v. Sydows Forefather (Beſ.), 2. Lord Forfar
(Leutn. F. von Zobeltitz), 3. Doppelgänger (Leutn.
Heidelberger Jagd=Rennen;
Braune). Tot. 30110.
Ehrenpreis und 3000 Mark. Diſtanz 3000 Meter: 1. Her=
ren
J. und G. Reimanns Peter (Leutn. v. Berchem). 2.
Goldkatze (Leutn. Loß), 3. Para (Leutn. Braune). Tot.
21:10, Pl. 17, 48110. Preis vom Rhein; Ehrenpreis
und 15 000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Leutn. F. von
Zobeltitz’ Edelmann (Bef.), 2. Jupiter (Herr Purgold),
3. Beatrice B. (Herr von Weſternhagen). Tot. 12: 10,
Pl. 11, 12110. Roſengarten=Flachrennen; Ehrenpreis
und 2000 Mark Diſtanz 1800 Meter: 1. Herrn G. Nettes
Thereſe (Herr Dodeh), 2. Lichtenſtein (Leutn. v. Berchem),
3. Junker (Leutn. v. Platen). Tot. 15:10, Pl. 12, 16:10.
Offizier=Hürden=Rennen; Ehrenpreis und 3000 Mark,
Diſtanz 2400 Meter: 1. Leutn. F. v. Zobeltitz’ Bavarde
(Leutn. v. Keller), 2. Protege (Leutn. v. Moßner), 3.
Silver Sea (Leutn. v. Berchem). Tot. 40:10, Pl. 16,
14210.
Rennen zu Stettin. Erſtes Rennen: 1. Idiot
(Beſ.), 2. Eilig (Leutn. v. Zobel), 3. Stretenſe (Leutn.
Graf Strachwitz). Tot 26310, Pl. 13, 1310. Zweites
Rennen: 1. Wedding Morne (Beſ.), 2. Moos (Beſ.) Z.
Kings Chorus (Beſ.) Tot. 18:10, Pl. 15, 33:10. Drit=
tes
Rennen: 1. Iſoline (Beſ.), 2. Gründer (Beſ.), 3.
Rothaut (Beſ.). Tot. 33110, Pl. 12, 11110. Viertes
Rennen: 1. Ingraban (Beſ.) 2. Inſpektor (Beſ.), 3.
Witzling (Beſ.) Tot. 19110, Pl. 12, 17, 56:10. Fünſtes
Rennen: 1. Vorwärts II (Leutn. v. Zobel), 2. Agatu
(Leutn. Graf Bethuſy), 3. Courage (Leutn. Maune).
Tot. 22110. Sechſtes Rennen: 1. Blißful (Lt. Maune),
2. Carola (Leutn. von Zobel), 3. L’Abbe Royal. Tot.
29310, Pl. 11, 12, 11.10.
Internationale Sport=Woche in Abbnzia. Die
Sport=Woche nahm am Samstag bei herrlichſtem Früh=
lingsweter
ihren Anfang. Der Ort prangte zum Empfang
ſeiner Gäſte in buntem Flaggenſchmuck. Als Protektor
der Veranſtaltung eröffnete Erzherzog Karl Stefan in
feierlicher Weiſe die Sport=Woche und wohnte auch der
Ankunft der an der Sternfahrt teilnehmenden Autos bei.
Von den 65 gemeldeten Wagen trafen bereits 50 am Be=
ſtimmungsort
ein, darunter von deutſchen Herren ge=
ſteuerte
Wagen Forchheimer und Schweizer aus
Nürnberg, Jandt aus München, Herzig. Brettſchneider,
Bernhardt, Fiedler, Lehner, Viebig aus Dresden, Baum=
aärtl
aus Zeulenroda, Straſſer, Pariſer und Fiſcher aus
Berlin, Haaſe aus Frauſtadt in Poſen, Lamparter aus
Stuttgart.

Rabſport. Radrennen auf der Verkiner
Olympia=Bahn. Malfahren: 1. Schürmann,
2. Wegener 1 Lg. zurück, 2. Lorenz, 4. Techmer. Handikap:
1. Stolz (5), 2. Pawke (0). Ausſcheidungsfahren: 1. Lo=
renz
, 2. Wegener. Tandem=Rennen: 1. Hoffmann= Lo=
renz
, 2. Kudela=Wegener, 3. Schürmann=Breidenbach.
Olympia=Preis, 100 Kilometer: 1. Guignard 114:52,2,
2. Stellbrink 2920 Meter, 3. Linart 5620 Meter, 4. Demke
14190 Meter, 5. Böſchlin 15830 Meter zurück.
Radrennen zu Frankfurt a. M. Das 100=
Kilometer=Rennen gewann der Leipziger Ebert in 1
Stunde 12 Minuten 6½ Sekunden, während der bekannte
Sechstagefahrer Saldow durch verſchiedene Rad= und
Motordefekte um einen ſicheren Sieg gebracht wurde und
2400 Meter zurück als Zweiter endete. Dritter Herm.
Przyrembel 2580 Meter, Vierter Huybrechts weit zurück,
Fünfter Weiß weit zurück. Das Hauptfahren fiel auf Otto
Meyer mit Radlänge vor Bettinger. Ein Vorgabefahren
landete Ritzenthaler vor v. Natzmer und F. Stellbrink.
Radrennen in Köln. Colonia=Preis, 20 Kilo=
meter
: 1. Walthour 15:27,4, 2. Janke 370 Meter, 3. Dickent=
man
1000 Meter 4. Günther 2100 Meter zurück. Golds=
nes
Rad vom Rhein, 1 Stunde: 1. Walthour 77,200
Kilometer, 2. Dickentman 72 Kilometer 3. Janke 72
Kilometer, 4. Janke 62,800 Kilometer. Frühlings=Preis,
20 Kilometer: 1. Eſſer 21:56, 2. Hollaar, 3. Zeisler,
4. Otto.
R und u m Köl n. Die 231 Kilometer lange
Fernfahrt vereinigte 56 Berufsfahrer am Start, von
denen 19 bis zum Schluſſe in der Spitzengrube verblie=
ben
. Leider gab es am Ziel einen Maſſenſturz, durch
den insbeſondere Hübner und Meck um ihre Chancen
kamen. Roſellen ſelbſt entging dem Sturz und ſiegte
in 8 Stunden 4 Minuten 45 Sekunden knapp vor Stein=
gaß
=Köln dicht, 3. Weiſe=Berlin, 4. Kotſch=Kyritz, 5. F.
Suter, 6. Gaedicke=Berlin, die in dieſer Reihenfolge die
nächſten Plätze belegten. Aberger, einer der ausſichts=
reichſten
Bewerber, ſchied gleich zu Beginn durch De=
fekt
aus.
Rennen in Hannover. Der Franzoſe
Miquel hatte bis zum 45. Kilometer die Führung, Hei=
lor
aber dann, ebenſo wie Ryſer und Salzmann, durch
fortwährende Raddefekte viel Terrain, ſodaß Scheuer=
mann
, der zeitweiſe allein auf der Bahn war, mühelos
dem Ziele zuſtenern konnte. Der Breslauer ſiegte ſchließ=
lich
in 1 Stunde 17 Minuten 13,3 Sekunden vor Ryſer
2400 Meter, Miquel 6300 Meter und Salzmann weit zu=
rück
. Das Huber=Seidl=Erinnerungs=Tandemfahren ge=
wannen
Oſtermeyer=Großmann mit 2 Längen vor Aſchoff=
Sonntag und Heinemann=Roſenfeld, während der Aug.
Hering=Erinnerungspreis an Großmann ſiel. 2. Oſtel=
meyer
½ Lg., 3. Sonntag 1 Lg. zurück.
Radrennen in Barmen. Der Bergiſche
Induſtriepreis, ein Dauerrennen über 20 Kilometer, fiel
an Vanneck in 15 Min. 48 Sek. vor Schipke, 50 Meter,
und Roſenlöcher, 3200 Meter zurück. Der Bergiſche
Frühjahrspreis über eine Stunde wurde ebenfalls eine
Beute von Vanneck. Dieſer ſiegte nach Zurücklegung von
74,700 Kilometer vor Schipke, 74,600 Kilometer, Roſen=
löcher
69,600 Kilometer und Galvin, der unter Motor=
defekten
zu leiden hatte, weit zurück.
Die Schweizer Straßenmeiſterſchaf=
ten
gelangten am Sonntag bei Bern zum Austrag. Die
Berufsmeiſterſchaft gewann Rheinwald, der die hundert
Kilometer lange Strecke in 3 Stunden 10 Min. 42.2 Sek.
zurücklegte mit einer halben Radlänge gegen Guyot,
Grec und Perriere auf den nächſten Plätzen. Die Herren=
meiſterſchaft
gewann Wunderlich in 3 Stunden 19 Min.
12 Sek. vor Beringer mit Radlänge. Dritter Aubry. 85
Fahrer beteiligten ſich an dem Rennen.
* Fußballſport. Die Berliner Fußball=
meiſterſchaftsſpiele
brachten am Sonntag nur
das Treffen Hertha=Alemannia. Hertha gewann mit
2:0 (Halbzeit 1.0). Kurz vor Schluß wurden zwei Spie=
ler
von Alemannia wegen Beleidigung des Schieds=
richters
herausgeſtellt. Einen recht knappen Ausgang
nahm die Begegnung von Minerva mit dem Eimsbütte=
ler
Turnverein. Nach ſchnellem, abwechſelungsreichem
Spiel ſiegte Minerva mit 43. Bis eine Viertelſtunde
vor Schluß führte Minerva mit 410. Ein wegen Hand
gegebener Elfmeterball wurde von Eimsbüttel verwan=
delt
und gleich darauf führten zwei Durchbrüche zu zwei
weiteren Toren. Tasmania unterlag mit 175 ( Halb=
zeit
0:4) gegen Vorwärts. Die Berliner Britannia
weilte in Leipzig. Die Berliner unterlagen mit 2:3
gegen den Verein für Bewegungsſpiele. Britannia lie=
ferte
ein gutes Spiel und hatte bis zur Pauſe mit 20
die Führung.
Vorrunde um die deutſche Fußball=
meiſterſchaft
. Von den vier Spielen der Vorrunde
um die deutſche Fußballmeiſterſchaft gelangten am Sonn=
tag
drei zum Austrag und ergaben die Siege von Vil=
toria
=Berlin, Holſtein=Kiel und Spiel=Vereinigung= Leip=
zig
. Einen leichten Sieg erfocht der alte deutſche Fuß=
ballmeiſter
Viktoria in Danzig. Viktoria ſpielte
durchweg überlegen und erzielte bis zur Pauſe drei, nach
Halbzeit noch vier weitere Tore, ſodaß die Berliner mit
7.0 das Spielfeld als Sieger verlaſſen konnten. Von
den Toren entfielen drei auf das Konto von Arndt, zwei
auf Worpitzki und eines auf Schiepe und Koch. =Knapp
mit 3.2 konnte in Dresden die mitteldeutſche Meiſter=
Spielvereinigung=Leipzig gegen den Meiſter von Südoſt=
Deutſchland, Alter Turnverein=Liegnitz, gewinnen. Beide

Maunſchaften lieſerten ſich ein recht mäßiges Spiel. Ein
Vorſtoß von Leipzig führte in der 21. Minute zum erſten
Tor. Bis zur Pauſe wurde trotz eifrigen Spieles auf
beiden Seiten kein weiterer Erfolg erzielt. Erſt ganz
kurz vor Schluß landete Leipzig das ſiegbringende dritte
Tor. Den ſchärfſten Kampf lieferten ſich in Hamburg
der Berliner Meiſter Preußen und der Norddeutſche
Meiſter Holſtein=Kiel. Preußen zeigte ein ſehr gutes
Spiel. In der Verteidigung glänzten Mills und Gelb=
haar
, ebenſo zeichnete ſich die ganze Stürmerreihe durch
gute Kombination aus. Die größere Ausdauer der Kie=
ler
Mannſchaft und das gute Schußvermögen erbrachte
ihr kurz vor Schluß den Sieg. Das erſte Tor fiel erſt
gegen Mitte der erſten Spielhälfte durch den halblinken
Stürmer Krüger für Preußen. Mit 011 wurden die Sei=
ten
gewechſelt. Nach unentſchieden hin= und hergehen=
dem
Kampf erzielte 3 Minuten vor Schluß von einem
Eckball aus durch einen famoſen Kopfball der halb=
rechte
Stürmer Fick II, das ausgleichende Tor. Eine
Minute vor Schluß gelang den Kielern noch ein Durch=
bruch
, der durch den Mittelſtürmer Binder zum ſiegbrin=
genden
zweiten Tore verwandelt wurde.
Fußball=Länderkampf Deutſchland=
Schweiz. Das Länderfußball=Wettſpiel Deutſchland=
Schweiz kam am Sonntag in St. Gallen bei ſchönem
Wetter vor einer ſehr zahlreichen Zuſchauermenge zum
Austrag. Die hauptſächlich aus ſüddeutſchen Spielern
beſtehende deutſche Elf zeigte ſich ihren Gegnern inbezug
auf Kombination und Spieltechnik bedeutend überlegen,
erfocht aber trotzdem nur den knappen Sieg von 211. Be=
reits
in der vierten Minute war Deutſchland zum erſten
Male durch Kipp=Stuttgart erfolgreich, dem 3 Minuten
ſpäter Meckling=Frankfurt a. M. das zweite Tor folgen
ließ. Die Schweizer ſpielten jetzt etwas energiſcher und
bedrängten das gegneriſche Tor mehrere Male, konnten
jedoch gegen die brillante Verteidigung nichts ausrich=
ten
, bis kurz vor Halbzeit aus dem Gedränge heraus
durch Neumayer das erſte und einzige Tor für die
Schweiz fiel. Nach Halbzeit war das Spiel ausgeglichen.
Ein Elfmeterball für Deutſchland wurde nicht verwan=
delt
. Da auf beiden Seiten kein Tor mehr erzielt werden
konnte, verblieb es nach intereſſantem Kampf mit dem
Siege von 211 für Deutſchland.
* Laufſport. Weltmeiſterſchaft im Mara=
thon
=Laufen. Zu der Weltmeiſterſchaft im Mara=
thon
=Laufen für Berufsläufer hatte ſich am Samstag
abend ein zahlreiches Publikum im Sport=Palaſt in Ber=
lin
eingefunden. Dem Starter ſtellten ſich 9 Konkurren=
ten
, die die 142 Meter lange Bahn 42 Kilometer weit
umkreiſen mußten. Holmer übernahm ſofort die Spitze,
dicht gefolgt von Nettelbeck. Beide vermochten in den
erſten 5 Kilometern beinahe das ganze Feld zu überrun=
den
. Auch Hayes verlor zwei Runden. Als dann Müller
bei dem Ueberrundsverſuch durch Holmer Widerſtand
leiſtete vermochte Nettelbeck mit dem ſcharfen Tempo
des Dänen nicht mehr Schritt zu halten und ſpielte auch
ſpäter keine Rolle mehr. Nach 6 Kilometern rückte der
ebenfalls ſchon einmal überrundete Siret (Frankreich)
auf und hielt ſich beinahe 10 Kilometer lang hinter Hol=
mer
, bis er infolge einer Sehnenzerrung beim 15. Kilo=
meter
ausſcheiden mußte. Holmer beendete dann den
Wettlauf in ganz überlegener Weiſe, überholte auch
Hayes nach Gefallen und zeigte in der letzten Runde
durch einen glänzenden Spurt, daß er noch vollſtändig.
friſch war. Von 5 Kilometern an wurden alle deutſchen
Amateur=Rekorde, wie durch genaue Kontrolle feſtgeſtellt
wurde, erheblich verbeſſert. Holmer ſiegte in 2 Stunden
38 Minuten 23½ Sekunden auf Kontinental= Gummi=
abſätzen
vor Hayes (Amerika) 11 Runden zurück, Kern
(Stuttgart) 30 Runden zurück, Nettelbeck (Berlin) 41=
Runden zurück, Zernick 62 Runden zurück und Ellipt
(Liberia) 92 Runden zurück. Hermann Müller (Berlin),
Banconi (Italien) und Siret (Frankreich) gaben auf.
Dvorak (Prag) ſtartete nicht.
Deutſcher Marathon=Lauf. Der am Sonn=
tag
auf dem Sportplatz Oſt in Rummelsburg ſtattgefun=
dene
42=Kilometer=Marathon=Lauf vereinigte 28 Läufer
am Start. Der Böhme Dvorak übernahm ſofort die
Führung, rieb ſich aber durch ſein ſcharfes Anfangstempo
derart auf, daß er beim 13. Kilometer von der Bahn ver=
ſchwand
. Zwar nahm er das Rennen ſpäter wieder auf,
vermochte aber das verlorene Terrain nicht wieder gut
zu machen. Infolgedeſſen rückte der ſehr gleichmäßig
laufende Hempel auf den erſten Platz, den er bis zume
Schluſſe behielt. Hempel durcheilte die 42 Kilometer=
lange
Strecke in der guten Zeit von 2 Stunden 55 Mi=
nuten
10 Sekunden. Zweiter wurde Gräbke=Berlin in
3104:15, Dritter Albrecht und Vierter Dvorak. Die Aus=
länder
, die eine recht mäßige Klaſſe repräſentierten,
kamen keiner Augenblick in Frage. Nettelbeck war noch
von dem Rennen am Abend zuvor ſehr ermüdet und=
ſchied
hald nach Beginn aus.
Der Magdeburger Armeegepäckmarſch
um den Wanderpreis des Prinzen Eitel Friedrich von
Preußen ergab am Sonntag den Sieg des Düſſeldorfer
Gehers Wilmsmeyer, der die 35 Kilometer lange Strecke=
mit
feldmarſchmäßiger Ausrüſtung in 3 Stunden 55 Mi=
nuten
04 Sekunden zurücklegte. Die nächſten Preis=
träger
waren Auguſt Bendick (Magdeburg), Johannes
Bendick (Magdeburg) und Männel (Dresden). Die Ber=
liner
Geher, die keine Rolle zu ſpielen vermochten, ende=
ten
unplaziert.

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