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175. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Reichstag will nach einem Beſchluß des
Seniorenkonvents verſuchen, bis Pfingſten den Etat
und die Wehr= und Deckungsvorlagen zu erledigen.
Der ungariſche Miniſterpräſſident Graf
Khuen=Hedervary hat ſich entſchloſſen, dem
Kaiſer ſein Entlaſſungsgeſuch zu überreichen.
Die Homerulebill wurde vom engliſchen
Unterhauſe in erſter Leſung mit 360 gegen 266
Stimmen angenommen.
Beim Untergang des „Titanic” ſind nach den
niedrigſten Schätzungen 1300 Menſchen ertrunken.
Das Reichs=Viehſeuchengeſetz vom 26. Juni 1909
tritt, wie ſchon gemeldet, am 1. Mai ds. Js. in Geltung
Die Vorbereitungen zu ſeiner Inkraßſetzung nahmen
mehrere Jahre in Anſpruch, was namentlich durch die
Notwendigkeit veranlaßt wurde, in den einzelnen
Bun=
desſtaaten Ausführungsbeſtimmungen zu ſchaffen.
Es handelt ſich bei dieſem Geſetze bekanntlich
eigent=
lich nur um eine Novelle zu dem Geſetze betreffend die
Abwehr und Unterdrückung von Viehſeuchen. Im
In=
tereſſe der Landwirtſchaft und aller ſonſt am Gedeihen
der Viehzucht beteiligten Kreiſe hatte ſich das Bedürfnis
gezeigt, das bisherige Geſetz nach den geſammelten
Er=
fahrungen und unter Berückſichtigung des neueren
Stan=
des der Veterinärwiſſenſchaft zu ändern und zu ergänzen.
So waren eine Reihe von Seuchen in den Vordergrund
der wirtſchaftlichen Intereſſen getreten, an deren intenſive
Bekämpfung früher nicht gedacht worden war.
Von den Maßnahmen zur wirkſameren Abwehr der
Wiehſeuchen heben wir hervor die Ausdehnung des bisher
auf erkrankte lebende Tiere beſchränkten Einfuhrverbots
auf verdächtige Tiere, auf Seuchenkadaver und ſonſtige
Träger von Anſteckungsſtoffen, ferner die Erweiterung
der Schutzmaßregeln und der Kontrolle des Viehs in den
knländiſchen Grenzbezirken, ſowie die Ergänzung der
Liſte der der Anzeigepflicht unterliegenden Viehſeuchen
durch Aufnahme des Rauſchbrandes, der Wild= und
Rin=
derſeuche, der Schweineſeuchen, der Geflügelcholera,
Hüh=
nerpeſt, der gefährlichen Formen der Rindertuberkuloſe
und ſchließlich die Ausdehnung des Kreiſes der zur
An=
zeige verpflichteten Perſonen. Beſonders einſchneidend
ſind die neuen Vorſchriften über die Schutzmaßregeln
ge=
gen Seuchengefahr, wobei von dem Grundſatz
ausgegan=
gen wurde, daß die Veterinärpolizei auch präventive
Befugniſſe haben müſſe, um gegen das Auftauchen einer
beſtimmt noch gar nicht nachweisbaren Seuchengefahr
ge=
rüſtet zu ſein. Zu dieſem Behufe haben die
Beſtimmun=
gen der amtstierärztlichen Ueberwachung des Viehver=
Fehrs auf Viehmärkten, in Schlachthäuſern und in
ſon=
ſtigen zuſammengebrachten Viehbeſtänden eine
Erwei=
terung erfahren, die Beſchränkungen, die den
Zwangs=
kmpfungen und der tierärztlichen Behandlung erkrankter
oder verdächtiger Tiere entgegenſtanden, ſind beſeitigt und
die Befugnis zur Anwendung der Tötung kranker und
verdächtiger Viehbeſtände iſt ausgedehnt worden auf die
Maul= und Klauenſeuche, auf Schweineſeuche,
Schweine=
peſt, Geflügelcholera, Hühnerpeſt und Tuberkuloſe.
Dem=
entſprechend wurde aber auch der Kreis der Fälle, in
de=
nen für Viehverluſte Entſchädigungen zu gewähren ſind,
erheblich erweitert und zwar auf alle Tiere, die infolge
polizeilicher Anordnung getötet werden oder infolge der
behördlichen Schutzmaßnahmen eingehen.
Die Novelle war Ende 1907 im Reichstag eingebracht
worden, mit ihrem Grundgedanken waren alle
bürger=
lichen Parteien einverſtanden, nur im Einzelnen zeigten
ſich manche Bedenken, insbeſondere ſolche wirtſchaftlicher
Art. Der jetzige Reichskanzler, damals noch
Staatsſekre=
kär des Innern, vertrat die Vorlage im Reichstage, der
ſie am 18. April 1909 verabſchiedete. Nach einer früheren
Auslaſſung der Regierung ſoll gleichzeitig mit dem neuen
Viehſeuchengeſetz das im vorigen Jahre vom Reichstag
erledigte Geſetz über die Beſeitigung von Tierkadavern
in Kraft treten.
England und Frankreich.
— An der franzöſiſchen Riviera ſind, wie gemeldet,
die Denkmäler der Königin Viktoria und König EduardVII.
mit großem Gepränge enthüllt worden. Wohl
mit beſtimmter Abſicht hat man dieſe Feſtlichkeiten mit
beſonderem Glanze ausgeſtattet, wobei man ſich auf das
eifrigſte bemühte, ihnen einen politiſchen Charakter zu
verleihen. Das iſt begreiflich, denn die franzöſiſche
Re=
gierung hat es notwendig, ſich mehr Popularität zu
ver=
ſchaffen, und nichts iſt jenſeits der Vogeſen für einen
ſol=
chen Zweck brauchbarer, als die Veranſtaltung von
Feſti=
vitäten mit patriotiſchem Anſtrich.
Einen entſprechenden Zuſchnitt hat denn auch die in
Nizza und Cannes ſtattgehabte Feier getragen. Wenn
man auch bei der Enthüllung des Denkmals der Königin
Viktoria ſich einige Zurückhaltung auferlegen mußte, da
dieſe bekanntlich von Frankreich herzlich wenig erbaut.
war, ſo konnte man bei der Enthüllung des Denkmals für
Eduard VII. umſo kräftiger in die Trompete ſtoßen. Das
tat denn Herr Poincaré zur Genüge, in tönenden
Wor=
ten ſchilderte er die Verdienſte des Königs für das
Zu=
ſtandekommen der engliſch=franzöſiſchen Entente, wobei er
die Theſe aufſtellte, daß Eduard VII. es verſtanden habe,
ſeinem Schritt eine Form zu geben, die keinen, anderen
Staat verletzen konnte. Dieſe Wendung mußte umſo
merkwürdiger wirken, wenn man bedenkt, daß nach
all=
gemeiner Ueberzeugung die ganze Politik Eduard VII.
darauf gerichtet war, ein Keſſeltreiben gegen Deutſchland
zu veranſtalten und es zu iſolieren. Andererſeits muß
man zugeſtehen, daß es einer diplomatiſchen
Geſchicklich=
keit Eduard VII. bedurfte, um die bis dahin beſtehende
ſcharfe Rivalität zwiſchen England und=Frankreich in
enge Freundſchaft zu verwandeln. In Frankreich war
man froh, daß man die Tage von Faſchoda hinter ſich
hatte und ſich England in die Arme werfen konnte. Man
überſah dabei, daß England wie immer bei dieſer
An=
näherung einen großen Vorteil auf ſeiner Seite hatte,
indem Frankreich dazu benutzt werden konnte, für die
engliſchen Intereſſen Vorſpanndienſte zu leiſten. Dies
konnte man auch zur Genüge bei der Marokkokriſe des
vorigen Jahres ſehen, wo England den Franzoſen ſo
energiſch Beiſtand lieh, nicht aber etwa um die
franzö=
ſiſchen Forderungen durchzudrücken, ſondern um
Deutſch=
land zu provozieren und es zu einem Konflikt kommen
zu laſſen, bei dem Frankreich naturgemäß die Zeche zu
bezahlen gehabt hätte. So wird es immer bleiben, wo
England ſeine Hand im Spiele hat, denn man verſteht
es jenſeits des Kanals vortrefflich, andere für ſich die
Kaſtanien aus dem Feuer holen zu laſſen, ohne ſich dabei
die Finger zu verbrennen. Muß man auch in Frankreich
über die intime Entente mit England ungemein erfreut
ſein und dieſe jetzt in den höchſten Tönen preiſen, ſo wird
vielleicht doch, und vielleicht ſchneller als man glaubt,
ein Tag kommen, wo man aus dieſem Rauſch erwacht
und wie ſo oft jähe Ernüchterung eintritt.
Deutſches Reich.
In der Erſten Kammer des
elſaß=
lothringiſchen Landtages führte Staatsſekretär
Frhr. Zorn von Bulach gegenüber dem Abg. Andlau, der
das Eintreten der Beamten für die Sozialdemokratie
be=
dauert hatte, aus, die Regierung habe ſich nicht damit
zu beſchäftigen, wie ihre Beamten ſtimmten. Das ſei ein
Eingreifen in die perſönliche Freiheit. Jeder Beamte
habe nach ſeiner Ueberzeugung zu wählen, ob dies nun
liberal, klerikal oder ſozialdemokratiſch ſei. So läuten
die Meldungen Berliner Blätter, die der Beſtätigung
be=
dürfen.
Auseinanderſetzung in der
bayeri=
ſchen Kammer der Reichsräte. In der
bayeri=
ſchen Kammer führte der mit dem Königshauſe verwandte
Graf Toerring=Jettenbach aus:
Auch ich begrüße den neuen Miniſter des Innern
Freiherrn v. Soden, da ich ſeine Eigenſchaften zu ſchätzen
weiß. Ich begrüße aber auch ſeine Ernennung aus einem
anderen Grunde. Ich bin der Anſicht, daß die Krone ſehr
weiſe gehandelt hat, als ſie ein Miniſterium ernannte,
das die gleiche Ueberzeugung teilt, wie die
Kammermehr=
heit der Abgeordneten. Ich glaube, daß wir uns auf
dieſe Weiſe einem parlamentariſchen Syſtem nähern,
einem Syſtem, das wir auch auf die Dauer weder in
Bay=
ern noch in Deutſchland entbehren können. Ich glaube,
die neuen Miniſter werden beſtrebt ſein, ihr Amt in weiſer
Mäßigung zu führen, gemäß dem höchſten Auftrage,
be=
fürchte aber, daß ſie nicht die Kraft haben, dem Drucke
Widerſtand zu leiſten, der auf ſie ausgeübt wird von
der=
jenigen Partei, die hinter ihnen ſteht. Wir bekamen in
dieſer Beziehung erſt vor wenigen Tagen ein
Oſter=
geſchenk in Form des letzten Jeſuitenerlaſſes, von deſſen
Nützlichkeit und Notwendigkeit ich mich bisher nicht
über=
zeugen ließ. Es werden aber auch noch andere Fragen
an die Miniſter herantreten, die von größter Wichtigkeit
ſind, Fragen, die ſich auf die Schule, das Verhältnis von
Staat und Kirche zueinander und auf die weitere
Be=
handlung der Sozialdemokratie beziehen werden. Wir
hatten bisher in Bayern das Syſtem: Leben und leben
laſſen! das ſich ausgezeichnet bewährte. Bei uns beſtehen
nicht die Gegenſätze zwiſchen Sozialdemokraten und
Nichtſozialdemokraten, wie in anderen deutſchen
Stag=
ten. Fügt ſich nun die neue Regierung in die Majorität
der Kammer der Abgeordneten, werden unerfreuliche
Zu=
ſtände eintreten und es wird viel Unzufriedenheit geben.
Das Reſultat aber wird ſein, daß nicht ein Arbeiter aus
der Sozialdemokratie austritt und in das Lager des
Zen=
trums übergeht. Wenn die Staatsregierung dieſen
Fra=
gen gegenüber Stellung genommen hat, dam werde ich
mich entſcheiden, ob ich der Staatsregierung das
Ver=
trauen ausſprechen kann.
Der Miniſter des Innern Frhr v. Soden entgegnete:
Der Vorredner geht von einer falſchen Vorausſetzung
aus, wenn er davon ſprach, daß das neue Miniſterium
wohl der Anfang zu dem parlamentariſchen Syſtem
be=
deuten werde. Ich muß ausdrücklich feſtſtellen, daß das
neue Miniſterium kein Parteiminiſterium iſt; es iſt auch
von allerhöchſter Stelle nicht als ſolches berufen. Ich
be=
tone, daß es zutreffend iſt, daß die neuen Miniſter von
konſervativem Geiſte geleitet ſind und von ſolchem aus
die Geſchäfte zu vollführen haben werden, die ihnen durch
die Uebertragung des Amtes ſeitens der Krone
oblie=
gen. Graf Toerring ſtreifte auch den Jeſuiten=Erlaß
und den ſüddeutſchen Eiſenbahnerverband. Der
Jeſu=
iteuerlaß war eine Notwendigkeit, ebenſo auch das, was
der Verkehrsminiſter in den allerletzten Tagen
veröffent=
lichte. Ueber den Jeſuitenerlaß iſt heute ſchon in den
Zeitungen eine offizielle Notiz zu finden. Es handelt
ſich bei der Auslegung des Jeſuitenerlaſſes um eine
Auf=
forderung, die in voller Uebereinſtimmung aller Miniſter
erfolgte.
— Württemberg und die Aufhebung der
Liebesgabe. Wie der Schwäbiſche Merkur mitteilt,
hat die württembergiſche Regierung im Bundesrat gegen
den Entwurf zur Aufhebung der Liebesgabe geſtimmt,
da den württembergiſchen Brennern keine genügende
Sicherheit geboten ſei.
— Die ſächſiſche Regierung und das
Koalitionsrecht. Gelegentlich einer
ſozialdemo=
kratiſchen Interpellation über das Vorgehen der Polizei
in Plauen gegen Streikpoſten erklärte der Miniſter Graf
Vitzthum in der ſächſiſchen Zweiten Kammer, die
Regie=
rung wünſche durchaus, daß die Polizei das
Koalitions=
recht der Arbeiter genau ſo beachte wie das der
Unterneh=
mer. Die Regierung lehne daher den Wunſch der
Unter=
nehmer, ſie einſeitig gegen Streikpoſtenſtehen zu ſchützen,
ab. Die Polizei habe ſich jedes Eingreifens in die
Lohn=
kämpfe zu enthalten und ſich lediglich auf die
Aufrecht=
erhaltung der öffentlichen Ordnung zu beſchränken. Mehr
ſei auch in Plauen nicht geſchehen. Der nationalliberale
Abgeordnete Nitzſchke wies auf den Terrorismus der
Streikenden gegen die Arbeitswilligen hin.
Ansland.
Oeſterreich=Ungarn.
Neue Miriſterkriſis in Ungarn. Die
Neue Freie Preſſe meldet: Der ungariſche
Miniſterprä=
ſident Graf Khuen=Hedervary hat ſich entſchloſſen, dem
Kaiſer ſein Entlaſſungsgeſuch zu überreichen. Er reiſte
zu dieſem Zweck nach Wien. Obgleich der Rücktritt
ei=
gentlich wegen des Verhaltens gegen den Kriegsminiſter
erfolgt, iſt es doch klar, daß die Regierung, auch wenn
dieſe Frage nicht aufgetaucht wäre, keine Mittel beſeſſen
häkte, um über die parlamentariſchen Schwierigkeitkn
hinwegzukommen. Dadurch, daß der Rücktritt mit der.
Unmöglichkeit einer Ausſöhnung zwiſchen der Mehrheit
und dem Kriegsminiſter von Auffenberg begründet wird,
erwachſen jedoch jedenfalls dem Nachfolger Khuens große
Schwierigkeiten, da er jedenfalls für eine Löſung dieſer
Frage wird ſorgen müſſen. Man erwartet, daß
unmittel=
bar nach der Rücktrittsanmeldung beim Kaiſer
Finanz=
miniſter Lukacs zur Audienz berufen und ihm die
Ka=
binettsbildung übertragen werde. Die Möglichkeit einer
Reichskriſe iſt durch Khuens Rücktritt eher verſchärft als
gemildert.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. April 1912,
Nummer 91.
Frankreich.
Zu den franzöſiſch=ſpaniſchen
Ver=
handlungen ſchreibt der Matin in einer anſcheinend
offiziöſen Mitteilung, das Madrider Kabinett ſei bereit,
neue Vorſchläge zu machen, deshalb ſcheine der
Peſſi=
mismus, den gewiſſe Kreiſe bezüglich des Ausganges
der franzöſiſch=ſpaniſchen Verhandlungen zur Schau
trü=
gen, nicht berechtigt. Die Verſöhnlichkeit, von der beide
Regierungen beſeelt ſind, ſowie der Umſtand, daß
Spa=
nien möglichſt bald zu der Beſetzung ſeiner Zone
ſchrei=
ten müſſe, werde gewiß dazu beitragen, eine für beide
Nationen befriedigende Löſung herbeizuführen.
Holland.
Ergänzung zum Münzgeſetz. Der
Finanz=
miniſter legte einen Geſetzentwurf zur Ergänzung des
Münzgeſetzes vor, der es ermöglicht, unter der Kontrolle
der Kammer Geld auch aus Silberbarren zu prägen,
ſo=
weit die Umlaufsbedürfniſſe dies erfordern werden. Der
Miniſter erklärte, daß der Geſetzentwurf ausdrücklich
ver=
langt, daß das zur Ausprägung gekaufte Silber zu Laſten
des Budgets gehe. Die Prägungsgewinne aus dem
Sil=
ber werden einen Spezialfonds zur Deckung der aus der
Münzentwertung und Umſchmelzung ſich ergebenden
Ver=
luſte bilden. Sodann ſchlägt der Geſetzentwurf die
Ein=
führung eines goldenen Fünfgulden=Stückes und einer
viereckigen Fünfcent=Münze vor. Außerdem verbietet er
die Einführung von deutſchem und belgiſchem Silbergeld
im Betrage von über 20 Mark bezw. 25 Franken und die
Einführung von Geld aus unedlem Metall über 10 Mark
bezw. 12,5 Franken.
England.
Die Homerule=Bill wurde nach erregter
De=
batte in erſter Leſung unter großen Beifallskundgebungen
der Nationaliſten und der Liberalen mit 360 gegen 266
Stimmen angenommen. Die Kundgebungen erneuerten
ſich, als Premierminiſter Asquith die Bill formell
ein=
brachte.
Türkei.
Die Vermittelungsaktion der Mächtze.
Die Pforte hat beſchloſſen, um in Uebereinſtimmung mit
dem römiſchen Kabinett zu handeln, über die
Mittei=
lungen der Mächte Stillſchweigen zu beobachten. Nach
Informationen aus Pfortekreiſen iſt die Mitteilung kurz
und enthält einfach die Anfrage, unter welchen
Bedin=
gungen die Pforte eine Vermittelung annehmen würde.
In maßgebenden Kreiſen des Miniſteriums des Aeußern
wird erklärt, daß die Mitteilung in einem freundlichen
Tone abgefaßt ſei und einen guten Eindruck gemacht
habe. Am Dienstag nachmittag trat unter dem Vorſitze
des Scheich ül Islam ein außerordentlicher Miniſterrat
zuſammen, der ſich mit dem Schritt der Mächte
beſchäf=
ftigte. Die Beratung wird in dem offiziellen Miniſterrat
fortgeſetzt werden. Wie verlautet, hat der Miniſter des
Aeußern bei dem Diplomaten=Empfang einigen
Diplo=
maten erklärt, daß jeder Gedanke an einen Frieden, der
auf der Annexion von Tripolis fuße, unmöglich ſei.
Perſien.
Die Reiſe des Regenten nach Europa
ſcheint nunmehr geſichert zu ſein. Die offizielle Zeitung
Aftab hat dieſe Reiſe mit der Notwendigkeit der
Herſtel=
lung beſter Beziehungen zu allen Großmächten begründet
Da die perſiſchen Diplomaten verſagt hätten, müſſe der
Regent ſelbſt perſönliche Verbindungen mit den
euro=
päiſchen Höfen herſtellen, um dadurch die Zukunft und
Selbſtändigkeit Perſiens zu garantieren. Ob aber die
längere Abweſenheit des Regenten von Perſien bei der
gegenwärtigen kritiſchen Lage nicht erneute
Kompli=
kationen veranlaſſen wird, iſt abzuwarten, zumal da das
Parlament ſtark unter dem Einfluß der Bachtiaren ſteht.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. April.
* Perſonalnachrichten der Eiſenbahndirektion
Mainz. Se. Maj. der Kaiſer haben dem Regierungs=
und Baurat Barzen in Mainz den Charakter als
Geheimer Baurat, dem Verkehrsinſpektor Schmidt in
Wiesbaden den Clarakter als Eiſenbahndirektor mit
dem perſönlichen Range der Räte vierter Klaſſe, ſowie
dem Werkſtättenvorſteher Voigt in Mainz aus Anlaß
ſeines Uebertritts in den Ruheſtand den Charakter als
Rechnungsrat vrrliehen.
* Landwirtſchaftskammerwahlen. Bei den am
13. April in ganz Heſſen vorgenommenen
Vertrauens=
männerwahlen zur Landwirtſchaftskammer wurden
in 45 Wahlbezirken zuſammen 675 Vertrauensmänner,
und zwar in den meiſten Fällen die bisherigen, gewählt.
Die Hauptwahl findet am 27. April ſtatt.
G. H. Th. Vom Hoftheater. Herr Paul Seidler
vom Königl. Theater in Wiesbaden, ein junger Sänger
mit ſchöner Tenorſtimme, wird in der für morgen
(Freitag) angeſetzten Vorſtellung „Die luſtigen Weiber
von Windſor” die Partie des „Fenton” gaſtweiſe ſingen.
g. Strafkammer. Wegen Diebſtahls hatte ſich
geſtern vor der hieſigen Strafkammer der 45 jährige
Fabrikarbeiter Eduard Konze aus Mühlheim a. M.
zu verantworten. Der bereits oft und ſchwer
vorbe=
ſtrafte Angeklagte hatte, als in der Fabrik, wo er
be=
ſchäftigt war, eine Maſchine umgeſetzt wurde, ein
größeres Stück Treibriemen entwendet und mit nach
Hauſe genommen. Ein zweites Stück verſteckte er in
dem Schrank eines Arbeitskollegen, wo es bei einer
Reviſion gefunden wurde. Nur der Umſtand, daß das
Verſtecken von einem dritten Arbeiter beobachtet wurde,
bewahrte den Unſchuldigen vor dem Gefängnis.
An=
geſichts dieſer gemeingefährlichen Handlungsweiſe
er=
kennt das Gericht auf 6 Monate Gefängnis.
In Offenbach waren in letzter Zeit die Scheiben mehrerer
Feue rmelder eingeſchlagen, ohne daß die Täter ergriffen
werden konnten. Am 11. Februar gelang es, den
17jährigen Taglöhner Heinrich Oeſer aus Kirdorf bei
der Zertrümmerung der Scheiben eines Feuermelders in
der Biebererſtraße zu ermitteln. Der noch jugendliche
Angeklagte, der in der Trunkenheit gehandelt hatte,
wird zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. — Wegen
Ruheſtörung und Erregung groben Unfugs hatte der
56jährige Gaſtwirt und Zigarrenfabrikant Joſeph Funk
aus Klein=Welzheim ein polizeiliches Strafmandat über
6 Mark erhalten. Der Benefiziat Hofmann war am
1. November (Allerheiligen) in der Kirche vor dem
Hoch=
amt auch auf die Landtagswahlen zu ſprechen gekom
men und hatte geſagt, es ſei eine Schande und traurig,
daß an dem Tage, wo für die armen Seelen gebetet
wird, die Sozialdemokraten Verſammlungen abhalten,
um Haß und Zwietracht zu ſäen. Herr Funk ſolle ſich
ſchämen, an einem ſolchen Tage ſeinen Saal zu einer
Verſammlung zu überlaſſen. Er erhebe namens der
Ge=
meinde Proteſt gegen eine ſolche Handlung. Der
Gaſt=
wirt Funk, der vom Pfarrer als ein gutes Pfarrkind
geſchil=
dert wird, wurde über die ihm zugebrachten Aeußerungen
des Pfarrers ſo erregt, daß er ihn gleich danach auf der
Straße zur Rede ſtellte und ihm beleidigende
Aeußer=
ungen zurief. Auf eingelegten Einſpruch hob das
Schöffengericht Seligenſtadt den Strafbefehl auf und
ſprach den Angeklagten frei; da es eine Kompenſation
is vorliegend erachtete. Die Staatsanwaltſchaft legte
gegen das Urteil Berufung ein und die Strafkammer
erkannte auf 30 Mark Geldſtrafe. Der Angeklagte
hätte nach den Urteilsgründen verſuchen müſſen, auf
dem ordnungsgemäßen Wege Genugtuung für etwaige
Beleidigungen zu erhalten. Das Vorgehen des
An=
geklagten wäre im höchſten Grade ungerechtfertigt
geweſen.
* Prozeß Berndt=Hirſch. Dem Vernehmen nach
ſoll die neue Klage des Beigeordneten Berndt gegen
Redakteur Heinrich Hirſch ſeitens der Staatsanwaltſchaft
mit dem Verfahren vor der Darmſtädter Strafkammer,
wohin bekanntlich das Reichsgericht den erſten Prozeß
zurückverwieſen, prozeſſual verbunden werden.
Die zweite Klage fußt im weſentlichen u. a. auf Abdruck
von Zeitungsartikeln, die auf das erſtinſtanzliche Urteil
Bezug nehmen, ſowie auf der Verbreitung eines
photo=
graphierten Berndtſchen Privatbriefes. Termin iſt auf
den 18. Juni angeſetzt.
* Nachtrag zur Tagesordnung für die Sitzung
der Stadtverdneten=Verſammlung am 18. April.
3. Abänderung des Droſchkentarifs. 4. Desgleichen des
Auto=Droſchkentarifs.
* Die Herbſtübungen der Heſſiſchen Diviſion.
Man teilt uns mit, daß die Manöver der Heſſiſchen
(25.) Diviſion am 18. September mit einem Manöver
gegen markierten Feind an dieſem Tage endigen. Eine
Angriffs= und Verteidigungsübung bei Mainz findet
ſeitens der Diviſion nicht ſtatt.
g. Verein Walderholungsſtätte. Im Stadthausſaale
fand geſtern vormittag die ordentliche
Mitglieder=
verſammlung des Vereins Walderholungsſtätte ſtatt.
Herr Bürgermeiſter Mueller eröffnete die
Verſamm=
lung und begrüßte die Erſchienenen, insbeſondere die
Protektorin des Vereins, Ihre Durchlaucht die Fürſtin
Marie zu Erbach=Schönberg. Sodann erſtattete er den
Bericht über die beiden Walderholungsſtätten für das
Betriebsjahr 1911, von dem folgendes zu erwähnen iſt:
Auch im Betriebsjahr 1911 haben die beiden
Wald=
erholungsſtätten die in ſie geſetzten Erwartungen
durch=
aus erfüllt. 101 Männer und 102 Frauen, ſowie 52
Kin=
der konnten an zuſammen 4975 Tagen verpflegt werden.
Sehr zweckmäßig hat ſich erwieſen, daß der Verein den
Müttern geſtattet hat, ihre Kleinen gegen ein geringes
Pfleggeld täglich mit in die Walderholungsſtätte zu
brin=
gen. Gerade durch dieſe Maßnahme iſt es vielen Frauen
erſt möglich geworden, den ihnen vom Arzt verordneten
Beſuch der Walderholungsſtätte durchzuführen, da ſehr
vielen Frauen jede Gelegenheit mangelt, ihre Kinder
an=
derweitig unterzubringen. Die Beſucherzahl bewegte ſich
wieder in den vorjährigen Grenzen. Die Frequenz wäre
jedoch bedeutend ſtärker geworden, wenn nicht die
außer=
ordentliche Hitze des vergangenen Sommers einen Milch=
und Waſſermangel verſchuldet hätte, der Veranlaſſung
gab, die Vereinigte Ortskrankenkaſſe um eine kleine
Be=
ſchränkung der Zuweiſungen zu erſuchen. Als ein
erfreu=
liches Zeichen für die wachſende Wertſchätzung der
Erhol=
ungsſtätten darf angeſehen werden, daß die Zahl der
Selbſtzahler von 4 in 1910 auf 15 in 1911 angewachſen
iſt. Die beiden Stätten wurden am 17. Mai eröffnet und
am 15. September geſchloſſen. Die ärztliche
Ueberwach=
ung des Pflegebetriebes lag wiederum in den Händen
des Herrn Dr. Schneider. Am 6. September beſuchte
die hohe Protektorin des Vereins, J. D. die Fürſtin
Marie zu Erbach=Schönberg, die
Walderholungs=
ſtätten. Im Anſchluß an die Beſichtigung fand eine
Vor=
ſtandsſitzung in der Männerſtätte ſtatt, in der die
Fürſtin ihrer Befriedigung über das Geſehene Ausdruck
gab. Mit Freuden wurde es von den Inſaſſen begrüßt,
als ſie hörten, daß die hohe Protektorin ihnen zur
Unter=
haltung ein Kegelſpiel geſtiftet habe. Einen ſchweren
Ver=
luſt erlitt der Verein durch das am 20. September erfolgte
Hinſcheiden ſeines Gründers und langjährigen
Vorſitzen=
den, des Herrn Kommerzienrats Langenbach. Eine
weitere Trauerbotſchaft wurde dem Verein durch das
Ab=
leben von Frau Gefe, der langjährigen Leiterin der
Män=
nerſtätte. Auch im Berichtsjahre hatte die Vereinigte
Ortskrankenkaſſe wieder in dankenswerter Weiſe ein
Zim=
ner für die Geſchäftsſtelle zur Verfügung geſtellt, während
die Bank für Handel und Induſtrie dem Verein wieder
ein großes Entgegenkommen dadurch leiſtete, daß ſie ihm
ein Konto unentgeltlich eröffnete. Ueber die
Finanz=
verhältniſſe des Vereins iſt zu berichten, daß die
Stadt Darmſtadt nun ebenfalls einen ſtändigen
Jahres=
beitrag und zwar 500 Mark leiſtet und daß die Familie
Wolfskehl, der der Verein ſchon aus früheren Anläſſen
zu hohem Danke verpflichtet iſt, in hochherziger Weiſe ein
weiteres Geſchenk von 600 Mark überwieſen hat.
Hier=
durch iſt es möglich geworden, das durch die
Badeein=
richtung entſtandene Defizit bis auf einen geringen
Be=
trag zu decken. Herzlicher Dank ſei auch an dieſer Stelle
den edlen Spendern ausgeſprochen. Die Jahresbeiträge
gehen recht günſtig ein.
In der Männerſtätte wurden im ganzen 101
Männer an 2494 Tagen verpflegt. 95 Prozent der bei der
Aufnahme und der Entlaſſung gewogenen Beſucher hatten
an Gewicht zugenommen. In der
Frauenwald=
erholungsſtätte wurden insgeſamt 102 Frauen an
2068 Verpflegungstagen verpflegt. Bei 78 Frauen — 76
Prozent trat eine Vermehrung des Körpergewichts ein.
Außerdem wurden noch 52 Kinder an zuſammen 413
Tagen verpflegt.
Den ärztlichen Bericht erſtattete Dr. Schneider, aus
dem zu entnehmen iſt, daß die Erfolge in etwas durch die
Mitnahme der Kinder ungünſtig beeinflußt wurde. Es
wurde deshalb erwogen, die Kinder beſonders zu
beauf=
ſichtigen, um die übrigen Patienten nicht zu benachteiligen.
Herr Schneider erſtattete ſodann den
Kaſſen=
bericht, der mit einem Fehlbetrag von 48,87 Mark
ab=
ſchließt, der von den Beiträgen des Geſchäftsjahres 1912
beſtritten werden ſoll. Die Rechnung iſt von den
Rech=
nungsprüfern geprüft und in Ordnung befunden worden.
Dem Rechner wurde demgemäß Entlaſtung erteilt.
Es folgten die Vorſtandswahlen. Als 1. Vorſitzender
wurde Herr Bürgermeiſter Mueller und als 2.
Vor=
ſitzender Herr Goebel beſtätigt. Neu in den Vorſtand
Schwimmende Eisberge.
(* Die Kataſtrophe der Titanic, die bei ihrer
erſten Fahrt durch den Atlantiſchen Ozean durch ein
dunk=
les Verhängnis das Opfer eines treibenden Eisberges
ge=
worden iſt, führt von neuem die ſchweren Gefahren vor
Augen, die dieſe aus fernen arktiſchen Regionen ſüdwärts
durch die Weltmeere ſchwimmenden
Gletſcher=
gebilde für die transatlantiſche Schiffahrt darſtellen.
Alljährlich um die gleiche Zeit mehren ſich die Unfälle, die
auf der Schiffverkehrsſtraße nach Amerika durch Eisberge
hervorgerufen werden, die Erfindungen der Neuzeit haben
unſere Verteidigungsmittel gegen dieſe ſtete Gefahr kaum
zu bereichern vermocht; die Unglückschronik des
Seever=
kehrs wird von Jahr zu Jahr durch die Eisberge um neue
ſchmerzliche Blätter bereichert, und für das geheimnisvolle
Verſchwinden mancher großen Dampfer wie etwa der vor
Jahren verſchollenen „Naronie” und der ſpurlos
ver=
ſchwundenen „Huronian” fand man nie eine andere
Er=
klärung als die Annahme, daß die Schiffe mit Eisbergen
zuſammenſtießen und von den aus ihrem Gleichgewicht
ge=
brachten Eismaſſen zerſchmettert worden ſind.
Bei klarem hellen Wetter bietet ein Eisberg ein
herr=
liches Naturſchauſpiel, dem man ſich in ſorgloſer
Bewun=
derung hingeben darf, denn man kann der Gefahr
mühe=
los ausweichen; bei Nebel aber kann nur ein pauſenloſer
ſcharfer Ausguck das Geſpenſt eines Zuſammenſtoßes mit
dieſen Eisinſeln in ſeiner Unheimlichkeit ſchwächen. Die
eigentliche Gefahr liegt nicht in dem Anprall ſelbſt; die
mo=
dernen Schiffsbauten ſind durch die Schotteneinteilung
gegen eine Verletzung an einem beſtimmten Teile des
Schiffsrumpfes geſichert, ſelbſt mit einem völlig
zertrüm=
merten Bug würde ein Ozeandampfer ſeine Reiſe
fort=
ſetzen und den Hafen erreichen können. Die ſchwere Ge
fahr liegt in dem empfindlichen Gleichgewicht jener
rie=
ſigen Eismaſſen verborgen; die Eisberge ragen nur mit
einem Neuntel ihres Gewichtes über die Oberfläche des
Waſſers, die größere Wärme des Seewaſſers und die
Ein=
wirkung der Luft freſſen ſozuſagen den ſchwimmenden
Gletſcher an, ſein Gleichgewicht wird unterhöhlt und oft
genügt ein ſchwacher Anprall, ja der Stoß einer Hand, um
eine dieſer gewaltigen Eisanhäufungen zum Kentern zu
bringen. Das Fahrzeug, das dann von dieſen ſtürzenden
Bergen erfaßt wird, iſt in vielen Fällen rettungslos
ver=
loren, es wird unter dem Gewicht des Eisberges erdrückt
und zerſchmettert. So kann es vorkommen, daß Eisberge,
die dem Auge des Laien verhältnismäßig klein und
unge=
fährlich erſcheinen, furchtbare Zerſtörungen anrichten.
Aber man hat ſchon oft, und dabei gerade in der Nähe
der verkehrsreichen Schiffahrtsſtraße bei Neufundland
Eis=
berge von ſo gewaltigen Dimenſionen geſichtet, daß man
nur mit weihevollem Staunen dieſem machtvollen
Natur=
ſchauſpiel gegenüberſteht. Im Januar 1903 beobachtete der
engliſche Klipper „Loch Torridon” öſtlich von den
Falk=
landinſeln Eisberge von 1000 Fuß Höhe über dem
Meeres=
ſpiegel und über dieſe himmelanſtrebenden Rieſen ragte
trotzig ein noch höherer Gipfel empor, der 1500 Fuß über
der Waſſerfläche endete. Das heißt alſo, daß das mächtige
Gebilde 12—13000 Fuß unter den Waſſerſpiegel
hinab=
reichen mußte. Früher wurden ſolche Berichte über
ge=
waltige Eismaſſen in den gemäßigteren Zonen für
über=
trieben gehalten, allein genauere Meſſungen haben die
Schätzungen durchaus beſtätigt. Aber die großen
Dimen=
ſionen der Eisberge beſchränken ſich nicht auf die Höhe,
auch in der Länge kommen ſie oft ſtattlichen Inſeln gleich.
Im Jahre 1854 wurde ein Eisberg beobachtet, der viele
Meilen lang war; ein Auswandererſchiff geriet in eine
Bucht dieſes treibenden eiſigen Erdteils, vermochte den
Ausgang nicht mehr zu erreichen, die Eismaſſen ſchoben
ſich zuſammen: nicht einer von der zahlreichen Beſatzung
entging dem Tode. Die gefährlichſte Zeit iſt nun gerade
das Frühjahr, und dazu kommt, daß öſtlich von
Neufund=
land im Atlantiſchen Ozean die Eisgefahr mit Nebel
ver=
knüpft iſt: die ſtarken atmoſphäriſchen Einwirkungen der
Eismaſſen auf die Luft bringen ſelbſt dieſen Nebel
her=
vor. Im April 1903 wurden in einer Woche von 82
Schif=
fen, die amerikaniſche Häfen anliefen, ein oder mehrere
Eisberge geſichtet; die folgende Woche ergab 85 derartiger
Berichte.
Die Seeleute kennen die ihnen drohende Gefahr und
pflegen beſonders im Frühjahr auf der Fahrt nach New=
York einen ſüdlicheren Kurs zu ſteuern, die ſogenannte
Winterroute. Ob die „Titanie” in dem Beſtreben, einen
Schnelligkeitsrekord aufzuſtellen, bei ihrer erſten) Fahrt
dieſe Vorſicht nicht ganz anwandte, werden erſt ſpäteke
Berichte aufklären. Die grauenvolle Kataſtrophe, die wohl
zu dem furchtbarſten Unglück zählt, das die
Paſſagier=
ſchiffahrt bisher verzeichnen mußte, weiſt übrigens mit
einem Ereignis aus dem Ende der 70er Jahre manche
Parallelen auf, wenn auch damals ein gütiges Geſchick
das Schlimmſte noch abwandte. Doch das Opfer des
Zu=
ſammenſtoßes mit einem Eisberge war auch damals ein
neuer Dampfer, der ſich rühmen konnte, das ſchnellſt
Schiff der Welt zu ſein, der Guion=Dampfer „Arizonal
Auf der Fahrt von New=York nach Liverpool trieb jene
damals als Windhund der Meere viel beſtaunte große
Paſſagierdampfer an den Grand Banks mit voller Fahrt
im Nebel auf einen koloſſalen Eisberg. Der Stoß war
n ſeinen Wirkungen furchtbar, der Bug der „Arizona”
wurde völlig zertrümmert, ſtarke Stahlbalken knickten wie
Strohhalme zuſammen. 550 Menſchen befanden ſich an
Bord. Aber damals gelang es, das ſchwerbeſchädigte
Schiff, das jeden Augenblick zu ſinken drohte, noch
glück=
lich bis in den Hafen von Sankt Johns zu bringen. Augen
zeugen nannten das Gelingen dieſer Fahrt auf Tod und
Leben ein Wunder; im Hafen fand man im Vorderſteven
der Arizona mehr als 200 Tonnen Gletſchereis.
In neuerer Zeit pflegen ſich die Schiffe zur Warnung
die Lage beobachteter Eisberge drahtlos mitzuteilen. Man
hat auch verſucht, eus Beobachtungen der
Temperatur=
ſchwankungen die Nähe von Eisbergen beizeiten
feſtzu=
ſtellen, aber in der Praxis ſind alle dieſe Verſuche mehr
oder minder geſcheitert. Nur ein ſcharfes Ausſchauhalten
vermag die Nähe eines Eisberges zu verraten; alle
an=
deren Mittel haben ſich bisher als trügeriſch erwieſen.
Das ſcheint auch die grauſige Kataſtrophe der „Titanie‟
wieder zu beweiſen.
Nummer 91.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. April 1912.
Seite 3.
gewählt wurde Herr Generalarzt Dr. von Kühlewein,
Herr Forſtmeiſter Kullmann, Frau Geheimerat Dr.
Dietz und Frau Rechtsanwalt Dr. Bender; die übrigen.
Vorſtandsmitglieder wurden wiedergewählt, ebenſo die
beiden Kaſſenprüfer. — Hiermit ſchloß die Verſammlung,
der ſich noch eine Vorſtandsſitzung anſchloß.
* In der hauswirtſchaftlichen Fortbildungsſchule
beginnen am nächſten Montag die Sommer=
Tages=
kurſe. Im verfloſſenen Schuljahre waren die 3
Ab=
teilungen der Schule in der Rundeturm=, Lagerhaus= und
Hermannſtraße von 421 Schülerinnen beſucht, der beſte
Beweis dafür, daß man die Wichtigkeit einer
gründ=
lichen Ausbildung der weiblichen Jugend im
Hauswirt=
ſchaftsweſen immer mehr erkennt. — Gelegentlich der
Ausſtellung am Schluß des letzten Schuljahres ſind
bereits 151 Neuanmeldungen erfolgt, der
Haupt=
meldetermin für alle Abteilungen iſt jedoch erſt, wie
aus den Zeitungsanzeigen zu erſehen iſt, am nächſten
Montag von 10 bis 12 Uhr im Schulhauſe in der
Rundeturmſtraße.
* Jugendvereinigung Petrusgemeinde. Nach
längerer Pauſe trat die Jugendvereinigung wieder
einmal in die Oeffentlichkeit und zwar diesmal im
Rahmen eines Frühlingsfeſtes. Wie immer, war der
Saal bis auf das letzte Plätzchen beſetzt. Vor allem
zeigte ſich das Gemeindeorcheſter wieder auf der Höhe
ſeines Könnens. Herr cand. Lieſenbein, der
Be=
gründer und temperamentvolle tüchtige Leiter zeigte
durch die Wiedergabe der Ouvertüre „Entführung aus
dem Serail” von Mozart und des marche militaire
von Schubert ernſtes muſikaliſches Verſtändnis, dem
ſelbſt Feinheiten nicht entgingen. Auch die andereu
Nummern des Programmes wurden durch entſprechende
Stücke des Orcheſters eingeleitet. Die Gemeinde iſt
wirklich um dieſes Orcheſter und ſolchen Leiter zu
be=
neiden. Eine beſondere Ueberraſchung für den Abend
war die Uraufführung des „Dudltoni”, deſſen Verfaſſer
der Darſteller der Titelrolle, Herr stud. Karl Feick, ſelbſt
war. Dieſes Charakterſtück macht ſeinem Verfaſſer alle
Ehre und gibt zu dem Wunſche Anlaß, auf dieſem
Gebiete ſpäter noch mehr zu hören. Würdig zur Seite
ſtanden die turneriſchen Leiſtungen unter Leitung ihres
bewährten, tüchtigen Turnwartes Herrn O. Wamboldt,
der in der kurzen Zeit, die ihm perſönlich zur Verfügung
ſteht, anerkennenswertes leiſtete. Nicht allein in den
Uebungen am Pferd, ſondern auch in der
Gruppen=
bildung von Pyramiden zeigten er und ſeine Zöglinge
ſich als Meiſter. Das übrige Programm war noch
durch gelungene Zither=, Mandolinen= Geſangs= und
Gitarrevortrage ausgefüllt. Den Schluß des Abends
bildete der bekannte Schwank „Der Nachtwächter” von
Th. Körner, in dem namentlich Herr Gg. Kramer, der
Darſteller der Titelrolle, die Lacher auf ſeiner Seite
hatte. Die formelle Leitung des Abends hatte anſtelle
des an die Gießener Univerſität berufenen Herrn Lic.
Dr. Vollrath Herr Pfarrverwalter Flöel übernommen.
Alles in allem kann man den Abend als einen
wohl=
gelungenen bezeichnen.
* Die geſtrige Sonnenfinſternis verlief in der
ange=
kündigten Weiſe und war bei dem völlig wolkenloſen
Himmel von Anfang bis zu Ende ſo deutlich zu
beob=
achten, wie man ſich es beſſer nicht wünſchen konnte. Die
gegenwärtig in der Phaſe Neumond ſtehende, alſo
voll=
kommen dunkle Mondſcheibe rückte gleich nach 12 Uhr von
rechts unten gegen die Sonnenſcheibe vor. Der Mond
rückte dann allmählich weiter (nach links) vor und ſchnitt
von der Sonnenſcheibe ein immer größer werdendes
ſchwarzes Segment aus. Um 1 Uhr 20 Minuten erſchien
die Sonne nur noch als ſchmale leuchtende Sichel.
Da=
mit hatte das Naturſchauſpiel ſeinen Höhepunkt erreicht.
Die leuchtende Sichel gewann ſodann wieder an Breite,
das ſchwarze Segment wurde kleiner und kleiner, bis
endlich, um 2 Uhr 40 Minuten nachmittags links oben
die Mondſcheibe wieder heraustrat, womit die
Verfinſter=
fung ihr Ende erreicht hatte. Zurzeit der höchſten Ver=
Finſterung herrſchte ein magiſches Dämmerlicht, Sterne
wurden aber nicht ſichtbar. Nach 1½ Uhr nahm die
Leuchtkraft der Sonne raſch wieder zu.
* Neue Gewichte. Durch die am 1. April in Kraft
getretene neue Eich=Ordnung ſind 125 und 250 Gramm=
Gewichte neu eingeführt, die dem alten Gewicht von
und ½ Pfund entſprechen. Die Verkaufsgeſchäfte ſind
angehalten, dieſe neuen Gewichtsſtücke anzuwenden, und
die Neuerung wird ſowohl von den Geſchäftsleuten als
auch von dem Publikum begrüßt, da es ſeither vielfach
üblich war, anſtatt ¼ Pfund nur 120 Gramm auf die
Wage zu legen. Imübrigen hat die neue Eich=Ordnung
durchweg eine Erhöhung der Gebühren gebracht und
gleichzeitig durchgeführt, daß die Eichämter, die jetzt
ver=
ſtaatlicht ſind, keinerlei Reparaturen mehr übernehmen
dürfen.
— Vogelsberger Höhenklub. Nach dem ſoeben
zur Ausgabe gelangenden Wanderplan wird der
Zweigverein Darmſtadt im Jahre 1912/1913 folgende
Wanderungen unternehmen: 21. April: Langen-
Offen=
bach; 12. Mai: Darmſtadt-Auerbach; 8. und 9. Juni:
Laubach — Schotten — Hoherodskopf — Hartmannshain
7. Juli: Groß=Bieberau — Neunkirchen — Bensheim;
25. Auguſt: Darmſtadt — Nieder=Modau — Reinheim;
15. September: Seligenſtadt-Rückersbacher Schlucht-
Aſchaffenburg; 6. Oktober: Darmſtadt-Gundernhauſen-
Darmſtadt; 3. November: Sprendlingen=Mitteldick-
Nau=
heim; 8. Dezember: Biebesheim-Jägersburg-Lorſch;
12. Januar: Eberſtadt — Melibokus — Zwingenberg;
9. Febr.: Ober=Ramſtadt-Felsberg-Auerbach; 9. März:
Dieburg-Breuberg -Höchſt. — Die erſte Wanderung
findet alſo bereits nächſten Sonntag ſtatt. (Näheres
ſiehe Anzeige in der heutigen Nummer.)
* Hotel „Heß‟. Es wird auch an dieſer Stelle auf
den Donnerstag, den 18. ds., ſtattfindenden Wiener
Komponiſten=Abend aufmerkſam gemacht, wobei
unter anderem „Ouvertüre aus Zigeunerbaron” und
„An der ſchönen blauen Donau” von Johann Strauß
zu Gehör gebracht werden. (S. Anz.)
* Pfungſtadt, 16. April. Nächſten Samstag, den 20.
April, abends ½9 Uhr, findet bei Gaſtwirt Valentin Koch,
„Rheiniſcher Hof” in Pfungſtadt, auf Veranlaſſung des
Vaterländiſchen Arbeitervereins Hahn eine
Verſammlung ſtatt, in welcher Herr Arbeiterſekretär Peter
aus Frankfurt über Zweck und Ziele der vaterländiſchen
Arbeitervereine ſprechen wird. Alle vaterländiſch geſinnten
Arbeiter, ſowie die Herren Arbeitgeber und Freunde der
nationalen Arbeiterbewegung ſind hierzu freundlich
ein=
geladen.
Groß=Gerau, 17. April. Der Bauunternehmer
Roſenthal erhielt dieſer Tage einen von der
Schwar=
zen Hand gezeichneten Erpreſſerbrief. Die
Ange=
legenheit wurde der Gendarmerie übergeben, die
hoffent=
lich den Täter bald ermittelt.
* Groß=Gerau, 15. April. Geſtern gab es in einer
Wirtſchaft der Frankfurterſtraße unter jungen Burſchen
eine ſchwere Schlägerei, bei der ein Bierglas dem
einen der Beteiligten die Naſe zertrümmerte und in
Scher=
ben ging. — Die kathol. Kirchengemeinde hatte
geſtern 26 Kinder zur Kommunion getan. In der evangel.
Kirche wurden 13 Kinder konfirmiert. Am 13. Mai findet,
nachdem der Kreis wieder ſeuchenfrei iſt, der erſte
Fer=
kelmarkt ſtatt. Die Bevölkerung begrüßt das mit
Freuden.
* Dornberg b. Groß=Gerau, 16. April. Der früher
lange Zeit in der Brauerei Simmermacher als Bierfahrer
tätig geweſene, zuletzt in der Oelfabrik tätige 47jährige
Johannes Reiß, iſt infolge partieller Arterienverkalkung
plötzlich irrſinnig geworden und mußte in die
Landes=
irrenanſtalt Philippshoſpital gebracht werden. Der
zahl=
reichen Familie des ſoliden, fleißigen Mannes wird
all=
gemeine Teilnahme entgegengebracht.
Offenbach, 17. April. Zu den Projektierungskoſten
der elektriſchen Bahnverbindung Seligenſtadt
—Klein=Krotzendurg-Hainſtadt-Groß=Auheim-Klein=
Auheim-Mühlheim-Dietesheim-Offenbach ſoll, wie in
der Sitzung des Verfaſſungsausſchuſſes
be=
ſchloſſen wurde, mit Rückſicht auf das Projekt der
Bahn=
verbindung Seligenſtadt-Bieber-Offenbach kein Zuſchuß
gewährt werden, da es ſich um ein Konkurrenzunternehmen
handelt. — Nachdem das Kanaliſations=Projekt
des Dr.=Ing. Heyd gegen Ende des vorigen Monats bei
der Stadt eingetroffen iſt, ſind vom Tiefbauamt noch
um=
fangreiche Vorarbeiten zu erledigen, ehe an die praktiſche
Ausführung des Projektes gegangen werden kann. Dr.=Ing.
Heyd wird ſich in einer öffentlichen Sitzung der
Stadt=
verordneten ſelbſt eingehender über ſein Projekt und die
Koſten verbreiten.
Offenbach, 16. April. In einem Abteil zweiter
Klaſſe der Lokalbahn von Sachſenhauſen nach
Offen=
bach erlitt der Reiſende Karl Schreiber von Offenbach
einen Schlaganfall der ſeinen ſofortigen Tod
her=
beiführte.
Mainz, 17. April. Ein überaus frecher
Laden=
diebſtahl wurde in einem Geſchäft der Gaugaſſe
ver=
übt. Die Inhaberin iſt ſchon längere Zeit erblindet;
des=
halb ſteht die Tochter der Frau dem Geſchäfte vor. Als
das Mädchen vorgeſtern nachmittag auf ganz kurze Zeit
den Laden einmal verließ, öffnete ein Unbekannter die
Ladentür, eilte an den Ladentiſch, zog die Kaſſe heraus,
entnahm ihr einen Betrag von über 40 Mark und
ent=
fernte ſich. Als das Mädchen auf das Klingeln der
La=
denglocke in den Laden hinabeilte, fand es nur noch die
Türe offen ſtehen. Vor Schrecken lief es in ein
gegen=
überliegendes Haus und holte Hilfe herbei, doch konnte
man nur noch feſtſtellen, daß die Ladenkaſſe geplündert
worden war. Durch einen im gegenüberliegenden Haus
wohnenden kranken Herrn der am Fenſter geſeſſen hatte,
wurde noch folgendes feſtgeſtellt: Ungefähr eine halbe
Stunde vorher ſei ein mit einem Havelock bekleideter
Un=
bekannter fortwährend an dem Ladenlokal
vorübergegan=
gen; plötzlich ſei der Unbekannte raſch in den Laden
ge=
eilt und unmittelbar darauf ſei er mit einem Gegenſtand
unter dem Havelock wieder herausgekommen und die
Gau=
gaſſe hinabgelaufen. Später ſtellte es ſich heraus, daß
der Unbekannte auf den Acker gegangen war und dort die
Kaſſe geleert hatte; dann warf er ſie fort, worauf ſie von
Vorübergehenden aufgefunden worden war. — Ein
jun=
ger Mechaniker wollte geſtern nachmittag am Rhein
ein Motorrad einfahren. Als er am Schloßtor
ein=
biegen wollte, geriet er durch zu ſchnelles Fahren auf
den von Fußgängern ſtark begangenen Promenadeweg
und fuhr mit voller Wucht auf die Umfaſſungsmauer. Der
Mechaniker kam unter das Motorrad zu liegen, er ward
im halbbewußtloſen Zuſtande von Vorübergehenden
her=
vorgezogen. Nach einiger Zeit erholte er ſich wieder. Das
Motorrad wurde durch den Anprall ſtark beſchädigt.
(Tgbl.)
K. Bad=Nauheim, 16. April. Im Auftrag der
Kai=
ſerin iſt der hieſigen Bürgermeiſterei ein Schreiben
zu=
gegangen, das von Freiherrn v. Mirbach unterzeichnet iſt.
In demſelben läßt die hohe Frau den Bewohnern der
Stadt ihren aufrichtigen Dank ausſprechen für den überaus
freundlichen Empfang und die ſo prächtige Ausſchmückung
der Straßen und Häuſer, womit ſie die Ankunft Ihrer
Majeſtät begrüßt haben. Die Kaiſerin hat Herrn
Medi=
zinalrat Dr. Groedel, in deſſen Villa ſie Wohnung
genom=
men hat, ihre Anerkennung und Genugtuung über die
innere, ſchlichte Ausführung der Räume ausſprechen laſſen,
und beſonders erwähnt, daß ſie ſich in ihrem Heim recht
wohl fühlt. Die hohe Frau hat in der letzten Zeit faſt
täglich Bäder genommen. Sie badet in der Fürſtenzelle
des Badehauſes IV. Gewöhnlich morgens gegen 10 Uhr
fährt ſie ins Bad und ruht dann dortſelbſt einige Zeit,
½1 Uhr kehrt ſie gewöhnlich zurück. In ihrer Begleitung
befinden ſich ſtets Hofdame v. Keller und Oberhofmeiſter
Frhr. v. Mirbach. Des Nachmittags unternimmt die hohe
Frau ſehr oft längere Spazierfahrten per Automobil in
die Umgebung. Der Weg führt meiſtens durch unſere
prächtigen Waldungen. Sehr oft geht ſie auch mit ihrer
näheren Umgebung in dem Park um den großen Teich
ſpa=
zieren. Vor der Villa Groedel ſammeln ſich zu den
Aus=
fahrzeiten zahlreiche Menſchen an, die der Kaiſerin
leb=
hafte Ovationen bereiten. Ein beſonderer Wunſch des
hohen Gaſtes war es, daß die farbenprächtigen
Dekoratio=
nen, die den Sprudelhof zierten, in den letzten Tagen
weg=
gebracht wurden. Sie wolle den Sprudelhof auch einmal
in ſeiner Natürlichkeit ſehen. Die vielfach von einigen
Zeitungen gebrachten Meldungen, die Kaiſerin werde
An=
fang Mai in Homburg zur Nachkur eintreffen, iſt nach
Er=
kundigungen an hieſigen amtlichen Stellen nicht zutreffend.
Die Kaiſerin wird bis Ende Mai hier verweilen. Die
offizielle Kurzeit hat mit dem geſtrigen Tag wieder
be=
gonnen. Die Kurkapelle, das Winderſtein=Orcheſter vom
Gewandhaus aus Leipzig, iſt wieder angekommen und
gibt nun wieder nachmittags und abends Konzerte. Die
Kapelle hat eine Stärke von 55 Mann und ſteht unter der
Leitung des Profeſſors Hans Winderſtein. Die Leſehalle
iſt geſtern eröffnet worden. Die Badehäuſer 2, 6, 8 und 9
ſind wieder eröffnet, ebenſo das Inhalatorium. Die Zahl
der jetzt anweſenden Kurgäſte beträgt 550.
Gedern, 16. April. Zur Vermeidung der durch den
Bahnbetrieb auf der Kreisſtraße Gedern-Stockheim
be=
ſtehenden Gefahren beabſichtigt die
Eiſenbahnver=
waltung, da die Bahn Stockheim-Gedern oft große
Strecken die genannte Kreisſtraße mit benutzt, die Geleiſe
an ſolchen Stellen durch Prellſteine und
Trenn=
ungsgitter von der Straße abzuſchließen. Auch ſoll
die Kreisſtraße an gefährdeten Stellen verbreitert werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 16. April. Der Präſident
des Reichstages Dr. Kaempf gab heute abend den
Mitgliedern des Deutſchen Handelstages
an=
läßlich der Ausſchußſitzung ein Abendeſſen. Es waren
gegen 140 Gäſte erſchienen, darunter die Staatsſekretäre
Dr. Delbrück, v Kiderlen=Wächter, Dr. Lisco Kühn, die
Unterſtaatsſekretäre Richter, Zimmermann, Wahnſchaffe
und Granzow der Direktor im Auswärtigen Amt Körner,
der Direktor im Reichsamt des Innern Dr. Lewald, der
Direktor im Handelsminiſterium Neuhaus; ferner der
Vizepräſident des Reichstages Dr. Paaſche der Direktor
des Reichstagsbureaus Jungheim, der Präſident der
Ber=
liner Handelskammer Geheimrat Herz, die
Vizepräſiden=
ten von Mendelsſohn und Geheimrat Ravené, der Präſi=
Moderne Kraftfernleitungen und ihre
Gefahren.
** Die bei der raſchen Entwickelung moderner Kraft=
Fernleitungen überaus wichtige Frage, ſchädliche
Neben=
wirkungen kilometerlanger. Leitungen zu vermeiden,
be=
ſchäftigte den Märkiſchen=Verein von Gas=, Elektrizitäts=
und Waſſerfachmännern auf ſeiner am 14. April in
Ber=
lin ſtattgefundenen 33. Jahresverſammlung.
Wie der Referent, Herr Oberingenieur Albrecht,
aus=
führte, laſſen ſich ſelbſtverſtändlich bei Fernleitungen,
mögen ſie nun Gas oder Elektrizität betreffen, Gefahren
nicht ganz vermeiden. Es hat ſich jedoch in der Praxis
gezeigt, daß die Gefahren=Chance ſowohl für Flora und
Fauna wie auch für die Menſchen bei elektriſchen Leitungen
ganz ungleich größer iſt, als bei Gasfernleitungen. Auf
Grund ſorgfältiger Erhebungen bei Gaswerken, welche
Fernleitungen haben, ergab ſich bisher, daß die Undich=
Eigkeit der Gasfernleitungen infolge von Erdbewegungen
praktiſch nur äußerſt ſelten zu Schädigungen geführt hat.
Der intenſive Gasgeruch iſt für Menſchen und Tiere
recht=
zeitig ein Warnungsſignal, während der Baumwuchs, wie
eine ganze Reihe experimenteller Verſuche nachgewieſen
hat, durch kleinere Gasausſtrömungen überhaupt nicht
be=
einflußt wird. Hingegen haben ſich die Fernleitungen für
hochgeſpannten elektriſchen Strom insbeſondere für die
Vogelwelt als ſehr verhängnisvoll erwieſen. Der
Lan=
desverband ſächſiſcher Tierſchutzvereine, der ſich mit dieſer
Frage ausführlich beſchäftigt hat, weiſt darauf hin, daß
nsbeſondere die an den Hochſpannungsleitungen
ange=
drachten Zugbügel verhängnisvoll werden, weil die Vögel
ich gern auf die Leitungsdrähte ſetzen, nach dem Büge!
dicken und ſo Kurzſchluß herſtellen. Der genannte Verein
ringt weiter eine geradezu frappierende Fülle von
Ma=
erial aus faſt allen Gegenden Deutſchlands, wonach
tau=
ende von Vögeln jahraus jahrein der hochgeſpannten
Elektrizität zum Opfer fallen. Was ſoll man dazu ſagen,
denn, wie feſtgeſtellt, auf einer Strecke von 1000 bis 1500
Meten Länge 16 Turmfalken, 3 Buſſarde, 3 verſchiedene
Eulen, 2 Stare und ein halbes Dutzend andere Vögel, und
in einem zweiten Falle 8 Turmfalken, 4 Schleier=Eulen,
2 Sumpfrohr=Eulen, 2 Buſſarde, viele Dohlen und eine
große Menge Stare unterhalb einer Hochſpannungsleitung
tot aufgefunden wurden? Es muß dabei noch berückſichtigt
werden, daß die Raubvögel die Leitungspunkte bereits
als gute Beuteplätze kennen und die durch den Strom
ge=
töteten Vögel verſchleppen. Es unterliegt wohl keinem
Zweifel, daß, wenn die Verhältniſſe nicht geändert
wer=
den, unſere ſchon ſo wie ſo ſchwer gefährdete Vogelwelt
(man denke nur an das maſſenweiſe Hinmorden unſeren
Zugvögel durch die Italiener) durch die
Ueberlandzen=
trale der Vernichtung zugeführt wird.
Daß die elektriſchen Ueberlandzentralen aber auch für
Menſchen gefährlich ſind, dafür bringt die Preſſe faſt
täg=
lich Belege. Immer wieder wird von Unfällen
ſpielen=
der Kinder berichtet, die durch hochgeſpannte Elektrizität
verletzt wurden. Auch die Entwickelung der modernen
Luftſchiffahrt leidet in der empfindlichſten Weiſe unter den
Starkſtromleitungen. In Luftſchifferkreiſen iſt man ſich
über dieſe Gefahr bereits längſt im klaren; ſo iſt z. B.
der Hamburger Verein bei der Regierung um Abhilfe
vor=
ſtellig geworden. Namentlich landenden Luftfahrzeugen
werden dieſe Starkſtromleitungen überaus gefährlich.
Schleiffahrten von Ballons, wie man ſie bei Sturm oder
Nacht machen muß, ſind durch die
Hochſpannungsleitungs=
drähte unmöglich geworden, und die Ballonreiſenden
ſchweben in ſtändiger Lebensgefahr, da erfahrungsgemäß
bereits das naſſe Schlepptau bei der Berührung mit einem
Hochſpannungsdraht eine Blitzwirkung auf die Inſaſſen
des Ballons ausübt, wie es kürzlich bei dem Unglück des
Militär=Ballons in Straßburg zutage getreten iſt. In
dem Jahrbuch des Deutſchen Luftſchifferverbandes kommt
ein gründlicher Kenner dieſer Materie, Herr Stabsarzt
Dr. Flemming, zu dem Ergebnis, daß dieſe Gefahren ſich
nur durch unterirdiſche Verlegung der elektriſchen
Hoch=
ſpannungsleitungen vermeiden laſſen, und daß ſämtliche
oberirdiſchen Leitungen beſeitigt werden müſſen.
Feuilleton.
W-l. Großh. Hoftheater. Die zweite Aufführung der
Oper „Der Schmuck der Madonna” am Dienstag,
die ebenfalls gut beſucht war, gewann ein erhöhtes
In=
tereſſe dadurch, daß in der weiblichen Hauptrolle der
Maliella Frl. Martha Bommer vom Königl. Theater
in Wiesbaden auftrat und man dadurch in der Lage war,
eine andere Auffaſſung der Rolle kennen zu lernen. Die
Verſchiedenheit in der Auffaſſung iſt in der Hauptſache
darin begründet, daß Frl. Geyersbach Vertreterin des
jugendlichen und Frl. Bommer ihrem Stimmcharakter
nach Vertreterin des Soubrettenfaches iſt. Natürlich kann
die Partie der Maliella ebenſo wie die der Carmen von
einer Soubrette geſungen werden. In dieſem beſonderen
Falle prädeſtiniert die äußere Erſcheinung Frl. Bommer
geradezu für dieſe Rolle. Die glutäugige, ſinnliche und
leidenſchaftliche Südländerin, deren verführeriſche
Schön=
heit die Männer berückt, kann kaum beſſer verkörpert
wer=
den, als es durch ſie geſchieht. Andererſeits fehlt etwas,
wo dieſe Perſönlichkeit nicht vorhanden iſt. Auch
ge=
ſanglich ſtand Frl. Bommer auf der Höhe und darſtelleriſch
wußte ſie durch ihr reich nuanciertes Spiel und ihre
lebendige Mimik zu feſſeln. So bot ſie alles in allem eine
wohlgelungene, durch die perſönliche Note intereſſante
Leiſtung.
C.K. Maſſenets neue Oper. Aus Paris wird berichtet:
Am 21. dieſes Monats wird in der Pariſer Großen Oper
Maſſenets neues Werk ſeine Uraufführung erleben, die
Oper „Roma” die kürzlich vollendet wurde und in
Frank=
reich noch nicht gegeben worden iſt. Die Handlung des
Werkes ſtützt ſich auf eine Dichtung des verſtorbenen
Alexan=
der Paroli. Rom iſt von Hannibal beſiegt, die von Paul
Emilius dem karthagiſchen Eroberer entgegengeführten
Legionen ſind geſchlagen; nur Lenthulus entging dem Tode,
um blutgedeckt die Trauerkunde von der Niederlage in die
Stadt zu bringen. Doch der Pontifex Maximus befragt
das Orakel und verkündet dann dem Volke, daß die Nieder=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. April 1912.
Nummer 91.
dent des Reichsbankdirektoriums Havenſtein; ferner die
Präſidenten der Handelskammern von Potsdam,
Düſſel=
dorf, Lübeck, Mainz, Solingen, Brandenburg und
Magde=
burg. — Eine Summe von 27000 Mark wurde von dem
Landgericht I in Berlin 28 Tiefwerder Fiſchern
zuerkannt für durch Flußbauten hervorgerufene
Behin=
derung bezw Benachteiligung der Fiſcherei in der
unte=
ren Spree. Die Fiſcher hatten auf vollſtändige Ablöſung
ider Fiſcherei für 90000 Mark geklagt. — Heute
nachmit=
tag ſetzten ſich zwei 5jährige Knaben am Weidenweg auf
die herabhängenden Fäſſer eines vorüberfahrenden
Bier=
wagens und fuhren ein Stück mit. Als ſie
herabſpran=
gen, wurden ſie von einem entgegenkommenden
Bier=
wagen überfahren. Einer ſtarb auf der Unfallſtation,
der andere lebt noch und iſt ſchwer verletzt.
Frankfurt, 16. April. Ein Fremder, der ſich unter
dem Namen eines Rittergutsbeſitzers Loſchinski hier in
der Kaiſerſtraße eingemietet hatte, ließ ſich von einem
Juwelier für 11000 Mark Juwelen zur Auswahl in
ſeine Wohnung ſchicken. Während der Bote im
Vorzim=
mer wartete, verſchwand der Fremde durch eine Nebentür
mit der Auswahlſendung. Er kam aber nicht weit, denn
als er den Hauseingang paſſieren wollte, wurde er von
einem zweiten Angeſtellten, den die Firma der
Vorſicht halber mitgeſchickt hatte, feſtgenommen
und der Polizei übergeben.
Dresden, 17. April. Der Schuhmachergeſelle Jung
in Dresden, der bei der letzten Reichstagswahl
für einen Verhafteten einen Stimmzettel abgegeben hat,
wurde deshalb zu zwei Monaten Gefängnis
ver=
urteilt.
Remſcheid, 16. April. Bei einem Feuer, das in der
Wohnung des ſtädtiſchen Schlachthallenwärters ausbrach,
rettete der 14jährige Sohn ſeine vier Geſchwiſter. Er
drang nochmals in das Wohnzimmer, um ſeine Eltern,
die bereits betäubt waren, ins Freie zu ſchleppen. Sein
Rettungswerk mißlang. Die Eltern und ihr Sohn
wur=
den als Leichen aufgefunden.
Glatz, 16. April. Durch Kohlengaſe eines undicht
gewordenen Heizkörpers ſind heute vormittag bei der
Er=
öffnungsfeier in der Aula des Gymnaſiums 13 Schüler
erkrankt faſt nur Sextaner und Quintaner. Aerzte
halfen ſofort, Gefahr beſteht nicht.
Inſterburg, 17. April. Eine Aufſehen erregende
Verhaftung meldet das Oſtpreußiſche Tageblatt:
Als geſtern der bekannte königlich preußiſche
Grenzkom=
miſſar Hauptmann Dreßler eine hohe ruſſiſche
Perſön=
lichkeit über die Grenze begleitete, wurde er bei ſeiner
Rückkehr von der ruſſiſchen Grenzpolizei verhaftet und
bis zur Stunde iſt er noch nicht ausgeliefert worden. Die
Ruſſen begründen die Verhaftung mit Spionage. Von
preußiſcher Seite ſind ſofort die notwendigen Schritte
unternommen worden, um die Angelegenheit
aufzu=
klären.
Kriſtiania, 16. April. Das Storthing hat heute
einſtimmig beſchloſſen, 136365 Kronen als Zuſchuß zu
Amundſens Expedition nach der Antarktis zu
bewilligen.
Reykjavik, 16. April. Der franzöſiſche Schooner „Cent
Yſes” iſt am Samstag nachts mit dem isländiſchen
Kutter „Schwanen” zuſammengeſtoßen. Der
Schoo=
ner war hier mit 12 Mann der Beſatzung des Kutters
eingetroffen. Das Schickſal des „Schwanen” und ſeiner
übrigen Beſatzung von 14 Mann iſt unbekannt.
Paris, 17. April. Wie aus Toulon gemeldet wird,
heißt der unter dem Verdacht der Spionage
ver=
haftete Arbeiter Zimmerle. Er iſt der Sohn eines
aus dem Elſaß ſtammenden Obermaatsmann der
Kriegs=
marine. Zimmerle war ſeit vier Jahren als
Photogra=
phengehilfe im Archiv der Marineartillerie beſchäftigt.
Jüngſt waren mehrere Schriftſtücke betr. die Umgeſtaltung
des 305 mm=Geſchützes verſchwunden und der Verdacht
lenkte ſich auf Zimmerle, da dieſer mit ſeiner Geliebten,
einer Italienerin namens Amelia Jcardie,
ungewöhn=
lich große Geldausgaben machte. Die beiden wurden
auf dem Bahnhofe von Toulon in dem Augenblick
feſtge=
nommen, als ſie aus Nizza zurückkehrten. Die Polizei
nahm im Landhauſe des in Toulon wohnenden Zimmerle,
ſowie in der Wohnung ſeiner Schweſter und ſeiner
Ge=
liebten eine Durchſuchung vor, über deren Ergebnis
ſtrengſtes Stillſchweigen beobachtet wird. Zimmerle und
ſeine Geliebte leugnen bisher hartnäckig jede Schuld.
Sitzung des Kreistages des Kreiſes Darmſtadt.
St. Darmſtadt, 17. April.
Im Rathausſaale hierſelbſt tagte geſtern der
Kreis=
tag des Kreiſes Darmſtadt unter dem Vorſitz des Herrn
Provinzialdirektors Fey.
Nach Feſtſtellung der Beſchlußfähigkeit — es ſind 13
Mitglieder anweſend — wurden zu Urkundsperſonen die
Herren Beig. Schmidt und Ortsgerichtsvorſteher
Müller gewählt. Zu Ehren des verſtorbenen
Bürger=
meiſters Müller= Roßdorf erheben die Anweſenden
ſich von ihren Plätzen. Der Vorſitzende ſtellt dann die
Herren Kreisbauinſpektor Baurat Baltz und
Kreisamt=
mann Michel der Verſammlung vor.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Den
Verwaltungsbericht
erſtattet der Vorſitzende. Er führt etwa folgendes aus:
Ich freue mich feſtſtellen zu können, daß ich das, was ich am
27. März dieſes Jahres bei dem Provinzialtage über die
Finanzverhältniſſe und die wirtſchaftliche Lage der
Pro=
vinz geſagt habe, auch bei dem Kreiſe Darmſtadt zum
Ausdruck bringen darf, daß nämlich ſeine finanzielle und
ſeine wirtſchaftliche Lage eine durchaus günſtige iſt. Die
Rechnung der Kreiskaſſe ſchließt mit einem verfügbaren
Reſt von 30 361 Mark ab. Die allgemeinen Kreisumlagen
betrugen im letzten Rechnungsjahre 454354 Mark, im
neuen Voranſchlagsjahre 1912 ſollen ſie 1000 Mk. weniger
betragen. Dabei iſt das Betriebskapital und der
Reſerve=
fonds um zuſammen 6000 Mark erhöht worden. Ferner
konnte der Betrag für Kreisunterſtützungen von 210669
auf 222000 Mark, alſo um rund 12000 Mark, entſprechend
den wachſenden Anforderungen, welche insbeſondere durch
die Irrenpflege und die Zwangserziehung verurſacht
wer=
den, erhöht werden. Auch für die Verbeſſerung der
Kreisſtraßen, insbeſondere für Kleinpflaſter, ſind im
Hin=
blick auf den geſteigerten Verkehr und die raſchere
Abnutz=
ung derſelben entſprechende Mittel eingeſtellt worden.
Für das Rechnungsjahr 1911 wurde an Kreisumlagen
ein Zuſchlag von 13,42 Prozent auf die
Kommunalſteuer=
kapitalien erhoben. Für 1912 wird ſich vorausſichtlich ein
geringerer Zuſchlag als 13,42 Prozent berechnen,
veran=
laßt durch die Zunahme der Steuerkapitalien. Die
Kom=
munalſteuerkapitalien des Kreiſes betrugen 1910:
3 318 578,6 Mark. 1911.: 3 367 780,4 Mark.
Unter den für die wirtſchaftliche Lage des Kreiſes
und für ſeine ſonſtige Entwickelung bedeutungsvollen
Vörgängen des letzten Jahres ſind zu nennen:
1. Das Zuſtandekommen der Heſſiſchen
Eiſenbahn= Aktiengeſellſchaft unter
Be=
teiligung der Stadt Darmſtad t, der
Süd=
deutſchen Eiſenbahngeſellſchaft und der
Provinz Starkenburg.
Durch dieſe Geſellſchaft, welche in einem
Ueberland=
werk Licht und Kraft für die Landgemeinden abgeben,
außerdem die vorhandenen Dampfbahnen in elektriſche
Bahnen umändern und in die Provinz hinaus
weiter=
führen will, werden die wichtigſten Intereſſen der Stadt
Darmſtadt und der Landgemeinden unſeres Kreiſes
be=
rührt. Die Verhandlungen der Geſellſchaft mit den
Land=
gemeinden des Kreiſes wegen Lieferung von elektriſchem
Licht und Kraft werden nun alsbald weiter geführt
wer=
den. Hoffentlich werden die Landgemeinden ſich
anſchlie=
ßen. Durch Einführung von elektriſchem Licht und Kraft
ſichern ſich die Landgemeinden eine gedeihliche zukünftige
Entwickelung, und auch für diejenigen, welche bereits
Elektrizitätswerke beſitzen, wird die Frage zu prüfen ſein,
ob es nicht finanziell für ſie günſtiger iſt, wenn ſie ſich
mit dem Ueberlandwerk vereinbaren und Licht und Kraft
von dieſem beziehen; eine Frage, die, ſo weit wir ſie bis
jetzt rechneriſch prüfen konnten, für viele Werke zu
be=
jahen iſt.
2. Die Gründung einer Kreisgruppe
des Heſſiſchen Vereins für ländliche
Wohlfahrts= und Heimatpflege, ſowie
ländliche Kunſtpflege.
Auch auf dieſen Vorgang darf aufmerkſam gemacht
werden, da er nicht nur für das Land, ſondern auch für
die Stadt, welche mit dem Lande in den zahlreichſten
Be=
ziehungen ſteht und für welche das Land eine nicht zu
unterſchätzende ſtete Quelle von Verjüngung und Kraft
bildet, Bedeutung hat. Die Wohlfahrtspflege, die in der
Stadt hoch entwickelt iſt, läßt dieſe Entwickelung auf dem
Lande öfter noch vermiſſen. Auch die Kunſtpflege in
einer für das Land paſſenden, der Bevölkerung desſelben
verſtändlichen Weiſe, muß gefördert werden, denn ſie ſoll
nicht nur eine Pflegeſtätte in der Stadt finden, ſondern
auch der in unſerem Landvolk ſeit Jahrhunderten ſteckende
geſunde, tiefe und echte Sinn für Heimatkunſt ſoll immer
mehr hervorgeholt, neu belebt und gefördert werden. Wir
haben in Herrn Profeſſor Dr. Frenzel als
Ge=
ſchäftsleiter der Kreisgruppe eine verſtändnisvolle, mit
Herz und Sinn der Sache eifrig ſich widmende
Perſönlich=
keit gefunden. Die Kreisgruppe, deren Vorſtand bereits
eine größere Anzahl Damen und Herren aus den
Land=
gemeinden angehören, arbeitet mit der Kreisverwaltung
und den Gemeindeverwaltungen zuſammen und ſoll die
Tätigkeit beider auf dieſem Gebiete unterſtützen und
för=
dern. Wir wollen die ländliche Kultur fördern, ihr aber
ihre beſondere Eigenart erhalten. Die Förderung der
Krankenpflege auf dem Lande ſoll uns
beſon=
ders am Herzen liegen. Wir wollen ferner an die in den
größeren Landgemeinden mit vielem Beifall und
ſchön=
ſtem Erfolg eingerichtete Fürſorge der „Großh.
Zen=
trale für Mutter= und Säuglingsſchutz”
nun auch eine weitere Fürſorge für das ſpätere
Lebens=
alter hilfs= und ſchutzbedürftiger Kinder, ähnlich den, in
den Städten vom Aliceverein muſtergültig
getrof=
fenen Einrichtungen anſchließen. Wir wollen in der
Jugendfürſorge und Jugendpflege dafür ſorgen, daß das
Land mit der Stadt mehr gleichen Schritt halten kann.
Auf dem Gebiete der Jugendfürſorge müſſen wir hier der
hervorraglenden Tätigkeit der
Stadtver=
waltung Darmſtadt und der erfolgreichen Bemüh=
ungen, wie ſie durch Herrn Bürgermeiſter Mu eller
zur Einigung und zum zielbewußten Vorgehen auf
die=
ſem Gebiete betätigt worden ſind anerkennend gedenken,
Gedenken müſſen wir aber auch einer überaus wichtigen
Neuorganiſation auf dem Gebiete der Jugendpflege, des
„Bundes Jungdeutſchland‟
der die körperliche und geiſtige, ſittliche und nationale
Kräftigung unſerer heranwachſenden Jugend bezweckt.
Unſer Kreis iſt in einen Stadtbezirk (Bezirksvorſtand:
Herr Bürgermeiſter Mueller) und einen Landbezirk (
Be=
zirksvorſtand: Herr Profeſſor Dr. Frenzel) eingeteilt. Der
Zuſammenhang mit der allgemeinen Organiſation der
Jugendwohlfahrtspflege iſt durch dieſe Herren aufs beſte
geſchaffen und gewährleiſtet. Die
Gemeindeverwaltun=
gen und die Kreisverwaltung dürfen es an einer
Förder=
ung und Unterſtützung dieſer vaterländiſchen Sache, der
ein ſegensreicher Erfolg gewünſcht werden muß, nicht
fehlen laſſen. Wir haben nicht nur hierfür, ſondern auch
für die weitere Förderung der Volksbildung,
um die ſich ſeither ſchon zahlreiche Vereine und
Perſön=
lichkeiten im Kreiſe Verdienſte erworben haben, Mittel
vorgeſehen. Auch für unſere
Kreiswanderhaus=
haltungsſchule, welche ſich beſtens entwickelt und
in der wir eine für unſere ländliche weibliche
Jugend=
hervorragende Einrichtung auf dem Gebiete der
länd=
lichen Wohlfahrtspflege beſitzen, haben wir die
erforder=
lichen Beträge vorgeſehen. Ebenſo haben wir dem
Ver=
ein „Braunshardter Heim” der ſich durch Unterbringung
ſchutzbedürftiger Mädchen ſehr anerkennenswerte
Ver=
dienſte erwirbt, Mittel eingeſtellt. Daß der Kreis eine
auf dem Gebiete der
ſozialen Fürſorge
ganz hervorragende, für die Gemeinden eintretende und
dieſe ganz erheblich entlaſtende Stelle einnimmt, iſt
immer noch nicht genügend bekannt und wird noch nicht
genügend gewürdigt. Der Kreis hat der Stadt
Darm=
ſtadt und den Landgemeinden folgende
Ver=
pflichtungen abgenommen und beſtreitet aus ſeiner Kaſſe:
1. Pfleggeld für etwa 225 ortsarme
Geiſteskranke
100 000 Mark
2. Pfleggeld für etwa 25 ortsarme
Schwachſinnige
10000
3. Pfleggeld für etwa 5 ortsarme
Blinde
1500
4. Pfleggeld für etwa 25 ortsarme
Epileptiſche
15000
5. Die Hälfte der
Zwangserziehungs=
koſten für 280 Zöglinge (die andere
Hälfte zahlt der Staat)
0000
Summa: 156 500 Me
Die Ausgaben der Straßenunterhaltun
halten viele Leute, namentlich auf dem Lande, ſelbſt. i
unſerem Zeitalter der Selbſtverwaltung noch, für die
Hauptbelaſtung der Kreiſe. Das iſt ein Irrtum.: Die
Belaſtung unſeres Kreiſes — und ähnlich liegt das auch
in vielen anderen Kreiſen — durch die Unterhaltung der
Kreisſtraßen iſt verhältnismäßig gering, ſie beträgt nur=
24 354 Mark. Die Geſamtunterhaltungskoſten belaufen
ſich auf 95029 Mark. Der Staat trägt zu den
Unter=
haltungskoſten 46 320 Mk., die Provinz 24 354,50 Mk. bei.
Zu den 95000 Mark kommen noch für Verzinſung und
Tilgung der Kleinpflaſteranlagen als Anteil des Kreiſes
4695 Mark. Die gleiche Summe trägt die Provinz bei.
Durch Eingehen einer Kreisſtraßenmeiſterſtelle, einer
Straßenwärter= und einer Obſtbaumwärterſtelle haben
wir auf Vereinfachung und Koſtenerſparnis hingewirkt.
Die Länge der Kreisſtraßen im Kreiſe Darmſtadt beträgt
zurzeit 168 Kilometer, ihr Wert beträgt zuſammen
5 620 421 Mark und verteilt ſich wie folgt: Geländewert:
2 500 972 Mark, Baukoſten: 2 932024 Mark. Bäume: 158600
Mark, Grasnutzung: 28825 Mark. Unſere Kreisſtraßen
ſind in den letzten Jahren weſentlich verbeſſert worden
und weitere Verbeſſerungen ſtehen bevor. Wir
verdan=
ken dies dem Zuſammenarbeiten der Bauverwaltung mit
den Organen der Selbſtverwaltung des Kreiſes. Es be= deshalb ein wichtiges Intereſſe, namentlich der
Landgemeinden des Kreiſes, daran, daß die
Vereinig=
ung des Bauweſens mit der
Selbſtver=
waltung, wie ſolche durch das Kunſtſtraßengeſetz
ge=
ſchaffen iſt, aufrecht erhalten wird. Aenderungen
hier=
bei dürfen nur unter voller Aufrechterhaltung dieſer Ver= ſtattfinden. Der Verſuch einer Herausnahme
der Bauverwaltung aus der Selbſtverwaltung müßte als
eine unſerer Entwickelung nicht förderliche Schmälerung
der Rechte derſelben und als ein Rückſchritt
zurückgewit=
ſen werden. Die Kreiſe müſſen die gleichen Rechte als
Selbſtverwaltungskörper beanſpruchen wie Städte, wil
ſind daher durchaus damit einverſtanden, wenn die
Ver=
einigung der Bauverwaltung mit der Selbſtverwaltung
in ähnlicher Weiſe ausgeſtaltet wird, wie dies in der
ſtädtiſchen Verwaltung der Fall iſt. Ueber die
Mitwirkung und Tätigkeit des Kreis
ausſchuſſes bei der
Kreisverwaltung=
ſei angeführt, daß deſſen Geſchäftsumfang ſtets wächſt,
Im Berichtsjahre wurden 1232 Gegenſtände durch
Bes=
ſchlüſſe und Entſcheidungen erledigt, darunter 48
Gegen=
ſtände im ſtreitigen Verfahren.= Auch der Umfangde
Geſchäfte der Kreisverwaltung überhaupt in einen
Kreiſe, der 138000 Einwohner zählt, von denen allein auf
die Landgemeinden 51000 entfallen, wächſt mit der
Ent=
wickelung des öffentlichen Lebens und dem Hervortreten
allgemeiner Intereſſen, die gewahrt werden müſſen. Un
ſere Kreisverwaltung arbeitet im Verhältnis zu den Nache
barſtaaten und im Verhältnis zu den uns geſtellten Aufe
gaben mit wenig Beamten, das wird jetzt auch dank der
von dem Herrn Miniſter des Innern in den
Ständekammern gegebenen Aufklärungen
immer mehr anerkannt. Dieſer erfreulichen Aufklärung
iſt auch die definitive Wiederbeſetzung einer
Kreisamt=
mannſtelle bei dem Kreisamt zu danken. An Arbeit fehlt
es der Kreisverwaltung nicht, möge ihre auf das
Wohl der Bevölkerung in Stadt und Land
gerichtete Arbeit von Segen ſein. Möge
ſich der Kreis günſtig weiter entwickeln
Eswird dies der Fall ſein, wenn Stadt und
Land ſich verſtehen und in wichtigen Fra
gen einig zuſammenhalten!
Der Bericht wird debattelos gutgeheißen.
Es folgt
Prüfung und Begutachtung der
Kreiskaſſe=
rechnung und der Rechnung der Kreis=
Abdeckereikaſſe für 1910.
Die Kreiskaſſe ſchließt ab in Einnahmen mit
702972 Mark gegen im Voranſchlag vorgeſehene 675253
Mark, alſo mit einem Mehr von 28678 Mark, in
Auss=
gaben mit 655 123 Mark, gegen den Voranſchlag mehr
14910 Mark und weniger 35040 Mark. Verglichen, bleibt
ein Reſt von 47849 Mark. Die Kreisabdeckereikaſſe ſchließt
ab in Einnahmen und Ausgaben mit 27193 Mark gege
lage ein Zeichen vom Zorn der Götter ſei. Er entdeckt
dann auch die Urſache des göttlichen Zornes: die Veſtalin
Fauſta liebt heimlich den Lenthulus. Und dieſe
verbrecher=
iſche Liebe wird noch gefördert von dem Gallier Veſtapor,
der heimlich Rom den Untergang geſchworen hat und den
göttlichen Zorn noch ſteigern will, indem er die Liebenden
zur gemeinſamen Flucht überredet. Er öffnet ihnen die
Pforte zu einem unterirdiſchen Gang, durch den ſie aus
Rom entfliehen: zu ſpät greift der Pontifex Maximus ein.
Doch von Gewiſſensbiſſen gemartert kehrt Fauſta zurück
und liefert ſich dem römiſchen Senat aus: ſie will nicht ihr
Vaterland verderben. Der letzte Akt ſpielt auf dem
Toten=
feld: Fauſta ſoll lebendig begraben werden. Um ihr dies
Schickſal zu erſparen, erſticht die blinde Großmutter
wäh=
rend einer Umarmung das Enkelkind. Während der
Leich=
nam der Veſtalin in die Gruft geſenkt wird, erſcheinen,
vom Volk umjubelt, die von Scipio geführten Legionäre:
Hannibal iſt beſiegt, das ewige Rom gerettet.
* Die Koſtſpieligkeit der chineſiſchen Tracht. Klagt der
deutſche Offizier gelegentlich darüber, wie teuer das Halten
der Uniform und daneben von Zivilkleidung iſt, ſo ſollte er
einmal, meint der Oſtaſiatiſche Lloyd (Schanghai), einen
Blick nach China werfen, wo Geſetz und Sitte an die
Be=
amten noch ganz andere Anforderungen ſtellen. Die
chineſiſchen Beamten müſſen nach der bisher geltenden
Vor=
ſchrift alle vierzehn Tage ihre Uniform oder
Staats=
kleider wechſeln. Da gibt es Gewänder von der
durch=
ſichtigſten bis zur feſteſten Seide=Son Schafpelzen bis zu
den koſtbarſten Zobel= und Herm’äpelzen je nach
Jahres=
ßrit und Vorſchrift. Der chineſiſche Beamte muß in einem
Jahre vierundzwanzig verſchiedene Kleider tragen. Zu
einem Staatskleid gehören ein langes Gewand aus blauer
Seide und ein anderes, etwas kürzeres Gewand aus
dunk=
ler, violetter Seide. Beide Kleider beſtehen immer in
der=
ſelben Güte, mögen ſie nun mit Seide, Watte oder Pelz
ge=
füttert ſein. Da die Gewänder ſo groß und weit ſind. daß
Damen ſie als Abendmäntel benutzen können, ſo kann man
ſich denken, wie teuer die Kleider ſind. Die Chineſen müſſen
außerdem noch über einen großen Poſten von
Privat=
kleidern verfügen können. Da ſind lange Gewänder, Jacken
und Weſten, alles natürlich auch aus Seide. Der Chineſe
beſitzt in ſeiner Kleidung ein Vermögen, das Tauſende
und Abertauſende beträgt. Da jede Art Kleider nur
vier=
zehn Tage lang im Jahre getragen wird, ſo trägt der
Be=
amte ſeine Kleider gar nicht auf, das Ruinieren beſorgen
die Motten und die Zeit.
B. B. Die Kirche und die großen Damenhüte. Gegen
die großen Damenhüte hat jetzt auch die Kirche das Wort
ergriffen. Der Gemeindekirchenrat in Forſt wandte ſich
nämlich mit folgender Auslaſſung an ſeine
Gemeindemit=
glieder: Bei den großen Abendmahlsfeiern haben ſich
wieder alte, oft gerügte Unzuträglichkeiten dadurch gezeigt,
daß die meiſten Frauen und Mädchen der Gemeinde in
Hüten mit weitem Rande zum Altar getreten ſind. Es
wird dadurch den amtierenden Geiſtlichen ſehr große, aber
völlig unnötige Anſtrengung durch zu häufiges und zu
tiefes Bücken auferlegt. Die Frauen und Mädchen der
Ge=
meinde werden daher gebeten, zu der Feier entweder Hüte
ohne Rand aufzuſetzen oder aber den Hut in der Kirchbank
abzunehmen.
Nummer 91.
Seite 5
22708 Mark die im Voranſchlag vorgeſehen waren, alſo
mehr 5323 Mark und weniger 898 Mark. Die Rechnungen
werden genehmigt.
Es folgt Feſtſetzung der
Voranſchläge.
Der Voranſchlag über Einnahme und Ausgabe der
Kreiskaſſe für 1912 ſieht u. a. vor in Einnahmen:
Beiträge der Gemeinden und Gemarkungen: nach den
für die Gemeindeumlagen gültigen doppelten Grund
zahlen und ganzen Einkommenſteuerbeträgen: 1. des
Kreiſes 452000 Mark, 2. ohne Darmſtadt 1217 Mark,
zuſammen 453 217 Mark, Erſatzpoſten 48688 Mark,
Bei=
träge zu Wegbau und Unterhaltungskoſten 117514,61
Mark, Beihilfen für ehemalige Kriegsteilnehmer 17000
Mark, Kaſſevorrat aus den vorhergehenden Jahren
30361,98 Mark. Summe der Einnahmen 738081,97
Mark (Vorjahr 654484 Mark). In Ausgaben ſind
u. a. vorgeſehen: Beſoldungen 30182 Mark,
Kreisunter=
ſtützungen 222025 Mark, Provinzialumlagen 197000
Mark, Unterhaltung und Erbauung von Kreisſtraßen
199097 Mark, Zuſchuß in andere Kaſſen und für
gemein=
nützige Zwecke 5867,16 Mark, Koſten der
Nahrungsmittel=
kontrolle 1350 Mark, Beihilfe an ehemalige
Kriegsteil=
nehmer 17299,88 Mark. Summe der Ausgaben
738 081,97 Mark (im Vorjahre 654 484,14 Mark).
Der Voranſchlag über die Einnahmen und Ausgaben
der Kreis=Abdeckerei für 1912 ſieht vor in
Ein=
nahme und Ausgabe 27086,30 Mark (Vorjahr 23 405
Mark).
Die Voranſchläge werden nach den Referaten des
Vorſitzenden und des Regierungsrats v. Werner
debattelos genehmigt. Der Kreisausſchuß erachtet es
nach den Erfahrungen anderer Kreiſe für angebracht, von
der in Artikel 61 der Kreis= und Provinzialordnung
vorgeſehenen Möglichkeit zwecks Verwaltung und
Beauf=
ſichtigung der Kreis=Abdeckerei einebeſondere
Kom=
miſſion zu bilden, Gebrauch zu machen. Er geht
dabei von der Erwägung aus daß hierdurch eine
weſent=
liche Unterſtützung des Kreisausſchuſſes in ſeinen auf die
Verwaltung und Verbeſſerung der Anſtalt und des
Be=
triebs derſelben gerichteten Beſtrebungen herbeigeführt
werden könne. Der Kommiſion ſoll die Verwaltung und
Beaufſichtigung des Betriebs, einſchließlich der
Beſchluß=
faſſung über beſondere Ausgaben, die ſich innerhalb des
Rahmens des Voranſchlags bewegen, übertragen werden.
Die Kommiſſion ſoll aus vier Mitgliedern beſtehen, und
zwar aus dem Vorſitzenden des Kreisausſchuſſes oder
ſeinem Stellvertreter als Vorſitzendem und drei weiteren
Mitgliedern, als welche vorgeſchlagen werden die Herren:
Kreis=Ausſchußmitglied Kommerzienrat Röder,
Stadt=
verordneter Möſer zu Darmſtadt, ſowie Kreis=Aus
ſchußmitglied Heß zu Pfungſtadt.
Der Kreistag nimmt nach dem Referat des Regier
ungsrats v. Werner den Vorſchlägen zu.
Der Voranſchlag über die Koſten der
Unter=
haltung der Kreisſtraßen für 1912 ſieht u. a
vor: Darmſtadt-Griesheim-Wolfskehlen mit
Abzweig=
ungen nach Büttelborn (Darmſtadt-Mainz) (10,7984
Kilometer) Koſten für 1912 1530 Mark. Darmſtadt-
Wei=
terſtadt-Braunshard-Worfelden einſchl.
Pallaswieſen=
ſtraße (7,8200 Kilometer) 1240 Mark. Darmſtadt-
Grä=
fenhauſen-Mörfelden (8,6890 Kilometer) 11095 Mark,
Darmſtadt-Baierseich (Darmſtadt-Frankfurt) mit
Ab=
zweigungen nach Bahnhof Arheilgen, nach Kranichſtein,
zur Aumühle, nach Bahnhof Wixhauſen und nach
Erz=
hauſen (14,6791 Kilometer) 2380 Mark. Wixhauſen-
Grä=
fenhauſen-Schneppenhauſen bis zur Einmündung in die
Straße Weiterſtadt-Braunshardt (Nr. 2) (5,9860
Kilo=
meter) 640 Mark. Darmſtadt-Meſſel-Urberach (
Darm=
ſtadt-Seligenſtadt) mit Abzweigungen von Meſſel nach
Bahnhof Meſſel, nach Eppertshauſen, ſowie nach
Offen=
thal (17,2375 Kilometer) 2577,50 Mark. Darmſtadt-
Ein=
ſiedel (Darmſtadt-Dieburg) (5,2500 Kilometer) 23 730
Mark. Darmſtadt-Roßdorf-Spachbrücken (Darmſtadt-
Hirſchhorn) mit altem Roßdörfer Wegn (11,1464 Kilo
meter) 1845 Mark. Darmſtadt-Schachenmühlen einſchl
Klappacherſtraße mit Abzweigungen nach Traiſa, nach
Nieder=Ramſtadt, Waſchenbach und Frankenhauſen (13,3360
Kilometer) 3915 Mark. Roßdorf-Ober=Ramſtadt-
Nie=
der=Modau (Roßdorf-Gumpener Kreuz) mit
Abzweigun=
gen von Roßdorf nach Gundernhauſen (Roßdorf-
Aſchaffenburg) und von Ober=Ramſtadt nach Zeilhard
(12,5421 Kilometer) 1342 Mark. Eberſtadt-Ober=
Ram=
ſtadt-Hahn (Eberſtadt-Zipfen) mit Abzweigungen
Küh=
ler Grund-Ober=Beerbach und Ober=Ramſtadt-
Rohr=
bach (16,8829 Kilometer) 2620 Mark. Darmſtadt-
Bicken=
bach (Darmſtadt-Heidelberg) mit Abzweigung
Eber=
ſtadt-Seeheim und nach Malchen (12,1715 Kilometer)
1085 Mark. Eberſtadt-Pfungſtadt-Hahn-Bruchmühle
(Eberſtadt-Gernsheim (8.5260 Kilometer) 3165 Mark.
Bickenbach-Pfungſtadt-Griesheim und Abzweigung
Pfungſtadt-Crumſtadt (13,4700 Kilometer) 1275 Mark.
Darmſtadt-Eſchollbrücken-Hahn (9,6500 Kilometer) 2965
Mark. Averſum an die Stadt Darmſtadt 972,47 Mark,
zuſammen (168,1849 Kilometer) 62376,97 Mark (im
Vorjahre (168,1849 Kilometer) 67 591,97 Mark).
Für Jugendpflege.
Eine einheitliche und auf vaterländiſchem Boden
wei=
ter zu entwickelnde Pflege der Intereſſen der aus der
Schule entlaſſenen Jugend erweiſt ſich auch in unſerem
Kreiſe als dringend notwendig. Im ganzen Deutſchen
Reiche widmet man dieſer für das Gedeihen der Jugend
und für die Zukunft unſeres Vaterlandes ſo wichtigen
Sache beſondere Aufmerkſamkeit. Für die Familien wie
die jugendlichen Perſonen ſelbſt wird eine organiſierte
und richtige Jugendpflege außerordentlich ſegensreich
werden. Bundesſtaaten, Kreiſe und Gemeinden
unter=
ſtützen aus nationalen und ſittlichen Gründen auch
finan=
ziell dieſe Beſtrebungen. Auch im Kreiſe Darmſtadt
er=
ſcheint ein kräftiges Eintreten für die Jugendpflege
er=
forderlich. Es wird zu dieſem Zwecke ein
Betragvor=
geſehen von 800 Mark, der dem Reſervefonds
(Rubrik 46) entnommen werden ſoll. Der Kreisausſchuß
ſtimmt dem zu.
In Ausführung des Geſetzes vom 24. Mai 1893 über
die Koſten der Landarmenpflege wird eine
Durchſchnitts=
ſumme von 31000 Mark feſtgeſetzt.
Wahlen.
1. Neuwahl von 2 Mitgliedern und 2 Stellvertretern
für die Körkommiſſion zur Begutachtung des Faſelviehes
in den Gemeinden des Kreiſes Darmſtadt auf die Dauer
von 3 Jahren (1912 bis einſchl. 1914). Der Bürgermeiſter
von Weiterſtadt wird neugewählt, im übrigen erfolgt
Wiederwahl.
2. Wahl eines Mitgliedes des Kreisausſchuſſes
anſtelle des verſtorbenen Bürgermeiſters Müller von
Roß=
dorf für den Reſt der laufenden Wahlperiode, d. i. bis
Ende 1913. Da ſich im Kreisausſchuſſe bereits 3
Mitglie=
der befinden, die dem Kreistage nicht angehören, ſo kann
als Mitglied des Kreisausſchuſſes nur ein Mitglied des
Kreistags gewählt werden. Art. 45 der Kreis=Ord=
nung von 1911.) Die Wahl fällt auf Ph. Keller VI.
Griesheim.
3. Wahl zweier Erſatzmänner des Kreisausſchuſſes
für die laufende Wahlperiode, d. i. bis Ende 1913
bezw. 1916. Ein Erſatzmann muß nach Art. 45 der Kreis=
Ordnung von 1911 dem Kreistage angehören. Die Wahl
fällt auf Stadtv. Sames=Darmſtadt und
Beigeord=
neten Heim=Ober=Ramſtadt.
Anſchluß der Gemeinde Pfungſtadt an das
zu errichtende Gewerbegericht für die
Landgemeinden des Kreiſes.
Nachdem die Gemeinde Pfungſtadt, welche ein eigenes
Gemeinde=Gewerbegericht beſitzt, durch
Gemeinderats=
beſchluß vom 21. März d. J. beſchloſſen hat, ſich dem
Ge=
werbegericht für die Landgemeinden des
Kreiſesanzu=
ſchließen unter der Vorausſetzung, daß Pfungſtadt eine
Kammer erhält und eine beſondere Gerichtsſchreiberei am
Ort (wie ſeither), wird beantragt, dieſen Anſchluß zu
genehmigen. Pfungſtadt ſoll mit den Gemarkungen
Eſchollbrücken, Hahn und Eich eine beſondere Abteilung
(Kammer) im Sinne des § 8 des vom Kreistag im
vori=
gen Jahre genehmigten Kreisſtatuts bilden, und es ſoll
für dieſe Abteilung ein in Pfungſtadt wohnhafter
Ge=
richtsſchreiber beſtellt werden. Im übrigen wird die
durch den Anſchluß von Pfungſtadt notwendig werdende
Aenderung des Kreisſtatuts dem Kreisausſchuß
über=
laſſen. Letzterer wird auch ermächtigt, etwa ſonſt noch bei
den Genehmigungsverhandlungen mit Großh. Miniſterium
für erforderlich ſich erweiſende Aenderungen des Statuts
zu beſchließen. Der Kreistag ſtimmt debattelos zu.
Nach Erledigung von Wahlen zur
Pferdemuſterungs=
kommiſſion im Mobilmachungsfalle und Genehmigung
von Geländeverkäufen uſw iſt die Tagesordnung
er=
ſchöpft. Mit Dankesworten an die Teilnehmer ſchließt
der Vorſitzende die Tagung.
Luftfahrt.
* Ausländer über den deutſchen
Zuver=
läſſigkeitsflug. Ein Lob des deutſchen
Zuver=
läſſigkeitsfluges am Oberrhein ſpricht in der Wiener
Luftſchiffer=Zeitung ein Fachmann aus. Er meint, dieſe
Konkurrenz ſei die einzige, die wirklich, ſowohl die
erfor=
derlichen Rückſichten auf die Induſtrie, als auch auf den
ſportlichen Geiſt nehme. Die Ausſchreibung ſſei ganz
beſonders nachahmenswert. Auch der bekannte
fran=
zöſiſche Flieger Henri Farman tadelt die bisherigen
Kon=
kurrenzen, die nicht ſo wie der deutſche
Zuverläſſigkeits=
flug organiſiert ſind. Farman meint, daß die Veranſtal
tungen vielfach in Fabrikreklamen großen Stils
ausarte=
ten. Es würden überall Rennmaſchinen gebaut, die
ab=
ſolut nicht widerſtandsfähig wären. Namentlich die
Ein=
decker wären ſo zerbrechlich, daß beiſpielsweiſe bei einem
franzöſiſchen Rundflug ein Konkurrent 11mal ſeine
Ma=
ſchine ausgewechſelt hätte. Der Rumpf; der ſozuſagen
das Knochengerüſt des Drachen bilde, ſei in Hinſicht auf
die verſchiedenen Schnellfahrten außerordentlich
zerbrech=
lich gebaut. Beim deutſchen Zuverläſſigkeitsflug am
Oberrhein iſt die Bedingung geſtellt, daß ein
Flug=
gaſt mitgenommen wird. Speziell auch ein Wunſch des
erfahrenen deutſchen Fliegers Grade iſt berückſichtigt
nämlich die Konkurrenzen mehr für Herrenflieger
einzu=
richten, d. h. alle Unkoſten der Fabriken, Flieger und
Be=
gleitperſonen möglichſt zu erſetzen und die Sieger
ledig=
lich durch ſchöne Ehrenpreiſe zu belohnen. Dem Flug am
Oberrhein, der unter dem Protektorat des Prinzen
Hein=
rich ſteht, wird demnach in weiteſten Fachkreiſen mit
größ=
tem Intereſſe entgegengeſehen.
* Frankfurt a. M., 17. April. Das Luftſchiff
„Viktoria Luiſe” hat heute früh um 8 Uhr 40 Min
mit 21 Perſonen an Bord die Fahrt nach
Düſſel=
dorf angetreten. Die Führung hat Dr. Eckener.
Man erwartet, daß das Luftſchiff zu ſeiner Fahrt etwa
3½ Stunden gebrauchen wird, alſo um zirka ½1 Uhr in
Düſſeldorf anlangen wird. Dort wird jedoch zunächſt
keine Landung, ſondern die Fahrt zur Beobachtung der
Sonnenfinſternis fortgeſetzt, vermutlich in der Richtung
auf Elberfeld-Hagen. An,Bord befinden ſich auch die
Aſtronomen Profeſſor Schwarzſchild und
Geheim=
rat Mueller vom Potsdamer Obſervatorium. Nach
Beendigung der Beobachtungen kehrt das Luftſchiff nach
Düſſeldorf zurück, um dort zu übernachten und morgen
früh nach Frankfurt zurückzukehren.
* Koblenz 17. April. Das Luftſchiff „
Vik=
toria Luiſe” hat die Stadt um 10 Uhr paſſiert. Um
10 Uhr 10 Min. hat es Neuwied überflogen.
* Düſſeldorf, 17. April. Das Luftſchiff „
Vik=
toria Luiſe” überflog um 11 Uhr 45 Min. die
Luft=
ſchiffhalle und fuhr in nördlicher Richtung weiter.
* Düſſeldorf, 17. April. Das Luftſchiff „
Vik=
toria Luiſe” überflog um 12 Uhr 45 Min. die Stadt,
um=
kreiſte einigemale den Fluaplatz und landete 1 Uhr
7 Minuten bei herrlichem Wetter glatt vor der Halle.
* Johannisthal 17. April. Heute morgen um
7 Uhr wollte der Morane=Flieger Stieploſcheck
nach=
dem er einen längeren Flug ausgeführt hatte, zur
Lan=
dung ſchreiten. Durch die Sonne geblendet, ſtieß er mit
dem Luftverkehrs=Doppeldecker III., von
Leutnant Zwickau geſteuert, der eine Dame als Paſſagier
bei ſich hatte, in einer Höhe von 5 bis 6 Metern
zuſam=
men. Beide Apparate wurden zertrümmert.
Wäh=
rend Stieploſcheck unverletzt blieb, erlitt die Dame
meh=
rere Rippenbrüche und der Leutnant eine Verletzung im
Geſicht.
* Verſailles, 17. April. Der belgiſche
Flieger Verrept ſtürzte heute vormittag im
Aero=
drom von Chateaufort aus einer Höhe von 200 Metern.
Er erlitt Verletzungen am Kopf und ſtarb ſofort
nach ſeiner Ueberführung ins Hoſpital.
* London, 17. April. Der Flieger Cody
wollte geſtern abend in Alderſhot als Paſſagier in ſeinem
fünfſitzigen Aeroplan, der von ſeinem Schüler,
Leutnant Fledcher, geſteuert wurde, einen Ausflug
machen. Bei dem Anfahren zum Aufſtieg auf der
Land=
ſtraße bog plötzlich ein Automobil in ſchnellſter Fahrt um
die Ecke. Um einen Zuſammenſtoß zu vermeiden, war
der Flieger gezwungen, in eine Baumgruppe hinein zu
ſteuern. Der Anprall war ſo gewaltig, daß das Flugzeug
zertrümmert wurde. Cody wurde 30 Meter weit über
einen Kanal hinweggeſchleudert und trug ſchwere innere
Verletzungen, ſowie Rippen= und Beinbrüche davon.
Codys Sohn, der ſich auf einem Fahrrad in der Nähe der
Unfallſtelle befand, fuhr ſchleunigſtt nach Hauſe, um den
Unfall zu berichten. Unterwegs ſtürzte er an einer
Straßenwendung mit ſeinem Fahrrad und zog ſich ſo
ſchwere Verletzungen zu, daß er das Bewußtſein verlor=
Der Untergang der „Titanie‟
Die Kataſtrophe.
* New=York, 17. April. Nach, einer Meldung
aus Cap Race hat der Kapitän der „Olympie” ein
drahtloſes Telegramm geſandt, in dem beſtätigt wird,
daß ſich nur an Bord der „Carpathia” Ueberlebende der
„Titanic” befinden. Der zweite dritte, vierte und der
fünfte Offizier und der zweite Marconi=Telegraphiſt ſind
die einzigen geretteten Offiziere.
London, 16. April. Während der Nacht waren
die Beamten der drahtloſen Stationen an der
amerika=
niſchen Küſte unabläſſig bemüht, Nachrichten von den
Schiffen zu erhalten, die der „Titanic” zu Hilfe eilten,
nachdem dieſe deren Gefahrenſignal erhalten hatten. Die
Nachrichten, die ſie bekamen, zeigten, daß das erſte
Hilfs=
ſchiff, das den Ort der Kataſtrophe erreichte, nur noch
feſtſtellen konnte, daß die „Titanic” 2 Uhr 20 Minuten
morgens geſunken war, vier Stunden nach dem
Zu=
ſammenſtoß mit dem Eisberg. Nur Trümmer und einige
Boote mit Paſſagieren waren zu ſehen. Die Paſſagiere
wurden auf die weſtwärts fahrende „Carpathia”
über=
geführt, die jetzt nach Amerika unterwegs iſt. Die Liſte
der Geretteten zeigt, daß an Bord der „Titanic” größte
Manneszucht geherrſcht haben muß. Die Mehrzahl der
geretteten Frauen und die Mehrzahl der geretteten
Män=
ner ſind verheiratet. Während der ganzen Nacht waren
die Bureaus der White Star=Line von verzweifelten
Ver=
wandten und Freunden der Verunglückten belagert, denen
die Beamten nur mitteilen konnten, daß der „Californian”
in der Hoffnung, noch Ueberlebende zu finden, am Orte
des Unheils zurückgeblieben ſei. Die vermißten
Paſſa=
giere ſind wohl kaum noch am Leben.
* New=York 16. April. Alle Meldungen
ſtim=
men darin überein, daß keiner der Dampfer, welcher die
drahtloſen Hilferufe der „Titanic” vernahm, rechtzeitig
eintraf. Die „Carpathia” traf zuerſt ein. Sie fand die
Rettungsboote mit Ueberlebenden vor, welche auf einem
21 Meilen weiten Eisfelde zerſtreut waren. Angeſichts
der ſtarken Eismaſſen konnte die „Carpathia” die
Ueber=
lebenden erſt nach Stunden aufnehmen. Die
Mehr=
zahl der Ueberlebenden war notdürftig bekleidet. Die
Boote trieben in der großen Kälte und im Sturm
ſtun=
denlang umher, bis die „Carpathia” geſichtet wurde. Vor
dem hieſigen Bureau der White Star=Line ſpielten ſich
herzerſchütternde Szenen von armen und reichen Leuten
ab Es wird vielfach die Vermutung ausgeſprochen, die
Eismaſſen hätten viele Rettungsboote zertrümmert.
Unter den 868 Ueberlebenden ſollen ſich nur 79 Männer
befinden.
* New=York, 16. April. Daß 868 Gerettete
wohlbehalten an Bord der „Carpathia” ſind, iſt die
will=
kommenſte Nachricht über das Unglück, die geſtern abend
auf drahtloſem Wege von dem Virginian” eintraf. Die
Carpathia” ſtand während der Nacht in drahtloſer
Ver=
bindung und ſandte eine teilweiſe Liſte der Geretteten.
Man hofft, daß ſie in Kürze innerhalb der drahtloſen
Zone kommen wird, wodurch es möglich iſt, weitere
Ein=
zelheiten über das Unglück zu erhalten. Es ſteht leider
ſo gut wie feſt, daß es ſich um das größte Unglück
han=
delt, das die Geſchichte der Schiffahrt kennt. Man glaubt,
daß wenigſtens 1200 Menſchen umkamen;
mei=
ſtens wurden Frauen und Kinder gerettet.
* New=York, 17 April. Die White Star=Line
er=
klärte offiziell, ſie habe ſichere Nachricht von der „Olympie”
erhalten, daß die Zahl der von der „Titanic”
Geret=
teten 868 beträgt, mit denen die „Carpathia” am
Don=
nerstag nachmittag in New=York eintreffen wird.
* St. Johns (Neufundland) 16. April. Die
Hoffnung daß noch andere Paſſagiere, als die an
Bord der Carpathia” befindlichen am Leben ſind, iſt
aufgegeben worden. Sämtliche Dampfer, die die
Unglücksſtelle kreuzten, ſtellten die Suche ein. Der
Damp=
fer „Pariſian” paſſierte auf ſeiner Fahrt viel Eis, konnte
aber auf den treibenden Schiffstrümmern, die eine große
Fläche bedecken, keine Ueberlebenden mehr auffinden.
Selbſt wenn ſich noch Paſſagiere auf den Schiffstrümmern
befunden haben, dürften ſie erfroren ſein, ehe Hilfe
ge=
bracht werden konnte. Der „Pariſian” wird morgen hier
eintreffen.
* New=York 16. April, 9.10 Uhr nachts Die
„Carpathia” mit den Ueberlebenden der „Titanie‟
iſt heute in drahtloſer Verbindung mit Sable Island
und nach Mitteilung der Beamten der White Star=Line
ſind die Einzelheiten der Kataſtrophe bald zu erwarten.
Die neueſten Angaben der Blätter beſtätigen im
weſent=
lichen die früheren Meldungen.
* Waſhington 16. April. Auf Befehl des
Prä=
ſidenten Taft verläßt der Spähkreuzer „Salem” die
Stadt Hampton=Roads um ſofort die „Carpathia‟
aufzuſuchen und die Namen aller Ueberlebenden drahtlos
zu übermitteln.
* New=York 17. April. Obwohl die ſchnellen
Spähkreuzer „Cheſter” und „Salem” der „
Carpa=
thia” entgegeneilten und alle zehn Minuten verſuchen, die
drahtloſe Verbindung herzuſtellen, ſind bis heute morgen
noch keine Nachrichten hierhergelangt. Der Kreuzer „
Che=
ſter” hofft, die „Carpathia” in vier Stunden zu erreichen.
H. B. New=York, 17. April. Nachrichten, welche
von dem Kapitän der „Pariſian” eingelaufen ſind,
beſagen, daß an der Unglücksſtelle unzählige
Trüm=
mer aller Art herumſchwimmen. Es iſt wahrſcheinlich,
daß der Anprall des Schiffes auf den Eisberg ein ſo
hef=
tiger war, daß viele Paſſagiere, deren Kabinen im
vor=
deren Teile des Dampfers lagen, erdrückt wurden oder
durch das eindringende Waſſer überraſcht, ertrunken ſind.
Viele Paſſagiere der „Titanic” ſprangen ins Meer, als
ſie ſahen, daß der Dampfer dem Untergange nahe war.
Der Kapitän des „Pariſian” fügt hinzu, daß, wenn es
mehreren Paſſagieren gelungen ſein ſollte, ſich auf
Trüm=
merſtücken längere Zeit über Waſſer zu halten, die
Tem=
peratur des Waſſers doch ſo eiſig iſt, daß ſie es nicht
lange aushalten konnten. — Nach einem Bericht von der
Wetter=Station auf Neufundland herrſcht an der Küſte
dichter Nebel. Nachts ging ein außerordentlich ſchweres
Gewitter nieder, das ſich nach Oſten verzog. Wenn ſich
das Wetter nicht beſſert, ſo iſt keine Hoffnung vorhanden,
Schiffbrüchige, die ſich vielleicht auf Trümmerſtücke
ge=
rettet haben und auf dem Meer umher treiben,
aufzufin=
den. Die Mehrzahl der Zeitungen, welche das Unglück
beſerechen, verlangen, daß ſämtliche großen Nationen ein
Geſetz erlaſſen, durch das die Schiffahrts=Geſellſchaften
gezwungen werden, eine genügend große Zahl von
Ret=
tungsbooten an Bord zu führen. Zur Zeit ſind die
Damp=
fer mit Rettungsbooten ausgerüſtet, die höchſtens für ein
Drittel der Paſſagiere und der Mannſchaft ausreichen.
Die Ladung und die Verſicherung des Schiffes
London, 16. April. Die Times veröffenlichen
eine Aufſtellung der Ladung, die das untergegangene
Schiff, die „Titanic”, an Bord hatte. Es hatte u. a.
50000 Kiſten Kautſchuk und eine große Menge Tee an
Bord. Außerdem eine große Anzahl Rohdiamanten, und
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. April 1912.
Nummer 91
andere Edeſſeine im Werie von vielen Hunderklaufenden
von Mark. Auch das Gepäck der Reiſenden ſtellt einen
ſehr hohen Wert dar, ſoll doch eine amerikaniſche
Paſſa=
gierin allein eine Kaſſette mit Edelſteinen im Werte von
drei Millionen Mark bei ſich getragen haben.
* Brüſſel, 15. April. Die Morgenblätter geben
bekannt, die Verſicherungsſumme der „Titanic”
und ihrer Ladung belaufen ſich auf 58 750000 Franken.
Die „Titanic” hat 1250000 Pfund Sterling gekoſtet. An
Bord befand ſich eine große Ladung von Diamanten.
Die genannte Verſicherungsſumme betrifft nicht die
Ver=
ſicherung der Perſonen im Falle eines Unfalles, die viele
Reiſende kontrahiert haben. Unter den Paſſagieren der
erſten und zweiten Klaſſe befinden ſich holländiſche
Dia=
mantenhändler, die Schmuckſachen im Werte von über
fünf Millionen Franken bei ſich führten.
* Hamburg 17. April. Der Untergang des
Damp=
fers „Titanic” wirkt auch auf den deutſchen
Ver=
ſicherungsmarkt zurück und dürfte für eine ganze
Anzahl von Verſicherungsgeſellſchaften große Verluſte zur
Folge haben. Das Schiff iſt bei Londoner Geſellſchaften
und beim Lloyd mit 25 Millionen Mark verſichert
geweſen. Vier Millionen Mark Wagnis übernahm die
White Star=Line ſelbſt. Deutſche Geſellſchaften, beſonders
die Hamburger, Bremer und Berliner Geſellſchaften, ſind
in erheblichem Maße für Rückverſicherungen herangezogen
worden, Hamburg allein mit etwa 2,5 Millionen Mark.
Dazu kommen die Verſicherung der Ladung im Wert von
25 Millionen Mark und beſonders die
Lebensverſicherun=
gen für die mit dem Schiff untergegangenen Menſchen.
Die Hamburger Börſe ſtand heute noch ganz unter dem
Einfluß der Kataſtrophe.
* New=York, 16. April. Der Poſtmeiſter in New=
York erklärte, daß mit der „Titanic” ſieben M
il=
lionen Briefe geſunken ſeien.
* London, 16. April. Der Daily Telegraph
ver=
öffentlicht eine L iſt e der amerikaniſchen
Multi=
millionäre, die an Bord des Unglücksdampfers
„Titanic” geweilt haben. Unter ihnen befindet ſich John
Jakob Aſtor, der ein Vermögen von 150 Millionen Doll.
beſaß; ferner:: Iſidor Straus mit 50 Millionen Doll.,
Bankier Widner mit 50 Millionen Doll Benjamin
Gug=
genheim mit 95 Millonen Doll., Oberſt Waſhington
Roeb=
ling mit 25 Millionen Doll. und Thayner mit 10 Mill.
Dollar. Außerdem befanden ſich noch mehrere kleinere
Millionäre an Bord der „Titanic” deren Vermögen ſich
aber auch auf 4—6 Millionen Dollar beziffert. Im ganzen
beläuft ſich der Reichtum der auf der „Titanic”
befind=
lichen Multimillionäre auf über 800 Mill. Dollar.
Angriffe gegen die White Star=Line.
* Berlin, 17. April. Die Berliner Morgenpoſt
er=
hält kurz vor Mitternacht ein Privattelegramm aus New=
York, das beſagt: Die New=Yorker Preſſe
rich=
tet heftige Angriffe gegen die Schiffahrtsgeſellſchaft
und ſagt, daß tatſächlich kein einziger Paſſagierdampfer der
White Star=Line genügend Rettungsboote mit ſich
fführt. Die „Titanic” hatte nur 16 Boote, die insgeſamt
800 Perſonen faſſen, während 2200 an Bord waren. Nur
ſo iſt der große Menſchenverluſt bei völlig ruhiger Sce in
4 Stunden Zeit zu erklären. Aehnlich verhalte es ſich mit
allen anderen Rieſendampfern. Nach der letzten
Berech=
nung ſind mit der „Titanic” 1234 Menſchen ums Leben
gekommen.
Die Berliner Morgenpoſt ſchreibt: Zum Untergange
der „Titanic” veröffentlicht Kapitänleutnant F. W. Kaiſer
in dem Blatte einen Artikel, indem er u. a. darauf hinweiſt,
daß ſelbſt der größte Dampfer nicht Boote genug an Bord
nehmen kann, um alle Paſſagiere, zumal bei bewegter
See, aufzunehmen. Der Verfaſſer ſtellt vor allem folgende
drei Fragen: Erſtens: Warum wählte die „Titanic” die
in dieſem Monat gefährliche nördliche Route? Zweitens:
Wurden durch fortlaufende Temperaturmeſſungen in der
Luft und im Waſſer die bei Nähe von Treibeis
gebräuch=
lichen Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt? Drittens:
Waren, wie dies nachts die Regel iſt, die wichtigſten
Schotten geſchloſſen? Die Antwort auf dieſe Fragen muß
die ſpätere Unterſuchung ergeben, ebenſo die Klarſtellung
des Vorwurfs, daß die White Stare=Line den Kapitän
Smith beauftragt hatte, einen neuen Weltrekord
aufzu=
ſtellen.
Beileidskundgebungen.
* London 16. April. Der deutſche Kaiſer
und Prinz Heinrich haben der White Star=Line
Bei=
lleidstelegramme geſandt. Kaiſer Wilhelm ſandte auch an
König Georg von England ein in herzlichen Worten
ge=
haltenes Beileids=Telegramm.
* London 17. April. König Georg ſandte an
die White Star=Line ein Telegramm, worin er in der
Königin und in ſeinem Namen ſeine Beſtürzung über die
Kataſtrophe ausdrückt, die ſo große Verluſte an Menſchen=
Uleben gefordert hat. Das Königspaar gab auch ſeiner
tiefen Sympathie für die Familien, die Angehörige unter
den Opfern zu beklagen haben, Ausdruck und verſicherte,
daß deren Trauer auch die ihre ſei. Die White Star=Line
hat das ihr vom Königspaar zugegangene Telegramm
ſämtlichen Familien, die von der Kataſtrophe betroffen
wurden, zugehen laſſen. Auch die Blätter veröffentlichen
Artikel, in denen ſie ihrer tiefen Trauer über das Unglück
Ausdruck geben.
* London, 16. April. Im Unterhauſe verlas
Asquith unter tiefem Stillſchweigen die Meldung der
White Star=Line über den Untergang der „Titanic” und
ſagte dann: Ich bin betrübt, daß wir gezwungen ſind,
einem jener fürchterlichen Ereigniſſe gegenüberzutreten, die
manchmal im Rate der Vorſehung beſchloſſen ſind und die
unſere Vorſicht zunichte machen und die die kühnſte
Phan=
taſie nicht ausdenken kann, die uns empfinden läßt, wie
arm unſere Worte ſind, wenn wir in ſolchem Augenblick
ſagen wollen, was wir fühlen. (Zuſtimmung). Wir
können nur unſerer Bewunderung dafur unvollkommenen
Ausdruck geben, daß die beſten Traditionen der See
be=
obachtet zu ſein ſcheinen und daß willig Opfer dargebracht
wurden, um denen, die am wenigſten imſtande waren, ſich
ſelbſt zu helfen, die größte Ausſicht auf Rettung zu
ver=
ſchaffen, (Zuſtimmung) und daß wir tiefes Mitgefühl mit
denen haben, die ſo plötzlich ihrer liebſten und nächſten
Angehörigen beraubt worden ſind.
Waſhington, 16. April. Das
Repräſen=
tantenhaus hat in einer einſtimmig angenommenen
Reſolution den Verwandten der Verunglückten der „
Ti=
tanic” ſeine Teilnahme ausgeſprochen.
Letzte Nachrichten.
— New=York, 17. April. Die Auffaſſung der
hieſigen Blätter geht dahin, daß die „Titanic” dem
Schnelligkeitswahn und der Rekordgier zum
Opfer gefallen iſt. Der Mangel an Rettungsbooten wird
aufs ſchärfſte getadelt. Der geſamte Materialſchaden,
ein=
ſchließlich der Lebensverſicherungen, wird auf 35 Millionen
geſchätzt.
H.B. London, 17. April. Im
Repräſen=
tantenhauſe in Waſhington, dem Unterhauſe des
amerikaniſchen Kongreſſes, brachte der Abgeordnete Mott
eine Reſolution ein des Inhalts, daß eine gründliche
Unterſuchung des Wracks der „Titanic” zur Feſtſtellung
der Schuldfrage vorgenommen werden ſoll. Angeſichts der
Tatſache, daß das Schiff in 3000 Meter Tiefe liegt, dürfte
eine ſolche Unterſuchung wohl kaum ausführbar ſein.
Andere Abgeordnete werden gleichfalls Anträge zur
mög=
lichſten Sicherſtellung des atlantiſchen Schiffsverkehrs
gegen Unglücksfälle ſtellen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 17. April. Die
zweite Leſung des Etats des
Reichseiſen=
bahnamts,
wird fortgeſetzt.
Abg. Vogtherr (Soz.): Die Hoffnung auf eine
ge=
ſetzliche Regelung der Dienſt= und Ruhezeit der
Eiſen=
bahnarbeiter ſind durch die Ausführungen des Präſidenten
Wackerzapp gänzlich vernichtet worden. Herr Behrens
will das Koalitionsrecht der Elektrizitätsarbeiter
aus=
ſchalten, wo es ſich darum handelt, die Bahnen zu
elektri=
ſieren. In einer mäßigen Arbeitszeit liegt die beſte
Ge=
währ für die Betriebsſicherheit. Eine 16ſtündige
Arbeits=
zeit ſollte völlig ausgeſchloſſen ſein. Gerade bei dem
Be=
triebsperſonal der Eiſenbahn ſollte auf möglichſte
Schon=
ung der Nerven Rückſicht genommen werden. Die
Behaup=
tung, daß durch die geſetzliche Regelung der Dienſt= und
Ruhezeit der Eiſenbahnbeamten, die Eiſenbahnunfälle
ver=
mehrt würden, iſt geradezu widerſinnig. Aus der Rede
des Präſidenten Wackerzapp ging hervor, wie notwendig
die reichsgeſetzliche Regelung der Arbeitsverhältniſſe der
Betriebs= und Verkehrsbeamten und Arbeiter iſt: Wir
verlangen auch, daß die Urlaubsverhältniſſe der Arbeiter
im Intereſſe ihrer Geſundheit und des Verkehrs gerechter
geregelt werden. Dann aber muß das Koalitionsrecht der
Arbeiter, auch für die Eiſenbahnbetriebe voll gewahrt
werden. Bayern und Baden haben nichts an ihrer
Auto=
rität eingebüßt, indem ſie die ſozialdemokratiſchen Blätter
zu den Bahnhöfen zulaſſen. Welt am Montag und
Sim=
pliziſſimus teilen das Schickſal unſerer Preſſe. Daran
er=
kennt man die Grundſätze unſerer Regierung, ſoweit man
überhaupt da von Grundſätzen ſprechen kann. (
Heiter=
keit). Darin liegt die widerwärtigſte Korruption der
Eiſen=
bahnverwaltung. Vizepräſident Dr. Dove erſucht den
Redner ſich zu mäßigen. Abg. Vogtherr (weiter):
Soweit es mir möglich ſein wird, will ich es tun. (
Heiter=
keit). Der Simpliziſſimus wird deshalb von dem
Bahn=
hofsbuchhandel ausgeſchloſſen, weil er die Sitte und
Ord=
nung des Junkertums gefährdet. (Sehr gut!). Weniger
zimperlich ſollte man gegenüber der Scherlock=Holms und
Nick=Carter=Lektüre ſein. Eine derartige Bevormundung
des reiſenden Publikums, das nicht behandelt werden will,
als eine Schar unbeaufſichtigter Kinder, muß endlich
auf=
hören. — Abg. Liſt=Eßlingen (Natl.) befürwortet
namens einiger ſeiner Freunde ſeine Reſolution auf
Vor=
legung einer Denkſchrift über die bisherige Wirkung und
Ergebniſſe des Staatsbahnwagenverbandes. In der
Denkſchrift ſollten zugleich Richtlinien für etwaige weitere
Vereinheitlichung des deutſchen Eiſenbahnweſens im
Be=
nehmen mit der vom deutſchen Handelstag eingeſetzten
Sonderkommiſſion und mit Vertretern des Großen
Ge=
neralſtabes dargelegt werden. Leider hat der preußiſche
Eiſenbahnminiſter es abgelehnt, von ſich aus Schritte zur
Vereinheitlichung des deutſchen Eiſenbahnweſens zu
unternehmen. Die Vereinheitlichung des
Eiſenbahnbe=
triebes würde eine erhebliche Erſparnis des Betriebes
mit ſich führen und daneben würden auch die kleineren
Staaten Nutzen ziehen können. Umleitungen von
Güter=
jügen und Konkurrenz zwiſchen den verſchiedenen
Staats=
bahnen müſſen ganz verſchwinden. Zu Reichseiſenbahnen
werden wir wohl nicht kommen, da aller Vorausſicht nach
Preußen nicht mittun wird. Anzuſtreben iſt die volle
Ge=
meinſchaft aller deutſchen Eiſenbahnen auf foederativer
Grundlage. Vor allem muß Preußen aus ſeiner
zurück=
haltenden Haltung heraustreten und in dieſer nationalen
Frage die Initative ergreifen. Ich bitte um Annahme
unſerer Reſolution. — Abg. Gothein (Fortſchr. Vpt.):
Zahlreiche Unfälle kommen an den Niveauübergängen der
Eiſenbahnen vor. Da hat das Reichseiſenbahnamt mit
aller Energie zu prüfen, ob für die Sicherheit und das
Leben der Perſonen alles Notwendige geſchaffen iſt.
Abg. v. Boehlendorff=Koelpin (konſ.): Die Frage
der Etatiſierung der Bahnen bedarf eingehender Prüfung.
Nicht nur die Mobilmachung, ſondern auch die
volkswirt=
ſchaftlichen Momente ſind dabei zu berückſichtigen. Die
bisherigen Erfahrungen mit der Betriebsgemeinſchaft
er=
mutigen nicht zu weiterem Vorgehen auf dieſem Gebiete.
Hinſichtlich der Vereinheitlichung des Betriebsganges auf
unſerem Eiſenbahnnetz und bei dem internationalen
Ver=
kehr hat das Reichseiſenbahnamt ſo vortrefflich gewirkt,
als wäre es überhaupt nicht vorhanden. Die Angriffe
des Abg. Ulrich gegen den Vertrag zwiſchen Preußen und
Heſſen waren unberechtigt. Auch die finanzielle Wirkung
iſt nicht ſo ſchlecht, als ſie hingeſtellt worden iſt.
Präſident des Reichseiſenbahnamts Wackerzapp:
Die Beſorgniſſe, daß die deutſchen Eiſenbahnen nach der
Elektriſierung nicht auf der Höhe bleiben werden, ſind
un=
zutreffend. Naturgemäß iſt die Gefahr böswilliger
Unterbrechung bei elektriſchem Betriebe größer als bei dem
Dampfbetriebe. (Hört! hört!). Derartige
Verkehrsvor=
richtungen werden aber immer und im Einvernehmen mit
der Heeresverwaltung getroffen. Die militäriſche
Leiſt=
ungsfähigkeit der Bahnen darf in keiner Weiſe
beeinträch=
tigt werden. Die hohe Dienſtſtundenziffer iſt nicht
allge=
mein 11= bis 12ſtündiger Dienſt. Das Höchſtmaß haben
nur fünf Prozent der Beamten. Niveauübergänge werden
möglichſt beſeitigt. Als erreichbar halte ich das
Zuſtande=
kommen von Sonderabkommen zwiſchen den einzelnen
Ver=
waltungen. — Unerreichbar halte ich eine vollſtändige
Be=
triebs= und Finanzgemeinſchaft oder eine völlige
Ueber=
tragung auf das Reich. — Abg. Bloos (Soz.): Die
preußiſche Verkehrspolitik hat für Braunſchweig ſchwere
Schädigungen gebracht. — Abg. Haas (Fortſchr. Vpt.):
Die Mehrheit des deutſchen Volkes iſt einer
Reichseiſen=
bahngemeinſchaft freundlich geſinnt. Der einzige
Wider=
ſtand dagegen ſcheint in den konſervativen Kreiſen des
preußiſchen Abgeordnetenhauſes zu liegen. — Abg.
Wer=
ner Refpt.): Die Anfrage des Abg. Behrens auf die
Streikfrage bei der Elektriſierung der Eiſenbahnen hat der
Präſident des Reichseiſenbahnamts nicht beantwortet.
Eine einheitliche Regelung der Dienſt= und Ruhezeit für
das Eiſenbahnperſonal iſt unbedingt nötig. — Abg.
Reiß=
haus (Soz.): Es iſt kein Wunder, wenn eine derartige
Erklärung vom Regierungstiſche abgegeben wird, daß an
der langen Dienſtzeit nichts verbeſſert wird und die
Ueber=
anſtrengung der Beamten immer weiter um ſich greiſt.
Immer auf Koſten der Geſundheit der Eiſenbahner und
der der Betriebsſicherheit. — Abg. Müller=Meiningen
(Fortſchr. Vpt.): Für die deutſchen Turner und
Wander=
vereine ſollte der Einpfennigtarif eingeführt werden. Hier
ſollte der Präſident des Eiſenbahnamts ſeinen ganzen
Einfluß, der allerdings nicht ſo erheblich iſt, zur Geltung
bringen. Abg. Haſenzahl (Soz.): Die Löhne für die
Eiſenbahnarbeiter, insbeſondere für die Werkſtättenführer
und=Arbeiter müſſen unbedingt erhöht werden. Die Be= der Eiſenbahner, bezüglich des Haltens von
ſozialdemokratiſchen Zeitungen, ja ſogar das Leſen von
ozialdemokratiſchen Flugblättern, ſtellt den ſchärfſten=
Terrorismus dar, den man ſich nur denken kann. (Lebhafter
Beifall bei den Soz.). — Präſident des
Reichseiſenbahn=
amts Wackerzapp: Gegen eine geſetzliche Feſtlegung
der Dienſt= und Ruhezeit habe ich mich nicht
ausge=
ſprochen, nur eine reichsgeſetzliche Feſtlegung halte ich
für=
unangebracht. Die Beſeitigung der erſten Klaſſe kann ich
nicht befürworten, zumal eine Verbilligung dadurch nicht
eintreten dürfte — Es folgen einige unweſentliche
Bemerk=
ungen des Abg. Vogtherr (Soz.). Sodann werden die
vorliegende Reſolution und der Etat ohne weitere Debatte
angenommen.
Es folgt die zweite Leſung des
Juſtizetats.
Abg. Stadthagen (Soz.): Die Strafgeſetznovelle,
beſonders, ſoweit ſie die Herabſetzung drakoniſcher
Straf=
beſtimmungen betrifft, muß baldigſt erledigt werden.
Gegen den Duellunfug muß mit aller Strenge
eingeſchrit=
ten werden. Der Totſchläger des Arbeiters Hermann in
Berlin iſt noch immer nicht ermittelt. Hier, wo es
ſich=
darum handelt, den Tod eines ehrenhaften Mannes zu
rächen, verſagt die Polizei. Hier muß etwas faul in der
inneren Organiſation ſein. Der Polizeipräſident von
Berlin hatte keinen Anlaß, zu ſagen, die Polizei ſei mit
reinem Ehrenſchild aus den Moabiter Unruhen
hervor=
gegangen. Scharf müſſen wir auch die Maßregelung von
Richtern wegen politiſcher Betätigung verurteilen.
So=
iſt erſt kürzlich der Amtsrichter Havenſtein wegen ſeiner
Tätigkeit für die nationalliberale Partei gemaßregelt
worden. Bei dem Streik im Ruhrrevier iſt die
Straf=
prozeßordnung außer Kraft geſetzt worden, indem
beſon=
dere Strafkammern gebildet wurden, um möglichſt ſchnell
gegen die Arbeiter vorgehen zu können. Das darf in
einem Rechtsſtaate nicht vorkommen. Wir können kein
Vertrauen zu einer Juſtiz haben, die immer nur ſcharf.
gegen die Arbeiter vorgeht. Das leichtſinnige Verhängen
der Unterſuchungshaft müßte unter Strafe geſtellt werden.
Für Streikvergehen ſind exorbitant hohe Strafen
ausge=
ſprochen worden. So iſt auf den Ruf „Sreikbrecher” auf
zwei bis vier Monate Gefängnis erkannt worden. Der
Klaſſenjuſtiz iſt nur ein Ende zu bereiten, wenn die
Rich=
ter vom Volke und aus allen Volksſchichten gewählt
werden.
Hierauf erfolgt die Vertagung auf Donnerstag
1 Uhr. — Eingegangen iſt eine Intervellation der
Natio=
nalliberalen betr. den bayeriſchen Jeſuiten=Erlaß.
Tagesordnung der nächſten Sitzung:
Interpella=
tionen, Wahlprüfungen und Fortſetzung der Beratung
des Juſtizetats. — Schluß halb 8 Uhr.
* Berlin, 17. April. Der Seniorenkonvent
des Reichstages beriet die Geſchäftslage der
kom=
menden Wochen. Es ſoll verſucht werden, bis Pfingſten
den Etat und die Wehr= und Deckungsvorlagen zu
erledi=
gen. Der 4. und der 6. Mai ſollen ſitzungsfrei bleiben.
Handel und Verkehr.
* Odenwälder Hartſtein=Induſtrie
A.=G., Darmſtadt. Die heutige General=
Ver=
ſammlung, in welcher 758 Aktien vertreten waren,
genehmigte einſtimmig den Geſchäftsbericht und die
Ge=
winn=Verteilung nach den Vorſchlägen der Verwaltung.
Darnach beträgt die ſofort zahlbare Dividende 7½ Prozent
gegen 7 Prozent im Vorjahre, während 5024 Mark auf
neue Rechnung vorgetragen werden. Was die Ausſichten
für das laufende Jahr anbelangen, ſo berichtet die
Direk=
tion, daß die Geſellſchaft mit Aufträgen genügend
ver=
ſehen ſei, ſodaß, wenn kein Zwiſchenfall eintritt, wieder
auf ein gutes Erträgnis gerechnet werden kann.
Vermiſchtes.
— Stenographiſches. Herr Dr. K. Bode,
Geſchäfts=
führer des Deutſchen Stenographenbunds „
Gabelsber=
ger” erſucht uns um Aufnahme folgender
Berichti=
gung: „Es iſt nicht richtig, daß die
Stenographie=
ſchule Stolze=Schrey in der Zahl der neu gewonnenen
Schüler an der Spitze aller deutſchen Stenographieſyſteme
ſteht. Nach dem deutſchen Syſtem Stolze=Schrey wurden
im abgelaufenen Jahre unterrichtet 131 441, nach
Gabels=
berger dagegen 154 282; im ganzen erlernten das Syſtem
Stolze=Schrey 134611, das Syſtem Gabelsberger
dage=
gen 191 704,”
Literariſches.
Das Aprilheft von Buttericks Moden=
Revuſe bringt zahlreiche Abbildungen von eleganten
Frühjahrsmoden in Promenaden= und ſonſtigen
Koſtü=
men, Röcken, Bluſen und Morgenkleidern. Eine beſondeke
Tafel zeigt uns die neueſten Frühjahrs=Hüte. Auch die
Kleinſten und Allerkleinſten ſind bedacht, denn eine
Ab=
teilung hierfür enthält Abbildungen der neueſten Fagons
von Backfiſchkleidern, Kinderkleidchen und
Knabenſport=
anzügen. Die Tafel der Plättmuſter bringt wieder einige
ſchöne Modelle. Der Artikel „Schneidere ſelber” enthäll
eine Menge nützliche und praktiſche Angaben, wie män
ſich kleidſame Jaketts ſelbſt anfertigen kann. Aus dem
Handarbeitsteil können wir viel Wiſſenswertes über die
Anfertigung von Blumenſtickereien entnehmen.. Der
literariſche Teil iſt wie ſtets ſehr reichhaltig. Zum Schluß
werden unſere Hausfrauen noch mit erprobten
Koch=
rezepten bedacht, aus welchen ſich wohl jede etwas
ent=
nehmen kann. Butternicks Moden=Revue erſcheint jeden
Monat mit je einem Gutſchein für ein Schnittmuſter=
Preis 2 Mark pro Quartal. Aktien=Geſellſchaft für
Butternicks Verlag. Berlin W. 8, Leipzigerſtraße 102
Darmſtadt, 18. April
* Handels=Verein Darmſtadt E. V. Dem
Jahres=
bericht 1911/12 entnehmen wir folgendes: Im
Berichts=
jahre war die Weiterentwicklung unſeres Wirtſchaftslebens
erfreulicherweiſe eine recht lebhafte. Der
ungewöhn=
liche Niedergang in den beiden vorhergehenden Jahren
ſcheint überwundn zu ſein, ſo daß Ausſicht auf eine völlige
Geſundung der Geſamtlage beſteht. Allerdings war die
Entwicklung nicht frei von Störungen, die zum großen
Teil auf den ſehr bewegten Verlauf der äußeren Politik
zurückzuführen ſind. Die kriegeriſchen Wirren in Mexikog
Nummer 91.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. April 1912.
Seite 7.
Ehina, Perſen und der itatenſchtürtiſche Krieg
mach=
ten vorübergehend die wirtſchaftlichen Verhältniſſe ſehr
unſicher. Dieſe Unſicherheit wurde noch geſteigert durch
den Marokko=Konflikt und die durch ihn verurſachte
zeit=
weilige hochgradige Spannung in den deutſch=engliſchen
Beziehungen, die monatelang einen ſchweren Druck auf
die Geſchäftslage ausübten. Nach Ueberwindung all
die=
ſer ſtörenden Momente ſtand die deutſche Volkswirtſchaft
durch den Streik der Bergarbeiter im Ruhrgebiet wieder
einer Gefahr gegenüber. Erfreulicherweiſe war der
Streik nicht von langer Dauer, ſo daß ſeine Wirkung
nicht in dem gefürchteten Maße ſich bemerkbar machte.
Immerhin hat er beiden Teilen eine ſchwere
wirtſchaft=
liche Schädigung gebracht. Ungünſtig beeinflußt wurde
ferner das Erwerbsleben durch die lang anhaltende Dürre,
die eine Teuerung vieler Lebensmittel und eine
Schwä=
chung der Kaufkraft breiter Volksſchichten für induſtrielle
Erzeugniſſe im Gefolge hatte. Durch die gewaltige
Ver=
teuerung der Rohſtoffpreiſe, der Betriebsſpeſen, der
Ge=
hälter, Mieten, Steuern, ſowie der ſozialen Laſten wurde
die Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt eingeengt,
ohne daß es auf der andern Seite möglich war, die
Kal=
kulation in gleichem Maße zu erhöhen. Die
Produktions=
preiſe ſtellen ſich infolgedeſſen jetzt ſchon ſo hoch, daß es
im Intereſſe des Konſums und im Intereſſe der
Kon=
kurrenzfähigkeit ſchwer möglich iſt, mit einem größeren
Gewinn zu rechnen.
Die Trockenheit und die teilweiſe Mißernte des
ver=
gangenen Sommers brachte eine weitere große
Lebens=
mittelteuerung. Feld= und Gartenfrüchte,
insbe=
ſondere die Kartoffeln wurden zu weit höheren Preiſen
wie ſonſt verkauft; der Mangel an Futtermitteln und die
zeitweiſe auftretenden Viehſeuchen haben die vorher ſchon
beſtehende Fleiſchnot und Fleiſchteuerung noch viel ſtärker
zur Erſcheinung gebracht. Vielfach und ſogar von
unſe=
ren höchſten Reichsbeamten, dem Reichskanzler, wurde
behauptet, daß der Zwiſchenhandel hauptſächlich an der
Teuerung der Lebensmittel ſchuld ſei. Gegen dieſe
Auf=
faſſung hat ſich ein einmütiger Proteſt der Handelswelt
erhoben. Wenn für die notwendigſten Lebens= und
Be=
darfsmittel und weiter für Wohnungsmiete
be=
deutend mehr wie bisher ausgegeben werden muß,
ſo iſt es naheliegend, daß eine Schwächung der Kaufkraft
eintritt, die ſich namentlich dem Zwiſchenhandel
empfind=
lich bemerkbar macht. Die
Privatbeamtenver=
ſicherung tritt am 1. Januär 1913 in Kraft. Die
Schritte der Handelswelt, billigere Wege zur
Durchfüh=
rung dieſes Geſetzes zu finden wie der beſchrittene
z. B. Angliederung an die Invaliditäts= und
Altersver=
ſicherung —, waren leider vergeblich. Vom Standpunkte
ſozialer Fürſorge aus iſt es jedoch als ein großer
Fortſchritt zu begrüßen, daß die kaufmänniſch
Ange=
ſtellten nun ſpäter auf eine Penſion rechnen können, welche
iſie vor bitterſter Not ſchützt.
Das Baugeſchäft in hieſiger Stadt hat auch
bis jetzt eine Beſſerung nicht erfahren. Hierdurch ſind
auch die mit ihm verwandten Geſchäftszweige beeinflußt.
Die Entſcheidung über die Verkehrsfragen der
Stadt und ihrer Umgebung iſt gefallen. Hierdurch werden
die Verkehrsverhältniſſe in neue Bahnen gelenkt und wenn
auch die Löſung dieſer Frage nicht als eine ideale
und voll befriedigende zu bezeichnen iſt, ſo iſt ſie doch
unter den gegebenen Verhältniſſen die beſtmöglichſte
geweſen.
Nach eingehenden Verhandlungen der Stadt mit der
Eiſenbahndirektion Mainz, der Großherzoglichen
Han=
delskammer und den Intereſſenten iſt nunmehr ein
Pro=
jekt über die geſamte Induſtriegleisanlage im
neuen Fabrikviertel ausgearbeitet worden, das
die Zuſtimmung der beteiligten Faktoren gefunden hat.
Dieſes Geſamtprojekt kann jedoch nur nach
lund nach zur Ausführung kommen. Doch ſoll
ein Teil des Projektes, und zwar die Einlegung
keines Anſchlußgleiſes auf der Südſeite der
Weiterſtädter=
kſtraße alsbald ausgeführt werden, damit die
Inbetrieb=
nahme dieſes Gleiſes gleichzeitig mit der Eröffnung der
neuen Bahnanlagen erfolgen kann. Im Intereſſe der
Hebung von Induſtrie und Handel werden die Koſten des
Stammgleiſes in der Weiterſtädterſtraße, im Betrage von
30000 Mark. auf die Stadt übernommen, während die
Koſten der Anſchlüſſe von dieſem Stammgleis ab nach
den einzelnen Grundſtücken von den Anſchlußnehmern zu
tragen ſind. Die Benutzung des Stammgleiſes wird den
Angeſchloſſenen unentgeltlich geſtattet.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* München, 17. April. In der heutigen Sitzung
der Reichsräte erwiderte Miniſterpräſident von
Hertling auf die geſtrigen Ausführungen des
Reichs=
rats Grafen Toerring ſolgendes: Graf Toerring hat das
gegenwärtige Miniſterium als ein parlamentariſches, oder
doch wenigſtens als ein Uebergang zum
parlamen=
tariſchen Syſtem begrüßt. Es wurde ſchon vom
Miniſter des Innern Frhrn. von Soden entſchieden
Ver=
wahrung dagegen eingelegt. Er ſagte mit vollem Rechte,
daß davon nicht die Rede ſein könne, und wir alle, die
wir dem Miniſterium angehören, ſind von dieſer
Ueber=
zeugung gleichmäßig durchdrungen. Was uns an dieſe
Stelle berufen, iſt nicht das Vertrauen einer einzelnen
Partei, ſondern ausſchließlich das Vertrauen der Krone
geweſen. Ich hatte, als mich ganz unerwartet die
Aller=
höchſte Berufung traf, die Meinung gehabt, daß ich
be=
rufen würde, nicht weil, ſondern trotzdem ich bis dahin
einer beſtimmten Partei angehört habe. Von einem
Uebergang zum parlamentariſchen Syſtem kann nicht die
Rede ſein. Graf Toerring meinte nun, daß wir uns auch
im Reiche der Einführung des parlamentariſchen Syſtems
ja zweifellos nähern; er ſagte, von ſeinem Standpunkt
aus „nähern müßten‟ Das muß ich ablehnen, und was
in Zukunft geſchehen kann, kann niemand vorausſagen.
Aber ich bin der Meinung, daß ſchon in einem
Bundes=
ſtaate ein parlamentariſches Syſtem nicht Platz hat. Der
Miniſterpräſident ſtreifte dann die Frage des
Jeſuiten=
erlaſſes der bayeriſchen Regierung, der ſo viel Staub
aufgewirbelt habe. Er erklärte, es handele ſich um den
Vollzug einer von der vorigen Regierung überkommenen
Erbſchaft und um eine Rechtsfrage, deren Entſcheidung
auf dem ordnungsgemäßen Wege herbeigeführt werde.
Eine Störung des konfeſſionellen Friedens könne der
bayeriſchen Regierung nicht zum Vorwurf gemacht
wer=
den; die Regierung werde auch dafür ſorgen, daß eine
ſolche nicht eintrete. Herr von Hertling trat dann der
ſeiner Meinung nach von falſchem Optimismus
getra=
genen Auffaſſung des Grafen Toerring von der
Sozial=
demokratie entgegen. Die Sozialdemokratie ſei eine
Krankheit am Volkskörper, und dieſe Krankheit ſei zwar
nicht mit Feuer und Schwert auszurotten, aber ihre
Aus=
breitung müſſe beſchränkt werden, ſo weit ſich das mit
ver=
faſſungsmäßigen Mitteln ermöglichen laſſe.
* Stallupönen, 17. April. Zu der Meldung über den
Grenzkommiſſar Dreßler, der im Grenzbahnhof
Wir=
ballen angehalten wurde, iſt nachzutragen, daß der
Grenz=
kommiſſar die Gräfin von Dohna nicht in amtlicher
Eigen=
ſchaft über die Grenze geleitete, ſondern daß ſeine Reiſe
privaten Charakter trug.
* Sewaſtopol, 17. April. Das Großherzogspaar
von Heſſen iſt heute früh 10 Uhr hier
eingetrof=
fen und wurde vom Kaiſer von Rußland, dem
Thron=
folger und den Kindern empfangen. Um halb 12 Uhr
fuhr der Kaiſer und das Großherzogspaar mit der Jacht
„Standard” nach Livadia.
* Saragoſſa, 17. April. Wie aus Cimballa gemeldet
wird, wurde geſtern ein von heftigem Sturm begleitetes
Erdbeben verſpürt. Mehrere Häuſer ſind beſchädigt
worden. Die Einwohner verließen voller Schrecken ihre
Wohnungen.
* New=York, 17. April. Der franzöſiſche
Damp=
fer „Niagara” der hier eingetroffen iſt, berichtet, er
befand ſich am Mittwoch abend ganz nahe der Stelle, wo
die „Titanic” geſunken iſt und ſtieß dort ſo ſtark gegen
einen Eisberg, daß der Kommandant drahtloſe
Notſig=
nale abſandte. Es herrſchte dichter Nebel. Das Schiff,
welches mit verminderter Schnelligkeit lief, ſtieß zuerſt
mehrmals gegen kleine Eisſchollen, als plötzlich ein
hefti=
ger Stoß erfolgte. Die Paſſagiere, die gerade dinierten
ſtürzten zu Boden. Schüſſeln und Gläſer wurden durch
die Wucht des Anpralles im Speiſeſaal durcheinander
geſchleudert und zerbrachen. Angſterfüllt eilten die
Paſ=
ſagiere an Deck. Der Kommandant ſtellte ſofort eine
Un=
terſuchung an und ſandte drahtlos die Meldung, daß das
Schiff mit eigener Kraft New=York erreichen könne.
* Peking, 17. April. Die Antwort der
chine=
ſiſchen Regierung auf den Proteſt der Mächte
gegen die engliſch=belgiſche Anleihe beſagt, die Regierung
könne vom belgiſchen Syndikat keine weiteren Geldmittel
mehr bekommen. Sie bittet die Internationale
Finanz=
gruppe um Beiſtand und ſtellt feſt, daß, wie Tangſchaoyi
erklärt, es auf beiden Seiten Mißverſähndniſe gegeben
habe.
— Berlin, 17. April. In der heutigen Verhandlung
im Methyl=Alkohol=Prozeß wurde der Rechtsanwalt Dr.
Werthauer in eine Ordnungsſtrafe von 100 M.
genommen.
— Köln, 17. April. Der 25jährige Monteur
Abel=
verſuchte ſich im Rhein zu ertränken. Er wurde
ge=
rettet und geſtand, ſeine Braut ermordet zu haben.
Tatſächlich fand man die ſchrecklich zugerichtete Leiche
ſei=
ner Braut, die Tochter eines Poſtſchaffners in Mörs, im
Keller der Wohnung. Der Täter verweigerte jede
wei=
tere Auskunft.
Genf, 17. April. Geſtern nachmittag wurde der
Inhaber der Bank Prennet, Lubet und Co. verhaftet,
gegen den bis jetzt 15 Anklagen wegen betrügeriſchen
Bankrotts eingegangen ſind.
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Das Feſtlandhoch hat ſich oſtwärts verlagert. Es
beeinflußt aber noch den ganzen Kontinent. Hier herrſcht
heute morgen heiteres, trockenes Wetter. Im Norden
zieht eine Depreſſion vorüber, auf deren Vorderſeite auch
dort die Temperaturen erheblich geſtiegen ſind. Wir
werden ganz langſam unter den Einfluß eines flachen
Tiefs kommen.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
18. April: Langſam zunehmende Bewölkung, trocken, warm.
Mertenen
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. D): „Fidelio”.
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller und Reſtaurant
„Metrovol” um 8 Uhr.
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Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
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neue deutſche Lehrgeſchwader; das Denkmal der
Königin Viktoria von England in Nizza; Porfirio
Diaz, der Expräſident von Mexiko, in Madrid; Graf
und Gräfin Metternich als Kinoſchauſpieler.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 19. April.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 5 Uhr
Ludwigs=
höhſtraße 4.
Eicheln=Verſteigerung um 11 Uhr im ſtädtiſchen
Lagerhaus.
Großh. Hofbibliother, gebffnet Montag bis Freitag
von 9—1 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr, Samstag
von 9—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Als „
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Dr. veiker S Dr. Jeikers Br. veiker 9
Vanillin-Zucker
Puddingpulver
Backvulver
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werden oft minderwertige Fabrikate
ist aus dem besten Rohmaterial herge- ist das einzige Fabrikat, das aus istein vorzügliches Gewürz für Kuchen,
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Man achte daher beim Einkauf
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Ueberall zu haben!
G9297)
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. April 1912.
Nummer 91.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. April 1912.
Nummer 91.
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Donnerstag, 18. April.
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Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, 18. April.
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von L. van Beethoven.
Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Spielleitung: Hr. Riechmann.
Perſonen:
Don Fernando,
Miniſter
. Hr. Semper
Don Pizarro,
Gouverneur eines
Staatsgefängniſſ. Hr. Weber
Floreſtan, Gefang. Hr. Becker
Leonore, ſeine
Gat=
tin, unter dem
Namen Fidelio . Fr. von Sugh
Rocco, Kerkermeiſt. Hr. Stephani
Marzelline, ſeine
Tochter
. . Frl. Schaub
Jaquino, Pförtner Hr. Bernhardt
Erſter I Ge= Hr. Sautier
Zweiter fangener Hr. Kräger
Im Zwiſchenakt: Leonore=
Ouver=
türe Nr. 3 von Beethoven.
Preiſe der Plätze (Kl. Pr.):
Proſzeniumsloge 5 Mk.,
Fremden=
loge 5 Mk., Balkonloge 4.50 Mk.,
1. Rang 4 Mk., 2. Rang: 1—6.
Reihe 2 Mk., 7. u. 8. Reihe 1.60 Mk.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 3.50 Mk.,
14.—20 Reihe 3 Mk., Parterre
1.—5. Reihe 2.20 Mk., 6.—8. Reihe
1.80 Mk., 1. Galerie 1 Mk., 2. Gas
lerie 50 Pfg.
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Vorverkauf
von 11—1 Uhr f. d. Vorſtellungen
Freitag, 19. April. 157. Ab.=V.
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von Windſor”‟ Fenton: Hra
Seidler vom Königl. Theater in
Wiesbaden, als Gaſt. Kleine Pr.
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Volks=Vorſtellung zu ermäßigten
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Anfang 7 Uhr. (Vergl. beſ. Anz.)
Sonntag, 21. April. 158. Ab.=V.
D 40. „Der Schmuck der
Madonna.” Maliella: Fräul.
Martha Bommer vom Königl.
Theater in Wiesbaden, als Gaſt.
Große Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Montag, 22. April. 159. Ab.=V.
C 40. „Der Raub der
Sa=
binerinnen.” Kleine Preiſe.
Anfang 7½ Uhr.
Dienstag, 23. April. 160 Ab.=V.
B 40. Zu Shakesſpeare’s
Geburts=
tag. Neu einſtudiert: „Ein
Sommernachtstraum.” Kl.
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
39 45.
Domerstag, 18. April.
1912.
Bekanntmachung.
Durch die neue Vollzugsordnung zur Gewerbeordnung vom 20. März 1912 iſt
das Verfahren bei der Ausſtellung von Wandergewerbeſcheinen geändert worden.
Die Scheine können in Zukunft nicht mehr auf unſerem Geſchäftszimmer für
Stempelangelegenheiten in Empfang genommen werden, ſondern werden den
Geſuch=
ſtellern durch das zuſtändige Großh. Finanzamt ausgehändigt werden, an welches
die von uns ausgeſtellten Scheine allwöchentlich abgegeben werden.
Für die Stadt Darmſtadt iſt zuſtändig das Großh. Finanzamt Darmſtadt I
daſelbſt. Lindenhofſtraße 15, für die Landgemeinden das Großh. Finanzamt
Darm=
ſtadt II daſelbſt, Heidelbergerſtraße 67.
Darmſtadt, den 10. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Reinhart.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir weiſen Sie auf obenſtehende Bekanntmachung mit dem Auftrag hin, ſie
(9272.
ortsüblich bekannt machen zu laſſen.
Darmſtadt, den 10. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am 18., 19., 22.,
23., 25, 29., 30. April 1912, von 8 Uhr vormittags bis zum Dunkelwerden,
Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des 18. Armeekorps auf dem
Schieß=
platz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel, in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
im Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
„ Süden: Forſthaus Steinacker-Steinhügel ausſchließlich,
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches
wieſe-Sauwieſe=Schreibertswieſe=Geisheike einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln
ab=
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten. (
Polizeiver=
ordnung Kreisamt Darmſtadt 25. September 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20.
Sep=
tember 1900)
Wenn das Schießen früher beendet iſt, werden die Gemeinden Meſſel und
Offenthal von Aufhebung der Abſperrung ſofort benachrichtigt.
Darmſtadt, den 19. März 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(7489a
Fey.
Antiche Ruchrchten des Groß. Potgrants Darmiadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Wolfshund, 1 Dobermann, 1 Kriegshund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(9273
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneut mit
dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis, daß die Schutzmannſchaft
angewieſen iſt, auf den Befolg dieſer Vorſchrift beſonders zu achten.
Die Verkäufer der in §1 bezeichneten Gegenſtände werden
hier=
mit erſucht, nicht nur ihre Angeſtellten, ſondern auch die nicht in ihren
Dienſten ſtehenden Fuhrleute und Arbeiter, ſowie die Käufer
der=
artiger Gegenſtände entſprechend zu verſtändigen.
Darmſtadt, den 16. April 1912.
(9275ds
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Polizeiverordnung,
betr. das Auf= und Abladen, ſowie den Transport von
Metall=
gegenſtänden.
Auf Grund des § 366 Ziffer 10 St.=G.=B. und des Art. 56
Ziffer 1 der Städte=Ordnung wird nach Anhörung der
Stadtverord=
neten=Verſammlung mit Genehmigung Großherzoglichen Miniſteriums
des Innern und der Juſtiz vom 22. September 1893, zu Nr. M. J.
26979, für den Bezirk der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt
ver=
ordnet, was folgt:
§ 1. Bei dem Auf= und Abladen und bei dem Transport
von Gegenſtänden, welche beim Herabwerfen oder bei dem
Trans=
port auf Wagen ein ſtarkes Geräuſch verurſachen, wie eiſerne
Trag=
balken, Schienen, Metallröhren und Stangen, Bleche, Ketten
und dergleichen, ſind ſolche Einrichtungen zu treffen, daß beläſtigendes
Geräuſch vermieden wird. Namentlich müſſen derartige
Metallgegen=
ſtände, welche bei dem Transport durch Aneinanderſchlagen ein ſtarkes
Geräuſch verurſachen, in zweckentſprechender Weiſe mit Stroh oder
anderem geeignetem Material unterlegt oder ſo feſt mit einander
verbunden werden, daß der Lärm vermieden wird. Solche
Gegen=
ſtände dürfen beim Abladen nicht vom Wagen herabgeworfen,
ſondern müſſen, gegebenen Falles unter Anwendung geeigneter
Vor=
richtungen, langſam herabgelaſſen werden.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmung
wer=
den in Gemäßheit des § 366 Ziffer 10 des R.=Str.=B. mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 3. Dieſe Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer
Ver=
kündigung in Kraft.
Darmſtadt, den 9. Oktober 1893.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Die hauptſächlich unter der Schuljugend vielfach verbreitete,
nicht ſcharf genug zu verurteilende Unſitte, Gebäude,
Einfriedig=
ungen ꝛc., namentlich ſolche mit friſchem Anſtrich, durch Beſchmieren
mit Kreide, Schmutz uſw. zu verunreinigen, hat in letzter Zeit
wie=
der überhand genommen.
Wir ſehen uns daher veranlaßt, vor ſolchen Ausſchreitungen
erneut eindringlichſt zu warnen, ſowie an Lehrer, Eltern,
Vormün=
der uſw. das dringende Erſuchen zu richten, die ihrer Obhut
unter=
ſtellten Kinder mit allen ihnen zu Gebote ſtehenden Mitteln von
derartigem Unfug abzuhalten.
Das Aufſichtsperſonal iſt angewieſen, die Schuldigen im
Be=
tretungsfalle unnachſichtlich zur Anzeige zu bringen, im Falle der
Strafunmündigkeit der betreffenden Kinder aber die Beſtrafung ihrer
Eltern, Vormünder uſw. nach§ 44 des Polizeiſtrafgeſetzes herbeizuführen.
Darmſtadt, den 16. April 1912.
(6274ds
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 19. April 1912, vormittags 11 Uhr,
verſteigere ich im ſtädtiſchen Lagerhaus dahier auf Antrag deſſen,
den es angeht, gemäß handelsgeſetzlicher Beſtimmung
1 Waggon Eicheln
partieweiſe (je 20 Sack à 50 Kilo) event. en bloc öffentlich
meiſt=
bietend gegen Barzahlung.
Darmſtadt, den 17. April 1912.
(9278
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
bill. abzugeb. L. Fiſcher,
Speng=
lerei, Langegaſſe 23.
(*9744
Ein doppeltes Hühnerhaus bill.
Riedlingerſtr. 41, I.
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Achtung!
Achtung!
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ſchriftlich niederzulegen. (*9668md
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kom., Ruheſtühle, Küchen,
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ſtellen, Matratzen, denkb. bill.
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Vor=
derhaus.
(*9705
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ſavierfeſſel bill. zu verkaufen
(*9706
Hügelſtr. 20, II.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 25. April 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die der Witwe des Wendel
Barth, Marie, geb. Merkel, dahier,
und deren Kindern zugeſchriebenen
Immobilien:
Flur Nr. qm
Fuhr=
manns=
IV 3653/10 199 Hofreite
und Pan=
IV 365//10 204 Hofreite
kratius=
ſtraße
Nr. 26½,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K121/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 22. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V8276
Mretemtit.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß
wird hierdurch zur öffentlichen
Kenntnis gebracht:
Ueber den Nachlaß der am
15. Februar 1912 zu Darmſtadt
verſtorbenen Schneiderin Bertha
Olza Herold zu Darmſtadt, wird
heute, am 15. April 1912,
nach=
mittags 5 Uhr, das
Konkursver=
fahren eröffnet, da die
Ueberſchul=
dung des Nachlaſſes dargetan iſt.
Der Gerichtsvollzieher i. P.
Reibſtein zu Darmſtadt wird zum
Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis
zum 7. Mai 1912 bei dem
Ge=
richte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des
er=
nannten oder die Wahl eines
ande=
ren Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretenden Falls
über die in § 132 der
Konkurs=
ordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüſung der angemeldeten
Forderungen auf
Donnerstag, 9. Mai 1912,
vormittags 11½ Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Zimmer Nr. 201, Termin
anbe=
raumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oderzur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgege=
ben, nichts an den
Gemeinſchuld=
ner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und
von den Forderungen, für welche
ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen,
dem Konkursverwalter bis zum
9. Mai 1912 Anzeige zu machen.
Darmſtadt 15. April 1912. (6307
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
Verkauf von
Matratzenſtreu.
Am Samstag, den 20. April,
wird die Matratzenſtreu einer
Eskadron auf dem Hofe der
Ka=
valleriekaſerne an der Holzhofallee
verſteigert. Der Verkauf beginnt
um 9 Uhr 30 Minuten vormit=
(9266
tags.
Leib=Dragoner=Regiment
Nr. 24.
Dünger=Verkauf.
Am Samstag, den 20. April
1912, von 9½ Uhr vormittags
ab, wird auf dem vorderen Hofe
deralten
KavaleriekaſerneinDdarm=
ſtadt die Matratzenſtreu von einer
Eskadron öfentlich meiſtbietend
(271df
verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heff.) Nr. 23.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 19. April I. J., vorm. 9 Uhr
anfangend, verſteigere ich auf freiwilligen Antrag der Erben aus zwei
verſchiedenen Nachläſſen im Verſteigerungslokal Ludwigshalle 12,
Obergaſſe folgende Gegenſtände:
2 Sofas mit Seſſel und Stühlen in rotem Plüſch,
1 Schlafdiwan, 2 Sofas mit gepolſterten Stühlen,
2 Kommoden (poliert), 1 kleine Kommode (pol.).
verſchiedene größere und kleine Tiſche, Seſſel und
Stühle, Spiegel, Bilder, Teppiche, Vorhänge,
ferner 3 komplette Betten, 5 Waſchkommoden,
verſchiedene Kleiderſchränke, darunter ein alter,
1 Regulator, 1 alte Wanduhr, 1 Wecker, 1
Küchen=
ſchrank und ſonſtiger Hausrat.
Ferner kommen zum Ausgebot:
Gold= und Schmuckſachen verſchiedener Art,
darunter ein Schmuck, beſtehend in: Broſche,
Me=
daillon mit Halskette, Ohringen und Armband
mit großen Korallen, 1 goldene Damen=Uhrkette,
verſchiedene Herren= und Damenuhren und andere
Schmuckſachen.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(9129id
Darmſtadt, den 16. April 1912.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs=Anzeige.
Samstag, 20. April 1. J., vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich im Auftrag des Teſtamentsvollſtreckers, Herrn
Juſtiz=
rat Dr Bender, im Hauſe Aliceſtraße Nr. 30 die zum Nachlaß der
Frau Reuter Wwe. gehörigen Gegenſtände, als:
1 Sofa und 6 Stühle mit rotem Plüſchbezug,
1 Trumeau in nußbaum mit Spiegel, 1 Vertiko,
1 Pfeilerſchränkchen, 1 Nähtiſch, verſchiedene
größere und kleine Tiſche und verſchiedene Stühle,
Ziertiſchchen, Spiegel, Vorhänge, 2 Hängelampen,
1 Fliegenſchrank, 1 eiſerner Gartentiſch (rund),
1 Stuhl, 1 Staffelei, 1 Toiletteſpiegel, 1 Säule
mit Büſte und ſonſtige kleine Möbelſtücke.
3 komplette Betten, 1 Waſchtiſch, 3
Nacht=
tiſche, 1 Kleiderſchrank, 1 Zinkbadewanne, 1
Küchen=
ſchrank, Tiſch, Anrichte uſw., 1 Gasherd und
ſonſtiges Küchengeſchirr, Gläſer und Porzellan.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(5277
Darmſtadt, den 18. April 1912.
Erust Wolkt, Amtsgerichtstaxater,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs=Anzeige.
Im Auftrag des Herrn Friedrich Stumpf hier verſteigere ich
Montag, den 22. I. Mts., vormittags 9 Uhr,
im Hauſe Gardiſtenſtraße 15:
1 Pferd, diverſe Pferdegeſchirre und Decken,
10 ein= und zweiſpännige Kaſtenwagen, für
Koh=
lenhändler geeignet, 2 Pritſchenrollen, 1
Schnepp=
karren, 1 Sämaſchine, Ernteleitern,
Häckſel=
maſchine, Futtermühle, Pfuhlfaß, Pflüge, Eggen,
Stuhlwagen, Heu und Stroh, verſchiedenen
Haus=
rat uſw.
öffentlich meiſtbietend gegen gleich bare Zahlung.
(9299dfs
Darmſtadt, den 18. April 1912.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24, I.
Verſteigerungs=Anzeige.
Freitag, den 19. d. Mts., nachmittags 5 Uhr,
ſollen im Pfandlokal Ludwigshöhſtraße 4 folgende Gegenſtände
zwangsweiſe gegen bar verſteigert werden:
1 kl. Kaſſeſchrank, 1 Schuttwagen, 10 am. Oefen, 1 Pianino,
1 Küchenſchrank, 1 Schreibtiſch, 1 Vertiko, 1 Gasbadeofen
und 1 Bücherſchrank.
(9026oid
Darmſtadt, den 11. April 1912.
Wieser, Pfandmeiſter.
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Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
22)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Wie heimlicher Jubel frohlockte es jetzt in Ingwalds
Stimme. Die breite Bruſt dehnte ſich wohlig in dem
immer heftiger werdenden Wind.
Jubelnd ſchwenkte er den Wachshut der kleinen
Ge=
ſellſchaft entgegen, die vor dem Pfarrhaus auf dem friſch
grünen Tun kampierte.
Die Knechte hatten ein Zelt aufgeſchlagen, und die
Studenten ließen die Becher klingen und ſangen weithin
über die Tingvalla:
Hier unter des Sommers Himmelszelt
Will nächtigen ich und liegen.
Hier ſollſt du Island, o Mutter mein,
Dein Kind in Schlummer wiegen.
Und Gottes Hauch macht hier mich frei,
Zum Himmel ſchweb ich voll Wonne,
Zum Borne des Lichts, ins Traumland hinein,
Das ſchöner mir ſtrahlt als die Sonne.
Zr Bett, zu Bett, Kinder, rief der Amtmadur, der ſich
durch eine Flaſche guten Weins geſtärkt hatte und nun
in prächtiger Laune war.
Ihr bleibt an meiner Seite, gebot er den Töchtern,
Jorum, die ihm wieder entwiſchen wollte, an ihren gel=
ben Zöpfen feſthaltend, ich hoffe zuverſichtlich, daß unſer
unfreiwilliges Nachtquartier uns keinen Rheumatismus
bringt. Na, gute Nacht allerſeits. Die Damen haben
das Vorrecht, lachte er, mit einer einladenden
Handbe=
wegung nach der Tür der Scheune deutend. Die
Pfar=
rersfrau brachte noch ein paar Decken für die Frauen,
und unter Lachen und Scherzen ſuchten ſich alle eine
Lager=
ſtätte in der Scheune des Pfarrhauſes.
Das ging allerdings in der herrſchenden Dunkelheit
nicht leicht von ſtatten, zumal der Pfarrer verboten hatte,
wegen der Feuersgefahr Licht anzuzünden.
Alles rannte lachend und ſuchend durcheinander.
Jorum kugelte ſich zwiſchen den zwei Studenten umher,
bis ihr Vater ſie einfing und ſie an ſeiner Seite feſthielt.
Hallgerdr hatte ſich einem plötzlichen Angſtgefühl
folgend, an die lachende und plaudernde Signe geſchmiegt,
die gar nicht zur Ruhe kommen konnte.
Ob ſie wüßte, daß des Nachts die Alfenfrau über die
Tingvalla wandelte, fragte ſie lachend, und ob das dieſelbe
Scheune ſei, in der ſich jüngſt ein Reiſender erhängt
hätte.
Die Studenten begannen grauſige Geſpenſtergeſchichten
zu erzählen bis Jorum weinte und tief ihren Kopf in
das duftige Heu — es war wirklich und wahrhaftig Hen
in der Scheune — grub.
Hallgerdr rückte noch näher an Signe heran, von
der ſie plötzlich bemerkt, daß ſie ihre Hand nach Dr.
Gud=
mund ausſtreckt, der ſich ihr zur Seite ins Heu wirft.
Und nun empfindet Hallgerdr plötzlich die Nähe des
Kapitäns.
Eine raſende Angſt überkommt ſie, wenn ſie dent
daß ſie die ganze Nacht ihm ſo dicht zur Seite zubringen
ſoll. Schon will er ſich an ihrer Seite in das Heu
wer=
fen. Eine heiße Angſt erfaßt ſie.
Jon, wo biſt Du? rief ſie den Jugendfreund. Ich
ſehe Dich nicht. Komm zu mir, die Nacht iſt kalt,
kannſt vonkmeiner Decke haben.
Im Augenblick iſt Jon Thorkjel bei ihr. Seine heiß
Hand faßt nach der ihren.
Du ſollſt bei mir bleiben, Jon, bittet ſie ſanft.
Sie kann das Leuchten ſeiner Augen nicht ſehen, abe
ſie fühlt an ſeinem Händedruck, wie glücklich er iſt.
Er hilft ihr in den Schlafſack, dann ſtreckt er ſich ihr
zu Füßen in das weiche Heu.
Lege Deinen Kopf in meinen Schoß und nimm die
Decke, ich brauche ſie nicht, bittet ſie herzlich.
Und er lehnt ſeinen Kopf gegen ihre Knie, und wähe
rend die Studenten ihre Geſpenſtergeſchichten weiter
er=
zählen, Thorkjel ſchnarcht und Signe kichert, träumter
den ſchönſten Traum ſeines Lebens, daß Hallgerdr ihn
vielleicht doch lieb hat, und daß er ſo, ihr zu Füßen,
ſterben möchte.
Abſeits, in der entfernteſten Ecke der Scheune, ruht
der Kapitän.
Die Hände geballt, liegt er da. Er hätte den
rot=
haarigen Jüngling, der ſo ſelbſtverſtändlich ſeinen Kopf
Seite 13.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. April 1912.
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in Hallgerdrs Schoß barg, um den ſie ſich ſorgte, als wäre
er ein totkrankes Kind, kaltlächelnd ermorden können.
Erſt hatte Ingwald daran gedacht, ſich um jeden
Preis einen Platz an Hallgerdrs Seite für dieſe Nacht
zu erkämpfen, aber plötzlich hielt ihn eine unerklärliche
Scheu davon zurück.
In der fernſten Ecke lag er und ſuchte mit ſeinen
Augen die Dunkelheit zu durchdringen.
Das Geplauder und Gelächter war lange verſtummt.
Der Amtmadur ſchnarchte immer lauter, und die tiefen
Atemzüge der anderen miſchten ſich mit dieſem
unerträg=
lichen Schnarchen.
Nur Ingwald konnte keine Ruhe finden. Mit
fiebern=
den Pulſen lauſchte er auf jeden Laut. Singſchwäne
flogen draußen über die Tingebene. Wie Glockenton
klang noch aus weiter Ferne ihr weiches, klagendes
Singen.
Und er mußte der Nacht auf dem Widarhof
geden=
ken, wo ihn Hallgerdr geküßt hatte.
Und immer raſender klopfte das Blut in ſeinen
Adern. Wer hinderte ihn jetzt, heimlich zu ihr zu
ſchlei=
chen und ſie zu küſſen, ſie, die jetzt ſchlief und wehrlos
war?
Und plötzlich fühlte er etwas Weiches und Warmes
an ſeiner Seite. Frauengewänder ſtreiften ihn.
Sollte Hallgerdr? Ein Glücksjubel ohne Gleichen
ſtieg in ihm auf. Faſt trunken vor Wonne taſtete ſeine
Hand zur Seite. Eine bebende, ſchlanke Frauenhand
hielt er in der ſeinen.
Ein unterdrücktes Schluchzen drang an ſein Ohr, und
dann ein heißes, banges Flüſtern.
Ich fürchte mich ſo, Herr Kapitän. Ganz gewiß ſind
Geſpenſter hier in der Scheune. Die Studenten haben mir
ſo bange gemacht und ich kann nicht ſchlafen. Ich merkke,
daß Sie auch nicht ſchlafen können. Laſſen Sie mich hier
ruhen, bis der Morgen kommt. Ich will Ihre Hand
hal=
ten, ich fürchte mich ſo ſehr.
Signe war es, die alſo zu Ingwald ſprach und ſeine
Hand feſt umklammert hielt.
Er wollte ſie erſt haſtig fortſchleudern, aber er
ver=
mochte es nicht.
Signe alſo, die ſchöne, törichte Signe, wie man ſie
in Reyjkavik nannte, lag ihm ſo dicht zur Seite, daß er
ihren warmen Atem ſpürte. Er hätte die roten, lockenden.
Lippen küſſen können, ſie hätte es ihm nicht gewehrt, und
er tat es nicht.
Er hörte das tändelnde, leichtfertige Geſchöpf an
ſei=
ner Seite, mit dem er nicht ein einziges Wort gewechſelt
hatte, noch ein Weilchen weinen, dann ſchlief auch
Signe ein.
Er dachte, daß vielleicht an ihren langen Wimpern
noch Tränen hingen, und daß gewiß um ihren ſüßen
Mund ein Lächeln ſpielte. Aber dieſer Mund reizte ihn
nicht.
Erſt gegen Morgen fiel er in einen kurzen, unruhigen
Schlummer.
Vor dem Eingang der Scheune aber lag unterdeß
in ſeinem Schlafſack Bjarni Petruſſon. Er hatte das im
Freien aufgeſchlagene Zelt ſeiner Kameraden verſchmäht.
Er wollte über der Baerstochter wachen. Zum erſten
Mal empfand er das bittere niederdrückende Gefühl, daß
ihn etwas nicht zu überbrückendes von den anderen dort
und vor allem von Hallgerdr trennte.
Noch nie war Bjarni der Gedanke gekommen, daß er
zu wenig ſein könnte für Hallgerdr, denn
Standesunter=
ſchiede kennt beſonders der isländiſche Bauer nicht.
Heute aber, wo ſie ihn ſo hochmütig in Egenwart des
fremden Kapitäns fortgeſchickt, da fühlte er voll
grim=
miger Wut, voll lodernden Zornes, daß ſie die Herrin
war und er der Knecht.
Aber er wollte nicht Knecht ſein. Nein! Er wollte
ſie zwingen, Ravnas Tochter, zwingen, bis ſie im Staube
vor ihm lag. Er der Herr, ſie die Magd.
Ueber die Tingvalla ſtrich der Wind.
Die weite Ebene, auf der einſt vor Jahrhunderten
der alte Geſetzeskundige Njal ſeinen Richterſpruch gefällt,
auf der ſich einſt ein Leben voll Pracht und Glanz
ent=
faltete, wenn die Reichſten des Landes zum Ting kamen,
und wo der große Volksſchwarm in farbenprächtigen,
bunten Kleidern jauchzend oder abwehrend die
Richter=
ſprüche, begleitete, lag erſtorben im fahlen, müden Schein
der Morgendämmerung.
Barni Petrurſſon ſah den neuen Tag kommen, und
mit dem Tag kam ihm neuer Mut, neuer Wille und neue
Kraft. Ehe der Sommer wiederkehrte, ſollte der
Widar=
hof nicht mehr ein Hof des Schweigens ſein. Neues
Le=
ben ſollte daraus empor blühen und ein neues Geſchlecht,
Ein Falkenſchrei durchſchnitt die Luft, der einzige
Laut=
in dieſer großartiger, ſchauerlich wilden Einſamkei
Eanag. falat
Seite 14
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. April 1912.
Nummer 91.
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Nummer 91.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 18. April 1912.
Seite 15.
Sport.
* Radſport. Wanderfahrt des Gau 9 D. R.=B.
Sonntag, 21. April, findet die erſte Wanderfahrt des
Gau 9 des Deutſchen Radfahrerbundes nach dem
Rhein=
gau ſtatt. Treffpunkt für alle Teilnehmer iſt das
Reſtau=
rant Friedrichshof in Wiesbaden. Nach Beſichtigung der
Stadt gemeinſames Mittageſſen. Um 3 Uhr erfolgt
Ab=
fahrt nach Schierſtein, daſelbſt im Tivoli Schlußfeier.
Die Wertung erfolgt in Wiesbaden und Schierſtein.
An=
meldungen an den Gaufahrwart M. Bogdann,
Frank=
furt a. M.=Eckenheim ſind erwünſcht.
* Radrennen. Auswärtige Radrennen.
In Bordeaux beſtritten Friol, Ellegard und Perchicot
ei=
nen Match in drei Läufen. Ellegard gewann den erſten
und dritten Lauf vor Perchicot, dem im zweiten Lauf
ein Ausreißverſuch glückte. Friol, der in der vergangenen
Woche noch beim Training geſtürzt war, konnte ſich nicht
zur Geltung bringen und endete jedesmal als Dritter.
Das Velodrom in Goſſelis (Belgien) veranſtaltete ein
100 Kilometer=Rennen ohne Führung, das von
dem belgiſchen Straßen=Matador Vanhouwaert
mit einer Länge vor Louis Heusghem,
Me=
lotte, Wancour und Pierre Heusghem
gewon=
nen wurde. — In Rouen wurde ein Match hinter
Motorführung über dreimal 10 Km. entſchieden. Der
Franzoſe Germain=La Fleche gewann zwei Läufe vor
dem Schweizer Jaeck, während der kleine Deutſche
Ap=
pelhans den dritten Lauf vor Jaeck und Germain landete.
* Rugby. Die deutſche Rugby=
Meiſter=
ſchaft kam in Heidelberg zum Austrag und wurde von
dem Fußballklub Heidelberg=Neuenheim mit 13:6
Punk=
ten gegen den norddeutſchen Meiſter Fußballſportverein
1897=Hannover gewonnen. Der ebenfalls in Heidelberg
tagende 17. Deutſche Rugbytag war von 12 Vereinen
beſucht, die insgeſamt 35 Stimmen vertraten. Der
bis=
herige Vorſtand Müller=Hannover, Eckermeyer und Meier
wurde wiedergewählt. Der 18. Deutſche Rugbytag
fin=
det in Hannoper ſtatt.
*Waſſerſport. Das internationale
Motor=
boot=Meeting von Monaco fand mit dem
Mei=
len= und dem Kilometer=Rennen um den Pokal des
Für=
ſten von Monaco ſeinen Abſchluß. In den Vorläufen der
Kreuzer qualifizierten ſich für den Endlauf beim erſten
Vorlauf Gavroche, die allein über die Bahn ging, beim
zweiten Verlauf Mais je vais piquer und Nautilus
Picker. Von den Gleitbooten kamen Motokratie und
Sig=
mar III in den Endlauf, von den Racern der kleine
ita=
lieniſche Racer Sciata und die große Urſula des Herzogs
von Weſtminſter, die ſich überraſchenderweiſe ſchon im
Vorlauf von Sciata ſchlagen ließ. Den Endlauf der
Kreuzer gewann dann Nautilus Picker in 3 Min. 1½
Sek. für die geſamte Strecke von 2852 Meter, die
dies=
mal nicht wie in früheren Jahren in gerader Linie,
ſon=
dern im Schleifenkurs zu fahren war. Den Kilometer
mit fliegendem Steart legte Nautilus Picker mit 1½
Sek. zurück. Zweiter wurde Mais je vais piquer in 3.9½
bezw. 1:01 für den Kilometer. Bei dem Endlauf der Renn=
und Gleitboote gab es zunächſt einen verfehlten Start.
Dann ſetzte ſich, nachdem der Ablauf regulär erfolgt war,
das Gleitboot Motokratie ſofort an die Spitze und wurde
nur kurz von Sciata gefährdet. Motokratie gebrauchte
für die Strecke (Meile und Kilometer) 2:46½ und für
den Kilometer mit fliegendem Start 54½ Sek. Sciata
henötigte 2:50½ reſp. 57 Sek. für den Kilometer. Urſula
konnte nur den dritten Platz belegen. Sie fuhr 2:56½
und den Kilometer in 59½ Sek. Fürſt Albert von Mo=
naco, der zuſammen mit dem Erbprinzen Louis den
Schlußrennen beiwohnte, verteilte perſönlich die Preiſe.
Der Preis des Fürſten Albert von Monaco fiel, wie ſchon
in den beiden letzten Jahren, an den franzöſiſchen
Kon=
ſtrukteur Despujols als Schöpfer der Motokratie.
Ein neuer Weltrekord im Schwimmen
über eine engliſche Meile für Damen wurde von der erſt
16jährigen engliſchen Schwimmerin Miß Fletſcher in den
Tottenham=Bädern in London aufgeſtellt. Miß Fletſcher
legte die Diſtanz in 32 Min. 8¾//10 Sekunden zurück. Der
bereits im Jahre 1896 von der bekannten auſtraliſchen
Meiſterſchwimmerin Annette Kellermann, die ſpäter zu
den Berufsſchwimmern überging, in Eaſtburne mit 33
Min. 21%0 Sek. geſchaffene alte Rekord wurde durch die
neue Leiſtung um nicht weniger als 1 Min. 13¼0 Sek.
verbeſſert.
* Lawn=Tennis. Die Lawn=Tennis=
Mei=
ſterſchaft von Amerika, die in New=York
entſchie=
den wurde, ſah den Verteidiger des Titels, Mr. Jay
Gould, ſiegreich, der Mr. J. Crane im
Entſcheidungs=
ſpiel 6:3, 611, 6:0 überlegen abfertigte.
* Laufſport. Ein intereſſantes Läufer=
Match kam in Durban (Südafrika) zwiſchen den beiden
bekannten Südafrikanern Walker und Holway über 100
und 130 Yards zum Austrag. Der ehemalige Amateur=
Weltmeiſter Walker gewann alle beiden Läufe überlegen
in ausgezeichneter Zeit und zwar lief er 100 Yards in
½ Sek. und 130 Yards in 12½ Sekunden.
* Pferderennen. Rennen zu Hannovert
Celler Jagdrennen. 3000 Mk. Diſt. 2000 M. 1. Herrn v.
Lindenſtädts Pene (Johnſon jr.), 2. Marga (Weishaupt),
3. More Scotch (Hammer). Tot.: 22110. Pl. 11, 11,
11:10. Unpl. Seeſzely (4), Concordia (The Compaß),
Niedliche Puppe. Sicher 2—3 Lg. — Bennigſen=Rennen.
4000 Mk. Diſt. 1400 M. 1. Herrn C. Krügers Forſt (
Ra=
ſtenberger), 2. Queckſilber (Wedgewood), 3. Mimik
(Spear). Tot.: 36110. Pl. 14, 14:10. Unpl. Felix Eſto,
Wiederum, Baſalt. Leicht ½—½ Lg. — Lehrter
Hür=
den=Rennen. 2000 Mk. Diſt. 2800 M. 1. Frau E. Lampes
Fatia Negra (Czernik), 2. Sternbild (Taranzewski), 3.
Sea Sick (Ohlmeier). Tot.: 25110. Pl. 16, 12110. Unpl.
Coralle (4). Rabenlocke. Ueberlegen 4—10 Lg. — Blitz=
Rennen. Ehrenpreis und 7500 Mk. 1100 Mt. 4. Herrn
Field und Henkells Jris (Evans), 2. Mindenkem (Lane),
3. Pesztonka (Tausz). Tot.: 172:10. Pl. 30, I4, 14:10.
Unpl. Erfinder (4), Traviata, Morton Con, Jrokeſe,
Pe=
rilla. Kampf Hals—1 Lg. — Antagoniſt. 4500. Mk. Diſt.
1500 M. 1. Herrn F. Brädickows Bürgermeiſter (
Wedge=
wood), 2. Self Control (Cleminſon), 3. Oregon (
Raſten=
berger). Tot.: 34110. Pl. 16. 21, 24:10. Unpl. Erato,
Scotsgap, Madame Foutzi, Grosvenor Gardens,
Mor=
timer II, Eager Girl, Dandolo. Leicht 1½—1½ Lg.
Graf Georg Lehndorff=Rennen. 4000 Mark. Diſt. 1400
Meter. 1. Herrn C. Fröhlichs Labrador (Groneberg), 2.
Cairo (Blades), 3. Jeſſonda (Fox). Tot.: 40110. Pl. 16.
14:10. Unpl. Iwuwſeb, Eiſenmenger. Kampf Hals-
Hals. — Harz=Jagdrennen. 2000 Mark. Diſt. 3200 M.
1. Frau Lampes Waddles (Ezernik), 2. Plutarch (
Weis=
haupt), 3. Anita (Sandmann). Tot.: 44:10. Pl. 2, 14:10.
Unpl. Sacramento. Ueberlegen 5—6 Lg.
Rennen zu Strausberg. April=Flachrennen.
2000 Mark. Diſt. 1200 M. 1. Geſt. Stiebitz Feſtive (
Lud=
wig), 2. Scipio (H. Teichmann), 3. Fromme Helene
(Caſper). Tot.: 43:10. Pl. 10, 10, 10:10. Unpl. Senana
(4). Bode, Muſchey, Priotina. — Preis von Rehfelde. 2000.
Mk. Dſt. 3000 M. 1. Lt. A. v. Hanſemanns Alpenfex
Graf Beihuſp=huc), 2, Maprihe (2t v. Sgan=Kriegey),
3. Red Clover (Herr v. Weſternhagen): Tot.: 25110. Pl.
14, 20, 18:10. Unpl. Fetiſch (4), Erberich, Frankfurt (gef.),
Frascati (gef.), Spießer (ausgebr.), Amelie. Leicht 2½
bis 4 Lg. — Waſſerfall=Jagdrennen. 2000 Mk. Diſt. 4000
M. 1. Herrn von Hattens Cymbal (Wiſchek), 2. Sageſſe
(Roſak), 3. Luzerne (Forke). Tot.: 37:10. Pk. 10, 11, 10110.
Unpl. Libellule (angeh.), Jubilee Juggins (4), Blißful,
Altieri. Sehr ſicher 2 Lg. — Hals. — Preis vom
Waſſer=
turm I. 2400 Mk Diſt. 2600 M. 1. Herrn V. Herfeldts
Sturmvogel (Beſitzer), 2. Tanzſtunde (Dr. Rieſe), 3.
Schönbrunn (Herr A. Nette). Tot.: 49110. Pl. 22, 6:10.
Unpl. Galley, Pallaſch. Dr. Girdle kam an der
Aus=
galopphürde zu Fall und nahm an dem Rennen nicht teil.
Die Wetten am Toto wurden zurückgezahlt. Gegenwehr
Hals — 15 Lg. — Preis vom Schwanenſee. 2500 Mk.
Diſt. 3500 M. 1. Herrn R. Bochmes Emma Olivia (G.
Lommatzſch), 2. Red Orange (J. Martin), 3. Reine du
Jour (Printen). Tot.: 39110. Pl. 11, 11. 11.10. Unpl.
Burwood (40), Semper vera (ausgebr.), Hidden Charms,
Dumbell. Leicht 2—6 Lg. — April=Hürden=Rennen. 2500
Mk. Diſt. 2600 M. 1. Lt. v. Zobeltitz Bavarde (H. Brown),
2. Avanti (Torke), 3. San Pedro (Adolf). Tot.: 15:10.
Pl. 12, 14:10. Unpl. Treff Aß. Sehr ſicher 3—8 Lg. —
Preis vom Waſſerturm II. 2400 Mk. Diſt. 2600 M. 1.
Herrn Dr. Rieſes Prüneliere (Beſ.), 2. Procles (Herr
Mönch), 3. Goldrock (Herr v. Weſternhagen). Tot.: 16:10.
Pl. 12, 12:10. Unpl. Knight Miſtreß. Leicht 2—5 Lg.
Gewinnanezng
der
226. Käniglich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
4. Klaſſe. 1. Ziehungstag. 16. April 1912.
Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Gachbruc verdoren)
Eine Genchr. u. St.ckl. ſ. 3.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
192 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 5000 Mk. 171339
4 Gewinne zu 3000 Mk. 115457 117869
12 Gewinne zu 1000 Mk. 4456 11702 27777 48819
119049 121062
26 Gewinne zu 500 Mk. 14864 38432 55631 79726
90450 107886 125127 141281 160246 165203 176870
185583 188301.
82 Gewinne zu 400 Mk. 308 6241 8353. 11658
15030 17068 23424 27755 30346 31917 36546 38911
47802 59577 60460 62313 64004 67785 69253 80886
82379 85764 89571 92565 96955 102460 105880 116785
120804 121670 126949 138826 140130 141314 146722
150954 156970 173604 175032 175073 182660
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
192 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 40000 Mk. 51735
2 Gewinne zu 10000 Mk. 17804
2 Gewinne zu 5000 Mk. 64683
2 Gewinne zu 3000 Mk. 7817
12 Gewinne zu 1000 Mk. 34747 35974 35974 57391
68172 101544 126709
18 Gewinne zu 500 Mk. 8451 23115 41962 76568
93044 124009 151370 158531 180401
72 Gewinne zu 400 Mk. 5958 5996 7541 16668
17638 20820 41708 44772 45260 47167 51462 57630
63432 69076 73786 80056 88456 93838 101161 103734
108891 124359 137692 139282 150852 153519 154542
156424 160391 161229 172979 174841 175801 175962
187841 188815
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das wegen seines Wohlgeschmackes, seiner milden, sicheren Wirkung mit Recht
beliebteste Mittel zu Regelung des Stuhlganges und Verhütungvon Verstopfung
für Erwachsene und Kinder sollte in keinem Haushalt fehlen. Von zahlreichen
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